Abendausgabe Nr. 172+ 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 85 Bezugsbedingungen und Anseigenareffe find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Cindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhoff 292-298 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Pfennig Sonnabend 11. April 1925 Betlee und Angetgenabteilung Gefchäftszett 9-5 Uhr Berleger: Vorwärts- Berlag Gmb. Berlin S. 68. Cindenstraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 2506-2501 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Wähler und Wählerinnen! Mit frohem Stolz fieht die Sozialdemokratie auf die erste Schlacht im Kampf um die Präsidentschaft der Republik zurüd. Unerschüttert stehen unsere Reihen. Der Angriff der Gegner ist zu fammengebrochen. Die Giffgafe der Berleumdungen find wirkungslos verpufft. Unaufhaltsam erfolgt der Aufstieg der Partei. Rajch vollendet sich mit dem Zusammenbruch der Kommunisten die Einigung der deutschen Arbeiterbewegung unter unserem Banner. Die erste Schlacht ist gewonnen. Jeht gilt es, siegreich den Feld. zug zu beenden und den Erfolg zu sichern. Erstes Ziel war uns die Erhaltung und Sicherung der Republik! Oberstes Gesetz ist uns, die Monarchisten zu schlagen! Deshalb müssen sich alle Republikaner für den zweiten Wahlgang vereinen. Unsere Trennung ist der Sieg der monarchistischen Parteien, unfere Einigung ist ihre Niederlage. Start ist die partei der Arbeiter, als kernfruppe der Republik hat fie fich aufs neue erwiesen. Doch erft ein Drittel des Bolles hat sich für die Sozialdemokratie entschieden, fast zwei Drittel ftehen noch im Lager der bürgerlichen Parteien. Bedeutsam ist das Amt des Reichspräsidenten und voll von Verantwortung. Oft hat unfer Ebert schwer an der Bürde getragen, eine Politif zu repräsentieren, deren Inhalt von den bürgerlichen Majoritäten des Reichstags und der Candlage beftimmt wird. Klarer ist für die Sozialdemokratie die Situation, größer unsere Bewegungsfreiheit, wenn wir nicht Pflichten übernehmen müffen, zu deren Erfüllung unfere Macht im Volfe noch nicht völlig ausreicht. Die wiederholte Anfftellung eines Sozialdemokraten hätte die Sammlung aller republikanischen Kräfte im bürgerlichen Lager erSchwert, hätte die Aussichten der Monarchisten verbessert. Deshalb forderte politische Notwendigkeit die Einigung der drei parteien, die gemeinsam die Verfaffung von Weimar geschaffen haben, der Parteien, die so viele Blutzeugen, die Erzberger und Rathenau der Republik zum Opfer gebracht haben. Denn die Feinde der Republik zu schlagen, ist oberstes Gebot. Die endgültige Niederwerfung der Monarchisten ist das ftrategische Ziel des jetzigen Feld. zuges. Ihm muß die Taftit dienen. Deshalb haben wir auf Rat und in voller Uebereinstimmung mit Otto Braun, in Uebereinstimmung mit dem Partelausschuß und der Reichstagsfraktion befchloffen, euch. Wählerinnen und Wähler der Sozialdemokratie aufzufordern, am 26. April, den frühe a Reichstanzler Wilhelm Marg zum Reichspräsidenten der Deutschen Republit zu wählen. Wir stimmen bei dieser Wahl nicht für das Zentrum oder eine andere Partei. Wir schreiten zur Wahl des Reichspräsidenten. Die Entscheidung über einzelne Gefeße, feien es Schulfragen oder andere, ist nicht Aufgabe des Reichsoberhauptes. Darüber beschließen die Parlamente und die politischen Partelen im Reich und in den Ländern. Wir wählen in Wilhelm Marg die Persönlichkeit, die als treuer Hüter der Verfassung Schuh und Schirm der Republit jein foll verfassungsfreuen Republikaner. Wir fimmen für Wilhelm Marg als den sicheren und erprobten, Wir ftimmen für Marg als den Mann, der in der inneren Politik die Herrschaftsansprüche der Deutschnationalen, die Diffaturgelüfte des Großfapitals und der großen Landwirtschaft abgewiesen hat. Wir stimmen für Marg, weil er von der Notwendigkeit des fozialen Fortschritts überzeugt ist, weil er die Rechte, die die Berfaffung dem Staatsbürger und dem Reichstag gibt, nicht antaften wird. Wir fimmen für Marg als den bewährten Vertreter einer Außenpolitik der Bölferverständigung, der Befrelung von fremder Befehung und erneuter Kriegsgefahr. Wähler und wählerinnen! Der Rechtsblod hat auf Befehl der Deutschnationalen und der nationalistischen Verbände nach heftigen inneren Kämpfen die kandidat ur Hindenburgs gewagt, Hindenburgs, des Schildhalters Cudendorffs, des treuen Untertanen Wilhelms II. Der Berjadungspolitiker Jarres, der Dreiviertelmonarchist, ist in der Versenkung verschwunden. Er mußte dem faiferfreuen Soldaten, dem eingeschriebe. nen Mitglied der Deutschnationalen Bartel, weichen! Abrüstungsnote und Präsidentenwahl. Was Hindenburg bringt. London, 11. April.( WTB.) Der diplomafische Berichterstatter des„ Daily Telegraph" schreibt, es sei in feinem Falle beabsichtigt, die Abrüftungsnote der Alliierten in Berlin vor der deutschen Präsidentschaftswahl zu überreichen. Nach Ansicht einiger der Alliierten würde der Erfolg Hindenburgs bei der Wahl die Ergreifung fchärferer Borfichtsmaßregeln in bezug auf die deutscher Rüftungen rechtfertigen. Verhaftete Sowjetkommissare. Republikaner, die Republit ist in Gefahr! Der unpolifische 77jährige Militär wird der Wandschirm fein, hinter dem die Hafardeure einer provotatorischen Außenpolitit den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund verweigern, den Rheinpakt verwerfen, den condoner Patt zerreißen. Die Kandidatur Hindenburgs ist eine Gefahr für den Frieden! Wie foll unter Hindenburg die Räumung des Rhein lands durchgefeht werden? Maglojes Unglüd brachte diese Wahl über das gesamte deulsche Boll. Neue politische und wirtschaftliche Unsicherheit droht. Die deutsche Währung wird aufs neue gefährdet. Wer Hindenburg wählt, der stimmt für neue Jnflation, der macht die Arbeitenden ärmer, die Stinnes und Thyssen reicher. Das muß verhindert werden! Deshalb alle Stimmen für Wilhelm marg! Wählerinnen und Wähler! Entscheidend und folgenreich ist die Wahl des Reichspräsidenten, aber eure Abstimmung ist zugleich ein Urteil über die Politik der Gegenwart und eine Entscheidung für die Zukunft. Einheit und rasches Handeln war im Eager der Republit, Unsicherheit und Zögern herrschte im Lager der Gegner. Die einen wollten offen die Fahne der Monarchle, des Militaris mus, der außenpolitischen Katastrophenpolitik hiffen, die anderen wearen bereit, die aufreizende Flagge zu verfteden, um so leichter in das Cager der Republik eindringen zu fönnen. Ihnen, den gefährlichen Gegnern, geht es nicht zuerst um die Staatsform, fondern um ihre, der Großkapitalisten und Großagrarier Herrschaft über den Staat. Schon haben fie mit der Rechtsreglerung Cuther im Reiche die erste Etappe erreicht. Die Sozialreform ftodt. Das Abkommen über den Achtstundentag ist noch nicht genehmigt. Die neuen Steuervorlagen bringen weitgehende Entlaffung der Reichen durch Derminderung der Einkommen- und Vermögenssteuern, schwere Belastung der Armen und Arbeitenden durch Lohnsteuer, Wiederherstellung der Friedensmieten, Berdoppelung der Tabat- und Biersteuern. Die vorgeschlagene Regelung der Aufwertung: frage ist ein fhnöder Bruch der Berfprechungen der Rechtspartelen und eine Berhöhnung aller berechtigten Erwartungen. Die Handelspolitik kommt nicht voran, unser Export wird gefährdet, die Arbeitslosigkeit steigt, weil die Regierung den Großgrundbesitzern die Einführung der Getreidezölle jugefagt hat. Aufs neue follen Arbeiter, Angestellte und Beamte zugunsten eines Fünftels der landwirtschaftlichen Eigentümer mit der ungeheuerlichen Caft von mehr als einer Goldmilliarde jährlich belegt werden. Wählerinnen und Wähler! Eure 2bffimmung wird das Urteil fein, ob diefe Politik der Rechtsregierung fortdauern foll. Verantwortungsgefühl! Die Kandidatur Hindenburg und das deutsche Ausland. Bir haben die Kandidatur Hindenburg eine außenpoli tische Katastrophe genannt. Das Echo der Kandidatur Hinden burg im Ausland zeigt, daß unser Urteil nicht zu pessimistisch war. Die Stellungnahme der Presse des Auslands zu dieser Randidatur muß das Entfeßung jedes Politifers hervorrufen, der von Verantwortungsgefühl gegenüber den außenpolitischen Geschicken Deutschlands durchdrungen ist. Die Stellungnahme der Parteien und der Breffe in Deutschland zu der Aufnahme der Kandidatur Hindenburg im Ausland ist darum eine starke Probe auf das außenpolitische Berantwortungsgefühl. Das gilt nicht nur für Parteien und Presse, das gilt vor allem für die Regierung! Der Rechtsblod und feine Breffe gleiten über die Stim men aus dem Auslande hinweg. Gegenüber den ernsten und verantwortungsbewußten Hinweisen der Presse des Boltsblocks auf die Bedeutung der Stimmen aus dem Ausland haben sie nur die gewohnte niedrige Berdächtigung, der Volkslock benüze die Stimmen des feindlichen Auslandes" gegenüber der Kandidatur Hindenburg. Die Methoden des Kriegspreffequartiers werden wieber lebendig. Das Bild der öffentlichen Meinung des Auslandes wird von der Presse des Rechtsblods verzerrt und gefälscht. Bewiffenlos