Nr. 121. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags- Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 8 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Die Encyklika des Paples. " III. Donnerstag, den 28. Mai 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Diese Auseinandersetzung der Pflichten, welche die Die gläubigen Reichen dürfen sich nur durch die Mahnung Kirche den Arbeitern und den Arbeitgebern auferlegt, be- der Kirche nicht stören lassen, daß Reichthum für das weist auf das Unverkennbarste, daß die Kirche, wie sie ewige Leben nichts nützt, ja demselben eher schädlich sei." Papst Leo XIII. vertritt, von den modernen Anschauungen, Protestiren müssen wir jedoch im Namen der geschichtsind, und gleiche Rechte, gleiche Pflichten haben, noch voll- die christliche Kirche erst die Pflicht der Wohlthätigkeit und nach welchen alle Menschen einander vollkommen gleich lichen Wahrheit gegen die Behauptung des Papstes, daß kommen unberührt geblieben ist. des richtigen Gebrauches des Reichthumes zur Unterstützung Um nun den Kampf, der durch die Verkennung der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit entstanden sein soll, zu beseitigen, besitzt das Christenthum nach der Meinung In Anbetracht dieses Umstandes erschallt uns seine der Armen in voller Klarheit hingestellt habe. So des Papstes wunderbare und vielgestaltige Kräfte." Stimme wie die eines Menschen, der einer längst über- gut und noch energischer als das Christenthum hat der Die eine derselben und die hauptsächlichste dieser wundenen Kulturepoche angehört. Zwischen der modernen, Buddhismus lange vor Christi Geburt die Pflicht des Wohlwunderbaren Kräfte besteht darin, daß die Kirche Arbeitern rein wissenschaftlichen Weltanschauung, wie wir sie ver- thuns den Reichen ans Herz gelegt und das sogenannte und Kapitalisten ihre gegenseitigen Pflichten klar macht. treten, und jener der Kirche, wie sie Papst Leo XIII. mosaische Gesetz hat nicht nur für die Reichen die Pflicht Für die„ arbeitenden Stände" lauten diese Pflichten: geltend macht, besteht kein Streit mehr; der Kampf ist des Almosens ausgesprochen, sondern den Armen ein " vollständig und treu die Arbeitsleistung zu verrichten, zu entschieden und es fragt sich für uns nur noch, wann die Recht auf Unterstüßung gewährt, welches Jahrhunderte welcher sie sich frei(!) und mit gerechtem Vertrage(!) ver- letzten Anhänger dieser vorsintfluthlichen Welt- und Lebens- lang praktische Geltung hatte, ehe die christliche Kirche bunden haben; den Arbeitsherren weder an der Habe noch anschauung ausgestorben und die letzten Spuren aller entstand. Die christliche Kirche aber war es gerade, an der Person Schaden zuzufügen; in der Wahrung ihrer Einrichtungen, die aus ihr hervorgewachsen sind, verwischt welche dieses Recht des Armen aufhob, so daß es erst Rechte sich der Gewaltthätigkeit zu enthalten, und in sein werden. wieder Ende des vorigen Jahrhunderts auf dem Papiere ein ideelles Leben gewann, ohne bis heute zu reellem Dasein von neuem zu erwachen. feinem Falle Auflehnung zu stiften; nicht Verbindung zu Es fällt uns daher auch gar nicht ein, und es wäre unterhalten mit schlechten Menschen, die ihnen trügerische tief unter unserer Würde, mit einem Manne, wie Papst Hoffnungen vorspiegeln und nur bittere Enttäuschung und Leo XIII. es ist, über Alles, was zu dem Glauben ge- Der Umstand, daß die Kirche das Almofengeben zu Reue zurücklassen." hört, dessen vornehmster Repräsentant er ist, nur mit einer Pflicht des Reichen machte, welcher sie kein Recht Die Pflichten, welche die Kirche den Unternehmern einem Worte zu rechten. des Armen auf Unterstützung gegenüberstellte, das hat die aufbürdet, find in Anbetracht des Umstandes, daß wir an Nur um die Tiefe der Kluft zu kennzeichnen, welche ganze lange Zeit hindurch, in der kirchliche Anschauungen der Schwelle des zwanzigsten Jahrhunderts angelangt sind, sein Wähnen, Glauben und Trachten von unserem Wissen, die Völker und ihr Dasein beherrschten, verschuldet, daß und für alle die, welche nicht mehr, wie die gläubigen unserer Ueberzeugung und unserem Wollen trennt, die Kluft zwischen Reichen und Armen sich beständig erweiterte Katholiken, in die Kulturtiefe des ersten Jahrhunderts registriren wir hier kurz das Markanteste, was er selbst und die Zahl derer, denen es im Leben auf der Erde gut zurückstreben, allerdings nicht übermäßig schwer. Die zur Charakterisirung seiner Anschauungsweise über die ging, sich unausgesetzt verringerte, während die Zahl der Arbeitgeber dürfen nämlich ihre Arbeiter nicht wie Bestimmung des Menschen auf Erden und im Jenseits Nothleidenden ins Unbegrenzte gestiegen ist. Stlaven ansehen und behandeln; sie sollen deren, zu sagen für gut hält. Heutzutage aber heißt es sich doch die endgiltige durch das Christenthum geadelte persönliche Würde stets Nachdem er die sonderbare Ansicht ausgesprochen hat, Lösung der sozialen Frage gar zu bequem machen, wenn heilig halten( von dissidentischen oder jüdischen Arbeitern daß die Erfüllung der oben aufgezählten Pflichten den der Papst ausdrücklich die Pflicht der Armenunterstützung wird gar nicht erst geredet); sie sollen ihre Arbeiter nicht bestehenden Zwiespalt sammt seinen Ursachen beseitigen, in dem Kreise jener Pflichten der christlichen Liebe erhalten blos schäzen, so weit deren Arbeitskräfte reichen; sie also die soziale Frage lösen würde, weist er auf die wissen will, die, wie er sagt, auf gerichtlichem Wege nicht sollen ferner das geistige Wohl und die religiösen höheren Ziele hin, welche die Kirche haben soll. Selbst- erzivungen, an denen also auch gesetzlich nichts gebeffert Bedürfnisse der Arbeiter gebührend berücksichtigen, ihnen verständlich liegen diese höheren Ziele im fünftigen un- werden kann. Ob er selber meint, daß mit der VerBeit laffen für ihre gottesdienstlichen Uebungen, sie sterblichen Leben", ohne welches für die Gläubigen auch weisung jener Reichen, welche die Pflicht der Wohlthätignicht der Verführung und sittlichen Gefahren aussehen; feine fittliche Pflicht in Bezug auf das irdische Dasein feit nicht in ausreichendem Maße üben, den Sinn für Häuslichkeit und Sparsamkeit in ihnen nicht vochanden sein soll. jüngste Gericht genügend für die Armen gesorgt sei, ersticken lassen, und sie gerade nur mit so viel Arbeit be- Daß der Glaube an das bessere Jenseits ungemein lassen wir dahingestellt. lasten, als ihre Kräfte leisten können. praktisch ist für diejenigen, welche sich leicht über das Wie wir oben dagegen protestiren mußten, daß der Außerordentlich bezeichnend ist, was der Papst über Massenelend des Diesseits hinwegsetzen und das ihnen zu Papst der Kirche das Verdienst zuschrieb, die Pflicht der die Höhe des Arbeitslohnes sagt. Davach sollen Noth- Theil gewordene bessere Loos mit Behagen genießen wollen, Wohlthätigkeit zuerst den Besitzenden auferlegt zu haben, leidende nicht gedrückt und ausgebeutet und nach diesem tritt in den Ausführungen des Papstes selbst nur zu deut- so müssen wir im Interesse der kulturhistorischen Wahrheit Grundsaße der Lohn bemessen werden. Wenn die Ar- lich zu Tage. eben so energisch gegen die Behauptung Protest einlegen, " 1 vor das beiter aber trotz aller ihrer Noth dennoch Ersparnisse Für die ewige Seligkeit kommt ja garnichts darauf die christliche Erziehung habe die Völker zu einer Entmachen, so sollen sie von ihren Arbeitgebern nicht in diesen an, ob der Mensch Ueberfluß habe oder Mangel leide, im wicklung geführt, welche alle früheren Kulturformen weit ihren Ersparnissen geschädigt werden, weder durch Gewalt, Gegentheil, derjenige, der allhier leidet, soll im Himmel übertroffen hätte und sogar in alle Zukunft nicht durch noch durch Betrug und Wucher. für sein irdisches Leiden reiche Entschädigung empfangen. eine andere übertroffen werden würde. Feuilleton. Nachdruck verboten.] ( 70 als er die Hand sinken ließ, zeigte er ein betrübtes Gesicht. Als ich Dir in Tamers damals die Frau beschrieb, wie Kläglich sah er Lisei an und kläglich sagte er: Ach, das ich sie mir wünschte, da hab' ich halt nur an Dich geUnglück! Durchs Feuer ging ich für Dich, bei Gott! und dacht." ich soll Dir einen Schimpf anthun wollen! Ich hab' ge- Ach, bin ich denn noch nicht unglücklich genug? Muß meint, Du hättest es längst mir angemerkt. Du kannst mich auch das noch kommen?" rief Lisei betrübt.„ Aber Die Falkner von St. Vigil. doch nicht für so schlecht halten, daß ich Dich von Deinem ich kann Dir nicht helfen, wie leid Du mir auch Vater begehrt hätte, wenn ich Dir nicht zugethan wäre. D, thust," fuhr sie mit festerer Stimme fort. Der Lechner Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol mein Heiland, ich hab' Dich ja lieb, Lisei!" hat mein Wort und schlecht an ihm werd' ich nicht. Jetzt von Robert Sameichel. „ Das wäre freilich ein Unglück für Dich," sagte sie hat er mir aus Innsbruck geschrieben, daß er sich fest auf Ihr habet dem besten Menschen schweres Unrecht gefühl und ging zu einem Stuhl, der Jerg gegenüber an der meine Treu' verläßt." than," entgegnete fie traurig ernst, und wer der Heßer ist Wand stand. Aber es kann ja nicht sein, ich bin ja nach Wenn es nur das ist," bemerkte Jerg und haschte gewesen, dem wird es schon noch heimkommen. Aber ich meinen Jahren ein altes Mädchen und sauber bin ich auch mit der hohlen Hand eine Fliege, die in seiner Nähe über will jetzt davon nicht reden. Wenn ich Dir damals leid nicht den Tisch spazierte. Wie viel Brautschaften sind nicht gethan habe, so kannst Du es jetzt beweisen; denn der Ich bin eben so alt wie Du!" warf er ein. schon in der Welt auseinander gegangen und gehen noch Lechner wird wieder kommen, um mich heimzuführen und" Aber als Mann bist Du viel jünger als ich", fuhr sie täglich auseinander." ich werd' auf ihn warten. Das haben wir einander ver- fort. Du bist noch ein junger Bub und bist reich und Wenn es nur das ist?" wiederholte sie und sah ihn sprochen und gelobt. Du mußt also einsehen, daß ich Deine kannst jeden Tag ein Madl haben, das jung und hübsch ist Frau nicht werden kann." und Dich wieder lieb hat. Nein, Jerg, Du redest Dir mit großen Augen an." Freilich, wenn Dir die Treu' Jerg vermochte sich eines unbehaglichen Gefühls blos ein, daß Du mich liebst. Du bist blos gewöhnt an nichts gilt-" nicht zu erwehren. Allein er ermuthigte sich selbst mich seit vielen Jahren, weil ich die Schwester von Deinem" Wie Du auch Alles gleich wendest!" fiel er rasch ein, in dem Ausrufe, daß der Klosterbauer seine Einwilligung besten Freunde bin. Du wirst auch schon einsehen, daß es um" seine Unvorsichtigkeit gut zu machen. Ich hab' nie geben würde. so ist, wenn Du ein wenig darüber nachdenken willst." nur gemeint, ein Wort, das man in Treuen gegeben hat, " Das mag schon sein, aber das ist doch nicht Deine Er hatte eine große Wirkung davon gehofft, wenn fann man auch in Trenen zurücknehmen. Du sollst nicht Sache", versetzte Lisei." Jekt, wo Du weißt, wie es mit er mit dem Geständniß seiner Liebe herausrücken würde, schlecht an dem Lechner handeln, nein, nein, nein! Bei dem Lechner und mir steht, kannst Du nicht mehr darauf und war innerlich wüthend, daß sein bester Fechterstreich Gott nicht! Wer hindert Dich denn, dem Lechner ganz bestehen, mich heirathen zu wollen. Es ist ein Schimpf, den nur die Luft verwundet hatte. Laut jedoch sagte er und offen zu schreiben, wie die Sach' hier steht? Er ist doch seufzte: Dennoch ist's so! Kann denn nicht aus Gewohn- einmal ein Bayer, und kein Tyroler würd' einem Bayer heit und Freundschaft Liebe werden? Du weißt, daß ich so seine Tochter zur Frau geben. Jeder würde just so ein weiches Herz habe. Wie ich das wüste Leben mit dem handeln wie der Klosterbauer. Ja, das würd' er. Es hilft Ambros und den Andern hab' satt gehabt und zu Verstand Dir auch nichts, wenn ich Dir mein Herz opferte. Trete ich gekommen bin, da hab ich erkannt, wie gut und brav und heute zurück, so zwingt Dich der Klosterbauer morgen, einen flug Du bist, und das bleibt dem Menschen fürs Leben, Andern zu heirathen. Du vergißt, daß der Hof mit wenn das bischen Hübschheit und die Jugend weg ist. Deiner Hand geht. Da würd' es an Freiern nicht fehlen Du mir damit authust." " „ Ein Schimpf?" wiederholte er, seine kleinen Augen weit aufreißend. " Ja, ein Schimpf", wiederholte auch sie. Giebst Du mir nicht dadurch zu verstehen, daß Du mich für Eine hältst, die einen wetterwendischen Sinn hat?" Jerg fuhr sich langsam über Stirn und Augen und § Der aus achtzig Klöstern bestehende Franziskanerorden in Ungarn beschloß einhellig, sich der von der Kurie angeord neten Rückkehr zur strengen Observanz nicht zu fügen. Ein dahingehendes Memorandum an den Papst wurde von sämmt lichen Klöstern unterschrieben; es verlautet, der Papst habe infolge deffen den hiesigen Ordensprovinzial, welcher an der Spize der Bewegung steht, abgesetzt. Die Redaktionen der deutschen, böhmischen und pol Die Wahrheit ist: Die christliche Kultur des Mittel- I gebracht. Der Nöthigungsparagraph(§ 240 Str.-G.-B.) bedroht| Auch in der katholischen Hierarchie finden sich Zeichen alters stand tief unter der klassischen Kultur der Griechen den mit Strafe bis zu einem Jahre Gefängniß, der des Bersehungsprozesses. Es trifft nämlich aus und Römer, deren Spuren sie mit allen erdenklichen Bergehen zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nöthigt. Ungarn folgende Nachricht ein widerrechtlich durch Gewalt oder durch Bedrohung mit einem Mitteln auszutilgen suchte, bis der Geist der Antike Der Erpressungsparagraph(§ 258 Str.-G.-B.) bedroht gar mit der Kirche zum Trozz wieder erwachte und unter bestän- Gefängniß nicht untereinem Monat bis zu 5 Jahren digem Widerstande der Kirche den Boden bereitete, aus und mit Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte den, dem die Kultur der Neuzeit erwachsen ist. Unsere Kultur Bortheil zu verschaffen, einen Anderen durch Gewalt der der, um sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen aber, die des neunzehnten Jahrhunderts, diejenige Kultur, Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung welche ihren Hauptausgangspunkt in der großen französi- nöthigt. Auch der Versuch der Nöthigung und Erpressung ist schen Revolution gefunden hat, und deren vornehmste Strafgesetzbuches ist mit folgender Deduktion z. B. von den nischen Arbeiterblätter Desterreichs berufen für den 28., 29. strafbar. Diefer für gemeine Vergehen eingesetzte§ 253 des Träger in neuester Zeit wir, die Sozialdemokraten, sind, Landgerichten zu Dresden, Leipzig, Hamburg, Lübeck, Berlin und 30. Juni einen Parteitag der österreichischen ist im Gegensatz zur Kirche erwachsen und wird durch unter steter Billigung des Reichsgerichts zur Sozialdemokratie ein. Der Ort des Parteitags wird erst deren unversöhnliche Feindschaft genährt und großgezogen. Anwendung gebracht, wenn ein Arbeiter Erhöhung des Die Kultur der Zukunft jedoch brauchen wir nicht ohnes mit dem Hinzufügen, falls dieselbe nicht einträte, würde später mittelst Zirkular mitgetheilt werden. gegen den Papst zu vertheidigen. Sie wird für sich selber die Sperre über die Werkstätte verhängt werden, begehrte: ,, Die Arbeiter sind die lebendige Rraft sprechen und über das Urtheil von Päpsten erhaben sein. 105 der Gewerbeordnung fei allerdings die Festsetzung der Ber- Republik," Bürger" Carnot vor Kurzem in einer ReiseDas Reichsgericht deduzirt beinahe wörtlich wie folgt: Nach der Nation" sagte der Präsident der französischen hältnisse zwischen den selbständigen Gewerbetreibenden und den gewerblichen Arbeitern Gegenstand freier Uebereinkunft. Die oder Festrede, die jedoch einen amtlichen Charakter hatte. Gefellen feien daher berechtigt, für die Zukunft höhere Löhne zu Herr Carnot reist nämlich jetzt, und besucht Feste in seiner fordern: sie seien jedoch nicht berechtigt zu Eigenschaft als Staatsoberhaupt. Das Wort, verlangen, daß ihnen unter den von ihnen welches wir anführten, ist unzweifelhaft durchaus wahr, gestellten Bedingungen auch Arbeit gegen und die deutschen Herren Junker- und Großkapitalisten höheren Lohn gegeben werde. Verlangen fie dies sollten es hinter den Spiegel stecken, sie, die sich selbst bennoch, so verlangen sie einen Vermögensvortheil auf für die einzig staatserhaltenden Parteien" ausgeben, welchen ihnen ein rechtlicher Anspruch nicht zusteht; der bie zu politischem Leben erwachten Arbeiter aber als Vermögensvortheil ist mithin ein rechtswidriger. Der Thatbestand der Erpressung liege vor, wenn diefer Umstürzler"," Staatsfeinde" und Staatszerstörer bezeichnen. wenn ein- Carnot hat Recht:„ die Arbeiter sind die lebendige rechtswidrige Vermögensvortheil" durch Drohung, nämlich durch Androhung der Sperre, erreicht ist; es liege versuchte Erpressung Kraft der Nation", die eigentlichen und einzigen Staatsvor, wenn der Vortheil nicht erreicht ist. erhalter, ohne welche fein Staatswesen und keine Gesellschaft möglich wäre,- wohingegen der Staat und die Gesellschaft sehr wenig oder gar nichts verlieren würden, wenn die ie ht sogenannten staatserhaltenden Barteien" oder„ Elemente" sammt und sonders durch irgend ein Naturereigniß über Nacht auf einen anderen Planeten versetzt würden. Politische Uebersicht. Berlin, 27. Mai. Das ,, Unmögliche" ist also wahr. Das Neskript an die Gerichte ist wirklich ergangen – und zwar ist es ressortmäßig von dem Herrn Juſtizminister gezeichnet. Weiteres läßt sich vorläufig nicht herausbringen. Da es sich zunächst um eine spezifisch preußische AngeTegenheit