fr. 207 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 107 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatli 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Beit" mit„ Sied. Tung und Kleingarten" sowie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenstimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige NonpareilleBeile 70 Pfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 20 Pfennig ( auläffia zwei fettgedruckte Worte). febes meitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 10 Pfennig, fedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. 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Die polnischen Polizeibehörden haben sich sofort mit den Danziger Polizeibehörden in Berbindung gesetzt und die Nach forschungen werden gemeinsam energisch fortgesetzt. Der Unfall geschah dadurch, daß an verschiedenen Stellen der Geleise viermal die Laschen abgeschraubt worden sind, die nachher 50 meter von der Unfallstelle im Grase aufgefunden wurden. Unmittelbar nach dem Unfall fanden sich die Polizeiorgane von Stargard ein, welche die Unfallstelle absperrten. Der erste Rettungszug traf aus Danzig binnen drei viertel Stunden ein, desgleichen auch Rettungszüge aus Konig, Dirschau und den anderen benachbarten Stationen. Sämtliche Aerzte aus den Nachbarorten wurden mobilifiert. Morgens traf der Staatsanwalt mit einer Gerichtstommission ein, gleich darauf im Flugzeug aus Warschau der Eisenbahnminister Eberhardt mit dem Direktor des Verkehrsdepartements des Ministeriums. An der Hilfeleistung beteiligten sich sehr intensiv die Wojewodschaften aus Thorn und fämtliche Kreisausschüsse, ebenfalls hat das polnische Rote Kreuz feinen Rettungsapparat zur Verfügung gestellt. Für die Festnahme der Täter hat die polnische Regierung eine Belohnung von 50 000 31oty ausgesetzt. Der Berkehr war durch den Unfall unterbrochen. In berselben Nacht passierte schon der Berlin- Rigaer D- 3ug, ebenfalls der D- 3ug Berlin- Insterburg, Abfahrt Berlin 10.32 Uhr, desgl. der nach Riga fällige Zug." Eine deutsche Entgegnung. Warschau, 2. Mai.( WTB.) Die nationaldemokratische .Gazeta Poranna" behauptet, man fönne schon vor der Untersuchung getrost sagen, das Verbrechen sei von denjenigen begangen worden, denen es Nutzen brächte. Die heftige Art, mit der sich die deutsche Presse auf den Vorfall geworfen habe, der fieberhafte Versuch, daraus politisches Kapital zu schlagen für die forridorfeindliche Politik Deutschlands, müsse zu denken geben. Dazu bemerkt WTB.: Die hier unternommenen Versuche, die Verantwortung für das entsetzliche Unglück abzuwälzen, müssen auf das schärffte zurüdgewiesen werden. Diese Versuche sind um so plumper, als ganz offen zugegeben wird, daß dadurch dem Ergebnis der Untersuchung vorgegriffen werden soll. Bon polnischer Seite ist auffallend schnell nach dem Unglüd die Version verbreitet worden, daß ein verbrecherischer Anschlag vorliege. Demgegenüber wird von Augenzeugen Garantiepakt und Räumungsfrage. berichtet, daß die Entgleisung des Zuges auf den mangelhaften Zustand der Bahnanlagen zurückzuführen ist. Am 22. April ist der Schnellzug Warschau- Krakau und wenige Tage vorher der Schnellzug Krakau- Warschau entgleist. Sollen vielleicht hierfür auch Deutsche verantwortlich fein? Eine polnisches Blatt hat damals festgestellt, daß die Entgleifung die Folge verbrecherischen Leichtsinns und bei spielloser Nachlässigkeit der polnischen Eisenbahnverwaltung war, die die Eisenbahnschwellen verfaulen ließ. Die deutsche Presse würde ihre Pflicht gegenüber der Deffentlichkeit vernachlässigen, wenn sie nicht diese Uebelſtände geißeln und größere Sicherheit für die hauptsächlich von Deutschen befahrene Strecke fordern würde. Unter diesen Umständen förnen die Versuche der Polen, die Verantwortung für das Unglück, die unzweifelhaft der polnischen Eisenbahnverwaltung zur Last fällt, den Deutschen in die Schuhe zu schieben, mur als unerhörte Berleum dung bezeichnet werden. Die Opfer der Stargarder Eisenbahnkatastrophe. Weitere Feststellungen. = Dr. Neumann gleich nach seiner Einlieferung ins Dirschauer KrankenDanzig, 2. Mai.( TU) Gestern war gemeldet worden, daß ein haus verstorben sei. Bei diesem Verstorbenen handelt es sich nicht Meyer, deffen Leiche bereits von seinen Angehörigen abgeholt um einen Herrn angegebenen Namens, sondern um einen Dr. worden ist. Desgleichen ist der verschiedene Höftmann schon in seine Heimat befördert worden. Der schwer verletzten Frau Gertrud Raiser aus Königsberg find nicht beide Beine, sondern mur ein Bein amputiert worden; ihr Bruder, ein Arzt aus Königsberg, ist in Dirschau eingetroffen, um die Ueberführung der Schwer verletzten zu veranlassen. Die verletzte Elisabeth Dzialkomiti, Bostbeamtin aus Königsberg, ist bereits in ihre Heimat befördert norden. Der polnische Lokomotivführer Garlicki liegt mit mehreren Rippenbrüchen im Dirschauer Krankenhaus. Die Schuldfrage. Pr.- Stargard, 2. Mai.( TU.) Die Untersuchungen und Nach forschungen über die Ursache des furchtbaren Eisenbahnunglücks haben ein sehr wesentliches Ergebnis gezeitigt, durch das die ganze Schuld für das Ausmaß der Katastrophe der pol nischen Regierung zur Last fällt. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß der Hauptgrund dafür, daß die Katastrophe einen solchen Umfang annahm, in dem schlechten Zustand des Oberbaus und namentlich der Schwellen liegt. Das Um stürzen des Zuges nach der Entgleisung ist wesentlich darauf zurückzuführen, daß die Schwellen, die seit fünf Jahren in unverantwortlicher Weise verkommen sind, zerbrachen und der Zug dadurch so schnell das Gleichgewicht verlor, daß er offenbar nicht mehr zum personal, das sich bekanntlich durch Absprung gerettet hat, während Halten gebracht werden konnte. Ob das poínische Lokomotivgemacht hat, ist noch nicht befannt geworden. Es wird als selbst die Fahrgäste verunglückt find, den Versuch zu bremsen überhaupt verständlich angenommen, daß das Schiedsgericht sofort zusammentritt. Deutsch- Danzig- polnische mit Ausnahme Rußlands, vertreten. Die Konferenz erhält ihre besondere Bedeutung durch die Teilnahme Ameritas, dessen Delegationsführer Buston einer der prominentesten amerikanischen Politiker und Anhänger des Völkerbundgedanken ist. Die Hauptaufgabe der Konferenz ist die Unterbindung des illegalen Waffenhandels und die Schaffung internationaler Organisationen, die mit Erlaubnisscheinen den privaten Waffenhandel in der ganzen Welt kontrollieren sollen. Der Völker bundrat ernannte zum Vorsitzenden den Grafen Wiart( Belgien). Französischer Delegationsführer ist Genosse Paul Boncour. Die Gründe des Aufschubs. Paris, 2. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Ueber die Gründe, die den bereits angekündigten Aufschub der Verhandlungen über das deutsche Garantieangebot und im Zusammenhang damit auch über die Frage der Räumung von Köln veranlaßt haben, äußert sich am Sonnabendabend der„ Temps": Einmal habe Briand, der soeben erst die Leitung der franzöfifchen Außenpolitik übernommen habe, das Bedürfnis, die schwebenden Fragen gründlichst zu studieren; dann aber sei es sehr begreiflich, daß man sowohl in London wie Paris den Wunsch habe, vor Eintrift in endgültige Verhandlungen fich über die genaue Bedeutung und Tragweite der Wahl Hindenburgs Die Kämpfe in Marokko. tlar zu werden, da der praktische Wert eines Garantievertrages Uebergreifen auf französisches Gebiet. ausschließlich von der Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit der deutschen Angebote bestimmt werde man werde es verstehen müffen, daß spanischen Rifftabylen hat neuerdings von der spanischen auf die Paris, 2. Mai.( Eig. Drahtbericht.) Die Auflehnung der es für die öffentliche Meinung Frankreichs außerordentlich schwer franzöfifche Zone übergegriffen und zu heftigen Kämpfen Anlaß gefei, an den Friedenswillen der deutschen Regierung zu glauben, geben, die nach den offiziellen Berichten mit einem Sieg der frannachdem der Erfolg der kandidatur Hindenburgs aus- zöfifchen Truppen geendet haben soll. Die halbamtlichen Berichte schließlich das Werk der Parteien zeigt, die nicht nur den Versailler laffen jedoch durchblicken, daß die Aufstandsbewegung hier erst in Bertrag ablehnen, fondern neuerdings auch eine Revision des ihren Anfängen steht und größeren Umfang anzunehmen droht. Dawes- Planes und der Londoner Abmachungen fordern. Marschall yautey, der Generalgouverneur von Maroffo, leitet persönlich die militärischen Operationen, die eine Zusammenziehung fehr beträchtlicher Streitfräfte in der Nähe der spanischen Zone erforderlich gemacht haben. Dagegen wird offiziell die neuerdings durch die Presse gegangene Nachricht bestritten, daß Marschall Genf, 2. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Internationale| Cyaufey die Absicht habe, die Grenze der spanischen Zone zu überBaffenhandelstonferenz wird am Montag in Genf eröffnet. Auf schreiten und feinem Borgehen damit einen infernationalen ihr find 41 Staaten, darunter sämtliche europäischen Großftaaten Charakter zu geben, Internationale Waffenhandelskontrolle. Konferenz in Genf. Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 1 Postscheckkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Fernsprecher: Auf der Reichs- Reklame- Meffe: Wilhelm 5744 Zwei Fronten. Der Vormarsch des demokratischen Gedankens. Der neu gemählte Reichspräsident wird am 11. Mai in die Reichshauptstadt einziehen, die ihn mit Zweidrittelmehrheit abgelehnt hat. Er wird unter den schwarzrotgoldnen Reichsdes sozialdemokratischen Präsidenten des Reichstags ablegen. farben den Eid auf die demokratische Verfassung in die Hand hat das Prinzip des Obrigkeitsstaates über den demokratischen Gedanken gefiegt? der preußischen Krise gerungen, nachdem feststeht, daß auch die Im Kampfe der Parteien wird um die Lösung Hindenburg- Wahl den Parteien des Volksblocs in Preußen noch einen Vorsprung vor den Parteien des Rechtsblock's ge= geben hat. Der Reichspräsident hatte nicht nur die Mehrheit deutschen Landes bei der Wahl gegen sich. Hat das Prinzip der Reichshauptstadt, er hatte auch die Mehrheit des größten des Obrigkeitsstaates über den demokratischen Gedanken gefiegt? feiner Rundgebung an die Republikaner auf die Frage geantDer Kandidat des Boltsblocks, Wilhelm Marr, hat in mortet: Hindenburg ist gewählt, aber der demokratische Gedante marschiert. Die Rechte kämpft gegen diese Antwort, die eine Tatsachenfeststellung ist, an. Sie versucht der Wahl, die der neue Reichspräsident den Evangelischen in Sachsen, den Freidenkern, der Torheit der Kommunisten verdankt, einen prinzipiellen politischen Sinn beizulegen. Sie will darin einen Sieg des aristokratischen Führergedankens, der bis zum letzten über den Gedanken der Demoratie sehen. Ende durchgedacht in dem monarchischen Gedanken gipfelt, Deutschland fünftighin durch den neuen Reichspräsidenten geHat der aristokratische Führergedante triumphiert? Wird führt werden wie ein monarchischer Staat durch den„ aristo. fratischen Führer"? Wir sprechen nicht von der Problematik des Begriffs des aristokratischen Führers, und nicht davon, daß Monarch und Führer zweierlei ist. Wir sprechen auch nicht davon, daß die Verfassung, auf die der neue Reichspräsident vereidigt wird, die Funktion des aristoratischen Führers nicht fennt und nicht zuläßt eine sehr problematische Funktion übrigens. Wir halten uns an die Tatsachen. Einer der Führer der Rechten, Graf Westarp, hat in der Kreuzzeitung" den Ruf erhoben: Sieg des aristokratischen Führergedankens über den Gedanken der Demokratie. Er hat versucht, die Lage nach der Wahl unter diesem Gesichtspunkt zu sehen und darzustellen. Aber seine Darlegungen sind ein einziger Beweis gegen den vermeintlichen Sieg des aristofratischen Führergedankens. Noch möchte er für Preußen dem neuen Reichspräsidenten Führerfunktionen zuschreiben: ,, Wer wollte Hindenburg im Stich lassen, wenn es gilt, die Hemmnisse endlich zu beseitigen, die ein sozialdemokra tisches Preußen seinen Absichten in den Weg legt!" Das ist nun gerade der ungeeignetste Punkt; denn der Reichspräsident hat mit Preußen nichts zu tun. Was sich in gruppierungen, auf den der Reichspräsident verfassungsmäßig Preußen abspielt, ist ein Kampf von Parteien und Barter die preußischen Krisenmacher Repräsentanten eines aristokrafeinen Einfluß hat. Man kann schließlich auch nicht sagen, daß tischen Führerprinzips wären. Sie find lediglich Parteiführer von parlamentarischen Parteien im demokratischen System. Aber vielleicht könnte das aristoratische Führerprinzip, deffen Sieg Westarp feststellen will, sich in der Außen= politik durchsetzen. Hier bemerkt Westarp: " Wann die Verhandlungen über den Sicherheitspatt Auslande ab, und es steht noch nicht fest, wann dessen Antworten und Völkerbund ihren Fortgang nehmen werden, hängt vom auf die Anregung der deutschen Regierung zu er tion hat sich bekanntlich den Einfluß gesichert, der ihrer Stel warten sind. Die deutsch nationale Reichstagsfrat lung als größte der an der Regierung beteiligten Parteien. und der Berantwortlichkeit des Reichskanzlers für die allgemeine und des Außenministers für die äußere Politit entspricht." Auch in der Außenpolitik sehen die Deutschnationalen nicht ihre Hoffnung auf den aristokratischen Führer, sondern auf die Partei. Im Parteikampf in der Demokratie, durch den Einfluß der parlamentarischen Partei hoffen sie ihre außenpolitischen Anschauungen durchzusehen. Indem sie vom Sieg des Haltung der Vormarsch des demokratischen Gedankens. aristokratischen Führerprinzips reden, zeigt sich an ihrer * teiensystem Tendenzen zur Nach der Wahl vom 26. April treten im deutschen Parhervor. Diese Tatsache spricht am lautesten dafür, daß der Sammlung stärker demokratische Gedanke in Deutschland fich immer stärker durch fett. Diese Sammlungstendenzen zielen darauf ab, die Parteien, die am 26. April links und rechts zusammenstanden, auch für die politischen Aufgaben der Zukunft zusammenzuhalten. Die Kundgebung vom Reichskanzler a. D. Mary war ein Ruf an den Volksblock, fest zusammenzustehen. Dieser Rundgebung antworteten Rufe zur Sammlung von rechts her. Diese Sammlungstendenzen sind ein notwendiges Ergebnis demokratischer Erziehung und demokratischen Dentens des C Boltes. Sie zeigen aus der hemmenden und einen verhängnis. vollen Zirkel von Dauertrifen bedingenden Aufsplitterung des deutschen Parteisystems heraus zu einer großen Zweiteifung der politischen Kräfte. Die Frankfurter Zeitung" faßt diese Tendenz in folgende Worte: „ Kommen wir vorerst zu feinem 3mciparteiensystem, so ist schon die Bildung von zwei großen Parteigruppen ein Fortschritt. Voltsblod und Rechtsblod: darin liegt die natürliche Scheidung aller politischen Bölker und Zeiten zwischen denen, die vorwärts, und denen, die rüdwärts blicken. Hier Republik, demokratische Staatsgestaltung, demo. tratische Wirtschaftspolitik( im Geiste sozialen Rechts) dort der alte Herrenstaat mit seinen Privilegien und Sonderintereffen! Dort nationalistische Berheizung und Gewaltanbetung hier ehrliche Berständigung und Bille zum Frieden! So steht ein neues Deutschland gegen das aíte. So steht es! und wird es stehen bleiben und sich durchsetzen trotz einer Bahlniederlage gegenüber dem Namen Die Tendenz zur Sammlung ist ein Sieg des demokratischen Gedankens. Das deutsche Volt, das im monarchischen Obrigkeitsstaat in ein Vielparteiensystem zersplitterte, ohne feine politischen Kräfte zu sammeln und zusammenzufaffen, will sich in der Demokratie einrichten, die Sammlung der Kräfte vor allem erfordert. Darin liegt nicht nur ein Fort schritt des politischen Denkens überhaupt, sondern auch ein Fortschritt des demokratischen Denkens. Hindenburg." Die Fronten fammeln fich. Die nächste Woche wird entscheiden, ob sie sehr bald aufs neue die Kräfte messen werden. Kommt es zum Kräftemessen, so wird die Entscheidung näher am 29. März als am 26. April liegen. Stresemanns Kölner Prozeß. Wahrheitsbeweis in der zweiten Instanz. Herr Stresemann hatte jüngst gegen den verantwortlichen Redakteur der Rheinischen Beitung", Gen. Trim wortlichen Redakteur der Rheinischen Zeitung", Gen. Trimborn, wegen eines Arfitels, in dem die Beständigkeit feines politischen Charakters angezweifelt wurde, einen BeleidigungsProzeß angeſtrengt. Antlage war aus§ 185( formale Beleidigung) und§ 186( üble Nachrede) erhoben. Als jedoch der Verteidiger Gen. Landsberg dazu überging, den WahrAnflage aus§ 186 fallen, und Gen. Trimborn wurde nur heitsbeweis anzutreten, ließ der Staatsanwalt schleunigst die wegen formaler Beleidigung zu 200 M. Geldstrafe verurteilt. Nun hat Herr Stresemann, wie aus Köln telegraphiert wird, in der Köln. 3tg." zu den Beweisanträgen der Verteidigung in folgender Weise Stellung genommen: Zu der Behauptung Landsbergs, Stresemann habe die Deutsche Bolkspartei lediglich deshalb gegründet, weil er das von ihm bei der Demokratischen Partei erstrebte Reichstagsmandat nicht erhalten habe, erklärt Stresemann, daß ihm der demokratische Abreordnete Fischbed, der die Verhandlungen Diesen Fortschritt zu fördern, liegt auch im Interesse der von seiten der damaligen Fortschrittlichen Volkspartei zum Zwecke werktätigen Massen, die in der Sozialdemokratie des Zusammenschlusses der Fortschrittlichen und der Nationalliberalen organisiert sind. Heute gilt es, zunächst einmal den Boden zu Bartei führte, ausdrücklich bestätigt habe, daß er nie in Verhandsichern, auf dem Arbeit im Sinne unserer Bestrebungen gelungen wegen eines Beitritts zur Deutschen Demokratischen Partei leistet werden kann. Eine spätere Beit mag andere Gruppierungen bringen jetzt gilt es, für das Heute zu forgen. Angesichts diefer Sammlungstendenzen wird die voll fommene Ueberflüssigkeit der Kommunisti schen Partei so deutlich, daß man eine Beschleunigung des Berfallsprozesses der Kommunistischen Partei erwarten darf. Die Rechte möchte zwar der fommunistischen Bewegung neues Leben einhauchen. Sie läßt durch ihre Presse Märchen über Bündnisverhandlungen zwischen Kommunisten und Sozialdemokratischer Partei verbreiten. Sie deutet an, daß die Sozialdemokratische Partei nicht abgeneigt sei, sich nach den Kommunisten hin zu entwickeln. Der Zweck dieser Märchenerzählungen ist offenfundig. Man möchte Berwirrung stiften, erzählungen ist offenfundig. Man möchte Berwirrung stiften, man möchte den Kommunisten Mut machen, man möchte bei tommenden Wahlen im trüben fischen. Diese Märchenerzählungen der Rechten werden genährt durch die Barolen, Vorschläge, Refolutionen, Thesen, offene Briefe, die die kommunistische Zentrale jetzt in fieberhafter Saft von sich gibt, um zu halten, was zu halten ist, und die doch nur den Verfallsprozeß der Kommunistischen Partei beschleunigen werden. Denn daß durch die Kommunistische Partei und ihre Haltung nicht nur ein logischer, sondern auch ein moralischer Bruch geht, das wird den Anhängern der Kommunistischen Partei durch jede neue Verlautbarung ihrer Zentrale demonstriert. Beispiel die Berliner Resolution: wir wollen sozialdemokratische Politif machen, aber mur, um die Sozialdemofratie zu entlarven. Uns scheint das eher eine Selbstentlarvung zu fein. Denn einen will man damit betrügen, entweder uns oder die kommunistischen Anhänger. Entweder ist es mit dem Willen zur Reformarbeit Schwindel und nur mit der Entlarvung ernst dann will man uns betrügen. Oder aber es ist ihnen ernst mit dem Willen zur Reformarbeit und Schwindel mit dem Willen zur Entlarvung, dann will man die kommunistischen Arbeiter betrügen, denen man die Entlarvungsphrase zur Beruhigung hinwirft. Erstens ist die Kommunistische Partei als selbständige Partei absolut überflüffig, wenn es ernste Reformarbeit gift, zweitens haben wir kein Intereffe, die kommunistischen Arbeiter mit Zentralelügen zu gewinnen. Wir werden sie durch sozialdemokratische Aufflärungsarbeit gewinnen, und zwar für immer. Die goldenen Zeiten kehren wieder. ( Con tremolo.) Geliebtes Bolf! Wisch ab die Zähren, Wisch ab die Nase und den Schmerz! Die Republik, die gottverfluchte, sie war ja nur ein fleiner Scherz. Die goldene Zeit, die uns so teuer, Kehrt wieder mit Tsching- bum- Salat, die königliche Hand am Steuer und auch die an der Hofennaht. Der Freiheitskaviar war uns schnuppe. Dabei war uns ja nie ganz wohl Die alte preuß'sche Wassersuppe tehrt wieder und der Sauerkohl! Es fehrt die langentbehrte Trense, Der Schnurr- und Dummbart ohne Kopf, die Wonnegans und andere Gänse, der Wilhelm" und manch' anderer Zopf. " Die beiden Stühle fehrten wieder die alle Welt so oft ergött, auf die der Deutsche fromm und bieder sich seelenvoll dazwischen setzt. Laßt jetzt uns die Novemberprügel auf föniglichen Hintern rächen! Die alte Herrlichkeit bricht an und mancher edle Mann muß- brechen. Gott segne die Hurra- Attrappen! Wir dürfen wieder strammstens stehn vor Achsel- und vor andern Klappen und fleine Prinzen reiten sehn! Das Maul und treu zur Krone halten, mir dürfens bald, o Bürgerherz! Laß uns gerührt die Hände falten! Die Republik geht himmelwärts... Gustav Junghans. Genfer Frühling. Bon Hans Wesemann. Unsere lieben Möwen und Wasserhühner sind alle fort, schade darum. Stundenlang fonnte man ihnen von der Pont du MontBlanc aus zusehen, wenn fie Algen fischten oder einen Saltomortale für ein gereichtes Stück Brot vollführten. Als ich heute an der Rousseau- Insel vorbeilam, sah ich nur eine englische Miz, die Bonbon lutschte und in ihrem Magazin" las. Ein Spazz, der dem alten Jean- Jacques auf dem Kopfe saß, jah ihm lange zu. Ich auch. Dann erhob er sich und verschwand, da ihm das Warten zu Dumm wurde mir auch. eingetreten set. Bezüglich seiner Haltung zur Großen Koalition, die er gesprengt haben soll, um den Bürgerblod mit den Deutschnationalen herbeizuführen, sagt Stresemann, daß die Sozialdemokratie durch ihr Ausscheiden selbst den Bruch der Großen Roalition herbeigeführt habe. Das Zusammengehen mit den Deutschnationalen Jei nach Annahme des Dames- Gutachtens durch eine Mehrheit der Deutschnationalen erfolgt. Im übrigen habe er, Stresemann, nie. mals die Sozialdemokratie als paterlandslos, landesverräterisch oder wirtschaftsverwüstend bezeichnet. Der Vorwurf betreffend feine angeblichen Beziehungen zum Stahlhelm sei vollkommen unberechtigt. Er tenne zwar das Borstandsmitglied der Magdeburger Ortsgruppe der Deutschen Bolkspartei, Seldtke, persönlich, habe aber mit diesem nie über die Einführung der Dittatur in Deutschland gesprochen. Zur Frage der angeblichen Wirtschaftsverhandlun gen Stinnes' in Paris erklärt der Minister, daß er sich als Minister des Aeußeren allerdings geweigert habe, ein Dokument, in dem außer anderen Herren auch Stinnes zu solchen Verhandlungen autorisiert wurde, zu unterzeichnen; denn er fönne fich, nach dem er mit Frankreich über die rheinischen Fragen selbst von Regierung zu Regierung eine Distuffion erzielen wollte, nicht dadurch desavouieren, daß er Privatpersonen die Möglichkeit zu solchen desavouieren, daß er Privatpersonen die Möglichkeit zu solchen Verhandlungen gibt. Zum Fall Keßler sagte der Minister, daß Graf Harry Reßler mit Zustimmung des Auswärtigen Amtes zur Bölkerbundstagung im September 1924 nach Genf entsandt worden sei, weil Macdonald die Benennung einer deutschen Persönlichkeit wünschte, mit der er sich in Genf vertraulich in Verbindung setzen fönne. Die Angriffe der Preffe( WTB.! Red. d. B.), die behaup teten, Graf Keßler habe sich selbst irgendein Amt angemaßt, habe Stresemann persönlich scharf zurückgewiesen. Was die Beileidstundgebung des deutschen Botschafters in Paris aus Anlaß des Unterganges des französischen Luftschiffes„ Digmuiden" betrifft, so sei festzustellen, daß Strejemann nie behauptet habe, der Botschafter hätte ohne Instruktion gehandelt; er habe im Gegenteil ausdrücklich das Vorgehen des Herrn von Hoesch mit seiner Unterschrift gebilligt. Das gleiche gelte bezüglich der Angriffe in der Flaggenangelegenheit in Washington, zu der er noch im Auswärtigen Ausschuß Auf dem Quai du Léman ergeht sich wieder die Genfer Société. Drüben am anderen Ufer steht das Spiegelbild des Montblanc und vom Rhônetal her weht ein lauer Frühlingswind, der zu Schnupfen und Liebesgedichten inspiriert. Fremde, die zum ersten Male nach Genf fommen, geraten immer noch in entzückende Bewunderung vor den Landschaftskulissen. Die berufsmäßigen Genfer rührt das schon längst nicht mehr, die gehen in den Kursaal, um zu jazzen und schimpfen über die schlechten Geschäfte, an denen der Bölkerbund schuld sein soll. Im Garten des Böllerbundpalais aber hartt ein gütiger alter Mann den Tennisplay, auf dem die Beamten in den Zwischenpausen der Weltgeschichte Bälle werfen. Um den gütigen alten Mann herum stehen zehn Bölferbundsleute, begutachten und geben weise Ratschläge. Der gütige alte Mann läßt sie reden und hartt dann, wie er mill Merkwürdigerweise fahren in Genf immer die Ehemänner die Kinderwagen. während die holden Gattinnen stolz und wohlwollend nebenherjpazieren. Ich habe über diese merkwürdige Naturerfcheinung oft nachgedacht. Daß umgekehrt, etwa in Berlin, bei der Rückkehr vom Grunewald, das Haupt der Familie im Kinder.wagen transportiert wurde, ermattet von Familienglück und ungezählten Weißen habe ich schon gesehen. Aber dieses- ich kann mir beim besten Willen Gustav Roethe oder Franz von Wendrin finderwagenschiebenderweise nicht vorstellen. Vielleicht ist es auch nur die veredelnde Wirkung der pazifistischen Institutionen, die Genf beherbergt wer kann das alles wissen! Ueber einer Gedenktafel, die in die Gartenmauer des Bölkerbundpalais eingelassen ist, stehen eine amerikanische Lady und ihr Begleiter. Auf der Tafel steht: A la mémoire du président Woodrow Wilson fondateur de la Société des nations.*) Der Begleiter hält einen fulminanten Vortrag und verliert vor Begeisterung über den großen Landsmann feinen Staugummi. Die Lady jagt:" Noooh" und stellt sich dann malerisch vor die Tafel, um gefodaft zu werden. Und zum Schlusse malen sie ihre Initialen auf die Tafel. Dann aber tehren sie ins alltägliche Leben zurück und gehen endlich ihr Zitroneneis essen. A0000h. Staatsoper. Das erste Auftreten von Benjamino Gigli fann wegen verspäteten Eintreffens des Dampfers erst am Donnerstag, den 7. ( Martha") erfolgen. Die Traviata"-Vorstellung mit Gigli wird an einem noch bekanntzugebenden Tage nachgeholt werden. Die für den 5. verkauften Eintrittstarten behalten Gültigkeit für die hinausgeschobene aufpreises zyridgegeben werden. Am Dienstag wird an Stelle von ,, Triviata"-Aufführung. Sie können jedoch auch gegen Erftattung bes Traviata"" Carmen" gegeben werden( 119. Abonnements- Vorstellung). In der Oper am Königsplass findet am gleichen Tage eine Aufführung von Tiefland" statt( 123. Abonnements- Vorstellung). *) Dem Andenken Wilsons, Gründer des Völkerbundes. nach Entbindung von Jeiner Amtsverfchwiegenheit Stellung nehmen merde. Jener Aufsatz in der Presse, der sich seinerzeit gegen die Führung der Londoner Delegation durch Marg richtete und der Zentrumspartei Gelegenheit zu scharfen Angriffen gegen die Bolkspartei und den Minister gab, sei Redaktionsarbeit der Köln. Zeitung gewefen und nie von ihm angeregt worden. Absurd sei auch die Behauptung, er habe im Jahre 1916 die Torpedierung der Lufitiania" begrüßt, weil sie den Krieg mit Amerita gebracht habe, dann aber 1917 die damalige Reichsregierung wegen der Führung des U- Bootfrieges angegriffen. Staatssekretär 3 immermann habe ihm ausdrücklich bestätigt, daß er, Stresemann, weder der Torpedierung zugejubelt, noch nach träglich die Wilhelmstraße angegriffen habe. " Zum Schluß erklärt Herr Stresemann, daß er sich dem Prozeß, gegen deffen Urteil von beiden Parteien Be= rufung eingelegt ist, als Nebentläger angeschlossen habe, um zu verhindert, daß in der zweiten Instanz wieder ein völlig tendenziöses und falsches Bild entworfen werde." Man darf daraus wohl schließen, daß die Verhandlung in zweiter Instanz die von der Stactsanwaltschaft in der ersten Instanz eiligst abgeschnittene Beweiserhebung bringen wird. Die deutsche Gerichtschronik wird dadurch um einen sehr interessanten politischen Prozeß reicher werden. Das Nek um Stresemann. Es wird außerordentlich fein gesponnen. Herr Martin Schiele hat etwas erffären lassen. Nämlich, daß die von gewiffer Seite in letzter Zeit ausgespielten und tonftruierten Gegensäge und Schärfen zwischen den beiden großen Parteien des bisherigen Reichsblods nichts als tendenziöse Bestrebungen seien und jeder realen Grundlage entbehrten. Die Parteien, die die Kandidatur Hindenburgs ges pflegt und gefördert hätten. zeigten eine sich ere, festgefügte Tendenz, die sich auch in der inner politischen Entwicklung der allernächsten Zeit abzeichnen werde." Das ist eine selbst für einen Rechtsminister reichlich leichtfertige Darstellung. Denn auch Herrn Schiele muß schließlich bekannt sein, daß aus seiner eigenen Partei heraus dauernd die schärfsten Angrife gegen den Führer der Deutschen Volkspartei, den Außenminister Stresemann, gerichtet werden, daß offen dessen Beseitigung und vor allem die Beendigung seiner Außenpolitif gefordert worden ist. Das alles fann ein Deutschnationaler nicht bestreiten, auch wenn er augenblicklich Reichsminister ist. Aber da tommt eine Buschrift an die„ Tägliche Rundschau", das Organ des Dompredigers Doehring und der Bolkspartei nahestchend. In dieser angeblich aus parlamentarischen deutschnationalen Kreisen stammenden Zuschrift wird versichert, die Angriffe auf Stresemann finden nicht die Billigung der Deutschnationalen Partei. Bei der Bertretung im Kabinett hon. delt es sich nicht um die einzelnen Persönlichkeiten, sondern darum, daß der betreffende Minister auch der Vertrauens. mann seiner Partei ist. Eolange also ein Minister das Ber. trauen seiner Partei besize, habe eine andere Partei feine Veranlassung zu einem Borgehen. Man spinnt das Netz um Stresemann mit großer Schläue. Jetzt soll die eigene Partei ihren Führer stürzen, um Luft und Plaz für Leute vom Schlage des Freytagh- Loringhoven zu schaffen. Wir sind neugierig, wie bald die Partei, Krankheit" den Außenminister des Sicherheitspattes von seinem Posten entfernen wird, nachdem der offene Borstoß der Aldeutschen bisher noch fehlgeschlagen ist. Freiherr von Kerdering zur Borg hat sein Amt als Mitglied des Reichsparteivorstandes des Zentrums und als Mitglied des Provinzialausschusses des westfälischen Zentrums niedergelegt. Er hat diesen Schritt in einer eingehenden Darlegung an den Parteivorfizenden damit begründet, daß das Zentrum, ganz besonders in jüngster Zeit, den Charakter als Mittelpartei immer mehr verliere und daß er die Berantwortung für diese Entwicklung nicht mehr tragen fönne, weshalb ihm eine weitere Mitarbeit in den genannten Parteiinstanzen nicht mehr möglich sei. „ Hilfe, ein Kind ist vom Himmel gefallen!" 