Nr. 166+42. Jahrg. Ausgabe A nr. 85 Bezugspreis: 938entlich 70 Bfennig, monatfis 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, gitanen. Luremburg 4.50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat Der Borworts" mit ber Sonntags bellage Bolt unb Reit mit Gieb Lung und Kleingarten fowie bez Beilage Unterhaltung und Wissen unb Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint mochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abrene: .Cozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltiae Ronpareille seile 70 Bfennia. Reflamezeile 4. Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fetigedrudte Bort 20 Pfennig ( auläffta zwei fettaedruckte Worte). jedes meitere Wort 10 Bfennig. Stellengefuche bas erfte Mort 10 Biennia. jebes weitere Bort 5 Pfennig. Worte über 15 Bu ftaben zählen für amei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten geile 30 Bfennig. Anzeigen für bie nächste Summer mülen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SB 68, Linden ftraße 3, abgegeben merben. Geöffnet son 9 Uhr frith bis 5 Uhr nahm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhof 2506-2507 Mittwoch, den 8. April 1925 Hindenburg lehnt abends ab... aber um Mitternacht überlegt er wieder. Heute soll die endgültige Entscheidung des Loebell- Ausschusses fallen. Die Chancen liegen am günstigsten für Jarres. Die Deutsche Volkspartei hat zäh an Jarres fest gehalten. Den ganzen Tag über ist gestern verhandelt worden. Das Ergebnis, soweit es bis zum Abend zu erkennen ist, heißt: Hindenburg lehnt endgültig ab. Die Berichte, die von den beteiligten Bartelen ausgegeben worden sind, sprechen deutlicher als jeder Kommentar vermöchte. Sie geben ein Bild grenzenloser Berwirrung, des erbittersten Ringens um die Führung, des Sich- nicht- bescheidens bei vollendeten Tatsachen, des immer wieder Bon- vorn anfangens. Wir geben diese Berichte in der zeitlichen Aufeinanderfolge wieder. Bormittags: Deutschnationale für Hindenburg. Die Deutschnationale Preffeftelle teilt mit: In einer gemein jamen Beratung beschlossen der Parteivorstand und die Landes. verbandsvorsigenden der Deutschnationalen Boltspartei, entsprechend den Beschlüssen, die bereits fürher von der Parteileitung fowie den Frattionen der Partei im Reichstag und Landtag gefaßt waren, die Kandidatur Hindenburg zu fordern." Bayerische Volkspartei für Hindenburg oder Stimm freigabe. Die Telegraphenunion meldet: Der Landesausschus der Banerifchen Boltspartei nahm heute in einer mehr ftün bi gen Stgung, der auch zahlreiche Reichstags und Landtags abgeordnete.ber Partei Beiwohnten, zur Frage der Reichspräsidenten wahl im zweiten Wahlgang endgültig Stellung. Nach län. gerer Aussprache, in ber besonders Geheimrat Dr. Heim für die Ly Unterstützung einer Randidatur des Generalfeldmarshalls von Hindenburg eintrat, beschloß der Landesausschuß mit großer Mehr. heit, im zweiten Wahlgang für die kandidatur Hindenburg zu ftimmen. Sollte es aber nicht zur Aufstellung einer Randidatur Hindenburg tommen, so würde den Wählern der Bayerischen Volkspartei die Parole Wahlfreiheit gegeben werden. Mittags: Berhandlungen, Hindenburg lehnt ab. Nach dem Beschluß der Deutschnationalen für Hindenburg begab sich eine Abordnung der Deutschnationalen zu den Bertretern der Deutschen Boltspartei. Inzwischen aber wurde befannt, daß hindenburg in einem Schreiben an den Reichsblod die Ueber nahme der Kandidatur endgültig abgelehnt habe. Abends: die Deutschnationalen halten an Hindenburg feft, Tirpin fährt nach Hannover. Das Nachrichtenbureau der Bd3. teilt mit: Die Sigung des Parteivorstandes der Deutschnationalen Bolts. Das belgische Wahlergebnis. Bräffel, 7. April.( WTB.) Nach den lehten Meldungen ist die parlamentarische Lage in der neugewählten Kammer folgende: Ratholifen 78, Sozialisten 77, Ciberale 24, Front partel 5, kommunisten 2, Daenfepartei 1, insgesamt 187. Der liberale Abgeordnete für den Wahlkreis Verviers, minister Forthomme, ist nicht gewählt worden. partei mit den Borfizenden der Landesverbände am heutigen Nachmittag war nur von furzer Dauer. Nachdem nahezu einstimmig befchloffen morden war, für eine Kandidatur Hindenburg einzutreten, wurde betannt, daß Hindenburg in einen Tele gramm an den Reichsblod die Kandidatur zur Reichs präsidentenwahl abgelehnt habe und als Randidaten Herrn Dr. Jarres empfohlen haben soll. Die Parteivertretung blieb jedoch bei ihrem Beschluß, eine Kandidatur Hindenburg zu fordern. Inzwischen ist Großadmiral von Tirpitz nach Hannover gereift, um noch einmal mit dem General feldmarschall Rücksprache zu nehmen. Sollte Generalfeldmarschall v. Hindenburg wiederum ablehnen, so würde sich die Deutsch nationale Bolfspartei, wie wir hören, für Jarres einsetzen. Heute Sihung des Loebell Ausschusses. schuffes, um endgültig den Kandidaten des Rechtsblods zu Heute morgen beginnt die Sigung des Loebell- Ausschuffes, um endgültig den Kandidaten des Rechtsblocks zu nominieren. Herr n. Loebell läßt dementieren, daß er Rücktrittsabsichten habe, es jei ja alles einig... Ausschusses. Die Herren werden sich wohl fehr froſtig beHeute um 10 Uhr beginnen die Beratungen des Loebell. grüßen. Mitternacht: Un Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Voltschefftonto: Berlin 37536 Bankkonto: Direktion ber Diekonto- Gesellschaft, Debofitentaffe Lindenstraße 8 Tragödie eines Industriereviers. Ein versinkendes Häuergeschlecht. Gerhardt Hauptmann hat seinerzeit in seinem Schau( piel ,, Die Weber" der Welt ein Bild des Elends aus Schlesiens Bergen vorgeführt, das auf die gesamte Mitwelt einen ungeheuren Eindrud ausübte. Auch heute spielt sich unmittelbar an derfelben Stelle eine furchtbare Tragödie ab. Dieses Mal sind es nicht die Handweber, sondern die Bergarbeiter des niedersglesischen Steinfohlenreviers, die unter viel schwierigeren Bedingungen arbeiten müssen. Würde sich heute ein Dichter finden, der der Welt ein Bild des fozialen Elends vorführen wollte, er fönnte nirgends besseren Stoff als im niederschlesischen Steinkohlenbergbau finden. Die Gründe hierfür sind furz folgende: Der niederschlesische Steinfohlenbergbau hatte von je her mit den größten Schmierigkeiten zu kämpfen. Die schlechten Berhältnisse sind zum Teil in den geologischen Berhältnissen des Reviers begründet. Die Flözlagerungen sind im allge meinen unregelmäßig. In ihrer Mächtigkeit reichen sie auch nicht entfernt an die Oberschlesiens heran; dazu kommt, daß find. Bei der Gewinnung der Kohle verunreinigen diese die Kohlenflöze oft von mehreren Bergemitteln durchzogen Bergemittel die Produftion gewaltig. Das Ausscheiden der beden ist ferner von ungeheuren Porphyrlegeln durchbrochen. Bergeteilchen verursacht eine Berminderung der Leistung und Erhöhung der Selbsttoften. Das niederschlesische SteinkohlenDurch das Hindurchtreiben diefer Borphyrtegel sind natur gemäß Störungen in der Flözlagerung entstanden. Während Hindenburg überlegt schon wieder.. normalerweise die Flöze des Waldenburger SteinkohlenHannover, 7. April.( TU) Nachdem heute abend Großber Stelle, mo bie Naturgewalten die Porphyrlegel hindurch bedens eine Lagerung von 18-20 Grad aufweisen, find an admirals. Zirpih mit Generalfeldmarschall v. Hindenburg gebrüdt haben, die Flöze faft in fenfrechter Lagerung anzueine Besprechung hatte, fann feftgeftellt werden, daß allen aneine Besprechung hatte, fann festgestellt werden, daß allen anderslautenden Mitteilungen entgegen von Hindenburg fi und mühseligere Arbeit, als in den Flözteilen mit horizontaler fish treffen. Das verursacht selbstverständlich eine viel schwerere odvolle Entschlußfreiheit in der Frage der n Lagerung. Durch die auftretenden Störungen ist das Gebirge ahme oder Ablehnung der kandidatur vorbehalten hat. im allgemeinen zerflüftet. Der Gebirgsdrud ist aus diesein Um Mitternacht teilt der Reichsblod mit: Berschiedene Grunde jo start, wie wir ihn in feinem anderen BergbauKorrespondenzbureaus verbreiten die Mitteilung, daß Hindenburg revier aufzuweisen haben. Das bedingt einen viel größeren eine ihm vom Reichsblod angebotene Kandidatur bereits abgelehnt Berbrauch an Holz und Eisen und deshalb ebenfalls eine habe. Auch wird der angebliche Wortlauf eines Telegramms ver- Steigerung der Selbsttoften. breitet, in dem Generalfeldmarschall von Hindenburg feine Ableh- An Gefahrenquellen ist der niederschlesische Steinnung mitteilt und die kandidatur von Jarres empfohlenbergbau reicher als alle anderen Replere. És treten fiehlt. nicht nur Schlag- und Brandwetter auf, auch die Kohlensäure, welche im übrigen deutschen Bergbau taum bekannt ist, breitet sich mehr und mehr auf das ganze Revier aus. Wenn auch die Bergbautechnik heute soweit vorgeschritten ist, daß hierbei normalerweise Berluste von Menschenleben vermieden werden fönnen, so wirten sich jedoch die Schutzmaßnahmen förder. störend auf die Leistung aus. Es würde zu weit führen, hier die Gefahren der Kohlensäure anzuführen. Nur soviel sei gefagt, daß die Kohlensäure zumindestens genau so gefährlich werden fann, wie Schlagwetter. Diese Darstellung genügt wohl, um der Deffentlichkeit zu zeigen, unter welch schwierigen Berhältnissen die niederschlesischen Bergarbeiten zu arbeiten gezwungen find. Dem Reichsblod ist davon nichts bekannt. Es ist ihm noch feine offizielle Mittellung einer Ablehnung von Generalfeldmarschall von offizielle Mittellung einer Ablehnung von Generalfeldmarschall von Hindenburg zugegangen. Dem Reichsblod ist jedoch ein Telegramm aus Hannover 3ngegangen, daß Hindenburg fich feine Entscheidung bis Mittwoch vorbehalten habe, um im vollen Einverständnis mit dem Reichsblod über eine Enffcheidung über die Kandidatur zu treffen. Bird nun heute morgen pünktlich um 10 Uhr der LoebellAusschuß die flare Situation haben, aus der der Randidat des Rechtsblods hervorsteigen wird? Oder wie lange wird die Komödie noch fortgesetzt? Konfolidierungsanleihe, die in Form von breiprozentigen Renten zu pari ausgegeben werden soll. Zeichnungshöhe und Zahlungsweise bleiben in das Belieben des einzelnen gestellt. Artikel 3 bestimmt jedoch, daß jeder zur besonderen Einkommensteuer aus Kapitalbesig veranlagte Steuerpflichtige, der nicht mindestens 10 Broz. seines tatsächlichen Berriegsmögens gezeichnet hat, einer besonderen Abgabe in Höhe der Differenz zwischen dem von ihm gezeichneten Betrag und dem zehnten Teil seines Bermögens unterworfen werden foll. Bon der Beichnung und Abgabepflicht ausgenommen find die jeniger Bersonen, die lediglich Arbeits einfommen beziehen. Artitel 4 enthält die Veranlagungsbestimmungen und Artikel 5 schreibt vor, daß das finanzielle Ergebnis der Anleihe ausschließlich zur Tilgung und Konsolidierung der öffentlichen Schuld verwandt werden muß. Rasche Arbeit in Frankreich. Die Sanierungsvorlage schon im Ausschuß. Paris, 7. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Reaktion, die für Dienstag den Ausbruch einer Kabinettstrife mit Sicherheit erwartet hatte, fieht sich in ihrer Hoffnung aufs neue enttäuscht. Der Tag, der den Generalfturm der Rechten gegen das Ministerium Herriot bringen sollte, tst banf der Gegenmaßnahmen der Linfen völlig ruhig verlaufen und hat zweifellos zur Feftigung der Stellung des Ministeriums beigetragen. Die Sanierungsvorschläge des Finanzministers de Mongie zur Sanierung haben Dienstag vormittag die volle Zustimmung des Ministerrats gefunden, sind am Nachmittag in der Rammer eingebracht und gemäß einstimmigem Beschluß der Kartelparteien ohne Debatte dem Finanzausschuß überwiesen worden. Der Gesetzentwurf enthält fünf Artikel. Der erfte erhöht den Notenumlauf der Bank von Frankreich von 41 auf 45 Milliarden und zu gleicher Zeit die von der Bant dem Staate zu gewährenden Borschüsse von 22 auf 26 Milliarden. Dadurch wird lediglich ein bereits ohne gefeßliche Ermächtigung eingetretener Suftand nachträglich legalisiert. Artifel 2 verpflichtet alle natürlichen und juristischen Berjonen zur Zeichnung auf eine Der Finanzausschuß der Stammer ist bereits am Dienstag nach mittag zusammengetreten. Ministerpräsident Herriot und Finanz minister de Monzie maren anwesend, um die erforderlichen Auf flärungen zu geben. Der Finanzausschuß wird wahrscheinlich die Beratung in einer Nachtsizung fortsetzen und man glaubt, daß er in der Lage sein wird, son am Donnerstag dem Plenum Bericht über den Gefeßentwurf zu erstatten. Herriot hat im Ausschuß die Teilung des Regierungs. gefeßentwurfes, die von der Oppofition beantragt wurde, abaelehnt und erklärt, daß er hierüber die Bertrauensfrage stelle. Rücktritt des Unterrichtsministers? Paris, 7. April.( WTB.) Im Senat hat heute nachmittag bei der Beratung des Budgets des Unterrichtsministeriums ein Senator die Angelegenheit des Professors Scelle zur Sprache gebracht und als Ausdruck der Mißbilligung der Haltung des Unterrichtsministers Albert eine Kürzung feines Gehalts um 100 Frant beantragt. Troß lebhaften Widerspruchs des Unterrichtsministers ist dieser Antrag mit 138 gegen 134 Stimmen angenommen worden. Die Regierung hatte nicht die Bertrauensfrage gestellt. Es heißt das Albert zurücktreten wolle. I Seit der Stabilisierung der Mart macht das niederSchlesische Steinfohlenrevier eine ununterbrochene Wirtschaftsfrise durch, wie sie es in der Borkriegszeit nicht erlebt hat. Daran find neben den geschilderten Ursachen die geographische Lage des Reviers und die erhöhten Staub fohlenanfälle fchuld. Die geographische Lage des Reviers ist so ungünstig, daß die gesamte Produktion auf dem Eisenbahnwege verfrachtet werden muß. Soll der Wasserweg benutzt werden, so muß die Borfracht erst einmal bis Breslau geleistet werden. In der Borkriegszeit hatte das niederschlesische Revier ein Hauptabfahgebiet in dem damaligen Deutsch öfter. reich. Ungefähr 40 Broz. feiner Rohle und feine Kofs produfte ging über die Grenze nach der heutigen Tschecho. flowakei. Dieses Absatzgebiet ist dem niederschlesischen Revier durch die während und nach dem Kriege in Deutschland eingetretene Rohlennot verloren gegangen. Heute wird bas Revier von allen Seiten, sowie auch von der Braunkohle scharf bedrängt. Nur unter ungeheurer Unterbietung der Preise ist es möglich, für die minderwertigen Kohlenforten Absatz zu finden. Dabei ist nicht einmal gesagt, daß die Kohle in ihrem Heizwert minderwertig ist, es liegt vielmehr daran, daß die Rohle infolge des starten Gebirgsdruces einen größeren Staubfohlenfall hat. Die Löhne sind im niederschlesischen Revier voll. ständig unzureichend. Während alle Reviere im Jahre 1924 einigermaßen die Teuerung ausgleichen konnten, ist dies den Bergarbeitern Niederschlesiens nicht möglich gemesen. Seit Mai 1924 ist vergebens versucht worden, die Löhne aufzubessern. Die Notlage wird allenthalben, auch von den Arbeitgebern zugegeben. Diese behaupten jedoch, daß die Werke eine weitere Lohnbelastung nicht tragen tönnen. Ber gleicht man die Löhne Niederschlesiens mit denen des Ruhrreviers, so ergibt sich folgendes Bild: Der Tariflohn der Gedingearbeiter des Ruhrreviers ( Leistungslohn) beträgt 7,06 m. Der tarifliche Gedingehauer durchschnittslohn Niederschlesiens 3,84 M. oder 55 Broz, des ':,ies an bar Ruhr. 5« der Vorkriegszeit betrug das Ber> nis zwischen Ruhr und Niederschlesien 66—68 Proz. Las hresein kommen im Durchschnitt 1913 betrug 3 M. Das Jahreseinkommen im Durchschnitt 1924 da- en 1060 M. Umgekehrt haben sich die Preisverhaltnisse ent- Mt: Bei den Lebensmitteln, welche für die Erhebung der chssiatistik festgestellt werden, ergibt sich eine Steigerung > SL Proz.. bei Textilwaren um 75 Proz. War eine annung in den Löhnen der Vorkriegszeit zwischen Osten > Westen noch einigermaßen zu vertreten, so trifft das heute fach nicht mehr zu. Durch das Abtreten der landwirtfchaft- en Gebiete im Osten haben sich die Preisverhältnilfe mdlegend geändert. Herrschte schon in der Vorkriegszeit unter den Berg- eitern Niederschlesiens bitterste Armut, so drohen die igen Verhälinisse zu einer Katastrophe auszuarten. nn auch die Behörden alles tun, um die Not zu lindern. ;i3nnen eben nur die krassesten Fälle berücksichtigt werden. radezu entsetzlich sind die Zahlen, welche von der Stadt a l d e n b u r g angegeben werden. Wahrend im Jahre 14 für die Zwecke der Wohlfahrtspflege 70 500 M., oder auf : Kopf der Bevölkerung der Stadt Waldenburg 2.93 M. sgegebcn wurden, stieg die Summe im Rechnungsjahre 1924 f 650 000 M. oder 15.63 M. auf den Kopf der Bevölkerung. cen wir, was der Magistrat der Stadt Waldenburg dazu reibt: „Es gehört jetzt zu den alltäglichen Vorkommnissen, daß auf .träge von Vollverdienern aus Wohlfahrtsmitteln für Metrllck- nde«Ingetreten«erden muß. um unvermeidlich« Exmissionsklagen vermeiden. Kinderreiche Familien sind bezüglich Kleidung und chuhweek fast ganz auf Beihilfe des Wohlfahrtsamtes und frei» lllge Wohlfahrtspflege angewiesen. Die Kosten der ärztlichen chandlung, die Arzneikosten und Entbindungskosten für Singe- 'Nge der Bergarbeiter müssen fast restlos aus Mitteln der Wohl- hrtspstege gedeckt werden." «Zerodezu trostlos sieht es in den Schulen aus. Uns liegt n Bericht der Schulen der Stadt Waldenburg vor, welcher n grauenhaftes Bild des Elends und der Gesundheitsver» altnisfo bietet. Bon 5296 Kindern sind 1622 oder 30,6 Proz. vollständig krank: davon leiden allein 203 Kinder an vffener Tuberkulose. Die Frage ist nun: WassollausdiesemRevier o erben? Wiederholte Verbandlungen haben seit Monaten ei den Reichsbehörden stattgefunden, ohne zu einem Resultat u führen. In erster Linie muß die Frage aufgeworfen -rerden, ob das Revier für die deutsche Volkswirtschaft not- .icndig ist. Diese Frage ist von allen Stellen bisher bejaht )orde:i. Wir sind der Meinung, daß wenn dieses Revier er- alten werden soll, die Reichsrogierun g'dasür sorgen .mß, daß die in diesem Revier arbeitenden Menschen auch m Leben erhalten werden. Daftir könnte in erster Linie die ieichseisenbahn sorgen. Die Annahme eines größeren Quantums Betriebskohlen würde dem Revier sofortige Cr- nchterung verschaffen. Die Herabsetzung der Frachten, die ereit» im Jahre 1312 vorgenommen wurde, müßte auch jetzt nieder ins Auge gefaßt werden. Alle darauf hinzielenden 'lerhandlungsn sind jedoch bisher ergebnislos verlaufen. Die tot und das Elend nehmen immer msbr zu und wenn nicht a ganz kurzer Zeit Maßnahmen ergriffen werden, daß die ■öljne mindestens um 50—60 Proz. aufgebessert werden cinften, so werden die Arbeiter de« niedersch lesischen Stein- ohlenreviers dem völligen Untergang preisgegeben. Pflicht der gesamten Oeffentlichkeit ist es, den geschilderten Zuständen lebhafte Aufmerksamkeit zu schenken, um eine nicht mehr gutzumachende Katastrophe zu verhüten! Der Ausschuß zur llickersuchuug der Geschäfte der Landes. sandbricfanstall vefchäftigt» sich gestern mit den Konten, die die Jarlowifc und Etzdorf für sich verwendet haben. Es ergab sich, daß Beträge, die In die Hunderttausende gehen, einfach verjubelt wurden. Ueber die Verwendung von ungefähr einer halben Million "innten Ausschlüsse bisher noch nicht erzielt werden. Zur Seeliner Tagung öec Gemeiasthastssthnlen. Von Arth tiarseu. L.«it Paulsen vor 4 Jahren als Stadtschulrot nach Berlin kam, st jedem Berliner da» Wort Gemeinfchostsschul« geläufig geworden. Denn die von Hamburg auegehende Bewegung dieser Schulen war 8. mit der sein Name sich verknüpfte. Indem die gesamte Rechts- vress«. inden, die Vertreter der büigerllchen Parteien Im Berliner ssathausfaal diese Hamburger Versuch« als eine schulische Unmöglich. lest, alz eine Unstttlichkeit, ja eine überstiegen« Verrückchest hinzu- üollen sich bemühten, glaubten sie den Kampf gegen Paulsen auf da» wirksamste zu führen. Ist er selber auch als Opfer dieser skrupcl. losen Hetze schließlich gefallen, so hat doch keine Macht das Vor« dringen der neuen Schule hindern können. Es ist ein durchfchla- gender Beweis für die Zeltnotwsndigkett dieser Form, daß ei» volksparteilicher Kultusminister, Herr Boelitz, vor L Jahren die von Paulsen vorgeschlagenen Richtlinien der Berliner Gemein» schafteschulen bestätigte. Heut» gibt es in Deutschland nicht nur einzelne Schulen, die im neuen Geist arbeiten, sondern weit darüber hinaus wirkt ihr Beispiel umbildend auf die alten Schulen, auf da? gesamte volkoschulwesen überhaupt. Wer z. B. unooreing«» nommen di» preußischen Richtlinien für die Lehrpläne der Volks- schulen durchmustert, wird überall auf Formulleningen stoßen, pi« in dem Kreis der Gemeinschaftsschulen ihren eigentlichen Ursprung haben. Die ältesten Gemeinschaftsschulen sehen setzt auf 6 Jahre prak. Istch« Arbeit zurück. Sic stehen zum Teil in schwersten Kämpfe», einige sind der im letzten Jahre»nuner stärker aufbrandenden R-ak» twn zum Opfer gefallen. Das Schuwnrecht von Sundhausen, dessen blühende Schule von der völkischen Regierung Thüringens nach und noch beseitigt wurde, ist ebenso durch dl« pädagogische Presse bekamst geworden, wie der Kampf der Berknertor-Schul« m Hamburg um ihre grundlegenden Freiheiten und da» als Protest erfolgt« Aufgeben ihrer Sonderrechte durch die Leipziger Versuch»» schule. In diesen, Augenblick scheint e» notig, daß die Mitarbeiter und Freunde der Gieuuinschaftsschtilen zusammenkommen, um ihre Er» sahrüngen, ihr« Sorg«, und Freuden auszutauschen, vor allem aber, um der Oeffentlichkeit gegenüber deutlich zu zeigen, daß sie trotz aller Feindschaft da sind, weiter leben und wirken und in dem stolzen Vewußlsetn. daß sie e» sind, die dem gesamten Volt« die neu« Schul« geben, setzt den Zusanimenschluß zu einer Arbeits» und Kampf- gemiiiiischalit vollziehen. Wer dies« Tagung, bis am Doniwrstng, den S. April, früh um st Uhr. in der Auw de« Kai s«r.Fn»drich.Realgamnasiums m R»U» Kommunistifthe Selbstmsrütaktik. Sie„säubern" sich zu Tode. Die.Rote Fahne" veröffentlichte gestern einen ganzseitigen Bericht über die Verurteilung Rädels. Brandlers und Thal- h« i m e r s. über die wir in der gestrigen Morgenausgabe bereits eine kurze Meldung brachten. Der offizielle kommunistische Bericht gewährt einen interessanten Einblick in das wüste Getriebe inner- bald per kommunistischen Internationale, in der dl« diktatorische Faust der russischen Geldgeber in zunehmendem Maße jede selb» ständige Regung, jede Anwandlung von Vernunft und Porantwort- lichkeitsgefühl in brutalster Weise unterdrückt. Aus dem Bericht der Moskauer Exekutivsitzung geht hervor, daß die deutsch« Zentral« den Ausschluß Brandlers und Thalheimers aus der Russischen Kömmunistischen Partei gefordert und gleichzeitig verlangt hat. daß Rädel, FelixWolff.HeinzMöller, Walcher und Cdda Baum zur Parteioerantwortung gezogen werden. Die Zentral» Kontrollkommission hat unier Beteiligung der Internationalen Kontrollkommission dieser Forderung zugestimmt. Gi» hat aber van dem endgültigen Hinausmurf der genannten kommunistischen Führer vorläufig Abstand genommen und sich auf folgende Matznahm«» beschränkt: .1. Erteilung einer strengen Rüge, sowie Erteilung einer Verwarnuna an dl« Genassen Brandler. Tbalheimer. Radek, Felix Wolff. Heinz Möller und an die Genossin Edda Baum wegen ihrer systenialischen Frattwnsarbiit und schwerer Verletzung der Parteidisziplin. 