und bedentenlos versucht die Rechtspreffe, ihren Lefern den Eindruck zu vermitteln, als habe die Kandidatur Hindenburg im Ausland einen vorteilhaften Eindrud herDorgerufen. Man fühlt sich angesichts dieser Tat der Berichterstattung an die Zeiten erinnert, in denen der Oberstleutnant Nicolai unseligen Angedentens fyftematisch an der Irre führung des deutschen Boltes arbeitete und damit sein Lei zur deutschen Niederlage beitrug. Verantwortungslos un gewiffenlos mie damals ist dies Treiben der Rechtspresse. Nicht minder verantwortungslos aber ist es, wenn das Wolffsche Telegraphenbureau fich an dieser Irreführung der öffentlichen Meinung über das Echo der Kandidatur Hinden burg im Ausland beteiligt. Die Bressestimmen, die das Wolfsche Telegraphenbureau wiedergibt, geben fein richtiges Bild der Stimmung der Auslandspresse. Die Zusammenstellung des Wolffbureaus dient dem 3med, den tatastrophalen Einbrud im Ausland zu vertuschen. Dieser Vorwurf trifft nicht mur das Wolffburean, er trifft zugleich die Regierung. Sie täuscht das deutsche Volt darüber, daß der bisherige Rurs der deutschen Außenpolitif, daß die Erfolgsaussichten der deutschen Außenpolitik durch die Kandidatur Hindenburg ernsthaft gefährdet sind. Die parteipolitischen Rücksichten triumphieren in der Regierung über das Berantwortungsgefühl gegenüber der Zukunft des deutschen Boltes. Es handelt sich nicht nur um die Aufnahme der Kandibctur Hindenburg in Frankreich und England, es handelt sich vor allem um die Wirkung der Kandidatur Hindenburg auf und nach dem Kriege Deutschland wohlwollend gegenüber gedas deutsche Ausland, auf jene Länder, die im Kriege standen haben. Es handelt sich um die Rückwirkung der Kanbibatur Hindenburg auf den großdeutschen Gedanken. Es handelt sich um das befegte Gebiet, es handelt sich um die moralischen Positionen, die fich Deutschland mühevoll seit dem Kriegsende in der Welt wieder erobert hat. Geldfadrepublit oder soziale Republik so ist die Frage gestellt! Der Sieg des Rechtsblods ist die Befeftigung der Herrschaft der Schwerindustrie und der Großagrarier. Niederlage des Rechtsblod's aber bedeutet freie Bahn für sozialen Fortschritt und verstärkten Einfluß der demokratischen Kräfte. Schon hat die erste Wahl die Erstarkung der Sozialdemokratie gezeigt. Das Spiel der Reaktion in Preußen ist durchkreuzt. Braun und Severing haben ihre Wachtposten für die Republie wieder eingenommen. Deutschnationale, Bolksparteiler und Kommunisten sind zurückgeschlagen. Jeht gilt es, das Reich der Re- Entfehen ergriffen über diese Randidatur. Ohne Unterschied Die Preffe Deutsch Desterreichs ist von starrem aftion und ihren fommunistischen Helfershelfern zu entreißen. Des der Richtung, von der Arbeiterzeitung" über die halb teine Zerfplitterung der Arbeiter, die Stimmen für Thälmann Neue Freie Presse bis zur Reichs poft fieht fie zählen für Hindenburg! Wir aber wollen die Reaktion schlagen, in der Kandidatur Hindenburg eine schwere Belastung für das deshalb teine Stimme für die kommunisten, ihre Wegbereiter! Reich, eine Gefährdung des internationalen Vertrauens, das sich Deutschland mühsam wieder erworben hat. Man fühlt fich in Wien trog der fünftlichen Trennung mit den Geschiden des Reiches eng verknüpft, man ermißt, welche Bedeutung eine Erschütterung der außenpolitischen Stellung Deutschlands für den großdeutschen Gedanken, und damit auch für die Zufunft Deutsch- Desterreichs hat. Wählerinnen und Wähler! Der Kampf gegen die starken Kräfte der deutschen Reaktion ist fein leichter Kampf. Die Gegner werden alles aufbieten, um das Heer der nichtwähler für sich zu mobilifleren, alle Berleumdungen merden neu ausgefpielt, alle Cügen nen gelogen, alle Inffinfie des Nationalismus, der religiösen und sozialen Vorurteile aufgepeitscht werden. Deshalb müßt auch ihr alle kraft cinfehen für die Sache der Republit, für den fozialen Fortschritt, für eure Sache, ihr, die ihr die Beladenen und mühseligen feib und hinauf wollt zu Cicht und Freiheit und Kultur! Deshalb vollendet den Sieg! Werbt unermüdlich für den Kandidaten der Republik! Der 26. April muß die Monarchisten und Reaktionäre geschlagen, auf der Flucht fehen. Deshalb ftimmt am 26. April für den Bloc der Republik! Stimmt für Wilhelm Marx! Berlin, 11. April 1925. Aus der deutschen Presse der Schweiz flingt ein hohngefächter als Antwort auf die Kandidatur Hindenburg. Sind denn die Aeußerungen der deutsch- schweizerischen Preise wirklich so gleichgültig? Ist es wirklich gleichgültig, daß die standinavische, die holländische, die amerikanische Preffe mahnt und warnt? Das offiziöse Nachrichtenbureau und die Breffe des Rechtsblods schieben diese Stimmen mit souve räner Nichtachtung beiseite. Wenn diese Stimmen, wenn Dor allem die Stimmen des deutschen Auslandes auf die Rechtspresse ohne Eindrud bleiben tann die Regierung, Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. fann das Auswärtige Amt über sie hinweggehen? Kann hatte, den Anregungen Rytoffs entsprechend, der bei feiner lehten Reise durch Transtautaften eine ungenügende Organi sation der Behörden in der Nachitschewanrepublit feft ftellen fonnte, eine Untersuchungskommiffion eingefeßt, die eine Reihe Uebergriffe feſtſtellte, was zu den erwähnten Ber. haftungen führte. So hat sich der Volkskommiffar des Innern Babaeff Staatsgelber angeeignet, während die anderen Berhafteten attiv die turkmenische sowjetfeindliche Partei der Mussavatiften unterstützt haben. Im übrigen hat die Untersuchungsfommiffion der Transkautafischen Regierung empfoh. len, den notleidenden Bauern in der Nachitschewanrepublit Rre. dite zur Verfügung au stellen. Mostau, 11. April.( Rus. Telegr.- Agentur.) Auf Grund eines Wie in Wien, fo auch in Graz haben die Kommunisten Arbeits, Beschluffes der Transtautafischen Regierung sind mehrere Beamte lofe zu Zusammenstößen mit der Bolizei getrieben. Auch in Graz ber autonomen Rachitschewanrepublif verhaftet worden, bar. gab es Berlegungen und Verhaftungen. Bei den Zusammenstößen unter die Boltstommiffare des Innern, der Landwirt. in Bien find auch 18 Polizisten verlegt worden, darunter drei igaft und der Finanzen. Die Transtautafische Regierung isomer. Insgesamt find 33 Bersonen verhaftet morden. fie dulden, daß durch die Haltung des offiziösen Nachrichtenbureaus im deutschen Ausland der Eindruck entstehen muß, daß es sich bei der Kandidatur Hindenburg um eine von der deutschen Regierung nicht nur gebilligte, sondern auch unterftügte Kandidatur handelt? Gie Die Haltung der Presse des Rechtsblods ist borniert und gewissenlos. Sie bentt nur an die Geschäfte der Reaktion, die großen Zukunftsinteressen des deutschen Boltes sind ihr ebenso gleichgültig wie der großdeutsche Gedanke. wird beherrscht von dem Geifte des oftelbischen Junkertums, daß Deutschland nur öftlich der Elbe eriftiert. Sie pfeift auf die Stimmen des deutschen Auslandes. Sie schiebt seinte Barnung beiseite. Die Pressestimmen aus Deutsch- Defterreich und der Schweiz find für sie nur Stimmen des feindlichen" Auslandes. Sie legt auf den Beifall der Mussolimpresse größeres Gewicht, als auf die Warnungen aus Bien und Zürich und Basel. Es gibt allerdings Seitungen im Ausland, im feindlichen Auslande, um mit ber Rechtspreffe zu reden, die bie Kimdidail» Hmdsnburg mit Frohlocken aufgenommen haben. Das ist die Presse der franzosischen Nationalisten Und Mili» iaristen, die Presse der PoincarH und Millerand. Sie hosst auf«in« Aera neuer internationaler Konflikte, die dem Poincarismus neuen Aufschwüngen geben. Die Besetzung des Ruhrgebietes verewigen soll. Sie hat ihre Hoffnungen offen ausgeiprochen. Aber den Hintermännern der Kandidatur Hindenburg liegt am Schicksal des besetzten Gebietes ebensowenig, wie an der Zukunft de» grotzdeutschen Gedankens. Sie pfeifen auf Dsursch-Oesterreich, sie pfeifen auf das besetzte Gebiet. Sre handeln heute wie sie 1914 handelten. Sie schieben um ihrer engen reaktionären Parteiinteresien willen alle inter- nationalen Rücksichten beiseite. Diese Leute wollen wieder zur Herrschast gelangen. Sie würden Deutschland wieder isolieren, sie wurden die moralische Position in der Welt, die sich Deutsch- umd mühsam zurückerobert hat. wieder zerstören. Sie hon- deln heute wie damals ohne nationales Verantwortungsgefühl. Bon der Regierung aber muß das nationale Berantwor- tungsgefühl gefordert werden, das der Rechtsblock nicht besitzt. Will sie dazu beitragen, dag das deutsche Volk über die inter- nationalen Konsequenzen der Kandidatur Hindenburg ebenso angelogen wirb, wie es während des Krieges angelogen wurde? EnzUjche Abfuhr. Loate«. 11. April.