flg. 164 ♦ 42. Musgobe A Nr.$4 BezwgSprei«: SSöAtntnA 70 Pfemlis,»owiNch 3.— Reichsmark»otons zahlbor. llirter«reuzbaad für Seillschiosb, Danzig. Saar- mih Memelgebiet, Oesterreich. Litauen, Lurembura 4&) R-ichzmark, für da» ühtt«e Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der Lorwitrts� mit der Sonntags- beilage«Soll und Seil* mit»Sieb« lana und Kleingarten� fosrie der Setlage Unterhaltung und Bissen" und israuenbeilage..Frauenstimme" erscheint«ochentäglich zweimal, Sonntags und Montag» einmal. Zelegramm-Adresse: .Sozialdemokrat Berlin" Morgenansgabe fT t Serlinev Volksblsti (lO Pfennig� 2ln,?et!lcaz>rei�e: Die einlvalti«« RonvareiSs- »eile 70 Pfennig. Reklamezeil« 4.— Reichsmark.»Kleine Anzeigen" das iettgedruiltc Wort 20 Pfennig lzulässta zwei i-itaedruckle Worte), ledes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengeluche das erste Wort 10 Psennia. jedes weitere Wort 5 Pfennig. Wort« über 15 Buchstaben zählen kür zwei Worte. jfamilienanzeigen für Abonnenten Keile 30 Pfennig. Anzeigen ist? die nächst« Nummer müssen bis t'r Uhr naSmitlags im Hauvtgefchäft. Berlin EWW.Linden- strahe Z. abgegeben werden. EeSifnet von 0 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokrat» fdien parte» Deutfcblands NeÜaktion und Verlag: Serlin SW. HS, Lindenstraße Z Fernsprecher: Redaktion: Tönboff 2SS— Svz Verla«: Tönhof, ÄSvS-ASv, Dienstag, den 7. April vorwärts Verlag G.m.b.H., S erlin EW. öS, Lindenstr.Z Poftschelkkonts: Verlin llVSKst— Vankkontv: Tirektion dar Trokonto-Gcfrlllchast, Tcpostteniafie Ltodenftraste iZ Jetzt wieder Hinöenburgl Der Ringkampf im„Rechtsblock".— Los von Jarres«m jede» Preis!— Aber Hinde»»bnrg überlegt«och... Heute ist Dienstag. Der berühmte Mittwoch, an dem de? Loebell-Ausschuß sich erklären will, ist erst morgen. Diese Feststellung ist nicht unnötig, sie dient zu unserer Entschuldi- gung. Wir müssen unsere Leser über das neueste Stadium der, schwar>zweißrotcn Kandidatensorgen informieren und bitten deshalb zum Anfang zu bedenken: gestern war Montag. Ein ganzer Tag, an dem viel Dummheiten gemacht werden konnten. Heute ist Dienstag, ein ganzer langer Tag, in dessen Verlauf mit Ausdauer das beliebte Spiel:„Rin in die Kar- tosieln, raus aus die Kartoffeln!" betrieben werden kann. Sestern war das beliebte Spiel wieder in Gang. Herr I a r r e s war schon wieder hervorgezogen, da H i n d e n- bürg, wie in der Rechtspresse zu lesen stand, kategorisch ab- gelehnt hatte. Wenn man den am Montag morgen erscheinen- den Rechtsblatterit und den Auslastungen des Loebell-Aus- fchustes hätte Glauben schenken wollen, dann war mit Hinden- bürg alles nur unverbindlich. Noch gestern abend kann,- mali in der..D ea t scheu Tageszeitung" lesen, daß Hindenburg nicht so recht zum Kandidaten geeignet sei, daß man imittlnbehagen sich vorstelle, daß er in den Mittelpunkt des Wahlkompfes geraten könne. Ja, dic...T ä g- liche Rundschau" nannte den bloßen Gedanken an die Kandidatur Hindenburg unglücklich. Aber es wir alles nur Täuschung. Herr I a r r e s ist noch gor nicht richtig wieder da. und die Kandidatur Hindenburg spukt immer noch in der Luft. Aus der „Deutschen Zeitung" erfahren wir, daß Behauptungen über eine Absage Hindenburgs unrichtig seien. In der .Lreuz-Zeitung" sieht zu lesen: »Doch sollen die Versuche von gewisser Seite, den General» feldmarschall noch nachträglich zur Annahme einer Kandidatur zu bewegen und seinen anscheinend endgültigen Gntjchluh zu ändern, noch nicht aufgegeben sein." Es ist alles durcheimmder im Rechtsblock- Das ist das Fazit vom Montag. Nur oermögen wir nicht exakt zu entdecken, ob"immer noch oder ob schon wieder seit Montag morgen. Eines wird deutlicher als bisher sichtbar: das Motiv der Gegensätze im Loebell-Ausschuß. Die„B erlin erBörsew- Zeitung" schreibt: ..Von der Bayerischen Volkspartei glauben wir, daß sie sich morgen für Hindenburg erklären würde, wenn sie vor diese Frage gestellt würde. F e st g e l e g t hat sich, wie bekaniu, nur die Deutsche Volkspartei. indem sie sich ausschlief;- lich für die Kandidatur Jarres ausgesprochen hat. Die volkspartei würde also auch die tiundidatur hindenburg» ganz allein zum Scheitern bringen, wie sie die von Geßler zum Scheitern gebracht hat. wenn sie an ihrem bisherigen Standpunkt fest- hält. Denn es ist doch ganz selbstverständlich, daß Hindenburg ein« Kandidatur überhaupt nur erwägen und annehmen kann, wenn der Loebell-Ausschuß sie ihm einmütig anträgt. Di« Verantwortung der Führer der Volksparkel ist groß. Wir können nur nochmals mahnen, sich dosten bewußt zu bleiben," Gegen Herrn I a r r« s, den„Erwählte ndesdeut- sch e n Volkes", wird im Loebell-Ausschuß Sturm auf Sturm vorgetragen. Er�ift nur der Erwählte Strese- manns, nur die drei Stimmen der Deutschen Volkspartei stehen schützend vor ihm. Es geht um die Führung im Rechts- block! Die Deutschnationalen pochen auf ihre Stärke, die Volkspartei auf ihre politische Stellung in der heutigen Kon- stellation. Die Unmöglichkeit des Rechtsblocks wird zur Agonie des Loebell-Ausschustes. Die Deutschnationalen haben Sukkurs von der VayerischenVolkspartei erhalten.„Hindenburg ist bereit, die Kandidatur anzunehmen! Porres zurück, Hindenburg ist wieder da, ist die Parole vom Montag abend. Hindenburg wird als Sturmbock gegen die Kandidatur Jarres gebraucht. Die Parole..Für Hindenburg" heißt im Grunde„Nieder mit Jarres!" Die Telegraphen-Union verbreitet folgende Meldung: »Wie die Telegraphen» Unwn von best unterrichteter S e i te erfährt, war am vorgestrigen Sonntag der Vertreter einer großen rechtsstehende« Partei Bayerns bei Generalfeldmarschall von hindenburg. um über die Möglichkeit seiner Kandidatur zur Rgichspräsidenienwahl zu verhandeln. Hindenburg erklärt«, er würde sich zur Verfügung stellen, wenn der Reichsblack einmütig einen derartigen Kirf an ihn ergehen lasten würde." Es ist also wieder anders als am Montag morgen! Da soll am Mittwoch schon die programmäßige Einigung im Loebell-Ausschuß eintreten? Rebellion gegen de« LoebeU-Ausschuft. Die Produktionen des Loebell-Ausschusses sind mehr als selbst die deutschnationale Presse vertragen kann. Es gibt große Rechtsblätter, die gegen soviel Unfähigkeit zu rebellieren beginnen. Zwei Dokumente dieser Art: Die„Deutsche Tageszeitung" schreibt: »Nach der bisherigen Methode wird der K a m p f w i l l«. wird die K a m p f f r e u d i g k e i t in den staatsbürgerlichen Kreisen nicht gestärkt, werden die Lauen und Faulen und Gleichgültigen nicht aufgerüttelt, wird der ganze Wahlkamps aufs äußerste erschwert. In diesem Augenblick wollen wir es mit dieser M a h- n u n g genug sein lassen: es widerspricht unserem Pflicht- empfinden, jetzt schon eine weitergehende Kritik zu üben. Wie müssen> die Leute, die mitten im Wählkämpf so schreiben, innerlich über den Loebell-Ausschuß denken! Die„T ä g l ich e Rund sch a ü" aber schreibt mit bitterer Jröme:- l. „Der' Ausschuß des Reichsblocks ist so gütig, mitzuteilen, daß er sich am Mittwoch voraussichtlich entschließen werde, den Kandidaten für die am 2b. April stattfindende Präsi- dentenwahl zu nennen. Das ist alles Mögliche! Wenn wir uns recht erinnern, Hot Herr Minister von L o e b e i l, der Vorstand des Ausschusses, vor und nach der Wahl des 2S. März feierlich erklärt, daß der Reichsblock unbedingt a n Dr. Jarres fe st halten werde. Man war bis jetzt gewohnt, solchen Erklärungen unbedingt zu glauben und nach ihnen zu handeln. Der Reichsausschuß aber scheint anderer M e i n u n g zu sein, denn er verhandelt und läßt durch Blätter, die ihm doch nahestehen, den Wählern verkünden, daß wahr- scheinlich Dr. Jarres, vielleicht aber auch Feld- Marschall Hindenburg am 26. April zur Wohl gestellt werde. Zur Beruhigung teilt er nun mit, daß er sich in seiner letzten Sitzung über die Wahl nur ganz unverbindlich, rm übrigen aber ganz allgemein über die Frage der politischen Zukunft unterhalten habe. Das ist sehr interessant, und wir wollen hoffen, daß Gott die politischen Studien des verehrlichen Ausschusses segnen möge. Bislang waren wir der Ansicht, daß ein Wahlausschuß weniger zur Diskussion über die Fragen der politischen Zukunft, als eben zur Vorbereitung der Wahl, das heißt zur Nennung und zar Propagierung eines Kandidaten gebildet sei. Wir wollen noch nicht die Hoffnung aufgeben, daß wir demnächst aus den Blättern der Weimarer Koalition erfahren, daß! der Ausschuß des Reichsblocks sich auch dieser Aufgabe nun« n d- � l> ch mit Energie zuzuwenden beginne." So sieht es im Rechtsblock aus! Da soll ihn nun einer noch ernst nehmen! Erst soviel Unfähigkeit und nun noch der Beweis der Unfähigkeit, daß man die eigene Unfähigkeit ge- steht! Aber nur weiter auf diesem Wege, wir sind sa so s ch ö n einig geworden. Hatten die Herrschaften nicht einmal Ludendorff als den großen Mann gefeiert und ihn dann mit einem Papierbelm auf ein hölzernes Steckenpferd gesetzt? Wir haben uns über die mangelnden Qualitäten von Luden- dorff geeinigt. Jetzt sind wir einig im Urteil über den Loebell-Ausschuß. Wir haben es ja gleich gesagt, daß er nichts taugt, und ihn abgemalt, so wie er ist. Jetzt gestehen die Herrschaften selbst, daß wir recht hatten. Nur Mut, Kinder, wir werden euch schon noch mehr beibringen! Der Preffechef der Kavp-Regierung. Do der Loebell-Ausschuß eine zweite Kuflage der Kapp- Regierung ist, hat er auch einen Presiechef. Wir gaben das Stichwort„Kapp-Regierung"— und sieh« da, im„Lokal- Anzeiger" meldet sich Herr Johannes W. Harnisch. einstmals Presiechef der Kapp-Regierung, und gesteht: „Es ist«ine sehr nachdenkliche Sache, den Sonntag- Artikel des„Vorwärts":„Hindenburg statt Jarres?" zu lesen." Das meinen wir auch: denn Herr Harnisch hat ja ge- wisse Erfahrungen von der Kapp-R-gierung her unh weiß, wie es zuging. Es kam ihm ein Frösteln an, als er durch uns an die fatale Parallelität zwischen damals und heute erinnert wurde, und er beschloß, sich M'it zu machen. Er sing zu rechnen an, wie sicher der Sieg von Jarres sei. Armer Mann, er wußte noch nichts von der allerneuesten Phase! Jnunerhin, hätte er nach seiner Meichode noch ein weniges weitergerechnet. so hätte er mehr Stimmen für Jarres herausgerechnet, als es Wähler in Deutschland gibt. Nachdem er so. laut gepfiffen hatte, um sich Mut zu machen, entrollte er die schwarzweißrote Fahne: „Der Sieg der schwarzweißrotcn Sache im zweiten Wahlgang ist sicher. Ist sicher unter dem Namen Jarres. Daß Dr. Jarres der Mann von Hindenburgs Vertrauen ist, der Mann, den dieser wählt, den zu wählen er mit allem Nachdruck und aller Autorität, die er unter uns Deutschen genießt, enipfiehlt, ist ein hohes Aktivum für den zweiten Wahlgang. Und dann laßt uns das schwarzweißrote Bonner entrollen und in den Wahlkampf ziehen, in dem der Sieg uns sicher ist!" Wenn nur erst der Kandidat für den Sieg schon sicher wäre, wenigstens erst einmal so sicher wie der Glaube von Herrn Harnisch an den sicheren Sieg! Der Pressechef der Kapp-Regierung entrollt wieder einmal das schwarzweißrote Banner. Wir wünschen ihm einen Sieg, wie ihn die Kaop- Regierung verzeichnete. D i e Regierung, der Pressechef und der Sieg! * fertig: Diese Leute sind fertig. Wer soviel Unfähigkeit an de» Tag legt, wer so selbst die Hülle von der eigenen Verwirrung, der eigenen Unfähigkeit, der eigenen Zwietracht abzieht— der ist keine ernste politische Potenz mehr. Es ist ein Gericht, das sie selbst an sich vollzieben. Wir werden am 26. April den Spruch der Gerechtigchkeit vollstrecken und sie aufs Haupt schlagen. die verhanölungen in Hannover. Hindenburg znr Annahme bereit? Hannover, v. April.(TU.) Wie die Telegraphenunion van maßgebendster Seite erfährt, hoben gestern nnd heute beim (SenerasieldmarschaL von hindenburg mehrfach ve- sprechungen über die MSglichkett einer Reichspräfidenlschafis- kandidatur hindenburgs staltgefunden. Gestern«vor u.a. auch ei« Vertreter der Bayerischen Volksparlei in Hannover, um zu erklären, daß die Bayerische volkspartei geschlossen für hindenburg eintreten würde. Die heutigen Besprechungen führ- te» dazu, daß Freunde der Kandidatur hindenburgs noch heute eine Abordnung nach Berlin gesandt haben, um mik dem Reich»- block direkt Fühlung zu nehmen, von dem erwartet wird, daß er in Hannover unmittelbar die Verbindung mit den« Generalscldmarschall ausnimmt. Zm Lause des morgigen Tages dürfte die posittv« Entscheidung hindenburgs fallen. Soviel steht fest, daß er sich unker der Voraussetzung, daß der Reichsblock geschlojie« hinter ihm steht, der Sandidator nicht entziehe« wird. da er der Auffassung ist. daß die Pflicht gegenüber dem Vaterland« das letzte Opfer erfordert. Zur die Republik! Bon PaulLöb«. Deutschland ist noch kein sozialistischer Dolksstaat— ab« es ist eine demokratisch« Republik. Um die Republik zu sichern und den Frieden zu erreichen, gaben wir 1919 einen unserer besten Führer hin, obwohl auch damals noch keine sozialdemokratische Mehrheit für die Er- richtung sozialistischer Institutionen vorhanden war. Das Amt an der Spitze des bürgerlich-demokratischen Staates hat unseren verstorbenen Genosien Ebert in viele innere Konflikte gestürzt. Aus die Zusammenarbeit mit bürgerlichen Reichs- tagsmehrheiten, mit bürgerlichen Kabinetten angewiesen, mußte er oft sein« innere Ueberzeugung zunickstellen und dem Staate dienen, so wie er ihn vorfand. Auch heut« reichen unsere eigenen Stimmen nicht hin, um einen sozialistischen Präsidenten zu wählen, noch weniger aber, um diesem Präsidenten eine Mehrheit an die Seite zu geben, die ihn frei nach seiner sozialistischen Ueberzeugung seine Ent- schlüsse fassen, seine Entscheidungen treffen läßt. Haben wir im ersten Wah'gang diese Tatsache festgestellt und doch der Partei zu einem neuen schönen Erfolg verholfen, so gilt es nun. im zweiten Wahl gange die dcmo- kra tische Republik zu sichern und ihr so viel von dem kapitalistischen Geist« abzustreifen, als es nach der poli- tischen Machtentwicklung möglich ist. Drüben steht die verkappt monarchistische, rein kapita» Mische Kandidatur Hüben der Kandidat, der zwar nicht unserer Part« angehört, aber auf Grund seiner Tätigkeit in den letzten sechs Jahren und seines offenen Bekenntnisses als zuverlässiger Diener der Republik gelten kann, dem auch soziale Gedankengänge nicht fremd find. Drüben stehen die Parteien, die immer wieber die Revanche für den letzten Krieg in ihre Rechnung einstellen, und deren Möglichkeit von einer neuen europäischen Konstellation abhängig machen, hü b e n der Kandidat, der durch sein offe- nes und versöhnendes Auftreten bei den Verhandlungen in London unserem Lande die Achtung erwarb und seine Situa- tion verbessern half. Drüben stehen die Parteien, die seit vier Monaten in verzweifeltem Ansturm Preußen wieder in die aste Adels- Herrschaft beugen wollen, hüben steht Wilhelm Marx, der mit Braun an der Spitze der Weimarer Koalition diesem Be- streben hartnäckig Widerstand entgegensetzte. Drüben steht das Geld der Ruhrindustriellen und 'vchwerrapltousten, Huven steht ein Mann, der zwar unsere sozialistische Weltauffassung nicht teilt, der aber als Vertreter christlicher Arbeiter und kleinbürgerlicher Schichten diesen kapi- talistischen Gruppen entgegentreten muß. Wenn Sozialdemokraten in größerer Zahl dem Ruf der Partei nicht Folge leisten würden, in Unmut oder Mißtrauen zu Haus« bleiben, dann besorgen sie die Geschäfte der S t a hl h e l m j ü n g l i n g e und Schwerkapita» listen. Sie würden den Fehler wiederholen, den die Kom» munisten im ersten Wahlgang mit der Kandidatur Thälmann machten, als sie die Arbeiterstimmen zersplitterten. So würden setzt die Abstinenten die republikanische Front schwächen zu- gunsten der monarchistischen Gegner. Wir wissen, es gibt viele, die sich für einen Reichspräsi- denten aus den Reihen des Zentrums nicht begeistern können. lieber ihre Zurückhaltung aber würden sich freuen: K i l l i n» ger und Graf Goltz, Voegler und Graf Kalck» ?'euth, Wulle und Graf Westarp. Sollen un» diese Schwarz-Weiß-Roten am Morgen des 27. April eine Rase drehen und höhnisch rufen: Dank eures mangelnden Korps- geistes haben wir es geschafft?" Kein Sozialdemokrat kann sich dazu hergeben. Die preußische Landtagssraktion des Zentrums hat sich am letzten Freitag bis zum letzten Mann für die Wahl unseres Genossen Otto Braun zum preußischen Ministerpräsi- denten eingesetzt. Also einen Posten gesichert, der kaum weniger Bedeutung hat, aber mehr Einfluß verschafft als der Platz des Reichspräsidenten mit seinen verfassungsmäßigen lSefchränkungen. Mit der gleichen Einmütigkeit müssen wir uns bei der Präsidentenwahl für den Kandidaten M i lh e lm Marx einsetzen, und wenn am 28. April Landtag und Reichs- tag zu ihren neuen Tagungen zusammentreten, muß es heißen: Die Monarchisten find auf der ganzen Linie geschlagen! Wer bleibt da zurück? Regierungsunfähkg! Eine Bilanz des Rcchtsblocks. De? Loebell-Ausfchuß hat sich über die Fragen der poli- tischen Zukunft unterhalten. Es ist ihm zuzutrauen, daß er die Wahllüge, daß die Sozialdemokratie vom Zentrum die Sprengung der Reichsregierung verlangt habe, für ernst ge- nommen, und darob sorgenvolle Betrachtungen angestellt hat. Er mag sich beruhigen. Die Sozialdemokratie hat eine solche Forderung nicht gestellt und denkt nicht an sie. Wir wollen chm auch die Motive dafür verraten. Gestern abend veröffentlichte Herr Dr. Cremer, Mit- glied des Reichstags, Mitglied der Deutschen Bolkspartei, einer Regierungspartei, einen Artikel mit der Ueberfchrist .Äer tote Punkt". Dieser Aufsatz ist eine Abrechnung mit den Taten und Versäumnissen der regierenden Koalition. Punkt für Punkt. Steuergesetze— unklar, unerledigt, unannehmbar: Beamte nbesolduna aufgeschoben. Keine gerechte Verteilung der Steuerlasten: Handels- Politik: Das Prokuristenauto. Don Emil Roth. Ich habe auf Kraftwagen und Motorräder bisher nur geachtet, wenn sie mich durch Mißtöne daran erinnert, daß meine Bewegung». ort vorsintflutlich sei. Nie habe ich jene beneidet, die in einem X-PL.-Wage» Staub aufwirbelten und ihn zum Teil selber schlucken mußten oder ihn fluchenden Fußgängern zur Verdauung hinter» ließen— nein, nie habe ich Wert darauf gelegt. Landschaften im Hundertkilometertempo zu genießen. Aber nun hat irgendjemand entdeckt, welche Heilwirkung das Autofahren habe, eine Heilkraft, die einem mehrwöchigen Aufcnt- I,alt im Hochgebirge gleichkomme. Da habe ich mir eigentlich so recht erst die Autos betrachtet. Und eins ist mir vor allem auf- gefallen:«in wunderschön gebauter, langgestreckter Wagen, dunlel lackiert, mit fast unhörbarem Dang, und auf seinem dunklen Leib zeigt er. Innig verschlungen, das Monogramm einer großen Firma der Schwerindustrie. Es war das.Prokuristenauto". Zwar fahren darin auch noch höhere Tiere als Proturisten, aber so wie beim MUitär der Mensch erst beim Offizier begann, so beginnt er in der Industrie erst beim Prokuristen. Prokuristen sind zwar Angestellte ihrer Firma, aber sie gehören so halb und halb zur Familie und ihre Arbeitskraft wird sehr ge- schägt. Ihr« Zeit ist kostbar, und damit sie nicht soviel Kraft und Zeit aus den Arbettsweg verwenden, fährt säuberlich Tag für Tag bei ihnen das Auto, das Prokuristenauto, vor und bringt sie auf kürzcjtein Wege zur Arbeit. Und noch einen Dorteil hat diese Be- sörderungsart: man ist doch wenigstens unter seinesgleichen, darf hin und wieder eine geistreiche Bemerkung machen und das geneigte Lächeln eines höheren Vorgesetzten auf die nächste Gehaltserhöhung in Anrechnung bringen, man braucht nicht Armerleutedust einzuatmen. seine Geruchsnerven nicht mit Uckermark«? Tabaksdunst zu belästigen — kurz, man darf sich fühlen. Und abends geht es den umgekehrten Weg. Ein Prokurist, der acht oder gar neun Stunden— es soll auch welche geben, die zwölf Stunden arbeiten!— an seinem Schreib- lisch verbracht hat, sst selbstoerständlich tausendmal müder als ein Arbeiter, der an der Drehbank steht und feine Arbeit doch nur halb im Schlaf verrichtet. Die Nerven eines Prokuristen, eines Direktors müssen geschont werden. Darum fährt jeden Abend aus dem Tor der Fabrik das geschmeidige, dunkle, schlank« Prokuristenauto. Seine klingende Hupe mahnt die nach Hause strömenden Angestellten und Arbeiter, Platz zu machen. Und sie machen ehrerbietig Platz. Ja, und sie starren sehnsüchtig dem Prokuristen nach. Sie neiden nicht dem Direktor, dem Prokuristen das Auto. Beileibe nicht. Sie denken nur daran, daß sie jetzt fünfzehn Minuten oder gar noch länger auf die nächste Elektrische warten müssen, daß ste den An- schlußzug nicht mehr erreichen, well kurz vor Schluß gerade noch «Ebenso unbefriedigend ist der Stand der Handels- und zollpolitischen Fragen. Wichtige Regierungsparteien haben es sich erlaubt, den deutfch-spanischen Handelsvertrag trotz seiner außerordentlichen Bedeutung für die Wiederbelebung des deutschen Außenhandels im Ausschuß abzulehnen und damit die Regierung in aller Form zu desavouieren. Es ist kein Geheimnis, daß einzelne Kabinettsmitglieder nur sehr lau für die Vorlage der Regierung eingetreten sind, offenbar be- eindruckt oo» dem lauten Getös« des Landbundes und seiner Press«. Daß es bei dieser Ablehnung unmöglich bleiben kann, sie vielmehr so schnell wie möglich durch eine endgültige Abstimmung nn Plenum das Reichstages korrigiert werden muß. ist die notwendige Voraussetzung für die Ausrechterhaltung der Auto- rllät der Regierung und den weiteren Zusammenhall der bestehenden Regierungsmehrheil. Wo bleibt die Führung in diesen Fragen, welche man von dem Reichskanzler Dr. Luther auch durch persönliches Eingreifen In die Verhandlung mit Recht erwartet hatte? Die Dorlagen über die Z o l l t a r i f r e f o r m, die ein notwendiges Werkzeug für die weiteren Handelsvertragsverhandlungen bilden, sind bis zum Augenblick ebensalls dem Reichstag vorenthalten. Man spricht davon, daß ein Ermächtigungsgesetz der Reichs- regierung die Vollmacht zur Durchführung der Zolltarlfresorm geben solle, über den Kopf des Reichstages hinweg auch die schwierige Frage der Agrarzölle nach den Wünschen des Landbunde» zu regeln. Eine Regierung, die ein so bedeutsames Ennächilgungs- gesetz verlangt, müßte vor allen Dingen durch Leistungen sich die nötige Autorität für so weitgehende Vollmachten erworben haben. ehe sie sie für sich in Anspruch nehmen darf. Zum Schluß droht Herr Dr. Crem er deutlich den Deutschnationalen: «Es ssr unbedingt nötig, daß sich die neuerdings in die positive Mitarbeit an der Regierung einbezogenen Parteien darüber klar werden, daß es mit ihrer Stellung unvereinbar ist, in wichtigen Fragen auf eigene Faust Politik zu treiben und aus der Reihe zu tanzen. Ein solches Treiben muß mit Not- wendigkeit zum Zusammenbruch der Regierungsmehrheil führ«, und wird die allerweittragendsten Folgen für die lünstige innere Eni- Wicklung Deutschlands haben. Die Parteien, welche in jahrelanger Arbeit dem Staategedanken in erster Linie gedient und nicht ahn« Einbuße an Popularität die Staatsnotwendigkellen bewilligt haben, können auch in der jetzigen Regierungskoalllion nicht umhin, da» gleiche von den neuen Partnern zu verlangen. Wenn diese nicht fähig sind, sich den Rücksichten unterzuordnen, welche die Zusammenarbeit in einer Regierungskoalition erfordert, so zwingen sie zu politischen Neuschichtungen und schallen sich neuer- dings aus der maßgeblichen Mitarbeit aus." Dieser Artikel kann den Loebell-Ausfchuß mehr übe? die politische Zukunft belehren, als feine gesamten Derastingen von Anfang bis Ende. Eine Regierung, deren Unfähigkeit und Uneinigkeit so offen aus den Reihen der Regierungs- Parteien selbst gekennzeichnet wird, wird nicht gestürzt, sie bricht in sich zusammen. Sie fällt durch eigene Unfähigkeit und eigene Schuld. Wir warten ab und wiederholen: wir haben es nicht nötig, den Baum zu schütteln, dessen wurmstichige Früchte von selbst fallen werden._ Der Wahlaufruf üer Fentrumspartei. vi« Deutsch« Zentrumspartei veröffentlicht folgenden Aufruf: Für die Reichspräsidentenwohl am 26. Aprll sst der frühere Reichskanzler Wilhelm Marx als Kandidat aufgestellt worden. Die Kandidatur Marx ist hervorgegangen aus der Liebe und Sorge um unser Vaterland. Well über Parteifchranken hinweg i entspricht sie dem Willen des deutschen Volke». Wilhelm Marx ist der Volkskandidat! Was will unser deutsches Boll? Das voll will den Staat. der frei von Dorrechten und frei von Klassenher r- s ch a f t allen gesunden staatsbürgerlichen Kräften Lebens- und Ein- stußmöglichkeiten bietet. Das Volk will die Zusammenfassung aller staatsfreudigen Bürger, um den sozialen Volksstaat aus- Zubauen und zu festigen. Das Boll liebt sein Vaterland und will seine nationale Kraft entfalten, aber es schätzt den Dölkerfrie- «in wichtiges Aktenstück gesucht werden mußt«, well diese oder jene Arbeit gerade heute noch fertig werden mutzt«. Und sie denken daran, daß sie in der Dahn, in der Untergrundbahn, in der Elektri- schen auf müden Beinen stehen müssen, eine halb«, eine ganz«, ja, anderthalb Stunden lang. Und sie denken daran, daß die Lust in der Bahn erbärmlich schlecht ist und daß sie noch ein Stück zu Fuß gehen müssen und erst mit der Dämmerung heimkommen.