Nr. 119. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Desterreich. Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Jnsertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 23. Mai 1895. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Der Ansturm auf das allgemeine gebeutete bisher keine Mandatare besaßen, die sich ihrer an- bürgerrechte erheben dürfen. Wahlrecht. Das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht, das 1867 für den Norddeutschen Bund, 1871 für das jetzige Deutsche Reich zu den Reichstagswahlen Geltung erlangte, war von jeher den Konservativen und dem weitaus größten Theil der Liberalen ein Dorn im Auge. 3wed für jene geworden, die als Unterdrückte und Aus-| meinen jene, keinen Anspruch auf Menschen- und Staatsnahmen nud sich zum Sprachrohr ihrer Klagen, ihrer Be- Es sind jene Leute, die den Staat als ihr Eigenschwerden und ihrer Forderungen machten, des Proletariats. thum, als ihre Domäne betrachten, als die große Verund es ist weiter das Mittel geworden, das die Zertrümme- forgungsanstalt, in der ihnen die Staatspfründen zur Verrung der alten politischen Parteien herbeiführte, indem es fügung zu stehen haben und die Staatshilfe scheffelweise zu die Geltendmachung von Interessen beförderte, die in dem leisten ist, so oft und so viel sie ihrer bedürfen. Rahmen der alten politischen Parteien keine Beachtung und teine Befriedigung fanden." Der Noth gehorchend nicht dem eigenen Trieb, hieß Diese Erscheinungen werden von den verschiedensten man es seinerzeit bei den beiden Verfassungsberathungen gut. Seiten verurtheilt; sie sind aber naturgemäß und entEs war, wie Bismarck im konstituirenden Reichstage 1867 offen sprechen der Entwickelung, die unser wirthschaftliches Leben eingestand, teine Möglichkeit vorhanden, ein anderes Wahl- genommen hat. Wem es darum zu thun ist, genau zu recht einzuführen. Die Grundverschiedenheit der Steuer- wissen, was die Glocke geschlagen hat und wohin das Staatsund der sonstigen Gesetzgebung, der zum Norddeutschen schiff steuern soll, der muß, einerlei, ob die hervortretenden Bund und später zum Deutschen Reich zusammengeschweißten Erscheinungen ihn freuen oder bedenklich machen, diesen Staaten, bot keine gemeinsame Grundlage für ein anderes Prozeß sich entwickeln lassen und seine Maßnahmen danach Wahlgefeh. treffen; er wird diesen Prozeß nicht stören, noch versuchen, Fürst Bismarck atzeptirte damals auch aus verschiedenen ihn zu unterdrücken. Das Resultat solcher Versuche könnte Gründen sehr bereitwillig das allgemeine Stimmrecht. nur bittere Enttäuschung sein. Einmal, weil er nach den Erfahrungen in der preußischen Doch den herrschenden Klassen und Gewalten Vernunft Verfassungskonfliktszeit in ihm ein Mittel sah, geeignet die zu predigen, ist eben so vergeblich, wie dem Winde zu beliberale Bourgeoisie durch die Massen einzuschüchtern, event. fehlen, wohin er wehen soll. Der Haß und die Furcht die Fluthen des Acheron gegen sie zu beschwören, um machen blind, und Haß und Furcht ist es, die unsere sie zu ersäufen; dann, weil er bei der ungemein herrschenden Klassen zu einem großen Theil erfaßt haben starken partikularistischen Strömung gegen sein Geschöpf, und sie zu dem Angstschrei veranlaßte: den Nordbund, die Sympathien der Maffen für denselben Fort mit dem allgemeinen Stimmrecht! nur gewinnen konnte, indem er ihnen ein Recht einräumte, Diesen Leuten sind die Vertreter des arbeitenden Volkes im Reichstag in der Seele verhaßt, deren Anklagen und Kritik sie zu fürchten haben. So lange Sozialdemokraten im Reichstag sitzen, ist das Mogeln hinter den Koulissen erschwert, nicht selten unmöglich gemacht, und darum sollen diese um jeden Preis hinaus. Und mit diesen Junkern sympathifirt ein großer Theil unserer Bourgeoisie aus gleichen und ähnlichen Gründen. Verstößt es nicht gegen die von Gott gewollte Ordnung darauf beruft sich z. B. die königliche Leipziger Zeitung"; der liebe Gott muß bei diesen Menschen immer herhalten, sobald es sich um eine Niedertracht gegen das Volk handelt; ber liebe Gott ist ihnen nur Mittel zum Zweck, daß der Arbeiter, der kleine Bauer, der kleine Handwerker, der niedere Beamte das gleiche politische Recht hat mit dem großen Fabrikherrn, der über Millionen kommandirt; mit großen Fabrikherrn, der über Millionen kommandirt; mit dem großen Latifundienbefizer, der halbe Regierungsbezirke sein eigen nennt; mit dem hohen Beamten, vor dem Tausende zittern und sich beugen! Daß es einmal so kommen würde, war vorauszusehen. demokratie mit Hilfe des Sozialistengesetzes auf eine Weile 1878 mußten die Attentate dazu herhalten, die Sozialmindtodt zu machen, damit man ungehindert von ihrer Presse, ihren Versammlungen und ihrer Agitation, die große Massenfchröpfung mit Hilfe der neuen Zoll- und Steuerpolitit ins Wert setzen konnte. das sie bis dahin in keinem anderen deutschen Staat be- Bei den verschiedensten Gelegenheiten ist die Feindseligkeit saßen. Als dritter Grund sprach dafür, daß das erste gegen das allgemeine Stimmrecht zum Ausdruck gekommen. deutsche Parlament im Jahre 1849 das allgemeine Stimm- Man wartete nur auf die Gelegenheit, um den Sturm Stimm- Man recht in die Verfassungsgrundlagen aufgenommen hatte gegen es wagen zu können. und kein deutsches Einigungswerk bei dem Volke auf Der so unglücklich und kläglich verlaufene Feldzug wider den Umsturz für Religion, Sitte und Ordnung" hat das Faß zum überlaufen gebracht. Man geberdet sich seit dem wie toll und schreit sich die Kehle heiser: Sympathie rechnen konnte, das nicht das allgemeine Stimm recht bot. Diese Rechnung Bismarc's war bis zu einem gewissen Grade von Erfolg gekrönt. Die immer selbstbewußtere Benutzung des allgemeinen Stimmrechts durch die klassenbewußten Arbeiter hat ihm die deutsche Bourgeoisie in einem Maße in die Arme getrieben, wie er dies in der preußischen Konfliktsperiode sich nicht träumen laffen konnte. Des weiteren erwies fich das allgemeine Stimmrecht als das vorzüglichste Mittel, den Partikularismus zu zerstören und die Massen mit der neuen politischen Ordnung der Dinge auszusöhnen. Endlich beruht das Ansehen und die Bedeutung, die den Reichstag hoch über die Partikular- Landtage erhebt, auf dem allgemeinen Stimmrecht, ohne das er der Masse des Volkes gleichgiltig gewesen wäre. Das sind Erfolge, welche diejenigen nie vergessen sollten, die an dem Bestand des Reiches in erster Linie ein Interesse haben. Im weiteren Verlauf hat das allgemeine Stimmrecht allerdings auch Wirkungen gehabt, die entgegengesett denjenigen waren, die man erhoffte. Es ist Mittel zum Feuilleton. So tann es nicht mehr weiter gehen! Fort mit diesem Stimmrecht, das unser Unglück ist!" Die so schreien wissen warum. Seit 1878 haben sich die Zeiten verschlimmert. Die großkapitalistische Entwicklung hat rapide Fortschritte gemacht; sie hat das Handwerk und die Mittelschichten massenhaft proletarifirt, den Bauernstand in immer schlechtere Lage gebracht und die Unzufriedenheit, wie das Wachsthum der Sozialdemokratie, des Antisemitismus und der ins agrarischen Bewegung zeigt, riesengroße Es sind die Beutepolitifer, die den Staat bezw. Die alten alten Mittel sind verbraucht, neue, das Reich als die melkende Kuh ansehen, welche die Auf- gesteigert. gabe hat, sie auf Kosten der arbeitenden und wirklich noth- stärkere sollen angewandt werden, und zwar abermals zu leidenden Klassen zu füttern und zu unterhalten. Es sind gunsten der schon auf alle Weise Begünstigten und zum die gewohnheitsmäßigen Volksschröpfer, die es nicht ver- Schaden der schon bisher Benachtheiligten. Die abermaligen Attentate auf die Volkstaschen durch tragen können, bei ihren Raubzügen auf die Taschen des arbeitenden Volkes auf die Finger geklopft zu bekommen die neue Branntwein- und Zuckersteuerpolitik, den Antrag und als das vor der Welt denunzirt zu werden, was sie Kanig, den Bimetallismus, die neuen indirekten Steuern 2c. liefern insbesondere der sozialdemokratischen Opposition wirklich sind. ganze Rheinfälle auf ihre Mühlen. Das soll um jeden Preis verhindert werden und darum die heftigen Angriffe auf das allgemeine Stimmrecht. In erster Linie ist es ein großer Theil des agrarischen Junkerthums, der das Geschrei:" Fort mit dem allgemeinen Stimmrecht! erhebt. Es ist jene handvoll Menschen, die sich die Mühe genommen hat, geboren zu werden, die voll tiefster Verachtung erfüllt ist gegen alle, die ohne Adelsprädikat zur Welt gekommen sind, kraft ihrer Armuth zum schanzen und schuften verurtheilt sind, und darum, so jedes Lebewesen in Wald und Flur es verkündet, daß es Aberwig ist, das armselige kleine Menschenthier über sein natürliches Maß hinaus zu einem riesenhaften, gefräßigen ( Nachdruck verboten.] Ungethüm aufblähen zu wollen. Berliner Märztage. 19 Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. Kowalla sah ihn mit bittendem, fast kindlichem Ausdruck an. Hans verstand, was er wollte, er füßte ihn nach der slavischen Sitte der Heimath auf beide Wangen und verließ alsdann, der glücklich lächelnden Schwester einen Handfuß zuwerfend, das kleine Bimmer. Aber man täusche sich nicht. Das ganze arbeitende Bolt steht wie ein Mann für sein wichtigstes, unentbehrlichstes Recht ein. Hans war an der Ecke der Karl- und Friedrichstraße angekommen. Er sah auf die Uhr: fünf Minuten vor acht nein, das war nicht die Zeit, in der man einen Besuch wie diesen machen konnte. Aber nachfragen konnte er " Ja, wenn es möglich wäre, die utopistischen Träume immerhin, sich vergewissern, wann er am sichersten den diefer Cabet, Weitling und wie sie sonst heißen, mit einem Herrn Premierlieutenant Rechberg in seiner Wohnung an Schlage zu verwirklichen wenn ein gewaltiger Märchen- treffen würde. zauberer hinträte zwischen diese sich gegenseitig würgenden, Hermann Rechberg, sein Jugendfreund, war es nämlich, mordenden, vernichtenden Kreaturen und ihnen ein dem sein Besuch galt. Der Sohn des Försters Hartung donnerndes Halt! geböte, daß sie den zur Niederwerfung war als Spieltamerad der Kinder im Hause des gräflich des Menschenbruders erhobenen Arm nicht mehr zu rühren Wildstein'schen Güterdirektors Rechberg ein- und ansvermöchten!" gegangen, und es hatte sich zwischen Hans Hartung und dem um ein Jahr älteren Hermann eine herzliche Beziehung ausgebildet, die sich mit zeitweisen Unterbrechungen bis in die späteren Jahre erhalten hatte. Der Wind hatte sich gelegt. Die Sterne blinkten von Wenn dieser Märchenzauberer den Unterdrückten, den dem dunklen Himmelsgewölbe herab, aber ihr Blinken hatte Getränkten, den Verkommenen zuriefe:„ Empor zum Licht, etwas Kaltes, Gleichgiltiges, Fremdes. Die Zeiten schienen auch ihr seid Kinder der Sonne!" und diesen habgierigen vorüber in denen sie über den Gefchicken der Menschen Jch- Thieren mit den zum Erdboden gekehrten, beständig Haus war mit Hermann zusammen durch den Pastor freundlich gewaltet und gewacht hatten. Jetzt war die suchenden Augen: Heraus mit eurem Raub, daß die andern des Nachbardorfes für eine höhere Klasse des Gymnasiums arme Brut da unten auf dem rollenden Planeten auch satt werden" und wenn dann alles im Hand- vorbereitet worden. Er sollte selbst einmal nach dem sich selbst überlassen. Mochte sie sehen, wie sie umdrehen nach seinem Gebote sich fügte- o, dann hätten Wunsche der Eltern den Beruf des Predigers oder Lehrers mit ihrer Noth fertig wurde, wie sie sich ein- wir es ja, dieses herrliche Paradics unserer Sehnsucht!... ergreifen, während Hermann Rechberg für die OffiziersAber es soll, es kann nun einmal nicht sein-die karriere bestimmt war. Da zerstörte der plötzliche Tod des richtete auf dieser dünnen Kruste, die den feurigen Kern des Himmelskörpers umschloß. Menschheit ist herausgewachsen aus den Jahren des Kinder- Försters die Pläne des Knaben. Auch die Mutter war Wie thöricht, thöricht sind doch diese unglücklichen märchens. Die Entwicklung ihrer Geschicke geht ihren un- bereits todt, und so tam Haus in eine Breslauer Druckerci, Wesen!" fuhr es Hans durch den Sinn, während er durch erbittlichen Gang, den kein Zauberer und kein träumender mit deren Besitzer Direktor Rechberg verwandt war, in die die stiller gewordenen Straßen dem Oranienburger Thore Poet aufzuhalten im stande ist. Die kalte, brutale Selbst- Lehre. Da er einige Sprachkenntnisse besaß und dieselben zuschritt. Wie herrlich tönnten sie sich hier einrichten auf fucht der Besitzenden will erst satt werden bis zum plagen, mit vielem Fleiß zu erweitern bemüht war, so kam er in ihrem angestammten Planeten, wenn nicht einer kleinen sie wird ihren Vampyrgelüften niemals freiwillig entsagen, seinem Fache gut vorwärts. Anzahl von ihnen jene unselige Gier inne wohnte, so viel bis die ausgesogenen Völker aus ihrem dumpfen Schlummer Es war ihm, als er vor drei Jahren ins Ausland und den gierigen Quälgeist von sich ging, von einer der vornehmsten Berliner Buchdruckereien als womöglich von diesem Erdendreck, der ihnen Nahrung erwacht sind und Wohnung, Kleidung und Schmuck darbietet, ihr eigen" abschütteln. Bis dahin heißt es, die Schlummernden die Stelle des ersten Faktors angeboten worden. Er schlug zu nennen, für sich allein zu haben, zu umgittern, zu um- wecken und die Erwachenden sammeln; heißt es, die Blinden den Boften aus, weil ein innerer Drang nach Erweiterung manern, zu„ be- fißen"! Welch' entseylicher, widernatürlicher zu Sehenden machen und nachhelfend eingreifen, wo etwa feines geistigen Gesichtskreises und freierer Bethätigung Wahn, daß das Glück nach Pfunden und Zentnern, nach der natürliche Entwickelungsprozeß ins Stocken kommt seiner Kraft ihn aus den kleinlichen, gedrückten Verhältniffen Zoll und Fuß, nach Ruthen und Meilen zu messen sei, dieser große Organisationsprozeß, der das klassenbewußte der preußischen Hauptstadt forttrieb. Schwester Elsbeth während doch jeder Lufthauch, jede Blume auf der Au, Proletariat zur ersten Großmacht der Welt macht." hatte inzwischen den Schlosser geheirathet. Hermann trat Tausendmal mehr wie jene, die ihm das Wahlrecht| Zentrum und auf der Rechten, wobei die Nationalliberalen Jebenso wenig Autorität, wie er es in der Abschäßung von No. nehmen wollen, hat es ein Recht darauf. die Mitläufer spielten. Als 1870 Wilhelm I. als Bundesfeldherr nach dem Rhein zog, verkündete er in seiner Proklamation: für den Fall, daß der bevorstehende Kampf ein siegreicher sei, werde die Freiheit und die Einheit Deutschlands des Sieges Preis sein. Das einzige, was wirklich als ein Stück deutscher Freiheit angesehen werden kann, ist das allgemeine Stimm recht. Nehmt das dem Volke und ihr habt es lügnerisch um seinen Siegespreis betrogen. vellen und Gedichten ist. Die Staatskunst hat die eine Aufgabe, den richtigen Autoritäten zur Anerkennung zu verhelfen, und sie hat die zweite Aufgabe, die falschen Autoritäten ihres Glanzes pflogen worden sind, mögen auf den ersten Blicke twas revolutionär zu entkleiden. Verhandlungen, wie sie kürzlich im Reichstage geaussehen, aber sie sind in Wahrheit viel mehr staatserhaltend als zahlreiche Erlasse und Gesetze, die zum Schuhe der Gesellschaftss Wer hat die Schlachten hauptsächlich geschlagen, Freilich hat diese Raubvertheilung der Rechten ein die das Deutsche Reich mit Blut zusammenkitteten? Opfer gekostet. Die moraltriefenden Konservativen dulden Das arbeitende Volt. an der Spize ihres leitenden Organes einen Mann, dem seit Monaten die ehrenrührigsten Handlungen öffentlich nachgesagt werden, ohne daß derselbe den Muth hat, seine Ankläger vor den Richter zu zitiren. Heute wurde nun ordnung ergehen. von der Linken der Beweis angetreten, daß das Der feine Unterschied, den die Breslauer Morgen Organ für verschwundene Pensionsfonds auch den elendesten Zeitung" zwischen der Autorität dieser Regierung" und Börsenspekulationen in bezug auf den Spiritushandel der Autorität im allgemeinen" zieht, ist uns allerdings gedient hat und der Redakteur ihres Blattes hatte auf nicht ganz verständlich. Das fortschrittliche Blatt lebt in diese vernichtenden Anklagen nur ein verlegenes Stottern der Illusion, es sei gegenwärtig in Deutschland eine Regieund erbärmliche Ausreden. rung möglich, die durch ihre innere Tüchtigkeit, durch die geistige und sittliche Kraft ihrer Mitglieder eine wirkliche Autorität ausüben, das heißt allgemeines Vertrauen und Ansehen genießen würde. Und wer trägt hauptsächlich die Blutstener, die das Land vertheidigungsfähig und seine Existenz möglich macht? Das Junkerthum? Die Bourgeoisie? Diese haben sich die Ehren- und Führerstellen reservirt, die kämpfenden Massen stellt das arbeitende Volk, das ein Baria degradiren? " Wir fragen weiter: Wer bringt hauptsächlich die schweren Laften auf, mit Hilfe deren das Deutsche Reich erhalten Das ist einer der Edelsten und Besten", zu deren wird? Wer leistet hauptsächlich die ca. 700 Millionen Erhaltung der Nation Millionen mit Hilfe der Gesetzgebung Mark betragenden indirekten Steuern und Zölle und die abgeschröpft werden. Liebesgaben an Zuckerbarone und Schnapsmagnaten? Welches Parlament der Welt hat ein gleich tristes An die Möglichkeit einer solchen Regierung glauben Das Junkerthum, die Bourgeoisie? Mit nichten. Schauspiel aufzuweisen? Und das alles unter der Doppel- wir jedoch nicht. Die kleine aber mächtige Partei", die Diese ziehen gegenüber den Opfern", die sie bringen, firma: Mit Gott, für König und Vaterland! und: Für jetzt das Regiment führt, enthält keine Personen, ja teine tausendfache Vortheile aus den Branntwein und Wahrheit, Freiheit und Recht! einzige Person mit den zur Ausübung einer solchen Autorität Zuckersteuer Prämien, den Getreide, Vieh, Holz- und Die weiteren Gegenstände der Tagesordnung wurden nöthigen Eigenschaften. Und auch in dem ganzen PersonenIndustriezöllen 2c. Alle diese Lasten trägt in erster Linie rasch erledigt. Bei der Sklavereivorlage hoben Molkenbuhr freis, welcher dem die Regierungsstellen besetzenden Monwiederum das arbeitende Volk. und Stadthagen die Mängel derselben noch einmal hervor, archen zugänglich ist, befinden sich keine derartigen Männer. während Bebel bei dem Nachtrag für den Haushalts- Etat Wir haben jetzt in Deutschland eine Parteiregierung in des in den Schutzgebieten das Duell Eschke- Bennigsen zur Sprache Wortes verwegenfter Bedeutung und mit einem sehr kleinen brachte und Auskunft verlangte. Rekrutierungsgebiet für die Auswahl der RegierungsKurz vor 6 Uhr wurde die Sigung vertagt. mitglieder. Graf Caprivi, der so utopistisch war, zu Vaterland mit seinem Blute vertheidigen soll, das immer der Wahl des Abgeordneten Möller gemacht werden. Ob Kreis" entschlüpfen, ist in bekannter Weise zu Fall ges Eine Schiebung sollte im Reichstag mit der Prüfung glauben, er könne diefem circulus vitiosus diesem bösen mehr zur Beute seiner herrschenden Klaſſen zu werden droht. wohl der Referent, Genosse Auer, den schriftlichen Bericht kommen, aber alles, was jetzt für das zwar lohnende aber zwar Und diesem Volke, das so viele Pflichten hat, und bereits am 17. Mai geliefert hatte, so war derselbe doch doch recht dornenvolle Regierungsgeschäft zu haben ist, gestern im Drucke nicht fertig gestellt und wirkliche Recht, das es besitzt, schnöde rauben und es zum Herr Möller möchte gar zu gern noch die Kieler Feierlich andere Autorität" beanspruchen, als die der Köller, Eulens An dem Tage, wo man dem arbeitenden nicht mehr vor Schluß der Session auf die Tagesordnung feiten als Abgeordneter mitmachen, weswegen die Wahl burg oder ähnlich. Bolt sein Recht nimmt, wird Preußisches Vereinsgesetz. Die" Bolts Zeitung" hält es auch seiner Pflichten quitt. Die Beiten sind vorbei, wo gestellt werden sollte. Nach der Rückkehr von Kiel wollte mit Entschiedenheit die Nachricht aufrecht, daß an der Verböserung das Volk sklavisch sich duckt und die Hand füßt, die es dann Herr Möller sein Mandat so wenigstens hatte er zu des preußischen Vereinsgesetzes im Ministerium des Junern züchtigt. gefagt freiwillig niederlegen. Dem energischen Eingreifen intensiv gearbeitet werde. unserer Genossen gegenüber mußte dieser Koup aufgegeben Ein Baterland, das seine arbeitenden werden und wird nun über Möller's Wahl deren reise des Ministers v. Köller nach Straßburg Herr v. Lucanus und Herr v. Köller. Die Aber ist Klassen zu Parias macht, hat aufgehört, Rassirung außer Zweifel steht für diese von Werth zu sein. Arbeitende Kassirung außer Zweifel steht am Freitag entschieden. - am Freitag entschieden. inzwischen durchaus wohlbehalten wieder zurückgekehrt unmittelbar nach dem Fall der Umsturzvorlage, ließ die Klassen, die von Haß und Erbitterung er Ueber den Fall der Umsturzvorlage wehklagt der Hoffnungen jener Politiker, die da vermeinen, bei uns füllt sind über die Rechtlosigkeit und die Reichsbote", daß es Stein und Bein rühren könnte. Der Schmerz müsse ein Minister nach einer eklatanten parlamentarischen schnöde Behandlung, die ihnen widerfährt, des frommen Blattes ist um so tiefer, weil es die Umsturz- Niederlage abtreten, sehr hoch gehen. Allmälig aber haben find schlechte Wertheidiger des heimath- vorlage anfangs verworfen und erst nach langem Seelen- selbst diese braven Leute eingesehen, daß es mit der Erschütterung lichen Bodens. tampf sich entschlossen hatte, das liebe Wechselbälgchen an der Stellung des Herrn v. Köller, der doch so gut in die Der auswärtige Feind, der auf solch innere Berwürf- sein christliches Herz zu drücken. Unter Bezugnahme auf homogene" Regierung hineinpaßt, nichts ist. Wie aber ernisse spekulirt, hat möglicherweise nicht schlecht spekulirt. eine Bemerkung des Vorwärts" jammert heute der ,, Reichs- klärt sich dann die Reise nach Straßburg? Dazu wird Das sollten jene beherzigen, die mit dem verbrechebote":" Die Autorität der Obrigkeit hat einen schweren nun, wie der Volks- Zeitung" zu Ohren gekommen ist, in rischen Gedanken sich tragen, dem Volke sein wichtigstes Stoß erlitten und die Sozialdemokratie einen ungeheuern nationalliberalen Kreisen eine höchst merkwürdige und Recht zu nehmen. Triumph erlebt!" charakteristische Geschichte erzählt. Herr v. Köller habe, so lautet jene mittelparteiliche Erzählung, thatsächlich gegen Was den Stoß" betrifft, den die ,, Autorität" erlitten, sich Verstimmung hervorgerufen. Das sei aber nicht durch so wollen wir nachstehend eine Stelle aus dem letzten Leit- die Umsturzvorlage gekommen, sondern also: Man erinnert artikel der fortschrittlichen Breslauer Morgenzeitung", be- sich, daß vor einigen Wochen die Berl. Korr." kurz hintertitelt Freie Bahn" abdrucken. Es heißt da: einander zwei Artikel gegen die Agrarier im allgemeinen Ohne Besorgniß, daß man uns zu den hartgefottenen Böse- und ihr Organ, die Deutsche Tageszeitung", im besonderen wichtern zählen werde, erklären wir, daß die Meldung von der brachte. Die Artikel erregten großes Aufsehen, namentlich Schlappe, welche die Regierung vor acht Tagen erlitten hat, uns bei den Konservativen. Wie kann Herr v. Köller derlei Aus dem Reichstage. Jetzt haben die Schnaps- verursacht hat. Von ganzem Herzen haben wir machen? auch nicht die leiseste Anwandlung von Kummer Man drang in ihn; Herr v. Köller zuckte barone ihren Raub auch weg, nachdem ihnen die Zucker- ben preußischen Ministern das gegönnt, was anfänglich die Achseln. Dann aber gestand er, er sei sehr herren bei der Austheilung der Beute vorausgegangen find. ihnen zu theil geworden ist; hoffentlich geht unschuldig an den Artikeln; sie stammten direkt aus dem Entsprechend der Bedeutung, welche der Kartoffelfusel für es ihnen in Zukunft ebenso. Diesen Wunsch Zivilkabinet, von Herrn v. Lucanus. Es sei nichts den preußischen„ Kultur"-Staat von jeher eingenommen hat, begen wir im Interesse des Landes, des Boltes anderes übrig geblieben, die Berliner Korrespondenz" hätte ist der Raubantheil für die Kartoffelbrenner um die Hälfte und der Regierung. Junker und Bourgeois mögen sehen, wo sie bleiben, wenn das arbeitende Bolt, weil von Ingrimm und Erbitterung erfüllt, seine Dienste versagt. Discite justitiam moniti Lernt, ihr seid gewarnt. Dolitische Lebersicht. Berlin, 22. Mai. Stimmt auffallend. " -O " größer, wie der für Sie Zuckerbarone. Letztere haben bis Die Autorität der Regierung hat eine arge Erschütterung fie bringen müssen. Natürlich sei diese Aeußerung nicht auf weiteres jährlich 4 Millionen, die Schnapsbarone aber erfahren, sagen die Sentimentalen. Sehr wahr, aber auch verschwiegen geblieben. Schließlich sei sie auch zu den pro Jahr 8 Millionen Zulage zu den bisherigen Liebes- wurde, blieb die Autorität im allgemeinen ganz unberührt. Bericht erstattet und mit Herrn v. Köller hätte eine kleine gaben erhalten. Und diese Bereicherung der Reichen, auf wenn Herr v. Köller der Vertreter der Autorität überhaupt wäre, Auseinandersetzung stattgefunden. Daß Herr v. Köller Kosten der Armen und Aermsten, ist zu stande gekommen dann dürfte es die höchste Zeit sein, an die Untergrabung solcher mit dem Reichstag nicht zum besten steht und mit ihm in durch die gescheitelten und geschorenen Staatsstüten im Autorität zu denken. Herr v. Köller ist in Regierungsfachen mancherlei Konflikte gerathen ist, hat ihm nach dieser Ges Rentmeister Schmidt von hier als ältester bei einem Artillerieregiment ein und machte rasche Fort schritte in seiner Karriere: vor einem Jahre war er zum Premierlieutenant ernannt worden, und gegenwärtig worden, und gegenwärtig hielt er sich behufs artilleristischer Studien mit Urlaub in Berlin auf. Theater. Das Ein Bild aus dem Fendalzeitalter. Beamter Des Grafen und Paftor Reiß richteten eine kurze warme ( Drt der Handlung: Medienburg. 