Nr. 18842. Jahrg. Ausgabe A nr. 97 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlich 3 Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts mit der Gonntags beilage Bolt und Reit mit„ Sied Tung und Reingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme crfcheint wodjentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. seile 70 Bfennig. Reflamezeile 4 Reichsmart. Aleine Anzeigen" bas fettgedrudte Bort 20 Pfennig ( zuläffia zwei fettgedrudte Borte), jebes weitere Wort 10 Bfennig. Etellengefuche das erste Wort 10 Bfennig. jebes weitere Bort 5 Bfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen filz Abonnenten Reile 80 Bfennig. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin GW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nahm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Berlag: 2önhoff 2506-2507 Mittwoch, den 22. April 1925 Painlevés Programmrede. Wüste Lärmszenen in der Kammer. Paris, 21. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Verlesung der Regierungserklärung führte im Senat zu feinen Zwischenfällen Das Haus vertagte sich sofort. In der Kammer fam es dagegen zu Carmizenen ohne Beispiel Schon als Herriot von der Linken mit stürmischem Beifall begrüßt, den Sigungsfaal betrat, um an dem Pult, das er seit Jahren als Abgeordneter inne hat, plak zu nehmen, stimmte die Rechte ein Wutgeheul an, das zu einem wahren Höllentonzert anjaywoll, als Painlevé gefolgt von Briand, Caillaug und den übrigen Mitgliedern fcines Sabineffs feinen Einzug hielt. Nach der Berlesung eines gierung verpflichte fich formell, für das Jahr 1925 nur einen Budget entwurf vorzulegen, in dem alle Staatsausgaben so meit wie möglich herabgemindert und durch Steuern gebedt jeien und keine Ausgabe von nun ab mehr dem Staatsfchaz zufallen solle. Wenn erst das Budget ausgeglichen sei, dann werde der Staat nicht mehr die Funktionen des Banfiers übernehmen und dann werden für das Land, das freie und starte Finanzen haben wolle, die unerträglichen Baffiven vermindert werden. Man werde aufrechterhalten. I der Nation große Opfer auferlegen qualifizierten Berfrefer beim Batikan Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Poftfcheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gefellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 National!" Wem Hindenburg die Hand reicht. Bon Eduard Bernstein. Ich reiche jedem Deutschen die Hand, der national denkt," heißt es im Schlußfaz der Osterkundgebung Hindenburgs. In dem Ausspruch stedt mehr, als einfachen Leuten zum Bewußtsein fommt. Das„ national" ist da nicht umsonst unterstrichen. Der einfache Mensch versteht unter national denken sich als Angehöriger einer bestimmten Nation fühlen und deren Bestes im Auge haben, und so findet er es auch in den Sprachlegifa angedeutet. Aber die Partei, die General Hindenburg angehört und die seine Kandidatur durchgesetzt hat, versteht furzen Schreibens, in dem Painlevé feinen Rüdfriff als Sammer- müssen, deswegen appelliere man an den Batriotismus aller Staats. deutschnationale Abgeordnete Laverrenz, in seinem Schnorrmehr darunter. So fsagt der Parteigenoffe Hindenburgs, der präsident mitteilte, bestieg der Ministerpräsident die Tribüne zur bürger. Die Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichgewichts deutschnationale Abgeordnete Laverrenz, in seinem SchnorrBerlefung der Regierungserklärung. Schon die ersten Worte riefen verständnisse und leidenschaftliche Bolemiten hervor- wendungen an den Groß- Berliner Wahlausschuß für die Wahl mache zur Pflicht, jebe Debatte zu vermeiden, die irreführende mig brief an die Geldleute Groß- Berlins um möglichst hohe" Zuftürmische Unterbrechungen auf der Rechten hervor, die sich von Sat rufen fönnte. In diesem Sinne wolle die Regierung, um aus den Hindenburgs: Wir müssen im zweiten Wahlgang mehr für zu Sah fortfehlen und wiederholt den Ministerpräsidenten in feiner parlamentarischen Debatten über die Beziehungen der französischen die nationale Sache aus Groß- Berlin herausholen, als dies Berlefung minutenlang unterbrachen. Weder Painlevé Republit zum Batifan herauszufomumen, einen besonderen am 29. März möglich war."" Mehr für die nationale Sache" noch Caillaug, gegen den sich in erster Linie die Beschimpfungen und das will fagen, daß nur die Parteien, die Hindenburg aufSchmähungen richteten, verloren einen Augenblid ihre Selbstbeherrgestellt haben, die nationale Sache vertreten. Und tatfchung. Dank der übermenschlichen Anstrengung des den Vorsit Bas Elsaß und Lothringen anbetreffe, so wolle die fächlich gebärden sich ja auch diese Parteien beständig als die führenden Bouyffon gelang es dem Ministerpräsidenten, die Regierung misverständnisse zwischen ihnen und der fran- nationalen Parteien, maßen sie fich das Monopol auf das BeiRegierungserklärung zu Ende zu lejen, die von der gesamten Linten zösischen Regierung verhindern. Wenn auch die finanziellen mort national an. Sie reflamieren es als Monopol für sich enit stürmischem Beifall, von der Rechten mit neuen Carm- Sorgen für gewisse Zeiten die loftspielige Durchführung sozialer nicht etwa nur uns Sozialdemokraten gegenüber, die wir uns fzenen quittiert wurde. Mit Zustimmung der Regierung trat das Reformen hinauszögern dürften, so müßten doch die des mit Genugtuung als Mtiglieder der sozialistischen InterHaus dann in die Besprechung der eingebrachten Interpella- mofraiischen Maßnahmen ergriffen werden, die das Budget nicht nationale fühlen und verhalten, obwohl es auch in diesem nationale fühlen und verhalten, obwohl es auch in diesem fionen, die faum vor Mittwoch beendet werden dürfte, ein. belasteten. Diese Maßnahmen feien notwendig im Hinblick auf die Fall grober Unfug ist. Denn die Zugehörigkeit zur InterEinigkeit, die man fordere, und an der auch die Arbeiternationale schließt das Eintreten für das Recht der eigenen maisen teilnehmen tönnten, bie fid teineswegs als non der: Re Nation nicht nur nicht aus, sondern sichert ihm, wie sich gerade gierung vergeffen fühlen dürften, besonders deshalb, weil die Bürde des Lebens schwer auf ihnen lafte. Die Regierung werde deshalb in der neueren Zeit auf das glänzendite gezeigt hat, einen viel von dem Senat die Durchberatung der sozialen Bersicherungsgefeze fraftvolleren Widerhall bei den anderen Bölfern, als es irgendfordern und den Schuß des gewertschaftlichen Lebens sicherstellen. einer der pomphaften Erklärungen und Proteste dieser„ natioAuch die Wiedereinstellung der gemaßregelten Eisenbahner und die nalen" Parteien zuteil geworden ist. Man erinnere fich nur Die Regierung, die sich Ihnen heute vorstellt, steht wie die vorder Beschlüsse der im Jahre 1921 zu Frankfurt am Main abangegangene Regierung vor zwei ungeheuer verantwor loyale Durchführung des Achtstundentages gehaltenen Ronferenz der sozialistischen Internationale wider tungsvollen Aufgaben. Sie muß für die Zukunft die Sicherheit Frankreichs wahren, und sie muß das finanzielle Gleichwerben gemäß den Abkommen von Bashington und Genf weiter den Umfang der Deutschland im Diftat von Versailles aufgewicht sicherstellen. Hinter diesen beiben Problemen müssen im erlegten Zahlungsverpflichtungen. Die Regierungserflärung schließt mit folgenden Säßen: Augenblid alle anderen, wie wichtig fie auch sein mögen, zurüd. Gibt aber der Internationalismus der Sozialdemokratie Frankreich habe für fich seinen Boden, sein Klima, die Arden genannten Parteien immerhin noch eine Art Vorwand für stehen. Daß unfer Land sleben Jahre nach einem fiegreichen Kriege, während dessen es so schmere, so heroische und so schmerzvolle Opfer beitskraft und die Intelligenz feiner Kinder, ſein Gleichgewicht, feine die besagte Anmaßung, so fällt auch das hinweg, wo ihrer Bergebracht hat, die Beunruhigungen fennenlernen mußte, unter unerschütterliche Ehrlichkeit, die von feiner Anstrengung zurüdfchrede. fáhwörung nicht zugehörende bürgerliche Parteien in Frage An Der Wortlaut der Erklärung. Baris, 21, April.( BTB.) Die heute in der Rammer vom Ministerpräsidenten ainlevé und im Senat vom Justizminifter Steeg perlefene ministerielle Ertlärung beginnt wie folgt: Benen es augenblicklich leiden muß, ist eine bittere nitau fchung. Aber man muß der Wahrheit ins Anflik schauen. Die beharrliche Hoffnung, die, Reparationen zu erlangen, die die Gerechtigkeit erfordert, und die die öffentliche Meinung nach fo vielen Ruinen und Leiden verlangt, die aber die Wirklichkeit verweigert hat, hat wiederholt das nötige undurchführbar ge macht. Das allgemeine Stimmrecht hat, da man der illusorischen Hoffnung mü de war, feinen souveränen Willen dahin fundgegeben: Frieden in Sicherheit und in Achtung der Aufrechterhaltung der Berträge, wirtschaftliche Stabilität unter einem Regime steuerlicher Gerechtigkeit. Zur Durchführung der schwierigen Aufgaben, die uns zufällt, fordern wir die Mitarbeit aller Bürger Frankreichs, denen das nationale Gefühl höher steht als alle Barteileidenschaften und wirtschaftlichen Intereffen. Bei den kommenden Berhandlungen wird die Regierung die Fortentwicklung der Ausführung des Da mes Blanes ebenso wie die Regelung der Frage der inter alliierten Schulden, die so schwer auf unserer Politik und unserem Lande laftet, weiter verfolgen. Aber über allebem wird sie sich bemühen, die Garantien des riedens und der Sicherheit zwischen den Bölkern, die sich so start und fo mutig in der Feuerlinie gegenübergeftanden haben, zu vermehren. Frant. reich bleibt allen seinen Alliierten treu. Es wird betrieben werden. jeden Tag produktiver an Rohmaterialien werde. Frankreich habe für sich sein Prestige, feinen Heroismus, seine Energie und jene wunder bare nationale Einheit, die in ihrer Bollkommenheit wiederher gestellt worden sei. Frankreich erfáeine wie ein prachtvolles Siff, das mit Sägen beladen fei, deffen Weg aber eine Zeitlang durch Klippen bedroht fei. Die Regierung Seit zum Handeln und erwarte, daß man sie nach ihren Taten fordere deshalb ertrauen vom Barlament, fie fordere und ihren Erfolgen beurteile. Wenn das Parlament aber fein Vertrauen zur Regierung habe, dann möge es fofort das Schicksal in andere Hände legen, denn die Stunde laffe weder Aufschub noch Ausflüchte zu. Abänderungen in lehter Stunde. Baris, 21. April.( BTB.) Die ministerielle Erklärung. deren Inhalt teils durch die Bresse, teils durch Mitteilung an die Bartei führer heute vormittag befannt geworden ist, hat die radikale Rammergruppe und die sozialistische Kammergruppe veranlaßt, interführer Borstellungen beim Ministerpräsidenten Bainlevé zu erheben. Die Sozialisten haben namentlich die Stellen bemängelt, die sich auf die eeresreform und auf die Koa. titionsfreiheit beziehen. Die Rabitalen haben gewiffe Einwendungen vorgebracht hinsichtlich der Botschaft beim Bati tan. Ministerpräsident Painlevé war deshalb gezwungen, furz vor 12 Uhr eine Anzahl seiner Mitarbeiter zu einer neuen Be ratung zusammenzuberufen, an der später auch be: ehemalige Ministerpräsident Herriot teilgenommen hat. Die Konferenz hat bis nach 2 Uhr angebauert; es wurde beschlossen, die minifte. rielle Erklärung in einzelnen Teilen abzu ändern Pacis, 21. April.( WTB.) Die sozialistische Sammer. fraktion hat sich mit den Abänderungen der Regierungserklärung, die nach ihren Borstellungen bel Painlevé erfolgten, 3 ufrieden gegeben und beschlossen, die Unterfügungspolitit fortzusehen. gegenüber allen Nationen gerecht und friedfertig fein; denn es hat den tiefen Wunsch, dazu beizutragen, daß der Belt die Ruhe und die Stabilität gegeben wird, die fie notwendig hat. Aber die erfte Bedingung eines dauerhaften Friedens ist, daß Frankreich selbst in Sicherheit ift. Sicherheit, Shieds: gerichtsbarkeit und Entwaffnung: das sind die brei Borbedingungen, auf denen das Protokoll von Genf fid) aufbaut, der erfte Borbote einer großen internationalen Friedens politik. Wir sind dieſen drei Bedingungen ergeben und werden uns bemühen, die vollkommene Einigkeit mit den Böltern auf recht zu erhalten, die unsere Waffengenossen waren, und gemäß dem Willen aller Bereinigungen ehemalige: Frontkämpfer die Autorität und die Organisation des Böllerbundes weiter zu entwickeln, damit alle Staaten ihm beitreten können, und so die Wiederversöhnung Europas vorzubereiten, ohne die unfere Zivilisation dem Untergange entgegengeführt würde. Die glückliche Lösung dieser auswärtigen Probleme wird in wei testem Maße zur Einschränkung und Umformung unserer militärischen Organisation beitragen, die das Land so eifrig geför dert hat, und die mit weiterem Erfolg wir durchzuführen suchen. In dem Teil der ministeriellen Erklärung über die innere Politi? heißt es: Jedermann fenne die ernfie finanzielle Cage, aber man dürfe nicht übertreiben. Ein großer Fort fritt sei an dem Tage erzielt worden, an dem die Regierung, bie ber jegigen Doraufgegangen fei, mutig ihren Millen befundet babe, bie budgetare Einheit wiederherzustellen. Die Re: kommen. Mit welchem Funken von Berechtigung können sie zum Beispiel der Deutschdemokratischen Bartei die nationale Gefinnung aberfennen? Und das tun sie, wenn sie sich, als fie von ihnen unterscheidend, die nationalen Barteien nennen. Ebenso was die deutsche Zentrumspartei anbetrifft. Man kann diesen Parteien mancherlei vorwerfen, aber ihnen Gleichgültigals Nation unterstellen, ist eine schamlose Berdächtigung. feit in bezug auf das Recht und den Wohlstand Deutschlands Ronforten baruf antworten werden. Sie werden fagen, es Man weiß im voraus, was die Deutschnationalen und falle ihnen nicht ein, den Genannten jebes nationale Empfinden abzusprechen. Aber was diefe dafür hielten, sei eben nicht das Richtige. Das wahre, das echte, das richtige nationale Empfinden verträten und betätigten eben doch nur sie, mur sie feien die wahren nationalen Parteien". vergebens nach einer Bestimmung des Begriffs national fuchen, Run wird man jedoch in der Literatur diefer Parteient ergebens nach einer Bestimmung des Begriffs national fuchen, auf Grund deren sich das Recht zu dieser Behauptung beweisen ließe. Bei dem Versuch der Zurückführung jenes Anspruchs auf den Begriff national erweist er sich als hohl, verlassen ihre Auslegungskünfte fie. Aus dem Begriff national läßt sich ihr Anspruch auf die Monopolisierung des Worts nun und nimmer herleiten. In Wirklichkeit holen sie ihn denn auch gar nicht daher. Da berufen fie fich auf ihre Braris. Wie aber steht es damit? Bas befagt das Wort national, wenn wir uns an die Bragis der nationalen Bartelen" halten? Berfolgi man es an der Hand der Geschichte Deutschlands der letzten zwölf Jahre, fo temmt man zu folgendem Ergebnis: " National" ift, das eigene Land bebenkenlos in einer Krieg hineinzutreiben, in dem es fast die ganze Welt gegen fich hat. " National" ist, nach den ersten örtlichen Erfolgen Kriegsziele auszurufen, die der Belt den Krieg als einen Ero berungsfrieg befanntgeben. " National" ist, für Methoden der Kriegführung eintreten, welche die Zahl der Gegner des eigenen Landes noch erheblich vermehren und die Erbitterung der gegenüberstehenden Bälter auf die Spige treiben. Caillaux Finanzprogramm: Währungsoperation. Paris, 21. April.( MTB.) Im Berlauf der Debatte ergriff Caillaug das Wort und führte u. a. aus, die Finanzpläne der Regierung tönnten furz dahin zusammengefaßt werden: er werde das Budget für 1925 fo rasch wie möglich verabschieden lassen, indem er fich bemühe, ein im Gleichgewicht befindliches Budget zu erreichen. Er werde dann von der Berwaltung Borschläge für National" ist, zu einer Zeit, wo der Zusammenbruch der das Budget 1926 einfordern, das er im Juni der Rammer vorlegen eigenen Verbündeten schon die Möglichkeit, den Krieg zu ges werde. Er werde in diefes Budget alle Ausgaben und die ent- winnen, zur größten unwahrscheinlichkeit gemacht hat, durch fprechenden Steuern aufnehmen. Alsdann werde die große starres Festhalten an unhaltbar gewordenen EroberungsSanierungsoperation einfegen, die eine Bährungsansprüchen den Erfolg der Vermittlung eines Verständis operation fein werde. Er önne im Augenblid nicht mehr fagen, gungsfriedens hintertreiben. er werde seiner Bergangenheit treu bleiben und mit Mäßigung der Mann bleiben, der die Einkommensteuer habe annehmen lassen. Die Rebe des Finanzminifters murbe von den Abgeordneten ber Linten mit Beifall aufgenommen. National" ist, den normalerweise nicht mehr zu ge winnenden Krieg in der Hoffmung auf irgendwelchen Glücks zufall ohne Rücksicht auf die Opfer an Blut und Geld der Nation bis zum vollständigen Zusammenbruch hinausziehen, üjn solchergestalt ht ein auf dem Nucken des eigenen Lölkes ausgespieltes Glücksspiel ausgestalten. Alles das ist und mehr zum Schaden der eigenen Nation, wie man weift, vor dem Krieg und im Krieg von Persönlich- ketten und Verbindungen verübt worden, die den sich die „Nationalen" nennenden Patteien angehören und zum Teil dort maßgebenden Einfluß ausüben. Von dieser Seit« ist die Aufstellung chindenburgs als Kandidaten für den Posten des Präsidenten der Republik betrieben und durchgesetzt worden, .-reist man ihn der ununterrichteten Masse als den„Sieger im Weltkrieg" an. ihn, unter dessen Oberleitung der entscheidende Feldzug im Westen so vollständig verloren worden ist, daß er am 10. November 1918 selbst aus dem Großen Hauptquartier .an Erzberger telegraphiert hat, die furchtbaren Waffenstill- ltandsbedingungen der siegreichen Gegner, falls diese sich zu keinen Zugeständnissen herbeilassen, bedingungslos zu unter- schreiben. Ich will d«m General chinderrburg nichts unterstellen, wozu er sich nicht selbst bekennt. Er hat die eingangs zitierte Oster- kundgebung, heißt es, nicht selbst verfaßt. Aber er hat sie unterschrceben. Und da wird die Frage berechtigt Fein.und muß gestellt werden, welchen Sinn darin die Phrase hat:„Ich reiche jedem Deutschen die Hand, der national denkt." Offenbar sollte das große Publikum sie so verstehen, wie es dem allgemeingültigen Sinn des Begriffs national sntfpricht. Aber dann war si« ein schändlicher Betrug, denn der oder die deutschnationalen Verfasser legen das Wort in einem ganz anderen, wie wir gesehen haben, viel Verhängnis- volleren Sinn aus. Und Hmdenburg? Will man ihn nicht der Mitschuld an jenem Betrug zeihen, dann muß man, um ihm gerecht zu werden, annehmen, er habe sich g ar nichts dabei gedacht, als er die Kundgebung unterschrieb. So oder lo kann sich jeder danach die Frage beantworten, ob dieser Mann an die oberste Stelle der deutschen Republik gehört. der enthüllte Rechtsblock. Wut über den„gekauften Lumpen." Die schon in unserer gestrigen Abendausgabe kurz ermahnte parteiamtliche Erklärung der Deutschnationalen Partei über die Enthüllungen des„Berliner Tageblatts" geht von der Feststellung aus, daß es sich um eine Sitzung des F i n a n z- ausschusses der Partei gehandelt habe, über die das „B. T.". berichtete. Im Kern besagt die Erklärung folgendes: Es ist selbstverständlich, daß bei dieser Gelegenheit die Ver» Handlungen im Reichsblock dargestellt und besprochen wor- den sind. Dabei ist auch ausgesprochen worden, was nie ein Ge- heimnis war, daß vor der Entscheidung über die Kandidatur des zweiten Wahlgangs zunächst Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen im Reichsblock vereinigten Parteien und Gruppen bestan- den haben. Es ist aber ebenso festgestellt worden, daß, nachdem die Entscheidung gefallen war. sämtlich« betelligten Gruppen und Per- sonen jetzt in vollster Harmonie und Loyalität(!) und mit gleichem Eifer und Hingabe zusammenarbeiten Es ist insbesondere erwähnt worden, einen wie erhebenden' Ausdruck diese Einmütigkeit bei dem Zusammensein mit dem Feldmarschall von Hindenburg ge- runden hat. Aus dieser rückschauenden Betrachtung macht der Lump. den sich da»„Verstner Tageblatt" getauft hat, oder vieeicht auch erst das Rsdaktionsmitglied. das den Bericht für die tendenziösen Zwecke des Blatte» frisiert hat.