Nr. 19642. Jahrg. Ausgabe A nr. 101 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatli 8, Reichsmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Sied Iung und Kleingarten" fowie ber Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin* Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einipaltige Ronpareille. acile 70 Pfennig. Reklamezeile 4. Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedrudte Wort 20 Bfennig ( auläffia awei fettgedruckte Worte). jebes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengefuche das erste Wort 10 Pfennig, fedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buche staben zählen für zwei Worte, Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Summer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin GB 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Döuhoff 2506-2507 Auf der Reichs- Reklame- Messe: Wilhelm 5744 Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Sonntag, den 26. April 1925 sid Postscheckkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Bernfprecher: Auf der Reich 8- Reklame Moffe: Wilhelm 5744 Die Republik muß siegen! Für Freiheit und echtes Heldentum in den Kampf! Wir stehen erschüttert an einem offenen Sarg. Erich| wir preisen das namenlose Heldentum, das in den Schulz ist für uns alle gestorben. Er fiel unter den schwarzrotgoldenen Farben seines geliebten Reichsbanners, ein guter Kamerad. Nun hat er das letzte höchste Opfer gebracht, und wenn die Schlacht geschlagen ist, werden wir ihn zu Grabe tragen, den toten Soldaten der Republik! Wen wundert es, wenn die Reichs blodpreffe den feigen Mord zu einem berechtigten Aft der Notwehr umlügt. Der Ermordete hat schuld! Wann ist es bei dieser Presse anders gewesen? Wo ein Offizier einen Soldaten mißhandelte, da ergriff sie die Partei des Offiziers. Wo es eine militaristische Ausschreitung gegen schutzlofes Zivil gab, hat sie diese Ausschreitung beschönigt, gedeckt, verteidigt. So war es in der Kaiserzeit. In der Republik hat sie sich dann ihre Opfer ausgesucht und sie so lange gehetzt, bis sie blutend dalagen: Erzberger! Rathenau! Nur das Recht fann mit guten Gründen fechten, das Unrecht braucht als Waffe Lüge und blutige Gewalt. Gegen seine Macht führen wir heute mit dem Stimmzettel in der Hand einen heiligen Krieg. Wir flagen uns an! Lässigkeit der republikanisch Gefinnten hat es so weit tommen lassen, daß wir heute noch einmal um einen Sieg fämpfen müssen, der längst ge= fichert sein sollte. Wir als Sozialdemokraten fämpfen zuerst um die Republik, dann um ihren sozialen Inhalt. Noch einmal sehen wir uns auf den Kampf um die Staatsform selbst zurückgeworfen. Drohend erhebt sich die Macht Der Reaktion, fie glaubt sich ihres Sieges am heutigen Tag schon sicher. Sie wähnt schon die Stunde gekommen, da sie die Republikaner in der Republik, schließlich die Republik selbst als Freiwild betrachten fann. Soweit hätte es gar nicht erst kommen dürfen! Was immer der heutige Tag bringen mag, aufs höchste gesteigerte Energie wird auch weiter nötig sein. Die Macht, die in der organisierten Masse der Werftätigen ruht, muß sich noch ganz anders entfalten. Darum für heute das Geständnis an die Vergangenheit, das Gelöbnis an die Zukunft: Mich reut, ich sag' es mit zerfnirschtem Sinn, Daß ich nicht dreifach fühn gewesen bin. Nach dem ersten Wahlgang am 29. März sah die Reaktion ihr Spiel verloren. Das Volk hatte sich gegen sie entschieden. Da griff sie zu einem letzten Mittel der Verzweiflung, indem sie einen von vielen als Helden verehrten politisch ahnungslosen Greis als ihren Borfämpfer in die Arena schob. Sie glaubt, mit Hindenburg müsse sie siegen. Wenn sie aber heute mit Hindenburg geschlagen wird, was dann? Dann ist der Beweis, der endgültige, schlagende Beweis dafür geliefert, daß sie überhaupt nicht mehr siegen fann. Wir fönnen zehnmal geschlagen werden, wir stehen wieder auf und kommen stärker zurüd. Aber verlieren die drüben am heutigen Tage, dann stehn sie nicht mehr auf, dann sind sie nicht nur geschlagen, sondern vernichtet. Dann wird sich auch in ihrem Lager die Anklage er heben darüber, daß der alte Mann von falschen Freunden in die Niederlage hineingejagt wurde, daß seine gerade doch jenen anderen beinahe heilige Person mißbraucht und verbraucht wurde in einem schnöden Parteimanöver! Hindenburg ist die letzte Karte. Sticht sie nicht, find fie verloren! Die Zukunft gehört der Republik und dem Sozialismus. Auch ein Fehlschlag, den niemand für möglich hält, der an den gefunden Sinn unseres Boltes glaubt, tönnte uns nicht entmutigen. Komme, was fommen mag, es wird sich erweisen, daß die Sozialdemokratie fämpfen fann! Mögen andere die Generäle als Helben preisen, die Schlachtpläne entworfen oder auch nur unterzeichnet haben, Massen des arbeitenden Volkes lebt, jenes namenlose Heldentum, das in den Schüzengräben blutete und daheim schuftete, hungerte und fror für den Schutz des Landes, während die anderen tolle Pläne von Ruhm und Macht spannen, bis alles elend zu Ende war. Warum blickt denn die demokratische Welt mit solchem höhnischen Staunen auf diesen Wahlfampf? Weil drüben mit den siegreichen Feldherren durchaus nicht der gleiche Göhenfult getrieben wird wie bei uns mit den geschlagenen. Weil man drüben nicht an den Billen penfionierter Generäle, sondern an dem Grabe des unbekannten Soldaten zur Huldigung vorüberzieht. Das Heldentum der Generäle ist nur ein Bopanz. Das Heldentum des Volkes ist echt, bewiesen nicht nur in blutigen Schlachten, sondern auch im harten Existenztampf um das tägliche Brot und im verpönten, darum nicht minder notwendigen Klassentampf um eine beffere Zukunft. Dieses schlichte, namenlose Heldentum geht seinen Weg weiter, ob die Sonne scheint oder ab es stürmt. Vom Schicksal nicht verwöhnt, hart geworden, tann es weder durch Rückschläge entmutigt, noch durch Siege übermütig gemacht werden. Der Sieg, um den wir heute kämpfen und der nach unserer aller frohen Zuversicht heute abend in unseren Händen fein wird, ist für uns nur ein Teilsieg wir wissen es! Reiner unter uns ist so furzsichtig, zu sagen, deshalb verlohne es sich nicht, für ihn zu kämpfen. Alle fühlen, daß fie an einer weltgeschichtlichen Entscheidung beteiligt find. Alle Kräfte sind bis aufs äußerste angespannt. Im Aufmarsch der Millionen entspinnt sich ein ungeheures Ringen von einer Art, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Mit angehaltenem Atem erwartet sie den Ausgang. Zwei Lager! Die Hasardeure des Weltkriegs sind auch die Hasardeure dieses Wahlkampfs. Sie setzen alles auf einen Mann. Wir sehen alles auf eine Idee. Ihr Mann ist alt, unsere Idee ist jung. Jahrhunderte, die ihr gehören, See ift ju liegen vor ihr. Diese Idee, auf die wir alles setzen, ist die Idee der Republit. so wie sie Friedrich Ebert auffaßte als die Idee der politischen und sozialen Demokratie. Um ihretwillen tun wir heute, jeder Mann und jede Frau, unsere Pflicht. Heute, morgen, und immerdar: Es lebe die Republik! Ein Wikingmord in Berlin. Ein Killingermann schießt auf Reichsbanner. bruder Straße verbreitet das Polizeipräsidium folgenden fucht. Ueber die atentreuzermorbtat in der Inns-| ziehung zur Brutalität, zur Gewalttätigkeit und zum Morde Bericht: Am 25. April um 1,50 Uhr nachmittags durchfuhr ein Propaganda- Möbelwagen des Reichsbanners die Innsbruder Straße. Er war von etwa 15 Reichsbannerleuten begleitet. An der Badenschen Straße standen der Landwirt Alfred Rehnig. Innsbruder Straße wohnhaft, der Schüler Horst Benoit, Barbarossastraße wohnhaft, und der Schüler Günther Pfundt, Hauptstraße mohnhaft. Diele gerieten mit den Reichsbanerleuten in Streitig feiten, in deren Berlauf dem Rehnig sein schwarzweißrotes Fähnchen entrissen wurde. Als ihn angeblich die Reichsbannerleute be drohten, zog er seinen Revolver, schoß in die Luft und darauf in die Reichsbannerleute und tötete dabei in angeblicher Motwehr den Lagerverwalter Erich Schulz. Es soll noch eine weitere Person verlegt worden sein, doch tonnten deren Spuren bisher nicht ermittelt merden. Die Leiche des Schulz wurde von der Kriminalpolizei beschlagnahmt und dem Leichenschauhause zu geführt. Rehnig ist festgenommen und der Abteilung IA des Berliner Polizeipräsidiums zugeführt worden. Die weiteren Verhandlungen sind noch im Gange. Der Bericht ist sehr zurückhaltend und stüßt sich zum großen Teil offensichtlich auf die Aussagen des Mörders. Dem gegenüber muß festgestellt werden, daß der Zwischenfall von den Hakenkreuzlern provoziert wurde und daß von einer Notwehr schon deshalb nicht die Rede sein kann, meil die Reichsbannermitglieder unbewaffnet waren, während der nationalistische Mörder Schußwaffen bei sich trug. Festgestellt werden muß ferner, daß der Mörder Rehnig in dem denkbar übelsten Ruf steht. Wie gemeldet wird, haben sich auf dem Polizeirenier bereits mehrere Personen gehaben sich auf dem Polizeirevier bereits mehrere Personen ge meldet, um auszusagen, daß sie von dem Hafentreugler wiederholt mit dem Revolver bedroht wurden. Das Bild rundet sich, wenn man erfährt, daß der Mord bube Mitglied des Wifingbundes und sein Vater Mitglied der Deutsch nationalen Partei ist. Der Wikingbund ist als Brutstätte der Meuchelmörder bekannt. Er stand in den intimsten Beziehungen zu der letzten Jahre zuzuschreiben sind. jenen Mörderorganisationen, denen die politischen Attentate Der Freund der Erzberger Mörder, Ril. finger, ist heute Borsigender des Wiking. bundes! Diese Tatsachen sprechen für sich. Das Reichsbannermit glied Schulz ist ein Opfer jenes nationalistischen Hakenfreuzlertums geworden, das seine Hauptaufgabe in der Er Die Mordtat in der Innsbruder Straße ist die Folge jener Hege, die in den Hindenburg- VersammIungen der letzten Tage von den nationalistischen Führern des Reichs blods betrieben wurde. Sie ist eine Folge jener hundsgemeinen" Methoden, zu denen die Führer des Reichsblocs aufgefordert haben. Dem Reichsblock und den Souffleuren Hindenburgs wird es nicht gelingen, den Mordbuben von sich abzuschütteln. Der Wikingbund und sein Führer Killinger haben die Wahl Hindenburgs offen begrüßt. Killinger und sein Bund find von den Machern der Hindenburg- Kandidatur als Wahlhelfer angenommen worden. Der Mörder Rehnig ist einer der Wahlhelfer Hindenburgs. Seine Gesinnung ist teine ZufallserScheinung. Sie ist ein Teil jenes Geists, der von den Wikingern und anderen offiziösen Wahlhelfern Hindenburgs bewußt großgezüchtet wird. Es ist der Geist des Bürgertrieges! Ueber die Bluttat erfahren wir folgende Einzelheiten: Die schamlose Mordheße des Rechtsblocks hat ihre ersten blutigen Opfer gefordert. Zu einer empörenden Bluttat völkischer Elemente tam es gestern nachmittag um 2 Uhr am Bayerischen Platz. Drei Propagandamöbelwagen Des ,, Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold", die durch den Besten fuhren, wurden am Bayerischen Platz von einer Gruppe uniformierter Nationalisten aufs unfläfigste beschimpft. Nicht nur das. Die nationalistischen Rowdies versperrten den Fahrdamm und hinderten die Propagandawagen des Boltsblocks am Weiterfahren. Als ein Reichsbannermann gegen die schamlosen tegeleien der Hakenkreuzler protestierte und die offensichtlich Händel suchenden monarchistischen Krateeler aufforderte, den Weg frei zugeben, 30g einer dieser Burschen, der 20jährige Alfred Rehnig, Innsbruder Straße 7, Sohn eines Architeffen, einen Revolver und schoß wie besessen auf die Reichsbannerleute ein. Das 27jährige Reichsbannermitglied Erich Schulz von der Kameradschaft Kreuzberg, Trebbiner Straße 10 mohnhaft, wurde von zwei Lungenschüssen tödlich getroffen. Des Publikums hatte sich ob diefer feigen Attentate eine ungeheure Empörung bemächtigt. Nur dem Eingriefen der Polizei ist es zu verdanken, daß der monarchistische Mordbube nicht von der wütenden Menge gelyncht wurde. Wie uns von mehreren Anwohnern de« Bayerischen Platzes berichtet wirb, spielt der völkische Mörder Rehnig in der ganzen Gegend eine überaus de» rüchtigte Rolle. Bei der geringsten Kleinigkeit soll der Lümmel den Reooloer gezogen und seine Widersacher mit Erschietzen bedroht haben. Schuld an der Verwahrlosung des Burschen trägt neben der irrsinnigen Hetze der skrupellosen nationalistischen Gift- inischer, die auf unreife, verrohte Individuen nach Art des Mör- ders Rehnig wle Gift wirken muß, das Elternhaus. Noch in den Nachmittagsstunden war der Bayerische Platz von großen Menschenmengen umsäumt, die ihrer elementaren Empörung über die Untat Ausdruck gaben. Mit Blut wollen die Rechtsblöckler die Kandidatur ihres General- feldmarschalls durchsetzen. Diese neuerliche Schandtat der faschistischen Mordbuben wird allen Republikanern endlich die Augen öffnen und wird ihnen zeigen, welches Regiment schamlosesten Terrors droht, wenn die Kandidatur des Monarchisten und Republlkfeindes siegen sostte. Eines hat die grauenhafte Tat am Bayerischen Platz mit aller Deutlichkeit gezeigt: Mit der Nachsicht diesen Mordelementen gegen» über muh jetzt Schluß gemacht werden. Es ist völlig unerträglich, daß nationalistisches Banditengesindel, bis an die Zähne bewaffnet, täglich Republikaner mit Dolch und Reooloer anfällt. Wzu lang« haben die Behörden langmütig zugesehen. Jetzt gilt es, hart zu werden. wir fordern allerstrengft« und gründlichste Ualerfuchung de» Republikanermordes am Bayerischen platz. Sowohl gegen die materiellen wie ideellen Urheber des Blutbades muß unerbittlich und mit der ganzen Strenge des Gesetzes vorgegangen werden. Der Mord in der Innsbrucker Straße zeigt deutlich, wo- hin der Weg gehen würde, wenn Hindenburg siegt, zur Katastrophe. das ist üie Monarchie! Urteil des führende« Blattes der britischen Konservativen. London, 25. April.(Eigener Drahlberlcht.) Die„Timesschreiben ln einer Betrachtung über die deutsche Präsidentenwahl: „yindenburg ist bereit, die Weimarer verfastuag al« Präsident der Republik zu beschwören. Er macht sich dabei wahrscheinlich keine Borbehalte, aber wenn er gewählt ist, wird Deutschland aus den Weg der Monarchie gedrängt. Man wird die Rechte des Reichstages beschränken und das Kabinett wird versuchen. diktatorische Vollmachten zu erlangen, von der Diktatur des Kabinetts bis zur persönlichen Diktatur ist dann nur noch ein Schritt. Unter hindenburg wird zweiselios an der Wiederherstellung der Monarchie gearbeitet werden, wen« das die außenpolitische Lage einigermaßen ermöglicht. Ze größer die Stlmmenzaht für hindenburg wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Elemente. die die Monarchie mit Gewaltmitteln wiederherstelle« wollen, zu neuer Aktivität geweckt werden. Einen Vorgeschmals dieser Aktivität Hot die Mordtat des Hindenburg-Agitators Rehnig auf dem Bayerischen Platz gegeben.__ Hinüenburg? Den Finger drauf, den schlagen wir! in Bleleseld, 25. April.(Eigener Drahtbericht.) Die Stimmung im nordlichen Westfalen und den lippischen Freistaaten ist zuver- sichtlich und siegessicher. Die Versammlungen der drei republitani- jch&t Parteien waren durchweg gut besucht. Die Sozialdemokratie hatte natürlich die weitaus größte Anzahl der Versammlungen und Kundgebungen. Am Freitag abend sprach In einer sehr gut besuchten versamm- lung in der Zentrathalle in Bielefeld Reichstagsabgeordneter Schreck, der die Kandidatur Hindenburg als ein« Kandidatur des Krieges bezeichnete. Er sagte u. a.: Die Reaktion muß am Sonntag in den Sumps gejagt werden, daß sie das Wiederkehren vergißt. Als Abschluß des Wahlkampfes fand heute nachmittag S Uhr eine Masienkundgebung des Reichsbanners auf dem Schillerplatz vor dem Rathaus statt. Als erster Redner sprach Graf Harry Kehler. der die außenpolitischen Gefahren einer Präsidentschaft Hin- denburg mit größter Schärfe herausarbeitete. „Alle Botschafter und Diplomaten, die ich gesprochen habe," so sagte der Redner,„waren entsetzt über die Kandidatur hindenburg. Zch kenne feinen Mann im Auswärtigen Amt, der nicht weiß, daß die Kandidatur hindenburg eine außenpolitische Katastrophe bedeutet." Hindenburg bedeutet innenpolitisch Aufrichtung der alten Klasienherrschast und Niederreißung der mühsam aufgerichteten Wirtschaft. Der Rechtsblock weiß, daß er das Wohl des Volkes gegen den Egoismus der Klassenherrschaft zu opfern sich anschickt. Die Kredite de» Auslandes werden aufhören zu fließen, denn man wird draußen bei den Gläubigern kein Vertrauen zu einem General- direktor Hindenburg haben, der schon einmal Konkurs ansagen mußte. Als zweiter Redner sprach Lehrer Spangenberg- Reckfing- hausen als Vertreter des Zentrums. Er sagte u. a.:„Die Wahl morgen entscheidet, ob in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen wert- schähung wieder der Leuinant treten soll, der mit zehn Mann ein Parlament zu stürzen droht, wir machen Zronl gegen die Bestrebun- gen, die den Arbeiter wieder zum Packesel machen wollen." Als letzter Redner, begeistert von den Massen begrüßt, sprach der preußische Innenminister Severiog. Er wandte sich gegen die„hundsgemeinen Flugblätter". Auf einem Flugblatt, so sagte er, wird Hindenburg als Riese, Marx als Zwerg gezeigt. Ja, wenn körperliche Größe und Muskulatur den Ausschlag geben würden- beim zu wählenden Reichspräsidenten, dann hätte der Reichsblock viel besser den deutschen Meisterboxer Breitensträter aufstellen sollen. In der Politik brauchen wir aber Hirn, Geist und Herz. Hirn und Geist für die klare Außenpolitik, für Republik und Demokratie, Herz für die sozialen Notwendigkeiten des deutschen Volkes. Ist hindenburg der Rekter? wo war der„Retter", al, ISIS. 1920, 1921, 1922 die ehemaligen„Landesfeinde" das Vaterlaad retteten? Severing schloß: Wie Blücher, der Marschall, vor über hundert Iahren, so sagen wir morgen: Wo steht der Feind? Der Feind? Da, hier! Den Finger drauf, den schlagen wir! Die Kundgebung, an die sich ein prächtiger Demonstrottonszug durch die Stadt mit Musik und Trommlerkorps anschloß, sah etwa 10000 Personen. Eine Gegenkundgebung der Stahlhelm- und Iungdo-Leute blieb gegenüber dieser Kundgebung kläglich. Die Finanzen öes Loebell-ölocks. „Holland in 9lot". Bon gut unterrichteter Seite wird uns geschrieben: Sofort nachdem der Loebell-Block mit vielen Mühen und nach fortgesetzten peinlichen Demütigungen für den endgültig Erkorenen sich aus Dr. Iarres als Präsidentschaftskandidaten für den ersten und zweiten Wahlgang geeinigt hatte, wurde«in Arbeitsplan und zugleich auch ein Finanzierungsplan festgesetzt. Die Sache ging verhältnismäßig glatt von statten. Herr Stresemann und die deutschoolksparteillche Großindustrie, deren Vertrauensmann Iarres war, hatte ihren Willen in der Kandidatenfrage durchgesetzt, und ließ sich, was die Bewilligung von Mitteln anlangt, nicht lumpen, ja, betrachtete es sogar als Ehrensache, den Löwenanteil der Wahlkosten aufzudringen. Den Deutschnatt analen, die so schon aus Ehrfurcht vor der konservativen Tradition den Grundsatz heilig hatten, daß man lieber„die anderen zahlen lassen solle", war das ganz recht. Sie brannten darauf, sich in dl« politische Arbeit zu stürzen in der stillen Hoffnung, daß man mit den reichlichen Mitteln des Präsidenten-Wahlfonds auch mancher notleidenden Parteiorgani- satton Im Lande, ohne daß der Partner, der„dumme August" von der Deutschen Vvlkspartei etwas merkt, finanziell auf die Beine helfen könne. Bis zum Tage der ersten Wahl war also auf beiden Seiten im Loebell-Block„süßer Friede, holde Eintracht". Aber„es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht". Der unbefriedigende Ausgang des ersten Wahlgangs zerstörte grausam die Harmonie bisher gleichgestimmter schöner Seelen. Die brüske Absägung des bisherigen„deutschesten Mannes" und seine Ersetzung durch den noch„deutscheren" Greis Hindenburg verschnupfte erheblich den geldgebenden Partner des Loebell-Blocks. Die deutschvolksparteiliche Industrie bekam plötzlich kalte Füße und sperrte die Gelder. Die Volkspartei unterstützt, wenn auch mit temperierter patriotischer Begeisterung, die Kandidatur Hindenburg», ober finanziell knan sie sich für sie nicht erwärmen. Und nun ist die Pleite im Loebell-Block da. Auch der Deutsch- nationalen Partei wird von der Industrie jetzt der Brotkorb höher gc< gehängt. Außer Herrn H u g e n b e r g und der G e f l g s ch a f t s e i n e s K o n z e r n s, die im Jahre 1S19 erst die finanzierte Grund- läge für die Bildung der Partei durch eine Spende von Vi Million Mark schufen, wie der damalige Generalsekretär der Partei öffentlich mitgeteilt hat, kommt als namhafter Geldgeber aus diesen Kreisen nur noch die Fürstlich Henckel-Donnersmarcksche Ver- w a l t u n g in Frage, die wiederholt in finanziellen Nöten der Partei ausgeholfen hat. Reichsprä'siöeiitenwahl. Ausschneide«:— Aufheben: Im Nachstehenden geben wir noch einmal die Ergebnisse des ersten Wahlgangs zur Reichspräsidentenwahl aus den särnl- lichen deutschen Wahlkreisen. Die für die einzelnen Kandidaten der im Volksblock oder Reichsblock jetzt zusammengehenden Parteien oder Gruppen sind addiert, so daß die Tabelle den Vergleich mit den Zahlen vom 26. April wesentlich erleichtert. Die Leser werden die Tabelle ausschneiden und aufbewahre nl Ein wirkliches Volksstück. Endlich einmal ist Fritz Holl, dem Direktor der Volks- .hühn», ein großer Wurf gelungen. Auf eine Volksbühne ge- hören Volksstücke. Aber gute Volksstück« sind so selten wie republt- kanische Ueberzeugungen bei den„Geistigen" unserer Republik. Wae für ein verlogener Kitsch, was für ein Borstadttheaterschmarrn sogenannte Volksstücke wie„Mein Leopold" sind, wird einem erst richtig klar, wenn man den ,.D a t t e r i ch" von R i b e r g a l l sieht. Herr Holl war glücklich beraten, al» er sich zur Aufführung des fast ver�eflenen Stücke» entschloß. Die Dorftellung gehört zu den gemchreicickelp die uns dieser Theaterwinter beschert hat. Der Darinstädter Ernst Elias iVbergall, Freund des großen Büchner« vor einem Jahrhundert—- erst L8jährig— gestorben, nennt seinen fcuchtsröhluhen Datterich allzu bescheiden„Lokalposie in sechs Bil- dern In Darmstädter Mundart". Der Datterich ist mehr. Er ist das wirkliche Aolksstüch In behaglicher Breite rollt sich das Leben eine» leichtfertigen Taugenichts vor unseren Augen ad, eines ewigen Nassauers und Schmarotzers, der den Koos»oller Sorgen hat, weil die Gläubiger ihn auf allen Seiten bedrängen, ohne Ausficht, je befriedigt zu iverden und sich doch weniger Sorgen macht, als seine fetten Mit- bürger. Selbst ein bißchen spießig, führt er die Spießer tüchtig an der Nase herum. Cr ist das Urbild eines verbummelten Genies. Letdenschaftsausdrüche sind im fremd. Das einzige, was er haßt, ist die Arbeit Nie ist er Student gewesen. Soweit hat er e» nicht gebracht. Und doch verübt er die lustigen Streiche von Studenten, wie sie unsere heutige hastige Zelt nicht mehr kennt. Aus der Bühne herrscht stets eine ewig jung« Romantik sorglosen Froh- sinns und ein Gemälde von seltener Eharakteriperungskunst. Der Datterich ist eine Idylle, die wir stundenlang weitergenießen könnten. Fritz Holl, der seihst Regie gesührt hat, bringt das Volks- stück ui dem richtigen Sril. Jede Szene heimelt uns in beschaulicher Behaglichkeit an. Friedrich Bor ma uns gedämpst« Musik und die harmlosen Gesangstexte bilden den idyllischen Rahmen zu der Uolle. Erfindet Holl noch einen eigenen Stil für die Monologe, me, vorläufig Ins Parkett gesprochen, kunstfremd wirken, so ist an b�r Vorstellung nichts, aber auch gar nichts auszusetzen. Paul Henckels als Datterich hat wieder eine Rolle des Erfolges, wie wir sie In„Erotik" und im„Schneider Wibbel" lieben gelernl haben. Ein sympathischer schüchterner Diimmfina ist Armin Schweizer, und von den iibriaen Schauspielern seien Johanna Koch- Bauer als verdatterte Spießersgattin, Gerhard Ritter als wichtigtuerficher Spießbüiger und die reizende Paula Botzcr hsrnoogehosen.__ Dg. „Mit sicherer hanü.. Eines Volkes Führer muß eine sichere Hand haben. Da» steht doch fest, nicht wahr? lind da wir gerade auf der Suche nach einem neuen Führer sind, gibt uns zum Glück unsir lieber„Berliner Lokol-Zlnzeiger" noch in letzter Minute den richtigen Tipp. Hindenburg hat im Rundfunk gesprochen. Seine Rede besagte nicht viel und dauerte sieben Minuten. Mancher hat ja die Fähig- keit, in dieser Zeit mehr zu sogen, als andere in einer Stund«. Ich hatte am Hörer jedenfalls den Eindruck, daß er in den sieben Minuten hätte etwas mehr sagen können. Der„Lokal-Anzelger" beschreibt nun die Umstänoe, unter denen die Rede geboren wurde, im gleichen Stil, in dem er früher über S. M. berichtete.„Im schlichten, dunklen Bürgerkieid...»Seine Hand hält einen Strauß dunkelrot blühender Rosen..... er dstnkt mit der gewohnten würde- vollen Herzlichkeit...."„2luf Bittendes Borstandes der Rundfunk- gesellschast nimmt er in dem Sessel vor dem Pulttisch Platz...." Und letzt kommts:„Der Feldmarschall breitet das Ma- nuskript seiner Rede mit sicherer Hand vor sich aus.....*...... Und dann: Hindenburg spricht zu seinem deutschen Volke. Ruhig, unbeweglich, liegt die geballte rechte Hand auf der Tischplatt«. Die linke wendet von Zelt zu Zeit die Blätter." „Da» Schlußwort verklingt. Dunkel wird da» purpurne Lämpchenc Tiefe Stille. Dann ein impulsiver, jubelnder Beifall der paar tief- bewegten Menschen, die gewürdigt waren, dieser weltgeschichtlichen Stunoe beizuwohnen. Mit kräftigem Ruck erhebt sich dl« mächtige Gestalt aus dem Sessel. Der Marschall blickt ernst. Auch er ist erfüllt von der Große des Augenblicks... Und so gehts noch eine Weile welter. Rur da» endgültige Schlußwort der Rede, das kleine, au« tiesstem Herzensgrunde ge» kommen« Wörtchen„So", das den Klang hatte wie„Gott sei Dank, auch das wäre vorüber", bekommt der„Lokal-Anzeiger'-Leser nicht zu Gelicht. Ein Mann, der dos Zeug hat. mit sicherer Hand da» Manuskript einer Siebcnminutenrede vor sich auszubreiten, hat auch zweiiellos das Zeug dazu, hie höchst« politische Stelle einzunehmen. Selig sind die geistig Armen! den lieben siinöenbürgern. Der Generalmarsch wird geblasen Mit Melodei nach freier Wahl— Wie Dunst zerrinnen eure Phrasen, Demi wir den neuen Text euch lasen: /siecht gute Nacht, Herr Generali" Boll Pathos fragt Ihr:„Worum geht es?" Ja, habt ihr da« noch nicht gemerkt? Trankt ihr denn von den Mastern Lethes? Auf eurem Feg Papier da steht es, Wenn Ihr es auch„v«r(h ug«n)bergt" Ihr möchtet, daß in deutschen Landey Mal wieder weh' Kasernenluft—— Ihr wijjt schon:»Achtung I Stillgestand e Und schöne Hosennaht zuhanden An uniförmlich bunter„Kluft". Ihr läset heut' al» Zeitungeperl« Di« Hiobssn ational)post gern: „Das ist der Tag der„dummen Kerle", Der Tag der.teutschen" August Scherl«, Der schwarzweißrote Tag des»Herrn"! Heul! Heul! Wir haben die»Kanon«". Die große, jetzt im Deutschen Reich. Für langes Warten ward zum Lohne Dem Schwerverdiensle seine Krone, Die Doornenkrone folgt sogleich! Nein, Hindenbürger, nicht drauf pochen! Siegt heut' die Göttin der Vernunft, Dann wird der Marschallsiab gebrochen, Laß's Mahl dir segnen dann von K o chcn, Dem frommen Pfarrherrn, edle Zunft. Weg mit Gereden und Getuen! Wir sind bis oben voll des Quarks! Laßt Antediluviales ruhen Auf Lorbeer'n in bekränzten Truhen-- Es braust ein Ruf... Parole: Marx! I» r« m i a Russische Zcilungslnserate. Was wird in sowset-russischen Zeltungen inseriert? Die Zeitungen in Cowjet-Rußland sind be- kanntlich einer strengen Zensur unterworfen und müssen in streng partei-kommunistischem Sinn« schreiben. Das Leben, wie es wirklich ist, spiegelt sich aber gleichwohl deutlich in ihnen, allerdings nur im Inseratenteil, der ein recht harmloses und gut bürgerliches Ge- präge yat. So kann man auf den zwei letzten Seiten der Moskauer Zeitung»Iewestija", die das Format der Londoner„Times" hat, zahlreiche Inserate von Zahnärzten und Wohnungsuchenden finden. Kinderfräulein und Sprachlehrer, meisten» Deutsche, bieten ihr« Dienste an oder werden gesucht. Staatliche Firmen, denn private gibt es ln Sowjet-Rußland wenig oder gar nicht, offerieren Weine, Ziga- retten, Delikatesten, Hautcreme und Parfümerien, elektrische Lam- pen, Radioapparate und Grammophone, Bureauartikel und Schreib- Maschinen. Ein Unternehmen macht Reklame für eine„Radio- Bibliothek", in deren Rahmen ganze Bücher radiotclephonisch vor« gelesen werden sollen, während«in anderes zur Feier des ersten Mai rot« Fahnen ln seder Menge anbietet. Privatleute dagegen machen durch Inserate bekannt, daß sie Möbel und Kleidungsstücke, Fahrräder und Klaviere verkauken wollen. E» ist also im großen und ganzen genau so wie in al'en anderen Ländern der Welt und keineswegs besonders kommunistisch oder sowjet-nissisch. Ein RIesenlevchtiurm bei Dljon. Der erste einer Reihe von Leucht- türmen, die zur Orientierung für den Luftweg von Paris nach Algier dienen sollen, ist setzt bei Discm in Betrieb genommen worden. Er befindet sich aus dem Gipfel des Moni Astigue. der etwa l800 Meter hoch ist. Das Licht hat eine Stärk, von 374 M i l l i o n e n K e r z e n und der Leuchtturm sendet jede 5 Sekunden einen Strahl aus, der in klaren Nächten S00 Kilometer und bei trübem Wetter wenigstens ISO Kilometer weit sichtbar sein soll. Ein ähnlicher Leuchtturm wird jetzt in der Umgegend von Paris gebaut Dt« Stoße Volteoper plant lür Anton o Mal ein fllaltlvi«! de< Tenors CharlieHackett von der Metropolttan-Lper in New Jork. Zm Ventscheu vperohanse gibt Margarete Matzenauer von der Metro» Polttan-Oper in New Jork am Mittwoch ein Shrengastsptel als Isolde. letzter /lppell für öle Republik. Republikanische Kundgebung im Sportpalast. Der pünktliche Besucher, der um 7 Uhr die Halle betrat, fand schon ein überfülltes Haus vor. Wieder war der Sportpalast in schwarzrotgoldenen Schmuck gewandelt. Schwarzrotgold I Den Haß, den die Reaktionäre den Farben der Republik entgegenbringen, be- wiesen sie ja in dem Hause am Molkenmarkt, wo sie durch Säure- spritzer einen„Fegen� aus ihnen machen wollten. Dieses Doku- ment national! st ischer Gemeinheit umkleidet die eine der beiden das Podium abschließenden Säulen. Die Massen, die die weite Halle füllten, hatten die Bedeutung dieses Symbols er» könnt, ihre Riederruse galten den Feinden, begeisterte Hochrufe der Republik! Wohl ungefähr SOOO Reichsbannerleute versehen in vorbildlicher Weise ihren schweren Ordnungsdienst, und wer erlebte, wie wüst und wirr es beim Jarres-Rummel vor wenigen Tagen an der gleichen Stelle zuging, weiß solche Disziplin zu schätzen. Der Reichsbannermarsch wird vom Orchester, das diesmal auf der ersten Galerie untergebracht ist, gespielt, die Bannerlsute bilden Spalier, der Fahneneinzug geht unter ungeheurem Jubel vor sich. Eine der Fahnen bekommt einen Ehrenplatz, und zwar direkt neben dem Rednerpult: Es ist das Banner der Orksgruppe Srenzberg, dem der feige gemeuchelt« Kamerad Schulz angehörte. In ehrenvoller Weise gedachte nach Beginn der Kundgebung der Gauvorsitzender K 0 ch des mahnenden Opfers, und während draußen vor der Halle dumpfer Trommelwirbel ertönte, hörte die Versamm- lung stehend den Nachruf auf den Toten. Man senkte die Fahnen zu Ehren der gefallenen Kameraden, aber man hob sie auch wieder empor, weil sie uns heute zum Sieg der Republik führen sollen. Man war guten Mutes. Denn als W i r th, der frühere Reichskanzler, von den impo- santen Erlebnissen seiner Wahlreise erzählte, als Gertrud B ä u m e r vom hehren Gedanken der republikanischne Staatsidee sprach, als Erifpien das Kafperle-Theater der Rechten in jener lächerlichen Buntheit zeigte, in der es sich uns gerade fetzt in den Tagen der Hindenburg-Kandidatur bot,— da unterbrachen die Mallen die Ausführungen der Redner immer wieder mit begeisterter Zustimmung und Hochrufen auf die Republik. Der Abzug des Reichsbanners bot einen wahrhaft erhebenden Anblick. Den Zug beschloß ein Kriegskrüppel im Rollwagen mit einem großen mahnenden Plakat:»Das ist da» Werk der Generale! Republikaner, wählt Wilhelm Marx!