Nr. 190 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 98 Bezugspreis: öchentlich 70 Bfennig, monatlich 3. Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der Borwärts mit der Gonntags beilage Bolf und Reit mit Gied. 17 Jung und Aleingarten", fomie ber Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint modhjentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal 1000 Telegramm- Adreffe:( -Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe * 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. Reflamezeile 4110@ seile 70 Bfennia. -Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Bort 20 Bfennig ( zuläffia awei fettgebrudte Borte). jebes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengefuche das erfte Bort Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Bfennig, jedes weitere Bort 5. Pfennig. Borte über 15 Buchflaben zählen für amel Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 30 Bfennig. Anzeigen für bie nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin CB 68, Linden ftnake 8, abgegeben werden. Geöffnet non 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönboff 292-295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 23. April 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 17 Boitschefkonto: Berlin 37536. Bankkonto: Direktion ber Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaife Lindenstraße 3 Die Steuern des Hindenburg- Blocks. Die Todesurteile von Leipzig. Protest der Länderregierungen im Reichsrat. Am Mittwoch befaßte sich der Reichsrat mit der Steuer- und Aufwertungsfrage. Das Steuerüberleitungsgesez wurde mit wenigen, non der Regierung gebilligten Abänderungen ohne wesentliche Aussprache angenommen. Eine heftige Kritik mußte fich die Reichsregierung bei der Eintommensteuer von dem Bertreter Badens gefallen laffen. Der Reichsrat hatte in der Hauptfache nur eine Milderung der Lohnsteuer vorgesehen; die Herabfcgung der Steuer um 2 Prozent findet schon bei dem dritten, nicht, wie von der Regierung vorgeschlagen war, bei dem vierten Kinde statt. Der Vertreter Badens erklärte nun, daß er für sein Land eine Erhöhung der Steuerleistungen bei den höheren Einfommen, eine Ermäßigung des Lohnabzuges auf 8 Prozent, eine Erhöhung der Körperschaftssteuer von 20 auf 25 Prozent sowie eine stärkere Heranziehung der Kriegs und Inflationsgewinne verlangt habe, und er nahm diefe Anträge im Blenum wieder auf. Sie wurden jedoch gegen menige Stimmen abgelehnt, ebenso einige Abände rungsvorschläge der hessischen Regierung. Der Bertreter der rein republikanischen Regierung Badens gab darauf folgende Etflärung ab: „ Durch die Gestaltung der Tarife in den Entwürfen des Ein tommen, Körperschafts- und Bermögenssteuergesetzes und durch den Berzicht auf die Erhebung einer Bermögenszumachssteuer wird der große Besitz start entlastet und die Grundfäße fozialer Gerechtigkeit werden damit start verlegt. Dies tönnte an fich die badische Regierung veranlaffen, die genannten Gefeße überhaupt abzulehnen. Wenn das nicht geschieht, so ist dafür nur die Hoff nung maßgebend, daß es gelingt, bei der Weiterberatung im Reichstag das nachzuholen, was im Reichsrat nicht erreicht worden ist. find. Das Einkommensteuergesetz wurde nach einer weiteren Debatte angenommen, nachdem der Vertreter Bayerns seine üblichen partitularistischen Borbehalte in der Frage der Steuerhoheit der Länder gemacht hatte. Bedenken wurden dagegen ge äußert, daß auf der Basis des Reichsbewertungsgefeges ermittelte Bermögenswerte aud) den Ländern und Gemeinden zu grunde gelegt werden müßten. fat zu den Bersprechen sehe, die die Reichsregierung den Bändern gegeben habe. Schließlich wurde, das Gefeß über den Finanzausgleich in erster und zweiter Lesung verabschiedet. Der Reichsfinanzminister aber mußte erklären, daß fie gegenüber den vom Plenum angenommenen Ausschußbeschlüssen des Reichs rates eine befondere Borlage des Reichsrat unterbreiten werde. Der Berireter Hessens erklärte darauf: Die heffische Regierung legt mit Rücksicht auf die geschwächte Finanzkraft der Länder den größten Wert darauf, daß die Beteiligung der Länder an der Einfommen- und Umfagftener nicht unter das vom Reigs. rat befloffene Maß heruntergebrüdt wird. Falls die helfische Regierung dort ihre besonderen Gründe dar. die Reichsregierung dieses Ziel im Reichstag weiter verfolgt, wird legen und fich den Plänen der Reichsregierung entschieden wideriegen. Die Aufwertung im Reicherat. Nach diesem intereffanten Auftaft tam die mit großer Span nung erwartete Auseinanderseßung über die Aufwertungsfrage, in der die Regierung ebenfalls mit den meisten Freistaaten im Gegensaß steht. Der Reichsrat hatte eine Reihe von Abänderungen der Aufmertungsvorlage beschloffen, denen die Regierung fchroffen Widerstand und sogar die Drohung entgegenseite, das Reich werde den Reichstag gegen den Finanzausgleich mobil machen, wenn die Länder auf ihren Forderungen beharrten! Fol genbe Abänderungen waren in den Ausschüssen des Reichsrats befchloffen: An Stelle der komplizierten 3ufa kaufmertung für Bon den Parteien des Reichstags wird es also abhängen, ob beftimmte erftrangige Hypothefen haben fie beschloffen, eine einheit liche allen hypothefen zutommende 20 prozentige Aufnoch Milderungen der. Besteuerung Minderbemittelter zu erreichenwertung treten zu lassen. Dafür war die Erwägung beffümmend, daß 1: die von der Regierung vorgesehene Regelung den Grundbuch ämtern und Gerichten eine ungeheure Arbeit machen, daß sie aber andererseits nur einen fleinen Teil der Hypothefen treffen würde. Auch in der Rüdmirtungsfrage stellen die Ausschußbeschlüffe den Gläubiger günstiger als es die Regierungsvorlage tat. Die Rüd mirfung foll fich bis auf den 30. Juni 1922 erstrecken und die während die Regierung nur die Hälfte vorfah. Sie soll auch dann Aufwertung soll dann in normaler Weise mit 20 Broz erfolgen, ftattfinden, wenn der Gläubiger selbst gefündigt hat. Eine Besser ftellung der Schuldner tritt durch die Ausschußbeschlüsse insofern ein, als die Teilzahlung fieben Jahre länger als nach dem Regierungsentwurf, nämlich bis zum 1. Januar 1945 gestattet wird. Gegen den Widerspruch der Reichsregierung ist auch beschlossen worden, daß Recht der Länder beruhen, burch 2 anbesgelet erfolgen fann. die Aufwertung von Ansprüchen, die auf dem öffentlichen Das betrifft besonders die Ansprüche der depoffidierten Fürstenhäuser. teils ab und Graf Behr machte als Vertreter des pommerschen Die Regierung lehnte die Forderungen des Reichsrats größten Großgrundbefizes fich zu ihrem Helfer gegen die Aufmertungsansprüche der Hypothekengläubiger. Der Reichsrat hielt an feinen Beschlüffen feft, die Regierung fündigte daher Gegenvorlage an. Am Gefeßentwurf über die Ablösung öffentlicher An leihen wurde eine ganze Anzahl von Aenderungen vorge nommen. So wurde u. a. das Verhältnis der K- Schäße zur Ablösung zugunsten der Gläubiger verbessert. Die Bestimmungen über die Brämien bei der Auslosung wurden gestrichen. Prämiensystem würde der Auslosung den Charafter des Spiels geben, den man für das Reich verwerfen müsse. Geftrichen wurden auch die Bestimmungen über die Verwendung der Reichsbahndioidenden und Einnahmen aus werbenden Be trieben zur Berstärkung des Anleihedienstes, soweit fie fich auf die Länder und Gemeinden beziehen. Auch weitere Bestimmungen, die Eingriffe in Buständigkeiten der Länder enthalten, haben die Ausschüsse gestrichen. Außerdem wurde das Bermögenssteuergesetz angenommen. Das Erbschaftssteuergeset fand Annahme mit der Einschränkung, daß die in der Borlage vorgesehene Steuerbefreiung von 5000 auf 10 000 m. erhöht werden soll Abtömmlinge von Kriegsgefallenen follen nach einem Antrag, der angenommen wurde, Erleichterungen bei der Erbschaftssteuer erhalten. Der Gesezentwurf zur Aenderung der Berkehrssteuern wurde ebenfalls angenommen. Gegen die Erhöhung der Biersteuer waren nach den Ausführungen des Bericht erstatters Bedenken geltend gemacht worden. Trotzdem gelangte die Berdoppelung der Biersteuer gegen die Stimmen von Bayern, Sachsen, Baden, Bremen, Anhalt und eines preußischen Provinzialvertreters zur Annahme. Auch gegen die Tabalsteuer murden schwere Bedenken geltend gemacht. Der Reichsrat lehnte dabei sogar einen Antrag der hessischen Regierung ab, der den durch die Verteuerung des Tabats arbeitslos werdenden Facharbeitern eine besondere Unterstühung gewähren sollte. Die Tabat. steuer selbst wurde gegen eine starke Minderheit angenommen. In dem Gefeßentwurf über die gegenseitige Besteuerung der Länder und Gemeinden wurde von den Ausschüssen eine wichtige Aen derung durchgefeßt. Die Umfagsteuer für Gas-, Baffer und Elektrizitätswerte fowie Schlachthöfe, die sonst eingetreten wäre, wurde gestrichen. Außerdem find die fogenannten Bersorgungsbetriebe von der Körperschafts. Steuerpflicht befreit worden und alle öffentlichen Betriebe von der Vermögenssteuerpflicht. Der Bertreter Bayerns stimmte gegen die Vorlage mit der Begründung, daß die Besteuerung der Länder- und Gemeindebetriebe auch nach der Abänderung noch in gemiffem Umfange erhalten bleibe Trotzdem wurde fie angenommen. Der Kampf um den Finanzausgleich. Bei dem Gesezentwurf über den Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden tam es zu einer scharfen Aus einanberlegung zwischen dem Reichsfinanzminister v. Schlie ben und den Bertretern der Länder. Die Länder beschwerten fich darüber, daß ihnen bas Aufkommen der Gewerbesteuer und der Geldentwertungssteuer beim bebauten Grundbefiz bei ihren AnSprüchen an das Reich zu hoch angerechnet seien. Sie verlangten daher, weiter mit 90 Broz an den Einkommen. und Ein solches Preußen stellte zwei Anträge, nämlich erstens die für It befiger von Rriegsanleihen vorgesehenen beson deren Rechte auszubehnen auf alle Altbelig er. von öffent lichen Anleihen, zweitens die Vorteile der Vorlage auch den mehrim Belig ber Anleihen sind. Trog des Einspruchs enigen Striegsanleihezeichnern zukommen zu lassen, die nicht Des Finanzministers v. Schlieben wurde der erste preußische An trag mit 44 gegen 19 Stimmen angenommen. As mun Herr. Glieben erklärte, der Finanzausgleich sei anscheinend noch zu günftig für die Länder und man werde nicht Finanzminister höpfer- soff: Die Länder haben das verfehlen, das nach außen hin zu betonen, erflärte ber preußische Recht, die Borlagen der Reichsregierung einer Prüfung zu unter ziehen, bei der fie nur ihrem eigenen Urteil und Gewiffen verantwort lich find. Ich fan nicht zulaffen, daß in diefer Weise ein Drud auf die Länder ausgeübt wird, wie es hier geschehen ist. In zweiter Lesung wurde schließlich die Vorlage der Regierung angenommen, unter Ablehnung des einen preußischen Antrags, der auch die früheren Befizer von inzwischen verfauften Anleihen berücksichtigt Hingegen wurde der preußische Antrag auf Berücksichtigung der Altbefizer sämtlicher öffentlichen Anleihen angenommen. Körperschaftssteuern und mit 30 Broz. an der Umfassteuer beteiligt zu werden, während der Regierungsvorschlag ihnen nur 75 bzw. 50 Proz. zubilligt. Ein Antrag des sächsischen Finanzministeriums, den Gesamtbetrag der den Ländern zu überweisenden Umsatzsteuer zu einem Drittel nach dem Aufkommen, zu zwei Dritteln nach der Bevölkerungszahl zu berechnen, wurde mit 46 gegen 20 Stimmen die Länder und Gemeinden zur Auswertung übt, bedeutet eine Der Abschnitt des Gesetzes, mit dem das Reich einen 3wang auf Berfassungsänderung. In der Abstimmung findet dieser Der preußische Finanzminister mies darauf hin, daß Abschnitt die verfaffungsändernde Mehrheit mit 53 gegen 11 die Regelung für die zweite Hälfte des Jahres 1925 im Gegen- Stimmen. Die bayerischen Stimmen wurden dagegen abgegeben. angenommen. Tscheka und kommunistische Partei. = Jm Tscheta Prozeß wurde, wie wir schon in einem Teil der Abendausgabe mitteilten, folgendes Urteil gefällt: Neumann wegen Mordes in einem Falle, Verabredung in 6 Fällen, Borbereitung zum Hochverrat und Bergehen gegen§ 7 Siffer 4 und 5 des Republitschutzgesetzes zum Tode, 8 Jahren Buchthaus und 500 m. Geldstrafe. Boege wegen Mordes in einem Fall, Berabredung in 6 Fällen und Bergehen gegen§ 7 3iffer 4 und 5 des Republikschutzgefeßès zum Tode, 7 Jahren Zuchthaus und 500 M. Geldstrafe. Stoblemiti megen 2n stiftung zum Mord in einem Fall und 5 Fällen von Berabredung zum Mord zum Tode, zwölf Jahren Zuchthaus, 500 m. Geldstrafe und Ausweisung aus dem Reichsgebiet. 19 Margies wegen Beihilfe zum Morb in einem Fall, strafe, Chrverluft auf 10 Jahre und Zulässigkeit der Stellung unter Berabredung in fünf Fällen zu 15 Jahren Zuchthaus, 500 m. GeldBolizeiaufsicht. Mörsner zu 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus und 200 m. Geldstrafe. ftrafe. König zu 5 Jahren 6 Monaten Buchthaus und 300 m. GeldDiener zu 5 Jahren einem Monat Zuchthaus und 300 m. esniffe( Ehemann) zu 1 Jahr Gefängnis und 100 m. Lesnisse( Ehefrau) zu 6 Monaten Gefängnis und 100 M. Geldstrafe. Gelbftrafe. Meus zu 3 Jahren Zuchthaus und 300 M. Geldstrafe. Kuhls zu 2 Jahren 3 Monaten Gefängnis und 200 M. Geld. strafe. Hute zu 2 Jahren 9 Monaten Gefängnis und 200 M. Geld. ftrafe in addid 11 sig Hallup zu 2 Jahren Gefängnis und 300 m. Geldstrafe. Intorf zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis und 200 m. Geldftrafe. Mayer zu 6 Jahren Zuchthaus und 500 M. Geldstrafe. Szon zu 8 Jahren Zuchthaus und 500 m. Geldstrafe. Tscheta- Organisation der Kommunistischen Partei begonnen Seitdem in Leipzig Mitte Februar der Prozeß gegen die hat, hörte die" Rote Fahne" und mit ihr die ganze fommu nistische Bresse nicht auf, von Spigelmache und Spigelwirtschaft zu reden. Diese Melodie ist alt und sie ertönt jedesmal dann, wenn belastende Einzelheiten aus der kominuaus tommunistischem Munde mit ermüdender Gleichmäßigkeit nistischen Bewegung durch Gerichtsverhandlungen bekannt werden. Wären diese Versicherungen richtig, dann müßte man sind, die feine Spizel sind. sich nur fragen, wo denn eigentlich in der KPD. die Leute Bei den wochenlangen Verhandlungen in Leipzig kommt effes gar nicht darauf an, ob diefe oder jene untergeordnete es für die politische Beurteilung der Ergebnisse des ProEinzelheit absolut zuverlässig geschildert worden ist. Wichtig sind die Hauptfeststellungen, und die können nicht beftritten werden: die Kommunistische Partei hat unter dem Einfluß der ihre Köpfe vermirrenden Inflationserscheinungen geglaubt, den beinahe schon begrabenen Traum einer gemaltsamen Machteroberung doch noch verwirklichen zu fönnen. War man im Juli beim Antifaschistentage noch vorsichtig, so schwand im Laufe des August und September jeder Zweifel: auch die Brandler 3entrale ging an die unmittelbare Borbereitung des be ma ffneten Aufstandes. Brandler und Guralfti Kleine organisierten im September die fünftige Revolutionsregierung als Revolutionskomitee. Das flägliche Scheitern ihrer Bhantastereien im Oktober ist bekannt. Die Kommunisten haben selber über ihre Oftoberniederlage bändeweise Thesen gesammelt und den Leichnam ihrer Hoffnungen nach allen Richtungen gründlich feziert. 0 Sie haben aber nach dem Scheitern im Oktober und nac dem Verbot ihrer Bartei durch General von Seedt die Hoffnung nicht aufgegeben, fie fonnten natürlich an eine Stabili fierung nicht glauben, fie mußten selbstverständlich hoffen, daß In dieser Atmosphäre gespanntester Revolutionsphantafien eine neue Zuspigung ihnen neue Aussichten eröffnen würde. und illegaler Unterminierungsarbeit ist ihrem Barteiapparat die deutsche Tschefagruppe angegliedert werden. Die Parteizentrale hat, das ist nach dem Ergebnis Eristenz und den AufgabenderTichefagruppe des Leipziger Bros fies einwandfrei erwiesen, von der genau gewußt. Die Berantwortung für die Einzelheiten trägt moralisch der sogenannte Fünfertopf, in den fich das Revolutionskomitee in der Verbotszeit verwandelte, Brandler an der Spize und als Fachmann für die miliHier find die Befehle entstanden, General von Seedt zu tärische Seite der Angelegenheit der Ruffe Stoblemiti. ermorden. Von hier wurde diefer Befehl im Dezember zurüdgezogen, weil die politische Situation sich änderte. Hier wurde der Auftrag gegeben, den Spizel Rausch zu er ■ b; 0 e n" und atif Grund dieses Befehls ist Hann die Tai .-rübt. die m Le�ig jetzt zu drei Todesurteilen, gefuhrt hat. �on hier kamen die Anweisungen, die zu den Autofahrten . urch ganz Deutschland führten. Die KPD.-Zentrale unterhielt die Tschekigruppe. s ie ahlte für s i e T a us en b e v o n D o ll a r m einer Zeit. o bitteres Elend in Arbeiterfamilien herrschte, und sie chnete mit der Waffe des politischen Mordes als mit einem sgebenen und einwandfreien Mittel. Kein Gekreisch der..Roten Fahne" wird diese Tatsachen -erwischen können. Die Kommunisten haben es sich selber zu- uschreibe, l, wenn die Arbeiter sich in Scharen von ihnen ab- enden, denn niemals früher sind Mord und blutiger I e r r o r in Deutschland als Kampfmittel der Arbeiterbewe- -usg anerkannt. Es bedurfte erst des russischen Einflusses, ehe auch "ie deutsche kommunistische Lewegüng so weit auf den Hund ' am. Die Begründung des Leipziger Urteils stellt fest: ..In der Russischen Botschaft in Verlin haben gemeinsame Ve- Brechungen mit der Zentrale ba: fitzC. und dem Revoiutlons- omltee"ftaktgestinden. Bei diese» Versammlungen wurden die -ltobilmachnng. parteibefehle zur Revolution. Aufruf und Opera. . snsplönc an Hand von mitikSrifchen karte« ausgearbeitet, um dl« Revolution zur Durchführung zu bringen." In der russischen Botschaft sind auch die Hundert- : au sende ausgezahll worden, die zur Finanzierung all dieser v? Lecher! schen Anschläge notwendig waren. Eine llartei. dte mit diesen Mitteln arbeitet, ist moralisch er- ! c d i g t. sie hat den Namen„Arbeiterpartei" verwirkt. Dabei kann man ganz davon absehen, daß in den Köpfen de? Männer, die allen Ernstes glaubten, im Herbst 192? eine kommiiniftifche Diktawr errichten zu können, aine beinahe kindlich«Naivität in der Beurteilung politischer Kräfte- "erhälinisse festzustellen ist. Bei Einowjew hat es glücklich sechs Lahre gedauert, bis er endlich vor einigen Wochen in Moskau zugab, baß sie sich nicht nur über das Tempo, sondern auch über den Gang der Entwicklung in Deutschland vollständig geirrt hätten. Die KPD.-Führer stnd immer wieder von solchen Lllusionen ausgegangen und sie werden immer wieder in solche Illusionen verfallen. Den Schaden von dieser ver- brecherischen Führung haben nur die Arbeiter, die diesen Phantasten noch Folge leisten. Für die deutscheRegierung entstellt nun die ernste Frage, ob sie nicht in Zukunft dafür Sorge tragen will, daß eine ihr angeblich befreundete Regierung nicht auf deutschem Boden Mordorganisationen unterhält und den bewaffneten Umsturz mit eigens entsandten militärischen Fach- märniern vorbereitet. Das Urteil des Leipziger Staatsgerichtshofes sst hart. Man konnte nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme durchaus der Ansicht sein, daß im Fall Rausch nicht auf Mord, son- dem nur auf Totschlag mit tödlichem Ausgang erkannt würde. Ein solches Urteil würde sicher dem Reckitsempfinden weiter Kreise mehr entsprochen haben. Auch imParchimer Mordprozefi. bei dem der Tatsall ganz ähnlich lag, hat der SkaatSgerichtshof nicht Mord, sondern Totschlag angenommen. So widerlick) und verabscheuungswürdig auch das ganze Treiben dieser Tschckagruppe gewesen ist, so kann doch der objektiv Denkeilde nicht auf die Anerkennung gewisser mildernder Umstände verzichten. Die Arbeiter, die in diese Taten verwickelt waren, standen nun doch einmal unter dem Druck«iiies gewissen Parteizwanges. Eine Milderung des harten Urteils, gegen das es keine Berufung gibt, müßte deshalb unbedingt auf anderem Wege erfolgen. Die kommunistische Parteileitung hat bisher nichts getan, um den Opfern ihrer Taktik«ine mildere Beurteilung zu sichern. Aber die Arbeiter, die bisher der Moskauer Parole folgten. dürsten angesichts der schweren Strafen, die in Leipzig ver- hängt wurden, sich doch fragen, ob das Schicksal ihrer ver- Hofteten und verurteilten Parteigenossen gemildert würde, wenn— Hindenburg Präsident werden sollte! Schuld und Sühne. Konzertumschau von Surf Singer. Di« Ablehnung des Etats für die Staatsoper im Landtag hat ein« Krise herausbeschworen, die deshalb sehr merkwürdig berührt, weil noch vor einigen Monaten dem Intendanten oonSchillings dos höchste ministerielle Pertrauen ausgesprochen worden ist. Wer die Schwierigkeiten nachdenkt, mit denen Schillings i» der Revolution dos Steuer der Oper geführt hat. und wer sich erinnert, durch welche Fährnisse persönlicher und sachlicher Art das Schiff gleiten mutzt«, der wird mit der Wertschätzung des künstlerisch vornehmen Leiters der Staatsopern nicht zurückhalten können. Von diesen Affären, die Erschütterungen hervorriefen, nenne ich hier nur den Fall Blech, den Fall Sticdry, die Kroll-Oper und den plötzlichen Griff ins Ungewisse der Kleiberschen Berufung. Das Engagement des Gencralmusikoirektors ist an dieser Stelle auch in Zeiten bekritelt worden, als schon fast die gesamte Presse den jungen und hochbegabten Mann als..das" Genie der Oper pries. Schuld einer verherrlidjenden Presse» Schuld eines gar zu folgsamen Ministeriums. Schuld eines in seiner Konzklianz so weit gehenden Intendanten, die Befugnisse des musikalischen Leiters zur Diktawr und zur Omnipotrnz ausarten zu foffen. Man wird das Gefühl nicht los, als suche Kleiber noch mehr Machteinfluß, unö uns scheint, daß schon der jetzige zu groß ist iiiid dntz dem verantwottlichen Leiter, nämlich dem Intendanten, zu viele Instanzen Schwierigkeiten bereiten. Ucber einige Hundert- lausend Mark darf in einer Zeit, da die Stabllisserung sich gerade auszuwirken beginnt(leider auch in der unangenehmen Form der Geldknappheit)«in Mann von der außerordentlichen Leistungs- lühtgkeil und Arbeitskraft de» Intendanten Schillings nicht stolpern. Wir wallen und können nicht daran zweifeln, daß die fachlichen und sachlichen Kenntnisse des Ministeriellen Beraters zu einer Einigung und zu einer generellen Umschreibung der Cinzelbesugnisse von Intendant, Kapellinesster, Regisseur und Ausstatwngekiinstler führen. Der Eindruck dieser Krise ist in der O-ffenllichkelt em denkbar lchlecht«.?en Verdacht, daß der Staat das Monopol über sämtliche Operniheater Berlins haben will, teilen wir nicht. Es muß schnell gehandelt werden, und man sow« so schnell als möglich dem Intendanten dos Vertrauen aussprechen. Mit dieser Feststellung und diesem Wunsch hat allerdings die Beobachtung, daß die Staotsoper nicht gerade welterschütternde Ereignisse zuwege bringt, nichts zu tun. Die Konkurrenz des künftigen Charlottenburger Opernhauses, an deren Spitze wohl noch in dieser Woche Intendant und Musikdirektor gerufen werden, kann der Staatsoper nur wohltun. Erich Kleiber hatte jüngst Tänze alter Meister mit einem starken Intellekt in der Philharmonie dirigiert. Montag wiederhol-« dieses Beispiel Bruno Walter. Auch er ist nicht der Mann selbstver- Iiandllcher tänzerischer Geste. Die Rosamunden-Wusik von Schubert -pielt und leitet« mit«iuer Behutsamkeit und mit einem Blick aus der Reigen öer„Geoieinheit� Teutschnationale Reichsblockküche. Die in der Geheimsitzung der Deutschnationalen ange- kündigten„Gemeinheiten" des Reichsblocks folgen jetzt Schlag auf Schlag. Was der Vertreter von Liegnitz in jener Geheim- sitzung gesagt hat:„Wir müssen h u n d s g« m e i n e F l u g- b l ä t t e r herausgeben", das wird mit größter Kaltschnäuzigkeit und echt„nationaler" Gewissenlosigkeit durchgeführt. Zu den von uns schon niedriger gehängten gefälschten Plakaten und Flugblättern gesellt sich ein in den«traßen Berlins vertelltes, auf rotem(!) Papier gedrucktes Pam- phlet unter der Ueberschrist:„Die„Frankfurter Volksstimme" warnt!" Es enthält einige Sätze aus einem Artikel, den die „Frankfurter Vvlksstimme" vor dem Beschluß der Partei als Meinungsäußerung aus dem Leserkreise veröffentlichte, und sügt diesem Zitat folgende Frechheit an: „Genossen! Das ist ein offenes Bekenntnis eines tlassen- bewußten Sozialdemokraten. Laßt Euch nicht ver- schachern. Ihr wißt, was Ihr zu tun habt! Dem kulturellen Reaktionär Marx keine Stimme!" Als Herausgeber zeichnet in Berlin„Schriften- vertrieb G. m. b. H.. Bstlin EW. 11", als D r u ck e r Hempel u. Co.! Der„Schriftenvertrieb" ist eine deutschnatio- n a l e Vertriebsstelle, die Druckerei stellt die offiziell deutschnationale Zeitung„N a t i o n a l p o st" her! Ucber die Quelle des„roten" Flugblattes besteht in diesem Falle also sicher kein Zweifel. Die deutschnationalen Skribenten und Flugblattoerteiler wagen es, jeden Wähler, also auch jeden Sozialdemokraten, dem sie das Flugblatt zustecken, mit „Genossen!" anzureden! Eine Schamlosigkeit ohnegleichen! Und das nennt Hindenburg:„Reinigung des öffent- lichen Lebens!" Wie uns aus Bielefeld mitgeteilt wird, sind die roten Vlättchen auch dort zur Ausgabe gelangt. Aber dort zeichnet der Verlag I- G. K i s l i n g in Osnabrück, das ist der Heraus- geber der deutsch volksparteilichen..Osnabrücker Zeitung". Herr Stre�emann— ist Ihnen die Fälschung bekannt» die in einer volksparteilichen Verlagsanstalt verübt wird? Und gehört die„Osnabrücker Zeitung" etwa auch zu den in der deutschnationalen Geheimsitzung gekennzeichneten volksparteilichen Zeitungen, die nur gegen Bs- z a h l u n g Propaganda für Hindenburg, den„Reiniger des öffentlichen Lebens", machen? Daß Sozialdemokraten durch solche Fälschungen und„hundsgemeinen Flugblätter" sich einsangen lassen könnten, eine solche Annahme gehört auch zu den psychologischen Ver- ranntheiten, wie sie nur schwerkapitalistische Phantasie aus- brüten kann. Sozialdemokraten lachen über das dumme Spiel und werden nur bestärkt in ihrem Vorhaben, alle Kraft einzusetzen für den Sieg des republikanischen Kandidaten!