1910, als die jungen Dichter den Allten noch naturalistisch nachgingen, wurde diese Tragikomödie gedichtet. Sie wurde wahrhaft gedichtet, denn bei Schmidtbonn flingt das Herz stets in die Worte hinein. Er ist unter uns Deutschen der aufrichtigste Schrift steller, der troß seiner nun 20 Jahre schon währenden Arbeit nicht der Routine verfällt. Es ist teine Gefahr, daß er innerlich ermattet. Täglich erblüht ihm die Welt von neuem. Und die Freuden und die Sorgen lassen ihn nicht los. Selbst dort, wo er im Formalen fündigt, liegt unterhalb des oberflächlichen Zugänglichen eine verborgene zärtlich tönende Schönheit. Auch in diesem Stücke, das man am 3entraltheater spielt. Nur ein unverdorbener Träumer fonnte dieses herrliche Märchen von dem Mädchen erfinden, das schwach wurde am leuchtenden Sommertag und nun um jeben Brels den Vater ihres Kindes an sich reißen will. Der Vater ist ein Bagabund, sogar ein Halunte, der sich nicht vor dem Einbrecherwerkzeug fürchtet. Nur durch ihre Treue, nur durch ihr unerschütterliches Ver trauen in die Menschengüte gewinnt sie das Spiel. Was tragisch erschien, darf fröhliche Zukunft bringen. In diesem Stüd wird auch das Soziale angeführt. Im Dred geboren zu sein ist beinahe so viel wie verurteilt sein zur Unmoral und Spizbüberei. Schmidtbonn besinnt sich aber darauf, daß diese Angst beinahe zu düster ist, und er möchte mit Humor den Ausweg aus seiner Niedergeschlagenheit finden. Im Diebesminkel, den er zeichnet, geht es fraus und fomisch zu. Man nimmt das Leben, das sich nicht mit der Staatsanwaltsordnung verträgt, auf die leichte Achsel. Es wird überhaupt fräftig in der Tragikomödie geflunfert und nur, weil die armen und die reichen Leute ein Auge zudrücken, tommt man schließlich miteinander aus. Im Zentraltheater nahm man diese Humore zu ernst. Der Regiffeur verkannte den Märchencharakter der Komödie und betonte zu stark die Nationalökonomie, die hier und da gestreift wird. Dies literarische Mißverständnis war der Anlaß zu theatralischen Irrtümern. Besonders Fräulein Hildegard Imhof und Herr Fer dinand Steinhofer, an denen sich all dies tragikomische Schicksal erfüllen soll, verfielen in eine allzu deutliche, durch feine M. H. Munterfeit gemilderte Monotonie. Kunstabend der Humboldt- Sochschule. Montag, den 4., abends 8 Uhr, veranstaltet Arnold Ebel eine Ausführung von Beethovens Neunter Sinfonie mit dem Blüthner- Orchester und der Chorvereinigung Scheinpflugscher Chor und Schöneberger Liebertafel. Die Galerie Alfred Heller, Kurfürstendamm 44, veranstaltet in Mai eine Rollettivausstellung von Ernst Honigberger. Kurt Küchler, der bekannte Dichter und Journalist, ti in Sochkamp bei Blankenese im Alter von 42 Jahren gestorben. Breisgekrönte Journalisten. Bei der Verteilung der von Bulizer gestifteten Preise für literarische und journalistische Leistungen, die jest in New York für das Jahr 1924 flattgefunden hat, erhielten zwei junge Reporter der Chicago Daily News" jeder einen Preis von 100 Dollar wegen ihrer Verdienste, die sie durch ihre Berichterstattung in dem Mordprozeß gegen bie beiden Millionärsföhne Leopold und Loeb zur Aufhellung bes Verbrechens fich erworben haben. Drei hervorragende Schiller ber Echule für Journalismus" erhielten jeber 1500 Dollar zu Siubienreisen stach Europa, * ラ Hinüenburgs Amtsantritt. Vorbereitung des Empfangs. Der neue Reichspräsident wird am 9. Mai nach Berlin über- siedeln und zunächst beim Reichskanzler wohnen. Der Empfang soll in aller Stille durch den stellvertretenden Reichspräsidenten Dr. Simons und die anwesenden Reichsminister erfolgen. Kund- gedungen des Stahlhelms sind vorläufig nicht vor- gesehen und sollen mitRücksichtaufdasAusland vermieden werden. Am 11. oder 12. Mai wird durch den sozialdemokratischen Reichs- tagspiäsidenten Löbe vor versammeltem Reichstag und unter den schwarzrotgoldenen Farben die Vereidigung erfolgen. Anschließend daran nimmt chindenburg die Parade über eine Ehrenkompagnie der Reichswehr ab. Er beabsichtigt, vor dem Reichstag im G e h r o ck und mit all den Orden zu er- scheinen, die er im Kriege bekommen hat. Alle im Frieden ihm verliehenen Orden will er als Reichspräsident nicht mehr tragen. Nach der Parade erfolgt die Rückfahrt in das Palais des Reichs- Präsidenten. Anschließend sind die notwendigen Empfänge vor- gesehen. Der Staatssekretär des Reichspräsidenten Cbert, Dr. M e i ß- n e r, wird vorläufig auch unter chindenburg weiter im Amte bleiben. Eine endgültige Bindung hat chindenburg jedoch noch nicht ausgesprochen. Gegen Wohnungswucher! Appell des Mietervcreins an Hindenburg. Der Gesamtoorstand des Bundes Deutscher Mieter- vereine e. V., Sitz Dresden, hat in Dresden in einer Gesamt- vorstandssitzung folgende Entschließung zur Wohnungsfrage gefaßt: »Reben der Rot geschmälerten Einkommens und der Rot der Arbeitslosigkeit lastet auf unserem Volke seit Kriegsende der Druck furchtbar st er Wohnungsnot, ohne daß sich Reich, Länder und Gemeinden— im wesentlichen wegen der fehlenden Initiative des Reiches— zu einer systematischen Bekämpfung dieser Rot hätten entschließen können. Alle Erfahrungen, die in den letzten Jahren gemacht worden sind, weisen zwingend darauf hin, daß die Wohnungsnot nicht durch Rückkehr in die Vor- kriegsoerhältn'isse und in die freie Wirtschaft, sondern nur durch eine systematische Umstellung behoben werden kann. Angesichts dieser Lage erwartet die deutsche Mieterschast von dem Reichspräsidenten von Hindenburg, daß er seinen Ein- fluß dahin geltend macht, daß seine Kundgebung als Generalfeld- Marschall vom September 1317 verwirklicht wird:. »Unsere Krieger dürfen nicht mit Wohnung»- elend empfangen oder mit Frau und Kindern der Obdachlosig- keit preisgegeben werden. Das Vaterland soll jedem, der von ehrlickier Arbeit leben will, dazu helfen, ein vor Zvucherhänden geschütztes heim zu gewinnen, in dem deutsche Familien leben und der Aufwuchs an Leib und Seele gesunder Kinder möglich ist." Nach dem Willen der Reichsregierung ist da» nächste Ziel nicht die Schaffung neuer Wohnungen, sondern die Zahlung der vollen Friedensmiete und Rückkehr in die freie wiictschost. Das deutsche Volk wird somit durch den Druck auf seine Lebenshaltung weiterer Verelendung preisgegeben und zu weitcrem Zusammen- pferchen in Wohnungen gezwungen, die kein körperlich, geistig und sittlich gesundes Volk emporwachsen lassen. Heimstätten braucht unser VoltI präsentierter Wechsel. Die Sparer an Hiudenburg. Die Arbeitsgemeinschaft der Aufwertungsorganisationen, die 33 der führenden Verbände in der Aufwertungs- und Entschädigungs- frage umsaßt, sandte an hindenburg folgendes Telegramm: »Zur Wahrnehmung der gemeinsainen Interessen haben sich die führenden an der Aufwertung-- und Entschädigungsfraae beteiligten Organisationen mit Millionen von Sparern. Rentnern. Kriegsbeschädigten. Kriegerhinterbliebenen. Der- drängten und Geschädigten zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen- aeschlossen. Die bisherige Behandlung und Nichtachtung unserer Jahrhunderte alten deutschen Rechte und die bittere Not von Mil- lionen deutscher Staatsbürger durch die Reichsregierung unter offenbarem Rlihbrauch der Reichsverfaffung und der Bsrsuch, diesen Zu- stand durch den heute dem Reichstag eingebrachten Gesetzentwurf zu verewigen, erfüllt weite Schichten des Volkes mit ernster Un- ruhe und Verzweiflung. Auf Grund der von Ihnen, Herr Reichspräsident, in der O st e r b o t s ch a f t an das deutsche Volk be- zeugten Anerkennung der Heiligkeit des Rechts vertrauen die wider- rechtlich ihres Besitzes, ihrer Ersparnisse und ihrer rechtmäßigen An- spräche Beraubten auf Ihren edlen Willen, den Notleidenden zu Helsen, um so mehr, als ihre Entrechtung auf der anderen Seite zu einem, bei den Sa>uld»ern überall nachweisbaren gewaltigen Der- mögensvorteil geführt hat. Wir bitten, diesem ernstesten Pro- b l e m der inne-en Politik Deutschlands volle Würdigung zuteil werden zu lassen und kraft der durch die Reichsverfasiung dem Reichs- Präsidenten verliehenen Rechte baldigst auf Wiederherstellung des öffentlichen Rechts, der Unabhängigkeit der Gerichte, von Treue und Glauben hinzuwirken." Abrechnung...! Ein gewissenloser Amtsrichter. Bei einer Bismarck-Feier auf dem Brocken hielt am 1. April der Amtsrichter Bs inert eine Rede, die von Beleidi- gungen gegen die Republik strotzte, und mit der Aufforderung zum gewaltsamen Umsturz endete. Den ermordeten Minister Erzberger nannte Beinert einen Halunken, er sprach von bestochenen Ministern und bezeichnete als den Zweck der Veranstaltung die Vorbereitung des„Tags der Abrechnung". Gen. K u t t n e r stellte gegen den tinmöglichen Amtsrichter Ctrafantrag. An den I u st i z m i n i st« r wurde die Anfrage gerichtet, was er gegen den Beinert zu unternehmen gedenke. Die Antwort liegt nunmehr vor. Sie lautet: „Mit der Rede, die der Amtsgerichtsrat Dr. Beinert in Wernigerode am 1. April d. I. bei der von ihm geleiteten Bismarck- Feier auf dem Brocken gehalten hat, ist infolge von Presseäuße- ningen und aus Anlaß einer von dem Abg. Kuttner gegen Dr. Beinert erstatteten Strafanzeige der Oberstaatsanwalt in ha i b e r st a d t besaßt gewesen. Er hat die Sache gemäß§ 13 des Gesetzes zum Schutze der Republik zuständigkeitshalber an den Oberreichsanwalt abgegeben. Nach abschließender Ent- jcheidung der für die strafrechtliche Beurteilung zuständigen Stellen wird die Angelegenheit im Disziplinarwege weiter ver- folgt werden." Die Zurückhaltiung des Justizministeriums in diesem Fall mutz Befremden erregen. Die Rede des Beinert ist im Druck erschienen und durch die Presse gegangen, ohne daß von seiner Seit« irgend eine Richtigstellung oder Aufklärung er- folgte. An dem Tatbestand ist also nicht zu zweifeln, Die selbstverständliche Folge müßte eine Suspenbierung vom Dienst sein, Das Verhalten des Beinert zeigt einen derartigen Mangel an Derantwortungsgefühl, daß er als Beamter an verantwortungsvoller Stelle unmöglich ist. Ein energisches Durchgreifen im Fall Beinert ist schon des- halb notwendig, weil geradeimHarzgebietdie Klagen über pflichtwidriges, antirepublikarnsches Verhalten der Beamten nicht verstummen will. Milde gegenüber derartigen Ele- menten wird der Republik nicht die Achtung verschaffen, die notwendig ist, wenn ihre Stellung nicht unterhöhlt werden soll. Politik im Gerichtssaal. In einer in Gleiwitz erscheinenden oberschlestschen Zeitung finden wir folgende bezeichnende Notiz: „Im Zimmer 241 des Amtsgerichts Gleiwitz siel heute durch den Vorsitzenden, Amtsgerichtsrat N e u m a n n gelegentlich einer Verhandlung gegenüber einem Kläger folgende Aeußerung: „Ja, mein Herr, diese Rechtsprechung können Sie in dem Heu- tigen schwarzroten Preußen nicht verlangen. Gehen Sie zu Severing, solange er noch im Amt ist. Vielleicht kann dieser Herr Ihnen besseren Bescheid geben." Was meint der Herr Iuftizmin ister dazu? Will der Herr Justizminister sich auf die Anfrag« genau so schweigsam oerhalten wie auf die Anfrage nach der Verantwortlichkeit am Tode Höfles?_ Die Flucht aus üer Kpd. Fortschreitende Zersetzung auch in Sachse«. Leipzig. 2. Mai.(Eigener Drahtbericht.) In F r e i b e r g i. Sa. sammelte sich dieser Tage der S t a h l h e l m zu einer großen Parade. Ein der Arbeiterschaft„rühmlichst" bekannter bisheriger Führer derKommunisten, namens Menzel, befand sich unter dieser Garde in Stahlhelmuniform. Roch vor wenigen Wochen war er einer der radikalsten Maulhelden unter den Freiberger Kommunisten und schon jetzt ist er zum Kommandanten im Stahlhelm ernannt worden. In den letzten Wochen sind in den Bezirken Leipzig und Chemnitz eine große Anzahl kommunistischer Ge- meindeoertreter zur Sozialdemokratie zurückgekehrt. So ist u. a. der Gemeindeverordnete Richard Peschel in hohen- dorf, Dezirk Chemnitz, und der kommunistische Stadtverordnete D o h l i tz in Dahlen aus der kommunistischen Partei ausgetreten. Sie haben sich, angewidert von den kommunistischen Wahlhelfer- diensten für hindenburg, unserer Partei wieder angeschlosien. Weitere Austritte in der Tschechoslowakei. Prag. 2. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Der Zerfall der kommunistischen Partei in der Tschechoslowakei ist nicht mehr auf- zuhalten. Jetzt sind abermals zwei Abgeordnete, darunter R o u e« k, der Führer der Kommunisten im Bezirk Brünn, aus der Pqxtei ausgetreten. Weitere Austritte werden erwartet. Stahlhelmattentate in f�alle. Mit Revolver und Säure.— Neun Verletzte. Halle, 2. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Im Lauf« der Nacht vom Freitag zum Sonnabend kam es infolge des Verhaltens der schwarzweißroten Banden in Halle zu bedauerlichen Zusammen» stöhen. Wie selbst der Polizeibericht melden muß, sind die am Bor- mittag des 1. Mai veranstalteten Mai umzüge, an denen Tausende von Arbeitern teilnahmen, überall reibungslos ver» lausen. Auch in den Abendveranstallungen der Partei kam es nicht zu Zwischenfällen. Erst gegen Uhr ereigneten sich dicht bei dem Volkspark Tätlichkeiten. E» fielen mehrere Schüsse. Auch wurde mit Säure gespritzt, so daß g Personen verletzt worden find. Die Vorgänge hätten sich mit großer Schnelligkeit abgespiell. Die Polizei, die alsbald zur Stelle gewesen sein soll, hatte die flüchtenden Täter nicht mehr feststellen können. Die Untersuchung soll bereits eingeleitet sein. So kurz der Polizeibeücht ist, um so größer sind die darin zu- gegebenen Tatsachen. Schon nach Anbruch der Dunkelheil umstellten hitlerleute und Slahlhelmer die Straßen, durch die Arbeiter au» den Arbeiterlokalen passieren wußten. Ganze Gruppen von Fest- teilnehmern wurden an den dunklen Straßen angerempelt. Die Polizei griff wiederholt«in und sorgte für Ruhe auf den Straßen. Es ist jedoch einem der Trupps gelungen, durch«ine dunkle Seitengass« bis in die Nähe de» Aolksparks zu kommen. Dort kam es zu einer Schießerei, bei der 9 Personen verletzt wurden. Ein Mann liegt mit schwerem Halsschutz im Krankenhaus, anderen wurden mit der Taschenlampe in» Gesicht geleuchtet, worauf Spritzen mit scharfer Säure ersolgte, die schwere Ler- brennungen, zum Teil Erblindungen heroorriesen. Zahlreich sind die Verletzungen durch Stockhiebe und Messerstiche. Hitlers Getreue... Verlassen das sinkende Schiff. München, 2. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Schon wieder ist einer der engsten Freund« Hitler» ihm und seiner Bewegung untreu geworden, und zwar wieder einer seiner militärischen Führer. der ehemalige Oberleutnant Brückner, der ebenfalls im hitter- Prozeß mit Bewährungsfrist abgeurteilt wurde. Er folgt nunmehr dem Beispiel Röhms und hat ab heute seine sämtlichen Aemter In der nationalsozialistischen Bewegung niedergelegt und seinen Aus- tritt aus allen politischen Verbänden erklärt. Die tiefere Ursache dieser Siegfriedstreue ist darin zu sehen, daß Hitler diesen Desperados, die jahrelang innerhalb seiner Bewegung gutbezahlte Posten innehatten, heut« keine Existenz mehr bieten kann. Anläßlich einer völkischen Interpellation im Landtag wegen des Redeverbotes Hitler« teilte der Innenminister mit. daß für die Regierung nach wie vor die Gründe fortbestehen, die das Rede- verbot rechtfertigen. Die Regierung habe Kenntnis davon, daß Hitler in geschlossenen Versammlungen seiner Partei immer noch seiner negativen Einstellung zum Staate Ausdruck gebe. In der Begründung der Interpellation erklärte der volkische Redner frei heraus, sein« Freunde verlangten von dem mit ihrer Hilse neu gewählten Reichspräsidenten, daß er unvcrzüg- iich Hitler und die mtt ihm Verurteilten voll amnestiert, und daß er ferner Hiller auf Grund sewer Kriegsverdienste das d e u t- sche Bürgerrecht verleihe. Da während der Interpellation kaum die Hälfte der völkischen Abgeordneten anwesend waren, ge- lang es ihnen nicht einmal, mit Hilfe der Deutschnotionalen 25 Stimmen aufzubringen, um die Besprechung der Interpellation durchzusetzen. Das zeigt deullich, welche» Interesse die Porlamen- tarier in Wirklichkett an ihrem»hochverehrten hiller" haben. Oesterreichs Anschluß unü Italien. Rom, 2. Mai.(WTB.) Agenzia di Roma erklärt, genaue Mit- teilungen über die Stellung leitender Kreise Italien? zur Frage des Anschlusses von Deutsch-Oesterreich a» Deutschland geben zu können. Danach wäre die italienisch« Regierung entschieden gegen jedweden Anschluß. Sie habe auch bereits Gelegen- heit gehabt, diese ihr« Austastung sowohl in den Hauptstädten der «llnerten wie auch in de« dir«« beteiligt«, Länder klar mitzuteilen. Im völkischen paraöies. Hindenburgs Getreue. Bor einiger Zeit machte ein Buch Aufsehen, das in dem an- gesehenen Verlag von Westermann in Braunschweig erschien und die„Entdeckung des Paradieses" zum Gegenstand hatte. Als Ber- fasser zeichnete ein Jemand mtt dem arischen Namen Franz von Wendrin. Er hat entdeckt, was niemand vor ihm gefunden, daß das Paradies der Bibel, der Garten Eden und alles, was damit zu- sammenhängt, nicht etwa jüdischen, sondern rein germanischen Ursprung» sei und daß die ganze Sage den Germanen nur von den Juden gestohlen sei. Denn in Wirklichkeit sei das Paradies nicht im Lande Kanaan, sondern in— Pommern gelegen, und die Cherubim, die es bewachten, waren blondlockige und blauäugige Germanenhelden. An diese schöne Geschichte vom völkisch-germanischen Paradies an der Recknitz in Pommern erinnert«ine triumphgeschwellte Mit- teilung der„Deutschen Zeitung", in der ernsthast nachgewiesen wird, wie Hindenburg auf den Gütern Pommerns und von Mecklenburg- Sttelitz„gesiegt" hat. Ganze Ortschaften in Pommern, so wird dort versichert, haben ausnahmslos dem Mann des Rechtsbwcks ihre Stimme gegeben, so allein im Kreise Greisenberg die„Ort- schaften" Dadow, Kukehn, Necklatz, Bockenhagen, Man- g e r i n und Z i e l o w. Und aus Mecklenburg-Strelitz wird erzähtt, daß in Neukäbelich Hindenburg LS, Marx 4 und Thälmann gar nur eine Stimme erhalten hat. Daneben lausen mit ähnlichen Ergeb- Nissen Orte mtt den paradiesischen Namen Canzow, Gewezin, Sadel- low, Bassow und— Chemnitz! Die völkische„Deutsche Zeitung" ist glücklich, daß sie das Paradies der Junker noch einmal entdeckt hat, wenn auch stark wendische, also „fremdstämmige" Namen damit verknüpft sind. Aber es ist doch etwas herrliches, wenn man weiß, daß die Republikaner wieder aus diesem Paradiese vertrieben sind und daß als Erzengel ein junker, licher Landbunddirektor— in Pommern übrigens jener aus Gollnow amnestierte Traugott von Iagow(Ich warne Neugierige!) kappistt- scheu Gedenkens— mit flammender Knute davor aufgestellt ist! Ernsthaft lassen die gigantischen Zahlen aus Wendrins Paradies sich nicht behandeln. Wollte man's versuchen, so müßte man die zahlreichen Städte und Dörfer des von fremden Truppen besetzten Gebiets aufzählen, in denen der„Retter" ganz von Stimmen errettet blieb. Aber wir verzichten darauf. Wir gönnen den hindenbürgern den Triumph, weltgeschichttiche Siege errungen zu haben, sei es auch nur in Dadow, Kukahn und N e k l a tz! Der Wiener preistreiberproZsj). Generaldirektor Fried verurteilt. Wien, 2. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabendoor- mittag ging der große Prozeß zu Ende, der vor dem Wiener Schöffengericht gegen den Generaldirektor der Anker-Broiwerke wegen Verbrechens der Preistreiberei geführt worden war. Der Prozeß wurde vor mehreren Monaten bereits eingeleitet, weil die Regierung gegen die Hammer-Brotwerke der Arbeiter eine Aktion plante. Bekannllich sind die Hammer-Brotwerle dieser Aktion zu- vorgekommen, indem das Werk an eine private Gesellschaft ver- kauft wurde. Der Prozeh wurde aber weitergeführt und am Sonn- abend beendet. Der Generaldirektor Fried wurde wegen Der- brechens der Preistreiberei zu 8 Monaten schweren Kerker», verschärst mit einnial hartem Lager, und zu einer Geldstrafe von 10 Millionen Schilling, das sind etwa 3 Millionen Mark, verurtellt. Im Fall er diese Summe nicht aufbringen kann, soll«ine weitere Arreststrafe von K Monaten eintreten. Es wurde ferner ausgesprochen, daß für die Geldstrafe die Anker-Brot-Gesell- schaft zu haften hat. Nun erst recht Jrieüettspotmu Versammlung des Friedenskartells. So lautete die Tagesordnung einer vom Friedenskartell gestern abend im Herrenhause einberufenen Versammlung. Der Andrang war so groß, daß zwei Paralleloersammwngen abgehalten werden mutzten. Professor O u i d d e führte den Vorsitz. Als erster sprach Karl Dies. Er stellte dem Begrußungs- reiben des Reichskanzlers a. D. Marx hindenburgs Antwort: hr« Wünsche sind die meinigen" gegenüber. Das Mißtrauen in weitesten Schichten der Bevölkerung und des Auslandes kann nicht durch Proklamationen, sondern nur durch politische Taten zerstreut werden. Für den Volksblock heißt es aber ini Augenblick: Nun erst recht Friedenspolitik. Genossin Toni P f ü l f meinte, eine verlorene Schlacht sei noch kein verlorener Krieg. Ist auch hindenburg ein schwerer Schlag für Deutschlands Friedens- Politik, das herz der Republik, Berlin, ist doch republikanisch. Es gilt, das Gelöbnis abzulegen für die Freiheit, für das Menschentum Deutschlands, für die Verständigung der Völker. Pazifismus be- deute ober nicht, kampflos der Reaktion weichen. Es bedeutet Kampf für den Frieden auf der ganzen Linie. Dr. Kurt Hill er schreibt die Schuld an der Niederlage den Republikanern selbst zu. Sie seien zu lau gewesen. Nun heißt es klare Scheidung der Geister. Es heißt auf der Hut sein gegen die- jenigen, die den Krieg anzetteln wollen, die die Wehrpflicht aufs neue einzuführen beabsichtigen. Prof. Paul Oe st reich äußert seine Befürchtungen hinsichtlich des Einflusses der hindenburg-Wahl auf die Schule. Alles, was bis zum Augenblick unter der Decke eine scheue Existenz geführt habe, wird nun in der Schule ossiziell erlaubt werden. � Die höheren Schüler werden ihre Selbstandigkett völlig ein- büßen. Die Parole muß sein, die p a z i s i st i s ch e n Lehrer zusammenzusassen und den sranzösischen pazisistischen Lehrern die Hände zu reichen. Die größte Gefahr für den Volks- block drohe durch den Versuch, die Schule konfessionell werden zu lassen. Pater Ernst Thraselt erklärte im Namen der jungen Katholiken, daß sie um des Pazifismus willen selbst vor Kriegs- Verweigerung nicht zurückschrecken werde». Nur Idioten oder Schurken könnten den Krieg wünschen. DerVolksblock müsse einig bleiben. Auch die Schulfrage dürse ihn nicht sprengen. Ein jeder möge frei zu seinem religiösen Bekenntnis halten. Es gelte, gegen Religionskriege, gegen Klaslenkriege onzukämpfen. Pfarrer Bleier glaubt gegen die republikanische Legende, daß Deutschland der freieste Staat in der Welt sei. ankämpfen zu müssen, hindenburgs Sieg wird endlich auch die Schlafmützen aufrütteln, denn er ist das Symbol des Militarismus. Genossin Klara Bohm-Schuch beklagt« tief die Wahl am 26. April. Sie bedeute eine Niederlag« des neuen Deutsch- l a n d s, den Versuch, die Republik mit dem alten Geist zu erfüllen. Deshalb gelte es nun, an der llmaeflaltung Dout'chtands weiter- zuarbeiten und in den ersten Reihen sollten da die Frauen stehen. helmuth v. Gerlach rief zur Nüchternheit auf. Lieblings- wünsche müßten im Augenblick zurückgestellt werden. Die Parole laute: Schutz der Republik. Denn nur auf dem Boden der Republik könne stch die Demokratie entfalten und nur auf dem Boden der Demokratie kann der Sozialismus aufgerichtet werden. Eenatspräsident am Kammergericht Dr. Freymuth sprach die Hoffnung aus, daß Feldmarschall hindenburg. der erst erklärt habe, von seiner Jugend an kein anderen Bücher als nur mflito- lisch« gelesen zu haben, jetzt mit Hilfe seiner Staatssekretäre das Buch der Weimarer Verfassuno studieren werde. Und da werde er im 8 1 lesen, daß Deutschland eine Republik sei und daß jede Staatsgewalt vom Volke komme. Pros. Dr. Quidde» Schlußworte wurden mit dem stürmischen Beifall begrüßt, der auch den anderen Rednern zuteil geworden war. Gewerkschaftsbewegung Gewerkschaftlicher Aufstieg. Das Klaffentampfprinzip wurde zeitweilig so sehr rabifal" ausgelegt, daß schon der Erwerb eines Ziegenstalls als verwerfliche Berankerung" in der privatkapitalistischen Gesellschaftsordnung galt. Die Gewerkschaften zollten dem Hausbesigkapital ihren Tribut wie olle anderen Mieter, selbst dann noch, wenn sie in der Lage gemesen mären, sich ein geeignetes Haus zu beschaffen. Es wurde befürchtet, daß die Geldmittel der Organisation dadurch festgelegt würden, bei notwendigen Kämpfen dann fehlten und so der Cha rafter der Kampforganisation vermischt werde. Heute hat eines Golopfennigs barftellte. Nicht einen feiner Angestellten inb seiner Hilfskräfte, deren Zahl gegenwärtig 18 beträgt, hat der Vers band in dieser Zeit entlassen. Und dennoch ist es dem Verbande gelungen, binnen eines Jahres aus eigener Kraft die Mittel zur Beschaffung eines eigenen Heims zu gewinnen, mit dessen Besiz obendrein der eines Villengrundstücdes verbunden ist. Die Verbandsleitung hofft, daß bis zur weiteren Verschmelzung mit den Bädern und Konditoren und den Fleischern, sie den nötigen Raum in ihrem Hause freibekommt, dessen Dachgeschoßz fie zunächst innehat, um den größeren Industrieverband aller Nahrungs- und Genußmittelarbeiter darin unterzubringen. felbft die KPD. fich„ häuslich eingerichtet" in der bürgerlichen Ge- Deutsche Heimarbeit- Ausstellung 1925 lands sellschaft. Etwa 15 Berbände, der dritte Teil der Zentralverbände im ADGB., sind ausbesitzer. Daraus wird umgefehrt von anderer Seite gefolgert, daß die Arbeiter mit ihren Konsumengossenschaften, ihren Gewerkschafts- und Berbandshäusern, wie viele ihrer Mitglieder als Laubenbefizer, keine Proletarier mehr seien weil sie irgend etwas besitzen. Der Verband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter Deutsch. nicht zu verwechseln mit dem Deutschen Nahrungs- und Genußmittelarbeiterverband der frühere Verband der Braue= rei und Mühlenarbeiter, ist jetzt ebenfalls in die Reihe der Organisationen mit eigenem Verwaltungsgebäude eingetreten. 2llerdings hatte sich der Brauerverband schon früher ein wenig veranfert, als er nach einem Streif in Augsburg für seine gemaẞregelten Mitglieder eine Brauerei in genossenschaftlichen Betrieb übernahm. Der Verband hat jetzt einen nicht minder glücklichen Griff gemacht. Sechzehn Jahre lang hatte er in Berlin in der Schicklerstraße seine Hauptverwaltung untergebracht und trotz pünktlicher Mietezahlung wurde er neuerdings auf vierzehntägige Sündigung gesetzt. Diese Zwangslage erforderte schleunige Abhilfe. Der Zufall brachte den Vorstandssiz in eine ehemals hochfeudale Gegend, in das Haus Reichstag sufer 3, in unmittelbarer Nähe des Reichstagsgebäudes. Der Verband ist aus den kleinen Berufsorganisationen der Brauer und der Müller hervorgegangen. Er hat in der Nachkriegszeit alles verloren, so daß er Ende November 1923 noch über nicht ganz 12 Goldmark mehr verfügte. Während der Inflationszeit Tonnte der Verband seine gesamten Unterstützungseinrichtungen aufrechterhalten, obgleich der Mitgliedsbeitrag nur noch den Bruchtei Berlin 28. April bis 15. Mai Landesausstellungshallen am Lehrter Bahnhof. Geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends. Eintrittspreis an der Kasse 30 pf. Für Gewerkschaftsmitglieder sind Karten für 20 Pf. in den Gewerkschaftsbureaus zu haben. Arbeitslose erhalten in den Gewerkschaftsbureaus Freifarten. Berfäume niemand den Besuch! Der Streik der Leitergerüstbaner beendet. Unter Vorsitz des Gewerberats Körner fanden Verhandlungen statt, die zu keiner Verständigung führten, weil die Arbeitgeber wohl eine Lohnzulage in Aussicht stellten, dafür aber Schmutzulage und Fahrgelder in Abzug bringen wollten. Erst durch ein vereinbartes Schiedsgericht fam ein Schiedsspruch zustande, der vorsieht, daß der Lohn für die Leitergerüstbauer 8 Proz. über dem der Maurer steht, Fahrgelder und Schmuhgelder werden wie bisher weiter gezahlt. Der Mantelvertrag bleibt weiter bestehen. Zu diesem Schiedsspruch nahmen die Streifenden am Donnerstag abend im Gewerkschaftshaus in einer überfüllten Versammlung Stellung. Sydow berichtete nach einer lebhaften Debatte, in der die Lohnzulage als zu gering moniert wurde. Der Schiedsspruch wurde gegen eine starke Minderheit angenommen. Auch die Arbeitgeber stimmten dem Schiedsspruch zu. Damit ist dieser Streit nach zweiwöchiger Dauer beigelegt. Die Wiederaufnahme der Arbeit erfolgte erst am Sonnabend früh, da einstimmig beschlossen wurde, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu begehen. Nisrael GEGR. 1815 BERLIN C SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE Kleid aus bedrucktem| Kleid aus bedrucktem Musselin mit weißem Voll- Voile mit Kragen und Spitzenkragen Vorteilhafte Angebote: Jumper- Bluse Kunstseide in vielen Farben.. 3.50 Sportbluse aus weißem Panamastoff, halsfrei oder geschlossen zu tragen .7.50 Hemdbluse aus vorzüglichem weißen Opal mit Säumchen... 9.75 Kleid aus bedrucktem Wollmusselin, mit Samtband verziert.... Kleid aus gestreifter Waschseide. 14.50 19.50 Damen- Hut aus feinem 1.95 Lackbast- Geflecht....... Damen- Hut aus feinem 3.90 Liséré- Geflecht.... 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Bom AfA- Bund wird uns geschrieben, daß der Arbeitgeberverband der Feinmechanik und Optik den am Tarifvertrag beteiligten Organisationen den Manteltarifpertrag gekündigt hat, um einen Ab bau des Urlaubs bis zu 15 Proz. vorzunehmen, die Arbeitszeit von 48 auf 54 Stunden tariflich verankern und einen sogenannten Leistungstarifvertrag einführen zu können. Die direkten Verhandlungen sind gescheitert, der Schlichtungsausschuß ist angerufen und tagt am Montag, den 4. Mai. Die Angestellten aller Berufsgruppen dieser Branche haben Gelegenheit, in einer am Montag, den 4. Mai, abends 5 Uhr in den Sophiensälen, Sophienstraße, tagenden öffentlichen Versammlung zu den Borgängen Stellung zu nehmen. Achtung, Bauarbeiter! Der Streit der Fliesenleger ist mit vollem Erfolg beendet. Die Versammlung der Streifenden am 2. Mai in Böfers Festsälen hat beschlossen, dem Angebot der Unternehmer zuzustimmen. Die Arbeit wird am 4. Mai wieder aufgenommen. Die Streifleitung der Fliesenleger. ( Gewerkschaftliches siehe auch 5. Beilage.) Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Verlagsanstalt Vaul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 7 Beilagen und„ Unterhaltung und Wissen". Muſifaufträge 0 übergibt man nur dem Nachweis des Deutschen Musiker Verbandes Berlin O 27, Andreasstr. 21( Königstadt 4310). Geschäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch Tisch- u. Hauswäsche außergewöhnlich billig Tischtuch halblein. Jacquard 130cm 3.95 104.95 .0.85 Servietten 60x60 cm Tischtuch Reinleinen Jacquard, Rasenbleiche 1305.25 1306.45 Servietten 60 x 60 em 1.05 Einzelne Tischtücher Prima reinl. Jacquard 7.90 130x165 cm....... 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Nngeheure Beteiligung au der Trauerfeier für das Opfer der nationaliftifche« Mordhetze. Die Aafbahrang den Opfer» fa der Trebbiner StraMe, Eine Fülle von schwarzrotgoldenen Fahnen mit schwarzem Flor in der kleinen Trebbiner Straß«. Aus weiten Hallen kommt surrend die Melodie der Arbeit. In dieser Straße wohnte der von nationalistischer Mörderhand zu Tode getroffene Erich Schulz und in dieser Straße wurde er auch aufgebahrt. Ein kleiner Platz, von Bretterzäunen umgeben. Wie mahnende Riesenfinger weisen Fabrikschornsteine in den grauen Himmel. Akazien stehen noch un- erweckt, doch wie ein Triumph der Auferstehung trägt ein mächtiger Pappelbaum sein zartgrünes Kleid. Die Bretterplanken sind durch Lorbeerbäume und Palmen verdeckt. Kränze mit schwarzrotgoldenen und roten Schleifen liegen um den Sarg und Blumen des Früh- lings, Bergißmeinnicht, rote Tulpen und Stiefmütterchen schenken dem Ermordeten ihre leuchtenden Farben. Durch graue Wolken bricht ab und zu ein Sonnenstrahl. Unö alle, alle tamea... Und sie kommen, die Angehörigen, die Bewohner der Straß«, sie kommen, die treuen Kameraden, die mitfühlenden Republikaner, um dem Toten das letzte und manch« das erste- und letztemal zu- gleich ins Gesicht zu sehen. Ein feines, schmales Gesicht mst kluger Stirn, noch ein wenig oerzerrt vom schmerzlichen Tod. Zu Häupten des Toten halten die Reichsbannerleute des Bezirkes Kreuzberg die Ehrenwacht. Der dort auf der Bahre liegt, ist das Opfer eines nationalistisch verhetzten jungen Menschen geworden. Die wahren Mörder aber sind die vergister dieser jungen Seelen, die weit vom Schuß zu immer neuem Blutvergießen und feigem Meuchelmorden antreiben, von den säiwarzweihrotea Fahnen, die die.Sieger' der letzten Wahlschlacht berausgehäugt, rinnt auch dieses vergossene Blut. Tropien sür Tropfen wie eine ständige An flöge. Der Kampf um die Fahne der jungen Republik, um Schworz-Rot-Gold, Ist der Kampf um ein freies und einiges Groß-Deutfchland. Und das Reichsbanner, das diese Fahnen allen Gewalten zum Trotz hoch- hebt, hat diesen Kampf schon mit mehr als einem Blutopfer besiegelt. Sie rückten an. zu Taufenden, aber Taufende«, die Reichs- bannerleute mit einem Meer schwarzrotgoldener Fahnen, indessen auf dem engen Platz in der T r e b b i n e r Straße das rote Feuer in den Pechpfannen entzündet wurde und die rote Flamme zum Himmel schlug. Nach dem Lied„Wenn sich zwei Herzen scheiden' sorachen Vertreter des Reichsbanners und der Sozial- demokratischen Partei. Aus allen chren Worten klang der flammende Protest gegen die Meuchelmörder und das heiße Gelöbnis, der Fahn« Schwarz- Rot- Gold erst recht die Treue zu halten. die Reöner am Sarge. Als erster Redner sprach für den Gau Derlin-Brandenburg des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold Genosse Fritz Ebert: In tiefer Trauer, so führte er aus, stehen wir an der Bahre eines tapferen Kameraden, der, von feiger Mörderhand nieder- Beschossen, im Dienste an der deutschen Republik sein Leben ließ. ür uns war der Kampf um die Reichspräsidentenschaft gleich. bedeutend mit einem Kampf um die Erhaltung der deutscheu Re- publik und ihrer Verfassung, um den Sieg ihrer schwarzrotgoldenen Fahnen. Wir haben diese Schlacht verloren und in ihr Erich Schulz, der es nicht dulden wollte, daß feige Gesellen unsere Republik und ihr Banner beschimpfen. Eine Schlacht haben wir verloren, aber nicht einen Kampfl Den Kampf um die deutsche Republik konnten unsere Gegner am 2 6. April nicht gewinnen und sie werden ihu niemals zu ihren Gunsten entscheiden können. Im Kampf um die deutsche Republik, um Deutschlands Einheit und Freiheit werden wir Republikaner, koste es was es wolle, den Sieg an unser schwarzrotgoldenes Freiheitsbanner knüpfen. An der Bahre unseres«rmorderten Freundes, der den kommenden Siegestag nicht mehr erleben darf, geloben wir, bis zum letzten Atemzuge für die Republik und unser gellebtes Vaterland so un- erschrocken auf dem Posten zu stehen, wie er. Wenn einst unser Siegestag naht, wenn der Traum unserer Väter verwirklicht ist, dann wird der Rame Erich Schulz mit an erster Stelle stehen in der langen Reih« derer, die ihr Leben für die Freiheit opfert em Der Gauvorstand des Reichsbanner» Schwarz-Rot-Gold Berlin-Brcmdenburg dankt dem Toterk für feine Treue, die mit Treue vergolten werden soll. Tiefempfundene Worte widmet« der Vertreter des Bundesvar- stände», Rechtsanwalt Vörensprung-Magdeburg, dem Toten. Erich Schulz ist auf dem Felde der Ehre gefallen. Sein jäher Tod kommt auf da» Konto derjenigen, die einst Rathenau und Erzberger beseitigten. Diese Mordtat führt uns wieder klar vor Augen, wie schwer der Dienst für die Republik ist. Am Grabe geloben wir, im Sinn« des teuren Entschlafenen zu wirken. Die Freiheitsfahne, die den Händen de« Toten entfiel, nehmen wir ans und führen sie zum Siege. Als letzter Redner sprach Genosse Sünstler für dt« Sozial- demokratisch« Partei. Er schilderte den Tag. an dem Erich Schulz seinen Todesgang antrat. Der Gemeuchelte zog aus, um für die Freiheit, für die bedrohte junge deutsche Republik zu werben. Er ist nicht mehr heimgekehrt. Ein felger Mordbube machte dem Leben unseres Kameraden und Kampfgenossen ein Ende. Der dem Rückschritt ergebene Teil der deutschen Presse hat ganz systematisch eine Pogromstimmung erzeugt gegen alles, was sich stolz und aufrecht zur Republik bekennt. Ju der langen Reih« unserer gemordeten Republikaner finden wir mm auch Erich Schulz, den hoffnungsvollen Sohn seiner allen Eltern. Wir Repu- blikaner und Sozialisten, die wir in dieser ernsten Stunde von unserem Freiheitshelden Abschied nehmen müssen, geloben, erst recht und trotz alledem für die Republik zu kämpfen. Hier an der Bahre des Opfer» schwören wir, nicht«her zn ruhen und zu rasten, bis die demokratische Staatsform sich voll durchgesetzt hat. Dieser Schwur soll unseren Feinden laut und immer wieder in die Ohren gellen. Da» Andenken an unsere gemordeten Brüder wird im Volke fortleben und wirken. der weg durch öle Straße«. vm s Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Zn beiden Seiten der Straßen stand die Menge Spaller und entblößte«hrstirchtsvv ihr Haupt vor dem für die Freiheit gefallenen Toten. Durch' ein Biadukt der Hochbahn hindurch über die Teltower Straße, di Belle-Alliance- Straße, den Blücherplah und andere Straßen tx Südens ging der Zug von Tausenden und abermals Taufenden zur Garnison-Friedhof. Bon vielen Fenstern wehte als letzter Gruß die schwarzrotgoldene Fahne. Hunderte von Kränzen wurden von den Reichsbannerleuten Im Zuge mitgetragen. In einer Aller frühlingsgrüner Bäum« leuchteten die schwarzrotgoldenen Fahnen wie eine tröstllche Verheißung. Musik spielte das' Lied vom guten Kameraden und den Chopinfchen Trauermarsch. Als das Ende, des Zuges an dem Friedhofsportal angelangt war, senk' sich schon die Nacht hernieder, lieber dem Friedhof flog ein Flieger, um dem für ein freies Deutschland gefallenen Käme raden die letzten Grüße zu entbieten. Während auf den Straßen immer noch die Heerschar des Reichsbanners und anderer Republi ZSf Anthony Zahn. Roman von Zerome K. Jerome. Landripp hatte beim Bau der Musterwohnungen den Tod gefunden. Es war seine eigene Schuld gewesen. Für einen dicken, ältlichen Mann ist es ein Unsinn, auf schwanken- den Leitern herumzulaufen, über Schlote zu klettern, hundert Fuß über dem Erdboden aus schaukelnden Brettern zu balan- cieren. Es gab genug jüngere Leute, die dies zu tun ver- mochten und die Herrn Landripp vor der Gefahr, der er sich aussetzte, gewarnt hatten. Er aber bestand darauf, alles selbst zu leiten: das Werk hatte von allem Anfang an für ihn ein Werk der Liebe bedeutet: er fürchtete, auch nur ein einziger Ziegelstein könnte falsch liegen. Anthony empfand ein seit- fames Gefühl des Äergers, als er auf die zerfchundene Masse niederblickte, die fein Freund gewesen war. Als sie Landripp aufhoben, war er bereits tot. Sie legten ihn auf eine Trag- bahre und schafften ihn nach seinem Bureau. Anthony erfuhr sofort von dem Unglücksfall und langte in Bruton Square an, als die Bahrenträger das Haus verließen. Die Leiche lag auf dem großen Tisch in jenem Zimmer, wo Landripp und Anthony einst bis zum Morgen geplaudert hatten. Das Gesicht war unversehrt, die Augen standen offen. Vielleicht lebte in ihnen noch ein Rest Bewußtsein, denn es schien Anthony, als ob sie ihm zulächelten. Dann erlosch jählings in ihnen das Licht. Es war wirklich äußerst unangenehm: Anthony hatte sich auf weitere Gespräche mit dem Architekten gefreut. Er hatte ihm so viel zu sagen, so viele Fragen an ihn zu richten, so viele eigene Gedanken zu erläutern gehabt. Wo war der Mann jetzt? Wohin war er geraten? Die Annahme, daß Landripp selbst, sein Geist und sein Gedanke durch den Zusammenstoß mit einem Eisenbalken zerstört sein könnten, erschien ihm lächerlich. Nicht einmal ein Kohlkopf stirbt völlig. Er