* Die Kunügebung. Die tn letzter Stunde vor der Wahl vom Reichsbanner im Sportpalast veranstallete Kundgebung wurde vom Gauoorsitzenden des Reichebanners Fritz K 0 ch mit einer Ansprache eröffnet, in der er aus den vor einigen Stunden verübten Mord an einem Reichsbonnerkameraden hinwies. Seit einigen Tagen, fo führte er weiter aus, schicken einig« im Reichsblock für die Präsidentenwahl vereinigte Organisationen wie Stahlhelm, Wikingbund usw. unseren Reichsbannerkame» roden feige Mordandrohungen Ins Haue. Wie sind vor diesen Drohungen nicht zurückgeschreckt, sondern haben unsere Arbeit für die Republik fortgesetzt in dem Glauben, daß diese Burschen e? nicht wagen würden, den Namen Hindenburgs mit einem Mord zu belasten. Sie haben es dennoch gewagt! Gestern mittag fiel als neues Opfer im Kampf um die deutsche Republik unser tapferer Kamerad Erich Schulz auf dem Bayerischen Platz einem feigen, dem wickingbund angehörenden Mordgesellen zum Opfer. Ein anderer Kamerad liegt schwer verwundet danieder. Dem Toten gilt in dieser Stunde unser Dank für die Treue, mit der er bis zmn letzten Atemzug seiner republitanilchen Pflicht oblag. Dem Verwundeten gilt unser Gruß und unser Wunsch auf baldige Rückkehr in unsere Kämpferreihen. Sie haben sich zu Ehren unseres ermordeten Kameraden von Ihren Plätzen erhoben. Ich danke Ihnen. Diese Ehrung soll und darf aber nicht nur eine Formalität sein. Dieser neueste Mord sei für uns alle das Signal, die wenigen Stunden, die uns nock von der Cnt- scheidung trennen, auszunützen, um unserem Prästdentschaftskandi- daten den Sieg zu erringen. Von tosendem Beifall begrüßt, nahm als erster Redner das Wort Reichskanzler a. D. Dr. lvirth: Was ich Ihnen zu sagen habe, kommt vom Herzen. Vom Schwarzwald bis zum Meere, vom Westen bis zum Osten haben dl« letzten Tage eine Bewegung aller Republikaner gesehen, die einfach großartig zu nennen ist. Morgen, am Wahltag, soll sich zeigen, ob das deutsche Volk polltisch mündig Ist. Morgen soll sich entscheiden, ob das deutsche Volk einen Staat haben will, in dem Frieden und Freude herrscht. Bei dieser Entscheidung ist das Reichsbanner gerade noch zur rechten Zeil gekommen. Diese republikanische Schutztruppe steht an erster Stell« In der Werbearbeit für die Republik, und Ihr haben wir es zu danken, wenn bisher der republikanische Staatsgedanke so gefestigt werden tonnte, wie wir es jetzt erleben. Sorgen Sie alle dafür, daß wir Deutschen bald alle die Hände ineinanderlegen können in brüderlicher Freund» schast, in gemeinsamer republikanischer Siaaksgesinnung. Diese Staatsgesinnung muß Freiheit. Frieden Und sozialen Fort» schritt bedeuten. Freiheit und Frieden für ein Volk aus freiem Boden in sittlicher und politischer Gleichberechtigung, sozialer Fortschritt für alle Unterdrückten und Ausgebeuteten. In unserem Kampfe dafür wollen wir die republikanischen Farben hochhalten. Wir wollen nicht nur auf dem„Boden der Verfassung" stehen, sondern Wir brauchen keine politischen Wackelmanner; wir brauchen Männer, die fest zur Verfassung stehen, die zu ihr stehen mit ihren Taten und mit ihrem Leben. Solche Männer sind im Volke vorhanden. Und unser gemeinsamer Kandidat zur Reichspräsidentenwahl, Wilhelm Marx, ist nicht der geringste unter ihnen. Sorgen wir dafür, daß am Wahltage die Stimmen all derer, die es ernst und ehrlich mit der deutschen Republik meinen, auf ihn vereinigt werden. Dr. Gertrud Räumer: „Hlndenburg der Retter!". An allen Bretterzäunen, an den Anschlagsäulen und an den Hauewänden ist dieser Spruch zu lesen: und es gibt gemig Leute, die darin der staatspolitischen Weis» yelt letzten Schluß sehen. Hat sich Hindsnburg schon als Retter bewiesen, als er die Gelegenheit dazu hatte? War er der R s t t t e r aus den Bedrängnissen des Krieges? Jeder ehrliche Mensch, seder einigermaßen objektiv Denkende muß das vernei- n e n. Aus dem Chaos, das uns der Krieg zurückließ, hat sich da» deutsch« Volk selbst gerettet, indem«» sich in Weimar eine demokratische Verfassung gab. Gerade d i e Leute, die durch diese Verfassung und den durch sie ermög- lichten Wiederaufstieg Deutschlands vor einem Bürgerkrieg bewahrt blieben, bei dem sie wahrlich den kürzeren gezogen hätten, haben zuerst den Kampf gegen den neuen Staat und seine Verfassung aufgenommen. Sie führten ihn bis heute, sie führten ihn im Wahlkampf und sie werden ihn auch morgen am Wahltage führen. Aber die Wahljchlacht wird Hindenburg eine neue Niederlage bringen, die ihn auch als Politiker er- ledigen wird. Wir, die wir treu zur Weimarer Verfassung stehen, brauchen diese» Kampf, der mit al�xn Mitteln der Kriegspropaganda geführt wurde, nicht zu scheuen. Wir, das Volk, werden morgen entscheiden, daß die Republik den Republikaner« gehört, und wenn auch noch nit allches in unserer Republik voll- kommen, wenn der Bau auch noch nicht fertig ist, so werden wir ihn trotzdem weiterbauen, damit jeder Staatsbürger eine gute Wohnung darin findet. Deshalb darf ober auch morgen nicht der Vau- von 9 bis b Uhr wirb gewählt! Amtlich. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Absiim- mnng für den zweiten wahlgang am Sonntag, üen 2H. flpril 1925 in der Zeit von oeun Uhr vormittags bis sechs Uhr abenös in den von den Rezirksämlern durch Anschlag zur öffentlichen Kenntnis gebrachten Abstimmungsräumen staltfindet. Etwaige anderslautende Meldungen find unrichtig. führer g«wechselt werden, sondern das republikanische Staats- gcbäude muß unter der schwarzrotgoldenen Fahne zum Richtefest gebracht werden. Dr. Bäumer schloß mit der begeistert aufgenom- menen Anforderung an die Versammlung, morgen alles daranzu» setzen, damit der Kandidat de« Volksblockes gewählt wird. Genosse Erifpien: Die Deutschnationalen mit ihrem Mörderanhang wollen morgen der Republik den Todesstoß versetzen. Dazu haben sich alle die» jenigen in trauter Gemeinschaft im Reichsblock zusammengefunden, dl« schon immer gegen die Republik wühlten, solarngs sie besteht. Da ist zunächst Ludendorff, der an der Fallsucht leidet, wenn e» brenzlich wird, und dessen Sehorgan« so lichtscheu sind, daß er eine blaue Brille braucht. Da ist H e r g t, ehemaliger wilhelminischer Staateminister, der die Amerikaner nicht nach Europa kommen sah, da Ist Westarp, der das Volk bei vollen Scheunen hungern ließ. und da ist als wichtigster im Bunde T i r p i h. der Balkenbieger. Und schließlich soll Hindenburg, der Greis aus Hannover, aus dieser Mischung angenehmster Zeitgenossen Wilhelm II. machen. Der Reichsblock ist keine Organisation, die lediglich zu Wahlzwecken gegründet ist. Nach dem Willen ihrer Väter soll sie die Alleinherrschaft des internationalen Schwerkapitals vorbereiten, damit das Volk ebenso und vielleicht noch schlimmer wie in der Vorkriegszeit geknebelt und geknechtet werden kann. Dach das eine mögen sich die Herrschaften gesagt sein lassen: Di- Zeiten sind vorüber, wo man durch einen Putsch die Republik stürzen kann. Millionen stehen heute bereit, die Republik, wenn es fein muß, mit dem Leben zu verteidigen. Und der morgige Tag wird zeigen, daß hinter diesen Millionen weitere ungeheure Volksmassen stehen, die treu zur Republik halten. Die Reaktion merkt das, und daher ver- sucht sie es jetzt aus trockenem Wege. Jedes Kind weiß, daß Hinden» bürg der Soldat, der Militärinensch, ist: jeder Mann weiß, daß die Wahl Hindenburgs den MiMaristen wieder Sclegenhest geben soll, den.Pariser Einzugemalsch" in Parle zu spielen. Gestern Mili» tarist, heute in Wahlaufrufen Pazifist, das ist nicht nur die U n- Wahrhaftigkeit Hindenburgs, sondern vor allen Dingen des gesamten Reichsblocke. Wer glaubt diesem Hindenburg, der noch kürzlich„seinem Kaiser" die Treue aufs neue versicherte? Was soll man dazu sagen, daß Hindenburg setzt die Aufsätze deutsch» nationaler Parteisekretäre selbst durch den Rundfunk verliest, in denen er sich als Republikaner vorstellt? Mit Lüge, mit Verdrehungen mit der ganzen verräterischen Unwahrhastigkcit, deren nur die Deulschnationalen sähig sind, wird in Flugblättern dem deutschen Wähler verständlich zu machen versucht, daß er nicht Marx, sondern Thäimann wählen müsse, wenn er schon nicht für Hindenburg ist. Welch eine Gering- schätzung des politischen Verständnisses der Wähler liegt in dieser Auf» forderung. Aber es ist bemerkenswert, daß sich bei dieser Gelegen» heit wieder einmal die Einheitsfront zwischen den Deutschnattonalen und den Kommunisten zeigt. Das Volt wird Ihnen beiden morgen am Wahltage die Antwort geben. Die Entscheidungsschlacht, die morgen geschlagen wird, soll mit dem Siege der Republik über die Monarchisten enden. Wir nehmen dielen Kampf auf; wir werden morgen beweisen, daß wir die Republik ausbauen können und daß wir Bölkerfreiheit und Völkerverbrüderung schaffen können. Deshalb entscheiden wir uns für den Kandidaten des Volksblocks, für W i l» h e l m M a r x. von der Reichsieitung und zugleich vom Berliner vorstand der Zangsozmlisten wird uns geschrieben: »vi«»Role Faha«" such« seil einiger Zeil die Zungsoziallsten vor Ihreu karren zu spannen. Sie will wissen, daß die Zenaer Reichs- konferenz in einer Entschließung die Wahl Marx' abgelehnt und Llimmenlhollung beschlossca hülle. Dieser Bericht ist von der .Rolen Fahne" frei erfunden. Die Reichskonserenz der Zungsozla- Ilstea hat mit telnem wart zu der Kandidatur Marx Stellung ge- nonimen. Einer Enlschliehung gegen die»nationale Romantik" diesen Sinn zu unterschieben, wäre ei« Fälschung des Mllensonsdrncks der Konferenz. Alle Strömungen unter den Zungsozialisteu sind sich darüber einig, daß jede Stimme, die Marx nicht zufällt, dem Kandidaten der Monarchie und des Militarismus. Hindenburg. in den Satirl hilft. Dorum wählen alle Zungsozialisten Wilhelm Marx! Erklärung üer polheibeamten. Am Schluß der Kundgebung verlas Gauvorsitzender Koch eine Erklärung der Schutzpolizeibeamten zu den Vorfallen der letzten Zeit, bei denen sich SchuMiolizeibcamte als gegen die Republik gerichtet gezeigt halten. Die Erklärung, die von dem Per» treter der preußischen Polizei im Hauptausschuß des Ministeriums des Innern Hildebranot, und vom Gauvorstand Berlin des Verbandes preußischer Polizeibeamten unterschrieben ist, hat solgen- den Wortlaut: „Anläßlich der Vorgänge der letzten Tage, die in den Reihen der Republikaner Zweifel an der Treue der Polizeibeamten aufkommen lassen könnten, erklären die berufenen Vertreter der Beamtenaus» schösse sowie der Polizei-Gewerkschaft, daß sie derartige Vor» gänge auf das entschiede nste verurteilen, daß von der gesaimen Polizeibeamtenschaft, von der Tausende selbst im Reichs- banner organisiert sind, die überwältigende Mehrheit treu und unerschütterlich zur Republik stehen und alles für diese einsetzen. Sie erklären ferner, daß sie solche antirepublikaniscken Be- amten mit aller Energie bekämpfen und alles daransetzen, solche aus ihren Reihen zu entfernen. Sie bitten aber auch die republikanischen Männer und Frauen diese Einzelfälle nicht zu verallgemeinern und an der republikanischen Polizei nicht irr« zu werden." vor üem Sportpalast. Bor dem Sportpalast hatte sich ein« riesige Menschenmenge an- gesammelt, die infolge der Ueberfüllung der Riesenareno im Innern keinen Platz mehr gefunden hatte. Nacheinander sprachen Dr. W i r t h, Genosse E b e r t und die Demokratin B ä u m e r zu den draußen harrenden Massen. Die Schupo hatte die Potsdamer Straße zwischen Winterfeldt- straße und Pallasstraße infolge Ueberfüllung des Sportpalastes ab- gesperrt. Ein« viellausendköpfige Menschenmenge, die auch die Potsdamer Straße und die Nebenstraßen dicht bevölkerte, brachte dauernd Hochrufe auf den republikanischen Kandidaten und die deutsche Republik aus. Der Aug nach öem Westen. Jni Anschluß an die gewaltige Kundgebung setzten sich die unabsehbaren Massen zu einem riesigen Demo» st ratio« s- z u g e nach dem Westen in Bewegung. Es war ein tief ergreifendes Bild, als die begeisterten Scharen der Republik, umrahmt von Tausenden von Fackeln, durch die Straßen zogen. Das Reichsbanner nahm in einer Stärke von 8000 bis 10000 Mann an der Kundgebung teil. Die Stimmung der Massen war anläßlich der heimtückischen Mordtat vom Bayerischen Platz sehr erregt. Trotz- dem der imposante Zug rerschiedsntlich aus den Häusern heraus provoziert wurde, kam es dank der Disziplin der republikanischen Massen zu keinen, Zwischenfall. Als der Zug am Kurfürstendamn, anlangte, versuchte ein kläglicher Trupp von etwa 100 Hakenkreuzlern «ine Gegendemonstration zu veranstalten. Von allen Seiten wurden spontane Hochrufe auf das Reichsbanner und die Eiiiheitsfroiit der republikanischen Parteien ausgebracht. Die friedliche Kandidatur. Wie sie Hetzen!.,, In dein Kreisgruppenbefehl der Kreisgruppe Wohlau des Stahlhelm fordert Herr Hauptmann D a h m s dl« KtMk»» hclmjünglinge mit folgenden Worten zur Wahl des über alles geehrten Vater Hindenburg auf: „In ohnmächtiger Wut sagen seine Gegner, er bringt den Krieg! Nun, Kameraden, gerade er weih doch am besten, daß er mit Knüppeln nicht gegen Maschinengewehre, Ka- uonen und Flugzeuge angehen kann. Aber ihm gegen- über werden sich in richtiger Würdigung seiner Persönlichkeit schon unsere Feinde hüten, schmachvolle Forderungen zu stellen, weil sie wissen, daß er der Mann ist, der auch ein Nein aussprechen und— auch halten kann." Ferner aber heißt es: «wollen wir denn nochmals sieben Zahre in dieser unseligen diickmäusirlschen Sklaoenlage bleibe» und uns, ohne zu mucksen, treten und auesaugen lassen? Dann ist unser Volk nach diesen sieben Iahren unfähig zu jeder Tat und ein richtiges Sklavenvolk geworden. dem jeder französische Neger, jeder lausige Pollak, jeder freche Tscheche mit Recht ins Gesicht spucken kann." Das ist die Methode, mit der wir durch di« Kandidatur Hindenburgs zu guten Auelandsbeziehungen kommen werden. Die Sicherheilssroge und das Schuldenproblem besprach gestern. Sonnabend, der französische Außenminister Briand mit de», französischen Botschafter in London, den er noch Paris berufen hatte. Nur ankreuzen, nichts öurchstreichen! Und auch sonst nichts hinzusetzen! Bei der letzten Wahl hoben zahlreiche sozialdemokratifche Wähler. nvmentlich in Berlin, nicht nur ein Kreuz im Feld gegenüber dem Namen Otto Braun gezeichnet, sondern auch die übrigen Namen d u r ch st r e i ch« n zu müssen geglaubt. Obwohl dies nach dem Sinn der Wahlordnung an sich zulässig ist, wurden in verschiedenen Ber- liner Wahllokalen von rechtsgerichteten Abstimmungsvorstehern solche Stimmzettel für ungültig erklärt. So wurden z. B. ollein in einem Stimmbezirk im Südwesten 1Z für Otto Bram, abgegebene Stimmen als ungültig bezeichnet. Die Wiedergutmachung dieses Unrechts erfordert stets langwierige Bemühungen der Parteiorgani- sation bei den zuständigen Behörden. Es ist jedenfalls viel besser, solche Gefahren und Scherereien zu zu vermeiden. Deshalb soll jede Wählerin und jeder Wähler sick- damit begnügen, am Sonnlag da» Jelö Nr. 2 gegenüber dem Hamen Wilhelm Marx anzukreuzen und keinen Namen durchstreichen. Aus jede Stimme kommt e» an---- deshalb acht» ein jad« darauf, daß er sich nicht der Gefahr aussetze» daß seine Sftlmnu sllr ungültig erklärt werde. Znsbesondere darf keinerlei vermerk ans dem Stimmzettel stehen. Zn ganz Deutschland gehen jedesmal hundertkaufeude von Stimmen der Republik durch Nichtbeachtung dieser Borschrift verlöre«». Diesmal muß es anders werden! Mache Dein kreuz im Feld Nr. 2 für w llhelm Marx und sonst uichist Alles andere ist nicht nur überstüfflg. sondern auch gesShrlick, tust» sogar vernichtend für Deine Stimmabgabe. A Gewerkschaftsbewegung Die Arbeitgeberverbände 1923-24. Unter deutschnationaler Führung. Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber bände veröffentlicht ihren Geschäftsbericht für 1923/24. Der umfangreiche Quartband enthält ein sehr reiches, in den meisten Bunften tendenziöses oder direkt gefälschtes Material über Sozialpolitit, Arbeit und Angestelltenorganisationen, Lohnpolitit, Arbeitszeitfrage, Echlichtungswesen ufm.8 leber die Arbeitgeberorganisationen selbst enthält delsverträgen ergeben. Die deutschnationalen Schlot- und| jezigen Form ist gesunken. Die Hauptschuld an threm in. Rrautjunter haben es ausgezeichnet verstanden, das gesamte Unternehmertum Deutschlands, troß der entgegengesetzten wirtschaftlichen Interessen, vor ihren Parteikarren zu spannen. 3 Etwa die Hälfte des umfangreichen Geschäftsberichtes ist der Lohn und der Arbeitszeitfrage gewidmet. Die Zahlen, die da aufgeführt werden, sollen vor allen Dingen beweisen, daß in Deutschland die höchsten Löhne gezahlt werden und daß die Arteitszeit in anderen Ländern, wenn nicht länger, so doch mindestens cbenso lang ist. Weiter wird der mühselige Beweis versucht, daß die zehn- und zwölfftündige Arbeitszeit ertragreicher ist als die neren Verfall tragen die Gewerkschaften selber. Neue Ora ganisationen und Bewegungen treten allmählich an die Stelle, die früher allein die Gewerkschaften inne hatten, unter anderem auch die Arbeitergruppen der Parteien( Deutschnationale Boltspartei und Deutsche Bolfspartei) und überparteiliche Verbände, die auf nationalem Boden stehen. Die Ursache dieses Zusammenbruches" sei hauptsächlich die„ Ideenlosigkeit, das Fehlen eines durchführbaren Programms und der wirtschaftlichen Einsicht." Wir sind bereit, m die Parteikasse der Deutschnationalen Bolts partei oder der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände was ja praktisch ein und dasselbe ist einen Rententaler zu zahlen für jede nachweisbar neue Idee, die in dem nahezu 400 Seiten umfassenden Geschäftsbericht der Vereinigung der Deutschen Arbeit. her Bericht nur sehr wenig. Auch dieses Benige find mehr all. Deutsche Heimarbeit- Ausstellung 1925 geberberbände enthalten ist. Wann ist die Bereinigung der Deutschen gemeine Redensarten als bestimmte Angaben. Man muß zwischen den Zeilen lesen, wenn man aus diesem Geschäftsbericht sich eine Borstellung machen will von der Vereinigung der Deutschen Arbeit. geberverbände und den ihr angeschlossenen Organisationen. Ueber ten Umfang der Vereinigung sagt eine kurze Aufstellung nur, daß ihr insgesamt 1458 Berbände angeschlossen sind, wovon 45 Reichsverbände, 80 Bezirksverbände, 65 Ortsverbände und 1268 mittel. bar angeschlossene Unterverbände sind. Ueber die Anzahl der bei diesen Verbänden beschäftigten Arbeiter und Angestellten, ihre Fis nanzen, enthält der Bericht nichts. Berlin 28. April bis 15. Mai Landesausstellungshallen am Lehrter Bahnhof. Geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends. Eintrittspreis an der Kaffe 30 Pf. Für Gewerkschaftsmitglieder sind Karten für 20 Pf. in den Gemertschaftsbureaus zu haben. Arbeitslose erhalten in den Gewerkschaftsbureaus Freifarten. In dem Bericht wird angeführt, daß mit dem Reichsverband der Bankleitungen, der Bereinigung der Arbeitgeberverbände des Arbeitgeberverband was unternehmungen Kartellverträge beſtehen, wonam dieſe Epizzenverbände der Banken, des Handels und der Versicherungsunternehmungen die Führung der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände in den Lohn., Tarif und allgemein sozialpolitischen Fragen anerkennen. Desgleichen besteht mit dem Reichsverband der Deutschen land und forstwirtschaftlichen Arbeit gebervereinigungen ein Rartellvertrag, der eine enge Zusammenarbeit sichert. Die Arbeitgeberverbände des Handwerks gehören in der Mehrzahl der Bereinigung an. Auch mit dem Deutschen Industrie- und Handelstag schweben Verhandlungen, die eine engere, Berbindung zum Ziele haben. Die Personalunion im Präsidium und Vorstand zwischen der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und dem Reichsverband der Industrie tit befannt. Wenn man sich daran erinnert, daß die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände unter ausgesprochen deutschnatio. naler Leitung steht, dann darf man sich nicht wundern, daß heute sämtliche Arbeitgebervereinigungen in wirtschaftlicher wie politischer Beziehung nicht allein eine ausgesprochen reaktionäre, sondern eine unverhüllte deutschnationale. Politit betreiben. Es ist deshalb nur datürlich, daß bei Wahlen die Arbeitgebervereinigungen bzw. die einzelnen Arbeitgeber die Deutsch nationalen mit riesigen Geld mitteln unterstügen. Wohin diese Politik führt, beweisen insbesondere die Schwierigkeiten, die sich jetzt bei dem Abschluß von Han Musilaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutschen Musiker Verbandes → Berlin O 27, Andi casstr. 21( stönigstadt 4310). Geschäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch Arbeitgeberverbände mit irgendeiner neuen Idee, mit einem durchführbarea wirtschaftlichen Programm hervorgetreten? Sie hat durch Cuno regiert, als die Mark in den Abgrund stürzte. Alle prak. tischen Vorschlage zur Hebung der Produktion und zur Stabilities rung der Währung mußten den Unternehmern erst aufgezwun gen werden, als es schon zu spät war. Sehr interessant ist dagegen die tiefe Befriedigung der Vereinigung über die Geiben, die der Geschäftsbericht selbst als 2 rbeitergruppen der Deutschnationalen und der achtstündige. Es ist nicht notwendig, auf die Zahlen näher einzu- Volksparteiler bezeichnet. Auch der Deutschnationale Handgehen, die sehr häufig übrigens das Gegenteil von dem beweisen, lungsgehilfenverband bekommt ein verdientes Lob. Nach den Zahlen, die von der Gelben selbst herrühren, haben sämtliche notionalen" Gehr eingehend beschäftigt fich der Bericht mit den Arbeit. Berbände der" canten, Arbeiter und Angestellten der Induſtrie neh merorganisationen. Hier bemüht er sich, das über und des Handels zusammen noch feine 150 000 Mitglieder, also un. seine eigenen Organisationen fehlende Zahlenmaterial zusammenzugefähr soviel, wie eine mittlere freie Gewerkschaftsorganisation tragen. Auch das fritische Eingehen auf die Taktik und Ein allein. Dabei berücksichtigen wir gar nicht, daß bei den 150.000 stellung der Organisationen, das man vergebens sucht, soweit es sich mindestens eine Jull geftuichen werden muß, wenn man der Wahrs um die Arbeitgeberorganisationen handelt, wird mit heit nahekommen will. Den„ Verfall" der Freien Gewerkschaften vielem Wortschwall, aber um so geringerem Verständnis angewandt. und den Aussticg" der Gelben proflamieren ist zwar feine neue Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ist mit den Idee, aber immerhin eine Leistung angesichts des glänzenden Freien Gewerkschaften sehr unzufrieden. Sie wirft ihnen Wiederaufstiegs der Gewerkschaften nach der Inflation. Ob solche besonders vor, daß sie nicht begriffen hätten, wie seit der Stabili- Leistungen ein Beföhigungsnachweis zur Führung der Arbeitgeber fierung der Mart das Problem der Produktion in den Vordergrund find, haben freilich diese allein zu entscheiden. gerückt sei. Man kann ja von den Deutschnationalen, die heute in der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände die unbestrittene Führung haben, feine Selbsterkenntnis verlangen. Aber es ist immerhin ein starkes Stück, daß ausgerechnet die Leute, die sich mit Händen und Füßen gegen die Stabilisierung, gegen alle positiven Borschläge der Gewerkschaften zur Steigerung der Produktion gewehrt haben, die ihre ganze Politik auf Spekulation einge ftellt hatten, den Gewerkschaften vorwerfen, daß diese teine Produktionspolitik betrieben hätten! Ganz im Stile der Junkerpolitik der Vorkriegszeit wird dem Allgemeinen Deutschen Beamtenbund die„ nationale Staatsgesinmung" abgesprochen. In emer Statistik, deren Zahlenmaterial teilmeise rein phantastisch ist, wird der Nachweis versucht, daß die Freien Gewerkschaften, wenn nicht im Aussterben, so doch im stäntigen Rückgang fich befinden. Daß sie selbst ihr Personal von 97 ouf 45 Köpfe abbauen mußte, daran denkt die Bereinigung nicht. Zusammenfassend heißt es in dem Geschäftsbericht:„ Das Gesamtbild, das die deutsche Gewerkschaftsbewegung bietet, ist folgendes: Die Zeit der größten Bedeutung der Organisationen ist vorbei, und auch der Einfluß der Gewerkschaften als solcher und in ihrer Aufhebung der Aussperrungim Baugewerbe Braunschweigs Braunschweig, 2. April. Die Aussperrung im Baugewerbe ist nach längeren Verhandlungen aufgehoben worden. Die Arbeit wird heute wieder aufgenommen. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Politit: Ernst Renter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Egkorn; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lotales und Sonstiges: Frih Karstädt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Raul Singer u Co. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Hierzu 4 Beilagen und Unterhaltungsblatt und Wissen". Nollendorf 1120, 1121, 1122 M. Lammfromm& Vogel Potsdamer Str. 127 Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Nsrael 9 GEGR. 1815 BERLIN C SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE Vorteilhafte Angebote: Damenkleidung Bluse weißem Voll- Voile aus mit Säumchen und besticktem Vorderteil... Kleid aus bedr. Wasch4.90 Krepp m. weiß. Garit. 19.50 Für Villen u. 