(Eigener Drahtkiericht.) Die.Times' stillen fest, bah die Rechtsprefs« D-utschlands sich erhebliche Mühe gegeben hat, die Wirkung der Kandidatur Hindenburgs auf da» Aueland van der Wählerschaft fernzuhalten. Wo» die außenpolitische Wirkung einer Wahl Hindenburg» anlange, so übersehen die Rationalisten, daß«w wesentlicher Punkt bei Ab» machungen zwischen Staaten da» gegenseitige vertrauen sei. Der.Daily Telegraph' nimmt in einem Leitartikel zur Kandi» datur Hindenburg» Stellung, in dem er erklärt, daß desien Treu- eid gegenüber der republikanischen Verfassung eine sinnlose Formalität wäre. Er sei ein Mann, der keinerlei polt- tisch« Autorität al» die Wilhelm» anerkenne, der mit Stolz sich al» den markantesten lebenden Vertreter de» preußischen MIlita- rismu» fühle, der den politischen Dingen völlig ahnung»- ko» gegenüberstehe und überdies bereit- vorher zugegeben habe, daß da« Amt der Prösidentschast über sein« Kräfte gehe. Mit dem N?«lfe«hafkea und hilflosen hindenburg als Präsidenten würden dessen Fnnkliouea zwelfrNo» im Sinne der �jorderougen der reaktionären Aanotlker-»-.geübt»erden. Welche Aussichten könnte der S i ch e r- eitspa kt haben, fragt das Blatt, wenn von Hindenburg die nterschrist unter den Verzicht auf die Ansprüche auf Elsaß- Lothringen gefordert werde. Die bloße Tatsache, daß ein preußischer Offizier voin Schlage Hindenburg» an der Spitze de» Reiche» stehe. würde genügen, die Beziehungen der europäischen Staate» völlig zu verwirren. Irbeltsgemeinschafi Thälmann-Yinüenburg Unter großer Aufmachung wußte der kommunistisch« Klassenkampf' in Halle am S. April zu berichten, daß Marx zugunsten Hindenburg zurücktreten möchte. Diesem Blödsinn lag eine Berliner Meldung der deutfchnationalen„5la!:eich?n Zeitung' zugrunde, die das Kommunistenblatt in Fettdruck und vyrdehaltlo» abdruckt: ,3n demokratischen Streifen wird der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß sich Dr. Wilhelm Marx durch die Rominierung de» Heneralfeldmarschalls von Hindenburg zum Reichspräfldentschast»« kandidaten veranlaßt sehen könnte, die Kandidatur für den Atepubklkanischen Block niederzulegen E» ist un» lehr verständlich, daß sich Herr Marx gegenwärtig tn einem äußerst schweren Sewissenskonflikt befindet, den er in der Tat am besten lösen würde, wenn er die ihm angesonnen« Kandidatur aufgibt, die ihn und seine Partei für olle Zeit mit de» Odium belasten müßte, im Kampf um den verdienteste» aller Deutschen gestanden zu haben.' Dieser Schwindel ist charakteristisch für die(Sewisiett- losigkeit, mit der die Presse des Rechtsblocks ihre Stimmungs- mache betreibt. Aber die Selbstverständlichkeit, mit der die Bolschewisten sich dies« reaktionären Lügen zu eigen machen, l'cweist nicht nur aufs neue die geistige und taktisch« Uebereinstimmung der Hindenburg- und Thälmastn- Jünger, sondern auch die verzweifelten Mittel, zu denen die Kommunistenpresie greifen muß, um den Durch» bruch des gesunden Menschenverstandes bei ihren Lesern zu verhindern. Loglt, meine Herren! Die Hilflosigkeit der kommunistischen Presi« gegenüber der Kandidatur Hindenburg offenbart sehr deutlich ein Artikel der .Roten Fahne' vom 10. April, der sich bemüht, nachzuweisen, warum die Arbeiter, um den Monarchismus niederzuringen. nicht für Marx, sondern für Thälmann stimmen sollen. Dieser Aufsatz schließt mit den Worten: .Kann die Kommunistische Partei am 26. April die Mehrheit der Arbeiterklasie um ihre Fahnen sammeln, dann ist die monarchistisch« Gefahr nur noch ein Spuk vergangener Tage.' Wenn aber die KPD. am 2K. April die Mehrheit der Ar- beiterschaft nicht auf THAmann vereinigen kann, dann ist die monarchistische Gefahr kein Spuk, sondern ein« Tatsache. Gibt es nun einen einzigen Kommunisten in der ganzen Welt, der im Ernste behaupten will, daß Thälmann inner- halb von 4 Wochen seine Stimmenzahl von iP Millionen auf 14 Millionen erhöhen kann? Es gibt in der KPD. viel« Irrsinnig«,«inen solchen dürfte es aber selbst in der Redaktion der„Roten Fahne' nicht geben. Für denkende Leser des Kommunistenblattes, vor- ausgesetzt, daß es noch solche gibt, müßte sich also aus diesem Schlußsatz nur die«in« Konsequenz ergeben, daß die S t i m m- abgab« für Thälmann der Monarchie zum Siege verhilft. Und so ist e« auch! qcn Mrt- last und den Fortbestand de» Siaate». Die Reich-präsidentschaft ist ein hochpolitisches, nicht ein militärisch� Amt. Deshalb wählt den Politiker Marx, nicht den unpolitischen, greisen. als Kriegsveteran ehrwürdigen Hindenburg, den zweiten Kan- didaten des Rechtsblocks. Marr hat in der erforlgreichen verständi- gungspolllik de» London« Abkommen» den unbestrittenen Be- fähiquitpsnachwei» für da» Amt des Präsidenten erbracht. Seine Einstellung zu den inneren Verhältnissen kennzeichnet da« Wort aus seiner Kölner Rede:.wir stehen erst am Anfang de» Weges zum wahren volksslaat.' Marx besitzt als Staatsmann das vertrauen der besonnenen Kresse Deutschlands und darüb« hinaus d« ganzen Welt. Dagegen gibt es nur ellun Soldaten, keinen Staatsmann Hindenburg. Hindenburg wählen heißt daher die extremen Kresse in den Sattel heben, die hlater fein« Kandidatur stehen. Sie wären es. die dann den politischen Kur» Deutschlands be- stimmen würden. Deshalb oll« Stimmen am 26. April für den überzeugten repblikanischen Staatsmann Marx! dienen, die je nach der übermittelten Schreibstäch« 10 oder 20 Frank beträgt. Der Absender schreibt den Text mit chemisch« Tinte auf einen besonderen Vordruck nieder. Für die Presse gellen halbe Ge- bührensätze. Damit ist der Ansang gemacht, die Blldtelegraphie in der Praxi» nutzbar zu machen. Ist Reinlichkeit imm« von Ruhen? 9« zivilisierte Europäer de» zwanzigsten Jahrhundert» kann sich nur schwer in die Jett per- setzen, da im Abendland« der Gebrauch von Seif« noch völlig unbe- kannt war. Wir hallen die täglich« Reinigung mtt Seife und Wasser nicht nur für ein Gebot des Anstand«? und der guten Sitte, sondern sind auch davon überzeugt, daß sie der Gesundheit zuträglich sei. Mit einem gewissen Mitleid sehen wir auf die Unkultivierten herab. die dem Waschen durchaus keinen Geschmack abgewinnen können. Einige dieser Bölkerichasten haben wegen ihr« ausnehmenden Wasserscheu einen besonderen Ruf bekommen. Insbesondere sind die Stcppenvölker Hoch- und Jnnerasiens als geschworene Feind« jeder Art Reinlichtett bekannt. Die Bewohner des geheimnisvollen Landes Tibet lassen während ihres ganzen Lebens nie«inen Tropfen Wasser an ihren Körper kommen und fahren dabei nicht einmal schlecht. Der Körper«rhäll so ein« dick« Schicht von Schmutz und Fett, die in jenen Hochebenen von fast 4000 Meter Seehöh« ein aus- gezeichneter Schutz gegen Källe sst. Die Tibetaner glauben sogar, daß diese Schmutzschicht das Glück festhalle. viel weniger glaubhaft dürft« es erscheinen, daß auch hochkulti- viert« Europäer sich in Tibet zur landesüblichen Auffassung über den Wert der Unreinlichkett bekehrt haben. In ergötzlich« Weife be- richtet William Mac Gooern, Dozent an der London« Uni- versität, in seinem Reisewerk»Als Kuli nach Lhasa', wie er die tibetanisch« Schmutzschicht schätzen gelernt hat. Der englische Forscher hatte fast«in halbes Jahr fett der Adresse van Indien nicht mehr gebadet und zwei Monate hindurch nicht einmal Gesicht und Hände gewaschen, um nicht als Europäer«kannt zu werden. Als er endlich Lhasa erreicht und bei einem höheren Beamten Unterkunft gefunden hatte, wollte er da» Versäumte gründlich nachholen. Welche unange- nehme Ueberraschung ober warnet« seiner nach dem Bad«! In der dünnen Hochgebirgsllift fror er jetzt jämmerlich: denn die wärmende Sckmutzfchicht war dahin und die Kleid« boten nur ungenügenden Ersatz. Noch ärger ab« empfand er da» Ungezief«. dem« jetzt wehrlos preisgegeben war. etiaafffibrangra der Woche vmm«r»«-g Deulsche» Künstler. t bester:»Tic Bar aus Montmartre.'— Schlatzparktheater: .Der Soldat der Mari«.- llranla-vorttäge. TSglich 5, 7 und S Uhr:.K e w Dort und die New Aorker.- Da» Museum für Meereskunde. Aeorgenür 84. W an vsteiianntag «efchlolirn, am Ostermontag von 11 b<» 8 Uhr. am solzendeu Dien» tag und Mittwoch von 10 bi» S Ubr nnenlgelllich geöffnet. El» Brand-». Bildnis von Eoriukb. Com» Corintd bat während der?ln- Wesenheit van Georg Brande» in Berlin ein Bildnit de» greisen Führer» der dänifche» Liieraiur gemalt. Eine li eich, postmarke skr du» Rheinland. Da» ReichSdostministerim» führt jert den Gedanken au»,«ine vinsUerische Brietmarke für da» Rbein» land zu schaffen. Mit der AuSsilhrong der Entwürfe wurde Otto ssirle. der Berlfner Architekt>md KehrauchSgraphiker. beauftragt. Firl« bat ichon den vm-zügstcheu cheichiadler für die gahrzena» der Deutschem Reich» dahu geschaffen. Gsterei Hinöenburg. Lang« blähte sich der Hase Und dann kam das Ost«ei, Welche» üb« alle Maß« Wenig Kalk hat trotz Geschrei. Konnte man denn gar nicht dofer Feiern diese» Ostttfeft? Brauchte man erst au» Hamiov« Da Versandung letzten Rest? Fanden Sie denn. Her? von Loebell. Im verblaßten Inventar Nicht«in ander altes Möbel, Da» noch gut bezogen war? Glauben Sie. da» Volk hat solch« Schwarz-weiß-rot« Märchen satt: Erst die Sage von dem Dolch« Und nun gerade der Kandidat! Dies« Greis war sicher ehrlich Und der Marschallwürde wert, Doch dem Frieden höchst entbehrlich Ist ein rostig Heldeuschwert. Konnte ma» nicht» Bess««» machen. Wenn man