fr. 204 42. Jahrg Ausgabe A nr. 106 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlic 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Areusband für Deutschland, Danzig. Goar- und Memelgebiet, Defterreich, Sitauen, Buremburg 4.50 Reidsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat, Der Borwärts" mit der Gonntags beilage Boll und Reit" mit„ Giebe Tung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint modentäglich zweimal Gonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfvaltige Nonpareille. geile 70 Pfennig. Reklamezeite 4, Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 20 Pfennig ( aulaffia amei fettgedruckte Worte), febes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengefuche das erfte Wort 10 Bfennig, jedes weitere Wort 5 Bfennig. Worte über 15 Bud) fraben zählen file awei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. freake 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redatiion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Auf der Reichs Retlame- Meffe: Wilhelm 5744 Freitag, den 1. Mai 1925 Vorwärts- Verlag 6.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Boftfchedkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion ber Diskonto- Gesellschaft, Debofitentasie Lindenstraße 3 Fernisrecher: Auf der Reichs- Reklame- Meffe: Wilhelm 5744 Erster Mai. Achtstundentag!- Weltfrieden! Nicht den letzten Zielen des Sozialismus, sondern einer bestimmten Arbeiterforderung, der Forderung nach dem Achtstundentag, follte nach den Beschlüssen des Internationalen Sozialistentongresses von Paris im Jahre 1889 die Feier des Ersten Mai gelten. Die Lehre des Sozialismus war damals in weiten Gebieten der Welt noch so gut wie unbetannt, die Forderung nach dem Achtstundentag dagegen überall populär. Sie war es vor allem in dem damals gänzlich unfozialistischen England, wo die ersten Kämpfe um den gefeßlichen Marimalarbeitstag geschlagen worden waren. Man stiert sehr oft das Wort von Karl Mart, daß das Zehnstundengesetz für die Textilindustrie in England, e in Sieg des Prinzips" gewesen sei, nicht so allgemein bekannt find leider jene Abschnitte seines Kapitals", in denen die gewaltigen Klaffenfämpfe um die Berkürzung des Arbeitstags in England mit dramatischer Bucht und heiß blütigem sozialen Empfinden geschildert sind. Erst aus ihnen wird die Bedeutung des berühmten Wortes pom, Siege des Brinzips" völlig flar. Und so mar der Beschluß des Bariser Sozialistentongreffes, der unmittelbar an das lebendige Leben und die praktischen Forderungen der Arbeiterklasse anknüpfte, im besten Sinne des Wortes ,, marristisch". Bon dem Pariser Sozialistentongreß bis zur Arbeiter. schußkonferenz in Washington im Jahre 1919 dreißig Jahre später ist ein weiter Weg, aber dieser Weg führt aufwärts. Er ist gekennzeichnet durch blutige Weltereignisse, aber auch durch das Erstarken der politischen und gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung in allen Ländern der Welt. Wenn der Friedensvertrag von Versailles ein besonderes Kapitel über den internationalen Arbeiterschuh enthielt und darin die allgemeine Einführung des achtstündigen Arbeitstags als erstrebenswertes Ziel aufstellte, so war auch das ein Sieg des Prinzips". Seitdem hat es an Kämpfen um die praktische Durchführung dieses Prinzips und auch an Rüdschlägen auf diesem Gebiet nicht gefehlt. Aber niemand, der fich nicht etwa absichtlich blind stellt, kann bestreiten, daß die dreißig Maifeiern von Paris bis Washington und die harte, nüchterne Arbeit des politischen und gemerkschaftlichen Werktags Erfolge gebracht haben. Demokratie! flammten Bölter. Vier Jahre lang donnerten die Kanonen,| gleiche demokratische Recht aller erwachsenen Deutschen ohne braufte eine Orgie der Bernichtung über die Welt. Behn Unterschied des Geschlechts. Millionen Gräber, ein ungerechter Frieden und eine zerrissene Arbeiterbewegung blieben als Reft. Dennoch, aus den blutigen Schlachtfeldern, aus den Trüme mern zerschossener Städte, aus dem Bahnsinn des Brudermords und der Selbstzerfleischung erhob sich von neuem die Internationale! Sie war noch nicht start genug gewesen. den Krieg zu verhindern, aber sie war schon start genug, ihn zu überstehen. Mit erstaunlicher Schnelligkeit fanden fich ihre Glieder wieder zusammen, und es zeigte sich, daß sie in zwischen, jedes für sich allein, an Kraft und Einfluß gewonnen hatten. Heute steht das Ganze da, als achtung gebietende Macht. Und diese Macht allein ist es. die uns an die Zukunft der europäischen Menschheit noch glauben läßt. Biele Jahre hatten wir so am Erften Mai für den Acht stundentag und den Weltfrieden demonstriert. Dann famen die Wahlrechtsfämpfe in Preußen, und an manchem Ersten Mai vor dem Kriege stand für die deutsche Arbeiterklaffe die Forderung der Demokratie im Bordergrund. Gewaltig hatte sich bei jeder Reichstagswahl die Zahl der sozialdemokratischen Wähler vermehrt. Aber die große foziale und politische Bewegung brandete scheinbar machtlos an den Dämmen des persönlichen Regiments und des preußischen Dreiflaffenwahlrechts empor. Noch galt der Grundja nicht, daß die Staatsgewalt vom Bolte ausgeht, noch hatten die Hochgeborenen und die Befihen. den, dank ihrer Geburt oder ihrer Steuerleistung, einen Einfluß, der den der Besizlosen fast vollständig erdrückte. Wie ein Gebet vor der Schlacht flangen nun an jedem Ersten Mai die Liedesworte: Das freie Wahlrecht ist das Zeichen, In dem wir fiegen. Nun wohlan, Nicht predigen wir Haß den Reichen, Nur gleiches Recht für jedermann! Wer vermag zu sagen, mie lange diefer Kampf noch gedauert hätte ohne die blutige Lösung des Weltfriegs? Sie ist Für den Achtstundentag demonstrieren wir auch an diesem erfolgt. An dem Tag, an dein alles Morsche, Berjährte zu Ersten Mai. fammenbrad, rief Scheidemann die Republik aus, und Ebert proffamierte als Reichskanzler des 9. November das " Später, durch den Kongreß von Brüssel, wurde das Programm der Maidemonstration erweitert. Neben die Forde rung des internationalen Achtstundentags trat die der Siche= rung des Weltfriedens, des Krieges gegen den Krieg". Das war eine bedeutungsvolle Wendung. Denn weder Marg noch Lassalle waren in dem Sinne Bazifisten" gewesen, daß sie der Arbeiterklasse die Kraft zugetraut hätten, nor ihrem endgültigen entscheidenden Sieg der in unbestimmten Fernen hing- das alte Erbübel der Menschheit, den Krieg, auszurotten. Als nüchterne Beobachter der geschichtlichen Entwicklung und in realpolitischer Abfchäzung der gegebenen Kräfte sahen sie noch immer, wie Schiller, im Kriege ,, den Beweger des Menschengeschlechts", einen eruptiven, Borgang, der den Fortschritt weit vorwärts tragen konnte. Inzwischen war auf der einen Seite die Macht der Arbeiterbewegung erstartt, auf der anderen Seite waren die Fortschritte der Kriegstechnik so gewaltig, zeichneten sich die Umrisse der drohenden Wettfatastrophe in so furchtbarer Deutlichkeit ab, daß sich der Gedanke unwillkürlich aufdrängte: aus den Massen der Arbeiterbewegung eine Macht zu schaffen, die den Weltfrieden vor jeder Bedrohung schüßte. Die Verfassung des neuen Deutschland erstand entsprechend den politischen Forderungen des sozialdemokratischen Erfurter Programms. Erster Mai 1925. Deutschland und die Welt stehen unter dem Eindruck der Wahl Hindenburgs zum zweiten Präsidenten der deutschen Republik. Noch einmal hat die Reaktion einen großen Sieg erfochten dank der Zersplitterung der Arbeiterbewegung, dank der Hilfe der Kommunisten! Wohl ist diese Zersplitterung im großen ganzen überwunden, die sozialistisch denkenden und empfindenden Maffen haben sich schon mit Bierfünftelmehrheit zur praktischen, Stüd für Stück aufbauenden Arbeit der Sozialdemokratie und gegen die wilde Zerstörungsarbeit der Kommu niften bekannt. Aber das in Berirrung und Verwirrung zurüdgebliebene Fünftel wurde zum Zünglein an der Wage, und es hat nicht die Disziplin beseffen, seine Entscheidung so zu fällen, wie es dem Willen der erdrückenden Mehrheit der Arbeiterschaft entsprach. Berleitet von abenteuernden Führern, in beren Munde die„ proletarische Solidarität" nur eine lügnerische Phrase ist, hat es den schlimmsten Feinden der Arbeiterflaffe den Weg zu ihrem Siege geebnet. Die Lehre ist deutlich. Die Arbeiterbewegung kann sich den Lurus einer auch noch so geringen Zersplitterung, einer noch so fleinen kommunistischen Partei nicht mehr gestatten. Einig und geschlossen muß sie unter den Fahnen der deutIchen Sozialdemokratie und der Sozialistischen Arbeiter- Internationale den Kampf Kampf aufnehmen, gegen die Gefahren, die durch die verbrecherische Torheit der kommumistischen Arbeiterzersplitterer bergehoch aufgewachsen sind. Nur unter diesen Fahnen Sieg des Acht stundentags, mur unter diesen Fahnen Sicherung des Weltfriedens, mur unter diesen Fahnen Schuß der demokra tischen Republif! Heute sind wir, weil uns ein kleiner abgesplitterter Teil der Arbeiterbewegung in den Rüden fiel, ein Stück zurückgedrängt geschlagen sind wir nicht! Wir stehen fester denn je! Der Erste Mai hat den Weltkrieg überlebt, der Erste Mai wird auch Hindenburg überleben. Durch Einigkeit zum Sieg! Schliebens Steuerprogramm. Rücksicht auf das Kapital. www Der Gehalts- und Lohnempfänger fann warten. öffentlichen Körperschaften fieuerlich gleichzustellen, follen gelaffen morden ist. Er hat jedoch gleichzeitig das Verlangen nach Erhöhung der Bier- und Tabafsteuer energisch vertreten, den Abbau der Umsatzsteuer überhaupt nicht erwähnt und bezüglich der Lohnsteuer auf die Prüfung im Steuerausschuß verwiesen. Mit Reben des Finanzministers Schlieben und des Justizministers Frenten wurde am Donnerstag die Be retung der Steuer- und Aufwertungsgefeße im Reichstag ein geleitet. Begeisterung haben beide Redner nicht hervorgerufen, ebensowenig aber auch Enttäuschung. Man fennt seit Wochen die Absichten der Reichsregierung in diesen bedeutungsvollen Fragen und weiß, daß von Ministerreden lleberraschungen nicht zu erwarten sind. Wenn der Finanzminister Schlieben einleitend betonte, daß das jezige Gejezgebungswert auf Jahre hinaus eine Festlegung der Sieuer- und Finanzverhältnisse bedeutet, und die Entscheidung über die Gesundung der deut schen Wirtschaft auf das stärkste beeinflußt, so ist ihm darin rückhaltios zuzustimmen. Dieser Hinweis aber ist zugleich die stärkte Antiage gegen die Reichsregierung. Ihre Vorschläge enthalten nur eine Milderung der Steuerlasten der Besigen den, zugleich aber auch eine Erhöhung der Lasten der Besitzlofen. Dieser Zustand foll also für Jahre hinaus Geltung haben. Die unfoziale Gestaltung des deutschen Steuer rechts, die durch die Inflation veranlaßt und in der Stabilirechts, die durch die Inflation veranlaßt und in der Stabilifierungsfrise aus äußeren Gründen aufrechterhalten murde, wird fomit verewigt. Die Rede bes Finanzginifters hat Aber der Sieg blieb aus. Den Gesang der Internationale diese Befürchtungen in feiner Beife abgeschwächt. Er hat übertönten die Schlachtgefänge der in Leidenschaften entzwar mitgeteilt, daß die Absicht, die Versorgungsbetriebe der Dieser internationale fozialistische Kampf gegen den Krieg vor dem Kriege gehört zu den größten und erhebendsten Rapiteln der Geschichte. Die Namen August Bebel und Jean Jaurès leuchten ihnen voran. 21 Gerade hierin aber zeigt sich die rein plutokratische Dentweise der Reichsregierung. Jede Steuer, die den Befig trifft, ist überaus forgfältig geprüft und bei den meisten dieser Steuern ist dem Verlangen der Interessenten nach er abfegung entsprochen worden. Bei der Eintommensteuer wird eine so wesentliche Senkung des Tarifs vorgeschlagen, daß neben den innerpolitischen und sozialen Bebenten auch außenpolitische Bedenken nicht unterdrückt werden können. Das gleiche ist bei der Vermögens-, der Erbschaftssteuer und den Kapitalverkehrssteuern der Fall. Ganz anders find die Steuern auf den Arbeitslohn und den Verbrauch behandelt worden. Bei den letzteren lehnt die Regierung jebe Milderung schroff ab und beabsichtigt fogar ihre Erhöhung. Bei der Lohnsteuer, deren jezige unhaltbare Höhe non niemand bestritten werden kann, tut fie von sich aus nichts, fondern vertröstet auf die Initiative des Reichstags. Wenn man nicht annehmen foll, daß die Furcht vor eigener Berantwortung die Triebfeder dafür ist, so bleibt mur die Annahm« übrig, daß die Reichsregierung gar keine oder eine nur unwesentliche Senkung der Lohnsteuer beabsichtigt. Man muß zugleich annehmen, daß sie die zahllosen Härten, mit denen das jetzige Lohnsteuersystem verbunden ist, trotz aller Forderungen der Arbeitnehmer aufrechterhalten will. Der Reichsfinanzminister scheint diesen, die Gefühle und die Interessen der Massen des Volkes gleich stark verletzenden Mißklang gefühlt zu haben. Er hat deshalb die alte Redensart: Steuerpolitik ist Wirtschaftspolitik gebraucht, aber bei dem Wort Wirtschaftspolitik nur an die Interessen der Unternehmer gedacht. Es wäre zweckmäßig gewesen, wenn er sich der Rede des Reichskanzlers Luther auf dem Industrie- und Handelstag erinnert hätte, in der dieser aus- emanvergesetzt hat, daß zur Wirtschaft auch die Arbeitnehmer gehören. Lutherische Reden wollen natürlich nie wörtlich ge- nommen werden, sachlich aber bedeutet dieser Hinweis, daß Ermäßigungen der Steuerlasten der Arbeit- nehmerebenso wirtschaftsentlastend, also wirt- schaftlich sind, wie Ermäßigungen zugunsten des Besitzes. Wer aber, um die auf der deutschen Wirtschast ruhenden Steuer- lasten zu ermäßigen, nur die Lasten des Besitzes mildert, han- delt gegen die Wirtschaktsgelundung, well er die Voraussetzungen zerstört, auf denen die Belebung des inneren Absatzes, der Steigerung der Produktion, der Ermäßigung der Produktionskosten und damit die Steigerung der Ausfuhr überhaupt möglich wird. Hat der Reichsfinanzminister berests in seinem auf die künftigen Steuervorlagen sich beziehenden Ausführungen nur das Mißtrauen verstärkt, daß die Steuervorlagen selbst her- oc rgerufen haben, so gilt das in noch höherem Maße von seinen Darlegungen über die jetzige und die künftige Finanzlage. Daß das Schwarzmalen Pflicht eines Finanzministers ist, dafür haben wir Verständnis. Wenn das aber so weit geht, die ganz offen zutage getretene, überaus günstige FinanAage des Reichs als bedenklich hinzustellen, so ist das in der jetzigen Lage nur ein Argument gegen den Finanzminister selber. Wie will der Finanzminister es rechtfertigen, daß er bei einer so trüben Prognose dem Reiche Hunderte von Millionen an Besitzsteuern entzieht? Handelt er dadurch nickst geradezu ver- antwortungslos, um so mehr wenn er für diesen Ausfall neue Einnahmequellen, aber überaus unsichere erschließen muß? Und erscheint in diesem Zusammenhang die A u S s ch ü t- tung von 715 Millionen an die Ruhrindu» siriellen, die der Reichsfinanzminister bezeichnenderweise überhaupt nicht erwähnte, nicht noch skandalöser als bisher? Der Reichstag hat sich am Donnerstag damit begnügt, die beiden Reden zur Kenntnis zu nehmen und die Debatte auf Montag zu vertagen. Angesicht« des InHalls der Reden ist dos kein Fehler. Um so mehr aber wird man der Debatte mit Spannung entgegensehen dürfen. Die Stellunanahme der Sozialdemokratie ist klar. Die jetzigen Absichten der Reichsregierung werden auf fast allen Gebieten ihren entschiedenen und entschlösse- n«n Wider st and finden. Nicht weil die Sozialdemokratie in der Opposition ist. sondern well sie die Pläne der Reichs« regierung mit ihrer unsozialen Wirkung, ihrer Begünstigung des Besitzes und der wirtschaftlichen Wirkungen für ver« hängn�svoll halt. Sie wird deshalb alles daran setzen, um dl« bürgerlichen Parteien zu zwingen, ihre Versprechungen zu erfüllen. Dann wird es sich zeigen, wodieRetterdee deutschen Polles stehen.__ Die besiegten Sieger. V lauweih— aber nicht Hindeubargisch. Nachdem der.Sieger von Tannenberg" auch über den republikanischen Voltsblock, wenn auch nur mit Minderheit, "gesiegt� hat, melden sich schon die Anwärter auf den Sieges- lorbeer. Die katholische und wittelabachische Bayerische Dolkspartei nimmt für sich den Ruhm in Anspruch, daß sie durch ihr Eintreten dem protestantischen Hohen- zollerndiener Hindenburg zu einem kleinen Lorsprung Maientanz. vu komm doch, komm und tanz mit mir; Dem Mai, dem Frühling wollen wir Mit Zubeln und mit Singen varch, Land entgegenspringea. Vu komm doch, komm doch, tanz mit mir! Schon viel zu lange säumten mir. von allen herben Leiden 3n Fröhlichkeit zu scheiden. So komm doch nur und tanz mit mir! Vea jungen Frühling wolle« wie Beim Sang und Klang der Saite» Auf seiuer Fahrt beglelteu. Auf seiuer Fahrt durch uuser Saud. Und wollen froh und Hand in Hand Den lieben Märchen lauscheu. Die seine winde rauschen. Und mit uns zieht die neue Zeit Voll Lebenslust und Seligtelt. Um hellige Stunden werbe« wir— So komm doch nur and taaz mit nlct F. Mache, Metallarbeiter. Maiwille. Aus dem Vierarisch««, Nachlaß von Rar« Slsner. Mächtiger al» Aegyptens Gräber, Schöner als Griechenland». Roma» Tempel, Stolzer als Mailand» Kathedrale mit ihren Statuen und Türmen, Malerischer ol» rheinisch« Burgoerließe wollen wir jetzt errichten, höher als st« alle, Dein« große Kathedrale, heikge Industrie, kein Grab. Ein Verließ für da» Leben, für tätige Erfindung. Lm einen Palast, ragender, schöner, größer al« irgendeiner, Em neues Crdenwunder, der Geschichte sieben hinter sich lassend, Stock aus Stock mit Glae und Eisensassaden«mportürmend. Ein« Lust für Sonn« und Himmel, mit den heitersten Farben geschmückt, Bronze, lila, eigelb, dunkelblau und karmesin, Ueber dessen goldene« Doch wehen sollen unter deinem Banner, Freihett, Di« Bonner der Staaten uud die Flaggen ied«» Lande«. Soll ein« Brut ragender, schöner, aber tletnersr Paläste sich scharsn, verhalfen habe. Der»Bayerische Kurier", das offizielle Organ dieser Partei, hält«s für notwendig, zu oersichern, daß Hindenburg das Mehr über Marx nur der Unterstützung durch die Leitung der Heim-Partei verdanke. Aber dann wird den Rechtsblöcklern in Berlin mit aller Deutlichkeit unter die Nase gerieben, daß die Bayerische Bollspartei nicht die Absicht habe, als Rechtspartei im Sinne derande- ten Rechtsparteien zu gellen. Di« Unterstützung Hindenburg« bedeute also ein Bekenntnis zu einer Rechtsregierusig so wenig wie zu einer Linksregie- rung! Auch die noch offiziellere»Bayerische Vollspartei-Korre- spondenz" häll es für nötig, zu versichern, daß das innervoli- tische Kräfteverhältnis in Deutschland zu einer»Politik der mittleren Linie" führen müsse. Das alles heißt nichts anderes, als daß den»Siegern" vor ihrem eigenen Siege bange wird. Jetzt möchten sie von der großen angekündigten Rechtsschwenkung plötzlich nichts mehr wissen und sich auf die»mittlere Linie" zurückziehen. Dieser Rückzug in die Hindenburg- oder Siegfriedstellung ist aber aus dem Wellkrieg hinreichend bekannt. Sie deutet darauf hin, daß der Zusammenbruch der Rechtsblock- Politik nicht mehr fern ist!__ Nach Stresemann- Luther! ssreytagh-Loringhovcn gege» die„ftoutiuuität". Luchers Rebe vor dem Industrie- und Handelstag ist den Wahlmachern Hindenburgs begreiflicherweise in die Glieder gefahren. Die Herren von der Deutschnationalen Partei dürf- ten wohl geahnt haben, daß sie nach dem Wahlkampf Wasser in ihren Wein würden gießen müssen. Sie sind durch die Erfahrungen der letzten Monate auf diesem Gebiet allmählich an Kummer gewöhnt. Daß aber nach dem ersten Siegesrausch der Katzenjammer sich so schnell einstellen würde, das baben sie sich wohl nicht träumen lassen. Di« Erklärung Luchers. daß in der auswärtigen Politik allesbeimalten bleiben würde, die ausdrückliche Hervorhebung de« Grundsatzes der notwendigen Kontinuität in der Außenpolitik dürste mie ein kaller Wasserstrahl auf die meisten politischen Greise und Kinder wirken, die noch vor drei Tagen in kriegerischsten Zu- tunftsträumen schwelaten. Wie immer in solchen Fällen, ist es der rabiate, alldeutsch- baltische Baron Freytagh-Loringhoven. der als erster der Katze die Schelle umhängt. Bisher galten seine Ergüsse in der»Deutschen Zeitung lediglich der Deutschen Bolksportei und ihrem Hauptvertreter in der Reichsreqienmg. Dr. Stresemann. Jetzt wird ein« solche„Lokalisierung" des deutschnafionalen-oolksparteiltchen Kleinkrieg» zur Unmöglichkeit. nachdem der R« i ch s k a n z l er in höchsteigener Person die Parole der Kontimiität ausgegeben und sich damit offeickundig mit der Politik Stresemann«, mit der Politik des Sicherheitspaktes solidarisch erklärt hat. Herr v. Freytagh-Loringhoven versucht zwar noch immer, sich dummzustellen und den Eindruck zu erwecken, als wüßten außer diesen beiden Hauptschuldigen nur noch»dieser oder jener" Reichsminister mit Bestimmtheit, was eigentlich im Gange sei. Nachdem aber die»Zeit" schon längst zu verstehen gegeben hat, daß auch der deutschnational« Minister und Parteiführer Schiele von Anfang an ganz genau im Bilde gewesen ist. sollt« Herr von Fraytagh-Loringhaoen mit dieser Komödie endlich Schluß machen. Er müßte so viel Mut zur Chrllchkeit aufbringen, nicht mehr allein die Volkspartei- kichen Minister und nsuerdings auch den Reichskanzler anzu- greifen, sondern auch das Tischtuch zwischen sich und den deutschnotionolen Mini st«rn zu zerschneiden, die das„lande sverrät« irische" Sicherheitsangebot zumindest durch stillschweigende Duldung unterstützen. Die Sache ist aber für den alldeutschen Flügel der Deutsch- nationalen setzt um so brenzlicher geworden, als doch Luther feine Rede nach Rücksprache mit Hindenbur g gehalten hat und jeder Borwurf des Landesverrat», der freiwilligen Preis- Irgendwo in ihnen soll alle», was das Menschenleben vollkommen macht, begonnen, Versucht, gelehrt, gefördert, sichtbar ausgestellt werden. Nicht allein aller Welt Arbeiten, Gewerb«. Erzeugnisse, Sondern alle Arbeiter der Welt sollen hier oertreten sein. Das, das, Amerika, feien dein« Pyramiden und Obelisken, Dein Pharos von Alexandrien, deine Gärten Babylon», Dein Tempel zu Olympia... So erbaute die Phantasie«Ine» wachen. wirMchkeitsschwärmen- den Propheten, so sntivorf. fernschauend in die Fern« gestaltend. um die Mitte des 19. Jahrhunderts der Amerikaner Walt Dhitmon den Weltdom der Arbeit, den ragenden Maipalast der Völker, den heiligen Wallfahrtsort der freien Wissenschaft, der triumphierenden Technik und der freudigen, rastlosen, leidenschaftlichen Menschen- arbeit. Da» Gebäude der Industrie türmt« sich noch gewaltiger in die Wolken, höher, al, jemand damals ahnen konnte, die Erzeugnisse der Arbeit wachsen in» unermeßliche, aber die Arbeiter werden noch imnier im Dunkel gehalten, und auf den Zinnen des Schlosses weht nicht da« Banner der Freiheit und Freude. Die unermeßlich« Schöpferkraft der Arbeit ist zur Grabkammer der arbeitenden Menschen geworden. Zum 1. Mai richten avsährltch die Proletarier der zivilisierten Erde die Frage mit verstärkter Inbrunst an die herrschenden Ge- «alten, wie lang« denn jener Bau der Freiheit noch säumen wolle. Wirklichkeit zu werden. Und alle wissenden Seelen beantworten sich die Frage auf die gleich« Weis«: Solang« nicht die Völker reif ge- worden sind, ihr Schicksal selbst zu schniieden, so lange kann es kein« Freiheit geben. Kein» Götter werfen der Menschheit gnädig« Gaben in den Schoß. Nimmer verzichtet die Macht freiwillig auf die ver- jährten Recht« alter Frevel und Gewalt: Erkennen, begehren, ver- wirklichen— da» sind dir Mittel der Erlösung. Der tiefsinnig« Spruch grauer Weishett:»Erkenne dich selbst" bedarf der Erweiterung, um aus dem stillen Zimmer der Beschaulichkeit ins Leben emporzusteigen: »Erkenne dich selbst— bogehre dich selbst— verwirkltch« dich selbst." Und dieses Du, an den sich solche dreifache Mahnung richtet, da» ist da» millionenfältige Du aller leidenden, darbenden, fronenden und unterdrückten Menschen. Im heurigen Kometenmai*) bewährt sich die Solidarität der Völker, indem überall auf jeder Höh« Warten sich erhoben,»cm denen au« in gleichem Geiste Forscher jeglicher Sprache die kos» mische Erscheinung beobachten, messen, erklären. Wann wird die gleiche Sorge mternationolen Forschens und Schaffens der nnend- lich höhereu Aufgabe gewidmet sein, daß auf allen Wegen der Erde Friedonswarten sich erheben, von denen aus das Geirieb« der gesellschaftlichen Arbeit durchforscht, geleitet, gestaltet wird— nach einem sinnvollen Plane für da« Glück aller Menschenl •) Der Artikel ist im Lohr« 191V geschrieben. j gäbe deutschstämmiger Gebiete von nun an auf„den Retter" Hindenburg zurückprallen muß. Wenn es sich nicht um Schicksalsfragen des deutschen Pol- kes handeln würde, könnten wir Sozialdemoraten als inter- essierte Zuschauer der weiteren Entwicklung dieses Kleinkrieges entgegensehen, der über kurz oder lang mit einem völligen Durcheinand er unter den Rechtsparteien enden muß. Herr o. Freytagh-Loringhoven, der verächtlich von den „kriegsscheuen Elementen"im eigenen Lande" spricht, hat sich und seine engeren Freunde damit als kriegslü stein empfohlen. Da wir nicht weniger als die Herren Luthe r, St r e f e m a n n und neuerdings auch der Reichspräsident Hindenburg zu jenen kriegsscheuen Elementen gehören. können wir allerdings nicht passiv zusehen, wie die kriegs- lüsternen Elemente durch ihre Angriffe und Intrigen die gesamte auswärtig« Politik des Deutschen Reiche» zu zerstören drohen. Die von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachte Interpellation dürfte den Wünschen des rechten Flügels der Deutschnationalen durchaus entsprechen, der durch Frey- tagh-Loringhooen eine klare Antwort über den Inhall ihres Memorandums und die Ziele ihrer Außenpolitik über- Haupt verlangt._ Sergarbeitertag unö tziuüenburg-wahl. Reden BanderveldeS, Husemanus und TumoulinS. Brüssel. 30. April.(Eigener Drahtbericht.) Bei einem geselligen Zusammensein der Delegierten de« Exekutivausschusse, der Bergarbeiter-Internationale hiev Genollc Baudervelde eine bemerkenswerte Ansprache über die politische Loge nach der Hindenburgwahl. Banderoelde führte aus, der Eindruck dieser Wahl fei selbstverständlich nicht erhebend, doch schlechter als der Eindruck würde die Wirkung dieses Dollsentscheides sein. Die Friedens- freunde haben in ollen Ländern von jeher einen schweren Stand ge- habt. Heut« aber ließe sich noch gar nicht absehen, wie man den geschwollen«» Hoffnungen der Nationalisten, die sich an Hindenburgs Namen knüpfen, begegnen kann. Hindenburgs Wahl zum Reichs- Präsidenten sei keine isolierte Erscheinung. vi« Poinearistea haben hindenburg zum Siege gefiihri. und hindenburg wird die Rückkehr der poincaristea, die es überall gebe, vorbereiten. Bonderveld« schloß wörtlich: Da« ist die große Gefahr für jedes Land, die nur durch den Umstand gemildert wird, daß sich umgekehrt auch der Sieg für Arbeiter in einem Lande auch auf die anderen Länder auswirkt. Di« Schlapp«, welche die deutschen Ar- better am letzten Sonntag erlitten haben, wird wieder wettgemacht werden. Wir haben jedenfalls keinen Grund, zu verzagen. husemann-Deutschland der Borsitzend« de» Deutschen Lergarbeiterverbande». bemerkte, daß auch die großen Schwierigkeiten, welche die deutsche De- mokrati« in der Außenpolitik gefunden Hab«, mit dazu bei. getragen hätten, die Stellung der deutschen Nationalisten zu kräftigen. Kr erinnert» al» Beispiel ondieNichträumungdec Kölner Zone und an die dauernde Verzögerung der Bekannt» gab« des Militärkontrollberichts- Der Rechtsblock sei im Wahlkampf unter falscher Flagge gesegelt. Trotzdem habe Hindenburg nicht die Hälft« der Stimmen erhallen. Außerdem sei Hindenburg nicht der Mann, die deutsch« Politik so nachHallig zu beeinflussen, wie«« Eberl dank seiner politischen Erfahrungen zukam. Ein Wechsel dar Außenpolitik sei nicht zu befürchten.— Der Franzose Dawoulla, der gleichzeitig Vertreter Frankreich» im Jntenwtionalsn Arbeitsamt ist, erklärt«, wenn auch die französisch« Recht« Hindenburg» Wahl ausschlachten würde, so habe doch die große Mehrhett der Franzosen die Politik Poincarä« gründlich satt. Hindenburg sei «ine Episode, die die Entwicklung der Demokratie der Well nicht aufhallen könne. Aehnlich äußerten sich Vertreter anderer Rationen. Eine Politik de« Friedens und der Derständigung könne die ungeheuren wiri» schaftlichen Schwierigkeiten, vor allem im Bergbau, mildern. . Da» proletarisch« Lölkerfest de» 1. Mai errichtet schon heute solch« Warten zukünftiger Kultur. Es ist keine müßig« Kirmes. kein« leer« Schaulust, wenn wir dies« Feier der Menschheitswarten begehen. Don ihrer Höh« erblicken wir um so deutlicher und unbestechlicher auch da» Barbarenreich unseres heutigen Leben», und in» dem wir zornig anklagen, stolz fordern und im Gefühl einer sicheren Zukunft die Freude eines Freiheiistages genießen, wirbt unser flügelweiter Moiwillen selbst den Frühling. Nicht umsonst ist für unsere Feinde das Maifest«in Maischreck. Alle große Sehnsucht ist eine Gefahr für die Herrschenden, deren StLrle darin besteht, daß ihr« Opfer ihr heiliges Lebensrecht nicht keimen. Darum schütten sie gerade auf die erhabenste Feier, die der Kulturdrang menschlicher Entwicklung jemals ersonnen hat, die ganze Schale ihrer plumpen Gehässigkeiten au». Da balgen sich Parlamente in eklem Schacher, um da» rechte Gewicht der Freihett und des Rechts den geduldigen llntertonen zu» zumessen. Woran erkennt man die Würde des Menschen? Genügt es schon, wenn er sich die Müh, gegeben Hot, von einem Junker geboren zu fein, und ist auch der«in besseres Glied des Staates. der«in paar Jahre lateinische Brocken geschluckt und längst wieder ausgespien hat? Und hat der gewöhnliche Mensch überhaupt ein Recht aus Brat, auf Leben und Arbeit? Es scheint nicht. Da» Brot wächst nicht für Hungrige, sondern für Wucherer, dle mit dem Hunger spekulieren. Die Willkür und der Wahn einzelner vermag noch heute ungezählt« Leben auszurotten: man nennt das nicht Mord, sondern Krieg. Und im Frieden tobt ohne Unterlaß die Schlacht der industriellen Zerstörung, die Lohnarbeit verstümmelt. vergiftet, entartet- st« zerfetzt die Lungen, krümmt die Glieder. ermattet dt« Hirn« und verzehrt die Herzen. Schließlich aber tritt noch«in« Herd« von Menschen auf— man heißt sie Unternehmer— und verweigern traft ihre» Herrenrechtes den noch Arbeit Drängenden die Arbeit überhaupt. Wahrlich, aus dieser Well ist der Frühling auf immer schamlos und grausam ausgesperrt. Wir ober wollen ihn in starkem Macht» willen endlich befreien. Das sei der Maienschwur der Aus» gestoßenen und der Geplünderten: Wir heischen das ganze Leben oder gar keines. Raum für unsere Zukunft! Da» verilner I>bUbsrmai,tk»« Orcheber wird miter Deiiintfl Teint» Dirigenten KWelm flurtwängler im Mai wieder eine g'öder» Tournee unternehmen. Die Zieiie iilbr« durch ein- Reibe deulicher»tZdie. I enier u. a. nach der Tschechollowakei. Oesierreich, Ungarn und der Schweiz. Rnevolkshechlchokioeche in Erfnrk. DI« PolksbochschuleErkrirt veranlaltet gemeinsam mit der iPolkSKochschule Tdihinaen(n der Vsmaltwoche eine .Notkedochschnlwoch«-'. w der die reichen kulturellen und künstieri'chen Denl» mSier der Stadt Erwrt bedandelt werden wlien. Da« Tbema lautet': .Deutsch« Städtekultur vom Mittelalter b!« zur Megenwarl-, und dl« aanze SntwMltmg vom Mtlielolter k>i« ztir Enttoltuna der modernen Industrie wird an de» vesspiel dieser Stadt aufgezeigt. Aum Zall Höste. Wer sind die schuldigen? Aus dem Preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt wird dem Amtlichen Preußischen Pressedienst geschrieben: Der Todesfall des ehemaligen Reichspostministers Dr. chöfle hat in der Presse Angriffe gegen den Erlaß de» Volkswohlfcchrts- Ministers vom 23. August 1924 über die ärztliche Gutachtertätigkeit bei gerichtlichen Versahren hervorgerufen. Es wird behauptet, der Erlaß beeinflusse die Gerichtsärzt« zugunsten des Strafverfahrens und zu Ungunsten des in llntersuchungs- oder Strafhaft befindlichen Erkrankten. Da» ist unrichtig. Der Erlaß geht selbstverftänd- lich davon aus, daß dem Gefangenen genau wie jedem anderen Menschen im Falle der Erkrankung ausreichend« ärztliche Versorgung zu gewähren ist. In der Mehrzahl aller Fälle ist eine solche Behandlung aber in den Krankenabteilungen der Gesängnisse und Anstalten möglich. Nur in verhältnismäßig wenigen Fällen ersordern die Erkran- kungen durch ihre Schwere oder durch ihre Besonderheit eine-Der- legung und eine Unterbrechung der thaft. Zu diesen Fällen muß die Gefahr sür da» Leben de» Erkrankten selbstverständlich alle anderen Bedenken überwiegen. Der Erlaß beabsichtigt lediglich, die Gerichtsärzt« zu einer gewissenhaften Prüfung dieser Fragen anzuhalten. Er wurde dadurch notwendig, daß ärztliche Gutachten, die eine Haftunterbrechung mit ungenügenden Grün» den unterstützten, zunahmen. In einer bemerkenswerten Zahl solcher Fälle wurde nachträglich festgestellt, daß der wegen schweren Dsrgshens Verurteilte und nun auf Grund de» ärztlichen Gutachtens von der Haft Befreite kein« weiter« arztliche BeHand- lang in Anspruch nahm, sondern sich frei bewegte und seinen bedenk- lichen Geschäften weiter nochging. Derartige Vorkommnisse, die übrigens auch früher zu beobachten waren— z. V. besteht«in ähnlicher Erlaß de« Ministers für Medi- zinalangelegenheiten aus dem Jahre 1852— erschüttern aber nicht nur das Vertrauen in die ärztliche Gutachtertätigkeit. sondern sie gefährden auch die im Interesse des Staates und der einzelnen Bürger notwendige Rechtspfleg«. Aus diesen Gründen war und bleibt der Erlaß durchaus gerechtfertigt, und es geht nicht an, die Vorkommnisse im Falle de« verstorbenen Reichspostministers Dr. Höst« auf ihn zurückzuführen. Die Zuschrift des preußischen Wohlfahrtsministeriums ent- hält eine schwere Anklage gegen die ausführenden Organe. Es wird strengstens zu prüfen fein, wen die Hauptschuld an dem vorzeitigen Tode des ehemaligen Reichspost- Ministers H ö fle trifft. Der unwürdige und unsachliche Eifer der Staatsanwaltschaft in den Fällen Barmat und Höfle darf nicht vergessen werden. Scho>t heute kann festgestellt werden, daß die s k a n d a- löse yeße der Deutschnationalen einen m o r a- tischen Druck ausgeübt hat, der in außerordenllich hohem Maße zu der rigorosen Behandlung der Fälle Höfle und Bar- mat beigetragen hat. Es ist bezeichnend, wenn der deutschnationale„T a g* unter dem Eindruck des tragischen Todes Höfles einen Artikel veröffentlicht, in dem gesagt wird, der Fall Höfle sei kein politischer, er dürfe nicht zu parteipolitischen Zwecken ausgenutzt werden. Das sagt das deutfchnationals Blatt ietzt, nachdem Höfle in den Tod gehetzt worden ist! Die Schatten Erzdergers und Rathenaus steigen wieder anf, wenn man derartige hsuchlerische Phrasen nach vollendeter Tat liest. Aber Wort« sind vergeblich. Ee genügt, die durch den„Tag� hinlänglich gekennzeichnete Haltung der Deutschnotionalen der öffentlichen Verachtung preiszugeben. BarwatS in die(£harit6 übergeführt. In der Barmat-Affär« ist insofern«ine Wendung«ingetreten, als Julius und Henri Barmat in der Eharite durch Geheimrat Krau» einer eingehenden Untersuchung auf ihre Haft- fähigkest unterzogen wurden. An der Untersuchung nahmen teil die Gerichtsärzt« Med.