Abendausgabe Nr. 21842. Jahrgang = Vorwärts= Ausgabe B Nr. 107 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin 310 Berliner Volksblatt Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Ur Lindenstraße 3 Berleger: Borwärts- Verlag Gmby. Berlin S. 68, Ferusprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mit Waffen und Gummiknüppel. Amtlich wird gemeldet: Nationalistischer Empfang Hindenburgs. Verschiedene Vereine sollen die Absicht haben, zu der Spalier bildung am 11. Mai bei der Einfahrt des neugewählten Reichs. präsidenten Waffen mitzubringen, Der stellvertretende Polizeipräsident hat mit Rücksicht auf die dadurch heraufbeschwore nen Gefahren für die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit die Anweisung gegeben, daß Vereine oder Verbände, bei denen Mitglieder mit Waffen irgendwelcher Art offen oder versteckt sich ein finden, sofort von der Beteiligung ausgeschlossen werden müssen. Das Verbot des Polizeipräsidenten ist selbstverständlich. Daß es überhaupt notwendig ist, beleuchtet grell die Situation. Die Vorbereitungen der sogenannten Vaterländischen Verbände zum Empfang Hindenburgs tragen durchaus mili= tärisch en Charatter, nach Art der faschistischen Demonstration in Italien. Damit wird dem Amtsantritt Hindenburgs, der in jeder seiner Kundgebungen betont, ein Friedenspräsident zu sein, ein äußeres Gepräge verliehen, das zu den Richtlinien des neuen Präsidenten in absolutem Gegensatz steht. Gummiknüppel! Begrüßung mit ,, Vaterländische" beim Hindenburg- Empfang. Die„ Boff. Zeitung" ist in der Lage, das folgende inter effante Schriftstück zu veröffentlichen: Abt. Hallesches Tor. Versammlung: Donnerstag, den 14. Mai, ab 8 Uhr, bei Rolle, Belle- Alliance- Platz 7/8. Vorschlag zur Wahl des gesamten Borstandes. Versicherung und Bekanntgabe der Beschlüsse des B. S. Einholung Hindenburgs am Montag, dem 11. Mai. Die Mitglieder des„ B. S." sammeln sich nachmittags 4 Uhr am Bahnhof Charlottenburg gegenüber dem Ausgang Kaiser- Friedrich- Straße. Abzeichen offen tragen. Kleidung: Rein 3ylinder,„ B. S.". Hut, sonst Hut und Mantel möglichst dunkel. Keine Stöcke mit bringen, sondern Gummifnüppel einsteden. Bezirksweise jammeln und Mitglieder zusammenhalten. Strengste Disziplin halten; auf dem Marsch und im Spalier nicht rauchen. Im Zuge dürfen nur Mitglieder gehen. Es ist selbst verständlich Ehrenpflicht jedes Mitgliedes, zu erscheinen, um so mehr, als Betriebe und Bureaus am Nachmittag geschlossen sein dürften. Nachzügler sammeln sich bis 4 Uhr 45 an gleicher Stelle. Alsdann Durchkommen nicht mehr möglich. Straßen gesperrt. Ich bitte alles aufzubieten, damit der„ B. S." stark vertreten ist. Mit treudeutschem Gruß Koch. Daß der neue Reichspräsident von Thälmanns Gnaden ausgerechnet mit einem Wald von Gummitnüppeln begrüßt werden soll, ist ein Wiz der Weltgeschichte, besonders da es gut vaterländische" Gummifnüppel sind, die da ge= schwungen werden sollen. B. S." flingt übrigens ein bißchen abenteuerlich. Die " Boss. 3tg." vermutet, daß hinter diesem Buchstabenrätsel der Wichtige Beratungen in Paris. Sitzung des französischen Ministerrates. Paris, 9. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Dem französischen Ministerrat, der heute zusammentritt, wird in politischen Kreisen besondere Bedeutung zugemeffen. Auf seiner Tagesordnung stehen nicht nur die Fragen der Räumung von Köln und die Beratung der französischen Antwort auf das deutsche Garantieangebot, sondern auch das Problem der Finanzreform und die marottanische Frage. Briand wird dem Ministerrat die Vorschläge zur Kenntnis bringen, die die englische Regierung in der Botschafferkonferenz für die Räumung von Köln einzubringen beabsichtigt, und der Ministerrat wird die Anweisungen für den Bertreter Frankreichs in der Botschafterkonferenz festzulegen haben. Weiterhin wird Briand den Entwurf seiner Antwort auf das deutsche Garantieangebot zur Erörterung stellen. Wie der Matin" wiffen will, soll dieser Entwurf der Idee eines Garantiepakts feineswegs ungünstig gegenüberstehen, vorausgesetzt, daß diefer sich im Rahmen des Versailler Bertrages halte, daß er die Abmachungen, die Frankreich seit dem Kriege mit seinen Verbündeten beschloffen hat, in feiner Weise beeinträchtige und daß er in die kategorie der bereits in Genf vorgesehenen Sicherheitsverträge falle, die dazu bestimmt sind, mehrere Mitglieder des Bundes zur Sicherung des Friedens für ein bestimmtes Gebiet zu vereinigen. Die französische Antwort betont ferner, daß, falls die Verhandlungen zu einer Einigung führen, der Vertrag erst in Kraft treten fann, wenn Deutschland dem Bölferbund als Mitglied angehört. feinerzeit aufgelöste Berliner Selbstschutz", die frühere Einwohnerwehr stecken. Da aber das Blatt der Claße die Liste der doch wohl sämtlich gummifnüppelbewehrten Begrüßungsvereine schon veröffentlicht hat, kann man ohne Scharfsinn feststellen, daß es sich um die Firma„ Bezirksschutz" handelt. Alles muß seine Ordnung haben! Da die schöne Sitte der fleinstädtischen Schützengilden in Berlin nicht mehr recht heimisch werden will und da mit verrosteten Vorderladergewehren fein Staat mehr gemacht werden kann, so muß der Gummifnüppel herhalten, falls plöglich das Kommando ertönen sollte:" Präsentiert das Gewehr!" Biel Bergnügen...! Farbe und Lack. Begleitmusik zur Wahl Hindenburgs. Das Zentralblatt der deutschen Farben- und Lackindustrie Farbe und Lad" veröffentlicht zur Wahl Hindenburgs einen Artikel, dem es das Motto voranjeizt Nachdruck verboten. Dieser Scheu vor der breiteren Defefntlichkeit liegt eine ganz falsche Bescheidenheit zugrunde. Der Artikel verdient dur chMaueranschlag verbreitet zu werden. Er ist ein Dokument für die Gesinnung derer, die noch am lautesten nach der Reinigung" des öffentlichen Lebens schreien und dabei selbst nur sagen wir einmal mit Lack und Farbe umzugehen verstehen. Der Artikel beginnt:„ Wenn ein Volk nach sieben Jahren des Leides, der inneren Zerrissenheit und unter der sich im Schutze einer sozialistisch verseuchten Regierung immer wieder hervorwagenden Massenbetrügerei endlich aufwacht, um durch die zu lange tüdisch verhinderte Wahl seines Reichs= präsidenten den wahren Kern seiner Volksseelenverfassung zeigt, so bedeutet das eine Wende." Die Sozialdemokratische Partei ist seit anderthalb Jahren nicht mehr in der Reichsregierung vertreten. Seit Monaten wird das Reich von einer Rechtsregie rung regiert. Auf sie fällt also der Vorwurf, fie sei sozialistisch verseucht und sie begünstige Massenbetrügerei. Hugo Stinnes war es, der sich seinerzeit am energischsten gegen die Wahl des Reichspräsidenten gewandt hat. Ihm wird vom Zentralblatt der Farbenindustriellen der Vorwurf der Tücke gemacht. Eine nette Leistung für ein Industriellenorgan! Nach diesen Leistungen seht es nicht mehr in Erstaunen, wenn die Träger der neuen Staatseinrichtung" Schmiergeldreichskanzler, Schieberminister und Batschichhelfer der Regierung genannt werden. Damit ist das Schimpfregister des Blattes aber feineswegs erschöpft. Es spricht von einer Regierung, an deren Krippe Budiker fizen, von einem Geschmeiß der Stellenjäger, Kriegsgesellschaften funktionäre, Poſtenlungerer, Heeresmaterialschieber, von Halunken, üblen Politikern, roten Landräten, Polizeigehaltsempfängern, Gewertschaftsschiebern, Banditenhilfe usw. Das ist die Tonart und das geistige Niveau der Leute, die Hindenburg gewählt haben und die nach Reinigung des öffentlichen Lebens und Ordnung im Innern rufen. Farbe und Lad schmierig! Nach der Preußenschlacht. Die Deutschnationalen für neue Krisen. Die Volks partei für Volksgemeinschaft". PP ,, Es ist kein Zweifel: die Opposition hat gestern die Schlacht verloren", schreibt die Deutsche Tageszeitung". Eine Zufallsmehrheit für die Regierung Braun", sagt besänftigend die Nationalpost". Im übrigen ist die ganze deutschnationale Presse sich darin einig, daß weiter Krise gespielt werden soll. " ,, Das Kabinett kann nicht ein Gesetz gegen die Opposition durchbringen."" Das Kabinett tann gegen die Oppofition nicht einmal den Haushaltsplan verabschieden", so hallt es aus den deutschnationalen Spalten wieder. Man richtet fich also auf einen Oppositionskampf ein, der nicht mehr sa ch= lich bleibt, sondern mit allen Mitteln, auch mit denen der Obstruktion, auf den Sturz der Regierung hinarbeitet. Keinen Augenblick wird daran gedacht, daß die Parteien, die jetzt in Preußen die Regierung bilden, im Reich Gegenseitig feit üben und, ohne die Anstrengung, deren sich die preußische Rechtsopposition befleißigt, die Regierung LutherShiele Schlieben Neuhaus einfach