handelt, sollte im Landtag eine Interpellation an die Regierung gerichtet werden. Freilich müßte die Sache etwas fräftiger angefaßt werden, als weiLand der Werfenfonds- Standal. " es Dies ist die in mehreren Erkenntnissen niedergelegte Ansicht des Reichsgerichts. Ob sie vor der Prüfung durch den gesunden Menschenverstand haltbar ist, ob insbesondere die Deduktion, daß ein Arbeiter, der erklärt, er wolle nur gegen höheren Lohn Die Generalversammlung der deutschfreifinnigen Partei arbeiten, einen rechtswidrigen" Vermögensvortheil anstrebt, dem beschloß, falls für die Nachwahl im Wahlkreise Kaffel- Rechtsbewußtsein des Voltes ins Gesicht schlägt, ist gegenüber Also wahr ist, was das französische Staatsoberhaupt Melsungen mit den Nationalliberalen betreffs eines der Thatsache dieser konstanten Rechts" übung leider ungesagt hat. Aber entsprechen diesen Worten auch die fraktionslofen liberalen Kandidaten feine Einigung zu Stande erheblich. tomme, einen eigenen Reichstags- Kandidaten aufzustellen. Ist aber die Deduktion des Reichsgerichts zutreffend, so ist haten und Handlungen? Läßt die Republik, beren So würden wir unserem Kandidaten, Genossen Pfann auch statt Arbeiter Unternehmer gesezt die Deduktion zu Vertreter Carnot ist, es sich etwa angelegen sein, das Wohl fuch, je einen konservativen, antisemitischen, nationalliberalen treffend: der Erpressung macht sich der Unternehmer schuldig, der Arbeiter, die ihre lebendige Kraft" bilden, durch eine der dem Arbeiter droht, er werde ihn entlassen, wenn dieser sozialreformatorische Gesetzgebung zu fördern, welche die und freisinnigen Kandidaten gegenüberstehen sehen. Es läßt nicht gegen niedrigeren Lohn weiter arbeiten wolle Arbeiter von der Ausbeutung durch das Kapital schützt? sich daher vorerst gar nicht absehen, mit welcher Partei oder wenn dieser sich einen Feiertag mache unser Kandidat, falls er nicht im ersten Wahlgange fiegt, sei denn, daß das Reichsgericht annimmt, dem Unternehmer Ist durch eine gute Fabrikgesetzgebung für die Gesund in die Stichwahl kommen wird. stehe ein Recht auf die Arbeit eines Arbeiters zu den von dem heit und Sicherheit der französischen Arbeiter gesorgt? Unternehmer festzuseßenden Preisen zu, ähnlich wie dem Sklaven- ft überhaupt der französische Arbeiter in eine bessere Bur Frage der Verrufserklärungen wird uns aus halter ein Recht auf die Arbeit seines Stlaven zustand. Die Lage versetzt worden, als der Arbeiter anderer Länder, in juristischen Kreisen geschrieben: Staatsanwaltschaften werden hoffentlich recht bald in die Lage denen der von Carnot ausgesprochene Satz nicht die Die auch vom Vorwärts" mitgetheilte vom Rammergericht gefeßt, die Gleichartigkeit beider Fälle zu prüfen. Welche Meinung der Machthaber ausdrückt? bestätigte Entscheidung, nach welcher unter Verrufserklärungen Bergehen aus dem Vorgehen der Frizz Kühnemann und Ge- All diese Fragen müssen mit Nein! beantwortet im Sinne des§ 153 Gewerbe- Ordnung nicht von Ar- nossen, das in der Komplottbroschüre geschildert ist, die Staats- werden. Abgesehen davon, daß die französischen Arbeiter beitern Arbeitgebern oder von Arbeitgebern Arbeitern gegenüber anwaltschaft für vorliegend erachtet, wird sich ja bald zeigen im Vollbesitz der politischen Rechte find, was An dieser Stelle fei nur nochmals darauf darauf ausgesprochene Sperren zu verstehen sind, hat vielfach zu der müssen. durchaus irrigen Ansicht Veranlassung gegeben, Sperren hingewiesen, daß die mehrfach erwähnte Entscheidung des mit Ausnahme der Schweiz von den Arbeitern keines feien nach jetziger Praxis ftraflos im Gegensat au Kammergerichts lediglich die Anwendbarkeit des§ 153 der Ge- anderen Staates des europäischen Festlandes gesagt werden sind sie um kein Haar breit besser früherer Praxis. Dieser Irrthum fönnte sehr verhängnißvoll werbe- Ordnung, nicht aber die anderer härterer Straf- fann bestimmungen für die erwähnten Fälle ausschließt. Wir wieder gestellt, als werden. Wir geben deshalb den Stand der Praxis wieder, der holen deshalb unsere bei Gelegenheit der Berurtheilung des zösischen Grubenbesizer sind um die deutschen Arbeiter die fran übrigens bei den Berathungen über das sogenannte Arbeiterschutz Tischlers Hempel au sechs Monaten Gefängniß ausgesprochene begehrlich" um fein Jota weniger Gesez wiederholt von den sozialdemokratischen Abgeordneten dar- Bitte, im eigensten Interesse der betheiligten Arbeiter dem Unter- bie Ausbeutung ist in Frankreich ebenso intensiv wie in zu und übermüthig als die deutschen, gelegt wurde. § 153 Gewerbe- Ordnung bedroht den mit Strafe, der durch nehmer gegenüber Sperren nicht anzutündigen, Anwendung förperlichen Zwanges, durch Drohungen oder durch sondern sich darauf zu beschränken, die erwünschte Besse Deutschland, und wie der Staat, wenn die Arbeiter ernst Verrufserklärungen Andere bestimmt oder zu bestimmen sucht, an rung der Lohn- oder Arbeitsbedingungen ohne irgend hafte Versuche machen, sich der Ausbeutung zu entziehen, Verabredungen Theil zu nehmen oder ihnen Folge zu leisten welche inzufügung zu begehren. Wenn kapitalistische mit ihnen umspringt, das hat die Me Belei von oder von Verabredungen zurückzutreten, welche die Erlangung Blätter die mehrfach erwähnte kammergerichtliche Entschei Fourmies gezeigt. günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen insbesondere mittelst dung dahin interpretiren, daß nach derselben Verrufserklärungen Herr Carnot hat also zwar ein schönes und ein wahres Einstellung der Arbeit oder Entlassung der Arbeiter bezwecken. von Arbeitern Arbeitgebern gegenüber oder umgekehrt nicht mehr Darnach sind, wie selbst das Kammergericht in der erwähnten strafbar seien, so ist der doppelte Zweck, für die bedrohten Ka- Wort ausgesprochen, allein für den Staat, dessen Oberhaupt Entscheidung anerkennt, Drohungen, Verrufserklärungen u. f. w., pitalisten bei Staatsanwaltschaft und Gericht Stimmung zu er ist, für die sich demokratisch nennende französische Republik die von Arbeitern Arbeitgebern gegenüber oder umgekehrt in machen und dem Arbeiter gleichzeitig ein Bein zu stellen, tlar. ist es bislang eine Lüge. Anwendung gebracht werden, allerdings nicht auf Grund Nochmals deshalb: Vorsicht! des§ 153 der Gewerbe- Ordnung zu bestrafen. Die Nichtanwendbarkeit des§ 153 auf foI che Handlungen Ueber den Werth der vielgerühmten Arbeiter ift auch bislang von keinem Gerichte verkannt. Damit ist aber wohnungen für die Unternehmer bringt folgende noch keineswegs ausgesprochen, daß derartige Handlungen nicht Notiz der„ Köln. Volkszeitung" einen neuen Beitrag. Das auf Grund anderer Geseze strafbar sind. Im Gegentheil hat ultramontane Blatt meldet nämlich: die Staatsanwaltschaft, der derartige Fälle von Unternehmern zur juristischen Bearbeitung übergeben waren, eine Reihe an berer Staatsgefeße gegen die Arbeiter unter allmäliger Billigung der Gerichte, insbesondere des Reichsgerichts und des Kammergerichts, für anwendbar erachtet. In erster Linie mußte der grobe Unsugsparagraph, dies Mädchen für Alles, herhalten. Ferner aber und das ist weit wichtiger und folgenschwerer für viele Kämpfer um bessere Arbeitsbedingungen gewesen ist der Möthigungs- drängen von Arbeiterrvohnungen die Arbeiter des letzten paragraph und der Erpressungsparagraph in Anwendung Restes der Koalitionsfreiheit zu berauben sucht? Aus dem Schlafhause zu Altenwald ausgewiesene Ausstehende hatten sich Freitag Abend doch wieder in demselben einNachts um 2 Uhr gefunden und die Betten dort ausgesucht. fand durch die Grubenbeamten und die Gendarmerie noch eine Revision statt, bei welcher Alle, die tagsüber ausständig waren, die Betten und das Haus sofort verlassen mußten. Was heißt dies anderes als daß man durch das AufEmile Zola, der weltbekannte französische Schriftsteller, hat sich über das in Fourmies von dem Militär auf Anordnung der Regierung an den Maifeier- Demonftranten verübte Massacre in folgender Weise ausgelassen: Nur die Regierung allein ist Schuld und verantwortlich für die Schießerei in Fourmies. Diese bombastischen militärischen Vorbereitungen, welche den Anschein hatten, als sei eine große Revolution im Anzuge, haben die Arbeiter aufgeregt und den Demonstrationen eine Wichtigkeit beigelegt, die sie an fich gar nicht hatten. Die englische Regierung hat sich in dieser Hinsicht viel vernünftiger bewiesen, indem sie sich um die Festlichkeit gar nicht fümmerte. Ebenso wie dort, so wäre auch hier gar nichts Schlimmes paffirt. Aber nicht die Schießerei allein ist das Schlimmste, sondern die Folge. Verbitterung gegen die Regierung wird sich jetzt der Herzen des und für den Klosterhof verlangt Dein Vater einen Gefallen thut mir das freilich nicht sehr schau, ich bin was das für ein Glend ist und wie es den Menschen wie Schwiegersohn. Was ist da zu machen?" ganz aufrichtig und lieber übernähm' ich die Mühle, in einem Mörser zerstößt. Und wenn Du das Elend über Lifei war bestürzt; denn sie mußte ihm Recht geben: wo wir unsere eigenen Herren wären, aber um Deinetwillen mich brächtest, ich würde Dich darum hassen, o, ich würde schlug sie ihn aus, so trat ein anderer Freier au seine hab' ich auch dazu ja gesagt. Bei Gott!" Dich so hassen! Und Du könntest ja auch nicht glücklich sein Stelle, und die Leiden und Kämpfe begannen von Neuem." Es geht nicht," rief Lisei aufgeregt. Jetzt erkenn' und Du würdest mich eben so haffen, wie ich Dich. Darum Jerg beobachtete sie verstohlen und wenn Lisei nicht ich wohl, daß Du wirklich ein gutes Herz hast; aber es kann ich Deine Frau nicht werden, und käme nach Dir ein mit nachdenklicher Stirn in ihren Schooß geschaut hätte, geht nicht. Hör' mich nur ruhig an! Wenn mir auch der Anderer, so würd' ich ihm dasselbe sagen wie Dir, offen und würde sie es in seinen Fuchsaugen triumphirend haben auf- Lechner mein Wort zurückgiebt, darum bin ich nicht frei. chrlich." blizen sehen.„ Mich kennst Du," fuhr er fort, und wenn Ich hab' wohl gemeint, daß ich dem Vater versprechen Ihr Gesicht glühte. Jerg hatte die linke Hand in sein Du mich nimmst, dann weißt Du wenigstens, was Du möchte, daß ich so lange er lebt, den Wolf nicht rechtes Armgelent gelegt und mit der Rechten sein spizes friegst. So bin ich von den Uebeln, zwischen denen Du zu heirathen will, wenn er mich nur nicht zwingt, Kinn umfaßt. Mit niedergeschlagenen Augen hatte er Lisei wählen hast, noch das kleinste. Es ist lustig, daß ich das Dich zu nehmen. zu nehmen. Verzeih' mir doch ja, daß ich angehört; denn sie sollte nicht in ihnen lesen, daß ihre Gründe von mir sagen muß! Der Klosterhof zählt für mich nicht, das sage, ich will Dir damit nicht weh thun. Jetzt ihn völlig talt ließen. Er hielt alles für leere Redensarten, denn ich bin ja selbst reich genug. Ich will blos Dein müßt' ich sagen: Dich oder einen Anderen. Aber ich an denen sich die Mädchen gern berauschen. Ob Lisei Herz und darum hab' ich auch alles gethan, was ich konnte, kann keinen Anderen heirathen, und wenn Du auf Deinem ihn liebte oder nicht, daran lag ihm nichts. Mochte sie als damit daß der Vater Dir das Leben nicht gar so schwer Stück bestehst, dann muß ich vom Hof gehen. Glaub's mir, seine Frau so viel sie wollte an den Schmied benken, wenn mache. Ein Anderer würd' sich nicht so zwischen Dich und es wird mir gar schwer werden; aber ich muß. Ich kann ihr Herz danach begehrte. ihn stellen. Und auch ich vermag's nimmer länger; denn Dich nicht lieben und werde Dich nimmer lieben, wie ich Ja, das ist recht traurig," sagte er und hob Deinem Vater reißt die Geduld. Er besteht darauf, daß als Deine Frau müßte. Nein, laß' mich jetzt nur alles langsam die Augen auf. Aber ich dank Dir, daß nach der Sichelhenfe, wann das Korn herein ist und die heraussagen, damit wir reinen Tisch zwischen und machen! Du mir das alles offen gesagt haft. Du hältst eben Stoppeln untergepflügt sind, die Hochzeit sein soll." Ich soll Dir vor dem Pfarrer Liebe und Treue geloben Sie richtete mit einem halblauten Schrei den Kopf auf und ich würde falsch schwören. Denn ich könnte Dir den so wenig hinter dem Berg wie ich. Mit der Aufrichtigkeit und er betheuert wie mit einem unterdrückten Seufzer: Schwur nimmer halten, weil ich den Wolf Lechner immer kommt Einer am weitesten. Jetzt ist's doch ein Trost für Ja, das verlangt er. Du weißt, wenn er fich einmal im Herzen tragen würde, immer und immer. Ich lebte mich, daß Du mich ein Biss'l leiden magst. Es wär auch was vorgenommen hat, dann soll's auch gleich geschehen als Deine Frau mit Dir und liebte den Wolf! So gar zu schrecklich für mich gewesen, wenn Du einen Haß und fertig sein. Wir sind auch darüber in Streit gerathen, schlecht kann ich nicht sein. Es müßt nichts, wenn er auf mich gehabt hättest. Du wirst mir nicht glauben, wenn weil ich Dich nicht drängen wollte und immer gehofft hab', mir auch sein Wort zurückgiebt: ich würd' doch nicht ich Dir fage, daß Du den Wolf vergessen wirst. Ich meine, daß ich noch Dein Herz gewinnen würde. Es ist recht aufhören, ihn zu lieben. Ich würd ihn nur noch lieber ein, vergessen wirst Du ihn nicht. schaffen von Dir, daß Du dem Schmied Dein Wort halten haben, weil er mir ein so großes Opfer hat bringen und daß Du eines Tages mit anderen Gedanken an ihn denken willst; aber wenn Du ihm alles deutlich hinschreibst, wie um meinetwillen auf sein eigenes Glück hat verzichten können. wirst, wie heute. Der Mensch ist so wunderlich! Was er ich's Dir vorgestellt habe, dann wird er selbst darauf Ja, Jerg, er würde mich freigeben, aber es nimmer ver- nicht haben kann, just das verlangt er und hinterher begreift bringen, daß Du Euren Verspruch aufhebst. Von mir winden, denn das weiß ich, daß er mich eben so lieb hat, er es meistens nicht, weshalb er so verseffen darauf gewesen braucht dabei gar nicht die Rede zu sein; denn führ' ich wie ich ihn. Mir würd's feine Ruh lassen, daß ich mein ist. Wann er sein Stück durchgesetzt hat, nachher sieht er Dich nicht heim, so thut es ein Anderer. Freilich würdest eidig bin vor unserem Herrgott und falsch gegen Dich, und ein, daß es ihn gar nicht so glücklich macht, wie er gehofft Du es mit feinem Anderen, den Dir der Vater aufzwingen es würd mich' ganz elend machen, daß ich den Lechner un hat. Dem Ambros ist es auch so gegangen. Die Stafi hat wird, so gut haben, wie mit mir; barauf hin kennst Du glücklich gemacht habe, ihn, den besten Menschen, den es durchaus sein werden müssen; auf keine Vernunft hat er mich ja. Und schau, Lisei, es würd' sich auch sonst auf der Welt giebt. Sag nicht, daß ich mir das Alles nicht hehört was hab' ich ihm nicht alles vorgestellt! - den Klosterhof hat er für sie weggeworfen, und jetzt?" wenig ändern für Dich. Denn der Vater verlangt, daß ausdenken thue! Nein, ich hab's ansehen müssen mit meinen wir hier auf dem Klosterhof bei ihm wohnen sollen, Leigenen Augen und hab's mitgefühlt in meinem Herzen, ( Fortsetzung folgt.) C Boltes bemächtigen, Haß gegen die Arbeitgeber, in deren Interesse die Schießerei stattfand und die Pilgerfahrten nach den Gräbern der Opfer werden die schlummernden Funken des Haffes wachhalten und gelegentlich von Neuem anfachen." In Paris und London große Streifs: dort der Omnibustutscher, hier der Schneider und Bauarbeiter. Die Pariser Omnibuskutscher verlangen fürzere Arbeitszeit und höhere Löhne und dasselbe thun die Londoner Die Herren Unternehmer Schneider und Bauarbeiter. verweigern Beides; die Bevölkerung sympathisirt mit den Streifenden. Klassenkampf überall. In Paris sind, wie unsere Leser aus der Rubrik Arbeiterbewegung ersehen, die Omnibustutscher fiegreich gewesen, hoffentlich können wir bald das Gleiche aus London melden. " 1 in Warschau über 4000, außerdem feierte eine Menge Hand-| Denunziantenstreich es glüdlich fertig gebracht, eine arme abe mertsarbeiter, deren Zahl schwer zu bestimmen ist, fie dürfte brave Arbeiterfamilie zu ruiniren und an den Bettelstab zu sich aber in die Tausende belaufen. Warschau betam fast ein bringen. Die Urtheile, welche über den Pfaffen Eckhardt in den festtägliches Aussehen, wegen der Menge Leute, die man im Arbeiterkreisen gefällt werden, entziehen sich natürlich der WiederFeiertagsgewand in der Stadt sowohl wie in den Vorstädten gabe. Das Eine aber fönnen wir versichern, feine sozialfehen konnte. In Zycardow, einer 15 Meilen von Warschau demokratische Hezrede" wäre im Stande, auch nur den hundertentfernten Ortschaft, ruhten alle Fabriken. Es sind dort sten Theil der Erbitterung hervorzurufen, welche die auf diese 10 000 Fabritarbeiter beschäftigt. Auch in Lodz standen einige Weise herbeigeführte Ausweisung Zimmer's gezeitigt hat. größere Fabriken still. Vor dem Komptoir der Fabrik Poznansti Die Ausweisung 3.'s liefert übrigens auch noch einen BeiDer zur Würdigung sogenannten Wohlthätigkeitsversammelten sich einige Hundert Arbeiter und verlangten trag fürzere Arbeitszeit und höheren Lohn. Sowohl in Lodz als Einrichtungen der Unternehmer. Auf der Zeche, wo 3. arbeitete, auch in Zycardom tam es zu heftigen Zusammenstößen mit ist auch eine Pensionskasse eingeführt. Im Statut der Kaffe bedem Militär, was zahlreiche Verwundungen beiderseits zur findet sich die Bestimmung, daß, wenn ein Arbeiter von der Zeche Folge hatte. Es wird massenhaft arretirt und nach dem entlassen wird, demselben seine Beiträge zum Penfionsfonds Geburtsort abgeschoben. herausgezahlt werden. 