Sr. 194 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 100 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatli 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit mit Gied Tung und Aleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und. Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin". Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareille seile 70 Pfennig. Reflamezeile 4. Reichsmart. Kleine Anzeigen das fettgebrudte Wort 20 Biennis ( auläffia awei fettgedruckte Borte), jebes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengefuche das erste Wort 10 Pfennig, jedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. 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Ueber die Grenzen Deutschlands find sie hinausgetragen worden in die ganze Welt. Noch zwei Tage trennen das deutsche Bolt pon ber großen Entscheidung. Diese Reden durften nicht nur Formsache sein. Sie mußten ein Bekenntnis zu den legten Dingen, um die es geht, darstellen, eine politische Plattform, die jedem der Millionen Hörer es ermöglichte, das Wesen der großen Auseinandersehung zwischen dem Boltsblock und jenen Kreisen des Reichsblocks im Wahlkampf die Klarheit und Eindeutig| feit, die dies Wort anfündigt, vermissen lassen. Die Rede Hindenburgs war das Gegenteil von politischer Offenheit und Ehrlichkeit. Sie diente der Verschleierung. Sie follte die deutschen Wähler und mit ihnen die Welt hinwegtäuschen über die wahren Ziele der Kreise, die hinter Hindenburg stehen. Das Deutsche Reich ist eine Republit, gegründet auf der Grundlage einer Demokratischen Verfassung Wo war in dieser Rede Hindenburgs ein Bekennmis zur Des zu erfaffen, die fich in dem fogenannten Reichs blod zu Vertrauen zu Hindenburg? fammengeschlossen haben. Wir sind sicher, daß nicht nur die deutschen Wähler, sondern fast alle, die in der Welt diese Reden gehört haben, diese Erwartungen an sie geknüpft haben. Vielleicht hat man in der Welt mit noch mehr Spannung auf die Rede Hindenburgs gehört als auf die Rede des Kandidaten des Bolfsblocks. Das Programm des Bolksblocks ist bekannt. Der Kan didat des Volksblocks, Dr. Marg, hat in seinen Reden und Botschaften herausgearbeitet, wofür die geschlossene Front der Republifaner fämpft: Die Berfassung von Weimar, SchwarzRot- Gold, der Wiederaufbau Deutschlands im Zeichen der demokratischen Republik. Das schwarzrotgoldene Banner der Deutschen Republik, das Symbol des Volksblocks weht über einer politisch fest umrissenen Plattform, die die Welt fennt. Das schwarzweißrote Banner des Reichsblocks aber bedt Erinnerungen und Gefühle, es weht über Parteien, die auseinanderstrebende politische Tendenzen vertreten, über der Bolfspartei mie über den Scharen derer um Ludendorff und Hitler. Der Reichsblod jedoch hat es bisher vermieden, ein offenes politisches Betenntnis über die politische Bedeutung und die Plattform der Kandidatur Hindenburg abzulegen. Er hat diese Ablehnung auf die Formel gebracht: Die Kandidatur Hindenburg spricht für sich selbst. Hindenburg hat gestern abend für sich selbst gesprochen. Er hat weder vor den deutschen Wählern, noch vor der Welt ein politisches Bekenntnis abgelegt. Wer diefe Rede gehört hat, der weiß: Das war nicht die Rundgebung eines Mannes, der sich bewußt ist, daß er zum ganzen Volke und zur Welt spricht. Das war nicht die Kundgebung eines republikanischen Staatsbürgers, den die große Bedeutung des geschichtlichen Augenblides der Entscheidung des Bolkes, das Wesen und die Würde der Reichspräsidentschaft im Innern ergriffen hat. Das war die eilige Berlesung eines Armeebefehls, der über Allgemeinheiten nicht hinausgeht und nicht hinausgehen mill. Wer den Stoßseufzer der Erleichterung des alten Mannes in Hannover dieses bezeichnende So" am Schluffe der Hindenburgschen Rundfunkrede hörte, der hat gefühlt, daß dieser alte Mann nicht an ein großes politisches Wirken mehr denkt, sondern mit Resignation die Notwendigkeiten des Kampfes um die Präsidentschaft über sich ergehen läßt, soweit sie an ihn herankommen. Diese Resignation, die er Demi Mahlkampfe gegenüber zeigt, würde bestimmend sein für feine Haltung als Präsident der Deutschen Republik. Die anderen, die ihn hervorgezerrt haben, die einen Namen brauchten, der ihrem legten verzweifelten Ansturm gegen die Republik nach der Niederlage des 29. März neuen Elan geben follte, bie Streise, die bei ihren Treibereien in der Kandidaten frage an alles andere, nur nicht an die Stellung und die Würde des fünftigen Präsidenten der Republik gedacht haben, sie würden diese Resignation benutzen, um unter der Präsident schaft des alten Mannes von Hannover ihren eigenen politischen Weg zu gehen. Sie haben Hindenburg den deutschen Wählern und der Welt eine Rede vortragen lassen, die unpolitisch begann, wie en Toast bei einem Festbankett, oder wie der Dank eines Jubilars an seine Gratulanten. Sie haben das Wenige, was in diefer Rede auf die deutsche Politik Bezug hatte, in so unbestimmte, so mollustenhafte Formen gebracht, daß jede polis tische Saltung, fei es auch die Haltung der Extremſten unter ihnen, derer um Hitler und Ludendorff, in der Rukunft mit diesen verschwimmenden Formulierungen gedeckt werden fönnte. Ein Mann, ein Wort! Wir haben von den Deutschnationalen neben anderen bei ihnen gleichbeliebten Rebensarten häufig genug gehört, daß in diesen vier Wochen echte deutsche Mannesart befchloffen sei. Ein Mann, ein Wort! Die Rede Hindenburgs hat ebensosehr wie alle anderen Rundgebungen Staatssekretär Solf berichtete in der Kabinettssigung am 17. Oktober 1919, daß ihn heute morgen zu ungewöhnlich früher Stunde der Abgeordnete Rießer aufgejucht und ihm gesagt habe, das Vertrauen der Nationalliberalen Bartei auf General Ludendorff sei so erschüttert, daß fie ermarte, die Regierung werde sich bei ihrem Entschluß nicht nur auf Hindenburg und Ludendorff. ftüken, sondern auch andere Feldherren hören. Steßer Dr. Rteger ist heute noch neben Stresemann Führer der Deutschen Bplispartei. Auch der Führer der Konservativen Partei, der Abg. v. 5) en de brand und von der Laja, rief bei der plöglichen Mitteilung der Obersten Heereslettung, daß Deutschland binnen 48 Stunden Frieden schließen müsse, im Reichstag aus: Wir sind belogen und betrogen worden von dieser Obersten Heeresleitung!" Der Chef der Operationsabteilung im Großen Hauptquartier, Oberst Bauer, deutet in seinen Erinnerungen an, daß hindenburg in der letzten Zeit des Krieges auch auf militärischem Gebiete den geistigen Anstrengungen der Heeresleitung infolge seines hohen Alters nicht mehr gewachsen war, und schreibt dann wörtlich: „ Wir haben ihm zuletzt gar nicht mehr gesagt, wo die Armee. torps standen." Inzwischen ist er um fast fieben Jahre älter geworden. Am 7. April 1925 erklärte er feierlich: " Ich erkläre hiermit, daß ich wegen meines hohen Alters den verantwortungsvollen Poften des Reichspräsidenten zu übernehmen nicht in der Lage bin." Am 9. April 1925 nahm er die Kandidatur dennoch an. Er weiß selber nicht, was er will. Darum wählt Wilhelm Marx! motratie? Wo war der Hinweis auf die Berfassung des Deutschen Reiches, wo war das Betenntnis zur Verfassung! Nicht nur innenpolitisch, auch außenpolitisch hat diese Rede feinen festen Anhaltspunkt, teine feste politische Richtlinie gegeben. Auch ohne daß der Kandidat des Reichsblocks in die politischen Einzelfragen hineingestiegen wäre, die er, wie er in Hannover anfündigt, seinem Reichskanzler und seinen Ministern überlassen will, hätte er dennoch zu den großen Richtlinien der deutschen Bolitit, im Innern und nach außen Stellung nehmen fönnen. Nicht nur tönnen, sondern müssen! Das deutsche Bolt hat ein Recht, von dem Manne, der darum kämpft, sieben Jahre lang an die Spize der Deutschen Republik gestellt zu werden, zu erfahren, welche Stellung er gegenüber ben großen Lebensfragen der deutschen Politik einnimmt. Die Kreise, die hinter der Kandidatur Hindenburgs stehen, haben bisher das deutsche Volt darüber so völlig im unklaren gelassen, wie sie es in den vier langen Jahren des Weltkrieges über die mili tärische Lage, die fein Geschid und seine Zukunft entschied, im unflaren gelassen haben. Hindenburg felbft, der nun zum zweitenmal in diesem Wahlkampf Gelegenheit hotte, zum deutschen Volke zu sprechen, hat diese Untlarheit nicht zerstört. Seine Rede von gestern abend war so unbestimmt, so bemußt vieldeutig, so sehr auf Täuschung berechnet wie eine Rundgebung der Obersten Heeresleitung während des Krieges. Das deutsche Bolt, das freie deutsche Volt, das sich nach dem Zusammenbruch des Weltkrieges seinen Staat auf der Grundlage des freien Selbstbestimmungsrechtes aufgebaut hat, hat ein Recht, die politische Meinung des Mannes zu erfahren, der sich um seine Stimme bei der Präs fidentschaftswahl bemirbt. Die Stimmabgabe am 26. April legt dem Volfe eine große politische Berantwortung auf. Ein freies Bolt, das sich selbst achtet, und sich dieser Berantwortung bewußt ist, wird dem Kandidaten seine Stimme nicht geben, der vor ihm nicht ein offenes politisches Bekenntnis ablegt, und der damit seiner Mißachtung vor der Demokratie, vor dem freien Selbstbestimmungsrecht des Volkes Ausdruc Marx' Funkrede. Derleiht! Die Rede, die Dr. Wilhelm Marg am Freitag abend in den Nürnberger Rundfunksender hielt, wurde auch in Berlin vorzüglich gehört. Sie hatte folgenden Wortlaut: Als wir vor sechs Jahren in Weimar die schwarzrot. goldene Flagge hißten, war damit weder eine Mißachtung noch ein Mißverstehen der alten Farben Schwarz- Weiß- Rot beabfichiigt. Unter den neuen Farben großdeutscher Einheit, Das die schon im Jahre 1813 beim Befreiungskampf gegen Napoleon eine Rolle spielten, sollte vielmehr eine 3ujammenfajjung aller nationalen Kräfte unternommen werden. ganze deutsche Bolt mußte in der Stunde der höchsten Gefahr zum Wiederaufbau zusammenwirken, und darin besteht die nationale Ceiftung der Demofrafie. Die Demokratie ermöglicht es, daß der Staat und die Zukunft der Nation von den breifen Massen des Bolles verstanden und getragen werden. Darin liegt die sicherste Gewähr für die wirtschaftliche und nationale Erholung unseres schwer geprüften Vaterlandes. Zur nationalen und wirtschaftlichen Erholung des deutschen Boltes gehört aber eine friedliche Entwicklung Europas. Sie wissen alle, wie ungeheuer schwer der Weg Deutschlands in den letzten Jahren gewesen ist. Sie wissen aber auch, daß wir fühlBare Erleichterungen und Fortschritte erzielt haben. Die Wohltat einer stabilen Währung, einer neuen Anknüpfung internationaler Wirtschaftsbeziehungen, furz alles ,, was immerhin nach dem furchtbaren Ruhrkampf langsam erreicht worden ist, war nur durch eine friedliche Entlastung der europäischen Politik möglich. Das neue Deutschland, das Deutschland der nationalen Demokratie, hat diese Fortschritte erzielt und ein gewisses Vertrauen bei vernünftigen Kreisen des Auslandes gewonnen, ein Vertrauen, das wir nicht leichtherzig aufs Spiel fezzen dürfen. Immer geht der nationale mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Hand in Hand. Denken Sie alle an die ersten Monate nach dem Zusammenbruch. Damals war die Einheit Deutschlands ebenso be droht wie der Fortbestand seiner großartigen wirtschaftlichen Anlagen. Damals drohte eine tommunistische Revolution, drohte der Zerfall des Reiches. Die Nationalversammlung von Weimar hat beide Gefahren, die nationale und die wirtschaftliche, besiegt durch die Berfassung, der Sie alle vielmehr verdanken, als die Gegner der Berfassung es jugeben wollen. Sie alle tennen die tiefen Gegen fäße, die zwischen den deutschen Staatsbürgern sich aufgetan haben. Nur eine Ueberwindung dieser Gegenfäge, ein vernünftiger Ausgleich der Interessen ist imstande, die nationale Kraft Deutschlands zu erneuern. Ich frage Sie, ob nicht die demokratische Staatsform am geeignetsten ist, den Ausgleich der Gegenfäße herbei. zuführen. Nur eine politische Form, die alle Kräfte, die der wirtschaftlichen Führer, die des hart geprüften Mittelstandes, die der arbeitenden Massen zu vereinigen weiß, ist wahrhaft national. Die demokratische Staatsform gibt die Möglichkeit, daß alle Gruppen immer wieder durch vernünftige Auseinandersetzung sich ausgleichen. Nur diese Staatsformt verhindert es, daß die eine Klasse durch die andere Klasse unterdrückt- werde. Damit aber entbindet die demotratische Staatsform erft die nationalen Kräfte der Zukunft. Auch die heutigen Gegner der Weimarer Verfassung haben im Jahre 1918 und 1919 erfannt, daß nur die Einberufung der Nationalversamm lung die nationale Rettung bringen tann. Und vergessen Sie nicht, daß einst die Lügowschen Jäger gegen Napoleon für Deutschlands nationale Befreiung auszogen unter den Farben, die heute die Flagge Deutschlands find. Wir brauchen zu unserer wirtschaftlichen Erholung den Beistand mächtiger auswärtiger Staaten, wir brauchen einen europäischen Frieden, damit uns die Luft zum Atmen bleibt. Alle die Länder, auf deren heutige und fünftige Einstellung gegenüber Deutschland wir am meisten angewiefen find, haben schon seit langer Zeit demokratische Staatsformen. Das gesamte politische und wirtschaftliche Denken dieser Länder ist geradezu gewohnheitsmäßig demokratisch. Wir dürfen in diefer Weit, von der wir uns politisch und wirtschaftfich in feiner Weise abschließen fönnen, nicht wie ein Fremd. förper dastehen. Wenn aber die nationale Zukunft Deutschlands und gleichzeitig sein Rang und seine, wirtschaftliche Stellung in der Welt durch die Demokratie am besten gefördert wird, dann ist mohl für jeden Deutschen ohne Hirterfchied der Partei die Entscheidung leicht. Sie selbst verdanken es ja der demokratischen Staatssorm, dah Sie als Wähler einwirken können auf die Gestaltung der deut- scheu Schicksale. Sie haben damit keine geringe Macht, aber auch keine geringe Verantwortung. Bis in Ihr eigenes Privatleben hin- cm. in die Zukunft Ihrer Kinder wird die Entscheidung«ingreisen. die Sie als Wähler Men. Lassen Sie sich also nicht durch Schlag- worte zu einer unüberlegten Entscheidung hinreißen. Lassen Sie sich nicht durch blpße Stimmungen hinwegtäuschen über die sehr ma< terielle Verantwortung, chie Ihnen das Wahlrecht zuschiebt. Der über Deutschlands Zukunft mit heißem herzen, aber gleichzeitig mit kühlem Kopf sich eine Meinung bilden will, wer über diese Zukunft ernsthast zu Ihnen sprechen will, der kann keine berauschenden Worte sagen. Er kann nur wiederholen, daß wir die Gegensätze ausgleichen müssen. Das gilt vor allem auch auf k o n f e f s i o n e l.l e m Gebiet. Die Politisierung der konfessionellen Gegensätze war einer der schwersten Fehler der Vorkriegszeit. Das neue Deutschland hat sich bemüht, diese Frage» au s z u s ch a l t e n. Der Geist des Zwiespalts ist nicht der natürliche Geist des deutschen Volkes. Das hat sich in den Auausttagen.des Jahres 1914 gezeigt, in den Jahren des großen Krieges, als deutsche Söhne ohne Unterschied der Weltanschauung für das Vaterland ihr Leben opferten. Die übergroße Mehrheit unsere« Volkes will in besonnener Arbeit neue Wege gehen, zu neuen Zielen für Deutschland und für Europa. Ich grüße-Ine glücklich« Zukunft Deutschlands. Begeisterter Empfang in Nürnberg. Dürnberg. 24. April.(Eigener Drahtbericht.) Der Präsident- schoftskandidat des Volksblocks wurde hier am Freitag von der Nürnberger Bevölkerung mit großem Jubel empfangen. Trotzdem die Polizei Kundgebungen verboten hatte, fanden sich auf dem Bahnsteig mehrere hundert Reichsbannerleute ein. Vor dem Bahnhof erwartete ihn eine tausendtöpfige Menge aus allen Schichten der Bevölkerung, die den Präsident- schastskandidaten herzlich willkommen hieß. Als Marx dann zum Empfongslokal den Bahnj>ofsplatz überschritt, wurde er von allen Seiten mit Hochrufen begrüßt. Im Versammlungelokal hielt der Abgeordnete Genosse Vogel an den Reichskanzler a. D. Wilhelm Marx eine Ansprache, in der er besonders darauf hinwies, daß man Marx in L a y e r n in der republikanischen Bevölkerung und in den arbeitenden Schichten so sehr begrüße, weil er das Vertrauen des ganzen Auslandes sich errungen habe. Namentlich drei Fragen seien es, die am Sonntag durch die Wahl zur Entscheidung ge- bracht würden, und zwar: Republik oder Monarchie? Wiederaufbau od�r dauernde Wirtschaftskrise? Langwähre„der Frieden oder baldiger Revanche« krieg? Am Sonntag werde dos republikanische Bayern seine Stiinme für die Crstarkung des republikanischen und sozialen Ge- danken«, für die Friedensbereitschaft Deutschlands und für die För» derung des Wohlergehens der Bürger unserer Republik abgeben.— Dann nahm Marx, lebhaft begrüßt, das Wort. Er führte u. o. aus: Ein Volksfeind ist. wer seine Mitarbeit im neuen deutschen Volksstaate versagt. Seien wir stolz darauf, daß nunmehr wieder der Gedanke eines großen, geeinten, die Brüder und Schwestern Deutsch äst erreich? umfassenden Deutschlands in unserem Volke wach geworden ist. Bismarck hat die Lösung der deutschen Frage ohne Deutschösterreich versucht: sein Werk brach zusammen. Heute sind wir berufen, die deutsche Frage im großdeutschen Sin/ie zu lösen. Gerade das katholische Bayerst hat hier seine große staatspolitische Aufgabe. Kein Stand dünke sich mehr zu sein, aber auch kein Land erstrebe wieder die Vormachtstellung vor den übrigen. In der Freiheit und Einigkeit liegt unsere. Zu- kunft. Schwere Opfer hat der Krieg und der Vertrag von V e r- I a i ll e s unserem Volke auferlegt. Unsere Ehre ist uns geblieben. Sie weiter zu tragen durch all die Opfer und Entbehrungen unserer Tage ist höchste politische Aufgabe jedes Staatsmannes. Und letztes Ziel deutscher Politik ist die Freiheit unseres Volkes, die Achtung Deutschlands in der Welt und das friedliche Zu- fammenleben der Völker untereinander. Diesem Ziele dienen all unsere Opfer. Diesem Ziele gilt mein Arbeiten. politische Aphorismen. Es ist höchst seltsam, daß die monarchischen Parteien bisher noch nie auf den Gedanken gekommen find, das monarchistische Prin- zip in ihren eigenen Organisationen durchzuführen, wenn sie so über- zeugt sind, daß es das idealste, nonplusultraste»st. Sic sollten doch also, da sie es anderen, die weniger davon überzeugt sind, auf- zwingen wollen, das Experiment zunächst bei sich machen und sich einen Parteierbkönig wählen mit genau den Befugnissen innerhalb der Partei, wie sie dem monarchischen Staatsober- Haupt geben wollen. Denn sich irgendeinen Ehrenvorsitzenden zu wählen, der nichts zu sagen hat, ist feine Kunst und verpflichtet zu nichts. Dann könnte man wenigstens auch sehen, wj« ernst es ihnen mit ihrer monarchischen Gesinnung ist. Solange sie das nicht zeigen, sind sie auch keine prinzipiellen Monarchisten. Selbst einen erblichen Ehrenvorsitzenden haben sie sich noch nie gewählt, und sie werden ja wissen, warum nicht. Schade insofern, als abgedankte Häupter darin doch einen Beruf finden könnten. Kein Fachmann ist auf seinem Gebiet für eine Monarchie. Dann würde ev der Akademie der Wisienschaften einfallen, sich eine erbliche Dynasti» zu wählen? Warum wählt eine Universität sich nicht eine Rektorendynastie? Noch nie ist ein„deutscher Mann' auf so«inen Gedanken gekommen. Große Industriewerte sind in Üblichem Be- sitz, aber nie in erblicher Leitung durch Jahrhundert« hindurch. So etwas gibt es höchsten« im Kleinbetrieb, aber nicht au» Prinzip. Besitz und Pctriebsform sind eben zweierlei Dinge. Monarchie fetzt die Fiktion des Besitzes des Monarchen am Staate voraus: wo diese Fiktion unlebendig wird, ist die Monarchie im Grunde wurzellos und die Dynastie eine privilegierte Familie, weiter nichts. Merkwürdig ist es, daß die jetzigen Monarchisten selbstverständlich ihren ersten König wählen wollen. So entsteht doch keine gotigewollle Monarchie von Gottes Gnaden. Sondern die Mon- archisten degradieren mit ihrer Wahl den König zu einem lebenslang- lichen Präsidenten mit legitimer Erbfolge und schaffen keine Dy- nastie, sondern eine Präsidentie. Sicherlich wird niemand behaupten können, daß die Form einer Republik ohne weiteres als Form schon das Glück eines Volles ver- bürge, aber umgekehrt ebenso wenig, daß eine Monarchie selig mache. Beispiele liegen auf den Gassen der Geschichte. Immer kommt es auf die Menschen an. das sagt jeder. 2lber wenn es darauf ankommt und die Menschen etwas taugen, so wird sich Erblichleit des Präsidenten ebenso wenig empfehlen wie Erblichkeit der Leitung bei einer Akademie der Wissenschaften oder einem großen Unternehmen. Und wenn die Menschen nichts taugen, so ist Hopfen und Malz über- Haupt verloren. Es ist-in Leiden, daß der Begriff der Politik im Machtbegriff gesucht wird. So will denn jeder herrschen, und die Staatsform wird zum Mittel degradiert, um da« mau kämpft. Jeder Ml jtmax Bot« tziaüenburgs Rede. Die Rede, die Generalfcldmarschall v. Hi n d e n b u r g am Frei- tag abend durch den Rundfunk gehallen hat, hat folgenden Wortlaut: Wenn ich mich heute in letzter Stunde vor dem Wahllage noch einmal, wenn auch nicht von Anaesicht zu Angesicht, so doch mündlich an weite Kreise unseres deutschen Volkes wenden kann, so ist es mir eine freudige und gern erfüllte Pflicht, zunächst ein Wort herz- lichen Dantes zu sagen. Dieser Dank gill den vielen Tausenden aus allen Gauen unseres Vaterlandes, aus allen Berufsständen und Parteien, die mir in den letzten zwei Wochen mündlich oder schrift- lich so freundliche und warme Wort« der Zustimmung und des Der- trauens gesagt haben. Aus allen diesen Kundgebungen weht mich jener Geist an, der unser Volk in seinen schwersten und größten Zeiten beseelte und unüberwindlich machte, der Geist des Willens zur Einigkeit und zum Weiterleben als Nation und Staat. Die letztea Zahrc haben leider nur immer Trennendes und nicht Einigendes gebracht. And doch tut unserem Volke nichts so uot al, Einigkeit. Wir dürfen der Well nicht länger das Schauspiel bieten, daß wir uns in inneren Streitigkeiten verzehren und dadurch uns selbst die Möglichkeit nehmen, im Kreis- der Völker unsere Pflichten gegen die Menschheit zu erfüllen. Durch die deutsche Politik der letzten Jahre geht em Zug müder Resignation. Dem deutschen Volke ist der Glaube an sich selbst verloren gegangen. Wir dürfen uns aber dieser Stimmung des Ver- zichts nicht hingeben. Im großen Wettstreit der Völker um die För- derung und Veredelung der Mens�beit darf keine Aallon freiwillig ihren Platz verlassen. Wenn die Welt von den furchtbaren Folgen des Krieges endlich und dauernd erlöst werden soll, so geht es nicht länger an, daß Deutschland glaubt, von der Gnade der anderen Völker und Staaten leben zu können. Wir wollen die Kräfte der Nation sammeln und einsetzen, um durch diese wieder hochzukommen. Deutschland ist in der großen Entscheidung des Weltkrieges unterlegen. Das deutsche Volk ist entschlossen, dieser Tatsache Rechnung zu tragen und ihre Folgen auf sich z>' nehmen bis zu der Grenze, die durch die unbedingten Lebeasnotwendigkeiken feiner selbst gezogen ist. Aber ebensowenig wie unser Volk auf die Dauer der Kostgänger der Welt sein darf, wollen wir dauernd Sklaven sein. Durch die internationalen Vereinbarungen des letzten Jahres ist«ine Grund- läge gefchaffen, auf der versucht werden muß, den Verpflich- tungen Deutschlands aus dem verlorenen Kriege g« r e ch t z u w e r d e n. Die Zukunft wird zeigen müssen, ob diese Grundlage für die Dauer brauchbar und für Deutsch- land tragbar ist. Erweisen sich im Verlaufe der kommenden Jahre die übernommenen Verpflichtungen als undurchführbar, so werden wir in friedlichem Zusammenarbeiten mit den anderen Nationen nach besseren Lösungen zu suchen haben. Wenn bei allen Völkern der Erde ruhige Ueberlegung und Gewissen wieder zu ihrem Recht kommen, wird und muß es möglich sein, in fried- licher Vereinbarung Lösungen zu finden. Da» deutsch« Volk hat dl« 'Schrecken des Krieges und feiner Drückungen auf alle Volkskreif« so hart wie kaum ein anderes empfunden. Ich selbst habe in meiner Jugend auch diese Seite des Krieges kennen gelernt und sie im vorgerückten Lebensalter mit der ganzen Schwere ihrer besonderen Verantwortung auf mir lasten gefühlt. Ick> erkläre vor der ganzen well, daß es Immer mein heiligstes vestreben fein würde, neue kriegsfchrecken fernzuhalten vnd den Kriegsopfern der Vergangenheit nach Kräften zu helfen. Dies Ziel werden wir dann am sicher- ften erreichen, wenn wir den anderen Nationen das Bild eines Volkes zeigen, das die harte Not der Zeit zu wahrer und innerer Einigkeit zusammengeführt hat, das Bild eines Volkes, das ent- fchlossen ist, in Arbeit und Sparsamkeit, in Ehrlichkeit und Gott- vertrauen zusammenzustehen, einer dem anderen zu helfen, nach besten Kräften die Lasten zu kragen, einig zu sein in der Hingabe an das große Ganze, nicht nur nach Rechten, sondern zuerst nach Pflichten fragend. Auch ich werde so handeln und erkläre daher endgültig alle etwa auftauchenden Gerüchte über mei- nen Rücktritt von der Kandidatur für falsch. So soll denn unter uns allen ein edler Wettstreit entbrennen, welcher Deutsche, welcher Stand oder welcher Gau am treueestn und auf- opferndsten für die Gesamtheit arbeitet. In diesem Sinne unserem Volte, wenn es mich an feine Emtze benifen fallt«, als Führer zu dienen, würde meine heiligste Aufgabe sein! Als Hindenburg feine Rede beendet hatte, ertönte nach kurzem Atemholen ein tiefer Seufzer der Erleichterung: — So—. teil und zu diesem Zweck die„Klinke der Gesetzgebung' in der