— Und durch den Sehnsuchtstraum müder Nächte schwebt ver- helßungsvoll vor ihnen das Prokuristenauto und seine Hup« klingt ihnen wie Mitleidslächeln Gottes.,,, Nackkaufzüge als postklsche Vemonstraklon. Bor etwa 30 Jahren wanderten infolge der harten Bedrückung durch die zaristisch« Regie- rung etwa 1000 Duchoborzen, die Eid- und Krieasdtenst oerweigern, nach Kanada aus, von wo sie später nach Britisch-Kolumbien über- siedelten. Hier machten die russischen Sektierer der Regierung be- ständig Schwierigkeiten, und auch heute stehen st« m offener Empörung gegen die Gesetze ihres zweiten Vaterlandes. Achtmal haben sie bereits die Schule, die die Regierung sür ihre Kinder er- baut hotte, niedergebrannt. Auch sonst befinden sie sich sozusagen in einem Dauerstreik gegen jeden Versuch, sie dem zioillsterten Leben zu unterwerfen. Ebenso wie sie ihr« Kinder von dem Besuch der Schule zurückhalten, weigern sie sich sell Jahren. Geburten, Trauungen und Todesfälle, wie es das Gesetz vorschreibt, bei der Behörde anzumelden. Besonders zugespitzt haben sich die Dinge, seit im Jahre 1S11 ein Duchoborze wegen Verstoßes gegen da» Bc- erdigungsgesetz zu einer G-ldstrase verurteilt und, da er nicht zahlen tonnte oder wollte, ins Gefängnis abgeführt worden war. Das war für die anderen das Signal zu einer großen Demonstration, für die sie die iellsame Form wählten, in splitternacktem Zustande die Straßen zu ourchzieheiu Das wiederholt sich jedesmal, wenn die Duchoboezen mit der Regierung in Konflikt geraten. Der Premier« minister Oliver Hai nun, um diesen Zuständen ein Ende zu machen, lürzlich einer Abordnung der Duchoborzen eröffnet, daß sie. falls sie •n ihrem Verhalten oerharren sollten, ausgewiesen und nach Ruß- land zurückgeschickt werden wurden. Diese russischen Querköpfe haben bis heute nicht ein Wort Englisch gelernt, so daß sie mll der Behörde stets im Beisein eines Dolmetschers verkehren müssen. Die neue vundeshaupkstadt von Australien. Cine der größten Städtebauaufgabcn der Gegenwart bietet die neu« Bundeshauptstadt von Australien: eine ganze Großstadt sst neu zu errichten. Die mächtige Siedlung, an deren Fertigstellung jetzt gebaut wird, wird der„Baugilde" zufolge nach dem Äettbewerbsplan eines Amerikaners, Griffin, ausgeführt. Canberra— so lautet Ihr Name— ist das Ergebnis des unlösbaren Wettstrelles zwischen Sidney und Melbourne. Sie liegt im vollkommenen freien Gelände um See- flächen herum, zwsschen Hügeln und ist nach bestimmten Achsen disponiert, in deren Schnittpunkt das Kapital steht. Um dieses herum da» Regierungsviertel, jensells des Sees das Viertel der Stadtverwaltung, in deren Nähe das Viertel der Universitäten und Heilanstalten(d,ese aus einer Halbinsel im Sech, gegenüber da» Handelsviertel. in dessen Nähe die Militärstadt. Weit draußen nach Norden raucht die Fabritstadt, well im Südosten liegt ein Wohn- den als kostbares Gut der Menschhett. Auf der Grundlag« der gleichen Verpflichtung und gleichen Berechti- gung aller Deutschen soll sich eine gesund« Wirtschaft und eure blühende Dolkskultur entfallen. Das will das Volk— das will auch Marx! Mit dem Gefühl tiefer Ehrfurcht steht er der deutschen Vergangenheit gegenüber und mit herzhafter Zustimmung vor dem lebenskräftigen Guten der neuen- Zeit. Di« Dersajsung ist ihmHerzenssache und nationale Aufgabe. In einer Zell schwerer polllischer und sozialer Spannungen hat Marx die Fahne der Volksgemeinschaft entrollt. Sein Ziel ist, alle staats- bürgerlichen Kräfte zu einer verantwortungsfreudigen Staats- und Dolkspolllik zusammenzuführen. In der internationalen Welt will er«in« Stimmung gegenseitigen Der- trauen« schaffen, die unserem neuausstrebenden Vaterland freien Lebensraum und Entfaltungsmöglichkeiten auch im großdeut- schen Sinne sichert Marx ist der erfolgreiche Förderer einer Außen- und Innenpolitik, die der deutschen Wirtschast Ruhe und Festigkeit gibt und sie neu belebt. Allzeit hat er dafür gekämpft, das deutsch- Kultur- und Bildungsgut allen Schichten des deutschen Volte« zugänglich zu machen. Dos sst Marx! Marx Ist ein Mann des Volkes, aus dem er hervorging und mit dem er in all seinen Gruppen verbunden blieb und sich verbunden fühlt. Marx sst der Geist der Sammlung. Er hat die Gabe der Ver- mittlung und spricht die Sprache des Vertrauens! Reinen Herzens und aufrichtigen Willens steht er unter uns. Eine Verkörperung deutscher Pflichterfüllung und deutscher Treu«! Einigkeit und Recht und Freiheit Sind des Glückes Unterpfand! Deutsches Volk! Der 26. April ruft dich zur verontwortungs- vollen Entscheidung! Laß Parteileidenschaft dein Urteil nicht trüben! Richte den Blick aufs Ganze! Wähle Wilhelm Marx! Der Wahlsieg in Delgien. Brüssel, 6. April, abends S Uhr.(Eigen« Drahlberichk.f Der ganze Umfang des sozialistischen Sieges ist auch am Montag- abend noch nicht völlig zu übersehen. Fest slehk jedoch, daß die S o. ; i a li st e n ihre Skimmenzahl vm üb« 100 000 od« um l S Proz. vermehrt haben und den Katholiken ganz nahe rücken, wenn nicht sie üb«flügeln. Ein Gewinn von S Mandaten darf als sicher bezeichnet werden. Die Sozialisten gewinnen Mandate ln allen Pro- vinzen mll Ausnahme von Limburg. Die aklivistlfche flämische Froalparkei wird wohl voraussichtlich zwei Mandalsgewinne buchen. Ob die Kommunisten ein Mandat erob«a. Ist noch ungewiß. Die Katholiken dürsten sich behaupten, die Liberalen verlieren 10 bl» lZ Mandate, so daß ihr Besitzstand von 33 Abgeordneten fast auf 20 zusammenschmilzt. Die Größe des sozialistischen Sieges macht einen liefen Ein- druck auf die öffenlsiche Meinung. Im bürgerlichen Lag« herrscht größte Verwirrung, bei den Liberalen Saiastrophen- st t m w o o g, während die Kathollken ihre überspannten hofsaun- gen zu Grabe tragen müssen. Der schw«e katholische Miß«solg wird die Einheit d« katholischen Partei auf die schw«fie Probe stel.'Lv. Allgemein henscht in politischen Kreise« die Aussassuag. daß der Regierungsantritt der Sozialisten unvermeidlich fela wird. Im sozialistischen Parteibnrean treffen sortgesehl Glückwünsche d« ausländischen Bruderparteiea ein. IR Titte gewonnen? Brüssel. K. April.(EP.) Au? de« bis jetzt«eil« vorliegenden Mahlrefalkaten geht hervor, daß die Sozialisten die Sieger der gestrig« lvahlen sein««den. Sie Hab« bis jetzt 12 Sitze ge- wann« und nur einen verloren, somit im ganz« 11 Sitze gewonnen. Die Katholiken Hab« 4 Sitze gewann« und drei verloren, somit nur ein« gewonnen, die Liberalen Hab« ein« Sitz gewann« und 13 verlor«, somit 12 verloren. Die Front- parket hat 2 Sitze gewonnen und ein« verlor«, somit ein« gewonnen. Die Resultate in Brüssel, Lütttch und Geul sind infolge de» groß« Umfange» tet wahloperation««och nicht bekannt. Vi» setzt haben die Sommuuistea noch keine» einzig« Sitz gewonnen. gebiet in ländlicher Bauweise. Aehnlich wie bei ein« anderen xroß»» Stadtplanung amerikanischer Herkunft, bei der Hafenstadt Dacren in Ostasien, die" heute Japan gehört, ist für Canberra charakteristisch: die Lockerung des Stodtgonzen, das Raumlossen zwischen den Teil- körpern. H. de Fries messt darauf hin, wie hier die Städteplanung einem Naturgesetz beim Bau organischer Körper folgt: denn deim Kind«, beim Zungen Tier wie bei den wachsenden Pflanzen ordnet die Natur immer elastische Zwischenlagen zwischen die festen struk- ttven Teile, und au» ihnen kann sich der wachsende Organismus in seiner zunehmenden Ausdebmmg ohne Schwierigkeiten ergänzen. Diese Befolgung biologischer Bildungsgesetze ist«b« auch bei der Erwellerung unserer alten Großstädte und überoll erforderlich. Mhlingscarmeu. Süßliche Flaneurs auf Promenaden Schielen scharf nach femininen Waden Und die Landschaft ist erotisch parfümiert. Hunde und Studenten werden kühn«. Schon Im Freien schlafen Strizzis und Schlawiner. Ein Banause ist. wem das nicht imponiert! Damen protz« mll brillantnen Ringen. Männerchöre in Lokalen singen. Daß sie Wilhelm wieder wollen und warum. Und das Impotente Saufgelichter Fühll als Volk der Denker sich und Dichter. (Laut Statistik geht der Selbstmord um.) Teich und Zeitung wimmeln jetzt von Enten. Deutschland wählt den neuen Präsidenten: Jeder ist auf jeden tief erbost. Und der Bürger sorgt sich um sein Bares, Blickt vertrauensvoll hinauf zu Jarres, Und wir andern sagen nur: Na. Prostl Summ-Sumrn. p«lk»bSH»e. An Stell« btS erkrankten Gregor PiatigorSk» wkd in dem KarfreitagStonzert der VolkSbübne Konzertmeister Joiepb WolsStbal mitwirken. ES gelangt die.Cbaconne' von Nach, und TorolliS ,2a Folia' zu Gehör. Arn Flügel: Waldemar Liachowskh. 3a der«rohen volksaper geht w Abänderung dcS GpielpIanS a« Donnerstag.Rigoletto- in Szene. Dirigent: Jssai Dobroven. Miania. Vi« letzt« vor«hrnag de« Lehrfilm« Der«erdegong einer großen Tag-tzettung mit erläuternde» Vortrag findtt Mittwoch 7 Uhr im großen Theatersaal statt. vl« Skaolsprelse der«kodem e der«Cnfh. Nm die tell Bestehen der Goldwährung wieder in Krast getretenen zwei StaatSvreise der Akademie der Künste boben sich nicht weniger al« 48 Maler und 19 Bildhauer bemüht. Die hohe gabt ertlärt sich au« der ichlechten wlrtschastlichen Lage der Künstler, denen Auiträge in letzter Zell fast gönzlich sehlen. Die Preise wurden dem Maler DSrriet-Hamiover und dem Bilddauer Henselmann zugestanden. Bruno Krauslops veranstaltet vom 5. Aprll Bf« 5. Mai in der Reuen Kunsthandlung. Tauentzienstr. 6.«me Kollekttvaudftellung von Gemälden und Aquarelle». Die Gewerkschaftsführer beim Reichskanzler. Gegen unsoziale Steuer- und Wirtschaftspolitik. Reichstanzler Dr. Luther empfing Montag mittag bei Anwesenheit des Reichswirtschaftsministers Dr. Neuhaus und des Staatsfetretärs Geib vom Reichsgesundheitsministerium die führenden Bersönlichkeiten der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Es waren vertreten die freien Gewerkschaften, der Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter- und Beamtenverbände und der Deutsche Ge mertschaftsbund. Die gewerkschaftliche Delegation unterbreitete dem Reichsfanzler die Wünsche der Arbeitnehmer zur gegenwärtigen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Die Bertreter aller drei Richtungen betonten, wie in der vorigen Woche beim Stellvertreter des Reichspräsidenten, so auch dem Reichsfanzler gegenüber, daß 3 die deutsche Arbeitnehmerschaft sich in gesteigertem Maße beunruhigt fühle über den Kurs der Reichsregierung in der Sozialund ganz besonders in der Wirtschafts- und Finanzpolilit. Die gewerkschaftlichen Sprecher gaben einmütig der lebhaften Be sorgnis Ausdruck, daß das Unternehmertum erfolgreich einen fühlbaren Drud auf die Reichsregierung ausgeübt habe. Die Macht der Bresse, wie auch die politische und gefeil schaftliche Berbundenheit mit den Führern der gegenwärtigen Reichspolitik wirften sich offenbar auf die Maßnahmen der Regierung aus. Die Steuergefeßgebung der Reichsregierung, wie auch ihre fozialpolitische Passivität zeige, daß die Bestrebungen des Unternehmertums nach einer unsozialen Lastenverteilung bei der Reichsregierung nicht erfolglos geblieben feien. Der schwerste Steuerorud lafie auf den Lohn- und Gehaltsempfängern. Die Gewertschaften müßten deshalb von der Regierung eine Ermäßigung und eine foziale Staffelung der Sohn, und Gehaltssteuer fordern. Der Bundesvorsteher des GDA, das Reichstagsmitglied Gustav Schneider, bedauerte als Sprecher des Gewertschaftsungs, daß fidh die Reichsregierung in der Sozialpolitit die Führung habe aus der Hand nehmen laffen, und mahnte die Regie= rung bringend, in einer aktiven und schöpferischen Sozialpolitif die Führung wieder zu übernehmen. Das Unternehmerium nerfuche, einen Gegenjas zwischen ben wirtschaftspoli. tischen und sozialpolitischen Notwendigkeiten zu tonftiuteren, obwohl Steigerung der Produktivität der deutschen Wirtschaft von einer guten Sozialpolitik abhänge. ebauerlich sei, daß die Durchführung der Arbeitslojenner. ficherung noch immer auf sich warten laffe und scheinbar wegen des Widerstandes der Unternehmer. Die gegenwärtige Lohnsteuer stände in ihrem un sozialen Charafter als eine fehr rohe Form der Besteuerung noch unter dem Schema der früheren preußischen Einkommensteuer. Schneider protestierte fernerhin gegen die Absicht, die Deutschen Werte so zu bezen tralisieren und umzuorganisieren, daß diefes bedeutsame Reichsunternehmen für die Privatindustrie verdauungsfähig gemacht werde. Die Deutschen Werte hätten wirtschaftlich keineswegs verfagt und man müsse sich dagegen wehren, daß nun bei vorüber. gehender Kapitalnot diefer Reichsbesiz an die Brivatindustrie Derschleubert würde. Sur Aufwertung forderte Schneider Aufwertung von der sozialen Seite aus, damit Angestellten, Invaliden und Unfallversicherungen in die Lage perfegt merden, ihren Berpflichtungen den Rentenempfängern gegenüber wirtfamer nach. zukommen Dasselbe träfe zu für die Bersicherungen der Gemertfchaften und die Pensionstassen der industriellen Unter nehmungen. Ein Ministerpräsident als Mörder? Neue schwere Belastungen Mussolinis. Die schwere Krise, die das faschistische Regime in den letzten Monaten durchgemacht hat, ist nur scheinbar überwunden. In Wirtlichfeit hat die Herrschaft Mussolinis durch außerordentlich gravie rende Enthüllungen über seine Mitwisserschaft, wenn nicht gar Urheberschaft, bei der Ermordung Matteottis einen neuen Pressezensur, Beitungssperre und sonstige Gewaltmaßnahmen die schweren Schlag erlitten. Zwar hat die Regierung durch verschärfte Berbreitung dieser Enthüllungen, zumal am Vorabend der öffentlichen Untersuchung des Mordkomplotts durch den als Staatsgerichts hof amtierenden Senatsausschuß, zu verhindern versucht; jedoch vergebens. Die betreffenden Dotumente, ein offener Brief des ehe maligen intimen Mitarbeiters Mussolinis, Cesare Rossi und eine Dentschrift des Chefredakteurs des römischen Faschistenorgans Corriere Italiano", Filippelli, beweisen übereinstimmend, daß Muffolini von dem Mord gewußt hat und sie lassen sogar ertennen, daß er der Anstister zu allen politischen Attentaten der damaligen Beit, vermutlich also auch zu der Ermordung Matteottis, gewesen ist. Beide, Roffi und Filippelli gehören zu den Hauptange tlagten der jetzt im Gange befindlichen untersuchung. Beide waren ebenso wie der Haupttäter Dumini, intime Mitarbeiter des Dittators. Um thre Haut zu retten, haben sie Mussolini belastet. Der Brief Rossis ist von uns bereits vor Wochen der. öffentlicht worden Jezt erhalten wir aus der Schweiz ein Exemplar des illegal als Flugblatt gedruckten Memorandums Filip pellis. Darin schildert Filippelli seine Bekanntschaft mit Dumini, dem er wiederholt zu faschistischen Zwecken sein Auto zur Ber fügung gestellt hatte, so auch am 9. Juni 1924. Um Mitternacht desselben Tages tam Dumini mit einem in Zeitungspapier gewickelten Bafet und bat ihn, einen Ort ausfindig zu machen, wo er über Macht das Auto unterbringen könnte. Dann fährt er fort: Argwöhnisch geworden, fragte ich nach dem, was geschehen sei, und er antwortete mir, daß er auf Grund genauer Befehle von Rossi und Marinelli gehandelt hätte, die formell von Muffolini autoriflert waren( in der Handschrift unterstrichen, wie alles Nach stehende gesperrt gedruckt). bat ich Quilici, während der Nacht das Au'o in feiner Garage zu Sehr in Gorge, aber unfähig, eine feste Entscheidung zu treffen, behalten. Dumini bat mich, zu schweigen, alles würde am nächsten Tag in Ordnung gebracht werden. Da ich über die Nachricht vom Verschwinden des Abgeordneten Matteotti beunruhigt war, fuchte ich trobem am nächsten Tage, Mittwoch, sofort nach Roffi.( Was den Abgeordneten Matteotti be trifft, ließ ich durch meine Reporter die bis dahin bekannte Lesart verbreiten: Entführung in einem grauen Auto Fiad, weil ich noch nicht annahm, daß die Sache von Dumini ausgeführt worden wäre, und meil ich, aus Loyalität gegen die Regierung, erst die eventuellen Führer benachrichtigen wollte.) Am Mittwchmorgen, während ich Rossi suchte, suchte er mich dringend, um mir zu sagen: Die französische Finanzfrage. Zunächst halbfreiwillige Zwangsanleihe. Paris, 6. April( Eigener Drahtbericht). Am Montagvormittag hat ein Kabinettsrat fast vier Stunden über die Sanierungspläne fortfahren. Der Finanzminister will die Mittel zur Konsolidierung eines Teiles ber schwebenden Schulb zunächst durch eine Anleihe aufbringen, die als eine Art Der Reichstanzler nahm zum Schluß zu den verschiebenen gebes neuen Finanzministers beraten und will am Abend bamit wertschaftlichen Anregungen Stellung und sicherte eine sorgfäl. tige Prüfung berfelben zu. Der Reichsfangler glaubte nicht, daß Deutschland wirtschaftlich schon über die größten Schwierigkeiten hinweggelommen fei, menn er es auch durchaus möglich hielt, daß man allmählich aus dem Stadium, ber unbefriedigenden Rot maßnahmen vom Herbst 1923 herauskommen fönne. Der Entwurf لمان einem Arbeitslosenversicherungsgeses sei im Reichsarbeitsministerium soweit fertiggestellt, baß er nunmehr dem Stabinett zur Stellungnahme zugehen fönne. Der Kanzler hielt eine Beseitigung der Umfassteuer für ausgeschlossen, menn er auch mit dem Ziel einer weiteren und allmählichen Sentung der Säge einverstanden sein fönne. Auch die Frage der Besteuerung der Inflationsgewinne würde behandelt und dem Aufwer tungsausschuß des Reichstags würde in furzer Zeit eine Dentschrift der Reichsregierung über die Inflationssteuer zugehen. Der Referentenentwurf wäre schon fertiggestellt. Kommunistenschwund. Immer neue Austritte. Aus Halle wird uns geschrieben: Erst vor wenigen Wochen sind die führenden Köpfe der Kommunisten im Provinziallandtage aus der Partei ausgetreten. Jezt ist ihnen der fommunistische Provinziallandstagsabg. Magbanz Magdeburg gefolgt, und es ist wahrscheinlich, daß noch weitere führende kommunisten im hiesigen Bezirk ihren Austritt vollziehen. Der eigentliche Grund liegt in der allgemeinen Bolitik der KPD., die von ihren vernünftigen Anhängern über haupt nicht mehr als solche betrachtet wird. Vor allem aber der Wille zu der Unterwerfung gegenüber Moskau, der bei jeder Gelegenheit zum Ausdrud tommt, hat den tommunistischen Reihen große Scharen entfremdet. Die denkenden Kommunisten sagen sich mit qutem Recht, daß es auf die Dauer ein Ding der Unmöglich feit ist, eine in den Interessen der Arbeiterschaft liegende deutsche Bolitit ausschließlich von Moskau aus bestimmen zu lassen. Sie vertreten die Auffassung, daß es zwar möglich ist, rote ruffische Kopftücher und Feldjacken der roten Armee nach Deutschland ein zufuhren, aber mit den Grundsägen der prattischen Bolitit auf die Dauer unvereinbar ist, wenn die Entscheidung über deutsche innerpolnische Angelegenheiten in Moskau von Leuten gefällt wird, die Deutschland überhaupt nicht fennen, und insbesondere in Fällen auf Mostauer Befehl gehandelt werden muß, wo man nur auf Grund der tatsächlichen örtlichen Kenntnisse einen politischen Entschluß faffen tann. Rechtsradikale Geographie. Seit langem ist es ein unbestrittenes Borrecht all, echt- und wehrhaft deutscher Zeitungsschreiber, von der Beherrschung der Regeln unserer deutschen Sprachlehre enthoben und befreit zu fem. Runmehr scheinen die Auslandsspezialisten diefer edlen Bunft noch ein besonderes ll eber vorrecht dazubekommen zu haben nämlich, daß sie auch von der Erdkunde nichts zu wissen brauchen. Da ist in dem südsteirischen Städtchen Citi, deisen Charakter als deutjdje Sprachinsel im südslawischen Sprachgebiet ihm längst zu einer gewissen Berühmtheit verholfen hat, zumal es in Altöſterreich einmal eine ziemlich große Krise mit allerhand Folgen wegen der Errichtung eines flowenischen Gymnasiums in Cilli gegeben hat. Vor einigen Monaten ist nun den Cillier Deutschen ihr Deutsches Haus mit Hilfe der zum Minterheitenschutz völkerrechtlich verpflichteten" Staatsgemalt geraubt worden. Die„ Deutsche Zeitung" schreibt darüber am Iczten Sonntag und nennt dieses Borgehen der Slowenen in großen Ueberschriftlettern einen schechischen Raub". Swischen den Tschechen und Cilli liegt aber noch Deutschösterreich. und das ftößt bei Radkersburg an Südflawien, das Königreich SHS. Beiß bas die Deutsche Zeitung nicht oder ist sie gar in tschechisch imperialistij. daß sie den Tschechen viel mehr gibt, als fie felbft jemals verlangt haben? 2 Mittelding zwischen Zwangsanleihe und Appell an die freiwillige Opferbereitschaft der Befigenden gedacht zu sein scheint. Jeber, der über Bermögensbefig verfügt, foll fidh mit 10 Bros. an dieser Anleihe beteiligen. Das Prinzip der Freimilligteit soll badurch gemahrt bleiben, daß der Fistus zunächst auf eine Ber. anlagung der Steuerpflichtigen sowie auf eine Kontrolle darüber verzichtet, ob die Zeichnung des einzelnen im richtigen Berhältnis zu feiner Leistungsfähigkeit steht. Erst wenn die in Aussicht genommene Operation nicht den erwarteten finanziellen Erfolg hat, foll fie nachträglich den Charafter einer regelrechten 3mangsanleihe erhalten. Eine direkte Besteuerung des Be sizes liegt hier insofern vor, als der 3ins fuß dieser Anleihe auf 4 Broz beschränkt werden soll, also nicht nur ganz erheblich unter den heute in der franzöfifchen Brinat wirtschaft üblichen Leihzinsfäßen liegt, sondern auch beträchtlich geringer ist als die Berzinsung, die der Staat bisher für die ihm geliehenen Spargelber zahlen mußte. Die Borteile für den Fiskus bestehen einmal in der Konsolidierung eines großen Teiles der Schwebenden Schuld, andererseits in der auf einige Milliar. ben zu beziffernden Ersparnis im 3insendienst der öffentlichen Schuld. Bis zum Eingang der Mittel aus dieser Anleihe hofft der Finanzminister, die Schwierigkeiten durch die Erhöhung des Notenumlaufs von 41 auf 45 Milliarden überwinben zu können. Erklärt der Kabinettsrat sich mit diesen Vorschlägen einver standen, dann werden sie morgen Dienstag nach Zustimmung des unter Borfiz des Präsidenten der Republit stattfindenden Minister. rats als Gejegesvorlage der Kammer zugehen. Wenn ihr Finanz ausschuß schon im Laufe der Woche seinen Bericht erstattete, dürfte bie endgültige Entscheidung im Plenum faum mehr vor Ostern die endgültige Entscheidung im Plenum faum mehr vor Ostern fallen. Daß sie dort eine ausreichende Mehrheit findet, gilt als höchstwahrscheinlich. Sehr viel fritischer ist die Lage im Senat. deffen Oppofition gegen das Ministerium Herriot fich täglich schärfer zuspißt. Jedoch wird der Senat taum vor Ende Mai Gelegenheit haben, zu den Entwürfen der Regierung Stellung zu nehmen. Mit Rücksicht auf die in der Woche nach Ostern beginnende Tagung der Generalräte( Departementsausschüsse) und die am 3. Mai stattfindenden Gemeindewahlen wird das Parlament Ende der kommenden Woche auf mehrere Wochen vertagt werden. Die Zeit bis dahin dürfte aber von der Diskussion des Haushalts restlos in Anspruch genommen werden. Die Regierung hat also mindestens einige Wochen Zeit gewonnen, die angesichts der Entschiedenheit, mit der Herriot dem Lande den Ernst der Lage vor Augen geführt und die Machenschaften der reaktionären Agitation ins hellste Licht gerückt hat, sicher nicht zugunsten der Dpposition arbeiten wird. Millerand wurde bei seinem Erscheinen im Senat während der gestrigen Sigung Gegenstand einer larmenden Kundgebung feiner Anhänger, während die Linke in heftige Gegenrufe ausbrach. Das Mitglied der Bayerischen Volkspartei, der Reichstagsabg. Ciborius Gerstenberger, geistlicher Rat und Berlagsdirektor eines großen fatholischen Presseunternehmens und Schriftenverlags in Würzburg, ist am Montag früh in Berlin im Alter von 61 Jahren einer Blinddarmoperation erlegen. Gerstenberger war vor dem Kriege einer der befanntesten Zentrumsführer und gehörte auch jetzt den linken Flügel der Bayerischen Volkspartei an, auch jetzt den linten Flügel der Bayerischen Volkspartei an, in der er gerade in letzter Zeit wegen seines Eintretens für eine Wiederannäherung zwischen der Bayerischen Bolfspartei und dem Reichszentrum heftig bekämpft wurde. In der Borkriegszeit hatte ihm das Zentrum das Referat für Schiffahrtsfragen übertragen. Sein Nachfolger im Reichstag wird der Steinmegmeister Röder aus Randersader bei Würzburg. 1. daß Dumini gemeldet hatte, er hätte fich des von mir in gutem Glauben geborgten Autos bedient; 2. daß die Sache ernst war; 3. daß der Präsident Mussolini alles wußte; 4. daß er( Rossi) und Marinelli Befehle erteilt hätten, im Einvernehmen mit Mussolini; würde sogar Mussolini auffliegen. 5. daß man um jeden Preis die Sache vertuschen mußte, sonst Diese Erflärungen Rossis enthoben mich einer formellen Anzeige. Trotzdem hielt ich es für zweckmäßig, an demselben Tage ( Mittwoch) De Bono, Finzi, Marinelli und andere zu be nachrichtigen. Bon Finzi und von den anderen erfuhr ich: 1. daß das Opfer von Duminis Anschlag der Abgeordnete Matteotti mar; faschistischen Partei ausgegangen war, beren materielle Anführer 2. daß der Befehl, ihn zu beseitigen, von der Tscheta ber spezifischen Berrichtung Muffolini felbft bekannt waren; Dumini und andere Leute waren. die auch wegen dieser ihrer letzten 3. daß sie im Laufe des Mittwochs mit Mussolini gesprochen hatten; 4. daß Mussolini die Papiere und den Paß des Abgeordneten Matteotti als Beweis feiner Beseitigung erhalten batte; 5. daß man Ruhe behalten müffe, denn alles würde in die Reihe tommen; das ich mit mit dem üblichen edelmütigen Glauben geliefert hatte, 6. flehte er mich an, zu vermeiden, daß das tragische Auto, entbedt würde. Eine Staatsangelegenheit, das Regime in Gefahr, wiederholte man mir. Mussolini riskiere die Regierung und den Kopf. Filippelli begründet sodann sein Stillschweigen über die Ange. legenheit Unterlaffung einer Anzeige usw. eben mit den gefährdeten Staatsinteressen und mit ber notwendigen Rücksicht auf die Berson des Heerführers". 3um Schluß ruft er pathetisch aus, feine einzige Schuld bestehe darin, an Mussolini geglaubt zu haben. Selbstverständlich hat sich Mussolini nicht geniert, als er nicht mehr anders fonnte, seine sämtlichen Mitarbeiter preiszugeben. Aber das ist noch die relativ harmloseste Schurterei, deren er sich in Enthüllungen bedenkt, daß der Ministerpräsident die Dreiftigkeit diefer Affäre schuldig gemacht hat. Wenn man angesichts dieser hatte, nach Bekanntwerden der Nachricht von der Entführung Matteottis, dessen Frau zu fich fommen zu lassen von der er ja mußte, daß sie bereits in dieser Stunde deffen Witwe warund ihr zu versichern, daß Hoffnung auf die Rückkehr ihres Mannes bestehe; wenn man bedenkt, daß er sich nicht scheute, nach dem die Nachricht der Ermordung allgemein bekannt wurde, selbst einen pathetischen Nachruf auf den toten Sozialistenführer im Barlament zu halten und unerbittliche Verfolgung aller Urheber, Täter und Mitwiffer zu geloben, dann muß man schon sagen, daß das Berbleiben dieses sogenannten Menschen an der Spitze der italienischen Regierung eine europäische Kulturschande ist! Was geht in Rußland vor? Eine mysteriöse Regierungsverordnung. Mostau, 4 April( WEB.) Das Präsidium des Zentralvollzugskomitees der Sowjetunion bestätigte die Infrafffehung einer Berordnung zur Anwendung außerordentlicher Schuhmaßnahmen für die Revolutionsordnung. Es wird ausdrüdüch hervorgehoben, daß die Berordnung die bestehenden Bereinbarungen zwischen Sowjetrußland und fremden Staaten nicht verlege. Am Galgen vorbei! Radek, Brandler, Thalheimer verurteilt und begnadigt. Mostau, 6. April.