Nr. 20042. Jahrg. Ausgabe A nr. 104 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Pfennig, monatlich 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied Jung und Kleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenstimme" erscheint mochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpeltige Nonpareille geile 70 Pfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedrudie Bort 20 Pfennig ( zuläffia awei fettgedruckte Worte). jebes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengefuche das erste Wort 10 Pfennig, jedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch. flaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. 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Jm preußischen Landtag stellte der wiedergewählte Ministerpräsident Otto Braun das von ihm gebildete Kabinett vor ist das gleiche, das schon Marg ernannt hatte und gab die angekündigte Regierungserklärung ab, deren Wortlaut wir an anderer Stelle wiederholen. es scheiden, ob die Wahl Hindenburgs auch eine Auslieferung| angenommen habe und das gleiche Kabinett unverändert dem Hause Preußens an die kommunistisch- deutschnationale Reaktion be- verstelle, so tue ich das deuten soll. Die Sozialdemokratie ist bereit, ihre Pflicht in Preußen zu erfüllen. Sie ist zu einer neuen Kraftprobe, zu einer Abrechmung in Preußen gerne bereit! eröffnet die Sigung 2 Uhr 20 Minuten. Der Landtag trat gestern wieder zusammen. Präsident Bartels eröffnet die Sigung 2 Uhr 20 Minuten. 2bg. Konrad Haenisch( Soz.), Regierungspräsident in Wies Das Haus ehrt zunächst das Andenten des verstorbenen baden, in der üblichen Beise. baden, in der üblichen Beise. Auf der Tagesordnung steht als erster Punkt die Entgegen nahme der Erflärung des Ministerpräsidenten. in der Erkenntnis, daß der sich nunmehr fast drei Monate hinziehenden Regierungskrise ein Ende gemacht werden muß. Ich bin mir wohl vewußt, daß es keine leichte, teine angenehme Aufgabe ist, an deren Lösung ich herantrete. Es ist wahrlich nicht das Streben, Minister zu sein, wie flägliche Gesinnung in den Kreisen meiner politischen Gegner mir unterstellt hat, das mich leitet. Rein, mich leitet Pflicht bewußtsein und das tiefe Gefühl das mich als mehrjährigen Leiter der preußischen Staatsgeschäfte der Verantwortung für die Geschicke des preußischen Volkes, erfüllt. Diese Regierungserklärung war teine übliche Aufzählung von Ansichten und Absichten, von Rückblicken auf getane und Ankündigung von neuer Arbeit. Sie war vielmehr in ihrem Haupteil eine Anprangerung der Krisenmacher, wie sie schärfer und deutlicher faum sein fonnte. Sie schenkte der Deutschen Volkspartei nichts, die die Dauerkrise durch Verlassen der Regierung hervorgerufen hat, deren Politik sie bis zuletzt mitgemacht und in allen Tonarten gepriesen hatte. Aber sie zeigte vor allem das grinsende Gesicht des deutschnational tommunistischen Blods" auf, der bisher jede Regierungsbildung verhinderte, ohne doch im der ungerer Wirtschaft wesentlich beitragen konnten. stande zu sein oder auch nur den Versuch gemacht zu haben, felbst eine Regierung auf die Beine zu stellen. Wütende Zwischenrufe der gestreichelten deutschnationalen Hindenburg- Berehrer bestätigten die Richtigkeit dieser Kennzeichnung. Die Hindenbürger in Preußen haben so oft mit den Ehrenhindenbürgern gefuhhandelt, so oft mit ihnen gemeinsam ein Ministerium niedergestimmt, daß sie die Tat fachen nicht gut ableugnen fönnen. Aber sie wollen von ihren Kampfgefährten nicht Unter den Linden gegrüßt werden. Sie wollen ihre Blodgenossenschaft nicht öffentlich ausgesprochen missen, zumal das Techtelmechteln bei Tageslicht an Reiz verliert. Aber die wütendsten Zurufe aus dem Hindenburg- Lager fönnen so wenig wie das Geschrei von den Moskaubänken die Tatsachen auslöschen, die offen vor aller Welt liegen. Tatsachen nur berichtete der Ministerpräsident, als er von der Sabotage und der Zerstörungsmut des deutschnational- tommunistischen Bloces sprach. Ministerpräsident Braun nimmt das Wort, dankt für das durch die Wahl bekundete Bertrauen und stellt dem Hause das neue Kabinett vor, dem angehören als Juftizminister Am 3ehnhoff, als Innenminister Severing, als Wahlfahrtsminister Hirtjiefer, als Kultusminister Dr. Beder, als Finanzminister Höpter- Aichoff, als Handelsminister Schreiber halle und als Landwirtschaftsminister Ste i ger. Es ist das gleiche Kabinett, das bereits der Amtsvorgänger bes jezigen Ministerpräsidenten, Herr Marg, am 18. Februar dem Landtag vorgestellt hat und das durch Ablehnung des Bertrauensantrages zurücktreten mußte. Ministerpräsident Braun dankt feinem Amtsvorgänger für die während seiner kurzen Amtstätigkeit dem Lande geleisteten Dienste und führt dann weiter aus: Wenn ich die auf mich gefallene Wahl Es war bis zum Anfang dieses Jahres unser Stolz, daß wir im Gegensatz zum Reiche und anderen Ländern Breußen vor öfteren Regierungskrisen bewahrt hatten und durch eine zuletzt 3½ Jahre währende konstante Regierung, die von einer festen Mehrheit im Barlament getragen wurde, zur Konjoudierung unseres staatlichen Lebens und zur Geſundung und zum Neuwahl des Landtags am 7. Dezember vorigen Jahres Neuwahl des Landtags am 7. Dezember vorigen Jahres gab wahrlich feinen begründeten Anlaß, jierin eine Aenderung eintreten zu lassen und auch über Breußen eine Periode der RegierungsPrisen herauszubeschwören. Diese Periode wurde heraufbeschworen durch die Deutsche Voifspartei, die die von ihr 3 Jahre lang getriebene und bis zur Wahl gebilligte und gelobte Politit nach der Wahl perhorreizierte. Die Es ist nun wochenlang versucht worden, eine aktionsfähige Regierung zu bilden. Die Parteien waren zum weitestgehenden Entgegenfommen bereit. Fort mit Stresemann! ,, Mit diesem Außenminister feinen Schritt weiter zusammen!" Die Deutsche Zeitung", das Sprachrohr des radikalen Boz allen Dingen ist es unumgänglich, daß das nahezu mystisch Nach all dem Vorhergegangenen ist allerdings taum Flügels der Deutschnationalen, veröffentlicht in auffälliger Auf gewordene Aide mémoire"( die Denkschrift) des Herrn Strese: damit zu rechnen, daß der Appell Brauns an des Staats- machung eine angebliche Zuschrift eines Diplomaten mann der Deffentlichkeit unterbreitet wird, damit sie diejen Staatsbewußtsein Erfolg haben und seinem Ministerium endlich Berbindungen unterhält, um hinreichend unterrichtet zu fein". pen der alten nationalen Opposition dies erfahren, damit sie sich alter Schule, der mit dem Auswärtigen Amt noch soviel mann in seiner ganzen Größe erkennt. Erst recht müssen die Grupeine gedeihliche Arbeit gestatten wird. Heute und morgen Heute und morgen Die Zuschrift verfolgt den 3med, den Sturz Strefe darüber flar werden, daß sie mit diesem Außenminifter keinen Schrift soll über die Regierungserklärung debattieren und dann am Mittwoch nächster Woche über ein Vertrauens- und Billigkeitsmanns herbeizuführen. votum abgestimmt werden. Sollte der deutschnational- kommunistische Antiregierungsbloc auch dann wieder die Arbeit verhindern wollen, jo bliebe nichts anderes übrig als ein neuer Appellandie Wähler, also Auflösung des Landtages, der durch die Zerstörungswut der deutschnational- kommunistischen Rorporation arbeits unfähig gemacht wurde. Ihr Verfasser mag wirklich ein Diplomat alter Schule" fein. Denn seine Zuschrift ist eine Must erleistung der 3ntrige, wie sie zu Zeiten des Kaiserreichs in allen Aemtern und zwischen allen Aemtern ihre Fäden spann. Der hinreichend unterrichtete Diplomat alter Schule" stellt zunächst fest, daß im Auswärtigen Amt der Plan des Garantiepafts mit zähem Eifer weiter verfolgt wird. Nach feiner Unterrichtung geschieht das aber nicht aus fachlichen, aus persönlichen Gründen. Denn: fendern natürlich! Augenblicklich scheint den Deutschnationalen, die wie im Reichsblod so auch im preußischen Oppositionsblod die„ Füh. rung an sich gerissen" und die Bolkspartei an die Band gerüdt quetscht haben, der Kamm geschwollen zu sein, weil sie mittels gemeiner Flugblattfälschungen und hundsgemeiner" Agita tion ihrem Präsidentschaftskandidaten zu einem Minderheitsfiege verhelfen fonnten. Sie vergessen in ihrer Siegesstimmung aber ganz, daß selbst bei der Stimmungswahl, die durch den Nimbus ihres Kandidaten beeinflußt wurde, die Hindenburg- Stimmen in Preußen hinter denen des republikanischen Kandidaten zurückgeblieben sind. Sie vergessen ganz, daß bei einer Neuwahl zum Landtag, bei der über Parteien, nicht über einen Heldennimbus, abgestimmt wird, in Preußen ein wesentlich anderes Bild herauskommen wird, als bei der Wahl am letzten Sonntag, da die Unpolitischen den unpolitischen General wählten. Wenn der deutschnational- fommunistische Block also weiter wie bisher die Arbeit der verfassungsmäßig gewählten Regierung verhindert, dann wird diesmal der Appell an die Wähler den Ausmeg aus einer Sackgasse öffnen. Unsere Genossen, die im letzten Wahlkampf mit nie ermüdendem Eifer gearbeitet haben, um der Republik einen republikanischen Präsidenten zu sichern, sind durch die Wahl des Monarchisten Hindenburg nicht entmutigt. Sie stehen bereit, den Kampf um Preußen aufzunehmen und der deutschnational- tommunistischen Brüderschaft ein Ende zu bereiten! Die Reaktionäre von rechts und links spekulieren auf die Bahlmüdigkeit! Diese Spekulation fann nicht verfangen. Der Rampf um Breußen ist auch ein Kampf um die Sicherheit der Republik! Bollen die borussisch- russischen Berbündeter ihr Spiel fortsetzen, nun mohlan, dann mögen die Wähler entIn dem Augenblid, wo die Regierung von dem Plane ab: rückt oder ihn so bepadt, daß er offensichtlich unaus. führbar wird( Diplomatie alter Schule. Reb. d.„ V."), ist es um Herrn Strejemann geschehen und er wird dann eine so schwere Miederlage erlitten haben, daß seine Stellung unhaltbar geworden ist. wird perneint. Es wird dann die Frage aufgeworfen, ob Herr Stresemann mit dem Reichskanzler, Herrn Luther, einig sei. Diese Frage Es wird behauptet, Stresemann habe den Reichskanzler von seinen Plänen nicht unterrichtet, er habe persönliche Politit auf eigene Faust" getrieben. Der Reichsfanzler habe mur später in unbestimmten Aeußerungen„ eine Deckung seines Außenministers vorgenommen, und zwar lediglich, um die Koalition nicht vor der Präsiden tenwahl in die Brüche gehen zu lassen". Also, nach der Präsidentenwahl soll sie in die Brüche gehen. Zu diesem Zweck erläßt der Diplomat alter Schule" folgende Kampfansage: Man wird wohl die Zurückhaltung verstehen, die die natio nale Presse(!) sowie die hinter ihr stehenden politischen Gruppen während der Präsidentenwahl in dieser Frage be obachtet haben, aber nun ist es an der Zeit, damit zu brechen und den nicht vermeidbaren Kampf um die Person des Urhebers dieses reichsgefährlichen Planes zur Entscheidung zu bringen. Dies scheint um so mehr geboten, als das Auswärtige Amt mit einer Zähigkeit, die für das politische Urteil der beteiligten Leute höchst bedenklich ist, an Herrn Stresemanns Plan weiterarbeitet. Hier muß reiner Tisch gemacht werden, damit es nicht wie im Falle der Domes- Geseze geht, daß das Ausmärtige Amt vollendete Tatsachen schafft, die nachher von den Barteien, auch der Rechten, als zwangsläufig wirkend angesehen werden. weiter zusammengehen dürfen. Damit wird der volksparteilichen Presse, die naturgemäß die Politik ihres Führers unterstützt, die Zugehörigkeit zur nationalen" Presse abgesprochen. mußte es tommen!" Der Außenminister der Rechtsregierung und polksparteiliche Führer Stresemann wird als Urheberreichs= gefährlicher Biän e" gekennzeichnet. Es ist also nur fonfequent, wenn„ reiner Tisch" gefordert und erklärt wird, mit diesem Mann tönne man feinen Schritt weiter zufammengehen". Die„ Deutsche Zeitung" ist nicht nur das Organ des Abg. v. Freytagh Loringhoven, sondern auch das Lieblingsblatt des Reichsinnenministers Schiele, der ihm neulich zu einer Jubiläumsnummer einen Festartikel voller Lobpreifungen geschrieben hat. Es wird damit endlich flar, wovor„ Hindenburg, der Retter," uns retten soll. Bor Stresemann! kein Wechsel der Reichsregierung. Offizieller Beschluß des Reichskabinetts. Das Reichskabinett trat gestern abend zu einer Sigung zusammen, um die politische Lage zu erörtern. An der Sihung nahmen, wie amtlich gemeldet wird, fämtliche in Berlin anwesenden Reichsminister teil, bis auf Minister Dr. Stresemann, der durch krankheit am Erscheinen verhindert war, dem Kabinettsbeschluß jedoch nachträglich beitrat. Es wurde Uebereinstimmung darüber festgestellt, daß das kabinett aus Anlaß der Neuwah! des Reichspräsidenten nicht zurüdtreten werde, da ein verfassungsrechtlicher Grund hierfür nicht vorliegt. Der Reichskanzler erstattete über seine am Bormittag staffgehabte Unterredung mit dem fünftigen Reichspräsidenten dem Kabinett Bericht. * Amtlich wird gemeldet: Reichskanzler Dr. Luther hat gestern den erwählten Reichs. präsidenten v. Hindenburg aufgesucht, um mit ihm die die Amtsübernahme betreffenden Fragen zu besprechen. Bei dieser Gelegenheit hat auch der erste politische Meinungsaustausch über die michtigsten schwebenden Fragen stattgefunden. Die linterhaltung hat volle lebereinstimmung ergeben. Alle diese Versuche find gescheitert cm der Sabotage und der Zerstörungswut des deutschnational-kominunisti» scheu Blocks. Dieser Block hat bisher jede Regierung gestürzt. jede nach Lage der parlamentarischen Verhältnisse und der politi« scheu Einstellung der maßgebenden Parteien mögliche Kombination zum scheitern gebracht. In jedem parlamentarisch regierten Lande gilt es als s e l b st o e r st ä n d l i ch, daß die Parteien der O p p o s i- t i o n. die eine Regierung mit Mehrheit stürzen, die Pflicht haben. eine neue Regierung bilden, daß sie die Verantwortung für das Zustandekommen einer solchen neuen auf ihre Mehrheit ge- stützten Regierung tragen. Die Parteien des deutschnational-kommuaistischen Block» haben wohl einmütig jede Regierung gestürzt. Sie sind einig im Zerstören, aber sie haben bisher noch leine ans ibre Mehrheit gestützte Regierung zu bilden vermocht! Sie haben nicht einmal den Versuch dazu gemacht, denn man hat noch nicht gehört, daß die Parteien, die diesen Block bilden, Deutschnationale. Deutsche Volkspartei, Völkische. Wirtschaftspartei und Kommunisten sich jemals zusammengefetzt hätten, um die Bildung einer neuen, von ihrer Mehrheit getragenen Regierung zu verein- baren. So einmütig, wie sie im Zerstören sind, so unfähig sind sie zum Ausbau. Damit ist bewiesen, daß diesem Oppositionsblock lediglich destruktive Tendenzen innewohnen und in seiner parlamen. tarischen Tätigkeit leiten. Eine solche destruktive Politik aber muß. wenn sie sich längere Zeit in unserem politischen Leben auswirkt, die s chw ersten Schädigungen für unser Staatswesen und unsere Wirtschaft zur Folge haben. Es sind ja wohl in diesem Block der Opposstion auch Kräfte vorhanden, die diese Schädigung wollen, die bewußt auf eine Kata- strophe hinarbeiten, weil sie hoffen, in einem allgemeinen Chaos am ehesten ihre Parteiziele verwirklichen zu können. Von der Mehrheit der Oppositionsparteien darf ich aber wohl annehmen, daß sie bestrebt sind, positioeAusbau- arbeit zum Besten unseres Landes zu leisten. Und daher habe ich die Hoffnung, daß auch in den Oppositionsparteien die Erkenntnis wachsen wird, daß die destruktive Politik des deutschnational-kommu- nistischen Oppositionsblocks letzten Endes unserem Lande und unserem Volke zum Verdorben gereichen muß und daß sich daher hinreichend Kräfte zur positiven Arbeit mit der Regierung wieder zusammen- finden werden. � Erwarten Sie nicht, daß ich 9hnen für diese Arbeit ein Pro- gramm der Regierung entwickele. Das Volk will nicht Worte, sondern Taten. Zur Tat bin ich und das gesamte Kabinett bereit. Ich werde die Staalsgeschäsle nach den Grnadsäheu leiten, die sich in den letzten 3'A Jahren meiner Ministerpräsidenlschast bewährt haben. Die politischen Richtlinien, die der Politik der großen Koalition zugrunde lagen, werden auch weiterhin für das Kabinett wegweisend sein. Für die nächsten Aufgaben, deren Lösung drängt, mache ich mir im wesentlichen das Programm zu eigen, das mein verehrter Herr Amtsoorgänger am 18. Februar d. tl. vor dem hohen Hause entwickelt hat. Dieses Programm ist auch das Programm der neuen Regierung, die ihre ganze Tatkraft einsetzen wird, um es zum Wohle unseres noch immer schwer ringenden Volkes zu verwirklichen. Dafür bitte ich um Ihre Billigung und Mitarbeit. Die Rede des Ministerpräsidenten wurde fast unausgesetzt von lärmenden Kundgebungen der Kommuni st en und der Deutschnationalen Volkspartei begleitet. Die Kommu- nisten empfingen den Redner mit stürmischen �Amnestie'-Rufen. Die Rechte demonstrierte mit Lärm und Gelächter, als der Redner seinem Amtsvorgänger den Dank aussprach. Als er erklärte, ihn leite ledig- lich Pflichtbewußtsein, wenn er sein Amt übernommen habe, ertönte der Zuruf:„Leichenrede!'. Hierauf vertagt sich das Haus unter großer Unruhe den Vor- schlügen des Aeltestenrates entsprechend aus Mittwoch 12 Uhr: Besprechung' der Regierungserklärung. Schluß 2% Uhr. Abstimmung am 6. Mai. Der Aeltefleorak des Landtages beschloß am Dienstag vor der vollsihuag, daß die Dienelagsflhung nach der Regleruags- rrkläruvg Broun sofort vertagt werden soll. Am Mittwoch vnd Vonnerstag soll die Besprechung der Regiernngserklärung stattfinden: es soll dann eine Pause eintreten bis Dienstag einschließlich. Am Mittwoch nächster Woche soll die Abstimmung über die Regierungserklärung bzw. über die zu ihr gestellten An- träge vorgenommen werden. Zlucht aus Italien. Von Walther G. Oschilewski. An einem mit Schnee und Eis behangenen Tage flohen wir aus den Fabriken der Großstadt. Das Blut tanzte schon lange in den Adern und ward zu einer feuriaen Wolke, die über Unserem un- ruhigen Herzen stand. Die Sehnsucht nach fremden Ländern, Frei- heit, nach kühnen, ungenannten Himmeln hatte uns krank gemacht. Die Haut wurde schläsfer; wie die Grinden der Gebirge, so hing sie uns am Fleisch, unter den Augen dunkelte es wie Moos—. Ja, endlich spien wir die Stadt aus uns heraus. Eine geheime Macht riß uns nach Süden. Wir wußten eigent- lich nicht, warum. Es war ja auch ganz. gleich, nur hinaus! Es wartete ja so viel dort draußen. Heber die Berge sprang mit Harfen und herrlichen Gewürzen der Frühling. Als wir aus den Tiroler Bergen kamen, darauf noch der Schnee wie erfrorene Schmetterlinge lag und die Wildbäche in die Töler sausten, noch weiter südwärts, da lag die Ebene vor uns: das feurige Land Italien. Süß und duftend hing die Sonne zwischen den Wolken, und durch den Himmel fuhren die Tauben, und auch die Bienen brausten saftiger als bei uns im Sommer. Aus den Gärten roch es nach Feigen und Orangen, und die Mondelbäume blühten ganz zauberisch. Wir waren nun schon einige Wochen unterwegs, aber es war uns, als seien es Jahre gewesen. Italien ist eine schöne Frau, die 'stis aber sehr ferne war. Wohl köstlich anzuschauen, ihre Augen waren wie die Früchte des heiligen Granat, ihre Haut wie Alabaster. und in ihren Haaren duftete die Myrthe, heilig und rein. Aber sie gab uns die ersehnte Gesundheit nicht: ihr Atem pestschte nur das Blut noch mehr, prahlend mit ihren Schönheiten, gelüstete es ihr nach unserem Untergang. Wein! oder sterben— so riß sie uns in ihr heißes Fleisch. Es kam kein Regen, der uns kühlte, es kam kein Wind, der uns Gestalt und Haltung gab. Nur der Wein troff»us den Bäumen und machte uns verloren und sehr müde. Enttäuscht wollten wir wieder zurück in die Heimat eilen. Der Norden erschien uns mit einemmal doch näher. In dem trunkenen Blau der Nächte erinnerten wir uns, wie wir vor Iahren einmal am Meere lagen und der Fels wie eine Muschel tönte, der Sturm über das Land zog und alles herb> männlich und des Trotzigen voll gewesen war. Jetzt dampften tpe süßen Gerüche über unseren Häuptern, warm fing sich die Wolke darin— wir waren schon allzu satt. Nichts war mehr, was uns lächeln machte. Keine Gefahr drohte— die Bettler und Tagediebe schliefen in den Gräben. Nur der Zucker raikn in den Gärten. Noch eine Gewatt blieb uns: wir wollten dem helligen Franz begegnen. Es war uns noch säuerlich im Munde von den Falschen und Schamlosen, die in den Städten und Kirchen hausten und der Menschen Ehre und Freiheit verrieten für Geld und Thron. Auf der Landstraße, die am Rande des Apennin vom Trasimenischen See nach der kleineren Stadt Assisi in Umbrien führte, sollte er manchmal sitzen. Immer noch wie vor 700 Iahren küßte er dann Aussötzige und Arme, Blume und Stern, unbeschreiblichen Jubels zu Auflösung? Sitzung des Interfraktionellen Ausschusses. Der Interfraktionelle Ausschuß des Landtages aus Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten hielt am Diens- tag nachmittag eine anderthalbstündige Sitzung ab. Die Parteien waren sich darin einig, daß man das Kabinett Braun mit allen Mitteln stützen wolle, und daß man zu diesem Zwecke alle verfassungsmäßigen Mittel an- wenden wolle. Gegebenenfalls können auch eine Auflösung des Landtages in Frage kommen. Zunächst will man das Ergebnis der für Mittwoch und Donnerstag angesetzten Aussprache zur Regierungserklärung abwarten und danach die zu treffenden Maßnahmen ein- richten. Die Demokraten vertreten den Standpunkt, daß das Kabinett durch die Wahl am 3. April das Vertrauen bekundet erhalten hat; die Fraktion werde sich deshalb mit einer Billigungserklärung zufrieden geben. Die Sozialdemokratische Fraktion ist bereit, auf der vom Ministerpräsidenten Braun vorgezeichneten Grundlage weiterzuarbeiten, sie würde aber auch vor der Auf- lösung nicht zurückschrecken. Das Zentrum will, wie verlautet, erst die Rückkehr von Marx, die für Donnerstag erwartet wird, abwarten, ehe es endgültig zu der Frage der Auflösung Stellung nimmt. Immerhin ist ein Artikel der„G e r m a n i a' für die Stimmung im Zentrum bezeichnend. Die„Germania" schreibt: Wir werden bei unserer bisherigen Politik bleiben. Wenn das Ministerium Braun bei der Abstimmung keine Mehrheit erhält, bleibt nichts anderes übrig, als den Landtag aufzu- lösen. Wir fürchten die Auflösung nicht, denn die Landtagsfraktion der Deutschnationalen setzt sich nicht aus lauter Hindenburgs zu- fammen, und mit Leuten wie Schlange-Schöningen, von der Osten usw. werden wir in Preußen schon fortig kberden. Für den Fall, daß der Preußische Landtag aufgelöst wird, nennt man als Tag der Neuwahlen den 11. Juni. Auch in Zentrumskreifen bereitet man sich schon auf Neuwahlen vor. * Auch die Rechtsparteien traten am späten Nachmittag zu einer Sitzung zusammen, um die Richllinien für«in gemeinsames Vorgehen in Preußen zu besprechen. Die einzelnen Vertreter werden nunmehr ihren Fraktionen über dies« Besprechung Bericht erstatten. Der 5all �ö'fle. Beratungen der Zentrnmsfraktion. Die Zentrumsfraktion des Landtag» besprach gestern den Fall H ö f l«. Das Gutachten der Gerichtsärzte soll bekanntgegeben werden. Danach soll, wie wir hören, es aus- geschlossen sein, daß die Todesursache im übermäßigen Gebrauch von Schlafmitteln zu suchen ist. Höfle soll in voll- ständig entkräftetem Zustande im Krankenhaus eingeliefert sein. Seine Gattin sei erst durch Mitteilungen eines untersuchenden Privat- arztes benachrichtigt worden, nicht von der Gerichtsbehörde. . vor üem Umfall!