Hand haben. Deshalb verdirbt ffcilitit so leicht den Charakter, oder man könnte sagen: solche Politit setzt verdorbenen Eharakter voraus. Politik in hohem Sinne aber geht auf Lebensgestaltung der Gemeinschaft, in der jeder vollberechtigte» Glied i st, das Anspruch hat auf Glück. Hierzu das jeweils geeignete Mittel zu fein, Ist die Aufgabe jeder Staatsform. Da» hat unübertrefflich Lassalle formuliert. Seltsam ist es. daß viele, die das menschliche Leben unter diesem Gesichtspunkt« faßten, so leicht den Staat überhaupt ablehnten und im Grunde zur Glücksanarchie kamen. Denn in der Tat: die Mensch- heit, die in der Staatsorganisation mit Lassalle das Mittel gegen- seitiger unendlicher Förderung sieht und in diesem Sinne den Staat ausbaut, die muß wohl erst noch geboren und erzogen werden. Das aber wäre eine groß« Aufgabe gerade der republikanischen Staatspoltit selber. A. S. Ö)!c üer Entfessetungstünstler Meöien entlarvt. Da die Medien sich nicht selten aller möglichen Trick» bedienen, um den Verkehr mit der Geisterwelt vorzutäuschen, so ist der Taschen- spieler, der solche Kunststücke berufsmäßig ausübt, ein besonders wertvoller Fachmann, um Betrüger zu entlarven. Der bekannte Cntfesselungskünstler und Taschenspieler Harry Houdini hat sich nun in neuester Zeit mit Eifer der Aufgabe gewidmet, den Machenschaften einzelner Medien auf die Spur zu kommen, und seine Erfahrungen in einem interessanten Buch„Ein Zauberer unter den Geistern' niedergelegt. Er erzählt hier von seilen Erlebnissen mit zahlreichen Spiritisten und Medien, und von besonderer Wichtigkeit sind sein« Angaben über die Brüder Davenport. die eine gewisse Berühmtheit durch die Versuche erlangt haben, die der Astrophysiker Professor Zöllner seinerzeit in Leipzig mit ihnen vornahm. Erastus Davenport hat Houdmi selbst gestanden, daß alles auf ganz natürlich« Weise zugegangen sei, und ebenso machte ihm ein anderes vielgenanntes Medium. Henry Slade, das Geständnis, daß er Zöllner durch alle möglichen Tricks betrogen hybe. Vor einiger Zeit hat Haudini das Medium Eva C. entlarvt, indem er nachwies, daß dieses Mediuni Substanzen, die sie nachher als.Ektoplasma' herausbrachte, vorher im Munde verschwinden ließ. Er stellte fest, daß sie diesen Trick in der gleichen Weise ausführte, in der Houdini den sogenannten „Hindu-Nadel-Trick' ausführt, bei dem er bis 100 Rahnade'n und «in Stück Faden oerschluckt und nach wenigen Sekunden die Nadeln am Faden aufgereiht zum Vorschein bringt. Jetzt kommt die Kunde von der neuesten Entlarvung, die Houdini bei einem be- rühmten Med uim George Renner gelungen ist. Di« Ueberführung vollzog sich aus dramatische Weise. Es fand«ine spiritistische Sigimg statt, bei der Houdini, ein Polizeioffizier und ein Journalist ver- kleidet zugegen waren. Der Raum, der ganz dunkel war, enthielt zwei Trompeten für die Geisterstimmen. Bald erschollen Stimmen durch die Lust. Ein Vater sprach mit seinem im Zimmer befindlichen Sohn, ein Indianerhäuptling, ein Opernsänger meldeten sich. Unter- dessen hatte Houdini unbemerkt die Trompeten mit Lampenruß be- schmiert. Mitten in der Sitzung knipste er das elektrische Licht an. und da stand Renner. Gesicht und Hände mit dem Ruß geschwärzt. Rber, fferr Cime! Erinnern Sie sich den« garuicht? Herr Cuno, ehemals Reichskanzler in Deutschlands dunkelster Zeit, an dessen Reichskanzlerschaft das deutsche Volk nur Unit Bstterkeit denken kann, empfiehst in einem Brief an Herrn I a r r e s Hindenburg. Obgleich katholisch, wendet er sich ge g e n M a r x. Er macht ihm zum Vorwurf, daß er mit der Sozialdemokratie in einer Front stehe: „Auch der Umstand, daß ich. wie Sie wissen, praktischer» a- t h o l i k bin, ändert an meiner Auffassung nichts. Ich erkenne als solcher vorbehaltlos an. was das Zentrum in jahrzehntelanger Arbeit für den Katholizismus getan hat, aber der Weg. den die Partei durch den Zusammenschluß mik den Sozialdemokraten betreten hat. ist für mich ungangbar. Denn so wenig Wasser mit Feuer ge mischt werden kann, so wenig kann ich mir von einem Zusammen- gehen einer christlichen und einer antichristlichen Partei Gutes ver- sprechen.' Aber, Herr Cuno. erinnern Sie sich denn gar nicht mehr? Haben Sie seinerzeit den Austrag zur Regierungsbildung nicht nur deshalb übernommen, weil Sie glaubten, mit der Sozialdemokratie ein Kabinett bilden zu können? Haben Sie nicht den Austrag zurückgegeben, weil die Sozialdemokratie den Eintritt in die Regierung ablehnte? Haben Sie nicht, nachdem Sie Ihre Regierung gebildet hatten, sozialdemokratischen Politikern gegenüber bittere Klage geführt, daß Sie an eine Regierung ohneSozialdemo- traten nicht gedacht hätten? Haben Sie nicht in Ihrer Regierungserklärung bedauert, daß wir Ihnen nicht die„breiteste parlamentarische Grund- löge" gegeben haben? Und nun ist der Weg von Dr. M a r x für Sie ungangbar und Sie empfehlen Hindenburg? Aber. Herr Cuno!_ Die �hundsgemeinen" Flugblätter. Wie sie kämpfe«. Di« Zahl der„hundsgemeinen Flugblätter', die die Deutschnationalen aus ihrer Geheimkonferenz am Montag ankündigten, soll am letzten Tag vor der Wahl offenbar um ein ganz besonders gemeines Exemplar bereichert werden. Der Rcichsblock bereitet «in Flugblatt vor, in dein es heißt: wen wählst Du! Ten getreue« Eckart» den Mann, der v estkale n und da» Rbeinland preis- «eben wollte. der Ostpreußen rettete, oder den Mann, der al» Reiebs- de» deuitche« Sand 4 Jahre kanzler d,n Bayern und den lang davor bewahrte, in Pommern die iä-warze Pest Feindetland zu fallen?(die Franz"'««) auf den Hat- wünscht«. Den Mann, der in Landen siiy iübmie. kein Staat»- mann zu sein. De» Mann, der den klein e Spaiern zuriet:»Sobald>> Re'ib eiwa» besser peht. komme? gleick, alle möplilben Leui mit allen möglichen For- derungen.' New und nochmals nein: Ten Man» wollen wir nicht wählen. Wir wählen Hindenburg! Wie gefällt Herrn Stresemann diese Kampsesweis« für Hindenburg? Jeder Satz, der gegen den Volksblockkandidaten ge- prägt ist, ist ein« erbärmliche und feig« Lüge oder Verdrehung. Das ist die«inzige„geistige' Waffe der Reichsblockmänner. prima oerblelek die Maiseiert Di« spanische Regierung hat die Feier des 1. Mai verboten. Er hatte also selbst sich an den Trompeten zu schassen gemacht, und die Sitzung fand ihren Abschluß mit dem Ruf Houdinis:„Mr. Renner. Sie sind ein Betrüger!" Renner wurde daraufhin von dem Geri�k das zu(Äeoeland zu LS Dollar Strafe oerurteill und das tv'1' Auftreten als Medium wurde ihm untersagt. Der grüae Junge. Der grüne Junge macht Politike— Aber dufte, knorke und schniek«. Stillgestanden, rührt euch, marschl Der Republit«ins in den Arsch I Engländer, Franzosen und andere Beeste? Eins in die Fresse. Mensch, vastehstel Wilhelm hieß einstmals unser Kaiser— Darauf reimt sich nur: Lorbeerreiser. Rücksicht auf's Ausland? Quatsch mit Soße. Erfindung vom.Vorwärts' und Rudolf Mojsc Glauben nicht mehr an Judenschwindel: Sind fuffzehn Jahre schon aus der Windel. Sozialismus? Erledigter Fall. Hoch der Generalfeldmarjchall. Lucian. Die Deutsche Schiller-Lliskung hielt am Mittwoch im Schillerhaus zu Weimar die ordentliche Generalversammlung ab. Durch den Ge- neralsekretär Lilienfein wurde ein Ueberblick über die Entwicklung in den letzten Jahren gegeben und die erfreuliche Tatsache festgestellt, daß der allmähliche Wiederaufbau des für die deutschen Dichter und Schriftsteller so unentbehrlichen Wohlsahrtswerkes nach einer schweren und kritischen Uebergangszeit gesichert erscheint. Zum Vor- ort wurde wiederum Weimar gewählt. In den Verwaltungsrat treten neben Weimar. Berlin. Dresden, Danzig und Wien die Zweigstiftungen München und Stuttgart neu ein Zum General- sekretär wurde wiederum Heinrich Liliensein gewählt. Slattstisches vom Telephon. Nach dem neuesten Reichspostaus- weis gibt es in Deutschland insgesamt 2 38S 177 Fernsprechanschlüsse, darunter 1403SSS Hauptanschlüsse und 935 402 Nebenanschlüsse. Also auf je 30 Einwohner kommt ein FemisprechMschluß. Fernsprechämter gibt es IS 165, darunter 7578 bloße Äermittelungsste len. Die Fern- sprechleltungen sind Q'A Millionen Kilometer lang. Das ist etwa die zwanziafache Entfernung des Mondes von der Erde. Die Zvhl der Gespräche hat im Jahre 1024 1 3Z0 000 030 betrogen. Auf jeden Ein- wohner entfallen also durchschnittlich 30 Gespräche. Nue TxvedHoo aack» einem Hoxel Nach?e>?chten an« llhilstchurck in Neuseeland soll der Xotorriis. ein soft ausgeslorbener Bogel, der um letztenmal tSSL gelangen wurde, in der Nähe von Mitjord Sound in South Island beobachtet worden sein. CS ist daher eine Expedition ausgerüstet worden, um diese« geheimnisvolle Tier, da« nur noch rudimentäre Flügel hat. nicht fliegen kann, aber sehr schnell läuft, zu sangen. Bälg« de» J-a- tomis befinden sich in den uatimvisseaschaftllcheu Museen von London, Dresden und Otago. Der Höfle- Skandal. Die Regierung schweigt. Die Schuld der Staatsanwälte. Am Montag ist Dr. Höfle gestorben. Am Dienstag versprach der preußische Justizminister unter dem Eindruck des Entrüstungssturmes, den die Mitteilungen über diesen falten Justizmord in der Linkspresse hervorgerufen hatte, schleunige Untersuchung und Aufklärung. Noch am Nach mittag desselben Tages fand zwar die Obduktion statt, aber bis gestern Freitag abend ist noch immer fein Er. gebnis der Deffentlichkeit bekanntgegeben worden. Was soll das bedeuten? Glauben etwa die Berantwortlichen, daß ihre Schuld in der Aufregung der letzten Tage des Wahlkampfes vergessen werden könnte? Dann täuschen sie sich sehr. Bor allem muß schon jetzt dem Versuch entgegengetreten werden, den Kreis der Schuldigen auf einige wenige Personen zu beschränken und den einen oder den anderen Gefängnis arzt als Sündenbod zu opfern. Gewiß: die Schuldb jener fogenannten Aerzte, die einen Menschen für haftfähig erklären, als er bereits 50 Pfund in zehn Wochen verloren hat und selbst von Laien als dem Tode nahe bezeichnet wird, soll nicht verschleiert werden. Es bleibt aber dann noch die Frage offen, ob diese Aerzte lediglich Efel waren oder außerdem dienstbeslissene Werkzeuge anderer Behörden, die eine Haftdienstbeslissene Werkzeuge anderer Behörden, die eine Haftentlassung ungern sahen. Wie dem auch sei: mindestens ebenso groß, wenn nicht fogar viel größer ist die Schuld jener anderen Behörden, nämlich der Staatsanwaltschaft Gegen die muß sich die Untersuchung ohne Rücksicht auf die Person in erster Linie richten. Und deshalb muß dagegen Einspruch erhoben werden, daß das Justizministerium( dessen Verantwortung übrigens ebenfalls engagiert ist) die Untersuchung gemeinsam mit dem Oberstaatsanwalt Linde führen will. Legterer ist als das Oberstaatsanwalt inde führen will. Letzterer ist als das Haupt der ganzen Barmat- Untersuchung in dieser Angelegen heit im höchsten Maße Partei. Die Untersuchung muß nicht mit ihm, sondern gegen ihn geführt werden. Herr Linde ist es gewesen, der an der Spike jener Massenaktion der Staatsanwaltschaft stand, in deren Anfang faft 20 Personen wahllos festgenommen wurden, ohne daß man überhaupt zunächst wußte, was gegen die einzelnen vorlag. Herr Linde hat feinen ehrgeizigen jungen Herren, den Caspari und Kußmann, freie hand gegeben und gelaffen, als bereits längst feststand, daß sie sich schwere Mißgriffe und Rücksichtslosigkeiten schlimmster Art zuschulden hatten tommen lassen. Der Tod Höfles bringt die standalösen Umstände in Erinnerung, unter denen am Neujahrstag der Ministerial. direktor a. D. Kauß aus dem Bette heraus verhaftet wurde, obwohl sein behandelnder Arzt, ein Universitätsprofeffor, dringende Lebensgefahr infolge eines schweren Anfalls von Malariafieber in Gegenwart des Staatsanwalts festgestellt und diesen beschmoren hatte, wenigstens die leberwindung der akuten Krise abzuwarten! Nebenbei bemertt: Rauß hatte sich diese Krankheit während des Krieges im Reichsdienst in der Türkei geholt, war ein Mann, der auf eine tadellose fünfunddreißigjährige Beamtenlaufbahn zurüd bliden konnte. Dennoch wurde er in diesem Zustande eingelocht, viele Wochen in Haft behalten, ohne erfahren zu dürfen, mis gegen ihn vorlag, ein einziges Mal verhört, und dann eines Tages, zunächst gegen Raution, wieder freigelassen dann wurde die Raution zurückerstattet, weil offenbar gegen ihn überhaupt nichts vorlag. Es ist ein reines Wunder, daß der nahezu fechzigjährigen Kauß nicht das Schicksal ereilt hat, dem Höfle jetzt zum Opfer gefallen ist. Aber die von Organen der Staatsanwalt schaft gespeisten Standalforrespondenzen verbreiteten die Nach richt, Kautz wäre als besonderer Weinkenner in be truntenem 3ust and angetroffen worden! Nicht minder empörend war das Berhalten des Staatsanwalts gegenüber Höfle: dieser Mann legt sein Mandat auf den ersten Wint nieder, gibt damit aller Welt deutlich zu verstehen, daß er sich feineswegs der Berantwortung entziehen mill. Flucht verdacht und Kollusionsgefahr da noch anzunehmen, ist einfach Irrsinn. Dennoch behält man ihn zehn Wochen in Haft, erhebt Einspruch gegen feine Haft entsoffungsanträge, und zwar mit einer solchen Hartnäckigteit, daß die unterfuchenden Gerichtsärzte offenbar beeindrudt mer den sollten. Der Erfolg dieser Tattit liegt iegt flar vor allen Augen: eine Witwe und brei unmündige Kinder! Und warum ist dieser Justiz morb begangen worden? Lediglich deshalb, weil mit der Haftentlassung Höfles der ganze Barmat Rummel noch vor der Präsidentenwahl zusammengebrochen wäre! er wollte heute noch bestreiten, daß das ganze Verfahren gegen Barmat von politischen Motiven diftiert war? Was hat die Staatsanwaltschaft getan, als wir bestimmte Angaben über das Auftreten ihres Assessors Kuß= mann in Amfterdam machten? Rein Wort der Wider legung und damit ein glattes Geständnis, daß dieser längst als völkischer Fanatiker enthüllte ehrgeizige Affeffor hauptsäch lich politisches Material sammelte. Auch fein Wort des Des mentis gegenüber der vor Wochen festgestellten Tatsache, daß es err Rußmann war, der die Freilassung des Dotu ment nschiebers Zannenzapf angeordnet hatte! Die Dinge liegen ganz flar: die Staatsanwaltschaft hat einen ungeheuren Fehlschlag in strafrechtlicher Hin ficht erlitten. Ein Anklagepunkt nach dem anderen mußte preisgegeben werden. Man flammerte sich nur noch an politische Standalmöglichkeiten, vor allem an den Fall Höfle. Der Skandal der Staatsanwaltschaft schreit zum Himmel und fordert Sühne. Erweist sich das Justiz ministerium aus naheliegenden Gründen als nicht fähig, ministerium aus naheliegenden Gründen als nicht fähig, schleunigst Klarheit und Recht zu schaffen, dann wird der Preußische Landtag felbft eingreifen müssen: ein Untersuchungsausschuß über die Methoden der Anklagebehörden, über die Kosten des Verfahrens und über die Geldquellen, aus denen diefes Verfahren gespeist wurde, dürfte erbauliche Zustände enthüllen. Dialektischer Umschlag. Eine Sindenburg- Verfammlung einstimmig für Marg! Reichsblock und Deutschnationale Volfspartei hatten gemeinsam, als ob beide nicht tdenfifch wären, für geffern Freitag abend eine Hindenburg- Berfammlung nach Gellow bel potsdam einberufen. Als Referenten fprachen Dr. Held und Kalfer. Ju der Diskussion fertigten Genoffe Sillebrand und Dr. Mischler diese Redner derartig ab, daß ein Antrag des lehteren ein ftimmig angenommen wurde, der das Vorgehen des Reichsblocs als dema. gogisch bezeichnete und die Wahl von Marg empfahl. In der Bersammlung waren außer Deutschnationalen auch Kommunisten und Unabhängige" anwesend. Die Vernunft siegt. Kommunisten für Mary. Duisburg, 24. April.( Eigener Drahtbericht.) Die verräferifche Haltung der fommunistischen Zentrale zur Reichspräsidentenwahl, die in ihrer Konsequenz auf eine Unterstützung der Wahl Hindenburgs hinausläuft, hat in Hamborn, das bis in die letzte 3eit hinein unter beherrschendem Einfluß der Kommunisten stand, zu einer erfreulichen Klärung der Geister geführt. Fünf Stadtverordnete und ein Beigeordneter sind unter der ausbrücklichen Begründung, daß die kommunistische Zentrale dem be. mit den sozialdemokratischen Arbeitern zur Niederhaltung der rechtigten Drängen großer Teile der KPD. nach Zusammenarbeit Reaktion in verbrecherischer Weise entgegenarbeitete und nur durch radikale Phrasen agitatorische Erfolge erzielen will, aus der PD. ausgetreten und haben ihre Aufnahme bei der SPD. beantragt. Sie fordern in einem Aufruf ihre Anhänger auf, ihrem Beispiel zu folgen und den Beschlüssen der SPD. restlos Folge zu leisten, besonders aber bei der Präsidentenwahl nicht Thälmann, fondern marg zu wählen. Die große Verlegenheit im Sportpalast. Sinowjew soll nichts gesagt haben. Die Kommunisten haben nicht den Mut, aus der flar formu. lierten Einstellung eines ihrer Prominenten die selbstverständliche Folgerung zu ziehen. So inszenieren sie Propagandaveranstaltungen wider bessere Einsicht. Trogdem man den Besuchern des Sport für ihre schädliche Bersplitterungskandidatur Selbstmordtaktik palastes am Freitag abend eine Art rote Revue in Aussicht gestellt hatte, war der Andrang zu der gestrigen Rundgebung nicht über mäßig. Immerhin war der Saal gefüllt. Nach allerhand fabarettisti. schen Darbietungen( überaus peinlich berührte der billige Spott auf den alten sozialistischen Kämpfer Adolf Hoffmann) folgten Rezitationen. Dann sprach Thälmann. Natürlich polemi. fierte er gegen den Vorwärts", der eine Wahlente( gemeint find Sinowjews Ausführungen) ausgeflügelt habe, um die fommunistischen Arbeiter irrezuführen. All das Bathos, mit dem er die notwendigkeit seiner Sonderkandidatur zu begründen versuchte, flang sehr fonstruiert und hohl. Geradezu grotest, als er in heilloser Be griffsverwirrung von einer Demonstration gegen den militarismus"(!) sprach. Weiter sprachen neben Ruth Fischer, die troß ihres gut gespielten Temperaments nicht die Tatsache über den Haufen rennen fonnte, daß Thälmanns Kan dibatur eine Torheit ersten Ranges ist, zwei Ausländer sowie der gegen das Leipziger Urteil protestierte. Nach Schluß der Rechtsanwalt Wolff Düsseldorf, der Verteidiger im Tschekaprozeß, Beranstaltung formierten sich mehrere Züge, die in die einzelnen Begirte marschierten. Hindenburg und das Ausland. Eine Erklärung des Auswärtigen Amts. Bon zuständiger Seite wird durch WTB. nach Mitternacht mitgeteilt: Die„ Bossische Zeitung" bringt unter der Ueberschrift heraus mit der Wahrheit!" eine Mitteilung, wonach die deutsche Reichsregierung abfichtlich dem deutschen Bolle die Berichte ver schwiege, welche die Vertreter des Deutschen Reichs im Auslande dem Auswärtigen Amt erstattet hätten und die darin übereinstimmten, daß die Wahl des Feldmarschalls v. Hindenburg einer Rata ftrophe für das deutsche Bolt gleichfäme. Seitens des Auswärtigen Amtes muß unter allen Umständen die Verpflichtung abgelehnt werden, vertrauliche Berichte, die dem Amt zugehen, der Deffentlichkeit in Einzelheiten bekanntgeben zu müffen. Nachdem die Frage diefer Berichte in die Diskussion ge müssen. Nachdem die Frage dieser Berichte in die Diskussion ge: worfen ist, ist es aber notwendig, die in der Bossischen Zeitung". gegebene Darstellung auch auf ihren tatsächlichen Kern zurückzuführen. Es entspricht nicht den Tatsachen, daß die Berichte der Auslandsvertreter darin übereinstimmen, daß die Aufstellung der Kandidatur Hindenburg einer Ratastrophe für das deutsche Bolt gleichkomme. Nicht ein einziger Bericht hat sich in diesem Sinne ausgesprochen. Richtig ist, daß in den meisten der liegenden Berichte nicht in allen- betont morden ist, Grupenstraße in der Höhe der Postpaffage von einem Schußpolizeibeamten zwei Handbomben auf dem Fahrdamm liegend gefunden. Es handelt sich um zwei selbstgefertigte Handbomben in Blechumhüllung und mit brisanter Sprengstoffüllung. Die Bomben find nicht gebrauchsfertig, da Sprengtapfel, Zündschnur und Zündpatronen fehlen. Die angebrachte Schlagbolzenvorrichtung ist in Ordnung. Die Bomben haben ein Gewicht von ½ bis 1 Kilo. Es handelt sich um ein lächerliches Propagandamanöver für Hindenburg. Diese Bomben waren bereits signaliſiert! Am 20. April teilte der Berliner Montag Morgen" aus Hannover mit: " In Kastens Hotel und in dem in der Nähe des Hannoverschen Hauptbahnhofs gelegenen Hotel Königlicher Hof" wird seit einiger 3eit täglich riegsrat" über den Propagandafeldzug für Hindenburg abgehalten. Charakteristisch ist dabei, daß die meisten Mitglieder dieses Kriegsrates frühere attive Militärs sind. In rechtsradikalen politischen Kreisen Hannopers wird allen Ernstes der Plan ermogen, furz vor dem Wahltage ein fingiertes Attentat auf Hindenburg zu inszenieren, ba mti sich von diesem Mittel einen gewaltigen Stimmenumschmung verspricht, und da man glaubt, daß eine solche Maßnahme die Be geisterung für Hindenburg hervorrufen könne, die jezt noch fehlt. In Einzelheiten festgelegt, und zwar soll dieser Attentatsversuch in Kreisen der Hannoverschen rechtsradikalen Führer sind sogar schon ähnlicher Weise stattfinden wie der Attentatsversuch, der seinerzeit von fommunistischer Seite auf den Oberpräsidenten von Moste waren damals Sprengbomben an die Tür seiner Hannover, Noste, verübt wurde. Dem Oberpräsidenten Wohnung gelegt worden, die indessen bei ihrer Explosion nur geringen Schaden anrichteten. Wenn jetzt ein ähnlicher Attentatsversuch vor der Wohnung Hindenburgs statt. finden würde, so hätte das nach dem Beispiel Nostes den Erfolg, daß dieser fingierte Attentatsversuch ohne weiteres den links radikalen Elementen zugeschrieben werden könnte. Wie weit sich die Pläne der rechtsradikalen Führer in Hannover zu Taten verdichten, bleibt abzuwarten." Troß dieser Aufdeckung der Pläne der rechtsradikalen Drahtzieher in Hannover sind sie durchgeführt worden in diese Bombengeschichte jetzt einen ganz anderen Erfolg haben lächerlicher und trotzdem verbrecherischer Weise. Freilich wird als die Macher erwarteten! Sie wollten einen Bombenerfolg für Hindenburg arrangieren und werden nur einen Bombendurchfall erleben. Die geleimte Harmonie. Leicht fertig find sie mit dem Wort... Brigge, Saalfeld a. d. Saale, der gegen ihn gelegentlich Außenminister Dr. Stresemann hat von dem Major a. D. den Vorwurf des Landesperrats erhoben hatte einer Unterhaltung nach einer Wahlausschußsizung in Saalfeld und gegen den eine Beleidigungstlage des Reichsministers eingeleitet worden ist, folgendes Telegramm erhalten: Mit dem Ausdrud des Bedauerns nehme ich das Wort Candesverrat", das von mir mit Bezug auf den Sicherheitspatt gebraucht worden ist, zurüd. Falschmeldungen gegenüber stelle id fest, daß der Ausdrud überhaupt nur in einer privaten Unterhaltung bei Berlassen einer Wahlausschußsizung gefallen ist. Ich biffe um Bekanntgabe und Rücknahme der Klage. Mit vorzüglicher Hochachtung ergebensi Major a. D. Prigge. Reichsminister Dr. Stresemann, der grundsäßlich bereit ist, die Klage nach dieser Erklärung des Majors a. D. Prigge vor- zurückzunehmen, hat seinen Anwalt mit den erforderlichen Schritten beauftragt. daß die Aufstellung der Kandidatur Hindenburg in der Deffentlichkeit des Auslandes Bedenken hervorgerufen hobe. Diese Bedenten haben sich nicht gegen die Persönlichkeit des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg gerichtet. Aus allen Berichten geht hervor, daß der Berfönlichkeit des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg größte Achtung entgegenbracht wird, und daß man auch feinen Zweifel daran gehabt hat, daß der Feldmarschall persön lich die Berfassung achten und nicht die Hand zu irgendwelchen Erperimenten in bezug auf die Außenpolitik oder eine gewaltsame Aenderung der deutschen Reichsverfassung bieten würde. Die zum Ausdrud gebrachten Bedenten bezogen sich einmal darauf, ob die Aufstellung der Kandidatur Hindenburg die Aufrollung der affuellen Frage Monarchie oder Republik durch die Parteien bedeuten solle, die hinter der Kandidatur ständen. Sie bezogen fich weiter darauf, ob damit eine grundfähliche Menderung der deutschen Außenpolitik eingeleitet werden soll und endlich darauf, ob die hinter der Kandidatur stehenden Kräfte start genug wären, den Feldmarschall selbst in die Bahnen einer monarchistisch- militaristischen Richtung zu ziehen. Die Erklärung des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg über feine Stellung zu den Verfassungsfragen und zu den aktuellen außenpolitischen Fragen haben die entstandenen Bedenken nach den vorliegenden Berichten vielfach gemilbert, und die letzten Nach richten aus den meisten Hauptstädten betonen, daß eine Beruhi gung der außenpolitischen öffentlichen Meinung eingetreten sei. um so bedauerlicher ist es, daß diese Entwicklung durch deutsche Pressestimmen gestort wird, die fortgesetzt von Telegrammen über rebitzurüdziehungen sprechen, die niemals im Aus wärtigen 2mt eingegangen sind, oder die von einer Katastrophe Deutschlands sprechen, wo diese Ausdrücke selbst im Ausland nicht gebraucht worden find. Wenn das Auswärtige Amt der deutschen Deffentlichkeit alle Bedenken des Auslandes übermitteln wollte, die sich auf die Präsidentenwahl in Deutschland beziehen, dann müßte es übrigens auch davon Kenntnis geben, daß Rundgebun gen des Bolfsblods zur großdeutschen Frage gen des Bolfsblods den im Auswärtigen Amt nach vorliegenden Berichten ebenfalls zu Bedenken Anlaß gegeben haben. Aufgabe der deutschen Deffentlichkeit sollte es sein, die Beunruhigung, die durch den Aus. gang der Reichspräsidentenwcht im Ausland entstehen fönnte, abzu dammen und zu beruhigen, statt sie durch eigene Aufgeregtheit in Deutschland zu vergrößern. * Also feine Katastrophe", sondern Bebenten und Be unruhigung", die sich aber mildern vermutlich deshalb, weil man vorausfieht, baß Hindenburg nicht gewählt werden wird. Die fälligen Bomben. Sie waren schon am Montag angekündigt. Hannover, 24. April.