( WTB.) Die Ruffifche TelegraphenAgentur teilt mit: Die Bolligung der Kommunistischen Internationale billigte den gemeinsamen Beschluß der Zentraltommiffion der Russischen Kommunistischen Partei und der Internationalen Kontrollfommiffion, den ruffifchen(?!) Parteimitgliedern Radet, Brand. er, Thalheimer und einigen anderen einen sehr scharfen Berweis zu erteilen wegen versuchter Fraktionsbildung in der deutschen Kommunistischen Partel und wegen Bekämpfung der Beschlüffe des 5. Weltfongreffes. Da die erwähnten Parteimitglieder das Berfprechen gegeben haben, fünffighin auf jede Fraktionsarbeit zu verzichten, ist der Ausschluß aus der Partei, den sie sonst wohl verdient hätten, nicht zur Anwendung ge bracht worden. Türkischer Siegesbericht. And Kurdistan. Angora, 6. April.( Anatolische Telegr.- Ag.). Der Scheit Chemseddin, dessen Bande in einem Kampfe in der Nähe von der Richtung auf Guendje geflohen und wird nachdrücklich verfolgt. Silvan starte Berluste erlitten hatte, ist mit seinen Anhängern in Infolge der Kundgebungen, die unsere Flieger herabwarfen, fehrten die Einwohner mehrerer Dörfer, die sich vor unseren Truppen zurückgezogen hatten, an ihre Stätten zurüd und unter. warfen sich der Regierung. Der Ort Palo wurde von unseren Truppen nach Kampf befeßt. Die Aufständischen erlitten beträchtliche Verluste und flohen in die Berge. Die Gegend von Elaziz Ergani und Diarbetir ist ebenfalls von aufständischen Truppen gänzlich frei. Abteilungen unserer Truppen, die in Hani und Umgegend ihre Nachforschungen fortsetzten, haben außer verschiedenen Gegenständen und Material, das von Saib, dem Anführer der Aufständischen, zurüdgelaffen war, 40 Rilo Silbergeld, mehrere Flinten, Bomben, Maschinengewehre und eine große Menge Munition er beutet. In Tchapattchor wurden zahlreiche Aufständische, darunter die Hauptanhänger des Bandenführers Scheif Hassan zu Gefangenen gemacht und zahlreiche Gewehre und viel Munition von unseren Truppen erbeutet. Kaufhold wird beschlagnahmt. Kußmann wieder daheim. Die BS. Roreespondenz meldet: Barmat Ausschusses herausgegebene Broschüre ist von der StaatsDie von dem Abgeordneten Kaufhold, einem Mitglied des anwaltschaft beschlagnahmt worden. Wie wir weiter hören, ist der in den Kutister- und Barmat- Affären eifrig beschäftigte Staats. anwaltschaftsaffeffor Dr. Kußmann, gegen den wegen seines Aufenthaltes in Amsterdam verschiedentlich in der Presse scharfe Angriffe wegen seines Borgehens erhoben worden sind, wieder nach Berlin zurückgekehrt und hat seinen Dienst bei der hiesigen Etaatsanwaltschaft I in den beiden schwebenden Berfahren wieder aufgenommen. Der Aufstand in Südwestafrifa soft beendet sein. Die füb. afritanischen Truppen follen ohne jeden widerstand in bas Hauptdorf der Rehoboten eingezogen fein. Der Tarifkampf in der Metallindustrie Ein Schiedsgericht tritt Mittwoch in Tätigkeit. im Wortlaut folgen: das Rundschreiben Der Streit der Berliner Töpfer. www Gestern Montag nachmittag fanden Berhandlungen vor dem| Berordnung über die Arbeitszeit vom 21. De Drud der Unternehmerorganisation nachgegeben und haben ihre Schlichtungsausschuß Groß- Berfin statt. Die Verhandlungen waren zember 1923 tritt. Wir lassen im übrigen angesetzt, um die Differenzen in der Metallindustrie wegen der Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen zu erledigen. Die Borverhandlungen, die stattfanden, wurden geführt von dem Borsitzenden des Schlichtungsausschusses Groß- Berlin, Herrn Gemerberat Körner. Bon Arbeitgeberseite waren erschienen die Herren Dr. Kremmener, Hasse und der Rechtsanwalt Oppenheimer, von Arbeitnehmerseite Urich Deutscher Me: tallarbeiterverband und Fromte Deutscher Verkehrsbund. Die Arbeitgeber stellten sich auf den Standpunkt, daß sie 1 ...... feinen Tarifvertrag für die Hilfsarbeiter abschließen wollten, weil kein Rahmentarifvertrag für die Berliner Metallindustrie mehr bestehe. Im Rahmentarifvertrag waren die Fragen der Arbeitszeit, des Urlaubs, der Lohnzahlung und Akkord: arbeit geregelt. Dieser Tarifvertrag ist am 5. April abgelaufen, ebenso der Tarifvertrag für die Hilfs- und Transportarbeiter. Die Bertreter der Arbeitnehmer beantragten Rammer. entscheidung. Der Borsigende des Schlichtungsaus fchuffes machte einen Bermittlungsvorschlag. Da selbst durch eine Rammerentscheidung zweds Regelung des Tarifvertrages für die Hilfsarbeiter der Friede nicht geschloffen werden fönne, beantragte er die Einsetzung eines Schiedsgerichts, bestehend aus drei Unparteiischen, welches die Fragen des Rahmentarifvertrages, die, Frage der Entlohnung der Hilfsarbeiter und Urbeiterinnen und die Frage zwecks Schaffung eines Tarifvertrages für sämtliche gelernten Arbeiter in der Metallindustrie flären solle. Nach längerem Hin und Her wurde eine Ber ständigung da= hingehend erzielt, daß ein Schiedsgericht zusammengesezt wird, das voraussichtlich am Mittwoch zusammentreten wird. Der Schlichtungsausschuß wird sich aus drei Unparteiischen zusammensetzen, von denen einer der Gewerberat Körner ist, wäh rend von den Arbeitgebern Reichsminister a. D. Gothein, von den Arbeitnehmern Reichsminister a. D. Bissell benannt worden find. Ferner werden dem Schlichtungsausschuß je drei Beisiger der Parteien angehören. Bezüglich der Differenz der Kupferschmiede wurde ebenfalls eine Berständigung erzielt. Heute Dienstag soll zwecks Beilegung des Konflikts der Kupferschmiede erneut von Organisation zu Dr ganisation verhandelt werden. Beide Parteien haben sich mit diesem Borschlag einverstanden erklärt. Die streifenden Töpfer waren gestern nachmittag im Gewerfschaftshause zahlreich versammelt. Remnitz vom Baugewerbsbund teilte mit, daß die Forderungen der Töpfer 1,40 M. Stun denlohn, 140 Broz Affordberechnung, Anerkennung des paritätischen Arbeitsnachweises von 13 Firmen, bei denen etwa 60 Töpfer arbeiten, bewilligt wurden. Nur zwei Firmen haben dem Unterschrift zurüdgezogen, weil eine Konventionalstrafe von 1000 M. angedroht murde. Der Stand des Streifs ist für die Streitleitung fehr übersichtlich. Bei den Kleinmeistern arbeiten in dieser Jahreszeit so gut wie feine Gesellen; in Frage kommen nur Baugung der Baustellen wird von den Kontrollen der Streifleitung ſtan firmen, bei denen die Arbeit vollkommen ruht. Die Beaufsichtiwerden würde. Kemniz betonte dann noch, daß selbstverständlich dig durchgeführt, so daß jede etwaige Streifarbeit sofort bemerkt für den Baugewerksbund der Streit nicht Selbstzweck ist, daß aber gar keine Veranlassung vorliegt, den Unternehmern nachzulaufen. Wenn die Unternehmer etwas wollen, werden sie wissen, wo die Nach den Ausführungsbestimmungen vom 17. April 1924 Töpfer zu finden sind. Die Versammlung zeigte, daß trotz der prin( Bergleichsmitteilungen 1924, Nr. 8, Sp. 113) zu§ 3 ist die Anzipiellen Gegenfäze zwischen den Baugewerfsbündlern und den ordnung von Ueber stunden nur für den ganzen Betrieb Syndikalisten die Töpfer im Kampfe gegen die Unternehmer fest oder für eine ganze Betriebsabteilung zulässig. zusammenstehen. Bir machen darauf aufmerksam, daß die Berordnung nur die Anhörung, nicht etwa die Zustimmung der Betriebsvertretung vorschreibt. des§ 3 der genannten Berordnung über eine tägliche Arbeitszeit Soweit ueberarbeit notwendig ist, fann sie auf Grund hörung der Betriebsvertretung an 30 der Wahl des Arbeitgebers von 8 Stunden hinaus, bis zu 2 Stunden täglich, nach Anüberlassenen Tagen im Jahre verlangt werden. Bei der Berechnung der 30 Tage bleibt die lieberarbeit, die unter der Herrschaft des Tarifvertrages etwa geleistet murde, außer Betracht. Abgesehen von der Vorschrift des§ 3 ist der Arbeitgeber nach § 10 der Arbeitszeitverordnung berechtigt, ohne eine Beschränkung der Arbeitszeit vorübergehend eberarbeit anzuordnen zur Verrichtung von Arbeiten, die in Notfällen oder zur Berhütung des Berderbens von Rohstoffen oder des Mißlingens von Arbeitserzeugnissen unverzüglich vorgenommen werden müssen. Die Arbeitnehmer sind verpflichtet, die im Rahmen der erwähnten Bestimmungen angeordnete ueberarbeit zu verrichten. Eine Berweigerung ist nach§ 123 3iffer 3 der Gewerbeordnung ein wichtiger Grund zur fristlosen Entlassung. Die Gewährung eines Ueberstundenzuschlages in weiterem Umfange als bisher fommt nicht in Frage. Verband Berliner Metallindustrieller. E. B. Oppenheimer. ADB- Konferenz in Rheinland- Westfalen. Am Sonntag, den 5. April, veranstaltete der Vorstand der DB. im Boltshaus zu Düsseldorf eine Konferenz von Bertretern der Ortsausschüsse der Provinzen Rheinland und Westfalen. Der 3wed war, die durch die Ruhrbefehung verschlechterte Organisation in den beiden Provinzen neu aufzubauen. Die Konferenz war sehr zahlreich besucht. Unter anderem nahmen daran teil Faltenberg und Kozur vom Bundesvorstand und ein Vertreter des rheinischen Bezirkskartells des AfA- Bundes. Die Tagung wurde eingeleitet durch den Besangverein" Freiheit". Die Tagesordnung jah vor: 1. Der or ganisatorische Aufbau des ADB. in den Provinzen Rheinland und Westfalen. 2. Wahl der Borstände der Provinzausschüſſe. 3. Rechts-, Die Aussprache zu den einzelnen Tagesordnungspunkten war recht lebhaft. Sie zeigte den entschlossenen Willen aller Teilnehmer, eine Organisationsgrundlage zu schaffen, die sowohl der Ausbreitung der Ideen des ADB., wie auch den Kämpfen um bessere Rechts, Besoldungs- und Wirtschaftsverhältnisse einen starten Impuls verleiht. Beschlossen wurde, die jetzt bestehenden vier Ausfonen zusammenzufassen. Vertreten find darin die Städte Köln, dustriebezirk) durch eine einheitliche Leitung von acht PerKrefeld, Dortmund, Redlinghausen, Münster, Hagen, Düsseldorf und Effen. Diese oberste Leitung der Organisation des ADB. für die beiden Provinzen hat die Aufgabe, neben der Propaganda und der wirtschaftlichen Interessenvertretung, einen Organisationsplan auszuarbeiten, der eine noch straffere 3entralisation der Ortsausschüsse herbeiführen soll, als daß auf Grund der iegt gefaßten Beschlüsse der Fall ist. Die Arbeiter in den Betrieben würden guttun, wenn sie sich mit der Arbeitervertretung ins Bernehmen sezen, um in jeder Beziehung, jofern lle berstunden angeordnet werden, triebsvertretung Berhandlungen geführt worden sind. Die zweite von ihr zu erfahren, ob wegen der lieberzeitarbeit mit der Bechüsse( Rheinland, beseztes Westfalen, unbefektes Westfalen, Inwichtige Frage ist die Urlaubsfrage. In einer früheren Mitteilung machten wir darauf aufmerksam, daß die Arbeiter ab 1. April ihren Urlaub zu beanspruchen haben, und zwar diejenigen, die am 1. Oftober in Betriebe beschäftigt waren und das 20. Lebensjahr vollendet haben und am 1. April noch in einem Betrieb des Berbandes Berliner Metallindustrieller beschäftigt sind. Wir weisen erneut darauf hin, daß jeder Arbeiter seinen Urlaubs. anspruch bei der Firma geltend machen muß und daß von ist im Laufe des gestrigen Nachmittags von den Metallindustriellen der Betriebsvertretung Urlaubs listen eingereicht werden verschärft worden. Die AEG.- Turbinenfabrik hat wei- müssen. Der Deutsche Metallarbeiterverband ersucht tere 2000 Arbeiter ausgefperrt und bei der Firma feine Mitglieder dringend, ihm Mitteilung über die Stellungnahme Borsig find weitere 300 Arbeiter ausgesperrt worden. Bei der Arbeitgeber in bezug auf Urlaub zukommen zu lassen. der Firma Daimler Mariențeide ist die Aussperrung nicht vorgenommen worden. Die Absicht, 7800 Arbeiter auszusperren, ist damit verwirklicht. Wird auch die Aussperrung nach der Berständigung auf Einsetzung eines Schiedsgerichts nicht lange bauern, so bedeutet sie doch eine recht wesentliche Schädigung vieler Arbeiterfamilien, unmittelbar vor den Osterfefttagen, mit denen ohne hin zwei arbeitsfreie Tage Karfreitag und Ostermontag- der12 Die Ausfperrung 7 bunden find. Im günstigsten alle bleiben den Ausgesperrten in dieser Woche noch zwei Arbeitstage. Es ist und Bleibt eine Ungeheuerlichkeit, daß in solcher Weise mit der Eristenz der Arbeiterfamilien Schindluder. getrieben wird. Barum fonnte nicht zuvor verhandelt und ein Schiedsgericht eingefeßt werden? Die Tariflosigkeit in der Berliner Metallindustrie. Ab 6. April gilt für die Berliner Metallindustrie, und zwar für die Betriebe, die dem Verband Berliner Metallindustrieller angeschlossen sind, der Rahmentarifvertrag, welcher am 28. August 1922 abgeschlossen worden ist, nicht mehr. Damit ist die Frage der Arbeitszeit in ein afutes Stadium geraten, sowie auch die Frage der Gemährung von Urlaub für die Arbeiter der Betriebe des BBM3. für das Jahr 1925. Der Verband Berliner Metallindustrieller hat an seine Mitglieder ein Rundschreiben herausgegeben, wel ches die Regelung der Arbeitszeit nach Wegfall des Rahmentarif: vertrages darlegt. Er weist in seinem Rundschreiben darauf hin, daß nun an Stelle der Vereinbarung über die Arbeitszeit die Geplant ist die Errichtung eines gemeinsamen Sefre tariats und Anstellung eines befoldeten Beamten dafür. Die Enischeidung darüber hat eine spätere Konferenz zu treffen. Schiedsspruch im Aachener Steinkohlenbergbau. Aachen, 6. April.( Mtb.) Unter dem Vorsiz des Reichs- und Staatskommiffars Mehlich ist für den Aachener Steinfohlenbergbau folgender Schiedsspruch gefällt worden: Der Tarifdurchsnittslohn der Hauer erhöht sich von 6,40 auf 6,75 Mt. Der Tarifschichtlohn für gelernte Arbeiter erhöht sich von 5,45 m. auf 5,80 mt., für ungelernte Arbeiter von 4,70 Mr. auf 4,90 r., für angelernte Arbeiter von 5 wtf. auf 5,30 M Die übrigen Tariffchichtlöhne mit Ausnahme der Löhne für die nach der Berordnung vom 20. Januar 1925 auf Achtstundenschicht gejezten Kofereiarbeiter erhöhen sich in demselben Berhältnis. Für die Kofereiarbeiter bleibt der bisherige Tarifschichtlohn bestehen. Das bisherige Ueberarbeitszeitabkommen wird mit der Einschrän fung der unter die Verordnung vom 20. Januar 1925 fallenden Rofereiarbeiter in Kraft gesetzt und ist erstmalig am 30. November dieses Jahres fündbar. Der Tapeziererftreik geht weiter. Die nunmehr in der fünften Woche im Streit stehenden Tapezierer waren am Montag vollzählig im Gewerkschaftshause versammelt, um den Situationsbericht entgegenzunehmen. Abgesehen von zehn Tapezierern bet der Firma Müll voß in der Kochitraße, bie nach einer Berhandlung mit dem Firmeninhaber eine fleine ohnerhöhung erreichten und dann die Arbeit aufnahmen, stehen immer noch alle Tapezierer und Näherinnen im Streit. Interessant dabei ist, daß bei dem Kuhhandel bei Müllvoß beide Teile wortbrüchig geworden sind. Die Arbeiter sind Streitbrecher und der Unternehmer hat die Anordnung seiner Dr ganisation, daß kein Mitglied allein verhandeln darf, nicht befolgt. Wie die Unternehmer unter sich fertig werden, fümmert den Lape ziererverband nicht; mit den zehn Streitbrechern werden die StreiPenben später abrechnen. In der vergangenen Woche wurde mit einer Gruppe der Unternehmer, die nur eine sehr geringe Anzahl Arbeiter beschäftigt, verhandelt. Die Berhandlungen führten zu feinem befriedigenden Ergebnis. Die Streifleitung hat es abgelehnt, irgendwelche Abmachungen zu treffen, Die Versammlung billigte das Borgehen der Streifleitung. Das, was von der Dr ganisationsleitung ftets behauptet murde, zeigte fich hier mit großer Klarheit, daß nämlich die Unternehmer durchaus uneinig unter sich find. Sie regeln die Streifangelegenheit nur in einer fammlung der Arbeitgeber ist noch nicht abgehalten fleinen Kommiffion, die diktatorisch vorgeht. Eine Bollverworden. Alle diesbezüglichen Anträge der Innungsbetriebe wurden Sophien- Säle Sophienstraße 17-18 von der Kommission abgelehnt. Der Streit geht ungeschwächt meiter. Achtung, Bauarbeiter! Zwischen den Bertragsparteien ist vereinbart worden, daß mit Rücksicht auf den Karfreitag die Lohn= zahlung bereits am Donnerstag erfolgt. Wir ersuchen unsere Kollegen auf den Baustellen, die Arbeitgeber daran zu erinnern. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Der Borstand. Berantwortlich füte Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gemertfchaftsbewegung: Friebz. Egkorn; Feuilleton: Dr. John Smitowski; Lotales und Sonstiges: Frig Karstädi; Anzeigen Th. Glede; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. 5. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". und Verlagsanstalt Paul Ginger u. Co. Norden 9296* Norden 12643 Säle frei! Billige Osterangebote 4 Ulster- und Raglanform. aus Qual. 65.-, Herren- Frühjahrsmäntel, gestreiftem Donegal, Korbgeflecht- u. Grätenstoff, in mod. Form, je nach m Donegal, Korb- 45.Frühjahrsulster, Stoffen, in schönen Dessins, je nach Qualität glatte Form, aus gestreiften u. karierten • . 72.-, 64.-, 56.lange moderne Form, zweireih m. Rückenaus 48.Schwedenmantel, fate und Gurt, aus Cheviot-, Gräten-, 55Covercoat- u. Gabardinestoffen, je nach Qual. 70.-, 65.--. 60.-, von aus gutem Covervoat, in moderner 60. Herren sportpaletot Form, elegant verarbeitet. Ersatz für Maß, ster u. 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Und Frühling, das ist jenes Ideal menschlicher Verbundenheit, für welches wir alle kämpfen, die wir uns in den Strom der sozialen Entwicklung mitrudernd stellen. Fern von den lichtlosen Baracken ewigen Ringens leuchtet der Frühling, und er bedeutet Leben. Das aber ist ehrliche Politik im letzten, im endgüttig-menschlichen Sinne. 2ln allen Straßenecken tauchen jetzt die ersten Blumenoerkäuser aus. Nicht jeder Leichtverdiener kann die nicht unerhebliche Mehrbelastung vertragen, die solche poetisch« Extravaganz mit sich bringt. Natürlich sind dt« Blumenpreise gestaffelt, erstrangige Qualitäten sind weit- aus kostspieliger als die mehrgängigen Tageswaren. Nelken kosten LC— 35 Pf. das Stück, auch bei den Tulpen, die einst Holland in solchem Ausmaß kultivierte, wird mit ähnlichen Preisen zu rechnen sein. Vergessen sei bei diesen Preisfeststellungen nicht, daß sie sich nur aus den fliegenden Händler beziehen. Die Preise der Blumen- gcschäste sind um einiges höher. Die Tulpe. Man kennt vor allem die Tulpe, die zart-schmiegfam« Blume der ersten Säste. S Zentimeter lies legt der crsahrene Gärtner zur herbjtzeit(CRobcr) die Zwiebeln, die kleinen Sorten mit 12, die millleren mit 15. oie großeo mit lS Zenlimelcr Abstand. Hat man die Frucht gelegt, so schützen dichtgelegte Wachholderreisigbüsche die Tulpenbeete vor den zerstörenden Einflüssen der Wintersröste. So wächst die Blume heran, um in den ersten Frühlingstagen ihre ganz« Pracht zu entfalten. Ein« Farbensymphonie flammt dem entzückten Beschauer entgegen, wenn er in einem Gärtnerei- betrieb die verschiedenen Tulpenspielarten sieht, die eine hochent- wickelte Gartenkultur hier gezüchtet hat. Reinweiß, von köstlicher Frische ist die Jost van Bcmdel, silberrosa mit wirkungsvoll kon-- trastierendem Rand Ca precieuse. violettrot die schwere Präsident cincoln. scharlachrot die kleinblumig« Dur van Thole. nur die Kaiserkrone(rot mit goldgelbem Rand) ist nach Amerongen und— cin wenig aus der Mode gekommen. Sind die Blumen angeblüht. so wird der erfahrene Gärtner niemals die Zwiebeln sogleich aus dem Erdreich berausholen. Die Blütenstengel werden abgeschnitten. die Blätter müssen jedoch bleiben, bis sie von selbst eingehen. Dann erst hebt man die Zwiebeln aus, trocknet sie scharf und bewahrt Anthony Zahn. Roman von Zerome&. Zerome. Edward hatte vor, drei Jahr« in Oxford zu verbringen. Dann wollt« er Heimkehren und im Bureau des Baters arbei- ten. Die Firma trug den Namen Mowbray u. Cousins, doch waren die Cousins seit langem ausgetreten und das Bureau würde schließlich auf Edward übergehen. .Weshalb bewirbst du dich nicht um die Remington-Stif- tnng?*, wandte sich Edward unvermittelt an Anthony,»und kommst nächstes Jahr nach Oxford? Du könntest sie spielend erringen und was das Finanzielle anbelangt, so würde der Vater dir gerne helfen, wenn ich ihn darum bäte. Er hält sehr viel von dir. Tu« es doch, mir zuliebe." Anthony schüttelle den Kopf.„Auch ich dachte bereits daran. Aber ich habe Angst." Edward starrte ihn an.»Wovor kannst du Angst haben?" »Vor mir selbst. Niemand wird es mir glauben. Aber ich würde ein Träumer werden, wenn ich mich gehen ließe. Auch mein Bater war so. Deshalb kam er nicht weiter. Ginge ich nach Oxford, wanderte ich in den alten Hallen und Gärten umher, so wäre ich verloren, würde mich ganz dem Studium hingeben. Schon hier muß ich gegen diese Gefühle ankämpfen." Edward und Betty lauschten mit plötzlich erwachtem Interesse. Das Mädchen beugte sich vor, das Kinn auf die Hand gestützt. Anthony erhob sich und trat ans Fenster. Die Vorhänge waren nicht heruntergelassen. Er blickte auf den Lichtschein der Stadt nieder, der sich m den ärmlichen Straßen tmd sumpfigen Wiesen in Dunkelheit verlor.»Ihr wißt sa luchs, was es heißt, sprach er.»Armut, Angst, dos ganze Dasein nichts anderes mehr, als der Kampf um das nackte Leben." Er wandte sich um, betrachtete das sanft erhellte Zimmer mit der geschnitzten Decke, dem schönen Adoms-Kamm, den Chippendale-Möbeln, den herrlichen Bildern und persischen Teppichen. ..Alles ringsum gemein und häßlich", fuhr er fort. „Jedermann blickt auf einen herab, begönnert einen. Ich muh da heraus. Und dabei hilft mir das Studium nichts. Was könnte ich ohne Geld und Einfluß werden? Bestenfalls ein Schullehrer, em Pfarrer mit achtzig Pfund im Jahr. Meine il sie trocken auf. Don eminenter Wichtigkeit ist für die Blume die Beschaffenheit des Erdreichs, in dos man ihre Keime versenkt. Auch sie hat ihr»Milieu". Schwerer Boden, säftereicher Boden ist das Element der Tulpe, und der Gärtner muß fleißig düngen, wenn sich die schöne Blüte zur Vollkommenheit entfallen soll. Die hpazlnche. Ein« Blume von ganz besonderem Reiz ist auch die Hyazintbe. Ske liebt die natürliche Feuchtigkeit: nasse, durchknetete Erde und gehört zu der an sich wenig jympnthlschen Familie der Vielsrefser. Von bmirgeoisem Geblüt legt die Hyazinthe sehr erhebliches Ge- wicht auf gutes Elfen und Trinken, sie verlangt starke Düngung. wenn sie sich entwickeln soll. Eln Hygzlnthenbeet hat im üblichen 40— 50 Zentimeter Umfang. Es muß tief ausgeschachtet werden, in guter, aller, mit Knochenmehl vermischter Erde. Der Oktober sst die Pflanzzeit der Hyazinthe. Der Beeteabstond beträgt 17 Zenti- meter. An besonders reizvollen Züchtungen feien mir genannt: Die weiße Ca Graudcsse, die hellblaue Jlön'.oin der Planen", die etwas dunklere»Regulus", Pcyroufe. die prächtige, pmzellanblaue Hyazinthe, Normo(zartrosa) und die gelbliche Hammerblume. Narzissen. Auch die Narzisse verLnigt für ihr Wachstum einen g ehalt. reichen Sullurboden. Ist sie im nährenden» zuträglichen Erdreich, so kann sie jahrelang stehen bleiben. Die beste Düngung ist die mll Kompost. Im Oktober pflanzt man die Zwiebeln, 18 Zentimeter well und 6— 8 Zentimeter rief. Die Blume hat eine sehr all« Kultur, die bis in die Mille de« 16. Jahrhunderts zurückführt. 1554 kannte man die Narzissenarten: die Pfeudo- Narzissus, poelicus und polyanlos Sois. Mit ungeahnter Schnelle wrrd die Rar- zissenkultur intensiviert. In einem Gartenbauverzeichnis von 1788 werden schon nicht weniger als 155 verschiedene Narzissenarten auf- geführt. Nur sehr wenige sind davon noch in Kultur. Heute sind weit mehr als 2000 Spielarien der Narzisse auf dem Blumemnarkt. Nach der Größe der Krone teilt der Fachmann die Narzissen in drei Arten ein: die Perlennarzissen, weiß mit zartrot besäumtem Blumen- becher, die verschieden gelb getönte Trompetennarzisse niit ihren prächtigen großen Blumenglocken, und die Brikellnarzisse. eine Blume von betäubendem Dust, deren Blüten in Dolden stehen. Die Narzisse erfordert, soweit sie in Gewächshäusern und Wohnzimmern einzige Möglichkeit ist eine Geschäftslaufbahn. Dafür eigne ich mich. Planen, organisieren, Leute für meine Ansichten gewinnen, sie veranlassen, Dinge zu tun. Dies gleicht.dem Kampf, nur daß man dabei das Gehirn und nicht die Hände gebraucht. Ich denke mir immer Dinge aus, die allen zum Nutzen wären. Werde sie auch eines Tages durchführen. Mein Bater erfand Maschinen, und andere stahlen sie ihm, steckten den Profit ein. Bei mir wird ihnen das nicht gelingen. Mit mir werden sie nicht so umspringen können. Auch sie sollen ihren Anteil erhalten, aber ich..." Er stockte, errötete tief.»Verzeiht: ich habe die Gewohnheit, mit mir selbst zu sprechen. Vergaß völlig, daß ich hier bin." Betty hatte sich erhoben.»Sie haben vollkommen recht", agte sie.»Und wenn Sie weiter kommen, so werden Sie an ene denken, die ewig in Armut und Angst leben. Sie wisien elbst darum, kennen auch die beste Art, den Armen zu helfen, nicht wahr?" Betty sprach äußerst ernst, fast, als legte sie einem Premierminister eine Bittschrift vor. »Selbstverständlich", entgegnete Anthony.