«ine auch noch für die Gegenwart oder viel- l-ücht sogar für die Zukunft weiterwirkende Differenz. Daß dabei der Wahrheit zuwider auch trer Name de» Reich«außen. ministers in tendenziöser Weis« ermähnt wird, liegt in der Lim«. in der die Kreise der Linken nunmehr schon seit Wochen Gegensätze - innerhalb der Parteien des Reichsblocks hervorzurufen versuchen.... Auch mit diesen verzweifelten Mitteln der Wahllüge wird es '« den Kreisen der Weimarer Koalition nicht mehr gelingen, die Entscheidung, die da» deutsche Volk praktisch de- reit» getroffen hat und die am 26. April nur noch ihre äußere Bestätigung finden wird, in ihr Gegenteil innzufölschen. Oer romantische Deutsche. Von Pauk Gutmann. „Ilmerika, du hast es besser: hast keine Burgen, hast keine Schlösser", so rief der realistischste aller deutschen Dichter seinem Volke zu. Dieser klarblickende Deutsche hatte erkannt, welcher Nebcldunst aus den Trümmerstätten der Vergangenheit sortgesetzt in die Gehirne seiner Zeitgenossen stieg. Seine Weltliebe haftete nicht bei Grabstötten, verfallenem Gemäuer, rostigen Ritterrüstungen und sonstigen, modernden Inventar der Feudalzeit. Er wußte sehr wohl, daß alle dies« Dinge nur den alten Machthabern dazu dienen sollten, ihre längst überlebte Herrschaft auf geistigem Gebiet sortzu- führen. Er haßte die Unklarheit und sagte, als er au» Italien zu« lückgekehrt war:„Wie werde ich noch der Sonne trank sein". Un- klorheit nannte er da» Wesen der Deutschen. Aber er kannte das andere Deutschland noch nicht, das aus der feudalen Vergangenheit zu nüchterner, demokratischer Gesinnung sich durchkämpfen sollte. Einsam stand er als Deutscher in seiner Zeit. Er achtet« den Geist te» l'J. Jahrhunderts und lobt« die Franzosen, die Kenntnis der Vergangenheit mit moderner Ausfassung verbänden. Napoleon, als der vollendete Europäer, war ihm sympathischer als jene roman» iisthen Deutschtümler, die während der Befreiungskrieg« ihr« Bor- dengefänge erhoben. So waren seine erbittertsten Gegner jene Dichter, die sich selbst niit Stolz als Romantiker bezeichneten. Tan, als wie heute entnahm«ine überlebte Gesinnung ihre Symbole dem ritterlichen Mittelalter. Damals wie heute verbarg sich die Lüg« in den Maskengewändern der Vergangenheit. Die De- magogenhctz« ging Hand in Hand mit jener verlogenen Romantik der Görres. Fouguä, Brentano. Die Hyänen des Mittelalters, die sich den Machthabern verbündeten, wußten, welch betäubendes Gift jie in die Gehirne des Ichlaftrunkenen deutschen Volkes träufelten. Und die Monarchen, wie der träumerische Friedrich Wilhelm IV.. der Romantiker auf dem Thron«, wie verstanden sie es. das lüg- nerische ritterliche Ideal gegen die Regungen der Zeit auszuspielen. Nicht das wahre Mittelalter, wie es Goethe im Straßburger Münster und im Nibelungenlied achtete, war ihr Ideal, sondern das preußisch gefärbte„Gämaschenrittertum", wie es Heine bezeich- nete,„das. ekelhaft, ein Gemisch ist von gotischem Wahn und mo- dernem Lug. das weder Fleisch noch Fisch ist". Diese von den Machthabern begünstigte und gezüchtete Romantik steckt vielen Deutschen noch heut« tief im Blute. Der heldenkutt. die Vergottung politischer oder sonstiger Persönlichkeiten zu Zwecken der Verehrung ist ein wesenttich deutsches Produkt. Garibaldi steht auf allen Plätzen ttallenischer Städte als einfacher Bürger oder Krirgsmann. Die Verklärung eines vielen unter uns noch von Angesicht her bekamtten Zeitgenossen, wie des ins Gebiet der Sage erhobenen Hamburger Btsmarck-Roland, wäre andern Nationen fremd, heiterte« riefe es wo ander» hervor, wollt« man einen Mit dem„gekauften Lumpen" ist es freillch nichts Das ..B. T." stellt glaubwürdig fest, daß ihm der Bericht keinen Pfennig gekostet hat. Es wird also schon so gewesen sein, daß die dcutschnationale Parteileitung einfach Leute, die sie nicht genügend kannte, eingeladen hat. um sie anzuschnorren. Da- bei ist sie u. a. auch an einen Falschen geraten. Tragikomisches Schicksal! Ist aber der Gewährsmann des„D. T." kein„gekaufter Lump", so liegt nicht der geringste Gnmd vor. seine Glaubwürdigkeit anzuzweifeln. Für die„Einigkeit und Harmonie", die im Rechtsblock herrscht, liegen außer dem Sitzungsprotokoll so viele Beweise vor, daß man über diesen plumpen Versuch, zu lügen, wo Lügen doch gar nichts helfen, nur lachen kann. Zum Gelächter fordert auch die Bemerkung heraus, daß das deutsche Volk seine„praktische Entscheidung" bereits ge- troffen habe. Hat die deutschnationale Parteileitung schon vergessen, daß ihr Hauptorgan am 29. März ein nun längst wieder vergessenes Bild brachte mit der Unterschrist:„Dr. Iarres, der Erwählte des deutschen Volkes"? Der„Reichsblock" ist tatsächlich, wie Herr Schlange richtig bemerkte,„ein entsetzliches Konglomerat", ein Konglo- merat von Intrige und bodenloser Unfähigkeit. Wer gkaubt ernstlich, daß das deutsche Volk am 26. April dieser erbärmlichen Gesellschaft die Palme des Sieges reichen könnte? Mein König über mein Vaterland! Hindenburg-Worte. Im„Sozialdemokratischen Pressedienst" veröffentlicht Dr.- Heinrich Rehmel, ein Mann, der zwar nicht einge- schriebenes Mitglied einer Partei, aber politisch weit rechts- stehend ist, Erinnerungen an eine Unterredung mit Hindenburg, die er im Jahre 1920 haste. Rehmel schreibt u. a.: Am ZI. Juli 1920 fuhr ich auf Anregung mehrerer„überpar- teiischer Politiker" zusammen mit dem früheren Pastor Gerhard G ü n t h e r au» Hamburg nach Hannover, wo uns der Feldmarschall eine dreiviertelstündige Unterredung gewährte. Es war damals die Zett, in der die russische Rote Armee stegreich gegen Warschau vor- marschierte. Wir wollten erstens wissen, welche militärijchen Möglichkeiten«ine» gemeinsamen Borgehen» mit Ruß- land gegen Polen zurzeit vorlagen, und zweitens, ob der Mar- schall eventuell sür ein« national-bolschewistische Volks- «inigungspolitik von Ludendorfs bis Däumig zu gewinnen wäre. Ein« solch« Sammelpolitit lehnte hindenburg mit dem Bemerken ab: Er oersteh« nicht» von Politik, wolle nicht» mit Politik zu tun haben, da ihm sein Name hierfür zu gut sei. Doch mag hier zwecks größerer Beweiskraft meine Tagebucheintragung vom folgenden Morgen(1. August 1920) wärt- lich Platz finden: „Gestern sah ich hindenburg: ich ging mit G. Günther zu- s.unmen und Hostie, daß der Marschall den nationalistischen Ge- dankenaänaen nähertreten könnte. In dreiviertelstündiger Audienz stellte sich die Unmöglichkeit heraus.„Ich möchte fast sagen, daß mir mein König noch über mein Vaterland gehl"— war sein ckarakterrstlsche» Wort.„Ich mußte ja der Gesellschaft(!) gewissermaßen auch dienen", jagt« er, ol» er von dem revolutio- nären Proletariat sprach.„Ja, wenn da» Boll müh und meinen Freund Ludendorss wieder an die Spitze rufen würde, um sür Deutschland zu kämpfen, würde ich mit Freuden gehen, würde a«n dafür fallen: aber dazu muß erst Ruh« und Ordnung in Teutschland sein— mtt R u h l a n d könnte man zusammengehen. wenn dort ein« vernünftig« Regierung wäre. Aver wir Deutsche find ja polltische Klndsköpse..." Er fühlt seine eigene Stellung und Würde ganz in sich verankert:„Dazu ist mir mein Name zu gut"(als daß er in die Politik hineingezogen werden dürstel.„So einen„Fetisch" wie den Kaiser braucht da» Volk— jetzt bin ich da« gcwiii-rinaßen... Und diese Treue hält jeder preußische Offizier s e i n e m K ö n i g: ich führte da» he« doch auch nur nach Hause, weil es noch Befehl meines Königs war."„von Volilik verstehe ich nichts", sagte er mehrmals Soweit mein Tagebuch. General im Wahlkampf als den Ekkehard seine» Volke» bezeichnen. wie es vom„Reichsblock" mtt hindenburg geschieht. Di« Taschen- spieler der öffentlichen Meinung wissen sehr genau, wa» sie tun. wenn sie auf den Sagenkomplex Ihrer worttrunkenen Wähler mit dem Ausdruck„Ekkehard" zielen. Alle Gymnastastengemüter jauchzen über diese Anspielung und denken an den verführten Tannhäuser, den der Alt« vor dem Hörselberg warnte. Wie einfach erscheint diesen kindlichen Köpfen die Weit. Deutschland ist kein Venusberg, Wilhelm von Doorn ist kein Dietrich von Bern, und ein Handels- vertrag oder«in Schiffahrtsabkommen ist nicht mit einer Wünschet- rute oder mtt dem Schwerte Rötung zu erledigen. Aber über bitterernste Tatsachen soll die Wortlüge der Romantik das trunken- gemacht« Volk hinwegtäuschen. Wir wollen keinen Ekkehard, wir wollen keinen schwerttragen- den Roland, wir brauchen kluge, ihr Gebiet beherrschende, im Der» kehr mtt der Wett human denkende Männer. Wo Romantik uns begegnet, wollen wir mißtrauisch sein. Di« blau« Blume ist uns verdächtig, hinter dem Nebel der Nergangenhett verbirgt sich Un- wissenheit. Anmaßung und Roheit. Schon einmal, im Wellkrieg, hätte uns der getreue Ekkehard mit der deutschen Sagengestalt Siegfried genarrt. Wo eine Sache in Deutschland bedenklich wird, stellt die Romantik sich«in. Die gepanzerte Faust, gleichfalls ein Rittersymbol, hat unser Volt zertrümmert. Sullurströmnngen durch Asien. Der eine Leiter der Preußstchen Tursan-Expedttioncn. Museumsoirektor Professor Albert von Le Coq, sprach In der Berliner Anthropologischen Gesellschaft über das Er- gebnis jener Reisen noch der kvlttirgeschichllichen seit« hin. Er und Grllnwedel haben, nachdem Sir Aurel Stein mit seiner Sammcl- tätigkett in Mittelasien vorangegangen war. in einer wissenschaftlich musterhäften Form durch Epatenarvell und philologische Durcharbeitung ihrer einzigartigen Fund- ein« ganze neue Kulturwell wieder erweckt: die Kuttur jener Mischoölker, die an den großen Well- iandelsstraßen von Osten noch Westen, vom Süden noch dem Osten Asiens gesessen haben, jener Straßen durch Tibet und die ehemals russische und chinesische Mongolei. Von Afghanistan au» sind die Berliner Gelehrten mit ihrer Erpedition nach Ehina geritten und haben auf diesem Wege die großartigen Wandgemälde usw. gefun- den, die heute der Stolz des Berliner Völkcrkunde-MuseumS sind. Si« haben Asien nicht, wie die meisten Erforscher der ostasiatischen Kunstgeschichte, zu Schiff besucht und von China aus betreten. Le Eoq betonte, wie sich ihnen so das asiatische Kulturbild wesentlich anders darstellte, als denen, die von den großen Städten des Ostens her in einer unendlich eindrucksvollen Einheit das Gesamtbild asta- tischen Lebens und Schaffens bewundern lernten, wie es von der Teebüchse bis zum Religionssystem alles durchformt und durchdringt Auf den mtttelosiatisiden Kulturstraßen hat die fernöstliche Well seit Jahrtausenden im kulurellen Zulammenhonge mit Vorderasien und Europa gestanden,«in« unendliche Vielzahl von Anregungen sind von dorther in den Buddhismus«ingedrungen, und Le Eoq hat in Mittelasien eine„Buddhistische Spätantike" nachgewiesen, die auf dem Wege über die Kunst de» heuttgen Afghanistan, die in den Weiter gibt Rehmel noch eine briefliche Aeußerimg Hindenburg» aus neuester Zeit wieder: Sein Adjutant Oberstleutnant von Kügelgen schrieb mir am 16. April 1924 im Auftrage des Marschalls u. a. folgenden Satz: Der Marschall lehnt ab—„weil die Gefahr vorliegt, daß hier- durch in unserer Zugend der unbedingt wachzuhaltende kriegerische Geist geschädigt wird". Jetzt erklärt Hindenburg den Vertretern der Auslands- presse, er sei„kein Militarist, der den Krieg will"! Das Bild, das die Welt sich von Hindenburg bereits ge- macht hat, wird durch diese Dokumente nur noch deutlicher herausgehoben. Ein Mann, der seinen König noch über sein Vaterland stellt, der tausendfach erklärt und— bewiesen hat, daß er von Politik nichts verstehe, soll jetzt der höchste politische Würdenträger der Re- publik werden? Das wäre ein so freventliches Spiel mit dem Schicksal des deutschen Volkes, daß selbst Stressmann es erkennen müßte. Dr. Stresemann sind die Aufzeichnungen Rehmels vor der Ausstellung Hindenburgs zur Verfügung gestellt worden, damit er als Außenminister bremsend ein- greife. Stresemann hat geschwiegen und schweigt noch heute, obwohl er die Katastrophe deutlich vor sich sieht! tzelfferich über tzinöenburg. Die Schuld der OHL. am Zusammenbruch. In seinen Lebenserinnerungen beschäftigt sich der ver- storbene Abgeordnete H e l f f e r i ch— neben Hindenburg ein Heros der Deutschnationalen— mit der verhängnisvollen Situation, die Ende September 1918 durch die plötzliche Waffenstillstandsbitte der Obersten Heeresleitung entstanden war. Darüber schreibt er: „Alles in mir lehnte sich gegen den Gedanke« aus. daß h i n d e n- barg und Ludendorss mit ihrem Slab e, dahin Höllen kommen lassen können, daß wir jetzt unter dem Druck eines unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruchs zum Ersuchen um sosorligen wafseustillstaud, das unter diesen Verhältnissen nur die Einleitung zur schmählichen Sapitnlailon fein konnte, gezwungen sein sollten. Zch verwies auf Ludendorss» heftige» Temperament. dem er starken und mitunter überlretbenden Ausdruck zu geben liebe. Zch beschwor meine Freunde, dahin zu wirken, daß nicht unter einem vielleicht falschen Eindruck, wie ihn Ludendorss» Art bei Leuten, die ihn nicht genau kannten, leicht hervorrufen könne, in einer P o n l r- stimmong Entschlüsse gefaßt würden, dle da« verderben unentrinnbar machten, wenn aber Ludendorss es wirklich habe dahin kommen lassen, daß wir jetzt mit dem Rücken am Abgrund um sofortigen Waffenstillstand betteln mußten, dann Hobe er einen solchen Mangel an Augenmaß gezeigt, daß auch sein Urleil über die jetzige Silualion nicht maßgebend sein könne für die schwersten Entschlüsse, die je von der Retchspolillk zu fassen waren." Das läuft auf dasselbe hinaus, was soeben der Vize- kanzler a. D. v. P a y e r im Stuttgarter„Neuen Tagblatt" auseinandersetzt: „Die ganze Agitation der Rechten ist auf der deutschen Gut- mütigkeit und Sentimentalität ausgebaut, hindenburg hat gewiß Wertvolles geleistet: man übersieht dabei aber, daß er 1918 an der Spitze der Obersten Heeresleitung stand. Diese hat sich e h e r a II c? andere als den Dank desVolkes verdient. Ihrhat der weite Blick gefehlt, und st« verschloß sich der Erkenntnis unsere« völligen militärrschen Ausammenbruchs, bis es z ü s p ä t war."'- Aehnstch der verstorbene konservative Parteiführer v. Heydebrand:„Die Oberste Heeresleitung hat uns be- logen und betrogen!" Aehnlich Stresemann:„Es war die Oberste Heeresleitung, die die Nerve» verlor." Hindenburg, der verantwortliche Chef ver Obersten Heeresleitung, ist nach dem übereinstimmenden Urteil der Parteiführer aller Lager der Mann, der durch seine Kurz- sichtigkeit den Krieg verlor. Cr war frellich damals schon ein willenloses Werkzeug seiner Umgebung.... Heut« prangt er auf den Plakaten des Reichsblocks als .cher Retter! Alexanderzügen hellenistisch gefärbte Gandharo-Kunst, und dann über die sassanidische Kunst eine Menge von Gedanken und Formen aus dem Bereich des griechischen Mtttelmeeres wettergetragen und so bis nach China und Japan verbrettet hat. Aber auch in umgekehrter Richtung sind durch die Völlerwanderung der Hunnen und Alanen, die ja keineswegs kulturferne Barbaren waren, sondern Träger der hohen Tradttionen ihrer mittelasiatischen Heimat, geistige und tünst- lerische Anregungen nach Europa gekommen. Telephonvertehr zwischen New Vork und London. Nachdem be- reit» vor einiger Zeit der drahtlose Telephonvertehr zwischen Paris und London ausgenommen werden konnte, wird in naher Zeit auch zwischen London und New Port ein regulärer und allgemein zu- aänglicher Telephonvertehr bestehen. Zwischen Rocky Point bei New Park und den englischen Versuchsstationen Bridge-Water und Swin- don ist es beretts gelungen, unter Verwendung von normalen Tele- phonapapraten mit volltommenener Klarheit und Deutlichkeit zu sprechen. In Rugby in England wird zurzett eine Sendestatton nach dem Muster von Rocky Point gebaut, und die englische Post- Verwaltung ist sogar beretts damit beschäftigt, die Gesprächsgebühren festzusetzen. Bis zur Fertigstellung der englischen Sendestation kann nur in der Richtung odn New Park nach London gesprochen werden. Der Sieg de» metrischen Systems im fernen Osten. Die ein- heimischen Langen- und Moßeinhetten des fernen Ostens werden immer mehr durch das metrische System verdrängt. Wie«ine Zu- sammenstellung in der„Umschau" zeigt, sind in Japan die ein- heimischen Maße durch das Gesetz vom 25. März 1921 abgeschafft und aus dem Verkehr fast völlig verschwunden. In China, wo die Reform bereits 1908 begann, wurden die metrischen Maße durch Erlaß vom 31. März 1914 eingeführt. Daneben bestehen freilich die chinesischen Maße noch fort: aber sie werden immer mehr um- gerechnet. Auf den chinesischen Eisenbahnen ist das metrische System seit dem l. Januar 1921 allein güllig. In S i a m wurden seit 1897 die einheimischen Maße dem metrischen angepaßt, und das letztere ist durch das Gesetz voni 17. Dezember 1923 ausschließlich eingesichrt, so daß die lokalen Maße nur noch durch Uebergangsbestimmungen für kurze Zett geduldet sind. DI« holländischen und französischen Niederlassungen des fernen Ostens kennen nur metrische Maße, deren sich in jenen Gegenden 500 Millionen Menschen bedienen. Eine srauzöfisch« Zelsschrift in deutscher Sprach«. Sie au« Pari« ge- meldet wird, bat dort der Prinz von Roban soeben eine Monatsschrift in deutscher Sprache gegründet. Die neu« Zetlschrift will die geistige Annähe- rung»wischen den beiden Nationen fördern. In der bereil» erschienenen ersten Nummer find a. a. auch Beiträge von Hugo von HoffmannSthal und Vandervelde enthalten. vi« Aobert-vahneu beenden am Z0. d. M. ihre Winterspielneit: bis dabin wird im Tbeater am Kursürftendamm täglich die Operette.Phi-Phi- und tm Theater Die Tribüne.UeLersahrt' gegeben. Amundsen» Konkurrent. Aicher Amundlen wolle» fich zwei weiter« ftorscher mit dem Fluazeuz nach dem Nordpol ausmachen. Der eine ist «rettier Algarson au» Aancouver, der andere Dr. Mae Millen. Mgarion will im Mai von Liverpool au« ausbrechen, zuerst zu Schiff. Dr. Mill-n führt sein Unternehmen ans eigene Kosten au«. Di« amerikanische Neglerung hat ihm dle Erlaubni« zur Benützung von Seeflugzeugen gegeben. Zur Marx! Umfall der Bayerischen Volkspartei. Der Reichs block hatte nach der Ausstellung Hinden- burgs versucht, die Bayerische Volkspartei für sich in Anspruch zu nehmen. Das hat in weitesten Kreisen der Bayerischen Volkspartei wie Sprengpulver gewirkt, und die Parteileitung sah sich zu der Erklärung veranlaßt, sie habe mit der E m p f e h l u n g der Kandidatur chindenburgs keineswegs einen Zwang ausüben wollen: jeder solle so wählen, wie es das Gewissen ihm vorschreibt. Damit wutde die S t i m m e n a b g a b e für die Mit- glieder der Bayerischen Volkspartei offiziell freigegeben. Wie wird sie ausfallen? Der Reichsblock und vor allem die deutschnationalen Hintermänner Hindenburgs sind in größter Sorge. Sie ver- suchen, an die religiösen Gefühle der Katholiken zu appellieren. Sie scheuen vor keinem Mittel zurück. Sie nehmen den B a- t i k a n und den„Kronprinzen" Rupprecht für chinden- bürg in Anspruch. Sie stellen den Kandidaten des Bolksblocks Marx als den Gefangenen der Sozialdemokratischen Partei hin. Der Schwerpunkt ihrer Propaganda zielt darauf, die Katholiken zu sich herüberzuziehen. Was sagen die Mitglieder der Bayerischen Volkspartei dazu? Die Vertrauensmännerversammlung der Bayerischen Voltspartei für Aschaffenburg lehnt eine Empfehlung der Kandidatur chindenburg ab, da das Gewissen einem sehr großen Teil der Parteiangehörigen den Eintritt für chindenburg verbiete. Eines der chauptorgane der Bayerischen Volkspartei, der„Bayerische Kurier", schließt sich dieser Auffassung an. Er wiederholt im Zusammen- hang mit dem Aschaffenburger Beschluß die parteioffizielle Parole: Wähler der Bayerischen volkspartet, wählt nach eurem Ge- wissen! Die Freunde des Reichsblocks wissen, was das zu be- deuten hat. Die Bayerische Volkspartei sackt ab! Und wie soll man das Rennen ohne die Bayerische Volkspartei machen? .,O»» sind heillose Zustände", jammert das Organ der baye- rischfti Deutschnationalen, die„M ünchen-Augsburger Abendzeitung". Allerdings heillos, cheillos für den Reichsblock, für die Kapp-Regierurig Rr. 2, für Z) i n d e n> bürg, der von seinen verantwortungslosen Hintermännern gewaltsam in die Fußtapfen eines Kapp und Luden- d o r f f hineingestoßen wurde. Das Blatt der bayerischen Deusschnotionalen schreibt: Wir fragen öffentlich, mit welchem Recht den katholischen Männern, welch? denNamenchindenburgsinder Bayerischen Boltspartei mit auf den Schild gehoben haben, Gewissenlosig- k e> t vorgeworfen wird? Die Frage läßt es an Demagogie nicht fehlen. Sie legt es darauf an, innerhalb der Bayerischen Volkspartei ähnliche .Zustände zu schaffen, wie sie im L o e b e l l- A u s s ch u ß herrschen. Ehe diese heuchlerische Frage die Oeffentlichkeit er- reichte, war die Antwort schon geschrieben. Das offizielle Organ der Bayerischen Volkspartei, die ,.A u g s b u r g e r P o st z e i t u n g". Hot sie gegeben. Eine überaus klare Änt- chort.„Wählt nach Eurem Gewissen" hatte die Parteileitung erklärt. „Wählt Marx ff- sagt das Parteiblatt der Bayerischen Volkspartei. Und die Begründung ist nicht ohne Freude am Spott geschrieben. Die„Augsburger Postzeitung" schlägt die betrogenen Be- trüger vom Reichsblock mit ihren eigenen Waffen. Sie führt aus: „Weim die Anhänger chindenburgs versichern, Kindenburg sei für eine konstitutionelle Regierung, d. h. er werde sich auf den Boden der jetzt bestehcnden Derfassung stellen, dann darf man es M a r x nicht verübeln, wenn er sich auch aus den berühmten Boden der Verfassung stellt." Wenn ch i n d e n b u r g den Eid auf die Verfassung zu leisten bereit sei, warum solle man sich gegen Marx wenden, wenn er für die Verfassung eintrete? Wobei zu berücksichtigen sei. daß auch die Bayerische Volkspartei in Weimar für die Verfassung gestimmt hat. Und die Außenpolitik? Das Geschrei gegen den Er- füllungspolitiker Marx? «Im gegenwärtigen Kabinett sitzen vier Deutsch- nattonale als Minister, und doch Hot diese Regierung der Entente ein Sicherheitsangebot gemacht, das die Grenz. bessiimnungen des Versailler Vertrages bezüglich des Westens frei- willig anerkennen will. Ist das nicht auch Erfüllungspolltlk, was wir unter INitwirtuag der Vcutschnalionaleu seit einiger Zeit treiben? Zllan sei doch bei aller Parleipolitik auch ehrlich! Das Blatt spricht Hann von den persönlichen Eigenschaften, die Marx und Hindenburg für das Amt eines Reichspräsidenten mitbringen und kommt dabei zu folgender Entscheidung: .chindenburg sst Soldat, wollt« nie etwas anderes sein. Nach deutschen Begriffen ist ein pollttsierender General ein schlechler Soldat. Sich mit Politik zu beschäftigen, war in Deutschland seit I«her verpönt, das überließ man— den Franzosen, den Balkanvölkern und den M« x i k a n e r n. Es ist also ein Lob und kein Tadel, wenn man sagt, chindenburg ist ein Soldat und lein Politiker." Ein Soldat und kein Politiker, sagt das Blatt und fügt hinzu, das Amt eines Reichspräsidenten sei ein hochpolitisches, und Marx, einer der verdienstvollsten Politiker, bringe dazu die besten Eigenschaften mit.