- Deutschnationale und deutsch-spanischer Haudelsvertrag. Von unterrichteter Seite wird gemeldet: „Ueber die Stellung der Reichstagsparteien zum spanischen Handelsoertrage erfahren wir. daß die letzte Abstimmung im Ausschuß, die bekanntlich zur Ablehnung des Vertrages führte und die eigentlich eine Zufallsabstimmung mar, noch nicht die endgültige Stellungnahme der einzelnen Fraktionen bedeutet. In parlamentarischen Kreisen wird angenommen, daß, wenn es der Regierung gelingt, bei den Handelsoertragsverhand- lungen mit Frankreich gewisse Vorteile zu erzielen, der Beschluß des Ausschusses noch einmal überprüft werden wird. Für die Neinsager ist bekanntlich die Tatsach« mitbestimmend gewesen, daß Gottes Gnade voll. Denn Gott war ja überall: im Reh, das er fütterte aus seiner Hand, wenn kaum die Glocke ertönet war. im Morgen, in den Käfern und Vögeln, die sich in seinen Mantel nisteten, und in den Müttern, die er segnete mit ihren Kindern und mit ihnen stille ward im irdisch-göttlichen Gebet. Wie eine feurige Mandel hing sein Wort an den Lippen seiner Jünger. Quelle der Armen und Beladenen, Herr und Meister, allen die da glaubten. Wöhrend die Dominikanermönche im Südfranzösischen mit Dogmen, mit den Waffen der Inquisition und den Scholastischen Irrlehren die. christtiche Lehre verunreinigten und letzten Endes aus Roms Seite ständen, predigte der heilige Franz von Assisi das wahre Christentum in geistiger Freiheit und ward nicht müde, hinzuweisen auf das innerliche Herz, das Gott lobsingt in ledem Menschen und allem Gewürm. Aber wir fanden ihn nicht. Schon dunkette es wieder in unseren Herzen. Herrliche Tage quollen im Saft. Aber wir wußten. Großes starb und ist Staub und dennoch warten die Völker: wir kehrten heim, im Norden jagte der Wind über die Aecker, auch hier blühet und wird zur Frucht, was einst gesäet ward— werkfroh zogen wir wieder in die Stadt. Mtrussilcher und neuwienerifther Tanz. M i ch a i l F o k i n gitt als der Erneuerer des russischen Balletts. Manche nennen ihn sogar einen Mstschöpfer der modernen Tanz- kunst. Durch seine über fast alle Kulturländer ausgedehnte Wirksam- kest hat er sich einen Wettruf geschaffen. Wir sahen ihn jetzt auf der Bühne des L e s si n g- T h e a t e r s. wo er in Gemeimchost mit seiner Gattin und Schülerin Vera Fotina eine Reihe seiner berühmtesten Tanzszenen und Cinzeltänze vorführte. Sie brachten uns keinerlei Offenbarung. Es sind im wesenllrchen die asten, im zaristischen Rußland gepflegten Künste. Die erste Szene, im preziösen, zierlichen, anmutig neckischen Rokokostil war— wenn man dies verblaßte Genre überhaupt gellen lasten will— gut« Pantomime, vom alten Ballett nur durch dos Kostüm und einige schauspielerische Realisttk unterschieden. Die zweite Szene, eine Art Verführung des heiligen Antonius, seriöser Stoff in oberflächlich spielerischer Form, ungenießbar. Als Ballettänzer ist Fokin zu schwer, als moderner Tanzer, der er zuweilen sein will, mangelt ihm die seelische Ausdrucksfähigkett. Sein Tanz ist nie Gestattung inneren Erlebens, sondern stets Schaustellung für das Publikum: Seht, was für ein schöner Mann ich bin! Bewundert meine Entrechats! Die tänzerischen Leistungen seiner Partnerin kommen kaum in Betracht. Munteres Temperament mit mittelmäßiger Technik. Bei beiden manche effeltvolle Einzelheit, die das Publikum in Sttmmung brachte:«in Messertanz Michails, Veras Zigeunertanz und der nie oersagende„Sterbende Schwan', den Fokin einst sür die Pawlowa komponiert hatte. Das Ganze kein Schritt zu neuen Zielen, sondern erfolgloser Wiederbelebungsversuch an einer abgestorbenen Kunst. Im„Theater in der Königgrätzer Straße' führt allabendlich die Wiener Gruppe der Gertrud Boden wieser in Wedekinds„Franziska' einige Tanzchöre auf. In einer Matinee gab sie weitere Proben ihrer Kunst. Diese Kunst ist echt wienerisch. Sinnlich reizvoll, flott, geschmackvoll, liebenswürdig. Als Gruppen- leistung stets von sicherem Können, wenn auch die Technik einzelner die französischen Verhandlungen durch eine fertige Tatsache Spanien gegenüber ungünstig beeinflußt werden könnten." Die Partei, durch die der Vertrag im Ausschuh zu Fall gebracht wurde, ist die d e u t s ch n a t i o n a l e. Wie aus dem Bericht her- vorgeht, berestet die deutschnationale Partei ihren U m s a l l vor. Sie oerfolgt damit dieselbe Taktik wie bei den Verhandlungen über f den Handelsvertrag mit Siam. Aus parteipolitischen Motiven demagogischer Art schädigt sie das Ansehen des Reiches, die deutsche Außenpolitik und den deutschen Außenhandel. Zum Toöe Konraö tzaenisch'. Ein amtlicher Nachruf. Der Amtlich« Preußische Prestedienst schreibt: Staatsminister a. D. Regierungspräsident Dr. b. c. K o n r a d H a e n i s ch ist nach schwerer Krankheit gestorben. Haenisch war— nach der kurzen Periode der Volksbeauftragten— der erste K u l- t u s m i n i st e r des Freistaates Preußen. Er hat dieses Amt mit tiefster innerer Anteilnahme und mit dem starken leidenschaftlichen Interesse, mit der Liebe zu jeder Kulturarbeit am Volke verwaltet, die dem Wesen dieses Mannes entsprach, der seine Lebensarbeit darin sah, die im Volke schlummernden Bildungsideale zu weckin und zu formen und auchdenMassendesVolkes den Eintritt in die Hallen klassischer und moderner Kultur zu erschließen. Seiner impulsiv- warmen feingeistigen Menschlichkeit und per- sönlichen Aktivität entsprach es auch, daß er sich bis in die letzten Tage seiner Amtstätigkeit hinein darum bemühte, durch persönliche Füh- lungnahme mit den Studentenschaften der deutschen Hoch- schulen in der heranwachsenden akademischen Generation um Ver- ständnis für Wesen und Form des neuen Staates zu werben und die Einsicht in die Notwendigkeit einer Eingliederung gerade der intellektuellen Kreise in den großen Rahmen der Volksgesamtheit wachzurufen. Seine Derdienste um das deutsche Hochschulwesen in der Zeit schwerster wirtschaftlicher und geistiger Rot ehrte, neben manchen anderen Auszeichnungen, die ihm zuteil wurden, die U tri versität Frankfurt a. M. durch die Verleihung des Ehrendoktors. In den letzten zwei Iahren hat er im b e s e tz t e n G e b i e t auf schwierigem Posten und an verantwortungsvoller Stelle dem preußi- schen Staat in seiner Eigenschaft als Regierungspräsident in Wies- baden wertvolle Dienste geleistet. konraü Haenisch' letzter Srief. Ein Parteigenosse, der auf die Nachricht von Konrad Haenisch' Erkrankung ihm brieflich die besten Wünsche für seine Wiederherstellung ausgesprochen hatte, erhielt, wenige Stunden vor dem Eintreffen der Todesnachricht, noch einen längeren Brief, den Genosse Haenisch am Wahl- sonntag vom Krankenlgger aus diktiert hatte, und aus dem er uns folgende Zeilen zur Verfügung stellt: „Haben Sie herzlichen Dank für Ihre teilnehmenden Zeilen. Leider ist die Meldung des„Acht-Uhr-Abendblattes' richtig: Mitten aus dem besten Wahlkampf heraus bin Ich durch eine schwere und fieberhafte Venenentzündung, die das ganze rechte Bein erfaßt Hot, aufs Krankenlager geworfen worden. Mit großen Schmerzen hatte ich noch eine Reihe von Versammlungen abgehallen und dadurch den Zustand verschlimmert. Ich siege schon reichlich 14 Tage fest und muß nach dem Urteil der Aerzte noch auf mehrere weitere Wochen strengster Bettruhe rechnen. Wegen der oyrhandeiien Trombosen- bikdüng ist bei jeder Bewegung mit Herzschlag, erzeugt durch Emboli«, zu rechnen. Ste tonnen sich denken, wie schrecklich es mir ist, heut« nicht zu wählen, vor allem aber nicht zum Landtag kommen zu Können... ich bin über diese Möglichkeit ganz verzweifelt und könnte heulen. Aber, was würde selbst der Versuch, ttotz alledem nach Berlin zu fahren. Helsen? Ich würde ja nicht bis ins Reben- zimmer kommen. Es war lediglich die Ueberan strengung in den W a h l k ä m p f e n, die mir dies Leiden zugezogen Hot. Schon im letzten Herbst war der Fuß krank, ich war trotzdem in den Wahl- kämpf und dann ständig zum Landtag nach Berlin gefahren, bis mir dann der neue Wahttampf den Rest gegeben hat... Mit besten Grüßen an Sie und alle die, die meiner freundlich gedenken. Ihr Konrad Haenis ch.' Tänzerinnen nicht einwandfrei erscheint. Durch eigenpersönlicbe Ausdrucksformen aus der Menge hervorragend: Lisi Ri n a l di n t. In einigen Grotesken und im extatischen„Tanz um das golden« Kalb', der Motiv« eines Tanzchors aus„Franziska' wiedeihvit, äußerlich eindrucksvoll. Für ernstere und tiefere Aufgaben nicht zuretchend, well zu kleines Format, zu spielerisch gefällig. Niedliche Dämonen, fesche Gespenster. Am stckrksten wirksam und in ihrer Art unübertrefflich im Straußschcn.Walzer und Marsch. Alles in allem: kultivterte, sympathische Leistungen von oft mehr malerischem als rein tänzerischen Reiz. Für die Emporwuchiung der szenischen Kunst zu neuen strengen rhythinischen Formen kaum antoenöbar, aber wertvoll als belebende Elemente des heute herrschenden Bühnen- stils. Jo h n S ch i k o w s k i. „Lachen links' im neuen Gewände. Unser republikanisches Witzblatt„Lachen links" hat mit seiner neuesten Nummer einen erfreulichen Schritt vorwärts getan. Das Blatt erscheint jbtzt in zweifarbigemOfssetdruck. durch die ganze Nummer farbig geHallen. Trotz der Verbesserung der Ausstattung tonnte dabei durch Steigerung der Auslage eine Ermäßigung des Preises von 25 auf 20 Pf. durchgeführt werden. Das neue Druckverfahren, das sich auf die modernsten Mittel stützt, ermöglichte aber noch ein westeres: eine gewattige Beschleunigung derHerstellung. ja daß sich die neueste Nummer in frischester Aktualität präsentiert. Besonders das Titelblatt, das auf das Wahlergebnis Bezug nimmt und nach einem bekannten Fllmplakat Hindenburg als„Letzten Mann' der Reaktion zeigt, ist ein politischer Schlager ersten Ranges. Auch in der ausländischen Politik,, in der Behandlung der Ereig- niste in Bulgarien, Frankreich usw. zeigt sich dos Blatt auf der Höhe der Situation. Eine interessante Karikawrenschau des Auelandes belehrt uns darüber, wie sich die Weltmeinung zur Wahl Hinden- bürg? stellt. Auch die Beilage hat als„Lachen von ebedem' ein neues Gesicht gewonnen.„Lachen links' ist heute in Deutschlano zugleich das billigste und aktuell st«Witzblatt. Es� gehörk in das Haus jedes Republikaners. Die Jnkernaflonale Ausstellung für angewandte Kunst wurde in Paris am Dienstag nachmittag um 3 Uhr durch den Präsidenten der Republik feierlich eröffnet— einen Monat später, als ursprünglich geplant war. Außer den Mitgliedern der Regierung und den Per- rretern der ausstellenden Länder nahmen etwa 4000 Personen an dem Festakt teil. Auf die Eröffnungsrede folgte ein feierlicher Umzug durch das Ausstellungsgelände. Damit ist die Ausstellung zwar ofliziell erösinet, ober noch keineswegs fertiggestellt. Darüber dürfte vielmehr noch ein weiterer Monat verstreichen. ver hollSodijche Schall spleler Conl« Doawmeester ist. 80 FaSre all. in Amsterdam gestorben. Er stand der Arbeilerbedoegung nabe und bat sich als Darsteller in den Dramen HeijermanS besonders ausgezeichnet ErSffnuag de» fran,Sflscheu Znstitvi, 1» volro. Im Kaiinpsaal der Staatsbeamien in Warschau fand die seierliche Erösinung deS iranwiilchen slnstitutS in Polen statt. Kultusminister Stanislaus Grabsti eröffnete die Periammlung und übergab dem sranzöstschen Botichaster in Wacichau. de Panaiieu, den Vorsitz. Darauf wurden einige Festreden gehab nr Unter anderem svrachen Augenminister Skryczwli. Kultusminister Grabski und der Botschafter de Panaiieu. Wie in all den Jahren, m denen der immer fugendllchc und tatbereite Idealist bosnisch für den Sozialismus und seine politischen, ganz besonders auch seine kulturpolitischen Ideale gekämpft hat, hat er, schon ein kranker Mann, seine Pflicht unter Nichtachtung der Lebensgefahr, bis zum Letzten getan. bis es ihn auf das Schmerzenslager warf, von dem er nicht wieder aufftehen sollte. öeileiö ües stellvertretenüen Reichspräsidenten. Der Stellvertreter des Reichspräsidenten hat an Frau Haenisch folgendes Beileidstelegramm gesandt: „Anläßlich des schweren Verlustes, der Sie durch das früh- zeitige Dahinscheiden Ihres iserrn Gemahls betroffen hat, spreche ich Ihnen meine aufrichtige Tellnahme aus. Die Verdienste, die sich der Verstorbene namentlich als preußischer Minister für Wissen- schaft, Kunst und Volksbildung und als Regierungspräsident er- worden hat, sichern ihm ein ehrendes Andenken Dr. Simon s, Stellvertreter des Reichspräsidenten. Ministerpräsident Braun hat im Namen der preußischen Staatsregierung an Frau chaenisch in Wiesbaden folgendes Bei» leid stelegramm gesandt:„Anläßlich des Todes Ihres hoch- verehrten Gatten, der als Wissenschaftsminister und zuletzt als Regierungspräsident in Wiesbaden dem preußischen Staat wertvolle Dienste geleistet hat, spreche ich Ihnen und Ihrer Familie namens der preußischen Staatsregierung meine innigste Teilnahme aus." * Groß und aufrichtig ist die Trauer aller Freunde der HeimkehrDeutschö st erreich? in? Deutsche Reich um Konrad chaenisch, der zu den Vorkämpfern dieser wahren Volksbewegung gehörte und oftmals in großen Anschlußkund- gedungen gesprochen hat. öeerüigung am Jreitag. Wiesbaden. 28. April.(Mtb.) Die Beerdigung des verstorbenen Regierungspräsidenten Dr. H a e n i s ch erfolgt am Freitag nachmittag auf dem hiesigen Nardfriedhof«. Am Vormittag des gleichen Tages findet im hiesigen Regierungsgebäude eine Trauerfeier statt. Regierung gegen Jnflationsgewinnfteuer. Eine Tenkschrift der Neichsregierung. Der Reichsfinanzminister v. Schlieben hat soeben dem Reichstag die von diesem geforderte Denk» schrift über den Ausbau der Besteuerung von Inflationsgewinnen vorgelegt. Um gleich das Er- gebnis der langen Ausführungen vorwegzunehmen, fei fest- gestellt, daß die Reichsregierung eine verschärfte einheitliche Besteuerung der Inflationsgewinne ablehnt. Sie be- gründet das mit technischen und sachlichen Bedenken. Dabei erkennt sie jedoch on, daß tatsächlich Geldentwertungsgewinne erstrebt und erzielt worden sind. Dagegen glaubt sie nicht. über die kümmerlichen Ansätze, die in"der dritten Steuernot» Verordnung, in der Hauszinsstcuer und in ähnlichen Gesetzen enthalten sind, hinaus eine Erfassung der Inflationsgewinns vertreten zu können. Das Ziel, den Dermögenszuwachs über- Haupt zu erfassen, werde sich e r st dann wirklich erreichen lassen, wenn feststeht, daß die Aufwertungsfrage endgültig und unabänderlich gelöst und allen Wirtschaftsgütern ihr M:a t ü rl i ch e r Wer T zurückgegeben jei. Sie werdir-erst dann, wenn sie überhaüvt technisch durchführbar sein sollte, möglich sein, wenn auch die Mietzinsbildung wieder frei und die deutschen Anlagewerte der weichenden Wirtschaft wieder voll genutzt sind. Das ist eine ganz klare Absage gegenüber jedem Versuch, die kiesigen, in der Inflation entstandenen Ver» mögen zu den steuerlichen Lasten des Reiches und zur Für» sorge für die Jnflationsopfer heranzuziehen. Diese Absage ist um so erstaunlicher, als die jetzige Reichs» regierunG ihre Existenz zu einem guten Teil sener Aufwer» rungspropaganda verdankt, mit der die Deutschnationolen bei den letzten Reichstagswahlen gearbeitet haben. Nachdem sie nun einmal erklärt, eine allgemeine Aufwertung nicht wesent- lich über die in der dritten Steuernotoerordnung vorgesehenen Sätze hinaus vornehmen zu können, hätte man doch mindestens erwarten dürfen, daß sie nach Mitteln und Wegen suchen wird. um die sozial berechtigten Ansprüche der Infla- tionsgeschädigten durch eine stärkere steuerliche Heranziehung der Großen mit der Armut der Kleinrentner erkauften Ver- mögen in größerem Ausmaß als bisher befriedigen zu können. Der Respekt der Reaktionäre vor den Neureichen verbietet ihr das. In dieser krassen Form wird es natürlich in der Denk- schrift nicht ausgesprochen. Desto deutlicher geht es aus der Begründung" hervor on den zahlreichen Stellen, wo von der wirtschaftlichen Unmöglichkeit einer neuen Bermögensumschichtung die Rede ist. Als ob nicht durch die fortgesetzte Erhebung und Erhöhung von Verbrauchs» steuern bei gleichzeitiger Entlastung des Besitzes von Kapitalsteuern eine unausgesetzte, wenn auch weniger sichtbare Bermögensumschichtung zugunsten der Reichen vollzogen würde! Man wird der Denkschrift, auf die wir noch ausführ- sicher zurückkommen müssen, in manchen Schilderungen der technischen Schwierigkeiten einex Erfassung sämtlicher In- flationsgewinne fraglos zustimmen können. Ebenso entschieden ober muß man die Schlußfolgerung ablehnen, die aus einzelnen und nicht einmal sehr einleuchtenden Begrün- düngen gegeben wird Wenn sich die Reichsregierung darauf beruit, daß in einer Großstadt die Zahl der Millionäre seit 19� bis 1923 von 611 auf 42 zurückgegangen sei und unter diesen 42 nur 7 ein größeres Vermögen als damals haben, wenn sie serner aus einer anderen Stadt ein ähnliches Beispiel zitiert, so scheint sie dabei doch zweierlei vergessen zu haben: einmal, daß die Vermögensaufstellung für 1924 bei allen Vermögenssteuerpflichtigen mit einer Vorsicht erfolgt ist, die manche Steuer schätzung unwahrscheinlich macht. Zum anderen, daß in dieser niedrigen Schätzung des Ver- mögens oft die Sachwerte weit unter ihrem„natür- l> ch e n Wert" geschätzt worden sind. Aber schließlich hätte man sich ja auch daran«rinnern dürfen, daß manche In- dustrielle, die nicht gerade in großen Handelsstädten wohnen. ,hre Vermögen mcht nur vermehrt, sondern ver- v i el fa cht Kaden. Unter den Beispielen, die die Regierung aufführt, ist davon nichts zu finden. Man merkt der Denkschrift ganz deutlich an, daß sie aus einem starken Widerstreben gegen den Gedanken der Inflationsgewlnnsteuer entstanden ist. Man braucht sich daher über ihr Ergebnis nicht zu wundern. Die Arbeiterschaft aber, die die hohen Verbrauchssteuern zu tragen hat, die Sparer und Gläubiger, die den großen Aufwertungsbetrug der Deutschnahonalen erleben mußten, werden aus ihr entnehmen, daß sie von dieser Regierung kein« Rücksicht auf ihre Lage er- warten dürfen. Katholitenhetze. Ter Sieg des Evangelischen BundeS. Ueber das überraschende Ergebnis des 26. April wird noch manches zu sagen sein. Soviel steht aber jetzt schon fest, daß der konfessionelle Zwiespalt bei ihm eine ent» scheidende Rolle gespielt hat. Aus allen vorwiegend evangeli- fchen Gegenden des Reiches kommt uns die Nachricht zu, daß von den Agitatoren des Reichsblocks der alte Katholiken- h a ß mit allen Mitteln geschürt wurde. E i n Beispiel für die Methoden, mit denen gearbeitet wurde, zeigt die offizielle Leipziger Wahlzeitung des Reichsblocks— herausgegeben vom „R e i ch s b l o ck- V e r l a g"— die in ganz Sachsen und in einem Teil von Thüringen weiteste Verbreitung fand. Dort liest man: ..VaAsakrul Iflr WUbelm Marx" 1 1 Sozialistische irbeiter! Ach bitte wählt doch Marx! Ihr tut es lür die Katholische Kirche! Der Heilige Vater in Rom vird Eure Stimmen segnen!!! Oder teabä Dir etwa dadeden Bedenken? Ueberall wurde verbreitet, Marx sei katholischer G e i st» l i ch e r, und wenn er Reichspräsident würde, müßte alles wieder katholisch werden!! Den Kacholiken sagte man:„Der Papst verbietet euch, Marx zu wählen!" Den Protestanten hingegen:„Der Heilige Vater in Rom wird eure Stimmen für Marx segnen!" Der Sieg Hindenburgs war nicht zuletzt ein Sieg Doehrings und des Evangelischen Bundes. Strefemann gratutiert. „Aufrichtigst." Hannover, 28. April.(TU.) Im Namen der Deutschen Volks- partci sandten Dr. S t r« s e m a n n, Dr. Scholz und Staatssekretär a. D. Kemptens folgendes Glückwunschtelegramm an Hindenburg: „Ew. Excellenz übermitteln wir zur Berufung an die Spitze des deutschen Volkes unsere aufrichtigsten Glückwünsch«. Wir vertrauen fest, daß es Ihrer Führung gelingen wird, den begonnenen Wieder- aufbau unseres Vaterlandes fortzuführen und Deutschland in ruhiger Entwicklung eine glückliche Zukunft zu sichern." (Inzwischen wird gemeldet, Herr Strefemann sei ertrankt. Offen- bar ist er a u s Freude trank geworden.) «.den mußt üu zeichnen!* (bestellte Wahlmogler. Bremen. 28. April.(Eigener Drahtbericht.) Ein besonders krasser Fall von Wahlbeeinslussung für hindenburg wird aus dem an der Weser gelegenen Ort Werder bei Thebing- Hausen(im Braunschweigischen) berichtet. Dort übt der Gemeinde- Vorsteher dus Jümt des Wahlleiters aus. Er hat den Wahlern der ..Gemeinde, schon vor dem Mrhltage amtliche Stimmzettel in das Hans geschickt, die für hindenburg mit einem Tintenstift ange- kreuzt waren. Als dann am Sonmag mittag drei unserer Partei» genosien aus einem benachbarten Ort nach Werder kamen, um einmal zu prüfen, wie dort die Wahl vor sich gehe, machten sie die Feststellung, daß im Wahllokal keine Wahlzelle vor- Händen war. Di« Wähler mußten ihre Stimmzettel auf dem Tische des Wahlvorstandes ankreuzen, so daß jeder sehen konnte, wen sie wähtten. Der Wahlvorsteher besaß noch die Dreistigkeit, bei der Ausgabe der Stimmzettel jedem Wähler zu sagen— indem er auf den Kreis hinter dem Namen Hindenburg zeigte:„Den mußt Du zeichnen, den habe ich auch gewählt!" Als unsere Parteifreunde den Gewaltigen von Werder auf die Gesetz- Widrigkeit der Leitung der Wahlgeschäjte aujmerksam machte, ent- rüstete er sich noch über die Kontrolle. Das fei das erstemal, daß er in den 30 Iahren, wo er das Amt des Wahlvorstehers ausübe, kontrolliert werde. Englanö will abwarten. Offiziöse Rcutermelduug. Loydon, 28. April.