_ Der Vatikan winkt ab! Ein Kranz sonderbarer Heiliger, die sich„katholische Deutsche" oder„Deutsche Katholiken" nennen und damit ihren Glaubensgenossen vom Zentrum die deutsche Gesinnung ab- sprecheil, liefert den Evangelisch-Deutschnationalen die Mittel- che», um gegen die republikanische Präsidentschafts- kändidatur M a r x zu hetzen. Wie schon in der Geheimsitzung der Deutschnationalen verraten wurde, wollte man kurz vor der Wahl mit einem gefälschten päpstlichen Ukas hervor- treten, der angeblich das Zusammengehen von Katholiken mit Sozialisten verbiete. Letzt muß aber selbst die„Telegraphen-Union" aus Rom melden: Der Sardinalsiaaksfekretär erklärt« heute«inigen verlrekern deutscher Blätter, daß aus dem gegen ein Zusammengehen von kalhollken und Sozialisten polemisierenden Ar- l i k e l des„Osservakore Romano" nicht geschlossen werden dürfe, der Vatikan wolle sich in dl« lnnerpoliki- schen Angelegenheiten Deutschlands einmische» Bedeutsamkeit, daß das Werk sinfonisch anmutet und daher ermüdet. Walzer von Lanner und von Strauß schweben schon viel leichter dahin, aber sie sind in ihrer Melodie und ihrer Lustigkeit doch noch mit der Erde verbunden. Auch hier ist die Aturatesse, die Gcnauig- ieit stärker fühlbar, ist die Solidität des deutschen Kapellmeisters beachtenswerter als die von Leidenschaft und Pathos losgelöste Fähigkeit, einem dickbesetzten Orchester die Lebendigkeit und den Atem eines Kammerorchcsters zu geben. In diesen herrlichen Melodien und Rhythmen sollte immer ein Stückchen Kaffeehauserinnerung wach bleiben. Eine gewisse Schwerfälligkeit war allerdings auch den an derartige Aufgaben nicht gewohnten Orchestermusikern anzu- merken. Ucberflüssig zu sagen, daß in Einzelheiten, m Uebergängen. Tempowechsel. Glanzlichtern der überragende Musiker Waller sein Wollen und Wünschen durchsetzte, besonders als Maria I v o g ü n die„Geschichten aus dem Wiener Wald", und zwar nicht in voll- «ndetcr Form, aber mit aller Grazie und Leichtigkeit eines süd- ländischen Temperaments den Hörern ins Herz sang. An der Freud«, die hier ein großes Publikum packte, merkte man, wie müde der Musik die Menschen sind. Die Konzertsäle bei anderen Derbnstaltungen sind schon fast ausgestorben. Immer wie- der wird der Vorwurf gegen da» Radiounwesen erhoben. Da» ist bis zu einem gewissen Grade richtig, zumal diese wundervolle Er- findung der bürgerlichen Bequemlichkeit außerordentlich entgegen« kommt. Die rein musikantischen Eindrücke, losgelöst von der seelischen Befruchtung durch«inen sichtbaren Menschen, sind sehr ge- teilter Art. Schuld am Ueberhandnehmen dieser Veranstaltungen, die zudem noch außerordentlich schlecht bezahlt werden, sind die Künstler selbst. Die Organisation sollte verhindern, daß Abschlüsse mit der sicher sehr zahlungsfähigen Gesellschaft nicht für ein Lutter- brot erfolgen, und daß sie überhaupt nicht mit einer für jeden schon unangenehmen Regelmäßigkeit gezeitigt werden. Konzerte mit sehr billigen Eintrittspreisen können kaum mehr regelmäßig stattfinden. Walter Fischer, der berühmte Organist des Doms, veranstallet Orgelkonzerte an jedem Donnerstag und vermittell den Hörern in kluger und kunstbeslissener Auswahl, eindringlich spielend, die Meister- werke der Orgellsterawr. Dies« Abende gehören, besonders durch die Hinzuziehung solistischer Kräfte, zu den schönsten und weihevollsten, die man abseits der regelmäßigen Konzerte hören kann. Sie sollten gerade oon unseren Lesern, denen dl« Staraufmachung glücklicherweise wenig bedeutet, besucht werden. Zu den gehäuften Karfreitagskonzerten gesMe sich diesmal«in ernstes Konzert, in dem der tüchtig« Orgelspieler Hans Schroe» t er und die liebenswürdige Sopranistin Lucia Maaß ihre stische Kunst zeigten. An einem der Feiertage dirigierte Hein- rich Knapst«in die Philharmoniker, ohne den guten Ruf einer technischen Begabuug gerade unterstreichen zu lönnen. Besonders sein« Begleitung des O-Moll-Klavierkonzerts von Lrohm» war wenig jchmiegsam und präzise. Allerding, ließ Iren« Fretmann, die Solistin, bei aller Fingerfertigkeit jede tiefe Einfühlung m dos oder gar gegen Irgendeine Kandidatur Stellung nehmen. Damit ist auch das nach der katholischen Seite ge- richtete„hundsgemeine" Fälscherkunststück erledigt und obge- tan, wie die Fälschungen nach der s o z i a l i st i s ch e n Seite schon vorher von uns aufgedeckt sind.. Hindenburg wird viel zu tun haben, wenn er die„Reim- gung des öffentlichen Lebens" zunächst in den Reihen seiner Freunde betreiben will!_ Loebell gegen tzinöenburg. Ei« Unpolitischer ist ganz ungeeignet. Eine Gruppe von Wählern hatte dem sogenannten Reichs- block einen Mann als Präsidentschaftskandidaten vorgeschlagen, der zwar in der Politik keine Rolle gespielt hat, aber sonst den Ruhm Deutschlands über Land und Meer bis nach Amerika trug. Auf den Vorschlag erfolgte, nach der„Vossischen Ztg.", diese charakteristische Antwort: Se Exzellenz von Loebell läßt Ihnen für Ihr Schreiben vom 20. d. M. danken. Die Kandidatur des Herrn..... ist bei den vorbereitenden Besprechungen in Erwägung gezogen. Jedoch ist man nach überein st immendem Urteil zu der Auffassung gekommen, daß ein aus dem politischen Gebiet vollkommen unbc- wanderte? Herr unmöglich alz Reichspräsident sich zurechljindcn könne. Cr wäre lediglich Puppe m der Hand seiner Umgebung. oder aber würde bei eigenem willen einen unerträglich schweren Stand gegenüber den politischen Faktoren haben. Mehrfach die?- bezügliche Erfahrungen im Ausland haben den Ausschuß bewogen, ron einer Kandidatur des Herrn..... Abstand zu nehmen. Hochachtungsvoll Reichsblock. Das ist alles ganz richtig gesagt und gedacht! Der einzige Fehler in dem Schreiben ist der, daß an der Stelle der Punkte(.....) nicht, wie zu erraten war, der Name Hindenburg zu lesen ist, sondern ein ganz anderer. Nun ist Hindenburg genau so oder noch viel mehr politisch unbewandert wie jener Herr, dessen Name durch Punkte angedeutet ist. Er ist dazu noch, um mehi-?� Jahrzehnte älter und gar nicht mehr in der Lage umzulernen. Aber— Loebell kann auch anders, als am 20. März. Er redet jetzt sogar für Hindenburg! Hinüenburg unü üer Gelösack, Die„Deutsche Vergwerkszeitung", die als Organ der Schwer- industne selbstverständlich zu Hindenburg steht, läßt sich„aus Banl- kreisen" schreiben, die Ausstellung des Ceneralfeldmarschalls als Präsidentschaftskandidaten habe auf die Geschäftsleute in der Lon- doner City und der New Porter Wallstreet durchaus nicht so ungünstig gewirkt, wie es oon der deutschen Linkspresse behauptet worden sei. Diese Geschäftsleute fragten nur nach der Sicherheit de» Schuldners, die mit einer gesunden Nationalwirtschaft und mit der Konsolidierung der politischen Verhältnisse eng verknüpft sei. Das Blatt sagt weiter: „Daß diese Konsolidierung bei der Präsidentschaft eines Mannes, der die Repräsentanten der Hauptwtrtschasts- zweige in Deutschland hinter sichhat, eher verbürgt wird. als durch einen Präsidenten, der in seinen Entschließungen mehr oder weniger von den zu sozial! st i'chen Experimen- ten neigenden Wähler mossen abhängig ist, dürfte auch den geschäststlugen Leuten an der City und an Wallstreet klar sein." Hier wird also mit erfreulicher Offenheit zugegeben, daß hln- denburg der Kandidat der Vertreter des Großkapitals. Marx aber der Kandidat der volksmassen ist. Hindenburg würde, wenn er gewählt werden sollte, von der Schwerindustrie und vom Großgrundbesitz abhängig sein, Marx ober müßte in solchem Falle die Forderungen der werktätigen Bevölkerung wahr- zunehmen suchen. Die Wählermassen, denen vom Reichsblock zu- gemutet wird, ihren eigenen Henker zu wählen, werden aus dem Bekenntnis des Unternehmerorgans am kommenden Sonn- tag gewiß die nötigen Schlußfolgerungen ziehen! Wert vermissen. Eine sogenannte dramatisch« Sinfonie von R« s p i g h i erwies sich als eine theatralisch aufgemachte Angelegenheit, deren»nelodische Geläufigkeit auf das Schuldkonto Richard Wagner» kommt. Man tonnte oon einem Spaziergang durch sämtlich« Musikdramen des Bayreuther» sprechen. Der junge Pianist Max Pauer zeigte an seinem Beethoven« Abend bei Frühsonaten des Meisters gefällige Sinnesort. leichte Hand und stilistisches Empfinden, ohne den Eindruck einer schon ent- wickelten Persönlichkeit zu machen. Und da das Wort Persönlichkeit gefallen ist, so wollen wir einen Augenblick aus der Gewohnheit des kritischen Denkens herausfallen und mit herzlichem Handedruck den Mann begrüßen, der seit vier Jahrzehnten in Berlin eine künstlerisch« und gesellschaftliche Tradition froh zu wahren gewußt hat, des siebzigjährigen Heinrich G r ü n f e l d. Sein Spiel, sein Witz, sein Geist, sein Können: vivat, ereecat, kloreat! Deutschland aus der Slädlebavkonserenz. Aus New Nock wird durch Funkspruch gemeldet: In einer gemeinsamen Sitzung des amerikanischen Instituts für Architektur und den Mitglicoern der Internationalen Städtebaukonfsrcnz sprach Dr. Stubben aus Münster über die Entwicklung der Sportplätze und der ösfenilichen Parkanlagen in den deutschen Städten. Die Zahl der anwesenden Delegierten betrug über zweitausend, unier ihnen 75 deutsche Eath- verständige. Auf der Architekturausstellung im Grand Central- Palast haben sich zwölf Länder mit mehreren tausend Darstellungen beteiligt. Besonderes Interesse erragten dreihundert vollständige Pläne für moderne Einfamilienhäuser. Die deutschen Ausstellungs- gegenstände fanden allgemein eine recht günstige Beurteilung. Die Entdeckung zweier täliger Vulkane. Die A r c t u r u s- Expedition des amerikanischen Naturforschers Dr. Beebe nach dem Stillen Ozean hat bereits bedeutende Ergebmsss gezeitigt. Wie ein Bericht Beekes in der„New Park Times" mitteilt, wurden aus der Albcmarle-Insel in der Galapagosgruppe zwei bisher unbc- kannte Vulkane in voller Tätigkeit entdeckt, die Leebe nach den beiden Patronen des Unternehmen» Mount Williams und Mount Whiton nannte Der Gelehrte nimmt an. daß diese Vulkanaus- briiche, von denen pdotographijch« Aufnahmen gemacht wurden, mit den japanischen Erdbeben in Verbindung stehen. Wichtige Funde der Meeresfauna wurden bei einer riesigen Stromwslle gemacht, da wo die Panama» und Humboldt-Strömungen sich treffen. Mehr als ILO seltene und unbekannte Fischarten konnten gesammelt werden, und man fand zum erstenmal die Tier des Halobatss, des einzigen Meeresinsekte, in der Welt. vperuaussShrungen auf dem Podium. Die russische �Sinfonisch« Ke- («llM oft" macht ftuvltll ein iniernatlonaleS Cxterirnent. Sie veranstaltet nämlich Qveinaussiibrnngen. du zwar In Noilum und Maske, aber mit nur angedeuteten: Dekorationen aui dem einfachen Podium von Schnl« »nd Konzerisilen stoltsinden. Die Äuiiübrungen sollen die Popularisierunz oon Overnmerten unter den breiten Massen ermöglichen, und zwar ohne de« großen Uulwand, den die bühnengerechte Inszenierung erfordern würde. In Moskau und den Vororten von Leningrad find bereits mehrere solche Zluphrungen mit gutem Erfolg vera» stallet toozbea. Volkspartei gegen volksparcei. „Tie Zeit" verulkt Stresemaun. Die Volkspartei wollte die Kandidatur Sjindenburg nicht. Sie hatte schwerste innen- und außenpolitische Be- denken xegcn ihn. Das Organ der Volkspartei, die ,.Z e i t", stand deshalb nach der Nominierung des 80jährigen Feld- Marschalls, der nach seinem eigenen Eingeständnis kein Po- litiker ist, G s w e h r b e i F u ß. Sie begnügte sich damit, das der Oeffentlichkeit mitzuteilen, was wiederzugeben sie die Koa- litionsdisziplin zwang. Kein Wort mehr für yindenburg; keins gegen Marx. Diese Haltung war konsequent. Sie war ehrenwert. Nachdem sich die Volkspartei gegen die Kandidatur Sj i n d e n- burgs erklärt halt«, konnte sie, ohne unehrlich zu wer- den, nicht für die erpreßte Kandidatur eintreten. Nachdem die Führer der Volkspartei jahrelang unter Leitung des Ministerpräsidenten Marx innen- und außenpolitisch gewirkt hatten, konnten sie nicht plötzlich jenen schmutzigen Kampf gegen den Präsidentschaftskandidaten Marx mitmachen, der vom Reichsblock und seinen deutschnationalen Diktatoren anbe- foh'en wurde. Es war durchaus folgerichtig, wenn der ehe- malige volksvarteiliche Minister v. R a u m e r in der deutsch- nationalen Hindenburg-Versammlung im Lehrcroereinshaus ausführte: Aus der persönlichen Zusammenarbeit mit Marx habe ich diesen Politiker hochschätzen gelernt. Ich möchte nicht, daß er persönlich beschimpft wird. Das ist die Stimme der Wahrheit und des politischen Anstands. Die„Z e i t" veröffentlicht nun plötzlich einen Artikel, der zu der bisherigen Haltung der Volkspartei paßt wie die Faust aufs Auge. Er überflügelt an böswilligen V e r l e u m» düngen des Präsidentschaftskandidaten Marx die schlimm- sten völkischen Hetzer. Und das macht ihn ungefährlich. Denn es gibt das offizielle Organ der Volkspartei dem Fluch der Lächerlichkeit in den eigenen Partcikreisen preis. Die„Zeit" nennt den ehemaligen Ministerpräsidenten Marx nach langatmigen Verunglimpfungen einen politisch unmöglichen Kandidaten, der kein Staatsmann, kein Politiker und kein Hüter der christlichen Religion sei. Ja, sie behauptete sogar. Marx habe als Reichskanzler die Politik von den verantwortlichen Fach mini st ern treiben lassen. Womit die„Zeit" natürlich Dr. St res«mann meint. Stresemann sollte sich solche Verultung in seinem eigenen Organ wirklich verbitten. Im übrigen ist die Entdeckung von der„Unmöglichkeit des Herrn Marx" etwas plötzlich, nachdem dieselbe Volkspartei mit diesem„politisch unmöglichen" Kandidaten jahrelang durch dick und dünn gegangen ist! Die„Zeit" versetzt damit der Partei, deren offizielles Organ sie ist, eine schallende Ohrfeige. Hindenburg nennt die„Zeit" demgegenüber einen Mann mit„staatsmännischcn Fähigkeiten" und„unveränder- ter geistiger Frische". Sie sagt:„Daß er der richtige Mann ist, d e s s e n sind wir gewiß". Weshalb sträubte sich die Volkspartei denn mit Händen und Füßen gegen die Nominierung dieses„richtigen Mannes"? Wenn man boshaft sein wollte, könnte man dem offiziellen Organ der Volkspartei unterstellen, daß es dem Artikel Raum gegeben hat. um den Wählern der Partei die Wahl von M a rx nahezulegen, denn die Widersprüche des Aufsatzes sind so augensällig, daß sie auch dem D ü m m st« n zum Bewußt- sein kommen müssen. Den Marx schlägt man und den Hindsn- bürg meint man! Enüe öer Parlamentsferien. Am Tienstag nach der Präsidentenwahl. �ie Tagesordnung für die nächste Plenarsitzung des Reichs- tage«, die am 28. April 2 Uhr nachmittags stattfindet, liegt jetzt vor. Es soll zunächst die zweite Beratung des Reichshaushali-plans beim Etat des Reichspostministeriums fortgesetzt werden. Ferner steht die zweite Beratung des von den Sozialdemokraten cinge- brachten Gesetzentwurfs über die Wiederaufnahme des A e r. f a h r e n s gegenüber Urteilen der bayerischen Bolks- g e r i ch t e auf der Tagesordnung. » Der Landtag tritt ebenfalls am D i e n s t a g, den 28. April, nachmittags 2 Uhr. zu einer Vollsitzung zusammen. Auf der Tages- ordnung steht an erster Stell« die Entgegennahme einer Regie- rungs.ertlärung._ Wer wirö öas nächste(dpfer! Zum Ffall Höste. Rechtsanwalt Waller Bahn schreibt der BS.-Korrespondenz als Verteidiger der Barmats: „Das tragische Geschick des Postministers Hösle lenkt die Augen der Oeffentlichkeit aus die damit Im Zusammenhange stehende Affäre B a r m a t. Zwei von den Gebrüdern Barmat sind au» der Untersuchungshast entlassen und befinden sich in Berlin, ohne geflohen zu sein. In Haft befinden sich noch von allen bisher in dieser Angelegenheit Verhafteten, zirka 20 Personen, nur noch Julius und Henri Barmat, alle anderen sind im Laus« der Zeit, und zwar fast immer gegen den Widerspruch der Staatsanwaltschaft, entlassen worden, teil» durch die Straf- kammer, tells durch den Strafsenat des Kammergerichts. Julius und Henri Barmat sind beide schwer leidend, Julius Barmat vermag sehr schwer zu gehen, er wankt direkt, und zwar so ausfällig, daß sogar die Gefängnisbeamten es bemerkt haben, er ist auch mitunter völlig mit seinen Nerven zusammengebrochen, ich habe ihm wicderholl den Rat gegeben, ärztliche Untersuchungzu beantragen, da ich ihn nicht für Iiastfähig Halle. Er hat dies aber stet» abgelehnt, w« i l e r z u st o l z i st, um auf diese Weise aus der Untersuchungehaft herauszukommen. Dagegen hat die Staatsanwaltschaft veranlaßt, daß er durch den Medizinalrat Dr. Stürmer ohne seinen Antrag untersucht wurde, offenbar, um solchen An trägen der Verteidigung von vornherein die Spitze abzubrechen, ein Vorgang. der sich sehr selten in der Kriminulgeschichte er. eignet hat. Bei Henri Barmat dagegen ist schon seit vielen Wochen seitens der Verteidigung die Haftentlassung mit der Begründung verlangt n>0«S1' � bei ihm Lebensgefahr besteht. Mir liegt ein Gutachten des bekannten HerzspezialiN-i, Professor Lewin und des sehr bekannten Arzte» Dr. Joseph vom 7. März Igzz vor, welches wörtlich zu folgend ern Schluß kommt: _„Vach alledem ergibt sich zwingend für uns bei dem Vorhanden- sein einer gemeinen Arteriosklerose bei einem Manne An- fang der dreißiger Jahre mit sekundärer Erwellerung des Herzens und Krankneitszeichen, die«ine besondere Beeinträchtigung der Herz- sunktion bedeuten, die Notwendig kell, daraus hinzuweisen, daß bei dem ijehle» aller wichtigen Behandlungsmöglichkeiten da» Stadium der Erkrankung zurzeit eine nahe, bedeutsame und nicht wieder gutzumachende Gefahr für Leben und G«. s u n d h e i t des Untersuchten bedeute." Trotz dieses Gutachtens hat der Untersuchungsrichter die Hg st- «ntkafsung mm Henri Barmat abgelehnt, well der Gerichtsarzh Medizinalrat Dr. Störmer, die Haftfähigkeit bejaht hat. Auf denselben Standpunkt hat sich jetzt die Strafkammer gestellt. die seinerzeit nicht einmal den jugendlichen und ganz unbeteiligten Studenten Isaak Barmat aus der Haft entlassen wollte, so daß Bc- schwerde an das Kammergericht nötig wurde, mit dem Erfolge der Entlastung. Salles nun Henri Barmat ähnlich gehen wie Hösle?! Oder wird der schreckliche Tod des früheren Post- Ministers endlichVeranlassunggebsn.dieHastsähig- feit von Untersuchungsgefangenen vorsichtig zu prüfen?!— Henri Barmat ist am 31. Dezember 192h fest- genommen worden, seitdem geht die Umersuchung, und wann sie beendet sein wird, weiß niemand, zuitml die Staatsanwaltschaft den Assessor Ä u h m a n n überall hinschickt, um neues Material herpeizuschasfen." tzinöenburgZ Ein paar Worte zum Nachdenken. Zeder Deutsche weiß, daß man seine Stiefel beim Schuster besohlen läßt und nicht beim Zahnarzt. Zeder Deutsche weiß, daß die A e r z t e dazu da slod, um Krank- Helten zu heilen und nicht die Rechtsanwälte. Zeder Deutsche weih besonder», daß man zum Sriegsühren G e- nc täte braucht und nicht G e h ei m r ä t e. kurz, jeder Deutsche weiß, daß jede» Handwerk von dem aus- geübt werden muß. der es gelernt hat. Rur daß man. um Polllik zu lrelbeu. Leute braucht, die p o li l i I ch c Bildung und polltische Fähigkeiten besitzen, das weiß nicht jeder Deutsche. Bismarck wühle es. Der lobte über die„militärischen H a l b g ö t t e r". die in die Politik hineinreden wollten, ohne davoa etwas zu verstehen. wer nicht begreift, daß man zum pol l tischen Führer nur deu wählen darf, der etwas von Politik versteht, der ist nicht reif zur Demokratie. Aber das i st es ja, was sie wollen! Sie wollen dem deutschen Volk einreden, es müsse hindenburg wählen, damit sie ihm nachher beweisen könnon, daß es aus Eseln besieht, die nicht reif zur Demokratie sind! �■-t—.. e............. JuU-zszBmmmmmmm Moskau gegen Thalmann! Tinowjew verlangt die Zurückziehung der Zersplitterung�- kandidatur! Der„Roten Fahne" ist unsere Veröffentlichung der Rede Siiwwjews auf der Sitzung der erweiterten Exekutive schwer auf die Nerven gefallen. Die Sachlage ist so k l a r, die Situation so einfach zu durchschauen, daß das ganze Geschwätz der„Roten Fahne" sie nicht verwirren kann. Sie hat nicht den Mut, ihren Lesern die Rede Sinowjews im vollen Wortlaut mitzuteilen. Sie teilt auch nicht mit, daß diese aufsehenerregende Aeußerung bereits am 4. April, also bereits v o r der Aufstellung Hindenburgs als Präsidentschaftskandidat, gefallen ist. Wenn Sinowjew schon sechs Tage nach der Wahl vom 29. März, solange es sich nur um die Gegenüberstellung Jarres— Marx gehandelt hat, die deutschen. Kommunisten rüffelt, weil sie glauoen, in dieser historischen Auseinander- setzung abseits stehen zu können, wieviel mehr müssen die klügeren Drahtzieher in Moskau entsetzt sein über den einfältigen Eigensinn, mit dem die deutsche Parteizentrale auch nach der Röminierung Hindenburgs noch an der lächer- lichen Kandidatur Thälmann festhält. Tatsächlich hat auch, wie uns aus gutuntsrrichteter Quells versichert wird, die Exekutive der Kommunisti- schen Internationale die KPD. aufgefordert, jetzt die Kandidatur Thälmann zurückzu- ziehen, um alle Kräfte der Arbeiterschaft gegen die H i n d e n b u r g s r o n t zu sammeln. Die deutsche Parteizentrale, in der Thälmann übrigens den Lintesten markiert, weigert sich aber aus Prestige» gründen, dieser Aufforderung nachzukommen. Die kommunistische Zentrale zieht es offenbar vor, ihre Niederlage vom 29. März am 26. April in einen katastrophalen Zusammenbruch sich auswirken zu lasten. Sie fürchtet, daß ein Einlenken ihr Parteigebäuds über den Haufen werfen könnte, trotzdem— wenn Verstand überhaupt bei ihren Erwägungen eins Rolle spielen würde— sie sich sagen müßte, daß ihr sicherer Zusammenbruch beim zweiten Wahlgang für die Partei tödlicher wirken muß als ein Verzicht am die aussichtslose und kindisch-eigensinnige Thälmann-Kandidatur. Was die Parteizentrale der KPD.» was die linken Helden in der Rosenthaler Straße nicht einsehen wollen, das werden dafür die kommunistischen Arbeiter einsehen. Mit oder ohne Parteibefehl kann es auch für den rominunisti- schen Arbeiter am 26. April keine andere Lostinq gebev, als die: Alle Kräfte geschlossen gegen Hindenburg! Und deshalb: Jede Stimme dem Republi- kanerWilhelmMarx! Strefemanns ReinfaU» DaS Kölner Gericht unterstellt ihm Charakterlosigkeit. Köln. 22. April.