B Str. 174 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 90 Bezug8vrets: Böchentlich 70 Bfennig, monatlich 8,- Reichsmart Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Gaar und Memelaebiet, Desterreich, gitauen, Buremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit ber Gonntags beilage Bolt und Reit" mit Gieb. Iung und Aleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Gozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvreise: Die einfvaltiae Ronpareille. Beile 70 Bfennia. Reklamezeile 4,- Reichsmart Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Bort 20 Bfennis ( auläffia amet fettaebrudte Werte). febes weitere Wort 10 Vieunig. Stellengesuche bas erfte Wort 10 Bfennia. jebes weitere Wart 5 Pfennig. Borte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 30 Pfennig. Anzeigen für bie nächste Stummer müllen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Bon 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Touhoff 292-295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Dienstag, den 14. April 1925 Briand beauftragt. Er nimmt nur an, wenn die Sozialisten eintreten. Heute Entscheidung durch den sozialistischen Parteiausschuß. Paris, 13. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Regierungsfrise| Male an Painlevé herantreten wird. Es scheint ausgeschlossen, daß hat trotz der fieberhaften Verhandlungen, die von dem Präsidentea er diesen Schritt mit mehr Erfolg unternimmt, wie den ersten. der Republik auch während der Feiertage geführt wurden, noch keine Als ausfightsreidjer kandidat wird neuerdings auch der JuftizLösung gefunden. Als erster wurde von Doumergue der Präsident minister im Kabinett Herriot Renoult genannt. der Kammer Painlevé mit der Neubildung der Regierung beauftragt. Painlevé hat diesen Auftrag aus persönlichen und politischen Gründen abgelehnt. Er erklärte dem Präsidenten u. a., daß er auf Grund der politischen Verhältnisse nicht in der Lage sei, eine andere polifit zu treiben als Herriot, und daß er im Senat mit den gleichen Schwierigkeiten zu rechnen habe, wie die zurüdgetretene Regierung. Painlevé empfahl dann dem Präsidenten, Briand die Ministerpräsidentschaft anzubieten. Diefer hat die Annahme des Auffrages vorläufig von dem Eintritt der Sozialisten in die Regierung abhängig gemacht. Infolgedessen haben die franzöfischen Genoffen für Dienstag den Nationalrat ihrer Partei zu einer außerordentlichen Sihung berufen. Auf Grund der politischen Verhältnisse und der politischen Vergangenheit Briands ist aber anzunehmen, daß der Nationalrat den Eintritt in die Regierung nicht befürwortet. Es ist unter diesen Umständen von vornherein damit zu rechnen, daß Briand scheitert und Doumergue zum zweiten Deutsche Treue im„ Reichsblock". Befungen von einem sächsischen Staatsminister. In der Deutschen Allgemeinen Zeitung" beschwört der fächsische Staatsminister Dr. Kaiser die Jarres- Wähler vom 29. März, tros des Unmuts, den er immerhin bei ihnen vorauszusetzen scheint, am 26. April für Hindenburg zu stimmen. Ihr Gewissen versucht er mit einem Ungeschid, das für einen Staatsminister immerhin bemerkenswert ist folgendermaßen zu beschwichtigen: Man hätte an Jarres festhalten müssen. Der Gedante ist moralisch berechtigt. Wir schulden diesem Manne mehr Dant, als ihm geworden ist. Ehre allen denen, die ihm bis zuleht die Treue gehalten haben.( Das hat feiner getan! Red. d. B.) Heute geht es aber um mehr als um Mannestreue. Es geht um die nüchterne Frage, wer die größere Aussicht auf Wahlerfolg hat: Jarres oder Hindenburg? Für den greisen Marschall haben sich Parteien mit mehreren Millionen Etimmen, die bisher abseits standen, erklärt. Das muß bei fonft gleicher Wertung der Persönlichkeiten den Ausschlag geben. Kein Wähler darf mehr die Frage so stellen: mer märe unter allen Deutschen der beste Randidat für die Reichspräsidentenschaft gewesen? sondern nur noch die Frage: mer gibt die beffere Bürg fchaften für Deutschlands Zukunft: Präsident Hindenburg oder Präsident Marg? Herr Dr. Kaiser gibt zu, 1. daß es unmoralisch war, an Jarres nicht festzuhalten, 2. daß man undant bar an ihm gehandelt hat, 3. daß man ihm die Treue nicht gehalten hat, 4. daß viele Rechtswähler Hindenburg nicht für den besten Kandidaten halten. Trotzdem gibt er die Parole aus: " Für Hindenburg, gegen Marg!" Und warum? Das Zentrum hat Preußen an eine Partei ausgeliefert, mit der es in feinen Grundsägen wenigstens denen, die seine Wähler von ihm vorausseßen weniger gemein hat als mit den Parteien rechts vom Zentrum, an eine Partei, die dem Programm des Herrn Marg vom chriftlichen Staate, das er vor furzem wieder betont hat, totfeind ist. Wo bleiben da die großen nationalen Intereffen? Das ist reinfte Parteipolitit: dem augenblid lichen Barteierfolge wird Allgemeinwertvolles geopfert. Das schreibt ein Mann, der in Sachsen als voltsparteilicher Minister mit fo, einer Partei" in einer Regie rung fikt! Herr Staatsminister Dr. Kaifer bezeichnet die Behauptung, daß ein Kampf um Republik oder Monarchie auszufechten sei, als ein Märchen." Ein paar Zeilen weiter unten erzählt er, die Republik verdante Hindenburg ihre Rettung! Dann wird er feierlich und beschwört gegen das Ausland Bis mard aus dem Grabe, der gesagt habe, daß ber Appell an die Furcht noch niemals einen Widerhall in beutschen Herzen gefunden habe. Richtig! Wir glauben aber nicht, daß Bismard damit gemeint habe, jeder Appell an die Dummheit müsse in deutschen Köpfen Eingang finden. Er muß nicht einmal dann, wenn er von einem voltsporteilichen Minister des Freistaats Sachsens ausgeht! Schwarz- Rot- Gold im Reich. Eine Rede Sollmanns. Hamburg, 13. April.( Eigener Drahtbericht.) Am Ostersonntag und montag stand Hamburg im Zeichen der Farben Schwarz- RotGold. Der Gau Hamburg- Bremen- Nordhannover des Reichsbanners hielt unter starter Beteiligung und begeisterter Anteilnahme | In Anbetracht der vorherrschenden politischen Verwirrungen ist vorläufig immer noch mit einer längeren Dauer der krise zu rechnen. Vorausjehung bleibt natürlich, daß die vier Gruppen des Cinfstartells bei ihrer bisherigen Geschlossenheit verbleiben und weder ein Tell der Gruppe Loucheur oder der Gruppe Briand von der gegenwärtigen Mehrheit abspringt. Es ist unter diesen Umständen immer nod) zu erwarten, daß schließlich doch Herriot wieder zurüdfehrt. Jedenfalls aber wird die endgültige klärung erst erfolgen, nachdem die für den 4. Mai angefehten Gemeinderatswahlen über den Willen des Volkes Aufschluß gebracht haben. Bis dahin dürfte nur ein geschäftsführendes Ministerium in Frage fommen. Es wird gegenwärtig auch die Möglichkeit eines parlamenfarischen Kabinetts mit einer Zeitdauer von 24 oder 48 Stunden erörtert, das lediglich die Aufgabe haben soll, die dringenden gefehlichen Arbeiten, und zwar insbesondere das Gefeß über die Erhöhung des Roteuumlaufs usw. zu erledigen. Vorwärts- Verlag 6.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Voftscheckkonto: Berlin 37536 Bankkonto: Direktion Der Diekonto- Gefellschaft, Depofitenkafie Lindenstraße 8 Zwei Hindenburg- Programme. Theorie und Praxis.. Krieg, Handel und Piraterie, Dreieinig, find sie nicht zu trennen." Goethe. Es gibt zwei Hindenburg- Programme. Sie tragen beide seinen Namen. Außerdem rühren sie beide geistig nicht von ihm her. Das ist alles, was sie gemeinsam haben. Sonst unterscheiden sie sich wie Theorie und Praxis. Das eine ist die Osterbotschaft Hindenburgs, in der er um die Stimmen der Wähler für seine Präsidentschaftskandidatur wirbt, das andere ist das große Rüstungsprogramm aus dem Jahre 1916, das die deutsche Industrie völlig auf die Munitionsversorgung des Heeres einstellen sollte, und mit dem offiziellen Namen Hindenburg Programm" getauft wurde. " # Im Hindenburg- Programm von Ostern 1925 wird protlamiert: „ Es bedarf vor allem der Säuberung unferes Staatswesens von denen, die aus der Politit ein Geschäft gemacht haben. Ohne Reinheit des öffentlichen Lebens und Ordnung tann tein Staat gedeihen." Das ist die Theorie, und die Theorie ist gut. Aber die Praxis ist das Hindenburg- Programm von 1916und die Praxis ist schlecht. Nach dem Saze: ihr sollt ihm auf die Fäuste sehen, nicht aufs