(WTB.) Reuter meldet: Auch die letzten.Erwägmrgen in gutunterrichteten englischen Kreisen über die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten bestätigen die Ursprung- liche Ansicht, daß die deutsche Regierung ihre Verpflichtungen ein- hatten wird, wie sie das bisher getan hat. Es besteht kein Grund zu einer gegenteiligen Annohme. Man hosfl, daß der neue Präsident das, womit er sich in seiner Kundgebung einverstanden erklärt hat. durch die Tat bekräftigen und keine Schrille nach rückwärts machen wird. Das deutsche Volk legt jetzt eine Prob« ab? man muß abwarten, was für Vorschläge Deutschland macht. Ein interessames Le- weisstück wird Deutschlands Haltung gegenüber dem Beitritt zum Völkerbund sein, wenn die französische Regierung, die doch nicht ernstlich von dem Wahlresultat über- rascht sein kann(das kann bedeuten: Ihr Franzosen mit eurer Ruhr- und Köln-Politik seid schuld! Red.), eine ähnliche Ansicht äußert, wie sie in Frankreich viele Kreise hegen, nämlich daß Deutsch- land in seinen Verhandlungen mit den Zllliierten über die noch uner- lcdigten Fragen keinen anderen Standpunkt einnehmen, sondern einfach da fortfahren wird, wo die Verhandlungen vor der Wahl Hindenburgs aufgehört haben. Man ist hier der Ansicht, daß die Rückkehr Hindenburgs nicht als Wendung zum„Preußen- tum" betrachtet werden darf. Die ausschlaggebenden Faktoren für die Wahl waren erstens die Persönlichkeit Hindenburgs on sich und dann der Abwehrwille gegen eine kommunistische Bewegung. wie sie sich kürzlich in B u l g a r i e n gezeigt hat. Es läßt sich kaum denken, daß sich der neue Präsident zu Irgendwelchem Ränkespiel und monarchistischen Bestrebungen hergeben wird. Man kann auch nicht annehmen, daß die Wohl notwendigerweise eine besondere Wirkung aus die augenblickliche Lage in der Ent- woffnung und Militärkontrollc Deutschlands ausüben wirh. Der Bericht des Versailler Militärkomitees zdlsit wichtige und belang- wse Verfehlungen Deutschlands auf. Neuerdings hegt man jedoch die Absicht, die bedeutenderen Vorwürfe von den anderen zu trennen und dann Forderungen an Deutschland zu richten, die«s er- füllen kann. Eine Mitteilung in diesem Sinne wird in kurzer Zeit fertiggestellt sein. London. 28. April.(Eigener Drahtbericht.)� In der englischen Diplomatie glaubt man nicht, daß die Wahl Hindenburgs eins Aenderung des außenpolitischen Kurses Deutschlands herbeiführe. Man sieht jedoch mit großer Besorgnis die Wirkung dieser Wahl auf die öffentliche Meinung Frankreichs. Englands Diplomatie wird zwar das Letzte aufbieten, um Frankreich wieder auf die britische Linie zu bringen, ober der Erfolg wird sehr pessi- m i st i s ch beurteilt. Es ist wahrscheinlich, daß die Wahl Hinden- burgs alle bisherige Jriedensarbeil zerschlagen hol und Frankreich mit verstärkter Kraft seinen alten Plan verfolgt, Deutsch- land durch den Ring eines feindlichen Bündnisses zu um- kreisen. Neue Einheitsfront der Alliierten. Paris, 28. April.(Eigener Drahtbericht.) Die Bestürzung, die der Wahlsieg Hindenburgs in den politischen Kreisen Frankreichs hervorgerufen hat, legt sich allmählich und macht dem Bestreben Platz, aus der neugeschaffenen Lage möglichst viel für Frankreich politisch herauszuholen. Man hofft hier, daß der Sieg des Reichs- blocks eine Annäherung zwischen Frankreich und England und darüber hinaus zwischen Frankreich. Eng- land und Amerika begünstigen und daß das Endergebnis der deutschen Präsidentenwahl die Wiederher st ellung der alliierten Einheitsfront'ein wird. Wenn man auch an- nimmt, daß die deutsche auswärtige Politik in der nächsten Zukunft kein« wesentliche Aenderung erfahren wird, so wird man doch dieser Politik mit ganz, anderen Gefühlen, mit ganz anderer Einstellung gegenübertrcten. Dem deutschen Garantie- a n g« b o t, das in der letzten Zeit immer mehr Anklang gefunden hatte, wird nunmehr jede totsächliche Bedeutung abgesprochen. Es sei unmöglich, schreibt die„Information", dem Garontievertrag unter diesen Umständen einen reellen Wert zuzuerkennen, da seine Ausführung der Umgebung Hindenburgs anvertraut werde. Es sei auch kein Trost, daß die öffentliche Meinung der Welt endlich be- greifen werde, was Deutschland darstelle, und daß ihr Miß- trauen, das allmählich zu schwind. en begonnen habe, wieder auferstehen werde. Die Möglichkeit einer Wicderversöhnung und einer internationalen Zusammen- arbeit, die der Sieg von Marx begünstigt hätte, fiele nunmehr weg. Erklärungen Briands. London, 28. April.(Eigener Drahtbericht.) Der„Daily Expreß" gibt eine Unterredung mit Slußenminister Briand wieder, in der er über die deutsche Reichspräsidenten- wohl u. a. folgendes erklärt hat: England und Amerika mögen von. der Wahl Hindenburgs überrascht worden sein. Frankreich nicht. An eine sofortig« Slenderung der deutschen Außen- Politik oder der Reparationspolitik glaube er nicht. Es werde aber notwendig sein, die Militärkoatrolle über die deutschen Rüstungen fortzusehen. Ebenso notwendig sei, daß die Alliierten die Wacht am Rhein aufrechterhalten. Die französische Regierung habe von der englischen Regierung noch keine Einladung zur Be- sprechung all dieser Angelegenheiten erhatten. Die Regierung werde aber eine solche Einladung gern annehmen. Wenn die deulsche Regierung der französischen Regierung die Wahl hindenburgs an- zeigen werde, sei von dieser nur eine Beslüligung als Antwort zu erwarten— kein Work mehr. Schweizerische Heftürzung. Genf, 28. April.(Eigener Drahtbericht.) Die„Reue Zürcher Zeitung" schreibt weiter zur Wahl. Hindenburgs: Die Meinung der Welt über den 2ö. April dürste von seltener Einheitlich- k e i t sein. Mit Staunen blickt das Ausland nach den beut- schen Gauen, aber nicht um das„S i ch a u f r a f f c n" des deutschen Pottes zu bewundern, wie in ihrer Verblendung die Nationalist ischcn Parteien schreiben, sondern bestürzt und aus» tiefste befremdet durch die Kundgebung politischer Unreife, die Hindenburgs Wahl als Aach. folger Eberls darstellt. Entscheidend für Hindenburgs Wahl waren die F r a u e n st.i m m e n und ganz besonders die k o m m u- nistifche Sonderkandidatur. Die Jünger Moskaus haben es für richtig gehatten, die Wahl eines Monarchisten statt eines Republikaners zum Reichspräsidenten zu ermöglichen.— Die „Basler Nachrichten" nennen Hindenburgs Sieg„von Thälmänns Gnaden" und betonen, daß alle Pläne der deutschen Außenpolitik betrefsend den Garantiepakt zusammenstürzen.— Der Berner„Bund" schreibt: Die außenpolitische Wirkung der Wahl Hindenburgs drückt sich heute schon im Sinken des Mark- k u r s e s aus. Zustizmiuister Am Zehnhoff ist, wie wir hören, seit vier Wochen schwer erkrankt. Wassili Slarkoff. derzeitiger Letter der Handelsvertretung der Sowjetunion in Deutschland, ist nach kurzem schweren Leiden an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Er leitete die Handels- Vertretung, settdem Boris Stomoniakoff als stellvertretender Volks- kommissar für den Außenhandel nach Moskau berufen worden war. Starkoff hat sich außerordentliche Verdienste um den Wiederaufbau der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen erworben. Zn Braunschweig hat der Hauptausschuß des Landtages einer Nowerordnung des Staatsministenums zugestimmt, wonach der t. Mai als gesetzlicher Feiertag aufgehoben wird. Geno/hnnenl Genossen! Nötiger denn je ist Kampf! Nötiger denn se Ist das einigende Land unserer Kampigemeinschass, die Presse. Neue Abonnenten für üen„vorwärts* sind die beste Revanche für den 23. April. Werbung für üen„vorwärts* ist die beste Vorbereitung zum 1. Mail Ich abonniere den„Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage„Volk und Zelt" der Unterhaltungsbeilage „Unterhaltung und Wissen' und der Beilage„Frauen- stimme" in Groß-Berlin täglich zweimal lrei ins Haus. (Monatlich 3 Äoldmarh wöchentlich 70 Goldpfennig.) Name Wohnung: -Straße Nr.- vorn- Hos— Quergeb.— Seitcnfl.— Tr. links— rechts bei----- Vorstehender Bestellzettel ist auszufüllen und on die Hauptgeschäftsstelle des„Vorwärts", Berlin TW. 68, Linden straße 3, einzusenden.(In Orten außerhalb Groß-Berlin ist der„Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) Gewerkschaftsbewegung An alle Beamte! Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes erläßt an die Beamtenschaft folgenden Aufruf: Engstirniger Egoismus fleiner, aber mächtiger Wirtschaftsgruppen hat eine Periode politischer Reaktion heraufbeschworen, in deren Verlauf die deutschen Arbeitnehmer wesentlicher wirtschaftlicher und politischer Rechte beraubt worden sind. Von den Ausmirkungen diefer Entwicklung sind auch die Beamten nicht verschont geblieben. Der beamtenpolitische Kurs der letzten Jahre hat tausenden Beamten die Augen geöffnet, wo der Feind steht. Die Ausnutzung ihrer Arbeitskraft im Interesse einseitiger Be günstigung der befizenden Schichten lehnen wir ab. Wir fordern die Durchführung des Achtstundentages auch in den öffentlichen Betrieben und Verwaltungen. Unser Besitz ist unsere Arbeitskraft; für die Sicherung dieses Besizes fämpfen wir. Auch die friegerischen Berwicklungen zwischen den Völkern sind durchweg aus der Ueberspannung der Machtpolitif egoistischer Birt. fchaftsintereffenten entstanden. In der flaren Erlenntnis, daß Kriege niemals zu einer Eicherung der berechtigten Lebensansprüche des arbeitenden Menschen führen können, treten wir ein: für Bölferverständigung, für Abrüstung; Krieg dem Kriege und dem Militarismus. Gewerkschaftsmitglieder! Laßt unsere Forderungen nicht länger Theorie bleiben. Schließt die Reihen mit Arbeitern und Angestellten und beweist am 1. Mai, daß; Ihr gewillt seid, gewerkschaftliche Arbeit zu leisten. Es gilt mehr ols die Wahrung von Einzelinteressen. Mit Der Verteidigung Eurer Rechte fämpft Ihr für die Erhaltung der Republif. Gerade Ihr Beamten gehört in die vordersten Reihen der Kampffront. Die Feinde der Republik müssen unterliegen, wenn Ihr mit Arbeitern und Angestellten es wollt. Die Fahne der Arbeit ist Eure Fahne. Helft mit, daß der 1. Mai unter dieser Fahne ein Ehrentag für Euch werde, für den Achtstundentag, für den Bölferfrieden, für den Ausbau der Sozialpolitik! Drittes Jahrbuch des JGB. Das vorliegende Jahrbuch des Internationalen Gewerkschaftsbundes hat bereits einen Umfang von nahezu 500 Seiten erreicht. Da das Stoffgebiet des Jahrbuchs nicht fleiner, sondern größer wird, macht schon die Rücksicht auf die Handlichkeit des Buches es notwendig, es späterhin nach den Kongreßiprachen gesondert herauszugeben. Da in der ersten Ausgabe der deutsche, in der zweiten der englische Text vorangestellt wurde, steht diesmal der französische Text an erster Stelle. Im ersten Jahrbuch follte an Hand der Ziffern das Wachstum der internationalen Gemertschaftsbewegung gezeigt werden, während im zweiten Jahr buch hauptsächlich die finanzielle Gestaltung der Gewerkschaftsbewegung zum Ausdruck fommen sollte. Im dritten Jahrbuch aber wird Meife periodisch Nachrichten atıs. Die Berufsjetretariate werden| Berlauf der Bersammlung wurde gegen das Urteil im Leipziger samt den ihnen anges hlossenen Organisationen mit Angabe der Ticheka- Prozeß eine Protestresolution angenommen. Adressen und der Mitgliederzahl aufgeführt. Teil III umfaßt eine vergleichende Darstellung der 3usammensehung der Landeszentralen und Be. rufsfefretariate. Die Zahl der Mitglieder, die ihrer dem JGB. angeschlossenen Landeszentrale sowie dem Internationalen 12925962, Berufssekretariat angehören, beträgt das sind 87,4 Proz. der Mitgliederzahl der Berufssekretariate und 84,4 Broz. Der 1. Mai ift entsprechend den Beschlüssen der freigewerkschaftlichen Spitzenorganisationen durch Arbeitsruhe zu feiern. An diesem internationalen Demonstrationstag muß inszu feiern. An diesem internationalen Demonstrationstag muß ins besondere in diesem Jahre die Arbeiterklaffe Deutschlands befunden, daß sie Front macht gegen Reaktion und Militarismus daß fie entschloffen ist, gegenüber jedem Bersuch, die Monarchie wieder herzustellen, für die Republik zu kämpfen! der Mitgliederzahl des JGB. In der Uebersicht werden die noch feinem Berufsfetretariat angehörenden Organisationen bei den Landeszentralen aufgeführt. 3umeift handelt es sich um solche Berbände, für die noch feine internationale Verbindung besteht. Teil IV bringt eine tabellarische Darstellung der Gesamtzahl der organisierten Arbeiter nach ihrer Richtung. Bir finden da neben den 16490121 Mitgliedern des 3GB. 2354583 tonfeffionell Organisierte, 404 700[ ŋndikalistische Organisationen, 5 245 889 fommunistische Ber bände und 11 970 027 verschiedene Organisationen, insgesamt 36439320 Arbeiter. Eine andere Tabelle zeigt den Prozentfaz der organisierten Arbeiter im Verhältnis zur Gesamtzahl der Bevölkerung. Die Zahl der im JGB. organisierten Arbeit nehmer betrug 1923 im Verhältnis zur Gesamtziffer aller Richtungén 45 Proz Teil V führt die Arbeiterbildungseinrichtungen der einzelnen Länder auf, die Organisationen der Sozialisti= fchen Arbeiterinternationale, die des Internationalen Genossenschaftsbundes sowie die in der Sozialistischen Jugendinternationale vereinigten Organisationen. Teil VI enthält die Berichte der Landeszentralen und die Berichte der Internationalen Berufssekretariate. Nach allem ist das Jahrbuch ein ebenso verdienstliches und fleißiges als notwendiges Werf, das als Adreß und Nachschlageder gesamte internationale organisatorische 3ubuch für die sozialistischen Organisationen unentbehrlich ist. fammenhang der freien Gewerkschaften dargestellt. Hoffen wir, daß die Berichterstattung fernerhin vollständig sein wird, da für das Gelingen des Werkes und seine Aktualität alles davon Teil I des Jahrbuchs gibt einen Ueberblick über die Landeszentralen: ihrer Zentralorgane, ihrer Mitgliederbewegung, der ben einzelnen Landeszentralen angeschlossenen Organisationen, deren männliche und weibliche Mitglieder und ihrer Presse. Zu den 21 Landeszentralen sind die Gewerkschaften des Memelgebiets und die Gewerkschaften Rumäniens hinzugekommen. Einige Bandeszentralen haben nicht berichtet, so daß ein genauer Ueberblick über die gegenwärtige Gesamtmitgliederzahl nicht möglich ist. abhängt. Der Preis des Jahrbuchs beträgt 10 M. Es ist durch jede Buchhandlung, von der Verlagsgesellschaft des ADG B., Berlin S. 14, zu beziehen, oder durch die Verlagsabteilung des Amsterdam, Tesselschadestraat 31. Internationalen Gemertschaftsbundes in Teil II umfaßt die internationalen Berufsfefretariate, Arbeitsruhe am 1. Mai in den Gaswerken. deren Anzahl von 28 fich gleich blieb. Das Berufsjekretariat der Musiker, einer der an sich internationalen Berufe, löfte sich im Eine start besuchte Betriebsversammlung der technischen UnterJahre 1923 auf, während das 1923 errichtete Sefretariat der Arabteilung der Gasmerte Groß- Berlins im Verbandshause des Staatsbeiter in der teramischen Industrie neu hinzufam. Die und Gemeindearbeiter- Verbandes nahm am Donnerstag zur Frage der Arbeitsruhe am 1. Mai Stellung. Die Bersammlung Gesamtzahl der den Berufssekretariaten angeschlossenen Ver machte sich den Beschluß der tags zuvor abgehaltenen Obleutebände ist von 500 auf 518 gestiegen. Die Mitgliederzahl fonferenz der Gas- und Waffermerke zu eigen und beschloß einbagegen ist um 18,6 Prozent zurüdgegangen. 18 Sefre stimmig, am 1. Mai bis auf eine Bache von zwei Mann in den tariate verfügen über ein Mitteilungsblatt oder geben in anderer Abteilungen die Arbeit ruhen zu lassen. Im weiteren Mengenabgabe. Torbehalten Die Transportarbeiter feiern am 1. Mai. Gestern abend fand im Großen Gaal des Gewerkschaftshauses eine Funktionärtonferenz des Deutschen Verkehrsbundes statt. Es wurde einstimmig von den Funktionären beschlossen, daß am 1. Mai in sämtlichen Betrieben des Transportgewerbes die Ar. beit zu ruhen hat. Diesem Beschluß ist überall nachzukommen, Angestellte der Berliner Metallindustrie! Die auf Beranlassung der AfA- Verbände( Bund der technischen Angestellten und Beamten, Deutscher Wertmeisterverband, Sentralverband der Angestellten) und des GdA. in den Betrieben vorgenommene Urabstimmung hat mit über 80 roz. aller abgegebenen Stimmen die Ablehnung des Schiedsspruches vom 20. April 1925 ergeben. Die am Montag, den 27. April, in den Sophiensälen tagende gutbesuchte AfA- Funktionärversammlung hat dieses Resultat einstimmig beträftigt, so daß alle am Tarif beteiligten Berbände gestern dem Schlichtungsausschuß die Ablehnung mitgeteilt haben. Wir wollen nochmals darauf hinweisen, daß, soweit die Gehälter in Frage kommen, ab 1. April ein tariflofer 3ust and besteht. Wir erwarten daher von allen Funktionären und Mitgliedern: 1. die genaue Innehaltung der in den nächsten Tagen vom AfA- Metallkartell noch ergehender: Richtlinien, 2. daß uns alle Maßnahmen der einzelnen Arbeitgeber über eine evtl. Aenderung der Einzelanstellungsverträge( Reverse usw.) sofort und zwar vor irgendeiner Anerkennung mitgeteilt werden. Pflicht aller AfA. Mitglieder ist es, für die restlose Organisierung der den freien Gewerkschaften noch fernstehenden Angestellten Sorge zu tragen, damit der angestrebte Erfolg gewährleistet bleibt. Sollte eine Veränderung der Situation eintreten, werden wir die Angestellten entweder durch Breffenotizen bzw. AfA- Funktionär versammlungen usw. laufend unterrichten. Unbeschadet der zu ergreifenden Maßnahmen hat die letzte AfA- Funktionärversammlung der Verhandlungskommission Vollmacht erteilt, falls von neutraler Stelle Berhandlungen zur Vermeidung von Komplikationen angebahnt werden sollten. AfAf Metallfartell. Günther, Lange, Rothe. Zum Streit in der chemischen Industrie. Am Dienstag vormittag fand im Gewerkschaftshaus eine vollzählig besuchte Versammlung der streifenden Arbeiter der chemischen Industrie statt. Den Situationsbericht gab och vom Fabrikarbeiter- Berband. In der regen Diskussion wurde zum Ausdruck Streif zugunsten der chemischen Arbeiter durchzuführen. Ein Teil gebracht, daß die Streifenden alles daransehen werden, um den der Firmen zahlt bereits die geforderten Löhne, während die bestreiften Firmen jede Lohnzulage brüst ablehnen. Von den bei der Firma Heyderhoff Beschäftigten wurde erklärt, daß die Firma H. unter einer Dedadresse anwerbe. Der Versuch ist bis dato ohne Erfolg geblieben. Die Streifenden aus dem Zöllner Wert Neukölln gaben einen Artikel des Neuköliner Tageblatt" bekannt, der von der Firma der Zeitung zugestellt war, was große Heiterkeit hervorrief. Im Streif befinden sich die Arbeiterinnen und Arbeiter der Firmen Urban u. Lemm und Lubczinski( Schuhputzmittelfabriken), ferner 3öllner Wert und Heyderhoff( Farbenfabriken). Nach Mitteilungen, die in der Versammlung gemacht wurden, werden sich weitere Betriebe dem Streif anschließen. Kampf der chemischen Arbeiter in jeder Hinsicht zu unterstützen und Die Arbeiterschaft Groß- Berlins wird ersucht, den berechtigten Zuzug fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 1. Beilage.) Berantwortlich für Politik: Ernst Renter: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Egkorn; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lokales und Sonstiges: Frig Karstäbt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". Mujitaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutschen Musiker Verbandes Berlin O27, Andreasstr. 21( Königitadt 4310). Geschäftszeit 9-5 Sonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbeſuch Kleiderstoffe Seidenstoffe Billige Wäschestoffe Billige Kleiderstoffe 65P Hemdentuch ca. 30 cm breit........ Meter Louisianatuch os. 30 om breit..... Meter 78P 80 brett...... Renforcé ca. 80 cm breit .......... Meter 80P. Dowlas für Bettlaken, Lakenbrette, gute Qualitat, Meter 225 Damast.. ca. 30 em brett, für Kopfklesen....... eter 145 80 für doppeltbreit, grosse Auswahl........Meter 100 cm breit, für Röcke und Pf. Meter 90 2.90 Schotten 95 Sportflanell PL schwere Qualität, waschbar, wicht 165 Mantelstoffe 180 cm br., meliert u. Noppen, Meter 195 Reinw. Streifenm 39° Reinw. 