Str. 221+42. Jabeg. Ausgabe A nr. 114 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich B, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit Gied. Lung und Kleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint mochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin"[ Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareille. seite 70 Pfennig. Reklamezeile Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedrudte Wort 20 Pfennig ( auläffia awei fettgedrudie Worte), febes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 10 Pfennig, icdes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. fraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr frith bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin GW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Douhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Dienstag, den 12. Mai 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Hindenburgs Eid. Boftfcheckkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Die Sozialdemokratie und der neue Reichspräsident. Hindenburg wird heute in sein Amt eingeführt. Nach amtlicher Feststellung und nach dem Spruch des Wahlprüfungsgerichts ist er der verfassungsmäßige Prä fident der Deutschen Republit. Der Eid, den er als Reichspräsident abzulegen hat, hat folgenden Wortlaut: Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Boltes widmen, feinen Juken mehren, Schaden von ihm wenden, die Verfassung und die Gesetze des die Gesetze des Reiches wahren und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. Die Verfassung des Reiches bestimmt: Das Deutsche Reich ist eine Republit. Die Staatsgewalt geht vom Bolte aus..... Die Reichsfarben find SchwarzRof- Gold. Durch seinen Eid verpflichtet sich der Reichspräsident, diesen wie den anderen Bestimmungen der Verfassung Geltung und Achtung zu verschaffen. Es sei denn, fie mürden auf dem Wege, den die Verfassung vorschreibt, das heißt durch die Zweidrittelmehrheit des Reichstags oder durch die Mehrheit aller wahlberechtigten Staatsbürger in direkter Abstimmung abgeändert. Solange das nicht gefchehen, ist es die beschworene Pflicht des Reichspräsidenten, zu ihnen zu stehen und sie gegen jeden verfassungswidrigen, gewaltsamen Angriff zu schügen. Für den Schuh der Verfassung ist aber nicht nur der Reichspräsident da. Für ihn ist vor allem auch das Bolt dal Das Bolt muß die Republik schützen mit jedem, der ihm dabei hilft, gegen jeden, der es dabei im Stich läßt. Für Hindenburgs Wahl waren Kräfte tätig, die in der Republik und im System der demokratischen Bolts regierung ihre Todfeinde erblicken und die die verfassungsmäßigen Farben der Nation, die Farben der Republit, täglich bespeien und beschimpfen. Gegen fie rufen mir heute, und heute erft recht, zum Kampfe auf! Vor der Wahl versicherten alle Organe des fogenannten Reichsblocks", die Frage Republik oder Monarchie" stehe gar nicht zur Debatte, und niemand denke daran, der Republit ein Leid anzutun. Nach der Wahl gratulierte ein Teil der Reichsblod Presse dem Er- Kronprinzen zum Geburtstag und sprach den MWunsch aus, daß das Geburtstagskind noch den Sturz der Republik und die Wiederauferstehung des Kaisertums erleben möge. Die Kreuz- Zeitung" nannte bei dieser Gelegenheit die Wahl Hindenburgs ein Geburtstagsgefchent, das die beutschen Wähler dem Kronprinzen gemacht hätten. Lernen wir aus der Geschichte! Im Jahre 1848 errang das preußische Bolt unter den Farben Schwarz- Rot- Gold eine tonstitutionell- freiheitliche Betfassung. Der König Friedrich Wilhem IV. beschwor fie Die Kreuz- Zeitung", das Organ des reaktionären Juntertums, nennt die Demokratie ,, ein landfremdes System, in das mir wider unseren Willen eingezwängt sind". Das ist nicht wahr! Jedes Bolt, das auf Ehre hält, hält auch darauf, sich demokratisch selbst zu regieren. Die ganze Welt ist republitanisch geworden. Wo noch ein Rest von Monarchie besteht, da besteht er nur noch als Schein, ohne Schatten von tatsächlicher Macht. Amerikaner und Franzosen und zahlreiche andere Völker regieren sich selbst, ohne Könige und ohne Junker. Es ist eine Herabwürdigung des deutschen Boltes, wenn man behauptet, es fönne nicht, was andere fönen und es müsse auf das verzichten, was der nationale Stolz der anderen ist. Es gilt, bereit zu sein zum Schutz der Republik! Es gilt, zu rüften für die Festigung der Republik durch ihren fozialen Ausbau! Es gilt, zu kämpfen gegen die Feinde der Republik und ihren Uebermut zu dämpfen. Jedes neue Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, jeder neue Leser der sozialdemokratischen Presse bedeutet eine Mahnung an die Sieger" vom 26. April, eingedenk zu sein der Grenzen ihrer Macht. Sie mögen sehen, daß wir da sind, daß wir wachsen und daß wir wa chen! In diesem Sinne begrüßen wir den neuen Reichspräsi denten mit dem Rufe: Es lebe die Republif! Es lebe die Sozialdemokratie! Nirgend mehr ist die Monarchie eine tatsächliche Macht. Aber der Großgrundbesig und das Groß Der Reichspräsident in Berlin eingetroffen. tapital, das sind tatsächliche Mächte. Sie sind es vor allem bei uns in Deutschland. Und sie sind vor allem bei uns in Deutschland Feinde der Republik und der Demokratie, weil sie die wachsende Macht der schaffen den Volksmassen fürchten. Noch fönnen sie im Reich Steuern machen, die sie entlasten und die Masse des Volkes belasten, noch hoffen sie auf den Schutzoll, der ihnen Macht und Gewinn, dem Bolt verteuerten Lebensunterhalt bringen soll, noch verstehen sie aus der Zersplitterung der arbeitenden Massen, aus dem Nachläufertum der nationalen Phrase und aus der Hilfe, die ihnen die Kommunisten leisten, Nußen erzielen. ,, Teile und herrsche!" ist ihre Parole. Was folgt daraus für uns? Daß es ein Ende haben muß mit jeder Zersplitterung, daß wir uns fefter denn je zusammenschließen müssen, um die Republik nicht nur zu fchüßen, sondern sie auch mit dem Geiste sozialer Ge rechtigkeit zu erfüllen! Den Kampf für die Republit in diesem Geiste meiter fortzuführen, das ist unser Gelöbnis am heutigen Tage. Die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung Berlins hat den Sieg Hindenburgs nicht gewollt. Sie hat ein flares, unzweideutiges Betenntnis zur Republit abgelegt. Es gilt jetzt aber, nicht nur zu bekennen mit dem Stimmzettel in der Hand, sondern in festgefügten Verbänden zu dem zu stehen, wozu man sich bekennt. Begrüßung durch den Reichskanzler. nachmittag 5,52 Uhr am Bahnhof Heerstraße eingetroffen. Nach der Amtlich, wird mitgeteilt: Reichspräsident v. Hindenburg ist gestern Begrüßung durch die Spitzen der Behörden fuhr der Reichspräsident in Begleitung des Reichskanzlers im Automobil über Kaiserdamm und Charlottenburger Chauffee nach dem Reichskanzlerpalais. Bom Brandenburger Tor an gab eine Abteilung berittener Schußpolizei das Geleit, auf dem ganzen Wege wurde Reichspräsident D. Hindenburg von einer hunderttausendföpfigen Menge begrüßt. Die Wilhelmstraße war schon in den frühen Nachmittagsstunden dicht besetzt. Um 6.20 Uhr trat Reichspräsident v. Hindenburg unter den brausenden Hoch- und Hurrarufen einer gewaltigen Menge im Palais des Reichskanzlers ein, die, als er dem Kraftwagen entstieg, entlößten Hauptes ,, Deutschland, Deutschland über alles" sang. Der Präsident begab sich dann mit seiner Begleitung in das Palais. ( Näherer Bericht siehe Beilage.) Amnestie. Verhandlungen, aber keine Entscheidung. wird die Reichsregierung am Dienstag den Erlaß einer AmAus Anlaß des Amtsantritts Hindenburgs als Reichspräsident ne stie ankündigen. Sie soll in Form eines Gefeßes erfolgen, das vom Reichsrat und Reichstag zu verabschieden ist. Ehe die Reichsregierung den Entwurf zu diesem Gesetz den gefeßgebenden Körperschaften vorlegen wird, sind noch abschließende Verhandlungen mit den Regierungen der Länder nötig, damit die allgemeine ReichsBeschlüsse der Internationale. Genfer Protokoll. Achtstundentag.- Koalitionspolitik. Paris, 11. mai.( Eigener Drahtbericht.) Von den Beschlüssen, die das Exekutivkomitee der sozialistischen Internationale in feiner außerordentlichen Tagung in Paris gefaßt hat, sind die wichtigsten folgende: Zum Genfer Protokoll wurde auf Antrag der Vertreter Englands, in Bestätigung der im Januar d. 3. in Brüffel beRaum aber hatten sich die Kräfteverhältnisse wieder zufchloffenen Richtlinien, einstimmig eine Entschließung angenommen, gunsten des Juntertums geändert, da schrieb dieselbe Kreuz in der es heißt: Beitung", für die heute die Wahl Hindenburgs ein„ Geburtstagsgeschent an den Kronprinzen" ift, Artikel auf Artikel, in denen sie auseinandersetzte, daß der König an seinen Eid nicht gebunden sei. Denn der König, der bei Gott geschworen habe, sei selber von Gottes Gnaden" und tönne auf direktem Wege von Gott aus feinem Eid wieder entlassen werden. Wer zweifelt daran, daß auch an Hindenburg, den Erwählten des Reichsblocks, solche Versuchungen herantreten werden? Wie er sich zu ihnen verhalten wird, ist seine Sache. Aber wie wir uns zu ihnen verhalten wollen, ist unsere Sache. Jede Verfassung, mag fie noch so feierlich beschworen sein, ist weiter nichts als ein Stück Papier, wenn sie nicht ein Ausdruck der tatsächlichen Machtverhältniffe ift, wie sie im Staate bestehen. Wenn nicht das schaffende Bolt, das republikanisch- freiBeitlich gefinnte Volf eine Macht darstellt, und wenn sich biese Macht nicht hinter die Verfassung stellt, dann schwindet = fo aber jo= die Verfassung traftlos dahin, „ Ohne die Mängel des Genfer Protokolls zu verkennen, erklärt die Konferenz der beiden Internationalen, daß dieses Protokoll nichtsdestoweniger einen bemerkenswerten Fortschritt in der Sache des nichtsdestoweniger einen bemerkenswerten Fortschritt in der Sache des Friedens darstellt. Wenn das Protokoll nicht verwirklicht würde und die Abrüffungskonferenz nicht stattfände, würden die Nationen die Garantie ihrer Sicherheit in einzelnen Verträgen suchen und notgedrungen zum System der rivalisierenden Allianzen zurückkehren, wodurch die Gefahr neuer Kriege wächst. Es ist deshalb die Pflicht der sozialistischen Arbeiterbewegung aller Länder, die größten Anftrengungen zur Ratifizierung des Genfer prototolls zu machen und für die schleunigste Einberufung der in diesem Protofoll vorgesehenen Abrüftungskonferenz zu arbeiten." an dem Kongreßorte der Jafernationale auch eine sozialistische Weiter hat das Eretutiofomitee befchloffen, daß am 21. Auguft Frauenfonferenz zufammentrefen foll. Ferner foll in diefer 3eit eine sozialistische konferenz über die Agrar frage stattfinden. Zur Borbereitung der Erörterung der Frage der nationalen Minderheiten joll von der Verwaltungstommiffion ein dreigliedriger Ausschuß ernannt werden. Ueber den ch fff undentag hat das Egefufiofomitee folgende Eatjgließung gefaßt: Die sozialistische Internationale fordert besonders die französische, englische und deutsche Arbeiterschaft auf, fofort eine tatkräftige Affion zur Erlangung der Ratifikation des Washingtoner Abkommens über den Achtſtundentag zu unternehmen. Diese Frage muß Gegenstand der großen Anstrengungen aller Arbeiterkreise sein und deshalb ist es angebracht, sich mit der Gewerkfchafts- Infernationale in Einklang zu feßen. Ueber die Beteiligung der sozialistischen Parfeien an bürgerlichen Regierungen, eine Frage, die von den Bertretern Frankreichs angeschnitten wurde, hat das Eyefufivkomitee nach eingehender Diskussion folgende Entschließung angenommen: Das Exekutivkomitee erinnert daran, daß die Sozialiftische Internationale eine auf dem Kongreß von Hamburg, fouffituierte, neue internationale Organisation darstellt und demgemäß nur Beschlüsse anzuerkennen vermag, die sie selbst gefaßt hat. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, aufs neue die Haltung der Sozialisten angesichts der häufig schwankenden äußeren Umstände zu ihnen zu dem fundamentalen Programm, der Arbeiterklasse festzulegen und Stellung zu nehmen. Diese große und schwere Aufgabe kann nur allmählich gelöst werden. Um einen neuen Schrift in dieser Richtung die Frage der Ausübung der Regierungsgewalt durch die foziafeien aufzufordern, ihm schriftlich ihre Auffassung darzulegen über zu tun, beschließt das Erefutivkomitee, alle ihm angeschlossenen Parliftischen Parteien in den Ländern mit fapitalistischem Regime. Jo dies nicht bereits geschehen ist, sollen die Parteien diese Frage auf ihren eigenen Parteitagen zur Erörterung stellen und insbesondere über die Erfahrungen in den Ländern berichten, wo die sozialistische Partei bereits in der Regierung war. Diese Berichte sollen der sozialiflischen Internationale als Grundlage für die Prüfung der aufgeworfenen Frage dienen. Wo amnestie, um die es fich handelt, auch ohne weiteres im Einverständ nis mit den Ländern erfolgt. Einstweilen ist noch nicht einmal eine Entscheidung über den Umfang der Amnestie gefallen, so daß noch geraume Zeit vergehen wird, ehe die Amnestie zur Tatfache wird. Die Opfer von Oderberg. Die Stahlhelmgruppe Eberswalde als Mordbande. Aus Oderberg wird uns mitgeteilt: Bei dem Blutbad, das die Stahlhelmgruppe Eberswalde in Oberberg angerichtet hat, wurden folgende Personen getötet oder vericht: Bruno Bolfmann, schwerverletzt, starb turz nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Hotelwirt Tielede, fdmerverlegt. Im Krankenhaus Eberswalde. Reichsbannerkamerad Georg Stolzmann, schroerverlegt. Die beiden Schwerverletzten liegen in hoffnungslosem Zustand Reichsbannerkamerad Watter Swentte, schwerverlegt. Er erhielt drei Schüsse, als er dem födlich verwundeten Bruno Bolt. mann zu Hilfe eilen wollte. Gustav Sangerhausen, Schulterschuß. Juvalide Paul Beder, Beinschuß. Willi Rommel, Beinschuh. Die Stahlhelmleute waren in feiner Welfe vom Reichsbanner provoziert worden. Die Mehrzahl der Verwundeten gehört dem Reichsbanner nicht an. Die Stahlhelmgruppe Eberswalde war nicht nur mit Schußwaffen, fondern auch mit Handgranaten bewaffnet, nach Oderberg gekommen. Es handelt sich um ein wohlüberlegtes und vorbereitetes Berbrechen. Die Zollvorlage. Bringt die Reichsregierung die Agrarzolle? Seit vielen Monaten beabsichtigt die Rechtsregierung die Ginbringung der Zollvorlage mit den den Agrariern zugefagten Zöllen auf Brot, Fleisch, Zucker, Gemüse