Maul, halten wir uns an die Praxis von 1916, wenn wir die Wir erwarten nicht, daß Theorie von 1925 hören. die Freunde Hindenburgs von 1925 die Theorie feiner Osterbotschaft anders in die Praxis umsehen werden als 1916. Wir Programm von 1925 fiest, und empfehlen ihm, bei der Ausmarnen jeden, der den zitierten Sah aus dem Hindenburglegung den Kommenter von 1916 zur Hand zu nehmen. Die Braris von 1916 ist zusammengefaßt in den drei Worten: Krieg, Kapitalismus, Korruption. Die Dreieinigkeit der drei K beherrschte das deutsche Volt. Die tiefste Ursache des Krieges wurzelte in den Gegenfäßen der tapitalistischen Ordnung. Der Krieg diente dem Kapitalismus. In den Siegerländern und in den Ländern der Unterlegenen hat er in stürmischstem Tempo eine Hochentwicklung vollzogen, die nur im Kriegsgeschehen und unter der Nachwirkung des Krieges möglich war. Der Kapitalismus follte dem Staate, seiner Machterhöhung, feiner Machtausübung, seiner Krieg führung dienen. Den Kapitalismus einzuspannen in den Dienst der Kriegführung, das war die Theorie zum Hindenburg- Programın von 1916. Statt deffen diente der Staat und die Kriegführung dem Kapitalismus. Die Konjunktur war günstig. Der Staat war in Not. Die Kapitalisten wurden gebraucht. Der Staat, das Heer fchrien nach Stahl und Eisen, und Waffen und Munition. Zahlt, zahlt! war die Parole der Kapitalisten. Nicht aufs Liefern kam es ihnen an, sondern aufs Bezahltwerden. Die Kapitalisten waruen in freudiger Erregung. Sie ristierten und preßten, fie schoben und dik tierten, fie forderten und mogelten. Berdienen, verdienen, das war ihr Gott während des Krieges. der republikanischen Bevölkerung Hamburgs seinen ersten Gautag ab. Er gestaltete sich zu einer mächtigen Rundgebung für die Republit. Die Beranstaltung murde am Sonnabend abend durch einen Zapfenstreich mit Fackelzügen eingeleitet. Am Sonntag folgte der Aufmarsch von mehr als 50 000 Republikanern mit Fahnen. Am Nachmittag betonte Oberbürgermeister Dr. Beter fen in einer Ansprache, daß es die hohe Aufgabe des Reichsbanners fei, der Weimarer Berfassung als dem Grundfag unseres nationalen Lebens die Achtung zu verschaffen. Die gewaltige Beteiligung der deutschen Arbeiterschaft am Reichsbanner sei ein verheißungsvolles Anzeichen dafür, daß unser Bolt sich auf dem Wege der großdeutschen Nation befinde. Im Mittelpunkt des Festaltes stand eine Rede des früheren Reichsministers des Innern, Reichstagsabgeordneten Sollmann, Röln. Er feierte die Reichsbannerbewegung als eine große Auferstehungsbewegung, deren Größe und Tiefe heute vielleicht noch nicht voll ermessen werden könne: Das Reichsbanner ist eine demokratische, foziale und nationale Bewegung zur Schaffung einer wahrhaftigen deutschen Nation. Noch fehlt uns diefe. Aber sie wird tommen aus unserem Glauben an die Zukunft und den Willen, sie zu bilden. Demofratisches, soziales und nationales Wollen ist das, was den Geist und Inhalt des Reichsbanners ausmacht, und mit diesem Wollen führen wir auch unseren Kampf um die Präsidentschaft der Republik. Diese Republit, die wir erlauft haben mit Blutopfern des Welt. trieges, darf nicht denen ausgeliefert werden, die das Andenken von Hunderttaufenden von Gefallenen und von Frontfämpfern be. schmutzen und uns Landesverräter schimpfen. Keiner ist ein größerer Feind der Nation als derjenige, der anderen das Recht abspricht, sich Deutscher zu nennen. Jene Kreise haben jetzt Hindenburg als ihren Kandidaten proflamiert. Rein Wort gegen den alten Greis. Aber wir Republikaner wollen die Reihen schließen zum entscheidenden Kampf gegen jene Feiglinge, die sich aus Furcht por der Niederlage hinter die Person des 80jähherab. Aber Krieg und Kriegszeiten sind die Geburtsstunden rigen Hindenburg vertriechen. Wie schlecht muß es um die deutschen Monarchisten stehen, wenn sie sich einen 80jährigen hilflosen Greis zum Führer erwählen. Ueber fünf Jahre haben jene Kreise von dem starten Mann" geredet, der tommen müsse, ein halbes Jahrzehnt hindurch haben sie gehöhnt über die Republit und deren Führer. Jezt zeigt sich, daß sie nicht einen Mann haben, der an Friedrich Ebert heranreicht. Die Kandidatur des Ur großvaters Hindenburg ist der geistige, moralische und politische Bankerott der Morarchisten! Wir aber wollen dafür sorgen, daß an die Spitze der Republit tein taiserlicher General, tein Mann einer vergangenen Epoche, sondern ein Mann aus dem Bolle kommt. Deshalb wird das Reichsbanner alle Kräfte anspannen, Wilhelm Marg zum Siege zu verhelfen!( Stürmischer Beifall.) Am Sonntagnachmittag sprach Sollmann nochmals auf der im Mittelpunkt der Stadt gelegenen Moorheide vor einer riesigen Menschenmenge. Anschließend formierten sich die Reichsbannerleute zu einem gewaltigen Zuge durch die Stadt. Der Vorbeimarsch, der in Anwesenheit von Taufenden und Abertausenden von Zuschauern stattfand, dauerte mehr als eine Stunde. Ernste Warnung aus Amerika. Condon, 13. April.( WTB.) Nach einer Blättermeldung schreibt „ New York Herald", wenn Sindenburg gewählt werden sollte, würde man in den Bereinigten Staaten nur einen Schluß daraus Biehen fönnen, nämlich, daß Deutschland seinen Versuch mit der Demofratie aufgeben und zum Kaiferismus" zurückkehren wolle, daß es Rachepläne hege und bereit sei, seine Freunde in Amerita von sich zu stoßen und leichten Herzens die Berluste, die eine solche Politik mit sich bringen würde, auf sich zu nehmen, verdienen Die Geschichte jedes Krieges fennt den Inpus des Heereslieferanten und des Kriegsspekulanten, der vom Kriege lebt und im Kriege Bermögen zusammenscharrt. Der groß gewordene Kapitalist sieht auf diesen Typus mit Verachtung der großen Vermögen! Sie werden nicht gewonnen, wie es in den Schulbüchern für brave Knaben steht, durch Fleiß und Ehrlichkeit und Gottesfurcht, sie werden zusammengeschweißt durch Erpressung und Betrug und Raub in Zeiten, in denen wildes Geschehen zwischen den Bölfern zur Verwilderung der Rechtsbegriffe führt. Krieg, Handel und Piraterie, Dreieinig, sind sie nicht zu trennen!" Wir haben es erfahren im Kriege! Es fing damit an, daß jeder Händler zu Kriegsbeginn Schieber und Spetulant wurde, den die Heeresverwaltung zahlte, unbesehen zahlte, Preise zahlte, die wildeste Spetulanten in ihren fühnsten Träumen taum zu hoffen gewagt hatten. Es gipfelte in dem Piratenzug der deutschen Schwerindustrie auf die Reichsfinanzen, und es endete in dem tollen Bacchanal der Inflationszeit, die vollendete, was der Krieg begonnen hatte, und die neuen großen Vermögen, die in Krieg und Rorruption ihren Ursprung hatten, befestigte. Der Krieg ist der Vater der Korruption! Der Name, der untrennbar verknüpft ist mit dem Kriege, ist untrennbar verfnüpft mit der Korruption, mit der Piraterie, die während des Krieges betrieben wurde. Der Staat war in Not, das Heer brauchte Waffen und Munition. Die Rüstungsindustrie dittierte dem Staat Breise, die neutrale, taltschnäugige, national- unintereffierte Kapitalisten nicht höher gefordert hätten. Der Krieg verschlang Eisen in zunehmenden Maffen. Die Rüstungsindustrie legte die Eisenpreise unaufhörlich in rafendem Tempo in die Höhe. Der Staat war schwach. Seine Leiter willfahrten den Forderungen der Rüstungsindustrie, Ihre Piratenforderungen verschlangen Geld, der Staat mußte es schaffen. Die den Staat beherrschten, präsident und die Zeit der Piraterie der Schwerindustrie, | dachten nicht daran, mit der einen Hand der Rüstungsindustrie die Zeit der Stinnes, der Havenstein, der Helffe zu geben, mit der andern aber wieder zu nehmen. Es gab feine rich, wird aufs neue anheben Kriegssteuer in großem Ausmaße. Der Staat brauchte Geld, er nahm es von den breiten Maffen des Volkes, um es der Rüstungsindustrie zu geben. Er gab der Reichsbank Schatzwechsel, die diese diskontierte. Das ist die Pragis des Hindenburg- Pro= gramms von 1916: Riefenaufträge an die Rüstungsindustrie, wahnvizige Preise, Begaunerung des Staates. tünstliche Geldbeschaffung durch die Reichsbant, teine Kriegssteuern. Damals begann unser Unglüd. Damals begann die unfelige Reichsbankpolitik, die uns zum Währungszusammenbruch führte. Damals begann die Preissteigerung, diftiert von den Piraten der Rüstungsindustrie. Damals erhoben sich die ersten, Wellen der ungeheuren Papiernotenslut. Damals begann die Umschichtung der Vermögen, die Konzentrierung die Ausraubung des Volkes, der Sparer, der Rentner, der Staatsgläubiger. Ueber dem allen aber steht in Flammenschrift, Ursache und Beginn unseres Unglüds bezeichnend: Hin burg Programm von 1916! 