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Ganz abgesehen von Guben und Kottbus, den beiden großen Städten, sind Forst, Sorau, Sommerfeld, Genftenberg, Finsterwalde, alle am Rande nach Schle: fien zu gelegen, in der Welt der Arbeit gut befannt und haben ihrer Bedeutung gemäß eine rasch gestiegene Einwohnerschaft, so daß sie cus der Reihe der Kleinstädte ausscheiden. Nur ein in diesem Rayon gelegener Dri hat troß seiner lebhaften Betätigung als Fabrikzentrum den alten Rahmen nicht überschritten: Kirchhain, das als Gerberstadt eine bedeutende Rolle spielt. Der äußere Aufschwung. Freilich ganz unverändert ist das Städtchen doch nicht ge: blieben: wenn man in dem einem Hotelomnibus ähnelnden, auf dem Pflaster hart rafselnden Personentransportwagen, der für Bequeme den Verkehr vom Bahnhof nach der etwa 20 minuten entfernten Stadt vermittelt, sich dieser nähert, so sieht man moderne Billen, deren Bauart und Umgebung auf mehr als Wohlstand deuten. Und glückt es einem, im Gespräch mit einem Einheimischen das Geflapper des Wagens zu überschreien, so hört man eine Reihe von Namen, die man wieder vergißt, während der Zusatz:„ während des Krieges erworbene Vermögen" im Ohr haften bleibt." Jedenfalls haben die, benen fommerzielle und industrielle Betätigung reichen Geminn brachte, ihrer Heimatstadt nicht den Rücken gewandt und sie sind auch in der Wahl ihrer Architekten glücklich gewesen, so daß das Neue mit dem Alten nicht im Widerspruch steht. Aber gibt es überhaupt etwas Altes in diesem an der Kleinen Elster im Flachgebiete gelegenen Orte? Antwort hierauf gibt ein Blick auf die Geschichte der Stadt. Kirchhain ist meder von Rittern noch durch Fürstengewalt gegründet worden. Die Mönche im nahen Dobrilugt waren es, die hier einen Martt eröffneten, der schnell Bedeutung gemann( 1235 bereits erwähnt), so daß die Erhebung zur Stadt bald folgte. Keine 112 ด ด 00 Die Kirche inmitten des Kirchhofes Whower Mauer, feine Tore; eine einfache Umwallung noch heute heißt eine äußere Straße Hinter den Stateten" genügte. Natürlich fehlte von Anfang an die Kirche nicht, aber der heutige stattliche Bau ist eine Schöpfung der späteren Zeit, nur mit einem ganz fleinen Teil( Turmunterbau) auf der ältesten kleinen Anlage fußend. Als 33] Anthony John. Roman von Jerome K. Jerome. ,, Ich habe mich tatsächlich verändert," erwiderte Anthony. Fühle selbst. Edwards Tod brachte eine große Leere in mein Leben, schlug mir eine Wunde, die niemals völlig heilen mird. Eines Tages fam mir ein Gedanke- das heißt, man fann es faum einen Gedanken nennen; ich schien seine Stimme zu hören fie flang ein wenig gereizt, wie immer, wenn er debattierte und sich dabei aufregte- sagte: ,, Ich bin doch nicht tot. Wie töricht du redeft. Wie kann ich tot sein, solange du on mich denkst, mich noch lieb haft und dich nach mir sehnst. Wer verlangt nach den Toten? Weil du weißt, daß ich lebe, dich liebe, es immer tun werde, sehnst du dich nach mir. Ich bin nicht tot, ich lebe in dir." Ja," meinte Herr Mowbray nach einer furzen Bause. ,, Er hatte Sie sehr lieb. Zuerst wunderte ich mich darüber, denn sie beide schienen so völlig verschieden zu sein. Jetzt aber weiß ich, daß ich mich damals geirrt habe." " Schweigend setzten sie ihren Weg fort. Am Tor der Priory blieb der alte Herr stehen, blidte sich um. Rüssen Sie mich, Anthony, es ist niemand in der Nähe. Anthony tat es; irgendwie schien es ihm ganz natürlich. Er wartete, bis Herr Mowbray ins Haus getreten war und ging dann an seine Arbeit zurück. Betty war ihm gegenüber völlig aufrichtig gewesen, oder zumindest hatte es Anthony so geschienen. Es ist ein Glüd, daß wir einander nicht geheiratet haben," hatte sie gefagt. Es wäre schlecht ausgefallen, hätte mit einer Tragödie enden fönnen. Erinnern Sie sich an das Gespräch, das wir eines Abends führten?" " Ja, Sie sagten, Sie möchten einen Mann heiraten, der Sie als Freund und Kamerad betrachtet." Ich weiß; um aufrichtig zu sein: damals dachte ich an Sie. Glaubte, Sie würden immer vernünftig sein, niemals über die Stränge schlagen. Es ist merkwürdig, wie wenig wir Menschen einander fennen. H ,, Wären Sie wirklich zufrieden gewesen?" fragte er. ,, hätten nicht auch Sie Liebe als Ihr gutes Recht gefordert?" " Ich glaube nicht," entgegnete fie versonnen. Wahrscheinlich ist die Liebe der Frau häufig weit mehr mütterlich als geschlechtlich. Sie denkt mehr an das Heim als an den Geliebten. Ich spreche selbstverständlich nicht im allgemeinen; es gibt Frauen, für die nur ein einziger Er" eriftiert, aber ich glaube, die find felten." gegen Mitte des 16. Jahrhunderts die Säkularisation der Kloster güter stattfand, gelangte der Ort als Pfandbefiz an die v. Gersdorf, die in der Stadt auch einen Adelsfiz hatten, dem aber der Charafter einer festen Burg völlig fehlte. Große verheerende Brände brachte das 17. Jahrhundert; im 30jährigen Kriege gingen 250 Häuser in Flammen auf: 1667 und 1671 wurden wiederum an 200 Häuser zerbrach eine glücklichere Zeit für den schwer mitgenommenen Ort an. stört; erst mit dem Uebergang an das Haus Sachsen- Merseburg als Teil der Niederlaufig fam er schließlich 1815 an Preußen. Gang durch die Stadt. Entstehung und Schicksale der Stadt machen es begreiflich, daß fie nicht reich an sogenannten Sehenswürdigkeiten ist. Die Hauptstraße führt verschiedene Namen, die der neuen Zeit entstammen: so zuerst Wilhelmstraße, dann( in der üblichen Verbreiterung) Am fich an, nach rechts zu zweigt die Finsterwalder Straße, nach links Markt, hierauf Friedrichstraße. Ein Stück Lucauer Straße schließt die Kirchstraße ab und der Schluß der Straßenzeile führt den poetischen Namen„ Am Rosenende". Barallel laufen im Westen die Ritterstraße( an die Gersdorf- Zeit erinnernd) und im Osten die Gerberstraße, neben dem Flüßchen, der Kleinen Elster, der Lebensauf dem Markt stand, hat dem Kriegerdenkmal( 1880) weichen ader der Stadt. Ein Postobelist aus sächsischer Zeit, 1730, der früher müssen und ist an den Anfang der Stadt versetzt schade, daß solche charakteristischen Zeichen der alten Zeit in jener Epoche, die Krieger. und Herrscherdenkmäler aus dem Boden stampfte, so lieblos behandelt wurden. Das zweiſtödige Rathaus wirkt mit seinem hohen Dache, den einfachen Giebeln und niedrigem Turm zwar nicht imAls Sehenswürdigkeit im üblichen Sinne bleibt daher nur die ponierend, aber doch ansprechend; es wurde 1905 völlig umgebaut. Kirche, die in dem sie umgebenden, von Gräbern noch nicht ganz gefüllten Kirchhof in stattlicher Größe sich erhebt. Wie bereits erwähnt, hat sie viele Schicksale durchgemacht; schon 1380 fand der Geitenschiffmauern höher aufgeführt, im Chor ein eigenartiges erfte Um resp. Neubau statt; später( 16. Jahrhundert) wurden die Bellengewölbe errichtet; gegen 1741 murde eine Holztenne über Mittelschiff und nördliches Seitenschiff gelegt, auf der, in einem Wol fenhimmel schwebend, figurenreiche Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt sind. Auch die nördliche Seitenwand hat bildlichen Schmuck; die beiden letzten Bilder nach dem Chor hat 1900 der Sornoer Pastor beigesteuert eine Gabe, die mehr seinem Eifer als seinem Maltalent Ehre macht. Die Wirkung des geräumigen Innern mit der Malerei, den farbigen Fenstern und der gewaltigen Orgel wird durch die weiße Farbe, mit der Altar und Kanzel bei der letzten Restaurierung bedacht wurden, start beeinträchtigt. In der Nähe der Kirche finden sich noch ältere ein Fachwerkbau, dessen Hölzer nach allen Richtungen auseinanderstreben, so daß die umschließenden Häuser den alten Zeugen der Bergangenheit stügen müssen, wirft mie eine Mahnung, daß alles Irdische vergänglich ist. Zu Gebäude Die Stadt der Schaffelle. Die Kleine Elster kommt von Norden her zur Stadt, durchläuft fie in der ganzen Richtung von Norden nach Süden, bald nach dem Eintritt fich in zwei Arme teilend. Ihr Waffer ist weich, von jener Beschaffenheit, die dem Gerben dienlich ist. Wie die Münchener die Bekömmlichkeit ihres Bieres ihrem Wasser zuschreiben, so fingt auch der Kirchhainer Gerber seiner Elster ein Loblied. Der beste Beweis mird aber durch die Tatsache geliefert, daß z. B. nicht weniger als 75 Gerbereien sich hier vorfinden, daß der Aufschwung diefes Gewerbes fich feit langer Zeit her schreibt, also feiner Laune eines Augenblicks feine Entstehung verdankt. Schon vor 100 Jahren war Kirchhain durch Felle auf den Messen in Frankfurt a. d. D. und Leipzig vertreten; als die Schafzucht in Deutschland zurückging, wurden Schaffelle aus den Bereinigten Staaten und Australien ein geführt. Jetzt ist glüdlicherweise die deutsche Schafzucht wieder in die Höhe gegangen, und wir sehen nur deutsche Erzeugnisse, fowohl auf den Lastwagen, die rohe Schaffelle vom Bahnhof her anfahren, als in den fertig gegerbten Fellen und in den Ballen, die die abfallende Schafwolle wieder den Spinnereien zuführen. ,, Ich frage mich bisweilen," sagte Anthony ,,, was wohl aus mir geworden wäre, hätte ich Eleanor nicht getroffen. Wahrscheinlich wäre ich ganz glücklich und zufrieden gewesen." ,, Es gibt beffere Dinge als das Glüd," meinte Betty. Im Winter wurde Anthony ein Kind geboren; er hatte noch nie aus der Nähe ein Baby gesehen. Heimlich war er über die Häßlichkeit des fleinen Geschöpfes enttäuscht. Mit der Zeit jedoch schien dieser Mangel behoben zu werden. Es war ein ganz besonders ernstes Baby mit großen, runden, feierlichen Augen; sogar sein Lächeln schien gedankenvoll. Sie nannten es John Anthony. Die ältere Frau Strong'nth'arm nahm es äußerst übel auf, als sie mit einem Wagen abgeholt wurde; sie behauptete, sie sei noch nicht so alt, daß sie nicht die etlichen Meilen zu Fuß zurücklegen fönnte, um den Enkel zu sehen. Sie und Eleanor fanden, daß der Knabe Anthony gleiche; das Kind erinnerte Frau Strong'nth'arm an Anthony, wie er in diesem Alter gewesen war. Die alte und die junge Frau Strong'nth'arm begannen sich anzufreunden. Zuerst hatte die ältere freilich gemeint: Das ist ja nur ihre Schlauheit, daß sie mich immer um Rat fragt, meinen Worten lauscht, während sie wahrscheinlich im Geheimen über mich lacht." Dennoch tehrte sie den nächsten und auch den übernächsten Tag wieder nach der Abbey zurück, beantwortete erfreut die hunderterlei Fragen, erteilte Ratschläge, plauderte, lachte und erinnerte sich erst auf dem Heimweg daran, daß fie beim Abschied die junge Frau gefüßt und wiederzukommen verfprochen hatte. An einem Spätnachmittag begegnete fie Anthony auf dem Moor. Elenor schläft," erklärte sie. Störe sie nicht. Sie schont sich zu wenig; ich sprach bereits mit ihr barüber. Ich fange an, fie lieb zu gewinnen," geftand sie fast beschämt. Sie ist lange nicht so arg wie ich dachte." Anthony umarmte lachend die Mutter. Du wirst fie sehr lieb gewinnen, wirst gar nicht anders fönnen." ,, Das hängt ganz von dein Wohl auch ihr bir ab, mein Junge. Solange Wohl ist, bin ich zufrieden. Sie nahm von ihm Abschied, denn es dunkelte bereits, Beder Anthonn noch Eleanor gelang es, fie zu überreden, in der Abbey zu übernachten. Das Kinderzimmer, das einst das Ankleidezimmer der früheren Lady Coomber gewesen war, tannte fie noch aus ihrer Dienstzeit; die großen Gemächer im Erdgeschoß jedoch waren unheimlich. Sie wollte auch nie durch die große Vordertür das Haus betreten, benügte immer den fleinen Seiteneingang, der auf Eleanors Wunsch stets offenstand. Anthony schritt langsam weiter. Dort drüben, Mittwoch, 29. April 1925 Man kann sich einen Begriff von der Kirchhainer Gerberei machen, wenn man erfährt, daß der tägliche Durchschnitt der verarbeiteten Schaffelle 10 000 ist. Der Bedarf an Tannenrinde, die hauptsäch lich zum Gerben dient, beläuft sich auf zirka 50 Zentner täglich. Der jeweilige Wert der in den Fabriken befindlichen resp. in der Elfter hängenden Felle kann auf gut 4-5 Millionen Mark beziffert werden. Die Anzahl der in den 75 Gerbereien beschäftigten Per20-40 Arbeiter. Elektrische Kraft erspart und erleichtert manche fonen beträgt an 1000, die Höchstzahl in den größten Betrieben früher von Menschenhand verrichtete Arbeit. Ein Besuch in einer Gerberei ist, vorausgesetzt, daß man den in manchen Abteilungen herrschenden Gerüchen Stand hält, recht interessant. Der Prozeß Idyll an der Kleinen Elster umfaßt zwei Hauptphalen: die Ablösung der Wolle und aller tierischen Reste von den Fellen und dann das eigentliche Gerben. Die Wolle wird je nach der Feinheit sortiert meitergegeben. Interessante verkaufsfähigen Zustand. Trockenapparate bringen die naß abgelöste Wolle schnell in den * rungszahl nicht wesentlich steigt Eine Stadt, die so intensiv arbeitet und dabei in der Bevölke1800 gab es 1800, 1850 2500, jetzt zirka 5000 Einwohner muß geschäftlich auf gesunder Grundlage ruhen. Daneben spielt der Ackerbau immerhin noch eine bedeutende Rolle. Daß der Fortschritt der Zeit in dem Orte, der als Knotenpunkt der Bahnlinien Berlin- Dresden und Halle- Rottbus die denkbar günstigste Lage hat, zu Hause ist, merkt man an dem lebhaften Treiben, an den Auslagen der Geschäfte und an den- Vergnügungen, die geboten werden. Jedenfalls nimmt Kirchhain unter den Kleinstädten eine Sonderstel. lung ein, die nach aller Voraussicht auch nicht so leicht erschüttert. werden kann. Erstaunlich daran ist, daß hier eine Schöpfung des „ Untertans fich zur vollen Geltung entwickeln konnte, daß die Fürstengunst nur insoweit zum Gedeihen mitwirkte, als sie den äußeren staatlichen Rahmen schuf, der den ruhigen Gang der Arbeit gewährleistete. Die schlauen Mönche von Dobrilugt werden fich das nicht haben träumen lassen, daß aus ihrem Markt" dereinst eine Fabrifstadt hervorgehen sollte, deren Namen nicht nur deutschen, sondern europäischen Klang hat. 19 Raucht nicht im Grunewald. An alle Grunewaldbesucher wird die dringende Bitte gerichtet, zur Erhaltung des Waldbestandes das Verbot des Rauchens im Walde zu beachten. fich dem Walde nicht mit unverwahrtem Feuer zu nähern oder ihn mit brennender Zigarre oder Zigarette zu betreten. Infolge der in der wärmeren Jahreszeit zunehmenden Tredenheit ist. die Brandgefahr im Walde ganz bedeutend erhöht. Abgesehen von der Strafbarkeit im Zutviderhandlungsfalle werden nicht nur oft Leben und Gesundheit von Menschen und Tieren durch Waldbrände gefährdet, sondern es gehen auch dadurch dem Belke ungeheure Werte verloren. Im allgemeinen Interesse wird ersucht, den Anweisungen der Aufsichtsbeamten unbedingt Folge zu leisten. wo die Sonne hinter den Ulmen versant, schlief seine Frau. Und hier, an der Wegbiegung, hatte der alte Weißdornbusch ihren ersten Kuß gesehen. Als er ihn erreichte, blidte er sich nach allen Seiten um, ob niemand in der Nähe sei, dann warf er sich auf die Erde, streckte die Arme aus, preßte die Lippen auf die duftende Erde. Er lachte, als er sich wieder erhob. Einst waren ihm diese Berzüdungen des Liebenden als Unsinn erschienen, und dennoch sind sie wahr und echt: durch Wasser und Feuer gehen, für sie sterben, den Boden anbeten, den ihr Fuß betritt! Das liebe Moor, mit den einfamen Bauernhöfen und Hütten, mit den alten runzelgesich tigen Leuten, den kleinen Kindern mit den scheuen, staunenden Augen, den sandigen Mulden, wo zur Dämmerzeit die Kaninchen spielten, mit den verborgenen Farrenhainen, wo Himmelschlüssel blühten, den steilen Ufern unter den hohen Birken, wo der rote Fuchs hauste, den tiefen, von Vögeln belebten Wäldern; all dies würde ihm immer teuer fein, um ihretwillen. Er drehte sich um, blickte die sich schlängelnde Straße entlang. Unter ihm lag in ihrem Leichentuch aus Rauch die fcheußliche Stadt; hier und dort flacerte ein fahles Licht aus der Dunkelheit. Dort gibt es die langen traurigen Straßen, wo bleßgesichtige, müde Menschen einhergehen, die schmuzigen permahrloften Bläge, wo Kinder mit Unrat spielen. Die Stadt der verkrüppelten Seelen und verstümmelten Leiber! Sie muß gereinigt, geläutert werden! Das soll sein Lebenswerk fein und feine Gabe an die Geliebte. 14. Eleanors Mutter zog im Frühling zu ihnen; Jims Regiment war länger in Malta geblieben als man erwartet hatte. Ihre Anwesenheit war faum zu merken. Anthony hatte darauf geachtet, daß für ihre fleinen Schüßlinge, die Vögel, gesorgt werde; fie famen geflattert, sobald sie die Frau erblickten; es war, als hätten sie auf sie gewartet, ihre Rückfehr erhofft Lady Coomber bezeugte für das Kind lebhaftes Interesse; eines Morgens stahl sie es aus der Wiege, und als fie es zurückbrachte, lachte fie. Sie hatte ihm die Vögel gezeigt, und diese hatten den Knaben willkommen geheißen; fobald er von nun an die Großmutter mit dem Korb erblickte, streckte er ihr die Arme entgegen. Im Winter kam das zweite Kind zur Welt. Sie nannten es Jim, nach Eleanors Bruder. Später wurde dann noch ein Mädchen geboren, das den Namen Norah erhielt. Kurze Zeit nachher erkrankte Eleanor. ( Fortsetzung folgt.) vergiftete?ugenö. Die Brüllaktioität des„überzeugungsbewußten" Kindes unter 1Z Jahren ist die Merkwürdigkeit des Tages. Dem schwarz- weißrot verhetzten Kinde hemmungslos freie Bahn! Seht sie euch mal an, wenn sie mit fanatisch flackernden Augen und verzerrten Zügen ihre Fäustchen ballen und hinter der Kinder- stirn verdunkelnd der Funke des Hasses, der Vernichtung aufspringt. Jungens, mit Mordgedanken. Daheim trainierten gewissenlose Eltern,.denen im Fanatismus ihrer schpiarzweißroten Gesinnung das Verantwortungsgefühl verloren ging, Söhne und Töchter im volksfeindlichen Sinne aus Opposition. Erste Lebens quellen werden v e r- schüttet. Mit dem Mittagsgebet:„Rache den November- Verbrechern" und dem humanen Schlußakkord„Gott st r a f e Frankreich" zieht die bohrende Düsterkeit zerstörender Zweifel in die Klndesseele ein. Die Frivolität des theoretischen Tot- s ch l a g s prägt sich dem Kinde mit richtunggebender Schärfe ein. Mit den I a h r e n wächst der Gummiknüppel und Dank des Wirkens„vortrefflicher Erzieher" wird der Totschlag ein Pro- g r a m m. E r z i e h e r, in der Dressurschule seelenloser Mechanik zurechtgeschustert, ohne Verständnis für die Seele des Kindes, fern jeder feineren Kultur, säen das Gift des Hasses, wo sie auf- klären undvextiefen sollen. So werden Seelen gemordet. Und der Spießer mit den Reoanchebazillen im unrettbar verdorbenen Gehirn merkt nicht, daß er hier unfertige und schutzlose Menschen zu geistigen Krüppeln schlägt!„National" kalkulierende Parteien mißbrauchen den so herangeschulten Erdenbürger für ihre schlechten Interessen. Schafft das Schutzgesetz des Kindes! Oder ihr werdet den schwarzweißroten Miniaturpolitiker haben, der den Widersacher mit der Maschinenpistole und ähnlichen Mordwaffen über den Haufen schießt! -i- Der letzte Wahlkampf hat die Jugend politisch stark erhitzt. Gerade in Potsdam merkte man, wie die Gegensätze aufeinander prallten. Testern sind an drei verschiedenen Stellen Zusammenstöße zwischen Bisinarck-Bündlern und Angehörigen der Jungkommunisten erfolgt. Zuerst wurde an der Garnisonkirche ein löjähriger Lehrling von einem höheren Schüler, der sich durch den Knirps angeblich bedroht fühlte, mit einem brutalen Hieb eines Ochsenziemers so heftig über den Kopf geschlagen, daß er sofort zusammenstürzte. Der Tätet ist festgestellt und der Verletzte konnte nach Anlegung eines Not- Verbandes nach Hause gebracht werden. In der Brandenburger Straße stießen Jungkommunisten mit Bismarck-Bündlern zusammen. Dabei wurde ein Student von der Ueberzahl der Angreifer arg verprügelt. Derselbe Trupp Bismarck-Bündler ist etwas später in der Hohenzollernstraße abermals von Jungkommunisten verprügelt worden. Die kommunistische Jugend, die sich im Wahlkampf alle Mühe gegeben hat, gegen die republikanischen Parteien zu arbeiten und zu Hetzen, gibt jetzt auf diesem Wege ihrer Enttäuschung über das Wahlergebnis Ausdruck. Die Polizei hat tagsüber umfangreiche Erhebungen angestellt und warnt öffentlich die Eltern und Erzieher davor, die Jugend in den Abendstunden auf die Straße zu lasten, um weiteren handgreiflichen politischen Meinungsaustausch zu verhindern. Von gestern ab sind besondere Straßenpatrouillen eingesetzt, um feindliche Parteien auseinanderzuhalten. Gefängnisstrafen in dem Jockey-Betrugsprozest. In dem großen Jockey-Betrugsprozeß kam das Schöffengericht Mitte nach längerer Beratung zu einer Verurteilung der ange- klagten Jockeys wegen Betruges und gewerbsmäßiger Voraussage von Wetten. Das Schöffenoericht hatte der Aussage des Justizober. fekretärs H u st e r vollen Glauben geschenkt und es als erwiesen angesehen, daß L e w i ck i sich erboten hatte,' Rennen„fertig zu machen", und zwar durch Bestechen von Jockeys, wodurch er von Huster 36 MO M. herausgelockt hat. Bei dem Jockey Alfred Lüneberger und dem Angeklagten Julius Pautfch nahm das Gericht ebenfalls Betrug an, weil sie 3000 M. von Huster unter der Versprechung, Herrenreiten fertigzumachen, herausgelockt hatten. Nach Ansicht des Gerichts sind diese Gelder aber lediglich in die Taschen der Angeklagten geflossen. Der Jockey Paul L e w i ck i wurde zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Alfred Lüneberger und Pautfch erhielten je sechs Monate Gefängnis. Sämtlichen Angeklagten wurde ein Monat auf die Untersuchungshaft angerechnet. Lewicki wurde drei- jährige Bewährungsfrist bewilligt unter der Voraussetzung, daß er bis zuin I. Juni 15 000 M. in bar an die Gerichtskasse zahlt. Gegen eine Zahlung von SOM Mark Kaution soll der Haftbefehl sofort aufgehoben werden. Bei Alfred Lüneberger und Pautfch hat das Gericht die Frage der Bewährungsfrist bis zur Erledigung des abgetrennten Crimmitschauer Betrugsfalles offen gelassen. Die Haftbefehle gegen diese beiden Angeklagten wurden auch ausrecht erhalten. Der vierte Angeklagte, Erich Lüneberger, wurde von der Anklage der gewerbsmäßigen Voraussage von Wetten freigesprochen. „Bessere Du Dich aber auch.. Durch eine aufbewahrte Korrespondenz mit seinen„Bräuten" hat sich der Buchdrucker Erwin L. schweres Belastungsmaterial ge- schaffen. Der Zchährige junge Mann scheute die Arbeit und zog es vor, sich von Dirnen unterhalten zu lassen. Ein« dieser Frauen hatte ihn bei einer Festnahme bezichtigt, daß er von dem Sündengelde gelebt habe und daß er sie sogar zu ihrem unzüchtigen Gewerbe angehalten habe. Hinterher hatte sie aber ihre Aussage widerrufen, so daß das Verfahren wegen Zuhälterei gegen L. eingestellt werden mußte. Die Beamten des Zuhälterdezernats beobachteten Ende vorigen Jahres, daß L. wiedenim einer anderen Dirne auf ihren Straßengängen folgte und sie vor den Beamten warnte. Räch seiner Festnahme wurde auch ermittelt, daß er in einem berüch- tigten Kuppelquartier unangemeldet wohnte, und dort wurde auch ein Briefwechsel mit der ersterwähnten Frau gesunden. Es ergab sich daraus, daß diese ihm schrieb:„Lieber Erwin! Deinen Brief habe ich erhalten und genau getan, was Du mir gesagt hast. Ich Hove bestritten. Dir Geld gegeben zu haben, daß Du mich begleitest und oeranlaßt hast, auf die Straße zu gehen. Bessere Du Dich aber auch und arbeite für Dich selbst." Das Leugnen des Angeklagten nutzte ihm wenig: gegenüber dem Belastungsmaterial, das durch die Aussagen der Krinnnalassistenten Wild und Dressen ergänzt wurde, oerurteilte das Schöffengericht L. zu einem Jahr Gefängnis. Die Sladtoerordnelenverfammlung hat in dieser Woche eine Sitzung am Donnerstag um �»5 Uhr. Auf der Tagesordnung steht unter anderm die erste Beratung des Stadthaushalts- planes. Die Potsdamer Stadlverordneteilversammlung war eine der ersten, die dem neugewähllen Reichspräsidenten eine Ehrung dar- brachte. Vor Eintritt in die Tagesordnung e r h o b e n sich die Pots- damer. Stadtväter, mit Ausnahme der Sozioldemokra- t e n und K o m m u n i st e n, von ihren Sitzen, und der stellvertretende Stadtoerordnetenvorsteher Kaufmann W e rn e r entbot dem Reichspräsidenten einen GAiß. 25 Jahre Observatorium Linüenberg. Internationale Würdigung deutscher Wissenschaft. Das Observätorium Lindenberg im Kreise Beeskow, das der Leitung des Geheimrats Prof. Dr. H e r g e s e l l untersteht, beging am Montag die Feier seines 2Sjährigen Bestehens, zu der außer dem preußischen Kultusminister Becker zahlreiche Vertreter der meteorologischen Institute von England, Norwegen, Schweden, Holland, Rußland und sämtliche Dorsteher der deutschen meleorolo- zischen Institute erschienen waren. >* Aus der Festrede, die Prof. Dr. Hergesell hielt, und in der er nach Begrüßung der Gäste die Entwicklung des Instituts schildert«, Parteigenossen! Republikaner! Die Schlacht ist geschlagen, der große heilige Kampf um die Republik und den Sozialismus gehl weiter. Entsprechend unserer Aufforderung sind fast alle schwarzrotgoldenen Fahnen auch nach verkündung des Wahlergebnisses dort belassen worden, wo sie zum Aerger der Reaktionäre den willen zum Siege der politischen Vernunft und zur Verwirklichung der großdeulschen Idee bekundet hatten. Gerade in Berlin hatte der Volksblock über die vereinigten Monarchisten und Kommu- nisten einen klaren Sieg davongelragen. und deshalb bestand kein Anlaß, unsere Fahnen sogleich einzuziehen. Laßt die Schwarz-Weiß-Rolen ruhig jetzt allein weilerflaggen, wenn sie Lust dazu verspüren, das„freudige Ereignis für Polen" und poincar� zu feiern! sei erwähnt: Auf Grund von 100 Freiballonfahrten, die in den neunziger Jahren vom Berliner Verein für Luftschiffahrt aus- geführt worden waren, gründete Geheimrat A ß m a n n das Obser- vatonum zur Erforschung der Zustände der freien Atmosphäre. Am 1. April 1900 begann der regelmäßige Dienst im Gelände am Spandauer Weg in Reinickendorf. Alle Methoden mit Drachen der verschiedensten Formen, mit Freiballonen, Fesselballonen, Drachen- ballonen und Gummiregistrierballonen, ebenso wie mit Papier- ballonen wurden benutzt und wertvolle Ergebnisse insbesondere aus dem Gebiet der praktischen Meteorologie erzielt. Am 1. April 1903 wurde das Aeronautische Observatorium nach Lindenberg(Kreis Beeskow) verlegt. Mit größtem Eifer wurden die Sondierun- gen der Atmosphäre fortgesetzt mit mehreren Aufftiegen an jedem Tage. Dje Beteiligung des äronautischen Observatorium» mit seinen für die Welt vorbildlichen Einrichtungen an der internationalen sachlichen Veranstaltung war eine Notwendigkeit. Die großen Ergeb- nisse der Ostafrikaexpedition stehen noch heute einzig da. Es folgten die Registrierungen auf einer Nordsee- fahrt 1901 und 1906 auf dem Brocken und auf der Ostsee. Ihnen folgten Versuche für die Ortsbestimmung in Freiballonen. Die Sonnenfinsternis 1906, der Durchgang des Halleyschen Kometen durch die Erdbahn wurden wissenschaftlich erforscht. Strahlungsmessungen wurden von Freiballonen aus vorgenommen, die verschiedenen Arten von Wolkenbildungen untersucht. Die Erfahrungen der Kriegs- ineteorologse und. Aerologie wurden in der Nachkriegszeit erweitert, die Instrumente verbessert, der H ö h e n w e t t e r d i e n st ausgedehnt. Piloten- und Registrierballonen und Drachen stiegen in früher un- bekannte Höhen, ein regelmäßiger Warnungsdienst für die Luft- schiffahrt wurde eingerichtet und' diente auch dem Z. R. 3 auf seiner Amerikafahrt. Drahtlos gehen die Meldungen in die ganze Welt, ein ganzes Netz verbindet das Observatorium mit den Observatorien der ganzen Welt.