-Rat Dr. Stornier und Bürger. fernsr Prof. L« w i n und Dr. I o f e p h. Es waren ferner an- wsfend der Untersuchungsrichter Dr. Nothmann. von der Berteidl- gung die Rechtsanwälte Dr. Schwersens und Dr. van Deuren sowie mehrere Bertreter der Staatsanwallschast. Das Ergebnis der Un- tersuchung geht dahin, daß Julius Barmat zur weiteren Beobachtung in die Charit« übergeführt wird. Auch Henri Barmat wird wegen seines leidenden Zustande» sofort in die Charit« übernommen. Hengste im Rechtslager. Erfindungen statt Gründe. Den Rechtsblöcklern in Preußen ist angesichts der angekündigten Auflösung de» Landtag«, wundersam zumute geworden. Um ihre Angst zu bannen, singen sie, wie die Kinder im Dunklen, ein laute« Lied. Ausgerechnet die Stinnes.-Zeitung„DAZ.' ist dazu ausersehen worden, der Well die Kunde von der großen Ver- schwörung zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten im Preußi- schen Landtag zu übermitteln. Eine„ftwig geheimgehaltene" Sitzung zwischen Beauftragten beider Parteien habe Über die sieben Forde- rungsn der KPD. verhandelt. Und so fort mit Grazie.... Der Rechtsblock hat solange die Hilf« der Kommunisten zum Sturz der preußischen Regierung in Anspruch genommen, daß«r jetzt Märchen erfinden muß, um seine Blamage zu verdecken. Wir registrieren sie, ohne sie ernst zu nehmen! Wahlterror in Gftpreußen. Aus Ostpreußen wird uns geschrieben: In den östlichsten Kreisen Ostpreußens ist da» Zentrum der schwarzweißroten Gehirngrippe. Ein Wahlterror ohne- gleichen. Geschäftsleuten, die nicht lchwarzweißrot flaggen, wird der Boykott und noch mehr angedroht. Die Gutsbesitzer haben ihr gutes Herz für die armen, alten und gebrechlichen Leute ent- deckt. Vor den Wahllokalen fahren ständig die Jagdwagen der Gutsbesitzer vor. Pferde und Wagen find geschmückt mit dein Symbol der sozialen Reaktion. Neben dem Kutscher thront mit schwarzweitzroter Armbind« ein Iungdo- oder Stohlhelmmann. Im Wagen die Frau Gutsbesitzerin mit ollen gebrechlichen Leuten. Stimmvtehl Im Goldaper Wahllokal hängt da» Bildnis des alten Mannes— dem Netter. Sämtliche Fenster des Wahllokdle zeigen Hindenburg. Di« Mitglieder des Wahlvorstande» trogen schwarz- meihrot« Schleifen. Neben der Wahlzell« steht als Wahlhelfer ein Iungmann mit Hakcnkreuzarmd'nde, an der M'itze glänzt ein To'enkopf. Die ganze Wahl in Ostpreußen ist eine Farce. Die Viclie arbeitet mit verleumdungeo und Lügen sondergleichen. Um so bewunde�newürdiger sst Haltung und Austreten dar Republikaner. Hier die schwarzrotgoldene Flagge zu zeigen. dazu gehört m e h r M u t als in Berlin. Unsere republikanischen Freunde hallen treue Fahnenwachc. Stolz tragen sie ihr« Farben, keinen Terror, kein« tätlichen Angrjfie fürchtend. Schmählich ist die Haltung der Kommunist« n. Offen und zynisch arbeiten ste der Parteiveranstaltungen am Nachmittag unö Menü des 1. Mai: stoozert. Gesang. Rezikalloaen. Ansprachen. Krnerifche Darbietungen. Tänze usw. Mite: Berliner Prator, Kastonienallee 6/7. Anfang 4 Uhr. Tiergarteni Karlshof, Spandouer Schiffahrtekanal. Anfang 4 Uhr. VZedo'.ag: Pharussäle, Müllerstr. 142. Anfang 4 Uhr. Prenzlauer Berg, Friedrichshaia: Saalbau Friedrichshain. Anfang 4 Uhr.« Srenzberg: Bockbrauerei. Fidicinstr. 2/2. Anfang 4 Uhr. Charlottenburg: Spandauer Bock Anfang 4 Uhr. Spandau: Löbels Karlslust, Hakenfelde. Anfang ZX Uhr. Wilmersdorf: Viktoriagarten, Wihelmsaue 114/115. Anfang 4 Uhr. Schöneberg: Schloßhrausrei, Hauptstraße. Anfang S Uhr. Sleglih: Südende, Parkrestaurant Anfang 4 Uhr. woriendors: Erass'l Gcsellschaftshaus, Ehausseeftr. 205. Anfang 3 Uhr. ZNarienselde: Haseloff, Berliner Str. 114. Anfang 5 Uhr. Tleukölln: Neue Welt, Hasenheide. Anfang 4 Uhr. Lichtenberg: Schwarz' Festsäl«, Möllendorfftr. 26. Anfang 7 Uhr. Treptow: Nitschke. Am Treptower Park 26. Anfang 4 Uhr. Oberschönewetde: Mörners Blumengarten. Ostcndstraße. Anfang 4 Uhr. Alederschöneweide: Kyffhäuser, Berliner Straß«. Ansang 6 Uhr. Adlershof: Wöllsteins Lustgarten, Bismarckstr. 75. Anfang 4 Uhr. Zohanniskhal: Bürgergarten, Sterndamm. Anfang 6 Uhr. Köpenick: Erholungshaus Spiudlersfeld. Anfang 5 Uhr. Friedrichshagea: Familienausflug nach Ravensteiner Mühl«. Trefl- puntt am Kurpark 2 Uhr. Lichtenberg: Schwarz e Festsälen, Möllendorflstr. 26. Anfang 7 Uhr. Friedrichsfelde: Haberland, Wilhelmstr. 38. Anfang 6 Uhr. Biesdorf: Porath, Marzahner Str. 31. Ansang 7 Uhr. Weißensee: Borussiasäle, Berliner Allee. Alederschönhausev: Schloß Schönhauson, Lindenstr. 11. Anfang 6K Uhr. Buchholz: Rossock, Hauotstr. 71. Anfang 7M Uhr. Buch: Gäpfert am Bahnhos. Anfang 8 Uhr. Karow: Klix, Pankgrafenstr. Z. Anfang 7 Uhr. Reinickendorf-Ost: Schützenhaus. Restdenzstr. 1. Anfang 7 Uhr. Reiaickendorf-west: Hartmanns Brauerei. Scharnweberftr. 104. An. fang 7 Uhr. Rosenthal: Schneider. Hauptstr. 3. Anfang 6 Uhr. Tegel: Strandschloß am See. Anfang 4 Uhr. Ansprachen hallen: Dr. Breitscheid. Breuer. Eassau. Crispien, Dressel. Eckhardt. Falkevberg, Froncke, Geyer. Harnisch. Heinig. Hoffmann, Joachim. Iornemann, Iudrian. Kreuziger, Kunert, Künstler, Landa, Litke, Dr. Löwen st«in, Moderholz, P o l e n s k s, Puttkamer, Todenhagen, Wachenheim, Woywod, Zöllner. Zubeil. vormittagsoeranstaltungea üer Partei: wanasee: 10 ilhr, Reichsadler, Königstr. 26. Rudow: 10 Uhr. Lindenpark. Bendast r. 52. Köpenick: 9 Uhr, am Lahnhof Köpenick Treffpunkt zum Spazier» gang nach Kaulsdorf-Süd.„Sanssouci. Friedichshagcn: 10 Uhr. Schröders Gesellschaftshaus, Friedrichstr. 137. Bohnsdorf: 2% Uhr. Schule Bahnhofstroße. Buchholz. Bloakeuburg, Karow: Die Teilnehmer treffen sich um 9 Uhr am Bahnhof Blankenburg, von dort Abholung der Genossen von Blankenburg, dann Festumzug noch Buchholz. Aehlendors: 10 Uhr, öffentlich« Bersammlung im Lindenpark. Berliner Straß« 8. Referentön: Erwin Barth, Emil Barth, Frau Böhm, Schuch, Dressel, Semper t. sozialen Reaktion in die Hände. St« erfahren durch die Putsch- Organisationen kein« Belästigung. Kein Wunder, denn«« wird nicht lang« dauern, dann werdsn diese Arbeiterverräter offen und geschlossen zum Stahlhelm übertreten, so wie ee in den meisten Orten bereits geschehen. Erst Links- und dann Rechtsputschist. Hier in Ostpreußen spürt man am schärfsten das verräterisch« Wirten der Kommunisten. Wer dieses hier miterleben konnte, hat für die schlimmsten Arbeiterverräter aller Zeiten, dl« Kommunisten, nur »och eines— abgrundtiefe Verachtung. Kommuniftenprozeffe. Leipzig. 30. April.(Eigener Drahtbericht.) Vor dem Süd- deutschen Senat des Staatsgerichtshofes hatten sich am Mittwoch die Arbeiter W o e h r und Hohl aus Stuttgart wegen Hochver- rats zu verantworlen. 2m November 1923 hatte Woehr angeblich von einem Unbekannten einen Rucksack mit Sprengstoffen erhalten, den er in seiner Wohnung ausbewohrte, bi» ihm ein« Haussuchung drohte. Darauf schafst« er die Sprengstoffe in die Wohnung von Hohl. Sie sollten zur Herstellung von Handgranaten V«r> wendung finden. Bei Hohl wurden außer den Sprengstoffen auch Blechdosen und Zünder vorgesunden. Woehr wurde zu 10 Monaten Gefängnis, Hohl zu 7 Monaten Ge- f ä n g n i s verurteill. Beiden werden 7 Monat« der Unter« suchungshaft angerechnet. Am Mittwoch nachmittag begann vor dem gleichen Senat ein auf drei Tag« berechneter Hochverwtsprozeß gegen drei b a d i s ch« Kommunisten, denen Hochverrvt, Beihilf« zum Hochverrot, Der- gehen gegen da« Republikschutzgesetz und Gprengstossverbrechen zur Last gelegt werden. Der Gewerkschastssetretär Scheid ner hott« im November 1923 in einer Funktionärversammlung der KPD. in Mannheim zur Bildung von proletarischen Hundert- s ch a s t c n ausgefordert. In einer anderen Sitzung der KPD., an der auch die Angeklagten Gramm und der Expedient Otw Li n- dau teilnahmen, wurden in sener Zell zum polllischen Massen» streit aufgefordert. die Stärke üer Roten Mnnee. Ein Bericht ZssrunseS. Der russische Militärkommissar F r u n s« hat auf dem trans- kaukasischen Sowjetkongreß ein« Reihe interessanter Angaben über die Stärke der Roten Armee gemacht, von Venen nur sehr wenige in die westeuropäische Presse gelangt sind. Wir geben aus diesem Bericht folgende interessante Angeben wieder: Der zahlenmäßige Bestand der Roten Armee beläust sich zur- zeit nach den Angaben Frunses auf S62 000 Mann. Di« Ausrüstung und militärische Vorbildung der Armee seien sehr gut. In umfassendem Maße werde da» System der territorialen Forma- tionen angewendet. 70 Proz. der Infanterie seien bereit« noch diesem Prinzip organisiert. Große Beachtung werde der mili» törischen Ausbildung der Jugend vor ihrem Eintritt in die Armee geschenkt. Die Ausgaben für jeden Rotarmisten beliefen sich auf 750 Rubel im Jahr. Soweit die Angaben des russischen Militärkommissars, der unter Hinweis auf sie die Anschuldigungen, daß Sowjctrußland einem „roten Imperialismus" huldige, zurückwies. Frunfe bemerkt« bei dieler Gelegenheit, daß in Polen auf je 1000 Quadratkilometer 700 Soldaten entfielen, während dies« Zahl in Rußland sich ledig- lich auf 27 belaufe. Frunse teill« serner mit, daß demnächst ein neues Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht heraus- kommen werde. Die nicht aus der werktätigen Bevölkerung stam- Menden Elemente würden nicht in die nein militärischen Forma- tionen zugelassen werden. Sie würden vielmehr nur zu Wirtschaft- lichen Arbeiten herangezogen werden. Für dieses„Privileg" wurde sie eine speziell« Steuer zu zahlen haben. Die Zustänüe in Bulgarien. Bericht dreier britischer Arbeiterabgeprdk.eten. Lvadon. 30. April(EP.) Die englischen Arbeitsrabgg. W e d- g e w o o d, M a ck i n d e r und M a l o n e, welche lli« Parb-mmts- serien dazu benutzt haben, um in Bulgarien eine Untersuchung ein- zuleiten, sind soeben aus Sofia zurückgekehrt und heben ihren Bericht vsrösfentlicht. Sie erwähnen, daß sie nach einer Unter- redung mit dem englischen Gesandten in Sofia es vorgezogen hätten. auf die geplante Untersuchung zu verzichten und ihren ganzen persönlichen Einfluß dazu zu verwenden, Racheakte infolge des Bombenattentats auf die Kathedrale zu verhindern. Mit Bedauern müßten sie mitteUen, daß derartige Racheakte in großem Umfange onsgesührl wurden. Mindestens 4000 Personen seien oerhaftet und mehrere hundert ohne jegliches Urteil hingerichtet worden. Die Macht liege gegenwärtig in den Händen einer Militär- band«. Di« Denkschrift erwähnt ferner, daß die gegenwär- tige bulgarische Regierung während zweier Jahr« mehrer« tausend Personen hingerichtet habe. Sie schlägt vor: Regelmäßige Besuche der bulgarischen Gefängnisse durch solch« Personen zu veranstalten, die von den Botschaftern Englands und d«r Vereinigten Staaten in Sofia bestimmt würden. Entwaffnung aller jener Soldaten, deren Einstellung durch die Alliier- ten Regierungen erlaubt wurde, nach dem 31. Mai. Sobald als möglich neu« Parlamentswahlen in vollkommener Wahl» freiheit, damll Bulgarien«ine demokratische Regierung erhallen könne. AttentatsprozeH in Sofia. Sofia. 30. April.(Bulgar. Tel.-Agentur.! Di« dam Kriegs- gertcht vorgelegte Anklageschrift führt au», daß der Anschlag in der Kathedrale, ebenso wie dar Angriff gegen den König und die Bandeneinbrüch« auf bulgarischem Gebiet das Wert eiues Ver- schwörerkomitees sind, das unter Beteiligung von Delegierten eines kommunistischen Geheimkomitees und denjenigen der Bauernbundler gebildet wurde, die Anhänger der Einheits- front sind. Entgegen der früheren Auisossung sei die Explosion in der Katbedrole nicht von Mintofs herbeigeführt war» den. sonoern von dem Techniker A b a d j i« f f. der die Explosw» stoss« herangebracht und die Höllenmaschine hergestellt habe. Wegen Beteiligung an den Anschlägen sind angeklagt der Küster Fried- mann, forner Abadjiess, törcnuscharon, Petrini, Kossowski. Kokesf und Dimitroff. Don diesen befinden sich nur zwei in den H ä n d c n d e r I u st i z. Die anderen sino geflohen oder ge- tötet. Dl« Anklageschrift fordert die Todesstrafe für olle Angeklagten, außerdem Gefängnisstrafe bis zu acht Iahren für Dastalofj und Kamburois, weil sie dem Küster unö Abadjieff Zusluchi gewährt hatten. Abschriften der Anklageschrist sind den Angeklagten über-nittell worden und die Offizialverteidiger sind er- nannt. Rund 50 Zeugen sind geladen worden. Die Gemelnüewahlen m ßrautreich. (Von unserem Pariser Mitarbeiter.) Pari», 30. April.(Eig. Dericht.) Am Sonntag finden in ganz Frankreich die Er- neuerungswahlen zu den Gemeindoräten statt: mehr als je kommt ihnen oolitifche Bedeutung zu. Seit dem Sieg der Linken am 11. Mai 1924 bei den Kammerwahlen kommt es am 3. Mai zum erstenmal wieder zu einer allgemeinen Volksbefragung. Wenn auch rein kom- Munal« und lokale Fragen dabei überall eine große Rolls spielen werden, so verleiht doch die Tatfache aLein» daß die Gsmemdewahlen ein Borspiel bilden für die Er- neuerungswcchlen zum Senat, dem Kampf vom 3. Mai einen hochpolitischen Charakter. Die gewählten Gemeinderäte haben in zwei Iahren ein Drittel des Senats zu ernennen, und da die Reaktion in der letzten Zeit ihre ganze 5)osfnung auf den Senat setzt, der ja tatsächlich der Linksregierung so viel Schwierigkeiten bereitet, als es ihm feine Kompetenzen nur irgendwie erlauben, so ist es für die gegenwärtige Mehrheit beinahe eine Lebensfrage, am 3. Mai gut abzuschneiden. Di« französische sozialistische Partei hat auf ihrem Kongreß in Grenoble festgelegt, daß auch bei diesem Kampf das Hauptbestrcben der Föderationen und S�k- tionen darauf gerichtet fein müsse, die Niederlage der Bloc-Nationol-Elemente zu sichern. Ueberall dort, wo«in selbständiges Vorgehen der sozialistischen Partei den Sieg der Reaktion herbeiführen könnte, werden die Sektionen ermächtigt. Kartelle mit anderen linksstehenden Gruppen abzuschließen. Seit dem Kongreß von Grenoble hat sich herausgestellt, daß eine große Anzahl von lokalen Sektionen von dieser Er- mächtigung Gebrauch machen werden. Die durch das Lorgehen des hohen katholischen Klerus gegen die weltliche Gesetzgebung geschaffene Kampfes st immung hat die Tendenzen zugunsten eines Zusammengehens der Linksparteien noch gestärkt. Selbfwcrständlich wird die sozialistische Partei überall dort, wo die allgemeinen Berhalt- nissc es als sicher erscheinen lassen, daß die klerikal-chauvi» nistische Sozialreaktion zu schwach ist, um etwa den Sieg zu erringen bei getrenntem Vorgeben der Linksparteien, mit Die französische sozialistische Partei hofft, sowohl die Ge- amtzahl der sozialistischen Gemeinderäte als die Zahl der in ozialistifchem Besitz befindlichen Bürgermeistereien bei den kommenden Wahlen zu vergrößern. Gegenwärtig haben schon mehrere größere Städte wie Grenoble, Limoges, Lille, Roubaix, Lens, Straßburg, Puteaux, Suresnes. Boulogne sozialistische Bürger- meister. Von bürgerlicher Seite wird zugegeben, daß ihre Verwaltungen zu den m u st e r g ü l t i g st e n gehören. Am härtesten wird der Kampf in Paris werden, wo die Spaltung der Arbeiterschaft immer noch am tiefgehendsten ist. Bei dem gegenwärtigen System werden die reichen, inneren Stadtviertel in der Vertretung außerordenllich bevor- selbständigen Listen auftreten. Aber die Nachrichten aus dem ganzen Land zeigen, daß bei den bevorstehenden Äemeindewahlen viel zahlreichere Kartelle abgeschlossen wurden als je zuvor. Das wird besonders in taufenoen von kleineren und mitlleren ländlichen Gemeinden der Fall fein. Aber auch in größeren Städten ist es dazu gekommen. zugt im Vergleich zu den äußeren, ärmeren, aber auch viel dichter bevölkerten Vierteln. Der Pariser Gemeinde- r a t ist eine HochburgderReaktion und des Nationa- lismus: vielleicht gelingt es am 3. Mai, trotzdem diese not- wendige»nd gerechte Reform nicht mehr verwirklicht werden konnte, einige Breschen in diese Rechtsfestung z« legen. Ein« Anregung, das gegenwärtige Gemeindewahlsystem in der Hauptstadt zu ändern, kam zu spät und tonnte vom Parlament msolge der Verschleppungsmanövcr der Opposition nicht mehr durchgeführt werden. Gewerkschaftsbewegung Arbeiter, Angestellte, Beamte Berlins! ( Gewerkschaftliches fiehe auch 3. Beilage.) Die Einstellung der Engländer. Je näher die Engländer an die Russen herantreten, um so besser sieht man, wie weit sie ideologisch von ihnen entfernt find. Denn die Elemente, die die Annäherung englischerseits nähren, werden von den Ruffen im Prinzip aufs entschiedenste abgelehnt: Autonomie und ungezwungenheit. Der 1. Mai! Heerschau der Arbeit, Tag des Gelöbniffes, in Einheit zusammenzustehen zum Kampf für unsere sozialen Forderungen! Gestaltet den Tag zum wuchtigen Ausdrud dieses Kampfes! Niemals war das Bekenntnis zur Solidarität notwendiger als jetzt. „ Hindenburg gewählt!" Dies zeigt die Gefahr für die politischen und sozialen Rechte des arbeitenden Bolles. Diese Rechte müffen unantastbarer Gewalt der demokratischen Republik bleiben. „ Hindenburg gewählt!" Mit dem Gelde der Kapitalisten, die jede Lohnerhöhung verweigern. Diese Kapitalisten wittern Morgenluft! Sie werden versuchen ihre egoistischen Wünsche zu erbrutal und machtgierig füllen. Um die fozialpolitischen Rechte der Arbeitnehmer geht's vor allem! Arbeiter! Angestellte! Beamte! Aufgepaßt!! Gefchloffen einen Damm gebildet, an dem die Schmuhigen Wellen der Reaffion sich brechen. Die gleichen Eigentümlichkeiten, die den kontinentalen Gemertschaftern bei den Engländern oft national unbegreiflich erscheinen, fann man nun international beobachten. Wir sind auf dem Kontinent z. B. darüber erstaunt, wenn wir hören, daß ein eng lischer Genosse gegen die Kapitalisten die schärfsten Töne anschlägt und den Krieg aufs Messer fordert, während gleichzeitig einer seiner Kameraden, der der gleichen Bewegung angehört und mit dem er vielleicht einige Tage später in freundschaftlichster Weise an Sizun gen teilnimmt, den Klassenkampf als etwas höchst Nebensächliches und sogar Ueberflüssiges anspricht. Wir hören mit Verwunderung, daß ein Genosse, der in Partei und Gewerkschaft eine führende Rolle spielt, im Parlament als Arbeitervertreter plötzlich für eine Echuzzollpolitik eintritt, während die. Partei offiziell energisch gegen Den Schutzzoll Stellung nimmt. Wir erfahren von der Unzahl der Organisationen und Organisatiönchen, die in bittern Grenzstreitigfeiten aufs schärfte miteinander fonkurrieren und wissen gleichzeitig, daß der Britische Gewerkschaftsbund so fest gefügt ist wie irgend eine andere Landeszentrale. Niemand sieht in solchen Dingen in England etwas ungewöhnliches, da Ungezwungenheit und äußerste persönliche Freiheit Grundprinzipien englischen Partei- und Gefundentag, für den Ausbau der sozialpolitischen mertschaftslebens find. Bartei und Gewerkschafts. Gesetzgebung, für den Völkerfrieden, gegen disziplin werden durch solche Extratouren nicht bedroht Arieg und militarismus! und deshalb sieht auch niemand eine Gefahr darin. Arbeiter! Angestellte! Beamte! Cakt alle am 1. Mai die Arbeit ruhen! Als Zeichen unserer Macht; als Zeichen unferes willens. Laßt euch nicht niederbeugen! Empor die Borwärts! Die Stellungnahme der englischen Genossen auf internationalem Gebiet, d. h. in unserm Falle zur Einheits- und Russenfrage, muß in mancher Hinsicht vom gleichen Standpunkt aus beurteilt werden. Dies zeigen z. B. folgende drei Pressestimmen der neuesten Zeit von denen die Kommunisten auf dem Rontinent natürlich nur die dritte wiedergeben marden sehr deutlich. Der New Leader", das offizielle Organ der Unabhängigen Arbeiterpartei, die theoretisch sogar radikaler ist als die Arbeiterpartei, in der Praxis hingegen sozusagen einen Teil von ihr aus macht, schreibt in seiner Nummer vom 17. April im Zusammenhang mit den englisch- russischen Beziehungen der Gewerkschaften n. a.: „ Die Meinungsverschiedenheiten in bezug auf die Taktik sind zu groß, als daß sie lediglich mit guten Absichten beseitigt werden können. Wir hoffen, daß die Führer der britischen Gewerkschaftsbewegung bei ihren gutgemeinten Anstrengungen die nicht wenig er michtige Pflicht der Aufrechterhaltung des Kontaktes mit der deutschen Bewegung nicht vergessen merden. Wir haben in erster Linie mit den deutschen Gewerkschaften eine gewerkschaftliche Taftit in bezug auf die Erhöhung der Löhne und die Verteidigung des Achtstundentages festzulegen. Die deutsche und die englische Industrie konkurrieren auf dem Weltmarkt, während Rußland ein abgeschlossenes Gebiet ist und sich selbst genügt." Das offizielle Drgan des dem Britischen Gewerkschaftsbund angeschlossenen Verbandes der Seeleute und Heizer befaßt sich in feiner Nummer vom 10. April in einem Leitartikel ebenfalls mit Frisches Fleisch Kalbskamm u. Brust Kalbsnierenbraten Pfund 60Pf. ..... Pfund 70Pf. | Demonstriert am 1. Mai alle, bedeuten soll und weshalb all diese Zeit verschmendet wird und damit unsere eigenen Geschäfte vernachlässigt werden. Wir sind der Ansicht, daß es beffer wäre, wenn sich die britischen Gewerkschaften nicht in fontinentale Diskussionen mischen, sondern es den Kameraden auf dem Kontinent überlassen würden, ihre Angelegenheiten selbst zu ordnen. Sie werden dies zur gegebenen Zeit ohne die mithilfe der Engländer fun. Wir bringen uns nicht nur in eine fchiefe Stellung, wenn wir so fortfahren, sondern werden am Ende noch die Uneinigkeit in unsere eigenen Reihen tragen, wenn dieses Unglüd nicht bereits geschehen ist." Im gleichen Atemzug schreibt der abour Breß Ser vice", das gemeinsame Organ der Britischen Arbeiterpartei und des Britischen Gewerkschaftsbundes, in Besprechung der soeben von Generalrat der britischen Landeszentrale angenommenen anglo- ruſſischen Vorschlägen und der Einberufung einer bedingungslosen Konferenz zwischen dem JGB. und den Rufsen u. a.: „ Wenn der IGB. nicht die Möglichkeit sieht, diese, Konferenz einzuberufen, werden die britischen Führer nichtsdestoweniger ihre Anstrengungen im Einvernehmen mit den Russen fortsetzen. Man nimmt an, daß sich die Amsterdamer Führer vielleicht dazu verstehen könnten, an einer vom Generalrat des Britischen Gewerkschaftsbundes einberufenen Konferenz teilzunehmen. Arbeiter! Angestellte! Beamte! Nun erst recht! Vor- Der Generalrat würde bereit sein, in diefem Sinne die Initiative wärts mit innerstem willen zum Kampf für Berbesserung zu ergreifen, wenn dies von Amsterdam nicht getan wird. Man glaubt, daß die fontinentalen Gewerkschaftsführer die Teilnahme an unserer Cage, für unsere letzten Ziele! bis auf einer Konferenz zur Besprechung der Frage der internationaler den letzten Mann! Zeigt den Gegenmächten, welche Einheit nicht ablehnen würden. Die britische Gewerkschaftsbewegung Kraft uns beseelt, welcher Muf uns unverzagt vorwärts- ist entschlossen, auf diese oder jene Weise die Schaffung einer einheitlichen Internationale herbeizuführen. Die Londoner Besprechunfchreiten läkt. Demonffriert am 1. Mai für den wirklichen Acht- gen mit den russischen Führern geben Grund zur Annahme, daß der Einheit in bezug auf Politik und Brinzipien feine unüberwindlichen Hindernisse entgegenstehen. Es wird gegenüber den Amfterdamer Führern darauf gedrungen werden, daß fie in der Frage eine verföhnlichere Haltung einnehmen." Stirnen! Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. Ortsausschus Berlin: einmal praktisch den Versuch machen, mit den Russen zusammen zu Sabath. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Ortstariell Berlin: Flatau. Reichelt. Wenn der Britische Gewerkschaftsbund wirklich eine solche Konferenz über den Kopf des IGB. hinweg einzuberufen versuchen sollte, dann würde es von vornherein bei einem Bersuch bleiben. Bir haben nichts dagegen, daß die englischen Gewerkschaften selbst arbeiten. Wir wünschen ihnen viel Glüd dazu. Die Gewerkschaften Deutschlands und die des Festlandes im allgemeinen haben jedoch in dieser Beziehung ihren Bedarf reichlich gededt. Wenn es den Russen ernst wäre mit der Einigkeit, dann würden sie, genau so JGB. beitreten. Darauf kommt es aber den Russen nicht an, was die Engländer fchon bald heraustriegen werden. Hoffentlich ohne wie die Gewerkschaften des Festlandes schweren Schaden zu nehmen. Allgemeiner Deutscher Beamtenbund. Ortsausschuß Groß- Berlin: wie die Gewerkschaften Englands oder eines anderen Landes, dem Weidmann. Berantwortlich für Bolitik: Craft Renter: Birtfchaft: Arthur Sateznus: und Sonstiges: Fris Rarstädt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderel und Berlaasanstalt Paul Ginger u. Co. Berlin SB 68 Sindenstraße 3. Sierau 3 Beilagen und Unterhaltung und Biken. der Frage der internationalen Einheit und sagt in diesem Zusammenhang u. a.:„ Viele unserer Leser fragen sich, wann dieses ganze Gerede über die internationale Gewerkschaftsbewegung, sei sie nun tot, rosa oder gelb, endlich einmal aufhören wird. Die Arbeiter Gewerkschaftsbewegung: Friebz. Chlorn; Feuilleton: Dr. John Schilowsti; Lofales bekommen die ganze Geschichte allmählich satt... Nachdem der Verfasser auf die bis jetzt gepflogenen Unterhandlungen, den Besuch der Engländer in Rußland und der Russen in England hinweist, fährt er fort:„ Die britischen Delegierten treten angeblich für die Kommunisten ein und verletzten auf diese Weise viele kontinentale Gewerkschaften, da unsere Freunde auf dem Kontinent nicht begreifen können, wo hinaus die Engländer eigentlich wollen. Kürzlich hatten wir den Besuch der Russen. Das gleichzeitig aufgeführte Kesseltreiben hat neues Mißtrauen unter die Arbeiter gesät, von denen sich die meisten fragen, was dies alles S. Hoffmann A.WERTHEIM Kalbskeule ganz und geteilt.... Pfund 80Pf. Leipziger Straße Hammelvorderfleisch.. Pfund 72Pt. Hammelrücken Pfund 75Pf. Hammelkeule ganz und geteilt. Piund 85PL Schweinebauch mit Beilage.. Blund 82Pt. Schweinerücken und Blatt... Pfund 90Pt. Schweineschinken . Plund 95Pf. Pökelzungen ohne Schlund..... Pfund 115. Liesen Pfund 75P. Gehacktes Pfund 70pf. Prima fett. Ochsenfleisch gefroren Rinderkamm und Brust Pfund 58Pf. Wurst u. Käse Pfund Hausmacher- Sülze 48Pt. Leberwurst Hausmach 116 Fleischwurst Thüring. 116 Art, Pid. Sülzwurst... Pfund 120 Mag. Speck) deutsche Ware 120 Fe.. Speck Pfund Jagdwurst... Pfund 130 Brühpolnische Pfund 130 Filetwurst... Pfund[ 35 Schinkenspeck in Stck. von ca. 1 Plund, Pfd. 165 Zervelat und Salami Holsteiner. A Plund Nußschinkenca.1%, Pid. schwer. Pfund 170 180 Teewurst Rugen- Pid. 190 walder Holländer Pfund 70 Pf. Margarine marke) Natur- Butter Tafelbutter Romatour... Stück 22Pf. Sennerin Camembert Schach.125Pt. Mimosa Camembert Schachtel 28Pf. Kümmelkäse disch Plund 42Pt. Stangenlimburger Allgäuer .. Piund 65Pi. Steinbuscher Pfund 90Pf. Schweizerkäse dan. 95Pt. Pfd. Schweizerkäse bayr 140 Plund Münsterkäse.. Plund[ 40 Chesterkäse.. Pfund 145 Roquefort echter, Pfund[ 45 Camembert Teerase, Schachtel 22P1, Goudakäse 58Pf. dänischer, Piend Edamerkäse Plund 62 Pf. 1/2 Pfd. 34 Pf. 80 Pt. Paket Konfitüren Pflaumen, Heidel a Pfd. 92 Pf. 5 Pfd. beeren, Orangen, 85 Pf. 210 Stachelbeeren, Johannisbeeren. Eimer Aprikosen, Himbeeren, Kirschen, 2- Pfd.- Eimer 110 5- Pfd.- Eimer. 265 Erdbeeren 2- Pfund- 125 5- Pund- 3M Eimer. Eimer Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Billige Lebensmittel soweit Vorrat Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Gemüse 811 Jung. Spinat 3 Pfd. 20Pf. Salat... Kopf 20Pf. Waldmeister Bund 10 Pt. Rhabarber.. Pfund 15 Pf. Blumenkohl Kopt v. 30. Schwarzwurzeln P.20p. Sellerie.... Pfund 45Pf. Ital. Kartoffeln 5. 28Pt. Saatkartoffeln 10 PM.70Pf. Obst, Südfrüchte p. EB- u. Kochäpfel 20P. Amerik. Äpfel Plund 50Pf. Blutapfelsinen 50 75 95 Dugend. Ananas • Kolonialwaren Weizenmehl Plund. 21Pt. Weizengrieẞ Pfund 26 Pt. Weizen- Hartgrieß 30 Pt. Weizen Hartgrieẞ 30 Pt. Tafelreis unpoliert. 20 Pt. Tafelreis poliert..24 pt. Makkaroni- Bruch 38 P. Schnittnudeln... 28 Pt. Eierschnittnudeln 32P Hörnchen- Nudeln 32 Pt. Faden- Nudeln Piund 45 Pf. Kaffee frisch gebrannt, 5 Sorten, Pfund von 280 bis 440 Spezial- Mischung mit 40%, Bohnenkaffee. Pfund 140 Backobst Kalif. Ptlaumen Pid 45Pt. Bosn. Pflaumen Pfd. 40P Pflaumen ohne Stein 98Pf. I. Sorte. Plund M Junge Schoten Kaiserschoten Dose .. Ringäpfel amerik.. 72Pt. Pfirsiche kalif..... 72Pf. Aprikosen kalif.,.. 140 Konserven ½ Dose Zitronen.. Dutzend 32Pt. Schnittbohnen junge 70 Feigen..... Pfund 20Pf. .105 mitter. 80 fein 120 225 105 dünn Dose 120 220 ohne Köpfe. Räucherwaren Flundern Atlbeck., Pfd. 35Pt. Voll- Bücklinge Pid. 42Pt. Sprotten Schleibücklinge Pid. 50Pf. Bundaale großes Bund 68Pf. Räucheraale starke feinste Ostsee 45Pt. Pfund im Ausschnitt, Pfd. 240 u. 280 Geflügel Hühner fette, gefroren Enten holländische 125 Plund Stück Pland Junge Tauben Sink 135 Junge Hühner feine frisch 165 Suppenhühn. geschl. Pfefferlinge. Bruchspargel Stangenspargel .. 195 stark..1/ Dose 185 360 extra stark.", D. 210 410 Apfelmus 4 Pfd. D. IM, 65 Pflaumen ganze Frucht, 1/2 D. 45, 75 Birnen halbe Frucht..85 Dose Pfirsiche ganze Fracht 95 kaliforn, halbe Frucht 220 Mirabellen... 120 Preißelbeeren.... 120 ... 120 Ananas Scheiben 2M 270 Würstchen Hawai in Dose 85 Pt. 145 280 Ahrberg- Sülze 2Pfd.-D.] 15 Bouillonwurst Ahrberg..Dose 2M 390 Portugies. Oelsardinen Dose 55 Pf. 70 Pf. 95 125 GrammLeber- Paste pose 20 Dänische Milch 7 bis 80% Fettgehalt Dose 25 Charlottenburg Wilmersdorfer Straße 12 empfiehit sein reichhaltiges Lager an selbstfabrizierter Herren- n. Knaben- Bekleidung zu sehr billigen Preisen. Fische Dorsche ausgenommen Schollen rauhe ... Pfand 10 Pf. Pland 10 Pf. Grüne Heringe holland.... Pfund 17 PL Kabeljau ohne Kopf, ganze Fische. Pfand 18 Pt. Rotzungen..... Pfund 45 Pf. 22 Pf. Makrelen Zander Aale frische, Wein Pland 25 Pt. Pfund 85 Pf. Pfund 1M bis 170 Preise für Flasche einschließl. Steuer ohne Glas 1922 Nitteler Giptel RheinIM rassiger Naturmosel 90 Pt. 1922 Siefersheimer Martinsberg wein.. 1922 Eckelsheimer SandkautRheinhesse. 115 1922 Remicher Goldberg pikanter Mosel.....[ 20 1921 Niersteinerstalig 150 1921 Oppenheimer reff, mild. Wachst. Jacoby 190 1921 Neumagener Engelgrube Mosel, sehr mild 2M 1921 RuppertsbergerReiterpfad Hellmer Wachst. blumiger Pfalzwein 1922 Kirchheimer milder Rotwein 275 10 1922 St. Justin Cast. Ripalda, span. Rotwein 160 Obstwein Renetten- Apfelwein badischer..... 60P Edel- Apfelwein aus Tafelobst, mild, fein. 70P, Cyder su vergorener Apfelwein.......[ 10 Johannisbeerwein rot, sub 115 .....[ 15 Stachelbeerwein lieblich.. Heidelbeerwein sub, fruchtig..... 115 Kirschwein aus Schattenmorellen, sub [ 25 Erdbeerwein feines Prachtaroma...... 180 unt. Verwendung von französ. Weinbrand- Verschnitt Destilat hergestellt 275 Deutscher Weinbrand Marke Erste Sorte..... 320 Kirschsaft....... 85 P. Flasche Flasche 150 160 95 Pt. 170 Himbeersaft.fein". 90 P. extrafein" Erdbeersaft, extrafein 135 Zitronensirup... 90. Tatet 250 160 Zwiebackschokolade Pfd. 90P. Blockschokolade. Prand 95 Pf. Paket Speiseschokolade 80P. Kakao and 70 Pf.85 Pt. Paket 8pt. Schokol.- Pudd.( Kakao) 10pf. Dibona Mandela.Vanille 12pt. Puddingpulver holl. Art 18Pt. Schok.- Speise m.Mand. 20p. Blattgelatine weiß a.rot 15pr. Vanillinzucker 6pt. Rote Grütze 12pt. Dibena Schokolade..12pt. Puddingpulver fark. Art 25p. Schok.- Speise m. Makr. 30pt. Sotenpulver..... 5p. Gala- Schokol.- Pudding 15p. Götterspeise.... 40P. Makroneppudding..30pt. Gustin Probekartons mit 16 Paketen .33pt Feinkost- 250 pudding usw.. Glas Aprikosen- Konfitür. 1- Pid- GOPI Pflaumenmus. 