fibenöausgabe Nr.2SZ ♦ 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 100 v«zu«sbedingungen und Anz«ig«n»r«is» sind in der Morzenausgadi angegeben »edaNtoa: kW. 6t, ClnOcaflcoB* 3 ?irnsprech«r: VSahosf 292— 293 X*L'U3tc{Te:Sojiald«mo(tal Berlin Jernsprecher ans der Reich». Settame- weffe: Wilhelm 3743 Verlinev VolKsblatt ( 5 Pfennig � Donnerstag AH. fipril 1H25 Verla« und An>etz«nabt«iluna! Seschäftszeit S-S Uhr Verleger: Vorwärts. VeciiZg Qmbh. Berlin Sw. 03, cindcnstrnae 3 Fernsprecher: vSnbokl 2506• 2507 Fernsprecher ans der Reichs-ReUnule. Wesse: Wilhelm 3744 «o Zcntmlovcfim der öozialdemokratifcben parte» Deutfcblands Sraun spricht im Landtag. Ein letzter Appell. Ministerpräsident Braun richtete heute einen letzten Appell an den Landtag. Er wies die Beschimpfungen und Verleumdungen des kommunistisch-deutschnatwnalen Blocks sachlich, aber mit aller Schärfe zurück. Nicht an der Regierung, nicht an den Parteien der Weimarer Koalition habe es ge- legen, wenn das Land Preußen durch eine monatelange Krise beunruhigt werde. Es stehe dem Mitgliede einer Partei, die dreieinhalb Jahre lang die Politik der Großen Koalition gebilligt und unterstützt habe, um sie jetzt grund- los zu sabotieren, übel an, sich über die sich daraus er- gebenden Zustände zu beschweren. Die preußische Regierung sei auch heute noch bereit, auf der Grundlage der auch vcn der Volkspartei sachlich gebilligten Politik fruchtbringende Arbeit zu leisten. Sie wolle dem Volk, das eine tiefe SehnfuchtnachRuhe habe, die Erregungen eines neuen Wahlkampfes ersparen. Wenn allerdings der kommunistisch- deutschnationale Block die Sabotageakte fortzusetzen gedenke, dann bleib« nichts übrig als Auflösung und"Reu- wählen. Die Rede des Ministerpräsidenten hinterließ bei den Parteien der Weimarer Koalition und darüber hinaus einen tiefen Eindruck. Der deutfchnational-kommu- n i st i f ch e Block dagegen zeigte durch seine chaltung, daß ihm die Stimmung des Volkes ganz gleichgültig ist. Er begleitete die objektiven Ausführungen des Ministerpräsi- deuten mit L ä r m s z e n e n, die an die ü b e l st e n K o m- munistenkonzerte im Reichstag erinnern. Dieser Block wünscht anscheinend weder Volksgemeinschaft noch ein« Pclitik der Verständigung, er sucht den Kampf. Er soll ihn haben, aber auf ihn wird auch die Verantwortung fallen. * Der Landtag trat heute um 11� Uhr zusammen. Nach Ueber- Weisung der zur Linderung der Kreditnot von Landwirtschaft, 5) del und Gewerbe gestellten Urantroge an den Hauptausschuß legt das Haus die allgemein« politische Aussprache über die Regierungserklärung fort. Miaisterpräfiüent Seaun: Der Abg. Lüdicke hat gestern gegen mich den Vorwurf er- hoben, ich hätte Herrn v. Z i tz e w i tz mit B o r m a t auf ein« Stufe gestellt. Er konnte zu dieser Behauptung nur durch ein Miß- Verständnis kommen. Ich habe gesagt, soviel mir bekannt, schwebe ebenso wie gegen Barmat ein gerichtliches Verfahren gegen die Herren v. Zitzewitz, o. Etzdorf usw. und es sei ein Unfug, vor der richterlichen Entscheidung damit politische Geschäfte zu machen. Nach- dem ich mich informiert habe, daß ein Strafverfahren schwebt gegen die Herren o. Etzdorff, v. Karstedt, v. Earlowitz und Geheimrat N e h r i n g, stelle ich das richtig, bleibe aber dabei, daß es zur Gesundung unserer politischen Verhältnisse beitragen würde, wenn man das Urteil abwartete, bevor man die Geschäfte des Hauses durch solche Erörterungen aufhält.(Andauernde Unter- brechungen und lärmende Zurufe rechts, die die Ausführungen des Ministerpräsidenten für die Presseempore zum Teil unverständlich fluslanKsecho öer Luther-Neöe. Ueberraschnng und Genugtuung. Die gestrige Rede des Reichskanzlers Luther auf dem In- bustrie- und Handelstag ist als die erste offizielle deutsche Kundgebung nach der Wahl Hindenburgs mit großer Aufmerksamkeit im Auslande aufgenommen worden. Man ist durch die bestimmte Mitteilung, daß in der Außenpolitik alles beim alten bleibe, überrascht und erfreut. Alle Prcssekommentare, gleichviel ob in New Port, in London oder in Paris, spiegeln dieses doppelte Gefühl wieder. Osfenkundig hatte man im Auslande von der Wahl Hindenburgs etwas ganz anderes erwartet, und man war dazu insofern berechtigt, als 15 P r o z der deutschen Hinden burg-Wähler selbst eine neu« A e r a prophezeiten. Besonders die englische Presse erklärt sich mit dem von Luther proklamierten Grundsatz der Kontinuität in der aus- wältigen Politik durchaus einverstanden und fordert sofortige Wiederaufnahme der diplomatischen Verhandlungen über den G a- rantiepakt. Ja selbst der Sonderberichterstatter des„Matin", JulesSauerwein, offenbar von volksparteilicher Seite mochtig und nicht erfolglos bearbeitet, schlägt sanfte Töne an: man müsse sich, obwohl mit vermehrtem Mißtrauen, auch mitHindenburg verständigen, und Hindenburg werde sicherlich seine Hand dazu bieten... Wie gesagt, im Auslände ist man erstaunt und er- freut. Auch im Inlands dürfte man durch die mit Hindenburg vereinbarte Luthsr-Rede erstaunt gewesen sein. Ob allerdings die schwarzweißroten Wähler, die Stahlhclmleute, Werwölfe und Wikinger darüber ebenfalls erfreut sind, das steht auf einem anderen Blatt._ Mes nock unklar. Vertagung des Sicherheitspaktes. eondon. Zo. April.(1DIB.) Der diplomaklsche Bericht. erstalier des»Daily Telegraph" teilt mit, der sranzösische Botschafter, der die gestern angekündigte Unterredung mit Ehomberlain hotte, habe keinen Entwurf der französischen Antwort auf die deutschen Sicherheilsvorschläge aus Paris mitgebracht. Ebensowenig habe er Ehamberlain irgendeine Andeutung darüber gemacht, daß Brian d einen baldigen B-fuch in London beabsichtige. Sowohl machen.) Weiter hat der Abg. Lüdicke erklärt, ich hätte mich zur Schuldlüge bekannt. Diese Behauptung ist ebenso falsch, ist ebenso eine Lüge wie die, daß Deutschland und seine Verbün- deten die Alleinschuldigen am Kriege sind. Die Richtlinien der Großen Koalition Halle ich auch jetzt noch für das Ka- binett als richtig. Wir bedauern, daß gerade Herr v. C a m p e, der 3� Jahre mit uns auf Grund dieser Richtlinien in diesem Hause Politik getrieben hat, jetzt diese Richtlinien nicht mehr anerkennen will. Die Szenen, wie sie seitens der Rechten in diesem Hause herbeigeführt wurden, können nicht arbeitsfördcrnd sein. Es muß jeder Abgeordnete und jeder Regierungsvertreter das Recht für sich in Anspruch nehmen können, daß er hier gehört wird. Sie(nach rechts) würdigen das Parlament selbst herab, wenn Sie in dieser Weise vorgehen.(Großer Lärm rechts. Sehr richtig! links.) Wenn Dr. von Campe das Ziel der großen Volks- g e m e i n s ch a f t vcr Augen hat, so ist das ein lobenswertes Ziel, das Herr Campe und die Volkspartei sich gestellt haben. Ich glaube aber nicht, daß man mit der Erreichung dieses Zieles zufrieden ist, und eine Volksgemeinschaft, von der die Sozialdemokratie von vornherein ausgeschlossen werden soll. Ist keine Voiksgemein- fchaft. Sie ist auch von der Rechten nicht ernst gemeint. Weil das Zentrum sich weigert, eine derartige Politik mitzu» machen, schiebt man seitens der Volkspartei dem Zentrum die Schuld für das Mißlingen eines arbeitsfähigen Kabinetts in die Schuhe. (Erneuter Lärm rechts.) Wir sind in der Zukunft, wenn es zu einem Wahl kämpf kommen sollte, bestrebt, die Mehrheit zu erlangen, und wir werden darum kämpfen. Wie ich in der Regie- rungserklärung ausgeführt habe, tragen diejenigen Parteien die Verantwortung, die eine lebensfähige Regierung stürzen und nicht imstande sind, wiederum eine solche zu bilden. Es muß möglich sein, auf dem von mir eingeschlagenen Wege eine neue arbeitsfähige Regierung zustande zu bringen.(Lärm rechts.) Jawohl, i m I n- teresse des Voltes muß es gelingen, und ich habe die Hoff- nung, daß sich das Haus dieser Staatsnotwendigkeit nicht verschließen wird. Unter allen Umständen halte ich es für meine Pflicht, eine arbeitsfähige Regierung zustande zu bringen. Dag Spiel, was dos preußische Parlameul in den lehken Monaten gelrieben hat. ist geradezu verderblich. Gelingt es nicht. ein arbeilsfählges Kabivelt zusammen zu bringen, so bleibt nichts anderes übrig, als aufzulösen. Es läge aber im Interesse des preußischen Volkes, ihm die Mühe, die Arbell, und Beunruhigung einer Neuwahl zu ersparen, denn im Volke herrscht eine tiefe Sehnsucht nach Ruhe. Deshalb erhoffe'ch auch, daß der Landtag sein Verhallen so einrichtet, uns in Preußen eine Neuwohl zu ersparen. Wenn das deutsche Volt zur Ruhe kommen soll, bitte ich die Herren von rechts, den Kampf gegen die bestehende republikanische Staatsform endlich einmal aufzugeben und ihr Bemühen auf die schweren Aufgaben zu konzentrieren, die unserer jetzt harren. Meine Herren von der Deutschen Volkspartei, kehren Sie zurück zu dieser bewährten Politik und wir werden Ruhe im Volke haben.(Lärm rechts, Beifall links und in der Mitte.) Abg. ZNeyer-Hermsdorf(Dnat.): Das Auftreten des Minister- Präsidenten vorgestern und heut: trägt nicht dazu bei, das Dertrauen zu ihm zu fördern. das deutsche Abrüstungs- als auch das Sicherhsiksproblem würden zurzeit noch nicht als so reis angesehen, daß sie in einer persönlichen Zusammenkunst der Minister oder aus einer Konferenz geklärt werden könnten. Die hauplsorge des französischen Kablnelks sei augenblicklich die Finanzfrage. Chamberlain nnd die Räumung Kölns. London, 3<1. April.(TU.) Austen Ehamberlain erwiderte gestern aus eine Anfrage im Unterhaus, daß er den Tag der Räu- nrnng Kölns noch nicht angeben könne. Der Abgeordnete Thomson fragte, ob Chamberlain eine Andeutung machen könne, wann er in der Lage sein werde, die Erklärung abzugeben. Chamberlain ant- wartete:»N e i n." Ein liberales Mitglied fragte hierauf, ob Chamberlain sich über die Wirkung dieser fortgesetzten Verzögerung auf die ösfentliche Meinung in Deutschland und die Friedeneaus- sichten Europas klar wäre. Chamberlain sagte darauf:»Ich glaube nicht, daß diese Frage in Erwartung einer Antwort gestellt war- den ist." Die Volkspartei für �grarzölle. Ein Antrag im Reichstag. Die Reichstaasfraktion der Deutschen Volks- Partei hat einen Antrag eingebracht, der die Reichsregierung ersucht, in Anbetracht der sich immer schwieriger gestaltenden Wirt- schaftslag« der Landwirtschaft die erforderlichen Maßnahmen vuf dem Gebiete des Zollschutzes und der Beterinärpolizei schleunigst zu treffen. hinöenburg nimmt an. Amllich wird gemeldet: Generalfeldmarschall o. Hindenburg hat in einem heute beim Reichswahlleiter eingegangenen Schreiben vom 2S. April erklärt, daß er berell sei, die Wahl anzunehmen. Die Maifeier in Paris. Völlige Arbeitsruhe beschlossen. Paris. 