Nr. 186 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 96 Bezugspreis: hentlich 70 Pfennig, monatlic 3 Reichsmark voraus zahlbar. Unter Areuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Zuremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit ber Sonntags heilage Bolt und Reit" mit Siebe lung und Aleingarten fomie bet Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint mochentäglich ameimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: .Gosialbemakrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareilles zeile 70 Pfennig. Reklamezeile 4,- Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Bort 20 Pfennig ( auläffia awei fettgedruckte Worte), iebes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das erite Bort 10 Pfennig, fedes weitere Bort 5 Bfennig. Worte über 15 Buche ftaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags in Hauptgeschäft, Berlin GW 68, Linden Straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr frilh bis 5 Uhr nachm Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Dienstag, den 21. April 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Postscheckkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Hindenburgs Hoffnung: Thälmann! Geheimmaterial des Rechtsblocks.- Das Komplott gegen Luther, Stresemann, Londoner Vertrag und Garantiepakt!- Man maskiert sich kommunistisch! Der Rechtsblod hat endlich sein WahImaterial zusammengestellt und drucken lassen. Es hat reichlich lange gedauert, und das Material tommt sehr spät. Die bekannten Geldschmerzen, die zwischen Herrn Loebell und Herrn Laverrenz in ihrem brieflichen Duell erörtert worden find, mögen ein Grund für diese Verspätung gewesen sein. Der Hauptgrund ist jedoch in der veränderten politischen Situation im Rechtsblod zu suchen. Dort geben jetzt, wie es fcheint, nicht einmal mehr die großen rechtsgerichteten Intereffentenorganisationen den Ton an, sondern die ödesten nationalistischen Schreier aus dem Lager der Deutschnationalen und der Deutschvölkischen. Das Wahlmaterial des Rechtsblods atmet den Geist der völkischen Organisationen, des„ Stahlhelm", des„ WikingBundes". Es benutzt die Kandidatur Hindenburg zu einem Appell an nationalistische Leidenschaft und politische Dummheit. Das Wahlmaterial des Rechtsblods liegt uns vor. Es perfolgt drei Richtlinien: 1. ben Gegner zu beschmugen, 2. Verwirrung in die republikanische Einheitsfront zu tragen. 3. einen Stoß gegen Luther und Stresemann und ihre bisherige Auslandspolitik zu führen. Die Hehe gegen Marg. Mit der Heze gegen Marr seht das Wahlmaterial des Rechtsblods den Feldzug der Berleumdung und Niedertracht fort, den die Bölkischen und die Deutschnationalen vor Eberts Tod gegen Ebert organisiert hatten. Das Niveau der Anwürfe gegen Marr ist ebenso unsagbar niedrig wie das Niveau der Anmürfe gegen Ebert. Wir hängen sie niedriger: Dieser leichtsinnige Rheinländer wird wahrhaftig ein Reichspräsident von Karnevals Gnaden War schon von diesen Gnaden Kanzler." Es ist selbstverständlich, daß jedes Ausland, welches den deutschen Wiederaufstieg verhindern will, lieber einen schwachen als einen starten, lieber einen international sozialistisch abhängigen und pazifistischen Reichspräsidenten will, als einen national selbstbewußten und unabhängigen Mann. Daher hat Marg seit Jahr und Tag besonders in Frankreich eine gute Preffe." Marg legnet, natürlich, daß seine Reichspräsidentschaftskandi. datur er schachert worden und mit der Ueberlassung von Preußen an die Sozialdemokratie bezahlt worden ist... Das ist das Werf eines Politikers, der sich selbst als frommen Ratholiten und als verantwortungsbewußten Staatsbürger zu bezeichnen wagt. Einen folchen Berrat an Bolf und Land ist ihm seine persönliche Eitelkeit und der Machthunger hinter ihm stehender Demagogen, wie Wirth einer ist, offenbar wohl wert. Durch diesen Berrat des Herrn Marg entitand für Breußen und Reich eine äußerste Gefahr, der nur noch mit den stärksten Waffen und durch völlige Einigkeit im nationalen Lager begegnet werden fann." Da dies Material auf die politisch Unaufgeklärten im Lande berechnet ist, fehlt natürlich nicht die Behauptung, daß Wilhelm Marg im Grunde genommen in direkter Linie von Karl Marr herfomme: Die Revolution war ein Unrecht," fagt Marg felbft, aber fraft des Naturrechts ist die Weimarer Verfassung zu bejahen." Das Naturrecht entspricht der Weltanschauung des Materialismus( Rousseau). Jener Weltanschauung, die die Grundlage geworden ist für das gesellschaftliche System, welches Marrens indenburg, den Freiheitshelben, den Sieger im Weltkrieg! Die Reserve der Nichtwähler gehört Jhm!" Freiheitsheld, Sieger im Weltkrieg(!!!) Präfidentschaftskandidat, dem schon die Allüren Wilhelms II. souffliert werden mit folchen Dummheiten wirft man nicht auf die Einheitsfront der Republikaner. Aus diesem Grunde versucht der Rechtsblock Berwirrung in die Front der Republikaner zu tragen. Er möchte die sozialdemokratischen Arbeiter, aufgepaßt! Dies Wahlplafat foll Euch verführen, für Thäl mann, das heißt für Hindenburg zu stimmen. 8 Mill. 3,8 Sti Stimmen Sozialisten! 6.9.0. 8 MIL Stimmen Go folls gemacht werden! Demotraten 1,5 REL Stimmen Boll The Ca tas Gerge,-las Magewife fibres laffen, aber wallt hr Cue Shiffel solbet beffiame Arbeiter! Merkit Du, wohin die Fahrt gehen foll? Ihr meint, es sei ein fommunistisches Babi. platat? Das ist nicht richtig. Es ist ein Wahlplakat des Rechtsblods, gedruckt bei Breitkopf u. Härtel in Leipzig. Die Reaktion weiß, daß Ihr nicht für Hindenburg stimmen werdet. Sie sucht deshalb in den nächsten Tagen Eure Stimmen für Thälmann, den Kommunisten, den Bundesgenossen Hindenburgs, zu werben. In der Disposition dieser Rede heißt es: P Millionen von Sozialdemokraten brechen ihre Parteidisziplin, fic wählen lieber Thälmann als den Pfaffenknecht", Marg wählen fie nicht. Abrechnung mit Braun, der die größte Partei des Proletariats an die Pfaffen verkauft hat." Da der Rechtsblod gewiß ist, die Stimmen sozialdemo fratischer Wähler für Hindenburg nicht zu erhalten, mill er sie wenigstens für Thälmann einfangen Er agitiert für Hindenburg, indem er unter der Arbeiterschaft Stimmen für Thälmann wirbt. Die Leute vom Rechtsblod wissen nur zu genau, daß die Kandidatur Thälmann eine Hilfsstellung für die Kandidatur Hindenburg ist. Der Rechtsblod ist sehr besorgt um die größte Partei des Proletariats. Braun hat 8 Millionen Sozialisten an Marr verkauft! Aber im selben Atemzug schreit der Rechtsblod, um andererseits die Zentrumswähler zu verärgern, Marr hat Preußen an die Sozialdemokratie Derschachert! Der Papst verbietet, Marg zu wählen: Wie aber steht es mit wahrhaft frommen Katho fiten? Rönnen sie, gleichgültig in welchem parteipolitischen Lager fie fich befinden, Herrn Marr wählen? Diesen Waffenbruder der revolutionären Sozialdemokratie. Der Papst fordert alle Gläubigen auf, im heiligen Jubeljahr zu beten, daß die Menschheitsgeißel des Sozialismus, den er noch vor dem Kommunismus ausdrücklich nennt, von uns genommen werde. Aber Herr Marr betam es fertig, nicht für seine Wahl zum Reichspräsidenten sich mit den Sozialisten zu verbünden, sondern die Wahlhilfe der Sozialisten zu erkaufen, dadurch, daß er vierzig Millionen Menschen in Preußen ihrer Herrschaft ausliefert. In Wirklichkeit unterscheidet sich dieser fogenannte Zentrumsführer in nichts von seinen sozialistischen Brüdern. Es sei denn im Punkte der Verlogenheit, worin er fie übertrifft." Fast im selben Atemzug werden die frommen Katholiken, die Bapftanhänger wißig" als Papuas bezeichnet. Das ist Logit! Das ist Geist! wählen? Wenn Marr fich in nichts von den Sozialisten unterfcheidet, warum sollen dann die Sozialdemokraten ihn nicht Wenn Marg ein Pfaffenknecht" ist, der die größte Partei des Proletariats für die Pfaffen gekauft hat, warum sollten ihn dann die Zentrumswähler nicht wählen? " Das ist die Rehrseite und die andere Schlußfolgerung aus der doppelzüngig verlogenen Agitation des Rechtsblocks. Über auf 2ogit tommt es dem Rechtsblock nicht an. Nur darauf, Verwirrung in die Reihen der Republikaner zu tragen. In den nächsten Tagen wird der Rechtsblod eine haben fönnten. Sie werden mit ihrer verlogenen Agitation Sie steller. es jedoch zu dumm an, als daß ie Erfolg großzügige Agitation für die Kandidatur Thälmeder einen Zentrumswähler für Hindenburg, noch einen Sozialdemokraten für Thälmann gewinnen! mann unter der Arbeiterschaft zu entfalten versuchen. Seht Euch die Leute genau an, die Stimmung für Thäl mann machen! Laßt die kommunistischen Agitatoren, die Helfershelfer der Reaktion, laßt die als Kommunisten verkappten Agitatoren des Rechtsblocs, denen es darauf ankommt, Hindenburg die Mehrheit zu verschaffen, ablaufen. Fort mit der Reaktion, fort mit ihren kommunistischen Bundesgenossen! Für die Republik! Für Schwarz- Rot- Gold! Der Stoß gegen Luther und Stresemann. Das Wahlmaterial des Rechtsblocks straft alle Kundgebungen der Deutschnationalen Lügen, daß mit der Kandidatur Hindenburg feine 2 en derung des außenpolitischen Rurfes in Deutschland beabsichtigt sei. Es uther und Stresemann, die Bundesgenossen des ift eine gehäffige, wütende Agitation gegen die Politik, die Rechtsblocks, der Reichskanzler und der Reichsaußenminister der Rechtsregierung im Reich, bisher betrieben haben. Eine dem 29. August 1924 als nationale Opposition" Propaganda gemacht haben gegen Dawes- Plan und Londoner Abkommen und früher gegen die Außenpolitik unter Wirth und Rathenau. Namensvetter, der Säulenheilige von Rommuniſten und Sozialisten, Werbt und stimmt für Wilhelm Marx! itation, gang in dem Stile, wie die Deutschnationalen vor der große jüdische Begründer der Internationale, Karl Marg, zum Fluch für alle Bölker errichtet hat. Natürlich war auch Karl Marr Naturrechtler. Wilhelm Marg ist ein Schleppenträger der Revolution, die sich auf Start Marg beruft." Dieses unbefümmerte Herumwerfen mit Begriffen, die nichts miteinander zu tun haben, gibt Zeugnis von dem Bildungsstande, der drüben herrscht. Es ist einfach erschütternd. Sie hoffen auf Thälmann und den Papst. Die Macher des Rechtsblocks wissen nur zu gut, daß sie mit den auf die Dummen berechneten Argumenten weder auf fozialdemokratische Arbeiter, noch auf christliche Arbeiter wirken Pönnen. Den Unaufgeflärten und politisch Naiven fönnen sie sagen: Millionen von Richtwähler, denen die Novemberrepu blit mit ihrem Bräsidenten und ihren Parlamenten an fich gleichgültig oder gar verhaft ist, im Schmerz um Deutschlands Miedergang und seine nerratene Freiheit, wählen Arbeiter gegen das Zentrum ausspielen. Er macht Propaganda mit Thälmann, um die Einheitsfront der Republifaner zu schwächen, und er beruft sich auf den Bapst, um fatholische Wähler von der Stimmabgabe für Marg abzuhalten. Zu diesem Zwecke heißt es in der ,, indenburgRede", die den Agitatoren des Rechtsblocks in die hand ge= geben wird: ,, Umgefehrt werden alle die rabitalen Sozialdmofraten, die in den Klassenfampf verbisfen sind, es schwer genug haben, der liftigen Parole ihrer Parteiführung zu folgen und Marg zu wählen. Ehe sie den Mann wählen, der in ihren Augen ein Pfaffenknecht" ist und natürlich ein Bourgeois", brechen fie lieber ihre sonst so oft gerühmte Parteidisziplin und ge henheim gehen lich über zu jenem anderen, dessen Radikalismus fie gewiß fein fönnen, zu Thälmann, dem Kommunisten. Die Sozialdemokratie mich ihr Jena erleben!" 17 " # Im Material des Rechtsblocks Hindenburg und marg" heißt es: „ Wer ist Marg? Der Reichskanzler der uns verknechtenden D a wes- politit. Der Führer, der Deutschland an das amerikanische Kapital ausgeliefert hat. Der das Elfa preisgeben will( Sicherheitspaff). Also ein Pazifift." 3 In der breiten Ausführung der sogenannten ,, inden burg Rede" des Rechtsblocks heißt es über dies Thema: Aber wenn die Dawes- Politit ein Erfolg war, so war sie ein amerikanischer, fein deutscher. Denn mit der Dames- Bolitik hat Marg die deutsche Wirtschaft dem amerikanischen Kapital ausgellefert, und wenn sich der Pazifist Marg zusammen mit den ameri tanischen Gelbjuden, non den Dames- Berträgen eine Befriedung Europas versprach, damit Deutschland arbeiten und Reparationen zahlen kann, so ist diese Hoffnung schon verflogen." Ci.„Wie sie die Wittschaft mit den Dawes-Berträgen auslieferten, so wollen sie fehl das Elfah noch einmal und freiwillig preisgeben in ihrer Sicherheitspolitit. In immer neuen Kapitulationen besteht die Außenpolitik der Linken.", » Die Agitation für Hindenburg ist. also Agitation gegen die Dawes- Politik und den Londoner Vertrag. Es war aber in erster Linie Herr S t r e s e» mann, der den Londoner Vertrag Abschloß und verteidigte. Es ist Herr Luther, der sich mit Stolz, wenn auch nicht mit Recht, als den Vater der Stabilisierung der auf der Dawes-Politik beruht, bezeichnet. Und waren es nicht die P a r t e i en, die jetzt im Rechtsblock zusammengeschlossen sind, die der Dawes-Politik am 29. August 1924 im Reichstags zur verfassungsändernden Z w e i d r i t t e l- Mehrheit verhalfen? Damals stimmten für die Ge- fetze zur Ausführung des Londoner Vertrages: Die gesamte Fraktion der der Deutschen Volks- Partei, 44 Abgeordnete: die gesamte Fraktion der.B a y e r i sch e n Volks- Partei, 16 Abgeordnete: die gesamte Fraktion der Wirtschaftlichen Ver- cinigung, 15 Abgeordnete: die halbe Fraktion der D e u t s ch n a t i o n a l e n. 49 Abgeordnete. Unter den 127 Gegnern, die am� 29. August gegen die Dawes-Politik stimmten, waren nur etwa 76 Abgeordnete der ich Rcchtsblock zusammengeschlossenen Parteien, die übrigen waren Kommunisten. Der Rechtsblock für Hindenburg betreibt also seine Agi- tation gegen die Deutsche Volkspartei, gegen dje Baye- rifche Volkspartei, gegen die Wirtschaftliche Vereinigung, gegen den gouvernementalen Flügel der Deutschnationalen. Er verfolgt die politische Linie derAblehnungdesLon- d o n e r Vertrages, die Linie der fünfzig deutfchnatio- nalen Neinsager und der völkischen vom 29. August. � Und nun Sicherheitspakt! Er liegt gewiß äuf der Linie der bisherigen Außenpolitik der republikanischen Par- teien, aber sein Vater heißt nicht Marx, sondern S t r e s e- mann. Herr Stresemann, der Außenminister des Rechtsblocks im Reiche, hat ihn entworfen und den Mächten vorgeschlagen. Herr Schiele, der deutschnationale Innen- minister, hat diesem Versuch seine Zustimmung gegeben. Die Reichsregierung, Herr Stresemann ist es also, der das Elsaß preisgeben will und gegen den sich der Stoß der Wahlagitation des Rechtsblocks für Hindenburg richtet! Der Herren Luther und Stresemann haben sich eben erst bemüht, dem deutschen Volk' und der Welt einzu- reden, daß die Kandidatur Hindenburg keine Gefährdung des btshexigen außenpolitischen Kurses bedeute. Das Wahlmaterial des Rechtsblocks strait sie Lügen. Es zeigt der Welt, daß mit der Kandidatur Hindenburg die Erledigung der Außenpolitik beabsichtigt ist, die L u t h e'r' und Stresemann bisher als Verlängerimg der Linie der republikanischen Außenpolitik betrieben haben. Unter der Parole„Hier P a z i f i s m u s, dort K a m p f- der e i t sch a f t" erklärt das Wahlmatcrial des Rechtsblocks: .. scheiden sich die.Hager. Doxt curf der Cinlcn,. da Jcfit isner ocrhäofltüpoottc Irrwahn, daß die Zeiten der Geschichte, bis „.Keilen nationaler Ehre ond staatlicher Machtkämpfe vorüber sind. ' lleher dle Well sei ein geschichtsloses Zestaller gekommen, in Sem 'nicht mehr Reiche und Rationen um ihre Größe kämpfen.., son- d»rn ein Zellalter, in dem alle Grenzen zusammensinken und ein ewiger Ariede herrschen wird._ Wir aber glauben yn die ewige Dhicht der Geschichte. Die Geschichte, die nur dadurch geworden ist, haß die Völker sich Ziele setzten. Daß sie Rationen wurden und an nationale Guter glaubten. Daß sie Reiche bildeten und für ihr« Ehre kämpften. Wir lieben die nationale F reihest und wir wissen, daß nur die Ration, welche immer bereit ist, um die Freiheiten zu kämpfen, sich die Freiheit erhält." Soziale Wallfahrt nach Europa. Von Richald Rainer. Die mittelalterlichen Wallfahrten hatten ihren Ursprung in höchst egoistischen Motiven. Die Sorge um das Hell der Seele, eine höchst private Angelegenheit, bewegte den frommen Pilgrim wie den streitlustigen Kreuzritter, und es war nur eine Frage des Temperaments, ob man die Versicherung des Heils darin erblickte, den Fußzeh irgendeine» Helligen zu küssen oder einem Dutzend Sarazenen den Schädel zu spalten. Boshafte Geschichtskrlliker behaupten freilich, d«ß diese Bewegungen nicht allein, um den Leib des Herrn zu hüten, sondern oftmals mit großem Bedacht auf den eigenen Leib in Szene gefetzt wurden. Doch auch die lebendigste, realitätserfüllte Reuzell kennt PUger- schuften, die aber nicht von persönlichen Heilsmotiven, fondern vom sozialen Interesse gelenkt werden. Kreuzte man früher da» Mittel- me«r, um den geschändeten Leib des Herrn zu befreien, fo überquert man heute den großen Teich, um den wefllichen Europäern Rat- fchläge zu ertellen, wie sie davon ablassen könnten, fernerhin den so- zialen Organismus, den Leib der schaffenden und erhallenden Arbeit zu schänden. Dabei wird neben dem polittschen da» religiöse Moment betont— eine Kombination, die auf dem Boden des Angelsachsen» tum», wo sich puritanisches Ehristentum und alle möglichen humani- tären und sozialistischen Strömungen in eigenartiger Harmonie ver- schmelzen, sehr natürlich erscheint. Unter den Auspizien der Fellowship for a Christian Sozial Order wird sich Ende Juni eine Gesellschaft von hundert führenden Er- jiehsrn, Sozialbeamten, Schriftstellern und Praktikern auf sozialem Gebiet auf eine Wallfahrt in die führenden Industrieländer der alten Welt bogeben. Auf dem Ueberfahrtsdampfer, dem Cunard- liner Carmania, werden sie sich gewissenhaft theoretisch präparieren für ein eingehendes Studium der„sozialen, politischen, industriellen, und religiösen Situation in Europa". Der Juli ist für den Feldzug in England bestimmt, wo die Lon- doner Toynbee Hall als Operationsbasis dienen wird. Schriftsteller wie Bernhard Shaw und H. G. Wells, Tawney und Loski, Eole und Sidney Webb: politische Führer wie Ramsay Macdonald und Lord Holdane, Unternehmer wie B. Seebohm Rownttee und Arbeiter- führ« wie Arthur Henderson, religiöse Führer von der Persönlichkell eines Bischofs Gore, W. E. Orchard und Maude Royden. Journalisten wie I. R. Geroin und A. G. Gardiner, zahlreiche