„Wählt nach En r e m Gemisse n", meint die„Postzeitung", der Inhalt des Artikels aber sst:„Wählt nach Eurem Gewissen, also wählt Marx." Und an anderer Stelle bemerkt das Blatt höhnisch zu den Erklärungen, die Hindenburg dem Vertreter des amt- lichen Reuter-Bureaus gegeben hat: chindenburg stellt sich auf den Boden der Verfassung, spricht sich für Erfullungspolitik aus. verurteilt die Kriegshetze und befürwortet ein« friedliche Entwicklung. Wie wollen die Deusschnotionalen jetzt noch gegen den„Republikaner".«E r f ü l l u n g s p o l i t i- k e r" und..Pazifisten" Marx ankämpfen? Die obige Erklärung kstndenburgs ist der größte Sieg, den die Republikaner in Deutschland je zu verzeichnen hatten, die schwerste Ricderlogc de» monarchischen Gedankens. Eine beißendere Abfuhr konnte die Bayerische Volks- partei dem Reichsblock nicht erteilen. Sie gibt die offizielle Parole aus: Wählt nach Eurem Gewissen; sie fordert in der offiziellen Presse offen zu der Wahl des Volksblock- kandidaten Marx auf. Die Republikaner aber sollten sich die Worte der„Augs- burger Postzeitung" merken. Die Taktik des Voltsblocks hat jetzt schon den Republikanern einen Sieg, den M o n- a r ch i st e n eine schwere Niederlage gebracht. Dieser Sieg muß ensscheidend werden, diese Niederlage mutz entscheidend werden! Republik oder Monarchie— das ist der Kampf, um den es geht. Die Monarchisten haben eine schwere Nieder- läge erlitten. Jeder einzelne hat die Pflicht, am Sonntag dafür zu sorgen, daß die Niederlage entscheidend wird. Darum: Für Marx, für die Republik! Wer nicht wählt, wer anders wählt, unterstützt die wankenden Reihen der Monarchisten. Klerus gegen Relchsblockfihwluöel. Breslau. 21. April.(DJ1B.) ver Klerus des erzbischöf- lichen Dezeruals Breslau prokestierk in einer gemeinsame« Er- klärung dagegen, daß in der lvahlagikalion Papst- und Bischossworle mißbräuchlich zu Angrlffeu gegen da» Zentrum herangezogen werden. Rechtsblock für Thälmann! Hindenburgs Flugblattfabrik. In der Geheimsitzung der Deutfcknationalen. deren Protokoll wir im Wendblatt veröffentlichten, erklärte der deutschnationale Reichsblock-Wahlmacher Dr. Weiß unter anderem: Wir haben auch Ztugblätter herausgegeben, die scheinbar uicht von uns stammen und für die Arbeiter bestimmt sind. Zwei solcher Flugblätter, die die sozialdemokratischen Arbeiter etwa nach dem geistigen Tiefftande der gelben Unter- nehmerschützlinge einschätzen, liegen uns vor. Sie sollen in den nächsten Tagen verbreitet weiden. Eins davon hat diesen Wortlaut: Wen! WWllWW melden? wollt Ihr die finster«»eaMcm? wollt ihr da» schwärzeste Mttelalter? Dana wählt Marx! wir»der sogen: Zell WM mm* wir WWMMdevSpgßev! Wir wählen Thälmann! Hier fordert die deutschnationale Hindenburgsche Flug- blatffabrik mittels fchamloserFälfchung also direkt zur Wahl des Kommunisten auf! Das zweite Flugblatt, gleichfalls bei Paß u. Garleb ge- druckt, lautet: Kuhhandel Die Sozialdemokraten verschacherte« 7*/4 Millionen »rbeiterwähler an dl« schwärzeste Zentrums» reaktion, dafür macht daS Zentrum Staun zum Ministerpräsidenleu und Severing zum Innen- minister. Gebering belohnt all« feine Genossen durch fette Pöstchen, die ihm helfen, diesen Seelenverkauf. diesen unwürdigen Kuhhandel durchzuführen. Arbeiker, die Augen auf! Laßt Such nicht wie Ochsen und Esel verschachern.— Wir geben den vollen Worllaut dieser deutschnatio- nalcn Flugblätter für chindenburg- Thälmann wieder, well wir überzeugt find, daß die Arbeiter nur den plinnpen Versuch kennenlernen brauchen, um sich nicht„w i e Ochsen und Esel" vor den chindenburg-Karren spannen zu lassen!».«. Das Wahlbündnis Hindenburg-Thalmann sst noch nie so offen dargelegt worden, als durch das Bekenntnis des Wahlstrategen Weiß und durch diese Flugblätter, denen sicher noch viele ähnliche folgen werden! Arbeiter, ausgepaßt! Der Rechtsblock fordert euch auf, Thälmann zu wählen! Das heißt: Wer Thälmann wählt, wählt hinöenburg! Keine Stimme für tzinüenburg! Die Volkspartei i« Hamburg springt ab. Die Volkspartei hat sich gegen die Kandidatur Hinden- burgs bis zum letzten Augenblick gewehrt. Sie gab erst klein bei. als Iarres niedergehetzt war. Die Deutsch- nationalen haben das offen als großen Sieg ge- feiert. Als einen Sieg über Slrefemann und feine Außen- Politik. Wird die Volkspartei den Dculschnationalen ohne weiteren Kampf das Feld überlassen? Bisher hat sie nicht gewagt, offen auszusprechen, wovon auch weite Kreise der Volkspartei überzeugt sind: die Kandidatur chindenburgs ist eine Katastrophe. Die Volkspartei in Hamburg bricht nunmehr das Schweigen. Sie verbreitet ein Flugblatt, von dem das„Berliner Tageblatt" berichtet: „Slrefemann," so sagt das Flugblatt,«habe mit dem damaligen Reichskanzler und jetzigen Prasidensschaftsonwärter Marx da» Lon- doner Abkommen geschaffen als Grundlage jeder vernünfligcn deut- schen Politik. Hieraus zieht das Flugblatt die für die Deutsch« Soll«. partei sich nunmehr ergebenden Konsequenzen, welch« Herr Dr. Siresemann natürlich öffentlich nicht ziehen konnte, indem es alle Anhänger der Deulschen Volksparlei auffordert,«bei der Prä- sidentschaftewahl die bessere Einsicht vor die au» rein taktischen Gründen beobachtete Parteidisziplin zu stellen und entweder ihr« Klimme dem Reichskanzler der Mitte. Wilhelm Marx, zu gebe»»der durch Sttmmenthaltuug zur Abwendung de» Verhängnisse» bei- zutragen, llm des Baterlands und um Hindenburgs willen keine Stimme für Hindenburg."* Nach der Bayerischen Volkspartei die Deussche Dolks- partei! Es geht dem Loebell-Ausschuß wie der Kapp-Re- Sierung. Die Anhänger laufen davon, ehe die Schlacht ge- hlagen ist. tzinöenburgs Ahnungen. „Auch wenn ich nicht gewählt werden sollte... In Hannover hat am Dienstag abend eine Versammlung stattgesunden, in der H e r g t für Hindenburg redete. Der Kriegsprophet Hergt! Das sst schon ein übles Vorzeichen. Und dem allen Königsdiener, den man auf die polltische Bühne zerrte, muß wohl ein« Ahnung von der Peinlichkeit eines solchen Omens gekommen fein, denn er ergriff nach Hergt das Wort, um die übliche Erklärung von feiner Pflichterfüllung zu wiederholen und dann— nach dem Be- rillst der.reichsblockoffiziöfen.Telegraphen-Union" hinzuzufügen: Wer, auch wenn ich nicht gewählt werden sollte, so bitte ich Sie, mit mir vereint weiter dahin wirken zu wollen, daß die deutsche Einigtell, das deutsche Recht und die deutsche Freiheit bei uns wieder heimisch werden. «Auch wenn ich nicht gewählt werden sollte"!' All«, die Hindenburg bisher für politisch ahnungslos gehallen haben, werden zugestehen müssen, daß er hier«ine ausnahmsweise zu- treffende.politische Ahnung" hat! öerichtigung! In dem Lrttkel de» Genossen Hermann Müller-Franken in der gestrigen Morgenausgabe de«„Vorwärts":„Wer soll Retter sein?" heilst es: „Oder glaubt jemand, daß Hindenburg die letzten 7 Jahre der Muße dazu benutzt habe, um etwas aus der Geschichte zu lernen? Wer das glaubt, der zahle einen Taler in die Wahltass« des Herrn Lauerten z. Wie uns von einer dem Rechtsblock nahestehenden Seit« mitgeteilt wird, wird in diesen Kreisen großer Wert auf nachstehend« B«- r i ch t i g u n g gelegt. Es sollt« nicht heißen:„In die Wahlkasse de« Herrn Laverrenz," sondern„In die Wahlkasse des Herrn von Loebell." Ein verheißungsvoller Auftakt. Gemeindevertreterwahle« in Herzfoldc. Am Sonntag, den 19. April, fanden in Herzfeld« bei Rüdersdorf Gemeindevertreterwahlen statt, die unserer Partei einen glänzenden Erfolg brachten. Lon 1S9S abgegebenen Stimmen erhielt' die Sozialdemokratie S2S, die Bürgerlichen SZ8 und die Kommunisten 131 Stimmen. Die Mandate verteilen sich wie folgt: Sozialdemokraten 8, die Bürgerlichen 3 und die Kom- munlsten I. Die Partei ist in Herzfelde, wo hauptsächlich Industriearbeller wohnen, von Wahl zu Wahl gewachsen. Am 4. M a i wurden für die Sozialdemokratie 548, für die bürgerlichen Parteien 851 und für die Kommunisten 392 Stimmen abgegeben. Das Wahlergebnis vom 7. Dezember war folgendes: Sozialdemokraten 759, die bürgerlichen Parteien 581 und die Kommunisten 235. A m 2 9. März wurden Stimmen abgegeben für Braun 822, Held 10, Hellpach 72, Iarres 421, Ludendorff 12, Marx 28 und Thälmann IN. Diese Zahlen zeigen, daß es unaufhaltsam vorwärts geht, daß die Arbeiterbewegung wieder gesundet und damit gewaltig erstarkt. Sie zeigen aber auch, daß die Hoffnungen, die die Reaktion auf die Reichspräsidentenwahl fetzt, zuschanden werden, und daß nicht Hin- denburg, sondern Wilhelm Marx siegen wird. Sörgerkrieg in Bulgarien. Die Polizei wirft Bomben. Sofia. 17. April.(Eigener Drahtberichl.) Gegen da» Hqas. in dem sich Z a n k o s s. der Urheber de» Alkenlats in der Kathedrale. verbarrikadiert hatte, ist die Polizei am Dienstag mit Bomben vorgegangen. Da» Gebäude geriet daraus in Brand. Al» die Truppen in das Haus elndraugen, saudeu sie alle Bewohner. darunter auch Zankoff. durch Bomben gel Stet. Man vermntet unter den loten auch den eigentlichen Altentäter. Sofia, 21. April.(WTB.) Ueber die Erschießung Jan- toffs meldet die Bulgarische Telegraphen-Agentur noch folgende Einzelheiten: Iankoff war in einem niedrigen Gebäude in einem entlegenen Viertel Sofias umzingell worden. Die Polizei. die ihn unbedingt lebendig(?) gefangennehmen wollte, fordert« ihn wiederholt auf, sich zu ergeben. Iankoff, der sich in einem Keller gut oerschanzt hatte, lehnte dies ab. Don 3 Uhr nachmittags bis Mitternacht wurden die Versuche, Iankoff zur Kapitulation zu be- wegen, fortgesetzt. Schließlich beauftragt« die Polizei einen der Mit- verfchwörer Jankofss,«inen ehemaligen Offizier namens Kodjei- k o f f. der seit einigen Tagen verhaftet ist. damtt, Iankoff zur Ueber- gab« zu überreden. Kodjeitoff aber machte mll Iankoff gemeinsame Sache, so daß die Polizei, um den Widerstand der beiden Per- schwörer zu brechen, schärfer vorgehen mußt«. Bon beiden Sellen wurde lebhaft geschossen. Die Polizei warf Hand- granaten auf das Gebäude, das schließlich Feuer fing. Aus den Trümern des Hauses wurden später die Leichen Iankoffs und Kodjeikoffs herausgezogen. Maffcnhinrichtungen und Zusammenstöße. Pari». 21. April.(TU.) Zu de« Unruhe« in Bulgarien erfährt der„Jkew Park Herald" au» Belgrad, daß dt« Regierung noch nicht wieder Herr der Lage ist. Ueberall im Land« ist e» ,u heftigen ZusammeuslShen gekommen, bei denen rund 4900 Personen um» Lebe« kamen. Zu Vraha. nördlich Sofia, wur- den 199 Bauern von den Truppen getötet. Allgemein herrscht die Ansicht vor. daß der Bürgerkrieg erst mit der Bildung eine» neuen kabiaetls unter Einschluß der Agrarier aufhören wird. Zankoffs Stellung erschüttert. Budapest. 21. April.(EP.)„A, Est" meldet au» Zaribrod: Bach den Aussagen der hier eingetroffenen politischen Zlüchtlloge ist die Situation des Kabinett» Zankoss trotz der von der Re- gierung ergriffenen drakonischen Maßnahmen sehr kritisch. Der Führer der vemokraten. Malinow, hat aus direkte« Wunsch des König» Verhandlungen mit dem Bauernbunde eingeleitet. um die Bauern znm Eintritt in eine Koalitionsregteruyg zu bewegen. Die Bauernpartei hat jedoch jede» Zusammenwirken mit den bürgerlichen Parteien unter der Begründung abgelehnt. daß sie in einigen Tagen ohnehin die gesamte Regierungsmacht an sich reißen werde. Die bulgarischen Flüchtlinge erzählen weiter, daß Zankoss nicht eiumal mehr aus die unbedingte Unterstützung de» Bürgertums rechneu könne, well auch diese» des Bürgerkrieges müde sei und dl« Regierung mir Männern anvertrauen wolle, die im- stände seien, die Krise zum Slillsland zu bringen, vorläusig herrscht jedoch in Sosia die rücksichtsloseste Militärdiktatur. Dt« elgeatttche Macht liegt nicht mehr in den Händen de» Minister- Präsidenten Zankoss. sonder«»n den Händen de» Stadtkommandanten General Lazaross. Gewerkschaftsbewegung Die Reichsbahn und das Unternehmertum. Wiederholt haben mir auf die unzureichenden Löhne der Eisenbahnarbeiter und Gehälter der unteren Beamten gruppen hingewiesen. Desgleichen auf die übermäßig lange Ar beits- und Dienstzeit, verbunden mit einer zur Unerträg. lichkeit gesteigerten Arbeitsleistung. Hinzu kommt die vielfach als unfozial zu nennende Behandlung. Dies maren, zusammen gefaßt, die eigentlichen Ursachen des letzten Streifs. Aber auf Roften des Personalabbaues wird weiterhin dem Pro fit gedient. Obendrein versucht das private Unternehmerium die Reichsbahnhauptverwaltung zu Maßnahmen zu bestimmen, die für das Eisenbahnpersonal von noch nicht abzuschäzender Be deutung sein werden. Der Reichsverband des Deutschen Tiefbauges merbes E. B. hat ein Schreiben an die Reichsbahn hauptverwaltung gerichtet, betreffend Eigenbetriebe und Unternehmerarbeit in der Bahnunterhaltung. Man versucht den Beweis zu führen, daß nicht nur in den Werkstätten mehr wie bisher Ersparnisse gemacht werden fönnen, sondern vor allem auch in der Bahnunterhaltung. Interessant aber ist, daß nicht nur die Arbeiter, sondern auch die aufsichtführenden Beamten, 3. B. Rottenmeister, Rottenführer und die Borarbeiter, nicht genügend ausgenutzt werden. Aus diesen Gründen gingen der Berwaltung Unfummen verloren. ünter anderen fachtechnischen Beweisführungen wird aber zu gestanden, daß die im Bahnunterhaltungsdienst Beschäftigten bis zum äußerften ausgebeutet werden. Bleiben wir also bei der Sache. Man geht dann auf die auszuführenden Arbeiten ein, und insbesondere mährend den Sommermonaten, und sagt: Außer den Stammarbeitern werden in dieser Zeit Zeitarbeiter und Aushilfs arbeiter eingestellt. Diese Arbeiter sind nach dem Schreiben die unbrauchbarsten Rerle, denn sie haben feine Ahnung von der Tech nit der Bahnunterhaltungsarbeiten. Sie fosten der Berwaltung nur Zeir und Geld. Aber auch die Stammarbeiter sind un produttive Kräfte. Warum? Nun, weil auch sie in den Wintermonaten nicht voll ausgenugt werden fönnen und die Berwaltung bent pollen Tariffohn zahlen muß. Doch es fommt noch schöner. Die Affordsäge im Bedinge bringen feinen Ausgleich, weil fie zu hoch sind. Man verlongt außerdem, daß bei Regen metter fein Lohn gezahlt wird. Unwirtschaftlich ist der Ur. Iaub, das Aufstellen und Nachprüfen der Lohnlisten, bei der Annahme von Arbeitern die damit verbundene Untersuchung und wie sonst noch die als unwirtschaftlich bezeichneten Dinge heißen. Der Schlußrefrain ist, daß die Eigenregie möglichst bald beseitigt wird und in noch höherem Maße wie bisher die Arbeiten durch Privatunternehmer ausgeführt wer ben. Nun ist es endlich heraus! Die Eisenbahnarbeiter und verschiedene Beamtengruppen find dumm und unbrauchbare Kerle. Brauchbare und fachtechnische Kenntnisse besigen nur die Herren Räte usw. Wir stellen aber die Frage an die Reichsbahnhauptver waltung: Ist es wirtschaftlich, wenn ein Heer pon Kalkulatoren in ben Betrieben beschäftigt wird, das absolut in feinem Berhältnis zum Arbeitsanfall steht? Sind diese Leute nur da, um den Preisunterschied zu ermitteln zugunsten des Rrivatunternehmertums? Sind etwa pensionierte Militärs, z. B. Majore, fähig, den Bosten eines Gijenbahnrates zu befleiden? Ist es wirtschaft Tich, wenn 25 Aufsichtsbeamte, die feinen blauen Dunst vom Arbeitsvorgang in den Werkstätten haben, 120 5 andwertern und Arbeitern gegenüberstehen? Ist es wirtschaftlich, wenn Ingenieure vorhanden sind, die zu allem Ja und Amen sagen, wenn ein Eisenbahnoberrat die veranschlagten Säge für diese oder jene Arbeit als zu hoch bezeichnet, bamit die angefangene Arbeit liegen bleibt und dem Brivatunternehmer übertragen werden fanned Bir mollen uns bente nicht weiter zu diesen unerhörten Borgängen äußern. Aufgabe der Eisenbahner ist, stichhaltiges und erschöpfendes Beweismaterial heranzutragen, damit endlich einmal die Deffentlichkeit erfährt, wo die Berbindung und die Interessen zwischen den Verwaltungstörperschaften und die der Privatunternehmer liegen. Die Reichsbahnbetriebe dürfen fein Ge schäft für profithungrige Unternehmer oder deren Freunde werden. Sie dürfen aber auch fein Institut für abgebantte Militärs werden oder für national" oder„ völfisch" orientierte Lohnbrüder. Angestellte der Groß- Berliner Metallindustrie! Nachdem die direkten Berhandlungen mit dem BBMI. er gebnistos bverlaufen find, wurde auf Antrag der AfA- Funt tionärversammlung der Schlichtungsausichuß Groß- Berlin angerufen. Unter Vorsiz des Gewerberates Körner hat der Schlich tungsausschuß am Montag, den 20. April in unserer GehaltsStreitigkeit folgenden Schiedsfpruch gefällt: Das bestehende Gehaltsabfommen mird bis auf weiteres verlängert" Die am gleichen Tage im Kriegervereinshaus tagende Funktios närversammlung hat diesen Schiedsspruch abgelehnt. Gleichzeitig wurde beschlossen, in allen Betrieben, die unter den Tarifvertrag der Groß- Berliner Metallindustrie fallen, spätestens bis Sonnabend, den 25. April eine Urabstimmung über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches vorzunehmen. Wir bemerken noch, daß die Urabstimmung im Einver. ftändnis mit dem GdA. erfolgt. Die Ablehnung des Schiebsspruches bedeutet, daß ab 1. April, fomeit die Gehaltsverhältnisse in Frage kommen, für die Angestellten ein tariflofer Zustand besteht. Durch ge: wertschaftliche Maßnahmen, wie Gesamtstreit der Angestellten usw. tönnie natürlich ein den Wünschen der Angestellten entsprechendes Gehaltsabkommen erfämpft werden. Nach Möglichkeit sind zur Auftlärung der Angestellten evtl. unter bezirksmeifer Zusammenfaffung der Betriebe Betriebsversammlungen zu veranstalten. Die Resultate find schriftlich unter Beifügung der Stimmzettel spätestens bis Sonnabend, den 25. April, mittags 12 Uhr im AfA- Metallkartell, Zentralverband der Angestellten, Berlin SW. 61, Belle- Alliance- Str. 7/10, abzuliefern. Gleichzeitig bitten wir um folgende Angaben: 1. Belegschaftsstärke der Arbeiter, 2. Belegschaftsstärke der Angestellten, getrennt nach faufmanni. schen, technischen Angestellten und Bertmeistern, 3. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen, a) für Annahme des Schiedsspruches, b) für Ablehnung des Schiedsspruches, c) Ungültige Stimmen. a) und b) getrennt nach faufmännischen, technischen Angestellten und Bertmeistern und der Organisationszugehörigkeit. 4 Endgültige Zusammenstellung des Resultats erfolgt in Anwesenheit von Bertretern aller am Tarifvertrag beteiligten Verbände am Sonnabend, den 25. April, nachm. 3 Uhr im Ortsbureau des Zentralverbandes der Angestellten. Abstimmungsmaterial ist ab Donnerstag früh im Ortsbureau des Zentralverbandes der Angestellten, Fachgruppe Metall, abzuholen. Zu dem Resultat der Urabstimmung wird am Montag, den 27. April, abends 7½ Uhr in den Sophienfestfälen, Sophienstr. 17/18, eine AfA- Funktionär persammlung erneut Stellung nehmen. Die Mitglieder des Metalltartells treffen fich bereits um 6 Uhr im gleichen Lokal. Af Metallfartell Günther, Lange, Rothe. Der Streit der Kupferschmiede geht weiter! In der geftrigen Berjammlung der streifenden Kupferschmiede aus den Betrieben des Verbands Berliner Metallindustrieller be richtete Genosse Fleischmann eingehend über den bisherigen Berlauf des Streifes. Selbst der Unternehmersyndikus Oppen heimer mußte bei Beginn der Bewegung zugeben, daß die Supferschmiede den Streif nicht leichtfertig begonnen haben Sie haben vielmehr alle Verhandlungsmöglichkeiten erschöpft, bevor sie die Arbeit niederlegten. Länger als sechs Wochen dauerte es, bis die Kupferschmiede nach langen Berhandlungen in den Streit traten. Schon Anfang Februar wurde in einer Kupferschmiedeverlammlung festgestellt, daß der geringe Berdienst der Berufsgenossen in den Betrieben des BBMI. das Lohnniveau über Berlin hinaus für das ganze Reich ungünstig beeinflußt. In Berlin ift tnapp der Borkriegslohn erreicht, wobei die Erhöhungen der allerjüngsten Zeit schon eingerechnet sind. Alle Berhandlungen mit dem BBMJ. hatten feinen Erfolg. Der BBMI. er flärte einfach, daß die ihm angeschloffenen Firmen die Verdienste bo: Supferschmiede als durchaus angemeffen hielten. Bei der großen Verantwortung die auf den Kupferschmieden laftete, wurden die Vertrauensleute noch einmal bei den Firmen norftellig, befamen aber wiederum, bis auf eine einzige Ausnahme, Absagen. Erst dann wurde in einer Ürabftimmung der Streif befchloffen Selft eine breitägige Bartezeit ließ der BMJ. unbenust verstreichen und so erfolgte dann die einmütige Arbeitsniederlegung, der sich auch die Rohrschlosser anschlossen. Anstatt einzulenten, drohte der VBM3. nunmehr die Aussperrung an. Alle Vermittlungensverfuche, die das Metalltartell bisher unio: nahm, jind fehlgeschlagen. Der BBMJ. mollie nur dann den Streit nicht als Arbeitsniederlegung ansehen, wenn sich die Kupferschmiede während einer halbjahrigen Bewährungsfrist anständig führen. Später forderten die Unternehmer bie bebingungslose Aufnahme der Arbeit. Eventuell sollte dann eine Nach prüfung der fchlechten Attorde erfolgen, das allgemeine Lohniveau der Stupferschmiede aber feinesfalls gehoben werden. Fleischmann berichtete weiter über die Besprechungen anläßlich der Manteltarifverhandlungen für die Metallindustrie, über die mir im Borwärts" berichtet haben. Dan gab den Kupferschmieden den Rat, fie follen länger arbeiten, dann tönnten sie auch mehr verdienen. Bei den Verhandlungen am Montag jagte Herr v. Borsig, die Metallindustrie fönne fich feine Lohnerhöhung leisten. Die streifenden Kupfe: fchmiede befchloffen einmütig, ohne Diskussion, dem Diktat der Unternehmer, die TIETZ Leipziger Straße Alexanderplatz Romane, Novellen95.. usw., meist gebunden jeder Band Anakreontische Lieder, Auswahl, Land. H.. Das Mädchen aus dem 72 Seiten Aeschylos, Oresteia, deutsch v. K. Vollmoeller( brosch.), 168 Seiten Beckford, Vathek, Umdichtung von K. Fot, 142 Seiten Braun. Die Novellen des Anselm Amadens, 153 Seiten Cervantes, Nincomete a. 