1 Dieser Name deckt das größte Piratenstück, das während eines Krieges an seinem Wolfe von eigenen Volfsgenossen durchgeführt wurde! Darüber steht der Name Hinden burg. Man sage uns nicht, Hindenburg hat es nicht gewollt! Die Oberste Heeresleitung trug die Verantwortung für das Hindenburg- Programm. Die Oberste Heeresleitung war von fachverständiger Seite auf die Folgen aufmerksam gemacht morden. In einer Denkschrift, die General Gröner am 12. Juli 1917 der Obersten Heeresleitung überfandte, hieß es: Wenn man die Entwicklung der Kriegswirtschaft' rüdschauend betrachtet und sich fragt, was die treibende Kraft gewesen ist, die es fertig gebracht hat, daß die deutsche Industrie sich in einer so erstaunlichen Weise den stetig wachsenden Anforderungen der Kriegs führung hat anpassen können, so muß man bei nüchterner Betrach tung zu der Erkenntnis kommen, daß nur in geringem Maße irgendwelche ethischen Mative, wie Opferfinn, Baterlandsliebe und dergleichen mitgespielt haben, sondern daß bei dem Schaffensdrang, der fich gezeigt hat, und den ungeheuren Leistun gen, die auf allen Gebieten der Heeresindustrie vollbracht worden find, fast ausschließlich der Verdienstanreiz die Wurzel aller guten und bösen Kräfte, der Grund aller Erfolge und Mißerfolge gewesen ist. Ferner besteht die Tatsache, daß, je länger der Krieg gedauert hat, das Bestreben, die Konjunktur nach Kräften auszunuzen, auf allen Seiten um so rüdsichtsloser zum Ausdruck gekommen ist.. Dieser gefährliche Zustand findet eine Illustration darin, daß die Lieferungsbedingungen innerhalb der Industrie und auch von Industrie zu Staat heute so ge worden sind, daß sie taum mehr als den guten Sitten entsprechend bezeichnet werden fönnen, zum mindesten einen Hauptgrundsay solider Wirtschaftlichkeit verleugnen." Wenn es der Obersten Heeresleitung an Einsicht mangelte ihre Schuld. Wenn sie zu schwach war ihre Schuld! Das ist die Braris des Hindenburg- Programmis von 1916 zur Theorie des Hindenburg- Programms von Ostern 1925 er ein Exponent des Krieges, der Reaktion, des Wer fapitalistischen Systems ist der wird niemals ernsthaft die Korruption befämpfen fönnen, der wird niemals das Staatswefen von denen reinigen tönnen, die aus der Politit ein Geschäft gemacht haben. Krieg, Kapitalismus und Korruption find untrennbar verbunden. Wer die Korruption befämpfen will, der muß den Krieg und den Kapitalismus befämpfen! Hindenburg, der Exponent des Krieges, Reichspräsident und jene Zeit der Unstabilität, der Verwirrung, der Berwilderung, des offenen oder verstedten Krieges wird wieder beginnen, auf deren Sumpfboden die Rorruption gedeiht. Hindenburg ReichsBlutrünftige Renaissance- Tragödie. Bictor Hahn, befannter Berliner Zeitungsgewaltiger, hat sich vor längeren Jahren bemüßigt gesehen, ein Drama zu schreiben Cesare Borgia, die nicht etwa eine Tragödie der Renaissance", ohne daß ein eigentliches Bedürfnis dazu vorgelegen häte. Und wenn das Lessing- Theater das Drama jezt auf die Bühne bringt, so bedeutet das eine Verkennung gegenwärtiger Geistesströmungen. Bei der Behandlung hiftorischer Stoffe begnügen mir uns heutzutage nicht mehr mit einer Aneinanderreihung rhetori scher Flosteln, die gewaltig flingeln, aber nichts von dramatischer Gestaltungskraft verraten. Herr Hahn hat sich eng an die Geschichte gehalten, aus der wir sowieso schon wußten, daß Bapst Alexander VI. ein Wüstling und sein Sohn Cesare ein skrupelloser Gewaltmansch war, der sich zur Befriedigung seiner Machtgelüfte mit Vergnügen des Giftes und des Dolches bediente. Dieser Beschäftigung geht Cefare in Hahns Tragödie voll Eifer nach, mit dem Erfolg, daß ziemlich an jedem Artschluß einige Leichen die Bühne bededen. Auch Victor Hahn hält also die Renaissance für ein äußerst blutrünftiges Zeitalter. Daß es auch eine Zeit voll Grazie und blühender Künfte mar, geht aus der Tragödie nicht hervor, mit Ausnahme vielleicht einer Stelle, wo Lionardo da Vinci auftritt, den übrigens Cesare mie feinen Bortier anschnauzt. Graufiger als die Handlungen find die Worte des Renaissancefürsten. Jede Schandtat fündigt er in meit hinjchallenden, langatmigen Tiraden an. Der Verfasser hat offenficht lich selbst Bedenken gehabt, ob eine Folge gewaltsamer Todesfälle ein Drama ergibt. Daher die endlosen Ergüsse Cefares, die eine pinchologische Begründung seiner Gewaltstreiche abgeben sollen. Man wundert sich, wieso die für seinen Blutdurst ausersehenen Opfer sich night alsbald in Sicherheit bringen. Cesare redet allzu laut und lange, in Monologen und in Bersen. Hahns Tragödie wirkt altmodischer als manche Dramen, die hundert Jahre früher entstanden sind. Fünfeinhalb Atte Bathetit laffen sich nicht ertragen, besonders wenn das Pathos hohl ist und die Handlung trop der Fülle ungeheuerlicher Ereignisse allmählich verfandet. Bon Steigerung merti man nichts, abgefehen von der Langeweile, die sich von Att zu Att lastender auf den Zuschauer legt. fred Bernau hat wahrscheinlich bei der Beseßung der Rollen ganz im Sinn des Autors gehandelt. Aber er hat des Guten zuviel getan. Theodor Beckers Cesare ist unerträglich. Wutbeladen stampft er auf der Bühne wie ein Bulverfaß einher, an das bereits die zündende Lunte gelegt ist. Mit zornig verkrampften Fingern und unheildrohend verkniffenen Lippen scheint er jeden Augenblid zu erplodieren. Die Figur hat nichts Menschliches mehr an fich, fie ist eine gestaltgewordene theatralische Bose. Else Heims hat aus der Rolle der madonnenhaft gezeichneten Lucretia Borgia überhaupt nichts machen können. Sie spielt mit unzulänglichen Mitteln. Die Stala ihrer Ausdrudskunst beschränkt sich im Auf reißen der Augen, ewig wiederkehrenden Schütteln des Kopfes und fraftlosen Fallenlassen der Arme. Die fehlende Melodit ihrer Stimme macht sich besonders störend bemerkbar. Einigermaßen aus hem Rahmen der durch die Bank mangelhaften Schauspieler fielen nr Theodor 20 os und Rudolf Klein Rhoden. Ernst Degnet. Gegen die Korruption das erfordert die Entscheidung gegen den Krieg, gegen den Kapitalismus, das heißt zunächst und vor allem: gegen Hindenburg! Goldene Hindenburg- Worte II Anbinden! Am 10. August 1918 schrieb Hindenburg an den Kriegsminister v. Stein: Aus der Armee fommt immer lauter der Ruf nach wiedereinführung der Strafe des Anbindens bei Feigheits- und sonstigen schweren Bergehen, die leider jetzt recht häufig an der Tagesordnung find." Alte Feldsoldaten! Habt ihr es mal erlebt, wie eure Rameraden oft wegen nichtiger ,, Bergehen" vor dem Feind an die Bäume gebunden wurden, so daß sie nur auf den Fußspigen stehen konnten? Habt ihr gesehen, wie sie nach den ersten zehn Minuten vorne übersanten, wie die Handgelenke aufquollen, die Gesichter sich blutrot färbten! Rennt ihr die Gefühle des Soldaten, der diese von Menschenschin dern erfundene Strafe über sich ergehen lassen mußte? Alte Frontsoldaten! Wißt ihr, daß es die Sozial. demokraten waren, die diese Menschenschinderei beim Militär am nachdrücklichsten bekämpften? für Ernst Thälmann! Hinaus aus der bürgerlichen SPD.! hinein in den Roten Frontkämpfecbund! Hinein in die Kommu nistische Partei!" 3entrale der RPD. in der Roten Fahne, Jüdisch- sozialdemokratische Anmaßung. Entrüftung eines kleinen Renegaten. In der Nationalpoft" sucht Herr Emil Kloth das Andenken Lassalles mit antisemitischen Redensarten zu bes schmutzen. Er entrüstet sich über die nationale Unzuverlässig. feit des Judentums" und stellt in diesem Zusammenhange die Sozialdemokraten Heilmann und Kuttner neben Lassalle, von denen er ersichtlich versichert, daß fie in den ersten Jahren des Krieges auch vaterländische Begeisterung mimten". Das war natürlich echt sozialdemokratische und vor allem echt jüdische Vordringlichkeit und Unzuverlässigkeit. Diese bei den trieben die Bordringlichkeit sogar soweit, daß sie von an gebotener Reklamation feinen Gebrauch machten und ins Feld gingen. Sie ,, mimten" so unvorsichtig vaterländische Begeisterung, um mit Herrn Kloth zu sprechen, daß dem einen im Felde der Unterarm zerschmettert wurde, der andere einen schweren Gesichtsschuß erhielt. So mimten sie, während Herr Kloth in der Heimat die einzig echte vaterländische Begeiste rung in Hurraartikeln zur Schau trug. vaterländischen Begeisterung allein berechtigten Heimtriegern Jüdisch- sozialdemokratische Anmaßung, sich vor den zur der ,, nationalen Presse so vorzudrängen! Poehner tötlich verunglückt. Dann wißt ihr auch, welchem Rat und welcher Parole ihr Oberstlandesgerichtsrat poehner, der erst vor kurzem aus der München, 13. April.