Parlaments- Mitglieder, unt« denen sich Lady Aswr, Lord Eustace Percy und Professor Ramsay Muir befinden. w«den die Gesellschaft auf eng- lischem Boden willkommen heißem Der August wird auf dem Kontinent verbracht werden mll Studien üb« die Perhälnisse in Deutschland und Frankreich. Hier wird Genf da, Hauptquartier sein, wo ein Teil der Studicnver- emtgling sich bis zur Lölterbundstogung in der erste» September- Das ist deutlich genug. Gegen die Politik des Londoner Vertrages! Gegen den Sicherheitspakt! Nicht Friede und Völkerverständigung, sondern Krieg und Kampf der Nationen! Das ist eme offene Kriegserklärung an Luther und Stresemann. Gegen sie richtet die Wahlagitation des Rechtsblocks den Hauptstoß. Was haben sie jetzt noch zu jagen? Für jeden Republikaner aber gilt es angesichts dieser Wahlagitation stärker noch als bisher, alle Kräfte zusammen- zunehmen und für Wilhelm Marx, den Kandidaten des Bolksblocks zu werben! hinter öen Kulisien. Generalprobe auf der Loebell-Bähr Die Einigkeit im Hindenburg-Block.st geradezu rührend. Die heftigsten Gefühlsergüsse der Hilgenberg-Beflissenen können diese Einigkeit und Begeisterung nur unvoll- kommen ausdrücken. Man muß andere Quellen zu Hilfe nehmen, um ein rechtes Bild zu bekommen. Da lesen wir in Nr. 19 des„Völkischen Beobachters", der wieder in München erscheint, diese rührenden Sätze: Wir haben bisher üb« die Taktik des sogenannten Reichsblocks des Herrn o. Loebell nach der erfolgten Ausstellung Hindenburgs kein Wort oerlocen: es ist aber angesichts du Enlwick- . lung der letzten Tage nicht mehr möglich, zu schweigen. Es ist bekannt, daß die mit dem Ausland stark verbundene Schwerindustrie und große Bankfirmen sich mit all« Enugie für den von allen als in jed« Hinsicht als ungefährlich eingeschätzten llarres einsetzten. Das Geschäsl schien im Falle der Wahl des Herrn Zarres gesichert, und in Schwarz- Weiß-Kot konnte auch gemacht wer- den. Es sollte also mit Gewalt von seilen des sich a n m a ß e n d gebärdenden Loebell-Ausschusses dem nationalen Teil des deutschen Volkes ein unbekannt« Mann, eine politische Nullität aufgezwungen werden, die zudem für den völkischen Gedanken auch nicht eine Spur des Verständnisses gezeigt hatte. Gegen dieses selbst- herrliche Gebaren abgelebter Ezxellenzen und Geldmäaner erhob sich nach der ersten Ueberrumpelung(der allein w! r nicht zum Opfer ge- fallen waren) ein Widerstand in den vielen völkischen und nationalen Derbände», die nicht die Arbeit für Prioalinteressen gewiss« Bonzen besorgen wollte». Bekannt ist, daß, als d«. Beauftragte des Jung- deutschen Ordens dem Herrn v. Loebell den Willen kundtat, daß 'Generalfeldmarschall v. Hindenburg als Kandidat des deutschen Volkes aufgestellt werden sollte, die Loebell-herren ihm erklärten. sie nähmen diese Erklärung entgegen, könnten ihn ab« zur Sitzung selbst nichl zulassen! Dieses anmaßende Gebaren hatte gezeigt, daß Ja r res auf jeden Fall untragbar war. Und so wurde schließlich Hindenburg gegen die Bonzen von einzelnen persönlich- keilen durchgesetzt, was znr Folge halle, daß einige.nationale" GeldsScke erklärten, keine Wittel mehr für den wahlfcldzng hergeben zu können. Wir begnügen uns mit diesen wenigen Zitaten. Sie werfen ein prachtvolles Licht auf die Kulissenschieber, die der Deutschen Republik ihre Vettelopex vorzuführen gedenken. Daß der„Völkische Beobachter" noch von„Geschmack- l o s i g k e i t" spricht und von„politischer Dumm- b e i t. die wir ja an unseren.nationalen" Politikern immer dann herausschauen sehen, wenn es am gefährlichsten ist", fei mir nebenbei registriert.' Ebenso die Mitteilung, daß .sIn der Nähe von Rio. Wir verließen es. als ich etwa drei Jahre zählte. Meine erste Erinnerung ist die Abbey. Wahrscheinlich besuchten wir Sir William Eoomber. Und mein erstes Kinderzimmer war der lange Garten zwischen den Klojtermauern. Dort spielte ich mit den Blumen, plauderte mit ihnen." „Ich sah Sie dort an einem Nachmittag." Sie blickte Anthony an.„Wann war das?" „An einem Septembertag," erwiderte er.„Bor etwa zwei Jahren." Er hatte gedankenlos gesprochen, errötete und hoffte, sie werde meinen, dies fei der Widerschein des Feuers. „Damals waren wir doch in Florenz," warf sie ein. ..Ick) weiß es." Anthony wurde noch röter.„Ick) fragte den alten Wiltins, ob Sie zurückgekommen seien, und er hielt mich für verrückt." „Es ist merkwürdig." sprach sie.„Ich träumte eines Tages, daß ich durch den Garten schritt und dort Ihrem Namensvetter begegnete, Anthony, dem Mönch. Er staitd bei dem Tor, wo er dann getötet wurde, rief mich, ich aber erschrak und versteckte mich hinter den Blumen." „Wer war der Mönch Anthony?" fragte er interessiert. „Kennen Sie die Geschichte nicht? Er war der Sohn von Giles Strong'nth'arm und dessen Gattin Martha; so berichtete die Klosterchronik. Anscheinend war der Name ein gewöhn- licher in dieser Gegend, doch dürften alle zu einer Familie 5ehört haben. Der Abi des Klosters starb ganz plötzlich, es ieß, an gebrochenem Herzen. Es war zur Zeit der Kloster- kouffskationcn unter Heinrich Vit. Die Mönche wählten Anthony als den Jüngsten zu ihrem Vertreter. Er verbrachte die ganze Nackit auf den Knien. Als mein Ahne am Morgen mit seinen Reisigen erschien, ging ihnen der Mönch bei der großen Kapellenlür entgegen, dort, wo sich heute der Rosen- garten befindet, und wehrte ihnen den Eintritt. Die Soldaten murrten und zögerten, denn der Mönch hatte aus feinen aus» gebreiteten Armen ein Kreuz gemacht, und große Helle um- strahlte ihn. Schon wollten sie vor ihm fliehen. Aber mein Ahne, Sir Pcrcival de Eomlcs— damals wurde der Name so geschrieben— hatte vom König die Abtei und ihre Lande- reien zum Geschenk erhalten und er wollte sich die Beute nicht entgehen lasten. Er gab feimm Pferd die Sporen und schlug den Mönch Anthony mit einem Schwerthieb nieder. Dann ritten sie über seinen Leib in die Kapelle." „Ich kannte die Erzählung nicht," sagt« Anthony.„Mei- ncm Bater war es peinlich, von seinen vorfahren zu reden." „Sie gleichen dem Mönch; es fiel mir schon bei miserer ersten Begegnung auf. Sie saßen schreibend am Fenster. Einer von«ir Percivals Lasallen, der in Holland studiert hatte, malte aus dem Gedächtnis den Mönch, wie er mit kreuzförmig ausgebreiteten Armen dastand. Wenn Sie das nächste Mal nach der Abbey kommen, werde ich Ihnen das Bild zeigen; es hängt in der Bibliothek." Machew hatte die Reparatur beendet. Anthony wollte das Mädchen nicht durch die Stadt fahren lasten, bestand darauf, daß sie erst außerhalb aufsteige. Er schritt neben ihr her, schob das Rad. Sie hoffte bald gut fahren zu können; ein Pferd tonnte sie sich selbstverständlich nicht leisten und sie ging ungern zu Fuß. Sie plauderten über die Abbey und das einsame Moor. Das Mädchen klagte, daß einer der Haupt- Nachteile ihrer Armut darin bestehen, niemandem helfen zu können. Die Bewohner des Moores waren daran gewöhnt gewesen, bei den Leuten der Abbey Hilfe und Unterstützung zu finden. Der verstorben« Sir William war ein großmütiger, freigebiger Mensch gewesen. Das Mädchen erklärt«, sie tue, was sie könne In einer einsamen Hütte lebe ein alter bett» lägriger Arbeiter. Seine Enkelin, die für ihn gesorgt hatte, war plötzlich fortgegangen und mm habe er niemanden. Er vermöge mir im Zimmer umherzukriechen, sich mühselig seine Nahrung zuzubereiten. Anthony verspürte Gewissendbiste: Betty war fort, der alte Mann aber gehörte zu ihren Schütz- fingen, und er hatte ihr versprochen, sich um ihn zu kümmern. Die beiden beschlosten, in der Hütte des Alten zusammen»»» kommen: Anthony würde bemüht fein, ihm zu helfen. (Fortsetzung folgt.) Für Republik und Frieden. Deffentliche Wählerfundgebungen stellten sich beide das beste Zeugnis aus." Herr Richter," rief der Alte, die Schwiegertochter hat mich bespuckt, sie hat unseren Frieden gestört." Gleich nach seiner Verhaftung hatte der Angeklagte ein Geständnis abgelegt, was er heute zu widerrufen versuchte. Das Gericht hielt die Schuld des Angeklagten für erwiesen und erkannte wegen versuchten Batermordes auf 8 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverluft. Ein Meineidsprozeß. Als er die Mutter verlor. Das Liebesverhältnis zwischen einer vierzigjährigen Ehefrau und einem 15½jährigen Schüler bildete den Untergrund emer Meine eldsanklage gegen den jetzt erst 19 Jahre alten Lehrling Walter B., die das Schwurgericht des Landgerichts II beschäftigte. Der Angeflagte hatte nach dem Tode seiner Mutter nach den Schulstunden Beschäftigung im Hause eines Photographen R. gefunden. Das Berhältnis zwischen ihm und der Ehefrau des Photographen soll aber bald sehr zärtlich gewesen sein. Zeuginnen wollen wiederholt wahr. genommen haben, daß beide Arm in Arm spazieren gingen und daß die reife Frau zärtlich thren Kopf auf die Schulter des jungen, mit Der Schülermüze bekleideten Burschen legte und anderes mehr. halter des Reichsblods. Hindenburg- Armee und Thälmann- flage fam über des Baters Lippen gegen den Sohn. Gegenseitig Armee werden wir gemeinsam schlagen und damit die Feinde der 3n Friedenau im Rathaus sprach vor einer überfüllten Ber- Republik endgültig überwinden.( Stürmischer Beifall.) 3immer mann von der Zentrumspartei wandte sich gegen einen fammlung zuerst Genoffe Crispien. Er führte aus, daß in dem Kampf um die Präsidentenwürde nicht die Politik einer einzelnen Artikel des Montag", worin dem Zentrum Speichellederei vor: Partei eine Rolle spiele. 20le Barteien, die auf dem Boden der geworfen wird. Gerade als Zentrumsmann möchte er in Bezug auf Republik stänben, müßten das, was fie gemeinsam haben, in diesem den toten Reichspräsidenten Ebert fagen, daß er uns ein wirt Rampf verfechten. Es handelt sich um die Sicherung der Re- licher führer war, und daß wir sein Andenken nicht beffer ehren puslit, um die friebliche Berständigung unter den Bölkern, um tönnen, indem wir einen würdigen Nachfolger, Dr. Mart, den inneren Ausbau der Republik, der so gestaltet werden müsse, wählen.( Stürmischer Beifall.) Für die Demotraten sprach der daß die Republif allen Republikanern wert und lieb gemacht werde. Reichstagsabgeordnete Dr. Heile, der daran erinnerte, daß die Der Reichspräsident sei außerstande, Politif einer Partei zu machen. heutige Kundgebung der drei republikanischen Parteien fein äußeres 23ir haben jegt foviel von der Reinigung des politischen Lebens Beichen, sondern ein Symbol sein sollte. Will das deutsche Bolt sich gehört. Much wir find der Meinung, baß die politische Atmosphäre einer Reinigung bedürfe. Diese Reinigung ist von uns schon besorgt durch den Ausfall im ersten Wahlgang. Ebenso ist die Reinigung fchon in Breußen vollzogen. ie Hindenburg zu beurteilen sei, das zeige die Ansprache vor den Bressevertretern, mit der er sich geradezu lächerlich gemacht habe. Crifpien las bann unter großer Seiterteit der Bersammlung die legten Stellen der Rede Hindenburgs vor. Im Gegensah zu Hindenburg, der in der Politit völlig ahnungslos fei, verstehe Marg die Politit. Er habe der Republit den Treueid geleistet und habe erflärt, baß teine Regierung in Deutschland gegen die Sozialdemo fraten regieren fönne. Unsere Aufgabe ist, die Einheit der deutschen Republit durchzuführen. Das fann nicht geschehen durch bie Kräfte der Vergangenheit, sondern durch die Kräfte der Arbeit. In bezug auf die Außenpolitit besteht dann noch unter den Arbeitern aller Lamber Einmütigfelt barüber, daß ber Bersailler Bertrag nicht durchzuführen ist, und daß er der Revifion bedürfe, die nur durch Berhandlungen zu erreichen ist. Einen Abbau des Versailler Ber: trages bedeute das Dames- Gutachten. Wir wären viel weiter, wenn Die Reaktion in Deutschland es nicht fertiggebracht hätte, das Ausland glauben zu machen, daß die Republit und die Demofratie nur eine Form ohne Inhalt sei. Der Bölferbund könne uns nugen, wenn er Demofratifiert sei. Aber wenn auch dort die reaktionären Elemente bie Oberhand gewinnen, jei er nichts weiter als ein Bund der Siegerftaaten zur Ausbeutung der befiegten Staaien. Alle diese Dinge zwingen das deutsche Bolt, dem Kandidaten der Republi?, Dr. Marg, die Stimme zu geben. Bon den Demofraten führte Senatspräsident Großmaxn aus, daß die Republit selbst bei den Cegnern fchon einen moralischen Sieg errungen habe. Auf der Gegenseite ständen diejenigen, die ftets erflärt hätten, daß nur die Monarchie das Boll zu führen in der Lage wären. lnb jet wollen fie die Republik zur Führerin des Boltes erklären. glauben aber ihren Sirenentönen nicht und noch weniger das Aus land. Heute müffe das beutsche Bolt zum Verhandeln einen Mann mit dem Sylinder schicken. Es fönne feinen Mann mit der Bidelhaube gebrauchen. Es wäre besser gewesen, wenn die jenigen, die Hindenburg verehrten, ihm seine wohlverdiente Ruhe gönnten. Als Bräsident fann Hindenburg nur un heil anrichten. Wir brauchen einen erfahrenen, erprobten Staatsmann mit Gedanken der Zukunft und nicht der Bergangenheit, und das sei Marg. Der Redner des Zentrums, Dr. Krone, empfahl Mary als Mann des Westens. Von dorther fomme der Fortschritt, als denjenigen Mann, der die Gleichberechtigung aller Menschen anerkenne, als denjenigen Mann, der die Gleichberechtigung aller Böller anerkenne. Der Borsigende schloß mit einem Hoch auf die Republik die sehr wirkungsvoll verlaufene Bersammlung. Tiergarten. Bir In einer sehr gut besuchten Frauenperfammlung der Dalsgruppa Tiergarten spram im„ Artushof" in der Perleberger Straße Genoffin Klara Bohm- Schuch. In überzeugenden Plusführungen von bestechender Sachlichkeit legte fie in etwa einflündiger Rede dar, warum am 26. April jeder Republikaner und jede Republikanerin troß gewiffer fulturpolitischer Bedenten Marr wählen müsse. In der Zeit des monarchistischen Absolutismus war die arbeitende Frau sowohl partei wie auch fozialpolitisch völlig entrechtet. Durch die Revolution ist darin gründlich Wandel ge= fchaffen worden. Immer noch gibt es Unmaffen indifferenter Frauen, für dere Befreiung sich eingesetzt zu ben man sich heute fjämen müffe. Bei einer Randidatur des Programmonarchisten Sindenburg fann es für einen vernunftbegabten Arbeiter feinen 3weifel geben, wem er am Entscheidungstage feine Stimme zu geben hat. Die Wahl des völlig unpolitischen Marschalls bedeutet Entrechtung des Bolles, bedeutet 3usammenbruch nach außen und Chassim Innern. Der Sieg der Reaktion muß mit allen Mitteln verhindert werden. Die Barole der Republit ift: Wilhelm Marg. Schwarz- Rot- Gold foll fiegen.( Stürmischer Beifall.) Nach Dantesworten der Bersammlungsleiterin wurde die van beftem Geiste getragene Bersammlung gegen 10 Uhr geschlossen. Halensee. Zu einer überaus eindrucksvollen Rundgebung gestaltete fich in ben Johann- Georg- Sälen zu Halensee bie Versammlung des Boltsblocks. Es sprachen für das Zentrum Landtagsabg. Dr. Schmidt Lichtenberg, für die Demotraten Ministerialrat Dr. Wölz, für die Sozialdemokraten Bastor Frande und für die von der Wirtschaftspartei abgesplitterte Partei für Handwert, Handel und Gewerbe Glafermeister Simon. Reichs banner Schwarz- Rot- Gold und der Windthorst- Bund entsandien Abordnungen. Die Bersammlung war getragen von dem einmütigen Willen, den Kandidaten der Demokratie und des Völkerfriedens Dr. Marg gegen den Gözen des Militarismus, der Hohenzollern und der Reaktion zum Siege zu verhelfen. Genoffe France sprach eileitende Gedächtnisworte für den zu Tode gehezten Friedrich Ebert, zu deffen Ehren sich die Bersammlung von den Blägen erhob. Sehr interessant waren die Ausführungen des Glasermeisters Simon, der der Wirtschaftspartei den Vorwurf machte, daß sie nur ein deutschnatio. nales Anhängjel fei, weshalb er allen Handwertern empfahl, Dr. Marg zu wählen. Mit einem Hoch auf den Kandidaten des Volksblocks und dem Deutschland Lied schloß die begeisterte Berjammlung. Kundgebungen des Reichsbauners. Die von der Ortsgruppe Kreuzberg des Reichsbanners Schwarz Rot- Gold" gestern abend veranstaltete Rundgebung für ben Bolksblockkandidaten Marg in der Bodbrauerei mar ein neuer Beweis für die Zugkraft des republikanischen Gedankens. Der Saal war so überfüllt, daß die Massen bis auf die Eingangstreppen standen. Schon im Vorraum leuchteten die Fahnen und Farben der Republik von der Bühne und den Wänden. Als erster Redner sprach der Bertreter der Sozialbemokratischen Bartel, Reichstagsabgeordneter Genoffe Künstler, der die 3u. hörer baran erinnerte, daß am 26. April die Entscheidung fällt, ob Deutschland Monargie oder Republit, Bolfsstaat oder Obrigkeitsteitsstaat bleiben wird. Für des Deutschen Reiches Bu funft und Sicherheit hat das Bolt zu entscheiden. Der vielbelachte deutsche Michel muß endlich ber Bergangenheit angehören, genau fo, wie die mehr oder minder begabten deutschen Fürsten, bie jahr hundertelang Bolt und Land ausplünderten und verschacherten.( 3u ftimmung.) Unter stürmischem Beifall der Versammlung zeichnet ber Rebner ein Bild von der politischen Rinderstube des Meidsblods, der in seiner Berlegenheit fehren anderen Kandi baten finden tennte wie den greifen Hindenburg. So alt und ge brechlich wie der Randidat, so gebrelich und alt ist ber Reichsblod. Ein Mann, der alle seine Reden und Profia mationen von anderen ausgearbeitet erhält, tann niemals die Spitze und der Führer des deutschen Bolles sein. Der 26. April muß werden eine neue Geburtsstunde der Republit. Ge noffe Künstler wendet sich mit Entschiedenheit gegen die Redeweife in besonderen Arbeiterschichten, daß die heutige Republik der Berteidigung nicht mert fet. Die Republif ist aber gerade für die Arbeiterschaft der günstige Kampfboden. Die Kommunisten sind die Steigbügel heute, Dienstag, den 21. April, abends 7½½ Uhr Tiergarten: Arminiushallen, Bremer Str. 72. Brenzlauer Berg. 30. Abt.: Ledigenheim, Pappelallee 15. Kreuzberg. 39. u. 48. 2bt.: Alexandriner, Alexandrinenstr. 37a. Schmargendorf: Schüßenhaus, Hundefehlestr. 20. Mitolasfee: Wezzel, am Bahnhof. Lanfwihr Lehmanns Festsäle, Kaiser- Wilhelm- Str. 29/31. Biesdorf: Bartsch, Dorfstraße, Ede Bahnhofstraße. Mehlsdorf- Süd: Heidefrug, Köpenider Allee. Redner: Bartels, Crifpien, faffenberg, Luise Kähler, Krille, Litle, Landa, Dr. Lohmann, Nietisch. Mittwoch, den 22. April, abends 7½ Uhr Mitte, 7. 2bf.: Köhlers Festfäle, Tiedstr. 24. Brenzlauer Berg, 26. u. 28. Abt.: Büttner, Schwedter Str. 23. fireuzberg, 42. 2bf.: Blüchersäte Blücherstr. 61. 43. 21bf.: Rabe, Fitestr. 29. 