usw. Man hat jedoch nicht den Mut gehabt, diese Vorlage zu veröffent lichen, weil man davon die größten politischen Schwierigkeiten befürchtete, vor allem vor der Präsidentenwahl. Nun aber ist der neue Präsident gewählt und die Entscheidung der Reichsregierung steht unmittelbar bevor. Erst am Sonnabend hat der Reichswirtschaftsminister Neuhaus dem Reichstage die Mitteilung gemacht, das Reichskabinett habe die Zollvorlage in ihren Grundzügen durchberaten, die endgültige Beschlußfassung sei demnächst zu erwarten. Dr. Neuhaus hat aber gleichzeitig hinzugefügt, bei dem Entwurf handele es sich um eine lebergangs. lösung. Sie stelle in erster Linie ein Instrument für die Handelsvertragsverhandlungen dar, es wäre deshalb unangebracht, wenn bei ihrer Beratung der grundsägliche Meinungsstreit über die fünftige 3ollpolitit ausgetragen würde. Jetzt soll nur die Aufgabe ermöglicht werden, den seit Monaten schwebenden Handelsvertragsverhandlungen eine sichere fichere Grundlage zu geben. Diese Erklärung versucht den Eindrud zu erweden, als as die Reichsregierung in der neuen Vorlage die Agrarzölle nicht vorschlagen werde. Wenn das der Fall wäre, fo würde die Regierung die Erfordernisse des Wirtschaftslebens höher gestellt haben, als die der deutschnationalen Barteipolitif. Nun weiß man aber gerade von Herrn Neuhaus, Herrn Schlieben und Herrn Ranig, daß fie ihren deutsch nationalen Agrariern die Agrarzöllen zugefagt haben. Die Erklärung des Ministers Neuhaus scheint also nur der Berfuch zu sein, die Offentlichkeit einzulullen, um sie später um so leichter mit den Agrarzöllen überrumpeln zu fönnen. Diese Spekulation aber wird fich als falsch erweisen. Niemand verkennt, daß für den günftigen Berlauf der Handelsvertragsverhandlungen die kleine 3oflvorlage not rendig ist. Und mag man im einzelnen auch über ihren Inhalt verschieden urteilen, so ist doch die Möglichkeit vorOtto Köster aber auch, daß Deutschland eines Tages wieder start sein werde. Allerdings gäbe es nur wenige Deutsche, die die wiederzugewinnende macht gegen England anwenden möchten. Es sei zweifelhaft, ob die Majorität den Rachefrieg gegen Frankreich wünsche, doch müsse zugegeben werden, daß mit der zunehmenden Erholung der Bewegung auf Revision zweier Entscheidungen sich verstärken wird, näm lich bezüglich des polnischen Korridors und Ober. schlesiens. handen, daß der Abschluß von Handelsverträgen auf diesem| die frühere Stellung wieder erobern müffe. Andererseits wissen sie Wege gefördert werden kann. Ganz anders aber ist die Situation, wenn die fleine Bolltarifvorlage die Agrarzölle enthalten wird. Die Agrarzölle sind verderblich. Sie erschweren den Abschluß von handelsver. trägen. Sie belasten die große Masse des Volfes. Sie erhöhen die Preise für die notwendigsten Lebensmittel, steigern die Produktionskosten und verschärfen die Wirt schaftsfrise. Sie stoßen deshalb auf den erbitterten Widerstand der Arbeiter, Angestellten und Beamten, sowie der Mittelschichten unseres Boltes. Die Sozialdemokra tie wird deshalb alles daran segen, diefe Agrarzöllen zu Fall zu bringen. Jede Ber toppelung des fleinen Zolltarifs mit den Agrarzöllen wird deshalb die stärksten politischen Auseinandersetzungen hervor rufen und viele dauernde Kämpfe heraufbeschwören. besonders gegenüber den Ansprüchen der Agrarier. Erst vor Dieser Tatsache sollte sich die Reichsregierung bewußt fein, wenigen Tagen hat der Reichslandbund eine Resolution zur Zollfrage angenommen. Diese Resolution verlangt neben der völligen Beseitigung der landwirtschaftlichen Ausfuhrverbote und sonstigen zwangswirtschaftlicher Maßnahmen die Einbringung einer Zollvorlage, die den Schutz und die Entwicklung der nationalen Produffion, auch der landwirtschaftlichen Erzengniffe ficherstellt und das Rüstzeug schafft, ohne das die wirtschaftlichen Schwingungen auf dem Weltmarft nicht ausgeglichen werden fönnen." Die Entschließung wendet sich ferner gegen das freiDer Beschluß des Reichslandbundes zeigt also die widerspruchsgiebige Anbieten der unbedingten Meist begünstigung. volle Haltung, in der sich die von den Deutschnationalen geführte Reichsregierung in der Zollfrage befindet. Handel und Industrie verlangen seit Monaten dringend von ihr, daß die kleine Zollvorlage schleunigst Gesetz wird, damit die Handelsverträge abgeschlossen werden fönnen. Groß agrarier und Deutschnationale aber verlangen in erster Linie die Argrarzölle, wodurch der Abschluß von Handelsverträgen nicht nur erschwert, sondern unabsehbar verzögert wird. So ist also die deutsch nationale Bereiche rungspolitit das stärkste Hemmnis für die Gefundung der deutschen Wirtschaft Chamberlains Memorandum. Englands Europa- Politik. Condon, 11. Mat.( Eigener Drahtbericht.) Der amerikanische New York World" hat fürzlich das Bestehen eines geheimen Memorandums behauptet, das Chamberlain dem Kabinett im Februar vorlegte und das damals vom Kabinett zugunsten eines auf den deutschen Vorschlägen aufgebauten Sicherheitspattes abgelehnt wurde. Im Unterhaus von Macdonald darüber befragt, erklärte Chamberlain: Er betlage, daß er gefragt werde, ob das Dokument diesen Inhalt habe. Er könne über das vertrauliche das Dokument diesen Inhalt habe. Er könne über das vertrauliche Dokument nichts sagen. Aber jede Feststellung politischer Absichten Englands, die seinen Erklärungen vom 24. März widersprächen, sei ohne Autorität. Diese gewundene Erklärung bestätigt also die Richtigteit dieses Dokuments. Das hier erwähnte Memorandum, dem angesichts der durch die Hindenburg- Wahl geschaffenen neuen politischen Situation erhöhte Bedeutung zukommt, ftellt laut einem Nem Dorter Bericht der Boffischen Seitung" feft, daß in Europa brei Mächtegruppen zu unterscheiden wären, nämlich Sieger, Besiegte und Ruß. land. Rußland wird als Problem bezeichnet, das in feine Rech nung eingestellt werden kann und das deswegen die größte Gefahr in den vorhandenen Ungewißheiten darstellt. Bezüglich Deutsch lands Lage heißt es: Obgleich Deutschland augenblidlich völlig unfähig wäre, aggressive Handlungen zu unternehmen, sei es sicher, daß es durch militärische Ausnutzung chemischer Möglichkeiten früher oder später wieder ein mächtiger militärischer Faftor würde. Augenblicklich wünschten intelligentere Deutsche sicherlich den Frie den. Sie wissen, daß Deutschland erst wirtschaftlich und finanziell lerin, mit dem Publikum, mit Hölderlin, Büchner, Nietzsche, Liliencron, Hildenbrand, Kerr, Hirsch, Kisch, Küpper, Vischer, Lichtenstein, Sherman, Toller, Goll, die fie neben anderen las. Meist hörte man Worte der Grauenfurcht, denn das 20. Jahrhundert zerfetzt des Dichters Seele. Und viele Trambahnen werden noch an der Tribüne" vorbei die Berliner Straße hinunterfahren, bevor Straßen dichtung Freudendichtung wird. ergo. Das Memorandum schildert dann ausführlich die Rechtslage und gibt dabei zu, daß, obwohl für Polen nur 40 Broz. Oberschlesier gestimmt hätten, Polen durch Schiedspruch des Völkerbundes dennoch 80 Broz. erschlossener und 95 Broz. unerschlossener Mineral schäze erhalten habe und große deutsche Minderheiten geschaffen wurden. Es bestehe offenbar die Gefahr, fagt das Memorandum, daß ein Sechzigmillionenvolt nicht dauernd die Trennung von der mineralischen Hilfsquellen, auf denen der nationale Wohlstand zum Biege des preußischen Staates oder den Raub der wichtigsten großen Teil basiere, ruhig hinnehmen werde. Das Memorandum zieht für England folgende Schlüsse: Erstens: Eine folierungspolitik wie in Amerika ist für England unmöglich. 3weifens: Umgefehrt ist auch die Nebernahme von Berantwortlichkeiten, die nicht im Intereffe der englischen Verteidigung notwendig sind und Englands Bolt nicht zusagen, ungefund. Drittens: Es ist besser, begrenzte Verpflichtungen einzugehen, von denen Europa weiß, daß England sie auf alle Fälle halfen wird, als unbegrenzte, die Zweifeln ausgefeht find. Bekanntgabe dieser englischen Politik notwendig sei, um zu erreich Zum Schluß heißt es im Memorandum, daß mur die öffentliche daß Europa die Lage richtig betrachte. Frankreich werde dann missen, daß letzten Endes seine Sicherheit direkt im Interesse Englands liege und deswegen eher geneigt sein, die provokatorische Politit im Rheinland aufzugeben, das Rheinland zu räumen und die fleine Entente abzurüsten. Es wäre dann imftande, die finanzielle Stabilisierung und die Schuldenregelung einzuleiten. Die Kleinstaaten würden einsehen, daß sie Frieden mit den Nachbarn machen müßten. Das Gefühl der Sicherheit würde geschaffen, und es spräche nichts gegen einen Einschluß Deutschlands in derartige aufgestellte Sicherheitsgarantien. Wenn Deutschland mit Frankreichs Einverständnis Mitglied des Bölferbundes werde und einen Sig im Rat erhalte, würde es vielleicht möglich sein, allmählich die gefährlichen Verhältnisse in Oberschlesien und im polnischen Korridor durch europäische Uebereinkommen abzuändern. Ohne Bes ruhigung Frankreichs wäre aber ein europäisches Gleichgewicht unmöglich, und Frankreich fönne nur beruhigt werden, wenn England mit der Autorität eines Verbündeten zu ihm sprechen könne. Deswegen seien die englischen Interessen so eng verbunden mit der europäischen Sicherheitspolitik, und deswegen liege die erste Hoffnung auf eine Befriedung Europas in einer neuen Entente zwischen Frankreich und England. Trotki kein Troskist. Loyalitätserklärung auf dem Kommunistischen Kongre Mostau, 9. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Trogli hat bei seinem Erscheinen im Alrussischen Kongreß in längeren Erklärungen seine 2oyalität gegenüber den Parteigrundsägen und seine Solidarität mit der Kommunistijdjen Partei versichert. Gleichzeitig hat er die Gerüchte, daß er für die bürgerliche Demokratie und für die völlige Freiheit des Handels eintrete, entschieden dementiert. Todesurteile in Sofia. Sofia, 11. Mal.( WEB.) Im Prozeß wegen der Affentate auf den Sönig und auf die Kathedrale wurde heute vom Kriegs. gericht das Urteil verkündet. Der Küster 3adgorski und die Angeflagten Friedmann, badjeff. Stante, Dimi. froff, Grantsharoff, Petrini, offomiti und& oeff wurden zum Tode, Dastaloff zu fechs Jahren und kamburoff zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Verurteilung der Angeklagten Abadjeff, Dimitroff, Grantscharoff, Petrini und Rossowsti erfolgte in Abwesenheit. | die Walfische aus den antarktischen Gewässern zu verschwinden. Man will sich deshalb jetzt über die Lebensgewohnheiten der Tiere besser unterrichten, um auf Grund dieser Erkenntnisse dann geeignetere Schuhmaßnahmen zu treffen. Vor allem soll die Expedition folgende Probleme studieren und lösen: Sind die Walfische polygam verEinen schweren, unerseßlichen Berluft hat die deutsche Demoanlagt? Wie sind die Fortpflanzungsverhältnisse und wie lange ist fratie, hat die sozialdemokratische Presse und vor allem die Redatdie Lebensdauer der Tiere? Welche Wege bevorzugen sie bei ihren tion des Vorwärts" erlitten. Genosse Dr. Otto Röster, der „ Dom Segel bis zum Fleffner- Rotor" war der Titel des Bor- Wanderungen und welche schwimmenden Organismen bilden ihre geniale Satiriker und Rarifaturist, ist gestern nach langem schwerem trags, den Studienrat Dr. Meyer im Auftrag der Humboldt Nahrung? Um die letzte Frage zu beantworten, wird es notwendig Leiden gestorben. Als Sohn eines westfälischen Landgerichts- och fchule in der Aula Dorotheenstr. 12 hielt. Seit 1000 Jahren, fein, eine gewisse Anzahl von Walfischen zum 3med der Untersuchung Hochschule präsidenten schlug er zunächst die juristische Laufbahn ein, die jedoch bis zum Flettner- Rotor, haben alle schiffahrtreibenden Nationen die teit, bas Jagbgebiet zu begrenzen, die Klärung der Frage, ob die ihres Mageninhalts zu töten. Andererseits bedingt die Notwendig feinen Neigungen wenig entsprach. Nachdem er es zum Referendar Windausnukung nach gleichem Prinzip betrieben. Das zeigten recht gebracht und als Dr. jur. promoviert hatte, gab er die Karriere auf deutlich die im Bildmaterial vorgeführten Schiffshaupttypen, die alfifche, die man zur Zeit ihrer Fortpflanzung in den afrikanischen und widmete sich als freier Schriftsteller seinen fünstlerischen, philo. Aegypter, auf mathematischem Gebiet nicht unbewandert, hatten ihr in den Bolarmeeren beobachtet. Zu diesem Zmed sollen einige Bal mit dem assyrischen Rundfchiff ihren Anfang nahmen. Die alten Gewäffern antrifft, wirklich dieselben sind, die man zu anderen Zeiten sophischen und politischen Interessen. Ein Idealist, dem alle pratti- Gegelschiff schon sehr geschickt konstruiert. Man sah im Bilde die fifche mit einer Erkennungsmarke versehen werden. Sie wird die schen Talente mangelten und der lieber hungerte, als daß er auch nur um Haaresbreite von dem Wege seiner Ueberzeugung abwich, römische Bireme und konnte vergleichend feststellen, daß die römische Form einer als Etikette dienenden Metallscheibe haben, die an einem Handelsflotte sich den Wind nutzbar machte, die Kriegsschiffe hin- gefiederten Pfeil befestigt ist. Der die Platte tragende Pfeil soll, an führte er jahrleang ein hartes Leben. Mit Hilfe der tapferen und gegen fich vornehmlich des Ruders bedienten. Bidingerschiff, Nor. einer Harpune befestigt, durch ein Harpunengeschüß in die Fettschicht opferbereiten Battin gelang es ihm indes, das Lebensschiff über mannenschiff und venezianische Galeere zeigen Fortschritte in der des Rüdens der Kontrolltiere eingeschossen werden. Wenn diese Waffer zu halten. Nachdem Otto Köfter schon in den ersten Kriegs- Windausnugung. Mit der hohen Hansalogge erreichte der Segler eigenartige Zeichnungsmethode den gewünschten Erfolg hat, jo mith jahren als Mitglied der USPD. Fühlung mit sozialistischen Kreisen feine größtmögliche Bedeutung, dann zog das Zeitalter der Maschinen man zuverläffig feststellen fönnen, ob die Walfifche tatsächlich, mie genommen hatte, trat er etwa vor Jahresfrist mit dem Bor= herauf und es fuhr der erste Raddampfer George Washington". man bisher nur vermutet, die Gewohnheit haben, zu bestimmten wärts" in Verbindung, um hier mit der Feder und mit dem Es wurde die Schiffsschraube erfunden, es folgten die Turbinen Zeiten auszuwandern. Danach wird man dann auch die Epochen dampfer. Die moderne Entwicklung strebt dahin, die