Nr. 170 42. Jabrg. Ausgabe A nr. 87 Bezugspreis: öchentlich 70 Bfennig, monatlich 3 Reichsmart noraus zahlbar. Unter Streusband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litanen. Luxemburg 4,50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts mit der Sonntags beilage Bolt und geit mit GiebYung und Aleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenstimme" erfcheint mochentäglich ameimal, Gonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: -Cozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Ronpareille. geile 70 Bfennig.. Reflamezeile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen" bos fettgebrudte Wort 20 Pfennig ( sulaffia zwei fettqedendte Words). febes weitere Bort 10 Bfennig. Stellengefuche bas erfte Work 10 Bfennig. jebes weitere Wort 5 Bfennig. Worte über 15 Bu ftaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 fennig. Mazelgen für die nächste Stummer milffen bis 4 Uhr nachmittags int Sauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden fizake 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nam. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Verlag: Donboff 2506-2507 Freitag, den 10. April 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 63, Lindenstr. 3 Bankkonto: Direktion Der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstraße 8 Poftfcheckkonto: Berlin 37536Ferdinand Lassalles 100. Geburtstag. Sein Wirken für die deutsche Arbeiterklasse. Ferdinand Lassalle ist nicht nur für die deutsche Arbeiter| Lebenskraft haben und sich gegen jeden Ansturm innerer flaffe unsterblich. Auch andermärts, so insbesondere in standi napischen Ländern, geht die Geschichte der sozialdemokratischen Bewegung auf die von ihm entfaltete Agitation zurüd; maren es von ihm verfaßte Schriften, die ihre erste Agitationsliteratur bildeten. Aber der Arbeiterklasse feines anderen Landes ist er das gewesen, was er der deutschen war. In zwei Eigenschaften hat sich Ferdinand Lassalle auch die Unsterblichkeit erworben, die ihm die deutsche Arbeiter hewegung verbürgt. Er hat diese Bewegung allerdings nicht aus dem Nichts hervorgerufen. Sie hatte in beachtlichen An fängen schon im Jahre der Revolution, 1848, Leben gewonnen und regte sich, nachdem die fiegende Reaktion fie von der Deffentlichkeit zurüdgedrängt hatte, nach deren Ablösung durch Die sogenannte neue Aera wieder von neuem, als Lassalle die Führung ihres sozialistischen Flügels übernahm. Er gab diesem eine Organisation und ein politisches Kampfziel, die Forderung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts, fraft deren er sich zu einer politischen Partei entwidein fonnte, und nahm als fozialökonomisches Pro gramm die 1848 in sozialistischen Kreisen vielfach propagierte Forderung von Staatskrediten in großem Umfange für Arbeiterproduttivgenossenschaften wieder auf, die später pont anderen, weniger auf Tiftelei beruhenden Arbeiterforderun gen in den Hintergrund gedrängt worden ist, zunächst aber, dank der ökonomischen Begründung, die Lassalle ihr gab, der dank der ökonomischen Begründung, die Lassalle ihr gab, der Propaganda der jungen Bewegung für die sozialistische Idee doch zugute gekommen ist. It also Lassalle auch nicht als Schöpfer der sozialistischen Arbeiterbewegung Deutschlands zu betrachten, so bleibt ihm doch das große Verdienst, die politische Partei der deutschen Arbeiter ins Leben gerufen zu haben, und als den Schöpfer dieser hält die stets wachsende Schar ihrer Anhänger sein Andenken hoch. Sie ehrt in ihm den genialen Vorfämpfer, der, so lange er lebte, nicht aufgehört hat, in Wort und Schrift den Arbeitern die Notwendigkeit des Kämpfens als politische Partei für die Verwirklichung ihrer sozialen Bes freiung ans Herz zu legen. Aber er lebt nicht nur in der Erinnerung an diefes Birken fort, das so viel Frucht getragen hat und noch mehr tragen wird. Er lebt auch fort in nicht minder unsterblichen Echriften. die er den deutschen Arbeitern hinterlassen hat, unsterblich insofern, als sie noch heute für die Propagierung der Idee und den Kampf auf politischem Gebiet leben, das heißt, noch heute nicht überlebt oder in die Reihe jener Schriften gewandert sind, die der eine oder andere nur noch gelegentlich nachliest, um von ihnen Anregung oder auch allerhand Belehrung zu empfangen, sondern die noch heute für das Wert des Tages einen besonderen Wert haben, noch Heute, mie der dafür übliche Kunstausdrud fautet, attuell fmt Daß das nicht von allen Schriften Lassalles gesagt werden fann, wird sich jeder selbst sagen und bedeutet auch nicht, daß die Schriften, von denen es nicht gilt, darum etwa färtlich minderwertig seien. Es find im Gegenteil Schriften darunter, die, wie zum Beispiel Das System der erworbe nen Rechte", auch von denen, die ihnen nicht zustimmen, boch als bedeutend anerkannt werden. Andere Schriften, die zu polemischen Zwecken für den Tag geschrieben wurden, find wegen innerer Vorzüge noch heute recht lefenswert, haben jedoch mit dem Verschwinden der bekämpften Person oder Erscheinung doch aufgehört, aktuell zu sein. Man tut noch heute gut, sie zu lesen, man muß fie aber nicht gelesen haben. Lassalle hat der Bewegung indes, wiederholen wir, auch Schriften hinterlaffen, in bezug auf die man sagen kann, daß fie bei hohem inneren Wert ihre Aktualität auch heute noch nicht eingebüßt haben. 17 Feinde bewähren, wenn sie der Ausdruck der im Lande obmaltenden tatsächlichen Machtnerhältnisse sind, welchen Begriff Lassalle durchaus nicht, wie das gar manche noch heute tun, auf die militärischen und finanziellen Mächte beschränkt, sondern auch zur Erkenntnis bringt, wenn auch geringere, so boch nicht unbedeutende Macht unter Umständen die rein wirtschaftlichen und selbst die moralischen Kräfte des Landes auszuüben vermögen. Zugleich bringen die Borträge auf das deutlichste zur Erkenntnis, von welcher Wichtigkeit es ist, durch entsprechende Maßnahmen rechtzeitig dafür zu forgen, daß die organisierte Macht des Landes, das heißt das ähnlichem werden kann. Die heutige Berfassung der ReMilitär, nicht zum Wertzeug des persönlichen Regiments oder publik trägt dem in mancher Hinsicht Rechnung, bei anderen Fragen, so der Gestaltung der Reichswehr, wäre es aber gut gewesen, wenn in der deutschen Arbeiterschaft Lassalles Ver foffungsreden stärker verbreitet und allgemeiner begriffen morden wären. | Die eine davon ist die gedantenreiche, für die Berteidigung in der ersten Instanz bestimmte Schrift ,, Die Biffenfchaft und die Arbeiter". In ihr erklärt Lassalle die 233 iffenfchaft und die Arbeiter für die beiden ,, entgegengesetzten Bole der Gesellschaft", die, wenn sie sich untarmen, alle Kulturhindernisse in ihren ehernen Armen erbrüden werden und verfündet die Allianz dieser beiden Mächte als das Ziel, dem er beschlossen habe, fein Leben zu weiben, inlange er no atme. Heute ist diese llianz eines der Hauptziele der ganzen Arbeiterbewegung. Die zweite Verteidigungsschrift ist die für die Berufungs instanz des Kammergerichts verfaßte Rede:„ Die inden Klaffen", eine nahezu 150 Druckseiten umfassende birefte Steuer und die Lage der arbeiten steuergeschichtliche und steuerpolitische Abhandlung, die ein erdrückendes Material über die ungerechte Belastung der ärmiten Bevölkerungsflessen durch die indirekte Sieuer und das Eiend dieser Klassen im damaligen Preußen erbringt. Nicht minder jugendfrisch wie diese Reden ist Lassalles Lassalle hat noch andere Schriften hinterlassen, die noch Borirag Des Arbeiterprogramm", den er am heute pon pielen geleien werden und auch lesenswert find. 12. April 1862 unter dem Titel„ lleber den Zusammenhang Man denke an seine gedankentiefe Abhandlung: Die Philo der gegenwärtigen Geschichtsperiode mit der Idee des Arfophie Fichtes und die Bedeutung des deutschen Boltsgeistes", beiterstandes" por Berliner Arbeitern gehallen hat. Im an das Offene Antwortschreiben", das Arbeiter Lesebuch", Grundgedanken, mit der leitenden Idee des Kommunistischen an bi Schrift Der italienische Krieg und die Aufgabe Manifestes im Einfang, ift er trog einiger Mißgriffe im Preußens" und nicht zuletzt auch an sein Drama Franz von Drama ,, Franz Ausdrud eine mit Bezug auf Klarheit der Sprache, Folge: Sidingen". Aber sie behandeln entweder Fragen, die heute richtigkeit des Aufbaues und Schönheit der Bilder nie über folche nicht mehr sind, palemisieren gegen Behauptungen, die troffene Einführung in die Gedonfenwelt der sozialistischen niemand mehr veriritt, entwidein Vorschläge und Forderun Arbeiterbewegung. Man tann Personen, die von dieser Be- gen, die mittlerweile erledigt sind, oder wurzeln in einer wegung noch nichts verstehen, also namentlich jungen Leuten, Philosophie, deren aus der Abstraktion abgeleitete Folgerun feine Schrift zum Lesen empfehlen, die beffer geeignet märe, gen die Geschichte widerlegt hat, und haben zu den zur Arfie mit ihrer Rolle in der Geschichte bekanntzumachen und für beiterbewegung und den sie beschäftigenden Fragen keine ihre geschichtliche Aufgabe zu entflammen, ais das Arbeiter direkte Beziehung. Fast alle enthalten Partien, die zu lesen programm", dessen Kernfaz: Sie sind der Fels, auf dem die heute noch lohnt, oder regen zu fruchtbaren Betrachtungen an. Kirche der Gegenwart gebaut werden soll" heute in den Herzen Aber sie können sich an dauernder Bedeutung für die Arbeiter von Millionen Arbeitern lebt. bewegung, an Wert für die heufigen Stämpfe der deutschen Arbeiterklasse und ihre propagandistische Arbeit nicht mit jenen obengenannten Schriften messen. In diesen fünf Schriften vor allen lebt Lassalle heute noch für die Arbeitertiasse, acigt er ihr die Natur und die bedeutungsvollen Aufgaben ihres großen Kampfes, betätigt er sich als ihr politischer Führer, lehrt er ihr politische Strategic. In ihnen und in der großen politischen Partei, die er ins Leben gerufen hat, ist er im zugleich schönsten einzig möglichen und Sinne des Wortes für die Arbeiterbeme= gung unsterblich. Eduard Bernstein. Auch unter ästhetischem Gesichtspunkt ist das Lesen dieses Bortrags ein Genuß. Stüde aus ihm sollten in die Schul bücher aufgenommen werden. Und ebenso leben noch heute und werden noch lange leben die zwei Berteidigungsschriften, die Lassalle für die Ber tretung von in diefem Vortrag enimidelten Gedanken vor Gericht verfaßt hat, nachdem ein Staatsanwalt es fertig befommen hatte, den verrotteten Haß- und Berachtungspara. graphen des alten preußischen Strafgesetzbuches gegen diesen, von höchster, wissenschaftlicher Objektivität erfüllten Vortrag anzurufen. Hindenburg unter Zensur des Reichsblocks. Ein katastrophales Telegramm. Vergebliche Ablengnungsversuche. Die Telegraphen Union veröffentlicht einen Telegrammwechsel zwischen Jarres und Hindenburg, der den Schlußstein der Auseinandersetzungen im Reichsblod bildet. Er ist das Unglaublichste, was sich bisher er: eignet hat. Jarres telegraphiert an Hindenburg: Em. Exzellenz beehre ich mich, ergebenst mitzuteilen, daß ich dem Reichsblock nach Würdigung der Sachlage heute mittag endgültig mitgeteilt habe, daß ich nicht kandidieren könne, und ihn dringend gebeten habe, Ew. Exzellenz um Annahme der Kandidatur zu bilen. Ich hoffe, daß Em. Exzellenz das Opfer bringen werden. Mit meiner ganzen Person stehe ich im weiteren Wahlkampf hinter Ihnen und werde das in einem Aufruf an meine Wähler im ersten Wahlgang zum Ausdrud, bringen. In verehrungsvollster Ergeben heit gez. Dr. Jarres." hat an Generalfeldmarschall von Hindenburg Dr. Jarres folgendes Antwortschreiben gefandi: Hochverehrter Herr Minister! Unendlich bedaure ich den ungünstigen Stand Ihrer Wahlaussichten, hierher gehört vor allem sein Vortrag leber Verfajfungswesen". der mit seiner Fortjeßung as nun?" von jedem Politiker der Arbeiterklasse, richtiger von jedem Sozialisten, gelesen werden sollte. Und zwar folite jeder ihn öfter lefen und immer von neuem durchdenken. Der Aufklärungswert dieser ebenso flar geschriebenen wie meisterhaft aufgebauten Schriften ist gar nicht hoch genug einzu schähen. Für ihre Vortrefflichkeit spricht unter anderem, daß fie, so sehr die politischen Verhältnisse sich inzwischen geändert haben, noch heute für die Arbeiterflasse so gute Wegweiser burch das Didicht der politischen Kämpfe des Tages sind, wie in den Tagen, wo Lassalle sie niederschrieb. Auf das flarite legt Lassalle dar, mas im legten Grunde das Wesen von Berfaffungen ist, und daß geschriebene Barfassungen nur bann! burg der Sie veranlaßt hat, in so hochherziger Weise zurüdzutreten. Sie fönnen es sich denken, daß mir der Entschluß nicht leicht gefalien ist, Thr Nachfolger zu werden. Lediglich mein Pflichtgefühl, nicht eigene Reigung, ließ mich das Anerbieten annehmen. Gott gebe, daß ich, wenn meine Wahl mirklich erfolgen follte, dem teuren Baterlande am Ende meines Lebens noch etwas von Rußen fein fann. Ihnen in Gedanken die Hand reichend. Ihr fehr ergebener gez. v. Hinden Hindenburg antwortet Jarres, der fein Wort über die Motive feines Rücktritts verloren hat, mit der Festftellung: Du bist pleite, ich übernehme die Konfursmaffe." Seine Wahl wird wirklich nicht erfolgen. Er wird ebenso wie Jarres geschlagen werden. Wir fondolieren Herrn Jarres. Er hat diese öffentliche Kränkung und Herabjegung um den Rechtsblock nicht verdient. Bir fondolieren dem Rechtsblod. Sein Kandidat hat die Siegesfaffade, an der seine Presse baut, selbst eingeriffen. Als dem Reichsblock die Beröffentlichung der TelegraphenUnion zu Gesicht fam, war er von Entsetzen geschlagen. Er versuchte zu retten, was noch zu retten war, und jagie burd) die Telegraphen- Union folgendes Dementi hinterher: „ Wie der Reichsblod mitteilt, ist in dem von uns wiedergegebe nen Briefwechsel Hindenburgs mit Dr. Jarres i mersten Sahdes Hindenburgfchen Briefes ein lebermittlungsfehler. Der Reichsblod bittet daher, den Brief Hindenburgs nicht zu veröffentlichen" Die ungünstigen Wahlaussichten", ein ,, lle bermitt lungsfehler"! Die Worte Hindenburgs werden mit den dümmsten Ausreden abgeleugnet wie gewiffe Kaiserworte, über die die 3enfur zu berichten verbot. Der Kandidat des Rechtsblocks hat ohne Erlaubnis und Gutachten des Rechtsblods nichts zu sagen und zu schreiben. Wir fragen ergebenst: wenn ein Uebermittlungsfehler noulag, mie mar der angeblich mittliche Wortlaust? Reichsregierung und Hindenburg. Geftammel der Zerschmetterten. Das Blatt Stresemanns, die Beit", antwortet dem Berl. Tagebl." auf die Frage, ob die Mitglieder der Reichs regierung der Meinung seien, daß die Aufstellung Hindenburgs eine Bernichtung ihrer auswärtigen Pläne bedeutet", mit einem nichtssagenden Gestammel hilfloser VerTegenheit. Die Außenpolitik der Regierung werde und müsse fortgeführt werden. Inwiefern Hindenburg im Falle seiner Wahl diese Politik durchkreuzen felle, sei unerfindlich.(!) Hindenburg werde im Falle seiner Wahl streng tonstitutionelle Bolitik treiben usw. Herr Stresemann weiß, daß er um die Sache herum redet, jedes Wort verrät sein schlechtes Gemissen. Was der alte Herr felber will, ist gleichgültig und in feiner Weise feftzuftellen. Die Tatsache seiner Kandidatur aber hat, alle ver berblichen Geister des Weltfriegs wieder geweckt, und ein Deutschland, das mit Hindenburg das Symbol des, Raisertums und des Krieges auf den Präsidentensiz erheben wollte, würde vergeblich versuchen, die bisherige Außenpolitik fortzusetzen. Indes nehmen wir an, daß die Frage des Berliner Tageblatts" nur rhetorisch aufzufassen ist. Daß die Aufstellung Hindenburgs tatsächlich auch nach der Meinung der Regierung. cine Bernichtung ihrer auswärtigen Pläne bedeutet, das weiß das Berliner Tageblatt" sicherlich ebensogut wie wir es wissen. Aus welchen Gründen sonst hätte die Regierung Jarres gebeten, festzubleiben, aus welchen Gründen sonst hätte sie die Veröffentlichung des Ablehnungsbriefs- den der alte Herr schrieb, bevor er annahm veranlaßt? Sie und ganz besonders Herr Stresemann waren sich deffen bewußt, was der Sturm für Hindenburg im Loebellsschuß bedeutete, fie waren sich dessen bewußt, daß dieser Sturm ihnen und ihrer Außenpolitik galt, barum haben fie mit fleinen Kniffen auszubiegen versucht. Sie sind unterlegen und spielen heute eine Rolle, um die fie niemand beneidet. In einer Angelegenheit, die für die deutsche Politik auf Jahre hinaus entscheidend werden fann, haben sie sich die Führung aus der Hand nehmen lassen. Unter diefer Regierung, ohne Krait und ohne Autorität, mird das ganze Reich zur Ordnungszelle" wie Bayern zu Kahrs Zeiten! Lügen haben kurze Beine. Wie sie im Reichsblock von Hindenburg begeistert find. Der Reichsblod hat es für nötig gehalten, unter seine Profiamation der Kandidatur Hindenburg die Unterschriften möglichst vieler Parteien und Organisationen zu setzen. Stolz hat er der Deffentlichkeit erklärt, daß die Bayerische Das ist etwas viel Einigkeit und etwas viel Hindenburg-| Affion überhaupt gefommen wäre, wenn Leicht in Berlin gewesen Begeisterung auf einmal! wäre, steht dahin. Der Landesausschuß habe ursprünglich die Absicht gehabt, den Wählern die Abstimmung freizugeben. Erst als im Laufe der Berhandlungen die Nachricht gekommen jei, Hin lärt, wenn alle rechtsstehenden Barteien fie annehmen, sei auf Berantaffung von Dr. Heim die Unterſtügung der Kandidatur Hindenburg befchloffen worden. Der Protest des Bayerischen Bauernbundes. standsbund veröffentlicht eine Erklärung, daß er zur Sanbibatur München, 9. April( TU.) Der Bayerische Bauern und Mitteldenburg habe sich zur Annahme der Kandidatur bereit erHindenburgs noch nicht Stellung genommen habe; er fei au Unrecht in dem Aufruf des Rechtsblocks genannt worden. Der Aufruf der Deutschhannoveraner. Hannover, 9. April.( TU.) Das Organ der Deutschhannoveraner, die Hannoversche Landeszeitung", veröffentlicht folgenden aufruf:: ,, Nachdem jetzt die Kandidaten für den zweiten Bahigang für die Präsidentenwahl endgültig aufgestellt sind, handelt es sich um die Entscheidung zwischen dem Kandidaten des sogenannten Rechtsblods, dem Generalfeldmarschall von Hindenburg, und dem Kandidaten des sogenannten Voltsblocks, hinter dem die Weimarer Koaltion An die Parteien des Volksblocks! Die Stunde der Entscheidung nahl! Die Bayerische Bolfspartei hat also feineswegs in einmütiger Begeisterung sich für den Kandidaten der Deutschnationalen erflärt, und es ist zu erwarten, daß sich das auch bei der Wahl ani 26. April Igeltend machen wird. Die kraftvolle Geste. Nicht eine, sondern sieben! Eine der Zeitungen des Rechtsblods sprach von der fraftvollen Geste", mit der Hindenburg die Kandibatur angenommen habe. Dazu stellt die Bossische Zeitung" fest: Man muß, wenn man ehrlich sein will, von mehreren fraftvollen Gesten" des hochbetagten Generals sprechen. Zunächst Alle Kräfte müssen zusammengefaßt werden, um am 26. April einmal von jener, mit der er im ersten Wahlgange für die einen glänzenden Sieg zu erringen. Es werden daher die Parfeien des Boltsblods und die republitanischen Organisationen im ganzen Reiche aufgefordert, sich zufammenzuschließen und den Kampf für die Kandidatur Marg gemeinsam zu führen. Kandidatur 3 arres eingetreten ist. Dann die zweite, mit der er den General Ludendorff beschwor, bie legte Bitte feines Lebens zu erfüllen und auf die selbständige Kandidatur zu verzichten. Ferner die dritte, mit der er nach dem ersten Wahlgang sich wieder für Dr. Jarres aussprach. Die vierte, mit der er eine eigene Kandidatur ablehnte. Die fünfte, mit der er sich zur Annahme einer Kandidatur bereit er auf sein hohes Alter es ablehnte, sich vom Rechtsblod aufstellen zu lassen. Und endlich die fiebente endgültig, mit der er endgültig annahm." Im Zusammenschluß liegt die Stärke, im einheitlichen Borgehen die Kraft. Die Parteien des Boltsblocks dokumentieren durch das geflärte. Die sechste, mit der er neuerlich unter Berufung Baterland, für den Boltsstaat, meinsame Vorgehen das große 3iel, das fie verfolgen: für das für die Republik! Schließt Euch daher gemeinsam mit den verfassungstreuen Organisationen zusammen. Bildet örtliche Ausschüsse! Nur Gefchloffenhelt im Kampfe verbürgt den Sieg. Der Volksblock steht, dem ehemaligen Reichskanzler Dr. Marg. So sehr wir im Interesse des greifen Heerführers gewünscht hätten, er wäre dem politischen Kampfe ferngeblieben, fo empfehlen wir nunmehr unseren Freunden. thre Stimmen für den Generalfeld marschall von Hindenburg abzugeben. Ein Gewissenszwang foll indessen mit dieser Darole nicht ausgeübt werden. Das Direttorium der Deutschhannoverschen Partei. Mit dieser gewissenhaften Aufzählung eines Chroniſten hat die Boffische Zeitung" der historischen Wahrheit und fünftigen Biographen Hindenburgs einen großen Dienst geleistet. Ob er vom Rechtsblod gebührend geschätzt wird, ist eine andere Frage Die Lassalle- Feier in Breslau. Der Breslau, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Bum 100, Geburtstag Ferdinand Laffalles bereitet die sozialdemokratische Ara beiterschaft in feiner Baterstadt Breslau, in deren Mauern befanni lich sein Grab liegt, eine würdige Feier vor. Als Tag der Ver. anstaltung ist Arbeiterbildungsausschuß veranstaltet am Bormittag der 13. April festgelegt worden. dieses Tages, der auf den Ostermontag fällt, einen Feftatt im Brestauer Gewerfschaftshaus, für den Prof. Gustav Meyer Berlin, der befannte Historiker der deutschen Arbeiter Boltspariei, der Bayerische Bauern und Die Vorgeschichte der Kandidatur Hindenburg bewegung, die Hauptansprache übernommen hat. Anschließend führt ittelstandsbund und die DeutschhannoDe ranische Partei in den Reichsblod eingetreten feien, um Die Randidatur Hindenburg zu unterstützen. Die Bayerische Boltspartei gibt in ihrem Führenden Organ, der Augsburger Boltszeitung", eine Dar ftellung ihres Verhältnisses zur Kandidatur Hindenburg, die ales andere, nur nicht eine Propaganda für Hindenburg darstellt Die Bayern wollen's nicht gewesen sein. München, 9. April( Eigener Drahtbericht). Ueber die merfwürdige Borgeschichte der Kandidatur Hindenburg, vor allem über würdige Borgeschichte der Kandidatur Hindenburg, vor allem