30. April.(Eigener Drahtbelichk.) Zn Paris wird voraussichtlich am l. Mai die Arbeit ruhen, lediglich die Autergrundbahn wird ihren normalen verkehr ausrcchterhalien. Zwar bestehk ein Verbot für Kundgebungen auf den Skraßen, jedoch sind Versammlongen ans besonder» hierfür bestimmten Plätzen gestattet worden. Italien und die tzinöenburgwahl. Frohlocken der Faschisten. Rom, den 27. April. Dielleicht hat kein andere� Land in Europa mit so atemloser Spannung den Wahlausgang in Deutsch- land erwartet wie gerade Italien. Die herrschende Partei der Faschisten hoffte in ihm die Bestätigung ihres Axioms zu finden, daß die Welt nach rechts geht: die unterdrückten, ihrer Bürgerrechte beraubten Parteien wiegten sich in der Hoffnung, durch eine Niederlage der antidemokratischen Par- teien, neben dem Sieg« des Prinzips, in dem größten Staate Zentraleuropas einen moralischen Rückhalt für den e i g e n e n schweren Kampf zu finden. Im Grunde kommt der Wahlausgang auch den Faschisten unerwartet. Für die ganze öffentliche Meinung strahlt eine gleichsam blendende Klarheit von der Tatsache au?, daß die K o m m u n i st e n den Sieg der Rechten ermöglicht haben. Wohl sehen wir auch in Italien den Kommunismus wacker für den Faschismus Botendienste tun, aber die äußeren Formen der„Feindseligkeit" bleiben gewahrt. Di« Faschisten- presse hat offenbar noch keine Order von oben empfangen, wie sie sich zu dieser Stellungnahme der Kommunisten vcr- halten soll. So bringt die faschistische„E p o c a" eine Kari- katur, in der Hindenburg zu den deutschen Kommunisten sagt: „Ich danke Ihnen, die Bomben von Sofia waren meine besten Berbündeten." Die ebenfalls faschistische„Tribun a" verschweigt keusch die ausschlaggebende Haltung des dsntschen Kommunismus und kehrt treulich zu dem in Zeiten des Drei- bundes beliebten Stil der Bsrherrlichung des Deutschen Reichs zurück. R a st i g n a c, der, solange die Aktien gut standen, eine bedingungslose Deutschenvcrehrung an den Tag gelegt hatte, kehrt heute mit einem großen Satz auf den alten Stand- punkt zurück. »Europa, das bis gestern ein Forum zu sein schien, dessen antike Gebäude alle am Boden lagen, hat jetzt in seinem Mittelpunkt eine wiederausgerichtete Säule, und die Augen wenden sich dieser Säule zu, um abzuschätzen, wie well sie die Ruinen überragt. .... Das alte Gespenst des germanischen Krieges keizrt zurück und rüstet stch, das Werk der Gegner zu vernichten, oder doch, es zu verlegnen." In diossm frohlockenden Stil geht es weiter. Offenbar meint Rastignac, daß im Herzen Europos durch dr Wahl Hindenburgs eine Art Zarenreich erstehen werde und lechzt danach wieder einen Reiterstiefel auf dem Nacken der anderen Völker(ohne Ausschluß des eigener.) zu verspüren. Das liberale„E i o r n a l e d'I t a l i a"(Opposition Sa- landra) konstatiert zunächst, daß Hindenburg mehr als L?- gende, denn als Persönlichkeit im Wahlkarnps gestanden ist: p e r s ö n l i ch sei nichts gegen ibn cinzuwend-n. A's General bätte man aus ihm mehr gemacht, als gerechffertiat war: als Politiker wäre er eins Null. Gerade darum hätte seine Wabl eine stimbolische Bedeutung, weil sie beireist, daß die Mehrheit des Volkes an dem alten Deutschland festhalten möchte. Damit sei allerdings nicht gesagt, daß die Deutsche Republik in Gefahr ist. »Die Monarchie der Hohenzollern hat sich mit eigenen Händen zerstört: ein Staatsstreich ist heute weniger möglich, als in Frenk- rcich unter Mac Mahon. Er würde den Bürgerkrieg bedeuten und keiner weniger als die heutigen Sieger, die Junker und die Graß- industriellen, würden den Bürgerkrieg wünschen, da Ihnen im Grunde nur daran gelegen ist, Geld zu verdienen." Das Blatt meint, daß auch die terroristischen Attentate in Bulgarien und in Paris die Chancen der Konservativen im Wahlkampf gehoben hätten, und gibt zuletzt der Befürchtung Ausdruck, daß der Wahlausgang die B e- Ziehungen zu Frankreich sehr ungünstig bc- e i n f lu s sen könne. Das Mussolinische„P o p o l o d'I t a l i a"(römische Ausgabe) jubelt: Zurück zum Jahre 1914: auch damals lag Frankreich in Krise, wie heute, damals Serajewo, heute So'ia. „Der Atem des geschichtlichen Thorax wird schwer", schreibt der Artikelschreiber, der in ieder Vortei seine Gastrollen ge- geben hat: gedacht hat er sich bei diesen tiefen Worten nichts, aber sie klingen so„gewaltig". Alle Zlugen Europas seien auf Italien gerichtet, das die„Geschicke der Größe und mara- tischen Schönheit zu retten" berufen ist. Sinn bat der Artikel von dem Thorax mit dem schweren Atem wohl nur für die Schwerindustrie... Der oppositionelle„Mondo" schiebt den Sieg auf das Prestige von Hindenburgs Namen zurück und auf die Hi'.fe der Kommunisten. Auf alle Fäll? sei der Einfluß der Kam- munisten für die demokratischen Parteien lähmend. Das Blatt sieht eine Trübung der englischen und französischen Beziehungen voraus, und sagt: daß Frankreich jetzt die Früchte seiner Drangsalierungsvolitik gegen Deutschland ernte. Marx hätte ein klares Programm, auch in der auswärtigen Politik, bedeutet: Hindenburg ist ein Rätsel. Nach der„Voce R e p u b l i c a n a" handelt es sich um einen persönlichen Sieg, den Hindenburg dem Nimbus verdankt, der ihn umgibt. Die wahre Gefahr sei nicht ein Anschlag auf die republikanische Verfassung, sondern ein Vo» drängen der p l u t o k r a t i s ch e n und militaristischen Einflüsse: in der Erfüllung der Friedeilsl'sdn.- gungen. Den Ausschlag gibt nicht der Präsident des Reichs, sondern die parlamentarkschen Regierungen. .�Deutschland bleibt Republik, also tief demokra- tisch in feine« Institutionen. Und darauf kommt es an." die alten Methoden. Sie wollen wieder Hetze». Die Rechtspresse überschlägt sich in heftigen Angriffen gegen die preußische Regierung, weil sie den Genossen G r z e s i n s k i Zum Berliner Polizeipräsiden» ten ernannt hat Sie versucht, den neuen Polizeipräsidenten von vorn- herein in der öffentlichen Achtung herabzuwürdigen. Da sie noch kein Material zu gemeinen Verleumdungen gegen ihn hat erfinden lassen, sucht sie ihm einen Vorwurf daraus zu machen, daß er aus dem Arbeiterstand hervorgegangen ist. Die „Deutsche Tageszeitung" begrüßt ihn:„Herr Metall- drücker a. D. Grzesinski. Diese Methoden kennzeichnen nur die Gesinnung ihrer Urheber. Wenn aber die Rechtspresse davon redet, daß der neue Pollzeipräsident den Berlinern oktroyiert worden sei, so wollen wir sie auf folgendes aufmerksam machen: Am 26. April wurden in Berlin für den Bolksblock abgegeben 635 000 Stimmen, für den Rechtsblock 384 000 Stimmen. Am 20. März wurden für die Sozialdemokratie abgegeben 398 O�O Stimmen. Bei dieser Sachlage steht fest: Grzesinski ist der Polizeipräsident nach dem' Willen der Berliner. wie Herlin gewählt hat. Das endgültige Ergebnis. Im Wahlausschuß des Magistrats Berlin fft das end- gültige Resultat aus den Reichspräsidentenwahlen für den Wahlkreis 2 lBerlin) festgestellt worden. Danach sind insgesamt 1 183 838 Stimmen abgegeben worden, von denen aufHindenburg364 361, auf Marx 664 487, auf T h ä l m a n n 144 87g entfallen sind. An zersplitterten Stimmen wurden III gezählt. Untersuchungshaft unö Todesstrafe. Die Lehre« des Falls Höste. Die»Frankfurter Zeitung" nimmt in einem längeren Artikel noch einmal zum Fall H ö f l e Stellung, in dem sie die Durchführung der Untersuchungshaft bei Höste einen schweren Unfug, wenn nicht etwas Schlimmeres, normt. Das Blatt führt aus: „§ 112 der Strafprozeßordnung setzt für die Derhängung der Untersuchungshaft das vorliegen dringender Verdachts- gründe voraus. Als solch« Berdachtsgründe können ober unmög- lich irgendwelche Denunziationen gelten, sondern diese müssen erst auf ihre Berechtigung geprüft werden, und daraufhin erst darf man zur Verhaftung schreiten, hier hat man es umgekehrt gemacht: erst verhaftet und dann geprüft, und da das Bemühen größer war als das Verständnis, setzt sich die P r ü> u n g ins U n g« w i s s« fort. Man prüft weiter, nicht weil man schon etwas Strafbare» gefunden hat, sondern weil man»och nichts entdeckt hat, aber krampfhast daran festhält, oielleicht doch noch etwas finden zu können. Denn welch« Blamage, w-nn oicic ganz» so groß inszenierte und in die Welt hinausposaune Aküon«chließlich mit einem Nichts enden sollte!" Die„Frankfurter Zeitung" protestiert gegen diese Taktik der Justiz, die einem falschen Prestige kalten Herzens Einzel- schicksale zum Opfer bringt, und stellt fest, daß in H ö f l e ein Todesopfer dieser Art von„Justiz" zu beklagen sei. Man müsse befürchten, daß das nicht oas letzte Opfer sein n-crde. Die Mitverantwortung trügen auch die höheren Justizbehörden. Seit einem halben Jahr bestehe ein Erlaß des Wohlfahrtsministers, der die Amtsärzte anweist, die Vorschrift zu beachten, daß selbst schwere Gesund- heitsstörunciön nicht ohne weiteres Grund zur Haftentlassung seien. Dieser Erlaß sei ein unzulässiger richterlicher Eingriff in ärztliche Pflichten Zusanustenfassend sagt die„Franks. Ztg.": .