„Ich werde es tun." Betty läutete und bestellte Kaffee und Kuchen. Während sie den Kuchen verzehrten, überraschte Betty die beiden mit der Ankündigung, daß sie ein Fahrrad kaufen wolle. Es sei eben(diese Geschichte spiell vor vielen Jahren), ein Modell mit zwei gleich großen Rädern eingeführt worden, auf dem euch Frauen fahren konnten. Edward war ein wenig schokiert. Betty hatte ohnehin schon den Ruf, exzentrisch zu sein. Führe sie Rad. man würde noch mehr über sie klatschen. Bettn hin- gegen meinte, es handle sich um ein gutes Werk. Als die Tochter eines der führenden Männer von Millsborough durfte sie es sich gestatten, der Konventton Trotz zu bieten und ande- ren den Weg zu bahnen. Die Fabrikarbeiterinnen, die ihre Familien nur zweimal im Jahr besuchen tonnten, würden nun ollwöchentlich heimfahren und an freien Tagen Ausflüge aufs Land unternehmen können. Bettys Ansicht nach müßten die Revolutionen stets von oben beginnen. Freilich werden ihr die Mädchen zuerst Schimpfworte nachrufen, später jedoch werden sie chrem Beispiel folgen. Die einzige Schwierigkeit bestand im Erlernen des Fahrens. Sie hatte vor. frühmorgens aufzustehen, ohne Augenzeugen mit dem Rad zu kämpfen. Freilich würde sie anfangs einer Hilfe bedürfen» hatte an den Gärtnerburschen gedacht, doch war der nicht ganz fest auf den Beinen. »Lassen Sie mich Ihnen helfen", bat Anthony.»Ich Dienstag, 7. �ipril 1H25 gezogen wird, dieselbe Vorbehandlung wie die Hyazinthe. Sie ist gegen zu große Wärme überaus empfindlich, ebenso gegen Mangel an Licht. Die Nelke. Die Nelke ist die differenzierteste Blume des Frühlings. Durch die Einflüsse einer langen Kultur, durch klimatische Wechsel und immer aufs neue wiederholte Aussaat ist eine verschiedengradige Füllung der Blume eingetreten. Die Farbe der Nelke ist ein un- endliches Spiel von Nuancen, vom reinsten Weiß bis zum dunkelste» Purpur sind alle Scyallierungen vertreten. Von bestimmten Nelken- arten seien insbesondere hervorgehoben: die Flammennelke(so ge- nannt, weil sich die Zeichnungsfarbe flammenartig über die Grund- färbe ausbreitet), die sehr populäre Bandnclke, die Baumnelke, die Chinesennelke mit ihren eigenartigen, schmalen, spitzen, blaugrüncn Blättern und her außergewöhnlich groß entwickelten Blume, die Strichnelke, die mit ihrem nervösen Farbenzusammenfluß wie ein interessantes Experiment moderner Malerei anmutet. i~chr begehrt sind die Federnelken, sowohl die gefüllten rosafarbigen Blumen als auch die verschiedenen Arten der wußgesüllten ZNarkt- und Schnittnelke. Recht rentabel für die Blumenindustrie ist die raschwüchsige Souvenir de Cannes. Eine der edelsten Züchtungen ist die Remon» lontoelke. eine Blume von seltenem Dust, einer Reinheit der Linie und einer Delikatesse der Forbentomposition, wie sie nur die metho- dische Arbeit von Jahrzehnten hernnbilden kann. Trotz(vielleicht wegen) ihrer hohen Kultur ist die Nelke anspruchslos und bescheiden. In einem mageren Boden gedeiht sie besser als in durchsättigtem Erdreich. So ist sie, entwachsen aus harter steiniger Erde wie der Mann der Arbeit, die Blume des schassenden Volkes. Blumen! Gewiß, in der deprimierenden ördllterung des tag» lichen Daseinskampfes ist es für den Westeuropäer sehr, sehr schwer, sich in der schattenlosen Helle problementrückter Naturfreudigkell zurechtzufinden. Doch, wie sehr verkennt man dieses Programm der Lebensbejahung, ,wenn man es marklose Sentimentalität, Aus- weichen vor den klaren Formulierungen der Stunde nennt. Jenes darbende Mütterchen, das dir in der verzerrten Hellerkett des abend- lichen Großftadttrubels mit zittriger Hand die ersten Frühlings- bllimen anbietet, weiß gewißlich nichts von der tröstenden Milde. die au».den halbverwclkten Blütenkelchen strahlt. Im Inner» wühll der Hunger, zu Hause wartet das Elend und der halbver- wehte Duft der Natur steigt als gärender Haß in die Seele dieser alten Frau. Und doch darf uns der unerbittliche Kampf um die Idee nicht zu.- Brutalität� nicht zur Versteinerung führen. Lied? gebar diesen Kampf und zur Liebe soll er führen. Immer war die Blume das Symbol dieser erhaltenden und unendlichen Humanität. Welche Epoche kennt die Blume nicht?! Sei es die graziöse Friooli- tät des Rokoko, die gekräuselle Unruhe des Barock, die Behäbigkeit der Biedermeier, die ekstatische Neurasthenie unserer fiebernden Zell: Stile kamen und gingen. Aus allen Erschütterungen aber wuchs jener Gemsinschaftsdrang, der noch immer der Antrieb zu jeder großen und umformenden Aktivität war. Die Blumen aber ist der Liebe Symbol. Drum wollen wir ihrer gedenken. liebe es, frühmorgens spazieren zu gehen. Es erfrischt mein Gehirn für den ganzen Tag." „Danke", erwiderte sie.„Ich dachte ja auch an Sie, wagte jedoch nicht. Sie darum zu bitten, weil ich fürchtete, Sie in Ihrer Arbeit aufzuhalten." Obgleich er Edward in drei Monaten wieder sehen würde, fiel Anthony der Abschied schwer. Er hatte wenig Freunde unter den Schulkameraden, war zu egozentrisch: einzig und allein für den jungen Mowbray empfand er echte Zuneigung. Tetteridges„Vorvereitungs»»nd Handelsschule" hatte weit mehr Erfolg, als zu erwarten gewesen war. In der Reklamesprache ausgedrückt, behob sie einen bereits seit langem gefühlten Mangel. Die„besseren Leute" von Millsborough. die größeren Kaufleute, höher entlohnten Angestellten und kleineren Professionellen wurden mit Bildung reichlich vev- sorgt. Aber es gab auch unter den gelernten Arbeitern viele, die für ihre Kinder ehrgeizig waren. Um diese Zeit herrschte allgemeiner Bildungshunger. Die herrschenden Klassen er- schraken davor, für sie bedeutete er den Beginn des roten Ruins und die Zerstörung der Gesetze: die Arbeiter hingegen setzten auf die„Bildung" übertriebene Hoffnungen, glaubten, sie sei der sichere Weg ins gelobte Land. Tetteridge war ein genialer Lehrer, verstand es, den Unterricht interessant zu gestalten. Die Schüler hatten ihn gern, befaßten sich auch daheim mit seiner Person und den Dingen, die er sie lehrte. Es wurde gar bald offensichtlich, daß dos Haus in der Bridlingtonstraße für feine Bedürfnisse zu klein sein werde. „Ich weiß, daß es töricht klingt." meinte Herr Tetteridge, „aber es gibt Zeiten, da ich wünsche, ich wäre weniger ver- nünftig gewesen." „Wann tatest du denn etwas gar so Vernünftiges?" lachte Anthony. „Ich tat es, als ich deinem ausgezeichneten jugendlichen Rat folgte, Tony, und diese verfluchte Schule eröffnete." „Was fehlt denn der Schule?" „Sie ist zu erfolgreich, wird immer mehr anwachsen. Ich werde in einem großen viereckigen Gebäude enden mit einem Internat, mit Lehtern und Achtuhr-Morgengebet. Ich werde einen schwarzen Gehrock und Zylinder tragen. Werde dies aus Rücksicht auf die Eltern meiner Schüler tun müssen." „In den Ferien." tröstete Anthony,„kannst du in Knie- hosen und einer Mütze Fußtouren unternehmen." (Fortsetzung folgt.) Franziska. Ste nennt sich Göchin, aber sie geht auf die Straße. Biel leicht trieb sie einmal die Not dazu. Das erfährt der Moabiter Zu schauer nicht, der sieht mur, daß Franziska hübsch ist, sehr hübsch fogar und fann schon verstehen, wenn die Köchin ausgekocht genug ist um daraus Kapital" zu schlagen. Ihren Stand" hat sie in der Nähe vom Potsdamer Bahnhof. Ihren Dienst" hat sie in der Nacht, ihren traurigen, traurigen Dienst. Und heute steht sie am frühen Morgen schon in Moabit norm Richter. Auf den macht allerdings das fofette Spiel mit den fdjönen, dünn umflorten Beinen gar feinen Eindrud. Schade, denkt fich Franzista. Ganz fürchterlich ist das Berbrechen, dessen der Polizeiwacht meister T. fie bezichtigt. Die Angeflagte war megen Ülebertretung fittenpolizeilicher Vorschriften mit anderen Frauen auf das Poli cimalofal Potsdamer Bahnhof gebracht worden. Grund: Berbotene Straße". Dem Beamten ist das zu viel Damenbesuch auf einmal und er möchte ihn deshalb in der Zelle unterbringen. Franziska gehorcht, andere haben meniger Luft, da ruft die Angeklagte:„ Gebt doch dem. nicht noch gute prte." Barum herrschte mohl joiche Antipathie gegen die Belle? Beil fie eng ist, viel zu eng für acht Frauen, weil die Luft in ihr dumpf ist und voller Gestant. Das erfährt man nur so en passant. Und ebenso en passant fällt das natürlich wieder unter den Tisch. Obwohl der Beamte nicht widersprechen fann! Trogdem ist natürlich die Apostrophierung des Polizeiwacht meisters recht überflüssig. Salonton ist nicht zu erwarten, eine Räpelei mus indeffen gerügt, vielleicht sogar bestraft werden. Und was beantragt deshalb der Staatsanwalt? Dreihundert Mark! Dreihundert Mart! Im Artifel ist ein Abjaz am Blaze, wenn der Leser verschnaufen soll. Hier muß unbedingt ein Abjaz gemacht werden. wendet. Hofmeifter ist ein in Stahlhelmfreifen hervortreten der Mann, der aus dem Kriege als Offizier zurückkehrte und sich seither von seinen engeren Berufsgenossen zurückzog und hauptsäch lich Berkehr mit früheren Offizieren pflegte. Er hat bereits in der Berufsorganisation der Gerichtsfanzliften, wo er eine Raffenstelle befleidet hatte, ebenfalls Beruntreuungen begangen, die ihm cber bei seinem Fortkommen nicht schadeten, da man von einer gerichtlichen Berfolgung abfah und er den Schaden wieder gut machte. Hofmeister ist vom Dienst dispensiert worden und das Verfahren gegen ihn ist eingeleitet. Es haben umfangreiche Feststellun gen und Revisionen der Atten stattgefunden, um den gesamten Umfang feiner Unterschlagungen festzustellen. Freigesprochen! Postbeamte vor Gericht. Mit zwei Freisprechungen endeten Verhandlungen gegen Bostwährend aber in dem anderen Falle die Freisprechung wegen der beamte, die gestern wegen Amtsunterschlagung angeflagt waren. gänzlichen Schuldlosigkeit des Angeschuldigten erfolgte, mußte fich in dem anderen Falle der Angeklagte sagen laffen, daß er feinen Anlaß habe, erhobenen Hauptes den Gerichtssaal und das Untersuchungsgefängnis zu verlassen. Ein Kaufmann Dr. war am 11. Dezember vorigen Jahres auf hatte Anzeige erstattet, daß der Postbetriebsassistent Leo St., der dem Bostamt 5 in der Hauptstraße in Schöneberg erschienen und an diesem Tage Schalterdienst gehabt hatte, ihm 200 m. unter schlagen habe. Der Anzeigende behauptete, daß er aus Verschen Einlieferungsbuch mit einer Zahlforte über 242 m. am Schalter den Betrag zuviel aufgegeben hätte. Er hatte an jenem Tage sein abgegeben, behauptete aber, daß er der Meinung gewesen sei, es lei auch noch eine weitere Geldsendung über 200 m., die an seine Der Borjizende läßt Milbe, nein, ganz einfach GerechtigMutter gehen sollte, ebenfalls eingetragen gewesen. Jedenfalls feit malten." Wir müssen uns hineinversehen in das Milieu der habe er die 200 m. mit abgeliefert, und der Beamte habe ihn auf Angeflagien und in die Art und Weise des Berkehrs mit ihren Berufskolleginnen. Ihre Werturteile sind anders als Urteile von menschen von, fagen wir mal, üblicherer Betätigung und befferer Bildung. Benn auch die Beleidigung öffentlicher Natur war, so ist doch die Strafe weit niedriger zu bemessen, 3 manzig Mart Geldstrafe erscheinen dem Gericht als ausreichende Sühne." Uns auch! Bergnügt zieht Franziska von dannen. Aber mit Grauen denti fie an die 3ellen qual vom Potsdamer Bahnhof. Mie fiellt man sich an zuständiger Stelle dazu? Der Oster- Reise- Verkehr. Sonderzüge in die Berge. Sonntagsrüdfahrtarten. Bei ausreichender Benugung wird ant 9. April ein Sport fonderzug nach dem Riefengebirge( zurüd am Montag, den 13. April von Oberschreiberhau) verfehren. Es merden Sonderzugrüdfahrtarten 3. und 4. Klasse, die mur Für diese beiden Büge gelten, mit 33 Bro3. Ermäßigung ausgegeben. Abfahrt von Charlottenburg am 9. April 10,36 Uhr abends, Anturit in Hirschberg am folgenden Morgen 6,17 Uhr, in Rummhübel 7,41 Uhr, in Oberschreiberhau 7,44 Uhr. Rüdzug am 13. April Oberschreiberhau ab 5,37 1hr nachmittags, Krummhübei 8 Uhr nachmitags, Hirschberg 6,57 Uhr nachmittags. Die Fahr prete betragen für Hin- und Rüdfahrt von Berlin Stadtbahn nach Hirschberg 3. Klasse 17,20 m. und 4. Klasse 11,60 m., Krummhübel 3. laffe 20,20 m. und 4. Klaffe 14,40 M., Oberschreiberbau 3. Klasse 19,20 m. uno 4. Sajle 12,80 m. Am 9., 10. und 11. April wird Der um 10,43 Uhr von Berlin, Potsdamer Bahnhof abfahrende Eil zug nach Bad Harzburg wieder verfehren. Dieser Zug lief mur bis zum 31. Januar und wird. um den Ofterverkehr nach dem Harz zu heben, an diesen Tagen eingescht. Auch am 14. April foll er nach Bedarf evtl. fahren. Wie die Reichszentrale für Deutsche Berkehrswerbung bereits gemeldet hat, gelten auch in diesem Jahre die zu Karfreitag und den beiden Ditertagen gelösten Sonntagsrüdfahrtarten vom -den Irrtum nicht aufmerksam gemacht, sondern das Geld einbie hinter ihm am Schalter gestanden hatte und beobachtet habe, gestedt. Zum Beweise dafür berief sich Dr. auf eine 3eugin, daß der Beamte auch die fehlenden 200 m. vereinnahmt hätte. Der Angefchuldigte wehrte sich ganz entschieden gegen diesen Verdacht. Die genannte Zeugin fonnte die Behauptungen des Dr. in feinem Bunfte bestätigen. Im Gegenteil fagte sie aus, daß der Beamte die Geldscheine vor ihren Augen gezählt und dann in die einzelnen Fächer verteilt habe, wobei er noch die Bemertung machte: Das mit ein aufmann fein und gibt das Geld in ungeordnet ab. Eine Reihe von Leumundszeugen stellten dem Beamten das glänzendste Zeugnis aus. Andererseits mies der Berteidiger darauf hin, daß der Anzeigende ein Mann sei, der bereits megen Hehlerei unb anderer Bergehen vorbestraft fei. Das Schöffengericht Schöneberg tam zu einer Freisprechung des Angeklagten auf Kosten der Staatstaffe. In dem anderen falle, der das Schöffen gericht Mitte beschäftigte, war der Posthilfsschaffner Anton I. ebenfalls der Amtsunterschlagung angeflagt. Am 4. Februar d. J. ent bedte ein Weichensteller, der nachis nach 11 Uhr, unmittelbar nachdem der Eilgüterzug von Halle durchgekommen mar, auf der Bahnstrede zwei Postpatete, bei denen die Aufschriften und Nummern abgerissen waren. Das eine Batet, das etwa 50 3entimeter hoch war, lag auf dem zweiten Gleis, bas turz vorher ein anderer Bug passiert hatte. Es mußten daher die beiden Batete aus dem Zuge von Halle hinausgeworfen worden sein. Die Postbehörde ermittelte denn auch, daß beide Pakete aus dem Zuge stammten, den der Angeflagte in einem Bostwagen als einziger Beamter begleitet hatte. In dem Zuge befanden sich noch mehrere Wagen mit Postpaketen, diese waren aber fest plombiert. Der Angeklagte bestritt feine Schuld und behauptete, daß sich Eisenbahnräu ber in einen der anderen Wagen eingeschlichen haben müßten. Obwohl mehrere Beamte bekundeten, daß die Wagen in Berlin mit festen Blomben eingetroffen waren, ließ sich nicht mit Sicherheit feststellen, in welchem Wagen die hinausgeworfenen Bafete mitgeführt worden waren. Das Schöffengericht hielt daher eine ganz entfernte Möglichkeit für gegeben, daß Eisenbahnräuber dem der Verdacht von Amtsgerichtsrat Dr. Neumann als ein ganz erdrückender bezeichnet wurde, kam das Gericht deshalb zu einer Freisprechung. fhulfollegiums für Berlin und Brandenburg, wünschte, daß dem Gymnasium, dem Kernstück der deutschen Bildung, die Geistesführerschaft bleiben möge. Es folgten Vorträge von Prof. Dr. Werner Jaeger über ,, Antike und Humanisnuis" und von Studienrat Dr. Walter Kran; über„ Die Jugend und die Antike“. Ein ärztlicher Kunstfehler. Bor dem Amtsgericht Berlin- Mitte hatte sich der praktische Arzt Dr. H. zu verantworten, meil durch seine Fahrlässigkeit der Tab eines Patienten, nämlich des an Lungen- und Rippenfellentzündung erfrankten Arbeiters Mar K., eingetreten sein sollte. Der Arzt hatte die nötigen Verordnungen getroffen, aber die Entwicklung zahlreicher Citerherde, sogenannter Ersudate, war ihm vollkommen verborgen geblieben. Die Witwe forderte von dem Arzt eine monaf liche Rente von 100 m., welche dieser ablehnte. Darauf erstattete fie Strafanzeige. Nunmehr wurde die Leiche nach mehreren Monaten wieder ausgegraben und die Seftion ergab, daß die Brufte höhle 1% Liter Eiter enthielt. In der Verhandlung äußerte sich Medizinalrat Stormer als Sachverständiger dahin, daß der Angeklagte den Wald vor Bäumen nicht gesehen hätte. Auch Prof. Fräntel gab sein Gutachten dahin ab, daß der behandelnde Arzt sich nicht hätte abwartend verhalten dürfen, fondern vielmehr durch die Entnahme von Flüssigkeit aus der Brusthähle mittels Bunktion hätte prüfen müffen, ob Eiter vorhanden mar. Der Staatsanwalt beantragte megen fohrlässiger Tötung eine Geldstrafe von 600 m. als Erfaz für 2 Monate Gefängnis. Er legen oder auf die Familie einmirken müssen, daß der Patient in machte hierfür geltend, daß, wenn der Angeklagte nicht fähig war, den Fall zu behandeln, er entweder die Behandlung hätte niedercin gutgeleitetes Krankenhaus übergeführt wurde. Das Gericht stellte zwar ausdrücklich fest, daß der Arzt fahrlässig ge. handelt habe, tam aber trotzdem zu einer Freisprechung, weil es nicht nachzuweisen war, daß der Tod des Patienten, der gerade als unmittelbare Folge der Fahrlässigkeit des Arztes einein mann von jhwacher Konstitution gewesen war, getreten fei. Familienbad in der Oberberger Straße. Das Bezirksamt Brenz lauer Berg teilt mit: Vam 4. April d. 3. ab wird die Boltsbade anstalt Oderberger Straße 57/59, mit Ausnahme der Abteilung für medizinische Bäder, von 7 Uhr an geöffnet. Die genauen Badezeiten sind wie folgt festgesezt: Schwimmhalle: Mittmoch von vormittags 7 bis 7 Uhr abends für Frauen, Sonnabend von vor mittags 7 bis 7 Uhr abends für Männer, an den übrigen Wochentagen zu den gleichen Zeiten Familienbad. Mannen- und Braufebäder: merftäglich von vormittags 7 bis 7 Uhr abends für Frauen und Männer. Die medizinische Abteilung ist in Betrieb Dienstag und Freitag von vormittags 10 bis 7 Uhr abends für Frauen, an den anderen Wochentagen von vormittags 10 bis 7 Uhr abends für Männer. Große Fischzufuhren! Seit altersher werden in der Osterwoche die Fische als Hauptspeise bevorzugt. Wie der Verein der Fisch händler mitteilt, sind die Berliner Händler reichlich mit fri fchen Fischen versehen. Die Verkaufsstellen sind durch Blafate erkenntlich gemacht und befinden sich in den Ladengeschäften, in den Markthallen und auf den Wochenmärkten. Eisenbahnunglüd in Frankreich. Der Schnellzug von Chalonfur- Marne- Reims stieß auf der Strecke mit einem anderen Zuge zusammen. Der Lotomotivführer und der Heizer Berlegungen. Das ist innerhalb weniger Tage das fünfte wurden getötet, zehn Fahrgäste erlitten schwere Eisenbahnunglück in Frankreich, Jugendveranstaltungen. Gründonnerstag, mittags 12 Uhr, bis zum Oster einen der Bagen während der Fahrt geöffnet haben tönnten. Trog- Heute, Dienstag, den 7. April, abends 7½ Uhr, im Jugendmontag einschließlich., Hin und Rüdjahrt tönnen innerhelb der Geltungsdauer beliebig angetreten werden. Die am Grünbannerstag gefösten Karten berechtigen jedoch frühestens am Karfreitag zur Rückfahrt. Am Ostersonnabend werden die Karten wie ain Sonntag ausgegeben. Reinidendorf Die Liebenwalde GroßSchönebeder Eisenbahn( Anschlußlinie Reinickendorf. Rofenthal an der Strede Berlin, Stettiner Bahnhof- HermsdorfOranienburg) gibt Ausflugsfarten nach allen an ihrer Strede gelegenen Bahnhöfen für den Osterverfehr schon am Gründonnerstag aus. Die Karten berechtigen zur Rückfahrt bis Diens tag nach Ostern mit allen Zügen. Ab 16. April gelangen an Donnerstagen Tagesrüdfahrkarten zu ermäßigten Breisen nach den Bahnhöfen Schildom, Mühlenbed, Schönwalde, Basdorf, Wandlig. Wandligfee, Zühlsdorf und Benfickendorf zur Aus gabe. Die genannten Fahrtarten sind auch auf den Bahnhöfen Berlin Stettiner Bahnhof, Gesundbrunnen und Pankow Nordbahn erhältlich. ,, Achtzehn in einer Stube". Zu den Ausführungen Achtzehn in einer Stube" in Mr. 142 vom 25. März 1925 fchreibt uns das Bezirksamt Reukölln: Es tann nicht bestritten werden, daß in Groß- Berlin und ins besondere in Neukölln die Wohnungsnot außerordentlich groß ist. Es ist leider auch richtig, daß infolgedeffen eine sehr erhebliche Unzahl von Wohnungen mehr Menschen beherbergt, als im gefundheit fichen und fittlichen Interesse angängig wäre. Das Bezirksamt Neufoun ist aber bestrebt, die ihm bekannt werdenden Notstände von befonders schlimmer Art nach Möglichkeit abzustellen. Wenn in der Iat in Neukölln in einer Stube 18 Menschen hausen sollten, so hätte bas Bohnungsamt eine solche Mitteilung fofort zur Grundlage eingehendster Prüfung und nötigenfalls schnellster Abhilfe genommen. Das Bezirksamt Neukölln ist bisher trotz aller Bemühungen nicht in der Lage gewefen, die Mitteilung des Redners auf der Tagung der Freien Gewerkschaften nachprüfen zu können, da es nicht möglich ist, die Adresse der in Betracht kommenden Familie zu erfahren. Es fonnte lediglich festgestellt werden, daß vor ca. 1% bis 2 Jahren in einem Hause( Nr. unbekannt) am Hohenzollernplag 18 Berfonen in einem großen Zimmer genächtigt baben fallen. Es würde immer im Interesse der Wohnungs netleidenden liegen, wenn in folchen Fällen zunächst der Dezernent hes betreffenden Wohnungsamtes eine Mitteilung und dadurch die Möglichkeit erhielte, sofort helfend einzugreifen." Die erwähnte Behauptung ist bekanntlich auf der Tagung her Freien Gewoertschaften gefallen. Wir müssen dem Redner die Berantwortung dafür selbst überlassen. Unterschlagungen beim Potsdamer Amtsgericht. Durch die Feststellungen vom Gerichtsvollzieher, der mit der Einziehung von Geldstrafen beauftragt war, sind Unterschlagungen beim Botsdamer Amtsgericht entdeckt, die dem Gerichtskanzleisekre tür Hofmeister zur Last fallen. Hofmeister hat in Bertretung des zuständigen Kassenbeamten der Strafabteilung des Botsdamer Amtsgerichts Kostenmarken in Höhe von über 3000 m. ver. untreut und den Erlös für seine besonderen Bedürfnisse ver. Für das humanistische Gymnafium. In der Reihe der vom 3entralinstitut für Erziehung und Unterricht veranstalteten Tagungen zur Erörterung der einzelnen Schularten, ihrer Ziele und ihrer Mittel, findet in Berlin vom 6. bis 9. April eine Tagung ,, Das Gymnasium" statt. Sie ist von Freunden des humanistischen Gymnasiums aus ganz Deutschland start besucht, und auch aus den besetzten und den abgetretenen Gebieten Deutschlands und aus dem Ausland sind Vertreter erschienen. Am Sonntag leitete ein Begrüßungsabend die Tagung ein. Am Montag wurde die Tagung vom Vorsitzenden, Universitätsprofeffor Dr. Werner Jaeger Berlin, eröffnet. Er wies darauf hin, daß durch die vom Minifterium für Wissenschaft, Kunst und Boltsbildung herausgege ne Dentschrift eine neue Situation für das höhere Schulwesen und bionders für das Gymnasium geschaffen morden ist. Der preußis Minister für Wissenschaft, Kunst und Voltsbitburg, Dr. Beder, der zugleich Vorfizender der Stiftung für Erziehung und Unterricht ist, begrüßte die Tagung. Er sprach seine Genugtuung darüber aus, daß das Gym nasium nach den tritischen Jahren, die auf den Umsturz folgten, jejt als gerettet" betrachtet merden könne. Die Denkschrift habe in dem Streit der Meinungen eine flare Blickrichtung geschaffen. Bei aller notwendigen Berbreiterung des Wissens bleibe das Wesent liche die Vertiefung. Was die Antite auszeichnet, fei schloß der Minister der Mut zu sich selber. Auch der Aufbau unseres Balfswesens muß geleitet sein von dem echt antifen Mut zu uns selber. Prof. Meister Bien brachte Grüße der österreichischen Freunde. Oberpräsident Dr. Maier, Borsitzender des Provinzial. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 7. April.. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.45 Uhr abends: Dr. Kühl: Reiseeindrücke in London". 7.15 bis 8.10 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). 7.15 Uhr abends: Handel. Dr. Kurt Magnus: Was muß man von den Steuern wissen?" 7.50 Uhr abends: Literatur und Kunst. Professor Dr. Kurt Walter Goldschmidt:„ Skandinavische Literatur". I- III. Vortrag. Die großen Norweger. 1.„ Der junge Ibsen. 8.30 Uhr abends: Abendunterhaltung, 1. a) Feierlich. voll ernster Wonne, aus Das Weltgericht", Fr. Schneider, b) Wünsche, A. Rubinstein, c) Adagio, J. Haydn( Hermann Protze, Harmonium). 2. Sinfonische Variationen. Boellmann( Professor Anton Hekking, Cello). 3. a) An den Mond, Goethe, b) Prometheus, Goethe( Karl Zander, Rezitation). 4. a) Chanson triste.. Tschaikowsky, b) Serenade, Viktor Herbert, c) Zigeunertanz, Jeral( Professor Anton Hekking. 5. a) Das Märchen vom Glück, Ernst Eckstein, b) Die Brandstifterin, Julius Kehlheim( Karl Zander). 6. Zeitbilder, große freie Fantasie, H. Protze( Hermann Protze). Am Flügel: Dr. R. E. Lapini. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. heim, Lindenjfr. 3: Leben bez Bolistänge und ber Frühlingsfpiele. Moabit II: Schule am Stephansplak: Einführungsabend Gesundbrunnen: Schule Gotenburger Straße 7, Einführungsabend. Webbing- Norb. Schule Müllerstr. 48, Hauptversammlung. Rordoft I: Jugendheim Neue Königstr. 21, Bortrag: Bürgerliche und Arbeiterjugend." Nordring: Jugendheim Greifenhagener Str. 21, Einführungsabend. Rosenthaler Vorstadt:: Schule Gipsstraße 23a, Befprechung der Ostermanderung. Brenzlauer Borstadt: Jugendheim Danziger Str. 23a, Besprechung der Ofterwanderung. Brenz laner Borstadt: Jugendheim Danziger Str. 23, Einführungsabend. Schöne berg 1: Jugendheim Frankenstraße 10, Aussprache: Unsere Osterfahrt. Schöneberg II: Sdyule Frankenstr. 10, Bortrag: Der Lehrling im Mittelalter." Besten: Baugewerksschule Aurfürstenstr. 141, Mitgliederversammlung. Marienborf: Alte Schule, Dorfftr. 7, Mitgliederversammlung.-Neuföll III: Jugendheim Rogatftr. 53, Mitgliederversammlung. Reukölln V: Jugendheim Schierfeſtr. 44, Mitgliederversammlung. Ropenid: Jugendheim Grünauer Str. 5, Jahres- Mitgliederversammlung. Reinidendorf- Oft:„ Geebad", Refidenaftr. 46, Einführungsabend. Reinidendorf- West: Sportplan, Scharnweberstrade Besprechung aur Osterfahrt. Rosenthal: Schule Rastanienaffee, Mitgliedervesammlung. Tegel: Jugendheim Bahnhofstr. 15, Mitgliederverfammlung. Buchhola: Lobal von Roffad, Sauptstr. 71, Jahresmitglieder versammlung. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bropagandaausichuk ber Auslandsdeutschen, Roliniolbeutschen und Grenz landdeutschen für Gewährung einer neuen Entschädigung, Berlin S. 68Friedrichstraße 215. Große öffentliche Rundgebung am Dienstag, den 7. April, 8 Uhr, in ber Stofballe des Stadthaufes, Ede Stralauer und Klosterstraße ( Eingang Alofterstraße). Jeber Geschädigte muß zu dieser Rundgebung unbe dimat erscheinen. Es handelt sich darum, die Nachentschädigung fofort und nicht nach einem Jahre au erhalten. Arbeitez- Abftinentenbund. Ostern: Treffen in Frankfurt a. b. Ober. Licht bilbervortag( Adolf Roch), anschließend Fahrt. Treffpunkt Sonnabend 4 Uhr Roppen, Ede Madaiftraße oder Frankfurt a. d. D.( Jugendherberge). Theosophische Gesellschaft, Zweig Berlin. Mittwoch 7% Uhr in den Gefellfdjaftsräumen Milhelmitt. 