(Eigener Drahtbericht.) Vor dem erweiterten Kölner Schöffengericht hatte sich am Dienstag der verantwortliche Redakteur der„Rheinischen Zeitung", Genosse Trimborn, wegen Beleidigung des Reichsaußenministers Stresemann zu ver- antworten. Die angeblichen Beleidigungen sind nach der Auffastung der Kölner Staatsanwaltschaft in einem Artikel enthalten, der in Abweh'r gegen die S t r es c m a n n sch« n Angriffe auf die srzialdemokrotische Partei dem Reichsaußenminister den Vorwurf der politischen Ehaeakkerlostgteit machte und bei dieser Gelegenheit V0.n dem fleißige n.Rede m inj st er gesprochen hatte. Der oute Mann wurde außerdem als ein Gemisch von Klaatsmanns- getue und Eyarakterlosigkeit bezeichnet. Der angeklagte Redakteur, der von den Rechtsanwälten Landsberg- Berlin und Dr. M a r u m- Köln verteidigt wurde, hatte zu dem Termin einen umfangreichen Beweisantrag gestellt, den gleich zu Beginn der Sitzung Genosse Landsberg in einer im Aufbau meisterhasten. von zwingender Logik getragenen Red« begründet«. Unter anderm stellte die Verteidigung unter Beweis, daß Stresemann in der inneren wi« in der äußeren Politik in»ine? ganzen Anzahl von im Einzelnen angeführten Fällen das Gegenteil von dem getan habe. mos er zu gleicher Zelt ösf-nklich v orkrat. Landsberg erinnerte vor allem an die eigenartig« Rolle, die Stresemann bei dem Zu- st anbekommen des Bürgerblocks und in seiner Stellung als Reichsaußenminister. bei dem Untergang der„vixmuiden" sowie bei dem Tode des amerikanischen Präsidenten Wilson gespielt habe. Alle diese Handlungen seien Beweis« für d.e ständig schwankende Politik des Reichsaußenministers, die mit dem Ausdruck„charakterlos" nur sachlich gewürdigt wüvd« Das Gericht beschloß nach längerer Beratung die Beweisanträge abzulehnen, weil es die vorgebrachten Behauptungen der Ver- tsidigung als wahr unterstellt. Auch der Staatsanwalt wandte sich gegen die Leweisanträge und beschränkte sich ds.auf, den Ange- klagten nur wegen Formalbeleidigung zu belangen. Das Gericht billigte dem Angeklagten nicht den Schutz des ß 193 zu und ver- urteilte ihn wegen Formalbeleidigung, besonders auch wegen des Ausdrucks„charakterlos" zu einer Geldstrafe von 299 Mark. Gegen das Urteil ist von der Verteidigung sofort Berufung eingelegt worden, so daß in Kürze das Gericht wieder zu prüfen haben wird, ob der gegenwärtige Reichsaußenminister ein politischer Charakter ist oder nicht. Schon heute darf der Vo.'mutung Aus- druck gegeben werden, daß Herr Stresemann von der Entscheidung des Kölner Schöffengerichts, das die weitgehenden Beweisanträge des Angeklagten als wahr unterstellt und das lediglich aus formalen Gründen zu einer Vorurteilung kam, nicht sehr angenehm berührt sein wird. Die politische U n z u v e r l ä s j i g k e i t des Eharaktermenschen Stresemann ist durch das Kölner Gerichtairteil gerichtsnotorisch geworden. Auch Stresemonns Charaktc»:- bild schwankt nicht mehr in der Weltgeschichte. Ganz Nie bei Kapp. Reaktionäre Zibsichten haben ihnen stets ferngelegen. Der Loebell-Lusschuß, der den General Hindenburg als Präsidentschaftskandidaten ausgestellt hat, hat sich als zweite Auflage der Kapp-Regierung benommen. Es ging in seinen Sitzungen zu wie in der Kapp-Regierung. Der Kandidat des Üoebell-Ausichusses, Hindenburg, scheint bei der Aus- arbeitung seiner Reden und Kundgebungen dieRedendes Herrn Kapp als Vorbild zu benutzen. Am 14. März 1920, am Tage nach dem Putsch, hiell Kapp vor Presse- Vertretern eine Rede, in der er sagte: „Er wisse, vor welchen Schwierigkeiten er stehe, nur die Rot des Vaterlandes habe ihn zu seinem Entschluß gedrängt. Unter der alten Regierung sei der Aufbau unmöglich gewesen, unter der neuen werde er möglich werden. Die neue Regierung leide unter einer Flut von Beargwohnungen. Demgegenüber erkläre er feierlich, reaktionäre Absichten hätten ihm stets ferngelegen. Mit der Republik werde er sich schon abfinden. Sobald wie möglich werde er auch zur verfasiung zurückkehren und dann betrachte er es auch als seine Pflicht, sobald wie möglich Wahlen auszuschreiben." Da haben wir das ganze Requisit von Hindenburgs Wahl- kundgebungen. Rur die Rotdes Vaterlandes, natür- lich keine Reaktion, mit der Republik wird man sich abfinden, und natürlich, natürlich Verfassung! Alles genau wie bei Kapp, alles schon darqeweien, alles nachgemacht. Die Absichten der Hindenbvrg-Kandidatur sind ja schließlich auch nur nichts anderes als Fortsetzungen der Absichten der Kappiadc. Und damit die Parallele vollständig wird, wird die Kandi- datur Hindenburg ebenso Fiasko machen wie das Kapp-Aben- teuer._ die Lohnsteuer wirö nicht ermäßigt. Der Rcichsfinanzministcr vertröstet auf fpätcr. Der Reichssinanzminister hat Ende März ohne gesetzliche Er- inächtigung die Einkommensteuer für die oberen Gehalts- empfünger und die freien Berufe selbständig ermäßigt. Die sozial- demokratische Reichstagssraktion hat ihn infolgedessen ersucht, auch die Lohnsteuer mit Wirkung vom 1. Mai ab zu ermäßigen. Die jetzt eingegangene Antwort des Ministers lehnt die geforderte so- sortige Ermäßigung bei der Lohnsteuer a b und vertröstet auf später. Di« dafür angeführten Gründe sind Ausflüchte. Die Ermäßigung der Einkommensteuervorauszahlungen der höheren Einkommen rechtfertigt der Reichsfinanzminister mit den'■ zahllosen Stundung-- und Crlaßgesuchen der Steuerpflichtigen an die Finanzämter. Wenn das eine Rechtfertigung ist, so gibt es für die Zukunft überhaupt keine Besitz steuern mehr, weil dann alle Besitzenden solche Stundung«- und Erlaßgesuche ein- reichen werden. Andererseits wäre das eine neue Strafe für die Lohn- Und Gehaltsempfänger, die regelmäßig und ohne Murren ihren Lohnabzug entrichten. Der Reichssinanzminister sucht sich schließlich damit zu recht- fertigen, daß die Entscheidung über die Ermäßigung der Lahn st euer nur vom Reichstag erfolgen könne und zwar nach Vorlegung aller Steuergesetzentmürfe. Dann habe man sich dqrübex schlüssig zu machen, ob Teilstücke alz besonders dring- lich vorweg erledigt werden solle». Er persönlich trete dafür ein, daß das bezüglick, der Lohnsteuer zu geschehen habe. Da das Reichs- sinanzministerium durch dies« Haltung die rechtzeitige Ermaß'gung der Lohnsteuer verhindert hat, wird es mit dafür sorgen müssen, daß die Lohnsteuerermätzigung mit rückwirkender Krqft vom 1. April 19ZS beschlolsen wird. Auf die andere sozialdemokratische Forderung, auch den Lohn- steueruslichtigcn, die im vergangenen Jahre infolge der Erwerbslosigkeit, Krankheit, Kurzarbeit usw. Lohnausfall gehabt haben, erwidert der Minister mit dem Hinweis aus einen Erleß vom 29. Dezember 1923. In diesem Erlaß werden die Finanzämter an- gewiesen, in besonderen Fällen aus Antrag des Sreuerpslichtigen den steuerfreien Lohnbetrag zu erhöhen, oder die Steuer aus Billigkeitsgriinden zu ermäßige». Das ist ein ganz unzulänglicher Weg. Diesen Erlaß kennen nur die wenigsten Ar- beltnehmer. Es handelt sich auch gar nicht darum, daß der steuer- freie Lahnbetrag in einzelnen Fällen erhöht wird. Das Der- langen der Sozialdemokratie geht vielmehr dahin, daß der jetzt bestehende steuerfreie Betrag auch tatsächlich allen Arbeit- nehm ern in voller Höhe zugute kommt. Es handelt sich ferner nicht darum, im Wege der Billigkeit einen Härtenausgleich herbeizuführen, sondern es wird gefordert, daß die zu Unrecht tinbehaltenen Steuerbeträgc erstattet werden. Die Antwort des Finanzministers ist also in jeder Beziehung negativ. Der unsoziale Geist, der die neuen Steqergesetze kennzeichnet, kennzeichnet auch diese Antwort des Ministers. weitestgehendes Entgegenkommen an die Beflhenden. schroffe Ab- lchnung und leere Versprechungen gegenüber den schwerbelasieten Massen des Volkes, das ist die Finanzpolitik der Rechisregierung. peäsiöentenwahl unö �ttslanöstreöjt. Hierdeuburq als Gefahr für den deutschen Kredit. Senf. 22. April.(Eigener Vrahlberlchl.) Aus Zürich wird gemeldet, daß«in große» wesldeuksches Jnduftriekariell mit der Zen- lrale des Schwelzerischen Bankkarlells seit einigen Wochen wegen einer Anleihe oerhandelte. Das Bankkartell hak jetzt unier dem Hiuwels auf die unsichere Lage Deutschlands wegen der Hlndenburg-Kandidalur die Verhandlunzeo ein- gestellt. �erriot Kammerprästöent. Paris, 22. April.(WTB.)?m zweiten Wahlgang wurde der ehemalige Ministerpräsident Herriol mit 26ö von 267 abge- gedencn Stimmen zum Kammerpräsidenten gewählt. Die Opposition häkle sich wie bereil, im ersten Wahlgang auch beim zweiten der Stimme enthalten. Die Kammer hat sich hierauf auf morgen nachmittag vertagt. Gewerkschaftsbewegung Die Betriebsratswahl bei Siemens. Sieg der Gewerkschaften, Rüdgang der Gelten und der KPD. Aus dem Siemenstonzern, dem größten Unternehmen in Berlin, das über 60 000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, liegen jezt die abschließenden Ergebnisse der diesjährigen Betriebs ratswahlen vor. In den meisten Werfen gelang es den Funktio nären, gewertschaftliche Einheitslisten aufzustellen, bei denen nur die gewertschaftliche Eignung der Kandi daten ausschlaggebend war. Nur in zwei Werten, dem Dynamound dem Wernerwert, die zusammen etwa 23 000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigen, haben die Kommunisten auch in diesem Jahre wieder cigene Oppositionslisten" aufgestellt. Sie find dabei allerdings gehörig abgerutscht. Im Dynamomert haben sie von thren 7 Mandaten nur 4 halten können, im Wernerwert find fie Don 15 auf 9 herabgegangen. Bon den etwa 180 Arbeiterräten im Gesamtkonzern gehören 39 der KBD. an, wohingegen noch im vorigen Jahre auf den SBD.- Listen 75 Kommiften gewählt wurden. Unsere Genoffen haben dus Erbe der Kommunisten angetreten; fie sind van 59 Mandaten im Vorjahre auf 97 gestiegen. Die Zusammensetzung der Belegschaften im Siemenstonzern bringt es mit sich, daß unter den diesjährigen Betriebsräten auch 50 Mann sind, die nicht eingeschriebenes Mitglied der Partei sind, die aber ihrem ganzen Ber haiten nach und nach ihren Erklärungen, die sie bei den Listenauf stellungen abgaben, alle zur Amsterdamer Gewertschaftsrichtung und auch zur Sozialdemokratie halten. der Arbeitgeber zeigten damit, daß fie nicht zur Ber. ständigung bereit sind. Sie nehmen vielleicht den Standpuntt ein, daß eher ihre Geschäfte zugrunde gehen mögen, als daß fie den Arbeitern einen ausfömmlichen Lohn zahlen. Die Bersammlung der Streifenden am 20. April lehnte das Angebot der Meistervertreter einstimmig a b. Die Bersammlung der Meister am gleichen Tage aber hielt es nicht ein mal für notwendig, über den Gegenvorschlag der Gehilfen abzustimmen. Dabei handelte es sich um eine Differenz von 2 Pf. in der Stunde, die bei Preisen von 80 bis 100 M. für ein Paar Schuhe oder Selbst Sinowjew fordert auf... Für die Gewertschaftsmitglieder, insbesondere aber für die noch der kommunistischen Partei angehörenden oder noch mit ihr fym. pathifierenden Gewertschaftsgenoffen ist beachtenswert, welche Stellungnahme Sinowiem zur Wahl des Reichspräsidenten am Sonntag eingenommen hat. Er sagle am 4. April: „ Für den Klaffenkampf des Proletariats ift die bürgerliche Republif ein günstigerer Boden als die Monarchie.... Wir müffen... begreifen, daß das Proletariat bei der Wahl zwischen der bürgerlichen Republik und der Monarchie nicht gleichgültig beiseite stehen darf." Der Borwärts" mußte erft diefe Rede Sinowjews am Dienstag abend veröffentlichen, um die„ Rote Fahne zu zwingen, fie am Miltwoch wiederzugeben. Die Rote Fahne" bemerkt dazu, Sino wjew habe damit nur das gesagt, was jeder Margist und jeder wirtliche Sozialist als richtig anertennen mu". Die in den Siemenswerten besonders liebevoll gepflegten gelben Unternehmerlieblinge haben von ihren 11 Mandaten nur 9 halten können; das Geld, das für die Züchtung der Gelben von dem Unternehmen ausgegeben wurde, hat sich also nicht rentist. In einigen Abteilungen des Konzerns, so im Verwaltungsgebäude der Siemens Schuckert- Werte, im Technischen Bureau Siemens u. Halste, Berlin, in der Hausverwaltung Schöneberg und im For Trohdem sucht die PD.- Zentrale ihre gänzlich ausschungslaboratorium sind reine Gemertschaftslisten aufgefichtsloje Sonderkandidatur aufrechtznerhalten, nur um aus Haß gegen ftellt worden, deren Kandidaten sich ausschließlich aus Anhängern tie Republit, aus Haß gegen die Sozialdemokratie der monder Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung zusammensetzen. Hier haben athifischen Reaktion in die Hände zu arbeiten. die Kommunisten überhaupt nichts zu sagen. In der Bauhalle, der Bauleitung, im Blockwert, in der Eisengießerei, im Kleinbaumert und auch im Wernerwerf sind in den neuen Betriebsräten unsere Genossen in ganz erheblich stärkerer Zahl vertreten als bisher. Im Charlottenburg Werk mit Falzmerk entfielen auf die Ein heitsliste SPD. 8 gegen 4 Mandate, während die Kommunisten Don 8 Mandaten 3 verloren und die Gelben 1 Mandat von 2. Die Af erhielt 4, der Gedag 1 Mandat. Die in den AfA Verbänden organisierten Angestellten haben bei den diesjährigen Wahlen zu den Angestelltenräten verhältnismäßig gut abgeschnitten. Sie fonnten ihre Mandatszahi um einige erhöhen, mährend die Deutschvölkischen, die bei Siemens eine besondere Rolle spielen, von 37 auf 31 Mandate zu rudgegangen sind. Zusammnefassend fann gefagt werden, daß die Betriebsratswahlen im Siemensionzern nicht nur unserer Partei, sondern auch dem freigewerkschaftlichen Gedanken ausge zeichnete Erfolge gebracht haben. Der Streit der Leitergerüstarbeiter. Der Deutsche Verkehrsbund schreibt uns: Der Streif geht unbeirrt weiter. Die Arbeitgeber versuchen jetzt in den Reihen der streifenden Gerüstbauer dadurch Verwirrung hernor. zurufen, daß fie das Gerücht verbreiten, die Organisation habe eine Verhandlung am Montag abend abgelehnt. Richtig ist, daß unseren Vertretern, als sie am Montag abend nach dem Bureau des Vorsitzenden Herrn Gregor hin famen, ihnen von Herrn Gregor mitgeteilt wurde, daß er sie nur zu einer unverbindlichen Aussprache geladen habe, um einen Weg der Verständigung zu finden. Aber bis jetzt ift leider noch nicht bekannt, mann die nächste Verhandlung statt. finden tann. Die Arbeitgeber haben eine Versammlung nach der Köthener Str. 38 zu heute abend einberufen, um sich zu verstän digen, wann sie mit uns verhandeln wollen; abends 7 Uhr wollen fie uns das telephonisch mitteilen. Kollegen! Haltet fest zusammen und last Euch nicht irre jühren durch die Angaben der Arbeitgeber. Sollten die Unternehmer sich zu Berhandlungen nicht bereit erklären, dann wird der Stampf verschärfte Formen annehmen. Der Streik der Maßschuhmacher. Die Berliner Maßschuhmacher stehen nummehr in der vierten Strettwoche. Am Sonnabend beschlossen die Streifenden, mit den Meistern erneut in Verhandlungen zu treten, was denn auch am Sonntag, den 19. April, geschah. Die Vertreter der Streifenden erflärten fich im Interesse einer Verständigung zu weitgehenden Konzeffionen bezüglich ihrer Forderungen bereit. Die meist er dagegen Ju einer solch schmählichen Rolle darf sich fein Arbeitnehmer, Sonntag nur eins geben: für die Republik, tein Gewerkschaftsmitglied hergeben! Für uns alle fann es am für Marx zu stimmen! Shefei wirklich feine Rolle spielt, zumal nur die Hälfte dieser Breise auf Arbeitslohn und Material entfällt. Den Maßschuhmachern bleibt weiter nichts übrig, als den Stretf fortzufeßen, und zwar in verschärfter Form. Alle Kollegen und Kolleginnen werden aufgefordert, den Kampf weiterzuführen, strengste Disziplin zu üben und der Streitleitung ihre ganze Kraft zur Verfügung zu stellen. Wollen die Arbeitgeber ihren macht standpunkt durchzusetzen suchen, müssen die Arbeiter fich nach besten Kräften dagegen wehren. Sie werden durch die verschärfte Fortsegung des Kampfes die llnternehmer zur Einsicht und zum Nachgeben bringen. Die Maler bei der Straßenbahn im Streik. Wagen Lohn differenzen haben die Maler und Lackierer in der Hauptmertstätte der Berliner Straßenbahn die Arbeit niedergelegt. Die Kollegen merden ersucht, in diesen Betrieben feine Arbeit aufzunehmen. Berbindliche Schiedssprüche für Bauschloffer. PP Entlassungen bei der Germania"-Werft. Kiel, 22. April( TII.) Der überqus ungünftige Stand der deutschen Schiffswerften awang die Germania Berft in Stiel 200 Angestellte, zumeist technisches Berfonal, zu entlassen. Unlängst sind bereits 50 Meister entlassen worden. • Die Aussperrung in der Breslauer Metallindustrie. Breslau, 22. April.( TU.) Die Aussperrung hat sich weiter ausgedehnt. Bis heute sind rund 8000 Metallarbeiter ausgesperrt und 34 Großbetriebe stillgelegt worden. Vorläufig besteht teine Aus. ficht auf Verstandigung. Die Arbeitnehmer erflären, erst in Berhandlungen eintreten zu wollen, wenn ihnen in der Lahnfrage Zugeständnisse gemacht werden, was die Arbeitgeber ablehnen. Sicherheitsmännerwahl im Saarbergbau. Sicherheitsmänner im Saatbergbau haben folgendes Ergebnis ge Saarbrüden, 22. April.( Mtb.) Die heutigen Wahlen der habt: Berband der Bergarbeiter Deutschlands 107 Mandate mit 13 810 Stimmen, Gewerfverein chriftl. Bergbündlerischen Saarbund wurden 41(!) Stimmen abgegeben. Diese von dem franzöfifchen Propagandadienst aufge30gene Bewegung, die bei dem großen Bergarbeiterstreit im Frühjahr 1923 vergeblich die Einheitsfront der 100 Tage im Ausstand stehenden Saarbergleute zu sprengen versuchte, fann daher als völlig zufammengebrochen gelten. Bezeichnend für die Beachtung, die der„ Saarbund" mit seiner Parole:„ Das Saarland den Saarländern" in der Bevölkerung seinerzeit gefunden hat, ist der Umstand, daß er auch bei den Wahlen zum Landesrat tein Mandat erhalten konnte. arbeiter 95 Mandate mit 12985 Stimmen. Für den fonderDie österreichischen Gewerkschaften. Der Bericht der Reichsgewerkschaftstommiffion ist soeben er schienen. Er enthält folgende Feststellungen: Die Zahl der Vollzahler, der Mitglieder, die volle 52 Wochenbeiträge oder 12 Monats beiträge entrichtet haben, läßt deutlich die zahlenmäßige Stärke der Gewerkschaftsbewegung ertennen. Nachfolgende Zusammenstellung zeigt die Entwicklung der Vollzahler seit dem Jahre 1919. Es betrug die Zahl im Jahre der Rüdgang der Vollzahler 378 381 1919 1920 777 585 der Zuwachs 115 573 393 204 1921 641 659 129 926 1922 850 394 208 735 1923 714 115 1924 687 376 136 279 26 739 Die der Gewerkschaftskommission angehörenden Zentralverbände haben also im Jahre 1924 einen Rückgang von 26 739 Bolfzahlern zu verzeichnen. Diese Abnahme ist durch die verschärfte Wirthaftsfrise gegen Ende des Berichtsjahres erilärlich. Ist doch die Zahl der Arbeitslosen im nierten Quartal 1924 allein um 74862 gestiegen. Freilich werden jest wieder so wie in den früheren Jahren die Gegner der freien Gewerkschaftsbewegung vor Bonne über die Maffenverlufte oder die„ Krise" der freien Gewerkschaften strahlen. Sie mögen fich mit dem läppischen Argumentchen trösten wie sie wollen. Fest steht jedenfalls die Latache, daß trotz der sprunghaften Steigerung der Arbeitslosenziffer im vierten Berichtsquartal der Rückgang der Vollzahler im Jahre 1924 ein wesentlich fleiner zu nennen ist. Im Berichtsjahre 1925 hat bereits eine ansehnliche Anzahl von Gewerkschaften eine Zunahme an Bollzahlern zu verzeichnen. Es hat sich also schon bei diesen Verbänden bewahrheitet, was im Vorjahre im Bericht in dieser Beziehung gesagt wurde: der Mitgliederrüdgang ist nur vorübergehend, und er wird in dem Augenblid, wo sich unser Wirtschaftsleben gebessert hat, wieder wettgemacht werden. Achtung, SPD.- Fabrifarbeiter! Sente finden in allen Bezitten die Bezirksversammlungen batt. Auf der Tagesordnung steht: Aufstellung der Randidaten aum Berbandstag und zum Gewerkschaftstongres. Es ift not. mendig, daß alle unsere Anhänger diese Bersammlungen befuchen und den kommunistischen Sellenbauern die richtige Antwort geben. Tue jeder feine Pflicht. Der Fraktionsvorstand. Wie wir fürzlich mitteilten, ist dem neuen Manteltarifpertrag von den Arbeitnehmern der Bau, Möbel- und Geldschrankschloffereien zugestimmt worden; das Lohnabkommen murde megen der geringen Zulagen und der langen Geltungsdauer abgelehnt. Die Arbeitgeber haben dagegen in ihrer Generalpersammlung den Manteltarif abgelehnt. Bom Metallarbeiterverband ist daraufhin die Berbindlichkeitserklärung beanStreitnersammlung ber Töpfer morgen Freitag, nachmittags Streiffarte oder Mitgliedsbuch fragt. Bei den Einigungsverhandlungen stellten die Unternehmer 3 uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 4. den Antrag, auch das Lohnab tommen für verbindlich zu er Baugewerksband, Fachgruppe Glafer. Der Lohn für Glafer beträgt ab tlären. Die Organisationsvertreter versuchten eine Herabsegung der 11. April 1,15 M. pro Stunde. In der Berfammlung am 20. April ift Geltungsdauer durchzulegen, mogegen die andere Partei sich mit Ereine Tasche mit drei Steinen gefunden worden. Abzuholen im Rimmer 55. folg wehrte. Der Schlichter hat daraufhin beiden Anträgen stattgegeben und den Manteltarifvertrag sowohl als auch das Lohnabfom men für verbindlich erklärt. Eine Branchenversammlung hat Dapon Kenntnis genommen. Achtung, Klavierarbeiter! Bei der Firma Bamberg n. Co., Berlin, Waldemarstraße und Wusterhausener Straße, wurden AbDeutscher Holzarbeiterverband. Die Ortsverwaltung. Legitimiert! Berantwortlich für Bolitik: Cruft Renter: Wirtschaft: Arthur Seternus; werfaftsbewegung: Friebr. Chlorn: Feuilleton: Dr. John Shilowski; Lotales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeinen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts.Buchdruderel und Berlagsanstalt Boul Einger u. Co. Berlin SB 68 Lindenstraße& Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biken. schlugen einen Stundenlohn von 98 Pf. vor, etwas weniger züge vorgenommen. Keine Kollegen dürfen bort in Arbeit treten. Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. noch, als der Schlichter seinerzeit vorgeschlagen hatte. Die Bertreter Norden 9296* Norden 12643 Säle frei! Billige Hosentage! Serie I Herrenhosen aus festen schwarz und gras gestreiften Stoffen. 4.25 Serie II Gestreifte Hosen aus Satinstoff, in ver- 6.schiedenen Streifenmust Breeches aus gestreiftem u. kariertem Homespun Serie III Gestreifte Hosen& starken Gladbacher Satin stoff in verschied. Dessins 6.8.Serie IV Breeches a. dunkelbraunen u. grauen Kordstoffen 11. aus kammgarnartigen Gestreifte Hosen Stoffen in geschmack 11. vollen Streifenmustern Manchesterhosen lang oder Breeches 11.Serie v Breeches aus grauen und modefarbigen Fein- 14.kordstoffen. Knickerbocker us in englischer Art ge 14.musterten Kottbuser Stoffen Marke Bärenfest, aus Gestreifte Hosen ,. uns hergestellten besten 14.Kottbu er Stoffen in grau n Streifenmustern aus elegant gestreiften kammgarn- 16.50 Serie VI Cut- Hosen arligen Stoffen Breeches kariertem Stoff aus festem Kord- und englisch 16.50 seem Serie VII Maßersatz, Aachener Fabrikat, eleg. Streifen- 22.50 muster, vorzüglicher Sitz Jünglingshosen weniger, 10% mehr kosten 10% Bauchbasen als normale Größen Knabenhosen Größe 7 u. 8, aus katierten, gestreiften 2.40 Homespun und einfarbigen Stoffen Leibchenhosen e 1-6, aus verschiedenartigen 2.40 Stoffen 9 . Von Manchester- Schulhosen Größe 4-6... 6.Größe 1-3 Größe 7-9. an 6.- 5.9.50 Manchester- Breeches Größe 10-12... 9.50 weiß Satin..... 12.-, 10.Segler- Hosen, weiß Köper 7.50, 20 19.50, 16.50, 8.50 6.Tennishosen, Rundbundschnitt, je nach QualitArt: 13. Frühjahrsmántel, Jackett- und Sportanzüge, Gummimantel, Windjacken, Leder- und und Wassersportkleidung in großer Auswahl fertig am Lager Unser neuester Katalog ist erschienen und wird auf Wunsch kostenlos zugesandt. BAER SOHNA nur Chausseestraße 29-30 Nr. ♦ 42. Jahrgang 1. Heilage öes vorwärts Vonnerstag, SZ. fipril 1925 Dl» großen technischen Fortschritt« des vorigen Jahrhunderts gaben auch in der Landwirtschaft zu mächtigen Neuerungen Anlaß. Lidrigs geniale chemische Düngungsreformen um 18S0 sicherten dt« Äontinuttät des Ertrags durch die Möglichkeit, die erschöpften Döden stets neu auffrischen zu können. Jedoch waren all« Versuch«, die auf cm« Steigerung des Bodenertrags gerichtet waren(Aestrahlungs» apparate usw.) mit wenig Erfolg gekrönt. Auch die besten landwirt» schaftlichen Maschinen konnten nichts an der wohlbegründeten Ansicht ändern, daß auf kurz oder lang die Ernten dem Wachstum der Be- völkerung nicht Schritt halten werden, und erst unlängst rechnete der Berliner Geograph Penck aus, daß, wenn keine umwälzenden Neue- rungen in der Landwirtschaft eintreten, in Europa der Nahrung?