3. stellte nun das Ersuchen, ihm diese Beiträge, welche über 100 m. betragen sollen zufolgen. Dies lehnte aber die Verwaltung mit ab, daß 3. ja nicht Don der Beche Erklärung entlassen sei, die statutarische Voraussetzung für die Auszahlung also feble. Bur Maßregelung und zum Schaden fügte man also auch noch den Hohn. Glücklicherweise haben die Arbeiter feine inhaltslose Phrase ist, wie für gewisse Diener Chrifti und auch hier bewiesen, daß für sie das Wort von der Nächstenliebe so ist dafür gesorgt, daß 3. wenigstens in den nächsten Wochen nicht mit den Seinen zu hungern braucht. Die Revolution in Chile scheint ihrer Lösung entDie Frage des Frauen- Stimmrechtes nähert sich gegen zu gehen, denn Meldungen aus Washington zufolge in England ihrer Lösung. Die stets wiederkehrenden soll die nordamerikanische Union beschlossen haben, Anträge auf Gewährung des Frauen- Stimmrechtes vereinigen in dem chilenischen Bürgerkrieg zu interveniren, um dem im englischen Unterhause immer beträchtlichere Majoritäten selben ein Ende zu machen. Gleichzeitig mit dieser Nachricht trifft eine andere ein, auf sich. welche auf eine Stärkung der den Präsidenten bekämpfenden Kongreßpartei schließen läßt. Der von der Regierung abgelehnte Antrag Stuarts, nach welchem die Frauen in den Grafschaftsrath wählbar und in demselben zu sitzen berechtigt sein sollen, wurde in der gestrigen Unterhaussigung mit 78 gegen 52 Stimmen verworfen.aus der Nach Meldungen aus Iquique hat nämlich die KongreßPrettin, im Mai. Durch Gottes Fügung scheint auch bei partei einen Freundschaftsvertrag mit der Republik Bolivia abgeschlossen. Gleichzeitig wurde beiderseits beschlossen, be- uns noch hie und da ein kleines Wunder zu pafsiren. Lange treffs Regelung der schwebenden Grenzstreitigkeiten in Unter- war uns nämlich schon bekannt, daß der Beſther des hiesigen handlung zu treten. 3 Die italienische Regierung hat die Volkszählung mit Rücksicht auf die Budgetverhältnisse verschoben. Dies ist eine für unsere Zustände höchst charakteristische Meldung. Die Redaktion des Wiener ,, Handels Museum" erKulturaufgaben, und eine solche ersten Ranges ist eine Volkszählung, werden verschoben, während man für die sucht uns berichtigend zu konstatiren, daß das H.-M." nicht ein offizielles Organ des österreichischen HandelsMassenvernichtung stets Geld im Ueberflusse hat. minifteriums, sondern das offizielle Organ de Das Gouvernement von Madrid hat, wie f. t. österreichischen Handelsmuseums ist. uns geschrieben wird, eine Delegation der Minen- Eigenthümer Groß war unser Versehen jedenfalls nicht, da das Wiener von Biscaya, die gekommen war, um Maßregeln und Handelsmuseum dem österreichischen Handelsministerium Hilfe gegen die ausständischen Arbeiter zu erbitten, a b- untersteht und der Leiter des Handelsmuseums einer der fchlägig beschieden. Diese Stellung der Behörden, die höchsten Beamten des Handelsministeriums ift. dieselbe dieses Mal zu Gunsten der Arbeiter eingenommen, wird allgemein, und zwar aus folgenden Gründen, als gerecht anerfaunt: Der Generalrath der Provinz Bilbao hatte, sonderbarer Weise in Uebereinstimmung mit den MinenEigenthümern öffentlich bekannt gemacht, daß jeder der sozialistischen Partei angehörende Arbeiter verabschiedet werden würde, falls er nicht einen Kontrakt unterzeichne, in welchem er feine politischen Ideen abschwöre". Die Arbeiter hatten sich infolge dieses Erlasses an den Präfekten gewandt, der sich deshalb mit den Madrider Behörden in Verbindung setzte. Jetzt nun, nachdem inzwischen Die Delegation der Mienenbefizer in der spanischen Haupt stadt mit ihrem Gesuch gegen die Arbeiter selbst vorstellig geworden, überfandte der Präfekt, ein treuer Vertreter Des Kabinet Canova, den Mienenbesitzern eine Note, deren Hauptstelle also lautet: Der Vorschlag, die Arbeiter mit sozialistischen Ideen aus der Arbeit zu vertreiben, oder von ihnen eine Abschwörung ihrer Ideen zu fordern, ist eine wahre Tyrannei und steht im Widerspruch mit den Eroberungen der politischen modernen Erziehung und mit den von allen Regierungen Europas in Anwendung gebrachten Grundsätzen. Diese Absicht, dem Arbeiter eine Art Schranke des Denfens aufzuerlegen, ist von einer Härte, die man selbst zur Zeit der Leibeigenschaft ungeheuerlich gefunden hätte. Außerdem aber sucht die Delegation, indem sie den persönlichen Charakter der die Interessen der Arbeitergruppen vertheidigenden Repräsentanten nicht anerkennen will, an scheinend das tonftitutionelle Recht in folchem Maße zu beschränken, daß keine Regierung die Verantwortung solcher Maßregeln auf sich zu nehmen wagen würde. Kühnemann, Verdy du Vernois, Maybach und Gesinnungsgenossen werden die Hände über dem Kopf zu sammenschlagen ob der Barbarei im wilden Lande Spanien. Auf indirektem Wege erhält unser polnisches Bruder organ, die„ Gazeta Robotnicza", über die Maifeier in Russisch- Polen folgende Korrespondenz: „ Warschau, am 8. Mai 1891. Der 1. Mai wurde nicht nur im westlichen Europa mit Ungeduld und Unruhe erwartet der sozialistische Gedanke vermochte sich durch die geschlossenen Reihen der Bajonette Bahn zu brechen und ergoß fich weit über Russisch- Polen. Es blieben daher von den pol nischen Arbeiterkreisen die Proklamationen der polnischen Sozialisten nicht unbeachtet, welche die Genoffen zur Theilnahme an der internationalen Feier der Proletarier aller Länder aufforderten. Die Zahl der feiernden Fabritarbeiter allein betrug Eine Mai- Erinnerung. " Korrespondenzen und Parteinachrichten. Schüzenhauses- Dünnebier lautet sein für einen Wirth etwas ominöfer Name- seine Bereitschaft erklärt hatte, sein Lokal zu einer fozialdemokratischen resp. Arbeiterversammlung herzugeben, Es überraschte uns deshalb auch gar nicht, als wir in der Nr. 87 unseres Elbe- und Elsterbote" eine Annonce lafen, in der zum 3. Pfingstfeiertag eine Voltsversammlung angekündigt war, in der Genosse Stabernack aus Berlin einen Vortrag halten sollte. So weit war also alles in schönster Ordnung. Nun aber kommt das Wunder. In der nächsten Nummer des genannten Blattes erschien nämlich eine weitere Annonce, unterschrieben von dem ominöfen„ Dünnebier" und lautet wie folgt: 1. da der Herr Einberufer Carl Bander die Dreiftigkeit be feffen hat, eine Boltsversammlung in meinem Lokale ohne mein Borwissen anzuberaumen; erkläre ich 2. daß ich zur Abhaltung derartiger Boltsversammlungen meine Räume überhaupt nicht zur Verfügung stelle. Prettin, 11 Mai 1891. August Dünnebier, Schüßenhausbesizer. Als wir diese Zeilen lafen, griffen wir uns an den Kopf und fragten: ja was ist denn das? Dünnebier, der schon zu Gersdorf, 25. Mai. Nach langen Jahren, innerhalb welcher Weihnachten seine Geneigtheit, den Saal herzugeben, zu erfenuen es uns infolge Lokalmangels nicht möglich war, Versammlungen gab, der dieser Geneigtheit am zweiten Osterfeiertag wiederholten abzuhalten, hatten wir am gestrigen Sonntage wieder die Gelegen- Ausdruck gab, der will sjekt seine Räume überhaupt nicht zur heit, unseren Abgeordneten Auer vor seinen hiesigen Wählern Verfügung stellen! Da mache sich einer einen Bers darauf! Das sprechen zu hören. Die Versammlung war um 1/24 Uhr an- Schönste kommt aber nun erst. Dünnebier, dessen Name doch gefeht, aber schon eine Stunde zuvor war der große Saal von unter der Annonce steht, soll sich nämlich geweigert haben, die Schulter an Schulter stehenden Zuhörern gefüllt. Dieselben Rechnung für dieselbe zu bezahlen, da er fie nicht veranlaßt hat. empfingen Auer mit freudigen Zurufen und folgten dessen Aus- Wie man sieht, eine sehr wunderbare Geschichte, bei der ganz führungen mit gespannter Aufmerksamkeit. Eine Resolution, andere Geister als wie sie für gewöhnlich im Dünnbier vorhanden welche sich mit dem Verhalten der sozialdemokratischen Fraktion find, ihr Spiel getrieben zu haben scheinen. des Reichstages nach jeder Richtung einverstanden erklärt, fand einstimmige Annahme. Eine Versammlung in Reichenbach bei Waldenburg, welche am Sonnabend stattfand, war ebenfalls start besucht und verlief in schönster Ordnung. Unter den hier zahlreich vertretenen Kohlen- Bergleuten herrscht große Aufregung und Erbitterung über eine Denunziation, welche ein Gottesit reiter gegen einen armen böhmischen Bergmann eingereicht und die des letzteren Ausweisung aus Sachsen zur Folge gehabt hat. Ein zweiter sozialdemokratischer Parteitag für die Pfalz findet am 7. Juni in Speyer statt. Sonntag, Morgens 10 Uhr, findet eine geschlossene Sitzung statt, zu welcher nur Delegirte und Genossen gegen Karten Zutritt haben. Die Tagesordnung in derselben ist: 1. Bericht über die agitatorische Thätigkeit seit der Lambrechter Konferenz. 2. Organisation und Agitation. 3. Unsere Presse. 4. Anträge aus der Mitte des Parteitages. Nachmittags 8 Uhr soll eine öffentliche Versammlung statt finden mit der Tagesordnung: 1. Das Landtags- und Gemeinde- Wahlrecht in Bayern. Referent: Genosse Grillenberger. 2. Die Thätigkeit unserer Fraktion im Reichstag. Referent: Genosse Dreesbach. 3. Der Bauernstand und die Sozialdemokratie. Referent: Soviel bis jetzt wahrzunehmen ist, dürfte dieser zweite pfäl Der Sachverhalt ist folgender: Unter den hiesigen Bergarbeitern befinden sich zahlreiche Böhmen, unter denen wieder viele sind, welche hier erst Arbeit suchten und fanden, nachdem sie in ihrer Heimath als wüste Agitatoren" gemaßregelt worden sind. Von diesen Böhmen starb lehthin einer, und seine Landsleute begleiteten ihn zum Grabe. Dort trat einer der Leidtragenden an den Pastor Dr. Eckhardt in Lugau mit dem Ersuchen heran, dem verschiedenen Kameraden ein paar Worte widmen zu dürfen. Dies verbot aber Eckhardt, da er den Inhalt der Rede" erst kennen müsse, ehe er dieselbe gestatte. Die Dr. Rüdt. Bergleute fügten sich dieser Anordnung, ehe sie aber das Grab verließen, rief einer dem„ dahingegangenen Freiheitstämpfer zische Arbeitertag ein imposanter werden. noch ein Glück auf! als letzten Scheidegruß" in die Grube nach. Limbach. Der Limbacher Militärverein hat im verflossenen Das veranlaßte den Pfaffen, eine Denunziation gegen den Bergarbeiter Zimmer, welcher das Ersuchen wegen der Grabrede Jahre 17 der Sozialdemokratie verdächtige Mitglieder ausstellte, der aber den Scheidegruß nicht gesprochen geschlossen und dadurch das nette Sümmchen von 343,25 Mart, hat, einzureichen. 3. bekam auch ein Strafmandat zugestellt das diese Mitglieder zum Zwecke der Unterstützung in Todesund außerdem fiel er als Ausländer" lästig und muß binnen fällen" gesteuert hatten, an sich gebracht. Ein echter deutscher drei Tagen Sachsen verlassen. Der Ausgewiesene ist ver- Mann mag feinen Rothen leiden, doch seine Steuern nimmt er heirathet, Vater von vier lebenden Kindern, während die Frau gern", auch wenn er gar kein Recht dazu hat. vor der Niederkunft steht und seit 6 Jahren hier beschäftigt. Dem Manne bleibt nichts übrig, als nach seiner Heimathsgemeinde zu ziehen, wo er aber feine Arbeit in seinem Berufe findet. Der gottesfürchtige Herr Pastor hat also mit seinem Doch hören wir weiter: Bein, 26. Mai. Redakteur Hoffmann vom Boltsboten" wurde wegen Beleidigung des Pianofortefabrikanten Geißler zu 30 Mart Geldstrafe verurtheilt. der Sklave schweigend dient und der Besitzer des Landes und der Leute lediglich durch eine wohlgezogene, stillfolgsame Dienerschaft möglichst schweigfam herrscht." Man wird mit Interesse das eben mitgetheilte Urtheil über Friedrich Wilhelm IV., den Romantiter auf dem Throne, tennen lernen. Nur der versteht die Gegenwart, nur der begreift die Beitgeschichte, der die Vergangenheit unbefangen zu betrachten gelernt hat. Der alte König wollte nichts Extravagantes, er war ein Aus einem Briefe, der vor nun achtundvierzig Jahren ge- Philister und machte feinen Anspruch auf Geist. Er wußte, daß fchrieben worden ist, im Mai 1848 nämlich, seien einige Stellen der Dienerstaat und fein Besiß nur der prosaischen, ruhigen mitgetheilt, die auch heute noch von Bedeutung und nützlich zu Existenz bedurfte. Der junge König war munterer und auf lesen sind. Das Schreiben, das wir im Auszuge wiedergeben, ist geweckter, von der Allmacht des Monarchen, der nur durch sein von Köln datirt und an Arnold Ruge gerichtet, der es mit erg und seinen Verstaud beschränkt ist, dachte er viel größer. anderen Briefen unter der Aufschrift:" Ein Briefwechsel von Der alte verknöcherte Diener- und Sklavenstaat widerte ihn an. Was ist zu thun, was zu hoffen? Darauf antwortete der 1843" in den Deutsch- Französischen Jahrbüchern", die er mit Er wollte ihn lebendig machen und ganz und gar mit seinen Karl Marx zusammen herausgab, ein Jahr später veröffentlicht Wünschen, Gefühlen und Gedanken durchdringen; und er fonnte Briefschreiber: " Ich mache Sie nur darauf aufmerksam, daß die Feinde des hat. Die Charakteriſtik des Bürgerthums, wie sie dieser Kölnische das verlangen, er in seinem Staate, wenn es nur gelingen Philisterthums, mit einem Worte alle benkenden und leidenden Brief giebt. ist eine mustergiltige, das Wesen dieser Klasse ist wollte. Daher seine liberalen Reden und Herzensergießungen. Philisterthums, mit einem Worte alle denkenden und leidenden scharf erfaßt und dargestellt, kein Wort zu viel und keines zu Nicht das todte Gesez, das volle lebendige Herz des Königs sollte Menschen zu einer Verständigung gelangt sind, wozu ihnen alle seine Unterthanen regieren. Er wollte alle Herzen und früher durchaus die Mittel fehlten, und daß selbst das passive wenig. Doch laffen wir den Briefschreiber selbst reden! " Ihr Brief, mein theurer Freund, ist eine gute Elegie, ein Geister für seine Herzenswünsche und langgenährten Pläne in Fortpflanzungssystem der alten Unterthanen jeden Tag Refruten athemversehender Grabgefang; aber politisch ist er ganz und gar Bewegung seßen. Eine Bewegung ist erfolgt; aber die übrigen für den Dienst der neuen Menschheit wirbt. Das System des nicht. Kein Bolt verzweifelt, und sollt es auch lange Zeit nur Herzen schlugen nicht wie das seinige, und die Beherrschten konnten Erwerbs und Handels, des Besizes und der Ausbeutung der aus Dummheit hoffen, so erfüllt es sich doch nach vielen Jahren den Mund nicht aufthun, ohne von der Aufhebung der alten Menschen führt aber noch viel schneller, als die Vermehrung der einmal aus plöglicher Klugheit alle seine frommen Wünsche. Doch Herrschaft zu reden. Die Idealisten, welche die Unverschämtheit Bevölferung zu einem Bruch innerhalb der jetzigen Gesellschaft, Sie haben mich angesteckt. Ihr Thema ist noch nicht erschöpft, haben, den Menschen zum Menschen machen zu wollen, ergriffen den das alte System nicht zu heilen vermag, weil es überhaupt ich will das Finale hinzufügen, und wenn Alles zu Ende ist, das Wort, und während der König altdeutsch phantasirte, meinten nicht heilt und schafft, londern nur existirt und genießt. Die dann reichen Sie mir die Haud, damit wir von vorne sie, neudeutsch philosophiren zu dürfen. Allerdings war dies un- Existenz der leidenden Menschheit, die denkt, und der denkenden Laßt die Todten ihre Todten begraben erhört in Preußen. Einen Augenblic schien die alte Ordnung Menschheit, die unterdrückt wird, muß aber nothwendig wieder anfangen. passive und gedankenlos genießende Thier... aber die für Dagegen ist beklagen. es beneidenswerth, die der Dinge auf den Kopf gestellt zu sein ersten zu sein, die lebendig ins neue Leben eingehen; dies soll Diener des alten Despotismus machten diesem undeutschen welt der Philisterei ungenießbar und unverdaulich unser Loos sein. Es ist wahr, die alte Welt gehört dem Philister. Treiben rasch ein Ende. Es war nicht schwer, die Wünsche des den. Von unserer Seite muß die alte Welt vollkommen ans Aber wir dürfen ihn nicht wie einen Popanz behandeln, von Königs, der für eine große Vergangenheit voll Pfaffen, Ritter Tageslicht gezogen und die neue positiv ausgebildet werden. Je dem man sich ängstlich wegwendet. Wir müssen ihn vielmehr und Hörige schwärmte, mit den Absichten der Idealisten, welche länger die Ereignisse der denkenden Menschheit Zeit lassen, sich genau ins Auge fassen. Es lohnt sich, diefen Herrn der Welt lediglich die Folgen der franzöfifchen Revolution, also zuletzt doch zu besinnen und der leidenden, fich zu sammeln, um so vollendeter zu studiren. Herr der Welt ist er freilich nur, indem er fie, wie eine Republik und eine Ordnung der freien Menschheit statt der wird das Produkt in die Welt treten, welches die Gegenwart in die Würmer einen Leichnam, mit seiner Gesellschaft ausfüllt. Die ordnung der todten Dinge wollen, in fühlbaren Konflikt zu ihrem Schooße trägt." Der so geschrieben, ist der größte Vorfämpfer der Unterdrückten, Gesellschaft dieser Herren braucht darum nichts weiter als eine bringen. Als dieser Konflikt schneidend und unbequem genug ge Anzahl Stlaven und die Eigenthümer der Sklaven brauchen worden und det jähzornige König hinlänglich aufgeregt war, da der Theoretiker des wissenschaftlichen Sozialismus geworden, er nicht frei zu sein. Wenn sie wegen ihres Eigenthums an Land traten die Diener zu ihm, die früher den Gang der Dinge so hat die alte Welt ans Tageslicht gezogen" und die Nothwendigund Leuten Herren im eminenten Sinne genannt werden, sind sie leicht geleitet hatten und erklärten: Der König thäte nicht wohl, feit der Umgestaltung des bürgerlichen Systems unwiderleglich Darum nicht weniger Philifter, als ihre Leute." feine Unterthanen zu unnützen Reden zu verleiten, sie würden erwiesen. Der Kölnische Briefschreiber von 1843 war Kari und bie wver= Die Geschichte der deutschen Bourgeoisie, die 1848 das Pro- bas Geschlecht der redenden Menschen nicht regieren fönnen. Mary. Die Bruchstücke des Schreibens, die wir heute reproYetariat auf den Barrikaden fich verbluten ließ, um ihre ökono- Auch der Herr aller Hinterruffen war über die Bewegung in buzirt haben, fennzeichnen bereits den ganzen Mann, der mit mischen Privilegien durch Preisgabe ihrer Selbständigkeit und den Köpfen der Vorderruffen unruhig geworden und verlangte genialem Scharfblick den Dingen auf den Grund fah, die Klaffender Volksrechte schnöde zu erschachern, die vor dem Hausmeier- Wiederherstellung des alten ruhigen. Zustandes. Und es erfolgte gegenfäße richtig erfaßte und die Beseitigung der Ausbeutung des thum des Bismarck fnechtselig im Staube kroch, weil dieser sie eine neue Auflage der alten Rechtung aller Wünsche und Ge- Menschen durch den Menschen als die Grundbedingung eines und sich auf Stosten der Massen bereicherte, ist eine gute Be- danken der Menschen über menschliche Rechte und Pflichten, d. h. wirklichen gesellschaftlichen Fortschritts erkannte. stätigung des Sitten- und Charaktergemäldes aus dem Jahre 1843. die Rückkehr zu dem alten verknöcherten Dienerstaat, in welchem Theater. Donnerstag, den 28. Mai. Opernhaus. Lohengrin. Schauspielhaus. Der neue Herr. Leffing- Theater. Der Königs lieutenant. Berliner Theater. Der Hüttenbefitzer. Deutsches Theater. Die Kinder der Exzellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Nanon. Wallner Theater. Der verlorene Sohn. Vorher: Das Modell. Residenz- Theater. Dr. Jojo. Bellealliance- Theater. und Cacolet. Tricoche Thomas- Theater. Der Zigeuner. 