2. Den Genossen Brandler, Thalbeimer, Radek, Fellr Wolff, Heinz Möller und der Genossin Edda Baum di« Einmischung in die Arbeit der KPD. in irgendwelcher Form zu ver- bieten. 3. Die ZKK. verwarnt die Genossen, datz jegliche weitere Fortführung der Fraktionsarbeit durch sie. bzw. die Einmischung in die Anaelegenhesten de-- KBD. si« unweigerlich außerhalb der Reihen der KPD. stellen wird. 4. Die Ankstln-chme der Genossen Drandke». Ihakheinisr und Radek an der Arbeit der Komintern als unmlSssig zu erachten. S. Die ZKK. erachtet die Durchführung einer breit angelegten innerparteilichen Arbeit feiten» der Zentrale der KPD. für erforderlich, zwecks Erläuterung der politischen Bedeutung de« gegenwärtigen Beschlusses allen Parteimitgliedern gegenüber." Auf diesen Beschluß, der„unter stürmischem Beifall" einstimmig angenommen wurde, erfolgte die Verlesung einer Erklärung Brandlers, Thalheimers und Radek», in der diese de- und wehmütig ihre als ketzerisch betrachteten Auflassungen ab- schwören, si« als„historisch ü'-erholt" bezeichnen und begeistert den Thesen Einowsews über di«„Bskfchewisierung" der Äomrnunlsttfchen International» zustimmen. Dies« Kapitulation de? Radek-Yruppe vor den Machthaber» hat ihr indessen wenig genubt. Als Antwort auf ihre Erklänmg verlas der Generalsekretär Manullsfi im Namen der russischen Delegation ein» scharf» Kampfansage gegen Radek, Brandler und Thalheimer.in der dies« Ketzer beschuldigt werden,„daß sie nach wie vor mit beiden Füßen auf dem Boden der Taktik der Koalition mit den Sozialdemokraten stehen, sich weiter vom Bolschewismus entkernen und dem Mensche- wismus nähern". DI» Erklärung Radek». Drandlers und Thal- heimers. heißt es weitar. könne nicht ernst genommen wer- den. Sie klinge wie die gl«ichla"t«nde Erklärung Paul Levis (bevor dieser von der Kommunistischen Internationale in Acht und Bann getan ivurdH. Ebenso unaufrichtig sei da« Verhallen der genannte» Gruppe in der Frag» de» Trotzkismu». Radek Hab« in Rußland direkt d«n Trotzkismu« unterstützt, während Brandler und Thalhsimer versucht hätten, durch halbe Ablehnung des Trotz, kismus sich di« Möglichtelt von Angriffen auf die KPD. zu er- kämpfen.„Deswegen— heißt es zun, Schluß der russischen Er. klärung— kann die Komintern dieser Erklärung(der Radek-Gruppe) kein Vertrauen schenken. Das Plenum sieht in dieser politisch unaufrichtigen Erklärung Brandlers, Radek« und Thalheimers«in durchsichtige», aus dem Arsenal sozialdemotratischer Führer entlehntes taktische» Manöver, da, gegen dl« Lrni« de» 8. Kongresses gerichtet ist. Da» Plenum lehnt es daher ab, di« Erklärung zur Kenntnis zu nehmen." kölln. Kaiser-Friedrich-Str. 208/210. beginnt und sich über Kar. sreitag ausdehnt, besuchen will, der gehe nicht hin mit der Er- Wartung, hier neue Schlagworts, grundstürzende Theorien, leiden- schaftliche Kampfansagen mit mehr oder wenig, r parteipolitischer ärbung zu hören. Er wird rncht aus di» Koste» kommen. Die eiten für ein« billige revolutionäre Phraseologie sind oorüber. Wer aber wissen will, mit welchen Problemen dies« Häuser der Jugend, dies« vom Gesetz der Arbeitsgemeinschaft und Arbeits» gliederung durchpulsten Lebensstätten der Jugend gerungen haben und ringen, wie sie sie siegreich überwunden oder auch abgelehnt haben, wer wissen möchte, was heute tn neuen Schulen in Deutsch« land gearbeitet wird, der wird voll befriedigt werden. Doppelt und dreifach willkommen aber soll der sein, der zu uns kommt mit dem Willen, selber ein Freund und Mitarbeiter zu rneeben. Denn noch sind es unter der großen Schar der öffentlichen Lehrer viel zu wenige, die von Einsicht in die gesellschaftlichen Notwendigkeiten unserer Zell getrogen ein Leben hingebender Arbeit der großen Aufgab« widmen, dem deutschen Boll eine innerlich neue Schule zu geben._ vo« Glück im Schaufenster. Ich habe viel Sehnsucht schon gesehen. Wellen trückic, groß« Sehnsucht. In den Augensternen«ine» kleinen Knaben habe ich sie sich einmal spielen sehen, der vor einem Schokoladengeschäft stand, gou; Ausaegangensein in den' Ausgelegten, ganz Hingebung an die un- erreichbaren Genüsse.... Auf den Mienen«Ines Soldaten habe ich St einmal gesehen. Zu nächlstcher Stunde ist dao gewesen, als ich a blitzschnell plötzlich hinter seinen Stuhl getreten war und ihn dabei überrascht hall,, wie er ein» Photographie beguckte,«ine Photographie, aus der ein« Frau mit einem klemen Mädchen, seine Frau mit seinem kleinen Madchen zu sehen war. Aon dem Gesicht eines Literaten Hab« ich sie einmal abgelesen, als das Stück eines anderen Literaten einen Bombenerfolg hatte. Ja. aber die größte Sehnsucht, die Hab« ich bestimmt vor«in paar Tagen bei einem sangen Madchen gesehen. Da» stand, iu den Arm eines Jünglings gehängt, vor einem Schaufenster im Innern der Stadt, lind hinter dem Schaufenster war«ine Schlafzimmer» einrichtmig zu sehen: ein Waschtisch, zwei Bellen, ein««leUrische Lampe, die rot abgedämpftes Licht ausstrahlte, ein Spiegelschronk. Einen Augenblick nur guckte ich. so ganz im Borubergehen. in das Antlitz des Mädchens. Einen kurzen Augenblick nur. Aber während dieses Augenblick» schaute ich so viel Inbrunst, so viel Hoffnung, so viel Glönbigkeit und glückselig» Reinkeit w>« weder bei jenem Knaben, noch bei dem Soldaten, noch b« dem Lueraren wie überhaupt nach nie zuvor. Das ist das Große, stand in ihren Augen, das geheimntsoolls Letzte, der Inhalt. Ich trippelt» weiter. Cs werden'.mch mehr Mädchen an dein Schaufenster m der Stadt stehen bleiben und das Produkt«mes geschickten Möbelau,- steller» mit dein letzten Glück p«, Lebens in Zusammenhang bringen. Lieb«, kleine Mädel! H. B. Man sollte nun meinen, daß es an dieser öffelllllchen Brand- martung der Radek-Gruppe, die gleichfalls den.einstimmigen" Bei- fall der Kommunistischen Exekutive fand, genug sein würde. Aber die Vertreter der Ruth-Fischer-Scholem-Zentral« gingen über die Erklärung ihrer russischen Vorgesetzten noch weiter Humus. Sie gaben ein» Erklärung ab. daß die Antwort von Brandler, Radek und Thalheimsr nur ein durchsichtiges Manöver sei, um sich durch angebliche Zustimmung zu den Beschlüssen der Kommunistischen International» wieder.eine legale Plattform für ihre Fraktionsarbeit" zu schaffen. Aber die KPD- sei sich bewußt,»daß si« verloren ist, wenn sie den Absichten und Stimmungen Brandlers, Rädels und Thalheimers nachgibt." Des- bald führ« st« den Kampf gegen die Brandler-Richwng mit solcher Schärf« und Tiefe bis zu den untersten Organisationen der Part« durch. Dieses Eingeständnis der deutschen Kommumstischen Zentrale ebenso wie das ganze Ketzergericht In Moskau ist äußerst wertvoll und lehrreich. Es zeigt, daß das fortgesetzt« Gerede der Kommu- nisten von der.proletarischen Einheitsfront", das sie insbesondere zur llnterhöhlung der Gewerkschaftsarbeit benutzten, nicht» anderes ist als bewußt« Lüg» und Heuchelei. Denn das Hauptverbrechen Radele, Thalheimers und Brandlers, dieser eigentlichen Gründer der deutschen kommunistischen Bewegung, be- steht ja nach den Erklärungen der Moskauer Päpste und ihrer beut- schen Lehrlinge darin, daß sie»ine Einheltssrant mit den sozialdemokratischen Arbeltern auf dem Boden praktischer Gegenwartsarbell sowie der Anerkennung der speziellen Bedingungen der deutschen politische» Bewegung und der Ablehnung eines jeden Sektierertunis anstreben. Eine solch« Politik ist natürlich für die Moskauer Selbstherrscher unannehmbar. Sie und ihr« Partei sind heute schon nichts anderes als ein« Sekt«, die ihr« verrückten Anschauungen der internationalen Arbeiterbewegung mit Gewalt aufzuzwingen sucht. Wer sich dieser Gewalt nicht fügt, fliegt unweigerlich hinaus, selbst wenn es sich, wie im Fall« der Gruppe Radek. Thalheimer und Brandler, um Leute handell, die bis vor kurzem in den ersten Reihen der kommunistischen Bewegung standen. die pläöopers im Tschetoprozeß. Die AuSföhruuge« der iyerteidiger Voldstein und Wolf. Rechtsanwall Dr. G o l d st« i n setzte gestern vor dem Staats- gerichtshof in Leipzig sein Plädoyer fort. Er argumentierte. von einem fortgesetzten Mord« kön« man bei den Tschekisten des- halb nicht sprechen, well alle Taten nicht über das Stadium der Vorbereitungebandlungen hinausgeganoen seien. Neumann habe Rausch nicht töten, sondern ihm nur einen Denkzettel geben wollen. Ein Mensch, der bei der Srinerung an die Tat zusammenbreche, sei nicht sähig. einen planmäßig überlegten Mord zu begehen. Selbst ün schlimmsten Falle handele es sich nur um Totschlag. Cr bitte das Gericht um so mehr, nicht auf Word zu erkennen, da das Schicksal weiterer vier Angekiaater davon abhänge. In- übri- gen sei er der Ansicht, daß«s sich bei den Unternehmungen nicht um vollendeten Hochoerrat, sondern um Porberei- tu na handele. Rechteanwall Dr. Wolf ging di seinem Plädoyer von der Loraussetzung aus. daß der Tfchekaprozeß ein politischer Ten- denzprozeß sei. Durch diesen Prozeß solle bewiesen werden, daß die Kommunistisch« Partei nicht» andere« wäre, als«ine Mör« derbande, die mit Gift und Sprengstoffen ihre politischen Gegner zur Streck« bringen wolle. Im weiteren Be: laus seines Blädoyers bemerkte Rechtsanwalt Dr Wolf, daß die Bewegungsfreiheit der Verteidigung auf das äußerst« eingeschränkt worden wäre, zum Teil sogar im Widerspruch mir dem Gesetz, Der Borsitzende rügte dos als einen Derstoß gegen die Würde de» Gerichts. Do Dr. Wolf sachlich bei seiner Behauptung blieb, wurde ihm für diesen Teil seiner Ausführungen das Wort entzogen. Zu der Frage des Hochverrats plädierte der Berteidiger dahin, scharf zwischen dem Lerhallen der Angeklagten vor den Oktoberereignissen und ihrer späteren Hallung zu unterscheiden. Den Angeklagten Neu, mann stellt« er als Spitzel und Hysteriker hin, bei dem e» niiht uuegeschlossen sei. daß er sich nach seiner Verhaftung gesagt habe. er könne sich nur retten, wenn er dem Staat wertvolle Dienste leiste. Um Xk Uhr wurde die Verhandlung abgebrochen. Rechts- anwall Dr. Wolf setzt heute um S Uhr sein Plädoyer fort, das vor« aussichtlich den ganzen Tag in Anspruch nehmen wird. DI« wiener Arbeilersleaographen für die Eluheilsstenographie. Der dritte Verbandstag des Verbandes der Arbeitersteuograplzen Wiens(System Gabelsvirger) stellt« mit Befriedigung da« unter Mitwirkung de« Vertreters der Regierung und der maßgebenden stenographischen Organisationen Oesterreichs erzielt« Zustandekommen der deutsch«» Reiwekurzschrrft fest. Gleichzeitig billigt« der Der- bandctog den Aesckluß de, Berbandsvorstandes vom iZ. Dezember 1924, wonach vorbehalisich der Genehmigung des Verbandstages der Uebergana zur deutschen Cinheitskurzsozrisi beschlojien wird und bereits ab 1. Januar 1S2S neue Stenographiekurse in der Einheit»- kurzschrisi geführt werden. Der Verbandstag forderte die oster. reichische Negierimg auf. die deutsche Einheltskurzschrift, die, gestützt aus die modernen Forschungen auf stenographischem Gebiet«, eine Fortbildung de« Guoelsbergerschen Systems darstellt, in ihrem Wir- kungcbereich unverzüglich amtlich vorzuschreiben und In dieser Kulturftoge sich ohne Zögern an die Seil» des Deutschen Reiche« zu stellen. Gleichzeitig stellte der Verbandstag mit besonderer Genugtuung fest, dag unter der»tfolgreichen Leitung eines Vertreters der Arbeiterschaft. des Staatsfekrelars Schulz, diese langwierigen Derhand- lungen zu einem für da« ganze deutsche Volk ersprießlichen Abschluß gelangt sind, und erklärte, daß für diese uneigennützige und erfolg- reiche Arbeit dem Staateselt erär Schulz der besondere Dank aller Arbeiterstettographen gebührt. Das schnellste Kabel der well. Der größte Fortschritt, der in der Ozeantelegraphi» seit einem halben Jahrhundert gemacht worden ist, soll mit dem transatlontischenKabelzwischenRom » ti d New Park erreicht sein, das mll einem Kostenaufwand von fast 5 Millionen Lollar jetzt vollendet worden ist. Das Kabel, dao das schnellste der Welt ist, gestattet die U-bertnlltlung von 1700 Buchstaben oder 820 Worten In einer Minute zur selben Zeit nach jeder Richtung, während bisher dls Ka'-el in dieser ssest n"v?'')S-st- staben oder SO Worte beförderten. Das Kabel ist 7500 Kilometer lang. Der eine Teil von New Park nach den Azoren Ist von ein« amerikanischen, der ander? Teil von den Azoren nach Rom von einer englischen Telegraphengesellschaft gelegt. Als vächt« Neuetassvdlenri'geu de» Schoufplechavse« am Gendarmen. mar« arten In Szene; Rheinisch» R«b«ll«n vo» vrnolt Aronnen. ix. a. mit Kerda Müller. Annes Stiaui. Rudoss Foifter. Rente: Lcodold Artner. ssemet Brand im Opernba»« von(»«arg Slassir,» o. mit Gerda Möller, Narl(Stert Regt«: Friedrich R«uda".«r. tdazivilchea wird in den Sdielplan wieder ouigevommen Fbsen« Fo h n Gabriel S o r k m a n, mit Blberi StelnrSck in d«r 53iclr«tl,, Rasa Strtr.tS, Lina Lossen, Alexander Sranach o. a. Regie: Dr. Erwin Salier. Ein»ent cher Atusevme'eller für SoassaaNuopel. Prot Dr. Sckbarb Nnger, Prwatdozent sitr ArtZologi» a» der Berliner Universität, bat fttzt wiederum die Leitung der oflyrssck-badhloiiiichen Abteilung de« Rnleum« in Sonftantinopel Obemommen. die et bi« tn de» Seltkneg hinein leitet» 3' 000 Irr», sile da, Z. Sind. Ein» neue Prämie sör die Vergrößerung der Familie bat di« iranzLsisch» Stadl Anger» in dielem Jahr»-»ege'etzb E? glpt In AtigerS SV? Ehepaare, di« schon S Kinde? dabei,, und um die!« ssamihen zur PergrZherunq anzuregen, haben die Stadioäker beichlossen. jedem Ehepaar, da» im Saufe der nächsten lg Äovat» ein S. ftind feetcrnitch die Summe von 25000 Fies, auszuzahlen. Ein Aufruf der Demokratischen Partei. Für Marg, den Kandidaten des Volksblocks. Die Demokratische Partei veröffentlicht zur Präsidentenmahl einen Aufruf an ihre Wähler, in dem es nach Dantesworten an den Staatspräsidenten Hellpach heißt: anuguandesorbit ED Der deutsch- britische Handel. Churchills Begründungsrede für die Abänderung der 26% Abgabe. Wir waren und sind der Meinung, daß an der höchsten Stelle des Reiches ein Mann stehen muß, der die Erhaltung und Fort- Condon, 7. April.( WEB.) Das Unterhaus nahm den bildung der heutigen Staatsform und der Weimarer Reichs Antrag Churchills auf Infraftjehung des englisch- deutschen verfassung ernsthaft mill. Der Reichspräsident darf tein Klassen blommens über die Erhebung der 26 prozentigen Revertreter fein. Er barf nicht der vorgeschobene Bertreter von Ab- parationsabgabe einstimmig an. Das Oberhaus nahm den fichten sein, die auf eine Rückwärtsrevidierung der demokratischen Antrag ohne Debatte an. Republit, auf eine Aushöhlung des Geistes des neuen Staates hin arbeiten. Der Reichspräsident muß ein Mann sein, der das deutsche Volt aus den schwierigen und darnenvollen Wege der Wiederge winnung der äußeren Freiheit und Gleichberechtigung ruhig und entschlossen weiterführt. Er muß auch in den noch kommenden außenpolitischen Schmierigkeiten eine flare Führung haben und darf nicht abhängig fein von zwar gut nationalen, aber politisch unreifen Verbänden, die mehr Temperament als Berstand haben... Der gemeinsame Kandidat, Reichskanzler a. D. Wilhelm Mary, entspricht in vollem Umfange den oben bargelegten Eigen fchaften, bie ein Reichspräsident in den tommenden sieben Jahren entwideln muß. Marg hat seinerzeit als Reichstanzler gezeigt, daß er den Weg zu einer neuen deutschen Zukunft flar erfennt. Er hat sich im Inlande und im Auslande das Bertrauen und die Autorität ermorben, die zum Wiederaufstieg des Reiches und der Wirtschaft unentbehrlich find. Better fezt der Aufruf ausführlich auseinander, weshalb bie Demokratische Partei Bedenken fulturpolitischer Art als unbegründet zurückweist. Der Aufruf schließt mit den Worten: So fordern mir unsere Anhänger auf, ehrlich und offen für den Kandidaten des Wolfsblocks, Herrn Reichstanzler a. D. Mart, zu arbeiten. Seine Wahl sichert den neuen Staat, sichert die allmähliche Wieder gewinnung der deutschen Freiheit nach außen, sichert den Wieder aufbau einer leistungsfähigen Wirtschaft, die das Volk ernähren und ihm den gerechten Anteil an den Lebensgütern verschaffen kann, auf den es nach seinen Leistungen mit Recht Anspruch erhebt." Organisationsausfchuß des Volksblodes. Die Leitung des Bolfsblodes teilt mit: Zur Erleichterung der Organisationsarbeiten hat der Bolfsblod, der gemeinsame Träger der Kandidatur Marg, einen Ausschuß non fechs Personen eingelegt, der feine Geschäftsräume im Reichstag hat. Alle für den Volksblock bestimmten Zuschriften find zu richten an: Bolfsblock, Reichstag, Berlin( 3immer 14). Für Geldsendungen ist ein besonderes Bostiched tonto ein. gerichtet, dessen Numuner in den nächsten Tagen mitgeteilt mird. Deutschnationale Korruptionsaffären. Ein Landtagsabgeordneter über Bord. Heidelberg, 7. April( WTB.) Wie das Heidelberger Tageblatt hört, hat der deutsch nationale badische Landtagsabge ordnete Mager, der im Hagenschießprozeß wegen Begünstigung zu 500 M. Geldstrafe verurteilt wurde, auf Anraten seiner Fraktionsfreunde sein Landtagsmandat niedergelegt. Kottbus, 7. April.( TB.) In einem Teil der Breffe ift fürz lich gemeldet worden, daß gegen die Rittergutsbefizer v. Razmer Rottbus, n. einig und Direktor Bollmer Boruntersuchung wegen Betruges, Unterschlagung bzw. Untreue und wegen Ronfursvergehens eröffnet worden sei. Wie nun hiesige Blätter mitteilen, hat der Generalstaatsanwalt beim Landgericht I Berlin auf Grund der angestellten Ermittlungen das Verfahren gegen fämt fiche Beschuldigten mangels jeglichen Beweises eingestellt. Keine Erhöhung der Salzsteuer. Ein Regierung@ dementi. Immer wieder auftauchenden Gerüchten gegenüber wird von amtlicher Stelle barauf hingewiesen, daß die Reidsregierung nicht beabsichtigt, andere Verbrauchsabgaben als die Bier. und Tabatsteuer zu erhöhen. Zwar werden andere Verbrauchsabgaben wie zum Beispiel die Salzsteuer, einer technischen Umar beitung unterzogen werden müssen, durch die eine gewisse 11 mstellung in ben Sägen bedingt ist. Es ist aber selbstverständlich feine Rede davon, daß hierbei die Salzsteuer, wie die Gerüchte befagen, auf 8 oder gar 10 m. erhöht werden würde. Kommunistenprozesse. Alfona, 7. April.( WIB.) Im Schiffbeter Rommu. nisten prozeß wurde heute nachmittag gegen meitere 37 Un geflagte bas Urteil gefällt. Von diesen wurden zwei frei. gesprochen, die übrigen zu Festungshaft von 1 Jahr 3 Monaten bis zu 3 Jahren 3 Monaten verurteilt. Außerdem murden Geldstrafen in Höhe von 200 bis 500 m. verhängt. Am 20. b.. beginn die Berhandlung gegen die dritte Reihe der Angeflagten. Leipzig. 7. April.( TB.) Bor dem Süddeutschen Senat des Reichsgerichts hatte sich der Bader Eugen Wurftener aus Kannstatt megen Hochperrats zu verantworten. Im Jahre 1924 hatte der Angeklagte in Stannstatt und Umegbung als Unterfassierer der NBD. Flugblätter verbreitet, bie zum Hochperrat und bewaffne ten Widerstand aufforderten. Das Gericht verurteilte Wurftener zu einem Jahr Gefängnis. Rumänien erwartet deutsche Vorschläge. Die Reparationskommiffion erklärt sich unzuständig. Butareft, 7. April.( Cigener Drahtbericht.) Der Berjuch der zumänischen Regierung, bie rumänisch- Deutschen Differenzen über die Entschädigung rumänischer Kriegsverluste durch die Repara tionstommiffion regeln zu lassen ist gescheitert. Die Repa rationsfommission hat erklärt, daß fie bafir nicht zuständig sei. Rumänien hat infolgedessen Berlin miffen lassen, baß es von Deutschland jekt direkte Vorschläge ermarte. Die Unzuständigkeitserilärung der Reparationsfommission hat ihren Grund darin, daß die Forderungen Rumäniens hauptsäch lia) Einföfung der unter den hem Bejagungsdrud herausgegebenen Ariegs- Zeinoten her rumänischen Notenbant tatsächlich und ein geftandenermaßen außerhalb der Berfai! ler Friedens bestimmungen liegen; sie sind somit der Zuständigkeit der Reparationstommiffion entzogen. Wahlen in Nordirland. rungen habe die britische Regierung ben Standpunti vertreten, bab fie bie soliden Vorteile für das britische Schazamt nicht aufgeben und einem anderen Berfahren nur zustimmen fönne, menn sie überzeugt fet, daß es einen Nachteil nicht mit sich bringe. Anderer. jetts fei fie bereit gewesen, einem Verfahren, das Deutschland und Großbritannien in gleicher Weise genehm sei, zuzustimmen und ihren Einfluß dahin aufzubieten, um etwaige mit ber Reparationsfommission oder einer anderen Seite fich ergebende Schwierigkeit zu Condon, 7. April.