„hier handelt es sich nicht bloß um«ine Remedur für den Einzelfall, sondern um die Beseitigung eines Systems. „Zrühlingskeifen." Di« Forschung hat sich in neuester Zeit der interessanten Frage zugewendet, welchen Einfluß die Umwelt auf die körperlichen und seelischen Erscheinungen im Menschenleben ausübt, und besonders ist es der jetzige badische Staatspräsident, der Psychiater Pros. Willy hell poch, gewesen, der in seinem Werk„Geopsychische Erschei- NlMgen" die Einwirkungen von Wetter, Klima, Boden und Landschaft auf unser Seelenleben untersuchte. Daß das Wetter auf unsere Stimmungen einwirkt, ist ja eine uralte Beobachtung, und sensible Menschen, besonders Frauen, wechseln Ihre Laune geradezu mit Sonnenschein und Regen. Leute mit„Wetterstnn" fühlen Gewitter schon längere Zeit vorher im Körper durch eine gewisse Unruhe und «Schwüle". Man hat auch aus zahlreichen Beobachtungen einen Zusammenhang zwischen Luftdruck und Nervenreizung festgestellt. Eine der auffälligsten dieser„geopsychischen" Tatsachen ist die söge- nannte„Frühlingskrise". Im Frühling machen sich seelische Siö- rungen bemerkbar, die ihren Ausdruck in der Häufung von Selbst. mord, Sexualverbrechen und Geisteserkrankungen während der Mo- nate Mai und Juni finden. Ganz allgemckn läßt sich sagen, daß die körperlich- ArbcitZkraft des Menschen in diesen Frühlingsmonaten sich steigert, während die geistige Leistungsfähigkeit sich vermindert. Das, was man unter „Frühlingsmüdigkeit" bezeichnet, ist viel mehr eine seelische als eine körperliche Erschlaffung: es ist eine„Frühlingsschwermut*. die in der Literatur sehr deutlich zum Ausdruck kommt. Diese Erscheinung ist eigentlich rätselhaft, denn der Frühling bringt ja die schöne Jahres- zeit, in der sich unser Gemüt an dem Erwachen der Natur erfreut, in der wir wieder mehr ins Freie kommen und alle Lebensbedingungen angenehmer werden. Zur Erklärung dieses merkwürdigen Slim- mungswechsels im Frühling will Hellpach die zunehmende Erwär- nuitg heranziehen, denn rascher Anstieg der Wärme wirkt noch den neuesten Untersuchungen geistig erschlaffend, u>ld ebenso ermüdet die plötzliche Zunahme der Lichtfülle, wie wir sie im Frühling erleben. Vielleicht aber hängt die„Frühlingskrise" mit uralten Ueberresten der Menschheitsentwicklung zusammen. Die Tiere unterliegen ja in dieser Zeit der sogenannten Brunst, der geschlechtlichen Erregung, und als e-nen Nachklang dieses Vorgangs aus fernen Tierzeiten hat man die Frühlingskrise auffassen wollen. Andererseits hat mau luft- elektrische Erscheinungen dafür verantwortlich gemacht, wie sie wohl in der rätselhaften periodische»„Hochzeitsreise" des Palolo-Wurm, t» der Tüdse« zum Ausdruck kommen. Hollands größter Schauspiele«. Louts Louwmeestsr. der Nestor d« holländischen Schauspiele«, dessen Tod jetzt gemeldet wird, war du Komödiant größton Stil», dessen Spielsrcudigkeit und Vielseitig- leit kainn ibresgleichcn bat.Von frühester Jugend cur mit Leib und! Seele dem Theaterteufel verfallen, hotte er es bereits in Verhältnis-: mähig jungen Iahren zu unbestrittener Meisterschaft gebracht Im l das zu den schlimmsten Folgen geführt hat. Um es ganz deutlich auszudrücken: die Todesstrafe wird nach dem Strafgesegbuch nur über die allerschwerften Verbrecher verhängt; die Unter- suchungshaft und auch die Strafhaft aber sollen nicht das Mittel zur Bollziehung der Todesstrafe an nicht dazu Verurteilten sein." Man wird um so mehr erwarten müssen, daß dieser Appell nicht ungehört verhallt, als er einer Auffassung entspricht, die weite Kreise jenseits aller Parteien teilen. Den Justiz- behörden muß eine Grenze gezogen werden, wenn sie von chren Vollmachten einen Gebrauch machen, der nicht zu verant- werten ist. Protest öes„Vereins fozialististher Merzte". Die Mitgliederversammlung des„B e r e i n s s o z i a l i st i f ch e r A e r z t e" hat sich mit den Zuständen in der Strafrechtspflcge beschäftigt, die durch den Tod des ehemaligen Postministers Dr. Höfle grell beleuchtet wurden. Die zahlreich besuchte Versammlung hat fol- gende Resolution einstimmig angenommen: Der kürzlich im Untersuchungsgefängnis erfolgte Tod des Ex- Ministers Dr. Höfle hat die Oeffentlichkeit auf die eigenartigen Gut- achten von Gerichtsärzten aufmerksam gemacht, die trog schwerster Krankheitssymptonie den Untcrsuchungshäftling bis wenige Stunden vor seinem Tode für haftfähig erklärten. Auch ist ein Gehcimerlatz des Wohlfahrtsministeriums bekanntgeworden, nach dem Gutachten nicht beamteter Zlerzte ganz unmaßgeblich sein sollen, während die Gerichtsärzte die Haftunfähigkeit eines Beschuldigten erst bei Fehlen jeder Fluchtmöglichkett bekunden dürfen. Es bedurfte des oben erwähnten Einzelfalles, um«inen Teil der Oeffentlichkeit auf die ärztlich wie rechtlich unhaltbaren Zustände im deutschen Gefängniswesen, durch die Tausende von Personen betroffen werden, aufmerksam zu machen. Zurzeit sind, gemäß dem Gcheimerlaß, anerkannte ärztliche Autori- täten, weil diese nicht beamtet sind, zur Beurteilung der Gesundheil und Bernehmungsfähigkeit Angeklagter nicht zugelassen, während die Gutachten von Gerichtsärzten, die naturgemäß nicht in allen Spezial- fächern sachkundig sein können, als Grundlage für weitreichend« Eni- schcidungen gelten. Der„Verein sozialistischer Aerzte protestiert gegen de» Geheimerlatz des Wohlfahrtsministeriums und fordert feine Rückgängigmachung. Wir fordern ferner, daß die von Eerichtsmedizinalpersonen abgegebenen Gutachten jederzeit von wirk- lich Sachverständigen nachgeprüft werden können. Wir wenden uns schließlich an andere ärztliche und juristisch« Organisa- t i o n e n sowie an die gesamte Oeffentlichkeit mit der Bitte, sich unserem Proteste anzuschließen. Hpfterie statt Politik. Grohe Aufregung bei den Kommunisten. Der Vertreter des Pariser„Matin", Jules Sauerwein, veröffentlicht das Ergebnis einer Rundfrage, die er bei politi- schen Hintermännern der Kandidatur Hindenburg und mit Persönlichkeiten aus der Umgebung des neuen Reichspräst- deuten gehabt hat. Darin werden dte angeblichen außenpolitischen Programmpunkte Htndenburgs wiedergegeben, die in erster Linie eine Annäherung zwischen Frankreich und Deutsch- land, insbesondere zwischen der deutschen und der französischen Schwerindustrie vorsehen. Als besonderer Punkt dieses neuen Hindenburg-Programms wird folgender Passus angeführt: „Hindenburg persönlich habe die größte Bewunderung für die französische Armee. Eine Entente zwischen Frankreich und Deutschland müsse unbedingt eines Tages kommen zum gemein ja men Kampf gegen die bolschewistisch« Ge» fahr." Wegen dieses Punktes herrscht nun ungeheure Aufregung in den komtwmistischen Redaktionen. Gestern abend zeterte bereits die„Welt am Abend": hindenburg will Rußland schlagen". Heute jammert die„Rote Fahne": ,L>er Hinden- burg-Vlock bietet sich gegen Sowjetrußland cm." Wir ver- stehen sehr wohl die Erregung der kommunistischen Helden. Aber mit Verlaub: W e r i st s ch u l d daran, daß der Hinden- burg-Vlock„sich gegen Sowjetrußland anbieten" kann? Hat nicht Hindenburg auf Thälmanns Schultern seinen„Sieg" über dem Linksblock errungen? Sind nicht die kommunistischen hohen Greisenalter von 82 Ihren hat ihn der Tod dahingerafft, aber vor verhältnismäßig kurzer Zeit stand er noch Abend für Abend auf der Bühne und unternahm sogar noch ausgedehnte Kunltreisen ins Ausland. Als er fein letztes Schauspielerjubiläum feierte, wurde es in Amsterdam wie ein Nationolfest begangen. Die Rollen, die Bouwmeester während seiner langen Bühiienlaufbahn gespielt hat, sind Legion. Holland", jagte er einmal selbst,„fft ein kleines Land: wir können es uns nicht leisten, einen Schauspieler lediglich in seinem Lieblingsfach zu beschäftigen. Wir haben keine Spezialisten, unsere Schauspieler müssen alles können." Und Bouwmeester konnte tatsächlich alles. Er spielte nicht nur den Macbeth und Marc Anton, nicht nur Shylock und Richard lll., Oedipus und Coriolon, sondern auch den Tedja im hebenden Leichnam". Wie viele minderwertige Possen hat er nicht durch seine Kunst, die auch humoristischer Wir- kungen sähig war, geadelt! Ganz in seinem Element war er jedoch nur auf dem hohen Kothurn der Tragödie. Der Rückgang der Säugliagssterblichkeil. Der seit Jahrzehnten in Deutschland mit großer Energie durchgeführte Kamps gegen die hohe Säuglingssterblichkeit hat recht befriedigende Erfolge gezeitigt. In de» Iahren 1901— 1905 starben von 100 Neugeborenen durchschnittlich 19, also fast ein Fünftel, im ersten Lebensjahr; im folgen- den Jahrfünft sank der Prozentsatz um 2 Proz., um im Jahre 1923 auf zirka 13 zu fallen. Die Gründe für diesen höchst erfreulichen Rückgang sind mannig- faltiger Natur; die Belehrung der Mütter über richtige Pflege der Kinder, die starke Zunahme der Entbindungen in Anstalten und das Selbststillen der Mütter sind wichtige Faktoren; van der höäfftxn Bedeutung jedoch fft der gleichzeitige Geburtenrückgang, der die Mütter in die Lage versetzt, den relativ wenigen lebenden Kindern eine erhöhte Fürsorge zuteil werden zu lassen. Trotz der genannten Senkung der Ziffern ist die Säuglingssterblichkeit in Deutschland im Vergleich zum Zlusland immer noch viel zu hoch. Starben bei uns ungefähr 13 von ungefähr 100 neugeborenen Kindern, so betrug die entsprechende Zahl in England und Dänemark nur 7— 10 Proz., in Frankreich 10 Proz., in Schweden 7 Proz. und in Norwegen nur ßX—sy, Proz. Wir haben also in Deutschland alle Ursache, den Kampf gegen Säuglingssterblichkeit mit unveränderter Energie weiter durchzu- fübren. Die Hauptaufgabe fällt hierbei den Müttern zu, deren Vflicht es ist, überall da. wo Säuglingsfürsorgestellen bestehen, diese Stätten der Beratung aufzusuchen und die Anordnungen der Aerzte genau zu befolgen. Gegossene Hänser In oller Zell. Das Meß»» van Häusern aus betonartigen Stoffen kommt jetzt viel in Aufnahme, weil sich damit ekne sehr billige und praktische Form de» Häuser baues darbietet. Aber diese Erfindung ist durchaus nicht so neuartig, wie man an» nehmen möchte. Sie war schon im Altertum bekannt, wie Dr. Ernst Darmstädter in der..Umschau" ausführt. Die Römer ver- wandten hierzu natürliche Zemente; Plinius und Vttruv sprechen ausführlich von gegolseven Häusern, und später hat Leonardo da � Vinci, dieser universale Geist der Revaissance, die Herstellung von i gegessenen Bdanblöckeu beichrieben. Ein Versahren für den Hau- ! serguß, das smon im 18. Jahrhundert Verwendung fand, gab der l schwedische Gelehrte Anton von Swab in einer Abhandlung an. Arbeiter von denselben Hasardeuren und politischen Kinds- köpfen mißbraucht worden, die heute über die außenpolitischen Gefahren der Präsidentschaft Hindcnburgs zetern? Vor den Wahlen erklärten sie stolz, es sei einerlei, ob Marx oder Hindenburg gewählt werde. Heute sind sie bereits anderer Ansicht— denn durch die Wahl Hindenburgs scheint ihnen die Position Moskaus bedroht! Der Sericht öer �ftoclateö preß" Beim WTB. nicht eingetroffen. Zu dem Artikel„Amerika und die Wahl Hindenburgs" in unserer Mittwoch-Abendausgabe teilt uns die Direktion von MTB. mit. daß sie die vom Korrespondenten des„Berliner Tagsblattes" gekabelten Aettßerungen der„Associated Preß" nicht erhalten hat und daher auch nicht veröffentlichen kennte. Sie will durch Rückfrage in New Jork der Sache nachgehen. Des weiteren wich in dem Schreiben erklärt, daß der New Porker WTB.