Menöausgabe ■iiiww iiiii■■ imw iu Nr. 195 ❖ 42. Jahrgang /iusgabe V Nr. 95 ?e,ii?»vedinsunz«n und Sfn»k!zenj>?«!f» f.nb in der Mcegenaiesgabe angegeben »«danion: SA». 68. Cindcailra�e 3 Farnfpreehar: DöntzoN 292— 293 lel.-Adresse: Sozioldemotro» Bcclia � f Volksblatt (Ä ) Zreitag 24. flpril 1 426 Verlag und vnzeigenabtellungz Eelckiiiktszeit»— S Uhr Verleger: Vsrn-Srls-Verlag Gmby. Berlin SA». 68, Vlndenstrohe 3 Fernsprecher: Bdahoss 2398-2302 �entralorgan der Sozialdcmokratifchen parte» Deutfchlands Ruth Ksther spricht für hinüenburg! Die Thälmann-Kandidatur ein Verrat an den Arbeitern und an der Republik! Der französische Arbeiter wirft seinen Stimm. ■Settel nicht weg. Und gor, da in Frankreich noch lebendige Parteien bestehen... So ist es keineswegs politisch, für einen aussichtslosen Sozialisten zu stimmen, wenn man dadurch einen Radikalen in die Minorität und einen Opportunisten in die Majorität bringt. Di« Zählkandidaturen haben eben in Frankreich ihren g r o ß en Haken, wie sie ihn auch stellenweise in Deutschland bekommen werden, sobald wieder Leben in die dortige politische Dndc kommt. Friedrich Engels an Ed. B e r n st e» n zu den französischen Wahlen, 8. Oktober 188S. Gestern hat Iarres im Sportpalast für Hindenburg gesprochen. Heute sprechen dort für ihn Ruth Fischer und T h ä l m a n n. Das ist kein Scherz und keine Uebertreibung. Hindenburg kann nicht siegen, wenn ihm nicht dieKommunisten zum Sieg verhelfen. Die Mehrheit des deutschen Volkes ist gegen Hinden- bürg. Marschiert sie geschlossen auf, dann ist seine Niederlage so gewiß wie das Amen in der Kirche. Nur, wenn sie sich spaltet, kann Hindenburg durch eine Volks Minderheit zum Reichspräsidenten gewählt werden. Am 29. März wurden abgegeben gegen den Hindenburgblock 15 139 133 Stimmen, für den Hinbenburgblock 11 790 898 Stimmen. Von den Gegnern Hindenburgs wurden also 3 331 535 Stimmen mehr abgegeben als von feinen Anhängern. Dieser gewaltige Dorsprung könnte von Hindenburg auch dann nicht mehr eingeholt werden, wenn es ihm gelänge, aus dsn 12 Millionen, die am 29. März nicht mit wählten, mehr Stimmen heranzuholen als Marx. Der Fall Hindenburg wäre also von vornherein ganz aussichtslos, wenn die 15,1 Millionen, die am 29. März gegen den Jarres-Hindenburg-Vlock stimmten, am 26. April ge- schlössen aufmarschierten. Aber am 29. März haben 1,8 Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen für den kommunistischen Zählkandidaten Thäl- mann gestimmt. Diese Zählkandidatur ist auch für den zweiten Wahlgang aufrechterhalten worden, und darauf allein beruht Hindenburgs Hoffnung. Es ist also nicht zuviel gesagt, daß die heutige kommuni- stische Kundgebung im Sportpalast praktisch und faktisch eine Veranstaltung für Hindenburg ist. Das wissen nicht nur wir, daß wissen auch die Reichs' blöckler und das wissen auch die Kommunisten. Die Reichsblöckler wissen es. In ihrem Wahlmaterial. das der„Vorwärts" am 21. Aprit veröffentlichte, heißt es: Millionen Sozialdemokralen brechen die Parleidisziplin. sie wählen lieber Ihälmann.... Darum wird den Reichsblockagitatoren aufgetragen, tüchtig in diesem Sinn zu wirken und die Arbeiter zugunsten der Kommunisten gegen die Sozialdemokratie aufzuhetzen. „Abrechnung mit Braun", heißt es in der Anweisung für sie, „der die größte Partei des Proletariats an die Pfaffen ver- kaust hat." Auf den Straßen verbreiten die Hindenburg-Agenten Flugblätter und Plakate, die in ihrer ganzen Aufmachung kommunistisch scheinen. Ihr InHast richtet sich gegen die Sozialdemokratie und gegen den republikanischen Kandidaten Marx Welcher kommunistische Arbeiter, der bisher an die Ideale seiner Partei geglaubt hat, müßte nicht schamrot werden angesichts der Rolle, in die seine Partei durch eine falsche Politik hineingeglitten ist: in die Rolle einer Wahl- Helferin Hindenburgs? Auch die kommunistischen Führer wissen, daß sie sich in eine Sackgasse hineinmanövriert haben, aus der es keinen Aus- weg gibt. Für sie ist es die einfache, selbstverständliche Regel ge- worden, daß man immer das Gegenteil von dem tun muß, was die Sozialdemokratie tut. D irum stellten sie im ersten Wohlgang dem sozialdemokratischen Arbeiterkandidaten Braun einen eigenen Kandidaten entgegen. Jetzt schreien sie„Verrat", weil die Kandidatur Braun zurückge.zogen worden ist. Hätten sie aber im zweiten Wahlgang für Braun ge- stimmt, wenn er geblieben wäre? Nein, das hätten sie nicht getan, sie hätten auch im zweiten Wahlgang alles getan, um den Sieg des Sozialdemokraten zu verhindern! , Nun kam die republikanische Sammelkandidatur Marx und als Gegenschlag gegen sie die KandidaturHinden- bürg. Das hatten die kommunistischen Führer nicht voraus- gesehen, sie fanden auch danach nicht den Mut zu einem Entschlun. Hätten sie die Thälmann-Kandidatur zurückgezogen und die Parole ausgegeben:„UnterallenUm ständen gegen Hindenburg!" so wären ihnen ihre Anhänger jubelnd gefolgt. Denn die Arbeiter, gleichgültig, ob sie sozial- demokransch oder kommunistisch gesinnt sind, wollen nicht den Sieg Hindenburgs, und sie wollen nicht zu ihm beitragen, weder direkt noch indirekt. Um diese Tatsache kommt auch die„Rote Fahne" mit all ihrem Verlegenheitsgerede nicht herum. Sie verschweigt ihren Lesern die schweren Meinungsver- schiedenheiten, die in ihrer Parteizevtrale entstanven find. Sie oerschweigt ihnen noch immer hartnäckig die Rede chres Moskauers Führers S i n o w j e w, in der jedes Wort ein Keulcnfchlag gegen die Thälmonn-Kan- didatur war, in der es u. o. hieß: Adiliiiig, Wariiieiter und Wälder des VolHsMudts! Ueberwacht den Wahlakt! wie von vertrauenswürdiger Seite in den letzten Tagen ver- schiedentlich mitgeteilt worden ist, renommieren Anhänger der Rechtsparteien damit, daß sie ja Mittel in der Hand hätten. um aus dem Lande das Wahlresvltat in ihrem Sinne korri- gieren zu können. wenn auch die Art dieser Mittel nicht gekennzeichnet worden Ist. so ist doch anzunehmen, daß diese Andeutungen sich daraus be- ziehen sollen, daß avj dem Lande sich gewissenlose Wahl- vorstände finden köunlen, die in ähnlicher Weise, wie es bei einer der letzten Reichstagswahlen in einem mecklenburgischen Wahl- vrle sesigestellt worden ist, Links-Stimmzettel beseitigen und dafür solche der Rechtsparteien in die Wahlurne lancieren. Es dürste sich deshalb als notwendig erweisen, stärker noch, als wie es bisher geschehen, die Wahllokale aus dem Lande zu be- setzen und den Wahlakt überwachen zu lassen. In Deutschland entsteht jetzt für eine Zeitlang die Alternative: bürgerliche Republik oder Monarchie? Für uns Kommunisten besteht natürlich der Hauptgegenjatz in folgendem: Proletarische Diktatur oder bürgerliche Staatsformen? Dadurch unterscheiden sich die Kommunisten von allen anderen Parteien. Dieser Standpunkt bleibt nach wie vor für uns bestehen. Aber es kann auch eine solche Lage entstehen, wo die Alternative„bürgerliche Republik oder Monarchie" für eine gewisse Zeil lebendig wird und für die Massen in dem einen oder anderen Lande aktuelle Bedeutung gewinnen. So ist jetzt die Loge in Deutschland, lln dieser Phase der geschichllichen Entwicklung hat die Frage der Diktatur des Proletariats nur eine propagandistische Bedeutung. Die Arbeiter Deutschlands fühleu instinktiv, daß die Frage„bürgerliche Republik oder Monarchie" jetzt in ihrem Lande zur Entscheidung gestellt ist. Aus Furcht, daß zu den Herrlichkeiten des Dawes-Planes nicht auch noch die Schrecknisse der Monarchie hinzukommen, stimmen sie für die Sozialdemokratie, indem sie darin ihre Rettung suchen. Wenn unsere Partei das nicht begreift, und nicht versteht, die Frag« belschewistisch zu erfasien, werden wir auch weiter Anhänger verlieren. Cs handelt sich hier nicht um die Zahl der Stimmen — mit Stimmenverlusten kann man sich hier noch abfinden—, es handelt sich vielmehr um die Gefahr der Entfremdung von einigen Schichten des Proletariats selbst. Wir müssen so vorgehen, daß wir in möglichst enger Fühlung mit dem Proletariat stehen. Ich habe von Genossen Einwendungen folgender Art gehört: Ist es nicht einerlei, ob das schwarzrotgoldene Banner der bürger- lichen Republik oder das schwarzweißrote Banner der Monarchie siegt? Rein, es ist nicht einerlei! Dos ist keine marxistische Auffassung der Frage. Wer am 26. April für Thälmann stimmt, der wirkt praktisch gegen die Republik und für die Monarchie! Es kommt eben im politischen Leben nicht nur darauf an was man will, sondern noch mehr darauf, was man erreicht. Die Kommunistische Partei ist ausgezogen, um die Welt zu erobern. Sie gab vor, durch die„Diktatur des Proletariats" binnen kurzem ein Paradies für die arbeitenden Menschen schaffen zu wollen. Daß sie das wirtlich könne, haben viele ehrlich geglaubt. Heute? Heute hat die Diktatur des Proletariats" nach Sinowjew nur..propagandistische Vedeutuntf. Heute ist die praktische Frage des Tages:„Republik oder Mon- archiel",„Marx oder Hindenburg!" Die kommunistischen Führer