über bie halb aufgezwungene Rolle, welche die Bayerische Boffspartei dabei fpielte, macht das Organ diefer Bartei, die Augsburger Postzeitung" interessante Mitteilungen. Zunächst stellt das Blatt fest, daß Hindenburg jezt in den Die Deutichannoneranische Partei erläßt mittelpunkt wenig schöner Stampfe geftellt let. Am bebauerlichsten 2m gefehex hätte, daß Hindenburg night fandi Bottsblod herumstritten, sicherlich nicht gerade su ber berühmten einen Aufruf, der mit aller Schärfe betont, daß sie es lieber sei, daß der Reichsblod, deffen Parteien fich vor bem lachenben Diert hätte, und der zum Schluß die Anhänger der Einigkeit beitragen würden. Dann wird berichtet, daß bem an Deutschhannoveranischen Partei mit der Nase darauf stößt, desausfuß der Bayerischen Baltspartei, ber si Daß ihre Parole für Hindenburg durchaus teinen Gefchließlich für die Standidatur Hindenburg entschieben hat zunächst wiffens zwang für ihre Anhänger bedeute, für Sinden etne Breffemitteilung norgelegen hat, nach der Abgenrb. burg zu stimmen. neter Beicht Hindenburg um die Randibatur ersucht habe. Diese Meldung fet vollständig falsch gemefen. Beicht sei von ihr außerordentlich überrascht gewesen, er habe von dem ganzen Borgang nichts gemußt. Die Verhandlungen mit Hinden burg habe der Abgeordnete Reudel geführt. Ob es zu der Der Bayerische Bauern und MittelstandsI und endlich strast den Reichsblock öffentlich Rügen, er er tlärt, er sei zu Unrecht in dem Aufruf des Reichsblocks genannt worden. Lassalle- Worte. Alle große politische Aktion besteht in dem Aussprechen beffen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeiſteret besteht in dem Berschweigen und Bemänteln dessen, was ift. entwidlung überhaupt unwiderruflich abhängt. An diesem Punkt hängt nicht nur das Schicksal einer bestimmten Nation, es ist die Lebensfrage der gesamten europäischen Demokratie! Schon höre ich in der Ferne den dumpfen Massenschritt der Arbeiterbataillone! Rettet rettet rettet euch aus den Banden eines Produktionszustandes, der euch zur Ware entmenscht hat rettet rettet rettet den deutschen Geist vom geistigen Unterrettet zugleich die Nation vor Zerstückelung. Das Rechtsbewußtsein eines Boltes ist die alleinige Rechtssubstanz, der einzige Boden, in dem alles Recht überhaupt egiftiert gange und Wirklichkeit hat, • Jede Revolution ist monatelang im Herzen der Gesellschaft vor her gemacht gewesen, ehe fie unter Flintensalven ins Leben trat Che die Barrifaben nach außen in die Höhe steigen follen, muß im 3mmern des Bürgers lange zuvor der Abgrund gegraben sein, der Die Regierungsform verschlingt, muß im Herzen der Gesellschaft die Drdnung der Dinge verflucht und verschworen sein. Eben deshalb ist es ebenso unreif und ebenso findisch, eine Revolution, die sich bereits einmal in den Eingeweiden einer Gesellschaft vollzogen hat, zurückdämmen und fich ihrer rechtlichen Anerkennung widersetzen oder einer solchen Gesellschaft oder einzelnen, die sich bei diesen Hebammendiensten beteiligten, den Vorwurf machen zu wollen, daß fie revolutionär feien. Ist die Revolution brin in ber Gesellschaft, in ihren tatsächlichen Verhältnissen, so muß fie, ba hilft nichts, auch herauskommen und in die Gefeßfammlung übergehen. Alles Revolutionieren in der äußern Wirklichkeit bleibt selbst äußerlich imb verläuft im Sande, wenn es dem Geift nicht gelingt, ebenso fehr mit der historisch überlieferten Welt des geistigen Innern fertig zu werden, sein neues Prinzip durch alle ihre Instan zen und Gebiete durchzuführen und sie von neuem aus ihm auf subauen. rettet Alle Kunst praktischer Erfolge besteht barin, alle Kraft zu feber 3eit auf einen Bunft auf den wichtigsten Bunft zu fongen trieren und nicht nach rechts noch lints zu fehen. der Sozialistische Verein einen Zug feiner Mitglieder zur Grabi sta fte des großen Toten, wo Kranzniederlegung erfolgen wird. Als Vertreter des Parteivorstandes wird Genoffe Hermann moltenbuhr an der Feierlichkeit teilnehmen. 4 Der Bolfsblod für die Reichspräsidentenwahl hat ein beson deres Breffebureau eingerichtet, das sich im Reichstags. gebäude, Simmer 15b, im ersten Obergeschoß befindet. Alle An fragen und zuschriften sind an diese Abreise zu richten, ebenso Wahls material aus dem Reiche: Telephon: Zentrum 9592-9600. Sitter hat gegen das Berbot feiner öffentlichen Versammlungen bird bie bayerische Regierung nunmehr Beschwerde bet her höchſter Instanz. dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, eingelegt. Bra fident bes Berwaltungsgerichtshofes ist& a hr. Jm Tichelaprozeß feste gestern ber Berteidiger Dr. Wolf fein Plädoyer, das er am Dienstag begonnen hatte, fort. Er erklärte das gesamte vorliegende Tchekamaterial für Spigelarbeit und plädierte langte ein denentsprechendes Urteil. Bei den anderen Angeflagien bei Reumann auf Körperverlegung mit tödlichem Ausgang und vers trat er für Freisprechung ein. Affenkomödie in der„ Komödie". Beim Import ausländischer Dramatif scheint bei Berliner Diret foren der Affenstoff eine besondere Anziehungskraft auszuüben. Nach Affe", und zwar in der„ Komödie, zu Wort. Das dreiaftige O'Neills Haarigem Affen" tommt jetzt der Sprechende Stüd bes Franzosen René Fauchois, das gestern feine Erftaufführung erlebte, zeigt die betrübende Tatsache, daß sich auch in Frankreich die Theater auf verzweifelter Suche nach guten Komödien befinden. Sonst würde sich der Sprechende Affe dort nicht so lange attraktion eines Mr. Sam Bid mit seinem Affen, der tatsächlich haben halten tönnen. Die Haupthandlung dreht sich um die Zirkus fpricht. Das ist auch weiter fein Kunststück von diesem Lebewesen: denn es ist ein Mensch, der es versteht, sich wie ein Affe zu bes nehmen. Sam Wid erregt den Konkurrenzneid eines anderen ArDie Begeisterung, diefe höchste Gefundheitswärme des Geiftestiften, der ebenfalls einen sehr flugen Affen vorführt, nur mit dem fie ift glüdlicherweise noch viel anftecender im Bolte, als irgendeine Unterschied, baß dies ein richtiger Affe ist und daher nicht fprechen Krankheit des Körpers! fann. Der Konfurrent raubt eines Abends den sprechenden Affen, erlebt aber bei der Vorstellung ein flägliches Fiasko, da sich der Affe am Schluffe der Vorstellung demaskiert und als Mensch entpuppt. Neben diefer Haupthandlung spielen noch verschiedene Neben handlungen. Und das ist das Schlimme. Sie sind nämlich noch mehr Rolportage und entfalten noch mehr ritschige Rührseligkeit, als das Affe eigentliche Thema. Interessant an dem Abend ist nur die groteske Fähigkeit des Schauspielers Paul Graek, mie ein ffe zu agieren. Grete Mosheim verbient ein besonderes Lob mit ihrem frischen und findlich- anmutigen Spiel, da sie im legten Augen blid eingesprungen ist. Paul Etlinger mimte sehr sympathisch nehmen Allüren einen ehemaligen Fürften, der nun der Artist Sam Bid geworden ist. Die schauspielerische Unbeholfenheit und der Mangel an Gestaltungskraft ermies sich von neuem bei Frau Elfe Baffermann Dgr. Die Bestie im Menschen, der Zynismus, wird überall da ihr Haupt erheben, wo die natürlichen und berechtigten Forderungen mit Gewalt unterbrüdt werden. Der Rüden der Arbeiter ist der selbstlofe grüne Tisch, auf dem die Unternehmer und Spekulanten bas Glüdsspiel spielen, zu dem die heutige Produktion geworden ist. die heutige Produktion geworden ist. Dem Staate schreibe ich die hohe, gewaltige Aufgabe zu, die einen Clown, und Albert Bassermann mit äußerst vorReime des Menschlichen zu entwickeln. Der Säbel ist zwar der Säbel, aber er ist nie das Recht. Im allgemeinen ist der Mensch eben ein Probuft seiner Lage und wer ganze Klaffen von Menschen wirklich ändern will, muß zuvor Cine wirklich revolutionäre Bewegung, eine solche, die auf einem hoge beebingungen ihrer Lage ändern, bie fie eben zu dem machen, mas find.. rahrhaft neuen Gedankenprinzipe fteht, ist, wie fich der tiefere Denfer zu feinem Trofte aus der Geschichte zu beweisen vermag, noch niemals untergegangen, mindestens nicht auf die Dauer. 串 Die große Industrie und ihre den Mittelstand absorbierende 2ttraktionskraft tann durch nichts befiegt werben, als durch die noch größere, durch die größeste Industrie, b. h. durch die Berbin bung des Staates mit der Industrie. Der würde ein Tor fein, der die Reform der ganzen Weltein richtung mit einem Schlage fiefern oder auch mir auf einmal anfaffen wollte. Das gute Einverständnis zwischen den beiden großen Kulturnüffern, Deutschen und Franzosen das ist der Bunft, von wel chem alle politische Freiheit, cller zivilisatorischer Fortschritt in Europa, alle Bermehrung und Verwirklichung der geiftigen Ideen maffe, furs, alle bemokratische Entwicklung und fomit alle Stultur. Das allgemeine Bahlrecht ist jene Lanze, die selbst die Wunden heilt, die sie geschlagen hat. Die menschliche Gemeinsamteit, die Solidarität, läßt sich verfennen, aber fie läßt sich nicht aufheben. Bühnenfeiter hat den Antrag des Vorstandes, die Listen der Gagenton Die Abänderung der Gagenkonvention. Der Berband Berliner vention aufzuheben, angenommen. Bei allen Abschlüssen zu einer Tagesgage von mehr als 50 M. muß die Genehmigung der KomTagesgage von 300 M. festgesetzt. Die Kommission besteht aus mission eingeholt werden. Als Höchstagge wurde wie bisher eine dem geschäftsführenden Direktor des Deutschen, Bühnenvereins, R.-A. Artur Wolff, und den beiden Borfizenden des Berbandes Berliner Bühnenleiter Prof. Dr. Robert und Dr. Martin Zidel. " 3m Deuffchen Sänfflertheater wird Riqnette mir noch bis Mitte Nur auf dem Boden wirklicher Freiheit tam sich alles Große woch, den 15., gespielt, da Räthe Dorsch dann ihren Gastspielverpflichtungen entwickeln. naglommen muß. Der Meinefelde Männerchor Berlin 1900 veranstaltet am 1. Diter feiertag. abends 7, Uhr ein ubiläumstonzert im. Ronzertsaal der Staatlichen Hochschule für Musik. Ohne Leidenschaft wird in der Geschichte fein Stein vom andern gerüdt! Ohne Leidenschaft ist feine einzige jener gemaltigen Be freiungen ausgeführt worden, deren Aufeinanderfolge die Welt- Tung vom 5. April den neuen Borstand wie folgt gewählt: 1. Borj. gefchichte bildet. führung am Montag, den 18., in Unterbrechung ihres Biener Urlaubs, bie Staatsoper. Barbara Remb wird in ber Barfifa 1 Auf Partie der Kundry fingen. Der Stuhverband deufcher Schriftfeller bat in seiner Hauptversamm Dr. Theodor Heuß; 2. Borf. Febor v. Rob Itib, 1. Shrifti. Dr. Werner Mabrbolz, 2. Schriftf. Rudolf Leonhard, 1. Raffenbart fred Berre, 2. Staffenwart Dr. Leon Beitlin. Ferner als Betfizer: Robert Breier, Dr. Month Jacobs, Dr. Rudolf Cahn- Speher, Bruno Schönlant, Dr. Margarete Rothbarth. 9 Großer Kammererfolg der Linken. Eine dreistündige Rede Herriots. Paris, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Parteien der. Cinken waren außerordentlich gut beraten, als sie am Donnerstagmorgen nach einer eingehenden Erörterung der Lage befchloffen, den Sampf, den die Rechte feit Wochen mit den vergifteten Waffen gegen die Regierung und die Demokratie überhaupt führt, mit einer Gegenoffensive auf der ganzen Linie zu beantworten. Herriot, der am Mittwochabend nach der zweifelhaften Abstimmung im Senat entschloffen war, zurüdzutreten, hat sich auf den Rat seiner politischen Freunde hin durch die Einmütigkeit, mit der fämtliche Gruppen des Kartells sich wieder um ihn gefchart haben, dazu bestimmen laffen, auf seine Rücktrittsabficht zu verzichten und von der Tribüne der Kammer herab das ganze Neh von Intrigen und Lügen, das die Reaktion gesponnen hat, zu zerreißen. Den Anlaß dazu gab ihm eine von der Cinfen eingebrachte Interpellation über die Finanzpolitik der Regierung. Dadurch wurde es Herriot ermöglicht, in ungewöhnlich geschickten und glänzenden Ausführungen den füdenlosen Nachweis zu erbringen, daß die Schuld an den finanziellen Schwierigteiten, mit deren Verantwortung man in der unredlichsten Weise die Linke zu belasten versucht hat, a usihließlich auf den Nationalen Blod zurüdfällt, deffen Ministerien nicht nur die Finanzen des Landes in Grund und Boden zerrüttet haben, sondern auch den ersten Schrift zu jenen gesetzwidrigen Finanzoperationen mit der Bank von Frankreich getan haben, die nunmehr zur Erhöhung des Notenumlaufs zwingen. Die immer wieder vom Wufgeheul der Rechten unterbrochene, mehr als dreistündige Rede, die dafür eine lüdenlose Beweisführung lieferte, ficherte dem Kabinett Herriot einen ungewöhnlich starten Erfolg. Die Aussprache dauerte in den Abendstunden noch an und wird wahrscheinlich in einer Nachtfihung fortgefeht werden. Bon den vier Parteien des Kartells ist ein gemeinsamer Bertrauensantrag eingebracht worden, deffen Annahme mit ciner Mehrheit von etwa 300 Stimmen fchon feht außer Zweifel steht. Vertrauensvotum für Herriot. Paris, 9. April.( T2) Da außer der von den Mehrheitsparteien eingebrachten Tagesordnung noch andere Tagesordnungen eingebracht waren, setzte Herriot für die Tagesordnung Cazal die Bertrauensfrage ein. Die, Tagesordnung Cazal erlangte die Priorität mit 291 gegen 242 Stimmen. Darauf begann um 9,40 Uhr die Abftimmung, bel der die Tagesordnung der Mehrheitsparfelen mit 290 gegen 246 Stimmen angenommen wurde Mussolini schweigt. Keine Antwort ist auch eine Antwort. Erft fürzlich hatte Muffolini im italienischen Barlament feler lich erklärt, daß er die diplomatischen Bertreter Italiens fortlaufend unterrichten und anweisen würde, allen für das faschistische Regime ungünstigen Meldungen der ausländischen Presse entgegenzutreten. Wir waren daher gespannt auf die Entgegnung, die die italienische Botschaft auf unsere Enthüllungen vom 7, April über das Memorandum Filippellis veröffentlichen würde. Obwohl anzu nehmen ist, daß die Berliner Botschaft Inftruftionen aus Rom er. beten hat, ist von dieser Seite noch mitteiner Silbe zu unseren Enthüllungen Stellung genommen worden. Das ist wohl das beste Eingeständnis der Echtheit dieses Memorandums und damit auch der Richtigteit seines Inhaltes. Der italienische Bürgerkrieg. Sprengförper gegen Sozialisten. Bom, 9. April( Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag fand im Softshaus eine nichtöffentliche Verfammlung der Opposition ftait, wobei außer anderen ber Sozialist Turati sprach. In die von mehreren hundert Personen besuchte Versammlung wurde ein Sprengförper von außen in den Saal geworfen, modurch eine gewiffe Unruhe erzeugt wurde. Nach Schluß der Veranstaltung tam es an Zwischenfällen und zu Schlägereien zwischen den Anhängern der Opposition und denen der Regierung, wobei ungefähr 30 Leute verlegt wurden. In Bologna haben Faschisten infolge Ermordung eines faschisti ( chen Eisenbahners, der in der vorgestrigen Nacht a Ilem Anschein nach von Kommunisten niedergeschossen wurde, in der vergangenen Nacht in den von Kommunisten besuchten Lokalen zahl reiche Personen tätlich angegriffen, von denen eine Den erlittenen Berlegungen erlegen ist. Mehrere Verwundete wurden ins Krankenhaus übergeführt. In Faenza feuerien dret unbefannte Personen, vermutlich Kommuniften, auf drei Fasdnsten mehrere Revolverschüsse ab und fetten das Feuer fort, als sie diese bereits niedergeredt hatten. 3wet der Getroffenen find ihren Wunden erlegen, der dritte hat eine schwere Berlegung erlitten. Die Mörder hielten das herbeieflende Bublitum mit ihren Revolvern in Schach und enttamen auf Fahrrädern. Die Regierungsbildung in Belgien. Besprechungen mit den Parteiführern. Brüffel, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Der König hat bereits die Besprechungen mit den Parteiführern über die Regierungsbildung begonnen. Er hatte zunächst eine lange Aussprache mit dem bisherigen Präsidenten der Kammer, dem Genossen Emil Brunet, und den fatholischen Senatspräsidenten, ferner mit zwei Bertretern ber bisherigen Regierungsmehrheit, dem flämisch- katholischen Innen minister Boullet und dem liberalen Außenminister Hymans. Das Ausland über Hindenburg. Was sagt Herr Stresemann dazu? Stimmungsumschwung in Amerika. Einmütige Warnungen aus Deutschösterreich. New York, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Kandidatur Wien, 9. April.( Eigener. Drahtbericht.) Alle Wiener Hindenburgs erregt in ganz Amerita großes Aufsehen. Die Blätter beschäftigen sich am Donnerstag in Leitartikeln mit der Regierungstreise find peinlich überrascht. Senator Bora h. Randidatur Hindenburg. Die Arbeiter Zeitung" fragt einleitend a bob Arbeiter- Zeitung" der als Vorsitzender des Senatsausschusses für auswärtige Politit ob es möglich wäre, daß es einem Franzosen einfiele, den Marschall den entscheidenden Einfluß auf die amerikanische Außenpolitit übt, och den großen Krieg gewonnen. Aber Foch felbit türde eine Politifoch zum Präsidenten der Republif zu wählen, und doch habe weigerte sich, eine, offizielle Stellungnahme zur Kandidatur Hinden solche Kandidatur nicht annehmen. Die Arbeiter- Zeitung" erklärk burgs zu äußern. Die Börse hat bis jetzt auf Hindenburgs Kan. dann die Kandidatur Hindenburg als didatur noch nicht reagiert. Dagegen sind die führenden Finanzkreise mit dem extrem- tonservativen Ballstreet- Journal" einer Meinung, daß mit der Wahl Hindenburgs auch der Rechtsblock an die Macht tomime und die deutsche Politit ins reaktionäre Fahrwaffer gelentt werde. Nicht nur die Wahl Hindenburgs, sondern schon seine Ran dibatur müsse die öffentliche Meinung Ameritas, die ihre Sympa thien in legter Zeit Deutschland zugewandt hatte, " zugunsten Frankreichs' beeinfluffen. Aus einem längeren Brivattelegrammm der„ Boffischen Zeitung aus New York entnehmen wir: Der fatastrophale Einbrud, den die Kandidatur Hin denburgs auf Amerita gemacht hat, wird immer deutlicher flar. Die Nachricht wurde zunächst vielfach gar nicht geglaubt, dann aber überall in lebhaftester Weise besprochen. In Finanzfreifen wurde diefe Wendung faft ebenfo erregt erörtert wie Herriots Miß trauensvolum und die Frankentrise. Die Stimmung für deutsche Anleihen ist völlig geschwunden. TA eine Provokation der Vernunft und Moral und fagt, der Rechtsblod müsse von allen Göttern vers lassen sein, wenn er nun mit dem uniformierten Po panz herausrüde: Nun steht die Frage wenigstens tlar und deutlich vor dem deutschen Bolte: die Demokratie auf der einen, die Reaktion auf der anderen Seite, und zwar die unverhüllteste Reaktion, welche die Republik verneint, den[ ozialen Fortschritt haßt und den Revanchefrieg vorbereiten will. Hinden burg zum Bräsidenten der Republit zu bestellen, da tönnte man ja gleich den Herrn Wilhelm wieder einsetzen," Die Neue Freie Presse" nenni die Kandidatur einen trau rigen Mißgriff und fragt, ob denn irgend jemand in Deutsch land mit nur halbwegs flarem Berstand und auch nur einiger Kenntnis der Dinge sich nicht darüber im flaren ist, was die Kandidatur Hindenburg bedeuten müsse; Hindenburg als Reichspräsident, das wäre der sichere Berit Diefes Attentat darf nicht gelingen. des mühsam errungenen internationalen Bertrauens, das Deutschland heute so notwendig braucht." Ein Bantier, der mehrere deutsche Anleihen verhandelt hat, fragte erst türzlich in einer Ansprache an nationale Jugendverbände gesagt: Die christlichsoziale Reichspost" erinnert daran, daß Hindenburg mich, ob ich eine Unterstützung der Industriellen für Hindenburgs hat: och lebt in uns per 28 ille zur Lat, und ich bente, bie Kandidatur für möglich halte. Auf meine bejahende Antwort Stunde wird lommen, in der wir handeln müssen!" Es sei begreif meinte er, dann möge die Industie gefälligst felbft verlich, wenn ein Heerführer solche Worte gebrauche, aber belastend suchen, in Amerika deutsche Anleihen unterzubringen; er wage es feien fie für einen Mann, der als politischer Repräsentant Deutsch nicht mehr, den amerikanischen Zeichnern deutsche Objekte anzubieten. lands auftreten will, belastend für ihn und noch mehr für das Reich, das er gegebenenfalls vertreten würde. Katastrophaler Eindruck in Italien. Rom, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Randidatur Hinden burg hat, hier einen geradezu fataftrophalen Eindrud hervorgerufen. Der Messaggero fchreibt: Die Nominierung Hindenburgs durchtre uzt die Linie der Außenpolitif, die das Kabinett angeblich verfolgt. Gerade Stresemann, der eine Einigung der Nationalisten mit der Boltspartei befürwortete, sieht fich heute zu der Erklärung gezwungen, daß die Kandidatur Hinden burgs ans außenpolitischen Grünben unmöglich ist. Dieser 3wie. ipalt in der Rechten wird früher oder später seine Wirkung zeigen. " Englische Betrachtungen. 