3eit 1895.) Ansprache an das Paar. Abends gegen 9 Uhr trat eine große Wer sich in Mecklenburg ein ritterschaftliches Gut fauft, ist Anzahl hiesiger Einwohner zu einem Fackelzuge auf dem MarktRitter", Landesvertreter und Gerichtsherr. Zu einem solchen plage zusammen und marschirten unter Borantritt der Kapelle Gutsbezirk gehören manchmal ganze Städte, wie ja 3. B. jene nach Bothmer hinaus, wo der Männer- Gesangverein Frohsinn" Hans hatte den Jugendfreund seit ein paar Jahren Dassower Strafverfügung auch" Ritterschaftliches Polizei- Amt" drei Lieder vortrug. Der Zug fehrte dann in den Flecken zurück, nicht gesehen. Er hielt sich absichtlich von dem Lieutenant unterzeichnet ist. In dem unweit Dassow gelegenen Städtchen verbrannte unter Abfingung passender Lieder mit Musikbegleitung fern, und Hermann mußte ihn, so oft er nach der Haupt- Klütz übt z. B. Graf Otto v. Bothmer auf Bothmer bei Klüb die auf dem Marktplatz zusammengeworfenen Fackeln und ver stadt kam, jedesmal mit vieler Mühe, bisweilen sogar mit die Gerichtsbarkeit aus. Graf Bothmer verlegte dieser Tage theilte sich alsdann auf drei Gasthöfe zu einem Tanzvergnügen, Hilfe der Polizei aufsuchen, um sich dem Genuß eines feinen Wohnsitz von Brook nach dem einige Meilen entfernten die der Graf durch sein Erscheinen beehrte. Plauderſtündchens mit dem Genossen der Jugendtage zu Bothmer, und aus diesem Anlaß bringt das" Dassow- Klützer verschaffen. Das Leben hatte ihnen verschiedene Wege ge- au föftlich ist, um sie unsern Lesern wenigstens in ihren HauptTageblatt" eine mittelalterlich unterthänige Beschreibung, welche wiesen aber im Herzen schien Hermann dem Kameraden punkten vorzuenthalten: Das Schillertheater hatte sich zum Dienstag die Erlaubniß treu geblieben zu sein. So wollte Hans diesmal getrost Gestern Nachmittag verlegten Graf Otto v. Bothmer und erwirkt, Seine stockprügelnde Majestät Friedrich Wilhelm I. von den ersten Schritt thun, zumal er sich noch eines besonderen Gemahlin ihren Wohnsitz von dem Gute Broock nach ihrem Preußen auf die Bühne bringen zu dürfen. Wenn der forsche Herr Auftrages bei Hermann zu entledigen hatte. Ahnenfit Schloß Bothmer. Anläßlich dieses ihres Einzuges da allerdings auch in der idealisirten Gestalt verkörpert wurde, die Karl Er zog die Klingel an der bescheidenen Junggesellen- selbst hatte man ihnen hier( in Klüß) und in den Ortschaften Guytow ihm in 3opf und Schwert" verliehen hat, so wohnung, die Hermann in einem Hause der Karlstraße be- ihrer Begüterung, die sie auf dem Wege von Broock nach Bothmer blieb doch noch genug menschliches und unmenschliches an ihin wohnte. Wider sein Erwarten erfuhr er von dem öffnenden paffirten, einen recht feierlichen Empfang bereitet, auch die Be- haften, um die Sache bedentlich erscheinen zu lassen. Burschen, daß der Herr Lieutenant zu Hause sei und Gäste wohner des in ihre Begüterung hineingeschobenen Domanial- historische Drama ist heute vom maßgebenden Standpunkte der Dorfes( d. h. großherzoglichen) Warnkenhagen hatten einen Ehren- preußischen Staatserhaltung aus ja nicht anders denkbar, als habe. Im nächsten Augenblick bereits ſtand Hermann selbst bogen mit einer Inschrift errichtet. Der Pächter des Gutes wenn es bis zum Ueberdruß mit Dohenzollernverherrlichung angefüllt vor ihm eine gedrungene, kräftige Gestalt mit etwas Glmenhorst hatte bei der daselbst erbauten Ehrenpforte mit seiner ist, als wenn in ihm der Korporalstock als das Sinnbild der groß gerathenem Kopfe. Er schien den Jugendfreund nicht Familie Aufstellung genommen und brachte feinem jungen Ver Welterlösung erscheint. Hat ein sogenanntes vaterländisches sogleich zu erkennen und musterte ihn mit einigem Be- pächter nebst Gemahlin die ersten mündlichen Glück- und Segens- Stück diesen Vorzug, fo tommt es im übrigen fremden. wünsche dar, an die sich zunächst diejenigen des Verwalters des nicht weiter auf seinen Werth an; es ist dann gegen die Kritik " Mein Name ist Hartung, Herr Lieutenant..." bes Gutes Grundshagen und der Frau Hauswirthin S. daselbst, gefeit und hofbühnenfähig, sei es selbst bis zu der Schalheit des gann Hans in zurückhaltendem Tone: welche auch je eine Ehrenpforte hatten herrichten laffen, reiheten. patriotischen Muster! ustspiels Wie die Alten fungen" herab= An der Grenze der Klüber Feldmark empfingen die Hauswirthe gefunken. Der Patriotismus ist eben zur Zeit so rar wie „ Hansel... was Tausend! Na, das ist aber schön!" der Begüterung ihre Grundherrschaft. Nachdem der Erbpächter Schnepfendreck und gedeiht zum Schmerz der wenigen Gut. rief der Offizier mit dem Zeichen aufrichtiger Freude. Nein, F. Luhmann hierselbst namens aller Hauswirthe eine furze An- gesinnten nur äußerst spärlich unter Leuten von Talent nnd das ist prächtig, einfach... so leg nur ab und komm herein sprache gehalten und ein dreimaliges Hoch auf dieselbe aus Ehre. Guytow's Lustspiel ist zu einer Zeit entstanden, wo das zu uns... Wie gut Du Dir's gemerkt hast, daß heut mein gebracht hatte, ritten sie dem Wagen derselben von da ab in Vaterland trotz der aufstrebenden bürgerlichen Kanaille noch nicht Geburtstag ist, den wir so oft zusammen gefeiert haben- furzem Trab je zwei und zwei nebeneinander bis zum Eingang fo in Gefahr war, wie gegenwärtig, und der Dichter konnte sich wie, oder ist's nur Zufall?" des Fleckens voran, woselbst fich die Empfangskomitee's mit daher gestatten, in Gegenwart des Königs eine vergnügte Hans lächelte verlegen: nein, er hatte wirklich nicht an 16 Musikern und den hiesigen Einwohnern aufgestellt batten. Der Trauerrede auf dessen Tod halten zu lassen, er fonnte Hermann's Geburtstag gedacht. Er entschuldigte seine Ver- Bug fezte sich dann durch den reichbeflaggten und mit Guirlanden, auch die königliche Familie und die Kreaturen Seiner Inschriften 2c. höchst sinnig geschmückten Ort in Bewegung. Un- Majestät in höchst fragwürdiger Gestalt vorführen. Das geßlichkeit und beglückwünschte Hermann, und dieser klopfte gefähr in der Mitte desselben schlossen sich die Schultinder der vortreffliche Luftspiel wirkte daher bei seiner Wiederaufführung ihn lachend auf die Schulter. Dann suchte er ihm eigen- Begüterung mit ihren Lehrern und Lehrerinnen an den Feftzug, erfrischend trotz der in ihm enthaltenen patriotischen Brocken von händig von der einen Seite her den Mantel abzunehmen, nachdem eine der hiesigen Schülerinnen der Frau Gräfin ein der Mission des Preußenthums. Die Darstellung ließ wenig zu während der Bursche dieselbe Manipulation von der anderen Bouquet nach einigen an sie gerichteten passenden Worten über wünschen übrig. Zur Verkörperung des Königs befißt Herr Seite zu verrichten bemüht mar. reicht hatte. In der auf dem Marktplage erbauten großen Bategg die nöthige Beranlagung; der Künstler verstand es, die Lassen Sie doch, Herr Lieutenant... ich gehe sogleich Ghrenpforte hatten die gewählten vierundzwanzig Ehren- leicht zu verzerrende Figur namentlich zum Schluß menschlich die Festkommission Aufstellung genommen. wahr darzustellen. Ein wenig larmoyant war Herr Wach als wieder," sagte Hans, indem er sich den beiden zu entziehen jungfrauen und Ms eine der ersteren der Frau Gräfin nach Vortrag eines Ge- Erbprinz von Bayreuth; dagegen befand sich die Rolle des suchte. dichts ein Bouquet überreicht hatte, trat Schlosser Sauerbier Hotham bei Herrn Georg in guten Händen. Vorzüglich wurde Was ist das?" fuhr Hermann auf ihn los Herr hierselbst vor und begrüßte den Grafen und Frau Gemahlin auch der Grenadier Eckhoff, der spätere große Künstler, von Lieutenant? Ich dächte gar! Sofort legst Du den Mantel durch eine längere Ansprache, die mit einem brausenden Hoch Herrn Pauly dargestellt. Zum Glück fanden auch die Frauenab und kommst mit herein- oder Du bist auf ewige Zeiten auf dieselben schloß. Darauf setzte sich der stattliche Zug nach rollen eine befriedigende Darstellung; namentlich die Damen für mich ein ganz gewöhnlicher Herr" Johannes Hartung, Bothmer wieder in Bewegung. Auf der Freitreppe des Schloffes Jing und Levermann hatten als Prinzessin und Hoffräulein Also wähle!" ( Fortsetzung folgt.) standen die Beamten und Gutspächter des Grafen und noch einige ihren guten Tag. " " " Der alte vulgäre Liberalismus fchichte also bei seinem Arbeitgeber nicht besonders geschadet. I verdienstvolle, heute noch als Quellenschrift zu betrachtende| konfervativen Partei nothwendig, und es ist zu hoffen, daß sie Daß er dagegen im Begriff war, es mit Herrn v. Lucanus Arbeit über die Internationale Arbeiterassoziation. zur rechten Zeit in aller Form zu stande kommen wird." zu verderben, das hätte ihm beinahe die Stelle gekostet. Die Frankfurter Zeitung" schreibt:" Die Liberalen, die im Die von Graf Arnim in seinem Kampf mit Bismarck vorigen Jahre an Stimmenzahl den Klerikalen fast noch eben= Agrarische Schuldentilgung. Die„ verschuldeten" veröffentlichte berühmte Streitschrift Pro Nihilo hatte bürtig waren und zuerst in die Stichwahl und dann auch, dank und überschuldeten" Agrarier wünschen sich von diesen Eichhoff zum Verfasser. den sozialistischen Stimmen, in den Besitz des Mandates tamen, Mit Kautsky zusammen hat er für den Diet'schen gelangten also diesmal nicht in die Stichwahl und stimmten bei ihren Schulden zu befreien. Dies aber nicht dadurch, daß Verlag die„ Urgesellschaft" von Morgan übersetzt, wie er der letteren zum größten Theile für den Klerikalen Kandidaten. sie, wie andere Leute auch, ihre Schulden bezahlen; auch denn auch sonst vielfach als Uebersezer thätig war. Einige Man ersieht hieraus, daß der Liberalismus immer mehr Wähler vollen sie nicht bankrott machen, wie es gewöhnlichen Sterblichen beschieden ist, die ihre Schulden nicht bezahlen zeitlang war Eichhoff in der Redaktion des„ Berliner an den Sozialismus verliert, mehr als der Klerikalismus; sodann Sterblichen beschieden ist, die ihre Schulden nicht bezahlen Volksblatts", aus welchem der„ Vorwärts" hervorgegangen daß der restliche Liberalismus dem Sozialismus teine Gegen können. Sie wollen nicht mehr und nicht weniger, als daß ist, thätig, so daß wir in dem verstorbenen Genossen und Freund feitigkeit hält und von ihm wohl Stimmien annimmt, aber ihm der Staat aus Staatsmitteln Juſtitute gründen soll zu auch einen Kollegen beklagen. Später wirkte Eichhoff etwa teine wiedergiebt; endlich daß die Reſte des Liberalismus lieber dem Zweck, die Schulden der Großgrundbefizer auszuzahlen drei Jahre als Redakteur der Münchener Post" und dann sowie ihre politische Bedeutung verlieren. Dies alles bestätigt und sie als unkündbar und amortisirbar auf die eigenen ungefähr ebenso lange als Redakteur der Schwäbischen siffernmäßig die Entwicklung, die in Belgien seit einiger Zeit Kassen zu übernehmen. Darauf kommt der folgende Antrag hinaus, den Graf von der Schulenburg- Beezendorf dem Tagwacht" in Stuttgart. In letzterer Zeit war er törperlich im Buge ist. leidend Herrenhaus vorgelegt hat. Dieser neue Wunschzettel -die geistige Frische und Arbeitskraft bewahrte liegt in den legten Bügen; die unteren Klassen lautet: er sich aber bis zum letzten Tag. Eichhoff hat viele Ver- gehen zum Sozialismus über, die oberen, Im Interesse der Erhaltung des ländlichen Grundbesitzer folgungen zu erleiden gehabt und hat ein bewegtes Leben wohlhabenderen lassen, die sich vor dem standes ist es geboten, der reißend anwachsenden Boden- geführt. Er ist 62 Jahre alt geworden. Das deutsche Sozialismus fürchten, flüchten sich in den verschuldung Einhalt zu thun und auf eine allmälige Schuld- Proletariat wird dem braven Vorkämpfer ein dankbares Schuß der Kirche, die zur Beit in Belgien auch im Besige der Staatsgewalt ist. Der Liberalismus selbst hat entlastung Bedacht zu nehmen. Die römisch- rechtlichen Be- Gedächtniß bewahren! nunmehr seine Rolle ausgespielt und nur zwei stimmungen über Verschuldung, Theilbarkeit und Vererbung des Die österreichische Wahlreformfrage soll demnächst ein Parteien werden sich fortan um die Herrschaft in Belgien streiten: Grund und Bodens sind durch einschränkende deutsch- rechtliche fleines Schrittchen in ihrem Schneckengange nach vorwärts die Klerifalen und die Sozialisten. Das ist die Moral der Wahl Vorschriften zu ersetzen. Als solche kommen in betracht: die rücken. Das Unterkomitee des Wahlreform- Ausschusses hat seine von Thuin." Einführung des Anerbenrechtes in den Gegenden, wo es der Arbeiten beendigt; in den nächsten Tagen soll der WahlreformBoltsfitte entspricht. Die Errichtung von Heimstätten auf grund Ausschuß das Ergebniß der Thätigkeit seines Unterausschusses Ein nener Aufstand in Weftindien. Laut einer des dem deutschen Reichstage vorgelegten Gefeßentwurfes. Die erfahren. Wie lange nun der Wechselbalg bis zur Beschluß- telegraphischen Nachricht aus Sanct Thomas ist unter den Negern Ersetzung der fündbaren privaten Hypothek durch die feitens faffung im Plenum brauchen wird, weiß in Desterreich niemand. in Santa Cruz ein Aufstand ausgebrochen. Die weißen Zuckerdes Gläubigers untündbare, binnen einer bestimmten Zeit plantagen- Befizer, welche infolge des Niederganges der Zucker. zu amortifirende Institutshypothet." Industrie die rückständigen Löhne der Neger nicht bezahlen fonnten, sind geflüchtet. " I Neben dem Zahlenlotto führt Ungarn nun auch die Klassenlotterie ein. Sollte sich dieselbe bewähren, d. h. dem Staatsschatz durch die Spiellust eine gehörige Bahl von Millionen zugeführt werden, dann soll das Zahlenlotto durch die Klaffenlotterie ersetzt werden. Das Ansehen des Reichstags soll durch den Fall der Umsturzvorlage gesunken sein, läßt der Reichsbote" sich schreiben. Der Reichsbote" irrt sich. Das Ansehen der Regierung hat zweifellos gelitten; was aber die Schweizerische Bundesversammlung. Die am 4. Juni Regierung verloren hat, das hat der Reichstag an An- in Bern zur Sommerfession zusammentretende Bundesversammlung sehen gewonnen. Der Wunsch war bei dem Reichsboten" Nationalrath und Ständerath findet eine reichbesetzte offenbar der Vater des Gedankens. Tagesordnung vor, nämlich nicht weniger als 46 Geschäfte, woZum Militärstrafverfahren. Die pürttembergische mittel- Gesetzgebung, Untersuchung der Wasserverhältnisse der von die wichtigsten sind: Organisation des Bundesrathes, LebensAbgeordnetenkammer debattirte in ihrer Dienstags- Schweiz, Disziplinar- Strafordnung, Revision der Militärartikel fitung über einen Antrag des Zentrums, welcher dahin geht, die der Bundesverfassung, Erweiterung der Furta- Befestigung, Gleich württembergische Staatsregierung möge im Bundesrath für eine gewichtspostulat, Ausführungsgeset zum Banknotenartikel, Regelung der Militär- Strafprozeßordnung für das Kranken- und Unfallversicherung, Revision der Geschäftsordnungen Deutsche Reich nach dem Muster der bürgerlichen Straf des National- und Ständerathes. prozeßordnung besorgt sein, mit den Grundsäßen der Ständigkeit und Selbständigkeit der Militärgerichte, der Trennung der Aufgaben des Anklägers, des Vertheidigers und der Richters, der Freigebung der Bertheidigung in allen Straffällen, der Mün dTich feit und Deffentlichteit der Hauptverhandlung und der Einführung ordentlicher Rechtsmittel gegen die er Nach einer zustimmenden Erklärung des gangenen Urtheile. Kriegsministers wurde der Antrag mit 80 gegen 2 Stimmen an genommen. Die Kommission für Arbeiterstatistik wird in ihrer nächsten Sigung über das Ergebniß der über Miß stände im Handelsgewerbe angestellten Untersuchungen berathen. Kunst und Wissenschaft. Das Proportional- Wahlsystem dürfte demnächst im Kanton Basel- Stadt zur Durchführung kommen. Vertreter aller Parteien haben sich zu einem Komitee vereinigt, um für die Aenderung des Wahlgefehes thätig zu sein. gemeldet: Nach Mittheilungen aus Mesched tam es" Anfang Nuruhen in Persien. Aus Teheran wird der„ Time3" Mai in Kuschan zu ernsten Unruhen; der stellvertretende Gouverneur und sechs Leute aus seinem Gefolge wurden ermordet und ihre Leichen verstümmelt. Ruschan liegt im Nordosten Persiens, nahe der russischen Grenze, in der Provinz Chorassan. Parlamentarischres. Parteinachrichten. In Debatte über die spzialpolitischen Bedenken. Die Kanit Kommission beendigte am Mittwoch die seinem Schlußwort suchte Graf Kanis alle vorgebrachten Bes benten zu zerstreuen, ohne indessen etwas Neues fagen zu können. Seine Ausführungen waren eine Wiederholung der schon früher von den Herren der Rechten gegebenen Ausführungen. Hierauf wurde über Punkt 5 des Arbeitsplanes, die handels. politischen Bedenken, die Debatte eröffnet. Abg. Neuesten Nachrichten" aus Rom geschrieben: Ueber die Wahlen in Italien wird den Münchener Sug( 3.), der sich sich bei der Resolution des Grafen Schwerin der Abstimmung enthalten hat, erklärt, daß So groß wie bei den bevorstehenden Wahlen die Parteier den Antrag mit den Handelsverträgen nicht ver verwirrung sein wird, ist sie noch nie gewesen. Die Kammereinbar halte und baß er den Antrag aus diesem auflösung war nicht die Folge eines Konflikts zwischen der Re- Grunde nicht unterstüßen tönne. Geh. Rath Lindenfeld gierung und der Volksvertretung. Die aufgelöste Stammer hat giebt die Erklärung ab, daß die Regierung den Antrag mit den vielmehr dem Minifterium Indemnität für seine innere Politit Sandelsverträgen nicht vereinbar halte. Durch die HandelsDie Untersuchungen hatten sich auf die Arbeitszeit der in ertheilt und alle ihm vorgelegten Gesetze zum theil mit großen verträge haben wir uns verpflichtet, teine höheren Zölle einLadengeschäften thätigen Personen, insbesondere der jugendlichen Mehrheiten angenommen. Die Auflösung erfolgte, zuführen und keine Einfuhrverbote zu erlassen. Nach seiner und weiblichen, auf die mangelhafte Ausbildung und die über weil der Ministerpräsident mit recht eine Meinung hätten die Antragsteller die bisher vorgebrachten Be große Zahl der Lehrlinge, sowie auf die zunehmende Verkürzung Diskussion über seine moralische Befähigung benten mannigfacher Art nicht widerlegt.- Abg. W a mhoff( natl.) der vertragsmäßigen Kündigungsfristen erstreckt. Zunächst zur Leitung der Geschäfte verhindern wollte. hält ebenfalls den Antrag mit den Handelsverträgen nicht ver war ein Fragebogen ausgegeben worden, dessen Beantwortung Eine große Anzahl von Abgeordneten, die diese Diskussion wünschten, einbar. Wegen des Beginnes der Plenarverhandlungen muß die einschlägigen Verhältnisse für etwa 10 pet. der mit Hilfs war mit der Politik der Regierung vollkommen einverstanden. Die Sigung abgebrochen werden. Es wird noch beschlossen, daß personen arbeitenden Ladengeschäfte darstellte. Diese Erhebung Der Gegenstand des Wahlkampfes ist aber nicht das Programm, die Verhandlungen, welche bekanntlich stenographirt worden, wurde durch schriftliche Befragung von taufmännischen Vereinen sondern die Person des Ministerpräsidenten. Und durch Druck allen Mitgliedern des Hauses zugänglich gemacht und Verbänden, sowie durch ein Gutachten des kaiserlichen darum giebt es mit Ausnahme der Sozialisten feinen Randidaten werden sollen. Nächste Sigung Freitag. Gesundheitsamtes ergänzt. Echließlich hat im November v. J. in diesen Wahlen, dessen Parteizugehörigkeit über seine Stellung eine eingehende mündliche Bernehmung von Auskunftspersonen zur Regierung entscheidet. Als ministerielle Abgeordnete treten vor der Kommission für Arbeiterstatistit stattgefunden. Dieses Mitglieder der äußersten Rechten und der äußersten Linten auf, gefammte Material wird der Berathung der Kommission für und als oppofitionelle Abgeordnete bezeichnen sich Gemäßigte Arbeiterstatistik in ihrer nächsten Sigung zu grunde liegen.- und Liberale. Die große liberale Partei, die feit 1892 das Eichhoff Bergangene Nacht starb in Stuttgart Staatsruder führte, ist gespalten; Kandidaten, die sich zu dem Achtung, Parteigenoffen in Charlottenburg! Bekannt ein alter und vielerprobter Kämpe der Sozialdemokratie: felben politischen Programm bekennen, befehden einander im Wahl- lich giebt es hier 2-3000 polnische Arbeiter, die theils Wilhelm Eichhoff. Bekannt wurde er Ende der kampf; Rudini, Colombo und Luzzatti erklären sich für die dauernd in den Farbenfabriken zc., theils den Sommer über bei fünfziger Jahre durch seine zuerst im Londoner Wochenblatt ber Rechten, die jedes Wort des Rudini'schen Programms glaubliche Bedürfnißlofigkeit und Unterwürfigkeit, ihre systematisch Opposition Seiner Majestät", und zahlreiche andere Mitglieder den Erdarbeiten in der Umgegend beschäftigt find. Ihre unHerrmann" veröffentlichten Polizei- Silhouetten, in denen unterschreiben tönnten, kandidiren für die Regierung, gepflegte Unwissenheit und ihre Abhängigkeit von den Geistlichen die Stieber'sche Wirthschaft gebrandmarkt ward. In den G3 giebt in diesem Wahlkampf teine poli- machen sie zu willenlosen Opfern der kapitalistischen Ausbeutung. Arbeiterkreisen erwarb Eichoff sich einen Namen durch seine tischen Parteien, sondern Freunde und Gegner Bugleich bilden sie eine schwere Gefahr für die Arbeiterorgani Crispi's. Und diese heillose Verwirrung wird noch fationen, da sie im Falle einer Lohnbewegung leicht den deutschen dadurch vergrößert, daß die Person des Minister Arbeitern in den Rücken fallen. Die hiesigen Parteigenossen präsidenten tein tiares Programm verkörpert. batten längst die Nothwendigkeit erkannt, die sozialistische die Reihen dieser Wermsten der Franz von Suppé, der bekannte Operetten Komponist, ist Denn in dem, was das Ministerium bisher geleistet hat, ist kein Propaganda auch in am Abend des 21. Mai im Alter von 75 Jahren in Wien ge- Programm zum Ausdruck gekommen. Wohl hat es Regierungen Armen zu tragen, was gleichzeitig ein Mittel wäre, den storben. Er war am 18. April 1820 zu Spalato in Dalmatien gegeben, die auf ihre Thaten hinweisen konnten, wenn man sie Sozialismus im Junkerparadies an der Weichsel zu verbreiten. geboren und trat, reich talentirt, in das Wiener Konservatorium nach ihren politischen Grundsägen fragte. Das waren aber Durch die Agitation der Gewerkschaften und des Wahlvereins ein. Seine erste Stellung war die eines Kapellmeisters am Regierungen, die große gesetzgeberische Gedanken verwirklicht sind aber nur sehr wenige Anhänger unter den Polen gewonnen Josefstädtischen Theater; danach war er kurze Zeit Theater- hatten. Das Ministerium Crispi hat so abnorme Bustände vor- worden, da diese der deutschen Sprache ziemlich unkundig sind fapellmeister zu Preßburg, bis 1862 am Theater an der gefunden, daß ihm die Möglichkeit fehlte, solche und deshalb deutsche Versammlungen nicht besuchen. In der i am Theater Wien und von 1865 Gedanken zu verwirklichen. Erkenntniß nun, daß nur die Agitation in polnischer Sprache der Leopoldstadt. Seitdem zählte er zu den namhafteren Komponisten Man sieht, der Schreiber ist ein Verehrer Crispi's. Er erfolgreich ist, haben im vergangenen Winter einige polnische und errang auf dem Gebiete der Operette außerordentliche hält es für„ recht", daß Crispi daß Crispi die aufgelöfte Rammer Parteigenossen den polnischen Arbeiterbildungs- Verein WahrErfolge. Am bekanntesten sind geworden Behn Mädchen daran hindern wollte, feine moralische Befähigung zu prüfen. heit" gegründet, trotzdem die durch die Geistlichen aufgehegten und fein Mann"( 1862), Flotte Bursche"( 1868), Die Wir nehmen Aft von dieser wunberbaren Befundung moralischen Bolen durch Tumulte und thätliche Angriffe die zu diesem schöne Galathee" Galathee"( 1865) Leichte Kavallerie"( 1866) Sinnes in einem Bourgeoisblatte. Wir wollen uns auch nicht Zwecke einberufenen Versammlungen zu stören und dadurch die Banditenstreiche"( 1868), Fatiniza"( 1876), Tricoche und dagegen wenden, daß der Korrespondent aus der abnormen Gründung des Vereins zu hintertreiben suchten. Die bürgerliche Cacolet", Boccaccio"( 1879)," Donna Juanita" 2c. Er war Lage Jtaliens, die Crispi vorgefunden, die Folgerung zieht, Prefse frohlockte über diese Prügelaffären, über diesen Sieg" und meinte, geistigen Waffen" einer der fleißigsten Komponisten und hat etwa 30 Opern und daß Crispi nicht die Möglichkeit" zur Entwickelung großer mit wir würden bei Nun, wir haben Operetten geschrieben, gegen 200 Liederspiele, Vaudevilles, Bossen gesetzgeberischer Gedanken" gehabt habe( uns scheint, aus den den Polen wenig Gegenliebe finden. und Ausstattungsstücke musikalisch illustrirt und unzählige Tänze, abnormen Buständen" fei gerade das Gegentheil au folgern: zwar noch nicht viele Angänger gewonnen; immerhin aber Lieder, Kouplets, Ouverturen, Duette, Quartette 2c. tomponirt. die Pflicht solcher Gedanken) wir wollten blos feststellen, haben wir erreicht, daß eine Anzahl Polen, die früher unsere Seine leichten und anmuthigen Melodien wurden immer schnell daß auch die Verehrer des Herrn Crispi genöthigt sind, zuzu- heftigsten Gegner waren, uns jetzt ruhig anhören, mit uns dispopulär und sind heute noch unvergessen. Den ihm angedichteten geben, daß derselbe Italien in ein Chaos gestürzt hat, und ein- futiren und uns in vielen Dingen zustimmen. Bald werden wir Namen des Wiener Offenbach führte Suppé allerdings mit Un- sugestehen, daß er blos persönliche Politit treibt. fie ganz gewinnen. Sonntag, den 26. Mai, nachmittags 3 Uhr, recht; hatten seine Melodien auch Flüssigkeit und Grazie, so fehlte findet hier bei Krause, Bismarckstr. 