löst sich höchstens in seine Urelemente auf. wird wiedergeboren. Und dieser arm« geschundene Leib, der nun dort lag. wo noch vor einer Stunde das geschäftige Gehirn gearbeitet hatte, auch er würde leben, so lange das Sonnen- system bestand: feine Verwesung bedeutete nur eine Verände- rung. Landripp selbst aber,— dem Geist, der Persönlichkeit, war nichts zugestoßen. Rur der Apparat, durch den diese gewirkt hatten, lag zerschmettert. Anthony bedauerte den Freund nicht einmal. Er zürnte ihm, weil er den Apparat nicht achtsamer behandelt hatte. Landripp war der erste Mensch, mit dem Anthony über Religion sprach. Als junger Mann hatte er sich ein paar- mal an das Thema gewagt: aber das Ergebnis gemahnte jedesmal an sein« kindlichen Versuche in dieser Richtung. Die meisten Leute wurden steif und förmlich, als habe er einen unanständigen, in guter Gesellschaft nicht üblichen Gesprächs- stoff berührt. Besonders die Geistlichen der verschiedensten Konfessionen entmutigten derartige Gespräche. Sofort bei Erwähnung des Themas wurden sie unruhig und erweckten den Eindruck, als wollten sie ein Geschäftsgeheimnis wahren. Landripp hingegen hatte Anthony eine Religion gezeigt, die er oerstehen und annehmen konnte. Ein allmächtiger, her» licher Gott, das große Wesen, das alles geschaffen und geregest hat,—- was vermöchte der Mensch sür ihn zu tun? Ebensogut könnte der Ton fragen, auf welche Art er dem Töpfer seine Dankbarkeit beweisen könne. Was nützt es Gott, wenn ihn der Mensch anbetet, vor ihm auf den Knien liegt? Der Gedanke, daß seine Geschöpfe ewig im Staub liegen, ihr eigenes Nichts und feine Allmacht verkündend, stellte Gott auf die Stufe mit einem orientalischen Despoten. Und ihm ge- horchen? Er bedurfte dieses Gehorsams nicht; wären doch alle Dinge vorherbestimmt. Der Gehorsam oder Ungehorsam des Menschen machte keinen Unterschied, wenn alles von An- beginn an vorherbestimmt war. Und selbst wenn man eine gewisse Willensfreiheit zugab, so diente sie doch nur unserem eigenen Wohl: gehorche und erhalte deinen Lohn, sei ungehor- sam und erhalte deine Strafe. Für diesen Gott sind wir nur die Geschöpfe seines Hauches, unsere Seelen sind nur die Marionetten seines Willens. Was sonst blieb dem Menschen übrig, als alles zu erdulden? Was dieser Gott, falls er Gott ist, dem Menschen eingehaucht hat, ist Tod, nicht Leben. Der andere Gott hingegen, der Retter, der Freund des Menschen! Der unermüdlich Liebende, der den Menschen zu verbessern trachtet. Gott, der große Träumer, der im Anfang durch Tod und Chaos die Liebe gesehen hat, der jenseits vom Kampf und Haß des Lebens die ferne Hoffnung schaut uud dem Menschen zuruft, ihm zu folgen. Gott, der treue Kamerad, der ewige Freund, der Helfer— wenn dieser zu finden wäre? Landripp hinterließ seiner Tochter einige tausend Pfund und sie beschloß, in Bruton Square eine Schule zu eröffnen. Zwischen den Landripps und Frau Strong'nth'arm hatte sich in der letzten Zest ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Run. da die alte Frau von allen Sorgen befreit war und genügend Muße hatte, blühte und gedieh ihr natürlicher Bauernverstand: der Architekt hatte sich gerne mit ihr unter- halten. Sie war zu schwach geworden, um den langen Weg nach der Abbey zu Fuß zurückzulegen, fürchtete sich vor dem Wagen mit den unruhigen Pferden. So kam es, daß Eleanor häufig den kleinen John zu ihr schickte Die aste Frau Newt war tot und bis auf ein kleines Dienstmädchen lebte Frau Strong'nth'arm allein im Hause. Die beiden anderen Kinder interessierten sie nicht: ihre Liebe und Eifersucht galten nur John. Eines Tages führte sie das Kind nach dem Hause in Platts Lane, wo sein Vater zur Welt gekommen war. Der alte Willock hatte für alle Zeiten das Werkzeug fortgelegt, fem halb schwachsinniger Sohn bewohnte noch immer die Hütte. Niemand betrat sie: Mathew kochte selbst seine Mahlzeiten und hielt die Stuben tadellos sauber. Er verbrachte den ganzen Tag und auch einen Teil der Nacht in der Werkstatt. Trotzdem er viele Bestellungen bekam, arbeitete er allein. Sommer und Winter stand die Tür offen. Des Nachts schlief Mathew in einer Ecke der Werkstatt. Befragte man ihn über diese seltsame Gewohnheit, so gab er keine Antwort, und die Nachbarn hatten sich allmählich daran gewöhnt. Mathew und das Kind empfanden für einander eine starke Zuneigung. Di« alte Frau Strong'nth'arm ließ John bisweilen dort, und sein Bater holte ihn auf dem Heimweg. Der kleine John saß auf dem Hocker, in den vor vielen Jahren der Wanderpeter den Gnomen eingeschnitzt hatte Er plauderte stundenlang mit Mathew über alle möglichen Dinge. Auf des Kindes Bitte hin hatte Anthony Haus und Werkstatt erstanden, damit Mathew nie daraus vertrieben werden könne. Der Knabe empfand eine seltsame Vorliebe für das düstere Viertel von Millsborough, das sich in der Nähe der Platts Lane erstreckte. Wenn ihn der Vater abholte, so bettelte er häufig um einen Spaziergang in dieser Gegend. Er liebte das Moor mit seinen Bögeln und Insekten; dort tollte er brüllend umher: war er müde, so trug ihn der Bater auf der Schulter. In den langen traurigen Straßen jedoch wurde er schweigsam. AK sie eines Tages zustimmen dahinwanderten, erzählt« Anthony dem kleinen John, daß es hier vor langer, langer Zeit mi Stelle der elenden Straßen grüne Felder und Blumen gegeben hatte sowie einen kleinen Bach, der zwischen Felsen und tiefen Wälliern duhinfloß. „Weshalb kamen die Straßen?' fragte das Kind. Anthony erklärte, daß unter der Erde Schätze gefunden worden waren. Bor dieser Entdeckung hatten die Bewohner des Tales in kleinen Hütten gelebt, waren Bauern gewesen, die Felder bestellt und ihre Herden geweidet hatten. Heute floß der Wyndbeck durch das reichste Tal von ganz England. „Was sind Reichtümer?' fragte das Kind.„Wozu sind sie gut?' Der Vater erwiderte, daß Reichtümer dazu da seien, um die Menschen wohlhabend und glücklich zu machen. (Fortsetzung folgt.) faner vorbeizog, sprach in der Leichenhalle ber demokratische Pfarrer Dietrich Graue dem Toten die letzten Geleitworte. Erich Schulz, der von den nationalistischen Händen gemordete, war schon als 17jähriger freiwillig in das Feld gezogen. Einen Sohn hatten feine alten Eltern schon im Felde verloren. Sein für ein freies Deutschland fühlendes Herz trieb ihn zum Reichsbanner, und hier rar er einer der tapferen und stillen Namenlosen, bis sein Name durch den Mord am Bayerischen Play in aller Munde war. Sein Opfertod muß erst recht die republikanischen Reihen zusammenschweißen und die stolzen Worte Goethes: ,, Allen Gewalten Zum Truz fich gehalten. Rimmer fich beugen, Kräftig fich zeigen, Rufet die Arme der Götter herbei!" zum Leitspruch aller machen. die Miete unb bie Bezahlung ber Angestellten gehälter unterlassen. Wenn die Nachfrage ihn zu sehr verfolgte, mechselte er sein Quartier, ohne sich abzumelden. Er wohnte bald hier, bald dort, in Hotels und Pensionen und war lange Zeit nicht zu finden. Zur Anzeige tam es schon dadurch, daß er die Filiale einer Berliner Großbant als Treuhänderin für die richtige Verwendung des eingezahlten Geldes angegeben hatte. Die Bank war darüber so empört, daß sie Anzeige gegen Lange er. Allgemeine Funktionär- Bersammlung Dienstag, den 5. Mai 1925, abends 7 Uhr in den Germania- Sälen, Chauffeestraße 110 Tagesordnung: zum letzten Male senkten sich die schwarzrotgoldenen Fahnen Was lehrt uns die Reichspräsidentenwahl? vor dem toten Kämpfer, zum legten Male flang das Lied vom Guten Kameraden". Die Erde deckt wieder einen treuen Republifaner mehr, der von bübischen Mörderhänden niedergestreckt wurde. Die endlose Reihe der Märtyrer ist um einen vermehrt. Der Kampf um die Behauptung der Republit verschärft sich von Tag zu Tag. Doch jedes Blutopfer ist eine leuchtende rote Flamme mehr, die dem Zuge des fämpfenden Proletariats vorangeht wie eine Flammensäule. Das Aufgebot des Reichsbanners für seinen Kameraden ist eine Warnung für alle, die glauben, die Hüter der jungen Republik durch Meuchelmord einschüchtern zu können. Das Banner Schwarz- Rot- Gold wird erst recht im Winde wehen. Jezt erst recht die freie und starte Republit, jegt erst recht ein Zurüdtreiben der Reattionäre in ihre übertünchten Gräber. Das sei die Losung, das heilige Gelöbnis für den gefallenen Rameraden. Eine Taftlosigkeit. Während die Schußpolizei ihren Absperrungs- und Sicherungsdienst durchaus forreft und umsichtig verfah, fam es auf dem Friedhof zu einer häßlichen Entgleifung einiger Beamten, die im Interesse der republikanischen Mehrheit unserer Polizeimannschaft entschieden gerügt werden muß. Als die Sarg träger des Reichsbanners über den Friedhofsplay tamen, waren mehrere der dort postierten Beamten so tattlos, dem gemeuchelten Republikaner die selbstverständliche Ehrenbezeu. gung, die feine Sache der Ueberzeugung, sondern des primitivsten Anstandsgefühls ist, zu verweigern. Ausdrücklich sei festgestellt, daß die überwiegende Mehrheit der Polizeimannschaft mit dieser unerhörten Szene nicht das geringste zu tun hat. Ein Reichs. bannermann, der darüber erregt, zu seinem Nachbar halblout äußerte, das ist aber eine Flegelei", wurde nament lich festgestellt. Uns scheint jedenfalls die Feststellung der uniformierten Friedhofsdemonstranten michtiger. Messestadt Berlin. Der Berliner Magistrat will für das Messe. und Aus: ftellungsgelände am Kaiserdamm einen Bebauungsplan schaffen, der dort die Entstehung einer Messestadt ermöglicht. Den Anfang dazu bilden die drei an dieser Stelle bereits errichteten großen Hallen, zwei ältere Automobilhallen und die im Herbst fertig gewordene Radiohalle. An Raum für eine ganze Messestadt fehlt es nicht, denn öftlich und westlich der Charlottenburg- Spandauer Bahn liegende große Gelände noch unbebaut, teils der Stadt gehörend, teils Besiz des Staates und des Reiches, aber schon von der Stadt erpachtet. Der Magistrat denkt an eine Verwendung nicht Messezwecke, sondern auch für größere AusFellungen und sogar für eine Beltausstellung. Rat bem Borschlag der Deputation für Siedlungs und Wohnungswesen will er einen Wettbewerb zur Erlangung eines zweckmäßigen Bebauungsplans veranstalten, und er beantragt bei der Stadtverordnetenversammlung die Bewilligung der erforder. lichen 50 000 mt. Beabsichtigt wird, den nördlichen Teil des ganzen Geländes für Messen, den südlichen für allgemeine Ausstellungen einzurichten. Messegebäude find, sagt die Begründung der Boriage, zunächst notwendig für die in Berlin besonders bodenständigen Industrien: Schuh und Leder, Möbel, Maschinen, Elektrotechnik, Bekleidung, Kino- und Photomesen, Reflamewesen, Gast. mirisgewerbe, Hygiene. Auch ein großes Konzerthaus und Räume für Kongresse sind hier geplant. Auf dem Ausstellungsgelände würden meist nur Gebäude für vorübergehende 3wede errichtet werden. Vorgesehen ist auch der unentbehrliche Bergnügungspart. Außer dem 135 Meter hohen Funkturm, der jetzt da draußen gebaut wird, soll das Messe und das Aus. stellungsgelände auch den 150 Meter hohen Flettnerturm erhalten. Eröffnung der Ausstellung„ Nabel und Schere". Der Vorstand der Schneiderinnung Berlins hatte onläßlich der Eröffnung der 6. Berliner Ausstellung„ Nadel und Schere" in der Philharmonie die Behörden und Presse am Sonnabend vormittag zu einer Besichtigung eingeladen. Nachdem der Borsigende und Ausstellungsleiter, Obermeister Mar Hafe, die zahlreich erschienenen Bertreter begrüßt hatte, entwarf er in furzen Zügen einen Rückblid auf die Geschichte der bereits im Jahre 1288 gegründeten Berliner Schneiderinnung. Nach einem Rundgang be fichtigte man zuerst die Lehrlingsarbeitenausstellung der Herren- und Damenschneiderei sowie die Mofaifarbeiten der Kürschnerfachschule. Man sah außerdem zahlreiche Stände der Engrosfirmen sowie viele sehr geschmackvoll deforierte Stände der Futterstoffgroßhändler. Nicht unerwähnt follen die Stände der Maschinenindustrie bleiben, die mit den neuesten Erfindungen der Näh- und Spezialmaschinen fowie Belznähmaschinen und Zuschneidemaschinen heute auf einem Gipfelpunkte angelangt ist. Die Ausstellung findet bis einschließlich 5. Mai statt und ist täglich von 11 Uhr vormittags 10 Uhr abends geöffnet. Swetana". Ein Preisausschreibenschwindel. Die im vorigen Jahre graffierende Seuche der Preisausschreiben hatte der Kaufmann Walter Lange zu einem großzügig angelegten Schwindelunternehmen benugt, das ihm in furzer Beit auf dem Wege eines Preisausschreibens nicht weniger als 80 000 m. einbrachte. Er hatte ohne alle Geldmittel die Smetana" Parfümerie gegründet und veröffentlichte nun große Inferate, in denen zur Beteiligung an einem Preisausschreiben aufgefordert wurde. Zur Auslosung sollten Gewinne in Höhe von 100 000 0. gelangen. Den Lösungen mußte der Betrag von 3,30 Mt. beigefügt werden, wofür die Einsender eine Flasche" Swetana" in eleganter Badung" erhalten sollten. Von dem Betrage sollte eine Mark für den Prämienfonds bei einem Bankhause deponiert werden. Die Lösung des Rätsels war schon in dem Preisausschreiben in unver blümter Form angegeben, so daß eigentlich jedermann imftande war, richtig zu raten. Von allen Seiten liefen Einsendungen ein. Lange felbft gesteht zu, daß er mindestens 22 000 Geldsendungen erhalten hatte. Die Einsender erhielten für ihr Geld nur zum geringen Teil die versprochene Flasche Swetana"; aber die meisten blieben ohne Antwort. Auch die glücklichen Empfänger hatten von ihrem Gelde nichts, denn das angeblich wertvolle Parfüm bestand aus einer Mückenstichtinktur, deren Wert von der Preisprüfungsstelle einschließlich Flasche auf höchstens 30 Pfennige geschäzt wurde. Das ganze Geld hatte Lange in die Tasche gesteckt. Es wurde weder die Auslosung veranstaltet, noch waren überhaupt die versprochenen Berlofungsgegenstände, darunter Möbeleinrichtungen, Berfer Teppiche und dergleichen mehr, vorhanden. Lange hatte zwar in verschiedenen Möbelhandlungen Wohnungseinrichtungen getauft, war aber das Geld schuldig geblieben. Ebenso hatte er " Referent: Reichstagsabgeordneter Alfred Henke. Zutritt haben alle Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre ſowie die Betriebsvertrauensleute der SPD. Parteimitgliedsbuch und Funks tionärausweis für 1925 muß an der Kontrolle vorgezeigt werden. Der Bezirksvorstand. stattete. Wegen dieses Treibens hatte er sich jetzt vor dem Schöffen gericht mitte zu verantworten. Eine große Zahl von Geschädigten maren als Zeugen aufgeboten, während Rechtsanwalt Dr. Frey einen Gegensachverständigen dafür benannt hatte, daß der Wert des Swetana" anderen öffentlich angepriesenen Hautpflegemittel gleich sei. Die Verhandlung zog sich bis in die späten Abendstunden n. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten Lange zu sechs Jahren Gefängnis. Der Wunderdoktor. wolle noch mehr Vorträge, auch vor einer weiten Laienhörerschaft halten. Bei dieser Aufmachung sei vor diesen Vorträgen gewarnt Bir tennen die Heilkuren des Herrn Otto nicht. Sollten fie ebenso gelungen sein wie sein Vortrag, fo müßte auch vor ihnen gewarnt. werden. Der Wächtermord in Hoppegarten. Ein zweiter Täter verhaftet. Die Ermittlungen zur Aufklärung des Verbrechens, dem der gerade erst zum Amtsdiener ernannte Wächter Buchholz in Hoppegarten zum Opfer fiel, führten, wie mir mitteilten, zunächst zur Berhaftung des Schloffers Anaftafius Sliminiti, der an einer Schußverlegung im Krankenhause liegt. Ein weiterer Verdacht fiel auf einen 26 Jahre alten aus Stüdniz gebürtigen Arbeiter Franz Wegener, der schon wiederholt mit dem Strafgeset in Konflikt gekommen ist und bereits von fünf Staats. Dieser stand mit Sliwinski in Verbindung. Es war auch bekannt, daß er stets eine Schußwaffe bei sich hatte und bei Einbrüchen auch schon von ihr Gebrauch gemacht hat. Wegener hatte Schlupfwinkel in Müncheberg und Berlin. In beiden war er nach der Bluttat nicht mehr gewesen. Eingehende Ermittlungen und Beobachtungen führten gestern zu seiner Festnahme, als er, von außerhalb tom mend, in der Brunnenstraße auftauchte und sich nach Sliwinski er tundigte. Der Verhaftete behauptet, daß er von nichts wisse. Er dürfte jedoch durch das von der Mordkommission, der Landjägerei anwaltschaften, Frankfurt a. d. D., Müncheberg usw., gesucht wurde, und den Ortsbehörden zusammengetragene Material überführi werden. Angaben zur Ermittlung der noch flüchtigen Mittäter nehmen unter Hinweis auf die Belohnung von 1700 M. meiter die Kriminalkommissare Geißel und Johannes Müller im Zimmer 56 des Polizeipräsidiums entgegen. Zum Mord in der Tegeler Forst. hatte die bellagenswerte Freundlichkeit, zu einem Rortrag des Der ärztliche Leiter eines Berliner Instituts für Pfychotherapie " Binchotherapeuten und ehemaligen Professors" Otto Otto einzufchoffen. Der Tod ist durch innere Verblutung eingetreten, da das laden. Nach einstündigem Redeschwall voll abgeschmackter Selbst verständlichkeiten, bald theatralisch, bald predigerhaft vorgetragen, fam schließlich der magere Extraft der Bunderturen, aus deren Technik niemand schlau gemorden ist. Es bedurfte wahrlich einer an Größenwahn grenzenden Dreiftigteit, einer Hörerschaft von Aerzten und Intellektuellen den Vortrag in dieser Form zu bieten Otto Otto hätte sofort, ohne viel unnüze Worte zu machen, fein Tat Herr fachenmaterial porlegen sollen, und feine Erperimente vorführen sollen. So roch alles zu sehr nach Marktschreierei. Es heißt, er Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 3. Mai. OP Gestern nachmittag fand im Leichenschauhaus die Obduktion bes im Tegeler Forst Ermordeten statt. Sie murde von den Ge richtsärzten Brof. Dr. Strauch und Geheimrat Straßmann vorgenommen. Sie beſtätigte das erste ärztliche Gutachten. Der Mörder hat Schwenke von links tommend überholt und dabei geGeschoß die Lunge und das Herz durchschlagen hat. Die Mordtommission hat die Bernehmungen der Angehörigen und der näheren und entfernteren Bekannten des Ermordeten jezt beendet. Sie haben Racheaft oder um ein politisches Verbrechen handele. Man neigt feine Anhaltspunkte darüber ergeben, daß es sich um einen handelt, bei dem es in erster Linie auf das Fahrrad und auf die jegt vielmehr zu der Annahme, daß es sich um einen Raubmord Wertsachen abgesehen war. Durch das Hinzukommen der Leute, die den Schuß gehört hatten, ist es dem Räuber nicht gelungen, seinen Plan bis zu Ende durchzuführen. Morgen werden an den Anschlagfäulen die roten Plakate erscheinen, durch die dem Publifum der Tatbestand noch einmal ins Gedächtnis zurückgerufen und es zur auftlärenden Mitarbeit aufgefordert wird. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß für die Aufklärung eine Belohnung von 1000 Mart ausgeschrieben ist. Mitteilungen nehmen die Kriminal. tommiffare Geißel und Johannes Müller im Zimmer 56 des Polizeipräsidiums entgegen. Wahrheit im Kientopp. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. a) Maria, Maienkönigin, Friedrich Wilhelm Weber, b) Die Wallfahrt zur schwarzen Muttergottes, Jakob Kneip, c) Das Singerlein. Friedrich Wilhelm Weber, d) Marienlegende, Karl Bröger( Marie Weißleder, Rezitation). 2. a) Zum Frühlingsanfang. Mozart. b) Salve Regina, Eckert, Volkslied( Elfride Fritz- Hartig, Gesang). c) Maria, Maienkönigin, Mohr, d) Blüten, Engeln wohlbekannt, 3. a) Arie, Reger, b) Abendlied, Schumann, c) Andante aus dem A- Dur- Konzert, Mozart( Anastasio Machowicz, Violine). Am Flügel: Eduard Nowowieski. 11.30 Uhr vorm.: Werbevortrag des Herrn Oberregierungsrat a. D. Dr. Schmidt: Die Totenbestattung, ein Kulturbild". 12-12.50 Uhr vorm.: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). 12 Uhr mittags: Abteilung Heilkunde. Medizinalrat Dr. Paul Wätzold:„ Die Bedeutung des Auges". 1. Vortrag. Wissenswertes über das Ange im allgemeinen 12.30 Uhr nachm.: Abteilung Theologie. Dr. Hugo Greßmann: Das alte Israel und der alte Orient 1. Vortrag Moderne Geschichtsbetrachtung( Offen- pon Belgien auf dem Brüffeler Wochenmarti barung und Entwicklung". 8 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule ( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Privatdozent Dr. Otto Heuser: Der Kartoffelbau", I. Teil. 3.30 Uhr nachm.: Märchenstunde. Friedrich Kayßler erzählt: Grimm: a) Der Riese und der Schneider. b) Der süße Brei, c) Meister Pfriem. Andersen: a) Die Hirtin und der Schornsteinfeger. b) Die Stopfnapel Grimm Der Zaunkönig und der Bär. 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert des Berliner Funkorchesters, Dirigent: Dr. Wilhelm Buschkötter. Solist: Teophil Demetrieseu. Klavier. 7 Uhr abends: Dr. Paul Michaelis: Die Berliner Häfen". 7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Kunstwissenschaft: Dr. Berthold Daun: Große Meister der Kunst. 1. Vor trag.„ Anselm Feuerbach". 8 Uhr abends: Der Schauspieler Fritz Lion erzählt: Lustiges aus dem Theaterleben. 8.30 Uhr abends: Rürzlich habe ich in einem engen Borstadttino des Nordens ein föstliches Erlebnis gehabt. Der muffige Saal war besetzt von Arbeitern. Arbeiterfrauen, fleinen Beamten und Mädels; alles in fieberhafter Spannung, alles bereit, mit einem drastischen Stichwort in die Stimmung auf der Leinwand dreinzufahren. Es lief gerade eine Wochenschau. Bilder von da, von dort; Politit, Sport, Schiffstaufen, mit einem Bort: Untergefochtes Plöglich fam ein überaus charatteristisches Bild. Der König Der Mai ist gekommen.. 1. a) Goethe: Leiden des jungen Werther( Brief vom 10. Mai), b) Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts( 1. Kapitel)( Ernst Pröckel, Rezitation). 2. Schumann: a) Der Mai ist gekommen, Volkslied, b) Es zogen zwei rüst'ge Gesellen, e) Leise zieht durch mein Gemüt, d) Im wunderschönen Monat Mai( Alexander Fleßburg, Tenor). 3. Beethoven: Mailüfterl weht, b) Mozart: Komm lieber Mai und mache, c) W: Frühlingssonate( Ferry Roth, Violine). 4. a) Kreipl: Wenn's Weiser: Ach! Einmal blüht im Jahr der Mai, d) Maipotpourri ( Alexander Fleßburg). 5. a) Scheffel: Aus dem Trompeter von Säkkingen", b) Altenberg: Skizzen aus dem Frühling. c) Bior baum: Maikaterlied( Ernst Pröckel). Am Flügel: Otto Urack Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends. Etté- Tanzorchester. Königswusterhausen, Sonntag, den 3. Mai. Born die befracte Gruppe der leutseligst bestellten Begrüßungss gäste, fehr erregt, mit glitzerndem Ordensschmuck auf der stürmisch wogenden Bürgerbrust. Ganz wie einst bei uns. Wenn Wilhelm im Anzug war. Der Römg tommt. Steigt aus. Die Bylinder sausen blitzschnell herunter und verharren in Rechtedformat. Der wird mit einem Händedrud begrüßt, der mit einem Wort. Aber da ist noch einer. Mit Doppelfinn und mit besonderer Erwartung. Der wird nervös und trippelt von einem Bein auf das andere. Der König sieht ihn nicht. Er drängt sich vor. Der Landesvater bemerkt ihn nicht. Er räuspert sich voll Angst. Man sieht es deutlich. Alles umsonst. In grimmen 3orn entfällt der Blumenstrauß seiner Hand. Geschnitten. Die Schande! Barmherziger! Da aber ruft eine fernige Arbeiterstimme in den Jammer des so schnöde abge. fahrenen Knaben:„ Siehste Det is ooch eener von die Kadetten, Mittagessen. Benn ihnen noch die Zunge zum Halse raushängt. denen een allerjnädigster Flossendrud mehr wert is als'n warmes Gefährliche Fahrgäfte. 11.30-12.50 Uhr nachm.: Konzert Mitwirkende: Künstlerkapelle Dajos Béla( mit freundlicher Genehmigung der Odeon- Stopf, fo. daß er einen Augenblid die Besinnung verlor. Während Werke. Berlin). 1. Hildach: Der Lenz. 2. Thomas: Ouvertüre zur Oper Mignon. 3. Verdi: Fantasie aus der Oper Rigole 4. Zwei Violinsoli: a) Schubert: Ave Maria, b) Dvorák: Humoreske( Dajos Béla). 5. Johann Strauß: Geschichten aus dem Wiener Wald. Walzer. 6. Pierre Blauer: Die Spieluhr( The clock is playing). Glockenintermezzo. 7. Hugo Hirsch: Träume sind zarte Blüten, Fox aus der Operette Der blonde Traum. 8. Mischa Spolenzky und James Alden: Der Wink mit dem Zaunpfahl. Raußschmeißer. 12 Uhr mittags: Esperantoeinlage. Montag, den 4. Mai. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Die Berliner Funkkapelle setzt sich von jetzt ab zusammen aus 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). Herren des Großen Berliner Funkorchesters, unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Ferdi Kauffmann. 6.30 Uhr abends: Zehn Minuten für die Hausfrau. 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule ( Bildungskurse). Abteilung Technik. Ing. Joachim Boehmer: Der kritische Ingenieur"( Technische Wochenplauderei). 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 7.30-8.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7.30 Uhr abends: Abteilung Philosophie. Dr. med. Alfred Beyer: Psychologie für das tägliche Leben". 1. Vortrag. Einführung". 8 Uhr abends: Abteilung Musikwissenschaft. Dr. Richard H. Stein:„ Einführung in die russische Musik". 8. Vortrag. Mussorgskij nnd RimskijKorssakow". 8.30 Uhr abends: Bunter Abend. 1. Suppé: Ouvertüre zu Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien"( Berl. Funkorchester, Dirigent: Dr. W. Buschkötter). 2. Lehár: a) Heia und tausendmal Heia, b) Schweig, zagendes Herz. aus der Operette„ Das Fürstenkind. c) R. Winterberg: Die Macht, aus der Operette Günstling der Zarin, d) Lehár: Ich bin ein Zigeunerkind. aus der Operette Zigeunerliebe"( Eduard Rosen, Tenor). 3. a) Roda Roda: Das Zimmer in der Göttergasse, b) Georg Queri: Zahnweh( Robert Koppel, Rezitation). 4. Heuberger: Fantasie aus dem„ Opernball ( Berliner Funkorchester). 5. a) Strauß: Ich weiß schon, was ich möcht'. aus der Operette Rund um die Liebe. b) Holländer: Die vier Jahreszeiten der Liebe. c) Reinhardt: Launische Dame, aus der Operette, Das süße Mädel"( Eduard Rosen). 6. a) Hugo Stunde, Elektrischen( Robert Koppel). 7. Fucik: Florentiner Marsch Gerlach: In letzter b) Ludwig Thoma: Auf der ( Berliner Funkorchester). Am Flügel: Dr. R. E. Lapini. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). In der Nacht zum Sonnabend wurde der Droschtenchauffeur Willy Güttner aus Neukölln von seinen Fahrgästen überfallen und beraubt. Am Potsdamer Plah nahmen ihn zwei Herren und eine Dame zu einer Fahrt nach ihrer Wohnung" in Buch an. Auf der Cauffee zwischen Heinersdorf und Buch erhielt er plößlich von einem der Fahrgäste einen Hammerschlag auf den ihn bann einer am Halse würgte, durchsuchten ihn die beiden anderen Wageninfassen die Taschen. Sie fanden und raubten aber nur 2,80 Mart Kleingeld, die Tageseinnahme von 50, Mart entdeckten sie nicht. Zu der gleichen Zeit hörte der Chauffeur in der Ferne einen Schuß fallen. Einer der Fahrgäste verschwand darauf. Der andere aber griff den Chauffeur von neuem an. Dieser hatte sich indessen so weit wieder erholt, daß er fich mehren konnte. Er nahm seine Luftpumpe und schlug damit auf seinen Gegner ein. Auf einen Pfiff ließ nun auch dieser von ihm ab, und jetzt ver. schwand die ganze Bande. Der Ueberfallene fuhr mit seinem Auto nach dem 214. Revier und machte Anzeige. Hier fand man im Wagen ben Hammer, mit dem er den Schlag erhalten hatte, ein Paar braune Trikothandschuhe und ein mit Blut besudeltes Taschentuch ohne Beichen. Das Blut in diesem Tuch rührt nicht von der Verlegung des Ueberfallenen her. Was es mit dem Schuß auf sich hat, weiß man nicht. Es fann sein, daß er aus irgend einem Grunde zufällig zugleich mit dem Raubüberfall um 2% Uhr nachts abgefeuert worden ist. Bielleicht hat aber auch jemand den Ueberfall aus der Ferne mahrgenommen und geschoffen, um die Verbrecher zu verscheuchen. Mitteilungen zur Aufklärung an das Raub dezernat im Po. lizeipräsidium. Insbesondere werden alle, die zu der Zeit aus der Ferne von einem verdächtigen Vorgang etwas wahr. genommen haben, ersucht, sich bei dieser Dienststelle zu melden. Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieser Woche eine außerordentliche Sigung am Dienstag um 5 Uhr und die ordentliche Sigung am Donnerstag um 6 Uhr. Auf der Tagesordnung steht an erster Stelle die Fortsetzung der ersten Beratung des Haushaltplanes. Zählung im Berliner Eisenbahn- Ortsverkehr. Die für den 7. Mai angekündigte Verkehrszählung auf der Stadt- und Ringbahn sowie den Vorortbahnen findet neuerer Bestimmung zufolge bereits am Mittwoch, dem 6. Mai, statt. Die Reisenden werden gebeten, sich den mit der Zählung verbundenen geringen Unbequemlichkeiten zu unterziehen, um den beabsichtigten Zwed ficherzustellen. Kleine Stauungen an den Bahnsteigsperren, die trotz allen porbeugenden Maßnahmen im Einzelfalle porfommen tönnen, sollten mit Humor hingenommen werden. Tuberkulosestation Friedrichshain. Die Stadt Berlin vom Kammergericht verurteilt. Bor einiger Zeit erregte der Prozeß des Arztes Dr. Arndt großes Aufsehen, der gegen die Stadt Berlin flagte, weil er im Krankenhaus Friedrichshain infolge der mangelhaften fanitären Ein. richtungen der Tuberkulosestation sich infiziert und so frant geworden mar, daß sein Leben ernstlich bedroht ist. Die Stadt Berlin war verurteilt worden, dem Arzt einen Kuraufenthalt von sechs Monaten in Davos zu vergüten, doch wurde seitens der Stadtverwaltung gegen das Urteil Berufung eingelegt. Das Kammergericht, das in zweiter Instanz die Angelegenheit zu prüfen hatte, ging jezt über das Urteil des ersten Gerichtes sogar noch hinaus und erweiterte den Spruch dahin, daß die Stadt Berlin vom 1. März dieses Jahres an dem Arzt monatlich 600 mart zu zahlen habe, um ihm einen Ruraufenthalt im Süden zu ermöglichen. In der Begründung des Urteils werden die mehr als fonderbaren Zustände im Krankenhaus Friedrichshain scharf gekennzeichnet und auch der Stadt Berlin zum Vorwurf gemacht, daß sie nicht die genügende Sorgfalt aufgewendet habe, um das Pflegepersonal vor der Infektion zu schüzen. So heißt es in dem Urteil u. a.: gebrachte Armutszeugnis, baß er zur Beftreitung der Kurtoften aus eigenen Mitteln nicht in der Lage ist." Ueber die Heimarbeit in der deutschen Volkswirtschaft sprach am 30. April Universitätsprofessor Dr. Robert Bilbrandi im ( Landesausstellungshallen Alt- Moabit 4-10). Weitere Bor überfüllten Vortragssaal der Deutschen Heimarbeitausstellung träge werden daselbst abends 8 Uhr stattfinden am Montag, dem 4. Mai, über„ Die Lage der Heimarbeiter und das Mindestlohnproblem"( Referentin Dr. Käte Gaebel, Regierungsrat in der Reichsarbeitsverwaltung) und am Mittwoch, dem 6. Mai, über ,, Gesundung durch Selbsthilfe"( Referentin Dr. h. c. Margarete Behm, M. d. R., und Heinrich Stühmer, M. d. RWR.). Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei. Neues Kindererholungsheim des Roten Kreuzes. Der Bolts. heilstättenverein vom Roten Kreuz hat soeben ein neues Genesungsheim für start erholungsbedürftige und tuberkulose= bedrohte Kinder eingerichtet. Das Heim liegt an der Kleinbahn Fürstenberg- Eberswalde inmitten großer Seen und von meilenweiten Wäldern umgeben. Es fönnen je 50 Knaben und Mädchen bis zu 16 Jahren Aufnahme finden. Das Heim liegt eine Biertelstunde von den bekannten Heilstätten Hohenlychen entfernt. Bedarfsfalle aber alle ärztlichen Hilfsmittel der Heilanstalten für die Die beiden Betriebe sind streng voneinander getrennt, es stehen im in Waldfrieden untergebrachten Kinder zur Verfügung. Für die Kurzeit vom 1. Mai bis 30. Juni tonnen no Rinder aufgenommen werden. Anmeldungen sind an das Genejungsheim Waldfrieden, 3. H. des Verwaltungsdirektors Neu mann, Hohenlychen, zu richten. Der Pflegefag beträgt für Kind und Tag 2,50 R.- M.; für Bettnäffer wird ein Zuschlag von 1 R.-M. für Kind und Tag erhoben. 7/-Stunden- Segelflug. Beginn des Wettbewerbes auf der Kurischen Nehrung. Roffitten, Surische Nehrung, 2. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Segelflugwettbewerb auf der Kurischen Nehrung wurde mit fich 7 Stunden 45 Minuten 55 Sekunden mit seinem Segelflugzeug einer glänzenden Flugleistung des Fliegers Fuchs eröffnet, der in der Luft hielt. Hunger. immer Eine Mutter, nach mehrmaliger Operation bettlägerig und zum Stelett abgemagert, eine zehnjährige Tochter, ein fünfzehnjähriger Sohn, Alleinverdiener und Familienerhalter, ein a chtzehnjähriger Sohn, seit langem arbeitslos, hausen beisammen in einem Zimmer. Arbeit in Wien nicht zu finden. Der Hunger fragt aber nicht danach, ob arbeitslos oder nicht. Der Achtzehnjährige macht hin und wieder fleine Schulden beim Kaufmann; er holt sich Eßwaren; der Fünfzehnjährige begleicht die Rechnungen. Hin und wieder gibt es Streitigkeiten, wegen des Essens. Sonst ist der Achtzehnjährige ein guter Junge; das fagt der jüngere Bruder aus, das beteuern auch die Nachbarn. Eines Tages nagt aber an ihm wieder der Hunger. Zu effen gibt es nichts. Da dringt er mit dem Messer auf die Mutter und den Bruder ein: er fordert Essen. Freunde treten dazwischen. Das Jugendgericht verurteilt den noch nicht Achtzehnjährigen zu sechs Monaten Gefängnis. Bewährungsfrist wird ihm ver fagt. Ob er die Strafe annehme?" Schluchzend schüttelt ihn, als Antwort auf diese Frage.„ Weshalb weint er denn? Im Gefängnis wird er sich doch satt efsen fönnen." Einen anderen Rat fennen ja feine erwachsenen Mitmenschen nicht. Und was wird aus ihm, wenn er aus dem Gefängnis fommt? Ein Felssturz auf der sibirischen Bahn. Auf der Strede Baital- Maritus der sibirischen Eisenbahn hat der Verkehr einer großen Felf en wand ein Teil des Bahndammes mit eine zeitweilige Unterbrechung erfahren, meil durch den Absturz Sand und Steinen überschüttet wurde. Tempelhofer feld fünf Flugzeuge, die von Hamburg lamen Retlame durch Flugzeuge. Kürzlich landeten auf dem Flugplay und sich auf einem Rundflug durch Nord- und Mitteldeutschland befanden. Sie trugen auf den Tragflächen und am Rumpf Re: flameinsgriffen großer Firmen. Nach kurzem Aufenthalt stiegen sie wieder auf, um über der Reklameausstellung Reklameund Sportflüge zu veranstalten. So schnell, wie sich die Militär. fliegerei auf den Verkehrs- und Sportbetrieb umgestellt hat, so schnell scheint es auch wieder rüdwärts zu gehen. Auf dem städtifchen Flughafen des Tempelhofer Feldes war gestern schon ein 3. Cambutta( E. Bittner). Toto: 38: 10. Plas: 15, 16, 24: 10. Ferner Flugzeug zu sehen, das den Namen Hindenburg" trug. „ Es ist glaubhaft gemacht, daß die Einrichtung und Versorgung der dem erkrankten Arzt anvertrauten Station zur fraglichen Zeit nicht den hygienischen Anforderungen entſprach, die unter Berüid fichtigung der Zeitverhältnisse billigerweise zu stellen waren. Der Kläger hat glaubhaft gemacht, daß der Krankenſaal in Anbetracht der Schwere der vorliegenden Erkrankungen zu dicht belegt war. Diese zu dichte Belegung erhöhte die Gefahr einer Infektion durch den Bettnachbar des jeweils untersuchten Kranten. Aus mehreren eidesstattlichen Versicherungen, insbesondere der des Oberarztes Dr. 3olti, geht hervor, daß der Linoleumbelag des Fußbodens erhebliche Beschädigungen aufmies, daß die Reinigung des Fuß bodens zu wünschen übrig ließ. Die Oberin der Station hat fogar zugegeben, daß die Wände des Krankenfaales nur einmal im Jahr durch trodenes abfegen gereinigt wurden. An dere Schwestern fagten aus, daß diefes Abfegen der Wände ohne vorherige Räumung des Kranfenfaales vor sich ging und eine starke Staubentwicklung mit sich brachte. Die eides ftattliche Versicherung des Dr. 3olfi bestätigt den naheliegenden Schluß, daß eine so seltene Reinigung der Wände ganz unzureichend war, und daß Staub und Schmuh flockenweise sich an den Wänden feſtsegten. In ähnlichem Zustande befänden sich die Fenstervorhänge. Die Wasche der Kranten wurde, mie die Berufungsbeklagte selbst, taum bestreitet, sehr selten gewechselt, so daß die Kranten oft längere Zeit in ihrer durch festgetrockneten Auswurf beschmutzten Wäsche liegenbleiben mußten. Durch das Verständnis dieser angetrockneten Auswurfreste murde die Gefahr einer Staub. infettion naturgemäß gesteigert. Auch die Gefahr einer SchmierBezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute, pünktlich 2½ Uhr nach infettion war nach den damals auf der Station herrschenden mittags, im Deutschen Opernhaus, Bismardfiraße, 3 ar und im Zuständen größer, als sie hätte sein brauchen. Es fehlte an Waschlichen Schillertheater Charlottenburg Napoleon( oder die 100 mermann". Sonntag, den 17. Mai, nachmittags 244 Uhr, im Staats gelegenheiten mit fließendem Wasser für Aerzte und sonstiges Pflege Tage). Drama in fünf Aften von Christ. Dietr. Grabbe. Preis der personal. Es maren zwar ein oder zwei Waschbecken mit fließendem Rarte 1 M., Kleiderablage und Theaterzettel frei. Donnerstag, den 21. Mai Wasser vorhanden, allein diese wurden, wie durch eine Reihe eides( Himmelfahrt), pünktlich 24 Uhr nachmittags, im Deutschen Opernhaus stattlicher Versicherungen glaubhaft gemacht ist, von den zahlreichen Charlottenburg Boccaccio", Oper in brei Aften von F. Bell und Kranten nicht nur zum Wasechn, sondern auch zum Ausspeien Rich. Genée, Musit von Franz v. Suppé. Preis der Karte 1,30 m. Rarten benutzt. Auch wurden die Speigläser der Kranken darin gereinigt. für ,, Napoleon" und Boccaccio" find zu haben im Bureau des Bezirts Das Eßgeschirr der Aerzte und Schwestern wurde in demselben Abbildungsausschusses, Lindenfir. 