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Der Aufmarsch der Parteien ist beendet. die Kandidaten sind lange nominiert; der Wahlkampf, sofern er in der Propaganda der Anhänger für ihre Erforenen besteht, wird heute noch einmal in aller Leidenschaftlichkeit toben. Währenddem wird der stille, aber dafür um so erbittertere Kampf mit dem Stimm zettel in den Wahllokalen ausgefochten: Mann für Mann, Wählerin für Wählerin ist Kämpfer im Kreuzzug" um den Reichspräsidenten. Wie, wo wird gewählt? tönnen. Die Beſtimumngen für die Reichspräsidentenwahl find in dem Gesez über die Wahl des Reichspräsidenten" in der Fassung vnom 6. März 1924 und in der Reichsstimmordnung festgelegt. Danach ist Deutschland in 35 Wahhlkreise eingeteilt, in denen rund 39 Millionen Wähler und Wählerinnen vorhanden sind. Beim ersten Wahlgang am 29. März haben davon nur rund 27 Millionen ihr Wahlrecht usgeübt. Heute, am Entscheidungstage, dürfte es von Interesse sein, einmal unsern Lesern die auf die einzelnen Kandidaten enté fallenen Stimmen ins Gedächtnis zurück zurufen. Nach den neuesten und endgültigen Ermittlungen des Reichswahlleiters haben erhalten: Braun 7802 496, Held 1007 450, Hellpad 1563 398, Jarres 10 416 655, Ludendorff 285 793, Marg, der gegenwärtige Kandidat der Republikaner, 3 887 734, Thälmann 1871 815, zerfplittert waren 25 762 Stimmen. Die Beteiligung war schwach zu nennen, der Brozentjag betrug etwa 68 vom Hundert der vorhandenen Wähler. Der Wahlmodus bleibt der gleiche: Betreten des Wahllokals, Inempfangnahme von Stimmzettel und Umschlag, Ankreuzen des vomi Wähler beliebten Kandidaten( für Republikaner nur Wilhelm Marr!) in der Wahlzelle, Nennung von Wohnung und Name beim Wahl vorsteher, Abgabe des Wahlumschlags mit dem Stimmzettel barin. Bu bemerken wäre hier noch, baß beispielsweise Auslandsdeutiche, die sich hier im Vaterland am Tage der Wahl vorübergehend, etwa zur Teilnahme an Meffen, Tagungen, Kongreffen, aufhalten, nicht wahlberechtigt find. Die Möglichkeit, wählen zu fönnen, ist an die Voraussetzung gebunden, daß man in einer Wählerliste ein. getagen ist. Dazu ist aber nötig, daß man in Deutschland einen festen Wohnsiz hat. Auch sogenannte" Wahlscheine" werden an Leute ausgestellt, die ständig in einer Gemeinde wohnen und dann nur zu dem Zweck, bei vorübergehendem Aufenthalt am Tage der Wahl an einem anderen Ort, ihr Wahlrecht ausüben zu Ueber die Benutzung der Wahlzeile faat die Stimm ordnung nur, daß sie eben dazu da ist, das Geheimbalten der Stimmabgabe zu ermöglichen. Bei einem Verzicht auf die geheime Wahl durch die Wähler selbst, indem etwa, ohne die Wahlzelle zu benugen, in aller Deffentlichkeit oder doch so, daß andere Bersonen die Auswahl des Randidaten beobachten tönnen, bas Kreuz gemacht wird, fann gegen die Stimmabgabe durch den Wahlleiter Protest erhoben werden. Es ist nämlich durchaus der Fall denkbar so fagt das Wahlprüfungsgericht, daß dieser Wähler nicht freiwillig auf die Geheimhaltung feiner Kandidatenaus wahl verzichtet hat, sondern daß er durch andere dazu aufgefordert, angehalten oder gar gezwungen worden ist, und daß dadurch das Grundmertmal der Wahl, nämlich die Geheimhaltung der Stimm abgabe, aufgehoben wäre. Die Einstellung der einzelnen Wahlleiter zu dieser Frage ist, fehr verschieben, je nachdem, ob dem einzelnen die Entscheidungen des Wahlprüfungsgerichts bekannt sind oder nicht. Jedenfalls ist es denkbar, daß in einem rein ländlichen Stimmbezirk ein landwirtschaftlicher Arbeitgeber feinen Rutscher anhält, frei millig" auf die Benutzung der Wahlzelle zu verzichten, und daß dieser Saboteur der geheimen Wahl dann hinter seinen Leuten steht und deren Stimmabgabe überwacht, roobei er mit dem Wahlleiter gemeinfame Sache macht. Dasselbe trifft für städtische Herrschaften" und deren Hausangestellte zu. Es ist also in jedem Fall, ob auf dem Lande oder in der Stadt, jedem Wähler und jeder Wählerin die Benuhung der Wahlzelle zur Pflicht zu machen. zu bemerken ist noch, daß auch die gleichzeitige Benuhung der Zelle durch mehrere Personen, felbft Berwandte, unftatthaft ist. Dem Reichswahlleiter paffieren in dieser Angelegenheit die intereffanteften Streitfälle. So ftand fürzlich ein Fall zur Entscheidung, wo ein Ehepaar sich dar über beschmerte, daß der Wahlleiter ihres Stimmbezirts gegen bie gemeinsame Benutzung der Zelle Einspruch erhoben hatte. Das tief religiös veranlagte Ehepaar begründete feine gemeinsame Stimm abgabe damit, daß es sich bei der Trauung vorm Paftor gelobt hätte, mo du hingehst, da will auch ich hingehen". Mir wissen nicht, ob das Wahlprüfungsgericht daraus eine Dofior frage gemacht hat; man ersieht aber daraus, baß beim Reichswahlleiter nicht nur mit Zahlen jongliert wird. Die Erfahrungen, die Der Reichswahlleiter beim ersten Wahlgang gemacht hat, sind durch aus gute. Die Deutschen haben sich in den Jahren feit der Staatsumwälzung an das wählen gewöhnt: die große Anzahl pon Wahlen zu allen möglichen Körperschaften, Reichstag, Landtag, Stadt- und Gemeindevertretungen haben den Wahlvorgang bekanntgemacht, der sich ja von den Wahlsystemen der Borkriegszeit nicht nur grund. fehen von einigen unbedeutenden Störungen durch Rabauluftige ist fäglich, sondern auch rein technisch betrachtet, unterscheidet, Abge. der erste Wahlgang ruhig verlaufen. Nur hier in Berlin haben fich die hatenteeuzlerischen Jugendfleget die Zurückhaltung ber repu. blikanischen Parteien zunuze gemacht, um ihre Wahlpropaganda in einer Weise zu betreiben, die unter politisch gefitteten Menschen nicht üblich ist. Die Beschränkung der Kandidatenzahl im heutigen, entscheidenden Wahlgang auf drei wird ja wohl von den drei Seiten ein Höchstmaß beim Einsatz von lebendem und totem Material in der Propaganda bringen, wobei allerdings die Kommunisten infolge ihrer numerischen Schwäche und auf Grund ihres Verhältnisses zu den monarchistischen Parteien sich auf die Arbeiteraußenbezirfe be schränken werden und den propagandistischen Entscheidungstampf zwischen Republik und Monarchie in der Hauptsache der Sozial demokratie und dem Reichsbanner überlassen werden. Der Kampf wird heiß und schwer werden, darüber it fein Zweifel, aber er muß beftanden werden, ja, er muß fiegreich bestanden werden: Die Republik muß fiegen! Der heutige Stimmzettel. " Während der für die Einreichung von Kandidatenvorschlägen vorgeschriebenen Zelt find beim Reichswahlleiter drei Vorschläge eingelaufen. Sie gehen vom sogenannten Reichs blod" aus, dem, wie mohl zur Genüge befannt ist, die Reaktionäre aller Schattierungen angehören, und der richtiger: Rechts". block heißen sollte. Dieser Vorschlag lautet auf den Namen des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg. Der nächste Borschlag geht von den drei republikanischen Barteien aus, die 1919 in Weimar die Verfassung schufen: Sozialdemokraten, Zentrum und den Demokraten. Reichskanzler a. D. Wilhelm Marg ist der Erwählte. Die Kommunisten haben den Hamburger Transportarbeiter" Ernst Thälmann nominiert, wobei sie großes Gewicht auf die Bezeichnung Transportarbeiter" fegten, gleichzeitig aber den Zufay M. d. M. nicht vergaßen. Diese Dreigliederung des Barteiensystems wird die Auswahl der Kandidaten in der Wahl gelle sehr erleichtern. Jeder Wähler hat nur zwischen Monarchie alfo Obrigkeitsffaat!) und der Republik( also Boltsstaat! zu ent scheiden. Die Nuancierungen bis auf 23 Parteischattierungen hin auf, wie bei der letzten Reichstagswahl, fallen fort. Es ist faum anzunehmen, daß Wahlberechtigte bei diefer grundfäglichen Ent scheidung noch sogenannte Zähltandidaturen unterſtüßen. Bei der Anfertigung und der Ausgabe der Stimmzettel an die Wahlkreisleiter und durch diese wieder an die Stimmbegirtsleiter Reichspräsidentenwahl 2. Wahlgang Paul von Hindenburg Generellelomarihull. Somever Wilhelm Marx Reichstanzler a. D., Berlin Sent Chalmann Transportarbeiter X O ist nicht nur auf die amtlich eingetragenen Wähler Bedacht zu neh men. Beim Reichswahlleiter wird darauf geachtet, ob irgendwo in einem Bezirt aus irgenbeinem Anlaß größere Menschenansammlungen stattfinden, für die die Bermutung besteht, daß sie aus anderen Gegenden dorthin gekommen sind und, mit Wahlscheinen ausgerüstet, ihr Wahlrecht ausüben tönnten. Der Reichswahlleiter gibt acht auf Rongreffe, Meijen, Berbandstage, ja Wintersportplätze, wie bei Wahlen im Winter, und beordert an diese Stimmbezirke dann größere Mengen Stimmzettel. Im allgemeinen soll jeder Abftimmungsleiter 5 Proz. über seinen Wählerbestand Stimmzettelvorrat haben. Eine Unsumme von Arbeit, Erwägungen, Bedenken, Beobachtungen und Erfahrungen find zur guten Durchführung einer Wahl nötig. Das Kreuz im richtigen Kreis. auf dem Stimmzettel durch den Wähler erscheint, so viele Abarten So einfach die Kennzeichnung des gewünschten Kandidaten und Bariationen find nicht nur denkbar, sondern fommen auch vor. Was die Wahlleiter und der Reichsmahlleiter in dieser Hinsicht ers leben, ist unglaublich. Für manchen Bähler scheint der Stimmzettel etwas Heiliges, ein unantastbares Dokument zu fein und demzufelge bezeichnet er ihn auch gar nicht. Ein folcher Stimmzettel ist natürlich ungültig. Im Gegensatz dazu benüßen andere den Zettel, um ihre Zeichenkünfte zu üben. Mit allen nur erdenklichen Farb- und Zeichenstiften wird der Kandidat gekennzeichnet". Der eine macht sein Merkmal in der merkwürdigsten Form in den vorgezeichneten Streis. Andere wieder unirahmen den Namen, unterfireichen ihn, machen das Kreuz daneben und was dergleichen Scherze mehr sind. Das freie Feld und die freie Rückseite des Zettels werden für dichterische Ergüffe benutt, oder die Musen der bildenden Künfte geben ihre Bisitenkarte ab. Alle solche Stimmzettel geben leicht zu Wahlprofesten Veranlassung, die dann Gegenstand Hiefgründiger Erwägungen des Wahlprüfungsgerichtes sind. Der Wahlvorsteher muß im 3weifelsfalle diefe Bettel mit einem Protofoll dem Reichswahlleiter einreichen, der seine heillose Arbeit damit hat, die ihm erspart bliebe, menn jeder Wähler die so leichten und verständlichen Wahlregeln beachten würde. Aber auch den Barteien erwachsen allerlei Gefahren aus solchen Kunststücken. Bei den brei Kandidaten der Präsidentenwahl ist es nicht gar so schlimm; gefährlicher ist die Sache bei den Reichstagswahlen, wo es sich oft nur um wenige Stimmen handelt, ob eine Bartei einen Kandidaten mehr hat oder nicht. Wenn dann eine Anzahl solcher oben befchriebener Stimmzettel als Wahlproteft oder schwer entscheidbare Stimmabgaben vorhanden sind, so dauert es geraume Zeit, bis zu neun Monaten, ehe das Wahlprüfungsgericht entschieden hat. Bis dahin muß der Wahlkandidat auf seine Berufung warten und seine Partei hat den Verzicht auf seine Mitwirkung im Parlament zu tragen. Deshalb sei hier noch einmal darauf hingewiesen: Stimmzettel find feine Ablagerungsstätten für geistige Nebenprodukte beim wählen! Ein anständiges, flares, einfaches Kreuz im Kreis( bei Wilhelm Marr natürlich!) fennzeichnet den Stimmzettel am besten und den Wähler auch. Stammtisch- und Gelegenheitskandidaten. Zu diesen Kandidaten ist Hindenburg nicht zu rechnen. Seine Kandidatur ist durchaus ernst zu nehmen; seine Manager und er felbft wissen verteufelt gut, worum es bei der Präsidentenwahl geht. 5 Gemeint find damit vielmehr alle jene politisch Namenlosen, denen der Zufall und die mehr oder weniger freundliche Absicht eines guten Bekannten die Ehre verschaffte, ihren Namen auf einen Stimmzettel zur Reichspräsidentenwahl gesetzt zu sehen. Oft ist es der launige" Einfall, der Müller veranlaßt, seinen Stammtischfreund und Regelbruder Schulze zum Reichspräsidenten für geeignet zu halten. Dann bestimmt aber auch die Verehrung für befannte Leute die Wähler dazu, deren Namen in das freie, letzte Feld des Stimmzettels zu sezen. So lauteten Zettel beim ersten Wahlgang auf Dr. Eckener, den Zeppelinerbauer, auf Scheidemann, Prinz Mag von Baden, Wilhelm von Hohenzollern, deutscher Kaiser. Selbst der älteste Sohn dieses Ausreißers mußte nach der Meinung vieler Leute Reichspräsident werden; der Baltenbieger Tirpitz und der Aufwertungsmacher Dr. Lo be fanden sich auch auf den Zetteln ein. Es braucht kaum betont zu werden, daß die Abgeber dieser Stimmen ihr Wahlrecht verschludert haben, einer Augenblickslaune zuliebe. Besonders in kleinen Gemeinden kommt es vor, daß„ Spaßvögel" den Namen irgend eines Querkopfs der Gemeinde auf den Stimmzettel schreiben. Beim Auszählen der Zettel, wobei im Gasthof die halbe Gemeindebewohnerschaft zuschaut und hört, wird über diesen Scherz" dann weidlich gelacht und geuift. Der Betroffene fühlt sich beleidigt und verlangt vom Reichswahlleiter die Herausgabe des Stimmzettels, damit festgestellt werden kann, wer der Schreiber war, um ihn gerichtlich wegen Beleidigung belangen zu können. Der Reichswahlleiter macht die Auslieferung davon abhängig, daß er an beamtete Berjonen geht, d. h. in der Praxis muß der Beleidigte" erst die Feststellungsflage gegen Unbekannt anstrengen, damit das Gericht den Stimmzettel bekommen fann. Ob dieses dann noch auf Beleidigung erkennt( wenn es gelang, den Wähler zu ermitteln), ist sehr fraglich. Tatsächlich sind Fälle vorgekommen, wo der ermittelte Wähler allen Ernstes behauptete, der von ihm Erfürte wäre seiner Meinung nach der richtige Mann als Präsident und der ,, Kandidat" fonnte das Gegenteil nicht beweisen. Man ersieht auch hieraus, daß die Wahl eines Reichspräsidenten feine einfache Sache ist und unter Umständen sogar die Gerichte beschäftigen fann. Polizeilicher Wahlschuh. " Wie einem unserer Mitarbeiter im Polizeipräsidium bestätigt wurde, ist die Sicherung der Wahlhandlung gegen llebergriffe durch radau- und streitlustige Clemente aller Art Sache der Polizei und ihrer Erekutivorgane. Sie wird auch am heutigen Sonntag wieder die Wahllokale durch Polizeistreifen bewachen laffen, die sich während der Wahlzeit in der Nähe der Lokale aufholten müssen. Bei der Auszählung der Stimmzettel müssen die Beamten im Lokal selbst anwesend sein. Die Vorgänge an der Gedächtniskirche, die durch das provozierende Auftreten der Hafenfreuzlerhorden am 29. März hervorgerufen wurden, dürfen sich nach der Ansicht der maßgebenden Stellen im Polizeipräsidium unter feinen 2mständen wiederholen. Abgesehen davon, daß die verantwortlichen Offiziere, der Leiter der Erekutive im Polizeiamt Charlottenburg und der zuständige Reviervorsteher, von ihren Posten suspendiert wurden, sind die Polizeiorgane für den heutigen Sonntag angewiesen, mit aller Höflichkeit, aber auch ebenso großer Beftimtheit jede Ueberschreifung der Wahlpropaganda zu verhindern. Damit soll nicht gesagt sein, daß Wahlpropaganda überhaupt verboten wäre. Umzüge, Autofahrten und ähnliches find geftatiet, nur foll eine Belästigung des Publikums verhindert werden. Die Polizei wird auch darauf achten, daß größere Menschenansammlungen vermieden werden, die nicht nur den Verkehr hindern, sondern auch erfahrungsgemäß oft der Ausgangspunkt für allerlei Ausschrei tungen find. Die Schutzpolizei befindet sich in Alarmbereitschaft, um jederzeit zum Einsatz bereit zu sein. Wir bitten die uns nahestehenden Kreise, sich nach den Anordnungen der Polizei zu richten und sich keinesfalls durch rechts und linksradikale Kreise provozieren zu lassen. Das Polizeipräsidium hofft dadurch, daß sich alle Kreise der Bevölkerung die nötige Reserve auferlegen, einschneidendere Maßnahmen nicht durchführen zu brauchen. Wahltag ist Zahltag! Auch heute gilt dieses Wort, das gerade die Arbeiterschaft schon oft beherzigt hat. Die heutige Präsidenten. wahl ist insofern von besonderem Interesse für jeden Politifer, aud) wenn er die Arbeitsbluse trägt, weil in Deutschland zum erstenmal das Bielparteiensystem dem 3weiparteiensystem Plaz gemacht hat. An der Stelle der Riesenauswahl bekommt der deutsche Wähler nur die Entscheidung über zwei Kandidaten zugeschoben, bei denen die Einstellung zur Staatsform entscheidend für ihre Aufstellung war. Bei der Reichspräsidentenwahl wird sich klar und eindeutig zeigen, was der Deutsche aus den politischen Vorgängen der letzten sechseinhalb Jahre gelernt hat, und ob 31] Anthony John. Roman von Jerome K. Jerome. „ Hast du das auch dem Vater erzählt?" fragte Jim grinsend. Bielleicht werde ich es tun. Er kann die Legende lesen, alles, bis auf die Wiederkehr." " Das Unglüd ist," meinte Jim ,,, daß er ausgerechnet als Rechtsanwalt wiederkam. Wäre er Pfarrer geworden.. ,, Das ginge nicht an. In jenen Tagen beherrschte die Kirche das Land, heute tun es die Geschäftsleute. Anthony wird das Tal in eine große Stadt verwandeln und die Slums und die Armut fortfegen. Er schuf die Docks, verband uns mit dem Meer und der Eisenbahn. Er fehrte wieder, um zu führen und zu helfen, auf neue Art das Land fruchtbar zu machen und dem Bolke beizustehen." Und selbst ein Millionär und Mitglied des Hauses der Lords zu werden," warf der Bruder ein. " ,, Auch die alten Kirchenfürsten bekleideten Amt und Würden; als Anthony der Mönch wäre er Kardinal geworden. Ein großer Mann hat Anspruch auf gerechten Lohn. Jim schritt im Zimmer auf und ab. Der Teufel wird los fein. Der Vater wird toben, und auch Tante Mary wird toben. Alle werden sie toben, und, ich werde nach Indien gehen müssen." Sie war blaß geworden. Weshalb solltest du wegen mir gestraft werden?" Weil das ein Weltgesetz ist. Sie werden das Gefühl haben, jemandem einen Fußtritt verseßen zu müssen. Hat er es zum Millionär gebracht, und sigt im Haus der Lords, so werden sie uns verzeihen." Ich komme mir gemein und selbstsüchtig vor." Die Liebe ist selbstsüchtig; du kannst eben nicht anders." Plöglich blieb er vor ihr stehen.. ,, Liebst du ihn wirklich? Hast du keine Angst davor, felbstsüchtig zu sein? Du wirst mir schaden, wirst dem Vater großen Kummer bereiten und er hat im Leben wenig Glück gehabt. Das ist für ihn der legte Schlag. Willst du ihm diesen nicht ersparen?" Ihre Augen standen voller Tränen. Ich kann nicht anders." Er packte sie an beiden Schultern. ,, Hätteft du auch nur einen Augenblid gezögert, so würde ich gewußt haben, daß es nicht das Wahre ist. Jezt aber handelst du gewissermaßen unter Befehl, Rindchen, und kannst dir nicht helfen. Um mich sollst du dir feine Sorgen machen. Ich hätte es ohnehin gehaßt, ihre verdammte Wohltätigkeit in Anspruch zu nehmen. Wir er feine Erfahrungen auch auszumünzen versteht. Im ben aller. größten Teil der Hand- und Kopfarbeiter ist uns nicht bange; für sie ist die Republik die Staatsform, in der sie politischen, geistigen und materiellen Aufstieg erreichen können. Das demokratische Bürger. tum fann feine Feuerprobe bestehen. Deshalb: Auf zur Wahl! Auf zur Entscheidung über Monarchie oder Republik! Wählt die Republik, wählt Marx! Wählt Wilhelm MARX Kromaist Feinen andern, Erst wählt Marx Dann könnt Ihr ins Grüne wandern. ,, Heute ist Wahltag..."" Aber das weiß doch nun wirklich jedes Kind. Wozu noch darüber sprechen!"- Möglich, daß jedes Kind es weiß. Die vergessen es aber auch nicht, hingegen die Erwachsenen, die Wahlberechtigten! Wieviele sind Kinder noch unter ihnen, die da sagen: Wir wissen es ja! und sie vergessen es dennoch zur Wahl zu gehen. Wieviele wollen es absichtlich vergessen, weil sie so tun, als ob sie un politisch" feien und die ganze Sache sie nichts angehe. Da ift die Baumblüte in Werder, die man schon längst einmal aufsuchen wollte, da haben alle möglichen Vereine, wiewohl der Wahltag schon seit Monaten bekannt war, thre Ausflüge ausgerechnet auf den Wahltag angesetzt. Sammeln früh um 8 Uhr, Abfahrt 19 Uhr. Um 9 ihr aber werden die Wahllokale geöffnet. So muß es denn gerade heraus gesagt werden: Nur mer zu feige ist, am Wahlsonntag eine Entscheidung zu treffen, die noch dazu niemand außer ihm selber erfährt, nur der darf zu Hause bleiben und nicht wählen. Jeder andere Staatsbürger und jede Staatsbürgerin haben die Pflicht, am Sonntag erst einmal zu wählen und dann erst ihrem Vergnügen nachzugehen. Die ersten Wahlergebnisse durch den Vorwärts". Gepumpte Fahnen! Schon im ersten Wahlgang fonnte überall beobachtet werden, wie Autos des Reichsblocks, des Lokalanzeigers usw. Dollbepadt mit schwarzweißroten Fahnen bei den Machern der Deutschnationalen( unter den Magistratsbeamten der republikanischen Stadt Berlin scheint es solche in erheblicher Anzah! zu geben) vorfuhren, die diese dann in der Umgebung ihrer Wohnung Bekannten und den übrigen im Vorderhause Wohnenden, mit Das der Bedingung fie auszuhängen, leihweise aufdrängten. Berhältnis der ausgehängten Verfassungs- zu den alten Monarchistenfahnen mar bei den bisherigen Wahlen und auch in den ersten Tagen dieses Wahlganges für letztere ein geradezu klägliches, Man macht das deshalb jetzt im großen Stile, um so den Denkträgen und Schwankenden eine in den Massen nicht vorhandene Sympathie für den Reichsblodtandi. daten zu suggerieren. Mehr wie die Hälfte dieser so mit Fahnen Beglüdten" hätten sicher nicht das finanzielle Opfer des Fahnenkaufes für ihre politische Gesinnung auf sich genommen, mie es ganz selbstverständlich bei den Anhängern des Volksblocks geschah. Da es aber nichts fostet, kann man dies schon mitmachen. Man meiß nicht für was dies gut ist. Man muß schon sagen, die Schieber des Reichsblods find einigermaßen Psychologen, sie wissen ihre Schäfchen zu nehmen und düpieren zugleich die immer Schwanfenden mit gepumpten Fahnen. Erneuter Hakenkreuzierterror im Westen. Der schwarzweißrote Rummel um die Kaifer- Wilhelm- Gedächtniskirche herum fündigte sich gestein abend für die Wahlen von neuem an. Troßdem der Polizeipräsident ausdrücklich Anjammlungen untersagt und die Polizeiorgane angewiesen hat, irgendwelche Exzesse den Andersdenkenden gegenüber im Reim zu ersticken, bildeten sich gestern abend gegen 8 Uhr am Wittenbergplag und an der Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche erhebliche Zusammenrottungen der nationalistischen Elemente, die die vorübergehenden Paffanten aufs gröblichste belästigten. Vorübergehende, die die Abzeichen der Republik trugen, wurden beschimpft und zum Teil tät= lich bedroht. Den Kandidaten des Rechtsblocks ließ man unter wüstem Gebrüll hochleben und stieß gegen den Volksblockkandidaten Marr die bekannten Drohrufe aus. Es waren wieder dieselben Typen, die man beim ersten Wahlgang beobachten fonnte. Hyste rische Frauen mit schwarzweißroten Fähnchen bewaffnet, die im Standalieren trainiert sind, Hitlerleute mit schwarzweißroten Armbinden, sowie die in der dortigen Gegend ansässigen Kriegsgewinnler und abgetakelten Militärs. Es ist anzunehmen, daß der Polizeipräsident dafür sorgen wird, daß sich die skandalösen Vorfälle des letzten Wahltages nicht wiederholen. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, beabsichtigen die spettafelsüchtigen Monarchisten morgen wiederum einen Krafeel großen Formats zu inszenieren. Potsdamer Nachbarschaft. Unser Parteigenosse Oberstudiendirektor Dr. Müller in Bots. dam hat von seiner Wohnung in der Eisenhartstraße drei fchwarzrotgoldene Fahnen ausgehängt und dadurch den Ingrimm der übrigen Hausbewohner erregt, die auf seine Kundgebung damit antworteten, daß sie rundherum das Haus mit dreizehn schwarzweißroten Fahnen behängten. Nicht genug damit, erhielt er nun eine anonyme offene Karte folgenden Wortlauts: Sagen Sie einmal, verehrter Herr Doktor, haben Sie denn gar fein Schamgefühl, Sie als gebildeter Mensch sind so hirnverbrannt? Nehmen Sie sofort Ihre drei Mist fahnen weg! Oder Sie sind e hrlos! Ihre gesamte Nachbarschaft." Diese Beilen zeigen den Potsdamer Geist, wie er sich jekt in blindem Parteihaß und in der Abneigung gegen die Republik ankündigt. " Klimbim in Potsdam. Der Reichsbloc veranstaltete gestern in Potsdam einen großen Klimbim. Alle möglichen Organisationen fammelten sich auf dem Bassinplay und zogen dann durch die Brandenburgstraße. Ein starkes Polizeiaufgebot schüßte die Hinden burg Demonftranten, die dann im Wirtshaus Sanssouci eine Rede des Freiherrn v. Medem anhörten. Die ersten Wahlergebnisse werden der Berliner Bevölkerung schon heute abend 9½ Uhr bis in die ersten MorgenFadeln auf Eastwagen. Mehrfach wird uns mitgeteilt, das stunden hinein vor dem„ Vorwärts"-Hause, Lindenstr. 3, Fade In mit sich führten, von der Schupo angehalten und aufReichsbannerkameradschaften auf Lastautos, die brennende und durch Lichtschrift auf dem Dach des„ Vorwärts"-Hauses auf dem gefordert wurden, die Fackeln zu löschen. Wir möchten hierzu mitBelle Alliance- plah befanntgegeben werden. teilen, daß laut einer Verfügung es allen Parteien verboten ist, Eine Extraausgabe des„ Vorwärts" erscheint Montag brennende Fackeln auf Lastwagen wegen der damit verbundenen früh. Feuersgefahr mitzuführen. müssen es nur dem Vater so schonend wie möglich beibringen.| Ueberlaß das mir. Er ist ja schon an Enttäuschungen gewöhnt, der arme Alte. Gott sei Dank, daß wir mit der Mutter feine Schwierigkeiten haben werden. Erzähle thr vom Mönch Anthony; das wird ihr gefallen. Bei ihr brauchst du nicht mit dem Millionär und dem Haus der Lords zu arbeiten." Lady Coomber war eine seltsam schüchterne, sanfte Frau. Jenen, die ihre Geschichte nicht kannten, und dazu gehörten auch ihre beiden Kinder, erschien sie als ein Rätsel. Sie stammte aus Virginien und hatte Edith Trent geheißen. Harry Coomber, der an der britischen Botschaft war, hatte sie in Washington fennen gelernt. Sie lebte dort bei Freunden, ihre Eltern waren tot. Die beiden hatten sich ineinander verliebt. Zwei Tage vor der Hochzeit jedoch war das Mädchen verschwunden. Der junge Harry Coomber suchte überall nach ihr, und dank seiner Berbindungen gelang es ihm schließ lich, sie zu finden: im Negerviertel von New- Orleans. Sie glaubte entdeckt zu haben, daß ihre Großmutter eine Sflavin gewesen war. Sie selbst war ein wunderschönes dunkelhäutiges Mädchen mit welligem braunem Haar und feinen Bügen. Harry Coomber, der in sie wahnsinnig verliebt war, wollte ihr flarmachen, daß sie durch ihre Entdeckung nicht getrennt zu werden brauchen. Außerhalb Amerifas sei es belanglos, ob ein Mensch Negerblut habe oder nicht. Er würde mit ihr nach England zurückkehren. Doch blieb sein Bitten vergeblich. Sie fühle sich beschmutzt; war sie doch in dem Haß und der Berachtung des Amerikaners aus den Südstaaten gegen die schwarze Rasse erzogen worden. Bei ihren Berwandten und Bekannten genügte ein einziger Tropfen schwarzen Blutes, um den Menschen zu einem Ausgestoßenen zu machen. Sie hätte jeden anderen zu diesem Los verurteilt und fand es nun gerecht, auch selbst der Strafe nicht zu entgehen. Fünf Jahre später stellte sich heraus, daß ihre Annahme unbegründet gewesen sei. Die lang hinausgeschobene Hochzeit fand in aller Stille in einer fleinen Stadt Pennsylvaniens statt. Die Erinnerung jener lebendig in einem Grab verbrachten Jahre verließ die Frau nicht wieder, veränderte ihren ganzen Charakter. Sie war unter Ausgestoßenen eine Ausgestoßene gewesen, hatte zusammen mit ihnen den Kelch der Angst und Erniedrigung bis zur Neige geleert. In dieser Stadt der Schmach, wo sie fünf Jahre verbrachte, traf sie mit verfeinerten, fultivierten, gebildeten Menschen zusammen, teilte mit ihnen das endlose Martyrium. Bor ihren Augen lüftete sich der Schleier dieser gefolterten Seelen. Als Mädchen war sie stolz, selbstbewußt. anspruchsvoll gewesen; das hatte zu ihrem Reiz gehört. Sie fehrte als schüchterne, sanfte, wehmütige Frau ins Leben zurüd; erfüllt von unsäglichem Mitgefühl für alle leidenden Geschöpfe; dieses Gefühl war nie mehr von ihr gewichen. Gich selbst überlassen würde sie sich sozial gesinnten Menschen angeschlossen haben, als Missionärin, Lehrerin, Krankenpflegerin, als dienendes Wesen. Jede Beschäftigung wäre ihr recht erschienen, solange sie dadurch die Leiden der Welt hätte vermindern fönnen. Sie gab den Bitten ihres Bräutigams aus Pflichtgefühl nach, im Glauben, fie schulde ihm dies um seiner Treue und Geduld willen. Doch bedeutete die Ehe für beide eine Enttäuschung. Der Frau standen zu wenig Mittel zur Verfügung, um auch nur einigen Menschen in ihrem Erdenwinkel zu helfen; das ganze Leben war für die Familie ein Kampf gegen die Ver armung. Andere hätten an ihrer Stelle vielleicht Liebe und Güte verschwendet; sie jedoch war ein gebrochener Mensch. Bedurfte aller ihrer Kräfte, um eine gute Frau und Mutter zu sein. Aber auch das gelang ihr nicht. Sie wußte genau, daß fie für ihren Mann teine Hilfe bedeute. Auf finanzielle Dinge verstand sie sich nicht. In Gesellschaft verhielt sie sich schweigend. Als ihr Gatte das Familiengut erbte, versuchte sie noch einmal, die ihr zukommende Rolle zu spielen. Aber die einfamen Jahre auf der Farm hatten ihre Schüchternheit verſtärkt, und sie freute sich heimlich über die notwendige Sparsamkeit, die die Familie zwang, im Ausland zurückgezogen zu leben. Ihre einzige Freude waren Vögel. Diese zu füttern, gegen ihre zahllosen Feinde zu schützen, mar für fie Lebensinhalt geworden. Und das hatte sie auch in den Tagen der Armut zu tun vermocht. Das Landhaus war ihr bald lieb geworden; Sie verwandelte den alten Park in ein Bogelasyl Früh morgens und spät abends fonnte man ihre fleine graugekleidete Ge ſtalt an den Buchshecken entlanghuschen sehen. Flügelflattern, ein Gewirr lieblicher Bogelstimmen verkündeten stets ihr Rahen. Die Kinder fannten ihre Geschichte nicht. Sie hatte von ihrem Mann Verschwiegenheit gefordert. Obgleich sie mit dem Verstande einsah, daß ihre Annahme grundlos gewesen war, lebte in ihr noch immer die heimliche Angst, es fönnte dennoch wahr sein. Sie wollte nicht, daß auch das Leben der Kinder davon verdunkelt werde. Lieber sollten sie darüber staunen, daß sie so anders sei als andere Mütter, sich nicht für ihren jugendlichen Ehrgeiz und ihre Pläne intereffiere, sich von allem fernhalte, was in ihnen Hoffnungen oder Befürchtungen erweckte. Jim hatte wahr gesprochen: die Tatsache, daß Eleanor den Sohn eines Mechanikers heiraten wollte, würde sie nicht befümmern, die Geschichte des Mönches Anthony aber sie bezaubern. Das ihm angetane Unrecht wird. in ihre noch immer findlichen Augen Tränen treiben. Die Prophezeiung der Millionen hingegen und der fünftige Sig im Haus der Lords werden sie völlig kalt lassen. ( Fortsetzung folgt.) Schwarz- Weiß- Rot an Dienstgebäuden. Behörden der Republik unter der Flagge des Kaiserreichs. Der im Vorwärts" bereits mehrfach gerügte Standal, daß Dienstgebäude republikanischer Behörden durch Inhaber von Dienstwohnungen schwarzweißrot beflaggt werden, scheint diesmal einen besonders großen Umfang angenommen zu haben. Von verschiedenen Seiten sind uns Nachrichten darüber zugegangen, und unsere ErmittLungen haben ergeben, daß Dienstgebäude der Stadt Berlin( Schulverwaltung, Kanalisationsverwaltung, Straßenbahnverwaltung), der preußischen Justizverwaltung, der Reichspostverwaltung und fogar der Reichswehr an diesem Skandal beteiligt sind. Das Tollite ist die Flaggendemonstration an dem zum städtischen Margareteninzeum in der Ifflandstraße gehörenden Direftorwehnhaus, die im„ Borwärts" schon besprochen wurde. Nachdem die schwarzweißrote Fahne, die man hier am Donnerstag zum Fenster hinausgehängt hatte, noch an demselben Tage wieder eingezogen worden war, ist sie inzwischen aufs neue und in noch auffälligerer Weise hinausgehängt worden. Aus dem„ Lokal- Anzeiger" erfahren wir, daß der Direktor des Margaretenlyzeums, Prof. Dr. Engelmann, von der Schulverzuziehen. Das Blatt Enüpft an diese Mitteilung ein lächerliches Geschwätz über die angebliche Unzulässigkeit dieser an den Direktor gerichtelen Bitte des Magistrats, die ein„ Eingriff in die staatsbürgerliche Freiheit eines Beamten" sei. In einer zweiten Mit teilung, die auf die Angelegenheit nochmals zurückkommt, hat der Lokal Anzeiger" die Dreistigkeit, zu verlangen, daß auch die an den Reftorwohnhäusern einiger Gemeindeschulen bemerften Schnarzrotgoldenen Fahnen eingezogen werden. waltung des Magistrats gebeten(!) worden war, die Flagge einM So weit haben wir es in der deutschen Republik bereits gebracht, daß dieses deutschnationale Blatt es wagen darf, die Ein ziehung der republikanischen Flagge zu fordern! Das ist eine Herausforderung, würdig der anderen, die in dem Direttorwohnhaus des Margaretenlyzeums mit der troh jener " Bilte" des Magistrats erfolgten Wiederaushängung der schwarzweißroten Fahne des Kaiserreichs verübt worden ist. Telephon Lüzom 5423; Große Frankfurter Straße 137, Telephon Königstadt 4201; Hufelandstr. 