wollen das nicht begreifen. Sie sagen:„Weder Marx noch Hindenburg, sondern Thäl- mann!" Aber sie wissen selber genau, daß nicht Thälmann gewählt werden wird, sondern Hindenburg oder Marx. Und sie wissen ebenso genau, daß die Thälmann-Parole im Sinne Hindenburgs ist, und daß die H i n d e n b u r g- L e u t e beten, es möchten doch am 26. April recht viele. viele Stimmen für Thälmann abgegeben werden. Die kommunistischen Führer sagen:„An der Lage, wie sie jetzt entstanden ist, hat die Sozialoemokratie schuld. Aber es handelt sich jetzt gar nicht darum, wer an dieser Lage schuld hat,— darübe? sprechen wir gern ein andermal — sondern nur darum, wie sie i st und was infolgedessen getan werden muß! Die Lage ist so, daß es um Republik oder Mon- a r ch j e geht und daß jeder, der nicht für Marx, sondern für Thälmann stimmt, der Monarchie hilft! Die kommunistischen Führer haben ihre Anhänger zum Haß gegen die Sozialdemokratie erzogen. Sic haben ihnen die Lehre eingeimpft, daß man auf alle Fälle das Gegenteil von dem tun muß, was die sozialdemokratisch gesinnte Mehrheit des Proletariats tut. Am 26. April muß sich zeigen, was bei den kommuni- stifchen Arbeitern stärker ist: der Haß gegen Hinden- bürg oder der Haß gegen ihre fozialdemokra- tischen A r b e i t s b r ü d e r. Ist der Haß gegen Hindenburg stärker, dann werden sie mit den sozialdemokratischen Arbeitern zusammen f ü r M a r x stimmen. Ist aber der Haß gegen die Sozialdemokratie stärker, dann werden sie für Thälmann stimmen, das heißt im Endergebnis für Hindenburg und Monarchie! Eine angebliche Arbeiter Partei, die lieber gegen Arbeiter kämpft als gegen den Generalfeldmarschall des Weltkriegs und treuen Diener des Herrn auf Doorn, rickstet sich selbst. Darum wird jeder Arbeiter, der nicht zum Schildhalter der Hindenburg-Realtion, zum Wegbereiter der Hohenzollcrn werden will, am 26. April mit den Sozialdemokraten zusam- men stimmen für Wilhelm Marx. Kommunistisches Gestänöms. Sie wissen, daß sie Hindeuburg helfen! Als Antwort auf das vom Bezirksverband SPD. heraus- gegebene Flugblatt„Sinowjew gegen Thälmann", das gestern in den Eroß-Verliner Betrieben verbreitet wurde, produziert die„Rote Fahne" einen Artikel, der die grenzenlose Verwirrung und Hilflosigkeit des kommunistischen Zemral- orgavs offenbart. Cs würde sich kaum lohnen auf dieses Ver- legenheitsgeftammel einzugehen, wenn der Artikel nicht zwei werlvolle Geständnisse enthalten würde, die unterstrichen werden müssen. Die„Rote Fahne" schreibt: „Die Kommunisten sehen genau so w,e der sozialdemokratische Bezirksverbond. daß unter dem bürgerlichen Wahlgesetz die Thäl- mann-Ctimnien, die Marx nicht bekommt, die Ersolgsaussichten Hindenburgs und die Thälinann-Slimmen, die Hindenburg nicht bekommt, die Erfolgcaussichten von Marx vergrößern. Aber die Kommunisten winden die Interessen der Werktätigen direkt schändlich verroten, wenn sie in den Arbeitsrinasse» den Glauben stärken würden, daß die Entscheidung über Republik oder Monarchie davon abhänge, wer von den beiden reaktionären Kandidaten mehr Stimmen bekommt" Die Kommunisten wissen also, daß die Thälmann- Stimmen, die Marx nicht bekommt, dieWahlaussichten Hindenburgs vergrößern. Trotzdem halten sie die Kandidatur Thälmann aufrecht! Die Begründung, die sie dafür liefern, ist geradezu kindisch. Die Arbeiterschaft in ihrer großen Masse wird am 26. April auf den Irrsinn der kam- munistischen Parteileitung die nötige Antwort geben! Ein öffentlicher Skanüal. Schupo gegen Republik. Die Genossen F r I h Eberl, Sohn des verstorbenen Reichs- Präsidenten, und Fritz koch, der Gauoorsihende des Reichsbanners und Mitglied des Breußischen Slaalsrats. befanden sich kurz nach g Uhr mit einer Kraftdroschke aus dem Wege nach Lichter- selde. um ihre Frauen, die sich an der Beerdigung von Höste beteiligt halten, abzuholen. Der Wagen wurde in der Potsdamer Straße angehallen und konnte feinen Weg nicht fortsetzen wegen der pollzei- lichen Absperrung anläßlich der Hindenburg-Feier im Sportpalast. Darauf begaben sich die beiden Herren in Begleitung eines Reichs- bannerkamcraden und einer Dame vom Gaubureau in Richtung Grunewaldstraße, um die nächste Aulohailestelle zu erreichen. Auf dem Wege wurde verfchiedenllich„hoch Hindenburg" gerufen. was natürlich von feiten der Republikaner mit»hoch die Repu- b.l i k" beantwortet wurde. Etwa 150 Meter von der Potsdamer Straße entfernt hielt plötzlich ein Lastwagen mit Schuhpolizei. Füaf Mann sprangen heriviter. stürzten sich aus Fritz Eberl und nahmen ihn trotz feines Protestes fest. Irgendeine Beranlassung lag nicht vor. Genosse Eberl Halle lediglich„hoch die Republik" gerufen. Er wurde mit Gewalk auf das Lastauto ge- stoßen, nachdem er zuvor von mehreren Schutzpolizisten m i l dem Gummiknüppel geschlagen worden war. Fritz Koch, der Genossen Eberl nicht im Stiche lafseu wollte und eben- falls mit zur wache fuhr, wurde von einem SchuhpoNzIslen mit dem Skieselabsah gegen des Schienbein gestohen. Zluf dem eastauto erhielt Genosse Ebert plötzlich von einem neben ihm sitzenden Schutzpolizisten einen hieb mit dem Gummi- ku üppel über den Kopf. Die Genossen wurden daun aus der wache eingeliefert. Die Dame, die sich in Begleitung der Genossen besand, wurde ebenfalls mißhandelt. Dem verlangen der Genossen Koch und Ebert. die per so- nalien der Beamten, die die Mißhandlungen vorgenommen hallen, seslzusleven. weigerte man sich Aolge zu geben. Erst das Kommando der Schuhpolizei, an das sich das Reichsbanner tele- phänisch wandle, veraalotzte die sofortige Freilassung. Tot�hlag für Hinöenbarg. So sehe« sie aus. Um die Aussichten der Kandidatur Hindenburg muß es sehr schlecht bestellt sein. Der Reichsdlock kämpft nicht nur in der Presse mit den allerniedrigsten Angriffen unv Nerleum» düngen, seine Anhänger gehen sogar dazu über, den Mit» gliedern des Reichsbanners Totschlagdrohungen in die Wohnung zu schicken. Zum Beweise dafür gibt das„B. X." eines der vielen gleichlautenden Schreiben im Original wieder:\ »Heil Barmattl! den RcichsbanonenII! Wenn Ihr Euch nicht so schnell wie möglich von dem Reichs» banner lossagt, so weiden wir Euch eben totschlagen— also seht Euch vor. Hoch! Hoch Sch warz- Weiß-Rot! Wir schlagen Euch tot. Heil EiergelbüHI! Allans Werlin. Lestorestraß« 10, Erth. r.* Diese Briefe befinden sich in einem Umschlag, der ent« sprechend dem obigen Beispiel folgendermaßen adressiert ist: An den gelben Jüngling Alfons Werlin Friedenau Lestorestraß« 10. ?mmer zu! Solche Kulturerzeugnisse beweisen mehr als die längsten Reden und Leitartikel, welch Geistes Kind die Hintermänner der Kandidatur Hindenburg sind. Hitler unö üer Papst. Mit dem Papste los von Rom. Der„völkische Kurier", das Leiborgan Hitler», da» in München erscheint, wärmt den eben entlarvten Schwindel wieder auf, daß der P» p st g e g« n M a r x sei. Er erscheint mit fetter Schlagzeile:„Papst Pius XL, Fürstbischof Bertram und die Partei deutscher Katholiken gegen Sozialismus, t". Hitler will den Papst als Zentrum benutzen. arole: mit dem Papste los von Demokratie und Dr. Ma Bundesgenossen gegen das Jetzt heißt wohl die Rom? Dabei weiß jeder bayerische Wähler, auf den das wirken soll, daß die Bewegung der Hitler und Ludendorff aufgezoge« worden ist mit dem Klagewort: Los von Rom! Der Dortragende führte aus. daß, nachdem monatelang« Verhandlungen die Anleihe ziemlich zum Abschluß gebracht, und zwar nach dem Wahlausfall am 7. Dezember zu recht günstigen Bedingungen, habe die von den„nationalen" Par- teien, Deutsche Volkspartei und Deutschnationalen, hervor- gerufene Kabinettskrise in Preußen, sowie das Tohuwabohu bei der R« i ch s p r ä s i d e n t e n w a h l die Stimmung in Amerika völlig umgewandelt. ymütttburg und üer Mmerlta-Kreüit. Di« deutschen Kommunalbauken»nd Sparkasse« gege» Hindenburg. Am Ist. April d. 3. ragte in Hannover eine Aus» fchußsitzung der Girozentralen. Anwesend waren nsfcen den Vertretern der Staatsbehörden die Beauftragten der Städte, Bürgermeister und Spartassenlei- t e r. Generaldirektor Schöne hatte das Houptreferat. Im Mittelpunkt feiner Ausführungen stand das für alle Gemein- den brennendste Problem: Die Amerikaanleihe für die deutschen Kommunen! hinöenburg unö öer Krieg. Für die Erklärung des verschärfte« U-BootkriegeS: .Es muß sein. Wir rechnen mit dem Kriege mit Amerika und haben all« Vorbereitungen g«. troffen. Schlechter kann es nicht werden.... Wir sind gerüstet. um allen Eventualitäten zu begegnen, gegen Amerika, Dänemark, Hollaad und auch gegen die Schweiz. Wir würden uns später Vor» würfe machen, wenn wir die Gelegenheit oerpaßten." Nach der Kriegserklärung Amerikas: .Das große amerikanische Hilssheer steht noch in nebelhafter Ferne. Kommt es ober wirklich, so wird es an der Lage auf dem europäischen Kriegsschauplatz auch nichts ändern." Als Antwort auf einen FriedenSvermittlnngSversnch des Papstes im Sommer 1917: Lch verhehle mir nicht, daß in der Marine und