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Die besten Erzählungen, Kehlmann, Von Pauli bis Pal- ausgewählt von W. v. Molo marum, 450 Seiten Turgenjeff, Visionen, 88 Seiten Versandabteilung: Leipziger Strasse Arbeit bebingungslos wieder aufzunehmen, nicht zu folgen, sondern weiter im Streit zu verharren, bis die Herren vom BBMI. bereit sind, das nötige Entgegenkommen zu zeigen. Auch die Drohungen mit ftrupelloser Aussperrung weiterer, unbeteiligter Arbeiter fonnte die Kupferschmiede nicht schreden. An ihrer Einmütigkeit muß die Scharfmacherft ategie der Herren um Borsig scheitern. Die Kupferschmiede streifen gemiß nicht aus Uebermut. Doch wenn fie arbeiten sollen, wollen sie auch leben. Darum geht ihr Kampf. Stimmungsmache gegen die Sonntagsruhe. Fleischerzeitung" erschienene Notiz gegen die Sonntagsruthe von Wir haben bereits festgestellt, daß die in der Allgemeinen cinem angeblichen Schlächtermeister Rudolf Mazfer herrührt, den es gar night gibt. Darcuf schickt uns nun das zitierte Blatt den Bürstenabzug eines Artitels, indem es mitteilt, der Artikel sei ihr erst anonym zugegangen, worauf es den Einsender in einer Brieffastennotiz um Nennung seines Namens ersuchte. Nach Mitteilung des fingierten Namens sei der Artikel veröffentlicht worden, obwohi ein Blid in das Adreßbuch genügt hätte, die Namensunterschiebung festzustellen. Als nun der Schlächtermeister Heinrich Maßfer vorsprach und um die Feststellung bat, daß er mit dem angeblichen Rudolf Matter nicht identisch sei, gab ihm die Redaktion der„ Allgemeinen Fleischerzeitung" den Rat, fich wegen einer Berichtigung Borwärts" zu wenden. an den Wenn mun endlich diese Fachzeitung eingesteht, einem Schwindler auf den Leim gegangen zu sein, so fönnen wir ihr leider nicht zugestehen, daß fie fo forreft, wie es den Umständen nach möglich war", gehandelt hat, sondern reichlich un bedacht. Hätte die„ Allgemeine Fleischerzeitung" den Artikel ebenso unbesehen aufgenommen, wenn er sich entschieden für die volle Sonntagsruhe eingesetzt hätte? Arbeitszeitregelung und Schwerindustrielle. 9 Berlin, 21. April.( WTB.) Im Reichsarbeitsministerium hat eine Besprechung mit Bertretern der Großeisenindu trie und der gewerkschaftlichen Spizenverbände über die fünftige gefeßliche Regelung der Arbeits zeit in der Großeisenindustrie stattgefunden. Nachdem lich die beiderseitigen Bertreter über die wirtschaftliche Lage in der Großeisenindustrie und über ihre Stellung zur Frage der Arbeitszeitregelung grundsäglich ausgesprochen hatten, einigte man sich dahin, daß das Reichsarbeitsministerium zunächst mit den Parteien getrennt verhandeln wird. Das Reichsarbeitsministerium behielt sich vor, bei Borliegen eines amtlichen Entwurfs über die fünftige Regelung nochmals eine gemeinsame Beratung mit den Parteien abzuhalten. Anssperrung in der Breslauer Metallindustrie. Aus Breslau berichtet WTB.: Da die vom Berband der schlesischen Metallindustriellen den im Teilftreit befindlichen Drehern, Modelltischlern und Kupferschmieden gestellte Frist, die gestern ablief, nicht die Wiederaufnahme der Arbeit gebracht hat, ist am heutigen Dienstag die Aussperrung der in der Breslauer Metallindustrie beschäftigten Arbeiter erfolgt. Wie uns vom Deutschen Metallarbeiterverband mitgeteilt wird, beträgt die 3 ahl der Ausgesperrten, soweit es sich in den frühen Bormittagsstunden übersehen läßt, irta 6000. Bon anderer Seite wird diese Zahl jedoch auf 7000 angegeben, da allein bei den Linfe Hoffmann- Werten 4500 Arbeiter in Frage fommen. Bie mir weiter erfahren, ist auch die Aussperrung der in der Kleinindustrie beschäftigten Arbeiter beabsichtigt, falls nicht in den nächsten Tagen eine Einigung erfolgt. Achtung Knorrbremse Lichtenbergl Am Donnerstag, den 23. April, nachmittags 4 Uhr, im Rotor Suorit Gürtel, Ede Doffeftraße, Fraktionspersammlung eller SBD.. Genoffen. Gempathiserende fönnen mitgebracht werden. Wichtige Tagesordnung. Der Fraktionsvorstand.. Antung Tapezierer! Morgen Donnerstag, vormittags 11 Uhr, int Ge mertsaftshaus, Gaal 4, Streitveriammlung. Die Rontrollfarten find den Rolfegen auszuhändigen. Achtung, SPD.- Betriebsvertrauensleute! Ab heute abend ist noch ein fehr wichtiges Ingblatt für die Betriebe nam Bureau, Lindenstraße, abzuholen. Alle Betriebe find verpflichtet, Bertreter mit Legitimation au: bholung zu schicken. Eine Zustellung en bestimmie Stellen fann nicht erfolgen. Bezirksverband Berlin ber SPD., Betriebssekretariat. Der Kämpfer Str. 11 ift fertiggestellt und laun im Bureau, Sindenstr. 3, 2 Sof, 2 St., in Empfang genommen werden. Besonders bie Bertreter ber Klein und Mittelbetriebe merben erfunt, retzeitig abzuholen. Barteiausweis ist mitaubringen. Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebz. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Schitowsti; Lotales und Sonstiges: zis Rarstäbt; Anzeigen Th. Giede; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. 5.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlaasanftalt Baul Singer u. Co. Berlin GB 68. Sirbenstraße 3. Sierzu 1 Beilage, Unterhaltung und Bissen und Die Wählerin". " Billige Bücher Schrift. Bestellungen werden prompt erledigt. Bei Aufträgen nach auswärts vergüten wir für 10 je 20 M. je 80 Pf. für Frankfurter Allee Porto bzw. Verpackung Rest- Auflagen Dichtungen Emil Rasmussen, Romane. Die zehnte Muse. Schwester Ingeborg. 412 Heiten- Via vom Brettl und fürs Brettl aus verdell'Interno. 868 Seiten- Donna Linda, gangenen Jahrhunderten und aus unsern Roman aus dem modernen Italien. Tagen, gesammelt von Maximilian 452 Seiten- Der Beichtteufel. Roman Bern. 1922. Pappband. Früher ans der italienisc 1. Wiederauferstehn ng 3,00 412 Seiten. Jeder Band in Halbleinen gebanden.. 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Ekkehard Sienkiewicz, Mit Feuer und Schwert Sienkiewicz. Quo vadis? Sue. Der ewige Jude Sue. Die Gebeimnisse von Paris Tolstoi. Auferstehung Tolstoi. Kreutzersonate Wallace, Ben Hur Wilde. Das Bildnis d. Dorian Gray Nr. 188 42. Jahrgang Fon 1. Beilage des Vorwärts TATE Die Hausfraual feuerzahler Es wird oft von der Steuerleistung des Mannes gesprochen, aber nur selten wird erwähnt, daß auch die Hausfrau Steuern zahlt. Dennoch zahlt die Hausfrau erheblich mehr an Steuern als der Mann. Aber die Steuerleistung der Hausfrau vollzieht fich unmerklich und setzt sich aus unendlich vielen Pfennigbeträgen zusammen, während die Steuerleistung des Mannes durch eine Steuer erfolgt, nämlich durch die Lohnsteuer, die er bei jeder Lohnzahlung zu entrichten hat. Die wichtigste Steuer, die die Frau zu zahlen hat, ist die Umsatzsteuer. Es gibt teine noch so unschheinbare Ware, in der diese Steuer nicht enthalten sei. Sie wird zwar von dem Verkäufer entrichtet, aber er hat das Recht, diesen Betrag in den Verkaufspreis seiner Waren einzurechnen, so daß der Käufer, also unsere Hausfrau, diese Steuer tatsächlich zu zahlen hat. Die Käuferin tennt nur nicht die Höhe dieser Steuer, weil das Gesetz es verbietet, den Steuerbetrag anzugeben. So zahlt die Hausfrau, ohne es zu wissen, bei jedem Einkauf einen Steuerbetrag, der zwischen 1½ und 6 Broz. des Barenpreises schwankt. Benn mir diese Steuerleistungen berechnen wollen, müssen wir die Frau auf ihrem täglichen Gang zum Einholen begleiten. Hierbei wollen mir annehmen, daß sie drei Kinder hat, die im Alter von 12, 7 und 1½ Jahren stehen. Und wir wollen, der Einfachheit halber, meiter annehmen, daß sie in jedem Geschäft gleich den Bedarf für eine ganze Woche im voraus fauft. Die Steuer vom täglichen Einkauf. Gehen wir mit unserer Hausfrau zunächst zum Milchhändler. Da sie noch eine leines Kind hat, muß sie mindestens 1% Liter Milch täglich taufen. Das macht also in der Woche 10% Liter und bei einem Preis von 30 Pf. für den Liter eine Ausgabe von 3,15 M. Hierin ist aber eine Steuer von etwa 4 Proz. enthalten, so daß die Hausfrau bei dem Milchhändler in der Woche etwa 15 Pf. Steuern zahlt. Nun geht unsere Hausfrau zum" Bäcker, um Brot zu laufen. Bei ihrer fünftöpfigen Familie wird sie sechs Brote in der Woche brauchen, so daß sie hierfür 3 M. ausgeben muß. Da im Brot 5,3 Proz. Umjazsteuer enthalten sind, fäßt sie auch beim Bäder einen Steuerbetrag von 15 Pf. zurüd. Ihr nächster Weg führt unsere Hausfrau zum Kaufmann. Hier wird fie folgende Einfäufe machen: Zunächst wird sie Fett faufen. Benn sie etwa ein Pfund Margarine, ein Pfund Schmalz und noch ein Pfund Butter fauft, so zahlt sie dafür insaejamt etwa 3 m. Aber auch hierin find wieder etwa 15 Pf. Steuern enthalten. Weiter braucht unsere Hausfrau Eier. Wenn sie auch nur 3 Stück in der Woche verbraucht, so zahlt sie dafür 45 Pf., aber auch hierDon entfallen 2 Pf. auf die Steuer. Ferner fauft die ausfrau Mehl. Bei einem Wochenverbrauch von etwa 2 Pfund im Preise von 50 Pf. ist wiederum ein Steuerbetrag von 2 Pf. abzuführen. Was unsere Hausfrau dann an Teigwaren, Haferflocken, Graupen, 27] Anthony John. Roman von Jerome K. Jerome. 11. Es tam so plöglich, daß die beiden gar nicht wußten, wie es geschah. Sie trafen einander einige Male auf dem einfamen Moor, glaubten ganz aufrichtig, daß dies ein Zufall sei. Sie wanderten nebeneinander dahin, die jungen frischen Blätter streichelten ihre Gesichter, die jungen Farnfräuter dudien fich zu ihren Füßen. Sie lachten, wenn die Aprilschauer sie überraschten, liefen Hand in Hand nach einer geschüßten Stelle, schmiegten sich zwischen den verstümmelten Wurzeln der großen Fichten dicht aneinander. Heimkehrend schritten sie langsam zögernd einher, betrachteten, wie der sichelförmige Mond über dem Wald emporstieg; das Lied einer verspäteten Lerche er füllte die ganze Welt ringsum mit Melodie. Und eines Abends, als fie, Abschied nehmend, Hand in Hand standen, hob fie ihr Gesicht zu ihm empor; er zog sie an sich, und ihre Lippen begegneten einander. Keiner hatte es geahnt, erwartet. Es war so spontan, so völlig natürlich geschehen, erschien bloß wie das Unterschreiben eines Vertrages, die unvermeidliche Erfüllung eines Gesetzes. Nichts hatte sich verändert, außer, daß fie es nun beide wußten. Anthony ftrebte aufs freie Land hinaus. Unendlicher tiefer Friede schien ihn einzuhüllen. Also dies hatte Edward gemeint, da er kurz vor seinem Tode schrieb, die Liebe sei das große Geheimnis, das zum Göttlichen führt, ohne sie sei das Leben leer und sinnlos. Darauf also hatte er gewartet, gleich einer blinden, eingesponnenen Raupe, die nicht um den Tag weiß, da sie in den Sonnenschein geboren wird. Er lachte, feines Traumes geberkend: Reichtum Macht, Berühmtheit, der törichte Traum eines Geizhalfes, der neben dem aufgestapelten Gold verhun gert. Er wird entschloffener denn je nach diesen Dingen streben. fie erringen, aber nicht mehr um ihrer selbst, sondern um der Liebe millen, als Opfergabe, als Dienst. Er fannte feine Angst; mochten andere unterlegen fein Nicht die Liebe, nur die Leidenschaft verglimmt. Sein Begehren nach ihr war ohne Mafel. Sie war schön, aber ihre Schönheit wirkte auf ihn wie die Schönheit einer Sommernacht, die Zärtlichkeit des Frühlings, das Geheimnis der Blumen. Der Gedanke an ihre Hände, ihre Füße, an das kleine Grübchen im Kinn peitschte sein Blut nicht auf. Er wollte sie Er wollte sie felbst befizen, mit all dem, was unsichtbar, unerklärlich war, nein, nicht besitzen, sondern anbeten, als Teil seiner selbst. Hülsenfrüchten, Reis und ähnlichem lauft, wollen wir auf 4 Pfund für die Woche annehmen. Hierfür wird fie insgesamt etwa 1,80 m. zu zahlen haben und mit diesem Preise gleichzeitig 10 Bf. Steuer entrichten. Schließlich braucht unsere Hausfrau vom Kauf mann noch Zuder und Salz. Wenn sie wöchentlich 3 Pfund Zucker braucht und hierfür rund 1 M. ausgibt, zahlt sie auch hierauf 5 Pf. Umsatzsteuer. Und selbst im Salz ist ein Steuerbetrag, wenn auch nur der Bruchteil eines Pfennigs, enthalten. Insgesamt wird also unsere Hausfrau beim Kaufmann 6,75 M. zu bezahlen haben, wovon 35 f. auf die Umsatzsteuer entfallen. Nun foll unsere Hausfrau zum Grünframhändler gehen, um hier ihren Wochen bedarf an Kartoffeln und Gemüse einzuholen. Sie wird eiwa 30 Bfund Kartoffeln getauchen, was bei einem Preise von 40 Bf. für 10 Pfund eine Ausgabe von 1,20 m. macht. Wenn sie dazu noch 8 Bfund Gemüse braucht und hierfür rund 1,20 m. ausgibt, so hat sie beim Grünframhändler zusammen 2,40 M. zu bezahlen. 意 糕 ـسكـ 000 Der Tribut an den Fiskus. Aber auch hierbei hat sie 12 Pf. Steuern zahlen müssen. Jezt geht unsere Hausfrau zum Schlächter, um Fleisch und Wurft einzukaufen. Wenn wir ihren täglichen Bedarf his an auf ½ Pfund annehmen, so braucht fie in der Woche 3½ Pfund, wofür fie etma 4 M. zu zahlen hat. Für die Ware zahlt sie aber hierbei eigent= lich nur 3,80 m., während der Rest von 20 Pf. wieder den unfichtbaren Steuerbetrag darstellt. Neben diesen Lebensmitteln muß die Frau nun noch andere Gegenstände eintaufen. Begleiten wir fie zunächst zum Seifenhändler, wo sie vielleicht Seife, Streichhölzer und einen Glühstrumpf einkaufen muß. Wenn sie in der Einige Tage ging er wie im Traum der Arbeit nach; sein Gehirn lenkte ihn, wie das Gehirn einen in Gedanken verfunkenen Menschen beim Ueberqueren der Straße führt. Der Gedanke an fie umgab ihn. Er lebte nur für die furze Abend slunde, da sie einander trafen, sich gegenseitig in die Augen hauten. Mit der Zeit jedoch erkannte er allerhand Schwierigkeiten und Hindernisse; er prüfte sie der Reihe nach, murde mit ihnen fertig. Wenn ihre Eltern die Einwilligung verweigern? Dann müffen sie eben eigenmächtig handeln. An Eleanor selbst zweifelte er nicht, wußte, daß sie alles wagen würde. Keine Macht der Erde konnte sie trennen. Betty, eine verblaßte, schattenhafte Betty, wanderte neben ihnen einher. Er war nicht an sie gebunden; und hätte er Bande zerreißen müssen, er würde es getan haben. Sollte Eleanor sterben, es schien Anthony, als könnte sie der Tod allein trennen, so würde er einfam weiterleben, aus der Erinnerung an fie Kraft und Mut schöpfen. Aber eine andere Frau heiraten, das war undenkbar. Würde für beide eine Erniedrigung bedetten. Außerdem hatte Betty ihn nie geErniedrigung bedeuten. Außerdem hatte Betty ihn nie geliebt, sie hatten einander niemals con Liebe gesprochen. Es wäre eine Bernunftheirat gewesen, das, was Edward voraus geahnt und wovor er gewarnt hatte. Ohne Liebe zu leben, bedeutet, das Göttliche verachten; die Liebe ist Gott. Heute verstand Anthony dies. Würde es feiner Karriere schaden? Der alte Herr Mowbray hatte damit gerechnet, daß Anthony Betty heirate, vielleicht würde er ihm zürnen. Aber diese Möglichkeit muß eben riskiert werden; übrigens dürfte es der Firma Mowbray u. Cousins schwer fallen, ohne ihn auszu tommen. Freilich ist der Zorn ein schlechter Berater. Ein empörter Herr Mombran vermöchte ihm Schwierigkeiten zu tereiten. Aber nichts weiter. Anthony war sich der eigenen Macht bewußt. Auch andere glauben an ihn. Es wird nur einige Jahre dauern, bis er das verlorene Terrain wieder gewonnen hat. An dem Endergebnis hegte er feinerlei 3wei fel. Sein Entschluß. Sieger zu bleiben, war stärkerr denn je. Die Liebe würde feir.en Verstand schärfen, ihm eine flarere Bision schenken. Mit ihrer Hilfe wird er das Schicksal zwingen. Betty und der Vater befanden sich auf einer Reise im Ausland. Sie wollten bis Ende März in Italien bleiben Aber Herr Mowbray erkrankte und vereitelte dadurch ihre Pläne. Frau Strong'nth'arm hatte die Gewohnheit angenommen, allabendlich einen kurzen Spaziergang zu machen. Anthony lehrte erst zwischen Sieben und Acht heim, und die Mutter erklärte Frau Nemt, es stimme fie traurig, im Zwie | Mittwoch, 22. April 1925 Woche für 1 M. Seife verbraucht, so muß fie auch hierauf 5 Pf. Steuern zahlen und selbst in den 10 Bf für Streichhölzer ist ein fleiner Steuerbetrag enthalten. Schließlich muß unsere Hausfrau abe: auch noch für Feuerung sorgen. Hierfür wird sie durchschnittlich 2 Zentner Kohlen in der Woche brauchen, die rund 3 M. fosten werden. Dann muß sie auch dabei 15 Pf. Steuern zahlen. Unb auch wenn sie noch für 25 Pf Holz fauft tommt sie ohne Steuerleistung nicht weg. Die Steuer nimmt ihr auch hierfür noch 1 Pf. ab. Nachdem so unsere Hausfrau ihren Gang zum Einholen beendet hat, ist sie aber dieser Umsatzsteuer, dieser allgemeinsten alle: Steuern, noch nicht entronnen. Auch was sie für Koch- und Leuchtgas in der Woche ausgeben muß, unterliegt dieser Steuer. Wenn es auch nur 5 Pf. sind, die darauf entfallen. Die Verbrauchssteuern. Aber nicht genug damit, daß die Hausfrau bei allen ihren Steuern auf notwendige Gegenstände des täglichen Bedarfs, die die Ausgaben Umfazsteuer zu zahlen hat, es gibt noch besondere Bare abermals gewaltig verteuern. Diese Steuern sind die Verbrauchsteuern, von denen für die Hausfrau vor allem die Zuckersteuer, die Salzsteuer und die Zündwarensteuer von Bedeutung sind. Macht doch die Zuderſteuer gegenwärtig rund ein Drittel des 3uderpreises aus, so daß die Hausfrau bei ihrem Einkauf von noch höher ist der Steuersatz, der auf dem Salz liegt, er beträgt 3 Pfund Zucker insgesamt 35 Pf. allein für Steuern ausgibt. rund 40 Broz, so daß für das Pfund Salz nur 4 Pf., fü: die Und von dem Preis des are bagegen 3 Pf. für Steuern zu zahlen sind. Ebenso beträgt die Zündwarensteuer ein Fünftel des Berkaufspreises. Wenn also unsere Hausfrau 2 Schachteln Streichhölzer für 5 Bf. kauft, bann zahlt sie dabei wiederum 1 Pf. Steuer. Glühstrumpfes entfällt sogar mehr als die Hälfte auf die Leuch noch nicht erschöpft. Zu den größten Ausgaben, die sie von ihrem mittelsteuer. Aber auch damit ist die Steuerleiftung der Hausfrau Wirtschaftsgeld zu machen hat, gehört die Miete. Nehmen wir an, daß unsere Familie eine Wohnung von 2 Zimmern und Küche bewohnt, so wird sie dafür etwa 22 M. zu zahlen haben. Hierin ist aber die Mietssteuer enthalten, die gegenwärtig 26 Broz., also mehr als ein Viertel der Miete beträgt. Von der monatlichen Miete Don 22 M. entfallen auf jede Woche etwa 5 M. und in diesem Betrage find 1,30 m. Mietssteuer enthalten. Die Gesamtsteuerbelastung. Benn wir uns num daran machen, diese verschiedenen Stener zahlungen der Frau zusammenzurechnen, fo tommen wir zu folgendem Ergebnis: Unsere Hausfrau hat für eine Woche insgesamt 31,17 m. ausgegeben. Hierin sind nicht weniger als 2,90 M. alt Steuern enthalten. Das macht im Monat eine Steuerleistung der Frau von 12 M. und im Jahr eine solche von rund 145 m. Nur braucht unsere Familie aber noch Kleidung und Wäsche, sie hat meitere Ausgaben fü: Fahrgeld und viele andere notwendige Dinge. Auch mit diesen Ausgaben ist überall eine Steuerleistung verbun den. Die Umsatzsteuer ist hier sogar noch höher, denn sie belastet zum Beispiel Kleidungsstüde mit mehr als 6 Proz. Da unsere Arbeiterfamilie für Kleidung, Wäsche usm. jährlich rund 300 m. ausgeben muß, so entrichtet sie dabei abermals 18 M. Steue:. Die gesamte Steuerleistung der Hausfrau beträgt alfo 153 M. im Jahre Diese Steuerleistung der Hausfrau ist nahezu doppelt so hoch wie die des Mannes, der jährlich von seinem Einkommen insgesamt 78 M. Lohnsteuer entrichten muß. Zählen wir diesen Betrag zu Den 135 M. hinzu, so ergibt sich, daß unsere Familie im Jahr 231 M. an Steuern zahlen muß. Das ist für den Arbeiterhaushalt eine gewaltige Summe. Bfennig tommt zu Pfennig, Groschen zu Groschen und Mark zu Mart, und am Ende des Jahres stellt sich heraus, daß die Familie ebenso viel an Steuern zahlen mußte, wiz fie in zwei Monaten für ihren täglichen Bertrauch ausgeben fonnte und faft ebenso viel wie sie im Jahre für die Beschaffung von Kleidungsstücken, Wäsche usw. verwenden kann. Billige Fischtage! Am Mittwod), Donnerstag und Freitag dieser Boche findet ein preiswerter Berkauf von frisch eintreffenden Oftice: ichollen statt. Der Kleinverkaufspreis beträgt je nach Größe 25 bis 30 Pfennig profund. Die Verkaufsstellen sind durch Flafate fenntlich gemacht und befinden sich in den Ladengeschäften, in den Markthallen und auf den Wochenmärkten. licht müßig dazufizen. Sie wanderte stets in die gleiche Richtung, an der St. Aldys- Kirche vorüber zum großen Play, wo sich das Bureau von Mowbray u. Cousins befand. Sie schaute zu dem Haus hinüber, fah, daß die Tür geschlossen war, und aus den Fenstern fein Licht drang. Dann schritt fie an der Priory vorbei, blickte durch das Eisentor auf dent verödeten leblosen Bau. Heimgekehrt saß sie am Fenster, bis Anthony fam. Anthony fam. Nach dem Abendessen plauderie sie mit ihm über die Erlebnisse des Tages, seine Hoffnungen und Pläne. Sie fonnte nie genug davon hören. Eines Abends spähte sie wie gewöhnlich nach dem Bureau von Mowbray u. Cousins. Das Haus war dunkel und still. Aus den Fenstern der Priory hingegen schimmerte Licht. Frau Strong'nth'arm blickte sich mit Berschwörermiene nach allen Seiten um. Dann öffnete sie leise das Eisentor. Sie flopfte so behutsam an die Tür, daß ihr erst nach dent dritten Bochen geöffnet wurde. Das Dienstmädchen schien aufgeregt, erklärte, Herr und Fräulein Mowbray seien vor einer Stunde zurückgekehrt, fie glaube nicht, daß jemand vor gelassen werden würde. Frau Strong'nth'arm zog aus der Tasche einen zerdrückten und beschmutzten Briefumschlag und bat das Mädchen, ihn sofort