umblajen fann. = = = ist die Bolkspartei. Der Ton, den die Zeit" anschlägt, ist ein Nicht ganz so bedenkenlos, nicht ganz so draufgängerisch daß sie gestern geschlossen gestimmt haben, und sie bemerken ganz anderer. Die Deutschnationalen sind sehr stolz darauf, die Lücken in den Reihen der Volkspartei mißfällig. Ueber diese Lücken und die ganze Situation, die sich aus der gestrigen Abstimmung ergibt, schreibt die Zeit": Die fehlenden Abgeordneten der Deutschen Volkspartei waren schuldigt fehlte, sowie die Aog Becker- Magdeburg, von Ennern, der Abg. Detjen, der wegen einer Familienangelegenheit entDr. Kriege und Schmidt- Düsseldorf. Das Fehlen dieser Abgeor neten hängt mit der gestern gegebenen politischen Boltsgemeinschaft war nach den gestern geführten Verhandlungen Situation zusammen. Die Bildung eines Rabinetts der bereits sehr weit gediehen. Es war bekannt, daß das 3entrum fich für eine solche Lösung einzusetzen bereit war, so daß Aussicht zu bestehen schien, diese Lösung trotz der gestern noch vorhandenen Schwierigkeiten und Gegensätze schließlich doch noch zu erreichen. Unter diesen Umständen glaubten sich die vier Abgeordneten der Deutschen Volkspartei zur Stimmenthaltung für verpflichtet. Es bedarf keiner Betonung, daß es sich dabei nur um eine taftische Haltung handelt und daß die Fraktion vollfommen geschlossen auf ihrer bisherigen Haltung besteht, wonach eine Rückkehr zur Großen Koalition unmöglich ist und eine Regierungsbildung mit Einschluß der Deutschnationalen angestrebt werden muß. Die Politik der Fraktion geht nach der gestrigen Abstimmung darauf hinaus, das Kabinett der Großen Voltsgemeinschaft doch noch zustande zu bringen. Es wird von der Haltung der anderen in Betracht fommenden Fraktionen abhängen, ob sich mit Hilfe einer solchen Lösung der preußischen Regierungsfrisis ein Ende bereiten läßt. Was die Möglichkeit der sogenannten ,, Boltsgemeinschaft" angeht, so gibt sich die Volkspartei einem ganz unbegründeten Optimismus hin. Die Sozialdemokratie ist überhaupt noch nicht gefragt worden, wie sie zu diesem seltsamen Plan steht, die deutsch nationale Frattion aber hat ihn, mie die Kreuzzeitung" berichtet, nach ganz furzer Beratung bei übergehenden Triumph feiert, und daß früher oder später voller Besetzung einstimmig abgelehnt. Die deutschwieder eine Beruhigung eintreten wird. Es ist aber an den deutnationale Presse erklärt mit dankenswerter Offenheit, daß ein ichen Demokraten, ihre Pflicht zu erfüllen, das heißt, sich nicht zusammenarbeiten mit Sozialdemokraten für ihre Partei nur mit Reden und Artikel zu begnügen, sondern Taten vorzube- grundsäglich nicht in Frage kommt. Es bedarf wohl reiten. Schon seit Monaten stehen wir einer deutschen Nation gegenfeiner besonderen Hervorhebung, daß sich die Sozialdemokratie über, die unsere Absichten zu ignorieren oder zu vergessen scheint. von der deutschnationalen Partei in bezug auf Grundsahfestigkeit Es ist an der Zeit, daß diese Nation versteht, daß der politische Um- nicht übertreffen läßt, und daß sie ein Zusammenarbeiten mit schwung in Frankreich auch für Deutschland eine Berantschiedenheit ablehnt, mit der das auch von der anderen Sele den Deutschnationalen zum mindeſten mit derselben Entwortung geschaffen hat, und daß, wenn Deutschland dieser Verantwortung ausweicht, es gegen seine eigenen Interessen arbeitet. her geschieht. Schwierige Lage in Marokko. Paris, 9. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Das seit einigen Tagen umlaufende Gerücht, das franzöfifche Oberkommando in Marokko habe die Absicht, bei der Verfolgung der Truppen Abd el Kerims die Grenze des spanischen Gebietes zu überschreiten, nimmt greifbare Gestalt an. Die diplomatischen Schwierigkeiten, die aus dieser Ab= ficht erwachsen können, werden am Freitagabend eingehend von der Information" erörtert. Das Blatt schreibt:" Die Niederlage der Spanier verändert vollkommen die durch die internationalen Berträge geschaffene Lage in Marokko und macht es zur dauernden Sicherung der französischen Grenze notwendig, die französische Gegenoffensive gegen Abd el Kerim in das spanische Gebiet vorzutragen. b Spanien bereit ist, gemeinsam mit Frankreich den Krieg gegen die Rifleute zu führen, geht aus der Rede, die der spanische Diktator Primo de Rivera vor einigen Tagen in Sevilla gehalten hat, nicht hervor. Es ist Zeit, daß die französische Regierung sich erklärt, welche Haltung fie in dieser Frage einzunehmen gedenkt." Zwischenlösung in Belgien. Französische Warnung an Deutschland. Paris, 9. Mai.( EP.) Die„ Ere Nouvelle" veröffentlicht heute einen längeren Artikel, in dem sie unter anderem erklärt: Deutschland wird sich diesmal nicht über unsere Strenge zu beklagen haben. Es hat selber dazu beigetragen, uns in unserer Reserve zu beſtärken, Freitag abend zur Sigung des Exekutivkomitees der Arbeiter Brüffel, 8. Mai.( Eigener Drahtbericht). Vandervelde ist am und unser Mißtrauen zu erwecken. Die Wahl Hindenburgs Internationale nach Paris gereift. Das deutet nach Lage der Dinge das Wiedererwachen des Nationalismus, die geheime Waffen- und darauf hin, daß eine Einigung zwischen Sozialisten und chriftlichen Munitionsfabrikation, alles das sind Tatsachen, die auch für wenig Demokraten noch nicht erzielt werden konnte. Der Ausweg aus darauf hin, daß eine Einigung zwischen Sozialisten und christlichen voreingenommene Beurteiler sehr ernst anzusehen find. Wir glauben der Sackgasse der Regierungskrise dürfte nunmehr in der Ernennung gleichwohl nicht, daß man an Deutschland verzweifeln müsse. Wir eines furzlebigen Uebergangsministeriums mit überwiegend fathofind der Anficht, daß die Realtion in Deutschland nur einen vor.lifcher Beteiligung gesucht werden, Gegenüber den volksparieilich- voltsgemeinschaftlichen Berföhnungsschalmeien bestehen die Deutschnationalen auf weiterem Kampf. Solange nicht die sozialdemokra= tische Machtstellung in Preußen gebrochen ist, find alle Einigungsversuche von vornherein zum Scheitern verurteilt", sagt der Tag". Das ist eine klare und deutliche Formel. Die Frage ist jetzt, ob die Deutsche Volkspartei bereit sein wird, den Weg zum Konflikt und zur Auflösung mit den Deutschnationalen gemeinsam zu beschreiten. Darüber scheint im deutschnationalen Lager einige Besorgnis 31: herschen. Schreibt doch beispielsweise die ,, Kreuzzeitung": Ravinetts einmal vermieden wird, ist an sich nichts Auffallendes; ein Daß bei der geringen Mehrheit der Opposition der Sturz des anderes Mal wird es um, so sicherer fallen. Ganz anders liegt aber die Sache, wenn die Deutsche Volkspartei absichtlich den Sturz des kabinetts verhindern wollte. Daß die Deutsche Volkspartei gleich dem Zentrum Neuwahlen nicht wünscht, haben die Fraktionsver handlungen des gestrigen Tages gezeigt. Diese Parteien haben fich gestern auffallend genähert. Die Volkspartei hat allerdings allen Grund, eine Auffortseßen und es damit zur Auflösung treiben wollte, so lösung zu vermeiden. Denn wenn sie ihre bisherige Haltung würde sie es sehr schwer haben, den Wählern begreiflich zu machen, daß ste neben der deutschnationalen Bartei noch ein eigenes Existenzrecht hat. Rechts wählen, heißt eben heute, deutschnational wählen eben heute, deutschnational wählen die Wolfspart I tönnte sehen, wo sie dabei bliebe. In ihrer Berlegenheit hat nun die Bolkspartei das Spiel| wiesen werden. Voraussichtlich wird der Etat am Montag oder Das Petitionsrecht der Reichsbahnbeamten. mit der ,, Boltsgemeinschaft" wieder aufgenommen. Wie stellt man sich diese Boltsgemeinschaft" vor? Deutschnationale und Sozialdemokraten sind doch darin einig, daß sie nichts miteinander zu tun haben wollen, und der Versuch, sie um jeden Preis zusammenzubringen, gewinnt unter diesen Umständen mehr die Gestalt eines unauf= richtigen taftischen Manövers als den eines ehrlich gemeinten Plans. So foramt denn auch das Zentrumsorgan, die Germania", troß ihrer theoretischen Zuneigung zur Volksgemeinschaft zu folgendem prattischen Ergebnis: Das Zentrum hat es an gutem Willen, die Regierungsbasis zu verbreitern, wahrlich nicht fehlen lassen. Sein Ideal der Volksgemeinschaft fonnte deshalb nicht erreicht werden, weil zwar auch die Deutschnationalen theoretisch diesen Gedanken vertreten, ihm aber praktisch eine Gestalt geben wollen, die in Wirklichkeit das Gegenteil einer Volksgemeinschaft ist. Den zahlreichen Vorschlägen, die während der Verhandlungen aufgetaucht find, blieb der Erfolg versagt. Weder das Beamtenkabinett noch die überparteiliche Regierung ist zustande gekommen. Und es besteht wenig Aussicht, daß neue Verhandlungen nach dieser Richtung