120, Studienabend: Sterben und Auferstehen." Mit Distuffion. Eintritt frei. Arbeiterfängerbund, Gau Berlin. Wir verweisen untere Gangesfreunde nochmals auf das am Dienstag, 7% Uhr, in ber Garnisonfirche, Neue Friedrichftraße, ftattfindende Ronzert des Rheinischen Morigalors aus Duisburg. Ratten zu 1 M. find an der Abendtaffe zu haben. Mansfelder Seimatsverein Berlin( Gebargs- und Geekreis). Mittwoch, den 8. April, 8 Uhr, Bereinsabend in den Akademischen Bierhallen, DorotheenStraße 8. Ede Charlottenstraße( Nähe Bahnhof Friedrichstraße). Landsleute willkommen. Schriftführer: Alexander Reinhardt, Berlin W. 50, Ansbacher Straße 7. Geschäftliche Mitteilungen. Altbewährt. Biele Schuhcremeforten gibts, schlechtere und beffere. Manche Creme ift zu hart und macht im Auftragen Schwierigkeiten, oft wurde ein scharf riechendes Del verwendet, trotzdem die Creme als Terpentinölware" bezeichnet wurde u. f. f. Man muß daher eine Marke laufen, die garantiert immer in gleichmäßig guter Qualität geliefert wird. Nigrin- Ertra, die reine Terpentilölwere, ist seit Friebensschluß in absolut gleichmäßiger, reiner Qualität im Handel. Riari- Ertra gibt in 3 Sekunden wundervollen Hochglanz und macht gleichzeitig bas Leder weich, wasserdicht und dauerhaft. Sport. Osterrennen in Treptow. Am Ostermontag findet auf der Renn babn reptom bas zweite diesjährige Rennen statt. Das Programm umfaßt für Dauerjahrer den fleinen und großen Ofterpreis und für lieger ein Vorgabefahren und Punktefahren über 20 Runden, bel beur jede zweite Runde gewertet wird. ruptat, der Sieger des ersten Rennens auf der Olympia- Bahn, und der Schweizer Wegmann sind für die Dauerrennen bereits berpflichtet worden. Die Verhandlungen mit den weiteren Fahrern stehen furz vor dem Abschluß. 3 Tropfen Kaol Metall- Oel- Jolitur besser als Putzwasser GU Arbeiter- Sport Kartell- Hallensportfest. Das herrliche Frühlingsmetter beeinträchtigte am Sonntag ben Besuch des dritten Hallensportfestes im Sportpalast, das der Kartell verband für Sport und Körperpflege veranstaltet hatte. Jede Sparte führte einen Ausschnitt der Leibesübungen vor, sodaß ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Programm entstand, das fie. ben Stunden währte. Der 3med der Veranstaltung, die Bor führungen vorbildlich und agitatorisch wirken zu lassen, dürfte vollPommen erreicht warden sein. Naturgemäß fanden die Darbietimgen der Arbeiter- Artisten, die zum ersten Male bei einer Hallenveranstaltung in Erscheinung traten, den stärksten Beliall. Vier Spe. zialnummern waren gemeldet, barunter zwei Geweros, fomische Afrobaten, vier Buttons, plastische Gymnastik, und zwei Windhors am breifachen Red. Die Amateurleistungen wurden von den besten Vertretern des Arbeitersports ausgeführt. Im Rin gen standen sich drei Gewichtsklaffen gegenüber; die Kämpfe gingen über eine Zeit von 10 Minuten pro Kampf. Das Bogen fonnte Gelegenheit bieten, sich von der guten Seite dieses Sports zu unter. richten und sich darüber zu orientieren, daß im Arbeitersport doch eine andere Auffassung über die Ausführung der Kämpfe herrscht. Es gab einen Trainingskampf über 3 Runden zu 2 Minuten; die heiden Kämpfer hielten sich im Können die Wage; man, merite ihnen die Erziehung zu Sportsleuten von Qualität on. Im Feder newicht traten fich Schöpp( Siegfried 09), 113 Pfund und Schent( Zurich), 112 Pfund, gegenüber. Sieger war Schent in der zweiten Runde durch t. a. Der Schiedsrichter hätte beobachten müssen, daß einer der Rämpfer sich öfters festhielt. Der Kampf im Weltieroewicht befriediate menia; Adankewig ( Siegfried 09), 132 Pfund, ftand Müller( Zurich, 130 Pfund, regenüber; es fehlte beiden an Ringerfahrung und Stil. Jius Sitsu, die Selbstverteidigung, wurde so vorgeführt, daß die praf. tische Anwendung demonstriert und die einzelnen Griffe und Ab. mehrmaßnahmen erläutert wurden. Die Schwimmsparte des Firbelter- Turn- und Sportbundes, Kreis 1, führte in der Masse Trodenschwimmübungen zur Vorbereitung für das naffe Element 1: DT. Die einzelnen Tempos des Schwimmens wurden gezeigt und 31 jeder Uebung eine Erflärung abgegeben. Die Kinder der Ab. teilung Gesundbrunnen des Berliner Arbeiter- Schachflubs zeigten ein gutgeleitetes lebendes Schachspiel; in Kostümen der harstellenden Figuren wurde auf einem Riesenschachfeld jeder Zug hes Spiels zur Beranschaulichung gebracht. Einen großen Teil des Brogramms bestritten die Leichtathleten; eine Hochsprung. tiege mar aus den besten Springern zusammengesetzt. Die ver ichiedenen Stafettenfämpfe wurden als Endfamnfe ausgetragen, die Rundenstafetten derart, daß ein Teil der Mannschaften, die schon vorher durch den Sportausschuß ihrer Befähigung nach einge. teilt worden waren, die Bielseite als Start und Wechsel benutzten, ährend die anderen Mannschaften auf der gegenüberliegenden Seite gewertet wurden. Der Turn- und Sportverein Fichte martete schließlich mit Uebungen am Red, Barren und ferd auf. Die gewaltige Schau bewies den Zuschauern, daß durch Inftematische Körperschulung nicht nur turnerische Fertigteiten erreicht merden, sondern vor allem jene Harmonie der Bewegung, die eine Berbringung der Schönheit darstellt. Refuitate: Beichtathletik, Sportlerinnen, 10 x 50 meter. Sauf A: 1. Fichte 9a 1 1:34; 2. Lidhtenberg 1:37; 3. Fichte. Lauf B: 1. Fichte 3 1: 38,3; Gild- Oft II Meter zurüid. 3. Schöneberg. Turnerinnen: 1. Fichte 9a II 1: 37, A. 2. Fichte 5 1; 41. Jugend( Turner). 10 x 1 Runde: 1. Fichte 1 4:07. 2. Magbeburg 4:74. Sportlerjugend: 1. Reukölln 3: 56,3. 2. AGC. 3. Gildoft. Männer, 4 x 1 Runde( Waffersportler, Fußballer, Soden): 1. Lichtenberg 1,38,2 2. 6. 1: 39,5. 3. Neukölln I( Freie Schwimmer). Lauf A( Turner): 1. Fichte 14 1: 22,4. 2. Grünau 1: 85,2. 3. Fichte 16. Lauf B( Turner): 1. Charlotten burg II 1: 35,3. Fichte 16 II 1: 35.5. 3. Gönholz.( eltere Gortler): 1. SüdOft 1: 38,2. 2. Moabit 1:40. 3. Reutön. 20 2 Runben. Lauf B: 1. Neuföln 17: 30,2. 2. Fichte 3,25 Meter Aurüd. 3. Grünau. Bauf A: 1. ASC. 2. Fichte- Silb- Oft. 3. Fichte- Glib. Hochsprung: 1. Lippert- Lichtenberg. 2. Raien GC. 3. Gänger- Fichte- Süd- Ost. 4. Rerbe- AGC. 5. Teller- Fichte- Beft. Sä ich 1,61 meter. Ringen. Leichtgewicht: Mener( Zurich) gegen Hentschel ( Berolira) unentschieden. Bantamgewicht: Droas( Berolina) gegen Engelhardt Nord- West) unentschieben. Schwergewicht: Bohme( Siegfried 09) gegen Road ( Nord- Oft). Sieger: Bohne( Siegfried 09). Workampf. Federgewidt: Schöpp ( Siegfried 09), 113 Bfunb, gegen Schen!( Zurich), 112 Pfund. Sieger: Schent in der 2. Runde durch t. D. Weltergewicht: Adantemiz( Siegfried 00), 132 Pfund, gegen Miller( Zurich), 130 Bfund. Sieger nach 3 Runden unent schieden. Jiu- Jitsu: Haufe gegen Lups unentschieden. Schachpartie: Rinder: Schwarz: Opfendorf. Weiß: Weinhard. Sieger: Weiß, Weinhard. Socken: Oft regen Weft 3: 0( 1: 0). 1 Turnerinnen- Werbefest. • 3 t. Bei dem herrlichen Frühlingswetter am Sonntag wären wohl die meisten lieber in die neuerwachende Natur hinausgewandert. Trotzdem war die Zentral- Turnhalle Prinzenstraße leidlich gut be jucht 150 Turnerinnen der Freien Turnerschaft GroßBerlin eröffneten das Fest am Sonntag mit einem Einmarsc) nach Musik und anschließendem Gefang. Schnell wird der Innen raum frei gemacht und die Abteilung Süden zeigt Straff Freiz übungen nach Mufit, fräftig und eraft durchgeführt. Dann führt die Gesamtheit ein allgemeines Geräteturnen an allen verfügbaren Geräten vor. Besonders beachtet wurde hierbei die Frauenriege. Dann gibt es Volkstanze zu sehen, Often im Badekostüm, Norden II im Dirndlfleid mit nadten Füßen. Die große Vereinsriege turnt nun an drei Pferden und vier Barren, 70 Turnerinnen, im Taft und guter Ausführung leicht und schwie rige lebungen. Eine Pendelstafette 10X40 meter bringt lebhafte Bewegung in alle Anwesenden. Ein imposantes Bild boten die allgemeinen Freiübungen nach Musif, die letzte llebung insbesondere ein deutlicher Antlang an Jutta Klamts gymnastische Ausdrucsübungen. Es folgt ein interessanter Mannschafts. Hochsprung, der Anregung zu recht fleißigem leben geben sollte. Abteilung Osten zeigt gute Gruppenübungen mit fleinen Riegen. Dann folgt eine allerliebste Sache von Wedding, Rhythmische Gym nastik nach der Klamt- Schule. Das Aesthetisch- Schöne des arbeitenden Körpers zeigen die luftig weißgetleideten Figuren. Hier fehlt tas Schematische, wie es fonst dem Freiübungsturnen eigen ist. 3war üben alle das gleiche, aber jede lebende formt aus eigenem Empfinden, ein Symbol der Zusammenarbeit von Körper und Geift. Anschließend wieder ein Kampfbild des Eports, die inter cifanten Berfolgungsftafetten. Dann Musternedspiele der Abteilungen Wedding, Südosten und Westen. Den Schluß bildet ein imposantes Schaustück, die Massenpyramiden, den ganzen Saal einnehmend, bunt und lebendig, geschmückt mit einer großen Bahl roter Fähnchen, und in der Schlußgruppe die Enthüllung der ron den Turnerinnen geftifteten Vereinsfahne, stürmischen Beifall ermedend. Alle Vorführungen wurden lebhaft applaudiert und dürfte der Ruf: Kommt zum Turnen! woh sicher nicht vergeblich gewesen sein. Einen vollen Erfolg brachte der dann folgende Unterhaltungsabend im Gewerkschaftshaus, deisen Programm zumeist nen der Jugend bestritten wurde. Rezitationen, Vorträge, Volkstänze, rhythmische Uebungen mit guten plastischen Stellungen. Hier wurde auch die neue Vereinsfahne, die das Internationale Arbeiter. portfest in Frankfurt a. M. mitmachen soll, mit einer fleinen Feier dem Berein von den Turnerinnen übergeben. Refultate: Sofprung. a) annfchaften: 1. Often, Durchschnitt 1,28 Meter, 2. Webbing 1,22 Meter, 3 Gülben 1,21 Meter. b) Einzelfvrlinge: 1. Bleul Often 1.38 Meter, 2. Rau- Webbing und Rauschke- Often 1.33 meter. 10 X 40 meter Benbeltafette. Lauf B: 1. Often 2 in 1 Min. 7 Set. 2. Often 3 und Wedding in 1 min. 9.1 Get. Lauf A: 1. Often in 1 min. 1,4 Get. 2. Webbing in 1 min. 2,4 Get. 3. Gülben in 1 min. 4 Gef, 50 X 80 Meter- Berfolgungstafette. 2auf C: 1. Often III 1min. 13,6 Geft. 2. Wedding II 1 min. 16,4 Get. Lauf B: 1. Webbing II 1 Min. 12 Get 2. Often II 1 min. 13,2 Get. Lauf A: 1. Bedding 1 min. 8,2 Gef. 2. Süben 1 Min. 11 Get 1 Die Ankündigung der Arbeiter- Jußballspiele um die Meister. schaft des 1. Kreises in infolge eines technischen Versehens om Sonntaa früh nicht erschienen. Wir bitten unjere Lefer, diefe Ber raumnis au enthuldigen. Gaukonferenz der Naturfreunde". Im schönen Jugendheim des Bezirks Friedrichshain in der Ebertnstraße versammelten sich am Sonnabend und Sonntag zum erstenmal nach der Auflösung des Gaues Brandenburg die Vertreter der Brandenburger und der Pommerschen Gruppen des Touristenvereins Die Naturfreunde", Zentrale Wien, zur erneuten zu lemmenfassung ihrer Ortsgruppen zum Gau, dessen zufünftige Gestaltung durchaus dem Naturfreundegeist entsprechen wird. Aus 31 Ortsgruppen der Provinz und sämtlichen 14 Berliner Bezirksgruppen waren die Delegierten herbeigeeilt, um in diefer Konferenz den Neuaufbau des Gaues abzufchließen. Nur 10 fleine Provinzgruppen hatten ihr Nichterscheinen zur Konferenz mit der schlechten finanziellen Lage der Gruppen entschuldigt. Die oben erwähnten Delegierten von 45 Gruppen vertraten insgesamt 2000 Naturfreunde. Der Sonnabend vereinigte alle Erschienenen zu einer kurzen Begrüßung und einem gefeüigen Beisammensein, dem Arbeitserfahrungen ausgetauscht und Freundschaften geschlossen wurden, die für die folgenden Verhandlungen um alle ein gemeinsames Band woben und damit die Sach lichkeit der Verhandlungen garantierten. Die eigentliche Tagung am Sonntag war durchaus vom Geist der Zusammen gehörig feit getragen, wie ihn die fünftige Arbeit erfordert zum ersten Buntt der Berichte fanden die vergangenen Tage noch einmal fachliche Würdigung. Im allgemeinen sprachen die Berteter der verschiedenen Gruppen ihre Befriedigung über die jetzt ge fundene Lösung des Konflikts aus, nur zwei Redner hielten eine minder scharfe Entspannung der Lage für beffer. In einer gegen eine Stimme angenommenen Rundgebung wurde das Borgehen 400 100 des Zentralausschuffes begrüßt und ber provisorischen Gauleitung für ihre Arbeit das vollkommene Bertragen der Gaukonferenz ausgesprochen. Einig war sich die Konferenz fernerhin darin, daß man den aus der Organisation ausgeschiedenen Mitgliedern gegenüber ein durchaus loyales Verhalten an den Tag zu legen habe. Von Ende des Jahres 1924 vorhandenen rund 2600 Mitgliedern im Gau zählen sich noch jetzt mehr wie 2100 zu den Ortsgruppen und Berliner Abteilungen, die dem Neuaufbau und der Neugestaltung der Dinge ihre Zustimmung gaben. Im zweiten Bunft der Tagesordnung ward ein skizzenhafter Ueberblid über die zufünftige Arbeit gegeben. Für besonders wichtig wurde dabei im Referat des Genossen Löwenstein mie auch in der Diskussion die Erziehungsarbeit in den Kindergruppen anerkannt. Auch der Frage des Jugend herbergemerfs und der Zusammenarbeit mit den Jugendämtern wurde besondere Bedeutung zugemessen. Die rage des eigenen Hüttenbaues wird im kommenden Jahre mit Energie in Angriff genommen werden. Zu diesem Zwed soll die schon seit längerer Zeit bestehende Naturfreundehaus.Gel. m. 6. H. ihre Wirksamkeit weirer in den Gau hinaustragen und zu einer guten Gaugenossenschaft ausgebaut werden. Für die Arbeit im Berband für Jugendherbergen und in den Jugendämtern resp. den Ortsausschüssen für Jugendpflege sollen Richtlinien den Ortsgruppen Handhaben geben, wie sie ihre Stellung hierzu zu formen haben. Einige gute Worte wurden dann noch für die Arbeit in den Gruppen gefunden, die dem Zwed des Zusammenhalts der Mitglieder auf Wanderungen und festlichen Veranstaltungen und der geistigen Fortbildung dient. Die Wahlen zum Gauvorstand ergaben die Delegation der Genossen Bulan, Trapp, Sinn, Damniz, Schmidt, Lotte Berger, Bottgießer, Lau, Balfe- Copenid und Baumann- Hennigsdorf in diese leitende Körperschaft der Naturfreunde. In furzer Debatte wurde dann noch zur Hauptversammlung und zu verschiedenen organisatorischen Fragen Stellung genommen. Dr. Unblutig AD an seine lieben Berliner. Ein neues großes Preisausschreiben der Kukirol- Fabrik. 10.000 Goldmark in bar für echten Berliner Mutterwitz. Erster Preis 1000 Goldmark in bar. Liebe Berliner! Sie habes mich bel meinem vierzehntägigen Berliner Aufenthalt höchstpersönlich kennengelernt, und zwar durch meine Rundfahrten in meiner WeltreiseVilla. Mit diesem großen Wohuauto reise ich durch ganz Europa, um meine lieben, leidenden Mitmenschen auf dio Notwendigkeit der Kukirol- Fußpflege, kurz Kukirolen" genannt, hinzuweisen. Sle baben mich teilweise mit einem drellachen Ku- ki- ro!, im allgemeinen aber mit großem Jubel und freudigen Zurufen begrüßt. Ich habe daraus zu meiner Freude ersehen, daß Sie mir viel Sympathie entgegenbringen, und es ist mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen hierfür meines besonderen Dank auszusprechen. Doch ein leder Mensch hat nicht nur Freunde, sondern auch Gegner. Diese Gegner werden zu bissigen Felnden desjenigen, der bekannt und berühmt wird. Sle beneiden dann dlesen Jemand", well sie selbst Vellchen stud, die noch kaum im Verborgenen blühen, es im Leben aber jedenfalls zu, nichts bringen konnten, da ihnea Mat und Unternehmungsgeist fehlen. Auch Ich habe selbstverständlich solche Gegner, es sind aber nur wenige, und Sie werden vergeblich große Geister unter dlesen Herren suchen. Ein kleiner Friedenauer Drogist, der bel seinen rückständigen Anschauungen auch nur ein kleiner, unbedeutender Mann bleiben wird, sägte zu einer Dame, die bel Ihm eine Packung Kukirol kaufen wollte: ,, Sehen Sle, da fährt gerade der Dr. Unblutig in seiner Weltrelse- Villa; das müssen Sie alles mitbezahlen, wenn Sie Kukirol kaufen." Die Berliner Dame antwortete darauf sehr schlagfertig ( die melsten Berliner Damen sind schlagiertig): ..Ich wünsche von Ihnen keine ,, Belehrung", sondern Kukirol. Wenn Sie mir aber für 73 Pf. ein derartiges Wohnauto besorgen können, dann wi!; ich es Ihnen gern schenken, denn Sle sind doch nur neldisch, daß Sie nicht in dem schönen Wagen fahren können." Das Gesicht dieses Sonderlings wurde darauf lang und fänger, er wickelte schnell dle geforderte Packung ein, vereinnahmte dafür 75 Pl. und begleitete die Dame mit etwas linkischen und verlegenen Komplimenten zur Tür. Dleso Dame aber beschloß, das Geschäft elnes Mannes mit so eigenartigen und rückständigen Ansichten nicht mehr zu betreten, sondern Ihre Einkäufe In Zukunft in einem anderen Geschäft vorzunehmen. Dieser Fall ist durchaus kelne Seltenheit. In der Provinz versuchen die Geschäftsleute derartige Praktiken gar nicht erst, well' sle auf ihre Stammkundschaft angewlesen sind, aber speziell In Berlin, der Stadt der kochintelligenten Einwohnerschaft, der Stadt der Hochbauten, der Hochfinanz, der Hochbahn, der Hochschulen, der Hochfrequenz, der Hochspannung und der Hochgenüsse, gibt es einige Apotheken- und Drogerlebesltzer, die weniger bekannte und weniger gute Präparate als die KukirolPräparate aufzureden versuchen, well sle an den Einzelpackungen dieser tellwelse geringwertigen Präparate mehr verdienen. Es sol aber ausdrücklich betont, daß diese Apotheken- und Drogerlebesitzer elno verhältnismäßig seltene Erscheinung sind. Es ist doch ganz selbstverständlich, daß schlechterè Präparate billiger sein müssen, wenn auch nicht im Verkauf, so aber doch im Einkauf, um sie überhaupt loszuwerden. sich Die Fabrikanten solcher Präparate, es handelt meistens um völlig unbekannte Firmen, schreiben für Ihre Mittel den gleichen Verkaufspreis vor, wie für unsere Weltfabrikate, gewähren aber den Wiederverkäufern einen etwas höheren Nutzen, au der Einzelpackung; somit ist der Elakaufspreis niedriger als bei unseren Präparaten. Diese Firmen spekulleren folgendermaßen: Die KukirolFabrik macht die Propaganda, und wir wollen nun versuchen, auf Kosten der Kukirol- Fabrik anderweitige Geschäfte zu machen. Lelder Gottes gibt es einige Geschäftsleute, die sich nicht scheuen, ein derart kaufmännisch unwürdiges Verbalten zu unterstützen, uur um des lieben Verdienstos willen. Die Wiederverkäufer haben Unkosten, auch sie wollea leben und müssen Geld verdienen, denn vom Verdienen sollen ja die meisten Menschen. loben. Aber der Nutzen, den die Verkäufer an den KakirolFabrikaten erzielen, ist durchaus nicht gering, sondern höchst angemessen. Er ist sogar noch größer als belm Absatz ähnlicher Präparate, da sich in den Kukirol- Fabrikaten viel größere Umsätze erzielen lassen. Der Neid um den raschen Aufstieg der Kukirol- Fabrik reizt nun einige Apotheken und. Drogerien zu dem Versuch. den Käufern unserer Kukirol- Präparate andere Mittel za verkaulen, well sie an diesen anderen Mitteln etwas mehr verdienen. Das verschwelgen sie selbstverständlich dem Publikum, dabel stellen sie aber dle bewußt unwahre Behauptung auf, daß die Propaganda der Kukirol- Fabrik, die sle sehr gedehnt als große Rebklahhmeb"( Reklame) bezeichnen, die Ware vertouere. Diese Behauptung ist, um ein gutes deutsches Wort zu gebrauchen, glatter Schwindel. Meine sehr verehrten Berliner, sehen Sie sich doch bitte einmal die Mittel etwas näher an, dle man Ihnen an Stello der Kukirol- Fabrikate aufzuhängen versucht. Warum kukirolen Milllonen? Warum wohl? Dock nicht wegen unserer großen ,, Rehklahhmel", die übrigens gar nicht das ist, was man im Volksmunde als Reklame bezeichnet, sondern eine Propaganda-, also eine Aufklärungsarbeit für einen, Ihren schwergeplagten Füßen zugute kommenden Kulturzweck. Lente, die sich Ihre Füße nicht waschen, bezeichnen diese Aufklärungsarbelt als„ Rehklahhmeh", und behaupten ferner, daß diese die Ware verteuere. Die Zeitungen bekämpfen diesen Unsinn kaum, oder doch nur unvollständig, obwohl gerade sie das größte Interesse daran haben müßten, die tellweise noch bestehende Voreingenommenholt gegen wirkungsvolle Propaganda za beseitigen. Darum wird dle Kuklrel- Fabrik hier in den nächsten Tagen an Hand von Tatsachen den Beweis erbringen, daß die Kukirol- Propaganda dle Kukirol- Präparato nicht verteuert. Sie werden dann auch Näheres über das neue KukirolPreisausschreiben erfahren, und ich bitte Sle schon heute, nächsten Anzeigen volle Aufmerksamkeit entgegenden zubringen. Alle Zuschriften, das Preisausschreiben betreffend, er. bitte ich an die Kukirol- Fabrik Kurt Krisp.. Verkaufsbüro Berlin W. 62, Kleiststraße 23, L. Telephon Stephan 5471. Dr. med. Unblutig, z. Zt. Chemnitz. Anpaddeln der JSC. In Tiefwerber, diesem dörflichen Idyll inmitten der Großstadt Berlin, zwischen Charlottenburg und Spandau, liegt das Bootshaus der Kanu und Segelabteilung" der Freien Schwimmer Charlottenburg 1904". Wer die Dorfstraße entlang geht, dem fann es noch hier und da bei der Begegnung mit einem alten Mütterchen oder einem alten grauen Seebären in Tiefwerder allerdings nur Fischer genannt passieren, daß ohne offizielle Bekanntschaft ein Gruß gewechselt wird. Diese ländliche Abgeschie denheit haben sich viele Wassersportvereine zum Standort ausgewählt und die Paddelabteilung der FSC. und der Ruderverein Collegia" find nicht die geringsten unter ihnen, obwohl die Mitglieder in beiden Bereinen Arbeiter sind, die nur auf ihre eigene finanzielle Kraft angewiesen sind. Der Arbeitseifer der Kanumänner und Frauen in den lezten Wochen bewies auch dem Unfundigen, daß es nun baid wieder losgehen wird". Die meist felbstgebauten Boote wurden instand gefeßt, hier ein Deck erneuert, Farbe, Lack, Politur taten das ihre zur Erneuerung des Kanus. Und als vorgestern der Fahrtwart den Befehl zum Cinsehen der Boote geben fonnte, um zum ersten Male in diesem Jahre die Fahne der Freien Schwimmer" auf der Havel wehen zu laffent, da präsentierten sich die Boote in gar festlichem Kleid. Fünfzehn Ranus traten die Reise nach Gatom an; für den fast ebenso großen Rest der Boote hatte die freie Zeit der Besizer noch nicht zum Instandsegen ausgereicht. Aber es war ein gelungener Anfang; bei der Energie echter Wasserratten die Paddler der FSC. leben ja nicht nur auf, sondern auch im Wasser wird man nicht erst bis zum Ende( der Saison) warten brauchen, ehe alles gut ist. Der Vorsitzende, Genosse Roloff, Charlottenburg, Nehringstr. 4, erteilt gern jede Auskunft. Schauschwimmen in Weißenfee. Der Arbeiter Schwimmverein Weißensee gab im Nordosten Berlins den Freunden des Schwimmsports Kenntnis über die geleistete Winterarbeit innerhalb des Vereins. Unterſtützt von Bermärts MD., Freie Schwimmer Norden, Freiheit und Tegel, gelang es den anwejenden Zuschauern in Einzel- und Stafetten- Bett lämpfen fowie in den beliebten Wasserballspielen guten Sport zu zeigen. Bu erwähnen fei bas gut durchgeführte Gruppenspringen und die Rethingsnorführungen mit Erläuterungen, die eindringlich vor Augen führten, mie notwendig das Schwimmen ist. 6. Pünktlich 7 Uhr im Selchenfaal ber 3. Oberrealfoule, teine Beant. furter Str. 5, Bortrag des Genossen Faltenberg über: Die Wahl des Reichspräsidenten." 5. 6. 7 Uhr Rosenthaler Sof, Rosenthaler Str. 11/12, Vortrag des Genoffen Edardt: ,, Sozialdemokratie und Präsidentenwahl." 6. Abt. An Stelle des Zahlabends Mitgliederversammlung bei Büttner, Schwester Str. 23, Vortrag des Genoffen Otto Meier, M. d. L.:,,Partei und Präsidentenwahl." Die Bezirksführer laden hierzu ein. 7. Abt. 7% Uhr Zahlabende bei Rube, Strehliger Str. 55, Döll, Bergftraße 71, Dams, Schlegelftr. 9, Beirau, Pflugstr. 1, Dieke, Bonenstr. 19. 9. Abt. 7% Uhr Artushof, Berleberger Str. 29, Bortrag der Genoffin BohmSchuch: ,, Die Reichspräsidentenwahl." 11. Abt. 7 Uhr bei Berger, Lenezowftr. 21. Tagesordnung: Stellung nahme zur Präsidentenwahl." 12. Abt. 7 Uhr bei Schmidt, Wicleffstr. 17, Abteilungsversammlung. 14. Abt. Bablabende in folgenden Lotalen: Start, Putbuser Str. 14, Gill. wald, Butbuser Str. 24, Bogen, Graunstraße, Ede Gleimstraße. 15. Abt. 7½ Uhr zahlabend bei Goldbach, Binetaplah 7 und Kunze, Aderstraße 49. 16. bt. 7 Uhr bei Krüger, Suffitffftr. 34, Mitgliederversammlung. Refe Genoffe Bartoczet. 17. Abt. 7 Uhr 8ahlabende bei Gerth, Tegeler, Ede Ennarstraße, Utnehmer, Samoa, Ede Triftstraße, Müller, Trift, Ede Tegeler Straße. 18. Abt. 7 Uhr Sahlabende in den bekannten Lokalen. 19. Abt. Bahlabende in den bekannten Lotalen. 20. Mot. 7 Uhr gemeinsamer Bahlabend bei Bontke, Schulstr. 74, Bortrag des Genossen Dr. Freund: Nach dem 1. Wahlgang." 21. bt. 8ahlabend in den befannten Lokalen. 22. 26t. 7 Uhr Bahlabende in den bekannten Lokalen. 25. bt. 7 Uhr Bahlabenbe bei Gott, Raeftner und Fahrenhofg. Zu allen brei Zahlahenden Vorträge. 20. Abt. 7 Uhr beiWichmann, Beißenburger Str. 1, Mitgliederversamm Jung. Bortrag des Genossen Ed. Zacher, M. b. L., über: ,, Die Partei aur Präsidentenwahl." 27. Abt. 7% Uhr Bahlabende bei Mehlberg, Gaudystr. 6, Bogdanowig, Sonnenburger Str. 1 und Pfeifer, Borhagener Str. 36 28. Abt. 7 Uhr in allen Bezirken 8ahlabend in den bekannten Lokalen. 30. Abt. 7 Uhr Schulaula Pappelallee 41/42, Bortrag des Genossen Ziska ber: Die politische Lage." 32. Abt. 7 Uhr Gruppenzahlabende: Gruppe Rluge bei Balentin, Kraut. straße 36a, Bortrag des Genoffen Siegle über: Die Reichspräsidentenwahl." Gruppe Meister im Bereinshaus, Markusstr. 89. Ref.: Genoffe Hildebrandt. Thema: Solidarität als Pflicht." Gruppe Teuert bei Aromphardi, Grüner Weg 49. Ref.: Genoffe Dr. Rallmann: Die Reichspräsidentenwahl." Gruppe Wartmann bei Wiehle, Rönigsberger Str. 5, Bortrag des Genossen Dr. Rawerau: Die Reichspräsidentenwahl." Die Funktionäre gehen zu ihren Gruppenabenden. Die Gruppenleiter, treffen fich um 7 Uhr bei Arpmphardt. 33. et. An Stelle des üblichen 8ahlabends Mittwoch, den 8. April, Funt. tionärtonferenz 71 Uhr bei Lojad, Bonenstz. 8. 34. Abt. Die 8ablabende werden noch bekanntgegeben. 7 Uhr Funktionär. Yonferenz bei Rosni, Gubener Str. 19. 35. bt. Bahĭabende 71 Uhr: 1. Töpper, Rigaer Str. 85, 2. Schule Gama. riterftr. 20. 3. Bombe, Boigtstr. 25, 4. Borkowski, Schreinerftz. 32. 38. bt. 71% Uhr Rahlabende in den bekannten Zotalen. Tagesordnung: ,, Die politische Situation." 39. Abt. 7% Uhr Jugendheim, Lindenstr. 3, Mitgliederversammlung. Bor. trag des Genossen Buttlamer: Die Partei zur Präsidentenwahl." 41. GE. 8 Uhr Gruppenversammlungen: Simon, Belle.Alliance- Str. 34 Schufter, Chamissoplay 4, Luße, Bergmannstr. 93, Mende ,, Gneisenau. ftraße 6. 42. Not. Zahlabend in den bekannten Lokalen. 43. Wbt. 7 Uhr Zahlabend in den bekannten Bokalen. Die Bezirksführer treffen fich eine Stunde vorher bet Bruhn, Gräfeste. 