( WTB.) Die Pressestelle beim Oberpräsi dium teilt mit: Am 24. d. M., vormittags 6 Uhr, wurden in der Man erhebt einen solchen Borwurf nicht von ungefähr menigstens nicht unter ernsten Menschen. Entweder fennzeichnet der Ausfall des Herrn Priggebie wahre Gesinnung seiner Kreise gegen Stresemannderartigen Borwürfen mit beispielloser Leichtfertigkeit vor oder aber er zeigt, daß die Kreise des Herrn Brigge mit gehen. Nach der Pariser Straßenschlacht. Die Faschistenverbände Millerands. Allgemeines Demonftrationsverbot. Paris, 24. April.( Eigener Drahtbericht.) Die blutigen 3usammenstöße, die in der Nacht zum Freitag zwischen Nationalisten und Kommunisten stattgefunden haben und bei denen außer drei Toten und acht Schwerverletzten noch etwa 30 Leichtverwundete auf dem Kampfplaz zurückblieben, sind bisher noch nicht restlos aufgeflärt. Die Polizei fonnte lediglich zwei Kommunisten verhaften, die mit Revolvern in der Hand überrascht wurden und von denen der eine bereits gestanden hat, an der nächtlichen Schießerei teilgenommen zu haben. Die nationalistische Bresse sucht durch riesenhafte Aufbauschung aus dem und Intransigeant" bringen spaltenlange Enthüllungen" über bedauerlichen Borfall parteipolitisches Kapital zu schlagen.„ Liberté" Kommunistenkomplotte und Umsturzporbereitungen. Dabei ist die Tatsache nicht aus der Welt zu schaffen, daß die Schuld für den bedauerlichen Vorfall zum mindesten in gleichem Ausmaße bei den nationalistischen Verbänden und ihren Führern, wie Millerand und Taittinger, zu suchen sind. Ihre vor teinem Mittel zurückschreckende Heze hat den politischen Kampf in Frankreich Formen annehmen lassen, die an die schlimmsten Tage des italienischen Faschismus erinnern, dessen Methoden ein Teil ber französischen Oppositionsparteien sich zu eigen gemacht hat. Die von Taittinger gegründeten nationalistischen regelrechte faschistische Organisationen, die bei jeber Jugendverbände sind nationalistischen Veranstaltung geschlossen auftreten und einen Berfammlungsterror ausüben, der dem Auftreten der Kommunisten in teiner Weise nachsteht. Auch der jüngste Zusammenstoß ist dadurch verursacht worden, daß Taittinger für eine von ihm abgehaltene Bersammlung mehrere hundertschaften seiner Leibgarde aufgeboten hatte. Eine dieser Hundertschaften, die erst in einer Bersammlung Millerands mitgewirkt hatte, war gegen 11 Uhr abends telephonisch von Taittinger zur Verstärkung beordert worden und stieß dabei mit den Kommunisten zusammen. In der Kammer hat die Regierung am Freitag nachmittag in Beantwortung mehrerer von der Rechten eingebrachten Interpellationen ſtrenge Maßnahmen zur Sicherstellung der öffentlichen Ordnung angefündigt. So sollen bis auf weiteres afte Straßenfundgebungen untersagt werden. Unter diefes Berbot soll nicht nur die von den Kommunisten für den 1. Mai geplante große Demonstration fallen, sondern vor allem auch die von der Klerikalen Opposition allwöchentlich im ganzen Lande veranstalteten Protestfundgebungen unter freiem Himmel. Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) 化 Ein Jahr des Erfolgs der Bekleidungsarbeiter. „ Der Bekleidungs- Arbeiter", das Organ des Deutschen Bekleidungsarbeiterverbandes, veröffentlicht eine instruktive Uebersicht über die Lohnbewegungen im Jahre 1924. Während das Jahr 1923 infolge des Marksturzes die Organisation zwang, in jeder Branche die Löhne dreißigmal zu verändern, ist dies nach der Stabilifierung im Jahre 1924 nur je zweimal in den Hauptbranchen geschehen. Dadurch war es wieder möglich geworden, das gesamte Tarifwesen systematisch zu ordnen. Ueber die am Schluß des Jahres 1924 bestehenden Tarifverträge gibt folgende Zusammenstellung Aufschluß. Tarife Drte Lohnveränd. Betriebe Anzahl der Beschäftigt ml. mbl. Mitglied. uns. Verband. prozent. total ml. tbl. ml bl. Reichstarife 7 676 237 14571 55970 33783 29713 14989 53,144,4 Landestarife 3 41 10 266 155 1315 4 589 26,744,8 Bezirkstarife 18 159 50 1051 4069 29902 2861 1001970,3 33,5 Drtstarife 484 471 1352 9754 10717 108482 5203 2283148,5 21,0 Zusammen 512 1347 1649 25642 70911 173482 37781 4842853,4 27,9 Abzüglich der Doppelzählg. 855 Es bestanden also 512 Tarife an 855 Orten, für die 1649 Lohn. veränderungen vorgenommen wurden. Aus diesen einfachen Zahlen fann man erfennen, welch ungeheure Arbeit trotz der Stabilisierung zu leisten war. Nach Eintritt der Stabilisierung wurden Goldlöhne festgesetzt, die erheblich hinter den Reallöhnen der Friedenszeit zurückblieben. So erreichten die Löhne der Berliner Herrenmaßschneider nur etwas Erfolg. Es wäre dem Deutschen Feilenbund schon vor Jahres. frist ein leichtes gewesen, die Löhne aller Feilenarbeiter zeitgemäß aufzubeffern, wenn er gegen die Schmugtonturrenten in den eigenen Reihen mit den Gesetzesparagraphen gegen den unlauteren Wettbewerb vorgegangen wäre. Seit Jahr und Tag haben sich die Mitglieder des Feilenbundes durch Rabattgewährung bis zu 50 Proz. und darüber die Kunden gegenseitig abgejagt und glauben diesen Zustand auf Kosten der Arbeiter auch in Zukunft aufrecht zu erhalten. An dieser Rabattgewährung hat sich die Firma Went, Weißenfee, hervorragend betätigt, die nicht nur die Kunden, sondern auch Am Sonntag müffen alle Gewerkschaftsmitglieder, ob männlich oder weiblich, ob jung, ob alt, ob Cohn- oder Gehaltsempfänger, ihre Stimme in die Wagschale werfen, um den monarchistischen, volfs- und republikfeindlichen Rechtsblod niederzuringen. Bei dieser entscheidenden Wahl des Reichspräsidenten Eine Fleischerei die Organisierte maßregelt. Leute Die Inhaber der Fleischerei Paul Hemmann u. Co., früher Ruddeck, Berlin, Elsasser Str. 67, entließen furzerhand den Meister und die drei Gesellen, die im Zentralverband der Fleischer organisiert sind. Der Firmo paßt es offenbar nicht, daß die Beschäftigten auf ihren tarif= Itchen Rechten bestanden. Sie fann anscheinend nur brauchen, die 12-14 Stunden am Tage arbeiten und nicht so sehr auf den Tariflohn achten. Noch näher liegt die Vermutung, daß man überhaupt Organisierte nicht beschäftigen will. Vielleicht haupt Organisierte nicht beschäftigen will. Bielleicht äußert sich die Firma hierzu noch. Verhandlungen zwischen dem Zentralverband der Fleischer und den Firmeninhabern führten zu feinem Resultat. Der eine der Inhaber, ein Kaufmann, brüstete sich damit, daß er auch schon einmal Gewerkschaftsangestellter war und wisse, was er zu tun habe. Die Sperre über den Betrieb ist verhängt. Ende des Bielefelder Metallarbeiterstreiks. Bielefeld, 24. April( TU.) Der seit neun Wochen andauernde Bielefelder Metallarbeiterstreit ist jetzt durch lokale Verhandlungen zwischen den Parteien beigelegt worden. Die 54 stündige Arbeitszeit bleibt bestehen und es wird durchschnittlich eine geht es um die deutsche Republik ohnerhöhung von 12½ Proz. gewährt. nicht allein, es dreht sich mit um die Erhaltung und den Ausbau des Arbeitsrechts und des Arbeitnehmerschuhes. Es geht ums Ganze unserer freigewerkschaftlichen Bewegung und unserer Existenz- und Kulturbestrebungen und damit auch um den Achtstundentag. Wir haben es in der Hand, uns den nöfigen Spielraum zum Aufstieg zu sichern, die uns von der Reaktion zugedachte& nebelung zu vereiteln. Hindenburg ist unser Retter" nicht. Hinter ihm lauert die Reaktion, und jede Stimme für Thälmann zählt für die Reaktion. Es tann und darf also nur eins für uns geben: den Sieg der Reaffion zu verhindern! Nachverhandlungen im Bankgewerbe. Wie der Allgemeine Verband der Deutschen Banfangestellten mitteilt, finden im Reichsarbeitsministerium am Montag, den 27. April 1925, vormittags 11 Uhr, Nachverhandlungen über den am 7. April gefällten Schiedsspruch statt. Schiedsspruch für die Hamburger Metallindustrie. In den Verhandlungen zwischen der Norddeutschen Gruppe des Gesamtverbandes der deutschen Metallindustriellen, Abteilung Seeschiffswerften, und dem Deutschen Metallarbeiterver band, Bezirk Hamburg, wurde von der Hamburger Schlichtungsfammer ein Schiedsspruch gefällt, der für alle Nord- und Ostfeepläge mit Ausnahme von Hamburg folgende Lohnerhöhungen vorfieht: gelernte Arbeiter 4 Pf., angelernte Arbeiter 3 Pf. und ungelernte 2 die Stunde. Die entsprechenden Erhöhungen für Ortsklassen für die unteren drei Gruppen 1 Pf., für die übrigen Gruppen 2 Pf., und ausgelernte Jugendliche 4 Pf. mehr die Stunde. Die Erklärungsfrist endet am 28. April. Die Löhne gelten ab 4. Mai bis Ende September. Eine Nachprüfung der Lohnregelung fann frühestens bis 1. Auguft beantragt werden. liber brei Biertel bes Reallohnes der Borkriegszeit. In der Herren- Deshalb müssen wir Marx wählen! Sambut betrugen 5, 4 und 3. Bf. Jugendliche erhalten in allen konfektion war der Vorkriegslohn wohl erreicht, jedoch ist zu berüd. fichtigen, daß die Reichsinderziffer notorisch hinter der Wirklichkeit zurückblieb. Diese Rüdstände wurden im Laufe des Jahres 1924 eingeholt. Es wurden erreicht an wöchentlichen Lohn erhöhungen für 53 874 männliche Beschäftigte 458 240,15 m. 8,51 m., 155 011 weibliche Beschäftigte 921 395,70 m.- 5,94 m. pro Person. Dieser außerordentliche Erfolg der Organisation ist um so höher zu bewerten als gleichzeitig eine große Arbeitslosigkeit herrschte. Ban dem Erfolg der Organisation haben auch die gezehrt, die es vernachlässigt haben, ihre gemerfschaftliche Pflicht zu erfüllen. Es muß jedoch betont werden, und zwar nicht nur für die Arbeiter und Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie, daß eine Organisation mur in dem Maße Erfolg haben kann, in dem die Berufsangehörigen sich ihrer gewerkschaftlichen Pflicht bewußt sind und sie erfüllen. Zum Streit der Kupferschmiede. 3ur Bellegung des Streits der Kupferschmiede in den BBM3.Betrieben haben am Freitag nachmittag Verhandlungen zwischen dem Verband der Kupferschmiede und den beftreitten Firmen stattgefunden. Diese Verhandlungen haben zu einem pofitiven Ergebnis geführt. Die streitenden Kupferschmiede werden in einer am Montag vormittag 11 Uhr im Gewertschaftshaus, Saal 1,-ftattfindenden Bersammlung zu diesem Ergebnis Stellung nehmen. Die Streifleitung trift am Montag fchon um 10 Uhr im Verbandsbureau zu einer Sigung zusammen. Die Feilenhauer satteln um! Der Kampf in der Berliner Feilenindustrie hat durch das Verhalten des Deutschen Feilenbundes( Arbeitgeberorganisation) gegen die Arbeiter Formen angenommen, die an Schärfe in Groß- Berlin ihresgleichen zu suchen haben. Trotzdem der Deutsche Metall arbeiterverband den Streit abbrechen mußte, um dem Bergleichsspruch des Schlichters Rechnung zu tragen, haben die Feilenarbeiter die Ausführung des Schiedsspruches abgelehnt und es vorgezogen, ihren Abkehrschein zu nehmen. Seit Dezember 1923 arbeiten die Feilenhauer und Schleifer zu ben alten Attordpreisen, die im Februar 1924 megen des angeblich schlechten Geschäftsganges um 10 bis 15 Bro. getürzt wurden. Mehrfach hat der Metallarbeiterverband die Schlichtungsinstanzen im Auftrag der Feilenarbeiter angerufen, um diesen Abzug rückgängig zu machen, jedoch stets ohne die tüchtigsten Facharbeiter heranzuziehen verstand. Das hindert aber den Herrn Went durchaus nicht, jezt gegen jede Lohnerhöhung zu mettern. am Die Versammlung der arbeitslosen Feilenarbeiter 23. April beschloß erneut, jede Arbeit im Feilengewerbe so lange zu meiden und sich andere Arbeit zu suchen, bis der Deutsche Feilenbund zur besseren Einsicht und damit zur gehörigen Aufbefferung der Lohn- und Attordpreise für alle Feilenarbeiter fommen wird. Ift das etwa kein Krampf? Als die„ Rote Fahne" am legten Sonnabend unter der Balkenüberschrift: Freie Gewerkschaften für Thälmann" nichts weiter zu berichten mußte, als daß einige Mitglieder des Sattler und Tapeziererverbandes in Braunschweig und eine Vertrauensmännerfizung des Verkehrsbundes der Ortsverwaltung in Stadthagen sich für die tommunistische Sonderkandidatur zur Reichspräsidentenwahl erklärt hätten, bezeichneten wir es als Krampf", mit derartigen Erfolgen" fich wichtig zu machen. " Nun erfahren wir, daß die Mitgliedschaft des Deutfchen Bertehrsbundes in Stadthagen aus wohlgezähl= ten 22 Mitgliedern besteht, deren Vertrauensmänner eine Sigung abhielten, wozu fie einige Vertrauensleute aus umliegenden Orten herangezogen hatten. Der so genügsam gewordenen PD.Sentrale wollen wir die Freude über folche bescheidene Kundgebung nicht vergällen. Aber Krampf bleibt es doch. Ein Arbeitsloser. Der fommunistische Durchfallskandidat zur Reichspräsidentenmahl, Reichstagsabgeordneter Thälmann, ist in Hamburg Mitglied des Deutschen Verkehrsbundes. Er zahlt 60 Pfennige Wochenbeitrag, was einem Wochenlohn von 16 bis 20 m. entspricht. Er entschuldigt die Inanspruchnahme dieser niedrigen Beitragsstufe damit, daß er arbeitslos sei. Es ist denn doch eine Schande für die KPD., daß sie ihrem Abgeordneten Thälmann feine Stellung verschafft und ihn statt dessen mit der Aussicht auf den Posten des Reichspräsidenten an der Nase herumführt! Der Mann fann doch nicht zum Reichsblock gehen, um Arbeit zu bekommen? Hoffentlich bedarf es nur dieses Hinweises, um dafür zu sorgen, daß Thälmann alsbald nach dem 26. April eine seinen Fähigkeiten entsprechende Stellung in der RPD. bekommt. Diesem einen Arbeitslosen wird sie doch wohl noch helfen können! Die Einigung in der Tschechoslowakei. Prag. 24. April.( Eigener Drahtbericht.) Am Freitag wurde in Prag ein neuer Schritt auf dem Wege zur Bereinheitlichung der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung in der Tschechoslowakei getan. Die deutschen sozialdemokratischen Gewerkschaften waren infolge des nationalen 3mistes bisher nicht Mitglieder der Amster damer Gewerkschaftsinternationale. Dem Sekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes Genossen Dude geeft gelang es nun. die deutschen und tschechischen Verbände zu einer Einigung über die Aufgaben der gemeinsamen Gewerkschaftszentrale sowie auch über die Bedinging zur Einigung, unter denen die deutschen Gewerkschaftsverbände an die tschechoslowakische Gewerkschaftsvereinigung angeschlossen werden, zu bewegen. Infolgedessen werden die deutschen Verbände für die Zukunft der Amsterdamer Internationale angehören. AfA- Funktionäre der Metallindustrie! Montag, den 27. April, abends 7½ Uhr, in den Sophiensälen, Sophienftraße 17/18, wichtige AfA Funktionärversammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zum Resultat der Urabstimmung." Bei der wichtigkeit ber zu fassenden Entscheidungen erwarten wir, daß unbc. dingt alle Af- Funktionäre erscheinen. Achtung, Zimmerer! Dienstag, den 28. April, abends 7 Uhr, im Rofenthaler Sof, Rofenthaler Str. 11/12, Vertrauensmännerversammlung für das Soch, Beton und Tiefbaugewerbe. Verbandskameveden, sorgt dafür, daß alle Arbeitsstellen restlos vertreten sind! Verband der Zimmerer. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Egkorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Verlagsanitalt Baul Singer u. Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Komet Freilauf" ES GIBT KEINEN BESSEREN! PREISWERTE ANGEBOTE Trotteurs Trotteurs Puzz aus mod. Strohgeflecht 390 4.90 mit fescher Bandgarn. aus Tagalpicot, in Schwarz. 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Gabardinemäntel 2950 Jackenkleider aus Gabardine, Jackett auf Halbseide Jackenkleider aus gutem schweren Rips, Jackett auf Seide 3950 6900 Regenmäntel imprägniert, flott 1975 39 50 49 50 Kleiderröcke aus schönen hellen und dunklen Stoffen Kleiderfloffe 90 29º Schulcheviot reine Wolle, marine, 29 Crêpe marocaineter 3 130 cm breit, Meter Mod. Schotten 100 cm br., Mtr. 350 Flauschstoffe eine Wolle, schwere Qual., 130cm br., Mtr. 490 für Sportzwecke, imprägniert, 140 cm breit, 750 Strichloden te Qualität gute Meter TIETZ Kasak Blusen aus gutem baumwollenen Musselin, in schönen Dessins..... Knopfgarnitur. 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Ein Regen von Flugblättern ergießt sich über die Passanten, und be- sonders die Rechte bombardiert mit einer Papierflut von kaum erdenklicher Stärke die Vernunft und das bessere Ich der Berliner Bevölkerung. Aus diesem Ringen entgegengesetzter Kräfte schält sich vor allem eins klar heraus: die unerhört gehässige Demagogie des Rcchtsblocks, der in seiner Propaganda keine Skrupel kennt, beginnt auf die Massen des Volkes a b- stoßend zu wirken. Man ist der plumpen Verleumdung, der Verantwortungslosigkeit müde, es geht eine Sehnen nach Sach. l i ch k e i t durch die skeptisch gewordenen Massen.— Ein Kennzeichen für die Erbitterung, mit der der Wahlkampf geführt wird. ist der F l ä g g e n k r i e g. Und hier ist ein ernstes Wort an alle Republikaner zu richten. Aur ein kleiner Teil der vielen Millionen Republikaner hat seine Chrenpslichl erfüllt. Gewiß: Die Arbeiterviertel sind übersät mit den Farben der Republik. Selbst der Westen gewinnt ein weit entschiedenes republikanisches Gesicht. Wilmersdorf. Schöneberg, Charlottenburg, überall befinden sich die Farben der Frei- heit in stetem Vorwärtsbringen. Um so beschämender ist es daher, daß in fast proletarischen Vierteln, wie in der Gegend der Zionskirchstraße. Kastanienallee usw. das schwarz- weißrote Reaktionstuch dominieren kann! Gewiß: Aus jeder deutsch- nationalen Kemenate hängt die den Rummel finanzierende Schwer- industrie 3. 4, ja S und 6 großformatige Fahnen heraus: der prole- tarische Republikaner kann nur. und auch das unter erheblichen Opfern, ein kleines Fähnchen erwerben, welches natürlich dekorativ stark abfällt. Wenn auch dieZahlderflaggendenRepublikaner die Zahl der flaggenden Monarchisten überwiegt, so ist die Zahl der schwarzweißroten Parteifahnen eine viel erheblichere. Rühmend erwähnt sei die B r u n n e n st r a ß e, die im Schmuck von zahl- reichen schwarzrotgoldenen Fahnen steht. Keine einzige monarchi- stische Farbe ist hier zu erblicken. Interessant ist auch, daß im Zentrum, z. B. in der M o h r e n st r a ß e, in der Kronen- strahe, leuchtend die schwarzrotgoldenen Farben wehen. Was hier möglich ist, könnte überall möglich sein. Soll eine Volksfeind- liche, terroristische Minderheit kraft ihres Geldsacks den Naiven ein erhebliches Format vortäuschen, als sie in Wirklichkeit besitzt? wer kein kleines materielle» Opfer für seine republikanisch« Ueberzeugung bringen kann, ist ein Phraseur, der seine Ueber- zeugung zwar wohlfrlsiert aus den tippen, aber niemals im im herzen trägt! Unglaublich kitschig und aufdringlich, wie die Rechtsblöckler für ihre verlorene Kandidatur zu wirken suchen! Vielfach erbsickt das ver- wunderte Augen an den Fenstern von Prioatwohnungen schmalzige hindenburgpostkarten und Wahlausrufe der Loebellschen Reaktions- genossenschaft angeklebt, hier ist eins seltsame Synthese von bös- artig und kindisch geschaffen, die in jene Hysterie mündet, in der sich der Geist des schwarzweißroten Gestrigen ausprägt. E i n K u r i o s u m: An einen, Hause in der Kastanienallee standen sie im Nahkamp f. EtagegegenEtag«:!. Stock schwarzweißroi beflaggt, in, II. die Farben des Deutschen Reichs und im III. die Fahne der SowjeUeute. Alles in allem: Unzählige Republi- kanerhabenbisjetztihreelementarstePslichtnoch nicht erfüllt. Es wehen zwar sehr viele schwarzrotgoldene Lahnen in der Stadt, aber es wehen noch viel zu wenige. Es gibt in Berlin über eine halbe Million republikanischer Männer und Frauen. Jeder fünfzigste nur braucht zu flaggen: S o wehen l0 00ü Freiheilsfahneu über Berlin. Noch ist es Zeit: Bis morgen mittag muß der Ost e n. muß der Norden in die Farben Schwarz-Rot-Gold gekleidet sein: bis morgen mittag müssen hunderte, müssen tausende neuer republikanischer Fahnen aus den Wohnungen der Arbeit wehen. Relchsprästöentenwahl 2. Wahlgang Wollen wir uns von den Untergangspatrioten an Rührigkeit übertreffen lassen? Republikaner! Republikanerin! Morgen vormittag um S Ahr liest du diese Zeilen. Roch am gleichen Tage muh die Fahne der Republik aus deinem Fensler wehen! Sagt nicht, daß das nebensächlich wäre. In nichts, auch im Kleinsten n i ck> t. dürfen wir vor der nationalistischen Clique auch nur um Haaresbreite zurückweichen. Und darum nochmals: als letzter, als helligster, als dringender Mahnruf: heraus mit dem schwarzrotgoldenen Banner der freien deutsche» Republik! Schwarzweißrote Zahnen am Mntsgerlcht. Die schwarzweißrote Fahne auf dem der Stadt Berlin gehören- den Schulgrundstück des städtischen Margaretenlyzeums in der Jfflandstraße(vgl. unsere Mitteilungen in Nr. ISZ) hat noch em Seitenstück In Lichtenberg zeigt das am Wagnerplatz stehende Dienstgebäude des Amtsgerichts— zur Verwunderung manches Vorübergehenden— einen ähnlichen„Schmuck". Vor einem Fenster des obersten Stockwerkes hat man schwarzweißrote Fähnchen angebracht, die weithin sichtbar sind und sofort auffallen. Mit ihnen soll zur Reichspräsidentenwahl für Hindenburg demon- st r i« r t werden, der das Vertrauen der Monarchisten hat. Offenbar handelt es sich hier— ebenso wie bei dem Margaretenlyzeum— um eine Dienstwohnung. Wie wir über derartige Deinonsirattonen an Dienstgebäuden denken, haben wir aus Anlaß des vom Mar- garetenlvzeum gemeldeten Falles gesagt. Die schwarzweißroten Fähnchen an dem Dienstgebäud« des Amtsgerichts Lichtenberg können weniger leicht zu der irrigen Annahme verleiten, daß mai, es init einer offiziellen Demonstration zu tun habe. Aber die Frage drängt sich uns doch auch hier auf, was wohl in den Zeiten der Monarchie einem Gerichtsbsamten widerfahren wäre, wenn man vor dem Fenster seiner im Eerichtsgebäude ihn, angewiesenen Dienstwohnung eine für die Sozialdemokratie demon- strierende Fahne gesehen hätte. Da hätte es dem Verwegenen nichts geholfen, sich darauf zu berufen, daß er ein„Recht""habe, feine politische Ueberzeugung frei zu bekunden. Dem., dieses Recht, das er heute hat und behalten soll, hatte er d a m a l s n i ch t! Welcher Beamte hat Lust, durch die Wahl eines Hindenburg eine Wiederkehr jener Zustände vorzubereiten? Gerade die Beamten haben allen Grund, bei der Rsichspräsidentenwahl ihre Stimme dem Republikaner Marx zu geben. In diesen Kreis gehört Dein Kreuz, Republikaner ver Potsdamer Platz. Eine Domäne der völkischen? Die Zustände auf dem Platz vor dem Potsdamer Bahnhof nehmen allmählich unhaltbare Formen an. Von, frühen Vormittag bis zum späten Abend halten sich dort große Scharen von Angehört- gen aller völkischen Verbände auf. Diese belästigen republikanische Passanten in der unglaublichsten Weise. Einer Zuschrift entnehmen wir das Folgende: Ich ging am Donnerstag, den 23. April, in Begleitung eines Bekannten über den Platz. Nach wiederholten Anpöbeleien, auf die wir weiter nicht reagierten, versperrte uns ein größerer Haufe von 20 bis 30 Mann den Weg. Der Anführer forderte uns in unverschämtester Form auf, unsere„provozierenden" Abzeichen ljchwarzrotgol- dene Schleife und Reichebannerabzeichen) abzulegen. Wir ent- sprachen dieser Forderung selbstverständlich nicht. Sofortsiclen die Rowdys über uns her, drängten uns auseinander und hieben mit dicken Bergstöcken, Gummischläuchen usw. auf uns ein. Wir setzten uns zur Wehr, konnten aber erst nach emigen Minuten von einem Schutzpolizisten befreit werden. In, Gedränge hatte man mir meinen H üt gestohlen, den Stock zerbrochen usw. Meiner Bitte um Feststellung einiger der Uebeltäter entsprach der Beamte nicht. Ich begab mich daraufhin zur Stationswachc des Potsdamer Bahnhofs, um zu veranlassen, daß der völlig unzureichende Posten der Schutz- polizei aus dem Platz(fünf Mann!) verstärkt würde. Man erklärte mir. man habe nicht genügend Beamte zur Verfügung: außerdem hätten wir ja nicht über den Platz zu gehen brauchen. Meine Frage, ob denn der Platz gewisser- maßen als Domäne der völkischen Rowdys zu betrachten sei und ob die Polizei nicht die Aufgabe habe, die Passanten gegen- über derartigen Vorfällen zu beschützen, beantwortete der dienst- tuende Oberwachtmesster sehr barsch damit, daß ich ihm„keine Vorschriften" zu machen hätte und er sich in keine Diskussion mit mir einlassen könnte, Immerhin schickte er nach einiger Zeit einen Wachtmeister mit mir mit, durch den ich einen der Rowdys feststellen ließ. Aus der Wache gab er an, er und seine Kameraden stünden den ganzen Tag dort, um abends zu der Reichs- blockkundgebung im Sportpalast zu marschieren. Mein Abzeichen habe„provozierend" gewirkt, Reichsbannerleute hätten auf dem Platz nichts zu suchen.(Sein überlebensgroßes Hakenkreuz auf der Brust wirkte anscheinend nicht aufreizend.) Die Polizei ist an dieser gefährdeten Stelle viel zu schwach, hat auch anscheinend nich, große Lust, einzugreisen. Bei jeder größeren 80] Anthony Zahn. Roman von Ierome fi. Zerome. •„Es hat dich heiß und stark gepackt, mein Junge. Ich ahnte ja, daß es so sein würde. Aber die wildesten Flammen brennen nicht immer am längsten.", Anthonys warf sich neben der Mutter auf die Knie, ver- barg das Gesicht in ihrem Schoß. Sie fuhr zusammen, und ihre kleine magere Gestalt wurde steif. Er bemerkte es mcht. Hätte sie doch' ihre Hoffnungen vergessen können, nur aus einen Augenblick. „Mutter." flüsterte er,„es ist so schön, es muß währen. muß ewig sein. Nur die kleinlichen Gedanken verbergen es gleich Nebeln vor unseren Augen." Er blickte auf: seine Augen waren feucht.