3, 2. Hof II, 3immer 8; in der BuchhandIung Bortvärts, Lindenstr. 2; im Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25 waschtasten gesäubert, wie das der tuberkulosen Kranken. Glaubhaft gemacht ist endlich durch das Gutachten Professor Ulricis, daß der Kläger zur Bermeidung einer nahen Lebensgefahr einer sechs monatlichen Kur im südlichen Klima bedarf, ferner durch das bei Am Freitag, den 8. Uhr, Für Lotteriespieler! läuft die Frist für bie Erneuerung ber sofe zur 2. Klaffe der 25/251. Preußisch- Süddeutschen Klaffenlotterie ab. Bersäumen ber Frift hat den Berinit des Anrechts auf das Los 2 Klaffe zur Folge 18000 Gewinne im Gesamtbetrage von 1980 000 Reichsmart zur Ausspielung. Die Riehung 2. Klaffe beginnt am Freitag, den 15 Mai 1925. Es tommen Haupttreffer 100 000 Reichsmart. In dieser Woche Achtung! Frauen der Konfumgenossenschaft Berlin und Umgegend! Montag, den 4 Mai, 6% Uhr, müssen alle weiblichen Delegierten er scheinen. Lokal ,, Schlesische Heimat. Neue Friedrichstr. 1. Wichtige Tages. ordnung. Wahlen. " ( Gewerkschaftshaus); Verband der Graphischen Hilfsarbeiter, Mte Jakobftraße 5; Tabakvertrieb der GEG., Inselstr. 6; in allen Vorwärts- Spedi tionen und bei den Obleuten ber Abteilungs- und Kreisbildungsausschüsse. Eine Pulvermühle in die Luft aeflogen. In Junkersmühle bei Bergisch Gladbach flog die den Gebrüdern Breidenbach gehörige Bulvermühle in die Luft. Mehrere Arbeiter wurden durch die Bladbach stehenden vielen Pulvermühlen des Bergischen Landes. Explosion schwer verletzt. Ein Arbeiter blieb auf der Stelle tot Diele Pulvermühle ist die letzte der früher bei Bergisch Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, den 2. Mai. 1. Rennent. 1. Golm( Majewski), 2. Duo vadis( W. Wolff). liefen: Juanita III, Meister, Karneval, Lorbas, Terz, Carleys Cousin. 2. Renne It. 1. Octavio( Hr. Braune), 2. Berseba( v. Metsch), Koto: 13: 10. Plat: 11, 16: 10. 3. Stürmer II( Hr. Staudinger). Ferner liefen: Bernstein, Spero. ( Hauser): Toto: 20:10. Blas: 14. 14, 18: 10. Ferner liefen: Schwarz3. Rennen. 1. Bafur( M. Müller), 2. Zaon( A. Beer), 3. Antiope amfel, Teufelsnärrin, Escorial, Heerfübrer, Dolomitenbach. 4, Rennen. 1. Guenole( Staudinger), 2. Rausbold( Hr. Bartels) 3. Magelone( Hr. Braune). Toto: 15: 10. Blaz: 15, 56: 10. Ferner liefen: Casar II, Balestrina. 5. Rennen. 1. Falter( Barga), 2. Heimattreuer( Bleuler), 3. Trajan ( W. Tarras). Toto: 93: 10. Plaz: 17, 15, 12: 10. Ferner liefen: Alas mund, Lump, Heliade, Ed, Dida, Becherklang, Landrichter, Glashäger, Mimmeidr, Eistreiben. 6. Re'n ne n. 1. Fontamora( Rub). 2. Buppenfee( Sauſer), 3. Fighte ( Kränzlein). Toto: 43: 10. Blat: 15, 21, 16: 10. Ferner liefen: Rahel, Martini, Cisterne, Cebria. 7. Rennen. 1. Mumpit( Kuhnle), 2. Paris( Freytag), 3. Bavilla ( Müschen). Toto: 35: 10. Blat: 21, 90, 42: 10. Ferner liefen: Minenbof. Oddrun, Teresina, Penelope, Wolfenschieber, Gigerl. Nollendorf 1120, 1121, 1122 M. Lammfromm& Voyel Potsdamer Str. 127 Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleumiss und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Großer Verkauf Extra- Preise Waschstoffe u. Sommerkleidung Damen- Kleider Tenniskleid aus kariert. Baumwollkrepp 1350 Vollvolle- Kleid mit Stickerei. Volants und 1975 weißer Plissee- Weste Seidenkleid a. gestr. Waschseid.( Kunstsd) 22M Valenciennes- Spigen Strandkleid Vollvoile mit farbig 2975. bestickten Blenden. Nachmittagskleid Vollvoile mit reicher 32.50 Handstickerel. Staubmantel Baumw. Stickereikleid Vollvoile m. farbigem 3450 Unterkleid. Weißes Voilekleid m. echten Fileteinsät. 3750 u. Säumchen- Garnit. Seiden- Frottékleíd Schottenmuster Glockenrock Sommerkleid Voll39M voile m. reich. Durch 41M brucharb., Plisseegarn. 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Der Kämmerer Dr. Karding, der als Auffichtsratsmitglied anwesend war, konnte darauf hinweisen, daß die Stadt der Deutschen Bank ein Einigungsangebot gemacht aber unter allen Umständen mit Hilfe der Schiebung bei den Schutzhabe, um einen Konflikt zu vermeiden. Die Deutsche Bank will aftien die Rontrolle über die Hochbahn in der Hand behalten. Die vertagte Generalversammlung wird am 23. Mai fortgesetzt werden. Der Verband schweizerischer Konsumvereine| Braris zu machen, wofür der Verband schweizerischer Konsumber gehörte von jeher zu den konsumgenossenschaftlichen Organisationen, eine mit seinem genossenschaftlichen Freidorf ein sehr anschauliches die zweck- und zielbewußt und mit Erfolg worauf es ja in Wirt- Beispiel gibt. -ff. fchaftsorganisationen zuerst und zuletzt anfommt der Aufgabe nachgingen, den Konsum der Verbraucher genossenschaftlich zu organi- Genoffenschaftsarbeit in England. Die große Zentralorgani Für die Deutsche Bank ist die Vertagung deshalb peinlich, meil fieren und auf dem organisierten Konjum die genossenschaftliche fation der englischen Genossenschaften, die Cooperative Wholesale zwei Tage vor der Generalversammlung der Prospekt über die AusProduktion aufzubauen. Er ist für die schweizerischen Konsumver- Society( C. W. S.) weist trotz der gedrückten Wirtschaftslage im ver- gabe neuer Hochbahnobligationen im Betrage von 12 Mileine, die ungefähr die Hälfte der Schweizer Bevölke friebskosten durch Verbesserung im Verteilungsapparat her= gangenen Jahre recht günstige Ergebnisse auf. Es gelang, die Belionen Mark erschienen ist. Mit Hilfe dieser Obligationen soll die rung umfassen, das, was die Großeinkaufs- Gesellschaft deutscher abzudrücken. Der Absatz erreichte rund 1500 Millionen Gold- Einzahlung sollen die Aktionäre auf die ausgeschüttete 5prozentige Strecke Gleisdreieck- Nollendorfplatz ausgebaut werden. Als erste Konjumvereine für unsere fonsumgenossenschaftliche Bewegung ist: mart und überſtieg denjenigen des Vorjahres um reichlich 9 Proz. Dividende verzichten. Die Deutsche Bant läßt jezt mitteilen, daß die Warenversorgungs- und Produktionszentrale Das der C. W. S. zur Verfügung stehende Betriebsfapital fie bis zur Generalversammlung in die Bresche springen will. für die Einzelgenossenschaften. erreicht die Summe von 43,5 millionen Pfund Ster Für die Oeffentlichkeit haben diese Auseinandersetzungen in nossenschaftsanteile aufgebracht wurden, der verbleibende weitaus Wochen die Hochbahn mit ihrem Verlangen nach Tariferhöhung ling, wovon bloß 5,8 Millionen durch Einzahlungen auf die Ge- Berlin ein ganz außerordentliches Intereffe. Als vor mehreren größte Teil ist durch Depofiten bzw. durch die Ausgabe von Schuld- auftrat, widersprach der Magistrat, wie die jetzt vorgelegte Jahres verschreibungen beschafft. Die C. W. S. hat eine Bantabteilung, die bilanz erwiesen hat, mit Recht. Damals wandte sich die ganze sich zu einer Gewerkschaftsbant entwickelt hat. 8526 Ge- bürgerliche Presse gegen die Hochbahn. Die„ D. A. 3." widmete der werkschaftsstellen halten bei der Bank Konti. Eine große Anzahl Tariferhöhung der Hochbahn einen besonders auffallenden Artikel. trieben hergestellt. Etwa ein Drittel des Gesamtabsages sind Eigen Tarife anderer Leute zu Gericht zu fizzen. Jetzt aber schweigt die der von der C. W. S. vertriebenen Artikel werden in eigenen Be- Gerade den Stinnes- Leuten steht es nämlich besonders gut an, über produkte der genossenschaftlichen Betriebe. Das Produktions- ganze bürgerliche Presse in allen Tonarten oder nimmt mehr oder spinnereien und Webereien, sieben Schuhfabriken sind im Befiz der Deutschen Bank Partei. programm ist recht vielgestaltig. Zehn Mühlen, mehrere Woll- minder offen für die wahrscheinlich idealen" Interessen der C. W. S. Sie betreibt außerdem noch Landwirtschaft auf einer Fläche von 17 300 Acres. Die Leitung dieses weitverzweigten und umfassenden Geschäftsapparates ist durchaus sachgemäß, wie dies auch von der tapitalistischen Presse Englands anerkannt wird. So betreffen die im nachstehenden angeführten Zahlen nicht die Tätigkeit der schweizerischen Konsumgenossenschaften, sondern die des Verbandes selbst, der nicht nur eine organisatorische Tätigkeit ausübt, sondern in höherem Maße eine wirtschaftliche. Es sind ihm zurzeit 519 schweizerische Konsumgenossenschaften angeschlossen, denen er im Jahre 1924 für 123 600 000 Frant Waren ( 1 Frank etwa 80 Bf.) lieferte gegenüber 119 520 000 Frank Warenmert im Jahre 1923. Und die Hauptposten der zentralisierten genossenschaftlichen Warenvermittlung waren eigene Fabri fationsartikel im Wert von 21,1 Millionen Frank, Fleisch maren 20,75 Millionen, Zucker rund 13 Millionen, Gebrauchsartifel 13,6 Millionen. Der Ueberschuß betrug nach reichlichen Abschreibungen und Neuanschaffungen von Maschinen, Mobilien usw. aus laufenden Mitteln 533 566 Frant, wovon 300 000 Frank zum Verbandsvermögen kommen und der„ Rest" von 233 566 Frant auf neue Rechnung vorgetragen wird. Das eigene Kapital des Verbandes, im wesentlichen an= gesammelt aus dessen Ueberschüssen seit seinem Beſtehen, beträgt rund 4 Millionen Frank, die Beteiligungen an anderen genossenschaftlichen Wirtschaftsunternehmungen 4,6 Millionen, die Maschinen, Mobilien und eine Bibliothek größten Umfangs im Gesamtwert von 3,8 Millionen Frant sind vollständig a b= geschrieben falfulation sichert ** Die Genoffenschafts- Korrespondenz( Mitteilungen des Semi nars für Genossenschaftswesen an der Universität Halle) ist am Annahme eines, gefälligen Zeitschriftenformats endgültig in ein 1. April in ihren dritten Jahrgang getreten und hat sich mit der wissenschaftliches Organ verwandelt. Ihr Erscheinen ist insofern ein bemerkenswertes Ereignis in der sozialwissenschaftlichen Literatur, als damit das erste Fachorgan erscheint, das sich ausschließlich vom wissenschaftlichen Standpunkt mit dem gesamten Genossenschaftswesen und darüber hinaus auch mit den Korrespondenz", die unter der Leitung ihres Begründers, Professor übrigen sozialen Organisationen beschäftigt. Die" Genoffenschafts: Dr. Ernst Grünfeld, Halle, steht, der zugleich der Herausgeber der Sammlung„ Soziale Organisationen der Gegenwart" befannt ift, hat eine große Anzahl von Lesern und Freunden und namhaften Mitarbeitern im In- und Ausland gefunden und eignet sich bei ihrem niedrigen Bezugspreis von 5 M.( für 6 Nummern) als Studienbehelfe und Ergänzung für jeden Genossenschafter, Gewerf d. h. werden im Betriebsvermögen nicht mehr mitgerechnet, was einen außerordentlichen Vorsprung in der Preis: und die Liegenschaften im Erstellungswert von 6,3 Millionen Frank find nur noch mit 3,3 Millionen in die Bilanz eingestellt, belasten also nur noch mit der Hälfte ihres Wertes die Barenpreise. Die Liegenschaften umfassen 3 428 349 Quadratmeter Flächenraum, ihre Brandversicherungssumme beträgt 5,6 Millionen Frant gegenüber einer Hypothekenbelastung mit 29 319 Frant! Trozdem arbeitet der Verband noch mit 9,3 Millionen Frank Genossenschafts-, Garantie- und Reservetapital der angeschlossenen Genossenschaften, 14,3 Millionen Frant durch die Genossenschaften und deren Mitglieder beschafften Gelder und mit 17% Millionen lang- chafter, Angehörigen eines Interessenverbandes usw., dem sie neben fristigen Genossenschaftsobligationen, während das eigentliche Fremdkapital" nur 4 Millionen Frank beträgt. -RO Dieser trotz des Krieges und feiner Nachwirkungen von denen bekanntlich auch die Schweiz sehr start mitgenommen wurde geradezu glänzende Stand der wirtschaftlichen Unternehmungen einer genoffenschaftlichen Verbandsorganisation ist um so bemerkenswerter, als er lediglich das Ergebnis der genoffenschaftlichen Selbsthilfe im größeren, zentralisierten Rahmen ist. Daneben gehen die Leistungen der 520 Berbandsgenossenschaften ganz für sich, so daß man von einem reichen wirtschaftlichen Erntesegen sprechen fann, den die rund 600 000 genoffenschaftlich organisierten Familien des Echweizer Volfes aus Eigenem genießen. Bon besonderer Wichtigkeit ist die Tatsache, daß die schweizerische Genossenschaftspreffe sehr vielseitig und start verbreitet ist. Gelangten doch im Jahre 1924 nicht weniger als 9 140 858 Nummern davon an die Mitglieder der Verbandsgenossenschaften, worunter das Baseler„ Genossenschaftliche Volfsblatt" mit 6 871 428 Etüd, der Schweizerische Konsumverein" mit 255 840 Stüd, die Samen förner" mit 41 628 Stüd, eine Genoffenschaftszeitung in italienischer Sprache mit 233 548 Stück und drei Genossenschaftszeitungen in französischer Sprache mit zusammen 1 738 414 Stüd sich befinden. Daß dieser Bildungs- und Erziehungsarbeit für die genossenschaftliche Wirtschaftsidee ein großer Teil der schönen Erfolge der schweizerischen Konsumvereinsbewegung im ganzen und ihres Verbandes im besonderen mit zu verdanken ist, fann für den feinen Zweifel bilden, der die Presse als die geistige Großmacht der öffentlichen Meinung wie jeder großen Bewegung erkannt und schätzen gelernt hat. Ein besonderes Merkstück in der Leistung des Verbandes schweizerischer Konsumvereine bildet die im Jahre 1920 begonnene Errichtung der genossenschaftlichen Siedlung Frei dorf mit 150 Einfamilienhäusern in der Nähe von Basel. Eine richtige Genoffenfchaftsgemeinde. Anregung und Belehrung auf seinem Interessengebiet sein wird. der Lektüre seines Verbandsblattes eine willkommene Quelle der Der Kampf um die Hochbahn. Interessen der Berliner Bevölkerung. Jeder Berliner ist Diese Art der Behandlung entspricht in feiner Weise den daran interessiert, daß die Hochbahn in das allgemeine Berliner Berkehrsnetz eingefügt wird und vor allen Dingen, daß sie angehalten wird, ihren vertraglichen Verpflichtungen auf Erwei bahn hat nicht nur die Verpflichtung, die Verbindungsstrede Gleis terung ihres Verkehrsnezes nachzukommen. Die HochBessionierungsvertrag gebunden, endlich die Strecke nach Lichten. dreieck- Wittenbergplatz auszubauen, sie ist auch nach ihrem Konberg auszuführen. Außerdem wird die Entwicklung des Schnellbahnverkehrs die Hochbahn zu umfangreichen Erneuerungen an ihrer Stammstrecke zwingen. In der Generalversammlung hat Geheimrat Wittig bereits von dem notwendigen Umbau am alleschen Tor Mitteilung gemacht. Dabei wird es aber nicht zwingen. Die Deffentlichkeit hat das größte Interesse daran, daß Eröffnung der Nordjüdbahn wird zu weiteren Maßnahmen bleiben. Die rapide Zunahme des Verkehrs, namentlich seit der die Stadt als Vertreterin der allgemeinen Berfehrsinteressen start genug ist, auch auf Grund ihrer wirtschaftlichen Stellung in der Hochbahngesellschaft die Durchführung dieser Maßnahmen zu erzwingen. sichtig, daß sie durch Herrn Steinthal in so provozierender Form Im übrigen ist es von der Deutschen Bant sehr turzder Stadt den Kampf anjagen läßt. Sie sollte sich sagen, daß auf die Dauer ein Zusammengehen mit der Stadt und ein Eingehen auf thre berechtigten Wünsche auch aus rein wirtschaftlichen Erwägungen zmed mäßiger wäre. Es ist wohl nicht notwendig, das eins gehend auseinander zu setzen. Hoffentlich benutzt die Deutsche 3 med mäßigfeit ihrer Taftif noch einmal gründlich zu Bank die Pause bis zur nächsten Generalversammlung, um sich die Der Lebenshaltungsindex. fost en( Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungs „ Sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats April auf 136,7 ( gegen 136,0 im Vormonat). Sie hat sich sonach um 0,5 Proz In der Generalversammlung der Berliner Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen fam der von uns angelünüberlegen. digte Kampf gegen die von der Deutschen Bant beabsichtigte, in die Form einer harmlosen Statutenänderung gefleidete Verschiebung der Machtverhältnisse offen zum Ausdruck. Es zeigte sim, daß außer der Stadt auch ein anderer Großaftionär( die bürgerliche Presse nennt in diesem Zusammenhang das Ham burger Bankhaus Littmann) gegen die beabsichtigte Umstellung protestierte. Es zeigte sich, daß die Opposition im ganzen 34291 Stimmen gegenüber 84812 Stimmen der Deutschen Bant aufbrachte. Der juristische Vertreter der Oppofition, Geheimrat Kempner, bezweifelte aber die Berech tigung für die umstrittenen 50 000 Stimmen der Schugaftien, sich an der Abstimmung zu beteiligen. Ebenso bezweifelte er das Recht der Treuhänderin dieser Schuhaftien, der Licht und Kraft 2.-G., mit ihren 8,5 Millionen Stammattien mitzustimmen. Würde diese Auffajfung der Opposition sich durchsetzen, dann hätte sie bei der Ab ftimmung über ihren Antrag auf Einziehung der Schutzaktien die Mehrheit gehabi. Die Debatten über diese Fragen vollzogen sich in der Form juristischer Auseinandersetzungen. Als dann die Verwaltung aber die Schugattien zur Abstimmung zuließ und infolgedessen der Antrag der Opposition für abgelehnt erklärt wurde, nahm die Versammlung einen lebhafteren Verlauf. Geheimrat Kempner beantragte jetzt, gestützt auf den von ihm vertretenen Aktienbefiz, Vertagung. Diesem Antrag mußte Folge gegeben merden, wenn er von 10 Proz. des Aftienbesizes unterstügt wurde. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Geheimrat Steinthal von der Deutschen Bant, versuchte diese unangenehme Entwidlung zu vermeiden. Als er sein Ziel nicht erreichte, wurde er grob und verstieg sich zu einer langen Anklagerede gegen die Stadt Berlin, die hinter dieser Opposition ftece. Steinthal entrüstete sich darüber, daß die Opposition rein egoistische Ziele"(!) verfolge. Solch einer Gemeinheit ist die Deutsche Bant bekanntlich nicht fähig. Dort arbeitet man immer nur aus Idealismus". Die Stadt wolle die Hochbahn„ für billiges Geld erwerben". Er vergaß dabei zu erwähnen, daß die Die Bewohner der Siedlung sind sazungsmäßig verpflichtet, alle Bezüge in der genossenschaftlichen Abgabestelle zu holen und die Genossenschaft ist verpflichtet, a Iles vom Verbande zu beziehen. So betrugen die Umsäge im Jahre 1924 480 941 Frant, für eine Familie im Durchschnitt 3206 Frant, also sagen wir rund 2565 M. Aus den Veröffentlichungen des Zentralverbandes deutscher Konsum vereine weiß man, daß der Durchschnittsumsatz der Konsumvereinsmitglieder in Deutschland ganze 160 M. beträgt. Diese Tatsache spricht auch„ Bände". Trotzdem Dom Jahresergebnis der Freidorfer Genossenschaft regelmäßig 20 Picz. den Reserven zurückgewiesen Gerstengrütze, lose. werden, erhielten die Mitglieder, die mit ihren Angehörigen eine Seelenzahl von nur 620 Personen umfassen, eine Rüdvergütung von rund 35000 Frant in 4 Jahren. pro Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels per Zentner frei Haus Berlin. Kakao, fettarm 50,00-90,00 Kakao, leicht. entölt.. 95,00-120,00 Tee, Souchon, gepackt 380,00-405,00 Tee, indischer, gepackt 413,00-475,00 Inlandszucker bas mel. 32,00-33,75 Gerstengraupen, lose. 19,50- 24,00 20,00-20,50 Haferflocken, lose.. 20,00-21,00 Hafergrütze, lose.. 22,00-22,50 Roggenmehl 0/1.... 17,25-18,50 Weizengrieẞ 21,50-23,25 24,25-26,25 18,75-20,00 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl. 21,00-27,25 Speiseerbsen, Viktoria 16,50- 19,50 Speiseerbsen, kleine. Bohnen, weiße, Fer. Langbohnen.handverl. 27,00- 28,00 Linsen, kleine Der Verband schweizerischer Konsumvereine berechnet auf Grund Hartgrieß. der Umfäge in seiner Genossenschaftsfiedlung Freidorf, daß bei den schweizerischen Konsumvereinsmitgliedern durchschnittlich Familie und Tag mindestens 1 Frant in den Brivathandel wandert für Artikel, die im eigenen Laden porhanden sind, oder vom Verband bezogen werden könnten ( Schuh- und Manufafturwaren eigener Erzeugung), was im Jahr ein Weniger für die Konsumvereine von über 131 millionen Frant ausmacht. 1 m. pro Tag meniger für die Nach dieser Berechnung beträgt das eniger in deutsche Konsumvereinsfamilie Deutschland mindestens 1200 millionen Marf, die bei uns die Privatwirtschaft und das Privatkapital stärken. Dermeilen bei uns die Theorie des Sozialismus politisch am stärksten ausgebildet ist. Es ist wahrhaftig an der Zeit, etwas mehr in Linsen, mittel Linsen, große. 18,00-20,00 20,00-24,50 29,50-42,00 43,00-48,00 Kartoffelmehl Makkaroni, Hartgrieß. Mehlnudeln.. 20,50-23,50 45,50- 57,00 26,50-30,00 44,25-71,00 14,75-16,00 Tafelreis, glasi. Patna. Tafelreis, Java 17,75-19,00 24,25- 28,00 32,00-40,00 74.00- 96,00 Eiernudeln Bruchreis Rangoon Reis Ringäpfel, amerik. Getr. Pilaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50. 77,00-78,00 56,00-58,00 Legen Sie Wert auf gute und reelle Bedienung Rosineni Kist., Candia. 65,00 25,00 so kaufen Sie Mef- Stoffe führend in der Mode, Qualitätswaren zu äußerst niedrigen Preisen Anzugstoffe in Kammgarn u. Chev., la Qual. Mk. 6.20, 7.80, 10.80, 15.20, 19.80 Damenstoffe: Gabardine, Ripse, Mouline, 180 em breit, Mk. 5.90, 8.40. 10.80 Tuchhans MEFreifa Molkenmarkt- 14 Ecke Molkenstraße Bitte auf den richtigen Eingang Nr. 14 zu achten. Sultaninen Caraburnu. 76,00-96,00 Korinthen, choice. 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Zusammenschluß in der Textilindustrie. 3mischen der Gruppe W. H. Arnold jr. in Greiz und der Deutschen Wollenwaren- Manufaktur Aktiengesellschaft in Grünberg i. Schl. ist ein Interessengemeinschaftsvertrag abge schlossen worden, welcher außer einem gemeinsamen Vorgehen beider Gruppen in allen den Einkauf, die Fabrikation und den Verkauf im In- und Ausland betreffenden Fragen, insbesondere die Pflege ihrer gemeinsamen Interessen auf dem Gebiete der Streich garn= Fabritation, zum Gegenstand hat. Es erfolgt die gegenseitige Bumahl führender Bersönlichkeiten beider Gruppen in ihre Aufsichtsräte, während ein Aktienaustausch zunächst nicht stattgefunden hat. Der Gruppe W. 5. Arnold jr. gehören: Kammgernweberei W. H. Arnold jr., Greiz, Simons u. Fromein Nachf., Leichlingen ( Rhld.), Kammgernweberei Gera 2.-G., Gera, Seidenweberei Henne 2.-G., Gera, Tuchfabrik G. F. Thalmann, Bößned( Thür.), Sächsische Stückfärberei und Appreturanstalt 2.-G., Reichenbach i. 2. Zu einem Interessenfreis gehören ferner: Tuchfabrik F. G. Roßner A.-G., Pößned i. Thür., Tuchfabrik Gebr. Pfau, Komm.- Ges Krimmitschau. Die Deutsche Wollenwaren- Manufaktur Aftien. gesellschaft ist an der Tuchfabrik Carl Eichmann A.-G., Züllichau, be teiligt, steht in einem Interessengemeinschaftsverhältnis mit der Firma Mos. Löw Beer, Sagan, und in freundschaftlichen Beziehungen zu den Vereinigten Deutschen Tertilwerfen, Zittau ( Wagner u. Co., Wagner u. Moras, Wünsches Erben). Die Konzentration des amerikanischen Kapitals. Mit dem Emporblühen des amerikanischen Wirtschaftslebens ging die Kon 8entration des amerikanischen Kapitals Hand in Hand. Nach der unlängst unlängst veröffentlichten Fabritstatistit der Vereinigten Staaten für 1923 betrug die Zahl der Fabrikbetriebe, deren Broduftionswert jährlich mehr als 5000 Dollar ausmachte, im Jahre 1919 214 383; in den Jahren 1920 bis 1923, das heißt innerhalb von vier Jahren, ging die Zahl auf 195 714, um beinahe 10 Proz. 4.00- 4,20 zurüd. Die steigende Konzentration spiegelt sich auch im Rüdgang 4.20- 4,60 der Zahl derjenigen Fabriteigentümer mider, die gleichzeitig 5,40-6,00 in den betreffenden Betrieben selber tätig sind. Es maren 82,50- 84,00 über 259 172 im Jahre 1914 und im Jahre 1923 nur noch 147 380. 83,50- 84,50 83.50-85,50 Das amerikanische Kapital wird immer unpersönlicher. Trog der 84,50-86,00 fortschreitenden Konzentrierung der amerikanischen Industrie gibt es 65,00-66,00 jedoch noch eine große Anzahl fleiner Betriebe. In den Speisetalg in Kübeln Margarine, Handelsm. I 65,00 neuen Zählungen wird auf die Aufnahme der Betriebe, deren Brodesgl. II. 60,00-63,00 duftionsmert 5000 Dollar nicht überschreitet, verzichtet, aber es ist Margarine, Spezialm. I 80,00-84,00 anzunehmen, daß sie ungefähr ein Viertel der Gesamtheit ausdesgl. II. 69,00-71,00 Molkereibutter Ii. Fäss. 175,00-181,00 machen. Die Folgeerscheinung der zunehmenden Konzentrierung ist Molkereibutter, i. Pck 185,00-190,00 die Entfaltung einer politischen Agitation, deren Spize sich gegen Molkereibutter Ila i. Fs. 165,00-173,00 bie Großbetriebe richtet. i.Pck. 170,00-180,00 Molkereibutter Auslandbutter in Fässr. 192,00-194,00 Corned beef 12/6 lbs p.K. 38,00- 42,00 Ausl.Speck, geräuchert 95,00-101,00 Quadratkäse. 25,00- 32,00 11,00-125,00 . Speisetalg in Packung " Tilsiter Käse, vollfett Echter Emmenthaler. 165,00-175,00 Echter Edamer 40%. 90,00-93,00 65,00-68,00 200%.. Ausl ungezucker. Codensmilch 48/16 20,00-22,50 Als neues, vollständig unschädliches Mittel gegen chlaflosigkeit u. nervöse Aufregungszustände hat sich der nat. gesch. reinpflanzliche Sa omnervin- Tee hervorragend bewährt Nehmen Sie nichts anderes. à 2 Mk. in den Apotheken. Ausl.gez.Condensmilch 24,00 25,00 In Berlin sicher: Elefanten- Apotheke, Leipziger Straße 74 Parteinachrichten Cinfendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Sindenstraße 3, für Groß- Berlin itets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten. 1. Reels Mitte: Montag, ben 4. Mai, Sikung des erweiterten Kreisvor Standes bei 8fchiefing, Aderftr. 1. Die bis bahin nicht aurüdgegebenen Maifeiertarten müssen bezahlt werden. 6. Recis Kreuzberg. Bersammlung aller auf fommunalem Gebiete, tätigen Genefsinnen und Genossen Montag, den 4. Mai, 7% Uhr, bei Rabe, Fichtefte. 29. Fortsehung des Themas„ Kommunalpolifit". Referent Genoffe Stadtrat Paul Sirfch. 7. Szeis Charlottenburg. Dienstag, ben 5. Mai, 7½ Uhr, erweiterte Borfandengung im Wilhelmshof( bei Bogel), Spreeftr. 8. 12. Reis Steglig. Montag, den 4. Mai, 8 Uhr, Kreisvorstandsfißung an belannter Stelle. 14. reis Neukölln. Montag, den 4. Mat, 7% Uhr, engere Kreisvorstandsfitung im Bartcibureau, Nedarstraße. 17. Kreis Bichtenberg. Mittwoch, den 6. Mai, 7% Uhr, Streisvorstandssigung an bekannter Stelle. 20. Greis Reinidenbort. Montag, den 4. Mai, 6% Uhr, im Heinen Sigungsfact des Rathauses Wittenau, Sihung des erweiterten Areisvorstandes. Rebe Abteilung muß vertreten fein. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Die Kindergruppen betelligen sich am Maijugendtag der Arbeiterjugend in Raulsdorf. Heute, Sonntag, den 3. Mai: 6. bt. 10 Uhr Borstandsfihung bei Dobrohlam, Eminemünder Str. 11. 108. bt. Räpenid. Beteiligung am Jugendtag in Raulsdorf- Süd. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr Bahnhof Röpenid. Sungloslaten. Gruppe Mitte: Abfahrt zum Jugendtag 8.40 Uhr Bahnhof BBcfe. Gruppe Neukölln: Treffpunkt aur Abfahrt nach Raulsbort 8 Uhr Bahnhof Steutbün. Gruppe Tempelhof- Marienborf: Treffpunkt jus Tellnahme am Jugendtag 9 Uhr Bahnhof Tempelhof. Gruppe ben: Treffen zum Waifugendtag in Raulsdorf früh 8 Uhr Morigplag. 20. 108, Morgen, Montag, den 4. mai: t. 72 Uhr Funktionärsigung bei Burg, Brenzlauer Allee 189. t. Oberschöneweibe. 7½ Uhr Funktionärsigung bei Jmberg. 156. br. Reinidendorf- Ost. Die Bezirksführer werden gebeten, die Mai. tarten bis fpätestens Montagabend abzurechnen. Bengalisten. Arbeitsgemeinschaft Dr. Grelling: 7% Uhr im Diskuffionsjimmer Lindenstr. 3, Ursachen des Weltfrieges und internationale Ricbellerbewegung bis zum Ende des Weltkrieges". Frauenveranstaltungen morgen, Montag, den 4. Mai: 25. st. Die Genoffinnen treffen fich pünktlich 5 Uhr Aruswalder Blaz und nehmen geschlossen an der Ginäscherung ber Genoffin Weber um 6 Uhr im Krematorium Gerichtstraße teil. 36. f. 71 Uhr bei Busch, Silfiter Str. 27, Bortrag des Genoffen Schwane beck über„ Obdachlosenfürsorge". Neuwahl der Leiterin. Borwärts leferinnen millkommen. 81. t. Friebenau. 8 Uhr bei Alabe, Sanbjernftr. 60-61, Fortfegung: Moderne Erzähler". Referent Genoffe Barthel. 101. bt. Treptow. 7% Uhr im Lokal Dettinger, Elfen, Ede Riefholaftraße, Vortrag des Genoffin Todenhagen: Unsere Bildungseinrichtungen". Die Billigfte und teste Versicherung einschließlich aller Unfallmöglichkeiten gehen Sie ein, wenn Sie Ihr Haar, Ihren foftlichsten Befis, bei uns versichern, d. h., wenn Sie sich wöchentlich wenigstens einmal den Kopf mit Scherings flüssiger Leerseife wajchen. 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Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 25. Abt. Die Frau bes Genoffen Stabtrat Weber, Genoffin Baula Beber, ist verstorben. Einäscherung Montag abend 6 Uhr Gerichtstraße. 39. t. Genoffe Otto Menkel ist am 30. April gestorben. Einäscherung Dienstag nachmittags 5% Uhr im Krematorium Baumschulenweg. Jugendveranstaltungen. Morgen, Montag, den 4. Mai, abends 7% Uhr, Abteilungsmitgliederversammlungen: Moabit: Schule Walbenferstr. 21. Webbing- Nord: Bei Radzan Funktionärtigung. Often( Stralauer Biertel): Jugendheim Goßlerstr. 61. Südost( Görliger Biertel): Schule Waldemarstr. 77. Bankwig: Bei Graff Funktionärsigung. Sermsborf: Jugendheim Roonftraße. Friebenau: Baumschulen weg: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Borttag:„ Karl Marg". Jugendheim Ernststr. 16, Aussprache: Unfer Maijugendtag". Chorteilnehmer und Musiker. Montag, den 4. Mai, abends 7 Uhr, Uebungsabend im Jugendheim Lindenstr. 3. Gänger und Sängerinnen sowie Musiker tönnen fich noch melden. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianfte. 37/38, Sof 2 St. Kamerabschaft Wedding: Montag, ben 4. Mai, abends 71 Uhr, Turnabend, Gothenburger Str. 2. Kamerabschaft Schöneberg Friedenau: Montag, ben 4. Mai, abends 8 Uhr, werden Borstandsmitglieder und Rugführer erfucht, im Reichsbannerheim zur gemeinsamen Sigung zu erfcheinen. Ramerabschaft Köpenick und Untergruppen: Montag, den 4. Mat, obends 7 Uhr, im Stadttheater Köpenid, Sigung ber Untergruppenführer, Rug- und Gruppenführer. Kameradschaft Bankow: Montag, den 4. Mai, abends 8 Uhr Turnen in der Turnhalle Bollantstraße. Kameradschaft Reinickendorf: Montag, den 4. Mai, ab 7 Uhr abends, Turnen der gesamten Kameradschaft auf dem Sportplas Reinidendorf- Weft, Scharnweberstraße. Berband Boltsgefundheit, Ortsverein Berlin. Sonntag, den 8. Mai, nachmittags 2% Uhr, im Landheim in Müggelheim, Maienfest Arbeiter- Abstinentenbund, Ortsgruppe Berlin. 4. Mai, 7% Uhr, Funt tionärsihung( Engelufer 29). Reidsbund ber Kriegsbeschäbigten, Ariegsteilnehmer und Kriegerhinter. bliebenen. Bezirk 2 Rotbweft( Moabit: Die Bezirksversammlung findet am Tagesordnung wird in der Berfammlung bekanntgegeben. Dienstag, den 5. Mai, 8 Uhr, in den Sohenzollern- Sälen, Bandelffe. 35, ftatt. Ortsverein Sicglig: Dienstag, ben 5. Mai, abends 8 Uhr, fpricht der Bundesvorkende Marote in Albrechtshof, am Bahnhof Steglis, über Reichstag und die Kriegsopfer". Gäfte haben Zutritt. Arbeitersport. Touristenverein Die Naturfreunde"( Zentrale Wien), Abt. Charlottenburg. Sonntag,& Mai, Maienfeft in Meißners Sof. Abfahrt mit der Straßenbahn Linie 54 am 800 7.24 Uhr, Westend 7.40 Uhr. Nachzügler mit ber Bororibahn bis Sennigsdorf. Freitag, 8. Mai, 28 Uhr, im Heim: Gefchäftliches, Reitschriftenausgabe und Gingfang. Arbeiter Rabfahrer.Bund Solibaritat", Ortsgruppe Berlin. Souren für Sonntag, den 8. Stat. 1. t.: Sonntag 6 Uhr feil nach Ferch zur Baum bitte: 1 hr Bannfee( Reichsadler). Slart Billow ft. 56. 2. bt.: Streif. aline durch die Ruthe Riederung, 5 Uhr; 1 Uhr Teltow( Weißer Schwan). Start Dieffenbach fir. 36. 3. bt.: Damsmühle. Start Laufiger Plag. 4. Abt.: Denisch- Wusterhausen 8 Uhr früh; 12% Uhr Sirschgarten( Reller). Start Weberwigse. Jeben Montag und Donnerstag 6 Uhr Sportplag Friedrichshoin. 5. Wt.: Lchnikfee 6 Uhr; Birtenwerder 1 Uhr. Start Landsberger Blag. 6. Abt.: Südersdorf 6 Uhr: Friedrichshagen( Wiesengrund) 12 Uhr. Auf Teilzahlung liefern wir einzelne Möbelstücke in Nußbaum und Eiche zu günstigst. Zahlungsbedingungen Herrenzimmer Speisezimmer Sehlafzimmer Külehen weiß u. lasiert Flurgarderoben Korbmöbel Klubgarnituren Möbel- Spezialhaus Glogau Kottbuser Straße 28 direkt a. d. Hochbahn Gegr. 1880 Küchen Küche Lottchen mit Rahmen. Hermine mit Anrichte. Magdalena mit Anrichte. 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Ortsgruppe Adlershof: Müncheberg Fürstenwalde. Start 8 Uhr frith bei Riege. Ortsgruppe Reinidendorf: Bezirkssaalfportfest in Beißensee, Fichte- Turnhalle. Start 12 Uhr Residenzstr. 109. Ortsgruppe Lichtenberg: Bezirtsfest in Weißensee. Start 1 Uhr Traveplay. Ortsgruppe Oberschöneweide: Beißensee. Start 12 Uhr Siemensstraße. Detsgruppe Charlottenburg: Bernau frith 7 Uhr; Schönwalde 1 Uhr. Start Galvaniſtr. 13. Ortsgruppe Reukölln: Rüdersdorfer Kallberge. Start 7 Uhr früh, L. Abt. Sergbergplak, 2. Abt. Hermannstraße( Bahnhof). Geschäftliche Mitteilungen. Wenn jemand einen Teppich braucht, so ist es unbedingt au empfehlen, bas heutige Inferat der Firma Teppich- Burich, Berlin C. 2, Spandauer Str. 32, mit Sorgfalt au lefen. Bon großer Wichtigkeit ist es jedenfalls, die heutige Anfage des Rundfunks Ratschläge fürs Saus" 6.20 Uhr anzuhören. Am 28. April fand bei der Firma Guftan Cords die Enthüllung der Gebenttafel fitr den im Weltkriege auf dem Felde der Chre gefallenen Inhaber Seren Friz Schmibt und 49 feiner Mitarbeiter statt. Die Tafel wurde gestiftet Don der Geschäftsleitung und aus freiwilligen Spenden des gesamten BerTonals. Der feierliche Att wurde durch Gefang des aus Angehörigen des Berfonals gebildeten Chors eingeleitet. Der Schöpfer bes Entwurfes, Herr E. Riders, machte eingehende Mitteilung über die Entstehung des Werkes und flbergab dasselbe dem Geniorchef, Serrn Kommersienrat A. Schmidt, melcher in einer Tängeren Weiherede aller Gefallenen gedachte. Nach Ante Sprache des Mitinhabers Serrn Günther Schmidt, und weiteren von feiten der Angestelltenschaft, schloß die Feier mit ftimmungsvollem Gefang. Eine ähn liche Tafel, die 17 Ramen von gefallenen Angehörigen der Firma trägt, wird im Geschäftshause au Röln am Rhein Aufstellung finden. Fünf Damenvorträge über Franenleiben hält Serr Oskar Boelfer, Diret tor ber Bolts- Lichtheilanstalt, Montag, 4. Mai, und folgenden Tagen. Näheres fiche Inferat in heutiger Nummer dieser Zeitung. Der Bolts Fenerbestattungs- Verein Groß- Berlin, B.