Erfolg haben werden. Die Rechte betrachtet doch nur alle diese Verfuche als einen Weg hinten herum, um endlich zu ihrem Ziel, der einseitigen Rechtsregierung in Preußen, zu kommen. Dazu fann und wird das Zentrum nicht die Hand bieten. Von weiteren Verhandlungen auf diefer Basis versprechen wir uns daher wenig. Und sie fährt fort: In Preußen ist ein Ansatz für eine friedliche Entwicklung ge funden worden. Es liegt bei den Oppositionsparteien, ob diese friedliche Entwicklung weitere Fortschritte machen wird. Man wird ja bald sehen, wie weit die Neigung, zu dieser fried liden Entwidlung beizutragen, bei den Oppositionsparteien geht. Tragen auch weiter die rein parteitaftischen Gesichtspunkte den Sieg über staatspolitische Notwendigkeiten davon und stellt sich heraus, daß das Kabinett Braun weiter mit dem bisherigen Mittel der Opposition befämpft wird, dann wird schließlich doch nicht zu verhindern sein, was geffern noch vermieden werden fonnte, der Appell an das Bolt. Das scheint auch uns ein klarer und vernünftiger Standpunkt. llebrigens versichern deutschnationale Blätter, wie die„ Deutsche Zeitung", daß ihnen gar nichts lieber sein könnte als die Auflösung, und die Kommunisten fönnen bekanntlich erst recht neue Wahlen vor freudiger Ungeduld schon gar nicht mehr erwarten. Daß wir Sozialdemokraten unseren Freunden von rechts und links gern diese Freude bereitet hätten, ist kein Geheimnis. Es liegt nicht an uns, daß es gestern noch nicht dazu gekommen ist. Aber wenn es gelingt, in die Reihen der Bolkspartei wieder deutschnationale Disziplin zu bringen und wenn auch die Kommunisten ihre Leute sämtlich beisammen halten, dann wird ja die Gelegenheit nicht mehr beisammen halten, dann wird ja die Gelegenheit nicht mehr lange auf sich warten lassen. Gestern ist im Preußischen Landtag ein ungeheurer Schwindel zusammengebrochen. Gestern hat sich gezeigt, daß die Parteien, die die preußische Regierung bilden, regieren fönnen, wenn sie nur regieren wollen. Sie haben die Mehrheit im Landtag, das hat die gestrige Abstimmung bewiesen und sie haben auch die Mehrheit im Lande, das werden die nächsten Wahlen beweisen. So ist dem deutschnationalen Uebermut, der sich besonders seit der Hindenburg- Wahl förmlich überschlug, ein Dämpfer aufgesetzt. Am 26. April: Welche Wendung durch Gottes Fügung." Am 8. Mai:„ Die Opposition hat die Schlacht verloren!" Die Toten reiten schnell! " Der Arbeitsplan des Landtags. Der Weltestenrat des Preußischen Landtages beschloß, bis Donnerstag nächster Woche Plenarsizungen abzuhalten. Es sollen fleine Vorlagen erledigt werden. II. a. soll auch die Aufhebung des Grundstückssperrgefeßes zur Beratung fommen. Weiter soll der Haushalt in erster Beratung erledigt und an den Ausschuß verDie Akademie- Ausstellung. Die Frühjahrsausstellung der Akademie ist heute mittag feierlich eröffnet worden. Es ist schon anerkannte Tradition, daß hier die besten Gesamtausstellungen in Berlin gemacht werden; mindestens die vornehmsten; mit Niveau. Diese hier bildet feine Ausnahme. Man erlebt feine ubermäßigen Ueberraschungen, aber der Eindruck ist durchweg wohltuend. Beruhigte Reife dominiert, aber die Jugend ist zugelassen und stellt sich angenehm dar. Ein gemeinsames Band verbindet sie alle: nicht anzustoßen und anständiges Material zu bieten. Den sicheren Pol bildet eine sehr gut ausgewählte Sonderschau von Hans Thoma, 24 Bilder fast nur aus Museumsbesiz, und zwar solche, die 1922 nicht bei der großen Thoma- Ausstellung vertreten waren. Vielleicht gewinnt man hier den besten, den einnehmendsten Eindruck von der wahrhaft noblen Kunst des Meisters. Dies ist zugleich der bedeutende Maler der Leibl- Zeit und der Darsteller ganz deutscher Gefühlswerte: eine Verbindung, die nur sehr wenigen Meistern seiner Zeit geglüdt ist. Die großen Namen der Akademie und was um sie versammelt ist, sind mit wenigen aber ausgezeichneten Stücken vertreten: Mar Liebermann mit Porträts und Landschaften, von denen die ,, Allee in Saerom" zu seinen Meisterwerken zählt, licht und raumhaft beglückend; Mar Slevogt mit drei großen Bildnissen;" Corinth mit Blumenstilleben und einem furiosen, funkelnden, das Genie des Malers und des Dargestellten in helles Licht setzenden Porträt von Georg Brandes. Arthur Kampf wie Char= fotte Behrend brillieren mit weiblichen Atten, Orlit mit einem lebensgroßen Bildnis einer japanischen Schauspielerin, Plontke mit einer dörflichen Anbetung", Ulrich Hübner mit vornehmen stillen Wasserlandschaften. In solchen Darstellungen der Wirklichkeit, ohne Anspruch auf innerliche Phantasiegestaltung, zeigt sich das im guten Sinn Akademische der älteren Berliner Schule von seiner besten Seite. Zwei Malerinnen schließen sich mit sympathischen Bildnisleistungen an: A. v. 3igewiß mit einem anmutigen und reizend folorierten Doppelkinderbild; Martel Schwichtenberg mit Porträts jüngerer Frauen, die das Scharmante dieser Erscheinungen und der heutigen Mode mit großem Geschmack ins Farbliche übertragen, still fingend und reif. Auch die jungere Generation der Berliner bemüht sich wenigstens in den hier ausgestellten Arbeiten um Ausgleid und Wohlliang Jädel ist nie so einwandfrei wie in derartigen Aften und Bildnissen, Rößner und Nowack( dieser als Gaft der Münchener Sezession) glänzend in Komposition und Schöntonigkeit, Heckendorf, Partitel, Ahlers Hestermann( Hamburg) farbig, freudig, liebenswert frisch in ihren Landschaften, die aus der jüngsten Bewegung die Kultur der reinen Farbe gerettet haben. Ihnen schließt sich die Landschaftsmalerei des bisher nur als Dichter und Kabarettist von feltenen Gaben bekannten Joachim Ringelnag an, dessen Empfinden sich in ganz zarten Landfchäftlein von hoher Grazie apart und entzückend manifestiert. mesed nähert sich( hier) Hans Thoma, und Hans Herr mann bleibt der liebenswürdige Regenbogenzauberer, der er immer war. Dienstag vom Finanzminister Dr. Höpfer Aschoff eingebracht werden. Es soll sich dann eine große politische Aus. fprache anschließen, die mehrere Tage umfassen wird. Die Abstimmung in Preußen. 222 für, 214 gegen die Regierung. Die amtliche Nachprüfung des Ergebnisses der Abstimmung über den deutsch nationalen Mißtrauensantrag zeigt eine fleine Abweichung von den Zahlen, die durch die Schriftführer zunächst festgestellt wurden. Es haben tatsächlich nur 436( nicht 438) Abgeordnete geftimmt, und zwar für das Mißtrauen dagegen • . 214 222 Die Vertrauensmehrheit setzt sich zusammen aus den 113 anmesenden Sozialdemokraten, sämtlichen 27 Demokraten und 79 3entrumsabgeordneten. Außerdem hat auch der fraktionslose Kommunist Hendemann gegen den Mißtrauens antrag gestimmt. Die Front der Regierungsstürzer erstreckt sich wie bisher von den Kommunisten über Wirtschafts- und Boltspartei bis zu den Deutschnational. Böltischen. Im einzelnen wurden gezählt: den Mißtrauensantrag für 109 Deutschnationale 39 Boltsparteiler 14 Wirtschaftliche Vereinigung 11 Völkische 41 Kommunisten 214 gegen 118 Sozialdemokraten 79 Zentrum 27 Demokraten 2 Polen Sp1 Frattionsloser 222 Gefehlt haben vom Rechtsblod, wie gleichfalls bereits mit geteilt wurde, sechs Bolksparteiler, drei Wirtschaftsparteiler und zwei Kommunisten; von der Regierungstoalition zwei Sentrumsleute und ein erkrankter Sozialdemokrat. Rechtspartei oder Mittelpartei? Auseinandersehungen in der Bayerischen Volkspartei. München, 9. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Im Wahlkampf um den Reichspräsidenten spielte in Bayern die Frage eine große Rolle, ob die Bayerische Bolts partei eine Mittelpartei oder eine Rechtspartei sei, zu der sie von gewiffen, sich start in den Border grund drängenden Führern in München unter allen Umständen abgestempelt werden sollte." Der Arbeiter", das offizielle Organ gestempelt werden sollte. der katholischen Arbeitervereine in Bayern, veröffentlicht nunmehr über diese Frage folgende Zuschrift des langjährigen Landtagsabgeordneten der Bayerischen Volkspartei und Führers der katholischen Arbeitervereine, Monsignore Walterbucg. Er schreibt: Mit wachsender Besorgnis betrachten seit geraumer Zeit weite Kreise des katholischen Bayern die starke und einseitige Rechtsorien tierung der Bayerischen Volkspartei. Bei der letzten Reichsprä dentenwahl hat diese Rechtspolitik wohl ihren Höhepunkt erreicht. Es hat sich gezeigt, daß auf dem beschrittenen Wege die Geschlossenheit der Partei nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Nun ist offenbar auch in den maßgebenden Kreisen der Partei diese Gefahr noch rechtzeitig erkannt worden. Wir freuen uns aufrichtig darüber, daß jetzt auch von den führenden Blättern der Partei der wahre Charakter der Bayerischen Volts partei als einer Mittelpartei mit aller Deutlichkeit in den Vordergrund gestellt wird. Das schafft Bertrauen und stärkt die Partei. Als ausgesprochene Rechtspartei märe die Bayerische Bolkspartei in Bayern überflüssig. Das Wort„ Volkspartei" hat doch nur seinen Sinn und Berechtigung, wenn die Bayerische Bolkspartei in politischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht ihr Aufgaben- und Tätigkeitsgebiet in die Mitte verlegt. Das waren auch die leitenden Grundsäge bei der Gründung der Partei. Davon fann sie auch heute nicht abweichen, schon aus dem reinen Selbsterhaltungstrieb. Wie liegen die Verhältnisse fulturpolitisch? Sagen wir es einmal frei heraus: Nach unserer Ansicht kann die Bayerische Boltspartei nichts verlieren, aber viel gewinnen, wenn die katholischen Belange wieder mehr in den Vordergrund gestellt werden. Darin erblicken wir die sicherste Gewähr dafür, daß die Partei nicht zu sehr nach rechts, aber auch nicht zu weit nach links rutscht. Die Bayerische Volkspartei ist eine Mittelpartei und muß es bleiben." Dazwischen schiebt sich nun die Sonderschau der Münchener Sezession, zwei Säle als eingeladene Gäste füllend. Der Ton ist ein anderer, süddeutsch heiterer, das Bestreben um malerischen Ausgleich aber ein ähnliches. Ihr Niveau bezeichnen etwa die gut gemalten Bildchen von Großmann, die biblischen Legenden R. Caspars, die Spielzeugstilleben von Büttner. 3u martanterer Qualität erheben sich Julius eß und Maria Caspar Filfer( mit traftvollen. breit und sicher gebauten Landschaften); unter das Niveau fallen die süßlichen Alpen- Gstanzin von Teu ts ch, auf Kabarett- Weis aufgemacht, und leider auch die zehn Gobelin entwürfe von Th. Th. Heine, deren steife Altertümelei schon an die Kunstgewerblichkeit von Zigarrenpadungen erinnert. Mar Unold scheint demgegenüber der einzige, der ehrlich Anschluß an die Gegenwart sucht; seine Form wird konstruktiv bestimmt, seine Farbe tonig Inapp. Nicht sehr günstig präsentiert sich dagegen die Jugend von 1910, die man einst Expressionisten nannte. E. L. Kirchner, dem eine ganze Wand eingeräumt ist, wirkt oberflächlich dekorativ und beinahe roh; seine heutige Produktion zehrt von der glücklicheren Epoche um 1913. Rofoffa gibt nur eine Kostprobe feiner Startfarbigteit; Bechstein bleibt der Akademiker der ganzen Richtung, Nauens Landschaften betrüben durch ihre Kulissenhaftigkeit. Waste und Domscheit versuchen mit einigem Glück Anschluß an Schmidt- Rottluff zu bekommen. Nur Karl Hofer bleibt sich treu und schreitet tonsequent fort auf dem Wege zur Bereinfachung der Farbe und zur Monumentalisierung; seine Bilder gehören zum Stärksten, zum bleibenden Eindruck dieses Jahres. Die veristische Schule( wenn man so sagen darf), die Maler der festen plastischen Form, find tüchtig, aber ohne Meisterwerfe vertreten; Schrimpf, Mense, Wilh. Schmidt, E. Fritsch, Sebba stechen durch die ruhige Bestimmtheit ihrer Form hervor. Es ist etwas Schulmäßiges und beinahe Schematisches dabei, das freilich sehr sympathisch berührt. So etwa wünschen wir heute die Welt zu sehen: objektiv, ohne seelischen Kampf, feststellend und mit der notwendigen Nüchternheit der Form. Nur zwei Bilder, zwei Meisternamen geben Kunde von den ungeheuren Möglichkeiten dieser neuen Gestaltung: das schauerliche Liebespaar" von Otto Dix und der phantastisch- sputhafte Abschied von Düsseldorf" des begabten Gert Hollheim. Es sind die interessantesten Bilder der Ausstellung; es werden die umstrittenften sein. Und zweifellos die, welche allein von der ganzen Schau als Repräsentanten unserer Zeit übrig bleiben werden. " leber die müßte man allerdings allein einen Aufsatz schreiben, um ihre Bedeutung zu erhellen.no Die Skulptur, in über hundert Nummern oft recht großen Umfangs vertreten, tritt so weit hinter der Malerei zurück, daß man fie füglich entbehren könnte. 3u erwähnen sind: die schönen Tiere Scheibes, Abbo, Albiter, Milli Steger, eine Ruh von G. Marts und die schreitenden Frauen von E. de Fiori. Dr. Paul F. Schmidt. Urania- Vorträge. Mont., Dienst., Donnerst., Freit., Sonnab.( 5 Uhr): Dressurtomödie mit Tieren und Menschen". Mont., Dienst.( 7 u. 9), Mittw.( 6): 3um Gipfel der Welt". Mittm. ( 8): Goethe und die Liebe Goethe und die Frauen", Donnerst.( 7 ut. 9), Sommt.( 5, 7, 9): under des Meeres". Proteft gegen das verfassungswidrige Verhalten der Reichsbahngesellschaft. Der Reichstagsausschuß zur Ueberwachung der Durchführung der Personalabbauverordnung hat folgende, von allen Parteien unterzeichnete Entschließung einstimmig angenommen: Der Ausschuß zur Ueberwachung der Durchführung der Personalabbauverordnung stellt fest, daß der Herr Reichsverkehrsminister fich infolge der Weigerung der Reichsbahngesellschaft, über die als Reichsbahnbeamte abgebauten Beamten der Reichsbahnverwaltung Auskunft zu geben, außerstande fieht, die entsprechenden Petitionen dieser Reichsbahnbeamten in der gewohnten Weise zu behandeln. Der Ausschuß ist deshalb nicht in der Lage, zu den Petitionen Stellung zu nehmen, und stellt weiter fest, daß das verfassungsmäßige Petitionsrecht der Reichsbahnbeamten vollstän= dig unterbunden ist. Der Ausschuß legt gegen das Verhalten der Reichsbahngesellschaft Verwahrung ein und ersucht den Reichstag, die zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Rechte der Reichsbahnbeamten notwendigen Schritte zu beschließen. Politischer Mord im Theater. Bulgaren und Mazedonier. Wien, 9. Mai.( TU.) Bei der gefirigen Peer Gynt- Aufführung im Burgtheater ereignete sich ein aufregender Vorfall. 3n einer Loge faß die Macedonierin Karlinciu in Gesellschaft dreier Macedonier, darunter eines gewissen Arnautovic. Sie führten während der Borstellung ein politisches Gespräch, das off so laut wurde, daß die Nachbarn zur Ruhe mahnen mußlen. Während des dritten Aftes ertönten plötzlich kurz hintereinander drei Schüsse. In der Loge fand man Arnautovic lot vor, während zwei andere Logenbesucher Bervor, während 3w ei legungen erlitten hatten. Frau Karlinciu wurde verhaftet und auf die Polizei gebracht. Sie gibt an, daß der von ihr erichoffene Macedonier ein Polizeispiel gewesen sei, der einige ihr nahestehende Personen an das macedonische Komitee verraten hätte. Im Theater herrschte begreiflicherweise große Aufregung. Erst nach einer halben Stunde fonnte die Borstellung fortgesetzt werden. Wien, 9. Mai.( WTB.) Das gestrige Attentat im Burgtheater ruft hier große Aufregung hervor. Die Blätter fordern gründliche Untersuchung des Vorfalles, besonders auch bezüglich etwaiger politischer Beziehungen der dabei beteiligten Personen, und betonen, daß gerade Desterreich wegen der immer wiederkehrenden Behauptung, ein Zentrum der Balkanagitation zu sein, ein Interesse an der restlosen Aufklärung habe. Ueber das gestrige Attentat berichten die Blätter noch folgende Einzelheiten: In der zweiten Loge des dritten Ranges im Burgtheater waren während des ersten Teils der gestrigen Vorstellung vier Personen anwesend, zwei Damen und zwei Herren. anscheinend Bulgaren, die zunächst ruhig die Borgänge auf der Bühne verfolgten. Während des fünften Attes zog eine inzwischen hinzugekommene Dame plößlich einen Revolver und feuerte gegen die beiden Herren. Der eine erhielt einen tödlichen Stopfichu B, der zweite einen Schuß in die Schulter, einen ins Gesicht und einen in den Arm und brach schwer verletzt zusammen; der Tote ist der 46- jährige Kaufmann Dimitri Arnau tovic, der Verletzte ein Student Bogdanovitfch. Die Täterin hatte nach ihren Angaben von vornherein die Absicht, gegen Arnautovic ein Attentat zu verüben. Die Frage, warum sie dieses Attentat gerade mährend der Vorstellung verübt habe, beantwortete fie dahin, daß ihr Gegner stets gut bewaffnet sei, und daß sie fürchten mußte, von ihm erschossen zu werden, wenn sie ihn auf der Straße oder sonstwo. überfallen hätte. Sämtliche Personen des blutigen Drams stammen aus Krisevo in Mazedonien. Die Stadt der Paulskirche. Die Stadtverordnetenversammlung von Frankfurt a. M. hat einen Antrag der Sozialdemokraten und des Zentrums auf Umbenennung aller monarchistifchen Straßennamen mit 30 gegen 30 Stimmen durch Stichentscheid des Vorsitzenden angenommen. Die Demofraten hatten gegen diesen Antrag gestimmt. Mit großer Mehrheit wurde ein Antrag angenommen, die Verlängerung der Bismarckallee Friedrich Ebert- Straße zu nennen. # Wer am tommenden Sonntag in die Sächsische Schweiz fährt unter Benutzung der billigen Sonderzuggelegenheit der Reichsbahn follte nicht verfäumen, sich der trefflichen Führung Wilhelm Bölsches anzuvertrauen. Der bekannte Naturwissenschaftler hat unter dem Titel„ Erwanderte Deutsche Geologie, die Sächsische Schweiz" im Diez- Verlag ein Büchlein herausgebracht, das als Musterbeispiel dafür dienen kann, wie dem Elend der üblichen Reiseführerliteratur abzuhelfen ist. Bölsche führt feinen Wandergefährten an die bekannten Punkte der Sächsischen Schweiz, zeigt ihnen die markanten Felsbildungen und entwickelt in fesselnder Plauderei die Geschichte des geologischen Werdens der Landschaft. Jahrmillionen ziehen vorüber, das wirken und Weben der Naturkräfte wird an der Besonderheit der Gesteine und an der Faltung des Bodens demonstriert. Wir sehen im Geiste die vulfanisajen Kräfte, die ürgletscher und die stärkste der Naturgewalten, den Regentropfen, arbeiten, schaffen, zerstören und wiederum schaffend arbeiten. Reizvolle soziologisch- philosophische Abschweifungen erhöhen den Wert des im übrigen mit herrlichen photographischen Aufnahmen geschmückten Büchleins.