„Ich mußte ja bis heut« nicht, wie lieb ich dich habe," sagte er.„Deine lieben, müden Hände, die für mich geschuftet haben. Ohne dich hätte ich Eleanor nie getroffen, nie mit ihr gesprochen. Du hast sie mir geschenkt. Mutter, sie ist wundervoll. Natürlich erscheint sie anderen nur schön und lieb, für mich aber bedeutet sie viel mehr. Manchmal er- schrecke ich fast, als sähe ich etwas, das nicht von dieser Welt ist. Was sagte Betty?" fragte er unvermittelt.„War sie erstaunt?"_., „Sie sagte, sie wäre darüber froh, daß du eines Gefühls fähig seiest. Behauptete, sie habe dich deshalb nur noch lieber." Er lachte.„Gute Betty. Ich wußte ja, daß sie mich ver- stehen würde.".....„ � �_ Wenn er an die unvermeidliche llnteredung mrt Sir Harry Coomber dachte, verließ ihn zum erstenmal im Leben fem Selbstvertrauen. Es lag ibm viel daran, sie hinter sich zu haben, Eleanor hielt ihn zurück. „Du kennst den Dater nicht." warnte sie.„Cr ist imstande und schleppt mich nach China oder �eru. um der Sache ein Ende zu bereiten. Vergiß nicht, daß ich erst siebzehn bin. Außerdem wird er nicht mehr lange leben, und ich möchte ihn nicht kränken. Warte, bis ich mit Jim gesprochen habe. Ich werde ihn bitten, herzukommen. Habe ihn noch gar nicht in seiner Uniform gesehen. Er wird sich gern bewundern lassen. Sie lachte. Jim, ihr Bruder, war etwa um sechs Jahre älter als sie. Die beiden standen sehr gut mit einander, und sie hoffte, daß er für sie Partei ergreifen werde. Sie verheimlichte Anthony die Tatsache, daß sie einen harten Kampf vor sich ahnte. Es handelte sich dabei nicht nur um Geld, wenngleich sie wußte, daß die Familie mit ihrer Schönheit gerechnet hatte, um die finanzielle Lage zu heben. Das größte Hindernis würde der Familienstolz fein. Der Stammbaum der Coombers war ein ganz besonders altes und schattenreiches Gewächs. Adam und Eva hatten feine Wurzeln gepflegt; auf dem Bild lockerte Adam die Erde rings um den Baum, während Eva ihn aus einem Ziegenfellschlauch begoß: der Künstler hatte die Feigen- blattperiode gewählt. Unter Karl dem Großen nahm der Stammbaum bereits eine feste Form an; die ersten Ahnen der Familie Coomber zeigten sich als Aefte in der Zeit Wilhelm des Eroberers. Damals vermochten sie ihren Namen noch nicht richtig zu schreiben; erst unter Jakob dem Ersten kam er in seiner heutigen Form vor. Unter diesem Stammbaum saßen sie eines Abends, Eleanor und Jim, neben dem flam- Menden Kaminfeuer. Sir Harry und Lady Coomber hatten sich, wie gewöhnlich, um zehn Uhr zurückgezogen. Die beiden verharrten eine Weile schweigend; Jim fühlte den ganzen Abend instinktiv, daß Eleanor ihn aus einem bestimmten Grund nach der Abbey rief. Er rauchte bedächtig seine Pfeife. „Du gefällst mir in der Umform, Jim," sagte das Mädchen.„Sie steht dir gut." Er lachte.„Ich werde sie wohl gegen ein weniger prunk- volles Gewand umtauschen müssen." „Ist das unbedingt notwendig?" „Ich weiß nicht, wer im Jahr fünfzehnhundert Pfund zu- schießen wird, und mit weniger ist es ausgeschlossen. Höchstens Tante Mary; aber auch das ist ungewiß." „Eigentlich war es unvernünftig, diesen Beruf zu wählen." „Es ist eben eine alte Familientradition," entgegnete Jim.„In meinem Fall freilich war es einfach lächerlich. Ganz der liebe alte Dater: zuerst etwas tun und nachher dafür bezahlen." Sie klopfte mit dem Fuß gegen das Kamingitter.„Es klingt nicht hübsch." meinte sie,„aber ich fürchte, daß er mich als Bankeinlage betrachtet." „Du meinst eine reiche Heirat?" fragte er.' � Sie nickte.'• Er lehnte sich im Lehnstuhl zurück und blies Rauchringe in die Luft. „Besteht eine Aussicht?" erkundigte er sich. Sie schüttelte den Kopf.„Jetzt nicht mehr. Ich habe mich verliebt.", Er setzte sich plötzlich gerade auf.„Verliebt? Du bist ja noch ein Kind." „Das glaubte auch ich vor einem Monat." „Wer. ist es?"„„ � „Ein junger Rechtsanwalt, entgegnete sie.„Der Sohn eines Mechanikers. Es heißt, seine Mutter habe als Scheuer- frau gearbeitet: aber das kann auch bloßer Klatsch sein." „Du lieber Gott! Bist du verrückt?" Sie lachte.„Ich wollte dir gleich das Aergste erzählen. Er ist etwas ganz Außergewöhnliches, ist der Typus, von dem die Welteroberer stammen: auch Napoleon war der Sohn eines Provinzadvokaten. Er, nicht Napoleon, ist schon heute einer der bekanntesten Männer in Millsborongh; was auch immer er anrührt, alles geht gut. Er wird bestimmt als Millionär und Mitglied des Hauses der Lords enden. Aber ich will ihn nicht deshalb heiraten. Erzähle dir das nur» um es dir leichter zu machen, für mich Partei zu ergreifem Ich würde ihn ebenso lieben, wenn' er ein Krüppel mit einem Wochenverdienst von einem Pfund wäre. Würde, gleich seiner Mutter, scheuern gehen. Es hat keinen Sinn, mir abzuraten, Jim. Hat es in unserer Familie je einen Mann oder eine Frau gegeben, die die Vernunft höher werteten als die Liebe? Auch dies ist unser Erbteil. Und du wirft mich eines Tages verstehen, wenn du es nicht schon jetzt tust." Sie hatte sich erhoben, trat hinter ihn und legte ihm die Arme um den Hals.„Wir haben immer zusammengehalten. Jim, sei auch diesmal mein Freund." „Wie ist er denn?" brummte der Bruder. Sie lachte.„Darüber brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Da ist er; schau ihn dir an." Sie nahm Jims Gesicht zwischen beide Hände und wandte es dem Bild des Mönches Anthony zu. der mit gekreuzten Armen dastand, umschimmert von einer seltsamen Helle. „Es ist eine schöne alte Legende." fuhr sie fort.„Sir Percival hat ihn nicht getötet. Du weißt ja. daß seine Leiche nie gefunden wurde. Die Legende erzählt, daß der heilige Aldys erschien, sich zu dem Blutenden niederneigte, ihn wie ein Kind in die Arme nahm und forttrug. All diese Jahre schlief er in den Armen des Heiligen, und nun ist er wieder» gekehrt. Er muß es sein. Die Aehnlichkeit ist auffallend, und auch der gleiche Name: Anthony Strong'nth'arm. Sie waren schon hier, ehe wir kamen, Bauern, Handwerker. Und er kehrte zurück, um den Seinen zu helfen, sie zu befreien. Ich aber will das alte Unrecht sühnen, indem ich ihm helfe und ihn liebe,"........._(Fortsetzung folgt.) parteipslitischen Bersammlung der letzten Tage fonnte man beob achten, daß durchaus genügend Beamte zur Verfügung stehen. Wie gedenkt die Berliner Schuzpolizei die Bassanten des Potsdamer Blages vor derartigen unerhör ten Borfällen zu schügen, und wie gedentt sie, die Bannmeile, innerhalb derer befanntlich größere Menschenansammlungen verboten find, zu wahren? Der Vollständigkeit halber möchte ich hinzufügen, daß auch andere Baffanten belästigt wurden, mit den unerhörteiten Schimpfworten belegt wurden usw. Der Feststellung entziehen sich die Feiglinge immer in einem künstlichen Gedränge durch die Flucht. Gibt er Gold für Papier? Märchen für Hindenburg- Wähler. Dummheit ist bekanntlich eine gesegnete Gabe Gottes. Sie ist der Sanierungsfaktor für alles Minderwertige und Morsche jeder Zeit. Bo wären unsere Nationalisten hingekommen, wenn nicht so piel Idiotie, blind und voll Sehnsucht nach Betrogenwerden, in der Welt umherlief. Die Rückschrittler find eigentlich unexistent im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches", wie einmal Christian Morgenstern bei einer anderen Gelegenheit sehr schon und bisfig sagte. Ihre Eistenz beruht auf der Lüge, und die Grundmauern bilden jene hoffnungslos Beschränkten, die der stark gehobenen Phrase der Feldmehelmeltanschauung als leichte Beute zum Opfer fallen. Alles ist plumpfte Spekulation, felbst mit dem Durchsichtigsten glaubt man die Wähler einfangen zu fónnen. Wer fennt nicht jene unverstandene ältere Dame mit dem zum Blazen aufgefutterten Moppel und ber treudeutschen Gesinnung im leicht verwelften Busen? Es ist ber Inp der älteren Jungfrau, verbittert und voll Hysterie. Sie hatte sich ein kleines Bermögen erspart, als Lehrerin oder Haus hälterin oder sonst was, dann kam der Krieg, später die Inflation, und alles wurde zuschanden. Nun hat man der armen Alten etwas ins Ohr geflüstert. Ein Stichwort, ein unsäglid) dummes. Aber die Wirkung bleibt nicht aus. Sindenburg wird alles mertlose Papier wieder in volle Goldhöhe auf werten. Sie weiß es effektiv. Ein Irrtum ist ausgeschlossen, die Goldberge liegen bereit, um auf die glückschauernden Inflationsopfer losgelassen zu merden. Sie wählt natürlich den Alten aus Hannover, dem, wenn er wüßte, zu meldh miderwärtigen Mani pulationen fein Name mißbraucht wird, die Saam in die Haarmurzeln stiege. So schleichen die„ nationalen Agenten des Stimmenfangs an die Gnterbten des Schicksals heran, um ein nichts mürdig freples Spiel mit ihnen zu treiben: Der vergrämte Rentner, dem seine Lebensarbeit über Nacht zu Wasser wurde, die Unzähligen, die die Kriegsnachwehen ruiniert haben. sollen das schmählich mißbrauchte Material für die parteipolitischen Pläne der Rechten sein. Gemiß: dieses Schindluderspielen mit den Möten eines geplagten Volkes ist unmoralisch. Was aber fragen nationalistische Heldenblöckler nach den Imponderablien" des Lebens? So ist der Wahlkampf. Sie brauchen Stimmen! Warum soll man da nicht auch mal das heiligste mit Füßen schusses hats verraten: die Hundsgeneinheit ist bei den Helden treten? Das Geheimprotokoll des deutsánationalen Finanzausblöcklern Trumpf. Für Marx! 10 Alle Bersammlungen zeugen davon, daß die Aussicht, dem Hindenburg im Bahlkampf die Generalfeldmarschall v. iederlage zu bereiten, die er uns im Weltkrieg bereitet hat, sehr groß ist. Die Redner, die in den im Norden abgehaltenen Ber: fammlungen( in den Pharus- Sälen" Genosse Heimann, in der Grüntahler Straße Genosse Breuer, in Reinidendorf- Ost im Schüßenhaus" Genosin Klara Bohm Schuch, vom Zentrum Wilhelm Knoll, von den Demokraten Redakteur Heinze) zeigten den Besuchern, welche Folgen es hätte, wenn Hindenburg jest siegte. Weil wir eine fortschrittliche Entwicklung brauchen, des megen ist. es notwendig, dem Kandidaten bei der Präsidentenwahl die Stimme zu geben, der uns den Boden schafft, auf dem diese fortschrittliche Entmidlung möglich ist. Dieser Boden ist die Republik und deswegen tommt nur ein aufrechter Republikaner als Bräfident für Deutschland in Frage. Deshalb muß jede Stimme aller fortschrittlich Denkenden, aller sozial Denkenden für Marr abgegeben werden. Deffentliche Wählerfundgebungen heute, Sonnabend, 25. April, 7% Uhr abends: Staaten: Gasthaus Wolf. Galow: Gasthof zur Linde. Biesdorf- Süd: Diez, Köpenider Straße. Frohnau Hermsdorf Hermsdorf.. Waidmannsluft: Bellevue in Redner: Ad. Hoffmann, Gertrud Hanna, Marie Kunert, Erna Kresse. Bernau: Deffentliche Kundgebung des republikanischen Boltsblodes im Einfium. Referenten: Lehrer Nifffa- Berlin, Verlagsdirektor Breuer- Berlin. Tagesordnung in allen Kundgebungen: Kriegsgeneral oder Friedenspräsident? Warum tritt die Sozialdemokratie für Wilhelm Mary ein? Große Kundgebungen des Volksblocks. Heute, Sonnabend, den 25. April, abends 8 Uhr, veranftaltet das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold die lette große Wahlkundgebung im Sportpalast. Alls Reduer sind gewonnen: Reichsfanzler a. D. Dr. Joseph Wirth, M. d. R., Frau Minifterialrat Dr. Gertrud Bäumer und Genosse Artur Cris pien, M. d. R. Die Kundgebung wird von Musikvorträgen des Berliner Bläserchors umrahmt. Während der Kundgebung veranftaltet die Reichsbannerkapelle vor dem Sportpalast ein Standkonzert. 2lle Teilnehmer an der Kundgebung werden gebeten, fich nach Möglichkeit an dem geschloffenen Aufmarsch der Reichsbannertameradschaften zum Sportpalaft zu beteiligen. Der Abmarsch erfolgt um 6 Uhr vom Bahnhof Zoo und um 5.30 Uhr vom Bülowplak. Nach Schluß der Kundgebung findet ein gemeinsamer Demon nach dem Berliner West en flatt. 2lle Republikaner werden. gebeten, sich an dieser legten wuchtigen Maffenfundgebung der Republikaner für Wilhelm Marg zu beteiligen. Deutschlands Retter an der Drahtstrippe. Man schreibt uns: Ich wohne in Westend, wo übrigens, trot, des sehr unproletarischen Publikums, besonders in der Gegend des Reichstanzterplages und Kaiserdamms, die schwarzrotgoldenen Flaggen in stattlicher Bahl flattern. Mein Weg zur Stadt führt durch die Ahornallee, und siehe da Mitte Wegs, quer über die Afflec, zwischen den oberen Stockwerken der Billen Nr. 14 und Dr. 40, erstere von der Familie einer in der Frauenbewegung nicht unbekannten de motratiiden tademikerin leptere pourationszug aller Reigsbannerfameradschaften ber- Afghanischen Gesandtigaft bewohnt, haben schwarz meißrote Propagandisten einen Draht gezogen. Ein Schildbürger stüdchen anscheinend turnerisch gewandter und politisch unbemander. ter Jugendlicher; denn an der Drahtstrippe tanzt lustig im Frühlingswind das Bild Hindenburgs mit der Unterschrift: Der Retter". Unfreiwilliger Humor in dieser den Rechtsblock bloßstellenden Rellame führt deutlicher vor Augen, mas beabsichtigt ist: der ehrwürdige greise Feldmarschall, tanzend an einer von Hintermännern gezogenen Drahtstrippe. Wir Republikaner betrachten diefes finnfällige Symbol mit fröhlichem Augenzwinkern und sagen ,, Lachen lints!" Deutschnationale Wahlmache. Mit Gemeinheiten soll gearbeitet werden. Die DeutschnatioStein auf die außen und innenpolitischen Gefahren eines Sieges Hindenburgs hin und deckte den ungeheuerlichen Betrug auf, den die Rechtsparteien durch diese Kandidatur am Bolte verüben. Bom Ausgang der Präsidentenmahlen hänge die gesamte Richtung der " Wir müssen siegen deutschen Politik in den nächsten Jahren ab. nicht schloß der Referent unter dem Beifall der Bersammlung nur um die Republik zu sichern, sondern um der deutschen Arbeiterflaffe die Möglichkeit zu geben, ihren Kampf um die wirtschaftliche und soziale Befreiung auf fester Grundlage zu führen." Zu einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich die öffent liche Bählerversammlung der Sozialdemokrati, schen Partei in der Bodbrauerei, Fidicinstraße. Genosse Otto Meier mies in seinem fesselnden Vortrag auf die ungeheure Bedeutung der Präsidentenwahl am nächsten Sonntag hin. Das deutsche Boll stehe vor der meltgeschichtlichen Entscheidung, ob es den Gözen der reaktionären Militaristen und Kriegshezer, den monarchistischen General Hindenburg, oder den Kandidaten des Wiederaufbaues und der sozialen Gerechtigkeit, Wilhelm Marg, zum Leiter seines Geschickes bestimmen will. Nach einer furzen Distuffion schloß die Bersammlung mit einem begeisternden Hoch auf die Sozialdemokratie und die Republik. Eine Ovation für den„ Borwärts" veranstalteten gestern, Frei. tag, abend eine Anzahl Jungens und Mädels, die aus der Hinden burgversammlung der KPD. im Sportpalast tamen, also auch das pöllische Radaubeispiel vom Donnerstagabend nachmachen mußten. Das bloße Gelächter einiger Genossen, die vor unserem Hause standen, veranlaßte die Fäuftchenschwinger schon zum beschleunigten Abzug. Die Dollarfabrik in der Grenadierstraße. Der„ ffumme" Angeklagte. Das letzte Mitglied einer Falschmünzerbande, die falsche Hundertbollarnoten herstellte und in den Berfehr bradhte, gelangte in der Person des aus Polen stammenden Händlers M. Eichen. that zur Aburteilung. Dieser Angeklagte hat dem Gericht schon große Schwierigkeiten bereitet. Dreimal mußie die Verhandlung gegen ihn vertagt werden, da er immer den wilden Mann spielte und schließlich von Ge richtsärzten beobachtet werden mußte. Auch jest tam er mit einem neuen Trid. Er erklärte, daß er nicht genügend deutsch könne und einen Dolmetscher haben müsse. Borsorglich hatte das Gericht einen polnischen Dolmetscher bestellt. Damit war der Angeklagte nicht zufrieden, er wollte polnisch ebensowenig mie deutsch können und verlangte einen Dolmetscher für jiddisch. Diesem Berlangen fam der Vorsitzende Brennhausen nicht nach, da das Gericht der Meiming mar, daß er sich bisher in Berlin immer gut deutsch ver ständigt habe. Der Angeflagte zog es darauf vor, fich während der genzen Berhandlung in Schweigen zu hüllen. Die Verhandlung er. gab folgenden Sachverhalt: Die Falschmünzerbande jejte fich außer dem Angeklagten aus den Handelsleuten Maier, Wittenberg, Wolf Irrgang und herschel Friedmann zusamunen. Diese Dollarfabrikanten waren Landsleute und hatten ihre Fabrit" in der Grenadierstraße aufgeschlagen. Ein Grieche und ein Türke wollten Dollarnoten faufen und erhielten sie auch in einem Künstlercafé am Kurfürstendamm von Wittenberg und Irrgang. Zu ihrem Leidwesen mußten sie aber hinterher feststellen, daß sie betrogen waren, da fie falsche Noten eingehandelt hatten. Um die Täter zu überführen, stellten sie ihnen eine Falle, indem sie ihnen als Lodipeise einen größeren Ankauf von zehn Hundertdollarnoten in Aussicht stellten. Als Wittenberg und Irrgang mit ihren Noten im Café erschienen, wurden fie von der Kriminalpolizei festgenommen. Die geschädigten Ausländer bemühten sich nun, pon den von ihnen ermittelten Hintermännern Eichenthal und Friedniann ihr Gelb zurückzuerhaften. Während man darüber in der Wohnung der beiden in der Grenadierstraße verhandelte, tauchte plöglich der Kriminalbetriebsaffiftent Rothe auf und nahm die beiden gemeingefährlichen Falschmünzer fest. Herschel Friedmann riß sich jedoch los und sprang aus dem ersten Stockwerk zu Fenster hinaus. Er ist seitdem spurios verschwunden. Bald darauf folgte ihm auch Wittenberg ins Ausland, denn er wurde angeblich wegen schwerer Erfrantung aus der Haft entlassen. Unter Burüdlassung der hohen Sicherheitsleistung verdustete" Maier haus verurteilt worden. Auch der großartige Besuch der bei Nitschte in Treptom veranstalteten Wahlfundgebung bezeugte wieder den republiẞittenberg ebenfalls. Nur Irrgang war zu 2 Jahren Zuchtfanischen Billen des Boltes. Hier nahm Genosse Bastor France zur Frage der Präsidentenwahl Stellung. Der Eichenthal fand plöglich seine Sprache wieder, als Redner ging von der Persönlichkeit des verstorbenen Reichspräfi der Staatsanwalt gegen ihn eine schmere Zuchthausstrafe beantragte. denten aus, dessen Birten als Staatsoberhaupt vorbildlich gewefen mit meinerlicher Stimme versicherte er mit einem Male, daß er ist. Ein Vergleich mit dem Kandidaten der Reaktion müßte sehr nicht Eichenthal, sondern Hersch heiße. Sein ganzes Leben sei falsch zuungunsten Hindenburgs ausfallen, dem politische Fähigkeiten gewesen. Sein Name, feine Che, alles fei falsch, und er gänzlich mangeln. Mit diesem Militär der alten Aera müßte das wisse von nichts. Das half ihm aber wenig. Das Schöffendeutsche Volk fertig sein. 3erflossener Glanz" darf nicht mehr trügericht verurteilte ihn zu drei Jahren Buchthaus, fünf Sen. Der Krieg war ein Anschauungsunterricht, der niemals vernalen fangen an, sich selbst zu übertreffen. In Neukölln, Railer geifen werden sollte. Die neue Zeit hat andere Ideale. Wir wollen Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Friedrich- Str. 211, ist ein deutschnationales Bar: teibureau in einem Laden untergebracht. Seit Tagen bietet sich hier ein Bild der Zerstörung. Das Schaufenster ist eingeschlagen. Hindenburg- Blafate sind in der unflätigsten Weise zerfezt. Man erzählt den Borübergehenden, was für Barbaren die Mart- Wähler seien. Es ist in der Gegend offenes Geheimnis, daß die fauberen Hindenburg- Jünger diese" Dekoration" selber herstellten, um so die Wähler zu betrügen. Sie haben oft genug bewiesen, wie meister haft fie folche Zerstörungen verüben fönnen. Sozialistische Zei tungsbetriebe missen davon zu erzählen. Jetzt schlagen fie zur Ab. tungsbetriebe missen davon zu erzählen. Jetzt schlagen fie zur Abführungen des Redners wurden oft durch starken Beifall unter mechslung die eigenen Fensterscheiben ein. Ja, sie verstehen es wirklich hundsgemein" zu sein. Die Wahl in Anstalten. Die Republik und darum müssen wir am 26. April für den Sandidaten des Volfsblods stimmen. Tosender Beifall dankte dem Redner. In der gutbesuchten Bersammlung in den Musikerfälen referierte Landtagspräsident Genosse Bartels, der auf die Demagogie der des deutschen Volkes einen Mann stellen, der sich nicht durch seinen Rechtsparteien hinwies. Wir müssen, so schloß er, an die Spize Treueid on Wilhelm von Doorn, sondern an den Treueid der Republif gebunden fühlt. Darum am 26. April jede Stimme dem perlässigen Republikaner Wilhelm Marr. Die Aus. strichen, der am Schlusse geradezu stürmisch war. In der Dis fussion sprach noch der Borsigende der Zentrumspartei Berlin- Mitte, 2. Weiß, in ergänzendem Sinne. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie, die Republit und die Berfoffung schloß die vorzüglich verlaufene Bersammlung. In einer gut besuchten Bersammlung in der Uhlandfchule in der Kolonnenstraße in Schöneberg sprach der Genosse Auf häuser, der auf die großen Gefahren hindeutete, die die Kan. bidatur Hindenburgs sowohl innen- wie außenpolitisch darstellt. Er schloß mit einem Appell an die Wähler, am 26. April mit aller Kraft für den Kandidaten der Republik einzutreten ganz be sonders müßten die Frauen den 26. April durch eine starte Wahlbeteiligung zu dem größten Antifriegstag machen. Eine Distussion fand nicht statt. In Tempelhof fand die Kundgebung in der großen Aula des Realgymnasiums ftatt und wies einen außerordentlich guten Besuch auf. In seinen Ausführungen, die mehrfach von stürmischem Beifall der Versammelten unterbrochen wurden, wies der Referent Genosse Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 25. April. Am Tage der Reichspräsidentenmahl merden mahr. fcheinlich für manche Seil und Pflegeanstalten, aber feineswegs für alle, wieder eigene Wahllokale eingerichtet werden. Aus Beamten und Angestellten einer solchen Anstalt wird ein vorfchriftsmäßiger Wahlvorstand gebildet, der in der Anstalt selber die Etimmzettel entgegennimmt. Diese Erleichterung ist besonders wünschenswert für Anstalten, deren Pfleglinge größtenteils bett fägerig find. Da besteht aber die Gefahr, daß bei der Entgegennahme der Stimmzettel das Wahlgeheimnis nicht hin reichend gewahrt wird. Man schildert uns, wie im Dezember verigen Jahres, am Tage der Reichstagswahl, in einer Anstalt Berlins die Stimmabgabe der Pfleglinge vor fich ging. Der Anstaltsinspektor und einige andere Angestellte gingen als WahlvorStand von Bett zu Bett, und eine wahrscheinlich auch zum Wahl vorstand gehörende Oberschwester ging mit, um den bettläge. rigen alten Leuten zu zeigen, wo sie das Kreuz einzuzeichnen hätten. Einem förperlich Behinderten steht das Recht zu, sich bei der Stimmabgabe durch eine ihn begleitende Ber trauensperson unterstüßen zu laffen, aber er hat felbstverständlich ouch das Recht, felber die Bertrauensperson auszusuchen. In jener 2nftalt aber soll gar nicht erst danach gefragt worden sein, mer als 3.35 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Abteilung BildungsBertrauensperson erwünscht war oder nicht. Eine in der Anstalt kurse). Sprachunterricht: Direktor Julius Glück: Esperanto". liegende Wählerin machte die Oberschwester darauf aufmerksam, daß 4 Uhr nachin.: Jugendbühne. Leitung: Alfred Braun. Der zerdie Wahl doch geheim sei, und sie bat, vom Bett zurüczutreten, bis brochene Krug". Ein Lustspiel von Heinrich v. Kleist. Walter, fie das Kreuz eingezeichnet habe. Die Kranke hatte die Empfindung, Gerichtsrat; Adam, Dorfrichter; Licht, Schreiber; Fran Marthé baß diese Wahrung ihres Rechtes auf Geheimhaltung der Stimm Rull; Eve, ihre Tochter; Veit Tümpel, ein Bauer; Ruprecht, sein abgabe die Oberschmester verschnupfte". Man fann Anstaltspflege Handlung spielt in einem niederländischen Dorfe bei Utrecht. Sohn; Frau Brigitte. Ein Bedienter. Büttel, Mägde usw. lingen folche unerfreulichen Auftritte ersparen, wenn man zunächst 7 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Hochschulkurse). die Stimmzettel und Briefumschläge verteilt, die nötige Zeit zur un- Prof. Dr. Leithäuser: Ueber die Empfangstechnik der drahtlosen beobachteten Eintragung des Kreuzes läßt und erst dann mit der Telegraphie und Telephonie. 8.30 Uhr abends: Sendespielbühne. Urne an jeden einzelnen herantritt und ihm den Briefumschlag samt Abteitung: Schauspiel. Leitung: Alfred Braun. XVL Verandem von ihm selber hineingeſtedten Stimmzettel abnimmt. Go staltung. Aus Faust" von Goethe. Die Gretchentragödie. Der. fann natürlich nur verfahren werden, wenn ein Pflegling nicht im Tragödie erster Teil von Faustens Verjüngung bis zum Schluß. Gebrauch seiner Augen oder Hände behindert ist, aber bann müßte Fritz Kortner; Marthe Schwerdtlein: Lieschen; Valentin, GretGretchen: Lucie Höflich; Faust: Karl Ebert: Mephistopheles: auch so verfahren werden. Pfleglingen, bie feine Unterstüßung clens Bruder; Böser Geist. Anschließend: Dritte Bekanntgabe nötig haben, ist zu raten, daß sie wie jene Wählerin handeln und der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportauf voller Wahrung des Wahlgeheimnisses benachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: stehen Außer dem üblichen Tagesprogramm: Tanzmusik. Die Muß immer geschoffen werden? Eine befannte Tatsache ist es, daß manchen unserer Bolizeibeamten die geladene Bistole viel zu Loder in der Tasche sitzt. Es ist ein unerträglicher Zustand, daß sich dadurch Lap palien zu völkerung hat ein Recht, von den Bolizeibeamten zu fordern, daß sie Tragödien auswachsen und Menschenleben fordern. Die Bemit dem nötigen Maß an Umficht und Selbstdisziplin ihr verant wortungsvolles Amt ausüben. Man muß darauf hinweisen, daß ein Menschenleben mehr wert ist als ein Bappfarton. Der Schneidermeister Sch., der in der Lichterfelder Straße wohnt, war am Donnerstag nachmittag mit einem Bekannten zum Rennen in Mariendorf. Im Anschlußz fuchten die beiden mehrere Lotale auf und traten gegen 11 Uhr, star fangeheitert, über die Tempeihofer Chauffee, die vom Bahnhof Tempelhof nach Berlin führt, den Heimweg an. Als der betruntene Sch. zwei Mädchen, die des Beges famen, start belästigte, riefen diese um Hilfe. Smei Bolizeibeamte eilten herbei und forderten die bezechten Freunde auf, mit zur Wache zu kommen. Auf dem Wege bahin versuchte Ech. zu entfliehen. Da der Schneidermeister vor Trunfenheit faum zu gehen verinochte, wäre es den beiden Schupobeamten ein leichtes gewesen, den Mann einzuholen und wieder festzustellen. Zunal fich ja der andere sogleich für seinen nicht zurechnungsfähigen Freund zur Verfügung stellte. Statt dessen gab der eine Beamte 2 Schüsse ab. die den Unglücklichen in den Rüden trafen und fogleich toteten. Sch., ein Mann in den dreißiger Jahren, ist verheiratet und Vater eines Kindes. Eine Berliner Mittagszeitung bringt über den Vorfall den, wie uns von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, sehr tendenziösen Polizeibericht. Jedenfalls muß die beflagenswerte Angelegenheit einer gründlichen Untersuchung unterzogen werden. Es erscheint ungeheuerlich, daß ein Betrunkener für einen schlechten Scherz mit dem Leben büßen mußte. Zu dem Brandschaden bei der AEG.