Fräulein Mowbray zu übergeben. Das Mädchen gehorchte widerstrebend. Einen Augenblid später fehrte sie zurüd, führte Frau Strong'nth'arm ins obere Siodmert, in Bettys fleines Wohnzimmer. Bettn befand sich noch in Reisekleidern. Sie schien sehr müde, dennoch rückte fie für Frau Strong'nth'arm einen Sessel ans Fenster, schloß die Tür. Es ist doch nichts geschehen?" fragte fie. st Anthony frank?" ,, Er ist ganz gefund. Wie geht es Ihrem Vater?" ,, Nicht sehr gut; ich schickte ihn eben zu Bett." Sie lachie, erfundigte sich abermals: 3ft wirklich nichts geschehen?" Frau Strong'nth'arm saß terzengrade auf ihrem Sessel, hielt die Hände den Flammen entgegen. hielt die Hände den Flammen entgegen. ,, Jch täme nicht schon jetzt, eine Stunde nach Ihrer Heimfehr her, wenn es sich nicht um etwas Wichtiges handelte." erwiderte fie, ohne aufzusehen. ,, Das dachte ich mir." Strong'nth'arm. Dann habe ich die Sache früher fos Ich will teine Umschweife machen," sprach Fran Außerdem will ich daheim sein, ehe Anthony fommt." Betty setzte sich neben sie. Fürchten Sie sich nicht, ich ahne, morum es sich handelt." ( Fortsetzung folgt.) April- Sonne. Die düstere Kiefer ist der märkische Waldbaum, aber der Misch. wald ist's, den man im Frühjahr aufsuchen muß! Dort, wo wie im Nordwesten von Berlin, an der Hamburger Strede Eichen, Buchen, Birken, Erlen, Haseln, Fichten, Lärchen, Kiefern und noch manches andere in malerischen Durcheinander, mit Waldwiesen wechselnd, aufeinanderfolgen. Hier sprenkeln, so weit das Auge reicht, Myriaden weißer, blauer und gelber Blütensterne den Waldboden, ein Bild unbesieglichen Lebens über dem toten braunen Laube, das unser Fuß durchraschelt. Die gefürchteten Mücken leben noch in Larvenform in den von Sumpfdotterblumen gefäumten Gräben. Dafür gaufeln Bitronenfalter, Trauermantel und Pfauenauge einzeln oder paarweise über den Wegen. Ein flinter grüner Räfer, der Sandläufer, läuft, morderpicht auf schwächere Insekten, auf den Bfaden vor uns her. Wenn wir ihm nahe kommen, fliegt er gewandt ein paar Schritte weiter, ein fliegender Smaragd. Eine Ringelnatter raschelt über den Weg. Sie haben es nicht leicht, diese harmlosen Tiere, denn die meisten Ausflügler verwechseln sie mit Kreuzottern und verüben unrühmliche Heldentaten an den nützlichen, nur Mäufen und Fröschen gefährlichen Nattern. Der Specht telephoniert durch heftiges Trommeln an dürren Aeften seiner Gefährtin, die Eichelhäher quarren und die Meisen siepen; aber sie sind nicht mehr Alleinherrscher des Waldes, denn die ersten Sänger machen sich bemerkbar, während sie ihre Niststätten bereiten. Und immer wieder Anemonen, unzählbar zu unseren Füßen, und Myriaden sich entfaltender Knospen zu unseren Häupten, der Sonne sich entgegendrängend, deren funkelnde Wärme noch unge hemmt durch die Kronen strahlt und quirlt und brandet. Sie meint es so gut, daß wir uns einbilden, wir seien es schließlich auch noch wert, von der Sonne beschienen zu werden, und so lagern wir uns im Grase zwischen farbigen Blüten, schauen durch zierliches Geäft in den weiß und blau gescheckten Himmel, auf gaufelnde Schmetterlinge, emfige Ameisen, fleißige Hummeln, bis uns von all den Wundern die Augen übergehen und ein leichter Schlummer uns die Lider schließt. Dunkle Vorgänge in einer Dachwohnung. Berhaftung eines Lüfilings. Dunkle Borgänge in zwei schmuhigen Dachlammern beschäftigen feit einigen Tagen die Kriminalpolizei. Ein junges Mädchen, das eine Stelle fuchte, wurde am Freitag voriger Woche von einem Bermittlungsbureau auf einen 52 Jahre alten Scherenschleifer Albi. nius Tanderski aufmerksam gemacht, der sich gerade in dem Bureau aufhielt, um sich nach einer Wirtschafterin" umzufehen. Das Mädchen einigte sich mit ihm und ging gleich mit ihm nach seiner Wohnung Linienstraße 42. Es handelt sich hier um ein älteres, aber tadellos sauberes Haus an der Ede der Alten Schönhauser Straße. Man stieg die weißgescheuerten Stufen empor, Tanderfti schloß die sauber grün ge strichene schwere, durch zwei Borlegefchlösser gesicherte Tür zu seiner Bodenwohnung auf und ließ das Mädchen vor sich eintreten. Gleich hinter sich schloß er die Tür ab und ergriff fofort einen Strid, der auf einer Tonne lag, um seine Begleiterin zu feffeln, bevor sich diese noch in den vor Schmuh starrenden beiden Dachlammern umgesehen hatte. Sie setzte sich zur Behr, befreite sich, schloß blitzschnell die Tür auf, entfloh und meldete der Kriminalpolizei, was ihr begegnet mar. Kriminalbeamte beobachteten darauf das Haus und fielen am Sonnabend früh überraschend bei dem Scherenschleifer ein. Sie waren erstaunt, in dem sonst so sauberen Haufe derart verschmutzte Räume zu finden. Zwei Betten, ein Sofa, ein Regulator und einige Rüchenfachen waren ebenso schmutzig wie die Wände und alten Kleidungsstücke und Lumpen, die umherlagen. An der Decke hingen gepöfelte und getrodnete Fleischstücke, andere lagen in Tonnen. Der erste Eindruck war, daß man in eine Mörderhöhle nach Art der Haarmann und Dente geraten sei. Die Beamten fanden bei der Durchsuchung mehrere größere und fleinere Schlächterbeile und Schlächtermesser, einige Dußend Männer- und Frauenstiefel, abgetragene Frauen und Männerkleidung, Lumpen verschiedener Art, im Herd Asche von verbrannten Stiefeln, und in den Kammern viele Ausweispapiere, Briefe und Photographien der Frauen und Mädchen. Tandersti, der vorläufig festgenommen wurde, erklärte, daß er die Beile und Meffer zum Schleifen erhalten und die Stiefel und Kleidungsstücke getauft habe. Aus den Schriftstücken und Photo graphien wurde festgestellt, daß Tandersti im Laufe der Zeit etwa 25 Frauen und Mädchen in seiner Behausung gehabt hat, die ihm die Wirtschaft führten, zeitweilig zwei zugleich. Nach den bisherigen Feststellungen hat man es nicht mit einem Mörder, wohl aber augenscheinlich mit einem& üstling zu tun. Van den aus den Papieren und Photographien festgestellten Frauen un mädchen ist niemand als verinißt gemeldet. 12 find ermittelt worden. Wenn auch nicht anzunehmen ist, daß Tanderfti jentand getötet hat, so wäre es doch erwünscht, daß sich alle, die mit ihm in Berührung gekommen sind, unverzüglich bei Kriminalfommiffar Jo hannes Müller im Bolizeidienstgebäude in der Magazinstraße mel den, auch die Stellenvermittler, die er in Anspruch genommen hat. Zandersti, der in Haft genommen wurde, ist verheiratet. Seine Frau und Kinder wohnen von ihm getrennt in Moabit. Er haufte in den beiden Dachlammern seit 64 Jahren. Das Fleisch, das an der Decke hing und in den Tonnen lag, wurde von dem Sachverständigen des Bolizeipräsidiums, Professor Dr. Brüning, zweifelsfrei als Tierfleisch festgestellt. Die Untersuchung des ganzen Treibens ist noch nicht abgeschlossen. Festgestellt ist, daß Tanderski fein Trinter ist. Er bezahlte auch pünktlich seine Miete. Zu dem Lust mord bei Eisenberg in Thüringen erfahren wir, daß der Täter ermittelt und festgenommen worden ist. Es ist ein 26 Jahre alter aus Lauscha bei Sonneberg gebürtiger Arbeiter Karl Sommer. Er wurde in Nennsdorf bei Jena ermittelt, als er gerade im Begriffe stand, an einem fleinen Mädchen ein neues Verbrechen zu begehen. Der Verhaftete ist des Luft mordes bei Eisenberg geftändig. Die Unterschlagungen beim Potsdamer Amtsgericht. Auf Veranlassung der Botsdamer Staatsanwaltschaft wurde der Juftizsekretär und Oberleutnant a. D. Hoffmeister, der beim Amtsgericht Potsdam beschäftigt war, verhaftet. Hoffmeister hat befanntlich in vielen Fällen Strafgelder unterschlagen. Das ging so weit, daß einem Angeklagten, dem die Gefängnisftrafe burch Zahlung einer Buße von 150 W. erlassen war und diese auch prompt bezahlt hatie, figen mußte, weil er angeblich nicht gezahlt hatte. Auch diese Summe hat Hoffmeister unterschlagen. Er war seit drei Tagen flichtig, ist gestern früh in Thüringen verhaftet und nachmittags dem Boisdamer Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Im anderen Falle schädigte der Herr Sekretär eine Berliner Weinfirma dadurch, daß er für 800 m. Liöre und Weine entnahm, dieje auf dem Landgericht gegen bar verkaufte, sie aber nie bezahlte. Sophie von der Heide. Eine gemeine Schwindlerin hat seit einigen Monaten belagte Leute, meist Gozialrentner, durch ihre Betrügereien um die letzten wenigen Groschen gebracht. Die Baunetin erscheint, nachdem sie heimlich bald in diesem, bald in jenem Hause ihre Nachforschungen angestellt hat, bei den alten Leuten und stellt sich als" Direttrice einer Wäschefabrit" oder einer Großhandlung vor. Sie gibt an. daß dieser Betrieb einen zuverlässigen Wächter suche und in erster Linie an einen Sozialrentner gedacht habe, der noch rüftig genug fei, um den gar nicht schweren Posten zu versehen. Dem Betrieb sei daran gelegen, so einem Mann zu seiner fleinen Rente bei leichter Beschäftigung noch eine Nebeneinnahme zu verschaffen. Im Laufe der Unterhaltung läßt die„ Direktrice" dann noch durch bliden, daß fie in der Lage fei, angeftaubte äsche zu cinem billigen Preis abzugeben. Die alten Leute freuen sich, wider Erwarten noch eine gut bezahlte Stellung zu finden und geben gern die verlangte Anzahlung auf die Wäsche. Die Besucherin stellt anheim, zur Abholung der Wäsche einen Boten zu schicken, oder auch selbst zu kommen, um sich gleich einmal die neue Stellung anzu sehen. In beiden Fällen erfahren die enttäuschten Alten, daß sie Deffentliche Wählerfundgebungen heute, Mittwoch, den 22. April, abends 7½ Uhr Miffe, 7. 2bf.: Köhlers Festfäle, Tiedstr. 24. Prenzlauer Berg, 26. u. 28. Abt.: Büttner, Schwedter Str. 23. treuzberg, 42. Abt.: Blücherfäle Blücherstr. 61. 43. 2bf.: Rabe, Fichteftr. 29. 46. Abt.: Schulaula Stalizer Str. 55/56. 47. Abt.: Behrendt, Manteuffelstr. 95. Charlottenburg: Aula Mommsen- Gymnasium, Wormser Straße 11. Wilmersdorf: Spichernsäle, Spichernstr. 3. Dahlem: Schilling, Dahlem- Dorf, Königin- Luise- Str. 42. Marienfelde: Haseloff, Berliner Str. 114. Neukölln: Schultheiß( Wintergarten), Hasenheide 22. Budow: Lokal Wolf, am Krankenhaus. Johannisthal: Bürgergarten, Bantstraße Ede Sterndamm. Niederschöneweide: im Kyffhäuser. Adlershof: Wöllstein, Bismarcstr. 74. Karow: Klir, Pantgrafenstr. 3. Tegel: im Strandschloß. Redner: Aufhäuser, Clara Bohm- Schuch, Breuer, Emil Barth, Crispien, Faltenberg, Heinig, Dr. Freund, Adolf Hoffmann, Gertrud Hanna, Joachim, Kuttner, Litke, Landa, Otto Meier, Reimann, Zubeil. Donnerstag, den 23. April, abends 71 Uhr Tiergarten: Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 23. Prenzlauer Berg, 29. Abt.: Schulaula Senefelderstr. 6. Friedrichshain: Königsbant, Frankfurter Str. 107. Charlottenburg: Hohenzollern- Festfäle, Berliner Str. 105. Zehlendorf: Lindenpart, Berliner Str. 8. Schöneberg: Siedlung Lindenhof, Ledigenheim( großer Saal). Lichterfelde: Aula Oberrealschule, Ringstr. 2. Mariendorf: Herolds Festfäle, Chauffeestr. 287. Bri: Beders Gesellschaftshaus, Chauffeeftr. 96. Oberschöneweide: Mörners Blumengarten, Ostendstraße. Köpenid: Körner- Schule, Lindenstraße. Friedrichshagen: Schröders Festfäle, Friedrichstr. 137. Lichtenberg: Aula Bartaue, an der Möllendorfstraße. Kaulsdorf: Turnhalle Adolfstraße. Buch: Göpfert, am Bahnhof. Buchholz: Rossack, Hauptstr. 71. Redner: Aufhäuser, Ed. Bernstein, Breuer, Dressel, Heinig, Joachim, Kuttner, Künstler, Dr. Klee, Dr. Löwen stein, Landa, Litte, Otto Meier, Nietisch, Ruben, Stelling, Dr. Witte. Tagesordnung in allen Kundgebungen: Die ReichspräsidentenwahlDeutschlands Schicksalstag! betrogen worden sind. Mit ähnlichen Tricks sucht die Gaunerin auch alte Frauen heim. Nach übereinstimmenden Beschreibungen und an der Hand eines Lichtbildes ist sie jetzt festgestellt als eine der Kriminalpolizei schon vor früher her bekannte Sophie von der Heide, die zuletzt in der Belziger Straße gewohnt hat, von dort aber seit einiger Zeit verschwunden ist. Bor der Betrügerin muß dringend gewarnt werden. Mitteilungen über ihr Auftauchen an Kriminialkommissar Brebed im Polizeipräsidium. Schriftliche Bestellung der Ferienfonderzugkarten! Um das lästige Anstehen zur Erlangung der Fahrtarten für die Feriensonderzüge auszuschalten, beabsichtigt die Reichs bahndirektion Berlin, in diesem Jahre verfuchsweise ein schriftliches Bestellverfahren einzuführen. Die Richtlinien des neuen Berfahrens werden demnächst durch die Breffe und durch Bekannt machung auf den Bahnhöfen veröffentlicht werden. Das Bestellverfahren soll in folgender Weise organisiert werden: Bon einem noch zu bestimmenden Zeitpunkte ab werden Bestell- Formu Iare tostenlos bei den größeren Fahrkartenausgabestellen abge: geben. Die ausgefüllten Formulare sind entweder durch die Post ober direkt bei den für die Erledigung der Bestellung besonders hierzu eingerichteten Bureaus auf den Bahnhöfen einzureichen. Je der Einsender erhält schriftlichen Bescheid, ob und für welchen Bug er berücksichtigt werden tonnte. Die ersten Sonderzüge werden bereits im Juni verkehren. Die Neuerung dürfte beweisen, daß die Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft den Wünschen des reifenden Bublifums in jeder Weise entgegenzutommen bereit iſt. Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 22. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: Tiermärchen Ameisen. 3. Hähnchen.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Dr. Martin Ulbrich: Die Krüppelfürsorge der inneren Mission". 7 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Hochschulkurse). Dr. K. Th. Preuß: Glaube und Mystik in der Völkerkunde. 3. Vortrag: Die übernatürliche Macht und die religiöse Scheu. 7.35 Uhr abends: Vortragsreihe des Herrn Rechtsanwalts Dr. jur. Th. Tichauer: Die Entwicklung der internationalen Rechtsprechung". 3. Vortrag: Der internationale Schiedshof im Haag und seine Wirksamkeit. 8.05 Uhr abends: Volksliedes". 8.30 Uhr abends: Madrigale und Volkslieder. 1. a) InnsGeh. Reg.- und Oberschulrat Doblin: Die Entwicklung des bruck, ich muß dich lassen, Heinrich Isaac, b) Hoffnung, Jakob Kremberg, c), Villanella, Baldassaro Donati, d) Fahren wir froh im Nachen, Giovanni Gastoldi( Der Basilicachor, Dirigent: Pius Kalt). 2. a) Auf der Lüneburger Heide( Löns) Leopold Hassenkamp, b) Spielmannslied, aus dem Singspiel Die verstaubten Schuhe( Dr. Hjalmar Schacht, Reichsbankpräsident) Leopold Leop. Hassenkamp, d) Trauerode an den Mops( K. Katsch) Leop. Hassenkamp, c) Gesang des Zechers an den Mond( H. Neumann) Hassenkamp( Berthold Reißig. Lieder zur Laute). 8. a) Die Nachtigall. Mendelssohn- Bartholdy, b) Im Walde, Robert Schumann, c) Wohin mit der Freud? Friedrich Silcher( bearbeitet von ( Der Basilicachor). Riedel), d) Die Ungetreue, Volksweise, bearbeitet von Rob. Kahn 4. a) Morgen muß mein Schatz abreisen, altes Soldatenlied, b) Zwei Altberliner Lieder aus„ Nante", nach Adolf Glaßbrenner, frei bearbeitet von Fr. Friedmann- Fredrich, für die Laute von B. Reißig: 1. Frühlingslied ,, 2. Was man aus Liebe tut, c) Der Gummibaum, Verfasser unbekannt( Berthold Reißig). 5. a) Die Verschmitzte, nach einer Volksweise bearbeitet, Georg Schumann, b) Spielmannslied, Volksweise aus dem 16. Jahrhundert, bearbeitet, Röntgen, c) Buhköken von Halberstadt, niederdeutsches Kinderlied, bearbeitet, Ed. Grell, d) Reiten lassen, Otto Nicolai( Der Basilicachor). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Etté- Tanzorchester. von Weysar. 1. Die Rehmutter. 2. Der Maulwurf und die Der Schwarzweißrote Christus. und bar jeder Selbsterkenntnis sind die Förderer des Rückschrittes jederzeit bereit, selbst das ihnen scheinbar heiligste für ihren Bartei[ pettafel zu mißbrauchen. Es gibt doch noch Pfarrer, welche verstehen, Jesus von Nazareth das Hakenkreuzbanner mit notwendigem Schwung in die Rechte zu drücken. Man schrieb uns darüber: Der Fanatismus der Reaktion kennt keine Grenzen. Skrupellos B ,, Die kleine Dorfkirche eines im Vorortbereich Berlins liegenden fleinen Ortes war festlich geschmückt. Sollte doch die diesjährige Einsegnung stattfinden. Biele Leute, die mancherlei Hemmungen wegen fonft nicht in die Kirche gehen, hatten sich hierzu eingefunden. Gerade für diese sollte der Tag, es war der Sonntag der Reichspräsibentenwahl, zu einem Erlebnis werden. Ihre erstaunten Augen jahen nämlich, daß über dem Altar zu beiden Seiten des Getreuzigten zwei Kranzschleifen hingen in den Farben Schwarz- Weiß Rot. Wundervoll zu diesem Bilde paßte die Bredigt des Paftors über die Liebe der Kinder zu den Eltern, die Liebe zu den Rächsten, die Liebe zu allen Menschen( ob der Feindbund" hiervon ausgeschlossen ist, verriet der Herr Pastor leider nicht). Aber die Augen der Anwesenden sollten noch größer werden, als der Pfarrer in sein Gebet einschloß, die Gemeinde sollte mit ihm dafür beten, daß aus dem Wahlkampfe ein christlicher und deutscher Mann als Oberhaupt des Deutschen Reiches hervorgehe. Ich stelle die Frage: Was ist Amismißbrauch? E. D." Dieser schwarzweißrote Diener Gottes ist von ganz besonderer Qualität. Sein Gott des Hochschutzolls und der 100prozentigen Agrarindustrie scheint allerdings durch allzu häufigen Anruf ein wenig beschädigt zu sein. Das Jarres- Gebet hat nicht ganz geklappt. Er sollte die Berbindung auf Dichtigkeit nachprüfen lassen. Dem streitbaren Sohn der Kirche ist angelegentlichst zu empfehlen, fich für den greisenhaften Militär mit mehr Inbrunst ins Zeug zu legen. Die Kirchenbehörde bezahlt ihn ja dafür. Vom diesjährigen Luftverkehr. Am letzten Montag wurde der diesjährige Luftverkehr mit deutschen Flugzeugen auf den innerdeutschen und von Deutschland ausgehenden öffentlichen Luftverkehrsstrecken regelmäßig wieder aufgenommen. Entsprechend den bekannten Fortschritten, die der deutsche Luftverkehr und Flugzeugbau in letzter Zeit erzielen fonnte, hat auch das Luftverkehrsnez einen erheblichen Ausbau erfahren, der fich sowohl in einer Berdoppelung und starten Berdichtung des Luftverkehrsnezes, als auch im Einsatz von Großflugzeugen auf verschiedenen wichtigen internationalen Durchgangsstreden ausdrückt. In erster Linie werden die neuen Junters Bertehrsgroßflugzeuge auf der von Schweden ausgehenden Strecke Malmö- Hamburg- Amsterdam- London und auf der von Trans- Europa- Union betriebenen Linie Zürich- München- Wien eingefeßt. Eine furze Busammenstellung der wichtigsten, mit Junkersflugzeugen betriebenen ufipertehrsftreden ergibt folgende Uebersicht: Berlin- Leipzig- Fürth- München( 5 Stunden, Preis 100 mt.) Berlin- Danzig- Königsberg( 5 Stunden, Flugpreis 80 Mart). Königsberg- Memel- Riga- Reval- Helsingfors( 8% Stunben, Flugpreis 150 mt.). Genf- Lausanne- Zürich- München ( 5 Stunden, Flugpreis 100 Mt.). München- Wien- Budapest ( 6 Stunden, Flugpreis 90 Mr.). Dresden- Berlin- WarnemündeMalmö( Kopenhagen)-Göteborg- Dsla( 10% Stunden).( Dresden -Berlin 35 Mr.).( Berlin- Malmö 80 Mt.). Malmö- Kopenhagen -Hamburg- Amsterdam- London( 11 Stunden, Kopenhagen- Hamburg 60 Mt., Hamburg- Amsterdam 80 Mt.). Berlin- Stettin ( 1 Stunde Flugpreis 30 mt.) Hamburg- Bremen- RuhrgebietFrankfurt- Stuttgart- 3ürich( 7% Stunden) Berlin- BreslauGleiwig( 4 Stunden, Preis 60 Mt.) plus 3090 mt.). GleiwigBreslau- Görlig- Dresden- Leipzig- Erfurt- Caffel- Ruhrgebiet ( elf Stunden, Preis pro Teilftrede ca. 30 mt.). Berlin- LeipzigErfurt Frankfurt( 4% Stunden, Breis 90 mt.). Berschlechterung im Befinden Kutiskers. Das Befinden des nunmehr seit vier Monaten in Untersuchungs. haft befindlichen Generaldirektors Iwan Kutister soll sich erheblich verschlechtert haben, so daß die Berteidigung beantragt hat, den bekannten Internisten Professor Dr. Zinn vom Städtischen Krankenhaus Moabit als behandelnden Arzt zuzulaffen. In lebereinstimmung mit dem Untersuchungsrichter hat die Straffammer gestern diesen Antrag abgelehnt, weil zurzeit ein Bedürfnis zur weiteren privatärztlichen Untersuchung und Behandlung Kutisters nicht vorhanden sei. Die Haftentlassungsanträge der beiden Söhne Rutisters find inzwischen auch von der Beschwerdekammer mit der Begründung abgelehnt worden, daß die Angeklagten Aus. länder feien, daß mit Rücksicht auf die Höhe des der Seehandlung entstandenen Schadens strenge Bestrafung zu erwarten sei. Dem Leistung einer Sicherheit beseitigt werden würde, da nach dem Ergemäß läge luchtverba cht vor, ber auch nicht durch die fich und feine Söhne erhebliche Beträge des betrügerisch erlangten gebnis der Ermittlungen anzunehmen sei, daß Swan Kutisfer für Geldes im Ausland angelegt habe. Für den neunzehnjährigen Mag Autister hat Rechtsanwalt Dr. Herbert Fuchs gegen diese Entscheidung weitere Beschwerde beim Straffenat des Kammergerichts eingelegt und hierbei besonders darauf hingewiesen, daß die Annahme, die Kutisters hätten Geld ins Ausland geschafft, ein Hirngespinst wäre. Iwan Kutister sei ausbrücklich bereit, der Staatsanwaltschaft Generalvollmacht zur Erhebung aller angeblich vorhandenen Auslandsguthaben zu erteilen, und jederzeit im Konkursver fahren den Offenbarungseid dahin zu leisten, daß er außer den aus der Borbolschewistenzeit stammenden Vermögenswert in Rußland feinerlei Geld oder Geldeswert im Auslande befize. Züchtigungsrecht Erwachsener gegenüber fremden KindernDie Preußische Gemeindezeitung" bringt in ihrer Nr. 11 vom 11. April 1925 ein sehr beachtenswertes Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 4. Oftober 1922 108/22. Ohne in eine Ere örterung der Frage eintreten zu wollen, ob es überhaupt Kinder gibt, deren Erziehung zu brauchbaren Menschen ohne Büchtigung nicht erreicht werden kann und sich darum die Züchtigungspflicht rechtfertigt, ist das Urteil doch nach zwei Seiten von großer Bedeutung. Diese sind: das in demselben ausgesprochene Büchtigungsrecht der Erwachsenen gegenüber fremden Kindern und die Einschränkung, daß die dritte Person die Züchtigung in gehörigen Grenzen ausübt. Das Urteil des Oberlandesgerichts lautet: Unmittelbar ist durch Gesez eingeräumt. Wohl dagegen steht dem Vater ein Züch nicht Erwachsenen ein Züchtigungsrecht gegenüber fremden Kindern tigungsrecht gegenüber seinen Kindern zu. Diefer aber hat nicht ein Büchtigungsrecht, sondern auch, und zwar der Allgemeinheit gegenüber und im öffentlichen Intereffe, die Büchtigungspflicht, wenn es fich um Ungezogenheiten handelt, durch die dritte Personen von den Kindern belästigt werden. Denn die Allgemeinheit hat einen fcnen, vor Ungezogenheiten der Kinder geschützt werden. Soll die Anspruch darauf, daß sie als solche, und auch einzelne dritte BerSüchtigung ihren Erzieherzwed erfüllen, fo muß fie regelmäßig ber Unart auf dem Fuß folgen. Ein seiner Erziehungspflicht beRind durch eine Ungezogenheit eine dritte Person belästigt und er wußter Bater wird auch damit einverstanden sein, daß, wenn sein felbst zur Ausübung der erforderlichen Züchtigung nicht anwesend und nicht alsbald erreichbar ist, die verlegte dritte Person in seiner Bertretung die gebotene sofortige Büchtigung in den gehörigen Grenzen ausübt. Die dritte Berson darf auch in solchen Fällen das Einverständnis des Baters vermuten. Sollte der Bater nicht zuftimmen und auch diese nicht zustimmung erkennbar sein, so würde bas in analoger Anwendung des§ 679 BGB.