( WTB.) Der Landtagsabgeordnete am 26. April zu folgen habt! Keine Stimme für Hindenburg! Alle Stimmen für Marx! Drei Osterpredigten. I. An den Loebell- Ausschuß. Feftungshaft in Candsberg am Lech entlassen worden war, ist auf einer Autofahrt, die er mit seiner Familie unternahm, bei Feldkirchen tödlich verunglüdt Auch seine Frau und feine Söhne erlitten Berlegungen. Zu dem Autounglüd, bei dem der deutschnationale Abgeordnete, Oberlandesgerichtsrat Boehner, den Tod fand, wird noch gemeldet: Boehner hatte mit seiner Familie eine Autofahrt nach Brien am Chiemsee unternommen. Der Wagen war mit sechs Personen besetzt. Wahrscheinlich infolge zu schnellen Fahrens löfte sich plöglich ein Borderrad, der Wagen geriet in den Straßengraben und über schlug sich zweimal Boehner war sofort tot Es war alles nach Wunsch gegangen. Man hatte die Sache ja auch zu fein eingefädelt. Man hatte wirklich diplomatisch ge Boehners plögliches Ableben wedt die Erinnerung an den handelt.... Es waren Winkelzüge nötig gewesen, intel- Münchener Bierbräuputsch, bei dem Boehner neben hit. ler die Hauptrolle spielte. Er hatte sich seit längerer Zeit den 6üge nicht ganz sauberer Art. Zu Mitteln hatte man greifen müssen, die Menschen, die Gott von Berufs wegen im Munde Deutschnationalen angeschlossen. Irgend eine Rolle hat er führen, am allerwenigsten gebrauchen sollen: Berleumdung, nicht mehr gespielt. Berrat, Bestechung. Aber anders war's ja nicht gegangen. und der Zweck heiligt die Mittel." Domprediger Martin in der Deutschen Zeitung". II. An Stresemann. " Gewiß, der Tag birgt unsagbar viel Erbärmliches in fichwie haben gerade wir das in den lezten Wochen in bitterer Scham erfahren müssen gewiß, das Leben ist feine schimmernde Frühlingsaue, durch die wir heiter la chelnd schreiten, in Seligkeit verfunten... In unserem alten heiligen Buch tehrt immer wieder das eine Mörtlein Mut". Was fönnte uns, die wir germanischer Art find, anders leuchten über dem ofterlichen Land als das eine flammende Bart: Pfarrer Dr. Luther in der Beit". Mut!" III. Für Hindenburg. Gewerkschaftler! Duldet nicht, daß unter dem Schlagmort für die Republik für Marg Propaganda gemacht wird..... Nicht Wahl des Präsidenten der Bourgeoisie, Demonstration für den Klaffenkampf, Bekenntnis zur proletarischen Revolution- Rrrrrrr Vierte Tanzmatinee der Volksbühne. " Die voraussichtlich lebte. Tanzmatinee der Volksbühne in diefer Saifon fand am Ostersonntag im Theater am Bülowplag vor einem im Hinblick auf den Feiertag und das Wonnewetter gut besetzten Hause statt. Mit der Palucca hatte im Herbst die Reihe begonnen, mit vonne Georgi fchließt sie. Beides Bigman- Schülerinnen, die größten, die uns die Dresdner Meister gruppe beschert hat. Beides urfrische, wurzelechte Tanznaturen, benen alles Gefühl, alle Empfindung, alles feelische Erleben zu rhythmischer Körperbewegung sich gestaltet. Genies? Vielleicht. Jedenfalls Persönlichkeiten eigenster Prägung, Temperamente von elementarer Bucht und Leidenschaft. Schöpferische Leistungen, deren Reize jedem zugänglich find, und doch eine oft fremdartige Schönheit. Ins Blut der Palucca mischen sich von Vaters Seite griechische, in das der Georgi mütterlicherseits arabische Elemente. Die Georgi ist Mitteltänzerin, im Schwung der Glieber liegt die Führung. Der Rumpf mird mitgerissen und hat, bei leichter Steifheit, geringere Ausdrudstraft. Wundervoll die rhythmische Sprache der Arme, Hände, Finger( in den ersten beiden Bewegungsffizzen"), die Befeeltheit des Schritts und Sprungs( in Laranjeiras"). Die Raumgestaltung, bei der Palucca draufgängerisch durch Kampf vollzogen, geschieht hier in efftatischer Befchwörung und fanfter Umschmeichelung. Erstaunlich die Kraft, mit der die nicht große, zierliche Gestalt der Tänzerin den Riesenraum der hohen und breiten Bühne erfüllte, belebte und beherrschte. Die Kompositionen wirken durch Wiederholung der Motive zuweilen etwas schleppend( Bewegungsthythmus"), legen den Hauptatzent meist in den Anfang, ebben dann ab und gipfeln in Schlukattitüden, deren formale Schönheit und suggestiv hinreißende Kraft im ganzen Gebiet des modernen Tanzes nicht ihresgleichen hat. ( Gegenspannung.") Die llebergänge find oft traß, unvermittelt, erscheinen aber so sehr als zwingender natürlicher Ausdruck der tänzerischen Persönlichkeit, daß die organische Einheit des Ganzen immer gewahrt bleibt. Deutliche Anflänge an die Wioman- Sile finden sich( Siciliana"), im allgemeinen aber ist jede Leistung individuelles Eigengewächs. Der Umfang des Könnens, der Reich tum der Gestaltung schier unerschöpflich: leichte, tändelnde Poesie, blütenzarte Märchenstimmung, mystische Berzüdung, wirbelnder Rausch, nachtwandlerisches Grauen. Eine reife, große, in ihrer Art nicht zu übergipfelnde Kunst. Eine Frage, die im Zuschauerraum viel debattiert wurde: ist die Georgi oder die Palucca die größere? Wir wollen nicht messen und wägen. Freuen wir uns, daß wir sie heide befizen. John Sitowsti. Bon Amundsens Nordpolfahrt. Der Petit Parifien", der sich das alleinige Beröffentlichungsrecht der funfentelegraphischen Mel dungen der Expedition Amundsens gesichert hat, meldet aus Tromsoe, daß Anundsen und Ellswort sich an Bord des norwegischen Dampfers Fram nach Spitzbergen eingeschifft haben. Die Witterung war bei der Abfahrt ausgezeichnet. Die Flugzeuge der Expedition, mit denen der Nordpol überflogen werden foll, find gleichzeitig an Bord des Motorschiffes Hobby in See gegangen. Mussolini für Hindenburg. Sie find einander würdig. Condon, 13. April.( WTB.) Der diplomatische Berichterstatter bes ,, Daily Telegraph" erklärt in einem Bericht über Aeußerungen, die Mussolini neuerdings im Laufe von Besprechungen getan haben ioll, Mussolini sehe in der Kandidatur Hindenburgs ein neues Beispiel für seine Lieblingstheorie, daß die Demokratie in folge ihres Mangels an Disziplin und Energie heutzutage nicht ge eignet zur Führung der Staatsgeschäfte sei. Auf die Klagen alliierter Rritiler über den neuen Rud nach rechts" in Deutschland habe der italienische Premierminister erwidert, wenn ein solcher erfolge, feien fie infolge ihrer Weigerung oder ihres Zögerns, mit Berlin zu einem vernünftigen Abkommen zu gelangen, selbst verantwortlich für die Schwierigkeiten, die sie davon befürchteten. Der frühere Reichspoffminister Dr. Hoefle, der sich seit längerer Zeit unter der Anschuldigung der Bestechung in Untersuchungshaft mals eingehend über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe abfchließend befindet, wurde in den legten Tagen vom Untersuchungsrichter noch pernommen. Im Anschluß an diese Bernehmungen hat Rechtsanwalt Dr. Alsberg einen eingehend begründeten aftentlassungs. antrag gestellt. Ein Porträt des verstorbenen Reichspräsidenten. Nach dem Tode des Reichspräsidenten ist von vielen Seiten der Wunsch, nach einem guten Bilde des Verstorbenen laut geworden. Daraufhin hat Prof. Kossuth nach dem von ihm hergestellten Delgemälde Reproduktionen anfertigen lassen. Es handelt sich um das Porträt, das der Reichspräsident als bas bestgelungene bezeichnet und dessen Verbreitung er selbst gewünscht hat. Die Reproduktionen sind in drei Ausgaben hergestellt, die beiden größeren nad) dem Handpressen- Kupferdruck- Verfahren, das fleinere Bild in Tiefbrud, und zwar a) Bildgröße 40/60 cm, Papiergröße 79/104 cm 15 M.; b) Bildgröße 30/40 cm, Bapiergröße 56/73 cm 9 M.; c) Bildgröße 18/24 cm, Papiergröße 24/32 cm 1 m. Bestellungen find an Prof. Kossuth, Charlottenburg 4, Sybelstr. 