l» wellen politischen Kreisen ein Verzicht ans die flandrische Küste als ein Schlag empfunden wird, der nur dann gemildert wird, wenn die auch von Eurer Exzellenz der Marine zugestandenen Kompen- sationen zur Tat werden. Ich sehe mll General Ludend orsf diese Kompensationen in Stützpunkten innerhalb und außerhalb unseres Kolonialreiches.... Die wirtschaslstche Angliederung Belgiens an Deutschland wird ohne einen Druck aus Belgien auch nach Friedens. schluß nicht gehen. Hierzu wird eine mehrjährige Okkupation dienen.... Ueber die mehrsährige Okkupation hinaus muß die deutsche Stellung w Lüttich wirken.... Ich vermag mir daher nicht zu denken, daß wir in irgendeiner absehbaren und vertrag»- mäßig festgesetzten Zeit aus Lüllich herausgehen könnten." Bei den jüngst gepflogenen Verhandlungen haben die amerikanischen Finanzleute zum Ausdruck gebracht: .Ihr Deutschen werdet uns Amerikaner doch nicht für so dumm halten, einem Volke Geld zu leihen, da» monatelang in seinem führenden Freistaole. Preußen, keine Regierung zustande bringt. und das sich«inen präfidenlschastskaadidaten präsentieren läßt, der ein überzeugter Monarchist ist. Erst zeigt uns, daß in Deutschland die Demokratie wirklich ver- ankert ist. dann wollen wir ohne Bedenke« den deutschen Gemeinden unser Geld zur Verfügung stellen." Mit tiefem Ernst wurden diese Ausführungen von den allen Parteirichtungen angehörenden Kommunaloertretern an» gehört. Sie wissen, was das Ausbleiben der Ameritaanleih« für die Gemeinden bedeutet: Für Arbeiter, Beamte, An- gestellte, Kleingewerbetreibende erhöhten Steuerdruck, ver» Hinderung einer großzügigen Wohnungsbaupolitik. Dadurch erhöhte und chronische Arbeitslosigkell. Minderung der Kauf- kraft der großen Voltsmassen. Völlige Zerrüttung unserer Wirtschaft, Berzweiflungsausbrüche und Bürgerkrieg. Wer also die Gemeinden, diese Zellen des Staate«, lebensfähig erhakten will, der kann und darf keinen Monarchisten wählen. Er begeht Selbstmord an sich, seiner Familie und seinem Volke. Deshalb rufen oll« verantwortungsvollen führenden Kam- munalpolitiker und kommunalen Finanzleute dem deutschen volle noch in letzter Stunde zu: Jede Stimme am 26. April dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Wilhelm Marx. Die Kriegsopfer gegen tzinüenburg. Aufruf des Reichsbundcs der Kriegsbeschädigte«. Der ReichsbundderKriegsbeschädiglen, Kriege- teilnehmer und Kriegerhinterbliebenen erläßt zur Präsidentenwahl folgenden Aufruf: Nachdem im ersten Wahlgang keiner der Präsidentschaftskandi- doten die absolute Stimmenmehrheit erreichte, ringen jetzt die Air- Hänger der Republik und der alten Monarchie um den Sieg. Das deutsche Volk hat zu entscheiden, ob es wieder zum alle» Obrigkellsstoat zurück oder die mll der Reichsverfasiuag gelchossen« Staatsform des Dolksstaates als Grundlage für seine schwer« Empor. arbell betrachten will. Die Aufstellung des alten Generalseld- Marschalls von Hindenburg gebietet uns als größte Organi. scllion der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, aus unserer Reserve herauszutreten, die wir sonst noch hätten wahren können. Die Frage, Volks- oder Obrigkcitsftaat. ist von so außer» ordentlicher Bedeutung, daß nur das bloße Lippenbekenntnis eines Kandidaten, die Verfassung zu achten, nicht genügt. Hat doch Hindern bürg selbst erklärt, daß es ihm nicht auf die Staatsform, sondern aus den Geist, in dem er da» Amt eines Reichspräsidenten zu führen gedenke, ankomme. Wir brauchen eine« überzeugten Re- publikaner als erste« Diener des Staates, nicht einen Platzhalter des alten Obrigteitsslaates. Eell der Gründung unseres Bunde» vertreten wir den pro- grammatischen Grundsatz, daß die aus die wirtschaftliche Sicher- stellung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen in der Versorgung und Fürsorge gerichteten Ziele nur in einem geord- neten Staat eines freien Volles erreicht werden können. Frei zu werden nach innen und außen, war unser Glaube während des Krieges. Eine Politik der Festigung des Friedens zu be< treiben, ist, was das deutsche Volk notwendig hat und von seinem Präsidenten verlangen muß. Wir wissen, daß Deutschland einen neuen Krieg nicht führen will. Deshalb ist es notwendig, sich offen zu den hohen Idealen des Völterfriedens zu bekennen. Uns ist der letzte Krieg nicht wie«ine Badekur bekommen, wie es bei Hindenburg nach seinen eigenen Erklärungen der Fall sein soll. Ueber zwei Millionen Tote. 1% Millionen Sriegsbeschä- digte, rund Z'A Millionen Hinterbliebene find die Folgen des Krieges. Auf Grund der von den KriegsteUnehmern und ihren Hinter« blieben«» gemachten Erfahrungen sind wir Gegner des Krieges und halten es sür unsere Pflicht, gegen die Entflammung neuer Kriege Stellung zu nehmen und die Maßnahmen zu unterstützen, die geeignet sind, jeden Krieg zu verhindern. Dazu dient auch die Präsidentenwahl. Obwohl wir manche berechtigte Klage über mangelnde Versorgung der Kriegsopfer gegen die deutsche Republik zu erheben haben, suhlen wir uns dennoch mll unserem Land und Bell, für die wir mll dem Leben einstanden, aufs engste verbunden. Unsere Ziele auf auereichende, sozial gerechte Versorgung müssen wrr schnell erreichen. Deshalb rufen wir oll« Kriegsteilnehmer und Krieger- Hinterbliebenen auf. durch rechte staatsbürgerliche Ueberlegung die verfassungsrechtlichen Grundlagen festigen und ausbauen zu helfen. die uns nicht nur die freie Gellendmachung unserer Forderungen ermöglichen, sondern im rechten demokratischen Staat auch die tätige Anteilnahme bei der Schaffung und Ausführung der Gesetze verbürgt. Das ist im Obrigkellsstoat nicht der Fall! Deshalb kann nur die Republik die Losung sein, wählt den Kandidaten des Volksblock, WUkjelm Marx. Yinüenburg-Slüte«. „Riesengroß wächst aus diesem Sumpf parteipoliti- scher Verkommenheit fLoebell-Ausschuß? Red. d, V.) der Name Hindenburg."(„Kreuz-Zeitung") Nr. 189.) ♦ „Hindenburg sei kein Politiker? Wir auch nicht!" („Deutsche Zellung" Nr. 188.) Der Dramatiker öes Wortes. Em« Aufführung des Schauspiels.DieNachtdervarm» herzigteit" von Max Hochdorf ist bemerkenswerter, als es kür den oberslüchlichen Betrachter den Anschein hat. Wer zwischen den Zeilen der Gegenwartszeitgeschichte zu lesen versteht, empfängt au» dem Drama selbst, aus der Person des Autors und aus den äußerlichen Begleitumständen und Zusällen der Aufführung an enderen Bühnen Anregungen, die nachdenklich stimmen. Die gestrige Berliner Erstaufführung im R« s t d« n z t h e a t« r war tein jubelnder Premierenerfolg. Ein Teil der Zuschauer oerhielt sich passiv, nicht ablehnend, sondern abwartend. Sie schienen nicht recht zu wissen, was fle mll dem Schauspiel machen sollten. Alle aber horchten aus, allen wurde es zur Gewißheit, daß«in ehrlicher Mensch ein ehrliches Bekenntnis ablegt, daß ein« Persönlichkeit das Wort nimmt, ilnd dieses Drama, da« in einer Zeit de» Theater- tiefstandes wohltuend von dem üblichen seelenlosen und berechneten Bühnentitsch absticht, hat in Lübeck den Anlaß zu Entrüstungs- stürmen abgegeben, weil«« unsittlich sei. Weder beim Lesen noch bei der Ausführung habe ich irgendwo eine Stell« gefunden, die auch nur einen Hauch von Lüsternheit verriete, cktas Volt der vichter und Denker ist ein Volt der Mucker und Spießer geworden. Zu seinem Dramenzyftus„Gottes Fahnenträger, Di« Nacht der Barmherzigkeit, Die Herzogin von Longois" hat Hochdorf«in Vorwort geichneben. Ein wundervolle« Vorwort. Er rechnet in dieser„Bilanz" mll dem heutigen Dramatiker und mit dem heutigen Theaterbetricb ab. Voller Temperament, aufpellschend, beseelt. Der Dramatiker, meint er. hat auf der Jagd nach Tantieme seine Persönlichkeit verloren. Die ganze Welt wird daher von Kitsch beherrscht.„Es scheint, daß der Zustand des modernen Theaters ziemlich hoffnungslos ist. Da die Dichter die Heilung allein nicht fertig brachten, zeterten sie nach dem Regisseur. Dann wurde das Drama begraben und die Dramaturgie entdeckt, das heißt die ver> brämend« und verblüffende Kunstfertigkeit, mit Unterstützung von tausend Maschinen ein« glänzend ausgestattete Bühne aufzubauen. Da» Drama wurde die Angelegenheit des Dekorateurs, oustott die Angelegenheit des Seelenkenners und Seelendeuters zu sein." So soll es nicht bleiben, sondern„Der Dramatiker muß wieder das Sprechen erlernen, jene prunkvoll aus dem Gefühl und dem De- danken entstammende Redekunst, die Kulissen und jeden Aus- stattungshumbiig entbehren und trotzdem die Massen dionysisch an- packen kann. Vom Wort allein, das dem Gefühl des Dramatikers Erlösung bereitet und wiederum das Gefühl de» Hörers entzündet. darf die Erlösung«ine» Theaters kommen, das die Regisseur, umgebracht haben." ver Zyklus stellt da» Muster für seine dramatische Forderung dar.