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Co.) sind, werden ersucht, dieselben unverH. Schulke( mit'n). üglich, ob gezeichnet oder leer, abzuBestellungen auf Musik für jedes Vorkommniß werden im Botal entgegengenommen. 565L Vereinsabzeichen, ung, empf. D. Stempel u. Gravirung. d. Genossen G. Kleist, Waldemarstr. 48. Rechts- Bureau des Königl. preuß. Amtsrichter a. D., Alte Jakobstr. 102, 11. Gewissenhafter Rath, Hilfe in allen Angelegenheiten. Unbemittelten unentgeltlich. Auch Sonntags. Rohtabat A. Goldschmidt, liefern. 275/5 Die Kommission. J. A.: J. Meyer, Andreasstr. 12, III, Achtung! Möbelpolirer! Sonntag, den 7. Juni, findet eine Dampferpartie mit Musit nach Schmöckwih statt. Abfahrt früh 7 Uhr von der Jannowigbrücke. Fahrpreis à Person 1,25 M., Kinder 25 Pf. Um zahlreiche Betheiligung bittet das Komitee. Billets sind zu haben am Sonnabend, den 30. Mai, Abends, in den drei bekannten Zahlstellen der Kranken911 b taffe, außerdem bis am Mittwoch, den 3. Juni, bei folgenden Kollegen: G. Bannsee, Oranienstr. 19; G. Hennig, Fürstenwalderstr. 9, v. 42r.; D. Müller, Görligerstraße 70, H.; Schulz, Rüdersdorferstr. 45, v. 4 Tr. Da am Abend des 8. Juni bei Herrn Henke, Blumenstraße 38, das Komitee seine BilletAusgabe schließt, werden hierdurch Alle darauf aufmerksam gemacht, daß die Billets, welche nicht bis zum 3. Juni zurück gebracht worden sind, als vertauft betrachtet werden. Diejenigen, welche noch Billets von der Matinee haben und nicht bald abliefern, werden in der Juni- Versammlung bekannt ge macht. J. A.: H. Schulz, Rüdersdorfer Straße 45. Spandauerbrücke 6, am hiesigen Plaze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Martt.[ 746 verbr. Glühlampen, t. Arthur Lambert. 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Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 89. Sigung vom 27. Mai. 11 Uhr. Am Ministertische: Finanzminister Dr. Miquel, Landwirthschaftsminister von Heyden, Handelsminister von Berlepsch, Minifter des Innern Herrfurth und zahlreiche Kommissarien, später auch Bizepräsident des Staatsministeriums, Staatsminister Dr. von Bötticher. Beim Etat des Ministeriums für Handel und Gewerbe bringt der Abg. Goldschmidt( dfr.) den Erlaß des Berliner Polizeipräsidenten zur Sprache, durch welchen der Korporation der Berliner Gastwirthe Innungsrechte verliehen wurden. Wegen eines Formfehlers mußten diesen diese Rechte später eingeschränkt werden. Durch die ganz unzweckmäßige Innungseinrichtung sei die freie Vereinigung der Gastwirthe in Berlin schwer geschädigt, deren Mitglieder nun zu Zwangsbeiträgen für die Innung heran gezogen werden; außerdem besitze die freie Vereinigung mustergiltige Einrichtungen, die die Innung nicht aufzuweisen hat. Redner bittet, daß der Minister sich der Interessen der Mitglieder der freien Vereinigung annehme. Donnerstag, den 28. Mai 1891. Aufhebung der Zölle in Erwägung nehmen werde. Jetzt steht der Preis längst bis auf 210 m., ohne daß die Regierung etwas thut. Durch die Suspendirung der Zölle in Frankreich wird die Situation für uns besonders schwierig und die Regierung übernimmt eine schwere Verantwortung, wenn sie diesen Verhältnissen gegenüber unthätig bleibt. Abg. v. Kardorff( frk.): Die Preisverhältnisse sind ein Ergebnis einer ganz ungefunden Spekulation, die dazu benutzt werden foll, die Bölle ganz zu beseitigen.( Sehr richtig.) Wie wäre es sonst möglich, daß das Getreide in Mainz und Frankfurt billiger ist als im Osten. Wenn die Berliner Börse die Hausse nicht weiter treibt, so werden wir bald wieder normale Getreidepreise haben. 8. Jahrg. Pflicht, die Sache heute hier zur Verhandlung zu bringen, und die Debatte ist auch keine verlorene gewesen. Hierauf wird ein Schlußantrag angenommen. Die Einnahmen des Etats der Verwaltung des Ministeriums für Handel und Gewerbe werden bewilligt. Abg. Lamprecht bringt einen Wunsch betreffend die Bergverwaltung in Rüdersdorf vor, bleibt aber bei der eingetretenen großen Unruhe des Hauses auf der Journalistentribüne und, wie der Handelsminister v. Berlepsch erklärt, auch auf der Minister dank unverständlich. Auf eine Anfrage des Abg. Krah erklärt Unterstaatssekretär Magdeburg, daß die Umwandlung des Nebenseeamts in Flensburg in ein Hauptamt nicht in Aussicht genommen ist. Abg. Rickert verlangt eine größere Berücksichtigung des geAbg. v. Eynern( natl.) fürchtet, daß die heutige Debatte zu neuen Preissteigerungen Anlaß geben wird( Sehr richtig! werblichen Zentralvereins für Westpreußen zu Danzig aus dem links) und bedauert, daß die Landwirthe davon keinen Nußen Dispositionsfonds des Ministeriums. haben werden, wie sie selbst zugeben. Abg. Brömel( dfr.): Der Landwirthschaftsminister scheint nur die Interessen derjenigen Produzenten ins Auge zu faffen, denen er seine besondere Aufmerksamkeit zuwenden muß; allein die rapide Preissteigerung läßt sich doch nicht verkennen, und wo soll dann der Hebel angesetzt werden, wenn nicht bei den Zöllen, die bei uns höher sind als in irgend einem anderen Lande der Handelsminister v. Berlepsch: Von den 4000 Mitgliedern Welt. Das deutsche Volt wird heute rücksichtsloser behandelt als der freien Vereinigung sind nur 700 zu Beiträgen für die Innung zur Zeit des Zollvereins. Die Nothlage ist ernst genug, um die herangezogen worden. Dabei sind für die Innung Beschrän- Regierung zu veranlassen, an Erleichterungen zu denken. Die fungen festgesetzt, so z. B. dürfen die Nichtmitglieder nicht zu den Behauptung von der ungeregelten Preisverschiedenheit in den Kosten für die Innungsfachschule herangezogen werden. Auch verschiedenen Theilen des Landes ist unrichtig und ganz unhat die Innung sehr fegensreich wirkende Einrichtungen, z. B. gereimt, denn wäre sie richtig, so gäbe es ja tein tesseres Geden unentgeltlichen Arbeitsnachweis, getroffen. Der anfängliche schäft, als das billigere Getreide von anderen Städten nach Berlin Formfehler ist später reparirt. zu schaffen. Abg. Eberty( dfr.): In weiten Kreisen der Bevölkerung hat der Arbeitsnachweis keineswegs Anklang gefunden, wie das immer zu geschehen pflegt, wenn man Ausnahmerechte für Minoritäten einführt. Zahlreiche Prozesse stehen in Aussicht und der Minister würde gut thun, den Wünschen des Abg. Goldschmidt Rechnung zu tragen. Abg. Goldschmidt( dfr.) bleibt dabei, daß ein Formfehler bei Verleihung der Innungsrechte stattgefunden habe. Die Behörden, welche gesetzlich gehört werden müssen, haben sich gegen die Jnnung ausgesprochen. Minister v. Berlepsch: Diese Behörden sind nur zu hören, das ist geschehen; die Entscheidung hat der Polizeipräsident nach eigenem Ermessen zu treffen. Abg. Lehmann( Zentr.): Die rheinischen Gewerbegerichte entsprechen nicht ganz den Anforderungen, welche die ReichsGesetzgebung an diese Gerichte neuerdings stellt. Wenn eine Aenderung der Einrichtung dieser rheinischen Gewerbegerichte nicht bis 1. Oktober d. J. stattfindet, so werden dieselben mit diesem Zeitpunkte eingehen, was sehr zu beklagen wäre. Vizepräsident des Staatsministeriums Dr. v. Bötticher: An Interesse für die Versorgung des Landes mit billigem Getreide steht die Regierung hinter feiner Partei zurück.( Abg. Brömel ruft: Ganz entschieden!) Nun, das ist eine persönliche Meinung, die darum noch nicht überall getheilt werden muß, weil Sie die selbe haben.( Sehr richtig!) Meine neuliche Rede bei einem landwirthschaftlichen Feste ist hier falsch gedeutet. Ich habe gesagt, daß der landwirthschaftliche Schutz wird ermäßigt werden müssen, aber ich habe hinzugefügt, daß über die Grenzen des nothwendigen Schutzes nicht wird hinausgegangen werden können. ( Ruf rechts: Redensarten!) zu einem Systemwechsel liegt kein Grund vor. Eine weitere Untersuchung über die Ursachen der Preissteigerung ist nicht nöthig.( Rechts: Warum denn nicht?) Aber das wird Herr Broemel doch zugeben, daß die Spekulation doch nicht ganz unschuldig an der Preissteigerung ist. Vertrauen Sie der Regierung, daß sie die Interessen des Landes auch gegen über der Preisvertheuerung des Getreides wahren wird. Abg. v. Schalscha( Zentr.) findet die Preissteigerung bis zu einem gewissen Grade erklärlich aus der allgemeinen Aufbefferung der Löhne und Gehälter. Die Zölle haben auf die Preissteigerung keinen Einfluß, denn sie werden von dem importirenden Auslande getragen. Geh. Rath Lüders sagt möglichstes Entgegenkommen zu; allen Wünschen aber werde man bei den beschränkten Mitteln des Fonds nicht entsprechen können. Die Abgg. v. Eynern und Sattler treten der Forderung des Abg. Rickert entgegen; das hieße Kirchthumspolitik treiben. Abg. Rickert lehnt diese Vorwürfe ab; namentlich von den überreichlich gesättigten Hannoveranern sei es unrecht, ärmeren Provinzen eine Erhöhung ihrer kümmerlichen Dotation zu mißgönnen. Der Rest dieses Etats wird bewilligt und darauf um 4½ Uhr die Fortsetzung auf Freitag 11 Uhr vertagt. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Langenbielan. Vor der Strastammer des Landgerichts zu Glatz standen am Montag die Genossen Kühn und Baginsti, um sich wegen Aufreizung zum Klassenhaß, Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen und Aufforderung zu ungesetzlichen Handlungen zu verantworten. Genosse Kühn wurde von beiden ihm zur Last gelegten Vergehen freigesprochen. Genosse Baginsti erhielt einen Monat wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen. Dagegen wurde er von der Anklage wegen Auf reizung freigesprochen. * * Lägerdorf, 25. Mai. Sier ist im Februar ein junges Ehepaar getraut worden und drei Monate nachher wurde ihm eröffnet, daß die standesamtlich geschlossene Ghe ungiltig sei. Der junge Ehemann, Ludwig Seestedt, war im Februar noch nicht volle 20 Jahre alt, er hätte daher für die Heirath eines Dispenses bedurft. Das war von dem Standesbeamten übersehen worden. Am 6. Mai wurde Seestedt nun nach dem Amtsgericht Ihehoe beschieden und dort vom Gerichtsinspektor Tacher aufgefordert, sich von neuem trauen zu lassen, denn die erste Eheschließung sei ungiltig und das Paar habe bis jetzt thatsächlich in wilder Ehe gelebt. Seestedt lehnt die Aufforderung ab; er wollte sich nicht kompromittiren, indem er erkläre, in wilder Ehe gelebt zu haben. Was wird nun wohl weiter werden? Man nennt die heutige Ghe ja heilig", dann müssen die Organe des Staates indeß auch genau das Vorhandensein der Bedingungen des Eheschlusses er * Biebrich, 25. Mai. In der gestern stattgehabten Ronferenz der Parteigenossen des zweiten nassauischen Wahlkreises im Goldenen Roß" zu Mosbach wurde bezüglich der Presse endgiltig entschieden, die Mainzer Volts- Zeitung" als das ParteiOrgan für den Wiesbadener Kreis anzuerkennen und mit aller Kraft für deren weiteste Verbreitung Sorge zu tragen. Der Kreis behält sich das Recht vor, zur Zeit die geeigneten Schritte zu thun, um während einer Wahlperiode das Blatt selbständig erscheinen zu lassen. Minister v. Berlepsch: Die Gewerbegerichte sollen erhalten bleiben; die nöthige Vorlage wird dem Hause in den nächsten Zagen zugehen.( Ruf: Also doch noch neue Vorlagen? Heiter feit.) Sie behandelt eine so übersichtliche Materie, daß die Ar- Abg. Richter( dfr.): Die Agrarier des Herrenhauses anbeitszeit des hohen Hauses dadurch nicht verlängert werden wird. erkennen die Nothwendigkeit einer Preisermäßigung für Getreide, Abg. Schmidt Elberfeld( dfr.) erörtert die Verhältnisse der nur wollen sie dieselbe auf dem Wege der Eisenbahn- Fracht Fachschulen, verlangt Verbesserungen in der Organisation derselben ermäßigung; das Ziel ist dasselbe, wie für uns, nur das Mittel und namentlich Pensionsberechtigung für die Fach- Schullehrer. Es halten wir für ungeeignet. Die Spekulation fann diese Preise fehle an einem bestimmten Programm für die Fachschulen, allein nicht erzeugen. Der Roggen ist jetzt bei uns theurer, als namentlich für die Angliederung derselben an die Volksschulen. in England der Weizen. Das sind die Folgen der künstlichen forschen, nicht aber wilde Ehen" hervorrufen. Daß man mit den Fachschulen die Lehre in der Werkstatt des Preisvertheuerung durch die Zölle. Die augenblickliche Aufhebung Meisters beseitigen fönne, sei eine durchaus unrichtige Vor- der Getreidezölle ist nicht entscheidend für die Richtung der stellung, von der viele beherrscht werden, die heute Einfluß auf Wirthschaftspolitik; in Frankreich haben sich die Schutzzöllner die Fachschulen zu erlangen suchen. Eine größere Aufmerksamkeit der Aufhebung gefügt, weil sie fürchten müssen, bei einer Aufsollte den Fachschulen für das weibliche Geschlecht zugewendet rechterhaltung der Zölle den Boden zu verlieren. Man sagt, es sei kein Nothstand vorhanden. Jedenfalls werden dem Volke werden; bisher ist in dieser Richtung wenig gethan. Abg. v. Schenckendorff( natl.) äußert ebenfalls Wünsche durch die hohen Getreidepreise in Verbindung mit den hohen in Bezug auf die Organisation des Fachschulwesens. Zwischen Kartoffelpreisen die nöthigsten Nahrungsmittel in ganz empfindunteren und höheren Fachschulen sei die Errichtung mittlerer licher Weise vertheuert. Erfreulich war, daß die Erklärung des Fachschulen nöthig. Ueberhaupt fei unser gewerkliches Fach- Ministers v. Bötticher doch entgegenkommender klang, als die schulwesen einer weiteren Entwickelung unseres Fortbildungs- Erklärung des Landwirthschafts- Ministers. Die Herren Minister Hamburg, 25. Mai. Antiage wegen Beleidigung ist von Schulwesens verknüpft werden könnte; beide Schuleinrichtungen sind scheinen untereinander nicht einig zu sein und diese Unsicher für die Erhaltung und gedeihliche Entwicklung dringend be- heit lähmt den Handel noch mehr, als dies ohnehin schon dem Fabrikanten Mehrens in Neumünster gegen den verantwort lichen Redakteur des„ Echo" erhoben worden. Auch gegen den dürftig, die mit der weiteren Entwickelung unseres Mittel- der Fall ist.