schon so lange sann. Al» im Unfug zu verlachen Emen armen allen Mann? Volk sst müde de» Geschnarr«» Und de» jammervollen Quart»— Weder Hindenburg noch Jarre», Mann de» voll» sst Wilhelm Marx! �herechtsreform. Zur Eherechtsreform sprach im Nahmen eines arSß««n Boxtragszytlus, den anläßlich des Entwurf» fürs neu« Strafgesetz da»»Drssenschaftlich» humanitäre Komitee' veran- st»V«t, im Institut für Sexualwissenschaften Iustizrat W«thau«r. Er wie» nach, daß die Verwirklichung der Reform- äg« ein«— oorfchlä Rückwärtsentwicklung bedeuten würde. Schon der mrwialung b WMWWWWWW heuissj. Zustand ist allem Menschlichen und Natürlichen zuwider� lausend. Früber sagte man wenigstens unverblümt, der Ehebund heißt es ver- _.. �_____ v wurde der Mann auf legalem Wege zum sexuellen Sklavenhalter der Frau: ökonvmisch« Kneäilung. die soweit geht, daß innerhalb der Ehe sogar Diebstahl und Betrug möglich find, kommt hinzu. Ungeheuer schmierig ist s»(und bleibt e» wahrscheinlich vorläufig),«ine Eh«. scheidung erfolgreich durchzuführen, nur Ehebruch, völlig« Geistes- krankheit des«inen Teils oder Mordabsicht gellen al» triftige Gründe. Der 8 1568. der sich mit.Ehezerrültung' befaßt, wird mit Recht Kautschukparagraph genannt, weil d« ihm zugrundeliegend« Begriff absolut dehnbar ist. Gegenseitig« Abneigung ist heute noch kein Grund zu Scheidung, man sucht oielm-hr.an zuständiger Stelle' sogar für notwendig, die Straf« nach !uld'. Ja. man hiell es auf Ehebruch im Antrag von 6 Monaten auf 1 Jahr zu erhöhen, -chdem man sich doch feit Anno 15ZS, wo sechs verschiedene Todes- strafen zur Buße dieses Delikt» möglich waren, ganz hübsch heraus- gearbettet hatte. Run fragt Werthau« nach dem Grund solch feig« und oer- logen« Gesetzgebung und gelangt zu dem Ergebnis, daß die„staat- liche' Ehe lediglich al» Produkt, als Aeußerung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung aufzufassen sst. Wenn ein Ehepaar«in Kind bekommt, ist damit noch nicht gesagt, daß damit den Eltern auch die Fähigkeit zum Erziehen geschenkt wurde, wofür die Praxi» wohl genügend Beispiele liefert. Der Naturtrieb de» Menschen sst aus Sexualität und nicht auf Fortpflanzung gerichtet, und d«.Schrei nach dem Siinde' ist nur als Wunsch zu werten. Da aber nun die Kindererzeugung die staatlich« Rechtferttgung de» Ehezwang«» sst ?«sege«schn und sein kann, fallen Aufgabe betrachtet. Lieb« und Haß. sobald der Staat die Kindererziehung als s e i n« lo nicht Reform, sondern R« M" lievokutton! chesschronten um Menschen mtt ie Ki arm,. Wenn sich erst das sozialistische Prinzip in der Well durchgesetzt laben wird, werden vermutlich auch heut« so kühn klingend« und einesfalls kritiklos aufzunehmende Gedankengänge wie die von Iustizrat Werthau«, der logisch! vordachte, was viele erahnen. Realität werden. Diskussion hierüber sst zweckmäßig und gut, ab« sie darf keinesfalls die doch nun einmal notwendig« Kleinarbeit für die verhaßten„Reformen in» Hintertreffen kommen lassen. _ ergo.. Eine künstlerische«nstellvngsurkunde für Reichsbeamte. Di« Urkunde, welche die Reichsregierung bei Ernennung von Beamten verleiht, hat jetzt eine endgültige künstlerisch« Form erhalten. Diese stammt von dem Berliner Graphik« und Schristkünstler Han» Thadäu» Hoyer. Lehr« an den Staatsschulen für frei« und »»gewandte Kunst, der hier im Einvernehmen mtt dem Reichskunst. wart ein ausgezeichnetes Dokument der Schriftkunst geschaffen hat. „Im Namen des Reiches'— das große I als Initial« bildet in feiner charakter- und schwungvollen Form wie mit der Feder gezeichnet den seitlichen Abschluß des Urkundenblattcs. Dieses enthält die Verpflichtung des Beamten auf die R-ichsverfassung und die Zu- Sherung des besonderen Schutze» des Reichs für den Inhaber. nten sst das große Anttssiegel mit dem Reichsadler in B! Prägung eingeschlagen. Oefsenkllche Vildkelegraphie ln Frankreich. Die BstdtÄegraphi«. die seit Iahren Gegenstand eifriger Forschung ist und über deren Fortschritte in den letzten Monaten manches zu berichten war. scheint jetzt das Laboratorium verlassen und in den öffentlichen Betrieb«in- treten zu wollen. Seit einiger Zett sst nämlich zwsschen Pari», Li Straßburg die telegraphische i...... llind- 'yon ft«n, und Straßburg die telegraphische Uebermittlung von Handschri Stenogrammen und Zeichnungen zugelassen, und zwar kann ssch jedermann der neuen Einrichtung gegen Zahlung thttr Gebühr be- Ein Pyrrhussieg der Reaktion. Scharfer Gegensatz zwischen Kammer und Senat. Das Binksfartell bleibt. Herriots Aussichten günstig. Paris, 11. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Reaktion Frankreichs feiert heute einen lärmen ben Triumph. Die Regierung Herriot, das Kabinett der demokratischen Konzentration liegt am Boden, gestürzt von einer ersten Rammer, deren Zusammenlegung auf einem nor fintflutlichem System beruht. Gestürzt nicht entsprechend dem Willen des Boltes, sondern zum Rüdtritt geamungen durch eine privilegierte Schicht, die heute noch den Senat beherrscht. So zeigt sich erneut, daß eine Reformbes Genats durch die französische Linte eine der Hauptporausfegungen zur Siche rung einere Regierungspolitif ist, wie sie im Interesse des Boltes liegt. Der Haß und die Feindschaft, die gegen die Regierung Herriot zum Ausdrud tamen, find in ber franzöfifchen Ge schichte ohne Beispiel. Sie hatten ihre Ursachen barin, daß es Herriot gelungen ist, die Kräfte der Demokratie zusammenzu faffen, bereit, alle Privilegien alter Beiten abzuschaffen und einen Staat ber fozialen Gerechtigkeit aufzubauen. Borläufig ist dieses große Biel unterbrochen. Aber es ist mehr als sicher, baß der Triumph der französischen Reaktion nicht lange dauern wird, weil der Wille der großen Mehrheit des französischen Boltes den Fortbestand der Regierung Herriot wünscht. Die Abstimmung in der Freitagsihung des Senats spielte fich folgendermaßen ab: Bon den beiden vorliegenden Ent fchließungen wurde die der Oppofition bei der ersten Abstim. mung mit 156 gegen 132 Stimmen angenommen. Mit 165 Stimmen bei vollkommener Stimmenthaltung des Restes ber Mitglieder wurde dann folgende Entschließung an genommen: Der Senat, Sherzeugt, daß die Lösung der Finanzprobleme untrennbar verbunden ist mit der politischen Einstellung des Rabinetts, ist entschloffen, nur einer Regierung das Vertrauen zu geben, Die bereit ist, im Sinne des Senats zu handeln. Als die Abstimmungen vollzogen waren, begab sich Herriot fofort zum Quai d'Orsay, wo das Kabinett auf feinen Borschlag die sofortige Demission beschloß. Präsident Doumergue hat die Demission angenommen und das Minifterium gebeten, die Geschäfte bis zur Bildung einer neuen Regierung weiterzuführen. Er wird bereits heute mit der Frledigung der üblichen Formalitäten zur Bildung einer neuen Regierung beginnen und zunächst die Präsidenten von Rammer und Senat empfangen. In Anbetracht der scharfen Gegenfäße zwischen den Mehrheiten dieser Barlamente ist anzunehmen, daß die Regierungstrife bon längerer Dauer fein wird. Die vier Gruppen des Lintsfartells, die bereits am Frei tag abend zu einer Besprechung zufammengetreten waren, fehen heute thre Beratungen fort. Sie sind entschlossen, das Rartell unter, allen Umständen aufrecht& u erhalten. Es ist deshalb au erwarten, daß die Neubildung des Kabinetts sich bis zum 4. Mai hinzieht, da an diesem Lage mit dem Ausfall der Gemeindewahlen auch die Entscheidung darüber fällt, ob die Ersetzung des fälligen Senatsbrittels im Sinne der bisherigen Lintspolitik erfolgen fann Es ist ganz selbstverständlich, daß im Falle eines Sieges der Linken Herriot sofort die Meubildung der Regierung übernimmt. Jm anderen Falle spricht man pon einem Rabinett der Mitte unter Briand oder 2oucheur als Ministerpräsident. Die Senatsmehrheit verlangt, daß Deumergue schon jetzt das Senatsmitglied Steeg, übrigens ein intimer Freund des Präsidenten. mit der Neubildung der Regierung beauftragt. Die Meldungen, melche als neuen Ministerpräsidenten Painlevé, ben jeßigen Bräsidenten der Kammer bezeichnen, dürften mehr als unwahrscheinlich sein. Pariser Preffeftimmen. Baris, 11. April( WTB.) Matin" fchreibt, man sehe por cus, daß Doumergue fich zuerst an den Rammerpräsidenten Bainlepé menben merbe, aber deffen Freunde glaubten nicht, daß er die Mission der Kabinettsbildung übernehmen werde. ED de Baris erklärt, Herriot bürfe nicht allein bie Folgen tragen. Die, die ihn geführt und geleitet, die ihn zu feiner Bolitit bestimmt hätten, bie wahren Führer des Kartells der Linken, Blum und feine Anhänger, feien nunmehr auch direkt getroffen worden. Die offizielle und die geheime Regierung feien gleichzeitig vom Senat nerurteilt worden, beide fielen zu gleicher Belt. Deuore" schreibt: Wir werden dem Minifterium Herriot feine Beichenrebe halten, weil es nicht tot ist. Wer auch als Nachfolger berufen fein mird, mie fönnte er regieren, menn er nicht die Politit des Rartells der Linten neuerlich zum Ausdrud bringen fönnte? Wie wäre eine andere Außenpolitif als die Herriots