46, zu richten und werden gegen Nachnahme in der Reihenfolge des Eingangs erledigt. Polizei und Radio. Die Versuche, das Radiowesen für die Kriminalistit nugbar zu machen, haben nunmehr zu einem erften Abschluß geführt. Die Berliner Kriminalpolizei hat mit der Funt Betanntgabe einen Erfolg verspricht, sofort durch Funtfpruch all. stunde ein Abkommen getroffen, wonach jedes Verbrechen, dessen gemein verbreitet wird. Es wird täglich zwischen 10 und 1 Uhr ein trimineller Radiodienst eingeschaltet werden. Auch in anderen Städten ist man dabei, ähnliche Abkommen zu treffen. Das Geheimnis der preisgekrönten Hyazinthe. Auf der großen holländischen Blumenausstellung zu Heemstede bei Haarlem ist eine riefige rosa Hyazinthe, die noch feinen Namen erhalten hat, mit dei ersten Preis gekrönt worden. Um diese Wunderblume war ein großes Geheimnis gebreitet. Sie wurde in einem Garten gezüchtet, zu dem der Zutritt aufs ftrengste verboten war, und sie wurde von dem Züchter so eifersüchtig gepflegt und gehütet wie der Kronjchat eines Staates. Die Hyazinthe, die gegen 100 Blüten art cinem einzigen Stengel hat, stellt die lezte Bollendung in der Hyazinthenzucht dar, sowohl was die Größe der Blüten als die Rein heit der Farbe und die Harmonie der Form betrifft. Zwei andere Sensationen der Ausstellung waren eine neue wilde Tulpenart, die aus den Pyrenäen gebracht worden war, und einige bisher unbekannte Narzissenformen vom Himalaja. wurde ein junger Mann, vom Gericht zu 20 Tagen Gefängnis Mit fünfjähriger Abstinenz bestraft. In Esbjerg in Dänemark verurteilt, weil er in der Trunkenheit ein Fahrrad hatte mitgehen heißen. Da aber gleichzeitig festgestellt wurde, daß der junge Mensch einen vorzüglichen Leumund besaß und nur unter Einwirkung des Altohols, mechanisch" auf solchen Streich verfallen fonnte, so fetzte der Richter in den Urteilsspruch die Klaufel ein: Wenn der junge Mann sich binnen Monatsfrist einem Abstinenzverein auf fünf Jahre anschließt und die Treue bewahrt, so ist die Strafe als ge strichen anzusehen. Sexual- Reform am 16., abends 8 Uhr, in der Edulaula Friedrichstr. 126 Ueber Unfifflichkeit und Wohnungsnot fpricht in der Gesellschaft für Untergrundbahrbof Dranier birer Tor) der. Geschäftsführer des Bundes Deutscher Bodenreformer, Bittor Road. Lothar Schreyer hält am 15., 71, Uhr, in der Kunstausstellung, Det Stum, Botsdamer Str. 134a, einen Bortrag über Die Gelege des kunstwertes. 0 Die neue Schule. Tagung der Freunde der Gemeinschaftsschulen. Am Donnerstag und Freitag fand in der geschmückten Aula des Kaiser- Friedrich- Realgymnasiums in Neukölln eine Zusammenfunft der Freunde und Mitglieder der Gemein schaftsschulen Deutschlands statt. Einleitend umriß Genoffe Friz Karsen den Sinn der Tagung, die nicht Bekenntnisse und Programmerklärungen zeitigen, sondern aus der praktischen Arbeit der zahlreichen neuen Schulen ein gemeinsames Bild ergeben Jolle. Nach Begrüßungsworten des Genolsen Löwenstein für -die Stadt Neukölln und eines Vertreters des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht erhielt der Lehrer Seib von der Ham burger Berliner- Tor- Schule das Wort zum ersten Referat über die Stellung der neuen Schulen zu den Lehrplan. forderungen. Er betonte, daß in allen, auch in den neuesten Lehrplänen, z. B. Preußens und Hamburgs, Stoffüberfluß herrsche. Für die Lebensgemeinschaftsschulen sei eine Bindung an eine bestimmte Aufeinanderfolge der Unterrichtsgebiete unmöglich, obwohl die Schwie rigkeiten der völligen Lehrplanfreiheit wenigstens für die Ueber gangszeit feineswegs zu verkennen seien. Diesen Ausführungen trat Der zweite Referent, Lehrer Schnabel aus Leipzig, scharf ent gegen. Die Leipziger Verfuchsschule habe sich entschloffen, sich auf den allgemeinen, sehr großzügigen Lehrplan festzulegen. Dadurch werde für die Schule eine unangreifbare Position geschaffen und zugleich eine Bersehung der Einheitsschule verhindert, die sonst von den neuen Schulen zu befürchten sei. Diese Auffassung der Leipziger fand in der Diskussion energischen Widerspruch. Uhlig Chemnitz betonte, es müffe Versuchsschulen geben, die frei von Lehrplan forderungen seien. Sonst fönnten die Ideen z. B. der Produk. tionsschule gar nicht nachgeprüft werden. Schumi Berlin hob hervor, daß die Leipziger Schule überhaupt nichts mehr mit der Idee der Gemeinschaftsschule zu tun habe. Auch Anders- Dresden hielt Freiheit für die Voraussetzung einer gedeihlichen Arbeit, deren besonderes Ziel in Dresden jugendkundliche Forschung sei. J Eine andere Gruppe der Diskussionsredner beschäftigte sich mit Der Frage des Uebergangs zur höheren Schule. Profeffor Petersen Jena warnte eindringlich bavor, nach der höheren Schule zu bliden. Die Lebensgemeinschaftsschulen wollten und müßten die Kinder behalten; nach neun Jahren höherer Schule wären die vier Jahre Grundschule vergessen und alle Arbeit der fortschritts willigen Volksschullehrerschaft umsonst. Der Gedanke, die höheren Schulen mit neuem Geist zu erfüllen. fei sehr schön. aber vorläufig Leider gänzlich utopisch. Er als Hochschullehrer wisse, daß auf abfehbare Beit eine Umstellung der höheren Schulen nicht zu erwarten fei. Scharf trat er auch der Ansicht des Leipziger Redners entgegen, daß eine wirkliche Zusammenarbeit mit den Eltern nicht möglich sei. Für ihn gäbe es teine pädagogische Frage, die er nicht auch mit den einfachsten Eltern besprechen tönnte. britte Gruppe unter den Diskussionsrednern wandte fich gegen die Aufforderung Karsens, weltanschauliche und befenntnisartige Be trachtungen von der Tagung fernzuhalten. Die Referate hätten gerade gezeigt, daß auch methodische Einzelfragen ohne eine allgemeinere Grundlage nicht zu lösen seien. Besonders die jüngeren Elemente rebellierten gegen ihren Führer. Weigelt. Neufölln stellte als erfter fest, daß politische Betrachtungen gar nicht auszufchalten seien, die neue Schule fönne nur von der neuen Klasse, dem Broletariat getragen werden. Weitere Redner aus Neukölln, Chemniz. Gera unterstrichen diese Ansicht; auch Genoffe Auslaender betonte, daß eine einheitliche Stellung zum Gesellschaftsproblem Borausseßung sei. Auf anderem Standpuntt standen im wesent lichen die Leipziger in Dresdener, deren Schulen durch vädnoonische und psychologische Gesichtspuntte bestimmt werden, und die Ham burger, die aufforderten, nach innen, nicht nach außen zu bliden. Die neue Gesellschaft entstände in den neuen Schulen. Nach dieser lebhaften Aussprache behandelte ein drittes Referat des Lehrers 20 we von der Chemniker Versuchsschule die Frage der Gliederung in Kernunterricht und Kurse. Chemnitz habe mit der Einführung zahlreicher Kurse an feinen 50 Bolksschulen ausgezeichnete Erfahrun gen gemacht. Demgegenüber betonten zahlreiche Vertreter anderer Schlen. daß fie mit dem System der freien Kurse wenicer zufrieden gewesen seien. Diese Frage wird sicherlich nur von Fall zu Fall nach den besonderen Bedürfnissen der einzelnen Schulen gelöft werden tönnen. Der zweite Tag brachte Berichte über Leben und Ar. beit der verschiedenen Versuchsschulen in Krefeld, Bremen, Maodehura, Gera, Sundhausen, Dresden, Hamburg, Spanbau und Groß- Berlin. Es ergab sich ein buntes Bild vom Leben und Treiben an all diesen Schulen, die trok starter Berschiebenheiten starte gemeinsame Grundzüge aufweisen. Eingehend murde insbesondere die Frage der Rusammenarbeit mit den Eltern und den Schulentlassenen behandelt. Ber schieden beurteilten die Redner die Haltung der Deffentlichkeit und der maßgehenden Instanzen ihren Schulen gegenüber; während die Vertreter Bremens und Sadsens ein recht günstiges Bild von der Unterstukung durch Lehrerschaft und Linksparteien entwerfen fonnten, flagten besonders die Hamburger über völlige Verständnislofigfeit der anschlich fortschrittlichen Schulhehörde; her Berliner TorSchule, die fich ihre Lehrplanfreiheit auf keinen Fall rauhen lassen wolle, würden die größten Schwierigkeiten gemacht. Weiter berichteten zahlreiche Schulen über die große Opferfreudiafeit der Elternschaft, die die Anschaffung der notwendigen Einrichtunas gegenstände und Instrumente, ja verschiedentlich sogar die Grün bung von den Schulen gehörenden Landheimen ermöglicht habe. So eraab die Tomma bei aller Verschiedenheit des Ursprimas und auch der lekten Riele der einzelnen