38, zu einer mich. tigen Besprechung. Stefultate. Sännerlagen stafette, 4 x 50 meter: 1. Tegel 2: 80,8. 2. Freie Schwimmer Norben 2:31. 8. Freiheit 2:36. Anabenbrufiftafette, 4 x 50 Meter: L. Weißenfee- Neptun 3: 13,8. 2. Freiheit( distanziert) 3:19. 3. Norden( bistan ziert) 3:29. Telleriauchen: 1. Spumistrat 10 Teller 47; 8. 2. Schult 9 Teller 58: 6. 3. Schröter 6 Teller 39; 6. Männliches Jugendbrustschwimmen, 50 Meier: L. Brette 43. 2. Reigert 44. 3. Fröhlich 47. Männliches Jugendschwimmen, beliebig, 50 Reter: 1. Bölfe 34; 2. 2. Miethe 34; 6. 3. Beterrit 36: 5. Mädchenbrustschwimmen, 50 Meter. 1. Stcinte- Norben 50; 0. 2. Schreiber- Weißenfee 15: 2. 3. Schreiber- Beißenfee 56: 3. Frauenbrufschwimmen, 50 meter: 1. Bach mann 52. Anabenbruftfchwimmen, 1. Sauf: 1. Brekte 48. 2. Müller 40: 4. 3. Lange 52; 1. 47. Abt. Babciftafette, 3 x 25 Meier: 1. Weißenfee 1: 80,4. 2. Freijeit 1:40. 3. Teget 1; 44. Männerbenfimmen, 100 Meter: 1 Genger 1: 29,3. 1. Marquart 1; 86,8. 8. Bongert 1:59. Sugenblagenftafette, 4 x 50 Meter: L. Neptun- Weißensee 2:50. 2. Freiheit 2: 87,6. Wafferballweitwurf: 1. Kühne 21 Meter. 2. Dehnel 18 meter. 9. Spumistet 17,5 Meter. 4. Rörner 17,5 Meler. Weibliches Jugendbenstschwimmen, 50 Meter: 1. Ramia 51; 4. L Manste 52. 3. Behrendt 54. Wafferballspiele: Sugend Weißensee- Freiheit 1: 1. Männer Weißenfee- Tegel 8: 7. Ausscheidungsfämpfe zur Arbeiter- Olympiade im Straßenrennen. Am Sonntag hielt der Arbeiter- Radfahrerbund„ Solidari ät" auf der Chaussee zwischen Schönwalde und Gr.- Schönebed eine Rennen zur Ausscheidung für die Arbeiter- Olympiade in Frankfurt a. M. ab. Die Beteiligung war sehr groß. Auch die Beistungen waren trotz starten Windes sehr gut. Nachstehend die Ergebnisse: 10- Kilometer- Rennen, Alaffe B und C. Alaffe B: Sieger Sermann Wegener 10: 11,2. 6. 2bt., laffe C, Altersflaffe: Sieger Johann Eichler 21 Min. 20kilometer- Rennen, Gleger: Berner Mahlow 49: 11,2, 6. st. 50- Rilometer Mannschaftsrennen, Fahrseit 2 Stunden 14 min. 43% Set. Mannschaft der Abteilung. Bisher Rennsport pflegende Ableitung: 1. bt.: Sigung 1. und Freitag im Monat Bausener Straße. 2. Abt: Gigung 1. und 3. Mittwach im Monat Friesenstr. 13. 6. Abt.: Gigung 1. und 8. freitag im Monat Schwebter Straße 23. 7. Abt.: Situng 1. und 8. Mittmod im Monat Rolonieftr. 147. 1. Abi: Sigung 1. und 3. Freitag im Monat Sulfit. 114. 25 Jahre Arbeiiez- Kurunszein! Freie Turnerfchaft 2inten. jerg- friedrichsfelbe feiert im Auguft thr 25 jähriges Bestehen. Die mis diglen Anlak vorgefeheuen Beranstaltungen( Sommers, turnerifche und eichtathletische Borführungen) am 29. und 80. Auguft follen zu einer groß gigen Werbetätigteit ausgebaut werden, und werden zu diesem Zmede die reisnereine zur Teilnahme eingeladen. Das den Bereinen in nächster Seit gehende Rundschreiben mit Fragebogen bitten wir genau au beantworten. Athletik- Sport- Club c. B. Leichtathleitt Soden Rudern. Männer, Frauen und Jugendabteilung. Geschäftsstelle: Rurt Liebruds, Berlin D. 34, Eilfiter Str. 46. Dienstag, den 7. April, Badeabend in der Badeanstalt Sollingsbrüde um 8 Uhr. Donnerstag, den 9. April, Training auf dem Fichte- Platz in Baumschulenweg um 6 Uhr.( Schriftführer der Soden- Abeilung: Billi Mielte, Berlin O. 34, Weidenmeg 27. Donnerstag, den 9. April, Eraining auf dem Plak Geklerstraße. Anschließend um 19 Uhr Sigung bei Rittelmann. Das Erscheinen aller ist Bflicht. Ruberpezein Collegia e. B., Charoitenburg( Bootshaus an der Savel). Sigung in diefer Woche am Donnerstag, 8½ Uhr, im Restaurant Thunad, Charlottenburg, Bielanoftr. 4. Sportlartell, 11. Besirf( Göneberg- Friebenau). Mittwoch, 8. pil, 7 Uhr, bei Lehmann, Frig- Reuter- Straße, Ede Marstraße, Mitgliederversammlung. Bichtige Tagesordnung. Erscheinen aller ist notwendig. Freie Eurnerschaft Wilmersdorf. Dienstag, der 7. April, 8 Uhr, im Turner. jeim. Württembergische Straße, Frauen und Jungmädchenversammlung ber Abteilung. Freitag, den 10. April, Bartie nad Klein- Machynow. Treffpunit Uhr Turnerheim. Sonnabend, den 18. April, Bierteljahresversammlung. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Grsapmahlen. 3. Anträge. 4. Berschiedenes. Anträge müffen bis zum 11. April eingereicht, fein. Freie Turnerfchaft Lichtenberg Friedrichsfelbe. Wegen Reinigung ber Turnballe findet die Bereins- Borturnerstunde für Frauen nicht am 8., fonbern Mitt woch, den 22. April, in der Schreiberhauer Straße fiatt. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68. Lindenstraße 3, für Groß- Berlin flets en bas Bezirkssekretariat, 2. Soi. 2 Trep. rechts, an richten 4. Kreis Prenzlauer Berg. Berichtigung: Dienstag( heute) 7 hr Sigung bes erweiterten Rreisvorstandes bei Alug, Danziger Str. 71- Lin 6% Uhr ebenda Funtionärinnenfonferens.( Nicht Funktio närfonferens.) An der Areisvorstandssitung um 7 Uhr önnen außer ben Abteilungsvorstandsmitgliedern auch andere Barteifunttionäre teilnehmen. 6. Areis Kreuzberg. Seule Dienstag 8 Uhr erweiterte Areisvorstandssigung bei Schmeidardt, Rapenider Str. 166. Jn diefer wichtigen Sigung mug jebe Abteilung auch burch die Abteilungsleiterin vertreten fein. 7. Areis Charlottenburg. Ortsaussouß für Arbeiterwohlfahrt und Rinder. jchup. Donnerstag, den 8. April, 8 Uhr, Rathaus, Rimmer 5, Sigung aller in der Wohlfahrtspflege tätigen Genoffen und Genoffinnen. 11. Krets Schöneberg- Friedenau. Zeitungstommiffionsfigung fällt der Kreisvorstandsßigung megen aus. Heute, Dienstag, den 7. April: 20. t. 7 Uhr funktionärsigung bei Frits. am Dienstag 51. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr Funktionärversammlung bei Lehmann, Röntgsweg 84. Mittwoch Zahlabend in den befannten Lotalen. Sages. ordnung: Die Lommenden Wahlen." 137. Abt. Meinidendorf- West. Die Funktionärfonferenz am Dienstagabend findet wegen der Kreisvorstandssigung nicht statt. Jungsozialistengruppe Süben. 8 Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenstz. 8, Gruppenabend. Fortjehung der Diskussion über: Das Görlizer Programm." Besprechung der Ofterfahrt. Gruppe Tempelhof Marienbort. 7 Uhr Jugendheim Tempelhof, Snaeum Germaniaſtr. 4/6, Bortrag bes Genoffen Fromm. Gruppe Lichtenberg. 7% Uhr Jugendheim Bork. aue 10, Gruppentbend. Morgen, Mittwoch, den 8. April: Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin! 3. Abt. Bahlabenb 7% Uhr bei Schulz, Stallschreiberstraße und bei Rrliger, Engelufer 23. Zum Chaskinfun 44. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus und findet am 22. April ftatt. Pünktlich 6% Uhr treffen sich die Funktionäre bei Rraufe, Ma riannenplag 22, zur Entgegennahme wichtiger Mitteilungen zum 8ahlabenb. Die Bahiabenbletter mügen da fein. 7% Uhr 8ahlabenbe in fol. genden Lokalen: 82. unb 83. Bez. bei Timpe, Naunyn, Ede Adalbertftraße, 97. Bez. bei Lier, Naunynstr. 9, 98. und 99. Bez. bei Giedentopf, Muskaner Str. 85, 100.- 102. Bez. bei Schweilhardt, Röpenider Str. 166, 103., 105. Bez. bei Pflug, Mustauer Str. 1. 48. D. 7 Uhr bei Gliefing, Waffertorstr. 68, Mitgliederversammlung. Bericht der Abteilungsleitung und Neuwahl derselben. Charlottenburg. 52. t. 7 Uhr 8ahlabend und Abteilungsverfammlung bei Bittner, Raijerin- Augusta- Allee 52. Referent: Genosse Schiff. 53. Abt. 7% Uhr 8ahfabend in den bekannten Lofalen. Tagesordnung: Stellungnahme zur Abteilungsvorstandswahl. 67. bt. Grunewald. 8 Uhr Abteilungsverfammlung Lokal Gruza, Hubertusbader Str. 8. Tagesordnung: Neuwahl des Abteilungsvorstandes. Bor ftandsmitglieder und Bezirksführher zur Vorbefprechung ein halbe Stunde frither. " Wilmersdorf. 69. t. 71 Uhr bei Andreas, Pfalzburger Str. 55, Bortrag 70. Abt. über: Die Krisen der legten Wochen." Ref.: Genoffe Hädice. Thema: 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Aroiß, Holsteinische Str. 60. Die Reichspräsidentenwahl." 71. Abt. 8 1hr Bahlabend bei Jonas, Durlacher, Ede Bruchsaler Straße. Die Bezirksführer laden ein. Wahl. Tiften find mitzubringen. Vortrag des Genossen Dr. G. Rosenfeld:„ Die Bräsidentenwahlen." 72. Abt. 8 Uhr bei Schröder, Auguftaste. 59, Bortrag des Genossen Felgentreu: Partei und Bräfibentenwahl." 74. Abt. geblenborf. Seute, Dienstag, abends 8 Uhr, wichtige Funktionär fitung im Parteilotal. Schöneberg. 77. bt. 71 Uhr Sahlabende: 1. Bea Mitbe, Rollendorfftt. 16, 2. Bez. lcgens, Barbaroffafte. 5a, 3. Bez. Wittkowski, Martin Luther Straße 78,4 Bes. Will, Martin- Luther- Straße 69. Tagesordnung in allen 8ahlabenden: Die Reichspräsidentenwahl." 78. Abt. Der 8ahl79. 6. abend fällt aus und findet Mittwoch, den 22 April, ſtatt Pünktlich 8 Uhr Bahlabenbe: 1.- Bez. Arndt, Baugener Str. 10, 4. bis 6. Bez. Groß, Eebanftr. 17. Ref.: Genosse Bernhard Krüger, 7. Bez. bei Bobesus, Sachsendamm, Ecke Reichardtstraße, 8. Bez. Achtenhagen, Sied. Lung Linbenhof. Ref.: Genoffe Theet: Thema: Reichspräsidentenwahl unb Becußen." 81. b. Friebenen. Binfilic 8 Uhr Begizts. unb Sahlebenbe: 1-8. B. Alabe, Handjernftr. 60/61. Ref.: Genoffe Prof. Dr. Beß: ,, Materialistische Weltanschauung." 4.- 6. Bez. bei Baginsti, Taunusstt. 7. Genosse Wilberg- spricht über: Die Präsidentenwahl." 82. Abt. Steglig. 8 Uhr wichtige Funktionärkonferenz bei Thiel, Albrecht. Straße 87. 85. Abt. Tempelhof. 7 Uhr Generalversammlung bei Stuhlmann, Dork. ftraße 49. 86. bt. Marienborf. 7% Uhr gemeinsamer 8ahlabend Schulbaraden, Rönigftraße. Ref.: Frau Dr. Wegscheider- Ziegler, M. b. R.:,,Warum müssen mir Marr wählen?" 1 88. bt. Lichtenrabe. 7 Uhr Mitgliederversammlung Schule Roonftraße. Borstandssigung eine halbe Stunde vorher. Wichtige Tagesordnung. Reukölln 89. Abt. 7% Uhr in der Klause", Rottbuser Damm 13/14, Mit gliederversammlung. Tagesordnung: Regierungsbildung in Preußen." Ref.: Genoffe Harnisch, M. d. 8. 2. Neuwahl der Abteilungsvorstandes. 3. Berschiedenes. Pünktlich 6 Uhr vorher bei Schulz, Sobrechtstr. 64, Vorstands- und Funktionärsigung. 93. Abt. 7% Uhr bei Wolf, Kirchhofftraße 41, Abteilungsversammlung. Vortrag des Genoffen Plettner: Die Partei zur Reichspräsidentenwahl. 2. Neuwahl des Abteilungs. norstandes. Die Bezirksführer laden hierzu ein. 94. Abt. 7½ Uhr Bahlabende: 51./52. Bez. bei Relling, Selchowstr. 11, 64-67. und 77./78. Bezirk bei Günther, Schillerpromenade 11, 68 und 76. Bez. bei Schröder, Steinmetstr. 52.- 95. bt. 7% Uhr Abteilungsversammlung bei Grieger, Leffingstt. 9. Thema: Die Reichspräsidentenwahl." Einladen! 97. Abt. 7 Uhr 8chlabende: 79., 89. und 92. Bez. bei Augti, Leine straße 1, 90. und 91. Bez. bei Fischer, Barthestr. 67, 104.- 106. Bez. bei Krüger, Emfer-, Ede Reieffstraße. Referenten: Heitmann und Gerstenberger. 104. 6. Rieberschöneweibe. 7½ Uhr Generalversammlung bei Schmidt, Ber liner., Ede Rudower Straße. Bortrag der Genoffin Gertrud Hanna, M. d. 2.: Die Reichspräsidentenwahl und die Sozialdemokratie." 105.Ast. Ablershof. 8 Uhr Sahlabend beim Genossen Pitscht, Gedanstr. 25, und Bogel, Bismardstr. 74. Tagesordnung: Warum für Marg?" 108. Abt. Röpenid. Die Zahlabende finden nicht statt. Dafile am 15. April Generalversammlung im Stadttheater. Sichterberg 115. Abt. 7 Uhr Zahlabende: 1. Gruppe bei Gonell, Gcharn. weberstr. 47, 2. Gruppe bei Lohan, Jungftr. 29, 3. Gruppe bei Radtke, Scharnweber., Cde Müggelstraße, 4. Gruppe bei Seiple, Scharnweber, Ede Kronprinzenstraße. 116. bt. 7½ Uhr im Reichensaal der Schule Marktstraße. Bortrag bes Genossen Landa: Reichenye fidentenwahl und Sozialdemokratie." 117. Abt. 7% Uhr gem. Bahlabend Schule Lüdftraße 63. Thema: Die Präsidentenwahl. 118. Abt. 716 Uhr Abteilungsversammlung bei Tempel, Gudrunftr. 7. Thema: Die Reichse präsidentenwahl." 119. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung Cäcilien Lyzeum Rathausstraße. Genosse Göring spricht über: Partei und Prä ibentenwahl." Die Straßenführer laden ein. " 120. Abt. Friedrichsfelbe. 7% Uhr Schule Wilhelmstr. 38, Mitgliederversamm lung. Bortrag des Genossen Robert Breuer über: Die deutsche Reichsverfassung." 122. bt. Biesborf. Der Bahlabenb fällt aus und findet am 15. April fatt. 123. Abt. Raulsdorf. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Zeichensaal der Schule. 124. Abt. Mahlsdorf. 8 Uhr bei Anders, Bahnhofstraße, MitgliederversammYung. Thema: Die Reichspräsidentenwahl." Heute Dienstag 8 Uhr Funktionärsgung bei Riefelath, Höhnower Straße. 128./130. Abt. Bantom. 7% Uhr im Bantgrafen", Schloßftraße, Ede Elifa bethweg, Bortrag des Genoffen Klodt, M. b. 2.: Die Stellung der Partei aum 2. Wahlgang." 7% Uhr Lotal Wilhelmshof, Raiser- Wilhelm. 131. Abt. Rieberschönhaufen. Straße, Mitgliederversammlung. Referent: Genoffe Künstler, M. d. R. Thema: Warum Marg im 2. Wahlgang." Die Bezirksführer laben ein. 134. Abt. Buch. 7 1hr Lotal Göpfert Rahlabend. Bortrag des Genossen Rogle: Die Partei zur Präsidentenwahl. 136. Abt. Reinidendorf.Oft. Mittwoch, den 8. April, abends 7 Uhr, Bezirksabenbe in folgenden Lokalen: 1, 2., 3. Bez. im Botal Rosad, Proving ftraße 61, 5. und 6. Bez. im Lokal Sunge, Geeftraße, Ede Aegirstraße, 7., 8. und 9. Bez. im Jugendheim Seebad, Resibensstr. 49, 10. und 11. Beairt in der Konditorei Steinbach, Schillerpromenade 48, 12. und 13. Bez. Sugendheim Seebab, Resibenaftr. 49, 14., 15. und 16. Bez. im Lotal Beh mann, Hauptstr. 56/57. Wichtige Tagesordnung: Reichspräsidentenwahl" Sämtliche unb Stellungnahme zur Neuwahl des Abteilungsvorstandes. Mitglieber milffen erscheinen. 27 187. bt. Reinidenborf- Beft. 7 Uhr im Boltshaus, Scharnweberite. 114. Bortrag des Genossen Sudrian: Die Sozialdemokratie und Präsidentenmahl." 138. bt. Hermsdorf. 8 Uhr bei Böttcher, Waldsee, Ede Berliner Straße. Bortrag bes Genossen Wufchid: Sozialdemokratie und Präsidentenwahl." 139. bt. Segel. 8 Uhr Lotal Echade, Berliner Str. 17, Vortrag des Gee noffen Flatau: Die Reichspräsidentenwahl." 140. bt. Borfigwalbe. 7% Uhr Bahlabend Lotal Woitfchach, Ernststr. 1. Ta. gesordnung: Bericht und Neumahl des Gesamtvorstandes. 141. Abt. Rofenthal. 8 Uhr Lokal Mielide, Lindenallee 40, Mitgliederversamm Yung. Vortrag des Genoffen Richard Krille: Die Partei zur Präfidentenwahl." Bernen. Morgen, den 8. April, abends 8 Uhr, im Restaurant Bellevue ( Jnh. Loewe), Heiner Gaal, Frauenabend. Thema: Die Frau in der Genossenschaftsbewegung. Ref.: Genoffe Anötschke. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 82. Abt. Steglig. Die Einäfcherung bes verstorbenen Genoffen Angut Gräs findet Dienstag Cheute) nahm. 41 Uhr im Wilmersdorfer Rremato rium ftatt. 110. Abt. Eichtenberg. Die Einäscherung bes Genoffen Georg Taubert, Eonntagstraße 26, findet Mittwoch nachm. 8 Uhr im Krematorium Baum faulenmeg ftatt. Welterbericht für Berlin. Milbes, beiteres, etwas zunehmend tolliges Better. Für Deutschland: In Weft. und Süddeutschland meist molliges, fbäterhin mehr aufbeiterndes Better. In Dfideutschland mildes, heiteres, zunehmend wolkiges Better. Nimmer zagen!-Immer wagen! 251. Preuss.- Südd. Staats- Klassenlotterie 550 000 Lose mit 195 000 in 5 Klassen verteilten Gewinnen u. 2 Prämien. Die Loseanzahl besteht aus 2 Parallelabteilungen I a. H za je 275 000 Losen( r. 1 bis 275 000), also Doppellosen Ziehung I. Klasse bereits am 17. und 18. April Ziehung I. Klasse 15.u. 16. Mal, Ziehung III. Klasse 9. u. 10. Juni, Ziehung IV. Klasse 10. u. 11. Jull, Ziehung V. Klasse 11. bis 31. August Insgesamt gelangen zur Ausspielung über 38 Millionen Reichsmark Grösster Gewinn auf ein Doppellos 2 Millionen Reichsmark 2 Prämien ZU 2 Gewinne ZU 500000 500000 2 Gewinne 30000 zu Grösster Gewinn auf ein ganzes Los 1 Million Reichsmark 10 Gewinne 100000 M. M. ZU 4 Gewinne M. ZU 14 Gewinne M. zu M. 2 Gewinne 200000. ZW Lospreise für jede Klasse: Ganze 24 M. Lose Lose Viertel 6 M. Halbe 12 M. Lose Ganze Doppellose= 48 M. Achtel Lose 3 M. 12 Gewinne Ganze Lose ZU M. 75000 50000 M. 25000. Lospreise für alle 5 Klassen: 120M.| Halbe 60M. Viertel Lose Lose M. 30 M. At 15 M. Ganze Doppellose 240 M. Lose Friedrich Müller Berlin( 19 Staati. Lotterie- Einnehmer Postscheck- Konto 31158 Jerusalemerstr. 18 nächst der Leipzigerstr. PALMIN Schlincks Nr. 164 ♦ 42. Jahrgang 2. Heilage öes vorwärts Dirnstag, 7. Ilpril 1925 Muslanösöeutfthe unö Ebert. Trauerfciern in Brasilien. Aus Rw de Janeiro wird uns geschrieben: Am Sonnabend, den 7. März, fand hier wie auch in Sao Paulo und Porto Alegrc eine Trauerfeier für den ver- storbenen Reichspräsidenten Ebert statt, und zwar unter dem Ehren- oorfitz des deutschen Geschäftsträgers Dr. v. Aoufmonn-Affen. Der große Saal des Institutio Nacional de Mustca war ganz in Schwarz dekoriert und nur matt beleuchtet. Erschienen waren die Vertreter des Präsidenten und Vizepräsidenten der Dereinigten Staaten von Brasilien, ebenso die aller Minister und Chefs der staatlichen und verschiedener munizipalen öffentlichen Aemter, soweit diese nicht per- sönlich anwesend waren. Alle hier akkreditierten ausländischen Diplomaten nahmen an der Gedächtnisfeier teil. Von der deutschen Kolonie waren zahlreiche Mitglieder anwesend, insbesondere waren die Chefs der großen deutschen Geschäfte fast ausnahmslos persön- [ich erschienen. Als der ebenfalls in Schwarz gehaltene Thcotervorhang sich teilte, erblickte man auf der erleuchteten Bühne ein den ganzen Raum einnehmendes geschmackvolles Arrangement von Palmen und anderen tropischen Zierpflanzen, so daß der Saal einen tiefernsten feierlichen Anblick bot. Die Gedächtnisrede hielt der Präsident des ältesten deutschen Vereins hier, der Gesellschaft Germania, Direktor Hermann Weiß- ner, und zwar mit Rücksicht auf die anwesenden zahlreichen Re- gierungsoertreter und die diplomatischen Gäste, die des Deutschen nicht möchtig sind, in der Landessprache. Er sagte darin u. o.: Es ist mir eine Genugtuung, festzustellen, daß in diesem Augen- blick alle Meinungsverschiedenheiten in der Kolonie schweigen und sich alle vereinigt haben, ihre Gefühle dem Andenken des verstor- denen ersten Präsidenten des Deutschen Reiches zu widmen, der der Ration zu früh entrissen wurde, um mit aufrichtiger Bewunderung semer dem Vaterlande geleisteten Dienst« zu gedenken. Räch einer kurzen Schilderung des Werdegangs Eberts fuhr der Redner fort: Als 1923 der hervorragende Arbeiterführer August Bebel starb, wurde Eberl dessen Nachfolger in der siührung der Sozialdemokratie.?lls unermüdlicher und energischer Arbeiter, aus- gezeichneter Organisator— obwohl er nicht die große Rednergabe Bebels befaß— verstand er es, das Werk feine? Vorgängers"auf- recht zu erhalten, es auszubauen und die Parteidisziplin zu wahren, der die Sozialdemokraten ihre großen Erfolge oerdcmken. Durch- drungeu von den Ideen des Sozialismus und der Bölkerverbrüdc- ning, war er Gegner aller extremen Mittel und vertraute auf die naturgemäße Entwicklung. Als man ihm im letzten kaiserlichen Kabinett einen Ministerposten anbot, da die damalige Regierung die Unterstützung der sozialdemokratischen Drei-Millionen-Partei haben wollte, lehnt« Eberl diese Beförderung ab. Beim Zusammen- bruch des kaiserlichen Deutschlands aber wurden Eberl und andere Führer seiner Partei davon überzeugt, daß nur ein Wechsel der Regierung, d. h. ein republikanisches Deutschland, imstande sei, günstige Friedensbedingungen von den Alliierten zu erlangen, die eine bedingungslose Uebergabe forderten. Die Rettung des deutschen Volkes hing also ab vom Wechsel der Regierungsform und der be- dingungslofen uebergabe des Heeres. Eo vollzog sich die Revolution! Dir" Fürsten flohen oder wurden entthront: es wurde der Waffen» itillstand von Compiägne abgcjchlosien, die Republik proklamiert und Eberl als der Mann, der dos größte vertrauen und Ansehe« im Volke genoß, mit zum Dolksbeauftraqtcn ernannt. Allee, was Cberi tat, geschah zugunsten des Vaterlandes und deshalb betrauert Deutschland in dem verstorbenen einen großen Patrioten und hin» gebenden Diener für das Gemeinwohl. Denn einlt die Geschichte als unparteiische Richierin die Entwicklung Deutschlands behandeln wird und die großen Männer unseres Vaterlandes Revue passieren läßt, wird sie am ersten Prä- sidenten des Deutschen Reiches, Friedrich Ebert, nicht unbemerkt vorübergehen können— im Gegenteil, sie wird ihn ganz besonders hervorheben. Eingerahmt wurde diese Gedächtnisrede durch ein Präludium, Gesänge des Deutschen Männerchores, sowie zwei Sologesänge, die bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck hinterließen. Leider muffen wir konstatieren, daß bei einer Gedächtnisfeier für den ersten Präsidenten der Deutschen Republik im Saale nicht einmal das Hoheitszeichen des neuen Deuffchland, die schwarz- rotgoldene Fahne mit Trauerflor aus halbmast gezeigt wurde. Die Deutsche Gesandtschast hatte diese Fahne aus halbmast gehißt, ebenso die Bank Germanica, ober selbst die Gcsellschasi Germania, deren Präsident doch eine so eindrucksvolle Rede hielt, hatte Schworz-Weiß-Rot aus halbmast gcslaggi. vemerkt soll noch werden, daß am Todestage Eberts das hiesige Abendblatt„A Rotte'«in schönes großes Kopfbild des Ver- storbenen mir einem febr sympathisch gehaltenen Artikel brachte, wie überhaupt die ganz« landessprachliche Preffe Brasiliens Ebert würdig und gerecht beurieille; im Gegensatz zu verschiedenen deuischsprochlichen reaktionären Blättern dieses Landes, die nicht Unterlasten konnten, dem toten Präsidenten noch einen Eselstritt zu versetzen. Ausgenommen hiervon ist die „Deutsche Zeitung"(S. Paulo), die in würdiger Weise Ebert»nd sein Wirken besprochen hat. Bielleicht haben auch noch andere deutschsprachlich« Blätter Brasiliens in diesem Sinne geschrieben, die uns aber nicht zu Gesicht gekommen sind. verteiöigerstreik in Leipzig. Tagelange PlaidoyerS in Sicht. K?. Leipzig. 6. April. Zu Beginn der Montagsverhandlung beantragte der Ange- klagte H u!! u P P, unter Hinweis auf seine schlechten Augen, sein« verschi�' neu ärztlichen Kronkhcitsbefunde herbeizuziehen zum Zwecke der Feststellung, daß er die bei ihm gemndenc Pistole nicht hotte verwenden können. Die vorgefundenen scharfen Patronen Hobe er zu Platzpatronen umarbeiten wollen. Der R e i ch s a n- «alt beantragte, die Angaben Hallupps als wahr zu unterstellen, welchem Antrag das Gericht nachkam. Der Borsitzende gab dann dem Angeklagten ZNeus das Wort. Der Angeklagte äußerte sich in längeren Auslühningen zu den Fällen Wetze'l und Schlotter. Als im Anschluß daran R.-A. Dr. Lowenlhal an den Angeklaa- ten Neumann Fragen stellen wollte, lehnte der Vorsitzende das ab, da die Beweisaufnahme geschloffen sei. Hieraus kam es zu einem kleinen Zusammen stoß zwischen dem Vorsitzenden und R.-A. Dr. Löwenthal, wormif auch dem Angeklagten Mens die Frage- stcllung an Ncumann verwebri wurde. R.-A. Dr. Herzseld brachte lodcnn nochmals drei Bcweisanträge ein. Unter anderem sollte der Schreiber des Briefes an Halle, Thor- mann, darüber vernommen werden, daß er Mepcr und Kuhls nicht gekannt habe, und seine Aeußcrungcn m dem Schreiben keine poli- lischcn Werturteile sein sollten. R.-A. Dr. Brandt betonte, daß die Verteidigung bereits am Sonnabend einen Tag Pause habe beantragen wollen, zwecks Vorbereitung des Plädoyers. Der Rcichsanwoli habe seine Straf- anträge, die aus S Todesurteile und ungefähr 100 Jahre Zuchthaus lauteten, aus verschiedene Entscheidungen gestützt, die die Verteidi- gung unmöglich in der Zwischenzeit habe nachprüfen können. Es spiele bei einem so langen Prozeß keine Rolle, wenn die Verhandlung noch einen Tag länger dauerte. Im Anschluß daran bat auch R.-A. Dr. Goldsiein um einen Tag Pause, zumal er mit dem Plädoyer für Reumann anfangen müsse und er zurzeit an Grippe und Erkältung leide und daher den Sonntag nicht zur Borbereitung Hab« benützen können. Daraufhin schlug der Rcichsanwoli vor, daß R.-A. Dr. Schü- wichen mit den Plädoyers beginne, was dieser Anwalt ablehnte. R.