möglich, und wie fönnte der Nachfolger von der Bant non Frankreich die notwendigen Banknoten für den Handel und für die Finanzverwaltung fordern? Der raditale Quotidien fagt, man müffe miffen, ob bie Kammer die Ohrfeige hinnehmen wird, die ihr der Senat perfett hat, ob sie ihre eigene Sache aufgibt, ob fie ihr Theal verleugnet und ob fie mit irgendwelchen Führern Abenteuern nachlaufen mill Das Rartell ber Linten war nicht nur eine Rampforganisation. Aber die Organisation hat die Mehrheit vom 11. Mai bazu be ftimmt, eine Schlacht zu liefern, die in Wirklichkeit eine Ent fcheidungsschlecht ist, von ber das Schidfal dieser Legislaturperiode abhängt, fogar das Schidfal bes Regimes. Ere Nouvelle erflärt: nach der Demiffion Herripts bleibt die Lage beunruhigend und ernst. Der Bräfident ber Republit, dessen Klugheit und Loyalität mir Bertrauen schenten. wird die Schwierigkeit dadurch lösen, daß er seinen Willen bestätigt, die Verfassung zu respettieren, pas heißt dadurch, daß er der Willensfundgebung des Senats Rechnung trägt und troßbem die Kontinuität einer Politit ficherstellt, bie bie Mehrheit der Bähler gewollt und am 11. Mai feierlich bestätigt hat. Der fozialistische Beuple" fagt: Es handelt sich im Augenblid nicht um einen einfachen politischen Rampf, durch den man Bersonen auswechseln will, sondern um eine wirtliche foziale Schlacht, die eingeleitet morben ist. Es handelt sich darum, zu miffen, ob die ungeheure Schuld, die uns durch diesen Strieg und durch die Irrtümer der Nachfriegszeit überfommen ist, gänzlich Dom Broletariat getragen werden muß, ober ob bas Rapital ben notwendigen berlaß bulben will, um bie Stabilisierung der Währung zu geftatten. Die Mehrheit des Senats täuscht sich, wenn fie glaubt, daß die Arbeitermelt gemit ist, das Jach ber Industriellen und der Banten hinzunehmen, beren Aufträge der Senat ausführt. Lösungsversuche. Am Strand von Wannsee. Es ist ein Stüdchen vorweggenommener Sommerfreude, bas fich am Rarfreitag im Freibad Mannsee abspielte und sich meiter halboffiziös abspielen wird, wenn die Sonne so wirbt und Lodt mie bisher. Eigentlich sollte ja das Freibad erst Anfang Mai eröffnet werden und offiziell wird das auch dann erst geschehen. Doch mer die Sonnentage feiert, wie fie fallen, der pilgere jezt schon hinaus und freue fich des Babelebens. Das Freibad ist unter Leitung des Stadtverordneten Genossen Clajus so schmud hergerichtet worden, daß es taum wieder zu erkennen ist. Erfreulich ist, daß an verschiedenen Stellen für frisches Trinkwasser gesorgt ist. Die Gesellschaft, die nicht früh genug braun merden fann, ließ fich gestern schon behaglich in der Sonne schmoren. Kinder patschten im Waffer herum und ab und zu magte sich auch ein fühner Schwimmer in die Fluten. Sonft aber spielte sich alles unter ber Lofung Luft und Sonnenbab ab. Auch in den beiden Lauben ftäbten, in der Wannseeatenstadt zur linken und der erst entstehenden Sonnenbrüderstadt zur rechten wurde fleißig gearbeitet und gebaut. Bei den Mannseenten herrschte ein wenig Aufregung, denn die zu nahe am Waffer gelegenen Lauben müssen verpflanzt werden. In ber Diele zum Pflaumenfuchen" ging es beshalb etwas unruhig 8, zu, Sozialistische Arbeiter- Jugend Groß- Berlin Sonnfag, den 19. April, vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus", Karlstraße: Frühlings- Feier Eintrittstarte 60 Pf. verlaufstellen: Sagenbfeiretariat, SW, Sinbenftr. 8, geöffnet von 9-5. mit wochs u. Freitags von 9-7, Sonnabends von 9-1 Uhr. A. Joseph, NW, Bilhelms havener Straße 48 B. Dala. NO 55, Smmanueltiroftraße 24. Sänisch, N 65 Utrechter, Ede Müerftraße. P. Kroll, N 58. Utrechter Str. 21. B. Soffmann, N 58, Straße 19.$. Sicher. N 20, Bastianftr. 7. R. Wartmann, O 34, Rönigsberger Enchener Str. 8. 2orenz, N 58, Gleimfte. 56. R. Anderson, N 31, Stralfunder Straße 87. 2. Bittschuß, O 34, Petersburger Straße 5. R. Melle, O 34. Beters burger Blas& Borwarts Spedition Often, Martusftraße 36. B. Ster, SO 26. Raunnaftz 8. Bormärts". Spebition Cüben, Bärwaldstraße 47. Borwärts" Buchhandlung, Lindenstr. 2. Borwärts Spebition, Greifenhagener Straße 22. auch fonft gleich glidh bas Bölflein, soweit es sich nicht von der Sonne schmoren ließ, einem fleißigen Ameisenvölflein, dem sein Hügel auf gestört wurde. Es ist erstaunlich, mit wie wenigen Mitteln hier eine gewiffe Behaglichkeit geschaffen wurde. Eine erstaunliche Ausnutzung des Raumes, die es ermöglicht, in einer fleinen Laube Bett, Küche, Tisch, Truhe und Stühle unterzubringen. Ein Städtchen von über 230 Lauben mit Straßen und Blägen, mit fleinen Borgärten, in denen schon Stiefmütterchen in allen Farben sonnten, aufleuchteten. Alles fieht aus wie ein Puppenspielzeug, wie eine fleine japanische Giedlung. Ein Feuerschuß macht ständig darüber, daß nicht eine Feuersbrunst das Badestädtchen zerstöre, das seit 1911 fich selbst herrlich hier ansiedelte. Die Rüche ist sofort hermetisch abzu. schließen, indem ber eiserne Borhang über den rebellischen Roch topf fällt. Die Sonnenbrüber wohnen zur Rechten oder vielmehr fiebeln sich erst bort an. Immerhin stehen schon einige Lauben und Pfähle find auch schon so viele eingeranmt, daß bald mit gegen seitiger Hilfe auch dort die Sonnenbrüderstadt erstehen wird und für die freien Tage ihre lufthungrigen Bewohner aufnehmen kann. Das Bolt der Wannseeaten und das der Sonnenbrüder stellen mit die Strandwache für das Freibad, einen freiwillige Dienstpflicht, die diesen Bölfern alle Ehre macht. an pie Kriminalpolizei. As diefe eingriff, hatten die beiden ben Rest ihrer Waren und die Bücher bereits aus dem Geschäftslofal in ihre Brivatwohnungen geschafft Damenstein fonnte noch oefaßt werben und figt bereits in Untersuchungshaft. Betfchaft ba gegen war schon entflüpft und wird jezt gesucht. Einige Ba ren und ein Teil der Bücher murden in den Wohnungen beschlagnahmt. Die große Maffe haben die Schwindler nach Polen und Rußland verschoben. Schon nach den bisherigen Feststellungen sind Ber liner Geschaftsleute insgesamt um 500000 m. betroren worden. Das ist aber ficher noh night bie ganze Summe. Geschädigte, die noch femme Anzeige gemacht haben, werden ersucht, sich bei Kriminaltominiffar Degner. Infpeftion C. I. in der Georgenkirch straße 30/31 zu melden. Karfreitagsdrama in Nordböhmen. Aus Eifersucht die Geliebte und deren Vater erschossen. Fine furchtbare luitat hat sich am Starfreitag in altenqu bei Böhmisch- Kamnik abgespielt. Die Tochter des Gastwirtes apert, Antonie Bapart. unterhielt feit vier Jahren ein Ber bölinis mit dem 27jährigen Glasschleifer Sindra aus Hillemühl Die Eltern aber münschten die Berbindung nicht und förderten feit hatte die Berlobung stattgefunden und am Ostermontag sollte bie langem hie Werbungen eines Delmüllers aus Hermsdorf. Kürzlich Trauung des Mädchens mit dem Delmüller stattfinden. Der ehemalige Beliebte Jindra, ein äußerst heißblütiger Mensch, wollte mit allen Mitteln die Berbindung verhindern und hatte sich schon in diefer Beziehung geäußert. Am Starfreitag früh nach 7 Uhr tam Jindra in das Gasthaus des Bapert und schoß zunächst den Gastwirt Papert nieber, ber sofort tot liegen blieb. Sodann Ichoß er mehrmals auf die Geliebte und verlegte fie so schmer, bas fie balb darauf ebenfalls ft arb. Hernach wandte sich der in Cifersucht Rafenbe zu den unb übrigen Familienmitgliebern tallte blinbmütig umher. So schoß er die Mutter in bas Auge, den einen Sohn schoß er zweimal durch die Hand und der meite Sohn erhielt einen schmeren Mundschuß. Trog der schweren Bermundungen gelang es ben brei Berlegten mit Aufbietung der legten Sträfte Jindra unschädlich zu machen. Bei dem Ringen erlitt er ebenfalls fo erhebliche Berlegungen, daß auch er famt gebracht werden mußte. ben übrigen Bermundeten ins Spital nad Böhmisch Kamnig Eisenbahnkatastrophe bei Barcelona. 3 Ein Ausflüglerzug entgleift. 26 Iofe elettrifch betriebenen Strede Sarria Bonanova ein femeres Barcelona, 11. April, Bergangene Nacht hat sich auf ber Gifenbahnunglüd ereignet. Der Triebwagen eines aus zwei Bagen 3. Klaffe bestehenden Zuges, der mit etwa 180 Ausflüglern befest mar, und der angeblich mit einer Geschwindigkeit nan 110 Kilometern fuhr, entgleiste an einer scharfen Kurve. Der entgleifte Wagen fuhr eine Strede neben den Schienen her. Schließlich wurden auch die anderen Wagen zum Entgleisen gebracht und wurden 26 Leichen geborgen. 105 Reisende find verletzt, der Zug stürzte gegen eine Tunnelmand. Bis jetzt darunter mehrere sehr schwer. Unter den Berletzten befinden sich zahlreiche Kinder. Man befürchtet, daß noch weitere 50 Personen ihren Berlegungen erliegen werben. Bom Weltfischhandel. Mus Norwegen wurden in den ersten neun Monaten des geführt, davon allein 35 millionen nach Deutschland und 16 Milvergangenen Jahres 77 Millionen Kilogramm gesalzene Fische aus fionen nach Rußland. Von den ausgeführten 33 Millionen Kilogramm Klippfischen erhielten Spanien und Portugal allein 20 Millionen und einige ibero- amerikanische Länder( Brafilien, Argentinien und Kuba) nochmals etwa 10 Millionen. Wie der Salzbering früher ein Volfsnahrungsmittel in Deutschland war, so ist es Das richtige Babeleben wird sich ja erft abmideln, menn an der Klippfisch( Bacalhão im Portugiesischen) für die Pyrenäen- Halbe breißigtausend Menschen, Männlein und Weiblein, Kind und Regel Staaten.