Schulen den Eindruck, dah tatsächlich an zahlreichen Stellen in Deutschland etwas Neues und Grokes im Werden ist. Als das allen Gemeinsame betonte Rar fen in feinem Schlußmort mit Recht die Tatsache, daß alle diese Schulen einft von der Bone der Revolution enmvorgetranen morden feien und nun heute in schmerem amnfe gegen die dunklen Mächte dor Reaktion ständen. In diesem Kampfe brauchen die neuen Schulen Intereffe und Unterſtükrna der breiteften Deffentlichkeit. Diese Hilfe wachzurufen, war ein besonderer Rwed dieser Tagung. * Grundschule und höhere Schule. Dem Brovinzial. Schul. follegium liegt eine große Anzahl von Gesuchen vor, die aus nahmsweise Aufnahme von Kindern, die die Grundschule besucht haben, in höhere Lehranstalten zu geftatten. Solange das vom Reichstag fürzlich beschloffene Gefek, das das Grundschulgefez abändert, nicht verkündet ist und Ausführungsvorschriften zu dem Gesetz nicht ergangen sind, kann die Behörde zu den Gesuchen nicht Etelluna nehmen. Die Antragsteller haben daher vorläufig auch auf einen Bescheid nicht zu rechnen. Eine Familientragödie. Sonnige Ostern. Löfte nach furzer Zeit ihre Berbindung mit dem Heimbund- Berlag, ber den Abonnenten der modernen Biehzucht auch noch die Gratis verficherung ihres Biehs versprochen hatte. Pofenbergs Unter nehmen, das auch Oberreisende, Reisende und Bezirksdirektoren be [ chaftigte, beschränkte sich aber im wesentlichen auf das Einziehen noch Kleiberstoffe und bezahlte meber bei der Lebens- noch bei der der hohen Bezugsgebühren. Es lieferte weder Anzüg Biehversicherung die Brämien. Einer der Reisenden wurde bereits verurteilt. Die Berliner Kriminalpolizei ermittelte auf Grund mehrerer Anzeigen, daß dem Zeitungsgründer mindestens 20000 Leute ins Garn gegangen waren, nahm ihn megen fortgesetzten Betruges feft und schloß seinen Betrieb. Ein Veteran der Arbeiterbewegung. Heinrich Wörner, ein alter Kampfgenoffe und Mit begründer der Organisation des zweiten Berliner Wahlkreises, vollendet heute in geistiger und förperlicher Rüftigkeit sein 75. 2 bensjahr. Am 14. April 1850 in Untergröningen( Würt temberg) geboren, erlernte er das Schreinerhandwert und durch. Schon frühzeitig wirfte er dabei für die Bartet. 1874 tam er nach freifte als junger Handwerksbursche Mittel- und Norddeutschland. Berlin, machte 1880 den großen Tischlerstreit mit, trat 1886 in den Fachverein der Tischler und 1893 in den Holz. arbeiter Verband ein. Wörner hat während des Sozialisten. gefezes treu zur Partei gestanden, hat das weitgehendste Vertrauent feiner Genossen gehabt und viele Funktionen ausgeübt; er hatte bas schwierige Amt des Rolporteurs bes Sozialdemokrat" inne imd half Lesetlubs gründen. 1889 wurde er zum stellvertretenden Ber frauensmann gewählt und war bis zum Jahre 1909 Bezirksführer. Seit 1909 ift Genosse Mörner als Fahrstuhlführer, später als Wächter in der Borwärts- Buchdruckerei angestellt, eine Tätigkeit, welche er noch heute mit großem Pflichteifer ausübt. Möge dent alten treuen Kampfgenoffen, der ein Menschenalter lang für die Sache des Sozialismus gefämpft hat und noch heute seinen Mann steht, ein sonniger Lebensabend bei guter Gesundheit beschieden sein. in der Stala stürzte gestern abend ein Mitglied der dort tätigen Schwerer Unfall in der Stala". Während der Borstellung fünftlertruppe aus zwei Meter Höhe ab und wurde mit Gehirngeführt. Die Ursache des Unfalls ist noch nicht geklärt. erschütterung und Armbruch in das Elifabeth- Krankenhaus überWer hatte wohl trotz der überaus günstigen Wettervoraus. lagen so ein Feiertagsmetter erwartet, wie es gestern und vorgestern war, und Hand aufs Herz haben selbst die berufsmäßigen Weftermacher in den meteorologischen Stationen geglaubt, daß ihre vorausschauende Kunst eine so glänzende Rechtfertigung erfahren würde? Gewiß, die Ansprüche der Großstadtbevölkerung an das Better find ganz besonders an Feiertagen immer recht hochgeschraubt. Aber sie sind doch alle wenigftens heuer zu Ostern noll auf die Rechnung gekommen: die Arbeiter der dunstigen Fabriten und der stickigen Bureaus, die kleinen Mädelchen aus den Ladengeschä, ten und Barenhäusern Arbeitszeit von 8 bis 7 Uhr, unsere Großstadtfinder die nur Steinmauern und Asphalt kennen und alle, alle die, die durch Beruf und Arbeit in die nerven und lungen tötende Weltstadt verbanni find. Sie alle zogen hinaus an den Feiertagen, ergingen sich in Feld, Wald und Flur und erlebten die Auferstehung der Natur mitten drin im Freien und im Grünen. Mutter Natur hatte ihr rechtes Feiertagsileib angelegt, ein bischen grau mit viel grün barin. Sie trug es mit lachendem Gesicht und der Himmel hatte den großen Rugelhorizont mit Klarblauer Luft erfüllt und hatte mitten drin die Sonne gesezt, groß. rund und hell scheinend, alles mit leuchtendem Gold überflutend. Elektrische, Omnibus, Untergrund, Stadtbahn, alles mar überbefest mie an den dichsten Sommersonntagen Fahrgäste wie Schaffner und Fahrer hatten an der Fahrt wirklich fein Vergnügen; aber für die einen war es das Präludium für die Feiertagsinfonie der Natur, für die anderen Arbeit, Arbeit. Einige Dampferlinien hatten menigstens einen Teilverkehr eingerichtet. Sie sind sicherlich nicht zu turz gefommen, dort auf der Oberspree, auf der Dahme und der Havel. Die flinten Uebersetzmotorboote waren vollzählig zur Stelle, nicht zum Schaden ihrer Besizer. Und dann die Unzahl der Ruder und Paddelboote: alle im neuen Gewande mit fröhlichen Menschen besetzt, denen man es ansah, wie wohl es ihnen tat, Ostern im Freien auf dem geliebten Wasser zu verbringen. Die Segler maren noch nicht recht fertig geworden mit der Winterarbeit, aber einige der kleineren Boote freuzten schneidig die blanten märkischen Gewässer. Die schwarzweißrote Flagge wurde wieder recht fühn gezeigt auf dem Wasser, nicht gerade oft milderte eine fleine minzige Ronzessionsgösch den üblen Eindruck. Der Besitzer einer Dampferanlegestelle dicht hinter Schildhorn an der Havel trug den Mon archisten sowohl wie den Republikanern unter seinen Fahrgästen Rechnung, indem er neben der schwarzweißroten auch die schwarz nachmittag schlug der Blitz auf der Feffung Königstein in eine Gejell. rotgoldene Fahne gesetzt hatte. Geschäft ist Geschäft man muß fchaft mit„ die Richtungen" rechnen! Den Arbeitermassersportlern aber ft Ausflügler, die an der Ringmauer geführt wurde. Drei Zote, zwölf Schwerverlette und allen Republikanern, die Waffersport treiben, ist dringendst leichter Berlegte blieben auf dem Plake. Die Celchiverund außerdem elf zu raten: Zeigt die Farben der Republit, heraus mit Schwarz- Rot- Gold legten sind durch Autos in ihre Wohnungen Dresdener und auch auf dem Wasser. Dem glänzenden Dfterwetter tat auch eine Pirnaer Gegend gebracht worden. 15 Berletzte befinden sich im leichte Bewölkung am zweiten Feiertag feinen Abbruch. Der Berrantenhaus der Stadt Königstein. Der Führer wurde ebenfalls fehr war eher noch stärker als am ersten Tage. In der Sonne betäubt und verletzt. Bon Berlinern befindet sich nur ein Herr maren noch abends um 6 Uhr 28 Grad Celsius zu meffen, was unter den leichter Berletzten, und zwar ein Herr Herberf Steinfe wunder, daß schon Strohhüte, richtige Kreissägen, getragen wurden, cus Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 86, gleichfalls im Krantendie doch sonst wirklich erst zu Pfingsten hervorgeholt werden. Nur haus von Königstein. die große Damenwelt" hatte es schwer bei der Toilettenfrage. Die einen gingen noch in der Belziacke, die fortschrittlicheren trugen schon echt sommerliche Kleider, allerdings mit einer Belzboa um Hals und Naden. Aber das sind nicht die Sorgen der Arbeiter. Wenn es Ostern schön ist, machen wir nach außerhalb!" war die Barole. Recht so und ein nachträglich Frei Heil!" Wieder ein Waldbrand bei Tegel. Am zweiten Ostertag, nachmittags um 3 Uhr, stand dort zwischen Borfigwalde und Heiligensee die sogenannte Stapelung in Flammen. Reißend schnell griffen diefe um sich. In ganz furzer Zeit brannten etwa 50, Morgen. Das Feuer gefährdete infolge der großen Trockenheit die angrenzenden Flächen. Bon allen Seiten eilten Forstarbeiter und Behren. Darunter die von Tegel und Borsig malde zur Brandstelle, die durch die dicken Rauchschwaden und hellen Flammen weithin sichtbar war. Den vereinten Anstrengungen der vielen Männer gelang es schließlich, die Flammen durch Aufwerfen von Gräben einzudämmen. Nach und nach ging dann das Feuer aus Mangel an Nahrung zurück. Der Anblid der vielen schwarzen Brandstellen im Tegeler Forst ist troftlos. Falls nicht bald Regen fällt, find weitere Wald- und Wiesenbrände angesichis der zahlreichen Wanderer, die draußen a brochen und 3iga. retten rauchen, unausbleiblich. Außer diesem großen Feuer wurden an den Feiertagen mehr als 20 fleinere Baldbrände aus den an Berlin grenzenden Landkreisen gemeldet. Ein vielseitiger Zeitungsverleger". Er wollte alle glidlich machen". Seit einem halben Jahre beschäftigte sich die Kriminalpolizei mit den 3eitungsgründungen eines 46 Jahre alten aus Bannemin, einem Fischerdorf auf Usedom, gebürtigen Steinfegers Friedrich Potenberg, bis er endlich verhaftet und sein Betrieb geschlossen wurde. 