„Die Nacht der Barmherzigkeit", nicht das wirksamste der drei, spielt in der Spätzeit der französischen Revolution. Der Oberste Ankläger der Republik, Tinville, der an 2000 Menschen auf» Schaffott gebracht hat, schenkt den gefangenen Frauen eine Nacht. In der können st« Kinder für die junge Republik empfangen und haben dann neun Monate Frist, dem Tod« abgerungen, vielleicht mehr. Tinville selbst liebt eine Gefangene, die Gräiin Lubomirska, voll verhaltener Leidenschasl. Angeekelt von der Berechnung, von d5m Geschäft, da» die Führer aus der Revolution gemacht haben. will er mll ihr entfliehen in«in« neue Welt. Dort soll da» neue Geschlecht erstehen, dos sein Ideal von der Republik im Herzen trägt. Aber sie hat sich unfruchtbar machen lassen. Im Lugenblick. wo er trotzdem mit ihr in diese neue Well gehen will, verhaftet man ihn. Aber sein Ideal wird weiterleben. Ein herrlicher dramatischer Stoff. Hochdorf hat ihn nicht aus- geschöpft. Er fvrdett vom Dramatiker das Wort, das brserll« und beseligend« Wort, da» ihm aus der Erfahrung des Herzens, aus innerer Erleuchtung erklingt. Dies Wort muß aber in einem Renolutionsdrama ein Wort der Besessenheit sein.«In Dort, dos forttreibt und anpackt. Zu einem fruchtbaren Moment der Schöpfung muß e» werden. Man darf nicht die Empfindung haben, daß ein großer Inhalt des Stoffs und Gedanken nur seine erste Formulierung gefunden hat, wo man Endgültiges, Ausgereiftes ermattet. Kurz, der heurige Dramatiker darf auch, wenn man die Forderung Hoch. dorfs anerkennen will, nicht so well auf Handlung verzichten, wenn das Wort nicht in feuttger Glut strahlt. Di« Regie des Georg Altman unterstrich das Schleppen der Handlung. Die Gräfin der Hermine S t« r l e r war nur elegisch und nur vom Ekel gegen die Proletarier besessen, ver Schwung des Gedankens,«inen Höhenflug ihres Geistes, der im Drama vor- handen ist, war bei ihr nicht zu entdecken. D i e t e r l e als Tinville traf am besten den Ton, der Hochdorf vorgeschwebt haben mag. Er verzichtete auf großes Spiel der Gesten, sondern spielte mit der Stimme, die in verschiedenen Registern erklang. Dennoch aber wirkte auch er kalt und teilweise zu pathetisch. __ Ernst D e g n e r. Krieg nnd Kirche. Verräucherte Schulaula in einem allen Gymna- sium. Geschmacklose Bilder an den Wänden und oergilbte Kränze mit schwarzweißroten Schleifen. Marmottafeln mit Eisernen Kreuzen und den Namen derer, die auf Hindenburg» Feld der Ehr« fürs Vaterland ihr Leben lassen dursten. Was dos für ein Vaterland ist, das so etwas verlangt, und was das für eine Kirche ist, die so etwas zuläßt und sogar segnet, das kennzeichnet in dem Milieu Adolf Hoffmann in seinem Vottrog„Krieg und Kirche", den er auf Veranlassung des„Deutschen Monistenbundes" Söll. Die Staotskirch« ist stets«in gefügiges Instrument in den landen der herrschenden Klasse, und deshalb kann der wahre Christ nichts in ihr zu suchen haben. Mll den Allen ist nicht mehr viel zu machen, also sangt an bei der Jugend: erzieht sie kirchenfrei und dennoch— im beste» Wortsinn— religiös! ergo. Der milde Winter. Noch Mitteilungen, die der bekannte Meteorologe Gustav Hellmann in der preußischen Akademie der Wissenschaften machte, war der Winter 1V24/2Z der zweitmildcste, den Berlin in den letzten 160 Jahren, b. h. soweit zurück sich die Wllterungsgeschichte genau verfolgen läßt, gehabt hat. Milder war nur der Winter 1795/96. fast ebenso mild der von 1868/69, der jedoch durch ein« Kältepenode vom 17. bis 26. Januar unterbrochen war. Beiden mildesten Wintern gemeinsam war die ungewöhnlich hohe Temperatur des Februar, die da« langjährig« Mlltel um 4,3 Giad übertraf. Eine besondere Anomalie zeigte der Winter 1924/25 noch durch seinen trockenen Charakter: die trocken-milden Winter sind nämlich well seltener als die feucht-milden. Da» Rodiam übcrtnunpsi? Wie New Parker Zeitungen melden. ist«» dem amerikanischen Chemiker Dr. Biol gelungen,«in« neue hochaktiv« Substanz zu entdecken, die da» Radium an Mtivllät bedeutend übertrifft. Sie soll die ck80 OOOfache Aitiollät des Radiums besitzen. Der Preis ist«in ungeheurer: die llnze tostet 5 Millionen Dollar. Trotzdem»st der neu« Stoff, der zunächst den Namen .Radon" erhallen hat, infolge des größeren Wirtungsgrades nicht unerheblich billiger im Gebrauch. 3ch will's mal versuchen.„Spielen Sie Klavier, Herr Müller?" — fragte die Dame des Hauses«inen jungen Mann, der träumerisch in der Ecke stand. „Bisher nicht", erwidett« der Jüngling,„aber ich wM's gleich mal versuchen!" „Dersteh-"' Sie wa» von Polittk, Herr o. Hindenburg?" fragten die Gesandten des Rechtsblocks in Hannover. .Hab' mich bisher nicht darum gekümmert, aber werd' es gleich mal versuchen, lautet« die Antwott des Achtundsiebzigjährigen... Senkrecht« Flugzeuglandnng. Auf dem Flugplatz van Eroydon bei London hat soeben der holländische Flugzeugtonstrukteur Folter sein neuestes Modell vorgeführt, daß mll einer neuartigen Gl�ch. gewichtsvarrichtung ausgestattet ist, die außerordentlich große Bor- teile bietet. Während bisher nämlich die Landung eines Flugzeug? nur im Gleitflug erfolgen konnte, ermöglicht der neue Typ Fokkers ein Niedergehen zur Erde, bei dem das Flugzeug, statt in schräger Lag« mit der Spitze nach vorn abzusinken, senkrecht in der Art«ine» Fahrstuhls herobtommt. Hierdurch wird di« Landung unabhängig von dem Vorhandensein einer mehr oder minder großen Fläche ohne jedes Hindernis, sie kann vielmehr auf engstem Raum, und wenn es sein muß, selbst inmllten einer dichibebauten städtischen Umgebung erfolgen. Bei den Bersuchen in Eroydon behiell das Flugzeug nach Abstellung der Motoren seine horizontale Lage in der Lust und verhartte so einig« Zeit in der zuletzt erreichten Hähe, um dann, immer in der gleichen Loge, sanft und gleichmäßig senkrecht zu Boden zu sinken. vi« Singakadeoii« fü6rt unter Leitung ibres Direktors Prof. Dr.(tzeorg Schumann bei ihrem 3. Abonnemenistonzett am 27. in der Philharmonie Beelbovens„blies»»olsmnte" aus. Lolaussührung a« 26., millaas Ii'/, Uhr. 0 Kokoschka in den Musee» von Serita und vresdea. Geheimrat FuM bat kürzlich zu der.Taleirunde' von Oskar Kokoschka, dl« er 1318 kau"» ein fiüheirt Serf des K0nMer» erwarben, da» Bilbni« des Sitntr Architekten«doli Laos, da« aus der letzten groben Dresdner Kokoichka.?!»«. ftelluna zu sehen«ar. Run hat auch die Dresdner«emchdeqaleri« ein Aokoschka-Büd aus der srilberen Zeit des Künstlers angekauft, bekannte Dappelbildnis. da» au» der Sammlung«Barven» in Hannover stammt und da« zu der Stiftung jener Sammlung gehSrt,. die sell'amer«eise kürzlich vom Dallras-Rlchartz.Museum in Köln abgelehnt worden ist. _ We ltWfdetberoegung wird in der soeben erschienenen Schrift van Dr. Fritz Giovanoli..Die Matseierbewegung,;htt wirtschastlicken unv soziologisch« Uttprüng, und Wirkungen', kverlag G. Braun. Karlsruhe!».1 .usammeniaNend dargestellt. Aussuhrl.ch werden Borgeschichie und llrfvvu'tg »„-if1 ftonartfc der s-ttalislisch«u Internationale b-- 4rt«"«»-u». Auswirkung« „Nationale" Spektakelrevue. Die gestrige Mouarchisteukuudgebung im Sportpalast. Jung«, Zunge, das hülst du nicht aus... Schon am Cingang beim Ansturm notionalentbrannter Menschenmassen gab es Prüge- leien. �Verfluchter Lausejunge...Sie erbärmliches Rindvieh.. Deutsche Männerdispute. Im Innern martialische Hindenburgbüsten. schwarzweißrot tapezierte Wände und. tn alter Valtenbiegerfrische, Akten�Tirpitz, leutselig seinen gepflegten Varl von einer Stätte zur anderen tragend. Unter schauerlicher Wcchmust? rückten sie mit Fahnenschwenken an: Werwölse. wie es der fletschende Name erfordert, von sehr blutrünstigem Au-sehen, Wikinger, Frontbannern. Iungdeutsche und Stahlhelmer. An Toten- köpfen. Hakenkreuzen und sonstigen Patrioteninsignien war kein Mangel. Unheimlich viel wurde gesungen, und alles für Hindenburg. Wild durcheinander Nationalpotpourri, Frühlings- lieber, Wacht am Rhein,.Haltet aus im Sturmge- brau«* und andere Erbauungssächelchen. Auch bekundet« man den festen Willen, Frankrcick siegreich und unentwegt zu Boden zu schlagen. Herr Z a r r e«, der Durchiallskandidat, las, von ohren- betäubendem Getrampel und Heilsaebrüll empfangen, notdürftig und mit einigem Streben eine magere Rede ab, die in der Loebell-Küche zusammengebraut war. In der.Äoiserlege" saß die Exzellenz Fritz und amüsierte sich anscheinend königlich über das Theater. Nach der Sprechübung des Oberbürgermeisters erschien auf der Leinwand— der Helm Hindenburgs. Rasendes Beisallsgebrüll, tram- pelnd« Jungfrauen. Kettengesänge Laverrenz. der Schnorrer Meister, sprach von der»Synagagenausgab« Germania*. Wutendes Geschrei. Ruf«: .llnbeschntktene Verräter, weiße Juden.* Beim Fallen des Namens Hellpach ruft eine reinrassige Dame: .Dieser erbärmliche Dreckjude.* Sehr putzig auch der völkische ftube, der dutzendweise Judenn schlachtete. Annagretchen Lehmann mit dem Feldwcbelakzent, Herr W a l l r o f, der Zylinderhutlöw« und C u r t i u s, der eine Manifestation gähnender Langeweile war. Das Publikum amüsierte sich unterdessen auf seine Weise durch anhaltendes Johlen und Schreien. Es war eine gut- durchwärmt« Spießerkirmes. Unmassen schwarzweißroter Kinder vonö bis 15 Iahren gaben dem Ganzen das Relief. Furchtbar wurden die Juden mitgenommen. Ob man von der prozentualen Staffelung der Einkommensteuer auf Kuba, der not- leidenden Schwerindustrie, von Hindsnburg, dem.einsam ragenden Giganten und verehrten Dölksvater* oder über die brennende Schmach der Dawes-Versklavung(Herr Drewitz.