-B. a. G., Chauffeeftraße 63, hat für die Unterbringung feines gesamten Geschäftsbetriebes ein eigenes Berwaltungsgebäude in Berlin RB. 40, Roonstr. 4( am Königsplay), ermorben. Die große Ausdehnung des Vereins, fein Geschäftsgebiet er. ftredt fich jekt über bas gange Deutsche Reich, Memelgebiet und Freistaat Danzig, erheischte bies schon längst. Der Geschäftsbetrieb in der Roonstr. 4 wird om 15. Mai b. 3. eröffnet. Die gesamte Mitgliedschaft wolle hiervon, damit unnige Bege nach der Chauffeestraße erfpart bleiben, Renntnis nehmen. 1 Es liegt in Intereffe der vielgeplagten Sausfrau, fich banon at überzeugen, daß fie geit, Gelb und Arbeit spart und dabei den Mittagstisch verbessern und abwechslungsreicher gestalten kann, wenn sie fich der neuen Knorr- Suppenwurft bedient. Eine Anorr- Suppenwurst 7 Gorten: Blumen Zohl, Gelintern, Krebs, Ochfenfchwanz, Bila, Spargel, Tomaten ergibt nur mit Wasser aufgetocht 6 Teller träftige, wohlschmedende Suppe, wie man fic beffer im Haushalt nicht herstellen tann. Reine Hausfrau follte versäumen, den Verfuch zu machen, bei bem fie nichts ristiert, da eine Knorr- Suppenmurft in den einschlägigen Geschäften nur 35 Pfennig loftet. Zur Berkehrsausstellung in München finden unsere Befer gute Unterkunft unb Berpflegung im Restaurant Golbener Anter", Schillerstr. 30. Togal tegen Schmerzen der Nerven, Rheuma, Gicht, Ischias, Herenschuß, Kopfschmerzen. 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Die Berteidigung ftelit jetzt die BeKritik an der Wirtschaftspolitik der Reichsregierung. Präsident Löbe gedachte bei der Eröffnung der gestrigen Reichstagssigung, während sich die Abgeordneten von den Sigen erhoben haben, mit Worten der Teilnahme der Opfer der Eisenbahnkatastrophe bei Br.- Stargard. Er fnüpft daran den Ausdrud der Erwartung, daß eine vollständige Auftlärung der Ursachen des Unglücksfalles gelingen werde. In der Fortsetzung der zweiten Beratung des Haushalts des Reichswirtschaftsministeriums betont Abg. Schlack( 3.), die deutsche Wirtschaft leide noch heute unter nandjen Nachwirkungen der durch die Marfstabilisierung überrundenen Inflationsperiode. Die starke Passioität der deutschen Handelsbilanz müsse auf die Dauer zu einer Lerormung der deutschen Wirtschaft führen. Die starke Einfuhr ausländischer Luruswaren müsse argesichts der Berarmung es deutschen Volkes wesentlich eingeschränkt werden. Für die Geindung der Wirtschaft sei auch unerläßlich eine Herabjegung der Umjazsteuer auf ein erträgliches Maß.( Zustimmung i. Bentrum.) Die 3insen für inländisches Kapital seien vielfach höher als die für ausländisches. Hier müsse das Reichswirtschaftsministerium über die Reichsbank für Abhilfe sorgen.( Sehr richtig!) Zur Frage der Preisgestaltung erflärt der Redner, es sei unerläßlich, daß die deutsche Wirtschaft Kartelle bilde, denn sonst könne fie der organisierten Auslandsindustrie gegenüber nichts cusrichten. Aber die deutsche Wirtschaft müsse sich wieder den Grundsatz zu eigen machen: Großer Umsatz bei kleinem Nuzen.( Buftimmung.) In bezug auf die Cohnpolitif setzt sich der Redner für eine Herabsehung der Gewinnquote zugunsten höherer Löhne ein. Dann wendet sich Abg. Schlack gegen die vielen unnügen Glieder des Zwischenhandels, die sich in der Infintion eingeschlichen haben, nur die Ware verteuern und wieder verschwinden müßten.( Bust.) Avg. Havemann( Dop.) setzt sich besonders für das Handwer? ein, das eine bessere Berücksichtigung seiner Erfordernisse finden müsse. Dann wendet sich der Redner gegen die Tarifpolitit der Reichsbahn. Der Redner setzt sich dann für eine Förderung der Qualitätsarbeit ein, deren Erzeugnisse sich schon früher den Weltmarkt erobert haben. Der Redner wendet sich schließlich gegen die Höhe der Umsatzsteuer. Abg. Koenen( Komm.) verlangt Herabſegung der Rohlenpreise und weist auf den schlechten Beschäftigungsgrad in verschiedenen Industriezweigen hin. Das ins Ausland verschobene Kapital müsse wieder zurückgeführt werden. Die Wirtschaftsbeziehungen zu Rußland müßten gefördert werden. Redner schließt mit den Worten: Die Arbeiterschaft habe von dieser Republik nichts zu er warten. Ebert, Marg, Hindenburg, Jade wie Hoje! ( Beifall bei den Kommunisten.) Abg. Meyer- Berlin( Dem.): Obwohl wir seit dem 10. Januar von den handelspolitischen Bindungen des Versailler Bertrages befreit sind, ist bisher dem Reichstag weder eine Zolltarifvorlage unterbreitet noch von ihm ein wichtiger Handelsvertrag ratifiziert. Das Schicksal des deutsch- fpanischen Handelsver= trages ist fennzeichnend für das Fehlen der aktiven Wirtschaftspolitik und jeder Führung durch die Regierung. Sie ließ es ruhig geschehen, daß ihre Regierungsparteien diesen Handelsvertrag ablehnten, dessen schleunige Ratifizierung alle maßgebenden Spizenverbände von Industrie und Handel verlangen. Wir wünschen für die weiteren wirtschaftlichen Verhandlungen mit dem Ausland die sorgfältige Wahrung der Interessen der verarbeitenden Industrie. Das schwierige Problem der Agrarzölle muß pffen diskutiert werden. Die Rentenbank- Kreditanstalt für die Landwirtschaft darf nicht so gestaltet werden, daß die Befriedigung des Kreditbedarfs anderer Wirtschaftszweige weiter erschwert wird. Der geplante Abbau der das Gewerbe belastenden Steuern ist unzulänglich, besonders bei der Umsatzsteuer. Es ist unerhört, daß das in Artikel 107 der Reichsverfassung vorgesehene Reichsver Bei Hartleibigkeit, Verstopfung nehmen Sie das altbewährte Hunyadi János natürliche Mundwasser Normaldosis: ein Weinglas voll waltungsgericht aus föderalistischen Gründen nicht errichtet Lebensgefahr bei Julius Barmat hingewiesen habe. Diese Bedenken werden tann. Das Reichswirtschaftsgericht darf nicht beseitigt seien vor einigen Tagen durch den Gefängnisarzt Dr. wirtschaftliche Senate beim Reichsgericht gebildet werden. verlangen von der Regierung mehr Aktivität, mehr Führung fuchungshaft für sein ganzes Leben ruiniert worden sei, und sie erWir hauptung auf, daß Julius Barmat durch die Fortdauer der Unterin der Wirtschaftspolitik. tlärt in der Eingabe, daß nicht geduldet werden dürfe, daß Julius Barmat demselben Schicksal verfalle wie Dr. Höfle. Abg. Drewih( Wirtsch. Bg.) tritt für das selbständige Handwert ein. Der gewerbliche Mittelstand und der Kleinhandel werden in unerhörter Weise geschädigt durch die wirtschaftlichen Unter- Hinzuzufügen ist, daß Henry Barmat, ein noch nicht nehmungen des Reichslandbundes, aber auch durch die dreißigjäheriger Mann, in den 17 Wochen Untersuchungshaft Werkkonjumvereine der Industrie und vor allem durch die Be- seine Ueberführung in die Charité angeordnet werden mußte. amtentoniumvereine. In manchen Verwaltungen haben die Warenversorgungsstellen der Beamten geradezu den Charakter von großen Barenhäusern angenommen. Wir tönnen nicht mehr zur ungezügelten freien Wirtschaft zurückkehren, sondern brauchen die organisierte Wirtschaft auf der Grundlage der Pflichtorganisation. bei den deutschfranzösischen Handelsvertragsver: Abg. Rauch( Bayr. Bp.) richtet an die Regierung die Mahnung, handlungen die Interessen der bayerischen eisen verbrauchenden Industrie gebührend zu berücksichtigen. an den Sachleistungen für die Reparation sollte die Industrie der verschiedenen deutschen Gebiete möglichst gleichmäßig beteiligt werden. Die deutsche Wirtschaft, vor allem die deutsche Landwirtschaft, bedarf drängend einer Atempause von dem übermäßigen Steuerdruck. Der Reichsfinanzminister darf nicht zu einer Thefaurierungspolitik übergehen. Abg. Schröder- Mecklenburg( Böllisch) protestiert gegen die zu hohe Steuerbelastung der Wirtschaft. Um 6 Uhr vertagt fich das Haus auf Montag, 2 Uhr. Auf iagen, des Finanzausgleichs und der Aufwertungsvorlage. der Tagesordnung steht die 1. Beratung der Steuervor Der Zustand der beiden Inhaftierten muß sehr ernst sein, den„ Amtlichen Preußischen Preffedienst" ein Lebenszeichen zu wenn sich die Staatsanwaltschaft endlich dazu bequemt, durch geben. Das geschieht nämlich, um der Behauptung entgegenBustimmung des Untersuchungsrichters dieser Ueberführung zutreten, daß sie entgegen dem Gutachten der Aerzte unter widersprochen hätte. Jetzt hat sie Angst vor einem zweiten Fall Höfle. Aber der neu eingesetzte Untersuchungs ausschuß des preußischen Landtages wird hoffentlich schnelle und gründliche Arbeit machen. Staatsanwaltschaft nahe stehenden Seite behauptet, daß Unterdessen wird zwar nicht amtlich, aber von einer der Dr. Höfle Selbstmord begangen habe. Zwölf Tage nach der Obduktion soll man plötzlich zu diesem Ergebnis getommen sein! endlich dazu, näheres über die Anflage gegen die Barmats Ebenso bequemt sich die Anklagebehörde nach 17 Wochen mitzuteilen. Das Nachrichtenbureau des Vereins Deutscher Was wird aus dem besetzten Gebiet? Beitungsverleger veröffentlicht folgende Nachricht: Zentrumsinterpellation im Reichstag. Unterstützung der Zentrumsfraktion folgende Interpellation Zentrumsabgeordnete aus dem besetzten Gebiet haben mit im Reichstag eingebracht: „ Gewisse Kundgebungen und Maßnahmen von Besatzungsmächten haben in der Bevölkerung der besetzten Gebiete Beunruhigungen hervorgerufen. Im Hinblick darauf find erneute Befürch tungen, es könnte sich die allgemeine Lage in den besetzten Gebieten verschlechtern, wohl zu verstehen. llowmusd wir fragen deshalb: schluß zu geben über ihre Absichten hinsichtlich der Weiterführung 1. Ist die Reichsregierung bereit, dem Reichstag baldigft Auf der bisherigen außenpolitischen Linie unter beson derer Berücksichtigung der Belange der belegten Gebiete, insbesondere der vertraglichen Räumung der Kölner Zone sowie der Sicherheitsfrage? in den Berhältnissen der besetzten Gebiete zu verhindern?" 2. Was gedenkt die Reichsregierung zu tun, um Radschläge Barmat- Höfle! Anklage wegen Untreue und aktive Bestechung. Die BS.- Rorrespondenz bringt folgende Mitteilungen über das Befinden des in Untersuchungshaft befindlichen Kaufmanns Julius Barmat: Bei der am Donnerstag erfolgten Untersuchung hatte Geheimrat Ansicht verireten, daß er gleich in der Charité verbleiben müßte. Der Prof. Dr. Krauß Julius Barmat für nicht haftfähig erklärt und die Untersuchungsrichter Dr. Rothmann war auch bereit, entfprechende Anordnungen zu treffen, stieß aber auf den Widerstand von Oberstaatsanwalt Linde, der erklärte, daß er feinen Beamten zur Bewachung zur Verfügung habe. Infolgedessen mußte Julius Barmat noch an demselben Tage in das Untersuchungsgefängnis zurückgeführt werden. Julius Barmat hatte überdies erklärt, daß er nur dann in die Charité ginge, wenn er von seiner Frau und Kindern besucht werden könnte. Als Rechtsanwalt Walter Bahn Julius Barmat im Lazarett aufsuchte, fand er ihn in äußerst leidendem Zustande. Die Füße sollen vollständig abgestorben gewesen sein, und Barmat war auch nicht imstande, sich zu erheben und zeigte deutliche Lähmungserscheinungen. Nunmehr haben die Rechtsanwälte Bahn, Dr. Klee und Davidjohn sofort eine schrift. liche Eingabe an den Untersuchungsrichter gerichtet und in derselben darauf hingewiesen, daß Rechtsanwalt Dr. Bahn bereits am 11. Februar auf das schwere Nervenleiden und die nahe Wie wir erfahren, erhebt nach dem gegenwärtigen Stand der Untersuchung die Staatsanwaltschaft in der Barmat- Affäre gegen der frühere Abg. Lange- Hegermann der Beihilfe zur UnBeihilfe zur Untreue und der aktiven Beste chung, die Hauptbeteiligten folgende Anklage: Barmat wird beschuldigt, der treue. Diefe Delifte beziehen sich auf die Pofffredife. Betrugs an der Staatsbant follen gelassen worden. Es geht Danach ist die ursprünglich erhobene Beschuldigung des jetzt um die Poſtkredite, und der verstorbene Minister Dr. Höfle jest um die Poſtkredite, und der verstorbene Minister Dr. Höfle foll dabei der Bestochene sein. Lange Hegermann ist übrigens nicht früherer" Abgeordneter; er hat sich geweigert, fein Mandat niederzulegen, so daß zu seiner Berfolgung die Genehmigung des Reichstags notwendig ist. sbisa ob Kathre eg Kneipp ners M- 11 & Malz Par det dess Webut unsere Stand Kathr Firma trage 2 KATHREINERS MALZKAFFEE Nr. 8 1 er den echten halten Sie nur im Paket mit dem Bild des Pfarrers Kneipp. Achten Sie bitte darauf: " Niemals lose ausgewogen!" 1 Pfund nur 50 Pfg. IM MAI... sblagsTislamu Beliebte SommerWollmusslin u. 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Reichsarbeitsminister Dr. Brauns erläuterte den Gesetzent- muri. Das Internationale Arbeitsamt, das eines der Organe des im Vertrage von Versailles geschaffenen Internationalen Arbeits- Verbandes ist, steht unter der Leitung eines aus 24 Mitgliedern be- stehenden Berwaltungsrats, von denen 12 Rcgierungsvertreter und je 6 Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer sind. Von 12 auf die Regierungen entfallenden Sitzen werden 6 von den Haupt- industriestaäten eingenommen, die übrigen 4 Regierungsoertreter ebenso wie die Vertreter in der Hauptversammlung des Znter- nationalen Arbeitsverbandes gewählt. Da bei der ersten Wahl des Verwaltungsrats im Jahre 1919 die europäischen Staaten eine weitaus überwiegende Vertretung erhielten, erhoben die außereuropäischen Staaten hiergegen Ein- s p r u ch und drängten seitdem auf eine bessere Vertretung im Ver- waltungsrate. Um diesem Drängen nachzugeben, hat die Hauptver- sammlung des Internationalen Arbeitsverbandes eine Erhöhung der Zahl der Sitze im Verwaltungsrate vorgesehen, wodurch sichergestellt wird, daß auch die außereuropäischen Staaten eine größere Vertretung im Vcrwaltungsrat erhalten. Zurzeit besitzt Deutschland als einer der Hauptmdustriestaaten einen Regierungsoertreter im Verwal- lungsrat und wird ferner durch einen ordentlichen Vertreter der ?lrbsitnehmer und ein stellvertretendes Mitglied der Arbeitgeber vertreten. Der S i tz eines ordentlichen Arbeitgeberver» treters, den z. B. Frankreich und Großbritannien innehaben, fehlt ihm noch. Die vorgesehene Vermehrung der Sitze für Ar- beitgebervertreter könnte die Möglichkeit bieten, die Vertretung nach dieser Richtung zu vervollständigen. Die vorhin erwähnt« Er- höhung der Zahl der Sitze im Verwaltungsrat kann jedoch erst rechtswirtsam werden, wenn.sie von den Staaten, dessen Vertreter den Rat des Völkerbundes bilden, und von drei Vierteln der Mit- gliedsstaotcn ratifiziert worden ist"'.(Art. 422 Versailler Vertrag.) Da Deutschland dem Internationalen Arbeitsverband angehört, er- schien dem Minister die Ratifizierung de» Abände- rungsbeschlusses angezeigt. Der Äesetzentwurf enthält lediglich die Zustimmung Deutschlands zu dem erwähnten Abände» rungsbefchluh. Im Anschluß an den Gesetzentwurf über den Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamts wurden auch noch Gefetzentwürfe, betreffend das Washingtoner llebereinkommen über die Arbeitslosigkeit, betreffend das Genuaer Ueberein- kommen über die Stellenvermittlung für Seeleute, und schließlich betreffend die Genfer llebereinkommen über das Vereins- und KoalitionsrechtderlandwirtfchaftlichenArbeiter und über die Entschädigung der Landarbeiter bei Arbeitsunfällen durchgesprochen. Hierbei legte der Reichsarbeitsminister die grundsähliche Stellungnahme der Reichsregierung zur Ratifizierung internationaler Arbeitsübereinkommen dar. Nachdem er die deutschen Wünsche nach Einführung der deutschen Sprache als Amtssprache und Vermehrung des deutschen Personals beim Internationalen Arbeitsamt erörtert hatte, besprach er die A u f s i ch t s b e su g n i s s e der Internationalen Arbeiter- orgunisalion bei Durchführung ratifizierter llebereinkommen. Nach eingehender Darlegung der Beschwerdeverfahren führte der Arbeitsminister aus: Gegenstand der Nachprüfung kann nur der Vorwurf fein, daß ein vlitgliedsstoat die Durchführung eines Uebereinkommens, dem er beigetreten ist. nicht in genügender weife sichergestellt habe. Dies ist die richtige Uebersetzung des alleinmaßgeblichen französischen und englischen Textes, während dieamtlichedeutschelleber- s e tz u n g(.ein llebereinkommen nicht in befriedigender Weise aus» «eiüljrt habe") in diesem Punkte leider irreführend ist: ihre Berichtigung steht bevor. Wie aus diesem Wortlaut folgt, genügt ,ur Abwehr der Beschwerde der Nachweis, daß die Gesetze und Der- waltung-mahnahmen des Landes für die Durchführung des Ueber- einkommens Gewähr bieten. Es kann keine Rede davon fein, daß de' Untersuchungsausschuß das Recht habe, einzelne Verstöße gegen die Gesehe oder einzelne Betriebe zu untersuchen. Er kann nur feststellen, ob die Gesetze, die Ausführungsoero r d n u n» a c n oder Berwaltungsverordnungen dem lleberem- kommen entsprechen. Allenfalls wird er auch prüfen können, ob die voraefehenen Aufsichtsmaßnahmen ausreichend sind, um dl« Durchiührung der Bestimmungen zu sichern. Keinesfalls kann er aber ohne Genehmigung der Landesregierung Erhebungen m dem betrciienden Lande anstellen. Dies würde eine DerletzFing der Souveränität dieses Landes fein, ein Präzedenzfall, den zu schaffen die übrigen Länder aus Rücksicht auf ihre eigenen Jnter- eisen sich sicher hüten werden. Schließlich würde aber auch solchem Ucbergriff gegenüber immer noch die Anrufung des Internationalen Gerichtshofes gegeben fein. Tatsächlich braucht Deutschland keine Sorge vor dem Beschwerde- verfahren zu haben. Bisher find die deutschen sozialpolitischen Gesetze, wenn sie einmal erlassen waren, auch durchgeführt worden, und dies wird so bleiben. Gerade Deutschland hat ein lebhaftes Interesse daran, daß Länder, in denen die sozialen Gesetze weniger streng durchgeführt zu werden scheinen, vor das Forum der öffent- Iichen Meinung der Welt gezogen werden können. Die Abgeordneten Thiel(DW.) und Lambach(DBP.) wetterten in der üblichen Weise gegen das Internationale Arbeitsamt und seinen Direktor Thomas. Deutschland müsse sich endlich Einfluß verschaffen. Um diesmal von deutscher Seite den nötigen Druck ausüben zu können, brachten die beiden genannten Parteien in Gemeinschaft mit der Bayerischen Volkspartei den Antrag ein, die Abstimmung über die Ratifizierung der Vorlagen zurück- zustellen, bis das Internationale Arbeitsamt hinsichtlich eines vermehrten Einflusses Deutschlands in den Organen der inter- nationalen Arbeitsorganisation, der Einführung der deutschen Sprache als Amtssprache und einer vermehrten Einstellung deutscher Beamten die Bedingungen des Hindenburgblocks erfüllt habe. Abg. Aufhänser legte dar, daß die bisherige Hallung der deutschen ReichsregKrnng und der Reichstagsmehrheit nicht dazu beigetragen hätten, das Ver- trauen der übrigen Mitgliedsstaaten im Internationalen Arbeitsamt für uns zu gewinnen. Er erinnerte an die säumige und un- genügende Beitragszahlung von Deutschland und an die Totsache, daß von deutscher Seite bisher noch nicht ein einziges der internationalen sozialpolitischen llebereinkommen ratifiziert worden sei. Wohl aber hätte der Vertreter der deutschen Regierung aus der Genfer Konserenz im Juni 1924 den Unwillen aller An- Hänger des A ch t st u n d e n t a g e s hervorgerufen. Auch Erkelenz(Dem.) übte an der Haltung der Reichsregierung in Genf scharfe Kritik. Im Verlauf der weiteren Aussprache erklärte Aufhäuser(Soz.) für die Sozialdemokratie: Entweder müsse der Antrag der Rechts- Parteien auf Hinausschiebung der Ratifizierung als eine leere Demonstration angesehen werden in der Erwartung, daß die außer» halb der Regierung stehenden Parteien die Abkommen annehmen, oder die Regierungsparteien hätten so ernste Bedenken, daß sie die Verantwortung für die Vorlogen ihrer eigenen Regierung nicht tragen könnten. i Angesichts dieser auch anßenpollklsch großen Trogweite müßten die sozlaldemokrakischen Ausschußmitglieder die Vertagung der Entscheidung über alle vorliegenden Anträge verlangen, damit die Jraktion inzwischen Stellung nehmen könne. Es wäre auch hier wiederum festzustellen, ob die nicht in der Re» gierung befindlichen Parteien den Regierungsparteien die Verant- Wartung abnehmen können und sollen. Run bestand für die Rechtsparteien„We Gefahr-, daß ihr eigener Antrag bei etwaiger Stimmenthaltung der Sozial- demokraten angenommen werden würde. Das Zentrum hatte sich durch feine Sprecher, Abg. Esser und Frau Teufch, der Auffassung der Sozialdemokraten angeschlossen. Da begann der große Umfall des Hindenbura-Blocks in Etappen. Zunächst erklärte Moldenhauer(D. Vp.), daß anscheinend der Antrag seiner Partei keine Mehrheit im Ausschuß fände. Abg. Schirmer von der Bayerischen Volkspartei meinte, er habe sich überzeugt, daß der von den Rechtsparteien vorgeschlagene Weg, Druck auf das Inter- nationale Arbeitsamt auszuüben, doch nicht richtig gewesen sei, er ziehe deshalb feine Unterschrift von dem Antrag zurück. Die Herren Lambach und Thiel hielten neue Reden, zögerten ober immer noch, in der gleichen Sitzung umzufallen. Die Abstimmung nahte. Abg. Hoch(Soz.) erklärte nochmals. daß seine Zraltion. falls der Antrag Thiel-Lambach nicht sofort zurückgezogen würde, sich der Stimme enthallen müßte. Nun sprang Lambach auf, schimpfte wüst auf die Sozialdemokraten, die es den Regierungsparteien erschwerten, von den eigenen Dorlagen abzu- springen. Auch er ziehe jetzt seine Unterschrift von dem Antrag zurück. Die noch verbliebene Deutsche Volkspartei erklärte schließlich gleichfalls unter dem Gelächter des ganzen Ausschusses, daß auch sie nun den Antrag zurückziehe. Damit war die große Aktion des Rechtsblock» gegen da» Znter- nationale Arbeilsamt in einer Stunde erledigt. Die vier Abkommen wurden sämtlich einstimmig angenommen. Ferner wurde eine Entschließung des Abg. Ester(Z.) angenommen, worin die Reichsregierung ersucht wird, dahin zu wirken, daß 1. Deutschland in den verschiedenen Organen der Inte» nationalen Arbeiterorganisation in bezug auf Amtssprache und Anstellung von Beamten den übrigen Staaten von wirtschaftlicher und sozialpolitischer Bedeutung gleichgestellt wird; 2. die Minderheitsgruppen der Gewerkschaften (christlicher, nationaler und neutraler Richtung) in den Organen des Internationalen Arbeitsamtes angemessen berücksichtigt werden. Hierauf vertagte sich der Ausschuß. Steuerwert»esGrunövermögens Die Bewertung der Grundstücke nach dem Reich?« bewertungsgesetz. Der Entwurf zum neuen Reichsbewerwngsgefetz beab- sichtiat die Schaffung von E i n h e i t s w e r t e n der Grund- stücke für alle Zwecke. Reich. Länder und Gemeinden, die nach dem Merkmal des Wertes Steuern erheben, haben der S'euer diefe Einheitswerte zugrunde zu legen. Ebenso find die Kosten und Gebühren der Gerichte, Notare und sonstigen Behörden nach den Einheitswerten zu berechnen. Zunächst ist zu bemerken, daß diese„Einheitswerte nicht nach einheitlichen Gesichtspunkten be- stimmt werden, sondern es gilt]e nach der Art der Grund- stücke teilsder gemeine Wert, teilsderErtrags- wert. Der gemeine Wert ist der V e r k a u f s w e r t. Er entspricht demjenigen Preise, den das Grundstück unter ge- meingewöhnlichen' Verhältnissen im Grundstücksverkehr er- zielen kann. Als Ertragswert ist nach dem Gesetz anzusehen das Fünfundzwanzigfache des Reinertrages, den das Grund- stuck nach feiner wirtschaftlichen Bestimmung bei gemein- üblicher Bewirtschaftung nachhaltig gewähren kann. Er kann von dem gemeinen Wert sehr verschieden sein. Nach dem jetzigen Gesetzentwurf sollen nach dem Ertrags- wert bewertet werden die landwirtschaftlich, forst- wirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Grundstücke. Die Erbebung einer Vermögenssteuer von landwirtschaftlichen Grundstücken nach dem Ertragswert finden wir zuerst im früheren preußischen Ergänzungssteuer- g-setz in der abgeänderten Fassung vom 26. Mai 1909. Auf Betreiben der Vertreter desGroßgrundbesitzes wurde damals für landwirtschaftliche Grundstücke die Besteuerung nach dem Ertragswerte an Stelle des bisher geltenden gemeinen Wertes eingeführt. Für die Besteuerung der n i ch t landwirt- schaftlichen Grundstücke blieb die Besteuerung nach dem ge- meinen Wert bestehen. Die Besteuerung für landwirtschaftliche Grundstücke nach dem Ertragswert wurde auch in das preußische Gesetz über die Erhebung einer vorläufigen Steuer vom Grundvermögen vom 14. Februar 1923 übernommen. Bei der Veranlagung sowohl zur stüheren Ergänzungssteuer als auch jetzt zur vorläufigen Grundvermögenssteuer ergab sich, daß bei kleinen Grundstücken der Ertragswert höher ist als der gemeine Wert, bei mittleren gleich und bei großen Grundstücken geringer. Beim Groß- grundbesitz kann man damit rechnen, daß der Ertrags- wert um etwa 25 Proz. hinter dem gemeinen Wert zurückbleibt. Schloßartige luxuriös eingerichtete Herrschaftsgebäude, große Parkanlagen u. dgl. werden vom Ertragswert überhaupt nicht erfaßt. Die Einführung des Ertragswertes an Stelle des gemeinen Wertes war ein Geschenk an die Großgrund- b e s i tz e r auf Kosten des Kleinbesitzes. Damals handelte es sich lediglich um eine nicht hohe preußisch? Steuer. Die jetzige Bewertung soll aber maßgebend sein für die Reichs-, Länder- und Kommunalsteuern sowie für die Berechnung der Kosten und Gebühren der Gerichte, Notare usw. Nach dem Ertragsw�rt sollen ferner bewertet werden nicht landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Grundstücke, die in ortsüblicher Weise bebaut sind. Als Grund- läge für den Ertragswert gilt die erzielbare Miete. Nach den ellgemeinen Erfahrungen betrug in der Vorkriegszeit im Durchschnitt die erzielbare Miete in Wohnhäusern mit kleinen Wohnungen über 6 Proz., in solchen mit mittleren Wohnungen Sontttag, 3. Mal 1925 etwas über 5 Proz., mit großen Wohnungen etwa 4 Proz. und bei Einfamilienhäusern(Villen) etwa 3 Proz. des ge- meinen Wertes. Bei einem Objekt von einem gemeinen Wert von 100 000 M. würde der zu versteuernde Ertragswert be- tragen bei Häusern mit kleinen Wohnungen 6000 X 25= 15 0 0 0 0 M., bei Häusern mit mittleren Wohnungen 5000 X 25= 12 500 M., bei Häusern mit großen Wohnungen 100 000 M. und bei Villen 75 000 M. Die Villengrundstücke in den westlichen und sündwestlichen Vororten Berlins würden halb so hoch zur Steuer herangezogen werden, wie die Mietkasernen von gleichem Verkaufswert im Osten und Nordosten Berlins. Wie bei den landwirtschaftlichen Grund- stücken ist auch hier eine Bevorzugung des st euer- kräftigen Grundbesitzes auf Kosten der ärmeren Bevölkerung erkennbar, da ja die Steuern in die Mieten ein- kalkuliert werden. Nach dem gemeinen Wert, also dem Verkaufswert. find zu veranlagen unbebaute Grundstücke, die als Bauland anzusehen sind, oder bei denen anzunehmen ist, daß sie in absehbarer Zeit anderen als land- oder forstwirtschast- lichen oder gärtnerischen Zwecken zu dienen bestimmt sind. Nach der Begründung zum Gesetzentwurf sollen als Bauland nur solche Grundstücke in Betracht kommen, die inner- halb der Ortsanlage einer Ortschaft mit städtischer Bauweise unmittelbar zwischen den Ortsanlagen solcher Ort- schaften liegen. Wer also innerhalb der Stadt eine Baustelle besitzt, muß die höheren Stenern noch dem vollen Verkauss- wert zahlen. Das Baugelände an der Peripherie der Städte, das in der Regel, wie z. B. in Berlin, großen Terraingesellschaften gehört, die es zu Spekula- tionszwecken erworben haben, wird nach dem Ertrags- wert versteuert. Da der derzeitige Ertrag im Verhältnis zum totsächlichen Wert nur gering ist, oder ein Ertrag zurzeit überhaupt nicht vorhanden ist, weil das Land nicht genutzt wird, wird die Steuer nur ganzgering sein. Die Gesell- schaften können also das Land zurückhalten und günstige Kon» junktur abwarten, ohne durch empfindliche Steuern gestört zu werden. Zur Förderung der Siedlung wird dies nicht gerqde beitragen. Die Beschränkung der Besteuerung des Baugeländes nach dem gemeinen Wert soll auf Wunsch des Reichs- landbundes erfolgt sein. Die Durchführong der Bewertung ist der Reichsfinanzverwaltung übertragen, m oberster Instanz dem Reichsfinanzminister, in der Lokalinstanz den Finanzämtern. Dem Reichsfinanzminister wird zur Sicherung der Bewertung ein Beirat zur Seite gestellt. Dieser besteht aus einem Reichs- beamten, zwei Beamten der Länder, vier praktisch tätigen Landwirten und zwei landwirtschaftlichen Sachverständigen. Der Beirat soll für den Bezirk eines jeden Landesfinanzamtes Gebiete feststellen, m denen sich landwirtschaftliche Betriebe größter Ertragsfähigkeit befinden. Hiernach sollen Er- tragsklassenund Rahmensätze gebildet werden, in die andere Betriebe— Normalbetriebe— einzureihen sind. Vor der Einreihung sollen die Eigentümer der Grundstücke ge» hört werden. Nach den Normalbetrieben ist der Ertrag der anderen Grundstücke festzustellen. Für die Einzelbewertung ist jedem Finanzamt ein Grundwertausschuß angegliedert. Er besteht aus einem Beamten des Finanzamtes, der den Vorsitz führt, je einem Beamten des betreffenden Landes, des Kreises bzw. der Gemeinde und einer Anzahl sonstiger teils ernannter, teils von den Organen der Selbstverwaltung gewählter Mit» glieder. Die nähere Bestimmung darüber ist dem Reichs- finanzminister vorbehalten. Selbverständlich werden die et* nannten und gewählten Mitglieder Landwirte sein. Dem Berfahren fehlt sowohl in der Zentralinstanz als in der Lokalinstanz jede objektive Bewertungs» unterelage, wie Bonitierung, Pachtpreise o. dgl. Dem persönlichen Ermessen ist, besonders> bei der Un- klarheit der Vorschriften weitester Spi-elraum ge- lassen. Da bei dem Beirat m der Zentralinstanz als auch bei den Bewertungsausschüfsen der Finanzämter die Land- wirte überwiegen, werden sie stets ihre Ansicht, also die der Steuerpflichtigen, die sie vertreten, durchsetzen. Das kommt auf eine Selbsteinschätzung der Landwirtschast hinaus. Eine einheitliche Bewertung im ganzen Reich ist ganz ausgeschlossen. Bei der bisherigen Veranlagung zur Reichsvermögenssteuer stellte die Reichsfinanzverwaltung ebenfalls Ertragsklassen fest. Die Finanzämter bzw. Landesfinanzämter riefen die Vertreter der landwirtschast- lichen Organisationen zusammen. Diese gaben an, in welche Klassen die einzelnen Grundstücke einzureihen wären und er- folgte danach die Beranlagung. Der preußische Finanz. minister hat in der Landtagssitzung vom 22. Oktober 1924 er- klärt, daß die durch das Reich ausgeführten Wertfestsetzungen mehr oder weniger willkürliche Schätzungen wären. Daß das bisher von der Reichsfinanzverwaltung angewendete Wertermittlungsverfahren zu einem F e h l s ch l a g geführt hat, ist auch in landwirtschaftlichen Kreisen festgestellt worden, z. B. in der Sitzung des Beirats der Betriebs- und Steuer- stelle beim Deutscher! Landwirtschaftsrat am 23. September 1924 in Würzburg und auf der Tagung des Deutschen Land- wirtschaftsrates am 24. Oktober 1924 und auch von dem Ur° Heber des jetzigen Entwurfs zum Reichsbewertungsgesetzes. Staatssekretär Popitz zugegben worden. Da der jetzige Gesetzentwurf das frühere System beibehalten hat, muß auch er zu einem Fehlschlag führen. Sobald die steuerliche Wir- k u n g der Bewertung, die nicht nur für das Reich, sondern auch für die Länder und Gemeinden und für die Gebübren- berechnung der Behörden maßgebend ist. sich zeigt, muß sie in weiten Volkskreisen Entrüstung hervorrufen. Auf ein« lange Dauer wäre daher bei dem Gesetz nich zu rechnen. Die hohen Kosten der Durchführung wären vergeblich. Eine gerechte Vermögenssteuer von Grund und Boden ist nur dann gegeben, wenn die Bewertung für alle Grundstücks arten nach dem gemeinen Wert erfolgt, also dem Wert, den man beim Verkauf unter ge- wöhnlichen Verhälwissen für das Grundstück erzielen kann. Es wird dadurch auch die gleichmäßige und einheitliche Be- Wertung für das ganze Reich ohne weiteres gewährleistet. Es kann der Wert eines jeden Grundstücks, durch Vergleich mit gleichartigen Grundstücke, für welche Kaufpreise vorliegen, mit Sicherheit festgestellt werden. Die so festgestellten Werte können auch als Unterlage für Beleihungszwecke dienen, was bei der verschiedenartigen Bewertung nach dem vorliegenden Gesetzentwurf nicht möglich ist, Wohnungselend der Landarbeiter die wesentliche Ursache des Landarbeitermangels zu fehen, wohnungen für Landarbeiter geschaffen werden. Von Bittor Noad. Aus einem reichhaltigen Material, das uns der Deutsche Landarbeiterverband zur Verfügung stellt, greifen wir vier Fälle jüngsten Datums heraus, die das gegenwärtige Wohnungselend der deutschen Landarbeiterschaft veranschaulichen: Im Landkreise Edernförde( Nordmart) liegen gegen hundert Landarbeiter vollstreckbare Räumungsurteile vor. flachen Lande erfolgreich ist. Ber In diesem Landarbeiterwohnungselend it traft durch deutsche Arbeiter mur möglich ist, menn gute unter dem die deutsche Landwirtschaft schwer leidet. Es ist Das Landesarbeitsamt benutzt darum auch das Genehmi die wesentlichste Ursache der wirtschaftlich so verhängnisvollen gungsverfahren für ausländische Arbeiter, agrarproletarischen Auslese, die der Landwirtschaft nur einen um die landwirtschaftlichen Arbeitgeber zum Bau von ArbeiSaz alter, verbrauchter, müder und franker Arbeiter zurüd- terwohnungen zu veranlassen. läßt, der dann mit dem vom Osten her zuwandernden, un- Aus einem Bericht des Direktors des Brandenburgischen zivilisierten Proletariat durchsetzt wird, wodurch oft der letzte Landesarbeitsamtes über die Höchstzahl der für das Jahr gewohnheiten verloren geht. Rest der in der deutschen Arbeiterschaft üblichen Lebens- 1925 zu genehmigenden ausländischen Landarbeiter ersehen wir, daß vom Präsidenten der Reichsarbeitsverwaltung für hängnisvoll für die Arbeiter ist, daß Wohnungsgeber, Arbeitgeber desarbeitsamts entstehen durch das sogenannte sind schon wieder 9490 oder 7,3 Proz. mehr als für 1924. Nach Mitteilung des Brandenburgischen Lan- 1925 129 870 ausländische Landarbeiter zugelassen sind; das und Amtsvorsteher, der das Räumungsurteil vollstreckt, in einer Berson vereinigt sind, der auch für die anderweitige Unterbringung Ueberheiraten polnischer Landarbeiter im Die Kurve steigt rasch wieder an, nachdem sie in den Jahren Berfon vereinigt sind, der auch für die anderweitige Unterbringung Jahre 500 bis 1000 polnische Familien. Dasselbe Amt hat jetzt 1922 bis 1924 fünstlich gesenkt worden war. Die drückende der Hinausgeworfenen in sogenannten Notwohnungen zu sorgen hat. Diese Notwohnungen sind derart, daß Magistrat- und Kreisausschuß 14 Jahren festgestellt. Und dies in Wohnstätten, wie sie vor- mungsmangel in den Städten hatte in diefen Jahren den zug auf nur 7 Gütern 21 polnische Familien mit 62 Kindern unter Erwerbslosigkeit, die Ernährungsschwierigkeiten und der Wohmitglieder nach ihrer Besichtigung sich darin einig gewesen sind, daß stehend geschildert sind! Sittliche Bersehung frißt sich von der industriellen Arbeiter zur Landwirtschaft sehr verstärkt; fie unbedingt und schnellstens polizeilich geschlossen werden müßten. Diesen Stätten aus tief in die deutsche Landarbeiterschaft und aber die Arbeitsämter sind schon heute darauf vorbereitet, daß Dennoch sind Landarbeiterfamilien mit drei und mehr Kindern in diesen Wohnhöhlen einquartiert worden. Man soll sich deshalb nicht will nicht wie das liebe Vieh in Baraden, in Katen, in Ver- in den Städten ein rapides Zurückströmen der Arbeiter vom weiter in das Industrieproletariat ein. Der junge Landarbeiter jede Erleichterung der Existenzbedingungen für die Arbeiter wundern, daß die Dänenpropaganda in der Nordmark auf dem hältnissen leben, unter deren Rutenschlägen Frauen