( Es mag für einen deutschen Gaumen unerträglich sein, insel und deren Abtömmlinge in den genannten amerikanischen im Baffer pruften, im heißen Sande sich vergraben und ein Gesich vorzustellen, baß der Bacalhão beispielsweise in Brasilien zu fhmirr von ben Taufenben und aber Taufenben quietschenden und Reis und Bohnen gegeffen wird.) Wieder einen anderen Geschmad jauchzenden Stimmen wie im Lobgesang zur Sonne steigt. Freilich, verrät die Zielrichtung der Ausfuhr von getrodneten Fischen. Von mann der Strand auch an einen Kilometer lang ist, für alle babe- ben ausgeführten 23 Millionen Kilogramm gingen 12 Millionen nach luftigen Berliner wird er nicht reichen, sonst gibt es, wie der Ropen Stalien und faft 7 Millionen nach Westafrika. Die Länder hagener fagt, vor lauter Menschen eine Fliegentüte". Doch der englischen Ginfluffes bevorzugen Fischtonserven. Von den aus Wannsee ist groß und die anderen Seen nicht minder. Der Auftaft geführten 30 Millionen Kilogramm aingen 13 Millionen nach den zum Babeleben im Freibad Wannsee sei eine schöne Verheißung für 4 millionen nach England und je etwas mehr als eine Million Bereinigten Staaten, 6 Millionen nach Australien, einen fonnigen Sommer. Rilogramm nad Kanada und Britisch- Südamerika. So gibt die nüchterne Handelsstatistik intereffante Aufschlüffe über bie Ber schiebenheit der Geschmadsrichtung in ber Melt. so daß man die Deutschen und Ruffen typische Salzfischeffer, die Spanier und Bortugießen inpische Klippfischeffer, die Engländer und Anglo- Amerikaner aber typische Fischtonferveneffer nennen fann. Auguftas Rache. Augufta, bie, nicht mehr sehr schön, sich auf der Beugenbant niedergelassen hat, befigt amar ben Abelstitel, fie heißt Augufta von Sch. aber Charatter hat sie nicht. Mit dem jungen R., der ihr Kollege im Bantgeschäft ift. hatte sie im Jahre 1920 ein fleines Berhältnis, und alles war gut und schön und eitel Bonne. Beil aber nun der heute Dreiundzwanzigjährige, der bettelarm ist, das ja an sich bebauernsmerte Fräulein von zweiundzwanzig Jahren jetzt nicht heiratet, zeigt Frl. v. Sch. den früheren Geliebten in unerschütterlichem Ra che durft an. Eine Bappalie: R., der als Bantbeamter später wieder abgebaut worden war, litt bittere Rot und verkaufte am Untergrundbahnhof Bismardstraße zwei Monate lang jebe Nadt Beitungen. Raum mehr als 10 m. verbiente er dabei in der Woche, und da er noch fitr brei Monate Mietschulden zu bezahlen hatte, bezog er, zweifellos gefegmidrig, Erwerbslosenunterstügung noch neben bei Augusta, mit der er hin und wieder noch zusammenfam, riecht Qunte und liefert ihn den Armen der rächenden Gerechtigkeit aus. Die läßt den Burschen wieder laufen, nachdem fie ihm das Ber preden abgenommen hat, ab 1. Mai 2 m. wöchentlich, bis zum Gesamtbetrag von 20 M., Strafe abzuzahlen. Und Augusta n. Sch., die vornehme Jungfrau, tann mun beruhigt sterben. Ueberfall im Chinesenviertel. Verträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefääftstefie: Berlin S. 14. Sebaftianitz. 87/88. Sof 2 r. Ramerabfchait Mitte. hfahrt nach Rheinsberg vom Settiner Bahnbor. Heute, Gonnabend, abends 8 Uhr. Sonntag. ben 12. früh 5.30 Diejenigen 1hr unb 725 Uhr ouf Sonntag Rüdfahrtarte. Breis 3,70 Mart Rameraben melde an ber Fahrt per Straftwagen nach theinsberg teilnehmen, treffen fich Sonntag frilb 6.30 Uhr auf dem Weganberplag. Haupteingang Tiek. Breis einfliegl Festbeitrag 4- Mart. Fahnen mitbringen. Theater der Woche. Bom 12. bis 20. April 1923. Bellabhre: 12., 15., 18. unb 20. Samlet. 18. Schlud unb Jan. 14. unb Deut 16. Galantala. 17. Goneiper Bibbel. 19. er weint um Judenad. fes Theater: 12., 18., 14., 16., 18., 18. und 20. Die heilige Johanna 15. unb 17. Ostar Bilbe Rammerspiele: 12. bis 16. Der Diener zweier Band. 9 Serren. 17. bis 19. Michael Aramer. 20. Geds Berfonen suchen einen Autor. Die Rombbie: Der sprechende Affe. Beffing- Theater: Das weite Theater in ber Röniggräger Straße: Frangista. Deutsches Operahans: 12. Barfifol. 13. Aiba. 14. Orpheus in ber Untermelt. 15. Marnarethe. 16. Saltire. 17. Mignon. 18. Giegfrieb. 19. Boccaccio. 20. Figaros Sochzeit Opernhaus: 12. unb 18. Parsifal. 14. und 18. Intermezzo. mit ihmeren Ropfperlegungen wurde gestern ber 15. Carmen. 16. Rauberflöte. 17. Mittags und abends Symphoniekonzert. 34 Jahre alte chinesische Kaufmann Chow Ku- Sin vor dem 19. Aipa. 20. Tristan und 3folhe Oper am Rönigsplag: 12. Mona Lisa. Saufe Martus ftr. 23/25 in einer großen Blutfache besinnungs. 18. Madame Butterfin. 14. unb 18. 8ar und Zimmermann. 15. Siefland. 16. Martha. 17. Boheme. 19. Ba Traviata. 20. Cavalleria rusticana, los aufgefunden. Die Polizei wurde benachrichtigt und der Schwer Bajazzi. Schauspielhans: 12. Fauft I. 18. Bring Friedrich v. Somburg. verwundete ins Krantenhaus Am Friedrichshain gebracht. Die 14. Ballensteins Bager. Biccolomini. 15. Die Sintflut. 16., 18. und 20. John Kriminalpolizei ermittelte inzwischen, baß es sich unzweifelhaft um Gabriel Bortmann. 17. Beer Gnnt. 18. Wallensteins Tob. Schiller Theaters einen Racheaft handelt. Der chinesische Kaufmann, der in der 17. Enrquato Taffo. 12., 15. unb 19. Charlens Sante. 18., 16., 18. und 20. Napoleon. 14. und Orages Schauspielhaus: An alle Theater des Aleinen Martusftr. 4 wohnt, hatte angeblich aus dieser Wohnung Beltens: 18. Carman. 14. Der Barbier yon Sevilla. 15. Der Troubadouramei andere Leute verdrängt, einen Kaufmann Kersten und 16. 8ar und Simmermann. 17. Fra Diapolo 18. Samfon und Dalila. 19. Fibelto. 20. La Eraniata. einen Laubstummen Bartels. Diese beiden begegneten gestern ter Renaifance Theater: Das romantische Die Tribune: Die Ueberfahrt. Deutsches Rünftler- Theater: 12. bis tem chinesischen Kaufmann, fielen über ihn her und mißhandelten 15. Riquette. b 16. Die Bar auf Monturartre. Romabienhaus: Sarem. ben Schwächeren auf bestialische Weise. Als fie sahen, was fie Berliner Theater: Anneliese von Deffan Reues Theater am Roo: Baby. Erianon Theater: Doshimara. angerichtet hatten, flüchteten fie. Sterften tonnte auf dem Boden Theater: Die perfuntene Sipde. Theater in ber Kommandantenstraße: cines Saufes in der Kleinen Martusitr. ermittelt werden. Bartels L Romije Oper: Das hat die Welt noch nicht gefehn! Bufispielhaus: ist noch flüchtig. Der wahre Salob.- Metropol- Theater: Taufend füße Beinchen. Operetten hans: Der blonde Traum- Thalia Theater: Der blonde Engel. Theater am Rollenborfples: File: Rum Gipfel der Belt. Theater am Aurfürsten bamm: Phi- Phi. Ricines Theater: Die Großfürstin und der Rimmer Ballner- Theater: Romeo und Julia. Walhalla Theater: Ensembletener Gaflfpiel bes Metropol- Theaters: Gräfin Marisa. Rofe Theater: 12. und 13. Drei Baar Schuhe. 14. bis 19, Graupenmüller. Rafino- Theater: Der Oberfchieber. Intimes Theater: Gaftfpiel bes Berrnfelb- Theaters: Nur eine Radt. Schlagvart Theater- Steglik: 12. Drei alte Schachteln. 18. und 14. Das Dreimaberlhaus. b 15. Der Solbat ber Marie Apollo Theater: Die Rädte von Baris. Damenftein und Petschaft. Boltan, Deutsch- amerikanische Handels Attiengesellschaft" nannten amei Schwindler ein Unternehmen, das sie in ber Gor mannstraße 52 betrieben. Die Inhaber waren ein 33 Jahre alter Baruch Damenstein, ber m ber Martgraf Albrecht- Straße 14 zu Halenfee mohnte und ein 30 Jahre alter Raufmann Ludwig hatetichaft aus der Berliner Straße 34 zu Wilmersdorf. Sie ver fchafften fich gute Ausfünfte, tauften große Mengen Baren, nament ich Eisenmaren ein, bezahlten mit wertlofen Wechseln, verschleuderten bie Baren, sobald sie über fte verfügen fonnten und lebten von dem Erlös auf großem Fuße. Die Anmeldung bes Ronfurjes, die ver Der frühere Vize- Präsident des Reichstages Dr. Baasche ist in schiebene Gläubiger immer bringender verlangten, mußten fie ftets Detroit( Amerita) geftorben, wieber hinauszuschieben. Endlich wandten fich betrogene Lieferanten Baris, 11. April.( WIB.) Der Präsident der Republ heute vormittag feine Beratungen zur Lösung der Kabinettstutje begounen. Er hat um 10 Uhr Painleve und darauf de Selves empfangen. Resibens- Theater: Bunbury. 6 Bentral admitttagspel!** gen. Balksbihues 12. Sakuntala. 18. Schneider Bibbel. 19. Samlet Dentfches Theater: 12., 18. und 19. Aft bie: 18. unb 19. Die Bildfe der Bandpra Seidelberg. Rammerspiele: 19. Der Raub ber Gabinerinnen. Die Kama Deutices Opernhosts: 19. Bolts Zraftbund: Der Freifdis. Over em Sönigsplan: 12. 13. und 19. A. Berliner Boffanabend. Schiller Theater: 13. Dottor Alans. 19. Bon morgens bis Mitternacht.- Theater bes Baltens: 12. unb 18. Martha.-Theater in Rose- Theater: ber Kommandantenstraße: 12., 18. unb 19. ein Leopold. 