( Geschäftsführung) ohne Auftrag) niedergelegten Rechtssages nicht in Betracht kommen, da es sich bei der alsbaldigen Vornahme der Züchtigung um die im öffentlichen Interesse gelegene Erfüllung seiner Pflicht als Bater handelt." " Deutschlands Schicksal. Unsere Wählerversammlungen. Im Ledigenheim Pappelallee sprach Genoffe Landtagspräsident Bartels. Der erste Wahlgang hat, wie vorauszusehen war, so führte er aus, teine flare Entscheidung gebracht. Nachdem man den angeblich Besten aller Deutschen", Jarres, so schmählich in die Ece. gestellt hat, hat man einen ausgesprochenen Militär zum Kandidaten gepreßt. Die Rechtsparteien versuchen für all die hinter uns liegenden schweren Zeiten die Republik und die Revolution verantwortlich zu machen. Wenn man aber der Sache auf den Grund geht, so fann man sehr bald das Gegenteil feststellen. Hindenburg war gegen einen Verständigungsfrieden und gegen die Abkürzung des Krieges. Hindenburg bekam der Krieg ja nach seinen eigenen Worten wie eine Badetur, die für ihn so lange dauern sollte, bis alle von uns besiegt seien. Solch einen weltfremden Greis will man heute an die Spitze der Republik stellen. Die Politik wollen natürlich die Rechtsleute für ihn besorgen. Hinter der Kulisse Hindenburg soll der Weg geebnet werden zur Monarchie. Es gilt, Hin denburg eine entscheidende Niederlage zu bereiten. Hindenburgs Niederlage wird die beste Gewähr dafür sein, daß die Arbeiter nicht wieder wie in der Monarchie Staatsbürger dritter und vierter Klasse werden. Darum am 26. April teine Stimme für den Monarchisten Hindenburg! Jede Stimme für den Republikaner Wilhelm Mart. Die Versammlung zollte dem Redner starken Beifall und verzichtete auf jede Diskussion. Sie schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Republik und die Sozialdemokratie. In einer start besuchten Wählerversammlung am Dienstag in Friedrichshagen bezeichnete Genosse Bictor Schiff die Aufstellung Hindenburgs als ein Verbrechen an der deutschen Nation. Einmal aus außenpolitischen Gründen, da diese Nominierung einen sehr üblen Eindrud in der ganzen Welt gemacht hätte, der sich im Falle feines Sieges zur Katastrophe steigern würde; andererseits aus innerpolitischen Gründen, denn die Wahl des Militaristen und Monarchisten Hindenburg würde die Arbeiterschaft dem Staat wieder völlig entfremden, den sie seit der Revolution als ihren Staat Schwarz- Rot- Gold heraus! Vorträge, Vereine und Versammlungen Die Manager der Hindenburg- Kandidatur haben es am Sonntag bei der Schaustellung des alten Feldmarschalls vor der ausländischen Presse nicht gewagt, auch nur eine einzige schwarzweißrote Fahne zu zeigen. Sie haben ihre Fahne vor dem Ausland gestrichen, weil sie zu jeige find, ihre wahre Gesinnung vor der ganzen Welt zu offenbaren. Republikaner, gebt ihnen in den nächsten Tagen die richtige Antwort. Jeder Republikaner muß von heute bis nach Beendigung der Wahl das schwarzrotgoldene Panier hijjen, in dessen Zeichen wir mit Wahl das schwarzrofgoldene Panier hijjeu, in dessen Zeichen wir mit Wilhelm Marg über Hindenburg und seine Clique fiegen wollen. Wer außerdem noch Gelegenheit hat, ein Werbeplatat für unseren Präfidentschaftskandidaten anzubringen, möge jich solches im Gaubureau des Reichsbanners, Berlin S. 14, Sebaftianstraße 37/38, abholen. Deutschland und Südamerika. Die große füdamerikanische Zeitung La Prensa" hatte gestern zur Eröffnung ihres Lesezimmers, Kurfürstendamm 222, eingeladen. Anwesend waren neben dem Minister des Aeußern Stresemann ber spanische Botschafter und die Vertreter der verschiedenen jüdamerikanischen Staaten. Der Borsigende des Deutsch- Argentinischen Zentralver bandes hielt eine fleine Ansprache, in der er die wirtschaftliche und bandes hielt eine kleine Ansprache, in der er die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung einer argentinisch deutschen An. näherung hervorhob. Außerdem waren noch Vertreter der Induftrie, der Wissenschaft, der Technik und der Journalistik anwesend. Achtung, Arbeiterfänger! Riebertafel Best" nnd Schöneberger Männerchor Freundschaft nehmen vollzählig an der Beranstaltung der Bartei, die beute abend in den Spichernsälen stattfindet, teil. Beginn pünktlich 7, Uhr. Untoften werden vergütet. ſchäßen und zu lieben gelernt hätte. Deshalb sei ber einzige wahre Parteinachrichten nationale Kandidat nicht Hindenburg, sondern Wilhelm Marr. Die freche Spekulation der Deutschnationalen auf die Dummheit der unpolitischen Wählermassen werde an der Geschlossenheit und Disziplin der republikanischen Wählerschaft scheitern. Eine Diskussion fand nicht statt. Am Donnerstag findet am selben Ort eine Boltsblod- Rundgebung für Marg statt." Kurz, aber um so eindrucksvoller war die Versammlung in den Arminius- Sälen, wo Genosse Dr. Lohmann sprach. Die Arbeiterbevölkerung der Moabiter Borstadtgegend war start vertreten, der Saal bis auf den legten Blaz gefüllt. Die überzeugenden, temperamentvollen Ausführungen des Redners ließen feinen Widerspruch auffommen; wer soll auch widersprechen, wo es um die Republik geht? An die Frauen wendet sich Lohmann, die selbst ihrem Gefühl nach. Hindenburg nicht wählen tönnten. Hindenburg, Monarchie, Krieg: welche Mutter will das? Welcher Mann will die Kandidatur Hindenburgs unterſtüßen, der eingeschriebenes Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei ist? Der Stampf geht um die Republit. Marg ist unser Randidat, ihm geben wir unsere Stimme. Reine gegnerischen Diskussionsredner fanden sich, fein Widerspruch, nur lebhafteste, tausendfache Zustimmung wurde laut. Ein brausendes Hoch auf die Republik schloß auch diese Wählerversammlung.. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, zu richten 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Donnerstag, den 23. April, 7½ Uhr, Boltsblockverfammlung in Herolds Festfälen, Mariendorf, Chauffeeftr. 287. Redner: Gen. Zitte, sowie Rebner der Rentrums. und Demokratischen Bartei. Heute, Mittwoch, den 22. April: 8. Abt. 7% Uhr außerordentl. Bezirksführersigung bei Ridert, Steinmet Straße 36a. Jeder Bezirksführer muß erscheinen! 21. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung Schulaula Plantagenftr. 15/17. Neuwahlen. 40. Abt. 7% Uhr bei Reufer, Sagelberger Str. 20a, Abteilungsversammlung. Einteilung der Wahlarbeit. 44. Abt. Fahnen Schwarz- Rot- Gold" find fäuflich zu haben bei Eichberg, Reichenberger Str. 6. 46. Abt. 7 Uhr Schulaula, Staliger Str. Besprechung der Funktionäre und Bezirksführer. 101. Abt. Treptow. Seute ab 6 Uhr an bekannter Stelle Flugblattverbreitung und Empfangnahme der Sandsettel für die öffentliche Bersammlung am Freitag. 121. Abt. Karlshorit. 8 Uhr bei Sausmann Aur Rennbahn", Toestowallee 94. 139. Abt. Tegel. 8 Uhr Lotal Schade, Berliner Str. 17, Mitgliederversammlung. sungfozialisten Charlottenburg. 8 Uhr Jugendheim, Rosinenstr. 4. Bortrag: Kurze Besprechung der Wahlarbeiten. Tagesordnung: Jahres- und Kaffenbericht, Neuwahl ber Abteiungsleitung. Wir und das Rontorbat." Mahlsborf. 124. Abt. Abends 8 Uhr, öffentliche Wählerversammlung im Lokal E. Anders, Bahnhofftt. Ref.: Gen. B. Schiff. Morgen, Donnerstag, den 23. April: 4. Abt. Treffpunkt der Genoffen und Genoffinnen 7% Uhr bei Lötschert, Neue Friedrichstr. 108, aur Einteilung ber Wahlarbeit. 44. Abt. Abholung der Verteilung der Wählerin ab 5 Uhr bei Eiffert, Dranienstr. 196. 67. Abt. Grunewalb. 8 Uhr Abfeilungsversammlung Lotal Subertusbaber Straße 8. Einteilung der Wahlarbeiten. In einer sehr gut besuchten Wahlversammlung der 39. und 48. Abteilung, Kreuzberg, die im Alexandriner", in der Alegan brinenstraße stattfand, legte Genoffe Liebte tlar, meshalb politische Bernunft und wirtschaftliche Notwendigkeit uns zwingen, am 26. April den Republikaner Wilhelm Marg zu wählen. Ungesichts der allgemeinen Situation war es leicht, die Bersammlung Don dem Unfug der Hindenburg- Kandidatur zu überzeugen. Spricht doch die Tatsache ihrer unabsehbaren Schäden für sich. Ein furzer Bilmersdorf. 69. Abt. 7% Uhr bei Andreas, Bfalsburger Str. 55. Ginteilung Rüdblid auf die glorreiche" Bergangenheit und die furchtbare Kriegsepoche beftärtte die lebhafte Zustimmung findenden Worte des Referenten, der ebenso die Kandidatur Thälmann als fommunistische Kurzsichtigkeit tabelte und die dadurch entstandene Zerrissenheit der deutschen Arbeiterschaft bedauerte. Die Versammlung befundete durch reichen Beifall, daß sie in einem alten Feldmarschall nicht ben Retter" steht und deshalb flugerweise den bewährten Demofraten Marg wählen wird. Die würdig verlaufene Bersammlung schloß mit einem brausenden Hoch auf die Sozialdemokratie. * Nachdem am Montag abend die Kameradschaft Mitte des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold einen Werbeumzug für den Kandidaten des Boltsblods Marg in den Straßen des Bentrums veranstaltet hatte, wartete gestern abend die Kameradschaft Kreuzberg mit einer gleichen Veranstaltung auf. Die Reichsbanner leute versammelten sich zahlreich auf der Fontane- Bromenade. Unter Borantritt einer starten Musikkapelle setzte sich der Zug in Bewegung. Die Straßen des südöstlichen Stadtbezirks wurden durchzogen. Eine große Menschenmenge begleitete ständig den Zug. Oftmals war das Reichsbanner Gegenstand Iebhafter Ovationen. Jubelnde Zurufe und frohes Tücherschwenken aus der Bevölkerung zeigten immer wieder, wie gerade hier die Bewohner zu der Kandidatur Marr stehen. Erst in den späten Abendstunden löste sich der Zug an feinem Ausgangspunkt auf. Ein Wettbewerb für das städtische Meffegelände. Das Städtebauamt der Stadt Berlin teilt mit: Der Magistrat hat in feiner legten Sigung der Ausschreibung eines Wettbewerbs für die Ausgestaltung des Ausstellungs- und Messegeländes zugestimmt. Für die Ausschreibung sollen 50 000 m. bereitgestellt werden. Lernt Esperanto! Wer Bolterverständigung will, muß sich auch des internationalen Verständigungsmittels Esperanto bedienen tönnen. Gründ ichen Esperanto- Unterricht erhalten Junge und Alte in den wa blfreien Kursen der städtischen Berufsschule Charlottenburg, Rofinenftr. 14, jeden Dienstag und Freitag, Anfänger 6,20-8, Fortgeschrittene 8,10-9,50. Teilnehmergebühr für das ganze Halbjahr April- September 4,80 R. Anmeldung in der Geschäftsstelle der Schule. Den Unterricht erteilt Ben. Sturt Schuls. der Wahlarbeit. 72. Abt. Nidyt heute Mittwoch, fondern Donnerstag 7 Uhr Abteilungsversammlung bei Schäfer, Auguftaftr. 31. 82. Abt. Stegli. 7% Uhr Boltsblodbersammlung. Leitung: Demokratische Bartel. 83. Abt. Sichterfelbe. Die Mitali ben ersucht, an ber Berfammlung des Boltsblods in der Aula Oberrealschule, Ringste., 7 Uhr teilzunehmen. Ref.: Gen. Rurt Sola. Ver Reichspräsident des Boltsblods. Nach der Versammlung treffen sich die Genoffen au einer wichtigen Be fprechung bei Rattun, Bäteftr. 7. 86. Abt. Marienbort. Die Funktionäre holen die Sandzettel für die Rundgebung am Donnerstag bei Niendorf ab. Reukölln. 89. Abt. 7% Uhr Ergtrazahlabende: 1. und 5. Bez.: Brofe, Sanderfiraße 10, 7. bis 10., 18., 19. Bez.: Schulz, Sobrechtftr. 64, 6., 11., 12. Bez.: Gräfer, Bannier, Ede Pfligerstr. 93. Abt. Abends 7 Uhr bei Ruppel, Raiser- Friedrich- Straße 171/72, Funktionärsigung. Die Bezirks. führer Taben bagit ein.-94. 16t. 7% Uhr Funktionärsihung bei Schröder, Steinmenftr. 52. 95. Abt. 7 Uhr Sigung aller Funktionäre bei Gustmann, Steinmekftr. 78. Jeder Bezirk muk vertreten sein. Einladen. 104. Abt. Ricberschöneweibe. Die Genoffen und Genoffinnen nehmen gefchloffen an der Rundgebung des Reichsbanners teil. Sauptausgang des Bahnhofs. 1 Donnerstag 6% Uhr am 140. Abt. Borsigwalbe. 7% Uhr Lokal Sender, Räusch, Ede Ernststr. Mit. banen. Pünktlich 7 Uhr im Siegeskrans" wichtige Mitgliedergliederversammlung. Wichtige Tagesordnung.. verfammlung. " 32. Abt. Alle Bezirksführer teilen ihre Genoffen zum Plakatstehen am Sonntag ein und treffen sich am Freitag 7 Uhr mit den Gruppenleitern zur Besprechung bei Rromphard, Grliner Weg 49. Den Gruppen steht Klebematerial ab Mittwoch bei Kromphard zur Verfügung. Jugendveranstaltungen. Garten ür unseren Raijugendtag. April- Führer und Jugendinternationale Achtung, Abteilungstaffierer! Seute von 5-7 Uhr Abrechnung. Achtung, Abteilungsleiter, rechnet die Frühlingsfeiertarten ab und holt die find erschienen. " Heute, Mittwoch, den 22. April, abends 7% Uhr: Webbing: Schule Ruhepl., Ede Antonstr., Vortrag: Altohol und Nikotin". Baltenplag: Gruppenabend findet erst am Freitag, den 24. April im Jugendheim Tilsiter Str. 4, statt. Sübost R.- B.: Jugendheim Reichenberger Straße 66. Vortrag: Sygiene und Rörperpflege." Lantwig: Der Vortrag Alt- Berlin" wird am Mittwoch, den 29. April, gehalten. Friedrichshagen: Rieber Jugendheim Scharnweberstr. 105. Bortrag: Das Gozialistengefeg." onewelbe: Jugendheim Berliner Straße 31. Vortrag: Unser Weg und Friebrichsfelbe: Jugendheim Berliner Straße 45. Bor unser Riel." 1. Seil. trag: Das Weltall." Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14; Gebaftianstr. 37/38. Sof 2 It. Gauvorstand! Donnerstag, den 23. April, abends 7 Uhr, Antreten der Kameradschaften: Mitte, Tiergarten, Wedding auf dem Neuen Markt, Tempelhof und Schöneberg am Bahnhof Tempelhof, Charlottenburg und promenade, Neukölln um 6½ Uhr am Bahnhof Hermannstraße, Rusammentreten Wilmersdorf am Wilhelmplak in Charlottenburg, Kreuzberg in der Fontane mit Kreuzberg um 9 Uhr am Sermannplak. Freitag, den 24. April, abends 7 Uhr, Prenzlauer Berg, Weißensee, Pankow in der Bornholmer Straße, Ede Schönhauser Allee, Friedrichshain und Lichtenberg am Bahnhof Frankfurter Allee, Schöneberg und Tempelhof am Bahnhof Ebersstraße, Wilmersdorf und Charlottenburg am Fehrbelliner Blak, Kreuzberg am Hermannplag, Neuköün um 6 Uhr in den Ruglokalen. Die Kameradschaften müssen im Laufe des heutigen Tages Bahlmaterial im Gaubureau abholen. Kamerabschaft Fried. richshain. Mittwoch, den 22. April, abends 7 Uhr, Treffen Landsberger Allee, Ece Petersburger Straße. Bannerkleidung und Fahnen. Donnerstag, den 23. April, abends 6½ Uhr, Treffen der gesamten Kameradschaft in Bannerfleidungen mit Fahne Bahnhof Frankfurter Allee. Der Turnabend fällt aus und findet dafür am Donnerstag, den 30. April, statt. Donnerstag, den 23. April, abends 7% Uhr, Turnen der gesamten Rameradschaft Turnhalle, Diestelmener Straße. Freitag, den 24. April, abends 6% Uhr, Treffen der gesamten Rameradschaft in Bannerkleidung mit Fahnen Bahnhof Frankfurter Allee. Kamerabschft Webbing. Donnerstag, den 23. April, abends 7 Uhr, Treffen der Jugendkameraden in der Turnhalle Lütticher Str. 4. Abends 7 Uhr, Antreten bei Müller, Uferftr. 12. Rameradschaft Bankow nebst Untergruppen. Donnerstag, den 23. April, abends 7 Uhr, Flugblattverteilung von den Zahlabenblokalen der SPD. Nachdem Treffen im Türkischen Belt. Untergruppen Karow und Buch Versammlungsschuk des Boltsblods in Buch. Freiiag, den 24. April, abends 7 Uhr, Treffen im Türkischen Relt. Untergruppe Niederschönhausen. Schuß der Bersammlung des Boltsblocks im Schloß Mittwoch, den 22. April, abends 7 Uhr, bei Krüger, Türrschmidtstraße, AnSchönhausen bei Schönherr. Kamerabschaft Bichtenberg nebst Untergruppen. treten mit Fahnen. Auch die Untergruppen haben zu erscheinen. Das Turnen fällt aus. Donnerstag, den 23. April, abends 6% Uhr, Antreten mit Fahnen Tiergarten. Donnerstag, den 23. April, abends 744 Uhr, Antveten mit Bahnhof Frankfurter Allee. Vollzähliges Erscheinen ist Pflicht. Rameradschaft Mittwoch, den 22. April, abends 6½ Uhr, Zugführer mit 4 Mann bei Burg erFahnen im Kleinen Tiergarten am Denkmal. Kamerabschaft Brenzlauer Berg. scheinen. Arbeitseinteilung und Material in Empfang nehmen. ben 23. April, Rundschreiben abholen. Donnerstag, Rameradschaft Wilmersdorf. Donnerstag, den 23. und Freitag, den 24. April, gemeinsam mit den Nachbartamevabfchaften große Umzüge mit Mufit. Näheres wird noch bekanntgegeben. Freitag abend außerdem Teilnahme an der Rundgebung im. Viktoriagarten, Wilhelmsaue. Kamerabschaft Steglik. Donnerstag, den 23. April, abends 7 Uhr, Antreten fämtlicher Rameraden am Marktplay in Steglig. Kamerab schaft Rieberschöneweibe Ortsgruppe Ablershof. Donnerstag, den 23. April, Treffen aller Rameraden, abends 6,10 Uhr am Bahnhof Adlershof zur Fahrt nach Niederschöneweide. Rameradschaft Neuenhagen- Hoppegarten- Virkenstein. Die Guppen Reuenhagen Hoppegarten, Niederheide sammeln sich Donnerstag, ben 23. April, abends 74 Uhr, Bahnhof Hoppegarten, Gruppe Birkenstein 7% Uhr, vor Lokal Maroinant aur republikanischen Rundgebung und Bolksverfammlung in Dahlwig, Saal Großwendt. Fahnen mitbringen. Kamerad schaft Bernau. Donnerstag, den 23. April, abends 7 Uhr, Antreten sämt licher Kameraden, auch der passiven, bei Modisch, Raiserstraße, zum Propagandamarsch durch Bernau und zur republikanischen Rundgebung im großen Saalbau Bellevue. Redner S. von Gerlach. Alle haben zu erscheinen. Sämt liche Fahnen find mitzubringen. Rameradschaft Röpenid und Untergruppen. Donnerstag, den 23. April, abends 7 Uhr, Treffen vor der Körnerschule in Köpenid, Gaalschuß. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Im Reichensaal der 6. Treptower Gemeindeschule, Wildenbruchstr. 53 III. Freitag, den 24. April, 8 Uhr: Probleme der Charakterkunde und Charaktererziehung".( Dr. Richard Müller- Fretenfels.) Eintritt fret! Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Ortsgruppe Schöneberg. Nächste Mit. gliederversammlung am Donnerstag, den 23. April, 8 Uhr, in der Schloßbrauerei Schöneberg, Hauptstr. 123. In der Gesellschaft für Segualreform spricht am Donnerstag, den 23. April, 8 Uhr, in der Schulaula Friedrichstr. 126( Oranienburger Tor) San.- Rat Dr. Magnus Hirschfeld über Segualität und Kriminalität" unter besonderer Berldfichtigung des neuen Strafgefehentwurfs. Fragebeantwor tung. Eintritt 50 Bfg. Gäfte haben Zutritt. Frühlingsfest ber Vegetarier- Bereinigung Berlin. Sonnabend, den 25. April, 7 Uhr, in den City- Hotel- Festfälen, Dresdener Str. 52. Arbeiter- Rabio- Klub: Gruppe Schöneberg. Donnerstag, den 23. April, 7,30 Uhr, Bastelabend und Ausammenkunft aller Mitglieber und werftätigen Radiofreunde bei Rosenthal, Schöneberg, Eberstr. 66. Gäste wiltommen. Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform i. B. V. Bezirk BrenzIauer Berg. Mitgliederversammlung: 27. April, 18 Uhr, bei Glieche, Kopenhagener Straße 74. 1. Vereinsangelegenheiten. 2.. Referat. 3. Fragebeant. wortung. Gäste willkommen. Vereinigung für Kunstpflege. Mittwoch, den 22. April, 8 Uhr, in der Aula bes Engeums Charlottenburg, Scharrenstr. 25, nahe der Schloßstraße, Filmvortrag des Kapitäns Gottfried Speckmann: ,, Mit dem Güdamerika. Dampfer von Bremen nach Brasilien." Mitwirkung: Das Charlottenburger Schrammel- Orchester. Gäste willkommen! Arbeitersport. 2. S. B. ,, Neptun". B. 1894. Am Donnerstag, den 28. April, findet die Sigung der weiblichen Mitglieber und am 2. Mai unsere Monatsver fammlung im Lofal von Dabertow, Gudrunstraße, Ede Sagenstraße, am 29. April Vorstandssigung im Lokal von Masello, Lichtenberg, Hauptstr. 6, ftatt. Beginn der Gigungen 8 Uhr. Die Jugend trifft sich jeden Dienstag im Jugendheim Bartaue in Lichtenberg. Anbaben am 17. Mai. Sportklub ,, Libertas 96" Charlottenburg. Freitag, den 24. April, Beginn cines neuen Rurfus im Jiu- Jitsu. Der Surfus findet abends 8 1hr in der Turnhalle der 15. Gemeindefchule Charlottenburg, Spreeftr. 24, ftatt. Anmeldungen werden dort entgegengenommen. Gäste willkommen. Touristenverein Die Naturfreunde", Zentrale Wien, Abt. Friedenan. Zufammenkunft im Jugendheim Offenbacher Str. 5a, 8 Uhr, Freitag, 24. April, Bortrag: Naturfreundebewegung und Gemeinschaftsleben. Arbetter- Radfahrer- Bund ,, Solidarität", Ortsgruppe Berlin. Am 19. April fanden die Ausscheidungskämpfe der Rennfahrer des 1. Begirls für die Arbeiter- Olympiade ftatt. Die Rennen wurden unter großer Beteiligung der Genoffen gefahren. Trop ungünstiger Witterung wurde fehr guter Sport geboten. Nachstehend die Ergebnisse: 1, Rennen: Stafettenrennen über 6 Km.. Sieger: Mannschaft der 2. Abt., 12 min. 55% Gef. 2. Rennen: 50 Km. Sieger: Alterfahrer H. Eichler, 6. Abt., 1 Std. 51 02. 