-A. Dr. ZNnrschner wies darauf hin, daß jetzt, nachdem die Strafanträge gestellt worden feien, die Verteidigung erst in der Loge wäre, ein klares Bild zu gewinnen. Am gestrigen Sonntag seien alle Bibliotheken in Leipzig geichlossen gewesen, so daß man nicht für die Vorbereitung habe arbeiten können. Der Reichsanwalt bat daraufhin, daß der Verteidiger S k o b l e w s k i s beginnen solle. Aus diese Anregung wurde ihm erwidert, daß die Verteidigung sich auf eine bestimmte Reihenfolge der Plädoyers eingerichtet habe und unmöglich dieses Programm umstoßen könne. Der Reichsanwalt erwähnte noch, daß seine Strafanträge sich auf die Anklageschrift stützen, so daß die Verteidigung unmög- lich juristisch irgendwie überrascht sein könne. Der Angeklagte M a r g i e s beantragte noch, Dr. Rosenberg vom Krankenhaus in der Gitschinsr Straße in Berlin als Zeugen darüber zu vernehmen, daß er zur Zett, als der Anschlag aus Stinnes ge- plant wurde, im Krankenhaus gelegen hätte. Der Reichsanwalt bat, dies als wahr zu unterstellen. Hierauf zog sich das Gericht zur Beratnng zurück. die Vertagungsantrag« werben abgelehnt. Nach der Pause verkündete der Lorsitzende, daß das Gericht den Beweisantrag M a r g i e s ablehne, weil die betreffenden Tat- fachen als wahr unter st ellt würden. Bezüglich des ver- tagungsantrages stand das Gericht aus dem Standpunkt, daß eine Vertagung nicht stattfinden könne. Landgerichtsrat F l ö g« l beantragte sodann die Ablehnung der drei Antröge des Rechtsanwalls Dr. H e r z s« l d. Nach einer längeren Beratung wurden diese Anträge abgelehnt. Der Vorsitzende machte dann die Angeklagten auf einige neue rechtliche Gesichtspunkte auf- merksam, die sich aus dem Plädoyer des Reichsanwalts ergeben hätten. Noch der rechtlichen Belehrung der Angeklagten beantragte Rechtsanwalt Dr. L ä w c n t h a l wiederum Aussetzung der Verhandlung, da er alle Umstände bestritte, die Meus nicht die Borbereitung zum Hochverrat, sondern vollendeten Hochverrat vorwerfen. Ebenso verlangte Rechtsanwall Dr! Brandt für seinen Klienten H u k e die Vertagung und Rechtsanwall v. Lagnato für die Angeklagten Mar gl es und Sjon, Rechtsanwalt Dr. Wolf. der während der Pause wieder im Gcrichtssaal erschienen war, betonte, daß er infolge seiner Krankheit keine Gelegenheit gehabt habe, mit den Angeklagten bezüglich der veränderten Rechtslage Rücksprache zu nehmen. Auch er bat um Aussetzung der verhand- lung wenigstens für den Nachmittag, damit er Rücksprache mit seinen Klienten nehmen könne. Ferner wies er daraus hin, daß er sich die Mittagspause immöglich nehmen lasten könne. Er könne auch nicht an erster Stelle plädieren, da er das Plädoyer des Verteidigers des ersten Angeklagten N e u m a n n hören muffe. Im weiteren Verlauf der Diskussion machte Rechtsanwalt Dr. Wolf noch die Mitteilung, daß er erst beabsichtigt hatte, eine volle Woche zu plädieren, daß er sich aber mit Rücksicht auf seinen Gcsundheits- zustand entschloffen habe, sich ans einige Tage zu beschränken. (Heiterkeit im Zuhörerraum.) Dos Gericht zog sich hierauf zur Beratung zurück»nd die Verhandlung wurde auf iii Uhr nachmittags vertagt. Zu Beginn der Rochmittagsvcrkandlung«rNSrte Dr. Schü- m i ch e n, daß sein Kollege, Dr. G o l d st e i n, erkrankt sei und zu Bett lieg«. Darauf fragte der Vorsitzende, welcher Verteidiger das Wort zu seinem Plädoyer«rgrelsen wolle. Als ielner der Verteidiger sich meldete, bat der Präsident Rechtsamvolt Dr. W v l s, das Dort zu ergreifen, was dieser ablehnte, da er dazu angeblich noch nicht in der Lag« sei. Auch Rechtsanwalt Dr. Schindler lehnt« ob. Schließlich kam Rechtsanwalt Dr. S ch ü m i ch e n der noch- mastgen Anffordening des Präsidenten nach und begann fein Plä- dvyc'r für den Angeklagten Diener. Die Beweisausnahme habe ergeben, daß die Polizecbeamten Diener nicht«ls Spitzel benutzt haben sollen. Diener behauptet seinerseit. als Spitzel verwendet worden zu sein, was er allerdings nicht beweisen kann. Er sei ober höchstwohrscheinlich als N a ch r i ch t e n l e i t e r mit Kenntnis der Polizeivcrwsltmia tätig gewesen, und alles, was er qetan habe, sei durch die Polizei gedeck! gewesen, selbst während der Zell der Illegalität der KPD. Er habe versucht, alle Pläne zu durch- kreuzen, von denen er Kenntnis bekommen habe. In Anbetracht aller dieser Umstände stelle er die Beurteilung des Falles Diener in das Ermessen des Gerichts. Das ganze Plädoyer dauerte etwa 19 Minuten. Die Berteidiaer Dr. M a r s ch n e r, v. B a g n a t o, Brandt und Simon lehnten nacheinander aul Befragen durch den Bor- sitzenden ab, mit ihren Schlußvorträgen zu beginnen. Währenddessen war Rechtsanwalt Dr. G o l d st e i n wieder im Gerichtssaal erschienen, bat jedoch ebenfalls darum, die Verhandlung auf morgen zu vertagen, ebenso die Verteidiger Dr. H c r z s« l d und Löwen- thal. Auf die nochmalige Bitte des Präsidenten begann Rechts- onwalt Dr. G o l d st e i n. der nach seinen Angaben gerade vom Krankenlager kam. sein Plädoyer. Die Anklageschrift zerfiele in drei Teile, deren erster den Hochverrat, der zweite die Mordkom- Mission �Deutsche Tscheka' und der dritte die rechtliche Gesamt- Würdigung umsosle. Im gesamten Auslande bedeute das Wort „Tscheka" ein«chreckensgespenst der bolschewistischen Gefahr. Es muh im Ausland größtes Aussehen erregen, werm plötzlich der Alarmrus einer..Deutschen Reichstscheka" ertöne. Unter politischen Gesichtspunkten betrachtet, könne es für die deutschen Intercffen im Ausland nicht besonders vorteilhaft fein, von einer Tscheka zu sprechen. Er halte es für durchaus wahrscheinlich, daß der denkschen kommunistischen Parkeizentrale von Rußland aus die Weisung zu- gegangen sei, eine Tscheka zu gründen, und daß dann von der Parket- zentrale der Versuch hierzu unternommen wurde. Die Initiative aber sei seiner Meinung nach nicht von der Rcichsleitnng der KPD. ausgegangen. Der Begriff„Deutsche T s ch e k a" decke sich keines- falls mit dem der russischen Tscheka. Der Verteidiger schilderte sodann eingehend die Vergangenheit Neumanns. Neu- mann sei durchaus nicht geisteskrank, wie man versucht habe, darzu- stellen. Auf Wunsch des Verteidigers wurde sodann die Sitzung ans Dienstag früh 9 Uhr vertagt. Die Seweismittel gegen Skoblewfki. Genoffe Dr. Kurt R o s e n s e l d schreibt uns: Als Verteidiger des im Tscheka-Prozeß angeklagten Russen Skloblcwski bitte ich Sie. zwei in Ihrer Freitagnummer erschienene Zlngaben, die meinen Klienten betreffen, zu berichtigen: 1. Es ist nicht richtig, daß„der Pyjama, in dem Skoblewski Neumann in der Russischen Botschaft empfangen hat, zur Stelle ist'. Es ist allerdings in der Wohnung Skoblewskis fein Pyjama ge- funden worden. Es ist aber nicht erwiesen, daß dieser Pyjama mit dem von Ncumann gesehenen identisch ist. 2. Es ist nicht richtig, daß»das Gutachten der Sachverständiger» über die Identität seiner(Skoblewskis) Handschrift mit den Unter» schristen aus Geldquittungen zu seinen Ungunsten ansgesallen ist", Dos Gegenteil ist richtig. Mirtsthaft Was sagen öieöankzwischenbilanzenöer�rbeiterjchast! Am 31. März hat die statistische Abteilung der Reichsbank zum ersten Male seit dem 31. Juli 1914 wieder die Zwischenbilanzen der deutschen Banken veröffentlicht. Die bürgerliche Finanz» presse hat diese statistische Ueberstchi über den Stand des Geld» Marktes in Deutschland in der ihr eigentümlichen Weise auszuwer» ten versucht; vom Standpunkt des Unternehmers, des Kapitalrent- ners und der ollgemeinen Kreditpolitik der Banken. Nur nicht vom Standpunkt der Volkswirtschaft und der arbeitenden und kosumic» rcnden Waffen. Das soll hier geschehen. Zweierlei wird nämlich von der bürgerlichen Finanzprcss« regelmäßig übersehen und vernachlässigt, was Zwischenbilanzen der deutschen Banken erst ihren eigentlichen Wert gibt. Erstens die Tatsache, daß der Zustand des Geldmarktes und die Kreditpolitik der Banken für den Zustand der Volkswirtschaft erst dann etwas besagt, wenn man den Geldmarkt und die Kreditpolitik der Danken als das Spiegelbild von Produktion und Verbrauch und der Wirtschaftspolitik der Unternehmer betrachtet. Zwettens, daß der Zustand des Geldmarktes nicht nur beeinflußt wird und werden kann von der Kreditpolitik der Privatbanken und der Reichsbank, sondern auch von der Politik der pro- duzierenden Unternehmer, sowohl als auch von der Politik der ar» bettenden und konsumierenden Maffen. Zum Glück ist es so seit der Stabilisierung der W ä h- rung tn Deutschland wieder so, daß man aus dem Zustand de» Geldmarktes wieder auf den Zustand der Wirtschaft schließen kann und daß insbesondere für den Erfolg und das Tempo des Wieder» aufbaus der deutschen Volkswirtschaft viel aus der Entwicklung der Geldmarktoerhältniffr entnommen werden kann. Das ist im heuti» gen Deutschland ganz besonders wichtig, weil die deutschen Unter- nehmer bisher jedes Verständnis für rationelle Wieder- aufbaupolitik, die nur von der Entwicklung des Inlands- Marktes ausgehen kann, haben vermisien lassen und darum aus der Arbctterschast die Verantwortung lastet, entgegen der Kurzsichtig- keit der Unternehmer eine vernünftige Wiederaufbaupolitik zu er» zwingen. Dafür aber können die Zwischenbilanzen«in Quell wicß- tiger Erkemttnisse und eine scharfe Waffe sein. was können die Zwischenbilanzen lehren? Wenn es nämlich richtig ist, daß im heutigen Deutschland viel weniger verbraucht wird, als die Fabriken produzieren(auch wenn man den notwendigen Export mit einrechnet), und daß es die Haupt« aufgab« einer vernünftigen Wisderaufbaupolttik ist, diesen Mehr- verbrauch im Inland sicherzustellen, so können die Zwischenbilanzen der deutschen Banken zwei sehr wichtige Fragen beantworten. Einmal die Frage, wie sich der heutige Warenumsatz der deutschen Wirtschast zum Warenumsatz der Vorkriegszeit verhält und um wieviel der Warenumsatz noch gesteigert werden müßt«, wenn er der um wenigstens ein Drittel seit 1914 gesteigerten Produktions- fähigkett unserer Fabriken entsprechen soll. Diese Frage wird be- antwortet aus dem ganz allgemeinen Zahlenverhällnis dessen, was die Unternehmer und Kaufleute in den Banken als flüssige Mittel (kurzfristige Depositen) anlegen können und dem, was die Banlc» von diesen Geldern anderen Kaufleuten und Unternehmern leihen können, und zwar heute im Verhältnis zur Borkriegszett. Zum anderen d i e Frage, wie sich von zwei zu zwei Monaten, wenn der heutige Warenumsatz geringer ist als der der Vorkriegszeit, und er ist o i e l geringer, die Depositen in den Banken im Verhältnis zu den Ausleihungen der Danken verändern und ob sich die De» positen und Ausleihungen allmählich so steigern, wie es für die volle Ausnützung der deutschen Fabriken notwendig ist. Noch etwas anderes läßt sich aus den Zwischenbilanzen ent- nehmen. Es gibt nämlich nicht nur kurzfristige Depositen, nicht nur auf kurze Zett flüssige Mittel, sondern auch langfristige De- positen, die bei den Banken als Gewinn« und Ersparnisse dauernd angelegt werden. Das sind Gewinne der Unternehmer und Kaufleute und„Ersparnisse" der Aktionär« und Kapitalrentner. Nun behaupten die Unternehmer, daß der Wiederausbau der beut» scheu Wirtschaft weniger durch Kredite aus dem Ausland. als durch innere Kapitalbildung erfolgen muffe. Wenn diese Behauptung richtig ist, so müssen die Depositen auf lange Frist bei den Danken auf die Dauer so stark wachsen, daß die Zlus- landskrcdttc picht nur überflüssig werden, sondern auch diejenige« Auslandskredtte zurückgezahlt werden können, die die deutsche Wirt- schaft schon empfangen hat. der echte Südfruchtpudding nach holländischer Art. Das liebliche Aroma(keine Essenzen) und die glücklich gewählte Eigenart seiner Zusammenstellung verleihen dem Mondamin- Delikatess- Pudding seinen pikanten Qeschmack. Mondamin-Delikafess* Pudding ist etwas ganz Leckeres wie jeder MONDAMIN-FCIMKOST'PUDOIMG 3571 Millionen gestiegen sind. Man kann also annehmen, daß dic Aufwärtsentwicklung des ganzen Jahre 1924 im Jahre 1925 ihre Fortsetzung gefunden hat. Die Geldausleihungen auf der anderen Seite find, Kontoforrentfrebite, Borschüsse auf Waren und an die Börse und Beleihungen von Effekten zusammengenommen, von 1813 auf 2207 Millionen gestiegen. Der überschießende Rest der Einlagenvermehrung ist der Ausdehnung des Wechselkredits zugute ge fommen, und zwar vor allem den sogenannten Privatdiskonten, die besten und sichersten Wechsel der größten Unternehmungen, die um 60 Millionen vermehrt wurden. Das Bechselgeschäft ist bei den Berliner Großbanken etwa auf seinem Stande von vor zwei Monaten stehengeblieben( 885 und 883 Millionen). Die Warenwechsel sind von etwa 850 auf 880 mil lionen gestiegen. Bei sämtlichen 80 Banten betragen die Bestände an Wechseln etwa 1150 Millionen oder reichlich) 200 Millionen mehr als die Gesamtsumme ihres Rapitals und ihrer Reserven. Nun könnte dieses Bild durchaus günstig genannt werden, wenn fich bei den Berliner Großbanken, die ja die deutsche Bankwirtschaft beherrschen und für die Berhältnisse der Kreditwirtschaft in Deutsch land charakteristisch find, nicht gezeigt hätte, daß ihre Anlagenflüssig feit in den beiden Monaten Januar und Februar start gesunken ist, nämlich von 61 auf 54 Broz. Das läßt darauf schließen, daß die deutsche Kreditwirtschaft einen Höhepunkt der Anspannung erreicht, ber nicht mehr überschritten werden darf und daß bei weiterer Ausdehnung des Kreditgeschäfts durch die Banten die bisherige günstige Entwicklung auf das ernsteste gefährdet werden kann. Die Zwischenbilanzen der deutschen Banken aber fehren noch| ftellbar), so steht man, daß die Gesamteinlagen von etwa 3340 auf cin Drittes. Die Banten arbeiten nämlich nicht nur mit den Einlagen ihrer Kunden, sondern auch mit ihrem eigenen Kapital und ihren Reserven. Dieses eigene Kapital und die Reserven der Banten find die Hauptquelle der eigentlichen Kreditwirtschaft im fapitalisti. schen System. Aus ihr wird der Kredit auf schon gelieferte, aber nur durch einen Wechsel, nicht in bar gezahlte Waren gespeist. Das ist das Wechselgeschäft ber Banten. Auch jene Kredite werden daraus gegeben, die man die Beleihung von Waren oder Wert papieren nennt. Das sind besonders sichere Kredite( Lombard trebite), weil non den Banken diese Kredite nur gegen ein Pfand gegeben werden, bessen Bert immer höher ist, als der dargelichene Geldbetrag. Da aus den Zinsen und Provisionen für diese Geschäfte die meisten Gewinne der Banken fließen und die Nachfrage nach blesen Krediten in dem fapitalarmen Deutschland sehr groß ist, so besteht die Gefahr, daß die Banken mehr Krepuc geben als sie felber Vermögen und Forderungen haben. Da die Banken außer dem jederzeit die Einlagen zurüdzahlen fönnen müffen, mit denen sie ihre Kontoforrentkreditgeschäfte machen, besteht die meitere Gefahr, daß sie zwar an sich genug Vermögen und Forderungen haben, dieses Bermögen und die Forderungen aber nicht flüssig genug gehalten werden kann. Diese Gefahren fónnen nun auch von tei Arbeiterschaft aus den 3wischenb fanzer der deutschen Ban fen erkannt werden, und die Arbeiterschaft hat in den Zahlen der Zwischenbilanzen ein vortreffliches Mittel, um die Konjunttur, die in Deutschland herrscht, auf ihre Gesundheit und Dauer zu prüfen. Eine gute Konjunktur fann nämlich nur gesund und von Dauer sein, wenn die Einlagen und eigenen Mittel der Banten mindestens ebenso steigen, wie die Kreditgeschäfte der Banten. Die Zahlen der Zwischenbilanzen sind ebenso ein vortreffliches Mittel, die Gesundheit der Kreditwirtschaft in Deutschland zu prüfen, denn die Geldanlage durch die Banten muß immer fo flüssig sein, als die Einlagen der Banten fällig werden. Je nachdem, mas die Zahlen der Zwischenbilanzen der Banten über biese Dinge fagen, tann die Arbeiterschaft ihren politischen und gemertschaftlichen Einfluß für eine rationelle Wiederaufbaupolitit in Deutschland in die Bagschale werfen. Das ist, wie gesagt, von um fo größerer Bedeutung, weil noch nie in der Geschichte Deutschlands tas Intereffe der arbeitenden Massen so unmittelbar von der Ridhlig. teit oder Falschheit der deutschen Wirtschafts- und Kreditpolitik abhängig war, als heute, wo es um das Ge- oder Mißlingen des Miederaufbaues der deutschen Wirtschaft geht. Hier nun liegt die wichtigste Lehre der Zwischenbilanzen. Die Entwicklung der wirtschaftlichen Konjunktur in Deutschland scheint jenen Punkt erreicht zu haben, mo die Verhältnisse in der Kreditwirtschaft ungesund zu werden drohen. Das aber ist eine Gefahr für die Konjunktur selbst und in diesem Sinne auch eine Gefahr für die weitere stetige Entwicklung im Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft. Benn man hinzunimunt. daß die deutsche Kreditwirt fchaft zu mehreren Milliarden auf turzfristige ausländische Kredite geftügt ist, die jederzeit gefündigt werden tönnen, so verstärkt sich die Gefahr. Die deutsche Arbeiterschaft hat daher allen Anlaß. die weitere Entwicklung der Kreditverhältnisse in der deutschen Wirt fchaft auf das forgfältigste zu beobachten. Neue Verhandlungen der Mologa- Jnduftrie 2-6. in Mosfan. Das Wirtschaftsinstitut für Rußland und die Oststaaten teilt mit, daß in Wostan Verhandlungen zwischen den russischen Regierungsstellen Was fagen nun die Zwischenbilanzen? und der Direktion der Mologa- Industrie A.- 8. geführt worden sind. Sehen wir nun die Zahlen der Zwischenbilanzen der deutschen Diefe Berhandlungen waren notwendig, weil die Mologa- Industrie Banten daraufhin an, was sie zu den aufgeworfenen Fragen zu 2.-G. gewisse Aenderungen in der Ausführung des fagen haben und wenden wir uns zunächst der Gesamtsumme Ronzessionsvertrages aus wirtschaftlichen Gründen geder Banteinlagen zu. Da sehen wir denn, daß 1914 in 91 wünscht hatte. Der Konzessionsvertrag feibst, der bekanntlich eine Holztonzession im Mologa Gebiet in Berbindung mit Kreditbanken 9600 Millionen vorübergehende und dauernde Eineinem Eisenbahnbau zum Gegenstand hat, soll unverändert lagen angelegt waren, mährend am 28. Februar 1925 in den heute bleiben. Die russischen Regierungsstellen brachten den wirtschait erfaßten 80 Banken( der Reft wurde fufioniert oder liegt in ab- lichen Notwendigkeiten, für die die Mologa- 2.- G. fich einsetzten, volles getretenen Gebieten) im ganzen nur 4573 millioren liegen. Das ist Berständnis entgegen und sie haben die gewünschten Zusicherungen noch nicht die Hälfte von 1914. Das ist natürlich fein gegeben, um diesen Rotmentdigkeiten Rechnung zu tragen. Die Bunder. Benn man bedenkt, daß Krieg und Inflation fast basenberungen in der Ausführung des Konzessionsvertrages gefamte Rentenfapital und alle Ersparnisse zerstört haben und die gehen einmal in der Richtung, daß für bie jährliche Abholzung nach Quantität und Qualität fest bestimmte Bestände jähr profetarisierten Mittelschichten und die arbeitenden Massen heute lich der Mologa- A.- G. zur Verfügung gestellt merden sollen. Hin gerade das nackte Dasein fristen, so tann das auch nicht anders fichtlich der Ausführung des Bahnbaues sind Aenderungen fcin. Unternehmer und Kapitalrentner tonnen eben nicht mehr in der Beiteinteilung des Programms in Aussicht geffüffige Mittel und bauernbe Müdlagen haben, als aus der Rauf nommen worden. Außerdem wurde über die Eisenbahntarifmünsche trait ber affen, Staaten und Gemeinben Umfaße und der Mologa- 2.- G. eine Vereinbarung getroffen. Ueber die Einzel. Geminn herausgeholt werden können. Wenn man nun meiter hetten nerhandelt eine Rommission, die fich aus Bertretern der rufbebentt, de le beutichen Brobuttonsftätten heute um 30,40 Brog. fifchen Regierung und der Mologa- L- G. zufammenfest. mehr produzieren fönnen als 1914, während mur 20,30 Broz. weniger nerbraucht wird als 1914, jo tann man sich auch nicht mun bern, baß biese Einlagen für die geforderten Rontoforrenttredie nicht ausreichen, und daß diese Krebite sehr teuer sein müffen. Tatsächlich betrug benn auch der Stand der Ausleihungen auf laufenbes Konto am 28. Februar 1914 6088 Millionen, während er für den 28. Februar 1925 nicht mehr als 2491 Millionen beträgt, Bas find zwei Fünftel oder 40 Broz. Es ist ganz flar, baß bei einem solchen Zahlenverhältnis die deutsche Wirtschaft gar nicht daran denten kann, den Inlandsmarkt mur oder vorwiegend aus eigenen Mitteln zu fördern, und daß das nur durch die Hereinnahme starter Auslandskredite und gleichzeitige Senfung der technischen Betriebsfoften( nicht der Löhne und Gehälter) geschehen fann. Deutschland tann auch nie baran denten, etra bie innere Rapitalbildung so zu fördern, daß aus. ländische Kredite bald überflüssig merben tönnen. Das zeigt ganz beutlich die Gliederung der Einlagebestände bei den Berliner Groß banten, die am 28. Februar 1925 3571 Millionen betragen haben. Mehr als die Hälfte dieser Einlagen find nämlich ganz furz fristig angelegt und auch innerhalb 7 Tagen fällig. In dem Rest fteden schon heute sehr viele Auslandskredite, sogenannte Bereit fchaftsgelder, die auf den Abruf warten, und im ganzen nur 72,9 millionen oder garabe ein Fünfzigstel der Gesamteinlagen der Berliner Großbanken find auf länger als drei Monate festgelegt. Sieht man nun die Beränderungen an, die die Zwischenbilanzen vom 28. Februar in den verflossenen beiden Monaten gebracht haben( allerdings sind sie nur für die Berliner Großbanten feft. schaft in der Lage ist, ohne Zusammenlegung austommen zu fönnen. Er stimmte deswegen gegen die Bilanz, verirat aller= dings nur 66 Stimmen, so daß die Bilanz irog feines Einspruches angenommen wurde. Merkwürdig mar es auch, daß die Verwal tung auf eine Anfrage über den Geschäftsgang und über die voraus. sichtliche Dividende eine Auskunft ablehnte. Merfwürdiger um so mehr, als ja doch in allerfürzester Zeit die Bilanz für 1924 vorgelegt werden muß. Aber das ist ja eben ber Standpunkt vieler Aktiengesellschaften die Aktionäre haben das Geld zu geben, sonst aber den Mund zu halten. Deutsche Genossenschaftshypothekenbank 2.-G. Die Preußische Zentralgenossenschaftstasse hat erkannt, daß auf dem Bege des Personalkredits allein die Kreditbedürfnisse der Landwirtschaft nicht zu befriedigen seien. Sie hat deswegen schon vor Jahren Borbereitungen getroffen, um auf dem Wege bes Realkredits dem Kreditbedürfnis der Landwirtschaft Rechnung zu fationen zusammen, in erster Linie mit den dem Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften angeschlossenen Organisationen, die Deutsche Genossenschaftshypo. thefenbant gegründet. Das Rapital, mit dem das linternehmen arbeitet es find 5 Millinen Mart, wozu an Neserven und fandbriefen noch etwas über 1 Million tommen ist allerdings für diese Zwecke sehr gering. Es ist nun begreiflich, daß es sich nach einer Erweiterung seiner Basis umsieht und zu diesem Zwecke neben dem erwähnten Reichsverband auch die anderen genossenschaftlichen Organisationen heranzuziehen versucht. Borläufig ist dies da durch geschehen, daß prominente Bertreter dieser Organisationen in den Aufsichtsrat gewählt wurden. Darunter befinden sich Justizrat Dietrich von der Raiffeisenbank, Graf p. Raidreuth. Präsident des Reichslandbundes und Staatsrat Weißhaupt als Bertreter der bayerischen Bauernvereine. Die Organisationen selbst werden Attien des Instituts übernehmen, die sandbriefe zu ver treiben suchen, aber so, daß die Maiorität der Bant in den Händen der Preußischen Zentralgenossenschaftstasse bleibt. Die Bank erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Reingeminn von 131 865.. aus dem eine sechsprozentige Dividende zur Berteilung gelangt. Adlermerte 2-6. Frankfurt a. M. Die Fahrrad, Schreibmaschinen- und Automobilwerte Abler( vorm. H. Kleyer) mit ihren 6600 rbeitern und Angestellten ist erst jetzt mit ihrer Golderöffnungsbilanz herausgefommen. Das Bor: friegstapital ist unter Einrechnung der Reserven gegenüber 1913 mehr als perdoppelt und erscheint mit 25,5 Millionen Attienkapital und 2,6 millionen ordentlichen Reserven. In diesem perdoppelten Rapital find einmal die erheblichen stillen Reserven der Borfriegszeit, sodann die starten Erweiterungen aus. gewertet, die die Adlerwerke feit 1913 besonders auf dem Gebiet Des Automobilbaus erfahren haben. Auch in der Golderöffnungsbilanz sind wieder erhebliche ft ille Reserven verborgen. Die gefamien Grundstüde und Gabrikgebäude( allein 200 000 qm be baut, wertvolle Wohnhäuser, eigene Filialgrundstüce in 5 Städten, 16 000 qm Baugrund in bester Lage Berlins) find nach angemessenen Abschreibungen noch unter dem Zeitwert eingefegt mit 13 Mitlionen Mart; die gesamten Fabrifeinrichtungen mit nicht ganz 3 Millionen. Im Posten Schuldner steden 8,2 min. RM. Borzugs aftien, aber nur mit 50 Broz. ihres Wertes, während das Gesamterträgnis des Eriöses aus den tien ohne jeden Abzug der Gesellschaft" zufließt, wie der Umstellungsbericht fagt. Auker halb Frankfurts haben die Adlerwerfe in zehn Großstädten ihre Berfaufsfilialen und außerdem ein ausgedehntes Bertreternez in Deutschland und im Ausland. Für die Zukunft versprechen sich die Adlerwerte besonderen Erfolg mit einem neuen Autotyp, den sie im Mai auf den Markt bringen wollen. Boswan u. Eneuer 2. G. Diese Firma schreibt uns: In der erften Beilage von Nr. 152 Ihres Blattes bringen Sie einen Artikel über den Jahresabschluß pro 1924 unferer firma. Ihre Ausfüh rungen, die Sie daran fnüpfen, gehen von einem falschen Standpunit aus. Der Reingewinn ist vom ftientapital berechnet 9 unb night nom ilmfag. Da wir unser Rapital im Jahre doch min destens dreimal umfegen müssen, fo ist der Reingewinn vom Umfaz ließen. Auch dürfen Sie nicht übersehen, daß bie 6 Millionen nicht 10 Broz, fondern nur 3½ Broz., was Sie unberüdsichtigt art afträge, die mir als Bestand in diesem Jahre angegeben haben, nicht sämtlich in diesem Jahre zur Abrechnung tommen, da verschiedene von diesen Bauten erst im nächsten Jahre beendet sein werden. Benn mir einen Nettogewinn von zehn Brozent bei der heutigen Kalkulation erzielen tönnten, wären mir fehr froh. Leider ist dies aber nicht der Fall; im Gegenteil, die Wir ver Breise sind jest fo gebrüdt, daß man bei Submiffionen einen Geminnaufschlag überhaupt nicht mehr einzustellen wagt. Die Ausfichten für die Unternehmer sind also nicht so günstig, wie Sie dies in Ihrem Artifel zum Ausdrud gebracht haben. zeichnen die Zuschrift, weil sie zur Beurteilung der von uns mitge teilten Zahlen von Wichtigkeit ist. Daß man heute im Baugewerbe ohne Gewinnaufschläge falfuliere, ist freilich eine etwas gewagte Darstellung! Julius Binfsch Affiengesellschaft, Berlin. In welcher Weise die attiengesellschaften die Reichsmarteröffnungsbilanzen dazu be niedriger erscheinen zu laffen, als sie in Wirklichkeit futb, das bemeijen nugten, ihre Substanzwerte zu verfaleiern und ihre Bermögenswerte Deutlich die Vorgänge bei der Firma Julius Pintsch Attiengesellschaft. Diese hatte ber Generalversammlung am 17. Dezember eine Goldmarferöffnungsbilanz vorgelegt, welche eine Umstellung im Berhältnis von 2: 1 porsieht. An dieser Goldmarteröffnungsbilanz war von der Oppofition das Konto Grundstüde und Gebäude" und das Konto Wertpapiere" als zu niedrig bemängelt morden. Zu der Opposition gehörte auch die Mitme des Borbesigers der Aftiengesell. schaft, Frau Bintsch, deren Bertreter sicherlich die Berhältnisse des internehmens genau fennen. Die Opposition erreichte es, da sie mehr als ein Behntel des Attienkapitals vertrat, daß die Beschlußfassung vertagi und eine Revisionstommission eingesetzt wurde. Diese erstattete in der Generalversammlung am Montag den Bericht, daß die Bemängelungen der Opposition zu Unrecht erfolgt feien und daß die Werte für Grundstüde, Gebäude und Berlpapiere Frau Pintsch hatte nun ordnungsmäßig angesetzt wären. ihren Cinspruch zurückgezogen, dagegen trat in der Generalversamm Lung ein Aftionär gegen die Berwaltungsvorschläge auf. Er bemän gelte einmal, daß das Maschinentonto mit 1 Marf eingefeht wäre. Bei der Errichtung der Gesellschaft im Jahre 1906 wäre es mit 2 Millionen bewertet morben, an Zugängen wies diefes Konto im Laufe der Jahre bis 1918 10 millionen auf, so daß es 1918 etra 12 Millionen ausmachte. An Beteiligungen waren im Jahre 1907 elma 4 Millionen vorhanden, das Konto ist bis 1918 auf 7% Millio. Fertige Herren- Anzüge u. Mäntel elma 4 Millionen vorhanden, das Konto ist bis 1918 auf 7 Millio nen gestiegen, es ist jegt vollkommen verschwunden. Außerdem war 1920 ein Obligationenfonto von 16% Millionen vorhanden, das heute in der Goldmartbilanz mit etwa 700 000 Mart ausgewiesen wird. Der Aktionär ist nicht ganz mit Unrecht der Ansicht, daß die Gesell. Der Attionär ist nicht ganz mit Unrecht der Ansicht, baß die Gesell. Potsdamer Str. 33, Ecke Lützowstr. montantruft hat fid) verpflichtet, während des laufenden Jahres Sowjetruffische Erzlieferungen an Krupp. Der fübrussische Krupp und anderen deutschen Firmen 1200000 Bud Manganerz zu liefern. Hiervon ist schon die Hälfte geliefert, desgleichen 2700 000 Bub Eisenerz. Der Rest wird bis zum 1. Oftober geliefert werden. Ersatz für Maßarbeit zu staunend billigen Preisen auf Tellzahlung! I Er im Urfeil seiner Zeitgenossen Eleganter Herren- HalbBrauner Halbschuh für Original- Gooachub, moderne Form 250 1250 Herren Original- Goodyear- Welt.. Braune Herren- Schnürstiefel in vielen Ausiührungen und Pasformen, z. B. 