74 Condon, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Der Manchester Guardian" schreibt in seinem Leitartikel, die Wahl Hindenburgs be deufe die freiwillige Rüdfehr zur Bergangenheit, in der das deutsche Volt nicht Herr feiner Geschide mat. Der Banterott erklärung der Republit durch Hindenburg stände in Marg ein Mann gegenüber, der seine staatsmännische Befähigung in dem Feuer der Nachkriegspolitit erwiefen hat. Am Donnerstag abend schreibt Standard": Wenn Hindenburg sich auch nicht politisch be tätigt, so ist er doch seit Kriegsende der Sammelpunkt allen milliaristi schen und monarchistischen Fühlens. Evening News: Hindenburgs Wiederkehr ist eine ernste erausforderung der deut. fchen Republic Er ist ber Mann der Monarchie, der sich nie mals mit dem bestehenden Frieden abgefunden hat Star: Die Kandidatur Hindenburg wird sich vielleicht nicht so erfolgreich er. weisen als ihre Anhänger glauben, da nach den jüngsten Feft. ftellungen eines englischen Beobachters in Deutschland die Deutsch nationalen fich in einem Irrtum befinden, wenn fie Generäle für populär halten. Die Schweizer finden es zugleich grotesk und gefährlich Die Genf, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Schweizer Bresse nennt die Kandidatur Hindenburgs eine Groteske und ein Komödien piel, das gleichwohl für Deutschland schwerwiegende außen- und innenpolitische Folgen nach sich ziehen wird. Baseler Nationalzeitung" schreibt von einem lächerlichen und gefährlichen Spiel. Die Randidatur habe aber das Gute, baß sie jeden zwinge, endlich Farbe zu bekennen. Das Blatt schließt: Am 26. April wird man ziffernmäßig wissen, wieviele Deutsche gegen über der Torheit, der felbftmörderischen Herausforderung und Abgeschmadtheit einer folchen Kandidatur gegenüber blind find. Es wird nur die Minderheit fein, aber es ist wichtig, daß es eine fleine Minderheit sei, daß die Republikaner die Dreiftigkeit und Ahnungs fofigfeit ihrer Gegner ausnügen und gegen den Kandidaten' des deutschen Krieges für den Kandidaten des deutschen Friedens werben. Hindenburg symbolistert glücklich, daß die Reaktion gleich zeitig Krieg und Niederlage ist. A. Die Poincaristen jubeln. Paris, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Wenn auch das In tereffe der politischen Kreise und der öffentlichen Meinung des Ban des feif Tagen ausschließlich in Anspruch genommen wird von der innerpolitischen Krise, die selbst in der Presse die Beschäftigung mit Fragen der auswärtigen Politik nahezu völlig zurüddrängte, hat die Nachricht von der Aufstellung der Kandidatur hin. denburgs für die Präsidentschaft der Deutschen Republit in Paris wie eine Bombe eingeschlagen. Man macht hier nicht den geringsten Hehl daraus, daß eine Wahl Hindenburgs, der fich nach seiner eigenen Erflärung lediglich als Plahhalter der Hohenzollern betrachte, eine schwere Berwicklung der internationa len Lage von geradezu fatastrophalem Charakter zur unmittelbaren Folge haben würde und Frankreich nicht zögern merde, die in der Wahl des typischen Bertreters des imperialisti. fchen und militaristischen Deutschlands und der Revancheidee zum deutschen Staatsoberhaupt liegende Gefahr für seine Sicherheit mit entsprechenden Gegenmaßnahmen zu beantworten. As Mindestmaß solcher Sicherheitsvorkehrungen wird schon heute die Aufrechterhaltung der Belegung des Ruhrgebietes und ber Stölner Sone bezeichnet. Es wird versichert, daß die französische Regierung fich darüber unverzüglich mit den anderen Kabinet ten der Entente ins Benehmen fezen werde. Ein besonders schwer wiegendes Moment sieht man in den äußeren Umständen, unter denen die Aufstellung Hindeburgs erfolgt ist, und die auch nicht den geringsten Zweifel baran laffen, daß Hindenburg, der zweimal bie Randidatur der Rechten abgelehnt, schließlich dem vom ehemaligen deutschen Kronprinzen und dem Großadmiral v. Tirpitz aus geübten Drud nachgegeben hat. Refflofe Befriedigung über die Kühnheit, mit der in Deutsch land die Reaktion die Maste abwerfen zu dürfen glaubt, herrscht begreiflicherwelfe im nationalistischen Lager Frankreichs, wo man bereits versucht, diese Wendung der Dinge gegen die Ber. ständigungspolitit Herriots und gegen die vom Kabinett Luther- Stresemann vorgeschlagene Löfung des Sicherheitsproblems auszubeuten. So sagt der" Temps", daß nach der Aufstellung Hindenburgs zum Präsidentschaftskandidaten durch die Parteien der gegenwärtigen Regierungstoalition die feit Wochen von den alliter ten Rabinetten erörterte Frage der Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit der deutschen Garantieangebote eine unzweideutige Antwort ge funden habe und man nunmehr auch in London und Brüssel einsehen müsse, daß mit einem Deutschland, dessen Regierungspar teien den Schildträger der Hohenzollern an die Spize des Landes zu ftellen entschlossen sind, der ist. Abschluß eines Garantievertrages unmöglich Die neue Zürcher Zeitung" nennt die Kandidatur Hindenburg eine Ungeheuerlichkeit, bie man bei aller Erfahrung mit der In der Beurteilung der Wahlaussichten Hindenburgs ist man deutschen Nachfriegsmentalität doch faum für möglich gehalten hätte. in Paris sehr steptisch. Es herrscht die Auffassung vor, daß die Daß der 77jährige General aus seiner Ruhe heraus in das Partei Deutschnationalen die Popularität des Mannes, der die Berant getriebe gezerrt wird, um feine militärischen Berdienste zum Stimmenfang zu benutzen, das ist nur die menschlich unerquid. wortung der Niederlage von 1918 trägt, bedeutend überschäzen Stimmenfang zu benutzen, das ist nur die menschlich unerquid. und selbst der„ Temps" und die„ Liberté" glauben, daß Hinden liche Seite der Angelegenheit. Schwerer als das Unrecht, das der Reichsblod gegenüber dem alten Feldherrn begeht, wiegt das Inburgs Aufstellung die Standidatur leichtfertig in die Gefahr neuer schwerer innen techt gegenüber dem deutschen Bolt, das durch diese und außenpolitischer Erschütterungen und Bedrängnisse hineingestürzt wird. Hindenburgs Name genügt, um im Auslande den Eindrud zu erweden, daß die unverhüllte Realtion in Deutschland nach der Macht greift. auch wenn Hindenburg auf dem Reichspräsidentenstuhl weder die Kraft noch den Willen haben follte, die Geschicke des Reiches zu beeinflussen. Die Aufstellung des Chefs der deutschen Obersten Heeresleitung im Weltkriege als PräZerbrochene Fensterscheiben. Die Ablehnung des deutsch- spanischen Handelsabkommene. Die deutsche Handelskammer in Barcelona bat an die Reichsregierung anläßlich der Ablehnung des deutsch- fidentschaftskandidat muß fpanischen Handelsabkommens durch den handelspolitischen Ausschuß des Reichstags folgendes Telegramm gerichtet:„ Das Abftimmungsergebnis des handelspolitischen Ausschusses hat sofort lähmend auf den deutschen Absah in Spanien gewirkt. An gesichts des nunmehr befürchteten 3ollfrieges lehnen die spanischen Näufer die Bergebung neuer Aufträge ab und annullieren die bereits erteilten. Um den Bruch der Handelsbeziehungen zu vermeiden, ist die Ratifitation des Abkommens unbedingt erforderlich.“ Reichsrat und Aufwertung. Für die Beratung der Steuer und Aufwertungsgefeße ist nunmehr eine Bollfizung für Mittwoch, den 22. April, in Aussicht genommen. Der Blaffenlamps". Das Hallesche Organ der Kommunistischen Partei, hatte den Fall Haarmann zu einer schamlosen Blatatpropaganda gegen die Republit benutzt. Deshalb sollten sich ber verantwortliche Redakteur Drechsler und der Geschäftsführer Barnad vor Gericht verantworten. Beide feugneten, irgend etwas zu wissen und baten um gut Wetter. Das Gericht verurteilte Drechsler zu drei Monaten und Barnad zu sechs Wochen Gefärignts, wie ein hohn auf die Mächte wirken, denen Stresemann vor einigen Monaten einen Sicherheits paft angeboten hat, und das berechtigte oder unberechtigte mik hauen der Belt wird Deutschland abermals mit einer chinesischen Mauer umgeben.. Journal de Genève" sagt: Die Kandidatur Hindenburg ist eine nationale Demonftration gegen die Regierung CutherStrefemann, deren Garantieangebot die deutsche Rechte schwer verstimmte; aber. man soll die Bedeutung Hindenburgs nicht übertreiben. Er ist seit dem Kriege nicht jünger geworden, und er hat nicht das Zeug zu einem großen Abenteurer. Er ist weder ein Napoleon, noch ein Bis. mard noch ein Mussolini, nicht einmal ein Napoleon III., Dielleicht auch nicht einmal ein Mac Mahon. Diese Kandidatur heweist, daß das Deutschland von geftern, wenn es einen großen Mann nötig hat, ihn nur unter den Rodschößen eines Königs findet; aber sie bemeist auch, daß die großen Männer dieses Deutschlands 78 Jahre alt find, die ihre Augen auf die Bergangenheit richten oder bereits auf die Ewigkeit; die zu funft ihres Boltes aber werden diese Männer bestimmt nicht bauen. als verschlechtert hat. Die Niederlage Hindenburgs, erflärt der Aussichten von Marg cher verbessert Temps", würde das Gute haben, daß es zu einer reinlichen Scheidung der Geister kommen und die Demokratie in Deutschland eine beträchtliche Erstarkung erfahren würde, zumal nach der Niederlage, die Stresemann durch die Deutschnationalen erlitten habe, die Stellung der gegenwärtigen Reichsregierung mit der Wahl des Kandidaten der Linksparteien unhaltbar werden müsse. Genugtuung in Polen. Warjdau, 8. April.( DE.) Anläßlich der Kandidatur Hinden burgs wird in der Warschauer Presse die Erwartung ausgesprochen, daß Hindenburgs Wahl zum Reichspräsidenten das deutsche Garantieangebot an die Westmächte zum Scheitern bringen müßte, was den Wünschen der polnischen Rechtspresse entsprechen mürbe. Der Grundton der Pressestimmen ist die Schadenfreude wegen der Schwierigkeiten, welche von dieser Kandidatur für die deutsche Außenpolitik erwartet werden. Die nationaldemokratische Gazeta Poronna" meint, legt müsse Der gefinnungsverwandte Stresemann zurücktreten. Kurjer Barzamsti" spricht mit Befriedigung von einer Ba banquepolitit Deutschlands, welche diesem schwere moralische Einbußen im Auslande bringen und die bisherige Politik Berlins und Londons fabotieren" werde. Korfantys„ Rzeczpospolita" bemut leidet aus diesem Anlaß in ironischer Weise den Berliner englischen Die rechtsstehende Warszawiania" Botschafter Lord D'Abernon sieht in Hindenburg einen Schrittmacher der hohen. zollern, der sozialistische Robotnik" spricht von einer Herausforderung " Gewerkschaftsbewegung Die Einigung marschiert. Das Jahr 1923 mit seinen Währungs- und Wirtschaftskrisen erzeugte in weiten Kreisen der Arbeiterschaft eine Art VerzweifLungsstimmung, auf Grund deren sie in der reformistischen" Gemertschaftsarbeit teinen Sinn mehr fahen und infolgedessen nur allzu leicht der Agitation der Kommunisten mit ihrer Bertröstung cuf die Beltrevlution verfielen. Das hat sich geändert. Von Gefundung der Gewerkschaftsbewegung Zeugen zunächst die Ergeb= nisse der Wahlen zu den gewerkschaftlichen Ortsverwaltungen oder Ortstartallen. Hauptsächlich im Deutschen Metallarbeiterverband zeigt fich eine erfreuliche Veränderung. Heberall ist die kommunistische Opposition stark zurüdgedrängt. Bemerkenswert ist vor allem, daß sogar in Rheinland- West falen, das als Schauplah der Ruhrinvasion für die kommunistische Agitation besonders günstigen Nährboden bot, der kommunistische Einfluß in der Gewerkschaftsbewegung einen starken Rückgang auf zumeisen hat. Bei den Wahlen zur Ortsverwaltung in Köln murden 3 B. gegen die Liste der Amsterdamer Richtung nur zwei Stimmen abgegeben. In Dortmund, Hörde, Effen, Mülheim und Duisburg gelangten die Ortsverwaltungen wieder in die Hände der Amsterdamer Richtung, während noch im Borjahre die Kommunisten die Leitungen in diesen Zahlstellen besezen tonnten. In Dusseldorf stehen 657 Stimmen für die Amsterdamer Liste 330 Stimmen für die Moskauer Liste gegenüber, und in Gelsenkirchen, wo früher die Kommunisten souverän herrschten, fam es nur noch zu einer Mehrheit von sechs Stimumen für die Liste Moskau. In Bielefeld verzichtet die kommunistische Opposition sogar auf eine eigene Lifte. Die Dienstzeit fann auf 51 Stunden möchentlich herabgelegt werden, soweit dies ohne erhebliche Mehraufwendungen möglich ist. Unberührt bleiben die allgemeinen Grundfäße über die Verpflichtung des Beamten, die ihm übertragenen Arbeiten rechtzeitig ohne Rücksicht auf die allgemeine Regelung der Dienſtſtunden zu erledigen, und über die Erhöhung der Dienstzeit bei bloßer Dienstbereitschaft. Die Reffortminister erlassen die erforderlichen Ausführungsbestimmungen." Die unerträglichen Bestimmungen der Dienstdauerverordnung der Reichsbahn und ihre Auswirkungen auf die Bermehrung der Unglüdsfälle die fast immer dadurch verursacht werden, doß das Reichsbahnpersonal dienstlich bis ins Ungemeffene ausgenutzt wirdzwingen uns, die Reichsbahngesellschaft zu veranlassen, den Reichs bahnkabinettsbeschluß auch für die Reichspostbediensteten anzu erkennen. Bei Aufstellung von Dienstplänen konnten wir feststellen, daß in rücksichtsloser Beise vom Personal verlangt wird, über 340 Stunden Dienst im Monat zu verrichten. Es ist dies ein Zustand, der sich unmittelbar auf die Betriebssicherheit des Berkehrs auswirken muß. Andererseits bedeutet diese Dienstregelung eine unverantwortliche Schädigung des Gesundheitszustan des des Reichsbahnpersonals. Eine alte und befannte Forderung unsererseits ist weiter die Wiedereinführung der ungeteilten Arbeitszeit des statio nären Bersonals. Durch den oben erwähnten Kabinetisbeschluß wird dieser Forderung( für die Reichsbeamten) Rechnung getragen, und zwar insoweit, als in allen deutschen Städten mit über 200 000 Ein wohnern soweit das bisher noch nicht der Fall war zufünftig die ungeteilte Dienstzeit eingeführt werden soll. Auch diese Errungenschaft dürfte von der Reichsbahn A.-G. ohne irgendwelche wirtschaftlichen Schäden für sie durchgeführt werden können. Eben falls die Arbeitszeitregelung für das Fährfchiff personal hat uns wiederholt Veranlassung gegeben, mit der Reichsbahn zu verhandeln. Leider zeigte die Reichsbahnverwaltung in dieser außer ordentlich wichtigen Angelegenheit feinerlei Interesse und Verständnis. Nach dem Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums find durch eine Kommission die Härten der DDB. zu prüfen und zu beseitigen. Bis heute haben wir leider von dieser Kommiffionstätigkeit noch nichts verspüren können. Dagegen hat die Reichsbahnverwaltung an die Reichsbahndirektion vor einigen Tagen einen Erlaß heraus gegeben, in welchem die Instanzen darauf hingewiesen werden, daß man es nur mit einer sogenannten kann Borschrift zu tun habe. Anscheinend glauben die Machtinhaber der Reichsbahn A.-G., die Geduld des Personals einmal auf die Probe stellen zu müssen. Wir warnen dringend vor einer Ueberspannung des Bogens und richten an die Reichsbahnhauptverwaltung die präzise Frage: Ist die Reichsbahngefellschaft bereit, den Kabinettsbeschluß vom 3. März auch für ihr PerAehnlich stark geht der Einfluß der kommunistischen Gewert schaftsopposition in Mitteldeutschland zurück. In Halle, mo im Vorjahre noch die Vertreter der Amsterdamer faum öffentlich auftreten konnten, da sie niedergebrüllt wurden, gelang es Anfang Dieses Jahres, 322 Stimmen für Amsterdam den 511 für Moskau entgegenzusetzen. In Wittenberg stehen 36 Stimmen für Moss fau 35 Stimmen für Amsterdam gegenüber. In Merseburg, wo die Verwaltungsstelle seit Jahren kommunistisch belegt war, murde ebenfalls die Amsterdamer Liste mit großer Mehrheit gemählt, während die Moskauer Opposition nicht mehr als ein Fünftel ber abgegebenen Stimmen erhielt. Aehnlich liegt es in Bitter feld, wo nur ein Sechstel der Stimmen für Moskau abgegeben worden ist, so daß die Ortsverwaltung nur aus Mitgliedern der Amsterdamer Richtung gebildet wird. Aehnlich ist es in den Hauptstädten Thüringens: In Ersonal anzuerkennen? furt wurden noch 1924 rund 400 Stimmen für Mosfau und 200 Stimmen für Amsterdam bei der Wahl des Geschäftsführers der Ortsverwaltung abgegeben. Jetzt hat sich dieses Verhältnis geändert in 316 Stimmen für Moskau und 368 Stimmen für Amsterdam. Noch günstiger fielen die Wahlen zur Ortsverwaltung aus. Hier standen 385 Stimmen für die Liste Amsterdam nur noch 316 Stim men für die Liste Moskau gegenüber. In gleicher Weise ergaben die Wahlen in 3eiz und Braunschweig starke Mehrheiten für die Amsterdamer Liste. Aus den nördlichen Küstengebieten kommen gleiche Meldungen: In Hamburg verzichtete die Gewerkschaftsopposition" auf eine eigene Lifte, anscheinend, um den starken Rückgang nicht zahlenmäßig feststellen zu lassen. In Wilhelmshaven und Wismar brad)= ten die Kommunisten nur etwa ein Zehntel der abgegebenen Stimmen auf, so daß die Ortsverwaltungen nur aus Anhängern der Amsterdamer Richtung zusammengesetzt werden. Auch bei anderen Gewerkschaften zeigt sich ein andauernder Rüdgang der tommunistischen Oppofition. So entsandten die Zegtilarbeiter in Chemniz im Vorjahre noch 22 Ver treter der Liste Moskau in die Ortsverwaltung, während sie 1925 nur noch einen Bertreter bei den Wahlen burchbrachten. Aehnlich stark ist der Rückgang in der bisherigen tommunistischen Hochburg Faltenstein, wo die Moskauer gegen fiber 106 Stimmen für Amsterdam nur noch 56 Stimmen aufbringen fonnten. In Berlin mußten die„ oppofitionellen" Textilarbeiter fogar auf Aufstellung einer eigenen Liste verzichten. In Leipzig geht auch bei dem 3immererverband der kommunistische Einfluß start zurück. Die Neuwahlen ergaben ein Stimmenverhältnis von 298 für Moskau und 512 für Amsterdam. Die Leipziger oppositionellen" Transportarbeiter brachten überhaupt feinen Bertreter bei den Ortsverwaltungswahlen durch. " Besonders deutlich kommt der Niedergang der kommunistischen Opposition auch bei dem zu Beginn des Jahres von der KPD. einberufenen Betriebsrätefongresses" des mitteldeutschen Bergbaues zum Ausdruck. Bon ungefähr 2000 Betriebsräten folgten diefer Einladung nur etwa 30. Endlich sei noch das Ergebnis der Wahl zum Ausschuß der Landesversicherungsanstalt der Rheinprovinz angeführt. Bei diesen im Dezember 1924 stattgefundenen Wahlen murden insgesamt 1463 900 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf die Liste des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes 780810, auf die der christlichen Gewerkschaften 613 740 und auf die Liste der KPD, ganze 52 388 Stimmen, während der Rest sich auf vier örtliche Listen verteilte. Die angeführten Zahlen, die beliebig vermehrt werden könnten, zeigen eine erfreuliche Gesundung der Gemertschaftsbewegung. Die Dienstzeit der Reichsbahnbeamten. Ban der Reichsgewertschaft Deutscher Reichsbahnbeamten und Anwärter wird uns geschrieben: Das Reichsfabinett hat am 3. März folgenden Beschluß gefaßt: Die im Hinblid auf die Notlage des Reichs über die Dienstzeit ber Reichsbeamten für die Zeit bis zum 31. Dezember 1925 getroffenen Beschlüsse werden vorläufig wie folgt gemilbert: Der Streik der Feilenarbeiter beendet. Die im Deutschen Metollarbeiterverband organisierten Feilen arbeiter beschlossen in ihrer Branchenversammlung am 8. April den Streit abzubrechen, da ein Vergleichsspruch vom Schlichter Groß- Berlins vorliegt, der von beiden Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmerorganisation unterzeichnet ist. Die Feilenarbeiter stehen aber auf dem Standpunkt, daß niemand sie zur Arbeit zwingen fann und beschlossen, falls die Streifleitung im Berein mit den Organisationsvertretern feinen Ausgleich anderweitig in der Metallindustrie Arbeit zu mit dem Feilenbund erreichen kann, ihre Entlassung zu nehmen, um suchen. Eine große Er bitterung herrscht unter den Feilenarbeitern über die Ablehnung der Schleiferforderung. Den Schleifern, die in harter, lebensgefährlicher Arbeit frühzeitig an Schwindsucht zu grunde gehen, ist eine Zulage über 10 Broz. nicht gewährt worden. Die Streilleitung wurde beauftragt, noch einmal den Ber Cohnarbeitern neben den Schleifern zu einer Aufbesserung der handlungsmeg zu beschreiten, um auch den Hilfs- und Löhne zu verhelfen. schon so auf dem Hund, daß sie den Austritt aus ihrer Partei als Sympathieertlärung auffaffen. In diesem Sinne wird die organi fierte Arbeiterschaft bald nur noch aus Sympatgifierenden" bestehen. H 20 000 Hamburger Bauarbeiter ausgesperrt. Hamburg, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Bauarbeiter Groß- Hamburgs befinden sich seit einiger Zeit in einer Lohnbewe gung. Sie fordern unter Hinweis auf die amtliche Teuerungsziffer eine Erhöhung des bisherigen Lohnes auf das Riveau des Vorkriegslohnes. Diese Forderung wurde von den Bauunternehmern abgelehnt. Die Unternehmer machten ein ganz ge ringes Angebot und wollten außerdem eine langfristige Bindung durchsetzen. Damit erklärten sich die Bauarbeiter jedoch nicht einverstanden. Sie traten in einer großen Anzahl von Betrieben und Baustellen, die von der Organisationsleitung ausgesucht waren, in den Streit. Dieser Teilstreit ist jetzt von den Unternehmern mit einer Aussperrung jämtlicher Bauarbeiter beantwortet worden. Die Aussperrung beginnt am Donnerstag, den 9. April, nach Arbeitsschluß. Es werden von der Aussperrung im Groß- Hamburgischen Städtegebiet insgesamt über 20 000 Bauarbeiter betroffen. Eine feltsame Begründung. Wie wir im geftrigen Abendblatt des Vorwärts" bereits berich teten, hat das Reichsarocitsministerium den Antrag der Bergarbeiter organisationen, den am 24. März gefällten Schiedsspruch für den Ruhrkohlenbergbau verbindlich zu erklären, abgelehnt. Und zwar nach dem WTB. Bericht deshalb, weil das Ministerium aus den Nachverhandlungen die Ueberzeugung gewonnen hat, daß die zwischen den Tarifparteien bestehenden Meinungsver schiedenheiten night derartig groß sind, daß nicht bei beiderseitigem erneuten Berständigungswillen eine Einigung unter den Parteien selbst erzielt werden fönnte". Wie liegen die Dinge? Die Unternehmervertreter haben den Schiedsspruch in allen Teilen bekämpft unter Hinweis auf die angeblichen Absatzschwierigkeiten, und gegen den Schiedsspruch ge ftimmt. Die Bergarbeiternahmen den Schiedsspru an, die Internehmer lehnten ihn a b. Unter diesen Un ständen ist der Schiedsspruch für die Bergarbeiter natürlich prafti wertlos, menn er nicht für verbindlich erflärt wird. Sie beantragten daher durch ihre Verbände die Berbindlichkeitserklärung, worüber verhandelt wurde. Sind die Meinungsverschiedenheiten tatsächlich nicht groß, dann fonnten sie bei den Verhandlungen über eine Ver bindlichkeitserklärung behoben werden. Offenbar war dies nicht möglich. Glaubt man im Reichsarbeitsministerium, die Bechenbarone würden nachträglich einen besonderen Verständigungswillen an den Tag legen, den sie in diesem Falle bisher nicht befundet haben? Oder verlangt man von den Bergarbeitern, die zur Verständigung bereit waren, noch größere Rachgiebigkeit? Wenn sich nun ein beiderseitiger Verständigungswille, auf den das Reichsarbeitsministerium aus einer gewissen Verlegenheit heraus verweist; nicht ergibt, was dann? Die Bergarbeiter werden sich einer erneuten Verhandlung über die nicht großen Meinungsverschiedenheiten" nicht enziehen. Doch gibt es auch für fie eine Grenze, über die sie nicht hinaus tönnen. Bis es zu erneuten Berhandlungen kommt, sind drei Wochen verflossen, und wenn dieſe Verhandlungen zu keiner Einigung führen, kann das Spiel von neuem beginnen. Die ersten ergebnislos verlaufenen Verhandlun gen waren am 17. März, die neuen Verhandlungen können frühestens allzu stark belastet werden. am 14. April beginnen. Die Geduld der Bergarbeiter dürfte nicht Noch weit entfernt vom Achtstundentag. Auf der August- Thyssen- Hütte" in Hamborn ist die wöchent liche Arbeitszeit nach Berhandlungen mit den Arbeitnehmerver tretern von 57% auf 56 Stunden herabgefeßt worden. Die Kürzung im 1% Stunden erfolgt in der Sonnabendschicht. Es