( BTB.) Churchill führte u. a. aus, die Reparationseinziehungsafte sei das hauptsächlichste und so gut wie einzig wirffame Mittel, bas bis jetzt gefunden sei, um Großregeln. Die dem Unterhaus unterbreitete Vorlage britannien seinen Anteil an den deutschen Reparationszahlungen zu sichern; sie habe einen zunehmenden Strom von Reparationszahlungen bewirtt, bie den ratenmeisen Zahlungen der bri tischen Schuld an Amerita gegenübergestellt werden fönnten. Jeg licher Vorschlag, eine andere Methode an die Stelle dieses zwed. mäßigen Verfahrens zu setzen, müsse vom Unterhaus sehr sorgfältig geprüft werden und sei auch von der Regierung sehr genau er mogen worden. das Ergebnis viermonatiger, mühsamer und sorgfältiger Berhandlungen, während deren man stets den Beistand des Generalagenten für die Reparationen gehabt habe. flärte Churchill, wenn man von der Zeit der Ruhrbefeßung absebe, Nach Dazlegung der bisherigen Wirkung dieser Methode erwo die deutsche Regierung fich zeitweilig außerstande erklärte, befriedigend gearbeitet. Ueber 25 Millionen Pfund habe sie ein den deutschen Ausfuhrhandel zu entschädigen, habe die Atte sehr gebracht, und zwar in der Hauptfache Sachleistung. Bon der Reperationstommiffion sind diese stets als Sachleistung und nicht als Barzahlung behandelt worden. Die 26 Bros. feien eine Form von Reparationsleistungen, bie nicht mit eingeführten Gütern" be zeichnet werden könne, sondern sich in natürlicher Weise aus dem normalen Zuftrom beutscher Güter nach England ergebe, die der britische Handel zu absorbieren suche; sie sei also eine Reparationseinnahme infolge eines natürlichen und nicht fünftlichen Prozesses. Es sei hochwichtig, daß, wenn England deutsche Reparationszahlungen zu erlangen suche, jedes denkbare Berfahren benutzt werden müßte, um Sachlieferungen in größtmöglichem Maße zu erhalten. Es bestehe fein Reifel über die Fähigteit Deutschlands, feine 3ab lungen in Reichsmart bis zur vollen Höhe( up to full scale) und zu den Zeitpuntten zu machen, wie fie der Dawes- AusSchuß festgesetzt habe. Er felbft glaube, daß sehr wenig Grund bestehe, an Deutschlands Zahlungswillen zu zweifeln. Die Schwierigkeit liege nicht in der Einsammlung von Reparations. zahlungen in Reichsmart innerhalb Deutschlands, sondern in der Ginjammlung von Zahlungen über die Grenzen hinweg in der Wahrung der verschiedenen Staaten, für die sie be. stimmt seien. Dies sei gegenwärtig in der Hauptsache 1 Die britische Regierung selbst habe eine Aenderung des Verfahrens für wünschenswert gehalten. Nach dem Dames- Plan sollte die Ent fchädigung der deutschen Exporteure nicht durch die deutsche Regie rung, sondern aus den Dames Annuitäten vorgenommen merden. Hieraus hätte England nur 22 Broz. beanspruchen tönnen. Als sich der Handel zwischen Deutschland und Großbritannien allmählich belebte, habe die Neigung zu dieser Reparationsabgabe den britischen Anteil an den deutschen Reparationsleistungen über zugenommen; legthin habe sie sogar eine Summe ergeben, die stieg. Der Transferausschuß habe die britische Regierung auf die Tatsache dieses mäßigen Ueberschusses über den englischen Anteil hinaus hingewiesen hätte diese Steigerung ber Einnahme angehalten, fo hätte England entweder den Brozentsatz auf 26 Proz. vermindern müssen, oder mir wären nicht länger in der Lage gewesen, das gute Beispiel für strifte und pünktliche Erfüllung jeber interallilerten Bereinbarung, an der mir beteiligt find, zu geben, mie mir es bisher gegeben haben"; für ben britischen Handel wäre es fehr unangenehm gewesen, wenn der Prozentsaz ständig geändert worden wäre, um die Abgabe bem britischen Anteil anneue Vereinbarung zu treffen, um einerseits den vernünftigen ün zupassen. So habe die Neigung Großbritanniens zugenommen, eine fchen der deutschen Regierung entgegenzukommen und andererseits aus internationalen und interalliierten Interessen. Churchill beschrieb den neuen Plan, erwähnte dann die Bereinbarung, daß die deutsche Regierung vorsichtshalber einen Refervefonds von 500 000 Pfund Sterling errichten werde, der immer auf ber gleichen Höhe gehalten werden folle und der der britischen Regierung Sicherheit biete, für den Fall der Nichtzahlung der Einnahmen durch die deutschen Exportfirmen an die Reichsbant. Deshalb glaube er, es sei burchaus recht und billig, daß Großbritannien ben vollen Gegenmert in Pfund aus ber 26prozentigen Reparationsabgabe erhalte, foroeit bles mit der Höhe des britischen Anteils an den Gejamtreparationsleistungen perein bar set. Aber, mährend es seinen Anteil erhalte und er glaube, mit guter und genügender Garantie werbe das Geld nach dem neuen Berfahren im regelmäßigen Geschäftsverfahr ohne Eingreifen ber britischen 3oftbehörben ein gesammelt, bei hoffentlich großer Bereinfachung und Lerminderung von Reibungen. Gollte fi dies neue Berfahren in der Braris nicht bewähren, fo selen mit Deutschland freundschaftliche Erörterungen vereinbart. Sollten auch biele bie Lage unbefriedigend falien, jo erhalte Engiand fließlich hie Befugnis, alle seine Rechte aus der Alte wieder in Kraft zu sehen, denn es handele la nit um anulierung, fondern nuz um Sorge dierung der Afte. der einschränkende Faktor bel der Erffaffung von Reparationen durch Deutschland gemäß dem Dawes- Plan. Die Barzahlungen müßten daher burch Sachleistungen erfegt werden. Diese brächten jedoch viele Schmierigteiten mit sich durch thre ud wirtung auf die Industrien des Empfänger landes. Deshalb fönne England 8. B. nicht wie Italien und Frankreich Reparationsleistungen in Form von Kohlen lieferungen annehmen. England absorblare im gewöhnlichen Handel deute Brobutie in viel geringerem Umfange als zur Borfriegszeit. Ihr Maß sei aber immer noch beträchtlich, und die Reparations einziehungsatte ermögliche England, einen Zell das Bertes dieser Einfuhr für Reparationszwede einzuziehen. Bet Amtsübernahme sei der neuen Regierung der Entwurf eines Handelsvertrags zwischen Deutschland und Großbritannien vorgelegt worden, über ben der britische Botschafter in Berlin gefchickt und behutsam verhandelt hatte. In diesem Handelsvertrag habe zum erstenmal ein fremdes Band den Ruzen, ben es aus dem britischen Freitungen. Der gleiche Geist des Chelidfelt und des guten Willens handelssystem ziehe, anerkannt; bie Regierung erhoffe banon bte Biederbelebung des deutsch- englischen Handels. Die Intrajt fegung des Bertroges habe sich verzögert. Die britische Regie rung war bereit, den Bertrag zu unterzeichnen, die deutsche Regie versucht, daß die Reparationseinziehungsatte aufrung aber habe an ihre Unterschrift die Bedingung zu früpfen gehoben werde. Sie habe verschiedene Borschläge für ein anderes Berfahren gemacht und betont, bak fie an fich zur Zahlung von Summen in gleicher Höhe bereit sei. Bei den folgenden Erörte Wiener Arbeitslosenelend. Zusammenstöße in Wien. Wien, 7. April.( TU) Heute vormittag fand auf dem Ring else Runbgebung der Arbeit losen statt, die für alle Arbeitslosen Unterftigung forderte. Die Demonstranten zogen in geschlossenen Bügen mit Fahnen und Inschrifttafeln durch die Straßen. Vor dem Rathaus wurden Reben gehalten, die scharfe Angriffe gegen die Regierung enthielten. Schließlich wurden die Forderungen in einer Refolution zusammengefaßt und dem Minister für öffentliche Für forge, Dr. Rasch, und dem Bizetangler Dr. aber zugestellt. Bährenb bie Rundgebung im allgemeinen rubia verlief, tam es nach ihrem Abschluß zu wüsten Szenen. Die Bolizei hatte das Barlament und die Zugänge zur funeren Stabt abgefperrt. Als eine Gruppe der Arbeitslosen in die Nähe des Burgtheaters fam, wurde bie dort stationierte Bache mit Steinen be. worfen. Die Polizei zog ble Säbel und ging gegen die De monftranten vor. Es gab zahlreiche Berlegte. Etma zehn Berhaftungen wurden vorgenommen, Vor dem Parlament fammelten sich Demonstranten und brachen in Schmährufe gegen bie Regierung aus. Als die Aufforderung zum Auseinandergehen nicht beachtet murde und Steine unb Solzstücke auf die Bache geworfen wurden, ging die Polizei mit blantem Säbel por und verdrängte die Arbeitslosen. Die Gefäftsleute fchloffen die Läden. In einem Kaffeehaus wurden die Scheiben ein geworfen. Nur mit Mühe gelang es gegen zwei Uhr mittags, hie Demonftranten abzudrängen. Es tam noch zu einigen kleineren Bujammenstößen und einigen Berhaftungen. Deutschösterreichische Arbeiter nach Frankreich? Die Wirtschaftsfrise in Deutschösterreich, verschuldet durch den niel zu hohen Leihgins und die Weigerung der Weltmacht- Bant von England, zu helfen, hat die Wiener Arbeitertammer ver anlaßt, mit dem franzöfifchen Arbeitsministerium Berhandlungen zur Berbesserung der Auswanderungsbedingungen nach Frankreich einzuleiten. In ber Bormoche hatte der Sekretär Der Arbeiterlammer, Gen. Dr. Rager in Paris mit dem franzö fischen Arbeitsminister Godart und den zuständigen Beamten mehrere Besprechungen, bie zu einem guten Ergebnis führten. Die Franzosen haben sich dabei sehr entgegenkommend und als ausgezeichnet unterrichtet ermiesen. Sie haben erflärt, daß sie die Einmanderung aus Defterreich gerne sehen, weil fie die guten Eigenschaften dieser Arbeiter schäßen. Es wurde ein Rormalarbeitsvertrag feftgelebt, und manm fortan ein franzöfifcher Internehmer auf Grund dieles Bers Sanbon, 7. April( Franff. 3tg.) Die Wahl zum norbirifchen irages, beffen allgemeine Bedingungen günstiger find als fie bisher Barlament ergab für ble lifter Regierung eine große Ent: waren. einen österreichischen Arbeiter verpflichtet, fo merben die tausung. Die Regierungspartei( Unionisten) ging non 40 auf franzöfifchen Behörden die Einwanberuna ohne meiteres ge 32 zurüd, während die Babourpartei unb bie nationaatten fortan dürfen österreichische Arbeiter für Frankreich nur listen entsprechend zunahmen. In Belfast, wo die Regierung von Franzosen getoorben werben. feds Size perfor, gemann die Labourpartet brei. Die Stimmver- Frankreich braucht Zente, nicht nur zum Wiederaufbaut der zerlufte der Regierung, bie jebach noch über eine genügend starte Mehr heit verfügt, erklären sich aus internen Borgängen und haben mit der Haltung der Regierung in der Grenzfrage nichts zu tun. förten Gebiete, sondern auch im Osten bes Bandes, in den Berg und Hüttenwerfen, in den Industriebezirken des Westens und auch für seine Forste. Man regnet damit, daß nielleicht 10.000 bis Churchill schloß, die britischen Unterhändler verdienten nerfennung für ihre Einsicht und Geduld bei den voldellen Dachaudbabe fidh auch bel dan deutschen Unterhändlern gazeigt. Die britische Regierung fel überzeugt, bab ble beufige Regierung ali the bei der Ausführung bes nen Sytems loyal zufammenarbelica werde. Die Resolution fel zwar nur ein[ falucs, aber doch ein Schritt vorwärts auf dem Wege zur Befichung wad Wisbecherftellung Europas, den das Land ohne Unterfed bare Warfel betreten habe und auf dem ble Regierung fortzuschreiten ehelich entschloffen fel. Churchills Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen. 15 000 Defterreicher in Frankreich Beschäftigung finden fönnen. Deutschösterreich hat aber 200 000 Arbeitslose, bie höchft färglich unterftigt werden, da der öfterbundfinanzregent 3imume mann mehr nicht gejbaltet. In rantreich sind derzeit an wel miffio, en Ausländer beschäftigt Die Auswanderung fann natürlich nur ein Ichier Motbehelf fein, und men fie unermeiblich with, dann bleibt ben Bertreningen ter Arbeiterschaft oder den Behörden nichts anderes übrig, als fich um möglichst günstige Bedingungen für die Pluswanderer zu bemühen. Caillaux Befiser des Oeuvre". Paris, 7. April.( T2) Bus cinem fetitel das Herausgebers des Deuore" Guftane Léry, ergibt sich, daß. Catilaug bie Mehrzahl der Miten biefer Zeitung erwochen hai, und daß dos Deuora" pom 1. Mai ab in seinen Besik übergehen wird. Die sozialistise Sammerfrattinn hat befchloffen. in einem eigenen 2intrag, den Beon Blum begrünben mich, an Stelle der vorgeschlagenen Konsolidierungsanleihe die ursprünglich in Aussicht genommene Bermögensabgabe zu fordern. Große Aussicht auf Annahme dieses Antrages besteht allerdings nicht. Im Falle der Ablehnung wird die sozialistische Graftion für die Regierungsvorlage stimmen, nachdem sie im Entwurf erreicht hat, daß die anfangs geplante Berzinsung von 4 Bros. auf 3 Bro 3. herabgelegt worden ist. Polnischer Minderheitenschuh. Arbeit für den Bölkerbund. Warschau, 6. April.( DC.) Die in Borbereitung befindliche Reform der Wahlordnung für bie Dorfgemeinden verfolgt u. a. den 3med, durch die Einführung eines furalvotums den Ginfluß der ärmeren Bevölkerung sowie der nationalen Minderheiten einzuschränken. Die polnischen Linksparteien haben für die Osterferien eine Broteftation angefündigt Warschau, 7. April.( mtb.) Die Generalpostdirettion hat eine Berordnung herausgegeben, der zufolge die Adressen von in Balen aufgegebenen Briefen ausschließlig in poinifer Sprache abgefent fein müffen. Eine Interpellation ber beulichen Sejnaabgeordneten feft, daß dieje Berordnung gegen die durch die polnische et aliung allen Staatsbürgern zuerfonnic Gleichberechtigung peritoßt. Es jei pielleicht beredigi, daß die Benennung des Ortes in polnischer Sprache erfolgen müsse Cine Ungerechtigkeit aber wäre es, wenn Titel und Name des Abreffaten polonisiert werben müßte. Die Interpellation fragt, pb der Minister bereit ist, die Berordnung abzuändern und Anordnungen zu treffen, daß derartige ungerechte und erregenbe Berordnungen von der Bostdirektion nicht mehr erlasfeit werden. Das Deutsche Zentralfomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose hält seine Jahresversammlungen am 22. und 23. Mai in Berlin ab. Gewerkschaftsbewegung Gescheiterte Verhandlungen im Kupferschmiedestreik. 20bstimmung der Streifenden. Dienstag nachmittag fanden Berhandlungen zwischen den beteiligten Organisationen zweds Beilegung der Differenzen wegen des Kupferschmiedestreits statt. Nach längeren Berhandlungen machten die Arbeitgeber einen Borschlag, der darin bestand, daß sie sich bereit erflärten, die schlechten Attorde einer Rachprüfung zu unterziehen. Sie machten aber zur Bedingung, daß die Arbeit von den Kupferschmieden vor= erft aufgenommen werden muß. Ein Bermittlungsvorschlag, der von den Arbeit. nehmervertretern gemacht wurde, wurde von den Arbeit gebern rundmeg abgelehnt. Damit sind die Berhandlungen als gescheitert zu betrachten. Trog des Scheiterns der Verhandlungen haben sich die Vertreter der Kupferschmiede bereit erklärt, den Vorschlag der Arbeitgeber den streifenden Kupfer schmieden zu unterbreiten. Der Umschwung. Zum Berbandstag der Solzarbeiter hatte die Berliner Zahlstelle vor zwei Jahren 14 kommunistische und einen sozialistischen Delegierten gewählt. Diesmal fam es anders. Gestern Dienstag murden alle 16 Verbandstagsdelegierte, die Berlin zu entfenden hat, mit großer Mehrheit aus den Reihen der Amsterdamer Richtung gewählt, ebenso der Delegierte zum fommenden Gewerkschaftstongreß. Die Einheitsfront ist damit bei den Berliner Holzarbeitern wieder hergestellt. Die Lüge als Kampfmittel. Der Streit darüber, welche Organisationen bei dem Abschluß eines Tarifoertrags für das Banfgewerbe in Frage kommen, wurde mit Zustimmung der Beteiligten durch eine Befragung der Bantangestellten entschieden, welchem Berbande fie als Mitglied angehören. Ueber das Ergebnis der Umfrage gaben wir in Nr. 162 des Borwärts" eine Mitteilung der freigewertschaft lichen Organisation der Banfangestellten( Allgemeiner Ber. band der Deutschen Banfangestellten) wieder, aus der hervorging, daß der Unparteiische Ausschuß im Reichsarbeitsministerium sich für die Zulassung des Deutschnationalen Handlungs gehilfenverbandes als Zariftontrahent ents fchieden hat. W = Am gleichen Tage am Sonntag-brachte die Rote ahne" anstatt der vom Allgemeinen Verband ausgehenden Pressenotiz den T. 1. Bericht über die Abstimmung. Nach diesem Bericht haben von 89 952 Abstimmungsberechtigten sich 80 023 an der Abstimmung beteiligt. Auf den Deutschen Bankbeamtenverband ent fielen 29 433 Stimmen, auf den Algemeinen Verband 14 153 Stimmen; auf den Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband 8379 Stimmen, während der Gewerkschaftsbund der Angestellten nur 2615 und der Verband weiblicher Angestellten gar nur 561 Stimmen erzielte. 21 873 Stimmen wurden von Unorganisierten abgegeben. Selbstverständlich war auch in der T.-ll. Meldung und damit auch in der Roten Fahne" gesagt, daß der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband auf Grund der Abstimmung als Tariffontrahent anzusehen ist. # 1900 Am geftrigen Dienstag brachte nun bie Rote Fahne eine| periode noch dauert. Diefe eingefandten Legitimationstarter werben Notiz mit der Ueberschrift: Der Borwärts begünstigt die Gelben." Der Bersuch, diese dummdreiste Lüge glaubhaft erscheinen zu laffen, wird in folgenden Sätzen unternommen: Ohne ein Wort Kommentar brudt der Borwärts" in seiner Sonntagnummer die Mitteilung ab, daß der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband" als Tariffontrahent im Bankgewerbe zugelassen wurde. Die lleberschrift des„ Borwärts" lautet: Tarifliche Organisationen der Banfangestellten, was eine unerhörte Begünstigung der Gelben bedeutet." Der Nachteil dauernden Gebrauchs der Lüge als Rampfmittel durch die„ Rote Fahne" wird an solchen Beispielen logisch zu werten ist. burch solche eines neuen Dusters ersetzt. Diese neuen Startem bezeichnen die Dauer der Amtsperiode genau und sind mit dem Jahresstempel 25 versehen. Sie werden den in Betracht tommenden Asa- Betriebs- und Angestelltenräten durch die Berliner Geschäftsstelle ihrer Af- Gemertschaft zugestellt. Bom 1. Mai d. J. ab fönnen als Legitimationen nur die neuen Karten mit dem Jahresstempel 25 benutzt werden. Die alten, ungültig gewordenen Karten werden bet Borweis einbe hallen. offenfundig: er artet in einen Zustand aus, der nur mehr pathofoften. An denselben Stellen wird umsonst ein Wahlagitationse Reichsjugendtag der Angestelltenjugend. Der zweite Reichsjugendtag des Zentralverbandes der Ange stellten, der ursprünglich schon im Jahre 1923 stattfinden sollte, aber wegen der damaligen unsicheren wirtschaftlichen Verhältnisse auf. geschoben wurde, findet nunmehr am 28. und 29. Juni in Bielefeld statt. Tausende Burschen und Mädels, die als Lehr linge und junge Angestellte in Handel und Industrie, im Bertauf Tagen aus Ost und West, Nord und Süd der deutschen Republit und im Kontor fowie in den Bureaus tätig find, werden an diesen nach dem herrlichen Bielefeld strömen, um sich mit den Gesinnungs. freunden aus dem ganzen Reiche die Hände zum frahen Bunde zu reichen. Große Kundgebungen für die wichtigen Forderungen der taufmännischen Jugend, sowie für den republikanischen Gedanken werden die wesentlichsten Merkmale des Jugendtages sein. Neben beruflichen Wettbewerben ist eine Ausstellung über berufliche Arbeiten, die allen Teilnehmern einen Einblid in die Arbeiten der Jugendgruppen des 3d2. geben soll, vorgesehen. Nach mittage finden sportliche Wettkämpfe, Aufführung von Jugendbeiten der Jugendgruppen des 3b2. geben soll, vorgesehen. Nach spielen, Boltstänzen und Reigen in der herrlichen Umgegend Bielefelds ftatt. Ein großer Fadelzug von der Sparenburg mit Burgbeleuchtung beschließt den ersten Tag. Für den zweiten Tag ist eine Maffenwanderung in die Senne vorgesehen. Weiter wird darauf aufmerksam gemacht, daß Material, welches die Wahlvorschriften enthält, somie Bahlausschreiben im AfA- Drisfartell Berlin( Adresse oben) sowie in allen Berliner Geschäftsstellen der AfA- Gewerkschaften zu haben ist gegen Erstattung der Selbstflugblatt abgegeben. Die Af- Betriebs- und Angestelltenräte, die auf die Berteilung des Flugblattes Bert legen, mollen sich zum Empfang der benötigten Exemplare an die Berliner AfA- Gewerfschaft wenden, die in dem betreffenden Betriebe die meisten Mitglieder hat, damit eine mehrfache zweckloje Anforderung und Ber teilung vermieden wird. Allgemeiner freier Angestelltenbund, Drisfartell Berlin. Flatau Reichelt. Tagung der Bankangestellten. teiligung der ausländischen Bruderorganisationen und der gemerk. Am Sonnabend, den 11. April 1925, tritt unter zahlreicher Be fchaftlichen Spizenverbände im Gebäude des Reichswirtschaftsrates u Berlin, vormittags 9 Uhr, der 7. ordentliche Verbandstag bes Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bant. angestellten zusammen. Den Borstandsbericht über die abe gelaufene Berichtsperiode erstattet Marr Berlin. Die Aussprache über die Tarifpolitif des Verbandes wird durch ein Referat von monts. Berlin eingeleitet. Unter den zur Beratung stehenden Anträgen befaßt sich eine große Anzahl u. a. mit den afuten Fragen der Wirtschafts, Sozial- und Steuerpolitit. 3 Neun Stunden oder arbeitslos! Effen, 7. April.( WTB.) Auf der Zeche Bereinigte Schür. bant und Charlottenburg fanden gestern Verhandlungen megen Stillegung dieser Beche statt. Durch die Stillegung würden rund 600 Mann arbeitsios. Um den Betrieb ohne ZuFür alle Teilnehmer, die anschließend an den Reichsjugendtag ihren Urlaub verbringen fönnen, find Wanderungen in die verfchuß aufrechterhalten zu können, wurde den Bergleuten vorgeschlagen, schiedensten Gegenden vorgesehen. Die Bevölkerung Bielefelds nimmt 9 Stunden zu arbeiten. Dieser Vorschlag wurde aber abgelehnt jegẞt schon an den Borbereitungen des Reichsjugendtages regen An Infolgedessen tritt die Stillegung der Beche am 1. Mai ein. teil und trifft alle Borbereitumgen, um die vielen Burschen und Mädels würdig zu empfangen. Dem Jugendtag geht am 27. Juni eine Jugenddelegiertentagung voraus. An die AfA- Betriebsräte Berlins! In teilweiser Abänderung der neulich veröffentlichten Bekannt machung weisen mir auf folgendes hin: Mit dem 1. Mai verIteren bie vom Ortsfartell Berlin des Af- Bundes ausgestellten, mit dem Jahresstempel 1924 versehenen Betriebs- und Un gestelltenratsausmeise thre Gültigteit Diejenigen AfA- Betriebs- und Angestelltenratsmitglieder, deren Amtsperiode über den 1. Mai 1925 hinaus reicht, also vielleicht bis zum Herbst 1925 laufi, haben ihre Karten dem Bureau des Ortsfartells Berlin des AfABundes, GD. 16, Engelufer 24/25, Gewerkschaftshaus, Aufgang A, 4. Stod, zu übermitteln mit der Angabe, wie lange die fezige Anuts. Deutscher Berkehrsbund. Betriebsräte, Arbeiterräte, Betriebsobmänner! Alle in den Betrieben für das Jahr 1925 a eu oder wiebergewählten Rollegen müffen fich unverzüglich nach ihrer Wahl unter Borlegung ihres Mit gliedsbuches zum Swede ihrer Registrierung und Ausstellung neuer Legi fimationstatten im Betriebsrätefefretariat, Engelufer 24/25, Simmer 38, melden. Meldung ist unbedingt erforderlich wegen den demnächst ftattfindenden Beranstaltungen. Bund der technischen Angeftellten und Beamten, Ortsverwaltung Berlia. Gemenfame Mitgliederversamm ung der Fachgruppen Baugewerbe. Architekten tneipe", Berlin SW, Jerufalemer Straße und Steinmegtechnifer am Donnerstag, abends 6 Uhr, Sur alten Geheimrats ( Nähe Dönhoffsplag) ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Bellage.) Verantwortlich für Bolitit: Eraft Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Chlorn: Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lotales und Sonstiges: Fris Rarstäbt; Anzeigen Sb. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts.Buchbruceret und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SB 68 Lindenstraße& Sieran 2 Beilagen unb Unterhaltung und Biffen. A.Wertheim Billiga Billige Lebensmittel Leipziger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Frisches Fleisch Kalbskamm u. Brust.... Plund 65ri. Kalbsnierenbraten..... Pfund 75P1. Kalbskeule ganz und gelellt.... Pfund 85P1. Hammelvorderfleisch Pland 75 Pt. Schweinebauch mit Bellage.. Plund 85Pt. Schweinerücken und Blatt... Pfund 90PL Schweincschinken....... Pfund 1 M Liesen Pfund 85P. Gehacktes Pfund 70Pt. Kaẞler Rippspeer u. Kamm Pid. 115 Prima fett. Ochsenfleisch gefror Rinderkamm und Brust Pland 60r Piand Ein Waggon Fische Bratschollen trobe... Pid. 15 Pf. 25 PL Kabeljau ohne Kopt, ganze Fische 22 PL. 28 PL. Rotbarse ohne Kopf, ganze Fische.. Pfund 35 Pf. Zander Plund 90 Pf. Sprotten... Kiste 55PL feine Voll- Bücklinge 48PL Pfd, Flundern felne, Pfd. 48PL Leb. Hechte, Karpfen, Schleie, Lachse mbilligsten Tagespreisen. Wurstwaren Lachsschinken Pariser Art.. Pinnd 340 Pomm, Teewurst Pid. 180 Nußschinken ca. 2 Pfd. schwer. Plund 180 Zervelat and Salami Holsteiner... P.und 170 Mettwurst Braunschw. 155 Filetwurst... Piund 140 Gekocht, Mettwurst Hannoversche, Plund 135 Jagdwurst. Pfund 130 Leberwurst Hausmach116 Pfund 4 • Käse u. Fette Goudakäse dan., Ptd. 65P. Edamerkäse. Pfund 85P. Holländer... Pfund 85PL Chesterkäse Pfund 150 Camembert, Emmenthaler, Münster, Steinbuscher Tafel- Margarine Spezialmark.-Pid.- Pak. 34 Pt. Speise- Talg 1P- Fax. 68 PL Kokosfett Pid- Pak. 75 Pl. Backobst Backobst kalliornisch kallioralsch 75Pf. 90PL. 120 Pflaumen Pflaumen bosnisch 48, 55, 70 PL halbgriffig 60Pf. 84Pf. IM • Pflaumen entsteint Mittwoch und Donnerstag 90PL. 98PT. 110 Aprikosen kallfornisch 130 150 180 Birnen kalifornisch 135 175 190 Backartikel Weizenmehl.. Pfund 21 PL. Weizenmehl I Pfand 25Pf. Amerikan. Mehl Pid. 28PL Auszugmehl feinstes Pund 30PL. Auszugmehl feinstes Plund 32Pt. Auszugmehl extrafen Plund 35Pt. Maispuder.. Pfund 25P. Weizenpuder Pfand 48PL griffig griffig. Südfrüchte Blutapfelsinen Dubend 55Pf. 70P1. 95P. Originalkiste 100-150 St. Inhalt.... per Kiste Zitronen 9 1250 . Duizend 38Pf. Ital. Feigen.. Pfund 24PL. Ananas trisch.. Pfund 160 22PL Obst, Gemüse Amerik. Äpfel Plund 55PL Jung. Salat groß. Kopt 25PL Jung. Spinat Pfund 45P1. Junge Radieschen Grüne Gurken von 110 an Blumenkohl Kopf v. 35PL Zwiebeln er 35PL Neue Kartoffeln Algier.... ... Plund 20PL großes Bund. sze Im 2 Pund Kartoffelmehl Pfund 28PL Mandeln bitterPid. 250 320 Orangeat.... Pfund 160 Zitronat.... Pfund 360 Zitronat.... Pfund 360 Sultaninen Pid 65 b. 80PL Korinthen Pid. 65P. 78PL Rosinen. Ptd. 45p. 60P. Mandelersatz.. Prd. 70PL Mandelersatz..Pfd. 70P Backpulver.. Paket 8PL. Wild, Geflügel Junge Tauben Stück 105 Brat- u. Suppenhühner trisch geschlachtet, Pfund 165 Rehkeulen... Pfund 240 Enten, Puten, Fasanen zu billigsten Tagespreisen OsterEier z. Geschenkkörbe in allen Preislagen Tafelbutter PdP 98 PL Erfrischungsraum: Oster- Stollen Pid.- Pak. Soweit Vorrat Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Konserven Pland ca.8- lu Pid. schwer, Pid. Pund Echt. Prag.Schinken Kochen 220 Pfirsiche kali.ornisch 52Pt. 78Pt. 52PL. 78P, geschält 98Pf. Schnittbohnen me los Amerik. Ringäpfel Pland 48PL. 80PL Kaffee Sorten, trisch 280 340 380 420 440 Stangen-, Brech-, Dosel prima Schnittbohnen 125 Haricots verts mittelf.[ 10 Rosenkohl...... 110 190 Schoten sehr fein Kaiserschoten... 225 Bruchspargel dton.220 Stangenspargel stark.. 1/2 Dose 185 360 extra stark. D. 210 410 Apfelmus, Dose 35,65PL Prlaumen halb. Frucht 95 PL Aptel, Helvetia", geteilt[ M Preißelbeeren.... 115 Pfirsiche kalifornische 210 Ananas Hawaii. Schelb. 260 Würstchen Dose 85 PL. 145 280 Ochsenzungen in Dos. 2 bis 3 Pid. Rongew., Pid. 425 Saftschinken fatelfertig 7b.10 Pid. Rohgew., Pid. 210 Schinken 1 Pid. Dose 230 Rindfleisch holstein. ohn. Knoch. 2 Pfd. Dos. 85 Pt. Delikateẞheringe ohne Gräten. Dose IM 185 Kronenhummernpose 4 Oelsardinen 4M Dose 70 PL IM 145 260 Dänische Milch 7 bis 80, Fellgeh. Dos. 25P nach Dresdener Art u. schwere Napfkuchen gebrannt, Pid. Kalte Küche Ital. Salat... Pfund 140 Heringsalat. Pfund| M Kartoffelsalat Pid. 70PL Lachs- Mayonnaise Pfund 3M Hummer Mayonnaisen u. Remouladen- Sauce Pid. 140 Pfund 540 Leipziger Straße Gefüllte Pasteten 40PL Schinken- Hörnch, 50pt Deutscher Kaviar Dose 50Pt. 90PL 170 Beluga- Malossol- Kaviar Pfund.... 1350 Wein Preise für Flasche einschließl. Steuer ohne Glas Oberhaardter sulfiger Pfaizwein. 95 PL 1923 Mesenicher Brünnchen Mosel, llebl.[ 15 1922 Deidesheimer voll 1921 Niersteinergehalt- 2 1921 Mettenheimer Wachstum Michelsberg Burgermeist 450 Muth, rheinisch. Rotwein 225 1921 Graves de Budos Propr. Dupart 260 feln. weißer Bordeaux 1921 Haut Sauternes edel, süß Fruchtschaumwein vorzügl. Qual. Inkl. Pl.[ 50 T.B.S. Spezial- Cuvé Traubessekt, Flaschengar. 390 und sonstige Spirituosen zu vortellhalen Preisen. feinblumig....140 1922 Briedeler Herzch. Mosel, sehr pikant... 180 1921 Berncasteler blumiger Mosel 1921 Liebfrauenmilch I weiße Kapsel 3M Meblicher Damenweln Alle bekannten Markenliköre 250 letzte Ernte Obstwein gute Qualität Renetten- Apfelwein..badischer 60PL Edel- Apfelwein aus Tafelobst, fein 70 Pt. Johannisbeerwein..... rot, sas 110 Stachelbeerwein. lieblich 115 Heidelbeerwein..... so, fruchtig 115 Heidelbeerwain Kirschwein... aus Schattenmorellen, sas 125 Erdbeerwein..... feines Fruchterome 180 Erdbeerwein Dr. A. Oetker's Backpulver„ Backin..8PL Schokol- Pudd( Kakeo) 11pz Dibona Mandelu.Vanille 12pt. Puddingpulver holl Art 15PL. Schok- Speise m.Mand 20PL. Blattgaining weiß u.rot 15pr. Vanillinzud er..... 8pt Rots Grütze 10P, Diboga Kakao.... 12pt Puddingpulver turk.Art 25P Schok- Speise m. Makr. 30PL Probakartons mit 18 Paketen Sofenpulver 5PL. Gala- Schokol- Pudding 15P Götterspelse..... 40Pt. Makronenpudding..30PL. Gustin in Fabiikate Paketen Buschrosen Stick 95P. Rankrosen... Stück 150 Hochstammrosen 75/100 cm.... Silick 375 dite100/ 140 cm.. Stück 575 Zür Frühjahrs- Pflanzung 65PL. viele 10P. Dahlien- Knollen GladiolenBegonien- Stück 15PL " Farben 91 Wilder Wein Stande 95Pt. Rhabarber.. Stande 45PL Rhododendron starke St. v. Pflanzen, vollknospig 1250 Himbeerbusche S: 30PL Johannisbeer Büsche.... Stick 40PL Büsche Mittelstämme.. Stick 195 Stachelbeer Stück 85PL Mittelstämme.. Stück 195 Apfel- Mittelstämme Stuck 250 Abt. Frische Blumen Leipziger Straße Birnen- Büsche Stück 2M. Mittelstämme 350 Schattenmorellen 99 Büsche. Stick 150 Kirschen, Mittelst süße n. saure, Stick 3M ..33PL Pflaumen- Büsche, 3M Stück und viele andere Obstsorien 10 70PT. Saatkartoffeln pid. Gemüse- Blumensamen Bunte Tute...... 8 PL Peinkost- 250 padding usw.. Hornspäne Pfund 40 Pl. Grassamen TiergartenMischung. ... Pld. 65 PL Grassamen PucklerMischung. 85 Pt. Balkonkästen u.Spaliere Nr. 166 42. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Der Tafelschmuck des Exkronprinzen. Mittwoch, 8. April 1925 Wir haben feine Veranlassung, den Hohenzollern noch neue Millionen nachzuwerfen, namentlich nicht dem notleidenden Herrn des wertvollen Thronlehens Dels. Hat man davon etwas gehört, daß, als die Tochter des Reichspräsidenten Ebert sich perheiratete, ihr solches Millionenge schent gemacht worden mare? Und ist Ebert selbst nicht p Deutschnational kommunistischer Radau in der Stadtverordnetenversammlung arm aus dem Amte gegangen, mie er hineinfam? Bieder bot gestern die Berliner Stadtverordneten. persammlung das Schauspiel, daß Deutschnationale und Kom munisten um die Bette ihren Haß gegen die Sozialdemokratie austobten. Ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion wollte den filbernen Tafelsgmud, den einmal in den Zeiten der Monarchie die deutschen Städte dem tronprinzlichen Ehe. paar zugedacht hatten, vor dem Zugriff des Ertron. prinzen retten. Der Extronpring hat in bewunderungswürdiger Unbefangenheit, wie wenn das deutsche Volk und die Hohenzollern teinen 9. November erlebt hätten, seinen Anspruch auf den inzwischen fertig gewordenen Tafelschmud geltend gemacht. Butausbrüche der rechtsstehenden Parteien entfesselte gestern der sozialdemokratische Redner Genosse Dr. Weinberg, als er in seiner den Antrag begründenden Rede die Tollheit des ertronprinzlichen Beríangens ge. bührend fennzeichnete. Aber die monarchistischen Schreier hatten nachher die Genugtuung, daß der kommunistische Redner mit einer Schimpfkanonade gegen die Sozialdemokratie ihnen zu Hilfe fam. Der von ihm vorgebrechten Blödsinn, daß die Debatte über den Antrag für die Provenienwu agitieren folle, braucht man nur niedriger zu hängen Reichspräsident Genosse Ebert er. frantte am 23. Februar und starb am 28. Februar, jener Antrag aber wurde bereits am 19. Februar eingereicht. Daß erst jezt über ihr verhandelt werden konnte, erklärt sich aus der befannten Ueber Icftung der Stadtverordnetenversammlung mit Vorlagen und Anträgen. Der Kommunist leistete sich auch eine abfällige Bemertung über Eberts Bestattung, zum Behagen der beifällig zustimmenden Rechten. Unser Genosse Reimann nagelte das feft. Die Abs stimmung über den Antrag wurde verschoben. Die gestrige, gegen 7 Uhr vom Vorsteher Genossen Haß er öffnete Sigung der Stadtverordneten beschäftigte sich zuerst mit einer Anfrage der Deutschnationalen vom 17. März, worin Beschwerde darüber geführt wird, daß das Bezirksamt Treptow im Gemeindeblait die Zuschläge auf die Tariflöhne der Arbeitnehmer für die Unternehmergewinne und Ver. dienst öffentlich im Submissionsverfahren aus. geschrieben hat und morin gefragt wird, was der Magiftrat zu fun gedenkt, um solche, die Existenz des Handwerks und weiter Kreise des Mittelstandes an der Wurzel bedrohenden Einrichtungen zu unterbinden. Aus der Erörterung, die sich an die Begründung der Anfrage durch Päth( Dnat.) und ihre Beantwortung durch den Genossen Stadtrat Brühl schloß und an der sich noch Preissing ( Romm.) Schwarz( D. Bp.), Genoffe Stadtrat Wuhfy und der De mofrat Weber beteiligten, ergab sich, daß es sich nicht um ein einfeitiges Vorgehen des Bezirksamts Treptow gehandelt hat, daß viei mehr Treptow auf Grund einer feit April 1923 bestehenden lagi stratsverfügung die Ausschreibung vorgenommen hat. Diese er fügung ist ihrerseits durch die Ausnahmezustände veranlaßt worden, die die Inflation hervorrief, und hat gegenwärtig ihre Eistenzberechtigung verloren. Der Magistrat ist denn auch durchaus bereit, Diesen veränderten Umständen Rechnung zu tragen, und hat bereits mit den in Betracht tommenden Handwerfs- und Gewerbeverbänden Verhandlungen angefnüpft, um eine Einigung über eine anderweite Regelung herbeizuführen. Wenn diese Verhandlungen noch nicht weiter gediehen sind, so liegt das anscheinend in der Haupisache daran, daß die betreffenden Organisationen dem Wunsche des Ma giftrats, ihrerseits mit Vorschlägen hervorzutreten, bisher nicht oder noch nicht genügend nachgefommen find. Die Anfrage der Deutschen Volkspartei, ob der Magistrat Abhilfe schaffen wolle gegen den hohen Grundwasserstand in vielen Häufern von Niederschönhausen und ob er die geschädigten Grundbesitzer entschädigen wolle, fand mit der Erklärung des Ge nossen Stadtrat Schüning, daß es sich hier überhaupt nicht um Grundwasser, sondern um Niederschlagswasser handle, die Stillegung des Wasserwerks also nicht schuld sei, ihre Erledigung. Zum Neubau und zur 17] Anthony John. Roman von Jerome K. Jerome. Ich werde es nicht fönnen," jammerte Herr Letteridge. ,, Werde verheiratet sein, wahrscheinlich Kinder haben. Wir merden auf einen Monat an den Strand gehen und den Negermusikanten lauschen. Die Kinder werden das ver. langen. Ich werde mein Lebtag von Kindern umgeben fein und niemals Millsborough verlassen. Werde als hochgeeehrter und geachteter Bürger von Millsborough sterben. Und weißt du, wie ich mein Leben geplant hatte? Ich wollte wie Oliver Goldsmith mit meiner Geige die Welt durchwandern, als Vagabund meinen Lebensunterhalt der dienen, in Dorfschenten oder unter den Sternen schlafen, den Reden und Erzählungen der Bauern lauschen, seltsame Typen zeichnen, am Begrand fizend Gedichte machen. Weißt du, Tony, ich glaube, ich hätte ein Dichter werden, einen Namen hinter'affen können. ,, Es bleiben dir die Abende," warf Anthony ein. Die Schüler gehen doch um vier Uhr fort. Zwischen der Teezeit und dem Abendessen fannst du Gedichte schreiben." ,, An ,, die lockige Irene", über ,, Gott und den Grashüpfer", oder Ode an die Faulheit", nicht wahr. Was würden wohl die Eltern meiner Schüler dazu sagen? Außerdem fallen mir zwischen der Teezeit und dem Abendessen feine Gedichte ein: die fommen während der Kopfrechenstunde. Ich jage sie fort, schlage hinter ihnen die Tür zu, und dann kommen sie nie wieder." Anthony machte ein befümmertes Gesicht. Etwas in ihm ließ ihn Tefteridges Klagen verstehen. Dieser lachte. Es ist alles in Ordnung." Er nahm die Photographie der Gymnasialprofefforstochter vom Kaminsims und füßte fie Ich werde das liebste fleine Mädchen der Welt heiraten, fagte er. Und wir werden sehr glüdlich sein. Wer weiß, vielleicht langt es auch einmal auf eine eigene Epiquage." Er stellte die neueste Photographie von Fräulein Seaton auf ihren Blag zurüd. Das Mädchen fah meniger puppen haft aus, als einst. Der Mund mar energischer gemorden, bie Augen blickten nicht mehr stauned in die Welt. Die junge Dame machte einen tüchtigen, praktischen Eindrud. Tetteridge hatte Anthony die Wahl eines Hauses überlaffen. Anthony fuchte noch immer, als etwas unerwartetes geschah. Das jüngere Fräulein Warmington starb nach turzer Krankheit. Frau Plumberry hatte sie gepflegt und erklärte Auffiodung von Schulturnhallen wurden 1,2 Millionen Mart bewilligt, auch der Magistrat aufgefor dert, die Turnhallen mit Beginn des Wintersemesters benutzungs fähig herzustellen. Die Berlegung des Ambulatoriums für geschlechtsfrante Prostituierte aus dem Obdach Fröbelstraße nach dem Polizeipräsidium wurde, nachdem sich aud der neue Stadtmedizinalrat Profeffor v. Drigalsti dafür verwendet hatte, mit großer Mehrheit genehmigt. Bei der Vorlage wegen Ausbau des Hohenzollernlygeums in wil Streit darüber, ob ein Antrag der Deutschnationalen, in dieser mersdorf zu einem Oberly zeum entbrannte ein hißiger Anstalt gleichzeitig auch eine Frauenschule zu eröffnen, fofori anzunehmen oder zuvor von der Schuldeputation zu erörtern sei. Die Ueberweisung des Antrags an lektere, wofür sich auch Genoffe Kreuziger aussprach, fand eine große Mehrheil; die Vorlage felbst wurde angenommen. Nach Erledigung einer großen Anzahl Bor lagen von minderer Bedeutung fam der Antrag der Kommunisten fiche Rentenempfänger zur zwetten Beratung. Der Haus. wegen Erhöhung der Unterstützungssäge für fämt. haftsausschuk hat den Antrag abgelehnt, auch das von den Antrag ftellern selbst im Ausschuß eingebrachte Amendement, wonach die Stadt bis zur Regelund der Frage durch Staat und Reich die Renten bis auf die Höhe der Besoldungen in Gehaltsgruppe 2 bringen foll, zur Ablehmina empfohlen. Rinforf( Komm.) war der Meinura, hak die Antragsteller fish aufs äußerste in ihrer Forderung eingeschränkt hätten, und daß, wenn auch die nicht erfüllt werde, man die ganze Schmit hielt ihm entoegen, daß man mit großen Borten und leeren tapitalistische Wirtschaft zum Teufel schicken müsse. Genossin Frau Bersprechungen den Rentenempfängern noch nie genükt habe. Die fozialdemokratische Frattion habe sich stets mit aller Kraft bemüht und werde weiter bemüht sein, für diese Kreise das irgendwie Er reichbare herauszuholen. Die laßte Zulage von 3 Mart jei ia freilich frhon allein durch die Mieterhöhung aufgefressen worden. Der fom Die Versammlung ministische Antrag sei aber undurchführbar. beschloß mit großer Mehrheit nach dem Ausschußvorschlage. Hierauf begründete Genosse Dr. Weinberg den folgenden, von der SPD.- Fraktion am 17. Februar eingereichten Antrag: Nach Zeitungsberichten verlangt der Erkronprinz die Herausgabe des auf Bestellung der preußischen Städte gefertigten in den Trefors der Reichsbank verwahrten foftbaren filbernen Tafelfchmucks. Die Stadtverordnetenversammlung erfucht den Magiftrat, fich diesem Verlangen zu widerseken und dafür beforet zu sein, dak dieser Tafelfchmud in einer feinem hohen fünstlerischen Wert entforechenden Weise der Allgemeinheit durch Ausstellung in einem Museum zugänglich gemacht wird." Genosse Dr. Weinberg wurde schon beim Betreten der Rednertribüne von der Rechten mit wüstem Lärm und zurufen, wie Jude!" Barmat!" empfangen, und dieser Lärm hielt während bie Glode schwingen mußte, um ihm Gehör zu verschaffen. Wieder feines ganzen Vortrages an, so daß der Vorsteher fast andauernd tat fich bei dieser Zwischenspielen Herr Koch besonders hervor. Ge noffe Dr. Weinberg fagte etwa folgendes: In alten Zeiten schrieb in Mecklenburg hat sich diese Sitte bis zur Revolution erhalten, und man Brautsteuern aus, wenn ein Prinz oder eine Brinzessin heiratete; da die Gemahlin des Erfronprinzen aus Mecklenburg stammt, iſt es fein Wunder, daß auch er daran Geschmad fand. In ihrer Hunde. auch eine solche Steuer ausgeschrieben, bemut haben die damaligen Oberbürgermeister der deutschen Städte die Steuerzahler hatten für die Kosten des silbernen Tafelschmuds aufzukommen, Die Hohenzollern aber haben ihre Millionen, die sie nach der Meinung großer Boltsteile durch Raub und Ausplünderung zusammen. brachten, ins Ausland mitgenommen. Niemals find einem meg. gejagten Potentaten so viele Millionen nachgeworfen worden pie den Hohenzollern. Der Erfronprinz hat seine Berpflichtung, fich auf deutschem Boden jeder politischen Kundgebung zu enthalten, nicht erfüllt, siehe sein Auftreten in der Jahrhunderthalle in Breslau! Es wäre ein Verbrechen an der Bevölkerung der preußischen Städte, wollte man dieses Verlangen erfüllen. Haben vielleicht die Hohenzollern ihre feierlichen Bersprechungen erfüllt?( Pastor Koch wird Die Deutschnationalen haben ja schon vor längerer Zeit den Gr. wegen eines beleidigenden Zwischenrufs zur Ordnung gerufen.) fronprinzen als Kandidaten für den Reichspräsidentenstuhl aufge stellt. vielleicht tann er den Korb, den ihm das Bolt erteilen würde, als Lafelschmud benutzen. Der Borsteher teilte mit, daß der Oberbürgermeister habe fortgehen müssen und bitten laffe, die Berhand lung. der er in ihrem ganzen Berlauf beiwohnen möchte, zu vertagen. Bon den Demokraten wurde Ausschußberatung beantragt.- Dr. gung murbe abge lehnt, worauf Venus, natürlich wieder Cafpari( DBp.) fah feinen Grund zur Vertagung. Die Berta: unter den äroften Ausfällen auf die Sozialdemokraten, dem Antrag unserer Genossen. den Tafelschmuck in einem Museum auszustellenn, den Antrag der Kommunisten entgegenteilte, den Erlös den Krieger. hinterbliebenen zuzuführen. Nachdem Buchwik( Dnat.) erflärt hatte, die Hohenzollern ständen seiner Fraktion viel zu hoch, als daß sie durch die Anwürfe Weinbergs getroffen würden, nahm Genosse Reimann noch Anlaß, Herrn Venus und seinen Antrag ins rechte diverse Millionen flüssig zu machen bereit; dazu bebürfe es aber Licht zu ftellen. Für die Kriegsopfer seien die Sozialdemokraten nicht bloß der Borte, sondern auch der Mithilfe der Kommunisten. Erst wenn die Sozialdemokratie die Rommunistische Partei liquidiert habe, werde der Auf stieg der Arbeiterschaft gesichert sein. Die Abstim muna wurde ausgesetzt und die öffentliche Sizung um 49 Uhr geschloffen. Großer Waldbrand bei Tegel. 