2- Pjuna- Bimer 60P1. Dr. A. Oetker's adulter Backin in Fabrikate Paketen zur Herstellung Mondamin von Suppen, Speisen, Kuchen 225- Gramm- 33 Pt. 450- Gramm- 65 P. Bensdorp" Pid. 1. Seilage öes vorwärts 5rettag,1. Mal 1925 J J. #K Der Mai ist der Gesang blühenden Lebens, der Triumph über Winterstarre, ist entfesseltes Leben. Kein Wunder, daß«ine schier unerschöpfliche Fülle von Liedern und Maibräuchen ihn verherrlicht. Don den alten Deutschen, die viel mehr mst der Natur verwachsen waren und die darum sich Götter und Feste au» den Jahreszeiten schufen, sind uns in den ländlichen Gegenden noch viele Bräuche erhalten. Der Maibaum, der feierlich aus dem Wald geholt wird, der Maikönig, der von dem Dorf für den ersten Maitag gewählt wurde und mit seiner Maikönigin herrschte, die Maifeuer, die ring» auf den Höhen entzündet wurden. Ein Derbrennen des Winters und das Aufsteigen der Frühlingsmächte. Wie alle Dornächte zu den hohen Festtagen, so hatte auch die Nacht vor dem 1. Mai ihre geheimnisvollen Zauberkräfte. Mit Zaubersprüchen konnte Wasser in Wein verwandelt und dos Wachstum der Pflanzen ge- fördert oder gehemmt werden. Umsonst versucht« die Kirche die heidnischen Bräuche zu verunglimpfen, indem sie die Nacht vor dem 1. Mai. die Walpurgisnacht, zu einer höllischen Nacht umdichtete. wo die Hexen auf Besen und Böcken nach den Blocksbergen reiten. um dort mit dem Teufel ihre tollen Feste zu feiern. Die alten Bräuche erhiellen sich zäh wester, wenn auch die urfprüngliche Bedeutung verblaßt«. �.. Oer Feiertag öes Arbeiters. Für den Großstadtarbeiter, der in Dunst, Qualm urü» Lärm setner Fabriken und Werkstätten die nähere Fühlung mst der Natur verloren, wurde erst später wieder der erste Tage im Mal..der 1. Mo!* zu einem festlichen Tag, den nicht nur das ehemalige germanische Gebiet begeht, sondern die ganze Erde. Aus dem Beschluß des Internationalen Arbeiterkongresses im Juli 1889, am 1. Mai in ollen Ländern die Forderung des Acht- ftundentages zu erheben und diesen Beschluß durch Arbeitsruhe nachdrücklicher zu gestasten, wurde der Kampf- und Festtag der inter- rustionalcn Arbeiterschaft geboren. Die Geschichte dieses 1. Mai im Laufe der Jahre istdieGeschichtedermodernenArbei- terbewegung mst all ihren harten Kämpfen, mit' Ihren Siegen »ist» Niederlogen. Fünfunddreißig Jahre sind verflossen, seitdeift die Vorhut der Berliner Arbeiterschaft zum erstenmal die Forderungen des.Westparlamentes der Arbeit* erhob in brüderlicher Solidarität mit anderen großen Städten der Welt. Schwarze Listen und Eist- lassungen, ein festeres Zusammenstehen der erschreckten Bourgeoisie war die Folge. In der Wirtschaftskrise 1891 wich die- Ar- besterschast dem Kampf au» und oerlegte da» Fest auf Sonntag, den Zl Mai. $... & Ein Siegeszug. Welch ein weiter Weg bis zu dem Jahre 19 22. wo ein Massenaufgebot Lustgarten und Schloßplatz füll- t e n. wo ein brandendes Meer von Menschen und roten Fahnen in unvergeßlicher Stärke von allen Seiten immer neuen, nicht enden- wollenden Zufluß erhielt und überlaufend noch die Zugangsstraßen füllte. Der Weg ging durch Auf- und Abstieg und wieder Aufstieg, So sott es solo. durch Blut und Tränen des entsetzlichen Weltkrieges, der alle Fäden der Internationale zerrissen zu haben schien, durch Zusammenbruch und Revolution. Der Achtstundentag, eine durch die Revolutton erzwungene Forderung war zur Wahrheit geworden noch dem Zehn- und Elfstnndentag der neunziger Jahre. Das zerrissene rote Band, das olle Völker umschlingen soll, ist wieder zusammengewebt, der flammende Kampftag des 1. Mai ist wieder der höchste Tag im Leben der internationalen Arbeiterschaft. Es geht nicht nur um den teilweise wieder entwundenen Achtstundentag, es geht um die Forderungen der Menschheit, um Friede, Freude und Glück >r alle, die am Webstuhl der Zest nntarbetten. Dem Ungeist des ilitarismus stellt die organisierte Arbeiterschaft den Geist der Völkerversöhnung gegenüber. Als Antwort aus den letzten Wahltag, der die alte Welt von Blut und Schrecken wieder emportauchen sab muß um so lauter und mit um so größererr Kraft für unsere Ziel- geworben werden.. g e d e rote Fahne, die im Wind slät- tert, sei eine Herzblutsahne de r neuen Menschheit. Nicht nur ein leeres Lippenbekenntnis, keine herkömmliche Feier, fei der 1 Mai, sondern ein aus den tiefften Tiefen zubelnd empor- steigendes Gelöbnis für den Sozialismus. Die Arbeiterbataillone marschieren. Jedem Rückschlag folge ein um so heftigere» An- stürmen gegen die allen Gewalte»—? ein nrner Ausstieg. * Der 1. Mai aber fei nicht nur ein Kampfergebnis, und nicht nur das Flattern roter Fahnen In allen Städten der Erde, sondern auch ein Wiedergewinnen de» Mai, der draußen blüh« und duftet und dessen Tag die Arbeiterschaft aus eigener Kraft zu ihrem Fest der Auferstehung sich zu eigen macht. Walpurgisnacht. Die Masse de» arbeitenden Dolle» in Stadt und Land feiert feit Altersher den 1. Mai. Sie tat es auf ihre Weise, befreit« sich wenigstens an diesem einen Tage aus der Bevormundung von Kirche und Staat und bildet für die Maifeiern eigene Bräuche heraus. In der Walpurgisnacht, dt« dem 1. Mat vorangeht, sind alle Hexen lo» und treiben ihr Unwesen. Auf jeden otten Besen setzt sich eine Hexe und reitet aus ihm durch den Schornstein hinaus auf den sagenhaften»Blocksberg*, wo dann das ganze Hexengesinde! seine Spiele abhäll mit Tanz und wisdem Gesang. So erzählt es die alte Bolkssag«. Ein mit dem Glauben an das Hexentreiben der Walpurgisnacht zusammenhängender Brauch ist aber selbst heute noch in Vogtland anzutressen, nämlich da»»Bescnbrennen* oder»Besenbrinn*. Lange Zeit vorher schon sammeln dort die jungen Leute alle Besen zusammen, die dann in der Walpurgisnacht angebrannt und brennend herumgeschwungen werden, während mal« um das Wolpurgisfeuer tanzt. In manchen Gegenden, so in T i r o i und im Erzgebirge, nennt man diese Sitte auch das»Hexen- ausbrennen*, weil man glaubt, daß, soweit das Feuer der brennenden Besen leuchtet, die Hexen keinen Schaden tun können. Um das Aus- treiben der Hexen besonder» gut zu veranschaulichen, war in einigen Städten der Mark früher auch das»Hexenreiten* üblich, bei dem ein Kind, da» als Hexe oerNeidet auf einem Besen reiten mußte, S5] Anthony Zohn. r r Roman von Zerome ß. Zerome. Sie hatten bis spät in die kurze Jumnacht gearbeitet. Landripp zog die Vorhänge hoch: im Osten erglomm ein blasse Helle.„Es gibt einen Gott, an den ich glauben, dem ich dienen, für den ich arbeiten könnte/ sagte er,„aber nicht an den Schöpfer des Himmels und der Erde und der Sterne. Vielleicht gibt es auch einen solchen. Voraussetzung der Uhr ist das Bestehen des Uhrmachers, das gebe ich zu. Doch ver- mag ich ein derartiges Wesen, eine derartige Kraft, oder ein Gesetz, nicht zu erfassen, dieses etwas, das außerhalb von-oeu und Raum existiert: es Ist zu unmenschlisch, um vom Menschen begriffen zu werden. Der Gott, den ich lieben, dem ich dienen könnte, ist geringer und dennoch größer, als dieses Wesen.* Cr wandte sich vom Fenster ab, fuhr, an den Kamin gelehnt. fort:»Es gibt eine Erzählung von Jean Paul Richter: ich las sie als Student in Deutschland. Der Gedanke erschien mir schön. Ein Mensch trifft jenseits des Grabes mit Christus zusammen. Christus ist voller Traurigkeit und Unruh«. Der Mensch fragt ihn, was ihn so quäle, und Christus legt ein Bekenntnis ab: er sucht Gott und kann ihn nicht finden. Der Mensch aber tröstet ihn: sie werden gemeinsam Gott suchen und ihn finden. Wenn ich mich recht entsinne, so war die Erzählung als Trauin geschildert: vielleicht ist sie der Traum der Welt. Ich persönlich habe das Suchen aufgegeben, halte es ftlr aussichtslos. Aber an den Gott Christi könnte ich glauben, ihn vermöchte ich anzunehmen. Er ist der Genius der Welt, der Menschheit. Versucht noch immer den Menschen nach seinem Ebenbilde zu gestatten. Er gab dem Menschen den Gedanken, das Bewußtsein, die Seele. Es ist eine lang- mierige Arbeit, und dieser Genius steht erst an ihrem Beginn. Er ist der Geist der wahren Lieb«. Rur durch die tatkräftige Liebe zur eigenen Gattung vermag sich der Mensch zu heben. Er ist kein Gott des Blitzes und Donners. Das moralische Gßktz in uns. die Stimme der Gerechtigkeit und des Mit- gefühls helfen uns. Die Manichäer glaubten, die Menschheit sei vom Teufel geschaffen worden; viele Tatsachen geben dieser Annahme recht. Der Gott, den ich suche, ist nicht der all- mächtige Beherrscher des Weltalls, der mit dem Zucken einer Wimver den Menschen nach seinem Willen umzuformen ver- möch», sondern vielmehr ein Geist, der gegen mächtige Feinde kämpfen muß,— der Geist der Liebe und Gerechtigkeit, der unentwegt an das Tor einer tauben Welt pocht. Das Wunderbare«m Christus ist. daß er als Erster die Ratur Gottes erkannte. Die Götter, die vor ihm angebetet wurden, — die noch heute angebetet werden,— sind jene, die der Mensch nach seinem Ebenbild erschaffen hat, Götter, die auf ihren Vorrechten bestehen, die dl« Waffen der Belohnung und Strafe in den Händen halten. Christus war der erste, der Gott als den Geist der Liebe, dcs gegenseitigen Dienstes erkannte, in ihm einen Mitarbeiter des Menschen bei der Erlösung der Welt sah/ Anthony saß an dem langen Tisch, ganz vom Lichtschein überflutet.»Vielleicht haben Sie diesen Gott gesunden/ meinte er.»Vielleicht ist es der Gott, den wir alle suchen." Landripp lacht«.»Er würde nicht besonders beliebt fein. Von ihm hätte Hiod niemals die taufend Schafe und sechs- tausend Kainele erhalten, noch die tausend Ochsen und Sie tausend Eselinnen als Belohnung für seine Geduld. Der Gott. von dem aller Segen stammt, ist der Gott, den die Menschen anbeten und preisen. Der Gott jedoch, den ich suche, gibt nicht, sondern verlangt.* Die Pläne waren fertig, die Bauleute gingen an die Arbeit. An dem Tag, da der Grundstein gelegt wurde, erklärte der Arzt, Eleanvr sei außer Gefahr. Anthony vergaß seine Gespräche mit Landripp: Gott hatte sein Gebet erhört und fein Opfer angenommen. Er wird ihm auch weiterhin dienen und ihn lieben, dann werden Gottes Gnade und Erbarmen mit ihm fein, alle Tage feines Lebens. Eines der kleineren Stahlwerke war zu verkaufen; Anthony erwarb es, führte eine neue Leitung des Betriebes ein, bei der die Arbeiter am Profit beteiligt waren. Das System war äußerst praktisch, mußte seine Erfolge zettigen; und zumindest in dieser Fabrik wird Frieden herrschen. Anthony beschloß, daß auch Gott van seinem Geschäftsgenie profitieren solle. Er gründet« eine Genossenschaft, wo die Armen zu erschwinglichen Preisen ein- zukaufen vermochten. Anthony war bereit, ohne Unterlaß für das Reich Gottes zu arbeiten. Eleanvr erschien ihm schöner, denn je zuvor. Hand in Hand wanderten sie über das Moor dahin. Sie wollte ihm ihre Kraft beweisen. Und als sie den alten Weißdorn er- reichten, hob sie ihm ihr Gesicht entgegen; er zog sie an sich, ihre Lippen fanden einander, als wäre es das erstemal. Sie würde ihm keine Kinder mehr gebären können: doch betrübte sie dies nicht. Jim und die kleine Rorah wuchsen gesund und kräftig heran. Rorah versprach ein Ebenbild der Mutter zu werden: sie hatte auch alle Schwächen und Fehler der Mutter, die Anthony besonders lieb waren, deren Eigensinn und hoch- mütigen Blick, wenn ihr etwas nicht zusagte Zugleich aber auch d°e Güte und Freundlichkeit der Mutter. Jim glich ebenfalls der Familie Coomberg; Eleanvr fand, er habe die lachenden Augen und den ganzen Trotz ihres Bruders. Er war ein übermütiges, ausgelassenes Kind mit einschmeicheln- dem Wesen» und der Liebling der Dienstboten. John war mehr ein Träumer. Die Groß, nutter hatte ihn lesen gelehrt: >e empfand eine seltsam starke Zuneigung für das Kind. Im er saßen die beiden mit ihren Buchern im Garten, nie- mand außer ihnen kannte ihr grünes Bersteck. Im Winter sie in ihrer»Höhle*, hinter dem großen geschnitzten andschirm in der Bibliothek Eleanvr liebte die beiden jüngeren Kinder am meisten, sie waren voller Leben und Munterkeit, stets tatberett. Anthony jedoch empfand die größte Zuneigung kür John, seinen Erstgeborenen. 15. alles verlassend, ihm folgen, mit ihm leiden und arbeiten. Seit jener Sommernacht, da Anthony, während das Morgen- grauen durck die Fenster sickerte, mit Landripp darüber ge- sprachen hatte, verließ ihn dieser Gedanke nicht mehr. Dazu war dann Eleanors plötzliche Genesung gekommen, gera M.W ihn gelehrt worden war, der Gott seiner Väter, der Gebete erhört, Brand- opfer annimmt, die Gläubigen, Getreuen belohnt. Weshalb weiter suchen und forschen? Die Welt hat recht, ihre Weisen und Propheten haben den wahren Gott entdeckt. Einen Gott. der mit den Menschen Verträge abschließt, mit sich handeln läßt. Weshalb auch nicht? Warum sollte Gott nicht Anthonys Liebe für Eleanor dazu benützen, um mit ihm einen gerechten Geschaftsnertrag abzuschließen?»Hilf mir mit meinen Plänen für das Wohl des Bolkes, dann will ich dir deine Frau zurück- geben/ Später aber kam Anthony die Frage: weshalb sollte ein allmächtiger Gott sich die Mühe nehmen, mit feinen Geschöpfen zu handeln, auf Umwegen das zu erreichen, was er vermittels feines Willens in einem Augenblick erreichen konnte? Ein Gott, der imstande war, alles von allem An- beginn an vollkommen zu gestalten, ohne die Notwendigkeit dcs Wandels und der Entwicklung, und der dennoch die Geschichte der Menschheit mit Blut imd Tränen geschrieben hotte. Ein derartiger Gott bedurste wahrlich weit mehr dcr Verzeihung der Menschen, als ihrer Anbetung. Uni noch immer mußte der unbekanme Gott gesucht werden. � (Fortsetzung folgt)/ von ben anderen Kindern schreiend und tobend aus dem Dorf gejagt wurde. In Deutsch- Böhmen, wo man einem ähnlichen Brauch auch jetzt noch huldigt, wird die Here unter Beitschengeknall und lautem Blasen auf Ziegenhörnern fortgetrieben, und oft geben ihr auch blinde Pistolenschüsse das Geleite. Hübsch und luftig ist ein anderer Brauch, der sich am Mittelrhein und in Hessen ab und zu noch findet und möglicherweise einen Ueberreft alten, ritterlichen Minnedienstes darstellt. Jedenfalls ist er ganz eigenartig. Alljährlich am 1. Mai werden junge Mädchen„ versteigert" und denjenigen Burschen, die am meisten bieten, für das ganze Jahr als Tänzerinnen zugeteilt. Auch sonst stehen sie das ganze Jahr über im Schutz ihrer Käufer". Als selbstverständliche Bedingung gilt jedoch, daß das Verhältnis der Baare durchaus einwandfrei bleiben muß. Man wählt daher als Mai- Lehen", wie man das junge Mädchen nennt, und ebenso auch als ihren Partner immer nur junge Leute von allerbestem Rufe Gus. Auch in der Eifel war das„ Lehenausrufen" ein beliebter Erauch. Dabei fam es aber oft vor, daß auf das ein oder andere Mädchen kein Angebot gemacht wurde, weshalb ein lustiger Bursch zuletzt den ganzen Rummel" auffaufte, wie es ähnlich auch in der Gießener Gegend geschieht, wo nach der vor der Kirmeẞ statt. findenden luftigen Bersteigerung die übriggebliebenen Mädchen am Schlusse gleichfalls im Ramsch" versteigert werden. Im Harz war seinerzeit ein Frühlingsspiel Brauch, das besonders auf einem Berge nahe der Ruine Walkenried oft aufgeführt wurde. Es bestand darin, daß sich die jungen ledigen Burschen, denen vorher die Augen verbunden worden waren, auf einer Wiese zusammentraten und um sie im Kreise herum die jungen Mädchen, jede einen Maienbusch in der Hand, Aufstellung nahmen. Nun nußten die Burschen suchen, den Mädchen den Maienstrauß zu entreißen, und wem das gelang, der erhielt mitsamt dem Strauß auch das Mädchen als„ Maienbraut" zum Tanz. Den Strauß gab der Bursche seinem Mädchen aber nicht wieder zurück, sondern sette ihn ihr als Maibaum vor die Tür. In den Dörfern bei Halle spielt man eine Art Versteckspiel mit Maifönig und Maibraut, die sich beide im Wald versteden, worauf das ganze Dorf auf die Suche geht und das Paar, wenn es glücklich gefunden ist, mit Musik heimbegleitet. Der Wächtermord in Hoppegarten. Eine Verhaftung. Zu dem Wächtermord in Hoppegarten erfahren wir, daß es den Nachforschungen der Mordkommission gelungen ist, einen Mann, der der Mittäterschaft dringend verdächtig ist, zu ermitteln. Es ist ein 32 Jahre alter, aus Lessen gebürtiger Schlosser Anastasius Sli= winski, der megen Einbruchs noch 5 Monate zu verbüßen hat 82. st. Lichterfelbe. le Mitglieder beteiligen fich an der Maifeler bes 12. Areises im Bartrestaurant Güdende. Eintritt 30 Pf. Beginn 4 Uhr. Brüde zum Abmarsch nach dem Festlokal. werden zweds Wahrung der fulturellen Belange der Berliner Hindenbürger. Wer will unter die Soldaten Erna Gregers, siegreich 101. Abt. Treptow. Die Genoſſen versammeln sich um 3 Uhr an der Wiener mit ihr Frankreich schlagen und das Schwert an seiner Rechten (" Links" sagt man nicht mehr) blizen lassen? Besitzer des Hafenfreuzes erster Klasse halbe Preise. Heil dir im Siegertränzchen, heil! Die Beerdigung des am Sonnabend, 25. April, von Hatenfreuzlern ermordeten Reichsbannerfameraden Erich Schulz findet am Sonnabend, 2. Mai, statt. Die offizielle Leichenfeier be= ginnt um 4 Uhr vor dem Grundstück Trebbiner Straße 8, wo der Earg mit der Leiche des Ermordeten aufgebahrt wird. Hier werden je ein Vertreter des Reichsbanners und des Volksblocks die Gedenk rede halten. Um 5 Uhr seht sich der Trauerzug in Bewegung und passiert folgende Straßenzüge: Möckernstraße, Teltower Straße, Belle- Alliance- Straße, Blücherplay, Blücherstraße, 3offener Straße, Bergmannstraße, Lehniner Straße zum Garnisonfriedhof, wo die Beisetzung erfolgt. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold. Gauvorstand. Genossinnen, Genossen! Beteiligt euch zahlreich an der morgen, Sonnabend, nachmittag stattfindenden Beerdigung des bei der Wahlpropaganda ermordeten Genossen und Reichsbannermitgliedes Erich Schulz. Ab 3 Uhr nachmittag Trauerausstellung Trebbiner Straße 8. Der Bezirksvorstand. Des Maifeiertages wegen erscheint die nächste Ausgabe des„ Vorwärts" erst am Sonnabend nachmittag. Heute Malfeier der Kinderfreunde in der Jungfernheide. Die Feier beginnt um 12 Uhr. Treffpunkt für alle diejenigen, die sich nicht einer geschlossenen Kindergruppe anschließen oder den Beg zum Festplatz selbst finden, Seestraße, Ede Müllerstraße, um 11 Uhr. Kinderfreunde Schöneberg. Treffen sämtlicher Kinder zur Teilnahme am Maijugendtag in Saulsdorf am Sonntag, den 3. Mai, früh um 8 ( 730) Uhr am Bahnhof Schöneberg. Unfosten etwa 60 Pf. Nun erst recht Friedenspolifit nach außen und republikanischer Bolts. blod im Innern, lautet die Tagesordnung einer vom Friedenskartell" auf Sonnabendabend 8 Uhr in den Sigungssaal des einstigen Herrenhauses einberufenen Versammlung. Redner der verschiedensten Richtungen: Pfarrer August Bleier; Clara Bohm- Schuch, M. d. R.; Carl Dies, Baden, M. d. R.; Hellmut v. Gerlach; Dr. Kurt Hiller; Dtto Nufchte, M. d. R.; Prof. Paul Destreich: Toni Bfülf, M. d. R.; Prof. Dr Walter Schüding, M. d. N.; Heinrich Ströbel, M. d. R.; Vater Ernst Thraielt werden kurze Ansprachen halten. Den Vorsitz führt der Vorsitzende des Kartells, Dr. L. Duidde. und auch wegen anderer Straftaten von verschiedenen Behörden Parteinachrichten gesucht wurde. Sliwinski trieb sich schon seit Jahren unangemeldet in Berlin umher und hatte bald hier, bald da einen Schlupfwinkel. Zu denen, die für die Bluttat in Hoppegarten in Betracht kommen fönnten, gehörte auch er. Man wußte, daß er eine Einbrecherbande an der Hand hatte, die besonders in den entfernteren Vororten von Berlin Einbrüche verübt. Es war auch bekannt, daß er ständig bewaffnet war und schon öfter von der Schußwaffe Gebrauch gemacht hatte. Die Beamten stellten nun fest, daß Sliwinski feit der Nacht zum Sonnabend, in der Buchholz erschossen wurde, in feinem der Lokale, in denen er zu verkehren pflegte, mehr gesehen worden war. Sie ermittelten dann seinen letzten Schlupfwinkel in der Nähe des Stettiner Bahnhofs. Hier stellten sie fest, daß er am Sonnabend früh mit einer schweren Schußverlegung nach Hause gekommen war. Er hatte die Absicht gehabt, in seinem Schlupfwinkel zu bleiben und hier seine Verlegung auszuheilen. Den ganzen Tag über hatte er die Wunde gekühlt. Seine Schmerzen waren aber zuleht unerträglich geworden, und so hatte er sich doch abends entschlossen, einen Arzt holen zu lassen. Dieser hatte seinen Zustand als so bedenklich erfannt, daß er ihn gleich troß seines Widerstrebens nach dem BirchowKrantenhause hatte bringen lassen. Hier lag er unter falschem Namen. Die Kriminalkommissare, die in dem Krankenhause nach ihm forschten, erkannten ihn und ließen ihn sofort als Polizeigefangenen nach der Gefangenenabteilung des Staatsfrankenhauses bringen. Sliminski hat einen Schuß durch die Leber erhalten und war im Birchow- Krankenhause bereits operiert worden. Er ist noch so schwach, daß er selbst noch nicht gehört werden konnte. Nach Lage der Dinge ist aber faum daran zu zweifeln, daß er der Mann ist, den Buchholz mit seinem einzigen Abwehrschuß getroffen hat. Weitere Mitteilungen zur Aufklärung des Verbrechens nehmen unter Hinweis auf die Belohnnug von 1700 m. die Kommissare Geißel und Johannes Müller im Zimmer 56 des Polizeipräsidiums entgegen. Gattenmord? Eine Förstersfrau und ihr Geliebter verhaftet. Am 12. Dezember 1923 gegen 26 Uhr früh fand man den staatlichen Förster Gede in der Försterei Neuhaus bei Brüd erichossen auf dem Hof. Der Förster hatte erfahren, daß seine 40jährige Frau mit seinem 20jährigen polnischen Knecht in Beziehungen getreten war. Der Förster hatte, als der Knecht vom Heuboden fam, einen Schuß abgegeben, aber der Knecht mar nur vor Schreck zur Erde gefallen. In der Annahme, den Knecht erschossen zu haben, richtete der Förster die Baffe gegen sich selbst. Frau Gede zog als Witwe nach Berlin und blieb weiter im Verkehr mit ihrem Geliebten. Vor einiger Zeit gerieten beide in Streit und nun nach zwei Jahren fommt es heraus, daß die Förstersfrau ihren Mann, um ihn zu beseitigen, Strychnin in den Kakao geschüttet hatte. Das Gift hatte der Knecht auf Veranlassung der Frau aus Berlin mitgebracht. Der Förster hatte aber wiederholt den Kakao zurüdgewiesen. Der Erste Staatsanwalt Gerlach in Potsdam hat gestern die Verhaftung der Frau Gede und ihres Geliebten wegen versuchten Mordes verfügt. Mord im Tegeler Wald. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr wurde in der Tegeler Forst ein junger Mann ermordet aufgefunden. Spielende Kinder fanden den Toten in einer großen Blutlache neben seinem Rade liegen. Die erschrockenen Kinder benachrichtigten den Landjäger, der sofort die Kriminalpolizei des 293. Reviers herbeirief. Diese erkannte fofort, daß es sich um ein Kapitalverbrechen handelt und alarmierte die Mordkommiffion. ,, Toleranz". Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 68. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sot, 2 Trep. rechts, zu richten. Bezirksvorstand. Sonnabend abend 6 Uhr Sigung im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Hof 3 Tr. Die Kreisvertreter oder deren Stellvertreter müffen anwesend sein. Th. Fischer. 3. Kreis Webbing. 5 Uhr Malfeier in den Bharus- Sälen, Müllerstr. 142. Die Abteilungen bringen die Fahnen mit. Genossen und Freunde milltommen. Eintritt 60 Bf. 9. Kreis Wilmersdorf. Die Maifeier im Bittoriagauten beginnt pünktlich 5 Uhr. Die Abteilungsleiter bringen die Fahnen und Banner mit. 17. Kreis Lichtenberg. Am 1. Mai, 7 Uhr, Maifeier in Schwarz' eft. fälen, Möllendorffitr. 26. Festrede: Genoffe Breitscheid. Eintrittstarten zu 1 M. an der Kaffe. 18. Kreis Weißenfee. Heute 7 Uhr in den Boruffia- Sälen, Berliner Allee 215, Maifeier. Ansprache des Genoffen Frik Rubeil. Eintritt 60 Bf. Heute, Freitag, den 1. mai: 8. Abt. Die Genossen beteiligen sich nachmittags an der Maifeier des 11. Kreises Schöneberg in der Schloßbrauerei. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 1. Mai. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). 6.30 Uhr abends: Zehn Minuten für die Hausfrau. 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Gartenbau. Dr Ebert:" Der Obstgarten". 2. Teil. 7 Uhr abends: Wege zum Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung NaturwissenWissen: Aus der Zauberwelt der Pharaonen". 7.30 Uhr abends: schaft. Dr. Adolf Marcuse:„ Astronomie in ihrer Bedeutung für des praktische Leben". 1. Vortrag: Allgemeine Bedeutung der Himmelskunde in idealer und praktischer Hinsicht". 8 Uhr abends: Sendespielbühne. Abteilung: Schauspiel. Leitung: Alfred Braun. XVII. Veranstaltung. Alt- Heidelberg", von Wilhelm MeyerFoerster. Karl Heinrich: Alfred Braun; Käthie: Ilse Muth; Dr. phil. Jüttner: Karl Wallauer; Lutz, Kammerdiener: Wilhelm Krüger; Detlef Graf v. Asterberg: Otto Kronburger StaatsExzellenz; Kammerherr Baron von Mazing; Kammerherr Baron minister v. Haugk, Exzellenz; Hofmarschall Freiherr v. Passarge, v. Breitenberg; Karl Bilz, Kurt Engelbrecht, beide vom Corps Saxonia; v. Wedell, Saxo- Borusse; Rüder, Gastwirt; Frau Rüder; Frau Dörffel, deren Tante; Kellermann; Schölermann; Glanz und Reuter, herzogliche Bediente; Studenten; Musikanten; Diener. Zwischen dem ersten und dritten Akt liegt ein Zeitraum von einigen Monaten, zwischen dem dritten und vierten Akt ungefähr zwei Jahre. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Sonnabend, den 2. Mai. P 107. Abt. Alt- Glienicke- Fallenberg. 4 Uhr Maifeier im Lokal Thieme, Restau tent Wasserturm", Schirnerstr. 28. 102. Abt. Baumschulenweg. 6 Uhr gemütliches Beisammensein sämtlicher Ges noffinnen und Genossen in Baumschulenweg im Lokal Borgmann, Baum schulen, Ede Kiefholzstraße. Für Unterhaltung ist bestens gesorgt. 121. bt. Karlshorst. Die Genossen treffen sich um 23 Uhr am Bahnhof zunt Maispaziergang nach dem Restaurant Seidekrug. Dort Teilnahme an der Maifeier der Raulsdorfer und Mahlsdorfer Genossen. Nachzügler benugen die Eisenbahn bis Köpenid, von dort Straßenbahn bis Heidekrug. 124. Abt. Mahlsdorf. Gemeinsame Maifeier mit Mahlsdorf- Süd. Die Genoffen treffen sich zum gemeinsamen Abmarsch zum Festlokal um 2% Uhr bei Anders. 127. Abt. Sohenschönhausen. 7 Uhr Maifeier bei Aus, Berliner Str. 92( nicht im Lindengarten). 137. Abt. Reinidendorf- Weft. Bis Gonnabend müssen die vom Volfshaus ausgeliehenen Fahnen zurückgegeben sein. Jungsozialisten. Gruppe Lankwig: Der Vereinsabend fällt heute aus. Alle Genoffen beteiligen fich an der Parteimaifeier im Parkrestaurant Güdende. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 38. Abt. Am 27. April verschied Genoffin Bauline 2ange, Lichten. berger Str. 3. Einäscherung Sonnabend vormittag 11½ Uhr im Krematorium Gerichtstraße. Jugendveranstaltungen. Alle Abteilungen beteiligen fich heute an den Maifeiern der Partei. Jugendgenoffen und genoffinnen, werbt für unseren Maijugendtag am Gonntag, den 3. Mai, in Raulsdorf- Süd! Werbebezirk Weften: Sonnabend, den 2. Mai, abends 7 Uhr, Borstands figung beim Genossen Bothur, Berlin- Schöneberg, Apostel- Baulus- Str. 7, vorn 4 Treppen. Arbeitersport. Arbeiter- Sportlarten, 9. Bezirk Wilmersdorf. Sonnabend, den 2. Mai, Versammlung. Bereinsdelegierte erscheinen 1 Stunde vorher im Turnerheim Bürttembergische, Ede Rähringer Straße: Beiträge und Mitgliederlisten mitbringen. 3. Mai Anturnen der Freien Turnerschaft Wilmersdorf. 10. Mar Bezirkssportkartellfest. Sportverein„ Stralau". Bir beabsichtigen eine Schüler und Jugendabteilung ins Leben zu rufen. Schüler und Jugendliche, die Interesse am Fußballsport haben, wollen fich mit fchriftlicher Genehmigung der Eltern Freitag, abends 7 Uhr, im Restaurant von Kittelmann, Goglerfir. 8, melden. Arbeiter- Sportfartell Neukölln. Die nächste Kartellsigung findet am Mon tag, den 4. Mai, in der Ideal- Klause, Marefchstraße, statt. Da mir über die Sportwerbewoche fprechen wollen, ist es unbedingt notwendig, daß alle Rartellvereine erscheinen. rid, Arbeiter- Fußball am 3. mai. 1. Mannschaften. Anfang 4% Uhr. ATV. Vantow- bertha Sudenwalde, BC. Moabit- Rathenom, Lichtenberg III- Fichte- Nord, Adlershof- Nowames, Oberspree- AGB. 24, Belten- Bittoria, Berolina- N.- Fichte Gef., AlemanniaSparta, Neuföln- Brig- Adler 08, Nordiska- 3BC., Borussia- Wilmersdorf, Helvetia- Luftig- Fidel, Lichtenberg II- Adlet 12, Stern- Marienfelde- Wader 20, Teutonia- Astania, Woltersdorf b. L.- Alt- Glienice, Pantow 08- BfB. Köpe. Spandau- Abt. Kreuzberg, Brandenburg 02- Frisch- Auf- Ludenwalde, Lantwik- Britannia- Neukölln, Bormärts- Germania, Friedrichshagen- Schöne berg, MSC.- Kontordia, Fußballring- Hansa ,. TBC.- Staaten( Pflichtspiel), Botsdam- BGB. 16, Zeuthen- Teltom, Ludenwalde I- Union, NBC.- SiemensStadt, Nauen- Brandenburg 24, Tasmania- Sparta 1b, Trebbin-- Mertur Grünau, Ketschendorf- Lichtenberg 1b, Briefelang 1- Minerva 2. Pflicht. spiele: Stralau- Bernau, Lichtenberg 1- Steglit, Sertha 22- Rüftig- Vorwärts, Minerva- Britannia- Lichtenberg, ATB. Bantow- Hertha- Luckenwalde, FichteSüdost- Arminia, Elstal- Amateure, Sadowa- Tegel 24. 2. Mannschaften. Anfang 2% Uhr. BC. Moabit- Rathenow, Lichtenberg III- Fichte- Nord, Adlershof Romames, Oberspree- AGB. 24, Belten- Vittoria, Berolina- NeuköllnFichte- Gef., Alemannia- Sparta, Neukölln- Brig- Adler 08, Nordiska- 3BC., Teltow- Wilmersdorf, Helvetia- Lustig- Fidel, Lichtenberg II- Adler 12, SternMarienfelde- Wader 20, Teutonia- Astania, Boltersdorf- Alt- Glienice, Banom C8- BfB. Köpenid, Spanbau- Abt. Kreuzberg( Pflichtspiel). Branden. burg 02- Frisch- Auf- Ludenwalde, Lantwig- Britannia- Neuföln, Vorwärts- Ger.. mania, Friedrichshagen- Schöneberg, MGC.-- Konkordia, Fußballring- Tas dorf 1( Pflichtspiel), TBC.- Staaten( Pflichtspiel), Botsdam- BGB. 16, Ludenwalde I 2- Union, Nauen- Brandenburg. Pflichtspiele, 2. Mannschaften: Stralau- Bernau, Lichtenberg I- Steglik, Hertha 22- Rüftig- Borwärts, Minerva 3- Britannia- Lichtenberg, Genzia 1- Etralau 1, Fichte.SO.- Arminia, Regin 1- Brandenburg- S. 2. Kegin 2- Brandenburg- S. 3. 3. Mannschaften. Anfang 1 Uhr. Nordiska 3-- Amateure 2, Oberspree- AGB. 24, AlemanniaFichte- 60., Spandau- Abt. Kreuzberg, Fichtenau 1- Schöneberg 3( fah Fried richshagen), Mogen 1- BfB. Köpenid 3, Helvetia 3- Fortuna- Lichterfelde 1. Brieselang 2- Steglig 3, Belten- Adler 08, dlershof- Richterswalde 1, GroßMachnow- Roffen. Gruppe Eberswalde. 1. Mannschaften. Anfang 4 Uhr. Wader 24- Bris, Seegermühle- Sertha, Eifenfpeiterci- Biltoria. 2. Mannschaften. Anfang 24 Uhr. Wader 24- Brit, Eisenspalterei- Bittoria, Seegermühle Sportverein 22 1. Jugend. 1. Mannschaften. Anfang 10.20 Uhr. NBC.- Nowawes, Weißenfee- Sparta, Lichtenberg 3- Wilmersdorf, Lichtenberg 1- Buch, Lustig- Fidel- Adler- M., Germania- TBC., Adlershof- Wader 29. Adler 12- Union, Nordista- Askania, Brandenburg- H.- Berolina, BorussiaElstal( 11 Uhr), Staaten- Spandau( 2 Uhr), Minerva- Britannia- 2., Borwärts- MGC., ASB. 24- Helvetia( 12 Uhr), Giemensstadt- Alemannia, TeltowRüftig- Vorwärts, Trebbin- BFB.( 1 Uhr), Neukölln- Brig- Oberspree, Rathenow- Teutonia( 12% Uhr). 2. Mannschaften. Anfang 9.20 Uhr. NBC. Nowawes, Weißensee- Sparta, Lichtenberg 3- Wilmersdorf, Wader 20- Buch, Adler 12- Union, Nordiska- Astania, Brandenburg- H.- Berolina( 11 Uhr), Boruffia- BfB.( 10 Uhr), Staaten- Spandau( 1 Uhr), Minerva- Britannia- L., Reuföln- Briz- Teutonia, Boruffia 3- Alemannia 2( 9 Uhr), TVC.- Askania 3. Schüler. 1. Mannschaften. Anfang 10% Uhr. Britannia- L.- NBC., Alemannia- Gadowa( 9 Uhr), Pankow 08- Wilmersdorf, Lichtenberg 1- Elstal ( 12 Uhr), Friedrichshagen- Sparta, 3BC.- Kreuzberg, Buch- Bernau, Lantwik- Potsdam, Teutonia- BC, Moabit( 11 Uhr), Borussia- Sp.- B. 22( 12 Uhr), Selvetia- Spandau, Seegermithle- Eisenspalterei, BEB. 22- Sparta 2. 2. Mannschaften. Anfang 9% Uhr. Pantow- Wilmersdorf, Britannia- NBC., Buch Bernau, Teutonia- BC. Moabit( 10 Uhr), Helvetia- Spandau, BEB. 22Teutonia 3. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Am Frei tag, den 1. Mai, 8 Uhr, im Zeichen faal der 6. Treptomer Gemeindeschule Wildenbruchstr. 53, 3 r., Vortrag von Dr. Richard Müller- Freienfels über Die Bipologie des Willens". Cintritt frei. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter. abends 8 Uhr, im Lokal Rosenthaler Sof, Rosenthaler Str. 11-12 Neubliebenen, Bezirk Rentrum. Mitgliederversammlung am Montag, den 4. Mai, aufnahmen. Sport. teilung Sprachunterricht: Direktor Julius Glück:„ Esperanto". bie mohl berufen sind, dieſes große Rennen zu bestreiten, und die das Zeug 3.35 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Ab4 Uhr nachm.: Jugendbühne. Leitung: Alfred Braun. Die Geschwister", von Wolfgang von Goethe. Ein Schauspiel in einem Akt. Personen: Wilhelm, ein Kaufmann; Marianne, seine Schwester; Fabrice; Briefträger. 6.50 Uhr abends: Hans- BredowSchule( Bildungskurse). Abteilung Spiel und Sport. K. Oestreich: Wegher: Die sieben Weltwunder". Kleinkaliberschießen als Sport". 7.20 Uhr abends: Dr. Rudolf 7.45 Uhr abends: MinisterialZollpolitik". 1. Vortrag. 8.30 Uhr abends: Kammermusikabend der direktor Dr. jur. v. Schoenebeck:„ Die deutsche Handels- und Bläser- Kammermusikvereinigung der Berliner Staatsoper. Frau Prof. M. Flemming- Hornig, Klavier. Die Kammervirtuosen: Prof. Emil Prill, Flöte; Prof. Fritz Flemming, Oboe; Leonard Kohl, Klarinette; Louis Scheiwein, Fagott; Prof. Paul Rembt, Horn. Unter Mitwirkung von Eva Goldbach von der Berliner Staatsoper, Sopran. 1. Sextett B- Dur, op. 6, für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn und Klavier( 1867-1907) Ludwig Thuille, Allegro moderato Larghetto Gavotte Finale: Vivace. 2. Arie für Sopran mit obligater Oboe( Tränenseufzer) J. S. Bach. 3. Arie aus La clemenza di Tito" Parto! ma tu ben mio für Sopran mit obligater Klarinette, Mozart. 4. Sextett( Thema mit Variationen) op. 45, Th. Blumer, für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn und Klavier, Thema Improvisation, Capriccio- Pastorale, Slavischer Tanz, Romanze. Finale. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Am Montag, den 27. April, am Tage nach der Reichspräsidentenwahl, morgens, befand sich neben dem Eingang zum Turme der evangelischen St.- Marien- Kirche zu Bernau in der Mühlenstraße folgender handschriftlicher Anschlag: Die Kirchenbeamten jomie Kirchenratsmitglieder und der Gemeindevertreter, welche die Kandidatur Marg unterstützt haben, müssen raus." Selbstverständlich trägt der Anschlag keine Unterschrift. Jedoch scheint sein Inhalt die Zustimmung der Mitglieder der Gemeindebehörde gefunden zu haben. Denn als erstes Opfer hat diese Körperschaft in Tanzmusik. ihrer Sigung vom Dienstag, den 28. April 1925, den Synodalvertreter der Kirchengemeinde wegen seines Bekennermutes ab. gefegt. Ein Nationalpöstchen. In einem Inserat in der Nationalpost" empfiehlt sich eine Erna G. preisend mit viel schönen Reden als„ fönigliche Hochschulabiturientin". Wenn das nicht zieht! Brauft es täglich aus Ernas Fenster mit Donnerhall, so wissen nun menigstens die Bewohner der Kurfürstenstraße, daß hier nationale Lieder geübt Deutſch Funkzeitschrift Rundfunk Im roten Ohmschlong All Programm Unterhaltung Bastelteil 408 Ohrhaltreichste jein Woche. Abonnementsbeftellung durch jeden Briefträger Olympia- Radrennbahn zum Austrag tommende tlaffische Rennen Das Goldene Rab von Berlin. Das am fommenden Sonntag auf der Das Goldene Rad von Berlin", das über die lange Strede bon 100 km führt und in einem Lauf ausgefahren wird, verspricht zu einem radsportlichen Ereignis zu werden. Am Start erscheinen alles Fahrer, in fich haben, diese lange Strede durchzustehen. Von unseren Vertretern liegt besonders unserem Meisterfahrer Karl Saldom folch langes Rennen, aber auch a wall hat durch seinen eindrudsvollen Sieg am lezten Sonntag in Düsseldorf gezeigt, daß er jegt mit seinem neuen Schrittmacher Walter Heßlich vollfommen eingefahren und wieder der große Fahrer des vergangenen Jahres ist. Aber auch der am Rennen beteiligte Schweizer Suter und die Franzosen Ganay und Parisot werden bei der Entscheidung ein gewichtiges Wort mitzusprechen haben. Die Meldeliste für die Fliegerrennen weist schon jetzt eine große Anzahl voit Meldungen auf. Die Rennen beginnen um 3%, Uhr. Banderveers Unfunft in Berlin. Der holländische Schwergewichtsmeister Biet Vanderbeer, Breitensträter 3 Gegner am 8. Mai im Sportpalast, trifft bereits am tommenden Sonntag bormittag mit seinem Trainingsstab in Berlin ein. Der Holländer hat bereits ein ausgiebiges Training hinter sich; zu seinen Bartnern gehörte diesmal auch der belgisme Mittelgewichtler Frant Briscot. Vanderveer wird jedoch die Tage bis zum Kampf noch mit leichter Arbeit ausfüllen. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Quantmeyer u. Eide, Wilhelmstr. 55, verkauft am Montag, den 4. Mai, ihre Restbestände, die aus Tausenden von Metern Linoleum und Läuferstoffen prima Qualität bestehen, zu Brelsen, die weit unter dem wirtlichen Wert stehen. Siche Inferat in der heutigen Ausgabe. An erster Stelle in der Geldschvankindustrie steht die bekannte Firma S. 3. Arnheim, Berlin N. 20, Babstr. 40 41, die auf ihrem 25- Quadrat meter- Stand Nr. 169 in ber Bureauausstellung am Raiserdamm eine befchränkte Anzahl ihrer modernsten Brobufte zur Schau ftellt. 92jährige Erfahrungen auf dem Gebiete der Kunstfchlofferet und firenge Durchführung reiner Qualitätsarbeit haben dazu beigetragen, daß die Fabrikate der Firma G. 3. Arnheim im In- und Ausland die höchsten Auszeichnungen erhalten haben und heute uneingeschränkten Beltruf genießen. Interessant ist es, aut erfahren, daß schon im Jahre 1883 der Begründer der Firma in eigener Schlosserei Geldschränke herstellte, die bereits eine folide Eifentonstruktion mit Sicherheitsschlössern aufwiesen. Heute wird durch kunstvoll ersonnene Schließmerte und stärkste Armierung jede gewaltfame Deffnung eines ArnheimSchrantes" mittels des Schneidebrenners bekanntlich das gefährlichste Ein bruchswertzeug verhindert. Auch das Aeußere der Geldschränke hat neuer dings insofern eine geschmadvolle Aenderung erfahren, als felbit schwere Schränke in fein abgemessenen architektonischen Formen hergestellt werden. " ZZZZ Z HEU STADT BEILAGE Berlins Haushaltplan. Beginn der ersten Beratung. = Die Stadtverordnetenversammlung begann gestern mit der ersten Beratung des Haushaltplanes für 1925, den vor vierzehn Tagen der Kämmerer mit seiner erläuternden Rede borgelegt hatte. Zurächst kamen die vier größeren Fraktionen zum Worte, an der Spize als stärkste die sozialdemokratische Fraktion. Genosse Dr. Lohmann bemängelte, daß der Magistrat die Ausgaben weitgehend eingeschränkt hat. Er forderte eine Rom munalpolitif auf weite Sicht, die über das laufende Jahr hinaus an die Zukunft denkt und sich schließlich als eine im besten Sinne sparsame Finanzwirtschaft erweist. Unser Redner erinnerte an die Abbauskandale, durch die von den rechtsstehenden Parteien im Bunde mit den Kommunisten die sozialistische Mehrheit des Magistrats beseitigt worden ist. Er wies darauf hin, daß auch die jetzt bürgerliche Mehrheit des Magistrats in allen Fragen sozialen Fortschritts, wo sie ihn fördern will, sich nur auf die Sozialdemtratie verlassen fann, während die rechtsstehenden Parteien versagen. Um 47 Uhr begann dann | die erste Beratung des Stadthaushaltsplans wofür jeder Fraktion eine Redezeit von% Stunden zugestanden war. Die Reihe der Redner eröffnete Gen. Dr. Lohmann: Zu einer Zeit, die die politischen Leidenschaften stärker aufgewühlt hat als die politische Vernunft, in einer Zeit, wo die großen Probleme in Reich und Ländern mit ihren außer und innerpolitischen Sorgen uns bewegen, ist es nicht leicht, für eine nüchterne Kritik auf dein engen Gebiete der kommunalen Notwendigkeiten Gehör zu gewinnen. Bielleicht aber möchte der Gedanke die Brücke schlagen, daß die Reichs: politik die beste ist, die die meiste Rücksicht auf die Lebensbedürfnisse der Gemeinden nimmt, und daß nur die Kommunalpolitik zu Erfol gen führen kann, die über dem Sorgen für das Weichbild nicht die großen Zusammenhänge, nicht die wirtschaftliche, soziale und fulturelle Verflochtenheit übersieht. Die Erfolge der Reichspolitik wirken sich ganz unmittelbar auf die kommunalen Verhältnisse aus; ich verweise nur auf die mark stabilisierung. Das gilt aber auch von der Aufwertung und von der Wohnungspolitik. Wir danken dem Kämmerer, daß er den Auswertungsschwindel der Deutschnationalen Die Kritik der Fraktionen. DES Betriebe müssen wir zu erheblichen Anleihen kommen. Hoffentlich erweist sich die Befürchtung weiter Kreise, das Ausland könne in der neuesten Entwicklung der politischen Situation einen Anlaß zur zurückhaltung erblicken, als grundlos. Der Magistrat akzeptiert la sonst gerne die Unterstützung der sozialdemokratischen Fraktion; heute in dem Traum wiegen, um so auffälliger ist es, daß zwei Stellen des Magistrats sich noch eine ausgesprochene Bürgerblodpolifif gegen die berechtigten Ansprüche der Arbeiterschaft treiben zu können. Es sind die Dezernenten für die Wohl Wohlfahrt steigen automatisch die Ausgaben für die soziale Für fahrtspflege und das Schulwesen. Mit dem Sinfen der sorge. Die Kontrolle über die Verwendung dieser städtischen Mittel muß bei der Stadt bleiben; statt dessen wird hier versteckt und offen eine Politik der Entkommunalisierung betrieben, wofür gerade dieses Gebiet das allerungeeignetste ist. Im Schulwesen wird die bewußte Brüstierung der stärksten Fraktion dieses Hauses notwendig zu einer Erschwerung der Berwaltung führen, für die wir jede Verantwortung ablehnen. Die Deutschnationalen und dieses Dezernat haben sich gegenseitig die Bälle zugeworfen, um die Sozialdemokraten aus der Deputation zu verdrängen. Natürlich wird die Schulpolitik der neuen Aera von dem gleichen Beiste geleitet. Aus seiner Vorliebe für Privatschulen macht der Dezernent fein Hehl; er treibt hier eine Politik der Verschwendung, indem er für diese Schulen Hunderttausende hinauswirft. Andere: seits herrscht großer Mangel an Turnhallen im Osten und Norden. Sport und Leibesübungen im Reiche so schonungslos angeprangert hat. Went et meint, baß die Verhältnisse im Reich und in den Stomeu un gleich liegen, fo Gleichheit doch sicher in Punkte, daß die Berdiener an der Entwertung die Lasten der Aufwertung zu tragen haben. Es geht nicht an, daß die Leidtragenden der Inflation auchy die Lasten einer Aufwertung tragen sollen, die doch ihre Sonne scheinen läßt über Gerechte und Üngerechte. Wir werden für jede fozialgerechtfertigte Aufwertung stimmen unter der Vorausjegung, daß die Kosten dafür durch Besteuerung der Inflationsgewinner und des Besitzes aufgebracht werden. Da die Kommunen nach Lage der Gefeßgebung das nicht können, fordern wir das Borangehen des Reichs. Aber hiergegen haben sich Regierung und Rechtsparteien im Reichstage mit Händen und Füßen gefträubt; fie möchten eben im Strome einer populären Forderung schwimmen, ohne sich naß zu machen. Indessen wir werden den Dnatl. in den Kommunen Gelegenheit geben, mit uns zusammen durch Heranziehung der Inflationsgewinner RK VORWARTS findenden Volksgenossen im Reiche von solch unerschütterlichem Pflichtgefühl beseelt dann hätten ganz gewiß nicht die SchwarzWeiß Roten, sondern wir den Sieg davongetragen. Die Partei aber fann mit Recht auf solche alten treuen Kampfgenossen stolz sein. Aus den Bezirken. 13. Bezirk- Tempelhof. Zu dem Bericht über die Bezirksverordnetenversammlung in der letzten Nummer der Stadtbeilage sendet uns das Bezirksamt folgende Buschrift:„ Es trifft nicht zu, daß im Neubau des Kinderheims die Kinderklosetts fehlten und daß dies erst nach Fertigstellung durch Laien bemerkt wurde, vielmehr sind die Kinderklosetts rechtzeitig mährend der Bauausführung eingebaut morden. Es trifft ferner nicht zu, daß die in einem Dienstgebäude eingebauten Heizkörper nach Beseitigung einer durch schlechte Badung hervorgerufenen Verstopfung überflüssig geworden seien, vielmehr war eine Bermehrung der Heizkörper wegen der veränderten Raumeinteilung des Dienst: gebäudes erforderlich geworden." Genossen nicht angenehm waren. Wir veröffentlichen die Zuschrift Bir glauben gern, daß dem Bezirksamt die Borwürfe unserer in der Annahme, daß sie in einer der nächsten Bezirksversammlungen Gegenstand weiterer Auseinandersetzungen sein wird. 14. Bezirk Neukölln. Schwarzweißroten" von den Kommunisten bis zu den Demokraten In der letzten Neuköllner Bezirksversammlung erhielten die eine verdiente Abfuhr. Die einstmals abgebauten Studienräte Dr. Bierbach und Dr. Danide wendeten sich gegen den Schuldezernenten, Gen. Dr. Löwenstein, weil er nicht deutschnationale Schulpolitik treibt. Sie forderten sogar die Bezirksversammlung auf, den Bürgermeister zu ersuchen, den Stadtrat Dr. Lowenstein als Vorsitzenden der Schuldeputation und des Schulausschusses durch ein anderes Mitglied des Bezirksamts zu ersetzen, weil er sich bei wollen wir energisch gefördert wissen, aber sie dürfen niemals Leitung der Geschäfte von parteipolitischen" Erwägungen beSelbstzwed werden, wie es in Berlin allmählich zum Prinzip zu stimmen lasse. In der Antragsbegründung durch den deutſchwerden scheint; geht man doch schon daran, den Sport und die völkischen Landtags- und Stadtverordneten Dr. Danice, der im Leibesübungen einer besonderen Deputation zu unterstellen! Bozu Landtag bekanntlich Dr. Unblutig heißt, zeigte sich, daß er nicht die diese überflüssige Kraftverschwendung? Ein gewisses Durchein- fleinste Unregelmäßigkeit zu nennen wußte. Seine Beweisführung ander in der Verwaltung scheint uns zu beweisen, daß der Abstützte sich auf Fälle, die bis zu vier Jahren zurückliegen. So lange bauim Magistrat doch teine so harmlose Sache war. haben die schwarzweißroten Studienräte zur Ueberlegung gebraucht. Es handelt sich um Anstellungen von Studienräten, die nach seiner mählich regt sich ja auch in den abbaumütigen Parteien der Wunsch nach Wiederbesetzung, und man rechnet dabei auf das furze Meinung in eigenartiger Weise vor sich gegangen wären. Dabei ist Gedächtnis der Berliner. Aber die Berliner Bevölkerung ist nicht dieser Herr selbst Mitglied der Schuldeputation, in der die Vorso vergeßlich, sie wird an den Standal dieses Abbaues noch lange schläge zur Anstellung beraten wurden. Aber dann hat Genosse denken. Es war der sozialistische Magistrat, der der Stadt über die Dr. Löwenstein das Verbrechen" begangen, in„ Der Gemenide" schlimmsten Zeiten hinweggeholfen hat, die Mehrheit hier hat es Nr. 5 einen Artikel: Sozialistische Schulpolitik in der mit ihrem Gewissen für vereinbar gehalten, den Magistrat nach dem Gemeinde", zu veröffentlichen. Daß Löwenstein als Sozialist Rezept des Mohren, der seine Schuldigkeit getan hat, zu behandeln. und Schulfachmann in diesem Artikel keine deutschnationalen und Gerade die letzten Wahlen haben bewiesen, daß Berlins Bevölkerung immer noch für sich in Anspruch nehmen darf, besonders helle zu sein. Berlin hat das Spiel durchschaut, gerade hier haben die Herren Reaktionäre und ihre kommunistischen Steigbügelhalter eine große Niederlage erlitten. Wir erblicken darin eine Rechtfertigung unserer in Berlin getriebenen Politik, die wir weiter treiben werden trotz aller Knüppel, die uns die Herren von rechts und die, die sich einbilden, links von uns zu stehen, zwischen die Beine werfen, eine Politik der Vernunft, der Vorausficht und des Verantwortungsbewußtseins gegenüber den schaffenden Massen!( Lebhafter Beifall bei den S03.) Nach unserem Genossen Dr. Lohmann tamen bis nach 9 Uhr noch Dr. Steiniger( Dnat.), v. Eynern( Dop.) und Dörr( Komm.) zum Stadthaushaltsplan zum Wort. Dr. Steiniger polemisierte gegen Lohmann und suchte seine Fraktion bezüglich des Auf Herr mußwertungsschwindels" schlecht und recht herauszuhauen; v. Ennern warnte mit beweglichen Worten vor einer Erhöhung der Grundsteuer, womit man nur den Anreiz zum Wohnungsneubau vollends ertöten würde, und nahm sich dann ganz besonders liebeWohlfahrtspflege nach Herrn v. Eynern die größten Verdienste voll des Bürgermeisters Scholz an, der sich als Dezernent für die erworben hat, aber in seinem Bestreben, alle zur freiwilli gen Mitwirkung bereiten Kräften herauszuziehn, gerade bei gewissen engherzig bureaukratischen Kreiſen Widerstand findet, die neu in der Verwaltung eingetreten sind. Dörr flagte über die Mechanisierung des Parlamentarismus, über die unsoziale Gestaltung des Haushaltsplans, über die Ausschließung der Kommunisten aus dem Magistrat und schloß mit der üblichen Schimpftanonade gegen die Sozialdemokratie. eine Aufwertung zu machen; für die gesetzliche Grundlage allerdings das Reich sorgen, es muß ein einheitliches Vorgehen aller Kommunen sicher stellen, auch Gewähr dafür bieten, daß nicht etwa bloß die öffentliche Hand moralische Pflichten erfüllt, sondern auch Industrie und Landwirtschaft gezwungen werden, ihre Moral auf dieselbe Temperatur zu bringen. Für die Verwaltung einer Viermillionenstadt muß man die Aufgaben für die Lebensnotwendigkeiten nicht nur aus dem Gesichtswinkel des laufenden Jahres betrachten, sondern auf längere Zeiträume ins Auge faffen. Schließlich ist nicht nur die Ausgabe, sondern auch die Einnahmeseite eines Etats variabel; das hat man in der legten Zeit allzu oft vergessen. Wir müssen endlich wieder eine Kommunalpolilit auf weite Sicht betreiben, ein Programm aufstellen für die Aufgaben, die wir in den nächsten Jahren zu lösen haben; wir müssen eben schon die Probleme anpacken, die uns die wirtschaftliche Entwicklung stellt. Vom Kämmerer erwarten wir, daß er auch hier oft bewiesenen Weitblick des Finanzpolitikers von Groß- Berlin bewähren wird; bei einer folchen wahrhaft sparsamen Finanzwirtschaft wird er uns stets on seiner Seite finden. Ein letzter Erdenrest von Engherzigkeit, die sich gern hinter dem Geschimpfe über Projektenmacherer und Üfer lofigkeit verbürgt, tritt im Etat für 1925 noch zu Tage; aus allen Bezirken kommen die Klagen über unmögliche Abstriche an ihren Haushaltsplänen, namentlich im Tiefbau, im Schulbau und namentlich in der Krankenhausverwaltung. Zur Abstellung dieser vielfach berechtigten Klagen find vermehrte Einnahmen nötig. Daher stimmen wir dem Einnahmeanschlag, auch der Erhöhung der Hundesteuer zu; wir werden zu prüfen haben, ob eine weitere Anspannung der Gewerbesteuer zurzeit noch möglich ist; vor allem aber werden wir auf die Grundsteuer zurückgreifen müssen, die sehr wohl noch anipannungsfähig ist. In ihrer heutigen niedrigen Bemeffung ist sie bloß ein Geschenk an die Hausbesizer; ihre Erhöhung würde eine Erhöhung der Mieten nicht rechtfertigen, wohl aber würde ein zu schlag von nur 25 Proz für den Stadtsäckel 10 Millionen Plus bedeuten. Klarheit brauchen wir ferner über den Weg, welchen Berlin auf dem Gebiet der Wohnungs- und Berkehrspolitik einschlagen soll. Früher empfahl man die Entkommunalisierung der Berkehrsunternehmungen; heute heißt das Schlagwort„ Bertruſtung". Nein, dessen bedarf es nicht; das wächst alles schon von felbst zusammen, wenn die Stadt nur den Betrieb ihrer Linien fest in der Hand behält und deren Ausbau weitschauend in Angriff nimmt. Berlin soll sich start genug machen, um allmählich aus dem Nebeneinander ein Miteinander zu schaffen, es wäre seine eigene Schuld, menn es sich dazu als nicht befähigt ermiese. Den städtischen Gesellschaften müffen wir die Möglichkeit ihres Ausbaues gewährleisten. Wir haben die städtischen Werte jezt der Selbstverantwortung und Selbſterziehung überlassen; es ist dabei nicht ohne Mißbrauch der neuen Freiheit abgegangen, so bei der Straßenbahn. Gorgsam werden wir darüber wachen, daß die städtischen Gesellschaften städtisch bleiben und im Geist der Verantwortung gegenüber der Algemeinheit und gegenüber den Arbeitern und Angestellten vermaltet werden. Bei den Werken wie bei den Gesellschaften müssen die Arbeitsbedingungen mustergültig sein. Für unsere merbenden Am Dienstag, 5. Mai, wird die Generaldiskussion des Haushaltsplans fortgesetzt werden. Wem gehört der Wald? Ein Leser schreibt uns: pölkischen Gedanken verbreiten kann, wird jeder Politiker begreifen, nur der vöifische Führer" nicht. Der schreibt sicher als Völkischer in einer völkischen Zeitschrift einen sozialistischen Artikel. Genoffe Dr. Löwenstein und Genosse Harnisch rechneten mit diesem Herrn so ab, daß er in seinem Schlußwort nur Verlegenheitsworte hatte. Der Demokrat und Reftor Erner, einer der angesehenjien Schulfachleute der Bezirksversammlung, geißelte in schärfsten Worten das Treiben dieser Auchschulfachleute". An Hand eines Beispieles zeigte er, wie diese Kreise jetzt den Versuch machen, audy gegen ihn vorzugehen. Er fand es ganz selbstverständlich, daß in einem Bezirk wie Neukölln, nur demokratisch- republikanische Schulpolitik getrieben werden könne. Diese Sprache eines Demokraten war den Schwarzweißroten natürlich nicht angenehm. Sie verließen den Saal. Der Antrag wurde selbstverständlich gegen die Schwarzweißroten abgelehnt. Unsere Fraktion sezte diesmal auf einen groben Kloz einen groben Keil und beantragte, daß aus den= selben, von den Deutschnationalen gegen Löwenstein angegebenen Gründen, ihr Bezirksamtsmitglied, Studienrat Dr. Dähne, aus der Schuldeputation und dem Schulausschuß zurückgezogen wird. Dieser Immerhin bleibt es bedauerlich, Antrag wurde angenommen. daß bei solchen Beratungen" tostbare Zeit für praktische Arbeit verloren geht. 18. Bezirk Weißensee. Er soll nach Ansicht vernünftig denkender Menschen Gemeingut sein. Dem ist aber nicht so. Wenn man sieht, wie sich Menschen, alt oder jung, im Walde betragen, so muß man zu einer anderen Ansicht kommen. Ein leider großer Teil der Waldbesucher glaubt für sich das Recht in Anspruch nehmen zu können, dort nach freiem Ermessen zu schalten und zu walten wie er will. Sie fümmern die anderen Besucher nicht. Rücksichtslos wird zerstört, was die Forstverwaltung für alle geschaffen hat. Angelegte Böschungen werden muiwillig zerstört und dergleichen mehr. Am leichtsinnigften aber wird bei dem so beliebten Abkochen vorgegangen. Man fann hinkommen, wohin man mill, überall fieht man jung und alt mit allen möglichen Kochgeschirren hantieren, Reifig wird zusammengetragen und darüber ein Gefiell, auf welchem Kochgeschirre stehen. Das Mahl ist zu Ende, die Gesellschaft zieht weiter und läßt einen schwarzen Schandfleck zurück. So machen es Hunderte, ja Tausende! Und was wird abgefocht? Meiftenteils die obligate Erbswurst, Kaffee, Tee und dergleichen. Solite es nicht auch ohne die„ fulinarischen Genüsse" gehen für die paar Stunden, die man im Walde zubringt? Woher fommen denn die fortwährenden Waldbrände? Doch nur durch das leichtfertige Abfochen, und auch von Tabatrauchen. Hier müßte mit aller Strenge von den Forstverwaltungen eingeschritten werden. In der am Mittwoch, den 29. April, stattgefundenen Bezirksversammlung wurde, neben unwesentlichen Bunkten, eine Vorlage des Bezirksamtes, betreffend Errichtung eines Denkmals für die im Kriege Gefallenen behandelt. Zur Vorbereitung der Errichtung war von den Bürgerlichen im Verwaltungsbezirk ein sogenannter Denkmalsausschuß gebildet worden. Dieser hatte bereits in einer früheren Sizung der Bezirkversammlung beantragen lassen, aus Borbehaltsmitteln Zuschüsse zur Errichtung des Dentmals zu beschließen. Dieser Antrag tam. Da er zurückgezogen wurde, nicht zur Beratung. In der letzten Ein schönes Beispiel freuer Pflichterfüllung erlebten am Wahltage die Genossen der 51. Abteilung in Charlottenburg im 150. Wahlbezirt, Königin- Elisabeth- Straße. Hier ist der 71jährige Genosse Otto Bogel wohnhaft, der bereits seit mehreren Wochen im Krankenhaus Westend an einer schmerzhaften innerlichen Erkran fung danieder liegt. Es ist ihm nicht bekannt gewesen, daß das Krankenhaus ein eigenes Wahllokal befigt, er hat dort auch nichts von Stimmscheinen gesehen und gehört. Go rasste sich denn der weißhaarige Alte, der gerade wieder für eine furze Stunde am Tage das Bett verlassen durfte, auf, zog sich über seinen dünnen Krantenhauswaschanzug einen Mantel und wanderte so bei dem strömenden falten, wenig frühlingshaften Regen gute 20 Minuten zu Fuß, un im Wahllokal seines Wohnbezirks seine Stimme für die Re publik abzugeben. Wäre jeder einzelne der republikanisch emp ZUBAN Harluft ub LUS4 10 Zigaretten Jsarlust 3fariuft mit Golombfick. 3$ 148 Schlager die Marke des anspruchsvollen Kettenrauchers. Mit Goldmundstück und ohne Mundstück. GZuban München Grilite feuche Zigaretten- Fabrik Sigung führte dieser Bimtt zu einer Auseinanderlegung zwischen| unferer Frattion und den bürgerlichen Bezirksverordneten. Diese forderten non der Bezirksversammlung die Hergabe eines Blages, des schönsten in Weißensee, Uebernahme und Unterhaltung durch das Bezirksamt. Bon unserer Frattion gab Genoffe Jahn die Erklärung ab, daß wir dem Antrage nicht zustimmen fönnen, da die Mittel der Allgemeinheit zu anderen 3meden Bermendung finden müffen. Im übrigen fönne die Ehrung Gefallener besser geschehen durch genügende Berforgung beziehungsmeise Unterstützung der Kriegshinterbliebenen. Nachdem alle Frattionen der Bürgerlichen gegen biefe Stellungnahme ihr Erstaunen zum Ausdrud gebracht hatten, verließen fie demonstratio den Sigungsfaal. Dadurch wurde die Ver fammlung beschlußunfähig. Erwähnenswert ist noch, daß die bisher im Kampfe gegen die Sozialdemokratie fo treuen Baffen brüber. Deutschnationale und Kommunisten, in dieser Denkmalsfrage nicht übereinstimmten. Die KPD.- Bezirksverordneten stimmten ebenfalls gegen den Antrag der Bürgerlichen. 19. Bezirf- Pantow. Ein Antrag der Deutschnationalen, der in der letzten Bezirksnerfammlung in Bantom am Mittwoch auf der Tagesordnung stand, ließ die Gemüter heftig aufeinanderplagen. Das aus politischen Motiven begangene Unrecht bei dem Abbau des Bürgermeisters Genossen Kubig und zwei linksstehender Stadträte hatte unfere Genoffen veranlaßt, gegen die Verhandlung dieses Punktes über haupt zu protestieren. Die bürgerliche Mehrheit feste jedoch ihren Willen durch. Bei der darauf folgenden Wahl wurde der bisherige deutschnationale stellvertretende Bürgermeister Dr. Meißner mit 19 gegen 15 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen zum Bürgermeister gewählt. Die Kommunisten hatten in einer Erklärung, allerdings unter Bedingungen, ihre Stimmabgabe für den von uns vorge fchlagenen Bürgermeister Rubig zugesagt. Bei der anschließenden Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters wurde troß der Erflärungen der Kommunisten und der Demokraten, die sich für den non der SPD. vorgeschlagenen Stadtrat Burtharb erklärt hatten, für diesen nur 17 Stimmen abgegeben, während der von der Deut fchen Boltspartei vorgeschlagene Oberbaurat enten mit 18 Stim men nur dadurch gewählt werden fonnte, daß sich einer ber tapferen Demokraten der Stimme enthalten hatte. Bon unseren Genossen wurde den Rechtsparteien in einbrudsvoller Beise vorgehalten, daß fie beim Abbau in heuchlerischer Beise Sparsamteitsmotive vorgeschützt hatten, wäh rend jetzt sich herausstellte, welches die wahren Ziele und Absichten Der reaktionären Parteien gewesen sind. Sie wurden nicht im Zweifel darüber gelaffen, daß bei den fommenden Stadt- und Bezirfsverordnetenwahlen die Bevölkerung zu einer gründlichen Abrechnung mit den reaktionären Stellen- und Postenjägern aufgerufen werden wird. Erwähnt mag noch werden, daß die Bertreter des Rechtsblocs die abgebauten Mitglieder des Bezirksamtes, die fie jezt durch ihre Leute ersetzten, beschimpften, indem sie ihnen un fähigkeit" vormarfen. Nun passierte den Herren nur das fleine Malheur, daß ihnen entgegengehalten werden konnte, daß die Zen trale fich gerade über die Arbeit biefer ,, Unfähigen" befonders lobend ausgesprochen hatte. Unfähig find für diese seltsamen Bolititer alle, bie nicht zu ihnen gehören. Die reattionären Barteien, die aus Sparfamteitsrüdfichten abbauten, um hinterher ihre Leute an die Futterfrippe" zu bringen, haben damit ein Beispiel unübertrefflicher zu übertreiben, da allzu scharf fchartig mache, hatte sie vergeblich Demagogie geliefert. Der Demokrat Graf, der fie mahnte, nichts gewarnt. Aus der übrigen Tagesordnung ist noch hervor. zuheben, daß das zur Abrundung des Boltsparts noch notwendige Grundstüd an der Bantebrüde nunmehr in den Befis der Stadt Berlin übergehen soll. Der Befiger dieses bisherigen Schandfledes macht es nicht unter 17 000 Mart. Die Bezirksverfammlung ftimmte biefem Angebot zu. Die Säuglings- und Kleintinberfürforge des Bezirksamts Bantom neranstaltete in der Aula der 2. Gemeindeschule Grunowstraße 17 am 23. April einen Elternabend, zu dem Mütter und Gäste eingeladen und zahlreich erschienen waren. Dr. Martus, Buchholz, hielt einen belehrenden, leichtverständlichen Bortrag über Die Gefahren des Säuglings und Kleintinderalters. Er mies nach, wie überaus wichtig die fachgemäße Ernährung der Kleinsten sei und welche üblen Folgen die Außerachtlaffung nach sich ziehe. Neben richtiger Ernährung sei peinlichste Sauberkeit un bedingt zum Gedeihen der Kleinen erforderlich. Die englische Krant heit, die Rachitis, ist leider eine meit perbreitete Krankheit unter den Säuglingen, die fich schon im zweiten Monat ihres Erdenlebens zeige. Denn die jungen Mütter, die meistens im Kriege und in der Nach friegszeit herangewachsen sind, entbehren förperlich der Stoffe, die fie befähigen, fräftige, gesunde Rinder der Welt zu geben. Dazu des derzeitigen Wohnungsbedarfs durch eine entsprechende unmittelbare Befragung der Bevölkerung zu benugen. Auf Grund wiederholter eingehender Beratungen hai man fich dieser Anregung gegenüber auf einen ablehnenden Standpunkt gestellt, in der Ermágung, daß bereits die Beantwortung des Wohnungsbogens in der für Berlin vorgesehenen Fassung für die Beurteilung des Wohnungsbedarfs genügende Unterlagen bietet. Entscheidend für diese Auffassung, bie übrigens vom Vorstand des Deutschen Städtetages wie vom Verband der Deutschen Städtestatistiker durchaus geteilt wird, war freilich die Ueberzeugung, daß die bei einer unmittelbaren Be fragung des Publikums zu erwartenden Antworten leicht von un fontrollierbaren subjektiven Momenten beeinflußt merden würden, so daß die Ergebnisse ihrer Auszählung von zweifelhaftem Wert wären und letzten Endes mehr Schaden als Nuzen stiften würden. Vorträge, Vereine und Versammlungen. tommt die entsegliche Wohnungsnot In Wohnungen ohne| erhebung zur Bolts, Berufs- und Betriebszählung zur Ermittlung Licht und Sonne, angefüllt mit schlechter Luft, tönnen die fdmäd) Itchen Kinder nicht gedeihen. Sodann ist die Strophulole unter den Kleinkindern sehr verbreitet. Wenn sie nicht geheilt wird, so begleitet sie als Tuberkulose das Kind in sein späteres Leben. Auch hier fann das Kind die Anlage zu der Krankheit schon bei seiner Geburt mitbringen, doch die schlechten Wohn- und Lebensbedingungen tun das übrige. Als dritte unter den Kindern weit verbreitete Strant heit, die das junge Leben sehr bedroht, ist die Syphilts zu nennen, die gerade in der Nachkriegszeit in erschreckender Weise um sich gegriffen hat. Die Kinder folcher Eltern sind gleich nach der Geburt daran zu erkennen, daß ihre Fußsohlen mit fleinen Bläschen, die unzählige Syphilisbazillen bergen, bedeckt sind. Schließlich ist noch die Augentranfheit dieser Neugeborenen zu ermähnen, die sie sich bei der Geburt durch die erkrankte Mutter zuziehen. Hier ist die Hebamme gesetzlich verpflichtet, sofort das vorgeschriebene heilende Silberpräparat in Anwendung zu bringen, um so eine Erblindung des Säuglings zu verhüten. Dr. Markus ersuchte die Zuhörerinnen, sich bei der Pflege ihrer franten Lieblinge genau nach den Anordnungen des Arztes in der Säuglingsfürsorge zu richten. Nur so fönne ihnen geholfen werden. Diese belehrenden Ausführungen wurden dankbar aufgenommen. Danach kam der heitere Teil des Abends. Fräulein E. Knöfel Berlin jang mehrere Lieder, leider war das begleitende Klavier arg verstimmt. Herr K. Dörfel Niederschönhausen erntete mit seinen heiteren Rezitationen gleichfalls vielen Beifall. Fräulein PeißrichHermsdorf fang mit guter Stimme fchlichte Bolkslieder zur Laute, die durchaus in den Rahmen der gelungenen Beranstaltung hineinpaßten. Die Wohnungs- und Grundstücksaufnahme. Bohnungsaufnahme sind zwei Fragebogen, eine Grund Für die am 3. Mai in Berlin stattfindende Grundstücs und stüdstifte G und ein Wohnungsbogen W vorgesehen, folgenden Bolts, Berufs- und Betriebszählung dienen sollen. Zu die beide in erster Linie zur Vorbereitung der Mitte Juni d. 3. er. biefem Zweck wird durch die vom Hausbefizer oder dessen Vertreter ( Hausverwalter, Portier) auszufüllende Grundstücksliste G erbeten: nung der Wohnungslage sowie der Namen der Wohnungsinhaber 1. ein Verzeichnis sämtlicher Wohnungen mit der genauen Bezeich ( Hauptmieter) und 2. ein Verzeichnis der auf dem Grundstück etwa vorhandenen Geschäftslokale( Läden, Restaurationen, Bureaus, Wert ftätten, Lagerräume, Garagen, Ställe usw.), für die u. a. der Name des Geschäftsinhabers oder Geschäftsleiters anzugeben ist. Die durch die Liste G erbetenen sonstigen Angaben sollen vornehmlich zur näheren Rennzeichnung des Grundstücs als Wohnhaus oder Fabrit gebäude, Geschäftshaus usw. dienen und damit gleichfalls zur leich lung beitragen. Zu deren Borbereitung ist aber auch der am 3. Mai teren Durchführung der 6 Wochen später stattfindenden Reichszäh lung beitragen. Zu deren Vorbereitung ist aber auch der am 3. Mai mortende 2. Fragebogen( W) bestimmt. Da nämlich am 16. Juni von jedem Wohnungsinhaber( Hauptmieter) zu beantfür jede Haushaltung, d. h. die zu einer wohn und hauswirtschaft lichen Gemeinschaft vereinigten Berfonen einschließlich der Zimmer haltungsliste auszufüllen ist, foll durch den Wohnungsbogen W nicht mieter ohne eigene Hauswirtschaft und der Schlafgänger, eine aus allein Name und Zahl derjenigen Haushaltungen ermittelt werden, sich allein verfügen, sondern auch die heute auch nicht unerhebliche die über sämtliche Räume der von ihnen bewohnten Bohnungen für Sahl der Fälle festgestellt werden, in denen in einer Wohnung Reichesrhebung foll mit Hilfe des Wohnungsbogens W ferner bie mehrere Haushaltungen nebeneinander leben. Für die Swede der Namen derjenigen Berfonen ermittelt werden, welche als Haus. gewerbetreibende für den Zähler nicht ohne weiteres erfennbar find, aber am 16. Juni ebenfalls einen Gewerbebogen zur Ausfüllung zu erhalten haben. Bei dem meitreichenden Einfluß der Wohnungsverhältnisse auf Gesundheit und Leben der Bevölke rung würde es in weitesten Kreifen zweifellos nicht verstanden werden, wenn die Stadt die zur Durchführung der Bolts, Berufs und Betriebszählung von ihr veranstaltete Borerhebung nicht auch dazu benußen wollte, über die derzeitige Wohnweise der Bür. gerschaft Aufschluß zu erhalten. Es werden deshalb durch den Wohnungsbogen W auch eine Reihe von Angaben erbeten, die, wie die Zusammenfeßung der Haushaltungen, Alter, Geschlecht und Ber wandtschaftsverhältnis der Haushaltungsangehörigen, die Ausstat tung der Wohnung( mit Abort, Wasserhahn) und dergleichen teils im Zusammenhang, teils durch die Berbindung mit anderen, für die Wohnung und Wohnungsgemeinschaft charatteristische Merkmale geeignet sind, nach der bezeichneten Richtung Licht zu verbreiten. Er wähnt fei noch, daß die Stadt fich nicht veranlaßt gesehen hat, der in fegter Zeit mehrfach erörterten Anregung stattzugeben, die Bor Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Ka 1 Gefäftsftelle: Berlin S. 14. Sebaftianfte. 