- muielspielraum in ZW Jahren erschöpft fein wird. Vke Popoffsihe Methode. Diesen Stimmungen bereitet ein jähes End« die Entdeckung eines berühmten bulgarischen Gelehrten, dem es nach jahrelanger For- jchungsarbeit gelang, Mittel ausfindig zu machen, die eine belrächl- liche Steigerung der Lodenproduktion ermöglichen. Prof. M. Po- p o f f- Sofia, der Gesandte Bulgariens in Berlin, ein wellbekannter Erforscher der Lebensvorgänge bei Pflanzen, hatte beretts vor Jahren auf Grund rein theoretischer Erwägungen erkannt, daß Stoffe, die den Zellen lebender Organe Sauerstoff entnehmen und dadurch einen gesteigerten Sauerstoffhunger in der Zelle hervorrufen, die ganze t-ebenslütigkeit der Zelle anspornen und Wachstumskräfte zur Entfaltung bringen, die normalerweise nur zum Teil in Erscheinung treten. In welch hohem Maße diese Reizung(Stimulation)� der Zellen möglich ist, beweisen Versuche mit einzelligen Tieren. Stimu- Iierte Tiere teilten, d. h. vermehrten sich zwei- bis dreimal rascher als ungersizte derselben Abkunft. Praktische Bedeutung erhielren diese interessanten Versuche, als man zur Stimulierung der Samen voo Kulturpflanzen überging. Die Wachstumskroft der Pflanzen. Lande. In verschiedenen Gegenden Bulgariens wurden Versuche mtt Reis, Baumwolle, Tabak usw. unternommen. Alle Pflanzen zeigten ein erhöhtes Wachstum, das zu einer Steigerung der Ertrüge von ZV— SO Proz., ja in manchen besonders günstigen Ausnahmefälle» auch über SO Proz. führte. Die Früchte waren üppiger und größer an Zahl und zeigten größere Gesundheit. Ms Prof. Popoff nach Deutschland kam, hatte er hier auf verschiedenen Gütern stimulierte Weizen-, Hanf-, Kohl-, Lupinen-, Hafer-, Gerste-, Zuckerrübensamen usw. pilanzen lassen. Die Ernte zeigte bei diesen, aber besonders bei verschiedenen Gemüsesarten oft eine bedeutende Ertragssteigerung. Der Dozent an der Landwirtschaftlichen Hochschule m Breslau, Dr. Gleisberg, der als erster in Deutschland den Popofsschen G«chanken aufgegriffen und ausgebaut hat. erziell« bei Kartoffeln. dieser für die Bolksernährung so wichtigen Pflanz«, groß« Ausfichten «offneude Resultate. Ueberall wurden zur Kontrolle unstlmulierte Pflanzen gezüchtet, wodurch der große Unterschied zwischen behau- betten und unbehandellen Pflanzen sich genau kontrollieren ließ und auch dem oberflächlichsten Blicke die Wirkung der Stimulation de» a) stimulierte, b) olcbt stimulierte Pflaazeo. monstrierte. Schreiber dieser Zellen konnte auf einem Gut bei Oranienburg stimulierte Felder und Gemüsebeet« sehen und fest- stellen, daß die Früchte bei verschiedenen Pflanzen größer als die- fenigen der Kontrollpflanzen dastanden. Im Geschmack stand dies künstlich geförderte Gemüse nicht hinter dem anderen. vle öehanüluag See Pflanzensamen ist sehr einfach und billig, verschiedene Samen werden in verschiedene. bald von fedem Laubenbesitzer oerwendet werden, lieber die well- wirtschaftliche Bedeutung der Pflanzenslimulatton sprach sich Prof. Popoff fängst im Weltwirt Ichaflsin st itut in Leipzig aus. Ohne übertriebenen Oplimi-mus zu hegen, glaubt man auf Grund der bis jetzt erzielten Erfahrungen mit einer durchschnittlich 20« bis ?0prozentlgen Steigerung der Wettensen mittels Stimulation als Minimum" rechnen zu dürfen. Daß sich dies in den Preisen der Lebensmittel auswirken wird, ist selbstoerständlich und verleibt der Popofsschen Entdeckung eine große Bedeutung. Es ist zu hoffen, daß die Steigerung des Bodenertrages und die dadurch entstehende Kon- kurrenz die Bormacht- und Monopolstellung der Agrarier schwächen wird und der laiidwirtschastttche Mehrertrag allen Schichten der Bc- völkerung zunutze sein wird. Die praktische Gestaltung. Im Anschluß an obige allgemeine und wissenschaftlich begründete Ausführungen fei noch hinsichllich der praktischen Gestaltung folgendes bemerkt: Um für die bequeme Handhabung und Sicherung des Er- jolges brauchbare Resultaie zu haben, mutzten eingehende Versuche angestellt werden, die sich auf die Auslese der jeweils am günstigsten wirkenden Stimulation und auf die Dauer ihrer Einwirkung auf den Samen beziehen. Die Slimulation Ist kein Wundermittel, sondern muß aus alle Besonderheiten der Samen Rücksicht nehmen. Die Durchdringung der Samenhäute durch die Chemikalien ist sehr ver- schieden: danach richtet sich wieder die Zeitdauer der Stimulation. Auch die Frage der richtigen Konzentration der anzuwendenden Flüssigkeit ist von der größten Bedeutung. Der Zweck der von Pros. Popoff erfundenen und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellten Stimulationsmethode: dem kleinen wie dem großen Landbesitzer ein sicher wirkendes und leicht anwendbares Mittel an die Hand zu geben — kann nur durch eine sehr umfassende verfuchslätigkeit erzielt werden. Erfreulicherweise sind solche Versuche schon in hinreichender Anzahl durchgeführt, wenn auch noch nicht in dein Sinne abge- jchttfsen, daß man nun sagen kann: diese so beschaffene Lösung ist bei emer bestimmten Zeitdauer der Einwirkung für Kohlsamen, fene für Rüben oder Kartoffeln die denkbar günstigste. Ilm an einem Beispiel dies klarzulegen, sei folgender Versuch mit Frühweißkohl erwähnt, der in Markee ausgeführt wurde. Es wurden Flächen mit unbehandelte». Pflanzen und solche mit stimulierten Pflanzen bestellt. Für die Stimulation wurden nun wieder verschiedene chemi- kallsche Mittel, wie Magnesiumchlorid. Magnesiomsulsal, Mangan- sulsat, Kaliumjodid. Glyzerin usw., benutzt und jedes dieser Mittel drei'ach angewendet, indem man verschiedene Zeiten der Einwirkungs- dauer nahm. So konnten eine Reihe von Versuchsfeldern bestellt werden, die das erforderliche Resultat einer allgemeinen Ertrags- stelgerung gaben, aber im einzelnen große Schwankungen aufwiesen, so daß es klar ersichtlich wurde, daß für jedes Mittel eine Zeitdauer besteht, die den günstigsten Erfolg gewährleistet. Lei einzelneu MIktelo zeigte die längere Lehandlungsdauer eine steigende, bei anderen eine abfallende Wirkung. Man wird hieraus erkennen, daß das Probelm nicht im Handumdrehen gelöst werden kann, daß aber schon jetzt der Einführung der Stimulation in Klein- wie Groß- betriebe aus Grund der stattgehabten Versuche das Wort geredet werden darf. Gerade hlajichllich der Wirkung aus Gemüsesamen sind durchweg günstige Resultate erziell worden, so daß die sich gebildete, mit der Wetterführung der Versuche in großem Maßstäbe betraute Gesellschaft für Stimulation(Berlin, Schadowstr. 4) in der Lage ist, zu billigen Preisen(SO Pf. bis 1 M.) Gemüsestimulationen abzu- ?ebeni desgleichen auch für Feldfrüchte. Die bisherigen Versuch« aben nun ergeben, daß eine Verwendung von zwei Stimulationen am vorteilhaftesten ist. Die Gemüse sind in drei Gruppen geleillr 1. alle Kohlarten. Möhren, Spinat, 2. Erbsen, Bohnen, Gurken, Tomaten. Mohn, 3. Salat, Rabies. Zwiebel u. a. m. Für jede Gruppe sind nun zwei Stimulationen ausfindig gemacht. Wie verschieden die Handhabung ist, zeigt ein« Betrachtung der Einwirkungszeit: sie betrögt z. L. bei Bohnen 10 Minuten, bei Kohlarten für das eine Stt- mulationsmittel 5 Stunden, für das zweite 2 Stunden. Eine genaue Gebrauchsanweisung zeigt den Gang des Verfahrens öeutlkh m. Die Arbeit See Versuchsstationen. Für diesen Sommer sind an 1000 Versuchsstalione««richtet worden, so daß reiche Gelegenheit vorhanden sein wird, um in prak- tischer Anwendung, und zwar in verhältnismäßig großen Feldern wie in wechselnden Böden, die wetteren Fragen, die' durch das Sti- niulationsproblem hervorgerufen werden, ihrer Lösung entgegen- zuführen. Hierher gehört vor allem die Frage nach der W rtung der>m Boden vorhandenen Düngesalze sowie der natürlichen und künstlichen Düngung. Mit Recht betont einer der eifrigsten Mit- arbeiter an der Popofsschen Schöpfung, Dr. W. Gleisberg in Breslau, As Anthony Zohn. Roman von Zerome S. Zaume. Frao Strong'nth'arm blickte sie verblüfft an...Wie ist das möglich? Er hat nicht einmal mit mir davon gesprochen.* Betty lächelte.„Woher wisien Sie es dann? Er schrieb mir, daß die Coombers zurück feien.* „Es ist seltsam, wie die Liebe den Instinkt schärft,* meinte Frau Strong'nch'arm. Plötzlich beugte sie sich vor, ergriff Bettys Hand.„Halten Sie ihn zurück, ehe es zu spät ist!* Sie fühlte, wie die Hand des Mädchens in der ihren zitterte. ..Ich denke dabei nicht an Sie,* fügte Frau Strong'nch'arm hinzu.*„Tun Sie es ihm zuliebe. Retten Sie ihn!* „Wie kann ich es? fragte Betty..Was verlangen Sie von mir? Soll ich etwa vor ihn hinknien, um Mitleid bitten?* „Nicht um Mitleid, um ein ehrliches, anständiges Bor- flehen. Packen Sie ihn bei seiner Ehre, auf die Haft er viel; i« ist seine Religion, die einzige Religion, die er besitzt. Er gehört Ihnen, nicht ihr. Läuft er Ihnen denn nicht schon jahrelang nach? Schuldet er nicht alles Ihnen? Alle Mag- lichkeiten. alle Chancen? Kann er das vergessen? Hat er Sie nicht kompromittiert? Alle wisien um die Sache, glauben bestimmt, daß er Sie heiraten wird. Was wollen Sie tun. wenn er Sie jetzt sitzen läßt? Wenn Sie zugeben, daß diese hirnlose Puppe, nur weil sie eine weiße zarte Haut hat...* „Schweigan Sie, schweigen Sie!*� Betty schnellte auf. ..Das für einen Sinn hat das? Was für ein Recht habe ich?* „Was für ein Recht?* wiederhofte Frau Strong'nch'arm. „Sie haben chn lieb, das gibt Ihnen ein Recht. Sie sind wie für ihn geschaffen, die Gefährtin, wie die Bibel sagt. Glauben Sie, ich kenne Anthony nicht? Was würde die andere für ihn tun? Sie würde nur fein Geld für Luxus und Ber- schwerttmng hinauswerfen. Was weiß diese Klasie mit Geld anzufangen? Sie wirst damit herum, und ist es ausgegeben, so lacht sie über den, der es verdient hat. Was weiß diese Kaste von den Mühen und dem Schweiß, der am Geld« klebt? Und was würde ihm bei dieser Sache zufallen? Er müßt« die ganze Bettlerfamilie erhatten, sich für sie tot arbeiten, und sie wurden ihn verachten, auf ihn herunterschauen. Mit welchem Recht...?* Ihre Stimme wurde zum Schrei. Betty hob warnend die Hand. Frau Strong'nch'arm beherrschte sich und fuhr leise, hastig fort:„Mit welchem Recht drängt sich dieses Madchen im letzten Augenblick in unser Leben, ver- dirbt alles, um einer flüchtigen Laune willen? Wir kennen diese Ark der Liebe, wisien, wie lange sie währt, was nachher kommt. In diesem Fall wird zuerst sie seiner überdrüssig werden. Seine Treue wird sie langweile»». Er kennt nicht die Affenkniffe, die diese Frauen anziehen. Emporkömmling, Armenkind, das wird sie ihm an den Kopf werfen, wenn irgendein parfümierter Laffe chr Wohlgefallen erregt. Ich sage es Ihnen, ich kenne sie und ihre Klasie. Habe unter diesen Leuten gelebt; vor ihren Dienstboten spielen sie nicht Komödie. Sie rückte näher an Betty Haan.„Es ist ja nur die Der» nartheit eines Knaben in etwas Neues, Fremdartiges. Er» klären Sie ihm, wie sehr es ihm die Karriere verderben wird. Sie brauchen ja nur Ihrem Bater ein Wort zu sagen, und all« Pläne, die Anthony spinnt, sind vereitelt. Das wird ihm Eindruck machen. Er hat nicht den ganzen Verstand verloren, noch nicht. Alißerdem würde sie dann nichts von ihm wissen wollen. Es dürfte sie nicht verlocken, einen armen jimgen Rechtsanwalt zu heiraten.* Sie lachte. Betty blickte sie an.„Sie wollen, daß ich Anihtmy in seiner Karriere schade?* fragte sie. „Ja, um ihn vor ihr zu retten,* erwidert« Frau Strong'nch'arm.„Schon jetzt hat sie ihn verwandelt. Es gibt Zeiten, da ich ihn gar nicht erkenne. Sie wird ihn ver- derben, wenn wir es zulassen. Zielten Sie ihn, Sie können es.* Frau Strong'nch'arm war fast erschöpft; sie sank in den Sesiel zurück. „Hören Sie mich an.* sprach Betch.„Ich liebe Ihren Sohn. Liebe ihn so sehr, daß ich, falls er und das Mädchen einander lieb haben, alles tun würde, um diese Heirat zu ermögliche»». Für mich kommt es hier nur auf eines an: lieben die beiden einander wirtlich.* Frau Strong'nch'arm wollte etwas erwidern, Betty jedoch gebot ihr mit einer Gebärde Schweigen.„Ich möchte mich Ihnen erklären. Wir dürfen nie mehr über die Angelegen« beit reden. Es hätte nrich sehr glücklich gemacht, Anthonys Frau zu werden. Ich wußte ja, daß er mich nicht liebt. Es heißt, daß es immer einen gibt, der liebt, und-inen, der sich lieben läßt. Mehr hätte ich nicht von ihm verlangt. Ich hielt ihn überhaupt nicht der Liebe fähig, wenigstens nicht im tiefften Sinn des Wortes. Hieft ihn für zu egozentrisch, zu seinem Kameraden und Helfer zu werden. Hätten wir Kinder gehabt, er würde mich vielleicht lieb gewonnen, meine? be- dürft haben. Das hätte mir genügt.* Sie stützte sich mit dem Ellenbogen auf den Kaminsims, blickte in die Flammen. Nun reckte sie sich hoch, schaut« Frau Strong'nth'arm an.„Ich freue mich, daß ich irrte, freue mich, daß er zu lieben versteht, sinnlos, töricht, sich selbst und seinen Ehrgeiz vergessend. Wenn er qus diese Art an mich gedacht hätte—* sie lächelle,—„es wäre der Himmel gewesen. Dennoch ist es mir lieber, wirklich lieber, daß er dieses Mädchen liebt, daß er irgend jemand liebt. als daß er dazu unfähig wäre. Es klingt merkwürdig, aber gerade dies macht ihn mir noch lieber. Er ist ein besserer Mensch, als ich glaubte. Frau Strong'nth'arm starrte sie an. Das Mädchen trat zu ihr und legte ihr die Hand auf die Schulter.„Ich weiß. woran Sie denken: es hält nicht an. Ein paar Jahre, und da Zauber ist vorbei. Aber ich bin dessen nicht gewiß.* Sie ging an den Schreibtisch, ordnete mechanisch Buche» und Papiere.„Unlängst durchsuchte ich den alten Schreib- tisch meiner Mutter. In einem kleinen Geheimfach fand ich einen Stoß von meinem Vater geschriebener Briefe. Viel- leicht hätte ich sie nicht lesen dürfen, doch bedaure ich nicht. es getan zu haben. Anfangs glaubte ich, die Briese seien während ihrer Verlobung geschrieben worden. Es waren richtig« Liebesbriefe. Doch kamen Stellen vor, die nicht zu dieser Annahme paßten. Es war auch von Kindern die Rede. Ich schaute das Datum des Poststempels. Die Briefe stammten aus den letzten Lebensjahren meiner Mutter; da erinnerte ich mich, wie glücklich sie kurz vor dem Ende zu- sammen gewesen waren. Unser Leben erscheint mir wie ein Garten: wir können das Unkraut nicht ausrotten, aber die Blumen bleiben dennoch immer gleich schön.* Sie bückte Frau Strong'nth'arm an.„Und selbst, wenn früher oder später der Zauber vergeht, zumindest haben wir ihn einmal geschaut. Ich entsinne mich eines blinden Knaben, für den sich mein Vater interessierte. Er war blind geboren, und alle hiellen ihn für unheilbar, mit Ausnahme eines berühmten Augenarztes in Lausanne. Meine Mutter und ich reisten während der Ferien in die Schweiz und nahmen den Knaben mit. Er war ein lieber, fröhlicher, kleiner Bursche. Der Spezialist untersuchte ihn und schüttelte den Kopf:„Ich kann ihn heilen, aber nur aus kurze Zeit, dann wird er wieder bünd »verden.* Der Arzt meinte, es wäre besser, ihn blind zu lassen: meine Mutter jedoch war anderer Ansicht, und es ge- lang ihr, den Arzt zu überreden. Der Ausdruck im Blick des Knaben, als er das Augenlicht gewonnen hatte, war wunder- voll. Wir hatten ihm gesogt, es werde wahrscheinlich nicht lange währen, und er schien dies zu begreifen. Eines nachts hörte ich in feinem Zimmer ein Geräusch und ging zu ihm. Er saß im Nachthemd vor dem Fenster, die Hände um die Knie geschlungen.„Ich will mich an alles erinnern*, flüstert« er. Vielleicht haben Sie recht, vielleicht wird diese Liebe Anthony nur Kummer bringen. Aber selbst dann möchte ich ihn nicht vor ihr bewahren.*(Forts, folgt.) daß bisher erst eine Basis geschaffen ist und daß es sehr wohl mög. lich sein fann, daß der Erreichung des Zwedes noch mehr ent sprechende Konzentrationen und Zeiten gefunden werden tonnen". Ferner weist er auf die Wahrscheinlichkeit hin, daß die Förderung bes für die Entwicklung der Pflanzen so michtigen Batterienlebens im Boden abhängig ist von der Konzentration der Lösung, mit der das Sautgut behandelt ist. Ein Kompler von Fragen steht somit zur Untersuchung, und es ist erfreulich, wie andererseits erklärlich, daß gerade in Deutschland sich ein so lebhaftes Interesse dafür fundgibt. Bir fönnen eine Vermehrung unserer Gesamternte um ein Biertel gut gebrauchen. Noch sei ein Wort über die schon jetzt in weitem Maße betriebene Beizung des Saatgutes gesagt. Diese Beizung hat den Swed, alle am Saatgut fich etwa vorfindenden Fremdorganismen ( Buzfeime) abzutöten. Die Stimulation( die Reizung) soll dagegen die Lebensenergie des Samens fördern. Betzung und Stintulation fann praktisch sowohi in der Reihenfolge: erst Beizung, dann Stimu Kierung, als auch in umgekehrter Folge durchgeführt werden. Die mohl öfter zulage getretene Anschauung, daß durch die Beizung schon eine Stimulation herbeigeführt werde, ist nur in sehr bedingtem Maße zutreffend. Erst die Anwendung beider Methoden liefert die erstrebte Mehrproduktion. Schwarzrotgoldenes Berlin. Die Konjunktur der Reaktion ist endgültig vorbei. As per schämten, durch Terror und Bontott geängstigten Republikanern werden zielbewußte Streiter für Freiheit und Recht. Die Republit befindet sich offensiv auf der ganzen Linie, der Rückschritt ist, trog gewaltig markierten Selbstgefühls, überall in die Verteidigung zu rückgeworfen. Das drängte sich einem mit eherner Gewißheit auf, wenn man am gestrigen Tage einen Gang durch die Straßen Berlins machte. Welche Wandlung! Wohl gab es am 29. März unzählige Re publikaner, aber nicht allzuviel Bekenner. Manch einer scheute die Kosten; für den Mann aus dem Volte ist eine Ausgabe von 5 Mart fchwerwiegender als ein Tausender für den strammnationalen Mil. lionenmann. So herrschte, von den ausgesprochenen Arbeitervierteln abgesehen, beim ersten Wahlgang die Parteifahne der Realtion vor. Heut grüßt dich im Osten, im Norden, im Süden und im Mesten der Stadt ein stolzes Meer schwarzrotgoldener Freiheitsfahnen. Pulver ist schwarz, Blut ist rot, golden fladert die Flamme!" Die Straßen haben ein Feiertagskleid angelegt, das Ehrengewand der deutschen Republit. Selbst der Westen muß fich, so schwer es ihm werden mag, mit den Farben des Deutschen Reiches vertraut machen. Man sollte diese Stimmungsmomente nicht unterschäzen, fie find Symbol für den endgültigen Sieg des deutschen Boltes über die ideen und seelenlosen militaristischen Cliquen der Reaktion. Auf drei fchmararotgoldene Fahnen eine schwarzweißrote Das muß auch das Programm der Republikaner für den 26. April sein. Die Republik wird leben! 3: 1. In diesem Kräfte. verhältnis werden die deutschen Maffen am Entscheidungstage den volksfremden hohenzollernergebenen faft achtzigährigen, greifen Militär vernichtend schlagen. Berlin ist schwarzrotgolb, ift republikanisch Es war es schon immer. Nun dokumentiert auch die Straße die Ge finnung der Freiheit, die niemals unterdrückt werden fann. Wir werden fiegen, wenn du, wenn jeder einzelne feine Pflicht tut: Für Wilhelm Marg! Friedrich- Ebert- Straße. Der Magiftrat hat in seiner Sigung am 22. April 1925 dem Beschluffe der Stadtverordnetenversammlung, die Budapester und Sommerstraße in Friedrich- Ebert- Straße umzubenennen, zugeftimmt. Er hat aber, wie wir schon in einem Teil der geftrigen Abendausgabe mitteilten, beschlossen, dem Teil des Karfürstendamms zwischen der Kaiser- Wilhelm- Gedächtnis Kirche und der Kornelius- Brüde den Namen Budapester Straße zu geben. Bekanntlich hat es in Berlin seltsame Leute gegeben, die in der Unbenennung der Budapester Straße einen Affront" gegen eine befreundete Nation" sahen und die, da sie nicht gut gegen die berechtigte Forderung, in Berlin eine Straße nach Friedrich Ebert zu benennen, protestieren fonnten, irgendeinem versteckten Gäßchen biesen Ehrennamen gegeben hätten. Troß vielen Geschreis blieb diejen merkwürdigerweise auch einmal auf gute außenpolitische Beziehungen" bedachten Leuten der innige Wunsch versagt, und der Magistrat hat ihnen sogar jeden Grund zur weiteren Klage genommen, indem er den angeblichen„ Affront" auch noch vermied. Ein Reinfall für den Lokal- Anzeiger", zu dem man ihm von Herzen beglückwünschen darf. Der Gipfel der Unverfrorenheit! Wie wir im gestrigen Abendblatt berichteten, hat am Dienstag abend eine mit Messern und Revolvern bemaffnete nationalistische Horde Reichsbannerleute und republikanische Straßenpaffanten im Anschluß an eine Wählerversammlung des Rechtsblods im Lehrervereinshaus überfallen. Jeder Mensch, der den standalösen Vorfällen beiwohnte und nur eine Spur von Ge rechtigkeitsgefühl im Leibe hat, muß die Schuld an den schweren Schlägereien, die sich zwischen 12 und 1 Uhr am Alexanderplatz ereigneten, einzig und allein den maßlos provozierend auftretenden Rechtsputs chisten zuerfennen. Man tönnte es allenfalls verstehen, wenn die Rechtspreise, aus Scham über die verbrecherischen Flegeleien ihrer Gesinnungsgenossen, von den Borfällen feine Notiz genommen hätte. Weit gefehlt: Sie drehen aufs unverfrorenſte den Spieß um. Den Gipfelpunkt journa listischer Unanständigkeit erflimmt hierbei die deutschnational- nöllische Deutsche Zeitung", die auf der ersten Seite ihres gestrigen Abendblattes unter der fetten Titel zeile„ Sträfliches Bersagen der Polizei" ungeheuerliche Schwindeleien vom Stapel läßt. Dann folgen wütende, völlig unberechtigte Anpöbeleien der Polizei, insbesondere des Bizepolizeipräsidenten Dr. Friedensburg. Infamer läßt sich beim besten Willen die Bahrheit nicht auf den Kopf stellen. Eins stimmt an den Lügenexzentrits des rechtsradikalen Blattes: In der kurzen Straße tam es zu einer Schießerei. Geschossen aber hat ein nationa. listischer Strolch, und nur der Disziplin des Reichs: banners war es zu verdanken, daß das frevelhafte Attentat des Mit solchen er bärmlichen Mitteln wollen die Rechtsblockisten ihrer banterotten Kandidatur auf die Beine helfen. Das deutsche Volk wird ihnen die Abfuhr erteilen, die sie verdienen. Bismard Bündlers feine schweren Folgen zeitigte. Zirkus in Marzahne. Um die Weihnachtszeit vorigen Jahres hatte im Dorf Marzahne bei Brandenburg ein Wanderzirtus seine Belte aufgeschlagen. Bald fam es zu Eifersüchteleien zwischen Dorftavalieren und fahrendem Bolt. Nach einer Zirtusvorstellung am Silvesterabend stieg im Krug" der Dorftanz, als plöglich gegen 3 Uhr nachts vor dem Bafthof ein furchtbarer Aufschrei ertönte. Alles lief hinaus. Stöh. nend fand man einen jungen Zirkusmann, den zwanzigjährigen Ernst Germeng, auf der Erde liegend. Ach Gott, ich bin gestochen!" hauchte der Verletzte. Dann brachte man ihn ins Krankenhaus und auf dem Totenbett machte er die Angaben, daß er von einem Bauernknecht mit tätowierter Hand gestochen worden sei. Als Täter wurde der 24jährige Bauerntnecht Albert Behrendt aus Marzahne ermittelt. Das blutbefledte Meffer lag im Stall verſtedt. Während der Zirkus seine Zelte abbrach, trug man den Zirkusmann zur letzten Ruhe. Wegen Körperverlegung mit Todes. erfolg vor dem Potsdamer Schwurgericht angeflagt, zu dem das halbe Dorf als Zeugen geladen war, mußte immer wieder der Bor. fizende den Zeugen ins Gemissen reden, streng bei der Wahrheit zu bleiben. Sie schienen sich gegen das Gericht verschworen zu haben. Das Blaue vom Himmel versuchten die jungen Landburschen zusammenzulügen. Einer wurde ohnmächtig bei der Zeugens vernehmung, als er merkte, daß er sich selber auf die Anklagebankf hineingelogen hätte. Mit donnernder Stimme fuhr der Vorsitzende dazwischen und das half endlich. Das Gericht versagte dem Ange lagten mildernde Umstände und erkannte auf vier Jahre Gefängnis. Deffentliche Wählerfundgebungen heute, Donnerstag, den 23. April, abends 71 Uhr Tiergarten: Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 23. Prenzlauer Berg, 29. Abt.: Schulaula Senefelderstr. 6. Friedrichshain: Königsbant, Frankfurter Str. 107. Charlottenburg: Hohenzollern- Festsäle, Berliner Str. 105. Zehlendorf: Lindenpart, Berliner Str.& Schöneberg: Siedlung Lindenhof, Ledigenheim( großer Saal). Lichterfelde: Aula Oberrealschule, Ringstr. 2. Mariendorf: Herolds Festfäle, Chausseestr. 287. Brih: Beckers Gesellschaftshaus, Chauffeeftr. 96. Oberschöneweide: Mörners Blumengarten, Ostendstraße. Köpenid: Körner- Schule, Lindenstraße. Friedrichshagen: Schröders Festfäle, Friedrichstr. 137. Lichtenberg: Aula Partaue, an der Möllendorfstraße Kaulsdorf: Turnhalle Adolfstraße. Buch: Göpfert, am Bahnhof. Buchholz: Rossac, Hauptstr. 71. Redner: Aufhäuser, Ed. Bernstein, Breurt, Dittmer, Heinig, Joachim, Kuttner, Künstler, Dr. Klee, Dr. Lömen stein, Landa, Litte, Otto Meier, Nietisch, Ruben, Stelling, Dr. Witte. Freitag, den 24. April, abends 7 Uhr Mitte: Musikerfäle, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. Wedding: Pharusjäle, Müllerstr. 142.- Aula Grünthaler Straße 5. Kreuzberg, 40. und 41. 2bt.: Bodbrauerei, Fidicinftr. 2/3. Charlottenburg: Fürstin- Bismard- Schule, Sybelstraße. Gemeindeschule, Oranienstraße. Spandau: Jubiläums- Turnhalle, Am Astanierring. Siemensstadt: Restaurant Heidefrug( Inh. Marfand), Nommentdammallee. Wilmersdorf: Bittoriagarten, Wilhelmsaue. Wannsee: Reichsadler, Königstr. 26. Schöneberg: Ühlandschule, Kolonnenftr. 20/24. Steglih: Oberrealschule, Heesestraße. Cantwik: Realgymnafium, Kaulbachstraße. Lichtenrade: Gasthof Stiehler, Am Dorfteich. Tempelhof: Realgymnasium, Kaiserin- Augusta- Straße. Rudow: Juliuspart( Inh. Heinze). Treptow: Nitschte, Am Treptower Part 26. Bohnsdorf: Bierbach, Bahnhofstraße. Grünau: Jägerhaus, Bahnhofftr. 1. Karlshorst: Deutsches Haus, am Bahnhof. Friedrichsfelde: Tempel, Prinzenallee 30. Kaulsdorf- Süd: Jägerheim. Biesdorf: Schillerfäle, Königftr. 120. Weißensee: Aula Realgymnasium, Woeldpromenade. Pankow: Linder, Breite Str. 34. Niederschönhausen: Schloß Schönhausen, Lindenstr. 11. Blankenburg: Klug, Dorfstr. 2. Reinidendorf- Off: Schüßenhaus, Residenzftr. 