46. Abt.: Schulaula, Stalizer Str. 55/56. 47. 2161: Behrendt, Manteuffelstr. 95. Charloffenburg: Aula Mommsen- Gymnasium, Wormfer Straße 11. Wilmersdorf: Spichernfäle, Spichernftr. 3. Spandau: Germaniasäle, am Hauptbahnhof. Dahlem: Schilling, Dahlem Dorf, Königin- Luife- Str. 42. Marienfelde: Haseloff, Berliner Str. 114. Neukölln: Schultheiß( Wintergarten), Hasenheide 22. Budow: Lotal Wolf, am Krankenhaus. Johannisthal: Bürgergarten, Bankstraße Ede Sterndamm. 2dlershof: Wöllstein, Bismardstr. 74. arow: Klir, Bantgrafenstr. 3. Tegel: im Strandschloß. Redner: Aufhäuser, Clara Bohm- Schuch, Breuer, Emil Barth, Crispion, Faltenberg, Dr. Freund, Adolf Hoffmann, Gertrud Hanna, Joachim, Kuttner, Litte, Landa, Otto Meier, Rohde, Reimann, Zubeil. Tagesordnung in allen Versammlungen: Die ReichspräsidentenwahlDeutschlands Schicksalstag! wieder einen Platz in der Welt schaffen, dann fann nur ein Re. publikaner Führer sein.( Starter Beifall.) Nachdem noch Fräulein Elise Ramniger Uhland Stände" vorgetragen hatte, wurde die eindrucksvolle Rundgebung mit einem begeisternden Hoch ruf auf die Republik und ihren Kandidaten geschloffen. Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold, Kameradschaft Mitte, unternahm in den gestrigen Abendstunden einen Werbe- Umzug durch das Bentrum Berlins. Der Zua segte sich vom Baubureau. Sebastianstraße, in Bewegung, zog die Röpenider Str., Brückenstraße, über den Alexanderplatz zum Rosenthaler Play. Bon hier aus ging es zum Hackeschen Markt und später Unter den Linden entlang. Der Zug, der eine Mufitkapelle mit sich führte und viele Tausende von Be gleitern an fich fodte, endete gegen 10 Uhr abends wieder in der Sebafttanstraße. Diese wirksame Bropaganda für die Randidatur Marg werden auch die anderen Berliner Kameradschaften in den nächsten Tagen ausnüßen. Für heute abend hat die Kameradschaft Kreuzberg einen Propagandaumzug angesetzt. Um 7 Uhr wird die Name radschaft mit Mufit und Fahnen vom Fontane Blag abmarschieren. Vater und Sohn. Strychnin auf der Frühstücssfulle. Mit einem schweren Berbrechen hatte sich das Botdamer Schwurgericht zu beschäftigen. Wegen versuchten Bater. mordes war der 47jährige Landwirt Wilhelm Paul aus Niemegt bei Belzig angeklagt. Der 71jährige Bater des Angeklagten gleichen Namens wohnte feit 1911 bei dem Angeklagten auf dem Altenteil. Vater und Sohn vertrugen fich sehr gut. Da heiratete der Angeklagte und der Alte sourde dem jungen Baar eine wirtschaftliche Last. Die Schwiegertochter behandelte den alten Mann lieblos, es wurden 5 Kinder geboren und der Alte mußte nun, um nicht zu verhungern, cuf schwere Arbeit gehen. Um den nötigsten Unterhalt vom Gohn zu erhalten, mußte er ihn verflagen. Da beschloß Paul, ben Iaftigen Bater zu beseitigen. Am 13. Dezember v. J. faufte der Angeklagte in einer Apotheke in Belzig zwei Gramm Strychnin, angeblich, um einen alten Dachs zu vertilgen. Am 16. Dezember früh morgens bereitete der Angeflagte das erste Früh stück. Er fannte die Gewohnheit seines Baters, viel Salz auf die Schmalzitulle zu schütten. Der Angeklagte schüttete das Gift in den Salznapf und entfernte fich von Hause. Ahnungslos streute der Water das Gift auf die Schmalzftullen, er biß hinein und trant, als er einen bitteren Geschmad verspürte, eine Taffe Kaffee nach. Kurze Zeit später fand man den alten Mann ohnmächtig auf dem Felde. Neben ihm lag das erbrochene Frühstücksbrot und noch ein Teil desselben. Man schaffte den Mann auf das Gehöft seiner Tochter und hier fraß deren Hund den Rest der Stulle auf. Nach 15 minuten war das Zier verendet. Der hinzugezogene Arzt erstattete Anzeige und der Sohn wurde verhaftet. Jekt fahen Bater und Sohn sich im Gerichtssaal wieder. Rein Wort der AnDas Rundfunkprogramm. Dienstag, den 21. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-8 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Abteilung Bildungskurse). Handel: Dr. Kurt Magnus: Was muß man von den Steuern wissen? 7.15 Uhr abends: Einführung zum Sendospiel. 7.30 Uhr Bronsgeest. abends: Sendespielbühne. Abteilung Oper, Leitung: Cornelis XVII. Veranstaltung. Don Juan". Oper in zwei Akten. Text von Lorenzo da Ponte. Musik von W. A. Mozart. Für den Rundfunk eingerichtet von Cornelis Bronsgeest. Dirigent: Georg Széll. Don Juan: Cornelis Bronsgeest; Der Komtur: Dirk Magre; Donna Anna, dessen Tochter: Emmy Bettendorf; Don Ottavio, deren Bräutigam: Maximilian Willimsky; Donna Elvira, Don Juans verlassene Geliebto: Maria Hussa; Leporello, Don Juans Diener: Leo Schützendorf; Masetto, ein Bauer: Eduard Habich; Zerline, dessen Braut: Anni Frind Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Während der Ehemann R. auf der Leipziger Messe war, blieb der Junge in der Wohnung und sogar in dem Bette des Ehemannes. Später find fie auch einmal zusammen nach Polzin gefahren und haben in einem Zimmer gewohnt. Dem Ehemann hatte sie gesagt, daß sie ihre Schwester besuchen wolle. Der Ehemann will am Körper seiner Frau Zeichen von Zärtlichkeitsbeweisen gefunden haben, als er aus Leipzig zurückkehrte. Es tam zu einem Bruch, und im Jahre 1922 hatte Frau R. ihren Mann auf turze Zeit verlasten, fehrte aber wieder zurüd. Ein Rohrpostbrief, den der Angeflagte gefchrieben haben joll, geriet in die Hände des Mannes. In diesem Brief fleht der Angeklagte die bejahrte Frau an, nicht zum Manne zurückzukehren, sondern bei ihm zu bleiben.„ Sage, mein Liebling, warum tuft Du Deinem Strolch das an. Liebes Frauchen, dent an Deinen Jungen. Wenn Du das zugibst, fomme ich in die Erziehungsanftalt." Der Ehemann behauptete auch, daß beide Ringe ausgetauscht hätten. Auf dem Ringe seiner Frau habe gestanden: In treuer Liebe Dein Jungchen". Als der Ehemann das alles in Erfahrung gebracht hatte, teichte er die Ehescheidungsflage ein, und der Angeklagte wurde vom Amtsgericht als Zeuge vernommen. Kurz vorher war er erft eidesmünbig geworden. Er be schmor, daß fein Liebesverhältnis oder ein intimer Berkehr stattgefunden habe, ebenso wenig seien Lieblosungen vorgelommen. Den abgefangenen Rohrpostbrief bestritt er, geschrieben zu haben. Auf die Anzeige des Ehemannes, der sich betrogen fühlte, wurde B. verhaftet. Frau R. Schickte ihm ins Gefängnis einen Kuchen, in dem ein Kaffiber eingebacken war: 3h gehöre zu Dir und Duzu mir. Hast Du mich noch lieb und hast Du noch Sehnsucht nad, mir?" Der Angeflagte bestritt auch vor Gericht, etwas Falsches beschworen zu haben. Er habe nach dem Tode seiner Mutter sich zu Frau R. wie zu einer Mutter hingezogen gefühlt und Frau R., Die feine Kinder hatte, habe ihn auch nur wie eine Mutter ihr Kind behandelt. Auch Frau R. bestritt als Zeugin, daß zwischen ihnen etwas vorgekommen sei. Als sie aber vereidigt werden sollte, weigerte sie sich, den Schmur zu leisten, und begründete dies bamit, daß es aus Furcht vor ihrem rachsüchtigen Manne geschehe, der thr mur wieder einen Strick daraus drehen molle. Troß der Androhung von Strafe blieb sie dabei, und das Gericht nahm sie wegen ungejeglicher Eidesverweigerung in eine Strafe von 300 Mart, obmohl der Staatsanwalt die Richtvereidigung beantragt hatte, da der Berdacht bestehe, daß sie den Angetlagten zu einem falschen Eide an geftiftet habe. Der Schreibfachverständige Schneifert hielt es für sicher, daß der Rohrpostbrief von dem Angeklagten geschrieben fet. Der Staatsanwalt beantragte, den Angeklagten des Meineides schuldig zu sprechen, jedoch ihm die Strafermäßigung zuteil werden zu lassen, da er sich bei Bekundung der Wahrheit felbſt einer strafbaren Handlung. nämlich des Ehebruchs, bezichtigt hätte. Der Strafontrag lautete auf 14 Monate Gefängnis unter Anrednung von 5 Monaten Untersuchungshaft. Rechtsanwalt Demelsdorf hielt eire Schuld des Angeflagten nicht für erwiesen, da es sich zum großen Teil um Klaisch und Race handele, weshalb er Freisprechung Nach langerer Beratung verurteilte das Gericht B. beantragte wegen Berlegung der Eidespflicht zu einer Strafe von 1 Jahr 6 Wochen Gefängnis. Zwei Dachstuhlbrände. Großfeuer tam am Montag nachmittag in der Stavanger Str. 2 an der Bornholmer Straße aus noch nicht ermittelter Ursache zum Ausbruch. Die Flammen waren weithin fichtbar. Auf viermaligen Alarm rückten die Löschzüge 19 und 24 mit denen von Pantow und Mietsfaserne total in Flammen stand. Mit vier Schlauchleitungen Mietsfasernetotal in Flammen stand. Mit vier Schlauchleitungen von Motorsprigen wurde vorgegangen. Alle Aufgänge waren ver qualmt, die Hize schier unerträglich. Trotzdem gelang es, das Feuer auf den Brandherd, d. h. den Dachstuhl, zu beschränken und die oberen Geschosse sowie das Edhaus zu schützen. Der Dachstuhl war nicht mehr zu retten. Er muß vollständig erneuert werden. Zahlreiche Mieter sind arg geschädigt worden, besonders die im vierten Stock, die durch eingedrungenes Wasser noch zu dem Feuerschaden anderen erlitten haben. Das Feuer foll angeblich gegen 2 Uhr auf dem Boden entstanden sein. Die Feuerwehr fonnte Ein anderer nach der Aufräumung gegen abend wieder abrüden. Dachstuhlbrand entstand im linken Seitenflügel des Grundftückes Baldstraße 5. Ein Teil des Dachstuhles und vier Hausböden wurden ein Raub der Flammen. Der Sachschaden ist bedeutend. Die Feuerwehr hatte mit den Löschungsarbeiten 1% Stunden zu tun. Die Entstehungsurfache ist unbekannt. Der Gauvorstand des Reichsbanners teilt mit, daß an dem Hafenfrenzüberfall am Sonntag in der Alexandrinen, Ede Sommandantenstraße, Reichsbannerleute uit beteiligt waren. jährige Flugberlehr begonnen. Auf dem Berliner Zentralflughafen Der Flugverfehr 1925. Gestern bat der regelmäßige diestarteten gestern morgen die Maschinen des Deutfcen Aero- Lloyd aum Fluge nach Londox über Amsterdam, na Danzig und Rönigsberg fowie nach Ropenbages. Sämtliche Flüge find planmäßig burdineffibrt worden. Mit bem 1. Mai werden weitere Linien vom Aero- Lloyd in Betrieb genommen werden. mark in Ausgabe und Gunahme ab. Näheres fiehe in Inferatenteil der heutigen Rummer. Die Berliner Stadffchafiebant 2-6. fließt ihre Bilang mit 11 009 861.28 Aufhebung des Todesurteils gegen Grand. Hannover, ben 20. April( Ell.) Das Gericht hat das wegen Anstiftung zum Morde verbängte Tobesurteil gegen ane Grans, den Freund des bingerichteten Haarmann, aufgehoben und eine nochmalige Verhandlung gegen Grans vor dem Echwurgericht Hannover anaeordnet. Abgelehnt ift die Wieberaufnahme des Verfahrens wegen Beihilfe aum Morde. Wegen dieser Straftat verbüßt Grans zwölf Jahre Zuchthaus. Ein Dorf eingeäschert. Genf, 20. April.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag nachts Durbe das im Oberinntal( Unterengadin) gelegene Torf Jues durch eine ungebeure Feuersbrunft er stört. Nicht weniger als 44 Sänfer fielen dem Brand zum Opfer. Der Echaden beträgt zwei Millionen Schweizer Franken. Untergrundbahnzufammenstoß in Newyork. Bel einem Unter grundbahnzufammenstoß im Stadtzentrum wurden sieben Berfonen schwer und etwa 100 leichter verlegt. Arbeiter Sport Für die Republik! Zum ersten Male seit 1918 deckt die deutsche Reaktion wieder offen ihre letzten Rarten auf. Gegen den Kandidaten des republifanischen Boltsblocks spielt fie als höchsten Trumpf den Repräsentanten der kaiserlich- wilhelminischen Alera, des völkermordenden Krieges, aus: Hindenburg. Dieser Mann ist ein Programm! Die gesamte Reaktion von Ludendorff bis Wulle, von FreytaghLoringhoven bis Tirpik und Stresemann, vom ersten Jungdo- bis zum letzten Kriegervereinsmitglied werden fich auf den großen" Generalfeldmarschall vereinigen. Die bevorstehende Wahl des Reichspräsidenten verlangt daher eine flare Entscheidung von allen Bolts. genossen. Wer nicht will, daß die alten reaktionären Kräfte wieder ans Ruder kommen, wer die deutsche Republik erhalten und immer mehr zum freiheitlichen Boltsstaat ausbauen will, der fann am 26. April feine Stimme nur dem Kandidaten des republitant. schen Boltsblods, Wilhelm Marg, geben! Hindenburg wird aber auch als Repräsentant der politischen Neutralität gepriesen, die über allen Parteien steht! Gerade die Arbeitersportler haben diese" politische Neutralität" im alten Obrigkeitsstaat in schönster Blüte gesehen. Dieses demagogische Schlagwort wurde gegen die Arbeitersportverbände mit fanatischem Eifer angewandt, um ihnen das Lebenslicht auszublasen. Mit diesem Schlagwort wurde die militaristische Jungdeutschlandbewegung unter Berschwendung der Steuergelder großgepäppelt, die zu ihrem Teile dazu beigetragen hat, uns den herrlichen Zeiten" von 1914 bis 1918 entgegenzuführen. Der Versuch des reaktionären Rechtsblocks, alle diese Berhältnisse mit Hilfe der Attrappe Hindenburg aufs neue zur Einführung zu bringen, verlangt die einmütige Geschlossenheit und Werbetätigkeit des ganzen werftätigen Boltes. Das deutsche Proletariat darf nicht dulden, daß die von ihm selbst geschaffene Republit, mit 4½ Striegsjahren erfauft, wieder den Feinden aller freiheitlichen Boltsrechte ausgeliefert wird. Die Millionen gefallener Brüder, die Witwen und Waisen mahnen uns zur geschlossenen Front für die Republik, damit mir und unsere Kinder nicht noch einmal eine der artige Hindenburgsche Badetur" durchmachen müssen. Wie ein einziger Sturmruf muß es durch Deutschlands Gaue tönen: Bir wollen feinen Militaristen und Anhänger des alten Kaiserstaates an der Spitze der deutschen Republit, mir wollen einen überzeugten Republikaner und Friedensfreund! Am 29. März hat sich die deutsche Arbeiterschaft in großer Front auf den Kandidaten der Sozialdemokratischen Partei, Otto Braun, vereinigt. Mit Stolz können wir auf diese steigende flare, politische Erkenntnis zurücbliden. Nun gilt es, die noch abseits stehende indifferente Masse der großen Stämpferschar für die Republit ein zugliedern. Jebe Gleichgültigkeit oder Bersplitterung der Stimmen ist als Hilfsaktion für Hindenburg zu merten! Die Intereffen des merftätigen Boltes verlangen bei dieser Wahl eine flare Entscheidung für die Republit und ihren Kandidaten, Wilhelm Marg! Berbe ein jeder in diesem Sinne, dann wird nach dem großen Erfolg des 29. März der Sieg des 26. April folgen. Helft mit, daß die Reaktion am großen Entscheidungstage des nächsten Sonntags eine gründliche Niederlage erleidet. Wählt Marg! Die Arbeiter- Turn- und Sportschule. Eine eigene Lehranstalt für den Arbeitersport ist in Leipzig im Entstehen begriffen. Bereits in dem 1912 in Leipzig erbauten Bundeshaus des Arbeiter Turn- und Sportbundes ist eine fleine Turnhalle in der Größe von 6:14 Meter eingerichtet worden, um llebungs- und Lehrgelegenheit an der Zentrale zu haben. Die Kreisturnwarte waren die ersten, die hier einen achttägigen Kursus besuchten. Durch den Kriegsausbruch mußten viele bereits vor= bereitete Kurse eingestellt werden. Erst im November 1920 wurde der Betrieb mit einem Abendturfus für Borturner wieder eröffnet, der dann auf alle Uebungsgebiete erweitert wurde. Im weiteren fanden Kurse für Männerturnen, Kinderturnen, Spiel und Sport von je breitägiger Dauer statt. Für das Frauenturnen wurden 15 Kurse in 14 Städten des ganzen Reiches, in Desterreich, der Schweiz und in der Tschechoslowatei, ebenfalls mit je dreitägiger Dauer, abgehalten, in denen 570 Borturner und Borturnerinnen ausgebildet wurden. Die Ergänzung hierzu bildeten Lichtbildervorträge über die Bedeu tung der Leibesübungen und über die Bundesgeschichte und wissenschaftliche Vorträge. Seit April 1922 find nicht nur ständige Kurse in, der Zentrale, sondern darüber im ganzen Bundesgebiet im erweiterten Maße abgehalten worden. Eine vollständige Unterbrechung brachte wiederum die Inflationszeit im Herbst 1923, die wie ein zweiter Krieg auf die praktische Arbeit wirfte. Mit Anfang 1924 konnte die Lehrtätigkeit aufs neue begonnen werden und wurden nun auch Kurse für Schwimmwarte, Wintersport, Fußball und Leichtathletik in Verbindung mit Filmvorträgen abgehalten. auf baldige Bollendung verstehen. Jeder Arbeitersportler forge aber auch dafür, daß die bedeutenden Kosten aufgebracht werden und geize nicht mit dem Beitrag für die Bundesschule. Wer schnell gibt, gibt doppelt! Jugendherbergen und Arbeitersportler. hat wenigstens nichts davon gehört. Ob auch fie der Meinung ist, daß die deutsche Jugend jezt so gut gestellt ist, daß sie diese Mehrbelastung tragen fann? Es darf wohl erwartet werden, daß der Reichstag die Regierung nach ihrer Meinung befragt und sie an ihre Pflicht erinnert. Bildung. Bichelsberger Rubergesellschaft 1914 G. B. Die Monatsversammlung findet Dienstag, den 21. April, 7 Uhr, bei Bohne, Charlottenburg, Schloßftr. 45, statt. Wichtige Tagesordnung. Das Erscheinen der Mitglieder ist unbedingte Pflicht. Achtung Arbeiter- Ruderer und Paddler! Die Bichelsberger Rudergesellschaft baut ein eigenes Bootshaus an der Havel. Viele Opfer und Mühe foftet es, um das eigene Seim zum Swede der Arbeiter- Sportbewegung fern. Wir rufen daher den Arbeiter Ruderern und Paddlern zu, daß es nukbar zu machen. Leider stehen noch viele Arbeiter unserer Sportbewegung proletarische Pflicht ist, sich nur Arbeiter- Sportvereinen anzuschließen und tatkräftig zu unterstützen. Arbeiter, die eigene Boote haben, find als Gäste willkommen. Arbeiter- Turn- und Sportbunb. Kreisschule, Männerklaffe. Nochmals merben die Kreisvereine aufgefordert, Teilnehmer zur Männerklasse zu entsenden. laffen. Wir alle brauchen folche, darum laßt diefe Aufforderung nicht un Es wird an der Seit sein, daß sich die einzelnen Vereine und Fichteabteilungen aufraffen, um hier an dieser Stelle Lehrkräfte und Funktonäre ausbilden zu, beachtet. Nächster Uebungsabend Donnerstag, den 23. April, in Neuföln, lift. Fahrverbindung Ringbahnhof Raiser- Friedrich- Str., Straßenbahn hingewiesen, daß auch der Jugendklasse mehr Beachtung geschenkt werden alle Linien nady Neukölln, Hermannplag. Desgleichen wird nochmals darauf muß. Uebungsabend Mittwochs in der Turnhalle Bouchefir., Treptow. Fahrverbindung Stadtbahn Bahnhof Treptow, Straßenbahn 87, 88, 11 bis Buchestr., Linie 4 und 9 bis Wiener Brücke, Line 98 und 55 bis Bouchéste. Ede Grägstr. Turn- und Sportverein Fichte. Sämtliche Mitglieder treffen sich am Mittwody, nachmittags 44 Uhr, zur Teilnahme an der Einäfcherung unserer ver. storbenen Turngenossin Frau Emma Rimmermann, 12. Gruppe, im Krematorium Gerichtstr. 