37/38, Sof 2 St. Trauerfeier für den Kameraden Schulz. Antreten zur Beerdigung des erschossenen Kameraden Belle- Alliance Kameradschaft Mitte: Sonnabend, 2. Mai, 3% Uhr. Blak. Sämtliche Fahnen umflort. Stöcke werden nicht mitgeführt. Kameradschaft Tiergarten: Sonnabend, 2. Mai, Treffen zur Beerdigung des erschossenen Kameraden Bahnhof Tempelhof. treffen sich die Kameraden in der Trebbiner Straße. Vollzähliges Kameradschaft Wedding: Sonnabend, 2. Mai, 3½ Uhr, Erscheinen Pflicht. Kameradschaft Brenzlauer Berg: Pünktliches Antreten der Kameraden spätestens 4 Uhr, Trebbiner Straße 8, nahe Schöneberger Ufer. Kameradschaft Wilmersdorf: Sonnabend, 2. Mai, 3 Uhr, Antreten bei Kroihs, mitbringen. Nachzügler treffen bis 4% Uhr Trebbiner Str. 8 ein. Holsteinische Ede Gasteiner Straße. Sämtliche Fahnen, auch eigene, ameradschaft Schöneberg Friedenau: Gemeinsamer 4 Uhr vom Bahnhof Ebersstraße. Rege Beteiligung erwünscht. Abmarsch anfäßlich der Trauerfundgebung am Sonnabend, 2. Mat, Kameradschaft Steglig: Sonnobend, 2. Mai, nachmittags 3 Uhr, treten die Kameraden auf dem Marktplay zur Teilnahme an um 3% Uhr an der Potsdamer Brücke auf die Kameradschaft. der Beerdigung des erschossenen Kameraden an. Nachzügler stoßen Ramerabschaft Tempelhof: Sonnabend, 2. Mai, 3½ Uhr, Treffen in Berlin, Tempelhofer Ufer Eae Lantwigstraße. meradschaft Reukölln- Briz: Sonnabend, 2. Mai, 3 Uhr, Antreten der gesamten Kameradschaft Hermannplaß zur Beteiligung an der Beisehung des erschossenen Kameraden Schulz. Kame radsaft Niederschoneweide: Sonnabend, 2. Mai, nach mittags 4 Uhr, steht die Kameradschaft gefchloffen mit florumhüllten Fahnen am Halleschen Tor in Richtung Königgräger Straße. Kameradschaft Rōpenid und Untergruppen: Snfämtlicher Kameraden mit Tambourforps und umflorten Fahnen. abend, 2. Mai, nachmittags 3% Uhr, Bahnhof Köpenid, Antreten Abfahrt Friedrichshagen 3.22 Uhr, Köpenid 3.29 Uhr bis Warschauer Brüde, dann Hochbahn.- Kameradschaft Lichtenberg ftive und Paffive, Antreten der gesamten Kameradschaft am Hoch ne b ft Untergruppen: Sonnabend, 2. Mai, nachmittags 3 Uhr. mittags 3 Uhr, Antreten im Lofal Gallas, Lehder. Ede Greifswalder bahnhof Warschauer Straße. Sämtliche Fahnen sind mitzubringen. Kameradschaft Beißensee: Sonnabend, 2. Mai, nach Straße. Bannerkleidung, Fahnen mitbringen. Rameradschaft Straße. Bannerkleidung, Fahnen mitbringen. Bantow: Sonnabend, 2. Mai, nachmittags 3 Uhr, Treffen fämtliber Kameraden Bornholmer Straße Ede Schönhauser Albee zum Begräbnis des erschossenen Kameraden.- Rameradschaft paffiven Kameraden treffen fich nachmittags 3% Uhr in der LucenReinickendorf: Sonnabend, 2. Mai, sämtliche attiven und walder Straße am Hochbahnhof Gleisdreied Soweit die Kameraden... für Bögom eingeteilt find, bleibt es dabei bestehen. Meine Oma und ich A& E SCHERING Apotheker Drogerien, ZEREF riscurgesch verdanken unservolles Haar nur Scherings flüssige Teerseife Nur Original Schering verbürgt Erfolg+ Derlangen Sie aufklärende Brochure A. 14 SCHERINGS GRÜNE APOTHEKE BERLIN N CHAUSSEESTR.24. Hermann Billige Lebensmittel Tietz Mengenabgabe vorbehalten Schweineliesen Schweinebauch Pid. ..................... Pfand 76P. .......... Pfand 80PL Schulterblatt.82P. Schinken 92PL Kalbskamm Pfand 64PL-keulen PM 80PL ............ Pfand 78PL Pfond 65PL Hammelvorderfleisch Gehacktes...... Piund ohne Knoch gefroren, Pid. Schweineköpfe pokeis...... Ptand 30PL Pa. Ochsen- Suppenfleisch 50PT Pa. fettes Schmorfleisch 70PL Rinderbacken. Knochen, gefroren..Pfund 30PL Rinderherzen gefroren............. Prand 30Pt. Rindertalg selbst ausgebraten, in Riegeln 60r. ca. 8-4 Pfund schwer..... Ptand Räucherw. u. Fische Sprotten...... Pfand 40P. Flundern...... Prand 40rt. Seelachs er..Pfund 40er. la Schleibücklg. P. 50Pt. Sprotten Kiste 1 P. 58Pt. Grüne Heringo P. 10. Kabliau... Ptand 14r. Seelachs... Plund 14rt Dorsch Prand 8PL Zander gefroren..Pid. 80FL Orange- Konfitüre Gla Obst u. Gemüse Zitronen.... Dutzend 32Pt. Blutorangen Dizd. v. 48 Kochäpfel.... Pfand 18PL. Kalif. Aepfel Prand 32P Frische Ananas em. 90p. Jg. Blätterspinat P. 8P. Gurken.. Stack v. 50Pt. an Rhabarber... Ptand 16PL Weisskohl..Pfund Bet 8PL Neue Kartoffelner 20Ps. Pflaumen, Heidelbeer, Konfitüre, Eimer ca. 2Ptd. Johannisbeer- Gelee und 60. Stachelbeer, Granger 85P. Erdbeer- Konfitütre 110 Kirschen. Aprikosen-, Bim- 10 125 Wurstwaren Rot- u.Leberw. P. 65P Speckwurst..Piand 85P Her Leberw. Pra. 95P. Bauernmettw. Pia. 95P. Jagdwurst.... Pfund 110 Bockwurst..... Pfand 115 Mettwurst 120 Schinkenspeck Pid. 145 Salami Pfand 165 Teewurst...... Pfand 155 Art Pfund Kolonialwaren Auszugmehlera.24,27Pr Vikt.- Erbsen Pland 20Pr Bohnen....... Pfund 20Pr Grüne Erbsen Pfund 25Pt. Linsen......... Pfand 28P Bandnudeln..Pland 28Pt. Ital. Spaghetti Pra 48PL Makkaroni..... Pfund 48PL. Eier- Riebele..Prand 50Pt. Tafelreis...... Ptand 20Pt. Valencia- Reis Pfand 28Pt. Java- Reis..... Ptand 35r. Zapfenbirnen Pland 18PL Backobst..... Pfand 38Pt. Kalif.Backobst Pra. 60Pt Pflaumen..... Prund 42PL Kaffeemischg. 70P Kalif. Pfirsiche Pid 80Pt. Kalif Aprikosen Pid. 105 Kaffee frisch gebrannt, aus 250 Käse Romatour Stück 22PL Quadratkäse..... Pfand 28PL Kümmelkäse..... Pfand 35P. Briekäse.......... Pland 40Pf. Allg.Stangenkäse P. 70P. Edamer............ Pfund 70Pt. Allg. Limburger Pfund 75Ps. Tilsiter Pfund 75P. Dän. Schweizer Prand 98. Bayr. Schweizer..Praad 140 L fl. Sandgeback Prand 100 Cremepralinen..... Pfand 100 Blockschokolade Pfund 90Pr Milchschokolade 3 Tafein 100 von 11 Plund Suppenhühner Gefr. Günse Pfand von an Pf. 90 an Naturbutter: 80PE Molkereibutter" 90PL Paket Vollmilch. Dosen 90PY. stark artmit Schweineil. 35 Bohnen Doc Pd. 35Pt. Rakao 55P 10 Pf. 5 Rakao 75 d. 720 Delsardinen Doon 35 portug., Pi. Obst- und Gemüsekonserven Dose Karotten geschnitten 40P. Jg. Kohlrabii.scheib. 48PL Junger Spinat...... 58PL Pfefferlinge........ 98PL Junge Breck- Bohnen.... 80P. Junge Brech- Bohnen I.. 98PL Gemüse- Erbsen... 45P. Junge Erbsen mittel 80PT. Junge Erbsen reta.... 135 Junge Erbsen sehr fela 170 und SchnittDose Kaisererbsen 210 Stangenspargel dann 225 Stangenspargels0-80270 Stangenspargel mttt. 305 Stangenspargelstart 325 Stangenspargel 350 Stangenspargel 375 Brechspargel o. Kopre 190 Brechspargel dann... 200 Brechspargel stark.. 275 Febr stark 00 Does Brechspargel extrs.. 300 Aprikosen............ 130 Aprikosen kaliforn. 150 Pfirsiche kallt, Fracht 160 Ananas 200 Johannisbeeren... 80PL Apfelmus... Dose 40PL Pflaumen Fr.,. Dose 40PL Kaiserkirschen 72Pt. Gem. Früchte Doe 78PL pose Sonder- Angebot Bowlen- u.Tafelweinen Die Welpreise verstehen, alch Mosel- und Rheinweine 1922 or Mesenicher ang. kt. Mosel F1.1,00 10F1.9,50 1922er Bayerfelder Schlossberg F1.1,10 101.10,08 1921er Edenkoben. vorz.Tischw., Fl.1,25 10F1.12.00 1922er Winninger empt. Tischw. 1, F1.1,25 10FL12,00 1922 er Valwigsberger Palmberg, F1.1,60 10F1.15,00 1921er Alsterwellerer Letten..., F1.1.85 10F1.17,50 1922er Koenigsbacher Mühlweg, F1.2.25 10F1.21,00 Erfrischungsgetränk Naturreiner Alkoholf. Apfelsaft FL75Pt. 10FL. 700 steuerfre! und Flasche ohne Steger und Flasche Rot- und Dessertweine 1922er Montagne voller Rotw, F1.85Pt. 10F18.00 1922er Dürkheimer Feuerberg F1.1,25 10F1.12.00 1922 or Pomerol, Bordeaux..... FL.1,60 10F1.15.00 1922er Cra Mazerolles. PI.1.85 10F1.17,50 1921er Chat. Fonréand- Listrac F1.2,40 10F1 22,50 1921er Haut Sauternesweiss sites, F1.2,50 10F1.24 08 Vorzügl.Vermouthoris.Cora- Tar., F1.2,50 10F1.24.09 Frankfurter Apfelweine Chno Sh FL , Borsdorferi Export F1.58 P. 10 F1.5,50 FL70Pt. 10 F1.6,50 Zur Bowle! 10 FL. 1928 er Edenkoterer gute 2+ 1. Fruchtschaumwein Qual. za 1000 Steuer u FI. 3,60 Frischer Maitrank ans Trauben wein, vor vorzügliche Qualität. FL 138 elnacht. Steuer Himbeer- u.Kirschsaftalität, mit bester F2100 FL175 10F1.1600 einschl Besonders Weine vom Fassten Qualitates billige aingekocht in bekannt Gefässe( Korbflaschen, Plaschen usw.) bisten wir mitzubringen Steuer Weisswein voller Rue.npfalz vorvoller, als Stener 26 Pt. PL 6: PL 2PL Roter süsser Johannisbeerwein Ltr. 90 Pt. PL Roter Tarragona volle Qualität, Ltr. 158 Stener züglieb zur Bowle Liter 90P.BL Original Insel- Samos Dessertwein, Ler. 2 sehr guter susser 900 Stoner Rotwein kleiner Tischwein geeignet, Le 100 Stener Gold- Malaga fettsass............ Liter 200 Steuer Deutscher Weinbrand*** Vaser print, as guten alten frans. 400 einschl Kernseife garantert rein. Siele& 200 400 g. pro kg 85p. Silberseife Pland 50Pf. 10- Pid.- Bimer exklusive 450 Hoffmanns Stärke........ Pland- Karton 30P. Schuberol helles Fussboden, w Bernstein- Schmierseife 4510- mer 400 Schnitzel- Selfenpuly, 135, 1- P- Pak 25Pf. 5 Pak. 120 Blitzblank. Flasche 3 Pakete 25P. Flüssig Furnierer Anifrischungsmittel 10% 200 bear- Konilt. Himer ca. 2 Pfd. Eimer ca 2 Pland exklusive eigen Rösterel, Prd. an Nur Leipziger Straße: Austellung und Berkauf von Gartenpflanzen der Mart 3,00 bis Mart 8,00, mit Knopen bonbelegt, find eingetroffen Balfon- u. Gartenmöbel- Ausstellung Firma bermann Rothe. Große Mengen Rhododendron", von Waindestillaten hergestellt. ...... Liter geruch: oses, wasser- 150 1Flasene Ste1107 27 Balkon- und Beetpflanzen jeder Art a Nr. 204 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Steuerermäßigung nur für Kapitalisten! Auf der Tagesordnung der gestrigen Reichstagssigung stand die erste Lesung sämtlicher Steuergefege somie der Aufmertungsvorlagen. Das Wort erhält sofort Reichsfinanzminister v. Schlieben: Mit den vorliegenden Entwürfen ist ein Gejezgebungswert in Angriff genommen, dem in cer wechselvollen Geschichte der deutschen Finanzwirtschaft faum ein zweites an die Seite zu stellen sein dürfte. Auf Johreh: neus rird die Carvicklung der deutschen Star15und to tswirtschaft vir der Gestaltung abhängig fein, die der Reichs tag diesem Gesetzgebungswert gibt; ja, die richtige Lösung der vor. liegenden Fragen bedeutet die Entscheidung darüber, ob es Deutschland gelingen wird, nach der ihm seit Inkrafttreten der Rentenmark vergönnten Atempause endgültig wirtschaftlich und finanziell zu gefunden. Der mit den Steuernotverordningen begonnene Rohbau soll jetzt in einer für die Dauer bestimmten Form ausgebaut, die steuerliche Belastung in Uebereinstimmung gebracht werden mit den wirtschaftlichen Verhältnissen und mit der durch die Reparationslaffen gekennzeichneten besonderen Finanzlage des Deutschen Reiches. Die in der Zeit der Inflation verwischten Grenzen zwischen Reich, Staat und Gemeinden follen wieder flar gezogen werden in einer Weise, die allen Teilen Bewegungsfreiheit, Selbstverantwortung und Entwicklungsmöglichkeit gibt. Durch das Aufwertungsgesez soll das von allen Folgen der Inflation den einzelnen am tiefsten berührende Problem in einer Weise gelöst werden, die, soweit es die Verhältnisse gestatten, den Forderungen der Billigkeit, mindestens aber dem sozialen Gedanken gerecht zu werden sucht. Kein Gesetz und feine Regierung ist im stande, die Lasten fortzunehmen, die der Bersailler Bertrag und die nerhängnisvolle Inflationszeit dem Staate und jedem einzelnen auf erlegt haben, aber das Ihnen jezt vorgelegte Gefeßgebungswert. tann und soll eine Grundlage schaffen, auf der in der Not- und Schicksals. gemeinschaft, die das ganze deutsche Volf, Staat und Wirtschaft um schließt, Aufbau, Gesundung und Entwicklung sich ermöglichen lassen. Ich bitte Sie, das Gesetzgebungswerk als ein einheitliches großes Ganzes zu betrachten und zu würdigen. Die Steuer gefeßentwürfe, der Finanzausgleich, das Aufwertungsgesetz und die Haushaltsentwürfe stehen in einem unlösbaren Zusammenhange. Die Finanzlage. Der Etat für 1924 fab an Einnahmen, aus. Zöllen und Steuern 5 244 Millionen Mart, nach Abzug der Ueberweisungen an Länder und Gemeinden 3382 Millionen Mark vor. Tatsächlich find vom April 1924 bis März 1925 einschließlich der verpfändeten Zoll und Steuereinnahmen für den März 1925 7312 Millionen Marf, nach Abzug der Ueberweisungen an Länder und Gemeinden 4567 Millionen Marf an Zöllen und Steuern aufgekommen, so daß sich gegenüber dem Haushaltsentwurf ein Mehr von 1185 millionen Mark für das Reich allein ergibt. Mit Einschluß der sonstigen außer ordentlichen Einnahmen beträgt der Gesamtüberschuß des Reiches 1922 Millionen Mart. Da es bei der Aufstellung des Etats für 1024- nicht gelungen war, für den außerordentlichen Etat volle Deckung zu finden, war die Reichsfinanzverwaltung genötigt, die De cung der außer ordentlichen Ausgaben aus Ueberschüssen des ordentlichen Etats herauszuwirtschaften. Zunächst war aus dem lleberschuß der ungedeckte Fehlbetrag von 348 Millionen im Haushaltsentwurf für 1924 zu deckend. Es bleibt demnach ein Reinüberschuß von 1574 millionen Mart.. Der Ueberschuß den Juduftriellen! Schliebens Haushaltsrede im Reichstag. Der Etat für 1925. Freitag, 1. Mai 1925 wieder zur Geltung fommen muß. Dafür ist Vorausschung, daß Ich gehe nun zu dem Haushaltsanschlag für 1925 über. Nach bas Reich in den Augen der Kapital anlegenden Kreise des In- und dem Etat betragen die Ausgaben insgesamt 40.90 mil Auslandes freditjahig ist. Diese Kreditfähigkeit erlangt das lionen Mart. Hierzu treten sehr erhebliche Ausgaben, die Reich nicht durch eine der Finanzlage zuwiderlaufende Bemessung teils in dem jezt dem Reichsrat vorliegenden und demnächst dem der Aufwertung, sondern nur dadurch, daß für die Ver. Reichstag zugehenden Ergänzungsetat für 1925 vorgesehen injung neuer Kapitalsaufnahmen Raum frei gehallen find, teils bei der Beratung der einzelnen Haushalte im Ausschuß wird. Der Anleihealtbesiz umfaßt schäzungsweise etwa 20 miliarden und Plenum des Reichstages bereits beschlossen sind wie z. B. die Mart Nennbetrag. Die für die Anleiherente aufzuwendende Erhöhung der Ausgaben für Invalidenrenten und Erür die Auslosung vorgesehen. Hiernach würde die Tilgung in Sumine beträgt jährlich 50 Millionen Marf. Der gleiche Betrag ist werbslosenfürsorge oder noch zu erwarten find wie 3. B. eine Aufbeiferung der Bezüge der Kriegsberund 40 Jahren durchgeführt sein. Im Gegensatz zum Reichsrit schädigten und schließlich die Ausgaben, die zur Ansamm: sollen, da sie sich hiervon eine wesentliche Begünstigung des Börsenglaubt die Reichsregierung an der Prämienauslosung festhalten su lung eines Betriebsmittelfonds erforderlich sind. Da endgültige Beschlüsse des Reichstags noch nicht vorliegen, bin ich leider furses der Anleiherente zum Vorteil der Altbefizer verspricht. nicht in der Lage. Ihnen im einzelnen bereits genaue Ziffern zu Auslojung ist auf 100 millionen Mark begrenzt. Das ist bei der Die Gesamtausgabe für die Anleiherente und die geben. Nach sorgfältiger Schäzung werden aber die Finanzlage des Reiches eine sehr erhebliche Jahresbelastung. Wir Gelamtausgaben mindestens 4900 Millionen Mark werden ja durch die Macht der Verhältnisse langsam wieder dazu erzogen, die Million zu ehren. Und doch entfällt auf den einDer jetzt vorliegende Etatsentwurf ffte 1925 bietet tatsächlich hat daher gealaubt, ein Zehr in Form einer rein fozialen Maßffir einen Anleihebeliberrecht menig. Die Reichsregierung auf der Einnahmenfeite fein richtiges Bild. Bei seiner Aufstellung bestand aber noch keine Möglichkeit, das Aufkommen an Zöllen und nahme, nämlich der bedürftigen Kriegsanleihebefizer tun zu müssen. Steuern auch nur annähernd zu schäßen. Jezt ist eine etwas zu Deise sollen eine Vorzugsrente erhalten, die jährlich das Achtfache verlässigere Schäzung möglich. Danach werden die Besiz und des Jahresbetrages der Anleiherente, also 40 Proz. der Ablösungs Berkehrssteuern 1925 4999 Millionen Mart, die 3.011e chuld, oder 2 Broz. des Nenuwertes der Markanleihe, höchstens jeund Berbrauchssteuern 1528 Millionen Mart, Steuern und doch 600 m. jährlich beträgt. 3ölle zusammen also 6927 Millionen Marf erbringen. Nach Abzug der lleberweisungen an Länder und Gemeinden verbleibt dem Reich aus Steuern und Zöllen ein Nettobetrag von 4222 Millionen Mart. Einschließlich der Berwaltungseinnahmen und des Erlöses aus dem Verkauf von Borzugsaktien der Reichsbahn in Höhe von 292 Millionen Mart betrageni also betragen. die Gefamfeinnahmen 4652 Millionen Mark. Hiernach würde sich rechnerisch bereits für 1925 ein nicht unerheblicher Fehlbetrag ergeben, zu dessen teilweiser Abdeckung Ihnen eine Erhöhung der Bier und Tabatsteuer vorgeschlagen wird. Reichshaushalt und Reparationslasten. Im Jahre 1926 beginnen aber die Reparationslasten mit 495 Millionen Mart, die sich bekanntlich im Jahre 1927 auf 675 Millionen Mart, 1928 auf 1230 Millionen und von 1929 ab auf 1540 Millionen Mark steigern. Selbst bei günstiger Entwicklung der Einnahmen muß für diese Fahre, auch schon für 1926 mit einem Fehlbetrage gerechnet werden, für den schwer Dedung zu finden ist. Die Regierung fonnte gar nicht umhin, eine Erhöhung der Bier und Tabaffteuer vorzuschlagen; sie wird für das Jahr auf 338 Millionen Mark geSchäßt. Ueberall, wo es die für den Haushalt notwendige Höhe des Steuerauffommens nur irgend gestattet, versuchen daher die neuen Steuergesetze der Wirtschaft die Borausfehungen einer freien Entwicklung zu sichern. Im Zusammenhang mit den Grundsätzen bei der technischen Durcharbeitung der Erträge steht es, wenn die Steuergesetze an der Einheitlichkeit der Steuervermalstung festhalten. Wir halten daher an der reichseigenen Finanzverwaltung fest. Und die sozialen Anforderungen? worden, daß sie sozialen Anforderungen nicht genügend Bon manchen Seiten ist den Steuergesezen der Vorwurf gemacht Rechnung trügen. Hierbei mird in weitem Umfange unsere miriSteuerausschuß werden ja im einzelnen die zahlenmäßigen Unter schaftliche und finanzielle Situation perkannt. Die Beratungen im einer Entlastung berbreiten Massen Rechnung getragen lichen Betriebe und Berwaltungen haben die gemein werden konnte. In der Frage der Besteuerung der öffent famen Beratungen mit dem Reichsrat dazu geführt, daß von einer steuerlichen Belastung, der eine fozial ungünstige Wirkung nach gejagt wurde, in gewissem Umfang Abstand genommen werden jou. Es handelt sich dabei um die Besteuerung der sogenannten Berforgungsbetriebe, also der Gas, Elektrizitäts-, der Verkehrsbetriebe uim. Um eine Erhöhung der Tarife zu vermeiden und den erwünschten Abban der Tarife nicht aufzuhalten, erfien es daher angebracht, es bezüglich der Versorgungsbetriebe bei den bestehenden Steuerbefreiungen zu belaffen. Die Reichsfinanzverwaltung hat geglaubt, diesen Ueberschuß teils zur Abbe dung bringender Schuldverpflich tunger, teils zur Rüdstellung noch bevorstehender einmaliger nicht vermeidbarer Ausgaben verwenden zu sollen. Dem Reich geht es wie einem Privatmann, der seine Berpflichtungen nicht voll erfüllen fann und deshalb, um von neuem wirtschaftlich wieder anfangen zu fönnen, sich zunächst mit seinen Gläubigern überlegen zur Beurteilung der Frage ergeben, wieweit dem Wunsche wesentlich ermäßigte Leistungen auseinandersehen muß. Auch das Reich fann finanziell nur wieder neu aufbauen, wenn es vorher soweit es dazu in der Lage ist. Nur wenn mit der Bergangenheit vollständig reiner Tisch gemacht und für die Leistunsgfähigkeit des Reiches in der Zukunft hinreichend gesorgt wird, ist damit zu rechnen, daß das Reich nach außen wie im Innern wieder Kreditfähigkeit erlangt. Für die Abtragung der besonders aus der Beit des passiven Widerstandes und der Inslation dem Reiche noch obliegenden Schuldverpflichtungen sind neben den bekannten Barentfädigungen für die während des Ruhrkampfes und von der Micum erzwungenen Reparationsleistungen in Höhe Don 577 Millionen Mart, für den Rücklauf von Gold. anleihen 136 Millionen Mark vermendet worden. Für eine angemessene Aufbesserung der Entschädigungen für Gewalt- und Liquidationsschäden sind 270 Millionen Mark vorgeErgänzungshaushalt für 1924 erbeten, der in den nächsten Tagen dem Reichstag zugehen wird. Darin find außerdem noch andere Ausgaben angefordert, beispielsweise für eine Entidadi. gung der Länder für die Holzwegnahme im beſezien Ge biet und für eine Auseinander fegung mit Breußen wegen des Verluftes von nuzbaren Staatseigentum durch den Friedensschluß ufm. Der Gesamtbetrag der im Ergänzungshaushalt nachgeforderten Ausgaben beläuft sich auf 527 Millionen Mart. Es bleibt alfo von den Ueberschüssen aus 1924 ein Restbetrag von 334 Millionen Mart. Dieser Restbetrag ist erforderlich zum Aus gleich von Ausfallen, die fich bei der Steuerüber leitung ergeben fönnen, jowie für einen späteren Uebergang zur vierteljährlichen Steuer und Gehaltszahlung. Dafür ist in dem Etat von 1925 nichts vorgesehen. Es muß auch dafür gesorgt werden, daß die für die Auf wertung der öffentlichen Anleihen einmalig zu verwendenden 150 millionen faffenmäßig vorhanden sind. Deshalb ein Loch in der Reichstaffe! Hiernach würde also das Reich, da die Ueberschüsse aus 1924 für bevorstehende nicht vermeidbare Ausgaben restlos zurüdgestellt werden müßten, nicht einmal über einen Betriebsmittelfonds in Bescheidener Höhe verfügen, wenn nicht bei den Ausgaben des ordentlichen États infolge der auch jetzt noch scharf durchgeführten Sparwirtschaft. Ersparnisse erzielt worden wären. Tuit 4869 JOHL UHL Fir Feinraucher Wer seinen Anleihebesih abgestoßen hat, mag es auch aus Not geschehen sein, tann auf eine Hilfe im Rahmen der Anleihe.. aufwertung feinen Anspruch erheben. tigt werden, alsbald 150 Millionen Marf im Rahmen der Nach dem Gesetzentwurf soll der Reichsfinanzminister ermäch. Anleiheaufwertung zu verausgaben. Hierbei ist in erster Linie eine Barabfindung solcher bedürftigen Kriegsanleihebefizer vorgesehen, die nur über einen unter tausend Mart liegenden Anleihebetrag verfügen, ferner an eine alsbaldige Ablösung der AnIciherenten der Sparkassen und öffentlichen Versicherungen. Nach Ausführungen des Justizminifters Fenfen über die rechi liche Seite der Aufwertungsgeseze tritt das Haus in die Beratung des Haushalts des Reichswirtschaftsministeriums ein. Abg. Robert Schmidt( Soz.): Nach der Ueberwindung der Inflationszeit befinden wir uns am Abschluß einer der ungünstigsten Epochen unserer Wirtschaft. Sie hat die Bildung großer Unternehmergruppen begunstigt, deren schädliche Auswirkungen für die gesamte Wirtschaft sich erst in Zukunft zeigen werden. Der zurzeit immer noch bestehende Kapitalmangel ist eine Folge der Inflation, die zu einer Zerstörung des Spartapitals geführt hat. Bei der Betrachtung her gegenwärtigen Konkurrenzunfähigkeit unserer Industrie aut dem Weltmarkte wird immer wieder auf die angeblich zu hohe Belastung der deutschen Industrie durch Steuern hingewiesen. Man braucht sich aber nur den Großhandelsinder der mit uns im Berfehr stehenden Länder anzusehen, um zu merken, daß diese Klagen start übertrieben werden. Man benußt diese Klagen zu den Bestrebungen, die Arbeitszeit zu verlangern. Dabei sind die Arbeitslöhne in den mit Deutschland in Konfurrenz stehenden Ländern wesentlich höher als bei uns. Die englischen Löhne sind zweieinhalbmal, die amerita. nischen Löhne fogar viermal so hoch als die deutschen Löhne. Die deutsche Industrie müßie also bei dieseit niedrigen Löhnen tonturrenzfähig sein. Wenn die Breisentwidlung bei uns über dem Weltmarkt steht, so ist das in der übermäßigen Belastung der Wirtschaft nicht begründet, sondern wir sehen darin ein Nachmirten der Jufiationsperiode, die jetzt nicht mehr aufrecht zu erhaften ist. Bei der Betrachtung unserer Exportaussichten müffen wir die Lage auf dem gesamten Weltmarkt berüd fichtigen. Große Wirtschaftsgebiete sind zerstört worden, die früher Abjazländer waren. Schwierigkeiten und eröffnet für die Zukunft die ungünstigsten Auch die Entwicklung im Auslande zeigt die gleichen ungeheuren Perspektiven. Rußland ist für uns ganz verloren gegangen, auf dem Balkan haben wir nicht mehr die Abjazmöglichkeiten wie ehedem. Es müßten große Verkehrsunternehmungen gebaut werden, aber dafür fehlen die Kapitalien ebenso mie für den Wiederaufbau der Schiffahrt. Auch sonst sehen wir gewaltige Beränderungen auf dem Weltmarkt. Während 1913 Europa mit zwei Dritteln am Welthandel beteiligt war, ist sein Anteil jetzt beträchtlich zurückgegangen. Die Bereinigten Staaten verfügen über 56 Brozder Rohstoffproduktion der ganzen Welt. An Erzen befigt es drei Biertel, an Metallen zwei Drittel, an Blai, Aluminium, Boumwolle über die Hälfte der Gesamtproduktion. In der Kupferproduktion Der Industriefänder treten als Konkurrenten auf dem Weltmarkt auf. Besonders schwierig werden die Beratungen durch die Ver: quidung mit dem Finanzausglei werden. Es ist bei den Beratungen mit den Ländern nicht gelungen, in dieser Frage in allen Beziehungen Uebereinstimmung zu erzielen, und eine Reihe Don Doppelfassungen hat sich nicht vermeiden lassen. Entwurf über die Ablösung öffentlicher Anleihen hat in der Deffentlichkeit lebhafte Bedenten ermedt, aber bei Anmendung geeigneter Durchführungsvorschriften und bei guteur Willen der Bantwelt wird die Ausführung in der Praxis vielleicht leichter sein, als dies in der Theorie vielfach angenommen leichter sein, als dies in der Theorie vielfach angenommen worden ist. T hot Amerifa jogar eine Monopolstellung inne. Dazu kommit, değ es zum Gläubiger fast der ganzen Welt geworden ist. Auch neuere British Indien und Japan find in Wien durch die günsti geren Verkehrsbedingungen und die bessere Ausnugung ihrer Ar. beitskräfte uns gegenüber im Vorteil. Australien, Südamerita produzieren über den eigenen Bedarf auch schon für den Weitmarkt. Jede Veränderung auf dem Weltmarkt zieht Deutschland und die anderen europäischen Industriestaaten in Mit leidenschaft. Denjenigen, die in der Zeit der Geldentwertung Anleihen an fich gezogen haben, foll der gleiche kapitalbetrag in Reichsmartanleihe zufließen wie den Altbesitzern. Aber auf eine besondere Entschädigung, mie sie den Anleihealt befizern zugedacht ist, haben sie weder einen rechtlichen, noch einen moralischen Anspruch. Schon der im Entwurf vorgesehene Umrechnungsfag von fünf Prozent bringt eine Rapitalbelastung von 3% Milliarden Mart. Ich dürfte mich nicht etwa dadurch zu einem höheren Angebot verleiten lassen, daß ein großer Teil der Umrechnungsschuld, etwa 70 Prozent, aus Neubesig hervorgegangen und daher zunächst nicht zu verzinsen und zu vertilgen ist. Wenn erst einmal die Reparationsverpflichtungen erledigt find, wird auch für diesen Teil der Anleiheablösungsschuld die Zeit der Berzinsung und Tilgung tommen. Fort mit der Aufwertung! Platz dem neuen kapital! Es ist Pslicht einer vorsichtigen Finanzverwaltung, auch die weitere Zufunit ins Auge zu fassen, um so mehr, als der Grundjazz, daß in einer geordneten Finanzwirtschaft die außerordentlichen Ausgaben durch Aufnahme von Anleihen aufzubringen sind, JUAL THA Wenn wir uns dieses gesamte Bild der wirtschaftlichen Ente wicklung vergegenwärtigen, so erscheint uns die zukünftige Stellung Deufidlands außerordentlich gefährlich. Wir werden aber nur denn dem Auslande gegenüber tonlirrenz fähig sein, wenn mir viel stärker als bisher an die Herstellung von Waren gehen, die qualifizierter Arbeit und qualifizierter Arbeitskräfte bedürfen, weil uns diese mehr zur Verfügung stehen als den neuerent Industriestaaten. Darüber dürfen wir aber auch nicht die Heoung des inneren Marftes vernachlässigen. Das Wichtigste ist, durch eine Berbesserung der Löhne die Konsumtraft der großen Masse zu stärken und damit auf die Produktion zu wirken. Die Lebenslage der deutschen Arbeitertlaffe ist sehr start gedrückt. Die unteren Beamtenschichten leiden unter ungenügender Besoldung. Wir müssen die Löhne und die Gehälter verbessern, weil gerade die Arbeiter und Beamten für den Massenkonsum in Betracht kommen. Wir warnen aber vor jeder Maßnahme, die eine neue Inflation zur Folge haben fönnte. Dem Reichsbantpräsidenten müssen wir für feine nugbringende Arbeit unsere 8 Treffer: Donauschloß stek 50 Verweser Denkmünze. Paladin. ZIGARRENFABRIKEN 40. Feenprinz 30. 30. 25. Juhlstern. 25. JUHL Gestüt Graditz_ 20.0 Berlin Pankow Juhltrumpf 15. Schältlich in besseren Zigarrengeschäften! bcsondcrc Anerkennung aussprechen. Er hat bisher allen Anstürmen iier Interessenten, die Kredite über das vorgesehene Mah hinaus qu steigern, Widerstand geleistet. Ich hoffe, daß nicht etwa künstig durch anders Maßnahmen'eine Gefährdung der Währung eintritt.(Sehr richtig! bei den So, 5.) Einige Erscheinungen der deutschen Wirtschaft bedürfen einer besonderen Würdigung. Beim Steinkohlenbergbau sehen mir große Ileberschiisse in der Produktion, die zur Anhäufung großer Bestände führt. 5>ie Ursachen dafür sind die Zunahme der Braunkohlenerzeugung, die Ersparnisie an Heizmaterial durch Fortschritte in der Wärme- technik, die Ausdehnung der elektrischen Krasterzeugung durch an- dere Quellen, die wachsende Encrgiegewinnung für die Industrie ans der Ruhrkohl«, die Absagstockung im Ausland«. Wir werden diese Erscheinungen nicht wesentlich andern, sie sind durch die Ge- samtlage der Wirtschaft gegeben, aber wir können Maßnahmen treffen, um«ine Ueberprobuktion zu verhindern. Es gibt zwei Möglichkeiten besserer Verwendung der Steinkohl«. Zunächst muß der Versuch gewacht werden, den Auslandsabsatz zu steigern. Die ungünstigen Reichsbahntarise müssen ge- ändert werden, damit die deutsche Kohle mit der ausländischen Kohle in Deutschland konkurrieren kann. Weiter müssen wir die Nutzbarmachung der Kohle in anderer Form fördern. Besonders muß durch Verkokung und chemisch« Ausbereitung mehr Beer und Oel aus der Kohle gewonnen werden. Dos ist nicht nur ein Pro- blem, sondern hier können wir uns der technischen Entwicklung an- passen. Wir können uns in der Versorgung mit Betriebsstoff für die Motore frei vom Auslande machen, wenn wir mehr Oele aus der Kohle extrahieren. Nun hat das Steiniohlensyndikat das De- streben, nur noch die besten Vorkommen abzubauen. Vom privat- kavitolistifchen Standpunkt aus wäre dos vielleicht zu billigen, ober wir stehen der Ausnutzung der Naturschätze anders gegenüber, wir wollen keinen Raubbau betreiben, der uns vielleicht später unter ungünstigeren Verhältnissen dazu zwingt, auch weniger vorteilhafte Vorkommen in Angriff zu nehmen. Dieses Vorgehen des Syndikats Hot dazu geführt, daß Taufende von Bergarbeitern au» Lahn und Brot gebracht werden. Di« Zechenherren sind ganz rücksichtslos dabei vorgegangen. Das Kohlensyndikat hat nur nach rein kapitalistischen Gründen dik» tiert und sich um die sozialpolitische Seite überhaupt nicht gekümmert. Ich hätte gewünscht, daß das Ministerium diesem rücksichtslosen Auf- treten der Grubenherren mit größerem Nachdruck entgegengetreten und ihnen nicht indirekte Unterstützung geleistet hätte.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir wollen das Syndikat zusammenhalten, aber wir wün» schen, daß der Einfluß des Ministeriums erweitert und daß dessen Machtbefugnisse gegenüber den Kapitalsherren aus. rechterhalten werden. Nur wenn das geschieht, ist das Snndikat«ine wirtschaftliche Notwendigkeit. Allerdings scheut sich da» Ministerium, mit den mächtigen Industrieherren anzubändeln, aber wenn wirk« lichs Interessen der deutschen Wirtschaft auf dem Spiele stehen, dann darf auch vor einem Eingriff in die Herr|chaft des Kohlensyndikats nicht zurückgeschreckt werden. lSehr richtig! bei den Soz.) Gegen- über der Behauptung, daß die Magerkohlenzechen keine absatzfähige Kohle hervorbrächten, verweise Ich darauf, daß nach fochmännischer Aussag« die Möglichkeit der Vermischung der Mager- kohle mit Fettkohle und deren Verkokung besteht. Zu dieser tech- nischen Neuerung soll aber kein Geld vorhanden sein. Zn solchem(falle, wo die günstige Verwertung wichtiger vatnr. schätze möglich ist. nuß der Reichskohlenral die Möglichkelk haben. selbst Unternehmungen auszubauen und zu finanzieren. Es würde dann nicht schwer fallen, den notwendigen Kredit für die Erweiterung solcher Anlagen flüssig zu machen. Mit allem Ernst müssen wir derartige Fragen behandeln, an denen Tausende von Existen.Z«n beteiligt sind. Besonders schlimm steht es um das nie- berschlesisch« und dos sächsische Steintohlengebiet. Hier sind entsetzlich« Zustände in den Arbeiterverhältnissen eingerissen, nicht nur weil die Arbeiter den geringsten Lahn haben, sondern weil sie auch noch an zwei bis drei Tagen in der Woche Feier- schichten einschieben müssen. Man kann sich hier keinen Begriff von vem Elend in diesen Bezirken machen.