— Hörst du die Dolchstoßtön«, armer guter Stresemann?!) sprach, prompt tobte e» wildgestikulierend durch den Raum: die verfluchten Juden, die oer» fluchten Juden... Zwischendurch hielten Hysteriker außer» programmäßige Ansprachen ins Publikum. Der eine schrie von der Galerie: Wir wollen unsere geliebten hohenzollern wieder haben. Tobender Applaus. Ein anderer forderte ultimativ Elsaß- Lothringen und sämtliche Kolonien. Auf der Leinwand gab es unflätige Marx-Karikaturen. Der Mob brüllte. Als Kube von Marx, den.Mann der französischen Regimenter* sprach, tobte es wie besessen„Lump, an den Galgen*.— lim MM Uhr sang man das vierstrophige Deutschlandlied. Dann folgte der verrostet« Sieger. kränz:„Heil Kaiser, dir.* Hindenburg. du Reichspräsident in Vor. bereitung. wie wird dir? der wllügeworüeue Aahupraktikus. Im Hause Belle-Allionee-Stroße 106 II wohnt ein rasseecht geprüfter Herr Mar Rosenthal(sein Name leitet sich oirett von Hermann dem Eheruskcr ab), der das einträgliche Geschäft eines Zahnbearbeitsrs betreibt. Dieser Mann, stramm deutschnational bis auf die Knochen, erregt fdicn seit einiger Zeit durch sein lächerliches Gebahrcn den Unoillen aller Leute, die mit dem fanatischen Haken- kreuz-Rosenthal zu tun hoben. Auf seinem Balkon betreibt der an- scheinend geistig ein wenig aufgeregte Herr eine so unglaublich geschmacklose Replame für den greijenhosten Monarchisten Hindenburg, das selbst Gesinnungsgenossen ob dieser Psychopathie den Kopf schütteln. Dieser republikwütige Rosenchal hatte in der ver- slossenen Nacht ein politisches Rekonter mit dem Arbeiter Walter M e h l« tz, in dessen Verlauf der Monarchist plötzlich einen Revolver zog und auf seinen Widersacher einschoß. Glücklicherweise hat der Schuß nur eine unerhebliche Streiswunda ueru' sacht. Der Polizeibericht stellt die Sache recht harmlos dar, führt die unmotivierte Aussage des Revolverpolitikers an, er sei von mehreren jungen Leuten geschlagen worden, um dann aufatmend festzustellen, daß er im Besitze«nes Waffenscheins fei.(!) Mit solcher Deischleierungspolitil»st uns� nicht gedient. Der empörende Lorsall bedarf einer sehr gründlichen Unter- suchung. Es geht nickit an, daß krankhafte Elemente ihre Mit- menschen als Freiwild auf der Straße anknallen, wenn ihnen deren Ueberzeugung nicht bshagt. Völkischer Slamauk am Lelle-Alliance-plah. Auch gestern abend kam es wiederum zu schweren Aus- f ch r e i t u n g e n des nationalistischen M o b s, der sich allem Anschein nach mit System im Straßenterror betätigt. Ein Trupp von 70 bis 100 Frontbannleuten, oer unter dem Gröhlen völkischer Hetzlieder sichtlich aufgeräumt aus dem reaktionären Spektakelstück im Sportpalast kam, belästigte am Belle-Alliance- Platz das Publkum aufs gröblichst«. Bor dem.Vorwärts*» Gebäude übten sich die Lümmel in Hurraschreien auf den Greis, aus den sie einen Popanz von Reichspräsident machen wollen. Als das Treiben der völkischen Radauhelden immer toller wurde, forden« ein aus zwei Lastautos beleitgestelltes Ueberfalltommando der Schutzpolizei die flegelhaften Kratehler auf. aus- einander zu gehen. Der Aufforderung, die Straße freizuinachen, wurde nicht Folge geleistet, vielinehr verstärkte sich der Lärm immer mehr. Die Pollzeibeamten machten darauf von ihren Gummiknüppeln Gebrauch. Innerhalb drei Minuten war der gröhlcnde Frontbann auseinandergetrie» den. In wilder Flucht lief das nationale Heldengefchwoder nach allen Seiten auseinander. Bon der Polizei wurden mehrere Sistierungen vorgenommen. Die Alouarchistenfahne auf dem Dienstgebäudc. Ein ähnlicher Fall, wie die Flaggengeschichte des Rektors in der Schule Jiilandstraß«, wird uns auch au« dem Westen Berlins mitgeteilt. Auf dem fiskalischen Gelände der Staatlichen Porzellanmanusaktur in der Berliner Straß- in Charlottenburg flattert auf der Dienstwohnung des Herrn Betriebs- meisters D i e st e l feit Donneretag lustig die Flagge des alten Kaiserreichs. Es wäre diesem republikanischen Beamten einmal der Standpunkt zwischen Verfassungstreue und Parteipolitik etwas ein- gehender klar zu machen. Deutfch�defterreich gegen Hiaüeuburg. Grohdeutsche Kundgebung in Kassel. Kassel. 24 April.(Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag fand in Kassel«ine grohdeutfchs republikanische Kund- g e b u n g statt Als Redner war der Genosse Julius Deutsch aus Wien erschienen. Er wurde von einer Abteilung des Reichsbanners am Bahnhof empfangen und nahm um 7 Uhr abends ebnen Vorbeimarsch der gesamten Bannergruppen des Stadtkreise« Kassel entgegen, lieber 3000 Reichsbannermttglieder marschierten im Zuge. In dem großen Saal der Stadthall«, in dem weit über 4000 Menschen versammelt waren, sprach dann Genosse Deutsch über die Reichspräsidentenwahl. Er betont«, daß die Dcutfchösterreicher, die mit vollem Herzen sich zu ihrem Bruder» voll zurücksehnen, großes Interesse daran haben, daß in Deutsch- land ein Demokrat und Republikaner als Präsident gs- wählt wird. Di« Wahl Hindenburgs würde die Aussichten auf eine Bereinigung mit D e u t s ch ö st« r r« i ch für un- übersehbare Zeit vernichten, denn sie werde das Mißtrauen im Auslande starken und die fremden Völker aufreizen, ihre Stimmen gegen«ine Vereinigung von Deutschland mit Deutschösterreich in die Wagschol« zu werfen. In eindrucksvollen Worten bat Genoiss Deiltsch. alles daran zu setzen, um der Republik und der Demokratie zum Siege zu verhelfcn. In einigen Kasseler Blättern war Genosse Deutsch in der vom Reichsblock üblichen Weise.begrüßt* worden, indem man ihn als Landesverräter bezeichnete. Genosse Deutsch rechnete mit diesen Verleumdern unter stürmischem Beifall der Dersammlung gründlich ab und erklärte, daß er zu End« des Krieges seine Pflicht gegen dos dcutschösterreichlsche Volk höher eingeschätzt habe als ds-r Cid. den er dem Kaiser geleistet habe, der Deutschland an Frankreich verraten wollte. Di« Ausführungen Deutschs wurden wiederholt mst stürmischem Beifall aufgenommen und klangen aus in einem Hoch auf die deutsch« Republik. Mit dem Gesang der dritten Strophe des Deutschlandliedes und des Liedes.Brüder zur Sonne, zur Freiheit* fand die Kundgebung in der Stadthalle ihr Ende. Nach Schluß der Berfamm- lvng formierten sich die Teilnehmer zu einem gewaltigen Zug durch die Stadt. Ueberall herrschte große Begeisterung. öulgarisch-jugoslawischer Konflikt. Jugoslawische Protestnote au Bulgarie«. Belgrad. 24 April.(TU.) Dl« jugoslawische Regierung hat eine prokestaole an dle bulgarische Regierung gerichtet, worin die Angriffe gegen Jugoslawien in der Sobranje und die seiad- sellge Haltung der gesamten bulgarische» Presse hervorgehoben werden. Die Jtolt wurde gestern abend von dem sugoslawischen Gesandten in Sofia dem bulgarischen Außenminister überreicht. In der Note wird erklärt, daß, wenn die Antwort nicht befriedigend ausfallen würde, dle Belgrader Regierung sich genötigt sehen würde,«aer- gliche Maßnahmen gegenüber der bulgarischen Regierung zu ergrelsea. Gleichzeitig erschien gestern abend der bulgarische Gesandle beim Außenminister N i u l s ch i t s ch. um sich über die Haltung der jugoslawischen Regierung bezüglich der Ereignisse in Bulgarien zu informieren. Dle Unterredung dauerte über eine Slunde. lleber ihr Ergebnis wird Stillschweigen bewahrt. VermittelungSaktio« der Euteute in Sofia. Belgrad, 24 April.(TU.) Die Ententen! ächte find bestrebt, in Belgrad und Sofia beschwichtigend zu wirke«, um eine weitere Verschärfung der bulgarisch-südslawischeu Lage auszuschließen. Der Belgrader Regierung wurde« gewisse Borschläge unterbreitet, während in Sofia die Bestrebungen der Mächte dahin gehe», da» Kabinett Zankoss vou ber Rolwendigkeit seine« Rücktritt» zu überzeuge». Auch dem SSnig Bari» wurden diesbezügliche Ratschläge erteilt, heute werden dle Eateutevcrtreter In Sofia und Belgrad neuerdings Schritt« unternehmen, um dcu in Aussich« gestellten Abbruch der diplomatischen Beziehungen hinzu- halten. Der englische Gesandte tu Sofia wird der bulgarischen Re- aicrung eiueu Vermittlougsplan unterbreiten. Die Bevoll- mächkigken von Rumänien und der Tschechoslowakei haben sich der Aktion der Ententeuertreter augeschlossen. Ursachen und Kolgen des Bombenattentates. wieu. 24- April.