( Sehr richtig! links.) Minister Dr. v. Bötticher: Der einzige bestimmt vorliegende Redakteur der Nordd. Volfs- 3tg.", Stengele, war von Mehrens standes von größter Wichtigkeit und greifen bestimmend in die Gestaltung unserer sozialen Verhältnisse ein. Hoffentlich werde Faktor ist die Höhe des Getreidepreises; wie hoch die Getreide- Klage angestrengt wegen desselben Artikels, worin pp. Mehrens auch der Herr Finanzminister seine früher für diese Schuleinrich vorräthe im Lande sind wiffen wir nicht. Auf solche einseitige beschuldigt war, aus Lazarethen 2c. stammende Verbandswatte zu tungen befundete Sympathie durch Zuwendung der erforderlichen Thatsachen hin können regierungsfeitig teine allgemeinen Anord- Tritotagen verwendet zu haben. In letzterer Sache war zum 26. d. M. Termin von dem Altonaer Amtsgericht angefeßt, Mittel bethätigen. nungen getroffen werden." Abg. Eberty( dfr.) schließt sich dem Vorredner an, desgl. der Abg. v. Ehnern( natl.) Die Abgg. Schmidt- Elberfeld( dfr.) und Seyffardt- Magdeburg( natl.) treten dem entgegen und für obligatorische Fortbildungsschulen ein, wie sie in anderen deutschen Einzelstaaten bereits vorhanden sind. Abg. v. Eyneru( natl.): Die Beispiele aus den kleinen Einzelstaaten passen gar nicht für unfere übervölterten Industrie. bezirke. In jenen Kleinstaaten bestehen die Schulen meist nur auf dem Papier. Abg. Richter( dfr.) fragt, ob die von der Regierung in Ausficht gestellten Erhebungen über den Stand der Saaten und über die Ernte- Aussichten beendet sind, und welche Ergebnisse diese Erhebungen gehabt haben. rechts.) " * Abg. Graf Kanit: Die Erfahrungen, welche[ man mit der Durch seinen Anwalt stellte der Beklagte das Ersuchen, den Tersliding scale in England gemacht hat, sollten doch vor der Ein- min bis zur Beendigung des gegen Mehrens schivebenden Strafführung einer temporären Ermäßigung der Getreidezölle warnen; verfahrens auszusetzen. Darauf erfolgte nachstehender Beschluß. die Folge der Ermäßigung war in England eine toloffale Ver theuerung der Getreidepreise. Die Verhältnisse der Landwirthschaft haben seit der letzten Erhöhung der Getreidezölle sich keineswegs gebessert, sie ist vielmehr noch stärker belastet worden. Durch die Ermäßigung werden vielleicht Zehntausende von braven Landwirthen zu Grunde gehen; und doch giebt man uns feine Auskunft über die bezüglichen Abinachungen in dem Handelsvertrag. Minister von Bötticher: Ich bin außer Stande, über irgend einen Theil der Handelsverträge Mittheilungen zu machen, weil der Vertrag als Ganzes beurtheilt werden muß. Der ganze Vertrag braucht deswegen nicht werthlos zu sein, weil er diese Herabsetzung enthält. Auch Herr Graf Kanit wird aus dem Ganzen ein freundlicheres Bild gewinnen. Von einer HerabNachdem seitens der föniglichen Staatsanwaltschaft zu Riel die Auskunft ertheilt ist, daß gegen den Privatkläger wegen Verwendung von Watte, welche mit Giter und Blut be. haftet war, Antlage vor der Straffammer zu Riel erhoben worden ist, wird das Privattlage- Verfahren unter Aufhebung des Termins am 26. d. M. bis zur Beendigung des in Riel ans hängigen Strafverfahrens ausgesetzt. Altona, den 23. Mai 1891. Königliches Amtsgericht Abth. 4 b. ( gez.) Birnbaum. Db Herr Mehrens nun seine Klage noch aufrecht er. halten wird? Landwirthschaftsminister v. Heyden: Diese Erhebungen sind noch nicht zum Abschluß gekommen. Die anfänglichen Befürchtungen über die voraussichtlichen Ergebnisse sind nach den NachBremen, 25. Mai. Die Zustände in den hiesigen Eisenbahnrichten der letzten Tage nicht mehr zutreffend. Die Ernte- Aus- fegung der Kornzölle auf 3,50 M. habe ich nicht gesprochen. sichten haben sich für mehrere Landestheile erheblich gebessert, Abg. v. Huene( 3.): Ich enthalte mich ausdrücklich, auf Werkstätten sind der Anlaß zu einem Beleidigungsprozeß gegen wenn auch eine geringere Strohernte wahrscheinlich ist. Für den Handelsvertrag einzugehen. Dient der Gesammtvertrag zum den Redakteur der Bürgerzeitung" geworden. In einem Artikel uns liegt in diesem Moment ein Grund zu Besorgnissen nicht wohle des Vaterlandes, dann wird sich die Landwirthschaft als der Zeitung war behauptet worden, die Lohnfäße bei den Akkordvor. Wie sich die Dinge gestalten werden, kann mit Sicherheit Theil des Ganzen zu fügen haben. Die Frage der Getreidever- arbeitern feien so medrige, daß die Arbeiter gezwungen wären, kein Mensch voraussehen; ein abschließendes Urtheil ist zur Beit theuerung ist überaus ernst. Ob aber gerade das Vorgehen der zu unehelichen Mitteln ihre Zuflucht zu nehmen und theils nicht nicht möglich. Was die Preissteigerung anbetrifft, so wird die Herren Richter und Brömel zur Besserung führen muß, bezweifle verfertigte Arbeiten als verfertigt anzugeben, theils Arbeiten unselbe wohl hauptsächlich erzeugt durch die Unsicherheit, welche ich sehr, denn nach den heutigen Erklärungen wird erst recht genügend zu machen, der Artikel schloß mit den Worten: NieDurch allerlei Gerüchte hervorgerufen wird.( Sehr richtig! Jeder sich hüten, Getreide einzuführen; die Anreger der mand sei moralisch befugt, die Arbeiter so verächtlich und unBei der Verhandlung der Klage behaupteten der Abg. Rickert( bfr.) verweist auf den Import russischen Ge- Cache hätten ihre Interpellation bis zur Beendigung der an unwürdig zu behandeln, wie es seitens einiger Vorgesetzten ge= geordneten Erhebungen aufschieben sollen. Der Einfluß des schehe. treides in Danzig und ist verwundert, daß der Landwirthschafts- Bolls auf die Preisbildung wird ungemein überschätzt; Werkstättenvorsteher, der Werkmeister und ein Vorarbeiter, von minister sich in Widerspruch seht mit den Ausführungen, die die Möglichkeit, daß die Beseitigung des Zolls ein Sinken des den in dem Artikel behaupteten Thatsachen nichts zu wissen. Minister v. Bötticher fürzlich gemacht hat, wonach die heutigen Preises zur Folge hat, ist sehr zweifelhaft, im Gegentheil eine Er- Mehrere Kolonnenführer und Arbeiter gaben dagegen die RichtigZölle nicht aufrecht erhalten werden können. Die Regierung trage höhung gar nicht ausgeschlossen. Ich richte an die Regierung die feit der Behauptungen unumwunden zu, womit sie sich selbst bedie Verantwortung, wenn sie es versäume, die Ginberufung des bringende Bitte, die Erhebungen sobald wie möglich abzuschließen sichtigten. Trotzdem war der Staatsanwalt der Ansicht, daß die Reichstages zwecks Aufhebung der Zölle zu veranlassen. und so rasch wie möglich die Frage zu beantworten, ob eine Thatsachen nicht erwiesen seien, und beantragte 2 Monate Ge Suspension der Zölle erfolgen soll oder nicht. Denn auch, sobald fängniß. Das Urtheil lautet auf 400 M. Geldstrafe. In der nur erst feststeht, daß eine Suspension nicht erfolgen wird, werden Begründung heißt es, eine allgemeine Handhabung sei nicht erwiesen worden. Die Möglichkeit erscheine nicht ausgeschlossen, lohnende Zufuhren ins werk gesezt werden können. Rußland noch erhebliche Getreidevorräthe hat. Die Schuld an angesetzt worden wegen der stark beleidigenden Formi. Abg. Schultz Lupik konstatirt als Thatsache, daß Süd- daß nur Einzelne so gehandelt hätten. Die Geldstrafe sei so hoch Mühlhansen. Eine hübsche Pfingstfreude ist den in dem Minister v. Heyden: Die Verbreitung der Behauptung, daß der Bertheuerung bei uns trage ausschließlich die Börse. Abg. v. Eynern: Herr v. Bötticher verlangt, man solle der Thüringer Aufruhrprozeß, der sich aus Vorkommnissen bei der der Reichstag einberufen werden müsse, ist mit eine der Ursachen, Fürsorge der Regierung vertrauen und sagt weiter, die agrari- legten Wahl entwickelte, Verurtheilten bereitet worden. Die welche Preissteigerung zur Folge hat. Abg. Nichter( dir.): Die ungünstigen Berichte über den schen Zölle würden nicht weiter herabgesetzt werden, als die Strafen sind rechtskräftig geworden, da der eingelegten Revision Stand der Saaten sind im„ Reichs- Anzeiger" veröffentlicht worden; Griftenzfähigkeit der Landwirthschaft es ertragen kann. 20 und dem Antrag auf das Wiederaufnahme- Verfahren nicht statthaben sich die Verhältnisse inzwischen gebessert, so follte die Regierung liegt denn die Grenze, bis wieweit die Herabfezung hiernach gegeben wurde. Am Sonnabend, den 16. Mai, also am Tage dies darlegen. Der frühere Landwirthschafts- Minister erklärte, erfolgen kann? Darüber haben wir keine Antwort bekommen. vor dem Pfingstfest, wurden sämmtliche drei Angeklagte aus daß schon bei einem Roggenpreise von 180 M. die Regierung die Bei der wachsenden Aufregung der Bevölkerung war es unsere ihren Wertstätten von zwei Schutzleuten abgeholt. Seffe Abg. Graf Kanitz( tons.): Die Getreidepreise sind gegenwärtig höher, als die Landwirthschaft sie wünscht. Zu einer Einberufung des Reichstages liegt kein Grund vor. Die Regierung möge nur die wahren Ursachen der Preiserhöhung ermitteln, bie nicht in den Ernteaussichten, sondern in ganz anderen Dingen begründet sei. = Lokales: " " arbeitet zu Hause und er konnte wenigstens von seiner Familie Verwalterin die Wittwe Warm, die neue Stabshauptmännin, ift.[ bewußtlos liegen blieb. Schnell hinzueilende Bahnbeamte brachten Abschied nehmen. Dagegen find v. Rhein und Herbold In der Mitte des langgestreckten Zimmers waren sechs Tische zu den Sterbenden nach dem Stations- Bureau, woselbst ein sofort Tabatarbeiter und in verschiedenen Fabriken beschäftigt. Diefen einer langen Tafel zusammengestellt, auf der die silber- und gold- herbeigeholter Arzt nur den Tod konstatiren konnte. Die Leich wurde nicht gestattet, die Kleider zu wechseln oder von der geschmückten Tassen der ganzen Hausbewohnerschaft prangten. des Unbekannten wurde nach dem Schauhause gebracht. Eben Familie sich zu verabschieden. Fluchtverdacht kann zu dieser um diesen Tisch sammelte sich die zumeist aus Frauen bestehende falls von einem Schlaganfall betroffen infolge heftigen Trinkens Maßregel nicht Anlaß gewesen sein, da alle drei in solch' dürftigen Armee", während auf Bänken längs der Wände gegen 30 Kinder von faltem Wasser in erhittem Zustande wurde gestern auf dem Verhältnissen leben, daß an Aufbringung der Mittel zur Flucht Platz genommen hatten. Die Stabshauptmännin konzentrirte ihre felben Bahnhofe ein daselbst angestellter Gepäckträger; der nicht gedacht werden konnte, außerdem die Verhafteten immer Thätigkeit auf die Zubereitung großer Mengen von Chokolade, Kranke wurde vollständig gelähmt nach dem Lazarus- Krankenhause noch hofften, daß der Prozeß einen für sie günstigen Abschluß die die Armee" sich trefflich munden ließ. Der General" gebracht. finden würde, weil sich jeder eines Verbrechens nicht bewußt war Gerbing forgte für die geistige Unterhaltung. In einigen Wochen und für unschuldig hielt. Die Verhafteten verbüßen ihre sechs soll ein zweites Korps im Süden, in der Gegend des Kottbuser Aborte auf dem Bahnhof Zoologischen Garten geleert, und dabei Kindesmord. In der Nacht zum 24. d. M. wurden die Monate Gefängniß im Gerichts- Gefangenenhause zu Mühlhausen. Dammes, installirt werden. die Leiche eines jungen Kindes weiblichen Geschlechts aufgefun Die Gefährlichkeit des Telephons während des Gewitters den, welche an der linken Seite des Gesichts frische Wunden wird durch eine beachtenswerthe Mittheilung dargethan, welche zeigte. Das Kind scheint indessen erdrosselt worden zu sein, und der„ T. R." von Seiten eines hiesigen praktischen Arztes zu- man schreibt die Wunden Rattenbissen zu. Die etwa 8 Tage gegangen ist; derselbe schreibt: Während des Gewitters am alte Leiche ist dem Schauhause überwiesen worden, woselbst die jüngsten Freitag wurde ich zu einem Patienten gerufen, der an- Todesursache demnächst festgestellt werden wird. Hinsichtlich der Der 74 Jahre alte Genoffe Schönfeld, von dessen Tode geblich vom Blik getroffen war. Der betreffende junge Mann, Mutter ist bislang nichts zu ermitteln gewesen. wir bereits berichteten, wurde am Dienstag Abend von einer Angestellter einer Fabrik in der Reichenbergerstraße, hatte während größeren Anzahl Genossen wie feiner Arbeitskollegen zur letzten des Gewitters den Fernsprecher benußen wollen, hatte aber der Der Verderperron". Abermals ist infolge leichtsinnigen Ruhestätte geleitet. Im Osten Berlins war Schönfeld unter den Betrieb wird, wenn ich nicht irre, beim Gewitter eingestellt Abspringens vom Vorderperron eines Pferdebahn- Wagens ein alten Genossen einer der bekanntesten. Sprachen die jüngeren feine Antwort erhalten. Als er eben den Apparat vom Ohr ent- junger Mann zum Krüppel geworden. In der Invalidenstraße Genossen ihm gegenüber von den Gefahren, welche das Sozialisten- fernen wollte, erhielt er einen heftigen Schlag, der ihn faft zu sprang gestern Nachmittag der Drucker Sch, auf die vordere Platt gesetz auch auf ihn noch erstrecken könne und die er infolge seines Boden warf. Eine zweite in demselben Raum anwesende Person form eines Pferdebahn- Wagens der Linie Moabit- Rosenthalerthor Alters dann wohl doppelt fühlen würde, fo antwortete fah, wie aus dem Apparat ein starker elektrischer Funke heraus- und schwang sich, als der Rutscher ihm mittheilte, daß hier Alles er furz: Die alte Garde stirbt, aber sie ergiebt sich nicht" und fuhr und seinen Weg durch das offen stehende Fenster nahm. besetzt, rücklings wieder hinab. Sch. fam dabei aber so unglüc er hielt Wort. Wie er dem Sozialistengefeß zu troßen verstand, Als ich den Patienten fah, war er nur mit Mühe im Stande, lich zu Fall, daß ihm das rechte Vorderrad der Tramway, obso stand er der Frau des ausgewiesenen, später verstorbenen einige Schritte zu gehen, seine Glieder zitterten heftig, seine wohl der Rutscher auf der Stelle bremste, über den rechten UnterGenossen Rosentreter mit Rath und That zur Seite; Schönfeld Sprache war zögernd, die Gesichtsfarbe sehr blaß, er flagte schenkel hinwegging und denselben total zermalmte. Sch. wurde war unverheirathet. Vor vier oder fünf Jahren wurde der über heftige Kopfschmerzen. Heute ist der Patient wieder ganz fofort nach der Sanitätswache in der Eichendorffstraße gebracht Verstorbene zur Polizeiwache fiftirt und einer förperlichen Visi- hergestellt." und nach Anlegung eines Nothverbandes nach töniglichen Klinik tation unterworfen; seit dieser Zeit flagte er wiederholt, daß er überführt. an Gedächtnißschwäche leide; mag sein, daß er sich den Vorfall Das Feuer in der lanen- Kaserne ist erst in der geftrigen allzu sehr zu Herzen nahm oder daß vielleicht eine allzu rohe Nacht als gänzlich erloschen zu betrachten und ist die starke Ein unbekannt" Verstorbener wurde gestern Vormittag Behandlung, die dem alten Manne gerade zu jener Zeit zufällig" Brandwache gegen Morgen abgerückt. Den vorgeftrigen Nachmittag auf dem Promenadenwege der Greifswalderstraße aufgefunden. zu Theil wurde, nachtheilig auf seinen Geisteszustand gewirkt hat. hindurch hatten noch die Bedienungsmannschaften von 4 Lösch- Der Unbekannte, welcher wenige Minuten vorher Auf welche Art der alte Veteran ums Leben gekommen ist, ist zügen an der Brandstätte mit den Ablöschungsarbeiten zu thun 8 Uhr von einem Pferdebahn- Wagen der Linie Weißenseenicht aufgeklärt. Nachdem er kurz vor seinem Tode die Wohnung und mußte noch bis 8 Uhr Abends zeitweilig aus zwei von Moltenmarkt abgesprungen war, brach plößlich zusammen und gewechselt hatte, erschien er am dritten Tage in der neuen Woh- Hydranten gespeisten Schläuchen Wasser auf die immer wieder verschied nach wenigen Sekunden. Bei dem Todten hat die nung nicht mehr. Später wurde seine Leiche im Wasser gefunden. von Neuem aufflammenden Schutthaufen gegeben werden. Polizei ein Schreiben vorgefunden, welches an einen in der Nahrungssorgen lagen nicht vor. Jm Uebrigen war er ja Ein Uebelstand bei der Aufstellung des Sermannstraße in Weißensee wohnenden Raufmann gerichtet war. Reichsrentner!! Die Genoffen des vierten Berliner Reichstags- Sch I auch leiter Gerüst es hat sich bei dem vorgeftrigen Die Leiche des anständig gekleideten, etwa 30 jährigen Mannes wahlkreises hatten dem Dahingeschiedenen einen großen, mit Brande dadurch herausgestellt, daß dasselbe mehrere Male wurde nach dem Schauhauſe überführt. rother Schleife verzierten Lorbeerkranz gewidmet, auch seine Mit- zusammenbrach; glücklicherweise fuhr gerade kein Pferdebahnarbeiter legten einen großen, mit weißer Schleife versehenen wagen unter dieser provisorischen Brücke fort, sonst wäre hier Kranz auf sein Grab nieder. Die Genossen werden sein Andenken ein entsetzliches Unglück passirt. Schließlich mußte, weil das stets in Ehren halten. Gerüst immer wieder zusammenbrach, dasselbe stundenlang von Mannschaften der Feuerwehr gehalten werden. " gegen Von seinem eigenen Wagen überfahren wurde vorgestern Abend gegen 6 Uhr der Kutscher G., welcher auf seinem mit Lehm beladenen Lastfuhrwerk die Prenzlauer Allee paffirte. Der Kutscher, der jedenfalls fest eingeschlafen, fiel derartig vom Siz hinab, daß ihm die Räder über beide Beine hinweggingen und die letzteren total zermalmt wurden. G., der sofort bewußtlos geworden, wurde nach dem Krankenhause Friedrichshain geschafft, wo beide Unterschenkel amputirt werden mußten. B Am Sonntag, den 24. d. M., fanden sich in Rummels: burg etwa 100 Genoffen und Genofsinnen ein, um Genossen Ein geradezu gemeingefährlicher Heirathsschwindler Ehling, dem Kassirer des sozialistischen Wahlvereins II, welcher trieb seit einiger Zeit in Berlin und Umgegend sein Wesen. daselbst eine kurze Freiheitsstrafe wegen Beamtenbeleidigung zu Diefer, der Ingenieur Fritz Bauer, welcher längere Zeit bei den verbüßen gehabt hatte, abzuholen. Als derselbe etwa gegen 4 Uhr Wasserwerken am Müggelsee Beschäftigung gefunden hatte, seine erschien, wurde er freudig begrüßt, und unter Absingung eines Gattin in seiner Heimath Biberich zurückgelassen hat und dessen Unter den in der laufenden Woche beim Amtsgericht I Arbeiterliedes ging's nach dem Weigel'schen Lokal, wo der Ge- Kinder hier am Drt verheirathet sind, wußte sich troß seines Berlin zur Zwangsversteigerung gelangenden fangverein Kreuzberger Harmonie", deffen Mitglied Genosse vorgerückten Alters das Ansehen eines burschifosen Junggesellen Grundstücken befinden sich fünf, deren Reinertrag ein grelles Ghling ist, für Unterhaltung forgte. Später fuhr man nach zu geben und fand dadurch leicht Zutritt in gute Familien. Schlaglicht auf unsere modernen Bauverhältnisse wirft. Das Tempelhof, von wo es im lose gefchloffenen Buge nach Marien- Er hielt sich in der letzten Zeit in Friedrichshagen erste, in der Brunnenstraße gelegene, wird nämlich mit einem dorf ging. Lange blieb man noch dort im Schensch'schen Lokal auf und machte hier bald die Bekanntschaft einer jungen Reinertrage von 7 M. 11 Pf. aufgeführt; das zweite( Lehrterin freudiger Stimmung zusammen. Berlinerin, des Fräuleins Martha Lehmann. Der völlig mittel- straße) mit einem solchen von 66 Pf.; das dritte( Schulstraße) lofe Mann rühmte sich der Dame gegenüber feiner Wohl mit 4 M. 8 Pf.; das vierte( Stralsunderstraße) mit 5 M. 91 Pr. Dem Beispiele der allerdings nur penfionirten Polizei habenheit und betonte wiederholt, daß er viele Werthpapiere auf und das fünfte( Hussitenstraße) mit einem Reinertrage von 14 M. Wachtmeister und Schuhleute folgend, fangen nun auch die der Deutschen Bank niedergelegt habe. Nach ganz furzer Zeit 16 Pf. evangelischen Pfarrer an, sich zu organisiren. Wo Alles liebt, war plöglich Fräulein 2. die verlobte Braut des reichen Intann Karl allein nicht hassen! O tempora! wird so mancher genieurs und die Verlobung wurde auf das Opulenteste gefeiert. Auf den Sprechfaal Artikel in Mr. 105 unferes Blattes ausrufen, der die heutige Zeit nicht versteht, wenn er von einem Eines Tages nun hegte die glückliche Braut den Wunsch, sich mit erklärt uns Frau Biert, daß die mit Bezug auf ihre Person ge