- Fabrit Aderstraße wird uns von zuständiger Seite berichtet, daß der Schaden infolge starter Qualmentwicklung schlimmer aussah, als er war. An Schaden ist neben der Berstörung eines Delfeffels die Bernichtung Don Badmaterial und einiger Fertigläger entstanden. Der dem Werte nach allerdings nicht unbeträchtliche Schaden ist durch Ber ficherung gededt. Der Fabritbetrieb hat teine Unterbrechung erlitten, und auf die Lieferfähigkeit des Berkes wird der Brand feinerlei Einfluß haben. Flugzeugunglüd bei Turin. Bei den Afrobatenflügen auf dein Militärflugplay in Mirafiorin bei Turin ist ein Apparat abgestürzt, wobei der Fliegerleutnant Fabresi getötet und der Pilot Hauptmann Riglia fchwer verletzt wurde. Hikewelle in Amerika. Nachdem die Vereinigten Staaten in der legten Zeit von Schneeſtürmen, 3yflonen und Erdbeben heim. gesucht waren, find sie gegenwärtig von einer Sizewelle über flutet worden. In einzelnen Gegenden ist die Temperatur auf über 25 Grab gestiegen. In St. Louis mußten die Schulen wegen der Hige geschlossen merden. Chetragödie auf dem Bauernhof. Die liebesbedürftige Bäuerin. WALHALLATheater, Lichtspiele USW.THEATER Eine dunkle Chewirrung, deren Schlußkapitel eine Anklage gegen die Ehefrau und deren Liebhaber megen Aufforderung Staats- Theater Lessing- Theater Rosenthaler for. zum Gattenmord gegen Geldversprechen bildete, beschäftigte das erweiterte Schöffengericht mitte. Die Angeklagte, Frau Frida Aßfall, eine dreißigjährige blühende Landschönheit, war auf einem Bauerngut als Mädchen tätig gewesen und hatte thren Dienstherrn, den jeßigen Ehemann, nach dem Tode von dessen erster Frau geheiratet, nachdem sie schon vorher mit ihm Beziehungen unterhalten hatte. Der Ehemann war 63 Jahre alt. Opernhaus 7: Die Entführung aus dem Serail Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Margarete Schauspielhaus 7: Wallenst. Tod Heute Sonnabend 23. Weinbergswer Sonnt. 26, Mont. 27. Täglich 7% Uhr Abends 8 Uhr: Ensemble4 Gastspiele FOKIN FOKINA Täglich 8 Uhr: Gastspici des Schiller- Theater Trianon- Th. MetropolTheaters Der große Schlager Gr. Volksoper im Theat. Westens 71 Uhr. Samson Yoshiwara Korff Kaiser Titz Costa Gräfin Kleines Th. Mariza Tägl. 8 Uhr: OriginalVolksbühne Leopoldine Besetzung Ausstattung 7 Uhr: Datterich Honstantin in Deutsch. Theater Die Großfürstin 7 Uhr: Lory Leux Die heilige Johanna und der Zimmerkellner Elly Hoffmann Kammerspiele Central Theater 7 Uhr. Moral 8 Uhr Die Wollust der Die Che war zunächst ohne Trübung, bis die Schwester: Charleys Tante ber Frau auf das Gehöft tam und ihren Liebhaber, den 25jährigen Arbeiter Willi Freimann, mitbrachte. Beide waren in Berlin arbeitslos geworden und fanden dort Beschäftigung und Austommen. Bald aber begann die Besizersfrau selbst ihr Auge auf den hübschen Burschen zu werfen, und es gelang ihr auch, ihn an sich zu fesseln, so daß die Schwester schließlich megging. Der Ehemann merkte lange Zeit nichts, bis ihm eines Tages die Augen aufgingen und er den unbequemen Liebhaber furzerhand hinaus- und Dalila marj. Run erflärte aber die Ehefrau, daß sie dorthin, wo dieser gehe, auch hingehe. Mit ihrem Liebhaber verließ sie das Heim. Nach acht Tagen des Lebens in Berlin, nachdem die Geldmittel aus: gegangen waren, schien es ihr doch ratsam, wieder heim. zufahren. Der nachsichtige Ehemann nahm fie auch wieder auf unb berzieh alles. Trotzdem aber fegte fie das Liebesperhältnis fort. Frau Aßfall besuchte ihren Liebsten häufig in Berlin, indem sie ihrem Ehemann vorspiegelte, daß fie sich in ärztliche Behandlung begeben müsse. Die Mittel für das Zusammenleben mit ihrem Freunde mußte der Ehemann auch liefern, dem gefälschte Arztrechnungen vorgelegt wurden. Die Fälschungen bewirfte ein Schwager des Liebhabers, der Fleischer und Provisionsreifende Sternberg. Bei einem Zusammentreffen mit Sternberg fam nun der Pian zustande, den Ehemann zu beseitigen. Die Angeklagte Aẞfall gest and ein, daß sie bei einer Zusammenfunft heide Sternberg ihr Leid gel lagt hätten, daß sie immer noch nicht heiraten fönnten, und da habe Sternberg gesagt, daß er nicht umjonst fünf Monate Gefängnis abgemacht habe. Er würde ihnen Gift besorgen. Als sie Bedenten hatten, sagte er, er tönne auf Ehrenmort versichern, daß nichts heraustommen werde. Als sie immer noch vor der Tat zurüdscheuten, erbot er sich, selbst berlangte er 120 Mart. Der Vorsitzende stellte fest, da das ver. langie Geld, menigstens 92 Mart, von dem Ghemann, der vergiftet werben sollte, felbst heraus. ge: odt morden war, indem sie ihm vorspiegelte, fie müsse zu einer Inge Bleichen Bozina Bradsky Gustav Maizner Max Hansen Emil Gutmann Anstandigkeit Deutsch. Opernhaus m.com Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 8 Uhr: 7% Uhr: Eugen Onegin Der sprechende Affe Metropol- Theater Theater i.d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Franziska 8 Uhr: Paul Morgan USW. Preise: Tausend 0.75-4.50M. safe Beindien Komödienhaus Neues Th. am Zoo 8 U: Das silberne Berliner Theater BABY Herrnfeld 7.30 Uhr: 8% Theater 8 Anneliese v. Dessau Th. in Kommand. Str. im Intimen Theater Täglich 8 Uhr: -Bülowstr. 6. hinauszukommen und das Gift dem Ehemann beizubringen. Dafür SCALAUSCHINur eine Nacht 8 Uhr: VARIETE. Operation nach Berliu fahren. In Berlin übergab Sternberg der REVUE Angeklagten ein Pädchen, in dem das Gift sein sollte. Dieses jolite in den Kaffee nder Tee gemischt werden. Sternberg wollte felb mit hinausfahren. Inzwischen hatte aber Freimann fie veranlaßt, von der Sache abzustehen, da er Sternberg für einen Schwindler hielt, der sie nur mit Geld ansehen wollte. Ihre feste Absicht sei es gewesen, Sternberg auf dem Bahnhof das Bädchen zurüdzugeben, aber Sternberg fei nicht gekommen, und sie hätte den Zug ver fäumt. Als fie beim nächsten Zug wieder auf ihn martete, sei die Bolizei gelommen und habe sie verhaftet, da Sternberg inzwischen Anzeige erftaitet hatte. Der Angeklagte Freimann will be an Sache von Anfang an als derz aufgefaßt haben. Er habe auch das Gift zurückgeben wollen, da ihm Bebenten in den Stopf ge stiegen feien, daß die Sache herauskommen würde und sie schließlich feibit wegen der Tat ums Leben fommen fönnten. Der Zeuge Stern berg stellte die Sache anders dar. Die beiden hätten den alten Herrn - um die Ede bringen wollen. Wos er ihnen übergeben habe, war gar fein Gift, sondern es waren Aspirin Tabletten. Dann fet er mit feinem Vater zur Polizei gegangen und habe beide ver baften faffen. Auf Varhalt von Rechtsanwalt Theodor Lieb Sonntags 800. ermäß. Preise! Das volle Programm Residenz- Th. Täglich 8 Uhr: Die Nacht der Barmherzigkeit Regie: G Altmann von Max Hochdorf Sterler. Dieterle Apollo- Theater Dirikt. James Klein 8 Uhr: Die von Jean Gilbert Herrnfeldiade i. 3A. WIND CORTEN Enrico Rastell im Rahmen des unerreicht April- Spielpl. Stg. 3 halbe Prelse. Rauchen gestattet 8 Uhr Metropol- Theater Die Novität 8 Uhr Tausend süße Beinchen von Walter Bromme Lea Seidl, Hilde Wörner, Ida Perry, Ed. Lichtenstein, F. Sikla, S. Arno, F. Strehlen Friedenspreise! tnecht erflärte der Zeuge, baß er niemals ernstlich daran gedacht Nächte von Paris Premenoir 2 H., Park. 3, habe, den Angeflagten behilflich zu sein. Das Schöffengericht fam fchließlich zu einer Freisprechung Der beiden Angeklagten, da der Beuge Sternberg nicht den Eindrud mache, daß er ernst zu nehmen sei. Der Boden sei zu schwankend, im darauf irgendeine rechtliche Feststellung zu treffen. Es tönne Den Angeflagten nicht widerlegt werden, daß nicht fie Sternberg aufgefordert hätten, sondern daß dieser sich dazu erboten habe. Da cher Sternberg selbst die Tat nicht ernstlich geplant habe, so fönne eine Verurteilung nach§ 49a nicht erfolgen. Der Wunderdoktor. Die wunderbare Behandlungsmethode des Heilmagnetiseurs" Hans Schermugfi beschäftigte zum zweiten Male in der Berufungsinstanz die Straffammer des Landgerichts II. Die Straf fammer hatte das Urteil des. Schöffengerichts Tempelhof nach zuprüfen, durch das Schermukti megen fahrlässiger Tötung zu einem Jahre Gefängnis verurteilt worden war. In Behandlung des Heilmagnetiseurs war eine Frau ge tommen, die an Brustkrebs litt. Ohne eine förperliche Untersuchung norzunehmen, hatte der Angeflagte in der bei ihm üblichen Weise die Schmerleidende mit Gesundbeterei und Handauflegen behandelt und späterhin verordnet, daß sie auf die munden Stellen meißen Käse legen solle. Da die Patientin wegen der großen Schmerzen das Mittel nicht anwenden fonnte, hatte er ihr geraten, die Wunden zuerst mit Butter zu bestreichen und darauf den meißen Käse zu legen. Trotzdem die Krankheit rapide vorwärts. schritt, war die bedauernsmerte Frau von ihren Angehörigen nicht Davon abzubringen, meiter an die Behandlung des Wunderdofiors mit seinen Heilmethoden und seiner Gesundbeterei zu glauben, bis fie schließlich in sterbendem Zustande ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Der Angeklagte fuchte in längeren Ausführungen darzulegen, daß in ihm befondere heilsame räfte por handen seien. Durch Handauflegen werde die ihm innewohnende Heilkraft auf den Kranten übertragen. Wo er die Hand auflege, verdorren Geschwüre. Eine förperliche Untersuchung sei überflüssig, meil sein empfinden ihm allein die Krankheit zeige, außer dem aber wende er noch gelegentlich die eigene Diagnose an. Der Angeflagte erging fich in äußerst unflaren Rebemendungen vom Widerspiegeln der franken Ablagerungsstoffe in der Jris und der gleichen mehr. Er berief fich auch darauf, daß er wiederholt Krante zum Arzt geschickt habe. Nach langer Beratung ermäßigte das Gericht das Urteil gegen den Angeklagten, der in der ersten Instanz zu einem Jahre Gefängnis verurteilt worden war, auf sechs Monate Gefängnis. Geschäftliche Mitteilungen. Reklame für die Relfame. Neben der Reichs- Reflame.Messe felbst, die in wenigen Tagen sehntausende Besucher nach dent fchönen Meßgelände am Bahnhof Bisleben hinausloden wird und Reugnis von der Bedeutung der Retlame als Birtschafts- und Rulturförberer ablegen foll, wetben fich in der Reichshauptstadt noch andere bemerkenswerte Ereigniffe abspielen. Am Dienstag nächfter Boche, nachmittags, bewegt fich ein umfangreicher und in. tereffanter Bug non Reflame- Autos, Wagen und Trägern unter Begleitung mehrerer Mufitforps durch die Straßen der Stadt, die von der Boligel hierfile freigegeben worden find. Es ist eine Neuheit für uns Berlinet, auf Die mit mehr als gespannt fein dürfen. Außerdem findet vom 25. April bis 3. Mai abermals ein Schaufenster- Wettbewerb statt, bei hem diesmal die Frau als Preisrichterin fungieren und bestimmen foll, welches die schönsten Schaufenster find. Ameifellos hat die Geschäftswelt ein Intereffe baran, ein mal fogufagen ,, bie Stimme des Voltes zu hören, um feinem Geschmad möglidyit nahe au tommen. Man darf mohl für beide Beranstaltungen, bie übrigens unter der Zeitung des Berbandes beutscher Reflamefachleute C. B. stehen, eine erhebliche Beteiligung ber Berliner Bevölkerung erwarten. Biele Sausfrauen wissen es noch nicht, bak bie Monbamin- Gesellschaft neben dem feit Jahren bewährt und in jedem Saushalt unentbehrlich ge wordenen Mondamin neuerdings auch Mondamin- Badpulver und Monbamin Buddingpulver herstellt. Beides find Qualitätsprodukte, die in nichts dem Urerzeugnis nachlieben. Die Borzüge des Mondamin- Badpulners find unbe dingt zuverläffiges Treiben des Zeiges unter Bermeidung jedes Beigefchmades. 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Komische Oper Direktion: James Klein Nachdem bereits 250 Aufführungen stattgefunden haben, sind folgende bedeutende Preisermäßigungen eingetreten: Parkett 3,50 Faut. 6.2.Rang 2,50 3.Rang 1,50 Allabendlich 8 Uhr: Die weltbesprochene REVUE: Das hat die Welt noch nicht geseh'n 30 Bilder! 250 Mitwirkende! Sonntags 3'10. balbe Preise Jed.Erwachsene 1Kind frei! Reichshallen Theater Allabendi 8 U. u. Son ntag nachm. 3 Uhr Steffimer Sänger Nachmittags halbePreise volles Abendprogr.! Dönhoff Brett'l: April- Programm! Falkner- Orchester CIRCUS BUSCH Tägl.7%, Stgs. a. 3U. Der große Erfolg der Saison: CIRCUNREVUE Kava asch Raych Busch Der vollst. Circusspielpl. im Rahmen der Revue. Berl.Wasserfreuden Auftret.: Schulreiter Georg Burkhardf- Foottif Stay balbe Preise! 3 Uhr: Neue Haare Theater am Kottbusser Tor. Tägl. 8 Uhr und Sonntag nachm. 8 Uhr Elife- Sänger. Kolossales April- Programm! Schlager auf Schlager. Volkstümliche Preise. Rennen zu Strausberg machfen fchon wieber Sonnabend, d. 25. April, nadim. 3 Uhr Fahrplan: wirit Bunder nach Charlottenburg ab 12" Smaligem Einreiben. Zoo Go lauten viele An Friedrichstraße erfennungen M 2,25 Alexanderplatz und M 3.50. Jn Dro- Schlesisch. Bhf. gezien, font bet Otte Strausberg Reichel, Berlin 48, 50, Gisenbahnftr. 4. 泡湯 Reichels Haartraft waffer Jatraft 100 113 " 99 1280 108 106 118 121 183 112 9 127 S 119 128 an 20 210 210 1838 Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68. Lindenstraße 3. Wiclefftc. 17. für Groß- Berlin flets an das Bezirksietretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts. au richten 2. Kreis Eiergarten. Genoffen, die sich heute Gonnabend an der Propa. gandafahrt beteiligen wollen, treffen fich nachmittags 3 Uhr bei Schmidt, 4. Areis Prenzlauer Berg. Rentralwahllokal bei Krug, Danziger Str. 71. Fernfprecher: Sumboldt 723. Emaige Aenderungen der Abteilungslokale bei der Kreisleitung melden. Abstimmungslokale find diefelben wie am 29. März. Lehmann, Hallesches Ufer 14. 6. Kreis. Wahlhilfe filt die 89. Abteilung Sonntag, früh 8 Uhr, bei 7. Kreis Charlottenburg. Die Barteigenossen werden erfucht, am Sonntag pünktlich zur Wahlarbeit in den Rahlabendlokalen und Abstimmungs bezirten au erfcheinen. Ueberzählige Genoffen und Mitarbeiter tönnen fich melden Restaurant Safe, Spreeftr. 50, am Wilhelmplak. Fernspreder: Wilhelm 5358. 11. Szcis Schönebereg- Friedenau. Alle Genoffinnen und Genossen, welche noch nicht von ihrem Sahlabenpleiter zur Wahlarbeit eingeteilt worden find, treffen fich pünktlich 8 Uhr im Sentralwahllotal des Streifes bei Bi Heute, Sonnabend, den 25. April: 42. Abt. Bon 4 Uhr ab holen die Bezirksführer Wahlmaterial und Mai Martin- Luther- Str. 69. zeitungen von Wiersdorf, 2[ rbanftr. 6, ab. 73. 2bt. Sd mat gendorf. 8 Uhr bei Bahr, Rusammenkunft aller Barteigenoffer. 83. bt. Sichterfelde. Alle Genoffen beteiligen fich an der Demonstration für den Präsidentschaf'standidaten Marr. Abmarsch heue abend 6 Uhr mit Mufit von der Wiesenbaube. 123. Abt. Raulsdorf. Junttionäre und Varteigeroffen, die sich an der Wahl arbeit beteiligen, finden sich abends 8 Uhr bei Sübner zu einer turaen Befprechung ein. 136. Abt. Reinidentorf- Oft. Die Genoffinnen und Genoffen, die vom Bezirks führer noch nicht zur Wahlarbeit einge eilt find, begeben sich zum Sentral wahllokal ber Abteilung, Bruno Döfider, Residensstr. 33. Nach Wahl schluß das Refultot ber einzelnen Wahliofale fofort nach dem oben ge nannten Cotal übermitteln. Jungfoziaisten. Die Gesamtveranstaltung am tommenden Montag findet nicht im Landtag, sondern Belle- Alliance- Str. 7/10, roter Goat, fiatt. Sozialistische Arbeiterjugend. Die Jugendgenossen des Werbebezirks Often treffen fich am Sonnabend, 43 Uhr, am Landsberger Blak, zur Beteiligung an der Beerdigung des Jugendgenoffen Guilleaume. Morgen, Sonntag, den 26. April: Zentral- Wahllokale für die Reichspräsidentenwahl. Sichtenberg. 114. Abt. Die Genoffen melben fich zur Wahlorbett 8% The bel 116. bt. Treffpunkt zur Wahl Schwarzer, Gabriel- Mag- Str. 17. arbeit 8 Uhr im Zotal Morr, Neue Bahnhofstr. 28. 121. Abt. Karlshoift. Die zur Wahlarbeit nicht eingeteilten Genoffen treffen fich bei Buchholz..Trestowallee Ede Dönhoffstraße. 128. 130. Abt. Paulow. Alle Republibaner treffen sich zur Wahlhilfe on Sonntag vormittags 9 Uhr bei Meier, Türkisches Selt, Breite Str. 14. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Mitte: 3schiefing, Aderstr. 1. Norden 2736. Tiergarten: Schmidt, Wiclefftr. 17. Hansa 663. Wedding: Schade, Kösliner Str. 9. Moabit 9781. Brenzlauer Berg: Klug, Danziger Str. 71. Humboldt 725. Friedrichshain: Lojad, Beŋmestr. 8. Alexander 2570. Kreuzberg: Krüger, Grimmstr. 1. Moritzplatz 12 702. Charlottenburg: Haase, Spreestr. 50, am Wilhelmplag. Wil- mitbringen. Kamerabjaaft Charlottenburg: Sonnabend, den 25. April, helm 5383. Spandau: Alter Ratsteller, Markt. Spandau 175. Wilmersdorf: Kroiß, Holsteinische Str. 60. Palzburg 1103. Zehlendorf: Lindenpart, Berliner Straße. Zehlendorf 2011. Schöneberg: Will, Martin- Luther- Str. 69. Stephan 4049. Steglitz: Kaiferhallen, Düppelstr. 3. Steglig 2000. Tempelhof: Niendorf, Mariendorf, Chauffeestr. 19. Güdr. 1548. Neukölln: Stahmann, Münchener Str. 42. Neukölln 1962. Treptow: Jähnte, Niederschöneweide, Berliner Str. 109. OberSchöneweide 269. Köpenid: Stadt- Theater, Friedrichstr. 6. Köpenid 360. Lichtenberg: Seipfe, Kronprinzenstr. 47. Königstadt 851. Weißenfee: Gallas, Lehderstr. 122. Weißensee 875. Pantow: Türkisches Belt, Breite Str. 14. Bantom 266. Reinickendorf: Dölschner, Re denaftr. 53. Reinickendorf 3302. 2lle Genoffen, die in ihrer Abteilung zur Wahlarbeit nicht eingeteilt sind, melden sich im Zentralwahllokal ihres Kreises. Zentral- Wahlleitung. Die Zentralwahlleitung befindet sich im Bezirtsfetretariat, Wichtige BorLindenstr. 3; Telephon: Dönhoff 5036, 5087, 5088. Treffpunkt der Genoffen zur Wahlarbeit in folgenden Cotalen: fommniffe, die allgemeines Interesse haben, find dorthin zu melden. 4. bt. 8 Uhr früh bei 2ö fert, Neue Friedrichstr. 108. 6. t. 8 Uhr früh bei Dobrohlam, Swineminder Str. 11. 9. Abt. 8 Uhr früh bei Sübner, Wilsnader Str. 34. Fernspr.: Moabit 6067. 13. bt. 29 Uhr bei Liebfch, Wilhelmshavener Ede Birkenstraße. 15. Abt. 8 Uhr im Lokal Fr. Alatt, Bernauer- Ede Sreliger Straße. 17. Abt. Bei E. Cerih, Tegeler Str. 50, treffen fich alle noch nicht zur Wohlarbeit eingeteil'en Cenoffen. 20. Sibt. Treffpunkte früh 8 Uhr in folgenden Stimmtbezirten: 586-589 und 661-603 bei Bontte, Edhulite 74. Bezirfe 668-671 bei Bose, Roloniestr. 15. Bezirke 672-673 bei frisch, Drontheimer Str. 4. Besirle 674-676 bei Stimperede, Rolonieftr. 42. Bezirke 677-679 bei Bähr, Schwedenfit. 2. Tie übrigen Genossen finden sich um 19 Uhr bei Fritfd, Drontheimer Straße 4 ein. 7% Uhr abends Bekanntgabe des Wahlergebnisses bei Poje, Koleniestr. 15. Samariter. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G 14. Gebaftianfte. 37/38. Sof 2£ t. Rameradsdjaft Tiergarten: Sonnabend, den 25. April, nachmittags 5 Uhr, Antreten im Ricinen Tiergarten am Denkmal Fahnen nachmittags 5 Uhr, Abmarsch der Kamerabschaften Charlottenburg und Wilmersdorf mit Mufit pünktlich nom Bereinslofal Bilhelmshof, Berliner Eingang Spreestraße Nachzügler ab 6 Uhr am Bahnhof Roo. Sonntag, ben 26. April, von frülh 8 Uhr ab milssen sämtliche Kameraden im Bereins Lofal anwesend fein. Mittags 12 Uhr Abmarid, mit Mufil. Ram rabichaft öpenid nebst Untergruppen: Sonnabend, den 25. April, abcnts T¼ Uhr, Treffen am Bahnhof Köpenid aur Fahrt nach Ertner. Abfahrt Ripenid 7,34 Uhr, Friedrichshagen 7,42 Uhr. Kameradsdjaft Neuenhagen, Sappegarten, Birkenstein: Connabend, den 25. April, abends 74 Uhr, Treffen ben gebung in Neuenhagen. Sonntag, den 26. April, Treffen der Abteilungen Gefamikamerabschaft am Bahnhof Soppegarten zur Republikanischen RundNeuenhagen, Soppegarten, Niederheide 7 Uhr früh im Lotal Frante, Reuen Kamerabfchaft Friedrichshain: hagen, Bahnhofstraße, zur Wahlarbeit. Sonntag, den 26. April, morgens 8% Uhr, Treffen ber gesamten Ramerab schaft im Vereinslotal Fruchtstr. 36a. Sämtliche Fahnen find mitzubringen, teine barf fehlen. Ramerabidaft Mitte: Sonntag, den 26. April, Dor mittags 9 Uhr, Antreten der gesamten Rameradschaft bor dem Gaubureau. Kamerabschaft Brenzlauer Berg: Sonntag, den 26. April, vormittags 9 Uhr, Senefelderplak. Autofahrt mit Mufit. Rameradschaft Kreuzberg: Sonntag, Den 26. April, vormittags 10 Uhr, tritt die gesamte Rameradschaft in den Blücherfälen an. Ramevaden in Rivil auch erwünscht. Rameradschaft Bilmersdorf: Sonntag, den 26. April, vormittags 9½ Uhr, Antrelen aur Fehrbelliner Plas au Bropagandafahrten mit Rraftwagen und Musit. Erfcheinen Pflicht. Stets alle Fahnen mitbringen, au eigene. Spazierſtäde nicht gestaltet. Kameradschaft Stenlih: Sonntag, den 26. April, haben fich alle Kameraden im Standquartier, Restaurant Raiserhallen, Steglis, Markt. plak, zweds Ablösung aufzuhalten. Ramerabschaft Lichtenberg nebst Untergruppen: Sonntag, den 26. April, frith 7% Uhr, Antreten bei Krüger zur Fahrt nach Röpenid. Um 11 Uhr zurüd. Au allen Veranstaltungen find die Fahnen mitzubringen. Kameradschaft Weißenfee: Sonntag, den 26. April, morgens 7 Uhr, Antreten in Bannerfleidung zweds Propagandafahrt. Kameradschaft Banlow nebst Untergruppen: Sonntag, den 26. April, früh 8 Uhr, Treffen aller Rameraden im Türkischen Selt, soweit schon eingeteilt, an eingeteilter Stelle. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, vormittags 11 Uhr, Pappelallee 15, Sar Bortrag des Serr. Dr. R. Sturm: Johann Seinrich Bestalossi." monium: Aus Tosta"( Buccini). Gäfte willkommen. 3ur Unterstüßung von alten und franten Wahlberechtigten hat der Arbeiter- Samariferbund in allen Stadtteilen Berlins Wachen Arbeiterverein für Biochemie und Bebensreform L. 8. B. Wir haben eingerichtet, um tranfe oder in der Bewegung behinderte Personen Montag bet fifcher, 58, Am falfplak 2, Sof I lints, ab 6 Un nunmehr folgende Beratungsstellen eingerichtet: Bezirk Brenzlauer Berg: zum Wahllokal zu transportieren. Der Transport geschieht auf Anabends: Bezirk Bedding: jeden Montag bei Gisbier, N 39, Chauffeeftr. 68, fordern von den hier verzeichneten Stellen unentgeltlich: Dorn I links, ab 6 Uhr abends; Bezirk Moabit: jeden Dienstag und Freitag Lichtenberg: jeben Freitag im Reftaurant Sievert( Turnerheim), Schiller ftraße 15, Cde Rantstraße, ab 18 Uhr abends. Beratung, Reuaufnahme, Galzabgabe daselbst. Zentrale: Zimmer, Schönhauser Allee 65. Telephon Humboldt bei Bugbromik, Savelberger Str. 19, of 1, 6 bis 8 Uhr abends: Begirt 434. Bellin, Schulftr. 12. Moabit 165. Krüger, Butligftr. 10. Moabit 1766. Leibniz- Gymnasium, Mariannenplay. Morigplatz 7608. 22. st. 8 Uhr bei Reuter, Föhrerstr. 13 und Sönisch, Utrechter Straße. Notroff, Rigaer Str. 95. Königstadt 854. Bartusch, Friedenstr. 88. 24. Abt. 8 Uhr Döl, Imanuelti: chfix. 24, im Berkehrsbureau. 25. Abt. 8 Uhr bei Gott, Anieprobe Ede Barbelebenstraße. 33. bt. 8 Uhr früh bet niat, Benmeste. 8. 36. bt. Rentvelwahllefal Busa, Tilfiler Str. 27. Fernfprecher: Rönigstadt 1105. Rur Einteilung der Wahlarbeiten treffen sich die Genossen 81 Uhr vormi taes im felben Coral. 37. t. Frih 49 Uhr bei Pfeifer, Sansburgftr. 2. 38. 9. Rentralwahlbureau Bertusch, Friedenstr. 88. Fernsprecher: Rönigfest 2795. Ale noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilten Genoffen melden fich dort pünktlich Uhr. 160. Stadtbezirk: vormittags 9 Uhr bei Gobotta, Nichthofenfte. 1. 40. bt. Alle noch nicht zur Wah'arbeit eingeteilten Genoffen melben sich 19 Uhr bei Seufner, Sagelberger Str. 20a. 44. 96t. Wahlbureau bei Ewald, Gfaliger Str. 128. He noch nicht eingeteilten Genossen melben sich dort. Nach Wahlschluß Bekanntgabe des Trefultats. 45. 6. Treffpunkte zur Wahlarbeit: Gruppe Sollstein: bei Berifah, Wienet Graße 88; Grippe Richter: bei Sarilieb, Glogauer Str. 23; Gruppe Stephen bei Sebefreit, Reichenbercer Str. 124; Gruppe Walter: bei Minnig, Laufiker Str. 45. Sentvalmahllokal ber Abteilung Bertsch, Wiener Gipake 38. Alle noch nicht eingeteilten Gehoffen melden sich bei Bertsch. Am Wahltag, abends 7 Uhr, bei Wienziers. Reidenberger Str. 104, Bekanntgabe des Refltats mit gefelligem Beisammensein. Arbeiter fänger der Abteiluna find eingelanden. 46. 96t. Frith 8 Uhr bei Balleninn, Görliger Str. 72, Wahlarbeit. 47. Abt. Rentre Imahllofel Gietentopf, Mustauer Str. 35. Genoffen, die nidt nem Bezirksführer auz Wahrhilfe eingeteilt find, melden fich dort 81 Uhr. 8 48. 96, Frith 8 Uhr im Zobal Reller, Fürstenstr. 