Naturkräfte bestimmen fönnen, in denen die Jagd auf den Balfisch in den nach Möglichkeit zu benutzen. Del und Kohlen, unsere Hilfsmate- afrikanischen Gewässern bzw. in den antarttischen Meeren freigegeben rialien, werden in ausrechenbarer Zeit erschöpft sein. Mit einem neuen Ruder machte Flettner bei dem holländischen Dampfer " Frigido" Versuche. Ueberhaupt sind es die Holländer gewesen, die für die Flettnerschen Versuche Geld hergaben. Doch muß dabei erwähnt werden, daß dazumal in Deutschland die Inflation die Hilfsmöglichkeiten lähmte. Die Lehre von den Strömungen und den inneren Reibungen hatte seit Hunderten von Jahren die Mathe matiker gereizt. Flettner ist durch und durch ein Mann der Braris und dank Beachtung des Magnuseffefts, geringere Geschwin digkeit größerer Drud, große Geschwindigkeit fleinerer Drud, der jedem Artilleristen und Tennisspieler aus der Praxis heraus be fannt ist, fam er zu einem Rotor. Das Rotorschiff fann von einem Mann bedient werden. Bei Stürmen wird, nach an Modellen vor genommenen Versuchen, das getafelte Schiff eher fentern als das Rotorschiff. Flettner will jezt auf der Avus ein großes Windrad bauen. Sehr eindringlich bat der Redner darum, man möge über den großen Brattifer Flettner nicht den Theoretiker Brandl ver. gessen, der erst die Theorie schuf, die als sichere Grundlage nachher von der Praxis benutzt wurde. e. b. Zeichenstift für die großen Ideen der Demokratie, des Sozialismus und des Weltfriedens zu wirken. Was er geschaffen und geleistet hat, wiffen unsere Leser. Die von ihm gezeichneten Blätter und die fleinen formvollendeten und scharfpointierten Spottperfe, die er manchen Zeichnungen als Unterschrift gab, find in ihrer Art laffisch zu nennen. Leider sollte diese Tätigkeit nur von allzu furzer Dauer sein. Anfang April erkrankte Dr. Köfter an einer Grippe, in deren Gefolge sich eine schwere Lungenentzündung und ein Gallensteinleiden einstellte, dem er, nachdem vor wenigen Tagen eine Befferung eingetreten zu sein schien, jezt erlegen ist. Um den hochbegabten Schriftsteller und Künstler, den vornehmen Menschen, den stets liebenswürdigen und hilfsbereiten Kameraden trauert mit der Redaktion des„ Borwärts" der große Kreis feiner Freunde und Verehrer. Die Straße in der Dichtung Großstadtstraßen! Sie zwingen jeden fenfitiven Menschen zur Stellungnahme. Sie zwingen jeben Künstler zur Gestaltung. Und nur wenige kommen hindurch ins Freiland des Geistes und der Sinne. Manchen befiel Umnachtung fchon in unseren lauten, fantigen Redereien aus Holz und Stein und Eisen. Städte müssen sein, aber unsere Städte verbösern die Menschheit. Die Straßendichtermatinée, die Edith Esther Corten am Sonntag in der Tribüne" veranstaltete, mirfte durch Auswahl, Geschlossenheit imd Tempo. In stimmlicher Meisterung blieb die Sprecherin der ungemein schwierigen Aufgabe noch weniges schuldig, im Geistigen, Sinnlichen, furz im Dramatischen, nichts. Man fchquerte, man ängstete, man zitterte, spannte, martele, ruhte aus, lächelte auch man lebte mit. Mit der temperamentvollen Künft Erkennungsmarken für Walfifche. Gegen Ende des Monats wird eine vom britischen Kolonialamt ausgerüstete Forschungs. expedition an Bord der Discovery", des alten Schiffes des Südpolfahrers Scott, von Portsmouth aus die Ausreise nach den alt. landsinseln antreten. Die Expedition hat die Aufgabe, auf Grund ihrer Studien Maßnahmen vorzuschlagen, die dazu dienen fönnen, die Industrie des Walfischfanges zu unterstützen. Die britische Regierung hat in den letzten zwanzig Jahren zwar zahlreiche Berordnungen erlassen, die diesem 3med dienen sollten. Aber trog allen Schußmaßnahmen, die daraufhin getroffen wurden, beginnen werden kann. Ein wiederauftauchendes Dorf. Ein fleines Pompeji der Alpen ist zur großen Ueberraschung aller Einwohner an der schweizerischitalienischen Grenze oberhalb von Domodossola entdeckt worden. Es handelt sich um ein vor faft 300 Jahren untergegangenes Dorf, das plöglich aus den Wassern des Antronafees auftaucht. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde eines Sonntags nachts das Dorf Antrona Biana durch einen gewaltigen Erdrutsch verschüttet, der non dem Gipfel des Monte Bozzoli herniederstürzte und die ganze Ansiedlung begrub. Die 42 Häuser des Dorfes verschwanden, und von den 250 Bewohnern, die alle im festen Schlaf lagen, entging nicht ein einziger dem Erbrutsch, der von einer Ueberschwemmung gefolgt war, durch die der jegige Antronafee entstand. Allmählich hat sich nun der Spiegel dieses Gees gesenkt, und plößlich erschienen die Dächer der Häuser des begrabenen Dorfes über dem Waffer, Man hofft, daß allmählich das ganze Dorf wieder auftauchen wird und daß hier interessante Refte der Bergangenheit gefunden werden. Das Cehrgang in der deutschen Einheitsfurzfchrift für Anfänger. Bortragssaale einen Anfängerlehrgang zur Einführung in die deutsche Sentralinstitut für Erziehung und Unterricht beabsichtigt in seinem Großen Sentralinftitut für Erziehung und Unterricht, Abteilung: EinheitsEinheitsfurzschrift zu veranstalten. Meldungen und Anfragen find an das turzfrift zu richten. Eine Kinderoper. Der zwölfjährige Schüler der staatlichen Mufitſchule Namen Repta trägt. Bei einer Aufführung dieser Oper in der Schule in Mostau Fabius statshed hat eine einaftige Oper geschrieben, die den fand diese großen Beifall. Sie soll demnächst in einigen der von ber Sowjetregierung eingerichteten Kinderheimen zur Aufführung tommen. 9er Linkssieg Die kühnsten Erwa Parts, it. Mai. tSigener vrahtberichk.) Das Ergebuts der am Sonntag slaügesundenen Stichwahlen für die Gemeinderäte, die den Sieg des Kartells vom Z. Mai auf der ganzen Linie vervoll- ständigt haben, übertrifft die kühnsten Hoffnungen, die man im Lager der Linken selbst gehegt hatte. Nicht nur dafc in Paris, der Hochburg der Reaktion, drei Sihe von der Linken gewonnen werden konnten: die genaue Prüfung der nunmehr vorliegenden Ziffern zeigt auch, dafz In mehreren Bezirken von Paris, wo der Nationale Block nicht mehr über erdrückende Mehrheiten verfügt hat, feine Kandidaten nur mit ein paar Stimmen ihren Besitzstand zu behaupten vermochte. So haben im 10. Arondifsemenl dem sozialistischen Kandidaten nur 33 Stimmen gefehlt, um den Vertreter der Rechten aus dem Felde zu schlagen. Wider Erwarten groß ist der Sieg des Kartells in der pro- v i n z. die Ihren willen zur Fortführung der Politik der Demokratie. des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit am Sonntag nicht minder unzweideutig bekundet hat, als genau vor einem Jahre bei den Neuwahlen zur Kammer. Stutzer den bereits im ersten Wahlgang eroberten grSheren Gemeinden hat das Kartell in der Stichwahl nach den bisher vorliegenden Ergebnissen in etwa 40 neuen Kreishauptstädten. in denen bisher der Nationale Block die Vorherrschaft hatte, den Sieg an sich zu reitzen vermocht. Von den 398 Gemeinden mit dem Sitz einer präscktur oder Unter- präfektur, deren vollständiges Wahlergebnis nunmehr vorliegt, haben in 42 die Sozialisten, in 190 die Radikalsozialisten, in 26 die republikanischen Sozialisten und in 60 die Union Republlcaine et Democratiquc. in 50 die gemähigtea RepubNaner und in 10 die äutzerste Rechte die Mehrheit erhalten. Den 120 Gemeinden mit reaktionärer Mehrheit stehen demnach weit mehr als die d o p p e l t e Zahl von Gemeinden mit Linksmehrheiten gegenüber. Zn der pariser Bannmeile ist die Zahl grötzerer Gemeinden. in denen die Rechte die Mehrheit hat, von 47 aus 33 zurückgegangen, die des Kartells von 27 aus 37 gestiegen. Die Kommunisten, die sich anheischig gemacht hatten. Paris mit einem„roten Gürtel" kommunistischer Gemeindeverwal- tungen zu umgeben, haben nur in sieben Vororten die Mehrheit an sich zu reitzen vermocht. Der größte Teil ihrer politischen Führer, wie E a ch i n und Vaillant-Eoulurier, sind nicht wieder gcwähltworden. in Frankreich. Zungen nbertroffen. Angesichts dieser erdrückenden Zahlen vermag selbst die Rechts- presse ihren Lesern den Sieg des Kartells, den sie bis zuletzt mit allen Künsten der Wahl-Arithmelik zu bestreiten und aus der weit zu leugnen versucht hat. nicht länger verheimlichen. Sie versucht ihn heute politisch zu diskreditieren, indem sie ihn wider besseres wissen als das Ergebnis eines Wahlbündnisses zwischen den Linksparteien und den Kommunisten hinstellt. In Wirklichkeit ist daran kein wahres Wort. Das von den Kommunisien für die Stichwahl vorgeschlagene taktische Zusammengehen, ist von allen Seiten des Kartells einschließlich der Sozialisten im ganzen Lande abgelehnt worden. In der Linkspresse findet die Genugtuung über den davon- getragenen Erfolg triumphalen Ausdruck. So sieht der„Paris Soir" nicht an. zu erklären, daß der Crsolg alle voraussagen und alle Erwartungen weit hinter sich gelassen habe. Der Sieg des Kartell» sei vollständig und vernichtend für die Rechte gewesen. Der Nationale Block befinde sich in voller Aus- lösuug. Die Mehrzahl der Kreishauplstädke sei nunmehr im festen Besitz der Linken, die nicht einen einzigen Mißerfolg zu ver- zeichnen habe. Nie zuvor habe die demokratische und sozialistische Einstellung der grohen Mehrheit des französischen Volkes ein so unzweldeuliges Bekenntnis erfahren, wie am Sounlog. Darin liege mehr als ein Fingerzeig für die Regierung und das Parlament: Das Land habe seinem politischen wollen in einer jedes Mißverständnis ausschließenden weise Ausdruck gegeben. Das amtliche Wahlergebuis. Paris, 11. Mai.(DTB.) In der abends vom Ministerium des Zuneru veröffentlichien Statistik wird das Ergebnis der Munizipalwahlen in 379 Arondlsfementshauptstädlen sowie eine Gewinn- und Verlustliste mitgeteilt. Die Statistik führt die Zahl der Städte an. in denen die einzelnen Parteien die Mehrheit haben. Von der Statistik sind ausgenommen die Städte des Sclne-Departaments. Das Er- gebnis lst folgendermaßen: Kommunisten 1 Stadt lunverändert). Sozialisten 42 Städte(Gewinn IS), Sozialiflischs Republikaner 8 Städte(Gewinn 3). Radikale 192 Städte(Gewinn 57 Städte), Rechtsradikale 15 Städte(Verlust 7). Linksrcpubllkaner 51 Städte(Verlust 33). Demokratisch-Republitanische Union 62 Slädle (Verlust 27), Konservalioc 10 Städte(Verlust 11). vr. Thieles Gestänömsse. Ein dramatisches Zkreuzverhör. Gegen die geplante längere Vertagung des Hijfle- Ausschusses ist hier am Sonnabend entschieden Stellung genommen worden, weil eine solche Maßnahme ge- eignet sein würde, in der Oeffentlichkeit den Eindruck einer absichtlichen Abwürgung jener Untersuchung zu erwecken, die schon jetzt so skandalöse Zustände im Vereich des Preußischen Justizministeriums aufgedeckt hat. Dieser A l a r m r u f ist nicht ohne Wirkung geblieben. Wie am Schluß der gestrigen Sitzung beschlossen wurde, die sich bis in die späten Abendstunden hinzog und die eine Fülle weiterer schwerwiegender Tatsachen an den Tag brachte, wird der Ausschuß in den nächsten Tagen regelmäßig weiter Zusammentreten, so daß die Gefahr einer— auch unbeabsichtigten— Verschleppung und Vertuschung endgültig beseitigt zu sein scheint. Einleitend hatte der Zentrumsabgeordnete und Berichterstatter Dr. W e st« r unter Bezugnahme auf den Artikel des„Vorwärts" folgende Erklärung auch im Namen seiner Fraktionsfreunde abgegeben: «Gegenüber dem Inholt diese« Artikels geben die dem Unter- suchungsausfchuß angehörigen Mitglieder der Zentrumsfraktion folgende Erklärung ab: 1. Die Zentrumsfraktion wünscht nach wie vor die schleunige und umfassende Aufklärung des Falles Dr. Höste. 2. Die Fraktion wird deshalb für ausreichende und ge- eignete Besetzung des Ausschusses in Zukunft Sorge tragen. 3. Die der Zentrumskraktion angehörenden Mitglieder des Aus- schusses werden sich bei ihrer Arbeit durch keinerlei politische oder persönliche Rücksichtnahme irgendwie behindern lassen." Wir begrüßen diese Erklärung, deren Formulierung nicht nur fiir den Eingeweihten deutlich genug ist, und freuen uns, sie veranlaßt zu haben. Daß diese Erklärung kein leeres Versprechen enthält, das sollte Dr. W e st e r gleich danach selber beweisen. Als Berichterstatter des Ausschusses richtete er nämlich an den als Zeugen erschienenen Medizinalrat Dr. Thiele Fragen, »sie wesentlich dazu beitrugen, noch mehr Licht in die grauen- hafte Tragödie Höfles zu bringen. Es waren mehr als vierzig Fragen, die der Jen- trumsabgeordnete, der selber Arzt ist und die ganze Materie nach allen Richtungen hin vorzüglich beherrscht, sorgfältig vor- bereitet hatte. Und fast an jede Frage knüpfte er, je nach der Beantwortung, eine oder mehrere Nebenfragen an. Sehr l ald geriet'Dr. Thiele in Nachteil. Ausweichende Antworten ließ der Fragesteller nicht zu, Widersprüche deckte er schonungs- los auf, faule Ausreden brachen unter der zähen Dialektik des geschulten Parlamentariers schnell zusammen. Es war ein höchst dramatisches Verhör, dem Dr. Thiele schon deshalb nicht gewachsen war, weil er eben angesichts des erdrückenden Tatsachenmaterials kein gutes Gewissen haben konnte. Immer wieder ging durch den ganzen Saal, der wiederum mit zuhörenden Abgeordneten, Presseberichterstat- tern und Publikum dicht gefüllt war. lebhafte Bewe- g u n g, so daß der Vorsitzende widerHoll zur Ruhe mahnen mußte. Diese Erregung war allerdings in Anbetracht der furchtbaren Geständnisse, die der Leiter des Moa- biter Gefängnislazaretts nach und nach machen mußte, durch- aus'erklärlich. Im großen und ganzen mußte Dr. Thiele die Richtig- k e i t aller ihn so schwer belastenben Bekundungen der Pfl e- g e r zugeben. Es ergab sich daraus, daß Dr. Höste tatsächlich mll einer fast unglaublichen Oberflächlichkeit von einem Arzte behandell wurde, der zugestandenermaßen an den Ernst seines Zustande? nicht glaubte und der obendrein als blindes, herzloses Werkzeug der Justiz dis Haftfähig- keit sizstematisch bejahte, weil er die t h« o r e t i s ch c F l u ch t- f ä h i g k e i t erst dann verneinen„durfte", als der Unter- suchungsgefangene in den letzten Zügen lag. Um nur einige Tatsachen hier hervorzuheben— im übrigen verweisen wir auf den ausführlichen Bericht in einem anderen Teil des Blattes— ist gestern festgestellt worden: 1. Auch nachdem die wesentliche Verschlimm e- rnng im Zustand Höfles vom Arzt bemerkt worden war, erfolgte von seiner Seite keine Eintragung in das Krankenblatt. 