Kinder Lande in die Stadt zur Folge haben wird. Der gesunde, Auf Gut Röntendorf im Kreise Oftpriegnitz haufen fast gebären, die wie abgezogene Hasen aussehen, wenn sie zur junge, fähige Arbeiter wird auf dem Lande nur dann seßhaft, Welt tommen; darum wandert er ab in die Industrie, darum wenn die Löhne und die sonstigen Verhältnisse des Landarbei100 Menschen in überfüllten Buden( Schnittertafernen). Alles bunt vertauscht er gesunde Arbeit auf der Scholle unter freiem ters nicht brückender find als die des Industriearbeiters und durcheinander. Reine Trennung der Geschlechter oder der Familien Himmel mit Mart und Lunge zerstörender Arbeit in Glas- wenn menschenwürdige Wohnungen zur Verfügung gestellt von den Ledigen. In einem einzigen Raum einer solchen Raferne hütten, Bergwerfen und anderen Industriestätten. Gewiß, es werden. Das preußische Wohlfahrtsministerium erteilt- in ist ein deutscher Arbeiter mit seiner Familie von sechs Köpfen unter- mögen noch mancherlei andere Momente bei der Industrieali- richtiger Erkenntnis der Sachlage Zuschüsse für Landarbeigebracht. Die Burschen und Mädel sind sämtlich erwachsen. Die Abortgruben für die Schnitterbuden sind überfüllt. Da für ihre Ent- fierung des Agrarproletariats mitwirken, z. B. die Lohnfrage, terwohnungen besonders aus den Mitteln der produktiven die größere Ungebundenheit des Stadtbewohners, die Mannig- Erwerbslosenfürsorge. Wie uns vom Wirtschaftsverband leerung feine Zeit gegeben wird, haben sich natürlich Abflüsse ge- faltigkeit der Bergüngungen in der Stadt; aber auch eine an ländlicher Arbeiter- Heimstätten- Genossenschaften für die Probildet, die zwischen den Arbeiterhäusern Gawenda und Menge- praktischen Erfahrungen so reiche Behörde wie das Branden vinz Brandenburg mitgeteilt wird, sind aus diesen Mitteln wein hindurchrinnen. Sie vermengen sich mit den Abwässern der burgische Landesarbeitsamt betont, daß das Wohnungs- gebaut worden: 1921/22 942, 1922/23 332 und 1923/24 Bumpe und verfiegen schließlich im Schmutz und Sand der Land- problem das Rernübel ist. 624 Wohnungen. Das sind Tropfen auf einen heißen Stein, und Dorfstraße. Durch Stauungen entsteht ein Rückfluß zur Pumpe. Bor Weihnachten starb ein Schnittermädchen unter Typhusverdacht. wenn man berücksichtigt, daß 1924 für Brandenburg 16 000 Im Februar mußten vier an Typhus erfranfte Personen in das ausländische Arbeiter bewilligt wurden; Tropfen auch, wenn Brizwalter Krankenhaus eingeliefert werden. Der Köntendorfer zu diesen 624 Wohnungen noch die aus privaten oder anderen Gutsherr( Gutspächter) ist gleichzeitig Amtsvorsteher. Mitteln errichteten Landarbeiterwohnungen hinzugerechnet werden. Es werden nicht gar so viele sein! Aus dem Gutsdorf Schönwerder B im Kreise Pyrig wird berichtet: Behnköpfige Familien haufen in Wohnungen, die aus einer fleinen Stube und Kammer bestehen. Meist dient der Flur als Küche. Der Fußboden ist zementiert. Biele Wohnungen find sehr naß. Die Decken hängen lebensgefährlich. Durch Löcher grinsen die Dachpfannen. Von den sechs Scheiben eines Fensters waren fünf mit Bappe zugestedt. In einer Wohnung ist eine Frau an Schwindsucht gestorben. Eine andere Familie zog hinein, ohne daß die Räume vorher gekalkt wurden. Die Dorfpumpen stehen am Misthaufen. Amtsvorsteher und Gutsherr ist Herr p. Bonin. Der Kreisarzt hat seit Jahren teine Besichtigung vorgenommen. Von dem Gut Jehserigt im Kreise Spremberg( Niederlaufit) wird berichtet: Eine Kreiswohnungskommiffion besichtigte eine Landarbeiterwohnung. Der Küchenraum war so mit Rauch und Qualm angefüllt, daß die Kommission mit vor dem Mund gehaltenen Taschentuch in die Tiefe des Raumes trat. Der Ofen war halb eingefallen. Das Feuer foderte an den Geiten heraus. Ofentüren und Ofenplatten fehlten. Die Kreisleitung des Deutschen Landarbeiter verbandes schreibt hierzu, daß Verhältnisse wie die hier geschilderten in den meisten Betrieben der Landwirtschaft im Kreise Spremberg bestehen. Rutter 89Diefes Amt fah sich noch 1921 genötigt, 30 000 auslän dische Arbeiter für die Provinz Brandenburg zuzulassen. In einem Erlaß des Direttors des Brandenburgischen Landes crbeitsamtes vom Februar 1921 wurde den Landwirten dringend geraten, sich für das Jahr 1922 auf eine erheblich ge= ringere Zahl von Ausländern einzurichten. Dies fann", heißt es in dem Schriftfah,„ nur durch eine intensive Bautätigkeit auf den Gütern und in den Dorfgemeinden erreicht werden." Erweist sich demnach das Landarbetterwohnungsproblem als ein bevölkerungspolitisches Problem ersten Ranges, so erhebt sich seine Bedeutung als ernährungspoliti Iches Problem aus der Erklärung des Brandenburgischen wirtschaft befindet sich in vollständiger Abhängig Landesarbeitsamtes vom 5. Januar 1921:„ Die deutsche Landfeitoon Polen, das durch eine auch nur zeitweilige Sperrung der Grenze die Landwirtschaft und dadurch die Volks ernährung aufs schwerste gefährden kann. Dem ist nur durch möglichste Vermehrung der deutschen ländlichen Arbeiterschaft und tunlichste Ausschaltung der Ausländer zu begegnen." Auch hierin hat sich, wie das Brandenburgische Landesarbeitsamt betont, und wie sich aus nachstehenden Daten ergibt, bis heute nichts geändert. Das Brandenburgische Landesarbeitsamt weiß sehr wohl, daß die Ausschaltung der Ausländer, der Erfah ihrer ArbeitsComplet: Kleid aus bedrucktem Crêpe de Chine m. 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Versicherte und Arbeitgeber tönnen vor dieser Erfaßtaffe nur eindringlich gewarnt werden. Die Kaffe hat, wie jetzt bekannt wird, in der legten Zeit verschiedene Bestimmungen ihrer Sagung geändert in einer Weise, daß dadurch die Versicherten auf das schwerste benachteiligt werden. Auch wurde die Sagung dahin geändert, daß die Organe der Kasse Extrabeiträge neben den regelmäßigen Beiträgen festsetzen tönnen, eine Maßnahme, die bei einer gefeßlichen Krantenfasse unmöglich ist, da dem die gesetzlichen Borschriften entgegenstehen. Bersicherte und Arbeitgeber, seid vor dieser Kaffe gewarnt! Die Kranken- und Sterbekaffe für das Deutsche Reich( fogen. und LOUIS WINCKELMANN KorbWeisslack- Möbel Mobel 10% Kleinste Anzahlung deren bohe der sozialen lage des Kaurfers angepasst wird. RABATT auf die ohnenin schon niedrigen Preise, trotzdem eilzahlung UND WENN EINMAL DAS GELD NICHT REICHT. KAUFT MAN BEI da Riesenlager. 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Beerdigung: Montag, 4.Mai, nachm 31 Uhr, von der Halle des Städt. Friedhofes, Neukölln, Rubower Str. einer Donnerstag vormittag verschied plöglich an den Folgen Operation unser lieber Arbeitskollege, der Schriftfeger Offo Mentzel im Alter von 67 Jahren. In der leider nur kurzen Zeit unieres Zusammenarbeitens lernten wir ihn als aufrechten und treuen Mitarbeiter fennen und werden sein Andenken dauernd in Ehren halten. Geschäftsleitung und Personal der Vorwärts- Buchdruckerei. Einäscherung: Dienstag nachm Uhr Ortstrantentaffe der Meghaniter, suhe im Kremat. Daumschulenweg. Optiter u. verw. Gewerbe zu Berlin. Bekanntmachung! Der 17. Nachtrag zur Raffenfagung ist mit Ausnahme des§ 30 a 8iffer 1, 2, 3 vom Oberversicherungsamt Berlin geneh migt und am 1. Januar 1925 in Kraft getreten. Druckstücke der Abänderung find im Raffenlotal erhältlich. Blöglich und unerwartet entschlict am Donnerstag, abends 10 Uhr, nad turzem, schwerem Leiden meine inniggeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwieger- und Großmutter Die Beiträge zur Erwerbslofenfürforge Therese Pusch geb. Mathes find vom Landesarbeitsamt ab 1. Mai d. J. von 12 auf 1 Broz. des wirklichen Arbeitsverdienstes( Brutto- Entgelt) erhöht worden. Berlin, den 1. Mai 1925, 50/9 Der Vorstand M Gutsche, Bors. F. Hemann, Schriftf. 18+ im 70. Lebensjahre. Um stilles Beileib bitten die trauern ben Hinterbliebenen 850b Otto Pusch, Mag Pusch. Helene Busch geb. Sienau, Edgar Pusch Neutöln, Berthelsdorferstr. 9. Die Einäscherung findet am 5. Mai, abends 6 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzftr. 221, statt. Ortstrantentaffe für das Buchdrudgewerbe zu Berlin. Auf Grund des§ 16 der Rassensazung beam§ 180 RBD. hat der Vorstand be fchloffen, ab 1. Mai 1925 folgende Lohn frufen und Grundlöhne einzuführen: Grund- Tages. 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BRILLANT Fahrräder und Nähmaschinen Auf Teilzahlung Zettha, Berlin Leicht motorräder Oranienburger Strasse 65 Nr. 207 42. Jahrgang 5. Beiage des Vorwärts Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 4. Sette Hauptblatt.) Arbeitslohn und Textilheimarbeit. Ein Beitrag zur Heimarbeitsausstellung. Die Entlohnung der Tertilheimarbeiter läßt auch gegenwärtig noch viel zu wünschen übrig. Die niedrige Entlohnung ist es, die hauptsächlich den Unternehmern den Anreiz gibt, in der Heimarbeit seine Arbeiten herstellen zu lassen., Da die Heimarbeiterin zu ihrer Hilfe noch die Kinder mit heranzieht, so ist sie auch von sich aus mit niedrigeren Löhnen zufrieden. Soweit wir die Dinge überschauen können, finden die Heimarbeiter nur in dem sächsischen Manteltarif und die Perltaschen arbei. ter Württembergs durch einen Tarifvertrag besonderen Schuh. In dem sächsischen Manteltarif ist eine Bestimmung enthalten, in der es heißt: Heimarbeiter und Arbeiterinnen, deren Entlohnung nicht durch einen besonderen Tarifvertrag geregelt ist, dürfen in der Entlohnung nicht schlechter gestellt werden als die in dem Betrieb mit gleicher Arbeit Beschäftigten." Leider wird vielfach berichtet, daß die Unternehmer diefe Bestimmungen des Manteltarifs nicht beachten und daß nur eine bestimmte Anzahl von Firmen den Heimarbeitern entsprechend den Bestimmungen des Manteltarifs den Lohn bezahlen. Besonders wird start über das Fattorenwesen geflagt. Die Faktoren bringen die Arbeit von den Fabrikanten zu den Heimarbeitern, und da die Faktoren nicht organisiert sind, so drückt zunächst der Fabrikant den Fattorenlohn herab, und die Faktoren üben denselben Drud auf die Heimarbeiter aus. Außer dem mügen viele Faktoren die Noflage der Heimarbeiter dazu aus, fich einen größeren Anteil an dem Arbeitsertrag zu sichern. Man hat in Sachsen schließlich mit Hilfe eines Fachausschusses für die Kreishauptmannschaft Chemniz und auf Grund des Heim arbeitergesezes durch einen Festsetzungsbeschluß die Löhne für die Heimarbeiter normiert. Die Heimarbeiter erzielen hierdurch einen durchschnittlichen Stundenlohn von 20 bis 30 Pf. gegenüber 10 und 15 Pf. zur Zeit vor dem Festsetzungsbeschluß. Trogbem wird aber barüber geklagt, daß die Entlohnung ber Bor bierheimarbeiter noch vielfach nicht in dem Maße erfolgt, wie das nach dem Festsetzungsbeschluß des Fachausschusses zu ge schehen hat. Durch Bemühungen des Fachausschusses und der Auffichtsbeamten versucht man, Faftoren und Unternehmer, die fich nicht an die Lohnbestimmungen halten( auf Grund von Bestimmun gen des Heimarbeitsgefeges§ 37) mit Geldbußen zu belegen. Ueber die Entlohnung der Berltaschenheimarbeiterinnen Württembergs wird berichtet, daß diese 50 bis 60 Proz. unter dem Lohn.. wurde durch die Gewerbepolizei verboten, diese Arbeit in der Heimindustrie ausführen zu lassen. Der Beamte der Gewerbepolizei mag den Heimarbeitern aber mitgeteilt haben, daß die Anzeige gegen diese gesundheitsschädliche Arbeit durch den Deutschen Tegtilarbeiterverband erfolgt ist. Folge war nun, daß diese Leute in das Verbandsbureau gingen, und ihre wirtschaftliche Not dem Geschäftsführer schilderten. Der Geschäftsführer schreibt: Die Glendsbilder, die mir vorgeführt wurden, waren geradezu erschütternd. Die Heimarbeiter bewiesen mir, daß sie diesen Verdienst haben müssen, um existieren zu können. Alte Leute haben mich beschimpft, weil ich sie um diese Einkommens möglichkeit gebracht habe. Wir haben zwar eine Sozialver sicherung, aber die Renten find zum Leben zu wenig und reichen nur zum Verhungern; deshalb wird diese Arbeit ohne Rücksicht auf die Gesundheit verrichtet, um das Leben für den nächsten Tag fristen zu können!" Jedes Wort des Kommentars tönnte die schweren Borwürfe gegen die kapitalistische Ausbeutung der Aermsten, die in diesem Bericht liegen, nur abschwächen. Lohnbewegung der Friseurgehilfen. Bährend mit den Friseur- Innungen ein Tarifvertrag befteht, ift mit ber Innung der Haarformer und mit den Bilden teinerlei Vereinbarung über die Lohn- und Arbeitsbedingungen getroffen. Die in den nicht tariflich geregelten Betrieben arbeitenden Gehilfen sind nun in eine Lohnbewegung eingetreten zur tariflichen Regelung ihres Arbeitsverhältnisses. Es wird ins besondere eine Lohnerhöhung gefordert, die Regelung der Urlaubsfrage und der Dauer der täglichen Arbeitszeit, die in einigen Betrieben bereits bis zu 10 Stunden ausgedehnt wird, ohne daß irgendeine Notwendigkeit hierzu vorliegt. Es find Berhandlungen im Gange, die zwar bisher noch zu teinem Ergebnis führten, die aber dennoch eine Berständigung nicht als ausfichtslos erscheinen laffen. „ Gehorsamst Bor uns legt die Abschrift eines Bewerbungsschreibens um Arbeit. Sie lautet: Unterzeichneter( ben Namen laffen wir fort. St. b. B.) erlaubt fich untengenanntes Bittgefuch zur geneigten Prüfung und der wohl wollenden Erwägung gehorsam st zu unterbreiten. Auf Ihr geft Inserat der Berliner Morgenpost bin ich gewillt, den Boften als Betriebsschloffer zu übernehmen. Bin 43 Jahre alt, Elettromonteur, gelernter Schloffer und bin im Felde Bizefeldwebel als Waffenmeiſter tätig gewesen und zurzeit Mitglied der Technischen Nothilfe In der Hoffnung, meine Bitte in Erfüllung fehend, zeichnet geborsam ft( folgt unterschrift)." Mag sein, daß es fest mitunter einem folch gehorsamsten Arbeiter schwer fällt, Arbeit zu finden. Trogdem wird ein ordent licher vernünftiger Arbeiter fich nicht zu derartiger Speichellederei hrabroürbigen, wie diefe. Sierbe der Leno". Ists bei manchem auch nur Heuchelei, fich derart herabzuwürdigen, fo ftet doch nicht eligkeit f jeden Fall den die in den Fabritbetrieben beschäftigten Textilarbeiterinnen er halten, stehen. Aus Strimmitschau wird berichtet: Eine Stüden pugerin müßte bei durchschnittlicher Leistung pro Stunde 36 fmentgen bie nechtseligkeit im Blute. Biberlich auf jeden Fall verdienen. Sie verdient jedoch nach den uns gemachten Angaben nur 18 bis 27 Pf. Eine äußerst schmutzige und gesundheitsschäd liche Arbeit ist das Bolle lesen. In den Bigognespinnereien Krimmitschau, Werdau werden bei Reinigung der Arbeitsräumee die Wollabfälle mit Besen zusammengefehrt. Die Abfälle enthalten schmutzige, mit Del getränkte Partien, Garnreste, Kopsreste, Besenrefte usw. Die reine Wolle muß aus diesen Abfällen herausgelesen merden. Bezahlt wird dieses Wollelejen nach Gewicht, und zwar nach einer Feststellung vom 17. Februar 1925 pro Kilo 5 Pf. Der Stunden- oder Tagesverdienst schwankt je nach der Partie, d. h. ob viel oder wenig herauszulesen ist. Eine Partie, die mir festge halten haben, betrug 92 Kilo. Eine Frau und ein Mann haben daran 16 Stunden gearbeitet. Das Ergebnis war: 92 Rilo mal 5 gleich 4,60: 16 Stunden gleich 28,75 Pfennig, also 28% Pfennig pro Stunde für beide Personen war der Ber Bei blejer Art Heimarbeit wird in den feltenften Dienst! Fallen der Stundenverdienst des Tarifvertrags erreicht. Daß die Wolleleser sich gegen die äußerst niedrige Bezahlung nicht wehren, liegt daran, daß diese Arbeit meistens von Invaliden und Erwerbslosen erledigt wird, die nicht organisiert sind und auch nicht wünschen, daß die Organisation eingreift. In den Wohnungen, wo diese Heimarbeit verrichtet wird, verbreitet fich dichter Staub auf den Möbeln und Hausrat. Eine andere Heimarbeit ist das Zertrennen von alten Korsetts. Aus diesen Korsetts müssen die Fischbeinstangen oder Spiraffedern entfernt werden, damit die alten Rorsettlumpen perbraucht werden können. Für das Kilogramm Korsettlumpen zu bearbeiten werden 5 Pf. gezahlt. Da die Korsetts alt und morsch find, so fann man sich denken, daß bei dem Zerreißen derselben sich ganze Staubwolfen bilden, die den Wohn-, Schlaf- und Arbeits. raum bedecken. Unser Geschäftsführer in Krimmitschau griff gegen den Willen der Heimarbeiter ein und machte die Gewerbe. inspettion auf diese schädliche Arbeit aufmerksam. Daraufhin Sch. 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Kurz nach dem Rationalrat des Französischen Gewertschaftsbundes( CGT) ist nun auch die Exekutive des Kommunistischen Gewerkschaftsbundes( CGTU) zu einer Sigung zusammengetreten. Aus den geführten Debatten und angenommenen Beschlüssen geht hervor, daß in der Stellungnahme der Kommunisten zur Einheitsfrage eine leichte enderung eingetreten ist. Früher schlug die CGTU. lediglich eine gemischte Konferenz der beiden Erefutiven und die Abhaltung eines gemeinsamen tongresses vor. Die Ablehnung dieses Vorschlages seitens der CGT., die sich an ihre Rongreßbeschlüsse halten will und auch allein den Kongreß für befugt erachtet, weitere definitive Beschlüsse zu faffen, läßt nun die kommunisten einen Schritt weiter gehen. Sie lehnen die Auflösung der CGTU. immer noch fategorish a b, erklären sich dagegen mit der Auflösung der unitären( tommunistischen) und regulären Gewert. haften die im Einverständnis mit den Erefutiven der beiden Landeszentralen zu erfolgen hätte einverstanden. Zu diesem Swede soll zunächst eine gemischte Ronferenz der beiden Erefutiven stattfinden, die folgende Punkte diskutieren soll: 1. Ein. beitstongreß der beiden Landeszentralen im Auguft; 2. Borbereitung dieses Kongresses durch die Einberufung von Verschmelzungstongressen aller unitären und regulären Gewerkschaften;& Rongreß der Föderationen anb Departementsverbände; 4 Gründung eines gemeinsamen 2omitees zur Organisation und Kontrolle der zur Wiederherstellung der Einhelt beschlossenen Maßnahmen. Die CGT. hat auf diese Barschläge noch nicht geantwortet, steht aber befanntlich auf dem Standpuntt, daß die abgespaltenen Organifationen einfach wieder den regulären Organisationen beizutreten baben, wie dies in letzter Zeit bereits von verschiedenen Berbänden gemacht worden ist. So weitgehend auch die Borschläge der CGTI. fcheinen mögen, fo find damit die wirklichen und prattisen Gegenfäße eben doch nicht aus der Welt gefchafft. Mit der Herstellung der Einheit an sich, die zugeftandenermaßen eine Frage von Forma. fitäten ist, ist das Problem der Zusammenarbeit, die ja eigentlich 3 wed der Einhelt sein soll, während die Einheit nur Mittel zum 3wed ist, feineswegs gelöst, weder in Frantreich noch in irgend einem anderen Lande. Es wird allgemein der Fehler gemacht, daß ber technischen und organisatorischen Seite der Einheitsfrage au viel, ber prinzipiellen Seite zu wenig oder gar keine Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dies zeigt fich gerade im Falle Frankreichs. Trog aller formellen Einheitsvorschläge der CGLU. find fich die beiden Landessentralen in der prinzipiellen Stellungnahme zu gewerkschaftstattischen und praktischen Fragen nicht näher getommen, und zwar gerade deshalb, well hierin die kommuniften um teinen Boll nachgeben. Die beiden Exekutiven befprachen, abgesehen von der Einheitsfrage, die gleichen praktischen Probleme: Rampf gegen die Arbeitslosigtett, Problem des Achtstundentages usw. Die Stellungnahme war eine durchaus verschiedene. Die G. befaßte fich mit unmittelbaren fog ialen Reformen und praktischer Wirksamkeit im Rahmen ber durch die jetzige Lage gegebenen Möglichkeiten. Der Nationale Wirtschaftsrat ft gebildet, desgleichen der Nationalrat für die Bertellung der Arbeitskräfte. Es handelt sich darum, belden Institutionen Beben zu verleihen und an ihren Arbeiten mitzuwirken. die Intervention der Regierung, auf die sie in jeglicher Beise einen Auch in Bezug auf den Achtftundentag rechnet die CGT. u. a. auf Drud auszuüben versucht. Sie ist bestrebt, im Wirtschaftsleben des Bandes einen immer größeren Einfluß zu gewinnen. Die CGTU. beschränkt sich auf fruchtlose Opposition. Ste will wohl gegen die Arbeitslosigkeit fämpfen, gibt aber feine tantreten Mittel an. Das gleiche gilt für den Acht stundentag und die Lohnattionen Ohne sich um das wie oder Bas zu fümmern, verlangt fie allgemeine Befferstellung, und zu diesem Zwed die- Revolution. Was mützen die fabelhaftesten, Einheitsvorschläge, menn auf dem Gebiet prattiſcher Zuſammenbis zum Mann und zur lehten Ortsgruppe ausgearbeiteten arbeit teine Berührungspunkte vorhanden sind? Streikbrecherorganisationen im Reichsbahnbetrieb." Man schreibt uns: In Rr. 194, 2. Beilage, bes Borwärts" bringt der Allgemeine Eisenbahner- Berband nochmals eine Bericht gung. Er bestätigt nur unsere erste Darstellung, indem er zugibt, daß der AER. die gleichen Ziele verfolgt wie die Hirsch. Dunderfchen Gewertvereine, denn sonst tönnte er nicht dem Gewerkschaftsring als Spizenorganisation angehören. Richtig ist, daß während des letzten Streifs Mitglieder des AEB. strenge Disziplin übten. Doch das war nur eine Minderheit. Eine große Mehrheit aber hat den örtlichen wie den bezirklichen Leitungen ungeheure Swierigtetten bereitet, weil fie mit dem Einverständnis der Zentralleitung, wir nennen den tamen Gcaruppe, nicht in den Streit treten wollten refp. auch nicht in den Streit getreten sind. Dieses Vorstandsmitglied des AEB. figt auch im trauten Berein mit Herrn Deser, Vogt, Siemens und verschiedenen Generalleutnants im Ehrenausschuß für die Errichtung eines Denkmals für die im Weltkriege gefallenen deutschen Eisenbahner. Dieser Ehrenausschuß aber ist blitblau. Er steht in engster Berbindung mit den national- voltisch aufgezogenen Organi sationen, deren Leiter Severin, Kloth und Großindustrielle nebst sammlung des DWB., Ortsverein Berlin 7, in den Arminiushallen, Am abgedankten früheren faiserlichen Offizieren find. W Der AER. gibt auch zu, daß Mitglieder Bereinbarungen umgangen haben bei der Betriebsrätewiederwahl, denn im legten Absaz wird gesagt, weil sich die DEB.- Funktionäre mit denen des AEB. nicht in Verbindung setzten,(?) seien die AEV.- Funktionäre selbst ständig vorgegangen. Nein, das AEB.- Mitglied Rudat hat die Vereinbarungen zerschlagen, weil er nebenbei die Liftenaufstellung der Unorganisierten, also der Wilden, früheren FEB. Mitglieder, das sind die Streitbrecher, mit allen Mitteln fördern half. Der AEB. hat fogar Mitglieder des DEB. aufgenommen, gegen die ein Ausschlußverfahren wegen Streifbruch eingeleitet ift. So tönnte auch noch Bezug genommen worden auf Leb. und Wannsee. Will der AEV. nicht als das erscheinen, was er nun einmal ist, mun gut, dann soll er den wiederholten Wünschen seiner überzeugten Gemertschafter nachkommen und seinen Anschluß an den DEV. zur Tat werden laffen. Kollegen des DEV. rüstet zur Betriebsrätemahl, nicht nur gegen das Doppelspiel des AEB, sondern vor allen Dingen gegen die Zerstörer des DEV., nämlich gegen den FEB. Er hat das Heer der Unorganisierten gezüchtet, mit denen die freigewertschaftlich organisierte Arbeitnehmerschaft bitter zu tämpfen hat. PboM TE H Auf zur Betriebsrätewahl: Für den Deutschen Eisenbahner- Berband gentralverband der Ghumacher. Morgen, Montag, ben& Mai, abends Mor, Beatrisperfomantungen in ben bekannten Zotalen. Dienstag, ben 5. Mat, nachmittags 5% he, Branchenversammlung ber Schäftemacher im Saal 2 bes Gewertschaftshauses, Engelufer 25. Bertmeisterverband. Mittwoch, den 6. Mai, abends T Uhr, MonatsverArminiusplay. Bortrag des Rollegen Nothe ber Der Wertmeister und feine wirtschaftlichen Forderungen". Wetter für Berfin und Umgegend. Bolliges, etwas mehr aufheiterndes Für Deutschland. Nordost noch meist beBetter, nur wenig wärmer. wölft und furze Regenfälle, sonst überall wolliges, fühles, vielfach aufhetterndes Better. Herr en und Damen " Stoffe H.& J.Friedlaender Spandauer Straße 23, Rathausstraße 1 Erprobte Qualitäten à 5, 6, 8, 11, 12, 14, 16 Mk. pro Meter Beste deutsche, echt englische Fabrikate. Berlins größte Schaufenster der Branche! Am Montag, den 4. Mai 1925 Verkauf von Läufer- und WIF Linoleum- Restbeständen wantmeyer & Eicke weiter unter wirklichem Preis, M trotzdem prima Qualität BERLIN W. WILHELMSTRASSE 55 Wurzener Teppich- Fabrikate • Fabriken Sa.. Chemnitz Sa.. Hohenstein- Ernsttbal. 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Der Knabe Rudolf Lebwasser trottete mit halbhungrigem Magen durch die morgendlichen Straßen, blieb manchmal vor dem Schaufenster eines Geschäftes stehen, um nachzusehen« ob noch all« Donbons in den Schachteln lagen, oder er verweilte«in wenig vor den Fenstern einer Kafseeschenke, und dann erinnerte er sich an sein Frühstück, das ihm heute sein Pflegevater wieder«inmal zu»ser» vieren� vergessen hatte. Und hier tranken sie weißen Kasse« und oßen knusprige Semmeln dazu. Und jetzt sah er. wie ein Mann die Schale gar nur halb zu Ende trank, aufstand und fortging. Aber nun geschah es, daß der Knabe Rudolf in einer Straße auf ein Päckchen stieß. Er bückte sich rasch, hob es auf, öffnet« es und fand darin zwei Schinkensemmeln und eigen» in ein weiches Zeichen- papier gewickelt eine grüne Günther-Dagner-Knopffarbe und einen kleinen, seidenzarten Pinsel. Dieser Fund war für den Knaben Rudolf ein großes Erlebnis. Er hatte«in wonniges Gefühl. Genau genommen hatte er ein solches, das dem Gefühle eines Reichtums gleichkam, niemals gehabt, da er eigenllich auch kein Knabe, sondern ein.Bub' war. und«inen Pflegevater hatte, der Laternenanzünder war und der für jknaba»- träume nichts übrig hatte. Der Knabe Rudolf drückte das Päckchen innig an sich, lief weiter und kam schließlich an einen Kanal; ganz knapp am Wasser setzte er sich nieder. Packte die Schinkensemmeln aus, legte Farbe, Pinsel und Zeichenpapier sorgsam neben sich und begann zu frühstücken. Das war nun ein wunderschöner freundlicher Morgen. Rudolf fühlte sich unternehmungslustig, froh und reich. Run fragt« es sich, was er mit der Farbe und dem Pinsel beginnen sollte. Er betrachtete sie lange. Ei. könnte er sie nicht dem Klemens Kalander verkaufen? Der Klemens war reich. Oder sollte er sich dafür etwa» eintauschen? Der Eyprian Weller hatte ein« Rech« prachtvoller afrikanischer Marken. Das war« etwas ganz Feines. Aber der Jonas Fannichel hatte«inen Igel. Einen Igel,«wen lebendigen Igel; er brachte ihn«inmal zum Gaudium der Schüler in die Schule mit. Ob sich vielleicht da etwas machen ließe? Ach. er war so drollig, dieser Igel. Und er liebte die Tiere so sehr. Ob der Jona» auf den Tausch wohl eingehen würde...? Aber da ereignete sich plötzlich, daß es dem Knaben leid tat. diese wunderschöne Farbe und den Pinsel zu verlieren. Sein Pflege- vater konnte ihm solche Dinge doch nicht kaufen; er war ja glücklich, sie zu besitzen. Und schlecht war es von ihm auch nicht, daß er die Dinge mitgenommen harte. Gott, so eine kleine süße Farbe und so ein winziger Pinsel... Was die schon viel kosteten... Er hatte den jähen Einsall. auf das Zeitungspapier einig« Dinge zu malen. Das war begreiflich, wenn man bedenkt, daß der Knabe Rudolf des Morgens nur schwarzen Kaffee bekam, de» Mittags eine Suppe und des Abends nicht viel mehr. Die schönen Sachen sah er nur bei anderen. Ach, so eine Knopffarbe. so ein wenig malen dürfen, das war doch wunderschön. Es war wunderschön. Er setzte sich hin, glätiete das Papier, holte sich eine chand voll Wasser, das er auf einen ausgehöhlten Stein schüttete. Dann vergaß er plötzlich alles; alles, was ringsumher war, lebte und geschah. Er überhörte den Zug, der über die Drücke donnerte, er überhörte die Wagen imi den Stimmenlärm der Menschen aus den Häusern. Er lag da und malte. Irgend etwas war bei ihm, die Vergessenheit, der Traum, ein bißchen Glück. Das Märchen. Das Märchen kam her, irgendwo über diese grauen Dächer, durch dies« grauen Gassen. Der Knabe Rudolf malte. Er malle unbeholfen und kindisch. Eine Landschaft; ein Haus, Bäum« malte er. Und eine endlose Wiese. Alles nacheinander, schief und verwackelt. Aber er wußte fa. was es bedeutete. Er wußte, das da ist der Himmel, obwohl der Himmel niemals grün ist. Für ihn war er auch nicht grün, sondern blau. Er malte Bäume und Wiesen, einen grünen Bach und ein grünes Haus; ein grünes Pferd oder so etwas Aehnliches: es konnte auch eine Kuh gewesen sein. Für ihn war dies alles etwas Wunderbares. Ein Paradies war es. In einer zarten seligen Freude, die wie Dust über ihn kam, trat er aus dieser grauen Well und wanderte in eine andere. Ja, da waren die grünen Wiesen, der blaue See, die weißen Spitzen der Berge, die grünen Wälder, die weiße Straße und das schöne weiße Haus. Fast wie ein Traum war es. Und eine Frau kam, über die Wiesen herüber, eine schöne blonde Frau! sie breitete die Arme aus. ganz well, und ihr Gesicht leuchtete wie die Sonne und lacht« ganz hell und froh und ihre Lippen waren sehr zart und rot und erwas geöffnet. Und sie riefen plötzlich: .Rudolf! Rudolf!' Er lief der schönen blonden Frau entgegen. Neß sich von ihr auffangen, fühlte ihr« Arme, schmiegt- sich an das weiche, seiden- feine Gewand und sah in ihr Gesicht. Ach. diese Augen waren so blau, so wunderbar blau wie der Himmel und sie strahllen, ach, sie strahlten so klar wie die Sonne. Und die Lippen waren so süß und die Wangen so weich. Und irgendwo sang eine helle Stimme«in Lied. Und Blumen dufteten ringsum. Und wunderbare goldene Birnen hingen an zahllosen Bäumen. Und dunkle Weintrauben leuchteten. Und rotbackige Aepfel... Und die Frau ward immer wunderbarer, ihre Augen immer Heller, ihr Haar immer goldiger. Da rief er plötzlich ganz voll Seeligkeit:»Müller!' Und noch einmal:.Mutter!' Und die Mutter lächelle. War voll Freude, schlang die Arme liebevoller um ihn, und er durfte noch immer ihre weiche wunder- bar« Wange küssen. Da tat es plötzlich einen lauten Knall neben ihm. Er schrak auf. sah verstört, in die Wirklichkeit gerissen, um sich. Aber niemand war da. Jemand lacht«. Da fiel sein Blick auf das Zeichenblatt, auf den grünen See, den grünen Himmel. Er sah dies olles nicht mehr. Ein gelber, faulriechender Brei verdeckte alles. Jemand hatte nach ihm einen faulen Apfel geworfen. Run war alles fort. Der Traum, die schöne Frau mft den blonden Haaren und den weichen Wange», die grüne Landschaft und der seidenweich« Pinsel. Ein Silö ohne Worte. Der Kampf um üie Krippe. Dem Kraben Rudolf schössen plötzlich die Tränen in die Augen; Groll, unbändiger Groll stieg in ihm hoch, und in der Aufwallung eines gewissermaßen verständlichen Rechtsempfindens und Straf- gefühles für diese Missetat woltt« er kürz«ntfchlossen mit einem Stein ein Fenster zertrümmern, aus dem der Apfel wahrscheinlich geflogen kam. Aber ehe er den Wurf tun konnte, war an einem der Fenster«ine Frau mft einigen Resedatöpfen beschäftigt. Rudolf sah diese Frau. Der Stein entfiel ihm jäh. D'e Aufwallung der Gefühle verslog. Und nichts war mehr um ihn als ein wunder» sames Klingen. Das war doch die Frau, die... das blonde Haar leuchtete in der Sonne... die Augen strahllen zu ihm herab, ein Lächeln hing im Gesichte. »Mutter!' flüsterten die Lippen des Knaben tonlos. Aber da war die Frau wieder fort. Sie hatte vielleicht gar kein blondes Haar. Ihr Gesicht lächelle vielleicht gar nicht, und sie sah den Knaben Rudolf aller Dahrscheinllchkell wohl nicht. Aber der Knabe hatte sie gesehen. Der Groll war verflogen. E» war nur noch eine leise, fern herüberklingende Wehmut da. Eine unbekannt« Trauer. Langsam trottete Rudoss der Stadt zu. An einer Strahencke traf er den Jonas Fennichel. »Grüß dich Gott. Rudolf!' rief er.»Was treibst du?- »Ach, nichts!' erwiderte Rudolf verwirrt. Da erdwerte er sich aber an den Igel, den der Fennichel hatte. »Was macht der Igel. Jonas?' »Der Seppl? Ach. den hat Papa einfach weggegeben. Wer weiß wem!' »Weg— ge— geben? Ja, warum?' Und Rudolf dachte m das Tauschgeschäft, das nun freilich nicht mehr in Frage kam. »Weißt du, er mochte zuviel Wirbel in der Nacht. Wir konnten einfach nicht schlafen. Es war auch zu toll!' »So!' machte Rudolf. Und er mußte plötzlich löchek».»Weißt du. ich hätte ihn dir gratis eingetauscht!' »Eingetauscht! Hättest bloß ein Wort gesagt, dann hätte ich ihn dir geschenkt. Rudolf!' .Geschenkt!' .Buchstäblich!' Da war es dem Knaben Rudolf, als hätte er den Igel be- kommen. Er hing sich in den Kameraden ein und beide schritten eifrig plaudernd die Gassen dahin. Der Traum war längst ver- weht. Großstadtmärchen sind einsam, sind wie Sonnenstrahlen..», piranöellos Marionettentheater. Von Elha Fl«. Rom. Es ist ein Faktum: Prinz Karneval ist tot und begraben! Wie ging es doch lustig her in Goethes Tagen, als von den Ballonen die Schönen herabschauten auf die bunte lustige Menge, auf die Maskierten, die im tollen Wirbel unten vorbeisauften! Wie lebte da noch die kindliche, ausgelassene Freude im Volke,—in den Römer, die heute so teil nahmlos und blasiert durch die Straßen gehen! In diesem Jahre zappelte höchstens hie und da noch ein aller verschmutzter Masleradeanzug in einem Laden, aber niemand zog ihn an; die Masken glotzten hohläugig an den Türpfosten und wur- den schließlich wieder aufgeräumt. Die Kinopest tötet hier die Freude ebenso wie die Kunst, und das Volk ist ganz versessen auf den schnell sich drehenden Film; denn Abwechslung, Abwechslung muß sein! Man kann und will sich nicht verttesen, nicht stille stehen: jeden Augenblick braucht der Italiener neue Anregung und Ausregung, neue Emotionen. Der Film ist der Zaubermantel, der nach fernen Ländern trägt, die man in Gwanken durchstreift. Die allen nationalen Feste findet der Großstadter lächerlich, die Fastnacht findet er kindisch; alles geht verloren, was hier«Hedem dem Balte eine Freude war! Und jetzt ist sogar unser liebes Marionettentheater verschwunden! Bor wenigen Wochen konnten wir uns dort noch so herrlich amü- sieren.— wie schön hatten sie Shekespeares.Sturm' montiert, und die Märchen, und Rossinis kleine Oper— wie machten sie uns Freude! Aber zu leer blieb das Nein« Theater, der Direktor geriet in Schulden, und die Türen wurden leider dieses Jahr geschlossen! Als wir dann eines Tages Arbeiter fleißig hinein- und heraus» gehen sahen, glaubten wir schon an eine Wiedererössnung des lustige» Puppentheaters, ober da lasen wir aus einer pompösen Anzeige, daß im Monat März hier ein neues Theater eröffnet wer- den sollt« unter Leitung des vortrefflichen Dramaturgen Pirandello, der. jett er im vorigen Jähr eine gefeierte Reise nach Amerika unter- nahm, zu den europäischen Berühmtheiten gezähst wird. Sollen wir uns freuen— oder es bedauern, daß gerade in diesem Monat, wo sich niemand mehr em Narrenkleid und eine Masle nahm, Propaganda gemacht wird für die Philosophie des Pirandello. die, kurz gesaßt, keine andere ist als diese: daß wir alle in der Welt maskiert und kostümiert herumgehen. Denn unfrei lebt der Mensch. das Leben verkümmert ihn, zwickt und schindet ihn, es ist kem Ent- rinnen mögllch! Obwohl ein sehr bedeutender Denker und Schriftsteller, ist Pirandello für uns doch keiner der Großen, weil er eben nie das erlösende Wort spricht; er vermehrt nur das Leiden dieses skeptischen Jahrhunderts, er tröstet uns nicht, er führt uns nicht aus dem Labyrinth ins Freie. Denn ist es kein Labyrinth, wenn er uns zeigt. daß der Menjch, den wir lieben, verehren oder zu verstehen glauben. viele Personen in sich birgt: daß wir nur«ine Seite seines Wesens kennen, daß in ihm ein anderer Mensch oder mehrere vielleicht auf der Lauer liegen, die eben nicht mehr zu«xlstleren scheinen, sich aber gleich wieder aus ihren Fesseln besreien und aufrichten. Denn in jedem von uns liegt wie in einem Knäuel ein Chaos von entgegengesetzten Eigenheiten; deshalb find wir nicht nur unserer Umgebung, londern uns selbst oft ein Rätsel. Verwirrt stehen wir uns gegenüber, im unklaren darüber, was und wen wir lieben, was wir aus unserem Leben machen wollen. Wir wundern uns über unsere gestrigen An- sichten und Beteuerungen, verschiedenen Personen zeigen wir ver- schieden« Letten unseres Wesens.