74, wieder eine Bersammlung Besteuerung des Lichtes in Italien. Der Finanzminister tatt, in der der polnische Genosse Berfus referiren wird. ihnen doch der prickelnde Esprit, der Offenbach's leichtgeschürzte Bofelli vertheidigte in seiner Wahlrede in Savona die von ihm Wir machen es nun allen Parteigenossen in Charlottenburg zur Werke tennzeichnet. Er war einer der ersten Vertreter der fröh vorgeschlagenen finanziellen Maßregeln, besonders die auf Gas, Bflicht, für diese Versammlung recht rege zu agitiren und ihre lichen, guten Wiener Musik. elektrische Beleuchtung und auf Zündhölzchen gelegte Steuer. Arbeitskollegen und sonstigen Bekannten polnischer Der Zensurprozeß, das Drama Eleazar" von Jean Christ Auch eine kulturwidrige Maßregel! Nationalität auf sie aufmerksam zu machen. Die polnisch betreffend, über welchen wir ausführlich berichtet haben und für den Verhandlungstermin auf den 27. Mai angefegt war, wird Die lette belgische Stichwahl, in der unser Kandidat mit redenden Genoffen aber bitten wir, recht zahlreich zu erscheinen! zunächst nicht zur Entscheidung kommen. Die Verfasserin, welche wenigen Stimmen der liberal- ultramontanen Koalition erlag, hat Der Vorstand des polnischen Arbeiter- Bildungsvereins„ Wahrheit". das Verfahren bisher ohne juristischen Beistand betrieben, hat anlaßt. Zwei dieser Preßstimmen feien hier registrirt. auch die deutsche Presse zu interessanten Betrachtungen ver- J. A.: Otto Steinbart. fich nunmehr an den Rechtsanwalt Dr. Grelling gewendet, welcher Kreuz- Zeitung", die in Deutschland für das Kartell nur Hohn Ein todter Workämpfer. Am 22. Mai war es 16 Jahre ihr gerathen hat, die Klage zurückzuziehen, da diese ohne Wahrung und Spott hat, begeistert sich für das in Belgien in den ersten her, daß einer unserer edelsten Mitkämpfer in Breslau die Augen der vorgeschriebenen Formen und Fristen eingereicht ist. Wie Anfängen sich zeigende liberal- ultramontane Kartell. Sie schreibt: Schloß zum ewigen Schlaf: Glaus Peter Reinders. Die verlautet, wird Herr Rechtsanwalt Grelling einen neuen formgerechten Instanzengang einlenken. Die Verfasserin wird nach revolutionären Auftretens der Sozialisten zur Einsicht gelangt, bleibende Verdienste um die Arbeiterfache erworben, in deren ..... Die Bürgerparteien find angesichts des ganzen Volkswacht" widmet ihm folgenden Nachruf: Er hat sich Uebereinstimmung mit Direktor Samst vom Nationaltheater diesen Rath befolgen und es bleibt nun abzuwarten, ob die eigenthüm- daß die sozialistische Gefahr, welche derzeit die belgische Staats- Dienste er sich rückhaltlos stellte, bis auch ihn die Proletarierliche Begründung des Verbots fich das zweite Mal wiederholen und Gesellschaftsordnung bedroht, nur durch das fräftige und frankheit dahinraffte. Breslau und Schlesien aber vor allem wird. Bu gleicher Zeit soll dies Wert, da es bereits vor 23 gemeinsame Auftreten aller staatserhaltenden Elemente, mögen sie waren die Stätten seines unermüdlichen Wirkens im Interesse Jahren erschienen und vollständig vergriffen ist, unverkürzt und sonst politisch rechts oder links stehen, beseitigt werden tann. der Befreiung der Unterdrückten und Ausgebeuteten. Hier kämpfte, unverändert zum Neudruck gelangen. Deshalb erblickt man in dem geftrigen Wahlausfall in Thuin agitirte und organisirte Reinders mit allen seinen Kräften, und ben ersten Schritt jur Bildung eines großen ihm ist es zu danken, daß in Schlesien die Ideen der Sozial. fonservativ- liberalen Bürgerbundes zur Be- demokratie verhältnißmäßig früh Gingang fanden und sich bald tämpfung der Sozialdemokratie. Die Zeit bierfür in alle Gegenden der Provinz verbreiteten. Ehre seinem Anift gerade gut gewählt, denn in wenigen Monaten werden sämmt- denken! Die liche Gemeindevertretungen des Königreiches einer vollständigen Gewerbegerichte in Elsaß- Lothringen. Die Gewerkschaftsführer und die Erneuerung unterzogen, und dann muß es sich für alle Freunde an Eingelaufene Druckschriften. " Der Sozialdemokrat, Bentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Partei Ten fchlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 3). Str. 21 vom 23. Mat hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Regierung in England. Farbige und weiße Arbeiter in Amerifa. Die " Die # * * Jm Wablfreife HagenReichstags Kandidatur. Wahl in Walworth und Sozialdemokratische Föderation. Die Lage der der Ordnung darum handeln, die Auslieferung auch nur eines Sch i elm ist für die nächste Dieichstags Wahl ter RechtsLandwirthschaft in Holland.-Aus dem Reichstag. Musikinstrumenten einzigen städtischen Gemeinwesens an die revolutionäre Sozial- anwalt Landé aus Elberfeld als Kandidat unserer Partei Aus dem Leben der Ziegelet- Arbeiter. demotratie zu verhindern. Dazu ist eine regelrechte aufgestellt. Kampf der Unternehmer gegen Arbeiterschuß. Gewerkschaftliches. Wie man uns behandelt. Tobienliste. Literarisches, Koalition der liberalen Bürgerpartei mit der katholischIndustrie. Parteinachrichten. 1 Von der Agitation. Jm Dorfe 8eesen bei Königs- 1 Wusterhausen sprach neulich der Parteigenosse Jahn aus * Sächfische Landagitation. Für den 3. städtischen Kreis Radeberg Großenhain und den 9. ländlichen Kreis ist der Kaufmann Tschücke in Loschwitz als Randidat aufgestellt; für den 1. städtischen Kreis A dé aus Leipzig, für den 2. und 4. ländlichen Kreis Stelzner aus Dresden und für den 5. und 6. ländlichen Kreis Lange aus Dresden. Polizeiliches, Gerichtliches: c. ihre frühere Arbeitszeit auf der Fabrik in bezug auf Berechnung der Anciennetät angerechnet wird." Das erste Zugeständniß der Fabrikleitung war eine Lohnerhöhung von 162/3 Pf. pro Zag für die Sommermonate gewesen. Der Streit begann am 28. April und endete am 17. Mai, hat also etwa 3 Wochen gedauert. Bemerkt sei noch, daß die Arbeiter der Palmkernöl- Fabriken Harburgs Mitglieder des Verbandes der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen sind. In Dortmund, wo bekanntlich die Maler im Streit - Der Monftreprozeß, der in Ottensen gegen 140 Mit Berlin in einer von über 400 Personen besuchten Volks- glieder der dortigen Filiale des Zentralvereins der Frauen und versammlung, worunter Kleinbauern und ein Drittheil Frauen Mädchen Deutschlands eingeleitet worden ist, kommt am 7. Juni waren, über das Thema:„ Warum ist der Ueberfluß der Reichen vor dem Altonaer Schöffengericht zur Hauptverhandlung. Die ander Fluch der Armen?" geklagten Damen sind beschuldigt, durch Beitritt zu einem Wie fleißig unsere bayerischen und Frankfurter Parteigenoffen Berein, der die Besprechung politischer Gegenstände in Verim Kreise Aschaffenburg agitiren, um dort dem Sozialismus fammlungen bezwecke, das preußische Vereinsgesetz übertreten zu neue Anhänger zu werben, ergiebt sich daraus, daß allein am haben. vorigen Sonntag weit über ein Duhend Versammlungen an- Sächsische 3. In Langenheffen bei Werdau wurde beraumt waren, wo Grillenberger, Dertel, Segit, ein Arbeiter vom Gemeindevorstand zu nicht weniger als 15 m. stehen, war am 11. April der Maler Pauselius verhaftet Fülle, Dr. Quarck und andere Parteigenossen sprachen. Wenn verdonnert, weil seine Kinder, am 1. Mai nicht in der Schule worden, als er in einer Versammlung der Arbeiter dieser es natürlich auch ausgeschlossen ist, daß der Wahlkreis schon jetzt gewesen waren. Auf die Frage, warum die Strafe, die gewöhn- Branche, wo er den Vorsiz führte, gefagt hatte:" Wir, die dem Zentrum entrissen wird, so hoffen unsere Parteigenossen lich 1 M. beträgt, so hoch angefekt sei, erhielt der Arbeiter von Schaffer aller Werthe, find gewiß existenzberechtigt und nicht dazu doch auf einen beträchtlichen Stimmenzuwachs. dem Gemeindehaupt die Antwort, bei der Strafabmessung sei der geboren, zu verhungern." Zugleich war die Versammlung auf 1. Mai in betracht gezogen worden. Der Arbeiter hat nun gelöst worden. Nachdem Pauselius nahezu sechs Wochen in Unterrichterliche Entscheidung beantragt. suchungshaft gesessen hatte, machte man ihm den Prozeß, weil er ( fontraktwidrigen) Streif aufgereizt und dadurch - Einem ihr liebgewordenen Brauche aus der sozialisten- um gefeßlichen Beit hat die Leipziger Polizei nicht lange entfagen gegen§ 110 des Strafgesetzbuches verstoßen habe, was darin daß er eine Resolution folgenden können. Dem Verein der Arbeiter und Arbeiterinnen der Schuh- gefunden wurde, und Schäftebranche wurde mitgetheilt, man verlange in Zukunft Inhalts verlesen hatte:" Wollen wir, wenn unsere Arbeitgeber nicht nur die gesetzlich vorgeschriebene Anmeldung der Versamm- sich nicht durch Namensunterschrift verpflichten, den von uns lungen und die Angabe der Tagesordnungspunkte, sondern auch aufgestellten Lohntarif anzuerkennen, am dritten Osterfeiertag die die Benennung der Referenten. Gerade diese Braftit aber ist Arbeit niederlegen?" und daß er hieran seine im Sinne der am 27. Februar 1894 vom Minister v. Metsch im sächsischen Durchsetzung der Forderungen gehaltene Ansichten geknüpft Sandtage ausdrücklich für unberechtigt erklärt worden, als unser hatte, die er mit der eben wiedergegebenen Aeußerung fdloß. Parteigenoffe Goldstein diese Angelegenheit aufs Tapet gebracht Trotzdem der amtliche Stenograph, der der Versammlung beihatte. Man wird also nicht wohl umhin können, dem Eifer der gewohnt hat, als Beuge erklärte, daß ihm von einer Aufreizung zum Streit nichts bekannt sei, gelangte das Landgericht doch zur Leipziger Polizei einen fleinen Dämpfer aufzufeßen. -Oesterreichische 3. Reine Woche ohne Konfistationen! Berurtheilung, da, wie es nach furzer Beweisaufnahme annahm, Diesmal wird wieder eine Ronfiskation der Nr. 144 der„ Glühwohl auch einige Gehilfen in der Versammlung gewesen seien, lichter" und eine solche der neuesten Nummer der Wochenschrift die auf Kündigung standen und durch das Verlesen der Resolution Die Zeit" gemeldet. Die Arbeiterztg." perfiflirt diesen Zustand und durch die Ausführungen des Angeklagten unter Umständen zum Kontraktbruch hätten verleitet werden können. Pauselius folgendermaßen: wurde aus diesem Grunde zu 2 Wochen Gefängniß verurth.ift, diese Strafe durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt und er sofort auf freien Fuß gefeßt. Er wird wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Urtheils Revision einlegen. * Schreib'n fann bei uns man alles ungenirt, Nur wann ma's druck'n laßt, wird's konfiszirt, Man kann den Einspruch zwar sodann erheb'n, Mitunter wird sogar ihm stattgegeb'n, Doch hat man von der G'schicht net viel davon, Denn d' Auflag' ist ja doch beim Teufel schon; Und wann's ein Blatt in ein'fort so passirt, Wird's dadurch endlich ruinirt' Ja, ja, Dos hot fa Goethe g'schrieb'n und ka Schiller' dicht, Dos hätt ta Klassiker zustand' gebracht; Der ganze Vorgang wird genügend durch die Thatsache illustrirt, daß man Pauselius sechs Wochen in Untersuchungshaft behielt wegen einer Sache, die der Richter mit 14 Tagen Gefängniß für genügend gefühnt erachtete. Parteikonferenzen. Der 6. Parteitag der rheinpfälzischen Sozialdemokratie wurde am 19. Mai in Neustadt a.. abgehalten. 28 Orte waren durch 55 Delegirte vertreten. Bandtagsabgeordneter Ehrhardt aus Ludwigshafen leitete die Verhandlungen. In dem von Huber aus Ludwigshafen erstatteten Agitationsbericht wurde festgestellt, daß die Parteibewegung im allgemeinen recht erfreuliche Fortschritte macht, jedoch namentlich in den Landwirthschaft treibenden Kreisen noch mehr agitirt werden muß. Im Bericht der Wahlfreiskomitees wurde die Auflösung dieser Komitees empfohlen. Beschlossen wurde dann, einen Agitationskalender für die Pfalz zut billigem Preise herzustellen. Von den weiteren Be schlüssen feien angeführt: In anbetracht, daß es unsere Aufgabe ist, durch Agitation in Wort und Schrift die Massen für uns zu gewinnen, erachtet der 6. pfälzische Parteitag es auch für dringend nothwendig, die individuelle politische Bildung der Genossen zu fördern. Zu diesem Zwecke empfehlen wir, politische Diskussionen in unseren Vereinen zu pflegen, sowie mehr dem Studium der Parteiliteratur obzuliegen. Trotz der wiederholten Beschlüsse ist mit Ausnahme weniger Orte ersteres nicht geschehen. Im weiteren ist die Gründung von politischen Vereinen nur dort zu empfehlen, wo selbständige Genossen sind, die die Leitung in die Hand nehmen. Auf die Agitation für unser Organ, die Voltsstimme", sowie für die übrige Parteiliteratur sei ganz besonders aufmerksam gemacht. Wo ein politischer strafe angetreten. Verein bereits besteht, soll ein zweiter nicht anerkannt werden. Die Ausgeschlossenen und Zurückgewiesenen aus politischen Ver- Bezirksgericht der Parteigenoffe Schäfer wegen unbefugten obitschau haben am 13. Mai hundert Staliener einen dürfen in Nachbarvereinen nicht aufgenommen werden. Haltens eines Heftographen" verdonnert. In dem gesegneten die Arbeit eingestellt. Sie verlangen eine fünfzehnprozentige Der Parteitag bestimmt den jeweiligen Vorsitzenden des pfälzi- Desterreich muß man nämlich auch zu diesem„ Druckgeschäft" Lohnerhöhung. Biele sind bereits abgereift, nachdem die Die Kreistomitees find aufzuheben, dagegen womöglich an den Ronzession haben, sonst könnte der Staat auseinanderfallen. Es Forderung nicht sofort bewilligt wurde.- In Parnik bei Hauptorten der Wahlkreise Lokalkomitees zu wählen. Für den begreift sich daher, daß das Kreis- und Berufungsgericht in Eger Böhmisch- Trübau ist in der f. t. priv. Weberei und 3. pfälzischen Wahlkreis ist ein Agitationskomitee zur Bearbeitung das Urtheil bestätigen mußte. Schäfer brummt denn auch schon. wegung im Gange, weil die Firma die schlechten Löhne nicht er. den schrecklichen Verbrecher nicht laufen lassen konnte, sondern Spinnerei von Hermann Bollaf's Söhne eine Bedieses Kreises einzusetzen und wird hiermit das pfälzische Agi- Aus Prag wird ein Borkommniß gemeldet, das die öfter höhen will. Am 22. Mai liefen die 14 Tage Kündigungsfrist ab. tationskomitee beauftragt. Der Kassenbericht schloß in Einnahme reichischen Verhältnisse ebenfalls nicht übel charakterisirt. Dort ist deshalb möglich, daß zur Stunde bereits gestreift wird. und Ausgabe mit 1612,10 m. ab. Viel Zeit nahm die Er Es und Ausgabe mit 1612,10 m. ab. Viel Zeit nahm die Er- verbot man die Maifeier des Metallarbeiter- Verbandes unter Möge alfo fein in Deutschland wohnender Textilarbeiter ein örterung über die Presse in Anspruch. Schließlich wurde man sich einig, für die Pfalz ein eigenes Organ zu schaffen, das in folgender Begründung: Der Verein veranstalte zwei Ber Engagement in Parnit annehmen! Besonders ist dies Gesuch an ber Aktiendruckerei der Mannheimer Boltsstimme" hergestellt sammlungen zu gleicher Stunde. Da nicht jedes Mitglied die czech is chen Arbeiter gerichtet, die sich in Deutschland aufwerden soll. Ludwigshafen bleibt Sit" des Agitationskomitees. beiden Versammlungen beiwohnen könne, obgleich es sein halten und von der Firma wahrscheinlich in erster Linie als Er. Ebendaselbst wird der nächste pfälzische Parteitag abgehalten. Die Recht sei, müsse das Verbot der Feier überhaupt ein- faz gewünscht werden. Agrarfrage konnte wegen der vorgerückten Zeit nicht verhandelt schen Agitationskomitees zum pfälzischen Kreis- Vertrauensmann. werden. " Die diesjährige Konferenz der Sozialdemokratie des Oberlandes von Reuß i. 2. wird am 3. Juni im Grünen Baum" in Schleit abgehalten; der Parteitag für das ganze 2 and dagegen am 16. Juni in Gera. Die Landestonferenz der sächsischen Sozialdemotratie wird nicht, wie in einigen Parteiblättern zu lesen war, am 3. und 4., sondern am 4. und 5. Juni abhalten. Ort der Konferenz ist die Muldenterrasse in Döbeln. Wegen der in nächster Beit abzuhaltenden Kreistonferenz für Mittelfranken werden die Parteigenossen der Wahl freise Nürnberg- Altdorf, Fürth- Erlangen- Lauf- Hersbruck, Ansbach- Schwabach, Weißenburg- Eichstätt, Rothenburg- Neustadt und Dinkelsbühl- Wassertrüdingen ersucht, sich über die Wahl von Delegirten zu einigen und deren Adressen dem Vertrauensmann des erstgenannten Wahlkreises, G. Grillenberger in Nürnberg, Weizenstr. 12, mitzutheilen. Sobald das geschehen, wird bekannt gemacht werden, wo und wann die Konferenz abgehalten wird. Aus deutschen Gefängnisfen. Redakteur Fischer in Dresden, der in der Zwickauer Strafanstalt 5 Monate zu bringen mußte, hat dort, wie die Sächs. Arb.- 3tg." mittheilt, sehr unter großer Kälte gelitten. 限 Dos is die Preßfreiheit bei uns in Desterreich Und dö hab'n unsre Volksvertreter g'macht! - Dr. Adler in Wien hat eine einmonatige GefängnißBu 14 Tagen Arrest wurde vom Karlsbader treten!! Soziale Lebersicht: Ueber Mißachtung der Sonntagsruhe wird aus den Kreisen der Mühlenarbeiter in der Stadt Brandenburg Klage geführt. Es sollen dort Mühlen jeden Sonntag, und auch während der Kirche arbeiten; selbst am 1. Osterfeiertag sei dies vorgekommen. Ferner werde allsonntäglich Getreide aus dem Rahn zur Mühle und fertiges Mehl von der Mühle in den Kahn getragen. Wenn so etwas ein paar Meilen von Berlin vor: fommen kann, wo doch das Gesetz über die Sonntagsruhe gemacht worden ist, dann wäre das feine schlechte Satire auf die Sozialreform", die seinerzeit mit Paufen und Trompeten angekündigt, dann in beschämend geringem Grade gefeßlich figirt wurde und nun nicht einmal überall streng durchgeführt wird. Gewerkschaftliches. Den Maurern aller Orte zur Kenntniß, daß in Flens burg ein partieller Streit ausgebrochen ist. Zuzug ist dringend fern zu halten. Besonders wird das Gesuch an die Maurer Berlins und Umgegend gerichtet, von woher die UnterUm den sogenannten Stegmüllereien vorzubeugen, be- nehmer zunächst Ersatz schaffen wollen. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. antragen die Parteigenossen in Dresden- Neustadt, die Landeskonferenz möge beschließen, daß gemäß der Vorschrift In Nürnberg ist der Streit der Maler und Tüncher früherer deutscher Parteitage, des Züricher Kongresses und der für beendet erklärt, der Zuzug aber vorläufig noch streng fernfächsischen Landeskonferenz vom Jahre 1891, festgefekt wird, es zuhalten. Der Streit der 3immerleute dauert fort. Der folle die Partei in solchen Orten, wo geeignete Kandidaten nicht Streit der Maurer und Steinhauer darf als beendigt vorhanden sind, von der Betheiligung an den Gemeindewahlen betrachtet werden, ohne daß anscheinend etwas erreicht worden absehen. ist, wovon die Uneinigkeit zwischen den lokal- und zentral organisirten Maurern und Steinhauern schuld hat. Durch die bereits vollzogene Wahl einer Agitationskommission, die von den beiden Organisationen vollständig unabhängig ist, will man Wandel schaffen, was hoffentlich gelingen wird. *** Auch die Metzger- Innung Stuttgarts hat es abgelehnt, sich an den Maßregeln zu betheiligen, die von konservativer und nationalliberaler Seite gegen die Sozialdemokratie deshalb im Werte sind, weil von unsern Stuttgarter Parteigenossen über die Geschäftsleute der Liederhallen Gesellschaft aus den bekannten Gründen der Boykott verhängt ist. Achtung, Knopfarbeiter! Der Zuzug nach der Knopf. fabrit von M. Brandes in Osterwiec a./H. ist bis auf weiteres fern zu halten. Sämmtliche arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Oesterreichische Streiks. Zwischen der Pottendorfer Gesellschaft und den Streifenden in der Rohrbacher Spinnfabrik sind am 18. Mai wieder Verhandlungen angeknüpft worden. Ueber das Resultat ist noch nichts bekannt. In Waidhofen an der Ybbs streifen 42 Féilenhauer der Gebrüder Böhler wegen Maßregelung eines Mitglieds des Lohnkomitees. Beim Bau der Lokalbahn RojeteinDie Kürschuerei Arbeiter in Budapest stehen im Streit, weshalb um strenge Vermeidung des Zuzuges gebeten wird. Die Heizer, Maschinenwärter und Maschiniften Defter. reichs halten im Juni in Wien einen Fachtag ab, für den folgende Tagesordnung in Aussicht genommen ist: 1. Bericht des Einberuferkomitee's. 2. Situationsberichte. 3. Organisation und Agitation. 4. Stellung zum Prüfungswesen. 5. Fachpresse. 6. Arbeiterschutz- Gesetze. 7. Unterstüßung und Arbeitsvermittlung. 8. Freie Anträge. In Melegnano bei Mailand stellten am 17. b. M. 600 Arbeiter einer Geibenspinnerei die Arbeit ein. Sie verlangen kürzere Arbeitszeit und besseren Lohn. Ans Aurillac in Frankreich wird berichtet, daß 500 Berg. arbeiter der Schächte von Champagne streiten, weil ihre Kameraden, die von der Arbeit ausblieben, mit Geldstrafen be legt wurden. Die Ausständigen verlangen außerdem Lohnerhöhung. Depeschen. Wolff's Telegraphen- Bureau. Hamburg, 22. Mai. Durch eine heftige Feuersbrunft wurde das größte Fabrikgebäude der chemischen Fabrit von Stahmer, Von Noack u. Cie. in Billwärder an der Bille zerstört. hier waren drei Züge Feuerwehr mit mehreren Dampfsprigen zur Bewältigung des wegen der vielen Explosionen von ether und Säuren sehr gefährlichen Brandes nach Billwärder ausgerückt. In vier Stunden war die Gefahr beseitigt. Die großen Taats mit Explosionsstoffen wurden gerettet. Schaden wird auf 300 000 m. geschäßt; 20 Bersicherungsgesellschaften find betheiligt. Der Florenz, 22. Mai. In dem Prozesse gegen die Mörder des Publizisten Joseph Bandi aus Livorno verurtheilte das Schwurgericht heute den Angeklagten Romiti zu lebenslänglicher Zwangsarbeit und Zuccheri und Franchi zu je dreißig Jahren Gefängniß; die übrigen vier Angeklagten wurden freigesprochen. " Madrid, 22. Mai. Eine heute eingelaufene amtliche Depesche Im schwäbischen Potsdam, der Garnisonstadt Ludwig 3. aus Habana theilt mit: Die unter dem Befehl des Obersten Sandoval stehende Truppenabtheilung stieß zwischen Bejar und Dos burg, ist es nach Jahren vergeblicher Bemühung unseren Rios auf 700 Aufstärdische unter der Führung von Marti, Gomez, Parteigenossen jezt endlich gelungen, ein Lokal- den„ Grünen Der Streit der Schreiner in Konstanz dauert fort. Maffo und Borrero. Nach anderthalbstündigem Rampfe wurden Baum" zu Versammlungen zu bekommen. Zugleich bildete Birka 20 Mann sind noch ausständig. Viele sind bereits ab- die Aufständischen auseinandergetrieben. Marti, der sogenannte sich ein sozialdemokratischer Verein, der jetzt schon über 130 Mit gereift; ein Theil hat die Forderung der 10ftündigen Arbeitszeit Präsident der Republik Cuba", wurde getödtet; feine Leiche glieder hat. Der„ Grüne Baum" ist selbstverständlich von der durchgesetzt. Große Entrüstung herrscht über das Verhalten der wurde bestimmt wiedererkannt. Die Infurgenten hatten noch Militärbehörde sofort boykottirt worden. Auch das Bürgerthum Polizei in dem benachbarten schweizerischen Orte Kreuz- 14 weitere Todte und viele Verwundete. Viele Wassen und giebt sich Mühe, unsere Partei wieder von der politischen Bühne lingen, die ohne jede Ursache in brutalfter Weise gegen Streifende Briefe fielen in die Hände der Spanier. Die Verluste der letzteren jenes Städtchens zu verdrängen. In der Orgelfabrit von Walcker vorgegangen ist. Wie verlautet, beabsichtigen die Konstanzer betrugen 5 Todte und 7 Verwundete. Nach Aussage von Gewurden zwei Arbeiter entlassen, die sich auf Befragen als Sozial- Schreinermeister, ihre Arbeit auswärts anfertigen zu lassen; fangenen sollen auch die Insurgentenführer Gomez und Estrada demokraten bekannt hatten, und der Aufforderung, aus dem es werden deshalb die auswärtigen Rollegen um gefallen sein. Sozialdemokratischen Verein auszutreten, nicht Folge leisteten. Vorsicht ersucht. Alle Arbeiterblätter, namentlich die London, 22. Mai. Das„ Reuter'sche Bureau" meldet aus Alles das hilft aber den Gegnern nichts. Am Sonntag war die süddeutschen, werden um Abdruck dieser Notiz gebeten. Yokohama: Eine Depesche aus Söul berichtet: Zai won fun, erste Voltsversammlung, die im Grünen Baum" abgehalten Die Wagnergehilfen von Nürnberg und Umgebung der frühere Regent und das Haupt der anti- japanischen Partei, wurde, sehr zahlreich besucht. Referent war Benz aus Stutt haben an die Meister folgende Forderungen gestellt: Einführung versuchte aus seiner Reſidenz zu entfliehen, wurde aber daran gart, der über die Stellung der Sozialdemokratie zur bürgerlichen der zehnstündigen Arbeitszeit, Beseitigung des Kost- und Logis- gehindert. Gesellschaft sprach. wesens beim Meister und Bezahlung eines Minimallohnes von Mauila, 22. Mai. Der Schiffbruch des 600 Tonnen großen 15 M. Diese gewiß bescheidenen Forderungen haben eine Anzahl Dampfers Gravina" erfolgte heute Vormittag an der ZambalesMeister so in Harnisch gebracht, daß sie beschlossen, ihre Gehilfen füfte infolge eines schrecklichen Wirbelſturmes. Das Schiff ging auszusperren, was einige sofort bewerkstelligten. Zuzug ist deshalb unter und 167 Personen, darunter vier Offiziere des spanischen streng fernzuhalten. Heeres und zwei Missionare des Dominikaner- Orden, ertranfen. Die„ Gravina", welche einer englisch- spanischen Firma gehörte, besorgte den Dienst zwischen den Philippinen- Inseln. ( Depeschen- Bureau Herold.) " Partei Literatur. Eine czechische Ueberfegung der Mary'schen Broschüre Lohnarbeit und Kapital" erscheint im Berlage der Ersten Wiener Bolts Buchhandlung ( Igu. Brand), Wien VI, Gumpendorferstraße 8. Das Werkchen wird in Heften, zum Preise von 12 Kreuzern das Stück, herausgegeben. Heft 1 liegt bereits vor. Partei- Adressen. Die Adresse des Kreis- Vertrauensmannes für die Sozialdemokraten Oberbayerns ist: Franz Schmitt, München, Kapuzinerstr. 