(Sehr richtig! bei den Soz.) Infolge der Zerreißung früherer Absatzgebiet« durch den Krieg ist die Kohl« in Viesen Bezirken nicht mehr so absatzsählg. Das Mini- sterium müßt« mit größerem Nachdruck auf die E i s e n b a h n n e r. w a l i u n g einwirken, daß sie aus dem Waldenburaer Bezirk größere Mengen von Kohle ausnimmt. Sie kann das, weil die dortige Kohl« durchaus verwertbar ist. Der Besitzer der Neuroder Vorkommen Hot erklärt, daß es möglich sei, auf chemischem Wege Oel und Teer zu-tl) bis 45 Proz. aus oer Kohl« zu gewinnen. Aber auch hier fehle es an Betriebskapital. Die Regierung wird zu prüfen haben, ob nicht durch Rückenstärkung des Kohlenwirtschastsrats eine Organi- lation geschaffen wird, damit ein so wichtiges Vorkommen voll- ständig in technisch neuerer Form ausgenützt wird. Auch hier handelt es sichumTausendevonArbeit ern, deren Existenz bedroht wird. Wir stehen jetzt in handelsverlragsverhandlungen mit Polen. Wir hoben seinerzeit den Polen keine Zweifel darüber gelassen, wie unpraktisch, ja töricht es sei, den oberschlesischen Industriebezirt auseinanderzureißen, was für beide Teile nur wirtschaftlich« Nach- teile nach sich ziehen müsse. Unsere Voraussage ist in vollem Um- sang« eingetroffen. Nun sind wir vertraglich verpflichtet, monatlich WO(XX) Tonnen oberschlesischer Kohle Polen abzunehmen. Am 15. Juni läuft dieses Abkommen ab. Bei der verhängnlsnollen Lage im nlederfchlefifchen und sächsischen Steinkohlengebiet können wir es nicht ertragen, daß die obeifchlesifche Sohle uns erdrückt. Ich bin sonst für frei« Bewegung im Warenverkehr, aber unsere Not. Ist so groß, und auch die soziale Lage der Arbeiter zwingt uns, uns vor Ueberflutung zu schützen, wo wir selbst«inen so großen Ueberschuß an Kohlen haben. Im Interesse unserer Gesamtwirtschast und unserer Arbeiterschaft können wir also hier den Polen keine Konzessionen machen. Ein nicht sehr angenehme» Kapitel ist die Syndikatswirischaft beim Salibergbau. Der deutsch« Kalibergbau war zunächst durch die«lsässische Kon- turrenz bedrängt, aber es ist gelungen, mit ihr zu einer Berständi- gung über den Auslandsmarkt zu kommen. Dom Volkswirtschaft- lichen Standpunkt kann da» gutgeheißen werden. Aber das Zwangs- syndikat Hot auch zu Erscheinungen ungünstiger Art geführt. E» besteht die Meinung, die Quoten schwächerer Unterneh. mungen aufzukaufen. Der Winter-Hall-Konzern hat vor ciiriger Zeit den Versuch unternommen, mit Unterstützung der preußi- schen Bergwertsverwaltung die Majorilä: im Klis-esynüikat zu erringen. Diese Absicht ist vereitelt worden, es hat aber auch eine ungünstige Auswirkung nach der anderen Seite gehabt. Es wurde auf der' Gegenseite eine Organisation geschaffen, um selbst die Majorität zu gewinnen. Diese Entwicklung ist wenig erfreulich. Die .Kaligesetzgebung müßte eine A e n d e r u n g in der Richtung erfahren, daß einer Herrschastsbildung innerhalb des Kalisyndikats ein Riegel vorgeschoben wird. Wenn wir uns überhaupt die Entwicklung der Syndikate betrachten, so kommen wir zu der Forderung der Schaffung eines Kartell- 0 m t s, das den eigensüchtigen Interessen der.Kapitalsherren cnt- osgentritt und auch die Interessen der Konsumenten wahrnimmt. Die Regierung hat angekündigt, daß der neue Zolltarif bald kommt. Wir wünschen, daß er nun endlich dem Reichstag unterbreitet werde, nicht etwa aus Begeisterung für den Schutzzoll. sondern weil wir endlich Klarheit haben wollen. Es wurde gesagt: wir müssen hohe Zölle in dem Tarif einsetzen, damit wir beim Abschluß von Handelsverträgen eine günstigere Stellung haben. Es ist fraglich, ob wir da» damit erreichen. Wir sind e i n Land, das Rohstoffe und Nahrungsmittel ein- >sühren muß, nur unter Herabdrückung der Lebenshaltung der Bevölkerung können wir darauf verzichten. Wir haben ein lebbaftes Interesse daran, daß der Abschluß von Handelsverträgen gefördert wird, denn das bedeutet zugleich eine Förderung des Export». Deshalb wünschen wir auch, daß endlich der deutsch- spanische Handelsvertrag verabschiedet wird. Aber wir lehnen es ab. allein die verontwortuna dafür zu tragen, sonder« wüsten es den Regierungsparteten überlassen, selbst die notwendige ZNajorität dazu zu stellen. Wenn weite wirtschaftlich« Kreise sich darüber beschweren, daß der deutsch-spanische Handelsvertrag noch immer nicht ratifiziert ist, dann mögen sie sich vertrauensvoll an die Deutschnationalen wenden.(Sehr richtig! bei den Soz.) Wir sind uns wohl bewußt, daß wir bei dem Abschluß von Handels- vertragen auch Konzessionen machen und Lasten übernehmen müssen. Wenn beim deutsch-spanischen Vertrag Erleichterungen für die Weinbauern möglich sind, so werden auch mein« Freund« diesen Weg beschreiten. Aus» schärfste müssen wir uns ober gegen die Bestrebungen de, fchwerinduflriellen Sapltal, wenden, bei den Handelsvertrag»- Verhandlungen in die Rechte des Staales und der Behörden elnzugreifen. Wir müssen immer mehr dazu kommen, die Produktionsbedingungen im Inlands denen des Auslandes gleichzustellen, dazu gehört vor allem die Ratifizierung des Abkommens über den Achtstunden- tag. Wenn wir nicht die wirtschaftlichen Gegensätze zu mildern versuchen, dann werden wir auch nicht zu einer Abschwächung der politischen Gegensätze kommen.(Sehr wahrl bei den Soz.) Ein Staat wie Deutschland braucht zu seiner weiteren Entwicklung den Frieden: die Wahl vom vorigen Sonntag hat allerdings Perspektiven für uns nicht gefördert, sie ist nicht geeignet, das Der- trauen der anderen Länder zu Deutschland zu heben. Wir stehen im Kampf gegen die Kräfte, die in Verkennung der wirtschaftlichen Gefahren durch ihre politischen Aeußeningcn großen Schaden an- richten. Gegen diese Kräfte aufzutreten, müßt« auch die Aufgab« einer Regierung sein, die das Wohl des ganzen Landes im Auge hat. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. v. Raumer CD. 33p.) gibt dann nachträglich noch einen Bericht über die Ausschußverhandlungen. Der Ausschuß fordert baldige Durchführung der P r 0 d u k t i 0 n» st a t i ft i k für die ver- schiedenen deutschen Wirtschaftszweig«. Weitere Forderungen des Ausschusse» beziehen sich auf die Förderung des gewerblichen Bildungswesens. Zlbg. Dr. Lejeune-Zung(Dnat.) sieht in der Vertiefung der Gegensätze zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, zwischen Graß- und Kleinbetrieben ein« Gefährdung der deutschen Wirtschaft. Eine sehr bedenkliche Erscheinuna sei die große Passivität in der deutschen Handelsbilanz. Man müsse zu einer Einschränkung der Einfuhr kommen und Schutz- und Ausgleichszöll« einführen. Ilm 6 Uhr wird die Weiterberatung auf Sonnabend 1 Uhr vertagt. ver Unterausschuß de» Siedlungsausschusse» de» Reichstages trat gestern zu einer Sitzung zusammen, um über da» Fortbestehen der Pachtschutzordnung zu beraten. Noch längerer Debatte über die Notwendigkeit der Äusrechterhaltuna des Pachtschuyes wurde«instimmig beschlossen, daß die Vochtschutzordnunq auch über den 30. September 1925 hinaus ln Kraft bleiben müsse._ werben ums Zentrum. Die preußische LandtagSdebatte. In der Landtagssitzung am gestrigen Donnerstag, über deren Beginn wir im Abendblatt berichtet haben, führte Abg. ZNeyer-Hermsdorf(Dnat.) weiter aus: Eine.Dolk»« g e m e i n s ch a f t" mit den Sozialdemokraten ist ein U n- ding. Die Sozialdemokratie ist nicht imstande, aufbauende Arbeit zu leisten. Wenn der Ministerpräsident heut« die Hoffnung auf eine tragfähige Mehrheit ausgesprochen hat, so scheint er dabei auf die Kommunisten zu rechnen. Selbst der.Vorwärts' hat im August 1919 ausgesprochen, daß die deutschen Zustände eine„heillose Schweinerei' seien(?), und wie dies« zu- stand« gekommen ist. werden Si«(nach links) doch am besten wissen. Nicht an unserem Widerstand ist«ine wahre Doltsgenreinsckwst ge- scheitert Wir kämpfen für das Christentum, die sozialdemokratisch« Presse, namentlich die Gewerkschaftsblätter,, gehen in der gemeinsten Weife gegen Religion»nd Ehristentum an.(Lärm und Lachen links.) Herr Heilmann hat gestern in demselben Atem, In dem er sich über die Beschimpfung de« verstorbenen Dr. höslc durch die deutsch. nationale Presse empörte, die Verleumdung wiederHoll, daß der verstorbene Edle v. Braun eine Provision von 1� Millionen Mark eingesteckt hätte. Wie lange das Zentrum geschlossen hinter dem Kabinett Braun stehen wird, ist doch sehr ungewiß, denn die Weltanschauung»- g e g e n s ätze zwischen Zentrum und Sozialdemokratt« sind unüber- brückbar. Weite kotholisch« Kresse stehen zu uns, sie sind deshalb nicht weniger treu« Katholiken. Die Gesundung de» deutschen vott». und Staatslebens ist nur denkbar auf dem Boden des Christentums. Auch bei einer Neuwahl werden diese ch r i st l i ch- e t h i s ch« n Momente aueschlaggebcnd sein.(Lebhafter Zkifoll rechts.) Abg. Mloermonn(Z.): Die kathossschen Arbeiter besitzen b e- rufenere Bertreler als den Borredner. Gestern haben sich die Redner der rechten Seit« zahlreich« gehässige Angriffe gegen Herrn Marx erlaubt. Herr Marx steht viel zu hoch, als daß ihn solche Anwürfe erreichen könnten. In der deutschnotionolen Presse ist Marx mit einem Wasserkopf dargestellt worden.(Ulrruhe und Widerspruch rechts.) Durch besondere Niedrigkeit haben sich Ausfälle ausgeze ch- nst, die ein Graf E u l e n b ujr g nach der„Allensteiner Zeitung" aegen Marx gerichtet hat.(Stürmische Unterbrechungen rechts.) Wenn die Rechtsparteien uns beweglich vorstellen, daß unser katholischer Glaube in Gefahr sei, so Harmonien sehr schlecht damit die überaus gehässige Art des Wohlkampfes dieser Par- teien gegen das Zentrum, diese mehr als «inseitige konfessionell« Heß«. (Redner zitiert zahlreiche Reichsblock-Fluablätter und Wahlaufrufs. die gegen die katholisch« Kirche heftige Angriffe erheben: er wird dabei fortgesetzt von Zwischenrufen und Lärm der Rechten unter- brachen.) Man hat versucht, das Zentrum mit dem Papst in Gegen- sag zu setzen. In der Weltanschauung Ist zwischen uns und den Sozialdemokraten eine liefe Kluft, ober Sie(nach rechts) verwechseln dogmatisch« und bürgerliche Toleranz.(Erregter Widerspruch rechts.) Ist denn die Deutsche Bolkspartei nicht auch in die Große Koalition eingetreten? Damit Hot sie doch nur anerkannt, daß grundsätzlich gegen«ine solche Zusammenarbeit nichts einzuwenden fei. Geltern hat Herr v. Eampe erklärt,«ine Doltsgimeinschast müsse«ine G e- sinnunjjsgemeinschaft sein. Dazu müßte doch auch ein« r e l i g i ö) e Gesinnungsgemeinschaft gehören, ms ist sie? Niemals hat da» Zentrum beim Zusammenarbeiten mit den Sozialdemo. traten auch nur einen seiner Grundsätze preisgegeben(Larm und Gelächter rechts), wir werden es auch in Zukunft nicht tun: aber wir können und wir müssen streckenweise mit anderen zusammen- gehen im Sinne des Wortes, daß all« Deutschen in der Liebe zum Poterlaude einig sind. Wir wollen aufbauen und rechnen dabei aul die Mithilfe aller, die es mtt dem deusschen Volk« gut meinen. (Rauschender Beifall im Zentum.) Abg. Dr. n. Richter(D. Dp.) gibt dem Zentrum gut« Lehren. daß es nicht den— Religionekampf hineilttragen soll« usw. Dann versucht er, das Zentrum für einen großen Rechtsblock einzufangen und empfiehlt schließlich ollgemeinen Zusammenschluß. Innenminister Severing: Di« Ausführungen des Herrn v. Richter erinnern mich, wenn ich sie mit denen des Herrn v. Campe vergleiche, an die schöne bs- konnte Melodie:„Leise zieht durch mein Gemüt liebliches Geläute.' (Heiterkeit.) Jedenfalls ist eine Verständigung auf der Basis der Rede des Herrn v. Richter leichter als auf der Herrn v. Compes. Man hat am Ministerpräsidenten dies und das kritisiert, aber man muß einen Mann nach seiner Gesamtwirksamkeit und nicht nach einzelnen Sleußerungen beurteilen. Jedenfalls haben w i r nicht den Schinken angeschnitten. Wenn der Ministerpräsident seinerzeu aus die Provokation mit der Dolchstoßlegende und ähnlichen Dingen der Reckten in scharfer Form antwortete, so war dos sein gutes Recht. — Die Reibungen im großen Koalitionetabinett. von Denen Herr v. Richter sprach, gab es nicht nur mit der Doltspartei. Es gib« keinen Minister, der das Kunststück fertig bringt, es allen Parteien recht zu machen. Es gab Beschwerden von allen Sellen, besonders in einer so kitzlich-n Sache wie der P e r s 0 n a l p 0 l i t i k. Herr v. Richter ist glücklich, einig« seiner Partei nahestehenden Land- rät« gerettet zu hoben. Warum macht er mir den Vorwurf, daß ich zwei sozialdemokratisch« Polizeipräsidenten gehalten babe? H ö r s i n g s Propaganda für das Reichsbanner mag ja viel- leicht etwas lärmend und tambourmaßig fein, aber vielleicht erinnert sich Herr v. Richter auch daran, wie wir uns über die sehr eigen- artigen Aeuherungen de» Regierungspräsidenten Höhnen van Stellin unterhatten haben: die.ZZerfassungstteue' dieses deutsch- volksparteilichen Herrn ist doch mehr als bedenklich.(Zustimmung links.) Bei den Beschwerden über da» Reichsbanner darf man nicht vergessen, daß gegenüber dem Lärm der„Deutschen Tage' die Gründung de» Reichsbanner« ein« politisch« Rokwendigkeik war, um die Welt daraus aufmerksam zu machen, daß es in der deutschen Republik auch noch Republikaner gibt. Das Reichs- bonner hat heute seine geschichtlich« Aufgabe ersüllt.(Lebhafter Beifall links.) Abg. Dr. Preuß(Dem.) findet die Red» des Herrn v. Richter nicht so srühlingsmäßig wie Severing. Di« von der Deutschen Boll«- partei vorgetragenen Möglichkellen zur Lösung der Krise seien glatte Unmöglichkeiten. Wenn Herr v. Richter Sozialdemokraten und Deutschnationole in gleicher Weis« zur Regierung heranziehen will. dann müßten bei der nächsten Regierungsbildung 90 Proz. der deutsch nationalen Beamten abgebaut werden. Die preußisch« Frage ist gerade jetzt nach den Reichspräsidentenwahlen von besonderer Bedeutung. Bleibt in Preußen ein republikanische? Regiment gesichert, dann mildert das die starken vesürchiungen. die da» Ausland an d>« Wahl hindenburg» geknüpft hol. Der früher« Reichspräsident E b e r t Hot. obwohl Sozialdemokrat. sich der Bildung sozialistenreiner Regierungen nicht um jeden Pr«'» in den Weg gestellt. Hofsentlich wird Hindenburg. der jetzt Reprä- sentant der deutschen Republik ist, zu seinem Teil do�u beitragen. daß möglichst reaktionsfreie republikancsch« Re- g i« r u n g« n geschaffen werden.(Heiterkeit und Beifall link».) Es folgt eine lange Reihe von Rednern der verschiedensten Parteischallierungen. die wohl dem Haus« viel Lärm, aber keine neuen Gedanken brachten. Als Abg. Luckassowih(Dnat.) noch einmal über das Zentnim herfällt und ihm vorwirft, es habe stch über seine eigenen großen kulturpolitischen Gedanken um parte!- politischer Dorteile willen hinweggesetzt, stellt Abg. lviidermann(Z.) nochmals fest, daß bei der Reichspräsidentenwahl zwischen Zentrum. Sozialdemokraten und Demokraten irgendwelche Versprechungen weder gefordert noch gemacht worden stnd.— Abend» 6)4 Uhr vertagt sich der Landtag auf Freitag, den 8. Mai. Die Miaisterslürzerei. Im Landtag sst der folgend« Antrag Dinckler(Dnat.) ein- 0 0 ,l)cr Landtag wolle beschließen: Das Staotsministerium besitzt dos nach Artikel 67 Abf. 1 der Verfassung ,u seiner Amtsführung nötige Bertrouen nicht.' Ifl Turmstraße 30a, Ecke Wiiheimshavener Straße offeriert zu besonders billigen Preisen} ÜJlSlCr gemusterter Cheviot.... v. MM an UlSlCr in Gabardine und Covercoat. v. MM.an IfimlllngS'AlKflge moderne Dessins V. ZlM.an fl€lT€91'Anzft�e Nadelstreifen...v. 29M.an Herren- AlUfljJC gemust. Cheviots. v. 42M. an Herren-AnzlUc Gabardine u.Kammg. v. 65 M. an KnObCQ'ämfigC in Stoff von 8 M. an ♦ KlClCr mit langer und knrscr Hose v. 26M.an SnmmUnSiUel von 19 m. an* Kaiicliesleranzflgc von 3? M. an Windfadica* Sportanzflge 4 Breedies* BernlsHleldang legiidier Art m groftcr Auswabi und sehr preiswert! Bitte die Ausstellung In meinen 9 Schaufenstern zu besichtigen! Eigene Werkstatt für elegante Maßanfertigung*«* giebigfelt zu zeigen, sondern die Bauern gemaljam nebergnichingen Mit Berachtung blidten ſie auf die schlechtbewaffneten Bauern heras, die sie mit dem wegwerfenden Ausdrud Roßmuden" belegten, ein furger, leicht entscheidender Sieg schien ihnen sicher. Der Kanzler E& des schwäbischen Bundes empfahl die Tattit des Hinhaltens: man solle die Berhandlungen in die Länge ziehen, die Bauern durch Berjprechungen sicher machen und durch geschickte Winkelzüge der= uneinigen, wenn das Kriegsvoll gerüftet fet, folle man die Bauern haufen aus dem Hinterhalt anfallen und die Bösewichter medermegeln. Zum Glück für die Bauern herrschte auch in der Leitung bes Bundes teine rechte Einigkeit. Der Führer der Allgäuer Bauern war der Pfarrer Jatob Behe in Leipheim, ein eifriger Anhänger der neuen Lehre, der aber die lutherische Freiheit eines Chriftenmenschen" auch auf die meltlichen Dinge übertrug. Er erfreute sich beim Landvolle einer ungemeinen Beliebtheit und hielt im Bauernhausen strenge Mannes zurcht. is er merkte, daß die Herren weiter nichts im Sinne hatten. ofs die Bauern zu überfiften, beschloß er zum Angriff vorzugehen. Er eroberte mehrere geistliche und weltliche Herrschaften und zog sich mit der Beute nach Leipheim zurüd. Aber schon war der Truchfeß herangerüdt. In der hinterhältigsten Weise überfiel er mit seinem starten Heere die vereinzelten Bauernhaufen in den Dörfern und zog dann mit dem ganzen Gefüh vor Leipheim. Die Leip heimer baten um Gnade, der Truchfeß forderte die Auslieferung ihres Pfarrers, die sie verweigerten. Jest ging der Truchseß zum Sturm über und gewann die Stadt, doch der Pfarrer Wehe war durch einen unterirdischen Gang entflohen. Schon am folgenden Lage wurde er entdeckt und ergriffen. Am Abend des Tages, es war ber 5. April, murde Jafob Behe mit mehreren seiner Genoffen zum Tode verurteilt und gleich darauf auf freiem Gelde enthauptet Bis zum letzten Augenblick blieb er standhaft und gefaßt, auf die Hohnmorte des Truchfeß antwortete er würdig und felbstbewußt, den Trost des bündischen Feldtaplans wies er zurüd. Er mar der erste hervorragende Blutzeuge des Bauernfrieges. Der Truchse gebärdete fid) wie ein blutdürftiger Büterich und graujamer Henter, überall ließ er brennende Dörfer und Weiler hinter sich, Blut und Mord bezeichneten seinen Weg. Tausende von Bauern fielen feinem Racheburst zum Opfer, und das Gerücht ver. vielfachte noch die Zahl diefer Opfer. Grauen und Entfezen ging durch die Bauernhaufen, aber auch grenzenlose But und Erbitterung foderte empor. An allen Orten gingen die Bauern zu Gewalttätig teiten über, um Rache zu nehmen für das vergoffene Blut der Brüder. Besonders empörte fich der Gerechtigkeitsfinn gegen bie Hinterlift, mit der ihre Gegner den Kampf führten. Mitten in den Berhandlungen sprengten feindliche Reiter heran und hauten die überraschten Bauern nieder. Besonders hinterliftig benahm fich ber Obervogt von Beinsberg, Graf Helfrich von helfenstein, deffen Gemahlin eine natürliche Tochter des Kaisers Marimilian I. war. Er fand seine Freude daran, einzelne zersprengte Bauern aufzugreifen und zu erwürgen. Gegen ihn richtete sich am meisten der Zorn der Bauern. Um Karfreitag, 14. April, jammelten fich große Scharen bewaffneter Bauern vor Beinsberg, um mit dem Grafen zu verhandeln. Auch hier bewies diefer feine unehrliche Gesinnung, indem er während der Berhandlung seine Reiter ausschickte, die den Rachtrab des Bauernheeres anfielen und schmer schädigten. Jetzt war die Geblud der Bauern erschöpft, fie brannten vor Eifer, dem falschen Grafen einen Denkzettel zu erteilen. Am Abend dieses Tages schickten die vor Beinsberg lagernden Bauern, die unter der Führung von Florian Geger, Jörg Megler und Jaclein Rohrbach standen, eine legte Auf forberung in die Stadt, fie folle fich ergeben. Die Antwort lautete ablehnend, worauf der Sturm beschlossen wurde. Bon den Mauern der Stadt aus wurden die Bauern verhöhnt und beschimpft, was die Empörung natürlich nur noch steigerte. In der Frühe des ersten Offertages feßie sich der Bauernhaufen, gegen achttausend Mann start, auf die Stadt zu in Bewegung. Helfrich von Helfenstein hatte Tore, Mauern und Behre befehen lassen, seine Frau und sein Kind nebst den Kostbarkeiten hatte er in das oberhalb Weinsberg liegende ENVER BEY. Schloß gefchafft. So erwartete er te ben griff uhe Nach Kriegsbrauch schickten die Bauern zwei Herolde mit einem Hurt auf Wie Gottfried Keller den 1. Mai feierte. einer hohen Stange an die Stadtmauer. Deffnet uns Stadt und Schloß," jo riefen sie, wenn ihr es nicht wollt, so bitten wir um Gottes willen, tut Weib und Kind hinaus, denn wir werden jetzt stürmen und es wird niemand geschont werden!" Eine freche Antwort erfolgte, und obendrein wurde noch auf die Herolde gefeuert, so daß sie blutüberströmt im Lager wieder antamen. Jetzt war fein Halten mehr. Das Bauernheer war in drei Schlachtreihen Das Gutachten. Stan humpole Der Angeklagte ist haftfähig! geteilt, deren erfte, wegen ihrer Uniform die schwarze Scharge nannt, von Florian Geyer geführt wurde; langjam feite es sich in Bewegung. Ein altes, ergrautes Beib, die schwarze hof männin, die Ratgeberin Jädlein Rohrbachs, hatte bereits am frühen Morgen den Segen über das Heer gesprochen. Sie ist eine eigentümliche Gestalt im Bauernfriege, von den Feinden als Here geschmäht, von ihren Volksgenossen als Scherin und Priesterin verchrt, wird fie vom 3auber des Geheimnisvollen umwebt. Zweifellos hatte sie unbeschreiblich viel unter dem Joch der Herren gelitten, Mann und Kinder hatte sie der Blutgier der Herren opfern müssen, so hatte sich denn in ihrer Brust eine Fülle von Haß und Rache gejammelt. Die Bauernhaufen berannten zugleich Stadt und Schloß, während die Belagerten erbitterten Widerstand leisteten. Mit zäher Entschloffenheit rückten die Bauern vor. Plöglich fahen die Stürmer, das Florian Geners schwarze sahne auf der Schloß maner flatterte. Der tapfere Held hatte mit seiner tapferen Schar, die aus gedienten Kriegsmännern bestand, die Mauer erstiegen. Damit war der Sieg entschieden, jeder Widerstand war vergeblich, die Berteidiger verließen die Mauern und Tore und die Bauern drangen in die Stadt ein. Um die Mittagszeit befand sich Weinsberg in den Händen der siegen den Bauern. Das war am 16. April des Jahres 1525. Das Brautpferd. Jm 16. Jahrhundert war es in Zürich Branch, daß die Bräute auf dem Hochzeitszug zur Kirche nicht zu Fuß gingen, sondern auf einem Pferd ritten. Das Pferd gehörte immer dem jeweiligen Stadtschreiber und hieß allgemein das Brautpferd. Besonders beliebt war das Brautpferd, das im Jahre 1550 seine Dienste tat, denn es beförderte im Laufe dieses Jahres nicht weniger als 87 Bräute zur Kirche. Es war auch Brauch, daß die Frauen, menn fie späterhin ihrem Brautpferd auf der Straße begegneten, zu ihm herantraten und es begrüßten und streichelten. GOLD Verkäufe Teppiche, Fischer, Botsbamerstraße 103. plat 168 88. Der festfrohen Natur Gottfried Kellers, die aus den liebevoll eingehenden Schilderungen ländlicher wie städtischer Feiern in seinen Dichtungen mit lachenden Augen hervorlugt, stand fein Fest des Jahres näher als der große Frühlingswerdetag der Erde, der 1. Mai. Der Dichter, der nach seinen eigenen Worten die heiteren unter derr christlichen Feiertagen, den Ostermorgen, den Himmelfahrtstag, die Pfingstfrühe jo gern mitgenoß und mitfeierte in behaglicher Andacht der Seele, trat zu diesem Tag in ein ganz persönliches, inniges Verhältnis: Wie ich seit einiger Seit ängstlicher auf den Wechsel der Jahreszeiten achte..., so habe ich besonders auch für den 1. Mai eine größere Pietät gewonnen als für alle anderen Tage im Jahre. Das tommt vom Scheiden der Jugend. Dem unbewußten Genießen und Sehnen folgt die bestimmte Abficht, feinen der flüchtigen Lenztage des Lebens mehr zu verlieren, und, obgleich mir fühlen, daß der Geist ewig jung bleibt, so möchten wir doch neben seinen Früchten noch einige Blüten der leiblichen Jugend glänzen sehen. Das Jahr, in dem der Dichter diese Selbstbeobachtung in sein Tagebuch schrieb, mar das des hoffnungsreichen Böllerfrühlings don 1848, dem fein darauf folgender Sommer Erfüllung brachte, mar aber zugleich der bestimmte Wendepunkt feines Lebens, die Be freiung aus der qualvollen Unentschiedenheit jener Züricher Jahre, die er selbst als verlorene beflagte. Dieser wunderliche 1. Mai" mit feinem Kampf zwischen Frühlingspracht und scharfem Dstwind, der einen mitten im Glanze erschauern machte, mit seinen über die Lenzfelder jagenden Wolfenschatten, seiner peinlichen und frostigen Unruhe, trieb ihn aus der Einsamkeit der Natur- und Selbstbetrachtung in das Boltsgewühl des Jahrmarkts, mit dem der erste Maientag in der Stadt begangen wurde. Aber auch hier fühlte er einen rauhen, unfreundlichen Hauch überall durch den Geist des Frühlings diefes jungen Jahres wehen. Das herbeigeströmte Bolt, erfüllt von der Sorge um den täglichen Lebensbedarf in dieser schweren Zeit, fümmerte sich faum um die ausgestellten Herrlichfeiten der Marktbudenbefizer, ja, es spottete zum ersten Male über ihrer verschmähten Bundermelt standen. Selbst die einzig heitere das, was es sonst bemunderte, während die Gaufler traurig vor in ihren neuen Uniformen singend umherziehenden jungen Soldaten. Note in diesem trüben Maibild, die ausgelassene Fröhlichkeit der erschien dem Dichter als ein Mißtlang und erweckte in ihm nur die heiße Zukunftssehnsucht nach einem Frühling, in dem diese blutroten Menschenblumen nicht mehr mit den anderen tausend Blumen hervorbrechen würden, um ihre unheilvolle Bracht an der Sonne zu spiegeln. Doch aus dem Gewühl des Menschentreibens flüchtete eller in die Stille des Lesesaals, um auch dort aus den weißen Blüten des papiernen Bölferfrühlings", die noch vor turzem erst gar luftig geflattert hatten, aus den zahllosen Flugblättern und 3eitungen, den gleichen Frofthauch zu verspüren, der über die Lenzpracht in der Natur ertötend dahinwehte. Zu des eigenen Ichs wie ber Völkerschicksale Abbild weitete und vertiefte sich dem Dichter dieser lampfburchtobte erste Maitag der Natur, der ihn trok aller Rückfälle in winterliche Tüden dennoch mit der frohen Gewißheit erfüllte:„ Es wird Sommer, heißer, glühender Sommer!" erfüllte: Es wird Sommer, heißer, glühender Sommer!" Die Staubentwidlung an Zementfußböden. Der Bortell in der Berwendung von Zementfußböden in einer Reihe von Betrieben wird in gewissen Fällen dadurch wieder aufgehoben, daß diese Fußböden schon durch das blcße Begehen bauernd einer ziemlich erheb lichen Abnüßung unterliegen. Es entsteht dann ein Stauben, bas natürlich überall dort, wo es fich darum handelt, daß die aufgestellten Maschinen oder die erzeugten Waren in einem staubfreien Raume sein sollen, unangenehm empfunden wird. Diese Staubplage läßt sich, wie mir im 4. Jahrgang des Chemiebüchleins" lesen, dadurch beseitigen, daß man der Zementoberfläche die Staubfördernde Porosität nimmt. Hierzu hat sich als besonders geeignet die tolloide Kiefelsäure erwiefen. Diese zieht, in richtig gewählter Form an gewendet, in die Boren ein, verfiefelt fich mit dem Zement zu einer festen, durchlässigen Maffe, die sich nicht mehr abreiben unb abtreten laßt. ENVER BEY W.H.WITTIG 5 TULA Seilzahlung, tulant, Möbel- mifch. Teilzahlung, billig. Möbel- Misch. Seilzahlung reell, 618 8186 Monats- Garderobenhaus verlauft Zeilzahlung. Mobel feber Art. Ge- Alaviere 50 Mart monatlich. Reine Rebenverdienst bietet Rigarrenfirma fpottbillig erftlaffige Jadetbanzilge, Geh ringe Anzahlung, bequeme Abzahlung. Anzahlung. Reu und gebraucht. Große Serren in Großbetrieben durch Heberrodanzüge, Cubamananzüge, Frad und Möbelhaus Luifenstadt, Röpenider Auswahl Garantiefchein. Bianohaus, laffung von Bigarren und Sabaten in Diwanbeden, Sil@ beden. Gmoting- Angilge, Schwebenmäntel, Möbel- Mife, traße 77/78, Ede Bridenstraße. Röniggrägerstraße 81 Rommiffion. Ausführliche Angebote Bettvorlegen, Läuferstoffe, pragtoone Baletots. Teilzahlung ohne Breis Große Frankfurterstraße 45/46. Zeilzahlung. Romplette Zimmer, Ein- Bianes, Qualitätsware aus eigener Chiffre 3. 43 Soupterpedition des Bor Auswahl, extra billige Gelegenheiten. erhöhung. Gesellschafts- Anailge werden Batentmatzaken, Auflegematronen, selmöbel billig. Wenger, Marfilius. Fabrit, Flügel, Sarmoniums, große wärts. verliehen. Beingarten, Blanbleihe, Metallbetten, Chaifelongues. Walter ftraße 8( Alexanderplat). Große Frant. Auswahl in jeder Breislage. Rahlungs Bringenftmaje 83 II, Stargarderftraße adjtzehn. Linoleum, Linoleumfäufer. 90 gentifurterftraße fedsundfünfzig. erleichterung. Mar Abam, Inhaber meter, 3.50, Linoleumteppiche, BinoleumAnfleibeschränke 110.-, englische BettLeibhans Morikplak 58a verlauft aufnellen 45-, Einzelmöbel. Unkleidefchrant, Rußbaum 125,-, eng- Otto Woltersdorf. Münaftraße 16, nahe Iegetei, Bringentiaße 101. Mori rebi und bar Monatsgarderobe, teils erleichterung. Stein. Anflamerstraße 20. Kleiberspinden, Zahlungs Tifche Bettstellen 55. Tumeaus 48.-, leranderplak. auf Seibe. Sadetianzilge von 23. an, Bäschespinden 30.Fahrräder Ranman- mashinew file Bausgehodhelepante Ulfter, Saillenmäntel, Betthaiselongues, Schlafchaiselongues, Rücheneinrichtung 35.-. Sellin, Garten7.00, Bolfterauf. Straße 26, Fahrräder, Tonkurrenalofe Breife. paratur- Werthatt His alle Enfeme mäntel, Rostihne, Sportpelae von 75.- lager, Batentmattagen 10.00. Bochen Gin Jahe Jahlungserleichterns. Berrenräder, Damenräder, Jugend Emil Salbert... b. S., Briedrich Gehpelge. Erteaangebot: Belatragen, abzaltung 3.00, Bappelallee 12. Eleinite Anzahlung, пис Qualitäts- röber, Mennmaschinen, große Auswahl, take 65a. Mtecture 6268. Mäntel, Jaden von 50.- an. Billiges Schlafzimmer, Gelegenheit Aleiberidiran! 18.-, Bermöbel, Speifezimmer, Teilzahlung geftattet. Fahrradhaus, Angebot in Teppichen, Bäfche, Betten tito 15.-, Baschtoiletten 15. Bette Berrenaimmer, Bohnzimmer, Rüchen, Brandenburgstraße vier, nahe Soch ufw. Cgtra Abteilung in Submaren ellen, tomplett, 14., Baffofa 15.- Cingelmöbel. Tischlermelfter Schumann, bahustation Bringenftrage. au quas entort billigen Bretfen. Rüchen 24. Gottlieb, Rügener Strake Blonskirchstraße 30, Ede Templinecftraße. Mein feit 22 Jahren bestehendes Ge breizen. Unsere Angebote erregen Auffehen. fchäft Hefert aur teelle Bare Cin Marfiliusstraße 2, en Große Frant Konkurrenzlos, Reue fournierte deel. Wir bringen heute: Schlafzimmer Hot großer Boften Motorräder eingetroffen. futterstraße, Baufen Sie vorteilhaft Damen, Herren- Frablatesmantel, fer- tarige nfleibefdyränke mit Spiegel mit Reiftallfacetiefpiegel and Seiten Erjan- und Aubehörteile. Weist, Große tuna", Ciche, großer Ankleidefcrant Gebrauchte von 200.- an Sämtliche ner Damen Kleiber, Roffitare, Rafals. chetbe, Wäfcheabteilung 150 breit brauch unb Gewerbe, Keilsabfung. Re Gummimantel von 12.- an, Damen- Chaiselonguebeden Bekleidungsstücke. Wäsche usw. Weberbetten, Gland, viettellig, 40.Metallbetten, Bettfedern, Inlettstoffe fpottbillig. Bettenfabrit Reiniden borferstraße 105, Stettelbedplaa. Metall- Hüttenwerk fucht für fofort[ 842 b 1 Schmelzer für fiegellofen Del- Ofen 4 kräftige Hilfsarbeiter eingearbeitete Leute. Zu mela Reinickendorf, Hoppeste: 13 Arabithaus zu Labenstelsen. Damen- Serren- Anzüge, Saffo- und Manchester 105 W., 180 brett 85. Steue four- facetten, Besten nit prima Drellauf Frankfurterstraße 25/26. lagen, großer Waschtisch mit echtem unb Serrengarderoben. Damen- und anzilge. Serren and Damen- Gummi- nterte Bettftellen mit Batentböden und warmor, Robefühle, tomplett 560 st. Berzenschuhe, Bäfde, Betten, Belze, mantel. Seilzahlung gestattet. Bei Auflagen Nachte Garbinen, Steppbeden in bezemer b- genügenber Legitimation with bie Bare alche mit Marmorplatte 15 M. Four gogerung bis zum Gebrudtoftenfrei Garten:: Laube:: Balkon Maschinensetzer Berliner Möbelhaus Hirichomik. falagszahlung. Raufbaus Sieldberg fofort mitgegeben. nierte Bafchrommoden mit weißem Mar Süboften, Staligerstraße 25, Bochbahn mit vier- und sechsedigen Maschen, Drähte, Stachelbroht, Drahtgeflechte ür Cynotype gegen gute Bezahlung 2. Co.. Surmftraße 57, 1. etage. mor und Facettespiegel 65 M. Bitfette Rottbufet Zor. flir fofort in Dauerstellung gesucht. Drahtgewebe, Krammen, Saunftiele, Monatsanzüge, Baletots, Gefellschafts Bett, Beibwäsche, Hauswäsche, Tifch. 95 M. Diplomaten 28 D. NitsbaumWir gewähren jebermann bei An- Drahtstifte, Banartikel, Laubenherbe, Buchdruckerei Georg Eichler enzüge fraunen billig nur bei Radhe, tottierwäsche taufen Sie am umbauten 38 M. Blufchlofas 45 M. GD. 16, Schmidstraße 24/25. Staftonienallee 84, Sochbahn Danziger billigsten mure birekt in ber Fabrir beim Schlafzimmer mit weißem Marmor, fchaffung erfittafia gearbeiteter Serren- Defen, Gartengeräte liefert billight Bauf aftbekannten Bettwäsche- Bähr. Befte Prellauflagen, Kristall Facette- Spiegeln, aimmer, Speisezimmer, Schlafzimmer, Friedrich, Charlottenburg, Leibniaftr. 17. Qualitäten, allerbilligste Breit Riefenauswahl in Rüchen, Einzelmöbel aur Ergänzung, Steinplak 1146 und 7876. Lomplett 325 M. Fach Bahlungserleichterung. Zeitzahlung, monatlich 25 M., Tiefett männische Bedienung. Erleichterte za simmern. Einzelmöbel in feber Aus- unfere Spezialabteihung enthält reichfie Serrenzimmern, Speifezimmern, Schlaf. meitestgehende elegante Herrengarberobe nach Dias. Tungsweife. Ausschneiden! Gutschein inzahlung bis zur Lieferung ein Drittel file 5 Brozent Raffentabatt! Helteste Richen, geitrichen, Yafiert Möbelhaus binen, Deforationen aller Art. Moaführung, Renaissance- Möbeln, moderne Auswahl an Teppichen, Deden, Gar ber Rauffumme, streng reelle Bedienung. Spezial- Bettwäschefabrit, Ernst Bähr, 3. Temporomski, Schneidermeister, Drei- Gräfeftraße 39( Safenheide), Rofen Gottlieb, Rügener Str. dreizehn, Bahn- biter Stredithaus, Tumftraße 81, eine hof Gesundbrunnen. bunbfte. 47, 4n ( Sadefcher ber Belle- Aliance thaleeftraße 49 Freilieferung Treppe, gegenüber Arminiusploh. Markt), Straße, Amt Gülbring 418. Groß- Berlin 8295 Brunnenstraße 10( Stofenthalerplak), Spandan, Botsdamerstroke 20. frakt. Monatsanzüge, Gommetpaletots, Gefeffchaftsanzüge, torpulente figuren, founend billig. Staf, frither Mulad freake, icht nur Gormannstvage 25/26 und Mariannenfeage 26. * Möbel Musikinstrumente. Kaufgesuche Faberaber tauft Linienftraße 10 Gelaverkehr Arbeitsmarkt Stellenangebote Mabel- Safemann, Reue Schönhauser Straße 1. Auswahl 試: Beibhaus Reidenbergetftraße 31 be. Bier Blanos, prächtige Inffrumente, Be Etagen. Sonderangebot in Speise- queme Sahipeife. Saditer, Dranien. Leibt bis aur Söchstgrenze jebe Bert fame. Geschäftszeit 9-1, 3-6. simmer, fomplett, 350, 480, 650, 720, burgeritzake 42. Richeneinrichtungen, wunderschöne 950 bis 1200. Serrenzimmer, fomplett, Biavos, 200 Anzahlung, 50 monat Muiter, in allen Größen und Farben. 