1/2. Reinickendorf- West: Hartmanns Brauerei, Scharnweberstr.104. Redner: Aufhäuser, Breuer, Klara Bohm- Schuch, Bartels, Barth, France, Dr. Freund, Heinig. Adolf Hoffmann, Heimann, Harnisch, Horliz, Gertrud Hanna, Joachim, Luise Kähler, Künstler, Kuttner, Erna Kresse, Lempert, Dr. Lohmann, Litle, Landa, Dr. Löwenstein, Meier, Reimann, Stein, Dr. Weŋl, Dr. Witte, 3achert Tagesordnung in allen kundgebungen: Kriegsgeneral oder Friedenspräsident? Warum tritt die Sozialdemokratie für Wilhelm Mary ein? Dier Räuber verhaftet. Der Autobusüberfall bei Strausberg aufgeklärt. Als ein Autobus des„ Kraftverkehrs Marfen am 26. Februar 1921 abends um 8% Uhr vollbesetzt vom Bahnhof nach der Stadt Strausberg zu fuhr, jahen die beiden Chauffeure plöglich im Lichtfegel des Scheinwerfers auf der Chaussee einen Mann liegen, der sich in Krämpfen" zu winden schien. Sie stoppten und hörten ihn jetzt auch jammern und schreien. Die Chauffeure stiegen ab, um ihm Hilfe zu leisten. Da sprang aber der Kranke" plötzlich auf, 30g eine Pistole und rief: hände hoch!" In dem gleichen Augenblid sprangen zwei Männer aus dem Chauffeegraben auf die Tür des Autobus zu und rissen sie auf. Während sie mit ihren Leibern den Ausgang versperrten, sprang ein Mann im Wagen hoch und forderte mit vorgehaltener Pistole die Fahrgäste auf, die Hände zu erheben und sich durchsuchen zu lassen. Der erste, der alles herausgeben mußte, war ein Mann, der während der Fahrt geäußert hatte, daß er sich bei der herrschenden Unsicherheit zur Vorficht einen geladenen Revolver eingesteckt habe. Diesen mußte er wohl oder übel zuerst herausgeben. Ein Widerstand wäre angesichts schwarz mastiert waren, nuplos gewesen, zumal da sich unter den der vier Räuber, die alle schwer bewaffnet, und von denen drei Fahrgästen auch viele Frauen befanden. Während die Chauffeure mit der Pistole in Schach gehalten wurden, vollzog sich die Durchfuchung sehr rafch. Die Räuber beraubten die Fahrgäste gründlich und verschwanden dann blißschnell mit der Beute, während der Autobus mit den ausgeplünderten Fahrgästen weiterfuhr. Die Ermitte lungen nach der Bande blieben erfolglos. Da tauchte vor einigen Tagen in Berlin ein Beuteftud auf, eine altmodische Ledertasche, die einem der Fahrgäste abgenommen worden war. Ein Kriminal. beamter des Raubdezernates, dem die genau beschriebene Tasche noch in der Erinnerung war, sah sie bei einem Manne, der fie eben erft von einem anderen getauft hatte. Er nahm sie mit nach dem Polizeipräsidium, und nachdem hier festgestellt worden war, daß es sich ohne Zweifel um die geraubte Tasche handelte, nahm die Kriminalpolizei fofort die Spur auf. Die Räuber wurden jegt ermittelt, verhaftet und festgestellt als drei Gebrüber herr mann und ein gewisser Ruhig, Männer von 35 bis 37 Jahren, die sich jetzt Händler" nennen. Sie wurden überführt und legten auch Geständnisse ab. Sie merden sich nunmehr für diese und andere Raubtaten, bei denen sie sogar einen Mann erschossen, zu ver antworten haben. Die Schüsse auf den Chef. Eine Angestelltentragödie. Der 48jährige Heinrich Bleßner mar bei der Firma Siemens u. Halste neun Jahre lang als Kalkulator beschäf tigt. Seine Arbeit war gut, und seine Vorgesezten waren in dieser Beziehung mit ihm zufrieden. Aber später las er demokratische Blätter( man denke!), soll auch Angestellte aufgefordert haben, sich zu organisieren, und in solchem Falle ist eben auch der beste An gestellte ein Heger", der entlassen werden muß. Herr Succom, Ser gefürchtete Chef, der bei seinen Angestellten der liebe Gott Dom Blodwerf" heißt, sieht zusammen mit seiner sozialpoli tischen Abteilung, dem Schnüffelmerf", in einem Streit will tommene Gelegenheit, ihn loszuwerden. Pleßner steht Streitposten und. wird furze Zeit darauf fristlos entlassen. Keine Aussprache gewährt der Chef mur ein schlechtes 3eugnis. Reine Stellung befommt Pleßner mehr nur Versprechen und dann Absagen. Pleßner schreibt an die ihm persönlich un bekannte Frau des Chefs: ich fühle mich ungerecht entlaffen feien Sie meine Fürsprecherin!" Pleßner, Ehegatte und Familienvater, tommt nirgends mehr unter. Und schon tommen ihm die ersten Selbstmordgebanten, diesem Menschen, den schwere Krankheiten zu einem scheuen, verschlossenen, ängstlichen und nerväsen Menschen machten. Immer tiefer bohrt sich das Gefühl, der dich auf die Straße warf, führt ein gesichertes Dasein, und du irrst hilflos in der Welt umher. Pleßner mill sich erschießen und doch gleichzeitig rächen. Vor der Wohnung seines früheren Chefs will er sich töten. Succow foll über seinen Leichnam fallen und dies Erlebnis nie vergessen. Im Morgengrauen des 12. März 1924 fährt Bleßner nach Ritolassee, nachdem er am Vorabend sein lehtes Vermächtnis, feine Sterbepapiere und seine armselige Hinterlassenschaft geordnet hat. Den Revolver in der Tasche, geht er aufgeregt und ängstlich dem seltsamen Ziele zu Plöglich kommt ihm Succom entgegen. Pleßner, furzsichtig, erkennt ihn in fleiner Entfernung. Da schwellen alle Gefühle der Wut und der Rachsucht in ihm, da drüdi er den Hahn des alten Revolvers, da tnallt es einmal, zweimal, dreimal da ist es geschehen. Der Angestellte schoß auf den Chef, ohne ihn sehr schwer zu verwunden. Wer ist hier der Schuldige? Es scheint, als ob jener paradore Saz, daß nicht der Mörder, sondern der Er. mordete Schuld hat, hier zur Wahrheit wurde. Was ferner geschah, ist schnell erzählt. Verfolgung im Auto, weitere Schüsse auf den Chauffeur, Plesner entfommt in den Grunewald, wirft den Revolver weg, mird später verhaftet, wegen Körperverlegung zu einem Jahr und einem Monat Gefängnis verurteilt. Nachspiel: Herr Succo m verkündet pathetisch vor Gericht: Wir opfern uns auf für die Allgemeinheit und verlangen dafür vom Staate, daß wir geschüßt werden. Mit anderen Worten: Pleßner erscheint ihm nicht genug bestraft, er verlangt Revision, das Reichsgericht bestätigt sie, und gestern kommt man vor dem Schwurgericht in Moabit zu dem Ergebnis: 3½ Jahre Zuchthaus. In welcher Lage Pleßner sich befand, das wurde nicht beachtet. Was das Sachver ständigengutachten des Sanitätsrats D. Hirschfeld enthielt, das wurde wohl nach der bekannten Geheimordnung ebensowenig beachtet. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Gottfried Samter, gedenkt Revision einzulegen. Der streitbare Vater. Dr. med Diebel aus der Haft entlaffen. Zu der Tragödie in Friedenau wird besichtet, daß der Arzt Dr. med. Johann Diebel, der, wie befannt, im Berlaufe eines Streites einen tödlichen Schuß auf seinen Bater abgegeben hatte, wieder entlassen worden ist. Kriminalfommissar Weigt hatte eingehende Ermittlungen angestellt, die ergaben, daß tatsächlich der Vater der Ruhestörer in der Familie war. Der alte Herr, ein früherer Gutsbesizer, hatte in der Inflationszeit fein Gut Dertauft und mar nunmehr auf die Unterſtügung seines Sohnes an gewiesen. Dies hatte ihn so nervös gemacht, daß er ständig Streit fuchte. Bor wenigen Tagen erft hatte er seinen Sohn geschlagen. Am Dienstagabend, als der Sohn in die Zimmer feines Baters. tam, war diefer wieder sehr erregt, versuchte sofort mit einem Stuhl auf den Sohn einzuschlagen und bedrohte ihn so, daß dieser zur Baffe griff. Da alle Ermittlungen darauf schließen lassen, daß es fich um einen Att der Notwehr handelt, so wurde Dr. Johann Diebel wieder auf freien Fuß gefeßt. Groffener in Bohnsdorf. Großfeuer tam am Mittwoch nachmittag gegen 4 Uhr, Dermutlich durch unvorsichtigkeit, in Bohnstorf bei Grunau zum Ausbruch. Als die Feuerwehren aus dem Orte und den angrenzen den Ortschaften an der Brandstelle antamen, stand ein 40 Meter langes Stallgebäude in größerer Ausdehnung in Flammen; in den Heu und Strohvorräten fanden sie reiche Nahrung. Nachdem das Biel aus den Stallungen in Sicherheit gebracht worden war, ging man mit sechs Schlauchleitungen vor. Es gelang, die angrenzenden Wirt schaftsgebäude trotz der mächtigen Flammen und enormen Size zu schüßen und gegen Abend des Feuers Herr zu werden. Ein fret williger Feuerwehrmann aus Bohnsdorf erfrantie auf der Brandftelle an Rauchvergiftung. Der Schaden soll erheblich sein. Schwerer Motorradunfall. Gestern abend um 7%, br ftieg der Motorradfabrer Herbert Britfching in der Nähe des Görliger Bahnhofs mit einem Bostwagen zusammen. Das Sinterrad des Bostwagens ging dem P. über die Brust, fo daß er in fchwer verlegtem 3ustande auf die Rettungsstelle Görliger Bahnhof gebracht wurde. " " Die Handels- Hochschule Berlin veranstaltet im kommenden Sommer semester eine Reihe von Vorlesungen über politische Wissenschaften. Geheimrat Abner liest über Entwidlungslinien der Weltpoliti!" und hält feminaristische Uebungen aus dem Gebiete der Auswärtigen Politit und der Kolonialpolitit". Professor Valentin liest über Shitem der Politik", Profeffor Bergsträger über Geschichte der bolitischen Parteien. Brofeffor& o es ih, der gleichfalls zu den Lehrkräften der Handels- Hochschule gehört, ist in diesem Semester verhindert, dort zu lesen. Die 1. ftädtische Volfsbücherei, Lichtenberg, Möllendorfftr. 5- im Hauſe der Schulverwaltung ist geöffnet: 1. Bücherei von 5-8 am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. 2. Lesesaal von 5-8 am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. 3. Jugendlejeballe von 3-6 Uhr am Montag, Dienstag. Donnerstag und Freitag. Der Lesesaal wurde vor einigen Wochen eröffnet. Hier stehen den Refern zur Verfügung: die neuesten und besten Nachschlagewerke, Zeitschriften und Tageszeitungen. Gebühren werden nicht erhoben. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 17. Mai, nach mittags 2 Uhr im Staatstheater Charlottenburg Napoleon"( oder die 100 Tage). Drama in fünf Aufzügen von Christ. Friedr. Grabbe. Preis pro Karte 1 M. Sleiderablage nnd Theaterzettel frei. Sonntag, den 21. Mai( Himmelfahrt), nachmittags 2 Uhr im Deutschen Opernhaus Charlottenburg Boccaccio". Dper in 3 Alten von F. Zell und Rich. Genée. Musik von Fr. v. Suppé. Preis pro Starte 1.30. Kleiderablage frei Staten für alle Veranstaltungen sind zu haben in den bekannten Verkaufsstellen. Die letzten Opfer des Weferunglüds. Wie aus Minden mitgeteilt wird, find noch die Ecügen Heinrich Raielau aus Neustadt in Holstein und Otto Evertsbuja aus Hannover geborgen worden. Damit find jezt alle beim Weierunglüd umgekommenen Soldaten bis auf den Schüßen Sermann Struita aus Hamburg geborgen. Das Flettner- Rotorschiff„ Budau", das seit Ende Februar zu nächst im Hamburger, später im Altonaer Safen zur Besichtigung lag, ist wieder nach Kiel abgefahren. Dort sollen einige Arbeiten am Schiff borgenommen werden, worauf die Budau" regelmäßige Ditjeefahrten aufnehmen wird. Es geht um die Republik. Marg präsidenten ein. Es tommt jegt darauf an, für den höchsten Boften| Einen eindrucksvollen und glänzenden Berlauf nahm die überber Republik den Mann zu wählen, der sein Amt nicht mißbraucht.| füllte Riesenversammlung im Schultheiß", Hafenheide, wo Wir stehen vor der Entscheidung, uns zum Botsdamer Reichstagsabgeordneter Genosse Crispien referierte. Der Redner Säbelgerassel oder zur Weimarer Verfassung zu mandte sich mit aller Schärfe gegen die schmutzigen und gemeinen bekennen. Fur den Potsdamer Geist ist die Aufstellung Hindenburgs Berleumdungen des Reichsblocks, der selbst vor Flugblatt geradezu bezeichnend. Gegenüber dem Typus des Geistes von fälschung nicht zurückschredt. Getreue Unterſtüßung erhält er von den Kommunisten. Wo ist die boljchemistische Führung in Potsdam ist vom Bolksblock der Typus des Geistes von Weimar auf: gestellt, der den alten Geist niederringen wird und muß. Der Kan diesem Wahlkampf Sie lassen es fich gefallen, daß die Deutsch. didat des Boltsblods ist Gilhelm Marr, der nicht nur mit Borten, nationalen Flugblätter verbreiten, die scheinbar von den Kommu sondern auch durch Taten seine republikanische Zugehörigkeit bewiesen nisten ausgehen, und die die Arbeiterschaft auffordern:„ Wenn ihr hat. Mit allen Fajern wollen wir dafür fämpfen, daß Wilhelm nicht Hindenburg wählen wollt, dann bleibt zu Hause." Auf den Marr zum Siege verholfen wird. Unter großem Beifall schloß Kandidaten des Reichsblocks eingehend, zeichnete Genosse Crispien der Redner. In der Discussion erregte ein Kommunist durch seine ein Bild von dem geschlagenen Feldherrn, der es fertig brachte, zu lächerlichen Ausführungen Heiterkeit. Er wurde von dem Genossen sagen:" Der Krieg ist mir bekommen wie eine Bade. tur." An diesen Ausspruch sollten alle jene immer benfen, die Joachim durch einige kurze Säge abgefertigt. worden sind. Die Deutschnationalen flagen Marr an, daß er ein direkt oder indirekt durch den Krieg an Leib und Leben geschädigt Rheinländer fei, und die seien alle etwas demokratische veranlagt. Am Wahltage tommt es nicht darauf an, die Politik der republifanischen Parteien zu vertreten, fondern auf das, was die drei Par teien gemeinsam haben, die Sicherung der Republit. Der Reichsblod treibt einen geschlagenen Feldherrn gegen uns, und dieser geschlagene Feldherr soll, nachdem ihm der militärische Sieg versagt, Ben Sieg über das eigene Bolt erringen. Liefern wir die entscheidende Schlacht, damit die Arbeiterschaft von neuem empór steigen tann. Männer, Frauen, Jugendliche, Republikaner, heraus fönnen.( Stürmischer Beifall.) Mit einem begeisterten Hoch auf zum Kampf, damit wir am 26. April das Banner aufpflanzen die Republik wurde die Riefenversammlung geschlossen. Die Veranstaltungen des Volksblocks. Eine Rundgebung größten Stils veranstalteten die Parteien des Bolfsblocks gestern abend in den Spichernfälen. Im prachtvoll mit den Reichsfarben und frischem Grün geschmückten Riesenjaal hatte sich eine Versammlung eingefunden, die aus den verfassungstreuen Kreisen des Berliner Bestens bestand, und die Parkett und Galerien, Borräume und Treppen bis auf den legten Platz füllten. Chöre des Urbeiterfängerbundes leiteten die Stundgebung fiir unferen Wilhelm Präsidentschaftskandidaten stimmungsvoll ein; die Berliner Trio- Bereinigung der Herren Prof. Mayer- Mahr, Bittenberg und Prof. Grünfeld brachte einen harmonischen Uebergang zu den Ansprachen. Reichsminister a. D. Dernburg, Genossin Bohm- Schuch und Parteisekretär Müller sprachen für die Parteien des Boltsblods. Begeisterter Stark besucht war die Versammlung des Boltsblods in Dahlem Jubel herrschte, als unter den Klängen des Reichsbannermarsches Als erste Rednerin mies die Demokratin Dr. Marie eine Fahnenabordnung des Reichsbanners einzog und am Podium Elisabeth Lüders auf den Generalfeldmarschall Hindenburg Aufstellung nahm. Frau Roritrid von der Staatsoper fang hin, der uns zu schade sein müsse, in ein Amt zu bringen, dem er Lieder von Strauß und Schubert; der Präsident der Bühnen nicht gewachsen sei. Sie appellierte besonders an die Frauen und genossenschaft Bollauer brachte Freiheitsdichtungen zum Vor- mies nach, wie geringschäzig Hindenburg von der Frauenarbeit trag. Ansprachen von Dr. Sonnenschein und Landtagsabgeordneten Mischfe schlossen sich dem an. Alle Redner fanden Segenüber allen met een polit und die Berfassung mit ihrer Aufforderung, am Sonntag Marg zu wählen, fautesten widerstrebenden Mächten zu erhalten und bar. um sei die Wahl von Marg unbedingt notwendig. Genoffe Robert Beifall Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes fand Breuer erflärte, daß die Spekulation des Reichsblocks auf die Die Kundgebung ihren Abschluß. Die störungsfrei verlaufene Ber: Mitglieder verfehrt sein müsse und verfehrt sei. Hindenburg fammlung gab einen glänzenden Auftakt für die Präsidentenwahl habe bisher bewiesen, daß er die politischen Realitäten vollkommen am Sonntag in der feudalsten Gegend Groß- Berlins. falsch einschätze und ihnen hilflos gegenüberstehe. Die Republik sei der Boden, auf dem die Auseinandersetzung der verschiedenen Beltanschauungen erfolgen müsse. Dieser Boden müsse befestigt werden und daher sei die Wahl von Marr nötig. Der Zentrums. rebner Dr. Steiger betonte, daß es sich um die Wahl eines Polititers und nicht um die eines Kirchenfürsten handele. Da her sei die Konfession des Kandidaten vollkommen gleich. Marg habe seine Fähigkeiten als Staatsmann und als Politifer be wiesen. Er sei guter Republitaner und daher sichere seine Wahl die Republik. Mit einem Hoch auf den Kandidaten des Beltsblocks, Wilhelms Marg, schloß die wirtungsvoll verlaufene Bersammlung. In einer gutbesuchten Bersammlung in Röhlers Fest Die Rechts fälen, Berlin- Mitte, sprach Genosse Liedtke. parteien versuchen, den Kandidaten Hindenburg als den Retter des deutschen Bolles" hinzustellen. Sie lassen ihn durch seine Ofterbotschaft erflären, er würde feine Aufgabe in der friedlichen Entwicklung der deutschen Innen- und Außenpolitik sehen. Kann man das einem Feldmarschall glauben, der stets gegen Bölker verständigung und Selbst bestimmungsrecht der ölter mar, der noch vor ungefähr Jahresfrist feinen letzten Wunsch dahin äußerte, mit dem Degen in der Faust gegen die ehemaligen Feinde zu ziehen. Wenn Hindenburg sagt, er wolle den Staat von jenen Leuten säubern, die aus der Politit ein Geschäft gemacht haben, fo fagt er aber nicht, er werde dasselbe auch mit denjenigen tun, die unter seiner Regie aus der Politif ein Geschäft machen würden. Es soll den Wählern mit all dem Wahlschwindel Sand in die Augen gestreut merden. Hindenburg ist und bleibt der Kandidat der Jun. fer, Generäle, Finanziers und Schlotharone. Seine Wahl mürde eine außenpolitische Ratastrophe fein. Sie zu ver hindern, muß die vornehmste Aufgabe jedes ehrlichen Republikaners fein. Darum am 26. April feine Stimme dem Monarchisten Hinden burg und feinem Steigbügelhalter Thälmann, jede Stimme dem zuverlässigen Republikaner Wilhelm Marg! Die vorzüglichen Ausführungen des Referenten wurden durch starten Beifall belohnt. In der Diskussion sprach nur noch einer unserer Genossen und schloß die gut verlaufene Versammlung mit einem Hoch auf die Republik. In Büttners estfalen in der Schwedter Straße sprach Genoffe Joachim. Zu Beginn seiner Rede ging er auf die weitgehenden inner und außenpolitischen Machtbefugnisse des Reichs= LLERY Meine Omand ich ndich verdanken unser volles Haar hur Jn Apofthenen SCHERING Drogerien PLUSSIGE Parfumerien EER FIFE Gseurgen SCHERING Nur Original Schering verbürgt Erfolg Verlangen Sie aufklärende Broschüre No. A14 gratis. Scherings grüne Apotheke, Berlin N, Chausseestraße 24. Rach schwerem Leiden beendete heute ein arbeitsreiches Leben im 59 Jahre nein lieber Ramerad, unser gut Bater, Schwieger- u. Großvater der Bildhauer Richard Roßberg. Berlin- Neukölln, 22 April 1925. Die Hinterbliebenen: Helene Roßberg, geb. Rupperfchlag. Elsa Rupprecht, geb. Roßberg, Wally. Semrau, geb. Rogberg, Adolf Rupp recht, Ernst Semrau, u. Enfeltinder. Die Trauerteier findet Sonnabend. b 25 April, abends 6 Uhr, im Arema torium Berlin- Baumschulenweg statt. Allen Freunden und Betannten zur Nachricht, daß mein liecer Mann, unser Bater, Schmieger- und Großvater, der Barlettboben Karl Krafft Leger am 19. April im 72. Lebensjahre von jeinem schweren Beiden erlöft ist. 8095 Um ftilles Belleid bitten Rosalie Krafft geb. Beeskow und Kinder. Einäfch.: Sonnabend vorm. 10 Uhr im Krematorium Gerich ftraße. Am Dienstag, den 21. April, verschied unerwartet meine liebe Grou Henriette Ziegner Jn tiefer Trauer Wilhelm Ziegner. Einäicherung Sonnabend, 25. April 1925, mittags 12 Uhr, im Krematorium Baumidhulenweg, Riefholzftr. Hallo!!! Brauchen Sie einen Damenmantel? Wir verkaufen Damenmäntel in guter Ausführung schon tür USW 500, 70, 100, 1200 Konkurrenzlos billig, da wir selbst fabrizieren. Damenmäntelfabrik Berlin W 8 Charlottenstr. 66 II, Ecke Leipziger Str. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 23. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Zur Feier des 70. Geburtstages von Prof. Heinr. Grünfeld. 1. Gerh. Hauptmann: Zum Geleit( Alfred Braun, Rezitation). 2. a) Tartini: Sonate( Adagio), b) Valencin: Altes Menuett( Prof. Heinrich Grünfeld, Cello). 3. Mac Dowell: Waldidyllen, erster Teil: a) An eine wilde Rose, b) Beim alten Stelldichein, c) Im Herbst, d) An eine Wasserlilie( Dr. Richard H. Stein, Klavier). 4. Heinrich Grünfeld: Aus Dur und Moll( Alfred Braun. Rezitation). 5. a) Schumann: Träumerei, b) Davidoff: Romanze, c) Popper: Spanischer Tanz( Prof. Heinrich Grünfeld). 6. Mac Dowell: Waldidyllen, zweiter Teil: a) Eine verödete Hütte, b) Plantagenklänge, c) Am Wiesenbach, d) Beim Sor nenuntergang ( Dr, Richard H. Stein). 7. Presber: a) Alte liebe Lieder, b) Ketzergedanken, c) Mein Schädel( Alfred Braun). Am Flügel: Otto Urack. 6.05 Uhr abends: Paul Morgan:, Fünfzehn Afa- Minuten. 6.40 Uhr abends: Telegraphen direktor Paul Riemenschneider: Ein Gang durch das Haupttelegraphenamt". 7.10-8.05 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Abteilung Bildungskurse). 7.10 Uhr abends: Technik: Prof. v. Hanffstengl: Technik und Schule". 7.45 Uhr abends: Literatur und Kunst: Professor Dr. Kurt Walter Goldschmidt:„ Skandinavische Literatur". 1.- 3. Vortrag:„ Die großen Norweger".& Vortrag: Björnson, Garborg. Hamsun. 8.30 Uhr abends: Zur Feier von Shakespeares Geburtstag. Es wirken mit Lothar Müthel, Alfred Braun, Rezitatión; Das Berliner Funkorchester, Dirigent, Dr. Willelm Buschkötter. 1. Ouvertüre zu Coriolan", Beethoven. 2. Aus Troilus und Cressida". 3. Sonette. 4. Aus Sommernachtstraum". 5. Sonette. 6. Aus Heinrich VI., 3. Teil. 7. Ouvertüre zu, Prometheus", Beethoven. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. yo DON 97 in einer Bersammlung in der Schulaula in der Staliger Straße Genoffe Reichstagsabgeordneter Aufhäuser beschäftigte sich mit der bevorstehenden Präsidentenwahl. Er führte aus, baß am 26. April jeder Arbeiter unbedingt Disziplin wahren und den republikanischen Kandidaten wählen müsse. Jede Stimment haltung bedeute Stärkung der Reaktion. Die Entscheidung sei unDARMSTADTER UND NATIONALBANK KOMMANDITGESELLSCHAFT AUF AKTIEN Kapital und Reserven 100 Millionen Reidsmark Aktiva Bilanz per 31. Dezember 1924 Kasse, tremde Geldsorten, Kupons und Guthaben bel Noten- und Abrechnungs-( Clearing-) Banken Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen. Nostroguthaben bei Banken und Bankfrmen Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere Vorschüsse aut Waren und Warenverschiffungen Eigene Wertpapiere Konsortialbeteiligungen Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen Debitoren in laufender Rechnung Bankgebände.. Haemorrhoiden Psiva Mark Pt. Mark P Aktienkapital 60 000 000. 195 765 392 51 Reserven 40 000 000. 118 548 60413 Kreditoren.. . 49 274 00018 9 864 329 06 Akzepte 14 035 80178 41 916 41439 Pensions- Fonds für Beamte 17 891 343 80 Gewinn- Saldo. 20 815 644 33 • 291 482 3301 25 000 000764 594 523 49 fiertellenangebote Silfe durch Myrobalanum. Benimmt schnell Schmerz, Entzündung und Schwellung Nur äußerlich anzuwenden. 02. 2.50 30 in Drogenh nicht erhältlich bei Otto Reichel, Berlin SO 43, Eisenbahnstraße 4 finden im Vorwärts beste Beachtung beste Beachtung KrauseA. Beheim- Schwarzbachs Kaufmännische Privatzirkel Pianos ( Inh. F. Eggert) Neukölln. Anmeldung. Ganghoferstr. und Berliner Str. 82( Privatwohnung). Beginn neuer 1½- Jahres- und Jahres ( lehrgänge. Fernspr.: Neukölln 1063! zur Miete Ansbacher Str. 1, Fake Rurfürstenstraße Zähne 2 vorzüglich D.2 Mart an, Reparatur in 3 Stunden. 669 138 509 02 5 345 94043 1 000 0009110 074 04 784 594 523 49 Was ist Gustin? Dr. Oetker's Gustin ist ein sehr feiner Stärkepuder, ein Erzeugnis von höchstem Nährwert, größter Verdaulichkeit und hervorragendem Geschmack. Man nimmt Gustin, um Milch, Früchte, Suppen, Saucen, Gemüse, Fette usw. sämig zu machen oder zu verdicken. Außerdem dient Gustin zur Herstellung von Puddings, Flammeris, Cremes, Kuchen und Süßspeisen aller Art. Es eignet sich ganz besonders zur Bereitung von Kinder- und Krankenspeisen, kurz, Gustin ist unentbehrlich für jede Küche. Ein Versuch wird jede Hausfrau befriedigen. 9 Sie kaufen Dr. Oetker's Gustin in OriginalPäckchen mit der Schutzmarke Oetker's Hellkopf zum Preise von 33 Pfennig in allen einschlägigen Geschäften. Besondere Gustin- Rezepte erhalten Sie kostenlos ebendaselbst oder, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von Dr. A. Oetker, Bielefeld. HUNDE-> Stiftzähne Kronen bon 3 Wart an Katzen, Papageien und alle Zahnziehen mit Betäubung. Haustiere werden behandelt. Schonendes Plombieren von 2 Mart an Günstige Zahlungsbedingung. Garantie. Tierärztliche Poliklinik Sprechzeit 9--7, Gonntags 9-12 Uhr. M. Müller, 17 Ritterstraße 17 pezialceband!. lur für nahe Prinzenstr. Ischias In Hüft., Gesäß und Bein, wenn festgestellt, Chausseestraße 93 neben Kriegervereinshaus Sprechstunden: 11-1 u. 4-6 Uhr EOS der elegante Schuhpulz Nicht der Krug machts ſondern der Zuhalt Den echten ostfriesischen Doornkaa! 