— Kultusminister Becker hob die großen wissenschaftlichen Verdien st e des Observatoriums hervor, das seine Geisteseinstellung zur internationalen wissenschaftlichen Arbeit erwiesen habe und täglich beweise, daß es im Dienste der Menschheit, der Wissenschaft und des Vaterlandes stehe. Dann über- reichte er vier Angestellten des Observatoriuins Anerkennungs» Urkunden. Verkehrsminister Dr. Krone unterstrich die Bedeutung der Arbeiten des Observatoriums für den Post- und Passagierluft- verkehr. Vizeadmiral K a h l e r t und Dr. E ck e n e r bestätigten die Wichtigkeit des Warnungsdienste» für den Luftfahrzeugverkehr, dem sich ein Navigationsdienst für Flugzeuge anreihen müsse. In warmen Worten würdigten die Vertreter der ausländischen meteorologischenJnstitutedie Erfolge des Observatoriums Lindenberg, das als das bedeutendste der ganzen Welt gelte. Professor Dr. Schmaus-München überbrachte Dr. Hergesell die Ehrenmitgliedschaft der deutschen meteorologischen Gesellschaft. Flugzeuge des Deutschen Aero-Lloyd und der Junkers-Werke warfen Blumenspenden ab. Telegramme aus allen Ländern der Welt waren eingegangen. Aufstiege von Registrierballons und Drachen beschlossen die Feier, die im Zeichen der internationalen Würdigung deutscher Wissenschast stand. Der Propagandaumzug der Reichsreklamemefse. Die Reichsreklamemesse, die, wie bereits mitgeteilt bis zum 5. Mai im Hause der Funkindustrie auf dem Städtischen Messegelände am Kaiserdamm vor sich geht, veranstaltete am gestrigen Tage einen originellen Reklameumzug durch die Straßen Berlins. Eine größere Anzahl Firmen, darunter auch die Sozial- demokratische Presse, beteiligten sich hieran. Der Zug, der etwa eine Länge von 800 Metern hatte, zeigte oft prachtvolle Typen der Reklame und erregte überall, wo er hinkam, größte Heiterkeit. Die voran- fahrende Jazz-Band-Kapelle die sogar ein Klavier mit sich führte, lockte schon von weitem die Schaulustigen in Massen heran. Es ging, durch Alt-Moabit zur Strom- und Lessingstraße, am Ausstellungs- gelände am Kaiserdamm vorbei. Dann wurde die Kantstraße passiert. Anschließend kam das südliche Stadtviertel heran. Erst in den späten Abendstunden ging die Auflösung vor sich. Der verliebte Groftkäufmann. Ein Großkaufmann aus Hainburg, ein Mann von 52 Jahren, der in den besten Verhältnissen lebte und mit seiner Frau und fünf Kindern eine eigene Villa bewohnte, verliebte sich vor drei Jahren in die 33 Lahre cklte Tochter eines Nachbarn und vernachlässigte seitdem seine Geschäfte. Auch als der Nachbar seine Villa verkaufte und nach Berlin zog, trat keine Aenderung ein. Der Grohkaufmaiin fuhr häufig nach Berlin, um in der Nähe seiner Freundin zu sein. Nach und nach brachte er seiner Frau und sein eigenes Vermögen durch, und auch seinen Villenbesitz mußte er aufgeben. Kürzlich kam er wieder einmal nach Berlin. Hier behielt er gerade noch so viel Geld übrig, daß er nach Hamburg hätte zurückfahren können. Auf dem Bahnhof jedoch trieb ihn die Sehnsucht zu seiner Freundin zurück. Um nun noch länger in Berlin bleiben zu können, stahl er aus dem D-Zug, der noch hielt, einen Koffer, in dem er groß» Werte vermutete. Dabei wurde er abgefaßt und zu einer kurzer Gefängnisstrafe oerurteilt. Nach deren Verbüßung blieb er in Berlin, und um sich das dazu erforderliche Geld zu verschaffen, legte er sich auf den Paletotdiebstahl. Auch hierbei wurde er bald wieder ertappt und von neuem festgenommen. Er gab zu, daß er vorher bereits zwei Mäntel gestohlen und zu Geld gemacht hatte. Eine Schwinüelfirma. Für 800 000 Mark Kleiderstoffe unterschlagen. Große Preisunterbietungen riefen auf dem Berliner Konfek- tionsmarkte feit einiger Zeit eine lebhafte Beunruhigung hervor. Eine Firma R o t h u. C o. in der Heiligegeistgasse 21 bot fort- gesetzt große Mengen von Kleiderstoffen, Seide usw. zu Preisen an, die jede Konkurrenz reeller Firmen ausschlössen. Die Preise gingen oft bis auf die Hälfte der üblichen herunter. Als die Kriminalpolizei Veranlassung fand, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen, stellte sie fest, daß«ine Firma Roth u. Eo. gar nicht bestand, wohl aber gab es in der Heiligegeistgasse 21 die Leder- und Lederabsallhandlung Elzas u. Roth. Die weiteren Er- mittlungen ergaben, daß der Bruder des einen ihrer Inhaber, der Schlosser B e r z i Roth aus der Berliner Straße zu Neukölln einer der Inhaber der erdichteten Firma„Roth u. Co." war, der andere war ein Stadtreifender Weißbardt, der bei einer führen- den Firma, der Kleiderstoffgrohhandlung I. Dinermann in der Bischofstraße 2-3 angestellt war und in der Prinz-Eitel-Friedruh- Straße in Karlshorst ein Villa bewohnte. Diese beiden hatten sich im Juli vorigen Jahres, als das Geld sehr knapp war. zur Gründung der Schwindelfirma zusammengefunden. Der Berzi Roth hielt sich häufig bei seinem Bruder in der Heiligegeistgasse auf. Des- halb wählten die Gründer für ihre erdichtete Firma das Haus Nr. 21 und die Fernsprechnummer der Lederhandlung, so daß der Roth, wenn die Firma angerufen wurde, die Gespräche erledigen konnte. Weißbardt war in seinem Berufe sehr tüchtig und genoß das voll« Vertrauen seiner Firma. Di« Aufträge, die er herein- brachte, v""-den immer größer. Die Käufer waren nach seinen An- gaben einwandfreie Geschäftsleute, denen mit Ziel von drei Monaten oder mehr geliefert zu werden pflegte. In Wirklichkeit aber führte Weißbardt die Waren nicht diesen Firm«n zu. sondern verkaufte sie unter der Firma„Roth u. Co." an andere Firmen, die er zu oe- arbeiten bestand, zu Schleuderpreisen gegen Barzahlung. Das führt- zu den Preisunterbietungen auf dem Markte. Durch Fälschung von Lieferscheinen und Geschäftsbriefen der vermeintlichen Abnehmer der Großhandlung, auch erstklassiger Firmen, wußte er lange Zeit sein« Machenschaften zu verdecken. Die Firma, bei der Weißbardt be- schäftigt war, ist durch diese Veruntreuungen, die eine Höhe von 800 000 M. erreichten, zur Zahlungseinstellung gezwungen worden. Die Schwindler haben von dem erbeuteten Gelde gelebt, einen großen Teil aber durch wilde Spekulationen wieder verloren. Es wird vermutet, daß sie auch Wechsel auf andere namhafte Firmen gefälscht und in Umlauf gesetzt haben. Mitteilungen zu weiteren Aufklärung nimmt Kriminalkommissar Trettin im Zimmer 103 des Polizeipräsidiums entgegen. Im Rahmen der Propaganda für kirchenauslritt und Weltlichteit des Schulwesens, die von der Arbeitsgemeinschaft der freigeistigen Verbände der deutschen Republik in dieser Woche betrieben wird, fanden am Montag in Berliner Vor- orten die ersten Versammlungen statt. Ueberall waren die Kirchen- anhänger unier Führung der Geistlichkeit angetreten, um die Dis- kufsion der bebandelten Frage:„Die Kirche ein« Gefahr für die kullurelle Entwicklung" in ihrem Sinne zu gestalten. Das gesteigerte Interesse der Arbeiterschaft für die drohende„schwarze Gefahr" zeigte sich in regem Besuch der Versammlungen. In Ret nickendorf- West, etwa 4M Besucher, war Referent Gen. Dr. H o d n n. An der Diskussion beteiligten sich Geistliche und Lehrer neben überzeugten Freidenkern. In W e 1 h e n s e e(Besuch zirka 600 Personen) referierte Brinkmann. In der Debatte sprachen ein Kirchenratsmit- glied, ein Landgerichtsrat und ein Stadtmijfionar im gegnerischen Sinne. Die zeitweise stürmische Aussprache �oll in einer zweiten Ver- sammlung, die in Kürze in der räumlich größeren Turnhalle statt- finden soll, zu Ende geführt werden. In Friedrichshagen sprach Sachtleben. Ihm traten u. a.«in katholischer und«in evangelischer Geistlicher entgegen. Die Redner der Freidenker. darunter ein Lehrer einer weltlichen Schule, lieferten wirkungsvolle Referate. Jn Alt-Glienicke hörten etwa 300 Personen, darunter Geistliche, Kirchenanhänger und Hakentreuzler, den Vortrag von H a f s n e r. In der Debatte sprach auch hier ein Geistlicher und ein Missionar. Di« Aussprache konnte sachlich und für die Freidenker- fache werbend zu Ende geführt werden. Heute, Mittwoch, den 29. April, finden folgende Propagandaversammlungen statt: RSinickendorf-Ost, Schönholz 14(Ramlows Kastanicnwäld- chen): Köpenick, Lindenstraße, Aula der Körnerschule: Lichten- b e r g, An der Parkaue, Aula des Reformgymnasium»: Spandau, Aula des Kant-Gymnasiums: Hohenschönhausen, Rödern- straße, Schulaula._ Nationalistische Tichieber. München. 28. April.(Eigener Drahtbericht.) Wenige Tage vor Ostern wurde der Kommerzienrat Zitzmann in Erlangen ver- haftet, da der Staatsanwalt Wechselschiebungen des Kom- merzienrats als Vorstand der Erlanger Firma Reiniger, Geb- bert u. Schall A.- G. auf die Spur gekommen ist. Die Schie- bungen sollen die Höhe von 1,2 Millionen Mark ausmachen. Zwei Tage später hat sich in Baden-Baden der bekannte Münchener Iustizrat Dr. Otto Kahn erschossen, eine Tat, die nun» inehr in Zusammenhang mit den Verfehlungen Zitzmanns gebracht wird. In der Tat gehörte Iustizrat Dr. Kahn dem Aufsichtsrat der genannten Firma an, ebenso der bekannte Frankfurter Justizrat Berlitzheimer und der bekannte bayerische Tabakindustrielle Michel R a u l i n o. Da die Untersuchung gegen Zitzmann belastendes Material gegen Berlitzheimer und Raulino ergab, erhob der Staatsanwall gegen beide ebenfalls Anklage. Ihre Verhaftung ist bisher nicht erfolgt. Iustizrat Kahn wurde in dem Verfahren als Zeuge vernommen. Sein Selbstmord wird auf einen Nerven» Zusammenbruch zurückgeführt. Es genügt zur Charakteristik der Persönlichkeit des Herrn Raulino die Feststellung, daß vor- nehmlich mit seinem Gelde die Ehrhardt-Truppen, die im Jahre 1923 an der bayerisch-thüringischen Grenze sich zum Marsch nach Berlin sammelten, gelohnt worden sind. Im Besitze Raulinoz soll sich auch ein erheblicher Teil der Besitzanteile der nationalistisch- reaktionären„Münchener Neuesten Nachrichten" befinden. �mncUtcli� MunJwa� Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, In der 50. Minute fizt durch einen schönen Schuß Nr. 1. Der Anstoß für Groß- Berlin wird abgefangen. Zum Tore gehts, und schon holt dev Torwart den stets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trev. rechts, zu richten. 2. Kreis Ziergarten. Das Feftkomitee und die Helfer zur Maifeier treffen fich Donnerstag, den 30. April, abends 8 Uhr, bei Krüger, Butligstr. 10. 17. Kreis Lichtenberg. Bildungsausschuß: Donnerstag, den 30. April, 8 Uhr, Bibliothek, Weichselstr. 28. Die Ordner aur Maifeier finden sich dort ebenfalls ein. Heute, Mittwoch, den 29. April: 10. Abt. 7% Uhr Abteilungsversammlung in der Schule Alt- Moabit 23. Bortrag des Genossen Theek: Die politische Lage nach den Wahlen". 24. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Oberrealschule PasteurStraße 44, Quergeb. 1 Tr., Lehrzimmer für Naturkunde. Bortrag:„ Die politische Lage nach den Wahlen". 45. Abt. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in der Schule Reichenberger, Ede Forster Straße, Referent Genosse Eckhardt. Jungsozialisten. Gruppe Charlottenburg: 8 Uhr im Jugendheim RosinenStraße 4, Vortrag des Genossen Burghardt:„ Das Wesen des Sozialismus". Morgen, Donnerstag, den 30. April: 31. bt. 7% Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Funktionärtonferenz. Stellungnahme zur Neuwahl der Abteilungsleitung. Jungfozialisten. Gruppe Friedrichshain: 7 Uhr im Jugendheim Tilsiter Straße 4, Politische Arbeitsgemeinschaft: Wesen der Verfassung". Frauenversammlung morgen, Donnerstag, den 30. April: Vortrag der Genoffin Riedger: Unsere Kulturpolitit". Jugendveranstaltungen. Seute beginnt die Arbeitsgemeinschaft: Probleme des Sozialis. mus" im Jugendheim Lindenstr. 3. Anmeldungen dort. Abteilungskaffierer: Heute von 5-7 Uhr Ausgabe des Jugend vovan" für Mai. Abrechnung der Beitragsmarken, Heute, Mittwoch, den 29. April, abends 7½ Uhr: Wedding: Schule Ruheplay, Ede Antonstraße, Vortrag: 1. Mai und Arbeiterjugend". Weißensee: Jugendheim Charlottenburger, Ede Roeldeftraße, Vortrag: Warum feiern wir den 1. Mai?" Luisenstadt: Schule Stallschreiberstr. 54, Vortrag: Unsere Jugendinternationale". Südost ( Reichenberger Viertel): Jugendheim Reichenberger Str. 66, Bortrag: Reiseerlebnisse". Lankwig: Schule Schulstraße, Vortrag: Alt- Berlin". Wann. fee: Schule Charlottenstraße, Mitgliederversammlung. Ertner: Restaurant Grund, Rönigstraße, Bortrag: Arbeiterfefte". Faltenberg- Alt- Glienicke: Am Faltenberg 117, Vortrag: Der 1. Mai". Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Dossestr. 22, Aussprache: Fragen des Alltags". " Werbebezirk Prenzlauer Berg. Mitgliederversammlung in der Aula Danziger Str. 23. Bortvag: Ronkordat". Referent Friß Schmidt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38, Sof 2 St. Rameradschaft Prenzlauer Berg: Sonntag, den 3. Mai, Fahrt nach Eberswalde. Fahrtteilnehmer müssen sich bis spätestens Donnerstag abend bei ihrem zuständigen Zugführer melden. Die Zugführer haben bis Freitag mittag beim Rameraden Strahl die Liste der Teilnehmer abzugeben. Fahrt voraussichtlich mit Auto. Preis zwei Mart pro Teilnehmer. Abfahrt. zeit wird noch bekanntgegeben. Rage Beteiligung ist Pflicht. Kameraden, achtet bitte auf die Preffenotia, betreffs der Beerdigung des erschossenen Rame raben. Da muß jeder erscheinen. Ramerabschaft Steglig: Sämtliche Rameradschaftsfahnen find fofort bei den Untergruppen an den bekannten Stellen zur Ablieferung zu bringen. Turnen findet Donnerstag wie gewöhnlich statt. Rameradschaft Lichtenberg nebst Untergruppen: Mittwoch, den 29. April, abends 7% Uhr, Turnen in der Lückstraße. Donnerstag, den 30. April, abends 7% Uhr, treten sämtliche Spielleute bei Krüger, Türr Schmidtstr. 33, sur Uebung an. Bollzähliges Erscheinen unbedingt nötig. Kameradschaft Webbing: Donnerstag, den 30. April, abends 7 Uhr, Treffen der Jungkameraden in der Turnhalle Lütticher Str. 4.Kamerafchaft Friedrichsbain: Donnerstag, den 30. April, abends 7% Uhr, Turnen der gesamten Rameradschaft in der Turnhalle Diestelmenerstraße. Das Trommler. und Bfeifertorps hat vollzählig zu erscheinen. Ramerabschaft Mitte: Diejenigen Rameraden und Freunde unferer Gache, welche am Sonntag, den 26. April, abends 6 Uhr, den Umzug mit Musik durch die Königstraße mitgemacht haben und welche Reuge des Busammenstoßes zwischen Reichsblodleuten mit Auto umb Schußpolizei und unseren Rameraden waren, bitten wir, unverzüg lich ihre Adreffe im Gaubureau abzugeben. Bereinigung der Freunde von Religion und Bölkerfrieben. Genoffe Pfarrer Bleier spricht am Mittwoch, den 29. April, abends 8 Uhr, im Rahmen einer Frühlingsfeier in der Aula des Sophie Charlotte- Luzeums, Sebbelpart ( Scharrenstraße). Durch Musit wird die Feier stimmungsvoll umrahmt. Ein tritt 50 Bf. Am Sonntag, den 3. Mai, vormittags 10 Uhr, fpricht Pfarrer Bleier in der Trinitatisfirche über Frühlingsgedanken". Am Donnerstag, ben 14. Mai, abends 8 Uhr, spricht Genoffe Pfarrer Frande über„ Persönliche Erinnerungen an unferen unvergeßlichen Friz Ebert" in Charlottenburg. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Uebungsstunde Donnerstag, den 30. April, abends 7% Uhr, im Gefangfaal der Sophien- Schule, Beinmeisterftraße 16-17. Erscheinen aller notwendig. Physiognomische Studiengesellschaft. Sonnabend, den 2. Mai, 8 Uhr, im Gafon 6 des Hotels Raiserhof, Wilhelmsplag, Gigung. Architekten und Ingenieurverein zu Berlin. Montag, den 4. Mai, 8 Uhr, im Großen Gaal des Meisterhauses, Röthener Str. 38, Vortrag mit Radiovorführungen des Ingenieurs Graf Arco über Moderne drahtlose Telegraphie und Telephonie". Gäste find willkommen. Eintritt ist frei. Arbeitersport. Ball zum zweitenmal aus dem Nez. Das war denn doch zu viel. Eulo greift wieder an. Sie finden jedoch bei der Berteidigung von Stralau wenig Gegenliebe, Stralaus Mittelstürmer geht mit dem Ball vor, wird aber vom Verteidiger gelegt. Der darauf folgende Etrafstoß wird unhaltbar zum 3. Tor verwandelt. Hielt sich Eulo bis dahin noch, so flappten fie jest vollständig zusammen. Bieber geht der Stralauer Sturm nach vorn. Nach gutem Zuspiel kann der Halblinke zum 4. Tor einsenden. Hierbei erlaubt sich der Torwart von Eulo eine große Entgleisung, wofür er vom Schiedsrichter vom Platz gewiesen wird. Jetzt wird Eulo vollständig eingeschnürt. Nur einzelne Durchbrüche kommen nach vorn, die aber nichts einbringen. Dafür gelingt es Stralau, noch zweimal erfolgreich zu sein. Bald darauf trennte der Schiedsrichter die Parteien mit der sehr hohen Resultat von 6: 2 für Stralau. Eulo stellte eine sehr flinke Mannschaft, der es aber an der nötigen Ausdauer fehlte. Die Niederlage war unverdient hoch. Ein Resultat in der Höhe hat selbst der beste Anhänger von Stralau nicht erwartet. Stralaus Mannschaft hat den Sieg verdient, allerdings nicht in der Höhe. Die Stärfe der Mannschaft liegt in der großen Ausdauer und in dem Siegeswillen, von dem die ganze Mannschaft beseelt ist. Der Schiedsrichter von Bitterfeld erledigte sich seines schweren Amtes zur vollsten Zufriedenheit beider Parteien. Achtung, Fußballer! Sämtliche Fußballnachrichten, die für den Borwärts" bestimmt sind, sind an die Adresse des Genossen Manz, Berlin- Stralau, Bahrfeldstraße 1, zu richten. Resultate Montag früh von 9-10 Uhr, Merkur 1588 und 1848. 13. Bezirkskartell, Tempelhof. Am Mittwoch, den 29. April, findet auf dem Fichte- Turnplak, Mariendorf, 8 Uhr, eine Kartellvertreterfthung ftatt, in der alle Bereine unbedingt vertreten fein müssen, da äußerst wichtige Tagesordnung. Birkenschlag. Ruderverein Borwärts". Am Freitag, den 1. mai, 10 Uhr vormittags, gemeinfame Maifeier am Fahrtenanfegung hierau Donnerstag. am Die Bezirke, Gruppen und Vereine werden gebeten, ihre Beranstaltungen wegen Gestellung von Spielmannszügen rechtzeitig on Robert Dehlschläger, Berlin N. 65, Hochstädter Gir. 10, bekanntzugeben. Das gefamte Kreis. torps beteiligt sich am 14. Juni an dem Kreistinderturnfeft in Brandenburg. Spielleute, die schon am Sonnabend in Brandenburg eintreffen, melden fich wegen Quartieren bei Erich Giedentopf, Brandenburg, Franz- Riegler- Str. 4. Am Sonntag, den 14. Juni, nach dem Serausbringen der Rinder findet eine Kreisübungsstunde im Volksgarten statt. Beginn 9 Uhr vormittags. Feftaugskleidung: Weiße Hofe, weißes Hemd. Reiner fehle, es ist die Probe aut Olympiade. Sport. Rennen zu Karlshorst am Dienstag, den 28. April. 1. Rennen. 1. Wolfenschieber( Dertel), 2. Dro( E.Eichhorn), 3. Centri Das Complet aus bestem Rips od. Gabardin in verschiedenen Modefarben 89.GUSTAV CORD'S Leipzigerstr 35 Ecke Charlottenste. fugal( Bolz). Toto: 25: 10. Blaz: 13, 12, 19; 10. Ferner Tiefen: Abessinier- Pumpen Allgemeine Ortstrantentasse Berlin- Lichtenberg Eutandcarwom, Hajna, Georg, Waltüre, Amianca. Selbstaufstll.. 2.. Rennen. 1. Lebenswonne( Dertel), 2. Cafar II( Kränzlein), f Laubenkolonist, z. 3. Soto( Stalff). Zoto: 17:10. Plat: 12, 14: 10. Ferner liefen: Onfel Otto, Nordsee. 3. Rennen. 1. Gondatlan( Hr. Braune), 2. riuts!( Sr. Novigon), 3. Cebria( Hr. Jay). Toto: 25: 10. Blat: 14, 15, 22: 10. Ferner liefen: Mundschent, Golm, Flieger, Spero, Lawendel, Benita, Charley Coufin. 