1. Charlottenburn 51. bt. Die Cenoffen und Jugendlichen treffen fich 159 Uhr in den Gruppenlot Jen zur Wahlarbeit. 6 2 Uhr Schlepparbeit. 52. bt. Früh 8 Uhr bei Babe, Raiserin- Augufte- Alee 52. 55. 261. Uhr Wahlarbeit in den Gruppen: 8. Gruppe bei Eggeri, Wallitr. 90; Schloff. 45. 58. 26t. Früh 8 Uhr Treffpunkt der Selfer im Bah bureau, Banreuther Str. 31( Deutscher Verkehrsbund), Fernsprecher: Rurfürft 9832. 9. Gruppe bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21: 10. Grupre bei Bohne, 68. Ast. Wahlloba! der Abteilung Alingebeit, Johann- Georg- Str. 15. e Selfer dafelbft 8½ Uhr feilh. Bilme storf. 70, bt. Bormittags 9 Uhr bei Krois, Solternifche Str. 60. Marten und Billetts zur Maifeier find beim Raffierce Paul, Solfteinische Straße 4, abzuholen. 72. t. 8 Uhr bei Schäfer, Auguftaftr. 31. Schöneberg. 79. Abt. Rentralwohlofal bei Grok. Gebauftr. 17. Alle Genoffen treffen sich in ihren Rahlabendiofalen aur Wahlarbeit. 80. st. Früh 8 Uhr bei Cürlic, Rubens. Ede Bagasstraße. Wahlarbeit. 81. bt. icbenan. Bahlbureau: Riabe, Sandiernstr. 60/61. Früh 8 Uhr. Alle Mitglieder und Wahlhelfer find pintilich dort. Abends Bekannt gabe der Wahlresultate durch Wadio. 83. bt. Zichterfelbe. Die Genoffen, die vom Bezirksführer zur Wahlarbeit noch nicht eingeteilt find, melden sich von 9 Uhr ab im Zentralwahllotal Quandt. Moltkestr. 31. 84. bt. Pantwig. Alle noch nicht eingeteilten Genoffen melden fich zur Wahlhilfe im Sentralwahllotal Lehmann, Roifer- Wilhelm- Str. 29/31. Billions 30-0000-00000005080 DEDEDECOD Damen- Konfektion Herrenartikel Schottenkleidchen reizendeFasson, verschied Muster, Größe 60-90 cm Damenkleid 3.95 Oberhemden durchgehend Perkal mit Kragen und Umschlag 4.90 manschetten Taghemden aus Königstadt 2795. Hölle, Bergmannstr. 69. Morigplay 13 125. Schüttler, Gräfeftr. 3. Morizplaz 9069. Weißenfee: Gallas, Lehder. Straße 122. Weißenfee 877. Mariendorf: Niendorf, Chauffeeftr. 19. Südring 1548. Schöneberg: Rosenthal, Ebersstr. 66 Stephan 2932. Charlottenburg: Thelen, Kaiser- Friedrich- Str. 45 Wilhelm 3190. Treptow: Beermann, Ede Elsenstraße. Morigplay 3309. Panfow: Türkisches Zelt. Breite Straße. Banfow 266. Neukölln: Stahmann, Reuter Ecke Münchener Straße. Neufölln 1962. Köpenid: Schloßstraße 22. Köpenid, Bezirksamt, Unfallstation. Reinidendorf, Tegel, Wittenau: Kastanienwäldchen, Residenzstraße Ede Banfower Affee. Reinickendorf 204. Adlershof: Sanitätsbarace. Radfahrer. Der Arbeilerradfahrerbund Solidarität" hat seine Zentralftelle im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25. Auf telephonischen Anruf Morihplah 11 507 stehen den Abteilungen Radfahrer in genügender Anzahl zur Verfügung. Das Wahlresultat. Das Wahlrefultat der einzelnen Stimmbezirke wird in jeder Abteilung zufammengestellt und dann auf dem schnellsten Wege dem Bezirkssekretariat übermittelt. Teilrefultate und Resultate einzelner 2bftimmungsbezirke find werflos. Nur das Gesamtresultat der Abfeilung fann bei Beröffentlichung Verwendung finden. Gewissenhafte und schnelle Berichterstattung ist Pflicht jeder Abteilungsleitung. Der Bezirksvorstand. 85. bt. Temelhof. Frith 8 Uhr verfammeln fich die Wahrhelfer in der Linde, Friedrich- Rark Ede Berberstraße. Das Rentralmahllobal befindet sich ebenfalls dort, Bezirkswahllotale: 1. Bezirk: Stuhlmann, Dorfftr. 50; 2. bis 5. Begint: in der Linde, Friedrich- Rarl Ede Berberstraße; 6. Bezirk: Lange, Ringbahnftr. 4; 7. Bezirk: Sappelt, Gottlich- Dundel- Str. 10. 104. Abt. Riederschöneweide. Sentralwahllctal bei Jühnke, Berliner Str. 109. Fernsprecher: Oborschöneweibe 269. Bekanntgabe des Wahlresultats ab 7 Uhr bei Schmidt, Berliner Str. 97/98. Dort gefelliges Beifammensein. 108. Abt. Röpenid. Frith 814 Uhr Treffpunkte: Dammvorstadt bei Schula, Bahnhofstr. 34: Rieg und Altstadt bei Fiebach, Müggelheimer Str. 1; Zentralwahllotal: Röllnische Borstadt bei Raschke, Rudower Str. 21. Stadttheater, Friedrichstr. 6. Fernsprecher: Köpenid 360. Resultatver tündung 6% Uhr im Stadttheater. Reichsbund jüdischer Frontfoldaten C. B. Ortsgruppe Berlin, Bezirk Nord. Am Donnerstag, den 30. April, 8 Uhr, Bezirksversammlung mit Damen, in großen Gaal der Sophienfäle, Sophienstr. 17/18. Bortrag von Frau Dr. Marie Elifabeth Lilders, M. d. R. Thema: Bolfseinheit oder Raffenfeindschaft." Die Berliner Mandolinenvereinigung 1905, Dirigent: Bruno Schmidt, veranstaltet am Sonntag, den 26. April, ein Boltskonzert unter gültiger Mite wirkung des Ronzert- und Opernsängers Herrn Walter Bartofchet( Lieder zur Zaute), in der Aula des Quisenstädtischen Gymnasiums, Gleimstr. 49. Anfang 8 Uhr. Eintritt 80 f.( einfchließlich Steuer). Schuh- Produktiv- Genoffenschaft 1920. Montag, den 27. April, 8 Uhr, im Lokal von Moor, Lichtenberg, Neue Bahnhofftr. 28, findet die Fortsegung unferer Generalversammlung ftatt. Erscheinen aller Genoffen ist Pflicht. Berein Sozialistischer Aerzte. Deffentliche Mitgliederversammlung Montag, den 27. April, 8 Uhr, im Bichorrhaus, Teuenkienftt. 18( an der Rantestraße). 1. Bortrag des Genoffen Dr. J. Raded fen.: Aerztliches und Richtärztliches aus Balästina"( mit besonderer Berüdsichtigung der dortigen Ambulatorien). 2. Diskussion. Gäste willkommen. Weichfelftr. 11, bei Bent. Arbeiter Radioklub, Ortsgruppe Bichtenberg. Am Sonntag, den 26. April, Wahlresultate durch Radio, während der Paufen Vorträge. Arbeitersport. Freie Schwimmer Neukölln. Seuie Monatsversammlung im Restaurant von Fripau, Marefcftr. 14. Pei ber michtigkeit der Tagesordnung ist un bedingtes Erscheinen jedes Mitgliedes Pflicht. Anfang ½ 8 Uhr. Briefkasten der Redaktion. -3. B. 1875. 1. Der Raufvertrag ist rechtsunwirksam. Sie müssen bas Rab herausgeben. 2 und 3. Nein. 8. M. 57. Die Kirchensteuer milfen Sie aahlen. Ihre Tochter muß ben Austritt felbft erklären. 92. 3. 50. 1. Ja. B. 100. 1. Sartnädige und grundinfe Ber 2. An die Berufsgenossenschaft But Rige weigerung ber ehelichen Bflichten ist ein Scheidungsgrund. erhebung ist aber nur der fchulblofe Teil, in Ihrem Falle alfo Thre Chefrau, berechtigt. 2. Sm Falle der Scheidung steht die Sorge für die Berfon des Rindes, d. h. bas Recht und die Pflicht, das Kind zu erziehen, au beauf fichtigen und feinen Aufenthalt au bestimmen, nur dann der Mutter u menn der Mann für allein schuldig erklärt worden ift. 3. Das richtet fich nach Ihren Einkommensverhältnissen. 4. Das empfiehlt sich nur, wenn Sie geschieben fein mollen. . S. 100. 1. Gelbstverständlich. 2. Die Tiere haben nicht Str Diphtheritis, fondern auch Zuberkulose. Sie tun am besten, wenn Sie sich nach gründlicher Desinfektion des Stalles, einen ganz neuen Stamm zulegen, 3. Die Raninchen scheinen nicht gana trodenes Futter erhalten zu haben. Weffer für Berl n und Umgegend. Zunächst veränderlich mit leichtent Bewitterregen und etwas fühler. Epäter wieder aufheiternd und Ermarmung. Für Deutschland. In Ostdeutschland weitverbreitete Gewitter regen. In Weft eutschland zunächst noch veränderlich, später im Wester beginnende Aufbeiterung. Sonnabend JANDORF Kleiderstoffe für Blasen Muster, Paspelgarnierung 3.95 Hemdenstolt, Faltenbrust 3.90 Zephir Oberhemden 0.85 Trikotkleid Kunstseide, fesch verarbeitet, in vielen 6.50 Farben Kasak Fasson aus gemustertem Waschstoff, schöne Muster, kieidsame 3.95 reinKleiderrock woll, rung. marine od. schwarz 4.75 Cheviot, Tressengarnie Korsetten Korselt modelarb.Drell Sportserviteurs farbig, mit festem Steh. 0.78 Umlegekragen . Strohhütet 1.45 form, Bast Formen Haarhüte moderne 7.90 Selbstbinder bite 0.85 Form Gardinen Scheibengardinen mit Bandeiniassang Mtr.0.48 sammlerung und Haltern. 1.55 Tüllgardinen volle Hütthalter aus gutem Drell, verschiedene Farben, mit Gummi und Haltern Hütthalter Frau oder modelarb. Breite Mtr. 0.85 Mtr. 0.98 1.65 Etamin ca 150 cm breit Künstlergardinen 1.95 Etamin m.Einsatz u. Volant 4.95% Drell, durchgeh. 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Was sind das für Minister, die der Rechtsblod dem Reichspräsidenten Hindenburg zur Verfügung stellen würde? Nun, wir haben sie ja schon! Herr von Schlieben und Herr Luther. Das find zuverlässige Leute. Der rechte Flügel der der zeitigen Reichsregierung hat nämlich durch die Ver öffentlichung seines„ Hindenburg- Programms" schon den Befähigungsnachweis dafür, erbracht, daß er für Hindenburg und seine Einpeitscher regieren könnte. Das Hindenburg- Programm" der derzeitigen Reichsregierung sind ihre zehn Steuergesetzentwürfe, die soeben vom Reichsrat er ledigt wurden. Eben ist das Steuerjahr 1924/25( April 1924 bis März 1925) abgeschlossen worden. Man vergleiche mit seinen Ergebnissen das, was Regierung und Reichsrat jetzt fordern: An Lohnsteuer follten einkommen es sind eingekommen. • 亞 800 mill. M. 1329 Die Steuerreform fieht einen Abbau der Einkommen Steuer für die sich selbst einschäßenden vor! Körperschaftssteuer und Vermögenssteuer follen abgebaut werden. Die Zöllen sollten erbringen..... es sind eingekommen. 16 160 Mill. m. 356 Deswegen sollen durch hohe Zolltarife diese Einnahmen weiter erhöht werden. Die Tabatsteuer sollte erbringen. es sind eingekommen ° 360 Mill. M. 513 8 Sonnabend, Bedarfsdeckung der Konsumgenossenschaften am meisten beitragen. Sie haben es ganz in der Hand, ob sie weiter unnötige Lasten schleppen wollen. Der Hauptausschuß des Reichskohlenrates hielt am Mittwoch eine vertrauliche Sigung ab, in der folgender Beschluß ge= saßt wurde: Borbehaltlich endgültig zu formulierender Zustimmung beschließt der Hauptausschuß des Reichskohlenrates, daß der vorgelegte Syndifatsvertragsentwurf, dessen Aenderungen gegenüber dem jetzt geltenden Vertrage eingehend erläutert werden, grundsäglich gebilligt wird. Er erwartet, daß in den bis zum Der Entwurf eines Tabafsteuergesetzes fieht weitere Er- 28. d. M. zu führenden Einzelverhandlungen feine Sonderwünsche höhungen vor. · Die Biersteuer sollte erbringen 126 Mill. M. es sind eingekommen. 196 Der Entwurf eines Biersteuergesezes sieht weitere Erhöhungen vor. Die Gesamtziffern der Reichseinnahmen ergeben für 1924/25 das geben für 1924/2 folgende Bild: Boranschlag Wirkliche Einnahmen F.. bb ** 5244 Mill, M. 7312 Mehreinnahme 2068 Mill. M. DO " Prozent mehr Steuern eingetommen als veran Im eben abgeschlossenen Steuerjahre sind demnach vierzig schlagt worden waren! Das Hindenburg- Programm" der Rechtsblöckler, die zehn Steuerentwürfe der augenblicklichen Reichsregierung fie sehen einen Abbau der Besitz- und Vermögenssteuern vor. Die Umsatzsteuer, die 1800 Millionen 534 Millionen mehr als veranschlagt erbrachte, soll bestehen bleiben. Die Lohnsteuer mird nicht abgebaut. Die 3ölle sollen hochschutzzölnerisch ausgebaut werden. Wie sagte doch das Hindenburg- Programm vom August 1918? Ohne Rücksicht auf die eintretenden Schädigungen folle gehandelt, müsse gehandelt, werde noch ausgiebiger gehandelt werden müssen! Die Steuerreformvorschläge der Rechtsregierung sind ohne Rücksicht auf das Wohl der breifen Maffe des Bolles ausgearbeitet. Würde Hindenburg gewählt, so bliebe die Rechts den Steuerbetrug, der beim Tode regierung. Bleibt die Rechtsregierung, so wird ohne Rücksicht auf das Wohl des Volkes regiert! Die Erbschaftssteuer verewigt in ihrer neuen Form mie sie vorgeschlagen ist Stinnes' mit Erfolg durchgeführt wurde. Die Rapitalpertehrssteuern( Börsensteuern) werden, wenn es nach den Vorschlägen der augenblicklichen Reichsregierung geht, abgebaut. Die Eisenbahnverkehrssteuer und die Güter beförderungssteuer haben 83 Millionen Mark mehr erbracht als im Voranschlag eingestellt war. Diese Steuern follen bestehen bleiben. Die Verschiebung der Hochbahn. Wir haben in unserer Ausgabe vom letzten Sonntag bei der Be sprechung des soeben erschienenen Geschäftsberichts der Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen den geradezu unge heuerlichen Schiebungsplan aufgedeckt, der in der harm fofesten Form zwischen den Zeilen dieses Geschäftsberichts verstedt wird. Die Deutsche Bank hat die Absicht, sich ein Batet von 50 mil lionen Papiermark, d. h. nominell etwa den dritten Teil des Kapitals der Hochbahn zwar auf 50 000 Goldmark zusammenlegen zu lassen, aber sie will für diese 50 000 Goldmark 50 000 Stimmen be= halten, d. h. genau soviel Stimmen wie für 50 Millionen voll eingezahltes Goldkapital. Diese standalöse Schiebung soll dadurch erreicht werden, daß die im Jahre 1923 ausgegebenen Attien auf 1 Mark zusammengelegt werden und die Statuten so geändert mer den, daß in Zukunft nicht mehr auf eine Attie von je 1000 mt.". fondern auf eine Attie" eine Stimme fommt. Mit dieser fleinen, so harmlosen Statutenänderung. wird tatsächlich die Deutsche Bant für alle Zeiten die volle Verfügungsgewalt über die Hoch bahn bekommen. Sie zahlte dafür ganze 3000 bis 4000 Goldmart! Billiger fann man eigentlich eines der größten Verkehrsunternehmungen nicht erwerben. M Es ist bezeichnend für den Einfluß, den das Bankkapital auf die Presse hat, daß diese standalöse Schiebung in einem einzigen Berliner Blatt erwähnt wird. Man fönnte das noch verstehen, wenn es sich um irgendeine beliebige Gesellschaft handelte, die fonst niemand interessiert. Hier handelt es sich aber um die Berliner hoch und Untergrundbahn, an deren Entwicklung und zweckmäßigen Einfügung in den Berliner Gefumtverkehr jeder Be wohner Berlins aufs lebhafteste interessiert ist. 15 Proz. des Berliner Verkehrs werden von dieser Gesellschaft bewältigt. Man follte wirklich annehmen, daß die Verschiebung der Hochbahn für lumpige 3000 bis 4000 Goldmark in das alleinige Verfügungsrecht der Deutschen Bant eine Angelegenheit ist, die die weiteste Deffentlichkeit alarmieren müßte. Nichts von alledem, die Berliner Presse schweigt. Ewig freilich wird dieses Schweigen nicht dauern können, dafür ist der Standal zu groß. Außerdem fellte sich der Reichstag wirklich einmal dafür interessieren, ob bei, der weiteren Entwicklung der Gesetzgebung nicht solchen Machinationen ein Riegel vorgeschoben werden kann. Es geht doch nicht an, daß eine Bankengruppe für eine Goldmart, die sie im übrigen. gar nicht einmal ausgegeben hat, genau soviel Stimmrecht erhält, wie ein Aktionär, der seine tausend Goldmark in das Unternehmen hineingesteckt hat und dazu noch jahrelang auf jeden Ertrag hat verzichten müssen. Mit den skandalösen Methoden, die bei den Aktiengesellschaften in der Inflationszeit eingerissen sind, muß endlich ein mal aufgeräumt werden. Der Fall der Hochbahn sollte Veranlassung geben, diesen Dingen nachzugehen. Der neue Stahlwerksverband. In den Syndikatsverhandlungen der deutschen Schwerindustrie find derartige Fortschritte erzielt worden, daß die Wiederaufrichtung des Stahlwertsverbandes so, wie er vor dem Kriege be. stand, gesichert erscheint. Folgende Werfe: Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahl. fabritation, Deutsch- Luremburgische Bergwerks- und Hütten- A.- G., Gutehoffnungshütte A.-G., Friedrich Krupp A.-G., Phönig A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb, August- Thyssen- Hütte Gewerkschaft, Rheinische Stahlwerte, Klöckner- Werte A.-G., Eisen- und Stahiwert Hoesch haben ein Abkommen unterzeichnet, welches die Neugründung des A Produtten Verbandes, der Halbzeug, Formeisen und Eisenbahnoberbaumaterial umfaßt, bedeutet. Eine Einigung über die Beteiligungsziffern wurde unter den vorgenannten Werfen erzielt, und mit den übrigen sonst noch in Frage kommenden Werfen werden die Verhandlungen fortgefeßt. Nach dem bisherigen Stand versprechen sie ein Einvernehmen auf der ganzen Linie. Vorläufig bleibt der Verkauf noch den Werken. Vom 1. Mai ab geht der Handel für Rechnung des Verbandes und wird vom Iczterem selbst übernommen, sobald die notwendigen Einrichtungen geschaffen sind. Der Absatz von Eisenbahnoberbaumaterial, FormWer Hindenburg wählt, der wählt das HindenburgBrogramm". Sie wollen das Bolf in zwei Teile teilen: in befehlende und in zahlende. Sie wollen befehlen, das Bolt soll zahlen. Wir wollen, daß das Bolt selbst befiehlt und daß der zahlt, der dazu in der Lage ist. Nieder mit dem Hindenburg Programm"! Hoch die Weimarer Verfassung!! Kurt Heinig $ eisen und Halbeisen wird somit auf eine Reihe von Jahren neu geregelt. Man wird nicht fehlgehen, wenn man in dem neuen Zusammenschluß den Auftakt zu den Verhandlungen über die Bildung eines deutsch französischen Eisenfonditats erblickt. Die Berhandlungen hierüber sollten bereits am 22. April in Köln wieder aufgenommen werden, wurden aber auf nächste Woche vertagt. In jedem Falle bedeutet schon der jezige Susammenschluß eine gewaltige Stärkung der Monopol gewalt der deutschen Schwerindustrie auf dem inländischen Eiseninarft. 3 Zum deutsch- Spanischen Handelsvertrag. = Wir haben wiederholt im„ Borwärts" bargetan, wie bie am 1. April im handelspolitischen Ausschuß des Reichstages erfolgte Ab. lehnung des deutsch spanischen Handelsvertrages auf einzelne Industrien schädigend gewirkt hat. Wir veröffentlichten Stimmen und Urteile aus Wirtschafts- und Arbeiterfreifen, worin der Unwille über das demagogische Spiel der Deutsch nationalen und Kommunisten bei der Abstimmung über den spanischen Handelsvertrag zum Ausdruck fam. Nun hat auch die Arbeiterschaft der Magdeburger Maschinen Industrie zu dieser Angelegenheit Stellung genommen. Sie bringen ihre Ansicht in nachfolgendem Telegramm an den ADGB. zum Ausdrud: Berücksichtigung finden, durch deren Erfüllung die noch ausstehenden Zechenbefizer besser gestellt sein würden als die bereits beigetretenen. Großhandelspreise. Die amtliche Großhandelsinderziffer vom 22. April 1925, die auf den Stichtag des 22. April berechnete Großhandelsinderziffer des statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 15. April( 131,4) um 0,5 Proz. auf 130,8 811rückgegangen. Niedriger lagen vor allem die Preise für Roggen, Weizen, Butter, Schmalz, Hopfen, Baumwollgarn, Hanf und Schwingflachs, sowie einige Nichteisenmetalle. Gestiegen find die Preise für Hafer, Zucker, Heringe Fleisch, die meisten Textilrohstoffe und Jutegarn. Von den Hauptgruppen haben die Lebensmittel von 127,9 auf 127,1 oder um 0,6 Proz. nachgegeben. Die Industries stoffe sind mit 137,8( Borwoche 138,0) nahezu unverändert. Hungerlöhne, aber Sonderausschüttungen für die Affionäre. Denn bei der Berlin Gubener Hutfabrrit scheint man die Gewinne nicht mehr unterbringen zu fönnen. Auf ein Aktienkapital von 5,25 Millionen Mark wurde im Jahre 1924 ein Reingewinn von 1,25 millionen Mark erzielt. Das sind rund 24 Proz. Natürlich werden diese Gewinne nicht ganz ausgeschüttet. Ein Teil wird offen in Reserve gestellt. An die gesetzliche Reserve kommen 75 000 m., obwohl sie mit 10. Proz. des Attienkapitals für heutige Verhältnisse hoch bemessen ist. An das Wohlfahrtskonto fallen 100 000 m., die natürlich als Betriebsmittel weiterarbeiten. Ein anderer Teil wird als stille Reserve ver stedt: 200 000 m. tommen an einen Dispositionsfonds zur Werkserneuerung, obwohl für die Gebäude wie üblich 2 Proz. und auf die Maschinen, wie üblich, 10 Proz. bereits aus dem Rohgeminnabgeschrieben sind. Dazu erscheint der Posten Inventar ohne Erklärung warum, um 400 000 m. niedriger als in der Goldbilanz. Weiter werden 63 000 m. Tantiemen an 13 Aktionäre und schließlich 10 Proz. Dividende und außerdem 4 Broz. Bonus", d. h. Ertradividende, an die Aktionäre verteilt. Da der Reingewinn aber auch jetzt noch kein Ende hat, tommen 81 700 m. auf neue Rechnung. Die Berlin- Gubener Hutfabrik A.-G. produziert in 4 Fabriken mit 3000 Arbeitern Hüte für den Massenbedarf. 1924 geschah das hauptsächlich für das Inland, denn die Gesellschaft beklagt sich über das schlechte Exportgeschäft. Das Preistartell für Herrenhüte ist aufgeflogen. Sie hat daher keinen besonderen Kartellgewinn mehr. Die 24 Proz. Reingewinn stammen also aus den Preisen, die die arbeitenden Massen für die Hüte zahlen. Die Böhne gerade der Gubener Sutindustrie sind nun befannt als hungerlöhne. Der Spizenlohn für Facharbeiter ist 54 Pf., im Atford etwa 68 Pf., für Facharbeiterinnen 32,5 Pf., im Afford etwa 42 Pf. Die Belegschaft wird also gutiun, ihre Löhne und Afforde nachzu prüfen; denn wenn die Bins, Steuer- und Frachtläge noch weiter abgebaut werten als bisher, dann wird sich die Gesellschaft vor Gewinnen nicht mehr retten fönnert. Das ist dieselbe Gesellschaft, bei der noch fein Tarifabschluß ohne Eingreifen des Reichsarbeitsministeriums erfolgt ist, und die den Urlaub für die Belegschaft abgelehnt hat, weil es der Hutindustrie o chlecht gehe. Die in der Magdeburger Maschinen- Industrie beschäftigten Metallarbeiter verlangen entschieden die Ratifitation des deutsch- spanischen Handelsabkommens, da durch die Nichtratifizie- dischen Bauausführungen fielen 1924 die meisten auf staatliche rung wichtige Lebensintereffen der im Maschinenbau beschäftigten Metallarbeiter äußerst gefährdet sind. Die in Betracht kommenden Arbeiter Magdeburgs haben kein Verständnis, daß dem einseitigen Interessenstandpunkt einer verhältnismäßig fleinen Gruppe fast die gesamte übrige deutsche Wirtschaft unerfüllbare Opfer bringen foll. Im Auftrage der Betriebsräte: Teich: Das Telegramm ist ein erneuter Beweis für die Tatsache, daß die Politik der tommunistischen Partei, der Reaktion politische Handlangerdienfte zu leisten, immer weniger Verständnis bei der Arbeiterschaft findet. Die Ueberfüllung des Handels. In den Mitteilungen der Handelskammer zu übed schreibt der Direktor des Statistischen Landesamts, Herr Dr. Hartwig. über die Ueberfüllung im Lübecker Handel: Die Bevölkerung wuchs in den letzten 11 Jahren nur wenig, und ihre Kauftraft jant bekanntlich so erheblich, daß unsere Ginwohnerschaft trotz geringerer Kopfzahl zweifellos im Jahre 1914 faufträftiger war, als sie es heute ist. Die Zahl der Handel betreibenden Personen und Geschäfte aber nahm erheblich zu, und so muß sich heute eine größere Zahl von Händen in einen fleiner gewordenen Umfaz teilen. Das ist eine Erscheinung. die sich in ganz Deutschland bemerkbar Das ist eine Erscheinung. die sich in ganz Deutschland bemerkbar gemacht hat und an der wohl niemand Freude haben kann. Der Kaufmannsstand spürt in schwerer Zeit eine verschärfte Konkurrenz; 1914 tamen hier auf eine eingetragene Firma 103 Einwohner, Anfang 1925 waren es nur noch 69, d. h. ein gutes Drittel weniger. Und dem Publikum hat dieser Kon furrenzfampf auch feinen Vorteil gebracht. Die Preise sind nicht gefallen, sondern gestiegen, und die übermäßige Vermehrung der am Warenhandel beteiligten Personen, die alle ihr Auskommen haben wollen und müssen, hat dazu sicher sein wenn auch nur be Scheidenes Teil beigetragen. Wir haben also eine durchaus ungesunde Entwid. lung unserer Wirtschaft vor uns, und eine Besserung kann nur dadurch kommen, daß die Wirtschaft ihre überflüssigen und schädlich wirkenden Elemente wieder ausstößt. Dieser Reinigungsprozeß ist auch bei uns in Lübeck im Gange. Die Verbraucher fönnen zu der gerade in ihrem Intereffe so dringend notwendigen Reinigung durch Anschluß an die organisierte Phil. Holzmann 2.-G., Frankfurt a. M. Die Firma fonnte 1924 ihre Bautätigteir erheblich über diejenige von 1923 steigern, ohne daß sie aber, wie ihr Geschäftsbericht jagt, den Vorkriegsumfang erreicht hätte. Das mag vielleicht für die Inlandsbauten gelten, für die die noch immer schlechte Baukonjunktur in Deutschland maßgebend ist. Das Auslandsgeschäft scheint durchaus erfolgreich zu sein. So wurden Aufträge zur Erweiterung der Hafenanlagen von Suez. hereingebracht und fnapp vor Jahresschluß der Bauauftrag für 200 Kilometer Bahnlinien in der asiatischen Türket, ein. schließlich der Lieferung des gesamten rokenden Materials. Ganz neuerdings erhielt die Firma den Millionenauftrag zur Verbreiterung der Rheinbrüde bei Düsseldorf. Ihr betriebsamer Bettbewerb erhellt auch daraus, daß sie im Februar den 1. Preis für ihr Projekt zur Wasserversorgung Athens erhielt. Unter den inlänAufträge, auch ein Beispiel dafür, wie die so viel befämpften Tarif und Steuerlaften auf die Indu strie befruchtend zurückwirten. Jedenfalls hat die Gefellschaft auf ihr Goldkapital von 20 Millionen einen Rohgewinn von 3,3 und einen Reingewinn von 1,53 Millionen er zielt, aus dem sie 7 Proz. Dividende ausschüttet. Hohe Abschreibungen und Reserven brauchte die Gesellschaft nicht zu stellen, da sie ihr Betriebsvermögen. das ein Aliionär und früherer Mitinhaber der Firma Anfang 1924 auf 60 Millionen geschäßt hat, kaum höher ais Bet der Ph. Holzmann 2.