73/1 I. Alle die Organisation und Agitation betreffenden Anfragen oder Mittheilungen mögen an diese Adresse gerichtet werden. * " = Ein glänzender Sieg ist es gewesen, den die Arbeiter der Palmternöl Fabriken( vormals Heins und Asbeck) in Harburg durch den Streit errungen, dessen Beilegung unsern Lesern schon bekannt ist. Zwischen den Parteien tam nämlich folgende Breslau, 22. Mai. Nach einer Meldung des Breslauer Vereinbarung zu stande:" Die ausständigen Arbeiter nehmen die General- Anzeiger" ist heute Nachmittag 4 Uhr in der TheresienArbeit wieder auf. Sie können auf grund der dem Syndikus straße in der Nähe der Lewaldstraße ein Theil des dort noch Denicke als Vermittler von der Fabrikdirektion gegebenen Buim Bau befindlichen Kanals zusammengestürzt. Zwei Arbeiter ficherung darauf rechnen, daß ihnen von der Aufnahme der Arbeit wurden unter den Trümmern begraben. Der eine war sofort an eine Lohnerhöhung von 20 Pf. pro Arbeitstag für das ganze todt, der andere ist schwerverletzt. Todtenliste der Partei. In 3eulenroda ist der wohl Jahr gewährt wird, daß eine Maßregelung der Ausständigen Moskau, 22. Mai. Hier verlautet, Graf Leo Tolstoi sei bewährte Parteigenosse Hermann Köchel gestorben. nicht eintreten soll und daß den die Arbeit wieder Aufnehmenden auf seinem Gute Jaonaja Poljana schwer erkrankt. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl ( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volftsblatt. Nr. 119. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 98. Sigung vom 22. Mai. 12 Uhr. Die zweite Berathung der Novelle zum BranntweinsteuerGesetz von 1887 wird fortgesetzt mit Artikel 2 welcher von der Brennsteuer handelt und zwar beim§ 2, nach welchem die Brennsteuer zu entrichten ist, sobald die erzeugte Alkoholmenge amtlich festgestellt ist; eine Stundung findet nicht statt. § 2 wird ohne Debatte angenommen. § 3 enthält die Bestimmungen über die Ausfuhrvergütungen; es wird getrennt debattirt über die Höhe der Vergütungen und später über die eventuelle Verkürzung bezw. Ausdehnung der Vergütungen. Donnerstag, den 23. Mai 1895. " 12. Jahrg. finnigen und Sozialdemokraten, sowie einiger Nationalliberalen mann vermuthet wird), uns ist zweifellos, daß der Artikel IIa ( Möller- Dortmund, Günther, Rothbarth) und der größeren Hälfte auf die Intervention der Interessenten zurückzuführen ist. Die des Zentrums der Absatz 3 des§ 3 unverändert angenommen. ,, Kreuz- Zeitung" hat in ihrer Nr. 171 vom 11. April d. J. den Der Absatz 4 lautet: Die während des Jahres vom Herren Guttmann u. Lachmann, die die Erfüllung dieses Artikels Am Bundesrathstische: Graf von Posadow3ty, 1. Oftober 1902 bis 30. September 1903 aufkommende Brenn- für sich in Anspruch nehmen, ein außerordentliches Loblied geb. Bötticher. steuer darf, insoweit als die Gesammtsumme der seit dem In- fungen, als die eigentlichen Interessenten dagegen vorstellig wurden. frafttreten dieses Gesetzes gezahlten Brennsteuervergütungen die Aber die Kreuz- Zeitung" muß ein schlechtes Gedächtniß haben. Gesammtsumme der während dieses Zeitraumes aufgekommenen Sie hat vor drei Jahren....( Präsident v. Buol glaubt, Brennsteuer überstiegen haben sollte, zur Gewährung von Ver- daß die Kreuz- Zeitung" mit dem Artifel IIa nichts zu thun hat.) gütungen nicht verwendet werden. Ich will nachweisen, daß es nothwendig ist, diese Zeitdauer Abg. Müller- Fulda( 3) will statt: Bom 1. Oftober 1902 diefes Gesetzes so turz wie möglich zu gestalten, um derartige bis 30. September 1903" sehen: vom 1. Oftober 1897 bis Spekulationsinteressen unmöglich zu machen. Die Kreuz zum 30. September 1898"; dadurch wird die Geltung der Brenn- Beitung" hat am 25. Juli 1892 gegen den Plan, den sie heute steuer um 4 Jahre verkürzt. als im Interesse der Landwirthschaft liegend empfiehlt, eine Nach Artikel III Abs. 2 sollen die Vorschriften des Art. II Reihe von Vorwürfen gemacht und derselben Firma etwas nacham 30. September 1903 außer kraft treten. gewiesen, wofür sie den gelinden Ausdruck Rechenfehler hat, was Diese Bestimmung wird mit zur Debatte gestellt. man aber im bürgerlichen Leben als eine Handlung bezeichnet, Staatssekretär Graf Pojadowsky hält die Annahme des deren Träger, wenn auch nicht mit dem Aermel das Zuchthaus Antrages für sehr bedenklich, weil er die Wirkung des ganzen streifen, doch in nahe Berührung mit dem Staatsanwalt und GeGesetzes zerstören würde. Denn ein Export kann nur geschaffen fängniß kommen. Nach einer mir zugegangenen Mittheilung hat werden, wenn sich durch längere Dauer feste Beziehungen an- dieselbe Firma schon vor längerer Zeit ihrem Spiritus, geknüpft haben. Auf zwei Jahre ist das nicht möglich. den fie angekündigt hat, große Mengen von heißem Wasser zuAbg. Lieber( 3.) beantragt gegenüber den Bedenken des gesetzt, um sich dadurch widerrechtliche Vermögensvortheile zus Staatssekretärs in dem Antrage Müller statt 1898 zu setzen 1901, zuwenden. Das sind die Vertrauensmänner, auf deren Urtheil also die Brennsteuer für eine sechsjährige Dauer zu bewilligen. Die Kreuz- Zeitung" sich beruft! Man kann von ihr sagen: Abg. Graf Mirbach( t.): Der Antrag Müller- Fulda ist sage mir, mit wem Du umgehst, und ich will Dir sagen, wer für uns unannehmbar. Die Annahme des Antrages Lieber hängt Du bist. Sollte jene Bestimmung thatsächlich eingeführt werden, von den verbündeten Regierungen ab; ich kann meinen politischen so würden wir eine Spekulation erleben, wie nie zuvor. Ich Freunden eine Direktive nicht geben. überlasse es den Herren im Hause, ob sie unter dem Vormarsch Abg. v.Bennigfen( natl.): Nachdem die verbündeten Regierungen der konservativen Partei eine Spekulation begünstigen wollen, gegen den Antrag Müller- Fulda erhebliche Bedenken geltend ge- wie ich sie eben charakterisirt habe.( Beifall bei den Sozialmacht haben, können wir uns für denselben nicht erklären. Da demokraten.) gegen liegen prinzipielle Bedenken gegen den Antrag Lieber auch nach der Erklärung des Staatssekretärs Grafen Posadowsky nicht vor, und es bestehen auch für uns teine Bedenken, diesem Antrag zuzustimmen.( Bustimmung bei den Nationalliberalen.) Nach der Vorlage soll eine Ausfuhrvergütung von 6 M. für jedes Hektoliter reinen Alkohol gewährt werden. Bis zum gleichen Betrage kann auch für den zur Effigbereitung verrendeten Branntwein eine Vergütung gewährt werden. Die Vergütungssäge unterliegen nach näherer Bestimmung des Bundesraths alljährlich einer Revision und sind herabzusetzen, wenn die Gesammtsumme der Vergütungen größer als die Einnahme an Brennsteuer gewesen ist. Abg. Gamp( Rp.) will dieser Bestimmung hinzusehen: ,, oder wenn im Falle einer vorherigen Kürzung der Ausfuhrvergütung diejenige Gesammtsumme an Vergütungen, welche bei Gewährung der vollen Ausfuhrvergütung gezahlt sein würde, für das abgelaufene Jahr einen Betrag ergiebt, der größer ist als die gleichzeitige Einnahme an Brennsteuer." Ferner will Abg. Gamp auch bei der Ausfuhr von Fabrikaten, zu deren Herstellung Branntwein verwendet ist, die Vergütung eintreten laffen. Abg. v. Hammerstein: Ich bin hier nicht Vertreter der Kreuz Beitung", sondern Mitglied des Reichstages. Es ist richtig, daß die Kreuz- Zeitung" dem Herrn Singer den Vorwurf gemacht hat, daß er bei dem Bierboykott gewiffen Manipulationen dienstbar gewesen ist, um der Kasse der Sozialdemokratie Bortheile zuzuführen. Diese Behauptung ist aber außerhalb der Redefreiheit dieses Hauses gefallen und es hat Herrn Singer freigestanden, vor Gericht sein Recht zu suchen, eine Sache, die nach Schluß des Reichstages zum Austrag kommen wird. Ich kann ihm und auch dem Abg. Richter, der sich ja an der Verleumdung betheiligt hat, nur rathen, die Behauptungen, die sie hier aufgestellt haben, öffentlich mit ihrem Namen zu wiederholen. Sos lange das nicht der Fall ist, nehme ich darauf gar keine Rücksicht. ( Zustimmung rechts; Rufe links: Fauler Zauber!) Abg. Graf Mirbach( f.): Die Diskussion ist wohl erschöpft. ( Widerspruch links.) Von den Freunden der Vorlage sind sehr wenige im Reichstage erschienen, aber der Reichstag wurde von den Gegnern der Brennsteuer förmlich überschwemmt. Abg. Wurm( Soz.):§ 3 der Kommissionsfaffung würde die Spiritusindustrie auf das empfindlichste schädigen. Diese müßte mit Naturnothwendigkeit einen Theil des Absatzgebietes verlieren und ebenso werden diejenigen Industrien geschädigt, welche Abg. Holtz( Rp.): Der Antrag Müller ist unannehmbar; denaturirten Spiritus zur Fabrikation brauchen. Während man die Bedenken gegen den Antrag Lieber drängen wir zurück, um sonst darauf sieht, den Verbrauch von Spiritus zu technischen das Gesetz nicht scheitern zu lassen. Eine Frist bis 1903 war Zwecken zu heben, sucht die Kommission diese Verwendung eigentlich nothwendig, um eine ehrliche Probe zu machen. hintenan zu halten. Ich habe in der Kommission zweimal ver- Abg. v. Komierowski( Pole) erklärt namens feiner polgeblich versucht, die Bestimmung zur Annahme zu bringen, daß nischen Freunde sich in demselben Sinne wie der Abg. Holk. der Essig die 6 Mart Prämie zurückvergütet bekommt. Heute Abg. Richter( frs. Vp.): Die Herren von der Rechten werden liegt uns ein Rompromißantrag vor, der für die Fabrikate, zu nehmen, was sie bekommen; sie werden auf drei Jahre nehmen, deren Herstellung Branntwein verwendet wird, die 6 M. weil das besser ist als garnichts. Die Normirung auf drei Brennsteuer zurückerstatten will, aber der denaturirte Jahre entspricht mehr dem, was ausgeführt worden ist, als die Spiritus, der zu Leucht und Putzwecken verwendet Normirung auf sechs Jahre. Auf grund der gegenwärtigen wird, ist davon nicht erfaßt. Der Antrag Gamp fommt vielmehr niedrigen Preise ist man zur Brennsteuer gekommen; denn niedrige nur den großen chemischen Fabriken zu gute, die dieses Schutzes Preise entsprechen der reichen Kartoffelernte von 1893.( Wideram wenigsten bedürfen. Der denaturirte Spiritus dagegen, der spruch rechts.) Daher datirt der Rückgang der Preise und die zur Politur u. s. w. in der Spielwaaren Industrie verwendet Anhäufung der Vorräthe. Der Ueberschuß an Spiritus gegenwird, soll leer ausgehen. Bedenken Sie denn gar nicht, daß die über den normalen Beständen ist von Monat zu Monat zurück Hausindustrie mit ihren jämmerlich entlohnten Arbeitern zu gegangen und beträgt jetzt nur 170 000 Hektoliter mehr als vor sammenbrechen muß, wenn der Spiritus vertheuert wird? Sie zwei Jahren. Der Zweck des Gesetzes wird reichlich erreicht durch belasten zu gunsten der Großindustrie die schwächste Bevölkerung eine Einführung auf 3 Jahre oder sogar auf eine fürzere Frist. 1887 in ungerechter Weise. Nehmen Sie unferen Antrag hat man eine Ausfuhrprämie nur für wenige Monate einnicht an, so wird der Konsum und damit die Produktion geführt, um die Vorräthe wegzubringen. Wenn eine sechsjährige zurückgehen, dem Spiritus als Beleuchtungsartikel wird Frist angenommen wird, richtet man sich auf die Dauer der 111 nenester Zeit besondere Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit zugewendet Ausfuhrprämien ein. und es ist trotz aller Fehlschläge nicht ausgeschlossen, Abg. v. Kardorff: Wenn die Interessen der Börse im daß der Spiritus durch eine besser konstruirte Lampe dem Spiele sind, und diese sind an der kurzen rift betheiligt, dann Petroleum erfolgreich Konkurrenz macht. Auch dem wollen Sie ist immer Herr Richter da, um für die Börse einzutreten. Herr einen Riegel vorschieben.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Richter spricht von der reichlichen Kartoffelernte. Aber er weiß ohne daß sich der verantwortliche Herausgeber veranlaßt gesehen Staatssekretär Graf Posadowsky: Wenn eine Vergütung nicht, daß wir die niedrigen Preise schon früher einmal gehabt für die ausgeführten Branntweinmengen eingeführt wird, um haben. Wo soll denn das Lager in einem Jahre hingeschafft den einheimischen Markt zu erleichtern und die Preise zu werden? Der Weltmarkt ist uns verschlossen. Ich würde erhöhen, so müssen wir auch dahin zu wirken suchen, daß die großes Bedenken hegen, dem Gesetze zuzustimmen, wenn es auf Verwendung des Spiritus zu gewerblichen Zwecken möglichst furze Frist bewilligt wird, weil wir dann einen Preissturz er erweitert wird. Daher hat die Regierung die Bestimmung leben würden, wie er noch nicht dagewesen ist. über die Esfigbereitung angenommen. Aber den Antrag des Abg. Spahn( 3.) empfiehlt den Antrag Lieber, obgleich er Borrebners bitte ich doch abzulehnen, denn es würde dabei die Kommissionsbeschlüsse für richtiger hält. mehr bezahlt werden, als au Brennsteuer einkommt.( Zustimmung rechts.) Abg. Richter( frf. Wp.): Herr v. Kardorff ist mit so sicheren Behauptungen aufgetreten, daß man wirklich glauben könnte, daß Abg. Paafche( natl.): Mit dem Grundgedanken des An- er sich auf Thatsachen stützte. Die Vorräthe sind 170 000 Hekto: trages Wurm sind auch wir einverstanden, aber die finanziellen liter; die Produktion beträgt aber 3 000 000 Hektoliter. Sollte Bedenken stehen ihm entgegen; wir müssen vorläufig davon Ab- man diese kleinen Vorräthe innerhalb 3 Jahren nicht weg stand nehmen, die Verwendung des Spiritus zu gewerblichen bringen fönnen? Dann würde allerdings das ganze Gesetz un Zwecken durch Zahlung einer Bergütung zu fördern. Daß die brauchbar sein.( Sehr richtig! links.) Man spricht von der Börsen Regierung der Effigfabrikation entgegengekommen ist, sobald ihre spekulation. Diese ist allerdings die einzige Treiberin bei dieser VorKlagen laut wurden, ist sehr dankenswerth. Redner empfiehlt lage.( Sehr richtig! links.) Wenn Sie die Spekulation ferner die Annahme des Antrages Gamp. zerschlagen wollen, dann müssen Sie das ganze Gefeß nicht Abg. Wurm( Soz.): Es ist doch sonderbar, daß der Staats- annehmen.( Sehr richtig! links.) Wenn man das Gefeß auch sekretär die Gründe für den Antrag anerkennt und ihn doch ab- als ein vorübergehendes betrachtet, so kann man das von einem lehnt. Gegenüber der großen chemischen Industrie wissen die wirthschaftlichen Gefeß nicht ohne weiteres sicher feststellen, denn Herren ganz genau, daß ihre Produkte um 6 m. vertheuert es zieht seine wirthschaftlichen Konsequenzen, auf die man Rück werden, handelt es sich aber um die kleinen Leute, die Tischler sicht nehmen muß. Der Spielwaaren- Industrie u. s. w., da heißt es auf einmal: wir wissen nicht, um wie viel der Preis vertheuert wird. Das ist doch ein Widerspruch. Die große chemische Industrie erhält eine Liebesgabe, die Aermsten werden belastet. Auf eine Ungerechtigfeit mehr oder weniger kommt es bei diesem Gesetz ja nicht an. ( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der Antrag Gamp wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Freifinnigen angenommen, der Antrag Wurm gegen diefelbe Minderheit abgelehnt. Abg. v. Kardorff( t.): Der vereidete Matter Meyer sagt: Deutschlands Spiritusexport ist fast vollständig geräumt. Von 800 000 Seftolitern des Jahres 1882 ist derselbe auf 105 000 Helto liter zurückgegangen. # Abg. Singer( Soz.): Ganz abgesehen davon, daß ich mich nicht für berechtigt oder verpflichtet halte, von einer mir zu= gegangenen Mittheilung dem Hause Kenntniß zu geben, kann ich auch auf den Vorschlag des Herrn v. Hammerstein um deswillen nicht eingeben, weil nach seinen bisherigen Verhalten jede Garantie dafür fehlt, daß er auch außerhalb des Hauses ausgesprochene Dinge vor Gericht zum Austrag bringen würde. ( Sehr richtig! links.) Abg. Richter: Was der Abg. v. Hammerstein als Ver leumdung bezeichnet hat, ist genau dasselbe, was in der Zeitschrift für Spiritusindustrie" und in der Freisinnigen Zeitung" schon vor Monaten gegen die Kreuz- Zeitung" ausgeführt ist, hätte, eine Klage zu erheben, ebenso wenig wie gegen die Ausführung der Kleinen Presse". " Abg. v. Hammerstein: Ich stelle zunächst fest, daß die Klage gegen die Kleine Preffe" in Frankfurt a. M. eingeleitet ist, und zweitens, daß die Zeitschrift für Spiritusindustrie" allerdings eine ähnliche Behauptung ausgesprochen, dann aber nach der Richtigstellung der Kreuz- Zeitung" fie revozirt hat. Daß die„ Freisinnige Zeitung" nicht so anständig ist, sind wir ja gewohnt. Abg. Richter: Das, was der Herr v. Hammerstein eine Revotation nennt, ist allseitig in der Presse für eine Bestätigung gehalten worden.( Heiterfeit links.) Nach der Haltung der Kreuz- Beitung" steht es außer Zweifel, daß hier ein zus fammenspiel stattgefunden hat zur Beeinflussung der Gesetzgebung. Abg. v. Hammerstein: Daß ich die Freifsinnige Zeitung" nicht belangt habe, liegt daran, daß der Abg. Richter die Freisinnige Zeitung" nicht als verantwortlicher Redakteur zeichnet, und es sich für mich nicht lohnt, gegen irgend einen Sigredakteur vorzugehen. Wenn der Abg. Richter da in einer anderen Form von ihm doch keine Genugthuung zu haben ist-( Sehr gut! rechts) bereit wäre, ſeine Behauptungen außerhalb des Hauses zu wiederholen, so würde ich es an einer gerichtlichen lage nicht fehlen lassen.( Buruf bei den Sozialdemokraten: Schießprügel!) Abg. Richter: Das sind doch alles Ausreden. Es kommt hier gar nicht auf eine Person oder eine persönliche Sühne an, sondern auf die Feststellung des Thatbestandes.( Lebhafter Beifall links.) Damit schließt die Diskussion. Abg. Singer( Soz.): Es macht einen wunderbaren Eindruck, daß die Herren von der Rechten, welche der Spekulation sonst nach Möglichkeit einen Riegel vorschieben wollen, bei diesem Gesetz anders verfahren. In der Presse der Rechten wird den Berichterstatter Abg. Gamp verwahrt die Rommission und übrigen Parteien des Hauses immer vorgeworfen, daß sie sich in sich gegen den Vorwurf des Abg. Singer, daß sie auf VerEs fommt nunmehr der dritte Abfah des§ 3 zur Debatte, den Dienst der Börsenspekulation stellen. Die Krenz- Zeitung" anlajjung von Interessenten die betreffenden Bestimmungen bewelcher lautet: soweit in einem Jahre die gezahlten Ver- hat wiederholt ausgesprochen, der Bierboykott des vorigen Jahres antragt haben. gütungen hinter dem Aufkommen an Brennsteuer zurückgeblieben wäre nur inszenirt worden, um den sozialdemokratischen Führern Abg. Singer: Abgesehen von dem provozirenden Tone des find, können aus dem Ueberschuß auch für Branntwein, der zu finanzielle Vortheile zu verschaffen; ich selbst stände im Dienste Herrn Gamp, der jenen Herren sehr schlecht ansteht, die sich anderen steuerfreien Zwecken als zur Essigbereitung verwendet solcher Interessen. Der Redakteur der Kreuz- Zeitung" wird immer über die Herabsehung des Tons im Reichstage beklagen, wird, Vergütungen bis zu 6 M. gewährt werden." feine Behauptung vor dem Richter zu beweisen haben, und ich nehme ich keinen Anstand zu erklären, daß, nachdem der Abg. Richter( frs. Bp.): Es soll hier eine Art Dispositions- brauche deshalb hier nicht darauf einzugehen. Aber es macht doch Abg. Gamp gefagt hat, daß er nicht nicht auf Veranlassung fonds für den Bundesrath begründet werden, der sich der Mit einen wunderbaren Eindruck, daß dieselben Preßorgane, welche von Interessenten diesen Antrag gestellt hat, dies für. wirkung, Bewilligung und Kontrolle des Reichstags völlig entzieht. anderen Parteien und Personen nach jeder Richtung die mich genügt, um feine Behauptung als richtig hin=" Es wird hier unser Etatsrecht durchbrochen. schimpflichsten Borwürfe machen, ihrerseits für die Spekulation zunehmen. Ich bleibe aber dabei stehen: die MöglichStaatssekretär Graf Posadowsky: Dispositionsfonds sind außerordentlich zugänglich sind, und ich kann diese Gelegenheit keit, daß in der Kommission dieser Antrag Annahme solche, deren Zwecke nicht festgelegt sind, deren Verwendung man nicht vorübergehen lassen, um die sehr starke Vermuthung zum gefunden, ist zurückzuführen auf die Beeinflussung von nicht fennt. Aber die Verwendung dieses Fonds ist positiv fest- Ausdruck zu bringen, daß gerade die Kreuz Zeitung" den Intereffenten. gelegt. Ich will erklären, daß kein Bedenten vorliegt, alljährlich Interessenten in dieser Frage außerordentlich zugänglich sein muß, Abg. Gamp( Np.): Diese Behauptung kann ich im Rahmen Sem Reichstage mitzutheilen, wie der Fonds verwendet worden ist. wenn man anders verlangt, daß das, was die Kreuz- Zeitung" einer persönlichen Bemerkung nicht widerlegen. Dagegen nehme Wenn der Absatz ganz abgelehnt wird, dann wird die Verschreibt, ernst genommen wird.( Sehr gut! links.) Ich sehe davon ich davon Akt, daß der Abg. Singer feinen Vorwurf, den wendung des Spiritus zu gewerblichen Zwecken erheblich zurück- ab, daß eine von agrarischen Kreisen geleitete Zeitschrift für die schärfsten, den man gegen einen Mann erheben kann, daß er sich gehen. Spiritusindustrie der Kreuz- Zeitung" den direkten Vorwurf macht, nämlich durch persönliche und Börseninteressen hat leiten lassen, Abg. Meyer- Halle( frs. Vg.) fragt an, ob der Staatssekretär daß sie sich davon leiten läßt, eine Preissteigerung zum Vortheil ein- gegen mich persönlich zurückgenommen hat. damit einverstanden ist, daß bis zur dritten Lesung eine Formel zelner Brennereien zu bewirken. Das mögen die Herren untereinander Präsident v. Bnol ruft den Abg. v. Hammerstein wegen gefunden wird, wie die Vertheilung des Fonds erfolgen soll. abmachen. Aber dafür, daß die Kreuz- Zeitung" in bezug auf des gegen den Abg. Richter gebrauchten Ausdrucks Vers Abg. Spahu( 3.) hält es für schwierig, eine bestimmte Formel das vorliegende Gesetz Intereffen verfolgt, die wir als die maß- leumdung" nachträglich zur Ordnung. dafür zu finden. gebenden nicht anerkennen können, möchte ich ein Beispiel au- Der Antrag Müller- Fulda wird mit 154 gegen 97 Stimmen Staatssekretär Graf Posadowsky verweist darauf, daß im führen.( Rufe: Zur Sache!) Ich spreche zur Sache, wenn ich abgelehnt. Für denselben stimmen die Sozialdemokraten, die Branntweinsteuer- Gesetz bezüglich des Erlasses der Branntwein- nachzuweisen versuche, daß bei diesem Gesetze Juteressen in Frage beiden freisinnigen Parteien, die süddeutsche Volkspartei, die Steuer für gewerblichen Spiritus dem Bundesrath auch schon eine stehen, die zu verhindern die höchste Aufgabe des Reichstages sein Welfen und die Mehrheit der Antisemiten und vom Zentrum gewisse Freiheit gegeben sei. muß.