45 Vol.% erhalten sie nur in Krügen mit diesem Etikett Doornkaal AKTIENGESELLSCHAFT NORDEN Feinster Genever ROSE BRENS DOORNKAAT DOORNVAAT AKTIENGESELLSCHAFT BRENNEREI GEGR, 1806 Deutsches Erzeugnis KORN- GENEVER BRENNEREI SEIT 1806 Vertretung und Lager: 15 Tagen sind Metallbetten Karl H. Bitzenhofer, Berlin W 50 schwere Fälle beseitigt werden. Unantastbare Heilerfolge. Bestätigung and Referenzen, ärztl. empfohlen. Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv avalidenstraße 106. 9-11. 1-4. Sonntag 10-12. Jacaby. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Fürther Str. 3. Fernspr.: Uhland 524. 03502 Die kluge Hausfrau nimmt nur das echte PALMIN mit dem Na menszug. Dr Schlinck auf jeder Packung! geheuer wichtig und es gelte alle Kräfte anzufpannen. In ber Diskussion sprachen zwei Kommunisten, die im allgemeinen fachlich Parteinachrichten blieben. Der Referent ging in seinem Schlußwort auf die Ausführungen der Debattenrebner ein. Ueberfüllt war die Bersammlung in Rabes Festsälen in ber Fichtestraße, in der Landtagsabgeordneter Genosse Kuttner Sprach. u glänzenden Ausführungen wandte fich der Redner gegen bie Don Quijote- Politik der Nationalisten. Sartastisch geißelte er bie verlogene Politi? der Reaktion, die in all ihrer Ohnmacht geamungen mar, einen unpolitischen Greis als Kandidaten zu nominieren. Der überwältigende Sieg des republitani. then Kandidaten ist gesichert, wenn alle freiheitlich Gesinnten am Wahltage ihre Pflicht erfüllen. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin E. 68. Sinbenftraße 3. für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssefretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, zu richten 5. Areis Friedrichshain: Die Genoffinnen müffen umgehend die Lofe bei der Genoffin Schröter, Weidenweg 26, abrechnen. 20. Rreis Reinidendorf- Oft, Rofenthal, Bittenau, Baidmannsluft und Herms borf: Freitag, den 24. April, 7 Uhr, öffentliche Wählerkundgebung, Restaurant Schüßenhaus, Reinidendorf- Oft, Residensstr. 1/2. Referentin: Genoffin Bohm- Shum. Reinickendorf- West, Borsigwalbe, Segel, Segel. ort, Seiligensee: Freitag, den 24. April, 71 Uhr, in Sartmanns Brauerei, Reinidendorf- Weft, Scharnweberftr. 104, öffentliche Wählerkundgebung. Referent: Genoffe Adolf Soffmann. Heute, Donnerstag, den 23. April: 6. 6. 7 Uhr, Sufammenfunft der Bezirksführer und Bahneiter bei Dobrohlam, Eminemünder Str. 11. 68. st. Salenfee. 8 Uhr bei Alingebeil, Johann Georg- Str. 15, außerordentliche Mitgliederversammlung. Einteilung der Wahlarbeit. ftraße 8. 91. bt. 7 Uhr, Extrazahlabende: 20., 21., 38., 39. Bezirk: Röfter, Karlsgartenftr. 4. 40. und 50. Bezirk: Libdefe, Rarlsgartenstr. 12. 87., 42., 48. Bezirk: Stahmann, Reuter- Ede Münchener Straße. Thema ix allen Bezirken: Die Reichspräsidentenwahl. In einer sehr gutbesuchten Versammlung in ben 31üchersälen" in der Blücherstraße sprach Reichstagsabgeordneter Genoffe 3ubeiL Er wandte sich mit aller Schärfe gegen die Ran bibatur bes lebensfremden Greises Hindenburg, die einen Ber zweiflungsaft des banterotten Monarchismus darstelle. Die Wahl bes entschiedenen Republikaners Marr hätte mit religiösen Dingen Reulolu, 00. Abt. 33. Beairt: 7½ Uhr, Etirazablabend, Idealkafins, Weichselnicht das geringste zu tun. Marg ist ein durch und durch ehrlicher Mann, der sein Amt lonal und mit völliger Objektivität handhaben wird. Er wird niemals perjuchen, beim geistigen Kampf der ver schiebenen Richtungen beeinflussend zu wirken. Vor allem aber ist Milhelm Marg ein Mann, dem Verfassung und Republit heilig find.( Stürmischer Beifall.) Er wird sie bis zum legten Atemzuge zu hüten wissen. Die 3ahltandidatur der Rom. munisten ist wahnsinn, sie stärkt die Reattion. 26. April wählen alle Republitaner, die Berantwortungsgefühl befizen, den Boltsblodtandidaten Marg. Am Zu einer machtoollen Rundgebung für die Republif gestaltete fich die öffentliche Wählerversammlung, die von der Sozialdemo trafie fürzlich im Lindenpart in Zehlendorf abgehalten wurde. Eingeleitet wurde die Bersammlung durch zwei Rezitationen. Genoffe Bempert sprach in 1½stündiger eindrucksvoller Rede über bas Thema: Marg oder Hindenburg?" Er führte der Ver. fammlung in einem geschichtlichen Rückblid noch einmal vor Augen, mie nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 fich die Mehrheit der Bolfsvertreter in Weimar für Friedrich Ebert als ersten Reichspräsidenten entschieden habe und wie Friedrich Ebert durch seine einwandfreie und vorbildliche Amtsführung das Bertrauen der Boltsvertreter nicht getäuscht hat. Der Redner wies besonders auf bie flägliche Unentschloffenheit des Rechtsblods hin, deffen Bartelen schon vor der ersten Wahl zum Reid) spräsidenten im unnidten waren, welchen Mann sie auf den Schild erheben fouten. Er geißelte auch scharf das Treiben der Kommunisten, die durch die Aufstellung ihres Kandidaten nur Helfersdienste der Reattion leisten und sprach bie Hoffnung aus, daß viele von denen, bie bei der ersten Wahl noch den Beisungen ihrer Führer blindlings folgten, nun boch wohl ihrem nüchternen Verstand nachgeben und ihre Stimme dem Manne geben, der ihnen die Bürgschaft gibt, daß das Proletariat in der Republit, für die er eintritt, eher zu seinem Recht gelangen tann als in einer Monarchie, deren Blazhalter Hindenburg doch nur sein soll. So schloß der Redner mit einem begeisterten Appell an alle ehrlichen Republikaner, es der Sozialbemofratie gleichzutun, die im Interesse der republikanischen Staatsform als stärkste Partei doch zum Wohle des Volkes auf einen eigenen Kandidaten verzichtete und ihre Stimmen auf den Kandi baten der Republit, auf Marg, vereinigt. 106. st. Johannisthal. Die Genoffen und Borwärtslefer werden erfucht, fich Dollzählig an der Demonstration bes Reichsbanners zu beteiligen. Treffpunit 6 Uhr pünktlich Bahnhof Niederschöneweide. Eingang Bridenstraße. 128/130. Abt. Bantow. Alle Genoffen trefffen fich um 7 Uhr in ben bekannten Lokalen sur Flugblattverbreitung mit den Reichsbannerfameraben. Jungfozialisten. Gruppe Reaton: 8 Uhr, Rinderleiehalle Rogathstr. 11/12. Bortrag des Genoffen E. Marquardt: 2iberalismus und Sozialismus." Gruppe Treptow: 7 Uhr, Jugendheim Elsenftr. 3. Bortrag der Ge. noffin Maria Sobann über: Geistige Strömungen ber Jungfozialisten." Alle Gruppen find hierzu eingelaben. Gruppe Friedrichshain: 7 Uhr, Jugendheim Tilfiter Str. 4. Bolitische Arbeitsgemeinschaft: Das Wesen Der Berfaffung. Bezanu Der Republibanische Boltsblod veranstaltet abends 8 Uhr Im Gaale bes Refiaurants Bellevue eine öffentliche Rundgebung für die Einheitslandidatur Marg. Referent: Schriftsteller S. n. Gerlach, Berlin. Frauenveranstaltungen heute, Donnerstag, den 23. April: 137. Abt. Steinidenborf- eft. 7% Uhr, Bolfshaus, Scharnmeberstraße. Bortrag des Genoffen Wahle: Boltsfürforge." Morgen, Freitag, den 24. April: S1. 9. 6 1hr Berteilung der Wählerin". Alle Genoffinnen treffen fich bei Goldschmidt, Stolpische Str. 86. 33. 61. 7 2hr Funktionärfihung bei Lojad, Benmeftr. 8. Die Bezirks führer laden ein. Wahlplafate finb von den Genoffen bortfelbft abzuholen. 44. 962. 7 2hr Ausgabe von Bahĭmaterial. 45. Abt. Gruppenleiter! 7% Uhr bei Minnig. Saufiger Str. 45. Wichtige Sufammenkunft. 55. Abt. Charlottenburg 8. und 8. Grave: 8ablabend 7 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. 81. Abt. Friebenau. Funktionäre und Wahlhelfer! Sigung 8 Uhr bei Alabe, Sandjernstr. 60/61. 84. Abt. Bankwik. Die Genoffen beteiligen fich an ber Rundgebung bes Boltsblods im Realgymnafium, Saulbachstraße, 8 Uhr. Mentalin. 91. 2bt. 7½ Uhr Extrazablabende. 13. Beşir bei Rüdiger, Lohmithlenstr. 26, Bortrag. 15. und 26. Bezirk bei Jahn, Fuldaftr. 45. 28. und 86. Bezirk bei Echittler, Donauftr. 118. 34. und 45. Bezirk bei Groß. Münchener Str. 53. 97. Abt. 7 Uhr, Sigung der Funktionäre bet Rohr, Siegfriedftr. 28/29. 119. st. Sichtenberg. 8 Uhr, Abteilungsversammlung bei Mene, Rittergut. Ede Möllenborfstraße. Borbereitung der Bahlarbeit. Jungsozialisten. Gruppe Rorben. Bericht des Genoffen Liedtke von der Reichs. Zonferenz in Jena. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 47. Abt. Unser treues Mitglied, der Maschinenarbeiter Robert Walter, Der Boltsblock und die Kameradschaft 19 des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold veranstalteten gestern in Pankow und Niederfchönhaufen einen großen Umzug. An der Spize des Zuges marchierte ein Tambour- und Bläserforps, während in dem Zuge unter Fadelgeleit mindestens tausend Boltsgenossen marschierten. Begleitung des Zuges war mindestens ebenso start. Der ümzug Elfenbahnftr. 12, ist im Alter von 31 Jahren geftorben. Die Bestattung ist nahm einen durch nichts gestörten würdigen Berlauf und endete auf dem Marfiplay in Bantow, wo er nach Abingung des dritten Berjes der Rationalhymne mit einem auf die Republit begeistert ausgebrachten Hoch sein Ende fand, Der Umzug machte auf die an den Fenstern Stehenden einen tiefen Eindruck, der gerade Durch die Beifallsäußerungen lebhaft unterstützt wurde. ININKMEYER C& A BRENKINKPEVEN inzwifchen erfolgt. Wetter für Berlin und Umgegend. Veränderliches bewolltes Better bei auffrischenben füdwestlichen Binden, fpäterhin Regenfälle. Für Deutschland. 3m Nordosten frische füdwestliche Binde, bemöllt und Regenjälle; Süden unb Dften heiteres, zunehmend molliges Wetter. hr in dem Sie jederzeit und nach Herzenslust wählen können, sollte eines unserer Geschäftshäuser sein. Denn dem Wunsch, Sic für uns zu gewinnen, gelten unsere gewaltigen, sich stets steigernden Anstrengungen, durch immer günstigere. Preise Ihnen die Anschaffung moderner Kleidung immer mehr zu erleichtern. Bei uns wählen, heißt richtig wählen, Bei uns kaufen, heißt billig kaufen Jugendveranstaltungen. Abteilungsleiter, nehmt die Abrechnungen der Frühlingsfeier- Karten v Solt die Naijugendtag- Karten ab. Heute, Donnerstag, den 23. April, abends 7% Uhr: Gesundbrunnen: Schule Gotenburger Str. 2. Bortrag: Die ruffifche SeDolution." Schönhauser Borstadt: Schule Jofenftr. 17. Portrag: Barunt müssen wir in der GA3. fein?" Friedenau: Jugendheim Offenbacher Giz. 5a. Diskussion: Unsere Fahrten." Salensee: Schule Joachim- Friedrich- Str. 35. Einführungsabend mit besonderem Brogramm. Berbebezirk Neukölln: Treffpunit zur Bersammlung 48 Uhr, Sermannplag. Südwesten: Der Grupper abend fällt aus. Die Mitgliber treffen fich trotzdem um 18 Uhr nor dent Borwärts. Berbebegir! Seltowkanal. Der Mäbchenabend findet heute abend 8 Uhr im Jugendheint Mariendorf, Dorfftt. 7, statt. e Mädchen müssen erscheinen. Dorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin 6 14. Sebaftianftr. 37/38. Sof 2 Ez. Ganverstand. Der Gauvorftand hat nunmehr einen Bildungs große Anzahl Borträge fertiggestellt hat. Der Bildungsausfuk empfieh ben Rameraden folgende Borträge: 1848 Airche und Staat-Reichsver faffung Großdeutschland Durch Schacht und Hütte Induftriebilder von der Waffectante Deutschland als Industriestaat Deutschlands mitte schaftliche Lage Schwarz- Rot- Gold Die Republit in der Raritatur. Diefs Borträge find mit Lichtbildern verfeben, Projektionsapparate werden zuz Berfügung gestellt. Ferner Licgen folgende fertigen Referate ohne Sichtbilder Dor: Der Bertrag von Bersailles Das Dames- Gutachten Fünf Jahre Reparationspolitik Die beutsche Finanzwirtschaft und der Golbetat 1924 Deutschlands Wirtschaftsbilanz. Ramerabschaft Mitte: Donnerstag, den 28. April, abends 7 Uhr, Antreten der gesamten Rameradschaft auf bear Neuen Markt zum Umaug mit Mufit. Das Tragen von Stöden wird nicht zugelassen. Kamerabschaft Krenzberg: Donnerstag, den 28. April, abends 7 Uhr, Antreten Fontane- Bromenade. Umzug mit tufit. Fahnen sind mit zubringen. Freitag, ben 24. April, abends 7 Uhr, tritt bie gefamte Rame radschaft Fontane Bromenade an.- Kamerabschaft Charlottenburg: Donners tag, den 23. April, abends 7 Uhr, Abmarfo mit Musit nom Bereinsĭotal Wilhelmshof mit her Rameradschaft Wilmersdorf. Freitag, ben 24 April, abends 6 Uhr, Abmarsch mit Mufit vom Bereinslobal Wilhelmshof mit den Ramerabschaft Wilmersdorf nach dem Fehrbelliner Plaz. Kamerabschaft Ricbers neweide: Uebungsabend bes Tambourkorps am Donnerstag, ben 28. April, fällt aus. Nächster Uebungsabend am Montag, den 27. April, abenbs 7 Uhr, bei Räthel, Brüdenstr. 15. Alle Rameraden müssen unbe dingt erscheinen, da jekt Märfe eingeübt werben. Kamerabschaft Beißenfee: Donnerstag, den 23. Anrii, abends 71 Uhr. Mitalieber- Ballversammlung im Grünen Baum. Sämtliche, auch paffioe Mitglieder, müffen erscheinen. Sehr wichtig. Freitag, den 24. April, Saalfduh in der Boeld- Promenade. Alle antreten in Bannertleibung. Ramerabschaft Reinidendorf: Freitag, ben 24., Sonnabend, den 25., Sonntag, den 26. April, find fämtliche Rames raden verpflichtet, fich freizuhalten. Wettere Nachrichten folgen bardh die Untergruppenführer. Arbeitersport. Suderverein Collegia C. B.( Bootshaus an der Savel.) Unfer breißiges Stiftungsfeft findet am Sonnabend, den 25. April, im Lehrervereinshaus am Aleganderplas ftatt. Alle ehemaligen Sportfollegen sowie Bundes genoffen und Gönner des Vereins find herzlich eingeladen. Schwimurverein Borwärts Berlin 1897 E. B. Sonnabend, den 25. April, 7 Uhr, im Speisesaal der Staatlichen Borzellanmanufattur, Wegelyftraße ( Bahnhof Tiergarten), außerordentliche Generalversammlung. Erfcheinen aller Mitglieder unbedingt Pflicht. Geschäftliche Mitteilungen. Ber vieles bringt, wirb jebem etwas bringen! Das ist ber fall bet Dr. Detters neuer Auswahi- Badung, die in hübscher Ausstattung zugleich ein passendes Geschenk für jeden Saushalt ist. Außer den allbekannten Delfer Erzeugnissen find berin besonders die neu herausgebrachten Feintoft Buddings und das für febe gute Riche unentbehrliche Guftin" enthalten; felbst die fich durch prachtvolles Aroma auszeichnende Götterspeife, fomie Blatt- Gelatine in Spezial- Badung mit ganz neuen Rezepten, besonders für die Sommermonate geeignet, fehlen nicht. Diese, jebe Geschmacksrichtung befriedigende praktische Gefchent- Badung ist in den einschlägigen Geschäftest zu haben. Wahl lokal R C& A BRENNINKMEYER Königstr. 33 Am Bahnhof Alexanderpl. Chausseesir. 113 Beim Stettiner Bahnhof Höchst reizvol ist dies entzückende Hemdkleid durch jugendlichfesche Linie, elegantwirkungsvolle Farbenharmonie: hochglänzende Stickerel, matter Wollrips. 18 50 Ih gr. Wunsch Fescher Mantel herrengem86- fesch geklet in meuestem Herrenschnitt det zu sein, wird durch die mit Rückenfolte u Riegel sen Mantel erfüllt, den Sle Ein flotter und eleganter nicht nur bewundern, son- Mantel, wie Sle thn in der dern auch tragen sollten. Stadt und auf der Reise Donegal, Rücken m. Riegel. brauchen. Guter Burberry. 50 13 40 00 Eleg. Complet der schönste, letztmod. An zug, den Sie als fesche Frau nicht entbehren können Hemdkleid, aparte Metallund Seidenstickerei, Knopfgarnierung. Gut. Gabardine 39° Schriftliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! nt.W*44.W)tjo«g 2» �OFlDClrtö 4Z. flprll I»zi Ein neuer Erfolg Stillegung 1 Aus Angestelltenkreisen wird uiis geschrieben: Von der breiten Oesfentlichkeit kaum gebührend beachtet, vollzieht sich in der deutschen Wirtschaft seit Jahren ein Prozeß schärfster Konzentration. Einordnung möglichst der gesamten Waren- erzeugung in ein System: Schaffung von Kartellen und Syndikaten zur Niederringung der Außenseiter zum Zwecke der Erlangung des Monopols: Zusammenschweißung möglichst vieler Monopole zur Er- reichung wirtschaftlicher Macht, durch diese Schaffung eines Ein- flusses auf Staat und Verwaltung, über diesen Einfluß zur Beherrschung von Staat und Wirtschast, mit dem Endziel der Ausbeutung von Staat und Volk überhaupt. Es lebe der Profit! Auf diese knappe Formel könnte inan alle geschäftlichen Transaktionen unserer Wtrtschafts.kapitäne* innerhalb der letzten Jahre bringen. Der Leidtragende ist immer wieder der Arbeitende, der Verbraucher, also die Masse des Volkes. Manchmal hat sich diese Masse wenigstens zu wehren gewußt. Einmal als fjugo Stinnes es versuchte, mit Hilfe englischen Kapitals dem deutschen Volke sein wertvollstes Besitztum, die Reichseisenbahnen, um billiges i?eid abzukaufen, und vor wenigen Monaten, als die deutsche In- düstrie ihre Hände nach den Deutschen Werken ausstreckte, um eine lästige Konkurrenz loszuwerden und um dann«im Ausverkauf" die wertvollen Anlagen dieser riesigen Unternehmungen mit ihren Gleisanschlüssen, Wasserwegen, ihren gewaltigen Terrains usw. an sich zu bringen. In vielen anderen Fällen wieder nahm die Bevöl- lerung jedoch kaum Kenntnis von der Auslieferung wertvoller Teil« des Volksvermögens an die„Wirtschast", sei es durch die Erdrosselung kleinerer Betriebe, sei es durch den Ankauf„insolvent gewordener Unternehmungen, sei es durch die Privatisierung oder Umstellung zum kaufmännischen Betrieb bei Häfen, Gas- und Wasser-, Elek- irizitöts- oder Kraftwerken, Bahnen, Wersten oder dergl. Ueberall hat das Kapital sein gutes Geschäft auf Kosten der Gesamt- heil gemacht oder hat doch durch seine Mitarbeiter in Verwaltungs- lörpern und Aufsichtsrätcn seine Interessen bei der Verwertuno der Erzeugnisse und Nebenprodukte, bei der Preisgestaltung, bei Liese- rungen usw. sichergestellt. Wo ein« Beteiligung nicht möglich oder nicht lohnend erscheint, werden durch den Einfluß der sogenannten , maßgebenden Kreise aus der deutschen Wirtschaft" die Betriebe still- gelegt, ohne Rücksicht auf die Lebensnotwendigteitey von Tausenden von Arbeitnehmern und Verbrauchern. Gelang es vor wenigen Wochen noch, den Angriff auf die Deutschen Werke abzuschlagen, so ist vor wenigen Tageu erst ein anderes Reichswerk, die „Demo", Deutsche Wargarine-Fabrik A.-S, stillgelegt oder wenigsten» der Beschluß dazu durchgesetzt. Zur- zeit kämpfen zwei Groß konzerne um den deutschen Markt. Nur einige Speisefettfabriken waren bisher in der Lag«, sich gegen diese Konkurrenz zu behaupten. Für die beiden Konzern« handelt es sich nun darum, diese letzten Außenseiterzubeseitigen. um da? Presemonopol an sich zu reißen. Di« Dema hatte gerade m der letzten Zeit wesentliche Anstrengungen gemacht, die arbeitende Bevölkenmg mit einem hochwertigen und preiswerten Speisefett zu versorgen. Don 30 bis 50 Zentner pro Tag hatte sie ihre Erzeugung auf zuletzt 480 Zentner pro Tag herausgeschraubt, d. h.ste war " In der Lage, jede Woche 2 88 000 Arbeiterfamilie» mit ,e "" 1 Pfund billiger und, wegen ihrer zentralen Loge auch im Sommer, mit frischer Margarine z u v e r s o r g« n. Die Produktion hätte sich nach Gutachten Sachverständiger etwa auf das D o p p e l t e st e i- gern lassen, um so mehr, als auch gerade in der letzten Zeit die Erzeugnisse der Dema eine günstige Aufnahm« beim Publikum ge- sunden hatten. Auch die Seifenproduttion der Dema war Hefährüung öes fiuslanüskreüits. Don verschiedenen Seiten wird immer wieder bestritten, daß die Kandidatur Hindenburg auf die Kreditbeziehungen Deutschlands zum Auslande Einfluß ausübe. Wie die Dinge in Wirklichkeit liegen, dos zeigen die eben erschienenen wirt- schaftlichen Mitteilungen der Deutschen Bank für den Monat April. �„ An erster Stelle schreibt die Deutsche Bank:„Die Unter- n e h m u n g» l u st an der Börse ist auf ein Minimum zusammen- geschrumpst. Die Gründe sind in dem politischen Spannungszustand zu suchen, der noch keineswegs die für die Wirtschaft notwendige Entspannung erfahren hat. während die Zuspitzung de» Endkampfe» um den präfldeotensih eine weitere Le- unruhignng in da» Ausland hineingetragen hat."«».- Wer die vorsichtigen Formulierungen der Deutschen Bank m ihren wirtschaftlichen Mitteilungen einigermaßen kennt, der wird das vbige Zitat zu würdigen verstehen. Unsere führenden Wirtschafter und Großfinanziers sind nur immer noch so feige, wenigstens gegenüber dem alten Regime, wie ehedem. So müßte sie ihre Wirt- schaftskenntnis zwingen, den Mund öffentlich wenigstens so weit aufzutun, wie sie es sich jetzt im vertrauten Kreise angewöhnt haben. Eine skandalöse Silanz. Gerade zu skandalös ist es. In welcher Weise die Deutsche Werst A.- G., Hamburg, ihrer Pflicht zur Veröffentlichung der Bilanz und des Geschäftsberichts nachkommt. Die Oesfentlichkeit ist schon allerlei gewohnt van den Herren des Aufsichtsrats der Deutschen Werst, in dem neben der Hapag und einigen kleineren Reedereien nur nach die AEG. und der Haniel-Konzern vertreten find. Ist doch noch im Mai 1024 den Pressevertretern, die über die Generaloersammlung berichten wollten, d i e T ü r g e- wiesen und erNärt worden, daß es die Gepflogenheit der Ge- jellschaft sei. ihre Generalversammlungen unter Ausschluß der Oefsentlichteit zu halten, und daß die Gesell- fchaft selbttihreBerichtefürdieOeffentlichkeitab- fasse und hinausgebe. Die Golderöffnungsbilanz der Deutschen Werst übertrisst aber alles auf diesem Gebiet, was bisher erlebt woroen ist: und es ist der Oesfentlichkeit wahrhast genug an Ver- letzung der Publizitätspflicht der Aktiengesellschaften geboten worden. Offenbar leiten die Herren der Deutschen Werft ihr Recht, der Oesfentlichkeit jeden Einblick in ihre Unternehmung zu verbieten, den sie nicht selbst großmütig gewähren, daher ab, daß sich sämtliche Aktien im Alleinbesitz der Gründ er, Hapag, AEG. und Haniel-Konzern, befinden, und daß die Aktien nicht gehandelt wer. den. Sie glauben also, daß«in Werk wie die Deutsche Werst, die 1923 7000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt hat und heute nicht weniger beschäftigt, das im Schiffsbau eine inter- nationale Monopol st ellung einnimmt und Gegenstand von Kontroversen war. die den stärksten Einfluß aus die deutsche Handelspolitik mit England ausüben können, das beträchtliche Teile der 50 Millionen Reichstredite für die )es Großkapitals. er„Dema". nicht nur vollständig ausverkauft, sondern nach dem Urteil von Fach- leuten im Preise so gehalten, daß sie„der ganzen übrigen Industrie die Preise verdorben hat".(Wörtlich aus dem Ausspruch eines Seifcnfobrikanten.) Damit ist gesagt, daß also auch die Seifen- fabrikation der Dema dazu beigetragen, hat, der breiten Masse Seife zur erträglichen Preisen zu liefern. Ungeachtet aller wirtschaftlichen. volkswirtschafrlichen und sozialen Rücksichten faßt« am 28. März 1925 der Aufsichtsrat der Dema den Beschluß, das wert stillzulegen. Er wurde gefaßt, nachdem man jahrelang experimentiert, Hundert- taufende nutzlos verbraucht hatte und jetzt auf dem besten Wege war, endlich zu geregelten Verhältnissen im Betriebe zu kommen. Der Beschluß wurde aber auch gefaßt, obwohl man alles nur erdenkliche Material. Verpackungen, Flaschen, Kanister u. a. m. a u s I a h r e hinaus eingekauft und sogar noch im März 1925 einen neuen technischen Betriebsleiter mit langfristigem Vertrage eingestellt hotte. Als Grund für die Schließung gibt man an, der Betrieb wäre nicht in der Lage, sich selbst zu erhalten. Nach dem Urteil von Fachleuten erfordert der Betrieb bis etwa zum September dieses Jahres eine Zubuße von 3000 0 Mark pro Monat.— Es ist eine Tatsache, daß infolge des Kartellkampfes in Deutsch- land die Margarine nur etwa 10 proz. im Preise höher steht als vor dem Kriege. während alle Rohprodukte entsprechend der internationalen Geldwertsenkung um 50 bis 60 Proz. üb«r den Preisen der Vorkriegszeit bezählt werden müssen. Bei einer Er- höhung des Margarinepreises nur um 2% Pf. pro Pfund würde keinerlei Zubuße erforderlich fein, während dagegen einstweilen in- folge der außergewöhnlich niedrigen Preise Zuschüsse in dem geringen Ausnaße erforderlich wären. Dem fleht gegenüber, daß dafür die Millionen von armen Menschen in Deutschland ihr(leider) wichtigstes Fett zu einem niedrigen Preis« erstehen konnten. Dieser Zu- itand verschwindet sofort, wenn der Wettbewerb aufhört und die Konzerne im Besitz des Monopols die Preise diktieren können. 10 Millionen Arbeiterfamilien hätten dann bei einem Verbrauch von 1 Pfund pro Woche und nur 10 Pf. Preiserhöhung statt der 30 000 M. im Monat über 4 Millionen Mark in der gleichen Zeit mehr aufzuwenden, lrotzdem wird das Werk stillgelegt. Der Staat kann wohl durch Entschädigungen, Abfindungen, Lohnzuschüsie, Darlehen. Steuerstundungen. Subventionen u. a. m. dem Großkapital Hunderte von Millionen in den Schoß werfen, wenn es sich aber einmal darum handelt, den Hunderten von Arbeitern der Dema die Existenz, dem Volke einen wertvolle« Betrieb und der armen Bevölterung ein billiges Rahrungsmittel zu erhallen, so find die Beträge in der Höhe einer Ludendorff-Iahrespeusion nicht aufzubringen. Das Werk wird stillgelegt(auf einem Teil de» Terrains baut Siemens� bereits«ine» Bahnanschluß), der Konzern bekommt sein Monopol, der Arbeller erhält den Abkehrschein, die Direktoren ihr« Abfindungssummen, die Industrie srhält da? Gelände mit Kanal- und. Bahnanschluß und zum Schwß bezahll der Prolet der.