— und doch sind wir allen gegen- über nichtsdestoweniger ehrlich und wahr? Die Verwirrung, die durch diese Kompliziertheit unseres Wesens auch in der Gesellschaft entsteht, liefert dem Philosoph-Dramaturgen einen willkommene» Baustosf für seine Komödien. Und noch ein anderes Thema arbeitet er mit Borliebe aus. Er führt uns immer den Menschen vor Augen, der nicht seiner Natur gemäß lebt, oder so wie er es im Stillen wünscht, sondern der durch die Umstände sein Leben eindämmen und kanalisieren läßt. Wir sehen den tragischen Zusammenstoß des innerlich-lebenden Menschen niit der Form, der Richtung, die er durch die Gesellschaft oder durch das Fatum gezwungen ist seinem Leben zu geben; dieses Leben wird damtt ein lügenhaftes, das er in tiefster Seele haßt. Dieser Dualismus ist der Schmerz, der die Menschen verzehrt; hinter der Plaste, die er aufzieht, steckt sein verstelltes Gesicht, unter dem Maskeradenanzug klopft ein zerrissenes Herz. In dieser dua- listischen Welt bewegen sich Menschen, deren Seelen verwundet und vergiftet sind, die aber eine gleichgültige Miene annehmen wie die Puppen aus dem Marionettentheater. Auch diese sprachen Worte des Schmerzes und der Liebe— ohne ihr Gesicht zu verziehen. Der weise König aus Shakespeares Märchen war fast ärmlich angetan, und er bewegte kein Glied; aber rott fühlten die Majestät seiner Ge- danken aus den Worte», die wie aus einer geheimnisvollen Welt zu uns herüber kamen. So gehen auch wir in Kleidern, die nicht zu unserem mtimen Leben passen, über die große Bühne der Welt. Niemand kennt den Menschen, er ist sich selbst ein großes Fragezeichen.--- Ist es nicht em merkwürdiger Zufall, daß man Pirandellos Dramen und Komödien in Szene setzen wird eben in dem alten Martoneltentheater? Aber ach, wenn wir es letzt besuchen, wie merden wir die köstlichen Puppen vermissen, die uns jo manchen Sonntag amüsierten: Die Zeitungen, die das neue Unternehmen in glühenden Arzwiebel, die er für einzigartig hielt, erfuhr eines Tages, daß ein titeln herausstreichen, versichern uns, daß das ärmliche Marionetten Pariser Banfier ein gleiches Eremplar besäße. Er fuhr sofort nach theater untenntlich verändert wird. Hell Lila und Gold soll das Paris und pries sich glücklich, das Duplikat für tausend Dukaten zu Innere ausgestattet werden, denn Rom, so schreibt man, wird ja erwerben. eine tosmopolitische Stadt; man braucht ein recht feines, elegantes Theater für die Diplomatie und die große Welt, aber man fügt nicht hinzu, daß ein Theater Pirandellos im Grunde doch ein Marionettentheater bleibt. Nur eines, das weniger unschuldig, das gefährlicher sein wird and gewiß viel weniger Freuden spendet! Wie werden wir den braven römischen Familienvater vermissen und seine gemütliche dicke Ehefrau mit ihren Kindern auf dem Schoß und noch ein halbes Dutzend dunkeläugiger Schelme um sie herum! Wie ergögte uns ehemals das Jauchzen und Lachen der Klemen, wenn die Puppen ihre tomischen Büdlinge machten. Die ärmlichen Bänke sind schon fortgefdjafft, jegt werden mit Samt gepolsterte Lehnstühle aufgestellt; die betolletierte Schöne wird sich hine cinfchen und der glattrasierte Dandy, die sich kaum daran erinnern, daß sie je ein Kind waren, ohne Falsch und ohne Hintergedanken. Hier wird man ihnen nochmals tüchtig einprägen, daß jederinann zweifeln soll an seiner eigenen Existenz. Er soll überzeugt sein, daß, während wir glauben in einer reellen Welt zu leben, wir tatsächlich herumirren in einer bloßen Scheinwelt. Alles ist eine Fata Morgana, und wir alle sollen zweifeln an der Wahrhaftigkeit nicht nur unserer eigenen Empfindungen, sondern auch an der unserer liebsten Freunde; damit wir in unserer Sterbestunde mit Kaiser Augustus fagen tonnen: Finita la Comödia!" Wenn die Tulpen blühen. Holländische Gärtnerkunft einst und jetzt. In Holland, der flassischen Heimat der Tulpenzucht, stehen gegenmärtig die berühmten Tulpenfelder in ihrer schönsten Blütenpracht. Die Holländer find nicht wenig stolz darauf und hören gerne, wenn ter Frembe sie lobt. Bildet doch die Tulpenzucht einen Hauptinhalt des holländischen Lebens. In früherer Seit, vor allem um die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts wurde sie aber noch unvergleichlich intensiver, ja, geradezu fanatisch betrieben. Nach einer langen Beriode mühseliger Arbeit und bescheidenster Lebensführung waren damals die Holländer dank der Entwicklung ihres Seehandels zu einem bemerkenswerten Wohlstand gekommen. Die Häuser der neuen Reichen hatten sich über Nacht zu Palästen gewandelt. Und an die Stelle der Sparsamkeit war eine Verschwendungssucht getreten, die feine Grenzen fannte. Die reichen Familien, die in der Hauptsache aus Reedern, Banfiers und Kaufleuten bestanden, wurden nun von einer unerhörten Leidenschaft für buntfarbige Blumen ergriffen und sparten nicht mit dem Geld, wenn es sich darum han delte, ihre Gärten und Salons mit seltenen Blumen zu schmüden. Im Lauf der Zeit artete diese Leidenschaft zu einer wahren Manie aus, die fich hauptsächlich der Tulpen zuwandte. Die Gärten wuchsen ins riefenhafte, und jeder war erpicht darauf, irgendeine seltsam geformte Tulpe von einer noch nie gesehenen Farbe zu züchten. Die Summen, die für entsprechende Tulpenzwiebeln gezahlt wurden, itiegen ins fabelhafte. Man tauschte eine Zwiebel gegen einen Karren Getreide, vier Rinder, zwölf Schweine, zwei Bottiche Wein, vier Bottiche Bier, tausend Pfund Käse, einen vollständigen Anzug oder Silbergeschirr. Für eine bestimmte Zwiebel, von der in Holland nur zwei Exemplare existierten, wurden einmal 4600 Gulden und ein anderes Mal eine Equipage mit vier Pferden geboten, aber beide Gebote als zu niedrig abgelehnt. Mädchen, die über eine feltene Tulpenzwiebel verfügten, galten als gute Partien. Ein reicher Raufmann aus Haarlem, der glückliche Besizer einer Tulpen Inzwischen ist die holländische Tulpenzüchterei aus einer Liebhaberei zu einer Weltindustrie geworden. Um sich davon eine Vorftellung zu machen, braucht man nur die Blumenausstellung zu besuchen, die in diesen Tagen im Bart von Groendal bei Heemstede eroffnet worden ist. Auf einer Fläche von etwa sechzehn Hektar Land haben die holländischen Blumenzüchter hier eine Blumenpracht vereinigt, die an ein Märchen gemahnt. In einem riesigen Pavillon ist in wundervoller Farbenharmonie eine Sammlung von Blumen untergebracht, die mur raffinierteste Gärtnerkunst der Natur abzuringen vermochte. Rhododendron, darunter Exemplare, die bis zu hundert Blütenfelche zählen, Goldregen, Orchideen, Maiblümchen, Melten, Rosen von phantastischen Farbenschattierungen, Narzissen, Hyazinthen und vor allem Tulpen. Tulpen, Tulpen in tausend Farben vom lebhaftesten Rot bis zum zartesten Hellrosa, vom nächtigsten Schwarz bis zum strahlendsten Weiß entrollen dem Auge des Beschauers eine duftende Sinfonie von märchenhafter Bracht. Aber womöglich noch phantastischer und märchenhafter ist der Anblid außerhalb der Ausstellung zwischen Leyden und Haarlem. Hier breiten sich in einer Ausdehnung von über sechzig Hektar Land, das von Kanälen durchschnitten ist, auf deren stillen Bässern sich träge Boote schaufeln, zwischen unzähligen Windmühlen riesige Tulpenfelder aus, die den Eindruck eines vielfarbigen Schachbrettes, bieten. Freilich, die eigentliche Boefie der Blume fommt dabei zu turz. Die Gärtner, die in mühseliger und geduldiger Arbeit die Natur zwan gen, sich selbst zu verleugnen, hatten allzu sehr den spekulativen Rmed der Bereicherung im Auge. Der gigantische Großbetrieb paßt schlecht zu dem Idyll. Die Tulpen blühen, aber sie bezaubern nicht, sondern imponieren nur. Und das ist schade. Vorbeugung bei Infektionskrankheiten. Das Wesen der Infektion. Masern.- Schuhimpfungen Gesunder. Serumbehandlung Abwehr gegen Diphtherie und Bedrohter. Rann man von umfassenden Borbeugungsmaßnahmen gegen afute Infektionskrankheiten heute sprechen? Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Freilich ist man ihrer Klärung in legter Beit näher gekommen, nachdem Dr. Degtwih in München und Prof. Rietschel in Würzburg eine Reihe von Erfolgen auf dem Gebiete der Borbeugung gegen findliche Infektionskrankheiten, namentlich bei den Masern, erzielt haben. Im Kampfe gegen die afuten findlichen Infektionskrankheiten ist nun einmal, wie Dr. Degtwiß auf dem Münchener SäuglingsSchußfongreß hervorhob, mit hygienischen Maßnahmen an Er franften, wie Isolierung und Desinfektion, nichts zu erreichen, weil die Verbreitung der Krankheitsfeime nicht von den erkrankten Menschen während der Zeit ihrer Krankheit erfolgt, sondern schon vorher. Die Krankheitstandidaten find es, die- ohne Wissen von ihrer Infektion und vor dem Auftreten eines deutlichen Krankheitsgefühls sich noch frei unter ihren Mitmenschen bewegen, obwohl sie selbit bereits hoch infettiös find. Dies ist der Fall bei Bocken, Windpoden, Masern und Keuchhuften. Aber auch bei anderen Krankheiten spielen diese Umstände eine wichtige Rolle. Die Hauptverbreiter der Diphtherie sind Menschen, Bazillen. träger, die unkontrollierbar noch lange Zeit nach der Erkrankung oder, auch ohne frank gewesen zu sein, unerkennbar und unbeeinflußbar Krankheitserreger um sich herumstreuen. Erfolgreich fann gegen die afuten findlichen Infektionskrankheiten nur auf immunbiologischen Bege( durch Schuhimpfung bzw. Serumbehandlung vorgegangen werden. Die Diphtherieschußimpfung Gesunder hat in Amerika Anerkennung und große Ausbreitung gefunden. Innerhalb der letzten 8 Jahre haben sich in den Vereinigten Staaten mehr als eine Million Menschen gegen Diptherie impfen lassen. Niemals wurde ein irgendwie schwerer Impfschaden festgestellt. Man fann daher, zumal da auch die Richtigkeit der amerikanischen Beobachtungen außer Frage steht, diese attive Diphtherieschuhimpfung, die mit Torin- Antitoxin- Gemischen erfolgt, auch für Deutschland empfehlen. 3weckmäßig wird es aber trozdem sein, daß sie nach dem Prinzip Der volligen Freiwilligkeit ausgeführt wird. Swemäßig wird es aber trolig feit ausgefühm ein In letzterer Zeit hat man auch nach dem Vorgange von Dr. Degtwig, Prof. Rietschel und anderer Forscher- bei dem Be ftreten, die Masern zu verhüten, gute Erfolge erzielt mit der Ver= impfung des Serums genesender Masernfranter und erwachsener Personen. In mosta u ging man in dieser Beziehung sehr großzügig vor. Dort peischwanden in dem Staatsfinderhaus die Masern überhaupt nicht. Jedes Kind wurde befallen, und viele Kinder starben. Man erzeugte daher fünstlich bei den dreijährigen Kindern abge schwächte Masern und impfte dann mit dem Serum dieser Kinder die jüngeren Kleinkinder und Säuglinge. Sulche Behandlungsmethoden mögen ja für Rußland berechtigt sein, in Deutschland wird man aber von Fall zu Fall zu prüfen haben, ob die moderne Masern- Serumbehandlung angezeigt ist. Dr. med. Alfred Korach. Die Fahrt durch den Urwald- 300. In Südafrika gibt es noch große Gebiete, in denen eine reiche Tierwelt in unmittelbarer Nähe der fortschreitenden Zivilisation in den Urmäldern haust. Den Reisenden, die auf der Eisenbahn durch diese Gefilde fahren, werden die aus den Wäldern heraustretenden Löwen, Tiger usw. als Sehenswürdigkeit gezeigt. So erzählt der fanadische Abgeordnete McQuarrie, der fürzlich von einem Besuch in Südafrika zurüdgekehrt ist, daß der Lokomotivführer auf die fich zeigenden Tiere genau aufpaßt. Wenn sich Großwild auf der rechten Seite der Bild auf der linten Seite sichtbar, so pfeift er zweimal und macht Eisenbahnstrecke zeigt, dann pfeift der Lokomotivführer einmal. Wird die Passagiere auf dieses Schauspiel aufmerksam. Werden besonders man das Schaustüd in aller Ruhe beaugenfcheinigen kann. interessante Exemplare sichtbar, dann hält er den Zug an, damit McQuarrie erlebte es, daß der Zug plötzlich anhielt, und als alle gespannt hinausblickten, ein großer schwarzmähniger Löwe, etwa 25 Meter vom Zuge entfernt, würdig einhergeschritten fam. Welche Hihe wird bei Gebäudebränden entwidelt? Das jüngste Großfeuer der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschtft" legt die Frage nahe, welche Hiheentwicklung bei Gebäudebränden vor sich geht. Das " Bureau of Standard" in Washington hat jüngst eine Reihe von Experimenten veranstaltet, um diese Hizeentwicklung festzustellen. Es wurde dabei festgestellt, daß der Higegrad fich auf ungefähr 2000 Fahrenheit beläuft. Da nun 100° Celsius 212° Fahrenheit sind, so erfennt man daraus, daß die Hiheentwicklung recht bedeutend ift. Die Erprobung wurde in eigenartiger Weise unternommen, welche den natürlichen Brandvorgängen soweit wie möglich angepaßt war. Zu dem Zwecke wurden Brände in Miniaturräumen angelegt, bei denen alle Vorbedingungen wirklicher Brände erfüllt waren und deren Temperatur gemessen wurde. Die genannte Höchsttemperatur Don 2000 Grab wurde ermittelt, als man ein imaginäres Bibliothet zimmerdhen mit 58 Pfund Brennmateriel für den Quadratfuß errichtete, indem man alte Schriftstücke des Marineamts aufstapelte und verbrennen ließ, wobei die Wände und der Boden der Struttur arg mitgenommen wurden und sich verbogen, und die Struktur felbſt fich erst nach 24 Stunden abfühlte. Was wir bringen F Damen Halbschuhe Damen Spangenschuhe la farbig Lackleder, mit fein. 296 farbigem Samtkalb- Hinter tell und eleganter Rosenschpella, sowie feinsarbig Chevreaux und Nubukleder L. 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Dabei ist den Gratulanten ein kleiner Glückwunsch des Reichstags darbrachte und den Wunsch damit verband, daß ich meinen achtzigsten Geburtstag in ebensolcher Frische wie den 79. feiern möge. Der Parlamentsbericht meldet aber nur Dom 80. Geburtstag. Ich bin also viel jünger als angenommen wird. Den freundlichen Gratulanten rechne ich ihre Wünsche für das nächste Jahr an. W. Bod. Sie brauchen nicht zu Buchen.. Braun Boxcali EinspangenSchuh halbhoher Abeats sehr preiswert 9.90 Sonntag, 3. Mai 1925 Sozialdemokratie und Minderheitsvölker. Der Parteitag der litauischen Sozialdemokraten hat beschlossen, Sektionen für die nationalen Minderheiten zu gründen und auch die Arbeiter der nationalen Minderheiten der sozialistischen Arbeiterbewegung zuzuführen. Wiener Parteiarbeit. Die sozialdemokratische Bezirksorgani sation Wien( 17. Stadtbezirk Hernals), veranstaltete eine tünstlerische Feier für die Vertrauensleute, um ihnen die Anerkennung für ihre Arbeit zu bezeugen. Dabei teilte der Festredner, Nationalrat Volkert der übrigens aus Württemberg stammt mit, daß die Zahl der organisierten Parteimitglieder in Hernals seit 1911, mo die Partei zum erstenmal die Stimmenmehrheit in diesem Bezirk aufgebracht hat, von 7658 auf über 30000 gestiegen ist. LackSpangenschuh elegante Trotteurform, amerikanischer Absatz, gute Qualität 1150 Braun Boxcalf EinspangenSchuh sehr elegante Form mit mod. feingelochter Versierung, halbh. Absatz 12.50 denn wir bringer das Richtige Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Tägl. 8 Uhr: 6 U.: Die Meister. Leopoldine singer Opernhaus am Königsplatz 22 U.: Alt- Berliner Possenabend Konstantin in Demimonde 6 Uhr: Walküre v.Alexander Dumas Schauspielhaus 7 Pr. v. Homburg Schiller Theater Trianon- Th. 72: Charleys Tante Täglich 8 Uhr: Gr. Volksoper Yoshiwara im Theat. d. Westens 7 Uhr: Leppinger Kaiser- Titz Costa Fledermaus Residenz- Th. Volksbühne 22 Uhr: Sakuntala 7 Uhr: Datterich Täglich 8 Uhr: Die Nacht der Barmherzigkeit Deutsch. Theater von Max Hochdorf 8 Uhr: Der Revisor Nachm. 21%, Uhr: Alt- Heidelberg Regie: G Altmann Sterler, Dieterle Kammerspiele Kleines Th. 8 Uhr: Die Wollust der Anständigkett Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 8 Uhr: Tägl. 8 Uhr: Die Großfürstin und der Der sprechende Affe Zimmerkellner Nachm. 3 Uhr: D. Büchse d.Pandora Central Theater 3 U.: G'wissenswurm Theater i.d. Königgrätzer Str. 7: Hilfe! ein Kind 8 Uhr: Franziska istv.Himmelgefallen Komödienhaus 8 U.: Das silberne Deuts.Opernhaus Kaninchen 7% U.: Zauberflöte Berliner Theater Mig. 72: Der Zigeunerbaron 7.45 Uhr: Anneliese v. Dessau Th. i. Kommand. Str. Täglich 8 Uhr: SCALA USCHI 8 Uhr: VARIETE. REVUE Sonntags 3800. ermäß. Preise! Das volle Programm Uta- Palast am Zoo 7 und 9 Uhr: Wege zu Kraft und Schönheit Vorverkauf 11-2 Uhr. von Jean Gilbert Deutsch. Künstlertbeat. 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Zoologisch. 8 Uhr: Garten Elife- Täglich Sänger. Konzert Glänzendes Programm! Täglich 8 Uhr: Tausend süsse Beinchen Ausstattungsoperette von Okonkowsky und Steinberg. Musik von Walter Bromme. 8.00 Vorhang auf! 8.20 Madame Joujou. 8.30 Ich brauche Liebe. mehr brauch' ich nicht ( Ges. v. Friedel Dotza u. Helmut Krauss) 8.50 Die Teilung der Mannequins 8.55 Jede schöne Frau lässt mit sich reden, ( Ges. v. Lea Seidl 9.15 9.45 Das indiskr. Strumpfband Siegfried Arno, Lea Seidl, Ferry Sikla 9.55 Der Schlager:„ Mein Freund. was sind denn das für Sachen"( Ges. von Friedel Dotza und Helmut Krauss) Das Souper en deux( Lea Seidl, Ferry Sikla) 10.00 10.05 Tausend süsse Beinchen! 10.10 Das grosse Finale im Moulin Rouge. Siegfried Arno mit den Bromme- Siris Teufelstanz. Dargestellt v gesamten Chor u. Ballett d. Metropol- Theaters Das Ballett der Pastellfarben. 9.35 Frag'nicht danach, obes Sünde 10.30 ( Ges. v. Lea Seidl mit d. Modellen) 9.30 Friedenspreise. Parkett 3, 4, 5 M.( Keine Bons! Keine Vorzugskarten!) Wochent. v.4-8U. Sonntags v.4-9 U. Aquarium geöffnet von 9-7 Uhr Tier- KunstAusstellang Oskar Voelker Direttor der Berliner Bolts- Cichtheilanstalt Spezialanstalt für Frauenleiden ohne Operation Berlin N, 3nvalidenstraße 130( Stettiner Bahnhof) hält auf Wunsch zahlreicher Damen abermals 5 Damen- Vorträge mit zahlreichen Lichtbildern nur für Frauen und Mädchen über 16 Jahre Montag, 4. Mai: Löwenbrauerei, Hochftr. 2/3( Bahnh. Gesundbr.) Dienstag, 5. Mai: Brachtfäle des Offens, Frankfurter Allee 42 Mittwoch, 6. Mai: Bharusiäle, Müllerstr. 142 Donnerstag, 7. mai: Schloßbrauerei Schöneberg, Hauptfte. 123 Freitag, 8. Mai: Union- Festfäle, Greifswalder Str.222( a.Rönigst.) Die Leiden der Frauen vor und in der Ehe Bodurch entstehen Unterleibsleiden, wie Entzündungen, Fluß, Berlage rungen, Anidungen, Genfungen, Geschwülste? Welche Ursachen haben Rückenschmerzen, Schmerzen tief im Kreuz, sowie Schmerzen im Leib und in den Seiten? Bodurch entstehen schmerzhafte und allzureiche Perioden, und welche Krankheiten fönnen daraus entstehen? Gin Blid in das Innere des weiblichen Körpers. Die Entstehung und Entwicklung des menschlichen Körpers. Was weiß die Frau und was muß fie wissen von den fogen. Männerleiben, welche fo furchtbares Unheil noch in der Che anrichten? Wie verhütet und wie heilt man Frauenleiden möglichst ohne Operation? Eintritt 60 Pf. nnd 1 Mt. inkl. Steuer. Anfang 7%, Uhr. Kaffeneröffnung 6½ Uhr. Nach jeht vollendetem Umbau zählt die feit 18 Jahren beftehende Auftalt mit zu den größten Anstalten in Deutschland für operationslofe Behandlung von Frauenleiden. Die Behandlung von Frauenleiden erfolgt in der Anstalt mittels Bestrahlungen. Thure- Brand- Massage, Diathermie( Durchwärmung innerer Organe, besonders der Unterleibsorgane), Söhensonne, Lichtbäder, Wafferheilverfahren, Badungen und Homöopathie; außerdem befigt die Anstalt ein eigenes Röntgentabiueft. Billige Preise Teilzahlung gestattet Sprechzeit: 10 bis 12 und 4 bis 6 2hr, Donnerstags und Sonntags gefchloffen. Metropol- Theater 8 Uhr Die Novität 8 Uhr METROPOL Tausend süße Beinchen Tausend süße Reinchen VARIETE 8 Uhr: Das große MaiProgramm von Waiter Bromme Lea Seidl, Siegfried Arno, Ferry Sikla, Friedel Dotza, I. Perry, H. Krauss, F. Strehlen Friedenspreise! Promenoir 2 M., Park. 3, Abessinier- Pumpen 4, 5 M., Park.- Faut. 6, 8 M. f Laubenkolonist, z. Selbstaufstll. Filtersauger, Gartenspritzen, Pumpen, Schläuche. Krüger & Lathan Pumpentabr. Alexanderstraße 14, 2 Min. v. B. Jann.-Br. Vorverkauf ununterbrochen Rennen zu Hoppegarten Sonntag, den 3. Mai nachm. 3 Uhr KON Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Berlins einzigste und erfolgreichste REVUE: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Bald 800 Aufführungen! 30 Bilder! 250 Mitwirkende! Sommerpreise. Stg. 3'12 Uhr ermäßigte Preise Jed.Erwachsene 1Kind frei! Laubenkolonisten und Siedler I Prämie Ich prämiiere Eure Leistungen im Garten! 3 Landhäuser gratis! II. Prämie SK III. Prämie ГРИП 2 Motorräder 20 Fahrräder 20 Baumspritzen à 22 Liter, System Altmann 10 Obstgartenleitern à 6 Meter 10 Obstgartenleitern à 5 Meter 10 Obstgartenleitern à 4 Meter Nicht nur am Kurfürstendamm wo im tollen Trubel die Luxusweibchen mit dem ewig lächelnden Blick in Goldschuhen einherschreiten sondern auch am Potsdamer Platz sieht man täglich in der Schauburg Königgrätzer 121 Luxusweibchen Ein Zeitbild aus Berlin W in 6 Akten. Die Hauptrolle spielt die reizende Lee Parry Künstlerische Oberleitung: Richard Elchberg. Regie: Erich Schönfelder. Ferner: die große Bühnenschau. Beginn 6 und 129 Uhr. 12 WINTOPORTEN 1 Der glänz. Mai- Spielpl. Sonnt. nachan. 3 halbe Pr. Rauchen gestattet Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40/41 " nach d. Drama von Zapfenstreich Fr. Adam Beyerlein Verstärktes Orchester Ab Dienstag: MERRY PICKFORD Der Ritt ums Leben Außerdem: Treue um Treue das Charakterbild eines Hundes. In d Hauptrolle: D. neue Rintintin Marienbad- Palast Film- und Bühnenschau. Badstraße 35-36 Harry Piel Schneller als der Tod in und Die große Bühnenschau Berliner Ulk- Trio Neukölln, Reichshallen- Theater Allabendl. 8 U. u. Sonntag nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Nachmittags halbePreise volles Abendprogr.! Dönhoff- Brett'i: Mai- Programm! Falkner- Orchester Der Lunapark ist eröffnet! Konzert des Berl. Philharm. Heute Sonntag v. 3-11 voll. Betrieb Blas- Orchesters Ständ. mus. Darbietungen durch d. Siemens- Lautspr.( eig Sendest.) Auto- Rennen in d. Luft Die neuen Aftraktionen! Eintritt Mark Metall betten Stahlmatratz, Kinderbetten dir. an Priv. Lahnstr.74/ 75% Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Die weiteren Prämien sind: 10 Leiterwagen 10 Kastenwagen 20 Kleinsämaschinen 30,, Ideal"-Hackmaschinen 20 Jagag"-Gießkannen à 10 Liter 20 dto. à 8 Liter Jeder Gartenbesitzer erwirbt durch Anwendung meiner Saat- Dünge- Beize Marulin" in seinem Garten das Recht der Beteiligung. Was ist Saat- Dünge- Beize Marulin"? , Marulin" auf der Grundlage der modernen Pflanzenbaulehre zusammengestellt, ist das totsicher wirkende Schädlings- Bekämpfungs- und Wachstumförderungsmittel in einem Verfahren. Marulin' findet überall Anwendung bei der Vernichtung sämtlicher parasitären sowie tierischen Schädlinge. Marulin fördert durch seine Wirkung gleichzeitig das Wachstum aller Pflanzen und steigert dadurch den Ernterertrag. Wo findet, Marulin" Anwendung? Ueberall! bei allen Getreidesaaten. Hackfrüchten, Gemüsesamen und Pflanzen, Obstbäumen, Beerensträuchern, im Wein- und Tabakbau, sowie bei allen Blumen. Wann findet Marulin Anwendung? Vor der Aussaat durch Samenbehandlung, vor dem Pflanzen durch Wurzelbehandlung, während des Wachstums and sobald sich Schädlinge irgendwelcher Art einstellen. Was erreicht man durch Marulin"? Einen schädlingsfreien Garten und große Ernteerträge Beteiligungsbedingungen. Jeder Teilnehmer hat zwei gleichgroße, unmittelbar nebeneinander liegende Anbauflächen von je 1 qm, zusammen 2 qm zur Verfügung zu stellen. 1 qm ist mit Marulin" behandeltem, der 2. qm mit unbehandeltem Samen der gleichen Gattung su bestellen. Mehrere Versuche in der vorstehenden Art sind gestattet. 19 Zugelassen sind für die Bewertung: Bohnen, Erbsen, Gurken, Frühkarotten, Radies und Rettich. Jeder Teilnehmer ist verpflichtet, die beiden für die Prämien verteilung vorgesehenen Flächen sach- und fachgemäß zu behandeln, während des Wachstums gewissenhaft zu beobachten um seine Wahrnehmungen dann in kurzen Worten darzulegen. Teilnahmeberechtigung. Das Recht zur Teilnahme an der Auslobung der besten Resultate durch, Marulin-" Behandlung erwirbt jeder Gartenbesitzer, der eine mit dem Aufdruck, Auslobung 1925" versehene Original- Packung, Marulin" kauft und die leere Packung mit seinem Namen versehen. bis zum 31. Mai 1925 der Fabrik einsendet. Marulin" ist zu haben in allen Samenhandlungen, Drogerien und Apotheken zum Original- Preise von Gm. 1.- per Schachtel Wo nicht erhältlich, direkt durch die Fabrik gegen Voreinsendung des Betrages, zuzüglich Porto( Groß- Berlin 10 Pf., außerhalb 20 PL). Briefmarken sind nur für Porto zulässig. Prämienvertellung! Die Prämien verteilung erfolgt auf Grund des Berichtes, den jeder Teilnehmer einsendet. Dieser Bericht hat zu umfassen: Auftreten von Schädlingen bei den nicht mit , Marulin" behandelten Samen, Wachstum bei dem nicht mit Marulin" behandelten Samen, Ernteergebnis bei dem nicht mit Marulin" behandelten Samen, Auftreten von Schädlingen bei dem mit„ Marulin" behandelten Samen, Wachstum bei dem mit Marulin" behandelten Samen, Ernteergebnis bei dem mit„ Marulin" behandelten Samen Besondere Beobachtungen: Diese sollen sich B. kurs auslassen über das Aufgehen der Saat, die Vegetation, z. B. Unterschied im Aussehen der mit Maralin" behandelten und der ohne " Marulin behandelten Pflanzen, Güte der Ernte usw. Ein Formular für den Bericht ist jeder Packung, Marulin" beigefügt. Die Einreichung der Berichte hat bis zum 15. Oktober 1925 zu erfolgen. Die öffentliche Bekanntgabe der Prämiierten erfolgt am 1. Dezember 1925 in allen Zeitungen, in denen diese Auslobung veröffent licht wurde. Die Landhäuser werden kostentret an Ort und Stelle aufgestellt. Die übrigen Prämien stehen den Empfangsberechtigten in Berlin sur Verfügung. Auf Wunsch werden diese auch zugesandt. Das Preisrichterkollegium besteht aus den Herrren: Max Fett, Landschaftsgärtner, Berlin- Steglitz, Haak, Oberschullehrer, Leiter der Schöneberger Schülergärten, E. Polte, Mitglied des Kleingartenbeirats des Bez.- Amts XL I Vorsitzender des Bez- Verbandes Bin.- Schöneberg im Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands. Karl Fritz, Kaufmann, Berlin. Fritz Gutzeit, Kaufmann, Berlin.. Die Verteilung der Prämien geschieht unter Ausschluß des Rechtsweges, und unterwerfen sich die Teilnehmer diesen Bedingungen durch ihre Teilnahme Chemische Fabrik F. B. REINHOLZ, Berlin- Schöneberg. Akazienstr. 28. 200 Dahlmannspaten ,, Pionier" 10,, Wassis"-Handptläge 100 Gartenscheren 100 Baumsägen 100 Gartenmesser 1000 Obstbäume Triumphzug durch Europa! Ovation vationen u. Begeisterung! Massen assen jubeln ihm zu! Merkt! Ein Kino ohne Mix st und bleibt ein großes I st X... 50 Berliner Kinos spielen diese Woche Tom Mixfilme.1 Fox im Palmenhaus: Die Texasreiter! Das große Programm 1) Ouverture zu der Operette„ Die Fledermaus" Johann Strauß, 2) Terzett aus der Operette ,, Drei alte Schachteln", gesungen von Margarete Fischbach, Lotte Reineken und Ruth Felsen. 3) Original- Trocadero- Ballett aus dem Film„ Die gefundene Braut"( 16 Damen). 4) Die gefundene Braut. Lustspiel in 5 Akten. Hauptrollen: Xenia Desni, Andre Mattoni, Jenny Jugo, Walter Slezak. Lydia Potechina, Alex Murski, Emilie Kurz. Regie: Rochus Gliese. Vorverkauf ohne Aufschlag täglich mittags 12-2 Uhr Ufa- Theater TURMSTRASSE ( Turmstraße, Ecke Stromstraße) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Straßenbahnlinien: 3, 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 36, 113. Autobuslinien: Nr. 11, 28. Stadtbahn: Bhf. Bellevue. Traueripenden jeder Art liefert preiswert Paul Golletz, Dormals Robert Meyer, Mariannenstr. 3. 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Aber das Bolt schien von folchen Künsten nicht viel zu halten; faft unverfäuflich ruhten die fchönen, aus aller Welt mühsam zusammengeholten Aufnahmen im Trefor. Nur wenn jemand sie gratis geliehen befam, zeigte es sich, daß die Interesselosigkeit eigentlich gar nicht beim Bolte lag, sondern bei den damaligen intopp"-Besizern, die glaubten, daß jo eimas als furzes Beiprogramm zu ihren Räuberpistolen allenfalls vom Bublifum mitgenommen, nie aber geliebt würde. Jahrzehnte hat es gebraucht, bis der Kulturfilm sich soweit durchsetzen konnte, daß er nun auch seinen Herstellern wenigstens die Selbstfosten einbrachte. Aber noch heute schätzt ihn wirklich nicht der Gebildete, der es vorzieht, seine Belehrung außerhalb des Kinos zu suchen, sondern der fleine Mann", dem die Volksschule nur das allernotwendigste ins harte Leben mitgab. Gewiß, es gibt auch Kulturfulme, die geschäftliche Massenerfolge geworden sind. Wenn man sich aber ihre Titel genauer befieht, so ist es fast stets das feruelle Moment gewesen, das die Leute ins Kino gelodt hat; wobei es dann immer recht spaßig anzusehen war, wie bitter enttäuscht diese lieben Leutchen aussahen, wenn sie nun gezwungen waren, einen ganzen Abend lang schwere gelehrige Roft zu genießen, wo sie so ganz anderes erwartet hatten. Aber auch der ehrlich Lernbedürftige will das Gebotene nicht in der nüchternen Form eines Schulbuches sehen. Ebenso wie Haedel, Bolsche und Françé reiner Wissenschaft durch sprachlich edelste Kunstform zu ungeheurer Verbreitung verholfen haben, ebenso wird auch jener Kulturfilm den schönsten Erfolg erringen, der durch angenehme Unterhaltsamkeit und Bracht seiner Bilder nicht nur den Verstand, sondern auch unserem Gefühl etwas zu bieten vermag. Wobei der Humor eine nicht zu unterschäzende Rolle spielt! Allerdings darf auch nun die Betonung des Unterhaltsamen im Kulturfilm nicht so weit gehen, daß er, wie das in letzter Zeit mehrfach geschehen ist, völlig verflacht und seinen Hauptzwed vergist. Es ist wirklich nicht leicht, gute Kulturfilme zu schaffen. Wollte man auf die Meinung aller hören, die darüber schreiben oder geschrieben haben, man müßte überhaupt nicht mehr, wie die Sache anzupaden fei. Wie weit solche Meinungen auseinander gehen tönnen, wieviel Hochinteressantes aber auch über das Problem des Kulturfilms an sich gesagt werden kann, wird am besten bewiesen durch das nahezu vierhundert Seiten starte Kulturfilmbuch ( Dr. Benfuß und A. Kossowsty:„ Das Kulturfilmbuch", Berlin 1924. Gryfeliusscher Verlag), wo über hundert der bekanntesten Kulturfilmleute ihre Ansichten, zum Teil sogar in wunderschön illustrierten Artikeln zum Ausdruc brachten. Es ift schade, daß der naturgemäß hohe Preis dieses Buch feiner Verbreitung in weiteren Boltstreisen im Wege steht. Wir möchten, da ohnehin fo manches weniger Wertvolle auch unter jenen Artikeln enthalten ist, eine Siebung und Kürzung empfehlen, um danach in einer billigen Ausgabe das Wert auch jenen zugänglich zu machen, die am Kulturfilm noch das regste Interesse haben: der großen Menge des bildungshungrigen werftätigen Bolfes. Dr. G. B. Die Filme der Woche. „ Die Liebschaften der Hella von Gilsa". Mozartjaal. Diefer neue Eichbergfilm beansprucht nicht, der Reihe der Filme mit hochfünstlerischen Tendenzen anzugehören. Aber er ift ein guter Bublifumsfilm von lebendiger Handlung, reich an wechseln. den Szenerien, spannend bis zum Schluß und ausgezeichnet in der Photographie. Wer ihn nur von dieser Seite ansieht, tommt voll auf seine Kosten. Aber freilich nachher werden auch dem gutwilligen Mitgänger die Schwächen des Films bewußt werden. Er stellt doch allzu große Ansprüche an die Vertrauensseligkeit, man darf ihn nicht mit psychologischem Maßstab messen und nicht die Wahrscheinlichkeit der Vorgänge und die Echtheit der Motive kritisch unter die Lupe nehmen. Dieser alternde Gutsbesizer, der kurz vor der Hochzeit seine Braut erschießt, weil er irgendeinen dummen Zufall falsch deutet, und dann zum fürsorgenden väterlichen Freund für die arme Schwester der Erschossenen, die angehende Schauspielerin Hella von Gilsa wird, stammt aus einer Romanliteratur, die uns heute nicht mehr eingehen will. Aber das Milieu der jungen Schauspielerin, die in einem kleinen Theater mehr durch die Künfte ihrer Kniekehle als der Kehle gefällt, hübsche Bühnenbilder, das Leben hinter den Kulissen, und dann der Flirt auf dem Landgut mit dem Wintersport und schließlich die tragische Zufpigung der Handlung, in der der alte Gutsbefizer fein Leben opfert, um seinem Sohn die Liebe der Hella zu sichern, sind sehr lebendig gezeichnet. Das Beste am Film sind die schönen Winterbilder, besonders nach diesem schneearmen Winter, mit den großen Renntierherden der Film spielt in Schweden und der Schlittenfahrt über das Eis. Als Darstellerin der Hella präsentierte sich Lilian Harvey, die besonders schön in ihren Tanzbewegungen ist und wenn auch nach der Seite des Ausdrucks noch nicht reif, doch eine gute Filmbegabung erkennen ließ. Der Gutsbefizer war Otto Gebühr, der die ganze Kunst seiner Gesten und Mienen in die Rolle legte, freilich auch manchmal übercharakterisierte. Eine ausgezeichnete Charge bot Lydia Pote. china, die eine tomische Alte voll Urwüchfigkeit hinlegte. Unter den jugendlichen Darstellern zeichnete sich die anmutige Camilla von Hollay und Gorin als Kunstmaler aus. Als Beigabe wurde ein Jac Dempsey- Film geboten, die diesen Helden des Ringes in einer romantisch aufgemachten Handlung zeigte. Besonders gefiel natürlich der Borkampf, der Höhepunkt des Films, r. Friseur Reinhold Schünzel. „ Sündenbabel"( Marmorhaus) verspricht durch seinen Titel allerlei Fahrnisse und tefe Fälle, jedoch ist der Text sehr harmlos. Sie bleiben alle beieinander, die zusammengehorenden Baare, folglich behält der reiche Ontel den gefeierten Barietéstar, der junge Ehemann seine junge Ehefrau und der Friseur seine Verlobte. Und dieser Friseur ist Reinhold Schünzel, der gegebene Ein Wunder der Technik und der Wissenschaft Mittelpunkt der Komödie der Versuchungen. Er macht alle Frauen schön und immer für andere. Ditunter flingt so etwas wie leise Tragif in diesem typischen Einzelschicksal auf. Aber man will luftig fein, und namentlich Schünzel will auch andere luftig stimmen, so flicht man viele höchst vergnügliche Episoden ein. Const. J. David ift Manuskriptverfasser und Regiffeur. Er weiß von Schünzels Er weiß von Schünzels Bublifumserfolgen und ließ daher durch diesen begabten Schauspieler sein Manuskript illustrieren. So erstand ein Film vieler schöner Kleinigkeiten, umschlungen von Routine und beachtenswerter Spiel filmtultur. Auch diese Genre sind heute Geschäftsfilme. Alle Dar steller boten gute Leistungen. Babara von Annentoff ist eine Schönheit, die sehr vorteilhaft auffällt. Die Arbeit des Photographen ist von entscheidender Bedeutung für jeden Film. Im Sündenbabel hatte ut Greenbaum bie photographische Leitung in Händen, er handhabte fie so, daß er sich durch diese tüchtige Leistung selbst einen neuen Ruhmesfranz flocht.