( Sehr richtig! links.) Es ist vielfach bei dieser Gelegen 24 Abgeordnete. Abg. Nichter( frs. Vp.): Die Vertheilung des Fonds muß heit von der treibenden Firma gesprochen worden, die hinter Der Antrag Lieber wird darauf mit großer Mehrheit anerfolgen nach Maßgabe der Festsetzung des Reichshaushalts- diesem Gesetz steht, und wer Augen hatte zu sehen, der konnte genommen und mit diesem Antrag der vierte Absatz des§ 3 und ja in den letzten Monaten beobachten, wie die Interessenten der ganze§ 3, gegen welchen aber nunmehr die Sozialdemo Nachdem auch Abg. Pachnicke( frs. Bg.) sich gegen die sich hier herumgetrieben haben.( Bustimmung und Heiterfeit; fraten, die Freisinnigen und die Volkspartei stimmen. Schaffung eines solchen Dispositionsfonds erklärt hat, wird unter die Mitglieder des Hauses blicken nach der Bundesrathsloge E3 folgt die Berathung des Artikel IIa, der Ablehnung des Antrages Richter gegen die Stimmen der Frei- hinauf, in welcher ein Vertreter der Firma Guttmann u. Lach von der Kommission eingefügt ist. Danach soll der Bundesrath Etats." " ermächtigt werden, die Vergütung der Maischbottich, Material- 1 und Brennsteuer auch schon dann zu gewähren, wenn Branntwein mit der Bestimmung späterer Ausfuhr zu einem steuerfreien Lager abgefertigt wird; der Branntwein nimmt das durch die Eigenschaft einer ausländischen Waare an. Von drei Seiten wird die Streichung des Artikels IIa beantragt und zwar von den Abgg. Gamp( Rp.), Fisch bed ( frs. Vp.) und Zimmermann( Reform- P.) Abg. Meyer- Halle( frs. Vg.): Wir lehnen es ab, irgend ein besonderes Interesse, das sich an der Börse geltend machen könnte, zu vertreten. Wir vertreten die Freiheit der Spefulation, soweit sie sich gründet auf die durch die Natur der Sache gegebenen Elemente, auf das Angebot und die Nachfrage; wir verwerfen die Spekulation aber, soweit sie von dieser Grundlage abweicht, dann sprechen wir nicht mehr von Spekulation, sondern von Jobberei. Es liegt auf der Hand, daß ein Mann, der die Macht hat, von diesem Paragraphen Gebrauch zu machen, die Preise auf das ungünstigste beeinflussen kann. In dem Augenblick, wo sich dem Spiritusjobber die Aussicht auf den Export in das Ausland eröffnet, hat er eine Pferdelänge Vorsprung vor unserer inländischen Produktion. Ich bezeichne es lediglich als einen Mißgriff immerhin als einen sehr auffälligen Mißgriff, daß dieser Artikel in das Gesetz hat hineinkommen können, den ich mir daraus erkläre, daß überall, wo der Versuch gemacht wird, von den Grundsäßen einer natürlichen Besteuerung abzuweichen, so schwere Mißbräuche unvermeidlich sind. Staatssekretär Graf Pojadowsky: Der Vorredner hat sich barüber gewundert, weshalb die Regierung einem solchen Paras graphen ihre Zustimmung gegeben habe. Das ist sehr einfach. Es sollte uns ja nur eine facultas gegeben werden, und diese hätten wir auch im Interesse einzelner Industrien ganz gut ausüben tönnen. Darauf können Sie sich aber verlassen, daß wir von diesem Paragraphen keinen Gebrauch gemacht hätten, wenn fich an demselben eine Spekulation geknüpft hätte. Wir wollen eben nicht die Spekulation begünstigen, sondern den produktiven Erwerb. Der Vorredner hätte sich diese Leichenrede sparen tönnen. Abg. Zimmermann( Reform- P.) hält diesen Artikel IIa für bezeichnend für das ganze Gesetz. Nothleidend sei namentlich der Fleine Landwirth, dem durch das Gesetz gar nicht geholfen werde. Wunderbar sei es, wie dieser Artikel überhaupt zur Annahme kommen konnte, da er doch nur einer vorübergehenden Spekulation Thür und Thor öffnet. Der Schaden der Preistreibereien wird schlimmer sein als der Nußen, den vielleicht einige an der Hauffe betheiligte Großbrenner haben dürften. Auch bei Ablehnung des Artikels Ila wird ein Theil meiner Freunde Gegner der Vorlage bleiben. Abg. Holtz( Rp.) bekämpft den Antrag aus demselben Und wer bezahlt die Reisekosten für den Oberrichter nach DeutschGrunde. land und zurück? Das ist eine sehr weitläufige und theure Abg. Paasche( natl.) spricht sich in demselben Sinne aus. Reise. Der Herr erhält während der ganzen Zeit sein Gehalt, Artikel III wird unter Ablehnung des Antrages Fischbeck möglicherweise auch die entsprechenden Diäten, und das Deutsche nach dem Antrage Gamp angenommen. Reich hat noch das Vergnügen, für den Uebermuth dieser Herren Artikel IV, welcher den Bundesrath ermächtigt, eine neue noch eine bedeutende Summe in baar hintendrein zu werfen. Redaktion des Bannntweinsteuergesetzes herauszugeben, wird Ich bitte die Kolonialverwaltung, uns mitzutheilen, ob die ohne Debatte genehmigt. Schließlich kommt auch folgende Re- Beitungen richtig berichtet haben. fotution zur Annahme: Die verbündeten Regierungen zu er fuchen, baldigst Maßnahmen gegen die Verfälschungen des Trint branntweins zu treffen. Die Direktor im Kolonialamt Kayser: Hätte der Vorredner sich beschränkt auf die Frage, ob die Zeitungsnachricht richtig ist, so hätte er sich eine große Rede und dem Hause viel Zeit erspart. Die eingegangenen Petitionen werden durch die gefaßten( Seiterkeit.) Ein Duell hat stattgefunden, aber nicht wegen der Beschlüsse für erledigt erklärt. Inspektion der Gerichte; unrichtig ist, daß der Oberrichter Eschke Es folgt die dritte Berathung des Gesehentwurfs, betreffend sich auf der Neise nach Europa befindet und daß er zur FestungsBestrafung des Sklavenraubs und des haft verurtheilt ist. Die Bwiftigkeit beruhte wohl auf persön Stla venhandels. lichen Gegenfäßen. So sehr wir den Vorfall beklagen, Abg. Molkenbuhr( Soz.): Deutschland ist ja durch die so ist es doch der erste, und Herr Bebel hat kein Brüsseler Verträge gebunden ein derartiges Gesetz zu erlassen, Recht, von einem Unfug zu sprechen. Die beiden Herren aber von einer Seite, von welcher ich es nicht erwartet hätte, find Reserveoffiziere und unterstehen den Militärgerichten. nämlich in der heutigen Nummer der„ Kreuz- Beitung", wird in Der Gouverneur ist aufgefordert worden, die Anzeige einzureichen einem Artikel die Ansicht vertreten, daß das gegenwärtige Gesetz und die Militärbehörden von dem Vorfall in Kenntniß zu sehen. vollständig wirkungslos sein würde, und zwar weil der Sklaven- Die geforderte Summe ist vom Gouvernement beantragt worden. handel nicht ernsthaft getroffen würde. Nun hat zwar vor einigen& treten hinzu die für Bauten bewilligten 200 000 M. Von Jahren der Herr Direktor Kayser erklärt, daß Sklavenhandel der Bereitwilligkeit des Vorredners, größere Summen zu bewilligen, garnicht mehr vorkommt und daß man den Sklaven gar nehme ich gerne Aft. feine Wohlthat erweisen würde, wenn man sie frei ließe. Abg. Bebel( Soz.): Wenn die Regierung Forderungen Wenn nun wirklich kein Sklavenhandel mehr vorkommt, an das Haus bringt, nothleidende Menschen zu unterstützen, so fetzt man sich doch in anderer Form als durch Kauf oder so find wir jederzeit bereit.( Buruf rechts: Nothleidende LandHandel in Besitz von Schwarzen; bei uns giebt es noch die wirthe! Heiterkeit.) Daß die Landwirthe nothleidend sind, so Schuldknechtschaft in ausgedehnteftem Maße, während sie in den wie die armen Neger, das habe ich allerdings noch nicht gewußt. benachbarten englischen Provinzen vollständig verboten ist. Bei Der Herr Direktor Stayser hätte nicht nöthig gehabt, in der uns wird den Sllavenhändlern geradezu ein fyl geboten. Man Weise und in dem Tone, wie es geschehen ist, mir Belehrungen sollte ein wirklich wirksames Gesetz hier erlassen, da dieser Ent- zu theil werden zu lassen. Was ich zu thun habe, weiß ich wurf sich als ein solches nicht darstellt, bleibt nichts anderes selbst am besten. Ich habe feine Ursache, mich übrig, als es ganz abzulehnen. nach Ihren Wünschen zu richten. Der Herr Direktor hätte nur dankbar sein sollen, daß ich noch in den letzten Wochen, wo wir hier zusammen sind ihm Gelegenheit gegeben habe, die unrichtigen Darstellungen der Presse richtig zu stellen. Ich will vor allem fonstatiren, daß das Duell zugegeben wird. Ein Beamter in Ist durch einen zum Zwecke des Stlavenraubes unter- richterlicher Stellung, der höchste Richter der Kolonie, ist der= nommenen Streifzug der Tod einer der Personen, gegen welche jenige, der in erster Linie zum Bruch der Gesetze, zum der Streifzug gerichtet war, verursacht worden, so ist gegen Verleger der Gesetze sich hergiebt, hergiebt, weil er zugleich die Veranstalter und Anführer auf Todesstrafe, gegen die neben seiner richterlichen Stellung noch Reserve- Offizier übrigen Theilnehmer auf Zuchthaus nicht unter drei Jahren zu ist. Dieser Umstand ist für die Situation, in der wir erkennen. uns befinden, sehr charakteristisch. Ich habe nicht von dem Duellunfug, der in den Kolonien besteht, gesprochen, sondern nur davon, daß dieser in Deutschland bestehende Unfug auch in den Kolonien eingebürgert werden soll. Es ist bedauerlich, daß der Direktor kein Wort der Entrüstung oder der Verurtheilung gehabt hat. Das wird die Beamten in den Kolonien von diesem Unfug nicht abschrecken. Es ist auch wichtig zu konstatiren, daß des Deutsche Reich die Kosten für die Reise nach Deutschland nicht tragen wird. Die Titel werden genehmigt. Damit schließt die Generaldiskussion. In der Spezialdiskussion liegt zum Absatz 2 des§ 1 ein Abänderungsantrag des Abg. Schmidt- Warburg( 3.) vor. Der Absatz 2 bestimmt: Abg. Schmidt Warburg beantragt, zwischen 3st" und ,, durch das Wort unmittelbar" einzuschieben. Abg. Hol( Np.): Es ist mir gesagt worden, daß Herr Abg. Stadthagen( Soz.) spricht sich gegen den ganzen zweiten Singer in irgend einer Form den Vorwurf, daß man bei der Absatz des§ 1 aus. Diese Bestimmung solle dieselbe sein, wie Borlage speziell des Artikels II a den Einflüsterungen der Börse die analoge im Strafgesetzbuch bezüglich der Brandstiftung und gefolgt sei, gegen die Kommission gerichtet habe. Ich muß diesen Ueberschwemmung. Durch diese könne allerdings direkt der Tod Vorwurf in der schärfsten Form als Vorsitzender der Kommission eines Menschen herbeigeführt werden. Werde auf einem Streif zurückweisen. Wir stellen den Antrag auf Streichung, weil wir zug ein Mensch getödtet, so stehe auf die tödtende Handlung ohne uns überzeugt haben, daß die Bestimmung nicht den Vortheil weiteres die Todesstrafe. Wie solle er es sich aber vorbringen wird, den wir davon erwarteten. Wir haben uns von stellen, daß allein durch den Streifzug, nicht durch die Beim Reichsamt des Innern wird für die Ver. den Börsenverständigen unterrichten lassen; das ist unser Recht Hand eines Menschen, der Tod herbeigeführt sei? Welche waltung des Nordostsee Kanals ein besonderes Ranalamt und unsere Pflicht. Fälle sollen also durch diese Bestimmung getroffen geschaffen. Die Mehrheit der Kommission hat dieser Organisation werden. Auch nach dem Antrag Schmidt sei zweifelhaft, ob der zugestimmt. Streifzug mittelbar oder unmittelbar die Ursache gewesen sei. Die Fassung des Abg. Schmidt wäre also auch nicht ganz klar, und deswegen, weil es schier sei, im Plenum eine richtige Fassung zu finden, beantrage er, den Gesetzentivurf einer Kommission von 14 Mitgliedern zu überweisen. Abg. v. Kardorff( Rp.): Aus dem Stenogramm meiner letzten Rede ersehe ich, daß diese dahin verstanden werden konnte, als wenn ich Herrn Richter und seinen Freunden den Vorwurf habe machen wollen, daß sie die Börse begünstigen. Ich habe diesen Vorwurf nicht machen wollen. Abg. Meyer- Halle: Der Staatssekretär hat mir vorgeworfen, daß ich eine Leichenrede gehalten hätte. Leichenreden sind nüglich und erbaulich; ich habe Talent und Neigung dazu und bedauere, davon nicht öfter Gebrauch machen zu können.( Heiterkeit.) Abg. Pachnicke( frs. Wg.): Der Artikel II a ist von Herrn Gamp eingebracht und bei der ersten Lesung in der Kommission so schnell verlesen worden, daß man ihn nicht figiren konnte. Graf Stolberg hielt den Antrag für annehmbar, machte aber bemerklich, daß der Antrag einen Haken haben könne; deswegen behalte er sich seinen Entschluß vor. Bei der zweiten Lesung wurde die Debatte schnell geschlossen, nachdem ein Regierungstommiffar seine Zustimmung gegeben.( Hört, hört! links.) Gs scheint nicht bekannt zu sein, daß ein ähnlicher Antrag von einer bekannten Firma beim Aeltestenkollegium der Berliner Kaufmannschaft eingebracht, aber von den Sachverständigen einstimmig abgelehnt wurde.( hört, hört! links.) Und troydem fand der Antrag in der Kommission Annahme. Die Firma ging fogar so weit, daß der Spiritus einfach gegen Rückzahlung der Vergütung wieder eingeführt werden sollte. Abg. Graf Udo Stolberg( f.): Ich habe allerdings den Antrag anfänglich für gut gehalten. Aber bei näherer Ueberlegung habe ich die Unausführbarkeit desselben erkannt. Sie( links) bauschen die Sache viel zu sehr auf!( Widerspruch links.) Artikel IIa wird darauf einstimmig abgelehnt. Durch den ebenfalls von der Kommission Artikel II b wird der Bundesrath ermächtigt: eingefügten a) den Kleinhandel mit denaturirtem Spiritus abweichend von den Vorschriften des§ 33 der Gewerbe- Ordnung zu regeln, b) dahin Bestimmung zu treffen, daß beim Kleinhandel mit denaturirtem oder undenaturirtem Spiritus die Alkoholstärke des abzugebenden Spiritus durch Aushang an der Verkaufsstelle dem Publikum ersichtlich zu machen ist. Abg. Richter ist mit der Tendenz des Artikels einverstanden, aber bezeichnet es als eine eigenthümliche Gesetzgebung, den Bundesrath zu ermächtigen zu einer Abweichung von einer pofitiven gefeßlichen Bestimmung; warum macht man nicht selbst den Versuch, eine positive Bestimmung zu treffen, und erklärt, daß der§ 33 der Gewerbe- Ordnung auf den Kleinhandel mit denaturirtem Spiritus feine Anwendung finden soll. Nach Artikel III Absah 1 soll das Gesetz am 1. Juli 1895 mit der Maßgabe in fraft treten, daß es bis zum 30. September 1898 bei den für die Periode 1893-96 augewiesenen Rontingentsmengen verbleibt, sodaß die Revision des Gesammtfontingents sowie die neue Bemessung der Kontingente im Betriebsjahr 1897/98 durch zugrundelegung der Ergebnisse der 4 Betriebsjahre 1893/94 bis 1896/97 vorgenommen wird. Dieser Antrag, sowie der Antrag Schmidt. Warburg werden abgelehnt,§i und der Rest des Gesetzes werden unverändert angenommen. Es folgt die zweite Berathung des Gesezentwurfes, betreffend die kaiserlichen Schußtruppen für Südwest afrika und für Kamerun, dessen unveränderte Annahme die Kom mission vorschlägt. Berichterstatter Prinz Arenberg( 3.) macht Mittheilung über die Verhandlung der Kommission, die zur Annahme der Vorlage ohne Widerspruch geführt habe. Abg. Richter( frs. Bp.) bedauert, daß die Vorlage in später Stunde in der Kommission zur Berathung gekommen sei; er halte seine Bedenken nicht für widerlegt, aber schließlich werde er sich über die falsche Konstruktion der Kolonialverwaltung nicht mehr erwärmen als die Freunde der Kolonialpolitit. Es folgt die zweite Berathung des zweiten Nachtragsetats für 1895/96 und des Nachtrags zum Etat der Schuhgebiete. Die Ausgaben werden bewilligt, ebenso ohne weitere Debatte die Nachforderung für den Militäretat und für die Marine und die Deckung der Ausgaben durch die Matrikularbeiträge. Damit ist die zweite Berathung des Nachtragsetats erledigt. Schluß 6 Uhr. Nächste Sigung Freitag 11 Uhr.( Wahlprüfungen; dritte Lesungen der Branntwein- und ZuckersteuerNovellen sowie des Nachtragsetats.) Auf Antrag des Abg. v. Bennigsen werden die zahl reichen Petitionen von Invaliden und auf Antrag des Abg. Singer die Prüfung der Wahl des Abg. Möller auf die Tagesordnung gefeht. Auf Antrag des Abg. Lieber werden aber die dritten Lesungen an die Spitze der Tagesordnung gestellt, " Tokales. als mertBum Falle Bading. Der Mann, der es möglich gemacht hat, am Sonnabend das drastische Urtheil zu fällen, das den Abg. Hammacher theilt mit, daß auch Freunde des Vorredners Drucker des 18. März", Max Bading, mit zwei Monaten Geund des Abg. Singer den Kommissionsverhandlungen beigewohnt fängniß belegte, obgleich im selben Augenblick auch die eigentlich haben, ohne Widerspruch gegen die Vorlage zu erheben, und bittet verantwortliche Person, der Schriftseter Schulz, seine vier Monat dieser dringend um Annahme des Gesezentwurfs, damit die Mitglieder in so merkwürdiger Deduktion verkündet erhielt, der Schutztruppe ihre Versorgung erhalten. selbe Mann ist auch schon früher nicht ganz unbekannt Abg. Richter: Dagegen hat keine Partei etwas ein- geblieben. Das am Sonnabend ausgesprochene Urtheil zuwenden; wenn die Mehrheitsparteien dazu geneigt wären, ist sozusagen traditionell begründet; bewies Herr Leonhardt doch damit, fönnte man diese Bestimmungen leicht entscheiden. daß er in die pietätvoll Fußstapfen Darauf wird die Vorlage in den einzelnen Paragraphen an seines Herrn Vaters, des Justizministers Leonhardt getreten ist, genommen. unter dem 1876 die famose Strafgesegnovelle im Reichstag eingebracht wurde. Aber auch aus des jüngeren Leonhardt's eigenem Wirken außerhalb Berlins ließen sich Schlüsse ziehen, welche seine neueste That begreiflich erscheinen lassen. Über den LandgerichtsDer lettere wird ohne Debatte angenommen. Beim Etat direktor, der beiläufig bemerkt, erst am 1. April aus Dortmund des Auswärtigen Amts und zwar bei der Ausgabe für Ostafrika nach hier versetzt worden ist, schreibt nämlich auch unser dortiges zur Milderung der Nothlage der Eingeborenen ergreift das Wort Parteiblatt, daß er als Vorsigender der Straffammer als ein Abg. Bebel( Soz.): Gegen die Forderung der 50 000 m. strenger" Richter in politischen und Preß. azur Unterstützung der infolge der Heuschreckenplage nothleidenden prosessen galt. Daß diese Ansicht durchaus realen Boden Eingeborenen im ostafrikanischen Schußgebiete habe ich nichts hat, ist durch den Fall Bading aufs klärlichste bewiesen worden. einzuwenden. Im Gegentheil, ich bin der Anschauung, daß, Bestätigt das Reichsgericht die heute noch nachdem einmal Ostafrika deutsches Schuhgebiet ist, das Reich würdig geltende Rechtsauffaffung der Kammer Leonhardt, so auch die Verpflichtung hat, in solchen Nothfällen einzutreten. wird die bürgerliche Presse, die bislang noch zu einem nicht unIch halte die geforderte Summe für zu klein. Mag in Ostafrika wesentlichen Theile entweder lammfromm, oder in Hinsicht die Lebenshaltung noch so billig sein, was ist 1 M. pro Kopf der darauf, daß es ein Sozialdemokrat ist, der bluten soll, hochBevölkerung? Lamit tönnen sich die Leute höchstens sechs bis müthig schweigt, ihr blaues Wunder erleben. Denn daß es bei fieben Tage Unterhalt verschaffen. Außerdem soll diese Unter dem Falle Bading nicht sein Bewenden haben soll, ist durch das ftüßung, an eine Gegenleistung gefnüpft, denjenigen zu theil werden, gegen die bürgerliche Kritit" und deren Verleger eingeleitete welche arbeitsfähig genug sind, um bein Wegebau verwendet Strafverfahren so deutlich, wie nur wünschenswerth, dargethan zu werden. Die Leute sind so geschwächt, daß sie das kaum worden. Ob die bürgerliche Presse die That der Kammer Leonwerden leisten können. Man sollte auf dieser Bedingung nicht hardt energischer als bisher in Augenschein nehmen wird? Nach Absatz 2 sollen die vor dem 22. März 1895 gemachten bestehen. Durch die Zeitungen ging dieser Tage die Nachricht, Er blieb der Alte. Ein Leser schreibt uns: Verkäufe von Spiritus, welche auf grund von vor dem der Oberrichter Gschte sei auf dem Wege nach Deutschland, um eine Was ein Häkchen werden will, trümmt sich bei Zeiten! 22. März 1895 gemachten Einkäufen von Melasse beruhen, in Feftungshaft wegen seines Duells mit dem Landrath v. Bennigsen Lese ich da zufällig im„ Humor im Deutschen Reich 3der Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September zu den nach abzubüßen. Man kann sich bei dem ostafrikanischen Klima das von F. Szafranski. Berlin, Herm. Walther, 1894, auf bem bisherigen Gesetz geltenden Strasbestimmungen erledigt Bild ausmalen, welches entstehen würde, wenn das Duellunwesen G. 143 folgendes: a b g. v. Köller: Sie glauben gar nicht, auch in Ostafrika einrisse. Das Duell soll dadurch entstanden Abg. Gamp beantragt, den zweiten Absatz folgendermaßen sein, daß der Gouverneur den Landrath v. Bennigsen beauftragt welche Erfolge man nicht durch eine gewisse Unverfrorenheit zu fassen:" Diejenigen Melaffebrennereien, welche vor dem habe, die dem Oberrichter Eschte unterstellten Bezirksgerichte zu Der damalige Abgeordnete hat ja bewiesen, wie weit man es 22. März 1895 Melasse angetauft und den hieraus herzustellenden inspiziren. Der Oberrichter erblickte hierin eine Amtsüberdamit bringen kann bis zum Minister! Branntwein durch einen vor dem 22. März 1895 abgeschlossenen schreitung und er rügte dies in einer Form, welche ein Duell zur Vertrag zur Lieferung bis zum 30. September 1895 veräußert Folge hatte, in welchem Bennigsen leicht verwundet wurde. War Der Arbeiter Verkehrs- Almanach für Berlin und Umhaben, sind berechtigt, soweit die in der Zeit vom 22. März bis der Oberrichter der Meinung, daß die Anordnung des Gouverneurs gebung ist dieser Tage in neuer Ausgabe bei Hans Baake, Cityzum 1. Juli 1895 erzeugte Branntweinmenge hinter den ver- eine Kompetenzüberschreitung war, so war er verpflichtet, den Baffage, erschienen. Die Sommer- Ausgabe, welche gleich der kauften Mengen zurückgeblieben ist, den an den verkauften Beschwerdeweg zu betreten. Wie sollen denn derartige Differenzen vorigen, zum billigen Preise von 20 Pfennig fäuslich ist, enthält Mengen fehlenden Branntwein zu den bisherigen Steuerbedingungen für die Zukunft anders verhütet werden, als dadurch, daß eine zunächst die wichtigsten Fahrpläne 2c. und in ihrem zweiten, für abzubrennen." amtliche Entscheidung herbeigeführt wird. Der Landrath die Arbeiterschaft bedeutungsvollsten Theile das AdressenAbg. Fischbeck( frf. Bp.) beantragt das Gefeß erst mit dem v. Bennigfen konnte gar nicht anders als den Befehl des verzeichniß wohl sämmtlicher sozialdemokratischen und gewert 1. Ottober 1895 in traft treten zu lassen und die Bestimmungen Gouverneurs ausführen, der Oberrichter Eschte hätte also logischer- schaftlichen Organisationen, der Krankenkassen, des Arbeiterdes Absatzes 2 nicht blos auf die Melaffebrennereien zu be- weise den Gouverneur fordern müssen. Wohin kommen Sängerbundes u. s. w. Dieser Theil des Büchleins hat um so Die wir, schränken, sondern auf alle Brennereien auszudehnen. und diese Methode allgemein gang gäbe größeren Werth, als das mit Sorgfalt zusammengestellte Material Streichung des Artikels II a erlangt erst dann volle Wirkung, wenn würde? Wir würden dann in Deutschland in Deutschland jeden Tag fast ausschließlich von den Vorständen der Organisationen selber das Gesetz nicht schon zum 1. Juli in traft trete. Denn die duhende solcher Duelle erleben. Wir haben alle Ursache, geliefert worden ist und daher vollen Anspruch auf Richtigkeit Brenner haben von dem Gesetz für die Zeit vom den Fall genau ins Auge zu fassen und zu fragen, was die hat. Eine völlige Umarbeitung hat der dritte Theil Vers 1. Juli bis zum 1. Oktober teine Vortheile, weil sie Reichsregierung dem gegenüber zu thun gedenkt. Es wird nicht mischtes" erfahren. Es find hier hinzugefügt worden Angaben während dieser Zeit nicht brennen. Von dem Geseze gesagt, wie lange die Festungshaft des Oberrichters dauern fol. über die Sonntagsruhe in der Industrie, eine kleine Wahlstatistik, hätte nur die Spekulation Vortheil, und das Gesetz würde ohne Wahrscheinlich wird es eine minimale Strafe sein. Bis jetzt ist die Unfallstationen, sowie sonstige, namentlich die Arbeiterschaft diese Aenderung eine wirkliche lex Lachmann- Guttmann werden. in Ostafrika trotz aller sogenannter Kulturfortschritte noch feine intereffirende Daten. Das fleine Büchlein, das als Gratisbeilage Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt sich gegen den Festung vorhanden. Am Ende kommen wir noch in die Lage, noch einen übersichtlichen Plan der Umgegend von Berlin ents Antrag Fischbeck, weil dadurch die Möglichkeit des Exports die nothwendigen Summen für den Bau einer Festung, hält, wird der Arbeiterschaft manchen nüßlichen Dienst leisten während eines Vierteljahres vernichtet würde. vielleicht auf dem Kilimandscharo, zu bewilligen.( Heiterkeit.) und kann daher zur Anschaffung bestens empfohlen werden. werden können. wenn tage erreichen kann " 23. 1. 