(ia diesem Hall« nicht einmal nattonalen. sondern holländijch-englischen)- Wargarineindustri« die Zech« in Form doppelter Margarinepreis«. So sorgt eine„göttliche Ordnung" in der kapitalistischen Wirt- schaft für eine„gerechte Verteilung" vpn Leid Und Freuds von Licht und Schatten im Sinne des Suurn cuique..., deutschen Werften empfangen hat und empfängt und der Oessenllich- keit Rechensch a st darüber schuldig ist. und das schließlich die neueste und erfolgreichste Kombination zwischen Schwer-, Maschinen-, Schiffbau- und Reedereiindustri« darstellt, ei n e P r i v a t o n g e- legenheitihrerGroßaktionäreist. Dazu hat die Deutsche Werft 1920 3 0 Millionen O b l i g a t i o n en f reih ä n d i g, also an das breite Publikum verkauft und einen großen Teil ihrer heutigen Anlagen davon beschafft.� Dipse 30 Millionen wird sie den Obligationsgläubigern, dank der„Ilntragborkeit" einer höheren Aufwertung als 15 Proz. des Einzahlungswertes für die In- dustrie, zu der sich doch auch die Herren der Deutschen Werft rechnen. mit ganzen 187 128 Reichsmark zurückzahlen. Das ist allerdings eine ganz besonders willkommene„Prioa t'angelegen- heil der Herren Wilhelm E u n o, ehemaliger Reichskanzler, Felix Deutsch, Generaldirektor der AEG., und P a u l R e n s ch, Generaldirektor der Gute-Hoffnungs-Hütt« in Oberhausen. Mögen die Herren des Aufsichtsrats der Deutschen Werst ihre Gewinne für sich behallen, wenn sie die olleinigen Aktionäre sind. Dos ist ihr gutes Recht, das ihnen niemand strittig machen wird in dieser kapitalistischen Gesellschaft. Aber als Aktiengesellschaft der Publizi- tätspflicht gesetzlich zu unterstehen und dann der Oeffentlichkeit noch eigenem Belieben wohlrätionierte Berichte zu geben, die kein Mensch kontrollieren kann, das ist eine Verhöhnung des Ge- s e tz e s. Der Prüfungsbericht zur Golderöffnnngs- bilanz enthält radikal nichts. Er sagt in seinen zehn Z e i l« n, der Rest von neun Zeilen ist der Umstell ung�plan, daß bei der Eröffnungsbilanz die Gesetze beachtet und das Betriebsvermögen vorsichtig bewertet worden ist. Kein Wort über die Entwicklung während der Inflqtionswirtschaft, über die Wirkung der Stabil!- sierung, über den Stand der Aufträge, über die Zusammensetzung der Beteiligungen, über die Patentlizenzen, über die Zusammensetzung der Forderungen und Schulden, über die Umstellung der Obligatio- neu, über die Belegschaftsstärke. Die P a s s i v e n der Eröffnungs- bilanz umfassen vier Posten: Kapital, Anleihe, Reservefonds, Schul- den. Und der Titel-des Schuldcnpostens lautet.„Schulden aus- schließlich Anzahlungen aus im Bau befindliche Schifte". Also nicht. einmal diese Anzahlungen sind von de» eigent- lichen Betriebsschulden getrennt. Di« Aktiven sind in ganzen sieden Posten züsimMengefaßi. Die Grundstücke und das gesamte Betriebsvermögen, Gebäude, Hellinge, Gleis«. Docks, Maschinen, Werkzeuge, Inventar und Fahrzeuge, die bei jeder noch so kleinen Werst bisher in wenigstens sechs Positionen gegliedert wurden, erscheinen in ganzen zwei Posten. Man darf wirtlich gespannt sein, was die Deuftche Werst in Zukunft aus ihrer Publizitätspflicht machen wird, wenn sie ihre Abschluß- bilanzen herauszubringen haben wird. Das gesamte'Aktienkapital ist auf 5 Millionen zusammengelegt. Bei der Gründung 1918 betrug es 10 Misslo- neu. Inzwischen• kamen die Jnflotionsgewinne aus den entwerteten Obligationen hinzu.- Nun, es ist dos Recht dieser Alleinoktionore, so tief zusammenzulegen, wie sie wollen. Niemand wird sie bei der Verteilung des Gewinnes kontrollieren. Die Bilanzsumme aus der Aktivsette beträgt 16,4 Millionen. Davon sind eigentliche Betriebewerte 13,1 Millionen. Jedenfalls ist in dieser Bewertung gründlich dafür gesorgt, daß dem Steuerfiskus für olle Besitzsteuern, ober im besonderen auch der übrigen Industrie, die die Industricbelastung von 300 Millionen aufzubringen haben, eine gründliche Ras« ge- dreht wird. Möge immerhin die Industrie zusehen, ob sie Bilanzmanipulatio- neu wie die der Deutschen Werft ertragen kann. Der Staat und die Oeffentlichkeit darf sie nicht dulden, wenn die Magnaten der Schwerindustrie ihnen nicht eines Tages offenen Hohn entgegensetzen sollen, statt der Erfüllung der Gesetze. K— r. Weil üie Käufer ausbleiben. Es ist sicherlich kein Zufall, daß gerade diejenigen Industrien in neuerer Zeit von der Wirtschaftskrise besonders schwer getroffen werden, die durch die Art ihrer Fabrikation dem Konsum am nächsten stehen. Der Absatz in Betleidungswarcn. Stoffen und Wäsche stockt derart, daß kein Tag vergeht, an dem nicht neue Zahlungseinstellungen oder Konkurse aus der Textil- brauche bekannt werden. Wie katastrophal die Lage in diesem Ge- werbezweige ist, mögen die Meldungen zeigen, die an einem ein- zigen Tage unserer Redaktion zugingen: Die bekonnte Damenkleidcrstossgroßhandlung M. Grieß u. Berlin SW. 19, Lindenstr. 51/53, hat laut„Konfektionär" aus den 22. April eine Interessentenversammlung einberufen, in der über die Weiterführung des Unternehmens und über die Sanierungs- Möglichkeiten Beschluß gefaßt werden soll. Der Grund dieser Einladung ist in der schweren Erkrankung des Herrn Moritz Grieß und den damit verbundenen internen Schwierigkeiten der Finna zu suchen. Die Gummibandweberei herz u. Co. in Barmen, die bereits im Sommer unter Gefchäftsaufficht stand, sieht sich nach einer Meldung der„Textil-Woche" veranlaßt, erneut an ihre Gläubiger heranzutreten. Die Aktiven belaufen sich auf 105 000 Mark, den Aktiven in Höhe von 62 000 Mark gegenüberstehen sollen. Die Kleiderftossgroßhandlung Burrack u. Ceroin, Berlin, Klosterstraße 93, hat nach demselben Blatte Geschästsaufsicht beantragt. Die Firma bietet einen außergerichtlichen Vergleich von 60 Proz. Die Firma Anna Balze Bachs., Inhaber D. Simon, Passemen- terie. Weiß-, Wollwaren und Wäsche, Berlin W., Bülowstraße 38. befindet sich laut„Konfektionär" in Zahlungsschwierigkeiten und bietet ihren Gläubigern eine Quote von 25 Proz. Die Passiven betragen 35 000 Mark. Der Status der Firma I. Auskerin. Berlin, Kronenftraße 25, weist laut„Konfektionär" einen Aktivsaldo von 72 500 Mark auf. denen Passiven in Höhe von rund 95 000 Mark gegenüberstehen. Di« Firma bietet einen Vergleich in Höhe von 50 Proz., der in vier Raten bis spätestens 15. November beglichen werden soll. Für die Quote wird Bürgschaft geleistet.— Der von der in Konkurs be° findlichen Wäschesabrik Markwart a. Titkla, Kommandit-Gesellschaft. Berlin. Prenzlauer Allee 47, in einer Gläubigerversammlüng vorgelegte Status ergibt an Aktiven 6700 Mark, denen Passiven in Höhe von 65000 Mark gegenüberstehen. Die Gläubiger können da- her nur mit einer Quote von 10 Proz. rechnen.— Die Firma Manuel n. Manasse, Blusen und Kleider, Berlin, Kommandanten- straße 77/78, hat die bestehenden Zahlungsschwierigkeiten durch Aus- gleich mit ihren Gläubigern behoben. Die Geschäfte der Firma nehmen nach wie vor ihren Fortlauf. Wie man sieht, handelt es sich in allen diesen Fällen entweder um vorübergehende Zahlungsstockungen oder um Zu- fammenbrüche. Von der Krise sind nicht nur Jnflationegrün- düngen erfaßt, sondern auch ältere Häuser, die sonst als durch- aus sicher galten. Manche von ihnen haben auf Kredit Ware geliefert und können den Gegenwert infolge Versagens ihrer Ab- nehmer nicht hereinbringen: andere konnten ihre Gläubiger nur da- durch befriedigen, daß sie unter dem Druck der Zahlungspflicht ihre Waren mtt Verlust abstießen. Dabei besteht in weitesten Bevölkerungskreisen ein außerordent- licher Mangel und ein großer Bedarf an Erzeugnissen der Textilindustrie. Dies« Bevölkerungsmassen können infolge der nie- drigen Löhn« und Gehälter die hohen Preise, die für Qualitätsware des Bekleidungsgewerbes gefordert werden, nicht bezahlen. Sie geben sich mit minderen Warenqualitäten zufrieden. Die Folge da- von ist, daß sie mehr Ware verbrauchen, weil schlechte Qualitäten stärker dem Berschleiß ausgesetzt sind. Eine weitere Folge ist aber die, daß nun die Industrie sich in großem Maßstabe aus die Erzeu- gung minderwertiger Waren wirft, um überhaupt Abnehmer zu sin- den Die Herstellung derartiger Waren erfordert nicht viel weniger Rohstoff« und Arbeitskraft als die hochwertiger. Die Folge ist also eine volkswirtschaftlich durchaus schädliche Vergeudung an Material und Arbeit. Letzte Ursache dieser Entwicklung ist der Mangel an Kauf- kraft bei den großen Verbrauchermassen. Die Unternehmer wollen diese Ursache dadurch beseitigen, daß sie die Löhne weiter niedrig halten oder sie gar noch weiter verkürzen, die Preise jedoch nicht abbauen. Das ist eine überaus seltsame Logik, die zeigt, wie wenig die Unternehmer imstande find, volkswirtschaftlich zu denken, weil sie über dem Profitinteresse des Augenblicks und ihren Macht- anfprüchen gegenüber der organisierten Arbeiterschaft die großen wirtschaftlichen Zusammenhänge übersehen. Breisabbau oder Lohnerhöhung? In der Generalversammlung der Darmstädtcr und Nationalbank legte der Geschäfts- inhaber Jakob G o l d f ch m i d t feine Ansichten über die Wirtschasts- lag«, die Lage im Bankgeschäft und die Unkostensrage.dar. Er ist sehr optimistisch gestimmt und stellte fest, daß im Bankgeschäft noch jeder Richtung eine erfreuliche Entwicklung zu koip statieren sei. Wir niüssen die Gelegenhctt benutzen, um mit Uebel- ständen, die wir nach aus der Inflation übernommen haben, auf- zuräumen und die Rentabilität der Unternehmungen zu sichern. So gilt es vor allen Dingen, die Unkosten abzubauen, die Betriebe zu intensivieren. Don den 61,7 Millionen Unkosten entfallen 40 Millionen. d. s. 65 Proz., auf Gehälter. Im laufenden Geschäfts- jähr dürste dys Unkostcnverhällni« dasselbe sein. Es sei deshalb natwendig, den Abbau weiterfortzufetzen. Nachdem Gold- fchmidt die Schwierigkeiten des Exvorts geschildert und die Ansicht entwickelt hatte, daß wir nur mit Hilfe von Qualitätserzeu- gung unsere Stellung auf dem Weltmarkt befestigen können, daß Schematisierun� der Erzeugung unangebracht ist, fuhr er fort, daß infolge des Nachlassens der Konsumkraft des Landes und der geringen Kaufkraft der Massen ein Rückgang des inländischen Verbrauchs festzustellen ist, daß hier nicht etwa eine Erhöhung der Löhne, sondern eine Ermäßigung der Preise helfen könne. — Mit dieser Meinung hat Herr Goldschmsdt wenig zur Klärung des Problems beigetragen. Vom Preisabbau und seiner Notwendig- keit wird auf der Unternehmersette viel geredet, und so gitt wie gar nichts geschieht. Eine Stärkung des Verbrauchs mit einem Preis- ahbäu, der versprochen, ober nicht ausgeführt wird, ist dock) wohl nicht gut möglich. Also wird man schon die notwendige Steigerung des Konsums von der Lohnseite her anfassen müssen, so wenig sich auch die Unternehmer mtt diesem Gedanken befreunden wollen. Um das Hindenburg- Programm. Bon Albert Faltenberg. Schon die Antindigung dieses Systems hat Atemstodung im Auslande bewirtt. Bis zum Wahltage steht Deutschland im Vorhof, aus dem es zur Isolierung in der Welt ausgestoßen werden fann. Das Ausland weiß: der 26. April wird restlose Klarstellung der deutschen Wirklichkeit bringen. Und wenn das deutsche Volf an diesem Tage den demokratischen Befür Intorf. Bei den 2esniffes fonnte überhaupt nicht feftgestellt werden, daß die Angeklagten der Mittäterschaft oder Beihilfe zum Hochverrat sich schuldig gemacht haben. Sie haben lediglich ein Bergehen gegen das Republitschutzgesetz begangen. Was Neumann und Boege anlangt, so haben sie fich der Mittäterschaft beim Morde schuldig gemacht. Neumann ist der eigentliche Täter, der mit voller Hinter dem neuen Hindenburg Programm, das in dem Wahlaufruf des Rechtsblods für Hindenburg Gestalt derselben Schichten, denen das deutsche Volt in Wahrheit den fähigungsnachweis nicht erbringt, dann wird die Isolierung leberlegung gehandelt hat. Er tann nicht als hysterischer Mensch verlorenen Krieg zu danken hat. Ihr heiliger Egoismus schuf eine Reihe perpagter Gelegenheiten, die durch den November- Zusammenbruch von 1918 befiegelt wurden. Wenn fie jetzt in dem Wahlaufruf ihres Kandidaten die Mithilfe zur Auferstehung unseres Vaterlandes" fordern, gebietet das natür liche Mißtrauen gegenüber jeder Politit jener Streife, die Gefahren aufzudecken, die mit diesem Appell für das deutsche Bolt heraufbeschworen werben. Dieser Appell ist auf das Gefühl als Antrieb für die Bewertung der Berson Hindenburgs als militärische Größe eingestellt. Darin liegt die ungeheure Gefahr, daß die Unpolitischen, die„ Gefühlsmäßigen", gar nicht begreifen, daß ein Hindenburgsieg die Einleitung des Entmündigungsverfahrens gegen Deutschland unter Führung des ehemaligen Feindbundes bedeutet. Seit Hindenburg gewaltsam seinem Ruhefiz ent riffen wurde, ist er Exponent eines Systems, das wir be Pämpfen, meil es fich auf zwei Größen stüßt, deren Ueberminbung vornehmste Aufgabe und Hauptinhalt des Ziel firebens aller Schaffenden ist: Militarismus und Bureaufratismus. In feinem anderen Zeichen fann Hindenburg die Auferstehung unseres Baterlandes" erstreben. Er selber hat diese Feststellung mit so vielen schriftlichen und mündlichen Kundgebungen belegt, daß Ergänzungen unterbleiben fönnen. Aber notwendig ist es, wieder und wieder auf die Auswirkungen der Entfesselung des militaristischen Systems für das deutsche Bolt und namentlich für die in allen Schichten der Bevölkerung vorhandenen Mitläufer aus Ge fühlsgründen hinzuweisen. 17 " Bas fommt, wenn Hindenburg Reichspräsident wird? Grundsäglich: nicht das, was er will, sondern was seine Auftraggeber ihm vorschreiben. Das heißt: Auferstehung des Baterlandes, mie sie sie sehen. Im Sinne Bestarps etwa, der in der Kreuz- Zeitung" schrieb: Wer Hindenburg wählt, zeigt der Welt, daß der Deutsche endlich sich auf die Notwendigkeit befinnt, fich aus eigener Kraft den Weg zur Freiheit zu er öffnen." Deutschland stand schon einmal am Scheidemege, als es um den Bersailler Bertrag ging. Damals, als infolge der Berblendung der Großen Bier" die Siegerstaaten schon die Hand ausholten, um die Zerschlagung Deutschlands zu be wirten. Weber Hindenburg noch die Baltenbieger" und " Oberschieber" seiner Kandidatur haben damals das große Unheil abzuwenden vermocht. Wenn es nach ihrem Willen gegangen wäre, hätte das deutsche Bolt schon 1919 Aufer fiehung" im Sinne Hindenburgs feiern tönnen. Die jetzt mit dem neuen Hindenburg- Brogramm zur Tat aufrufen, täuschen fich, wenn sie glauben, die Mehrheit des deutschen Volkes auf ihrer Seite zu haben. Die Rettung Deutschlands tommt auch dieses Mal von den Parteien der Weimarer Koalition, die Wilhelm Marg als ihren Kandidaten präsentieren. Sie sind die einzigen Garanten auch in diesem Augenblid, in dem aufs neue versucht wird, den Auftakt für die Bernichtung der in schwerem Ringen der letzten Jahre gewonnenen Berständi gungsteime zu schaffen. " Bismard lag im Rampfe mit der Militärgewalt. 1866 ist er eben an der Niederlage porbeigekommen, 1871 ift er unterlegen. Auch Bethmann Hollweg hat den Militärs weichen müffen. Wo aber ist heute die Zivilgewalt, die mit Hinden burg als Reichspräsidenten den Kampf um die Herrschaft im Staate aufnehmen tönnte? Hindenburg ist die Fleisch werdung des Militarismus. Erergierreglement und Bezirkskommando find seine Trümpfe. Und nicht nur feine, sondern auch die feiner Hintermänner. Sie wollen unter tanen, night Staatsbürger, die um ihr Selbstbestim mungsrecht fämpfen. Auferstehung unseres Baterlandes" ist nur möglich, wenn wir eine Regierung haben, die das Volk regierungsfähig macht. Bisher ist von den Mächten, die hinter der Kandidatur Hindenburg stehen, stets das Gegenteil erstrebt und zu einem wesentlichen Teile auch erreicht worden. Die Machtmittel des Staates maren im Besiz meniger. Und die Organe dieser Besitzenden" maren die Beamten, die wiederum an der Herstellung eines möglichst reibungslos" arbeitenden Apparats interessiert maren. Die Reibungslosig. feit murbe erzielt, indem man den Gedanken der Selbstverwaltung in theoretischer Gebundenheit auf dem Papier stehen ließ. Im übrigen wurde die Inganghaltung der Berwaltungsmaschinerie durch die Uebertragung militärischer Disziplin auf den Verwaltungsmechanismus erzielt. Alles flappte die Präzision des Staatsbetriebes schien vorbildlich, bis alles, aber cuch alles aus dem Leim ging, weil Seelefehlte. Seele heißt Demokratie. Wie aber soll Demotratie Wirklichkeit mer. den, wenn ein Militär den politischen Kurs steuert, lediglich um als Beauftragter der Befigenden ihren Besitz zu schüßen? Nein, die Hera Hindenburg würde bedeuten: nadte Herrschaft des Säbels als Grfolg des Drillsystems zur Ausschaltung von Freiheit und Fortschritt. Spittelmart, Gde Wallstr. Wieganderplag nabe Michinoer, Roatafisage 55 gegenüber Stathaus. SW Belleiance Sir. nahe Jandorf, Briebrichfir. 228, Gde Sebemannfir. meil eine Boltsmehrheit da ist, die die Erfüllung des Hindenburgschen Auferstehungsprogramms damit beginnt, daß sie im Augenblick beginnender Konsoli dierung des notwendigen Vertrauensverhältnisses das Symbol des alten Deutschlands der Gegenfeite vor die Nase feßt. Das barf nicht werden! Die Wahl Hindenburgs heißt: Rückkehr zum obrigkeitlichen System, Rüdtehr zum Militaris. Post- Abonnenten D amit die regelmäßige Zustellung des Dorwärts" im nächsten Monat keine unliebfame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Abonne- e ment für den kommenden Monat bei dem zuständigen Postamt sofort zu erneuern. Vorwärts- Verlag 6. m. b. H. mus, Beremigung der Kriegsgefahr. Was anderes bedeuten diese Auswirkungen der Hindenburgwahl als das Begräbnis der Republit? Wir aber glauben an das deutsche Bolt, an die beutsche Republik. Darum wählen wir den Republikaner Wilhelm Marr. Auch wir Sozialisten, benn Boraus fegung für die Berwirklichung des Sozialismus ist die Republit. Urteilsbegründung im Tschekaprozeß. Mord, Beihilfe zum Mord und Verabredung. In der Urteils begründung, die wir zum Teil schon im Abendblatt wiedergaben, heißt es meiter: Der Fall Rausch ist der schwerste eumann feste fich zuerst mit Boege und Son in Berbindung. ermorden. Die Tat wurde dann nicht ausgeführt. Doege hat fich Die Angeklagten wollten in einer dunklen Borortstraße Rausch nicht entblöbet, vor der Tat die Gastfreundschaft der zau feines Opfers in Anspruch zu nehmen. Reumann hat nach eigenen Angaben auf die Stelle im Unterleib gezielt, wo dieser mit dem Oberschenkel zusammentritt. Dann hat es noch einen zweiten Schuß abgegeben. Der töbliche Schuß aber war der erste. Daß Neumann ben roben usbrud gebraucht hatte:" Du Nas, das tit für Botsdam. tann nicht für hinreichenb ermiefen angesehen werden. Das Gericht hat den Einwand des Angeklagten it geglaubt, daß er dem Rausch nur einen Dent gettel habe geben wollen. Wenn ein Mensch auf zwei Meter Entfernung auf einen anderen zielt, dann muß er mit der Tatsache rechnen, daß dieser Schuß tödlich ist. Wenn er aber mit dieser Tat fache rechnete und trobem den Schuß abgab, dann hat er auch den Erfolg mit in feinen Willen genommen und es liegt die Absicht zur Tötung vor. Rausch ist nach unendlichen Qualen gestorben. An der Erledigung im Falle Wehel haben Diener und König teilgenommen und ihre Bereitwilligkeit ertlärt. Rönig fann zu seine Behauptung, er habe Begel verständigt, nicht widerlegt dem Fall Bezel nicht zur Berantwortung gezogen werden, weil werben fonnte: 3m Falle Schlotter murben Szon und Meus zu nächst mit der Beobachtung beauftragt. Auch hier nahm das Ge richt an, daß Reumann Meus und Szon von den Befehlen aur Erledigung unterrichtet habe. Im Falle Wolf hatte Mörsner auch eine Aufgabe erhalten. Er sollte den Wagen, sobald die Tat voll 3ogen war, steuern, um die Angeklagten in Sicherheit zu bringen. Das Gericht stellt fest, daß Mörsner mindestens im Zeitpuntt der Durchführung des Auftrages Renntnis von ben Blänen gehabt und fich einverstanden erklärt hat bei der Hilfeleistung. Bei einer weiteren Reihe von Angeklagten fommt ebenfalls ho verräterisches Unternehmen hinzu, Son ist nicht als Mitglied der KBD. anzusprechen. Meus ist nicht in der KPD. gewesen und hat ihr Dienste geleistet. Mayer, als Funktionär der Partei, hat der militärischen Organisation zu dem verholfen, was sie gemorden ist. Neumann fällt weiter zur Baft, daß er bei seiner Berhaftung eine Pistole hervorzog, um den Beamten Wider stand zu leisten. Die Angeklagten haben sich des Hochperrats utbig gemacht ute war der Berbindungsmann zwischen Reumann, Stoblewfti und der ruffifchen Botschaft. Das Gericht ist Reumann, Stoblewfti und der ruffifchen Botschaft. Das Gericht ist auch hier der Ansicht, daß auch hier ein schwerer fall nicht vorliegt. Das Gericht tonnte auch nicht nachweisen, daß er Kenntnis von den Schriftstüden gehabt hat, bie er beförderte. Ebenso ist es bei dem Angeklagten Hallup. Daß ein besonders schwerer Fall vorliege, fonnte nicht angenommen werden, da nicht erwiesen werden konnte, baß er über die Tätigkeit Neumanns orientiert war. Das gleiche gilt Sie müssen klar sehen, um hren Beruf wirklich gut ausfüllen zu lönnen. um Sore Erholung voll zu genießen und um eine richtige, flare Borstellung von der Welt zu erhalten! Dazu müssen Sie gute Augen haben ober gut paffende Gläser tragen! Wenn Ihre Augen Ihnen irgendwelche Beschwerden verursachen, wenn Sie nicht nah und weit gleich gut feben tönnen, wenn Kopfschmerzen Sie häufig am Arbeiten hindern, wenn Sie am längeren Besen fein Vergnügen mehr finden fönnen, so laffen Sie uns bersuchen, Jonen zu helfen! Wir geben Ihnen genau passende Gläser, die Ihnen angenehm im Gebrauch sind, und gut figenbe Faffungen, die schön und fleibfam für Sie find. Für Reise. Jagd und Sport: Prismen Selbstecher Friebrichttr. 108 Gde Seipziger Str. Beipziger Str. 118 de Mauerstr. Bluffte 1 Ede Botsbamter Siz SO etpenes exits langt, so ist er mitt äter im eigentlichen Sinne, weil er alles dazu getan hat, um den Erfolg zu ermöglichen. Er hat die Tat als seine eigene gewollt. Die Straftat Sons und Margies' war außerordentlich schwierig zu beurteilen, und in Zweifelsfällen mußte die Verurteilung zugunsten der Angeklagten ausfallen. Das Gericht nahm an, daß Szon nicht über den hohen Grad von Intelligenz und Entschlossenheit verfügte, um das, was die Kommunisten in der Tschefagruppe wollten, auch auszuführen. Szon hatte eine frembe Tat unterstüßen wollen, vielleicht hat er es nur auf das Geld abgesehen. Margies hat nach Ansicht des Gerichts als Mittäter handeln wollen, aber er hat im wesentlichen nur gefühlsmäßig zu gefagt. Eine besondere Förderung der Taten Neumanns ist ihn nicht nachgewiesen. Neumann hat selbst erklärt, daß er mit Margies im Falle Rausch nichts zu tun haben wolle. Diese Tätigkeit sei also nur als Beihilfe zum Morde anzusehen. Neumann hat fich außerdem noch des Widerstandes gegen die Staatsgewalt schulbig gemacht. Sämtlichen Angeklagten ist dann Berabredung zum Morde nachgewiesen worden. Die Berabredung im Falle des Generals Seedt war durch aus ernst. Auch Neumann muß als Mittäter bei der Berabredung angesehen werden. Im Falle Stinnes find Neumann, Boege und Son beteiligt. Auch hier liegt eine ernstliche Berabredung vor. Diese setzt keinesfalls einen festen Plan voraus. Es tommt nur darauf an, daß die Parteien einig sind, das, was besprochen worden ift, auch wirklich auszuführen. Aehnlich liegen die Dinge im Falle Borsig und Stinnes. Im Falle Bezel fann eine ernste Berabredung gar nicht zweifelhaft sein, da sich die Angeklagten Meus und Sjon mit Reumann in Stuttgart geeinigt haben. Das Gericht ging bei der Bestimmung des Strafmaßes davon aus, daß es sich um ein fortgesetztes Delift des Hochverrals und Bergehens gegen§ 7 Abfah 4 bis 5 des Republitschußgefeßes einerseits und andererseits um eine Kette von Bergehen und Berbrechen gegen bas menschliche Leben handelte. Im Falle Bolz tonfurriert ideell das Bergehen gegen§ 1 des Republitschutzgesetzes. Das Gericht kam auf Grund diefes Tatbestandes zu dem mitgeteilten Urteil. Die Angeklagten nahmen das Urteil mit stoischer Ruhe auf, ledig lich bei Mayer fonnte man eine verbissene Wut feststellen. Sofort nad der Urteilsvertündung brachten die Angeklagten Rufe aus: Nieber mit der Blutjustiz!", Hoch die Räterepublik!". Sie ver ließen den Gerichtssaal mit dem Ruf: Heil Mostau!" Der Ruf wurde aus dem Zuhörerraum verfchiedentlich erwidert. Bom Bubli funt, bas stark mit Rommunisten gemischt mar, wurden den Ange flagten rote Neffen zugeworfen. Die Zuhörerschaft durfte den Saal nicht eher verlaffen, als bis sämtliche Angeflagte aus dem Reichsgericht abtransportiert waren. Sport. Rennen zu Grunewald am Mittwoch, den 22. April. 