45, Telephon Königstadt 4357; Johannisstr. 20, Telephon Norden 10 758; Klosterstr. 65/67, Telephon Alexander 5527; Müllerstr. 153a, Telephon Hansa 2473; Spandau, Askanierring. Rache an der Republik! Eine Amerika"-Fahrt. Wenn einer den reichen Mann spielen will. Der Abwechslung halber ist die Geschichte diesmal umgekeŋer. Sonst spielten in Berlin die reichen Männer aus Amerika cine Rolle, diesmal gelüftete es einem in" Amerika" den reichen Ma: m zu spielen. Eine entzückende Szene spielte sich vor kurzem auf der Leipziger Straße nach Beendigung der Jugendtundgebung im früheren Herrenhause ab. Ein paar Teilnehmer an der Veranstaltung, die eine schwarzrotgoldene Fahne bei sich hatten, der Veranstaltung, die eine schwarzrotgoldene Fahne bei sich hatten, wollten mit der Straßenbahn nach Hause fahren. Aber o welches Unglück! die Fahnenstange ragte mindestens fünf Zentimeter übers Dach der Straßenbahn hinaus. Das ist nicht ganz vorschriftsgemäß, aber wie der Führer der Straßenbahn einfieht, nicht weiter gefähr lich. Weil's aber doch die Fahnenstange an einem Banner der Republik iſt, die da fünf Zentimeter über ihre gesetzlichen Grenzen ich streckt, fühlt sich ein Herr mit Hakenkreuz provo- iparte und alle seine Jugendgenossen freihielt, so glaubte man ihm iert und hält die Straßenbahn auf. Und tobt über die Frech heit der Republikaner. Und schreit über den unpatriotischen Straßen bahnführer. Und muß mit Gewalt von den Schienen geholt werden, Nach zuverlässigen Informationen soll er sich noch nicht beruhigt indes er immer weiter schimpft, immer weiter, immer weiter. haben. Vielleicht wartet und rast er bis zum Reinfall am nächsten Sonntag, der Herr mit dem Hakenkreuz auf der Leipziger Straße. Ein Aerztekonzilium bei Rutisker. Der Chauffeur W., der bei einem bekannten Berliner Arzt angestellt war, wußte, daß der Arzt während der Osterfeiertage nicht in Berlin war und beschloß, diese Gelegenheit zu einer Autofahrt nach seiner Heimat, dem Dorf Amerita in Sachsen in der Nähe der tschechoslowakischen Grenze zu benutzen. Am Vor abend des ersten Feiertages brach er auf und am Ostersonntag traf er mohlbehalten in der Heimat ein. Hier erregte er bei den„ Ameritanern", die ihn aus der Jugendzeit kannten, Staunen und Bemunderung. W. erzählte, daß es ihm gelungen sei, in der Reichshauptstadt ein reicher Mann zu werden, der sich jetzt auch sein eigenes Auto halten könne. Weil er auch mit dem Geld nicht aufs Wort. Einige Freunde nahmen seine Einladung, mit ihm einmal nach Leipzig zu fahren, gern an. Inzwischen aber mar das Verschwinden des großen Wagens und des Chauffeurs in mit einem Besuch in seiner Heimat begnügen werde, sondern die Berlin entdeckt worden. Es bestand der Verdacht, daß W. sich nicht Absicht habe, von dort aus über die nahe Grenze zu fahren und in der Tschechoslowakei den Wagen zu Geld zu machen. Die Kriminalpolizei benachrichtigte deshalb alle Grenzorte und alle anderen Behörden. So kam es, daß der„ reiche Mann" mit seinem Privatauto festgenommen wurde, bevor er noch mit seinen Freunden das Völkerschlachtdenkmal erreicht hatte. Mit dem Wagen nach fahrt" zu seinem Vergnügen gemacht und an eine Flucht über die Berlin zurückgebracht, versichert er, daß er nur eine SchwarzGrenze nicht gedacht habe. Jawohl, Herr Richter, ich bin's!" " lezten Tagen erheblich verschlechtert, so daß er seine Belle nicht Der Gesundheitszustand Iwan Kutisters hat sich in den mehr verlassen kann. Zu seinem Herzleiden ist noch eine Nierenentzündung hinzugekommen. Der Gefängnisarzt Dr. Bürger hat in einem neuen Gutachten erklärt, daß der Zustand Kutisters besorgniserregend sei, so daß Kutister haftunfähig wäre, und daß der Gerichtsarzt damit jede Verantwortung für eine In- Eine Eensation gab es fürzlich auf dem Potsdamer Amtsgericht. haftierung ablehnen müsse. Noch vorgestern abend hatte der Unter- Emmler", ruft der Justizwachtmeister auf. Und es erscheint ein Hindenburg- Agitation in höheren Schulen. suchungsrichter, Landgerichtsrat Schneider, mit dem Gerichts- gut gekleideter junger Mann unter strengster Bewachung, Wie uns mitgeteilt wird, fand gestern in den Gymnasien arzt, med.- Rat Dr. Störmer, Kutister in seiner Zelle aufgesucht. der nervös in der Anklagebank Plaz nummt.„ Na, Klein", und und Lyzeen der füdlichen und westlichen Vor= Dr. Störmer hat Kutister eingehend untersucht und sollte bis gestern meint der Vorsitzende fragend. Der Angeklagte wird leichenblaß, orte Berlins eine Agitation für Hindenburg statt, die mittag ein Gutachten über den Zustand des Angeklagten erstatten. und nach einer ganzen Weile meint er:" Jawohl, Herr alle bisherigen Ausschreitungen auf diesem Gebiete bei weitem über- nunmehr dem von der Straflammer zwei Tage vorher abgelehnten fuchungsrichter in Oppeln gesucht wird. Klein hat vor einigen Im Hinblick auf die ernste Situation hette der Untersuchungsrichter Richter, ich bin's!", Alois Klein aus Oppeln. Es ist der traf. In jeder Schule wurden schwarzweißrote Fahnen mit der Doppelmörder Alois Klein, der seit langem vom Unterschrift ,, Wählt Hindenburg" zu Hunderten unter den Schü- Moabiter Krankenhaus die Privatbehandlung Kutiskers gestattet Jahren zwei Stoffhändler aus Oppeln in einen Wald gelockt, Antrag der Verteidigung zugestimmt, daß Professor Dr. Zinn vom lern verteilt. Viele Klassenzimmer waren mit diesen Fahnen „ geschmückt", selbst die Katheder prangten im Schmucke der Hinden werde. Auf Grund der veränderten Umstände hatte auch Dr. Her ermordet und verscharrt. Am 22. März ist der Angeklagte burgfahne, und während der Unterrichtsstunden wurde von vielen bert Fuchs sofort einen neuen Haftentlassungsantrag gestellt. Med. und verhaftet worden. Bei seiner Berhaftung nannte er sich beim Kümmelblättchen im Grunewald bzw. Klein- Glienicke betroffen Rat Dr. Störmer erstattete gestern mittag das verlangte Gut Emmler bzw. Mirbusch. Er befand sich auf der Flucht, denn Lehrern die Verteilung der Fahnen vorgenommen. murde in den Geschichtsstunden aus Geschichtsbüchern über Hinden achten und fam wiederum zu dem Schluß, daß er Kutister für viele Steckbriefe maren hinter ihm erlassen. Das Gericht erkannte burg vorgelesen, wobei es nicht an den bekannten schleimig- patrio- hat der Untersuchungsrichter unter Zustimmung der Staatsanwalt strafe. Nach der Urteilsverkündung meinte der Angeklagte:„ Herr haftfähig halte. Angesichts der verantwortlichen Entscheidung wegen Glücksspiels und falscher Namensführung auf 120 m. Geldtischen Lobreden auf den ,, Retter Deutschlands" fehlte. Diefe ganze Hindenburg- Agitation wurde unter Mißachtung schaft den Vorschlägen von R.-A. Dr. Herbert Fuchs zugestimmt, Richter, ich bitte, sofort nach Oppeln übergeführt zu werden." für den kommenden Montag vormittag ein Aerztetonzilium in das Untersuchungsgefängnis zu berufen. Diese Aerztekommission Geh. Rat. Professor Dr. Kraus von der Charité, Med.- Rat Dr. foll bestehen aus Professor Dr. Zinn vom Moabiter Krankenhaus, Störmer und dem früheren Gefängnisarzt Dr. Hirsch. Ein früherer Zusammentritt des Aerztetonziliums fann nicht stattfinden, da die beiden Professoren bis Sonntag in Wiesbaden als Teilnehmer am Kongreß für innere Medizin teilnehmen. Der von R.-A. Dr. Herbert Fuchs eingereichte neue Haftentlassungsantrag ist bis zur Entscheidung durch das Aerztefonzilium zurüdgeftellt worden. Das nach dürfte am Montag die endgültige Entscheidung darüber erfolgen, ob Kutister Aussicht hat, noch vor der Hauptver handlung, die im Juni gegen ihn und seine Mitangeschuldigten stattfinden soll, die Freiheit zu erhalten. Gleichzeitig aller gesetzlichen Bestimmungen von Lehrern unternommen, die im Dienste der Republik stehen und verpflichtet sind, jede Politik von der Schule fernzuhalten. Wir erwarten, daß gegen diesen Unfug endlich mit aller Entschiedenheit eingeschritten wird. Kaffenambulatorien am Wahltag geöffnet. Am heutigen Wahlsonntag werden folgende Ambulatorien des Berbandes der Krankenkassen Berlins zur ärztlichen Hilfe leistung von 10 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends, auf Bedarf länger, geöffnet sein: Neukölln, Jdealpassage 12, Telephon Neukölln 52 100; Charlottenburg, Rosinenſtr. 4, Telephon Wilhelm 1093; Schöneberg, Grunewaldstr. 30, Telephon Nollendorf 3946; Alt- Moabit 73a, Telephon Hansa 3304; Belle- Alliance- Straße 7/10, A.Wertheim Leipziger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz HerrenArtikel Oberhemd weit, mit Pikee- Falten- 490 einsatz und Handpriese( ungewaschen) .. Oberhemd durchgehend Zephir, mod. 750 helle Streffen, Klappmansch., 2 pass. Kragen Nachthemd mit Umlegkragen, mit 475 farbiger Borte und Tasche, extra lang Oberhemd wel, mit la Pikee- Palten- 790 einsab, Klappmanschetten Knaben- Sporthemden 80 90 cm durchgehend gestreifter Lg.60 70 Zephir, mit Schillerkrag. 240 290 340 390 Selbstbinder 190 reinseld. Foulard 290 mod. Ausmusterg. aparte Muster.. 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Durch den Farbenkontrast wird eine Leuchtkraft bis auf weite Entfernungen erzielt. Das zur Berkehrsregelung eingeführte Winkzeichen zum Anzeigen der Fahrtrichtung fann nunmehr faum übersehen werden. Extra- Preise Montag bis Mittwoch Sommer- Kleiderstoffe Baumwoll- Musselin bedruckt, ca. 80 cm breit.... Meter Foulard- Batist nene Druckmuster, ca. 100 cm breit..... Meter 78 Pt. 95 Pf. 130 Frotté gestreift und kariert.... Meter California Seidenkrepp 290 aparte Druckmuster, ca. 80 cm breit, Meter Damen- Hemden Popelin- Schotten in spartes 210 Stellungen, ca. 100 cm breit.... Meter Crêpe marocain la neuartigen 245. Streifen und Karos, ca. 100 cm breit, Meter Woll- Batist allen modern. Farben 290 Meter Chines. Shantungseide 525 naturfarbig, ca. 85 cm breit.... Meter Wäsche und Spinen 365 Damen- Beinkleider pad 365 Damen- Nachthemden. 550 Deckbettbezüge a. passend Brele 8M 975 Stick625 Hemdhosen neue Form 475 Ein- u. moderne m.Sticker. Stick. Ansat Stick. 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Beinkleid Herren- Garnituren black 475 Herren- Netzjacken 75 Pf. 110 Kunstseidener Ottoman, mit Helvetia- Seide gefüttert 78M Bom Tode des Erftintens gereffet. Der Kommandeur der Berliner Schußpolizei hat dem Bolizeiwachtmeister Domann von der Polizeiinspektion Alexander seine Anerkennung ausgesprochen, meil es ihm während seines Streifendienstes gelungen ist, eine männliche Person vom Tode des Ertrinkens zu retten. Wegen eines gefährlichen Dachstuhlbrandes wurde die Berliner Feuerwehr am Sonnabend nachmittag nach der Ecke der Bali: faben und Koppenstraße 50 alarmiert. Hier stand der Dachstuhl bei Ankunft des 7. Löschzuges in solcher Ausdehnung in Flammen, daß unverzüglich aus mehreren Schlauchleitungen fräftig Basser gegeben werden mußte. Es gelang, die Flammen auf den Dachstuhl des von zahlreichen Barteien bewohnten Hauses zu be, schränken. Man vermutet Brandstiftung. Der Schaden ist erheblich. Wählerfundgebung in Biesdorf. In einer aut besuchten Berfammlung in den Schillerfälen" in Biesdorf Sprachen am Freitag die Genoffin resse und für die Demokraten der Referent. der Handwerkskammer Wagner. Die Genoffin Kreise führte u. a. aus: Man will der Republik den Garaus machen. Wir haben demgegenüber die Aufgabe, sie zu schützen. Bir Sozialdemokraten Denfen nicht daran, uns wieder in das monarchische System zu fügen und wählen Marg, weil unser Bestreben dahin geht, überall ben republikanischen Einfluß zu stärten, Marr' Taten beweisen, daß er überzeugter Republikaner ist. Die Referentin mies dann noch auf die außenpolitische Gefahr der Kandidatur Hindenburg hin. Wollen wir im Ausland eine Misstimmung gegenüber Deutschland verhindern, so müssen wir am Sonntag Marr wählen! Der Bertreter der Demokraten schilderte, mie es zur Kandidatur Marg fam, und unterzog die Politik des Reichsblocks einer scharfen Kritif. Die Kundgebung, die von prächtigen Borträgen des Männergesangs vereins Biesdorf umrahmt wurde, schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Republif. Ein Parteiveteran. Unser alter Genosse Nitolaus Rauten franz, Hospitalit in Buch, Haus 4 Bimmer 39 begeht heute, Sonntag, feinen 81. Geburtstog. Seit über 60 Jahre Sozialdemofrat und Stämpfer für den Sozialismus, mußte auch er zu Beginn. des Sozialistengefeges ins Egil, nach England. Dort gründete er unit anderen Bertriebenen den ersten Klub deutscher Sozialisten. Nach 25 Jahren fehrte er nach Deutschland zurück. immer bestrebt, der Partei zu dienen. Mit dem verstorbenen Wilhelm Biannfuch und anderen verstorbenen Führern aus der Heroenzeit der Sozialdemo tratie verbanden ihn freundschaftliche Gefühle. Die Parteigenoffen grüßen den nicht in den besten Verhältnissen lebenden Alien und wunschen ihm einen ungetrübten Lebensabend. Ambulatorien des Verbandes der Stenfenfaffen Berlins. Am 26. April merden folgende Ambulatorin des Verbandes der Krantenfassen Beilin zur ersten Hilfeleistung von 10-7 1hr, bei Bedarf iänner, peöffnet werden: Reutälln, Steel Baffage 12, Zelephon: Neukölln 5200. bar lottenburg, Rosinenstr. 4, Telephon: Wilhelm 1093. Schöneberg, Grunewaldstraße 30, Stollendorf 8946. It oabit 7 3, Telephon: Sanfa 3304. Belle Alliance Str. 7/10, Telephon: Lizom 5423. Große Frankfurter Straße 137, Telepbon: Stönigftadt 4201. Sufelandtraße 45, Zelephon: nigftant 4857. Johannes. Straße 20, Telephen: Morden 107 58. Stlofter ft age 65/67, Telephon: Alexander 5527. Müllerstraße 153a, Telephon: ania 2478. panbau, stoniering 175, Telephon: pandau 1053 Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Montag, den 27. April, nadhm 5 Ubr: Sigung des seleinen Bildungsausschusses. Am Sonntag, den 17. Mat, nadm. 2, Ubr, im Staatstheater Charloltenburg:„ Napoleon" oder: Die hundert Tage. Ein Drama m fünf Aufzügen vor: Chrift. Dietr. Grabbe, Breis pro Starte 1 Mm. Kleiderabtage und beaterzettel frei. Donnerstag, den 21. Mai( Himmelfabrts. tag), nachm. 2%, or, im Deutschen Opernbaus Gbarlotten aurg:„ Boccaccio". Cher in drei fien von F. Zell und Richard Genée, Musit von Franz pon Suppé. Breis pro starte 1,80 Rm. Kleiberablage frei. se arten für alle Veranstaltungen sind zu haben im Bureau bee Bezirksh Irunesansschusses, Limbenfer 3, 2. of II, Bimmer 8; Buchhand. lung Borwärts, Lindenstr. 2; Bigarrengeschäft borsa. Engelufer 24/25( Be wertichaiishaus); in allen Wortparts".gpeditionen; bei den Obieuten der Streis und Abteilungsbildungsausschüsse. Die Kreise, die noch feine Karten für die Oper Boccaccio" cihalten haben, werden ersucht, diese chnellstens pom Bureau abzuholen. Nansens Nordpolpläne. Das Projekt eines Zeppelin- Fluges. Wie erst jetzt befannt wird, mill Frithjof Nansen gleich Amundsen den Versuch machen, auf dem Luftwege bis zum Nordpol vorzubringen. Anläßlich der Anwesenheit Dr. Ede. ners in Schweden haben zwischen Professor Nansen und dem Führer des 3. R. III Besprechungen über die Frage stattgefunden, ob es möglich sei, mit dem Luftschiff bis zum Bol vorzubringen. Nansen stügt sich dabei auf die wissenschaftlichen Grundlagen, die von bem verstorbenen Grafen 3eppelin und Professor Hergesell während der Spizbergen- Expedition gesammelt werden sind. Nansen Blan zu interessieren. Die Ausführung des Projekts wäre jedoch hat dabei die Absicht geäußert, die norwegische Regierung für seinen Blan zu interessieren. Die Ausführung des Projekts wäre jedoch Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 26. April. möglich, wenn die Entente die Genehmigung zur Erbauung eines Luftschiffes in der Friedrichshafener Werft erteilen würde. sachverständiger Ansicht würde für den Plan des berühmten wegischen Forschers ein Luftschiff genügen, das kleiner wäre as nach Amerifa abgelieferte 3. R. III. 3000- Zonnen- Motorschiff. Um meitere praktische Erfahrungen über den Flettner- Rotor zu sammeln, hat die Marineleitung in Hebereinstimmung mit dem Berhand deutscher Reeber es in die Hand genommen, ein erstes großes HinzuRotor Frachtschiff zu bauen. Die Marineleitung hat unter Hinzu Weser ein Aktiengesellschaft 3000- Tonnen- Rotorschiff ziehung der Firma Robert M. Sloman jun. in Hamburg der in Auftrag gegeben, das in etwa 12 Monaten zur Ablieferung tommen soll. zirka Ein neuer Spritschieber. Friedrichshafen, 24. April.( TB.) Ein großer Schieber. ffanbal erregt hier beträchtliches Aufsehen. Der Fabrikant Eugen Brugger hatte große Mengen Sprit, die ihm vom Reiche zu gewerblichen Zwecken überwiesen worden waren, in Trintbranntwein umgearbeitet und dadurch neben sehr großen Gewinnen den Staat um mehrere hunderttausend Mart Steuern ge= fchädigt. Brugger wurde verhaftet. Berurteilung von Angestellten der Reichsbank. In einem Unter tattfand, wurde nach mehrtägiger Berhandlung das Urteil gejäüt. Die Hauptangeklagten Gröpper, Stadie, Jungmann und 3ad wurden wegen Betruges, Unterschlagung und Urkundenfäl chung bzm. Hehlerei zu einem Jahr sechs Monaten bis acht Monaten Gefängnis verurteilt. Sechs Angeklagte erhielten wegen Betruges, zwei megen Hehlerei Strafen von acht Monaten bis einem Monat Gefängnis. Sechs Angeklagte wurden freigesprochen. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Präludium, A. Böhme( Dr. Artur Böhme am Harmonium), 2. Zwei Arien( Gerda Klemmt- Niedlich, Sopran). 3. Ansprache des Herrn Pastor Engelmann vom Zentralausschuß für Innere Mission. 4. M. Pohl: a) In der Frühe, b) Morgen, c) Zu Zweien, d) Pfingstlied( Walter Sommer, Tenor) Am Flügel: Der Komponist. 12 Uhr mittags: Hans- BredowSchule.( Abteilung Hochschulkurse). Heilkunde: Dr. med. Arnoldi:„ Der Stoffhaushalt des Menschen". 6. Vortrag." Normalkost, Utterernährung. Ueberernährung". 3 Uhr nachm.: HansBredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Landwirtschaft: Reg- chlagungsprozeß, der in Dortmund gegen Angestellte der Reichsbant Rat Dr. Zacher: Pflanzenschädlinge in der Landwirtschaft". 1. Teil. Bodenschädlinge". 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: 1. Kindergedichte, Josepha Metz. 2. Der Teufel mit den drei goldenen Haaren, Märchen, Grimm.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4 Uhr nachm.: Frühlingszeit. Sarotti- Sonderkonzert mit der Berliner Funkkapelle. 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). 6.30 Uhr abends: Popular Abend. 1. Ouvertüre zu der Oper Die diebische Elster", Rossini ( Berliner Funkorchester, Dirigent:" Dr. W. Buschkötter). 2. a) Ostpreußisches Volkslied, Mankiewicz, b) San ein Knab' ein Róslein stehen, Reichardt, c) Aice toe, italienisches Volkslied, Reichardt, d) Der Postknecht, Reichardt( Hermann Böttcher, Lieder zur Laute). 8. O glücklich Land, Arie der Königin Margareto aus der Oper Die Hugenotten", Meyerbeer( Vilma Delmar, Sopran). 4. Potpourri aus der Operette„ Die lustige Witwe", Lehár ( Berliner Funkorchester). 5. a) Schusters Abendlied, b) Schneiders Jahrestag, e) Altes Handwerksburschenlied( Hermann Böttcher). 6. a) Ario der Gilda aus Rigoletto", Verdi, b) Bravourvariationen. Adam( Vilma Delmar). 7. Triumphmarsch, Kretzschmer( Berliner Funkorchester). Am Flügel: Dr R. E. Lapini. Nach dem Konzert: Verkündung der Resultate der Wahl des Reichspräsidenten( bis 2 Uhr nachts). Während der Pausen spielt die Berliner Funkkapelle. Außerdem Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- nnd Filmdienst. Montag, den 27. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.30 Uhr abends: Zehn Minutnn für die Hausfrau. 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Abteilung Bildungskurse). Technik: Ing. Joachim Boehmer:" Der kritische Ingenieur"( Technische Wochenplauderei). 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch, 7.50 Uhr abends: Dinleitende Worte zu der Oper Undine. 8 Uhr abends: Sendespielbühne. Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest, XVIII. Veranstaltung. Undine", romantische Zauberoper in zwei Teilen, von G. A. Lortzing, Für den Rundfunk bearbeitet von Cornelis bronsgeest. Dirigent: Selmar Meyrowitz. Personenverzeichnis: Bertalda, Tochter Herzog Heinrichs: Lillan von Granfelt; Ritter Hugo von Ringstetten Karl Jöken; Undine: Irene Eden; Kühleborn, ein mächtiger Wasserfürst: Cornelis Bronsgeest; Veit, Ritter Hugos Schildknappe: Waldemar Henke; Hans, Kellermeister: Leo Schützendorf. Edle. Gesandte, Ritter, Pagen, Fischer, Fischerinnen, Wassergeister, Nixen. Die Handlung in zwei Teilen spielt in einem Fischerdorf und auf dem herzoglichen Sehlosse, dann auf Burg Ringstetten. Zeit um 1452. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Erdrutsch bei Triberg. Nach einer Meldung aus Triberg ( Schwarzwald) löften sich über dem Schieferhaldetunnel els massen los und verschütteten den oberen Loreinschnitt vollſtändig. Beide Gleise sind gesperrt. Der Verkehr wurde durch Umfteigen und durch Kraftfahrzeuge aufrechterhalten. Personen kamen nicht zu Schaden. Sport. Rennen zu Strausberg am Sonnabend, den 25. April, 1. Rennen, 1. Felicia( ili Heuer), 2. Goldammer( W. Leue), 3. Stribbel Strabbel( Sths). Toto: 23: 10. Plug: 14, 17: 10. Ferner liefen: Centrifugal, Stüraffter. 2. Sennen, 1. Dottor Mabufe( D. Schmidt), 2. Höllenfee( Baich), 3. Elbe( Barga). Toto: 42: 10. Plaz: 12, 12, 11: 10. Ferner liefen: Rettung. Stephanie, Dolbe, Uma. 3. Rennen. 1. Astra( Schimma), 2. Karneval( Dertel), a. Fechterin ( Baltag), Toto: 66: 10. Blag: 18, 12, 12:10. Gerner liesen: Venus IV, Attade II, Siegmund, Fata Morgana II. 4. Rennen. 1. 2ith I( D. Schmidt), 2. Herbstfturm( Majewski), 3. Messina( M. Jentsch). Toto: 22:10. Play: 15, 26: 10. Ferner lief: Stig me quid. 5. Rennen. 1. Egzelfior( Dertel), 2. Drfaira( Dippelt), 3. Morgenstunde( H. Lewidi). Zoto: 12:10. Blas: 12, 17:10. Ferner lief: Borgo. 6. Nennen 1. Bubi( M. Jentsch). 2. Chronos( Thielemann), 3. Tavalyi( Bleuler). Foto: 66: 10. Plat: 22, 27, 16: 10. Ferner liefen: Teufelsnärrin, Danabaurg, Sultan, Majas, Glüdsquelle, Glüdsstunde, Spiritist, Gros, Lucretia. 7. Rennen. 1. Georg( H. Scholz), 2. Macbeth( H. Gröschel), 3. Lawendel( Stys). Toto: 45:10. Blay: 17, 52, 20: 10. Ferner liefen: Bildfake, Meister, Ganymed, Bronh, Crampus. Wetter für Berlin und Umgegend. Noch meist mollig und fühl, strich weise geringe Negenfälle. Für Deutschland. In Ostdeutschland noch meist woltig 1110 Regenjälle. In Westdeutschland zunehmende Trübung. Ueberall fühl. Wählen, wählen! Ihren guten Mantel finden Sie in diesem schlankmachend. 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Nr. 196+42. Jahrgang Frau und Industrie. Bon Eugen Prager. 2. Beilage des Vorwärts Bei der Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums im Reichstag haben die sozialdemokratischen Redner wiederholt und mit besonderer Eindringlichkeit gefordert, daß für die im Erwerbsleben stehenden swangeren Frauen ein erhöhter Schuß geschaffen werde. Seit 1907 haben wir feine Gewerbezählung mehr gehabt, aber wir wissen aus den Zahlen der Krankenversicherung, daß die Beteiligung der Frauen an der Lohnarbeit stetig zunimmt. Im Jahre 1907 waren von 100 versicherungspflichtigen Personen 21,6 Proz. weiblichen Geschlechts, 1924 dagegen betrug der Anteil der meiblichen Versicherten an der Gesamtzahl 35,3 Broz. Aber nicht nur die Zahl der arbeitenden Frauen und ihr verhältnis. mäßiger Anteil an der Produktion ist beträchtlich gestiegen, starf zugenommen hat besonders die Zahl der erwerbstätigen Frauen in dem Alter, in dem sie auch von Gatten- und Hausfrauenpflichten in Anspruch genommen werden. Man fann annehmen, daß sich heute rund die Hälfte aller arbeitenden Frauen in diesem Alter befinden, also zwischen 20 und 40 Jahren. Ist die industrielle Arbeit an sich schon für die Frau mit höheren Gefahren für die Gesundheit verknüpft als für den muskelstärkeren Mann, so wirft fie geradezu als gefellschaftliches Verbrechen, wenn auch die schwangeren Frauen und die jungen Mütter zur Erwerbstätigkeit gezwungen sind. Es wirkte geradezu erschütternd auf die Zuhörer, als die weiblichen Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstag unter Hinweis auf die Gefahren der weiblichen Berufsarbeit einen erhöhten Sozialschutz für die Frauen forderten, und als dann Genosse Dr. Moses als Arzt die Verhältnisse in der Textilindustrie schilderte. Er berichtete über Bersammlungen in den sächsischen Tertilbezirken, wo zahllose schwangere Frauen ihre Not hinausschrien und Hilfe in ihrem Elend forderten. Er legte auf den Tisch des Hauses eine Reihe Photographien nieder, auf denen man schwangere Frauen bei der Arbeit an Textilmaschinen erblicken tennte. Aber die bürgerliche Mehrheit des Reichstags hat für diesen Jammer höchstens ein bedauerliches Achselzucken; die Luther- Regierung muß den fapitalistischen Kreisen so viele Liebesgaben zuwenden, daß für eine bessere materielle Ausstattung des Reichsarbeitsministeriums teine Mittel mehr übrig bleiben. Ein stärterer Drud der arbeitenden Schichten auf Regierung und Reichstag ist notwendig, um die Sozialgesetzgebung wieder fräftig vorwärts zu treiben. Der Deutsche Textilarbeiterverband hat jetzt an die Regierungen, den Reichstag und die Landtage Forderungen auf nachhaltigen und wirksamen Schutz der in Erwerbsarbeit tätigen Frauen und Mädchen gestellt. Als Uebergangsbestimmungen sollen geschaffen werden: 1. Berbot der Erwerbsarbeit der schwangeren Bersonen für die letzten drei Monate der Schwangerschaft, 2. Beschränkung der Erwerbsarbeit schwangerer Perfonen im 5. und 6. Monat der Schwangerschaft auf höchstens 4 Stunden pro Tag 3. Vergütung des entgehenden Arbeitsverdienftes aus Mitteln des Staates oder einer zu schaffenden obligatorischen Kollektivverficherung. Sonntag, 26. April 1925 Das„ Tannenberg" der Republik. B== E 0 FLORATH Zum Schuße der schwangeren Frauen und Mädchen wer- Majestät können ganz beruhigt sein. Ich bin mit den Russen fertig geworden, ich werde auch mit den noch folgende Maßnahmen verlangt: Schaffung von Siz gelegenheit, Bereitstellung besonderer Zimmer in Großbe trieben, Bereitstellung von Medikamenten sowie von Speisen und Getränken, die den besonderen Bedürfnissen der schwangeren Arbeiterinnen entsprechen, Einstellung von Fabritärzten, Einrichtung von ärztlichen Sprechstunden, Einstellung weiblicher Aerzte als Gewerbeaufsichtsbeamtinnen, Verpflichtung der weiblichen Gewerbeaufsichtsbeamtinnen zur besonderen fürsorgenden Beaufsichtigung der Schwangeren im Arbeits prozeß, Einrichtung ärztlicher Beratungsstellen in den Gemeinden, Anerkennung der Schwangerschaftsbeschwerden als Krankheiten und ärztliche Versorgung durch die Krankenkassen. Zur Begründung dieser Forderungen führt der Borfizende des Deutschen Tertilarbeiterverbandes, Genosse Her mann Jädel, aus, daß in der deutschen Textilindufirie ständig mindestens 90'000 schwangere Frauen und Mädchen beschäftigt werden, für die die Erwerbsarbeit eine ununterbrochene neun Monate andauernde Qual sei. Die Arbeit der Schwangeren in der Tertilindustrie erfordere entweder ununterbrochenes Stehen oder ununterbrochenes Laufen oder ununterbrochenes Sigen. Im einzelnen wird in der Eingabe, der eine Bilderreihe von schwangeren Frauen an den Textilmaschinen beigefügt ist, ausgeführt: " Die Maschinen der Textilindustrie laufen sehr schnell. Ein schwerer Tuchwebstuhl macht 90 Touren pro Minute, ein Baumwoll stuhl 200 Touren und mehr. Eine Spindel macht bis zu 10 000 Umdrehungen pro Minute. Jede einzelne Person bedient viele Spindeln, viele Webstühle usw. Entsprechend dem schnellen Gang der Maschinen müssen die Bewegungen der schwangeren Arbeiterin schnell erfolgen. Sie muß sich also schnell bücken, schnell drehen, schnell langen, streden, drücken, ziehen, heben usw. Die schwangere Arbeiterin hat sich demnach viele hundertmal pro Tag 9 Monate lang in ihrem gesegneten Zustand bis zum hochschwangeren Zustand zu streden, zu dehnen, zu stoßen, zu legen, zu büden usw. und alle möglichen Bewegungen und Arbeitsmanipulationen auszuüben. Der Wechselstener. Amtlich wird auf folgenbes aufmerksam gemacht: Solange fie noch nicht mit einem inländischen Indossement nerfehen sind, dürfen inländische Wechsel vom Aussteller und ausländische vom ersten inländischen Inhaber noch unversteuert zur Annehme verschickt oder vorgelegt werden. Der inländische Atzeptant darf aber meder diese Bechfel noch Blanko- Alzepte irrig, inländische angenommene Wechsel und Blanto- Atzepte brauchten nicht unperſteuert aus der Sand geben. Daher ist bie meitverbreitete, Meinung verfteuert zu werden, wenn fie, wie in der Regel Depotmechfel, nicht giriert sber in Rahlung gegeben werben DAB MARULIN der Republik fertig werden. schwangere Leib wird dabei ständig sozusagen gefoltert. Er wird gestoßen, gepreßt und gedrückt. An eine normale Entwicklung der Leibesfrucht ist dabei nicht zu denken. Der Deutsche Textilarbeiter. perband ist mit der Fertigstellen einer Statistit beschäftigt. 