<-g. Wunder der Wildnis". Alhambra am Kurfürstendamm. Eine der schönsten Aufgaben des Filmes ist es, uns die intime Kenntnis der Tierwelt zu vermitteln. Auf diesem Gebiete ist er nahezu fonkurrenzlos, weil wir das Tier in Bewegung sehen wollen, und feine Beschreibung, sei es auch der geübtesten und begeiſteriften Feder, teine plastische Darstellung im Museum uns den unmittelbaren Eindruck des Lebens erjeten tann. Man tann ruhig fagen: erst seitdem wir den Film haben, tönnen wir uns eine wahrheitsgetreue Borstellung von dem Leben frember Tiere, mie es fich in der Freiheit abspielt, und darauf kommt es an wirklich machen und an den Eindrücken teilhaben, die der erotische Forscher, ber geduldige Jäger mit der Filmfamera erzielt. Es erfüllt uns deshalb immer mit neuem Entzücken, wenn uns Gelegenheit geboten wird, Tiere, die wir sonst nur aus dem Zoologischen Garten oder aus der Literatur fennen, nun in voller Natürlichkeit im Film beobachten zu tönnen. Zu den guten Tierfilmen, die uns das Großtierleben Afritas fennen lehren, ist ein vorzüglicher neuer getreten, ben wir dem ANGIPT VOR DER EHE FLAMMENDE JUGEND! Jazz- Band und Tanz! Jugend von heute, die Sie hineinzieht in den tollen Wirbel ihres Erlebens! COLLEEN MOORE MILTON SILLS URAUFFÜHRUNG FREITAG, DEN 8. MAI 1925 ALHAMBRA 68 KURFÜRSTENDAMM 68 HAYER FILMS BAYERN- FILMS Bellage des Vorwärts Amerikaner Martin Johnson verdanten. Er hat mit seiner Frau Kreuz- und Querzüge gemacht durch Britisch- Ostafrika bis hinauf an die Grenze von Abessinien und hier wahre Tierparadiefe entdeckt. Hier war wirklich Gelegenheit, die sozial lebenden Tiere in ganzen Gruppen und Rudeln vor die Platte der Filmfamera zu bringen, die in besonderen Blenden eingebaut war, so daß sie den Tieren unsichtbar blieb und sich höchstens durch Geräusche verriet. Wir sehen also aus größter Nähe die Zebras( zwei Sorten), die mannigfachen Antilopenarten, die hochsteizigen Giraffen, die plumpen Nashorne, die wuchtigen Büffel und die riesigen Elefanten sich im afritanischen Bartwalde oder auf der Steppe tummeln, ganz ohne Rücksicht auf den Menschen, dessen Gegenwart sie nicht einmal ahnen. Die Natur ist hier also wirklich vollkommen, wie Schiller es wünschte, weil der Mensch mit seiner Qual ausgeschaltet ist. Freilich ist die menschliche Qual doch nicht ganz beseitigt, denn insbesondere die trophäenbegierige Frau Johnson tann es sich nicht versagen, Löwen, Nashorne und Elefanten zur Strede zu bringen, um fich dann, lässig an die großen Kadaver gelehnt, mit triumphierendem Lächeln filmen zu lassen. Die ersten afrikanischen Tierfilme, die mir in Europa zu sehen bekamen, endigten immer mit der Erbie rechte Art ist, daß man nicht mit der Flinte, sondern mit der legung der Beute. Inzwischen hat man eingesehen, daß das nicht guten Erklärungen begleitete und aus eigener Praxis auf die vielen Kamera schießen soll. Herr Schomburgt, der den Film mit Schwierigkeiten, Entbehrungen und großen Gefahren eines solchen Schießerei grundsäglich verzichtet; und das sollte zur Regel werben! Filmes hinweisen konnte, hat in seinem Liberia- Film auf die Ostafrika ist heute noch ein Paradies der Großtierwelt, die hier in ungeheuren Scharen fich ihrer Freiheit erfreut. Aber niemand meiß, wie lange die Tiere noch vor unserer Zivilisation geschützt sein bietet. Bielleicht wird nicht bas geringste seiner Berdienste sein, werden, und darum ist es doppelt wertvoll, was dieser Film uns beglückt, bestimmt, ernstlich dafür Sorge zu tragen, daß uns dieser wenn er die Menschheit, die er mit seinen wunderbaren Bildern riefige natürliche Naturschutzpart noch länger erhalten bleibt. D. Tom Mig als Tegasreiter. Tom Mig, der flaffische Comboy, war letzte Woche in Berlin, und viele Menschen werden sehr entzückt gewesen sein, den Helden so vieler Abenteuer und fühnen Ritte in Person gesehen zu haben. Er ist wie ein kleiner Gott gefeiert wor den. Leider hatte er sein berühmtes Roß nicht mit, und seine hiesigen Berehrer mußten sich damit begnügen, die große Bulldogge zu bewundern, die er in Berlin zum Geschenk erhalten hat. Schade, daß Karl Man nicht mehr lebt, er hätte einen guten Teil der Lorbeeren für sich beanspruchen tönnen, die jetzt so freigebig Tom Mig in den Schoß fallen. Im Palmenhaus, das zum Spezial filmtheater für Tom Mig geworden ist, wurden ihm zu Ehren Die Tegasreiter gegeben, in denen Tom in allen Künsten brilliert, in denen er Meister ist. Diesem Wildwestfilm, der sich in seiner Wild heit und im Ungestüm feines Tempos nicht beschreiben läßt, ging eine überaus groteste, wirbelnde Forangelegenheit„ Das Affenbaby" Doran. Wege zur Schönheit und Kraft." Diese bisher beste filmische Leiftung auf dem Gebiete der Körperkultur und Körpererziehung fonnte bereits im Ufa Balast am 300 seine hundertste Aufführung erleben. Wie feinerzeit hier ausführlich bei der Besprechung des Films dargelegt wurde, ift es auch heute nicht recht erfichtlich. inwiefern durch die Betonung der Schönheit des unbe fleideten Körpers als Symbol förperlicher und geistiger Bollendung die„ Lüfternheit" gefördert werden tann wie es in einer Anfrage an das Staatsministerium behauptet wird. Es gehört schon mehr als mucerische Befangenheit dazu, von diesem Film eine Aufftachelung verbrauchter Sinne zu erwarten. Das rhythmische Gebundensein dieser Körper an Luft, Wasser und Sonne erzieht gerade zur Abkehr von den meisten Sinnesreizungen der Großstadt. Vor allem sollte es aber auch erziehen zur Abfehr von jenem findischen Baradedrill der Militaristen, von dem der Film eine Probe am Schluß mir mollen hoffen nur zur Abschredung darbietet. K. Sonntag, ben 3. Mat, vormittags 11½ Uhr, veranstaltet die November gruppe in Gemeinschaft mit der Stulturabteilung der Ufa im Ufa- Theater Rurfürstendamm eine einmalige Filmmatinee, bei der Werte von EggelingBerlin, Herzfeld( Bauhaus), Leger- Paris, Nichter- Berlin, Nuttmann- Berlin und Piccabia- Paris zur Vorführung gelangen. Es ist dies das erftemal, baß Werke der absoluten Filmtun ft einem breiteren Publikum zugängig gemacht werben. Die Export- Film- Vertrieb G. m. b. 5. erwarb von Frau Jane Beß bas Manuskript Die Moral ber Gasse". Für die Regie wurbe Herr Jaap Speyer verpflichtet. Ms zweiter Film der Produktion wird ber Film ,, obon man nicht spricht erscheinen. Der Film„ Kleine Sommerwelt" wurde von der Kulturabteilung der Afa fertiggestellt. Der Film führt den Beschauer an Hand einer einen Spielhandlung durch den beutschen Wald und seine Tierwelt: ein biologischer Film mit Spielhandlung. Das Produktionsprogramm ber Ufa für die neue Spielselt enthält 33 neue Filme, barunter ,, Metropoles" von Friß Lang ,,, Tartüffe" bon F. M. Murnau und Faust"( nach einem Manuskript von Kyser). Die Phoebus- Film A.-G. beginnt in den nächsten Tagen mit den Außenaufnahmen zu zwei Seefilmen, betitelt Schiff in Not" and Friesenblut. Regie: Fred Sauer. Intendant von Gerlach wird für die Ufa einen Film inszenieren, dessen Stoff Heinrich von Kleists Prinz von Homburg entnommen ist. Die Deufig hat foeben einen Film fertiggestellt, der sich mit ben Ergebnissen der modernen Heilmethode beschäftigt. Der Film„ Sonne ift geben wurde von Dr. Ulrich Kayser als veiafter gebreht und gibt in populärer Form einen Einblick in die Heilwirkung der natürlichen und fünftlichen Sonnenftrahlen. ,, Das Gesicht des roten Rußland" betitelt fich ber nenefte Kulturfilm ber Dafu. Der Film zeigt zum ersten Male das Sowjetrußland im Bilde. Ankauf Verkauf Vermittlung von Kinos KINO- ZENTRALE BROCKHAUSEN Berlin SW 68, Friedrichstr. 207 „ Die Wunder des Meeres" 99 nur durch Abenteuer auf dem Meeresgrunde in 6 Akten Der Film, von dem die Tagespresse Deutschlands seit Monaten berichtet Uraufführung demnächst: Primus- Palast, Potsdamer Straße 19 Filmhaus Bruckmann& Co. AKTIEN GESELLSCHAFT RETTE EN- FUSS trage die Richtige!" Schuheinlage 10 Tage zur Probe ohne fest zu kaufen! Wer viel stehen odergehen muß, Wer zu schnell ermüdet, Wer auch nur gelegentlich Schmerzen in den Füßen hat, Wer durch unzweckmäßige Mittel enttäuscht wurde, Wer sich Elastizität im Gang bewahren oder wiedergewinnen will, beachte das Mahnwort: 66 „ Rette den Fuß* 99 990 Trage Die Richtige" Der Kaufpreis beträgt Mk. 6.bis Mk. 11. pro Paar Der Ruf unserer Firma bürgt für die Zweckmäßigkeit der Einlage. Erhältlich bei: M.PechA.- G. für sanitären Bedarf. 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Baffisa 250, 1, 2 500, 3000, 1, 1111 17 218,06 3 117,16 3 610,14 121, 1, M. 29-819.36 $.8.1 Mitglied.- Guth- Ato. 2 Refervefonds- Rento 2100, 5500, 43 Darlehenschuld- kto.. 4450, 85 Rautions- Ronto 620, 4276,50 98 Ronto- Rorrent- Ato. 108 Aufwertungs- Ronto Reingewinn 2 060,49 10 812,37 M. 29 819,36 Die Mitgliederzahl betrug 21 ohne Ber änderung. Die Gesamthaftsumme betrug 21X100 Mart- 2100 Mart. Das Geschäfts jahr ging vom 1. Januar 1924 bis 31. Degember 1924. 80/13 Der Borstand. Gustav Tromble. Der Aufsichtsrat. Hermann Hähnel. Whelm Zinnemann. Wendelin Hanisch. Neue Preisliste gratis Gänsefedern gerissene u. ungerissene liefert konkurrenzles billig Willy Manteuffel, Neutrebbin Coderbn Gänsernasianstalt. Rheinländer! Deutsche! In diesem Jahre rundet sich ein Jahrtausend ununterbrochener Zugehörigkeit der rheinischen Lande zu Deutschland. Das schwergeprüfte Rheinland fühlt sich heute dem Reiche enger denn je verbunden; mit herzlicher Freude und mit großem Eifer rüstet es daher für das festliche Jahr. Das Reich und die Länder nehmen an der Feier den innigsten Anteil. Von den zahl. reichen festlichen Veranstaltungen wird der für Köln geplanten rheinischen Jahrtausendschau eine besondere Bedeutung zukommen. Ein Jahrtausend rheinisch- deutscher Ge= schichte, rheinisch- deutscher Kultur und rheinisch- deutschen Volkstums soll anschaulich gemacht werden und dem lebenden Geschlecht eine Vorstellung von der Arbeit und den Schicksalen unserer Väter vermitteln. Die Kölner Jahrtausendausstellung soll uns aus der Vergangenheit Lehren geben für Gegenwart und Zukunft; sie soll uns allen anschaulich machen, daß der Rhein und das rheinische Volk dem Deutschen Reiche und der deutschen Kultur aufs innigste verbunden sind. Dank der tatkräftigen Mitarbeit aller berufenen Kreise verspricht das große und kühne Werk vollen Erfolg. Am Rheinland, darüber hinaus an ganz Deutschland, liegt es nunmehr, den Besuch der Ausstellung vorzubereiten. Jn erfreulicher Weise werden die dazu nötigen Maßnahmen schon in großem Umfange getroffen. Unser Ziel aber muß sein, viele Hunderttausende nach Köln zu führen, nicht nur aus dem Rheinlande, sondern aus allen Gauen des Reiches. Ein gewaltiger Zustrom deutscher Volksgenossen zu der Kölner Schau muß Zeugnis davon ablegen, daß das ganze Deutschland an der Jubelfeier der rheinischen Bevölkerung freudig teilnimmt. Der Ehrenausschuß: Graf Adelmann von Adelmannsfelden, Regierungs| fizender des Rheinisch- Westfälischen Rabbinerverbandes. präsident, Köln. Dr. Ahn, Kommerzienrat, Köln. Albers, Stadtverordneter, Borsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Köln. Dr. Bad, Geheimer Hofrat, Direktor der Kunst- und Historischen Sammlungen des Landesmuseums, Darmstadt. Bamberger, Geheimrat, Präsident der Industrie und Handelskammer, Mainz. Bartels, Präsident des Preußischen Landtages, Berlin. Dr. Banersdörfer, Geheimer Sanitätsrat, Borsitzender. des Reichstagsausschusses für die besetzten Gebiete, Neustadt a. d. H. Dr. Becker, Preußischer Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Berlin. Beder, Pfarrer, Präses presbyterii, Köln. v. Becerath, Landrat, Geheimrat, Düsseldorf. Beckmann, Pfarrer, Calcar. Bergemann, Regierungspräsident, Düsseldorf. Bessenich, Rittergutsbesitzer, Präsident des Landwirtschaftlichen Bereins für Rheinpreußen, Burg Gladbach bei Müddersheim. Blum, Gutsbesizer, M. d. R., Krefeld. Blumenau, Borsitzender des Borstandes der Synagogengemeinde, Köln. Böter, Geheimer Kommerzienrat, Remscheid. Dr. ing. Bonin, Reftor der Technischen Hochschule, Aachen. Bischof Dr. Bracht, Oberbürgermeister, Essen. Dr. Brandt, Regierungspräsident, Koblenz- Braun, Preußischer Ministerpräsident, Berlin. Dr. Brauns, Reichsarbeitsminister, Berlin. Breuer, Stadtdechant, Köln. v. Bruchhausen, Oberbürgermeister, Trier. Cafpary, Präsident der Industrie- und Handelskammer, Trier. Prof. Dr. Clemen, Geheimrat, Bonn. Croon, Fabrikbefizer, Präsident der Industrie- und Handelsfammer, M.- Gladbach. Dice, Oberbürgermeister, Solingen. Dr. Dinghofer, Präsident des Reichsrats, Wien Prof. Dr. Duisberg, Geheimrat, Borsigender des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, Leverkusen. Prof. Dr. Edert, Geheimrat, Köln. Erkelenz, Schriftleiter, M. d. R., Düsseldorf. Effer, Borsitzender des Rheinischen Handwerkerbundes, M. d. R., Euskirchen. Eurmers, Pfarrer, Xanten. Dr. Falt, Oberbürgermeister, Bonn. Falt, Justizrat, M. d. L., Köln. Prof. Dr. v. Falke, Geheimrat, Generaldirektor der Staatlichen Museen, Berlin. Farmid, Oberbürgermeister, Aachen, Fleischhauer, Justizrat, Cleve. Dr. Frant, Bizetanzler a. D., Wien. Dr. Frenfen, Reichsjuftizminister und Minister für die besetzten Gebiete, Berlin. Fromein, Fabrik. befizer, Elberfeld. Fuchs, Oberpräsident der Rheinproving, Koblenz- Fuchs, Berghauptmann, Bonn. Gielen, Oberbürgermeister, M.- Gladbach. Gilsbach, Berleger, Köln. Dr. Glaeffing, Oberbürgermeister, Darmstadt. Goebel, Generalpifar, Limburg a. d. Lahn. Freiherr v. d. Golh. Präsident des Evangelischen Konsiftoriums, Roblenz. Graef, Bürgermeister, 1. Vizepräsident des Preußischen Staatsrats, Frankfurt a. M. Dr. Graemer, Oberbürgermeister, Rheydt. v. Guérard, Reichsbahn- Direktionspräsident, Köln. v. Guérard, Geh. Oberregierungsrat, M. d. R., Koblenz. Theodor Freiherr v. Guilleaume, Köln. Haehling v. Canzenauer, Präsident des Landesfinanzamts, Köln. Prof. Dr. Hagemann, Geh. Regierungsrat, Reftor der Landwirtschaftlichen Hochschule, Bonn- Poppelsdorf. Dr. Hagen, Geh. Kommerzienrat, Präsident der Industrie und Handelskammer, Köln. Prof. Dr. Hager, Generalfonservator, München. Hammels, Weihbischof, Köln. Hartig, Borsitzender des Landesverbandes Rheinland des Deutschen Beamtenbundes, Köln. Hartmann, Chefredakteur, Borsigender des Landesvereins im Reichsverband der Deutschen Bresse, Neustadt a d. 5. Dr. Hartmann, Oberbürgermeister, Barmen. Dr. Hartmann, Oberbürgermeister, Remscheid. Fürst Hahfeld- Wildenburg, Schloß Crottorf. Prof. Dr. Haymann, Defan der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln. Heimann, Landrat, Köln, Borfizender des Rheinischen Landkreisverbandes. Heppefaufen, Dechant, Siegburg. Prof. Dr. Heimberger, Beh. Justizrat, Reftor der Universität Bonn. Hertel, Geh. und Oberbaurat, Dombaumeister, Köln. Dr. Ildefons Herwegen, Abt von Maria Laach. Hirtfiefer, Preußischer Minifter für Boltswohlfahrt, Berlin. Dr. Horion, Landeshauptmann, Düffeldorf. Dr. Höpler- Aschoff, BreuBifcher Finanzminister, Berlin. Dr. Hugo, Bischof von Mainz. Hüpper, Oberbürgermeister, Duisburg. Dr. Johansen, Oberbürgermeister, Krefeld. Joos, Schriftleiter, m. d. R., M.- Gladbach. Dr. Jöriffen, M. d. R., stellv. Borfizender des Reichstagsausschusses für die besetzten Gebiete, Köln. Dr. Kaas, Domtapitular, M. d. R., Trier. Prof. Dr. Kaesbach, Direktor der Kunstakademie, Düsseldorf. Dr. Kaiser, Justizrat, Stadtverordneter, Köln. Kaiser, Landesgeschäftsführer der Chriftlichen Gemertfchaften für Bestdeutschland, Köln. Dr. Saufmann, Landrat, Geheimrat, Borsigender des Eifelvereins, Eus firchen Dr. Kaufmann, Geheimrat, Borsitzender des Reichsverbandes der Rheinländer, Berlin. Kanjer, Chefredatteur, Borsitzender des Verbandes der Rheinisch- Bestfälischen Bresse, E. B., Elberfeld. Bischof Dr. Kilian, Limburg( Lahn). Kintzen, Bürgermeister, Jülich. Dr. Kirschbaum, Oberbürgermeister, Elberfeld. Kirschmann, M. d. R., Köln. Dr. Klingemann, Generalsuperintendent, Köln. Kloth, Stadtverordneter, Köln. Klöckner, Geh. Kommerzienrat, Haus Hartenfels b. Duisburg. Dr. Kober, Rabbiner der Synagogengemeinde, Köln, VorProf. Dr. Koetschau, Generaldirektor der städtischen Sammlungen, Düsseldorf. Kraiger, Geh. Post- und Ministerialrat, Präsident der Oberpostdirektion Köln. Kreibohm, Borsigender des Allgemeinen Deutschen Ge mertschaftsbundes, Ortsausschuß Köln. Prof. Dr. Kroll, Defan der philosophischen Faktultät, Köln. Dr. Krupp v. Bohlen- Halbach, Essen. Dr. Kruse, Regierungspräsident a. D. Godesberg. Dr. Külb, Oberbürgermeister, Mainz. Prof. Dr. Külbs, Defan der medizinischen Fakultät der Universität Köln. Küppers, Pfarrer, Cleve. Dr. Landmann, Oberbürgermeister, Frankfurt a. M. v. Langen, Präsident der Industrie- und Handelskammer, Bonn. Dr. Lehr, Oberbürgermeister, Düsseldorf. Frhr. v. Loë, Vorsitzender des Rheinischen Bauernvereins, Burg Bergerhausen b. Blazheim. Dr. Ceiling, Oberbürgermeister, Speyer. Limberg, Hauptschriftleiter, M. d. R., Effen- Bredenen. Brof. Dr. Lauscher, M. d. L., Bonn. Löbe, Reichstagspräsident, Berlin. Dr. Luther, Reichskanzler, Berlin. Freiherr v. Cünind, Präsident der Landwirtschaftskammer, Bonn Mart. Reichskanzler a. D., Berlin. Dr. Malhéus, Regierungspräsident, Speyer. Gräfin Matuschka- Greifenklau, Schloß Bollrads, Rheingau. Maus, Konsul, Verleger, Köln. Dr. Mause, Domprobst, Trier, Dr. May, Generalvifar, Mainz. Meis, Generalvifar, Münster. Meyer, Borsitzender des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes für Rheinland und Westfalen, Düsseldorf. Dr. Middendorf, Domprobst, Köln. Mönnig, Justizrat, Berleger, Köln. Prof. Dr. Moldenhauer, M. d. R., Köln. Dr. Moft, Oberbürgermeister, M. d. R., Duisburg- Ruhrort. Müller, Landesrat, Düsseldorf. Dr. Meifes, Oberbürgermeister, Saarbrücken. Nentwig, Ministerialdirektor, Berlin. Neven- Dumont, Alfred, Kommerzienrat, Köln. Dehmen, Pfarrer, Kempen. Oppenhoff, Landgerichtspräsident, M. d. L., Aachen. S. A. Freiherr v. Oppenheim, Köln. Dr. Overhues, Oberbürgermeister, Düren. Overthun, Berghauptmann, Dortmund. Ploennies, Defterreichischer Generalfonful, Köln. Poensgen, Rommerzienrat, Präsident der Industrie und Handelsfammer, Düsseldorf. Dr. Poggenburg, Bischof von Münster. Poppelbaum, Bürgermeister, Besel. Rahn, Oberbürgermeister, Worms. Reichart, Oberlandes gerichtspräfident, Köln. Prof. Dr. Renard, Provinzialfonservator der Rheinprovinz, Bonn. Dr. Renner, Staatsfanzler a. D., Wien. v. Reumont, Landrat, Geheimrat, Erkelenz. Reusch, Kommerzienrat, Oberhausen, Präsident der Industrie- und Handelskammer, DuisburgBesel. Rings, Stadtverordneter, Köln. Dr. Rombach, Regierungspräfident, Aachen. Dr. Rosendahl, Oberbürgermeister, Hamborn. Russell, Präsident der Indu strie- und Handelskammer, Koblenz. Dr. Ruffell, Oberbürgermeister, Koblenz. Dr. Saaßen, Regierungspräfident, Trier. Fürst Salm- Reifferscheidt, Schloß Dnd bei Neuß. Dr. Seipel, Bundeskanzler a. D., Wien. Schiele, Reichsminister des Innern, Berlin. Frau Schiffgens, M. d. R., Aachen. Prof. Dr. Schmalenbach, Dekan der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Uni versität Köln. Dr. Schneider, Bundesminister, Wien. Dr. Schollen, Oberlandesgerichtspräsident, Borsitzender des Bereins für Denkmalpflege und Heimatschutz, Düsseldorf. Kardinal Dr. Schulte, Erzbischof von Köln. Prof. Dr. Schulte, Geheimrat, Bonn. Schwind, Generalvifar, Speyer. Dr. Sebastian, Bischof von Spener. Severing, Preußischer Minister des Innern, Berlin. Sollmann, Rebakteur, M. d. R., Köln. Graf Spee, Heltdorf bei Angermund. Dr. Straefer, Weihbischof, Aachen. Streefe, Chefredakteur, Borfikender des Landesvereins hessischer Zeitungsredakteure, Darmstadt. v. Sybel, Vizepräsident des Oberpräsidiums der Rheinprovinz, Koblenz. Brof. Dr. Thiek, Geheimrat, Prorektor der Universität, Köln. Thnffen, August, Schloß Landsberg bei Mülheim a. d. Ruh Prof. Dr. Tilmann, Geh. Medizinalrat, Rektor der Universität Köln. Dr. Tilmann, Generalvifar, Trier. Travers, Oberbürgermeister, Wiesbaden. Trendelenburg, Ministerialdireftor, Berlin. Trimborn, Stadtverordne ter, Köln. Ulrich, Staatspräsident, Darmstadt. Dr. Ufinger, Provinzialdirektor der Provinz Rheinheffen, Mainz. Baterrodt, Stadtverordneter, Köln. Biehweg, Erster Borsitzender des Gewerkschaftsringes Deutscher Arbeiter, Angestellten- und Beamtenverbände, Köln. Dr. Boat, Generalvifar, Köln. Wallraf, Staatsminister a. D., M. d. R., Berlin. Dr. Weidtmann, Geheimrat, Bräsident der Industrie- und Handelskammer, Aachen. Dr. Weiß, Oberbürgermeister, Ludwigshafen. Welter, Borsitzender der Handwerkskammer, Köln. Friedrich Fürft zu Wied. Neuwied. Willemsen, Uerdingen, Präfident der Industrie- und Handelstammer, Krefeld. Graf Wolff- Metternich, Schloß Gracht bei Liblar. D. Wolff, Bräses der Rheinischen Brovinzialinnade. Aachen. Dr. Zapf, Geh. Justizrat, M. d. R., Rweibrücken. Dr. am Zehnhoff, Breukischer Justizminister, Berlin. Zierich, Rräfident der Industrie- und Handelskammer für den Wuppertaler Industriebezirt, Barmen. Brof. Dr. 3immermann. Direktor des Germanischen Museums, Nürn bera. Zihen. Dechant, Kaiserswerth. 3örgiebel, Polizeipräfident, Köln. Der Vorstand: Oberbürgermeiffer Dr. h. c. 2denauer, Bori. Beigeordneter Dr. h. c. Meerfeld. Museumsdireffor Dr. Ewald. Prof. Dr. Kuste, Stadidirefior Dr. Schwering. Deutscher Metallarbeiter- Verband Montag, den 4. Mai, abbs. 7 Uhr, im Sigungsfaal des Berbands hauses, Linienftr. 83/85: Versammlung aller in den Sprikgußbetrieben beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter. Tagesordnung: Bericht über die Lohnverhandlungen. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung! Chirurgische Branche! Dienstag, den 5. Mai, nachmittags 5 Uhr, im großen Saal des Berbands. hauses, Linienftr. 83/85: Branchenversammlung Tagesordnung: Bericht von den Rahmentarifverhandlungen und Stellung nahme dazu Die Teilnahme aller Rolleginnen und Kollegen ist Pflicht. Wagen- und Karofferiefabriten Dienstag, den 5. Mai, abends 7 Uhr, im Parterrefaal des Berbandshanses, Linienfft. 83/85: Vollversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über unsere Lohnverhandlungen. 2. Diskussion. Mitgliedsbuch der freien Gewerkschaften legitimiert, ohne dieses tein Zutritt. Die Funktionäre kommen um 6 Uhr im Sizungsfaal zusammen. Die Ortsverwaltung. Bad Liebenwerda Kreis- Eisenmoorbad ( Prov. Sachsen) Fernsprecher Nr. 151 Keine Kurtaxe/ Ganzjährige Kurzeit. Anerkannt. heilkräftiges Moor. Grosse Hellerfolge Auskunft erteilt: Die Badedirektion Richard Arnold. Küchen in feinster Ausführung Entzückende Bauern- Küchen komplett 85 M. Moderne Anrichte- Küchen komplett 125 M. 135.- 145.- 170.Große Umbau- Küche, 190 cm breit, komplett. 175 M. Eleg. Anrichte- Küche, schwere Ausführung, komplett 198 M. Küchen in größter Auswahl, einfachste bis feinste, zu sehr billigen Preisen. Sehenswerte Ausstellung. Küchenmöbelfabrik BEROLINA Kommandantenstr. 57. Von 1-3 geschlossen Deutsches Teppich- Spezialbans Emil efèvre G. m. b. H. Berlin S. Seit 1882 m Oranienstr. 158 Soweit Vorrat Ein Posten solider Bisch. 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Nirgends wird deutlicher, daß es nicht auf die Buchstaben, sondern auf die Machtverteilung antommt und daß jedes Gesez, mag es gut oder schlecht sein, seine Bedeutung erst durch die Kräfte erhält, die seine Ausführung( oder auch Nichtausführung) bestimmen. An juristischer Logik, demokratischem und sozialem Geiste steht die Reichsverfassung turmhoch über der franzöfifchen. Aber fann darum jemand behaupten, daß in Deutschland aufrich tiger, demokratischer, sozialer regiert wird als in Frank reich? Die Form ist eben nichts, der Inhalt alles. Genau genommen hat Frankreich eigentlich über haupt keine Verfassung. Es gibt nur drei Gesetze: über den Präsidenten, den Senat und die öffentlichen Gewalten, die man sich gewöhnt hat als Berfassung zu bezeichnen, weil sie eben die Grundlagen des Staates festlegen. Aber tatsächlich unterscheiden sie sich durch nichts von anderen, minder wichtigen Gefeßen, und eine einfache Mehrheit von Kammer und Senat fönnte sie jederzeit aufheben oder verändern. Man muß sich ihre Entstehungsgeschichte vergegenwärtigen, um diesen Umstand zu begreifen. wie es die Reaktionäre wünschen, die gegenwärtige Kammer auflösen fönnte, liegt denn auch einfach außerhalb dem Bereich des Möglichen. Folgenschwerer ist die Schaffung des Senats gewesen. Die fiebzig lebenslänglichen Mitglieder, die er urfprünglich enthielt, sind zwar zwanzig Jahre später abgeschafft worden. Aber der Umstand, daß alle drei Jahre je ein Drittel seiner Mitglieder erneuert wird, daß es also tatsächlich immer neun Jahre dauert, bis er in seiner Gesamtheit durch Neuwahlen bestätigt wird, bringt ihn oft in eine Entfernung von der öffentlichen Meinung und in einen Gegensatz zur Kammer, die Reformen nicht günstig ist. Noch bedenklicher ist das komplizierte indirekte System, nach dem er gewählt wird, und infolgedessen er fast ausnahmslos aus bourgeoisen Notabili täten besteht. Gerade jezt hat unser Genosse Pressemane einen Gesetzentwurf eingebracht, der wenigstens diefes veraltete Wahlsystem durch ein moderneres ersehen soll. Das programmatische Ziel der französischen Sozialisten ist selbstverständlich die völlige Abschaffung des Senats und die Herstellung des Einkammersystems. Auch neben dem Senat ist die Stellung der Rammer jedoch immer stärker geworden. Sie stellt in Wahrheit die Souveränität des französischen Volkes dar, bei ihr liegen die endgültigen Entscheidungen. Und sie hat im Falle Millerands gezeigt, daß sie jedem Mißbrauch der Präsidialgewalt entgegenzutreten weiß. Es ist ein langer Weg bis dahin gewesen. Daß auch in Frankreich noch viel zu tun ist, um der Republik einen sozialen Inhalt zu geben, beweist der harte Kampf, in dem unsere französischen Genossen stehen. Aber die republikanische Staatsform ist heute in Frankreich so unerschütterlich wie wir es für unsere junge Republik nur wünschen könnten. kanische Mehrheit, und die Rechte, die die Armee und die Die Zivilversorgung der Berufsfoldaten. Es sind jezt gerade fünfzig Jahre vergangen, seitdem die Nationalversammlung die drei Geseze annahm. Die Proflamierung der Republit hatte allerdings bereits am 4. September 1870 unmittelbar nach der Schlacht von Sedan stattgefunden, aber es war noch eine Republik ohne Republikaner. Die Nationalversammlung enthielt teine entschieden republi Verwaltung für sich hatte, hätte die Monarchie sofort wiederherstellen können, wenn sie sich nur über den Prätendenten einig gewesen wäre. Sie duldete den alten Thiers als proviforischen Präsidenten, solange sie glauben fonnte, daß er feinen monarchistischen Ueberzeugungen treu geblieben sei. Sobald sich herausstellte, daß er sich zur Republik befehrt hatte, zwang sie ihn zum Rücktritt und wählte an seine Stelle den Marschall Mac Mahon, der so eine Art französischer Hindenburg war. Indessen waren sich die Monarchisten nach vier Jahren immer noch nicht einig geworden. Die Amtszeit des Präsidenten wurde daher immer weiter verlängert. Schließlich konnte das Provisorium jedoch nicht ewig währen, die Grundlagen des Staates mußten in irgendeiner Form gefeßmäßig festgelegt werden. Die Monarchisten fonnten sich diefer Notwendigkeit nicht mehr verschließen, aber sie bemühten sich, die Verfassung der Republik.... monarchistisch zu machen. In der Tat erhielt das ganze Wert ein Aussehen, das die Wiederherstellung der Monarchie ohne Schwierigkeiten möglich machte. Die Staats form wurde überhaupt nicht festgelegt, und die Rechte suchte mit allen Mitteln zu verhindern, daß das ominöse Wort: Republif auch nur aus gesprochen wurde. Nur durch einen Zusagantrag zum Gesetz über den Präsidenten, in dem von dem Präsidenten der Republik" die Rede ist, fonnte das bedeutungsvolle Börtchen mit einer Mehrheit von einer einzigen Stimme fozusagen eingeschmuggelt werden. Bon seinem wichtigsten Recht, nämlich mit der Zustim mung des Senats die Kammer aufzulösen, hat in fünfzig Jahren jedoch nur ein Präsident, eben Mac Mahon Gebrauch gemacht. Aber inzwischen hatte sich die Republik befestigt. Das Hervortreten des Präsidenten erschien den Wählern als ein Staatsstreich, und sie antworteten ihm mit der Wahl einer republikanischen Mehrheit, die ihn zum Rücktritt zwang. Seitdem ist die Stellung des französischen Staatsoberhauptes immer bedeutungsloser, immer mehr rein repräsentativer Natur geworden, und der Präsident, der von fich sagte ,,, ich bin die Königin von England", hatte damit nicht ganz unrecht. Daß Herr Doumerque oder ein anderer, Pen Bon Karl Freihöfer, Stuttgart. In letzter Zeit und mehr denn je mit einer nicht mißzuverstehen. den Deutlichkeit beschäftigt die Zivilversorgungsfrage der Berufssoldaten die deutsche Deffentlichkeit. Die alten Soldaten haben der Versprechungen genug erhalten, sie wollen nun endlich einmal und so rasch als möglich Taten sehen. Daß sie aus ihrer traditionellen subordinationsmäßig anerzogenen Zurückhaltung zum forschen Angriff übergehen, verdient alle Beachtung. Seit Jahr und Tag waren Tausende von Unteroffizieren und Mannschaften mit einer zwölf- und noch mehrjährigen Staatsdienst zeit als Soldaten mit einem wertlosen Fegen Papier, der fich Zivilversorgungsschein nennt, und für dessen Besizer in des Wortes wahrster Bedeutung fämtliche Staatsstellungen offen stehen, in der Tasche, mit Hungerübergangsgebührnissen oder Arbeitslosen unterstützung oder um notdürftigst ihre Familien vor buchstäblichem Berhungern zu schützen, beschäftigt als Erdarbeiter bei Neubauten, als Gelegenheitsarbeiter bei Entladung und Reinigung von Schiffen, als Tagelöhner in Fabriten, als Transportarbeiter, Rutscher, Gepäc träger usw. auf die ihnen bei ihrem Diensteintritt mit so eindringlichen Worten versprochene Staatsstellung. Das einzig gute dabei ist, daß der alte Soldat hier Einblick bekommt in die tiefe Not der arbeitenden Bevölkerung und so etwas wie Klassenfampf in sich verspürt, um aus diesen Niederungen sozialen Elends zu menschenwürdigem Dasein zu kommen, eine ungewollte Lebensschule, die ihm schließlich später in seiner Beamtenlaufbahn zum Gesamtwohl des Staates sehr nützlich ist. Die Not der alten Soldaten ist unbestritten tatastrophal und dieser Zustand verträgt im Staatsintereffe teinerlei Belastung mehr. Die Erbitterung ist eine natürliche und bis zur Verzweiflung gesteigert, droht weite Kreise, insbesondere die älteren Jahrgänge der Wehrmacht, wirksam zu ergreifen und in der Ersatzfrage werden bei solcher standalöfen Versorgungslage verheerende Rückwirkungen mit mathematischer Sicherheit eintreffen. Die große, staatspolitische Bedeutung der Zivilversorgungsfrage ist hiermit in ihrer ganzen Tragmeite aufgerollt und verlangt endlich die sorgsamste und wirksamst fördernde Regelung durch Regierung und Parlamente. Die Widerstände des Reichsfinanzministeriums besonders, aber auch jene einer verbohrten Verwaltungsbureaukratie müssen endlich rücksichtslos ge Sonntag, 3. Mai 1925 brochen werden. Ohne allgemeine Belastung und im Rahmen der gesamten übrigen Staatspolitit auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet kann diese Frage geregelt werden. Nur eine Voraussetzung aber gibt es hierfür: Bewußter Wille, das Staatsinteresse über Sonderinteressen zu stellen. Nicht Unbilliges verlangt der altgediente Soldat, wenn er nach jahrzehntelanger Staatsdienstzeit und entsprechend gehöriger Borbildung bei zwangsmäßigem Ausscheiden infolge des Versailler Vertrages, nachdem er in selbstloser Weise für alle Schichten des deutschen Volkes die besten Jahre seines Lebens geopfert hat, die ihm versprochene Anstellung verlangt, und hier vor jungen Leuten, die erst in den Staatsdienst eintreten wollen, einen berechtigten Vorzug beansprucht, die in ihrer ungebundenen Jugend sich doch ganz anders umstellen können als ein Familienvater mit 34 und mehr Jahren. 3m Zusammenwirken mit den breitesten, staatserhaltenden Schichten unseres Volkes, in ehrlicher, offener Arbeit mit ihnen erstreben die alten Soldaten die raschefte Regelung ihrer Versorgungsfrage. Auf ein gefährliches Moment in dieser Frage muß noch mit aller Deutlichkeit hingewiesen werden. Die ungeheure Not auf diesem Gebiete droht bereits die Frage zu einer parteipolitischen zu machen. Nichts wäre verhängnisvoller wie dies. Doch ist eine gewiffe Raditalisierung schon deutlich zu beobachten. Gewisse Anträge in einzelnen Landesparlamenten deuten wenigstens darauf hin. Unverantwortlichste Agitation beschränkter Gehirne machte für all dies Elend die Revolution, Republit usw. verantwortlich. Wer die historische Seite dieser Frage tennt und sich trotz parteipolitischer Einftellung bemüht, fachlich zu bleiben, weiß allerdings, daß die Wurzeln des Uebels auch in dieser Frage geschichtlich viel, viel weiter zurüd reichen. Der Reichsbund der Zivildienstberechtigten, der in dieser Frage wirtlich einer Arbeit auf breitefter politischer Basis mit erfreu lichem Erfolg gerecht wird, muß aber mit peinlichster Sorgfalt darüber machen, daß seine Unterorgane wie die Landesverbände usm. hier nicht in einseitiger Weise ihre eigenen Wege gehen und so schließlich seine Arbeit im Reiche start gefährden. Auf peinlicher Statistit fußende, außerordentlich interessante Einzelheiten aus allen deutschen Ländern, die zur schärfsten Kritik herausfordern, soll heute nicht eingegangen werden, um die Wirk samkeit des von mir in furzen, aber derben Linien gezeichneten Gefamtbildes der entseglichen Notlage der alten Soldaten nicht zu verwischen. Kein verantwortungsvoller Politiker und Staatsbürger, gleichgültig welcher politischen Richtung, wird sich der außerordentlichen Notwendigkeit raschen, tatkräftigen Handelns in dieser staatspolitisch bedeutungsvollen Frage verschließen können. Der Reichstag, der bei den diesjährigen Etatberatungen im Hauptausschuß endlich nicht mehr konnte, als in dieser Frage attiv zu werden, darf es bei den erfreulicherweise von allen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten gefaßten Anträgen und Entschließungen nicht bewenden lassen, sondern muß die Frage bei der Wurzel faffen, d. h., er muß die Frage der gesetzlichen Regelung des Rechtsanspruchs auf Zivilversorgung im Staatsdienst bei Vorhandensein aller hierfür nehmen, sonst find seine besten Absichten wirkungslos, bleiben Stücknotwendigen beamtenpolitischen Voraussetzungen in Behandlung und Flickwerk. Die deutsche Republit hat hier wirklich und in ftärterem Tempo als bisher eine Ehrenaufgabe zu erfüllen, denn sie hat ein Unrecht eines langen Jahrhunderts beschleunigt gutzumachen. Nur in der Republik wurden die Kräfte frei und konnten sich im Rahmen einer freien Voltsstaatsverfassung so zur Wirksamkeit entfalten, daß für absehbare Zeit die berechtigte Hoffnung besteht, auch diese Frage gerecht und eines großen und freien Kulturvolles würdig zu regeln. Herren- u. Damen- Stoffe Größte Auswahl! Bekannt billige Preise Ripse, Gabardine in allen Farben, 130 br. 8.50, 7.50 5.95 Burberry, Covercoat, 140 br., f. Mäntel u. Kost. 10.50, 7.95 5.25 Mouliné- Ottomane in allen Farben.. 12.50 9.50 Mäntel- und Kleider- Seiden äußerst billig! Gelegenheitskäufe in modern. Herren- Anzügen und Paletot- Stoffen Paul Karle Geschäft: Warschauer Straße 79 Billige Preise 2. Geschäft: Frankfurter Allee 49 bewährte Stoffe, gute Verarbeitung, tadelloser Sitz nonnulle sind die Vorzüge unserer Kleidung Gerren- Mister mittelhaltbarer Cheviot, mit dezent. Ueberkaro 4800 Sakko- Anzug Frühjahrs- 300 modef. Gerren- Ulster Cheviot 6200 modern gemustert.. 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