40 Morgen Kiefernbestand vernichtet. Ein Riesenbrand tam am Dienstag nachmittag in der fünften Stunde in Konradshöhe a. d. Havel, vermutlich durch Ausflügler, im dortigen Stadtdauerwald zum Ausbruch. Als die Gefahr bemerkt wurde, brannten schon in der Nähe der Habichtsstraße ausgedehnte Waldflächen. Die Feuerwehr wurde con sechs Seiten fast gleichzeitig dringend alarmiert. In furzer Reit waren viele der Berliner Wehren, besonders die Wehren aus Witterau, Tegel, Tegelort, Spandau, Hennigsdorf zur Stelle. Auch der Oberbranddirektor Gem pp eilte fofort mit seinem Stabe nach der Brandstelle, wo die Flammen infolge eines starten Ostwindes rafend schnell um sich gegriffen hatten. Weithin waren die Flam men fichtbar, dice Rauchschwaden wälzten sich über Konradshöhe der Havel zu. Mehrere Ansiedlungen an der Habichtsstraße schweb. Baffer nicht viel ausrichten, sie mußten sich darauf beschränken. mit ten in großer Gefahr. Die Feuerwehren fonnten natürlich mit Hilfe von Brivatpersonen Gräben zu ziehen und die Flammen soweit man wegen der gewaltigen Hike an sie herantommen fonnte. mit Schaufeln auszuschlagen. Die Size war fo groß, daß den Feuerwehrleuten die Uniformen an zu brennen fingen und die Wehrleute mehrere Brandwunden erhielten. Der Schaden noch nicht zu übersehen. Der Brand im Tegeler Forst ift der zweite binnen 24 Stunden. Der erste fom am Montag nachmittag zum Aus bruch, der zweite wurde am Dienstag nachmittag gegen 5 Uhr bemerft und hat etwa 40 morgen fünfjähriger Riefern. Wehr unter Zurücklassung von Brandwachen wieder abrücken. der aus 2500 Zeilen besteht und hervorragenden Kunstwert be. fizt. Das Schenkungsversprechen ist aber nur mündlich gefchonung vernichtet. Erit in später Abendstunde fonnte die geben; verbindlich ist es nach dem BGB. nicht. Trotz dieser Rechts. lage hat der Kronprinz dieses Geschent schon früher einmal gegen gute Dollars pertaufen wollen, und vor einigen Monaten ist wieder einer seiner Bertreter an den Deutschen Städte tag mit dem Verlangen der Aushändigung herangetreten. Die Einficht in die Aften des Städtetages ist mir verweigert worden; sollte ba etwas nicht in Ordnung sein? sich auf Anthonys Bitte hin bereit, in Nummer 15. Brutton Square die Lage auszufundschaften. Das Haus hätte sich trefflich geeignet. Es enthielt zwei große, in den Garten aus gebaute Schulzimmer. Frau Plumberry war die geborene Diplomatin. Sie berichtete Anthony, daß Fräulein Bar ❘mington, die nun ganz allein auf der Welt war, etwas an Frau Plumberrys mütterlichem Busen geweint und ihr an vertraut habe, daß die Schule in der letzten Zeit äußerst schlecht gegangen sei und fie meder Geld noch den Mut habe, sie meiter zuführen. Frau Plumberrn hatte ihr geraten, sich der Miete fo rasch wie möglich zu entledigen, damit sie nicht noch für Reparaturen zahlen müsse. Fräulein Warmington hatte er flärt, wie gerne sie dies täte, falls sich ein Käufer fände. Und Frau Plumberry hatte versprochen, nach einem Käufer Um schau zu halten, doch dürfe sich Fräulein Warmington feinen ollzu großen Hoffnungen hingeben. So geschah es, daß Frau Strong'nth'arm und Anthony zum zweiten Male auf den Roßhaarsesseln des Wohnzimmers von Nummer 15. Brutton Square faßen. Diesmal jedoch lehnte fich Frau Strong' nth'arm zurück, und es war Fräulein Warmington, die beim Betreten des Zimmers die Hand ausstreďte. Frau Strong' nth'arm, die sich bereits vorher die Szene vorgestellt hatte, wollte eigentlich nun ihrerseits diese Hand nicht sehen. Aber die zweite Natur fam auch jetzt zur Geltung. Fräulein Warmington, obwohl alt und schwach, erschien dennoch impo. fant und Frau Strong'nth'arm machte einen Knids und ent. schuldigte sich wegen der Belästigung. Fräulein Barmington lächelte, da sie Anthonys Hand schüttelte. Als ich Sie das legtemal jah, maren Sie ein fleiner Junge, der auf seinem Bein saß. ,, Und er meigerte sich, Ihre Schule zu besuchen, da Sie ihn aufforderten," warf Frau Strong'nth'arm ein. Sie war mit dem Entschluß gekommen, diese Worte zu sprechen. Fräulein Warmington errötete. Er hat weise ge handelt," erwiderte fie. Ich hörte viel Gutes über ihn. Anthony schloß die Tür und rückte für Fräulein Warmington einen Stuhl zurecht. Und ich sehe, daß er auch Manieren gelernt hat," sagte sie lächelnd hinzu. Anthony lachte. Ich war damals äußerst unhöflich," geftand er ,,, und es ist sehr gütig von Ihnen, mir zu ver zeihen." Das Geschäftliche war, soweit es Fräulein Warmington anbetraf, rasch erledigt. Nachher freilich staunte fie, weshalb fie fofort, ohne Kampf, auf Anthonys Angebot eingegangen war. Sie hatte eine weit höhere Summe verlangen wollen. Offern im 300. Am Starfreitag und den beiden Diter feiertagen betränt der Eintrittspreis zum Zoologischen Garten und 1. und 2, Diterfetertag findet im Staiserfaal pon 4-10 1hr großes Konzert zum Aquarium je. 1, für Erwachsene, für Kinder die Hälfte. Am 1 ftatt. | Sie hatten die Fiktion aufrechterhalten, daß das Geschäftliche nur Frau Strong'nth'arm und Fräulein Warmington angehe: Anthony erklärte immer wieder, die Mutter sei zu diesem und jenem bereit, die Mutter fönne leider auf dies und jenes nicht eingehen. Frau Strong'nth'arm bestätigte die Worte des Sohnes durch ein Murmeln oder Kopfniden. Bei einer Tasse Tee murden die Berträge abgeschlossen, die Frau Strong'nth'arm veranlaßten, alle Gedanken an die anderen ihr angebotenen Häuser aufzugeben. Sie verpflichtete sich, an Fräulein Warmington dreihundert Pfund zu zahlen, dafür die Miete mit allen Rechten und Pflichten, sowie einen großen Teil der Möbel, zu übernehmen. ,, Bieleicht weißt du, woher das Geld fommen soll," sprach Frau Strong'nth'arm, als sich hinter ihnen die Tür schloß. Mir ist es ein Rätsel." Anthony lachte. Schon gut, Mutter, mache dir feine Sorgen." ,, Wenn man ihn reden hört!" erklärte die Mutter dem dunkelnden Himmel. Da spricht er von dreihundert Pfund, die am nächsten Dienstag gezahlt werden müssen, und lacht dazu! Ach, hätte der arme Bafer doch deinen Kopf gehabt!" Anthony aber erflärte der Tante, diesmal sei eine feste Garantie vorhanden und sie erhielte daher nur fünf Prozent. Sie versuchte sieben herauszuschlagen, aber weit mehr aus Prinzip, als aus Hoffnung auf Erfolg. Anthony lachte nur. Er hatte sich allmählich zum Geschäftsbeistand der Tante aufgeschmungen; unter seiner Leitung hatten sich ihre Ersparnisse um ein beträchtliches vermehrt. Für Frau Newt bedeutete eine erfolgreiche Spefulation die Gewißheit, daß Gott thr wohlmolle; fie betrachtete den Neffen schier mit Ehrfurcht, tannte er boch offensichtlich Gottes geheime Absichten. Anthony unterbreitete der Tante noch einen weiteren Borschlag: die Hunde waren seit langem verfauft, der alte Eisenbahnwagen mar nerfallen, und auch die Hütte, in der die Tante lebte, brohte diesem Beispiel zu folgen; der Boden hingegen, worauf fie stand, hatte an Wert gewonnen. Die Tante riß die Augen auf, als er ihr den Preis nannte, der dafür zu erzielen wäre. Berkaufte sie die Hütte, so könnte sie mit ihnen in Brution Square leben, natürlich müsse sie für Wohnung und Berpflegung zahlen. Der Preis der Wohnung und Roft ließ sie die Augen noch weiter aufreißen. Aber Anthony versprach, sie würde bei ihnen gut aufgehoben fein und behaglich leben. Sie wagte einen schwachen Bersuch, ihn zu erweichen, er jedoch füßte fie, erflärte, er würde, alles regeln, fie folle sich nur teine Sorgen machen. ( Fortsetzung folgt.) Kommunistische Aprilscherze. Aus der Generalversammlung der Konsumgenoffenschaft. Die Generalversammlung der Konsumgenossenschaft am 6. April nahm einen stürmischen Verlauf. Auf der Tagesordnung standen: Bericht über die Neuwahl der Generalversammlungsvertreter, Be richt über das Geschäftshalbjahr vom Juli bis Dezember 1924, Bahlen der Delegierten zum Verbandstag Ostdeutscher Konsum vereine und zum Genossenschaftstag des Zentralverbandes deutscher Sonfumvereine, Wahl von Mitgliedern der Verwaltungsfommis fionen. Die Versammlung fam aber nur bis zur Aussprache über den Geschäftsbericht für das Halbjahr Juli bis Dezember 1924. Die der kommunistischen Partei angehörenden Generalversammlungsvertreter verlangten hier die Behandlung einiger rein politischer Anträge. Unter anderem sollte die Generalversammlung beschließen, daß die Genossenschaftsmitglieder aus dem Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold auszutreten und in den Roten Frontfämpferbund einzutreten hätten.(!) Ferner follten die Genossenschaftsmitglieder veranlaßt werden, bei der Reichspräsidentenwahl am 26. April für Thälmann zu stimmen. Der Versammlungsleiter weigerte sich, diese Anträge zur Debatte zu ftellen, da sie nicht zum Aufgabengebiet der Genossenschaft gehören und die Behandlung rein potisajer vragen den Genossenschaften durch das Gesez verboten ist. Der fommunistische Parteibeamte Schmidt, der sich als Generalversammlungsvertreter hatte wählen lassen, drohte die Versammlung zu sprengen, wenn die erwähnten Anträge nicht behandelt würden. Er schickte sich auch an, diese Abficht durchzuführen, indem er als Diskussionsredner die Versamm lung provozierte und einzelne Versammlungsteilnehmer in gröblicher Weise beschimpfte. i wurde deewegch mehrmals vom Verfam lungsleiter zur Ordnung gerufen. Er wiederholte diese Befchimpfungen aber jedesmal; als ihm deswegen das Wort entzogen wurde, reigerte er sich, das nerpult zu verlufjen. Alle Ertahnungen an ihn blieben fructos. Der Berjanumlungsleiter e flarte darauf, daß jo die 2cise.mang nicht weitergeführt werden fönne. Or proilammerte( da die Kommunisten die Vornahme der noch auf der Tagesordnung stehenden daglen unmozi'ch 1, n) die von der Liste Genfer daftsaufbau" vorgeschlagenen Kandi. baten als godt und fdfoß die Versammlung. Damit war der Versuch, die Generalversammlung unter tommunistischen Terror zu bringen, gescheitert. Außerdem hat man den Kommunisten gezeigt, daß sie fich durch ihre Rüpelszenen und Robeitsatte nur selbst schaden. Im übrigen wird der fomniu nistische Parteibeamte Schmidt deswegen aus der Konsumgenossen schaft ausgeschlossen werden. Das Benehmen der Kommunisten in dieser Generalversamm hung verdient in den weitesten Kreisen bekannt gemacht zu werden. Sie scheinen Wert darauf zu legen, für immer als unübertreffliche Clowns zu geiten. Oder sollten sie diese Anträge am 1. April for muliert haben? Großfeuer in einer chemischen Fabrik. Großfeuer tam am Dienstag in der Bahnstraße 14 in Schöneberg angeblich durch Entflammung von Harz in der Chemi: Ichen Fabrit für Parafingewinnung zum Ausbruch. In kurzer Zeit standen der Seitenflügel mitfamt dem Quergebäude vollständig in Flammen. Branddirektor Flonter ließ unverzüglich mit B und C- Rohren vorgehen und das Borderhaus wirkjam schützen. Erst nach mehrstündiger angestrengter Tätigkeit fonnten die Löschzüge, die sehr schwach besetzt waren, wieder abrücken. Der Schaden ist erheblich. 3 mei Gebäude sind in ganzer Ausdehnung ausgebrannt. Der Betrieb der Fabrik ist auf einige Zeit lahmgelegt. 141 interesse Los werden. Debt Solidarität mit den in den Ladenfleischereien Beschäftigten! Helft ihnen zu menigstens einem freien Tag dadurch, daß Ihr am Ostersonntag teine Einfäufe tätigt. Meidet die Geschäfte, die am Ostersonntag geöffnet haben. Die Berliner Städtische Gaswerte A.-G. teilt mit, daß Bureaus Städtische Gaswerke A.-G. am Ostersonnabend, den 11. d. M., für und Kaffen der örtlichen Verwaltungsinspektionen der Berliner den Verkehr mit dem Publikum geschlossen bleiben. Auch die Spar- und Girofaffen der Spartaffe der Stadt Berlin bleiben am Sonnabend, den 11. April, für den Verkehr mit dem Publifum geschlossen. Wieder der Paragraph 218. 1½ Jahr Gefängnis für einen Studienrat. Das Schöffengericht Charlottenburg hatte sich mit einem Fall zu beschäftigen, der durch seine Borgeschichte und das gesellschaftliche Milieu besonderes Interesse beansprucht. Wegen wissentlich falscher Anschuldigung von Beamten und Zuwiderhandlung gegen den§ 218 waren der Studienrat Harnisch und das bei ihm beschäftigt gewesene Kinderfräulein Buder angeklagt. Die Ehefrau des Studienrats war auf tragische Weise ums Leben gekommen, indem sie bei einer Kahnpartie, die sie mit ihrem Manne auf dem Schwielowseee unter nommen hatte, ertrunken war. Der Studienrat war mit dem Nachen hilferufend allein ans Ufer zurückgekehrt, weil seine Frau in der Mitte des Sees ins Wasser gefallen war. Da das Ehepaar in Unfrieden lebte und auch schon eine Scheidung eingeleitet hatte, war damals das Gerücht aufgetaucht, daß ein Gattenmord vorliege. Dafür hatten sich jedoch keinerlei Anhaltspunkte ergeben und es war nicht einmal zu einem Ermittlungsverfahren gegen Harnisch gekommen. Nach dem Tode seiner Frau hatte Harnisch Fräulein B. als Kinderfräulein für seine beiden Kinder und als Wirtschafterin zu fich genommen. Aus dem Zusammenleben entwickelte sich bald ein intimeres Verhältnis, das nicht ohne Folgen blieb und diese soll nun Harnisch durch einen gemaltsamen Eingriff beseitigt haben. Fräulein B. hatte auch bei der Polizei ein volles Geständnis abgelegt. Hinterher aber hatte sie in einem Brief, den sie auf Veranlassung von Harnisch geschrieben hatte, ihr Geständnis widerrufen und behauptete, daß sie von den Beamten zu der Aussage erpreßt worden sei, und daß sich auch einer der Beamten an ihr vergangen habe. Das gegen den bezich tigten Beamten eingeleitete Ermittlungsverfahren ergah die Grundfofigkeit der Beschuldigungen. fo daß beide Angeklagte auch noch diese zueite Antlage erhielten. In später Abendstunde verfündete das Gericht nach längerer Beratung das Urteil. Harnisa murde zu einem Jahr Gefängnis, Fräulein Buder zu 6 Monaten Gefängnis wegen missentlich falscher Anschul digung von Beamten und Zumiderhandlung gegen§ 218( Abtrei bung) verurteilt. Der Angeklagten Buder wurde eine drei iährige Bewährungsfrist bewilligt. Einer, der seine Taler wegwirft. Ein junger Mann hatte in einem Geschäft in der Waldemarstraße einige Kleinigkeiten gekauft und mit einem Silbertaler bezahlt. Der Geschäftsinhaber sah sich aber das Geldſtüd genau an, und als er erkannte, daß es falsch war, lief er seinem Kunden nach. Dieser mußte wohl so etwas schon geahnt haben, denn er letzte sich plötzlich in Trab, und nach einem furzen Wettlauf hatten ihn der Geschäftsmann, ein Schuhpolizist und andere Jagdteilnehmer ant der Ecke der Waldemar- und Manteuffelstraße in einem Hausflur gestellt. Den fürzen Vorsprung hatte er dazu benutzt, seine übri gen Talerftüde im ausflur fortzuwerfen. Auf der Falschgeldabteilung wurde er als der 26 Jahre alte Mechanifer Willi Lorenz erfannt, der sich unangemeldet in Berlin aufhielt. Er war, wie weiter ermittelt wurde, fürzlich aus Naugard entwichen Das Falschgelb miller bon bem großen Unbelannten gegen feinem„ Schönheitsfinn" widerspreche und sein hygienisches Emp finden verletze. Die Fleischerläden am 1. Osterfeiertag gefchloffen Baptergelb eingetauscht haben, weil die Berwendung von Bapiergeld Seit Monaten ist im Fleischergewerbe eine Bewegung im Gange, die die Einführung der vollständigen Sonntags= ruhe erstrebi. Daß sich der Zentralverband der Fleischer für die vollständige Sonntagsruhe einseht, braucht hier nicht besonders ermähnt zu werden. Im Berliner Ladenfleischergemerbe hatte bis jcht das Personal zum großen Teil teinen einzigen vollen freien Tag im Jahr e. Die 16 Groß- Berliner Fleischer. innungen haben sich restlos für die vollständige Sonntags= ruhe ausgesprochen und erwarten ebenso wie die im Berufe beschäftigten Lohnempfänger, daß die vollständige Sonntagsruhe recht bald eingeführt wird. Jedoch gibt es einige Fleischermeister, die schon jetzt Sturm gegen die vollständige Sonntagsruhe laufen. Ihre Gegnerschaft gegen die Sonntagsruhe begründen sie damit, daß sie nicht im Interesse der Arbeiterschaft läge, und daß die Arbeiterschaft sich vielfach auch nicht daran gewöhnen" fönne, schon an Sonnabenden ihre Ware zu kaufen, weil sie zit sehr dem Verderben ausgesetzt sei. Es sind das Ausreden, hinter denen etwas ganz anderes steckt. Die so argumentieren, sind nicht immer die lautersten Elemente, besonders wird bei diesen Reinlichteit im Betriebe gerade nicht immer groß geschrieben. Fleisch, das der Fleischer sachgemäß und sauber behandelt, verdirbt nicht von einem Tag auf den andern. Fleisch, das nicht schon Sonnabends rerdorben war, fann auch nicht bis zum Sonntag früh verderben. Es mird nur verdorben sein, wenn es aus einem Geschäft fommt das allen Ramsch zusammenfauft und verkauft. Die Berliner Fleischerinnungen haben beschlossen, am 1. Osterfeiertag ihre Läden geschloffen zu halten, und schon melden sich einige Außenseiter, die trotzdem ihre Geschäfte offenhalten wollen. Arbeiterinnen! Arbeiter! Besorgt Eure Einkäufe schon am Sonnabend. Die Ramschkrämer" wie sie innerhalb des Berufes bezeichnet werden, dürfen nicht auf ihre Rechnung kommen. Sie dürfen ihren Ramich nicht mit geheucheltem Arbeiter. Schun Servus Terpentinware Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 8. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: Legenden und religiöse Märchen. 1. Die Passionsblume( aus einer Chronik), alteś Volksmärchen. 2. S. Lagerlöf: Das Rotkehlchen( aus den„ Christuslegenden). 3. Manfred Kyber: Die Himmelsschlüssel. 4. Oskar Wilde: Der eifersüchtige Riese( auf Wunsch wiederholt).__( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40-7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). 6.40 Uhr abends: Naturwissenschaft. Dr. Rudolf Wegner:„ Einfürung in die Klimakunde". 5. Vortrag. Der Klimagürtel der Erde". 7.10 Uhr abends: ( Abteilung Hochschulkurse). Dr. K. Th. Preuß: Glaube und Mystik in der Völkerkunde. 2. Vortrag. Der Tote im Lichte der Seelen- und der Machttheorie". 7.45 Uhr abends: Vortragsreihe des Herrn Rechtsanwalts Dr. jur. Th. Tichauer: Die Entwicklung der internationalen Rechtsprechung". 2. Vortrag: Aufgaben internationaler Schieds- und Gerichtshöfe". 8.30 Uhr abends: Orchesterkonzert. Dirigent: Otto Urack. 1. Sinfonie Nr. 41 in C- Dur( Jupiter) Mozart, Allegro vivace Andante cantabile Menuetto( Allegretto). Finale( Allegro molto) ( Orchester). 2. Sinfonia concertante für Violine und Viola mit Orchester, Mozait, Allegro maestoso- Andante- Presto( Konzertmeister Franz Veit, Violine; Willi Höber, Viola). 3. Serenade Nr. 7 in D- Dur. Mozart, Allegro maestoso. Allegro molto Andante Menuetto Rondo Menuetto galante Andante Adagio( Orchester). Das Orchester besteht aus Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. | Nur eine Zigarette. Sein Freund, der Belastungszenge. 4 Ein Jahr sieben Monate Zuchthaus sind ja etwas viel," meinte der Angeklagte nach der Urteilsverfündung. Dann möchte ich aber wenigstens zum Trost eine Zigarette haben."„ Die können wir mein Freund, der Herr Kriminalkommissar, will mir eine geben, Ihnen doch nicht geben," erwiderte der Vorsitzende.„ Das nicht, aber menn das Gericht es erlaubt." Dagegen hatte der Vorsitzende, Land gerichtsdirektor Gay, nichts einzuwenden, und der als Belastungszeuge vernommene Kriminalbeamte gab auch bereftmilligst die sehnlichst gewünschte Zigarette. Mit einer dankbaren Berbeugung zum Gericht erwies der Angeflagte seine Erkenntlichkeit, indem er auf eine Berufung verzichtete und das Urteil annahm. Die empfindliche Zuchthausstrafe hatte ein Angeflagter zudiktiert erhalten, der sich als ein unverbesserlicher och stapler erwies. Ueber seinen wahren Namen schwebt ein Dunkel. Gegenwärtig bezeichnete er sich als Ralf von Bestarp und ist auch unter diesem Namen schon vorbestraft. Nach dem Verbrecheralbum, zu dessen Bierden er gehört, hat er auch schon unter anderen Namen Strafen erlitten. Er behauptet, während der Revolution in eine Jrrenanstalt gekommen zu sein und nicht mehr zu wissen, wie er heiße. Unter den jetzt zur Aburteilung gelangten Betrügereien befand sich ein Fall, in dem er sich als der Neffe des Reichstagsabgeordneten Graf Bestarp ausgegeben hatte. Einem Arbeiter hatte er vorgeschwindelt. daß er von seinem reichen Onfel eine größere Summe ausgezahlt erhalten sollte, meil seine Familie den unbequemen Sprößling über den großen Teich" schicken wolle. Da er aber in seiner schlechten Kleidung sich bei seinen vornehmen Berwandten nicht sehen lassen fönne, hatte er den Arbeiter gebeten, ihm seinen neuen Mantel für einen Augenblick zu leihen. Der Arbeiter war auch auf den Vorschlag eingegangen, wartete dann aber vergebens auf das Wiedererscheinen des angeblichen Grafen Westarp. Dieser hatte einen zweiten Ausgang benutzt, um das Weite zu suchen. Das Gericht erkannte wegen Betruges und Urkundenfälschung auf die Strafe von 1 Jahr 7 Monaten 3uchthaus, jomie auf 150 Mart Geldstrafe, für die gegebenenfalls weitere 15 Tage Zuchthaus eintreten. Mit der Zigarette in der Hand und schon in dem kommenden Genuß schwelgend, trat der Berurteilte den Weg zum Zuchthaus an Eine Zirkusrevue. Im Zirtus Busch gibt es eine Zirkusrevue. usch, husch zu Busch!" Vielleicht die erste ihrer Art, gewissermaßen eine Fortsetzung der Bantomime in Boltsftüdmanier, mit fast tlaffischem Berliner Lofaltolorit. Man hat in der Tat weder Mühe noch Kosten gescheut und die gesamte Zirfustechnik in den Dienst der neuen Sache geftellt. Man hat sich sogar den 73jährigen„ Senior der Tenöre" Heinrich Bötel verschrieben, der natürlich, wie fönnte er anders, einen Droschfentutscher mimen muß. Dann Anna MüllerLinke und den Komiker Friz Bedmann. Einiges ist munter und lustig gesehen, so die amüsante Szene auf dem Mars, worauf dann in Abwesenheit des marsischen Königs eine Galavorstellung im Zirkus vor sich geht. Man hat zu diesem 3med die. Darsteller im Bublikum untergebracht und weiß dadurch die Stimmung auf einen gewissen: Höhepunkt zu bringen. Als bei der Gelegenheit ganz ernsthaft eine schöne Frau auf einem schönen Pferd O Maienzeit, o Liebestraum", sang, gefiel das einem großen Teil des Publikums über alle Maßen. Tragisch wird die Geschichte allerdings, wenn sich die Denkmäler zu beleben beginnen. Der Alte Friz als Hauptbestandteil solcher Erinnerungen ist ja, wie es scheint, nicht mehr zu umgehen; aber dann muß auch noch Bismard ran und der Heinrich, wie wird dir in diefer Gesellschaft? Heine Den Major v. Wissmann in Hamburg und der alte Braf Zeppelin und reblichen Unsinn, der dabei verzapft wird, fann man sich leicht vorstellen Notabene wird auch das Flaggenlied gesungen und die Wacht am Rhein fchwingt sich fanst hinein und etliche schwarz" melgrote göhnlein Haltern begeistert. Immerhin ist der Beifall nach diesem Ereignis ziemlich targ und er wird noch herabgedämpft durch die Zumutung, das gesammelte Zirtuspublifum das Deutschlandlied fingen zu laffen. Die Reihe des nationalistischen Unfinns feßt sich fort durch ein Bild, in dem ein mittelmäßiger Schauspieler gezwungen ist, als Der legte Gefangene von Avignon aufzutreten. Er droht Frankreich frisch- fröhliche Rache an. Nach diesen un erquidlichen Intermezzi, die wohl im Zirkus Busch nicht zu umgehen find, wird die Sache aber wieder lustig. Nämlich mit 20 Ader Street- Girls of Nem Köln. Alt- Berlin an der Fischerbrücke passiert porüber, der Nußbaum, die Jannowizbrücke und zum Schluß erreicht die Geschichte ihren Höhepunkt, wenn sich die Manege mit Wasser füllt und ein wirklich luftiges Drunter und Drüber die lekte Erinne rung an das Trio Bismard- Zeppelin- Heine fortschwemmt. 3m Aprilprogramm der Scala sind wieder die 18 HoffmannGirls in unermüdlicher Frische Höhe und Mittelpunkt. Es soll hier gerne erwähnt werden, daß sie sich inzwischen die Kenntnis der deutschen Reichsfahne angeeignet haben. In der Auftrittsszene meht jegt über dem Portal, aus dem sich die 18 sprudelnd auf die Bühne ergießen, die schwarz- rot- goldene Fahne. Neben dieser Attraktion gefällt besonders die vielseitige Alba Tiberio, die alles kann und zu jedem neuen Tun ein sehr schönes Kleid bereit hält. Ueberhaupt find die talentvollen Ferauen diesmal obenan, so daß Miß Trigi, eine außergewöhnliche akrobatische Begabung, und ein einem guten Redaft der Ba nola asti, ein munteres quicklebendiges Geschöpf Don Talent und Verve. Die jüngste in dieser Reihe ist eine unzweifel. haft begabte neunjährige Koloraturfängerin July Marcus= 3oyer, die mit noch findlich blechernem Stimmchen die Koloratur- Arien ihrer großen Kolleginnen erklingen läßt. Immerhin handelt es sich hier um einen Typ des gewerblich ausgenutzten Wunder findes, auf den man im Barieté lieber verzichten sollte. Dann reitet ANDE Fabrikniederlage Berlin, Invalidenstraße 139 Fernsprecher: Norden 11 720, 11 721 Servus 尖 muss man benutzen zum Stiefel putzen ே Endlich Soon is Oin Calls 318 ZIGARETTE LANDE WOOG ZIGARETTEN Kaufe auf Kredit und bar im Leihhaus Moritzplatz 58 a Monatsgarderobe, teils auf Seide, Jackett- Anzüge von 30 M. an. eleg. Ulster, Talilenmäntel, Gummimäntel von 18 M. an, Damenmäntel, Kostüme von 25 M. an, Gehpaize, Sportpelze von 75 M. an, Pelzkragen aller Art von. 15 M. an, Pelzjacken von 50 M. an. Extra- Angebot in Teppichen, Wäsche, Gardinen. Extra- Abteilung in eleg. Schuhwaren ganz enorm billig! bie jugendliche Cilly Feindt( mohltätigkeitshalber) als Gaft hohe Feier bar hundertjährigen Wiederkehre The Sablabens in Bobo! Soweizerhäuschen, Greifswalder Schule in ansprechender Manier auf dem Hengst Neftor. Auf dem Gebiet der grotesten Komit ist gut gesehen die Mufital- Burleste der drei Jovers. Das Ganze taumelt bewegt und trefflich in izeniert an einem vorüber. Fenster auf! des Geburtstages von Ferdinand Lassalle (* 11. April 1825+31. August 1864) im Großen Schauspielhaus, Karlstraße Ouvertüre zu„ Egmont" Brogramm: Je größer die Verkehrsnot in unseren Großstädten ist, je mehr fich die Wagen überfüllen, je weniger denkt man in dieser qualvoll am Freitag, 10. April( Karfreitag), vorm. 11 Uhr fürchterlichen Enge daran, daß auch die Luft in den Wa Bagen, Folge der Ueberfüllung, faum mehr zu atmen ist! Die Schaffner unserer Berkehrsmittel denten nicht von allein daran, die Fenster zu öffnen fie haben mehr und genug zu tun, sich durch die Enge hindurch zu quälen und ihre Fahrscheine zu ver= faufen. Aber auch das Publikum, das fizende und das stehenda, scheint selten genug das Bedürfnis zu empfinden, bessere Luft einjuatmen. Wir bekommen jetzt den Frühling und mit ihm warme milde Luft. Warum also sperrt man in den Elektrischen, in den Autobussen, auf der Stadtbahn die Fenster zu, anstatt sie zu öffnen? Warum will man nicht frische Luft haben, eine Wohltat, die weder das Verkehrsunternehmen noch das Bublifum etwas foftet, dafür aber den gepreßten Lungen wohltut? Darum alfo Fahrgast im Autobus, in der Straßenbahn, auf der Eisenbahn fordere frische Luft! Fenster auf! Gemeinsame Parole. Werden fie langsam vernünftig? Zum erstenmal hat sich in einem Potsdamer Adreßbuch ein Hohenzollernprinz ohne Rang und Titel eintragen lassen, und zwar in diesem Falle Brinz Citel Friedrich, der sich jetzt furzerhand Prinz Eitel Friedric) von Breußen, Landwirt, Zeppelinstr. 