2. Auch nachdem am Nachmittag des 18. im Zusammen- hang mit der Entdeckung einer Lominaltablette in der Hand des bewußtlosen Dr. Höste der Arzt an die Möglichkeit einer Vergiftung durch Narkotika glaubte, unternahm er nichts, um diese Vermutung nachzuprüfen, noch um die Folgen dieser unterstellten Vergiftung zu bekämpfen. Weder Urinent» nähme noch Magenspülung, noch sonst etwas. Angeblich wäre der Zustand des Kranken damals schon zu c r n st. gewesen. 3. Auch in diesem Zustand hielt es Dr. Thiele nicht für nötig, den Kranken nach der Charitö bringen zu lassen, ob- wohl er an anderer Stelle selbst zugeben mußte, daß das Gefängnislazarett fürSchwerkrankenicht geeignet sei.(Dr. Thiele behauptete sogar gegenüber einer Frage des Genossen Dr. Wey l, daß er nicht einmal die Möglichkeit ge- habt hätte, eine Kochsalzeinspritzung vorzunehmen!) 4. Der Untersuchungsrichter. Dr. Nohtmann, hatte sich allerdings wiederholt gegen eine Uebersührung 'n die Charitö erklärt, aber Dr. Thiele hielt es mit seinem ärztlichen Gewissen für vereinbar, sich einem solchen Bescheid zu fügen. 5. Die für jeden Laien erschreckende Gewichtsabnahme Dr. Höfles hielt der Arzt deshalb für relativ un- bedenklich, weil er der Auffassung war, Höste fei ursprüng- lich übsrernährt gewesen. 6. Nach seinen eigenen Angaben mußte Dr. Thiele die theoretische Fluchtföhigkeit Höfles im Sinne der Kammer- gerichtsentscheidung usw. noch bis dum Sonnabend abend bejahen. Dabei lag Höfte nach den übereinstim- wenden Bekundungen der Pfleger, des Eefängnislehrers und des Geistlichen bereits seit vier Tagen vorher entweder in benommenen oder in bewußtlosem Zu- stände. Aber noch in den Mittagstunden dieses Sonn- abends, also wenige Stunden vor dem eigentlichen Beginn der Agonie, war Dr. Thiele in seiner A"ffassung, daß Höste seinen Zustand absichtlich übertreibe, durch die mehr als rätielhafts Behauptung des Oberstoatsanwall Linde bestärkt worden, er hätte sich mit Höste ausführlich über verschie- denes unterhallen und ihn recht frisch gefunden. Diese höchst eigenartige«Unterredung" mit dem„frischen" Dr. Höste hat allerdings unter vier Augen stattgefunden. Es ist ober recht merkwürdig, daß nach übereinstimmenden Bekundungen alle anderen Zeugen Dr. Höste sowohl lange vorher, wie erst recht unmittelbar nachher in einem an Bewußtlosigkeit grenzenden Zustande daniederlag. Dieses Rätsel wird sich vermutlich niemals lösen lassen, da der eine tob ist, und der andere Oberstaatsanwalt. Es bleibt nur die eine Erklärung übrig, daß Dr. Höste ein außerordentliches Jnter- esse daran hatte, sich körperlich und geistig für diese Begeg- nung zusammenzuraffen, um den Herrn Oberstaatsanwalt ja von seiner Haftfähigkeit zu überzeugen.... Um schließlich auf einen letzten Punkt besonders hinzu- weisen, der in der gestrigen Sitzung eine aufsehenerregende Aufklärung fand: Es war allgemein aufgefallen, daß Dr. Thiele zwar in der Nacht vom Sonntag zum Montag, also vor dem Tod, in seinem Amtszimmer gewesen war, aber von etwa 1 Uhr nachts bis zum frühen Morgen die Zelle des nunmehr Sterbenden n i ch t m e h r b e t r e t e n. sondern alles weitere dem Pfleger überlassen hatte. Durch eine Frage des Genossen K u t t n e r erfuhren die tiefbewegten Zuhörer, daß dies darauf zurückzuführen war, daß Frau Dr. Höfle, die man endlich(nebenbei 36 Stunden zu spät!) benachrichtigt hatte, bei ilrcm Eintreffen in Moabit und beim Betreten der Zelle ihres Mannes dem Dr. Thiele.zugerufen hatte:„D a liegt Ihr Opfer!" Dr. Thiele fühlte sich gekränkt und ließ sich daraufhin während der Nacht nicht mehr blicken. Daß ibm weitere Begegmingen mit der Frau des Opfers der preu- ßischen Iustizzustände und der gerichtsärztlichen Praktiken nicht besonders angenehm waren, kann man ihm nachfühlen. Aber man kann es ebensosehr der Frau Höfle nachfühlen, daß sie in dieser tragischen Nacht das ausgesprochen hat, was heute für alle Menschen feststeht, die nicht auf die Moabiter Clique eingeschworcn sind. Aus den Fragen der Vertreter der Rechtsparteien geht allerdings die Tendenz hervor, Dr. Thiele möglichst zu ent- lasten und das Ende Höfles auf das Konto eines S e l b st» mardes durch übermäßige Inanspruchnahme von Schlaf- Mitteln zu setzen. Nun hörte man bisher von ollen anderen Zeugen, daß von Selb st m ordgedankenbei Höste gar keine Rede gewesen sei. Dr. Thiele, der natürlich begierig diesen ihm zugeworfenen Rettungsring aufgriff, äußerte da- bei die Möglichkeit, daß dieser Selb st mordentschluß eine unmittelbare Folge jener Unterredung mit dem Oberstaatsanwalt Linde am Sonn- abendmittag gewesen sei. Selbst wenn diese Vermutung zuträfe, so würde sie für die Staatsanwaltschaft vernichtend sein. Einstweilen aber vermögen wir noch immer nicht an jene Vergiftungstheorie zu glauben, die im höchsten Grade myste- riös erscheint. Wie die hohen Mengen von Narkotika in die Zelle Dr. Höfles hineingekommen sein mögen, das dürste leider auch durch die peinlichste parlamentarische Unter- suchung kaum aufzuklären sein. Für die weite Oeffentlichkeit ist hier brester Raum für die peinlichsten Kombina- t i o n e n vorhanden. Wie dem auch sei, eins ist klar: Dr. Höfle ist auch als tot- kranker Mann deshalb nicht aus der Untersuchungshaft ent- lassen morden, weil mit seiner Entlassung der ganz« Bar, m a t- R u m m e l zusammenbrach. Durch seinen Tod kann man ihn wenigstens eine Zeitlang noch weitertreiben. Harmat-prozeß! Abschluß der Boruntersuchungeu gegen Barmat und Kutisker. Die Voruntersuchung gegen die Brüder Barmot ist, wie die K..�.-Korrespondenz meldet, gestern durch den Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat Roth mann, abgeschlossen worden. Ebenso hat der Untersuchungsrichter, Landgerichtsot Schneider, die Darunter- suchung in der Kuttsker-Affäre abgeschlossen. In beiden Fällen geben nunmehr die Akten an die Staatsanwaltschaft zur Er- Hebung der Anklage. Man rechnet damit, daß etwa In 14 Tagen die Anklageschriften den Beteiligten zugestellt werden können, so daß voraussichtlich noch vor den Gerichts- ferien die Strafprozesse stattfinden werden. Die Haftentlassung-anträge Iwan Kutiskers sind nunmehr end- gültig, auch vom Kammergericht abgelehnt worden. In dem Ab- lehnungsbeschcide wird darauf hingewiesen, daß Kutisker in der Charit«, in der er«in vorzügliches Zimmer zur Derfügung hat, und täglich zweimal von Gsheimrat Krause besucht wird, besser auf- gehoben sei, als in irgend einem Sanatorium, � v Die Kleine Entente. Die unantastbaren F-nedensdiktate. lieber die Konferenz der Kleinen Entente in Bukarest wird ein amtlicher Bericht ausgegeben, dem wir folgendes entnehmen: Die Tschechoslowakei. Südslawien und Rumänien, die in gleicher Weise daran interessiert sind, daß der Frieden an ihren Grenzen nicht gestört werde, stellen mit Genugtuung fest, daß die bolsche- wistischen Machenschaften in Bulgarien ihr Ziel nicht erreichen konnten, und sind infolgedessen einer Meinung, leinen Schritt zu unternehmen, der den endgültigen Sieg der Ordnung in Bulgarien aushalten könnte. Nichtsdestoweniger würden sie keine Vermehrung der militärischen Streitkräfte dulden können, die nicht dem wirklichcu Bedürfnis entsprechen und talsäch- lich die einzige Folge herbeiführen würden, jenseits der Donau eine Lage zu schaffen, die den Grundlagen der Verträge widerspräche. Die Beziehungen zu Ungarn bildeten den Gegenstand einer ein- gehenden Erörterung, in deren Verlauf festgestellt werden konnte, daß weder die Art. wie anscheinend die Durchführung der finanziellen Gesundung fortgesetzt wird, noch die Anwendung bestimmter Friedensbedingungen, besonders diejenige betreffend die Entwaffnung, derartig war, um in den Beziehungen Ungarn» zu seinen Nachbarstaaten das für die Festigung de» Friedens in Mitteleuropa notwendige Vortrauen herzustellen. Schließlich wurde die österreichische Frage gründlich besprochen. Man stimmte darin überein. daß die vom Völkerbund eingeleitete Politik der finanziellen Gesundung fortgesetzt werden muß. Die Mächte der Kleinen Entente sind auch hinsichtlich Oesterreichs der Ansicht, daß es vor allem unbedingt notwendig ist. alle Bedin- gungen der Friedensverträge uneingeschränkt aufrechtzuer- halten. Das StargaxZer EissNbahNunglück« Entschädigungsansprüche und Haftpflicht. Wolsfs Bureau meldet: Für die Regelung der Er.tjchädigungs. ansprüche deutscher Reichsangehörigcn, die durch das Eisenbahn- Unglück im polnischen Korridor in der Nacht von, 30. April zum i. Mai d. Is. Schaden erlitten haben, find die polnischen Be» Hörden zuständig, da sich der Unfall aus polnischem Gebiet und im Betriebe der polnischen Staatsbahn ereignet hat. Das Reichs- v c r k e h r s m i n i st e r i u m hat sich jedoch bereit erklärt, die Ent- schädigungeansprüche zu sammeln und an die zuständigen polnischen Stellen wciterzuleiten. Allerdings ist bisher von polnischer amtlicher Seite der Standpunkt vertreten worden, daß die Ursache des Unglücks ein Attentat sei und daher eine Haftung der polnischen Staatsbahn nicht in Frage komme. Aon deutscher Seite ist demgegenüber auf den schlechten Zustand der Durchgangsstrecke hingewiesen und eine Unter- suchung dieser Strecke bereits bei dem Korridorfchicdsgericht in Danzig beantragt worden. Die Feststellungen, die als Ergebnis dieses An- träges zu erwarten sind, werden auch die Frage klären, ob die pol- Nische Staatsbohn für den Unfall haftpflichtig zu machen ist. Rebdlion gegen Moskau. Die holländischen Kommunisten protestiere». Amsterdam, lt. Mai.(MTB.) Auf dem hier abgehaltenen stark besuchten Kongreß der Kommunistischen Partei Hollands wurde nach langer Debatte, in der ungefähr Sl) Redner zu Worte kamen, mit 8S3 gegen 809 Stimmen eine Resolution angenommen, die die Wiederwahl des bisherigen, wegen bestimmter von der Moskauer Exekutive geforderter organisatorischer Maßnahmen kürzlich zurück- getretenen Parteborstandes ausspricht sowie die Moskauer Forderungen als undurchführbar abweist. Mit der Moskauer Exekutive sollen jedoch neue Verhandlungen aufgenommen werden, und es soll dahin gestrebt werden, in Moskau eine ständige Vertretung der holländischen Kommunistischen Partei zu erhallen. Die Reisekosten der Schutzpolizeibeamlen. Dem Staatsrot ist vom Ministerium des Innern ein Entwurf zu den Vorschriften über die Reisekosten der Schutzpolizeibeomten zur Begutachtung vorgelegt worden. Der Entwurf, der eine einheitliche Regelung der Abfindung der Schutzpolizeibeamten bei Dienstreisen und sonstigen auswärtigen Tätigkeiten herbeiführen will, lehnt sich an das Gesetz über die Reisekosten der Staatsbeamten vom 3. Januar 1923 an und trägt im übrigen der Eigenort des Polizeidienstes in weitgehendem Maße Rechnung. Die Zwischenlösung in Belgien besteht in einem Kabinett de» flämischen Katholiiensührer» Vandeoyvere, dem auckz einia, Beamte angehören....... Die britisch- russische Einigungsaktion. Ratifizierung der beiderseitigen Erklärungen. Auf der am 7. und 8. April abgehaltenen Sigung der englischen und russischen Gewerkschaftdelegation gab Tomsty zu Beginn im Nomen der tussischen Delegation eine Erflärung ab. Hierauf zog sich die russische Delegation zurüd und das inter. nationale Romitee des Britischen Gewertschaftsbundes ging zur Besprechung dieser Aeußerungen über. Die bis jcht nicht veröffentlichte zusammenfassung der britischen Antwort und die hierauf erfolgte Erklärung der russi. schen Delegation, die nun beide von den Erefutiven des britischen und ruffischen Gewerkschaftsbundes ratifiziert wurden, liegen jetzt im Wortlaut vor. Die britische Antwort. Nach Beratung der Ausführungen Tomifys über die internationale Lage und der Frage des Anschlusses der russischen Gemertschaften an den IG B. schlagen die Vertreter des Generalrates des britischen Gemertschaftsbundes für die weitere Diskussion auf dieser Konferenz folgende Bunfte vor: 1. Es wird vorgeschlagen, daß die russische Beme. gung eine Antwort auf die Amsterdamer Resolution in Erwägung ziehen soll, des Inhalts, daß sie im Interesse der internationalen Einheit an einem internationalen Gewerkschaftsbund teilnehmen will, der u. a. die in den Statuten der Amster damer Internationale aufgeführten Ziele und in allgemeinen Linien Sagungen einschließen sollte, die von denjenigen der Amsterdamer Internatio nale nicht wesentlich nerschieden sind. Da die Sazungen des JGB. zurzeit so gehalten sind, daß darin die Erfordernisse der ihin gegenwärtig angeschlossenen Länder berücksichtigt werden, diese Sakungen aber ohne eine ergänzende Revision den gerechten Ansprüchen der russischen Gewerkschaftsbewegung piel. leicht nicht entsprechen, find Vorbesprechungen und Kon ferenzen eine unbedingte Notwendigkeit. Zmed ſolcher Befprechungen märe, festzustellen, wie der bestehende inter nationale Bund am besten ausgebaut werden könnte, um die Einbeziehung der russischen und aller anderen gewerkschaftlichen Organisationen zu erleichtern. 2. Die Britische Abteilung wird die Amsterdamer Internationale davon in Renntnis sehen, daß damit im Prinzip ihre Bedingungen für eine Sonferenz erfüllt find, fameit man es vernünftigerweise fordern kann, und sie wird entschieden dafür eintreten, daß die speziellen Schwierigkeiten der ruffischen Gewerkschaftsbewegung, als Vertretung eines Landes mit zahlreichen voneinander sehr verschiedenen Nationalitäten, voll in Erwägung gezogen werden. Die Britische Abteilung wird erklären, daß ein allumfassender internationaler Bund nicht voll ausgebaut werden tann, menn nicht in jeder Hinsicht Rücksicht auf Berschie denheiten in Tradition, historischen Zusammen hängen und politischen Einstellungen der ber= schiedenen Länder genommen wird. Die Britische Abteilung wird ferner noch einmal bekräftigen, daß die Differen zen zwischen dem Aurussischen Gemertschaftsrat und dem JGB. am besten von einer unverbindlichen Konferenz behandelt merden können. fuchen, auf Grund seines Einflusses als Bermittler zmi schen der russischen Gewertschaftsbewegung und dem Amsterdamer Borstand die internationale Einheit zu fördern. Bei diesem Bestreben wird sich der Generalrat des Britischen Gewerkschaftsbundes der bestehenden Schwie rigteiten ooil bewußt und vom Wunsche beseelt sein, eine vereinigte Gewerkschaftsinternationale zu schaffen, die imftande ist, die internationalen Interessen der Arbeiter in wirksamer Weise zu vertreten. Die Erklärung der russischen Delegation, hierzu, ist wesentlich länger. Sie erkennt den guten Willen an, der in Punft 2 der britischen Erklärung zum Ausdrud tomme. Sie betrachtet eine unverbindliche oder eine verbindliche Konferenz gleicherweise für annehmbar und stellt fest, daß eine solche von größtem Nutzen sei und die heilsamsten Folgen haben werde, falls ihre Arbeiten den weitesten Kreisen der organisierten Arbeiter zugänglich sein werden". Die russische Delegation wendet sich dann gegen den JGB., indem sie ferner„ feststellt",„ daß die gesamte Korrespondenz mit der Amsterdamer Internationale, die durch die Resolution der Ausschußfizung vom 7. Februar 1925 abgeschlossen wird, den Eindruck erwecken, als ob die Mehrheit der Amster= damer Internationale, die von den britischen Gewerkschaftsvertretern vorgeschlagene forrette und gerechte Resolution abgewiesen hat( die Absicht ist zu deutlich, als daß man sie nicht merfte. Red. d.