bleiben alfo Woche außerdem. noch neun Stunden tägliche Arbeitszeit und zwei Stunden in der Ein Unterstützungsschwindler. Wir machen alle Gewerkschaften und die sonstigen proletarischen Organisationen darauf aufmerksam, daß eine Bersönlichkeit, die sich Edgar Clausing nennt, ein Mit gliedsbuch des ZdA. vorweist und angibt, Antwerpener Straße 4 feiner besonderen Notlage" von einigen Stellen Unterstützungsbeizu wohnen, in der letzten Zeit versucht hat, unter Schilderung träge zu erhalten. Dies ist dem Betreffenden auch zum Teil gelungen. Jetzt vorgenommene Feststellungen haben ergeben, daß die gemachten Angaben zum Teil unwahr sind und erkennen lassen, daß es sich um einen Schwindler handelt. Wir warnen vor ihm. Gescheiterte Berhandlungen in der chemischen Industrie Am Mittwoch fanden für die chemische Industrie, Sektion nehmerorganisationen hatten 75 Bi. Stundenlohn gefordert. Berlin- Brandenburg, die Lohnverhandlungen statt. Die Arbeit nehmerorganisationen hatten 75 Bi. Stundenlohn gefordert. Die Unternehmer erflärten bei den Berhandlungen fategorisch, jede Lohnerhöhung ablehnen zu müssen. Auch das sofort angerufene Bezirkstarifamt fonnte zu feiner Entscheidung gelangen. Es wird an der Arbeiterschaft der chemischen Industrie liegen, ob sie gewillt ist, zu dem jezigen Hungerlohn von 62 Pf. weiter zu arbeiten. Wenn die Unternehmer sich bei ihrer ablehnenden Haltung so die Arbeiter in der chemischen Großindustrie zum großen Teil start fühlten, dann ist dies nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß un organisiert sind. Nirgends zeigt sich frasser als in der chemischen Industrie, daß die Lohnhöhe mit abhängig ist von der Stärke der gewertschaftlichen Organisation. Der Fabritarbeiterverband wird feinen Lohnabschluß vornehmen, für zum 14. April, vorm. 8 Uhr, geschlossen. den er nicht die volle Verantwortung übernehmen kann. Bei dem mangel eines Lohnabkommens aber sind größere Kämpfe under. meidlich. Die Arbeiterschaft der chemischen Industrie sollte den Schluß daraus ziehen, alles daran zu sehen, um ihre Organisation zu stärken. Die Flucht aus Moskau. Im Siemens Elmo Bert hat die Betriebsratswahl einen durchschlagenden Erfolg der freigewerkschaftlichen Einheitsliste ergeben. Die Rote Fahne" bemüht sich, diesen gewerkschaftlichen Erfolg in einen tommunistischen umzu- biegen. Sie behauptet, daß sich der Betriebs- und Arbeiterrat aus 3 Mitgliedern der SPD., 4 der KPD. und 8 Sympathisierenden" zusammensetzt. Natürlich sympathisierend mit Moskau. Das bolschemistische Blatt tut fo, als wüßte es nicht, daß diese" Sympathisierenden", soweit sie Mitglieder der KPD. waren, aus diejer aus. getreten sind, weil ihnen die gewerkschaftliche Zusammenarbeit höher steht, als ein Befehl Sinowjews. Die Moskowiter sind also AFA- Bund, Ortskartell Berlin. ftellung am 1. Diterfeiertag, nachmittags 3 Uhz, in der Goethe- Bühne, Deutscher Holzarbeiterverband, Berwaltungsfielle Berlin. Fite die Bor find noch Katrien zum Preise von 1 Mark inkl. Garderobe in Bureau zu haben. Die Ortsverwaltung. Deutscher Werkmeister- Berband. Des Osterfeftes megen bleibt die Geschäftsftelle des Bezirks 10, Stralauer Str. 56, vom Donnerstag, den 9. April, bis Butab, Ortsverwaltung Berlin. Die Geschäftsstelle bleibt Sonnabend, den 11. April, wegen des Osterfestes gefchloffen. Nächste Abend- Sprechstunde nad dem Feit: Freitag, 17. April 1925. bleibt Sonnabend, ben. April, gefchloffen. Rentralverband der Angestenten, Ortsgruppe Groß- Berlin. Das Ortsbureau Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Birtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schitowsti; Lotales Berlag: Borwärts- Berlag, G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Sonstiges: Frik Korstädt; Anzeigen Th. Glode; fämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 8. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Binen". Eukodal, Pantopon Morfium Schloß Rheinblick, Godesberg Rhein. Dr.Mueller- Roland, selt 1899, usw. KokainEntwöhnung Prospekt frel Alcohol Kaiser's Fest- Kaffee zu 3,60, 4,00, 4,40, 4,80 das Pfund, Zum Osterfest reichste Auswahl in Kakao/ Schokoladen/ Pralinen Keks und Biscuits In bester Qualität billigst aus eigenen Fabrikken Kaiser's Kaffee- Geschäft Filialen in allen Stadtteilen Groß- Berlins Str. 17042. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Osterwanderungen in den Frühling. Das Osterfest, drei oder vier zusammenhängende Tage, todt des Barod wurde sie neu ausgestaltet; geradezu überfinnlich wirkt Viele wieder hinaus„ aus dem Druck von Giebeln und Dächern, der überreiche Schmuck der Wände und Decke. Heute ist die Neu aus der Straßen quetschender Enge", in die freie Natur. Erlaubt zeller Klosterfiche just das Gegenteil der alten Zisterzienserkirchen. es der Geldbeutel nicht, in die Berge zu streifen, so bietet auch einem ehemaligen Klostergarten sind einige Eiben beachtenswert. Sie sind etwa 15. Meter hoch und haben einen Stammdurchmesser von Wanderung durch die schöne Mark Brandenburg viele Schönheiten. Eine Drei- bis Vier- Tage- Wanderung. Biegener Helle. Bon den Fernbahnhöfen der Stadtbahn fahren wir mit den Zügen nach Schwiebus oder Breslau bis Pilgramm. Wir wandern durch das Dorf, in dem uns ein altes, strohgedecktes Bauernhaus auffällt, das auf der Straßenseite eine Unterfahrt für Wagen hat. Das Haus, ein ehemaliger Krug, stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der nächste Ort auf unserer Wanderung ist Biegen, dessen Kirche in ihren ältesten Teilen auf das 13. Jahrhundert zurückgeht. Bon der Kirche verlassen wir das Dorf in östlicher Richtung. Halblints, auf dem Lichtenberger Weg, tommen wir in die Nähe des Waldes. Hier führt rechts ein Weg in eine bewaldete Schlucht hinab. Bom Grunde der Schlucht Schimmert uns die Wasserfläche eines fleinen Sees entgegen. Bir find in der Liebenberger elle. Der Weg führt weiter durch die Schlucht. Laub- und Nadelwald wechselt miteinander ab. Ge maltige alte Eichen überragen oft die übrigen Waldbaume. Bald blidt uns ein zweiter See entgegen, die Biegener Helle. Weiterhin kommen wir zur Krummen helle, zur Blanten Helle mit dem größten See und endlich zur Schafhelle. Diese Schlucht mit ihren fleineren und größeren Wasserbecken erinnert an die Grunewaldfeenrinne, jedoch sind die Seen abflußlos, auch stehen sie untereinander nicht durch Wasserläufe in Berbindung. Wahrscheinlich ist auch dieser Rinnenzug durch Schmelzwaffer unter dem Eise der Eiszeit ausgewaschen worden. Wir verlaffen die Schlucht in der Nähe ihres Güdendes und wenden uns nach Hohenwalde und von hier südlich zum Städtchen Müllrose, am Ober- Spree- Kanal, das schon 1270 genannt wird. Weiter gen Süd, durch den Kiez und in der Nähe des von der Schlaube durchflossenen Großen Sees nach Migdorf, dem Endziel des ersten Wandertages( Weglänge etwa 24 Kilometer). Schlaubetal. In Mirdorf beginnt unsere Wanderung durch das schöne Schlaubetal. Gen Südost tommen wir zum Kupferhammer. Allmählich fenft sich der Weg zur Schlaube hinab. Kulissenartig baut sich der Wald an dem gegenüberliegenden Ufer auf. Einen prächtigen Ausblid bietet der Beg über das Schlaubetal und die Bergzüge, die es begleiten. Wir haben die Schlaube erreicht, die fprudelnd zu Tal eilt. Unsere Wanderung geht dem Flüßchen ent gegen, das in schönem Ba al dahinzieht. Auf der Bergeshöhe liegt die Försterei Sieh dich um, von der sich ein schöner Blid über das ausgedehnte Waldrevier bietet. Bir mandern zum West: ufer hinüber und fommen zum Hammerfee, dann zum Großen Treppelfee, der zahlreiche Buchten und Landzungen aufweist Bei der Bremsdorfer Mühle( siehe Abbildung) gehen wir wieder auf das Ostufer hinüber. Anfangs ist das Tal ziemlich schmal, alsbald verbreitert es sich jedoch zu einer aus gedehnten Wiesenniederung. Aus den Berghängen rieseln vielfach Quellen, die nach kurzem Lauf sich mit der Schlaube vereinigen Beiter flußaufwärts liegt die Riefel wißer Mühle, hier find ausgedehnte Fischzuchtanlagen. Wunderschöne Landschaftsbilder bietet das herrliche Schlaubetal auf jedem Schritt der Wanderung. In das faftige Grün des maldigen Tales schieben sich die Bor fprünge der Höhen, liebliche Waldbuchten bildend. Mir bleiben der Schlaube treu bis zur Schlaubemühle. Das Fließ entspringt noch weiter füdlich im Birchenfee. Bon der Schlaubemühle wenden wir uns gen Oft nach Treppeln, dem Endziel unseres zweiten Mandertages( Beglänge etwa 22 Kilometer). DEN. Neuzelle. Bon Treppein weiter gen Ost, burch hügliges, teilweise bewalde tes Gelände über Schwerzfo nach Kummro und dann nach Schlo Etwas nördlich von diesem Ort liegt das Kloster Neu zelle, ein Zisterzienserkloster, das von Altenzelle bei Breslau aus gegründet wurde. Die Kirche zeigt im Innern nichts mehr von der herben Nüchternheit der Zisterzienserkirchen. Im Zeitalter 19] Anthony John. Roman von Jerome K. Jerome. Sie hatten den Pfad erreicht, der zur Hütte des Hegers führte. Anthony sprang über den Zaun, wandte sich Betty zu: ,, Sie sind ein famoses Mädchen." Er schaute fie an; Betty stand auf der untersten Latte des Zaunes. Sie lächelte, streďte die Hand aus, damit er ihr hinüberhelfe. Sie hatte sehr schöne Hände, fühl und hart, menngleich weniger weiß und glatt, als die anderer Mädchen ihrer Klasse, denn fie trug niemals Handschuhe. Er hielt ihre Hand fest, beugte sich darüber und küßte sie. Stumm strebten fie der Hütte des alten Mannes zu. " Eine Woche später erhielt er von Herrn Mowbray einen Brief, der ihn zum Essen einlud. Sie waren allein; Betty war bei einer Nachbarfamilie geladen. Herr Mowbray setzte Anthony zu seiner Rechten, und sie plauderten angeregt während der ganzen Mahlzeit. Mowbray befragte ihn über die Schule, erkundigte sich über seinen Bater. Merkwürdig," meinte er. Wir stöberten unlängst in alten Aften. fanden darunter den Ehefoniraft Ihres Großvaters. Sie wissen wohl, daß die Strong'nth'arms vor hundert Jahren ganz wichtige Persönlichkeiten waren." Anthony hatte dies von der Mutter erfahren; den Bater batte es nie interessiert. Herr Mombray schlürfte seinen Bortwein. " Mein Großvater war Schneider in Sheffield," sagte er. Er konnte sich die Erinerung an diesen Großvater leisten. Sein Bater hatte Georg IV. bei fich zu Gast gesehen, und feine Mutter war eine vertraute Freundin der Königin Karoline gewefen. Das hätte ich nie geglaubt, Herr Mowbray," meinte Anthony. Er blickte den Hausherrn mit unverhohlener Bewunderung an Thre Blide begegneten einander, und Herr Mowbray lachte zufrieden. Sprechen Sie darüber nicht mit Betty," warnte er.., Sie wird nicht gerne daran erinnert. Ich nede fie damit, wenn fie aufs hohe Roß steigt und sich über alle gesellschaftlichen Konventionen hinwegsezen will. Dann sage ich ihr, das sei das bourgeoise Blut, das durchdringt. Der alte Herr war ein furchtbarer Radikaler. Dann wird sie immer zahm Er entzündete eine Zigarre und schob den Sessel zurüd. Anthony rauchte nicht. Und nun zu den geschäftlichen Angelegen 40 Zentimetern in einem Meter über der Erde. Eiben von der artigen Ausmaßen sind äußerst selten in Deutschland; sie bilden schüzenswerte Naturdenkmäler. Bon Neuzelle aus fann die Rüd fahrt nach Berlin angetreten werden. Haben wir jedoch noch einen vierten Tag für unsere Osterwanderung, so gehen wir von dem Die Bremsdorfer Mühle im Schlaubetal. Fasanenwald, der Schluchten und Aussichtspunkte aufweist. bald diesseits, balb jenseits der Bahn, gen Süd. Schöne Rückblicke auf das Odertal mit neuzelle und Fürstenberg im Hintergrunde. Bir fommen nach Bell mig, einem großen Kirchdorf, dem Ziel unferes dritten Wandertages( Weglänge etwa 20 Kilometer). Cuben. In der Nähe der Bahn wandern wir weiter, teilweise durch Wald, nach Breslad und pfchen. Jezi fommen wir bald auf den Reißedamm, dem wir folgen Rechts ziehen sich bewaldete Höhen hin, an denen die Dörfer Kofchen, Brefinchen und Groß Breesen liegen, während links die Neiße fließt. Am jenseitigen Ufer sehen wir Seitmann und Buderose mit Echloß. Bald find wir in Grunewald. Nun geht es durch die Kupferhammerstraße zum Kupferhammer, wo sich im Mittelalter die Münze der Stadt Guben befand. Die Wanderung bringt uns weiter zum Bahnhof Guben. Die Stadt Guben, bereits 1207 erwähnt, liegt am Zusammenfluß der Laufizer Neiße und der Lubft. Sie ist wahrscheinlich aus einer wendischen Siedlung hertr heiten," sprach Herr Mowbray. Was werden Sie tun, wenn Sie die Schule verlassen?" ,, Ich dachte daran, in einem Bureau zu arbeiten," ent gegnete Anthony. In irgendeinem besonderen Bureau?" Ja, Herr Mowbray. In Ihrem, wenn Sie es gestatten." Herr Mowbray betrachtete ihn mit halbgeschlossenen Augen. Wollen Sie ein Geschäftsmann werden? Fühlen Sie, daß dies Ihr Beruf sei? Betty sprach mir davon. Anthony errötete. Hoffentlich hat Sie Ihnen nicht alles wiedererzählt, was ich fagte," meinte er lachend. Es war an jenem Abend, da ich von Edward Abschied nahm. Ich regte mich auf, redete, ohne nachzudenken. Trotzdem glaube ich, daß ich dabei die besten Möglichkeiten hätte. Ich liebe Geschäfte. Das Geschäftsleben erscheint mir als ein Spiel der Geschicklichkeit, das unseren ganzen Verstand erfordert. Außer dem ist es mit genügend Gefahren verbunden, um anziehend zu erscheinen." Herr Mowbray nidte. Sie sehen die Dinge richtig. Haben fast Wort für Wort eine Rede wiederholt, die mein Vater einft gehalten hat. Er war der erste, der auf den Gedanten kam, dieses Tal könne fohlenhältig sein. Er wagte es, das ganze Land zwischen Donniston und Copley zu erstehen, noch ehe ein einziger Spatenstich getan war. Hätte ihn sein Instinkt betrogen, er wäre als Bettler gestorben. Wir fönnten mehr Leute feines Schlages in Millsborough gebrauchen. Mein Gott, wieviel große Dinge müßten getan werden! Auch ich dachte früher daran. Gäbe es nicht die unheilkrächzenden alten Narren. Die einem im Weg stehen und zu blind sind, um die Sonne am hellen Mittag zu sehen! Es bedürfte der Geduld eines Hiobs und der Arbeit eines Herkules, um sie von etwas zu überzeugen." Er goß sein leeres Glas voll und trant eine Weile schweigend. ,, o hoch hatten Sie sich Ihr Gehalt gedacht?" fragte er dann Für den Fall, daß ich Sie in mein Bureau nehme." Anthony schaute ihn an. Herr Mombran tranft noch immer in fleinen Zügen seinen Portwein. Der Bursch fühlte, Herr Mombran werde, wenn er es ihm überlasse, das Gehalt auf hundert Pfund im Jahre festsetzen. Weshalb er dies glaubt, wußte er nicht. Vielleicht erinnerte er sich unflar eines Gesprächs mit Edward, vielleicht erriet er es nur. Ich dachte für den Anfang an achtzig Pfund im Jahr," entgegnete er. Mowbray u. Cousins hatten die meisten älteren Familien Freitag, 10. April 1925 vorgegangen. Auf die Werbenzcit deuiet noch der Stieg bei der Stadt hin, auch wurde in der wendischen Kirche, der Klosterkirche, bis 1690 wendisch gepredigt. Schon frühzeitig erhielt Guben große Bedeutung. führten doch alte Handelsstraßen nach Polen, Preußen und der Ostsee hier vorüber. Jezt steht besonders die Tuchs und Hutindustrie von Guben in Blüte. Auf den Bergen der Umgebung wird viel Obst und Gemüse gebaut, auch der Weinstock gedieh hier in früherer Zeit. Mit einem Rundgang durch die Stadt und ihre tergige Umgebung, die verschiedene Aussichtspunkte aufweist, be schließen wir unsere Osterwanderung. Weglänge des vierten Wandertages( ohne Guben) etwa 12 Kilometer. Zwei- Tage- Wanderung. Brandenburg- Priherbe- Rathenow. Die Potsdam- Magdeburger Bahn bringt uns zur alten Haupt stadt Brandenburg. Sie liegt an einer alten Pforte, die in frühgeschichtlicher Zeit das Ueberschreiten der Seen, Sümpfe und Flußläufe, die die Havel hier bildet, erleichterte. Bereits im 10. Jahrhundert war Brandenburg deutsch, ging aber in den folgenden Kämpfen wieder an die Wenden verloren. Wegen des Reichtums an mittelalterlichen Baudenkmälern gehört Brandenburg zu den besuchenswertestens Städten der Mart, die nach dieser Stadt ihren Namen erhalten hat. Vor dem Neustädter Rathaus fteht als Wahrzeichen der städtischen Gerichtsbarkeit der Roland von 1474, dessen Nachbildung den Eingang zum Märkischen Museum in Berlin ziert. In der Nähe liegt die Katharinenkirche, eines der hervorragendsten Meisterwerke des Backsteinbaus, 1395 bis 1401 erbaut. Andere alte Kirchen sind die Paulikirche, die Johannistirche, die Nikolaikirche aus dem Ausgang des 12. Jahrhunderts und die St. Gotthardtkirche, das älteste Gotteshaus der Stadt, dessen Bau wahrscheinlich schon 1150 begonnen wurde. Auf einer Havel infel, auf der wohl die alte Brennaburg lag, erhebt sich der Dom. In ihm tagte vom 27. November bis zur Auflösung am 5. Dezember 1848 die Nationalversammlung. Auch das Altstädter Rathaus vom Ende des 15. Jahrhunderts ist bemerkenswert, ebenso die zahlreichen Tortürme der Stadtmauer, die die Grenze der Altstadt bezeichnen. Rechts vom Plauer Torturm am Ende der Plauer Straße liegt der Marienberg, den einst die leider völlig zerstörte Marienfirche frönte. Der Berg bietet eine schöne Aussicht über die Stadt und ihre wasserreiche Umgebung. Bom Plauer Torturm wenden wir zum Quenzice, der nördlichen Ausbuchtung des Plauer Sees. Hier liegt das Ferienheim der Arbeiterjugend. Nun wenden wir uns gen Nord zum Gördensee und meiter durch die Branden burger Forst nach Tiedow, einem Haveldorf. Bon her tommen wir nach Fohrde und find bald darauf in Brizerbe, ebenfalls an der Havel gelegen. Brigerbe wird bereits 948 genannt; hier stand eine Burg, die den Havelübergang zu überwachen hatte. Jetzt ist von dieser Burg nichts mehr vorhanden. Priẞerbe, in dem wir den ersten Wandertag beschließen, ist ein kleines, stilles Städtchen, das abseits von den großen Berkehrswegen liegt. Weglänge etwa 18 Kilometer. Bon Brizerbe wandern wir gen Nordwest weiter. Der Weg führt teils durch die Havelniederung in der Nähe des Flusses, teils durch Wald, an der fleinen Siedlung. Ga pel und an mehrer Biegeleien vorüber, nach Döberiz. Hier wenden wir uns nör lich über die Bahn in den Wald. Der Weg, der am Waldrand zunächst eine scharfe Biegung nach rechts macht, geht dann in genau nördlicher Richtung, in der Nähe des Forsthauses Döberitz vorüber, über dünenreiches Gelände durch die Königsheide. Nach gut 1% Stunden fommen wir an den breiten Königsweg, dem mit nach links folgen. Bei der nächsten Weggabelung wenden wir uns halbrechts. Bald verlassen wir den Wald. Links zieht sich die Havelniederung hin, vor uns liegt Rathenom. Das. älteste Bauwerk ist die Pfarrkirche St. Martin und Andreas, deren älteste Anlage etwa dem Jahre 1190 entstammt. Rathenow ist berühmt durch seine Ziegel und seine optischen Instrumente, die Ziegel- und Brillenstadt wird es genannt. In der Umgebung, be fonders am Lauf der Havel, ragen viele Ziegeleischornsteine auf. und in der Stadt find viele optische Werkstätten und Fabriken. Bom Weinberg mit dem Bismardturm bietet sich ein prächtiger Rundblick über die Stadt und ihre Umgebung. In Rathenow be schließen wir diese Osterwanderung. Weglänge am zweiten Wander tag etwa 20 Kilometer. | Millsboroughs zu Klienten; unter diesen befand sich auch Frau Newt. Herr Mowbray hatte in deren Angelegenheiten mehr als einmal mit Anthony Unterredungen gepflogen und dabei von dessen Klugheit und Scharfsinn eine gute Meinung gewonnen. Der Preis, den er für das Grundstück der Tante erzielt, die Art, wie er den einen Käufer gegen den anderen ausgespielt hatte, erschienen Herrn Mowbray fast genial. ,, Sagen wir hundert für den Anfang," sprach Herr Mowbray. Das weitere wird dann ganz von Ihnen abhängen. ,, Es ist sehr gütig von Ihnen, Herr Mowbray. Ich will gar nicht einmal versuchen, Ihnen in Worten zu danken." Er war überzeugt gewesen, daß Herr Mowbray auf feiner eigenen Summe bestehen werde. Herr Mowbray liebte es großmütige Dinge zu tun, die Bewunderung hervorriefen. Dennoch war Anthony tatsächlich dankbar. Herr Mowbray hatte sich erhoben und legte die Hand auf Anthonys Schulter. Ich wäre froh wenn ich in Ihnen eine Hilfe fände. Sie wissen ja ,, daß Edward ein Träumer ist. Es wäre ein an genehmes Bewußtsein, daß ihm ein verläßlicher und tauglicher Mensch zur Seite steht." Edward kehrte in den Sommerferien nicht nach Hause zurüd; Betty traf in London mit ihm zusammen, und sie reiften ins Ausland. Anthony hatte ihn, als er wenige Tage vor Weihnachten in Millsborough erschien, seit einem Jahre nicht gesehen. Edward sah krant aus, erklärte, Orford befomme ihm nicht, er fände die Luft schlecht für die Nerven, doch werde er sich schon daran gewöhnen. Es hatte ihn gewundert, daß Anthony im Bureau des Baters arbeitete. Thres Gesprächen nach hatte er geglaubt, Anthony wolle ein Ge fchäftsmann werden. Deshalb wäre es begreiflich gewesen, wenn er sich um eine Anstellung bei den großen Stahlwerfen oder in einem Betrieb beworben hätte. ,, Dein Großvater hat auch nicht als Rechtsanwalt sein Bermögen gemacht," ert'ärte Anthony. Dein Bater erzählte mir unlängst davon. Er war es, der alle die neuen Bläne entwarf;-fie waren seine Idee. Er brachte das Geld auf, übernahm die Leitung. Als erster Rechtsanwalt von Millsborough stand er mit den richtigen Leuten in Berbindung, wußte genau, was hinter den Kulissen vor sich ging. Damals war Mills borough im Berg'eich zu heute ein kleiner Ort. Wenn dein Bater," er stockte, änderte dann die Morte, die ihm auf der Bunge gelegen waren, wenn dein Vater sich Mühe geben wollte, würde er Millionär werden." ( Fortsetzung folgt.) Starker Osterreiseverkehr. Andrang am Stettiner und Anhalter Bahnhof. Paßerleichterungen. Für den Seeverkehr Swinemünde- Danzig- pillau. Für den Seeverkehr Swinemünde Danzig- Billau bestehen neben den allgemeinen Baßvorschriften nachstehende Sonderbestimmungen: Im Seeverfehr Swinemünde Billau gelten reichs. deutsche Reisende und Schiffsbesatzungsmitglieder als vom Paßzwang sowie nichtdeutsche Personen als vom Sichtvermertszwang befreit, auch wenn die Schiffe einen Hafen im Gebiet der Freien Stadt Danzig anlaufen. Nichtdeutschen Personen Nichtdeutschen Personen ohne Ausreifefichtvermert, die in Deutschland weder Wohnsitz noch dauernden Aufenthalt haben, kann zur Ausreise