1110 Frauen und Mädchen, welche entbunden hatten, haben bisher über den Verlauf der Entbindung berichtet. Von diesen 1110 Frauen und Mädchen haben nur 309 über normalen Berlauf der Entbindung berichtet. 801 Frauen und Mädchen, das sind 72,16 Proz., haben unter den größten Schwierigkeiten und unter den entseglichsten Qualen das neue Menschenfind zur Welt gebracht. Für die Frau bedeutet die Erwerbsarbeit enorme Steigerung der Uebel, welche mit der Schwangerschaft ohnehin verbunden find. Sämtliche befragten weiblichen Mitglieber des Deutschen Textil arbeiterverbandes, welche den Zustand der Schwangerschaft durchgemacht hatten, berichten über Brennen und Stechen im Rücken, in Armen und Beinen, im Leibe, über Seitenstechen, starten Schwindel, Mattigkeit, anhaltende Atemnot, nervöse allgemeine leberreizungen, Schwächeanfälle, Erbrechen bei der Arbeit, Appetitlosigkeit, abwechselnd mit Heißhunger und vieles andere. Eine solche Frau gehört nicht in die Fabrit, an die Erwerbsarbeit. Die Tatsachen lassen aber cuch erkennen, welche furchtbaren Gefahren diese Erwerbsarbeit für das Kind im Mutterleibe bildet." Die Eingabe des Tetilarbeiterverbandes fagt mit Recht, daß Deutschlands Eristenz bedroht jei, wenn es nicht für den Schutz der Frauen und Mütter forgen werde. Bei der Armut des arbeitenden Volkes sei aber dieser Schutz ohne materielle Entschädigung für entgangenen Arbeitsverdienst nicht möglich. Der Eingabe ist ein Gutachten einer der ersten Autoritäten auf dem Gebiete der Frauenkunde, Dr. Mar Hirsch in Berlin, beigefügt, das in eindringlicher Weise aus der Fülle der ärztlichen Beobachtungen die Forderungen der Gewerkschaft unterstützt. Dieses Gutachten, so sagt der Textil arbeiterverband dazu, bilde zugleich eine sch mere Antlage gegen die hauptsächlich von Männern geschaffene und durch geführte Gesetzgebung, die es bisher versäumt habe, auf diesem, einem der wichtigsten Gebiete der Wirtschafts-, Sozial- und Bevölkerungspolitik irgend etwas zu leisten. Forderungen des Deutschen Textilarbeiterverbandes zu ihren Die sozialdemokratische Fraktion wird die | eigenen machen und vom Reichstage verlangen, daß er unverzüglich die notwendigen gesetzgeberischen Maßnahmen trifft. Nicht nur in der Textilindustrie bedürfen die schwangeren Frauen und Mädchen einer ganz besonderen Fürsorge; wir haben noch eine ganze Anzahl anderer Industrien und Gewerbe, in denen die Arbeit für die werdende Mutter mit nicht weniger großen Gefahren verbunden ist. Jezt darf nicht mehr davon geredet werden, daß keine Mittel für diesen dringenden Ausbau der sozialen Fürsorge vorhanden sind. Die Mittel find da, sie müssen in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt, dem unmenschlichen Zustande muß ein Ende gemacht werden, daß Hunderttausende von Frauen die Zeit ihres Lebens, die eigentlich die schönste und hoffnungsreichste fein müßte, zu einer Zeit des Elends und des Jammers wird! Tuberkulose und Gefängniswesen. Ein besonders trübes Kapitel in unserem Gefängniswesen bildet die unzureichende Versorgung schwer erfrankter Intersuchungsund Strafgefangener. Es ist deshalb ein außerordentliches Verdienst, das sich der Leiter des staatlichen Krankenhauses des Ver liner Untersuchungsgefängnisses, Dr. Thiele, erwirbt, indem er die tuberkulöjen Strafanstaltsinfassen werden zurzeit eine leichte den Finger in die offene Wunde des Staatsförpers legt. Besonders Beute ihrer Krankheit. Nach Ausführungen Dr. Thieles fehlt es in Preußen überhaupt an geeigneten Unterbringungsgelegenheiten für die genannten Stranten; unter der neuerdings verminderten Ernährung haben dieje Sch. Spärlicher Haarwuchs oder Glatze, dünnes oder unsauberes Hoar bedingen unfreies Benehmen, hindern die Schön heit, nehmen Ihnen die Aussicht auf Erfolg jeder Art. Sorgen Sie Saarfchäden beseitigt werden, daß durch Gebrauch mit Scherings burch ständige Pflege mit Edherings flüssiger Leerseife, daß Shre flüssiger Teerseife Shr gutes Haar weiter gedeihen kann, und daß durch Watchung mit Sojerings flüssiger Teerfeife Sie vor Schaden bewahrt bleiben. 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Telephon: Nollendorf 8055. hett", der Altoholgenuß, die psychischen Wirkungen der Temperatur und Beleuchtung. schwer zu leiden, und gerade die für Tuberkulose verhängnisvollen| Unfallursachen wie die Sorglosigkeit, die sogenannte Gefahrblindrapiden Gewichtsabnahmen sind keine Seltenheit. Besonders ungünstig sind die Untersuchungsgefangenen daran, da die auf ärztliche Anordnung verabfolgte Fett- und Milchrationen fast immer zu gering find oder zu unregelmäßig verabfolgt werden. Anträge auf Haftentlassung bei rapid fortschreitender Lungentuberkulose werden von den Gerichtsbehörden nicht immer genügend beachtet; nicht selten wird der Kranke terminunfähig, und die Haft wird dann verlängert. Da es innerhalb der preußischen Justizverwaltung noch an allen modernen hygienischen Mitteln zur Erkennung von tuberkulosen Lungenerkrankungen fehlt", werden selbst fortgeschrittene Fälle überfehen oder zu spät erkannt. Selbstverständlich fehlt bei diesem Mangel jeder Organisation auch alle Verbindung mit den Fürsorgeein richtungen zur Uebernahme der Kranten nach ihrer Entlassung. Arbeitsverluste durch Krankheit. An der Hand der Statistik für das Halbjahr 1923 stellt der Oberarzt der englischen Krankenversicherung Sir George Newmanns fest, daß in diesem Jahre nicht weniger als 20,5 Millionen Arbeitsmochen durch Krankheit und zeitweilige Arbeitsunfähigkeit der Ar beiter und Arbeiterinnen verloren gingen. Die Statistik erstreckt sich nur auf die versicherten Arbeitnehmer und berücksichtigt die ersten drei Tage der Krankheit und Arbeitsunfähigkeit nicht. Der ermähnte Arbeitsverlust entspricht der Jahresarbeit von 394 230 Personen. Im Jahre 1923 gingen in England durch Streits und Aussperrungen ungefähr halb soviel Arbeitstage verloren, als Arbeitswochen infolge. Don Krankheiten. Das Land könnte ohne Verlust 50 Millionen Pfund oder, zu 5 Proz. fapitalisiert, eine Milliarde Pfund jährlich für die Verbesserungen des Wohnungselends und der gesundheitlichen Berhältnisse ausgeben, wenn dadurch die Verluste durch Krankheit um ein Drittel vermindert werden könnten. Menschenökonomie ist die beste Sparsamteit. Die Arztgebühren in Preußen. Keine Erhöhung der Gebührensätze. Von den Aerzteorganisationen war beantragt worden, die Anfäße der preußischen Gebührenordnung für Aerzte und Zahnärzte, soweit sie für die Krankenkassen und die übrigen Versicherungsträger in Betracht kommen, wesentlich zu erhöhen. Hierüber fanden am 30. März 1925 Verhandlungen im Preußischen Wohlfahrtsmini sterium statt. Die Versicherungsträger konnten hierbei nachweisen, baß die Ausgaben für die ärztliche Behandlung gegenüber der Bor. friegszeit bei ihnen um 100 Pro3. gestiegen seien. Bertreter der Wirt schaft und Gewerkschaftsvertreter, die gleichfalls zugegen waren, betonten, daß unter diesen Umständen eine Erhöhung der ärztlichen Ho norare für die Wirtschaft, die letzten Endes doch die Mittel der Berficherungsträger aufbringen müsse, nicht tragbar sei. Staatssekretär Scheidt vom Wohlfahrtsministerium betonte deshalb auch am Schlusse der Sizung, daß zwar die Notlage der Aerzte anerkannt werden müsse, daß aber eine Erhöhung der preußischen Gebührenordnung nur dann verantwortet werde fönne, menn nachgewiesen wird, daß die jetzigen Gebührenanjake unangemessen niedrig seien, weil sonst das Ministerium die Verantwortung dafür nicht übernehmen tönne, der Wirtschaft neue Lasten aufzuerlegen. Dieser Bemeis sei aber den Merzten nicht geglückt. Eine Erhöhung der Gebührenordnung könne ben Aerzten daher nicht in Aussicht gestellt werden. Unfallursachen und Unfallbekämpfung. Ueber die Psychologie der Unfälle und der Unfallverhütung hielt Dr. Otto Lipmann, Vorstand des Berliner Instituts für an gewandte Psychologie, auf dem legten ordentlichen Berufsgenossen. fchaftstag einen interessanten Vortrag. Für viele Unfälle, führte Lipmann aus, liegt die Ursache nicht nur im Bersagen der Schuß vorrichtung, sondern auch in dem Umstand, daß das Bersagen von Arbeitern nicht bemerkt wird oder gar die Schußvorrichtung eigen mächtig außer Funktion gesezt wird. Bon vielen Autoren wird die Anzahl der psychologischen Unfallursachen auf 80 bis 90 Bro3. gefchätzt. Mangel an Berufsübung, an technischer Begabung, an gutem Geficht und Gehör, an Geistesgegenwart find ebenso psychische Legen Sie Wert auf gute und reelle Bedienung so kaufen Sie Mef Stoffe * führend in der Mode, Qualitätswaren zu äußerst niedrigen Preisen Anzugstoffe in Kammgarn u. Chev., la Qual. 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Berlin, den 21. April 1925. Der Borstand Otto Gronau, Borsigender. Für Lehrlinge ohne Entgelt betragen Willi Lindemann, Schriftführer. bie Beiträge% des für Stufe 1 feft Bei dieser Gelegenheit machen wir bie gefesten Beitrages. Herren Arbeitgeber aufmerksam, daß Diefer Beschluß tritt mit dem 4. Mai 1925 vom Sandesarbeitsamt Berlin die Bei in Kraft. Auf die erhöhten Leiftungen träge zur Erwerbslosenfürsorge ab 1. Mat auf Grund der geänderten Stufen haben 1925 auf 1 Proz. des Grundlohnes fest. Die Mitglieder ab 1. Juni 1925 Anspruch gefegt worden find. Dieser BeitragsDies gilt auch für Versicherungsfälle, die fag, zu dem die Arbeitgeber und Arbeit bereits eingetreten sind. nehmer je die Hälfte also je 2 Prog. Berlin, den 25. April 1925.[ 50/2 beizusteuern haben, gilt für alle ver. Der Borstand, ficherungspflichtigen Mitglieder. F. Meersbach, Bors. 0. Guhl, Schriftf. 50/1 Der Schmiedemeifter Offo Seibide be absichtigt die Aufstellung eines Blattfederhammers in Berlin auf dem Grund ( tüde Chauffeestraße Nr. 10. Etwaige Einwendungen gegen diese Anlage find bei dem unterzeichneten Stadtausschuß binnen 14 Tagen, vom Tage nach Der Beroffentlichung ab gerechnet, schriftlich in doppelter Ausfertigung oder zu Brotokoll anzubringen. Nach Ablauf diefer Frist tönnen Einwendungen nicht mehr erhoben werden. Beschreibung und Beichnungen der geplanten Anlage liegen in unferem Bureau, Berlin C. 2. Waisenft age 27, 1 Treppe, Zimmer Nr. 59, an ben Geschäftstagen in der Zeit von 9 bis 2 Uhr während der oben bezeichneten Frist zur Einsicht aus. Bur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einmendungen wird vor unferem Rommissar, Stadtinspektor Runde, auf Mittwoch, den 13 Mai 1925, vor mittags 9 Uhr, in unserem Bureau ein Termin anberaumt, zu dem der Unternehmer sowie die Widersprechenden unter der Eröffnung geladen werden, daß auch bet threm Ausbleiben m mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin, den 23. April 1925. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. 1. Schneider Der Borftand Eine besonders große Rolle spielt unter den psychischen Unfallursachen die Ermüdung. Goldmart und Hophins fanden, daß bei einem Dreischichtsystem, bei dem die tägliche Arbeitsdauer eines Arbeiters nur acht Stunden beträgt, gegenüber dem Zweischichtsystém mit je zehnstündiger Arbeitsdauer das Unfallrisiko herabgesezt ist. Da der Affordlohn in Vergleich mit dem Zeitlohn in der Tat geeignet erscheint, das Tempo der Arbeit zu erhöhen, so scheint es aus theoretischen Gründen gerechtfertigt zu sein, im Studlohnsystem eine Unfallgefahr zu sehen. Manche Erfahrungen sprechen aber dafür, daß das Stüdlohnsystem nur dann ein Anreiz für zu hastiges Arbeiten ist, wenn die Lohnsäge zu niedrig gehalten Besucht die Deutsche Derkehrs- Ausstellung München 1925 Juni- Oktober sind. Sind die Lohnfäße ausreichend, so vermeidet der Arbeiter haftiges Arbeiten schon deshalb, um nicht eine Herablegung der Lohn fage zu provozieren. In demselben Sinne wie die Ermüdung wirft die Unterernahrung, die von einigen Gewerbeaufsichtsbeamten als Grund für vermehrtes Unfallrisiko angeführt wird. Sie macht gleich gültiger gegen Unfallgefahren und beschleunigt das Entstehen von Müdigkeit. Da die Unfallgefahr psychisch bedingt ist, muß auch die Unfallverhütung psychologisch orientiert sein. Die phyfitauischen Methoden sind nicht überall und nicht immer anwendbar. Die besten physischen Einrichtungen tönnen einmal verjagen: ein Geländer, das beim Anlehnen bricht, ist gefährlicher, als das Fehlen eines Geländers überhaupt. Psychologisch betrachtet, gruppiert fich das ganze Problemigebiet der Unfallverhütung um die Frage der Aufmerksamkeit Es gibt eine Reihe von Berufen, in denen Personen, die nicht in ftändiger Aufinerffamteitsanspannung find, immerfort Gefahr laufen, fich selbst oder anderen Personen Unfälle zuzuziehen. Da die wichtigste Bedingung, die ein fehlerfreies Berhalten der Aufmerksamkeit verhindert, die Ermüdung ist, ist nach Lipmanns Ansicht jedes Mittel, das eine übermäßige Ermüdung Des Arbeiters hinhält, auch ein indirettes Mittel der Unfallbekämpfung. Das Reichsknappschaftsgesetz in Gefahr. Wie fast überall die Monopolgewalt des Unternehmertums die Schwäche der Arbeiterverbände nach der Inflationszeit ausnüßt, um die sozialen Einrichtungen wieder abzumürgen, zeigen auch die neuen Angriffe gegen das Reichsknappschaftsgefeß. Unter dem Vorwand, die Lasten aus diesem Gesch für Sozialversicherung feien für Unternehmer wie Arbeiter nicht länger tragbar, wird systematisch auf eine Novelle zum Reichsknappschaftsgeseh hingearbeitet. Dieses Gesetz ist indes seit seinem Bestehen noch nicht ordnungsgemäß zur Durchführung gekommen und auch das Reichsarbeitsminifterium verjagte in feiner Aufgabe als Kontrollbehörde. Laur§ 6 des Einführungsgeleges hatte es die Pflicht, im Falle der Uneinigkeit die Sagungen selbst festzulegen und darin die Abstufung der Teuerungss aulagen vorzunehmen. Lepteres murde unterlassen. Und auch als Verhandlungen im Vorstand der Reichsknappschaft ergebnislos blieben, wich das Arbeitsministerium einem Anruf der Versichertenvertreter zur Regelung dieser Fragen aus. Die Folge. war Berwirrung in der Rechtsprechung. Die Selbstverwaltung der Knappschaft in Mitteldeutschland wurde durch eine Wahlordnung sabotiert, rsonach die unternehmertreuen Beamten den Ungestelltenvertreter für den Bezirksvorstand allein wählen sollten. Allen Angriffen gegenüber betonen die Vertreter der rbeiterschaft in den Organen Der Reichsfnappschaft, daß bei verni aftiger Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen die Laften nad, dem Reichsfnappschaftsgesetz erträglich find. Ihre Forderung ist vor allem: Einführung der Familienfürsorge als Pflichtleistung der Knappschaftsversicherung, was ohne Minderung der Leistungen der Pensionskasse möglich ist. Bad Liebenwerda Kreis- Eisenmoorbad ( Prov. Sachsen) Fernsprecher Nr. 151 Keine Kurtaxe/ Ganzjährige Kurzeit. Anerkannt. hellkräftiges Moor. 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Seite Hauptblatt.) 40 Jahre Böttcherorganisntion. versucht, sich eine Organisation zu schaffen. Die Polizeibehörden Bereits in den Jahren 1872, 1873 und 1876 hatten die Böttcher machten ihnen aber jedesmal einen Strich durch die Rechnung. Die Sterbefaffe eine gewisse Verbindung, zumal das 1878 erlassene Böttcher schufen sich dann in einer Zentral- Kranten und Sozialistengefeß eine andere Möglichkeit des Zusammenschlusses zunächst nicht zuließ. Eine Generalversammlung der Böttcher in Bremen im Jahre 1885 gab neue Anregung zur Schaffung einer Drganifation, die dann auch von einer öffentlichen Böttcherversammlung in Bremen am 25. August 1885 zu gründen beschlossen wurde. Trotz sorgfältiger Ausarbeitung eines Statuts, mit Rücksicht auf das erst 1890 endende Ausnahmegefet, 30g sich die behördliche Genehmigung der VerbandsJagungen derart in die Länge, daß der Berband erst ab 1. Jas nuar 1886 ins Leben treten tonnte. Die folgende Generalversamm lung in Raffel 1887 musterte 1800 Mitglieder in 16 3ahlstellen. Das Bérbandsgebiet war noch auf den Norden Deutschlands beschränkt. In Kassel wurde die Schaffung eines Berbandsorgans der Deutschen Böttcher-, Rüfer- und Schäfflerzeitung" beschlossen. In München wurde sie gedrudt. Die Verwaltung des Verbandes mußte ehrenamtlich besorgt werden. Der Haupt vorstand war in Bremen, der Redakteur in Berlin und der Druder in München. Erst nach Fall des Sozialistengeseges tonnte durch die Sigverlegung der erwähnten Krantentaffe nach Bremen und eine gemeinsame Verwaltung der Kaffen- und der Berbandsgeschäfte die Anstellung eines Borfizenden mit 1000 Mark und eines Raffierers mit 1500 Manf Jahresgehalt erfolgen. 91 Die im Jahre 1887 eingeführte Spiritussteuer, die den Juntern eine Liebesgabe von 400 Millionen Mart einbrachte, bedeutete für die junge Organisation einen schweren Schlag. Bon 3000 Berufstätigen blieben mur noch einige Hundert in Arbeit. Der Monatsbeitrag von 40 Pfennigen wurde auf 30 Pfennige herabgesetzt. Der davon erwartete Zuſtrom neuer Mitglieder blieb aus, während der finanzielle Banterott des Berbandes eintrat. Der Drucker streitte, nachdem er bereits 1200 mart treditiert hatte und fein Gelb befommen konnte. Der Verbandsvorstand mußte mit dem Verbandsausschuß den verkehrten Beitragsbeschluß der Generalversammlung in Hannover forrigieren; der Monatsbeitrag murde auf 50 Pfennige erhöht. Sobald der Verband einigermaßen erstartt war, hatte er auch schon schwere Kämpfe zu führen, den cymerſten 1894 in Berlin durch Aussperrung wegen der Feier des 1. Mai Diese Bewegung währte a cht Monate unb verursachte 169 000 Mart Roften. Einen eigenen Angestellten fonnte der Berband erst 1897 bestellen. Rurt Winkelmann eine gute Waahl traf. Nachdem erst einmal mobei er in der Person des( im Oftober 1924 verstorbenen) Genoffen der Monatsbeitrag von 60 Pf. durch einen Wochenbeitrag von 25 Pf. abgelöst, Unterstützungseinrichtungen, vorab Arbeitslofen unterstügung eingeführt wurden und ein Raffierer angestellt worden war, ging es mit der Entwicklung des Verbandes rascher aufwärts. Im Jahre 1918 hatte der Berband 15 000 Mitglieder zu verzeichnen. In diesem Jahre mußte er den 74jährigen Redakteur der Böttcher- Zeitung, einen Borkämpfer Frig Hollmann, zu Grabe tragen. Der Böttcherverband hat bisher alle Berschmelzungsbe. strebungen zurüdgewiesen, da er eine vollständige Zerreißung der Berufsorganisation davon befürchtet Daß die Böttcher sich in ihrer Organisationstreue nicht so leicht übertreffen laffen, das zeigt die Zahlstelle Berlin des Verbandes, in der 11 Mitglieder, morunter der Vorfigende Klapfchus auf eine 40jährige Mitgliedschaft zurüdbliden, 19 Mitglieder auf Herren- u. Damen- Stoffe Größte Auswahl! 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Mai, vormittags 10 Uhr, im Rosenthaler Hof", eine Festversammlung ab. Es soll dort neben Der Ehrung der zahlreichen Berbandsjubilare ein Rudblid gehalten merden, die Entwicklung und die Kämpfe um unsere Lohn- und Arbeitsbedingungen den Kollegen vor Augen zu führen. Die Feitrede mird Genosse Gustav Lint, Arbeiterfekretär des Ortsausschusses Berlin des ADGB., halten. Umrahmt ist die Feier durch Gesangs. porträge unter bereitwilligster Mitwirkung des Berliner Schu bert Chors. Noch einmal: Bankangestellte wählt Marx! Der Geislersche Berufsverband ber Bant beamten, hat die Stirn, zum dritten Male die Bantangestellten zur Wahl Hindenburgs aufzufordern. Er behauptet in Berliner Lofal- Anzeiger", bei der Organisationsabstimmung im Bankgewerbe hätten über 20 000 Bantangestellte seiner Parole Folge geTeistet, während er selbst nur 7300 Mitglieder zu haben behauptet, movon mindestens 7000 gelogen find. Demgegenüber meist der Allgemeine Verband der Deutschen Bantangestellten darauf hin, daß der der chro nischen Lügenhaftigkeit bereits an Gerichtsstelle überführte Herr Geisler hier sein Meisterstüc leistet. Wie jederzeit einwandfrei aus den im Reichsarbeitsministerium befindlichen Atten nachzuweisen ift, wurde der Geislersche Berufsverband wegen seiner gelben Einstellung überhaupt nicht an der Abstimmung betei ligt. Es wurde feine einzige Stimme für ihn abgegeben. Die Behauptung, daß 20 000 Banfangestellte der Barole diefer gelben Organisation Folge geleistet hätten, ist also aufgelegter Schwindel. In sämtlichen deutschen Bantbetrieben gibt es fage und schreibe ein einziges Betriebsratsmitglied, das sich zu Herrn Geisler und seiner Richtung befennt. Deffen Stimme gönnen wir Herrn Hindenburg. Die überwältigende Mehrzahl der Banfangestellten wird am Wahltage gegen ihn für Wilhelm Mary, den Kandidaten des republitanischen Deutschland, eintreten. Die Lohnbewegung im Einzelhandel. Am Freitag abend nahmen die Handelshilfsarbeiter in einer fehr start besuchter Bersammlung zu dem Schiedsspruch Stellung. Bol meyer vom Deutschen Verkehrsbund berichtete über die Berhandlung nor dem Schlichtungsausschuß und das eigenartige Berhalten der Arbeitgebervertreter. Wenn schon die Einzelhandelsgemeinschaft thre Bertretung in die Hände der Herren der Firma A. Wert. herm gelegt hat, so dürfen sie doch nicht verkennen, daß die Bemegung im Einzelhandel nicht nur von der Firma Wertheim aus zu beurteilen ist. Die sofortige Ablehnung des Schiedsspruches durch die Arbeitnehmervertreter wurde von den Bersammelten ein. ftimmig gutgeheißen. Von allen Diskussionsrednern wurde der Schiedssprud) als eine erausforderung angesehen, nicht nur in der Lohnhöhe, sondern auch in der Tarifbauer. Die nächsten Wochen sollen dazu benutzt werden, in allen Betrieben Bersamm lungen abzuhalten; die Organisationsleitung ist beauftragt, die Be wegung der faufmännischen Angestellten zu beobachten und dann erneut eine Mitgliederversammlung einzuberufen. Neue Verdienstgrenze der Angestelltenversicherung. Berlin, 25. April( WTB.) Durch Berordnung vom 23. April 1925 hat der Reihsarbeitsminister die Jahresarbeitsverdienstgrenze 10min der Angestelltenversicherung auf 6000 Reichsmart jährlich fest. gesezt. Die Verordnung tritt mit dem 1. Mai 1925 in Kraft. Mai- Veranstaltungen der Gewerkschaften am Freitag, den 1. Mai, vormittags 10 Uhr. Baugewerksbund: Saalbau Friedrichshain. Bekleidungs- und Textilindustrie: Viktoriagarten, Treptow, Am Treptower Part 25/26. mürbe bie Bezirke Baugen, Chemnih. Dresden und 3midan be treffen. Die gestern im Arbeitsministerium zwischen den beteiligten Berbänden geführten Berhandlungen sind ergebnislos verlaufen. Sie werden heute mittag fortgesetzt. Paritätische Untersuchung des englischen Schiffsbaues. London, 25. April.( BTB.) Die Bertreter der Bollzugsaus schüsse der Gewerkschaften der erftarbeiter, die heute hier zusammentraten, beschlossen, den Vorschlag der Arbeitgeber anzu. nehmen, monach ein gemeinsamer Ausschuß die wirtschaftliche Lage der Schiffsbauindustrie mit besonderer Berücksichtigung der aus. märtigen Konkurrenz und der Tatsache, daß britische Bestellungen nach dem Ausland vergeben worden sind, untersuchen soll. Der Ausschuß des Reeperverbandes hielt gleichfalls eine Sigung ab. Wahr scheinlich wird die erste Sigung des gemeinsamen Ausschusses der Arbeitgeber und Arbeitnehmer nächsten Freitag stattfinder. Mussolini und das Streifrecht. Graphische Industrie: Neue Welt, Eingang Wirtschaftshof. Gemeinde- und Staatsbetriebe: Bodbrquerei, Fidicinstr. 3/4. Lebensmittel- und Genußmittelindustrie: Sophiensäle, Sophienstr. 18. Berkehrsbund: Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25. Eisenbahnerverband: Haberlands Festsäle, Neue Friedrichstr. 36. Metallindustrie: Walhalla- Theater, Weinbergsweg. Heizer und Maschinisten: Boeker, Weberstr. 17. Holzarbeiter: Neue Welt, Hasenheide. Musiker: Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21. Fabritarbeiterverband: Dresdener Kasino, Dresdener Str. 96. Maler: Gemertschaftshaus, Engelufer 24/25. 3immerer: Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11/12. Tabafindustrie: Schweizer- Garten, Am Friedrichshain. Böttcher: Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/13. Sattler: Deutscher Hof, Ludauer Straße. Filmgewerkschaft: Alter Askanier, Anhaltstr. 12 Dachdecker: Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42. ftimmung der Gewrefschaften und der Parteileitung hin geschritten Landwirtschaft und Gärtnerei: Döring, Naunynstr. 27. Glasarbeiter: Luisenstädtisches Klubhaus, Annenstr. 16. Steinarbeiter: Mufiterfäle, Raiser Wilhelm- Straße. Porzellanarbeiter: Charlottenburg, Wegelinstraße am Bahnhof Tiergarten. Versammlung aller Af- Gewerkschaften: Berliner Lehrervereinshaus, Alexanderplat, großer Saal Rezitation: Gertrud Ensoldt. Referent: Dr. Rudolf Breitscheid, M. d. R. Verwaltungsbezirk Charlottenburg: Hohenzollernfäle, Berliner Ede Bilmersdorfer Straße. Berwaltungsbezirk Tempelhof: im Birkenwäldchen, Tempelhof, Manteuffelftraße. Verwaltungsbezirt Wilmersdorf: Bittoriagarten, Bilmersdorf, Wilhelmsaue. Berwaltungsbezirt Zehlendorf: Zehlendorf, Lindenpart, Berliner Straße 8. Berwaltungsbezirk Schöneberg: Schloßbrauerei, Hauptstr. 122. Die Gewerkschaftsmitglieder, die in diesen Bezirken wohnen, nehmen an den Bezirks Maifeiern teil Mitgliedsbuch legitimiert. Tagesordnung in allen Bersammlungen: „ Der 1. Mai und die Gewerkschaften". Referenten: Dr. Rudolf Breitscheid, m. d, R., Artur Crispien, M. d. R., Gustav Sabath, M. b. 2., Dr. Löwen. stein, Landgerichtsrat Rubens, Harnisch, Landtagsabgeord neter Rote, Adolf Hoffmann, Schlimme, Blume, wie. oh, ilms, Lint, Schiemann, 3ippel, Heßler, Stempel, Hildesheim, Dittmer, Sehner. Arbeiter! Angestellte! Sorgt für Massenbesuch dieser Ber. fammlungen! Macht sie zu wichtigen Kundgebungen gegen die Reaktion! Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund, Drtsausschuß Berlin. 2lgemeiner freier Angestelltenbund, Ortstartell Berlin. Schiedsspruch für die Hamburger Hafenarbeiter. Bertretern des Belehrsbundes, der Maschinisten und Heizer einer. Hamburg, 25. April.( WTB) Die Tarifverhandlungen zwischen seits und des Vertreters des Hafenbetriebsvereins andererseits vor dem Schlichter haben heute zu feiner Einigung geführt. Schließlich murde folgender Spruch gefällt: Den Hafenarbeitern, die bisher einen Tagelohn von 6,30 m. hatten und eine Forderung von 7,60 M. Schiedsspruch für das Handelsgewerbe in Bochum. Bochum, 25. April( TU) Unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Lage der Kaufmannschaft fällte der Bochumer Schiedsgestellt hatten, sind 40 Pf. mehr bewilligt und auf die Dauer von ausschuß nach mehrstündigen Berhandlungen in später Abendstunde einen Schiedsspruch, der die bisherigen Behälter der faufmännischen Angestellten vom 1. Mai ab um 10 Proz. erhöht. Die Erklärungsfrist zum Schiedsspruch läuft bis zum 1. Mai. Togal gegen Schmerzen der Nerven, Rheuma, Gicht, Jschias, Herenschuß, Kopfschmerzen. Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Klinisch erprobt! Hervorragend bewährt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 12,6% Lith, 0,46% Chinin, 74,3%, Acid acet. salic, ad 100 Amylum. vier Monaten festgelegt worden. Die Erflärungsfrist endet für Die Schauerleute beide Parteien am Mittwoch, den 29. April werden am Dienstag cine Urabstimmung vornehmen, um über die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs zu entscheiden. Der Aussperrungskoller. Dresden, 25. April.