85." Ans Byzanz. Die, Voff. Stg." veröffentlicht folgende Bu- Vor dem Betreten des Tempelhofer Feldes während| mit der Sprache heraus, sobald man darauf fom, woher er bie fairs Ich war am Freitag zum Zwecke des Besuchs der der Zeit von 7 Uhr früh bis 1 Uhr mittags wird jezt gewarnt, Berletzung erhalten habe. Heute früh war der Mann noch nicht Kunstausstellung nach Berlin gekommen. Am Sonnabend Vor- indem bekannt gegeben wird, daß jeder, der das Uebungsterrain wiederhergestellt. Man brachte ihn daher in ein Krankenhaus. mittag fand ich turz vor 10 Uhr als einer der ersten Einlaß von in dieser Beit betritt, festgenommen und mit 3 Mart Strafe be- Auch hier fiellt er sich vernehmungsunfähig. Es handelt sich um der Stadtbahnfeite her. Als ich dem Zuge der mittleren Haupt- legt wird. fäle folgend in den zweiten oder dritten Saal fam, wurde mir den 31 jährigen Arbeiter Dudda. von einem der aufsichtführenden Beamten bedeutet, mich in einen der Nebensäle zu begeben, da die Kaiserin die Reihe der Hauptfäle entlang fäme. Ich kam dieser Aufforderung nach, wurde aber bald auch aus dem Nebensaal verscheucht. Diese Anordnung wirkte um so befremdender, als infolge der frühen Stunde die Zahl der Besucher nur verschwindend klein war. - 11 Uhr der Drechsler Paul Riede in seiner Schlafstelle bei am Montag Abend der 19jährige Schneidergeselle Richard SteinSich zu erschießen versuchte am Dienstag abend um Bom dritten Stock des Hauses Dresdenerstr. 30a hat sich Schulz in der Staligerstraße Nr. 123. As feine Stuben- berg herabgestürzt. Schwerverletzt wurde er in ein Krankenhaus genossen heimkehrten, rief Riede den einen von ihnen gefchafft. entgegen: Karl, hilf mir!" Er hatte sich aus einem Revolver eine Kugel oberhalb des Herzens in die Brust gejagt. Man Polizeibericht. Am 21. d3. Mts. vormittags erhielt in der brachte den Verletzten auf die 10. Sanitätswache in der Adalbert- Glbenaerstraße ein Mann von dem Pferde eines SchlächterfuhrVon der Heildarmee weiß ein Berichterstatter zu erzählen, straße, wo ihm der dienstthuende Arzt einen Nothverband an- werks, das er durch einen Stockhieb gereizt hatte, einen Hufschlag daß ihr Lieutenant Müller vom ersten Berliner Armeekorps am legte. Die Verlegung ist aber so schwer, daß man Riede mit gegen den Kopf, so daß er bewußtlos zusammenbrach und nach letten Sonntag das Pech hatte, in Hildesheim wegen Uebertretung einer Droschke in das städtische Krankenhaus am Urban bringen bau der Friedrich- Werderschen Ober- Realschule stürzte nachmittags dem Krankenhause gebracht werden mußte.- Auf dem Erweiterungsder Sonntagsruhe fiftirt zu werden. Der Lieutenant befand sich mußte. Die Kugel konnte aus der Wunde noch nicht entfernt ein etwa sechs Meter hohes Gerüst ein. Dabei wurden fünf Arauf Agitationsreifen in der Provinz Hannover und kam am Sonn- werden. Auf eine Zither, auf der er eben gespielt hatte, hatte beiter verletzt, und zwar zwei so schwer, daß sie nach Anlegung tag nach Hildesheim, woselbst er während der Sonntagsruhe den der Lebensmüde den Vermerk geschrieben, daß eine Krankheit, eines Verbandes in das Krankenhaus gebracht werden mußten; beiter verletzt, und zwar zwei so schwer, daß sie nach Anlegung Kriegsruf verkaufte. Als Fremder wurde er bis zur Feststellung die er für unheilbar hielt, ihn zum Selbstmorde veranlaßt habe. Die übrigen trugen leichtere Verlegungen davon. Auf dem Dom seiner Personalien, die auf drahtlichem Wege erfolgte, in Haft behalten. Als Entschädigung für die ausgestandene Angst ist Bruno Sprotte am 13 b. M. aus der elterlichen Wohnung in tiefe Schornsteinöffnung und erlitt bedeutende Verletzungen am Aus Furcht vor Strafe hat sich der 15jährige Lehrling bau fiel ein Arbeiter beim Wassertragen in eine etwa fünf Meter Herr Müller vom hiesigen Hauptquartier zum Kapitän ernannt der Forsterstr. 51 entfernt und ist bis jetzt verschwunden geblieben. Kopfe und am Rücken. Uebrigens bereitet die Heilsarmee einen großartigen Feldzug Großhandlung von Bergas u. Held in der Neuen Jakobstraße. Der junge Sprotte war seit 11/2 Jahren Lehrling in der Papiergegen den Teufel vor; wie verlautet, werden an den beiden Er soll anfangs sehr fleißig gewesen sein, später aber seinem Pfingstfeiertagen die vier Berliner Armeekorps alamirt werden und namentlich sind es die Vergnügungslokale der Vororte Lehrherrn Anlaß zu Klagen gegeben haben. Die Eltern beBerlins, wie Halensee, St. Hubertus, Wannsee, in denen gegen fürchten, daß ihr Sohn sich ein Leid angethan habe. den Teufel" Brigadenweise gefochten werden soll. An beiden Abenden rücken die Armeekorps nach Berlin zurück, und es finden dann sofort Heilsversammlungen statt, in denen die dem Satan event. entriffenen Seelen die Bußbant beschreiten werden. Man sieht, der Humor stirbt selbst in unsern trüben Zeiten nicht völlig aus. worden. Der Hippodrom am Friedrich Karl- Ufer wurde am Montag zwangsweise versteigert. Von dem Thierbestand war dem Gerichtsvollzieher nur ein Efel und eine Dogge in die Hände gefallen. Recht beschämend steht es um die gewerkschaftliche Organisation der Rixdorfer Arbeiterschaft. Nach einem Bericht über die Thätigkeit des Gewerkschaftskartells in Rixdorf, den das Rorrespondenzblatt" veröffentlicht, gehören dem 1894 gegründeten Kartell 16 Gewerkschaften an. Die Gewerkschaft der Gärtner ist im Kartell nicht vertreten. Da die Gewerkschaftsbewegung am Orte sehr schwach ist, so richtete das Kartell sein Hauptaugenmerk auf die Agitation. Der wiederholte Versuch, die Bäcker zu organisiren, scheiterte an der Gleichgiltigkeit dieser Arbeiter. Noch weniger Erfolg hatten die Bestrebungen, die Schlächter, Glafer und Schneider zu organisiren. Eine Reihe öffentlicher Versammlungen zur Agitation für die Gewerkschaften wurden abgehalten, doch war deren Erfolg nur äußerst geringfügig. Für die Organisation der Arbeiter im Baugewerbe ist der Streit über die Form der Organisation äußerst nachtheilig. Das Kartell hatte im verflossenen Geschäftsjahre eine Einnahme von 140,90 m. und eine Ausgabe von 118,85 m., sodaß ein Kassenbestand von 22,05 m. verblieb. Die Unfitte, daß die Kinder die Brückengeländer zum Spielen benutzen, hat an der Oranienbrüde einen bedauerlichen Unfall herbeigeführt. Der 11jährige Willy Neumann aus der Brigerstraße hatte sich dort so weit über die Brüstung des hohen Fußsteiges gebäugt, daß er das Gleichgewicht verlor und auf die mit Eiſen belegten Brückenklappen hinabfiel. Dabei brach er sich das Handgelent. Fortgesetzte polizeiliche Beobachtungen finden jetzt an der Grenze von Charlottenburg und Deutsch- Wilmersdorf statt. In dieser Gegend sind vor einiger Zeit mehrere junge Mädchen von verschiedenen Männern in der schamlosesten Weise belästigt worden und zwar regelmäßig früh morgens gegen 8 Uhr. Im Interesse der Sicherheit hat die Polizei scharfe Maßregeln getroffen, bis jetzt ist es aber noch nicht gelungen, einen der rohen Patrone zu erwischen. Witterungsübersicht vom 22. Mai 1895. Stationen. Swinemünde Unbekannt gestorben ist ein Mann, der in der Nacht zu Mittwoch schwerkrant am Alexander- Ufer in der Nähe der Ausladestelle bei der Alfenbrücke aufgefunden wurde. Ein Schußmann hatte ihn in eine Droschke gesetzt, um ihn in ein Krankenhaus zu bringen. Als er dort aufam, war der Kranke bereits gestorben. Nachdem der Arzt das festgestellt hatte, brachte der Hamburg Beamte die Leiche in das Schauhaus, wo sie zur Rekognozirung Wiesbaden. ausgestellt ist Der Verstorbene ist etwa 40 Jahre alt. München Berlin Barometerreduzirt auf A stand in mm, d. Meeressp. Windrichtung NO 0 Windstärke UNG| A| N| cowo( Stala 1-12) Wetter AAA BIR( nach Celfius 50 G. 4° R.) 757 wolfig 12 757 NO Dunft 12 756 N heiter 13 756 Still heiter 12 756 wolkig 14 754 Still wolfenlos 14 756 SW wolkenlos 757 SSM 3 halb bedeckt 13 761 NW 2 heiter 12 757 B NW 2 bedeckt 12 • Einen merkwürdigen Fund, der noch nicht aufgeklärt ist, ien hat am Dienstag Abend ein Echuhmacher bei einem Spazier Saparanda gange im Grunewald gemacht. Am Rande des Pechfees lag eine Petersburg Postdienstmüße, die vorher im Wasser gelegen haben mußte und Cork. über und über mit Schlamm bedeckt war. In demselben Augen- Aberdin. blicke will der Schuhmacher gesehen haben, wie der Kopf eines Paris Mannes aus dem Wasser hervorragte und dann verschwand. Da niemand in der Nähe war, der ihm bei den Nachforschungen hätte helfen können, so machte der Finder später der Polizei von feiner Wahrnehmung Mittheilung. Daraufhin sind am Mittwoch sofort Nachforschungen nach dem Poftbeamten, dem die Mütze gehörte, und zur weiteren Aufklärung der Sache eingeleitet worden. Der Name, der im Innern der Müße verzeichnet war, scheint Siebert oder Diebert zu lauten. gecent'schen Eheleute, Berlinerstr. 118 zu Charlottenburg, zu Ein gräßlicher Unglücksfall hat sich in der Wohnung der getragen. Das an Diphtheritis erkrankte Kind derselben sollte auf Anordnung des Hausarztes Inhalationen mit Terpentin: dämpfen erhalten. Als nun der Ballon mit Terpentin gefüllt und die Spirituslampe angezündet worden war, explodirte er plöhlich und das hierdurch in Brand gerathene Terpentinöl er goß sich über die Kleider der in der Nähe stehenden Frau I. J., so daß sie im Nu in Flammen eingehüllt war. In ihrer Angst lief die Unglückliche aus ihrer Wohnung hinaus und die Treppen hinunter, wodurch das Unglück naturgemäß nur noch größer wurde und sie schließlich bewußtlos auf dem ersten Treppen podeft zusammenbrach. Nachdem der Brand bald gelöscht und ärztliche Hilfe herbeigeholt worden war, wurde die Bedauerns werthe nach Anlegung eines Nothverbandes nach dem Kranten hause geschafft, woselbst sie hoffnungslos darniederliegt. 4 Wetter Prognose für Donnerstag, 23. Mai 1895. mit leichten Regenfällen und schwacher Luftbewegung. Ziemlich warmes, zeitweise heiteres, vielfach woltiges Wetter Berliner Wetterbureau. Vermischkes. : schreiben die dortigen Agenten der Compagnie Transatlantique Won hoher See. Wie aus New York berichtet wird, die Verzögerung des Eintreffens des am Sonntag in NewYork Dort fälligen Dampfers Gascogne" dem seit Beginn der Nebel zu. Bis gestern früh 814 Uhr ist bei der Compagnie oche an der amerikanischen Rüfte herrschenden starken Transatlantique keinerlei Nachricht über die„ Gascogne" eingetroffen. Die norwegische Barke Jean Bart"," welche auf der Fahrt von Norwegen nach Gent begriffen ist, hat gestern in der Nordsee neun Schiffbrüchige der norwegischen Barke„ Fruy", welche sich auf der Fahrt von Boston nach der Ostsee befand und auf offener See Schiffbruch gelitten hatte, aufbefand und auf offener See Schiffbruch gelitten hatte, aufgenommen. Ehefrau des Grafen Leiningen zu Jlbenstadt in der Wetterau. Ein ,, Standesherr." Eine muthige Frau ist die geschiedene Sie hat Strafantrag gegen ihren früheren Mann wegen EheAus Raufluft hat der in Friedrichsberg, Friedrich Karl- bruchs gestellt, was bekanntlich nicht häufig vorkommt. Da es straße 4, wohnhafte Arbeiter Gustav Schiemann in der Nacht fraglich ist, ob dem Grafen die Standesherrenqualität", welche zum Montag auf den ahnungslos die Straße hinabgehenden ihn außerhalb des gemeinen" Rechts stellt, zusteht oder nicht, Arbeiter Karl Hartgotte mit einem Revolver geschoffen und so hat sie sowohl bei der Staatsanwaltschaft in Gießen wie bei ihn im Geficht verwundet. Ein Gendarm, der in der Nähe war, dem Oberlandesgerichts- Präsidenten zu Darstadt den Antrag hörte das Schießen, und brachte nachdem der glücklicherweise nicht eingereicht. brutalen Schüßen zur Haft. schwer verwundete Hartgotte den Thatbestand erzählt hatte, den Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeber Anfrage eine Chiffre( 8wel Buchstaben oder eine Sahl) Wie schwer es den Eltern oft gemacht wird, ihre Kinder vor unfittlichen Anfechtungen zu bewahren, hat der Geh. Sekretär P. zu seinem Leidwesen erfahren. Derselbe ließ zu anfang dieses Ein Oberkahn, welcher am Dienstag am Kupfergraben Monats bei dem in seiner Nähe wohnenden Barbier und Friseur gegen die Landungsbrücke angerannt und dadurch leck geworden Qu. einen jungen Mann holen, um dem 41/ 2jährigen Töchterchen war, wurde durch die Feuerwehr vor dem Untergang, gerettet. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. die Haare zu schneiden. Der Friseur schickte seinen 171/ 2jährigen Das Waffer drang mit folcher Gewalt in das Fahrzeug, daß Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag Lehrling Herrmann Jäcky. Während der schmerzlosen Operation das Schiffspersonal nicht im stande war, die Fluthen aus wird von 7 bis 8 Uhr abends Auskunft und des Haarschneidens blieb der Lehrling mit dem Kinde allein in Sath in Rechtsangelegenheiten ertheilt. einem Zimmer. Zehn Tage später erzählte die Kleine ihrer Sugo Gr. 1. Wir können den Kreis unserer VereinsMama in findlicher Harmlosigkeit eine empörende Episode und mittheilungen nicht erweitern. Wir stehen diesen Bestrebungen geftand auf Befragen, daß sich diese Episode zwischen dem Barbier- Mit einer schweren Kopfwunde, die aber bereits ver- sehr fühl gegenüber. Lehrling und ihr abgespielt habe. Es wurde nun sofort Anzeige bunden war, wantte am Dienstag Abend im Bereiche des Ilsenburg. Besondere Züge fahren unseres Wissens zu erstattet und seit vier Tagen sitt der jugendliche Taugenichts im 14. Polizeireviers ein Betrunkener umher, bis ein Schuhmann Pfingsten nicht nach dem parz. Nehmen Sie eine Sommerkarte Moabiter Untersuchungsgefängniß. ihn auf die Polizeiwache brachte. Hier wollte er durchaus nicht 8. Klaffe mit 10tägiger Giltigkeit zu 12 M. zuschöpfen. Es wurde daher ein Zug der Feuerwehr allarmirt, welcher auch nach etwa einstündigem Bemühen den Dderkahn flott machte. Das Leck wurde von Zimmerleuten reparirt. Sozialdemokratischer Wahlverein Einladung. Die Herren Arbeitgeber der für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Orts- Krankenkasse für das Freitag, den 24. Mai, abends 8% Uhr, in Cohn's Festsälen, Beuthstraße Nr. 20-21: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die Währungsfrage und die Arbeiter. Refer. Reichstags- Abgeordneter Max Schippel. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 276/17 Der Vorstand. Freie Vereinigung der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Bierbrauer- Gewerbe zu Berlin wählen Donnerstag, den 30. Mai, vormittags 11 Uhr, Stralauerstr. 3-6, Hof 1 Tr., Zimmer 19, 85 Vertreter zeichneten Kasse. Die Wahl ist geheim für die Generalversammlung der unterund erfolgt durch Stimmzettel. Zur Abgabe der Stimmzettel find nur Inhaber der Betriebe berechtigt. Der Wahlakt beginnt um 11 Uhr und wird um 12 Uhr geschlossen. Berlin, den 23. Mai 1895. Der Vorstand Sonntag, den 26. Mai, vormittags 10/2 Uhr, im Lotal des Herrn Röllig, der Orts- Krankenkasse für das Neue Friedrichstr. 44: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung der 11er Kommission. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vorstand. Bierbrauer- Gewerbe zu Berlin. Petersen, Magistrats- Kommissar. 92/13 Grünan. Allen Freunden und Bekannten hierselbst und Umgegend zur gefl. Renntniß, Friedrichstr. 3a ,, Gasthaus zu den Linden" Achtung! Dachdecker und Berufsgen. bat bas Geschäft meines Vaters, Große öffentliche Versammlung IF am Sonntag, den 26. Mai, vorm. 10 Uhr, bei Gründel, Brunnenstr. 188. nebst Ausspannung und Fremdenlogis Zages Ordnung: 110/7 übernommen habe und halte mich 1. Berichterstattung der am 2. Osterfeiertag gewählten Kommission. bestens empfohlen. Achtungsvoll 2. Diskussion und Verschiedenes. F. R. Janke. Infolge verspäteter polizeilicher Anmeldung konnte die am letzten Sonntag beabsichtigte Versammlung nicht stattfinden; da dieselbe aber unter allen Umständen stattfinden muß und wichtige Beschlüsse gefaßt werden müssen, so ist das Erscheinen aller Kollegen unbedingt erforderlich. J. A.: G. Barthol. Achtung! Allen Kollegen und Freunden aur Nachricht, daß ich das Cigarren- Zahnerjah, auch Theilzahl., wöchentl. geschäft v. M. Vos, Köpnickerstr. 39a, 1 Mart, Gudel, Laufizer Platz 2, übernommen habe. Gustav Hiob. Elsasserstr. 12. Suppe, Gemüse, Braten, Feiner Sommeranzug und Frack Pf., 12666 Dresdenerstr. 46, 2 Tr. lints.[ 12576 Mittagstisch, 35 Bi., Bartelstr. 1a, preiswerth verkäuflich, fräftige sigur. an der Linienstraße. 25 Neanderstraße 25.1 Ghrenerklärung bezeugt den FiſcherBilliger Verkauf von Herren-, Damenund Kinder- Garderoben. Auch halte gr. Lager von Schuhwaaren. Schmidt. 6' Drehbänke, gut erhalt., m. Werkz. vert. Hauptmann, Langeftr. 53, 3 Tr. bachstr. 12, v. 3 r., w. Umzug. Tauben( Möwen) verk. Becker, DieffenFreundliche Hofwohnungen, 2 Stuben, Küche, Kloset, Keller, eigener Korridor, find mit 75 bis 90 Thlr. sofort zu vermiethen. Hausverwaltung Mühlenstr. 8, nahe der Oberbaum- Brücke. 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Heute Donnerstag: Grosses MilitärFrei- Concert. 83,6 die Eröffnung der Sonder- Ausstellung neuer hygienischer Erfindungen Programm gratis. Sonnabend, 1. Juni 1895, mittags 12 Uhr, statt. Welt. Ein Flug durch die Luft! Safenbaibe. Donnerstag, den 23. Mai: Chamly's mysteriöse Großes Concert Freitag: Der Widerſpenſtigen 3ab Katakombe. Feuerwerk mung. Berliner Theater. Madame Sans- Reichskanzler Fürst Hohenlohe. Gêne. Freitag: Nathan der Weise. Lessing- Theater. Der Herr Senator. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Neues Theater. Tata- Toto. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Schiller- Theater. Zopf und Schwert. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. Fernand's Ehekontrakt. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Schweizer Garten Am Königsthor. Am Friedrichshain Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Donnerstag, 23. Mai Der Obersteiger. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Figaro bei Hof. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Durch gegangene Weiber. Fernand's Chekontrakt. Alle 5 Barrison. Freitag: Kabale und Liebe. National Theater. Die lebende Brücke. Im Garten Gr. Ronzert und Spezialitäten- Vorstellung. Freitag: Konrad von Marburg. Theater Unter den Linden. Der Zigeunerbaron. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Deutsches Volks- Theater. Der Schmied von Rolandseck. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Apollo Theater, La Puce( Der) Floh). Freitag: Dieselbe Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Donnerstag, 23. Mai, abends 8 Uhr: Bopf und Schwert. Freitag, 24. Mai, abends 8 Uhr: Bopf und Schwert. Sonnabend, 25. Mai, abends 8 Uhr: Bopf und Schwert. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Novität! 3um 19. Male: Novität! Unter artistischer Leitung des Herrn Adolf Brahl vom königl. GärtnerplatzTheater in München: Figaro bei Hof. ( Roccoco.) Operette in 3 Aften( nach Beaumarchais' Memoiren) von Bohrmann- Riegen. Musik von Alfred Müller- Norden. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: May Samst. Zum unwiderruflich letzten Male: Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder. Die lebende Brücke. ( Himmelfahrt): Concert Ball. Entree 15 Pf., Kinder 5 Pf. Sonntag, den 2. Juni: Beginn der Hauptsaison. Riesenprogramm. Heute Nacht 11 Uhr verschied nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, der Zimmermann Albert Manke. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. d. M., nachm. 21/2 Uhr, auf dem neuen Jakobi- Kirchhof statt. Verband aller in Sandel und TransportTheater gewerbe beſchäft. Silfsarbeiter. Spezialitäten Volksbelustigungen Ball Hiermit zur Nachricht, daß am Dienstag, den 21. d. M., unser Mitglied und Kollege Gustav Nostitz verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, vom Augusta- Hospital( Scharnhorststr.) nach d. Kirchhof d. St. Golgatha- Gemeinde, Müllerstraße, statt. 136/16 Der Vorstand. Sage hiermit allen Freunden und Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Bekannten, insbesondere dem Berein An den Wochentagen ist das Etablissement an Vereine, Gesellschaften 2c. zur Abhaltung von Sommerfesten zu vergeben. Volksgarten Direktion: Max Samst ( ehem. Weimann's Volksgarten) Gesundbrunnen. Badstr. 56, Hente, Donnerstag, den 23. Mai: Gr. Konzert u. Spezialitäten Vorstellung. Der Trompeter von Säkkingen. Romantisches Schauspiel in 5 Atten und Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Gr. Posse mit Gesang u. Tanz in 5 Akten. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pj. Morgen, Freitag: Geschlossen. Sonnabend, den 25. Mai cr.: Großer Ringkampf zwischen Herrn Ernst Roeber, Meisterschaftsringer der Welt, und Herrn Abs II ( Pohl aus Hamburg). Dauer des Ringtampfes 25 Minuten. Großes Senſationsschauſpiel mit Mufit Kaufmann's Variété. in 4 Aften( 11 Bildern), nach dem Englischen von Sutton Vane, übersetzt von 5. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. Elektr. Beleuchtungseffekte v. Lakowsky. Anfang 71/2 Uhr. Nationaltheater- Garten: Täglich: Großes Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung. Die Theaterbesucher haben freien Zu tritt zum Garten. Raffenöffnung 4 Uhr. Anfang 5 Uhr. Morgen: Zum ersten Male: Konrad von Marburg. Reichshallen. Jm prachtvollen Garten ( bei ungünstiger Witterung im Saal): Täglich: Humoristische Soiree ber Norddeutschen Quartettu. Couplet- Sänger Hoffmann, Wolff, Führmann, Walde, Horst, Betz u. Frische. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Platz 50 Pf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf., ab 9 Uhr 30 Pf. Passage- Panopticum. Täglich: Großfeuer und Rettung aus Feuersgefahr Königstr., Kolonnaden. Täglich: NeumannBliemchen's Leipziger Sänger: Neumann, Wilh. Wolft, Horváth, Gipner, Lemke, Feldow und Ledermann. Anf. 8 Uhr. Eintr. 30 Pf. Neu! Der Neu! Floh! ( La Puce.) Posse von Wilh. Wolff. Victoria- Brauerei Lützowßtraße 111-112. Heute, am Himmelfahrtstage ( bei schönem Wetter im Garten): Wiederbeginn der Soiréen der altbeliebten Stettiner Sänger ( Meysel, Berliner Hausdiener meinen besten Dank für die Theilnahme bei der Beerdigung meines Mannes. 12686 Wwe. Minna Pupke. Sargmagazin und Beerdigungs- Comptoir von J. Kosin, Georgenkirchstr. 66. Auf schriftl. Aufford. sofort. Erscheinen Aufforderung. Die Hausdiener Engen Schlegel, Wilhelm Leuchter und Hermann Schlereth werden hiermit aufgefordert, ihren Verpflichtungen dem Verein gegenüber nachzukommen. 1279b Gefangverein ,, Einig". Renommirteste Bezugsquelle Fernspr für 92. SCHUTZ- MARKE Amt Schönebergs Berliner Export- Weissbier. Ju Flaschen und in Fässern. Fabriken und Werkstätten erhalter Wiederverkänfer- Preise. Berl. Export- WeissbierBrauerei A. Seidler Schöneberg- Berlin W. Der Eintritt ist frei. 1 Wegen Betheiligung an der Ausstellung wende man sich an die Direktion der Permanenten Internationalen Hygiene- Ausstellung, Berlin, L. Viereck& Co., Kommanditgesellschaft, Berlin W. 41. Vertreter in allen Städten Deutschlands, Desterreich- Ungarns und der Schweiz gesucht. Ausstellung Italien in Berlin. Täglich: Maestro Gialdini mit seinem weltberühmten Symphonie- Orchester aus Mailand. 12 italien. Sänger- u. Musikchöre. Das American- Theater mit Bendix. Ausstellung hochinteressanter italienischer Industrien. Italienisches Volksleben. Auf dem Canale grande großer GondelCorso und Produktion der berühmten neapolitanischen Perlenfischer. Die Ausstellung ist von 10 Uhr früh bis 12 Uhr Nachts geöffnet. Entree 50 Pf. Bei Regenwetter gewähren die Ausstellungsgebäude bequem Schutz und Aufenthalt für 12000 Personen. # Saisonfarten pro Person à 10 M. find an der Kaffe der Ausstellung und im Invalidendant Unter den Linden 24 zu haben. Neu eröffnet in den eleganten Ausstellungsräumen. Geöffnet vormittags 9 bis 10 Uhr abends. Edison's neueste wunderbare Erfindung nahe 83/3 Das Kinetoskop. Ausstellung: Friedrichstr. 65, Mohrenstrasse. Deutsch- Oesterreichische Edison- Kinetoskop- Cie., Ges. m. b. H. in Hamburg.( Stammkapital M. 400 000:) Alle 14 Tage wechseln die Scenen. PE Haus- und Küchengeräthe jeder Art. Stahlwaaren, Glas- und Porzellanwaaren etc. Emaillirte Geschirre, zalienares dic. etc. kauft man zu aussergewöhnlich billigen Preisen in anerkannt gediegener Qualität bei F. Scholz, 35 Koppenstrasse 35, Ecke Gr. Frankfurterstr. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 26. Mai, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Nieft, Weberstraße 17: Bezirks- Versammlung für den Often. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Schöpflin. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten Um zahlreichen Besuch bittet Die Ortsverwaltung. Freitag Abend 81/2 Uhr bei Schöning, Stallschreiberstraße 29: Sitzung der Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. ( Verwaltung Berlin Ost.) Sonnabend, den 25. Mai, abends 8½ Uhr, bei Nieft, Weberstr. 17: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag: Klassenkämpfe im Mittelalter. Referent Genoffe Timm. Gäste willkommen. 49/5 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, zu dieser Versammlung zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Bauhandwerker- Krankenkasse. Sonntag, den 26. Mai, vorm. 10 Uhr, bei Gründet, Brunnenstr. 