„ B."), dem ernsten Wunsch der Gewertschaften der Union der Sowjetrepubliten betr. die Herbei. führung von Zusammenfassung und Einheit der internationalen Arbeiterbewegung nicht entgegentommen will" Nichtsdestoweniger würden die russischen Gewerkschaften eine Sizung mit Bertretern des Bureaus des Internationalen Gewerf: schaftsbundes begrüßen. Ihre Delegation bestätigt erneut den Wunsch der Sowjetunion, daß eine derartige Konferenz einen beträchtlichen der höchsten leitenden Körperschaften der Gewerkschaftsbewegung Schritt nach vorwärts bedeuten fönnte. Es wird der erste sachliche Schritt zur Lösung der großen und sehr fomplizierten Frage der Herstellung tatsächlicher Einheit in der internationalen Gewerkschaftsbewegung sein und er mird zur Zusammenfassung der Kräfte aller Arbeiterklassen- Organisationen auf der Grundlage des Prinzips des Klassenkampfes zwischen Arbeit und Kapital führen." Die Definition dessen, was nach ruffifcher Auffassung als klaffenfampf gilf, müßte genau firiert werden, um zu erkennen, ob darüber eine Verständigung möglich ist. Gilt die ganze bis herige reformistisch c" Tätigkeit der Gewerkschaften für die Russen nicht als Klassenfampf, dann bliebe nur der permanente Generalstreif übrig, gebildet aus der Summe jedes einzelnen Lohntampfes auf allgemein„ ,, verbreiteter Kampf: basis", gekrönt von der großen Weltrevolution". reitwilligkeit" versichert, an der Konferenz teilzunehmen, die durch Nachdem die russische Delegation nochmals ihre vollste Beden Wunsch des britischen Generalrats, alles zu tun, um die interden Zwang der Notwendigkeit. stattfinden könnte, begrüßt fie 3. Die Britische Abteilung wird dem Internationalen Gewert einer vereinigten industriellen Arbeiterorganisation herbeizuführen, nationale Einheit in der Arbeiterbewegung durch die Schaffung schaftsbund, vorausgesetzt, daß über die obigen Klauseln ein gemein die imftande ist, ein wirksames Organ für die Vertretung und Verfames llebereinkommen erzielt werden kann, folgende Borteidigung der internationalen Interessen der Arbeiter zu werden." fchläge unterbreiten: a) Der Borstand des JGB. sell eine sofortige Konfe renz mit Vertretern des Allrussischen Gemert fchaftsrates einberufen um über die durch den Beschluß der vom 5. bis 7. Februar in Amsterdam abgehaltenen Ausschußigung gefchaffene Lage fowie über die auf Grund der gemeinsamen Dis tuffion dieser Konferenz erzielten Beschlüsse zu beraten. Sollte eine folche Konferenz einberufen werden, so werd die Britische Abteilung bestrebt sein, die meitgehendste 3u fammenarbeit aller betroffenen Parteien zu sichern. b) Falls der Vorstand des JGB. beschließen sollte, daß er nicht in der Lage ist, eine konferenz, wie sie oben vor geschlagen wird, einzuberufen, so wird der General rat des Britischen Gewertschaftsbundes die Einberufung einer Ronferenz unternehmen und ver Achtung, Metallarbeiter! In der Woche vom 12. bis 19. mai finden die Wahlkörperversammlungen flatt, die zur Jahresgeneralversammlung am 25. Mai Stellung nehmen sollen. Alle Metallarbeiter der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung haben die Bahlkörperversammlungen zu besuchen. Laßt Euch nicht von den Kommunisten bluffen! Seht ihnen auf die Finger! Der SPD. Frattionsvorstand. Nationaler Rummel in der Knorr- Bremse. Des neuen Reichspräsidenten Einzug mar die ersehnte Gelegenheit für den„ national" geeichten Teil der Belegschaft der Knorr- Bremse, endlich ihre ziffernmäßige Stärke zu zeigen. Große, von der Firma gelieferte schwarzweißrote Blafate wiesen schon seit mehreren Tagen auf den am 11. Mai zu erfolgenden Abmarsch mit Musit hin. Wertsgemein fchaft,„ Deutsch nationaler Arbeiterbund", Technische Rothilfe, Bölkische Rampfgewertschaften, Stahlhelm, Frontbann usw. entfalteten eine rege Tätig feit. Mit Unterstügung des Bureaus für Arbeiter. angelegenheiten, verschiedener Meister und Angestellten wurde fieberhaft gearbeitet. Und das Resultat? Bei einer Belegschaft von rund 3500 Röpfen marschierten nicht ganz 400 Schwarzweißrote unter den Klängen bes Fridericus- Ret- Marsches los. Die Betriebsleitung, wohl in der Befürchtung, der Zug fönnte nicht groß genug sein, hatte dabei noch die Lehrlingsabteilung mit abfommandiert. Der ganze Aufzug war ein moralischer Bankrott der schwarzweißrot eingestellten Betriebsleitung. Seit Jahren bie Anstrengungen, nur von ,, nationalen" Verbänden geschickte Arbeitslofe einzustellen, und nun dieser Erfolg. Für die übrigen 3000 Arbeitnehmer der Knorr- Bremse sollte dieser völlische Karneval eine Mahnung zur Besinnung sein, zur Besinnung auf ihre Organisationspflicht! Es ist höchste Zeit. Heute nationaler" Klamaut, morgen Affordabzüge, heute Fridericus- Rer- Marsch, morgen Arbeitslosigkeit. Sammelt euch Mit spezieller Befriedigung stellt die russische Delegation feft, daß die russische Gewerkschaftsbewegung mit der Einheitsfrontidee einig fei, eine Gewerkschaftsorganisation der ganzen Welt molle, die von jeglichem Einfluß der fapitalistischen Klaffe unabhängig ist“. Wenn das teine Verdächtigung der im IGB. vereinigten Gewerkschaften ist, dann gibts teine Verdächtigungen mehr. Eine Unterstellung, die neu mur in diesem Zusammenhange ist. Die Einheitskampagne habe zwar zu Angriffen der russischen und der englischen Gemertschaften geführt, doch die russische Delegation erachte es als notwendig, daß die Konferenz als ganze, den Austausch von Meinungen und auf der Konferenz abgegebenen Erflärungen, in einer Zusammenfassung niederlege, in der die Abfichten der Gewerkschaftsbewegungen beider Länder und ihre Maß nahmen zur Einheit zum Ausdrud gebracht werden. wieder in den freien Gewerkschaften, ftellt euch in Front. Schafft erst Ordnung unter euch, dann kommt auch wieder Ordnung in eure Verhältnisse. Streikabstimmung im Einzelhandel. gar es fertig bringi, thn für serbinbti erfären, mite zunächst einmal den ernstlichen Berfuch machen, ob mit einem derartigen 2ohneintommen bei redlicher Arbeit eine halb megs menschenwürdige Eriftenz zu führen ist. Wenn er aber unterläßt,' a u ch nur darüber nachzudenten, wie die Arbeiter bei solchem Lohn zurechtkommen sollen, dann darf er sich nicht wundern, daß die Arbeiter sich seinem unannehmbaren Schiedsspruch auch dann nicht unterwerfen, wenn er für verbindlich erklärt ist. Alle Bemühungen der Gewerkschaften, für verbindlich erklärten Schiedssprüchen unbedingte Geltung au verschaffen, selbst wenn ihre Mitglieder nicht voll davon befriedigt sind, werden durch solche Sprüche, die die allernotwendigften Forderungen der Arbeiter mißachten, außerordent. lich schmer beeinträchtigt. Wie der Landarbeiterverband bekämpft wird. Durch einen Lodspitel zur Strede gebracht. Bom Verbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes wird uns berichtet: Die Bekämpfung der Landarbeiterorganisation durch die Arbeitgeber wird immer rücksichtsloser und unverschämter. Gelingt es nicht, die Verbandsmitglieder zum Austritt aus ihrer Organisation zu nötigen, sp versucht man, sie brotlos zu machen. Da die organisierten Arbeiter pflichtgemäß ihre Arbeit verrichten und sich auch im übrigen so betragen, daß man ihnen so leicht nichts anhaben kann, machen sie es den Arbeitgebern schwer, gegen die Mitglieder des LandarbeiterDerbandes vorzugehen. So auch der Landarbeiter Karl Lange aus Wischendorf, Kreis Grevesmühlen in Medlenburg. Obwohl er seit 1918 Rassierer der dortigen Ortsgruppe des Deutschen Landarbeiterverbandes ist, der Lohnkommission, der Amtsversammlung und der Gemeindevertretung angehört und dem Betriebsrat Dorfigt, fonnte ihm fein Mensch an den Wagen fahren. Um so unangenehmer war der Mann den Mann auf geradem Wege nicht beizukommen war, versuchte man es Herrschaften und seinem Arbeitgeber. Da man wußte, daß dem auf niederträchtige Weise. Der Candbund hat in Rosfod ein Detektivbureau eingerichtet, dem ein gewisser Martin Schmidt vorsteht. Der Herr" des Landarbeiters Lange wandte sich in seiner Ratlosigkeit“ an diese Stelle, und zwar, mie sich aus folgender ungeschminkten Darstellung ergibt, mit vollem Erfolg. Am 21. April stellte der Arbeitgeber Langes einen Freiarbeiter stammen, lange ohne Arbeit zu sein und die Absicht zu haben, etwas namens Adolf Müller ein. Er gab an, aus Mecklenburg zu Geld zu verdienen, um dann in die Industrie abzuwandern. Mit diesem Menschen, dem der Lum p nicht anzumerken war und der die Absicht äußerte, in den Deutschen Landarbefterver. band einzutreten, mußte Lange dauernd zusammen arbeiten. Es währte nicht lange und Müller" fing an, über die miserable Bezahlung zu schimpfen. Alsdann meinte er, man antwortete ihm, daß es so etwas nicht geben fönne. Milmüsse versuchen, etwas beiseite zu schaffen. Lange ler" ließ sich von diesen Worten nicht abschreden. Immer wie der unternahm er den Versuch, Lange zum Dieb wurden beide mieder mit gemeinsamen Arbeiten beschäftigt. Bei sta hl zu verleiten. Lange winkte weiter ab. Am 28. April dieser Gelegenheit ließ„ Müller" durchblicken, daß Kartoffeln angelommen wären, von denen sich Lange doch einige zur Saat nehmen könnte. Lange reagierte nicht auf dieses Angebot" und machte im übrigen darauf aufmerksam, daß die Scheune dauernd verschlossen fei. Sofort war Müller verschwunden und als er nach einer Weile wiederfam, erklärte er, daß die n Scheune jest offen fet und die Kartoffeln genommen werden fönnten. Nach langem Widerstreben erlag ange den Lockungen und nahm sich zirta 30 Pfund Kartoffeln mit nach Hause. Am anderen Tage wurde Lange in die Inspektorwohnung ge rufen. Hier stellte sich ihm ein angeblicher Oberkriminalbeamter von der Landwirtschaftskammer in Ro. stod vor. Er sagte dem Lange auf den Kopf zu, was er verbrochen habe. Lange gestand schon deshalb, um" Müller nicht mit hineinzu ziehen. Da mischte sich der Arbeitgeber dazwischen und gab zu verstehen, daß er die Sache auffidh beruhen laffen werde, menn Lange bereit sei, feine Wohnung zu räumen. Lange fträubte sich, worauf die Erklärung erfolgte, daß er sich nunmehr als fristlos entlassen zu betrachten habe. Auf dem Nachhausemege traf Lange mit einem Landwirtschaftsbeamten zusammen. Dieser sagte ihm, daß der angebliche Arbeiter ülier" fein Arbeiter, sondern ein Detektiv sei, den die Gutsperwaltung extra zu diesem Swede angestellt habe, um Lange los zu werden. Am Nachmittag desselben Tages reifte Muller" wieder nach Rostoc ab." Dies ist der Tatbestand. Die ritterliche Handlungs. meise des Gutsbesizers Herrn von MedienZulage von einer Mart pro Woche auf die bestehenden Der für die Handelshilfsarbeiter gefällte Schiedsspruch mit einer Lohnfäge für Arbeiter über 22 Jahre, bis Ende Oktober, ist ab gelehnt worden. Die Funktionäre haben beschlossen, die Streit abstimmung in den Betrieben vorzunehmen. Bis jetzt läßt sich das Resultat der Abstimmung noch nicht feststellen. Die heute, Diensburg charakterisiert fich DON felbft. Sie wird feine tag abend stattfindende Mitgliederversammlung wird zu dem Abstimmungsresultat Stellung nehmen und weitere Beschlüsse fassen. Inzwischen haben sich die Parteien dahingehend verständigt, daß heute Dormittag nochmals eine Aussprache vor sich gehen soll. Bon dem Ergebnis dieser Verhandlung wird es abhängen, ob es im Einzelhandel zum Kampf tommt, oder im letzten Augenblick noch eine Verständigung möglich ist. Metallarbeiteraussperrung in Niederschlesien. Die bereits vor einer Woche zum 11. Mai angefündigte Aus fperrung von 16 000 Arbeitern und Arbeiterinnen triebe wurden geschlossen. Ihre Besizer halten es aus, trop schwer ist nach einem Bericht des BTB. gestern prompt erfolgt. Die Bedaniederliegender Wirtschaft", trotz der Unentbehrlichkeit jeder Arbeitsstunde und der ständig behaupteten dringenden Notwendigkeit Don lleberstunden. Die Arbeiter, die im Teilstreit standen, sollten bis zum 8. Mai erklären, daß sie unter den Bedingungen des für ver. bindlich ertlärten Schiedsspruches die Arbeit wieder aufnehmen. Sie taten es deshalb nicht, weil dieser Schiedsspruch ihnen aufgibt, um 53 Pf. Stundenlohn zu arbeiten, also zu einem Nettoeinkommen von etwa 20 Mart in der Woche. Wer es fertig bringt, einen solchen Schiedsspruch zu fällen und Schule machen können, wenn alle organisierten Landarbeiter darauf bedacht sind, den Worten und Lodungen ihnen nicht ganz genau bekannter Arbeitskollegen mit dem größten Mißleiten laffen, irgend etwas zu nehmen oder sonst eine Handlung zu trauen zu begegnen und sich unter feinen Umständen dazu verbegehen, gie gegen fie ausgeschlachtet werden fann. Nachdem man weiß, mit welch schmutzigen Mitteln die edlen Ritter" in Medlenburg jezt arbeiten, da die früher wirksame Methode, die Ar. beiter mit Schnapszufangen, nicht mehr zieht, haben die Arbeiter es in der Hand, auch der godspigelei zu bes gegnen Achtung, SPD.- Bekleidungsarbeiter! Am Freitag, den 15. Mai, abends 7% Uhr, in den Residenz- Feftfälen, Landsberger Str. 31, Bersammlung aller EPD.