-Vertreter in keinerWeise in irgend- welchen Beziehungen zu amtlichen Stellen stehe und seine Aufgabe völlig unabhängig und ohne jegliche Beein- flussung erfülle. Das ist recht erstaunlich. Unseres Wissens gehört es gerade zu den wichtigsten Aufgaben der Auslands- kcrrespondenten des WTB., s e h r e n g e Beziehungen zu den deutschen amtlichen Stellen zu pflegen und ihren Dienst dem- entsprechend zu versehen. Daß der New Uorker WTB.-Bericht- erstatter eine Ausnahme von dieser an sich durchaus be- gründeten Regel bilden sollte, können wir schwer annehmen. Unsere Vorwürfe richteten sich übrigens infolgedessen weit weniger gegen das WTB., feine Direktion und feine Korre- fpondenten, als gegen die Organs des Auswärtigen Amtes. Schließlich bezeichnet es die Leitung des WTB. als eine „vollständig unbegründete Annahme", daß ihr Auslandsdienst „in allen seinen Einzelheiten der Kontrolle der Be- Hörden unterliegt und gewissermaßen unter deren Kommando hergestellt wird". Daß diese Kontrolle„in allen Einzelheiten" ausgeübt wird, ist hier nicht behauptet worden. Daß sie i m allgemeinen besteht, wird durch jene Zuschrift implimts bestätigt und ist bei dem offiziösen Charakter dieser Nachrichtet»-|1 Agentur durchaus normal. Indem wir von dem InHall dieser Zuschrift wunschgemäß unseren Lesern Kenntnis geben, möchten wir schließlich die Frage auswerfen: Warum in aller Welt ist das Wvlffsche Telegraphenbureau bei jeder Gelegenheit immer so eifrig bemüht, seinen offiziösen Charakter und die dadurch be- dingten Abhängigkeitserscheinungen in Abrede zu stellen. wo es doch aus diesem engen Verhältnis zur Wilhelmstraße nicht mtr allerlei wirtschaftliche Vorteile zieht, sondern über- lsttupt seine ganze überragende Stellung im deutschen Nach- richtenwesen auf diesen Charakter gründet? Unter öer Knute Mussolinis. Verbot der Maifeier. Rom. 30. April.(Eigener Drahtbericht.) Da in Italien die Feier des 1. Mai von Mussolini verboten worden ist, ergriff die faschistische Regierung bereits Borbereitungen, ihr Verbot der Arbeitsruhe streng durchzuführen. Mehrere Personen, deren Agita- tion für den 1. Mai ihr mißfiel, ließ sie bereits o e r h o s t e n. Di« linksgerichteten Zeitungen des Landes verzichten auf den Abdruck des Amsterdamer Manisestes für den 1. Mai, nachdem die sozia» listische„Giustizia" wegen dieses Abdruckes bereits be schlag. nahmt worden fft. Mnffolini und die DAZ. Rom. 30. April.(Eigener Drahtbericht.) Die„Giustizia" be- merkt zu der Meldung des„Vorwärts" über den Versuch eines Ankaufs der„ADZ." durch bestimmte Kreis« Italiens, daß etwas Wahres an der Sache sei. Allerdings hätten nicht diplomatisch« Kreise den Kauf des Berliner Stinnes-Blaltes versucht, sondern 'italienische Industrielle, die auch in Paris Zeitungen erwerben wollten. die er 1762 der Stockholmer Akademie der Wissenschaften vorlegte. Er spricht davon, daß man im Harz Mauern in der Weise herstelle. daß ein Gemeng« von Kalk, Sand und Schlacken zwischen Bretter» wänden gegossen und dann festgestampst wird; man setze dies so- lange fort, bis die Mauer die richtige Höhe habe, uicd entserne dann die Bretter. Swab änderte dies alte Verfahren dahin um. daß er die Verwendung von mehr Schlacken empfahl; man solle die Eisenschlacken von Hochöfen benutzen, da sich die porösen Schlacken mit dem Mörtel fest verbinden. Der Sand, den man zur Mauer- speise oerwendet, müsse grob und hart sein. Hier werden also be- reiia eisenbetonartige Materialien benutzt, die dann erst wieder 1866 der Ingenieur Lambot aufbracht«. Das Ostdeulsche tandeslheat« des Verbandes der deutschen Volksbühnenoerein« beendet am 31. Mai 1925 fein erstes Spieljahr. Das Theater hatte es sich zur Ausgab« gestellt, diejenigen Städte der Provinz Brandenburg, Schlesien und Pommern, die eigene Theater nicht besitzen, mit künstlerisch wertvollen Aufführungen guter Bühnenwerke zu versorgen. Der stark« Erfolg, den da» Theater in ollen Städten, die es besuchte, erzielte, beweist die Not- wendigkett der Kulturarbeit, die hier vom Derbond der deutschen Volksbühnenvereine gelefftet wurde. Der Spielplan des Theaters umfaßte folgende Bühnenwerte:„Nathan der Weise",.Minna von B>irnhelm",„Medea",„Der zerbrochene Krug",„Dolksseind". „Biberpelz",„Kcnnmerinusik",„Menschenfreunde",.Wettlauf mit dem Schatten",„Tageszeiten der Liebe",„Heuchler". In den letzten Monaten der Spielzeit war die Nachfrage nach Borstellungen so groß, daß der Verband die Schaffung eines weiteren Schauspielunternehmens in Aussicht genommen hat. ver ftrel». ein« Vereinigung junger Künstler, tritt am Z. Mai. vormittag» 11'/, Udr, in der Stadthalle, Klosterstran«, mit der Kundgebung„K u n st und Korruption» in die OeffenttlchkeN. E» sprechen Direktor Eoll von der Volksbühne, Dr. H. I. Redfisch, Prof. Dr. Clurt FrieS, Iolri Cito Muntber. Dr. Jakob Haringer, Schristijeller H. Zimmermann. Diskussion. Eintritt SO Pf. Molsei-r»er TltvkSItner rellgiSsen Soziollfle« am Donnerstag. SO. Rpril. 7'l, Uhr, im Kemeiudesoal Hertasir. S. Ken. Pkorrer Vl ei er böll die Moirede. Der vimde-chor wird neue proleloiilche Lirder zum Varl oq bringen. Die Kenosseu werden gebeten, Fahnen mitzubringen. Ter Eintritt tti srei. Aach-orkSge auf der«elchi-lleklame-Messe. Im Reflametbeater im Hauie der Funkindustrie finden tüglich Fach vortröge statt. Wir ver- öffentlichen nochmot« Redner und Themen. SS sprechen: Mittwoch, SS. April, Dir. Lang,.Werbepra�iS". Donnerstag. 30. April, Prof. H. K. Frenze!.„Eraphik in der Retlame- tmit Lichtbildern). Freitag, t. Mai. Hans Kurt R o i e,„Reklame und Kultur-(mit Lichtbildern). Sonnabend. 2. Mai, Förster,.Schaujensterdetorationen-. Die Vorträge finden immer um 8'/, Uhr llott. Cin Zvfliku' iür Custrc t ist an der Köuigsberger U n i v e r- I i t ä t errichtet worden. Da» Institut will das Werden des Luflrechts aul breitester inlernalionaler Mrnndlag« verfolgen und die neu? Materie rechlS- wisse, lchastlich verarbeiten. Sine Z e i t s ch r i s t ist in Aussicht gcuouimen. Direktor des Instituts ist der Vertreter des Handelsrechts, Plofesso, Otto Schreiber. Milkelakterstch« lanzspiekc auf dem Akorktplotz. In Rörblingen wird in diesem Jahr«>m Anschs»-- an da» tillioinnrerlich? bistorilch« Schau» ipiet.Anno 1634- zum erstenmal ein ait-S Tanzivi.l m'zeniert. das im Mrtteiaiin die Bevöltcrung der alten Reichsstadt häujig aufführte. ES soll wie einst, so auch heute wieder auf dem Marktplatz der Stadt gegeben werden. Zeste ßront öer Republikaner. Eine Kundgebung von Marx. Rcichskanjler a. D. Marx hat an die Parteien und Wähler des Bolksblocks die nachstehende Kundgebung erlassen: Es ist mir Hin tief empfundenes Bedürfnis, den über dreizehn- einhalb Mitllonen deutschen Männern und Frauen, die am Wahltag mit mir ein aufrichtiges Bekenntnis zum republikanisch-demokratischen Staat abgelegt hoben, herzlichsten Dank zu sagen. Dank für die Mitarbeit, die sie geleistet haben: Dank vor allem aber für die Treue, die sie unserer jungen deutschen Republik bekundet haben. Die Entscheidung ist gegen uns gefallen. Generalfeldmorschall von chindenburg ist zwar nicht mit absoluter Mehrheit zum Reichspräsidenten gewählt, aber infolge der staats- uud arbeiler- feindlichen Haltung der kommunistischen Partei hat sich doch eine relative Mehrheit des deutschen Volke» für den Kandidaten de» Reichsblocks ergeben. Es ist für uns indes ein stolzes Bewußtsein, daß die Wähler des Bolksblocks sich von klarer politischer Erkenntnis leiten ließen, sehr viele Wähler des Reichsblocks aber, von denen nicht wenige dasselbe wollen wie wir, haben sich aus unpolitischen Stimmungen zur Wahl des General- feldinarschalls von hindenburg entschieden, hinter dein Männer, Gruppen und Schichten stehen, die in ihren Ionen- und außenpolitischen wünschen und Forderungen auseinandersallen. Wir haben im Volksblock nur dem Vaterlande dienen wollen und weil uns der Dienst am Voterlande über alles geht, werden wir uns in echt demokratischer Gesinnung dergetrofsenenEnt- s ch e i d u n g einer Mehrheit des Volkes willig fügen. Wir als die Schützer der Verfassung haben die hellig« Pflicht, in dem ver- fassungsmäßig gewählten Reichspräsidenten den Repräsentanten des deutschen Volkes und der deutschen Republik zu achten. Wir dürfen nicht in den Fehler unserer Gegner verfallen, die ehedem vor keiner Verunglimpfung und Verdächtigung des Vorgängers des jetzigen Reichspräsidenten zurückschreckten und damit sich gegen die Gebote der Stantsautorllät schwer versündigt haben. E» wird aber auch weiterhin die pfNcht der Republikaner sein. jetzt erst recht fest zusammenzustehen, um der Idee, für die wir gekämpft haben, zum eudgülkigen Siege zu verhelfen. Dir müssen jetzt der Well den Beweis erbringen, daß nicht die deutsche Republik am letzten Sonntag unterlegen ist, daß in Deutsch- land der Seist wahrhast demokratischer und sozialer Gesinnung lebendig bleibt und daß wir festhallen an dem Entschluß, auf dem Wege ehrlicher Verständigung mit den anderen Nationen zu einer Befriedung Europa» und der Welt zu gelangen. Wir schämen uns nicht unserer Niederlage, denn wir