Evangeliſchen Pfarrerverein zur Förderung und Vertretung der ihrem Zukünftigen zusammen photographiren zu lassen; man fuhr machten Aeußerungen auf Mißverständnissen beruhen. Sie wäre ideellen und materiellen Jntereffen des gesammten Pfarrstandes" nach Berlin und saß auch bald in einem Atelier. Alles war zur namentlich nicht dem Frauenverein durch bloße Ueberredung bei hört und wird dies kaum für möglich halten. Und doch regt es Aufnahme fertig; schon ertönte die Bitte des Photographen: getreten, sondern gewillt, jetzt wieder von Neuem in die Agitation sich nach dieser Richtung hin allüberall unter der schwarzen Nur recht ruhig und freundlich!" als B., wie von der Tarantel einzutreten. Schaar; in Hessen, Nassau, Württemberg, Baden, Thüringen gestochen, plößlich aufsprang, einige Male auf- und ablief und nur mit ( Für uns ist die Sache nunmehr erledigt. Red.) haben evangelische Pfarrer bereits begonnen, Vereinigungen aller Mühe bewogen werden konnte, sein Konterfei abnehmen zu lassen. Dem Amtsbrüder ohne Rücksicht auf theologische und Kirchenpolitische fich entfernenden Paare blickte schmerzbewegt eine Dame nach, welche Die Lokalkommission von Johannisthal Nieder Differenzen zu oben gedachten Zwecken zu schaffen. Nunmehr während des Attes das Atelier betreten hatte und vergeblich be: Schönweide hält sich verpflichtet, folgende Vorkommnisse, den regt es sich auch im strammen Preußenlande und aus neun müht gewesen war, der Braut ein Zeichen zu geben. Nach Genossen Berlins und Umgebung zu unterbreiten. Wir berichten Diözesen der Provinz Brandenburg haben sich eine Anzahl Geistliche Friedrichshagen zurückgekehrt, erflärte B., sofort nach Köln reisen heute speziell über die Borussia- Brauerei in Nieder- Schönweide. zufammengethan, um einen derartigen Verein ins Leben zu rufen. zu müssen, woselbst Brasilianer auf ihn warteten, mit denen er alle Genossen werden sich erinnern, daß wir mit der Borussia nur auffindbaren evangelischen Pfarrer der Provinz Brandenburg Die Deutsche Bank war bereits geschlossen und es blieb dem Direktion versichert immer:" Unser Saal steht Ihnen zur Berzugesandt. Vorgestern Abend hat nun hier in Berlin, Wilhelm Ingenieur nichts weiter übrig, als seine Ungebetete um ein Dar- fügung," aber selten haben wir eine Versammlung( wenn wir fie straße 34, die konstituirende Versammlung dieses Vereins statt- lehen von 300 M. im Hinblick auf die schleunige Reise anzu überhaupt abhalten fonnten) ohne große Schwierigkeiten abhalten gefunden. Es ist dies immerhin ein recht erfreuliches Beichen, sprechen. Nach zwei Tagen traf eine Postkarte ein, inhaltlich tönnen; drei, vier bis füuf Mal mußten wir mindestens bitten welches beweist, daß auch die Pfarrer bereits einsehen gelernt welcher B. nach Brasilien abgereist war und erst nach zwei tommen, ehe wir den Saal bekamen. Am 27. Januar 1891 haben, daß Organisation das Hauptwort der heutigen Zeit ist Jahren als Krösus zurückkehren würde. Selbstverständlich werde meldete der Vorstand unseres Vereins eine Versammlung an und und daß ohne Organisation der Einzelne in dem Kampfe Aller er fein gegebenes Wort alsdann einlösen. Trostlos wegen der erhielt Busage. Zwei Tage vorher schrieb der Dekonom, Herr gegen Alle zu Grunde gehen muß. Diese Erkenntniß wird den schnellen Trennung eilte Martha 2. zu dem Photographen, Dolinsti plößlich:" Sie können den Saal nicht bekommen, derHerren wohl nicht zum kleinsten Theile von den Arbeitern ge- um ihren Geliebten wenigstens im Bilde besigen zu können. felbe war schon vorher anderweitig bestellt." Das ist einfach un kommen sein, da ja das schwarze Aufgebot der ihm gewordenen Merkwürdiger Weise stand in dem Wartezimmer dieselbe Dame. wahr, denn der Saal wurde an demselben Abend nicht benutzt, Ordre gemäß zur Bekämpfung der Sozialdemokratie sich in deren welcher sie damals begegnet war und war in ihr und ihres Am 1. Mai hatten wir wieder eine Versammlung angemeldet, es Reihen drängt, ihre Versammlungen besucht 2c., und dabei, wie Bräutigams Bildniß wie vertieft. Martha 2., welche von Eifer- kam auch die Bescheinigung vom Amtsvorsteher. Zwei der Augenschein lehrt, so manches profitirt. Es ist sehr erfreulich, sucht geplagt, Aufschluß verlangte, erhielt die verblüffende Ant- age vor der Versammlung fam von dem letzteren daß die Herren sich als so gelehrige Schüler erweisen; das läßt wort, daß Fritz B. auch jenem Fräulein als Verlobter angehöre. Herrn ein eingeschriebener Brief, worin derselbe mit für die Zukunft das Beste erwarten. Beiden wurde nun klar, daß sie von einem Schwindler hinter theilte, daß die Borussia- Brauerei geschlossen sei.( Die Sache Das entfehliche Elend bethörter Auswanderer entrollte gangen feien. Wieviel weitere Opfer B. in Berlin gefunden hat, verhält sich folgendermaßen: Der Direktor Meinert soll die Kon fich am Montag in wahrhaft herzergreifender Weise auf dem ähnlicher Weise Damen betrogen hat, von denen eine aus Ber- zu ſehr in Anspruch nehmen, alle Kleinigkeiten anzuführen.) Wir ist noch nicht aufgeklärt; doch steht fest, daß er auch in Meß in seffion abgemeldet haben; es würde den Raum unferes Organs Personen- Bahnhof in Spandau. Eine Anzahl Arbeiterfamilien Gine Anzahl Arbeiterfamilien aus Russisch- Polen, im Ganzen 150 Köpfe, war am Sonnabend zweiflung den Tod gesucht hat. Der heirathslustige Junggeselle" meldeten zum 3. Mai eine andere Versammlung an, um zu sehen, in Bremen angekommen, um, wie ihnen vorgespiegelt worden denn er ist vor wenigen Tagen gesehen, leider aber nicht fest- faltulirt. Bis heute ist die Boruffia täglich geöffnet gewefen, dürfte auf dem Wege sein, weitere Verhältnisse anzuknüpfen; ob nur am Freitag keine Konzession da wäre, wir hatten richtig war, nach Brasilien unentgeltlich befördert zu werden. Wie schon mehrfach geschehen, ließ sich der brasilianische Vertreter nicht genommen worden. am 1. Mai war freilich am Blafat angeschlagen: Wegen Reno darauf ein, das Fahrgeld für die Seereise zu ersetzen, und da die virung geschloffen. Der Amtsvorsteher schickte uns ein Schreiben, Die gestrige Ausgabe der Deutschen Medizinischen worin uns mitgetheilt wurde, daß vor ihm ein Schriftstück liege, Auswanderer soviel Geld nicht besaßen, so mußten sie zurück- Wochenschrift" bringt folgende Mittheilung: Wie wir zuver- welches besagt, daß die Brauerei den Saal nicht zu der Ver bleiben. Von ihrem Gelde wurden nun für alle Personen lässig erfahren, ist Robert Stoch seit seiner Rückkehr hauptsächlich sammlung gebe. Dem Einberufer theilte die Direktion auch mit Billets zum Rücktransport nach Thorn gelöst, und die armen damit beschäftigt, den in dem Tuberkulin enthaltenen wirksamen daß sie an diesem Tage den Saal nicht gebe, trotzdem der Ein Auswanderer mußten darauf wieder, die Bahn besteigen. Dort Stoff zu isoliren und derart chemisch zu charakterisiren, daß eine berufer fich verpflichtet hatte, daß die Versammlung nur von scheinen fie noch über ihr Schicksal im Ungewissen geblieben zu Prüfung seiner Beschaffenheit in ähnlicher Weise wie bei anderen 1-2 Uhr dauern solle, um über die Resolution zum Achtſtundenfein. Sie wähnten, daß sie auf jeden Fall nach Brafilien kämen. Arzneistoffen ermöglicht wird. Sobald diese Arbeiten zu einem tag abstimmen zu tonnen. Wie kommt nun die Brauerei dazu, Unterwegs tam ihnen aber allmälig das richtige Verständniß brauchbaren Ergebnisse gelangt sind, was schon für die nächsten ganz gleich wer, Direktion oder Dekonom, dem Amtsvorsteher ihrer Lage und Verzweiflung ergriff fie, als sie merkten, daß Monate zu erwarten steht, wird Koch sowohl darüber wie über mitzutheilen, wir geben den Saal nicht? Sie hatten nicht mal fie wieder in ihre Heimath zurück follten. In Spandau mußten die Einzelheiten des Verjahrens zur Herstellung des Heilmittels das Recht dazu, weil sie teine Konzession nach eigener Angabe hatten, fie den Zug verlassen, um von hier mit einem späteren Zuge eine umfassende Veröffentlichung bewirken, indem alsdann einer Warum schrieb der Amtsvorsteher nicht, die Räume sind ge über Charlottenburg weiter befördert zu werden. Während des solchen Bedenken nicht mehr entgegenstehen. schlossen? Am Sonnabend versprach die Direktion Bescheid zu Wartens, von 2-5 Uhr Nachmittags, spielten sich auf dem Bahngeben bis Sonntag, den 24., ob wir den Saal bekommen fönnen, hof herzzerreißende Szenen ab. Weiber und Kinder, darunter Der alte Schwindel. In ein Bigarrengeschäft in der es tam aber kein Bescheid. Am Montag, den 25., gingen wir welche im zartesten Alter, brachen in lautes Jammergefchrei aus. Neuen Königstraße tamen vorgestern Abend gegen 8 Uhr zwei wieder hin, die Herren im Komptoir zuckten die Achseln, die Mit Gewalt versuchten die Männer mit ihren Familien wieder junge Leute. Giner von ihnen betrat das Geschäft einen Augen- Direktion wäre nicht anwesend. Nun ließen wir der Direktion den Bug zu besteigen. Das Bahnpersonal und die Polizeiwache blick früher als der andere. Der Eine forderte einige Bigarren fagen, wir fämen in dieser Angelegenheit nicht mehr. Alles muß vermochte die verzweifelten Menschen nicht zur Ordnung zu und ließ sich bei dieser Gelegenheit ein Zehnmartstück wechseln. feine Grenzen haben: wir sind nicht mehr geneigt, uns wie bringen. Telephonisch wurde Bürgermeister Roelge, sowie die Dann machte er die bedienende Frau durch allerlei Redensarten Schulbuben mit guten Versprechungen abspeisen zu lassen. G3 halbe Polizeimacht herbeigerufen. Zwei der polnischen Sprache und Kleinere Bestellungen so verwirrt, daß sie vergaß, das Zehn- ist die reine Komödie. Also Genoffen, wir wollen nun einmal mächtige Beamte redeten unaufhörlich auf die Auswanderer ein; markstück sofort einzuziehen. Beide Gauner verließen darauf den auf eine andere Art und Weise sehen, ob es denn gar nicht lettere verlangten aber unausgefeßt, nach Brasilien befördert zu Laden. Sie waren beide gut gekleidet, befanden sich im Anfang möglich ist, der Borussia- Brauerei die Ronzession zu verschaffen. werden. Die Lage wurde mittlerweile überaus kritisch. Man der zwanziger Jahre. Der Eine war etwas größer wie der Die Herren mögen sich dann bei dem bedanken, welcher diese befürchtete die schlimmsten Exzesse von den verzweifelten Aus- Andere. Sollten die Herren versuchen, noch andere Geschäfte in Bustände schaffen hilft. Vielleicht sind sie es auch selbst, welche wanderern, welche sich neben dem Bahnkörper gelagert hatten. gleicher Weise heimzusuchen, so sei hiermit vor ihnen gewarnt. sich in die eigenen Finger schneiden. Nachdem wir uns lange Der Polizeichef ließ zur Unterstützung seiner Beamten eine Abtheilung des 4. Garde- Regiments, 23 Mann, requiriren, welche Ein Militärposten hat gestern Nacht wieder auf eine einig geworden, das Bier der Boruffia- Brauerei den Herren genug haben narren lassen, find die hiesigen Genossen dahin die Auswanderer umgingelten. Unter Anwendung von Gewalt Bivilperson scharf geschossen. Der Baterlandsvertheidiger, der Aktionären selbst zu überlassen. Die Lotaltommiffion: gelang es um 5 Uhr, die Auswanderer in den für sie bestimmten am Museum Schildwache stand, glaubte durch einen scharfen A. Backe. A. Dolch. F. Mielenz. Bug einzufchiffen. Schuß verhindern zu müssen, daß sich Jemand eine Fliederblüthe von dem Gesträuch im Luftgarten abriß. Glücklicher Weise ging Polizeibericht. Am 26. d. M. Morgens wurde im Hafens Die Friedensarmee hat wieder ein Lebenszeichen von sich ge diesmal der Schuß fehl. baffin die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden. geben. Am letzten Sonntag fand die feierliche Einweihung" der im Neubau, Brunnenstraße 82 h, belegenen„ Gyerzierhalle" des An dem Stettiner Bahnhof verstarb gestern Nachmittag über dem Grundstück Plan- User 98 in den Landwehr Kanal, Abends sprang ein unbekanntes, etwa 18jähriges Mädchen gegen 1. Korps und die llebergabe dieses Korps an die" Stabshaupt- plötzlich ein unbekannter, etwa 40 jähriger Mann, der anscheinend wurde jedoch noch lebend aber bewußtlos aus dem Wasser ge männin" Warm statt. Die Ererzierhalle" ist ein großes Berliner foeben mit einem Zuge in Berlin angekommen war. Der Fremde zogen und nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Bimmer im zweiten Stock des ausgedehnten Grundstückes, dessen hatte den Droschkenhalteplab betreten, als er zusammenbrach und mittags fand in der Kaserne des 2. Garde- Ulanen- Regiment Vor auf ben Futterböden über den Pferdeställen ein bedeutender Brand| halten u. f. 1." Brrrr! Die Vertheidigung der von Rechtsanftatt. Bei den Löscharbeiten wurden zwei Feuerwehrmänner im walt Löwenthal zu Altona angestrengten Klage in dem auf den Gesicht und an den Händen verletzt, so daß sie in der Universitäts- 27. Mai 11 Uhr vor dem Ober- Verwaltungsgericht anberaumten Klinit verbunden werden mußten. Termin hat Rechtsanwalt Stadthagen übernommen. Gerichts- Beifung. Arbeiterbewegung. derfelbe Störenfried, genannt Rapital. Der Preis des Getreides steigt, das unentbehrlichste Nahrungsmittel, das Brot, wird kleiner und kleiner; wäre es da zu verwundern, wenn die Arbeiter verlangten, daß ihnen aus den Eimern des Unternehmergewinnes einige Tropfen mehr zugezählt würden? Gewiß nicht! Aber nichts dergleichen geschieht. Die Arbeiter sind bescheiden, sie ziehen den Riemen enger und arbeiten intensiver. Dafür macht der und jener Unternehmer plößlich die Entdeckung, daß der Profit sehr wohl eine Steigerung vertragen könnte, und flugs werden noch Friedrichsthal, 23. Mai. Den Kameraden Warken und einige Tropfen aus den Löffeln der Arbeiter in die mit ProBachmann ging heute folgende Mittheilung zu: zenten gefüllten Eimer experimentirt. Auch dazu schweigen die Wir verbieten Ihnen hiermit das Betreten der Schlaf- Arbeiter in den meisten Fällen, denn einmal macht das Akkordhäuser, Bechenpläge, Bergmanns- Fußpfade sowie des ganzen Mordsystem seine demoralisirende Wirkung geltend und dann Grubenterrains und werden Sie im Falle des Zuwider- lähmt auch der Gedanke an die bedingungslos sich anbietende handelns gerichtlich belangen. Königl. Berginspektion IX. Reserve- Armee jede Energie. Erst dann wenn durch das öftere Stapenhorst. Wiederholen des Experiments der Löffel ziemlich leer geworden Ob der Bergrath Stapenhorst das Betreten der Berg- ist, wenn der Ingrimm alle Bedenken besiegt hat, entschließt man mannspfade verbieten kann, möchten wir einstweilen bezweifeln, sich zu dem letzten verzweifelten Mittel und stößt mit zur Reserveda dieselben, soviel wir wissen, von jedem, auch von Nicht: Armee. Erst dann erfährt auch die Deffentlichkeit etwas von bergleuten ungehindert begangen werden. Wir sind indessen dem Räthsel, wie fagen wir 18 pt. ,, verdient" werden. So gegentheiliger Belehrung zugänglich. Daß Stapenhorst soviel ver- sind in der Fabrik von Löwe im Verlaufe von ungefähr 10 Mobietet, als er glaubt verbieten zu können, ist indessen natürlich. naten folgende Lohnreduktionen durchgeführt worden: und daß er am liebsten den beiden Unruheftistern", die Alles Für die Operation aufgeboten haben, um den Streik zu verhindern, des Landes verweisen möchte, glauben wir ebenfalls recht gern. Nur das mag hier festgelegt werden, daß die übrigens ganz harmlose" Maßregelung" von Warfen und Bachmann erfolgt, nachdem außer Zweifel ist, daß die Beiden gegen den Streit sind. Womit wir selbstverständlich nicht behaupten wollen, daß Stapenhorst lieber gesehen hätte, wenn die Leute auf seiner Grube gestreift hätten; denn dafür hat er bei dem ersten Streit viel zu unan genehme Erfahrungen gemacht. des Höhenfeilens wurden gezahlt 8,- M., jett 8,40 M. Rnornfeilens Schlichtens 11 " Einstreichens " 17 Markeneinhauens Einstellens " " 5, " " " " 9, 1,60" " " 1,80 " " " " " 1 10, 3,40 5,30 0,70 0,65 6,40 " " 9 " " " 27 Und dieselben Leute, welche systematisch nach unten drücken, gründen Verbände um die einseitigen" Lohnforderungen der Arbeiter zurückzuweisen, und verfolgen jeden Arbeiter, der gegen dieses System Front macht, wie einen Verbrecher. Ein böser Streit mit einem Pferdebahnschaffner führte geftern den Ingenieur Söhnlein unter der Anklage der schiveren Körperverlegung vor die 92. Abtheilung des Schöffengerichts. Am Abende des 5. Juni bestieg der Angeklagte am Neuen Thor den letzten Wagen der Strecke Alexanderplatz- Moabit. Er drängte fich etwas stürmisch zwischen die bereits auf dem Hinterperron stehenden Fahrgäste und dabei wurden seine Fußspißen von den Stiefeln des Schaffners leicht gestoßen. Der Angeklagte machte feinem Unwillen hierüber in lauter Weise Luft und als der Schaffner erwiderte, daß er an der Berührung des Fahrgastes nicht Schuld gewesen, wurde dieser so erregt, daß er die Hand er hob, um den Schaffner zu schlagen. Dabei gebrauchte der Angeklagte Aeußerungen, daß die Umstehenden den Eindruck gewannen, derfelbe sei ein Vorgesehter des Schaffners, auch betonte er, daß er Reserve- Offizier sei( natürlich! Red.) und man ihn nicht ungestraft beleidigen dürfe. Der Schaffner wollte sich dies nicht gefallen laffen und forderte den ungemüthlichen Fahrgast auf, den Wagen zu verlassen. Er stieß auf eine entschiedene Weigerung und da der Angeklagte sich nicht ruhig verhielt, schob der Schaffner ihn an der nächsten Haltestelle vom Wagen herunter. Nun nahm der Angeklagte seinen Stock und hieb so rücksichtslos auf den Schaffner ein, daß auch die übrigen auf dem Perron stehenden Fahrgäste gefährdet wurden. Der Schaffner sprang vom Wagen, um den Angeklagten zu packen, hierbei erhielt er aber noch mehrere Schläge mit dem Stock über den Kopf. Als der Stock zersplitterte, Hanau, 25. Mai. Der Ausstand der hiesigen Schuhmacher drehte der Angeklagte ihn um und brachte dem Angeklagten ist absolut ergebnißlos geblieben. Der Mangel jeglicher Untermit dem Metallknopf noch eine blutende Wunde oberhalb ftüßung trieb immer mehr der Ausständigen in Werkstätte und des linken Auges bei. Jezt legten sich die übrigen Fahrgäste Fabrik zurück; die letzten derjenigen Arbeiter, welche zu den in's Mittel, der Angeklagte wurde entwaffnet und zum Polizei- früheren Bedingungen die Arbeit nicht wieder aufnehmen wollten, bureau geführt. Der Schaffner ift sechs Tage arbeitsunfähig sind nunmehr von hier abgereift. Es steht zu befürchten, daß gewesen. Im Termine behauptete der Angeklagte, daß er durch diejenigen Meister, welche zu Beginn des Ausstandes Konzessionen Das Benehmen des Schaffners in hohem Grade gereizt worden machten, diese nunmehr wieder zurückziehen. wäre. Er bestritt entschieden, sich auf dem Wagen auf seinen Offizierscharakter berufen, wie auch dem Schaffner mit Schlägen gedroht zu haben. Der lettere habe ihn mit solcher Wucht vom Wagen gestoßen, daß er fast zu Falle gekommen wäre, und hierüber in Wuth gerathen, habe er zum Stock gegriffen. Die Beweisaufnahme fiel nicht zu Gunsten des Angeklagten aus, fämmt liche Zeugen bekundeten übereinstimmend, daß der Schaffner bei dein Streite der Ruhigere gewesen sei. Während der Staats- Mainz, 26. Mai. Nach 21 wöchiger Dauer ist der Ausstand anwalt die Schuld des Angeklagten für vollauf erwiesen hielt der hiesigen Tischler mit einer Niederlage derselben beendet. Die Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arund gegen denselben eine Geldstrafe von 300 Mart Leser des Vorwärts" wissen, daß die Arbeiter den Fabrikanten beiter Berlins und Umgegend. Die Mitglieder der Rechtschutzbeantragte, stellte der Vertheidiger, Rechtsanwalt Wronker, den gegenüber im Rechte waren; daß sie klug handelten, den Vertrags- Kommission wohnen an folgenden Stellen: Carl Treuherz, Antrag, die Sache zu vertagen, um durch eine eingehendere Be- bruch mit Niederlegung der Arbeit zu beantworten, behaupten Weberstr. 