- Belleidungs arbeiter. Stellungnahme zur Generalversammlung. Es ist Pflicht aller Genossen, zu erscheinen! Der Fraktionsvorstand. Berantwortlich für Bolitik: Bieter Schiff: Wirtschaft: Snitowsti; Sotales Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Egtorn; Feuilleton: Dr. John und Sonstiges: Frig Karstadt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag, G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanftalt Baul Ginger u. Co.. Berlin S. 68. Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". 9 Das beste Küchenhilfsmittel ist und bleibt STagg 4 Nicht überwürzen! Wenige Tropfen genügen, da sehr ausgiebig. Man verlange ausdrücklich Maggi's Würze. MAGGI Würze! MAGGIS gute, sparsame Küche" 7. Heilage öes vorwärts Vkettstag, 12. Mal 1»2S Zum Einzug öes neuen Reichspräsidenten in Herlin. Mit Schwarz-Rot-Gold durch das Spalier der Schwarz-WeiH-Roteu. Fast lag es«m diesem gerade nicht sehr freundlichen Maientage wie wilhelminische Paradestimmung über den schwarzweißrot- geschmückten Straßen im Westen Berlins. Die Republikaner hatten sich taktvoll zurückgehalten und ließen der reakionären Fahnen- demonstration das ersehnte Vergnügen. Heerstraße! Wem kamen nicht allerhand unzeitgemäße Erinnerungen in den Sinn, als er hörte, der neue Reichspräsident würde von hier aus seinen Einzug antreten, wer dacht« nicht an das Lager von Döberitz, das in einer einzigen, ziemlich geraden Straßenlinie vom Schloß aus zu er- reichen war— einst, als die schönen Straßen von Säbelrasseln und Pferdehufen widerhallten. Wer sich besonders in das Bild von da- mals vertiefte, der mochte eine Döberitzer Kanonade vermissen. Sonst war der»alte Geist'(was man preußisch so Geist zu nennen beliebt) wie aus Grüften gestiegen, zur Stelle— nur mit dem Unterschied«, daß der Generalfeldmarschall des Kaiser» seinen Ein- zug als Staatsoberhaupt der Republik hielt. Auch über die Heer- straße ist Geschichte gegangen, da draußen in den Hochburgen des Militarismus ist es stille geworden— und es wird bei den Er- innerungen bleiben müssen, so wenig es den Heerschasten gefallen mag, die sich an diesem Tage am alten Geist berauschten..,.. Segrüßtmg auf Sem Sahnhof. Der BahnhofHeerstraße war eine Stunde vor dem Ein- treffen des fahrplanmäßigen D-Zuges, der den neuen Reichspräsi- deuten mitbringen sollte, für das Publikum gesperrt worden. Weder auf den Zugängen, noch auf dem Bahnsteig irgendein Schmuck. Lediglich auf dem Dach eine kleine schwarzrotgoldene Fahne und auf dem ersten Treppenpodest einige immergrüne Blattpflanzen. Nach und nach erschienen Reichswehrminister G o ß l e r mit General v. S e e ck t und Admiral Zenker, einige Herren der Reichsregierung, Staatssekretär Meißner, der Chef des Bureaus des Reichspräsidenten, und Polizeivizepräsident Friedensburg mit dem Kommandeur der Schutzpolizei K a u p i f ch. Oberbürgermeister B ö ß war mit dem Stadtverord- neten Dr. T a s p a r i gekommen. Als letzter traf Reichskanzler Luther auf dem Bahnsteig ein. Pünktlich um 5,52 Uhr nachmittags fuhr der Zug in die Halle. Dem Salonwagen entstieg, gestützt auf seinen Stock, Hindenburg, in Begleitung seiner Tochter,, seines Schwiegersohnes und seines Sohnes. Als erster begrüßte ihn das Töchterchen des Reichskanzlers mit einem Blumen- strauß. Hindenburg nahm den Gruß entgegen. Dann wechselte er mit dem Reichskanzler, den anderen Mitgliedern der Regierung, dem Oberbürgermeister und dem Polizeioizepräsidenten einen Hände- druck und ohne daß auch nur ein Weniges mehr als diese einfachste Formalität geschehen wäre, betrat der neue Reichspräsident den Boden der Reichshauptstadt. In vier Minuten war auf dem Bahn- hos alle» vorbei; Hindenburg stieg die Treppe hinauf, setzte sich in das bereitstehende Auto. dasoieschwarzrotgoldeneRelchs- präsidentenflagge trug, und fuhr in Begleitung des Reichs- kanzlers in außergewöhnlich rascher Fahrt von bannen.— Die schnelle Fahrt des Autos, in dem der Präsident faß, ließ den Ge- danken aufkommen, als ob der schwarzrotgoldene Wimpel sich auf der Flucht befände vor den Anblick der unpassenden und in diesem Moment geradezu grotesk wirkenden schwarzweißroten Fahnen. Und mancher kriegslüstern« Hakenkreuzler, mag gezittert hoben: Verdammt, schon wieder«ine Fahrt in die Republik? Heerstraße unö Kaiferüamm. Motorräder beginnen zu knattern, die vor dem Bahnhof postierte Kraftsahrabteilung der Polizei besteigt ihre Röder, um den soeben eingetrosfenen neuen Reichspräsidenten nach der Wilhelmstraße zu bringen. Auch die vor dem Bahnhos stehenden Press ephotographen geraten in die bekannte.fieberhafte Erregung', Kommandorufe e-tönen. lautlose Stille herrscht. Der alte Herr im Gehrock und �nlinder besteigt das Auto, das mit der s ch w a r z d o t g o l d e- nen Standarte de» Präsidenten geschmückt ist, und im Fluge gebt es durch die Straßen, die Menge zu beiden Seiten ist vielfach enttäuscht, weil alles so schnell geht, denn stundenlang haben sie tapser ausgeharrt. Hakenkreuzverbände, ähnliche reaktionäre Eli- 4Ss Anthony Zohn. Roman von Zerome S. Zerome. Aber das, was er von ihr verlangt, ist so gar nicht Helden- aft. Die Geringfügigkeit, die Alltäglichkeit der Sache werden e abstoßen: ihr Sinn für Humor wird sich dagegen auflehnen. ann man denn Christus und der Sache des Volkes nicht nders dienen, als wenn man in einem Armenviertel als einer Rechtsanwalt praktiziert? Und noch dazu als Rechts- nwalt, von allen Berufen gerade dieser! Ein Geschäft, das ar so sehr an den Schriftgelehrten und Pharisäer gemahnt? Zürds nicht das ganze Vorhaben in Hohngelachter untergehen? nö hier, in Millsborough, wo ihn jeder kennt? Sie würden n gestarrt, auf der Straße photographiert. durch die ganze «kale Presse g«zerrt werden: man wird ihnen aus der Straße ipottverse nachrufen. Sie werden zum Gegenstand der Lächer- chkeit für die Stadt werden, eine Last und Beschämung für reunde und Bekannte. Und die Karriere des Sohnes.— lle Kameraden werden ihn verlachen. Norahs Verlobung >ird zurückgehen: welcher Mann will die Tochter eines Narren eiraten? Hat es einen Sinn, wenn sich die Nachfolger Christi ichtrlich machen? ' Anthony hatte beschlossen, bei seinem Berus zu bleiben. »eil ibm dies als das einfachste erschien. Eine Zeitlang frei- ch hafte er daran gedacht. Mathew Wiilock in seiner Werk- att zu helfen. Seine alte Geschicklichkeit als Mechaniker >ar ihm nicht verloren gegangen: er wurde nur etwas Uebung rauchen. Die Arbeit hätte ihm Freude gemacht, das Schwm- eu des Hammers, das Sprühen der Funken, die Harmonie Bischen Hand und Gehirn. Die Schrechttschorbeit hatte ihn ets gelangweilt. Der Gedanke an die Werkstatt schien ver- »ckend: dort würde er wieder dem kleinen Knaben begegnen, er er einmal selbst gewesen», und der Wanderpeter würde. uf dem Hocker sit-end. mit ihm plaudern. Aus den Schatten »är« der Vater hervorgetreten, hätte mit ihm gescherzt. Und ?r starke gütig« Mathew mit den verträumten Augen wäre ein eber, hilfreicher Kamerad gewesen. Zusammen hätten sie den orüberkommenden Schritten gelauscht. Und dorthin wäre ielleicht der Meister gekommen. Es hatte Anthony große Überwindung gekostet, diesen Wunsch auszugeben. Alier er »ollte sa das Praktische, da? Rationelle verkünden. Wir können icht alle Schlosser werden. Vermögen nicht alle große, Helden- aueu, die Adelsgenossenschaft. der Evangelisch« Frauenbund, schwarzweißrot bekränzte und weißgekleidete Jungfrauengruppen, die Krieger- und Schützen- vereine nicht zu vergessen, harrten des großen Augenblicks. Angströhrenschwenker, moderne und vorsintblutliche, kamen noch einmal zur Geltung. Keine gewaltige.Lokal-Anzeiger". Begeisterung und keine.zehn Glieder tiefe Kette nationaler Beoölkerungskreise' war zu sehen, wie das Hugenberg-Blatt prophezeit hatte. Tat- sächlich war überall noch viel, viel Platz, Hunderttau- sende auf beiden Seiten der Straße unterzubringen. Aber wo die Massen hernehmen. Auch die vielen Wagen— nämlich einige sich besonders geschäftstüchtig dünkende Wagenlenter wollten für teures Geld erhöhte Plätze vermieten, standen unbesetzt und fuhren, betrübt ob der schlechten Konjunktur, teils schon früher nach Hause. Der eigentliche nationale Spuk begann dann erst, als nach dem Passieren Hindenburgs die Verbände— ihre gemieteten Kapellen aus den Kneipen holend, sich in den Nebenstraßen sammelten und lärmend durch die Straßen nach dem Kurfürstendamm und dem Berliner Westen zogeru um dort noch Exttavorstellungen zu geben. Auch an der Eck? Bismarck- und Wilmersdorf«! Straße hatte sich das übliche Publikum eingefunden: sehr viel junge und alte Frauen sowie Schulkinder, wenig Männer, aber keine aus dem arbeitenden Volt.»Sie' waren ganz»unter sich'. In diesem Viertel ging es teilweise oft hoch her. Schon in den frühen Nachmittagsstunden, also in einer Zeit, wo an Hindenburg» Einzug noch nicht z» denken war, konnte man hier verschiedene Gruppen trunkener Nattonalisten eifrig ihr schwarz- weißrote» Papierfähnchen schwingend, beobachten. So amüsierte sich jeder auf seine Art und war bereit zum Empfang. Erwähnens- wert ist, daß viele»Herrschaften' ihre Balkon» geschickt auszunützen verstanden hatten. So kursiert« hartnäckig da» Gerücht, daß so ein Balkonplatz erst gegen Zablung einiger Mark zu haben wäre. Als das Rahen des neuen Präsidenten gemeldet wurde, setzte ein eifrige» Schwenken mit schwarzweißroten Fahnen ein. Eine Musikkapelle irgendeines Kriegeroerbandes, die dem Haufe Lisinarckstraße 79 gegenüberstand, empfing den Wagen mtt dem Ho he u s r i e d b e r- g e r Marsch! Unsere» Wissens bestand für den gestrigen Tag eine polizeilich« Verfügung, wonach da» Aufmarschiere» von Musik- kapellen in der Nähe der Einzuasstraßen zu verhindern war. ver- bände, die sich diesem Verbot nicht fügen, sollten von der Teilnahme des Empfangs ausgeschlossen werden. Wir stellen fest, daß die hier zahlreich vorhandene Polizei die Verfügung de» Polizei. Präsidenten mißachtete und nicht einschritt. Zur Vervollständigung de» Bildes sei noch erwähnt, daß nachdem der Wagen mit Hindenburg vorbei war, einig« Reichswehrmusikanten wiederum im Haufe Bismarckstrahe 79, vorn drei Treppen erschienen und nun das Deutschlandlied hinabschmetterten. vom knie bis Srauöenburger Tor. Auch auf dieser äußerst langen Strecke hatte mau durchweg den Eindruck, daß die sogenatxmen vaterländischen Verbände sich in der Zahl ihrer paradierenden Anhänger de» deutend geirrt haben. Starker Andrang herrschte nur an de» Hauptoerkehrspunkten, wie am Großen Stern und A m Knie, wo aus mehrexen Richtungen die Straßenzüge zusammen- treffen. Am Knie hatte man»Masse' vor allem dadurch zu mar- kieren versucht, daß dort offenbar der Deutschnattonale Baby-Ver- band zusammengezogen war. Auch sonst waren höchst merkroürdige Typen von vollendeten und«erdenden Hindenbürgern zu sehen! Alte Frauen, die den großen Moment, einem richttgen General- feldmarschall ins Aug« zu schauen, schon seit Ausbruch des»großen Krieges ersehnt haben, junge Mädchen, deren Frühlingsrausch daher stammt, daß sie einen Landesvater viel romantischer finden als einen simplen Reichspräsidenten ohne olles nattonalfamiliär« Drumrum, Studenten, brav« Bürger, die aus ihrer»Lokal-An- zeiger'-Lektüre ganz genau wissen, wie not der Retter uns tat, junge Burschen, die mit.siegblitzenden Augen' und kerndeutschen Eichen- stocken dem neuen Präsidenten der Republik bedingt beweisen wall- ten, daß sie der Stolz und die Avantgarde der völkischen Organi- sattonen seien. Aber wie gesagt: Eswaruurvollvondicken Knüppeln, nicht aber war es knüppelvoll. Und den- noch werden nicht alle der Besucher auf ihre Kosten gekommen sein. denn unerwartet pünkttich und überaus schnell passierte derWagen Hindenburgs, dessen schwarzrotgoldenes Banner mit fürchterlichem Grimm von den wilden Teutonen des Tiergartens beobachtet wurde, die schnurgerade Strecke. Boraus fuhren zwei Trupps von Motorrädern der Schutzpolizei und das Dienstauto des Polizeipräsidenten Friedensburg. Hindenburg, neben dem noch der Reichskanzler Luther Platz genommen hatte, reagiert« nur wenig oder gar nicht auf die Grüße seiner spalierbilden- den Anhänger, die allerdings sein Kommen fast durchweg zu fpöt bemerkten. So wird manches treudeutsche Herz wieder eiumai enttäuscht worden sein. Der Andrang, der bereits X7 Uhr in den Zellen und in den anderen Bierlokalen in der Nähe des Tiergartens herrschte, ist uns unter Beachtung der alkoholischen Eigenschosten des deutschen Rattonalismus wohl verständlich: man wollte seinen «chmerz wegschwemmen. Ankunft w der Wilhelmstraße. . Am Brandenburger Tor waren von der Polizei sehr umfangreiche Absperrungen vorgenommen worden. Sowohl berittene Polizei als mehrere Hundertschaften der Fußmannschajt hatten den Sichcrungsdienst übernommen. Es war etwa 19 Minuten nach 6 Uhr, als der Zug in der Ferne sichtbar wurde. Voran be- rtttene Schutzpolizei. Hinterihr folgten in einigem Abstand, jedoch in recht schneller Fahrt, die Wagen der Rcichsregierung und des Reichspräsidenten. Das Publikum reagierte z. T. mit Bei- stimmungskundgebungen und Tüchersckwenken, verhielt sich aber zum andern Teil aussallend reserviert. Auch war der Andrang des Publikums nicht sonderlich groß. Es hatten sich kaum 899 bis 1999 Menschen eingefunden. Die beiden.Kraftwagen bogen in die Wilhelmstraße ein und machten vor dem Reicbskanzlerpalais halt. Dicht vor diesem hatte sich die ausländische Presse postiert. U. a. bemerkte man Jules Sauerwein vom„Matin'. Sehr stark war auch die englische Presse oertreten. Kaum hatte der Wagen vor dem Garteneingang haltgemacht, als auch schon dic Photographen in fieberhafte Tätigkeit traten. Der Reichspräsidenl saß neben dem Reichskanzler Dr. Luther. Er trug einen schwarze», Gehrock und sah ein wenig vngegrissen aus. Ueber dem Kiihler flatterte die schwarzrotgoldene Reichspräsidentenstandarte. Die Autos fuhren m den Garten, wo sich Reichspräsident von Hindenburg von dem Polizeivizeprüsident Dr. F r t e d e n s b u r g, der die Fahrt von, Bahnhof Heerstraße aus mitgemacht hatte, mit einigen Dankes- warten verabschiedete. Polizeipräsident Dr. Friedensburg trat daraus von dem Kommandeur der Schutzpolizei, Oberst Kaupisch, begleitet, die Rückfahrt an. Auf dem Reichspräsidenten palais wehte die schwarzrotgoldene Fahne der Republik als Hindenburg mtt den Mitgliedern der Reichsregierung und seinen' Schwiegersohn das Haus betrat. Als von einigen Leute» verfuchi wurde, vor dem Haus eine monarchistische Demonstration durch Ab- singen von Liedern zu veranstallen, fanden diese Versuche nicht den geringsten Refönnanzboden und wurden im Keime erstickt. Zusammenstöße mit den Kommunisten. Die Kommunisten hatten ihr« Anhänger auf den Bülowplotz zu- sammengerusen. da die Kundgebungen im Westen der Stadt von der Polizei untersogt waren. Nach Berlaus dieser Kundgebung, in der u. a. Schalem und T o r g e l e r Ansprachen hielten, formierten sich mehrer« Züge, deren Teilnehmer geschlossen nach dem Westen der Stadt zu ziehen beabsichtigten. Di« Polizei forderte die Kommunisten auf. sich zu zerstreuen, da wegen der sehr akuten Gefahr von Zu- sammenstöße» mtt heimkehrenden nationalistischen Verbände» dic Umzüge der Kommunisten unterdrückt werden sollten. Da die Kommunisten sich weigerten auseinanderzugehen, machte die Polizei von ihren Gummiknüppel Gebrauch. Es kam z. T. zu recht erheblichen Zusammenstößen. Zu einem heftigen Zusammen- stoß kam es am MagdeburgerPlatz, wo ein Zug von etwa 259 Kommunisten sich der Polizei entgegenstellte. Hier griff sogar die Feuerwehr ein, um die Linksradikalen auseinander zu bringen. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Gegen 8 Uhr hatten sich auf dem Winterieldtplatz etwa 2599 Kommunisten, zum größeren Teil Mitglieder des Roten grontkämpferbundes, eingefunden. Es wurden hafte Taten zu vollbrinsen. Aber wir können, wo immer und in welchem Beruf auch immer, für das Gute wirken: diesen Gedanken will er verkünden. Er will den Menschen begreiflich machen, daß für alle das Christus-Leben möglich fei: für den Krämer, den Handwerker, den Arzt, den Arbeiter. Man arbeitet wieder in seinem Beruf, tut jene Dinge, auf die man sich am besten versteht, wechselt nur den Arbeitgeber, nicht die Arbeit, nimmt anderen Lohn. Und diese Lehre will er gerade in Millsborough verkünden, weil er sich hier Gehör verschaffen kann. An keinem anderen Ort vermöchte er die gleiche Auf- merksamkeit zu erwecken. Und dies will er tun. er will so- zusagen für seine Idee Netlame machen. Der Geschäftsmann in ihm bestand auf Millsborough: hier würde fein Schritt eine Zeitlang das allgemeine Gesprächsthema bilden. Die Leute würden darüber reden, debattieren, darüber nachdenken,� wenn sie allein waren. In MAsborough hatte er Einfluß, hier durste er hoffen, Anhänger zu finden. Seit zwanzig Jahren wurde er der Jugend dieser Stadt als Beispiel vor- gehalten, als der Mann, der emporgekommen, der»vorwärts- gekommen' war, der Mann, der olle Gaben erhalten hatte, die de? Teufel jenen verspricht, die niederfallen und ihn cm- beten: Reichtum, Ehre, Macht— die Königreiche der Erde. Er war der Typus des Helden von Millsborough: der geschickte, erfahrene, erfolgreick)« Mensch, der Mensch, der immer ein gutes Geschäft machte, immer an die Spitze gelangt«, der Mensch, der, was auch immer anderen zustieß, stets auf die Füße fiel.„Haltet euch an Anthony Strong'nch'arm'. das war in Millsborough fast zum Lehrsaß geworden. Mit diesem Mann muß man gehen, auf ihn muß man sein Geld setzen, auf den Mann, dem Gott bei seinen Unternehmungen beisteht. Er glaubte, die Leute reden zu hören, ihre runden, starrenden Augen zu sehen, und konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. Anthony Strong'nth'arm schlägt den Adelstitel aus. Anthony Strong'nth'arm gibt den Direktorposten bei diesem oder jenem blühenden Unternehmen auf. Anthony Strong'nth'arm ver- äußert die hohe Dividenden abwerfenden Aktien von zwanzig soliden, einträglichen Betrieben,«r gibt sein Bureau auf, schreibt an seine reichen Klienten einen hössichen Abfchiedsbries. bezieht ein kleines Haus in Bruton Square, dessen Miete im Jahre zweiunddreißig Pfund ausmacht, nagelt an die Tür ein« Tafel:„Anthony John Strong'nth'arm, Rechtsanwalt und Notar. Sprechstunden von zehn bis vier.' Was soll das bedeuten? Der Mann ist kein Idiot. Was fällt ihm ein? Was bezweckt er? Wenn er an Gott denkt, weshalb genügt ihm dann nicht die Kirche, oder dic Dissidentenkapelle, oder auch der Papst, falls er nach Abwechslung verlangt? Witt er denn eine speziell« Religion für sich allein? Oder beunruhigen ihn die Armen? Er würde ihnen mehr nützen, wollt« er weiterhin Geld verdienen und ihnen zehn, zwanzig, ja fünfzig Prozent vom Reingewinn zukommen lassen. Wie ist das Ganze zu erklären? Was sagt er selbst. Anthony S'rong'nth'arm, dar- über? Sie werden seine Worte hören müssen, wenn auch nur«ms Neugierde. Dann wird der Klatsch die Leute langweilen, dos Gelächter verstummen. Doch das geht ihn nichts an. Er will helfen und erachtet dies für sich persönlich als die beste Art. Anthony hatte nicht gemerkt, daß sich die Tür öffnete: Eleanor stand vor ihm. Sie zog sein Gesicht zu sich nieder und küßte ihn.»Ich danke dir,' flüsterte sie,„für«inen der glücklichsten Tage meines Lebens." Er drückte sie einen Augenblick stumm an sich, vernahm das Pochen ihres Herzens. »Ich muß dir etwas sagen," sprach er. Sie legte ihm die Hand auf die Lippen.„Ich weiß«s. Noch drei Minuten, dann kannst du sprechen." Sie standen umarmt, bis die alte französisch« Uhr«rf dem Kamin leise schlagend die zwölfte Stunde verkündete. Dann löste sich Eleanor aus seinen Armen, setzte sich aus ihren Liebsingsplatz, blickte zu ihm auf und wartete. 18. Er oerlangte von ihr keine Antwort: sie versprach, sich die Sache zu überlegen. Vielleicht würde sie es auch mit Jim besprechen: Eleanor und ihr Sohn standen einander befon- ders nahe. Auch die Kinder mußten befragt werden. An- thony ließ ihr völlig freie Wahl; alles würde nach ihrem Be- fchluß geregelt werden. Er hatte nicht versucht, sie zu über- reden, hoffte vielleicht, sie durch die Erklärung seiner Ansichten zu beeinflussen. Bis auf ein paar Fragen hatte sie stumm seinen Worten gelauscht. Beschämt, wie«in Äensch. der ein sündhaftes Geheimnis bekennt, sprach er zu ihr. Der Ton seiner Stimme, der Blick seiner Augen war ein unbewußtes Flehen, sie möge mit ihm kommen. Aber ob sie ihm nun folgen werde oder nicht, er würde seinem Entschluß treu bleiben. Und das verhärtete sie. o(Fortsetzung folgt) � von vier verschiebenen Stellen ans Anfprachen gehalten. Um ben Rak maren 5 Laftautos mit Bolizei aufgestellt, um enti. Aus schreitungen zu verhindern. Straßenbahnumleitungen am heutigen Tage. Anläßlich der Einführung des Reichspräsidenten am heutigen Dienstag, den 12. Mai ds. Is., merden die von der etwa Uhr vormittags beginnenden Verkehrssperre betroffenen Linien in beiden Verkehrsrichtungen wie folgt umgeleitet: Die Linien 1, 14, 15, 21, 23 und 25 über Brinz- Albrecht- Straße, Zimmerstraße, Charlottenstraße, Französische Straße, Lindentunnel, Dorotheenstraße, Weidendommer Brücke, Friedrichstraße, Chaussee Straße( Linien 14, 15 und 21 weiter über Invalidenstraße- Moabit, Linie 23 weiter über Chausseestraße Beddingplatz); die Linien 24, 51 und 57 über Potsdamer Straße, Potsdamer Plaz, Leip: ziger Straße, Mauerstraße, Französische Straße, Lindentunnel, WeiDendammer Brüde. Friedrichstraße, Chausseestraße; die Linien 13 und 113 ab Spittelmarkt über Leipziger Straße, Charlottenstraße, Französische Straße, Lindentunnel, Weidendammer Brücke, FriedrichDie Linien 75 Straße, Chauffcestraße, Invalidenstraße, Moabit. und 78 verkehren zwischen Bahnhof Heerstraße bezw. Roseneck und Behrenstraße im Zuge der Linie 53. Die Umlenfungen erstrecken sich voraussichtlich bis in den Nachmittag hinein, sie werden durch die Berkehrspolizei aufgehoben. Früchte deutschnationaler, Erziehung". In Nr. 205/206 berichteten wir, daß ein Schüler des staatlichen Brinz Heinrich Gymnasiums zu Schöneberg die Far ben der deutschen Republit auf offener Straße zu ver hähnen sich erdreistete. Als er mit seiner zu einem Ausflug gerüfteten Klaffe am Wannseebahnhof Großgörschenstraße wartete, rief er einem vorübergehenden Republikaner beim Anblick des von ihm getragenen Reichsbannerabzeichens zu: Schwarz- RotMostrich!" Zu dieser Mitteilung und zu den von uns daran geknüpften Bemerkungen fchickt uns der Leiter des Prinz- Heinrich- Gymnasiums, Oberstudiendirettor Sorof, eine seltsame Erwiderung. Daß ein Junge seiner Anstalt jene Aeußerung getan hat, muß er bestati gen. Aber er bestreitet, daß der Lehrer, der bei dem Vorfall noch nicht felber zugegen gewesen sei, dem sich beschwerenden Herrn auf fein Berlangen, den Jungen zurechtzuweisen, geantwortet habe, darin brauche er sich nichts vorschreiben zu lassen. Der Lehrer habe abgelehnt, fich auf offener Straße pom Bublifum zur Verantwortung ziehen zu laffen. Mit welchen Worten er das getan hat, sagt der Brief nicht. Die von uns wiedergegebene Darstellung, die unser Gewährsmann übrigens aufrecht erhält, paßt unseres Erachtens durchaus zu dem Bunsch des Lehrers, dem Bublifum das Recht der Einmischung zu bestreiten. Der Junge sei, schreibt Oberstudiendirektor Sorof, auf der Stelle verwarnt worden, und er habe nachträglich noch eine Stunde Arrest erhalten. In dem Brief steht nichts darüber, ob der Lehrer dem sich beschwerenden Herrn mitgeteilt hot, daß der Junge, wie behauptet wird, sofort verwarnt worden fei Selbst die fleine Genugtuung, von dieser Berwarnung" in Kenntnis gefekt zu werden, ist dem Herrn, der( nebenbei bemerkt) Kriegsbeschädigter ist und noch jetzt unter den Folgen seiner Bermundung leidet, verjagt worden. Der Brief behauptet auch, der Beleidigte habe dem Jungen ein paar Ohrfeigen gegeben. Dieser Rebenumftand ist für das Verhalten des Lehrers belanglos, denn der erfuhr, mie der Brief angibt, erst nachträglich davon. Auffallend findet es Herr Direttor Sorof, daß wir die behauptete Ohrfeigenverabreichung, die er uns jetzt meldet, nicht erwähnt haben non 8 bis 1 hr und 2 bis 5 Uhr in großer Auswahl zum Berfauf stehen. Zu jeder gewünschten Auskunft ist die Geschäftsleitung ftets bereit. Anruf: Magistrat 266 und Morigplak 972 Gequälte Kinder. Bringt graujame Erzieher zur Anzeige. Das Jugendamt der Stadt Berlin teilt mit: Oft wird von den Qualen berichtet, die unglückliche Kinder von ihren Eltern zu er dulden haben und, mas man nicht für möglich halten sollte, diese Tatsachen waren bei Nachbarn und anderen Hausbewohnern bereits seit längerer Zeit bekannt, ohne daß etmas geschah. Die meisten Menschen scheuen die Mühe der Meldung und noch mehr die Unannehmlichkeiten, die ihnen selbst daraus erwachsen tönnten; sie bedenken aber nicht, was für Folgen das Kind zu tragen hat. So wurde unlängst von einem zwölfjährigen Mädchen gemeldet, das an einem Sonnabend nach fortgesetten Mißhandlungen durch den Vater bei Nachbarn Schutz gesucht und gefunden hatte, dann aber wieder nach Haus gelassen wurde, mo, es meiter mit Spazierstod und Hundepeitsche bearbeitet wurde. Erst am Montag murde das Kind endlich mit schweren Verlegungen am ganzen Körper dem Jugendamt zu geführt. Die Mühe der Meldung ist wirklich nicht so groß. Man wende sich in vorkommenden Fällen sofort auch telephonisch an an das zuständige Jugendamt, dessen 2dresse jeder Polizeibeamte angeben fann, auch der Verein zum Schutz der Kinder vor Ausmuzung und Mihhandlung, Poststraße 13, nimmt sich solcher Fälle Auf Wunsch kann die Geheimhaltung des Namens des An: zeigenden erfolgen. Es darf nicht geschehen, daß ein Kind auch nur eine Stunde länger, nachdem die Tatsache einer Mißhandlung festgestellt worden ist, ohne Schutz bleibt. Bannerweihe in Budow. Das Fest der Bannerweihe will die Kameradschaft Budom( Märkische Schweiz) des Reichs. banners Schwarz- Rot- Gold am 23. und 24. Mai begehen. Die Kameradschaft, die hier auf hartem Posten gegen die schwarzweißroten Verbände steht, hat alles vorbereitet, um die einzelnen Ber liner Kameradschaften zu empfangen. So findet am Sonnabend, den 23. Mai. in später bendstunde ein Fadel aug ftatt. Ein gemütliches Beisammensein, ausgefüllt mit ernsten und heiteren Darbietungen, schließt sich dem an. Sonntag mittag wird das reizend gelegene Budkom einen mächtigen Aufmarsch der republikanischen Schutzorganisation erleben. Um 1 hr mit. tags geht die Bannerweihe vor sich. Franz von Butt. tamer hält die Weihrede. Die Kameradschaften, die sich zur Beteiligung bis jetzt noch nicht gemeldet haben, merden gebeten, die 3ahl der Teilnehmer dem Kameraden Gottfried Schreiter, MD. 43, Gollnomstr. 30,[ ofort mitzuteilen. 3. Rüften- Segelflug- Wettbewerb. Roffiffen, 10. Mai. Der Glanz ( Eigener Drahtbericht.) leistung DON Fuchs Darmstadt mit feinem Dauerfegelflug von 7 Stunden 45 Minuten auf. Der Alte Dessauer" tonnte am 7. Mai Martens, auf Moritz einen neuen meiteren Erfolg für Roffitten beifügen. Martens umflog viermal 2 ausgelegte Wendemarken mußte dabei mit seinem Segelflugzeug also ohne Hilfsmortor ein, völlig windleeres Loch von etwa 2 km Länge auf diesem Wege bei Billtoppen zwischen zwei Bergen überminden. 33 km Entfernung fonnten ihm zugeschrieben werden. Somit haben wiederum Fuchs als Dauerflieger und, Martens als Stredensegelflieger ihre Meisterschaft bewiesen, zumal Fuchs auf Konful" am 7. Mai erneut 2 Stunden 51 Min. 15 Gef. fegelte, bis ihn völlige Windstille zum Landen zwang. Schweinfurt, 11. mai.