in dringenden und einwandfreien Fällen vom Landrat in Swineminde ein AusMart erteilt werden. Das gleiche gilt für nichtdeutsche Personen ohne Ausreisefichtvermert, die Wohnfitz oder dauernden im Inland haben, wenn sie beim Grenzübertritt weder einen von der zu ständigen Sichtvermerksbehörde im Inland erteilten Sichtvermert zur Wiedereinreise nach erfolgter Ausreise noch eine von der zuständigen Behörde im Inland erteilte Aufenthaltsgenehmigung vorlegen tön nen. Reichsangehörige ohne Paß, die sich über ihre Person dur amtliche Atteste einwandfrei ausweisen, fann für die Ausreise ein Ausweis nach befonderem Mufter, das hem für den Berfehr zwischen Ostpreußen und Danzig vorgesehenen Muster nachgebildet ist, vom Landrat in Swinemünde mit einer Geltungsdauer von höftens einem Monat denen Zahlung einer Gebühr von 5 Mark ausgestellt werden. Dieser Ausweis berechtigt innerhalb feiner Geltungsdauer auch zur Wiedereinreife in bas Reichsgebiet auf dem Seewege Danzig- Swinemünde. In allen übrigen Fällen sind Reisende ohne die erforderlichen Ausweise und Vermerke zurückzuweisen. Für Reichsangehörige und An= gehörige der Freien Stadt Danzig, die in Ostpreußen ihren Wohnsiz haben, gelten die Bestimmungen der Bekanntmachung des Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen über den Verkehr zwischen Ostpreußen und dem Gebiet der Freien Stadt Danzig. Sonstige Reisende ohne die erforderlichen Ausweise und Bermerte find zurückzuweisen. Das Bolfswort: Grüne Weihnachten, weiße Ostern" ist in diesem Jahre Lügen gestraft worden. Das Wetter zwingt die Naturfreudigen geradezu ins Freie. Besonders die Jugend benutzt die wenigen Tage zwischen der Arbeit, um dem großen Stemmeer Berlin den Rücken zu fehren. Die Eisenbahn ist den Jugend wanderern nach jeder Richtung entgegengekommen, sie hat besondere Züge für sie zusammengestellt, die fehr start benugt waren, vor allem nach dem Harz, nach Thüringen und der Sachi [ chen Schweiz. Die Jugendvereinigungen, die Fahrtermäßigung haben wollten, mußten bis zum Dienstag der Woche an dem Ab fahrtbahnhof ihre Anmeldungen anbringen. Es ist charakteristischnahmefichtvermert gegen Zahlung einer Gebühr von 7,50 für den diesjährigen Osterverkehr, daß auch die Fahrgelegenheiten nach der Ostsee besonders start benutzt werden. Das liegt wohl daran, daß in diesem Jahre der April eine außergewöhnlich milde Witterung hatte. Auf dem Stettiner Bahnhof, dem Abfahrtsbahnhof der Ostseezüge, ist der Verkehr doppelt so start wie zum Osterfest des Vorjahres. Natürlich wird ent sprechend der gesamten Wirtschaftslage die vierte Klasse am stärtsten benugt; die dritte und vierte Klasse nehmen zusammen 75 Broz. des gesamten Reiseverkehrs ein. Die Eisenbahnverwaltung hat zur Bewältigung des starten Verkehrs Sonder züge eingelegt, aber sich damit nicht begnügt, sondern auch für die regulären Verbindungen Vor- und Nachzüge bereitgestellt. In den Feiertagen selbst wird am Stettiner Bahnhof für die Na hausflugsorte ein beschleunigter Bertehr eingerich tet werden; die Zugfolge wird eine Verstärkung erfahren. Als Ziel für diesen Nahausflugsverfehr kommen vom Stettiner Bahnhof Löwenberg, Granfee und Angermünde in Frage, Angermünde als Kreuzungspunft für die Fahrten nach Stralsund. Am Pots damer Bahnhof erfreuen sich die Harzzüge einer starten Benutzung. Die Fahrtarten für die am 9. abgelaffenen Züge sind ausverkauft, am 10. und 11. erwartet die Eisenbahnverwaltung einen ebenso starten Verkehr. Sie hat einen Sonderzug eingelegt, der um 10,45 Uhr vorm. den Potsdamer Bahnhof verläßt und um 4 llhr nachmittags in Harzburg eintrifft. Ferner verfehren die nach Köln gehenden Züge über den Harz. Weitere Verbindungen nach derselben Richtung über Halberstadt und Goslar erfreuen fich ebenfalls fehr starten Zuspruches. Für den Feiertagsverkehr wird auf dem Potsdamer Bahnhof nach Werder und auf der Wannseebahn ein verstärkter Einsatz von Zügen zur Bewältigung des zu erwartenden Verkehrs erfolgen. Riesige Menschenmen gen, wie sie auf feinem Bahnhof zu finden waren, fonnte man auf dem Anhalter Bahnhof feststellen. Gewaltige Scharen von Jugendlichen füllten die Bahnsteige. Ihr Reiseziel sind vor allem die Sächsische Schweiz und Thüringen. Das Mitteleuropäische Reisebureau erklärte, daß in diesem Jahre im Gegensatz zum vorigen eine Berteilung des Kartenverlaufes stattgefunden hat. Schon vierzehn Tage vor Rar freitag begann der Andrang zu den Fahrkartenschaltern. Er war besonders start am Montag. Hier wird die zweite und dritte Klasse bevorzugt. Wenn auch der Berkehr im großen und ganzen noch nicht den normalen Friebensstand erreicht hat, so ist doch festzu stellen, daß die diesjährigen Dfterreisen der Eisenbahn wieder größere Einnahmen gebracht haben. Die Sehnsucht nach der Natur ist häufig stärker als das Portemonnaie. Wie mancher verzichtet auf andere Annehmlichkeiten, um nur einige Tage außerhalb Berfi is verleben zu fönnen. Aus dem Berliner Haushaltsplan für 1925. Nachtbackverbot für die Feiertage. Die von den Brotfabritanten ohne Zustimmung der Bäderinnung, sowie der Vertreter des Deutschen Nahrungs- und Genußmittelarbeiterverbandes vom Polizeipräsidenten beantragte und vom Polizeipräsidium bewilligte Erlaubnis in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend und vom Montag zum handelsministers aufgehoben worden. Es darf also in Dienstag baden zu dürfen, ist durch Verfügung des diesen beiden Nächten nicht gebaden werden. Die Laffalle- Feier im Großen Schauspielhaus. Die Feier darf in Rücksicht auf den Karfreitag erft um 11% Uhr beginnen. Einlaß 10% Uhr. Karten sind noch an der Kaffe zu haben. Milchhandel beteiligten Kreise find übereingefommen, in Sufunft den Milchpreis jeht unabhängig vom Bufferpreis. Die am Berliner Milchpreis auf Grund einer freien Bereinbarung also ohne Relation zum Butterpreise festzuseßen. Bom Sonnabend, den 11. b. M., gelten folgende Richtpreise: 1 Liter Boll milch ab Laden des Kleinhändlers 27 B f., ein Liter Bolmilch ab Berliner Ruhstall 30 Pf., der Breis für Magermilch bleibt unver andert auf 8 Pf. pro Liter bestehen. Der Aufbau des Berliner Haushaltsplanes für 1925, über deffen Fertigstellung durch den Magistrat mir gestern Abend berichteten, ift gegen das Vorjahr nur geringfügig geändert. Der Haushaltsplan ist in materieller Beziehung nach den Verhältnissen Don Anfang Oktober 1924 aufgestellt, die Kopfzahl der Beamten und Festangestellten ist nach dem Istbestande vom 1. Februar 1925 angesetzt. Bei der laufenden Verwaltung erklärt sich die Steigerung Der Ausgaben hauptsächlich aus den Mehrkosten der Gehälter, Ber gütungen und Löhne jomie aus Mehraufwendungen bei dem Wohl fahrtswesen. Eine Million Mark find für weitere Berbeffe rung der Straßenbeleuchtung vorgesehen. Die ein maligen Anforderungen find gegen das Vorjahr von rund 10,5 Mil lionen( einschl. Notstandsarbeiten) auf 44,3 Millionen Mark ge stiegen. Hieran ist die Rapital- und Schuldenverwaltung mit 6,7 Millionen Mart beteiligt. Außerdem sind vorgesehen für un bedingt nötige Schulbauten 4 Millionen Mart, für die Arbeiten an der AEG.- Bahn 2 Millionen Mart, 400 000 Mart für Badeanftalten und 700 000 Mart für Fortführung des Spielplaßprogramms. 2½ Millionen Mark sind für Wohnungsbauten angesetzt. Der Rest der einmaligen Anforderungen muß für Ausgaben zur Be feitigung von Schäden aus den Inflationsjahren aufgewendet werden, insbesondere für bauliche Instandsegungen, Straßenneu und Umpflasterungen, Brückenbauten. Der Umfang der aus laufenden Einnahmen zu deckenden einmaligen Ausgaben ist erheblich. Jedoch war eine längere Hinausschiebung dieser feit Jahren dringend nötigen Arbeiten nicht zu verantworten. Die Uebernahme wenigstens eines Teiles dieser einmaligen Anforderungen auf die außerordentliche Verwaltung erwies fich bei der Lage des An. leihemarties als unmöglich. Sie ist noch so ungünstig, daß der Magiftrat sich darauf beschränken muß, Anleihebeträge im wesentlichen nur für die dringendsten werbenden Anlagen vorzusehen. Bon der Gesamtforderung von 35,5 Millionen Mart find nur 6 Millionen für die Kämmereiverwaltung, dagegen 15 Millionen Mark für den Bau der Schnellbahn Gesundbrunnen- Neukölln ( AEG.- Bahn) und 14,5 Millionen Mark für Um- und Erweiterungsnachm.: Sendespielbühne. Abteilung: Oper. bauten der städtischen Werte beſtimmt. Mehr Ueberfallfommandos im Norden Berlins. Das Bolizeipräsidium teilt mit: Für den Bezirk des Polizeiamts Tier. garten, für den bisher nur ein Ueberfallkommando der SchutzPolizei bestand, sind jetzt zwei eingerichtet worden. Der Bezirt ist geteilt worden in einen füdlichen Zeit, der die Fernsprechämter ügow, Kurfürst und Nollendorf umfaßt, und in den Bezirk Nord mit den Fernsprechämtern Moabit und Hansa. Das Ueberfallfommando des jüblichen Teils liegt in der Körnerstraße, das Weber. fallfommando des Bezirks Nord in der Turmstraße. Beide Kommandos haben den Borzug, zentral in ihrem Schußbezirk zu liegen. Ferner sind die Bezirke der Fernsprechämter Humboldt und Norden zu einem Ueberfallkommando rereinigt worden, für das das Kommando in der früheren Garde- Füfilier- Raferne in der Chauffeestraße, olfo auch zentral, eingesetzt worden ist. Diese Einteilung tritt vom 16. d. M. an in Kraft. Die Hauptursache dafür, daß es möglich gemefen ist, eine größere Bewegungsfreiheit zu erlangen, liegt in der Entwicklung der Steuern. Sie haben bereits im Vorjahre größere Einnahmen gebracht, als sich bei der Etatsaufstellung voraussehen ließ. Die Steuern 1925 fonnten daher ohne enderung der gegenwärtig geltenden Säße nach dem tatsächlichen Auffommen der letzten Monate angefeßt werden. Nur für die Hundesteuer ift eine Erhöhung des Sages und zwar von 30 Mart auf 40 Mart für angebracht erachtet worden. Eine Ausnahme unter den Steuern macht die Hauszinssteuer für allgemeine Zwecke der Berwal tung. Sie wird von 20 Millionen Mark im Vorjahre auf höchstens 18 Millionen Mark zurückgehen infolge einer überraschend erfolgten anderweitigen Regelung ihrer Berteilung auf die Gemeinden. Im Ganzen sind rund 298 Millionen Mark Steuern gegen 253 Millionen Mark im Vorjahre vorgesehen. Um das Gleichgewicht im Haushalt herzustellen, müssen auch die Werte, nachdem sie im vorigen Jahre zur Ueberwindung der Nachwirkungen der Inflationszeit nach Möglichkeit geschont worden sind, nunmehr in stärferem Maße herangezogen werden. Zur Deckung des Steuerbedarfs sollen erhoben werden: Die Grundsteuer mit 100 vom Hundert Zuschlag zur staatlichen Grundvermögenssteuer, die Gewerbesteuer mit 500 v. 5. des Steuergrund betrages nach dem Ertrage und 1000 p. S. des Steuergrundbetrages nach der Lohnfumme. Die Zweigstellensteuer wird auf 20 v. 5., die Schankgewerbesteuer auf 10 v. 5. der Gewerbesteuer nach dem Ertrage festgesetzt. Tierkunftausstellung im Zov. Der im vorigen Jahre im Berliner Zoologischen Garten gemachte ..such einer Tierfunstausstellung hat so gute Erfolge gehabt, daß egt eine zweite Ausstellung dieser Art veranstaltet wird. Der Grundgedante ist diesmal der, das Tier in der Porzellan. und Gartent unft zu prägen. Die Ausstellung bietet über 600 Tierplastiken von etwa 100 Rünstlern. Mit prächtigen Stüden sind vertreten die staatlichen Porzellanfabriken Berlin, Meißen, Bolfftedt, auch mehrere private Porzellanfabriten. Am Donnerstag wurde die Ausstellung eröffnet. Sie soll bis zum 4. Oktober dauern. Die Juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend, den 11., und am Dienstag, den 14. April, aus. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 10. April. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier, 1. A. Böhme: Präludium( Dr. Artur Böhme am Harmonium). 2. G. P. Palestrina: O crux ave( Berliner Solistenquartett: Margarete Böhme- Heidenreich, Elsbeth Koll, Elise Mohr, Sopran; Trude Schmidt- Annaberg, Alt; Walter Polzin, Max Spiegel, Hermann Schmidt Baß). 8. Jesaias 58, Der Sommer, Friedrich Karl Heimann, Willi Aulert. Tenor; Gustav Schmerzensmann( Johannes Schulzke, Rezitation). 4. Mendelssohn- Bartholdy: Duett aus Elias": Zion streckt ihre Hände aus( Margarete Böhme- Heidenreich u. Gustav Polzin). 5. Passionsgeschichte I( Johannes Schulzke). 6. J. Raß: Sei still( Elsbeth Koll). 7. Passionsgeschichte II( Johannes Schulzke). 8. G. P. Palestrina: O bone Jesu( Berliner Solistenquartett). 9. Ansprache des Herrn Pfarrer Foertsch. 11 20-12 Uhr mittags: Gartenbaudirektor Ludwig Lesser: Der Toten Ruhestätte", Bildhauer Bernhard Butzke: Alte und neue Grabmale". 130-2 Uhr nachm.: Intendant Dr. Max v. Schillings spricht über Parsifal". 3 Uhr Leitung: Cornelis Bronsgeest. XIV. Veranstaltung: Parsifal". Ein BühnenweihFestspiel von Richard Wagner. Dirigent: Professor Dr. Max v. Schillings Personen der Handlung in drei Aufzügen: Amfortas: Cornelis Bronsgeest; Titurel: Dirk Magré; Gurnemanz: Karl Braun; Parsifal: Walter Kirchhoff; Klingsor: Alfred Borchardt; Kundry: Emmy Bettendorf; Blumenmädchen, Gralsritter, Burg der Gralshüter Monsalvat". Gegend im Charakter der Knappen. Ort der Handlung: Auf dem Gebiete und in der nördlichen Gebirge des gothischen Spaniens. Sodann: Klingsors Zauberschloß, am Südabhange derselben Gebirge. dem arabischen Spanien zugewandt anzunehmen. Der erste Akt beginnt um 3 Uhr, der zweite Akt beginnt um 5.45 Uhr, der dritte Akt beginnt um 8 Uhr. Es sind somit zwei Pausen von je einer Stunde vorgesehen. Sonnabend, den 11. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.35 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Sprachunterricht: Direktor Julius Glück: Esperanto". 4 Uhr nachm.: Juge dbühne. Leitung: Alfred Braun. 1. Beethoven: Ouvertüre zn Goethes Egmont". 2. Szenen aus Don Carlos", ein dramatisches Gedicht von Friedrich v. Schiller. 3. Beethoven: Ouvertüre Leon ore Nr III. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. Berliner Funkorchester. 7.45 Uhr abends: Einführung zum Sendespiel. 8 Uhr abends: Sendespielbühne. Abt.: Schauspiel. Leitung: Alfred Braun. XV. spiel. Leitung: Alfred Braun. XV. Veranstaltung. Aus Faust", von Wolfgang von Goethe.( Das Faust- Monodram. Der Tragödie I. Teil bis zu Faustens Verjüngung). Musik von Ferdinand Lassen, Dirigent: Dr. W. Buschkötter. Faust: Ferdinand Gregori. Mephistopheles: Fritz Kortner; Erdgeist Wagner Handwerksburschen- Dienstmädchen Schüler- Bürgermädchen Bürger Bettler Soldaten Bauern Ein Schüler- Frosch Sybel Altmayer. Die drei Erzengel Raphael Gabriel, Michael Der Herr Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst, SportBrander nachrichten. Theater- und Filmdienst. Deutſche SPY Funkzeitschrift lag Rundfunk Grochaltreichste Ju xolan Alll Programm UnterhaltungsBaftelteil Abonnementsbeftellung durch jeden Briefträger 3m Museum für Naturkunde, Invalidenstr. 43, werden jetzt die biologischen Gruppen wieder dem Publikum zugänglich gemacht. Die zu diesem Zwed hergerichtete provisorische Aufstellung ist seit 1. April dieses Jahres zu den üblichen Besuchsstunden der Allge meinheit zugänglich. Das Museum für Naturkunde ist geöffnet: Sonntag von 12-4 Uhr, Mittwoch und Sonnabend von 10-2 Uhr unentgeltlich, Montag und Donnerstag gegen ein Eintrittsgeld von 0,50 M., für Schüler unter Führung einer Lehrperson für 0,10 m. Die erste Nummer der Zeitschrift der Freunde des Zoologischen Museums, die im Museum erhältlich ist, bietet die Abbildungen und Schilderungen der biologischen Gruppen. Schweres Schiffsunglück in der Nordsee. Drei deutsche Seeleute ertrunken. Nach Meldungen aus Blissingen ist gestern in den Wielingen der ausfahrende holländische Dampfer De Jonge Catharina Boje 8 zusammengestoßen. De Jonge Catharina wurde im mit dem einlaufenden englischen Dampfer Clan Monroe bei Mittelschiff getroffen und begann sofort zu finten. Die Rettungsboote des englischen Schiffes wurden gleich darauf zu Wasser gelassen, und es gelang im Verein mit einem auf die Notsignale ausgelau fenen Schlepper 16 Mann der Besayung zu retten. Bier mann werben noch vermißt und sind wahrscheinlich ertrunten, geborgen werden konnten. Die Geretteten sowie die geborgenen während die Leichen der übrigen sechs Mann der Befagung ebenfalls Leichen wurden nach Blissingen gebracht. Dort ist auch der englische Bolizei unter Bewachung gestellt wurde, da vermutet wird, daß der Dampfer Clan Monroe vor Anter gegangen, der vorläufig von der Busammenstoß auf ein falsches Manöver dieses Schiffes zurückzuCo. und war auf dem Wege nach Antwerpen. Unter den umfuhren ist De Jonge Catharina gehört der Middelandschen Zeevaart gekommenen Seeleuten befinden sich drei Deutsche; ihre Namen find: Stewart H. Rember aus Charlottenburg, Koch R. Strö mer aus Düsseldorf und Maschinenöler Ad dinten aus Hamburg. Eisenbahnunglück auf dem Pariser Nordbahnhof. Paris, 9. April.( TU.) Im Pariser Nordbahnhof ist heute früh 6,36 Uhr ein Arbeiterzug, der aus dem Vorort Aulnay ein. fuhr, so hart auf die Prellblöde aufgefahren, daß der Gepäckwagen und zwei Wagen mit Reisenden in Trümmer gingen. Unter den Reisenden sind zwanzig Berlegte, darunter mehrere Schwerverletzte, sowie auch 3 mei Todesfälle zu verzeichnen, Eine deutsche Südamerika- Expedition. Auf dem 250- Tonnen- Delmotorschiff Alberto II. wird noch im Laufe dieses Jahres unter Führung des bekannten Südamerika. forschers Kapitän Berl Potsdam von Bremen aus eine Egpebitionsreife nach dem Amazonenstrom angetreten. Bedeutende deutsche Gelehrte aller wissenschaftlichen Gebiete, so Botonifer, Zoologen, Mediziner, Ethnologen, Geographen usw., werden an der Expedition teilnehmen. Natürlich sind Film, Photographie, 3ntereffen verfolgen wird, ift endgültig noch nicht festgelegt, drahtloser Funkdienst und Flugzeug mit in den Dienst gestellt. Der Termin der Abreise der Expedition, die auch wirtschaftlich doch dürfte für die Ausreise mit Ende September gerechnet werden. Vorträge. Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefdäftsstefie: Berlin S. 14. Sebaftianfte. 37/38. Sof 2 St. Kamerabschaft Webbing. Teilnehmer aur Fahrt nach Bnchen treffent fich Sonnabenb, ben 11. April, abends 6% Uhr, bei Muller, Ufer ftraße 12. Ramerabschaft Charlottenburg. Die Rameraden, die nach Rheins. berg fahren, treffen sich Gonnabend, ben 11. April, abends 6% Uhr, im Wilhelmshof. Abfahrt vom Stettiner Bahnhof abends 8 Uhr. Rameraben, bie an der Fahrt am Sonntag, ben 12. April, teilnehmen, benuken bie Rüge früh 5.30 Uhr oder 7.25 Uhr ab Stettiner Bahnhof. Preis der Rüdfahriatie 3.70 M. Ramerabschaft Wilmersdorf. Die Kameraden, bie fich an ber Rundgebung in Rheinsberg beteiligen wollen, benuten ben Bug am Sonnabend, ben 11. April, abends 8 Uhr, ab Stettiner Bahnhof, ober Sonntag, ben 12. April, Dormittags 7 Uhr 25 min. ab Stettiner Bahnhof. In Löwenberg umsteigen. Starke Beteiligung bringend erwünscht. Der Berein der Westpreußen von 1881 am Berlin veranstaltet am Sonn abend, den 18. April, im großen Festsaal der Gesellschaft der Freunde, Rais Damer Str. 9, ein Konzert und Ball. Beginn 7% Uhr. Der Betrag foll bem Witwen und Waifenfonds zufließen. Arbeitersport. Große Sandballwerbespiele. An den Osterfeiertagen finden auf dem Blah dee Freien Turnerschaft Neukölln Gesellschaftsspiele in Sandball gegen Leipalg statt. Und zwar am 1. Feiertag: Neukölln 4 gegen Leipzig- Klein- chocher I. 2. Feiertag: Neuföllner Bereinsmannschaft II gegen Leipzig- R1.- 8fchocher Reutölln 4 gegen Oberfpree. Beginn der Spiele 3 Uhr. Blaz: Dammweg Nr. 47. Nähe Bahnhof Ralfer- Friedrich- Straße. CC. Jung- Birke" Pankow 99( Mitglied des AABD.). Uebungslokal in Schönhola 14, Bobal Raftanienwäldchen. Uebungsabende: Donnerstag 8 bis 10 Uhr, Sonntag 10 bis 12 Uhr. Sportarten: Seben, Ringen, Artiftit. Junge fun felben Sofal am 1. Ofterfeiertag stattfindende Sportvorstellung aufmerksam. Leute werden jederzeit aufgenommen. Gleichaeltia macht der Verein auf feine Anfang 5 Uhr. Bahnstation Schönhola- Reinidendorf, 2 Minuten vom Bahnhof. Sport. Rennen zu Mariendorf am Donnerstag, den 9. April. 1. Rennen. 1. Brinzelfin Etawah( Brube), 2. Natter( Hermann leufener), 3. Manzanares( Eb. Mills). Toto: 95: 10. Blab: 18, 18, 14: 10. Ferner liefen: Dompfaff I. Baron Slatawab, Johannisfeuer, Heidefee. Blaumeife, Minz, Albater, Klud. 2. Rennen. 1. Triumph( W. Strauß), 2. The Ritty( Grohmann), 3. Dunajec( S). Lautenberger). Toto: 42: 10. Blab: 12, 12, 16: 10. Ferner liefen: Morgentau, Lottie Anvil, Augenstern B., Elfentönigin, Kadett. Erita, Ditmart. 8. Rennen. 1 Terrazo( L. Weiß), 2. Corona Mac Kinney( Lichten feld), 3. Margaret D'Donna( edert). Toto: 67: 10. Blat: 26, 25, 20:10. Ferner liefen: Coriolanus, Eulenspiegel, Gladiator I, Gouditer fr Parillia D., Schwarzwaldmädel, 8igeunerbaron, Paula Bingen, Manila, Gittan, Beinminge, Dolina, Torrero. 4. Rennen. 1. Hetman( 3. Mills), 2. Erdmann( B. Hedert), 8. Feuerwehr( Sauß jr.). Toto: 31: 10. Blag: 12, 11, 12: 10. Ferner liefen: Gassenmädel, Baron Arworthy, Native Forbes, Frankenstein, Pech. fadel. Bildkape 5. Sennen. 1. Altgold( Ellas), 2. Cuba( Th. Metti), 3. Berdun ( Barnewis). Toto: 67:10. Plat: 18, 18, 18: 10. Ferner liefen: Heide role B., Flora Bingen, Arworthy 3, Ballaft, Zimtene, Jeffries jr., partftein, Fistus, Unbeil, Armida, Nebel. Daniel 6. Rennen 1. Lebenslust( W. Krauß), 2. Dawson Watts( Bauß it.). 3. Königeabler(. Lautenberger). Toto: 20: 10. Blab: 12, 14, 25: 10. Ferner liefen: Hellina, Flamingo, Etatshöferin, Drelije Anvil, Broschüre, Cotta. 7. Rennen. 1. Elfchen( Herm Schleusener), 2. Lord Ellerslie( Großmann), 3. Marcel Ed. Ws). Toto: 324: 10. Blog: 40, 18, 17: 10. Ferner liefen: Fürst, Handfest, Clematis blau. Sybill, Dui vive. 8. Rennen. 1. Florian( Herm. Schleusenet), 2. Fafner I.