„ Mit derselben Wuht, heißt es da an einer Stelle, mit der das Regenwasser den Stein in Jahrtausenden zersprengt hat, zersprengt das unbesangene Denken den Berg der Vorurteile, in die der Mensch sich verwickelt hat. Wenn wir die Elbe aufwärts fahren, diese Berge anschauen, dieses ganze Naturbild mit seiner zähen und doch so erfolgreichen Arbeit, dann erstarkt in uns der Mut, daß, wie Goethe sagt,„ Der Tag dem Edlen endlich komme!" Ehrentafel für die gefallenen Arbeiterfänger. Die Generalver fammlung des Deutschen Arbeiterfängerbundes in Erfurt 1924 beSchloß, den im Weltkrieg gefallenen deutschen Arbeitersängern eine Gedächtnistafel zu widmen. Als Ort der Anbringung wurde die Kirche des althistorischen Ratharinenflosters in Nürnberg bestimmt, das in seinen Räumen das deutsche Sängermuseum birgt. Die feierliche Enthüllung wird zu Pfingsten erfolgen im Seitenschiff des efeuumrankten, zwischen alten Baulichkeiten vollkommen versteckt liegenden Gebäudes, das jetzt zu dem akustisch besten Konzertfaal Nürnbergs umgebaut ist. Um diesem Aft der Bietät eine größere und würdige Umrahmung zu geben, roird damit gleichzeitig das 10. Bayerische Arbeitersängerbundesfest verknüpft. Die Einweihung selbst findet am Pfingstmontag statt. Erstaufführungen der Woche. Montag Staatsoper: Der ferne Mittw. Komödie Bieb frauenmilch".- Freif. Deutsches Th.: Dr. Knod". lang". Dienst. Schloßpartth.: Moral. Sonnab. Staatsth.: Rheinische Nebellen". Zum Frühlingstee des Vereins Berliner Journalisten, der am fommen den Sonntag, den 10., nachm. 5 Uhr, im Kaifersaal des 300 stattfindet, sind Eintrittstarten für Gäste zum Preise von Mark 4.- im Bureau von Heßler& Schüler, 300- Adlerportal, zu haben. Eine Ausstellung gehörloser fünftler aus ganz Deutschland eröffnet die neue andestaubitum menanstalt in Schleswig Anfang Angust. Porto- und Frachtunkosten entstehen den gehörlosen Malern, Bildhauern, Radierern ufio. nicht. Austinit erteilt der Direttor der Landestaubstummenanstalt: Zaube Der Höfle- Skandal. Soll daraus ein Untersuchungsskandal werden? 01 Es ist hier bereits betont worden, daß die Sozialdemokratie feinen Anlaß hat, die Bermeidung der Landtagsauflösung durch die gestrige Abstimmung zu begrüßen. Indessen hat diese Wendung wenigstens den einen Vorteil gehabt, daß der Untersuchungs ausschuß über den Höfle- Standal seine Arbeiten fortsegen fann. Es wäre im höchsten Grade bedauerlich gewesen, wenn diese Untersuchung infolge eines Auseinandergehens des preußischen Bar laments im Sande verlaufen oder zumindest um mehrere Wochen unterbrochen worden wäre. Die B. 3. am Mittag" weiß jedoch zu berichten, daß der Ausschuß nur noch am Montag zwecks Beendigung der Bernehmung Dr. Thieles zusammentreten und fich dann für längere Zeit vertagen soll, weil zwei seiner Mitglieder verreisen müssen! Nach unseren eigenen Informationen ist in der Tat derartiges geplant. Die beiden reiselustigen Mitglieder sollen sogar zwei Zentrumsabgeordnete sein, darunter ein Berichterstatter. Wenn schon die zwei Ausschußmitglieder unbedingt verreisen müssen, dann sollen sie sich vertreten lassen. Aber es würde zu einer völligen Diskreditierung des Parlaments führen, wenn man eine Untersuchung, die so himmelschreiende Zustände an den Tag gebracht hat und die sowieso furz vor dem Abschluß steht, einfach auf mehrere Wochen hinaus unterbrechen würde, was in der Deffentlichkeit nicht anders aufgefaßt werden könnte, als daß man fie, eben wegen ihrer gravierenden Ergebnisse, im Sande ver= laufen lassen möchte. In diesem Zusammenhang erscheint es sogar nötig, auf gewisse bedenkliche Zusammenhänge hinzuweisen. Die beiden Abgeordneten, die durch ihr Verreisen die Bertagung des Untersuchungsausschusses herbeiführen würden, find Fraktionsfreunde des Justiz ministers Am 3ehnhoff, einer ist sogar als preußischer Richter dessen Unteregebener. = Bei aller Wertschätzung der unantastbaren Persönlichkeit des jezigen Juftizministers muß hier gesagt werden, daß der Fall Höfle Zustände in der preußischen Justiz enthüllt hat, die einfach nicht länger erträglich sind. Es müßte mit eisernem Besen von oben bis unten ausgefehrt werden und dazu gehört an die = Der deutsche Rundflug 1925. Am ersten Pfingstfeiertag wird der Deutsche Rundflug 1923", den der Deutsche Aeroklub veranstaltet, beginnen. Mehr als 90 Flugzeuge haben sich zur Teilnahme an diesem Wettbewerb gemeldet. Die Flugzeuge sind in drei Klassen eingeteilt und zwar Alaffe A bis 40 PS einschließlich, Klasse B bis 80 PS und Klasse C bis 120 PS einschließlich. Diese drei Klassen werden durch besondere Färbung des Leitwerks, d. h. der Steuerflächen, tenntlich sein. Klasse A wird weiße, B blaue und C rote Farbe führen. Der Start zu diesen Wettbewerben, die vom 31. Mai bis Flug wird in fünf Schleifen durchgeführt, die ihren Anfang und ihr 9. Juni dauern, wird vom Tempelhofer Feld ausgehen. Der Ende in Berlin haben. An jedem 2. Tag, also am 31. Mai, am 2. Juni und 4. Juni usw. wird um 4 Uhr morgens auf dem TempelHofer Feld eine Flugzeugstaffel aufsteigen. Diese frühe Zeit mußte gewählt werden, da sie für den Aufstieg außerordentlich günstig ist und die tägliche Flugmöglichkeit verlängert, insbesondere, wenn man bedenkt, daß eine tägliche Durchschnittsflugdauer von 10 bis 12 Stunden angesetzt ist. Der Wettbewerb verfolgt das Ziel, die Flugzeuge auf ihre Dauerhaftigkeit und Leistungsfähigkeit zu erproben. Es werden daher von jedem Flieger Strecken von 1000 bis 1200 Kilometer zurückzulegen sein. Die Flugzeuge werden fast alle größeren Etädte Deutschlands überfliegen und in vielen dieser Städte niedergehen, da ziemlich erhebliche Preise für diejenigen ausgesetzt sind, die freiwillige Landungen unter gewissen Bedingungen vornehmen. Sieger in dem Wettbewerb ist derjenige, der die fürzeste Zeit für die Zurücklegung der ganzen Strecke benötigte. Bei Streitfällen entscheidet die Motorſtärke. Der Flug wird sich wahrscheinlich so abwickeln, daß die Teilnehmer zunächst versuchen werden, ohne zeit. raubende Zwischenlandungen den ersten Preis zu erobern. Wenn die ins Hintertreffen gelangenden erkennen, daß für sie der erste Preis unerreichbar ist, werden fie versuchen, durch Zwischenlandung in den größeren Städten die von diesen ausgesezten Preise zu erhalten. Die deutschen Wetterbeobachtungsstellen werden dafür sorgen, daß den Fliegern die für sie notwendigen Wettermeldungen sofort nach ihren Landungen ausgehändigt werden. In ganz Deutsájíand werden Spize der Justizverwaltung eine energische Bersönlichkeit. Schupo und Reichswehr und freiwillige Helfer den Fliegern Helfer eine unverbrauchte Kraft. Der Justizminister Am 3ehn Schupo und Reichswehr wird sich natürlich in Berlin selbst entwickeln. hoff ist aber fürzlich fiebzig Jahre alt geworden und ist seit Die Flugleitung rechnet mit einem ungeheuren Andrang zum Flugmehreren Wochen, wie er kürzlich selbst hat mitteilen laffen, ernst plak Tempelhofer Feld. Sie hat sich daher bereits mit den Berliner lichertranft. Wer wollte mit gutem Gewissen die Frage positiv lichertranft. Wer wollte mit gutem Gewissen die Frage positiv Berkehrsgesellschaften in Verbindung gesetzt, um sie zu veranlassen, beantworten, daß er unter diesen Umständen in der Lage sei, jene durch stärkere Wagengestellung den Anforderungen gerecht zu wer durch stärkere Wagengestellung den Anforderungen gerecht zu werdringend notwendige, ungeheuer schwierige Reinigungsarbeit in Anden. In den Zeiten schwachen Flugbetriebes sollen auf dem Tempel griff zu nehmen? Wenn wir recht unterrichtet sind, war diese Aufhofer Feld Schau- und Geschicklichkeitsflüge ausgeführt werden. fassung