-G. dürften sicher echte stille Rezur Hälfte des tatsächlichen Wertes in die Goldbilanz eingestellt hat. fernen in beträchtlicher Höhe bemerkbar werden, sobald der deutsche Baumarkt einmal richtig in Schwung fommt. Der Gewinn von 1924 ist tatsächlich höher, als er ausgewiesen ist, weil die Gewinne aus füdamerikanischen Beteiligungen und Erlöse aus ver loren geglaubten nordamerikanischen Beteiligungen 1924 noch nicht verrechnet wurden. Daß zuviel Mitteiljamkeit einer Gesellschaft nicht zuträglich sei", diesen im Mai 1924 Gesellschaft in ihrem Geschäftsbericht noch heute sehr gründlich. Die Don Berwaltungsratsvorsigenden gemachten Ausspruch beherzigt die 13 Aufsichtsratsmitglieder erhalten 61 000 mart antieme. Vermögenssteuerzahlung durch Affienabtretung in Polen. Nach dem der im Herbst angekündigte Plan des polnischen Staates, die rückständige Vermögenssteuer durch eine zwangsweise Aktienmission zugunsten des Staates einzutreiben, fallen gelassen wurde, ist im Sejm jetzt ein Gefeßentwurf eingebracht worden, der die Möglichkeit der Entrichtung der Vermögenssteuer durch freiwillig verein barte Attienabtretung an den Staat vorsieht. Die Einzahlung der Steuern mit Attien soll von einer jedesmaligen Genehmigung der Regierung abhängig sein; diese soll nur dann erteilt werden, wenn es die allgemein staatlichen Interessen erfordern. Das prozentuale Verhältnis des Nominalwertes der nom Staate in Zahlung zu nehmenden Attien zum gesamten Aktien fapital ber, betreffenden Gesellschaft wird nach dem Gefeßentwurf vom Finanzministerium im Einvernehmen mit dem Handelsministe rium festgesetzt; dieses Berhältnis fann jedoch nicht geringer sein, als das Verhältnis des Steuerbetrages zum Gesamtwert des ver anlagten Gesellschaftsvermögens. Dem Finanzminister soll das Recht zustehen, mit den in diefer Weise übernommenen Attien beDie Vermögenssteuer ist für liebige Transaktionen vorzunehmen. drei Jahre( 1924/26) in einer Gesamthöhe von 1 Milliarde Blotn festgesetzt worden und müßte somit jährlich 333 Millionen Zloty einbringen, Der Steuereingang ist im Jahre 1924 indessen hinter dem Boranschlag zurückgeblieben, indem nur 200 Millionen Zloty eingegangen sind. Den Betrag für das laufende Jahr aber hat die Budgetkommission des Sejm auf 300 Millionen herabgefekt. Der kommunistische Zirkus. Nattionalbolschewistische Entente. Bon Franz Künstler. Wenn die derzeitigen Führer der Kommunisten nur ein wenig politisches Verständnis für die gerade im Interesse der Proletarier liegenden Erfordernisse des Tages hätten, so müßten sie auf die aus fichtslose, ja verhängnisvolle Sonderkandidatur Thälmann verzichten. Am 29. März hatte die Kommunistische Partei, wie alle anderen Parteien auch, Gelegenheit, die Zahl ihrer Anhänger zu mustern. Resultat: der fommunistische Heerbann befindet sich in gleicher Auflösung und 3ersegung wie die Hindenburg- Armee im Jahre 1918. Die vernichtende Niederlage wird nicht ausbleiben. Hindenburg und Ludendorff scheiterten im Weltkriege nicht zulegt daran, daß sie in Ermangelung einer richtigen Einschägung des Kräfteverhältniffes Deutschland der Ratastrophe entgegenführten. Für die Strategen Ruth Fischer und Musikpavillon- Scholem gilt das felbe. Der so oft als bevorstehend prophezeiten Weltrevolution, die jegt von Mosfau auf einige 3eit abgesagt wurde, ist durch eine blöde. Tattit dasselbe Schidjal bereitet worden wie dem Siegfrieden, den Hindenburg und Ludendorff noch im Kohlrübenjahr 1917 erstreiten wollten. Das Borgehen der Kommunisten bei der Reichspräsidentenmahl ist nicht nur eine dirette Unterstügung des faiserlichen Feldmarschalls Hindenburg, sondern auch der Bandenführer Hitler und Killinger, für die Hindenburg nur ein Uebergang zum Staatsstreich ift. Das fommunistische Vorgehen ist für die schwarzweißrote Reattion nicht nur eine Unterstützung ihres Kandidaten, es liefert die Republik und Arbeiterschaft den Führern der Stahlhelmverbände aus. Für den Fall, daß die Sozialdemokratie im zweiten Wahlgang an ihrem Kandidaten Otto Braun festgehalten hätte, war schon der Auf ruf der Kommunisten gegen die Sozialdemokratie fertig. Das hysterische Böllchen in der KPD- Zentrale wird immer gegen die Sozialdemokratie Stellung nehmen, gleichviel was diese auch in Interesse der deutschen Arbeiterschaft glaubt tun zu müssen. 3m Weltfrieg 1914/1918 verteidigten Hindenburg und Ludendorff das faiferliche Deutschland, den Obrigkeitsstaat. Bei der Reichspräsidentenwahl 1925 tämpfen Hindenburg und Thälmann als Bundesgenossen gegen die Republit und für die Monarchie. Hindenburg- Armee und Thälmann- Armee operieren im Kampfe gegen die Republik zwar selbständig, aber sie haben ein Kampfziel: die Vernichtung der Republit! Bei all ihren Fehlern und Schwächen, die der deutschen Republik noch anhaften mögen, ist sie doch ein viel günstigerer Kampfesboden für den Befreiungskampf der Arbeitertiasse als die Monarchie. Das wissen auch die fommunistischen Arbeiter, die noch nicht das Denten verlernt haben. Aus dieser Erkenntnis heraus versagen die Arbeiter in steigendem Maße ben Kommunisten die Gefolgschaft. Das wird auch Ruth Fischer am 26. April noch mehr als am 29. März zum Bewußtsein gebracht werden. Die Arbeiter werden es nicht dulden, daß durch eine fommunistische Tattit der taiserliche Generaliffimus des Weltkriegs zum Reichspräsidenten gewählt wird. Die Arbeiter wissen besser Bescheid, was sie von der Monarchie zu erwarten haben, als die Ruth Fischer und Scholem, die stets in der Stunde der Gefahr sich auf und davon machten. Der 26. April wird ein Jena auch für die Kommunisten werden. Daran ändern nichts Die neuen revolutionären" Rampfmethoden der kommunistischen 3entrale, wie die Veranstaltung eines Roten Rummels", einer Roten Revue", wie Haut den Lutas", bei der ein fommunistischer Boltspertreter den Conferencier spielt. Das zeigt ben Massen nur, was aus der Kommunistischen Partei Deutschlands, Sektion der 3. Internationale," geworden ist. Das schauspiele rische Talent ihrer Führer hat abgefärbt auf die ganze Partei, Die somit ein ausgesprochener Birtus geworden ist. Die deutschen Broletarier, an denen man ruffische Erziehungsmetho den anwenden will, bedanken sich für solch einen fommunistischen ,, Klaffenkampf". Eine politische Partei, die von ihrer Leitung zu einem Barieté ausgebaut wird, hat aufgehört, im politischen und im Befretungstampf der Arbeiter eine Rolle zu spielen. Der 26. April muß einen überwältigenden Sieg für die Republik bringen. Dafür werden in vorderster Linie die Proletarier streiten. Das Kampfziel der Sozialdemokraten ist in diesen Tagen: Rettung der Republit, Niederlage der beiden Berbündeten beiden Berbündeten Hindenburg und Thälmann! Die Kleinbauern gegen Hindenburg. Für wirtschaftliche Gleichberechtigung. Der Reichsverband landwirtschaftlicher Kleinbetriebe wendet sich mit folgendem Aufruf an das deutsche Landvolt: Zwei Kandidaten stehen einander im Ringen um das höchste Amt der deutschen Republik gegenüber; der der Bewegung des fleinen und mittleren Landvolkes freundlich gesonnene Reichs fanzler a. D. Wilhelm Marg und der Feldmarschall v. Hindenburg, Der Erforene des Reichslandbundes. Die Entscheidung tann für die Landbevölkerung nicht schwer fallen! Die Weimarer Reichsverfassung gab den deutschen Bauern, Bächtern und Heuerlingen wohl die politische Freiheit und Gleich berechtigung mit den Großgrundbefizern, fie brachte ihnen aber nicht die wirtschaftliche Freiheit und Gleichbered tigung. Diese zu erfämpfen, bleibt das hohe, unverrückbare Ziel. nur unter ber republikanischen Staatsform fann die mittel und fleinbäuerliche Bevölkerung auf Erfüllung ihrer Wünsche nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Selbständigkeit hoffen; das haben die Berhältnisse im kaiserlichen Deutschland der Borkriegszeit und Kriegszeit zur Genüge gelehrt, das beweisen uns vor allem die zahlreichen Geseze der jungen deutschen Republit zum Schuße und zur Förderung des fleinbäuerlichen Befizes! Wilhelm Mary ist Republikaner aus innerster Ueberzeugung. Er befigt ein tiefgehendes Berständnis für die Bedürfnifie und Bestrebungen der ländlichen Bevölkerung. Als Reichsfanzler und als preußischer Ministerpräsident hat er sich mit aller Energie für die Förderung der ländlichen Siedlung eingefeßt. Seine ehrliche und aufrechte beutsche Art bürgt uns dafür, daß er sich auch als Reichspräsident mit aller Kraft für die Interessen des Landpoltes einfegen wird. Was aber hat die Landbevölkerung von Hindenburg zu er warten? Hindenburg ist nach eigenem Geständnis Soldat und nur Soldat, Politik und Wirtschaft sind ihm fremd. In diesen Dingen Schmarren ist er ganz auf der guten oder schlechten Rat seiner Ratgeber angewiesen, wie einst zu Deutschlands Unglüd bas taiferliche Oberhaupt des Deutschen Reiches. Seine Ratgeber aber find die Führer des Reichslandbundes, die Großgrundbesißer und Junker Offelbiens, mit denen er durch Geburt und Erziehung, durch verwandtschaftliche und gesellschaftliche Bindungen aufs engſte verknüpft ist. Seine Ratgeber sind also dieselben Personen, die sich stets als die schärfften Gegner der Bestrebungen der deutschen Bauern, Bächter und Heuer leute gezeigt haben! Mit Hindenburgs Wahl zum Reichspräsidenten mürben alle Zukunftshoffnungen der deutschen Landbevölferung zu Grabe getragen werden! Nur die Wahl von Marg bietet die Gewähr für eine tatkräftige und zielbewußte Förderung der Bestrebungen des deutschen Bauernund Bächtertums! Darum wird die deutsche bäuerliche Bevölferung einmütig und geschlossen am 26. April ihre Stimme abgeben für den verständnisvollen Förberer des deutschen Lanbooltes, Wilhelm mark. Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Eeite Hauptblatt.) Der Offenbacher Aufruf. Bu dem in unserer Donnerstag Abendausgabe erwähnten Flugblatt der Offenbacher Zahlstellenleitung des Berbandes der Sattler, Tapezierer und Portefeuiller für Thälmann wird uns vom Berbande der Sattler, Tapezierer und Portefeuiller geschrieben: Die KPD. ist sich darüber flar, daß ihre Kandidatur Thälmann eine schwere Belastungsprobe für die Partei barstellt. Es werden deshalb alle Register gezogen, um zu retten, was zu retten möglich wäre. Benn irgendeine kleine Berwaltungsstelle einer Gewerkschaft sich für einen fommunistischen Antrag aus gesprochen hat, so war das eine große Attion, felbst wenn diese Berwaltungsstelle sogar den Fachleuten unbekannt ist. Wenn nun gar eine größere Ortsverwaltung( und wenn es auch nur ber tom. munistische Borsigende ist) für die RBD. eintritt, so ist man vor lauter Jubel ganz aus dem Häuschen. Stellt boch bie Rote Fahne" vom Donnerstag unter riesiger Ueberschrift eine halbe Seite zur Verfügung, um einen Aufruf für Thälmann zu veröffentlichen, ben die Ortsverwaltung des Sattler, Tapezierer- und Bortefeuiller verbandes in Offenbach a. M. in einem Flugblatt herausgebracht hat. Da dieses Flugblatt auch in Berliner Betrieben verbreitet wurde, so ist es nicht uninteressant, festzustellen, daß in Offenbach Theorie und Pragis zweierlei ist, und daß die Berliner Kollegenschaft mehr als einmal Beranlassung nehmen mußte, aus rein gewrtschaftlichen Gründen gegen Offenbach Stellung zu nehmen. Es ist eine Heuchelei ohnegleiden, menn in dem Flug. blatt vom Achtstundentag gerebet wird. 3ft doch erwiesen und auf dem Verbandstag 1923 por aller Deffentlich feit festgestellt worden, daß in Offenbach unter Dul bung der tommunistischen Leitung in einem Jahre nicht weniger als zehn Monate hindurch je zwei Ueberffunden täglich gemacht wurden und Proteste über Proteste aus Berlin, Leipzig und anderen Orten dagegen vorlagen. auch die Bemannung mit Farbigen wesentlich größer sei, so tämen die Unternehmer dabei doch wesentlich billiger weg. Wenn der Prozentsaz der deutschen Bemannung solcher in der Tropenfahrt laufenden Schiffe entsprechend erhöht, die Entlohnung verbessert und die Speisen der Tropenfahrt angepaßt würden, wären die deutschen Seeleute in der Lage, dasselbe zu leisten und die Betriebssicherheit der Schiffe zu gewährleisten. Die Unternehmer fuchten dies zu bestreiten und er. flärten, daß die Weltlage" der Schiffahrt sie zwinge, fo rationell mie möglich zu arbeiten, und dazu gehöre auch die Beschäftigung der Farbigen auf deutschen Schiffen. Das Ergebnis der Gigung war die Annahme eines Bora schlages des Reichsarbeitsministeriums, wonach das Reichsgesundheitsamt ein ausführliches Gutachten erstatten soll, welches dann als Grundlage zu neuen Verhandlungen gemacht werben tönnte. Eventuell foll ein paritätisch zusammengesettes Schiedsgericht unter dem Borsiz des Reichsarbeitsministeriums endgültig barüber entscheiden, ob Farbige, wie in der Borkriegszeit, auf deutschen Schiffen beschäftigt werden follen. Die Einheitsfront als letter Rettungsanker. Der tommunistische Verband der Land- und Waldarbeiter will fich mit dem Deutschen Landarbeiterverband ver einigen. Dieser Wunsch wird durch ein Schreiben zum Ausbrud gebracht, das die fommunistische Organisation dem Deutschen Landarbeiterverband am 3. April zustellte. Zur Begründung wird das immer dreister werdende Auftreten der landwirtschaftlichen Arbeitgeber und die für einen Kommunisten be funders einfichtsvolle, wenn auch späte Feststellung angeführt, daß die Verhinderung der gewerkschaftlichen Einheit, die Sonderorgani fation, der offenen Unterstügung der Gutsbefizer gleichkomme. Die Erflärung des kommunistischen Verbandes der Land- und Waldarbeiter kommt dem Deutschen Landarbeiterverband nicht überraschend. Er mußte damit rechnen, nachdem sich immer deutlicher herausstellte, daß die tommunistische Landarbeiter. organisation fast völlig zujammengebrochen ist. Bei dem verbleibenden Rest war die Ansicht vorherrschend, daß ein ehrenvoller Abtritt durch das Herüberbringen der legten Brocken zum Deutschen Landarbeiterverband erstrebt werden müsse. Leider ist für den Schritt der bisherigen fommunistischen Landarbeiterorganisation alles andere als der ehrliche tiefwurzelnde Wille maßgebend, der Einigung des Landproletariats und der Stärtung seiner Organisation. Sonst brauchte man nicht volle acht Wochen dazu, um dem Deutschen Landarbeiterverband ben sogenannten„ Einigungsbeschluß der Generalversammlung des kommunistischen Verbandes der Land- und Waldarbeiter mitzuteilen. Es war sonst auch nicht nötig, noch in den legten Tagen eine neue Zeitungsnummer herauszubringen, in der der Deutsche Landarbeiterverband und seine Führung in der allerschofelsten und gemeingefährlichsten Weise angegriffen und befchimpft wird. Der Verbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes hat auf das Schreiben der kommunistischen Landarbeiterorganisation die nötige Antwort gegeben, in der es u. a. heißt: Die von Ihnen betonte gemerfschaftliche Einheit wurde Ihrer feits nicht gefördert, sondern zerstört unter Anwendung von Lügen und Berleumdungen mit dem Erfolg, daß sogar Lohntämpfe der Landarbeiter gefährdet wurden. leber die Mitglieberzahl Ihrer Organisation haben Sie teine Angaben gemacht. Ortsgruppen 3hrer Organffuiton Reiche sind uns nicht bekannt. 3ft doch weiter erwiesen, daß in der Bekämpfung der Himarbeit in Offenbach grundsäglich gar nichts geim macht und dadurch der Kampf an anderen Orten des Reiches empfindlich geschädigt wurbe. Wo boch jebes einfache Mitglied einer Gemertschaft weiß, daß die Heimarbeit die Lohn- und Arbeits. bedingungen ber Arbeiterschaft drückt. Bei der Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Land- und Forstarbeiter ist der BLMD. nirgends als Intereſſenvertreter der Land. und Forstarbeiter in die Erscheinung getreten. Aus den Kreifen unserer Mitglieder sind uns Anträge auf eine Berschmelzung des DLV. mit dem VLWD. nicht zugegangen. Ihre Ansicht, daß wir der Leitung der Neuwirtschaft", Kreis Brenzlau( Brandenburg) Sugeständnisse gemacht haben, wie sie auch von Ihnen gefordert werden, ist irrig. Oder wo war benn die Solidarität der Offenbacher Leitung bei den Manteltarifverhandlungen, als es galt, die fleineren Orte zu stügen? Man ließ diese einfach fallen, um felbft Borteile zu bekommen. Egoistisch bis zum äußersten in allen Fragen! Daß die Offenbacher Kollegenschaft aber der leidende Teil hierbei gewesen ist, beweist jezt die Tatsache, daß Offenbach ( der Entfernung nach ein Borort von Frankfurt a. M.) im Lohn nicht mehr mittommt. Ist doch die beschämende und für die anderen rt schädliche Tatsache zu verzeichnen, daß das tom- Beitritt tann natürlich auch ohne Aussprache von allen munistisch geleitete Offenbach, als 3entrale der deutschen Lederwarenindustrie", nicht an der pige steht, fonbern reformistisch geleiteten Orts Der maltungen nachhintt. Und die nun, nachdem fie die zentralen ohnabfommen aufs fchärffte betämpft haben und jetzt nicht vorwärts tommen, in ihrem Mitteilungsblatt in der jämmerlichsten Weise die Hilfe des Zentralvor. standes fordern. Auf diese Leitung tann die RBD. ftolz fein. Sie wird dazu beitragen, dem Arbeiter zu zeigen, wo er hingehört. Das Berzweiflungsflugblatt mit der Unterschrift der Drtsverwaltung ist ja auch etwas verständlich, wenn man weiß, daß in der 3ndustrieftabt Offenbach bie RBD. am 4. mai 1924 8496 Stimmen erhielt, am 29. März 1925 ba. nur noch 3812 Stimmen. gegen Diese Ziffern find wohl die besten Beweise dafür, daß die Offen bacher Arbeiterschaft die Bhrafenhelden erfannt hat, und fie wird auch dazu mit beitragen, daß am 26. April nicht hindenburg gewählt wird durch Stimmabgabe für Thälmann, fondern marg. Farbige Seeleute auf deutschen Schiffen? Auf Grund eines Borstoßes der Arbeitnehmerorganisationen der Seeschiffahrt fand am Freitag, den 24. April, im Reichsarbeits ministerium eine Sigung der an der Seeschiffahrt beteiligten Organi mesend waren ferner die Bertreter der Seeftädte, des Reichsgefund fationen der Arbeiter, Angestellten, sowie der Unternehmer ftatt. An heitsamts und anderer Behördert. Der Grund diefer Sigung lag barin, daß in der legten Belt fich mehr und mehr bie Beschäftigung farbiger Seeleute auf deutschen Schiffen ausgebreitet hat. Obwohl in der Seeschiffahrt nach wie vor eine nicht unerhebliche Arbeits. lojigteit herrscht, werden auf den in der Dit a fie no, Indien und Auftralfahrt laufenden Schiffen& arbige bejchäftigt. Bekanntlich wurden in der großen und leistungsfähigen Seeschiffahrt mer und Seizer beschäftigt. Das gleiche Berhältnis fuchen die der Borkriegszeit Farbige, namentlich Chinejen, als Erim. Arbeitgeber wieder herbeizuführen. Sie begrünben bas damit, daß beutiche Seeleute in Tropenfahrten gegen Size und Krankheit nicht widerstandsfähig genug feien. Es fei deshalb eine phltat felbft für die deutschen See leute, von der Arbeit als Heizer und Trimmer bei den hohen Tempe raturen befreit zu sein. Von den Arbeiterorganisationen wurde mit Recht darauf hingewiesen, daß die Ursache wohl darin liege, daß die Farbigen mefentlich billigere und willigere Arbeitsträfte barstellten. So betommt ein beuticherheizer heute eine Seuer pon 101 Mart, mah. rend ein 3nder nur 29 Mart pro Monat befommt. Wenn Ein Interesse an einer Aussprache würde für uns nur dann vorliegen, wenn Sie uns mitteilen, um wieviel Land- und Forstarbeiter es fich handelt, die unserer Organisation beitreten wollen. denjenigen Land- und Forstarbeitern vollzogen wer den, die die Sagungen des DB. anertennen und bei ihren Handlungen die freigemertschaftlichen Grundfäße beachten. Mit Gemertschaftsgruß gez. Löhrte." Streifbrecherorganisationen im Reichsbahnbetrieb". Bom Allgemeinen Eisenbahnerverband erhalten mit eine Be. richtigung, die in der Hauptsache besagt: " Die in Nr. 175( 2. Beilage) des Borwärts" hinsichtlich des Allgemeinen Eisenbahnerverbandes gegebene Darstellung ist un richtig. Es ist unrichtig, daß unser AER. ein Hirsch- Dunderscher Verband ist. Richtig ist, daß er seit einigen Jahren mit dem Berband ber Hirsch- Dunderschen Gemertvereine und anderen Bereinigungen gemeinsam dem Gewertschaftsring als Spitenorganisation angehört. Es ist unrichtig, daß während des Streits Mitglieder des AEB. einem gemeinsamen Borgehen Schwierigtetten bereitet haben. Richtig ist, daß fämtliche Mitglieder des AEB. mit ftrenger Disziplin fich nach den gemeinsamen Weisungen der Zentralleitungen der drei beteiligten Berbände gerichtet haben. Es ist unrichtig, daß Mitglieder des AEB. fich geweigert haben, zu streiten, obwohl die Verbandsleitungen dazu aufgefordert haben. Richtig ist, daß die zentralen Berbandsleitungen gemeinsam die Ba daß sich hiernach die Mitglieder des AEB. gewiffenhaft gerichtet role ausgegeben hatten, die Streitbafis nicht zu verbreitern, und haben. Es ist unrichtig, daß Mitglieder des AB. Bereinbarungen wegen der Betriebsrätewiederwahl eigenmächtig gebrochen haben. Richtig ist, daß in den bezeichneten Dienststellen ber DEV. eigenmächtig vorgegangen ift, ohne sich vorher mit den Funktionärent des AEB. in Berbindung zu sehen und daß er hierdurch die örtlichen Funktionäre des AEB. zu selbständigem Borgehen gezwungen hat." Auch in England! London, 24. April.( EB.) Der Arbeitgeberbund der mechanischen Industrie hat den 40 Gewerkschaften einen Borschlag" unterbreitet, wonach die Arbeitszeit von 47 auf 50 Stunden erhöht und die Bezahlung für die Ueberstunden herabgelegt werden soll. Die Arbeitgeber erklären, daß fie auf diesen Forderungen bestehen müssen, wenn sie weiterhin tonfurrenzfähig bleiben sollen, besonders gegenüber Deutschland, und wenn eine weitere Sunahme der Arbeitslosigkeit vermieden werden soll. Die Bewert ichaften wollen bis zum 20. Mai ihre Antwort mitteilen. und andere Köstlichkeiten zur Bereicherung der Mahlzeiten, mit Mondamin hergestellt sind eine billige Freude. 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Die Märzluft atmet ein« lau« Kühle, noch von Schauern durchweht, aber doch schon etwas wärmllch. In der Tür stehen das Mädchen und der Lehrer. Don irgendwo kommt ein /sind und läuft an ihnen vorbei in die Kirche hinein. .Da ist er ja schon,* meint der Lehrer..Dann können wir ja hineingehen.* Und sie gehen hinein. Das Kind war gekommen, um den Blas- balg zu treten. Sie haben nämlich eine kleine Orgel w der Kirche, und jetzt gehen sie, auf ihr zu spielen. Denn das Mädchen wird /ich verheiraten, und nur drei Tage trennen es noch von der Hochzeit. Auf ihr wird der Lehrer Orggl spielen, und das muß geprobt wer. den. Denn sie ist ein« Beamtentochtcr, ein Fräulein aus dein Dampf« sägewerk, und der sie heiratet— ein rotwangiger, starker Mann— ist ebenfalls kein Bauer, sondern Msenbohnbeamter: es ist der Herr Inspektor, der Ausseher Ludwig Schön. Er hat eine braune Samt- wcste, bezieht ein Iahresgehalt und ist ein gesunder Mann, und, wie gesagt: der Herr Inspektor. D'e Noten, die der Lehrer hält, sind der Brautmarsch aus Lohen» grin, für Klavier gesetzt von P. I.. Kapellmeister zu Innsbruck. Das Mädchen hat Blumen in der Hand. So gehen sie beide in die kühle Kirche hinein. Das Mädchne hat heute schon das Brautkleid anprobiert; nun wird es auch die Hochzeitsmusit probieren. Es kommt darauf an, ob sie langsam herauskommen sollen und wie langsam, denn nach Ansicht des Lehrers ist es schön, wenn der Marsch gerade dann zu Ende ist, wenn sie an der Schwelle angelangt sind. Das haben sie gestern abend besprochen. Das Mädchen hatte den Lehrer nicht gcrusen, sondern der Lehrer war von selbst am Abend zu dem Mädchen gegangen. Zum letzten Male gehe ich zu ihr— dachte er. Aber darum band er sich doch die blaue Krawatte mit den weißen Punkten um. Man braucht ja gar nicht ein armer Dörfler zu sein: wir glauben alle, daß selbst in der letzten Minute eine Krawatte oder ein anderes Nichts noch helfen kann. Er sprach nur wenige Worte. Das Mädchen erwartete Ludwig Schön, und ihre Augen übersahen Krawatte und Lehrer. Wenigstens aber gelang es ihm, die Orgelprobe zu besprechen. Der Lehrer freute sich daraus: sie würden allein zu zweien sein, so wie einst, da er dem Mädchen vielerlei erzählt und vorgeseufzt hatte. Und jetzt heiratete sie doch einen anderen. Und er war so traurig, daß er sich sogar aus die Orgelprobe noch freuen konnte. Sie war das- selbe für ihn, wie das weißgepunkte Halstuch, und beides nichts anderes als jenes gewisse..noch einmal*, jenes»nur noch einmal*. jenes.zum letztenmal*. Dies dachte er gestern abend. Heute denkt er es nicht mehr. Denn er sieht des Mädchens Augen, die kalt leuchten: ohne Sehnsucht, Gedanken, Empfindsamkeit und genau so ruhig, wie die Liebe, die Ludwig Schön wecken kann. Ludwig Schon ist kein aufregender Mann. Und so, durch einen erkennen- den Seufzer hindurch wird der Vorwand zum Ziel: es wäre tatsäck. sich gut, auszurechnen, wann der Marsch zu beginnen sei. damit die Hochzeitsleute unter feinen Klängen bis zur Schwell« schreiten könn- ten. Der Lehrer denkt an die Takte, und so kommt ihm die Melodie in den Sinn. Schon im voraus singt in ihm der Marsch, und seine Augen erglänzen. In solchen Augenblicken strömen die Tonwellen in seine Fingerspitzen Dort sammeln sie sich, erwarten vibrierend die Taste, durch die sie befreit sich in Musik lösen. Der Knabe kantiert schon oben auf der knarrenden Diele. Dann erscheint ein mageres, knochiges Gesicht neben der Orgel: der Lehrer. Das Mädchen sitzt auf der ersten Bank. Er ruft hinunter: „Nicht io nahe!*- Das Mädchen erhebt sich und geht fünf Bänke weiter nach hinten. Dort setzt sie sich. .Ist es so gut?* „Ja-* Stille. Dann beginnt der Knabe zu arbeiten und die kleine Orgel ertönt. Zuerst langsam, ein Akkord brummt sehr tief, der andere pfeift sehr hoch. Dann nähern sie sich, schmelzen ineinander, und jetzt beginnen die Töne aus den Pfeifen zu strömen, stürzt die Melodie herab, kommt stürmend, bedrängt das Herz des Mädchens — diese kriegerische Hochzeltsmusik, Lohengrins wafsenklirrende, ge. panzerte, soldatische Liebeshymne, worin die Weichheit und die Liebe sich in den Winkeln jauchzenden Heldentempos verstecken, wie Loben- grins weißes Gesicht und mädchenhafte Hände unter all dem Eisen kaum zu sehen sind. »Ah/ sagt das Mädchen zu sich selbst— vielleicht denkt sie es auch nur,„der schwindsüchtige Lehrer ist in Feuer geraten!* So denkt dos Mädchen, denn es ist dumm, auf kalte, schöne Art dumm. Es freut sich seiner Rundlichkeit, kann nicht erregt sein und findet alle Dinge in Ordnung: Da» Gras ist grün, die Männer machen ihr den Hof, der Lehrer ist brustkrank, und abends legt man sich zu Bett und schläft bis zum Morgen. Wer Geld hat. ist reich, wer keins hat.