1. Rennent. 1. Rogulna( Sauser), 2. Efto( Schuller), 8. Paris, ( Rutultes). Foto: 58: 10. Blat: 24, 25: 10. Ferner lief: Laon. 2. Nennett. 1. Labrador( Bismart), 2. Maimond( Mannchen), a. Barr( Stubnte). Toto: 18:10. Blag: 12, 14: 10. Ferner liefen: Lebenswonne, Berseba 3. Rennen. 1. Malacara( b. Mekich). 2. Dceana( b. Borde). Serner liefen: Wetterscheibe, Lebensfonne, Ma Berhe, Propulfor. 8. Don II( r. Staubinger). Toto: 928 10. Blag: 31, 13, 16: 10 4. Rennen. 1. Magnolie( Edler), 2. Dctavio( Dertel), 8. Grz hallunke( Schuller). Toto: 57: 10. Blag: 22, 24: 10. Ferner llefen: Magelone, Gajar II, Buppenfee, 5. Rennen. 1. Mumpih( Aubnle), 2. Chane( Leue), 3. Ben trovato ( Mannchen). Toto: 29: 10. Blag: 16, 28, 19: 10, Gerner liefen: Berg, Larodofta, Fechterin, Amara, Ed, La Mara. ( R. Bar). Zoto: 16: 10. Dret liefen. 6. Mennen 1. Rotborn( Edler), 2. Notif(. Stalff), 8. Zara gid 7. Rennent. 1. Sarazener( Hr. König), 2. Messina( b. Borde), 8. Rasvibr( Hr. Staudinger). Toto: 75: 10. Platz: 27, 16, 41: 10. Berner Ifefen: Schaumschläger, Bollenschieber, Dit- Expreß, Felsenrisde, Räuberhauptmann. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Berbanb Bollsgesundheit, Ortsverein Berlin. Am Donnerstag, den 23. April, 8 Uhr, in bet Schule Sfflandstr. 9/11, fpricht Genosse Ernst Saafe über Autosuggestion als Seilmethode. Freie Aussprache. Gäfte heralid miltommen. Die Banderung am Sonntag, ben 26. April, fält der Wahl wegen aus. Sonntag, ben 26. April, im Jugendheim Goßlerstraße, 6 Uhr abends, Probe aum Maienfest. 1 Freie Bereinigung von Sternfreunden, Berlin. Bersammlung Sonn abend, ben 25. April, 8 Uhr, im Berliner Rindl, turfileftendamm 101, 1. Gaal lihts. Tagesordnung: Bortrag des Herrn Dr. Thomas über bie Beränderlichkeit der Mira- Sterne. Aufnahme neuer Mitgliebet. Bei günftiget Bitterung Steenbeobachtungen. Gäste willkommen. Frauengruppen für Soziale Arbeit. Ueber bas Thema Det nervöse Charatter", Referent Herr Dr. v. Sattingberg, findet ein Bortrags und Distuffionsabend am Montag, ben 27. april, 8 Uhr, in den Räumen der Goatalen Frauenschule, 80, Barbaroffafft. 65, statt. An ben Bortros fchließt eingefelliges Beifammensein an. Außer den Mitgliedern tönnen aus anbere Interessenten baran teilnehmen. Anfragen find zu richten an die Ge fchäftsstelle Berlin W30, Barbarossastr. 65. Arbeiter Radioklub, Ortsgruppe Lichtenberg., Freitag, den 24. April, Baftelabend bei Lent, Beichfelite. 11, pünktlich 8 Uhr. Seilbund. Freitag, den 24, April 8 Uhr, im Begetarischen Speise haus, Veins- Louis- Ferdinand- Str. 2, Vortrag von Edhoff über Das rodenbad als Frühlingstur", mit Demonstration. Gäfte willkommen. Unsere heutigen Preise: Finger Kneifer mit und ohne Randfassung: aus bestem Nidel.902. 0.75 1.- 1.25 1.50 . aus Golb- Doublé.. 2.- 8.- 5.- 8.- 10.- 15.aus edit. 14farat. Gold M. 15.- 24.- 27.- 80-36.Gläser werden extra berechnet: Rathenower Bi Gläser.... nur M. 1.- pro Paar Punktorik Mentsten... 4.Reparaturen billigst und sofort.• Televist" an abritat 6x Bergr. M. 75.- 8xM. 85.- 10 M. 100.- 12 × M. 120.Optiker Ruhnke Oranienstraße 44 zwifchen Whoris& Dranienplat Frankfurt. Alec 14, nahe Zieg Friebrichftr. 100, Ede Biegelf Buvalibenftr. 104, Gde Brunnenstraße Jupalibenstr. 117, am Stettiner Bhf. Chauffecite. 72, nase Wallerst Schönhauler Alleeß1. am Bahnhof Nordring NW Friebrichte. 150, Ede Dorotheenftr. Charlottenburg: Zaue s'enitz. 15, Gde Marburger Str. Jo chimsthalerstr.2, nabe Bahnhof 800. Wilmersdorf: Berliner Str. 182-83, nahe Uhlandstraße. dic Sind's die Angen, geb' zu Ruhnte. Schöneberg: Hauptstr. 1. Gde Atastenftraße Friedenau Otheinste. 18, Gde Rirchfiz. Reutatiu: Bergite. 4, Gde Biethenfir. Vonnerstag 23. /ipril 1925 Änter die Zlora See Solfataren. Don Dr. W. Wächter. Wenn ein Dulkan. ein feuerspeiender Berg, erlischt, dann oer- schließt sich allmählich der Krater-, durch Zersetzung des Gesteins der Kraterroande und der Lava entsteht ein Boden, der imstande ist, eine neue Vegetation aufkommen zu lasten, trotzdem ihm giftige Gase, Schwefelwasserstoff, schweflige Säure und heiße Wasterdämpse entsteigen. Es ist ein unheimliches Gefühl, solchen Boden zu be- treten; man würde sich unsicher fühlen und jeden Augenblick ein Wiederaufleben des Vulkans fürchten, wenn man nicht wüßte. daß keine Gefahr besteht.— In der Nähe Neapels, bei Pozzuoli, befindet sich Europas berühmteste Solfatara— so nennt man die Krater dieser erloschenen Vulkane. Solfataren gibt es in allen vulkanischen Gegenden; in West- indien wie auf Island und vor allem im Westen der großen Sunda- insel Java in Ostindien. Hier liegen die Solfataren in einer Höhe von 12!>» w— BMmMr: i Bodens gedeihen können? Bisher hatte noch kein Mensch die Tc peratur des Bodens in der Nähe des Wurzelsystems gemessen, w doch so leicht gewesen wäre. F a b e r fand Temperaturen von bis 75 Grad, eine Wanne, bei der normale Pflanzen unweiger! zugrundegehen müssen, wenn nicht besondere Echutzeinrichtunr vorhanden sind. Es zeigte sich, daß alle Wurzeln in einen diä Korkmantel eingehüllt sind, der als Isolator wirkt, und so inneren Gewebe vor dem Verbrennungstod bewahrt. Da die Tc peratur in der Solfataren mit der Tiefe zuniimt, so zeigen ö Pflanzen auch eine flache Bewurzeluna.— Ob der Korkmcm der Wurzeln auch vor der freien Schwefelsäure schützt, ließ sjch n-" nicht mit Sicherheit nachweisen; aber es ist das wahrscheinlich l Fall, da wir wissen, daß der Kork den zerstörenden Einflüssen die; Säure einen ziemliäien Widerstand entgegensetzt. Die Solfatarenpflanzen sind mm keineswegs Kümmsrlin, sondern sie gedeihen aufs üppigste, blühen und fruchten ganz prär. tig, so daß ihre Ernährung eine gute sein muß. Wir wissen äb- daß der wichtigste Nährstosf, den die Pslanzcn dem Boden ei nehmen, der Stickstoff ist, und gerade dieser ist in den Böden d Solfataren in ollzugeringer Menge vorhanden. Woher nehmen a! die Pflanzen ihren Stickstoff?— Es ist wohl allgemein bekam.' daß unsere Hülsenfrüchte an ihren Wurzeln kleine Knöllchen träger die Bakterien enthalten; daß diese Bakterien den Stickstcss der Lr aufnehmen und daß die Altersiorm der Stickstoffbakterien von d Wurzeln der Bohnen und Erbsen verzehrt wird. Es gibt für. d Pflanze also eine Möglichkeit, ihren Stickstoffbedarf aus der Lu zu gewinnen, die ja im wesentlichen aus diesem Gas besteht. Ru hatte Professor M i e h e von der Berliner Landwirtschaftlichen Hoä, schule schon vor Jahren eine Solfatarapflanze gefunden, die nr niederen Organismen eine Lebensgemeinschaft eingeht, mit ihr r Symbiose lebt, wie man sagt. Daraufhin untersuchte Faber twi' die Wurzeln anderer Pflanzen und er fand, daß sie sämtlich a einen Pilz oder an Bakterien gefesselt waren. Wenn auch bish. eine Beziehung der Pilzwurzeln zur Sticksloffausnahme noch niä;- nachgewiesen werden konnte, so ist es doch wahrscheinlich, daß d! Stickstosfarmut des Bodens in einer ursächlichen Beziehung zu Wurzel-Pilz-Symbiose steht. Im großen und ganzen dürfte der holländische Forscher da Problem der Solfataraslora gelöst haben dank seiner Beobachtungen und dank der Möglichkeit, in einem glänzend eingerichteten Tropen ! laboratorium arbeiten zu können, das nicht gar zu weit von den Standorte seiner Pflanzen entfernt ist. Zahllose Gelehrte alle Länder haben in Buitzenzorg gearbeitet; einer der ersten war d" berühmte Münchener Botaniker Karl von Gocbcl, der erst vw wenigen Wochen als Siebenziegsähriger von einem längeren Aufcnt halt in Sumatra und Java nach Europa zurückkehrte, wo ihn eist Festschrift, dargebracht von Schülern und Freunden, erwartete, i: der auch Faber seine Untersuchung über-dio Flora der Solfatarcv veröffentlicht hat. Vielmännerei als wirtschafkliche Nolhilfe. Während im allen Europa Männer und Frauen in zahllosen Schriften, Zeitung: artikeln und Büchern sich den Kopf über die Lösung der sexuellen Frage zerbrechen, hat im fernen Asien' das tibetische Hochlandsool in recht origineller Form die alte Schwierigkeit zu überwinden ve ständen. Vielweiberei ist im Orient fa nicht selten, aber daß ein sozial schon ziemlich entwickeltes Volk wie die Tibeter die Met männerei in die gesellschaftliche Gliederung mit Bewußtsein ein bezogen und sie gesetzlich anerkannt hat, dürste zum mindesten uri gewöhnlich sein. In Tibet wird das Weib, das der älteste Sohn der Ffikflitz erwählt, gewöhnlich gemeinsames Eigentum aller Prüder.'>Dier haben auch die Verantwortung für den Unterhalt der Familie zu übernehmen. Verläßt ein Bruder die Familie, so darf er für sei Anteilsrecht an der Frau keine Entschädigung verlangen. Di jüngeren Brüder haben nur solange ein Recht auf die gemeinsam Gattin, als sie im Familienverband bleiben. Es gibt auch Fäll: in denen der Vater oder Onkel das Recht fordert, mit der Frau z' leben. Dann wird auch der Vater, meistens nur in höhere!' Schichten, in die Chegemeinschaft aufgenommen. Seltener dagcgeu ist es, daß eine Frau ihre Ehemänner aus jpci oder noch mel:. Familien nimmt. Man darf annehmen, daß diese eigenartige For der Eheschließung durch wirtschaftliche Gründe bedingt und erhalte' wird. In Tibet ist der gemeinsame Besitz des Familiencigentun! .durchaus noch üblich, und'so sucht man jedenfalls die Gründung b.. sonderer Hausstände nach Möglichkeit zu unterbinden. Bemerkens wert ist, daß die tibetischen Frauen die Vielmännerei durchnu billigen. Sic gibt nach ihrer Auffassung der Frau größere B deutung im Gemeinwesen. Die Frauen der höheren Klassen ver achten deshalb auch die hilflosen Weiber Indiens, die sich ohn Widerspruch die Vielweiberei gefallen lassen. im'»»» Zu all dem langte es aber nicht mehr! Ganz und gar nicir mehr! Nur die Augen konnte er noch einmal öfsnen, den Buch stälter scharf ins Auge fasten und hervorröcheln:„Ultimo..". Dieser und der Neffe sahen sich wehmütig an. Der Buchhalte> wußte nicht, was der Alte gemeint haben könnte. Der Neffe aber dachte, welch ein zartes Gemüt sich der Alte trotz allem bewahr: hatte! Sein letztes Wort fei„Ultimo"— Ende, Schluß... Es war ganz still in dem Zimmer, die Anwesenden hielten sogar den Atem an, weil ihnen selbst dieses Geräusch im Angcsichi des nahenden Todes freventlich erschien. Torgutter aber, der nicht mehr sehen konnte, hatte jetzt ein ungemein geschärftes Gehör. L' horchte gespannt auf alles, was sich rings um ihn begab. Da jiei es ihm auf, daß die Uhr auf seinem Nachttischchen, die Uhr, die vierzig Jahre— so lange besaß er sie— Tag und Nacht gegangen war, nie um eine Sekunde zu früh oder zu spät— daß diese Uhr nicht mehr schlug! I! Man hatte sie ganz einfach nichi mehr am gezogen, man hatte es vergessen, oder es nicht der Mühe wen gehalten— kurz, die Uhr stand!.. Und das noch bei seinen Lebzeiten! Denn noch lebte er— noch konnte er denken, noch hören. daß man ihn und das Seine bereits zu den Toten geworfen hatte! Keiner von diesen Leuten, die ihn umgaben, Hatto an die Uhr gedacht! Und ein« Uhr soll doch nicht stehen bleiben!' Mau ver gißt einfach! Man vergißt!! So wird es wohl auch im Geschäfl aussehen, in den Berkaufsregalcn, in den Strozzen, in der Korrespondenz— überall... Nein, jetzt wußte er es ganz gewiß! Die Winterstrümpfe Größe Eins waren bestimmt nicht nachbestellt worden! Wer hätte auch daran denken sollen, wenn er nicht im Geschäft war. Wer?! Und die Kundschaft fragt, findet nichts, geht zur Konkurrenz, dort gibt es natürlich Einsergröße, denn dort liegt ja der Chef nicht im Sterben, man wird gut bedient und gewöhnt »ich an die Konturrenz. Grenzenlose Wut erfaßte den Sterbenden. Cr bäumte sich in seinem Bette auf und keuchte mit der letzten Anstrengung, deren er noch fähig war, fürchterlich hervor:„Ausziehen?!" Der Arzt, der gerade in diesem Augenblick im Zimmer war. konnte sich über diesen letzten Aufschrei eines Kinderkonfeklionärs nicht genug wundern und dachte bei sich: Hier ist nichts mehr aufzu- ziehen. Peine Uhr ist abgelaufen! Der Neffe schlich sich aus dem Zimmer und sagte:„Der avnc Onkel! Er ist schwer gestorben." Der alte Buchholter kehrte an seinen tintenbcklexten Schreib- tisch zurück. Und als er gerade den Federhalter in das Tintenfaß eintauchen wollte, fiel ihm ein. daß Winterstrümpfe Emfergröße schon seit Wochen ausgegangen wären und daß es hoch an der Zeit sei, eine Nene Sendung, wie gehabt, zu bestellen. Was er sofort, mtt einfacher Kopie, besorgte. Mutter! ächte auf kein Kind! & In der Schule, auf dem Spielplatze, überall besteht die Gefahr der Ungezieferübertragung. Hat Dein Kind aber Lause, dann verwende gegen das Ungeziefer nur das 1000 fach bewährte, Läuse und Nisse mit einem Schlage sicher vernichtende UPREX Erhältlich in Apotheken u Drogerien Theater, Lichtspiele usw. DOD Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Tägi. 7 Uhr: 7 U. Maskenball Cesar Borgia Opernhaus am Königsplatz von Victor Hahn. 7 Uhr: Zar und Else Heims. Bonn, Zimmermann Klein- Rohden, Loos, Th. Becker, Lange Schauspielhaus Dieterle, Starnburg 7: D. Journalisten Schiller Theater Trianon- Th. 71: Charleys Tante Täglich 8 Uhr: Gr. Volksoper im Theat. d Westens 72 Uhr: Yoshiwara Korff Kaiser- Titz Costa Troubadour Kleines Th. Tägl. 8 Uhr: Volksbühne Leopoldine 7 Uhr: HAMLET Konstantin in Deutsch. Theater Die Großfürstin Die heilige Johanna und der Zimmerkellner 7 Uhr: Kammerspiele Residenz- Th. Sechs Personen 7 Uhr: Premiere 7% Uhr: suchen einen Autor Die Nacht Die Komödie der Barmherzigkeit Kurfürstendamm 205/207 8 Uhr: Der sprechende Affe Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Franziska von Max Hochdorf Regie: G Altmann Sterler, Dieterle Rose- Theater 78 Uhr: Komödienhaus Paar Schuhe 8 U: Das silberne Kaninchen Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau Deutsch. Künstlertheat. Tägl. 8 Uhr Die Bar ant Montmartre SCALA Lustspielhaus 8 Uhr: VARIETE. REVUE Central Theater 7 Uhr: Die versunk. Glocke 8 Uhr: Guido Thielsdier D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbanerdamm 8 Uhr: Der blonde Traum Wallner- Theat. 1/28 Uhr: Romeo u. Julia CIRCUS Deutsch. Opernhaus Casino- Theater BUSCH 72 Uhr: Lothringer Str. 37 Tägl.8 Uhr Nur noch b.30. April Tägl.7%, Stgs. a. 3 U. Der große Carmen Der Oberschieber Erfolg der Saison: Metropol- Theater und das bunte Pro& Uhr: Tausend gramm. Ab 1. Mai: süße Beindien Mädels vom Neues Th. am Zoo Tägl. 8 Uhr BABY Kurfürstendamm DIC BASTE GROE CIRCUSREVUE Harch Ki 3" Busch Herrnfeld Der vollst. Circusspielpl. 8 Theater 84 im Rahmen der Revue. Th. i. Kommand. Str. im Intimen Theater Berl.Wasserfreuden Täglich 8 Uhr: Bülowstr. 6. Auftret.: Schulreiter Georg Sonntag USCHINur eine Nacht Barkhard- Fo von Jean Gilbert Herrnfeldiade i. 3A. 13 Uhr: Thalia- Th. 7½½ Uhr: Der blonde Engel IIFALHALLATHEATER Weinbergsweg, Rosenthaler Tor. Täglich 7 Uhr halbe Preise! MORGEN NEU- ERÖFFNUNG EnsembleGastspiel des MetropolTheaters Der große Schlager Gräfin Mariza OriginalBesetzung a Ausstattung Lory Leux Bily Hoffmann Inge Bleichen Bozina Bradsky Gustav Matzner Max Hansen Reichshallen- Theater Allabendl 8 U. u. Son ntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Nachmittags halbePreise volles Abendprogr.! Dönhoff- Brett'l: April- Programm! Falkher- Orchester 08000 Zähne Don 2 Mart an, vorzüglich. Emil Guttmann Gebig- Reparaturen in 3 Stunden. Paul Morgan USW. Preise: Stiftzähne Kronen von 3 Mart an. Zahnziehen mit Betäubung. Schonendes Plombieren von 2 Mt. an. Günftige Zahlungsbedingung. Garantie. Sprechzeit 9-7 Uhr, Sonntag 9-12 Uhr. 0.75-4.50 M. M. Müller, nahe Bingenfraße Lunapark Saison 1925 Attraktionen! Neue Eröffnung Neue Aufmachung! -Sehenswürdig 2. Mai • Sensationen-> Theater am Kottbusser Tor. Uta- Palast Tägl. 8 Uhr und Sonntag nachm. 8 Uhr Elite- Sänger. Kolossales April- Programm! Schlager auf Schlager. Volkstümliche Preise. 12 WINTO FORTEN 6 5 Enrico Rastelli im Rahmen des unerreicht April- Spielpl. Stg. 312 halbe Prelse. Rauchen gestattet am Zoo 7 und 9 Uhr: Wege zu Kraft and Schönheit Vorverkauf 11-2 Uhr. Metropol- Theater 8 Uhr Die Novität 8 Uhr Tausend süße Beinchen von Walter Bromme Lea Seidl, Hilde Wörner, Ida Perry, Ed. Lichtenstein, F. Sikla, S. Arno, F. Strehlen Friedenspreise! Promenoir 2 M., Park. 3, 4,5 M., Park.- Faut. 6, 8 M. Vorverkauf ununterbrochen Apollo- Theater 8 U Dir: James Klein 8 U. Traueripenben Die Nächte v. Paris jeder Art liefert preis weri Paul Golletz. vormals Robert Meyer Mariannenstr. 3. Amt Morigpl. 10308 DIE CIGARETTENFABRIK REEMTSMA A.-G. ALTONA- BAHRENFELD Gr. Ausstattungsoperette Ueber 100 Mitwirkende Preise 2 bis 10 Mk. Vorverk. ununterbr. geöffnet LIEFERT EINE NEUE SORTE ERNTE 23 ZU 5 PF. Eine Freude für jedermann ist es, wenn die Speisen mit Feinkostmargarine ,, Schwan im Blauband" bereitet wurden. Preis 50 Pf. das Halbpfund in der bekannten Packung. MARGARINE Schwan im Blauband FRISCH GEKIRNTER Wir bitten, beim Einkauf von je 1 Pfund ,, Blauband- Margarine" das farbig illustrierte Familienblatt Die Blauband- Woche" kostenlos zu verlangen Komische Oper Direktion: James Klein Nachdem bereits 250 Aufführungen stattgefunden haben, sind folgende bedeutende Preisermäßigungen eingetreten: Parkett 3.50 Faut. 6.2.Rang 2,50 3.Rang 1,50 Allabendlich 8 Uhr: Die weltbesprochene REVUE: Das hat die Welt noch nicht geseh'n 30 Bilder! 250 Mitwirkende! Sonntags 3'12 U. halbe Preise Jed.Erwachsene 1Kind frei! Trabrennen Mariendorf Ankleibeschränke 110.-, englische Bett ftellen 45.-, Einzelmöbel. Bahlungs erleichterung. Stein. Antlamerstraße 20.* Batentmatragen, Auflegematragen, Metallbetten, Chaiselongues. Walter Stargarderstraße achtzehn. Windhorst Möbeltischlerei, Brunnenftraße 162, verkauft direkt an Private Möbel. Großläger in Speisezimmern, Serrenzimmern, Schlafzimmern, Rüchen, Einzelmöbeln. Qualitätsarbeit. aller billiaft. Besuch unbedingt lohnend. 22 Wichtig für jedermann! Täglich werden verkauft: Kleiderschränke, Bertitos 18, Bettstellen, fomplett, 16, Metallbettstellen mit Auflegematragen Flurfchränke Waschtoiletten 18, ChaiseTongues 18, Kommoden 15, Bücher spinden, Schreibtische 36, Trumeaus 29, Büfetts 75, fünfaig Standuhren, Garantie, von 98.- an, Kücheneinrich tungen 48, Speisezimmer, Herrenzimmer, Schlafzimmer 225, Klubgarnituren 175, Lederklubfeffel 65. Riefenauswahl, über 500 Rimmer. Alles tatsächlich spott billig. Stargardts Möbel- und Lom bardspeicher. Brenzlauer Straße fechs. Gebrauchte und neue Möbel, allerbilligst, Bahlungs- Erleichterung, Möbelzentrale, Likowstr. 95. 490 Mart. Schlafzimmer, Eiche, innen Mahagoni, dreiteiliger Ankleibe schrank, Kristallspiegel, echter Marmor, Drelauflagen, Stühle. Möbelwichert, Elsasser Str. 20. 590, Mart. Speisezimmer, meimeter, runde Bitrine mit geschliffenen Kristallgläsern, innen Mahagoni, große Kredenz, Zweizugtisch, sechs gediegene Rindlederstühle. Möbelwichert, El faffer Str. 20. Musikinstrumente Pianos preiswert. Klaviermacher Lint. Brunnenstraße 35. Pianos reeller Bauart, Flügel 350.-, Rahlungserleichterung. Rripschinski, Ropenhagenerstraße 5. 90/15 Fahrräder Donnerstag, den 23. April Motorräber neu eingetroffen, fast alle nachmittags 3 Uhr Berliner Tik- Trio Neukölln, Lahnstr.74/ 75 L LJUERGENS ALEXANDER PLATZ das Haus der Inform Verkäufe Marten am Lager, sämtliche Erfaz- und Zubehörteile. Sie finden bei mir bcstimmt das Gesuchte. Neue 275.- und gebrauchte von 200.- an. Weist, Große Frankfurterstraße 25/26. Kaufgesuche Fahrräder kauft Linienftrake 10 Rene Reit", komplettes Exemplar ( bis 1917), au faufen gesucht. Angebote unter T. 43 an die Expedition des Borwärts. Unterricht Technische Privatschule Dr. Werner, Regierungs- Baumeister, Berlin, Neanderstraße 3. Maschinenbau, Elektrotechnit. Abendlehreänge. Tageslehr gänge. Buksaule Simon, Markgrafenstr. 18, Freiprospekt. Geldverkehr Leihhaus Reichenbergerstraße 31 beRaumann- Nähmaschinen für Sausge. Teiht bis zur Höchstgrenze jede Bert brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re- fache. Geschäftszeit 9-1, 3-6. paratur- Werkstatt für alle Snfteme Emil Halbarth, G. m. b. S., Friedrich- Kulant und hoch beleiht Leihhaus itraße 55a. Mertur 6268. Schneider, Blumenstraße 87, unweit Alexanderstraße. Teppich Schrager verkauft Teppiche zu unglaublich billigen Preisen. Elsasserftraße fechs, kein Laden. Monatsgarderobe taufen Sie billig in Lowickis Leihhaus. Prinzenstraße 105; Anzüge, Fradanzüge, Smokinganzüge, Baletots, Taillenmäntel, Cutaways, Vermietungen Mietgesuche Sportpelze, Gehpelze, Füchse aller Art. Zwei ältere Parteigenossen suchen Gelegenheitstäufe in neuer Garderobe. für 10 Wochen ein Logis mit oder Bettenverkauf oirekt von Fabrik! Dau- ohne Rost. Offerten unter Serberge nenbetten! Aussteuerbetten! Fremden- Gewerkschaftshaus", Prinzenstr. 31. 810b betten! Kinderbetten! Spottbillige Engrospreise! Brunnenstraße 115. • Koffer, Rudfäde, billiger Cinzelver Arbeitsmarkt tauf. Fabrikation Trufa, Schmidstr. 35. Reu eingetroffen große Posten Tep www.Stellengesuche piche, Tisch- und Chaiselonguebecken auf bequeme An- und Abzahlung. Möbel- Arbeitsfreudiger Journalist, 28 Jahre, Lechner, Brunnenstraße 7, Nähe Rosen- Akademiker, qute französische und engthaler Blak. Bekleidungsstücke. Wäsche usw. lische Sprachkenntnisse, entschiedener Rechtssoziali ft, Pazifist, gewandter Stilist, feit neun Monaten an norddeutschem Parteiorgan tätig, fudit Bolontär oder Hilfs Bettenverkauf! Neue Betten 17.50, Stellung als 22.50! Brachtvolle 27.50, 35.- 1 Spott. redakteur in größerem Barteiorgan. billig! Reine Lombardwaren! Leih- Angebote unter U. 43 an den Vor märts. haus Brunnenstraße 47. Schuhwaren für Herren, Damen und Rinder zu Engros- Preisen gibt ab Stellenangebote Marius, Wallnertheaterstraße 28. Fahr- Rebenverdienst. Herren in Groß4 gelb wird vergütet. betrieben fichern fich guten und Monatsanzüge, Sommerpaletots, Ge- bauernden Nebenverdienst durch den fellschaftsanzilge, forpulente Figuren, Vertrieb allerfeinster Katao- unt ftaunend billig. Naß, früher Mulad- Schokoladenfabrikate erstklassiger Mar itrage, jekt nur Gormannstr. 25/26 und ten in schönen Badungen. Eventuell in Mariannenftr. 26. Rommission. Meldung Wilmsstr. 16, Sof rechts. 8186 Blätterinnen auf Klapptragen, Stehund außerm FIN Möbel 804b Moebel- Boebel, Oranienstraße 58( Mo. fregen, Gerviteurs im rigplak), Fabrikgebäude. Aeußerst nie. Sause verlangt Mag Treppe, Schöndrige Preise für einfache und elegante haufer Allee 167a. Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenaimmer, Küchen. Bücherschränke, Schreibtische, Büfetts, Anrichten, runde Tische, Standuhren, Ankleideschränke, alle Grö. Ren, Gofas, Ruhebetten. Eventuell Bahlungserleichterung. Möbeltredit und bar an jedermann Heine Anzahlung. Gärisch, Stralauer plak 1, Schlesischer Bahnhof. Alle Leute rennen ins Möbelhaus Ramerling, Kastanienallee 56. Nußbaumbüfetts 190, Kredenzen 50, Aus ziehtische 15, Stühle 5, Plüschfofas 75, Ruhebetten 28, Diplomaten 40, Schreibfeffel 12, Pfeilerspiegel 10, Kleider fchränke Wäscheschränke 50, Bettstellen mit Bolstermatraßen 20, Rommoden 25, Rinderbettstellen 20, Nachttische mit Marmor 20, Schaufelstühle 15, Klavierftühle 10 Goldmark. Möbelhaus Ramerling, Raftanienallee 56. Möbel, Kredit und bar, billig und gut. Möbel- Lechner, Brunnenstraße 7, Nähe Rosenthaler Blah. Bolsterkeller Rrautstr. 2, bildschöne, neue Chaiselongues, Auflegematragen, Patentmatragen, Sofas, Feldbetten, Riefenauswahl. Züchtige Badofenbauer für fofort gesucht. Haagen& Rinau, Berlin W 9. Potsdamer Straße 4 csonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN im Vorwärts" und trotzdem !! billig!! Meister für Buchbinderei einer mittl. Druderei, welcher die modernen Maschinen tennt, einem Bersonal von ca. 20 Personen vorstehen und Qualitätsarbeiten überwachen kann, gesucht. Meldungen bis 6 Uhr. Richard Labisch& Co., Berlin, Schicklerstraße 5. Tüchtiger, energischer, intelligenter Werkzeugmacher, Mitte 30er, der auch imstande ist, Heinere Borrichtungen zu fonstruieren, ais Vizemeister für Berlin sofort gesucht Angebot mit Zeugnisabschriften und Gehaltsanspruch erbeten unter S B. 332 an Rudolf Moffe, Berlin Fenufte. 1. Für unsere Druderei und den Berlag suchen wir zum baldigen Eintritt einen tachtigen [ 70 21 Geschäftsführer ( Buchdrucker bevorzugt). Bewerbungen mit Lebenslauf u Gehaltsansprüchen sind zu richten an Emil Beftkamp, Düsseldorf, Wallstr. 10. A. Gerisch& Co., Düsseldorf