hoben als aufrechte Männer und Frauen ehrenvoll und nicht ohne Erfolg ge- tämpft. Wir sind stolz darauf, daß unser Kampf sachlich geführt wurde: wir haben dem Gegner niemals die gebührende Achtung ver- sagt: wir hoben ihm niemals die vaterländische Gesinnung abge- stritten: wir haben niemal» durch Entfachung konfessioneller Leiden- schaften unserer Sache zu dienen versucht. Der große Gedanke der Lclksgemeinschast wurde von uns auch im Wahlkompfe nicht preis- gegeben. Uns eint die klare Erkenntnis der harten Notwendigkeiten unserer Außenpolitik: uns eint das Bewußtsein, daß ein unzweideutiges Be- keantnis zur deutschen Republik die notwendige Voraussetzung einer starken Staatsautorität ist: uns«int der Wille, unser ganzes öffent- liches Leben mll sozialem Geiste zu durchdringen. Wir vergessen auch nicht, daß noch Millionen unserer Volks- genossen unter der Last fremder Besatzung leiden. Kein Opfer darf uns zu groß sein, um ihnen und dem ganzen deutschen Vaterlande die Freiheit zu bringen. Für diese großen Ziele kämpfen wir gemeinsam weiter. Dem Vaterlande unsere Liebe, dem Voterlande unser« Arbeit! Marx, Reichskanzler a. D. Aii-i dem Aufruf des Kandidaten des Volksblocks spricht die feste Zuversicht, daß trotz des Sieges des Kandidaten des Rechtsblocks die deutsche Politik die Bahn der Demokratie und der internationalen Verständigung nicht verlassen kann. Die relative Mehrheit des Volkes hat sich für chindenburg entschieden. Die Ve r a n t w o r t u n g für diese Entscheidung wird in der Marxschen Kundgebung ausdrücklich festgestellt. Die unpolitische Einstellung eines Teils des Volkes hier, choli- tische Verantwortungslosigkeit dort haben sie herbeigeführt. Räch dieser Entscheidung aus Enttäuschung in die Taktik' zu verfallen, die die Rechtsparteien den Reichspräsidenten Friedrich Ebert gegenüber eingeschlagen haben, würde nicht dem Geiste der Demokratie entsprechen. Es würde ledig- lich den gewissenlosen Hetzern, die den Feldzug der Verleum- dung und Niedertracht gegen Friedrich Ebert organisiert haben, nachträglich Argumente zur Rechtfertigung ihres Treibens liefern und das Odium der Gewisienlosigkeit von ihnen nehmen, das sie mit diesem Feldzug auf sich geladen haben. Für Sozialdemokraten ist es eine Selbstverständlichkeit, daß einer nach den Vorschriften der Demokratie gefallenen Entscheidung die Minderheit sich fügen muß. So, wie 3 g n a z Auer sagte: Esel seid Ihr zwar, lcher ich füge mich. Dies Sich-Befcheiden der Minderheit schließt den Kampf um die eigenen Ziele, um die Herbeiführung einer besseren Entschei- dung nicht aus. Ein anderes aber ist es, wenn Parteien des Rechtsblocks einen Kampf um die großen Linien der deutschen Positik im Anschluß an die Präsidentenwahl herbeiführen wollen. Sie werden die Parteien des Bolksblocks. sie werden vor allem die Sozialdemokratie auf dem Posten finden! Die Parteien des Rechtsblocks haben während des Wahl» kampfes solche Absichten geleugnet. Wollen sie nun diisse Wahl ausnutzen, um reaktionäre Absichten gegen' die Demo- kratie und die Positik der internationalen Verständigung durchzuführen, so werden sie erfahren, daß die Entscheidung vom 2K. April nicht jene„Wendung durch Gottes Fügung herbeigeführt hat, von der einige ihrer Organe reden. Die lebendigen politischen Kräfte des deutschen Volkes stehen im Lager der Parteien des Volksblock gegen politische Reaktion und kriegerische Abenteuergelüste. Sie sind zum Kampfe entschlossen. Wenn die Parteien des Rechts- blocks eine politische Entscheidung herbeiführen wollen, so werden sie die Abrechnung haben: im Reiche wie in Preuße». Nach üer Wahl. Dank de« Volksblocks an Marx. Unter Führung des Reichstagsabgeordncten Dr. k) a a»< Karls- ruhe hat sich eine Abordnung des Volksblocks zum Reickiskonzler a. D. Marx nach Sigmaringen begeben, um ihm namens des Voltsblocks Dank zu sagen für die aufopferungsvolle Arbeit, die er als Präsi» dentschaftskandidat für die vom Vclksblock vertretene republikanisch- demokratische Idee geleistet hat. Reichskanzler a. D. Marx, der bat, bei seiner bevorstehenden Rückkehr von jeglichem Empfang absehen zu wollen, wird noch einige Tage in Sigmaringen verbringen. Marx an Hindenburg. Reichskanzler a. D. Marx hat von Sigmaringen aus cm den Generalfeldmarschall von Hindenburg folgendes Schreiben gerichtet: Dos deutsche Volk hat Eure Exzellenz zum Reichspräsidenten gewählt. Es entspricht dem Geiste echter Demokratie, daß nunmehr jeder, der sich zu ihr bekennt, zur Entscheidung der verfassungs- mäßigen Mehrheit des Volkes steht. Darum ist es mir ein Bedürf- nis, Eurer Exzellenz meinen aufrichtigen Wunsch und die Hoffnung auszusprechen, daß unter Ihrer Präsidentschaft das deutsche Volk die innere Ruhe und den äußeren Frieden finden möge, wonach unser aller Streben geht. Möge der eingeleitete wirtschaftliche Ge- sundungsprozeß zum Segen von Volk und Reich ungestört fortschreiten: möge die Durchdringung des ganzen öffent. lichen Lebens von wahrhaft demokratischem und sozialem Geiste jene Krankheitserscheinungen heilen, die der Krieg und Deutschlands Zusammenbruch hinterlassen haben, und somit die sittliche Reinigung und Erneuerung unseres Volkes be- schleunigen. Möge es unserem deutschen Volke vergönnt sein, auf dem eingeschlagenen Wege der internationalen Verjtön- d i g u n g in Frieden und Wohlfahrt recht bald wieder die Stellung in der Welt einzunehmen, aus die es dank seinen Fähigkeiten und seinen Leistungen Anspruch hat. Mit der Versicherung meiner besonderen Hochachtung bin ich Eurer Exzellenz ergebener Marx. Reichskanzler a. D. Stahlhelm-Terror in Magüeburg. Vier Rcichsbannerleute schwer verletzt. Magdeburg, 30. April.(TU.) Die Ortsgruppe Mogde- bürg des»Stahlhelm� veranstaltete gestern abend einen Fackelzug mit anschließender Hindenburg-Feier auf dem Domplatz. Am Dome wurden die Fackeln zusammengeworfen und der Bunde«- führer, Franz Seldte, hielt eine Ansprache. Nach Schluß der Feierlichkeit kam es zwischen Reichsbannergruppen, die ein« Gegendemonstration veranstalteten, und Stahlhelmangehörigen zu einem blutigen Zusammenstoß, nach dem etwa vier Reichs- bannerleute in schwerverletztem Zustand dem Kran- kenhaus überwiesen werden mußten. die RheinreguUerung. Annahme des Schweizer Planes. Straßburg, 30. April.(Eigener Drohtbericht.) Di« Zentral. rheinlandkommission befaßte sich am Mittwoch mit dem Schweizer Plan einer Rheinregulierung von Straßburg bis Basel, der aus deutsche Vorschläge zurückgeht und mit dem sranzösischen Plan eines Rheinfertenkonals von Hüningen bis Straßburg. Grundsätzlich wurd° wurde der Schweizer Plan angenommen, allerdings mit einigen Zugeständnissen an den französischen Standpunkt. Die beut- schen Vertreter enthielten sich der Stimme. Gewerlföostsbewegung Gemeingefährliche Arbeitszeit. Dicnstschichteu von 26 S künden bei der Reichsbahn. Di« Unfallstatistik aus der letzten Zeit hat ergeben, daß nicht mir die Unfälle des Personals der Reichsbahn, sondern auch die Unfälle, die den Reisenden zustoßen, sich mehren. Einer der Gründe, für die hohe' Unfollziffer ist die teilweise ganz unoer- ständliche Ärb ei.tsschichtlänge des Reichsbahnperfonals. besonders des Personals im Betriebsdienst. Den Rekord der Arbeitsschichtlänge scheint die Reichsbahndirektion Dresden zu schlagen, denn sie beschäftigt trotz Widerspruchs der betreffenden De- amten und der Deamtenvertretung eine Anzahl von Lokomotiv- führern und Heizern in Sckzichken. die ZS Stunden danern. Sie beginnen ihre Schicht um 1 Uhr mittags und beenden sie am nächsten Nachmittag 3 Uhr. In der ganzen 2S-Stundcn-Schicht ist eine Ruhepause von iX Stunden enthalten, die natürlich durch Verspätungen, durch irgendwelche Reparaturen sehr oft in Frage gestellt wird. Es ist notwendig, daß die Oeffent- lichkeit einmal von diesen Dingen erfährt: denn es kann einen schließlich nicht Wunder nehmen, wenn einem Lokomotivführer, der 26 Stunden aus den Beinen gewesen ist und diese lange Schicht in regelmäßigen Abständen dauernd zu leisten hat, in gefährlichen Augenblicken die Rervenkraft versagt und ein folgenschweres Unglück entsteht. Anmerkung der Redaktion: Für ein derartiges Verbrechen, wie die Anordnung solcher Dionstschichten, ist kein Wort der Kritik zu scharf, wäre keine Strafe zu hart. Wo aber fände sich heute ein Richter in Deutschland, der bei einem Eisenbahnunglück die wahren Schuldigen zu Rechenschaft ziehen würde? Die Eisenbahner können nur auf sich selbst zählen, und da» Publikum kann auch nur auf die Entschlossenheit der Eisenbahner zählen, mit dieser Schmach aufzuräumen. Der Achtstundentag muß wieder- hergestellt werdenl Er kann es nur durch eine mächtig« Einheitsorganisation aller Eisenbahner. Denkt daran. Eisenbahner, besonders am 1. Mai. Zu den Wahle» in den Deutsche» Werke». Die Berliner Prawda bringt in ihrer Nummer 90 vom 22. April eine Notiz über die Betriebsroiswahlsn in den Deutschen Werken und zetert darin über die Feststellung im.Vorwärts', daß die Kapedi st en eine gemeinsam« Kampffront mit den Gelben gegen die Freigewerkschasten gebildet haben. E» soll über diese gemeinsame Front noch folgende» nachgeholt werden: Im August 1924 sollte von den drei freigestellten Betriebsräten (2 KPD. und 1 Amsterdamer) einer an die Arbeit zurückgehen. Es wurde von uns der Vorschlag gemacht, den Vorsitzenden. des Werks- betriebsrats, einen KPD.-Mann, und den Vorsitzenden des Gesamt- betriebsrats, einen Amsterdamer, freizustellen. Da aber der zweite KPD.