37/38. Rentrale Wien. Bezirk Narben. Touristenverein Die Naturfreunde" Referent: Dr. Klose. Athletik- Sport- Club G. B. -UP Beichtatheletit, Hoden, Rubern. Männer, Frauen- und Jugendabteilung. Gefchäftsstelle: Kurt Liebruds, Berlin D 34, Tilsiter Str. 46. Donnerstag, den 23. April, Training sämtlicher Abteilungen vormittags 10 Uhr, Training auf dem Fichteplak. Schriftführer der Sockenauf dem Fichtepla in Baumschulenweg. Beginn 6 Uhr. Sonntag, den 26. April, abteilung: Willi Mielte, Berlin D 34, Weidenweg 27. Donnerstag, den 23. April, abends 6 Uhr, Traning auf dem Blak an der Goklerstraße. Anschließend um 9 Uhr Gigung bei Kittelmann. Alle Damen- Schwimmverein Berlin 1923( Mitglied d. ATB.). Am 25. April findet im Böhmischen Brauhaus, Bandsberger Allee 11-13, ein Werbefeftt vom Sartellbesir statt. Der Verein muß die Trodenübungen stellen. Es wird daher von allen Mitgliedern Teilnahme verlangt. Nächste Funktionärßigung am Freitag, den 8. Mai, im Lebigenheim, Bappelallee 15. Alle Anschriften find wieder an die 1. Borfihende, Cula Linie, au richten, 56, Buchholzer Straße 4. Frauen und Mädchen können fich wieder zum Schwimmunterricht melden. Uebungsstunde nur Mittwochs von 126-7 Uhr., Badeanstalt Overberger Straße. Kartellverband, Webbing, 3. Bezirk. Am Montag, den 27. April, 7 Uhr, findet im Lebigenheim, Schönstedtstraße, Rimmer 19, eine Startelligung fratt. Seder Berein und jede Abteilung muß vertreten sein. Turner, Radfahrer, Abstinenten, Wanderer oder Jugendbewegler, it Für alle Kreise, auch in den Reihen der Arbeiterschaft, seien es die Frage der Unterfunftsmöglichkeit bei Wanderungen äußerst wichtig. Die Entwidlung des Banderns in den letzten Jahren hat auch den Landmann und den Gasthofbefizer in den Dörfern gewißt geniacht, und man befommt heute gerade in den schönsten Wander gebieten auch der Mark nur noch äußerst selten wirklich billige Quartiere. Da sind nun seit Jahren Bestrebungen im Gange, durch Schaffung guter Jugendherbergen dem Mangel in Hinsicht der unterfunst bei Wanderungen abzuhelfen. Von Altena in Westfalen ausgehend, gründete sich der heute über ganz Deutschland verbreitete Verband für Jugendherbergen, der sich den Charafler nächster Vortragsabend am Donnerstag, den 23. April, 8 Uhr, Sebigenheim. einer tonfessionell wie politisch durchaus neutralen Institution zu geben sucht. Es sei hier durchaus anerkannt, daß von diesem Berband bisher schon außerordentlich viel Gutes geleistet worden ist. Hunderte von Jugendherbergen sind heute über Deutschland verstreut, die zum Teil wohl noch manches zu wünschen übrig lassen, zum Teil aber auch glänzend funktionieren, wie z. B. jezt in den vergangenen Ostertagen die Jugendburg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz. Troy dem der Bedanke der Jugendherbergsbewegung einen unzweifelhaften 4. Kartellbezirk bes Kartells für Sport und Körperpflege. Rum RartellErfolg zu verzeichnen hat, stehen weite Kreise der Arbeitersportler werbefest am 25. Avril haben folgende Bereine noch keine Billetts entnommen: und insbesondere auch der Arbeiterwanderer dem Verband durchaus Sportliche Bereinigung Nordoft 06, Sportklub Sandom, Schwimmverein Borsfeptisch gegenüber. Die Beschlüsse des Verbandes, die in den wärts, Sportklub Bader 20, Sportklub Selvetia, Arbeiter- Wanderbund Naturbeiden legten Jahren gefaßt worden sind, erschweren dem 2rEsperantobund, Arbeiter- Abstinentenbund und Kommunistische Jugend. freunde, Arbeiter- Schachklub Abt. Norden, Gefangverein der Freidenter, beiter die Mitgliedschaft außerordentlich. Die förperschaft- genannten Bereine werden ersucht, ihren Verpflichtugen bem Kartell gegen liche Mitgliedschaft hat heute nur noch ideellen Wert. Wer in den über nachzukommen und Billetts umzusehen. Billetts find bei der Kartell Jugendherbergen übernachten will, muß entweder Mitglied fein affiererin, Frau E. Linke, Buchholzer Str. 4, abzuholen. ( Jahresbeitrag 3 M.) oder fefern er noch unter 18 Jahren ist einen Bleibenausweis zu 50 Bf. befizen. Nicht jedem ist es ohne weiteres möglich, die Mitgliedschaft zu erwerben, wenngleich der Beitrag auch nur gering erscheint. Als besonders wichtig wird fernerhin betont, daß es sich hier um einen rein bürgerlichen Berband handelt, dem anzugehören ein Arbeiter nicht mit seinem Klassenbewußtsein vereinbaren tönne. Doch die Notwendigkeit der Beschaffung von guten Jugendherbergen wird gewöhnlich nicht vertannt. Bill man jedoch eine gutbegründete Ablehnung pofitio gestalten, so muß man dem Abgelehnten etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen vermögen. Wehr wie einmal ward schon in proletarischen Kreisen die Frage der werfschaften diskutiert. Praktisches ist daraus jedoch bisher nicht Schaffung von Jugendherbergen seitens der Sporifartelle und Geentsprungen. So müssen auch die Arbeitersportler mit dem Bor handenen fürlieb nehmen und ihre Stellung zu dem Berband für Jugendherbergen festlegen. Es stimmt schon, wenn in Sportlerfreisen mehr mie einmal darauf hingewiesen wurde, daß in dem Jugendherbergsverband in mancher Hinsicht start nationalistische Töne angeschlagen werden, steht doch selbst in der Mitgliedstarte ein Satz, wonach die Mitglieder aufgefordert werden, vor allem den Gebrauch weitausgreifendsten Weltverkehrs ist diese Aufforderung chauvinistische ausländischer Genußmittel zu vermeiden. In der Zeit des lleberheblichkeit, deren zerfetzende Tendenz alle Arbeitervertreter im Berband für Jugendherbergen auf das energischste entgegentreten müssen. Dennoch ist eine Mitarbeit heute nicht ohne meiteres abzulehnen, da Besseres nicht vorhanden ist und man das das Borhandene selbstverständlich möglichst in reichhaltiger Weise den notleidenden Schichten nußbar machen muß. Aufgabe der Arbeitervertreter in jenem Berband wird es deshalb auch sein müssen, dafiir zu sorgen, daß die Regie der Jugendherbergen aus den privaten bürgerlichen Händen in fommunale übergeführt wird. Wie überall bet derartigen halbamtlichen Institutionen und Körperschaften wird es sich die Arbeiterschaft und wiederum ist es hier gerade die Arbeitersportlerschaft angelegen fein lassen müssen, möglichst piel Einfluß auf die Gestaltung der Dinge zu nehmen. Selbst in den Jugendherbergen follte man ein wenig parteiisch und parteipolitisch verfahrende Herbergsväter auf die Finger sehen und ihnen die wahre Aufgabe der Sugendherbergen flar machen. Selbstver ständlich sind damit die Mängel felbst noch lange nicht beseitigt. Der ursprungliche Einfluß wird nicht vollkommen verschwinden, und die Arbeiterschaft darf deshalb ihr Augenmert nicht von der Schaffung eigener Herbergen und Seime abwerden. Vornehmstes Wert einer felbständig denfenden und handelnden Klasse wird immer das Schaffen aus der eigenen Straft sein, wie es in diesem Fall die Naturfreunde gut begonnen haben. Wetturnen bei„ Fichte“. Zu vier Sonderporführungen hatten sich die 9., 10., 12. Männerabteilung und die 8. Jungmädchenabtei ung in der Zentralturnhalle Prinzenstraße vereinigt. Kräftige, febnige Männer und Mädchengestalten in einfacher, aber geschmad. voller Kleidung zeigten sportliche Leistungen, wie man sie selten zu und Jugendabteilungen ihre Turnfünfte. Besondere Anerkennung Geficht bekommt. An Barren, Pferd und Reck vollbrachten Männerverdient die 9. Männerabteilung, die, mit schwarzem Trifot befleidet, an den Schaukelringen gute Leistungen vollbrachte. Schattengleich schwebten sie an ihrem Gerät und hoben sich von dem farbenfreudigen Bilde ab. Auch Freiübungen kamen zur Schau. Sie wurden mit einer Gleichmäßigkeit und Gewandtheit ausgeführt, die Anerkennung fordern. Das Ganze gab ein Bild guten Hallentrainings und einer ebenso guten Organijation. Es wäre zu wünschen, daß der Turnsport in noch weitere Kreise der Arbeiterschaft getragen wird, und daß auch die proletarische Jugend mit größerem Interesse daran teilnimmt als bisher. Resultate: Männer, Oberstufe: 1. 4. Abt., Bferb 37,20 3.; 2. 9. 25t., Ringe 35,60 B.; 3. 7. bt., Schaudelred 34,81 B. Mittelstufe: 1. 19. Abt., Barzen 32,72 B.; 2. 16. st., Barren 31,55 B.; 8. 4. Abt., Barren 30,27 B.; 2. Männerabt., Freibungen 30,50 B. Frauen, Oberstufe: 1. 10a. Abt., Barren 33,00 3.; 2. 5. Abt., Barren 82,70 B.; 3. 2. Abt., Barren 32,40 P. Mittel ftufe: 14. Abt., Barren 33,00 3. 2. 2. Abt., Barren ungleiche Solme 31,04 B.; 5. 12. bt., Pferd 30,80 B. Jugendliche, Oberstufe: 1. 2. Abt. Barren 31,33 B.; 2. 10. Abt., Bferb 81,00 B.; 8. 14. bt., ferb 28,30 B. Mittelstufe: 1. 1. Abt., Barren 28,90 3.; 2. 20. Abt., Red 28,81 B.; 3. 4. Abt., Barren 28,80 Punkte. Die Herabfehung der Fahrpreisermäßigung. Die nun im Bau befindliche neue Sportschule, direkt am Bundeshaus gelegen, hat eine Bebauungsfläche von 1946, Quadratmetern und eine freibleibende Fläche von 1050 Quadratmetern als Uebungsplatz. Die Baufläche verteilt sich mit 895 Quadratmetern für das Schulgebäude, 895 Quadratmetern für die Turnhallen mit Wandelhalle und Bühne und 355 Quadratmetern für das Schwimmlehr beden. Der erste Spatenstich wurde am 22. September 1924 gemacht, die Grundsteinlegung fand am 28. September in feierlicher Weise ftatt, wozu außer der gesamten Bundesleitung rund 1000 Mitglieder der Leipziger Bezirksvereine mit 40 Fahnen und den Spielleuten erschienen waren und eine Urkunde über die Entwicklung der Bundes schule in einer fupfernen Schatulle eingemauert wurde. Die gesamten Ausschachtungs- und Maurerarbeiten wurden der Sozialen Bauhütte in Leipzig übertragen. Biele fleißige Hände regen sich nun, um das große Bert zum Besten der Körperkultur der Bollendung entgegen zuführen. Die neue Sportschule wird, wenn auch in bescheidenem Umfange, so ziemlich alles enthalten, was für eine moderne Lehranstalt notwendig ift: an der Straße das eigentliche große Schulhaus, daran anschließend ein niederes 3Zwischengebäude und an dieses angebaut die große Doppelturnhalle, die wieder an das Schwimmlehrbab angrenzt. Hinter dem Bad befindet sich ein 30 x 35 Man schreibt uns: Die Reichsbahngesellschaft hat den Streit der Meter großer lebungsplaß, auch eine 75- Meter- Laufbahn ist vor- Eisenbahner benutzt, um einen alten Lieblingsgedanten zu vermirthanden. Im Hauptgebäude betreten wir zunächst eine breite Wandel lichen: sie hat die Ermäßigung der Fahrpreise für halle, an deren Seiten sportärztliche Beratungszimmer, Garderoben, Jugendpflegefahrten Don 50 auf 33% roz. herab. Sigungszimmer und Wohnree fich befinden. Bon der Wandelhalle gelegt. Sie mag das mit der Notwendigkeit begründen, die ihr aus ist der Eingang zu den beiben Turnhallen für Männer- und aus den Dames- Bertrag erwachsenden finanziellen Berpflichtungen Frauenturnen, je 14 x 27 Meter groß. Die Doppelturnhalle fann erfüllen zu müffen. Da sie nicht mehr unmittelbar Reichsbetrieb ist, durch Beseitigung der Trennungsrollwand auch zu einem Raum ver- mag fie mit einem Schein von Recht sagen, daß fie feine Wohlfahrts. wandelt werden. Hier können dann auch große Feste und Bundes einiichtung sei und daß Reich und Länder die Pflicht hätten, ihr einen tagungen abgehalten werden. Eine Sporthalle, 10 x 20 Meter, wird Zeil des durch die Ermäßigung entstehenden Einnahmeausfalls zu für Schwerathletit und die Anfangsstadien der Leichtathletik zur Ber- erfeßen. Aber es will uns scheinen, als ob die Reichsbahngesellschaft fügung stehen. Ein großer Lehrsaal durch zwei Etagen, 7 x 13 Meter nur den günstigen Augenblid benutzt habe, um grundsätzlich groß und mit anfteigenden Sigbänten verfehen, wird besonders für die Ermäßigung zu fürzen, denn es ist längst fein Geheimnis mehr, Film- und Lichtbildbemonstrationen eine gute Möglichkeit bieten. daß thr diese Ermäßigung mit der Zunahme der Jugendwanderungen Dazu kommen dann noch mehrere fleinere Lehrfäle, Schlaf-, Basch- zu weit ging. Der Widerstand gegen diese soziale Maßnahme tam und Baderäume, Krantenzimmer, Speisesaal, Küche und Wirt Don verschiedenen Direftionen und wurde immer von neuem bemertfchaftsräume. Das oberste Geschoß enthält ein Dach- Sonnenbad und bar. Aus diesem Grunde muß leider befürchtet werden, daß trotz ein photographisches Atelier. Wenn wir uns alle diese Schönheiten, aller Proteste die Maßnahme auch dann nicht zurückgenommen wird, heute noch im Werden begriffen, als vollendetes Wert vorstellen, so wenn die Finanzlage dies geftattet. Anscheinend hat die Reichstönnen wir wohl den Stolz der Arbeitersportler und die Hoffnung| regierung sich mit dieser Angelegenheit überhaupt nicht befaßt; man Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7 Uhr, Turnratssigung, Schule Gipsstr. 23a, Das Musterriegen- Wetturnen der Rinderabteilungen am 10. Mai findet umständehalber nicht in der Brinzenstraße, fondern in der Turnhalle Wrangelstraße statt. 3. What: Anturnen in allen Abteilungen. Sportverein Moabit. Handball, Soden, Leichtathletik, Turnen. Achtung, Funktionäre! Am Mittwoch, den 22. April, 8 Uhr, bei Pilz, Rostoder Str., Kenntnis, daß jeden Montag ab 6 Uhr und jeden Mittwoch ab 5 Uhr unser außerordentliche Funktionärversammlung. Ferner allen Mitgliedern zur Trainingsabend auf dem Sportplan Tiergarten stattfindet. Alle Mitglieder milffen erscheinen! Nächste sportärztliche Untersuchung am Donnerstag, den 23. April, Gesundheitsamt Tiergarten, Turmstr. 21, ab 6 Uhr. gende Daten sind noch zu beachten: Sonnabend, den 2. Mai, Feier, bes brei jährigen Bestehens, im Lotal Artushof: Rarten find beim Genoffen Anger mann zu haben. Sonntag, den 10. Mai: Anturnen auf dem Sportplak Tiergarten. Näheres in der Turnhalle. Frol alle Arbeiter- Sportvereine und Genoffen die Mitteilung, daß unser ehemaliger Arbeiter Schwimmverein Delphin, Berlin- Tegel. Siermit richten war an Schwimmgenoffe Richard Götfch, wohnhaft zurzeit Berlin- Tegel, Serms. dorfer Str. 14, aus unserem Berein wegen Berunireuung von Bereinsgeldern ausgefchloffen ift. Bir marnen alle Instanzen, an G. irgendwelche Aufendungen oder Mitteilungen ergehen au laffen. Gleich zeitig bitten wir, ihn in feinem Arbeiter- Sportverein als Mitglied aufzu nehmen. Au näherer Auskunft erklären wir uns gern bereit. Berliner Schwimmverein Freiheit. Jeden Dienstag Spiele auf dem Ererziev plak an der Cantianstraße, von 6 Uhr ab. Freitag, den 1. Mai, Mitglieder versammlung, pünktlich 7 Uhr, anschließend Maifeier. Sonnabend, den 2. Mai, Werbeabbadeschwimmfest in der Badeanstalt Oderberger Straße. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Bf. Michtige Berfammlung aller Mitglieder per dem Kartell angeschloffenen Bereine in der Aula Feurigstraße( 10. Schule). Sportabteilungen der Vereine bes 4. Bezirts. Sonnabend, 7 Uhr, findet auf dem Wilmersdorfer Blas eine Gigung ftatt. Tagesordnung: Wahl der Spartenleitung. Sportfartell 11. Bezirk( Schöneberg- Friedenau). Sonnabend, den 25. April, Arbeiter Sportkartell 20. Bezirk. Mittwoch, den 22. April, 7 Uhr, bei Eberhard, Scharnweberstr. 54, Gigung der Techniker und des geschäftsführenden Ausschusses. Ferner muß jeder Berein einen Bertreter entfenden. Ausgabe der Billetts und Blafate für den 1. Mai. Kartell für Sport und Körperpflege, 4. Bezizt, Brenzlauer Berg. Mitt woch, den 22. April, Kartellsigung bei Berner, Senefelderstr. 81, 8 Uhr. Werbefest, Verschiedenes. Aus Dr. Unblutigs Praxis. Aufbewahren! 10. Fortsetzung folgt! Rheumatismus meinen Sle! Das meinen viele, und wenn man sie dann untersucht, so zeigt es sich, daß es nur mangelnde Fußpilege ist. Abgesehen von den Hühneraugen auf und zwischen den Zehen, findet man gewöhnlich auf den Fußsohlen dicke, schmerzhafte Hornauflagerungen. Außerdem aber schmerzen und brennen die Füße, wenn man sie nicht flelßig badet. Sie brauchen deshalb kelneswegs schmutzig zu sein. Aber die Haut ist entweder durch Schweiß aufgequollen, feuchtkalt und klebrig, oder trocken, glänzend und mit einer Schicht abgestorbener Hautschüppchen bedeckt, die durch die Strümpfe förmlich pollert sind. Die Hautporen sind dadurch außer Funktion gesetzt und die Füße brennen und schmerzen. Kukirolen Sie! Nehmen Sie heute noch ein Kukirol- Fußbad. Sie werden danach eine angenehme Wärme in den Füßen verspüren, aber keinerlei Brennen. Es kräftigt Nerven, Sehnen und Gelenke und die Schmerzen werden schon bedeutend nachlassen. Am nächsten Morgen belegen Sie die schmerzende Hornhaut und die Hühneraugen mit dem millionenfach bewährten Kukirol- Hühneraugen- Pilaster laut mitfolgender Gebrauchsanweisung und pudern dann Ihre Füße mit Kukirol- Streupuder ein. Letzteres wiederholen Sie jeden Morgen. Auch in die Strümpfe und Schuhe müssen Sie jeden Morgen etwas Kukirol- Streupuder hineinstreuen, denn der Schweiß zerfrißt Strümpfe und Schuhe. In einigen Tagen werden sich Hühneraugen und harte Haut ablösen. Wenn Sie dann regelmäßig das Kukirol- Fußbad und den Kukirol- Streupuder gebrauchen, so werden Sie nicht mehr über Fußschmerzen zu klagen haben. Hüten Sie sich aber vor unbekannten Präparaten, besonders vor solchen, deren äußere Aufmachung darauf berechnet ist, Verwechselungen herbeizuführen. Kaufen Sie nicht irgend ein„ ol", sondern achten Sie auf den Namen, Kukirol"( sprich Kuh- kie- rohl) und auf die Schutzmarke, Hahnenkopf mit Fuß. Eine vollständige Kukirolkur, also alle drei Präparate zusammen, bekommen Sie jetzt in einer besonderen Packung für nur 2 Mark in jeder Apotheke oder Fachdrogerie. Wenn Sie sich genau an diese Verordnung halten, so werde ich nicht wieder nachzusehen brauchen.Verlangen Sie noch heute unser neues, wichtiges Büchlein, betitelt Kukirolen Sie. Dieses gibt Ihnen wichtige Aufklärungen über die Notwendigkeit der Fußpilege und enthält u. a. auch einige Photographien unserer Fabrik. Kukirol- Fabrik, Groß- Salze( Bad Elmen). Eigenes Verkaufsbureau: BERLIN W. 62, Kleiststr. 23, 1. Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Sindenftraße 3, für Groß- Berlin ffets en bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten Die Kassierer der 2. und 112. Abteilung werden hierdurch nochmals öffentlich aufgefordert, nun endlich die Abrechnung zu leisten, die nach dem Statut bereits bis zum 31. März zu erfolgen hatte. J. A: Aler Bagels. 2. Kreis Tiergarten. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde! Die Rinder. gruppe versammelt sich heute nachm. 5 Uhr Borwärtsspedition, Wilhelmshavener Str. 48. 3. Kreis Webbing. Bildungsausschuß! Heute Dienstag 7½ Uhr Gigung bet Scholz, Abolfstr. 12. Tagesordnung: Maifeier. Heute, Dienstag, den 21. April: 3. t. 71 hr wichtige gunktionärßigung bei Sübner, Wilsnader Str. 54. Die Bezirksführer rechnen ab. Mittwoch 7 Uhr Zahl und Diskutier abend bei Fabet, Stephanftr. 