80/83, nennt. Er bezeichnet felbft die, Billa Ingenheim nicht mehr als Billa, sondern als einfaches Haus. Sonderzug nach Ostpreußen. Auf den am 9. April verkehrenden Sonderzug dritter laffe nach Ostpreußen mit ermäßig ten Fahrpreisen wird nochmals hingewiesen. Abfahrt Charlottenburg 5.34 nachmittags, Ankunft Königsberg 8.43, Insterburg 10.41 am folgenden Morgen. Die Fahrpieise sind um 50 Broz. er mäßigt. Sie betragen für Hin- und Rückfahrt zwischen Berlin und Marienburg 20,40 M., Elbing 21,60 M., Braunsberg 24,20 m., Königsberg 27 M., Insterburg 31 M. Vorverkauf der zwei Monate geltenden Fahrtarten von 10 bis 6 Uhr in der Fahrkartenausgabe des Bahnhofs Zoologischer Garten. 3ollabfertigung an den Grenzen findet bei dem Sonderzug nicht statt. Für deutsche Reisende emps fiehlt sich Mitführung eines Personalausweises, der die Reichsangehörigkeit ergibt. Ein Sonderzug unter den gleichen Bedingungen verfehrt am.9. April von Insterburg nach Berlin. Offer- Dampfer- Sonderfahrten auf der Oftfee. Die Sminemün der Dampffchiffahrts- Attiengesellschaft läßt zu Ostern ihren großen Salon- Schnelldampfer Berlin" laufen. An beiden Osterfest tagen finden Sonderfahrten Stettin- Sminemünde und zurüd statt. Auch sonst verfehren die Schiffe dieser Gesellschaft bereits täglich. Anfang Mai wird der neu erbaute Salon- Schnell dampfer Deutschland" in Dienst gestellt. Die Borwärts- Bestellung in den Laubenkolonien des Trepfower Gebiets erfolgt durch unsere Vorwärts"-Filiale Neukölln, Siegfriedstr. 28/29, und die Vorwärts"-Ausgabestelle Trep= tom, Graeßftr. 50 Bestellungen nehmen auch die„ Vorwärts". Austräger entgegen. Täglich zweimalige Zustellung wird zugefichert. Die Fau- Aufführung des Bezirksbildungsausfcuffes, die für Freitag, den 10. April( Karfreitag), abends 7%, lb, im Thalia- beater geplant war, tann nicht stattfinden, weil die polizeiliche Erlaubnis verjagt wurde. Sprachunterricht an ber- 7. städtilden Bablfortbildungsschule für Jungsi linge und Männer( faufmännische Abteilung). Choriner Str. 74, pird außer in allen faufmännischen Fächern im Sommerbalbjahr 1925 neben UnterUnitsicht im Englischen und Französischen auch Unterricht in der zuffischen und der spanischen Sprache für Anfänger und Fortgeschrittene erteilt. An den beiden legten Stursen tönnen auch Damen teilnehmen. Für einen Sprachfun fus mit wadentlich beimal zwei Stunden, die in den Abend flunden liegen, find mit Einschreibegebühr 3,30 m. für das Halbjahr zu zahlen. Besonders fei noch auf den Kursus Erberimental- Chemie bin gewiesen, der mit Besichtigungen größerer Betriebe verbunden ist. Die Zeilnehmergebühr beträgt balbjährlich 2.90 m. Anmeldungen werden bis son Beethoven Ansprache: Heinrich Ströbel( M. d. N.) Sinfonte Nr. 3 Es Dur( Eroica) op. 55 Don Beethoven Aus den Werten Ferdinand Laffalles, gesprochen von Carl Ebert ( Mitglied des Staatstheaters) Toccata : Bon Job Bachelbel Der Sprechchor für proletarische Feierstunden. Rünstlerische Leitung: Albert Florath. Einzelprecher: Heinrich Witte( Mitglied des Staatstheaters) Gemeinsamer Schlußgerang: Marseillaise" Mufifalische Cellung: Dr. Heinz Unger- Willi Jäger( Orgel) Das Berliner Sinfonie- Orchester. Eintritt 1 Mart Die Aus des Stellwerfperfonals erhebt R.-A. Frant Einspruch. fagen dieser Zeugen ständen zu fämtlichen anderen Aussagen in Widerspruch. Dagegen seien die Aussagen des Zeugen Heid brecher, des Heizers des D- Juges, völlig objektiv gewesen. Auch fei dieser Zeuge in feiner Weise der Mitschuld verdächtig. Der Gerichtshof schließt sich den Ausführungen der Berteidigung im Gegensatz zu den Anträgen des Staatsanwalts an und verschiebt die Bereidigung des Stellwerkpersonals. Straße 80b. 81. bt. 7% Uhr Schulaula Echönfließerftr. 7, Mitgliederversammlung. Thema: Die Präsidentenwahl." Ref.: Genoffin Runert. 38. bt. 7 Uhr Sahlabende: 1. und 2. Gruppe bei Busch, Zilftter Str. 27. Bortrag des Genossen Sagemann. 3. und 4. Gruppe bei Bittschuß, Beters burger Str. 5, Bortrag des Genossen Günther. 37. Abt. 7 Uhr bei Jerafdh, Ebertnstraße 10, Sigung fämtlicher Funktionäre, Stadtverordneten und Betriebsverivanenstente. Stellungnahme zur Neuwahl der Abteilungsleitung. Einteilung der Wahlarbelt. 45. 6. 7% Uhr Sahlabend: Liebig. Wiener Str. 57, Minnig, Baufiger Str. 45, Sebestreit, Reichenberger Str. 124, Winczier, Reichenberger Str. 104. Tages pronung: Stellungnahme zu Neuwahl am 29. April." 57. Abt. Charlottenburg. L. Gruppe: 7% Uhr bei Arndt, Rantitr. 51, Zahl abenb. 58. Abt. Heute, Mittwoch, abends 7% Uhr, in der Ranke ftraße 4, porn 4 Treppen, Funktionärsigung. 88. ht Salenfee.$ Uhr bei Sandmann, Beitfälische Str. 42, Mitgliederver. fammlung. Sagesordnung: Neuwahlen des Vorstandes. 72. Abt. Wilmersdorf. Rum Bahlabend erscheinen alle Genoffen zur Abschieds feier für den Genossen Schneider. 73. Abt. Schmergendorf. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schule Friebrichshaller Straße. Borstandsmitglieder und Funktionäre eine halbe Stunde früher. 83. Abt. Lichterfelbe. 7 Uhr bei Schmidt, Roonstraße, Ede Sindenburg damm, Rahlabend. Bortrag über: Arbeits- und Lohnverhältnisse in Ranada. Stenfälla. 90. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlungen in folgenden Sofalen: 13. Begirl: Rilbiger, Lohmilhlenftr. 26, 15. und 26. Bezirk bei Jehn, Fulda ffrake 45, 16. und 25. Bezirk bei Janide, Janfaftr. 11, 17. und 24. Bezirk bei Dreßner, Raifer- Friedrich- Str. 239, 22., 23. und 36. Besirf hei Schittler, Donauftr. 118, 34. und 43. Bezirk bei Groß, Münchener Str. 53, 35. Bezirk im dealfafino", Weichselftt. 8. 91. Abt. Abteilungsversammlung i Rarisgarten, Rarlsgartenstr. 6/12, großer Saal. Referent: Dr. Kurt Löwen ftein, M. d. R. 92. bt. Rahlabende halten ab heute abend 7% Uhr die Besirle 14, 29, 30 bei Stein, Wildenbruchstr. 15; Bezirke 27, 32, 28, 33 bet Emald, Elbeftr. 32; Bezirle 46, 47, 59 bei Dabre, Richardstr. 108; Bezirke 72 11. 73 bei Schneider, Rofenftr. 7. Auf allen Sahlabenden Vorträge, deshalb zahlreiches Erfcheinen erforderlich. Der Zahlabend der Bezirke 31, 44, 45 u. 55 findet erst späfer statt. 101. Abt. Treptow. 7½ Rahlabende: 1. und 2. Beatz bei Deftlinger, Ariftraße 1. 4. und 5. Bezirk: Beermannstr. 1. 3. Bezirk: Ausnahmsweise Donerstag bei Detitinger. Bortrag: Die Reichspräsidentenwahl." e 108. Abt. Friebrichshagen. 7 Uhr Abteilungsversammlung bei Schols, Fried. richstraße 81. Referent: Genoffe Simmermann. Thema: Die Partei zur Bräsidentenwahl." 114. Abt. Lichtenberg. 7 Uhr Rahlabend. 2. Gruppe bei Lauter, Aroffener Straße 14. 4: Gruppe bei Schwarzer, Gabriel Mar- Str. 17. 121. Abt. Rarlshark. Die Mitgliederversammlung fällt aus und findet nächste Moche ftatt. ftroke 71. Eagesordnung: Der zweite Wahlgang." 188. Abt. Sermsborf. Die Mitgliederversammlung am Mittwoch fällt aus und findet erft om. 15. April statt. 140- t. Bithenan. 8 Uhr bei Richard Schulz, om Bahnhof, Zahlahend. 141. ht. Rofenthal. 8 hr bei Mielide, Lindenallee 40, Mitgliederversamm Lung. Referent: Genoffe Monmod. Romames. Mittwoch, den 8. April, abebs 8 Uhr, int Robal Gebouer, Ballftraße 62, Funktionärsgung. Morgen, Donnerstag, den 9. April: Zu dem Unglück auf der Oberweser. Reichswehrminister. Dr. Geßler weilte am 4. April an der Unglüdsstelle an der Oberwefer, um sich persönlich über die Dert 133. bt, Buchhola. 7½ Uhr Mitgliederversammlung im Lokal Rossad, Sauptlichkeit und den Fortgang der Bergungsarbeiten zu unterrichten. Bei dieser Gelegenheit sprach er dem Fahrmann, der allein acht Soldaten vom Tode des Ertrinfens gerettet hatte, fomie dem Ortsvorsteher und Bürgermeister von Beltheim seinen und des Reichsheeres Dant für die aufopfernde Mithilfe aus. Am Donnerstag den 9. April, findet an der Unglüdsstelle ein Lofaltermin durch den zuständigen Staatsanwalt zur Unter fuchung der Ursache des Unglücks ftatt. Es soll auch gerichtlich nachgeprüft werden, ob die Fähre tatsächlich überlastet mar, die zehn Kilometer unterhalb der Unglüdsstelle durch die Strombau Dermaltung vollkommen intaft aufgefunden wurde. Daß von der Fähre mit den Reichswehrfoldaten auch Zipilisten befördert wurden, ist dadurch erflärlich, daß der Fährverfehr aufrecht erhalten werden mußte, weil die Fähre an der alten Fährstelle erbaut morden war. Daß an die auf dem Fluß befindlichen Reichswehrsoldaten der Befehl ausgegeben wurde, die Gewehre und das Gepäd abzuwerfen, wird von dem beteiligten Offizier unter Eid ause gefagt. Schweres Autounglüd. Bierfer( Rheinland), 7. April. Zwischen Straelen und Niederdorf ofte sich von einem Auto, in dem vier Herren saßen plöglich ein Reifen. Der Wagen fam ins Schleudern, überschlug fich beim Bremsen und stürzte in den Straßengraben. Von den Insassen, die unter dem umgestürzten Wagen begraben wurden, war einer so. fort fot. Der Wagenfenter wurde schwer an der Schulter ver. legt, die beiden anderen Personen famen mit leichten Berlegungen davon. Großfeuer in der Eifel. Aus Gmünd mirb gemeldet, haß in der Holzbearbeitungsfahrif Boensgen u. Scheibler ein Großfeuer entstand, dem famtliche Holzbeftande zum Opfer fielen. Die in der Nähe befindlichen Dienstwohnungen wurden vor dem Feuer bewahrt, Der Schaden wird auf mehrere Millionen geschäßt. Die Ursache des Brandes steht noch nicht fest. sum 8. umb am 15. April und mit Unterrichtsbeginn abends von 6, bis Parteinachrichten 8 Uhr im Amtszimmer angenommen. Zur Erlangung der Audion- Berfuchs- Erlaubnis wird von der Dris. gruppe Berlin- Mitte des Deutschen Radio- Klubs ein Schnellturfus im Hör faal ter Urania, Zaubenstraße 48/49, eingerichtet. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle Berlin Mitte, C. B. Scheif, Breitestr. 24. Merkur 791. Tas Herner Eisenbahnunglück vor Gericht. Effen, 7. April.( TU.) Der zweite Berhandlungstag beginnt mit der Vernehmung der Zeugen. R.-A. Fran? beantragte die Bernehmung von Zeugen über Unregelmäßigteiten im Signaldienst, die auf dem Herner Bahnhof miederholt vorge. tommen seien. Der Staatsanwalt wünscht erst Erfundigungen darüber einzuziehen. Der Gerichtshof zieht sich darauf zur Beratung zurüd und verfündet beim Wiedereintritt in den Gerichtssaal, daß er fich die Entscheidung vorbehalte. Hierauf wird die gestern unterbrochene Bernehmung des Lotomtipführers Stahl zu Ende geführt. Der Stellwerksmeiffer pon der Blockstelle Platenhorst erklärt, daß der D- 3ug die Blockstelle pünktlich passiert habe. Die von der Verteidigung vorgeschlagenen Zeugen fagen über Un regelmäßigkeiten im Signaldienst aus. Zugführer Kas de des D- Buges bekundet, daß der Zug vorschriftsmäßig gebremst worden sei. Beitdifferenzen bestünden zwischen den einzelnen Stationen bis zu mehreren Minuten. Zeuge Dr. Henbing fagt aus, daß ber Stoß beim Halten auffällig start gewesen sei, doch habe er des. halb noch nicht auf ein Unglüd gefchloffen. Gegen die Bereidigung Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, 2indenftraße 3. für Groß- Berlin ftets en bas Bezirksjekretariat, 2. Sof, 2 Tres. rechts, au richten Achtung, Kreisleiter! 52 Abteilungen haben bis heute noch immer nicht abgerechnet, trotzdem nunmehr schon wieder eine Woche über den letzten Termin vergangen ist. Die Abrechnung drängt in diesem Quartal ganz besonders. Es ist deshalb dringend geboten, die fäumigen Funktionäre aufzurütteln. J. A.: Aleg Bagels. 7. Rreis Charlottenburg. Bildungsausschus! Seute, Mittmoch, 8 Uhr, Sigung im Wilhelmshof, Spreestraße. Abrechnung für Theater und Büchertreis mitbringen. 18. Areis Weißenfee. Eintrittskarten fir die Baffalle Feier in Großen Shane spielhaus find am Ratfreitag beim Genoffen Seinl, Gablerftt. 7, au haben. Donnerstag, den 9. April, 8 Uhr, im Lokal Friedrichsgarten, Roeldeftraße, Sigung des Bildungsausschuffes. Heute, Mittwoch, den 8. April: 2. Abt. Die heute fällige Mitgliederversammlung muß umständehalber sez schoben werden. Der Tag ber nächsten Zusammenkunft wird noch be fannt gegeben. 8 Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Grünber, Schweriniz. 13. Steferent: Genoffe Richard Krille. 10. Abt. 7 Uhr Bahlabenb und Abteilungsversammlung im Zeichen faal der Schule Alt- Moabit 23. Referent: Genosse Stahl. 13. br. 714 Uhr Rahlabend in den bekannten Lokalen. Tagesordnung: Stellungnahme zur Reichspräsidentenwahl." 23. ht. 7 Uhr Jahlabende: Lewandowski, Seeftr. 104; Ziege, Barfußit. 9; Zoube, Millerstr. 62a. 85. t. Tempelhof. 7 Uhr Funktionärinnenkonferenz bei Bufe, Werder, Ede Raiser Wilhelm- Straße. 99. Abt. Brig- Budom. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Beuthner, Chauffee ftraße 66. 132. ht. Blankenburg. 8 Uhr Sahlabend bei Klug, Dorfitt. 2, Bortrag. Romames. Mittwoch, ben& April, abends 8 Uhr, im Lofal Gebauer, Wallftraße 62, Funktionärsikung. Jangiostaliften Reufolin. Treffpunkt abends 9 hr in der Salle des Anholtes Bahnhofs. Jugendveranstaltungen.. Watung! Heute, abends 7 hr, Brobe bes Gesangdhors unb ber Mufiler im Zeichen faal bes Friedrich- Bilhelm- Gymnasiums, Kochstr. 13. ( Nicht Jugendheim, Lindenstr. 3.) Atung, Abteilungsleiter! Rehnt bie noch ausstehenden Abrechnungen vor, gebt bie Mai- Programme ab. " Achtung, Abteilungstaffierer! Seute von 5-7 Uhr Ab. zehnen der Beitragsmarken, Ausgabe der Arbeiter- Jugend und des Jugend Das Jugendiekretariat bleibt am Sonnabend, den 11. April, geschlaffen. Boran. Achtung, Teilnehmer am Derturfus! Treffpunkt zur Fahrt nach Brandenburg morgen, Donnerstag, abends 6% Uhr, auf der Freitreppe bes Botsdamer Bahnhofs( Borzug). BallonoderCord? Der Ballonreifen ist aus dem Cordreifen hervorgegangen; er hat dessen sämtliche Vorzüge und noch ein großes Plus: vergrößertes Luftkissen und niedrigen Luftdruck. Daher seine üb.raus große Schmiegsamkeit. Wer Ontinental Ballon Reifen fährt, bleibt bei ihm. ( Fahrt nach der Continental- Straßenkarte!) A.F.- 3 SALA MARKE MAND FRÖHLICHE OSTERN W NEU! SALAMANDER FUSSARZT FUR EMPFINDLICHE FUSSE in Salamander Schuhen geben erst die rechte Festesfreude, weil, Salamander Schuhe sich bei eleganfer Ausführung und quier Passform durch Preiswürdigkeit auszeichnen. SALAMANDER DAS MEISTERSTUCK DER SCHUHFABRIKATION Heufe, Miffmoch, den 8. April, abends 7% Uhr: Webbing: Schule Ruheplak. Ede Antonftraße, Bortrag: Unsere Gegner Don links." Weißenfee: Jugendheim Roelde., Ede Charlottenburger Straße, Mitgliederversammlung. Friedrichshain: Jugendheim Gr. Frantfucier Straße 16, Bortrag: Utopischer Sozialismus. Gübost R..B.: Jugendheim Reichenberger Str. 66, Bortrag: Unfer Wandern". Zantwig: Gemeinde. fchule Schulstraße, Besprechung zur Ofterfahrt Lichterfelbe: Jugenbheim Albrechtftz. 14a, Bortrag: Die Entstehung der Erde". Wannsee: Jugend heim Charlottenstraße, Bortrag: Aufgaben und Biele der GAJ". Frinez: Restaurant Grund, Rönigstraße, Politischer Abenb. Fallenberg- Alt- Glie" mide: Jugenbheim Am Faltenberg 117, Frig- Reuter- Abend. Friebrichshagen: Jugenbheim Echarnmeberstr. 105, Einführungsabend für Schulentlaffene. Rieberschöneweibe: Schule Berliner Str. 31, Jahresversammlung. Friebrichs felbe: Jugendheim Berliner Str. 45, Bortrag: Entstehung der Religion und bes Aberglaubens". Raulebort: Edule Abolfflraße 25, Einführungsabend fiz Edulentlaffene. Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Doffeftraße 22, Ein. führungsabend für Gäulentlaffena Vorträge. Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Sefchäftsfte se Berlin G 14 Sebaftianftr. 37/38 Sof 2£ 2. Ramerabid aft Charlottenburg. Mittwoch, ben 8. Aprif, abends 8 Uhr, Abrechnung fämilider Stilen und Eintrittstarten im Bil helmshof, Berliner, Ede Spreeftraße. Ramerabschaft fiebrichshain. Doners tag, ben 9. April, abends 7½ Uhr, Turnen der ganzen Ramerabschaft in der Burnhalle Diefteĭmenerstraße. Dafelbft Aufstellung eines Trommlertorps. Ent gegennahme ber Teilnehmerlisten aur Osterfahrt nach Rheinsberg. Breis für bie Sonntags- Rüdfahrkarte 8.70 M.-Rameradschaft Eriner. Donnerstag, den 9. April, abends 8 Uhr, Mitgliederrerfommlung im total zur Lödnik( SperTing), Bilhelmstraße. Rame abfchaft Bichienberg nebst Untergruppen. Mitt mach, ben 8. April, abends 7½ Uhr, Turnen in der Schule Büdftr. 60. Die Untergruppen baben vollzählig zu erfcheinen. Kamerabschaft Ober- Nieber Schöneweibe und Johanisthal. Freitag, ben 10. April( Rarfreitag), abends 7 Uhr, im Lotal Räthel, Niederschöneweite, Brüden., Ede Spreeftraße, Monats fikung, an ber auch bie paffiven Mitglieber teilzunchmen haben. Bortrag des Rosodont woich in Rosodont 14 ROSODONT Абы AHA.Bergmann, Waldheim, Sa Herdeller des beliebten Wahlgeruchs Maienzauber Rameraden Dr. Grelling! Cine halbe Stunde vorher Borstandsligung, at bes auch die Gruppenführer erfcheinen müffen. Gauvsiflaub: Für Teilnehmer att ber Fahri Rheins nach Berg: Abfahrt von Berlin, Stettiner Bahnhof, mit folgenden Rügen: Sonnabend, den 11. April, abends 8 Uhr, Ankunft in Rheinsberg 1 hr. Sonntag den 12. April, früh 5,30 Uhr, Antunft in Rheinsberg 9,05 Uhr. Ein weiterer Bug ab 7,25 Uhr, Atunft 10,21 Uhr. Bei der Beugung vorstehender Büge ift Umsteigen in Löwenberg erforderlich. Einige Kameradschaften werden mit Lastautos nach Rheinsberg fahren. Für Teilnehmer zur Fahrt nach Lychen: Sonnabend, ben 11. April, abends 8 Uhr, ab Stettiner Bahnhof, Antunfi in Lychen 8,15 Uhr. Bei beiden Zügen in Fürstenberg umsteigen. Ein weiterer Bug ab 7,25 Uhr, in Löwenberg und Templin umsteigen Dont. Beibe Orte finb mit Sonntagsrüdfahrkarte, bie bis einschließlich 2. Feiertag gilltig ist, au erreichen. Fahrpreis beträgt 3,60 m. bam. 8,70 Kamerabschaft mitte: Donnerstag, ben 9. April, abends 8 Uhr, treffen fich alle Rameraden in der Turnhalle AL Frankfurter Str.( Eingang Elisabeth. ftraße), zur Bormerkung der Osterfahrt nach Rheinsberg. Anschließend wichtige Bekanntmachungen und Zurnen. Sarrerabschaft Rrenzberg: Meldungen zur Fahrt nach Lnchen und Rheinsberg bis spätestens Freitag, den 10. April, abends 8 Uhr, bei Rothe, Schleiermacherftr. 15. Preis für Sin und Rüdfahrt 4 Mt. Abfahrt Sonntag, ben 12. April, früh 7 Uhr, Blücherplag. nerstag Ausgabe. Kamerabschaft Kreuzberg: Freitag, ben 10, April ( Rarfreitag), vormittag 9 Uhr bei Biehler, Dieffenbachftt. 76, Gigung der Aug. und Eruppenführer. Ramerabfchaft Reuteln- Bris Jungmannschaft: Freitag den 10. April, abends 8 Uhr, Turnen im Enzeum Berliner Straße. Kamerabschaft Ripenid und Untergruppen: Freitag, ben 10. April, abends 7 Uhr, im Kleinen Gaale bes Stadttheaters Röpenid, wichtige Mitglieder. Dersammlung. Mitgliebskarten finb zur Rontrolle mitzubringen. Bortrag. Cozialbewetratifer Männerchor Friebrichshain. Die Uebungsstunde findet Donnerstag 7 Uhr in den Comeniusfälen fta't Reisbund der Kriegsbcid abigten, Ariegsteilnehmer und hinterbliebenen, Besir! Webbing 3. Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 8. April, 8 Uhr, Chanffeeftr. 64, Bakenhofer. Mieterverein Kreuzberg. Mitgliederversammlung am Donnerstag, ben 9. April, 7% Uhr, bei Bafter, Rreuzbergftr. 23, Bortrag des Architekten Most von der Technischen Abteilung des Bohnungsamts Brenzlauer Berg: Die Jn ftandhaltung der Wohnungen." Berband Josialistischer Abftinenten. Diesjährige Generalversammlung Donnerstag, den 9. April, abends 7 Ubt, in der Anabenmittelschule BerlinLichtenberg, Markiftr. 12. Genoffe Simon Ragenstein spricht über Gemeinde bestimmungstemt und Echontstältengefes". Außerdem wirb bie Gaugeneral perfammlung Stellung nehmen aur Frage der Bereinigung mit bem Deutfchen Arbeiter- Abftinenten- Bund. Ale Mitglieder milffen wegen der wichtigen Tages Drdnung rechtzeitig erfcheinen. Buddhistisches Haus Berlin- Frohnan. Donnerstag, den 9. April. abends 8 Uhr, Bortrag über Buddhismus". Fragebeantwortung. Hörwillige find willkommen. Arbeitersport. Stäbielampf im Seben Stettin- Berlin. Am Freitag, ben 10. April, nad mittags 4½ Uhr, veranstaltet die Sportliche Bereinigung Lichtenberg- Friedrichs felde 04, Mitglied des AABD., in Tempels feftsälen", Friedrichsfelbe, Brinzen- Mee 30, einen Städte- Wettkampf im Beben u. 3. zwischen dem Sport flub Sellas", Ctettin, Rreismeister bes 3. Streifes Stettin, und der Sportlichen Bereinigung Lichtenberg- Friedrichsfelbe 04, Rreismeister bes 4. Rreifes Brandenburg. Die Mannschaften im Seben find: Sellas" Stettin: Reinte, Safenftein, Bartelt. Beuder, Grießbach, Schliebik. ichtenberg. Friedrichsfelbe: Tätern, Schneider, Roßbach, Schulz, Gottschalt, Rehr. Außerdem findet noch ein weilampf im Schmergewicht statt, und zwar zwischen Ronrab Rabtle- Tegel und Bruno Rehr- Lichtenberg. Der Städte- Wettkampf wirb im 3. Rampf ausgetragen, und zwar in einarmia Reißen, ameiarmig Reißen unb ameiarmia Etoken, ebenfalls der Rampf Radtke- Reht. Ferner finden noch 7 Serausforderungstämpfe fit, und awar Ringen: Kirchhof- Friedrichsfelde gegen Düsch- Abler 05. W. Bindet- Friebrichsfelbe aegen Engelmann- Adler 05. D. Batig- Friedrichsfelde gegen Droas- Berolina- Neukölln. Splittstößer- Friedrichsfelbe gegen Reumann- Berolina- Neukölln. Otto Friedrichsfelde gegen Schubert Roter Stern. B. Midter- Friedrichsfelde gegen Tomaschewsti- Copenid. B. Binber- Friedrichsfelde gegen Proplefch- Abler 05. O Freunde bes Echachs und Anfänger! Großes Popagandafpiel am Rar freitag, 10. April, nachmit'ags 4 Uhr, bei Frik Stöber, Lich'enberg, Sonntag, Ede Lenbachstroke, om Bahnhof Stralau- Rummelsburg. U. a. Gimultan vorstellung unferes Sdad freundes Guverrlich an 20 Brettern. Bligturnier. Jedermann ist hiermit herzlichft eingelaben. Eintritt frei! Geschäftliche Mitteilungen. Ein pharmazeutisches Brobuft bas eine immer allgemeinere Berbreitung findet und das eine aufmertfame Bendtung verdient, ist die von dem We- Abi Wert in Berlin GB. 48 hergestellte Bo- Khi Embrocation( Einreibung). Bo- Rhi bildet nicht nur für Sporttreibenbe ein vorzügliches Maffage- und Kräftigungs mittel, fondern leiftet nicht weniger treffliche Dienste bei rheumatischen efwerben, bei Gicht, Ischias, Seenfchuß, Berftauchungen, Berrenkungen, Sehnenzerrungen und bergleichen. Sport. Rennen zu Strausberg am Dienstag, den 7. April. 