4. Rennen. 1. Magelone( Dertel), 2. Rotborn( Edler), 3. Sultan ( Schuller). Toto: 20: 10. Plat: 13, 12: 10. Ferner liefen: Diamant, Mellarosa, Raufbold. 5. Rennen. 1. Rogulna( Hauser), 2. Penelope( Schuller), 3. Terefina( E. Eichhorn): Toto: 36: 10. Plat: 15, 19: 10. Ferner liefen: Bafur, Londdroft, Escorial. Filtersauger, Gartenspritzen, Magdaleneufte. 14-16. Bekanntmachung. Laut Beschluß des Kaffenvorstandes find die Grundlohn Pumpen, Schläuche. ftufen wie folgt verändert: Hrüger & Lathan Pumpen abr. Alexanderstraße 14, 2 Min. v. B. Jann- Br. Ein 6. Rennen 1. Sambur( v. Mezfc), 2. Biwia( St. Staudinger) grauer Kopf 7. Rennent. 3. Rappelfopf( Hr. Braune). 61: 10. Blaz: 14, 15, 12: 10. Ferner liefen: Oceana, Revassole, Malacara, Propulfor, Trompeter. 1. Abteilung: 1. Alegander der Große( Gabor), 2. Pelagia( V. Esch), 3. Orplid( M. Jenzsch). Toto: 46:10. Plat: 19, 23, 16: 10. Ferner liefen: Wesel, Impresario, Zump. Sport- Belt, Cito. 7. Rennen. 2. Abteilung: 1. Shgull( Ebert), 2. Octavio( Eich born), 3. Winnetou( H. Schmidt). Toto: 29: 10. Blaz: 14, 15, 18: 10. Ferner liefen: Tannfönig, Kornblume, Siri, Chamberlain, Great Gala, Allammut. Wetter für Berlin und Umgegend. Borwiegend bewölft. Regenfälle und fühl. Gegen Abend etwas aufheiternd. Für Deutschland. Borüber. gebende Verschlechterung in Norddeutschland. In Mitteldeutschland meist bewölktes regnerisches Better. Ueberall noch fühl. Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 29. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: Märchen und Gedichte von Egon H. Straßburger. 1. Fräulein Mieze. 2. Wie es dem Sonnenschein erging. 3. Firlefanz, der Puppendoktor. macht 10 Jahre älter! Alcolor" färbt echt u. natir Hich, garantiert un fchäblich. In allen Farben. Ft M 8,75 in Drogerien sonst bei Otto Reichel, Berlin 43 SO, Eisenbahnstr.4. SCHUTZ& MARKE Ountungs Raban Reklamemarken Herligt skil 45Jahren as Spezialitat Conrad Müller Schkeuditz Lesprings Die Funkprinzessin Adele Proesler). 4.30-6 Uhr abends: Unter- Leiterwagen haltungsmusik( Berliner Funkkapelle) 6.30 Uhr abends: Zehn u. alle ander. TransMinuten für die Hausfrau. 6.50 Uhr abends: Vortragsreihe des portreräte liefert Herrn Rechtsanwalt Dr. jur. Th Tichauer:" Die Entwicklung der internationalen Rechtsprechung". 4. Vortrag. Der Völkerbund und die internationale Schiedsgerichtsbarkeit". 7.20-8.20 Uhr abds.: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). 7.20 Uhr: Abteilung Völkerkunde. Dr. K. Th. Preuß:" Glaube und Mystik in der Völkerkunde". ein höchstes Wesen". 4. Vortrag. Der Glaube an 8 Uhr abends:( Bildungskurse). Abteilung Literatnr. K. W. Goldbilligst. Großer Vorrat. Stufe Grundlohn Beitrag pro Tag 6% bes Grundlohnes Berdienst pro in Gold- Bfen Woche Monat nigen a Lehrlinge ohne Entgelt zahlen ½ des Beitrages der Stufe = 6 1 bis 10,50 bis 45,00 1,20 9 17,50 75,00 2.00 12 " " 3 24,50 RP 105,00 3,00 18 " 31,50 135,00 4,00 24 " " 38,50 165,00 5,00 30 " " 6 45,50 195,00 6,00 36 " " 7 52,50 225,00 7,00 42 " P 8 59,50 255,00 8,00 48 " 9 über 59,50 über 25,00 9,00 54 45 Erwerbslpfen Beitrag p. Tag 1% des Grundlohnes i. GoldPfennigen 9 Beitrag muß pro Woche für 7 Tage, pro Monat für sämtliche Ralendertage gezahlt werden. Es macht sich hierdurch die Ummeldung sämtlicher gemel deten Personen notwendig. Formulare hierzu gehen den Herren Arbeitgebern- in- den nächsten Tagen zu. 50/4 Dieſe find innerhalb acht Tagen ausgefüllt zurückzusenden. Die Aenderung tritt ab 1. Mai 1925 in Kraft. Der Anspruch auf erhöhte Leistungen besteht ab 8. Juni 1925. Der Vorstand 0. Seikel, Borsigender. 0. Hamann, Schriftführer. ANN Kommen Sie Um die offdeutsche Meisterschaft im Arbeiterfußball. Trotz des schlechten Wetters und der Wahlen fanden sich zirka schmidt:„ Skandinavische Literatur", 4./5. Die großen Schweden". 1000 Zuschauer auf dem Platz des" Sportvereins Stralau" 4. Vortrag." Strindberg". 8.30 Uhr abends: Wien- Berlin. 1. a) Du in der Goßlerstraße ein, um 3euge des Spiels um die ost- guater Himmelsvata, A. Krakauer, b) Das hat kan Goethe g'schrieb'n, deutsche Meisterschaft zu sein, das von Stralau und Eulo- M. Sioly, c) Meine Mutter war a Weanerin, L. Gruber, d) Wiener Georg Wagner Forst ausgetragen wurde. Mit dem Anstoß von Stralau beginnt Fiakerlied, G. Piek( Max Kuttner, Tenor). 2. c) Taubenflug. Hanns der Kanipf. Eulo legt ein rasendes Tempo vor, dem Stralau in Brennert, b) Die Nachtigall, Hanns Brennert, c) Am Fenster, Köpenicker Str. 71. feiner Weise gewachsen ist. Stralau wird vollständig in seine Hälfte Rud. Presber( Hans Mühlhofer, Rezitation). 3. An der schönen Keine Schaufensterblauen Donau, Walzer, Strauß( Frida Weber- Fleßburg, Sopran). Reklame, dafürwesentgedrängt. Aber alle noch so gut eingeleiteten Angriffe werden durch 4. a) Draußen in Mauer, beim heurigen Wein, E. Arnold, b) Wien, lich billigere Preise die Verteidigung oder durch zu planlojes Spiel zunidhte sterbende Märchenstadt, H. Leopoldi, c) Vom Sekt sind die gemacht. Erst nach 25 Minuten gelingt es Eulo, das erste Ter Geigen berauscht, E. Wolf, d) Ich muß wieder einmal in Grinzing Abessinierzu erzielen. Jetzt wird auch Stralau munter. Jedoch nur für kurze sein, Benatzky( Max Kuttner). 5. a) Die Gaben, H. Seidel, b) Aus Zeit. Eulo übernimmt wieder das Kommando, und schon sizen sie Leberecht Hühnchen". H. Seidel, c) Herr Schöllerich, Rudolf Pumpen, vor dem: Stralauer Tor. Eulo versucht, mit dem Ball ins Netz zu Presber( Hans Mühlhofer). 6. a) So voll Fröhlichkeit, Walzerlied aus dem Zigeunerbaron", Strauß. b) Geschichten aus dem Wiener laufen. In der 35. Minute fönnen sie dann auch den zweiten Erfolg Wald, Strauß( Frida Weber- Fleßburg). Am Flügel: Otto Urack. erringen. Dabei bleibt es trot großer Anstrengungen von beiden Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten TagesnachSeiten bis zum Wechsel. richten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und) Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Obermedizinalrat Professor Dr. Boehncke:„ Der Heuschnupfen". Nach der Pause fant es aber anders. Stralau besann sich, daß fie schließlich auch die Interessen des 1. Kreises zu vertreten haben. engag Servus Terpentinware Servus Röhren, Filter, Ersatztelle. Preisliste gratis Koblank& Co., Pumpenfabrik Berlin N 65, Reinickendorfer Str. 98. und überzeu gen sich von unserer beistungsfähigkeit und Kulanz Spezialkaufhaus für Damen: Herren: Konfektion Wäsche u.s.w. F Kredithaus Felix' " Veteranenstr.2 L.Stock Ecke Brunnenstr. vis a vis Jandorf muss man benutzen zum Stiefel putzen Rinderzeitung ..Der kleine Coco" grafis Rahma 1/2 nur 50& Margarine Kinderzeitung Der kleine Coco" gratis 19 buttergleich Neu erschienen: ,, Fips Lachzeitung für Hebe kleine Kinder". Gewerkschaftsbewegung ( Gemerfschaftliches fiehe auch) 4. Seite Hauptblatt.) Das Eingeständnis. Es ist ein abgebrauchter und bekannter Trick ertappter Diebe, Saltet den Dieb!" zu schreien, um die Aufmerksamkeit von sich abzuvon der ersten Etage an 2000 Steine 4,50, im Drempel bis zu 4 Meter Höhe 5 M. Hinsichtlich der Zulage für Verblender, Schwere der Steine usw. erteilen die Organisationen Auskunft. Bo obengenannte Preise nicht gezahlt werden, ist nach Mitteilung an die Organisation die Arbeit einzu= stellen. Wo diese Preise mit den Firmen vereinbart werden, schen Frieden bedrohe, zu verhindern. Seine Ausführungen wurden bei der deutschen und allen anderen Abordnungen mit Beifall aufgenommen. Achtung, SPD.- Fabritarbeiter! werkschaftshaus, Gaal 5, wichtige arbeiter. Jeder muß erscheinen. Donnerstag abend 6 Uhr im GeVersammlung aller SPD.- FabrikDer Fraktionsvorstand. lenfen. Diesen Versuch macht wieder einmal die KPD. Zu diesem Deutsche Heimarbeit- Ausstellung 1925}}}}|{}} 3med werden nicht nur offene Briefe und Leitartikel fabriziert, auch die Bellen" werden mobilisiert. Wir bekommen wieder Refolutionen, die gegen das Leipziger Bluturteil protestieren und den ADGB. und den Vorstand der SPD. auffordern, die Vollstreckung des Urteils zu verhindern. Genau so, wie die KPD. jezt die Stirn hat, unsere Partei und die Gewerkschaften aufzufordern, den mit fommunistischer Hilfe gewählten Hindenburg zu bekämpfen. Die KPD. hält die Arbeiterklasse Deutschlands offenbar für Idioten. Alles Geschrei wird ihr nichts helfen. Auf ihren Schultern zieht Hindenburg in das Haus des Reichspräsidenten. Diese Schuld fann mit Resolutionen nicht verschleiert werden. Gerade die Aufforderungen, die die KPD. jezt an die anderen tichtet, wieder gut zu machen, was sie selber verDorben hat, gerade sie beweisen, daß die KPD. genau mußte und meiß, daß es nicht gleichgültig ist, ob Marg oder Hindenburg gewählt wird. Damit gesteht die KPD., daß sie mit Absicht monarchistische Wahlhilfe für Hindenburg geleistet hat. Mit diesen Verrätern und Verbrechern muß jetzt Schluß gemacht werden! Internationale Solidarität. mien, 28. April.( Eigener Drahtbericht.) Eine Konferenz der österreichischen Gewerkschaften hat nach einem Referat des Obmanns der Gemertschaftskommission über den Kampf der dänischen Arbeiter die tatkräftigste Unterstügung der fämpfenden dänischen Genossen befchloffen. Sie hat die Gewerkschaftskommiffion beauftragt, fofort aus den verfügbaren Mitteln 50 000 Schillinge, das find etwa 30 000 Mart, zur Unterstützung der dänischen Arbeiter bereitzustellen. Achtung, Muldenfteinträger und Fahrstuhlarbeiter! Die letzten Berhandlungen über den Abschluß eines Afford tarifvertrages für Steinträger und Fahrstuhlarbeiter brachten ein für die Steinträger un annehmbares Ergebnis. Da die Unter nehmervertreter weitere Zugeständnisse nicht machen zu können glaubten, verliefen die Verhandlungen ergebnislos. Unterzeichnete Organisationen fordern ihre Kollegen auf, heute Mittwoch folgende Breise zu fordern und schriftlich zu vereinbaren: Für Muldensteinträger 2000 Steine im Keller 4,80, im Barterre 6,30, im 1. Stod 8, im 2. Stod 9,50, im 3. Stod 11, im 4. Stod 13 und im Drempel 15,50 M. Für Fahrstuhlarbeiter 2000 Steine im Keller 4,80, im Barterre 6,30, im 1. und 2. Stod 7,20, im 3. und 4. Stod 8 und im Drempel 10 M. Für Lowry- Fahrstühle sind beim Tragen im Keller und Erdgeschoß dieselben Preise zu zahlen wie für Muldenträger. Beim Fahren Berlin 28. April bis 15. Mai Landesausstellungshallen am Lehrter Bahnhof. Geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends. Eintrittspreis an der Kaffe 30 pi. Für Gewerkschaftsmitglieder sind Karten für 20 Bf. in den Gewerkschaftsbureaus zu haben. Arbeitslose erhalten in den Gewerkschaftsbureaus Freifarten. Bersäume niemand den Besuch! find diese Einzelverträge den Organisationen schriftlich vor, zulegen. Wo die Arbeit eingestellt wird, haben sich die Kollegen bei ihren Organisationen zu melden. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Berein der Affordsteinträger Berlin. Berband chriftlicher Bauarbeiter Deutschlands. Tagung der Bergarbeiterinternationale. Brüssel, 28. April.( Eigener Drahtbericht.) Das Internationale Romitee der Bergarbeiter trat am Dienstag unter Borfiz von Herbert Smith, dem Präsidenten des Britischen Bergarbeiter. verbandes, in Brüssel zusammen. Hauptgegenstand der Beratung des ersten Tages war der Vorschlag zur Entfendung einer inter nationalen Studienfommission nach Rußland, um die Lage und die Organisation der ruffischen Bergarbeiter zu untersuchen. Die Entsendung dieser Abordnung wurde beschlossen. Sie erhält jedoch keine Vollmacht, irgendwelche Abmachungen mit dem russischen Bergarbeiterverband über dessen eventuellen Anschluß an den Internationalen Bergarbeiterverband zu treffen, sondern wird lediglich den Verbänden der einzelnen Länder und dem Internationalen Komitee der Bergarbeiter Bericht erstatten. Die Studienreise erfolgt Ende Juli und dürfte vier bis sechs Wochen beanspruchen. Ferner wurde die Anstellung eines vollbesoldeten ständigen internationalen Gefretärs erörtert, die Beschlußfassung darüber jedoch vertagt. Die Wahl des internationalen Sekretärs wird am Mittwoch erfolgen. Es sind nur zwei Kandidaten vorhanden, der Engländer Hodges und ein Franzose. In seiner Eröffnungsansprache hatte der Vorsitzende Herbert Smith auch auf die Wahl Hindenburgs hingewiesen und sie als ein beflagenswertes Zeichen des Erwachens des nationalistischen Revanchegeistes in Deutschland bezeichnet. Er drücke die Zuversicht aus, daß die deutschen Bergarbeiter wie bisher alles tun werden, um eine Verstärkung dieses gefährlichen Geistes, der den europätSattler, Tapezierer- und Bortefeuillerverband. Laut Beschluß ist am 1. Mai Arbeitsruhe in allen Branchen. Eine allgemeine Feier findet Dormittags um 10 Uhr pünktlich im Deutfchen Sof" statt. Die Be teiligung aller Rolleginnen und Kollegen wird erwartet. Die Bertrauensleute werden erfucht, allen Kolleginnen und Kollegen die Berbandsbücher oder -Barten auszuhändigen, da in der Versammlung die Kontrolle der Beteiligung durch Stempel 1. Mai 1925" erfolgt. Die Tapezierer versammeln sich un 10 Uhr am Michaelfirchplag, um geschlossen zum Versammlungslokal zu gehen. Die Ortsverwaltung. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Zu einem geschlossenen Aufmarsch für die Maifeier des graphischen Gemerbes verfammeln fidy alle Mitglieder vormittags um 8% Uhr auf dem Michaelkirchplag, Ede Engelufer, unweit des Gewerkschaftshauses. Abmarsch pünktlich um 94 Uhr. Gegen wirtschaftliche und politische Reaktion gilt es eine imposante Demonstration zu veranstalten. Die Beteiligung wird eine gute werden. Selbst aus größeren Drudereibetrieben, wie S. G. Hermann, Elsner, Borwärts, Liebheit u. Thiesen, haben nach dem Bericht unferer Funktionäre die Rollegen geschlossene Arbeitsruhe und Beteiligung an der Maikundgebung beschlossen. Die Mitglieder aus allen Branchen werden aufgefordert, fich pünktlich auf dent Michaelfirchplatz zum gefchloffenen Aufmarsch nach der Neuen Welt einzufinden. Die Arbeitsruhe in den Betrieben und die Beteiligung an der Demonstration wird kontrolliert. Du kennst keine schlechten Straßen mehr, wenn Du ,, Conti- Ballon" fährst. Dieser hervor ragende Niederdruck- Reifen gestattet auch auf schlechtesten Wegen vollste Geschwindigkeit, schont sowohl Wagen wie Insassen und ver mindert die Reparaturkosten Ontinental Bailon Reifen ( Fahr nach der ,, Continental- Straßenkarte" 1) MAUXION ,, D 514" in der Deutschen Rundflug- Propagandastaffel I Hannover Hamburg- Berlin Dresden Lelpzig- Weimar Donnerstag, den 30. April und Freitag, den 1. Mai FLUGPLATZ TEMPELHOF GESCHWADERFLUG KUNSTFLÜGE SCHOKOLADENFABRIK MAUXION SAALFELD- THÜRINGEN SCHLEICH'S Medizinische Bäder Präparate Kohlensäurebad Landeshuter Leinenund Gebild weberei Besonders vorteilhafte E.V.Grünfeld Angebote Größtes Sonderhaus für Leinen u. 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Nach den Angaben ist es dem Landwirtschaftsverband Ostpreußen gelungen, die sich anfänglich auf 29,88 M. belaufende steuerliche Belaftung eines Heftars landwirt. schaftlich genutzter Fläche im Jahre 1924 um 29,81 zu vermindern. Demnach wurde an steuerlicher Belastung pro Hektar der Betrag von sieben Pfennig vermerkt. Zu dem Auffah verbreitet der Landwirtschaftsverband Oft. preußen munmehr eine Berichtigung". Ihre wesentlichste Stelle Ioutet: Wenn man's so lieft, möcht's glaubhaft erscheinen. Leider ist dem sozialdemokratischen Berfasser ein fleines Bersehen unterlaufen, wie es ja in Wahlzeiten nicht das unverdiente Bech diefer Leute ist, er hat nämlich ganz einfach die von uns errechnete Steuermilderung von 29,81 m. je Heftar gegenüber dem ursprünglich für 1924 Beabsichtigten abgezogen von der tatsächlichen Belastung von 1924. Mit dieser Methode fann man fogar dazu kommen, daß jebeni oftpreußischen Landwirt noch ein paar Mart auf den Morgen herausgezahlt werden müßten. Wer aber unsere Artikel einigermaßen aufmerfiam fiest und das dürfen wir wohl von den sozialdemokratischen Kritifern noraussehen dem entrollt fich folgendes Bild der steuerlichen Belastung Ostpreußens: Ursprüngliche steuerliche Belastung 1924 je Morgen 7,47 Steuermilderung blieben noch zu zahlen Steuermilderung 1924 1924 ursprüngliche steuerliche Belastung 1925 bleiben noch zu zahlen 1925 1925 0,74 6,73 7,47 1,65 5,82 Und das noch in einem Jahre, indem man von einer faft zölligen Mizernte sprechen fann, wo also feine Einnahmen, sondern nur Berluste zu verzeichnen waren. Mancher Befizer wird zudem noch bei dieser Berechnung den Kopf schütteln, wenn er die Zahlen mit dem vergleicht, was er wirklich allein an Steuern zu zahlen hat. Das legtere wirb vielfach mehr als das Doppelte des errechneten Betrages. Denn der von uns der Berechnung mit zugrunde gelegte Kommunalzuschlag von 150 dürfte in der Regel zu niebrig gegriffen fein und die Berechnung fonnte sich, da fie eine Durchschnittsberechnung sein sollte, nur auf einen Betrieb mit mittelgutem Boden und mittlerer Größe beziehen. Aber wir hatten absichtlich die niedrigsten Zahlen gewählt, um fie für die Feinde der Landwirtschaft unangreifbar zu machen." Die Berichtigung ist recht bedeutungslos. Sie enthält wohl viele Worte und einige Zahlen, schafft aber nicht das aus der Welt, was in den Zeitungen des Landwirtschaftsverbandes geschrieben steht. Da ist zunächst die Zeitung vom 26. Juli 1924. Es heißt in der 1. Einkommensteuer( 4 Broz. bom beredelten Behrbeitragswert 840.- 9.).. 2. Umsatzsteuer( o Broz. vont bisherigen Wehrbeitragswert 1800.19 3. Reichsvermögensstener durchschnittlich 5 Bros. vom beredelten Wehrbeitragswert 1800.-.). 4. Rentenbankzinjen( 2,4 Broz. vom bisherigen Wehrbeitragswvert 1800 M.).. 5. Preuß. Grundvermögensstener( durchweg 3 Broz. vom Ergänzungssteuerwert- berechtigten Behrbeitragswert 1200 m.) 9 6. 150 prosent. Rommunalzuschlag auf die preußische Grundvermögenssteuer R. 3.56 9.4.20 4.82 3.60 5.40 MR. 29.88 Diesen Angaben wurde in unserem Auffaß das gegenübergestellt, was die Nummer 49 des Landwirtschaftsverbandes rom 6. Dezember 1924 in einem sehr langatmigen Aufsatz über die Steuerpolitit des Landwirtschaftsverbandes hervorhob. Die entscheidende Stelle lautete: Hier fann eingeworfen werben: Bas ba, Landwirtschaftsverband Ostpreußen, im Jahre 1924 als deine Leistung uns oben vorgestellt haft, das flingt ja jehr schön, aber wo find die zahlen mäßig greifbaren Ergebnisse?( Hier folgen dann die Zahlen mit entsprechenden Erläuterungen. Wir wiederholen nur die Zahlen.) Es find eripari morden: 1. An Landabgabe 2,70 m. 2. An Einkommensteuervorauszahlung 3,90 m. 3. An Reichsvermögenssteuer 4,85 m. 4. An Umja fteuervorauszahlung 4,85 M. 5. An Rentenbant. grundschuldzinsen 1,55 M. 6. Un preuß. Grunda Dermögenssteuer einschl. Kommunalzuschlägen 9 M., ins. gesamt 26,85 m. Mittwoch, 29. April 1925 Der deutsche Außenhandel. Die trostloje Beurteilung des deutschen Außenhandeis, bie in gewissen Unternehmerfreifen zu einer lufrativen Unjitte bei der Bekämpfung von Lohnforderungen der Arbeiter geworden ist, dürfte sich nicht mehr lange aufrecht erhalten lassen. Die Außenhandelsstatistik für den Monat März ergibt bei einer Einfuhr von 1037 und einer Ausjuhr von 709 Mill. M. im reinen Warenverkehr zwar noch einen Ueberschuß der Wareneinfuhr über die Ausfuhr von 328 Millionen Mart; dieser ist jedoch wesentlich geringer als in den Bormonaten mit 442 Millionen Mart im Februar und 585 Millionen Mart im Januar. Nicht diese abfoluten Zahlen sind entscheidend, sondern vielmehr der Umstand, daß die Verminderung des Einfuhrüberschusses gleichzeitig einem Rückgang der Einfuhr um 34 Millionen Mart und einer Steigerung der Warenausfuhr um 79 Millionen Mart zu verdanken ist. Freilich muß bezweifelt werden, daß die Gesundung der Entwicklung, die sich in dieser Bewegung des Außenhandels zeigt, Don langer Dauer sein fann, wenn die reaffionären bürgerlichen Parteien nicht endlich mit ihrer starrsinnigen und unfruchtbaren, die Ausfuhr gefährdenden Außenhandelspolitit Schluß machen. Solche Experimente wie die Ablehnung des deutsch- spanischen Handelsvertrages im Reichstagsausschuß werden sich jedenfalls die Rechtsblockleute nicht öfters wieder leiften dürfen. intereffiert noch die Tatsache, dah die Einfuhr an Lebensmitteln und Aus den einzelnen Ergebnissen der Handelsstatistit im März Getränken sowie an Rohstoffen und halbfertigen Waren sich verringert hat, während die Einfuhr von Fertigwaren noch um eine Million Reichsmart gestiegen ist und mit 164 Millionen Mart im März die deutsche Handelsbilanz immerhin beträchtlich die Folge der falschen Preispolitit deutscher Unternehmerverbände belastet. Diese Zunahme der Einfuhr ist zu einem wesentlichen Teil und Kartelle; denn hohe Inlandspreise sind ja direkt ein Anreiz für den Import gleichwertiger, aber billigerer Auslandswaren. Steigerung um 52,8 auf 533,6 Millionen Mart im Monat März. Die Ausfuhr Don Fertigwaren zeigt eine erfreuliche Im ersten Vierteljahr gestaltete fich der reine Warenverkehr mit dem Auslande Gold und Silber find dabei als Währungsmetall nicht mitgerechnet. folgendermaßen: Einfuhr 3389 Millionen, Ausfuhr 2034 Millionen Mart. Zu diesen 26,85 m. tommt die Steuerminderung, die eine Deputation des Landwirtschaftsverbandes am 7. Februar 1925 in Ber- Vorlage der Regierung, durch welche die beiden Betriebe der lin erzielte. Sie beläuft sich auf 2,96 M. für den Heftar. Beide 3ahlen zusammen ergeben nach Adam Riese den Betrag von 29,81 m. oder eine Differenz zwischen geplanter Steuerbelastung and erzielten milde. rungen von ganzen 7 f. Sollte diese ganze Berechnung falsch sein, dann muß der Land wirtschaftsverband feine wortreichen Berichtigungen, sondern ein wandfreie Erklärungen darüber beibringen, welchen Zweck die damals gebrachten Angaben haben sollten und wie fich demgegen vermutlich mur redhi furz fein und inhaltlich besagen: Es ist nicht gut, über die Tatsachen ausnehmen. Eine solche Erklärung fönnte die Werbetrommel für einen Verband so sehr zu rühren, bis das Trommelfell plagt. Damit wäre die Sache vielleicht erledigt, aber auch die höchft überflüffige Agitation, die der Verband zur Werbung von unfritischen Mitläufern treibt. Uns fam es darauf Bon dem berichtigten Behrbeitragswert von 1200 ift