( WTB.) Wie die Bereinigung des Berbandes sächsischer Metallindustrieller mitteilt, waren die Mitglieder des Deutschen Holzarbeiterverbandes bei verschiedenen Verbandsfirmen wegen Lohn- und Arbeitszeitfragen zu Kampfmaßnahmen übergegangen und hatten an mehreren Stellen die Arbeit niedergelegt. Die Bereinigung des Verbandes der Metallindustriellen hat daher dem Deutschen Holzarbeiterverband eine endgültige Frift bis zum 28. April mittags ur bedingungslosen wieder. aufnahme der Arbeit gestellt, widrigenfalls am 30. April die Döllige Stillegung fämtlicher Betriebe der fachi schen Metallindustrie erfolgen werde. Diese Aussperrung Mussolini hat im Großen Faschistenrat über die Gewertschaftsfrage eine Tagesordnung eingebracht, in der die Bedeutung des legten Metallarbeiterstreits betont, und das Streifrecht allen Gemertschaftsangehörigen mit Ausnahme der staatlichen Angestellten zuerkannt wird. Zu einem Streif dürfe jedoch erst auf die Zuwerden. Achtung, Bauarbeiter! Die Verhandlungen mit dem Verband der am Donnerstag, den 30. April, zu vollziehen, sind ergebnis Baugeschäfte, mit Rücksicht auf den 1. Mai die Lohnzahlung bereits Ios perlaufen. Wir fordern unsere Kollegen auf, insbesondere die Baudelegierten, mit ihren Firmen sofort in Berbindung zu treten, um durchzusehen, daß die Lohnzahlung nicht am Freitag, den 1. Mai, sondern am Donnerstag, den 30. April, erfolgt. Der Borstand. Achtung, Bauarbeiter! Auf der Baustelle der Firma Bosman u. Anauer, Lantwig, Kaiser- Wilhelm- Ede Bittoriastraße, dess gleichen bei der Firma Bischoff, Baustelle Lichtenberg, Knorrbremse, bestehen zwischen den dort in Afford beschäftigten Maurern Differenzen. Im lezteren Falle handelt es sich um Berblend. arbeiten. Wir ersuchen unsere Kollegen, auf den beiden genannten Baustellen Arbeit nicht anzunehmen. Deutscher Baugemertsbund, Baugewertschaft Berlin. Berband der Attordmaurer Groß- Berlins. Zentralverband der Schuhmacher. Montag Gruppenversammlung der Hausschuhindustrie, Stepperei, Wenderei, 3widerei, abends 6 Uhr im Saal des Gemertschaftshauses, Engelufer 24; Branchenversammlung der Stanzer und Louisbinder nachm. 5% Uhr im Saal 3 des Gemertschaftshauses. Tagesordnung in allen Versammlungen: Die Durchführung des Schiedsspruches für die Schuhindustrie. bei Braffer, Michaelfirchstraße, wichtige Bersammlung aller SPS.- Genossen. Achtung, SPD.- Ban- und Geldschrankschloffer! Dienstag, abends 7 Uht, Jeder muß erscheinen. Barteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Fabritarbeiter! Montag, abends 6 Uhr, in Gaal 1 des Ge wertschaftshauses, Engelufer 24/25, AIIgemeine Funktionär Ionferena für fämtliche Funktionäre des Verbandes. Mitgliedsbuch und Funktionärausweis find vorzuzeigen. Die Ortsverwaltung. Achtung, Chemische Arbeiter. Dienstag, vormittags 11 Uhr, im Ge mertschaftshaus, Engelufer 24/25, Bersammlung sämtlicher streitender Ar beiter ber chemischen Industrie. Die Ortsverwaltung bes Berbandes der Fabrikarbeitet. Achtung, Rimmerer! Dienstag, abends 7 Uhr, im Rosenthalerhof. Rosenthaler Str. 11/12, Bertrauensmännerversammlung fire das Soch.. Beton- und Tiefbaugewerbe. Berbanbstameraden! Aeußerst wichtige Fragen find zu besprechen; forgt daher dafür, daß alle Arbeitsstellen restlos per. treten find. Berbands Deutscher Berkehrsbuub, Bezirksverwaltung Groß- Berlin. funtfionäre, Betriebsvertrauensleute, Branchenleitungsmitglieber, Betriebsrat mitglicher und sonstige Funktionäre des Berkehrbundes! Allgemeine haus, großer Gaal, Engelufer 24/25. Tagesordnung: 1.Mitteilungen. 2. MaiFunktionärversammlung am Dienstag, abends 7 Uhr in Gemertschafts. feier. 3. Wichtige Berbandsangelegenheiten. Als Ausweis gilt das Ber bandsbuch mit Funktionärtarte bzw. Betriebsratmitgliedstarte; ohne diefe zugelassen werden. Bünktliches Erscheinen erwartet fein Rutritt. Wer mit seinen Beiträgen im Rückstand ist, kann nicht Die Bezirksleitung. 3. 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Sm übrigen wird auf das ben Herren Arbeitgebern zugehende Rundschreiben ausbrüdlid) hingewiejen. Der Vorstand: Serm. Krüger, Borf., R. Freund, Schriftf. JOSEF ROTH APRIL DIE GESCHICHTE EINER LIEBE Ganzleinen 1.70 Mk. Zu beziehen durch: J.H.W.Dietz Nachf. G.m.b.H. Berlin SW. 68, Lindenstr. 2, Abt. Sortiment. Am 22 April verschied nach schwerem Beiden mein innigftgeltebter Mann, unser treusorgender Bater, Schwieger, Groß- und Urgroßpater der Formermeister Wilhelm Oswald 880b im 66 Lebensjahre. Dies eigen tiefbetrübt an die tranernbe Bitme Anna Oswald, geb. Ulbricht nebst Kindera. Cinäscherung Montag. 27. April, nachm 3 Uhr. Krematorium Gerichtstr. Berliner Topferhütte G. m. b. H. angeschlossen dem Verband sozialer Baubetriebe Berlin SO. 26, Waldemarstraße 14 Fernsprecher: Amt Moritzplatz 9314 Ausführung sämtlicher Töpferarbeiten. Neue Oefen u. Reparaturen in guter und preiswerter Ausführung. Kostenlose heiztechnische Beratung. 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Sr. 19642. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Polen und der deutsche Fleischbedarf. Zu den deutsch- polnischen Wirtschaftsverhandlungen. werden. ganzen Apparat in ordentlicher Weise auf die Zufuhr von Schlacht tieren ein, dann geht es vortrefflich, und die deutsche Bevölkerung dringend benötigt. Nach der Schlachtung hätten die Beamten der tönnte die Mengen Fleischnahrung gut und billig haben, die sie Fleisch beschau zu walten. Durch fie ist jede gesundheitliche Gefahr ausgeschlossen. Der Fleischbeschau entgeht nicht der geringste Makel. Würde in dieser einfachen, eigentlichen selbstverständlichen Weise das Schlachtvieh auf die genanten Schlachthöfe gebracht, dann fönnten die wertvollen, besonders zum Wurstverbrauch geeigneten Innereien der Tiere, die bis jcht jenseits der Grenze Verwendung finden, ebenfalls der Volfsernährung in Deutschland zugeführt Die mangelnde Versorgung des Berliner Marktes. Wie notwendig Vereinbarungen zwischen Deutschland und Boüber die Einführung von Schlachttieren sind, lehren die Verhältnisse am Berliner Markt. Hier wurden im ersten Viertel jahr 1925 121 500 Schweine weniger angeliefert als im ersten Bierteljahr 1914. Das ist ein Weniger von 34 Proz. Nur 67 800 gefchlachtete polnische Schweineförper find als Erfaz dafür dem Berliner Markt zugegangen. Die Fehlmenge ist fühlbar groß, darum tann die Nachfrage nur ungenügend befriedigt wer den. Unbefriedigte Nachfrage aber erhöht die Breife. Aus Fleischertreifen wird uns geschrieben: Im ,, Borwärts" 186 vom 21. April wurden in einem Artikel die Viehbestände und Fleischversorgung in Deutschland betrachtet. Die Schlußfolgerungen, Deutschland möge bei den Wirtschafts verhandlungen mit Polen Vereinbarungen schließen, die durch Einfuhr polnischer Schlachttiere und geschlachteter Tierkörper die Fleischnahrung für die deutsche Bevölkerung sicher stellen, sind aufs nachdrücklichste zu unterstützen. Man muß sich einmal die Auftriebe polnischer Schlachttiere in der Umgegend und im Schlachthof zu Danzig ansehen, um die Verrücktheit und den wirtschaftlichen Widersinn sofort zu erkennen, daß diese Tiere nicht nach Deutschland befördert werden dürfen. Hinderungs. grund ist das Reichsgesetz über Schlachtvieh und Fleischbeschau, das nur zum Schutze der agrarischen Biehlen züchter seinerzeit gemacht wurde und längst von der Entwicklung überholt worden ist. Nach diesem Gesetz darf frisches Fleisch nur in ganzen Tierkörpern, bei Rindvich und Schweinen in Hälften zerlegt, eingeführt werden. Mit den Tierförpern müssen Brujt und Bauchfell, Lunge, Herz, Nieren, bei Kühen auch das Euter, in natürlichem Zusammenhang verbunden sein". Oft genug ist aus Fachkreisen auf die Schädlichkeit gerade dieser Bestimmung hingewiesen worden. Nur zu leicht bleiben an diesen empfindlichen Organen, die nicht von Tierförpern getrennt werden dürfen, fleine Blutreste haften, die der Herd sind, von wo aus die Verwesung ihren Weg nimmt. Warum nicht Einfuhr lebenden Viehs? Biel richtiger wäre es, unter Beachtung der nötigen Schutz maßnahmen lebendes Vieh auf die deutschen Schlachthöfe zu bringen. Die Möglichkeiten hierfür sind durchaus gegeben. Eine gründliche Untersuchung der Schlachttiere müßte vor ihrer Einführung nach Deutschland durch deutsche verantwortliche Veterinäre vorausgehen. Dann müßte die Zufuhr auf die deutschen Schlachthöfe Frankfurt a. D. und Berlin, für das nordöstliche Gebiet auf den Schlachthof Stettin, zwar sorgfältig, aber schnell und ohne große Unterbrechungen erfolgen. In den genannten Städten bestehen moderne Schlachthöfe, die weit über den jetzigen Grad hinaus sehr hohen Anforderungen genügen. In wenigen Stunden nach der Grenzüberschreitung könnten die Tiere bereits geschlachtet werden, vorausgesetzt allerdings, daß bei den Zollbehörden und Eisenbahnen stets der gute Wille vorhanden ist, die Transporte zu beschleunigen. Wenn freilich den agrarischen Wenn freilich den agrarischen Biehzüchtern zuliebe an allen Eden und Enden Sabotage ge= trieben wird, bei der Zollabfertigung, bei der Stellung von Transportmitteln ufm., dann natürlich flappt es nicht; die Tiere gingen zugrunde ehe sie an Ort und Stelle anfämen. Stellt man aber den Außenhandel und Zollpolitik. Gegen Einschränkungen der Wareneinfuhr aus dem Ausland und zugleich gegen die irreführende Propaganda mit der Passivität der deutschen Handelsbilanz wendet sich eine Kundgebung des Wirtschaftspolitischen Ausschusses des Zentralverbandes des Deutschen Großhandels. Er ist zu der Ansicht gekommen, daß die Gesamtlage des deutschen Außenhandels zwar keineswegs befriedigend ist, ist jedoch der lleberzeugung, daß aus der starken teigerung des Ueberschusses der Einfuhr über die Ausfuhr in den letzten Monaten an sich keinerlei Schlüsse gezogen werden können. Die gewährten Auslandskredite mußten vielfach in der Gestalt von Warenkrediten realisiert werden und dienen auch in der Form der Wareneinfuhr zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Als einige der besonderen Ursachen für die vermehrte Einfuhr in den letzten Monaten ist die Weltkonjunktur für einzelne Warengruppen anzusehen( z. B. Baumwolle, Wolle, Getreide), die der steigenden Tendenz wegen zu Vorfäufen anreizen mußten. Auch die schmebenden Zolltarifverhandlungen mußten wegen der von der deutschen Industrie gestellten hohen schutzzöllnerischen Forderungen zu stärke ren Borratskäufen führen. In Berücksichtigung schon dieser Mo mente fann nicht dringend genug davor gewarnt werden, durch falsche Maßnahmen in das Einfuhrgeschäft einzugreifen. Nicht die Verminderung der Einfuhr, sondern vielmehr die Förderung der Ausfuhr sollte die Aufgabe aller für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft verantwortlichen Sellen bilden. Die Steigerung der deutschen Ausfuhr fann nur erreicht werden durch Anpassung an die Weltmarktpreise in allen Ausfuhrwaren. Die Senkung der Selbstfosten der deutfchen Produktion, die Verminderung der steuerlichen Lasten namentlich der Umfassteuer, die Herabsetzung der Frachtsätze sowie die Verbilligung der Kredite sind einige der wichtigsten Vorbedingungen hierfür. Die Rundgebung ist eine flare Absage an die Schutz. zollpläne der Reichsregierung, mit denen die ausgesprochene Absicht einer Einschränkung der Wareneinfuhr ver. fnüpft iſt. Die Oelfusion im Stinnes- Konzern. Und trotzdem noch Viehausfuhr! Dazu kommt die Ausfuhr deutscher Schlachttiere. Im Som mer 1924 setzte in der Landwirtschaft eine Bewegung ein zur Ausfuhrfreigabe von Schlachtvieh. Die Landwirtschaftskammer in Kiel setzte sich an die Spitze dieser Bewegung. Sie verlangte die Ausfuhrfreigabe für holſteinische Stücke. Begründend wurde gesagt, es sei ein Üeberangebot auf den deutschen Viehmärkten vor handen, während die Märkte in der Schweiz und Tschechoslowakei besonders aufnahmefähig seien. Diese Forderung wurde solange wiederholt, bis das Landwirtschaftsministerium die Zustimmung für die Ausfuhr lebender Tiere gab. Der Plan, nach welchem sich diese Ausfuhr vollzog, war folgender: für die beiden letzten Juliwochen 1924. für jede Woche im August für jede Woche im September für jede Woche im Oktober. für jede Woche im November 400 Rinder je je 600 je 800 ie 1200 je 250 zusammen etwa 13 400 Stüd Wenn in dieser Weise das Landwirtschaftsministerium den Wünschen der agrarischen Biehzüchter auf fünstliche Verminderung des Angebots stattgibt, muß gerechterweise auf der anderen Seite für einen Ausgleich durch ViehEinfuhr Sorge getragen werden. Darum ist die Forderung nach einer deutsch- polnischen Vereinbarung über diese Frage sehr berechtigt. nicht zuletzt durch die erfolgreiche Opposition des Justizrats Gottschalt, der im Auftrag eines Kicinattionärs den Interessengemeinschaftsvertrag wegen Berstoßes gegen Treu und Glauben anfocht, weil die Stinnes Riebed Montan als Bächter und die gepachteten Werke als Berpächter in einer Person Pächter und Berpächter feien, die Kleinaktionäre dem Stinnes- Konzern also rettungslos aus with bet itin wirklich brenzlichen Rechtsstreit wich der Stinnes- Konzern dadurch aus, daß er den Aktienbesitz des Schuhfabrikanten Dorndorf, der der Auftraggeber des Justizrats Gottschalt war, einfach austaufte. Die verstärkte Konkurrenz in der Delproduktion, die hohen Zinsfäße in Deutschland, das Aufhören des zollfreien Delbezugs der Freiburger Filiale der Oleawerke aus den französischen Bechelbronner Werken am 10. Januar 1925 zwangen schließlich dazu, die Bedenken wegen der hohen Fusionssteuern zu überwinden, und zur. völligen Verschmelzung der Api und der Oleawerfe unter der Gesamtleitung durch die Stinnes Riebeck Montan zu schreiten. Dadurch sollen die Delinteressen des Stinnes- Konzerns organisch zusammengefaßt, auf den höchsten Grad der Wirksamkeit gebracht, die Leitung und Verwaltung vereinheitlicht und verbilligt und vor allem, was heute sehr ins Gewicht fällt, durch innere Abrechnung und Ausgleichung des Finanzbedarfs der Werke eine größere Unabhängigkeit von den teuren Zinssätzen des Geldmarkts erreicht werden. Zu diesem Zwecke geht die Api in den Oleawerfen auf. Die Oleawerke erhöhen ihr Kapital um 7,1 Millionen auf rund 11 Millionen. Die neuen Aktien werden zum Teil vom Stinnes- Konzern und zum Rest von einem Bantenkonsortium übernommen, das von der Darmstädter und Nationalbank geführt wird. Der Stinnes- ondern hofft durch diese Verschmelzung seine Delintereffen ausreichend gegen jede Konkurrenz gefestigt zu haben, was man ihm wohl glauben darf. Sonntag, 26. April 1925 Zunahme der Arbeitsuchenden. In der günstigen Arbeitsmarktlage Berlins ift gegenüber der Borwoche insofern eine Aenderung eingetreten, als die Zahl der Arbeitsuchenden eine Zunahme von etwa 1600 erfahren hat. In der Hauptsache sind hieran Facharbeiter mit eima 1400 Personen beteiligt. Dieser Umstand dürfte mit auf die bereits seit einiger Zeit anhaltenden Differenzen in den verschiedenen Be rufen insbesondere mit auf die Metallindustrie zurückzuführen sein. Auch die Nachwirkungen der Feiertage in bezug auf die Entlassungen sind noch nicht als gänzlich überwunden zu betrachten. Bemerkens. lo fenunterstüßungsempfänger eine wesentliche Ab. wert ist jedoch, daß im Gegensaz hierzu die Zahl der Erwerbs. nahme erfahren hat. Es waren 43 788 Personen bei den Arbeitsnachweisen einge tragen, gegen 42 189 der Vorwoche. Darunter befanden sich 32 622 ( 31 783) mänliche und 11 166( 10 406) weibliche Perforen. Unterftügung bezogen 16 455( 17 296) männliche und 3529( 3591) meibliche, insgesamt 19 984( 20 887) Bersonen. Die Zahl der zu gemein nüßigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 143 gegen 118 der Borwoche. Für die Landwirtschaft ist noch ein größerer Kräftebedarf vorhanden. Insbesondere erstreckte sich berselbe auf kleinere Schnitterkolonnen, Mädchen und Jugendliche. Die Gärtnerei ist weiterhin gut beschäftigt. Der günstige Beschäftigungsgrab in der Metallindustrie blieb im allgemeinen weiter bestehen. Die Vermittelungs. tätigkeit selbst erfuhr gegenüber dem früheren Zeitraum einen Rüdgang. Im Spinnstoffgewerbe lagen günstige Ver mittelungsergebnisse für Färbereiarbeiter und geübte Stopferinnen für echte Teppiche vor. Der Bedarf an Maschinenstriderinnen ist erheblich zurückgegangen. Die guten Beschäftigungsmöglichkeiten in der Zellstoff- und Papierherstellung und-Berar. beitung find am allgemeinen vorherrschend geblieben. In der forderung von Arbeitskräften zu verzeichnen. Galanterie und Lurusbranche ist jedoch ein Rückgang in der An In der Lederindustrie und Industrie lederarti. ger Stoffe war nur lebhafte Nachfrage nach Wagenſattlern zu verzeichnen. Der noch bestehende Streit der Tapezierer wirfte sich ungünstig auf die Vermittelungstätigkeit in den in Frage kommenden Berufen aus. gewerbe die Beschäftigungsmöglichkeiten für die Möbel und Berhältnismäßig gut Lagen im Holz und SchnizstoffMusikinstrumentenindustrie. Bautischler wurden in geringer Anzahl angefordert. Als ungünstig ist die Lage in der Stockbranche zu verzeichnen. Im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe mar gute Aufnahmefähigkeit an weiblichen Kräften für die Zigaretten. industrie vorhanden, dagegen lagen geringere Anforderungen für die Zigarrenindustrie vor. Es fehlt noch immer an Rollerinnen In der Süßwarenindustrie ist die Konjunktur beendet. Entlassungen nehmen hier ihren Fortgang. Für Bäder hat die Arbeitsmarkt. Konfektion ist eine Stockung eingetreten infolge der zahlreichen Inlage eine Aufwärtsbewegung erfahren. In der Geschäftslage der folvenzen. Im allgemeinen werden jedoch die Beschäftigungsmög lichkeiten des Bekleidungsgewerbes noch als günstig be zeichnet. Gegen die Stillegung der„ Dema". fettfabriken in Spandau- Haselhorst, faßte gegen die geplante Still Die Belegschaft der„ Dema", Deutsche Margarine und Speise. legung des Werkes, über deren Gründe und Vorwände wir ausführ ich berichtet haben, folgende Entschließung: Margarine, und Speisefettfabriken 2.-G. pro Die Arbeiter und Angestellten der Deutschen testteren mit aller Entschiedenheit gegen die beabsichtigte, vom Aufsichtsrat beſchloſſene Stillegung des Berkes Hasel. horst. Sie erbitden in dieser Maßnahme eine Schwachung der gesamten deutschen Margarine industrie, die durch die Schließung des Werkes Haselhorst noch mehr als bisher der Wi für der holländischen Konzerne ausgeliefert wird.. Sie halten deshalb die Fortführung des Betriebes vom national. wirtschaftlichen Standpunkt für unbedingt erforderlich. aus " Ferner muß mit allen Mitteln darauf hingewirft werden, daß sozialpolitischen Gründen das Nahrungsmittel„ Mar. garine" der werftätigen Bevölkerung, die den weitaus großzien Brozentjak der margarineverbrauchenden Schicht ausmacht, nicht unnötig verteuert wird. Diese Gefahr liegt unmittelbar vor, wenn ein io wichtiger Faktor aus der Reihe der Margarine produzierenden deutschen Fabrifen ausscheidet. Die Belegschaft fordert aus diesem Grunde von der Regierung eine Revision der beschlossenen Maßnahmen. Die finanziellen Zuschüsse, die während der Zeit des Aufbaues der Ber laufsorganisation unvermeidlich sind, werden jedoch durch sysiematische Weiterführung unserer Organisationspläne immer mehr eingeschränkt werden. Endlich ist es eine zwingende Notwendigkeit, die in dem Wert Haselhorst investierten Kapitalien, Grund und Gebäude dem Reich in vollem Umfange zu erhalten. Das rein deutsche Margarinefabritationsunternehmen, welches mit preisbildend wirkt, muß der Allgemeinheit erhalten bleiben, und fordert deshalb die Belegschaft von der Reichsregierung sowie von den Parteien die Bewilligung der notwendigen Kredite. Das Oberschlesische Steinkohlensyndikat teilt zu den Bressemel dungen über die Unstimmigkeiten im Oberschlesischen Stein gottschen Werken hat seine Aemter nicht nur auf der deutschen, fohlensyndikat mit: Generaldirektor Werner von den Gräflich Schaff. sondern auch auf der polnischen Seite niedergelegt. Bon Generaldirektor Pieler von der Gräflich Ballestremschen Güterdiret. tion und Geheimrat Williger von der Kattomizer Aktiengesellschaft für Bergbau und Eisenhüttenbetrieb liegen Erklärungen über die Niederlegung des Amtes eines Aufsichtsratsmitgliedes wie auch über Zucker Würfel. 35,50-39,75 ein Ausscheiden aus dem Borstand des Berg- und Hüttenmännischen Kunsthonig 33,00 34,00 Vereins bisher nicht vor. Zuckersirup hell i. Eim. 31,00-36,75 Speisesirup dunk. i.Eim 25,00- 27,50 Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels per Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose. 19,50-24,00 Kakao, fettarm.... 50,00-90,00 Gerstengrütze, lose. 20,00-20,50 Kakao, leicht. entölt.. 95.00-120,00 Haferflocken, lose... 20,00-21,00 Hafergrütze, lose.. 22,00-22,50 Roggenmehl 0/1.... 17,50-18,75 Weizengrieẞ...... 21,75-23,75 Hartgrieß. 24,50 26,50 19,00-20,25 21,25-27,50 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, erl 16,50- 19,50 18,00-20,00 Langbohnen.handverl. 27,00-28,00 Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große. Kartoffelmehl 20,00-24,50 29,50-42,00 43,00-48,00 20,50-23,75 Makkaroni, Hartgrieß. 45,50- 57,00 Mehlnudeln.. 26,50-30,00 Die letzten großen Finanzspetulationen des alten Hugo Stinnes während der inflationistischen Hochflut im Sommer 1923 zum Ausbau der Delinteressen des Stinnes Konzerns find jetzt von den Söhnen Stinnes' durch die völlige Verschmelzung der Aktiengesellschaft für Petroleumindustrie Berlin( Api) und der Oleawerke A.-G. Frankfurt a. M. konsolidiert worden. Hugo Stinnes der Weltere hatte im Jahre 1923 die großen mitteldeutschen Braunkohlenunternehmungen der A. Riebed Mon tanwerte A.-G.( etwa 20 Proz. Beteiligung im Mitteldeutschen Brauntohlensyndikat) erworben, die seit Juni 1923 den Namen Hugo Stinnes Riebed Montan. und Delwerte 2.-G. trägt. Zur Abrundung der Delintereffen seines Konzerns hatte er gleichzeitig die annähernde Majorität der Api erwor ben, die über ausgedehnte Deldeftillations, Rettifikations- und Raffinationsbetriebe verfügte. Mit der A. Riebeck Montanwerte A.-G. hatte er außerdem die Majorität der 1920 gegründeten Oleawerke 2.-G. erlangt, die schon bei Riebed war und neben modernsten Raffinerien für Aufarbeitung der Rohöle in Frankfurt a. M. und Freiburg i. Breisgau wertvolle Dellieferungsverträge in ben Stinnes- Konzern mitbrachte. Da Hugo Stinnes damals wegen ber unübersichtlichen Währungsverhältnisse und der hohen Fusionssteuern die Fusion zunächst nicht wagte, wurde zwischen der Api, den Oleawerken und der Stinnes Riebed Montan zunächst nur ein Interessengemeinschaftsvertrag geschlossen, und zwar in der Form der Bachtung der beiden Raffinationsgesellschaften durch die Stinnes Riebeck Montan. Dieses Experiment mißlang, Röstgetreide lose... 19,50-22,00 Eiernudeln....... 44,25-71,00 Bruchreis ... 14,75-16,00 Rangoon Reis 17,75-19,00 Tafelreis, glasi. Patna. 24,25-28,00 Tafelreis, Java 32,00- 40,00 Ringäpfel, amerik. 74.00-96,00 Getr. Pilaumen 90/100 Pflaumen, entsteint 77,00-78,00 Cal. Pflaumen 40/50 56,00-58,00 Rosineni Kist., Candia, 65,00 25,00 Sultaninen Caraburnu. 76,00-96,00 Korinthen, choice. 52,00-68,00 Mandeln, süße Bari .186,00-200,00 Mandeln, bittere Bari 181,00-198,00 Zimt( Cassia). 100,00-105,00 Kümmel, holländischer 44,00-47,00 Schwrz Pfeffer Singap. 95,00-100,00 Weißer Pfeffer. Rohkaffee Brasil. 145,00-160,00 210,00-236,00 Rohkaffee Zentralam 230,00-310,00 Röstkaffee Brasil.... 250,00-300,00 Röstkaffe Zentralam. 315,00-400,00 Tee, Souchon, gepackt 380,00-405,00 Tee, indischer, gepackt 413,00-475,00 Inlandszucker Raffina. 33,50-35,73 Inlandszucker bas mel. 32,00- 34,25 Marmelade Einir. Erdb. Sledesalz in Säcken. Bratenschmalz Tiers. Bratenschmalz i Kübl. Purelard in Tierces Purelard in Kisten Speisetalg in Packung 3,70-4,20 85.00- 86,75 Vereinigte Glanzfloffabriken Elberfeld. Das Unternehmen ist 84,00 94,00 bedroht, wenn nicht ein weiterer Abbau der steuerlichen UeberMarmelade Vierfrucht 36,00-40,00 Pflaumenmus i. Eimern 36,00- 52,00 lastung der deutschen Produktion eintritt, um die Lebens- und Wett Steinsalz, in Säcken.. 3,10 3,60 bewerbsfähigkeit zu erhalten". Wie eine unter den deut. 4.40- 5,00chen Unternehmern verabredete 2itanei fehrt dieser 5,20 3,80 Gap auch im Geschäftsbericht der Vereinigten Glanzstoffabriken 86,00 87,00 Elberfeld wieder, die von 1912 bis 1914 40 34 27 Pro3, 88,50 87,50 während des Krieges 30, 16, 20 und 20 Proz. Dividende ver 85,00-87,50 teilt haben und ihr Attienfapital, obwohl sie feine Obli. 65,00-66,00 gationsgewinne haben und mit ihren allerdings beträchtlichen Kriegs. Speisetalg in Kübeln Margarine, Handelsm. I 66,00 gewinnen austommen mußten, gegen die Vorfriegszeit vervierfachen desgl. II 60,00-63,00 fonnten. Fast als ob es für den Vorstand beschämend wäre, den Aktionären nicht wieder die 30 bis 40 Proz. Borkriegsdividende befcheren zu tönnen, jo flagt der Geschäftsbericht über die zunehmende Gefahr der ausländischen Konkurrenz, die dem Kunstseidegeschäft der Unternehmung die Chancen verderbe. Die Bereinigten Glanzstoffwerte Elberfeld verteilen auf ihre 30 Millionen 3 Millionen Rein gewinn, das find 10 Pro3. Sie haben feinen Grund zuflagen, im Gegenteil. 1913 betrug das Aktienkapital 7% Mil tonen. 1916 tamen 7%, 1919 weitere 25 millionen hinzu; 1924 war es auf 100 Millionen Papiermart angewachsen. Da die Er. 90,00-93,00 höhungen von 1921 um 70 Millionen nur zu 25 Broz. von den 65,00-68,00 Attionären getragen wurden, betrug der gesamte Golbein 20,00-22,50 3 ahlungswert der Aktionäre einschließlich des Vorkriegs. Ausl.gez.Condensmilch 24,00 25,00 fapitals annähernd 20 Millionen Mart. Die 10 Proz. Dividende, Margarine, Spezialm. I 80,00-84,00 desgl. II.. 69,00-71,00 Molkereibutterli. Fäss. 175,00-181,00 Molkereibutter, i. Pck 185,00-190,00 Molkereibutter Ila i. Fs. 165,00-173,00 Molkereibutter, i.Pck. 170,00-180.00 Auslandbutter in Fässr 187,00-191,00 Corned beef12/ 6 lbs p. K. 38,00-42,00 Ausl.Speck, geräuchert 95,00-101,00 Quadratkäse. 25,00-32,00 Tilsiter Käse, vollfett. 11,00-128,00 Echter Emmenthaler 165,00-175,00 Echter Edamer 40% 20%. Aust. ungezucker. Condensmilch 48/16 die auf die nominell 30 Millionen Attienkapital ausgezahlt werden, bedeuten für die Goldeinzahlung der Aktionäre also die Hälfte mehr, also 15 Broz. Dann aber scheinen die Bereinigten Glanzstoffabriten ihre Dividende mit Absicht tief zu halten, in der nicht ausgesprochenen, aber scheinbar allgemein in der deutschen Industrie geteilten Meinung, daß die Erträge der deutschen Industrie dem Ausland gegenüber niedrig erscheinen müssen. Darin wird man durch die hohen Abschrei= bungen bestärkt, die aus dem Rohgewinn von 10,9 millionen Mart vor Feststellung des Reingewinns mit 2,8 Millionen gemacht wurden. Das Mobilien-, Utenfilien- und Werkzeug- und das Bahn anschlußtonto find bis auf eine Erinnerungsmart ganz ver. schwunden. Die offenen Reserven merden( von 1,76 Millionen) auf 2 Millionen verstärft; außerdem erfolgt eine Sonder: rudlage von 500 000 m. und 168 500 m. werden auf neue Rechnung vorgetragen. Eine solche Bilanz enthält soviel echten Goldglanz, feinen funstseidenen, daß man sie glänzend nennen fann. Die Art aber, wie sie aufgemacht ist und nach außen erscheint, ist ein Lehrbeispiel dafür, mit wieviel Mißtrauen Die Arbeiterschaft die heutigen Bilanzpraffiten der unternehner betrachten muß, bevor sie den Ziffern und Geschäftsberichten glauben darf, wie sie gewöhnlich in der Deffentlichkeit verbreitet werden. Die Umgruppierung bei Krupp. Als die dem Reich gehörigen Deutschen Werte durch die Kreditverweigerung des Reiches zu einem weitgehenden Ah- und Umbau gezwungen wurden, legte die fapitalfreundliche Breffe dies als ein Fiasto des Staatssozialismus, der Nun hatte zwar die Sozialisierung, des Marrismus usw. aus. Gründung der Unternehmung mit Sozialismus wenig zu tun, aber das machten den Kritikern dieser Art nichts aus. Wären sie wenigstens fonfequent, fo würden sie den gleichen Maßstab an andere Vorfälle legen und in den zahlreichen Betriebsbeschränkungen fapitalifti fcher Firmen das Fiasto des Kapitalismus sehen. Sie fönnten fich dabei an ganz große Unternehmungen halten, die auf ganz ähn licher Basis ihre Friedensarbeit aufbauten wie die Deutschen Werke, nämlich die Friedrich Krupp A.-G. Diese ging bekanntlich, genau wie die Reichswerte, nach dem Kriege von der Rüstungs produktion. der sie vorher ausschließlich gedient hatte, zur Fabritation von Baren des Friedensbedarfs über. Jetzt ist sie durch) Kapitalmangel und Absaznöte, trotz der Dollaranteihe in Amerika, genötigt, ihre Betriebe einzuschränken und umzustellen. Man will nun die Betriebe tonzentrieren, die Verwaltung abbauen, den Kleinmaschinen- und Apparatebau einstellen und den Bau von Laftfraftwagen und Landmaschinen steigern. Im Aufsichtsrat und Direktorium werden große Veränderungen vorgenommen. Das Direttorium der Firma hat in feiner Gesamtheit dem Aufsichtsrat seine Posten zur Verfügung geftellt. Das Direktorium wollte hierdurch die sachliche Entscheidung über die neue Regelung und auch in der obersten Leitung der Firma die Personalperminderung erleichtern. Auf Beschluß des Aufsichtsrats wird das Direktorium fünftig nur aus den drei Herren Defterlen, Buschfeld und Klotzbach bestehen. In der außerordentlichen Generalversammlung wurden die Herren Sorge, Baur, Wiedfeldt, Bielhaber, Wendt, Foerster und Bruhn, in den Aufsichts. rat gewählt. Der Aufsichtsrat hat Herrn Wiedfeldt als Dele. gierten zur Unterstübung des Direktoriums in finanziellen Angelegenheiten bestellt. Mig u. Genest.