unmittelbar vor Höfles Tod gerade in den Reihen der Zentrumspartei vielfach vertreten. Sollten die Reisepläne der beiden Zentrumsabgeordneten mit dieser durch die Ergebnisse der Untersuchung gesteigerten Erfenntnis zusammenhängen? Wie dem auch sei, es muß auf alle Fälle verhindert werden, daß diese Bertagungsabsichten des Ausschusses verwirklicht werden. Es handelt sich dabei um eine Ehrenfrage für das preußische Barlament und um eine Gewissensfrage für die gesamte öffentliche Meinung. Es würde, rund heraus gesagt, eine Schande sein, wenn nach den Enthüllungen der letzten Tage über die Methoden der Staatsanwaltschaft und über die Praktiken der Gerichtsärzte feine ausreichende Sühne die Schuldigen treffen würde. Es ist schon traurig genug, daß man mit einiger Berechti gung die Frage aufwerfen darf; wenn nicht der frühere Reichspoſtminister Höfle, sondern der Arbeiter Schulze oder Müller auf diese Art zugrunde gerichtet worden wäre, mer hätte sich jemals darum gefümmert, wäre überhaupt ein parlamentarischer Untersuchungscusschuß zusammengetreten? Und wieviele unbekannte Menschen mögen schon früher diesen Methoden zum Opfer gefallen sein, ohne daß man jemals etwas davon erfahren hat? Der tragische Tod Höfles har nun wenigstens das eine Gute gehabt, die Dinge ins Rollen zu bringen. Würde man die Unterfuchung plöglich wieder abftoppen, dann hätte sie möglicherweise nur folgendes fonfretes Ergebnis: dann würde man Sanktionen nicht etma gegen die Staatsanwälte, Untersuchungsrichter und Gerichtsärzte ergreifen, sondern gegen die Pfleger, die sich zwar über ihre Pflicht hinaus für den sterbenden Höfle aufgeopfert haben, die aber durch ihre eidlichen Bekundungen im Ausschuß die wahren Schuldigen schwer belastet haben! Gewisse Fragen, die das deutschnationale Ausschußmiglied Dr. Quant- Faslem am Donnerstag an den Pfleger Fahl richtete, ließen nur allzu deutlich die Absicht erkennen, den Spieß nach dieser Richtung hin umzudrehen. In jedem anderen Kulturstaate würde nach einem Fall Höfle feiner der Kompromittierten, weder die Staatsanwälte Linde und Belzer, noch der Untersuchungsrichter Rothmann, noch die Gerichtsärzte Thiele und Störmer auch nur eine Stunde länger im Amte verweilen dürfen. In Frankreich würden die Schuldigen an einem solchen Ereignis glatt verhaftet werden, und zwar schon wegen der Verdunkelungsgefahr während der parlamentarischen Untersuchung. Und in Deutschland? Etatsberatung im Reichstag. Haushalt des Reichswirtschaftsministeriums. Der Reichstag begann seine heutige Gizung um 12% Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der zweiten Beratung des Haushalts des Reichswirtschaftsministeriums in Verbindung mit der Beratung der Anträge des Ausschusses über Handwerker und Mittelstandsfragen. Den Ausschußbericht gibt bg. Dr. Wienbed( Dnat.) Es wird beantragt, die Regierung um die Vorlage eines Gesezentwurfs über die Berufsorganisation des Handwerks aufzufordern. Ferner sollen die Preistreibereiver. ordnungen auf ihre Aufhebungsmöglichkeit überprüft werden. Es werden weiter gefordert die Neuregelung des Verdingungswesens und die Berücksichtigung des Handwerks bei der Vergebung von Arbeiten, neuerliche Maßnahmen zugunsten des gewerblichen Mitte! standes, Schutz gegen das Rabattunwesen und den unlauteren Wettbewerb, Beteiligung an den Verhandlungen über die Sachlieferungen und an den Handelsvertragsverhandlungen. Der Berichterstatter sprach den Wunsch aus, daß die Regierung den Ausschußanträgen Als nächster Redner beteuerte der Abg. Menzel( Dnat.) das warme Herz seiner Partei für den Mittelstand. Man ist es gewöhnt, daß die Deutschnationalen mit Worten, insbesondere vor Wahlen, fich der weniger leistungsfähigen Kreise unseres Volfes annehmen, in der politischen Pragis aber vertreten sie, wie gerade jetzt bei der Aufmertungsfrage und bei den Steuervorlagen, die Interessen des Großbefizes. beitritt. 3. Westpolen ist jetzt nach dem Bosener Paulinum, den Kranten häusern in Gnesen und Bojanowo das Kranten- und Siechenhaus des deutschen Frauenvereins in Osche enteignet worden. Es sollen 6600 3loty( etwa 6300 m.) Entschädigung gezahlt werden; der Bau hatte seinerzeit 26 000 Golomart getoftet, felbst wurde, mit einem Gasschlauch im Munde, bewußtlos aufgefunden. Die Wiederbelebungsversuche im Krankenhause waren aber mit Erfolg gekrönt. Die Angeklagte ist auf Veranlassung von R.-A. Dr. S. Aron von einer Reihe von Gerichtsärzten und in der Irrenanstalt auf ihren Geisteszustand beobachtet worden. Anklage mit Rücksicht auf ihre Erregbarkeit nicht angenommen, daß An ihrer zurechnungsfähigkeit besteht kein 3meifel, jedoch hat die fie die Tötung mit leberlegung ausgeführt hätte. dert sie ihre Ehe. Dieser Teil der Verhandlung fand unter AusFrau Pieper steht im 35. Lebensjahre. Unter Tränen schilschluß der Deffentlichkeit statt. Die Mitteilung, daß ihr Mann sich scheiden lassen wolle, habe sie furchtbar erregt. Nach dem Fortgange des Mannes sei es an dem Morgen wieder zu einer heftigen Szene geschleudert und sie hätten sich gegenseitig an den Haaren gefommen. Die Schwiegermutter habe ihr böse Worte ins Gesicht blindlings darauf losgeschlagen. Was dann geschah, wisse sie nicht. gepact. In ihrer sinnlosen But habe sie das Beil ergriffen und lag und das Blut sah; dann habe sie Betten geholt und den Kopf Sie sei erst wieder zur Besinnung gefommen, als sie auf der Leiche der Toten bedeckt. In der Absicht, sich selbst das Leben zu nehmen, sei sie in die Küche gegangen und habe den Gasschlauch in den Mund gesteckt. Erst im Krankenhause sei sie wieder zur Besinnung gekommen. Die unter der Devise Ankunft der rheinischen Sänger. 1000 Jahre Rheinland" laufenden Veranstaltungen des Mainzer Männergesangpereins nahmen heute vormittag mit einer kurzen Begrüßung der ankommenden Gäste am Bots. Rheinländer und der Berliner Sängerbund hatten ihre damer Bahnhof ihren Anfang. Der Reichsverband der Mitglieder versammelt, um die Gäfte aus dem bejezten Rheinland würdig zu empfangen. Eine große Anzahl Neugieriger hatte sich eingefunden, als der D- 3ug Köln- Berlin fahrplanmäßig einlief. Die Begrüßung selbst dauerte nur wenige Minuten. Nach einer furzen herzlichen Ansprache seitens der Berliner Freunde brachte der Mainzer Männergesangverein 3 mei Rheinlieber zu Gehör. Heute abend beginnen die Festveranstaltungen mit einem Konzert in der Philharmonie. Ein Gebäude durch Blihschlag vernichtet. Beim geftrigen Nach mittagsgewitter schlug in Müggelheim gegen 6 Uhr der Bliz in das Stallgebäude des Landwirts Wilhelm Hemm. Der Stall brannte vollständig nieder. Das Feuer wurde durch die Müggelheimer Feuerwehr gelöscht. Vier Kinder verbrannt. Die Eltern als Brandstifter? In Acquaformofa ereignete sich nach einer Meldung aus Rom ein schweres Brandunglüd, bei dem 4 Kinder allein und unbewacht in einem abgelegenen Haufe eingeschloffen blieben, das nach Mitternacht Feuer fing und bis auf die Grundmauern niederbrannte. Und endlich soll Plazmufit für das Berbleiben einer guten Stimmung Die vier schlafenden Kinder sind bei lebendigem Leibe verbrannt. Die Eltern fehrten erst am anderen Morgen aus forgen. Der Flugplatz Tempelhofer Feld ist allerdings nur providem nächsten Dorfe zurüd. Da die Behörden Brandstiftung sorisch für die Aufnahme der zu erwartenden Zuschauermengen durch die eigenen Eltern vermuten, sind diese verhaftet eingerichtet, da er ursprünglich nur als Verkehrshafen gedacht ist. worden. Bielleicht ist diese Veranstaltung der Anlaß, hier eine Aenderung eintreten zu lassen, so daß der Zentralflughafen Berlins mit der Zeit zu einer Art Universalflughafen wird, der auch für die Veranstaltung flugsportlicher Wettbewerbe in jeder Hinsicht geeignet ist. Man darf vom rein technischen Standpunkt aus die Ergebnisse dieses Wettbewerbes mit Spannung erwarten. Sie werden zeigen, was Deutschland im Flugzeugbau zu leisten vermochte. Die Warenlotterie der Arbeiterwohlfahrt. Auszug aus der Gewinnliffe. Gemäß unserer Ankündigung veröffentlichen wir untenstehend einen weiteren Teil der Hauptgeminne unserer Arbeiterwohlfahrts lotterie. In der Sonntagsausgabe des„ Borwärts" werden wir den Rest der Losnummern, auf die die ersten 45 Gewinne entfallen sind, bekanntgeben. Losnummer 180 984 395 493 994 843 433 614 106 991 603 102 Geminn 123456 22222 Losnummer 981 278 203 161 Gewinn 21 853 683 23 645 472 863 892 24 25 757 183 26 • 201 776 7 788 459 27 327 048 8 909 726 • .28 270 102 985 637 779 452 29 10 689 486 30 b486 945 11 807 475 31 787 959 12 008 716 340 568 13 574 791 537 885 14 770 505 511 263 15 783 170 113 601 16 041 780 36 953 210 17 411 166 703 113 18 778 418 39 374 666 19 339 309 40 001 753 20 686 205. 