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Täglich 7 Uhr Täglich 8 Uhr: Yoshiwara Blanebe Dergan Kaiser- Titz Deatsch. Künstertheat. 8 Uhr: ,, Riquette" Operette von Oscar Straus Lustspielhaus 8 Uhr Guide Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Uhr Ensemble- Der blonde Traum Gastspiel Wallner Theat. des Metropol18 Uhr: Romeo a. Jalla Theaters HermfeldKleines Th. Der große Schlager Tägi. 8 Uhr 80. Leap. Konstantin Gräfin Theater 88. Bülowstraße 6 Im Intimen Theater Die Groburstin Mariza Lachstärme! und der Zimmerkellner Original- Wer ist 7 Uhr: HAMLET Casino- Theater Besetzung a der Vater? CIRCUS BUSCH Tägl. 7. Sonntags auch 3 Uhr: Der gr. Erfolg d. Saison! DIE ERSTE GROU CIRCUSREVUE usch Kuch Busch Circus unt. Wasser! Das lustige Teufelsrad Berliner Wasserfreuden Deutsch. Theater Lothriner Str. 37 Tag! 8 Uhr Ausstattung Herrnfeldiade 1.3A Reichshalien- Theater 8 Uhr Oskar Wilde Kammerspiele Uhr. Sie selber nennt sich Helsinge Die Komödie Kerfürstendamm 206/207 8 Upr Der Diener zweier Heirea Theater 1. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr Franziska Komödienhaus 8 Uhr: MARBM Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA $ Uhr: VARISTE. REVUE Residenz- Th. Tägl. 8 Uhr: BUNBURY von Oskar Wilde Philharmonie 8 Uhr. Beethoven- Abd. des Philharm. Orch. Dirig. Prot R.Hagel unt. gefi Mitwkg. v. Ella Pancera Klav- Konz Es- dur. E oica Sinf Central Theater 7 Uhr: Die versunk. Glocke Deuts Opernhaus Ubr Dtolen Augen Metropol- Theater 8 Uhr: Tausend süße Beinchen 1. u. 2. Feiert. nchm. 31% u. abends$ Uhr: 1000 süße Beinchen Neues Theat, amZoo Bis Freit. geschloss. In Vorbereitung: BABY Das billigste Theater Parlies! Reelle volkst. Preise Zigeuner- Kapells Der große Erfolg Horváth Der Oberschieber Preise: Berliner Typen Berl. Humor.73 bis 4.50 M. Dazu das bunte Programs Komische Oper 8 U. Dir: James Klein& U Ueber 200 mal Der Sensationserfolg d. Berliner Theaterlebens Die gewaltigste aller Revuen: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Ueber 250 Mitwirkende: Wiederauftreten: Dr. Kastner, P. 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Guthaben bel Banken und Bankiers Wechsel, Devisen und Sorten. Schwebende Effektenab échnungen Schuldner Gedeckte Rm 38 791 997,55 Ungedeckte 18659 646,70 Effekten- Konto. 9 Konsortial- Konto. Bankgebäude Sonstiger Grundbesitz Aval- Schuldner Rm 633 829,21 Haben. Kommandit- Kapital Rm 22 000 000, Reservetonds Gläubl er. . 5 000 000, Rückständige Gewinnantelle Avalverp lichtungen Km 653 829,21 Reingewinn R- M. Pf 6 490 268 95 41 34% 748 56 35 263 704 61 932 49 45 57 447 644.5 2710 788 09 8 383 327 47 3 000 000 2 367 000160 se3 976138 R.-M. Pi 27 000 000131 294 245 12 27 625 50 2 562 105 16 160 883 97613 Gewinn- und Verlust- Rechnung vom 31. Dezember 1924. Soll. Verwaltungskosten einschl Tantiemen Steuern Pensionsleistungen Reingewinn Verteilung des Reingewinas: 4 Proz. Gewinnanteil aut das Kommandit- Kapital Gewinnant d. Verwaltungsra's 6 Proz. welterer Gewinnanteil auf das Kommandit- Kapital Vortrag auf neue Rechnung Soil. Zinsen, Wechsel und Devisen. Provisione Effekten und Konsortialgewinne Rm 850 000 99 136 629,32 1 320 000, 99 225 478,94 Rm 2 562 105,16 Berliner R.M. 5.14 859 2019 132 3 365 894 2562 105 05 16 10 09: 981133 R- M. 5 545 7497 3843 070 47 704 161 9 10 092 981153 Handels- Gesellschaft. 100 113 "> 1250 106 118 108 " 121 138 142 127 19 119 " 125 183 145 22 an 2% 210 218 230 310 Fürstenberg. Sintenis. Jeidels. Bieber. H. Fürstenberg. Der Osterkuchen wird mit der Feinkostmargarine ,, Schwan im Blauband" besonders gut geraten, sie ist köstlich im Geschmack, besitzt herrliches Aroma und ist sehr preiswert. 50 Pfennig das Halbpfund in der bekannten Packung MARGARING Schwan im Blauband Wir bitten, beim Einkauf von je 1 Pfund, Blanband- Margarine" das farbig illustrierte Familienblatt Die Blasband- Woche" bostenlos zu verlangen. PEEK& CLOPPENBURG 6. M. B. H. GERTRAUDTEN- STRASSE 25-27 BERLIN C 19. Preiswertes Angebot In Anzügen für junge Herren 15724 Cheviot, mittelgrau, mit bunt. 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Dezember 1924 Passiva R- M Pi Kommandit- Kapital 15 849 078 21 124 407 628 74 Allgemeine( gesetzliche) Reserve Besondere Reserve Gläubiger Akzepte und Schecks Antelle R- M 100 000 000 Pf. 34 000 000 111881 2200 000 9 150 000 445 135 13 Aktiva Kasse, fremde Geldsorten, Coupons und Guthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken Wechsel und unverzinsliche Scnatzanweisungen Nostroguthaben bel Banken und Banktirmen Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere Vorschüsse aut Waren und Warenverschiffungen Eigene Wertpapiere Konsortial- Beteiligungen Beteiligung bei der Norddeutschen Bank in Hamburg Beteiligung bei dem A. Schaaffhausen'schen Bankverela A.-G. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bank firmen Schuldner in laufender Rechnung Einrichtung 100 209 132 64 $ 83 158 50 41 773 704 83 5745 288 97 22 687 033 37 25 000 000 Wohlfahrtsfonds für die Angestellten 10% Gewinnanteil auf R- M 91 500 000 KommanditGewinnbeteiligung des Aufsichtsrats Uebertrag auf neue Rechnung 1 000 000 534 492 449 98 8 780 701 68 Bankgebäude Sonstige Liegenschaften Soll 12 000 000 24 777 727 280 445 70128 1 112111 30 031 930 3518 700 687 246 134 54 Gewinn- und Verlust- Rechnung 1924 Verwaltungskosten einschließlich Gewinnbeteiligung der Geschäftsinhaber, Direktoren, Prokuristen und Angestellten Steuern Zu vertellender Reingewins Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker. 1924: 13 500 Besucher. R- M Pf. Effekten 49 483 376 80 5 319 520 44 10 772 982 88 65 575 880 12 Provision Wechsel und Zinsen Haben Beteiligung bei der Norddeutschen Bank in Hamburg Beteiligung bei dem A. Schaaffhausen'schen Bankverein A.-G. Dauerde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen 177 847 75 687 246 134 34 R- M IPI. 4 918 959 66 30 827 544 78 25 804 862 86 1 200 000 2300 000 324 512 82 65 575 880 12 Braucht man an Zelt Sekunden aur Und jeder fehmutzige, farbige Schuh Wird strahlend neu und blank im Na! Ueberall käuflich. Sie müssen Ihre Fugenlosen rauringe J in sinem Spezialgeschäf kaufen, dann haben Sie Gewähr für vol endet schöne Form, erhalten Garantie für den Goldgebalt und können in billigen und teuren Ausführungen jede Größe sofort mitnehmen. Versand nach auswärts. Katalog gratis! Spezialhaus Albert Thal, Deutscher Metallarbeiter- Verband Ausgesperrte der Firma Borsig! Sente. Dienstag, den 7. April, nagmittags 2 Uhr, im Restaurant Bellevue in Tegel: Versammlung e freigewerkschaftlich organisierter Kollegen müffen thre Verbandsbücher mitbringen. Donnerstag, den 9. April, abends 7 he, im Spelfejaal der Schule Grünthaler Straße 5: Fortsetzung der Branchenversammlung der midler, Jfolierer, Jmprägnierer usw. Ohne Mitgliedsbuch kein Sulritt. Achtung! Achtung! Der Oftezfeiertage wegen bleiben unsere Bureaus vom Freitag, den 10. April bis Montag, den 13. April, gefloffen Bom Dienstag, ben 14. April, ab 9 Uhr, find die Bureaus wieder wie gewöhnlich geöffnet. Die Detsverwaltung. Der gute KapitänKautabak isi fa den meiston Zigarresgeschäften erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür Damentaschen- Fabrik Autorindlad Roffert. m. 2df. 10.95 Echt Saffian 9.50 Auch Einzelverkauf! C 18, Seydelstraße 3( Spittalmark Lederwarenfabrik Metzel Achten Sie auf Hausnummer 5. Brinzenftr. 89, zwifch. 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Freund Bakunin tot ist," schrieb er im Dezember 1851 an Ludwig Feuerbach, kenne ich feinen Menschen mehr, der ein wirkliches revolutionäres Naturell, nach den Gefühlen wie nach der Verstandesseite hin, besitzt, als Dich und Wagner." Herwegh, der einen feinen Geschmad besaß, war einer der ersten, der Wagners musikalisches Gente erkannte und ihn als einen der größen Mufiler aller Seilen pries. Er war es, der Wagner auf die Philofophie Schopenhauers hinwies, die dann auf das Shaffen des Meisters so liefgehenden Gnuß gewann. Auch Wagner war von Herwegh entzückt und schrieb: Für jetzt ist mein Arzt Hermegh; er hat große physikalische und physiologische Kenntnisse und steht mir m jeder Beziehung sympathisch näher als irgendein Arzt." Der Dichter gehörte zu dem అంత Der große, weiße Saal ist eine Welt. Die mannshohen Regale an den Wänden bergen fristallifieries, baljamiertes Leben. Wenn sich die kleine Tür zwischen ihnen öffnet und ein Diener von schwerbepackten Bücherkarren dicke Bände, neue und vergilbte, schweinslederne und pappgebundene, hineinbringt, ist es, als würden längst Entschlafene aus dem Grabe geholt. Die aneinandergereihten Bulte mit den je zwei grünen Lämpchen links und rechts fund wie Untersuchungsstühle, Seziertische. Aerzte, Ur- pathisch näher als irgendein Arzt. fachen fuchende, Diagnosen erforschende die Frauen und Männer an den Bulten. Hoch oben am Gewölbe zwei große bronzene Kronleuchter. Ihr eben entzündetes Licht verschwimmt im Raum, leise, behutsam. Und die Pultlampen werfen ihren weißen Schein nur gerade auf das aufgeschlagene Buch, scharfe, glcißende Blicke. Draußen geht in rotverbrämtem Grau der Wintertag schlafen. Draußen wirbelt die Gegenwart im Kreischen der Straßenbahn, Auftrumpfen der Autohupen, Heulen der Dampfschifffirenen, in den tausend Geräuschen der großen Hafenstadt. Geräusche, die die starfen Mauern, das harte Fensterglas zurückzuhalten sich bemühen. Ruhe; schweig, Gegenwart, hier drinnen lebt, geistert Bergangenheit! Uralte, handgußunbeholfene Buchstaben auf gelbgeflecktem Papier auf dem Tische meines Nachbarn. Seine Feder schreibt zierliche, persönliche Gelehrtenschrift sucht er den Weg der Völker. die hier fich drängten, fich stritten, im Mittelalter, wiederzufinden? Sucht er das Sterben des Lehnsrechtes vor den ersten Wehen der neuen Zeit nachzuzeichnen? Oder will er einen längst vergangenen Dichter in seinen ebenso modernden Werken beschwören? Jünger die Geister, die ich beschwöre. Der erderschütternde Anprall der Völker vor taum zehn Jahren, das Kämpfen der Millionen in vier todesschreidurchgellten, haßverkrampften Kriegsjahren vor mir in sauberen, schwarzen Lettern, in fraßenschneidenden Karikaturen, in trockenen, endlosen Zahlen. Was damals Einschlag und Aufbrüllen war, zerfetzte Gräben und rasende Maschinengewehre, atemlofe Meldungen von Trommelfeuer und Sturm, Kameraden, die irgendwo in zerschoffenen Kirchhöfen schlafen, gelbe, hechtgraue Ge stalten, die hinter stählernen rollenden Festungen ansprangen nüchternen Fachmannsberechnungen, von Meer zu Meer spannenden Plänen, in alle Schikanen der Mechanit, der Ballistit, der Chemie aufzeichnenden graphischen Tabellen wird es lebend wieder. Technische Organisation, Protokolle von Staatsleitern und Heerführern, operative Zusammenziehung, Berpflegung, Materialversorgung von Millionenheeren, strategischer Aufmarsch und taktische Angriffspläne in damals war es Marsch in dunkler, fliegerdurchsurrter Nacht, Ducken vor heulenden Granattoffern, Eingraben in atemraubender Spannung. Was an das eigene Leben griff, dem einzelnen der Krieg war, fügt sich als Spriger in eine weltüberflutende Welle, ist Bruchzahl in fünf und sechsstelligen Ziffern. Zusammenhänge fügen fich, Strome bilden fich von der Quelle bis zur brüllenden Mundung. Ortsnamen stehen da so nebensächlich, so selbstverständlich die damals herzerschütterndes Erlebnis waren. Daten, die in der Erinnerung als furchtbares Erschauern stehen. Mensch, Erlebnis, fleine Letter du in zahllosen Mälzern, Tropfen du in dem lochenden, wirbelnden Strom. Herz, sei still. Lausche. Hörst du ihn, den unendlichen Strom der Zeiten, aus diesen Regalen? Siehst du die Völker werden, vergehen, siehst du den uraltewigen Kampf um Macht, um Brot, das Auf und Ab der Klajen, das Rollen der faum vorbeigetosten Lawine? In der du ein Stäubchen warst? Schweig, Herz. Arbeite, Gehirn. Bergliedere die Lamine, faffe sie in Ursache und Lauf, Wirkung und Folge. Gelb glühen die Birnen an den Meffingarmen, stumm und de mütig harren die Bücher in den Regalen. Aber ber Raum lebt, febt von Gestalten in Fellen und Bölfein, am hölzernen Pilup. von Beiten, die brotheischend Neues gebaren, von Gehirnen, die Worte und Dinge schufen, nach denen die Zeit schrie, von Irren und Weg meisen, Bauen und Niederreißen bis der Strom mündet in das Dadraußen, die Parlamente und Kinos, die Flugzeuge und Margarinefabriken, die pneumatischen Hämmer und die Geige des Künst lers, die in strahlendem Saal singt und ruft in Tönen, die die Zeit versteht, die die Menschen von heute mitreißen. Wohin geht der Strom? Bo hinaus zeigt sein Lauf. Was liegt du, weit vorne, wo man über uns einst unter der Bezeichnung Geschichte" dozieren wird? B. Bejland. Herwegh und Wagner. Herwegh trat während seines Aufenthalts in Zürich nach seiner Flucht aus Deutschiand mit einem anderen Revolutionär in freundschaftliche Beziehung, der aber ganz im Gegensatz zu ihm die Poliiif an den Nagel hängte: mit Richard Wagner. Herwegh war von der Persönlichkeit des Mufifers begeistert.„ Seit mein Auf der Schwelle des Lebens. 7] Bon Eugen Tschirikow. ( Autorisierte Ueberfegung von Adele Lampert) Manja tüßte das Bild und steckte es wieder unter das Kissen: Schlaf! Im Paradies sehen wir uns wieder! Und Wanja dachte daran, wie wohl das Paradies aussehen mag. Die Hölle fonnte er sich sehr gut vorstellen, aber mit dem Baradies fonnte seine Einbildungstraft nicht recht fertig werden. Er dachte an die bunten Bilder der tropischen Wälder aus MaynRead", aus Robinson Krusoe", aus verschiedenen Märchen, aber das Paradies wolite immer nicht gelingen... Nein, im Paradies ist es anders! Er dachte an den blauen Himmel, an eine lange Bahn aus weißen, wie Watte, am Rande vergoldeten Wöllchen Bielleicht ist dort, im Paradies, die Erde so blau, und die Alleen so weiß, wie im Frühling am Himmel?.. Und wo sind die Bäume, die Blumen, das Gras? ... .. • Die Köchin schnarcht stört am Denten... Die tommt gewiß nicht ins Paradies Go ein böses Weib, schimpft immer und lügt Dürfen denn solche ins Paradies? Dort find Lauter Bute. Liebe. Kluge Dumme werden nicht hineingelassen Alyosha, der ist dort. Ganz. gewiß!... Aljoscha war gut, und sehr flug! Sehr flug! Er wußte alles, was man auch fragen mochte. Vielleicht ist Aljoscha sogar flüger als Mama. Manchmal fragte man Mama, wie Glas gemacht wird, oder ein Buch, oder so etwas, und Mama schickt zu Aljoscha... Natürlich weiß Aljoscha alles... Mama ist auch sehr flug, aber doch. Schlaf, Aljofcha! Im Paradies sehen wir uns wieder Einmal träumte Wanja vem Paradies. Am Morgen, als er aufwachte, suchte er sich zu erinnern, wie es ausfehe, fonnte aber nicht... Es war nur die Erinnerung an etwas Freudiges, Blaues und Grünes, Goldenes und Rosenrotes, geblieben, auch war es, als ob eine ungewöhnliche Mufit dort spicite, aber vielleicht spielte fie gar nicht, es schien nur so Bergessen ist dieser ganze Traum, dieser wunderbare Traum, von dem es so wohl, so wohl zumute ist und doch ein bischen traurig Barum traurig? Ach ja, weiß schon! Banja hotte im Baradies Aljojcha gesehen, hat nach Die Bittfahrt nach Hannover. OTTENS. " Beilage des Vorwärts abreifte und von seinen Ministern gesucht werden mußte, behandelte er in der köstlichen Ballade vom verlorenen König". Damals faljen fich Herwegh und Wagner zum legtenmal in der Schweiz. Der Dichter richtete noch 1873 ein Gedicht an den Komponisten, aber beide waren fich längst innerlich entfremdet. Wagner hatte die neue Reichsherrlichkeit freudig begrüßt, während Herwegh seinen alten 3dealen treu blieb. Vollendung und Eröffnung des Walchenseekraftwerkes Von Hans Tischert, Berlin. Immer mehr geht man dazu über, die Wasserkräfte auszunußen. Das größte Wert der Erde ist in Amerifa; es sind die Kraftwerke am Gefälle des Niagara. Gibt es überhaupt außer dem Winde eine billigere Antriebsfraft? Kleine Elektrizitäts- und Kraftwerke mit Wasserturbinenantrieb gibt es wohl an jeder Stelle, wo eine geeignete Wasserkraft zur Verfügung steht. Ein großer Teil der bayerischen Hauptstadt wird auf diese billige Weise mit Strom versorgt. Ueberhaupt in Bayern hat man diesen Antrieb an der kleinsten Stelle ausgenutzt. So ist es auch leicht erklärlich, daß dort das größte Kraftwerk Europas, das Walchenseekraftwerk bei Rochel, erbaut wurde. Bayern mit dem anschließenden Gebirge verfügt über die größten Wafferfräfte Deutschlands, so daß der Bau eines Werkes dort recht geeignet erschien. Fast alle größeren Firmen der Eletrotechnik waren an dem Bau dieses Kraftwerkes beteiligt. Es ist offiziell erst jetzt der Deffentlichkeit übergeben worden. Die Maschinen, die von den Siemens- Schudert- Berten geliefert und aufgestellt worden sind, befinden sich seit einigen Wochen in Betrieb. Die anderen Maschinen, die von der AEG., den Bergmann- Elektrizitätswerken und den Bayerischen Elektrizitätswerken geliefert wurden, laufen noch probeweise und die letzten beiden Maschinen sind gerade montiert. Die gesamte Maschinenanlage liefert ungeheure Energiemengen. ist nach den neuesten Errungenschaften der Elektrotechnik zusammengestellt und stellt ein Wunderwerk deutscher Ingenieurkunft dar. Die Maschinenanlage besteht aus vier Drehstromgeneratoren, ron je 24 000 PS bei einer mittleren Spannung von 6 600 Bolt bei 50 Perioden und 500 Touren. Die zweite Anlage besteht aus vier Einphasengeneratoren von je 18 000 SP bei einer mittleren Spannung von 6600 Volt und 16 Perioden und 250 Touren. Somit liefert die Gesamtanlage 160000 PS. Diese ungeheure Energiemenge foll für Beleuchtungs- und Kraftzwede verwandt werden. Ein Teil wird eine Fernleitung auf das bestehende Bayernwerk übertragen. Ein Teil soll zur Elektrifizierung der bayerischen Eisenbahn gebraucht werden. Die Maschinen sollen nur einzeln oder zwei zusammen laufen. Somit sind immer einige Maschinen in Reserve und können bei größerer Beanspruchung als Zusatz geschaltet werden. Energisch soll dann die Elektrifizierung der Eisenbahn durchgeführt werden. Immer mehr will sich die Reichsbahn von der Kohlenfeuerung frei machen. Schon verschiedene Streden im Reiche beweisen, daß der elettrische Eisenbahnzug viel öfonomischer, aber insbesondere viel sauberer arbeitet. Die Deutsche Reichsbahnoerwaltung tonn sich hier ein Beispiel an der schweize rischen Bundesbahn nehmen, bei der eine große Anzahl der elef hischen Zuglokomotiven von deutschen Firmen hergestellt sind und fich glänzend bewährt haben. Besonders bei langen Fahrten durch den Tunnel macht sich der Dampfbetrieb störend bemerfbar. Ruß Herr Generalfeldmarschall, übernehmen Sie die Führung. und Qualm bringen in das Innere des Wagens, auch wenn die Mit diesen Truppen müssen Sie fiegen!" 96 intimen Freundeskreis, dem Wagner 1854 zum erstenmal die Komposition des Rheingold" vortrug. Bagner am Klavier, sein eben entstandenes Mufifdrama spielend, singend, erklärend, war ein ganz eigener Genuß", schrieb er darüber an seine Frau. Dann per fchwand das kleine Männchen mit der frummen Nase und dem Altweiberfinn und dem komischen Sächseln, und wir sahen nur seine in Genialität funkelnden Augen, seine Begeisterung, seine übermenschlichen Bühnengestalten in einem Meer von Wohllaut. Auch weiter verfolgte Herwegh das Schaffen seines Freundes mit Be geisterung, und über den Standal bei der ersten Tannhäuser- Aufführung in Baris fchrieb er für das Büricher Intelligenzblait" zwet Aufsätze, in denen er Wagner energisch in Schuh nahm und seinen fünftigen Ruhm vorausjagte. Der Freundschaftsbund zwischen dem Komponisten und König Ludwig fonnte dem unentmegten Repu blifaner freilich nicht gefallen. Als aber Wagner den Münchener Kunstphilistern den Blag räumen mußte, verspottete Herwegh in verschiedenen humoristischen Gedichten die bayerische Cliquenwirt. schaft. Den tragikomischen Vorfall des Besuches von König Ludwig bei Wagner in Luzern im Mai 1866, bei dem der König unbemerti • ihm gerufen, aber Aljoscha war weit, hat ein Rufen nicht gehört, hat sich nicht umgesehen... So befam Wanja Alfoschas Gesicht nicht zu sehen, er sah wieder nur Aljoschas Rücken Aljoscha und wer noch... neben ihm? Ach ja! Neben ihm ging Jesus Chriftus und sprach mit Aljofcha, wie auf dem Bild im Relegions. buch. Also liebt Sefus Christus Aljoscha Banja schaute aufs Gottesduge und flüsterte: Lieber Jesus Christus!... Ach hab's doch gewußt!... VII. Steh auf. die Mutter ist lot! Lüg' nicht Geh, schau selbst: liegt im Saal auf dem Tisch. Die Köchin ging fort. Wanja lag still, und hatte Angst sich zu rühren. Unter der Decke hervor ist nur Banjas Kopf zu sehen. Er schaut unbeweglich in die Zimunerdecke und lauscht. Wieder flappern Türen, gehen Menschen durch die Zimmer, ertönen unbekannte Stimmen. Wieder ist in den Zimmern ein Hin und Her, Auf und Ab, wie in der Nacht, als man Aljoscha geholt hatte Einige Male fuhr Wanja zusammen vom Klingeln an der Eingangstür, dieses Klingeln schien nach; der langen bedeutungsvollen Stille in den Zimmern, besonders laut und sonderbar, voll Unruhe und Und Mama? Warum läßt man sie unheilvoller Borbedeutung nicht schlafen, und Tante erlaubt es? Wer geht da? Wanja troch mit dem Kopf unter die Decke und hielt den Atem an. Lieber soll man ihm nichts über Mama jagen! Man soll nichts sageni Jemand lommt, immer näher und näher und immer bänger wird es Banja. Da rührt jemand an die Bettdecke Angst erfüllt öffnet Banja die Augen: vor ihm steht die Tante mit roten geschwollenen Augen Steh' auf, du mußt dich anziehen! Und Mama?... Mama " Sie. Mama... lebt? Tot ist die Mama Wanja drehte den Rücken nach oben und verharrte, den Kopf im weichen Rissen... Tante strich ihm sanft über den Rüden, er rührte fich aber nicht 4 Fenster geschlossen sind. Die Elektrifizierung hat auch besonders den Borteil, daß die Wagen elektrisch beleuchtet werden. Bei einem Busammenstoß explodieren meist die zur Beleuchtung dienenden Gasbehälter, die dann großes Unheil anrichten. Ueberhaupt bildet die Elektrifizierung aller Bahnen einen Fortschritt auf dem Gebiete der Eisenbahntechnif. Dies war solange nicht möglich, als die Her stellung des elettrischen Stromes noch zu hohe Roften verursachte. wonach ber Bau von Sentraltrafimerten für Eisenbahnen aus Ein Hauptgrund lag aber auch in dem Verbot des Generalstabs. militär- strategischen Gründen untersagt mar. Die Ausnutzung der Wasserkräfte zur Herstellung des elettri schen Stromes bringt somit auch eine vollständige Umwälzuna im Cisenbahnverkehr. Ein großer Teil Bayerns wird durch das Wal chenseekraftmert mit Strom für Beleuchtungs- und Kraftzwede versorgt werden. Es ist das größte Kraftwerk Europas, auf das wir und alle die, die daran gearbeitet haben, stolz sein fönnen. Wie alt ist die Kochfifte? Biel älter, als man gemeinhin glauben wird. Denn schon der römische Schriftsteller Juvenal erwähnt sie. Und zwar scheint es, als ob sie bei den Juden im Gebrauch war, vermutlich zu dem 3med, um an den Sabaten, an denen jegliche Betätigung im Haushalt verboten war, das Essen zu bereiten. Jedenfalls heißt es bei Juvenal, daß die arme Jüdin ihren warmhaltenden Korb mit Heu verlasse, um der römischen Dame zu wahrsagen". Jeht ist Mama wohl: fie leidet nicht mehr... Banja rührte sich nicht 609 Sie schläft jetzt, und es tut ihr nicht weh... Jetzt ist ihr wohl... Banja rührte fich nicht... Komm', zieh dich an... mir gehen zur Mama... Du wirst fie füffen... Gut? Tante faßte Wanja vorsichtig an, wollte ihn im Bettchen auf* rechtsetzen. Wanja hielt das Riffen feft gepadt und schlug mit den Füßen um sich.. Tante seufzte und setzte sich auf den Stuhl neben dem Bett... Jemand ging im Saal, und dann hörte man plöglich ein eintöniges lautes Lesen, wie in der Kirche Der Mama ist jetzt wohl... Sie fommt zu Gott, und wird dort Aljoscha sehen.. Und ich? fragte Wanja ins Kissen hinein... Sei ein fluger, guter Junge, dann.. Auf einmal ließ Wanja das Kissen los und richtete sich auf. Die Tränen mit der Hand wischend, sah er die Tante an, und fagte leise: 4 Sie hat mich zum Abschied nicht gefüßt. Und es ist noch fo lange, bis wir uns dort sehen! So eine ist fie! Auf dem Sessel lag ein neuer Anzug, und er war ganz schwarz. Und du bist in schwarz, und ich bin in schwarz. Wie alte Leute fagte Wanja, am Waschtisch stehend. Dann half Tante Manja beim Ankleiden, aber er ließ es nicht geschehen: 600 Ich will allein!.. Und sie... Mamta... wo ist sie? Im Saal Banja beeilte sich. Er muß schnell zu Mama. Sie ist zwar tot, aber wartet gewiß darauf, daß Wanja ihr Guten Morgen" sagen soll. Zuerst hatte Wanja Luft zum Weinen, aber jetzt ist er ruhig und still. Bergeffen die Zähne zu pußen! Nur tüchtig mit Bürste und Pulver. Mama hat es gern, wenn die Zähne blizen Und wenn's in den Ohren sauber ist! Lange fämmte er fein Haar von der Stirn zum Scheitel und strich es mit der Hand, befeuchtete sie mit Speichel und strich: ein Haarbuschel steht vor, will nicht liegen Trink zuerst Tee mit Milch!... Nein, zuerst zu Mama!... ( Fortfegung folgt.) PREISWERTE ANGEBOTE HerrenAnzüge 48° 5800 QuaSportanzüge 52° 68° extra.... Anzüge für Burschen verschiedene luster.. 00 00 36°° 45°° Herren- Schlüpfer 36" 48" für vierren, imprägniert.... 00 Frühjahrsmäntel 18° 25° für Herren 50 Lüstersakkos 125° 15°° gute Stoffe, beste Verarbeitung Mengenabgabe vorbehalten. Sportartikel Mengenabgabe vorbehalten. 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