29 Get. Gieger: Werner Mahlow, 6. Abt., 1 Gtb. 41 M. 40 Get. 2. Sermann Wegener, 6. Abt. 3. Erich Rielte, 4. Abt. Briefkasten der Redaktion. Seefelbt. Wählen darf nur, wer in die Wählerlifte eingetragen. Nur durch rechtzeitige Einsichtnahme sichert man sich sein Wahlrecht. B. G. 18/19. Es bestehen wenig Aussichten in diesem Beruf. Wenden Sie sich an eine der Flugverkehrsgesellschaften oder an die Junkerswerte in Deffau. Geschäftliche Mitteilungen. Wir möchten ganz besonders auf das heutige Inferat betreffs des durch feinen vorzüglichen Geschmack beliebt gewordenen Kapitän Rantabat hinweisen. Wetterbericht. Ziemlich beiter, aber veränderlich. Keine erheblichen Niederschläge. Zunächst noch fühl bei mäßigen nordöstlichen Winden. Deutschland. Im Nordwesten heiter und mäßig warm. Sonst veränderlich und ziemlich fühl. Jm Süden leichte Regenfälle. L Odol lbst im kleinsten Ort findet man Odol. as läßt sich von keinem anderen Mundwasser sagen. Nur ein wirklich gutes Mundwasser kann einen solchen Erfolg haben. Wenn man sicher gehen will etwas wirklich Gutes zu bekommen, dann muß man Odol nehmen und kein ebenso gutes" Mundwasser. Odol ist ein Produkt deutscher Wissenschaft, deutscher Technik, deutscher Arbeit. ELECT & Reaktionäre Steuerpolitik. Die Massenbelastung im Rechnungsjahr 1924/25. Bereits in unserer Sonntagsausgabe haben wir die wichtigsten| Anteil errechnet, den die Erträge der Massensteuern an den geErgebnisse der Steuerpolitik des Rechtsblocks gekennzeichnet. Diese famten Steuereinnahmen des Reichs erzielt haben. In den einfind jedoch so katastrophal für die Macher jener Politit, daß es not zelnen Monaten ergibt sich hiernach folgendes Bild: mendig ist, sie einer eingehenden Kritik zu unterziehen. Der Ausmeis des Reichsfinanzministeriums über die Einnahmen des Reichs an Steuern, Zöllen und Abgaben ist diesmal besonders wichtig, denn er enthält den Jahres ausweis. Der Ausweis für den Monat März zeigt einen kleinen Rückgang der Reichseinnahmen. Gegenüber 648 Millionen im Februar find sie auf 602 Millionen im März gesunken. Dieser Rückgang ist vor allem verursacht durch einen weiteren Rückgang der Umsatzsteuer, die im Februar 127 Millionen, im März aber nur 113 Millionen brachte, sowie der veranlagten Einkommensteuer, die von 61 Millionen auf 51 Millionen gesunken ist. Dagegen ist der Benag der Lohnsteuer weiter gestiegen und hat nunmehr mit 127 Millionen den höchsten Stand sowohl im Verlauf des letzten Rechnungsjahres als im Verhältnis zu anderen Reichssteuern erreicht. Der Anteil der gesamten Massenbelastung an den gesamten Reichseinnahmen ist gegenüber 65 Proz. im Februar wieder auf 69 Pro3. gestiegen. Der prozentuale Anteil an den Gesamteinnahmen betrug: 1924 April Lohn Steuer Umfag fteuer Rölle und MaffenBerbrauchs belastung fteuern 15 30 18 66 Mai 17 26 18 54 Juni 20 27 19 74 Juli 19 28 20 69 August 18 24 21 67 September 19 24 20 75 Oftober 18 29 19 67 November 18 23 21 65 Dezember 20 22 25 70 16 26 28 69 19 20 28 65 21 19 24 69 1925 Januar Februar März 2229 Diese Tabelle zeigt, daß aus der Massenbelastung in jedem Monat zwei Drittel bis drei Viertel der gesamten Reichseinnahmen auftamen. Im ganzen Jahre hat sie 70 Proz. des Gesamtauftommens gebracht. Der Anteil der Lohnsteuer beträgt in den einbis Ende des Rechnungsjahres start gestiegen, nämlich von 13 auf 21 Broz. Die Umsatzsteuer war die größte Einnahmequelle des Reichs, fie hat nicht weniger als ein Biertel aller Reichseinnahmen gebracht. Noch in den letzten Monaten erreichte ihr Anteil ein Fünftel. Wachsenden Anteil an den Reichseinnahmen haben insbe sondere die Zölle und Verbrauchssteuern. Dieser ist von 18 Proz. auf 24 Broz. gefstiegen und betrug im Durchschnitt des Rechnungsjahres rund 20 Broz. Mit dem Monat März schließt das Rechnungsjahr 1924/25, das zum erstenmal einen Ueberblick über die Entwicklung der Reichs- zelnen Monaten ein Siebentel bis ein Fünftel. Er ist von Anfang finanzen unter der Stabilisierung ermöglicht. Einmal zeigt dieser Ueberblick eine überaus günstige Entwicklung der Reichsfinanzen während des letzten Rechnungsjahres. Das Gesamtaufkommen erreichte, wie bereits berichtet wurde, 7312 Millionen Mark und übertraf dadurch den Voranschlag mit 5244 Millionen Mark um mehr als 2 Milliarden. Dann aber bestätigt sich erneut, daß diese günstige Entwicklung vor allem dem start gesteigerten Aufkommen aus der Daffenbelastung zu danken ist. Denn die Erträge der Lohnsteuer, der Umsatzsteuer und der Zölle und Verbrauchssteuern find meit stärker gestiegen als die der Besitzsteuern. Die Massen haben im letzten Rechnungsjahr rund 5 Milliarden Reichssteuern aufgebracht, aljo 1600 Millionen mehr als erwartet wurden. Die Massensteuern haben den Voranschlag um 50 Proz., die Besigsteuern dagegen nur um 25 Broz. überschritten. Das Aufkommen aus der Massenbeloftung in den einzelnen Monaten geht aus folgender Uebersicht loftung in den einzelnen Monaten geht aus folgender Uebersicht hervor: Es brachten in den Monaten: Umfag Beförde gälle und Maffen ftener rungs Berbrauchs belastung fteuer fteuern in millionen Mart 406 Lohn fteuer 1924 April 80 156 18 93 347 Mai. 88 135 19 93 335 Juni 96 134 24 94 348 Juli 108 161 21 116 Auguft 107 139 23 127 396 . Septembr.. 113 145 66 124 448 Oftober 0 115 197 28 129 469 November. 120 158 21 142 436 Dezember. 126 140 22 158 446 126 9 201 26 175 528 Februar März 128 127 0 21 149 420 127 24 . 148 1925 Januar • 118 412 Danach haben Lohnsteuer sowie Zölle und Verbrauchsteuern thren Ertrag von Monat zu Monat geffeigert. Auch die UmsagSteuer hat bis in den Januar 1925 hinein ständig wachsende Erträge geliefert. Erst im Februar und März ist ihr Aufkommen infolge der Sentung des Steuerfages auf 1% Proz. zurückgegangen. Es ist aber zu erwarten, daß bei Wiederbelebung des in den letzten Monaten flauen Geschäftsganges aud) die Erträge der Umfaßsteuer eine erneute Steigerung erfahren. Im ganzen ist die Massenbelastung im März gegenüber dem April vorigen Jahres noch beträchtlich höher. Ein noch besseres Bild für die Bedeutung der Massenbelastung für die Reichsfinanzen ergibt sich, wenn man den prozentualen Schun Servus Theater, Lichtspiele usw. abannaor Terpentinware Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 7Ur: Carmen Opernhaus am Königsplatz Tägi. 7 Uhr: Cesar Borgia von Victor Hahn. 7½ U.: Die Bohème Else Heims. Bonn, Klein- Rohden, Loos, Schauspielhaus Th. Becker, Lange John Gabriel Dieterle, Starnburg Borkmann Friedenspreise Schiller Theater 7 Uhr: Napoleon Trianon- Th. Täglich 8 Uhr: Gr.Volksoper Yoshiwara im Theat. d Westens Arn. Korff, Costa 11 Uhr: Kaiser Titz Gastsp. Titta Ruffo Friedenspreise Rigoletto Kleines Th. Volksbühne 74, Uhr: Sakuntala Deutsch. Theater 7 Uhr Tågl. 8 Uhr Leopoldine Konstantin in Die Großfürstin Die hellige Johanna und der Zimmerkellner Kammerspiele 7 Uhr Friedens opreise Michael Kramer Residenz- Th. Die Komödie Tägl. 8 Uhr: Berfürstendamm 206/207 Eine 8 Uhr: Der sprechende Affe Theater 1. d. Königgrätzer Str. Komische Oper Direktion: James Klein Nachdem bereits 250 Aufführungen stattgefunden haben, sind folgende bedeutende Preisermäßigungen eingetreten: Parkett 3,50 Faut. 6, 2.Rang 2,50 3.Rang 1,50 Allabendlich 8 Uhr: Die weltbesprochene REVUE: Das hat die Welt noch nicht geseh'n 30 Bilder! 250 Mitwirkende! galante Rose- Theater Nacht 78% Uhr 8 Uhr Franziska Friedenspreise 3 Paar Schuhe Komödienhaus 8 U. Das silberne Kaninchen Berliner Theater 7.30 Uhr. Anneliese v. Dessu SCALA 8 Uhr: VARIETEREVUE Apollo- Theater 8 U Dir: James Klein 8U Die Nächte v. Paris Gr. Ausstattungsoperette Ueber 100 Mitwirkende Preise 2 bis 10 Mk. Vorverk ununterbr geöffnet Der Reichsfinanzminister hat erst neuerdings wieder die Ermäßigung der Lohnsteuer mit Rücksicht auf die großen Einnahme ausfälle, die sich daraus ergeben würben, abgelehnt. Weil die Lohnsteuer so große Erträge bringt, dürfe sie nicht abgebaut werden. Gleichzeitig aber ermäßigt man die Einkommensteuer der Beranlagungspflichtigen, die noch nicht halb soviel gebracht hat wie die Lohnsteuer. Und nebenher findet man immer noch Geld in Form der Rückzahlungen auf die Landabgabe fortzusehen. Im März find abermals über 500 000 Mark auf diese Weise in die Taschen der Landabgabe aufgekommenen 42 Millionen find damit bis heute mehr Steuerspekulanten zurückgeflossen. Von den insgesamt aus der als 31 Millionen wieder zurüdgezahlt worden, und zwar zum größten Teil an diejenigen Steuerpflichtigen, die diese Beträge niemals gezahlt haben. Die neuen Steuerpläne der Reichsregierung beweisen, daß man an dieser unsozialen Steuerpolitik festhalten will. Würde der Reichsblock bei der Präsidentenwahl siegen, dann wird ihm diese Absicht auch gelingen. Der Sieg der Republikaner ist deshalb die Voraussetzung für eine foziale Steuerpolifit, für den Abbau der Maffenbelastung und die ausreichende Heranziehung der Befihenden, insbesondere der Inflationsgewinnler, zu den Staatslasten. Preußische Zentralgenossenschaftskaffe. Das zentrale Kredit- und Geldausgleichsinftitut der deutschen Genossenschaften, die Preußische Zentralgenossenschaftskaffe, meist kurz Breußenfaffe genannt, legt ihren ersten Geschäftsbericht nach ihrer Umstellung auf Goldfapital und ihrer Umwandlung in ein gemischtwirtschaftliches Unternehmen vor. In der Ausschußfizung machte Präsident Semper folgende Angaben über die Entwicklung und Kreditversorgung der Genossenschaften: Die Genossenschaften haben im letzten Jahre fräftig mit dem Neuaufbau begonnen, nachdem der Währungsverfall zuvor jede geldliche Grundlage zerrüttet hatte. Die Goldmartumstellung ist durchgeführt; diejenigen Spar- und Darlehnekassen, die dem Währungssturz erlegen waren, find mit Hilfe der genossenschaftlichen Zentraltassen und der Preußenfasse wieder in Tätigkeit gesezt worden, neue Servus Central Theater 7% Uhr: Die versunk. Glocke Deuts Opernhaus 11, Uhr: Wenn ich ALHALLASpargelder beginnen ihnen in immer fteigendem Maße zuzufließen. Die genossenschaftlichen 3entral waren. anstalten haben einen erheblichen Vermögensteil in die neue Wahrung hinüberbringen fönnen und bei den Zentralund Einzelfreditgenossenschaften sind jezt ebenfalls wieder mehr oder minder große Vermögen vorhanden. Allein das Eigenvermögen der mit der Preußenfasse arbeitenden Zentralgenossenfchaftstassen beträgt nach der Umstellung 113 Millionen Marf bei einer Haftsumme von 763 Millionen Mark, wobei die Zehn tausende von Einzelgenossenschaften, von denen der größte Teil auf der unbeschränkten Haftpflicht beruht, nicht berücksichtigt sind. Die in der Sigung gegebenen Zahlen zeigen ein ständiges Anwechsen der Kreditansprüche, in erster Linie seitens der landwirtschaftlichen Kreise. Anfang 1924 betrugen die von der Preußischen Zentralgenossenschaftstasse eingeräumten Wechselfredite 65,4 millionen Marf, von denen 35,3 Millionen Mark auf die Genossenschaften vorwiegend ländlichen Charafters, 17,4 Weillionen auf die Genossenschaften vorwiegend städtischen Charakters und 12,7 Millionen auf die sonstige Kundschaft( landschaftliche Banten, Landesbanken) entfielen. Ende März 1925 waren seitens der Preußischen Zentralgenossenschaftstasse an Krediten zur Verfügung gestellt 1. den Genossenschaften vorwiegend land. wirtschaftlichen Charakters 2. den Genossenschaften vorwiegend städtischen Charakters 3. der sonstigen Kundschaft. 726,6 Mill. Mr. 89,2 102,0 insgesamt 917,8 Mil. M. Es ist anzunehmen, daß die Krediteinräumungen demnächst 1 Milliarde Mark erreichen werden. Neben den Wechselkrediten ist die Anstalt nach Anwachsen der eigenen Mittel und der Deposilen auch wieder zur Kreditgewährung in laufender Rechnung übergegangen. Durch Eingreifen des preußischen Staates und anderer Landesregierungen vermochte sie ferner etwa 72 Millionen zwed's Linderung der Ernteschäden vom Sommer und Herbst 1924 als landwirt zu 6 Proz zur Verfügung stehen. Sonderkredit zu 5% Proz. Jahreszins auszuleihen, die dem EinzelDie Preußenkaffe spricht sich im übrigen besonders aus bankWichtig ist die Feststellung, daß die Anstalt schon jetzt die Belastung technischen Gründen scharf gegen die sogen. Sondertredite aus. der Landwirtschaft mit furzfristigen, vorläufig nicht rückzahlbaren Krediten für bedenklich halt und die Umwandlung dieser Darlehen in langfristige Realkredite befürwortet. Statt dessen wilt bekanntlich das Reichslandwirtschaftsministerium noch weitere Personalkredite durch die Rentenbanttreditanstalt auf die Landwirtschaft loslassen, anstatt die Aufgabe dieses Instituts auf die Hypotheten beschaffung zu beschränken. Die Umjaziffern der Preußenfasse im Jahre 1924 be= 17,7 Milliarden im Jahre 1913. Im ersten Viertel 1925 betrugen auf beiden Seiten des Hauptbuches 26 Milliarden gegenüber laufen sie sich bereits auf 13 Milliarden. Einen besonders großen limfang hat das Bedfelgeschäft angenommen. Die Zahl der abgerechneten Wechsel betrug 1924 rund 886 400, d. h. mehr als das 8% fache des letzten Borkriegsjahres 1913. Ferner wurde die Notwendigkeit betont, daß die öffentlichen Gelder( Post, Eisenbahn) wie bisher der Preußischen Zentralgenossenschaftstasse dirett, ohne veiteuernde Zwischenstellen zufließen, und eine dahingehende Entschließung angenommen. Für das Geschäftsjahr 1924 soll eine Gewinnausschüt tung von 10 Pro 3. erfolgen. Der größere Rest des Reingewinns ( 3,48 von 4,58 Millionen Mart Gesamtreingewinn) murde zurüdgestellt. Die verfügbaren Eigenmittel der Anstalt belaufen sich Mart und sind damit dem Vorkriegstapital( 85,6 Millionen Mark) nach Durchführung der beschlossenen Einzahlungen auf 69 Millionen bereits sehr nahe gekommen. Das rheinisch- westfälische Kohlensyndikat ist nach langwierigen Berhandlungen nun doch erneuert worden. Ueber einige Einzelheiten der neuen Regelung wird noch beraten. Wenn diese vorliegen, werden wir die neue Syndikatsbildung kritisch würdigen. Mufitaufträge 12 übergibt man nur dem Nachweis des Deutschen Mufiler Berbandes Berlin O 27, Andreasstr. 21( Sönigstadt 4310). Geschäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbefuch muss man benutzen zum Stiefel putzen Tha ia- Th. Berband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Deutscher Metallarbeiter- Verband 7 Uhr: THEATER Der blonde Engel König wär... Weinbergswe, Metropol- Theater Rosenthaler Tor. 8 Uhr: Tausend süße Beindien Täglich 7% Uhr Neues Th. am Zoo EnsembleTägl 8 Uhr BABY Th. in Kommand. Str. Gastspiel des Deutsch. Künstlertheat. Tägl& Uhr Die Bar ant Montmartre Lustspielhaus 8 Uhr: Gaido Thielscher D. wahre Jakob Metropol Operettenhaus Uhr: Uschi Theaters von Jean Gilbert Casino- Theater Lothringer Str. 37 Tägi. 8 Uhr Nur noch b. 30. April Der große Schlager Gräfin am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Der blonde Traum Wallner Theat. 128 Uhr: Romeo u. Julia Der Oberschieber Mariza Traueripenden und das bunte Proramm. Ab 1. Mai Mädels vom OriginalKurfürstendamm Besetzung jeber Art lierert preiswert Paul Golletz. Robert Herrnfeld Ausstattung Mariannenstr. Lory Leux 3/4 Theater 84 Elly Hoffmann im Intimen Theater Bülowstr. 6. Nur eine Nacht Herrn feldiade i. 3A. Theater am Kottbusser Tor. Tägl. 8 Uhr und Sonntag nachm. 3 Uhr Elife- Sänger. Kolossales April- Programm schlager auf Schlager. Volk- tfimliche Preise Rennen zu Grunewald Mittwoch, den 22. April nachmittags 3 Uhr Rabreparaturen, fadigemäß, preiswür big. Salome, einmeistertraße sier. Inge Bleichen Bozina Bradsky Aunt Morigpl. 10303 KrauseFiliale Groß- Berlin. Freitag, den 24. April 1925, abends 6 Uhr, Achtung! Former und Gießereiim Gaal 4 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, Ordentl. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom 1. Quartal 1925. a) Geschäftsbericht. b) Raffenbericht. c) Bericht der Revisoren. 2. Maifeier 3. Berbandsangelegenheiten. Bollzähliges und pünktliches Erscheinen ist Pflicht! Ohne Berbandsausweis und Delegiertentarte tein Zutritt! Die Ortsverwaltung. 152/1] CIRCUS BUSCH Tagl.7, Stgs. a. 3U. Der große Erfolg der Saison: DIE BASTE GIOSE CIRCUMREVUE aych Zauch Busch Der velist. Circusspielpl. im Rahmen der Revue. Gustav Haizner Pianos Berl.Wasserfreuden Max Hansen Emil Guttmann Paul Morgan usw. Preise: 0.75-4.50M. Ufa- Palast am Zoo 7 and 9 Uhr: Wege zu Kraft and Schönheit Vorverkauf 11-2 Uhr. zur Miete Sontag halbe Preise! 3 Uhr: Ansbacher Str. 1. Inlerieren Feke Rurfürstetraßens bringt ERFOLG! Wer den echten 1071 12 1 6 2 RTEN Enrico Rastelli im Rahmen dug unerreicht April- Spielpl. S12. 3 halbe Prejse. Rauchen gestattet Reichshalien- Theater Allabendi 8 U. u. Sonntag nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Nachmittags halbePreis arbeiter der Firma Borsig! Heute, Mittwoch, den 22. April, vormittags 11 hr. im Cotal von Lehnhardt, Tegel, Berliner Straße: Versammlung Donnerstag, den 23, April, abends 7 Uhr, in den Sophiensälen", Sophienstr. 17/18: Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: 1 Bericht von den Lohnverhandlungen. 2. Einführung der Bautentontrolle 3 Stellungnahme zum 1. Mai. 4. Berbands- und Branchenangelegenheiten. Die Bertrauensleute unb Rommiffionsmitglieder treffen sich um 5 Uhr im ietbin Haufe Es ift Pflicht aller Rohrleger und Helfer, Au dieser äußerst wichtigen Bersammlung zu erscheinen Mitgliebsbuch legitimiert. Achtung! Drahtarbeiter Achtung! Donnerstag, den 23. April, abends volles Abendprogr. he, im Cotal von Wollschläger, Adalbertsle. 21: Dönhoff- Brett': Branchenversammlung April- Programm! Falkne.-Orchester onz.- Dir Wolf. u. Sachs Singakademie Mergen Donnerstag 8 Unr I. Konz. mit d. Philharm. Orch. Dir.: Richard Kapitän- Kautabak Schulze- Reudnitz auch nur einmal versucht ha wird ihn nicht mehr entbehren wollen. 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Gde trautenanfir Wtttwoch 22. �pril ,H25 Unterhaltung unö issen Vellage öes vorwärts Scherben bringen nicht immer Glück. f Von Theodor Schieferdecker. Dir saßen zu sieben recht gemütlich in unserem Abteil, als der Schaffner noch einen achten Mann heremschob, der ein Gesicht zog wie«in verjagter König. Er benahm sich auch so. Nichts war ihm recht, der Plag nicht, über das Gepäck der anderen schimpfte er, kurz: der Achte war«in ekelhafter Kerl. Er riß das Fenster aus, plauderte mit jemandem auf dem Bahnsteig, als ob es im Juli wäre, trat denen, die am Fenster saßen, auf die Lackspitzen und trieb lauter dergleichen Zeug. Während wir fuhren, fing das Ekel an zu schimpfen. Es blieb ihm keiner die Antwort schuldig, aber die Lust war durch diesen brutalen Onkel verpestet. Auf dem nächsten Bahnhof ließ er die Scheibe wieder in voller Wut herab. Und— o Wonne!— als das Fenster hinunterrafselt«, gab es Scherben. Die Glassplitter vollführten uns sieben eine käst. liche Musik. Da» geschah diesem Büffel schon recht, daß er fetzt zahlen mußte. Er macht« gerade kein geistreiches Gesicht, als er die Scherben klingeln hört«, sondern fetzte sich enttäuscht auf die Hosen, denn so was kostet viel Geld. Wir anderen aber freuten uns auf da» kleine Spiel, dos mm abrollen mußt«, wenn der Schaffner kam. „Scherben bringen Glück!' uzt« einer. Grimmiger Blick von dem, der danach glücklich fein sollt«, aber gor nicht so aussah. „Glück und Glos, wie leicht bricht dosl' zitiert« ein anderer. „Blasen sie mich am— Aermel!' beantwortet« der Schert»«!- mann dieses Volkswort. Aber niemand ärgerte sich. Di« Schaden- freude ist eben doch die reinst« Freude. All« Augen strahlten! Inzwischen hatte schon jemand den dienstbaren Geist von dem Unfall unterrichtet. Der kam im Grimm«. „Wer hat denn das Fenster kaputt gemacht, höh?" „Der dal' zeigt« die Dome, die dem viereckigen offenen Loche zunächst saß. Darauf der Beamte:„Sie— das kostet Ihnen ein schweres Geld!'— Er leckte am Bleistift. „Was reden Sie denn da für Bockmist? Geht Sie was an, was das kostet? Sie haben mich nur festzustellen!-Sie! Aber heut nimmt sich�feder Schuster heraus, er wäre ein Fürst—* „Nehmen Sie sich in acht mit Ihrem losen Maul, sonst kost' das noch extra— Sie— ich hob's Ihnen anständig gesagt. Verstehen's?' „Was fog'n Sie— Lümmel— loses Maul? Ich und Maul? Sie dreckiger Kerl, ich hau Sie m lauter kleine zentimetcrweife Fetzen, Sie lumpiges Aas. So was...' Der grob« Kadett. zitterte am ganzen Körper; er hätte sich sicher auf den Schaffner geworfen, wenn der nicht zurückgewichen wäre. Der Schaffner holt« sich den Zugführer und den Wogenwärter. Nun wurde die Fahrkarte abgenommen und der Name festgestellt. Luch den Zugführer beleidigte der steche Mensch, nannte ihn«inen „roten Jungen' und lud ihn ebenfalls zur Kirchweih«in. „Auf der nächsten Station laß ich Sie vcrhastenl' rief der Zug. sichrer. „Du Achtgroschenjunge? Mich oerhasten? Eher schlag' ich dir sämtlich« Zähne und Fenster ein, eh' mich jemand anrührt. Ich bin ich!' „Erledigt/ sagt« der Zugführer. Im Abteil war es aber nun so kalt geworden, daß man rief:„Machen Sie doch dag Fenster hoch— etwa» Schutz gibt's vielleicht. Das hält ja keiu Pferd aus!" Die Dam« zog den Riemen an— und siehe da: das Fenster war ganz heil. Nicht ein Riß zu sthen. Der Rahmen war einfach durch das rasch« Hinabstürzen auf unten siegend« Glasscherben auf- gestaucht und hatte so«in Geklirr vorgetäuscht, als fei die Scheibe in tausend Fetzen. All« acht staunten die, Wunder an, am meisten noch der, dem das Ganze zu danken war. Diese Täuschung war aber auch zu vollkommen gewesen, so daß keiner daran gedacht hatte, nachzusehen, wieviel denn eigentlich zu Scherben geworden sei. hinöenburgs größte Stunde. Unter diesem Titel erscheint demnächst in dem rühmlichst bekannten Verlag Scherl G. m. b. H. ein pntriotisches, mit künstlerischen Illustrationen reich ausgestattetes Sammelwerk in Lieferungen. Durch die Güte des Verlags sind wir beute schon in die Lage versetzt, eines der spannendsten Kapitel dieses Buches, das jeder Deutsche unbedingt gelesen haben muß, wiedergeben zu können. Stundenlang mährte schon das gewichtige Gespräch der Männer, in deren Hände das Schicksal unseres geliebten Vater- londes nunmehr gelegt war. Vergebens! In heldischer Selbstent- äußerung beharrte der Feldherr bei seinem unerschütterlichen Nein. Indes bemerkt« man deutlich, wie in seinem mächtigen Haupt die Gedanken arbeiteten, bis er plötzlich das lähmende Schweigen unter- brach indem er an seine Umgebung die Frage richtet«: „Wer ist eigentlich der Gegenkandidat?'' ü v ,M a r x l.' lautete die inhaltsschwere Antwort. „M a r x I?' rief der Feldherr, sichtlich überrascht—— and seine starren Züge begonnen sich elastisch zu beleben.