99 Blitzschlagkatastrophe in der sächsichen Schweiz. Drei Tote, 23 Berlehte. Königstein a. E., 13. April.( Eigener Drahlbericht.) Heule . Lot sind: Johannes Grosch wih Lengenfelde i. Erzgebirge, Hermann Großmann Breslau, Bittoriaftr. 94, Frau Martha Göriz- Birna a. E. Schwer verletzt sind: Willi Franz Chepmiz, Kochstr. 23, Fräulein Frida Dre chfel. Chemniz, Löweftr. 50, Herr und Frau Daniel, Fräulein Sehmann aus Oberstzkau bei Bischofs werda, Herr urd Frau Leonhardt aus Modenthal nebst Tochter und Sohn, Herr und Frau Albert R5 ft el. aus, Schandau, Richard Schmidt und Frau aus Dresden, Elisenstr. 28, nebft Tochter, Herr Hugo Richter aus Dahna bei Birna. Die erste Hilfe wurde von den Insoffen des Kurfazaretis non einer Wanderpatrouille der preußischen Pioniere Nr. 2, die zufällig auf der Festung war, außerdem pon Privatautos und den Sanitätsfolonnen der Stadt Königstein geleistet. Aerztliche Hilfe war sofort zur Stelle. Als die erste Hilfe fam, brannten die Kleider einer der Berlegten bereits in hellen Flammen. Dampferzufammenstoß im Suezkanal. Der schwedische Dampfer Canton( 7150 Tonnen) und der britische Dampfer Rhesus" ( 6731 Tonnen) find Sonabend vormittag im Suezkanal zufam. men gestoßen. Der Bug des„ Canton" wurde beschädigt. Der Rhesus erhielt mittschiffs ein Led. Sport. Rennen zu Mariendorf am Sonntag, den 12. April. 1. Sennen. 1. Corona Me Rinney( Lichtenfeld). 2 Novelle I ( S. Schröder). 3. Coriolanus( G. Lautenberger). Tot.: 89:10. Vlat: 25, 19, 32:10. Ferner liefen: Flatterrose, Terrazzo, Rodung, Zigeuner baron, Musical Girl, Brilon Brinz. ( Chrhardt). Zot.: 79:10. Blag: 39, 35, 160: 10. Ferner liefen: Flora 2. Rennen. 1. Alpenfer( Elias). 2. Cuba( Mosel). 3. Daniel Bingen, Armida I, Handfest, Pontresina, Beinminze, Blaumeise, Linsto, Ludmil I, Stapellauf. Serenmeister, Odessa, Stämpfer, Seffries ir., Türk, Fiscus, Perpetua 3. Rennen. 1. Mary S( J. Mills). 2 Gaffenmädel( E. Treuberz). 8. Elfchen( Sm. Schleusner). Tot: 14:10. Plat: 12, 28, 29:10. Ferner Migolb, Bella. 4. Rennen. 1. Bavion Batts( Jauß jr.). 2. Rönigsabler ( G. Zautenberger). 3. Cotta( Sm. Schleusner). Tot.: 30:10. Platz: 14, 28, 22:10. Ferner liefen: Chefier Belle, Divifionär, Drelise Anvil, Oftmart, Broschüre, Sinoftern, Binnie; Razbach, Lebensluk, Brise. 5. Rennen. 1. Seiman( 3. Mins). 2. Florian( Sm, Schleusner). 3. Arworthy J.( Großmann). Zot.: 24:10. Vlas: 13, 17, 15:10. Ferner liefen: Baron Klatawah, Prinz Adbell, Frankenstein, Native Forbes, Jobannistäfer, Interpellant, Lucullus, Klud, Nachtfalter, Silverius, Cleo Watts. 6. Rennen 1. Ballontönigin( W. Triphan). 2. Dontpfaff I ( B. Weiß). 3. Starneval( J. Mills). Tot.: 35:10. BL.: 15, 27, 27:10. Ferner liefen: Bebra, Manzanares, Baron Watts fr., Peter Harvester, Glärchen 2., Ming, Alvater, Garlekin. 7. Mennen. 1. Allene( Jauß jr.). 2. Sybill( F. Schulz). 3. Clematis blau( S. Grube). Tot.: 20:10. I.: 13, 21, 16:10. Ferner liefen: Carleta, Wassander, Evenit, Qui vive. Botenberg gründete zunächst in der Inflationszeit den Hausliefen: Vedyfadel, Johannisfeuer, Feuerwehr, Roranna, Importation, tierarzt für jeden deutschen Landwirt". Eine Beit lang mußte er ihn ruhen lassen. Als er ihn im November v. J. wieder aufmachte, rechnete er aber die Zwischenzeit mit und zählte jegt den 3. Jahrgang. Der Inhalt dieser Fachzeitschrift war im wesentlichen aus tierärztlichen Zeitungen und dem Leriton ges schöpft Die„ Generaldirettion" und Hauptannahmestelle für Anzeigen befand sich in der Stegliger Straße 18, bie Hauptgeschäftsstelle in der Coebenstr. 17. Im Dezember v. I. erweiterte er seinen Berlag durch Herausgabe des Deutschen Heimbund",„ Juftriertes Familienblatt für Heimpflege nach der Arbeit". Für 2,20 m. monatlich sollte jeder Abonnent einen guten Stoff für einen Anzug oder ein Kleid vollkommen gratis erhalten. Er hatte auch das Recht, nach beliebigem Bedarf Anzud. oder Kleiderstoffe n gelegten Mustern als besondere Bergünstigung zu Original- Fabrit preijen com Berlag zu beziehen, unb nicht mr der Alboailein, sondern auch seine Verwandten. Bei ihrer Berheiratung sollten der Sohn oder die Tochter des Abonnenten durch Vermittlung des Verlages die gesamte Wohnungseinrichtung und Wäscheausstattung zum Fabrifpreis geliefert bekommen. Jeder Abonnent und seine Ehefrau waren endlich auch noch bei der Nürnberger Lebensver ficherungsbank A.-G. fostenlos gegen Unfall und dauernde Erwerbs. unfähigkeit zusammen mit 6000 Goldmark versichert. Der deutsche Hembund" wollte auch jedem Abonnenten, dessen Kindern oder Ber wandten auf leichte Art und Weise das Heim aufzubauen und fo angenehm wie möglich auszugestalten helfen. Wie er in der ersten Nummer versicherte, ging er mit reinem Herzen und reinen Händen an die Arbeit". Er wolle, daß alle gewinnen, alle großen Ruzen hätten", endlich wollte er alle zu frohen Menschen machen.„ Das malte Gott!" hieß es in dem Geleitwort. Hiermit noch nicht Der Arbeiter Defar Liebscher aus der Grünauer Str. 29 besuchte seine von ihm schon seit zwei Jahren getrennt lebende Chefrau Minna in deren Wohnung Stalizer Str. 62. Im Ver laufe eines heftigen Wortwechsels zog er eine Dreifantfeile aus der Tasche und ſtach auf die Frau ein, so daß diefe an kinie und Ellenbogen verlegt wurde. Die der Mutter zu Hilfe eilende Tochter Bertrud wurde durch fünf Stiche in Brust, ufzufrieden, gründete der menschenfreundliche Generaldirektor Boten ten, Kopf und an ten handen verletzt. Auf die Hilferufe berg im vergangenen Monat auch noch die modere Bich. der beiden eilten Hausbewohner herbei und brangen in die Woh- 3 uch t". Berantwortlich für die Redaktion aller Blätter par Roten. nung ein Auch diele wollte Liebscher abwehren. Er brachte tem berg selbst, für den Anzeigenteil seine Geliebte, ein Fräulein 5. Gastwirt Kuchinct aus demselben Hause einen Stich in die Diese verzichtete jedoch auf ihren Bosten, als fie merfte, daß der rechte Seite bet. Seht aber wurde der Rohling von Hausbewohnern Generaldirettor es weniger auf Belehrung und Unterhaltung feiner überwältigt und derart verprügelt, daß er mit mehre Leser und auf die Förderung ihres Wohles als auf den Bauern. ren Verlegungen nach der Rettungsstelle und später nach dem fang abgesehen hatte. Seine Rechtsanwälte, die anfangs in gutem Urbantranfenhause gebracht werden mußte. Mutter und Tochter Glauben die Mahnungen an die säumigen Abonnenten besorgten, fonnten nach Anlegung von Notverbänden auf der Rettungsstelle zogen fich auch zurück. fobold fie fohen, daß fie cetäuscht worden nach Hause entlassen werden. waren. Auch die Nürnberger Lebensversicherungsbant A.-G. 8. Rennen. 1. Fafner J.( S3: Schleusner). 2. Francisco( Großmann). 3. Baron Arworthy( J. Mias). Tot.: 62:10. BI.: 15, 15, 19:10. Ferner liefen: Cabiac Apworthy, Fenelon, Margot I, afta, Willy I. Rennen zu Karlshorst am Montag, den 13. April. ( Einfinger). Tot.: 32:10. Blat: 13, 13, 60: 10. Ferner liefen: Eisen1. Rennen 1. Rieberwald( Oertel). 2. Bubi( Nuß). 3. mara frone, Mundfchent, Chriftianos, Golm, Cambutta. 2. Rennen. 1. Contrahent( v. Edertsberg). 2. Wiwia( v. Borde). Zot.: 13:10. 3wvei liefen. 3. Rennen. 1. Mandarin(( Bismarch). 2. Ridgrat( R. Ehler). 3. Teresina( E. Eichhorn). Tot.: 25:10. Plas: 17, 24:10. Ferner liefen: Mumpis. Efto. 4 Rennen. 