( ans Schleusener), 3. Sobannistäfer( W. Kraug). Toto: 57: 10. Blat: 22, 32, 17: 10. Ferner liefen: Federnelte, Nachtsalter, Willy I, Prins Magowan, Importation, Cobra, Cleo Watts. Rennen der Rennfahrerschule in Treptow. Kürzlich fanden auf der Radrennbahn Treptow die ersten Rennen für die bor. geschrittenen Trainingsschüler der Rüttschule statt. Eine Anzahl Fabrer batte sich aus dem großen und ganzen beraye. geiält und es war intereffant, die Fortichtite zu beobachten, die die Fahrer seit Beginn der Schule schon gemacht haben. Es wurden meist Verfolgungsrennen gefabren um türze soweit wie möglich zu verhindern. So erreichte man, daß in all den Rennen nicht ein einziger Sturz vortam. Die Preisverteilung für diefe Rennen ist am Starfreitag bormittags auf der Renne bahn, wo weitere Men en der Trainingsichüler stattfinden sollen, Beginn pünktlich 10 Uhr vormittage, Schluß 12 Uhr mittags. Wetterbericht für Berlin und Ungebung. Barm und noch helter. Jür Deutschland: In Süd- und Westdeutschland etwas wolliges, sonst überall warmes und noch heiteres Better. Ist das noch Wohnungsfürsorge? Zu dem Artikel unter obiger Ueberschrift in der Stadtbeilage der Nr. 146 vom 27. März 1925 teilt die Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin m. b. H. folgendes mit: Die Behauptung, die Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin m. b. 5. habe mit den Hauszinssteuermitteln eine üppige Binswirt schaft getrieben und damit das Bauen um bestimmt 10 Bro&. ver teuert, ist irrig. Als die Wohnungsfürsorgegesellschaft Anfang Mai vorigen Jahres ihren Betrieb eröffnete, stand ihr nur ein Dar lehn der Stadt Berlin von etwa 500'000 M. zur Verfügung, das zu den damaligen Zinsfäßen der Stadthaupttasse ( 24 Proz. jährlich) zu verzinsen war. Unter Berücksichtigung dieses Umftandes wurden die Zinsen für die Hergabe von Baugeldern auf 4 Proz. über Reichsbantdistont, d. h. damals 14 Broz. jährlich, festgefeßt, ein Binsfuß, der etwa ein Fünfter bis ein Sechstel der Berzinsung auf dem privaten Gelbmarkt betrug. Eine weitergehende Herablegung der Zinsen für Baugelder aus Hauszinssteuermitteln tonnte damals nicht verantwortet werden, weil bei der starten Nach frage nach Geld eine jpetulative Verwendung der Baugelder zu privaten 3weden durch einen zu niedrigen Zinsfuß begünstigt worden wäre. Im übrigen beträgt die Belastung der reinen Baufoften mit den von der Wohnungsfürsorgegesellschaft er hobenen Baugeldzinsen für diejenigen Bauten, die noch im ver gangenen Jahr zu Ende geführt worden sind, bei Einfamilienhäusern nur 1 bis 1,5 Proz. und bei Hochhäusern, welche eine längere Bau zeit erforderten, 1,6 bis 2,7 Broz. Nachdem auf dem privaten Gelb martt allmählich eine Verbilligung der Binsfäße eingetreten ist, hat auch die Wohnungsfürsorgegesellschaft die Baugeldzinjen herabge jezt, und zwar vom 1. Januar d. 3. ab auf 8 Proz. und vom 1. März dieses Jahres ab auf 7 Broz. jährlich. Bom 1. April d. 3. ab sind die Baugeldzinfen mit Rücksicht auf die anhaltende Teuerung der Baustoffe und der Bauarbeiterlöhne auf den äußerst niedrigen Saß von 3 Broz. jährlich weiter ermäßigt worden. Auch in jeder anderen Hin. sicht bemüht sich die Wohnungsfürsorgegesellschaft, im Rahmen ihrer Machtmittel das ihrige zu tun, um die Errichtung von Neubau wohnungen zu fördern. Immer wieder muß aber darauf hinge wiesen werden, daß eine Besserung der Berhältnisse nur dadurch erreicht werden fann, wenn die längst überholten Säße der Haus zinssteuerhypotheken ganz erheblich erhöht werden." Dazu schreibt uns der Berfaffer des ersten Artikels: Es läßt fich durch Belege einwandfrei nachweisen, daß die Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin m. b. S. für diejenigen Mittel, welche sie den Genossenschaften im Monat Juni ud Juli des vergangenen Jahres zur Verfügung stellte, dreißig Prozent Jahreszinsen angerechnet hat. Noch im August und September betrugen diese Zinsen vierundzwanzig Prozent für ein Jahr. Erst vor furzem find diese enormen Binsfäße unter dem Drud zahlreicher Retlamationen auf durchschnittlich vierzehn Prozent für das Jahr 1924 ermäßigt worden. Die über diesen Zinssatz hinaus von den Hauszinssteuerhypotheten vorweg in Abzug gebrachten Beträge sind den Genossen. schaften gutgeschrieben, inzwischen aber von den weiterlaufenden Binfen aufgefreffen worden. Wenn die Wohnungsfürsorgegesellschaft den Zinsfaz für Baugeld nunmehr vom 1. April d. J. ab auf 3 Broz. ermäßigt hat, so ist dies ein erfreulicher Beweis dafür, daß sie sich felbft von der Unhaltbarteit der vorjährigen 3ins= gebarung überzeugt hat. Tatsächlich mag sich für diejenigen Bauten, die im vorigen Jahre fertiggestellt und verkauft oder vermietet werden fonnten, ein rech nerisch geringerer Saß als zehn Prozent der Berteuerung durch diese Zinswirtschaft ergeben. Wir wollen aber doch nicht Bogel Strauß spielen": wie steht es mit den vielen Tausend an deren Bauten, die im vergangenen Jahre wohl begonnen, aber wegen Mangel an Baumitteln der durch die vorweg abgehaltenen Baugeldzinsen wesentlich verschärft wurde nicht fertiggestellt werden konnten? Selbst in solchen Fällen, wo die Baugenoffenschaften etwa infolge eigener oder anderweitiger Geldmittel in der Lage waren, dic im Vorjahre begonnenen Bauten fertigzustellen, ist es either nicht möglich gewesen, den größten Teil dieser Wohnungsbauten wegen Mangel an zahlungskräftigen Käufern oder Mietern an den Mann zu bringen. Die Heimstätten- Gesellschaft Brimus m. b. H., deren Anteile restlos im Besize des Magistrats Berlin sind, hat im vergangenen Jahre in Wittenau 60 Mietwohnungen erstellt, für welche sie einen verlorenen Baufostenzuschuß von je 3200 m., 2400 m. und 1200 M. für eine Dreibzw. 3mei bzw. Einzimmerwohnung vom Mieter fordert. Bon diesen Wohnungen ist bisher noch nicht ein Drittel vermietet worden; der Reft steht leer und frißt 3infen für Hypothefen, Zwischentredite und Baugelb der Wohnungsfürsorgegesellschaft. Dies als ein Bei spiel für viele! Das sind doch ganz unhaltbere Zustände. Wenn die Wohnungsfürsorgegesellschaft als berufene Rennerin der Sachlage für eine Aufbefferung der überholten Säße der Hauszinssteuerhypotheten schon längst eingetreten ist, so ist es um so unbegreiflicher, warum dies nicht zu richtigem Termine erfolgt ist. Heute sind dem Bolksvermögen durch die ganze Art, wie die Baumittel aus ben Hauszinssteuern hergegeben werde was sowohl für die Höhe der einzelnen Hauszinssteuerhypothefen als auch für die, für deren Erhalt angewandten Bedingungen gilt Millionen verloren gegangen. Es entspricht der moralischen Auffassung weiter Boltsfreise, daß die aus dem Bolf gezogenen Mittel ohne Berzinsung und Berteuerung zu demjenigen Swede hergegeben werden, zu dem fie aufgenommen worden find. Allen behördlichen Erwägungen muß die Sorge für die Wohlfahrt einer grenzenlos verelendeten Bollsschicht vorangehen, die noch heute trog vorhandener Mittel nicht in der Lage ist, für sich über eine Wohnung mit halbwegs erschwinglichen Mieten zu verfügen." Die Generalversammlung der Konsumgenossenschaft. Ein Antrag der Fraktion Genoffenschaftsaufbau. In der Generalversammlung der Konsumgenossenschaft, über deren Berlauf wir berichteten, hatte die Fraktion Genossen. ichaftsaufbau einen Antrag eingebracht, der bei ordnungs mäßigem Berlauf der Bersammlung zweifellos zur Annahme gelangt wäre; feiner allgemeinen Bedeutung für die gegenwärtigen wirtfchaftlichen Fragen wegen sei er hier im Wortlaut veröffentlicht: 1. Die Generalversammlung der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend erhebt in Wahrung der Interessen von mehr als 150 000 Berbraucherfamilien gegen die Einführung neuer oder Erhebung bestehender Schubaölle Proteft. Die Erhebung von Schutzöllen vermindert die Kauftraft der Löhne und Gehälter, fördert den Mißbrauch der wirtschaftlichen Macht der Kar telle und Synditate, erhöht die inländischen Produktionskosten, schwächt die deutsche Wirtschaft in ihrem Wettbewerb auf den ausländischen Märkten und erschwert somit den Wiederaufbau unserer Bolkswirtschaft II. Die Generalversammlung wendet sich mit Entschiedenheit gegen jene 30lb und Steuervorlagen der Regie. rung, bei deren Annahme der Genuß von Bier und Tabat eine weitere Berteuerung erfahren muß, und die somit für die Lebens. haltung der breiten Boltstreise eine neue Belastung bedeuten. Die Aufbringung der erforderlichen Mittel für die Staatszwecke darf STADT BEILAGE DES nicht erfolgen durch neue Belastung der notteidenden arbeitenden Boltsschichten, sondern muß herbeigeführt werden durch stärkere Heranziehung der besigenden Kreise in Form erhöhter Kapital- und Befihfteuern. III. Indem die Generalversammlung der Konsumgenoffenfchaft Berlin und Umgegend Kenntnis nimmt von der Herabsetzung der Umfagsteuer von 3 auf 1% Broz., erneuert sie ihre Forderung auf völlige Beseitigung dieser rohesten aller Steuerarten. durch welche alle Waren, auch die notwendigsten Lebensmittel, eine für die ärmere Bevölkerung untragbare Berteuerung erfahren; im beson deren spricht die Generalversammlung ihre Entrüstung darüber aus, deren spricht die Generalversammlung ihre Entrüftung darüber aus, daß den Anträgen der Konsumgenossenschaftsvertreter, die Genoffen schaften von der Umfaßsteuer zu befreien, bisher nicht entsprochen wurde. Die Generalversammlung fordert alle volfsfreundlichen Parlamentsvertreter auf, erneut mit Nachdruck auf die Freistellung der Genossenschaften von der für die Konsumgenossenschaften und ihre Mitglieder doppelt ungerechten Umfagiteuer hinzuwirken. Adolf Rickert. Einer von der alten Garde, der Genoffe Adolf Ridert von törperlicher und geistiger Frische. Genosse Ridert, der seit vielen der 8. Abteilung, feiert am 14. April d. 3. feinen 60. Geburtstag in Jahren bas Barteilofal der 8. Abteilung( Westen) betreibt, hat in den Jahren 1880 bis 1884 in Hamburg den Zimmererberuf erlernt und fam dann nach Berlin. Hier hat er von Anfang an dem 2. Ber liner Reichstagswahltreis angehört. Unter dem Sozialistengesetz gehörte er dem Arbeiterbezirksverein Westen und dann dem Lese und Disfutterklub des Westens unter Leitung des Genossen Antric an. Nach dem Fall des Sozialistengefeßes wurde er fogleich Mitglied bes Wahlvereins des 2. Berliner Reichstagswahltreises bis zur bes Wahlvereins des 2. Berliner Reichstagswahltreises bis zur Schließung der Berliner Wahlvereine im Jahre 1895. Nachdem im Juni 1896 die Berliner Wahlvereine wieder eröffnet wurden, war Genoffe Ridert fofort wieder deren Mitglied. Er beteiligte fich an jeber Steinarbeit, wurde Bezirtsführer und bis zum Jahre 1908 Beiter ber 2. Abteilung. Im Berliner Westen erfreut sich der Jubilar Coffe ヨヨヨ Kukirolen Sie! Die ganze Kur 2 Mark Welt- Reise Villa des Herrn Dr.med.Unblutig von der Kukirol- Fabrik, Groß- Salze bei Magdeburg RIC VORWARTS allgemeiner Beliebtheit unter den Genoffen, aber auch unter den älteren Genossen der anderen Berliner Wahlkreise werden sich viele befinden, die unserem alten Genossen Adolf Rickert gleich wie die Genossen der 8. Abteilung ihre Glückwünsche zu seinem 60. Geburts tage barbringen. Gegen die Erhöhung der Miete. Am 6. April 1925 fand im 4. Berwaltungsbezirt eine von dem Mieterverband Berlin im Bunde Deutscher Mietervereine, Sig Dres den, einberufene öffentliche Mieterversammlung statt. Die fehr gut besuchte Bersanimlung erhob scharfsten Protest gegen die von der Regierung und vom Magistrat auf 76 Bro 3der Friebensmiete erhöhte Miete. Aus den Ausführungen des Referenten und der vielen Diskussionsredner ging hervor, daß in Anbetracht der den Hauswirten schon bei der früheren Miete im erheblichen Maße zufließenden Ueberschüsse die Mietserhöhung völlig unbegründet war, zumal die allgemeinen wirtschaftlichen Berhältnisse mit der Erhöhung der Miete nicht in Einflang gebracht werden können. Die Versammlung ersuchte den Vorstand des Mieterverbandes, gegen die fortdauernde Mietesteigerung schärfften Brotest einzulegen und zu verhindern, daß der größte Teil der mieterschaft des Reiches, der zur Zahlung der jegigen Miete infolge der schlechten Einkommensverhältnisse und der allgemeinen Tenerung außerstande ist, obdachlos wird. Ländliches in Groß- Berlin. # Zu der Mitteilung„ Ländliches in Groß- Berlin" in der Stadtbeilage der Nummer 158 Dom 3. April 1925 gibt die Deputation für Forsten nachstehende Erklärung: Die Mitteilung von einer Erflärung der Forstverwaltung an Bürgermeister Grunow Trep tom, wonach es sich um Forstwege handele, die nicht beleuchtet wer den dürfen, ist unzutreffend. In der Bersammlung in Börners Blumenfälen am 17. v. m. hat bereits der Forstdirektor auf Anweisung von Stadtrat Bege erklärt, daß der Ausbau großer Ber tehrsstraßen in der Wuhlheide vom Bahnhof Sadowa nach den Siedlungen nicht Aufgabe der Forstverwaltung sei, ebensowenig die M M Unser neues Preisausschreiben. 10 000 Goldmark in bar als Preise. Erster Preis 1000 Mark in bar. Der Wettkampt, der hier um 100 Barpreise Im Gesamtbetrage von 10 000 Goldmark ausgefochten werden soll, Ist ein Kampf gegen einen Verkäufer, der Sie hineinlegen möchte, and dessen löbliche Absicht Sie natürlich sofort durchschauen. Es gilt folgendes: Nehmen Sle an. Sie kommen in eine Apotheke oder Drogerle und verlangen eines der echten, vielmillionenfach bewährten Kukirol- Präparate, well der Ruf., Kukirolen Sie" auch an Ihr Ohr gedrungen ist und In Ihnen den Wunsch erweckt hat, zu versuchen, ob die richtige, also die KukirolFußpflege, denn wirklich das ganze Wohlbefinden so günstig beeinflußt, wie Ihre geehrte Verehrerin oder, falls Sie eine Dame sind, der Herr, der Sie gern heiraten möchte oder schon geheiratet hat, behaupten. Der Verkäufer, der in diesem Spezialfalle nicht Ihren, sondern nur seinen Vortell Im Auge hat, versucht, Ihnen mit aller Gewalt ein anderes, unbekanntes Präparat aufzureden, well er an diesem ein paar Pfennige mehr verdient. Da Sie trotz aller Reden mit Recht auf Kukirol bestehen für Ihr Geld können Sie verlangen, was Sie wollen und nicht, was der Verkäufer gern los seln möchte - so spielt er zum Schluß, am Sle wankend zu machen, den Trick aus: ,, Bel Kukirol müssen Sie nur die Rehklahhmeh mitbezahlen." Was würden Sie nun in diesem Falle antworten? Für die von uns als die besten erkannten, witzigsten and treffendsten Antworten setzen wir folgende Preise aus: Einen ersten Preis Im Betrage von 1000 Goldmark= M. 1000 zwelten dritten, " " " 99 " " 9 99 750 500 " 99 750 99 99 500 99 vierten, 350 39 " 99 350 ferner: Zwei Preise im Betrage von je 250 Goldmark M. 500 44 の 99 99" 100 = 95 " 4400 50 か 50 99 9999 9 » 2500 also insgesamt: 100 Preise im Gesamtbetrage von Goldmark 10000. Wir betonen: Unsere großzügige, sehr wirksame Propaganda verteuert unsere Präparate nicht. Beweis: Wir liefern jährlich viele Millionen Packungen unserer Präparate in alle Telle der Welt. Unsere Propaganda- Unkosten vertellen sich somit auf riesige, in die Millionen gehenden Umsätze. Diese Umsätze könnten wir trotz der unbestrittenen, auch von zahlreichen Aerzten anerkannten Güte unserer Präparate ohne Propaganda nie erzielen, denn eine Ware muß bekannt werden, und das 1st nur durch eine geschickte Propaganda zu erreichen. Andere sogenannte Konkurrenz- Präparate, die unseren Präparaten sowohl qualitativ als auch quantitativ nachstehen, sind im Verkauf keinesfalls billiger, wohl aber im Einkauf. Berücksichtigen Sle dies bitte stets bel ihren Einkäufen, aber auch bei Ihrer Beteiligung an unserem Preisausschreiben. Ihre Antwort muß kurz und schlagend sein, je kürzer und le markiger, eindringlicher und witziger, desto höher wird sie bel der Preisvertellung bewertet. Die näheren ausführlichen Bedingungen veröffentlichen wir in den nächsten Tagen an dieser Stelle. Wir weisen jedoch schon heute darauf hin, daß dieses Preisausschreiben nur für Personen gllt, die ihren Wohnsitz in Groß- Berlin, wozu wir auch die Vororte rechnen, haben. Den preisgekrönten Bewerbern wird das Ergebnis schriftlich mitgeteilt werden. Die besten preisgekrönten Einsendungen werden wir veröffentlichen. Wir behalten uns auch die Veröffentlichung der Names und Adressen der preisgekrönten Bewerber vor. Mit 1000 Goldmark können Sie auch jetzt noch den Grundstein zu einem neuen Geschält oder zu einem elgenen Hausstand legen, die Welt bereisen oder sonst etwas Nützllches unternehmen. Kuklrolen Sle, und Sie werden am ehesten in der Lage sein, eine saftige Antwort zu erdenken. Die Wohltaten, die Sle bel Gebrauch unserer Präparate empfinden werden, werden Ihrem Gelst zu einer großen Tatver helfen. Die ganze Kuki no 1- Fußpflege- Kur kostet nur 2 Mark. Sle erhalten diese In belnahe jeder Apotheke. und Fachdrogerie. Warten Sie unsere genauen, leicht zu erfüllenden Be dingungen ab, die wir in einigen Tagen bekanntgeben wer den, und dann los! Lassen Sie Ihrem Urberliner Mutterwitz die bissigsten Zügel schießen, Lassen Sie Ihrem treffsicheren Humor freien Laul! Kukirol- Fabrik Kurt Krisp Verkaufsbureau Berlin W 62, Kleiststraße 23, I Telephon: Stephan 5471. Beleuchtung der Fußwege, daß aber die Forstverwaltung der Bornahme solcher Maßnahmen durch die Bezirksämter nur wohl mollend gegenüberstehen könne. Dieser Standpunkt ist in einem an die beteiligten Bezirksämter Lichtenberg, Treptom und Köpenid gerichteten Schreiben am 24. v. M. schriftlich bestätigt." Hoffentlich veranlaßt diefe wohlwollende Haltung der Forst verwaltung zur schleunigen Abstellung der von den Siedlern gerügten Mängel. Aus den Bezirken. 15. Bezirk Treptow. 1 om Bezirk Ireptom werden eine Reihe Pläne der Berwirt. fichung entgegengeführt. So wird zur Entiastung der Reuen Krug Allee der Ausbau der Köpenider Landstraße, der Kiefholzstraße und der nach Köpenid fomie Grünau führenden Straßen geplant, da sie den Anforderungen des Verkehrs nicht genügen. Die Berufsfeuerwache Niederichō neweide, bie feit langem als unzulänglich betrachtet wurde, foll durch einen Neubau ersetzt werden, der auf dem gleichen Grundstüd in Gemeinschaft mit einer Boltsbadeanstalt, die zwei Schwimm hallen haben foll, geplant ist. Sehr eifrig fezt sich das Bezirksamt für die Berwirklichung einer Schnellbahn Moabit Trep tom ein, die fiber die Spree nach Köpenid meitergeführt wer den soll. Fernerhin besteht die Absicht, ein Stadion bei Sa bowa zu erbauen. Den Alten des Bezirks foll durch die Ein richtung eines Bezirksaltersheims in Alt Glienide geholfen werden. Die mangelhaften hygienischen Zustände auf den Wochenmärkten haben den Gedanken entstehen lassen, in Ober- oder Niederschöneweide eine Markthalle zu schaffen. In Kürze wird mit dem Ausbau des Krematoriums Treptow begonnen werden. Zunächst werden zwei weitere Trauerfeierhallen geschaffen und im Anschluß daran drei neue Verbrennungsöfen eingebaut. Schließlich sollen völlig einwandfreie Leichenaufbewahrungsräume fowie zmet große Bartehallen für die Leidtragenden errichtet wer Den. Hierfür find die Mittel bereits gesichert. Das Bezirksamt will durch den Ausbau der Wuhlheide zu einem Bolfs part bem Industriebezirk eine wichtige Erholungsstätte sichern. Es bleibt abzuwarten, inwieweit es möglich sein wird, die für diese Bläne notwendigen Mittel flüffig zu machen. Immerhin ist es begrüßens: wert, daß solche Pläne bestehen und daß an ihrer Förderung gearbeitet wird. 9. Bezirk Wilmersdorf. 3u ben Grippeertranfungen in den Wilmers dorfer Schulen teilt der städtische Nachrichtendienst folgendes mit: Am 25. März cr. ist in der Wilersdorfer Bezirksversammlung an das Bezirksamt die Anfrage gechtet worden, was es getan habe, um ein meiteres Emfichgreifen der in den Schulen des Bezirks aufgetretenen Grippe epidemie zu verhindern. Gleichzeitig hat die Bezirksversammlung an demselben Tage einen Dringlichkeitsantrag der Bezirksverord neten Frau Harber und folgende angenommen, der fordert, daß feitens des Bezirksamts alles gefchehe, um die Ausbreitung der Epidemie zu verhindern. Zur Beruhigung der Einwohner des Be zirks gibt das Bezirksamt folgende Aufklärung: In der Ministerial anweisung zur Berhütung der Verbreitung übertragbarer Krant heiten durch die Schulen vom 9. Juli 1907 in der am 5. April 1923 abgeänderten Fassung sind Maßnahmen gegen Grippe nicht vor. gefehen. Trotzdem nehmen die Schulleiter in finngemäßer Anwen Bung dieser Anweisung beim Auftreten diefer Krankheit mit den Von 2 Mark an wöchentliche Teilzahlung llefere eleg. Herren- Garderobe fertig und nach Maß nur Qualitätsware in großer Auswahl Garantie für tadellosen Sitz und Verarbeitung Maßschneiderei J. Kurzberg Oranienstraße 160, I Chausseestraße 1, I Eing. Elsässer Str. Außergewöhnlich billiges 6sterangebot in Spirituosen, Weinen und Likören. 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Die Grippe bzw. grippeähnlichen Erfantungen haben vor etwa di zehn Tagen eingefeßt. Nur im Fichte- Gymnasium, wo vom 16. bis 21. März cr. anfangs nur fünf Klassen gefchloffen waren, mar es nötig, vom 23. bis 25. März cr. sämtliche Klaffen zu schließen. Obwohl in den in demselben Gebäude untergebrachten sieben Klaffen der Mittelschule I die Zahl der Erkrankungen nicht so erheblich war, wurden auch diele Klaffen aus Borsicht ebenfalls vom 23. bis 23. März cr. gefchloffen gehalten. Im übrigen wurden vorüber gehend geschloffen: im Bismard- Gymnasium eine Klasse, in der Boltsschule 3 zwei Klaffen, im Grunewald- Gymnasium fechs Klassen, in der Boltsschule 4 pier Klaffen, in der Vittoria- Luisenschule zwei Klaffen, in der Volksschule 5 drei Klaffen, im Bismard- Lyzeum zwei Klaffen, in der Bolksschule 6 eine Klaffe, im Freiherr- vom- Stein- Enzeum zwei Klassen, in der Boltsschule 15 eine Klasse, in der Mittelschule 2 brei Klaffen, in der Mittelschule 3 eine Klaffe. In den Schulen, mo teine Klaffenschließungen nötig waren, haben sich die Krantheitsfälle auf die ganze Schule jo verteilt, daß eine Schließung nicht in Frage fam. Nach den Beobachtungen der legten Tage find die Krankheitsfälle überall im schnellen Rüdgange begriffen, to daß weitere Schließungen von Klassen nicht notwendig waren. Siedlung Bögon. in der Aufnahme einer Hypothet, um die Frühjahrsbestellung und die jest schon notwendig werdenden Reparaturen an den Hausern auszuführen. Ist nun mirklich eine Stelle gefunden, wo man Geld erhalten kann, dann kommt die heitle Frage: Sind Sie im Grundbuch eingetragen? Barum noch nicht? Und die Hypothek war 1 Die Berliner Müllabfuhr A.