- G. Oft genug haben wir es ja nun gehört, daß die Steuern die Rentabilitätsmöglichkeit der Unternehmen erdrücken, und trotzdem, wenn man die Dividenden ansieht, dann fonimen einem diese Behauptungen geradezu lächerlich vor. Mig u. Geneft z. B. war ein Unternehmen, das zu Kriegsbeginn wirt( chaftlich jo meit herunter war, daß es nicht leben und sterben tonnte und 1913 saniert werden mußte. Heute ist es in der Lage, eine Dividende von 8 Proz. auf die Stammaftien und van 6 Proz. auf die Borzugsaktien zu zahlen. Trotzdem benutzte der Generaídirettor Rubierschty die Generalversammlung der Gesellschaft, in der diese Dividenden beschlossen wurden, um an der Sand von Zahlen das ungünstige Berhältnis von Steuern und sozialen Lasten zu den produttiven Löhnen darzulegen. Durch diese ungeheuren Lasten feten die Selbst kosten der Industrie so hoch, daß sie im Export nidit mehr tonfurrenzfähig fei. 1913 betrugen nach seinen Angaben Steuern und soziale Lasten nur 6,4 Proz., 1924 110 Broz. der produktiven Löhne. Da in den Bereinigten Staaten die Steuern viel geringer find als bei uns, tam troß der doppelt so hohen Löhne von der Konturrenz dasselbe Material zu den von uns verlangten Breisen geliefert werden. Troß dieser Klagen scheint es doch dieser Gesellschaft nicht schlecht zu gehen, denn fie ertlärte felbst, daß sich die Gefchäfte gegenwärtig gut anlassen und daß mit einem guten Resultate gerechnet werden kann. Herr en und Damen Stoffe H.& J. Friedlaender Spandauer Straße 23, Rathausstraße 1. Erprobte Qualitäten à 5, 6, 8, 11, 12, 14, 16 Mk. pro Meter Beste deutsche, echtenglische Fabrikate. Berlins größte Schaufenster der Branche! Die Roheisenerzeugung bleibt eingeschränkt. In der Deutschen Rohstahlgemeinschaft wurde beschlossen, an der für den Monat April festgesetzten Einschränkung der Roherzeu gung von 15 Prozent auch im Monat Mai festzuhalten. Indes sollen Halbzeug und Feinbleche wie bisher von dieser Ein schränkung nicht betroffen werden, um den Bedarf des Marktes in diesen Erzeugnissen sicherzustellen. Die Lebensverlängerung der Zeppelinwerft. Der Mailänder Secolo" meldet aus Belgrad, daß die südslawische Heeres. leitung sich für die Bestellung von zwei Zeppelinluftschiffen in Deutschland entschieden habe. Es sei bereits ein Antrag an die alliierte Kommiffion gestellt. Parteinachrichten Ginfendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Sindenstraße 3. für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat. 2. Sof, 2 Erev. rechts, zu richten 6. Kreis Kreuzberg. 7 Uhr Kreisbildungsausschussigung mit den Abteilungsleitern belm Genossen Schweithardt, Bückler Ede Röpenider Straße. Sede Abteilung muß vertreten fein. 7. Kreis Charlottenburg. Maifeierausschuß! Montag, ben 27. April, bei Bogel, Spreestraße, Wiesburger Sof. Schon verkaufte Ratten möglichst abrechnen. Die Abteilungsleiter forgen file reftlosen Abfah. Schluß abrechnung 1. Mai. Nicht abgerechnete Rarten gelten als verkauft. 14. Kreis Neukölln. Montag, den 27. April, 7 Uhr, Frattionsfigung Rathaus Neukölln. Freie Schulgemeinde: Dienstag, ben 28. April, Bersamm Tung, 8 Uhr, Gesangsfaal bes Raiser- friedrich- Gymnasiums. Bortrag des Serrn Lehrer Günther: Die Neugestaltung des Musikunterrichts"( Mufil barbietungen). 19. Kreis Pantow. Montag, ben 27. April, 6% Uhr, im Rathaus Bankom, Frattionsngung mit den Birgerdeputierten. 18.reis Weikenfee. Dienstag, en 28. April, 7% Uhr, Fraktionsfigura Bimmer 21 des Rathaufes, Albertinenstraße. Heute, Sonntag, den 26. April: 1. Abt. Die Genoffen treffen fich heute 8 Uhr im Wahllotal Stammer, Reue Promenade 8. 14. Abt. Das Sentralwahlbureau befindet sich bei Bogen, Gleim. Ede Graunstraße. 16. bt. Bentrafloral bei Döhling, Brunnenstr. 79. Fernsprecher: Humboldt 2572. Die Selfer melben fich hier. 21. Abt. Wahlbureau: Kroll, utredter Str. 21. Sure Wahlarbeit nicht eingeteilte Genoffen müffen sich ab 8½ Uhr zur Verfügung stellen. 24. Abt. 3. Gruppe: Treffpunkt der Genoffen, früh 8 Uhr, bei Anuth, Naugarder Str. 43. 27. Abt. Alle Genoffen trefen fich aur Einteilung der Wahlarbeit in den Lokalen Mehlberg und Reigbaum, Gleimftr. 56. 29. Abt. Die Bezirksführer imo WahThelfer treffen fich frith 7% Uhr bet Burg, Prenzlauer Allee 189. 31. bt. Früh 8 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 86. Treffpunkt are Wablarbeit. 82. Abt. Gruppen lokale: Kluge, Arautftr. 36a; Balentin, Meister, Markus. Straße 39; Vereinshaus, Teuert, Grüner Weg 49; Rromphard, Wartmann, Photohaus, Rönigsberger Str. 37, Abteilungswahllokal: Balentin, Rrautftr. 86a. Fernsprecher: Alegender 2716. Ale noch nicht einge teilten Genoffen melden fich bort. 35. Abt. Die Genoffen treffen fich zur Wahlarbeit früh 8 Uhr bei Neumann, Samariteríte. 12. 71. bt. Wilmersdorf. Pünktlich 8 Uhr Berteilung der Wahlarbeit bei Jonas. 91. bt. Reutölln. Rentralwahlbureau bei Mischte, Münchener Str. 28. Alle Genoffen finden sich dort ein. Bichtenberg. 115. Abt. Rur Wahtarbelt finden fich die Genoffen ber 1. und 2. Gruppe bei Lohan, Jung. Ede Oberstraße ein. B. Gruppe bei Seifert, Müggelstraße Ede Traveplag. 4. Gruppe bei Wittenberg, Gürtelitt. 82. 119, Abt. Die Genoffen treffen sich bei Mete, Möllendorfstraße. 138. 9064 Mahlokal: Eggebrecht. Barteigenoffen und Arbeiterjugend, bie sich an den Wahlarbeiten beteiligen, melden fich dort. Cbenda abends Berlindung des Wahlrefultats. Jungfozialisten. Gruppe Schöneberg: Alle Genoffen und Genoffinnen baben fich an der Wahlarbeit au beteiligen. Montag, abends 7 Uhr, im RDA. Gesamtveranstaltung. Morgen, Montag, den 27. April: 28. 964. 75 Uhr bea Büttner, Schwedter Str. 23. Sigung der Funktionäre. 108. Abt. Ripenid. 6 Uhr Sreffpunkt ber Genpffen der Röllnischen Borstadt bei Raichle, Rubower Str. 21, ber Altstadt bei Schlag, Rieker Str. 6, Aur Sandzettelverbreitung der Freidenferversammlung am Mittwoch, ben 29. April. Sunglozialisten. Montag, 7% Uhr, Gefamtoeranstaltung, Belle- AllianceStraße 7/10, 8 Treppen. 1. Bortrag des Genoffen Kurt Seinig über: Gozialismus und Jugend." 2. Bericht von der Reichskonferens. 67 Uhr ebenda Arbeitsausschußfikung. Frauenveranstaltungen morgen, Montag, den 27. April: 9. Arcis Wilmersdorf. Kreisfrauenabend, 8 Uhr, bei Rroiß, Solſteinische Straße 60. Vortrag der Genoffin Rnned: Die Aufgaben der Frau nach ber Bräsidentenwahl." Neuwahl ber Leitevin. 36. 26t. 7% Uhr bei Wittschuk, Petersburger Str. 5. Vortrag bes Genoffen Schwanebed: Obdachlosenfürforge." Neuwahl bes Borstandes. 43. bt. 7 Uhr bei Wolf, Gräfeftr. 26. Vortrag der Genoffin Carmen Solz: Wirtschaft und Sozialismus." 57. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Arndt, Rantte. 51. Bortrag des Genoffen Rakenstein: Die Frau im politischen Leben." Gäste willtommen. 15. Abt. 7 Uhr bei Dbiglo, Stralfunder Str. 11. Vortrag des Genoffen Seller liber: Frauendichtungen." 85. Abt. 7% Uhr bei Beter, Schreinerite. 86. Bortoog: Die Wohlfahrts organisation der Arbeiterschaft." 42. Abt. 7 Uhr bei Höhlte, Bergmannftr. 69. Bortrag der Genoffin Krüger. 91. Abt. Neukölln. 7% Ubr bei Lübbeke, Ratlsgartenftt. 12. Bortong ber Genoffin Krüger. 139. bt. Tegel. 7 Uhr im Jugendheim, Bahnhofftr. 15. Bortrog bes Genoffen Schreiber: Die Gefundheit der Frau. Uebermorgen, Dienstag, den 28. April: 91. Wb. Renkölln. 7% Uhr Borstandssitung bei Bildbefe, Rarlsgarbenfte. 12. 108. Abt. Köpenid. 7 Uhr Berstandssigung im Jugendheim, Grünauer Straße 5, Rimmer 1. Frauenveranstaltungen übermorgen, Dienstag, den 28. April: 7. Kreis Charlottenburg. 7 Uhr Areisfrauenabend bei Reimer, Wilmers dorfer Str. 21.( Bieber zur Laute.) 8. Abt. 16 Uhr bei Teilmper, Flensburger Str. B. Wichtige FuftionärinnenLonferenz. Um 8 Uhr im Werderfchen Gymnasium, Bochumer Str. 8. Bortpag von Prof. Bisalski: Krüppelfürsorge"( mit Sichtbilbern). Eintritt 50 f. 40. bt, 7 Uhr bei Schmidt, Teltower Str. 18. Bortrag der Genoffin Brefee über: Prostitution. 48. bt. 7 hr im Graphichen Vereinshaus, Alegandrinenftr. 44. Thema: Der Gozialismus als Rulturfattor." Referentin: Genoffin Bohm- Schuch. $ 7. Abt. Neukölln. 7½ Uhr bei Rukki, Leineftr. 1. Bortrag des Genoffen Schreiber: Die Gesundheit der vau." Wahl der Abteilungsleiterin. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 26. April: Alle Gruppen stellen sich heute den Parteiabteilungen zur Wahlarbeit ur Berfügung. Stegli I und II. Wahlbereitschaft von 8 bis 6 Uhr am Dippelplag ( Raiferallee). Morgen, Montag, den 27. April, 7% Uhr: Moabit I. Jugendheim Waldenserstr. 21, in der Schule. Bortpag: Die Schule Baldemarstr. 77. Die Bedeutung des 1. Mai." Suternationale der Jugend." Südosten Görliker- Biertel. Jugendheim in der Friedenau, JugendWerbebezirk heim in der Shule Offenbacher Str. 5a. Leseabend: Jürgen Brand." Baumschulenweg. Jugendheim Ernststr. 16. Glaßbrenner- Abend. Teltowlanal. Delegiertenkonferenz, abends 7½ Uhr, im Jugendheim Tempel hof, Germaniastr. 6/7. Tagesordnung: Neuwahl des Vorstandes. Alle Dele gierten und Vorstandsmitglieder müffen pünktlich erscheinen. Musiker und Charteilnehmer treffen sich um 7½ Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3, zur Probe. Neue Teilnehmer find willkommen! " Die Abeitsgemeinschaft des Genossen Abraham über Probleme des Sozialismus" beginnt Mittwoch, den 29. April, abends 7 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3. Thema des 1. Abends: Die Inter nationale." Anmeldungen werden dort noch angenommen. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G 14. Sebastianftr. 37/38. Sof 2 Tz. Kameradschaft Kreuzberg: Sonntag, den 26. April, vormittags 10 Uhr, Treffpunkt der gesamten Rameradschaft in ben Blücherfälen. Fahnen und Trommeln mitbringen. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen. Stralaner Zor. Berfammlung, Dienstag, den 28. April, 18 Uhr, in der Aula ber 220. Gemeindeschule, Chrenbergstr. 24. Bortrag mit Lichtbildern: Beschäftigung bes Kleinfindes im Rindergarten und Saus nach der Montessori- Methode." Geschäftliche Mitteilungen. Die Bukmachermeisterin Frau Thea Baruch, geb. Simon, Inhaberin und Begründerin der bekannten Puhmachersäule Thea Simon, Berlin SW 68, Martgrafenstr. 18, begeht am 2. Mai die Feier des 25jährigen Beftehens ihrer Schule. Briefkasten der Redaktion. 8. R. 1. Seilung oder Befferung ist nicht unmöglich. Sie müssen aber einen Arzt zu Nate ziehen. 2. Gie fönnen nur die Anfechtungsflage erheben. Ob sie mit Erfolg durchgeführt werden fann, läßt sich nicht vorherfagen. H. G. Zrestow. 1. Die Berflichtung des Hauswirts zum Unterschreiben der Meldungen besteht auch dann, wenn der Anzumeldende gegen feinen des Sauswirts Willen im Saufe Wohnung genommen hat. Im übrigen ist die Bolizei zur Entgegennahme der Meldungen auch ohne Unterschrift des Sauswirts oder feines Vertreters berechtigt. Wenden Sie fich also an bas Bolizeirevier. 2. Rein. Rufen Sie aber sofort das Mieteinigungsamt an. Kathn Kneipp Firma Irvice Kathreiners! KATHREINERS MALEKAFFEE Str. 7 ist das richtige Getränk für Kinder, wenn sie Milch allein nicht mehr mögen. 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Vortrag über Branchenangelegenheiten. 2. Berichtedenes Jeder Drüderlehrling hat unbebingt zu erscheinen. Die Kollegen im Betrieb mussen dieses tontrollieren. Dienstag, ben 28. April, in bem bekannten Lotal: Branchenversammlung der Widler. Die regelmäßige Monatsver fammlung im Mai fält dafür aus. Achtung! Betriebsräte Achtung! Die Betriebsräte- Zeitschrift Nr. 8 it erschienen und fann gegen Borlegung ber Leg timationsfarte des Betriebsrats. obmannes in unserem Bureau, Linienftrae 83/85, 8immer 5. entgegengenommen werden. Die Ortsverwaltung. Streifende und ausg sperrte Kollegen der Firma Borjig! Dienstag, 28. April. mittags 12 Uhr, im Zustulum, am Tegeler See: B Versammlung Die Streltleitung. Zähne D2 vorzüglich art an Steparatur in 3 Stunden. Stiftzähne Kronen von 3 Mart an Zahnziehen mit Betäubung. Echonendes Plombieren von 2 Mart an Günftige Zahlungsbedingung. Garantie. Sprechzeit 9-7, Sonntags 9-12 Uhr M. Müller, 11 Rinerstraße 17 nahe Prinzenstr. 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Warenverschiffungen davon am Bilanztage gedeckt: a) durch Waren, Fracht- oder Lagerscheine 16 393 272,79 b) durch andere Sicherheiten Elgene Wertpapiere 1843 483,62 a) Anleihen und verzinsliche Schatzanweisungen des Reichs u. d. Bundesstaaten b) Sonstige bei der Reichsbank und anderen Zentralnotenbanken beleihbare Wertpapiere c) Sonstige börsengängige Werthpapiere d) Sonstige Wertpapiere Konsortialbeteiligungen Dauerade Beteiligungen bel anderen Banken u. Bankfirmen Debitoren in laufend. Rechnung: gedeckte ungedeckte Außerdem: Aval- und Bürgschaftsdebitoren 35 717 810,59 Bankgebäude Sonstige Immobilien Bilanz abgeschlossen am 31. Dezember 1924 RM RM 18 986 709.56 133 762 333.54 36 561$ 75,52 14 308 179,11 27 679 334,07 04-683,23 BES 170,26 8 061 890,35 1 135 774,99 10 750 524,43 7 709 389,94 95 090 380,87 4-006 852,84 74 908 182,11 169 998 562,98 Aktienkapital Reservefonds Kreditoren: a) Nostroverpflichtungen. b) Seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite. c) Guthaben deutscher Banken und Bankfirmen d) Einlagen: 1. Täglich fällig 2. Feste Termine Akzepte und Schecks: Akzepte b) noch Schecks nicht eingelöste Außerdem: Aval- und Bürgschaftsverpflicht. 35 717 810,59 Verrechnungsposten mit Niederlassungen und Filialen Gewinn RM Passiva RM 42 000 000, 21 000 000, 4 327 922,06 19 583 346,75 41 997 578,72 179 149 576,34 132 894 880.81 377 953 304,68 2 730 021,73 284 115,86 3 014 137,39 23 500 000, 2 650 648, 449 314 239 99 Gewinn- und Verlust- Rechnung für das fünfundfünfzigste Geschäftsjahr, abgeschlossen am 31. Dezember 1924 Handlungs- Unkosten Steuern und Abgaben. Gewinn Ausgabe Der Aufsichtsrat RM 4 505 975,17 Zinsen, Provisionen, Wechsel, Sorten und Zinsscheine 282 333,80 5064-463,92 449 314 239,99 Einnahme RM 58 457 900,71 813 646.32 59 271 547,03 F. H. Witthoeftt Vorsitzender 49 701 107,94 5 064 463,92 59 271 547.03 Zähne Brücken:: Gebisse Kronen: Plomben gegen günstige Zahlungsbedingungen sorgfältigste, gewissenhafteste Behandlung Zahn- Praxis med. Wolf, Potsdamer Str. 55 Sprechst. 9-7, Sonnt. 9-12-1 Min. Hochb. Bülowstr. Wertpapiere und Konsortialbeteiligungen Der Vorstand Fischer Harter Horn Lincke Pilster Rosenberger de la Roy Schultze Sobernheim Marten- Zigaretten kaufen Sie am billigsten Berlin, Kaiser- Wilhelm- Str. 32 Treppe Schnitzelseifenpulver mit geschnitzelter Kernseife Das Vollkommenste für die Wäsche General Vertreter für Gross- Berlin Gottlob Meissner, Berlin 0112 Amt Alexander 2480 Fernruf: Mordslem LE Brus Pa Sonntag 26. April 1925 Aus der Film- Welt Die nationalistische Filmhochflut. Von einem alten Filmmann. Jahrelang erging an die deutsche Filmindustrie der Ruf: macht internationale" Filme! Werke, die in der ganzen Welt verkäuflich find, deren schlichte Handlung allüberall verstanden wird, die besonders auch mit den jeden Markt an sich reißenden Amerikanern fonfurrieren, ja sogar in das faufmännische wichtigste„ Dollarita" exportiert werden können! Das Bestreben, nun auch um Gotteswillen recht international zu werden, führte sogar zu den grotestesten Mißgriffen: man nahm den deutschen Filmen jede Bodenständigkeit, gab ein Sammelfurium von Stillosigkeiten und ver= mied es selbst peinlich, auch nur irgendwo eine deutschsprachige Aufschrift als Straßenname oder Firmenschild, oder gar eine deutsche Briefträger und Schuhmannsuniform zu zeigen. Und erft, als größte Firmen diese nationale Würdelosigkeit nicht mehr mitmachten, als sich zeigte, daß gerade diese rein deutschen Filme auch im Die Filme der Woche. Jadie in Front. Beilage des Vorwärts In beiden genannten Theatern läuft der Naturfarbenfilm Bali. Die Farben decen noch nicht vollkommen, namentlich bei schneller Bewegung, die man auch ängstlich vermied. Alles in allem wurde jedoch eine höchst beachtenswerte Arbeit geleistet. „ Luxusweibchen". e. b. Auslande( sogar in Amerika!) ihr Geschäft machten, bekam man Mut, feht. Das Schiff geht in einem Taifun unter, Jackie, der einzig bem eigenen Chef sein Glück findet. Welche Himbeerlimonade ist nun Werke, wie„ Die Blumenfrau vom Potsdamer Play" und ähnliche mit Lofaltoforit herauszubringen. Der naive Außenstehende könnte nun also wohl annehmen, daß auch die augenblickliche Hochflut pon ausgesprochenen Mili tärfilmen auf eine solche nationale Selbstbesinnung zurückzuführen sei. Aber erstens einmal ist von„ national" zu„ nationalistisch" ein weiter Weg! Viele dieser Militärfilme( 3. B.„ Des Königs Grenadiere") haben deutlich hegerisch- nationalistische Tendenz; und selbst ursprünglich antimilitaristisch gemeinte Original werte, wie 3 apfenstreich", dienen der Verfilmung nur noch dazu, durch an sich ganz unnötiges Einfügen von foldatischen Massen fzenen beim Publikum für den abgetakelten alten Klimbim in ver= logenster Form zu werben. Berlogen vor allen Dingen schon deshalb, weil sie nur den äußeren Glanz, bildlich allerdings packende Attaden, Manöver und sonstige Massenszenen darstellen, über den Drill, körperliche und seelische Mihhandlungen und die legte Konsequenz, das organisierte Massenmorden des Krieges und seine unendlichen Greuel mehr als taktvoll hinweggehen. Bei der urteilslosen Menge, die durch die Freude am schönen Bilde und... durch die prompt einsetzende nationalistische Claque unwillkürlich mitgerissen wird, der die fleißig um ihre nadte Eriſtenz fich abrackernde Republik natürlich nicht so pomphafte Augenweide bieten tann und will, wird durch solche Filme, die propagandistisch wirtungsvoll in die fleinsten Nester unseres Vaterlandes dringen, politisch der schlimmste Schaden angerichtet. Die Leute haben natürlich längst vergessen, daß gerade dieser auf die Spitze getriebene Militarismus es war, der sie in die heutige Not rücksichtslos hineingeritten hat; sie flatschen dumm aber begeistert mit und helfen dadurch immer neuen solchen Giftpilzen zu üppigem Wachstum. Es ist nahezu unglaublich, was neuerdings an Filmen auf den deutschen Markt tommt, die bewußt auf den Nationalismus spekulieren. Man muß dazu außerdem auch noch Werke rechnen, die fünstlich von rechtsgerichteten Kreisen durch oftentative Kundgebungen während der Vorführungen( benten wir nur an„ Fride. ricus Reg") zu ihren Propagandazmeden umgestempelt werden. Es ist deshalb auch fein Wunder, daß just dieses Wert in der Zeit der augenblicklichen völkischen Hochflut nochmals ausgegraben und in 52(!) funfelnagelneuen Kopien zur Ausfüllung einer flaffenden Lücke angeboten wird. Als bei unserer Filmindustrie noch auf international" gearbeitet wurde und ein traffer Mangel an Werken bestand, die sich zu rechtspolitischer Propaganda eigneten, hat man es sogar nicht verschmäht, einen wundervollen Schwedenfilm, der die Befreiung Finnlands von Bobritoffs Schreckensregiment schilderte, einfach durch tendenziös vorausgeschickte Landschaftsbilder vom Rhein(!) zu völkischer Mordpropaganda um zufälschen. Erst als da selbst die Fachpresse( Lichtbildbühne" und" Filmfurier") warnte, lenkte man ein. Vor wenigen Tagen sah man, geschichtlich vielfach falsch, den Totengräber eines Kaiserreichs". Künstlich ist da, offenbar zu Zwecken der Wahlpropaganda, Hindenburgs Bild hineingezerrt worden. Die unpolitische" Deuligwoche macht ganz ungeniert ausgiebige Reflame für den Rechtskandidaten und damit das Kino zur Stätte politischer Radauszenen. Muß man da nicht stußig werden, wenn man sieht, daß unsere sonst so vorsichtig rechnenden Filmfabrikanten offensichtlich alle tauf. männische Berechnung fahren lassen? Sie, die ihrer überwiegenden Abstammung nach bestimmt nicht zu deutschvöltischen Kreisen gehören, sollen mit einem Male ihr nationales Herz sogar gegen ble eigenen Gewinnmöglichkeiten sprechen lassen? So naiv wird wohl niemand sein, daß er ihnen das glaubt! Irgendeine tiefere Ursache muß also dahinter steden; irgendwelche Kreise, die finanziell solche Filme unterstützen. Der Beweis dafür ist natürlich nur durch Indizien zu führen, da aber lückenlos. Und wer diese Kreise find, das fann nach der politischen Richtung dieser Filme und nach den gewaltigen Geldmitteln, die zu ihrer Herstellung gehören, niemandem zweifelhaft bleiben! Die Rechts parteien sind sich der ungeheuren Propagandagewalt, die dem Film innewohnt, beizeiten bewußt geworden. Sie nußen die schwierige Wirtschaftslage der Filmindustrie mit Hilfe ihrer großen Geldmittel nach Kräften aus und haben sich dadurch por den Republikanern in der Werbung urteilsloser Wähler, insbe sondere der Frauen, einen tüchtigen Vorsprung gesichert, zumal fie ja nicht offen politisch kommen, sondern im Gewande schmachafter leichter Unterhaltung. Man sollte diese Vergiftung der öffentlichen Meinung bei den Linksparteien wirklich nicht so leicht nehmen, wie dies anscheinend geschieht. Fehlte es also schon bei der dringend notwendigen Abwehr, so ist von direkten Gegenangriffen nun überhaupt nichts zu berichten. Es mag fein, daß es hier am Geldmangel liegt; obwohl uns allzu geringes Verständnis für den Propagandawert des Kinos als leidige Hauptursache erscheint. Wenn man sich aber schon nicht zu eigenen Werten entschließen will oder fann, so möge man wenig. ftens feine ſtarten Organisationen gegen solche Giftpilze mobil machen. Man möge vor allen Dingen den Kinobefizern, die von Arbeitergrofchen leben, flar machen, daß man sich weiterhin eine so einseitige politische Propaganda nicht länger gefallen lasse, daß man aber bei bewußter Renitenz schließlich auch einmal vor deni letzten und schärfsten Mittel des Bontotts nicht zurückschrecken werde! Jadie Coogan, biefe große Filmbegabung, der Liebling aller, erfreut uns in einem fechsaftigen Film als Robinjohn( Ufa Turm. straße und Ufa Rollendorfplat). Bon San Franzisko aus, wo seine Mutter früh starb und sein Bater als Schutzmann im Kampf mit Berbrechern sein Leben ließ, fährt das Waisenkind nach Australien. Es kommt an Bord der" Sara Binch", die fein Ontel als Kapitän befehligt. Dieser Onkel ist dem Jackie nicht gut gesonnen, denn er fürchtet, die reiche australische Tante könne den Kleinen zum Erben einsetzen. Infolgedessen gibt es allerlei rührende Momente, wenn dem Jackie durch ungerechte Behandlung Leid zu den Schmerz überzeugend zu spielen, es tommt niemals hohe Thea gefügt wird. Und man muß es eingestehen, der Junge versteht es, tralit bei ihm auf. Natürlich ist Jackie an Bord der Liebling aller, tralit bei ihm auf. Natürlich ist Jackie an Bord der Liebling aller, auch des Kochs, der ihm zu seinem Leidwesen jeden Tag Bohnen vorsind die wunderbarsten, denn der Medizinmann gibt ihn als weißen Ueberlebende, wird unter Kannibalen verschlagen. Seine Erlebnisse Gott aus. Er läßt sich huldigen, er tanzt mit den Schwarzen, er feiert Feste mit ihnen, bis die Kannibalen die nächstgelegene Infei mit Krieg überziehen. Sie bringen einen grausamen Weißen und feine beiden Helfershelfer als Beute mit, um sie zu verzehren. Da erwacht in Jackie das Solidaritätsgefühl. Er eilt mit einem Boot nach der benachbarten Insel, errettet die schöne Tochter des Faftorei besizers und ruft drahtlos( auf der„ Sara Winch" hat er das Fun fen gelernt), ein Kriegesschiff zur Hilfe. Schließlich bringt das Schiff Jackie nach San Franzisto, und die ganze Polizeimannschaft zieht im Parademarsch unter Borantritt einer Mufitkapelle zu Klein. Robinsons Empfang auf. Jackie ist der Held des Tages. Der Film ist mit vielen Drollerien gewürzt. Ganz entzückend ist Jackie, menn er in ernſteſter Situation auf einmal einen Kuchen entdeckt und sich über ihn hermacht. Ebenso ist es unvergeßlich nett, wenn der schla fende Jadie vom Stuhl fällt, weil er träumt, er würde gefressen. Der Hauptreiz der Robinsonade liegt aber darin, daß Jadie diesmal ganz Kind ist. Ein gefühlvoller Druck gegen die Schläfe ein schmachtender Blick durch den Spiegeldral Tropfen.Kelke Flöhrs", zart die Schultern pudern1000 Worte galante Sprache- dann ein tiefer Seufzermachen die Frauen reit für SUNDENBABEL EINE KOMÖDIE DER VERSUCHUNGEN MIT REINHOLD SCHUNZEL MALY DELSCHAFT REGIE: CONST. J. DAVID GREENBAUM FILM G. M. B. H. URAUFFÜHRUNG DONNERSTAG, 30. APRIL 1925 MARMORHAUS BAYERN LLMS BAYERN- FILMS Der neue Eichberg Film im Marmorhaus am Kurfürstendamm ist von jener Art, die ein geistig anspruchsloses Publikum amüsiert, bei Menschen von Geschmack aber ein Gefühl des Mergers darüber hinterläßt, daß ein großer Apparat in Szene after auszuwalzen, der obendrein noch alle Kitschigkeit des Neugesetzt wird, um eine belanglose Unwahrscheinlichkeit zu einem Sechsreichtums aufweist. Dieser Film will offenbar in heiterer Form finniger Ehemann sein Vermögen durchbringt, um dann zu verzeigen, wie ein Mädchen aus reichem Hause, mit dem sein leichtschwinden, sich in einen tüchtigen Arbeitsmenschen mit voller Dafeinsberechtigung verwandelt und schließlich in einer neuen Ehe mit Darstellerin der Titelrolle, Lee Parry, mit ihrem hübschen, aber aber im„ Lurusweibchen" aus diesem Vorwurf geworden! Der ausdruckslosen Gesicht, glaubt man wohl, daß ihre Verschwendungssucht einen Mann zugrunde richten tann; daß sie aber ernsthaft unter Zurückstellung ihrer Lurusbedürfnisse arbeiten fann und so. gar, wie der Film glauben lassen will, zur Erzieherin von Tauenzienbackfischen gemacht wird, ist von dieser Modedame zu viel rerlangt. Es ist auch wenig glaubhaft, daß sich ein Kaufmann ( Olaf Fjord), am Rande der Pleite, von seiner verschwenderischen Frau( Lia Eibenschütz) scheiden läßt, um Lee Barry zu heiraten; hat doch jeder Zuschauer unwillkürlich das Gefühl, daß Film gute darstellerische Arbeit vertan worden ist; Lettinger er damit vom Regen in die Traufe fäme. Schade, daß auf diesen als befümmerter Onfel, Falkenstein als verliebter Türfe, Juntermann als heruntergekommener Adiiger und Garrison als breiter Bankier hätten eine bessere Handlung verdient. Kommen Filmgesellschaften und Regiffeure nicht endlich dahinter, daß die Berniedlichung des Lebens im Film aufhören muß und die progigen Wohns, Schlaf- und Badezimmer, die es eigentlich doch nur im Film gibt, geeignet sind, im Inland den Klassenhaß zu verstärken, im Ausland das Ansehen des deutschen Geschmacks und der deutschen Kultur zu vermindern? f. h. c. „ Flammende Herzen". = Auf Grund der bisherigen Leistungen berechtigen die Schwedenfilme zu ganz besonderen Erwartungen. Daher bringen die " Flammenden Herzen"( Wittelsbach Lichtspiele, Wilmersdorf) eine ziemliche Enttäuschung. Ein in Schulden verstricter Oberst begeht Selbstmord, eine schwerwiegende Tat, die Jeinem Sohn Jugendgeliebte und Vaterland foftet. Der Sohn gehi ins Ausland, trägt die hinterlassenen Schulden seines Vaters ab und tritt in das Regiment ein, dessen Oberst, ohne daß der Neueintretende es weiß, seine Jugendgeliebte zur Frau hat. Das ergibt einen unbestrittenen Grund zum Seelenfonflikt, der mit sehr anfechtbaren äußeren Berwicklungen verbrämt ist. Der junge Offizier wird fogar beinahe standrechtlich erschossen. Doch wird zum Schluß alles gut, denn erstens handeln alle Leute äußerst ehrenhaft und edelmütig, und zweitens stirbt der Oberst. Das ist die übliche Patentlösung. Nun weiß man doch, dem Glück des jungen Baares wird nichts mehrord im Wege stehen. Victor Sjöstroms Regie hinterließ nicht eine Spur von eigenem Empfinden. Sie war langatmig, spannungslos, ohne die nötige feine Kultur, um den Seelenkonflikt auszunutzen. Die Namen der Schauspieler fonnte man nicht erfahren. Der Film wurde wohl nur eingeführt, weil die lang ausgesponnenen, filmisch unbedingt wirkungsvollen Kriegsszenen in Deutschland ein gutes Geschäft versprechen. An und für sich sind diese Kampffzenen eine grobe Unwahrheit, denn die europäischen Kulturnationen führen gegen ein paar auffärsige Araber feinen regelrechten Kampf, die beseitigen sie höchft bequem durch ein paar Luftbomben. Für ein anspruchsvolles Publikum, das die deutschen Militärschmarren, den amerikanischen Blödsinn und kriegerische Greuelszenen als Erholung ablehnt, ist die Auswahl an guten Filmen eben immer noch eine sehr geringe. e. b. „ Der Maler und sein Modell". Unter dem Titel„ Der Maler und sein Modell"( UT. Kur. fürstendamm) läuft eine alltägliche Geschichte, die unter Jean Manoussis Regie sehr hübsch und gefchmadvoll zugleich gefaßt ist. Ein Sohn der Berge ist ein vielversprechender Maler, und ein junges Ding, das ihm sein Herz schenkte, sein Modell. In das Leben der beiden tritt ein berühmter Maler, der dem jungen Mann helfen will und auf das Mädel nicht nur ein, sondern alle beide Augen wirft. Daher steht berechtigte, aber noch mehr unberechtigte Eifersucht zwischen den beiden Männern. Zum Schluß wird alles gut, man weiß, der junge Maler geht einen aufwärtsführenden Weg, Der berühmte Maler wird noch in Zukunft sein Beschüßer sein, und auch die drei Frauen werden glücklich. Die Gattin des Malers wird nach wie vor ihrem Manne ein treuer und fluger Lebensfamerad fein, Mariette wird ihren Vincent heiraten, und die charatterstarte Marcelle hat in dem jungen Paare wahre Freude gefunden. Endlich stößt man hier einmal auf ein Filmmanuskript, das nicht in der üblichen Schwarz- Weiß- Charaftern.alerei schweigt. Die Charaktere sind durchweg verständlich gezeichnet. Die Darsteller, Léon Mathot, Madeleine Ericson, Ginette Maddie, Louis Allibert und Geneviève Poirier, folgten diesen Winken und blieben durch und durch natürlich. Es wurde eine flare Arbeit geliefert, auch photographisch, was Willy Gaebel und Otto Tober zu danken ist. Das Auge befommt allerlei Erfreuliches zu sehen, z. B. aufregende Tanzfzenen, ländliche sowohl wie solche vom Ballett, wirksame Lichtreklamen und sehr gute Naturaufnahmen von Baris. Namentlich ist der Eiffelturm photographisch ganz vorzüglich ausgenugt. -9. Ankauf Verkauf Vermittlung von Kinos KINO- ZENTRALE BROCKHAUSEN Berlin SW 68. Friedrichstr. 