-Mann nicht mehr arbeiten wollte und die Aussicht für ihn nicht besonders günstig war, bettelte man um die drei Stimmen der Gelben und die Fahnejüngcr hatten auch vollen Erfolg, denn der zweite Kapedift konnte seinen Biermarkenvertrieb fortsetzen. Bei der Wahl des Betriebsrats am 22. April haben sich wieder KPD. und Gelbe auf einer gemeinsamen Liste zu- ammengesunden. die gemeinsame Front war demnach noch nicht er- chüttert. Dieser gelbe Kapede-Mischmasch wird damit auch der Zu- riedenheit de» Leiters der sozialen Abteilung, des getreuen Eckard eines Herrn und Osfizialoertreters in den Geieler-Lersamm- u n g e n und deck Förderers der N o t h e l f« r bei Eisenbahn- und Landorbeiterstreiks sicher sein. Wenn der.Roten Fahne' diese Ver- wandtschost wenigstens in der Oeffentlichkeit nicht angenehm erscheint, so muß sie ihr« Betriebszelle umtaufen. Nicht unverschwiegen soll bleiben, daß die L I st e der.Opposition* eine reine Kapede-Liste war und daß die alten Gewerkschafter in der KPD. wegen der gelben Verbindung der Wahl ferngeblieben sind. Nnfizehobene Sperre im Z?leiscktergewerbe. Die Sperre Übar die Fleifcheret Paul H e m m a n n lt. E o. früher Nuddeck, Berlin, Elsasser Straße 67, ist aufgehoben. Die ent- lassenen Gesellen werden kn dem Umfange, w dem Arbeit vorhanden ist. sofort wieder eingestellt. Zwei Gesellen, die die Sperre durch- brachen haben, werden entlassen. Die Organisation wurde anerkannt. Jedenfalls steht fest, daß die Notizen in der Arbeiterpresse gewirkt haben, so daß es überflüssig wurde, weitere Maßnahmen zu tresscn. Verbindlichkcitserklärung im Bankgewerbe. Wie der Allgemeine Verband der deutschen Bankangestellten mit- teilt, hat der Reichsarbeitsminister den am 7. April gefällten Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Freigewerkschaftliche Angestellte Berlins! Auf zur Rtaifeier, Freitag vorm. 10 Uhr im Lehrer-Vereins- Haus! Mitwirkende: Gertrud E y f o l d t, Berliner Sänger-Chor. Festrede: Dr. Rudolf Breitscheid. M. d. R. Das Mitglieds- buch der Anwesenden erhält den Maistempel. Asa-Bund, Ortskartell Berlin. Gin seltenes Jubiläum. Am 1. Mai d. I. sind es 25 Jahre her, daß Genosse Robert D i ß m a n n, der Vorsitzende des Deutschen Metallarbeiterverbandes, als Angestellter in der deutschen Arbeiterbewegung tätig ist. 1897 trat Dißmann der Sozialdemokratischen Partei und dem Metall- arbeiteroerbonde bei. Er wurde bald Bevollmächtigter seiner Ge- werkschaft, und als die Barmer Metallarbeiter einen Kollegen zur Leitung der Geschäfte freistellen muhten, fiel die Wahl auf den damals erst 21jährigen Dißmann. Am 1. Mai 1900, also vor 25 Jahren, trat er sein Amt an. Fünf Jahre später übernahm er die Geschäfte des Metallarbeitervcrbondes in Frankfurt a. M. 1908 trat er in die Dienste der Sozialdemokratischen Partei, erst als ört- licher Sekretär in Hanau, später als Sekretär für den Bezirk Hessen- Nassau. Auf dem Bcrbandstage 1919 wurde er zum Vorsitzenden des Deutschen Metallarbeitervcrbandes gewählt. Seit 1920 gehört er dem Deutschen Reichstag an. Es wird nicht viele geben, die gleich Dißmann schon als 46jähriger auf ein 2öjähriges Angestelltenverhällms in der Arbeiter- beweguna zurückblicken können. Im Streit der Meinungen hat er oft eine scharfe Fehde geführt, aber immer war für ihn das Interesse der arbeitenden Bevölkerung bestimmend. Tagung der Bergarbeiter-Juternationalc. Brüssel. 29. April.(Eigener Drahtbericht.) Das International« Bergarbeiterkomitee setzte am Mittwoch seine Beratungen fort. E« schritt zunächst zur Wahl des ständigen internationalen Sekretärs. Nachdem die Franzosen ihren Kandidaten zurückgezogen hatten, wurde Frank H o d g e s, der Leiter des Internationalen Sekre- toriats und früher Sekretär des Britischen Bergarbeitcrverbandes. Zivillord der Admiralität im Kabinett Macdonald, einstimmig zum ständigen internationalen Sekretär der Bergarbeiter mit dem Sitz in London gewählt. Hodges tritt sein Amt bereits am 1. Mai cm.— Anschließend folgen die Berichte der Delegationen der ein- zclnen Länder über die Lage der Kohlenindustrie. Einer nach dem anderen der Redner entrollte ein überaus t r a u r i g es Bild. Fast ausnahmslos berichteten sie von schwerer Absatzkrise, un- geheuren Haldenbeständen, zunehmender Arbeitslosigkeit, von den Versuchen der Unternehmer, die Löhne zu kürzen und die Arbeitszeit zu verlängern, denen sich die Arbeiter nur mit größter Mühe widersetzen können. In verschiedenen Ländern drohen schwere Konflikte, so vor allem in Belgien und England. Ueberall berufen sich die Unternehmer bei ihrem Vor- gehen auf die ausländische Konkurrenz, auf die niedn- geren Herstellungskosten, die geringeren Löhne und die längere Ar- beitszeit im Konkurrenzlande. England, Belgien und Holland klagen namentlich über die deutsche Konkurrenz. Die Vertreter dieser Länder appellierten an die deutschen Borgarbeiter, die Unternetznizr zu zwingen, zu der früheren kürzeren Arbeitszeit zurückzukehren. Für die deutsche Deleg-iticm nntwortete ihnen H u s e m a n n, der hervorhob, daß auch in Deutschland die Lage keineswegs rosig sei, daß Deutschland gleichfalls unter Absatzstockung leide und der Unmöglichkeit, selbst in Hamburg mit englischer Kohle zu kon- kurrieren. Im übrigen täten die deutschen Bergorbeiter unter schwersten Verhältnissen ihr möglichstes, uv> eine Kürzung der Arbeitszeit zu erreichen, aber die deutschen Grubenherren wiesen immer wieder darauf hin, daß die' Reparationslieferungen unoer- weidlich zu einer längeren Arbeitszeit führen müßte». Als Schluß- folgerung der Debatte wurde hervorgehoben, daß den Argumenten der Unternehmer in allen Ländern nur dann wirksam entgegen. getreten werden könnte, wenn die Arbeiter genaues, zuverlässiges Tatsachenmaterial und Zahlen Über die Produktion, die Ein- und Ausfuhr, die Reallöhne, die Arbeitszeit und die sonstigen Arbeitsbedingungen aus allen Ländern besäßen. Der Belgier D c l a t r e schlug deshalb eine Entschließung vor, die eine internationale Untersuchung über die Verhältnisse in den Kohlenindustrien verlangt und das Genier Internationale Arbeits- amt ersucht, bei dieser Untersuchung behilflich zu sein. Das Ersuchen soll durch die Arbeitervertretung schon im nächsten Monat auf der Konferenz des Internationalen Arbeitsamtes gestellt werden, lieber diesen Antrag entspann sich eine lange Debatte, namenllich weil die Engländer Bedenken dagegen vorbrachten, die äußerst« Hilse des Genfer Arbeitsamtes anzurufen, da die englischen Gewerkschaften wenig Vertrauen zu diesem Amte hätten. Trotz dieser Einwendungen wurde die Entschließung mit allen Stimmen gegen die der Engländer angenommen.__ Konflikt iw rheiuisch-wcstfälischcn Baugewerbe. Köln, 29. April.(Eigener Drahtbericht.) Die Bauarbeiterschaft des Rheinlandes und Westfalens steht in einem schweren Lohn« kämpf, der, wenn in den nächsten Tagen keine Verständigung mit den Arbeitgebern erzielt werden kann, zu Arbeitsniederlegungen in eem Umfange führen wird. In Düsseldorf fanden Bcrhand- _ n zwischen den Parteien statt, die nach mehrstündigen Debatten ohne Verständigung abgebrochen werden mußten. Die Arbeit« nehmer Kotten beantragt, die umstrittenen Fragen der Arbeits- zeit und der Trennung des Tarifgebietes zurückzustellen und einem besonderen Schiedsgericht zu unterbreiten, um zunächst die Lohn- frage zu regeln Dieser Forderung setzten die Arbeitgebervorbände schroffen Widerstand entgegen. Im Laufe dieser Woche wird der amtlich« Schlichter ein« Entscheidung treffen. Am kommenden Sonn- tag werden die Bauarbeiter in einer Konferenz zu der kritischen Situation Stellung nehmen. Ruch in Hamburg. Hamburg. 29. April.(Eigener Drahtbericht.) Der Kampf Im Baugewerbe in Hamburg und Schleswig-Holstein hat eine neue Ver- Ichärfung erfahren. Die Verhandlungen, die auf Veranlasiung des Schlichters am Dienstag stattsondcn, sind ergebnislos verlaufen, weil die Vertreter des Bauunternehmeroerbandes sich weigerten, über den Ende März gefällien Schiedsspruch, der den Bauarbeitern eine Erhöhung des Stundenlohnes um 12 Pf. zusprach, hinauszugehen. Die Bauarbeiter denken nicht daran, sich dem Willen der Unternehmer zu uMerwerfen. so daß jetzt damit zu rechnen ist. daß eine große Anzahl der Facharbeiter dos Ausspcrrungsgebiet oerlassen wird, um iick anderen Teilen des Reiches Arbell zu suchen. Das dürfte bei der augenblicklichen Konjunktur im Baugewerbe nicht schwer fallen. Für den Wohnungsbau in Norddeutschland wird dieser Kampf, wenn die Unternehmer nicht bald nachgeben, außerordentlich schädigend sein. NiranImertNib wr V-litll! SrnN»enter: Mrltcholt:«tdue »ewerklcki-ftebeweguna:«rlrtt Stzk-r«: Seuillefon:®t. Sofia S-fiilomtfi; Lotale, und Sonftia«: Sri*»irstödt:«ujelaen Tb. sämtlich in Berlin. Berlaa: Borwärte-Verla« iL m. d. S., Berlin. Druck- Lorwarlo-Buchdrucker-- und Berlaaeanftalt Paul Sinne? u To. Berlin SW.». Lindenitrot Hierin t Beilage.- ff aschmarocain SÄ«5 95--- ffaschmonseline mu"�«?.'95». Binsenstoffe"'Z: 95 p< 3 imittierte ledertöcher g--�. und I Scheuenuch.... zusammen ifJ"'- 4 WischtBcher friert...95« 1 Mitteldecke euefnenkanÄ95p.. I Drellliandtucli Ä1.« 95 Hemdentnch � w£schmre 95p- Sportflanelle gestreift. Mtr. 95 p-. _________________ 3 St. Berrentasctientficher qk Madapolam mit mod. Bordüre. zus."JP- 3 St. Batisttascbentncber nc gestickt......... zus. wJP" 12 StBatisttascbentDcber 0r mit Kordel........ zus. 9JP'- 2 Paar Damenstrümpfe qk schwarz und taroig. engl, lang zus. öJP' 2 Paar Socken 95 p« 3 Paar KinderstrBmpfe okD( starke QuaMtäi.. zusammen J J P'- 1 Paar Damenstrfimpfe Qc Mako m. 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Dor dem Hause der Funkindustrie, in dem die Werber für sich und ihre Kunst durch die Retlamemesse werben, brandet die Papierslut. Reklame einst unö jetzt. Reklame hat es immer gegeben, bewußt oder unbewußt. Die moderne Reklame, die bewußte Werbung großen Stils ist ein Kind unserer Zeit. Es war ein wildes, ungezogenes Kind, der Schrecken aller Leute von gutem Geschmack. Die junge Reklame wußte von sich reden machen, aber sie oerstand nicht, zu werben. Dazu gehört mehr, als marktschreierisch zu sein. Kein Wunder, daß diese Reklame nur zu oft zwecklos und wirtschoftschädigend war. Die Ablehnung der Reklame durch den weitaus größeren Teil der Bevölkerung war nur zu selbstverständlich. Langsam wandelten sich die Methoden der Werbung. Gute Psychologen, wirkliche Künstler stellten sich in ihren Dienst. Aus der geschmacklosen Reklame wurde verseinerte Werbekunst, die auch mit zarten Mitteln erfolgreich zu arbeiten weiß. Aus dem Marktschreier wurde der Werbesochmann, der an der Erhebung seines Faches zu einer beachtlichen handelswissenschost arbeitete. Sinngemäß angewandte, wissenschaftlich durchdachte Werbung an Stelle von mechanischer Nachahmung überlieferter Methoden würde auch die Arbeit der politischen Parteien be- fruchten. Die Parteisekretäre müßten von diesem Standpunkt aus im werbetechnischen Sinne wissenschaftlich durchgebildete Fachleute sein. Aus dieser Erkenntnis heraus wird es verständlich, daß auch die Sozialdemokratie der Werbekunst nicht mehr ablehnend oder auch nur beobachtend gegenüberstehen darf, sondern daß sie sich diese Kunst erobern und sie erfolgreich anwenden muß. Die Ausstellung öer SPV.