11. Die Bezirtsführer laden ein. 22. Abt. Schm- rot- golbene Fahnen find zu haben in der Borwärtsspedition, Millie t. 84. 24. Abt. Sur Fahnenwoche find Fahnen beim Genoffen Moranz, Danziger Straße 46, zu haben. 27. Abt. Die Genofsinnen und Genossen beteiligen fich an der öffentlichen Bersammlung im Lebigenheim. Eltern85. ht. 71% Uhr Funktionärtonferenz bei Beter, Schreinerftr. 36. beiräte und Betriebsvertrauensleute müssen erscheinen. 36. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung mit Gästen Schulaula Petersburger Straße 5. Vortrag:„ Warum tritt die Sozialdemokratie für Wilhelm Marg ein?" Ref.: Genoffe Emil Barth. 36. bt. Mariendorf. Dienstag, den 21. April. Die Funktionäre holen bie Sandzettel zur Berbreitung für die Bolkskundgebung abends 7 Uhr bei Niendorf ab. $ 2. bt. Renkölln. Die für heute angefezte Funktionärkonferens findet be. fonberer Umstände wegen erst Donnerstag, den 23. April, abends 8 Uhr, bei Räderin, Innstraße 8, statt. Die Bezirksführer müffen einladen. 128./180. A. Bantom. Heute 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Meier, Tür fisches Belt, Breite Straße 14. Mittwoch, abends 7 Uhr, treffen fich fämtliche Republikaner am Marktplatz zum Umzug mit Mufit. 134. Abt. Buch. 8 Uhr bei Göpfert Verteilung des Bersammlungsmaterials. Jungfozialisten. Gruppe Tempelhof/ Mariendorf. Die Beranstaltung fällt heute aus. Gruppe Niederschöneweide. Die Generalversammlung findet megen der Wahl nicht statt. Morgen, Mittwoch, den 22. April: 1. t. 71 Uhr Mitgliederversammlung Schulaula Auguftstr. 68. Bortrag des Genossen Dr. Fabian 2. Abt. 7 Uhr bei Ohngemach, Rommandantenstr. 88, Mitgliederversamm. Tung. Leste Besprechung zur Wahl. 3. Abt. 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Braffer, Michaelfirchstr. 29, Borfrag bes Genoffen Hermann Schweikardt über: Die Präsidentenwahl." Die Mitglieder tönnen Gäste einführen. 5. Abt. 71% Uhr Mitgliederversammlung, Rofenthaler Sof, Rofenthaler Straße 11/12, Bortrag des Genoffen Zimmermann: Barum wählen wir Marg?" 11. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Berger, Levegomftr. 21. Tages. ordnung: Die Reichspräsidentenwahl und Berschiedenes. 12. Abt. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Schmidt, Wiclefftr. 17. 13. Abt. 71 Uhr Mitgliederversammlung im Artushof, Berleberger Str.29. 15. bt. 71 Uhr wichtige Mitgliederversammlung bei Goldbach, Bineta. plag 7. Bortrag bes Genoffen Stahl: Die Präsidentenwahl." 20. bt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Fritsch. 25. Abt. 7 Uhr im Gaalbau Friedrichshain, Et. Saal, Mitgliederversamm. Yung. Thema: Die Reichspräsidentenwahl." Gäfte willkommen. 7. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in Lamberk Festfälen, Schönhauser Allee 128. Thema:" Präsidentenwahl und Bolitik." Borwärtsleser sind eingeladen. 31 976 7 Uhr Bahlabend: Goldschmidt, Stolpische Straße, 36, Weikner. Schivelbeiner, Ede Schönfließer Straße, Milbrodt, Bornholmer Straße 95, und Lokal Driesener Straße 30. Gäste sind eingeladen. 33. Abt. 7% Uhr außerordentlicher Bahlabend bei Rienis, Simon- DachStraße 24, für Soff, Burmeister, Grau. Wiemer, Fifcher und Hoth. 34. t. 7% Uhr Funktionärsigung bei Rofin, Gubener Straße 19. teilungsversammlung fällt aus. SubB. bt. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Reumann, Samariterſtr. 12. Thema: Republik oder Monarchie." Neuwahl der Abteilungsleitung. 38. Abt. Die Funktionäre werben erfuchi, zu der heute in der Aula Petersburger Straße 4 ftattfindenden Wählerversammlung au einer kurzen Beforechung fchon um 3 Uhr zu erscheinen. 37. 6. 7 Uhr Rahlabend in folgenden Lokalen: 1. Bezirk bei Bettler, Ebertnstr. 7, 2./3. Bezitt bei Jerafah, Ebertnftr. 10, 4.16. Bezirk het Röhler, Matternftr. 14. Tagesordnung: Wahl des Reichspräsidenten." Borträge. 28. 6. 71 Uhr Mitglieder und Wählerversammlung in Gemists Gefel fchaftshaus, oberer Saal, Fruchtstr. 36a. Ref.: Genoffe Ernst Rietisch über: Republik oder Monarchie?" Gäste können eingeführt werden. 39. bt. 7% Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Zindenfit. 3, Funktionär fikung 40. Abt. Am Mittwoch abend 7 Uhr bei Reufner, Sagelberger Straße 20a, Sanbzettel empfangen. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. 41. Abt. Mittwoch abend 7 Uhr bei Schult, empfangen afe Gruppenleiter Bromenade und Bichler, Dieffenbachstr. 76. Sandzettel und Blafate. -W Charlottenburg. 51. Abt. Zahlabend abends 148 Uhr bei Schelbach, Königin. Elifabeth- Straße 6, bei Dörre, Dankelmannstr. 18. Freitag abend 8 Uhr Bahlabend bei Sheithauer. 53. Abt. 7 Uhr Bahlabenbe: 1. Bezirk bei Schweikart, Erasmusstraße. 2, 2. und 3. Bezirk und Bezirk Blötenfee bei Lur, Suftenstr. 26. 54. bt. 7% Uhr Jugendheim Rosinen. ftrake 4, Mitgliederversammlung. Vortrag bes Genoffen Flatau:„ Die Reichspräsidentenwahl." 56. bt. 7% Uhr Mitgliederversammlung Solgendorffftr. 20, Bortrag des Genossen Dr. Baul Hers:„ Warum wählen wir Marr?" 57. bt. 7 Uhr bei Thunad, Bielandstr. 4, Abteilungs. versammlung. 72. Abt. Wilmersdorf. 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Schäfer, Augusta. ftraße 81. Die Funktionärsibung heute Dienstag fällt aus. 73. Abt. Schöneberg. 8 Uhr 8ahlabende: Wandle, Bahnftr. 25, Rullmer, Hauptstr. 8, Rönig, Feurig, Ede Brinz- Georg- Straße, Rosenthal, Ebers. Straße 66 Genoffe 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Ratsteller. Ragenftein spricht über: Sozialdemokratie und Reichspräsidentenwahlen." Einteilung der Wahlarbeit. 82. bt. Steglik. 7% Uhr Bahlabend in ben bekannten Lokalen. 85. Abt. Tempelhof. 744 Uhr engere Borstandsfisung, 84 Uhr große Funktio. närversammlung in der Linde, Friedrich- Karl, Ede Werderstraße. Lichtenberg. 114. Abt. 71 Uhr bei Lanter, Rroffener Straße 14, Mitgliederversammlung. Referent: Genoffe Maderhols. 116. bt. 8 Uhr Funk tionärsigung Lotal Mort, Neue Bahnhofstr. 28. 128./130. Abt. Pankow unb 131. St. Nieberfchönhausen. Das für Donnerstag zur Berbreitung bestimmte Flugblattmaterial kann Mittwoch abend von Meier, Breite Straße 14, abgeholt werden. 157. Abt. Reinickendorf- West. 7 Uhr Borstandsfkung und Ausgabe des Mahlmaterials im Botshaus, Echarnweberstr. 114. 141. Abt. Rosenthal 7 Uhr Mitgliederversammlung Lindenalee 40. Frauenveranstaltungen am Mittwoch. den 22. April: 54. Abt. Charlottenburg. Der Frauenabend fällt aus. Die Genosfinnen beteiligen fich an der Abteilungsversammlung am Mittwoch im Jugend. heim Rosinenstraße. 78. Wbt. Schöneberg. 7 Uhr bei Groß, Gebanstr. 17, Bortrag des Genoffen Barthel über: Gerhart Hauptmann." Säfte willkommen. 34. Abt. Reukölln. Der Franenabenb fällt aus. Die Genossinnen beteiligen fich an der öffentlichen Versammlung des Kreifes. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 40. Abt. Genoffe Frik Fedner verstarb im 68. Lebensjahre. Einäscherung Mittwoch nachm. 6 Uhr Krematorium Gerichtstraße. Jugendveranstaltungen. Abteilungsleiter rechnet die Frühlingsfeierkarten ab, holt die Ratten zun Maijugendtag. Werbt für den Maijugendiag! Heute, Dienstag, den 21. April: Rorboft I: Webbing- Nord: Schule Müllerstraße 48, Einführungsabend. Surenbheim Neue Rönigftr. 21, Vortrag: Entmidlungsgeschichte der Musik." Rosenthaler Borstadt: Schule Gipsstr. 23a, Bórtrag: Heinrich Seine." Schönhauser Vorstadt: Schule Sbfenstr. 17, Einführungsabend. Senefelber Biertel: Jugendheim Oberberger Str. 57, Vortrag: Die Arbeiterbewegung und ihre führer. Charlottenburg: Jugendheim Rofinenftr. 4, Bortrag: Arbeiter Sichter." Weften: Baugewerfschule Rurfürstenstr. 141, Einführungsabend. Steglik 1: Jugendheim Solsteinische Str. 3, Vortrag: Bursche und Mädel in ber SAJ." Neukölln II: Sugandheim Nogatftz. 53, Bortrag: Baufti." Reinickendorf- Dit:„ Geebad", Residensstr. 46, Jahresmitgliederversammlung. Reufölin IV: Lokal zum Bärwinfe!", Steinbodstraße, Lichtbilder. vortrag: Schönheiten der Mark Brandenburg." Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefdäftsfeite: Berlin G. 14. Sebaftianftt. 37/38. Sef 2 St. Ramerabschaft Mitte: Dienstag, ben 21. April, abends 7 Uhr, Antreten vor dem Gaubureau zur Diensteinteilung. Ramerab schaft Kreuzberg: Jeben Abend in der Wahlwoche, 7 Uhr, Antreten Fontane Rameradschaft Charlottenburg: Sämtliche Rameraden haben sich in der Wahlwoche jeden Abend von 6 Uhr ab im Bereinslobal Wilhelmshof in Bannerfleibung are Berfügung zu ftellen, fomeit nicht andere Anweisungen erfolgen. Sämtliche Eintrittstarten und Gammellisten von der Fahnenweihe find bis Mittwoch, den 22. April abends absuredjnen, widrigenfalls die nod) ausftehenden Rarten von den Kameraden bezahlt werden müssen. Rameradschaft Steglis: Dienstag, den 21. und Mittwoch, den 22. April, abends 7 Uhr, Antreten sämtlicher Kameraden am Marktplas in Stegliz. Kamerabschaft Baniow nebst Untergruppen: Mitb woch, den 22. April, abends 7 Uhr, Treffen sämtlicher Kameraden bei Meier, Türkisches Relt, Breite Gtt. 14. Fadelzug mit Mufit. Kamerabschaft RentölnBrig: Mittwoch. den 22. April, abends 8 Uhr, Kamerodschaftsturnen in der Turnhalle Mahlower Straße. Rameradidaft Röpenick und Untergruppen: Mittwoch, den 22. April, abends 7 Uhr, Saalfdus der Rentrums- Berfammlung in der Rörner- Schule. Kamerabfaft Wilmersdorf: Mittwoch, den 22. April, abend 7 Uhr, Antreten Sohenacllc plas sur Teilnahme an der Rundgebung in den Spichernfälen. Reichsbund bez Kriebsbeschäbigt n, Ariegsteilnehmer unb Kriegerhinter bliebenen, Ortsgruppe Neukölln. Außerordentliche Generalversammlung am Dienstag, den 21. April, 7 Uhr, in ber Aula der Anabenmittelschule, Donau ftraße 120. Neuaufnahmen am Eingang der Aula. Thesfophifce Gesellschaft, Zweig Berlin. Mittwoch, den 22. April, 7 Uhr, in den Gesellschaftsräumen Wilhelmstr. 120. Studienabend: Die Bildergalerie im ftraflicht." Mit Distusfion. Eintritt frei. Freie Hochschule. Mittwoch, den 22. April, 8 Uhr, Sophienschule, Weinmeifterstr. 16/17, Dr. med. et jur. Sammer, Thema: Die Brügelstrafe und Schläge in ärztlicher und juristischer Sinsicht." Bunb ber Junenbgerichtshelfer. 30. Bersammlung, Mittwoch, den 22. April, 7% Uhr, im Berliner Raisteller( Spandauer Simmer), Rönigstraße. Verein der Freidenfer für Feuerbestattung, c. B., Gan Berlin. 7. Bezirk ( Charlottenburg): Dienstag, den 21. April, 7 Uhr, im Sailer- Realgymnasium, Schillerstraße 26. Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht van der Generalversammlung. 2. Disfuffion. 3. Berfchiedenes. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. 14. Bezirk( Neukölln): Dienstag, ben 21. April, 7 Uhr, im Ratis garten, Großer Gaal, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag von Frau Clare Maner- Lugau, Charlottenburg: Die Bibel und der Freibenker". 2. Tätigkeitsbericht des Borstandes, Neuwahl desselben und der Revisoren. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Esperanto- Berband Berlin. Anfäßlich der achten Wiederkehr von Dr. Gamenhofs Todestag veranstaltet der Berband am Dienstag, den 21. b. D., 8 Uhr, in den Riubräumen des Sotels Atlas, Friedrichstr. 105( an ber Weidendammer Brüde), eine Gedenkfeiez mit Gesangsvorträgen( Dr. Biebed und Frau), Reden über ,, Gamenhofs Leben und Wirken"( Lehrer Schütte) usw. Ausländische Esperantisten werden anwesend sein. Gäfte herzlich willkommen. Eintritt frei. Berliner Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege E. B. Gigung ane 21. April, 7% Uhr, im Sygienischen Institut der Universität, Dorotheenftr. 28a. Arbeiterverein für Biochemie unb Lebensreform i. B. B. Mitgliederver fammlung am 21. April, 28 Uhr, Schule Jfflandstraße. 1. Bereinsangelegen heiten. 2. Referat. 3. Fragebeantwortung. Gäste willkommen. Laborista! Ido- Uniono. Om a+ amaradi asistez la kunveno lundie, ye 20. april vespere ye 7%, en la hustumal ioko. Das herrschende Haarwaschmittel ist Lavaren- Salz. Man 13ft 10 Gramm, die man für 30 Pfg. in ben Apotheken und Drogerier erhält, in einem halben Liter Baffer auf und wäscht hiermit die Haare. Die Er folge find nicht zu übertreffen, wie fid) jebe Frau gleich beim ersten Bersuch über zeugt: fofort nach dem Trocknen ein leicht trifierbares, nicht zerzauftes Saar vox angenehmem, weichem Glanz, fein Austämmen der Saare und sehr befriedigende Entfernung der läftigen Schuppenbildung Es wird auf das bestimmteste versichert, daß varenwaschungen nie nachteilige Folgen für bie Saare oder Kopfhaut haben tönnen, auch fein Ropffuden bewirkt, fondern dies befeit gt Dies ist besonders wichtig für die Haare älterer Berfonen, bie an fich fchon brüchig sind und zum Ausgehen neigen, daher ganz befonders vorsichtig behandelt werden müssen. Fertige Herren- Anzüge u. Mäntel Ersatz für Maßarbeit zu staunend billigen Preisen auf Teilzahlung! WE Potsdamer Str. 33, Ecke Lützowstr. Wohlfeile Woche Besonders vorteilhafte Einkaufsgelegenheiten auf allen Gebieten. 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Der Loebell-Ausschuß hat vorsichtiger- weise ein älteres Bild gewählt, weil der 78jährlge Greis aus älteren Bildern jünger aussieht. Dieses kleine Kunststück ist begreiflich. Neben dem Bilde steht als einziger Text:„Der Retter". Loebell meint den Retter aus der Zwietracht. Näm- lich aus der Zwietracht des Loebell-Ausschusses. Unbestritten ist, dag in diesem Ausschuß sehr gewichtige Stimmen die stärksten Bedenken gegen die Kandidatur des unpolitischen, zur Ruhe gesetzten alten Soldaten bis zuletzt geltend gemacht haben. Daß die Kandidatur Hindenburgs keine überparteiliche sein konnte, sondern die Zwietracht ver- stärken mußte, weil sie zur schärfften Kampskandidatur gegen die verfassungstreuen Parteien werden mußte, das wissen die Loebeller selbstverständlich, es hinderte sie aber nicht, heuch- lerifch so zu tun, als ob in Deutschland nach dem Kriegsver- tust ein ausgesprochener Anhänger des monarchistischen Systems, der Kandidat aller Deutschen werden könnte. Retter Deutschlands kann nur der sein, der aus dem Boden der Tatsachen steht. Tatsache ist, daß Deutschland seit dem militärischen Zusammenbruch, dem im November 1918 durchaus nicht zufällig zunächst in Kiel, dann in München und dann erst in Berlin die Revolution folgte, im Rahmen der europäischen Bölkerfamilie nur als Republik leben kann. An die Spitze einer Republik werden aber nur die einen ausge- sprochenen Monarchisten stellen wollen, die sie nicht retten, sondern zugrunde richten wollen. Wer die deutsche Republik zugrunde richtet, der richtet die deutsche Wirtschaft zu- gründe, der zerstört die Einheit des deutschen Volkes, also gerade das, was die drei Verfassungsparteien seit 1918 von dem Bismarckschen Reiche noch gerettet haben. Es ist kein Zufall, daß in Frankreich die um Poincar6 und Millerand, daß in Polen die nationonalistischen Heißsporne eine unbändige Freude über die Kandidatur Hindenburg empfinden und in- brünstig beten, daß er siegen möchte. Wer Deutschland retten will, kann nicht für Hindenburg, sondern muß für Wilhelm Marx stimmen. Die Rettung Deutschlands kann nicht auf militärischem Wege, sondern nur auf dem Wege erfolgen, den Marx in London erfolgreich beschritten hat. Deutschland unterlag 1918 einer Welt von Feinden, die die Politik Wilhelm Tl. und des Tirpitz chm auf den Hals gehetzt hatte. Im Oktober 1918 wurde Deutschland von allen seinen Bundesgenossen verlassen, weil die deutsche Politik durch die Schuld des Großen Hauptquartiers nicht rechtzeitig den Weg zu einem Lerständigungsfrieden gefunden hatte Dann wurde Deutschland durch das Diktat von Versailles entwaffnet. Die mili- tärischer Klauseln des Deriailler Vertrages sind so hart, daß Deutschland durch eine Militärperson nicht gerettet werden kann. Gerettet werden kann Deutschland nur durch eine kluge Politik, der die Welt glaubt, daß Deutschland nicht die Absicht hat. der militärische Störenfried Europas zu werden. An die Spitze Deutschlands gehört deshalb k e i n S o l d a t, s o n d e r n ein Politiker. Hindenburg ist aber nach eigenem Ge- ständnis fein Politiker. Er beherrscht nicht einmal das poli- tische Alphabet nicht gelernt hat. der wird es bis zu seinem 85. auch nicht lernen Deshalb ist es am 26. April Aufgabe der Wählerinnen und Wähler, das Deutsche Reich vor der Reichspräsidentschaft eines Hindenburg zu retten. Das Amt des Reichspräsidenten ist keine Sinekure. Darauf haben gerade die Rechtsparteien fo oft hingewiesen. Sic sagten, daß dem vom Volke gewählten Reichspräsidenten gegenüber dem Parlament nach dem Sinne der Verfassung eine stärkere Stelle eingeräumt sei, als sie z. B. der Präsident der französischen Republik habe. Hingegen haben wir betont. daß grundsätzlich auch in Deutschland die Schwerkraft der Politik im Parlament liege. Trotzdem kann nicht geleugnet werden, daß in Deutschland, und zwar als Folge der politischen und konfessionellen Zerrissenheit und des darauf gegründeten Viclparteiensystems der Reichspräsident den Parteien und dem Parlament gegenüber eine stärkere Stellung hat als in Eng- land der Köing. Soll ich daran erinnern, wie oft der erste Reichspräsident, unser unvergeßlicher Ebert, während der letzten 7 Jahre in kritischen Tagen deutscher Geschichte sein Geschick in der Be- Handlung politischer Probleme und Personen zu bewähren hatte. Wie soll dieser Aufgabe ein unpolitischer, 78iähriger bereits zweimal verabschiedeter Soldat gewachsen sein, der in der Politik weder die Probleme noch die Personen kennt? Würde Hindenburg bei bestem Willen und löblichster Absicht nicht ein Spielball jener politischen Drahtzieher werden, die vom ihm die Zustimmung zu seiner Kandidatur erpreßt haben. nachdem sie treulos ohne Beispiel ihren„teutschesten" Iarres in die Wüste gejagt hatten? Die größte Gefahr Hindniburgs ist nicht der Kandidat, sondern seine Umgebung, die nicht un- politisch ist. Schon während des Krieges wurde Hindenburg von seiner Umgebung als Firmenschild benutzt für die Gewalt» Politik gegen Belgien, gegen Nordfrankreich, gegen Polen, ebenso wie für die Verweigerung des allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahlrechts an die Schützengraben- kämpfer. Die Wahl HIndenburgs müßte, weil der greise Marschall der Politik gänzlich fernsteht, zu einer unverant- wortlichen N e o e n re g i e r u n g führen, für die in der Weimarer Verfassung kein Platz ist und die geradezu neue .Krisenherde schaffen würde. Am wenigsten kann die deutsche Wirtschaft solche Krisen brauchen. Wer die deutsche Wirtschaft in eine bessere Zukunft retten will, der muß dem deutschen Volke auf dem Boden staatebürgerlicher Freiheit