(Eigener Drahtbericht-) Der Berichterstatter der Wiener«Neuen Freien Presse* hatte in Belgrad ein« Bs- iprcchung mit den Mitgliedern der Englischen Arbeiterpartei, die. auf der Heimreise von Bulgarien, in Bek- grod eingetroffen waren. Unter ihnen befindet sich auch der Abg. Oberst Wedgewood, der seinerzeit Mitglied der Regierung Mo Donald war. Noch sorgfältiger Ueberlegung gaben diese drei englischen Arbeüerparteller ihrer persönlichen Ueberzeu- g u n g dahin Ausdruck, daß das Attentat in der Kathedrale in Sofia unmittelbar hervorgerufen wurde durch die Metho, den der Regierung, durch deren gewaltsame» Bor- gehen gegen die Opposition, die von ihr als außerhalb des Gesetzes stehend betrachtet wird. Ferner hätten dazu beigetragen die vielen Mord« und Zeitungsverbot«. In den letz- ten zwei Iahren fei kaum«ine Woche vergangen, ohne daß«in führender Kommunist oder Bauernbündler getötet worden wäre. Di« unabhängige Meinung Bulgariens gehe dahin, daß diese Ber- brechen von der Militärliga oerschuldet sind, die tat- sächlich die Regierung in Bulgarien in Händen habe. Wir haben. so erklärten die drei Engländer, allen unseren Einfluß geltend gemacht, um die bulgarische Regierung zu bewegen, die Militaristen von einem Blutbad unter den Männern und Frauen des Landes zurückzuhalten, die bei den jüngsten Lerhastungen in die Hände der Behörden gefallen sind. Wer nur im geringsten kam- munistiicher Gesinnung verdächtig ist oder dem linken Flügel der Sozialistischen Partei angehört, werd- eingesperrt. E» lasse sich zwar die Zahl der Verhafteten nicht genau feststellen, man spreche aber davon, daß bis jetzt mehr als.6 000 Personen in Haft genommen sind. Die drei Mitglieder der Englischen Arbeiter- portei sind nach Prüfung vieler Berichte zur Ueberzeugung gelangt, daß zahlreiche dieser Personen ohne Gerichtsversahren getötet wurden, einfach auf einen verdacht hin. Die össentliche Meinung außerhalb Bulgariens müsse darauf bestehen, daß im Namen der Gerechtigkeit alle Verhafteten einem Gerichtsver- sc-hren unterworsen und unschuldige Personen nicht oui einen Ber- dacht hin getötet werden. Denn es sei unmöglich, daß 6000 Personen oder noch mehr in das Attentat verwickelt sein können. Der Rcgierangskomwissar für Bayreuth hat unserem Genossen und bayerisch>n Sandemann Polizeioberst Schützinger, der für«w« große mzndiilanisch« Kundgebung am Sonnabend abend in Bayreuth als Redner in Auesicht genommen war. das Auf« treten»erboten. A,; Begründung des Verbots gab der als Hakenkreuzler bekannte Regiiiungstommissar an. daß möglicherweis« die überwiegende Mehrheit der B-ublkeruug an dem Austreten Schützingers Aergerms nehmen könnte! das Hroßfeuer in üer ftCG. 30000 Zähler vernichtet. Da» tu der vergangenen Nacht in der AEG. tu der Ackerstraße ausgekommene Großteuer stellt sich als eine der größten Brand- katastropheu dar. von denen dle Berliner Industrie tu den letzte» Jahren heimgesucht morde« lst. Es sind nicht weniger als 30 000 Zähler vernichtet worden, die eiueu Mtlstoneuwerl darstelle«». Der Verlust wiegt um so schwerer, als diese Zähler für das Ausland bestimmt waren. Eine sofortige Untersuchung hätte seflzostelleu. ob vou der Zabrikleltung olle» geschehen war. um für derartige in großen Betrlebeu doch immer drohende Fälle gerüstet zu setu. Zweifellos hatte die Feuerwehr mit ungewöhullch großen Schwierig- ketten zu kämpfe». Glücklicherweise sind Mcuschealcbc« nicht zn Schaden gekommen. Die Entstehung des Feuers wird aus die Eat- zünduag von helzöleu in der Schmelzeret zurückgeführt. Das gefährliche Fsner ist vor 9 llhr in dem sogenannten „Z S h l« r b a u* an der Hussitenstraße im Erdgeschoß aus mibe- kannter Ursache ausgekommen. Zuerst brannte der Glühraum, die sog. Glühe, in dem viergeschossigen, vor etwa 30 Jahren errichteten gabriktomplex. der von der Acker-, Husstten- und Feld- sowie Herms- dorfer Straß« umschlossen wird und nur einen Zugang von der Ackerstraß« aus besitzt. Die Fabrikieuerwehr versuchte vergeblich dle Flammen im Keime zu ersticken. Um 9.15 Uhr wurde die städtische Feuerwehr alarmiert. Baurat Reinke erschien unverzüglich mit dem 21. Löschzuge. Angesichts der Größe der Gefahr und der Aus- dehnung des Brandes ließ er gleich.Mittelfeuer* an sämtliche Wachen melden, worauf wettere Löschzüge zur Brandstelle ausrückten. Ober- branddirektor G e n e p p eilte nach der AEG. und ließ sofort„Großfeuer* an die gesamte Feuerwehr melden. In kurzer Zeit waren mehrere K-mvagnien zur Stelle. Der Angriff war ungemein schwierig Alle drei Höse waren mit unzähligen Kisten und Kasten. Regalen, zahllosen großen Säureglasballons. Lastwagen und vielen anderen in der Dunkelheit nicht erkennbaren Gegenständen v e r st v v f t. Der Qualm war undurchdringlich und erheblich größer als bei dem Brand« der Schokoladenfabrik Sarotti. Man konnte keine Hand vor Augen sehen und kaum atmen. Nur ein« Mo- torspritz« konnte aus den ersten Hof fahren. Wes war förmlich verbarrikadiert. Die Fahrzeuge mußten auf der für jeden Verkehr gesperrten Ackerstraße auffahren und lange Schlauch- leitungen legen. Mit fünf B- und 13 C-Rohren von 11 Motorspritzen wurde angeyrissen. Da die einzige Treppe um Brandherd. die auch roch durch' eine Tür den Flammen einen Weg gebahnt hatte, nur mtt Lebensgefahr zu passieren war. blieb der Feuerwehr weiler nichts übrig, als von den Höfen aus direkt durch die Fenster über die Kistenbarrikaden hinwegzugehen, wobei 7 Strickleitergänge benutzt wurden Ein« Feuerwehrleiter wurde dabei aus die andere gesteckt. Der Brandherd lag im Erdgeschoß. Von hier aus hatten sich die durch Oel und Packmatermlien aller Art genährten Flam- men einer Galerie und einem Zwischengeschoß im Zählerbau mtt- geteitt und bedrohten nun alle angrenzenden und darüber liegenden Maschinenräume. Du Hitze war so enorm, daß die angeblich feuer- sicheren Decken und Zwischenwände«inzustürzen drohten. Nach etwa dreistündiger angestrengtester Tätigkeit hatte die Feuerwehr das eist. fesselte Element in der Gewalt. Gegen 1 Uhr nachts erhielten �die erschöpften Mannlchasten einen Labetrunk und wurden dann später abgelöst. Heute sind noch einig« Lölchzüge an der Brandstelle mtt der vollständigen Ablöschung unb Aufräumung beschästigt. Personen sind außer einem Feuerwehrmann Bösen von der Fabrikleitung einige Arbeiter leicht verletzt. Der Schaden ist erheblich. Eine Mengeversandtfertiger. fürdasAusland bestimm- ter elektrischer Zähler sind vernichtet. Die Fabrik- räume müssen gründlich erneueit werden, well sonst Einsturzgefahr für die mit schweren Maschinen belasteten Betondecken besteht. „Volk und Zeit-, unsere illustrierte Wochenschrist. liegt der heutigen Postauflage bei. ilageheure Nachflage auch repubUteuischen Zahnea" Die ungeheure Nachfrage der Sroß-Berliner Bevölkerung nach schwarzrvtgoldenem Fahnentuch hat. wie wir erfahren, gestern zu einer Stockung der Berkaufsbetriebe geführt. Trotz- dem m allen Stadtteilen Verkaufsstellen eingerichtet sind, waren dies« nicht in der Lage, auch nur im entferntesten den Bedarf decken zu können. Wie wir erfahren, ist heute wieder ein neuer großer Posten schwarzrotgoldener Fahnen «ingetroffen. Jeder Republikaner hat die Möglichkeit, sich noch Heute'in den Besitz einer Fahne zu setzen. Schwarzrotgolden« Fahnen sind zu haben: Warenvertrieb des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Berlin S. 14, Sebastianstr. 37/38. geöffnet bis 7 Uhr abends, Telephon: Moritzpiotz 10547; Ortsgruppe Westen der Deutschdemokratischen Partei, Berlin W. 63, Schill- straße 31; Aronhettn, O. 112, Kronprinzenstr. 1; Bezirksverband 9 der Deutschdemokratifchen Parte!, Grunewald, Schaperstr. 33, Bc- zlrksverband Berlin der Sozialdemokratischen Partei, Berkin SW. 68, Lindenftr. 3; Keßler, Treptow. Grätzstr. 50(„Vorwärts*-Expedition)'. Breuer, Köpenick, Freihett 7; Baut Rothmonn, Schöneberg, Belziger Straße 27; Dekleidungshau» Hamburg. Steglitz, Schloßstr. 103 und in Berlin NW. 52. Ealvinstr. 20 1 links; Leppin. Wilmersdorf. Uhlondstr. 131—132: im Zentralbureou des Volksblocks, Steglitz. Kaiserhallen am Markt(geöffnet von 6— 7 Uhr); in Lichterfelde bei Alex Hirsch, Dahlemer Str. 77 und Hindenourgdamm 59:„Vor- wärts*-Spedttion Charlottenburg, Sefenheimer Str. 1 und in allen Verkaufsstellen der Konsumgenossenschaft. Zm Ulap..dem bekannten BeignügungSpark der Berliner� am Vehrte,: Bahnbof. enthaltet sich ein- rege TStigleil. Große Umbauten find im Gange. So wird z. B. die Berg- und Talbabn eine Sehenswürdigkeit, wie ste in Deutschland noch nicht gezeigt wurde. Ferner entllebt ein orient-lisch-S Viertel. daS ein interessantes Gegenstück zu dem bekannten von Professor Balluscheck entworfenen.Alt-Berlln* abgeben wird. Die Eröffnung wird in den ersten Tagen des Rai ertolgen. Kriegsgeueral oöer Frieüenspräflüeut! Im großen Saal des Ledigenheims in der Siedlung Linden'hof sprach gestern in einer sehr gut besuchten Versamm- lung Genosse Eduard Bernstein. Genosse Bernstein schilderte die großen Gegensätze der beiden Präsidentsckaftskandidaten Marx u n d H i n d e n b u r a. Die Aufstellung Hindenburgs ist die große Lüge der Reaktion. Die schlecht« Psychologie Hindenburgs druckt sich auch in den Worten aus, wo er seinerzeit in den Kriegstagen sagte, daß die unbarmherzigst« Kriegsführung noch die barmherzigste sei, denn sie beendige den Krieg schneller. Das Gegenteil aber trat an. Dieser Mann, der einen großen Teil am Unglück des deutschen Volkes mllträgt, soll nun Präsident der deutschen Republik werden. Niemals darf dieser Fall«intreten. Jeder Republikaner wird dem Afsront der Reaktion entgegentreten und am 2 6. April W i l h c l w Marx, dem große» Politiker, dem Präsidenten des Volksblocks, seine Stimm« geben. Tümmel von der Zentrumspartei und Franke von der Demokratischen Partei sprachen gleichfalls im Sinne Bernsteins und forderten gleichfalls auf, nur Wilhelm Marx zu wählen. Die vom Volksblock einberufene Wählerversammlung im*G c- sellschassshaus in Moabit gestattete sich zur würdigen Kundgebung für die Republik. Das Thema lautete:„Kriegsgeneral oder Friedenspräsident?