43 v. 1 Tr.; H. Scheip, Weißenburgerstr. 51; weisaufnahme den Sachverhalt zu tlären, anderenfalls bitte er iezt auch diejenigen nicht mehr, die s. 3. dem Streit das Wort W. Butisch, Alte Jakobstr. 78; G. Borisch, Katharinenſtr. 3; um Freisprechung des Angeklagten, der nur in der Bestürzung rebeten. Die Geschäftskonjunktur war um die Jahreswende die R. Sumpf, Beuffelstr. 17. Die Sigungen finden jeden Montag gehandelt habe, als er in lebensgefährdender und völlig unbe denkbar ungünstigste und da es den Prinzipalen an Aufträgen nach dem 1. und 15. Abends 8 Uhr bei Weinberg, Elisabethrechtigter Weise vom Schaffner den Stoß erhielt, daß er vom mangelte, konnten sie die über ihre Gtablissements verhängte straße 10, statt. Sperre mit ziemlichem Gleichmuth ertragen. Daß einige troßdem Wagen flog. Der Gerichtshof hielt die Sache für spruchreif. Zu Gnnsten eine nicht unbeträchtliche Schädigung erfuhren, mag unbestritten Aufforderung an alle Gewerkschaften der Arbeiter und des Angeklagten set angenommen, daß nicht eine schwere, sondern bleiben, eine Förderung der Arbeiterfache vermögen wir aber nicht Arbeiterinnen. Alle, welche die Drechsler( Stockarbeiter) bei nur eine einfache Körperverlegung vorliege. Sein Benehmen hierin zu erblicken. ihrem Streit unterstützten, werden dringend gebeten, die Summe müsse gerade mit Rücksicht auf seinen Stand und Bildungsgrad Um der Gefahr der Versumpfung der ganzen Ausstands- der Unterstützung, wie auch das Datum, an welchem dieselbe überaber schärfer geahndet werden, wie der Staatsanwalt beantragt bewegung entgegenzutreten, war vor ca. 14 Tagen schon von den mittelt wurde, an Unterzeichneten bekannt zu geben. Die öffenthabe und deshalb sei auf 500 Mart Geldstrafe ev. 50 Tage ausständigen Arbeitern die Idee eines Generalstreits angeregt liche Kontrolle der Drechsler Berlins. J. A.: Franz A. RautenGefängniß erkannt worden. worden. Nach mehrfachen Besprechungen beschlossen die Ar- berg, Prinzessinnenstv. 22, v. 4 Tr. rechts bei Keim. beiter der Bembe'schen Fabrit, eine der bedeutendsten Mainz, 25. Mai. Die hiesigen Buchbindergehilfen, die bislang ohne jede gewerkschaftliche Organisation waren, haben in einer gestern stattgehabten zahlreich besuchten Versammlung beschlossen, einen Fachverein zu gründen und beauftragten ein fünfgliedriges Komitee mit der Ausarbeitung der Statuten. Auch in den kleineren Fabriken, so bei Holy, wo die Drücker die Arbeit niederlegten, wurden ähnliche Abzüge diktirt. So wurde bei holy für sogenannte Wolfsbrennerhülsen früher gezahlt 1 M. 40 Pf., jetzt 50 Pf. Für Schneiden von Bassinplatten pro 100 Stück früher 50, jegt 30 Bf., wobei zu beachten ist, daß in anderen Fabriken für die letztere Arbeit durchschnittlich 70-90 Pf. gezahlt wird. Für das Drücken der„ Blitzlampen" Bassins wurden auf 100 Stück 2 M. abgezogen, für Umlegen pro 100 Stück 1 M. u. s. w. Köstlich ist es, daß Herr Holy seinen Arbeitern versicherte, früher als Arbeiter auf das Schneiden der Platten für den Preis von 30 Pf. pro 100 viel Geld verdient zu haben. Nur schade, daß Herr Holy nicht für die ganze Zeit feines Lebens bei dieser Beschäftigung geblieben ist, die Metallarbeiter einer ganzen Generation würden ihm seinen guten Verdienst freudig gegönnt haben. Versammlungen. Eine Volksversammlung, Abänderungsbedürftiges in unserer hentigen Straf- der Branche, mit 36 gegen 25 bei 4 weiß ab- Berichtigung. In der Notiz unter" Soziale Uebersicht rechtspflege wurde durch zwei an sich unbedeutende Verhand- gegebenen Betteln in geheimer Abstimmung, nicht in den aus Kopenhagen muß es nicht Wiingaardshode, sondern Iungen, die sich gestern vor der II. Straf-( Berufungs-) Rammer Generalstreit einzutreten. Die ausständigen Arbeiter fäumten Wiingaards, gade" heißen; Gade bedeutet Straße. des Landgerichts II. abspielten, Jedermann vor Augen geführt. nicht, die Konsequenz dieser Entscheidung zu ziehen und beschlossen Im ersten Falle hatte eine arme, blutarme Handelsfrau durch in einer sich unmittelbar an jene anschließenden Versammlung, Feilhalten von Münzfuchen an einer Stelle, an welcher fie nicht es jedem freizustellen, sich Arbeit zu suchen. Diejenigen, die stehen durfte, weil sie keinen Wandergewerbeschein hatte, sich ein solche nicht finden können, sollen fürs erste noch unterstützt werden. Strafmandat zugezogen und inkl. Kosten 2,20 M. zu zahlen. Bon ursprünglich 228 Ausständigen waren noch 61 zum Schlusse Sie ist, da sie 8 Jahre lang einen franken Mann hat, außer im Streit, 14 waren Ueberläufer, die übrigen waren theils wegStande, das Geld aufzubringen und legt gegen das Strafmandat gereift, theils zu anderer Beschäftigung übergegangen. Die welche von etwa 800 Personen besucht war und zwar vorwiegend Berufung ein. Das Schöffengericht muß sie zu 24 Mart Soften des Ausstandes dürften sich auf ca. 50 000 Mark belaufen von Frauen, so daß der große Saal bei Joel dicht gefüllt war, Strafe verurtheilen, da nach dem Gesetze eine jede Steuer- haben und ist dessen bedauerliches Ergebniß wieder eine ein- fand Dienstag Abend statt. Es handelte sich um Berkündikontravention mit der doppelten Höhe Strafe belegt bringliche Warnung, auch bei Provokationen die Chanzen eines gung des Urtheils fpruches, welchen das im Dezember wird. das Ausstandes reiflich zu erwägen, ehe man sich zu ihm ent- vorigen Jahres zur Untersuchung der gegen Frau Das erscheint ihr unerhört; sie geht etwas Milde zu erlangen. Die schließt. Landgericht weiter, um Gubela erhobenen Antlagen gewählte SchiedsRichter sind hierzu jedoch keinenfalls befugt. Der Vorgericht gefällt hatte. Von der Saar wird der Frankfurter Beitung" am 25. Mai Diesem Hauptpunkt der Tagesordnung ging ein beifällig fizzende bedauert die arme Frau selbst, er fann es aber nicht ändern!- Der Gesetzgeber hat damit wohl mehr die großen geschrieben: Jedenfalls infolge des ausgebrochenen, glücklicher aufgenommener längerer Vortrag von Dr. Lütgenau über„ Die Uebelthäter treffen wollen, die Hunderte von Mark Steuern Weise schon wieder beendeten Streiks hat die fgl. Degierung in päpstliche Encyklika" vorauf. Von einer Diskussion über" das hinterziehen, nicht aber solch blutarmes Weib, die nur durch Trier für die 4 Kreise, die zum Kohlenrevier gehören, Ottweiler, Referat wurde Abstand genommen. ihre Unkenntniß Berufung eingelegt, und nun noch die Saarbrücken, Saarlouis und Merzig betreffs des Waffentragens Alsdann erhielt Fräulein Baader das Wort zur Urtheilseine sofort in Kraft tretende Polizeiverordnung erlassen, wonach verkündigung. fämmtlichen Rosten beider Instanzen zu zahlen hat! Sie erklärte, daß das Schiedsgericht alle erDer zweite Fall betrifft den Unterschied in der Abmessung nur Derjenige Revolver, Pistolen oder ähnliche Schußwaffen, hobenen Anklagen sorgfältig und unparteiisch geprüft habe und der Glaubwürdigkeit zweier unter Eid abgelegter Zeugnisse. Hier Dolche oder Dolchmesser, Kugelstöcke, Schlagringe, Todtschläger zu folgendem Urtheil gekommen sei: soll ein Handelsmann, der sonst nur Engros" mit Wichse handelt, oder ähnliche als Handwaffen benußbare Gegenstände mit fich öffentlich einige Kruten Wichse auf dem Markt feilgeboten haben. führen darf, dem die Ortspolizeibehörde durch einen Waffenschein Ein Schuhmann will gesehen haben, daß der Angeklagte auf dem dazu die Erlaubniß ertheilt. Auf die zum Waffengebrauch beMarkt einen Raften mit Wichse vor sich getragen, und 2 Kruten rechtigten Personen findet das Verbot keine Anwendung, ebenso mit Wichse in der Hand gehabt hat. Ein anderer Zeuge befundet nicht auf Jagdschein- Inhaber, soweit es sich um Waffen handelt, ebenfalls unter Eid, daß der Angeklagte einen Korb, am rechten die bei der Jagdausübung gebraucht werden. Der Streit ist, wie Arm hatte und in der Hand eine Taube, die er soeben von oben bemerkt, beendet, da heute auf allen Gruben die Belegeinem Zaubenhändler auf demselben Martt gekauft hatte. Die fchaften angefahren sind. Die Versuche, die der abgelegte VerNotirung des Angeklagten, welcher als Engroshändler keinen trauensmann Schummer am Sonnabend auf Grube Heinih machte, Wander- Gewerbeschein vorzeigen fonnte, soll auch direkt vor der um die Belegschaft zum Ausstand zu bewegen, scheiterten und Bude des Taubenhändlers stattgefunden haben. Der Schuhmann endeten, mit der Verhaftung des Genannten. giebt nachher auch zu, es tönne auch ein Korb gewesen sein, den Bremerhaven, 25. Mai. Die Lohnkommission der streikender Angeklagte am Arm hatte. Der Angeklagte mit den For- den Heizer und Kohlenzieher hat gestern die bereits mitgetheilten malitäten der Gerichtsverhandlung nicht vertraut, fagt wohl, er tönne noch 20 3eugen stellen, die das Zeugniß des Schuhmann Forderungen bei der Lloyd- Direktion eingereicht. Da aber Direktor zum guten Theil widerlegen, ftellt aber einen Antrag auf Lohmann augenblicklich beurlaubt ist, wurde bis jetzt weder weitere Beweisaufnahme, und das Urtheil lautet auf die benach der einen noch nach der anderen Seite eine Entscheidung wußten 24 M. Geldstrafe( der doppelte Betrag der Kosten des getroffen. Gewerbescheines), da der Gerichtshof dem Zeugniß des Schutzmanns Glauben schenkt. Wien, 27. Mai. In einer gestern abgehaltenen Versammlung der Buchdrucker, an welcher ungefähr 3000 Personen theilnainen, wurde beschlossen, an allen Forderungen festzuhalten und den Streit fortzusezen. „ Die rothe Fahne ist das anerkannte Symbol des Aufruhrs und der Auflehnung gegen die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung. Ihre Entfaltung ist deshalb im Interesse der Charleroi, 27. Mai. Im hiesigen Distrikt find 1000 Arbeiter öffentlichen Ordnung, deren Aufrechterhaltung der Polizeibehörde wieder zur Arbeit zurückgekehrt. Die Unternehmer lehnen jedes obliegt, in feinem Falle zu dulden." So begründete der Ober- Bugeständniß ab. präsident von Schleswig- Holstein einen abschlägigen " Das in öffentlicher Volksversammlung im Dezember 1890 gewählte Schiedsgericht, welches mit der Unterfuchung der gegen Frau Gubela erhobenen Beschuldigungen und der Urtheilsfällung beauftragt worden ist, hat entschieden: 1. Frau Gubela ist von der Beschuldi= gung, Veruntreuungen an Parteigeldern verübt zu haben, freizusprechen. 2. Frau Gubela wird infolge der ihr nachgewiesenen Intriguen und leicht: fertigen Verläumdungen, sowie der Unterdrückung jeder ihr entgegenstehenden Meinung für unfähig erklärt, irgend ein Bertrauensamt in der sozialdemokratischen Partei zu bekleiden. Das Schiedsgericht: G. Janz. D. Schubach. G. Peste. Wilde. Schneider. Scholz. Hofstetten. Nicolaus. Baader. Das Urtheil ist, wie Fräulein Baader weiter mittheilte, einstimmig gefällt worden. Frau Gubela erklärte sich weder mit dem Urtheilsspruch einverstanden, noch wollte sie das Schiedsgericht anerkennen resp. je anerkannt haben. Es wurde jedoch festgestellt, daß Freai Bubela wohl das Schiedsgericht anerkannt und auch den Sigungen desselben beigewohnt habe. Von einer Schilderung der turbulenten Szenen, welche sich in dieser Debatte abspielten, wollen wir Abstand nehmen, da dies wenig im Interesse der allgemeinen Arbeiter- und Arbeiterinnenbewegung liegen dürfte. Unerwähnt wollen wir auch lassen, wem die Schuld für den inszenirten Radau beizumessen ist. Unter Verschiedenen machte ein Genosse darauf aufmerksam, daß die ausgesperrten Schuhmacher in Erfurt jest eine genossenfchaftliche Schuhfabrikation beirieben und ersuchte die Genossen und Genossinnen, deren mit Stempel versehene Waaren zu taufen, da auch in Berlin Verkaufsstellen für dieselben vorhanden wären. Bescheid auf die Beschwerde des Genossen Maurers Stüven Paris, 27. Mai. Nach einer Zusammenkunft des Ministers barüber, daß die Altonaer Polizeibehörde die Weihe der aller- des Innern, Constans, mit den Direktoren der Omnibusgesellschaft dings rothen Fahne des sozialdemokratischen Vereins zu Altona und dem Syndikat der Angestellten wurde um Mitternacht in untersagt hatte. Gegen diesen Bescheid hat Genosse Stüven Klage beim Ober- Verwaltungsgericht erhoben. In der Klage bem Rabinet des Munizipalraths ein Ginvernehmen zwischen den beantwortung nennt der Oberpräsident die rothe Fahne auch Direktoren und dem Syndikat unterzeichnet und zwar auf der das„ Sinnbild der Barrikadenherrschaft, des politischen Schreckens" Grundlage der Wiederanstellung der entlassenen Beamten und der und meint,„ die sozialdemokratische Partei mar gar nicht in der Anerkennung des vom Syndikat geforderten 12stündigen ArbeitsLage, die rothe Fahne dieser ihrer seit Mitte des Jahrhunderts hergebrachten Bedeutung zu entkleiden noch weniger war dies tages. Der Streit ist damit beendet, die Arbeit wird heute Mit. ihre Absicht. In der beabsichtigten Weihe und Entfaltung einer tag wieder aufgenommen werden. Die Tapezirer hielten am Montag, den 25. Mai, eine rothen Fahne mußte der Versuch erblickt werden, revolutionäre Berfammlung ab. Da der Kollege Wildberger behindert war, Tendenzen in den Betheiligten zu befestigen, sie auf das unter übernahm Herr Lange das Referat und sprach über" Freie Liebe". ihrer Mithilfe zu verwirklichende Ziel des gewaltsamen Die Versammelten zollten dem Redner reichen Beifall. Um sturzes der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung hinAn der äußerst angeregten Diskussion betheiligten sich die zuweisen und zu dieser Mithilfe entschlossen zu machen. Kollegen Schranz, Bister, Dasler, Feder und Freiwald. Zur Lage in der Metallindustrie. Die vereinzelten ArbeitsWeiheart würde somit eine Aufregung zu strafUnter Verschiedenem" machte Kollege Freiwald bekannt, daß baren Handlungen, insbesondere die Aufforderung zum niederlegungen, welche im Laufe der letzten Wochen in einigen in der nächsten Zeit alle Versammlungen am Montag stattfinden Ungehorsam gegen bestehende Gesetze und die Fabriken stattgefunden haben, lieferten wieder recht lehrreiche würden. Anreizung zu Gewaltthätigteiten gegen die be- Illustrationen zu dem bekannten Kapitel von der Harmonie Kollege Feder forderte zur allgemeinen Betheiligung an dem jizenden Klassen der Bevölkerung(§§ 110, 130 St.-G.-B.) ent- zwischen Kapital und Arbeit. Ueberall diefelben Ursachen, überall am 7. Juni stattfindenden Ausflug nach Fedrichshagen auf; Der Soziale Mebersicht. " Rollege Freiwald zur regen Betheiligung an dem Sommerfeste am 18. Juni. Desgleichen meinte er, daß die Bersammlung zu schlecht besucht sei, und sprach die Hoffnung aus, daß die Verſammlungen, die auch in nächster Zeit im Norden abgehalten würden, beffer besucht sein würden. Ueber diesen Punkt entspann sich eine ziemlich lebhafte Debatte, in welcher die im Norden wohnenden Kollegen betonten, daß für sie das Lokal von Feuerstein in der Alten Jakobstraße zu abgelegen sei. Da einige im Fragetaften vorgefundene Fragen bereits durch die Debatte über die„ Nordversammlung" erledigt waren, wurde die Versammlung geschlossen. " fommen. Privattheaterden petten, abends a thr bei Förtsch, Stallschreiberstr. 60- Bfropfenverein| Aufopferungsfähigkeit zu erzeugen. Der Berfaffer mendet hier ebbing", Abends 8 Uhr bei A. Engel, Müller- und Antonſtraßen- Edc. Marienbad", Badftr. 35-36, Saal 1 Tr. Bergnügungsverein Caprice", Abends 9 Uhr, Sigung mit Damen im gegen sehr richtig ein, daß aus demfelben Grunde alle sonstigen Bergnügungsverein Bett Geißeln der Menschheit: Feuers- und Waffersnoth, epidemische en", 9% uhr, Sigung mit Damen bet gülow, Admiralstraße 38. Gäste will: Krankheiten, Hungersnoth u. s. w. als etwas Gutes hingestellt uhr, im Gesellschaftshause Oftend", Rüdersdorferstr. 