1. Rennen 1. Felicia( Balter Heuer), 2. Centrifugal( Frangle), 3. Brise( Mate). Toto: 81: 10. Blat: 39, 35: 10. Ferner lief: Rotil 2. Rennen. 1. Savoyard( Hr. König), 2. Cebria( Hr. Jah). Kate: 14: 10. 8wei liefen. 3. Rennen. 1. Gudrun( Balter Hener), 2. Balma( B. Zarras), 3. Loretté( Jentsch). Toto: 58: 10. Blaz: 15, 13, 15: 10. Ferner liefen: Annabell, Kornolume, El Roberto, Hollunder, Austria. 4. Rennen. 1. Bastionetta( Dippelt), 2. Graciosa( Schimma), 8. Aillewit( Regal). Zoto: 15: 10. Plaz: 12, 19: 10. Ferner lief: Amianca. 5. Henne ft. 1. Glashäger( D. Müller), 2. Seliabe( Stanbinger), 3. Begonia( Albers). Toto: 27: 10. Plag: 13, 13: 10. Ferner liefen: Landiichter, Chitos, Hargreife. 1. Baris( Rululies), 2. Cardas Baron( Rameid), 6. Rennent. 3. Cisterne( Walter Heuer). Toto: 19:10. Blag: 14, 21: 10. Ferner liefen: Berta, Wilhelma. 7. Rennen 1. Messina( Albers). 2. Biasti( H. Broton), 8. Cifage ( S. Blume). Toto: 36: 10. Blag: 13, 15, 15: 10. Ferner liejen: Drs, Herbststurm, Lily J., Mimameidr, Gandolfo, Seemarte Offerrennen auf der Olympia- Radrennbahn. Der atseite Renntag a der Diympia- Radrennbahn findet am 1. Diter feiertag, den 12. April, nach mittags 3 Uhr, statt und bringt den ersten Start bes Matadors ber Olympia- Radrennbahn, Walter Sawall, hinter seinem neuen Schritte macher Balter Heßlich, dem vorjährigen Schrittmacher Salbows. In den Dauerrennen über 20 km und eine Stunde trifft dieser auf den Frants furter Jean Weiß, den Berliner Franz Kruptat, den Franzosens Juby und den Schweizer Wegmann Der Festfuchen nach Dr. Oetker's Rezepten gebacken, stellt jeden Kuchenfreund zufrieden. Versuchen Sie Korinthen- Ruchen. Wie billig sich der Kuchen stellt, kann jede Hausfrau selbst sehr leicht berechnen. 1. Pfd. Weizenmehl 1/2 Pfd Korinthen Zutaten: 50 g Zitronat( Sukkade) 100 g Rosinen 12 Pfd. Butter 200 g Zucker 6 Eier 1 Tasse Milch 2 Teelöffel voll Zimt 1 Päckchen Dr. Oetkers „ Backin" Zubereitung: Die Butter rühre schaumig, gib Zuc er, Eigelb, Mehl. dieses mit dem Packin gemischt, Milch hinzu und zuletzt de Korinthen, Zitronat Rosinen Zimt und den E erschnee. Fülle die Mas e in die gef.ttete Form und bicke den Kucnen in etwa 1 Std. In den Berliner Hausfrauen- Vereinen kommt nur Dr. Oetker's Backpulver„ Backin" zur Verwendung. Verlangen Sie kostenlos vollständige Rezeptbücher in den Geschäften, wenn vergrifen, umsonst und poriofrei von Dr. A. Oetker, Bielefeld. APRIL APRIL APRIL KARFREITAG & FREITAG DONNERSTAG MITTWO APRIL 11 SONNABEND 12 OSTER SONNTAG drei Tage Nur noch haben Sie Zeit, wenn Sie das Osterfest im Schmucke eines der nebenstehenden, ganz entzückenden und hochmodernen Kleidungsstücke begehen wollen. Und die Preise für unsere schöne Festkleidung sind tatsächlich so niedrig gestellt, daß jede Dame bei uns ihre Einkäufe vornehmen kann. C& A BRENNINKMEYER Typisch- modern Ombrésoutache Höchst reizvoll In seiner schlanken Linie i dieser klassisch- fesche Man tel Feiner Wollrips, Mandarinen krogen m orientalischer Borle. Kordelblesen. 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Der Entwurf eines Gesetzes zur Gründung der Rentenbank Kreditanstalt, der jetzt dem Parlament vorliegt, stieß von Anfang an auf schweren Widerstand bei verschiedenen Wirtschaftsgruppen, insbesondere bet den Genossenschaften, denen sich auch einige Landesregierungen angeschloffen haben. Die großen politischen und wirtschaftlichen Gefahren, die eine monopol. artige 3entralisation des landwirtschaftlichen KreditverLassen wir hier die damit verbundenen Verkäufe von Mart außer Betracht, so muß doch darauf hingewiesen werden, daß diese Schuldverschreibungen den Absatz der Pfandbriefe der Hypothekenbanken und der Industrieobligationen startschädigen werden. Die Regulierung des gesamten Marktes der feftverzing lichen Werte tann geradezu unmöglich gemacht werden. Der städtische Baumarkt und die Industrie werden auch hier wieder die Leibtragenden sein, nachdem sie schon vorher infolge der Inanspruch nahme von ausländischem Kredit durch die Kreditanstalt eine Berfürzung ihrer Kredite im Auslande erleben mußten, ganz zu schweigen von dem Kreditbedürfnis des Reiches, der Länder und der Gemeinden maßen: • wird, ganz besonders achten. An sich handelt es sich bei den stillzulegenden beiden Zechen nur um eine verhältnismäßig geringe Förderung. Auf Schürbank“ und„ Charlottenhof“ entfällt nur eine Verkaufsquote von 250 000 Tonnen. Sollten aber weitere Stillegungen bei den reinen Zechen erfolgen( fie verfügen im ganzen über 56 Millionen Tonnen Verkaufs bei nur 700 000 Tennen Verbrauchsbeteiligung), so dürften die Verhältnisse bei dieser ersten Stillegung für weitere Stillegungen symptomatisch sein. K- r. Abschaffung der Sonnabendbörse. Bekanntlich haben sich die Erwartungen, die der Börsenvorstand auf die Wiedereinführung der Sonnabendbörse gefeßt hatte, in der Praxis nicht erfüllt. Der II. gemeine Verband der Deutschen Bantangestell. ten, ber seinerzeit wiederholt gegen diese von ihm als wirtschaftlich überflüssig bezeichnete Maßnahme entschieden Stellung genommen hat, hat daher, nachdem die Praris seiner Beurteilung recht gegeben abschaffung der Sonnabendbörse beantragt. 3meifellos wird ein solcher Beschluß des Börsenvorstandes meit über die Streife der Bankangestelltenschaft hinaus lebhaft begrüßt werden. Herb ist die Kritif, die Dr. Frisch dem Gesetzentwurf als einem Sanzen zuteil werden läßt. Schließt er doch seinen Artikel folgender der Deutschen Rentenbank- Kreditanstalt fich des Eindrucks nicht er. Man fann bei Durchsicht des Gesetzentwurfs über die Errichtung wehren, als ob auf der einen Seite zentralistische Ten denzen der landwirtschaftlichen Kreditorganihat, beim Borstand der Berliner Wertpapierbörse die Wiederfation zu stark betont sind, daß auf der anderen Seite die Gefahren für die übrige Wirtschaft nicht genügend erkannt find und daher auch diejenigen Bestimmungen fehlen, welche diefe Gefahren einigermaßen herabmindern. Es ist nicht einzusehen, Der Geschäftsgang in der Rauchwarenindustrie. Den oberen warum die aus der Liquidierung der Rentenbank fließenden Mittel nicht durch Vermittlung aller Banken der Landwirtschaft hätten Behntausend scheint es immer noch nicht schlecht zu gehen. Denn weiterhin dienstbar gemacht werden können, wobei die in§ 9 des diejenigen Gewerbezweige, die die Bedürfnisse dieser BevölkerungsRentenbank- Liquidationsgefeßes erwähnte landwirtschaftliche Kredit- fchichten befriedigen, haben über schlechten Geschäftsgang nicht zu organisation durch eine mit weniger Umständen zu schaffende Treuflagen. Pelzwaren werden doch im allgemeinen mur von den wohlhand stelle zu bilden gewesen wäre, während man eine gefeßliche babenderen Bevölkerungsschichten gekauft, die großen Massen können Regelung für die Aufnahme ausländischer Anleihen, soweit fie sich ja nicht leisten. Nach den Mitteilungen, die in der General ein Gesez hierzu überhaupt fich als notwendig erweisen sollte, für versammlung der Walter und Arnhold- Rauchwarendie Landwirtschaft davon abhängig machen könnte, in welcher Weise eie Fabrikation reichlich mit Aufträgen versehen. Sie hatte zeitweise Attien Gesellschaft gemacht wurden, ist die Gesellschaft für überhaupt das Ausland für derartige Anleihen zu gewinnen unter der Konkurrenz der französischen Industrie in ihrem Hauptist, ohne daß man es nötig hätte, einen Blan aufzustellen, von dessen artikel, Kanin, zu leiden. Doch hat sich die deutsche Kundschaft in Verwirklichung man eine flare Vorstellung bisher noch nicht gelegter Zeit von diesen französischen Fabrikaten abgewandt und ift Auch uns scheint es so, daß die Regierung feine flare Borftellung davon hat, was sie mit ihrer Vorlage eigentlich. will. Um so genauer wissen es die Organisationen der Großagrarier, die in ihrem rücksichtslosen Streben nach Macht sich mit Hilfe der landwirtschaftlichen Zentralbank die Herrschaft über den deutschen Geld- und Kapitalmarkt sichern wollen! wonnen hat. fehrs bei der vom Reichslandbund beaufsichtigten Tochtergesellschaft ber Rentenbank für meite Kreise der Wirtschaft bringen mußte, hat auch uns Anlaß gegeben, die geplante Gründung abzulehnen. Jetzt veröffentlicht in dem Bankarchiv der Direktor der Dresdner Bank, Geheimrat Frisch, einen Auffaz, der die schwersten wirtschaft lichen und finanzpolitischen Bedenken gegen die Gründung der Rentenbank- Kreditanstalt ausspricht. Herr Dr. Frisch schreibt: Nach der Begründung soll die Rentenbank- Kreditanstalt mit den Personal- und Realkredit- Instituten nicht in Wettbewerb treten oder fie erfezen, sondern lediglich als Bant der Banten tätig werden. Sie tritt also mit dem Anspruch, ein 3entralinstitut zu sein, neben die oberste Geld- und Kreditquelle des Landes und wird schon durch die Bucht ihrer Kapitalien, aber auch durch die Geschlossenheit der wichtigsten Produktionskreise des Landes, die sich mit ihr nach dem Entwurf feft zusammenschließen, ein Machtfattor werden, der die Geld, und Kreditpolitif des Landes beeinflussen fann. Es scheint nach dem Entwurf, als ob das neue landwirtschaftliche Zentralkreditinstitut von der Reichsbant als der obersten Geld und Kreditquelle weder etwas wissen noch mit ihr in irgendeinem organischen Zusammenhang arbeiten soll. Benn etwas zu wünschen wäre, so ist es, daß die Reichsbant, die ihre neue Organisation pollendet hat und nunmehr wie früher wieder als die Beherrscherin des gesamten Geldwesens des Landes in Erscheinung tritt, nicht durch Maßnahmen eines so großen Inftitutes, wie die Deutsche Rentenbank Kreditanstalt es werden soll, gehemmt werde. Solche Möglichkeiten liegen aber vor bei einer Bant, die nicht nur mit ihrem eigenen Kapital, fondern auch mit langfristigen Depofiten, die sie aufnehmen fann, Bersonal. Preditgeschäfte zu betreiben in der Lage ist. Auch ist nicht von der Hand zu weisen, daß der Kreditanstalt öffentliche Gelder cuch langfristig gegeben werden können, die für irgendwelche Zwede auf längere Zeit aufgefpart werden, abgesehen von der Möglichkeit, die auch in der Begründung angedeutet ist, daß Gelder des Rechende Stillegung von ganzen Kohlenzechen. Wie gemeldet wird, parationsagenten, bie nicht transferiert merden fönnen, als langfristige Anlagen der Rentenbank Kreditanstalt zufließen. Daß alfo die Kreditfontingentierungspolitif der Reichsbant, die wir als berechtigt anerkennen, durch die Deutsche Rentenbank- Areditanstalt durchkreuzt werden fann, ist nicht ausgeschlossen. Hier enthält der Gesezentwurf eine Lüde, die vielleicht dadurch ausgefüllt wer den kann, daß in einem Kreditausschuß des Verwaltungsrats ein Bertreter der Rachsbant Siz und Stimme erhält, wodurch die Summen, die zu Berjonalfreditzweden in die Wirtschaft gehen, mit der Kreditpolitik der Reichsbank in Einklang gebracht werden können; die Kreditanstalt müßte ferner verpflichtet sein, ihre Bilanzen entsprechend den Vorschriften für Aktiengesellschaften aufzustellen, was sie nach dem Entwurf nicht nötig hat, und auf Wunsch der Reichsbant Zweimonatsbilanzen veröffentlichen. Die neue Großbank wird den bestehenden Banten aller Art, foweit fie nicht das Monopol haben, ihrem Kreise anzugehören, eine fcharfe Konkurrenz machen, die eine weitere Schwächung des für den Kredit Deutschlands Jo wichtigen Bankgewerbes bedeuten, muß. Hier decken sich die Bedenten des Geheimrats Frisch mit denen, die auch von den Genossenschaften geltend gemacht worden find. Das ist um, so auffallender, als die hier erwähnten Befürch tungen die Großbanten selbst am wenigsten angehen. Die Renten bant hat sich nämlich immer Mühe gegeben, den Großbanken entgegenzukommen, und es erregte in den Kreisen der Bauern nicht wenig Entrüftung, als die Rentenbank große Summen, die den Bauern fehlten, an die D- Banten geleitet hat. Herr Frisch geht dann auf die großen Gefahren ein, die die geplante Aufnahme von Auslandskrediten für die deutsche Landwirtschaft der deutschen Währung bringen müßten. Aber auch der Einfluß der landwirtschaftlichen Pfandbriefe auf den inneren Geldmarkt ist von größerer Tragweite: C Spittelmarkt Ecke Wallstraße Alexanderplats nabe Aschi ager Königstr. 55 gegenüber Rathaus W Friedrichstr. 193a Ecke Leipziger Straße Leipziger Str. 113 Ecke Mauerstraße Linkstr. 1 Ecke Potsdamer Straße N Schönhauser Allee 81 am Bahnhof Nordring Friedrichstr. 106 Ecke Ziegelstraße Invalidenstr. 164 Ecke Brunnenstraße Invalidenstr. 117 am Stettiner Bahnho Chausseestr. 72 nabe Müllerstraße Frankfurter Allee 14 nabe Tietz Stillegung von Kohlenzechen an der Ruhr. Aus dem Ruhrgebiet kommen ernste Nachrichten über die wird auf Antrag der 3echenverwaltungen Schürbant" und Charlottenhof" in Aplerbed vor dem Demobilmachungskommissar wegen Stillegung dieser Zechen verhandelt. Es scheint sich dabei um Bechen des Lothringenfonzerns zu handeln, auf den im Synditatsvertrag vom Herbst, 1924 eine Berfaufsbeteiligung von rund 4 Millionen Tonnen entfallen ist und der eine Berbindung reiner 3echen ohne jede Berbrauchs. beteiligung darstellt. Der Lothringenfonzern scheint mit dem Stillegungsantrag nicht nur die Konsequenz aus der tatsächlich schwierigen Lage des Ruhrkohlenbergbaues zu ziehen( es liegen rund 9 Millionen Tonnen auf den Halden), sondern auch und im besonderen die Konsequenz aus den letzten Berhandlungen der Ruhr tohle A.-G., die zu einem vollen Sieg der Hüttenzech en über die reinen Bechen geführt hat. Rein praktisch haben nämlich die Nachtverhandlungen der Ruhrkohle A.-G. vom 6. April den Vorhang zur Wiederholung des Dramas aufgezogen, das in der Vorkriegszeit zwischen den gemischten Werken und den reinen Bald werten gespielt und mit dem Siege der gemischten Werte geendet hat. Nur daß diesmal die Hüttenzechen und die reinen Zechen die Spieler im Drama sein werden. Der Lothringenfonzern scheint der Kampferöffnung durch die Hüttenzechen nun durch die Stillegung zuvorkommen zu wollen. auf die deutschen Fabrikate zurückgekommen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr bringt die Gesellschaft aus einem Reingewinn von 108 395. eine Dividende von 4 Proz. zur Berteilung. Die Goldbilanzierung in Ungarn. Ungarn macht den interefsanten Bersuch, eine" Gold" bilanzierung feiner Unternehmungen durchzuführen, ohne vorher seine inflatierte Währung auf eine neue Goldmährung umzustellen, mie es Deutschland und Desterreich getan haben. Die Goldbilanzen werden auf der Grundlage der alten stabilisierten ungarischen Kronenmährung durchgeführt und nur für eine bestimmte Kategorie von linternehmungen, nämlich jene Aktiengesellschaften, deren Aktien an der Budapester Börse notiert werden, ist neben der Goldbilanz in alten Kronen auch eine Goldbilanz in Goldkronen vorgeschrieben ( 1 Goldkrone 10000/803 30353 Dollar). Das ist der er ste Versuch in Europa, auf einer entwerteten, aber stabilisierten Währung die Goldbilanzierung durchzuführen, ein praktischer Schulfall dafür, daß es feiner neuen Goldwährung für die Durchführung der Goldbilanzierung bedarf, wie die Mehrzahl der Bilanzsachverständigen in Deutschland bei der Durchführung der Goldbilanzierungsverordnung vom 28. Dezember 1923 behauptet haben. Einfacher und richtiger als in Deutschland ist auch der Name der entsprechenden ungarischen Berordnung. Sie heißt Berordnung über die damit von vornherein den Kern der Sache. Im übrigen stimmt die Wiederherstellung der Bilanzwahrheit" und trifft ungarische Goldbilanzierungsverordnung in ihren Grundzügen mit ihren österreichischen und deutschen Vorgängerinnen überein. Auf der Grundlage einer Neubewertung der Attiven und Basiven( Neuinventur) ist eine Eröffnungsbilanz zu erstellen und nach dem festgestellten Reinvermögen das eigene Kapital festzusetzen. fionen Kronen beträgt( etwa 29 000 R.-M.), werben von Amts wegen Aktiengesellschaften aber, deren Reinvermögen weniger als 500 Milfür aufgelöft erklärt und liquidiert. Das ist ein großer Fort schritt gegenüber der deutschen Goldbilanzierungsverordnung, die auch die fleinsten Aktiengesellschaften fortbestehen ließ und so die Reinigung der Wirtschaft von an sich lebensunfähigen Inflationsgründungen lange verhinderte. Das Beispiel Ungarns dürfte in den Ländern, deren Währung zwar stabilisiert, aber noch nicht auf Gold umgebaut ist, Beachtung und Nachahmung finden. Angesichts dieser Zusammenhänge ist es natür lich völlig abmegig, die Stillegung von Zechen den Lohnerhöhungen der Bergarbeiter zuzuschreiben, denn diese Lohnerhöhungen gelten für Hüttenzechen und reine Zechen in gleicher Weise, mas natürlich nicht hindern kann, daß sie bei den reinen Bechen schwerer ins Gewicht fallen als bei den Hüttenzechen. Darauf muß die Bergarbeiterschaft, die von den Stillegungen mitbetroffen L. Sonnenschein, Potsdamer Str. 33. L.( Ecke Lützowstraße) Herren- Anzüge, Paletots nach Maß, in vollendeter Paßform M. 85 Günstiges Oster- Angebot!! Dieser Kneifer aus bestem Nickel ohne Gläser nur.... M. 0.75 aus Gold- Doublé ohne Gläser nur.... M. 1.50 Rathenower Bl- Gläser p. Paar ,. Punktorik- Gläser 1.3.到 " D Optiker Ruhnke's Televist" Reise-, Jagd- und Sport- Glas Eigenes erstkl. Fabrikat von anerk. Qual. u. Leistung 6 x statt 75 nur M. 70 8X 85 100 10X 12x 90 120 86 90 80 9P 90 - 110 Diese mod. 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Schon am Montag hat die Mehrzahl der Streifenben Die Arbeit bedingungslos wieder aufgenonumen. Seit Dienstag morgen wird auf sämtlichen Gruben wieder regelmäßig gearbeitet. Aus der Partei. London, 6. April.( Eigener Drahtbericht.) Im Haufe des briti. schen Gewerkschaftsvorstandes begannen am Montag nachmittag offizielle Verhandlungen zwischen einer russischen Gewerkschaftsdelegation und einer Abordnung der britischen Gemerfschaften über Genoffe Richard Fischer schreibt uns: Anläßlich meines die gewerkschaftliche Einigung. Bemerkenswert ist, daß der britischen 70. Geburtstages find mir so zahlreiche Rundgebungen freundschaft Delegation Purcell und Ben Tillet angehören, die als sowjetfreundlicher Anteilnahme zugegangen, daß ich fie unmöglich einzeln belichste Mitglieder in der britischen Gemertschaftsdelegation maren, antworten fann. Ich sage daher auf diesem Wege herzlichen Dank. die seinerzeit Rußland bereist hat. Turner, der sich in jüngster Zeit Berlin, den 7. April 1925. Richard Fischer. in Schriften und Reben außerordnentlich fritisch über die russischen Beobachtungen aussprach, wird von den Verhandlungen ferngehalten. BTB. meldete: London, 6. April. Auf der heutigen ersten Konferenz zwischen Die Jugendzentrale ist bei der Sanbmertstammer dem Generalrat des britischen Gewerkschaftstongresses und einem porstellig geworden, diese Säße zu erhöhen. Bei der Ver- Ausschuß des allrussischen Gewerkschaftsrats sprach der russische Vorteuerung auch der gebräuchlichsten und michtigsten Waren und bei der sigende Tomify den Wunsch aus, eine Einheit des Zieles zwischen gefuntenen Rauftraft des Geldes können die vorstehenden Sätze den russischen Arbeitern und denen der anderen Länder zwecks Bes feineswegs als ausreichend anerkannt werden. Es ist ja ausgefämpfung des organisierten Stapitalismus" herzustellen. Er betonte, fchloffen, daß dieefs Geld für irgendeinen Familienvater, der den ein offener Meinungsaustausch sei erforderlich, bevor die Ruffen sich im Entmidiungsalter befindlichen Jugendlichen zu ernähren hat, der Bewegung der Amsterdamer Internationale anschließen könnten. irgendmle eine nennenswerte Erleichterung bedeutet. Die Eltern Die Russen hätten feine Angst davor, unter den Einfluß Am find durch die allgemeine Berteuerung in einer materiell gebrückten fterdams zu tommen, fie feien aber überrascht, daß die BerZage, zumal die Folgen der Inflation verbunden mit oft langer treter des Internationalen Gemert hafisbundes Arbeitslosigkeit sich im Arbeiterhaushalt äußerst nachteilig bemert den Anschein erwedten, als ob fie zu vermeiden bar machen. Da fällt es denn vielen schwer, den Sohn oder die münschten, unter den Einfluß der russischen Ber: Tochter etwas lernen zu laffen. Das sollte bedacht werden, denn treter zu geraten.( Das tann man den Vertretern des JOB. nicht selten wird über den Mangel an beruflichem Nachwuchs gefehr wohl nachfühlen. Red b.„ V.".) Eine offene Erörterung werde flagt. Wir halten eine Erhöhung als durchaus tragbar, trotz aller sicherlich zur Beseitigung von Mißverständnissen führen. Die KonKlagen der Kleinmeister. Eine wesentliche Erhöhung, die fich bis ferenz wurde darauf auf morgen vertagt. zum vierten Lehrjahre bedeutend steigern müßte, ist unbedingt Erfordernis. Unsere Schritte galten besonders für Lehrlinge in Kleinbetrieben und bei den Innungsmeistern. Hier findet man immer Döllige Berständnislosigkeit. In der letzten Bollversammlung der Handwerkskammer war nun unfer Anirag Gegenstand der Beratung. Die Vollversammlung hat befchloffen, die Säge wie folgt festzusetzen: 4 Mart im ersten Lehijahre 5 Mart im zweiten Lehrjahre 7 Mart im britten Lehrjahre 8 Mart im vierten Lehrjahre. Danach ist die Handwertstaminer unseren Borschlägen nicht gefolgt. Wir haben höhere Säße vorgeschlagen, die nicht nur für bas Handwert tragbar sind, sondern die auch von sozial bentenden Innungsmeistern als in jeder Weise gerecht anerkannt werden. Der Beschluß beweist eben, welcher Geist im Handwert vorherrscht. Noch stellt sich die Gewerbeordnung schüßend vor die Innungen. Aber die Gemertjchaften werden auch hier Bresche schlagen. Auch die Entschädigung der Lehrlinge muß Gegenstand tariflicher Regelung werden. Bir fordern Eltern und Betriebsvertrauens leute auf, darauf zu achten, daß nunmehr die Innungen menigstens die von der Handwertstammer vorgeschlagenen Sage an die Behrlinge auch wirklich zahlen. Betrachtet man das Roftgeld als das, was es sein soll, als eine Ablösung der früheren Leistung der Lehrmeister in Gestalt Don Roft und Logis, bei höchstens dreijähriger Lehrzeit, dann ergibt sich, daß nicht einmal die für das pierte Behrjahr vorgesehene Entschädigung für Koft und Logis aus. reicht. Hinzu kommen die Ausgaben an Fahrgelb, die in der ersten Zeit fast die ganze Softgeldentschädigung beanspruchen. Auf dem Gebiete der Dauer der Behrzeit und der Koftgeldenischädigung ist bie Arbeiterschaft in unerträglichem Maße zurüd gedrängt worden. Erst im ersten Gefellenjahre mirb heute anstatt Bohn eine ausreichende Rostgeldentschädigung famt Fahrgeld gezahlt. Das muß anbers werben! Mujifaufträge übergibt man nur dem Nachweis bes Deutschen Musiker Verbandes Berlin O27, Andreasftr. 