188, nahe am Rosenthaler Thor: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: = 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über: Werth und Bedeutung der Naturheilkunde. 2. Diskussion. 3. Wichtige Mittheilungen in RassenSedanstr. 73-75 u. 82. angelegenheiten. 4. Entgegennahme etwaiger Beschwerden. Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal mit geräumigem Vereinszimmer, besonders bei Beerdigungen zum Aufenthalt für größere Geſellſchaften. Für gute Speisen u. Getränke ist 2462L* stets gesorgt. J. Raumann, Blücherstr. 42, unmittelbar an der Hasenhaide. August Wendt Rostocker- u. Wittstockerstr.- Ecke ( früher Claudiusstr. 19) 1119b Pietro, empf. Freunden u. Bekannten sein Lokal, Britton, sowie Vereinszimmer, ca. 50 Pers. fass. Steidl, Krone, Röhl und Schrader.) Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. Freitag: Viktoria- Brauerei. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Vorverkauf 40 Pf. Familienbillets 1 Mark. Empfehle allen Freunden und Betannten mein Weiß-, Bairisch Bier Die Versammlung wird pünktlich eröffnet." Der Vorstand. J. A.: Heinrich Mette. Kranken- Unterstügungsverein der Tabakarbeiter Berlins 299/7 ( früherer Medizinalverein) E. H. Nr. 88. Sonnabend, den 25. Mai, abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn Feind, Weinstraße 11: 241/4 General- Derlammlung. Nach Schluß der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. J. A.: Carl Butry. Adlershof. Große öffentliche Volks- Versammlung aller Arbeiter und Arbeiterinnen und gr. Speisegeschäft. Reichhalt. am Sonnabend, 25. Mai, abends 8 Uhr, bei Wöllstein, Frühstück von 30 Pf., Mittag mit Bier 50 Pf. sowie Abendtisch à la carte von 30 Pf. an. 2 Vereinszimmer mit Klavier für 20-50 Personen. H.Stramm, Restaurat., Ritterstr. 123. Vereinszimmer ist zu vergeben bei H. Barnewitz, Urbanstr. 33. Bismarckstraße. Tages Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Frau Greifenberg über: Die Frau und der Sozialismus. 2. Diskussion. Pflicht aller Arbeiter und Arbeiterinnen ist es zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten Entree 10 f. Der Vertrauensmann: D. Schüler. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beutbitraße 2. 70/7 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 119. Darlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 70. Sigung vom 22. Mai 1895, 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel, von Berlepsch und Kommissarien. Donnerstag, den 23. Mai 1895. Arbeiterwohnungen. 12. Jahrg. zahlung der Grundsteuer- Entschädigungen in erster Lesung er- entgeltlich" mit der so gearteten unentgeltlichen Behandlung nicht ledigt. Ein gleichlautender Antrag aus dem Abgeordnetenhause eine reine Freigebigkeit. Eine folche öffentliche Zusage an Unist bereits früher an eine Kommission zur Vorberathung ge- bemittelte habe zugleich den Zweck, zahlungsfähige Patienten wiesen. anzulocken; diese sollten in den Glauben versetzt werden, der Schluß 21/2 Uhr. Arzt laffe es sich etwas tosten, indem er durch zahlreiche Be Nächste Sigung Sonnabend 11 Uhr: Kleine Vorlagen und handlungsfälle sich technische Geschicklichkeit und wissenschaftliche Petitionen, Erfahrung erwerben wolle. Der Arzt sei dadurch besser in der Lage, jemanden Heilung zu gewährleisten. Eine Reklame mit dem Vorbehalt des Arztes, sich von Fall zu Fall über die petuniären Verhältnisse zu erkundigen, und demnach zu entscheiden, widerspreche bei seinen Anpreisungen zu üben habe, als ein verdienstsuchender gegen Treu und Glauben umsomehr, als der Arzt in der Ausübung seines sogenannten„ liberalen" Berufes höhere Rücksichten Kaufmann oder Handwerker. Ein Arzt scheint demnach verpflichtet, Vorkehrungen zu treffen, wonach jeder Hilfesuchende fofort ohne Mühe fich vergewissern könne, unter welchen Um sofort ohne Mühe sich vergewissern könne, unter welchen UmStänden unentgeltliche Hilfe bei ihm zu erwarten sei. Unterlasse der Arzt derartige Anordnungen z. B. durch Trennung der " Poliklinik" und" Sprechstunde", so müsse er es sich gefallen lassen, wenn der Patient sich rechtlich weigere, die geleistete Hilfe zu Der Gefehentwurf betreffend die Bewilligung von 5 Millionen aus Staatsmitteln zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Betrieben beschäftigt find, und von gering befoldeten Staatsbeamten hat die XVIII. Kommission mit der einzigen Modifikation angenommen, daß statt einer angemessenen" Berzinsung eine„ mög: Gefehentwurf, betreffend die Errichtung von Arbeiterwohnungen Dem preußischen Abgeordnetenhaus liegt augenblicklich ein lichst angemessene" Berzinsung der aufgewendeten Staatsmittel bei für Staatsarbeiter und gering befoldete Beamte vor. Der Gesetz Bemessung der Miethen angestrebt werden soll. entwurf, dessen zweite Lesung sich im Bericht über die VerhandAbg. Gothein( frs. Vg.): Das Bestreben der Regierung für lungen des Abgeordnetenhauses dieser Nummer findet, ist auch Berbesserung der Arbeiterwohnungen zu sorgen, erkennen wir an; bereits im Vorwärts"( Nummer vom Sonntag, den 19. Mai es bleibt auf diesem Gebiete noch viel zu thun, um das Familien besprochen worden. So mögen auch die folgenden technischen leben zu vertiefen. Der Grund, aus dem wir gegen die Vor- Ausführungen hier noch Platz finden, die uns von einem älteren Baulage ftimmen, liegt darin, daß hier dem Finanzminister beamten zugeschickt wurden, der in diesen Dingen vielfache Erein Pauschquantum bewilligt wird, ein Dispositionsfonds, aus fahrungen gesammelt hat. Dieser schreibt uns: dem er, wie das Mädchen aus der Fremde, dem Früchte, Die bauliche Beschaffenheit der bis heute vom Staate den bezahlen. jenem Blumen austheilt. Wir sind bereit einer Refolution zu Arbeitern dargebotenen Wohnungen muß, wie alles, was für Der unschuldige Schwanke", der dadurch allgemein bezustimmen, wodurch die Regierung aufgefordert wird, ihren Be- den Arbeiter geschieht, als dürftig und ungenügend tezeichnet fannt geworden ist, daß er im November v. J. unter dem Verdarf für Arbeiterwohnungen bei den einzelnen Spezialetats ein- werden. In vielen Fällen ist die Küche nur ein knappes, wo- dachte, die" Goldelse" in Breslau ermordet zu haben, unschuldig zustellen.. Durch die Vorlage ist die Wohnungsfrage in großen möglich nur durch mittelbare Beleuchtung erhelltes Gein Untersuchungshaft genommen worden war, hatte im Januar Städten in keiner Weise gelöst. Möge man den Industriellen, laß. Die Wohnstube ist leidlich groß und Die Wohnstube ist leidlich groß und den Schluß dieses Jahres ein Theaterunternehmen gegründet und dazu welche Arbeiterkolonien anlegen wollen, fünftig nicht so drückende bildet eine Schlafkammer, die ost so klein ist, daß die Wohn- mehrere Sangestünstler und Artisten engagirt. Das Unternehmen Bedingungen seitens der Verwaltungsbehörden auflegen, so wird stube auch noch mehrere Betten aufnehmen muß. Da die Häufer wollte aber nicht ziehen, die Musen bringen Herrn Schwanke man das Arbeiterwohnungswesen mehr fördern als durch die oft freistehend erbaut werden, so sind sie bei den schwachen offenbar nicht Glück, er blieb die Gagen schuldig und wurde des Borlage. Uebrigens fann auch durch geeignete Polizeivorschriften Mauerstärken in vielen Fällen gar nicht ordentlich zu erheizen. Betruges angeklagt. Rechtsanwalt Dr. Jvers bemühte sich, nachund indem man bestimmte Anforderungen an die Beschaffenheit zuweisen, daß der unschuldige Schwanke" auch in diesem Falle der Wohnräume stellt, eine Verbesserung der schlechten Wohnungsein unschuldiger Schwanke sei, da er für seine Mißerfolge als verhältnisse erzielen.. Führer des Thespiskarrens doch nicht verantwortlich gemacht werden könne. Das Gericht hatte ein Einsehen und sprach den Angeklagten frei, der nun wieder das Firmenschild heraussuchen fann, auf welchem die verpönte Aufschrift zu lesen ist:" Bum unschuldigen Schwanke." Abg. v. Kölichen( t.) beantragt die Zurückverweisung der Vorlage an die Kommission. Abg.Bueck( natl.): Von dem Bedenken über die etatsmäßige Behandlung bin ich zurückgekommen; das würde die Sache unnöthig verzögern. Dem Antrage v. Kölichen will ich nicht widersprechen, obwohl er mir entbehrlich erscheint. Besonders die oberen Kammern sollten doch wenigstens 11/2 Stein starke Umfassungswände erhalten, wenn sie ohnehin durch das dünne Dach schon im Winter einer schrecklichen Abkühlung unterliegen und im Sommer unerträglich vor Hize, zum Schlafen nur für den umsinkenden übermüdeten Arbeiter brauchbar, sonst aber zum Ausruhen ganz ungeeignet sind. " Da man beabsichtigt, acht Familien und mehr in einem Hause unterzubringen, also mehrere Stockwerke übereinander zu bauen, so wäre ein kleiner Fortschritt dringend erwünscht, der In Zwickau wurde am Montag Nachmittag Frau Bauer Finanzminister Miquel: Auch die großen Bauunternehmer bisher unbeachtet geblieben ist, weil es sich für den Arbeiter immer aus Delsnig i. E. aus der Untersuchungshaft, in welcher fie sich, decken ihre Ausgaben nicht durch laufende Mittel, sondern greifen nur um das allernoth dürftigste" handelt, ich meine die wie wir f. 3. berichteten, seit dem 26. April befand, auf Gerichtszu Anleihen, wenn eine mäßige Verzinsung in Aussicht steht. Anlage von Wasserleitungen einfachster Form. Haben die beschluß wieder entlassen. Diese Frau trat im Prozeß des Genau so liegt es hier. Ist der Weg der Anleihe an sich be- Arbeiterfrauen schon mit den Kinderschleppen, Kohlenschleppen, auf und beschwor, daß sie mit dem Steiger Fischer intimen Redakteurs des„ Glückauf" A. Strunz als Entlastungszeugin rechtigt, so bietet er noch den großen Vorzug, daß wir sofort in Tragforbschleppen mehrere Treppen hinauf, übermäßige plage, auf und beschwor, daß sie mit dem Steiger Fischer intimen ganz erheblich größerem Umfange bauen können. Es soll aber so sollte man ihnen das Wasserschleppen endlich ab Umgang gepflogen. Fischer war gegen Strunz flagbar geworden, auch eben nichts gefchentweise à fonds perdu gegeben werden; nehmen. Die Ausführung dieser Erleichterung ist auf die weil im Glückauf" eine Notiz gestanden, aus welcher heraus zu wir erweisen den Arbeitern schon eine große Wohlthat, wenn billigste Art zu bewirken. Liegen mehrere Häuser neben- lesen war, daß Fischer die Frau Bauer, um sie zu unfittlichen wir die Wohnungen schaffen. Die Verwendungszwecke sind sehr einander, so wird in einem Hause ein Gasmotor und 3wecken zu gebrauchen, um Mitternacht auf den Schacht bestellt dehnbar, aber sie müssen es sein, weil die lokalen Verhältnisse die ein angemessen großes Wasser- Reservoir aufgestellt, das habe. Fischer, der zuerst vernommen wurde, schwor dies ab. größten Verschiedenheiten vom Villen- bis zumKasernenbau aufweisen. natürlich frostfrei und hoch genug untergebracht werden Der Vertheidiger des Redakteurs Strunz denunzirte darauf Ja, es kann für die Betriebe und die Arbeiter gefährlich werden, muß. Die Kosten für solche Anlage sind heute so gering, der Fischer wegen Meineid, dieser ist aber bis heute unbehelligt ge= an die Scholle durch die Wohnung gebunden zu sein. Die Motorenbetrieb ist so einfach, daß es als eine eingewurzelte Rück- blicben, während Frau Bauer in Untersuchungshaft genommen Lösung der Frage liegt allein in der Ausführung; die Ver- fichtslosigkeit bezeichnet werden muß, wenn man der Arbeiter- wurde, weil sie ihre Vorftrafen auf Befragen des Vorsitzenden waltung kann und darf sich nicht binden lassen. Ein Risiko familie den hinreichenden Wasserverbrauch erschwert durch die nicht genau angegeben habe. A. Strunz aber, der auf den geht der Landtag nicht ein, wenn er mit diesen fünf Millionen gewöhnliche Brunnenanlage auf dem Hofe. Abscheulich ist die Eid des Steiger Fischer hin zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt einen Versuch macht. Wir können sehr wohl noch in diesem Plage im Winter, wenn die Brunnen, die ja so oft möglichst wurde, muß die Strafe jetzt neben noch zwei Strafen( Beleidigung Jahre zu bauen anfangen; auf dem Wege der Etatsbewilligung schlecht hergestellt sind, einfrieren und die Franen weit in der von Bergbeamten), zusammen 8 Monate, absitzen. würden wir ein bis zwei Jahre verlieren. Auch in der Nähe Nachbarschaft nach einem frostfreien Brunnen umher laufen großer Städte dürfte die Eisenbahnverwaltung in größerem und dann das Wasser mehrere Stockwerke hoch schleppen Maßstabe zu bauen das Bedürfniß haben. So lange wir eine müssen. Ferner zu wünschen und noch viel einfacher sind die Reichs- oder Staats- Bauordnung nicht haben, ist es doch das Ausgußanlagen, die den oberen Bewohner vom Herunterschleppen beste, daß der Staat selber die Wohnungen baut. Eine prompte des Wassers befreien follen. Ordnung, gehandhabt in jedem Hause durch einen der älteren Allerdings giebt es zahlreiche bauliche Dummheiten und Arbeiter oder Beamten, ist die Voraussetzung einer gedeihlichen Mißgriffe, die aufs promptefte hierbei zur Ausführung kommen, Entwickelung dieses Systems. Bauprämien sollen aus diesem wenn die Bau- Aussicht nicht in den Händen eines vielseitig er Fonds nur in den allerstärksten Ausnahmefällen gewährt werden. fahrenen Baubeamten liegt, der ein wenig fozialpolitisch an In der Presse ist die Vorlage sozialistisch genannt worden. gehaucht, die richtige Empfindung für die Bedürf Mit unrecht. Das kann nicht sozialistisch sein, wenn der Staat nisse des zur dauernden Armuth verurtheilten Arbeiters endlich nachholt, was die Privatarbeitgeber längst gethan haben. bat. Die Anlage von Kochöfen in Gelassen, welche unmittelbar Wir erfüllen ledidlich eine Schuld, die längst zu erfüllen war, mit einem Wohn- oder Schlafzimmer in Verbindung stehen, ist die aber vielleicht bis heute nicht so dringlich hervortrat. Abg. v. Kölichen( t.) verlangt die Aufnahme der Klausel in das Gesez, daß Arbeiterhäuser, die durch Unterstützung mit Bauprämien oder anderen Beihilfen errichtet werden, von ihrem Besitzer nur an einen anderen Arbeiter desselben Betriebes veräußert werden können. Um diese Klausel zu berathen, sei nochmalige Kommissionsberathung nöthig. Minister v. Berlepsch: Die Klausel ist schädlich, wenn ein folcher Betrieb ganz eingestellt wird. Um die Schwierigkeiten zu beseitigen, würde die Regierung auf die Gewährung von Bauprämien ganz zu verzichten bereit sein. Der Abg. v. Kölichen zieht seinen Antrag auf Kommissionsberathung zurück. Abg. Dasbach( 3.) nimmt den Antrag v. Kölichen wieder auf; bei der sozialpolitischen Tragweite der Vorlage fei eine gründlichere Kommissionsberathung nöthig, als sie stattgefunden. $ Schleswig Holstein, meerumschlungen. Die Bekannts machung der obersten Zivilbehörde für Schleswig Holstein und Lauenburg vom 12. Juli 1865 stellt das Singen von in nationaler Beziehung aufreizenden Liedern unter Strafe. Auf grund dieser Bekanntmachung wurden in der Berufungsinstanz von dem Landgericht zu Flensburg mehrere Personen verurtheilt, die nach einer Versammlung des im dänischen Sinne wirkenden Wahlvereins für das nördliche Schleswig zusammengeblieben waren und datei mehrere dänische Lieder gesungen hatten. Die gegen das Urtheil des Landgerichts eingelegte Revision wurde von dem Straffenat des Kammergerichts zurückgewiesen. Er sprach aus, daß jene Bekanntmachung unzweifelhaft noch jetzt zu Recht bestehe; des weiteren, daß der Vorderrichter, der nicht nur den verwerflich, weil der Wrasen die Räume im Winter feucht und objektiven Inhalt der gesungenen Lieder geprüft, sondern auch die Kochhite fie im Sommer unerträglich macht. Die mit aus- die Art und die Umstände erwogen hat, unter denen ihr Abgesuchtem Raffinement entworfenen preisgekrönten" Ar- fingen erfolgt war, ohne Rechtsirrthum zu der Feststellung gebeiterhäuser sind oft das nichtswürdigste, was man sich an langt sei, daß jene Lieder in nationaler Beziehung aufreizend Raum- Ausbeutung denken kann; dies tritt besonders dann in die gewirkt hätten. Erscheinung, wenn man hiermit die bekannten überreichlich ausgestatteten Dienstwohnungen mittlerer oder gar höherer Beamten Ordnungsstützen. Das Pariser Zuchtpolizeigericht ververgleicht. Es ist ganz außer Frage: die jammervollen Wohn- urtheilte am Dienstag den Präsidenten der falliten Nizzaer höhlen, die der Großgrundbesitzer seinen Leuten bietet, würden Packetboot- Gesellschaft, Thévenet, wegen Vertrauensbruchs zu mehr verschwinden, wenn der Staat energischer mit besserem und Agenten der Gesellschaft zu Gefängnißstrafen von 3 Jahren 2 Jahren Gefängniß, acht Mitglieder des Verwaltungsrathes Beispiel voranginge. bis herab zu 2 Monaten. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Gine musterhafte Arbeitsordnung nennt die Die Minister Miquel, v. Berlepsch und Thielen be- Firma Herzberg u. Komp. ihr eigen, welche eine Dampfwäscherei fämpfen den Antrag auf nochmalige Kommissionsberathung, der betreibt. Auf grund derselben ist die Firma berechtigt, jede ihrer den Beginn der Bauten in diesem Jahre verhindern würde. Arbeiterinnen u. a. sofort zu entlassen, wenn sie auch nur sechs Abg. v. Eynern( natl.) will die Vorlage sofort erledigen Minuten nach den Beginn der Arbeitszeit sich einfindet. und die Gewährung von Bauprämien streichen. Erstaunlich ist, Nebenbei bemerkt, ist die Arbeitsordnung, die auch sonst noch daß der Finanzminister die Aufnahme von Anleihen zu pro- Schönheitsfehler genug besigt, polizeilich genehmigt. Drei Arduktiven Zwecken anregt; wir werden ihn daran öfter er- beiterinnen hatten kürzlich Gelegenheit, vor dem Gewerbegericht sich über die juristische Bedeutung der etwas verklausulirten BeMinister Miquel: Damit keine Legende entstehe!( Seiter- ſtimmungen jener Arbeitsordnung, soweit sie sich auf Entlassungsfeit.) In allen Dingen und ganz besonders in Finanzen ist es gründe beziehen, belehren zu laffen. Wohl oder übel mußten gut, Maß zu halten. Frankreich zeigt uns, wohin man mit sie Lohnentschädigungsanfprüche aufgeben, die ihnen zunächst sehr großen Plänen kommt; Herr Freycinet ist mitten darin stecken berechtigt erschienen waren. geblieben. innern. Abg. Letocha( 3.) ist für sofortige Annahme nach Streichung der Bewilligung von Bauprämien. Abg. v. Eynern( natl.) möchte das Gesetz am liebsten sofort mit Belaffung der Bauprämien annehmen. Abg. Dr. Gerlich( frk.) erklärt, daß seine Fraktion dem Vertrage zuzustimmen sich entschlossen habe; sie werde für den Paffus Bewilligung von Bauprämien" stimmen, aber auch ohne diesen Passus der Vorlage zustimmen. Debatte. Hierauf lehnt das Haus die nochmalige Kommissionsberathung ab, nimmt dagegen den Antrag Kölichen( t.) auf Streichung der Bewilligung von Bauprämien an und genehmigt mit dieser Modifikation die Vorlage ohne weitere Es folgt die zweite Lesung der Vorlage betr. Aenderung des Kommunalabgaben Gesezes( Beseitigung der Doppelbesteuerung für aus außerpreußischen Unternehmen bezogenes Einkommen). Die Vorlage wird ohne wesentliche Debatte genehmigt. Debattelos in erster und zweiter Lesung nach den Beschlüffen des Herrenhauses werden genehmigt die Vorlagen betr. die evangelische Kirchenverfassung in den neuen Provinzen. Hierauf folgt die erste Lesung der Vorlage betreffend die Ausdehnung berggefeßlicher Bestimmungen auf den Salzbau in Hannover. Der Entwurf wird in zweiter Lesung genehmigt. Schließlich wird der vom Herrenhause angenommene Gesetz entwurf( Antrag v. Bethmann- Hollweg) auf Aufhebung der RückEine vorsätzliche Sachbeschädigung erblickte die Rammer VI darin, daß der Hausdiener eines Restaurateurs Neigen bayerischen Bieres in ein Glas mit Weißbier goß. Der Hausdiener hatte beim Einschänken einer„ Weißen" einen Theil des Bieres vorbeigegossen und sich nun so zu helfen gesucht. Seine Lohnentschädigungs- Klage wegen unberechtigter Entlassung wies das Gericht mit der Begründung ab, in der von ihm angenommenen vorsätzlichen Eachbeschädigung sei ein Grund zur fofortigen Entlassung gesehen worden. Fashionable Sittenzustände in London. Taylor, der Genosse Oskar Wilde's, wurde am Dienstag in zwei Fällen des Vergehens gegen die Sittlichkeit für schuldig befunden. Die Verfündigung des Urtheils wurde vertagt. Die Verhandlung gegen Wilde ist auf Mittwoch angesetzt worden. Der aus der Affäre Oskar Wilde befannte Marquis of Queensberry gerieth am Dienstag Abend in Piccadilly mit seinem Sohn Lord Alfred Douglas öffentlich in Streit. Beide wurden ver haftet, später aber gegen Bürgschaft freigelassen. Marquis Queensberry und sein Sohn Lord Douglas of Hawick erschienen am Mittwoch vor dem Polizeigerichtshof unter der Anklage Aergerniß erregender Aufführung; beiden wurde aufgegeben, eine persönliche Bürgschaft von je 500 Pfund für ihr 2ohlverhalten in den nächsten 6 Monaten zu stellen. Dersammlungen. Im Wahlverein für den 3. Berliner ReichstagsWahlkreis hielt am 20. Mai cr. Dr. Bernstein einen intereffanten Vortrag über Geisteskrankheiten", dem sich eine lebhafte Fragestellung und Diskussion anschloß. Unter Vereinsangelegen beiten" regte Jahn eine Beschwerde gegen die Auflösung der vorletzten Versammlung an; nachdem jedoch mehrere Genossen auf die Zwecklosigkeit derselben hingewiesen, nahm die Versamm= Eine interessante Entscheidung gegen die Inhaber von lung davon Abstand, den Vorstand mit deren Absendung zu be= Privat- Polikliniken" mit unentgeltlicher Behandlung für auftragen. Nachdem noch Genoffe Kahlen aufgefordert, das Unbemittelte" fällte die II. 3ivilkammer am Landgericht I. Ein Lokal von Oswald Grauer, Oranienstr. 121, mehr wie bisBahnarzt Dr. 2. besitzt in der Lützowstraße eine zahnärztliche her als Verkehrslokal der Mitglieder des Wahlvereins zu be Poliklinik, in welcher auch Unbemittelte unentgelt: nutzen, erfolgte gegen 111 Uhr Schluß der Versammlung. li ch" behandelt werden. Eines Tages tam eine Frau zu dem In einer Verfammlung des Wahlvereins für den Arzte, um sich von diesem unentgeltlich behandeln zu lassen. vierten Berliner Reichstags- Wahlkreis, die am Der Arzt machte sie später noch darauf aufmerksam, daß sie noch 21. Mai im Zotale Zum Freischüß". Fruchtstr. 36a, stattfand, mehr schlechte Zähne besize, er werde, wenn sie wolle, auch diese hielt Genosse H. Tabbert einen Vortrag über Heinrich Heine, in stand setzen. Die Frau war damit einverstanden; sie erhielt wobei er besonders die Bedeutung Heine's als volksthümlichen aber darauf eine Rechnung über 30 M. Nicht im stande, die Lyriker in den Kreis seiner Betrachtungen zog. In der DisSumme zu bezahlen, ließ sie sich verflagen, zumal fie fussion nahm Genosse Alfons Borchardt Gelegenheit, auf geglaubt hatte, fie erhalte von dem Arzte unentgelt die Verdienste hinzuweisen, die sich Heine auch in der Prosa für liche Behandlung. Der Arzt wurde in der ersten In- das nach Freiheit ringende Proletariat erworben habe und stanz mit der Klage zurückgewiesen. Er legte zwar Berufung empfahl er speziell dessen politische Schriften größerer Beachtung. ein, erzielte aber in der zweiten Juftanz dasselbe Resultat. Nach Bor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das dem Urtheilsspruch verspricht ein Arzt wie der Kläger, welcher Andenken des verstorbenen Genossen Karl Prinz in der üblichen nach seinem Aushängeschild eine Poliklinik hält und zum Besuche Weise. Da Vereinsangelegenheiten nicht zur Besprechung vorderselben durch das Versprechen auleckt„ Für Unbemittelte un logen, erfolgte gegen 10/2 Uhr Schluß. - " " " Die freie Arztwahl stand auf der Tagesordnung der weil die Raffen große Opfer für die anderen Ausgaben fest und 10 Urania- Sondervorstellungen flatt. Das Abhalten Teglen Versammlung des Wahlvereins für den 4. Kreis, bringen müssen, fann die Unterstützung nicht höher be- eines Wintervergnügens wurde durch den Bierboykott zur UnSüdost, die aus diesem Anlaß ungemein zahlreich besucht messen werden. Ist das nicht deutlich, wenn statt 52 Wochen möglichkeit. Die Gesammteinnahme des Jahres belief sich auf var. Der Referent Genosse R. Schmidt schickte seinem Vor- jetzt nur 13 Wochen die Leistungen die Leistungen gewährt werden? 