-G. hielt gestern ihre Generalver sammlung ab, die in Bertretung des Aufsichtsratsvorsitzenden, Ober bürgermeister Dr. Bo B, von Stadtrat Wege geleitet wurde. Die Gesellschaft hat nach der Umstellung ein Aktienkapital Don 3 Millionen Reichsmart, das auf 5 Millionen Reichsmart erhöht worden ist, und erzielte emen Rein gewinn von 393244 Mart, aus dem eine neunprozentige Dividende zur Verteilung gelangt. Auf Anfragen teilte die Verwal tung mit, daß fie sich an der Müllverwertungsgesellschaft in Schöne berg, die eine Müllverwertungsanstalt im Bau habe, beteiligen wolle, daß die Berhandlungen darüber schweben. Es jei beabsichtigt, die Aftien an der Börse einzuführen, doch hänge das von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab. Für die aus dem Aufsichtsrat aus. fcheidenden Mitglieder wurden neu gewählt Herr Schumann, Bürgermeister Schuhmacher, Stadtrat Schlichting, Direktor Dr. Knoche und Stadtverordneter Dr. Steiniger. Das Aftien fapital der Gesellschaft, deren Zwed ja aus dem Namen ersichtlich ist, befindet sich zum größten Teil in den Händen der Stadt Berlin und der Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Hausbesizer. Kommunale Blätter für Groß- Berlin. Die Nummer 4( AprilNummer) ber Kommunalen Blätter( herausgegeben vom Reichsverband Berlin der SPD.) ist erschienen. Diese Nummer enthält Abhandlungen über Wohnungswirtschaft. Die Berliner Gesundheitswoche Die Stärke der Sozialdemokratie in der Gemeinde Berlin. Gesundheit und Schule. Arbeiterwohlfahrt und städtische Wohlfahrtspflege. Notizen. Die 3ustellung erfolgt an die Groß- Berliner Funktionäre zugleich mit dem Mitteilungsblatt. Für sonstige Interessenten ist der Bezug durch die Post empfehlenswert. 3. Allgemeine Bureauausstellung. In der Zeit vom 30. April bis 9. Mai findet in den Ausstellungshallen am Raiserdamm eine groß angelegte Fachausstellung zeit- und arbeitſparender Bureaumaschinen, Bureaumöbel und Behelfe, die 5. Allgemeine Bureauausstellung statt. Ein Schreibmaschinen- Wett fchreiben um die Meisterschaft von Deutschland ist angegliedert. Jubiläen. Kurz vor Belten bei Bogom liegt die Siedlung Bogom, welche in den Jahren 1919 und 1920 vom Kreise Ofthavelland und sonstigen Stellen ins Leben gerufen wurde. Damals eine Berhimmlung des Siedlergedankens, an nichts sollte es der Siedlung fehlen, alles mur Erdenkliche war ihr zugesichert: Gemeinde, Schul-, Armen- und Sprizenhaus, Friedhof, gute Straßen usw., wofür die Siebler einen Betrag port 600 Mart pro Morgen zu zahlen hatten, und heute, nach fage und schreibe fechs Jahren harrt hier eine rechtlose, von Petner Behörde anerkannte Siedlermenge, die in ihrer Not feine Behörde eder Instanz, findet, die sie vertritt; bie nur den einzigen Bunich hat, endlich ins Grundbuch eingetragen zu werden, und den Tag verwünscht, an dem sie den unseligen Rentengutsvertrag, unter schrieben hat; aber der Leidensweg geht weiter, ein Rezeß gefeilt sichburg, Schilleritt. 16, Sof, Quergebäude part., das felt ber Golbenen Seute begeht das Ehepaar Hermann und Dorothea Groth, Charlottenzum anderen, und will der Siedler einen solchen Bertrag, der ihm Soeit Die aften Beute haben durch die Inflation ihr bißchen Sab und nur vorgelesen werden darf, nicht unterschreiben, fo fchwebt das Gut verloren und leben jetzt in den bescheidensten Berhältniffen. Damoflesschwert über feinem Haupte, daß der Kreis von seinem Wiederverkaufsrecht Gebrauch macht, den Breis festzusehen hat, um bann als Wiederverfäufer von jeder so erworbenen Siedlerstelle mit einem Reingewinn für sich von 2000 bis 3000 Mart zu gewinnen. Außer der Aufstodung der Dorfschule ist nun an dem Ausbau der Siedlung noch nichts geschehen, feit Ende 1922 merden die Siedler vertröstet: die Eintragung erfolgt am 1. April, bloß über das Jahr werden sich die hohen Stellen nicht einig. Aber währenddessen müffen bie Siebler Steuern über Steuern an den Gutsvorsteher obführen, erfolgt aber einmal ein Einspruch oder sonst etmas, fofort werden sie abgemiesen mit der Begründung, daß sie ja noch gar teine Befizer feien! Berzweifelt fehen sie ihre lezte Soffnung Bal919 29ueen U of 600 KAR M 0001 et MITRI Wenn du kein Millionär bist und doch auf Qualität Anspruch erhebst, dann bleibt dir nur die Karmitri Zigarette Weißenfee. 25jähriges Jubiläum im Dienste der Gemeinde. Genoffe Albert Taubmann, berge ficer tabtrat. beging fürlich jem 2 jahriarah laum als Gemeindebertreter 53w. Schöffe in Weißenfee. Die arbeiende Be bölferung bon Weißenfee, für die er noch heute wirft unb fchafft, dankt ihm mit dem Bunfche, auch fernerhin int Dienste des Gemeinwoobles, fo wie bisher, unermüdlich tätig au fett.. Oeffentliche Bekanntmachung. Salbjahres April bis September um 11% Uhr und an den Sonnabenden des Halb Die Finanzkaffen werden für den Bublifumperfehr an ben Gornabenden bes fabres Otto. et bis März um 12 Uhr gefchloffen Berlin, den 8. April 1925. Der Präsident des Landesfinanzamts Berlin. Noch Winterpreise! Neue Halbrenner 50 bis 65 M. Eleg. Tourenrad 68 M. Luxusräder glockenlager. Torpedofrei.auf, bestechend schön. 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O zu Kopf, wenn man sieht, wie dieses Italien jebe Möglichkeit erfaßt, um industrieill attiv zu werden, während wir bei einem Werke, welches neben der Versorgung der deutschen Landwirtschaft noch Exportmerte in Höhe von 80 Millionen Goldmarf erzeugen tönnte, einfach nicht vorwäris tommen. Dabei ist jeder einzelne, den mon Für die Zukunft des oberschlesischen Kohlenbergbaus ist die spricht, außerordentlich begeistert und von der Idee eingenommen, Gestaltung der deutsch polnischen Wirtschaftsbez, die wir zum Zwecke der Ueberführung des Harter- Karbibs in aber voran fommt man nicht. Genau so ging es mit der aberen ziehungen von entscheidender Wichtigkeit. Die Verhandlungen Kaltstickstoff ausbauen wollten, um den Strom zu gewinnen, der über einen Handelsvertrag find bekanntlich noch im Gange. Bolen nötig ist für die Umwandlung von Karbid in Stalfitidstoff, hier verlangt dabei, daß Deutschland sich verpflichte, auch nach dem Ab. handelte es sich um ein bescheidenes Projekt von 9-10 000 PS. Die lauf des Genfer Abkommens am 10. Juni d. 3 große Kohlen. lezte Berfügung, wonach das Ministerium bereit ist, einen Teil der mengen aus Ostoberschlesien hereinzulassen. Diese Forderung ist von uns benötigten Kraft( 3-4000 PS.) zu geben, haben wir im besonders für die nächste Zeit von großer Tragweite, da Deutsch. Dezember 1923 erhalten. Wir haben geschrieben, daß es nicht mög land bekanntlich unter einer schweren Kohlenfrise leidet und lich ist, den fleinen Teil auszunuzen, da wir den vollen Strom haben da es vorläufig in feinen Einfuhrverboten noch das Mittel hat, die müffen, um das Karbid in Kaltstickstoff umzumandeln und habeen im Februar 1924 nachgewiesen, daß wir diesen Strom nötig haben. Einfuhr fremder Kohle zu beschränken. Auf die Dauer, näm Erst im Oftober ober November 1924 fanb bann ein Besuch von lich wenn die Einfuhrverbote einmal hinfällig werden, wird Kohle brei Referenten statt, die sich an Ort und Stelle überzeugen wollten chnehin die deutschen Grenzen ohne Hemmung passieren fönnen, das Projekt an sich schwebt schon seit vier Jahren ob der da, wie wir zuverlässig erfahren, nicht die Absicht besteht, Koh- Strom für die aufgegebenen Zwede nötig ist oder nicht. Es geschah fenzolle einzuführen. Diese würden auch den Interessen der aber nichts." perarbeitenden Industrie zuwiberlaufen. Nun ist die oberschlesische Kohlenindustrie in zwei Parteien gespalten. Bei der einen befinden sich die Werke, deren Kohlen bafis ausschließlich auf der deutschgebliebenen Seite Oberschlesiens liegt. Bei der anderen befinden sich diejenigen Unter nehmungen, die auf die Einfuhr ostoberschlesischer Kohle angewiefen find oder die auf der polnischen Seite eigene Kohlenberg werke haben. Während die ersteren, zusammen mit den Bergarbei. tern, gegen die Einfuhr ostoberschlesischer Kohle sind und fich dabei auch von der Tatsache leiten lassen, daß Polen den größten Teil der in Ostoberschlefien angefeffenen deutschen Arbeiterschaft ausgewiefen oder um ihre Existenz gebracht hat, verlangen die anderen Werke, daß Deutschland dem polnischen Stand. punkt Zugeständnisse machen foll Eine Einigung innerhalb der ver fchiedenen Wirtschaftsgruppen ist bisher nicht erfolgt. Im Gegenteil droht es darüber zu einem schweren Konflikt zu fomment. Der Generaldirektor Berner von den Gräflich Schaffgotischen Berfen G. m. b. 5. hat sein Amt im Borstand des Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Bereins sowie im Oberschlesischen Kohlensyndikat niedergelegt. Gleichzeitig wird angefündigt, daß auch die Bertreter der Gräflich Ballestremschen Berwaltung und der Breußengrube ihre Aemter in den Industrieverbänden Oberschlesiens aufgeben werden. Das Vorgehen wird ausdrücklich mit der Opposition der genannten Unternehmungen gegen die Generaldirektoren Euling( Borsig) und Stähler begründet, die sich gegen eine Einfuhr fremder Kohle ausgesprochen haben. Die Folgen dieses Konflittes im Unternehmerlager find nicht abzusehen. Der Bestand des oberschlesischen Kohlensynbifats ist durch die Stellungnahme der opponierenden Gruppen zunächst noch nicht gefährdet, da das Reichswirtschaftsministerium die Möglichkeit hat, nötigenfalls ein Zwangssyndikat anzuordnen. Stärker werden die Rüdwirtungen auf die deutsch polnischen Berhand [ ungen sein, in denen die Haltung der Regierung durch das Vorgehen der opponierenden Bergherren nicht gerade gestärkt wird. Wir haben im„ Borwärts" wiederholt betont, daß wir eine Eini. gung mit Polen in den dringendsten Wirtschaftsfragen für un bedingt erforderlich halten und daß man nicht daran denken barf, den abgetretenen Teil Oberschlesiens vollkommen sich selbst zu überlassen, weil sonst die Rückwirkungen auf die übrige oftdeutsche Industrie und auf die Arbeiterschaft nicht aus= bleiben können. Die Frage der Kohleneinfuhr aber ist das stärkste Verhandlungsmittel, das wir in der Hand haben, um van Bolen zu bewirken, daß die Schikanen gegen deutsche Etaatsangehörige in den abgetretenen Gebietsteilen endlich aufhören. Es ist jedenfalls nicht erwünscht, daß dieses Berhand lungsmittel durch einen offenen Konflikt der beteiligten Industriegruppen unwirtjam gemacht wird. Freitag, 10. April 1925 Unternehmer eine starte Stodung eingetreten ist, hm Inland fich das Betriebsfapital zu verschaffen, das sie benötigt. Zu diesem Zwecke will sie Teilschuldverschreibungen im Betrage van 20 millionen ausgeben und auf diese Zeilschuldverschreibungen, die zum Nenmbetrag( Bari) ausgegeben werden sollen, die 15f a che Dividende, mindestens aber 10 Broj garantieren betrags bei Tilgung durch Austofung, 120 Broz. bei Kündigung vor Der Raufanreiz wird dadurch verstärkt, daß 110 Broz des Nenn40 Jahren gezahlt werden. Den ftionären wird ein Bezugsrecht auf die Teiliauldverschreibungen im Berhältnis von 10: 1 einge räumt. Dieser Berfuch der Berliner Hochbahngesellschaft, im Inland wieder feftverzinsliche Obligationen abzulegen, ift fcher benchilich und lobenswert. Nachdem aber die Industrie bet ben Aufwertungs. verhandlungen die Obligationsgläubiger hat unter den Tisch fallen laffen, wird die Berliner Hochbahngesellschaft froß ihres günftigen Angebots wohl faum auf viel Gegenfiebe ftoßen. Für blefe bedauerliche Kehrfeite der unlauteren, Bablmanöver ber Industrie fann fich die Hochbahngesellschaft bel thren deutschen Unternehmerfollegen bedanken. tängerer Zeit fonnten wir melden, daß die Branntweinfabritanten Schnapsbrenner gegen Reichsbranntweinmonopol. Ethen var cine Aftion gegen das Reichs branntweinmonopol planen Soweit ble Ausführungen des Geheimrats Care. Sle laffen und bereits mit der Reichsregierung über die Umgeftaltung des den Standpunkt der bayerischen Regierung in der fo eminent be- Monopols verhandelten. Jezt wird innerhalb der Intereffentenver deutungsvollen Frage der Kaltstidstofferzeugung geradezu mert bände gegen die Monopolverwaltung lebhaft agitiert. So wandle würdig erscheinen. Sie laffen den Eindruck auftommen, als wenn sich in ber Frühjahrshauptversammlung des Bereins der man sich in bayerischen Regierungsfreisen nicht als Förderer des Branntweinbrenner und 2itorfabrikanten bes Gedankens der Produktionssteigerung, fondern als Sachmafter be. Rojef, Saar- und Eifelbezirts der Borsigende lebhaft gegen das Reichsmonopolamt, bas fe fchledy gewirtschaftet habe, baj ftimmter, in dem vorliegenden Falle gegen die Ausdehnung der bort gegenwärtig rund 300 000 Fuber Branntwein unverfaust auf Kaltstickstofferzeugung eingestellter Interessentengruppen fühlt. Iftager lägen, obwohl eine größere Menge Sprit fon zu Berdas auch schon im Reichsernährungsministerium aufgefallen? Wie tufpreifen an das Ausland abgefeht worden fei. Det finanweit erklärt man sich dort mit dem Standpunti der bayerischen Rezielle Erfolg diefes unfaufmännischen Gebarens jei, baß das Monoglerung einverstanden? Welche Gründe hat man anzuführen für polant nicht nur feinen Ertrag abgeworfen habe, sondern daß es an den Fall, daß man die Auffassung der bayerischen Regierung teilt? bie Reichsfinanzpermaltung mit rund 56 millionen Mart Auf diese Fragen gebe man eine baldige Antwort und die Deffent periulbet fei. Sicht nur im Intereffe der Brenner, sondern vor allem im Intereffe des Reiches müffe das Monopolamt eine gründilche lichkeit ist um eine Aufflärung reicher. Umgestaltung erfahren. Es wäre an der Zeit, daß sich die Reichsmonopolverwaltung einmal zu dem hier erhabenen Boriours äußert. Je Bergbau 2.-G. Die Ilse Bergbaut.- G. verteilt für bas Ruffifche Baufen im Auslande. Die Comjetregierung arbeitet Geschäftsjahr 1924 auf 28 Millionen Stammattien und 33,4 Mil lebhaft daran, eine eigene Banf in Baris mit 10 Millionen Goibaktien 6 Broz. Dividende. Auf insgesamt 71.4 Millionen dividenden russischen Bankneses im Ausianbe erreicht werden. Nach einer Zultonen Genußscheine je 8 Bros. und auf 10 Millionen Borzugsrubel tienfupital zu grünben. Damit soll ein weiterer Ausbau des berechtigtes Kapital also durchschnittlich 7,7 Bros. Das erscheint faramenstellung des Denti Ruffischen Bereins gibt es menig gegenüber den letzten Bortriegsdividenden von 26 Bro3. Wenn man aber berüdfichtigt, das sich das dividenden bisher augerhalb Rußlands folgende sowjetrussische Bankunterneh berechtigte Stapital feit 1913 fait verfünffacht hat, während die mungen: Sherlin befizt die ruffiche Regierung in der Ge rantie und Kreditbanf für den Often ein eigenes BankGesamtfohlenförderung meniger als verdoppelt ist, so cr inftitut, das ursprünglich dem fchwedischen Banfier Aschberg naher rechnet sich im Bergleich mit 1913 eine tatja aliche Dividende gestanden hai, jedoch gegenwärteg als ein zweigunternehmen der von etwa 16 Prog. Das ist eine sehr anständige und auch ruffischen Staciebant anzusehen ist. In 2onbon beigt die Sowjetdurchaus zeitgemäße Rente". Die Iffe Bergbau A.- 6. hat also regierung zwei eigene Bantinstitute: 1. Arcos Banting Stb., eine daß die Zwangswirtschaft leider eine Ausgleichung der Berlaufs befannilis unter der Firma Arcos Ltd. arbeitet, tmb ferner 2. die teinen Grund zu flagen, wie sie es in ihrem Gefchäftsbericht tut, Grtinbung der Londoner Handelsvertretung ber GSR, Bie dort preife an die gesteigerten Selbsttoften verhindert habe. Sie hat auch Rarobny Bant Ltd., die als Bank der ruffigen Renfumgenoffenteinen Grund, sich über die Verboppelung der Ausgaben für Sozialhaften fungiert, demnach also dem staatlichen Bantenapparat nahepersicherung felt 1913 zu beklagen, denn ihre Belegschaft hat sich steht. In Kopenhagen besteht eine gemischte deuticuffifche feit 1913 um 104 Broz. vermehrt, also mehr als verdoppelt. Der Baufgesellschaft, in Riga die Genossenschaftliche Transilvant, in Geschäftsbericht verfährt auch unforgfältig und bemagogifa mit beronextinopel ist dieser Tage eine fitole ber flaaiiichan Bank Behauptung, er fei durch die Zwangswirtschaft an der Unfammlung xiinspel ist biejer Tage eine fitale der flastichon Bant für Außenhandel eröffnet worden. e diese Banfinftitute haben jener Geldmittel gehindert worden, die zur technischen Erneute ben 3wed, bie Inanspruchnahme ausländischer Banten manótig zu rung der Betriebe erforderlich gewesen wären. Einmal tft die Ilfe Bergbau-. neben der Roddergrube der größte und modernste machen und mithin den entsprechenden Gewinn für die Swede ber eigenen Wirtschaft muhbar zu machen. Selbstverständlich unterhalten Brauntohlenbetrieb Deutschlands. Zweitens hatte bie Gefellihaft bie ruffischen Banten auch Korrespondenzbeziehungen mit auständi 1024 reichlich Geld zur Erwerbung neuer Grubenfelber en Banten, fe mit allen deutschen Großbanten, worauf fle großen von der Oftesbischen Braunkohlen A.-G. und von der Braumfohlenert legen. Der andere 3wed der rufichen Banfgründungen Im gewertschaft Lübbenau. Drittens find auf die Grubenförderanlagen, Mustande, die Heranziehung frember Gelber, allo die bie Britetifabriken und bie Bahnanlagen 500 000 m. mehr ab eigentliche Banftätigtelt und mithin die Entfaltung bes eigenen Gegeschrieben worden, als das Jahr 1924 Zugänge gebracht hat. und endlich hätten in ben tatsächlich verteilten 16 Bros. Divi- hatis im glande, ist diesen Onstituten bis jest nie gelungen. dende auch dann noch Erneuerungsreferven gelegen, wenn man den Ste führen feft ausschließlich Aufträge ruffifcher Birtschaftsorgane aus und befaffen sich zum Teil noch mit dem Distoni ruflicher heutigen Kurs der Ilfe- Attien mit 140 Broz. berfidfichtigt Wechfel. Die reine Grubenbelegihaft bat fich infolge der Ar beitszeitverlängerung fett Dezember 1923 im Jahre 1924 von 9247 ( 1923) auf 6042 verringert. Die Gejamifohlenförderung ift mit 8,7 millionen Tonnen gegen 8,8 millionen Lommen etwa Parteinachrichten gleichgeblieben; die Briketterzeugung bei 117 gegen 114 Breffen im Vorjahre von 2,41 auf 2,03 Millionen Tonnen gestiegen. von 3,12 auf 4,04 Tonnen erhöht. Der Bohnanteil auf bie Ionne Färberung beträgt heute 1,13 m. gegenüber 1913 0,84 m. und 1908 1,17. Der Selbsttoſtenanteil, ben die Löhne Eine merkwürdige Produktionspolitik der bayerischen de Kopf und Sicht ist die Kohlenförderung gegenüber 1923 Regierung. Nach dem Urteil aller maßgebenden Agrarfachleute gehört zu dem Bemühen, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern, Dor allem die Erfenntnis, daß dem Boden in meit stärferem Maße als bisher künstliche Düngemittel zuzuführen sind. Berlangt man diese Erkenntnis fchon von einem einfachen Landwirt, fann man fie mit noch viel größerem Recht von den Regierungs. treisen verlangen. Ja, man fann von ihnen noch mehr ver. langen, nämlich das ständige Birlen und Eintreten für alle Beftrebungen, die der Hebung der Dingemittelerzeugung nüßlich und förderlich sind. Die banerische Regierung scheint anderer Meinung zu sein. Das lassen sehr bewegte Worte erkennen, die Herr Geheim. rat Caro von den Bayerischen Stidstoffwerken in der 68. Sigung über allgemeine Düngerangelegenheiten" vom 27. Februar 1925 au der Frage der Fabrikation von Kaltstickstoff sprach. Er sagte nach bem amtlichen Gigungsprotokoll: Wir waren ununterbrochen bemüht, die Produktion durch Su nahme neuer Wafferfräfte in Bayern zu steigern. Leider vergebens. Bir haben von der bayerischen Regierung weder eine Kongeffion, noch eine Mitteilung über den Stand ber Stonzefflonsverhandlungen bekommen. Wir haben das Projeft des unteren Im nunmehr auf. gegeben Es wirbe fich dort in erster Linie um ein Exportwert handeln, weil die Bautosten im Inland zurzeit wesentlich höhere find als im Auslande und bei der genügenden Versorgung Deutsch lands mit Sticftoff. Für die Versorgung der Weltwirtschaft sind heute die ausländischen Wasserkräfte billiger als die inländischen. Bir haben daher unsere alten Beziehungen in Italien wieder aufgenom men und beteiligen uns an dem Aufbau des Wertes in Meran. Es erscheint wohl ongebracht, eine fleine Barallele zu ziehen. Wir haben die Anträge auf den Ausbau des unteren Inn im Jahre 1916 oder 1917 gestellt. Heute also, im Jahre 1925, ist bie bayerische Staats regierung aus dem Stadium der Erwägungen scheinbar noch nicht herausgekommen. Das ist ein unhaltbarer Zustand, da es feinen Geldgeber gibt, der fein Geld acht Jahre troden hält für einen 3med, non bem man nicht sagen fann, ob er erfüllt werden fann ober nicht und auch die Industrie ihre Entschließungen treffen muß. Wir haften in der Nachfriegszeit( 1918/19) die volle Sicherheit der Finanzierung eines Objettas von 100 Millionen Mart, und nachher im Jahre 1920, mit amerikanischem Gelde gehabt. Da aber fein Mensch so lange warten fonnte und wollte, bis das Stabium der Erwägungen beendet ist, ist dieses Wasserbauprojett ins Baffer ge fallen Demgegenüber möchte ich Daten mitteilen über die italienifchen Berhandlungen. Da haben wir die ersten Eingaben gemacht im Juni 1923, im August 1923 erfolgte die provisorische Genehmi gung, im Januar 1924 bie endgültige Konzession nach einmaliger Sigung in Rom und Trient, so daß im September 1923 die Ber handlungen mit allen Beteiligten abgeschlossen waren; fogleich wurde auch mit dem Bau begonnen, der jegt im Juni 1923 fertig fein wird. Ich wiederhole, daß dazu nur je eine einzige Sigung in Rom und Trient nötig war. Aber wie haben die Behörden, vom größten bis zum fleinsten Beamten auch gearbeitet! Das Blut steigt einem barftellen, liegt alfo bet Berüffidytigung ber Teuerung heute nicht höher als 1913 und beträchtlich tiefer als 1908. Die Stellung der Ilse im Ostelbischen Braunfoblem [ 9nbitat ist nach mte vor führend. Sie hatte 1913/14 von der Ge lamttohlenförderung des Synbitats( 23,6 Millionen Sonnen) 4.8 Millionen oder 20 Broz: von ber Brifefterzeugung des Syndikato ( 7,07 Millionen Tonnen) 1,75 millionen oder 25 roj. 1923/24 verfügte fie über 8,7 millionen pan 33,9 Millionen Tonnen Stobiens förderung oder rund 25 Prog. und über 2,6 Millionen von 8,7 mil lionen Tonnen Briketterzeugung oder runb 30 Proz Obligationenausgabe der Hochbahngesellschaft Berlin. Die Ber finer Hochbahngefellschaft will den Bersuch machen, nachdem im Bufluß der Auslandskredite nicht ohne Schule der deutschen Preisnotierungen für Nahrungsmittel, Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels Gerstengraupen, lose. 19.50- 24,75 Gerstengrütze, lose.. 19,00-20,50 Haterflocken, lose... 20,00-20,50 Hafergrütze, lose... 22.25-33.00 Roggenmeti o Weizengries Hartgries 10%, Weizenmeh! .. 