45. Berein ehemaliger Schüler der 98. Gemeindeschule, Abends werden könnten. In der Schrift wird ferner die unseren RechtsGesellschaft offnung", Abends 8 Uhr, im Klubhaus, Ohmgaffe 2. grundsägen ins Gesicht schlagende Behandlung der sogenannten Gäste willkommen. Berein ehemaliger Schüler der 23. Gemeinde- wilden" Völkerschaften seitens der Kulturmenschen" gegeißelt. schule. Sigung, Abends 9% Uhr, bei Saeger, Grüner Weg 29. Gäfte will tommen. Verein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule bei Zustimmen kann man auch dem Vergleiche zwischen Krieg und Schröder, Stegliterstr. 18, Gäste willkommen.- Zambourverein„ Jungfernftranz", Duell und der Betrachtung über die Unfähigkeit der Religionen weidenweg 12. Kriege zu verhindern. Dagegen können wir nicht ganz dem VerRauchklub„ Dezimal- Waage", Abends 9 Uhr bet Infinger, Krautsstraße 48. Rauchflub ernspise", Abends 8% Uhr bet A. Böhl, Rüders- faffer beistimmen, wenn er behauptet, daß jetzt Kriege schwerer dorferstr. 8. Rauchtlub ,, Collegia", Abends s uhr, in Spengler's Wirths- möglich sind als vor hundert Jahren, weiß doch heute Eine gut besuchte öffentliche Versammlung für Männer haus, Staligerfir. 41. Rauchflub Vorwärts", Abends 9 Uhr, bei Tempel, Niemand, ob das nächste Frühjahr uns Krieg bringt und Franen fand am 24. Mai im Hoffmann'schen Saale in der Breslauerftr. 27. oder nicht. Ebenso wenig Bund der wenig ift geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. wirthschaftlichen Oranienstraße statt, um einen Vortrag des Genossen Richard Donnerstag. Geselliger Berein Blau Bei Ichen", 9 Uhr im Restaurant Ausführungen des Verfassers über den Nachtheil der Kriege ganz Baginsti über Das Recht der Frauen" zu hören. Der Bouisenhof, Stallschreiberstr. 60. Bergnügungsverein Schneeglödchen", Redner gab eine eingehende Schilderung der ökonomisch wie Abends 9 Uhr, im Restaurant Birt, Straußbergerstr. 3: Sizung mit Damen: zuzustimmen. Erwähnt, aber zu wenig scharf betont ist, daß die annehmende internationale politisch rechtlosen Stellung, welche die Frau in der menschlichen unter Mitwirkung des Gefangvereins Bruderherz." Sonnabend, 20. Juni: Erster Sommernachts- Ball in Treptow bet Ackermann, immer gewaltigere Dimensionen Privat- Theater- Gesell Arbeiterbewegung eine Friedensgewähr ist, und zwar nicht nur Gesellschaft während der verschiedensten Kulturperioden einnahm. fchaft& tdelto",%% Uhr im Restaurant Gaillard, Prinzenftr. 87. deshalb, weil die Arbeiter aller Länder den Krieg als solchen beBei der sogenannten bürgerlichen Gesellschaftsform angekommen, fämpfen, sondern auch, was der Verfasser übersieht, weil die unterwarf Redner hauptsächlich die ökonomische Grundlage derfelben einer Kritit, nachweisend, wie diese mit ihrer Tendenz, die Furcht vor der Arbeiterbewegung die Regierungen von ausFrau immer mehr in die industrielle Thätigkeit hineinzuziehen, wärtigen Kriegen zurückhält. Die praktischen Vorschläge des Verfassers find weniger ernst zu nehmen, als seine übrigen Auszugleich die Ursache bildet, daß die Frauen für Gleichberechtigung Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzu- führungen. Trozdem stehen wir nicht an, unseren Lesern das mit den männlichen Gesellschaftsmitgliedern eintreten, daß sie geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Schriftchen bestens zu empfehlen, da es ihnen viel interessantes jetzt ihr von Natur gleiches Recht sich zu erkämpfen bestrebt sind. Intereffes zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Material zur Bekämpfung des Militarismus bieten wird. Der Vortragende bedauert, daß viele Männer, darunter eine Inhalt desselben identifiziert zu werden. gehörige Portion Parteigenoffen, die Frauen vom Anschluß an Nach einem im Vorwärts" Nr. 100 vom 1. Mai d. Js., Zum Jahrestag der Entlassung Bismarc's. Von Die allgemeine Arbeiterbewegung abzuhalten suchen. Die Frau 1. Beilage, 2. Seite unter„ Effen" aagedruckten Auffah beschäftigt Ludwig Bamberger( Sonderabdruck aus der Wochenhabe, überhaupt da, wo sie Leidensgefährtin des Arbeiters, In- man sich dort mit einem Individuum, welches sich Günther schrift Die Nation"). Berlin W., Rosenbaum u. Hart. 1891. duftrie- Arbeiterin ist, sich dem Kampfe für Beseitigung der nennt 2c. 2c." 36 Seiten. heutigen Gesellschaftsform voll und ganz anzuschließen. Die an gestrebte sozialdemokratische Gesellschaft werde der Frau wie dem Arbeiter erst ihr Recht werden lassen.- An den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine längere Disfussion, nach deren Schluß ein gemüthliches Beisammensein der Anwesenden stattfand, mit Tanz natürlich. Berliner Naturheilvrvein 2. Heute, Donnerstag, Abends yo uhr, bei Stothacter, Belleallianceftr. 5. Tagesordnung: Bortrag der Frau Muche, über: Die fünf Elemente der arzneilofen Heilweise. Gäfte willkommen. Verein ehemaliger Schüler der 85. Gemeindeschule am Donnerstag, Abends 9 Uhr, Zusammenkunft bet Schweißberger, Am Schlesischen Thor. Rege Betheiligung erwünscht. Verein der Papier- und Schreibwaaren- Händler Berlins und Umgegend.( Siß Berlin.) Deffentliche Versammlung am Donnerstag, den 28. Mat, Abends 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. TagesOrdnung: 1. Der Frontwechsel des großen Deutschen Papier- Vereins" um durch Anbietung bestimmter Prozente an die Lehrer- Wittwen- und Waisentasse ben Schreibheft- Handel an sich zu reißen, und die Möglichkeit, diese Prozente Die Wittwen und Baisen der Papierhändler genießen zu lassen. 2. Protest der derzeit aus dem großen Deutschen Papierverein ausgeschiedenen Kollegen bagegen, daß felbige ohne denselben nichts erreicht hätten. 3. Verschiedenes und Fragetaften. Lese- und Diskutirklubs. Donnerfta g. Freiheit", Abends 8 Uhr, Naunynfir. 86 bei Zubeil. Gäste tönnen durch Mitglieder eingeführt werden. tm Restaurant Nürnberg, Schönhauser Allee 28.- Lese- und Diskutirklub " Gefangverein 11 Uhr. Einigkeit" ftraße 73 bei Roth. Gefangverein ,, Edelweiß bei Stehmann. Nr. 42 bei Reimann. " Sprechsaal. Soweit ich diesen Mann, meinen Kollegen, persönlich kennen zu lernen Gelegenheit hatte, bin ich im Stande und halte es für meine Pflicht, hierdurch zu erklären, daß die Mittheilung auf einem Irrthum beruhen muß, denn als er noch hier in Berlin als Kellner war, ist er stets agitatorisch thätig gewesen und für die Förderung der Bestrebungen unserer allgemeinen Sache mit allen Kräften eingetreten, so daß ich mit gutem Gewissen für die Lauterkeit seiner An- und Absichten den Arbeiterbestrebungen gegenüber eintreten kann, ohne zu befürchten, mich persönlich zu kompromittiren. Berlin S., Dresdenerstr. 114. woche. Mit sozialdemokratischem Gruß 2. Ebert, Kellner, Redakteur des Fachorgans, Der Gastwirthsgehilfe". Vermischtes. Wir haben diese Schrift schon, als sie in der Nation" veröffentlicht wurde, mit großem Interesse gelesen. Trotzdem wir die Darstellung der Persönlichkeit Bismarcks weder für eine erschöpfende noch für eine nach jeder Richtung zutreffende halten, halten wir sie für eine werthvolle Studie, freilich mehr für eine psychologische wie für eine politische. Die Schrift ist im guten Sinne des Wortes geistreich und vortrefflich geschrieben. Mag sie auch, so wie bei uns, Widerspruch herausfordern, so wird sie doch sicherlich von Niemandem ohne Nutzen gelesen werden. Die Halbheiten und Widersprüche des Herrn v. Egidh. Von Dr. Eduard Löwenthal, 2. Auflage. Berlin, Verlag von Karl Sigismund 1891. 24 Seiten 80. Es handelt sich hier um eine Pfaffenarbeit. Der atheistische Pfaffe Dr. E. Löwenthal macht für seine Cogitantensette Propaganda und zwar in einer etwas geschäftsmäßigen Art, er bekämpft in der Form nicht gerade ansprechend die Bestrebungen des bekannten Herrn von Egidy. Für den Referenten liegt kein Anlaß vor, in diesem Streite Stellung zu nehmen, er steht zu ferne religiösen Disfussionen und glaubt keinen Anlaß nehmen zu sollen, zu solchen anzuregen. Wir wollen nur bemerken, daß wir, nachdem wir Statuten der Cogitanten- Allianz gelesen haben, welche der genannten Schrift angefügt find, wohl begreifen, daß deren Anbhängerzahl eine sehr beschränkte ist. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Köln, 27. Mai. Wie die„ Köln. Volksztg." meldet, wurden fämmtliche bei dem Ausstande im rheinisch- westfälischen Bezirk Betheiligte mit 6 M. Strafe belegt. Wegen Beschimpfung Anderer wurden drei Bergleute abgelegt. Dünkirchen, 27. Mai. Bei der Petroleumexplosion sind neun Personen getödtet worden. Der angerichtete Schaden wird auf 400 000 Frants geschätzt. Dünkirchen, 27. Mai. In der Fabrik von Clerc in CoudeBerein ,, Boltsbildung"( Männer und Frauen) Abends 9 Uhr, ferque explodirte gestern ein Petroleumreservoir. Es entstand Wach Auf Nachm. 3 Uhr, in der Gr. Frankfurterstr. 99, Frankfurter Bier: infolge dessen eine große Feuersbrunst, welche sieben in der Nähe hallen". Wahrheit, Markusstr. 31. Auftlärung", Abends 8 1hr, liegende Häuser ergriff. Behn Personen, darunter zwei Kinder in Heindorfs Restaurant, Langeftr. 70. Gäste willkommen. Nixdorf, Ece Knesebeck- und Hermannstraße, Restaurant Beyler. Gäfte will angst, eine große Anzahl von Personen ist verwundet. Feuerwehr Seine" in tamen in den Flammen um. Die Bewohner flüchteten in Todestommen. Neue Zeit", 8% Uhr, Boyenstr. 40. Gäste haben Zutritt. Süd- Ost", 8% Uhr bei Toltsdorf, Görligerstr. 58. Gäste, durch Mitglieder und Militär sind im Kampfe gegen die Feuersbrunst begriffen. eingeführt, haben Sutritt. Lese- und Diskutirklub Abends 8 Uhr, bet Schulz, Gartenstr. 70. Gäste durch Mitglieder eingeführt Acht andere Petroleumreservoirs find gefährdet, auch fürchtet Fester Wille", Nach den neuesten Meldungen ist dieselbe noch nicht gelöscht. haben Zutritt. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Donnerstag Abends man, daß das brennende Del sich in den Schifffahrtskanal erUhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein", Blumenstraße 46 bei Wendt. Uebungsstunde von 9 bis Naphtamagazine mit mehreren hundert Barrels Naphta in Ge" Seeger'scher gießen könnte, wodurch die in einiger Entfernung liegenden ( Sutmacher), LinienMelchiorstraße 15 fahr kommen würden. Gesangverein Echo 2, Alte Schönhauserstraße Gesangverein Frühlingsluft", Flottwell London, 27. Mai. In der letzten Woche starben in London ftraße 5 bei Bartels. Männerchor St. Urban", Annenstraße 9 bei 319 Personen an Influenza, gegen 266 Personen in der VorProj. Männergesangverein Borar", Admiralstr. 38 bet Bülow. Gesangverein ,, Kornblume", Blumenstr. 64 bet Wuttte. Gesangverein Hand in Sand", Staligerftr. 142 bet Greiser. Gefangverein Unverzagt" bet Rüfter, Köpenickerstraße 127a. Gefangverein ,, Dorf: glödlein" Deutsch- Willmersdorf, Berlinerstr. 40 bet Pietsch. Gefang verein besischlerverbandes" in Steglts, Restaurant Sildebrand. Arbetter- Gefangverein, armonie", Tempelhof, Dorfftr. 10 bei Gerth. Gefangverein ,, Weiße Rose", Reinickendorf, Residenz- und HolländerstraßenEcke bei Garo. Arbeiter Gesangverein Morgenroth", Rummels- Zum Weltfrieden. Von Dr. jur. Heinrich Nelson. burg, Göthestraße 9 bet Konrath. Gesangverein Brezel Berlin 1891. Walther u. Apolant's Verlagsbuchhandlung, Hermann Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung betzufügen. Briefich fchluß" in Sahm's Klubhaus, Annenstrauße Nr. 16. Music: und Walther. W., Kronenstr. 65. 24 S. 80. Die kleine Schrift entGefangvereinfirmitas", Adalbertstr. 8 bet Schneider. Gesangverein reuzberger Harmonie", Lindenstr. 106, bet Poppe. Gesangverein hält manch werthvolles und nützliches Material zur Bekämpfung H. M. Marburg. Berlin S. W., Raßbachstr. 9. Amicitia", Adlershof Bismarckstraße bei Albrecht. Gefangverein des Militarismus und viele Argumente gegen den Krieg und für " Euphonia", Restaurant Weict, Röpnickerstraße 68. F. E. Granfeestraße. Wir können nicht wissen, ob wir Gefang-, Tarn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Stat. den Frieden. Widersprechen müssen wir dem Verfasser, wenn er Ihre Frage bereits beantwortet haben, wenn Sie uns den Inlub„ üdwärts", Abends 8½ Uhr, im Restaurant Boderte, Pallisaden- die Ursachen der Kriege neben der ungeahnt großartigen Ent- halt nicht noch einmal angeben. Straße 47. übeck'scher Turnverein, Männer- Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, der Völker nach Erhöhung ihres Wohlstandes und vollständigeren wickelung der stehenden Heere auch wesentlich in dem Wunsche D. B. Anonyme Zuschriften berücksichtigen wir nicht. Elisabethstr. 57-68, Königstädt. Gymnasium. Turnverein Dften", LehrA. Penn. Wir bitten um Ihren Besuch in der Mittagelings- Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, Blumenftr. 63a. Berliner Turn- Ausbau es ihrer Nationalitäten" sieht. Von einem Wunsche der genossenschaft, 1. Lehrlings: Abtheilung, Abends 8-10% Uhr, im Lessing- Völker nach Krieg wissen wir wenig, dies mag für die italienischen Zum Maifonds gingen ferner ein von den Töpfern aus Männer- Gesangverein„ Crescendo", Abends 9 Uhr, bei Körting, Gneisenau- Befreiungstriege, die mehr den Charakter der Revolutionen an der Stralsunderstraße 15 M. W. Marten, Liesenstraße 4, Verstraße 88.- Offenbacher Sängertranz", Uebungsstunde von 9-11 im Dresdener sich trugen, nicht aber für die Mehrzahl der Kriege, so z. B. nicht trauensmann für Oranienburger Vorstadt, Wedding und GesundGarten, Dresdenerstr. 45. Gäfte mitommen. Berein Bid Bad", Sigung für die der Jahre 1866, 1870/71 gelten. Treffend ist hingegen brunnen. mit Damen 9 Uhr in Krösches Gesellschaftshaus, Fichtestraße Nr. 29, Geselliger Berein Regina", Gizung mit Damen, Abends 8 Uhr, in den die Widerlegung des Moltte'schen Ausspruches, daß der Krieg sittlich Luisenstädt. Bierhallen, Alte Jakobstr. Nr. 89. Geselliger Club„ Blau wirke, da er angeblich Gelegenheit biete Tapferkeit, Edelmuth und Theater, Pantstr. 9-10. = Literarisches. Verlag des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berlin SW., Beuthstraße 3. Soeben erschien in unserem Berlage: Gesez, betreffend die Gewerbe- Gerichte. Mit Erläuterungen, gemeinverständlicher Darlegung des Inhalts des Gesetzes und ausführlichem Sachregister. Cartonnirt mit Leinwand- Rücken Preis 50 Pfennig. ( In Parthien billiger.) Mit der Veranstaltung dieser Ausgabe des die Arbeiterwelt in ganz besonderem Maße intereffirenden Gesetzes, das am 1. April d. I. in Kraft getreten ist, hoffen wir derselben einen Dienst zu erweisen. Bei der Wichtigkeit, die die Gewerbegerichte bei Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber besigen, glauben wir die Anschaffung des Buches jedem Parteigenossen empfehlen zu müssen. Format, Druck und sonstige Ausstattung lassen nichts zu wünschen übrig, sie sind dem praktischen Gebrauch angepaßt. Im Druck befindet sich und erscheint in 8-10 Tagen: Gewerbe- Ordnung für das Deutsche Reich. Mit den Ausführungs- Bestimmungen, Erläuterungen und ausführlichem Sachregister, unter Berück sichtigung aller seit der Emanation stattgefundenen Abänderungen derselben bearbeitet. Der Preis wird Mk. 1,- nicht übersteigen. Bestellungen nach Maaß und Reparaturen werden sauber ausgeführt, Schuh- Fabrik und Lager von Otto Fäse, Chausseestraße 83, Sophabezüge- Reste unter Rostenpreis. Fabrik von Hille, Zimmerstr. 86, Hof part. 516L Rohtabak bringt sich den Genossen in empfehlende Erinnerung. Streng reelle Waare. 725 L empfiehlt 114b Keine Bazar- Waare. Rud. Seiffert, Reichenbergerstr. 171 gegenüber der Liesenstraße, Briefkaffen der Redaktion. stunde. Antwort wird nicht ertheilt. fr 5 100223 in 3 frat erha jene nur in ferr füff jede der der die zar der " der feh für seir ver Si bri Fr la im po eh m er fa R ei un 9 P ha 261/11 dc di B ih Verein der Sattler u. Fachgen. Den Mitgliedern diene hiermit zur Nachricht, daß die Billetausgabe zum schon bekannt gegebenen Italienischen Wasser- Corso, verbunden mit Sommernachts- Ball, heute, Donnerstag, den 28. d. M., Abends 9 Uhr, im Restaurant Gründel, Dresdenerstraße 116, stattfindet. NB.: Die nächste Versammlung findet am Sonnabend, den 13. Juni, im Vereinslokal" Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45, statt. Der Vorstand. Im Tuchgeschäft Oranien- Str.126. I. Herren- und KnabenAnzüge, Paletots, fowie Damenkleider etc. Auf Wunsch auch gegen Theilzahlungen. 769 L L. Förster& O. Delcourt, Klempnerei,[ 425 L Erkläre den Mariendorfer Beerdigungsverein für einen anständigen Verein. 1042b F. L. Gut geh. Schankwirthsch. sof. bill. z. vert. b. Poppenberg, Madeiftr. 13, II. 92 Mbl. Schlafft. a. 1 Gen. 3. verm. b. Baate, Fürstenstr. 9, Quergb. 2 Tr. I. Schifft. Kreuzbergftr. 9, Dg. II. b. Beutler. 9 Frndl. Schlafft. f. Hrn. z. 1. o. 15. Juni Stralsunderstr. 26, 2. Ging. H. 2 Tr. b. Wr. Kerlin. 1 1041b Möblirte Schlafstelle Beughofftr. 10, Wienerstraße Nr. 28, II. Hof. Ir. lints. Wir empfehlen uns zur Ausführung aller ins Fach einschlagenden Arbeiten. von Arbeitsmarkt. 1040b Lexikon eyer und Rartonarbeiterinnen b. Hartwig, BeuthBrockhaus[ 942b und Bibliotheten fauft Bücher A. Hannemann, Rochſtr. 56. I. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. straße 4. 1046b Geübte Kartonarbeiterinnen verl. Gutmann u.Meyer, Mendelssohnftr. 2. 785L Ein Laufbursche wird verlangt Deutsche Hutfabrik, Pappel- Allee 3/4. 794L Gew. Tapezirer, d. selbständig arb., zum Büstenbeziehen v. F. Horoste sen. u. Ro., Gitschinerstr. 80. 193M Mamfells auf Knabenanzüge verl. Stein, Adalbertstr. 22. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2, 191M il 1 C