12, 18. unb 19. Der eingebilbete Rrante Gewerkschaftsbewegung Es geht wieder aufwärts. Uus Schlesien wird uns geschrieben: Mit dem allgemeinen Niedergang der fommunistischen Bewegung macht sich innerhalb der freien Gemertschaften wieder langjam ein Gesundungsprozeß bemertbar. Nachdem sich die Arbeiter schaft von der hirnlojen Radaupolitik der Kommunisten abgewandt hat, geht es auch in den freien Gewerkschaften wieder ganz erfreulich norwärts. Trotzdem in der schlesischen Tertilindustrie die Kurzorbeit heute noch lange nicht völlig beseitigt ist, geht es im etilarbeiterverband wieder recht erfreulich aufwärts. Die fürzlich von der Gauleitung eingeleitete Werbetätigkeit im Gau Schlesien zeitigt einen sehr guten Erfolg, fonnten doch dabei über 2500 neue Mitglieder für den Verband geworben werden. Einzelne Orts verwaltungen haben allein bis 300 bis 400 und mehr Neuaufnahmen in einigen Wochen als Erfolg buchen können. Da die Werbetätigkeit erfreulicherweise noch weiter fortgefeßt wurde, dürfte obige Bahl heute schon weit überholt sein. Das sind die Anzeichen eines Gefundungsprozesses. Es geht aufwärts! Verbandstag der Bankangestellten. Heute, Sonnabend morgen, wurde der 7. ordentliche Berbandstag des freigemertschaftlichen Allgemeinen Verbandes der deutschen Banfangestellten in den Räumen des vorläufigen Reichswirtschaftsrates eröffnet. Erschienen sind eine große Anzahl Delegierten aus dem Reiche und Berlin; anwesend find ferner Bertreter der Bruder verbände aus Deutschösterreich und der Tschechoslowakei, des Internationalen Arbeitsamtes in Genf, der Vorsitzende des AfA- Bundes, Genosse Aufhäuser, und Döbling vom ADB. Ein herzliches Begrüßungsschreiben sandte u. a. der ADBB. und Genosse Thomas, Direktor des Internationalen Arbeitsamtes in Genf. Mary gab den, Geschäftsberia) t. Er betonte einleitend, daß die Stabilisierung der Mart die Stabilisierung des Elends der Bantangestellten gebracht habe. Nicht weniger als 180000 Banfangestellte find dem Abbau zum Opfer gefallen. Mit völlig unzureichenden Abfindungssummen ab gefpeift, vermehrten diese das Heer der Arbeitslosen, ohne Aussicht zu haben, je wieder in ihrem Beruf Unterkommen zu finden. Darüber hinaus richtet sich die Abbauwut des Banffapitals gegen die sozial Kräfieperhältnisses eingetreten: Das Banffapital betrachtet fich und die gesamte Wirtschaft als das Primäre im Staat, diesen felbit aber nur als Mittel zum 3wed. Vom Achtstunden tag ist im Banfgewerbe nichts mehr zu spüren; allen foutigen Errungenschaften der Revolution geht es ähnlich. Die Tätig feit der gegenwärtig amtierenden Reichsregierung steht unter dem Einfluß der Wirtschaftsführer". Besonders wirkt sich das in den Steuerplanen aus. Marg legte den Verbandstag Entschließungen zur Steuerfrage, Wohnungswirtschaft, Arbeitslosenfürsorge und zum Achtitundentag vor. Trotz des ungeheuren Personalabbaus hat sich die Mitgliedschaft des ABDB. in erfreulichem Maße gehoben. Die prozentuale Beteiligung am freigewerffchaftlichen UVDB. ist unter dem Banfpersona: jest größer als früher. Ber den kürzlich stattgefundenen Betriebsratswahlen hat der BDB. bedeutend mehr Stimmen erhalten, als er Mitglieder hat. Mit glieder des deutschen Bantbeamitenverbandes haben freimütig erklärt, daß sie den ABDB. wählen, wenn es sich um die Wahl ihrer Bertreter den Unternehmern gegenüber handelt. Die Bersahmelzung mit dem Reichsverband der Bankangestellten hat dem Verband einen Zuwachs von anderthalbtausend Mitgliedern gebracht. Marg brachte zum Ausdruck, daß es nunmehr auch an den anderen Verbänden Itegen wird, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Die Arbeitslosigkeit der Angestellten. fordern eine Arbeitslofenversicherung, die den An-| Achtftundentag in der franzöfifchen Handelsmarine. gestellten auf Grund ihrer Beitragsleistung ein Recht auf UnterDas lang erwartete Defret über die Wiedereinführung des Achtftügung gibt. Abzulehnen ist auch die jetzt beliebte Pflichtstundentages in der franzöfifchen Handelsmarine ist nunmehr erarbeit. So, wie sie angewendet wird, stellt sie sich als eine schtenen und am 10. April in Kraft getreten. Wiewohl es nicht allen Als Organisation zur Herbeiführung von Arbeitslosigkeit bar. von der Seeleuteföderation erhobenen Forderungen entspricht, stellt Träger dieser Versicherung fommen nur die öffentlichen es doch das Arbeitsgesch über den Achtstundentag vom August 1919 Arbeitsnachweise in Frage. Die Versicherung muß auf Die Versicherung muß auf für einen bedeutenden Teil des Personals wieder her und bedeutet alle Arbeiter und Angestellte, ohne Rücksicht auf ihr Einkommen, barum einen erfreulichen Fortschritt. ausgedehnt sein, wobei die Tatsache der eingetretenen Arbeitslosigkeit maßgebend für die Gewährung der Unterstützung ist. Zur Kosten. aufbringung muß der Staat auch beitragen, und zwar in einem Umfange, daß die ganze Einrichtung gesichert ist. Bei der Dauer der Unterstützung ist die Arbeitsmartilage des Berufs zu berüdfichtigen. Die ganze Arbeitslosenversicherung muß sich in guter Selbstverwaltung aufbauen. Bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit spielt eine weitere mesentliche Rolle die Bertürzung der Arbeitszeit. Schröder betonte neben der Notwendigkeit der Wiedereinführung des Achtstundentages die Pflicht der Angestellten, ueberarbeit abzulehnen. Arbeitgeber und nehmer tragen hier eine große Berantwortung gegenüber den arbeitslosen Angestellten, und Angestellte und Betriebsvertretungen fönnen viel zur Behebung der Arbeitslosigkeit beitragen. Am Schluß seiner Ausführungen er wähnte Genosse Schröder. daß seiner Auffassung nach selbst bei bester Ronjunttur eine völlige Unterbringung der arbeitslofen An gestellten im Beruf nicht möglich sein wird. Die Mechanisie rung der Angestelltenarbeit trägt auch dazu bei, bet Frage der Berufsumschulung näherzutreten. Dabei müffen die Arbeitsnadyweise mit den Berufsberatungsstellen Hand in hand arbeiten, ohne dabei aber mit Zwangsmaßnahmen vorzugehen. mit Recht betonte der Referent, daß der gewerkschaftliche 3usammenschluß der Angestelltenschaft dazu bei tragen muß, die Fragen der Arbeitslosigkeit zu lösen.( Lebhafter Beifall). Bevollmächtigter Gottfurcht ermahnte die Anwesenden, dafür zu sorgen, daß zu dem Reichsjugendtag am 28. und 29. Juni in Bielefeld sich auch die Angestelltenjugend maßgebend beteiligt. Zur Beendigung des Hamburger Verkehrsstreiks. Hamburg, 11. April.( Eigener Drahtbericht.) Auf Grund des unter den streifenden Verkehrsarbeitern eine Urabstimmung statt. neuen Schiedsspruches der Hamburger Schlichterfammer jand gestern Bor 6201 Streifenden haben 5531 abgestimmt. Davon 3686 für Fortführung und 1797 Stimmen für Abbruch des Streifs. Außerdem waren 48 Stimmen ungültig. Die für die Fortführung des Streifs erforderliche Zweidrittelmehrheit der Streifenden ist somit nicht erreicht worden. Die Arbeit wurde sinngemäß auf der Basis des letzten Schiedsspruches, der eine Erhöhung des Stundenioones um 5 Pf., sowie eine Erhöhung des Ueberstundenzuschlages und zu fammenlegung der Dienstschichten vorsteht, heute Sonnabend vor miltag in sämtlichen Berkehrsbetrieben der Hamburger Hoch- und Straßenbahn wieder aufgenommen. Vor schweren Lohnkämpfen in Schlesien. Breslau, 11. April( Eigener Drahtbericht.) In Schlesien droht es zu scharfen Lohnfämpfen in der Holzindustrie und in der Metallindustrie zu kommen. Eine Forderung der schlesischen Holzarbeiter auf 15 Pf. Stundenlohnerhöhung wurde von den Arbeitgebern abgelehnt, worauf gestern von den freigewerkschaftlich organisierten Holzarbeitern ein Teilstreik beschlossen wurde, der leicht zu einem Stampf in dieser Industrie führen kann. Die Metall arbeiter haben gleichfalls ihre Forderungen auf dem Verhandlungswege nicht erreichen fönnen und daher auf den 14. d. m. cine Berjammlung ihrer Vertrauensleute und Betriebsräte einberufen, die gleichzeitig zu entscheiden haben wird, ob es zu scharfen Kampfen in der schlesischen Metallindustrie tommt. Der griechische Eisenbahnerstreit. Bon der Internationalen Transportarbeiter Föderation wird uns gefchrieben, daß die von bürgerlichen Depeschenbureaus verbreitete nistischer, eine irrige ist. Der Streit war unumgänglich, nachdem Meldung, der Streif der griechischen Eisenbahner sei ein kommuBerwaltung und Regierung nicht nur weitgehende Berschlechte rungen anstrebten, sondern sich sogar weigerten, thren nach der im Vorjahr geführten Streifbewegung gegebenen Bersprechungen, barunter die Einführung des Achtstundentages, nachzukommen. In einer Funktionärfonferenz der Ortsverwaltung Berfin des Sentralverbandes der Angestellten sprach am Freitag abend Genoffe Schröder vom Hauptvorstand der 3. b. A. über die Arbeitslosigkeit der Angestellten und die einzuführende Arbeitslosenversiche rung. Schröder bezeichnete die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unter den Angestellten als eines der wichtigsten sozialpolitischen Brobleme der Gegenwart. Bereits seit einigen Jahren zeige fich, daß für etwa 30 jährige Angestellte bei den