�ist arm. Es gibt viele Männer auf der Welt, ober Ludwig Schön hat ihr den Hof gemacht, und sie wird Frau Schön, und Ludwig Schön ist auch dumm. Der Lehrer ist klug, arm und brüst- krank. Hier war die Wahl wirtlich nicht schwer. Es ist alles in Ord- nung. lind warum gerät der Lehrer nun doch in Feuer? Da_ erklingen milde Töne. Der behelmte Ritter wird weich. Der keusche Gralsheld singt süß vor dem Burgfräulein. Dann kehrt das soldatische Donnern, die hämmernde, stürmende Liebe zurück. Jetzt tönt es wieder stärker aus der Orgel, jetzt ist die Kirche erfüllt davon, und das Mädchen�will nicht lächeln, denn diese Musik schmerzt sie ein wenig. Ludwig schön würde sie überhaupt nicht schmerzen, und das Mädchen schmerzt sie auch nur insofern, als sie Mädchen ist und weil der Lehrer sie spiesi, seurig, hesiig, der kluge, arme und brustkranke Lehrer, der jetzt gleichsam all seine Klugheit, all seine Armut und sein allabendliche» Fieber in den Marsch hineinmusi- zieren möchte Sonnenschein sällt durch das Fenster. . Was ist das?— fragt das rundliche Mädchen bei sich. Der kleine, lumpige, magere Mann... Er ist arm und ersüllt doch die Kirche so mit seiner Musik. Woher hat er das? lind sie fühlt, daß jetzt der Lehrer Herr in der Kirche ist. Er spricht eine Sprache� die das Mädchen nicht versteht. Irgendwo in den Bergen, in einer kleinen Ksicke, spiesi ein kranker, verliebter Mann Wagner. Das unbekannte Gefühl beunruhigt das Mädchen. Wer sind die, die in dieser tönenden Sprach« zueinander reden? Svricht vielleicht-der Lehrer mit dem Tosen ferner, großer Städte? Singen gestorben« Künstler über die Berge ihm zu? Da» Mädchen bvät in der Kirche umher, denn plöglick beginnt es sich hier als Gast zu fühlen. Zu wem gehört der Lehrer? Zu den Kranken, Klugen. Armen. Fühlenden... wer sind die? Ist er einer der ihren, der sich jetzt zurücksehnt zu ihnen? II,re Augen öffnen sich weit. Gewaltig wird der Lehrer an der Orgel. Als hätten bisher der Rhythmus der Melodie und sein Pulsschlag einander gemieden. Jetzt finden sie sich: dos Blut rinnt in des Lehrers Adern nach der Melodie: sein Fieber schlägt den Takt zu den Klängen de« Marsche«: der Lehrer musiziert mit seinem ganzen elenden Leben aus�der Orgel. Als zöge sich ein goldiger, seidiger Vorhang vor dos Fenster: der sonnige Strahl oerschwindet. Kühle weht durch die Bänke. Pon der Decke strömt jetzt der Marsch, zürnt gegen die dummen, schönen Mädchen. Anklagend singen sie alle: alle fühlenden Klugen der Welt, die Armen, die Kranken, die Mageren, die mit den warmen Augen— singen gegen das volle, weiße Fleisch, gegen rote Lippen, weiße Zähne, blitzende Augen, wo- von frei zu werden doch so gut wäre, was geringschätzig zu belächeln und zu verachten, zu lassen, zu vergessen, auszulachen so gut wäre — wenn wir nur nicht Männer wären, junge Männer wärenl Der Lehrer klagt an, beschwert sich, weint droben auf der Orgel, und der Atem seiner gerechten Not schlägt gegen das üppige Mod- chen. Einen Augenblick hat sie dos Gefühl, als wäre Ludwig Schön ein großes Stück Diamant. Jetzt erhebt sie sich von ihrem Platze und vergräbt das Gesicht in die Blumen. Vor die Kirchentür fällt ein Schatten. Ludwig Schön kommt. Er nickt mit dem Kopfe. Das Mädchen geht ihm langsam ent- gegen. Sie geht aus der Kirche hinaus. Draußen zwischen den weißen Grabsteinen küssen sie einander. Arm in Arm kommen sie von dem kleinen Hügel herunter. Sie gehen langsam, ruhig dahin. Noch tönt hinter ihnen die Musik, aber sie sprechen schon von Rechts- anwasi Homorodi, der gerade mit seiner Frau zur Hochzeit aus Pest gekommen ist. Bald sind sie verschwunden. Jetzt spielt der Lehrer noch einige Akkorde. Dann endet er. Ein paar letzte Töne summen noch zwischen den Wänden. Der Lehrer wartet, bis sich der viele geweckte Widerhall niedergeschlagen hat, wie der feine Staub nach einem Ball. Langsam füllt Stille wieder die tülilen Winkel. Der Lehrer tritt aus der Kirche heraus und blickt umher. Sein mageres, kluges Gesicht ist sehr rot. Er zündet sich eine Halbekreuzerzigarette an, tut einen Lungenzua und hlöttert in den Roten._ Dann setzt er sich auf die Steinbank und denkt, daß Ludwig Schön zweihundert Iobre leben wird.— Sonst geschieht gar nichts weiter, dos war da» Ganz«. verbrecherseminare. Schon im Jahre 1914 hat Prof. Dr. Aschaffenburg. Köln, der Autor des bekannten Buches„Das Verbrechen und seine Bekämpfung* der Schaffung von„V e r b r e ch e r k l i n i k e n* das Wort geredet. Die studierenden Juristen sollten hier die Möglichkeit erhalten, ähnlich ihren Kollegen von der medizinischen Fakultät, den rechtsbrccherischen Menschen in seiner Gesamtpersönlichkeit, in seiner physischen und psychischen Struktur umer sachkundiger Führung des Strafrechtslehrers und des kriminalistisch orientierten Psychiaters kennenzulernen. Vorlesungen aus dem Gebiete der Kriminalogi« sollten den klinischen Hebungen das nötige Rückgrat gewähren. Das Problem war damals Gegenstand eifriger Diskussion. Es fehlte auch nicht an Versuchen, in Ferienkursen oder in episodischen Vorlesung»- reihen der Verwirklichung dieser Forderung in Deutschland näher- zutreten. Im allgemeinen aber blieb alles beim alten. Das Verdienst, bahnbrechend auf dem Gebiet der kriminalistischen Vorbildung zu wirken, gehört Oesterreich. Dort lebte und lehrte ia auch in Graz der bekannte Kriminalpsycholo�e Pros. Groß, der eigentliche Vorkämpfer auf dem Gebiete der Kriminalogi«. Sa ist denn in Graz unter Leitung von Pros. Lenz ein Kriminal- biologisches Seminar* ins Leben gerufen worden. Allwöchentlich finden im Gefängnis unter Teilnahme eines Psychiaters zweistündige praktische Hebungen statt, bei denen vier bis sechs Sträflinge demonstriert werden: diese werden unter einem bestimmten Gesichts- punkt ausgewählt. Bald sind es solche, deren körperliche oder neuro- patische Konstitution zum Gegenstand der Erörterung gemacht werden, bald ist es die intellektuelle Beschränktheit oder die Ge> sühlsstumpfheit. die sie eint. Dann sind es wieder die Verwahr- losten oder die Erregbaren, die Triehhaften, die Alkoholiker oder die Landstreicher usw. Der Einführung folgt die aktive Teilnahm« der Zuhörer. Die Demonstration besteht aus der Widergabe des Verbrechentatbestandes und des Urteils durch den Berichterstatter, der den Fall aus dem Studium der Gerichlsakten und dank der Fühlungnahme mit den straffälligen und den Strafvollzugsbeamten bereits kennt: ferner aus der körperlich neurologischen Untersuchung, aus der autobiographischen Erzählung und aus dem Befragen des Demonstrierten.'Nach einer Abführung folgt die zusammenfassende Darlegung des Leiters. Der Demonstratio» geht am Vormittag ein zweistündiges Kolleg über ein entsprechendes kriminalbiologisches Problem voraus. Aehnliche klinische Hebungen, wenn auch nicht ganz gleich- wertige. bestehen in Wien. Auch in Moskau ist in Verbindung mit dem„Kabinett zur Erforschung des Verbrechens und des Ver« brechers* eine Kriminologische Klinik* geschaffen, in die Unter- suchungsgefangene zwecks psychologischer, anthropologischer und sonstiger Untersuchungen eingeliefert werden. Die Resultate der Durchforschung des Patienten werden bei Gelegenheit der Demon» ftration einem größeren Zuhörerkreis zugänglich gemacht. Es er- scheint jedoch fraglich, ob Untersuchungsgefangene geeignete Objekte ssnd. Es wäre an der Zeit, auch in Deutschland ahnliche Versuche wie in Oesterreich anzubahnen. L. R. Der höchste Schornstein der well. Ein Fabrik in der amerika» Nischen Industriestadt Anoconda kann sich rühmen, den höchsten Schornstein der Welt zu besitzen. Er rft 175 Meter hoch. Zum Bau dieses Ungeheuers waren ölh Millionen Ziegel sowie 68 815 Säcke Zement erforderlich. Wortspiele. Von Dr. Laufenbach. Bahrend wir über die neuesten Errungenschaften der Natur. wissenschaft und Technik staunen, vergessen wir gewöhnlich jene wunderbaren Leistungen des menschlichen Geistes, welche Jahrtausende zurückliegen und doch heute noch von der allergrößten Be deutung sind, wie z. B. die menschliche Sprache. It es nicht mindestens ebenso erstaunlich, daß der Mensch mit zwei Dutzend Edhriftzeichen gelernt hat, viele Tausende von Worten zu bilden und die unzähligen Dinge seiner finnlichen Wahrnehmungen nebst seinem gefamten Denken und Fühlen auszudrücken und mitzuteilen bis zu ben fernsten Geschlechtern; ist dies nicht sogar noch wunderbarer als Radio und Zeppelin? Wie alles Irdische hat freilich auch die Sprache ihre Unvoufommenheiten und Mängel. Biele Wörter bestehen aus denselben Buchstaben in derselben Reihenfolge, auch Aussprache und Betonung sind genau gleich, aber die Bedeutung ist ganz verschieden. Für Sprachfreunde seien die folgenden Säge als Beispiele angeführt: Der Stiefel mit hohem Abfaz findet jetzt reißenden Absatz. Die Köchin flagte, daß das Fleisch schon angegangen sei, dagegen wolle das Feuer nicht angehen; deshalb ging fie ihre Herrin um etwas Petroleum an, es wurde ihr aber erklärt, das gehe wegen der Feuer gefährlichkeit nicht an. Der Kunde wollte dem Kaufmann vor dessen Abzug einen Abzug machen. Der Abgeordnete stieg in den Anhänger, weil ihm von dort einige jeiner Anhänger zuriefen. Damen, die uns ansprechen, sind nicht immer ansprechend, und Männer die ein Buch verlegt haben, nicht immer Verleger, noch sind Verleger stets in Berlegenheit. Der Bauer stellt sich vor den Eingang, aber dem fremden Befumer stellt er sich nicht vor, er fann sich gar nicht vorstellen, daß das Vorstellen in der Stadt fo allgemein üblich ist, felbst unter Menschen, welche im übrigen nicht viel vorstellen. Je= mand fann sehr wohl fastbare Kleider anhaben, aber der GerichtsDezieher fann ihm nichts anhaben. Mancher Offizier hat im Kriege nicht nur Soldaten, sondern auch Mädchen angeführt. Er fonnte angeblich morgens noch nicht angeben, mas er abends angeben würde. Als die Frau angefommen war, merfte sie gleich, daß fie übel an geinmmen war. Der alte Jäger jaẞ oft auf dem Anstand, hielt je doch wenig pom Anstand. Der Hausbefizer wollte es dem Maler ordentlich anstreichen, daß er das Haus nicht ordentlich angestrichen habe. Der junge Mann ging auf der Stelle, um eine Stelle zu suchen, doch stellt er sich so an, daß man ihn nicht anstellte; darauf stellte er sich zum Militär, wo man keine Versuche mit ihm anstellte. Da ein Gewitter im Anzug war, wollte der vorsichtige Mann den neuen Anzug nicht anziehen. Schöne Menschen ziehen am meisten an, wenn sie am wenigsten anziehen. Der Rechtsanwalt hatte sich den Fuß vertreten und fonnte feinen Klienten nicht im Termin nertreten. Wir wollen lieber nicht mit ihm anstoßen, wir tönnten leicht anstoßen. Er war auf der Hut, damit ihm der gute Sut nicht vertanscht würde. Die Hut sei targ, meinte der Schäfer. Bären die Cheleute früher cufgebrochen, so würden die Einbrecher die Türe nicht aufgebrochen haben. Es ist kein Wunder, daß man in Deutsch land so viele Meniden mit abgetretenen Schuhen sieht, nachdem es fobiel Land abgetreten hat. Bereits im ersten Auftritt spielte sich ein heftiger Auftritt ab. Als der Redner die Tribüne betrat, machte er einen etwas betretenen Eindrud. Dem Minister war fein hohes Ansehen nicht anzusehen. Frauen unter Sitte fümmern sich ge nöhnlich wenig um die Sitten der Frauen, und gefallene Mädchen merden wesentlich geringer geachtet als gefallene Soldaten. Der Bursche führte seine Braut aus, ohne seine Absicht auszuführen, marum, läßt sich hier nicht näher ausführen. Da die Versammlung nicht auf ihn hört, rief der Redner: Hier hört ja doch wahrhaftig alles cuf!" und hörte fofort auf. Auch steinreiche Leute sind mitunter blutarm, und blutarme find recht pollblütig. Ein Uhrmacher, den ein Bauer aufziehen wollte, erwiderte gereizt, es sei wenigstens ein reinlicheres Handwerk, lihren aufzuziehen als Schweine. Feldmesser gab zu, daß es vermessen sein würde, zu behaupten, man fönne sich nicht mehr vermassen, menn man schon so viele Ländereien vermeisen habe. Sobald die Menschen verschieden find, find sie nicht mehr verschieben. Es murde ein Ausschuß gebildet, der nicht aus dem Ausschuß des Voltes bestand. Kleinere Kinder spielen mit Bällen, größere auf Bällen. Jene Brau bemerfte, daß sie nichts daDon bemerzt habe. Biele werden zu Memtern berufen, zu denen sie nicht berufen find. Oftmals büßt der Reiche seine Lust, ohne dafür büßen zu müssen. Che er die Che cinging, wollte er die Auserwählte prüfen, sie ging jedoch nicht darauf ein. Um den Einfall des Feindes zu vereitein, fam dem General ein schlauer Einfall. Der Truppen führer war von der eingenommenen Stadt so wenig eingenommen, daß er fie, nachdem er das Mittagsmahl eingenommen hatte, fofort verließ. Der Junge ist schlecht eingeschlagen; während sein Rater einen Nagel eingeschlagen hatte, hat er dem Nachbar, der hinten im Laden einer Rundin die Waren einschlagen wollte, norne die Schaufensterscheibe mutwillig eingeschlagen. Die Frau sah mehr auf den Schein, der Mann auf die Scheine. Er schlief unter freiem Himmel, war frei von Sorgen, hatte viel freie Zeit und fühlte sich als freien Mann. Männer von Geist haben nie einen Geist gesehen. Kosten Sie mal dieses Gericht, forderte die Wirtin den Gast auf, es foftet allerdings viel Geld und Mühe; nun, als Affeffor fennen Sie ja die Gerichtsfpften. Er fam gerade aus dem Wirtshaus, fonnte aber nicht mehr gerade gehen. Weil er gar nicht viel Geid hatte, aß er aus der Garfüche. Eine schlechte Sitte im Handel ist das Handeln. Bom nielen Kneipen bekam der Student Kneipen im Magen, so daß er endlich sagte, er habe die Kneipen im Magen. Haben Sie richtigen Stuhl? fragte der Arzt den Patienten im Lehnstuhl, und wie geht's sonst. Wenn ich liege geht es. Nachdem die Wäscherin gestärkt hatte, stärkte sie sich. Der Schuhmacher hatte einen Leistenbruch und mehrere Leisten. Der Leiter der Feuerwehr stand auf der Leiter. Mit fosen Burschen ist in der Regel nicht viel los. Der Onfel hatte niele Mitesser zu Tisch und noch mehr im Gesicht, Er musterte die Frau und fand, daß fie fein Muster war. Eine Nachfrage ergab, daß die Nachfrage gering war. Die beiden Männer waren schon nicht mehr nüchtern, trobem tranten sie auf nüternen Magen wieder Der Schnaps; Spelfen tamen ihnen zu nüchtern not. Su bezug auf Kleidung war der ordentliche Professor gar nicht ordentlich, er zog fich selten mal ordentlich an. Dem Kartenspieler paßt es zumeilen schlecht, menn der Mitspieler paßt; er hält übrigens viel auf gut passende Kleider, obwohl er häufig unpassende Reden führt. Während Die Mutter das Kind sorgfältig pflegte, pflegte der Vater im Wirts haus zu sitzen. Endlich zog das Back mit Sad und Bad ab. Die Leute hatten gute Posten, waren aber nicht nur nicht auf dem Posten, sondern hatten noch einen ganzen Bosten Bare gestohlen. Sie ist eine richtige Berlinerin, aber nicht ganz richtig. Das Bolt hat in jener Gegend eine häßliche Tracht, oft sieht man Menschen mit einer Tracht Holz auf dem Rücken; dagegen haben die Bienen eine ausgezeichnete Tracht. Da er ihr nicht mehr recht traute, traute er fid nicht, sich mit ihr trauen zu laffen. Hier ist ja der reinste Echweinestall! Die Unterhaltung drehte sich um die Unterhaltung des Kindes. Da sie sich in anderen Umständen befand, billigte man ihr mildernde Umstände zu. Dem großen Berdienste entspricht gewöhnlich ein kleiner Verdienst. Auf der ganzen Weide war feine einzige Weide zu finden Die vorstehenden Säzchen erheben felbstverständlich nicht den Anspruch, selbst wikig zu sein. Sie sollen bloß auf die Mehrbeutig feit vieler gleichtlingender Börter hinweisen. Diese Bieldeutigkeit, einesteils zweifellos ein Armutszeugnis, gibt jedoch andererseits dem menschlichen Wig föstliches Material zu tausendfältigen Worte spielen, die vor geistlosen Karten- und anderen Spielen entschieden den Vorzug verdienen. Franzosen und Engländer haben den Bortwig schon sehr lange gepflegt, in Deutschland ist er erst im vorigen Jahrhundert durch Blaßbrenner und die Komiter mehr zu Ehren gekommen, besonders in Berlin, wo er auf fruchtbaren Boden fiel, indeffen auch leicht verflacht. Immerhin ist sogar der Kalquer", wenn er nicht allzu faul ist, besser als blöder Ernst und gcnz wizloses Fazkentum. Ein Besuch im Gran- Chaco. Im Gran Chaco, dem großen Indianerrevier Südameritas, leben verschiedene Stämme, von denen die interessantesten die Alschusle und die Tschoroti find. In ihren Dörfern", so berichtet Erland Nordenskiöld im 31. Bändchen der Ulsteinschen Wege zum Bissen", das den Titel Indianerleber im Gran- Chaco" führt,„ be findet sich gewöhnlich ein den Trinkgelagen geweihter Blah. Um die Mittagszeit versammeln sich dort die Männer; jeder kommt mit einer Sigmatte und feiner zwei bis drei Liter haltenden Kürbisschale. Die Frauen schaffen gewaltige Kalebassen mit Bier herbei. Der Gast wird, besonders wenn er das Unglüd hat, beliebt zu fein, fehr gut behandelt. Er erhält eine Sigmatte und eine zwei bis drei Liter enthaltende Kalebaffe. Segt er sich, winten ihm alle mit der Hand zu, und er muß das gleiche tun. Das ist ein Gruß. Dann heißt es trinten; denn hier gilt es auszutrinken, sonst ist man unhöflich. Ist es einem gelungen, seinen Liter herunterzubringen, ohne fich zu übergeben, dann beginnt wieder das Winken. Die in der Nähe sizenden Allten wischen einem nun, der eine nach dem andern, immer mit ihren schmuhigen Fingern, den Mund. Das ist der Gipfel der Freundlichkeit. Aber will man das Herz diefer In dianer geminnen, so muß man versuchen, ihr Leben zu leben, das alles zu effen und zu trinken, was einem angeboten wird, mit ihnen su tanzen und zu singen, sich ins Gesicht zu speien, und so wie fie refleidet zu gehen. Aber es gibt Dinge, die selbst der fanatischste Ethnograph nicht zu verzehren vermag. Die Zutaten selbst brauchen nicht so schlecht zu sein: der Schmuz bei der Zubereitung ist aber unerhört. Därme werden niemals vor dem Kochen gewaschen, fendern ganz einfach entleert Bisweilen muß jedoch der Darminhalt als Gemüse zum Fleisch dienen. So werden die Erdratten mit Eingeweiden und Erfrementen verzehrt. Männer und Frauen effen nicht zusammen. Jeder nimmt sich mit den Fingern ein ordent liches Stüd, faugt daran und spuckt es dann wieder in das gemein. schaftliche Gefäß. Daß es unangenehm sein tönnte, den Speichel eines anderen in den Mund zu bekommen, ist den Indianern voll. fändig unbegreiflich. Sie Das Liebesleben hat schon für das Indianerkind von sechs bis sieben Jahren feine Geheimnisse mehr. Es hat dann schon alles gesehen. Die Jugend trifft sich auf dem Tanzplay. Hinter den Männern tanzen die Mädchen. Bei den Tschoroti- Indianern er greift das Mädchen die Initiative zu den Liebesabenteuern. führt den jungen Herrn, den sie zum Liebsten wünscht, ganz einfach fort vom Balle. Auch mitten am Tage fann es einem warmblütigen Tschorotimädchen einfallen, als Verführerin aufzutreten. Aus meinem Lager zog einmal ein solches Mädchen, unbekümmert um allen Scherz und alle Anzüglichkeiten, mit einem glücftrahlen. den Aschusle in den Wald. Es ist auch nichts Ungewöhnliches, daß die Mädchen in den Tichorotidörfern sich etwas abseits vom Dorfe eine besondere Hütte bauen, wo sie Herrenbesuche entgegentnehmen. Unter den Tschorotimännern beobachtete ich zwei, welche besondere Günstlinge der Frauen zu sein schienen. Nach meinen Begriffen sahen sie sehr gut aus. Diese Herren hatten stets an den Händen und im Gesicht Kragwunden. Das sind Erinnerungen an zärtliche Neckereien. Ein Tschoroti oder Aschuslemädchen tüßt niemals den Geliebten, sie fragt ihn und speit ihm ins Gesicht. Mit ihrem Liebhaber oder seinen Nachfolgern lebt sie einige Jahre in Freuden. Schließlich wählt sie ihren Bealeiter fürs ganze Leben und wird eine treue und sehr arbeitsame Frau. Vielweiberei scheint sowohl bei den Tschoroti als bei den Aschusle unbekannt zu sein. Geschwister und Geschwistertinderehe is verboten. Die Frau ist in der Regel einige Jahre jünger als der Mann. Nur einmal hörte ich von einer aufgelösten Ehe. Es war die meines Tichorotifreundes Nyato, dessen Frau fich furz vorHer mit einem anderen Mann in die Zuckerfabriken nach Argentinien begeben hatte. Nyato war sehr melancholisch, aber doch schon wieder verheiratet. Bon älteren unverheirateten Mädchen habe id) Fei den Chaco- Indianern nie reden hören. Dagegen murde bei den schoroti als große Merkwürdigkeit ein Mann gezeigt, der niemals eine Frau gehabt hatte." Aus der Partei. Von den italienischen Sozialisten. Auf der türzlich in Rom abgehaltenen Parteitagung der sozialiftischen Einheitspartei waren 72 Provinzialverbände durch 197 Delegierte mit insgesamt 32 000 Stimmen vertreten. In diesen Zahlen drückt sich die erfreuliche organisatorische Festigung der Partei aus, die dem furchtbaren Druck des Faschismus erfolgreich Widerstand geleistet hat. " Ein wichtiges Zeugnis für die Rampftraft der Partei liefert der Bericht über ihr Zentralorgan, die von Claudio Treves geleitete Giustizia". Das Blatt schließt das Jahr 1924 mit einem Ge barungsüberschuß ab, der zum Teil der großen Opferwilligkeit der Genossen zu danken ist, die immer wieder zum Preisefonds beisteuern. Die Auflage des Blattes stieg von 30 000 auf 150.000 in den Wochen nach dem Mord an Matteotti, um sich dann, unter dem Hagel der Berfolgung, auf ungefähr 60 000 zu halten. Auf das vergangene Jahr entfallen allein 13 Beschlagnahmen und zwei Berwüstungen der Re baktionslokale. Dazu kommen die besonderen Schifanen beim Bertrieb in der Provinz, wo sehr oft die Präfetten die Verteilung des Blattes erst dann gestatten, bis das Telegramm eintrifft, daß die betreffende Nummer nicht beschlagnahmt ist! Unter den 17 Propagandaichriften, die im abgelaufenen Jahre non der Partei herausgegeben wurden, befindet sich eine soeben erschienene, die den Titel führt:„ Die Wahlfreiheit unter faschistischer Herrschaft". Es ist eine umfangreiche Zusammenstellung von Dokumenten über Wahlterror, Wahlberaubung, Unterdrückung der Presse und der Versammlungen, die sich der Faschismus während des letzten Wahlkampfes zufchulden kommen ließ: ein unwiderleglicher Beweis dafür, wie die faschistische„ Mehrheit" zustande tam, über die das gegenwärtige Regime verfügt. Die politischen Debatten des Parteitages waren lebhaft und fruchtbringend. Von der Einmütigteit, die in der Ptrtei tro des Austausches verschiedener Meinungen herrscht, tonnte Genosse Zurati, der Altmeister des italienischen Sozialismus, sagen, daß vielleicht dereinst, wenn Italien wieder der Kulturgemeinschaft der Rechtsstaaten angehören wird, es sich herausstellen werde, daß die Beit der Schmach und Erniedrigung, die die Luderwirtschaft des Faschismus über das Land gebracht hat, dem italienischen Sozialismus zum besten gedient hat. Die einstimmig angenommene Resolution zur politischen Bage befräftigt die Zugehörigkeit der Partei zum Oppositionsblod und stellt dem Komitee der vereinigten Opposition die Wahl der ferneren Kampfmethoden, insbesondere die Entscheidung der Frage, ob Beteiligung am Bahlkampf oder Bahlenthaltung, anheim. Die Arbeiterbewegung auf Kuba. Auf Kuba sind Bestrebungen im Gange, eine tubanische Ar beiterpartei ins Leben zu rufen. Nunmehr ist der erste entscheidende Schritt in dieser Richtung getan worden, indem am 20. März in Habana ein„ Sozialistischer Berein" gegründet wurde. Zum Borfizenden wurde Genosse Francisco Domenech gewählt, der der tubanische Arbeiterdelegierte bei der letzten internationalen Arbeitskonferenz war. OPEL WEITAUS GRÖSSTE PRODUKTION DER WELT! 1887 1900 1905 1910 1915 1920 1925 NUR EDELSTE ARBEIT FÜHRT ZU SOLCHEN ERFOLGEN Adam Opel Adsselsheim" fahrrader- u Motorwagenfabrik General- Vertretung und Fabriklager: Richard Siebert, Berlin SW. 61, Belle- Alliance- Str 6. Zwei große Ereignisse während der Reichs- Reklame- Messe in Berlin, die vom Verband Deutscher Reklamefachleute E. V. und dem Berliner Messeamt vom 25. April bis 3. Mai 1925 auf dem Ausstellungsgelände am Kaiserdamm veranstaltet wird: 1. Die Frau als Preisrichterin! Bin interessanter Schaufenster- Wettbewerb. Eine große Zahl Berliner Ladengeschäfte, die durch Plakate gekennzeichnet sind, erhalten in der Zeit vom 25. April bis 3. Mai eine besonders wirksame Schaufensterdekoration. Die Frauen als Meistkäuferinnen sollen beurteilen, welches die schönsten Schaufenster sind, welche Schaufenster sie zum Einkauf bestimmter Artikel veranlassen kennen. Prämiierung der 10 schönsten Schaufenster und Preisverteilung an die Einsenderinnen. Nähere Bedingungen und frankierte Lösungs- Postkarten in den Geschäften erhältlich. 2. Reklame- Umzug! Eine Sehenswürdigkeit für Berlin. R D Zahlreiche Autos, Wagen, Reklameträger bekannter Firmen, begleitet von mehreren Musikkorps, ziehen am Dienstag, 28. April, nachm. in geschlossenem Zuge durch die Straßen Groß- Berlins. Ahmarsch 2 Uhr. Weg des Zuges: Lüneburger Str., Alt- Moabit, Stromstr., Hansa- Pl., Bhf. Tiergarten, Knie, Bismarckstr., Kaiserdamm, Ausstellungsgelände, Kantstr., Leibnizstr., Kurfürstendamm, Uhlanddstr., Pariser Str., Prager Platz, Hohenstaufenstr., Winterfeldpl. Evtl. Verlängerung des Weges bis Neukölln ist vorgesehen. Anmeldungen von Firmen, die sich noch am Schaufenster- Wettbewerb oder Reklame- Umzug heteiligen wollen, nimmt entgegen die Geschäftsstelle des Verband Deutscher Reklamefachleute E. V. Berlin W 30, Motzstr. 11 Fernruf: Kurfürst 5116-19 Donnerstag, 30. April, abends 8 Uhr: Großer V.D.R.- Gesellschaftsabend in den Festräumen des Zoo