eine stete Entwicklung gewährleisten. Das ist aber eine Ausgabe, der der alte Hindenburg in keiner Weise gewachsen ist. Der Reichspräsident hat serner nach der Verfassung die in Berlin beglaubigten Botschafter und Gesandten der fremden Mächte zu empfangen. Das ist keine reine Formsache. Nach seinem eigenen Geständnis ist Hindenburg ganz u n- diplomatisch veranlagt. Wer traut ihm zu. daß er diplomatische Gespräche über außenpolitische Fragen führen kann? Hindenburg lebt ganz im Dorstellungskreise einer un- wiederbringlich verlorenen Vergangenheit. Im Kriege sah er ganz falsch in England den Urheber des Krieges. Er gehört nämlich zu den seltenen Leuten, die Tirpitz etwas glauben. Deshalb predigte er Haß gegen England. Er gab hierzu Aeußerungen von sich, die an politischer Taktlosigkeit nur von Dtnigen Randbemerkungen des Deserteurs von Doorn über- treffen werden. Hindenburg verlangte den unbeschränkten U-Bootkrieg und provozierte so die Dereinigten Staaten von Amerika zum Kriege gegen Deutschland. Kein Wunder, daß der frühere amerikanische Botschafter in Berlin, Houghton, einfach entsetzt war, als er, der große Deutschenfreund, von der Kandidatur Hindenburgs hörte. Oder glaubt jemand, daß Hindenburg die lehten 7 Jahre der Muße benutzt habe, um etwas aus der Geschichte zu lernen? Wer das glaubt, der zahle einen Taler in die Wahlkasse des Herrn Laverrenz. Den außenpolitischen An- forderungen, die an den Reichspräsidenten gestellt werden, wäre Hindenburg nicht einmal physisch gewachsen. Wer es also gut meint mit Hindenburg, muß ihn davor bewahren, der .Retter" Deutschlands zu werden. Zu dem Vertreter der schwerindustriellen TU. hat Tirpitz nach der Aufstellung Hindenburgs gesagt, daß diese Kandidatur dem elementaren Drange des deutschen Volkes nach Führung entspreche. Armes deurfches Volk, daß keinen anderen Führer fände, als einen 78jährigen Greis, dem die Politik ein Buch mit sieben Siegelst istl Wer sichren will, muß den Weg kennen. Hindenburg betrachtet sich aber heute noch als den treuen Untertan des Mannes, der das deutsche Volk in namenloses Unglück geführt hat. Werr kann im Ernst annehmen, daß nun Hindenburg der Mam» sei, der o h n e W i l h e l m das deutsche Volk herrlichen Zeiten entgegenführen würde? Retter Deutschlands kann vielmehr in Wahrheit nur der werden, dem der Schwur auf die Reichsvers afsung nicht Lippen- bekenntnis, sondern Herzcnsbekenntnis ist. Retter Deutsch- lands kann mir der werden, der auf dem in London beschritte- nen Wege die Befriedung der Welt durch aufrichtige deutsche Mitarbeit sichern will, und so zunächst Köln und das gesamte besetzte Gebiet von fremden Druck befreien wird. Retter Deutschlands kann nur der werden, der in Freiheit und Völker- Verständigung das Hell der Menschheit sieht. Solchen Grund- sätzen huldigt unter den drei Kandidaten des zweiten Wahl- ganges aber nur Wilhelm Marx. Deshalb gibt jeder frei- heitlich« und friedliebende Deutsche, Mann und Frau, die Stimme am 26. April nur Wilhelm Marx. Zum Handelsvertrag mit polen. Viehbestände und Fleischversorgung in Deutschland. In den schweren Hiingerjahren, die Deutschland durchlebt hat. sehnte sich das ganze Volt lebhaft zurück nach den Fleischtöpfen der Vorkriegszeit. Es bewahrheitete sich die alte Erfahrung, daß ein kleines Usbel gegenüber dem größeren noch als Glück empsunden wird; denn in Wirklichkeit war schon damals(im Vergleich zu früheren Iahren) ein gewisser Notstand in der Fleischversorgung zu verzeichnen. So ergab z. B. die Viehzählung von 1912 gegenüber der von 1967 einen wesentlichen Rückgang des Viehbestandes, der um so schwerer ins Gewicht fiel, als die Bevölkerung sich inzwischen nicht unbeträchtlich vermehrt hatte. Das Bild sah so aus: Viehbestände 1907 1912 Proz. Rindvieh... 20 630 544 20158 738— 2.3 Schweine... 22 146 533 21885 073— 1,2 Schafe.... 7 703 710 5 787 848— 24,9 Ziegen.... 3 533 970 3 388 971— 4,2 Zu diesem ohnehin aus die Fleischversorgung höchst ungünstig wirkenden Rückgang der Viehbestände wa- es der eigennützigen Agrarpolitik gelungen, die a u s l ä n d i s ch e F l e i s ch z ll f u h r, wie eine dänische Zeitschrift sich ausdrückte,„total abzuwürgen". Die Folgen beider Tatjachen äußerten sich sehr bald in der vom Agrariertum gewünschten Weise: die Viehpreise wurden höher und höher. Sie stiegen von 129 M. für den Doppelzentner im Jahr« 1903 auf 166,2 M. im Jahre 1912. Noch damaligen Begriffen eine unerträgliche Preissteigerung. Sie wirkte sich natür. lich auch im Kleinhandelspreis in voller Schwere aus. Aber alle Forderungen nach Verbilligung des Fleisches durch Freigabe oder Erleichterung der Einfuhr lehnte die Regierung zunächst ab. Einfuhr von Vieh und Fleisch bedeute große Gefahren für Deüischland, weil dadurch verheerend« Seuchen eingeschleppt würden. Das war freilich übles Geflunker-, so oder ähnlich hatten die Agrarier seit je ihre Preistreiberei und habsüchtige Wirtlchasts« politit begründet. Die sozialdemokratische Fraktion forderte daher die sofortige Einberufung des Reichstags. Die deutschen Städte er- hoben durch den Vorstand des Siädteiages Protest gegen die Re- gierung. Endlich mußte die Regierung im September 1912 nach- geben und„im Wege besonderer Genehmigung" die Einiuhr frischen Fleisches zulassen. Und siehe da, nun mußte die amtlich- Fleisch- beschau, sehr zum Leid der Viehzüchter, feststellen und verkünden, daß keine Seuchengesahr vorbanden sei. Im Gegenteil war das ausländische, besonders von Rußland aus dem Gebiet des heutigen Polens eingeführte Fleisch von tadelloser Beschaffenheit. Seit Iahren nun sind die Fleischernährungsverhältnisse in Deutschland weit ungünstiger als die schon ungünstigen der letzten Jahre vor Kriegsbeginn. Nach amtlichen statistischen Angaben war der deutsche Viehbestand am 1. Dezember 1924 aus den Kopf der Bevölkerung gerechnet bei Rindvieh um 12,8, und bei Schweinen sogar um 30,6 Prozent geringer als am 1. Dezember 1913. Nur bei Schafen war eine belanglose Erhöhung von 98 Prozent zu verzeichnen. Infolgedessen ist der F l e i s ch v e r b r a uch noch immer nickt so hoch wie in den Fleischnotsahren vor dem Steiege. Auf den Kops der Bevölkerung entfielen im Jahre 1913 noch 49,5 Kilogramm Fleischnahrung, 1923 ober nur 26,9 Kilogramm. Erst im Jahre 1924 erhöhte sich der Fleischverbratich wieder aus 42 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung. Damit ist aber noch immer nicht die Höhe der Notzeit von 1912/13 erreicht. Ein bedenk- licher Zustand! Er kann folgenschwere Gefahren für Gesundheit itnd Arbeitskraft des deutschen Voltes bringen. In einem vom Reichs- gejundheitsamt herausgegebenen Echriftchen:„Die Ernährung des Menschen" wird mit vollem Rechte aus die umfassende Veränderung hingewiesen, die sich während zweier Menschenalter in der Arbeite weise des deutschen Volkes vollzogen hat. »Die kalorienreichen, eiweißarmen Nahrung«- mittel. Brot, Reis, Mais müssen zurücktreten und müssen zum Teil durch die eiweißreichen und kalorienarmen Nahrungs» mittel. Fleisch, Milch und Milchprodukte, ersetzt werden. Die Tat- jachen sind, sicher und unwiderleglich, und die Aenderungen des Naiirunasmittelbedarfs laufen daher mit der Sicherheit eines Naturgesetzes... Es Ist n i ch t„B e g e h r l i ch k e i t" und„Gr- n u ß s u ch t" der Arbeiter, wenn sie sich einen reicheren Genuß von Fleisch, Milch. Eiern usw. Ku verschaisen suchen, sondern ein der- artiges Verlangen Ist psychologiich begründet. Wir befänden uns vor dem Kriege in Deutschland ossensichtllch auf deni Wege zu der neuen für das Maschinenzeitalter richtigen amerika- nischen Ernährung. Die Umstellung ist verlangsamt worden einmal durch Schutzzoll und Einfuhrerschwe- rung des Fleisches, andererseits durch Festhalten an über- lieferten Eßgewohnheiten und Geschmacksrichtungen. Rückgängig zu machen ist die Entwicklung nicht." Es ist verdienstvoll vom Reichsgesundheitsamt, dem Reichs- ernährungsministerium dieser Art Unterricht zu erteilen. Nur wird Graf Könitz nicht recht begreifen wollen. Darum möchten wir mit aller Deutlichkeit sagen, daß die d e u t s ch- p o l n i s ch e n Wirt- schoftsverhandlungen von Deutschland genützt werden mögen, mit Polen Vereinbarungen zu schließen, die durch Einfuhr polnischer Schlachttiere und geschlachteter Tierkörper Deutschlands Bedürfnisse an Fleischnahrung befriedigen Man komme uns nicht mit dem faulen Vorwand der S e u ch e n- g e f a h r! Polen müßte ssä, selbstverständlich verpflichten, nur erste Qualität zu liefern. Und daß es an diese Verpflichtung gebunden ist. dafür haben die Veterinär« und Beamten der Fleischbeschau in Deutschland zu sorgen. Palen ist in seiner wirtschaftlichen Struktur vorwiegend Agrarland. Es hat wunderbare Schlachttiere in den Ställen. An die zwei Millionen Schweine könnten von Polen nach Deutschland eingeführt werden. Dazu bedürfte e» aber eine« besonderes Abkommens mit Polen und der Schasiung unerläßlicher Verkehrsmittel: für Schlackttiere schnelle Beförderung auf die Schlachthöfe, für geschlachtete Tierkörper die nötigen Kühlwagen. Das bestehende Reichsgesetz über Schlachtvieh und Fleischbeschau macht die Einfuhr— und das ist sein Zweck 7—? fast unmöglich. Mtt Recht hat die Abgeordnete Frau W u r m in der Sitzung des Reichstags am 12. April 1923 ausgeführt: „Die Vorschrist des§ 12 des Reichsgesetzes vom 3. Juli 1900, das die Schlachtvieh- und Flsischbeschaubestimmungen enthält, nach denen frische» Fleisch nur in ganzen Tierkörpern, bei Rindvieh, ausschließlich Kälber, und bei Schweinen in Hälften zerlegt, ein- geführt werden darf, und daß mit den Tierkörpern Änist, Lunge, Herz, Nieren, bei Kühen auch Euter in natürlichem Zusammenhang verbunden sein müjsen, machen die Einfuhr frischen Fleisches unmöglich. Diese Vorschnst kommt in der Wir- kung einem Verbot der Einsuhr überbaupt gleich. So lange dieses Gesetz besteht, besteht es im Interesse der agrarischen Vieh- züchter— wie es in ihrem Interesse geschaffen und bis heute auf- recht erhalten worden ist.(Zuruf rechts: Aus Gesundheitsrücksichten!) Das sagen Sie immer und haben Sie immer gesagt! Ich wiederhole, daß die Angst der Regierung, die Bevölkerung könnte sich den Dtagen verdetben, dazu führt, sie lieber ver- hungern zu lassen." In diesem Frübjahr hat berette eine geringe Einfuhr von gc. schlachteten polnischen Schweinen nach Berlin stattgesundcn. Im Monat Februar 39 600, im März 28 200. Aber diese 67 800 ein- geführte geschlachtete polnische Schweinekörper sind erst die Hälfte des Verlustes, der allein dem Berliner Markt im 1. Vierteljahr 1925 aus inländischen Zufuhren gegenüber dem 1. Vierteljahr 1924 fehlt.— Das deutsche Unternehmertum in Landwirtschaft und Industrie, mü Ihm die gesamte Reaktion, die jetzt im Rechtsblock für Hin- denburg zusammengefaßt ist. haben im Kampfe gegen den Acht- stundentäg immer auf die hohen Arbeitsleistungen in Am«- rika hingewiesen. Run, dort können die Menschen auch nur geben, was sie haben: ihre Arbeitskraft. Aber da« ist der Unter- schied: dort entfielen im Jahre 1924 nach einer statistischen Veröffent- lichung im„The National Provisoner" aus den Kops der Bevölke- rung 83,5 Kilogramm Fleischnahrung, in Deutschland hingegen nur 42 Kilogramm. Nach der physiologischen Wissenschast aber sollten in Deutschland auf den Kopf der Bevölkerung hinsichtlich seiner indu- striellen Betätigung mindestens 70 Kilogramm Fleisch. Nahrung entfallen. Wir wünschen, daß diese Tatsachen bei den deutsch-polnischen Verhandlungen gewürdigt werden. Nicht agrarische Wittschaftsinteressen sind entscheidend, sondern einzig und allein das allgemewe Vokkswohl. Was hemmt die Weltproöaktion! Trotz der ungeheuer tiefen Wunden, die der Weltkrieg dem Wirtschaftsleben aller Länder geschlagen hat, sind heute die guter- wittschafllichen Voraussetzungen für«ine gewaltige Steige- rung der Produktion und damit für eine bessere Bedürfnis- befttedigung der Menschen in einem Maße gegeben wie nie zuvor. Vor ollem verfügen wir über«inen sehr großen Zuwachs an Mitteln der Energieerzeugung: Die Erschließung der Oelfelder, die Verbesserung der Wärmekraftmaschinen, die erleichtette Verwertung der Braunkohle und die Ausnutzung der Wasserkräfte haben der Weltwittschoft Energie aus neuen Quellen zugeführt, während wir gleichzeitig infolge der Verbesserungen im Heizwejen und in der Verwendung von Staubkohle gelernt haben, aus der gleichen Stein- kohlenmenge mehr Energie herauszuwittschasten als bisher. Die 21 b s a tz k r i s e. unter der unser Bergbau— und nicht nur der deutsche— leidet, ist nur die Kehrseite dieses stark oergrößetten Energiereichtums. Auch an Lebensmitteln nnd Rohstoff«« ist in der Weltwittschoft keinerlei Mangel. Nach dem Krieg waren die Praktiker und die Theoretiker des Wittschaftelebens dattn einig, daß eie Ueber- industrialisierung d«r Welt vorliege und daß es darauf ankomme, die Landwirtschaft auf Kosten der Industtte auszudehnen. Das hat ssch als großer Jrttum erwiesen. Trotz de» Ausfalles der landwirtschaftlichen Produktion Rußlands ist an den wichtigsten land- wittschafllichen Erzeugnissen im Verhältnis zur Nachiroge U eber- sluß vorhanden, vor allem an Getreide. � Bei wichtigen industriellenRohst»sfen, wie z. L. dem Kupfer, zeigt der gesunken« Preis, wie reichlich sie aus dem Markt zur Verfügung stehen.(Kupferpreis 1914: 1,34; 31. Dezember 1924; 1,32; 30. März: 1,22.) Auch bei manchen straff syndizietten Roh- stoffen, bei denen Preissenkungen durch Organisation der Erzeuger oerhindert wurden, ergibt sich doch der günstige Stand der Pro- duktionsbedingungen aus der Geringfügigkeit der vom Syndikat er- zielten Preiserhöhung im Verhältnis zur Steigerung des allgemeinen Preisindex seit der Vorkriegszeit. So ist Gießereiroheisen, das in Deutschland 1914 75,50 M. pro Tonne galt, nur auf 89 M. gestiegen. Von den großen Rohstoffgruppen sind nur die Rohstoffe der Textilindustrie stark vetteuett. Der Reichtum der Welt an Rohstoffen würde also eine viel stärkere Produktion und damit eine viel reichlichere Güterversorgung der Menschen gestatten. Auf dem Wett- markt zeigt sich ja auch, daß die Rohstoffländer mit dem Absatz ihrer Erzeugnisse noch größere Schwierigkeiten haden als die In- dustrieländer und daß die angeblich« natürliche Ueberlegenheii, in der sich nach Meinung mancher Wirtschaftspolittker die Urproduttions- gebiete stet» befinden, zurzeit durchaus nicht besteht. Ebensowenig fehlt es an Arbeitskräften, gast überall auf der Well liegt der Arbeltsmarkt ungünstig, gibt es unbeschäftigte Hände, die keinen Erwerb finden können. Bis vor kurzem bildeten die Wer- einigten Staaten eine Ausnahme, aber mich dott macht sich jetzt Arbeitslosigkeit bemerkbar. Da ja die Quellen mechanischer Energie aus» reichlichste zur Verfügung stehen, so ist die Frage unabweisbar, warum benn auf der Welt heute nicht mehr produziert wird, nachdem es doch Millionen und aber Millionen von Menschen gibt, die ihre physischen und geistigen Bedürfnisse nur bis zu einem unerträglich geringen Grade deden können. Ein Grund dafür liegt sicherlich in den Schranken, die von den einzelnen Bölkern aus wirtschaftlichem Nationalismus gegeneinander errichtet wurden. Die Schußzollpolitik hindert die internationale Arbeitsteilung, die zur rationellen Ausnutzung der Rohstoff- und Energiequellen und zur Beschäftigung der Arbeitsfräste notwendig wäre. Aber sie erklärt nicht alles. Die Tatsache, daß wir trotz bester Produktionsgrundlagen aus allen Ländern von Produktionsstodung, von Abjaktrise, von Betriebseinschränkungen Iejen, zwingt zu der Erkenntnis, daß der tapitalistische Apparat der Weltwirtschaft die schwere Störung des Krieges noch immer nicht überwunden hat. Das Maß von Anpassungsfähigkeit, das der Kapitalismus hier zeigt, ist eben sehr viel geringer, als seine Lobredner wahr haben wollen. C. Landauer. Zur Krise der deutschen Kohlenindustrie gab im Haushaltsaus schuß des Reichstages Reichsfohlentommissar Dr. Stug folgende Uebersicht: Bei Brauntohlen sei noch feine Krise vorhanden, doch würden sich die Verhältnisse im Sommer mit Rücksicht auf den Ausfall des Hausbrandes verschlechtern. Weit schlimmer sei die Lage in der Steinkohlenindustrie. Im Ruhrrevier liegen zirka 7,5 Millionen Tonnen auf der Halde, 1,5 Millionen im Handel und auf den Schiffen, also etwa eine Monatsproduktion. Im deutschoberschlesischen und im Waldenburger Revier liegt die Produktion etwa eines halben Monats auf der Halde. In Sachsen sind wegen der geringen Förderung wenig Haldenbestände vorhanden. Ausschlaggebend für die schlechte Lage der Kohlenindustrie ist der Minderverbrauch in der In dustrie. An Ausfuhr hatten wir 1913 46 Mill. Tonnen, wovon etma 12 bis 13 Mill. Tonnen auf Oberschlesien und 2% bis 3 Mill. Tonnen auf das Saarrevier einschließlich Lothringen entfielen. 1923 hatten wir fast teine Ausfuhr, 1924 im Januar 225 000 Tonnen, 1925 im Januar 1,2 bis 1,3 Mill. Tonnen. Einschließlich der Reparationsfohlen sei damit wieder eine Ausfuhr von 30 Mill. Tonnen im Jahre erreicht. Die Konturrenz gegenüber der eng Tischen Kohle werde durch die hohen Frachtkosten erschwert. Die Fracht von Gelsenkirchen an die Küfte betrug vor dem Krieg 5,6 M., jezt 11,50 M., von Gleiwig nach Stettin 7,5 M., jegt 13 M. Der Redner ging dann auf die Erschwerungen durch die ostoberschlesische Einfuhr ein und auf die Maßnahmen zur Hebung der Lage im Waldenburger Revier. Die 3e chenstillegungen hätten sich in verschiedenen Fällen aus wirtschaftlichen Gründen nicht vermeiden lassen. Von diesen seien in erster Linie nicht die Zechen der großen Konzerne betroffen worden, sondern die leistungsschwachen selbständigen fleinen 3echen. Für die Unterbringung der dadurch beschäftigungslos gewordenen Arbeiter merde nach Möglichkeit gesorgt. Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für Mai noch nicht vorgenommen haben, müssen SOfort das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H. = faufsvertretung umgewandelt mersen fonnten. Darin übernimmt die Firma Stöhr Sühne die Garantie für den Absag einer Mindest menge der Kruppschen Maschinen. Man sieht zunächst daraus, daß Krupp auch ohne Kanonen- und Panzerplattenfabrikation ausfommen und die deutiche Wirtschaft in der Welt auch mit Friedens statt mit Kriegsmeschinen würdig vertreten fann. Der Kruppsche Erfolg ist auch eir Beweis dafür, daß man durchaus auch ohne Schutzölle fonkurrenzfähig werden kann; ein Beweis, der um so schwerer miegt, als Krupp mit seinen neuen Maschinen den Konfurrenzfampf auf einem Markt aufgneommen hat, der bisher von der englischen und nordamerikanischen Textilmaschinenindustrie ausschließlich beherrscht war. Die verheerende Wirkung der hohen Bankzinjen. Nicht umsanſt hat die deutsche Wirtschaft Klage darüber geführt, daß die Bankzinsen geradezu ruinös seien. Viele Konkurse sind letzten Endes darauf zurückzuführen. Bei der Zahlungseinstellung der Konfeftionsgroßfirma Bienen u. Tischbein ist festgestellt worden, daß das Unternehmen für Bankkredite von 1,2 Millionen Marf im Vorin den vom Staat beherrschten oder kontrollierten Betrieben an ihre jahre rund 300 000 Mark Zinsen zu zahlen hatte. Der Satz war Pflichten gegenüber der Deffentlichkeit erinnern. Berschiebungen an den Terfilmärkten. Eine in den Bereinigten Staaten bearbeitete offizielle Statistik gibt die Weltproduktion von Schafwolle im Jahre 1924 mit 2836 Millionen englischen funden an. Gegenüber dem Jahre 1923 bedeutet des eine Zunahme von 117 Millionen Pfund. Die Produktionssteigerung war in Australien, das samt Neuseeland etwa 30 Prozent der Welt erzeugung liefert. Die Preisentwickelung der Wolle zeigt in der lekteren Zeit eine ausgesprochene Baisse tendenz. Die prozen tual an sich geringe Besserung der Versorgung dürfte kaum einen zureichenden Grund für diese Baisse bilden. Ihre Ursachen dürften eher in dem allgemeinen Rüdgang der Konsum craft liegen, die sich bei Tertilien in der Abkehr von den besseren und teuren Qualitäten auswirkt. Die Folge dieser Tendenz war die verhältnismäßig starke Nachfrage nach Baumwollfabrikaten. Die Baumwollpreise zogen auch demgemäß an, obwohl der ziem lich günstige Ausfall der letzten Ernte eher das Gegenteil erwarten ließ, weil die über die Schägungen hinausgehenden Ergebnisse des laufenden Erntejahres zur zerstreuung der Besorgnisse, die in bezug auf die Versorgung der Welt mit Baumwolle gehegt wurden, geeignet erschienen. Wohl sind die Reserven, mit denen das laufende Jahr begonnen wurde, infolge der Mißernten der Nachkriegsjahre äußerst beschränkt gewefen. Ausschlaggebend ist aber für die Preis: entwicklung der gesteigerte Bedarf an Baumwolle. Die nordamerikanische und englische Baumwollindustrie verzeichnen auch dem entsprechend eine gewisse Besserung des Beschäftigungsgrades. Kruppsche. Tertilmaschinen in Amerika. Die Umstellung auf Friedensproduktion hat der Friedr. Krupp A.-G. einen Erfolg gebracht, der auch als Aktivum für die Besserung der deutschen Außenhandelsbilanz gewertet werden darf. Die von ihr hergestellten und zunächst versuchsweise von der Firma Stöhr Söhne auf dem nordamerikanischen Markt vertriebenen Tegtilmaschinen sind dort so günstig aufgenom= men worden, daß die vorläufigen Abmachungen der Firma Krupp mit der Vertriebsfirma in einen endgültigen Vertrag über die VerPreisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels Gerstengraupen, lose. Gerstengrütze, lose. Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1 Kakao. fettarm per Zentner frei Haus Berlin. 19,50- 24,00 19,00-20,50 20,00-20,50 22,25- 23,00 17,50-18.75 Weizengrieẞ... 21,75- 23,00 Hartgrieß 25,00- 26,75 18,75-20,25 21,25-27,50 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria 16,50 20,75 Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Ferl.. 19,00-20,50 Langbohnen. handverl. 27,00 29,00 Linsen, kleine ::: 18,00-23,50 Linsen, mittel..... 30,25-43,00 Linsen. große. Kartoffelmehl. Sächsische Elektrizitäts- Lieferungs- A.- G. Die Jahresabschlußbilanz und der Geschäftsbericht dieser gemischtwirtschaftlichen Elettrizitätsgesellschaft zeigt das aus der eleftrischen Krafterzeugungsindustrie zu erwartende günstige Bild. Sie hat in drei Kraftmerten an der Lungwiz für das Chemniger Industrie- und Verkehrsgebiet, an der Pleiße für das WerdauKrimmitschauer Gebiet und im Elektrizitätswerk Obererzgebirg, das 90 Gemeinden mit Kraft versorgt, im Jahre 1924 die Kraft. erzeugung auf rund 56 Millionen Kilowattstunden gesteigert, d. h. um 15,46 Proz. gegenüber 1923 mit rund 48,5 Millionen Kilowattstunden. Der Strombezug von der A.-G. Sächsische Werte murde erheblich vermehrt. In der Gewinn- und Berlustrechnung wird ein Rohgewinn von 5,06 Millionen Mart ausgewiesen, von dem zunächst. Verwaltungskosten mit 273 000 und Steuern mit 782 000 m. abgehen. Dem Wertverminderungsfonds, offenbar eine Werferneuerungsreserve, wird der stattliche Betrag von 1,75 Millionen zugewiesen, der die Erneuerungsgrundlage auf 5,8 Millionen erhöht. Da die gesamten Bertanlagen mit 34,3 Millio men bewertet sind, sind mehr als ein Sechstel des ganzen Anlagetapitals für Erneuerungen reserviert. Auf das Attienfapital von 26 Millionen, das sich zu mehr als 50 Pro 3. in der Hand der Elettro 2. G. Dresden, also des sächsi schen Staates, befindet, zum größeren Rest in der Hand der Elektrizitätslieferungsgesellschaft Berlin, werden 2,08 Millionen Dividende ausgeschüttet( 8 Proz.). In übrigen sind Ge schäftsbericht und Bilanz so nichtssagend und von solcher Kürze, daß von der Pflicht zur Publizität fait nichts mehr übrig bleibt, als formelle Phrasen und belanglofe Ziffern. Der Geschäftsbericht umfaßt noch nicht zwanzig Zeilen, in der Bilanz sind die Anlagen und die Aniagenzugänge ohne jede Spezialisierung für die einzelnen Werke in einem Posten zu fammengefaßt. Diese Auffassung von der Pflicht zur Publizität, die neuerdings in aller Regel gerade von den Staatsund gemischtwirtschaftlichen Werfen noch stärker verlegt wird als von der Privatwirtschaft, wird allmählich zum Skandal. Der faufmännische Geist, in bem auch Staatswerte zu leiten sind, scheint bei den Leitern dieser Staatswerte dahin aufgefaßt zu werden, daß man zunächst einmal die Sünden der privaten Kapitalgesellschaften nachzumachen hat. Das ist dem Ansehen der Staatsund Gemischtbetriebe im höchsten Maße abträglich und es dürfte an der Zeit sein, daß die Regierungen ihre verantwortlichen Vertreter. Röstgetreide lose... 21,00-22,00 1 EOS EXTRA Mit Eos- Extra- Politur Braucht man an Zeit Sekunden nur Und jeder Schmutzige, farbige Schuh Wird strahlend neu und blank im Nu! Makkaroni, Hartgrieß. Mehlnudeln. Eiernudeln Bruchreis Rangoon Reis 44,00-52,00 20,50-23,75 46,00-57,00 26,50- 29,50 44,25-71,00 14,50-15,75 17,75-18,75 Tafelreis, glasi. Patna. 24,50-32,00 Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. 32,75-39,75 74.50- 79,00 38,00- 40,00 74,00-78,00 57,00-62,50 Rosineni. Kist., Candia. 65,00 25,00 Sultaninen Caraburnu. 76,00-96,00 Korinthen, choice 52,00-68,00 Mandeln, süße Bari.. 19,00-200,00 Mandeln, bittere Bari 188,00-198,00 Zimt( Cassia) 100,00-105,00 Kümmel, holländischer 44,00- 47,00 Schwrz Pfeffer Singap. 95,00-100,00 Weißer Pfeffer...... 148,00-160,00 Rohkaffee Brasil.... 210,00-235,00 Rohkaffee Zentralam 230,00-320,00 Röstkaffee Brasil. 250.00-300,00 Röstkaffe Zentralam. 315,00-400,00 Getr. Pflaumen 90/100 Pflaumen, entsteint. Cal. Pflaumen 40/50 . 50,00-90,00 93,00-120,00 35,00-39,25 Kakao, leicht. entölt. Tee, Souchon, gepackt 380,00-405,00 Tee, indischer, gepackt 413,00-475,00 Inlandszucker bas mel. 31,75-33,75 Inlandszucker Raffina. 32,5-35,25 Zucker Würfel.... Kunsthonig Zuckersirup hell i. Eim. Speisesirup dunk. Eim Marmelade Einfr. Erdb. Marmelade Vierfrucht Pflaumenmusi. Eimern Steinsalz, in Säcken.. Siedesalz in Säcken 33,00 34,00 31,00-36,75 25,00- 28,00 84,00-94,00 36,00- 40,00 37,00- 52,00 3.10-3,60 3,70- 4,20 4.40- 5,00 5,20-5,80 87,75-88,75 88,00- 89,25 86.00- 87,50 87,00-89,00 65,00- 66,00 Bratenschmalz i, Tiers. Bratenschmalz i. Kübl. Purelard in Tierces.. Purelard in Kisten. Speisetalg in Packung Speisetalg in Kübeln Margarine, Handelsm. I desgl. Il. 60,00-63,00 Margarine, Spezialm. I 80,00-84,00 desgl. II. Molkereibutter li. Fäss. 175,00-181,00 Molkereibutter, i. Pck 66,00 69,00-71,00 185,00-190,00 Molkereibutter Ila i. Fs. 165,00-173,00 19 Molkereibutter i.Pck. 170,00-180.00 Auslandbutter in Fässr. 188,00-194,00 Corned beef12/ 6 lbs p.K. Ausl.Speck, geräuchert Quadratkäse. 38,00- 42,00 95,00-101,00 25,00-36,00 Tilsiter Käse, vollfett. 120,00-130,00 Echter Emmenthaler 165,00-175,00 Echter Edamer 40%.. 105,00-110,00 20%. 70,00-75,00 Ausl. ungezucker. Condensmilch 48/16 20,00-22,50 Ausl.gez.Condensmilch 24,00 25,00 " 24 Proz. Aus der Partei. Maifestschrift 1925. In schöner Ausstattung hat der Verlag J. H. W. Diez Nacfl. eine Maifest fchrift berausgebracht, die sicherlich bei allen Genosien lebhaften Beifall finden wird. Sie enthält neben einem schwungvoll geschriebenen Artikel Sollmanne, der den Fortschritt des internationalen sozialistischen Gedankens würdigt, einen längeren Auffaz„ Das Hohelied der Arbeit", der die fulturgeschichtlichen und wirtschaftlichen Wurzeln des Emanzipations fampfes der Arbeiterklasse aufdedt und die Endziele der sozialistischen Bewegung formuliert. Schöne Reproduktionen bekannter Bilder und Zeichnungen von Kowol, L'Hermitte, Carrier, Roll, Crane, Karl Holz und Hans Baluichet verleihen der Festschrift einen formvollendeten künstlerischen Charakter. Der Vertrieb der Festschrift, die zum Preise von 20 Pf. abgegeben wird, findet durch durch sämtliche Abteilungen statt. Außerdem ist sie ab Mittwoch, den 22. d. M., in allen Borwärts" Speditionen und Ausgabestellen erhältlich. " Sport. Parisot in Treptow. Einen Tag der Sieger könnte das nächste Rennen auf der Treptower Bahn betitelt werden, denn die Teilnehmer der am 26. April stattfindenden Dauerrennen um den, Preis von Köpenid" über 30 Kilometer und den Großen Frühlingspreis" über 50 Stilometer baben in den letzten großen Nennen auf den verschiedenen Bahnen im Reiche hervorragende Siege gegen schärfste Konkurrenz herausgefahren. Der Holländer Bletemolen und der junge Hannoveraner Möller teilten sich in Hannover in die Ebren des Tages. Der schnelle Franzose Parisot fonnte seinen ersten Start in Deutschland gleich zu einem Siege geitalten, währenddem der vierte Teilnehmer Emil ewanow in Leipzig sämtliche Rennen in hervorragendem Stile gewann. Mit dieser Bejezung werden die Dauerrennen sicher erstklassigen Sport bringen. Für die Flieger ist ein Vorgabefahren über vier Runden und ein Punktes fahren über 15 Runden vorgesehen. DUNLOP CORD Nachfrage übersteigt täglich gesteigerte Produktion! Die Weltmarke bürgt für Qualität! Deutscher Metallarbeiter- Verband Allgemeine Ortstrantentaffe Berliner Stadtschaftsbank A.-G. für den Stadtbezirk Copenid. Achtung! Generalversammlung! Siermit laden wir bie Mitglieder des Ausschusses zu der am Mittwoch, ben Aktiva Die Anträge zu der am 25. Mai 29. April d. 3.. abends 7 Uhr, im Schloßstattfindenden Generalversammlung reftaurant, Inh. Drange, Berliner Str. 1, müffen bis Gonnabenb, den 25. April, ftattfindenden bei der Ortsverwaltung eingereicht sein.. Kassenbestand Bilanz per 31. Dezember 1924 ordentl. Ausschuß- Sitzung Guthaben bei der Reichsbank, dem PostAchtung! Kefiellomlede Achtung ein. Tagesordnung: scheckamt usw. Guthaben bei Banken und Bankiers Schecks und Wechsel Donnerstag, den 23. April, abends 1 Jahresbericht. 2. Abnahme der Jahres- Eigene Wertpapiere 71% Uhr, bei Sachse, Cindower Str. 26: rechnung für 1924 3. Aenderungen der Schuldner in laufender Rechnung: §§ 20, 22, 23 ber Kassensazung. 4. Antrag a) fällig innerhalb 7 Tagen des Vorstandes auf Bollmachtserteilung in bezug auf§§ 1 und 84 der affenfagung. Bertrauensmännerfonferenz der Heffelschmiede und dazu ge- 5. Boranschlagsüberschreitungen für 1925. hörenden Berufe. Rommiffionsmitglieder Stunde früher. tommen eine Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Donnerstag, den 23. April, abends 7 Uhr, den Sophienfälen", Sophienste. 17/18: in Ueberall käuflich. Brauchenversammlung Ich habe der Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: 1 Bericht von 6. Bericht des Vorstandes über den Gtand des Neubaues des Berwaltungsgebäudes. 7. Geschäftliches Die Ausschußmitglieder erhalten noch besondere Einladungen. Berlin Copenid, 18. April 1925. Der Vorstand.[ 110/20 Otto Nickel, Borsigender. den Lohnverhandlungen. 2 Einführung Korb möbel der Bautenkontrolle. 3. Stellungnahme um 1. t. 4. Berbands- und Branchenangelegenheiten. und Die Bertrauensleute Rommissionsmitglieder treffen sich um 5% im selben Hause. Es ist Pflicht aller Rohrleger und Selfer, zu dieser äußerst wichtigen Bersammlung au erscheinen. Die Ortsverwaltung. mein Bureau verlegt nach Hardenbergstr.25" Steinplatz 13204 ( neben Bahnhof Zoo) Rechtsanwalt Dr. Paul Reiwald. Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker. 1924: 13 500 Besucher. Febrräber tauft, Linienftrake 19 Eigene Herstellung in gediegenen Ausführungen kauf. Sie bei gr. Auswahl vorteilhatt u billig im Spezial- Korbmöbelhaus Edmund Voẞ Heukölln, Berliner Str. 14 NäheHermannplatz Teleph. Heukölln 2264. Zahlungserleichterung Aktienkapital Reservefonds Verzinsliche Einlagen Passiva Reichs- Mk 1 100 000, 55 000-> 1 731 142.27 122 985 97 201 55,84 Reichs Mk. 81 837,33 409 533,67 823 194,91 Gläubiger in laufender Rechnung: 263 378,33 856 106,75 a) fällig innerhalb 7 Tagen b) 628 685,14 4 Wochen. 4 893 000, " " 7 3991.724.58 b)" c) 19 Inventar später als 4 abzüglich Abschreibung Durchlaufende Posten.. 4 Wochen. 3514 100, 1049 000 8 554 824,58 später als 4 Durchlaufende Posten Reingewinn.. 2 275 000, 7 798 685,14 " 9 • " 26 003,80 • 26 002,80 1, . Debet Verwaltungskosten. Abschreibungen auf das Inventar Reingewinn 20 487.65 11 009 364,22 Gewinn- und Verlustrechnung Reichs Mk. 156 239,27 26 002,80 201 550,84 383 792,91 Gewinn aus Effektengeschäften Gewinn aus Devisen- und Sortengeschäften. Zinsüberschüsse. Provisionseinnahmen. 11 009 364,22 Kredit Reichs- Mk. 93 102.71 1-199,27 258 179,23 .31 311.70 383-792,91 Die Auszahlung der von der Generalversammlung auf 6% festgesetzten Dividende erfolgt an unserer Kasse, Berlin, Eichhornstraße 5. BERLIN, im März 1925. Resonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des„ Vorwärts" und billig! Wildunger Helenenquelle Der Vorstand: Pontow Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür, Schriften und Nachweis billigster Bezugsquellen durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. Dienstag 21. April 1925 Unterhaltung und Wissen Die Bürde der Reichspräsidentschaft. Man muß sich nach der endgültigen Nominierung der Kandidaten für den entscheidenden Kampf um die Präsidentschaft der deutschen Republif immer wieder fragen, wie fonnten" Politiker" so wahnwigig, so verantwortungslos, jo rücksichtslos handeln und sich an dem greifen Hindenburg vergreifen. Hindenburg selbst hat in durchaus richtiger Erkenntnis feiner naturgemäß schwach gewordenen Kräfte zuerst immer und immer unte: Hinweis auf sein Alter die Kandidatur abgelehnt. Bis er schließlich dem Drud jener verantmortungslosen Politiker erlegen ist, die nicht wollen, daß an der Spitze der Nation ein Mann mit fiarem Blick, mit fester Hand, mit ficherem Griff seines Amtes waltet. Die einen Präsidenten oder Monarchen wollen, der Wachs in ihren Händen ist, weil er ihre Hilfe braucht, weil seine eigene Kraft zum Regiment nicht reicht. Es verlohnt wirklich einmal, einen Tag aus dem Leben des Staatsoberhauptes herauszugreifen, sich einmal flarzumachen, welche Fülie von Mannestraft, von geistiger Beweglichkeit, von Temperament dazu gehört, um das hohe Amt des Bräsidenten meistern zu können. Der verstorbene Friedrich Ebert stand im besten Mannesalter. War zeitlebens gewohnt, sich herumzuschlagen im öffentlichen Kampf. Und die Bürde des Amtes hat es ihm dennoch unmöglich gemacht, rechtacitig das für seine Gefundheit zu tun, was notwendig gewesen wäre. Der Dienst des Präsidenten beginnt um 9 Uhr. Der Staats. sekretär, der Chef des Bureaus, erscheint zum Vortrag. Er berichtet über die politischen Tagesfragen. Macht dem Reichspräsidenten, der inzwischen sämtliche großen inländischen Blätter gelesen haben muß Reichspräsident Ebert hat die Zeitungen stets selbst durchgearbeitet, sie nicht nur wie Wilhelm II in den ihm angenehmen Ausschnitten gelesen- Vorschläge über das Tagesprogramm. Hierbei entscheidet im wesentlichen die Liste der angesagten Refe= renten der verschiedensten Ministerien über porbereitete Gesezentmürfe, über wichtige geplante Regierungsmaßnahmen auf Grund der Situation. Teilweise ist der Empfang des Ressortministers notwendig. Zudem liegen Anmeldungen der Vertreter der deutschen Einzelstaaten vor. Führende Männer des Wirtschaftslebens, der Wissenschaften und Künste wünschen vorgelassen zu werden. Es iſt eft sehr schwer, rein zeitlich eine Erledigung des notwendigsten Tagesprogramms zu ermöglichen. Aber das ist schließlich im wesentlichen Sache des Bureaus. Viel wichtiger und schwieriger, dabei aber unbedingt erforderlich ist die geistige Beweglichkeit des Präfidenten, die Fähigkeit, von einem Gebiet in das andere, von äußerer in innere Politit, von wissenschaftlichen zu sozialpolitischen Fragen überspringen zu fönnen. Dabei die speziellsten Fragen zu durchdenken. Denn will der Reichspräsident nicht ausführendes Organ fein, will er verantwortungsbewußt entscheiden, dann muß er durch greifen können. Es war geradezu erstaunlich, wie Ebert aus seiner reichen politischen Erfahrung heraus stets persönlich eingriff in die Materie und oft Vorlagen zur neuerlichen Nachprüfung unter unbeachteten Gesichtspunkten zurücwies. Neben diesen vielseitigen Referaten hört der Reichspräsident regelmäßig um 11 Uhr den Vortrag des Reichspressechefs. Hier ließ sich Ebert vor allem auch über die Stimmen der ausländischen Blätter informieren. Zwischendurch und nebenher ist das Studium der eingegangenen Aften der Aemter notwendig. Hier bereitet sich der Präsident auf die angeführten Referate vor. Hat Gesezentwürfe durchzuarbeiten. Muß die laufenden Berichte des Auswärtigen Amtes durchsehen. Ebert ließ sich die Telegramme der deutschen Diplomaten im Ausland laufend zustellen. Nur so war es möglich, daß er bei Empfängen eine geradezu erstaunliche Kenntnis aller Borgänge im internationalen politischen Leben an den Tag legte. ein verständnisvolles Kopfniden, ein liebenswürdiges Lächeln, dazu ist vor allem erforderlich ein inniges Vertrautsein mit dem politischen Schlachtfeld, das nur in jahre und jahrzehntelanger Praris zu erwerben ist. Es würde zu weit führen, wollte man die übrigen Repräsen tationspflichten, die der Tag dem Präsidenten bringt, eingehend be= leuchten. Da müssen