* Nachdem das Reichsbanner unter den Klängen der Musik in den Saal einmarschiert war. ergriff Reichs- tageabgeordnet« Frau Dr. L ü d e r s von den Demokraten das Wort. Sie schilderte eingehend die Entwicklung der Ding« in den Novembertagen 1918 und fordert« schließlich aus, am 26. April Wilhelm Marx zu wählen. Der nachfolgend« Redner, Genosse Lanoa, hob scharf. die Unterschiede jwischen Monarchie und Republik hervor. Di« Monarchie mit allen ihren Mächten der Der- gangenbeit sei das Ziel des Reichsblocks. Demgegenüber haben sich die republikanischen Parteien zusammengefunden, um die Freihett Deutschlands und des deutscheu Volkes aufrechtzuerhalten. All« Stimmen mtlffen am NaffVag ans den AmMdaien de» Soff»- block» oereinigt werden. Als letzter Redner sprach Gewertschasts. beamter Minier vom Zentrum. Noch einigen anfeuernden Schluß» warten des Vorsitzenden bildete sich das Reichsbonner zu einem eindrucksvollen Fackelzug durch Moabit, dem sich die Versammlungs- teilnehmer begeistert anschlössen. Die Wahlversammlung der 55. Abteilung Charlottenburg in den lhohenzollern-Festsälen, Berliner Straße, war glänzend be- sucht. Der Männergesangverein„ch a r m 0 n i e� sang zur Eröffnung eine Frühlingshymne. Danach sprach Genosse Rechtsanwalt Klee über den gegenwärtigen Wahlkampf. Die kritische Betroch- tung des gegnerischen Kandidaten ergab, daß ein fast achtzigjähriger General für den höchsten Posten in keiner Weise geeignet erscheine. Aus dieser Erkenntnis heraus müsse die deutsche Wählerschaft am 26. April Wilhelm Marx wählen, der der Deutschen Republik im Ausland moralischen und inetallischen Kredit verschafft habe, dessen republikanischer Ruf untadelig sei und dessen Wahlsieg uns Ruh« und Frieden versprechen. Stürmischer Beifall dankte dem Redner für seine Ausführungen. Mit einem brausenden choch auf die Deutsche Republik fand die Kundgebung ihren Abschluß. Im Britzer Gesellschaftshaus sprach vor übersüllter Versammlung Gen. Br e u e r. Vorher hatte das Reichsbanner einen glänzenden Umzug unter Mitführung zahlreicher Fahnen und Werbeplakate und unter Vorantritt einer Musikkapelle unter- nommen, der von der Bevölkerung stürmisch begrüßt wurde und sicher für den Kandidaten des Volksblocks als eine gute Propaganda gewirkt hat. Genosse Breuer erinnerte anfangs semer Rede an den Katzenjammer, den Stresemann nach der Aufstellung.fjindenburgs befallen hat. chindenburg fürchten wir nicht, ober die Gauner und Intriganten, die ihm das Nötige eintrichtern würden. Diese Kandidatur ist ein nationales Verbrechen. Genosse Breuer zeigte, wie die Deutschnationalen mit der Aufwer- tung ihre eigenen Wähler betrogen haben und wie ihre Helfershelfer, die Kommunisten, mit denselben Mitteln arbeiten. Unter dem stürmischen Beifall der Versammlung rief er nochmals alle Männer und Frauen, olle Republikaner auf, am Sonntag der Kandidatur Marx zum Siege zu oerhelfen. Ein fugendlicher Kommunist Prinzhorn, der Sohn des bekannten Stadtverordneten, glaubte für Thälmann Propaganda machen zu können, ohne zu merken, wie er geradezu mit zwingenden Gründen fmt Marx eintrat. Gelächter quittierte feine hilflose Rede. Mit einem begeisterten Hoch auf die Republik wurde die Versammlung geschlosien. Die zweite verteibmg von Sallhaos-Kreisela trnd Aordesmifchen» an «rotzberliuer Schule» und horte beginnt heute, Freitag, den 21. in den Verkaufsräumen der.Wcrkfreunde" gemeinnützige G.m.b.H., Potsdamer Strotze 104, Eingang Kurfürsten str. Die Aushändigung erfolgt unentgelt. gegen einen Ausweis des Schulleiter« oder deS Seiter» der Sammlungen der Schule. Morgen, Sonoabenö, 2S./lpril, 7V- Uhr abenös: Staaken: Gasthaus Wolf. Gatow: Gasthof zur Linde. Viesdorf'Süd: Dietz, Köpenicker Straße. Arohtuw— Hermsdorf— Waidmannsluft: Bellevue in Hermsdorf. Redner: Ad. Hoffmann, Gertrud Hanna, Marie Kunert, Erna Kresse. Tagesordnung in allen Kundgebungen: fitifOSPftBl MlMkMMeill?- Warum tritt die Sozialdemokratie für Wilhelm Marx ein? Partemachrichten für Groß-Serlin «nfe-dnnge» fSr dies« RoSrit find Verl«»«». 68, Sinbenftrastc 3, Nets os Oos Veztrteletret-rial. 2. Kos, 2 Trev. recht», 3» richten 7. Krei» ShaxIaUtafaug. UmhängeschiSer und Au�SbUarten abholen im Zugendheim Rostnenstrotz« von 7 Uhr abends ab. 2«. Kreis Reinickendors. Sämtlich« Abteilungen beteiligen sich an der om Sonnabend, den ZS. Avril, abends 7*4 Uhr, int Rest. Bellevue, Kerms» dort, am Bahnhof fRordausaangi, ftaftfindenden öffentlichen Wahlkund» aebuna. Referentin Genossin Gertrud Hanna. M. d. L. heute, Zreitag, den Z4. April: 24. Abt. 8. Grooo«: S Uhr autierordrntlicher zahlabend im Lokal Echlltz. g el terstr. 2. 22. Abt. Uhr Aonsereng der Sruvo-nleiter mit sämtlichen Besirkzfitbrern bei Kromohardt, Grüner We, 4S. 42. Abt. Die Genossen(nicht die Grupoenleiter) der Gruvv« Walter treffen sich ostnktlich 7ih Uhr bei Minniq, Lausiher Strotze, Mi einer wichügen Bosvrechun«. 20. Abt. Zenwelhst. Titz Uhr eirotz« öffentliche Bersammlun». Referent Ge- noss« Stein. NN. Abt. Trevta». gur öffentlichen Bersammluttei heute abend müssen bi« Genossen um 7 Uhr im Lokal anwesend sein.— Sonnabend 4 Uhr von cen bekannten Stellen ans letzte und wichtigste Flugblaitverbreitung. ZnngsozlaNflr». Omppt Schiveberg: Der Gr?mpenah-,td fällt au«,©cfllr Beteiligung an der Wähleeoersawmlung in der Uhland'Schufe, Kolonnen. stratzc.— Morgen, Sonnabend, Kundgebung iin Soo.ivalost. Molzen. Sonnabend, den 25. April: 19. Abt. 6 Uhr Funktronärsi�ung. Wahlzentrale der Abteilung bei Atoll Schrepel, Grünthalcr Str. 13. 25. Abt. 7 Uhr bei(Sott, Kniprobe slr. 6, lassen sich die Genossen zur Wahl- arbeit eintragen. 38. Abt. Die Genossinnen veranftalten abends in Schmidts Gesellschaftshaus, ssruchtstr. 36-», einen„Bunten Abend". Eintritt 70 Pf. inkl. oleucr. ATic Genossen und Genossinnen sowie Freund« willkommen. 84. Abt. Laukwi�. 6� Uhr Zusammentritt zum Umzug bei Lehmann, Äasscr« Wilhelm- Str. 29-31. 88. Abt. Marieadorf. 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Niendorf. Alle Funktionäre, besonders die Dahl- und AgiUrtionstommission müssen erscheine». 117. Abt. Lichtenberg. Gruppenve''>'ammlungen IV? Uhr bei Gundlach, Rant-, Ecke Lessingftrasie, und bei Klose, Rupprecht-, Ecke Eitelsrrasie. Sterbetafel öer Groß-Serliner Partei-Grganisation SS. Abt. Tcmpelhos. In drn lrtztrn Tagen»erschied Genosstn z i e g n e r. Einäscherung Sonnabend mittag 12 Uhr im Krematorium Daumichulenweg.— In dieser Woche erlag Genosse Die demann einem Echlagansall. Ein- äscherung Montag, den 27. Avril. nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Ecrichtstrotze._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichsbanner».Schwarz-Rok-Gold". Geschäfts st eiie: Berlin S- 14. Sebastianstr. 37/38. Los 2 Te. Aamerndschaft Köpenick nebst UaLcrgrnppen:'Sonrvrbend. 25. Apr-t, 7V6 Uhr, Treffen am Bahnhof Köpenick zur Fahrt nach Erkner. Abfahrt Köpenick 7.34 Uhr, Friedrichshagen 7.42 Uhr.— AamerabschQft Rerum- Hagen. Aoppegarten, Birkenhain: Sonnobend. 25. April, abends 7� Uhr. Treffen der Gesamtkameradschaft am Bahnhof Hoppagarten zur revublikant' schen Kundgebung in Laucnhagen.— Kameradschaft Eharlottenbn? g: Sonn- abend, 25. April, nachmittags 5 Uhr. Abmarsch der Kameradschaften Ehar- fettenkurg und Wilmersdorf mit Musik pünktlich vom Bereinslokal Wilhelms- Hof, Berliner, Ecke Svreeftrasse. Nachzügler ab 6 Uhr am Bahnhof Zoo. A6)tung, Reichsbanner-Kameraden! In letzte« Ieit ist es wiederholt vorgekommen, dotz Leute in Reichobunver- Unifarm gemeinsam mit den Kommunisten demonstrieet haben. Es hgnde't stch offenbar um gekauft« Elemente, auf die wir dringend»u achten bitten, Alle Reichsbonner-Kameraden haben stch in den nächsten Tagen ousschlictzlich an den oon den Kameradschafis-Borständen bzw. dem Gauvoritend ange» ordneten Veranstaltungen zu beteiligem Alle Leu!« in Reichsbannev-Uniforni, die mit gegnerischen Verbänden»ulammen demonstr'eren. find leine Mi!» glieder des Reichsbanners und dementsprechend zu behandelm Der Sannorstand. Fritz Koch. L-rantw-rtli» für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: ssriedr. Etzkorn: Feuilleton: Dr. John Schilow-ii: Lokale, und Sonstiges:«ritz Karst ädt; Anzeigen Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag E, m. b. S.. Berlin. Druck: Borwarts-Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 6S, Lindeustratze 2. Kierzu 1 Beilage. MndEnflS-'Ulsfer1 4//Ster gran gumattaiir Chedot, mtederm mmtuOHn Perm, M. 34°° Ulster tmmmr OrHea-Oerlci mmtrtMg, mM MdmmgmH. H 40°° Schlüpfer'*"* mo�ef'atl9e Oteviata, mä Übt* 44/°° 5eHn.Ce/rmori, ßcMe Sportferm......... 