Unternehmern feine Stellung mehr zu finden ist. Wenn die Arbeitsnach gefaßt. Selbst wenn sich der Vorstand widersett hätte, wäre der In sämtlichen Ortsgruppen wurde der Streitbeschluß einstimmig weise den Unternehmern nahelegen, bei Neueinstellungen auch Angefaßt. Selbst wenn sich der Vorstand widersett hätte, wäre der gestellte in diefem Alter zu berücksichtigen, ergibt sich, daß die Streitausbruch nicht zu vermeiden gewesen. Die Beteiligung am Streit mar allgemein unter sämtlichen Bersonalgruppen; auf 10 000 Arbeitgeber das nicht nur ablehnen, sondern sie meiden sogar die Nachweise bei späterem Bedarf. Der Redner erwähnte die Dent. Mann Perforal gab es nicht mehr als 20 Streifbrecher. Wenn der 1 chrift des AfA Bundes über die Behebung der ArbeitsStreif schließlich trotzdem verloren ging, so ist dies auf die Haltung und die Maßnahmen der Regierung zurückzuführen. Hunderte von Tofigteit unter den Angestellten. In dieser Dentschrift war eine Belebung. Führern und rührigen Mitgliedern sind bereits entlassen worden ber Wirtschaft durch wirtschaftspolitische oder sollen entlassen werden. Diejenigen, die wieder eingestellt werMaßnahmen als erstes Erfordernis zur Erreichung des Bieles den, müssen eine Erklärung abgeben, daß fie die Bestimmung ihrer ertannt, nur ergab sich bei den Verhandlungen mit der Reichsrechtlichen Lage ohne weiteres der Berwaltung überlassen. regierung, daß diefe jeden staatlichen Eingriff in die Wirtschaft ablehnte und die Belebung des Arbeitsmarktes dem freien Spiel der Kräfte überließ. Den Umfang der Arbeitslosigkeit festzustellen, ist mangels einwandfreier Unterlagen fast unmöglich. Nur soviel hat sich ergeben, daß das Angebot ganz bedeutend die Nachfrage überwiegt. Dant der Stellungnahme der bürgerlichen Angestelltenverbände bei der Beratung des Arbeitsnachweisgefeges im Reichstag ist eine große 3eriplitte rung im Nachweis mesen eingetreten, bie natürlich nicht zur Klärung der Vermittlungstätigkeit beiträgt. Die Unternehmer benutzen jedes Mittel, Arbeitslose anzuwerben, und die Angestellten greifen in ihrer Hilflosigkeit und Not jebe Möglichkeit auf, ſelbſt unter den gebrüdteften Bedingungen Beschäftigung zu erhalten. Diefem Uebel fann nur durch ein staatliches Monopol für bie Arbeitsvermittlung gesteuert werden, wobei es zu nächst auf eine Befriedigung des Bedarfs an Arbeitsträften antommt. Darüber hinaus muß für die nicht unterzubringenden eine Sicherung ihrer Eristenz erreicht werden. Dabei lehnen wir. ben bisherigen fürsorglichen Charakter der Unterstützung ab und Berliner ElektrikerGenossenschaft angeschl. dem Verb, sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str. 86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4 Tel. Pfalzburg 9831 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller elektrischer BedarfsartikelAusführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit AufTeilzahlung! MÖBEL Kleine Anzahlung Bequeme Abzahlung CAMNITZER Schönhauser Allee 82, I am Hochbahnhof Nordring Besonders is die KLEINEN ANZERGEN is„ Jerricts" and debereder billig! in der Gesamt- Auflage präsidenten gewandt und untersucht, welche weiteren Schritte im Das Sekretariat der JTF. hat sich an den griechischen Minister. Interesse der verfolgten Eisenbahner unternommen werden können. Ausdehnung des Landarbeiterftreits in Polen. Warschau, 11. April.( Mtb.) Der Landarbeiterstreit in Bolen hat sich weiter ausgedehnt und wider Erwarten auch auf Ober. schlesien übergegriffen. In Bommerellen ist gleichzeitig ein Streit ausgebrochen, gegen den die Gutsbesizer einen Selbstschutz organisiert haben. Aus Muffolisien. Rom, 11. April.( TB.) Die Polizei hat die Eisenbahn. gewerkschaft, welche im Kartell mit den Sozialisten steht( der Wolff Rorrespondent meint damit die freigewerkschaftliche Organifation, die übrigens feinerlei Kartellverhältnis hat), aufge. hoten und ihre Atten und Papiere beschlagnahmt. der Gewerkschaft wurden in Haft genommen. Unsere Geschäftsräume befinden sich Königgrátzerstr Leipzigerstr Jetzt Berlin W.9. Potsdamerste KRK 14 Bellevue- Str. 14. Krupp Registrier Kassen GESELLSCHAFT MBH STAMMHAUS FRIED KRUPP A GEWENS Gelegenheit Ottomane- Seide, Rips- KostümStoffe, Gabardine, Wollschotten Futterseiden a. Halbseiden bedeutend unter Preis. Haarpuder, Goltzstr.2 ( Grunewaldstraße) Erfinder Vorwärts ftrebende gute Berdienstmöglichkeit! Auftlärung und Anregung gebd. Broschüre Ein neuer Geist" gratis burch: Erdmann& Co., Berlin, Königgräger Straße 71. 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Nach dem Wortlaut des Regierungsentwurfes trifft es allerdings zu, daß sehr viele be dürftige Anleihezeichner gar nicht oder mur in lächerlich unzu reichender Weise abgefunden werden sollen. Erkennt man aber mit dem Baufenverband an, daß die zur Aufwertung verfügbaren Geldbeträge durch den Mangel an finanzieller Leistungsfähigkeit der Anleiheschuldner und durch die Reparationslasten begrenzt sind. so ergibt sich doch gerade daraus die Forderung, daß aus den vor. handenen Mitteln zu allererst den kleinen verarmten Anleihebesizern nach Möglichkeit geholfen werden muß. Wie das geschehen soll, indem man die Aufwertung von vornherein auf die spekulativen Käufer von Anleihen schematisch ausdehnt, wird auch vom Zentralverband nicht bewiesen. Unterscheidung zwischen Alt- und Neubefizern von Anleihen vor. Haltlos ist auch, was die Banfen gegen die Durchführung der bringen. Wenn man sich darauf beruft, daß die Banken durch die Prüfung der Anmeldungen und Erteilung der Bescheinigungen über den Erwerb von Kriegsanleiheftücken mit unproduktiver A1. beit belastet würden, so ist doch daran zu erinnern, daß die Banten sich in früheren Jahren mit der Verwaltung der ihnen an vertrauten Anleihe sehr wenig Arbeit gemacht haben. Sie haben auch, obwohl fie in zahlreichen Fällen die Treuhänder ihrer Kunden gewesen sind, nicht genug getan, um den gänzlichen Ber. fall der Anleihepapiere zu verhindern. Die Banken waren es, die zusammen mit der Industrie ein rechtzeitiges Ab. stoppen der Inflation durch wirksame Vermögenssteuern hinter. trieben haben. Tie Beschlüsse befassen sich dann mit weiteren Einzelheiten und wenden sich gegen die wenigen Verbesserungen, die diese in der Frage der Hypothefenaufwertung vorsehen. Sie fordern im Interesse einer endgültigen Beruhigung der Wirtschaft eine verfassungsrechtliche Sicherung, der für die Aufmertung privater Forderungen zu schaffenden gesetzlichen Grund. lage gegenüber neuen Aenderungsversuchen. Grundsäglich ist der Forderung, daß jetzt eine endgültige Aenderung der Aufwertung angestrebt werden soll, durchaus zuzuftimmen. Wir glau ten jedoch nicht, daß diese durchführbar sein wird, wenn die In. teressentenverbände sich weiter einer pofitiren Mitarbeit an einer besseren Lösung der Aufwertungsfrage perfchließen und fich auf unfruchtbare Ablehnung aller Vorschläge beschränien. Aus der Partei. Die Brandenburger SPD für Wilhelm Marg. Am Sonntag fand im Preußischen Landtag eine von über 150 Delegierten besuchte Zentraltonferenz der Sozialdemokratischen Organisation der Provinz Brandenburg statt. Der Bezirks. fetretär Landtagsabgeordneter Genosse Wilhelm Krüger, hielt ein kurzes Referat, in dem er die Gründe darlegte, die die leitenden Parteiinstanzen veranlaßt hatten, von einer Kandidatur Otto Brauns im zweiten Wahlgang Abstand zu nehmen und die Stimmen der Partei auf die republikanische Einheitsfandidatur Wilhelm Marg zu übertragen. Angesichts der allgemeinen Zustimmung der Bersammelten zu den Ausführungen des Referenten wurde einstimmig einstimmig nachstehende Resolution angenommen: beschlossen, auf eine Diskussion zu verzichten und es wurde ebenso „ Die am 10. April 1925 in Berlin tagende Konferenz des Zentralvorstandes, der Borsitzenden der größeren Ortsvereine, der Referenten und Abgeordneten der Sozialdemokratischen Partei der Provinz Brandenburg begrüßt die Einheitsfront der Republikaner in dem Kampf um die Reichspräsidentschaft. Die Nominierung Hindenburgs als Randidaten des Rechtsblocks hat für alle Republikaner eine flare Front geschaffen. Mit der Parole: Gegen die Reaktion, gegen die Monarchie, für die Republik, für den Frieden! fordern wir alle Parteimitglieder auf, ihre Kraft restlos in den Dienst des Kampfes zu stellen." Berantwortlich für Bolitik: Ernft Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eylorn: Feuilleton: Dr. John Schitowsti: Lotales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SB 68, Lindenitraße 3. G.-M. ähne 1.2 Teilzahlung auf gestattet b. kl. Anzahl u. wöchentl. Abzah ung von I G.-M. an. Echte Goldkronen v 8 G.-M. an. Ersatzkronen v. 3 G.-M. an. Zähne ohne Gaumenplatte v 3 G.-M. an. Zahnz. mit Betäub 1 G.-M., b. Bestellg von Gebissen gratis. Rat und Munduntersuchung gratis 5 Jahre weitgehende Garantie. Ueber 20000 Gebisse zur vollsten Zufriedenheit geliefert. Hatvani, Danziger Strasse 1, Ecke SchönVorzeiger 10% Rabatt. 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