-preflTe. Daß diese Erkenntnis sich bereits Bahn gebrochen hat, beweist die Ausstellung der sozialdemokratischen Presse auf der jetzigen Berliner Reklamemesse. Aus der Galerie ist sie in einer Reihe von großen geschmackvollen Kojen vertreten. Die sozialdemokratischen Druckereien zeigen, daß sie technisch jedem Wettbewerb gewachsen sind. Die zur Schau gestellten Drucksachen gehören zu den besten Erzeugnissen dieser Art. In dem hier zutage tretenden Streben, nur beste Arbeiten herzustellen, liegt der Grund für die gute Ent- wicklung der sozialistischen Druckereien. In einer Koje ist auf einer großen Landkarte die Ausbreitung der sozialistischen Presse dar- gestellt. Jedes Blatt ist in verkleinertem Format als Tafel auf den Ort seines Erscheinens gesteckt: ein dichter Blätterwald, der da Deutschland überdeckt. Und doch noch lange nicht dicht genug. Die Werbekunst hat noch ein weites Feld vor sich. Sehr lehrreich sind die Zahlen, die das Verhältnis der Stadt- und Landbevölkerung Und der sozialistische» Wähler zur Gesamtbevölkerung der einzelnen deutschen Gaue zeigt. Fast durchweg beträgt die sozialistische Wählerzahl die Hälfte der Bevölkerung der Städte. Diese Zahlen zeigen den großen Einfluß der sozialistischen Presse, den heute niemand mehr zu leugnen vermag. Eine besondere Koje ist dem„Vorwärts" eingeräumt. Unser Blatt wird hier unentgeltlich, also zum„Werbe- preis" an die Besucher verteilt. Werbeplakate des„Vorwärts" zeigen die rührige Arbeit der Eeschäftsleitung. Daneben gibt es Werbedrucke aller Art. Manche Besucher der Ausstellung bekommen hier zum erstenmal einen Ueberblick über die Ausdehnung der sozialistischen Presse und oft genug zeigen sie ehrliches Erstaunen. Es gibt aber auch Besucher, die diesen Teil der Messe mit stillem Grimm betrachten. Die sozialdemokratische Presse ist groß geworden» sie will und kann noch größer werden. Darum nutzt sie jede Werbe- Möglichkeit aus und unterstützt durch ihre Beteiligung an der Reklamemesse die fleißige Kleinarbeit der Parteimitglieder, die in nimmermüden Eifer bestrebt sind, neue Freunde und Mitkämpfer zu gewinnen. Das Silöerbuch des Kaufmanns. Wer diese Messe durchwandert, blickt in das aufgeschlagene Bilderbuch des Kaufmanns. Zahllose Ideen sind in den Dienst der Werbung gestellt, jeder Geschäftszweig ist von ihr erfaßt. Der Bund der Gebrauchsgraphiker, die Organisation der für die Gc- schäftswelt zeichnenden Künstler läßt die Bielseitigkeit des Werbe- Zeichners ahnen. Wie wenige wissen, daß z. B. die kaum beachteten Packungen für irgendwelche Waren in ernster Arbeit entworfen und wirksam gestaltet wurden? Reklamegesellschaften haben sich der Werbung aus der Hochbahn und der Eisenbahn bemächtigt. Die Lnflsahrt steht ebenso im Dienst der Werbung, wie die Post. Die „Wargarincaulos" der Post, die schon manchen Protest hervorgerufen haben, sind in hübschen Modellen im Ausstellungsstand der Reichs- poft vertreten. Großen Umfang hat die Lichtreklame tygenommen. Diese Art der geschäftlichen Werbung wird als besonders wirkungs- voll bezeichnet. Es fragt sich nur, ob diese Wirksamkeit in der Häufung von Licht in der Großstadt lange erhalten bleibt. Bei aller Buntheit und Lustigkeit ist hier viel ernste und starke Kraft verborgen: Der Wille zum rücksichtslosen Durchsetzen im Da- seinskampf. Wer das erkennt, dem ist die Reklamemesse nicht nur eine amüsante Schau, sondern auch eine Mahnung, die er beachten muß, wenn er nicht unterliegen will im Kampf um die Ziele, denen er zustrebt. Erste Ernte. Das fabelhaft schöne Osterwetter und die nachfolgenden Regen- güss« haben den Werdegang der Natur in schnelles Tempo gebracht. Der Boden hat sich gut erwärmt und ist somit zur Aufnahme der jungen Pflanzen und der gleich an Ort und Stelle zu säenden Samen geeignet. An Arbeit fehlt es dem Gartenbesitzer also nichl, aber er hat doch durch die so lange währende Milde des Winters einen Vorsprung gegenüber früheren Jahren, wo das Aprilwetter mit Kälte, Schnee und Hagel die frühe Pflanzung problematisch niachte.— Ja, auch die erste Ernte ist bereits da, wenngleich erst nur Leckerbissen und noch kein nahrhaftes Gericht auf den Familien- tisch liefernd. Der Rhabarber ist erntereif: in kurzer Zeit hat er die Entwicklung vom emporstrebenden Keim zum langgcschossenen Blattstengel durchgemacht. Zu beachten ist nur, daß man mit der Wegnahme der Stiele erst beginnt, wenn die Pflanze deren fünf getrieben hat. Wo der Rhabarber auf durchlässigem Boden steht. wird auf genügende Bewässerung zu achten sein: auch ein Dung- guß zur rechten Zeit ist nicht vom Uebel. Wichtig ist, daß entstehende Samentriebe sofort abzuschneiden sind, sowie daß man immer die äußeren großen Blätter mit dicken Stielen nimmt, damit das Wachs- tum der Pflanzen nicht behindert wird. Von derart behandelten Pflanzen kann man vom April Ms Juni ernten und sich an dem erfrischenden, allerdings etwas reichlich Zucker erfordernden Kom- pott erfreuen: nachher gibt es anderes Obst in genügender Aus- wähl. Der erst« Spargel ist gleichfalls auf den Markt gekommen: bleibt das Wetter günstig, so werden die Plantagen noch größere Erträge liefern. Auch die Stachelbeersträucher stehen diesmal glän- zend: die kleinen Beeren wachsen zusehends. Ueberwinterter Spinat ist eine weiter« Frucht des freien Landes. Wer über ein Frühbeet oder gor ein Mistbeet verfügt, kann natürlich schon an Salat und Radieschen sich delektieren. Alles sehr erfreulich, aber nicht im eigentlichen Sinne des Wortes nahrhafte Speisen, wie Kohlrabi, Kohl, Erbsen und Bohnen sie darstellen. Es ist ja eine bekannte Tatsache, daß im späteren Frühjahr— wenn der überwinterte Kohl nicht mehr schmecken will— Mangel an billigem Gemüse eintritt: unter Glas oder gar mit Heizung getriebenes oder von weither importiertes Gemüse kann naturgemäß nicht den gleichen Preis wie das später bei uns gezogene haben. Gegen das Natur- gesetz. daß wir unsere Gemüsepflanzen erst in der zweiten Hälfte des April oder Anfang Mai ins Freie bringen können, ist leider noch kein Mittel erfunden. Versuche mit Herbstpflanzung sind doch nur in klimatisch begünstigten Gegenden anzuraten. Immerhin: Di« erste Ernte ist da— die Erbsen sind aus dem Erdboden heraus und wachsen fröhlich weiter: die jungen K e- müsspflanzen bieten in der warmen Sonne einen hoffnungs- vollen Anblick— kurz, olle Zeichen einer günstigen Ernte sind ge- geben. Mögen die kommenden Wochen und Monate diese Hoff- nungen in reichstem Maße zur Erfüllung bringen! Epidemie der Selbstmorde. Die Chronik der Selbstmorde und der Selbstmordoersuche ver- «rößert sich von Tag zu Tag. Gestern wurde aus der W a n n s e e- bahn st recke zwischen W a n n s e e und N e u b a b e l s b e r g eine vom Zug überfahrene unbekannte männliche Leiche aufgefunden. Der Kopf war vom Rumpse gelrennt. Es liegt zweifellos Selbst- mord vor. Die Persönlichkeit des Toten war noch nicht zu er- �"Erschossen hat sich heute früh durch einen Schuß in den Mund der Arbeiter PaulBloedow, 39 Jahre alt, vor dem Hau>e Luisenstr. 15. Aus hinterlassenen Briefen geht hervor, daß der Manu mfolge Lebensüberdruß in den Tod gegangen ist.— Dur ch e inen Schuß in die Schläfe versuchte der Arbeiter Her- mann E. aus der Gervinusstraß« vor dem Hause Sybelstr. 33 • v'U" � 3» begehen. Er wurde in hoffnungslosem Zustande in das Weitender Krankenhaus gebracht. Nach den Angaben seines Vaters soll ein unglückliches'Liebesverhältnis dos Motiv zu der Tat stin. Auf gleiche Art suchte sich der Feuerwehrmann Friedrich «• ou» der Liegmtzer Straße zu erschießen. Auch er wurde in schwerverletztem Zustande m ein Krankenhaus gebracht. Infolge einer Kopfoperatwn war K. feit längerer Zeit schwer nervenleidend. � In erschreckendem Umfang nehmen auch die Gasselbstmorde und -Selbstmordversuche zu. Schwerer nächtlicher Raubüberfall. In der vergangenen Nacht fanden ein Kaufmann und sein Sohn, die sich auf dem Heimwege befanden, an der Ecke der Alten Jakob- und Neuenburger Straße einen Mann auf dem Bürgersteig liegen, der aus mehreren Wunden stark blutete. Die beiden Helfer ließen den Schwerverwundeten nach der Polizeiwache bringen, wo man ihn als«inen JngenieurRobertMarten» aus der Neuen- burger Straße feststellte. Der Unglückliche war ganz entsetzlich zugerichtet. Ein Glasauge, das er trug, war ihm ausgeschlagen worden, mehrere Zähne waren eingeschlagen, die Nase zertrümmert und die Lippen zerrissen. Er konnte noch angeben, daß er in einer Wiitschaft, die er besucht hatte, einen Hundertmarkschein wechseln ließ. Das ist wahrscheinlich von Strolchen beobachtet worden, die ihn dann verfolgten, niederschlugen und ihm die Brieftasche mit 340 Mark raubten. Angesichts der entsetzlichen Roheit der Tat ist es dringend erwünscht, daß Mitteilungen zur Ausklärung an das Raub- dezernat des Polizeipräsidiums oder an die Kriminalpolizei des Re- viers erfolgen. Die Gegend ist als ganz besonders unsicher seit längerer Zeit verrufen. Fünfte allgemeine Büroausstellung. Der Berliner Presse war gestern Gelegenheit gegeben, die 5. Allgemeine Büroausstellung in der alten A u t o h a l l e am Kaiserdamm zu besichtigen. Von der alten Dreieinigkeit: Tinte. �eder und Papier, war eigentlich nur noch das Papier übrig ge- blieben, von Tinten und Schreibfedern war herzlich wenig zu sehen. Die Ausstellung