360. 440, 520, 680, 1400 bis 2100. Schlaf- Tim. Garantieschein, Mäkige Breife. Monatsgarderoben, Don Ravalieren Brima laferte Richen, tücherabwafd simmer, Tomplett. 410, 520, 650, 750. Serer, Ballasstraße 9, am Sparipoteft. menig getragene fowie neue Serrentische, meiße Rüchenfchränke, Dielen 950 bis 3200. Rüchen, tomplett, 65, Biazos Drzismert Klaviermacher garderoben in großer Auswahl zu fen möbel, Rotbmöbel, Metallbetten außer 85, 146; 210 bis 350. Solange der Bor fationell billigen Breifen. e Art gewöhnlich billig. Möbelhaus Ramer- rat reicht: Bufette, Garante, Auszieb- Sint. Brunnenzake 35. Belawaren staunend billig. Bolfsateaen ting. Rafanienallee 56. tifche, Schreibtische, Bederfühle, Rlub. Ronzertpiano( gelion), Stein12. nur im altbekannten Leibhaus möbel, Ruhebetten, Standuhren, Rauch- mener- Piano, ab Fabril. Rahlungs- und zuverlässig, für bauernde Stellung Rofenthaler Kor, Linienftraße 203/204, Metallbetten 19.00, Meffingbetten. tische, Galons, Wohnzimmer. Ständig erleichterung. Kleines Sarmonium versucht Ronfum- Genossenschaft Berlin und Auguftftraße 26. Tüchtige Tischler, Schlosser, Maler und Lackierer sucht sofort A.Ruhlandwerk& Rathenow. Vorwärts 1. Huberta file, Storable, retsambia Breßvergolder heate Ede Rofenthalerstraße. Reine Lombard- Rinderbetten, Teilzahlung Benger Gelegenheitstäufe in befferen Möbeln. Fauft billig Oranienftr. 166. Nach Umgebung Berlin- Lichtenberg, Ritter: Grolmanstr. 44. fichern Erfolg! ware. Speichereien: Bothringer Str. 24-26. Fabrikichluk 3. Etage. gutftraße 19. perfett Kleide Dich billig, elegant! Monatsanzüge Paletots- Mäntel Fracks- Smokings Cutaways zum Teil auf Seide, von feinsten Herrschaften und Kavalieren nur kurze Zeit getragen, in jeder Preislage. im Leihhaus Brunnenstraße 5 Hocheleg, neue Garderobe, aus feinsten Stoffen auf prima Leinen u. Roßhaar maßmäßig verarb. am Rosenthaler Tor.( Nicht fehlgehen, Hausnummer achten!) Eigene Fabrikation, daher Aufsehen erregend billig! Ziehung 15. und 16. Mal OSTPREUSSEN ELD- LOTTERIE 218 182 Lose, 6584 Gew. L Gesamtbetrage von R.- M 200000 5000 300 20000 Hauptgewinne 10000 USW. USW. ( Postgebühr u Lose zu 30 RM. Late 30 P.) erhältlich bel d. Staat!. Lotterie Einnehmern und allen Lotteriegeschäften. Heinz Staatl. Lotterie- Einnehmer Berlin W 8 Friedrichstraße 83, Postscheck- Konte Berlin 40 221. X Korbmöbel! Sonderangebot! An Private zu Engrospreisen. Eigene Fabrikate in gediegen. Ausführungen kaufen Sie in großer Auswahl und billig bei Wilhelm Schulze Monbijonplatz 12, Hot part. Nähe Hackescher Markt Zahlungserleichterung Telephon: Alexander 4112 Pressen für Fruchisaffe, Obst- u Beerenweine Dörrapparate FUP Obst& Gemibe Obst Beeren mühlen Pamaylarth& Co. Berlin N 4 43 c, Gartenstr. 33, !! Ab Fabrik an Private!! Mäntel for Backtische 475 775 1075 usw. Kostüme 1450 1850 USW. Größte Auswahl in allen Stotfarten Lindemannerstr.47/ 48 Fahrstuhl Mahe Hausvodiciplatz Geschäftszeit 8-6 tellenangebote finden im Vorwärts beste Beachtung Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold Gauvorstand Berlin- Brandenburg. Am Sonnabend, den 25. April, fiel als Opfer der Mordhetze gegen die Republik und ihre Träger unser tapferer Kamerad Erich Schulz im Alter von 27 Jahren. Der Ermordete hat stets mit besonderem Ei er, ohne Rücksicht auf seine persönlichen Interessen den schweren Dienst an der deutschen Republik verrichtet. Im Geiste.echter Kameradschaft kämpfte er mit uns und für uns um die Verwirklichung der hohen Ziele unserer Bewegung: Einheit, Freiheit, Vaterland! Sein Opfertod wird uns ein ewiges Mahnmal sein. Unter Einsetzung unseres Lebens werden wir wie er die deutsche Republik verteidigen! Berlin, den 30. April 1925 Der Gauvorstand Kameradschaft Kreuzberg. Stad schwerem Leiden ferb am 80. April meine Frau und Ramerabin. unfere liebe, treuforgende Mutter, Großmutter und ante Paula Weber geb. Hibsch im 51. Lebensjahra Jm Ramen her Sinterbliebenen: Hans Weber, Braunsberger Straße 151. Bon Beileidsbefuchen und bitten wir Abstand zu nehmen Blumenspenden Die Trauerfeier finbet am Montag, ben 4 Mai, abends 6 Uhr, im Rzematorium Gerichtstraße ftatt. Auf Teilzahlung Garderobe in guten Qualitäten zu niedrigsten Prefsen Bel kleinster Anzahlung und leichtester wöchentlich. eder monatlich. Tellzahlung HERREN: DAMEN: Anzüge Smokings Fracks Paletots Ulster Gestr. Hosen Regenmäntel Mäntel Kostüme Kielder Röcke Kasaks Jumper Strickwesten BEISER Norden: Lothringer Straße 67 Osten: Frankfurter Allee 336 PEEK& CLOPPENBURG BERLIN C 19 6. M. B. H. GERTRAUDTEN- STRASSE 25-27 Für Straße, Sport und Reise gesetzten Taschen, solide Ausführung, Form 250, M. Damen- Kostüm melierter Noppenstoff, Jacks gefüttert, Rock mit auf. 48.Damen- Kostüm ingentes Sportkostüm, Fischerätmuster m. Sattel u. 60.Damen- Kostüm feches Sportkostüm mit Sattel und Falten gearbeitet, 70.Damen- Kostüm Waffelmuster. In schönen modernen Farben, mit Halb- 75.eingelegten Falten, Jacke auf Halbseide, Form 260, M. mit Halbseido gefüttert. .Form 176, M. selde gefüttert, Quetschfalten u. 4 Taschen, Form 210, M. Damen- Kostüm unawener den, la Qualität, gefüttert in grün- 80.braunmeliert. ... Form 264, M. Damen- Motorrad- Anzüge dunkelmodefarben ... M. Jacke und Breeches aus mitterem Wildleder, praktische Form, 74.Jacke, Breeches und Mütze sportfarbiger Cord, fesche, 110.Form 178 gediegene Ausführung... M. Damen- Lodenmäntel schwerer SattelMittel Strichlodenne Futter, form, Rückenfalte, dunkelgrün M. 29.Leicht. Kamelhaarloden reine Wolle, grün- u. braunmeliert, Sattelform, Rückenfalte M: 42.Damen- Regenmäntel ( imprägniert) Moder Gabardine reine Wolle offen und 38.geschlossen zu tragen, fesche Form Damen- Gummimäntel Gute haltbare Qualität dunkelmodefarben.. Fesche, weite Form. In verschiedenen Farben. 19.46.-> Damen- Radfahr- Rock gute Qualität, dunkelgrün seitlich 11.aufknopfbar, mit 2 Taschen geteite Form mit Beinverschlub, marengo Loden.. 21.Damen- Breeches ganz mit Köper gefüttert, In ver. 15.schiedenen Mustern und Farben Form 250 Neu aufgenommen: Sportstiefel in bester Ausführung Damen- Strick- Westen In schönen, modernen Mustern von**** Mk. 14.en Damen- Sport- Hüte aus Leder, Valour, Loden-, Gummi- und Imprägnierten Stoffen in großer Auswahl Möbelfabrik Rob. Seelisch egründet 1876 Berlin Q112, Rigaer Straße 71-73a Bekannt seit 49 Jahren. Grosse Auswahl in kompletten WohnungsEinrichtungen sowie Elmzelmöbel aller Art zu wirklich billigen Preisen. Auf Wunsch Zahlungs- Erleichterung. Besichtigung ohne Kautzwang erbeten. Geschäftszeit von 8-7 Uhr. KAR MITRI ORIENT- ZIGARETTEN Karmitri ist besser Am HOFFNUNG Bekleidungs- Industrie G. m. b. H. Thaler Platz Brunnenstraße 185 Am Rosenthaler Platz Elegante Herrenbekleidung fertig und nach Maß Beste Ausführung! Guter Sitz! Mäßige Preise! Frack-, Smoking-, Cutaway- Anzüge in modernen Formen Gummi- u. Bozenar Mäntel, sowie einzelne Hosen in allen Größen und Preislagen Covercoat- a. Marengo- Paletots sowie Schwedenmäntel in großer Auswahl! Heute geschlossen! S.J. ARNHEIM BERLIN N. 20 BADSTRASSE 40-41 GELDSCHRÄNKE GEGR. 1833 STAHLKAMMERN GEGR. 1833 Büro- Ausstellung am Kaiserkamm Stand 169 Freitag 1. 81011925 Unterhaltung unö Luissen Seilage ües vorwärts Mai 1925. Der Mai ist Harken Gangs gekommen, Die Sorge fröstelt Blüten wacht. Euch ward der Winter nicht genommen, Ihr Brüder in Aabrik und Schacht. Ihr neigt die Stirne ernstem Fragen, Ihr geht in junger Welt gebückt. Was soll es, fällt ein scheues Tagen Auf Kette, die ein Volk bedrückt? Dies. Deutschland, ist nicht Auferstehen, Doch Hätz aus Gruft und Moder stieg Und keck der Herrschsucht Fahnen wehen, Die Volk gestürzt in Fluch und Krieg. Der Tambour Tod stößt harte Zeichen, Verderben greift den Marfchallstab, Und deine armen Toten schleichen Verstört um namenloses Grab. Dies, deutsches Volk, ist nicht Erwecken Der jungen, heiligen Frühlingskrast:. Der Hunger sinnt den alten Schrecken Und rüstet neu die Kerkerhaft. Was einst Uovembersturm zerschlagen In Flammen, die das Volk gebar. Ihr wollt es dulden, wollt es tragen, Was modernd schon vergessen war? Wir dulden's nicht, wir wollen hüten Der Republik erzwungen Recht! Wir werben einer Welt der Blüten Das freie, siegende Geschlecht. Ob Arbeitsbrüder Volk verraten Um Wort und Enge der Partei--- Wir gehen doch im Mut der Taten Und ringen diese Erde frei. Es ist ein heiliges Geloben. Was dieser Mai der Wehen spricht: Wir greisen doch, das Haupt erhoben, Aus Freiheitssonnen Recht und Licht! Von Volk zu Volk soll Kunde fliegen: So ringen wir um höchstes Gut. Es liegt der Menschheit letztes Siegen In eines armen Volkes Hut. Franz Rokheafelder. Erster Mai. Von Andreas Latzko. l. Seit fünfzehn Jahren ist der elfte Mai für mich sonderbarerweise unlösbar mit einer alten ftindheitseriniterung verknüpft, die im Grunde gor nichts mit dem Frühlingsfeft, dem Geburtstag des kraft- und zielbewußten Proletariats zu fchafien hat. Das Erlebnis selbst ist vielmehr von der schummerigen Stimmung der Weihnachtskcrzen mit der„philosophierenden" Ueberspanntheit meiner kaum sechzehn- jährigen wchülerwcisheit gezeugt worden, wäre aber längst unter dem Scherbenhaufen der eingestürzten Iugendträume begraben, ohne die Maisonne, die viele Jahre später gerade in dieses finstere Eckchen der Vergangenheit hineinleuchtete, und wie der Lichtkegel des Schein- werfers die Erinnerung in s Bewußtsein zurückhob. . Mit sechzehn Jahren ist das herz butterweich, gerne bereit, sich rühren zu lassen, weil es ja gar so schön ist, gerührt zu sein— über das eigene Schicksal ganz besonders! Gerade während dieser über- empfindsanren Periode, da Zweifel und hosfnungcn Tag und Nacht die Seele aufpflügen, das Wundsieber der Neugier die Widerstands- kraft untergräbt! und jeder eingestreute Samen blitzschnell ins Kraut schießt, während dieser Schonzeit der Seele gerade war meine Er- ziehung einem süddeutschen Internat anvertraut, das unter Formeln, Daten, Sprachregeln und anderem Wissenschutt das zarte Flänimchen der Persönlichkeit in seinen Zöglingen zu ersticken suchte. Die Anstalt wer nicht umsonst„staatlich konzessioniert� wen ihr Tor für„reif" gestempelt ins Leben spie, der lief wie auf Schienen weiter, bis ans Grab, so luftdicht mü Gesinnung verlötet, daß kein Gedanke, der nicht gleichfalls staatlich konzessioniert war, Eingang in seine Gehirnschale finden konnte. Aus diesem ideglen Funktionieren der Anstalt einerseits, und meinem angeborenen Mangel an staatsbürgerlichen Talenten anderer- seits ergab sich das für mich sehr traurige Resultat, daß meine Weih- nachtsferien strafweise um eine Woche später angingen, als der Urlaich der„begabteren" Zöglinge. Am Morgen des 24. Dezembers durste ich erst die weite heimreise nach Ungarn antreten, und erlebte so den heiligen Abend und die Christnacht'einsam in einem Schnell- zugsabteil. In München, wo ich umsteigen mußte, sah ich die ersten Christ- baumkerzen hinter Fenstern und Gardinen flimmern, und dieser An- blick verfolgte mich bis spät in die Nacht hinein, wiederholte sich in jedein Städtchen, jedem einsamen hos, jedem Bahnwärterhäuschen, das der Zug in die Finsternis hinter sich zurückschleuderte. Geladen mit Empfindsamkeit bis zum Lippenrand, in einen fauchenden Eisen- brachen eingeschlossen, der mich vorbciriß an der allgemeinen Freude, das unreife Knabengehirn noch überschattet von den phantastischen Jugendromanen Jules Bernes, sah ich den Zug durch den Welten- rauni fliegen, und es war der Erdball, der sich mit Christbäumen übersät an meinem Fenster vorbreidrehtc. Ich wußte sehr wohl. daß. während in Europa die Kerzen eben niederbrannten, im fernen Osten schon die Sonne des nächsten Tages ausging, und der Farmer in der amerikanischen Prärie erst bei seinem Mittagbrot saß. Aber ich wollte an diese exakte Wahrheit nicht denken, die wundervolle Bor- stellung mir nicht zerstören lassen!... War ich nicht über die Staatsgrenze zwischen Bayern und Oesterreich gerollt, hatte anders- farb-ge Uniformen den Zug durcheilen gesehen— und draußen blitzte unverändert das gleiche Bild vorbei, derselbe seitliche Anlaß raffte die Menschen überall in kleinen Gruppen zu einer einzigen großen Familiengemeinschost zusammen Der ganze Globus schien mir von einer Freuds erleuchtet, von den hoizbuden der sibirischen Sträf- linge bis zu den Lichttürmen der New Porter Wolkenkratzer, von den tranigen Fischerhütten in h-'mmeifest oder Grönland bis hinunter zu den Goldgruben um Kapstadt die ganze Erdrinde mit der cinheit- lichen Menschenmasse der christlichen Gemeinschaft bestrichen! Zwei Arme, weit ausgebreitet auf das Kreuz genagelt, weil sie die ganze Welt hatten umfassen, um Grenzen. Fahnen. Sprachen und alle äußerlichen Unterschiede die gemeinsame Umfriedung der Liebe hatten ichtingen wollen, drängten über Jahrtausende hinweg die Menschen doch noch zu festlicher Einheit zusammen, die alle aufgeschmintten Gegnerschaften verschlang.— Ganz jenseits von Katechismus und Kirche, von der Glaubens- frage und allem Religionsunterricht völlig losgelöst, dämmerte meiner Unreife damals zum erstenmal die ungeheure Gewalt der Idee, die Möglichkeit eines gleichen Nenners für die ganze Menschheit aus! Trotz alledem Nieder mit dem Plunder! Ich merkt« nicht, daß die„Menschheit", die ich als eine Familie ge- meinsam das gleiche Fest begehen ließ, die kindische Addition un- zähliger überspannter, sechzehnjähriger Schulbuben war. Die großen Gegensätze, Jahrhunderte lang mit Menschenfleisch großgemästet, schienen mir zu kleinen, unwesentlichen Unterschieden zusammenge- schrumpft, zu Merkmalen, wie Geschwister verschiedene Taufnamen tragen, um nicht oerwechselt zu werden.„Geschichte"— das war Vergangenheit, ihr blutiger Plunder verstaubte in der Rümpel- kammer, neben dem ausgestopften Aasgeier des Waffenruhmes, neben Ritterrüstung und Postkutsche! So oft draußen die Perlen- reihe christbaumheller Fenster wie eine Festgirlande von der Finster- nis entzweigerisien wurde, um bald wieder neu aufzuleuchten— bei jeder Menschengruppe, die ich im Fluge um die eigene Freude ver- sammelt sah—, jedes Bild, das die Weihnacht nur zuwarf, war nur wie ein neuer, weiterer Pinselstrich an dem einen großen Bild, das mich beglückte! Nicht einzelne Menschentropjen, geronnen in selbst- süchtiger Enge umstanden ebenso viele einzelne Christbäume! Nein. Ein einziger Baum, mit den Sternen behängt, in die er hineinragte. streckte ein Aestchen in alle Stuben, und das verblendete, feinds.'ligs Gewirr, das der Turmbau zu Babel geboren haben sollte, scharte sich verbrüdert um seinen Glanz.— II. Viele Jahre waren vergangen, und hatten die Erinnerung an die einsame Weihnachtsfahrt unter dem Berg von Gleichgültigkeiten begraben, die jeder Tag über den vorausgegangenen entleert. Längst war ich um eine Generation zurückgerückt, stand hinter der Tür«, die Geheimnisse und Erfüllungen birgt, und hatte selbst die Glocke zu schwingen, die zur Bescherung ruft. Ich war„Vater", das heißt: ich hatte meinen Sitzplatz vor der großen Schaubühne eigentlich schon weiterverkauft, und durfte ihn nur mitbenutzen, bis ich den Nachfolger in die Handlung eingeführt, ihm den Inhalt der bereits abgespielten Szenen erzählt, und nach meiner Art erläutert hatte. Sechs Jahre alt war das neue Leben, das meines zu verdrängen von mir selbst in die Welt gerufen war, als am ersten Mai ein Demonstrationszug von Arbeitern unter unseren Fenstern vorbeizog, und mein Sohn eine Erklärung von mir forderte für die Menschen- schlänge, die hinter einer roten Fahne singend die Stadt durchzog. Viel hatte ich in der Zeit zwischen jener Christnacht und diesem ersten Mai gelernt, hatte mich wie der gehörnte Siegfried im Drachenblut der Enttäuschungen gebadet, und war gepanzert gegen die Ver- lockungen hochklingen'der Worte und Bilder, die sich zumeist aus Kosten der Tatkraft mästen, ihre eigene Erfüllung vordrängen, wie die Kinder ihre Erzeuger. Und doch!... Während ich dem sechsjährigen Gehini Sinn und Ziel des Maifestes zu deuten suchte, tauchte aus der Versenkung, ganz ohne mein Zutun, jenes verschrobene Weltbild der Christbaum- stimmung auf. schob sich gcwaltsanr als Vorlage, die ich nur zu pausieren brauchte, unter meine Erklärung! Ich wußte nur zu gut, wie grundfalsch die Vorstellung gewesen war. Farben, Fahnen, Grenzen. Sprachen, und alle sonstigen„historischen" Gegensätze seien zu unwesentlichen Nuancen eingeschrumpft innerhalb der großen Ein- heit, die der Glaube umschloß. Ich hotte gelernt, daß im Gegenteil das„Ich" die Cinheit war, die nackte haut das Heiligtum, und mit wachsender Entfernung von diesem Mittelpunkte das„Große", das Umfassende zu wesenlosem Schatten erblaßie! Aber aus dem Traum, den Wissen so erdrosselt hatte, quoll doch die Antwort hervor auf die schwierige Frage, was eine hofsnung zu bedeuten habe, die leibhaftig hinter Fahnen einherging, und trotzdem noch lange keine Wirklichkeit war! Wieder malte ich den Globus in den Raum, und ließ überall, wo Menschen in harter Fron ihr karges Brot dem Ueberfluß ab- ringen mußten, gleiche Kolonnen durch die Straßen marschieren, hinter derselben Fahne, auf den Rhythmus desselben Liedes. Wie der Bach zum Strome schwellend zuletzt die Meere speist, die alles Leben umklammern und mehr als die Hälfte der Erdkugel bedecken, so rieselte auch hier eine Ader der anderen entgegen, um dereinst die Einheit zu werden, die mn Grenzen, Fahnen, Sprachen, um alles, was sprengt� zerreißt, und darum schwächt, die gemeinsame Um» friedung des Menschenrechtes schlingt! Und Heller, als einst im matten Lichte der Christbaumksrzen der sechzehnjährige Trämner die Sterne auf die Welt der Christenheit niedersinken sah. strahlle im Glänze der Maisonne der Frühlingshimmel, wie ans dem blauen Stoff der Arbeitskittel gespannt, den neuen Glauben nieder, es werde doch von schwieligen Hände» einmal noch die große Mauer errichtet werden, die undurchlässig für alle Irrtümer der Vergangen. heit, Fahnen, Farben, Wappen, und allen blutigen Plunder der„Ge- schichte" auf den Schutthaufen außerhalb der umfriedeten Gemein- samkeit drängt. veröauer«kriegvom?ahre 1525 von Franz Lauflötter. Im Frühling des Jahres IS2S hatte die Bewegung der süd- und westdeutschen Bauern ihren Höhepunkt erreicht. Die Erbitterung war aufs höchste gestiegen, und ein gewaltsamer Zusammenstoß zwischen Bedrückern und Unterdrückten erschien unvermeidlich. Es lag eine Gewitter stimmung in der Lust. Ucbcrall rotteten sich die Bauern zusammen: sie hielten Versammlungen ab, bildeten bewaffnete Hausen unter gewählten Führern und ver- schafften sich nach Möglichkeit Waffen. Um sich Geldquellen zu er- öffnen zwecks Deckung" der Kriegskosten, beschlossen sie, die goldenen und silbernen Geräte aus den Kirchen zu nehmen sowie Klöster und Stifte mit einer Geldsteuer zu belegen. Ein Verfahren, das die Fürsten in schweren Kriegszeiten stets angewandt haben. Trog dieser Maßregel gelang es den Bauern nicht, ihre Bewaffnung der ihrer Gegner gleichzumachen. Einige von ihnen trugen Wehr und Harnisch und waren von Jugend auf in den Waffen geübt. Dies waren besonders die Oberfchwaben, zumal die Allgäuer. Andere waren mangelhaft bewaffnet und ungeübt, so daß die Bemühungen ihrer kriegserprobten Führer nur wenig Erfolg versprachen. Vor allen Dingen fehlte es den Bauern an Geschütz und Pulver sowie an Reiterei. Auch ließ die Disziplin viel zu wünschen übrig, und init der Verproviantierung der großen Hausen haperte es sehr. Trotzdein nahm die Bewegung ihren Fortgang, sie war nicht mehr aufzuhalten. In den letzten Märztagcn setzten sich die Bauen:- Haufen allenthalben in Bewegung: aus dem Schwarzwold und dem Odenwald, vom Allgäu und vom Ried, von der schwäbischen Alb und aus dem Taubertal zogen Zchntousende von Bauern heran. Ueberall schlössen sich neue Kämpfer ihnen an, um„die heilige Sache des gemeinen Mannes" zu unterstützen. Die Herren trafen natür- lich die Gegenmaßregeln, da sie ahnten, daß die erbitterten Bauern zum äußersten bereit waren. Der schwäbische Bund, der aus Fürsten und Grafen, Bischösen und Rittern bestand, dem auch viele Städte angehörten, sammelte ein starkes Heer unter der Führung des de- rühmten Feldherrn Georg T r u ch s e ß. Das Bauernheer hatte ebenfalls einige kriegserfahrene Führer, unter denen der hervor- roaendste ein verarmter Edelmann, Florian Geyer, war, der mir warmem herzen und fester Hand der Bauernschar diente. Auch der bekannte Götz von Berlichingen, der Ritter mit der eisernen Hand, befand sich zeitweilig im Dienste der Bauern. Andere Führer waren Georg Metzler und der Weinwirt I ä ck l e i n R o h r b a ch aus Böckingen bei Heilbronn, ein gescheiter Kopf, aber wegen seiner kecken, verwegenen Streiche übel berüchtigt. Noch einmal versuchten die Bauern, aus srledtichem Wege ihr Ziel zu erreichen. Sie übergaben den Herren ihre Forderungen, die in Form von einzelnen Artikeln zusammengestellt waren. Diese berühmten 12 Artikel, die die Wünsche und Beschwerden des Landvolks enthielten, erklären einleitend, es sei eine schändliche Bcr- leumdung, wenn gesagt werde, daß die Bauern die Absicht hätten, die geistliche und"weltliche Obrigkeit zu beseitigen oder gar zu er- morden, und daß diese Absicht in der neuen reinen Lehre ihre Ur- fache habe. Man möge die Artikel ruhig und sachlich prüfen und dann urteilen. Die Forderungen selbst sind wirtschaftlicher und religiöser Art wie ja von jeher die sozialen und wirtschaftlichen Bc- strebungen der linterdrückten mit religiösen Elementen verquickt worden sind. Die Bauern verlangten: Abschaffung der drückenden Zehnten und Frondienste, Beseitigung des. Großgrundbesitzes und Rückerstattung des geraubten Grund und Bodens an die recht- mäßigen Eigentümer, Zerschlagung der geistlichen Stifte und Ver- teilung des Landes an die landlosen Proletarier, lie forderten ferner freie Weide für das Dorfvieh, freie Jagd, freien Fischfang, freies Ver- fügungsrecht über den Wald, endlich verlangten sie Verbesserung der im argen liegenden kirchlichen Zustände und Behebung der schreien- den Mißbrauche, Wahl der Geistlichen durch die Gemeinde und ver- nünftige Auslegung des Evangeliums. Eine wichtige Forderung war auch die Befestigung der Kleinstaaterei mit ihrem Unrecht und ihrer Unterdrückung, sie wollten nur einen Herrn über sich haben, den Kaiser, er allein solle die Gerichtsbarkeit haben, er allein solle die Rechtsprechung ausüben, aber nicht durch fremde, gelehrte Richter, sondern durch Männer ihres eigenen Standes. Die Herren gingen scheinbar auf Verhandlungen ein, well sie ihre Vorbereitungen noch nicht genügend getroffen hatten, im Grunde ihres Herzens dachten sie gar nicht daran, auch nur über die Forderungen zu verhandeln. Sie waren entschlossen, keinerlei Nach- Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 7 Uhr: TOSCA Opernhaus T: Fledermaus Heute 7 Uhr: Premiere Leopoldine am Königsplatz Konstantin in Schauspielhaus Demimonde 7: John Gabriel v.Alexander Dumas Borkmann Schiller- Theater Pl, Uhr: Napoleon Trianon- Th. Täglich 8 Uhr: Gr.Volksoper Yoshiwara im Theat. d. Westens 7 Uhr: Samson Leppinger Kaiser- Titz Costa und Dalla Residenz- Th. 72: Schneid.Wibbel Die Nacht Volksbühne Täglich 8 Uhr: Deutsch. Theater 7 Uhr: Die heilige Johanna Kammerspiele 8 Uhr: Die Wollusi Ger Anständigkeit Die Komödie Rurfürstendamm 206/207 8 Uhr: Der sprechende Affe Theater 1.d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Franziska Komödienhaus 8U.: Das silberne Kaninchen Berliner Theater 7.45 Uhr: Anneliese v. Dessaul SCALA Heute Premiere unserer MaiPariciéRevue! Sonntags 80. ermäß. Freise! der Barmherzigkeit von Max Hochdorf Regie: G Altmann Sterler, Dieterle Deutsch. Künstlertheat. Heute 7 Uhr: Premiere Monsieur Tralala VOR Rich. Keßler u KurtRobitschek NUR SONNABEND ein Sonder- Verkaufstag in Herrenkleidung zu herabgesetzten Preisen Ein Posten Herren- Frühjahrs- Anzüge jetzt M. 36.- 54.Ein Posten Herren- Sport- Anzüge.... jetzt M. 28.- 42.Ein Posten Herren- Anzüge auch zwei Hosen.. jetzt M. 59,- 75, Ein Posten Imprägn. Herren- Mäntel jetzt M. 25. 35.Ein Posten Gabardine- u. Covercoat- Mäntel jetzt M. 59. 69.· • COSWIN KOUTZKY, Oranienstraße 166 12 WINTERT BARTEN Der glänzende usik von Rago Hirsch Mai- Spielplan Max Adalbert Trude Hesterberg Curt Bois Edith Schollwer Neuhoff Lustspielhaus 8 Uhr: Guide Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbanerdam Tägi. 8 Uhr Die Bar aut Montmartre 128 Uhr: Sonntag nachm..3% Uhr Halbe Preise Rauchen gestattet! Thalia- Th. 8 Uhr: Das Dreimäderlhaus Central Theater 7 Uhr: Moral Wallner Theat. Deuts Opernhaus Romeo u. Julia 7 U. Margarethe Kleines Th. Tägl. 8 Uhr: Bie Großfürstin und der Th.1. Kommand. Str. Täglich 8 Uhr: USCHI von Jean Glibert Rose- Theater 7 Uhr: Das volle Programm Zimmerkellner 8 Paar Schuhe Ko omische Oper 8 U. Dir.: James Kleta 8 U. Berlins einzigste und erfolgreichste REVUE: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Bald 800 Aufführungen! 30 Bilder! 250 Mitwirkende! Sommerpreise. Stg. 3'12 Uhr ermäßigte Preise Jed.Erwachsene 1Kind frei! Lunapark Saison- Eröffnung Sonnabend, d. 2. Mai Binlas 7 Uhr Eintritt 1 M. New: Frei- Attraktion New! Auto- Rennen in der Luf Gr. Eröffnungs- Feuerwerk Philbarm. Blas- Orchester Metropol- Theater 8 Uhr Die Novität & Uhr Herrnfeld Theater am Kottb Tor Tägi. 8 Uhr L Sount nachm. 3 Uhr: EliteSänger. Glänzendes Wöchentliche Teilzahlung! gute Verarbeitung Elegante Herrenbekleidung fertig und nach Maß zu soliden Preisen. Garantie für guten Sitz und Kontroll- Mafanzüge von M. 90.Lodenmäntel, Gummimäntelin großer Auswahl. Spezial- Abfel.: Anfertigung eleganter Damenmoden nach Maß. Maßschneiderei Julius Fabian Große Frankfurter Str. 37, nur 2. Etage. Busschule Simon, Markgrafenftr. 18,] Programm! Freiprospett. Neue Halbrenner 50 bis 65 M. Eleg. Tourenrad M. 68 Freilaut u. Rücktrittbremse Luxusräder bestechend schön, DoppelRücktritt, Continentalgummi, gelber, vernickelt. Sattel. Glocke, Pumpe, Messing- Karbidlampe 105M. glockenlager, Freilauf mit 3 Jahre schriftliche Garantie! Damenräder besonders billig! komplett Eleg. Rennmaschinen mit Hoizelgen 110M. Gr.Auswahl weltbekannter Breunabor-, Göricic-, Triumph-, Viktoria-, Im Intimes Theater N.S.D., W.K.C. n. Waffenräder billig. Theater Heute 8 Premiere Elabrias- Partic Hausterer Jekele Bie zweite Fran Rennrahmen, Damenrahmen, Kinderrahmen, Toarenrahmen 28 M., Fahrradmäntel 2.75 M., Elektr.Fahrradlampe 2.85, Luftschläuche v. 65 Pf. an Willy Schlawe Weinmeister- vier THEATER Wie schen bloß Ihre Hände aus? Weinbergsweg Rosenthaler Tor. Täglich 7 Uhr EnsembleGastspiel des Nehmen Sie doch Kokonal Eine milde, aber wirkungsvolle Paste an Steile von Seife, Sand, Blitzblank, Bimsteinpulver 11SW. zum Reinigen und Putzen in Haushalt, Werkstatt u. Metropol Sport, sowie zur Theaters Der große Schlager Gräfin Mariza OriginalBesetzung Ausstattung Preise: 0.75-4.50M. Casino- Theater Lothringer Str. 37 Tigi.8 Ub Humor und beitere Stimmang Mädels vom Kurfürstendamm die gene lustige Komödie. Vorher das Mai Programm Ufa- Palast Tausend süße Reinchen am Zoo von Walter Bromme Siegfried Arno, Lea Seidi, Ferry Sikta, Friedel Dotza, I. Perry, H. Krauss, F. Strehlen Friedenspreise! Promenoir 2 M., Park. 3, 4,5 M., Park.- Fauf. 6.8 Vorverkauf ununterbrochen f M. 7 and 9 Uhr: Wege zu Kraft and Schönbelt Vorverkauf 11-2 Uhr. Circus Busch Tagl.7%, Stgs. a. 30. Rennen zu Karlshorst Neue artistische Sonnabend, d. 2. Mai, nach. 3 Uhr Sensaflonen Landsberg- Jagdrennen Reichshallen- Theater im Circusfell d. Inst. Revne Allabend 8 U. n. Sonntag nachm. 3 Uhr usch Kayd Busch Sicffiner Sänger Nachmittags halbePreise Lachen, Lachen voiles Abendprogr.! Yolkstomi. Praise! Dönhoff Brett'!: Hai- Programa! Falkner- Orchester Inferieren ges seich Die schwarze Hand Hautpflege. Kleine Probedose Umsonst gegen unten stehenden Gutschein erhältl, wo Kokona- Plakat aushängt. Die Pfunddose kostet 50 Pf. u.wird geg. 80Pf., ein Postpaket:= 6 Dos. geg. Mk. 3 postfr. u. Nachn- Geb. übersandt. Originalkisten 50 Dosen fracht- u. verpackungstr. deutsche Vollbahnstat. Wiederverkäuf. Rabatt Große Geschenke u. Riesenreklame belasten diesen billig. Gebrauchsartikel nicht. Helenenwerk G. m. b. H., Berlin MagdeburgerStr.6 Kuriürst 6366 BESSER ALS JEDE SEIFE REINIGER Gutschein für KOKONA Probedose Nagelpflege- Garnituren Kopp& Joseph in vornehmer Ausstattung. BERLIN W Potsdamer Str. 122. an Die beste Verbindung für Ihren Bederi bietet Ihnen meine altbewährte Firma! Meine Imposanten Geschäftsraums erstrecken sich über 4 Etagen An! allerleichteston Kred!!! Qualitätswaren! Das cueste! Herren Anzüge Burschen Anzüge Knaben- Anzuge Kinder Anzuge Sport- Anzüge Frühjahrs Mäntel Gummi- Mäntel Sport- Hosen/ Windjacken hocharparte Modelle Damen Mäntel Sport- Kostüme Straßen-Kostüme Complet Kostüme Kasack Kleider Sport- und Reise- Mäntel In besonderen Etagen Gardinen/ Teppiche Steppdecken Gewaltige Möbel- Lager A. DAMITT Rosenthaler Str. 46/47 im Hause. der Roten Apotheke Riesenauswahl in selbstgefertigt. Anzügen Mäntein Besonders für gute Herren- Kleidung ist meine Firma bekannt billig! Ich fertige gediegene Anzüge mit 2 Hosen bei garantiert gutem Sitz auf Rophaar u. Leinen für 65, 75 und 90 Mark Ferner große Auswahl in erstklassigen M. Regenmänteln von 17th an Heinrich Guttentag Wilmersdorf, Uhlandstraße 103 Ecke Berliner Straße Beamte ohne Anzahlung Trotz Teilzahlung bei geringster Anzahlung und bequemster Abzahlung Herren- Anzüge prima Stoffe. 68 58 48 Herren- Mantel schied. in verAusf., eleg. F., 72,63,36 Damen- Mäntel and Kleider heiten 70,59,36 Frühjahrs- NeuAuch nach Maß 38.42.24.Bei Barzahlung 15 Proz. Rabatt Gekauffe Ware wird sofort ausgebändigt! Central- Garderobenhaus nur Weinmeisterstr. 3, I. an der Rosenthaler Straße Berliner Tik- Trio Neukölln. Lahnstr. 74/75 L n Das neueröffnete Kredithaus Felix Veteranenstraße 2 ( I. Etage), Ecke Brunnenstraße, vis- à- vis Jandorf empfiehlt bei geringer Anzahlung und selbst zu bestimmender Abzahlung: Herren- Anzüge Herren- Paletots Gummi- Mäntel Knaben- Anzüge Burschen- Anzüge Damen- Kostüme Damen- Mäntel Komplets Kasacks Röcke Kleider Bett- u.Lelbwäsche Berliner ElektrikerGenossenschaft angeschl. dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4- Tel. Pfalzburg 9831 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen- Verkauf aller · • elektrischer Bedarfsartikel. Beamte ohne Anzahlung Auf Teilzahlung HerrenKnaben Garderobe Gummi- Mäntel Herren f. Damen u. Geringe Wochen- oder Monatsraten Bettwäsche, Gardinen, Teppiche, Korbmöbel, Metallbetten Antel, Gr.Frankfurter Str.34 Strausberger Platz Gegründet 1901 Ausführung sämtl. Reparaturen Metallbetten Preiswerte, gediegene Arbeit 0000 Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv Kat.30 Aerf i. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür weiterungsbau der sichtbarste Bewels, wie schnell sich unser bewährtes System der Teilzahlung eingeführt hat, ist, daß wir nach kaum drei monatigem Bestehen unserer Filiale in Berlin, einen Erweiterungsbau vornehmen müssen. AR Zögern Sie also nicht länger. werden auch Sie unser Kundel Wahrend des Umbaues Verkauf von Herren-, Knaben- Garderobe Damen, Mädchen- Garderobe zu außergewöhnlich billigen Preisen. A Erweiterungsbau Silberpfennig ilbernfennia Müller Str. 182 183 DIREKT AM WEDDINGPLATZ UBAHN REINICKENDORFERSTR bringt ERFOLG Nr. 204 42. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Was können wir von Amerika lernen? Schlußfolgerungen für die Arbeiterschaft. In einer Berfanimlung der Gewerkschaftskommiffion Berlins und Umgegend( Ortsausschuß des ADGB.) am Donnerstag, den 30. April, im Landtagsgebäude hielt Herr Staatssekretär z. D. Professor Dr. Hirsch einen Vortrag über: Wirtschaft und Arbeit in Amerika und ihre Lehren für Deutsch land." Europa unbekannten Ausmaße; auch foldje für überaus fomplizierte Tätigkeiten, z. B. Maschinen, die ein ganzes Lohnbureau erfeßen und an freien Tagen noch Fatturen schreiben. Tägliche Kündi gungsfrist, die ungeeignete sofort ausscheidet, die Geeigneten nicht minder leicht zu bester Verwendung fommen läßt. Absolut entscheidend sei die planmäßige Bermeidung aller unfreiwilligen Arbeitspausen. Das erziele man durch das sogenannte laufende Band, das aus den Schilderungen des Fordbetriebes bekannt, aber allenthalben und schon seit langem angewandt wird. Stärkung der Massenkauffraft. Freitag, 1. Mai 1925 werden, aus den feinsten Winkeln das für die Berarbeitung brauch. bare Schrott herauszuholen und der Produktion zuzuführen. Die Breife für Schrott werden deswegen fünftlich auf einer gewiffent Höhe gehalten werden, weil ein Ausfuhrverbot besteht. Der Schrotthandel hat an sich, wie er betont, fein Interesse an hohen Preisen, er hat nur Interesse am Verdienst. Denn menn er den Schrott teuer bezahlt, dann sind auch diejenigen, die den Schrott verarbeiten, genötigt, dies in ihre Ralfulation einzubeziehen. Die Werfsfirmen rechnen damit, daß dadurch, daß sie die Preise sorecit fehr hoch halten, die freien Firmen, die hier nicht mitfönnen, noin Martt verschwinden und daß sie dann eine monopolstellung. erlangen. Dann wird die Folge sein, daß sie dem Markt die Schrottpreise diftieren. Um das zu verhindern, hat sich, unterftügt vom Reichswirtschaftsministerium, die Schrottverkaufsgesellschaft gebildet. Amerita zahlt die vier bis fünffachen Löhne mie Deutschland und ist dennoch bei vielen und wichtigen Warenarten auf dem Weltmarft mit uns tonfurrenzfähig. Amerika vermag seinen Arbeitnehmern mindestens die doppelten Reallöhne, stellenweise aber wesentlich mehr zu zahlen und gleichzeitig schreitet die Produktivität der Wirtschaft offensichtlich schnell voran. An der Klärung dieser Frage hat Europa als Ganzes ein Intereffe. Europa habe feinen Niedergang felbst verschuldet, indem es sich finnlos Bertitaltrust aus. In Ameritas Handel, der zweifellos überfüllt ist fizzenden interessante Ausführungen gemacht. Er betonte, daß die balkanisierte. Immer wieder überraschend sind die Zahlen des wirtschaftlichen Reichtums Amerifas. Menschheit, aber sie befizen etwa dreimal so viel Autos, Die heutigen etwa 115 Millionen Amerikaner sind höchstens der mie alle übrigen Völker und Menschen zufammengenommen, ungefähr 3-4 mal so viel Telephonapparate wie die ganze übrige Belt; vom Petroleum der Welt zwei Drittel und doch genügen sie dem Bedarf des Landes nicht, vom Kupfer der Welt Sie Hälfte, von der Baumwolle%, von allen Goldvorräten dieser Welt die Hälfte. Daher die Steigerung des Berbrauchs, die ans Phantastische grenzt. Obwohl mindestens jede zweite Familie bereits ein Auto besitzt, schaffen sie jährlich noch 3-4 Millionen dazu; der Schuh verbrauch muß so groß sein, daß für jeden lebenden Amerikaner ungefähr 4-5 Baar jedes Jahr in Betracht kommen( einschließlich aller Säuglinge), ähnlich über. reich sind die Zahlen des Verbrauchs bei Wäsche, Radio usw. Das jei mur möglich bei den hohen Reallöhnen. Im Ottober Dorigen Jahres wurde für die 48- Stundenwoche an Lohn gezahlt: für unglernte Bauarbeiter in Berlin nicht ganz 37 mt, in London 62 Mt., Philadelphia 172 Mr. Für Zimmerleute in Deutschland nicht ganz 1 Mt. die Stumbe, m Philadelphia 4,60 mt. Der Weber betam in Deutschland im Dezember 1924 durch schnittlich 40 Pfg. Die Stunde, in den Ber. Staaten ungefähr 1,88 Mart. Alle Lohn- und Gehaltsempfänger des Staates Remort ( einschl der Jugendlichen, Beiblichen, Neger und Chinesen) er. hielten im Jahre 1914 durchschnittlich wöchentlich 52,50 mp., im Herbst vorigen Jahres 118 Mt. Spizenlöhne befommen z. B. Maurer und Steinmeze bei straffer Organisation, fie bringen es bis zu 280 Mr. in der Woche, ebenso diejenigen bei Ford, von denen feiner unter ungefähr 3 Mr. Stundenlohn hat und wenigstens der Arbeiter darüber wesentlich hinaus find. Run ist die Kauftraft der Goldmark in Amerita, gemessen an der deutschen Rauftraft, nur ungefähr 60 Pfennige. Der amerikanische Arbeitnehmer fann demnach für etwa die gleiche Arbeitszeit wie in Europa sich die gleiche Lebenshaltung leisten wie sein deutscher Arbeitsfollege und hat noch einmal mindestens denselben Betrag für höheren Lebensgenuß oder für Er sparnis frei. Deutsche Unternehmervertreter haben mit Nachdruck die These vertreten, daß die Ursache der hohen Arbeitslöhne vor affem der größere Reichtum der Natur, dann die längere Arbeitszeit und die größere Arbeitsintensität fei. 3weifelsohne mirte fehr start mit 1. Der größere Reichtum der Natur. Die Land wirtschaft leistet mit etwa zwei Fünfteln der Arbeitskräfte dasselbe wie die deutsche. Im Kohlenbergbau liegt es ähnlich, mie Redner an drastischen Erlebnissen zeigt( Tagebau in mächtigen Flözen felbst bei Steinkohle). Immerhin fönne man von dem höheren Real einfommen der amerikanischen Nation höchstens zwei Nation höchstens zwei Fünftel auf diese Ursache rechnen. Das andere stamme 2. aus der Freiheit des gewaltigen Erbteiles non hemnienden Zwischengrenzen, aus der außerordentlichen Wirtschaftsenergie der amerikanischen Nation und vor allem 3. aus der besonderen Arbeitsorganisation Ameritas. Eine unbewußte eigenartige Grundlage sei die Unifor. mierung des Verbrauchs in jenem Lande. Diese Uniformierung wird man durch bewußten Willen von der Regierung und Bolt ständig weiter getrieben und erreicht so die Massenproduktion allergrößten Stils. Die Folge der teuren Arbeitskraft ist das Eingreifen der Maschine in einem in Die Organisation der Schrottversorgung. Die Gründung der Schrottverkaufsgesellschaft m. b. H. hat nicht bloß für die Fachkreise Bedeutung, sondern ist auch von großem voltswirtschaftlichen Intereffe. Wir wissen, daß durch den Berluft von Elsaß- Lothringen die Rohstoffbasis für unsere eijen erzeugende Industrie sehr schmal geworden ist. Wenn sich das in der ersten Zeit nach Beendigung des Krieges nicht ausgewirft hat, se lag das daran, daß infolge der Demobilisierung die reichlichen Anfälle von Schrott eine sehr starte Bersorgung der Eisenerzeugung mit Rohstoffen ermöglichte. In dem Augenblick aber, als dieser Schrott verarbeitet war, bekam die Frage der Rohstoffversorgung der Eisenindustrie wieber eine aktuelle Bedeutung. Sie spielt be fanntlich in unseren Handelsvertragsverhandlungen mit Frankreich eine sehr wesentliche Rolle. Die Eisenindustrie benutzt Schrott als Rohstoff, meil dieses Material gegenüber den Erzen in der Berarbeitung ergiebiger und auch billiger und bei der Fabrikation einiger Eisen- und Stahlforten direkt unentbehrlich ift. Schrott hat ungefähr 90 bis 98 Prozent Eisengehalt. Die Tatsache, daß durch die zahlreichen Händler, die sich mit der Schrottversorgung der Industrie befaßten, die Werte start übers Ohr gehauen morden sind, veranlaßten diese, in der Mehrzahl der Fälle sich eigene Schrott händlerfirmen anzugliedern. Diese Händlerfirmen arbeiten auf Tonnenprovision, bas heißt, ihre Broniston richtet sich nach der Anzahl der Tonnen die sie den Werten liefern. Da die Berte felbft in der Hauptsache Wert darauf legten, ihren Bedarf gedeckt zu sehen, und da auch die Händlerfirmen, weil sich ja ihre Propision nach der Quantität der abzuliefernden Ware richtet, fein Intereffe an der Preishöhe haben, sondern nur daran, möglichst viel Bare heranzuschaffen, und TR Das Berbot des Kartells erzwang den Trust. Dieser hat viel weniger als das Kartell ein Interesse daran, rückständige Betriebe zu erhalten und neuerdings bildet er sich vom Horizontal zum und übermäßig hohe Aufschläge nimmi, feien ganz neue Ber triebsmethoden aufgetreten, besonders die riesigen Versandgeschäfte, von denen ein einziges jährlich 50 Millionen Stück Kataloge Massen Filialbetriebe feltfamster Ausprägung; teils als versendet und beinahe eine Goldmilliarde Umsatz hat. Dazu die topitalistische Konsumvereine, teils als Läden mit Selbstbediennung ( Piggly Wiggly- System), dazu die 2- und 4- Groschen- Basare, ein gewaltiges Netz tleiner Boltswarenhäuser, die den Maffentonfum mit billigsten Artikeln außerordentlich bereichern. Den Gewinn, den Amerika durch seine höher organisierte Wirtschaft macht, spart es nicht in gleicher Weise wie europäische Länder, fondern es fucht den Verbrauch anzuregen und zu finanzieren. In allergrößtem Stil ist das Abzahlungswesen im Lande verbreitet. Europa müsse aber schleunigst, wenn es nicht bald wieder mit abgezogenem Hute als armer Verwandter vor den Toren Morgans stehen wolle, das erste gewaltige Hemmnis beseitigen, nämlich die Schlagbäume, die wie eine flägliche Kirchturmpolitit Wirtschaft niederdrückte. Die angedrohten deutschen Schutzölle feien in diesem Sinne geradezu eine euro. päische Gefahr. In einem Punkte tomme Deutschland bald in eine ähnliche Lage wie Amerika. Die Arbeitgeberverbände verweisen vorsorglich darauf, daß in drei Jahren schon der Europas Ausfall an Arbeitskräften Deutschland im internationalen Kabelverkehr. leber ben Wiederaufbau des deutschen Kabelverkehrs wurden Telegraphen-- Gesellschaft der Generalversammlung der Deutsch Atlantischen von dem Aufsichtsratspor in Berbindung Emben- London im Februar 1924 ausgeführt werden tonnte. Diese Berbindung ist unter Benutzung eines Kabelhergestellt worden. Es ist in die Lodoner Station der Eastern Teleftüdes, das der Gesellschaft von ihrem früheren Besitz verblieben graph Company eingeführt und stellte die kürzeste Rabeinerbindung zwischen Deutschland und Südamerita bar. Es dient ferner zur Beförderung von Telegrammen nach und gramme nach und von Südamerita ohne fremde Staatstelegraphen von Afrifa, Aften und Australien, die nunmehr ebenso wie die Tele amter zu berühren, unmittelbar zwischen Emden und dem interna tionalen Kabelsystem ausgetauscht werden. Seit dem 1. Januar fönnen auch Telegramme nach Bortugal, Spanien und den übrigen Kabel geleitet werden. am Mittelländischen Meer gelegenen europäischen Ländern über das Bigo( Spanien) und foll nach Herstellung dieser Berbindung nur Das Kabel Emden- London ist der Borläufer des Kabels nach noch aushilfsweise betrieben werden. Für diese Verbindung ist die Konzession von der spanischen Regierung am 9. Mai 1924 erteilt Zeit verzögern, weil zunächst das Kabel Emden- Horta, bas worden. Seine Herstellung wird sich aber voraussichtlich noch längere die für den deutschen Handel besonders wichtige direkte Berbindung mit den Bereinigten Staaten von Amerika gibt, fertiggestellt werden soll. Die Konzeffion für das Kabel Emden- Horta auf den Azoren ist am 6. September 1924 von der portugiesischen Regierung erteilt und das Reichspoftministerium hat imterm 9. April 1924 die Unftellung, bei der die neuesten Fortschritte der Kabeltechnik benutzt landung des Rabels auf deutschem Boden gestattet. Mit der Her werden sollen, dürfte in einigen Monaten begonnen merden. Das Rabel wird ein mehrfaches der Leistungsfähigkeit eines Rabels älterer Bauart beſthen. Auf den Azoren wird es Anschluß an die Kabel der amerikanischen Gesellschaften Commercial Cable Company und Western Union Telegraph Company finden, und zwar so, daß die unmittelbare 11ebermittlung ber Telegramme zwischen Emden und New York ohne Imtelegraphierung beiden Gesellschaften bereits abgefchloffen worden. ermöglicht werden fann. Entsprechende Betriebsverträge sind mit zu wirken beginne, weil dann das Ginten der Kinderzahl seit 1914 sich wirtschaftlich recht fühlbar machen werde. Gerade dann aber foll Deutschland nach der nun von Hindenburg bestätigten Unterfchrift Marg- Strejemann beträchtliche Reparations. Leistungen zahlen. Das ist nur möglich bei Steigerung der Wirtschaft auf den höchsten Wirkungsgrad. Mit Recht habe Robert Schmidt jüngst im Reichstage vor der Gefahr gewarnt, daß bei weitererer Tiefhaltung der Löhne Abwanderung der wertvollsten Arbeitskräfte drohe. Unsere Barole müsse sein: Stärkung der Produffivität durch Stärkung unserer Maffenkauftraft. Der Trust er höhe die nationale Produktivität unter Umständen mehr als das Startell, das die Erhaltung der Rückständigsten vielfach pilege. höhere Organisation der Industrie sei deshalb bring lichstes Interfie auch des Arbeitnehmertums. Wenn die deutschen Die Kosten der Herstellung dieses Kabels werden durch eine Unternehmer fich auf ihren Kapitalmangel zurüdzögen, so überjähen Obligationanteihe von 4 Millionen Dollar gedact, welche fie, daß Wirtschaftsverbesserung an sich Kapital. 2. Harriman u. Co. New York übernommen haben. Die Ansteigerung bedeutet, wie auch Lohnverbesserung Steigerung der Teihe ist mit 7 Broz. jährlich zu verzinjen. Im Zusammenhang hiere Maffens par fraft bringt. Notwendig sei auch eine Berbesse mit werden Harriman u. Co. 625 000 Reichsmart Staminattien der rung der Warenverteilung. Wirtschaftlich stehe an sich, Gesellschaft zu Bari übernehmen. Um diesen Betrag wurde das auf soweit zu übersehen, eine Berbesserung der Lage der 5645 000 Mart( im Verhältnis 50: 3) berabgefeßte Grundfapital arbeitenden Schichten in den nächsten Jahren in sicherer nierenden Aktionär ausgeführt wurde, etwas merkwürbig an, angeerhöht. Die lettere Transattion mutet, was auch von einem oppoAussicht. Die voraussichtliche Berminderung des Zuwachses am Arbeitsmarkte fei gewiß traurig in ihren Ursachen, verbeffere Ueberfrembungsgefahr" Borzugsaftien, fichts der Tatsache, daß die Gesellschaft zur Berhütung pon Die mit aber die allgemeine Stellung des Faftors Arbeit". Weit wich: 50fachem Siiminredyt ausgestattet sind, geschaffen hat. Die llebertiger sei freilich die Verbesserung der Warenherstellung und fremdung ist ja da. Denn eine Kreditgeberin, die einen derartigen bie bewußte Verbesserung der Methoden in der hohen Kredit gewährt hat, und die gleichzeitig einen erheblichen Barenverteilung. Die Bolitit folge auf die Dauer der Attienbesig erhalten hat, wird doch wohl auf die Geschäftsführung der Gesellschaft Einfluß nehmen. Sie hat das ja auch dofumentiert, Wirtschaft. Die politischen Rückschläge der letzten Zeit werde das Arbeitnehmertum durch die tommende Verschiebung am Arbeits: gierte. Außerdem wird sich eine Gesellschaft, an der die Großbanken indem sie zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat delemarfte fompenfieren und wahrscheinlich überfompensieren. wird es das um so mehr, je mehr es bewußt von sich aus auf die Einflußnahme amerikanischer Kreditgeber und Aftieninhaber in so erheblichem Maße intereffiert sind, schon deswegen nicht gegen Rationalisierung der nationalen Arbeit und auf fträuben, weil sie ja dieje Kreditgeber auch für andere GesellBenutzung des Arbeitsergebnisses für Stärkung der Massenschaften und Unternehmungen gebraucht und sich nicht die Stimmung Dann fann es auch politisá) rechi bald verderben lassen will. Die Vorzugsaktien der Gesellschaft verfehlen taufkraft drängt. anders werden, es gehört nur noch eines dazu: Man muß es auch demnach vollkommen den Zweck, für den sie angeblich geschaffen sind. Sie find überflüffig. wollen! treil sie diese Ware um so leichter bekommen fönnen, je höhere Preise sie zahlen, deswegen war für diese Firinen die Preisfrage fast ohne jebe Bedeutung. Die Sachlage hat sich aber nach der Stabilisierung der Währung etwas verschoben, weil ja infolge des notwendigen Exportes und der damit verbundenen Konkurrenz auf dem Weltmarkt unsere Eisenwerte wieder anfangen müssen, zu falkulieren und weil für diese Staltulation die Höhe des Roh stoffpreises von Wichtigkeit ist. Die freien Händler sind bei dieser Sachlage sehr schlecht weggekommen. Sie haben in der Inflations zeit den größten Teil ihres Betriebskapitals eingebüßt und find nur genötigt, von der Hand in den Mund zu leben. Sie verkaufen zum großen Teil im voraus zu einem festen Breise, in der Hoffnung. sich zu diesem Preise mit einer fleinen Berdienstipanne die Ware beschaffen zu können. Gewöhnlich fommen ihnen dann aber die Wertseintaufsfirmen mit ihren Angeboten in die Quere, da diese Werksfirmen natürlich tein Interesse daran haben, billige Breise zu zahlen, sondern nur, Ware zu beschaffen. Sie sind alja beim Wettbewerb im Einfauf den freien Firmen überlegen. Diese freien Firmen versuchen nun, durch die Gründung der Schrotipertaufsgesellschaft fich zu halten. Es stehen bisher hinter dieser Gründung nur sehr wenige größere Firment. Die Selbständigkeit dieser Firmen bleibt gewahrt. Sie stellen die Ware, die sie haben, der Schrottverkaufsgesellschaft zum Berkauf an die Berfe zur Verfügung und diese bedient sich eines matlers, um die Mengen an die Werte meiter zu verkaufen. Die Organisation foll och weiter ausgebaut werben und zwar nach der Richtung hin, daß für die fleinen und mittleren Firmen eine zweite Gesellschaft gegründet wird, die in der Lage ist, die ihr angefchloffenen Firmen für einzufaufende Ware zu bevorschussen, also eine Kreditgesellschaft. Mit ihrer Hilfe soll es ermöglicht 3 Tropfen Kaol " Amtliche Großhandelsinderziffer vom 29. April 1925. Die auf den Stichtag des 29. April beechnete Großhandelsinderaiffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 22. April( 130,8) mit 130,5 bei nicht einheitlicher Preisbewegung fast unverändert geblieben. Niedriger lagen die Preise für Roggen, Kartoffeln, Milch, Schmalz. Zucker, Fleisch, Heringe, Hopfen, Treibriemenleder und für die Textilrohstoffe. Gestiegen find die Preise für Futtergetreide, Blei, Kupfer, Zink, Zinn und Stupferbleche. Dementsprechend haben von den Hauptgruppen die Lebensmittel Industriestoffe mit 137,6( gegen 137,8) nahezu unverändert sind. pon 127,1 auf 126,5 oder um 0,4 Broz. nachgegeben, während die Industriestoffe mit 137,6( gegen 137,8) nahezu unverändert sind. Die Großeinfaufsgesellschaft Deutscher Konjumvereine m. b. H., Hamburg, erzielte im ersten Vierteljahr 1925 einen Umjag von 44724107,63 m., gegen 40 444 975,72 m. im ersten Bierteljahr 1924, aljo 4279131,91 m. mehr. Der Umfaß in Erzeug nilfen der Eigenbetriebe betrug 7603196.02 m. gegen 7566 264,25 M. im ersten Bierteljahr 1924, alfo 36 031,77 m. mehr. Die Großeinlaufsgesellschaft hat vor kurzem in Stendal cite große Obst und Gemüsetonfervenfabrit käuflich erworben und damit ein neues, wichtiges Gebiet der Eigenproduktion betreten. Komet Freilauf ES GIBT KEINEN BESSEREN Metall- Oel- Jolitur besser als Putzwasser Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) „ Spaltungspolitie". Das Organ der kommunistischen Hindenburgwähler macht verzweifelte Anstrengungen, um seiner Mohrenwäsche einen Erfolg zu sichern. Die KPD.- Zentrale sucht durch allerlei Barolenmanöver ihr schlechtes Gewissen zu salvieren, soweit von proletarischem Gewissen bei dieser von Moskau gekauften Gesellschaft überhaupt noch die Rede sein kann. Die Spaltungsstrategen, denen es glücklich gelungen ist, vom Linksblock soviel abzusplittern, als dem Rechtsblock zur Hindenburgwahl noch fehlte, sind darüber betreten, daß wir im Vorwärts" die Arbeitnehmerschaft auffordern, diese Gesellschaft endlich unter sich zu lassen. Sie flagen, damit betreibe der Vorwärts" Spaltungspolitik. " " Daß für diese Spaltungspolitik die gesamte Arbeiterschaft die Kosten zu tragen hat, daß dadurch der Reaktion noch weit mehr in den Sattel geholfen wird, das stört den Vorwärts" und seine Hintermänner nicht." " Noch weit mehr" als es durch die Hindenburgwah! geschehen ist." Weil man an diesem Beispiel auch den Einfältigsten klar geworden ist, wohin die von den Kommunisten betriebene Zellenbauerei schließlich geführt hat, deshalb fordern wir die Arbeiterschaft auf, den Moskauern die weitere Gefolgschaft zu verweigern, die sentimentale Liebäugelei und Rücksichtnehmerei auf ihre Apostel endlich aufzugeben und so die Einheitsfront endlich wieder herzustellen, die nicht mit der KPDZentrale, sondern nur gegen sie geschaffen werden kann. Wenn die Parolenschmiede in der KPD. 3entrale jeßt, nachdem sie die Wahl Hindenburgs bewußt gefördert und gesichert, haben, eine fleine Generalstreitprobe machen wollen, werden wir sie daran nicht hindern. Sie verlangen jedoch, gewissermaßen als Anerkennung ihrer so ..erfolgreichen" Wahltatiit, daß wir nach ihrer Parolen pfeife tanzen und ihren Generalstreifrummel mitmachen follen, weil sie zwar starf genug sind, um der Reaktion in die Hände zu arbeiten und Parole zu fabrizieren, aber doch zu ohnmächtig, um ihrer stereotypen Generalftreifparole Geltung zu verschaffen. Die Gewerffchafts 3eitung" bemerkt hierzu: " = Wäre das ganze Verhalten der KPD. nicht von so bitter ernsten Folgen für die Arbeiterschaft begleitet, ein schollendes Hohngelachter fönnte die einzig richtige Antwort jein. Erst verhindert man die Wahl des Republikaners mit der eigenen aussichtslosen Sonderkandidatur und dann soll die Arbeiterschaft einen Generalstreit auf sich nehinen, um dem durch eigene Unterstütung zum Sieger gemachten Reichspräsidenten seine Gegnerschaft zu befunden. Die Spaltungspolitik", die Taten der Generalstreif- und Beltrevolutions- möchte- gern- Macher, die in die sozialistische und gewerkschaftliche Arbeiterbewegung in Deutschland den Spaltungsfeil " getrieben haben, aufzuzeigen an so markanten Beispielen wie der legten Reischspräsidentenwahl, werden wir auch weiterhin betreiben, um die wirkliche Einheitsfront der sozialistischen Arbeitnehmerschaft in Deutschland wieder her zustellen. Aufschwung der schwedischen Gewerkschaften. ( IGB.) Aus den jetzt vorliegenden Angaben über die Mitgliederzahlen der dem schwedischen Gewerkschaftsbund angeschlossenen Verbände geht hervor, daß die Mitgliederzahl sämtlicher Verbände von 313 022 am 1. Januar 1924 auf 360 337 am 1. Januar 1925 gestiegen ist. Es ist mithin ein Mitgliederzuwachs von 47315 oder 15,1 Proz. zu verzeichnen. Die Zahl der angeschlossenen Verbände beträgt 34 mit 3810 Verwaltungsstellen. Allgemeine Funktionär- Versammlung Dienstag, den 5. Mai 1925, abends 7 Uhr in den Germania- Sälen, Chauffeestraße 110 Tagesordnung: P Achtung, Bauarbeiter! Bei der Firma Marloh, Mehser und Hirschfeld auf der Baustelle Rummelsburg, Blockdamm, Ede Höhnower Straße, Wiesenweg, bestehen mit den dort beschäftigten Bauarbeitern Differenzen. Wir ersuchen alle Bauarbeiter, dort Arbeit nicht anzunehmen. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin Berband der Affordmaurer Groß- Berlins. Freigewerkschaftliche Angestellte Berlins! Auf aur Maifeier am Freitag vormittag 10 Uhr im Lehrerrereinshaus! Mitwirkende: Gertrud Enfoldt, Berliner Sängerchor. Feftrede: Dr. Rudolf Breitscheid, M. d. R. Das Mitgliedsburch der Anwesenden erhält den Maistempel. AfA- Bund, Ortskartell Berlin. 1. Rennen. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, den 30. April. 1. Idol( A. Lommatsch), 2. Drizoba( R. Derfchug), 3. Mara( Hartmannshenn). Zoto: 21: 10. Blaz: 11, 13, 12: 10. Ferner liefen: Wetterhere, Capua, Wardley Dell, Hoboe, Annabell. 2. Renne It. 1. Isonzo( Barga), 2. Malepartus( E. Haynes), 3. Melia( V. Efch). Toto: 22: 10. Plat: 14, 25, 14: 10. Ferner liefen: Automedon, Dolde, Lichtstrahl, Louisiana, Goldjunge, Einfalt, El Maser, Ulster. Was lehrt uns die Neichspräsidentenwahl? 3. Moloch( B. Gjá). Toto: 80: 10. Blat: 23, 22, 28:10. Ferner liefen: Referent: Reichstagsabgeordneter Alfred Henke. Zutritt haben alle Parteis und Gewerkschaftsfunktionäre sowie die Betriebsvertrauensleute der SPD. Parteimitgliedsbuch und Funktionärausweis für 1925 muß an der Kontrolle vorgezeigt werden. Der Bezirksvorstand." Die Zahl der männlichen Mitglieder hat sich im Jahre 1924 von 286 269 auf 329 283, d. h. um 43 014 oder 15 Proz., die der meiblichen Mitglieder von 26 753 auf 31 054, d. h. um 4301 oder 16 Proz. erhöht. Den größten Mitgliederzuwachs verzeichnet der Metallarbeiterverband mit 8028 neuen Mitgliedern; dann folgt der Waldarbeiter und Flößerverband mit 6893, der Fabritarbeiterverband mit 6035 und der Papierarbeiterverband mit 4164 Mitgliedern. Am 31. Dezember 1920 zählte der Gewerkschaftsbund 280 029 Mitglieder. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern ist es somit den schwedischen Gewerkschaften nicht nur gelungen, die während der Hochkonjunktur gewonnenen Mitglieder zu halten, sondern darüber hinaus auch neue, bisher unorganisierte Arbeitermassen für die gewerkschaftliche Organisation zu gewinnen. Berbindlicher Schiedsspruch im bayerischen Bergbau. München, 30. April.( Eigener Drahtbericht.) In dem Lohnfonflift im bayerischen. Preßfohlenbergbau ist nunmehr die Entscheidung des Sozialministers gefallen. Der Schiedsspruch des Landesschlichters vom 3. März wurde für verbindlich erklärt. Danach beträgt der Hauerschichtlohn 4,40 m., der Hauergedinge ( Afford-) Ansatz 4 M. Dieser Lohn gilt jedoch nicht, wie der Schiedsspruch vorsah, ab 1. März, fondern und darin liegt das Kom promißerst ab 1. Mai und dauert zunächst bis zum 31. Mai. Der die Bergherren bis in die letzten Tage hinein mit Betriebseinschränkungen und Arbeiterentlassungen gedroht haben, ist es sehr fraglich, ob sie sich mit dieser Verbindlichkeitserklärung abfinden werden. In diesem Falle steht der gesamten bayerischen Wirtschaft ein schwerer Kampf bevor. Keine Asthma- und Bronchitis- bisherige Hauerlohn betrug 4,05 m., der Gedingeansah 3,57 M. Da Beschwerden mehr! Wenn Asthmador- Zigaretten nicht sofort bei den allerschwersten Anfällen von Asthma, Bronchial- Asthma Atemnot und anderen asthmatischen Begleiterscheinungen von Bronchitis Linderung bringen, so wird Ihnen Ihr Geld zurückgegeben werden, das ist die Bedingung, unter welcher alle hiesigen Apotheker, wie auch in ieder Stadt Deutschlands, Dr. Schiffmanns AsthmadorZigaretten verkaufen. Wie schwer und hartnäckig Ihr Leiden, wie oft oder heftig die Aniälle auch sein mögen, Asthmador- Zigaretten werden Ihnen stets Linderung bringen, gewöhnlich in 10 Sekunden, immer aber innerhalb 15 Minuten. Die Apotheken sind von Dr. Schiffmann ermächtigt worden, jede Packung seiner Asthmador- Zigaretten unter der Garantie zu verkaufen, daß das Geld in jedem einzelnen Falle zurückerstattet wird, wo Asthmador- Zigaretten nich sofortige Linderung gewähren oder wo man nic t findet. daß sie zu den besten Mitte n zählen, die man je angewendet hat. Ihre Meinung ist allein maßgebend, und unter nositiver Garantie riskieren Sie absolut nichts, da ja Ihr eigener Apotheker Ihnen das Geld zurückerstattet, wenn Sie mit dem Erzeugnis nicht zufrieden sind. Unter dieser Garantie wird Ihnen das Mitte! jetzt zum neuen Preise von M. 2.25 per Nachnahme zugeschickt Falls Sie auf Wunsch zugesandt werden, wenn Sie sich umgehend an Dr. R. Schiffmann's Niederlage, Postfach S. 2, Berlin SW 48, wenden, im Falle Ihr Apotheker diese nicht liefern kann. Das Mittel wird auch unter derselben Garantie und zum gleichen Preise von folgenden Apotheken abgegeben: Schweizer- Apotheke, Luisenstädtische Apotheke, Askanische Apotheke, Luisen- Apotheke, Lützow- Apotheke. Diese Apotheken händigen, gle chzeitig bei Einkauf von 3 Schachteln Asthmador- Zigaretten ein hübsches Etui dazu gratis aus. trotzdem vorher einen Versuch machen wollen, wird Ihnen eine Gratisprobe Fenersozietät der Provinz Brandenburg gemeinnützige amtl. Versicherungsanstalt Schiedsspruch für die Mühlenarbeiter. Bei den gestrigen Berhandlungen im Konflikt der Mühlenarbeiter erklärte der Borsigende, Gewerberat Krüger, daß ein Schiedsspruch nicht gefällt worden sei. Auf Grund der Schlichtungsverordnung fällte er allein einen Schiedsspruch. 26 30. April 1925. bis 29. September 1925 sollen die Löhne der Gelernten wöchentlich 39,50 M., der Ungelernten 33,75 M. betragen. Das würde bedeuten, daß die Gelernten wöchentlich 2 M., die Ungelernten 0,75 Mr. als Zulage erhalten. Erklärungsfrist bis 5. Mai. Eine am Sonntag stattfindende Funktionärversammlung der Mühlenarbeiter wird sich mit dem gefällten Schiedsspruch beschäftigen. Der polnische Landarbeiterstreit ist, wie Dst- Expreß meldet, a b gebrochen worden, soll aber in der Erntezeit wieder aufgenommen werden. 3. Rennen. 1. Pescaro( H. Blume), 2. Habicht( M. Jentsch), Kriegsgewinnler, Rubel, Doktor, Brigant, Heldastein, Schneeberg, Majus. 4. Rennent. 1. Oberon II( Barga), 2. Roland( E. Heynes), 3. Beisenheim( Bachmeier). Toto: 20:10. Plak: 13, 28: 10. Ferner liefen: Hermoder, Fürst Emmo. 5. Renne It. 1. Beryll( Huguenin), 2. Jofilanti( Dertel), 3. Rosiin ( D. Schmidt). Zoto: 19: 10. Plat: 16, 49: 10. Ferner liefen: Bones, Double Bind. 6. Rennen. 1. Dirndl( Barga), 2. Laufeya( B. Tarras), 3. Goldenes Horn( Huguenin). Toto: 29: 10. Plaz: 16, 21: 10. Ferner liefen: Luftpost. Mantinea. 7. Rennen. 1. Mumpis( Elflein), 2. Maura( H. Blume), 3. Lebenslauf( R. Torfe). Toto: 53: 10. Blaz: 27, 33, 111: 10. Ferner liefen: Ulan II, Gigerl, Sternberg, Herbststurm, Eichkage, Thrain, Münzmeister, Karawania, Sonnenschein. Die erste Stelle unter allen Kopfwaschpulvern nimmt mit Recht das sich stets steigender Beliebtheit erfreuende„ Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" ein. Seine Vorzüge werden von allen denen gerühmt, die dieses Mittel seit Jahren regelmäßig verwenden.„ Schaumpon" ist daher längst Gemeingut der Familie geworden. Es gibt fein ähnliches Präparat, das cine gleich überragende Bedeutung für die Kopfwäsche aufzuweisen hätte. Adjten Sie beim Einkauf auf die Schußmarfe „ Schwarzer Kopf". Preis pro Päckchen 20 Pfg. Keine Umwege! Unentbehrlich für Krafts und Radfahrer, Wanderer u. Reise verkehr. 50 Karten, fünffarbig, Maßstab 1: 300000, pro Karte 75 Pfennig. Ontinental Straßenkarte so zuverlässig wie Continental- Reifen! G. Erhältlich im Buchs und Schreibwarenhandel, ferner in jeder Auto- und Fahrradhandlung. Herausgeber: ContinentalCaoutchoucs und Gutta- Percha- Co., Hannover. Eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist Versicherung auf Erstes Risiko für Wohngebäude und Hausrat in Städten 40. Masivich- Ausstellung Allgemeine Ortskrankenkasse in Berlin. Berlin- Wilmersdorf. Die Bertreter der Arbeitgeber und BerDiese Ausstellung ist die größte bis- ficherten im Ausschuß werden hiermit herige Mastvieh- Ausstellung der Welt. gemäß§ 80 Abjag 1 der Saguna zu einer Fast 4000 ausgewählte Mastiere aus allen Teilen des ke ches! Großer Schlachtwettbewerb um die feinste Marktware, verbunden mit einer Ausstellung von Mastgeflügel, Maschinen, Geräten und Erzeugnissen für Viehzucht, Molkerei, Beleuchtung, Heizung, Transportmitteln und für das Schlächtergewerbe auf dem Zentralviehhof der Stadt Berlin vom Sonntag, den 3. Mai, bis Dienstag, den 5.Mai 1925. Geöffnet von früh 8 Uhr bis 7 Uhr abends. 31 000 Mark Geldpreise.. Eintritt nur 1 Mark. Fürjed, Landwirt Viehhändler, Fleischer, auch f. d. Bevölkerung d. Städte sehensw. Vereinen, Innungen u a. wird Bestellung von Extrazügen nach Berlin emptohlen. Deutscher Metallarbeiter Verband Sonntag, den 3. Mal, vormittags 10 Uhr, im Sigungsfaal Berbandshauses, Linienfir. 83/85: Versammlung des der Monteure und Hilfsmonfeure der Eisentonsirutkonsbetriebe. Sagesordnung: 1. Die Löhne be Monteure in der Etsenkonstruktion. 2. Diskussion. Pflicht aller Kollegen ist es, in der Bersammlung zu erscheinen. Achtung! Mitglieder der mittleren Verwaltung! Sur Durchführung des Ordnerbienftes in unserer Mai- Berfammlung und der Entgegennahme der Armbänder finden sich unsere Kollegen bereits um 9 Uhr im vorderen Raume des Walhalla. Theaters, Weinbergsweg, ein. Die Ortsverwaltung. ordentlichen Ausschußigung am Dienstag, den 12. Mai 1925 abends 72 Uhr, nach dem Raffenlofal, Raiferallee 173a, ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Genter: Ein neues Heilverfahren gegen Tuberkulose und shthisische Zustände." 2. Borlegung der Rechnungsabschlüssel der Kasse und Institute für das Jahr 1924. 3. Bericht tommiffion. der Rechnungprüfungs4. Abnahme der Jahresrechnung 1924. 5. Bericht über den Krankenhausanbau und Pfalzburger- Straße 35 bewilligung von Mitteln. Nach6. Bericht von Groß- Besten und Erich 7. Berschiedenes. [ 50/7 Berlin- Wilmersdorf, d. 29. April 1925. R. Engelhardt, Vorsitzender. Fr. Wiemann, Schriftführer. Möbel Hetert erste Firma aut Tellzahlung Günstige Bedingungen. Solide Preisa Gute Quantal Antragen unter C. 44 Vorwärts" Lindenstr Biochemie 11/ 2-3/ 2 Humb. 4297 Dr. med. Jacobson Weissenburger Str. 80. Sora La Geselzlich geschutzle Marke SANTA LUCI FEURIG SÜSSER SPANISCHER Berlin W 35 Am Karlsbad 3 Fernruf: Nollendorf 2392-94 Bären- Stiefel der solide Strapazier- Stiefel für Straße und Sport Bähr Spiffelmarki 7 n. Friedrichstraße 180 SANTA EOS LUCIA Stärkungswein Käuflich in Feinkost-, Drogenhandlungen u. Apotheken. Engros J. F. Rauch, Aktiengesellschaft, Berlin N 4. Allgem. Ortskrankenkasse für Berlin- Steglitz Bekanntmachung Der vom Ausschuß in der ordentlichen Ausschnßigung am 15. April 1923 be fchloffen 18. Nachtrag zur Sagung ist vom Oberversicherungsamt genehmigt worden. Geändert wird der§ 49 Abjay 1. Die Sagungsänderung tritt am 1. Mai 1925 in Kraft Druderemplare ber neuen Bei tragstabelle werden den Arbeitgebern zu geftellt und sind außerdem im Kaffenlotal erhältlich. Die Beiträge zur Erwerbslofenfilrforge find vom Landesarbeitsamt ab 1. Mai d. J. auf 1 Proz. des Grundlohnes erhöht worden. Berlin- Steglig, den 30. April 1925. 5016 Der Vorstand Koglin Schriftführer. Moeckel Vorsitzender. Rabreparaturen, fachgemäß, preiswürbig. Schlawe, Weinmeisterstraße vier. 39 Mark echt Eiche EXTRA Mit Eos Extra- Potitur Sprechmaschinen Braucht man an Zeit Sekunden nur M. 9,0 Gelegenheitskauf! Riesenposten! Konzertapparate, trichter.os: Nr. 4 11, Haubenapparate, echt Eiche: 7 15, 9 18, 12 14 35,- 45, Schrankapparate, echt Eiche: 58, 26 Nr. 11 M. 26, Nr. 19 M. 89, Und jeder fchmutzige, farbige Schuh Wird strahlend neu una blank im Nul Ueberall käuf ich. Von der Reise zurück 16 Professor A. Pinkuss W. Kleiststr. 2 Klinik: Augsburger Str. 68 160 Haemorrhoiden 20 24 110, 125, Vollkommenste Wiedergabe Platten wieder billig! 30 cm 1,90 M. Dezimalwagen Tafelwag., Gewichte, Billigste Preise. Großes Lager Georg Wagner Köpenicker Str. 71 Kein Ladengeschäft Keine SchaufensterRekiame, dafür wesentl.billigerePreise SCHUTE MARKE Duittungs kabul u Reklamemarken Hepid sel 45 Jahren Spezialität Conrad Müller Schtheudiz Leipzig Magen leibende nehmen die fichere echten Reichels Silfe Magentropfen, das durch Myrobalanum. Benimmt schnell erprobte Rezept M. 1Schmerz, Entzündung und Schwellung u. 2,50. Jn Drogerien Schulz& Gundlach Berlin Cur äußerlich anzuwenden. M. 2,50 Bou. Avotheten, ſonſt bei Münzstr. 18 in Drogenh. nicht erhältlich bei Otto Otto Reichel, Berlin 43 Reichel, Berlin SO 43, Eisenbahnstraße 41SO, Eisenbahnstr. 4'