Ausstellungen der Kunst und der Wirtschaft, Messen und Kunstwochen besucht werden. Oft dann überſtürzte Rüdreijen des Nachts zu schwierigen Kabinettssigungen. Ein Leben ohne Raft und Ruh, körperlich die stärksten Kräfte erfordernd. Geistig Diese Empfänge fremder Diplomaten bilden sehr häufig eine bedeutungsvolle Unterbrechung des normalen Tagesprogramms. Gerade durch seine weitgehende Kenntnis der außenpolitischen Fragen hat der verstorbene Reichspräsident es verstanden, in der zwanglosen Unterhaltung, die sich stets dem offiziellen Aft anschließt, den järksten Eindruck bei den Botschaftern und Gesandten hervor zurufen. Ein großes politisch- psychologisches Geschick ist erforderlich, um bei solchen Gelegenheiten den Grund zu legen für die erwünschten Beziehungen zu den ausländischen Mächten. Dasselbe politische Gefchid gilt es zu entwickeln bei den Empfängen innerpolitischer, wirtschaftlicher, gewerkschaftlicher Abordnungen. Dazu genügt nicht Der unbegreifliche Krieg. Bon Rudolf G. Binding. Bon Rudolf G. Binding, dem feinsinnigen Dichter, erscheinen Demnächst bei Mütten u. Löning in Frankfurt a. M. unveränderte Briefe und Tagebuchblätter ,, Aus dem Kriege", woraus wir heute schon einige besonders markante Stilde wiedergeben können. Binding nimmt die auf ihn einstürmenden Erlebnisse unbefangen hin und sucht nach einem Sinn in ihnen, ohne ihn finden zu tönnen. Das gibt diesem Bekenntnisbuch den tragischen Akzent. Drywege, 19. Dezember 1914. Man denkt doch, daß es ein seltsames Weihnachtsfest ist, das mir feiern; man denkt, daß auch ihr dort im deutschen Lande ein seltsames Fest haben sollt. Vielleicht wird sich die große Rechtfertigung, dies Fest des Friedens überhaupt im Krieg zu feiern, nicht einstellen. Widerfinnigfeiten, die unüberwindlich find, fallen mich an wie sich wechselnde Träume bei Nacht. Man fommt nicht zum Bewußtsein des Sinnes oder des Abersinnes, aber man wird auch nicht des Sinnes oder Aberjinnes allen Geschehens dieser Zeit Herr. Drywege, um diese Zeit. Manchmal ist es mir, als erschlüge der Krieg mir Freundin, Vater und Schwestern, und alles Bergangene in meinem Innern. Nichts was war steht zu ihm, geht zu ihm, paßt zu ihm. Alles ist ohne Sinn ihm gegenüber. Oder er wäre selbst ohne Sinn; und das märe nicht zu ertragen. Man fann den Krieg nicht leben, ohne allem Frieden Valet gefagt zu haben wie einer andern Welt. Anders, so scheint es mir, ist man fein Kricger. Biele franken daran, daß fie jener andern Welt nicht Lebewohl fagen können. Und die es können, werden es nicht ohne Schauder tun. Vielleicht läßt der Friede Tote wieder auferstehen ich zweifle nicht daran aber alles was war, gehört einer fremden, wie es fcheint so ganz unberechtigten Welt an, daß man es unbeschwert entläßt wie Träume. An seinen Bater. Gerry Wiene Di! Stresemann Friedens pakt Oweh! Hurra!" Oweh! „ Oh!- Oh!- Oh! Di! Aiwai! Aiwai! AUSWARTIG AMT - Di! Aphorismen. Beilage des Vorwärts Bon Johann Jakob Wilhelm Heinse. Die große Seinfe- Ausgabe des Insel- Verlages, die diesem genialen Dichter der Sturm- und Drangzeit ein dauerndes Denkmal gefekt, wird demnächst mit dem achten Bande voll. ständig werden. Aus der großen Fülle unbekannter Aphorismen, die hier zum ersten Male mitgeteilt werden und Seinse als eigenartigen Denfer enthüllen, teilt das„ Insel schiff" eine Auswahl mit, der wir einige Proben entnehmen. Die Schriftleitung. Die Menschen gehen jeden am nächsten an. Es ist schön und groß, sie von Uebeln zu befreien und das Gute für jedes an die Stelle zu setzen. Der Mensch weiß nie recht, was er will; und wenn er einmal hat, was er gewollt hat: so sieht er, daß es das nicht war. Und so geht all unser Bestreben ins unendliche. Wir sind nie groß und glücklich, außer wenn wir aus uns selbst verschwinden. D Plato! Du hattest recht: Wir sind gefangene Gottheiten. Wohl dem, der seinen Kerter bald durchbrochen. Der wahre Mensch ist immer traurig; seine Freuden sind Blizz in Nacht. Die unmerflichste Beränderung fühlen, das ist das sicherste Zeichen von gutem Geschmad, philosophischem Geist und Genic; kurz, sicherste Probe von dem lebendigsten Leben. Mit der ersten Jugend ist der beste Umgang; alle Erwachsenen haben entweder Prätensionen, oder stellen sich wenigstens so an, und dies verbittert die herzliche Freude. Die Gegenwart in ihrer ganzen Fülle zu empfinden, zu genießen, ist schön und macht lebendig. Sie aber mit der Bergangenheit und Zukunft zu beherrschen, macht groß auf die Dauer, gibt Besiz und erhebt den Menschen über das Tier. Der Grundtrieb der Geselligkeit ist nicht bloß, mit den Menschen zu plaudern und sich die Zeit zu vertreiben, sondern mit allen Menschen ein Ganzes zu machen, wenigstens mit den Menschen, die einerlei Interesse mit mir haben. Endlich der Trieb, durch das Geschlecht unsterblich zu werden, da es persönlich zu sein der Natur der Dinge nach nicht möglich ist. Die Schönheit ist die am besten verarbeitete Materie für jede Form. Neues über die Entstehung der gelben Rasse. Borgeschichtliche Funde in Indochina haben zu Feststellungen geführt, die auf die Ent stehung der gelben Rasse neues Licht werfen. Wie in der Umschau berichtet wird, stieß der Geologe Manjun in einer Grotte des Massivs von Bac Son bei Dong Thuan auf eine Schicht mit schön polierten Steinwerkzeugen; darunter befanden sich Faustfeile, Bohrer wiesen. Zwischen diesen Steinwerkzeugen der Steinzeit lagen zwei und andere Instrumente, die auf ein bedeutend höheres Alter hin sehr gut erhaltene Stelette, deren Messungen zu überraschenden ErPho bin Gia zwei Schädel gefunden, die eine außerordentlich gebrissen führten. Schon 1906 hatte Mansun in der Grotte von Uebereinstimmung mit denen der Menschen der älteren Steinzeit in Westeuropa zeigten. Es waren Langschädel, während die heutigen Bewohner Indochinas einer furzköpfigen Rasse angehören. Die neuen Schädel sind noch bedeutend mehr in die Länge gestredt als immer des verstorbenen Reichspräsidenten gewesen ist, der war nur bei größter Beweglichkeit zu meistern. Wer einmal im Arbeits: erstaunt, welche Fülle von Büchern aller Gebiete auf seinem Arbeitstijch aufgeftapelt lagen. Spät abends, bis in die Nacht hinein hat Friedrich Ebert hier gearbeitet Es war ihm selbstverständliche Pflicht, sich über alle die schwebenden Fragen nicht nur der Bolitif, sondern der Wissenschaft und Technik, der Literatur und Kunst zu informieren und ihren Problemen nachzugehen. Mit führenden Bersönlichkeiten aller Länder stand er in regem persönlichen Gedanken austausd. Ebert ist in der Volkstraft seiner Jahre flehend an der großen Aufgabe, die das Amt des Reichspräsidenten stellt, großgeworden. Das war nur möglich, weil er sem Leben lang eine überen; fie lassen sich nach ihren Maßverhältnissen nur mit der Kämpfer war. Weil er sein Leben lang das Leben in jeiner Fulle auszuschöpfen bemüht war. Es mag wertvoll sein für einen Militär, ganz in der doch immerhin begrenzten Fragenkreis des Militärischen aufzugehen. Hindenburg ist stolz darauf, jeit seiner Kadettenzeit sich nur mit militärischer Literatur befaßt zu haben. Nun soll er der Achtzigjährige die Bürde der Präsidentschaft auf sich nehmen. Soli er in einer Welt wirken, entscheidend für 60 Millionen Men schen, die ihm bis zur Stunde unbekanntes Land war. Wahrlich ein Verlangen, würdig derer, die es scheuen in der Vollkraft ihrer Jahre die Verantwortung und die Laft des höchsten Aintes zu übernehmen. Würdig derer, die dem Greis Hindenburg die Berantwortung und diese Last gern überlassen, um ihr Geschäft zu machen. Silvester 1914. Das Jahr geht zu Ende. Es mar ernst genug für uns alle, die wir trotz allen Ernstes, trotz allen Nachdenkens uns eingestehen, den Krieg nicht zu begreifen. Erscheint er uns nicht wie ein ungeheurer Wahn, in welchem die Menschheit taumelno mit gezücktem Schwert dahinftampft und ein Blutbad anrichtet, vor dem sie einst stehen wird wie Ajax vor den gemordeten Widdern? Hüten wir uns vor diesem Gedanken. Er befaßt sich mit der Erscheinung, dem Gichtbaren, ohne deffen Sinn zu verstehen. Wie, wenn die ungeheure Folge von Greueln, von Vernichtung, von Verrohung, von Verstumpfung dennoch für die ganze Welt ein neues Ethos, ein neues Pathos hervorgebäre, wie sich aus der Tiefe der Wunde unter dem Eiter das frische gesunde Fleisch ans Licht emporarbeitet? Wie also, menn und ich versuche die beiden eben gebrauchten Worte halb und halb zu verdeutschen eine NeuWer einmal sich flargemacht hat, welche robuste Kraft das Amt des Präsidenten eigentlich fordert, mer ermessen hat, was dieses Amt bedeutet für die Existenz und Entwicklung des deutschen Volkes, der tann Hindenburg seine Stimme nicht geben. einschätzung des eigenen Menschheitswertes, eine Neuauffassung des Schicksals, Mensch zu sein, in jedem von uns geboren würde ( vielleicht zunächst nur in wenigen) als das ungeheure Gute für das ungeheure llebel? Das wäre genug! Das würde uns schadlos halten für alles, was der Krieg uns angetan. Mir ist, als sei er ohne diese Hoffnung nicht zu ertragen. Osterbrief. Westflandern. Ich habe lange Zeit nicht an Sie geschrieben, dafür umso häufiger an Sie als eine stille Gläubigerin gedacht. Aber wenn man Briefe schuldig wird, so frantt man gleichzeitig gewissermaßen an ihnen. Es ist nämlich nicht so einfach, aus dem Kriege, wirf= lich aus dem Krieg heraus, zu schreiben und das was Sie als Feldpoftbriefe in den Beitungen lesen, ist gewöhnlich unter dem Miß. verstehen, dem Nichtbegreifen entstanden, das den Menschen, trotzdem er mitten darin lebt, den Krieg nicht eigentlich atmen und erfassen läßt. Er ist für jeden gewiß ein fremdes Element; aber ich empfinde ihn wohl noch fremder und noch fremdelementlicher als viele, die über ihn schreiben, weil ich ihm mehr zu Leibe gehe. Je mehr ich in ihn eindringe, um so mehr muß ich es aufgeben, ihn jenen verständlich zu machen, die nur die Begriffe des Friedens kennen und sie, ob sie es wollen oder nicht, auf den Krieg anwenden. Sie vermeinen nur, daß sie ihn begreifen. Aber es ist, als ob die Fische, die im Wasser leben, sich flar sein könnten, was das Leben in der Luft sei. Erst wird er von der Luft wissen. wenn einer ans Land kommt und in der Luft gestorben sein wird, So ist es mit dem Kriege. Man wird, menn man ernst ist, täglich unfähiger, von ihm zu erzählen. Nicht weil man thn täglich weniger, sondern weil man ihn täglich mehr begreift. Aber er ist ein schweigsamer Lehrer, und wen er lehrt, der wird schmeigjam. Das Nichts Befonderes- Erleben, das dieser Stellungstrieg an sich hat, bringt für den oberflächlichen Beobachter den Anschein von einem fast friedensmäßigen Verhalten. Man ordnet, so gut es geht, die Beziehung mit der Bevölkerung des Landes, man versucht die Berwertung von Grund und Boden für Aussaat und Ernte, man bildet seine Leute aus, wenn es auch nur in Schlamm und Dreck geschehen kann, man besucht Offiziere nachbarlicher Truppenteile, man redet und debattiert. Man übersieht eben den Krieg, weil man ihn nicht in allem und jedem zu erbliden die Gewohnheit oder die Fähigkeit besitzt. Und doch ist er hinter allem und jedem, und das ist das Seltsame! Die Stare, die hier in Scharen überwintern, pfeifen wie die Flintenfugeln, und da die Geschosse ihr Pfeifen nicht von den Staren gelernt haben fönnen, so wird wohl dos imgelehrte der Fall sein. Und alles pfeift sein Lied vom Krieg Häuser, Aeder. Menschen, Tiere, Flüsse und selbst der Himmel. Die Milch wird sauer unter der Gewitterluft, die die Geschosse erzeugen. Sie denken, ich fabele. Aber es ist nicht so. Nur: die anderen merten es nicht. Sie hören nicht auf die Stare, fie sehen die Neder taum an, die Menschen finden sie wie alle Tage, und die Milch wird fauer, weil sie au lange gestanden hat, Schabeln der Papuas von Neuguinea vergleichen, die die aus gesprochenften aller Langschädel befizen. Manjun schließt aus dieser Hunden darauf, daß Indochina und Tonkin ursprünglich von einer Rasse bewohnt war, die einen Negertypus mit überlangem Schäbe darstellte. Von dieser stammen die primitiven Werkzeuge, die mit den Efeletten zusammen gefunden wurden und die nur an de Schneide poliert sind. Später ergriff eine andere, vielleicht meiße Rasse von jenen Ländern Besitz, die den Stein in vorzüglid; er Weise zu bearbeiten wußte. Die Reste der vorgeschichtlichen Neger rasse finden sich heute noch auf den Andananen, den Philippinen und der malanischen Halbinsel. Nun hat man in den entlegenster Teilen Chinas bei der Bevölkerung sowohl den negroiden wie der europäischen Typus vertreten gefunden. Die neuen Funde stärker daher die Anschauung, daß die heutige gelbe asiatische Rasse das durch Hunderttausende von Jahren und Milliarden von Individuen er zeugte Kreuzungsprodukt zwischen der weißen und einer neger ähnlichen Rasse darstellt. Was erfahren Sie denn eigentlich vom Kriege? Daß die Interstände der Schüzengräben wohnlich eingerichtet sind, daß man einen Spiegel und eine Uhr hineingebracht hat, daß Drahtverhaue dovor gezogen sind, daß die Artillerie ihre Geschüße sorgfältig nerstedt, daß die Truppen da und dorthin geworfen werden, daß die Feldposi ihren Dienst tut, daß es Tapfere gibt, die mit dem Eisernen Kreu ausgezeichnet werden. Und dann sehen Sie noch Wirkungen. Sie sehen Verwundete, miffen von Toten, hören von gestürmten Städten und von eroberten oder wieder aufgegebenen Stellungen. Aber das ist nicht die Melodie des Krieges. Es wäre, als wenn man das Wesen und die Melodie des Windes dadurch bezeichnen und begreifen wollte, daß er dürre Blätter jagt, daß die Wetterfahne freischt und die Wäsche an der Leine trocknet. Das alles ist nicht seine Melodie; wie die Einrich tung des Schüßengrabens, das Eiserne Kreuz und selbst die Toten nur fümmerliche, winzig fieine erkennbare Aeußerungen einer un erkannten und verborgenen Majestät sind, mag dieje nun erhaben oder grausam sein. Bielleicht hat ein Dichter diese Majestät schon unverhüllt gesehen, diese Melodie und wenn sie ein Gebrüll wäre schon zum Nach= singen vernommen. Wenn ich von mir reben soll, so vermehren sich wohl die vernehmbaren Töne, aber Rhythmus und Melodie sind bunkel. Und wenn ich alle Dichter vergangener Zeiten aufrufen wollte, den Krieg zu singen, so würden vielleicht alle, die größten auch, schweigen, es sei denn, daß einer antwortet, der durch die Hölle gegangen ist. An... Ende Januar 1917. Ich habe also Deinen Brief vom 26. gelesen; Du magit Dir denten, wie oft! lind ich bin weit' davon entfernt, diese Gedankent, diese Empfindungen als Anwandlungen einzuschätzen, die vorüber. gehen. Damit täte man Euch keine Ehre an. Das Dasein ist ganz gewiß sehr freudlos und sehr trostios! Es ist nur zu begreiflich, daß darin 3artes. Blühendes, Unberührtes zugrunde geht. Auch die Unruhe im Innern ist klar für mein Ver iftehen. Wenn Du lieft, gewinnt nichts Gestalt von dem Gelefenen; Du möchtest schreiben und vermagst es nicht. Du prüfft nach, ob Du noch Freude hast an Dingen und Menschen, und findest ganz richtig, daß Du für sie gestorben seieft und selbst schon vom Schmerz fern. Das alles ist so, und Du bist schon start gewesen, es unter einsamen Strecken, unter der Glutsonne des Krieges, unter dem zehrenden Mond des Zweifels so lange ausgehalten zu haben. Nun so scheint es Dir sei es mit Deiner Kraft zu Ende. Auch der Kämpfer draußen am Feind seat dies, meint dies. Er fühlt sich tot und liegt tagelang für tot. Aber das Leben gibt ihn nicht auf. Ich sage nicht, daß alles wiederkomme an Glanz, Freude und Lachen, was einst mar; das zu sagen wäre töricht, das zu münschen selbst vermessen. Aber Du fannst ebensowenig sagen, daß nichts wiederkomme, oder daß dies und das nicht wiederkomme. Solches ( Schluß folgt.) wiffen wir nicht, Theater, Lichtspiele usw. Central Theater 7% Uhr: Die Reichshallen Theater versunk. Glocke Allabendl 8 U.u. Sonntag nachm. 3 Uhr Deuts.Opernhaus 6 Uhr: Götter. Staats- Theater Lessing- Theater Ammerung Opernhaus Tägl. 7 Uhr: 7 Uhr: Zauberflöte Cesar Borgia Opernhaus am Königsplatz von Victor Hahn. Metropol- Theater 8 Uhr: Tansend stige Beinchen 7½ Uhr: Tiefland Else Helm Bonn Nenes Th. am Zool Klein- Rohden, Loos, Schauspielhaus Th. Becker, Lange T½: Pr. v. Homburg Dieterle, Starnburg 7: Charleys Tante Trianon- Th. Schiller Theater Friedenspreise Gr.Volksoper im Theat. d. Westens 7 Uhr: Mignon Täglich 8 Uhr: Yoshiwara Arn. Korff, Costa Tägl. 8 Uhr BABY Th. in Kommand. Str. USCHI Täglich 8 Uhr: von Jean Gilbert Kaiser- Titz Residenz- Th. Friedenspreise Tägl. 8 Uhr: Volksbühne Kleines Th. 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Sonstige Aktiva PASSIVA Aktienkapital Reserven 0 Gläubiger in laufender Rechnung Akzepte ( außerdem geleistete Bürg schaften RM 61 245 635,05) Dr. Georg von Siemens- Wohlfahrtsfonds Zur Vertellung verbleibender Ueberschuß. 67 493 812 10 226 479 897 23 229 321 460 23 5 000 000 72 151 670 97 10 213 832 35 610 660 672188 10 000 000 10 000 000 23 283 453389 206 641 86 43 000 000 3 500 000 1701 743 20 091 352 510 44 Reichsmark 150 000 000 30 000 OLO 200 000 000 864298 172 75 5 795 342 2500 000 18 758 995 69 1091 352 510 44 Gewinn- und Verlust- Rechnung am 31. Dezember 1924 SOLL Handlungsunkosten. Steuern Wohlfahrtseinrichtungen und Versicherungsbeiträge für die Beamten, sowie Pensionen und Abfindungen Abschreibungen auf Einrichtun 97 Bankgebäude. » Sonstiger Grundbesitz Zur Verteilung verbleibender Ueberschuß. HABEN Zinsen und Gebühren, Wechsel, Sorten und Zinsscheine Wertpapiere Gemeinschaftsgeschäfte Reichsmark 87 637 487171 9228 212 83 6.570 813 72 998 960 91 2 689 635 01 748 256 15 18 753 995 69 126 632 3623 Reichsmark 121 809 805 43 3129 349 80 1 693 206 80 126 632 362 03 Gr. Ausstattungsoperette Ueber 100 Mitwirkende Preise 2 bis 10 Mk. Vorverk. ununterbr. geöffnet Bekanntmachung 18, Bettstellen, fomplett, 16, Metallbettstellen mit Auflegematraken 22 Flurschränke Waschtoiletten 18. Chaife. Tongues 18, Rommoben 15, Bücher. Spinden, Schreibtische 36, Erumeaus 29, 75, Büfetts fünfaig Standuhren, Garantie, von 98.- an, Rücheneinrich tungen 48, Speilezimmer, Serrenzimmer, Schlafzimmer 225, Rlubgarnituren 175, Lebertlubfeffel 65. Riefenauswahl. über 500 Rimmer. Alles tatsächlich fpott billig. Stargardts Möbel- und Som barbfpeicher. Prenzlauer Straße fechs. Musikinstrumente Bianos preiswert. Klaviermacher Lint. Brunnenftrake 85. 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