ein an, zu zeigen, wie haltlos die meisten Angaben von Interessenten Abschlag von 30 Broz vorzunehmen, so daß der veredelte Wehr beitragswert 840 m. beträgt. Nach ben obigen Feststellungen besverbänden, besonders von agrarischer Seite, find, wenn es ums läuft fich für 1924 berechnet auf den Heftar eines mittelgroßen Steuerzahlen geht. Und diese Feststellung richtet sich vor allem an Gutes der oberen Grenze der Klaffe IV schwerer, in den Er- die amtlichen Stellen, die neuerdings nur allzufehr sich auf die recht trägen unsicherer Boden oder leichter Boden in guter Kultur die zweifelhaften Angaben der Berbände stützen. felben mörtlich: Eine Gesellschaft mit 100 proz. Friedensobligationen. Rachbenten. Wie ist es möglich, daß eine Gesellschaft, die dur Die Bilanzen geben aber auch dem Boltswirt Grund zum Die Bilanzen der Kraftübertragungswerte Rhein Nachdenken. Wie ist es möglich, daß eine Gesellschaft, die durch felden dürfen in hohem Maße allgemeines Interessere Balutaschulden 1923 noch in schwere Bedrängnis tam, beanspruchen. Vor uns liegen die Abschlußbilanz von 1923, die obwohl lie teine Inflationsgewinne aus der allgemeinen 85prozentigen Dezimierung der Obligationsschulden einGolderöffnungsbilanz vom 1. Januar 1924 und die Abschlußbilanz heimfen fonnte wie ihre Schwestermerte im übrigen Deutschland zum 31. Dezember 1924 und die dazu gehörigen Berichte. Aus und obwohl sie genau berselben Steuer-, Tarif- und Soziallaften hnen ist zunächst zu ersehen, daß das Borkriegskapital von 12 Mill M. Doll erhalten geblieben ist trog der erheblichen unterliegt wie dieje, mit einer Abschlußbilanz und einer Dividende herauskommen tonnte, die mindestens ebenso günstig zu nennen Schwierigkeiten, die dem Werf im Jahre 1923 aus den 1% Millionen ist wie die der deutschen Schwesterwerke? Krediten in Schweizer Währung entstanden waren. Abgefehen Obligationenschuld außerordentlich hoch, fast ebenso hoch wie das Dabei war die davon, daß die Bilanzen mit erfreulicher Sorgfalt gesamte Aktienkapital, und die Erneuerungs- und Tilgungsrejerve Spezialisiert und erläutert sind, meisen fie für 1924 fonnte 1924 noch mit 636 000 m. gespeist werden. Da es in der einen Reingewinn von 1,16 Mill. M. auf, aus dem auf die 12 mill. Wirtschaft feine Rätsel gibt und die Konjunktur der Kraftwerke eine Dividende von 8 Proz. verteilt wird. durchaus die gleiche ist für die innerbeutschen, wie für das Rhein felbener Grenzwert, so fann man daraus nur die Lehre ziehen, daß die deutschen Kraftmerte die Inflationswirtschaft ganz außerordentlich gut überstanden haben müssen. Man muß sich auch die Frage vorlegen, ob die Aufwertung der Industrieobligationen, die bei 15 Broz. stehen geblieben ist, nicht ebenfalls auf 20 Broz hätte erhöht werden können, wenigstens für Industriezweige, die offensichtlich die Erhöhung hätten tragen fönnen. Privatwirtschaftlich und volkswirtschaftlich außerorbent lich interessant ist in den Bilanzen aber ein Bosten, der für die deutsche Bolkswirtschaft und die deutschen Aktiengesellschaften cin einzigartiges Kuriofum darstellen dürfte. In der Schlußbilanz für das Jahr 1923 erscheinen nämlich rückständige und fällige Zinsen für in der Borkriegszeit ausgegebene Obligationen im Betrage von 209 773 350 000 000 000 Bapiermart. Hätte die Gesellschaft den Bapiermarkwert ihrer Obligationen( Friedenswert 9,07 Will,) statt des Nennwerts eingetragen, so würde ein Obligationsschulbenposten von 8 392 349 250 000 000 000 Bapiermart erfchienen sein. In der Golderöffnungsbilang anerkennt die Gesell. schaft die Friebensobligationen tatsächlich mit 100 Proz. ihres Nennwertes( 9,07 Mill.), abzüglich der jeitdem erfolgten Austofungen. Desgleichen in der Abschlußbilanz. Dasselbe gilt für die Hypothekenschulden der Gesellschaft. Nun hot die Gesellschaft dieses Kuriofum, das für die deutschen Obligationen gläubiger sehr erfreulich wäre, wenn es eben nicht allein auf weiter Flur stände, natürlich nicht aus gutem Herzen geschaffen. Sie mußte, denn die Obligationsgläubiger hatten die Wahl, 3ins zahlung und Tilgung in Marf oder Schweizer Franken zu fordern, wie auch die Schuldverschreibungen felbft zugleich auf Mart und Schweizer Franken lautete. Die Wahl fonnte für die glücklichen deutschen Obligationsgläubiger nicht schwer fallen, was die Gesellschaft auch durchaus verständlich fand. S- T. Zur Erneuerung des Synditatsvertrages über die Ruhrtohle ist, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, die für die Unterzeichnung gestellte Frist Dienstag mittag um 12 Uhr abgelaufen, ohne daß die legten Zechen den Vertrag unterschrieben haben. Die Berhandlungen jammlung hofft man die Zustimmung zu den letzten Einzelfragen zu werben fortgefeßt. In einer noch einzuberufenden Bechenbefizerver erhalten. Der deutsche Postiched verkehr im Jahre 1924. Der Bostichedtoer Bostichedtunden ist im Jahre 1924 von 626 103 auf 808 798 geftiegen. fehr hat fich im Jahre 1924 sehr günstig entwickelt. Die Zahl der Reichsmart betragen, wovon 62 262 Millionen Reichsmart, das sind Der Umjag hat 407,5 millionen Buchungen über 78 501 Millionen 79,3 Broz, bargeldlos abgemidelt worden find. Das Guthaben der Boftfchedkunden belief sich Ende 1924 auf 574,5 Millionen Reichsmart. Bayern beteiligt sich an den Deutschen Werten. Der Bayerische Landtag genehmigte am Dienstag die in Amberg, um 2,21 Millionen Mark vermehrt werden. Der Deutschen Werke A.-G. in Bayern, nämlich in Ingolstadt und Betrieb in Ingolstadt wird in Deutsche Spinneret. Maschinen A- G. umgewandelt, von welcher der Staat Bayern 26 Prozent der Aftien im Betrage von 1,56 Millionen Mari erwirbt, der Betrieb in Amberg in das Deutsche Präzisionszu 50 Brozent des Aftienfapitals beteiligt ist. Die übrigen Wertzeug A.-G., an dem Bayern in Zukunft mit 650 000 m. Anteile der beiden Werte bleiben im Besitz der Deutschen Werke A.-G. Die drei anderen Betriebe der Deutschen Werte in Bayern, das Werf München, Dachau und Reichertshofen werden infolge ihrer bisherigen Unrentabilität an die Privatindustrie verkauft, mobei mit erheblichen Verlusten gerechnet werden muß. Die Berliner Flughafen- G. m. b. H., die betriebsführende Gesellschaft für den Flughafen des Tempelhofer Feldes, legt ihren Ge noch im Stadium des Ausbaues befindet, so schließt das Geschäfts fchäftsbericht für das Jahr 1924 vor. Da die Gesellschaft fich jahr naturgemäß, wie nicht anders zu erwarten, mit einem Ber Iuft von 28051 M. ab, der sich zu einem Teile aus Handlingsund Betriebsuntoften, zum anderen Teile aber aus Abschreibungen erklärt. Die Gesellschaft hofft, daß es im laufenden Geschäftsjahr möglich sein wird, ohne Verlust abzuschneiden, da mit Beginn der Flugjaison 1925 ein erheblicher Luftverkehr auf dem Tempelhofer Felde einfegt. Bedeutende Einnahmen erwartet man auch von dem Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt zurzeit 1 200 000 m.. Deutschen Rundflug, der Pfingsten abgehalten werden soll. daran ist das Reich mit 300 000 M. und die Stadt Berlin mit 900 000 Mart beteiligt. Eine Erhöhung auf 2 Mill. Mart ist beschlossen. Das gesamte Bauprogramm der Gesellschaft für die endgültige Ausgeftaltung des Tempelhofer Flughafens wird aber eine Erhöhung auf etwa 5 millionen Mart erfordern. Es schweben Erwägungen über eine Beteiligung Breußens an der Gesellschaft, wodurch die weitere Finanzierung erleichert werden würde. im Johre 1924 verbauten Beträge verteilen sich etwa zur Hälfte auf die Erdarbeiten und Blanierung des Tempelhofer Feldes, wie Bauprogramm sieht aber noch Verwaltungsgebäude, weitere Flugauf die Anlage der Flughallen, der Radiostation usw. Das gesanue ballen usw. vor. Nach Ansicht maßgebender Fachkreise kann davon gesprochen werden, daß der Flughafen als bester der Welt" dastehen wird, wenn er voll ausgebaut ist. Es kann auch damit gerechnet werden, daß das von der Stadt und dem Reich angelegte Rapital eine gewisse Berzinsung aufbrings. Dis Starte Rüdflüffe von papiernen Zahlungsmitteln fennzeichnen den Ausweis der Reichsbant vom 23. April. Die Reichsbant vermochte wesentlich mehr Kredite als in den vorangegangenen Wechseln bei öffentlichen Stellen unterbringen. Dadurch gingen Wochen zurückzuziehen und konnte andererseits hohe Beträge an 283,6 Millionen Mart an Zahlungsmitteln in die Zentralnotenbant zurü. Der Banknotenumlauf ermäßigte sich daher um 165,6 auf 2022,1 Millionen, der Umlauf an Rentenbankjdjeinen um 188,0 auf 1366,6 Millionen Rentenmart. Der Rüdgang des Geldumlaufs und die Berstärkung des Deckungsfonds trugen dazu bei, die Golddeckung der deutschen Bantnoten wesentlich zu verbessern. Durch Gold allein sind jegt die Noten mit 49,7, durch Gold und Devisen zusammen mit 66,2 also ziemlich geriau gu zwei Drittel, gebeds. Die Deutsche Golddiskontbant, die seinerzeit von der Reichsbant zur Unterftügung ihrer Währungspolitit und zur Beschaffung von Devisenkrediten für die deutsche Wirtschaft gegründet worden ift, thre Geschäftstätigkeit aber nach dem Dawesplan wesentlich eingeschränkt hat, nimmt jetzt ihre Tätigkeit in verstärktem Maße wieder billige rebite zu verschaffen und so ihre Konkurrenzfähig auf. Eie bezweckt damit, den deutschen Exportindustrien Unternehmungen für Kredite von der Golddiskontbank in Betracht, feit am Weltmarkt zu fördern. Daher kommen auch nur solche die Waren an das Ausland liefern und so in der Lage sind, aus ihrem eigenen Geschäftsbetrieb die zur Abdeckung ihrer auf englische Bfund lautenden Wechsel notwendigen Devisen zu beschaffen. DAB MARULIN Laubenkolonisten und Siedler! bei Kartoffeln, sämtlichen Gemüsearten, Strauchobst, Obstbäumen, Wein und Tabak durch Gebrauch von Größte Ernte saat- Dünge- Beizegy In Laubenkolonien glänzend erprobt. Marulin' 66 Zu haben in Drogerien, Apotheken, Samenhandlungen usw.- Preis 1 Mark pro Schachtel. Chemische Fabrik F. B. Reinholz, Berlin- Schöneberg 1. Verlangen Sie kostenlos Broschüre und Prospekte. Generalvertreter für Groß- Berlin und Provinz Brandenburg: Karl Schmalz, Berlin- Schöneberg, Martin- Luther- Str. 16. Telephon: Nollendorf 8055. Abg. Seppel( Soz.) Berfügung atme ganz den Geist der alten Berhältnisse, der nicht Zusammentritt des Reichstages. erlangt, daß in der Belegung des Borfiges im Berwaltungs wieder in die Boſtverwaltung einziehen sollte. In Breußen ist Beratung des Poftetats. Präsident Löbe eröffnete die Reichstagsfizung am Dienstag um 2% Uhr mit einem stehend angehörten Nachruf für die verstor benen Avg. Gerstenberger, Dr. Höfle, Dr. Baasche und den früheren Parlamentarier Broemel( Fortschr. Vp.). Er teilt weiter mit, daß er dem Präsidenten der bulgarischen So branje die Teilnahme des Reichstags anläßlich des Ablebens so vieler Parlamentarier bei dem letzten Attentat in Bulgarien übermittelt habe. rat der Reichspoft eine Aenderung vorgenommen werde. Es sei ein unmöglicher Zustand, daß der Reichsfinanzminister den Borfiz führe. Besonders festzustellen sei, daß die sozialdemokratischen Mitglieder des Verwaltungsrates in vollem Maße ihre Pflicht erfüllt haben. Aufs schärfste müsse dagegen proteftiert werden, daß höhere Post beamte die Diensträume Halle nationalistische Flugblätter in Hunderten von Exemplaren in zu politischen Demonstrationen benügen. Go find in den Diensträumen verteilt worden. Der Präsident beglückwünscht dann unter allseitigem Beifall Es sei nicht notwendig gewesen, die Postschedgebühren so schnell den Alterspräsidenten Bod( Soz.), der heute feinen zu ermäßigen. Wenn die Wirtschaftskreise Entgegenkommen von der 60. Geburtstag feiert. Vor Bock, der von Abgeordneten aller Fost verlangen, so darf umgekehrt auch die Post von der Wirtschaft Barteren beglückwünscht wird, ist ein großer Strauß roter Rosen beanspruchen, daß sie sich für die Materialien nicht höhere Preise aufgestellt. zahlen lassen. Die Berbilligung der Telephongebühren Anträge der Staatsanwaltschaft auf Genehmigung zur Strafft lediglich den Bielsprechern zugute gekommen. Erfreu verfolgung verschiedener Abgeordneter werden debattelos dem Ge- lich sei die günstige Entwidlung und die vorbildliche Organisation schäftsordnungsausschuß überwiesen. des Funkwesens, die hervorragenden Leistungen des Staatssekretärs Bredow seien besonders anzuerkennen. Das Funkwesen darf aber nicht zu politischen Zweden ausgenügt werden. Als die Schlußergebnisse der Präsidentenmahl befannt gegeben wurden, ist schnell noch ein Schlachtenpotpourri an geftimmt worden. Auch die Reklame muß aus dem Rundfunk verschwinden. Die Reklame müsse bei der Reichspoft im allgemeinen cingeschränkt werden, besonders bei den Poftwagen und in den Schalterräumen. Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Abg. Neubauer ( Komm.) die sofortige Besprechung des Urteils im jogenannten Tscheta prozeß, das er ein ungeheuerliches Tendenzurteil nennt. Präsident Löbe stellt fest, daß nach der Geschäftsordnung die fofortige Besprechung der erst heute eingebrachten Interpellation Der Reichstag fetzt hierauf die zweite Beratung des Reichshaushalts fort, beim unmoglich sei. Haushalt des Reichspoftministerums. Reichspoftminister Stingl leitet die Beratung durch eine längere Darstellung des jetzigen Standes der Reichspostverwaltung ein. Der Kraftwagenverfehr bei der Post habe sich durchaus be wähit. Der Poſts check verkehr habe sich der Borkriegszeit gegenüber verdoppelt und auch der Fernsprechverfehr befinde sich in erfreulicher Aufwärtsentwicklung. Der Briefverfehr habe allerdings den Stand von 1913 noch nicht erreicht, der Patet verfehr sei. dagegen auf der alten Höhe wieder angelangt. Als neues, Arbeitsgebiet der Post sei der Funtverkehr hinzuge fonumen, der sich überraschend schnell fortenwickelt habe. Für das Personal der Post # Eine allgemeine Regelung der Besoldung der Beamten der Bost ist unbedingt geboten, es muß den Wünschen der Beamten mehr als bisher entgegengekommen werden. Die Auszahlung der anwesenheitsgelder bedarf einer Nachprüfung. Bedau'r lich ist der Minderanjak für Unterstützungen. Wenn das Reich nicht das Notwendige in der Besoldung leisten kann, dann müssen wenig. stens die notwendigen Mittel zur Unterstügung notteiden der Beamten bereitgestellt werden. Ebenso muß auf dem Gebiete des Wohnungswesens etwas geschehen. Die Dienstkleidung und die Abzeichen fönnen auf das niedrigste Maß beschränkt werden. Dagegen wäre es wünschenswert, daß für die fachliche Aus. bildung größere Mittel bereitgestellt werden Der im vorigen Jahre erzielte Ueberschuß bei der Post und die Gesundung des Postwesens ist nur auf Kosten des Personals erzielt worden. Dem Personal muß noch besonderer Dank dafür ausgesprochen werden, daß es durch seine Opferwilligkeit die Wiedergefundung des Postwesens ermöglicht hat. merde erstrebt ausreichende Bezahlung, erträgliche Beförderungsverhältnisse, günstige dienstliche Arbeitsbedingungen und eine möglichst ausgedehnte soziale Fürsorge. Zur Beschaffung von rund 2000 Wohnungen find für 1925 18 Millionen Marf vorgesehen. Das Rechnungsjahr 1924 wird mit mindestens 29 Millionen Mart Ueberschuß abschließen. Im Vergleich zu 1924 ist in diesem Jahre die Finanzlage der Post etwas gespannter, weil die Gebührenermäßigungen und Besoldungserhöhungen sich auswirken. Die Post reflame mirft einen Reingewinn von 2,7 Millionen ab. Ziei der Tarifpolitik ist, die Gebühren so niedrig zu halten, wie es die Wirtschaftsinteressen irgendwie zulassen. Für absehbare Zeit ist aber eine weitere Ermäßigung der Gebühren ausgeminifteriums in folchen Fällen Verwahrung gegen die Beleidigung fchloffen, weil die Ausgaben gestiegen und die Aufgaben der Boit erweitert worden sind. Das Postfinanzgefeg hat sich in jeder Beziehung bewährt.( Beifall.) ( Bravo! b. d. Soz.) 3u bedauern ist die Beibehaltung der Sonntagsbestellung. Ganz energisch muß dagegen protestiert werden, daß die Zeitschrift" Der Holzmartt die Bostbeamten beschimpft, weil sie sich gegen die Sonntagsbestellung aus sprechen. Die Behauptung des Blattes, die Postbeamten litten nicht an Leberarbeitung, sei aufs schärffte zurückzuweisen. Die Kreise, die diesem Blatte nabestehen, laufen allerdings bei Wahlen den Beamten immer nach. Es ist erforderlich, daß die Pressestelle des Poſtvon Beamten einlegt.( Sehr wahr! b. d. So3.) Der Redner übt dann scharfe Kritik an der Verfügung über die Arbeitsdiensteinteilung und die Urlaubszeit. Diese Heute früh entriß uns der unerbittliche Tod unseren Konrad Haenisch Einer der besten ist aus unserer Mitte geschieden. Er war uns stets ein hilfsbereiter, liebenswürdiger Kollege, ein aufopferungsvöller, braver Genosse, der in schwierigsten Zeiten der Partei und dem Volke unschätzbare Dienste geleistet hat. Er war ein Vorbild wahrer Vaterlandsliebe, der selbstlos sein Alles in den Dienst der Allgemeinheit gestellt, ein treuer Freund, der nie vergessen sein soll. Die Sozialdemokratische Fraktion des Preußischen Landtages. Am 26 April entschlief fanft unser liebes füßes Puppahen Erna Havemann im Alter von 12 Jahren. In tiefem Schmerz 90/20 Familie H. Havemann Schulftr. 36 Die Einäscherung findet am 30. April, nachmittags 1 Uhr, im Arematorium Gerichtftr. 37/38 ftatt. 25 Banbfägen fowie alle fonftigen Zischlermaschinen Jofort ab Lager liefer bar, Sirsch, Bantitr. 89. die 48- Stunden- Woche durchgeführt, im Finanzministerium ebenfalls, nur bei den Verkehrsministerien hält man an der 54stündigen Arbeitswoche feft. Wir halten grundsäglich am Achtstundentag fest und werden jede Gelegenheit benützen, um auch in der Postverwal tung die Verkürzung der Arbeitszeit herbeizuführen. Die 54ftündige Arbeitszeit steht nur auf dem Papier. In Wirklichkeit müssen die Unterbeamten 60 und mehr Stunden die Woche arbeiten. Der Nachtdienst ist vielfach mit ungenügender Sonntagsruhe.verbunden. Trotzdem unser Antrag, ostaushelfer, die dauernd beschäftigt werden, in ein festes Verhältnis überzuführen, im Ausschuß abgelehnt worden ist, stellen wir ihn hier noch einmal und ersuchen um dessen Annahme. Auch bei den Telegraphenarbeitern muß mehr als bisher ein festes Arbeitsverhältnis geschaffen werden. Wir bedauern es, daß mir mit unseren Forderungen in der befferen Gruppierung der Beamten nicht durchgedrungen find. Es ist festzustellen, daß die höheren Gruppen noch immer den mittleren und unteren Gruppen vorgezogen werden. Auch im maschinentechnischen Dienst sind die Beförderungsverhältnisse sehr ungünstig. Der Redner macht schließlich noch auf einen Vorgang in Schneidemühl aufmerksam, wo ein Pofibeamter bei der Beerdigung des Reichspräsidenten Ebert diesen und die Republik beschimpft hat. Was ist gegen diesen Beamten geschehen? Nach Ausführungen des Abg. Körner( Dtn.) bringt Abg. Allefoffe( Str.) Beschwerden der Beamtenschaft über die Besoldungsund Beförderungsverhältnisse vor. Abg. Morath( D. Bp.) münscht eine Verstärkung des Einflusses des Reichstags im Berwaltungsrat der Reichspost. Abg. Dr. Raschig( Dem.): Die Fernsprechgebühren sind in Deutschland unverhältnismäßig höher als in anderen Ländern. Kriege. Der deutsche Tarif ist heute drei bis sechsmal so hoch als vor dem Abg. Lude( Wirtsch. Bgg.): Die Automatisierung des Fernsprechwesens müßte mehr gefördert werden. Im Fern= fprechwesen sind die Gebühren zu hoch, während das Briefporto nicht die Unkosten deckt.. Um 47 Uhr wird die Weiterberatung auf Mittwoch 2 Uhr nachmittags vertagt. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Echokoladenfabrik Mangion m. b. S., Saalfeld in Thür., hat eine Flugzeugftaffel in den Dienst feiner Propaganda gestellt, welche am Donnerstag und Freitag dieser Boche auf dem Flugplas Tempelhof Runstflüge Deranstaltet. Bir vermeisen auf das heutige Inserat der Firma. Eukodal, Pantoponusw. KokainEntwöhnung Prospekt frel Morfium Schloß Rheinblick Godesberg/ Rhein., Dr.Mueller- Roland, seit 1899. Alcohol Am 27. April berschied nach langem, schwerem Leiden meine innigftgeliebte Frau Pauline Lange geb. Kleemann, im 51. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an die trauernden Hinterbliebenen Paul Lange als Gatte, Lichtenberger Str. 3 Wilhelmine Kleemann als Mutter Pilegesohn Helmut[ 8368 Einäscherung, Sonnabend, b 2 Mai, Dorm. 11 Uhr, Kremator. Gerichtstr. Zentral- Krank.- Unterstützungsverein der Schmiede und verwandten Gewerbe Deutschlands Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser Rollege 50/3 Adolf Köhler am 24. April verstorben ist. Ehre feinem Andenken. Die Einäscherung findet Donnersfag, den 30. April, nadm. 121 Uhr, im Krematorium, Gerichtite. 37 ſtatt. Die Ortsverwaltung. Weltmann's 3 billige Kos!! Auch für stärkste figuren Mouline aufreiner Seide Herrenform, umtage 81 Nur la Qualitäten!! für drei Tage nux Mouliné- Mäntel........ 85.-, 68.-, 45.Bubi- Mäntel( Herrenform) 59.-, 38.-, 21. Seiden- u. 