zeigte Büromaschinen und Bllroeinrich- tungen in allen nur erdenklichen Gattungen und Arten, von der raffiniert ausgebauten und gerade deshalb so einfachen Kartei bis zu den modernsten Schreib-, Buchhaltungs- und Rechenmaschinen, die wahre Wunderwerke der Technik darstellen. Schreibtische für Einarmige sollen den Kriegsinvaliden die Büroarbeit erleichtern. Schreibmaschinen sind da. die die Formulare für Rechnungen etc. von einer großen Papierrolle abnehmen und das zeitraubende Ein- spannen ersparen. Bürotransportansogen machen die Boten über- flüssig. Und unsichtbar aufgestellte Mikrophone registrieren auf der Wachswalze jedes, auch das vertrauliche Gespräch, das im Direktor- Zimmer geführt wurde. Daneben sind eine Unzohl Firmen mit dem im Bllrobetrieb notwendigen Kleintram vertreten. Die Ver- vollkommnung der Büromaschinen geht mit Riesenschritten voran. Der veranstaltende Deutsche Fachverband für Büroindu- strie CL. will aber nicht nur das modernste zeigen, sondern er gibt auch m einem von Herrn Blankertz. dem Inhaber der be- kannten Stahlfederfabrik Heintze u. Blankertz mit vieler Mühe zu- sammeilgetragenen Museum einen historischen Ueberblick über die Entwicklung der Schrift und des Schreibgerätes. Das Mu- seum- zu dem auch das Märkische Museum und der Verein für die Geschichte Berlins beigesteuert haben, rechtfertigt schon allein einen Besuch der Buroausstellung. Heute vormittag fand die Eröffnung durch den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer, Franz v. Mendelssohn statt. Ein Büchermarder. . Sm März 1923 wurde der Kaufmann Ernst B. in der Technischen Hochlamle unter verdachtigen Umständen von zwei Studenten an- getroffen und auf deren Veranlassung festgenommen. Als die ivtudenteii morgens gegen 8 Uhr einen etwas abgelegenen Zeichen- saal im Hochschulgebäude betraten, stießen sie auf einen unbekannten Mann, der sie fragte, ob sie nichi wüßten, wo der Student Rothe arbeite. Als beide das verneinten, verließ er den Raum. Nach seinem Fortgang entdeckten die Studenten, daß die Schubfächer ver- schiedener A r b e i t s tische aufgebrochen waren, und daß aus den Behältnissen Bucher fehlten. Da der fremde Mann eine dicke Büchermappe unter dem Arm getragen hatte, benachrichtigten sie sofort den Pförtner und der Eindringling wurde beim Verlassen des Gebäudes festgenommen. Die Mappe enthielt die vermißten Bücher. Das Schöffengericht Eharloltenburg hatte B. wegen Diebstahls zu 6 Monaten Gefängnis oerurteilt. Gegen das Urteil hatte der Angeklagte Berufung eingelegt und verteidigte sich vor der Straf- kanimcr des Landgerichts III damit, daß ein Bekannter, namens Roth«, ihm Bücher verkauft und ihn zur Abholung der Bücher in die Technische Hochschule bestellt hätte. Ehe er das Kaufgeld aus- zahle» tonnte, habe Rothe eiligst das Zimnier verlassen müssen und ihm den Auftrag gegeben, bis zu seiner Rückkehr zu warten. Die Er- mittlungen nach diesem angeblichen Studenten Rothe, von dem der Angeklagte keine genaue Beschreibung geben konnte, waren ergebms- los. Die Straskammcr war der Ueberzeugung, daß ein Dieb seine Hehler nichi an den Totort selbst bestellen würde und hielt die ganze Erzählung des Angeklagten für das bekannte Märchen von" dem „Großen Unbekannten". Deshalb wurde das Urteil des Schössen- gerichts von der Strafkammer für durchaus angemessen erachtet. Auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Klee erhielt der Angeklagte jedoch für die Strafe dreijährige Bcwöhrnngsfrist, wenn er die Gerichtskosten sofort bezahlt und außerdem eine Buße von Süll Goldmark leistet. Wächtermorö in Hoppegarten. 1700 ZN. Belohnung. Vor einigen Tagen wurde in dem östlichen Dorort Hoppe- garten ein Wächter namens Buchholz von Einbrechern niedergeschossen. Die Darmverletzungen, die der Wächter durch die Schüsse erhielt, waren so schwer, daß trotz vorgenommener Opera- tion das Leben des Mannes nicht gerettet werden konnte. Er ist soeben seinen Berlctzüngen erlegen. Gerade am Tatze vorher war Buchholz nach Ablauf seiner Probezeit lebenslänglich als Amts- diener angestellt worden und am nächsten Tage wollte seine Tochter heiraten. Die Schwere des Verbrechens hat den Regierungspräsi- deuten von Potsdam veranlaßt, eine Belohnung von 1390 M. aus- zuschreiben. Mit anderen ausgeschriebenen Belohnungen beträgt nunmehr die Gesamtsumme 1700 M. Mitteilungen über den Vorfall werden die Kriminalkommissare Geisse! und Johannes Müller im Zimmer 36 des Polizeipräsidiums entgegennehmen. Das geschäftstüchtige Kino. Man muß immer verstehen, mit der jeweiligen Mode Schritt zu hallen. Konjunktur ist alles, und der berühmte doppelte Boden der Tatsachen ist zwar nicht von besonderer Festigkeit, wohl aber ein Faktor von nicht zu oerachtender Ergiebigkeit in puncto Geschäft. So dachte wohl auch der nicht gerade auf arische Unbedenklichkeit geprüfte Direktor der M a r m o r h a u s- L i ch t s p i e l e am Kur- fürstendamm, und so produzierte er seltsamerweise dem p.-p.-Publi- tum zwischen Luxusleibchen, Ringerwettkämpsern und sonstigen Deli- katessen unter der fetten Schlagzeile: Aushebung des Mai- feiertages in Braunschweig, eine Meldung des deutsch- nationalen„L o k a l- A n z e i g e r", daß der braunschweigische Land- tag der Aufhebung des 1. Mai als gesetzlichen Feiertag zugestimmt habe. Wohl zu patriotisch-musikalischer Bekräftigung dieser Tat, die der Initiative der Stahlhclmregierung entsprungen ist, spielt man nachher das schöne Lied:„Stolz weht die Flagge schwarz- >v e i ß r o t." Das mit Klamauk jeglicher Art überfütterte Publituni des Kurfürftendamm ließ die antirepublikanischen Demonstratio»«» der Kinodirektion ohneZustimmungoderWiderjpruchan sich vorbcipassieren.— Uns scheint es jedoch angebracht, sich die Licht- spielhäuser zu merken, wo man meint, die Konjunktur durch ein Schaustellen antirepublikanischer Kindlichkeiten ausnutzen zu müssen. Und als Republikaner daraus die Konsequenzen zu ziehen!_ „Zusammenstöße der Propagandakolonncn". Unter dieser Ueber- schlift veröffentlichte der„L o k a l- A n z c i g e r" am Montag abend auch die Zusammenstöße in der Breiten Straße in Pankow und schreibt u. a., daß der S t a h l h e l m m a n n Otto K u g l e r, Pankow, Kaiser-Friedrich-Str. 73, einen Schuß in den Kopf erhielt. Diese Nachricht ist falsch! Kugler ist nicht Stahlhelm- mann, sondern Reichsbanncrmann und Partei- genösse. Der Zweck dieser Falschmeldung ist nur zu offensichtlich. Die Lügenleute in der Zimmcrstraße wollen mit Gewalt völkische Märtyrer schaffen und nach der Devise: Es bleibt immer etwas bangen! ist ihnen zur Erreichung ihres Zieles jedes Mittel recht. Wie wir dieses Blatt mit dem treu-innig deutschen Augenaufschlag kennen, wird es nicht den Mut haben, seinen Lesern nachträglich die Wahrheit zu sagen.' � Deutschnationale Wahlpropaganda im woabiter Frauen- gefänanis. Eine merkwürdige Auffassung von sozialer Fürsorge- tätigkeit an Gefangenen scheint eine Fürsorgedame des E v a n g e- tischen Frauenbundes zu haben, die den schönen Rainen Frauenholz trägt. Diese fromme Seele mißbrauchte den ihr ge- statteten Zutritt zu den weiblichen Gefangenen, um ihnen Wahl- aufrufe für Hindenburg zu überreichen und zugleich abfällige Bemerkungen� über den verstorbenen Reichspräsiden- t e n E b e r t zu machen. Wir nehmen an, daß dieser Hinweis ge- nügt, um den Herrn Justizminister zu veranlassen, dieser edlen Dame einen anderen Wirkungsleeis für die Bertreibung ihrer deutschnationalen Traktätchen zu vermitteln. Böswillig falsche Feuermeldungen. Einer jener Unfugstifter. der zur Nachtzeit die ohnehin genug geplagte Feuerwehr böswillig alarmieren, wurde in der vergangenen Nacht in der Reichenberger Straße ertappt und festgenommen. Ein Wächter der Wachbereit- schaft Groß-Berlin beobachtete, wie vor dem Hause Nr. 79 ein Mann die Scheibe des Feuermelders einschlug und die Wehr alarmierte. Als der Mann dann sich schleunigst entfernen wollte, schöpfte er Ver- dacht, stellte ihn und brachte ihn nach der Revierwache. Es ergab sich, daß der Alarm falsch war. Der Ertappte, ein Arbeiter Fritz Reiche, stellte sich betrunken, wurde aber von der Kriminalpolizei dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Reue Straßenbahnverbindung nach dem Osten Berlins. Be- zirksamt Friedrichshain teilt mit: Um die fehlende Verbindung zwischen Lichtenberg, Frankfurter Allee, Schlesisches Tor, Kottbuser Tor, Hallesches Tor herzustellen, wird nach Fertigstellung der Kurvenverbindung Schlesische Straße, Falkensteinstraße, Warschauer Straße und Frankfurter Allee voraussichtlich ab 1. Mai d. I. die Linie 89 vom Schlesischen Tor über Schlesische Straße, Fal- kensteinstraße, Oberbaumbrücke, Warschauer Straße, Frankfurter Allee bis Lichtenberg, Gudrunstraße, verlängert werden. Reichsbanner. Kameradschaft Zehlendorf. Die Freitag-Sport- abendc fallen bis auf weitere» aus. Zur hetmarbe Ierau»l>cUu»a. Heule abend L Uhr spricht im Ausstellung� acbäude am Lehrter Babnbof Professor Robert WIlbrandt über da. Thema„VolkSwirtschastliche Bedeutung der Heimarbelt' Rene Fahrpreise Swinemünde— pillan. Bom 4. Mai ab be- tragen die Fahrpreise auf dem Seewege Swinemünde— N e u- fahrwasser(Zoppot)— P i l l a u für die Strecke Swinemünde— Pillau 15 2%, für die Strecke Swinemünds— Neufahrwasser(Zoppot) 15�0 M.(einschl. 50 Pf. Kaigebühr) und für die Strecke Neufnhr- wosser(Zoppot)— Pillau 8 M.(einschl. 50 Ps. Kaigebühr). Der Fahr- preis für Militärsahrkorten betrügt für die ganze Strecke Swine- münde— Pillau wie bisher 4 M. Bom 21. Mai ab wird während der Sommermonate wieder Zoppot an Stelle von Neufahrwasser angelaufen. .Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, und .Der Sinderfreuno" liegen der heutigen Postauflage bei. CK si*l Ott e nd ii rx Wilmersdorfer Straße 12 enipfiehlt zu Ostern sein reictihaliig. Lager an seUisirabrizierter Bn- n liMilMMz ,» Mhr billigen Preisen. ♦«•• 'kaufhavs SS»"" 3/usen JjfCosaks sin. Opal-�Vo/'/e China Cr&n WoiUu. 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