21( Sönigstadt 4810). Gefchäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. Bluf Wunsch Bertreterbefuch Nach einer TU- Meldung nehmen an der Einheitskonferenz fieben Mitglieder des Gewerkschaftstongreßrates teil und sechs Bertreter des allrussischen Gewerkschaftsrates. Die Bejucher beherrschen die englische Sprache höchst mangelhaft, und die Verhandlungen gehen nur mit großen Schmierigkeiten vor sich. Der politische Korrespondent des Evening Standard" berichtet dazu, daß der Grund, weshalb die englischen Arbeiterparteiführer mit den Bolschemisten fraternifierten, der wäre, daß fie Mittel und Wege juchten, um die Schwierigkeiten zu beseitigen, die immer noch der Angliederung der russischen Gemertschaften an die Amsterdamer Gewertschaftsinternationale im Wege ständen." Wer nun den Grund diefer angeblichen Fraternifierung noch nicht weiß, bem fann der Korrespondent des Evening Standard nicht helfen. Schiedsspruch im Bankgewerbe. Wie der Allgemeine Verband der Deutschen Bantangestellten mitteilt, hat der Schlichter gestern gegen die Stimmen sämtlicher Beifizer, Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Schiedsspruch dahin gefällt, der in finanzieller Hinsicht ab 1. April eine Er. höhung der Bezüge um 11 Broz. in der Ortsfonderklasse vorsteht. Diese Regelung soll nach Auffassung des Schlichters bis zum 31. Augst d. 3. in Kraft bleiben. Die wichtigsten Forderungen der Arbeitnehmer hinsichtlich Biebereinführung des Acht. stunbentages wurden durch den vom Arbeitsminister ein gefekten Schlichter ignoriert. Die Erklärungsfrist läuft am 18. April d. 3. ab. Vom Hamburger Verkehrsstreit.) Hamburg 7. April.( WTB.) Wie bas hamburger Echo berichtet, wird am fommenden Donnerstag eine Bollversammlung ber organisierten Kraftbroschfenführer zu der Lohnbewegung Stel lung nehmen und über einen eventuellen Eintritt in den Streif Be schluß faffen. Bon dem Ergebnis dieser Bersammlung wird es cb. bängen, ob auch der Kraftbroschtenverkehr in Groß- Hamburg ftill. gelegt wird. Im Berkehrsstreit selbst hat sich die Lage nicht wesent lich verändert. Durch Einfah ber Technischen Nothilfe wurde heute mittag der Rotverkehr auf der Walddörfer Bahn aufgenommen. Kommunistischer Streifzusammenbruch. Prag, 7. April( Eigener Drahtbericht.) Der von den Kommunisten im Ostrauer Kohlenrevier geführte Streit ist vollfomemn zusammen„ Die Gesellschaft". Bur In dem foeben erschienenen Aprilheit unserer missenschaftlichen Zeitschrift Die Gesellschaft" wihmet Sermann Müller einen längeren Artikel der Bersönlichkeit und dem geschichtlichen Wirten Friedrich Eberts. Bon besonderem Interesse sind hier die aller Einzelheiten der inneren und äußeren Bolitik der letzten Ausführungen, die der Berfasser aus seiner intimen Kenntnis Jahre über die Rolle Eberts als Reichspräsident macht. Lassalle- Feier finden wir in dem Heft zwet wertvolle Beiträge von Karl Renner und Gustav Mayer. Während Renner eingehend die geschichtliche Stellung Lassalles schildert und vor allem die schöpferische Rolle Laffalles in der Frage der Stellung zum Staat hervorhebt, untersucht Gustav Mager, der bekannte Heraus geber des Lassalle- Nachlasses, das Berhältnis zwischen Marg und Laffalle, zu dessen besserer Würdigung der vor furzem herausge gebene Briefwechsel zwischen Marg und Bassalle viel beigetragen hat Sehr wertvoll sind in dieser Beziehung auch die in diesem Artikel wiedergegebenen Abschnitte aus Laffalles bisher unbekannter Geschichte der sozialen Entwicklung. Diese Abschnitte zeigen. in wie startem Maße Lassalle von den Gedankengängen des Rom munistischen Manifests", d. h. von den Ideen von Marg und Engels, beeinflußt war. Tragen die erwähnten Aufsäge einen mehr geschichtlichen Charakter, jo führen bie meiteren in aftuelle Probleme der Gegenmart hinein. Ernst Hamburger behandelt an Hand einer Untersuchung der statistischen Ergebnisse der Reichstagswahlen m ben legten vier Jahrzehnten die Parteibewegung und die gesellschaft. liche Umschichtung in Deutschland. Das Ziffernmaterial und die Schlußfolgerungen des Auffayzes tönnen auch in der Tagespresse fehr gut verwertet werden. Bon eminenter praktischer Bedeutung ift auch ein Aufsatz von Karl Kautsty jun. über die Frage der Unterbrechung der Schwangerschaft, in dem der sozialistische Ein Standpunkt der individualistischen entgegengestellt wird. Artifel von Anna Siemfen Geschichtliches über Erziehung und ein Auffaz Kari Kautstys" Die Lehren des Ollobererperiments", der sich mit den letzterschienenen sensationellen Schriften Frogtis auseinandersetzt, beschließen den reichhaltigen Inhalt des Heftes. Het Bolt- Jubiläuin. Amsterdam, 3. April.( Eigener Drahtbericht.) Das Zentral organ der holländischen Sozialdemokratie, et Bolt", beging unter starter Anteilnahme auch der gesamten bürgerlichen Bresse fein 25jähriges Jubiläum. Das Niederländische Bressemuseum hat anlaßlich der Jubiläumsfeier cine Spezialausstellung veranstaltet, welche die Entwicklung von Het Bolt von einem tleinen Blättchen zu einer der größten Zeitungen Hollands mit über 50 000 Abonnen ten illuſtriert. MAMPE Edel Orange sehr fein aus frischen Früchten SONDER- ANGEBOTE Mengenabgabe vorbehalten Trikotagen Damen- Strümpfe Damen- Schlüpfer Baumwolle, 95p Damen- Strümpfe Seldengriff. 95Pt. Damen- Wäsche Damen- Schlüpfer Baumwolle, 95pt Spitzenträgerhemd ans feinem Stoff 250 mit breit. Spitze Spitzenträgerhemd Handdur 350 Hemdhose Spitzengarnierang. aus teinem Wäschestoff, mit reicher 375 Prinzessrock zur Hemdhose passend 575 Unterkleid Kunstseide, in grossem Farbenaus sortiment........ ans Kunstseide. Hemdhose amerikanische Form. Untertaillen Jum aus Kunstseide. 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Der Gewinnanteilschein Nr. 99 unserer Kommanditanteile wird mit RM 4 für die Stücke von 40 RM RM 5 für die Stücke von 50 RM RM 15 für die Stücke von 150 RM RM 18 für die Stücke von 180 RM unter Abzug von 10%, Kapitalertragsteuer vom 1. April 1925 ab in den üblichen Geschäftsstunden bezahlt Donnerstag, den 9. April, mittags bei der Direction der Disconto- Gesellschaft Versammlung in Berlin, der Norddeutschen Bank in Hamder Ausgesperrten der U... burg oder dem A. Schaaffhausen'schen Hennigsdorf. Donnerstag, ben 8. April, abends 7 Uhr, im großen Saal des Gewert Bankverein A.-G. in Köln, fchaftshauses, Engelufer 24/25: sowie bei sämtlichen Filialen oder Zweigstellen der vorgenannten Banken an anderen Plätzen. Branchenversammlung der Rohrleger, Heljer und Bautlempner. Tagesordnung: Bericht fiber bas Ergebnis der Sohnverhandlungen und Stellungnahme dazu. Die Bertrauensmännetfonferenz beider Branchen findet eine Stunde früher im Saal 5 statt. Mitgliedsbuch Legitimiert. Erscheinen aller Rollegen ist Pflicht. Die Ortsverwaltung. Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft ,, Lichtenberger Gartenheim" e. G. m. b. H. Bilanz per 31. Dezember 1924( Goldmk.) Aftica M. Paffiva M. Bostiched R 163,-Gefärtsant. 10810, Raffe Ronto 940 81 Stefervefonds 600, Bant Ronto 6954.87 Inventar R 499,01 Grundstid A. 839.56 Maren- R nto 1474,46) Augenstände 38,30 10910, Gewinn- und Verlust- Rechnung 902 Ausgaben Geschätts 10910, 912. 9.10 Gewinn- Bor trag untoften.. 2417.28 Umlage u. a. 2717,97 Abschreibun 62,90 Barenber Rejersefonds 600,- schuß.., 853.20 Berlin, den 31. März 1925. Direction der Disconto- Gesellschaft. Das hält eingefundes Haar, aus, das mit Lavaren gewaschen wird! Lavaren ti das beste haar wald mittel der Welt. Jhm gehört die Zukunft. Kennen Sie eine Frau, die einmal Laparen gebrauchte und nicht ständig wieder lavarenisiert? Zu einer haarwäsche genügen 3080,27 8080,27 Mitgliederbestand Um 1. Januar 1924 650 Eingetreten im Laufe des Geschäftsjahres 1924 82 10 Gramm Lavaren 682 9 Ausgefchieben im Laufe des Geschäfts jahres 1824 falz, die in den Apo37 thefen und Drogerien Cnbe bes Jahres 1924. 645 Muffichiscal: ges Friebrid Gref. Boufiend: ges. ntou Anieriemen. gea Bilhelm Gierschner. mit 30 pennig pers lauft werden. Jandorf's Trikotagen- Abteilungen unerreicht in Auswahl u. Preiswürdigkeit Einige Beispiele: Schlupfhosen Schlupfhosen Hemdhosen für Damen, farbig... ...... 0.95 für Damen, farbig, mit verstärktem Schritt, gute Qualität für Damen, weiß, patentgerippt, mit schmaler Achsel. 1.35 1.75 für Herren, guie Qualität, 2.95 Hemden u. Hosen makofarbig, Größen. 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Dieses Jahrzehnt sah einen unerhörten Siegeszug feines Systems durch Amerita, Westeuropa und Rußland. Taylor studierte sowohl die Bewegungen eines einzelnen Arbeiters, der an einer porgelegten Aufgabe schafft, als auch das Aufeinanderfolgen und Jnem andergreifen der einzelnen Borgänge bei der Herstellung von Waren innerhalb einer Fabrit. Er übelwand in zäher Arbeit das Vorurieü, daß der Handwerfer, der oft nach tausendjährigen Methoden seine Arbeiten ausführt, schon in seiner Lehrzeit die bestmöglichen and griffe und Bewegungen dafür gelernt habe. Er stellte die Giundfaze einer„ milfenschaftlichen Betriebsführung"( mie er es nannte) auf und erzielte in der Tat mit seinen Vorschlägen, die zuerst in Bennsylvanien durchbrangen, unerhörte Erfolge. In der Tat lann heute niemand baran zweifeln, daß durch richtiges Anlernen der Arbeiter, Berfführer und Techniter einer Fabrit, nach wohldurch dachten wissenschaftlichen Gesichtspunkten, bie Produttion erheblich aufs Doppelte. aufs 3mei bis Bierfache gesteigert werden fann, ohne daß dabei für die Fabritation andere als die bis dahin gebrauchten Maschinen zur Verwendung gelangen würden. Was nun die Abfürzungen und Vereinfachungen bei den Bewenungen und Handgriffen anbelangt, so tommen für den Arbeiter zweicilei Umstellungen in Betracht. Entweder erfordert die neue Bewegung, der neue Borgang, meniger Arbeit, oder aber er erfor dert mehr Anstrengung als bisher. Dabei ist wesentlich zu beadjten, daß die erhöhte Konzentration, die vom Arbeiter verlangt wird, als Mehrarbeit, nämlich als geistige Arbeit gebucht werden muß. Dies wird von den meisten Kritifern übersehen. Auch dann, wenn die Arbeit ganz monoton: ist, ode", mie der Arbeiter sagt, ist die genaue Einhaltung der Borschriften mit geistiger Anstrengung verbunden. Roch ein anderer Punkt ist sehr wichtig und wenig erfanni und befannt: tas ist der dem menschlichen Körper innewohnende Trieb nad rhythmischer", tattmäßiger Arbeit. Je mehr die taŋloristerie Form von einem gewissen naturnotwendigen Rhythmus abweicht, Sefto anstrengender wird sie für den Arbeiter. Das tann so weit geben, daß die Taylorisierung nicht mehr produktiv wird. Dann helfen auch äußerliche Gewaltmittel zur Herbeiführung eines Rhyth mus, wie z. B. Musik im Arbeitssaal, nicht mehr. Aber dies sind natürlich Ausnahmen. Im allgemeinen lassen sich für alle Arbeilen, die gelernten"( handwerksmäßigen) mie die ungelernten, tatsächlich Wege angeben, womit die gleiche Arbeit ohne törperliche Mehr auftrengung und ohne starte Tattstörungen in fürzerer Zeit erreicht wird. Doch scheint es, daß auf alle Fälle eine wirklich systematisch durchgeführte Taylorisierung mit einer zur törperlichen Arbeit hinzukommenden geistigen Leistung des Arbeitnehmers verbunden ist. Sonach wird bis zu einem gemiljen Grad die erzielte, oft sehr gewaltige Wehrproduktion auf einer meist nicht beachteten Mehrleistung des Arbeiters beruhen. Henry Ford( geb. 1863 in Greenfield, Mich.) hat als erster verstanten, aus der solchermaßen gesteigerten Produfiion unermeßliche Gewinne für sich herauszuschlagen. Die Welt unterliegt, durá) Fords interessantes selbstbiographisches Buch unterstützt und suggeitu per führt, der Meinung, Ford sei ein Genie. Das ist ein Irrtum. Ford hat auf Kosten der anderen den Taylorismus eingeführt und zu einer unerhorten Bollendung geschraubt. Hätten alle Automobilfabriken der Welt zugleich das System des Taylor eingeführt und finngemäß weitergebildet, so wäre Ford fein Milliardar geworden, und er mäie heute dem Mann aus dem Bolke, der sich von äußeren Erfolgen so leicht blenden läßt, tein Großer der Erde". Dies aber, daß femand zuerst einen guten Gedanken aufgreift, weiterführt und ihm zum Siege verhilft, ist zmar anerkennenswert, bedingt aber leine Genialität. Die geistige Sjöhe Fords erhellt sich aus seinem Buche " Der internationale Jude", das in der sonst doch recht duldsamen Schweiz vom Bahnhofsbuchhandel ausgeschlossen wurde. Wie steht der Arbeiter zu Laylor und Ford? Wir dürfen nicht in den Fehler verfallen, den die menig gebildeten und einsichtslosen Menschen vor 100 Jahren gegenüber der Maschine" zeigten: damals wurden Dampfmaschinen, Webstühie, Fabriken usw. von den empor ren Arbeitern, Heimarbeitern, Fuhrknechten usw. zerstört. Man sah in ter Maschine den Feind und hoffte ihn durch Gewalt zu be feitigen. So jah vielfach die Arbeiterschaft noch vor wenigen Jahren den Laylorismus als seinen Feind an. Bezeichnend dafür ist die Stellung der Sommunisten. Noch 1921 haben sie das Taylorsystem offisiell belampit. Aber heute sehen wir einen völligen Umschwung, der schon 1922 begann, durchgeführt: Rußland hat seinen eigenen Meg burchlaufen und ist zum Taylorsystem russischer Prägung ge tommen. Unter der Leitung des Ingenieurs Gastem hat sich in Auf der Schwelle des Lebens. 8] Bon Eugen Tschirikow. ( Autorisierte Ueberlegung von Abele Lampert) Reingewaschen, frisch und sauber, im neuen Anzug, mit glatt gefämmten Röpfchen, so still und ernst trat Banja schüchteru in ben Saal Mama liegt auf dem Tisch. Neben ihrem Kopf brennen goldene Kerzen in hohen Leuchtern. Die Hände sind auf der Bruft gefaltet. Eine Nonne steht hinter einem hohen Tischchen und üeft Mama etwas vor Tante bleibt hinten stehen, und Wanja tritt näher heran. Liebes Mutterchen... flüsterte er, sich auf die Fußlpigen erhebend. Guten Morgen! ... Er fann Mamas Gesicht nicht erreichen. Banja blidt fich nad Tante um. Sie tam, hob ihn auf, und er tüßte Mama auf die Die Stirn ist falt Mamas Augen sind nicht ganz Etirn geschlossen: ein flein Rißchen sind sie unter den gejenften Wimpern zu sehen. As ob Mama Unfinn treibt, spielt, hält die Augen geschlossen, und will doch etwas abguden. Wanja macht die Runde um Mama. Stand ihr ein Beilchen Füßen. Und sein Gefichtchen war ernst, so ernst, wie bei einem Grwachsenen. 13100 Run tomm' Tee trinken! fagte er, fich nach Mama um. sehend, und nidte mit dem Kopf. Er trant Tee mit Brötchen und Milch und der Tee someďte gut, wie immer. Er dachte an Mama, und ihr Lod war ihm nicht mehr so erschrecklich wie vorher, erfchredte ihn nicht mehr. Sie liegt im Saal, als ob fie schläft... Gleich trinft er feinen füßen Lee aus und geht wieder zu ihr. Früher hat sie immer gestöhnt, jezt aber tut ihr gar nichts mehr meh, es ist ihr alles gleich. Unb jolange Mama im Saale fag, zuerst einfach auf dem Tisch und dann im filbernen Garg. Mama ist war Banja ruhig. hier. Nachts lauschte er dem eintönigen Lesen der Nonne und dachte, Mama braucht sich nicht vor dem Liegen im Saal zu fürchten, denn fie ist nicht allein... Sie soll schlafen, und morgen .. * 0 Perpetuum mobile. Hoch der Held aus Stinnesland, Denn er frißt uns aus der Hand. Eevrzwilks Haumver 贵 Beilage des Vorwärts Leider wirkt er etwas power, Darum eilt man nach Hannover. Von Verehrung fief durchschauert. Und so tehrt man still zurüd Doch die Exzellenz bedauert. Zu dem kleinen Jarres- Gld. Bis man es zu schäbig find't/ Und der Film von vorn beginnt. Bedeutung und umwälzender Kraft mie vor hundert Jahren die Einführung der Majchine war. Moskau die sogenannte Schule Gastem" gebildet. Diese wissenschaft| Geschichte des Kapitalismus an, ein Abschnitt von ebenso großer lich arbeitende Gruppe betreibt in Mostau ein Lehrinstitut und geht überdies zur indirekten Attion" in Fabriken, wo sie mit größtem Erfolg rationelle Arbeitsweisen durch systematischen Unterricht, durch Unschulung der Arbeiter und Angestellten, durch Modernisierung der Methoden der Herstellungsweise, erreicht. Die Schule Gaftem erfreut sich eines großen Ansehens. Die zunehmende Taylorisierung der amerikanischen Fabrita tionszweige, typisch dargestellt durch die bekannte„ Bandarbeit" in den Fordschen Werkstätten, zwingt Europa zur Annahme der neuen Methoden. Es heißt: entweder stellt sich der alte Kontinent auf die neuen Methoden ein, oder die amerikanische Industrie erobert Etüd für Stüd, Land für Land die gesamte Weltprobuftion. Man tann also gar nicht mehr sagen: Europa hat die Wahl, dies oder jenes zu tun. Sondern es heißt flipp und flar: Europa muß die neuen Methoden annehmen. Damit bricht ein neuer Abschnitt in der tommt er wieder zu ihr... Bon Mama sprangen seine Gedanten auf Aljoscha über: fie merden sich bald wiedersehen, dort im Baradies. Sie werden sich nicht langweilen... Ajoscha mird fich freuen, sehr freuen. Im Paradies ist es schön, sehr schön, aber beffer, wenn man mit der Mama bort ist... ... 9 Mama wollte wohl selbst bald sterben, denn sie sagte einmal: Ich will teinen Arzt.. lieber bald sterben Banja hatte es gehört, als Tante zum erstenmal nach dem Arzt fchickte. Wenn Aljoscha zu Hause wäre würde Mama nicht tranf sein und hätte nicht bald sterben wollen Natürlich wollte fie, sie weinte oft um Aljoscha. Sie sehnte sich sehr nach ihm... Mama wird dort Aljoscha sehen, er aber sieht weder Aljofcha noch Mama wieder Nur noch im Paradies!... Und wann wird es sein? Noch nicht so bald. Und wieder kamien Banjas Gedanten auf diejenigen zurüd, die Aljoscha fortgebracht hatten.. Sie find an allem schuld. Gie haben joscha geholt, und er ist gestorben. haben dem armen Mutterchen Summer gemacht und sie ist auch trant geworden und gestorben. Gebe Gott, daß ihr selber bald sterbet! flüsterte Banja, und wieder funkelte in seinen tleinen Augen ein großer Haß. Ach, ihr Berfluchten! Benn ich erst groß bin, dann. dachte Banja, neben der Mama stehend, und tröstete sie in Gedanken: Beine nicht! Im Baradies sehen wir uns mieber!... VIII. Mabendlich, wenn Banja vor dem Schlafengehen zur Mama fam, um ihr Gute Nacht zu sagen, und dabei aufmerksam ihr lebt: die herunter. Geficht betrachtete, schien es ihm, daß Mama gebrannten Kerzen. mit den beweglichen gelben Flammenzungen, marfen auf das Geficht der Entschlafenen zitternde Schatten, und es schien daher, daß Mutterchen die Lippen bewegt, und meinen will... Gute Nacht, Mutterchen!. Ich tomme morgen wieder Und du bete! flüsterte Tante Sascha, zum Banja finstern Gesichtes sich neigend. Wanja erhob nicht den Kopf, befreuzie sich viel, viel mal und flüsterte dabei unhörbar mit den Lippen. Mas betete er? Wenn also der nüchtern denfende Arbeiter von 1925 fich zur Annahme der neuen Methoden belennen muß, so folgt aber daraus feineswegs, daß der Gewinn ous der vermehrten Produktion nur einzig dem Kapitalisten, dem Fabrikanten( in Rußland: dem Staat) zukommen müffe. Es entsteht vielmehr hieraus eine neue soziale Begründung für eine alte Forderung der Arbeiterschaft: der Gewinn muß mindestens zur Hälfte den Arbeitern zugute foinmen, und zwar als Berkürzung der Arbeitszeit oder als gleichwertige Lohnerhöhung. Bid also durch die Taylorisierung einer Fabrit erreicht, daß die Produktion um 40 Broz. steigt, so ist es recht und billig. daß der Arbeiter eine Lohnerhöhung von wenigstens 20 Broz. erhalte, ober eine Arbeitszeitverfürzung von 20 Broz, oder schließ lich eine Besserstellung nach beiden Richtungen um je 10 Broz Jesus Christus! Gib, daß bei ihnen bei allen auch ihre Mamas und Papas sterben. Und daß man sie aud) Baisen nennt, wie die Köchin jetzt zu Banja sagt. Am Morgen des Beerdigungstages, als Wanja, mie immer, tam, um der Mutter Guten Morgen" zu sagen lag zu ihren Füßen ein großer Kranz, ein schöner Kranz, aus Balmenzweigen. ummunden niit einem roten Band. Vielleicht hat ihn ein Engel. den Jesus Chriftus geschickt hat, vom Himmel gebracht? Wer hat es der Mama?... Du? Was ist, Liebling? Der Kranz, mer hat ihn hingelegt? Die Studenten, Ajoschas Freunde haben sie denn unser Mutterchen lieb? Ja, lieb. Die Studenten?.. An diesem Morgen stand auf der Straße neben der Haustur ein Trauerwagen, ganz schwarz. mit fülbernen Kreuzen und Quasten, und die Pferde auch schwarz, wie Spielzeugpferdchen: und die Ohren auch schmarz... Unb auch schmarz stehen gerade herauf! Und die Kutscher sehr viel Schußleute. Was wollen fie? Wieder sind sie da! Ein großer mit schwarzem Schnurrbart, tam ins Zimmer und stritt lange mit Tante Sascha. Zuerst zantten fie leise, und nachher fing Tante an, von Mamas Kranz das rote Band abzunehmen. Weint unb nimmt es doch ab. Tante, du sollst es nicht abnehmen!... Es wird nicht hübsch sein! Ste erlaubens nicht. Liebling Was geht's fie an? Tu's nicht! Ich darf nicht, Liebling... .. Banja verstand, daß es diefer, mit dem schwarzen Schnurrball. nicht erlauben will.„ Berfluchter" flüfterte Banja, er hatte Lust, diesen da, mit den schwarzen Schnurrbart, redit, recht meh zu tun. Was soll er mit ihm machen? Wäre Banja grns und start, mürbe er auf den Verfluchten losgehen, ihm den Säbel ab. nehmen, den Kopf abhauen und das schöne Band der Mama zurüd. geben Aber er ist flein, wird nicht mit ihm fertig.. Bart' nur, Jesus Christus wird dir schon zeigen, daß du der Mama nichts antun darfst!.. ( Schluß folgt.) Von 9-7 geöffnet Dese Woche! Enorm billiger CIRCUS BUSCH Tägl.7% Stgs. a. 3U. 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