29 021,47 M., die Gesammtsausgabe auf 15 454,67 m. verblieb 13 565,80 M. trage, der eine Antwort bildete auf die Ausführungen, die der Mit großen Worten richte man in Kaffenangelegenheiten nichts ein Ueberschuß von Die Mitgliederzahl Genoffe Dr. Heymann am 30. April an derselben Stelle gemacht aus; hier müsse man mit Zahlen kommen, das hätten die Gegner stieg von 4400 auf 5615 Personen bis 31. März 1895. hatte, die Bemerkung voraus, daß er nicht, wie irrthümlich allerdings vermieden. Der Kaffenbericht pro 1. Quartal wurde vom Kollegen Pegold angenommen werde, ordnungsgemäß" dazu eingeladen sei; die Auf Antrag des Genossen Jäger wurde die Distuffton erstattet. Danach betrug die Einnahme 7030,20 M. und die Ausgabe unbestimmte Art der Einladung- da er gar nicht wußte, um um 124 Uhr abgebrochen; das Thema soll in nächster Ver- 3856,45 M. Es verblieb ein Ueberschuß von 3173,75 M.; hierzu was es sich handele hätte ihn nicht veranlassen fönnen, sammlung weiter behandelt werden. Es folgten noch eine Reihe der Bestand vom 4. Quartal 94, ergiebt einen Gesammtkasseneine andere Versammlung darum zu vernachlässigen. Er persönlicher Bemerkungen der verschiedenen Redner. Der bestand von 19 106,01 m. Ueber die Frequenz des Arbeitsnachweises ( Redner) halte es für unschicklich, wie es Dr. Heymann gethan, Borsitzende gab zum Schluß bekannt, daß die Zahlstelle des berichtete der Arbeitsvermittler. Bom 1. Oktober 94 bis 31. März 55 jemand in feiner Abwesenheit anzugreifen, der mit ihm persön- 96. Bezirks nach ausiber Play 2 verlegt ist. ließen sich insgesammt 1282 Mitglieder gegen 1467 im vorauf lich über die zur Debatte stehenden Frage noch kein Wort gegegangenen Sommerhalbjahr als arbeitslos eintragen, und wechselt hatte. Die Frage der freien Arztwahl sei in der Der sozialdemokratische Wahlverein für den sechsten zwar; 360 Klempner, 101 Rohrleger, 68 Rohrleger- Helfer, Partei felbst eine strittige. Es werde voraussichtlich auch in Zu Berliner Reichstags Wahlkreis hielt eine Mitglieder- Ver- 181 Echloffer, 105 Dreher, 62 Mechaniker, 123 Gürtler, tunft so bleiben, daß man es dem einzelnen durchaus frei ftellt, fammlung für die Oranienburger Vorstadt und Wedding am 124 Drücker, 24 Former, 30 Echleifer, 104 Silfsarbeiter. Berwelcher Methode der Behandlung er den Vorzug giebt; ver- 21. d. M. in dem neuen Lokale Kösliner Hof", Köslinerstraße, langt wurden in demselben Zeitraum 561 Personen gegen 824 im wunderlich sei nur, daß die Interessenten in dieser Angelegen- ab. Nachdem die Versammelten das Andenken an die ver- Vorjahre, was einer Verminderung der Nachfrage von ca. 26 pt. heit, die Aerzte, so sehr lebhafte Propaganda entfalten. Die storbenen Vereinsmitglieder Schmoll und Schmidt in gleich kommt. Das Angebot der Arbeitskräfte überstieg demnach die Art der ärztlichen Agitation erschwert den Patienten, deren üblicher Weise geehrt hatten, folgten dieselben mit Interesse Nachfrage um 66 pet. gegen 44 pet. im voraufgegangenen Vortheil doch zunächst in Frage steht, das richtige Urtheil. Der einem Vortrage des Genossen Pähel über Zeichen der Zeit". Sommerhalbjahre. Redner bemerkt, daß für ihn die finanzielle Seite der Der Vortrag bildete eine fritische Beleuchtung des Romans Besetzt wurden von den eingegangenen 561 Stellen 409, Frage in erster Reihe in betracht komme. Ein ganz verkehrter Cäsar's Gäule", des Werkes eines bürgerlichen Ideologen, gleich 72 pCt. Von den 1282 arbeitsuchenden Kollegen konnten Standpunkt sei der, unter allen Umständen die Ausgaben für welcher im Jahre 2000 spielt und demzufolge nach berühmten demnach nur 32 pet. Arbeit nachgewiefen erhalten, während Arzt und Heilmittel in die Höhe zu schrauben, ohne Rücksicht Mustern in Bufunftsstaat" macht: Der Roman schildert die denk- 68 pet. feine Arbeit erhalten konnten. Insgesammt waren die auf die Leistungen der Mitglieder. Wer habe die Aufwendungen bar möglichste Degeneration der Arbeiterklasse durch den Kapitalis- 409 Metallarbeiter ehe sie Arbeit erhielten, 1205 Wochen arbeitsdafür zu machen? Niemand anders als die Mitglieder selber, mus, und suchte der Referent seine Aufgabe darin, nachzuweisen, los und zwar: bis zu 1 Woche 195 Kollegen, bis zu 2 Wochen aus deren Beiträgen dann die, oft enormen Summen für Arzt und daß die angenommenen Zustände des Jahres 2000 vielfach heute 51, bis zu 3 Wochen 46, bis zu 4 Wochen 34, bis zu Apotheke genommen würden. Die beiden Flugblätter, welche in jüngster bereits thatfächlich bestehen. Der Verfasser des Romans läßt schließlich 6 Wochen 33, bis zu 8 Wochen 25, bis zu 3 Monaten Zeit den Lesern des Vorwärts" übermittelt wurde, leiden an den großen Tag der Rache" erscheinen und das befreite Prole 21, bis zu 4 Monaten 3, bis zu 5 Monaten 1 Kollege. dem gleichen Fehler: statt sachlicher Würdigung der einzelnen tariat aus den Zeichen ihrer maffatrirten Ausbeuter eine Dent Demnach war jeder einzelne von diesen 409 Kollegen im DurchMomente widerliche Reklame für die einzelnen Vereine.( Beifall.) fäule errichten. Selbst der bürgerliche Romanzier fann nicht schnitt 22 Tage ohne Arbeit. Bom Kollegen Petzold wurde als Die freie Arztwahl das wird selbst von ihren, der fritischen umhin, den Sozialismus bezw. die Sozialdemokratie als berufenste dann die jährliche Mitgliederstatistik veröffentlicht; demnach ums Ueberlegung zugänglichen Freunden nicht befiritten hat die Kulturträgerin anzuerkennen, indem er darauf hinweist, daß faßte der Verband am 31. März 1895: 515 Klempner, 90 NohrRassen in hohem Maße belastet. Der Referent begründet dies dieser Tag der Rache nicht nöthig und unmöglich gewesen wäre, leger, 35 Selfer, 1155 Schloffer und Maschinenbauer, 625 Eisendurch detaillirte Angaben aus den Verwaltungsberichten diverser wenn man im 19. Jahrhundert die Sozialdemokratie nicht ge- und Metalldreher, 95 Schmiede, 840 Schrauben- und Façondreher, Kaffen. Die Meyer'sche Kaffe hatte, trotzdem die Mitgliederzahl waltsam unterdrückt und im Blute ihre Anhänger ersäuft hätte. 345 Mechaniker, Optiker, Instrumentenmacher und Büchsenmacher, zurückging, vermehrte Ausgaben; ohne daß Verwaltungskosten Der fesselnde Vortrag wurde mit verdientem Beifall entgegen 485 Gürtler, 50 Gelbgießer, 315 Drücker, 180 Schleifer, 80 Schnittund Sterbegelder einbegriffen sind, besteht eine Differenz gegen genommen. Eine Diskussion knüpfte sich an den Vortrag nicht, arbeiter, 25 Graveure und Biseleure, 30 Galvaniseure, 8 Binkgießer, die Ausgaben im Vorjahre in Höhe von 163 000 m. Sehr zu und da auch anderes nicht vorlag, erreichte die Versammlung 275 Former und Kernmacher, 86 Nadler und Drahtarbeiter, ungunsten der Raffen hat das gegenwärtige System der freien fomit ihr Ende. 6 Kupferschmiede, 5 Feilenhauer, 9 Maschinisten und Heizer, Arztwahl auch gewirkt bei der Maurer- und der Maschinenbauer15 Uhrmacher, Gold- und Silberarbeiter, 817 Hilfsarbeiter, Kaffe. Was solle daraus werden, wenn die Beiträge bei der Zu der Berichtigung des Herrn Deser über die in seiner 14 Tischler und Stellmacher, 5 Sattler, 16 Lackirer. Von der letteren schon auf 75 Pf. gestiegen find? Dabei gehen die Werkstatt vorhandenen Zustände, die in einer öffentlichen Ver- Arbeitsnachweis- Kontrollkommission wurde berichtet, daß die Vers Leistungen immer mehr zurück. Das Honorar der Aerzte sammlung Gegenstand der Besprechung waren, geht uns von be- mittelung von Arbeit und die Führung des Nachweises forreft wäre ja noch das wenigfte; die Rezeptur jedoch verschlingt theiligter Seite nachstehende Erwiderung zu: gewesen sei, vorgekommene Beschwerden hätten als uitgründet gewaltige Summen. Schuld hat zu einem bedeutenden Theile verschiedene in der letzten Luxuspapierarbeiter- Versammlung Die Firma Ernst Defer u. Komp. fühlt sich bemüßigt, gegen zurückgewiefen werden müssen. die Organisation der Aerzte unter diesem System, das eine engere Zur Erfahwahl des Vorstandes schreitend, wurde zum ersten Fühlung der Aerzte mit den Kaffen verhindert. Eine direkte Ge- vorgebrachte Dinge zu protestiren. Darauf ist folgendes zu er- Vorsitzenden Thate, zum Rendanten und Arbeitsvermittler Behold, die Firma selbst zu, daß sie fahr für die Patienten liegt darin, daß manche Aerzte, durch jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt, und zwar mit zum Kassirer für den Osten Hochhäusler, für den Norden Giente, das Fällen den Krankenhäusern überweisen, selbst dann, wenn die Art einem so geringen Verdienste, wie in der Versammlung behauptet zu Schriftführern für den Often Fettkenheuer, für den Süden Stalsty, und für Moabit Menge gewählt. Als Beifizer für den des Leidens das erfordert. Ich bin kein Gegner der freien Arztwahl wurde. Wenn der Lohn der geübten Arbeiterinnen 9-17 M. Norden Berlins wurde Labinsky gewählt. Karpentiel wurde als an sich, versichert der Redner am Schluffe seiner Ausführungen, aber beträgt, so ist doch damit bewiesen, daß die Löhnverhältnisse Beisitzer, zur Vertretung der Branche der Rohrleger, von der gegen das gegenwärtige System muß man Stellung nehmen, weil trifft für die Löhne der Arbeiter zu. 2. Der Ausspruch:" Die soll in einer demnächst stattfindenden Branchenversammlung vorgegen das gegenwärtige System muß man Stellung nehmen, weil selbst für diese Arbeiterinnen feineswegs günstige sind. Dasselbe Generalversammlung bestätigt. Der Beisiger der Gürtlerbranche es nur einseitig auf den Vortheil der Aerzte und der Apotheken hina beitet. Mögen die Aerzte beizeiten sich mit Reformen be- Mädchen sollen sich abends auf der Straße noch etwas dazu geschlagen werden, ebenso Beisitzer für den Stadttheil Moabit in einer fassen, ehe die freie Arztwahl ganz und gar Fiasko macht. Der verdienen" ift thatsächlich dem Werkführer Herrn Bezirksversammlung. ZuRevisoren wurden die Mitglieder Saffenroth, Wenn die Chefs dies absireiten, so Schäfer und Kriegelstein ernannt. Die Verwaltung der Bibliothek Einwand: fönnen dann mögen sie zu grunde gehen, kann nicht vor der mag ihnen vielleicht die Kenntniß über die Vorgänge wurde für die Südenbibliothek Mengler und für die Nordenbibliothek wenn die Kaffen diese Leistung nicht gewähren Hahn gefallen. nüchternen Erwägung bestehen bleiben. Es kann den Arbeitern 3. Wenn bestritten wird, daß Herr Hartwig zum Diener übertragen. Die über die Firmen Eckel u. Glienicke und nicht gleichgiltig sein, ob man ihnen die Selbstverwaltung nimmt pioniren abgeschickt wurde, so steht dies im vollsten Wider- Otto Lundershausen verhängte Sperre wurde von der Versamm und ihnen ein System bescheert, ähnlich wie es bei spruch mit der Thatsache, daß Hartwig Tisch um Tisch Umschau lung aufgehoben. Die während des Streits oder der Sperre den Berufsgenossenschaften und bei der Invalidenversicherung hielt, welche Arbeiter aus der Fabrik anwesend waren. Ebenso ist bei ersterer Firma eingetretenen Kollegen Sorge, Quade, Horn durchgeführt ist. Das wollen wir verhüten, mögen die Herren den Arbeitern bei Echluß der Arbeit zuriefen:" Der Chef wünscht, dieses verstoßen, aus dem Verbande ausgeschlossen. Zum Schluß es Thatsache, daß die Vorgesetzten" an dem Bersammlungsabend und Seeger wurden nach§ 6 des Verbandsstatuts, da sie gegen Aerzte selbst die. Hand dazu bieten.( Beifall.) Dr. Heymann: Es sei ihm zugesichert worden, daß Ge- daß feiner zur Versammlung geht!" Bum Echluß noch eines: wurde bekannt gemacht, daß am Mittwoch, den 22. Mai, abends noffe Schmidt an dem fraglichen Abend erscheinen werde; andern- Die Firma Defer u. Co. hat auch an die" Berliner Zeitung" 81/2 Uhr, Köslinerstraße im„ Köslinerhof", und am Donnerstag, noffe Schmidt an dem fraglichen Abend erscheinen werde; andern eine Berichtigung gesandt, worin neben dem schon Angeführten den 23. Mai, abens 7 Uhr, bei Keller, Roppenstraße, ein ge falls hätte er von der Behandlung dieses Thema's Abstand genoch behauptet wird, daß keine mißliebige und organisirte Ar- felliges Beifammenfein mit Damen stattfindet. Einlaẞtarten nommen. Uebrigens sei es dem angegriffenen Redakteur ein leichtes, in dem Blatte selbst den Vorwurf, daß in einer Frage beiter entlassen werden. Thatsächlich sind aber kurz vor Ostern à 10 Pf. für Mitglieder sind bei den Kassirern und Bertrauens. nicht korrekt gehandelt ſei, zu widerlegen. Er bleibe dabei, vei Arbeiter und zwei Arbeiterinnen, sämmtlich organisirt, leuten zu entnehmen. daß absichtlich der Genosse Schmidt die günstigen Momente hinausgeflogen, weil dieselben sich über die verschiedenen Mißfür die freie Arztwahl zurückgestellt habe: Das beweise schon stände in der Fabrik beschwerten. fehlen. Wort von Freie Vereinigung der Getreideträger. Der Feiertage wegen fällt die nächste Bersammlung aus. Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 7-8% uhr: Lektüre. 8-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179 a: Geschichte( neuene). Südost- Schule, Waldemari. 14: Deutsch( literature, teber Bett aufs richtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Bett aufgenommen. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender straße 20. Ad. Neumann, afewalferstraße 8. Alle Aenderungen im Vereins talenter find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Freitag. Uebungssunde Abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Collegia, Adalbertstr. 21 bet Roll. Raiser'scher Männerchor, Schönhauser Allee 28, bet elle. Arbeiter Gesangverein Norb, Kastanten Allee 11, bet Augustin. Buchbinder Männerchor, Holzmarttftr. 3, bet Deter. Gefangver. Ma iglödchen I, 2indowerfir. 26 b. Eachs.- Gemüthlichtett, neue Friedrichstraße Nr. 44, bet Röllig. Deutsche Stebertafel, Blumenfirage 88, bet Wiedemann. Typographia, Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Arminhallen, KommandantenGesangverein 2orbeerzweig, Swinemünderstraße 35 bei Hübner. Gefangverein Rheingold, Büschingstr. 7, bet Jatob.. Gefangverein Melodia, Rirdorf, Bergfir. 142 bet Schimkäſe.- Fri. Brandenburger Männere Naunynstraße 86 bei griz Subeil. Gesangverein in Brandenburg a. H., Mengerts Boltsgarten, Bergstraße. Gefangverein Freya II( gemischter Chor), Rirdorf, Seimannfir. 140, bet Dantel Böttcher. Frete Liebertafel, Gr. Frantfurter str. 74 bei Breuer.-Nord wacht, Chauffeeftr. 72 bet Meißner. Freie Sänger, Edmargendorf, Warnemünderstr. b. Friedrich.- Arbeiter Gefangv. Gängertreis( Weißenfee), Mölfeftr. 138 bei plak.oreley, Grünthalerfir. 4 bei Sämmerling, Sustige Sänger, Potsdam, Bran benburger Kommunikation 16 bet Glafer. Gefelligkeit, Hennigsdorf, seine Weigerung, den bekannten Brief der Vorsitzenden der Die Möbelpolirer hielten am 12. d. M. in Rixdorf, Allgemeinen Kaffe zum Abdruck zu bringen. Der Redner be- Hermannstr. 138 bei Babenschneider, eine leider nur schwach streitet, daß das heutige Material des Vorredners beweiskräftig besuchte öffentliche Versammlung ab, in welcher Genosse Jahn ift. Man müffe vergleichen mit den längeren Perioden, wo die in einem beifällig aufgenommenen Vortrage über:„ Die Arbeiter Kaffen unter dem Eystem des Gewerksfranken- Bereins standen- frage der Gegenwart" sprach. Sodann gab der Delegirte vom aus einem Jahre, wo alle möglichen Zufälligkeiten einwirken Gewerkschaftskartell, Kollege Nierich, einen ausführlichen Bericht fönnen, lassen sich überhaupt Teine Echlüsse ziehen. über die Thätigkeit des Kartells. Bei der hierauf vollzogenen Für ihn( Redner) ist die Behandlung der Kranten Erfahwahl wurde der bisherige Delegirte wiedergewählt und 11 eben der finanziellen Seite ein wesentlicher Faktor. zum Stellvertreter der Kollege Echinoldi ernannt. Wie fomme es, daß bei der freien Arztwahl die Kranken ausnahmslos zufrieden sind, während sich im anderen Falle die Be Die ordentliche Generalversammlung des Verbandes schwerden häufen? Das System der freien Arztwahl mache den aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Patienten von einem Kranken 2. Klasse zu einem vollberechtigten. Der Umgegend" fand am 13. Mai im Louisenstädtischen KonzertWie schwer habe man da früher das verhängnißvolle System der haus statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der BorProtektionswirthschaft bei den Aerzten und bei den Kaffen- sitzende der seit letter Generalversammlung verstorbenen Kollegen mitgliedern empfunden. Als Parteigenoffe fönne er, betont der Puls, Prinz und Schmidt; die Versammlung ehrte das Andenken Redner, keine Rücksicht nehmen auf Kassen, die den weiblichen Mit- derselben durch Erheben von den Plägen. Hierauf wurde der gliedern beispielsweise pro Woche 4,50 M. Unterstützung gewähren. Jahresbericht über die im vierten Geschäftsjahr vom 1. April 1894 Der Hinweis des Genossen Schmidt auf die Eingriffe der Behörden bis 31. März 1895 innerhalb der Organisation entwickelte Thätigwäre ganz verfehlt; die Arbeiterbewegung habe noch nie fich feit erstattet. Im verflossenen Geschäftsjahr war es die besondere durch etwaige kleine Hindernisse von einem als zweckdienlich an- Aufgabe des Vorstandes und der Vertrauensleute, die OrgaBieber'scher Männer erkannten Wege abbringen lassen. Schlimm tönne es auch dann nisation nach Kräften auszubauen und die Leistungsfähigkeit chor, Rosenthalerfir. 57 bet Wernau. nicht werden, wenn die Regierung ihre Hand auf die Kassen derselben nach Möglichkeit zu erhöhen. Um bies 31 Böhmert's Ganbaus.- Drante, Weißenfee, Königschauffee 41 bei Frenfe. legt. Die statistischen Angaben Schmidt's werden schon er erreichen, ist Don allen Seiten eine außerordentliche Jobanni, Nüdersdorferfir. 45, Gesellschaftshaus Ostend. Sängerverein schüttert durch den Vorsitzenden der Meyer'schen Kaffe, der blos Agitation durch und Schrift Sangesfreund, entfaltet worden; Sorgenfrei, Admiralfir. 18c, Märkischer Hof. Gefangverein Wacht auf I, Wörthers 103 000 m. Defizit herausrechnet. während Echmidt 163 000 m. es war demzufolge das legte Jahr für die Betheiligten, ganz be: Dragonerfir, sa bet Ramlowsty. ftraße 19 bei echmidt.- Gefangverein Stralauer Liebertafel, aufführt. Unter den 150 Musterärzten des Vereins Berliner sonders aber für die Vorstandsmitglieder ein arbeitsreiches. Es Rummelsburg, Sauptstr. 83 bei Bomintel. Gefangverein Treu und 58 bei Reben. Rassenärzte sind 43, die von der ärztlichen Kommission den frei- fanden statt: 4 ordentliche und 2 außerordentliche General- tnigfett, Rigdorf, Prinz Sandjernstraße Nr. gewählten Kassenärzte früher selber schon Monita's erhalten versammlungen, 15 Bezirksversammlungen, 31 Branchenversamm Mertens.- Gefangverein der metallarbeiter( D), Blumenftr. 46. Branchenversammefangverein robfinn, Rummelsburg, Göthestraße, Ede Kantfiraße, bet haben, weil sie verschwenderisch in der Rezeptur gewesen sind; lungen und 52 Werkstattversammlungen, im ganzen 98 Ver- Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismarcstr. 74 bei Seraufe. Ginman könne sich des Gefühls nicht erwehren, daß bei diesem Thun sammlungen. tracht 3, Gberswalde, Eisenbahnstr. 77 bet Dibal. Rosenthaler Vorstadt, Bernauerstr. 47. Silaritas, 6cchfiraße 32a bet Wilte. die Absicht vorlag, die freie Arztwahl zu diskreditiren. Die Aerzte Es muß hierbei erwähnt werden, daß, obwohl die Versamme rob- offnung( Berlin W.), Grunewaldiraße 110 bet Reßner. selber, führt Dr. Heymann aus, steifen sich nicht auf das Point- lungsanzeigen hinreichende Verbreitung finden, der Besuch der Brüderfchaft, Alte Jatobitr. 87-88 bet Lamprecht. fystem, ev. könne man auch mit Bons versuchen; sie sind jeder Versammlungen im allgemeinen noch viel zu wünschen übrig Reform zugänglich und haben bereits eine Beschwerde- läßt. In dieser Beziehung muß seitens der Kollegen noch eine fommission eingesetzt, wodurch die Fühlung mit den weit regere Agitation entfaltet werden. Die WerkstattStassen hergestellt ist. Ganz entschieden wendet sich der vertrauensleute tagten in 26 Bezirkskonferenzen; es wurde eine Redner dagegen, daß der Referent der Ueberweisung an solche auch in letzter Zeit für den Often- Bezirk ins Leben gerufen. verein ifaria, Freitag, abends 8 Uhr, Sigung Blumenſtr. 46 bi das Krankenhaus das Wort geredet habe; die Abneigung gegen Der Vorstand hielt 25 ordentliche und 3 außerordentliche Sigungen Tomascheck. Bithertlub Aipengruß"( Dir. A. Wolteriz), bei G. Gomoll, diese Anstalten in Arbeiterkreisen sei wohl motivirt. Daß beim ab. Auch im verflossenen Jahre fam es mehrfach mit den Arbeit- Waldemarstr. 88, abends 9 Uhr. 9 Uhr, bei Echuls, Puibuferstr. 35. Vergnügungsverein husnelda, Gewerkskrankenverein die Zahl der Hausfranken geringer war, gebern zu Differenzen, welche jedoch nur in 2 Fällen bei der Freitag, abends 8 Uhr, bei 8ubeil, Lindenstraße 106. Musikverein sei darin begründet, daß die Aerzte damals Interesse daran Firma Eckel u. Glinicke und Otto Lundershausen zu Arbeits- offnung( 0) Freitags Abends von 8-11 Uhr. Uebungssunde Große Tambourverein Fret weg, Freitag, hatten, die Kranken loszuwerden. Nicht persönliche, sondern rein einstellungen führten. In 14 Fällen war es den in den be- Brantfurterfir. 183 bei Gold. fachliche Momente, betont der Redner, veranlassen die sozia- treffenden Werlstätten beschäftigten Kollegen felbft möglich, ihre Uebungsfiunde bei W. Raddaz, Elſafferstr. 11. Berliner 2urngen offenfchaft. Die erfte Männerabtheilung listischen Aerzte, für die freie Arztwahl einzutreten.( Beifall.) Forderungen durchzubringen, während sich in 6 Fällen das Ein- turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Turnverein Gesundbrunnen Dr. Mugdan ging ausführlich auf die Auslassungen greifen des Vorstandes als nothwendig erwies, wovon 4 zu gunsten effing- Gymnafiums Pantsir. 9-10.Echmidt's betreffend die Verschwendung von Medikamenten ein. Der Kollegen entschieden, und in 2 Fällen, durch die völlig ab- bte 1. Manner- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turns halle des Leffing- Gymnasiums, Pantste, 9-10.raft und Artisten. Seiner Ansicht nach hat die freie Arztwahl die Maurerkaffe vor lehnende Haltung der Arbeitgeber, in den Streit eingetreten flub Berolina jeden Zienstag und Freitag uebungsstunde bei Grüßner, Turnverein Germania( Mitglied des deutschen Ardem Ruin bewahrt; eine ganze Reihe anderer Kassen, Gold werden mußte. Zu größeren Ausständen tam es nicht. Zur Waldemarstr. 42. schmiede, Uhrmacher 2c. haben bei der freien Arztwahl gut ab- Unterstüßung streifender Kollegen wurden 1750 m. verausgabt. better.Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags Übends von 8--10% Uhr Ackerstr. 67. Turnverein Fichte( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes geschnitten. Tie Befürchtung Schmidt's, daß den Kassen von 9 Kollegen wurde der nachgesuchte Rechtsschutz bewilligt, Deutschlands.) Die zwette Männer- Abtheilung turnt jeden Dienstag und behördlicher Seite Echwierigkeiten gemacht werden könnten, theilt pelcher 270 M. Roften verursachte. 21 Kollegen mußten Freitag Abends von 8-10 Uhr in der Stalizerfir. E5/ 56. Kraft- Turnverein er nicht. 2 ßmann wies den Ausdruck, daß durch die Flug- im Laufe des letzten Jahres, als wegen ihrer Thätig offnung übt jeden Freitag Abend von 9-11 Uhr bei Schuhmacher, Pücklerstr. 49. Bitherflub Waldrose, Abends 9 Uhr, Manteuffelblätter reklamehaste Propaganda betrieben werde, zurück. Er be feit für die Organisation, von den Unternehmern gemaßregelt, firaße 86, Warterre Restaurant. Verein Grüne Tanne, Abends 9 Uhr, merkt, daß während der legten 4 Jahre, wo die freie Arztwahl unterstützt werden; die Ausgabe hierfür betrug 1185 Mart. Bur bet kaifer, Martusstraße 8. Bergnügungsverein Im Brand, Sizung jeben Freitag Abend 9 Uhr bei Feind, Weinstr. 11. Gesangverein der bei der Maschinenbauerkaffe eingeführt ist, feine Beschwerden Unterstüßung anderer, im Streit befindlichen Gewerkschaften Bau anschläger Berlins. Jeden Freitag, abends& Uhr bei 3. Bernau gegen die Aerzte eingelaufen find. wurden 1600 M. bewilligt. Für die Bibliotheken wurden Rofenthaleritr. 57. Bitherklub Alpengruß"( Dirigent A. Woltewitz.) Gegen die Ausführungen der Vorredner wandte sich dann 360 m. verwandt. Ferner bewilligten die Generalversamm- sühr bei G. Gomoll, Waldemarstr. 38. Stattlub Schnitt, Abends 9 Uhr, bei Trittelwig, Faltensteinstr. 7. in einer längeren Erwiderung Genosse Schmidt. Der Vor- lungen zur Unterstützung besonders in Noth gerathener Kollegen Tanzlehrer- Verein Solidarität, im Restaur. Grauer, Oranienstr. 121. wärts" habe seine Pflicht, als die Gewerbebeputation fich Ein- oder deren Frauen die Summe von 215 M. Zur Schlichtung English Conversational Club Shakespeare, Meeting every griffe in die Rechte der Kaffen erlaubte, voll und ganz gethan. von Streitigkeiten, aus Verbandsangelegenheiten entstanden, Friday at 9 p. m. at Beherns Restaurant, Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. " ane Buschriften find zu senden an B. Gent, Adalbertftr. 95. Freitag: etattlub Rairo, bents 8 Uhr bei glid, Simeonftr. 23. Musikverein Soffnung, Große Frankfurterfir. 138 bei Bold. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Quartettverein Gefang-, Turn- und gesellige Vereine, Freitag. Wedding, Abends 8 Uhr, bei echäfer, Seue Hochstraße 49. Besara Privat- Theaterverein Crescendo, Ter Brief Häger's sei nicht veröffentlicht, weil er es ablehnen mußte in 3 Fällen ein Echiedsgericht gebildet werden, und fami Guests are welcome. Club Uncle Sam. 9 o'clock p. m. Munzstr. 17, Washington's misse, einen Privatbrief im Vorwärts" abzudrucken. Geraden allen Fällen ein Ausgleich zu stande. 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