41 994 817 42 801 192 44 097 073 266 659 • 8523333343 34 45 Die ausführliche Gewinnlifte ist ab Dienstag, den 12. Mai, in sämtlichen Losverkaufsstellen erhältlich. Preis 10 Pf. Ein Chedrama. Schiegertochter und Schwiegermutter. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I hatte sich heute die Ehefrau Elifabeth Pieper wegen Totschlags an ihrer Schwiegermutter, der 66jährigen Wilhelmine Straf fer, zu verantworten. Die Bluttat, die am 22. Dezember v. 3. in der Wohnung der Frau Straffer, Reichenberger Straße 64, verübt worden ist, bildete den Abschluß einer kurzen und sehr unglücklichen Ehe, in der nach den Angaben der Angeklagten die Schwiegermutter den Störenfried gebildet haben soll. Die Angeklagte hatte auf eine Heiratsannonce den Eisenbahnarbeiter Pieper fennengelernt und den 1½ Jahre jüngeren Mann im Juni geheiratet. Das Ehepaar wohnte bei der Mutter des Bieper, der Frau Straffer, die auch die Hauswirtschaft besorgte. Die wird, zu einem großen Teil bei der Angeklagten gelegen haben, Che gestaltete sich sehr unglücklich. Die Schuld foll, wie behauptet weil sie sehr nervös und hysterisch mar. Zwischen den beiden Frauen tam es bald zu Zwiftigkeiten, die auch darin ihre Ursache hatten, daß die Schwiegermutter sich darüber ärgerte, daß die Angeklagte ihren Arbeitsverdienst als Blätterin für sich behielt. Die 3wistigfeiten spizten sich furz vor Weihnachten derartig zu, daß Bieper sich scheiden lassen wollte. Es fam am Tage vor der Tat zu heftigen Streitigkeiten. Am Montag, dem 22. Dezember, war Bieper morgens zur Arbeit gegangen. Bald hörten Hausbewohner Hilferufe der alten Frau, die unter anderem rief: Lisbeth, ich bin doch so alt, laß mich doch leben!" Auf Klopfen und Klingeln wurde nicht geöffnet und als dann in der Wohnung Stille eintrat, wurde die Polizei geholt, die gewaltsam eindrang. Man fand im Borderzimmer auf dem Fußboden die Leiche der alten Frau. Der Schädel war mehrfach eingeschla gen, daneben lag ein blutbefledtes BeiL Die Angeklagte Großfeuer in Neuhaldensleben. Die Mitteldeutsche Lederfabrik G. m. b. H. in Neuhaldensleben ist vollständig niedergebrannt, ebenso ein daneben gelegenes Wohnhaus. 5 Bergleute durch schlagende Wetter getötet. Nach einer Meldung aus Brüssel sind in der Nähe von Charles roi in einer Grube schlagende Wetter aufgetreten, wodurch 5 Arbeiter ge. tötet und 6 schwer verletzt wurden. Erdbeben und Schnee in Italien. Nach einer Meldung aus Rom wurde in Capo Florantino ein Erdstoß verspürt, der eine starte Banit, aber feinen Schaden anrichtete. In anderen Orten Tostanas wurde nachts um 12 Uhr 5 Min. ein Erdstok verzeichnet, dem mehrere schwächere Stöße folgten. Das Beben um 5 Uhr 8 Min. wurde mit einem starten Stoß beendet. den Bergen von Novara werden Schneefälle gemeldet und eine starte Temperaturfenfung, die den Weingärten großen Schaden zufügte. Aus Rüdflug des Los Angeles" nach Cafehurff. Nach einer Melbung aus San Juan( Portoriko), ist die Los Angeles mieder nach Latehurst aufgestiegen. Ein japanischer Dampfer untergegangen. Wie aus Tofio gemeldet wird, ist der japanische Dampfer Toyo Mayu" auf der Fahrt von Shanghai nach Yotohama in einem Taifunn untergegangen. Es wird damit gerechnet, daß die gesamte, etwa 100 Mann starfe, Besagung ertrunten ist. Sport. Breitensträter van der Beer unentschieden. Das Der gestrige und damit zugleich letzte Borkampfabend dieser Saijon hatte den Sportpalast wieder bis auf den legten Play gefüllt. Wenn auch die Paarung der Kämpfer viel versprach, war der gezeigte Sport nicht von Bedeutung. Der Kampf Breiten. sträter gegen den riesigen holländischen Schwergewichtsmeister van der Beer zeigte in allen Runden das gleiche Bild. Körperlich mit einem Uebergewicht von 28 Pfund war der Holländer im Borteil und nur durch ständige Angriffe gelang es Breitenfträter, den Holländer am Entfalten seines Könnens zu hindern. Resultat des 12- Runden Kampfes war unentschieden. Ebenso endete des 10- Runden- Treffen der beiden Landes- Weltergewichtsmeister Prunier Frankreich und des Berliner Ernst Grimm, letzterer stieg in sehr guter Form in den Ring. Der Franzose, ein guter Nahkämpfer, fonnte es aber nach hartem Kampf nicht über ein unentschieden bringen. Als nächstes Baar freuzten Dietmann und 3egwaard- Holland die Handschuhe. Der Holländer mußte hier die Ueberlegenheit Diekmanns anerkennen und diesem nach 8 Runden den Punktsieg überlassen. 8- Runden- Treffen der Federgewichte Edu Schmidt gegen Agel vist. Schweben endete nach technisch gutem Kampf mit dem Buntisieg für Schmidt. Kvist rettet in der letzten Runde nur Schade nach 4 Runden über Petermann Bunftsieger. Ringder Gong vor dem Niederschlag. Im Einleitungsfampf wurde richter war Kurt Doerry. # Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung, Kaffierer! Das Mit dem 31. Mai d. 3. verlieren die 50- RentenmartScheine vom 1. November 1923 ihre Gültigkeit. Die 20- Billionen- Scheine vom 5. Februar 1924, die 10- BillionenScheine von 1. Februar 1924 und die 5- Billionen- Scheine Es ift deshalb notwendig, daß fich die Kaffierer dieser Scheine rechtvom 15. März 1924 gelten ebenfalls nur bis zum 5. Juni d. 3. zeitig enfledigen. Außerdem wird um Einsendung der fälligen Abschlagzahlungen dringend gebeten. 3. A.: Alex Pagels. 24. Abt. Die für heute, Gonnabend, angefehte Funktionärtonferenz fällt aus und findet erft Montag um 18 Uhr bei Rösner, Immanuelfirchstraße, ftatt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14. Sebaftianfte. 87/88. Sof 2£ t. Ramerabschaft Kreuzberg. Jungmannschaft Südost( nicht wie heute morgen irrtümlich mitgeteilt Gübweft): Attreten zur Wanderung bort. Gonntag, den 10., nachmittags 2 Uhr 5, Bahnhof Fredersdorf. Fahrt nach am Sonntag, 7 Uhe, Rottbuser or. Kamerabschaft Petershagen, FredersRaltberge, Restaurant Hennig zur Teilnahme an einem Umzug. Gewerkschaftsbewegung Der Personalabbau der Reichsbahn. Der Deutsche Eisenbahnerverband schreibt uns über die in den letzten Tagen viel erörterte Geschäftsführung der Reichs: bahn folgendes: Der Personalabbau wird in unsinnigster Weise in den Betrieben der Deutschen Reichsbahn weiter geführt. Die nach den Angaben der Hauptverwaltung auf 68 Proz. gestiegenen Personalausgaben dienen als Ded= mantel. Die Hauptverwaltung hat neuerdings beschlossen, infolge der ungewöhnlich starken Steigerung der Personalausgaben nicht Arbeitslosenversicherung unter Ausschluß der Angestellten Nach den bisher bekannten Entwürfen der Reichsregierung zum fommenden Arbeitslosenversicherungsgefeß ist u. a. beabsichtigt, den Kreis der Versicherungspflichtigen auf die Kran tenversicherungspflichtgrenze abzustellen. Dadurch würde das Gros der Privatangestellten, eine Arbeitnehmerschicht, die unter der Erwerbslosigkeit mehr als jede andere Gruppe zu leiden hat, völlig schutzlos der größten Not preisgegeben werden. Der Af A Bundesvorstand hat in seinem zuständigen Ausschuß zu diesem Plan Stellung genommen; er fordert mit spricht, so macht es dem beflagten Arbeitgeber doch begreiflich, daß die Entlassung eine gefezwidrige Maßnahme war, die übrigens aud) Anlat zu einem Strafverfahren geben fann, denn§ 99 BRG. berroh: den, der der Vorschrift des§ 95 zuwiderhandelt, mit Geldstrafe bis zu 2000 m. oder mit Hajt. Noch immer keine Antwort aus Moskau. Amsterdam ,, 9. Mai.( WTB.) Wie verlautet, soll auf der Tagung des Vorstandes des Internationalen Gewerkschaftsbundes die Frage der Zulassung des russischen Gewerkschaftsbundes nicht erörtert werden, weil der Internationale Gewerkschaftsbund noch feine Antwort auf den vom Generalrat des Internationalen und dem Verbande zur Stellungnahme übermittelten Beschluß Dieser Beschluß brachte die Bereitschaft des Internationalen Gemertschaftsbundes zum Ausdruck, mit dem russischen Gewerkschaftsbund zu einer gemeinsamen Konferenz in Amsterdam zusammenzutreten, falls dieser seinen Wunsch zu erkennen gebe, zum Internationalen Gewerkschaftsbund zugelassen zu werden. nur die Zarife zu erhöhen, sondern auch die Berfonaltosten Deutsche Heimarbeit- Ausstellung 1925 Bewerkschaftsbundes am 7. Februar gefaßter bug erhalten habe. mit jofortiger Wirkung herabzusehen. Eine eingehende Nach prüfung des Personalbedarfes ist deshalb für alle Verwendungsstellen angeordnet worden. Alle Dienstvorgelegten sollen nur mit den unbedingt erforder lichen Kräften auskommen, den wirklichen Bedarf auf dieser Grundlage festzustellen und alle überzähligen" Kräfte der vorgesetzten Stelle sofort zum Abbau melden. Dienstvorgesetzte, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, will man regelmäßig aus ihren Dienststellen entfernen. Für die erfolgreiche Durchführung der Aktion werden die Präsidenten der Direktionsbezirke persönlich verantwortlich gemacht. 