-»— .Marx!?' ist das nicht jener internationale Jude, der den vaterlandsseindlichen pazisistischen Marxismus predigt?' „Gewiß, das ist er,' beeilte sich Herr von K« u d e l l, der. wir immer, die Situation geistesgegenwärtig erfaßte, zu bestätigen. Im nächsten Augenblick sah man die militärische Gestalt des Feldherrn straff aufgerichtet. Die wuchtende Faust auf die eichene Tischplatte gestützt, entrangen sich seinen gepreßten Lippe», die der mächtige Schnurrbart umschattete, ruckweise die Worte: „In dieser Not. kam» ich das Vaterland nicht im Stich lasse»! Hier, meine Herreh, meine Hand! Ich kandidiere!' (Fortsetzung folgt.) Wir sagt» e» dem Schaffner. „Das macht mir den geringste» Kummer,' gab der zur Antoott. „Den Herrn kaufen wir uns— und das gründlich!' „Na, nu mal facht«,' meinte der Fensterstürzer,„« Ist doch nichts passiertl'— das klang schon anders. „So— nichts passiert?' Er schnaufte erst mal auf:„Lümmel, Schuster, dreckiger Kerl, lumpiges Aas, Achtgrofcheniung«— das nennen Sie nichts passiert?' „Das u»ar alles bloß Spaß!' Wir mußten alle lachen über diesen„Spaß'. Da lies die Wagenreihe schon in den Bahnhof ein. Der Zug- führer meldete dem Lorsteher etwas, und mir Jjörtm»och, rm« der sagte:„Gut, ich telephonier«.' Es folgt« lebhaftes Schweigen. Dann kam die Zielstation des Minne», den die Scherben so aus der Fasiung gebracht hatten. Am Bahnsteig standen zu seinem Empfang der Dorsteher und zwei Schupobeamte, die den Verblüfften, der nun ziemlich abgekühlt war, zlmächft wohl sistierien, um für einen Beleckugungsprozeß genaue Feststellungen zu machen. Einige von uns werden dabei sicher noch etwas Zeugengeld verdienen; wir haben oll« sieben beschlossen, zweiter Klasse zu dem Termin zu fahren, damit der falsche Zeitgenosse ein ordentliches Lehrgeld bezahlen muß. In diesem Fall« kann man sagen: Scherben allein tun«» nicht;»venn aber noch einige Beamtenbeleidigungen dazukommen, reicht r« schon au», um jemanden zur Einsicht zu bringen, daß« außer ihm auch noch Menschen gibt. hat Sie Jangfrau von Orleans Frankreich gerettet! Wieder entflammt das Hirtenmädchen von Don Remy die Herzen wie einst vor hundert. Jahren, da Schiller ihr Schattenbild von den Toten herausbeschwor. Dem dichterischen Genius Shaws ist es gelungen, den Triumph der genialen Persönlichkeit über die kleine Spieherwelt, der überragenden Geistestrast über die Alltags- Weisheit in der Person dieses einfachen Bauernmädchens zu hin- reißenden Wirkung zu bringen. Unbeirrbarer Glaube an göttliche Sendung erweist sich stärker als alle staatsmännische Klugheit, und die Tapferkeit des begeisterten Volke» wirft alle militärische Berech- nung über den Haufen. Mit seinem Gefühl für da» veränderte Empfinden der Zeit hat Shaw— lm Gegensatz zu Schiller— es vermieden, seiner Johanna übermenschliche Eigenschaften oder he- roische Züge zu geben. Ihr unverbildetes Menschentum, ihre naive Seibstsicherheit wie die Unkenntnis einer ihr völlig sremden Well geben dieser Figur erst die dramatische Abrundung. Wunder und überirdische Gewalt werden nur sparsam verwendet. An einem aber hat Shaw nicht gerüttelt. Auch er huldigt der Ueberlieserung, die Befreiung Frankreichs sei lediglich dos Werk der Johanna d'Are gewesen. Erst durch das Eingreifen Johannas nimmt Frankreichs Sache eine bessere Wendung. Unter ihrem Einfluß«rmannt sich der schwach« Korb Ihr übergibt er den Oberbefehl über die entmutigt«» Truppen, sie beseelt alle mtt neuem Vertrauen, befreit das hartbedrängte Orleans und sührt den Thronfolger zur Krönung nach Reims. Entspricht diese dichterische Darstellung d«n geschich- lichen Berlouf? Da» Ergebnis der neueren Forschung über Johanna d'Arc, das der französische Schriftsteller Maurice Allard im Juni 1912 zu- fammengefaßt hat, zeigt ein ganz anderes Bild. Johanna war duiA)ous nicht die führende Persönlichkeit der Dramen Schiller« und Shakespeares, vielmehr war sie lediglich«in unbewußtes Werk- zeug in der Hand der Schwiegermutter Karls VII. Diese, Uolanthe von Sizilien, u>ar es, die den Grafen von Richmoitt, einen begabten Führer an die Spitz« der französischen Truppen stellte. Der Gras von Richmoitt und seine tüchtige»! Hauptleute(Dunois, La Hire und andere), nicht Iöhansiä führten das Wert der Befreiung durch. Johanna selbst war gar nicht notwendig. Dolanthe bediente sich idrer nur. um den schwachen, neurasthenlschen Thronfolger durch Vorführung«ine» Wunders anzuregen und zu stärken. Johanna» Gesicht und ihr angeblicher Verkehr mit den Heiligen waren im Lande bereit» bekannt. Aolanthe hörte davon, ließ Johanna kommen und inszenierte das Wunder der Erweckung des Königs. Die Befreiung des belagerten Orleans ist nicht das Verdienst der lothringefchen Hirtin. Orlean» Lage war durchaus nicht so ver- zweifelt, daß es nur durch«in Wunder hätte gerettet werden können. Johannas Mut war allerdings bewunderungswürdig. Sie nahm an den Gefechten teil und wurde mehrmals verwundet. Aber die Befreiung von Oeleans und des sranzöstschen Bode,:» ist nur das Verdienst der französischen Feldherren, besonders Richmont». Der unbegreifliche Krieg. *,k vou Rudolf G. Rinding. (Schluß.) 15. März 1917. Wie seltsam nahe müssen sich Empfindungen Getrennter sein kn dieser Z«t entlegensten Erlebens, wenn sich zwei Briese, wie unsere beiden letzten, kreuzen können. Während Du selbst eiiien Lltther für diese Zeit nicht hinreichend findest, während Dir Religion und die— freilich sehr aus Vergangenein hervorgeholte— Theo- sophie Dinge sind, die„zu anderen Zeiten brauchbar waren", wäh- rend es„Goethe allein auch- nicht tut", was alles verzwetfelt wahr ist—, schreie ich nach Begeisterung für uns, ja im Grunde genommen für die Welt! Schöne Reden von Pflicht und Vaterland sind gewiß so ab- getrieben wie Droschkengäule. Höchstens Feldgeistliche, die sie selber halten, finden sie begeisternd. Der Krieg ist jeder Erhabenheit be° raubt. Er wirft sich nicht mehr aus seinen Tiefen auf, wie ein Ozean gepeitscht sich aus seinen Tiefen auswirft im Sturm. Aller menschliche Geist ist in die einzige Richtung der Ueberwindung von Not und Untergang hineingcdningt. Mit diesem Mühlstein ain Hals verzagt er und versagt er. Der Anblick der Lebenden ist schlimmer als der Anblick der Millionen Toter. Kein Mensch ist auch nur in der Freiheit, seine natürlichen Gaben zu handhaben. So dort hinten wi« hier vorne. Das Kriegslaaer ist angefüllt von solchen, die nichts zum Kämpfer mitbringen, als die Weisung, es zu sein: nicht einmal bei Begeisterung der ersten Wachem Die Stimme des Friedens ist von einer Art fauler Anrüchigkeit übcrkrochcn wie von Schimmel oder Brand. Die sich äußernden Kräfte sind riesenhaft« bei allen Völkern; sicher bis zum Bewundern, fast bis zum Unheimlichen. Aber sie begeistern nicht. Ihr Anblick tut's nicht. Sie lösen mehr ein befremdendes Gefühl aus als eine Bewunderung, wie sie etwa die See oder eln Katarakt, eine Ueberschwemmung oder eine Feuers- brunst für sich in Anspruch nehmen würde. Kein Name herrscht, kein Mann. Kein Bolk sogar scheint ernstlich größer als das andere. Meaux, südlich Albert, 27. März 1918. Dir sind durch« Durch das entsetzliche Trichterfeld der Somme- fchlacht. Nach vierzig Kilometern eingeebneter Oede wurde das erst« Haus, wenn auch in Trümmern, gegrüßt wie-ine Erscheinung aus dem gelobten Land. An Albert stießen unsere Truppen südlich vorbei. Nun sind wir schon im Gebiet der englischen Etappen, oder wenigstens der ruhenden Truppen, wo Milch und Honig flieht. Fabelhaftes Volk, das sich nur mit dem Besten ausrüsten mag. was die Erde hervorbringt. Unsere Leute sind von englischen Soldaten kaum noch zu unterscheiden. Jeder hat mindestens einen Leder- mantel, einen kürzeren oder längeren Paletot, englische Stiefel oder dergleichen schöne Dinge am Leib Wenn das Wetter nicht gewesen wäre, wären wir wohl noch lange nicht so weit. An der unwahrscheinlichsten, beinahe undenk- baren Stelle durch vierzig Kilometer Wüste sich an den ncind heran- Mschieben mit Truppen. Troß. Munition, Proviant, dies war«in Unternehmen der Phantast«,«ine« Feldherrn würdig. Am Tag« gmnpf, Nacht» Truppe»»ad Kolonne» im Marsch, unaufhärllch. auf zehn Anmarschstraßen zugleich. Wie ein« Völkerwanderung, ein Meer endloser Schlangen, vi« ihre Köpfe in gleicher Höhe vor sich herschieben: so war dieser Vormarsch. Heute bin ich leicht angeschossen worden, so leicht, daß es nur eine Älutbrausche gab. Ein Insnnteriegeschoß ging durch zwei Män- tel, die ich der Nachtkalte wegen übereinander noch in den Morgen- stunden trug, und schlug wie mit einem Hammerschlag an meinen Schenkel. Ich trug eine Reithose aus englischem Stöfs, vor welcher das englische Geschoß respektvoll haltmachte und zu Boden fiel. Ich las es wie einen fast freundlichen Gruß auf und steckte es in die Tasche jener Hose, die es nicht durschlagen hatte. Lager im Gestrüpp, 16. Just 1918. Der«rtmutigendst« Tag des Feldzuges liegt hinter mir; es war durchaus nicht der gefährlichste. Ditfe Kalk wüste ist nicht sehr groß, ober unendlich, wenn man darin festgehalten wird. Und wlr wurden darin festgehalten. Unter einer unbarmherzigen Sonn«, die die Luft in«Inen glühenden Tanz und Wirbel versetzte und eine Delle immer heißer als die andere vom kochenden Boden aufsteigen machte, lagen die Kalkberge baumlos, wasserlos, farblos wie Stein« in Weihglut. Kein Schatten, kein Pfad, geschweige denn Straßen: ein weißliches Gebröckel aus einem flachen Teller. Querdurch zogen sich rostige Schlangen von Stacheldrahtgewirr. Dahin lockte der Franzose uns mit Vorbedacht, leistete vorne keinen Widerstand. hatte weder Infanterie noch Artillerie in diesem Kamps-.vorfeld", dessen Auswertung und Anwendung er von Ludendorss gelemt hatte. Unser«(Mchütze beschossen leere Gräben, unsere Granaten vergasten leere Artilleriestellungen: ober in kleinen tnisges Parten Mulden, spärlich verteilt, saßen die Maschinengewehrnesler wie die Läuse in den Nähten und Falten eines Rocks. Dort bereitete man den Angreisenden Aufenthalt. So lief ihnen die Feuerwalze, die vor ihnen hergehen und sie schützen sollte, weg und ging hinten irgendwo über feindliches Gelände, während vorne noch nicht ein- mal die erste wirkliche Widerstandslinie gebrochen war. Wir kamen von früh fünf Uhr bis zum Abend, ununterbrochen kämpfend, immer mit genauest eingeschossenem Feuer überschüttet, etwa drei Kilometer vorwärts gegen die hochziehende Römerftraße, die wie ein Querbalken vor der ganzen Angrifssfront vorüberzog. Der Stab der linken Nachbordioision, dem ich an diesem� Tage zugeteilt war. hatte, den Widerstand nicht erkennend, sich dichtouk hinter seinen Truppen vorwärts bewegt. Ich fand ihn nach großen Mühen, endlosem Reiten und Irren zwischen den Drahthindernissen. ewigem Festsitzen und Umgehen von Kalkschutt, in einem Kalk- graben, der ebenso wie alles andere von der Römerstraße mit ein- fachen» Fernglas deutlich zu erkennen war. Noch deutlicher wurde dieser Platz in seiner Verwendung als Gefechtsstand eines wich- tigen Stabes durch die ihn luchenden Meldegänger und Offiziere kenntlich gemacht. Um jedoch nichts zu versäumen, was ihn in Ge- fahr bringen könnte, hatte man es sich geleistet, oben aus dem Grabenrand eine sogenannte Blintslotion aufzubauen. Unaushör- lich flogen helleuchtende, die Sonn« überstrahlende Blitzzeichen(für die eigen« Artillerie) von ihr aus. Damit nicht genug, war dieser zeicheiisendende Zlpparat, den einige Insanteristcn bediente»!, noch so» zusagen auf eine weiße Scheibe gesetzt. Denn dicht dahinter(hinter den schwarzen Menschen und dein ausgestellten Gerät) leuchtete ein Kalkhügel, der au» dem Graben herausgeioorsen n»ar. in der hellen Sonn« diese» Tage», �____ Der Erfolg dieser Veranstaltung war denn auch, daß nach kaum einer halben Stunde der Feind sich mit immer näherkominenden Granaten herangeschossen hatte: wenige Minuten später krepierte ein Volltreffer genau in der Grabensohle. Ich sah das alles kommen. Ich machte den Dloistonskommandeur v. R. auf die sinnlos exponierte Stellung aufmerksam. Ich stand noch eben neben ihm, vertauschte meinen Platz, hinter einen seiner Offiziere zurücktretend, mit diesem: im gleichen Augenblick suhrMha» Geschoß zwischen die beiden hinein. Beide waren schwer verwundet; der Ordonnanz- osfizier verblutete nach»oenigen Minuten. Er hat mich mit seinem Leibe gedeckt. Ich uuitete. Wie sollte man derartige» mit Passion noch mit- machen! Sich so zu benehmen wie diese Menschen, war kein« Tapferkeit mehr: es konnte höchstens unverantwortlichen Spielee» mit eigenem und fremdem Leben Spaß machen. Aber es ging noch weiter. Da alle Telcphondrähte zerrissen, zerschossen, ja selbst von der eigenen Artillerie und den Kolonnen kaputtgesahren waren, hatte die Division keine Meldungen von vorn. Statt Leutnants danach zu entsenden, begibt sich mein eigener Divisionskommandeur, den die Ungeduld und der falsche Schneid im falschen Betne packt, zu Fuß nach vorne und nimmt den General- stadsoffizier mit. So laufen sie Stunden umher, für niemand er- reichbar: kein Befehl ist ausführbar, keiner wird auch nur gegeben. Das Gefrage nach dem Verbleib der verantwortlichen Männer wird stärker und stärker. Alle Frager, alle Melder werden auf gut Glück anderswohin geschickt. Man fühlt dir Panik einer von ihrem Führer im Stich gela senen Truppe aussteigen. Als die Offizier« schließlich von ihrer seit amen Streife, die ihnen«ine falsche Vorstellung ein- tob, zurückkehrten, waren sie so ermüdet, datz sie für den Rest de, ages nicht mehr recht in Frage kamen. Sie haben nie erfahren, was sie getan hatten und was aus dem Spiel stand. Unterdessen hatte weder Mensch noch Tier in dem Bann, in dem uns feindliches Feuer und eigene Ratlosigkeit hielten, etwas zu trinken oder zu essen. Ich ertappte mich dabei, daß ich am Abend dieses Tages, als ich meine eigene Division wieder aufsuchte, mein Pferd am Zügel führte, stumpf, ohne auszusehen, wie im Halbschlaf. Die Erfolge unserer samtlichen in diesem Teile der Front kämpfenden Divisionen waren dementsprechend. Wir bekamen keinen einzigen toten Franzosen zu Gesicht— von einem eroberten Geschütz oder Maschinengewehr gar nicht zu reden. Wir hatten schwere Verluste. Auf einem der Kalkberge sah ich eine Artillerie- Munitionskolonne, deren sämtliche Pferde vor den Wagen erschlagen lagen. Was diese Kolonne da vorn und da oben wollte, weiß kein Mensch. Denn da vorn waren noch nicht einmal unsere Geschütze angelangt. Umzukehren, wenn sie nun einmal zu weit vorgesahren waren, dazu hatten die Leute keinen Verstand. Im Angesicht de» Feindes hielten sie, standen sie, wie behext, wie besessen, bis alle» erledigt war. �.. An diesem Tage wurde mir olles leid. Meine eigene Tätigkeit war fruchtlos. Keine meiner Meldungen an den Generalstabsofsizier der Division war angekommen. Daß ich den Stab am Abend rviederfand, war ein« hervorragende Leistung einer vom Zufall regierten Findigkeit.— Ich ging neben meinem Pserd und über- legte, ob es denn gegen den Wahnsinn der Menschheit kein Mittel gäbe. Und ich fand, daß es keine» gäbe, bis an der Menschheit Ende. ANDE Fabrikniederlage Berlin, Invalidenstraße 139 Fernsprecher: Norden 11 720, 11 721 尖 ே Endlich Scßn is die Guste Buffer 38 ZIGARETTES LANDE WOOG ZIGARETTEN Haushaltsplan der Industrie- und Handelstammer zu Berlin für das Rechnungsjahr 1925/26 A. Einnahmen: Beiträge zur Indruftrie- und Handelskammer Gebühren für den Bejuch der Börse und die Benutzung der Einrichtungen der Börse. Einnahmen ans Mieten für Wohnungen und anderer Räume, Bacht Einnahmen aus den Börsensälen. Blagmieten usw. Fernsprecheinrichtungen in der Börse Gebühren für die Einführung von Wertpapieren zum Börsenhandel. Amtliche Kursberichte Drucksachen. Gebühren für Bescheinigungen usw. Rinfen Einnahmen verschiedener Art. Sandelshochschule laut besonderem Plan Raufmännische Schulen laut besonderem Blan Urbertrag aus 1924/25 Sachliche Verwaltungs- und allgemeine Ausgaben für den Grundbesiz Reichsmt. 1 600 000 1 303 000 563 636 254 000 219 000 60 000 365 000 43 000 50 000 2 385 000 5000 197 000 15.000 30.000 50 541 524 243 358 684 707 070 Reichsmt. 6 123 174 B. Ausgaben: Reichsmt. Besoldung der Beamten, Angestellten, Silfskräfte und Arbeiter. Beiträge zu den Sozialversicherungen Ruhegehälter, Witwen- und Waisengelder. Betleidung der Unterbeamten Hilfsdiener usw. Deffentliche Abgaben und Lasten Anleiven und Hypothek n Bücher, Druckschriften, Zeitschriften, Einbände Drucksachen. Bekanntmachungen in Zeitungen Amtliche Kursberichte. Bureaubediirinisse und Porti Repräsentations- und Reisekosten Verschiedene fachliche Ausgaben. 3000 Ausgaben für den Börsen- Fernsprechbetrieb 180( 00 Beiträge an Interessenvertretungen, Berbände, Vereine. 186 000 Bufchuß zur Unterhaltung des Asylhauses. 60 000 Sufchuß zur Unterstügungstafse 75 000 Unvorhergesehene Ausgaben 100 813 Landelshochschule laut befonderem Blan 868 490 Raufmännische Schulen laut besonderem Plan Bortrag auf Rechnungsjahr 1926,27 462 500 225 000 165 110 57 000 95 500 500 246 000 152 000 60 000 548 100 36 661 Reichsmt. 6128 174 Haushaltsplan der Handelshochschule Berlin für das Rechnungsjahr 1925/26 A. Einnahmen: Gebühren, Studiengelder usw. Sonstige Einnahmen Reichsmt B. Ausgaben: Gehälter des Lehrkörpers Gehälter des Berwaltungstörpers Ruhegehälter, Witwen- und Waisengelder. Betleibung der Unterbeamten, Hilfsdiener usw.. Gachliche Berwaltungs- und allgemeine Ausgaben für den Grundbesig Deffentliche Abgaben und Laften Institute, Seminare usw Sonstige Ausgaben Teppiche WTF Wurzener Teppiche sind die seit 50 Jahren bewährten Edelerzeugnisse Große Bestände wegen Ueberproduktion und fehlenden Export billigste Preise QUANTMEYER& FICKE Asthma fichere Hilfe durch Reichels echte Afthma- Tropfen, Reichsmt. berühmt durch ihre 512700 11 543 Wirkung. M. 2.50. In Drogerien und Apotheten erhältl., jedoch 524 243 echt nur mit Firma Otto Reichel, Berlin 43, Reichsmt. SO, Eisenbahnstr. 4. 444 600 167 000 Abessinier- Pumpen 20 500 2000 164 300 5 040 23 800 41 250 Reichsmt 868 490 Haushaltsplan der taufmännischen Schulen der Jndustrie- und f Laubenkolonist. z. Selbstaufsty Filtersauge Gartenspritzen, Pumpen, Schläuche. Krüger & Lathan Pumpen abr. Alexanderstraße 14, 2 Min. v. B. Jann- Br. Handelstammer zu Berlin für das Rechnungsjahr 1925/26 Putz-, Polierlappen Handels chulen Höhere Handelsschulen( Selekten) Höherer Handelsfursus A. Einnahmen: Abendturse und Maschinenschreibkurse Kaufmännische Berufsschulen, Zuschüsse und Beiträge zu den Berufsschulen Berficherungsprämien für Unfallversicherung. Gehälter des Lehrkörpers Reichsmt. B. Ausgaben: Behälter des Verwaltungskörpers Ruhegehälter, Witwen- und Waifengelber chulgebäude und Turnhallen Allgemeine Ausgaben für Handelsschulen Allgemeine Ausgaben für Berufsschulen Allgemeine Ausgaben für Abendschulen und Rurse Lehr- und Lernmittel Bureaubedürfnisse der Schulleiter Hauswirtschaftsunterricht Für 8wecke der Jugendpflege Insertion und Propaganda. Bersicherungsprämien. Bureaubedürfnisse und Porti Sonstige Ausgaben.. Berlin, den 27. April 1925. Reichsmt Die Industrie- und Handelskammer zu Berlin. Franz v. Mendelssohn Statt Karten. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres teben Entschlafenen fagen wir allen, die ihm das legte Geleit gegeben, insbesondere dem Gast- und Schankwirte- Berein Wedding und der nördlichen Vororte, dem Verein Selbsthilie sowie Herrn Btarrer Alberti für die trostreichen Worte und ebenfalls für die ihm zuteil gewordenen Blumenspenden, unseren innigsten Dant, Anna Schwäkendiek nebst Kindern und Angehörigen. Verkäufe Raumann- Rähmaschinen für Sausge. itraße 55a. Merkur 6268. Reichsmt Putzwolle 130 500 Schleifertuche 21 600 42 744 haben in jeder Menge 96 610 abzugeben 55 Wilhelmstrasse billige age Ottoman eidenmantel auch für stärkste Figuren Nur beste Qualitäten und Verarbeitung! Fesche Ripsmäntel. 28.Ottoman. u. Seidenmäntel 57.Moulinet- Mantel. Nadelstich- Kostüme Modelle 45.89.4842.Für stärkste Figuren 78.65.15 060 Gehr. Holzinger Sportkostüme aus moulinéartige Stoffe sowelt 41.46 170 6000 Neukölln 358 684 Tel.: Neukölln 4545-4547 Reichsmt. 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