24 Visier TSäSS?. mJ. rffT"". 6$°° Gummi-rnntel �. frrfr?!'. rfTT. 16� ßOOetl'Vlälllel trmm med grdne SMMadtm,..rem n,"ISfä tyinOjacketi******»»*!**..v,.»».*"lO™ Kleler Rnzüqe.> 9a. marine Cbeoiot fTf'rrs 20°° (Reinwoll. marine Cbeviot � 26°° l" Oteinwott. Oiieler öerge 30°°\\ Oiieler 9yiacks Ä*. 12°° Vieler 9yjacks 29°° Oiieler OUatrosonmüisen u«.■***....*»*•.*** 3" 3üwbjsn.'c\JiS!fex öäjiapfer%s£i-2 � � rr.rrrr�r. fr-» 24°° Srhhlrtf/Jft v/s Abbildung, aus grauem Chcviod, Waffelmuster ff%00 OCf/lUpjVr mii blauem Ueberkaro. Grifie tZ.....•../! ÖdjjlüfffßF eas grauem oder braunem Homespune. Gr. 1Z, M. ödblüpfer 30°° Schlüpfer u. Soortpyiacks SÄTÄ J�ÄS 42°° f>e*lljr»,C.HoI)Li»Jfrl*4ir I ifclirr» ArUt 4 v» S w Ä0£ M| ÄS ÄS WMMe°. in N«,»en Kom. Sesttiitzlk Rkliktzl'»>i Nilltlsriiköiie«. »«iliSIIii.Seizztk.k? »m stintzdubndoi. Kdessinier- pumpen. Löbrev. ktlt«? EnatsUJI«. 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Seit dem Beginn der sogenannten Stabilisierung der Währung ringt die Arbeiter- und Angestelltenschaft, vornehmlich die der B e r- liner Metallindustrie, und innerhalb derselben die in den Betrieben des BBMJ. beschäftigten, um einen menschenwürdigen Lohn. In einer Unzahl von Einzcltämpfcn und vielen, vielen VerHand- lungen, teilweise unter Inanspruchnahme der behördlichen Organe, wurde versucht, die Lohn- und Gehaltshöhe an das Lebensnotwendige heranzubringen. Der ablehnende Standpunkt der Unternehmer wurde stets mit dem katastrophalen Geldmangel be- gründet. Gegenwärtig stehen Teile der Belegschaft der BBMJ.- Betriebe wieder in einem erbitterten Lohnkampf. Auch die Gehaltsregelung der A n g e st e l l t e n ist jetzt an dem harten „N e i n" der Machthaber im VBMI. gescheitert. Ein eigenartiges Zusammentreffen zeigt der Arbeiter- und An- gestelltenschait Berlins, was es mit der Behauptung der.Kopital- lnappheit" für eine Bewandtnis hat. Am Montag nachmittag hat erneut auf Veranlassung des Metallarbciterverbandes eine Aus- spräche mit den führenden Leuten des Verbandes Berliner Metall- industrieller über die Beilegung des Kupferschmiede st reiks stattgefunden. In dieser Verhandlung wurde von dem Vorsitzenden des VMBJ.,. zirke besteht, zur Beilegung bereit ist und der Arbeitgeber einer Tarispartei angehört oder mit der Anrufung der Einigungsstelle einverstanden ist." Auf Grund dieser Bestimmung wurde die Schlickstungstätigkeit '-"M—" An- ■ M.'ger Beamten an Ort und Stelle bearbeitet werhen mußten. I n a wurve der Deutschen Arbeiterzentrale im Jahre 1924 in 326 Fällen in An- spruch genommen, von denen 196 durch Entsendung sprachkundiger 217 Fällen konnte eine Schlichtung unmittelbar erreicht werden, nur in 18 Fällen kam es zur Entlassung von Ar- b e i t e r n, in drei Fällen wurden die Arbeiter nach anderen Arbeits- stellen übergeführt. In 4 9 Fällen erwiesen sich die von der einen oder anderen Seite vorgebrachten Beschwerden als unbegründet. Zwei Streitfälle mußten dem Schlichtungsausschuß, sechs an die Gerichte oder zuständigen Behörden verwiesen werden, sechs erledigten sich von selbst, weil die Beschwerdeführer vor dem Schlichtungsversuch die Arbeitsstelle verlassen hatten. Der Rest war Ende 1924 noch in Bearbeitung. Die Deutsche Arbeiterzentrale kann nur schlichtend eingreisen, soweit ihr Beschwerdesälle bekannt werden. Das wird in vielen Fällen nicht zutreffen, weil die ausländischen landwirtschaftlichen Arbeiter vielfach nicht organisiert und darum über ihre Rechte und Pflichten auch ost nicht unterrichtet sind. Die Mitgliedschaft im Deutschen Landorbeitcroer- band ist darum dringend notwendig. In Streitfällen kann dann der Deutsche Landarbeitervcrband im Benehmen mit der Deutschen Arbeiterzentrale dafür sorgen, daß den ausländischen landwirtschaft- lichen Arbeitern kein Unrecht geschieht. Setriebsrätewahlen im mittelScutsiben Kohlenrevier. Sieg der freien Gewerkschaften über KPV. und Gelbe. Halle, 24. April.(Eigener DroKtbcricht.) Auf den Schacht- anlogen des mitteldeutschen Brounkohlcngevietes fanden die Be- triebsrätewahlcn statt. Bisher haben erhalten: der Berg- arbciterverband 121 Mandate, andere freie Gewcrk- schoflen 24, die Hirsch-Dunckerschen 1, die S o n d e r l i st e der Ä P D. 3, die Union 2, die gelben Gewcrkvereinler 5 und die Un- organisierten 5. Dieser glänzende Erfolg der freien Gewerkschaften ist um so höher zu bewerten, als er trotz rücksichtsloser Beeinflussungs- versuche zahlreicher Werksleitungen, namentlich bei den Stinncs- Riebeck-Montanwerken, erfochten wurde. Verschärfung des Kampfes in Schlesien. Breslau, 24. April.(Eigener Druhtbcricht.) Der Verband des schlesischen Mctallgewerbes droht jetzt auch für feine kleineren und mittleren Betriebe mit der allgemeinen Aussperrung am kommenden Mittwach, falls nicht bis Montag jede Lohnbewegung ohne Bewilligung abgebrochen wird. Es ist so gut wie oiisgeschlossen. daß die Arbeiter sich zu dieser Kapitulation bereit finden, so daß mit einer weiteren Ausdehnung des Kampfes im schlesischen Metall- wie auch im Holzgewerbe zu rechnen ist. Van sozialdemokratischer Seite wird betont, daß die niederschlesische Industrie die Energie, dt« die jetzt gegen die mäßigen Forderungen der Arbeiter aus annähern- den Ausgleich den schkesischen mit den übrigen deutschen Löhnen aus- bietet, leider in den Verhandlungen über die kommenden H a n- delsoerträge nermisien ließ. Jetzt begründen die Unternehmer die Unersüllbarkeit der mäßigen Arbeiiersoroerungcn mit der ungün- stigen Handelspolitik und verkehrspolitischen Lage Schlesiens, wäb- rend sie vor agrarischen und schwerindustriellen Sonderwünschen ohne ernsten Kamps kapitulierten. ver Lohnstreit des Baugewerbes Bodens stand am Donnerstag im Reichsorbeitsministerium zur Verhandlung. Die Unternehmer hatten den vom Landesschlichter gefällten Schiedsspruch, der eine 15 proz. Lohnerhöhung ab 15. April und eine weitere von 3 Ps. i-ro Stund« ob 16. Juni norsah, abgelehnt. Trotz siebenstündiger Verhandlung vor dem Reichsarbeitsministerium und. obwohl die Gewerkschajten in einer längeren Besriftung des Schiedsspruches den Unternehmern entgegenkamen, gelang es nicht, zu einer Eini- gukig zu kommen. Der Schlichter des Reichsarbeitsministeriums snmulierte einen Einigungsvnrschlog auf der Grundlage des Schiedsspruches des Landesschlichter?, zu besten Annahme sich die Parteien bis zum 28. April erklärt haben müssen. Es ist möglich. daß ein Streik oermieden wird. ßjteffer: 486)9 Donauschloß_st*_ SO 4 Verweser____,_ 40» Denkmünze_ c_ 30» Paladin_,_ 30. Feenprinz_,_ 25# Juhlstcrn_,_ 25» Gestüt Qraditz.#_ 20» Juhltrumpf_»__ 15» Sdidlüich. in hesseccrv Zi�au�noesjchd�en.! B klöfl ÜBEN FABRIKEN JUHL Men ana�pabe vorbehalten Steingut oaufrnsejchlrr.Marguer.-r�ndmalerel Tassen....................... 45«. Milchtöpfe.................. 40, 50« Zuckerdosen.................... 60« Teekannen............. 95« Kaffeekannen...... 95« l35 lei Ämsttts Speiseteller.......... 20, 26, SO Müllschaufeln............ 50, 05 Kasserollen......... 65, 75, 85p Wuschelkonsole m.t.... 95 Spülkannen n.«-................. l2� iftiuminlum Kaffeelöffel....:.............. 6,8Pl. Esslöffel ßi,u.................... 10pf Stullenbüchsen«v»!............ I25 Milchkannen............. i l«« l43 Wasserkonsole s-»»?,«... I35 Wasssiiliner...... r r5 W/nnnen......... z23 2!0 Z°° GazKCluflnkß«.u....... 873 1 530 Tafelservice f, 1978 TafelserviceSV��": 48° TafelserviceltÄ�: 75°° Tassen mit ülttltUMB 10 PI. Speisetefler s Steingut.............................. UPf. Porzellan Walas, mit Meinen Fehlem Kompotteller............... 12« Abendbrotteller........... 20« Speiseteller iuoi»........... 88? Speiseteller ü*............. 45«. Terrinen........................ 2°° Butterdosen 95? Küchengamiturenf�.U30 KüchenqamitureniD*i'!,'g21so TskeeaM mit natertaura, 9 IC I äSSCll Banddetor..... J J« Kompotteller s ift gepresst.................... W| IW« Garten- und Balkonmöbel Weidensissel 450 ä23 Peddisrohrhocker....................... 550 Weidenwuhtses-el...................... 7° Pedd srohrsessel........................ 9 76 I mit gutem ÄlO in. gutem Jatebezug iS2S LsCäCSliinSC Jutebezn: ä und Armiehr.f.... 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Pfd. 85 Pf Zervelatwurst..>/« Pfd 40 Pf Sek. Schinken.. vt ptd. 45 pr Pökelfleisch...v, pfd. 40 Pf Da� große Warenhaus des Nordens Akt-Ges- Fleisch-Konserven Leberpastete____ Do« 25 pi Weiße Bohnen- 15pt Erbsen 50pt Bohnen mit Rindfl, Dose 78 Pf- Weißkohl H,m"� 78 Pf- Hammelfleisch f-pid-Dos 1.75 Cornedbeef— Dom 58 pl iiiiiiiing Grosser Apfelsinen-Verkauf I Dtzd. 48. 58 o. 65 n.| illlliilBl