207 Tanzen Sie schon ,, Kukirolienne"? Das müssen Sie lernen im nur urch PHUSARENFIEBER" PPP dem grossen Lacherfolg im AASTA PRIMUS- PALAST, Potsdamer Strasse 18. bood LANDE Fabrikniederlage Berlin, Invalidenstraße 139 Fernsprecher: Norden 11 720, 11 721 Endlich Sabu is Die Gulien 318 ZIGARETTE LANDE WOOG ZIGARETTEN Theater, Lichtspiele usw. 3000 000 Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 6 Uhr: Walküre Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Margarete Schauspielhaus 7 Pr. v. Homburg hiller Theater Heute Sonnabend 25. Sonnt. 26., Mont. 27. Abends 8 Uhr: 4 Gastspiele FOKIN FOKINA 21 Uhr: Faust. 1. Trianon- Th. 7 Das Konzert Täglich 8 Uhr: Gr.Volksoper Yoshiwara im Theat. d. Westens 71 Uhr: Korff Kaiser- Titz Costa Carmen Kleines Th. Volksbühne 21: Schneid.Wibbel 7 Uhr: HAMLET Deutsch. Theater 7 Uhr: Die heilige Johanna Kammerspiele 8 Uhr Die Wollust der Anständigkeit Die Komödie 8 Uhr: Tägl. 8 Uhr: Leopoldine Honstantin in Die Großfürstin und der Zimmerkellner Central Theater BU: G'wissenswurin 732: Die vers. Glocke Kurfürstendamm 206/207 Deutsch. Opernhaus Der sprechende Affe Zuermäßigt.Preisen zater 1. d. Königgrätzer Str.Zigeunerbaron 8 Uhr: Franziska Mtg. 72: Zar und Komödienhaus Zimmermann 8 U: Das silberne Metropol- Theater Kaninchen 8 Uhr: Tausend Berliner Theater süße Beinden 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau Nenes Th. am Zoo Tägl. 8 Uhr SCALA BABY 8 Uhr: 4 VARIETE. REVUE Sonntags 830 U. ermäß. Preise! Das volle Programm Th. i. Kommand. Str. Täglich 8 Uhr: USCHI von Jean Gilbert Herrnfeld 814 Theater 84 im Intimen Theater Rose- Theater Bülowstr. 6. 31/ 3: Der eingebildete Kranke Nur eine Nacht 73/4 Chr: 3 Paar Schube Herrnfeldiade i. 3A. Komische Oper Direktion: James Klein Nachdem bereits 250 Aufführungen stattgefunden haben, sind folgende bedeutende Preisermägigungen eingetreten: Parkett 3,50 Faut. 6, 2.Rang 2,50 3.Rang 1,50 Allabendlich& Uhr: Die weltbesprochene REVUE: Das hat die Welt noch nicht geseh'n 30 Bilder! 250 Mitwirkende! Sonntags 3'12 U. halbe Preise Jed.Erwachsene 1Kind frei! Reichshallen- Theater Allabendl S U. u. Sonntag nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Nachmittags halbePreise volles Abendprogr.! Dönhoff- Brett'l: April- Programm! Falkner- Orchester 12 12 WINTO BARTEN 5 Enrico Rastelli im Rahmen des Residenz- Th. Täglich 8 Uhr: Die Nacht der Barmherzigkeit von Max Hochdorf Regie: G Altmann Sterler, Dieterle LHALLATHEATER Weinbergsweg, Rosenthaler Tor. Täglich 7 Uhr EnsembleGastspiel des MetropolTheaters Der große Schlager Gräfin Mariza OriginalBesetzung Ausstattung Lory Leux Elly Hoffmann Inge Bleichen Bezina Bradsky Gustav Matzner Max Hansen Emil Guttmann Paul Morgan usw. Preise: unerreicht April- Spielpl. Ste. 3% 0.75-4.50 M. 3/2 halbe Prelse. Rauchen gestattet Theater am Kottbusser Tor. Tägi. 8 Uhr und Sonntag nachm. 3 Uhr Elite- Sänger. Kolossales April- Programm! Schlager auf Schlager. Volkstümliche Preise. Letzte Tage! Kari Ujvari im MetropolVarieté. A Reichs Reklame Messe Gerlin Dom 25. April bis 3. Mai 1925 im Funkhaus am Kaiserdamm Ditrinenstraße/ Plakatstraße Freies Ausstellungsgelände Reklame Umzüge Erstes Reklame- Theater Täglich Vorstellungen um 5.30 11. 8.30 Billetbestellungen und Auskunft durch das Berliner Messe- Amt, Breite Straße 35 Telephon: Merkur 4753-57 Für das publikum geöffnet: vormittags 10 bis abends 10 Uhr Eintrittspreis Mt. 2Belm Kauf von Eintrittsheften auf sämtlichen Stationen der Untergrundbahn, der Berliner Stadt- und Ringbahn und den Bahnstationen der ersten Vorortzone wird freie Hin- und Rückfahrt gewährt. Das große Programm 1) Ouvertüre: Banditenstreiche..... Suppé 2) The Black Boys, Lewis Brody mit seinem Negertrio 3) Auf Robinsons Jnsel", Tanzszene, ausgeführt vom Wiere- Larsen- Trio und den 6 Palace- Girls 4) Ball, ein Naturfarbenfilm 5) Felix der Kater: Felix unter Filmleuten 8) Jackie, der kleine Robinson 6 Akte, in der Hauptrolle: Jackie Coogan Vorverkauf ohne Aufschlag täglich mittags 12-2 Uhr Jugendliche haben Zutritt! Ufa- Theater TURMSTRASSE ( Turmstrasse, Ecke Stromstrasse) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Strassenbahnlinien: 3, 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 56, 113, Autobuslinien: Nr. 11, 28. Stadtbahn: Bhf. Bellevue. Voranzeige: Ab 1. Mai Die gefundene Braut mit Xenia Desni. Täglich 8 Uhr. Metropol- Theater Gastspieldirektion: W. Bromme. Der grösste Schlager der Saison! Täglich 8 Uhr: Tausend süsse Beinchen Ausstattungsoperette von Okonkowski und Steinberg. 8.00 Vorhang auf! 8.20 8.50 Madame Joujou. 8.30 Ich brauche Liebe, mehr brauch' ich nicht( ges. v. Hilde Wörner u. Ed. Lichtenstein.) Die Teilung der Mannequins. 8.55 Jede schöne Frau lässt mit sich reden. ( Ges. v. Lea Seidl.) 9.45. - Musik von Walter Bromme Das indiskrete Strumptband Siegfried Aino, Lea Seidl. Ferry Sikla 9.55 Der Schlager: Mein Freund, was sind denn das für Sachen"( ges. von Hilde Wörner und Ed. Lichtenstein). 10.00 9.15 Teufelstanz. Dargestellt v. gesamten Chor u. Ballett des Metropol- Theaters. 9.30 Das Ballett der Pastellfarben. 10.05 10.10 9.35 Frag nicht danach, ob es Sünde 10.30 ( ges. v. Lea Seidl.) Das Souper en deux( Lea SeidlFerry Sikla) Tausend süsse Beinchen! Das grosse Finale im Moulin Rouge. Siegfried Arno mit d. Bromme- Giris. Friedenspr.: Parkett 3, 4, 5; Fant. 6, 8; Orchest.- Sessel 9 u. 10 M.( Keine Bons! Keine Vorzugsk.!) Deutsch. Künstlertheat. Tägl. 8 Uhr: Die Bar auf Montmartre Freitag, d. 1. Mai Premiere Monsieur Troulala Operettevon Rich. Keß er und Kurt Robitschek Musik von Hugo Hirsch Max Adalbert Trude Hesterberg Curt Bois Edith Schollwer Halm, Neuhoff Lustspielhaus Donnerst. 30.April Zum 150. Male 8 Uhr: Guido Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbauerdamm Mittwoch 29. April Zum 75. Male 8 Uhr: Der blonde Traum Wallner- Theat. 1/28 Uhr: Romeo u. Julia Restaurant Gewerkschaftshaus Engelufer 25 Fernsprecher: Moritzplatz 11 507 Engelufer 25 Bekanntgabe der Wahlresultate durch Rundfunk 2 Kapellen • • Gesangseinlagen Anerkannt gute Küche zu kleinen Preisen Ausschank von Schultheiß- Patzenhofer- Bier Glivaer Lichtspiele Olivaer Platz 6 Täglich: Das große amerikanische Filmwerk Apollo Theater Die weiße Schwester“ Dirikt. James Klein 8 Uhr: Die Nächte von Paris Gr. Ausst.- Operette Vorverkauf mit Lilian Gish Thalia- Th. 7 Uhr: 66 Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40/41 Bis Donnerstag, den 30. April: Der Demütige und die Sängerin Nach dem gleichnamigen Roman der Berliner Illustrierten Ztg." In d. 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Charlottenburg: Schillerstr. 26, Aula. Schöneberg: Hauptstr. 13, Lindenpark. Tempelhof: Kaiserin- Augusta- Straße, Aula des Realgymnasiums. Zehlendorf: Berliner Str., Lindenpark. Weissensee: Woelckpromenade, Aula Mittwoch, 29. April, abds. 7 Uhr: des Realgymnasiums. Dienstag, 28. April, abds. 7 Uhr: C., Sophiensäle, Sophienstraße 17/18. NW., Wiclefstr. 24, Moabiter Gesellschaftshaus. N., Müllerstraße 142, Pharussǎle. N., Pappelallee 15, Kasinosäle. O., Frankfurter Allee 46, Prachtsäle des Ostens. Köpenick: Lindenstraße, Aula der Körnerschule. Hohenschönhausen: Schulaula. Röderstraße, Lichtenberg: An der Parkaue, Aula des Reformgymnasiums. Spandau: Aula des Kant- Gymnasiums. Reinickendorf- Ost: Schönholz 14, Ramlows Kastanienwäldchen. Tagesordnung: Gegen die schwarze Gefahr! Redner: Graf Arco, Ausländer, Brinkmann, Friedag, Haffner, Marie Hodann, Max Hodann, Hübner, Menz, Oberüber, Petersdorf, Rocker, Rogall, Roth, Ruge, Sachtleben, Fritz Schmidt, Sievers, Zimmer. Arbeiter, Freidenker, sorgt für Massenbesuch! Heraus aus der Kirche! Befreit Eure Kinder vom Religionsunterricht! Риски маске Que Andrang bei der ERÖFFNUNG des KREDITHAUSES ,, FELIX Veteranen strasse 2 Ecke Brunnenstr WARUM? I. Stock 66 vis a vis Jandarf Selten günstige Damen- Herren- Konfektion Kaufgelegenheit in Wäsche usw. zu sehr kulanten ahlungsbedingungen Küchen Küche Lottchen mit Rahmen. roh emailliert 35 58 M. 91 Esmeralda mit Anrichte. . 65 95 " Hermine mit Anrichte. " 68 100 Magdalena mit Anrichte. " 1 75 125 " Alma m. Seitenschränken- Anr. 125 175 Riesenauswahl roher, lackierter, lasierter Küchen u. einzeln. Schränke jetzt enorm billig Weiße Kleiderschränke 90 120 150 cm Kiefer, roh . 3545 90 M. weiß . Ausstellung Westfäl. lasierter Küchen. 50 65 120 M. von 175-700 M. 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Mittelgenze- Arbeiterinnen zwedlos. Caesar Schendel& Co. Lindenstr. 3. Engros- Export Unterhaltung unü �Villen «,» p»p— w mumu j»» �m—HtTT f"""'"'"'T1Tr"TnrT*rT*r*MMMTrTlirTTrrTT7inrWTl Das ist öer Keinö— Der Marsthall als Präsident. Mac Alahons politische Rolle. Klio, die Muse der Geschichte, beim Ordnen ihres Archivs: Hier habe ich die alten Walzen aus der Zeit, als Mac Mahon, der Mar- schall des Kaiserreiches, Präsident der französischen Republik wurde. Man kann sie immer wieder auflegen, sie klingen wie neu. Hier die erste: Mac Mahon, der kaiserliche Marschall, der Besiege? der russischen Millionenheere, der auf den Schlachtfeldern Frankreichs.glorreich Besiegte", wird von allen Reaktionären und Monarchisten an die Spixe des Staates berufen, weil er unpolitisch und nur MUitär ist. In seinem Schreiben, in dem er die Wahl annimmt, erklärt er: -Mit her Hilfe Gottes, der Ergebenheit unserer Arme«, die immer der Sklave des Gesetzes sein wird, und der Unterstützung aller ehr- lichen Leuie werden wir das Werk der Befreiung der besetzten Ge- biete und der Wiederherstellung der moralischen Ordnung in unserem Lande besorgen." » Rouher, der langjährige Minister Napoleons III. erklärt nach Mac Mohons Wahl:.Wir haben endlich das erste Blatt der Ani- schocke gepflückt. Der Rest entblättert sich allein. * Die Gattin des Marschalls, die Herzogin von Magenta, die aus dem alten Feudalgeschlecht der de la Croix de Castries stammte und ?;och legitimistischcr, noch monarchisch gesinnter wie ihr Gatte war, �igte bei ihrem ersten Empfang, den sie im Elnsee gab: .Wir sind nur hier, um den Platz zu halten. « In den ersten sechs Monaten der Präsidentschaft des Marschalls werden 192 republikanische Zeitungen verfolgt, davon 28 völlig oer- boten. Die Präfekten und Unterpräfekten, den Regierungsvräsiden- ten und Landröten entsprechend, werden nur aus dem Personal der Monarchie geholt. Republikanische Bürgermeister und Gemeinderäte werden gemaßregclt und abgesetzt. Die Büste der Republik wird aus den Gerichtshöfen verbannt. In den Großstädten herrscht der Ausnahmezustand. * Die Thronprätendenten regen sich auf der ganzen Linie. Der Graf von Chambord, der als Heinrich V. den Thron von Frankreich besteigen sollte, kommt heimlich nach Versailles und verlangt von dem Marschall die Proklamierung des Königreichs. Den alten Sol- baten, der zwischen beschworener Pflicht und Treue zum Königshaus schwankt, bringt er damit in eine arge Zwickmühle. Mac Mahon weigert sich schließlich, ihn zu sehen. Seufzend verläßt der in seinen Hoffnungen getäuschte Anwärter auf die Krone Versailles mit den Worten:.3ch hatte gehofft, in dem Marschall den Bannerträger de» Königtums zu finden, habe jedoch nur einen Gendarmeriewacht- meister getroffen." * In diesen Tagen hatte man in den vornehmen Pariser Klubs I.rlelts groß« Debatten über die Frage der Feierlichkeiten beim Einzug des neuen Königs geführt. Die Stellmacher mußten neue Arbeitskräfte einstellen, um die zahlreich in Austrog gegebenen Gala- kutschen für den Adel anzufertigen, und die Uniformschneider nähten Tag und Nacht an den neuen Hofunisormen. * Bei der Beratung über die Verfassung hatte man mtt Hilfe der . Aktionären Majorität der Nationalversammlung zunächst gehofft, das Königtum wiederherstellen zu können. Die Hartnäckigkeit des Grafen von Chambord in der Flaggenfrage jedoch machte die sofor- tige Restauration der Monorchie unmöglich. Man beschloß daher im Kreise der vertrauten des Marschalls, die sich ausschließlich aus Mit- glisdcrn der alten Aristokrotengssellschaft zusammensetzten, ein« Ueber- gangszeit zu schaffen. Die Republik sollte auf sieben Jahre beschränkt bleiben, während deren Mac Mahon' als Präsident fungieren sollte, um dann die höchste Regierungsgewolt dem Monarchen zu über- tragen. Bei den entscheidenden Abstimmungen trennte sich jedoch das linke Zentrum von den Monarchisten, und Mac Mahon wurde statt zum Präsidenten einer.Republik auf sieben Jahre" auf sieben Jahre zum.Präsidenten der Republik" gewählt. * Zaghast und unerfahren in der Polttik, fühlt« er sich selbst un- wissend und ließ die Geschäfte durch seine Minister führen. Büffet, sein Premierminister, nahm diejenigen ins Kabinett aus, die gegen die Republik gestimmt hatten, deren Verfasiung sie als Minister achten und schützen sollten. Der alte Thiers spottete:.Es wird noch so kommen, daß man zum Dienste in der Republik mir diejenigen zuläßt, die sie niemals gewollt haben und auch heute noch nichr wollen." * Während der preußische Lunker Arnim, der als deutscher Bot- schafter in Paris weilte, zu den Vertrauten aller monarchistischen Konoentikel gehörte, verkehrte sein Nachfolger Fürst Chlodwig Hohenlohe, der nachmalige Reichskanzler, mtt Vorliebe im liause des zum Republikaner geworbenen alten Thiers, so daß schließlich eines Tages einer der Vertrauten des Marschalls ihn ganz ärgerlich fragte. ob er nächstens nicht bei Thiers schlafen werde. Der kaiserliche Bot- schafter jedoch bewies größeren Scharfblick als die Aristokraten des Faubourg St. Germain. Er erkannte, daß in dem sich entwickeln- den Konflikt zwischen dem Marschall und dem Lande das Volk siegen müßte. Infolgedessen gestaltete er seine Beziehungen zu den kommenden Führern, namentlich zu Gmnbetta, umso enger. * Als der Marschall die Kammer auslöste, sprach er in seinen Er- lassen ganz wie ein regierendes Staatsoberhaupt nur von.meinen Ministern, meinen Ratgebern" und betonte seine Verantworttichkett dem Lande gegenüber, die er jedoch nach der Verfassung nicht besaß. Die Kräfte, auf die er sich stützte, waren lediglich die Monarchisten. die Gambetta treffend charakterisierte als.'.drei Parteien, geeint durch den Haß gegen die Demokratie und die Republik, von denen zwei die Genarrte» der drttten, der kaiserlichen, sind". Trotz der un- geheuerlichsteg Wahlbeeinflussungen und trotz der Hossming, daß wie bei den letzten Wahlen der Name des Marschalls als Talisman fun- gieren werde, zogen 321 Republikaner gegen 208 Monarchisten in die Kammer eiy. 4,2 Millionen Stimmen waren für die Republik. 3.6 Millionen Stimmen für die Monarchisten aller Schattierungen abgegeben worden. Im Dezember 1877 versuchte der Marschall nach vergeblichen Kabinettsbildimgen den Staatsstreich. Die kommandie- renden Generäle der mobilisierten Armeekorps trafen zum Krieasrat im Elyseepalatt ein und erklänen dem Marschall, ihrer Truppen nicht sicher;u sein. Wohl oder übel mußte sich der alle Soldat dem stolzen Diktat Gambettas fügen: da er nicht zurücktreten wallt«, mußte er sich dem Willen der Kammermehrhett unterwerfen. Aus. diesem Konflikt wird die Anerkennung der parlamentarischen Repu- blik in Frankreich geboren. Der Marschall muß resigniert zusehen, wie seine Minister im demokratischeiz Sinne regieren, und erst ein Jahr später kann er sich zu dem Entschlüsse durchringen, den Platz im Elysee zu räumen, als er mit der Kammermehrhett über die Reu besetzung der Kommandostellen, die er für ein militärisches Vorrecht hält, in einen neuen Konflikt gerät. Sein Rücktritt aus dem poli- tischen Leben konnte keinerlei Wirkung mehr hervorbringen. Für den Rest seines Lebens bedeutete es«in« Erleichterung, daß er nicht mehr gezwungen war, die Rolle als Hüter der Republik zu spielen, die der alte Soldat, der im Grunde seines Herzens stets königstreu war, nie zu lieben vermocht hatte. ch Die Republik hatte gesiegt, gesiegt unter Verhältnissen, die nicht günstig zu nennen waren. Die Kommunards waren erschossen oder sronten unter der glühenden Sonne Neukaledonicns, die internatio- nalen Arbeiterorganisationen waren verboten. Nur schüchtern wag- ten einige Sozialiste» ihr Haupt zu erheben, hatten aber nur in den wenigen Zentren der Industrie eine geringe und unbedeutende An- hängerjchaft. Die überwiegende Majorität des Landes, ihrer ganzen Entwicklung nach konservalio, teilweise in der stärken polltischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit von den feudalen Grundherren, zog doch die republikanische Feoer des Advokaten dem monarchistischen Schwerte des Marschalls vor. * Klio:.Was könnte man daraus lernen?" tzüLenftraße. Von E u r t M i r a u. Nicht von jenen Straßen will ich erzählen, wo ein Kranz grüner Gärten sich um kleine Häuser schmiegt und alte Bäume heimlich raunen, auch nicht von jenen wuchtigen Häuserblöcken, wo Palast an Palast sich reiht und Autos auf Gummirädern lautlos vorüber- gleiten, noch von jenen, die rot und rauh, rnelsenstrig und unsauber sind, über deren holprig Pflaster lärmende Kinder ihre Ringelreihen. tollen, nicht ahnend, daß nahe davon das Totcngläcklein vom Turm wimmert.— nicht von jenen! Ich will erzählen von einer Straße, die ist stumm, grau und erstorben. Die Wunder lichtfeiner Wiesen im Frühjahr, blühender Zweige blendendes Weiß, Gewittersturnirauschcn in einer Poppelallee, Me- lancholie verträumter Trauerbirken, müder Zauber einer Mittags- landschast mit Villen, Taxushecken und zierlichen hellen Bänken. erika-umduftete Waldstraßsn.— hier sind sie verstummt, ergraut, erstorben. Es ist die Straße der Industrie. Ein feiner dichter Staub umschwellt des Wanderers Füße; kahle, armselige Mauern säumen die Straße ein. nur hin und wieder unterbrochen von einem Höllentor, das einen Blick in Rot und Gelb, in Feuer und Dampf. Hasten und Werken freigibt. Keine Schwalbe wogt hier zu zwitschern, kein Walter zu segeln. und die kärglichen Rasenslecke sind farblos wie Spinnweben. In diese von Sirenengeheul und Maschinengedröhn übergreMe Einöde liegt ein Friedhof eingebettet. Ein Friedhof ohne Frieden. Unaufhörlich schwankt das Erd» reich von dem schweren Gevatter der Werke, und ich denke, es müßte die Särge da unten aneinander klirren lassen... Aber es ist still da unten, sehr still. Nur zuweilen geht es wie erschöpftes Röcheln durch die Zweige der Bäume und Sträuche?: denn der Kampf ums Leben ist zu schwer,— zu schwer auf einem Kirchhof, zu schwer inmitten blumen- bleichender Nebel. Sonst ist es friedlich dort, wie es bei den Toten sein soll. Drüben aus dem Nachbarorte schwankt ein schwarzer Leichen- zug. Ich sehe gebeugte Nacken und ahne ein herzerschütterndes Leid. Die Flüche der Kohlcnkutschcr verstunimen eine kurze Weile. Das Bettlervolk, das kohlensammelnd Hinte» den Grubenwagen einher- zieht, entblößt die Köpfe und s6)lägt Kreuzeszeichen über Antlitz und Brust. Aber der da stumm und bleich im Sarge liegt, der hat ein Lächeln um die schmalen Lippen. Wie oft ist er diese öde Straße gegangen! Früh und spät, bei Tage und nächtens, frisch und müde, zur und von der Schicht, immer bis an jenes Eisengerüst, das wie gefrorener Wajsersall fein spitzenzartes Gitterwerk gen Himmel streckt. Dort ist er hinausgeklettert, eingegangen in die lärmerfüllt« Halle und hat mit sehnigem Arm den Hammer geschwungen, zehn Stunden lang,— und ist dann müde nach Hause gewankt und hat nur eine Freude gekannt: Sonn- tag!— und früh, wenn er zu Werke schritt, nur einen Wunsch: ein- mal an diesen, Gitterwerk vorbei, nicht hinauf müssen,— oder gar vorbeifahren können in einer Droschke in die lachende, jubelnde Stadt, in den somiendurchleuchteten Park, zu heiteren Menschen, zu Freude und Schönheit! Er hat lange warten müssen, ober nun ist es doch geworden. Er kann vorbeifahren, wenn auch die beiden Pferde in den silber- bestickten, schwarzen Samtmänteln dann nach rechts onswtt�nach links biegen werden, in den stillen Friedhof, nicht in die laute Stadt. Doch das bleibt ihm so gleich. Niemals mehr in den blauen Kittel kriechen zu müssen, niemals mehr sechs Tage lang werken und nur einen ruhen, das ist ja schon soviel. Und es ist, als wollte die öde, verachtete Straße ihrem treuestcn Sohn ein Riesensanal anzünden. Eine mächtige Lohe entquillt den Schmieden, weißqualmige Wolken entrollen den Hochösen, und über die braune Halde sprüht ein Myriadenregen rotgoldener Tropfen. Die Schornsteine fackeln wie ungeheure Armleuchter und werfen schwarze Rauchkränze in die Lüfte. In das Rasen Hunderter von Maschinen, in das Aufschrillen der Sirenen, in den polternden Gang hämmernder Arme fallen die klaren, einfachen Worte des Predigers am Grabe dieses einen, der ausgelitten: „Reauiescat in pacel" Heinrich Zille. ZrühllngstrSume in doorn. Aon Äans Reimann. Der Einbrecher Hai sich das so gedacht: Cr würde geräuschlos Und ortig unter dem Bett liegen bleiben, bis Herr Pinnekogel das elektrische Licht angeknipst haben würde. Das andere mußte sich hernach von selbst ergeben. Frau Pinnekogel war mit den Kindern zu ihrem Dater nach Zcrbst geiohrcn. Herr Pinnekogel markierte den Strohwitwer. Auch der Einbrecher hotte keineswegs einen irgendwie roman- tischen Namen. Im Gegenteil, er hieß ganz banal: Richard Pape. Seit 6 Uhr lag Pape auf der Lauer. Mit Hilf« eines Nach. fchlüsicls war er in die' Wohnung gedrungen und nach Beendigung einer kurzen Inspektionsreise unter Frau Pinnekogels Bettstatt ge- krochen. Dieses sein Verhalten ist nicht ohne weiteres zu billigen, findet aber hinreichend Erklärung in der Tatsache, daß Pape einen ganz charinanten kleinen Schwips in der Krone hatte. Pinnekogel kehrte in der elften Stunde heim, mit einem nicht minder ck)armanten kleinen Schwips in der Krone. Die beiden einander fremden Schwipse konnten als durchaus ebenbürtig gelten. Pape spitzte die Ohren und rüstete sich zur Tal. Zwar blieb ihm einstweilen dunkel, was er zu vorgerückter Stunde unter einem fremden Bett zu machen hatte: indessen: er haderte nicht mit seinem Los, sondern gürtet« sich mit männlicher Willens- traft. Soweit der Alkohol solches duldete. Pinnekogel entledigte sich ächzend seiner Augstiefel und de- lästigte sodann die Wasserleitung. Dann setzte er ein Töpfchen mit abgestandenem Tee auf den Gasherd und begab sich auf weichen Socken ins Wohnzimmer. Auf dem Tisch lag ein Buch. Es war ein Band Zeichnungen. Zille:.Kinder der Straße". Pinnekogel blätterte in dem Buch, sagte aus irgendeinem Grund« das Wort „Eiweh!", drehte das Licht ab, tappt« in die Küche zurück, nahm das Topfchen vom Herd, verbrannte sich den rechten Mittelfinger, sckimpftc für sich hin, schnitt eine Stulle ab und nachtmahlte. Dabei biutterte er abermals in dem Zille-Album, vergaß darüber da» Käuen, entkleidete sich und hatschte ins Schlafgemach. Pape, der sich die lange Wartefrist mit einer Flasche Danziger Eoldwasfer vertrieben hatte, horchte auf. Noch brannte das elektrische Licht. Denn Pinnekogel beäugte das Zille-Album. Und obwohl er einen unbezähmbaren Drang ver- spürte, ausführliche Monologe zu halten, war er doch mundfaul genug, nichts herauszutrompeten als das Wörtcheu.Elweh!" Diese» „Eiweh!" bezog sich einesteils auf die Welt im allgemeinen, sowie auf den derzeitigen Zustand Pinnekogels im besonderen, anderen- teils auf die Zeichnungen Zilles nebst deren realistischen Texten. Von den Freilein las er, dem een Darm seplatzt is— uff die Jeife. Und vom Weihnachtsmann, den es deshalb nicht geben tat, weil dos ganze Spielzeug m die Zuchcheiser gemacht wird. Und von dem blassen Mädel, das Blut in den Schnee spucken kann, wenn es will. Und von den Goldfischen, die nicht fressen, weil sie aus Blech sind. Und von dem Mädchen, das uff den Abend wartet, weil das Kostüm eine von hinten erdolchte Hinterfront hat. Und von der Mutto, die ihre Tochter als Modell«mpstehlt, ober nur als Halbakt — von wegen dos Holzbeen. Und ununterbrochen muschelte Pinnekogel.Eiweh!" vor sich hin. In seinem Rausch berauschte er sich au dem.Euveh!" Er sagt« es weitaus öfter, als unbedingt nötig war..Eiweh!" Dem Einbrecher Pope war das zu dumm. Nachdem er sich eine kurze Weile begnügt hatte, das.Eiweh!" seines Obermieters zu imitieren, ohne daß Pinnekogel auch nur das geringste bemerkt hätte, kroch er einfach unter dem Belt hervor, um den Grund von Pinnekogels ewigen.Eiweh!" zu eruieren. Pinnekogel erschrak keineswegs. Denn Pape sah genau aus, wie von Zille gezeichnet. Nach gegenseitiger Begrüßung schlössen Papa und Pinnekogel zunächst einmal Brüderschaft, die mit Danziger Goldwasier begossen wurde. Dann versenkten sie sich ge- meknsam in das Zille-Album, und als sie mit der Lektüre fertig waren, erhob sich Pinnekogel, kleidete sich an. faßte Pape«m+w und zog mit dem pflichtvergessenen Einbrecher zu Naumann, einem Kneipenbesitzer, der auf die Polizeistunde zu husten pflegte. Bei Naumanns hockten Pape und Pinnekogel bis in die spät« Nacht. Sie kümmellen einen nach dem anderen und spielten dabei wunderschöne Kartenspiele. Pinnekogel hatte ganz verschwitzt, daß er eigentlich hatte schlafen wollen. Und Pape hatte ganz oerschwitzt, daß er eigentlich hatte einbrechen wollen. Bon jenem Tage an kamen sie häufig zusammen und richteten sogar nach Rückkunft von Pinnekogek Gattin, die einen veredelnden Einfluß aus den Amateureinbrecher ausstrahlte, einen idyllischen Famllienverkehr«in. So hat der Zeichenstist des Meisters Zill« ein harmonisches Band um zwei zur wärmsten Freundschaft besähigte Männer ge- schlungen. Sind kleinere oder größere Geschosse schneller? Heber die Geschwindigkeit der Geschosse sind im allgemeinen unrichtige Vor- Stellungen vorhanden. Besonders über die Verschiedenheiten der Ge- Ichwindigketten, die oerschieden große Geschosse aufzuweisen haben, ist wenig bekannt. Es werden darum Mitteilungen über die Ge- schwindigkeiten der Geschosse Interesse haben. Geschosse kleineren Kalibers haben, wie vorausgeschickt werden muß, ein« größere An- fangsgeschwindigkeit, als solche größeren Kolibers. Jniolge ihrer geringen Masse nehmen sie jedoch durch den Luftwiderstand, schnell an Eigengeschwindigkeit ab, so daß die Endgeschwindigkett großer Granaten diejenige kleiner Granaten weit übertrifft. Daher ist es auch erklärlich, daß größere Geschosse eine kürzere Zett zur Zurück- legung derselben Strecke benötigen als kleinere. Diese bekanntin Tatsachen sind seinerzeit durch die in Amerika angestellten Versuche bestätigt worden. Für die Versuchszwecke wurden zwei amerikanische (Armstrong) Geschütze von 7,6 Zentimeter Koliber und 30,5 Zeüti meter Kaliber benutzt. Die Schußbahn für das kleinere Geschoß betrug 7650 Meter, diejenige für das größere Geschoß 10 140 Meter. Das 7,6-ZeMlmcter-Geschoß hatte eme Anfangsgeschwindigkett von 900 SZUte: in der Sekunde, dagegen eine Endgeschwindigkett von nur 232,8 Meter in der Sekunde und brauchte zur Zurückleaung der 7650 Meter langen Schußstrecke 24, l Sekunden. Das 30,5-Zeitti- meter-Geschoß besah eine Anfangsgeschwindigkeit von 750 Meter in der Sekunde und benötigte zur Zurücklegung der 10 440 Meter langen Schußbahn nur 21,5 Sekunden. Wahrend also das kleine Geschoß zirka 75 Proz. seiner Geschwindigkeit einbüßte, betrug der Gefchwindigkettsverlust bei der großen Granate nur zirka SO Pro;., und so ist es auch erklärlich, daß das große Geschoß trotz geringerer Anfangsgeschwindigkett für die größere Strecke eine kürzere Zeit braucht als dos kleine Geschoß. Der Zlgareltenkäfer, Es ist kein süßes rauchende« Mädel, da« diesen Nomen trägt, sondern ein Schädling aus dem Eierreich. Dos merkwürdige Tier, das man überhaupt erst fett dreißig Jahren kennt, lebt nur in wenigen Tabaksorten, wird aber gelegentlich auch auf andere Sorten übertragen. Der Zigarettentäfer ist ein so großer Tabaksfreund, daß er sowohl im unverarbeiteten Tabak, d. h. im Kau-, Pfeifen- und Zigarettentabak, ebenso gern lebt, wie in der bereits fertig verarbeiteten Zigarette, doch ist sein Auftreten glück- licherweife höchst selten, woher es auch kommt, daß man chn erst so spät entdeckte. Sein Aussehen ist das eines zusammengerollten. zylindrisch geformten Körnchens, das sich in feiner Farbe vom Tabak fast gar nicht abhebt. Auch feine Eier, Larven und Puppen trennen sich nicht von dem geliebten Tabak, so daß der Käfer, wenn er nicht das Pech hat, entdeckt zu werden, sein ganzes Leben ununterbrochen im Tabak zubringen kann. Außer im Tabak findet man den Ziaarettenkäser auch im Cayennevfefser und im Rkmbarber, wie auch in anderen Drogen und im Reis, manchmal auch zwischen ge- trockneten Feigen. Mit großer Vorliebe hält er sich außerdem in allen Herbarien auf, wo er oft böse Zerstörungen anrichtet. Wfr- Frü hja nrs modc r /T'H Maasscn lcip2iqer5tn42/5±eMarkqrafen5h:»Qranienstc165�m0ranienplaiz. Und wem einmal.,. das Geld nicht rcichl. kautT man bei 1--U- Brunnenstraß© IjKottbuser Damm 103 Frankfurter Alle© 350 i Charlottbg., Scharrenstr. 5 Huf bequeme TeiSzahiung mit kleiner Anzahlung Herren-, Damen- und Klnder-Bekleldung Teppiche, Gardinen, Stores, Lauferstoffe Einzelmöbel, kompl. Wohnungs-Einrichtung. Niedrigste Preise! Begy ernste Raten!