18,00-19.50 32.00-24.00 25,00- 27,90 19,00-20,58 21,56- 28,00 16,50- 21,00 Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Ferl per Zentner frei Haus Berlin. Kakao. fettarra 55,00-96,00 Kakao, leicht. entōlt.. 100.00-120,00 Tee, Souchon, gepackt 380,00-405,00 Tee, indischer, gepackt 413,00-475.00 Inlandszucker bas mel. 31,7 33,3 Inlandsrucker Raffina 32,5 35,23 Zucker Würfel 35,00-39.23 Kansthonig $ 3,40-34,00 Zuckersirup heni. Eim. 31,09-36,75 Speisesirup dunk.i.Eim 25,00-28,00 Marmelade Eintr. Erdb. 84,00- 94,00 Marmelade Vierfrucht 36,60- 40,00 Pflaumenmusi. Eimern 37,00- 52.00 Steinsalz, in Säcken 3.10 3.69 3,70- 4,20 Sledesatz in Säcken 4.40- 5.00 5,20- 5,80 Bratenschmalz 1, Tiers. 91,00 91,80 Bratenschmaizi Kübl 91.75- 92.25 Purelard in Tierces.. 89,00 Purelard in Kisten... Speisetalg in Packung Speisetale in Kübeln Margarine, Handelsm. I desgl. II. 20,00-21,50 18,00-23,50 30,25-43,00 44,09-52,00 20.50-23.75 Langbohnen.handverl. 27,0 29,00 Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni, Hartgries. Mehlnudeln. Eiernudeln Bouchreis Rangoon Reis • ** 89,50-92,00 6509-66,00 66,00 60,00 63,00 46,00-$ 8,50 25,50- 29,00 44,25-71,00 15,00 1,75 17,75-18,75 Tafelreis, glasi Patna. 24,5-32,00 Tafelreis, java..... 32,75-39,7 Ringäpfel amerik, 74.50 79,003 Getr Pilaumen 90/100 3,00- 40, 0 Pflaumen, entsteint 74,00- 78,0 Cal. Pflaumen 40/50 57, 0-63,50 Rosineni Kist., Candia. 60,00-23.00 Sultaninen Caraburnu. 70,00- 89,00 Korinthen, choice, 49,00-68,00 Mandeln, süße Bari 183,00-20010 Auslandbutter in Fassr Mandeln, bittere Bari 185,00-198,00 Corned beef 12/6 lbs p.K. Zimt( Cassia) 100.00-10.00 Aust. Speck, geräuchert Kümmel, holländischer 44,00-47.00 Quadratkase Schwrz Pfeffer singap. 93,00-100,00 Tilsiter Käse, vollfest Weißer Pfeffer. Echter Emmenthaler 143,00-160,00 Rohkaffee Brasil. 210,00-239,60 Ectrter Edamer 40% 200 Aust. ungezucker. Con densmitch 48/16 Inl. gez.Conda- M.48/ 14 Margarine, Spezialm. I 80,00- 84,00 desgl. II. 69.00-71,00 Molkereibutter II. Fäss. 19,00-195,00 Molkereibutter, 1. Pck 195,00-203,00 Molkereibutter ila i. Fs. 191,00-185,00 Molkereibutter 1Pck. 185,00-191 00 Rohkaffee Zentralam 230,00-315.00 Röstkaffee Brasil.... 260.00-310.00 Röstkaffe Zenetralam. 320,00-400.00 Röstgetreide lose... 21,00-22,00 192,00-20.00 38, 0-42,00 9,00-101.60 23,00- 40,00 12660-13,00 165,80-175.00 163,00-110,00 70,00-75,00 Einfendungen für diese Rodrik sin Gerlin 68. 65, Sindestreje 3, Connabend, ben 11. fekretariat bis 1 gefchloffen. 14. Streis Neulbs. für Groß- Berlin fete cu bas Beatrisfefreterity 2.941, 2 Ezep, rechts, su rites. pril. b Diensten. Den 14. Mori, F as Sirts be geoffnet. Bes Ingendfefretariat than biefen Sogea Das Barteibuzeag Restopftage Blett Gonnabisk, Sen 11. Wpril, und Dienstag, ben 14. pcil. gefloffen. Morgen, Seunssend, tra 11. April: 41. 278. 20sverlauf der Arbetterwohlfahrtstetterle bel Eichberg. 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LES REFE Geschäftliche Mitteilungen. bamixIs bewährte Rüchenhilfsmittel haben die zeugniffe ber Gefellschaft erwiesen. Reben bem noraglichen und vielseitig verwendbarce Monbamin, das zur Bereitung nan Ruchen. Torten, Kleingeb& des, Suppen, Soßen, Breien ufw. gerabean unenthehelich geworden ist, pbringt blefe Bebannte Firma neuerdings auch Mondemin Badpuluer und Stendamin- Buddingpulver in den Sandel, Die Güte des fiberal gebraudien Monbamin mist ble Gapandia fie bie neuen Monbamin- Erzeugnifier. Die Wanbomin- defenfchaft Seilbronn unb Berlin- Charlottenburg 2. Bezbezftease 15, nerfendet auf Bunfo en ieder mann Zoftenlos ein Radbüchlein. Die größte Freude aum Dilerfel Beretbal agen Bormeris" Befeat bas eftrenommierte Unternehmen Cohu, im Dien: Große Frankfurter Ste. 56, in Norben: Babffz. 47/48, indem basfelbe die seefien tühjahrspecbezaben uia, mit einster Angahlung und Tetchielter Zeilaahlung auf Beebi abgibt. Siemens follte nerfäunen, fich unter biefen tulanten Bebingungen gurte Garberose an aufchaffen. Eine Unterschlagung wäre es, arferen Befern die Satfade verguenthalten, baß fämtliche Gefchäfle bes beftens bekannten Schuhhauses Lattenberg u. Geil in den lehten Tagen wegen allan großen indvanges zeitmeife fließen wusten. Damit bewellt die Firma erneut, ban en brei forderungen bes Buslikums: Qualität, Gefchmad und Breiswürdigkeit im weiteten Meke Renung ge tragen wird. Briefkasten der Redaktion. Die Juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend, den 11.. 20.00-22.50 und am Dienstag, den 14. April, aus. 24,00-25,00 8. St. 76. Rein.. 8. 00. Bie 81. Mära 1035. ANDE Fabrikniederlage Berlin, Invalidenstraße 139 Ferusprecher: Norden 11 720, 11 721 ே Endlich Sabu is zia Din Gulis 318 ZIGARETTE LANDE WOOG ZIGARETTEN Theater Lessing- Theater Heute geschlossen Lichtfpiele Morgon 7 Uhr ufw. Premiere: Cesar Borgia Staats- Theater von Victor Hann Opernhaus 6 Uhr: Parsifal Opernhaus am Königsplatz An beid. Ostertagen Cesar Borgia Trianon- Th. 7 U.: Karireitags- Täglich 8 Uhr: konzert ( auch Ostern) Schauspielhaus Yoshiwara Geschlossen Schiller Theater Erich Kaiser- Titz Geschlossen Rud. Lettinger Costa Gr. Volksoper SCALA im Theat. d. Westens Heute geschlossen. 8 Uhr: Morgen Sonnabend VARIETE71 Uhr: La Traviata REVUE Volksbühne Geschlossen Deutsch. Theater Heute geschlossen, Morgen 7 Uhr: Die heilige Johanna Kammerspiele Heute geschlossen. Morgen 7% Uhr: Sechs Personen suchen einen Autor Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 Karfreitag geschlossen An beiden Feiertagen: 2 Vorstellungen! 3.30 zu ermäßigt. Preisen das volle Programm Heute eschlossen. Zoologisch. Morgen& Uhr: Der sechende Affe Ineater 1. d. Königgrätzer Str. Geschlossen Komödienhaus Geschlossen Berliner Theater Rose- Theater Geschlossen Geschlossen Garten Taglich Konzert Wochent. v.3-7 U. Sonntags v.4-9 U. 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Rad) Ablau dieser frist tönnen Einwendungen nicht mehr erhoben werden Beschreibung und Reichs nungen der geplanten Anlage liegen in unserem Bureau. Berlin C2, Waisen Straße 27, 1 Treppe, Zimmer 59. an den Geschäftstagen in der Zeit von 9 bis 2 Uhr während der oben bezeichneten Frist zuż Einsicht ants. Bur mündlichen Erörterung der ret zeitig erhobenen Einwendungen wird vor unferem Rommissar. S adtinspettor Kunde, auf Mittwoch, den 29. April 1923, vormittags 9 Uhr, in unserem Bureau ein Termin anberaumt, zu dem die Unter nehmerin sowie die Widersprechenden unter der Eröffnung geladen werden. daß auch bei ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin, den 7. April 1923. Der Stadtansschuß Berlin, Abt. 1. Schneidet. Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbettén dir. an Priv Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thar Freitag 10. April 1925 Unterhaltung und Wissen 13 Industrie und Sozialismus. Aus Briefen des jungen Laffalle. Von den vielen lesenswerten Briefen Lassalles, die uns erhalten find, darf ein besonderes Interesse ein Brief beanspruchen, den er am 6. September 1844 von Berlin aus an seinen Bater gerichtet hat. Es beruht darin, daß in diesem Brief Lassalle dem Bater seine Ueberzeugung von der Richtigteit und Rotwendigkeit des Sozialismus auseinandersetzt, für den er noch, ebenso mie zu jener Zeit auch Marg, Engels und andere Sozialisten, als Sammelbegriff den Ausdrud Kommunismus braucht. Wir haben in diesem Brief die erste Urkunde, die uns über Lassalles Entmidlung zum sozialistischen Denter unzweideutig Auskunft gibt und damit auch ein Beweisstück für die seinerzeit viel erörterte Frage, ob und inwieweit man berechtigt ist, Lassalle in bezug auf die sozialistische Theorie als einen Schüler von Marg hinzustellen. 9 Daneben gibt der Brief auch sehr ansprechende Auskunft über das geistige Verhältnis zwischen Lassalle und seinem Bater. Daß zwischen Vater und Sohn frog vieler, bei Lassalles Starrtopf und Temperament unvermeidlicher Zusammenstöße eine starte gegenfeitige Liebe bestand, ist bekannt. Weniger befannt ist, daß Lassalle bei seinem Vater ein viel größeres geistiges Verständnis gefunden hat, als man hinsichtlich eines Geschäftsmannes, der der Bater mar, hätte vermuten sollen. Ohne das Bewußtsein, daß der Vater ihn verstehen werde, hätte Lassalle kaum diesen Brief fertig gebracht einen Brief, an dem er, wie er am Schluß schreibt, drei Tage ge schrieben, bei dessen Niederschrift 7fieben!- Stahlfedern aufgebraucht und während seiner Abfassung 39 Zigarren geraucht habe. Lassalles Briefe waren oft ganze Abhandlungen, und dieser ist es nicht zum wenigsten. Er umfaßt im ziemlich engen Drud über 20 Seiten von je 42 Zeilen zu durchschnittlich elf Worten oder 20 Silben. Es fönnen also an dieser Stelle nur Stüde aus ihm wiedergegeben werden.) Er fnüpft an Mitteilungen über eine Industrieausstellung an, die in jenem Jahr in Berlin stattfand und eine größere Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie zur Erscheinung brachte, als man allgemein angenommen hatte. Namentlich sollte eine von Paris zu ihrer Besichtigung entsandte Kommission sich über das auf ihr Dargebotene sehr überrascht geäußert haben. Lassalle erzählt dies, und fährt dann fort: Für mich selbst hat diese Industrieausstellung größeres Intereffe, als Du vielleicht geglaubt haben magst, doch ist es allerdings ein anderes Intereffe, als das begrifflose Anstaunen der gedankenfofen Menge, die sich Maul aufreißend jezt in den Sälen des Zeughauses drängt, oder als das nicht meniger begrifflose sogenannte Berstehen" der Maschinen- und Industriekundigen. Nicht einer von diesen Industriellen selbst weiß den Begriff der Industrie zu erfassen, ihre wahre Bedeutung, und wenn sie über die Macht der Industrie sprechen, und daß fie die Seele unferer Zeit sei, so bleibt dies ein hohles, unfruchtbares Geschwäg. Allerdings ist die Industrie die Seele unserer Zeit, aber das Bie davon, das begreifen alle deutschen Fabrikanten mit der Pariser Kommission zusammen nicht, troß ihrer in die Einzelheit gehenden Kenntnisse! Sie find in dieser Beziehung ebenso bewußtlos wie die Räder ihrer Maschinen selbst, ganz ohne Bewußtsein dessen, was sie sind und tun. Dieses Bewußtsein findet sich gerade bei denen, denen man die Industrie so gern entgegenseit, den Philosophen." Unter Philofophen sind hier diejenigen Philosophen ver standen, die sich nicht auf die Untersuchung der Erkenntnismöglich feiten und der Gesetze des Denkens sowie die Erklärung der Erscheinungen beschränkten, sondern auch die Tatsachen des sozialen Lebens, die Geschichte der Menschheit und die diese Geschichte bewegenden Kräfte und Entwicklungsgeseze in den Kreis ihrer Er örterungen zogen und von ihnen Theorien über mögliche und erstrebenswerte Berbesserungen des Bestehenden ableiteten. Da nun bei diesen Theorien die abstrafte Spekulation meist noch eine ziem liche Rolle spielte, tamen ihre Verfasser manchmal auf Schluß folgerungen, die mit dem Gegebenen in so startem Widerspruch standen, daß sie als luftige Phantasterie in Mißtredit gerieten, und das trockene Spießbürgertum der verschiedenen Gesellschaftsklassen übertrug diesen Mißtredit auf die philosophische Welt- und Geschichtsbetrachtung überhaupt. Beilage des Vorwärts Dem Andenken Ferdinand Lassalles. H und Bollendung der sozialistischen Bewegung, die weiterhin von Lassalle in Anlehnung an Lorenz Stein in furzen Umrissen fizziert wird. Lassalle führt dann aus, daß der Sozialismus die Einheit der Revolution und des Industriestaates, aber auch die vollkommene Negation des Eigentumsprinzips" sei. Nun, das brauche ich nicht erst zu beweisen, das wird mir jeder Mann von Vermögen zugeben," setzt er ironisch hinzu, und entgegnet dem möglicherweise entfchten Bater: " Du hast nun gesehen, daß der Kommunismus seine ideelle Berechtigung einmal hat, und es hilft fein Zittern vor dem Fiever; er wird sich, wie jede Stufe des Begriffs, schon durchsetzen; es ist auch gar nicht so etwas Hartes, es sind schon weit hartere Uebergänge Bagewesen. Uebrigens faßt Lassalle den„ Kommunismus" hier nur erst als eine Phase in der Entwicklung zum höchsten Ziel der Menschheit auf, der„ Konsequenz unserer Philosophie", wie er es nennt. So schreibt er gegen den Schluß: UTTERS hatte. Der gesellschaftliche Zustand, so unberechtigt und zum Versenttwerden verurteilt er auch sei, hatte er ausgeführt, set„ etwas Unantastbares, Heiliges gegenüber dem frevelhaften Spiel willfürlicher, losgebundener Kräfte"( fenstereinwerfender Gassenbuben" nannte er es vorher). Dann aber hatte er fortgefahren: „ Etwas ganz anderes ist es mit den Peterswaldauer und Langenbielauer Vorfällen. Hier ist es Ernst, blutiger Ernst! Merkt Ihr etwas? Hört Thr's gewittern am Horizont? Fürchtet Euch nicht, es wird diesmal vorübergehen, und noch einmal vorübergehen aber dann wird's einschlagen! Du schreibst, wir leben in einer bewegten Zeit. Jawohl, sehr bewegt, aber der heiligen Jungfrau sei's Dant, daß die Zeit endlich zur Bewegung gekommen, und daß sie sich aufzuraffen anfängt aus der alten, fündhaften Indolenz, in die sie verfallen! ,, Gerissen ist die Zeit aus den Gelenken," aber die neue Hamletnatur fährt im Gegensatz zu der alten so fort: Wohl mir, daß ich geboren bin, sie wieder einzurenfen." Oder seid Ihr denn wirklich so stockblind, taub, dumm, an allen Sinnen gelähmt und geschlagen, daß Ihr nicht merft, was das alles zu bedeuten hat? Die Not, das Unglück, die Entzweiung mit dem gesellschaftlichen Zustand, die sich jetzt in so vielen Phänomen fund tut, durch so unzählige Prismen bricht, Weberarmut und Aktienschwindel, das ist auf das engste innerlich verknüpft, und ein Eines, die Prismen und Strahlenbrechungen nur verschieden, das Licht, der Strahl der Eine. Alle diese verschiedenartigen Phänomene sind Möven, Möven, jag' ich Euch, Sturmvögel, die da verkünden, daß der Sturm des neuen Geistes im Anzuge sei." Die vorgeschrittenste Philosophie der Epoche nun mar in Deutsch land die Philosophie hegels, mie sie von dem linken Flügel der Schule diejes Denters vertreten und verfochten wurde. Der junge Lassalle hatte sich schon in Breslau start mit ihr beschäftigt, die von ihren führenden Vertretern herausgegebenen Zeitschriften aufmert sam gelesen und im Geist an ihren literarischen Fehden lebhaften Anteil genommen. Er war in der Hegelschen Philosophie so zu hause, daß er, wie er in einem früheren Brief dem Vater schreibt, die Borlesungen einiger hegelianischen Dozenten an der Berliner Universität, die er belegt hatte, überhaupt nicht mehr besuchte, weil sie ihm nichts Neues sagten. Dabei stand er indes so fest auf dem Boden des Kerngebantens der Hegelschen Philosophie, daß sie ihm, wie aus dem Schlußjaß des obigen Zitats hervorgeht, schlechtweg für jetzt noch von ihr prinzipiell unterscheidet, würde wiederum vier schied der geschichtlichen Natur des Weberaufstandes und einer ziele die Philosophie mar. hält" Und diese selbe Industrie, die man uns fortwährend entgeger fährt er an der obigen Stelle fort ist gerade Wasser auf unsere Mühle, und das ist der Humor davon, daß wir gerade mit den Waffen fiegen, mit denen man uns anzugreifen gedenkt. In der Tat aber ist der Begriff der Industrie nicht jo leicht zu haben, und wesentlich im Zusammenhang mit der Geschichte der neuesten Zeit, und nur aus diesem Zusammenhange zu begreifen." " Das, fündigt er an, will er dem Vater darlegen, und er tut es on der Hand einer geschichtlichen Betrachtung der Stellung des 3 d), der Persönlichkeit, in Ideologie und Recht seit der Entstehung des Christentums, das sich mit der Verkündung des Prin sips der absoluten Berechtigung aller Persönlichkeit von den früheren Perioden der Welt unterscheide. Laffalles Sprache ist da noch ganz hegelianisch, doch macht sich auch der Einfluß von Lorenz Steins 1842 erschinenem Buch„ Der Sozialismus und Kommunismus des heutigen Frankreich bemerkbar, das zu seiner Zeit von der radikal gesinnten Jugend Deutschlands geradezu verjdingen wurde und schon weniger in Begriffsdialektik sich ergeht. 2n verschiedenen Stellen, lieft sich Lassalle hier wie Stein ins streng Segelianische zurüdübersetzt. Und min folgt in der hegelianischen Sprache die Ent wicklung desselben Gebanfens, den das kommunistische Manifest später fontret in die Worte faßt, daß der Stapitalismus fein eigener Totengräber" ist. Und dann ist aus ihm dialektisch der Sozialismus enimidelt - auch hier wieder Kommunismus genannt, als Zusammenfassung *). Der ganze Brief steht im ersten Band von Gustav Mayers großer Ausgabe von Lassalles nachgelaffenen Briefen und Schriften, Seite 114 bis 136.( Deutsche Verlagsanftalt, Stutt gart- Berlin.) „ Der Kommunismus erfaßt zuerst wieder, aber noch dunkel und unklar, den Gedanken des Staates oder der Gesellschaft als eines organischen Ganzen. Er will daher die vereinzelten Jajs diesem Kampfe, der in der heutigen Form der Industrie geführt wird, entnehmen und sie das Ziel als organische Totalität erreichen laffen und daher kommt es, daß die verschiedensten kommunistischen Frattionen als Hauptforderung aufstellen eine Organi fation der Industrie.- Dadurch nun, daß der Kommunismus dieje Idee der Organisation, der einheitlichen Totalität, aufstellt, hat er an sich( aber auch nur an fid) den Begriff des Staates der objektiven Sittliteit, der eine Konsequenz unserer Philofophie tit. Zu zeigen, wie der Kommunismus vermöge seiner eigenen Natur übergehen muß in diese absolute Idee und wie er sich Bogen jornehmen, darum nichts davon für heute." flüc ab, in dem die Industrie als die geschichtliche Macht erscheint, Dagegen schließt er die Auseinandersetzung mit folgendem Sah- lojen Straßenrevolte so flar erfaßt hat. Der oben zitierte Brief vom die mit Notwendigkeit die sozialistische Revolution herbeiführt: " Da hast Du nun den Begriff der Industrie; den haben aber voriäufig noch sehr, sehr wenige; und es gehört in der Tat die ganze Energie des begrifflichen Erkennens dazu, dieje proteusartigen Geitalien festzuhalten, von diesen verschleierten Gaisbildern den Jusschieter zu ziehen und das anscheinend bloß Materielle sich durchsichtig zu machen. Und Du wirst mir nun recht geben, wenn ich sage, daß die große Blute der Industrie, die sich jetzt in Deutschland zeigt, der unwiderlegliche Vorbote und Beweis ist, daß Deutschland nicht mehr weit von der Krise entfernt ist. Die Arbeiterunruhen zeigten bereits, daß die Industrie in ihrem eigenen Prozesse das in ihr negative Moment, wie ich eben sagte, zu setzen anfängt. Nun, möge fic es feßen! Die Industrie hat hier die Waffen aus dem Zeughause pertrieben; man nimnut das für em Zeichen des Friedens und weiß nicht, dat die Blüte der Industrie vielmehr das Zeichen des bereits nahen, blutigsten Krieges ist." Zu diesem blutigsten Kriege ist es damals nicht gekommen. aber Lassalle war durchaus nicht der einzige, der ihn in jenen Tagen schon vor der Türe fah. Viel bejohrtere Personen als dieser Jüngs ling glaubten den Vorabend der proletarischen Umwälzung getommen. Und Lassalle hatte obendrein die Entschuldigung, daß nur erst wenige Monate verstrichen waren, seit in einem Industriebezirk feiner Heimatprovinz Schlesien jener Weberaufstand statt gefunden hatte, der sich als eine Erhebung proletarischer Boltsschichten gegen das ganze tapitalistische System darstellte.. Als eine solche hatte er ihn freudig begrüßt. In einem Brief an seinen Boter Dom 12. Juni 1844 hatte er sich sehr scharf über die nach seiner Anficht zu schlaffe Haltung der Breslauer Polizei gegen eine örtliche Revolte ausgesprochen, bei der die Straßenjugend, die feine Ahnung hatte, um was es sich eigentlich handelte, eine große Rolle gespielt Es sei, heißt es dann, der Anfang jenes Krieges der Armen gegen die Reichen, der fürchterlich nah ist". Es ist von geringer Be deutung für die Beurteilung des jungen Lassalle, daß er sich über die Nähe und Form jenes Krieges getäuscht, als daß er den Unters hebung nach dem Schema der Hegelschen Dialektik nachweist, ist auch deshalb so interessant, weil er erkennen läßt, wie tief Laffalle in diese Philosophie eingedrungen war und ihre revolutionäre Seite begriffen hatte. Man würde weit haben suchen müssen, um einen jungen Menschen zu ermitteln, der im gleichen Alter einen solchen einen Brief, der vor allem ein erBrief fertig bekommen hätte greifendes Zeugnis ablegt für die wunderbare Kraft des Feuers des Gedankens, das die Seele des jungen Lassalle durchglühte. 6. September, der das geschichtliche Recht der proletarisch, en ErDies anerkennen und bewundern, heißt natürlich noch nicht, blind sein gegenüber dem organischen Mangel seiner dialektischen Beweis führung. Er besteht darin, daß sie bestimmte Wirkungen des Kapi talismus zum Ausgangspuntt nimmt, ihn sozusagen nach seinen Ronturen, seinen äußeren Umrissen beurteilt, das Wesen der kapitalistischen Produktion aber völlig umuntersucht, ganz unberücksichtigt läßt. Das taten jedoch alle dessen damalige Kritiker, erst Karl marr hat die Notwendigkeit der auf den Grund gehenden wissens schaftlichen Analyse der kapitalistischen Produktion für die Erkenntnis der Mission und Lebensdauer des Kapitalismus voll erkannt und ihr die Arbeit seines Lebens als Wissenschaftler gemidmet. Als der neun zehnjährige Lassalle den obigen Brief schrieb, mar aber auch der damals fechsundzwanzigjährige Marg noch ein Schüler im Sozia lismus. Die Besten müssen springen in den Riß der Zeit, Nur über ihren Leibern schließt er sich. Nur ihre Leiber find der feltne Samen, Aus dem der Bölferfreiheit üpp'ge Pflanze Grünend hervorschießt, eine Welt befruchtend. E. B. ( Lassalle, Franz von Sidingen ENVER BEY GOLD Bekleidungsvertrieb des Westens Inh. Max Pitzela. in den neuen bedeutend erweiterten Räumen eine jetzt Potsdamer Str.132 PotsdamerStr.132 Trpp. DamenKleider zwischen Potsdamer Platz und Eichhornsirage. Gesellschaftskleider Kostüme Mäntel Pelze usw. 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