1. Gichtvalb( Mate). 2. Magelone( Ruffies). liefen: Nordsee, Nevaffole, Oro, Bofilanti, Raufbold, Guenole, Daim II, 3. Rotborn(( R. Cbler). Tat.: 30:10. Blaz: 14. 15, 19:10. Ferner Balette. 5. Rennen. 1. Favilla( Müschen). 2. Zaon( S. Beer).& Berta ( Sths). Tot: 18:10. Blas: 13, 20:10. Ferner liefen: Sonnenschein, Morgenstunde, Georg. 6. Menuen. 1. Machthaber( Sr. G. Könia). 2. Jrfutar( St. Jay). 3. Ma Berthe( Rim. Newiger). Tot.: 24:10. Biab: 13, 13:10. Ferner fiefen: Enädigste, Lebenssonne. lamb( E. Sahnes). Zot.: 42:10. Blog: 16, 18, 29:10. Ferner liefen: 7. Mennen. 1. Oberon II( Barga). 2. Magnet( Grabsch). 3. Ro Berimede, Siegl. Bieselburg, Nordlicht, Prinz Kudud, Beryl, Gilba. Toga, Nissa, Tibet, Humor. Gewerkschaftsbewegung Die Einheit in der Tschechoslowakei. ( IGB.) Wie wir nach den Bresseberichten des JGB. bereits mit geteilt haben, wurde am 22. Januar in einer unter dem Borfiz von Gen. Dudegeeft, Sefretär des 3GB., abgehaltenen gemein famen Sizung der tschechischen Gemertschaftszentrale und ber 3entralgemertidhaftsfommission tit Reichenberg ein die erschmelzung der beiden Landes zentralen betreffendes ebereintommen ausgearbeitet. Diese Borlage gelangte inzwischen in Borstandsfizungen der tschechischen und der Reichenberger Landeszentrale zur Sprache und wurde von diesen Instanzen vorläufig angenommen Es tann demnach mit ciner baldigen Berschmelzung gerechnet werden. Der Tert des Uebereinkommens lautet: In Anbetracht deffen, daß beide Parteien es anerkennen, daß zur Realisierung der einheitlichen Gewertschaftsbewegung in der chechoslowakei die Bedingungen zu erfüllen find, melche das gegenseitige Bertrauen stärken und in einem prattisen Su. ammenarbeiten die Grundlage zur vollständigen Berschmelzung vorbereiten, wurde unter dem Vorbehalt der Justin inung der beiden Gewerkschaftskommissionen nachstehendes ver einbart: 1. Die einheitliche Gewerkschaftsbewegung in der Tschecho. Lomafei repräsentiert eine Gewertschaftszentrale nach bem Prinzip ber internationalen allgewerkschaftlichen Kongreffe: In einem Staat eine Bentrale". 2. Um dieses Ziel zu erreichen, wird für den noch genau zu umschreibenden Wirkungsfreis die DSC.( tschechische Gewerkschaftszentrale) mit den Aufgaben der gemeinsamen Landeszentrale be traut. Zu diesem Zwede treten die der Reichenberger Gewertschaftskommission angeschloffenen Verbände unter noch zu ver einbarenden Bedingungen, durch die 3. Reichenberg dem OSC. bei. In dieser Eigenschaft als gemeinsame Landes. gentrale wird die OSC. durch eine der Mitgliederzahl 3. Reichenberg entsprechenden Anzahl von Vertretern dieser Komunisfion ergänzt. Für die sonstigen fagungsgemäßen Aufgaben der beiden Se. werffchaftstommiffionen gegenüber den ihnen angeschlossenen Ber. banben bleiben die beiden Kommissionen bis auf weiteres zu ständig. bisher in DSC. vertretenen Berbänden gemeinsame Aus. schüsse gebudet, welche nicht nur die Fragen des einheitlichen Borgehens in wirtschaftlichen und sozialpolitischen Aktionen lösen, fondern auch über die Bedingungen verhandeln werden, welche zur endgültigen Berschmelzung der verwandten Verbände m 22. april werben bie Berhandlungen unter dem Borsitz erfüllen find." Am des Sefretärs Quedegeeft in Prag ihren Fortgang nehmen. Wir wollen hoffen, daß sie zum Abschluß tommen und endlich die gemertschaftliche Einheit, die Voraussetzung aller Erfolge, her gestellt wird. Das ist nur möglich durch gegenseitige Toleranz in allen Dingen, die man selbst anders machen würde. Unsere tschechi Ichen Genoffen haben felbst ein Interesse daran, diese Toleranz im weitefien Maße zu üben, wenn nicht anders die deutsche Arbeiterschaft der Tschechoslowakei den Nationalisten und Kommunisten in bie Arme getrieben werden soll. Rationalismus und Bolschewismus, diese Fieberfrankheiten der Arbeiterbewegung, fönnen nur durch die Einheit aller Sozialdemokraten überwunden werden. Ja, Bauer, das ist was anderes! Der Broletarier", bas Organ des Fabritarbeiterverbandes ( tr 14, 1925), brudt folgende Notiz der Roten Fahne" vom 26. März ab: Der wegen Maßregelung eines Betriebsrates geführte Streif in der Fabril von Schering in Eberswalde ist zusammengebrochen, weil er nicht vom Verband unterstüt murbe und dann ein Teil der Streifenden mutlos murde und wieder in die Fabrit lief. Die Firma rächte sich durch Maßregelung von 80 Kol legen, darunter fämtliche Betriebsratsmitglieder. Streitbeschluß der Leitergerüfter. Die Branche der Leitergerüfter im Deutschen Berkehrsbund nahm am Freitag vormittag im„ Gewerkschaftshaus" in einer gutbesuchten Bersammlung Stellung zu dem Angebot der Arbeitgeber. Sydow berichtete über das Ergebnis der nochmaligen BerhandArbeitgeber einer entsprechenden Würdigung unterzogen. Bei der lung. In der eingehenden Diskussion wurde das Berhalten der Darauffolgenden Abstimmung wurde, wie vorauszusehen war, der Streit beschlossen. Aus verschiedenen Gründen wurde je doch davon Abstand genommen, sofort in den Streif einzutreten. Die Organisationsleitung fowie eine gewählte Kommission wurden be auftragt, den Tag für den Streif zu bestimmen. Wenn jedoch die Arbeitgeber der Meinung noch find, daß die Arbeitnehmer bis Weih nachten ftreifen müßten, um sie von ihrem bisherigen Standpuntt abzubringen, so wird sich ja zeigen, was hinter diesen provokatorischen Redensarten steht. Stillgelegte Hüttenbetriebe. Nach einem TU.- Bericht aus Neuwied wurden die Hochofenarbeiter der Hermanns- Hütte, der Konfordia- Hütte und der Mühlhofener Hütte entlassen, weil sie sich für einen Streit ausgesprochen hatten zur Durchsetzung ihrer Forderungen. Die Stillegung der Hoch ofen hat zur Folge, daß auch für die gesamte übrige Belegschaft einschließlich der Handwerker feine Arbeitsmöglichkeit mehr besteht. Den Hüttenarbeitern wird mit der gänzlichen Stillegung dieser Hüttenbetriebe gedroht, um sie gefügig zu machen. Drohende Metallarbeiteraussperrung in Belgien. Brüffel, 12. April.( WTB.) Libre Belgique" berichtet, dk An diese Notiz tnüpft der Proletarier folgende Bemerkung Metallarbeiter des Beckens von Charleroi hätten sich geweiger, an:„ Rein Wort von Berrat ber Fabritarbeiterbonzen die Lohnherabsehung von 5 Prozent, die am 1. April in Kraft ober dergleichen. Das ist auffällig, wird aber verständlich, menn getreten ist, anzunehmen. Unter diesen Umständen sei es wahrman erfährt, daß in diesem Berriebe der tommunistische Inscheinlich, daß von Dommerstag, den 16. April ab eine Aussperrung Duftrieverband der Chemie oder der Verband der der Arbeiter erfolge. Oppositionellen( fie haben allerlei Namen, wie die Tur testaner), wie fie fich abwechselnd nennen, zu Hause ist. Der Streit ift alfo zufammengebrochen, weil dieser tommunistische Berband gigi unterstügt bat Deshalb ist die Rote Fahne" so anständig und wortfarg Wer sind jetzt die Berräter?" Der Schiedspruch in heinlichen Braunkohlen Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter: Wirtschaft: Arthur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Schitowsti: Lotales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanftalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68. Lindenitrake 3. 35 Die bisherige Selbstverwaltung dieser Verbände reviers ift fowohl von den Arbeitgeberverbänden als auch von ben Sophien- Säle Sophienstraße 17-18 3. wird hierdurch in teiner Weise beeinträchtigt, jedoch werden mit den Arbeitnehmerverbänden angenommen worden. Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker. 1924: 13 500 Besucher. DO JUU xxxxzx Norden 9296* Norden 12643 Wildunger Helenenquelle Henes Th. am Zo Central Theater Uhr 7 Uhr: Die versunk. Glocke Theater, Lichtspiele usw. BABY, Brians arinenenn Staats- Theater Deutsch. Künstlertheat Opernhaus 8 Uhr: Intermezzo Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr Zar and 2.mmermann Schauspielhaus 7 Welleast. Lager Die Piccolomini Schiller Theater 8 Ubr Opernhaus ves Rd. Riile a. Fritz Hirsch 7 Orpheus in Musik von Willy der Unterwelt Engel- Berger Metropol- Theater Riquette Trianon- Th. Uhr Tausend Operette von Oscar Straus Lustspielhaus 3 Uhr Guide Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am schiffbauerdamm 8 Uhr. 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