2lm 12. Mai treten die Präsidenten zur Erörterung der ganzen Angelegenheit in Berlin zusammen. = Es ist eine bewußte Irreführung der Oeffentlich feit, wenn die Hauptverwaltung der Reichsbahn infolge Steigerung der Personalausgaben auf 68 Proz. aller persönlichen Ausgaben beweisen will, daß noch zu viel Personal vorhanden ist, das seine Pflicht nicht erfüllt. Dabei wird bei den Vergleichen ver schwiegen, daß die sachlichen Ausgaben seit einiger Zeit tark reduziert werden konnten, weil ein umfassender, leistungsfähiger Fuhrpart geschaffen wurde. Man hütet fich ferner, der Deffentlichkeit mitzuteilen, daß die Ausgaben für Ruhegehalts- und Wartegeldempfänger 3. 3t. 37 Pro 3. aller persönlichen Ausgaben betragen gegenüber einem Anteil von 17 Proz. in der Vorkriegszeit. Durch die Zahlenkunststücke der Verwaltung erscheinen in der Tat die fachlichen Ausgaben viel zu hoch, obwohl das in Wirklichkeit nicht der Fall ist. Die Oeffentlichkeit wird damit bewußt getäuscht und zu= ungunsten des Eisenbahnpersonals beeinflußt. Bon diesen Ausgaben müßte die Eisenbahn entlastet werden, dafür hat das Reich aufzukommen. Die Tatsachen beweisen, daß kein Ueberfluß, sondern eher ein Mangel an produttiv tätigen, leistungsfähigen und qualifizierten Kräften vorhanden ist. Die Abbauverordnung wurde rein schematisch, ohne Rüdsichtnahme auf die Betriebsbedürfnisse vorgenommen, so daß heute schon die Amtsvorstände vielfach Klagen über Mangel an geeignetem Personal erheben. Die Folge ist eine e'r höhte Vergebung von Ar= beiten an Privatunternehmer oder Herstellung dieser Arbeiten in anderen Werkstätten und Orten. Das bedeutet in jedem Falle eine unnüße Mehrausgabe. Dagegen ist es lein Geheimnis, daß ein großes Heer von unproduttiv tätigen Antreibern, Aufpassern und Repräsen tan ten vorhanden ist, und daß die einzelnen Aemter und Dienststellen eine viel zu große 3ahl von oberen Beamten gegenüber der Vorfriegszeit aufweisen. Betriebsratswahl in Buch. Bei der am 5. Mai erfolgten Betriebsratswahl in der 3. Jrrenanstalt Buch erhielt die freigewertschaftliche Liste Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter" 5 Sige, die Liste der KPD. 3 Size. Auch hier ist es der raftlosen Arbeit unserer Gewerkschaftsfunktionäre gelungen, den bisher nur schädlich wirfenden überwiegenden Einfluß der KPD. zu beseitigen. Unsere Geschäftsräume befinden sich Königgrátzerstr Leipzigerstr Jetzt Berlin W.9. Potsdamerstr KRK 14 Bellevue- Str. 14. Krupp Registrier Kassen GESELLSCHAFT MBH STAMMHAUS FRIED KRUPP A GEWEN Vom Zunftgesellen zum freien Arbeiter Eine kleine Kulturgeschichte mit zeitgenössischen Bildern von PAUL KAMPFFMEYER In Ganzleinen gebunden 1.95 Mark Zu haben: J. H. W. Dietz Nachf. G. m. b. H. Berlin SW. 68, Lindenstraße 2 Berlin 28. April bis 15. Mai Landesausstellungshallen am Lehrter Bahnhof. Geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends. Eintrittspreis an der Kasse 30 Pf. Für Gewerkschaftsmitglieder sind Karten für 20 Pf. in den Gewerkschaftsbureaus zu haben. Arbeitslose erhalten in den Gewerkschaftsbureaus Freikarten. Bersäume niemand den Besuch! Achtung, Schuhmacher! In der Schuhfabrit Sommer, Dresdener Str. 15 brach heute ein Streit aus wegen Urlaubsdifferenzen. Alle Kollegen werden aufgefordert, Solidarität zu üben. Die Streitleitung. Theater der Woche. Bom 10. bis 18. Mai 1925. größtem Nadchrud, daß alle Arbeitnehmer, also auch die Ange stellten, der Versicherungspflicht zu unterstellen sind. Auch eine eventuell in Aussicht genommene freiwillige Versicherung der höher entlohnten Angestellten fann schon wegen des mit ihr verbundenen mangelhaften Rifitenausgl ichs nicht als ein Ersatz betrachtet werden und wird vom AfA- Bund daher abgelehnt. 14. Gegel am Horizont. Opernhaus: 10. Rigoletto. 11. und 15. Der ferne Die technische Frage der Einziehung der Beiträge darf unter keinen Umständen ein Hindernis sein. Maßregelung von Betriebsratskandidaten. Als die Arbeiter der Wurst und Fleischwaren- Großhandelsfirma Otto Haate eine Vorschlagsliste zum Betriebsrat aufgestellt hatten, die auch gewählt worden wäre, weil feine Gegenliste aufgestellt war, wurden zwei von den drei Vorgeschlagenen entlassen, unmittelbar nac) dem die Firma von dem Vorschlag Kenntnis erhalten hatte. Vor dem Gewerbegericht, wo die Entlassenen flagten, behauptete der Vertreter der Firma zwar, die Entlassung habe sich wegen Einschränkung des Betriebs" notwendig gemacht. Es wurde aber fest gestellt, daß em ursächlicher Zusammenhang zwischen der Entlassung und der Aufstellung der Vorschlags liste bestanden hat. Die Klage stutte sich auf§ 95 BR G., der den Arbeit= gebern untersagt, ihre Arbeitnehmer in der Ausübung des Wahlrechts zu den Betriebsvertretun gen oder in der Uebernahme und Ausübung der geseglichen Betriebsvertretung zu beschränken oder sie deswegen zu benachteiligen. laffung zweifellos eine Benachteiligung im Sinne des§ 95 darstellt, so forderte der Vertreter der Kläger grundsäglich die Aufhebung dieser Benachteiligung, also die Berurteilung der Firma zur Weiterbeschäftigung der Kläger. Da die EntDer Vorsitzende, Magistratsrat Dr. Korella, erklärte aber, eine Verurteilung zur Weiterbeschäftigung sei aus formaljuristischen Gründen nicht angängig. Der Klageantrag wurde dann auf Sahlung einer Entschädigung erweitert und diese den lägern in Höhe des Lohnes vom Entlaffungstage bis zur Urteilsfällung zugesprochen. Wen: dies Urteil der Forderung der Kläger auch nicht ent17.- MarBollsbühne: 10., 11., 12., 15., 16. und 18. Datterich. 13. und 17. Samlet. Alang. 12. Ariadne auf Nagos. 13. Traviata. 14. Mona Lisa. 16. Bohèmic. 17. Intermezzo. 18. Tosta. Schauspielhaus: 10. und 14. Prinz Friedrich Don Homburg. 11. Peer Gynt. 12. John Gabriel Borkmann. 13. Wallenftein. Piccolomini. 15. Journalisten.. 16. und 17. Rheinische Rebellen. 18. Wallensteins Tod. Aroll- Oper: 10. Troubadour. 11. Fledermaus. 12. Cavalleria rusticana. Bajazzi. 13. Rar und Zimmermann. 14. Die lustigen Weiber von Windsor. 15. Tiefland. 16. Bajazzi. Josefslegende. garete. 18. Maskenball. Schiller- Theater: 10., 12. und 17. Napoleon. 11. und 13. Torquato Tajfo. 14., 16. und 18. Charlens Tante. 15. Maria Stuart. Deutsches Theater: 11. Die heilige Johanna. 12., 13., 14., 16. i 18. Der Revisor. 15. und 17. Dr. Rnod.- Kammerspiele: 11., 12., 13., 14., 16. und 18. Die Wollust der Anständigkeit. 15. und 17. Sechs Perfonen suchen einen Autor. Die Romödie: 11. und 12. Robert und Beriram. 13., 15. und 16. Liebfrauenmilch. Leffing- Theater: 14. und 18. Der sprechende Affe. - Theater in der Königgräger Straße: Franziska. Deutsches Demimonde. Opernhaus: 10., 12. und 16. Don Giovanni. 11. Orpheus in der Unterwelt. 18. Oberon. 13. Aida. 14. Die Bohème. 15. Tannhäuser. 17. Carmen. Großes Schauspielhaus: Der Obersteiger.- Große Bolksoper im Theater des Weftens: 10. Die Fledermaus. 11. Fatme. 12. und 18. Martha. 13. La Traviata. 14. Julius Caefar. 15. Mignon. 16. Carmen. 17. Ein Maskenball. Renaissance Theater: Das romantische Alter. Serren der gnädigen Frau. Deutsches Künstler- Theater: Monsieur Troulala. 1 Romöbienhaus: Das filberne Raninchen. Die Tribüne: Die beiden Berliner Theater: Anneliese von Dessau. Trianon- Theater: Yoshiwara. Residenz- Theater: Der Werwolf. Rentral- Theater: Silfe, ein Rind ist vom Himmel gefallen. Theater in der Kommandantenstraße: Uschi. Komische Oper: Das hat die Welt noch nicht gefchen. Luftspielhaus: Der wahre Jafob. Metropol- Theater: Neues Operettenhaus: Die Bar auf Montmartre. Tausend füße Beinchen. Thalia Theater: Schwarzwaldmädel. Theater am Kurfürstendamm: JacqueWallner Iine. Kleines Theater: Die Großfürstin und der Zimmerkellner. Theater: Romeo und Julia. Goethe- Bühne: Monna Vanna. Walhalla Theater: Gräfin Mariza. Rose- Theater: Hochzeit vor der Ehe. Intimes Theater( Herrnfeld- Theater): Die Original- Alabriaspartie. Hausterer Jotele. Die zweite Frau. Schloßpark- Theater Steglik: 10. und 11. Die goldene Eva. Ab 12. Moral. Rafino- Theater: Mädels vom Kurfürstendamm. Rachmittagsverftellungen. Volksbühne: 10. 17. Schneider Wibbel.. Deutsches Opernhaus: 10. Entführung aus dem RoseGerail. 17. Das Rheingold. Zentral- Theater: Der G'wissenswurm. Theater: Drei Paar Schuhe. Gafuntala. Berantwortlich für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frig Raritäbt; Anzeigen Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. 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