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Als Konrad Hoenisch in drn Novembertogen 1918 zusammen mit Adolf �offmann in das Preußisdie Kultusministerium einzog, war er im Aufgobenkrcis dieses Ministeriums kein Fremder. Schon jahrelang zuvor hatte er als Mitglied des alten Preußischen Abge- ordnetenhouscs bei den Debatten über den Kultusetat für seine Partei das Wort geführt und sich durch seine tiefgründigen, die Sache tref- senden Ausführungen bekannt gemacht. Nun übernahm er die Lei- rung der Kunst- und� Unioersitälsabteilung, während Adolf Hoff- mann das gesamte Vchulwejen und die kirchliche Abteilung oer- waltete. Hier auf dem Gebiete der K u n st p f l e g e leistete Konrad Haenisch alsbald außerordentlich wertvolle Reformarbeit. Er fegte zunächst die Zuständigkeit seines Ministeriums in allen Kunst- und Theaterfragen gegen erhebliche Widerstände durch Ihm gelang die Ueberführung der ehemaligen Hoftheater in die staatliche Vermal- tiing unter Ileberwindung zahlreicher Schwierigkeiten. Er leitete einen Neuaufbau des gesamten Theaterwesens in die Wege, unter dem Gesichtspunkt des Zusammenwirkens von Volksbildung und Theater, wie es heute in der Krolloper seinen Ausdruck gefunden hat. Daneben förderte er das g'emeinwirtschaftliche Theaterwesen und die Tarifentwickiung. Nach Adolf Hoffmanns Ausscheiden und nach der Bildung des ersten preußischen Kabinetts wurde Haenisch alleiniger Leiter der preußischen Kulturpolitik. Nun erstreckte sich seine Arbeit vornehm- lich auf das Gebiet des Schulwesens. Mit Zähigkeit und allem Nachdruck bekämpfte er die immer wieder auftretenden Versuche, die höheren Schulen zur Pflanzstätte der Reaktion zu machen. Und wenn ihm nicht überall Erfolg beschieden war, so lag das gewiß nicht an ihm, sondern an Verhältnissen, die er selbst beklagte. Im Hoch- s ch u l w e s e n hat er durch die Gründung der Arbeiterakade- m i e in Frankfurt a. M. neue Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen. Unter seiner Hand und mit seiner lebhaftesten Förderung entstand zu dieser Zeit eine völlig neue Form der Voltsbildungsarbeit im V o l k s h o ch s ch u l w c s e n. Zu dessen Pflege richtete er eine besondere Abteilung im Ministerium«in, in der vieles von dem, was er gesät hat, erst jetzt sich zu entfallen beginnt. Das Volts- s ch u l w e s e n verdankt ihm die ersten Grundlagen einer völligen Umgestaltung. Die einem gesunden, pädagogischen Fortschritt Rech- nung tragenden„Richtlinien für die Grundschule* tragen seine Unter. schrist. Niemals ober wird ihm die preußische Vollsschullehrerschaft vergessen, daß er es war, der sein Amt zur Verfügung stellte, al» die Gefahr einer gehaltlichen�Einstufung der Volksschullehrer drohte, durch die sie auch im neuen«taote hinler den mittleren Beamten zurück- geblieben wären. Haenisch ist der einzige Kultusminister Preußens gewesen, der in dieser entschiedenen Weife für die Volksschule und ihre Lehrer eintrat. Mit Entschlossenheit ging er an die Reform der Volksschullehrerbildung, injiem er die alten Lehrer- bildungsanstallcn kurzerhand schloß und dadurch die widerstrebenden Stellen zwang. Neues an ihre Stelle zu sehen. Daß er die preußisch« Volksschule von der geistlichen Schulauisichr befreit«, war selbstverständlich. Durch seine grundlegenden Verordnungen über die Bildung der E l t e r n b e i r ä t e gab er der Zusammenarbeit von Schule und Haus, von EUern und Lehrerschaft neue Grundlagen. Denn die Demokratisierung aller ihm unterstellten Verwoltungszweig«, die Durchsetzung aller Aeamtenkörper mit treuen Republikanern gall.ihm als eine Lebensnotwestdigkeit' für den neuen Staat.' Liebenswürdig in der Form, wußte er als Minister manche Gegensätze auszugleichen, erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden. aber auch mit Kraft und Entschlossenheit über manchen Geheimrat „Bedenklich* zur Tagesordnung überzugehen. Dazu kam bei ihm ein angeborenes pädagogisches Talent und eine tiefgründige Allge- meinbildung. Zahlreiche Besuche höherer, mittlerer und Volksschulen, die ich mit ihm gemeinsam vorgenommen Hobe, legten davon Zeugnis ob. Ich glaube behaupten zu dürfen, daß Haeiiisch als Minister ollein mehr Schulen besucht und in ihrer Arbeit kennengelernt hat, als alle anderen früheren preußischen Kultusminister zusammen- genommen. So regierte bei ihm nie die Erwägung des grünen Tisches, sondern die praktische Erfahning. Mit welch großer Liebe Konrod Haenisch an seinem Amte als Kultusminister hing, wissen nur die wenigsten. Fond er doch hier ein Feld der Tätigkeit, das, wie kein anderes, seinem Wesen, seinen Neigungen, seiner ganzen Einstellung entsprach. Keine Reise war ihm zu mühselig, keine Stunde zu spät für die Arbeit der ihm unterstellten Sache. Wie schwer es ihm wurde, das Ministerium zu verlassen, haben nur seine engeren Freunde und Mitarbeiter erfahren. Reichskabinett. 211. h! Ich habe Ihnen«ine schmerzliche Mitteilung zu machen. Wir haben gesiegt! Ich sehe, dah Sie sich zum Zeichen der Trauer von Zhrea Sitzen erheben. Zch danke Ihnen! Die Spuren seiner 2� jährigen Arbeit an dieser Stelle werden noch lange sichtbar bleiben. Seine Arbeit hat unsere gesamte Kulttirpolitik neu befruchtet. Sic konnte nicht überall Vollendetes schaffen— dazu war die Zeit zu kurz und der Widerstand zu groß. Aber sie war reich an wertvollen Ansätzen und Entwicklungsmöglichkeiten, deren Nochwirkung noch lange zu spüren sein wird. Än uns, die wir seine Mitarbeiter waren, und die wir ihn überleben, ist es, in feinem Geiste fein Werk fortzusetzen, sein Erb« zu pflegen— trotz oller Widerstände. Das helßi Faschismus? Der Faschismus ist heut« eine der am meisten genannten politischen Bewegungen, und so haben wir uns auch an dos merkwürdige Wort gewöhnen müssen, lieber die Entstehung und die eigentliche Bedeutung dieser Bezeichnung herrscht aber noch viel Unklarheit. I. W. Monnhordt, der dem Faschismus im Verlag von C. H. Beck zu München ein eingehendes Werk ge- wihmet hat, berichtet ausführlich, wie Nenn« und Bewegung ent- standen. Es war während des Krieges. Mussolini, der sich aus einem Sozialisten bereits zu einem Vorkämpfer des Eintretens in den Welt- krieg entwickelt hatte, kämpfte in Zeitungsartikeln und Reden für feine Idee. Aber er wußte, daß man politische Gedanken nur durch ein« Organisation in di« Tat unsetzen kann, und da ihm die sozio- listischen Verbände nicht mehr zur Verfügung standen, so ging er daran, sich nach ihrem Vorbild eine«igen« Organisation zum Zweck der Kriegsvorbereitung zu schaffen. Zur Benennung dieses neuen Bundes bediente er sich eines Wortes, das bereits von einer revo- l lutionären Bewegung der frühsozialistischen Zeit in Sizilien oer- wendet worden war. Es war das Wort„fascio*, im Plural„fasci*, das im Deutschen eigentlich„Bund* heißt. Für d?n Italiener klingt ober in diesem altertümlichen Ausdruck noch die Erinnerung an die Diktorenbündel an, die den oltrömischen Konsuln vorangetoogen wurden, und dieses Zeichen oltrömischer Macht und Größe hat später Mussolini zum Wahrzeichen seiner Bewegung gemacht.„Diese Um- stände und die Farblosigkeit der Bezeichnung in der politischen Ter- minologie, verbunden mit der geschichtlichen Erinnerung*, sagt Mann- Hardt,„mußten Mussolini das Wort besonders empfehlen, das er dann für sich und feine Verbände ausschließlich in Anspruch nahm". Bereits Ansang 1915 sprach er von einem„Movimento fazcista", und nachdem er in den größeren Städten die ersten Verbände geschossen hotte, nannte er die Gesomtorganisation„Fascio inierveniisto". Ende Februar 1915 gab es bereits 195 einzelne„Fasci" mit 9009 Mitgliedern, unter denen Mussolini seine persönliche Werbung ent- faltete. Dies war aber nur die Vorgeschichte der eigentlichen Bc- wegung. Erst im März 1919 ging Mussolini in Mailand zu einer weiteren Ausgestaltung der Organisation über, in die er die über- lebenden Getreuen aus dem alten Fascistsnbund übernahm. Auch der alt« Name wurde beibehalten, aber es bestanden Mischen den beiden Bünden doch wesentliche Unterschiede. Der von 1915 war nur zur Herbeiführung der Krieges gegründet worden. Jetzt wurde das Zeil der Faschistenbewegüng di« innere Umwandlung des italienischen Volkes und als Folge davon oder als gleichzeitige Ent- Wicklung auch eine äußer« des Staates. Mozarts Geige. Mozarts berühmte Geig« hat seltsame Schick- sole. Vor längerer Zeit wurde sie in London für einen wahren Spottpreis verkauft. Sie brächte nämlich noch nicht einmal 1999 M. Diese Tatsache ist um so verwunderlicher, als gerade in London für Raritäten, die aus dem Nachlaß großer Männer stammen, oft ganz ungeheure Preise gezahlt werden, selbst wenn es sich um an sich wert- lose Dinge handelt, die ihren Welk nur durch die Person ihres Bc- sitzers erhalten. Mozarts Geige ober war auch als Musikinstrument schon zu Mozarts Lebzeiten das Werk eines Meisters, dessen Er- zcugnisse in großem Ansehen standen und stehen. Sie ist van dein bekonnten Geigenmocher Maggini hergestellt und trägt als Zeit- angab« ihrer Verfertigung dos Jahr 1615. Mozart hatte sie von seinem Vater geschenkt bekommen, als er sich im Jahre 1761 mit feiner Schwester Maria Anno, die auch bedeutendes musikalisches Talent hotte, in London auf einer Gastspielreise befand. Der Vater hatte sie hier für einen vpottpreis gekauft, da er ein großer Kenner war, und sie seinem Sohne geschenkt, der erst im Jahre vorher als siebenjähriges Kind' das Geigcnspiel erlernt hatte. Bei seiner hervor- ragenden Begabung für Musik, die ihm den Namen eines„Wunder- kindes* eingebracht hotte, als er 6 Jahre alt, im Jahre 1762 am Wiener Hofe austrat, deherrschte er schon nach einem halbjährigen Studium die Kunst des Geigenfpiels vollständig. Er trennte sich auch späterhin nicht mehr von dieser Geige, die er stets als ein Ge- schenk seines Vaters lieb und wert hielt. Die Geige hat heute noch den allen, vollen schönen Ton. Die Kanada zu seinem Namen kam. Als der spanische Aben- teurer Caboto. der, von dem Hunger nach Gold oerlockt, mit heißem Bemühen das sagenhafte Dorodo suchte, an der, kanadischen Küste landet«, war er nicht wenig enttäuscht, als«r mit seinen Gefährten das unwirtlich« Land betrat. Die Eingeborenen hörten, wie die verärgerten Spanier angesichts des öden Landes wiederholt die Worte:./cas neäa!* ausriefen, zu deutsch:„Hier ist nichts zu holen!* Zu ihrer Freude sahen sie dann, wie die enttäuschten Seefahrer schleunigst wieder ihr« Schiff« bestriegen und dcwonsegellen. Sie ließen sich diese Sektion dienen, als im Jahre 1512 französische Ansiedler unter Führung Cortiers erneut landeten. Aus Leibes- kräften schrien sie den Franzosen zu:„/Zea naiia!" Aber die Hoffnung, daß diese Worte genügen würden, um die Fremden zu ver- scheuchen, erwies sich als trügerisch. Die Franzosen dachten gar nicht daran, die Warnung zu beachten, sondern nahmen das Land in Besitz und nannten es nach den fallch verstandenen Bearüßiinqs- warten der Eingeborenen Kanada, weil sie annahmen, daß dies der Name des Landes sei. Hierbei mag bemerkt werden, daß die sponi- scheu Endecker Florida nach der üppichen Blütenpracht des Landes und Venezuela in Erinnerung an Venedig, an das sie die Landschaft gemahnte, tauften. Der Sahnhof. Von Franz Rothenfelder. I. Tagsüber waren hier Hallen, in den Nächten aber stieg ein Tempel in Fieberraujch der Zeitlosigkeit. Dann hört« man nicht den Ruf der Züge und die Reisenden waren belanglose Erscheinungen. Der Lahnhof wollte auch etwas für sich haben. Schon kurz nach Mitternacht begann er noch Menschen zu greifen und preßte jeden an sein rotes Herz, der kein Obdach hatte. Sie kamen nicht herangeflottert wie die Vögel der Nacht, sie schlichen scheu, quer und kurz wie di« Ratten, mit denen man sie auch sonst zu vergleichen belieble. Uni lsl Uhr setzt« die Massenwonderung der Rallen ein. Dann kamen auch die weniger Mutigen und di« Nutznieher der Nacht, die irgendwo noch ein Geschäft erledigt hatten. Und dann wuchs der hohe und weite Bahnhof ins unheimliche Große und zeigte das macht- volle Antlitz eines Weltsiudldomes. Das mußte so sein, denn hier war alles, was wirklich wachte und jede einzelne der blinden, ge- hetzten Seelen hielt vielfache Wacht. Da wälzt sich der dicke rothaarige struppige Fürsorgezögling heran, dessen Hosen der nächtliche Wind ganz besonders gern und boshaft lüftete, feit sie in fliegendem �Schwung an einem Stachel- drahtzaun hängen geblieben waren. Listig und ängstlich zugleich huschten die kleinen Etahläuglein an den verschlafenen Blicken des Vuhnhofportiers vorbei, aber als es gelungen war, da kam die olle Fröhlichkeit und Keckheit wieder. Eine laute knarrende Stimm«, zu der sick ein Zungenfehler gesellt«, begrüßte die Kameraden im Wartesaal der dritten und vierten Klasse. Es waien meist recht jugendlich« Gesellen, die einen in Lumpen, die anderen gut und sogar auffallend getteidet. aber sie gehörten zchanmien. Die Hübschen hatten die netten Kleider und die Haß- lichen das zerriffen« Zeug. Dagegen waren di« anwesenden Frauen, soweit sie nicht wirklich Reisende waren, nach den Launen der Gesellschaft gekleidet. Es störte daher nicht, wenn mitten drunter auch der und jener Lebemann faß', nur die Reisenden schloffen sich aus und nioncher schüttelte den Kops, ohne indes ein Wort zu wagen, wenn«in junger Mann einer zungen Dame plötzlich Schläge ins Gesicht versetzte, oder wenn ein« sehr betrunkene junge Dame deutlich von Dnigen sprach, die man im ollgemeine» nicht berührt«. Em kleiner hübscher Bursche mit frauenhaft zarten Zügeir flüsterte dem Fürsurgezögling gespamit« Fragen zu: „Wcim du Geld host—* erwiderte dieser unverändert laut. „Ich habe angeschasft...' „Wieviel willst du?* ,E>b mir drei Päckchen— dann ist das Geld wieder alle. Aber für den Vormittag bin ich ins Hotel bestellt.' „Laß n-ich den erst erledigen, wehrt« der Rote ab, wenn ihr Geld habt, könnt ihr alle bekommen, verpumpen tu ich nicht.* Der zarte Junge verschwand aus dem Wattesaal. Nach einer Weile kehtte er mit freudiger Miene zurück. Dafür gab er täglich Jugend und Schönheit preis, dafür machte er die Nächte zum Tay. Und dafür wird er eines Tages— o, was wird er nur? Es ist. nicht viel Auswahl und doch äußerlich«in starker Unterschied darin: Di« Spree, das Zuchthaus oder das Irrenhaus— aber nur eins ist sicher, umkehren kann er nicht mehr. Das weiß der Bahnhof, und ehe der Morgen lahm und fazeu kommt und die Züge wieder von Fern« rollen und pfeifen, reckt und streckt er sich wie ein arg selbstbewußter Gewalthober— und dann überschleicht es einen Menichen mit feiner Seelensatt wie fahle Er- tenntnis, daß Großstadtbohnhöje nur Leichenhallen sind. Aber der Mensch mit der seinen Seele dringt rncht tiefer ein— er flüchtet. Draußen glotzt er den vleiichweren Tag an— der kümmert sich aber nicht um ihn, weil er zu lärmen und zu toben hat und sich über- Haupt aus lemem Menjchcn etwas macht.. II. Stieg die Sonne über die Dächer, dann glitt man die Stufen der Kellcrkneipe hinunter, um sich in ihr den Tag über aufzuhalten. Dem Bahnhof gegerniber lag die Berberkneipe. Es war, als hätte sich die Kriegsjugend um den Bahnhof ein Lebensstelldichein gegeben. Man lebte um den Bahnhof und man lebte von ihm. Und inner den Berbern, polizeilich nüchtern und menschlich nicht zu- treffend wilde Gepäckträger genonnt. hausten die anderen der inngen Leute, deren Tageswerk mit der einbrechende» Dämmerung begann. Sie waren bei weitem nicht oll« so ungeschlacht und rauh wie der rote Geselle. Nein, im Eegeirteil, viel Schönheit, männlichen und weibliche» Antlitzes, bevölkert« di« finstere Kellerstub«. Und viel Zarlhett ergriff und Poesie kletterte an den Wänden umher, di« Sonnenitreisen ersetzend, die nur ganz flüchtig zu kommen pflegten, und viel imiiger und sehnsuchtstrunkener als sie. Do saß dann auch der Maler, der sich aus der Gesellschaft ent- wurzelt hatte, weil ihr Boden ihm brach dünkte, und wurde nicht satt vor Sehen, schloß auch, um tiefer schauen zu können, die Augen. Aber wenn er zeichnete, dann wurden es nicht die Gestalten um ihn— Eilande, Tempel wuchsen aus senieii Händen und der Tempel- hafte t>ug inimer das Gesicht des Bahnhofs. Du bist doch ein Götze, lächelte er vor sich hin. Ein Zwingherr. Schon muß ich jede Nacht in den Hallen deines Unweihrauchs ver- bringen. Und was fängst du nicht erst mit diesen Leuten an, die du vollständig zu Sklaven gemacht hast? Ja, Sklaven, das waren sie. Der Zug ist da, rief einer, und dann sprangen sie selbst voni Glücksspiel auf und jagten«uf die Straße. Auto, Zimmer, Gepäckträger? Nur leise durfte es ge- sprechen werde», die polizeilichen Häscher wachten und die autori- sicrten Gepäckträger besaßen gute Gunimilnüppcl, die sie erbarmungs- los aus den Rücken der jungen Menschen sausen ließen. Langsamer, al» sie gegangen waren, kamen sie auf» neue di« morschen Holzsiufen herunter. Manch einer fehlte. Der eine hatte einen größeren Gang zu machen, der andere einen Ausländer als Freund gewonnen, ein dritter saß oben im Kaninchenstall der Polizeiwoche, wenn er nicht gerade von dem Wachthabenden jämmerlich oerbläitt wuid«. Dies geHörle doch zu den täglichen Gewohnheilen, die Grausamkeit des Krieges wirkte noch und feierte auf Kelten der Armen Feste, und es gab kein« Behörde, die dagegen Schutz gewöhtt hätte. Aber man konnte auch menschlich sein. Ein braver, fleißiger Mensch konnte sich jederzeit vor dem eintägigen nohrungslosen Auf- enthalt im Kaninchenstall retten— die Bezeichnung paßte nicht ganz — Stallhasen wären aus Mangel an Lust und Licht eingegangen, man brauchte nur die Wachtroume fein säuberlich auszufegen. Dafür erhiell man allerdings nichts, aber auch die Prügel wurden zurück- behulten. Saßen der Maler und die Wirlslcute allein, dann gab es be- wegte Auseinandersetzungen über die Wandlung der Welt. „Früher war all das nicht, da kainen die Leute vom Land mit ihren Körben und kehrten hier«in und unser Lokal hatte seinen ehrenhafte» Ruf. Und jetzt sagt jeder Schupo:„Gehen Sie nicht in diese Kaschemme* Di« gutmütige Wirttn mit der schönen von weißen Haaren umrahmten Stirne warf den Nacken höher:„Muß ich mir dos ge- fallen lassen, daß man meine Kneipe eine Kaschemme nennt?* Der kleine dick« Witt braust« auf:„Steuern zahlen bis zum letzten, die Dlutstropfen laugen sie einein aus— aber sie zerstören einem auch das bischen Enftenz: zwei, dreimal in der Woche kommen sie mit den Lastautos und nehmen alle» mit—* „Und lassen dann, wenn sie die Leute unnütz sistiert haben, olle wieder laufen— well sie jeden einzelnen längst kennen und weil sie di« Waffen vor der Krankheit der Zell strecken müssen. Es ist der Krieg, den sie wie«in Stück Bieh auf di« Autos werfen, der Krieg. den sie blutig schlagen und vor dem sie zuletzt immer ohnmächtig mit den Zähnen knirschen. Es ist der Krieg, den sie verschuldet und gegen dessen Opfer sie wüten.* „Aber muh denn da» fein, das mit dem...* meinte di« Wirtin und machte die Bewegung des Schnupfens. La. liebe Frau, das muh sein,* versetzt« der Maler und sah sehr ernst vor sich hin.„Es gibt heute so viele Menschen, die haben nicht Heimat noch Heim und haben nicht Recht und Glück und müssen sich selbst ausrotten. Wer vaterlos und hungernd während des Krieges heranwuchs, der ist au» dem Frieden gestoßen* „Aber trotzdem— da»«ine muß doch nicht sein—* La, es muß schon sein, es ist das Erbarmen, mit dem das Schicksal den Untergang begnadet.* „Da? sogen Sie, ein Mann— Sie also auch?*(Schluß folgt) Fabrikniederlage Bertin, Invalidenstraße 139 Fernsprecher: Horden 11 720, 11 721 尖 Sexbom Endlich Sabu is Sin Cullen 38 ZIGARETTE LANDE WOOG ZIGARETTEN 2 Restetage DONNERSTAG, FREITAG zu ausserordentlich billigen Preisen SEIDENSTOFFE WOLLSTOFFE WASCHSTOFFE HERRENSTOFFE GUSTAV CORDS Theater, Lichtspiele usw. Apollo- Theater Dirikt. James Klein 8 Uhr: Die ALHALLATHEATER Weinbergsweg, Staats- Theater Lessing- Theater Nächte von Paris Rosenthaler Tor. Opernhaus Tägl. 8 Uhr: 6: Tristan u. Isolde Der Werwolf Gr. Ausst- Operette Täglich 7% Uhr Opernhaus am Königsplatz Vorverkauf von Lothar Schmidt ununterbr. geöffnet EnsembleThalia- Th. Gastspiel 7U.: Zauberflöte Arnstadt, Kassner Schauspielhaus Bing, Lettinger 7 Pr. v. Homburg Schiller Theater Klubertanz 7% Uhr: des 7 Uhr: Napoleon Trianon- Th. Der blonde Engel MetropolTäglich 8 Uhr: Gr.Volksoper Yoshiwara Herrnfeld im Theat. d. Westens 7% Uhr: Carmen Volksbühne 74 Uhr: Datterich Leppinger Kaiser- Titz Costa Kleines Th. Tägl. 8 Uhr: Deutsch. Theater Konstantin in 7% Uhr: Die heilige Johanna 8% Theater 84 im Intimen Theater Bülowstr. 6. Theaters Der große Schlager Gräfin Nar eine Nacht Mariza HerrnfeldiadeA. I. 3 OriginalLeopoldine Circus Besetzung Die Großfarstin Busch Ausstattung Preise: Kammerspiele und der Zimmerkellner Tagl.7 Stgs. a. 3. 8 Uhr: Die Wollust der Residenz- Th. Lachen 0.75-4.50 M. Anständigkeit Die Komödie Kurfürstendamm 208/207 8 Täglich 8 Uhr ohneEnde! Die Nacht Die lustige Ufa- Palast Der sprechende Affe der Barmherzigkeit Circus- Revue am Zeo von Max Hochdorf Thester 1. d. Kaniggrättar Str. Regie: G Altmann 8 Uhr: Franziska Komödienhaus Sterler, Dieterle 8 U: Das silberne Deutsch. Künstlertbeat. Kaninchen Tägi. 8 Uhr: Berliner Theater Die Bar ant 7.30 Uhr: Montmartre CROFREVUE asch Rauds Ki 1 and 9 Uhr: Buck Wege zu Kraft Gewaltige Wassereffekte Anneliese v. Dessau Freitag, d. 1 Mai 100 Clowns Premiere. und Schönheit Ververkauf 11-2 Uhr. SCALA Monsieur Troulala Reichshallen- Theater Operettevon Rich. Allabendi 8 U. u. Sonntag nachm. 3 Uhr Keß er und Kurt 8 Uhr: Robitschek VARIETE. REVUE Central- Theater 7% Uhr: Die versunk. Glocke Deutsch. Opernhaus 6 Uhr Tristan und Isolde Menes Th. am Zoo BABY Tägi. 8 Uhr Musik von Hago Hirsch Max Adalbert Trude Hesterberg Curt Bois Edith Schollwer Halm, Neuhoff Lustspielbaus Donnerst. 30.April zum 150. Male Ware Jakob 8 Uhr: Guido Telelser Operettenhaus at Schiffbederdam Zum 78. Male 8 Uhr: Der blende Traum Wallner Theat. 18 Uhr: Romeo u. Julia Mittwoch 29. April Tb. in Kommand. Str. Täglich 8 Uhr: Rose- Theater USCHI 7% Uhr: von Joan Gilbert Paar Schnhel Stettiner Sänger Nachmittags halbePreise In neuer Farbenpracht mit sensationellen neuen Attraktionen wird am Sonnabend den 2. Mai der Lunapark eröffnet Gr. Eröffnungs- Feuerwerk Berl. Philbarm. Blas- Orchester Binia 7 Uhr Eintritt 1 M. ALA Stand 188/189 auf der GummiCasino- Theater Lothringer Str. 37 Tigl. 8 Uhr Mäntel Nur noch b. 30. April für Herren, Damen und Kinder vorDer Oberschieber rag u nach Maß, und das bunte Pro- Pelerinen, Windgramm. Ab 1. 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April sachmittags 3 Uhr von Walter Bromme Lea Seidl, Siegfried Arno, Ferry Sikia, Friedel Dotza, I. Perry, H. Krauss, F. Strehlen Friedenspreise! Promenoir 2 M., Park. 3, 4,5 M., Park.- Faut. 6, 8 M. Vorverkauf ununterbrochen WINTERTEN Enrico Rastelli im Rahmen des unerreicht April- Spielpl. Stg. 3 halbe Prelse. Rauchen gestattet der Rohrleger und Helfer. Die Branchenversammlung vom 23 April hat einftimmig befchloffen, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern. Alle Robrieger und Helfer werben aufgefordert, Au diefer Branchenversammlung nubebingt uub pünktlich zu erscheinen. zu ausserordentlich billigen Preisen SEIDENSTOFFE WOLLSTOFFE WASCHSTOFFE HERRENSTOFFE Achtung! Bauanfchlager Achtung! GUSTAV CORDS Um 1. Mal, vormittags 9 Uhr, treffen fich unfere Roflegen por bem Berbanbs haufe, Statenfte. 83/85, zum gemeinsamen Abmarsch nach dem Bersammlungslotal. Die Ortsverwaltung. Verkäufe Gelaverkehr stop Ronkurrenales. 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