( WIB.) Das hiesige Schwungericht ver Gerolzhofen zum Tode. Schwarz hay am 22. Februar die bei seinen Eltern im Dienst stehende 21jährige Wilhelmine Schleiß, die von ihm feit sieben Monaten guter Hoffnung war, ermordet. Sollen wir ihm sagen, was uns auffällt? Wir wundern mms, daß er über das Berhalten des Jungen sich in so milden Aus arüden äußert. Er spricht nur von einer ungehörigen Aeußeurteilte den ledigen 19jährigen Kaufmannsfohn Karl Schwarz aus ring, von einem gewiß nicht zu billigenden Benehmen", von Entgleisungen Abwehrend sagt er, daß derartige Ungezogen beiten auch bei Schülern schwarzrotgoldener Einstellung vorkommen. Schließlich dreht er jogar den Spieß um und sagt, daß die Schulpofitit der Republit an solchen Dingen schuld fei. Er schreibt: Mit Ihnen bedauert auch unsere Schule lebhaft die hineinzerrung der Schuljugend in die politischen Kämpfe der Parteinachrichten Erwachsenen. Wer aber die Entwidlung der Schulverhältnisse seit dem 9. November 1918 fennt und sich die Fähigkeit, objektiv zu urteilen, erhalten hat, weiß ganz genau, daß wir diese hineinzerrung nicht den Schwarz- Weiß- Roten" zu verdanten haben, fondern der am 9. November inaugurierten Schulpolitit überhaupt und Deren unausbleiblichen Nachwirtungen." Das weiß der Herr Oberstudienbirettor ganz genau"! Weniger genau scheint er zu miffen, ob ein Klaffenausflug als Teil des Schulbetriebes anzusehen ist, fa daß wie wir betonten es den Jungen verboten mare, fich dabei mit fchwarzweißroten Abzeichen zu fchmücken. Er geht auf diese Streitfrage, die für uns gar feine Streitfrage ist, mit teiner Silbe ein, sondern beschränkt sich auf das Cingeftändnis, daß nur einige Jungen folche Abzeichen getragen haben. Da er dem Lehrer bescheinigt, es sei falsch, zu behaupten, daß er sich sonst irgendwie inforreft benommen habe", so rechnet der Herr Oberstudienbirektor wohl die Duldung solcher Abzeichen nicht zu den Inforrektheiten". Die Fenerwache für Dentschnationale. Deutschnationale, gestützt auf die Sportgruppe GrunemaldSchmargendorf der Olympia", veranstaltete am Sonnabend für Hindenburg einen Fadelzug. Er endete auf dem Hof der Feuermache Grunewald, wo Ansprachen gehalten und Lieder( darunter das unvermeidliche Wir treten zum Beten") gefungen wurde. Da angeblich tausend Personen an dem Fadelzug teilgenommen haben sollen, so tann man sich denten, wie der Hof hefegt mar. Durch ihn müssen die zur Brandstelle ausrückenden Fahrzeuge ihren Beg nehmen, so daß bei plöglichem Feuer. alarm die Schlagfertigteit der Feuerwehr durch bie.perfammelte Menge sehr beeinträchtigt morden märe. In den Kreisen der Feuerwehrbeamten wird die Hergabe des Hofes für die Demonstration der Deutschnationalen auch deshalb als eine Ungehörigkeit empfunden, weil die Feuerwehr als eine Einrichtung zum Wohle der Gesamtheit sich völlig neutral halten muß und ihre Grundstücke nicht zu parteipolitischen Rundgebungen mißbrauchen lassen darf. Die Fevermehrbeamten, die zu der Zeit im Dienst waren und daher das Grundftüd nicht verlassen durften, waren gezwungen, unfreiwillige Zeugen dieser Rundgebung zu sein. Man verlangte sogar Hergabe von Dienstfadeln, aber dieses dreifte Anfinnen murde selbstverständlich zurüdgewiesen. Erzählt wird, daß zu der Benutzung des Hofes der Leiter des Feuerschußbezirtes seine Zustimmung gegeben habe. Wir fönnen das nicht recht glauben, aber ganz ohne Erlaubnis irgendeiner leitenden Persönlichkeit werden die deutschnationalen Sportsleute ja wohl nicht den Hof der Feuerwehr in Anspruch genommen haben. Wir erwarten, daß die zuständige Stelle sehr nachdrücklich gegen diesen Mißbrauch einschreitet. Ein Bergnügen des Reitervereins in Glindom, das am Sonntag stattfand, hat infolge eines zusammenstoßes mit den Kommunisten, die den letzten Teil des Reiterumzuges umzingelt und überfallen hatten, einen blutigen Abschluß gesunden. Weit über 100 Mann hatten sechs Reiter vom Zuge abgesondert und mit Stöden auf sie eingeschlagen. Die Landjäger ritten der aufgeregten Menge entgegen, um die sechs Mitglieder des Reitervereins zu befreien. Infolge des Widerstandes zogen sie blant und die Beamten hieben mit banter Waffe auf die Kommunisten ein, von denen drei mit erheblichen Berlegungen am Plage liegen blieben. Ueber den Borfall ist fofort eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet worden. Blindenarbeiten. In der Städtischen Blindenanstalt in Berlin SO, Oranienstraße 26, find pon den dort beschäftigten Blinden auch in diesem Jahre für die Reisezeit Hängematten aus besten Rohstoffen gefertigt worden, die in der genannten Anstalt meritäglich Stufendungen für diese Rubrik find Berlin S. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten. 13. Kreis Tempelhof, Maziendorf, Marienfelde, Bichten rabe. Mittmo. Sen 13. Mai, 6% Uhr, Bezirksversammlung in Tempelhof, Enzeum, Germanic ftraße Feierliche Einführung des neuen Bürgermeisters Dr. Bilste- Bruns feld durch den Oberbürgermeister und Begrüßung durch unsere Genoffen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Gruppe Tiergarten trifft fich um 5 Uhr am Kriminalgericht zur Besichtigung der Heimarbeitausstellung. Heute, Dienstag, den 12. Mai: 8. t. 7% ht bei Ridert, Steinmekfir. 38a, Bezirksfilhrerfihung. Jungfozialisten. Gruppe Lichtenberg: 7% Uhr im Jugendheim Barfame 10, Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung. Gruppe TempelhofMarienborf: 7% Uhr im Sugendheim Tempelhof, Enzeum, Germaniaftraße 4-6, Fortfegung der Aussprache über Materialistische Geschichts auffassung". Gruppe Süden: 8 Uhr Gruppenabend, Lindenstr. 3, Juri itische Sprethfhinde. Vortrags- und Ausspracheabend über Pasifismus". 74. Abt. Zehlendorf. 8 Uhr bei Mickley Generalversammlung. Borstands wahl. Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Morgen, Mittwoch, den 13. Mai, Mitgliederversammlungen in Groß- Berlin: 1. 6. 7% Uhr Schulaula Auguftstr. 68. Geschäftsbericht und Neuwahlen des Abteilungsvorstandes. 2. 15t. 7 Uhr Funktionärsigung bei Ohngemach, Rommandanten str. 88. 8 Uhr Mitgliederversammlung. Da wichtige Besprechungen, Erscheinen Pflicht. 3. bt. 7% Uhr Zahlabende bei Schulz, Stallschreiberste. 29 und bei Arilger, Engelufer 23. 4. bt. 7 Uhr im Reichenfaal der 5. Oberrealschule, Kleine Frankfurter Straße, Mitgliederversammlung. Neuwahl der Abteilungsleitung. 5. Abt. 7% Uhr int Rosenthaler Sof, Rofenthaler Str. 11-12. Jahres bericht und Neuwahl der Abteilungsleitung. Wahl der Delegierten zum Rreisvertreterlag. 6. t. 7 1hr Sahabende: Bezirke 486/487 bei Büttner, Schwedter Str. 28; Bezirke 491 bis 495 bei Gramsch, Brunnenstr. 4; Bezirke 496 bis 500, 505 bis 508 bei Dobrohlom, Swinemünder Str. 11; Bezirke 501/502 bei DobTis, Schwedter Str. 227; Bezirk 504 bei Barbeleben, Rheinsberger Str. 46. 7. t. 7% Uhr Rahlabende: Rube, Strelizer Str. 55; Döll, Bergstr. 71; Dams, Schlegelftr. 9; Beirau, Pflugite. 1; Diefe, Bonenstr. 19. 8. bt. Rahlabende in den besannten Lokalen. 9. Abt. 71 Uhr Rahl- und Diskutierabend bei Sufenbach, Berleberger Stocke 64. Die Bezirksführer rechnen dort ab. 10. 95t. 7 Uhr Abteilungsversammlung in der Schule At- Moabit 23. Tagesordnung: Neuwahl des Abteilungsvorstandes. Die Bezirksführer Joden ein. 11. Abt. 7% Uhr Abteilungsversammlung bei Berger, Levekomftr. 21. Toges. ordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Borstandswahl. 12. Abt. 714 2hr Abteilungsverfammlung bei Edmidt, Wiclefftr. 17. 15. Abt. 7 Uhr Zahlabende bei Goldbach, Binetaplah 7 und Kunze, Aderftraße 49. 17. Sibt. SahTabend in den bekannten Sokalen. 18. bt. 7 Uhr Zahlabende in den befannten Lokalen. 19. 915t. Rahlabende in den bekannten Lokalen 20. ABt. 21. bt. 22. t. 8 Uhr Rahlabende in den bekannten Lokalen. 71 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. Zahlabende in den befannien Lokalen. 23. t. 7 Uhr zahlabende bei Taube, Müllerstr. 62a; Tiehe, Barfusstr. 9; Bewandowski. Sceftr. 104. 25. Abt. 7 hr Zahlebende bei Gott, Kaestner und Fahrenhols. In allen drei Bezirken Referate. 26. bt. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Beinlich, Weißenburger Str. 1. Vortrag des Genossen Miethke. 27. bt. Mitgliederversammlung in den Schönhauser Festfälen, Schönhauser Allee 129. Tagesordnung: Neuwahl der Abteilungsleitung. 28. 6. 7% Uhr in allen Bezirken Rahlabend in den bekannten Lokalen. 30. gibt. 7 Uhr im Ledinenheim, Pappelallee 15. Referent Genoje Zanda. 31. 26t. 7 Uhr Schule Schönfließer Str. 7, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genossen Kreuziger: Reaktion und Schule". Neuwahl der Abteilungsleitung und der Kreisdelegierten. 32. t. 7 Uhr Gruppenzahlabende: Gruppe Kluge bei Valentin, Kraute ftraße 36a; Gruppe Meifier in der Markusftr. 39( Vereinshaus); Gruppe Teuert bei Aromphardt, Grüner Weg 49; Gruppe Wartmann bei Bichle, Rönigsberger Str. 5-6. Genoffe John spricht über Erziehungsfragen". Die Bezirksführer müssen einladen. Alle Gruppen rechnen die Mai geftungen, ab. 33. 96. 7 Uhr Sahlabende für folgende Besirte: Riefer, Engelbrecht, Solte, Boblik und Wagner: Stralauer Ace 31; Seufel, Roch, Geßner, Salmas und Strafou bei Soffmann, Stralauer Alec 17; jenseits der Bahn: Fischer, Soth, Soff, Barmeßla, Biemer und Grau bei Kienis, Simon- Dach- Str. 24. 34. t. 7 Uhr in den Comenius- Feftfalen, Memeler Str. 67. Bortzog des Genofen Litte: Was lehrt uns die Reichspräsidentenwahl?" Neuwahl der Abteilungsleitung. 5. st. Rababende in folgenden Botalen: Soepper, Rigaer Str. 85; Sule Samariter. 20; Bombe, Boigtstr. 25; Borowski, Sareinerstr. 32. 37. bt. 7 Uhr Abteilungsversammlung im Vetersburger Sof, Beters. Burger Str. 54. St Tagesordmmg: Neuwahl der Abteilungsleitung. Tungnahme zur Kreisvertreterfonferenz. Die Bezirksführer laden ein. 38. Abt. Sohlabende in den betonnten. Lokalen. 39. 2bt. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Jugendheim Sindenftr. 3. Bortrag des Genossen Ruben: Ridblid auf die Präsidentenwahlen". 40. 5. 7% Uhr Abteilungsversammlung bei Schmidt, Teltomer Str. 18. Referent Genosse Löffler. 41. bt. 7 Uhr in der Schneeloppe", Noftiafft. 29, Ede Arnbftraße, Mitgliederversammlung. Borstandswahl. 42, bt. 8 Uhr Zahlabende in den bekannten 2otalen. Besize 115, 116, 117, 118 und 120. bei Wiersdorf, Urbanstr. 6. Bortrag des Genossen Römer. 43. Abt. 71 Uhr Rahlabende in den bekannten Sobilen. 44. bt. 7 Uhr in Biens Ballfalon, Oranienstr. 180, MitgliederversammLung. Vortrag des Genossen Edhardt: Was lehren uns die legten Wahlen?" Borwärtsleser find eingeladen. 45. bt. 8 Uhr Gruppenversammlungen. Sagesordnung: Die Arbeiten im Berwaltungsbezirk Kreuzberg". 1.. Gruppe: Minnig, Lauer Str. 45. Referent Genoffe Stemert. 2. Gruppe: Sebestreit, Reichenberger Str. 125. Referent Genoffe Glode. 3. Gruppe: Liebig, Wiener Str. 58. Referent Genoffe Marste. 4. Gruppe: Bingiers, Reichenberger Str. 104. Referent Genosse Grün. 46. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Restaurant Baik, Schlesische Str. 28. Bortrag des Genossen Biefter, M. d. R.: Der Kampf geht weiter". Reuwahl der Abteilungsleitung. 47. b. 7% Uhr Disfutier- und Zahlabende: 82. und 83. Bezirk: Timpe, Naunyn-, Ede Adalbertstraße: 97. Bezirk: Zier, Naungnstr. 9; 98.- 99. Bezir: Siedentopf, Mustauer Str. 35; 100-102. Bezirk: Schweikardt, Köpenider Str. 166; 103.- 105. Bezirk: Pflug, Musbauer Str. 1. Referenten: Genoffen Bruske, Diner, Stechel und Robinson. 48. Abt. 8 Uhr Mitgliederversammlung in Gliefings Festfälen, Baffertor. ftraße 68. Bortrag des Genossen Dr. Löwenstein: Der neue Reichspräsident feine Funktionen, und die politischen Auswirkungen der Wabl". SEVER 51 bt, 7% Uhr bei Schelbach, Rönigin- Elifabeth- Str. 6, Charlottenburg. Vortrag des Genossen Baul Sirsch:„ Die Arbeiten in der Kommune". Wahl des Abteilungsvorstandes. 52. Abt. 7% Uhr bei Büttner, Kaiserin Augusta- Allee 81, Bortrag der Genoffin Schreiber- Arieger: Moderne Brobleme des Sozialismus". 54. Bt. 7% Uhr im Jugendheim Rofinen ftraße 4. Tagesordnung: Bericht und Neumahl des Abteilungsvorstandes. Die Funktionäre erscheinen Stunde früher. 55. t. 7 Uhr Funk tionärßigung bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. Kreisgeneralversammlung und Vorstandswahlen. 57. t. 7% Uhr bei Thunad, Wielandfir, 4. Referent Genoffe Ragenftein: Die nächsten Aufgaben der SPD." Wahl des Vorstandes. 58. bt. 7 Uhr im Sikungsfoal Ranfeftr. 4, vorn 4. Tr., hteilungsversammlung. Vortrag: Der Zusammenbruch unferer Strafrechtspflege". Referent Genosse Dr. jur. Seligsohn. Neuwahl des Borstondes. 67. Aht. Grunewahlb. 8 Uhr Abteilungsversammlung im 2ofal Lindened, Subertusbader Gtr. 8. Stellungnahme zur Neuwahl des Kreisvorstandes. 68. Abt. Halenfee. 8 Uhr bei Sandmanu, Westfälische Str. 42. Vortrag des Gen. Sabath: Was lehrt uns die Präsidentenwahl?" " Wilmersdorf. 69. Abt. 8 Uhr bei Andras, Pfalzburger Str. 55. Referent: Gen. Friz Ebert. 70. bt. 8 Uhr Lofal Kroiß, Holsteinische Str. 60, Zahlahend. Referat: Die politische Lage int Reich und in Preußen." 2. Borstandsmahlen. 71. Abt. 8 Uhr bei Jonas, Durlacher, Ede Brush faler Straße. Vortrag des Gen. Buschid. Nenwohl des Vorstandes. Die Bezirksführer laden ein. 72. 95t. 8 Uhr bei Schröder, Augustaftr. 59. Bortrag des Gen. Wonwad: Die Kulturforderungen der Sozialdemo Fratic." 23. Abt. Spargendorf. 8 1hr Hauptnerfammlung und Sahlabend Gemeindeschule. Wahl des Abteilungsvorstandes und Stellung zur Wohl des Kreisnorstandes. Die Bezirksführer. laden jeden Genossen persönlich ein. Borstand und Funktionäre tagen ab 7 Uhr. Schöneberg. 77. Abt. 7% Uhr Sahlabende: 1. Bezirk bei Milde, Nollendorf. ftraße 16. 2. Bezirk: Jürgens, Barbaroffaftr. 5. 3. Bezirk: bei 3eugier, Grunewaldstr. 36. Ref.: Gen. Joachim: Die politische Lage." 4. Bezirk: Will, Martin- Luther- Str. 69. Ref.: Gen. Mende: Sozialpolitik. 78. Abt. 8 Uhr Sahlabende: Wandke, Bahnstr. 25, Rönig, Feurig, Ede Brinz79. Abt. Georg- Straße, Aullmer, Hauptstr. 8, Rosenthal, Ebersstr. 66. Pünktlich 8 Uhr Zahlabende: 1 bis 3. Bezirk: Arndt, Baugener Str. 10, 4. bis 6. Bezirk: Groß, Sedanstr. 17. 7. Bezirk: Podszuß. 8. Bezirk: Giedlung Lindenhof bei Achtenhagen. Bolitische Aussprache und Stellungnahme zunt Rreisnertretertag. 80. Abt. 72 Uhr im Selmhalz- Gym nafium, Rubensstraße. Abteilungsversammlung. Referentin: Gen. Hedwig Machenheim. 82. Abt. Steglib. 7% Uhr Zahlabende in den bekannten Rokalen. Wichtige Organisationsfragen. 83. Abt. Lichterfelbe. 7 Uhr Sahlabend hef GSchmidt, Roonftraße, Ede Sinden. burgdamm. . 85. Abt. Tempelhof. 7 Uhr Bahlabende: 1. Bezirk bei Wiefe, Dorfftr. 1. Republikanische Politit." Ref.: Gen. Mödel. 3. und 4. Bezirk: In der Linde, Werderstraße, ,, Gewerkschaft und Partei". Ref.: Gen. Fricol. 6. Bezirk: Lange, Ringbahnstr. 4, Die Familienhilfe der Krankenkassen". Ref.: Gen. Bille. 7. Bezirk: Bei Wanzlid, Oberlandstraße. Bortrag des Gen. Dunkel: Erste Silfe im Saushalt". 86. Abt. Mariendorf. 8 Uhr Santabende: 1., 2 mb 7. Bezirk: Koepfe, Bern. traße 7 3 bis 6. Bezirk Niendorf, Chauffecitr. 19, 8. bis 10. Bezirk: Findeisen, griefenstr. 7 bother 6 Uhr. Cinführung des neuen Bürgermeiffers im ngeum Tempelhof, Germaniaftrage. -! 88. Abt. Lichtenrade. 7% Uhr Mitgliederversammlung Schule Roonftraße. Rentöln. 89. bt. 7 Uhr Zahlabende: 1. bis 5. Bezirk: Brofe, Sander. Straße 10. Ref.: Gen. Bublig. 7. bis 10., 18., 19. Bezirk: Schulz, Sobrechtstr. 64. 6., 11., 12. Bezirk: Gläser, Bannierstr. 24. 90. Abt. 8 Uhr Mitgliederversammlungen der Bezirke: 13. Bezirk bei Rüdiger, Lohmilhlenstr. 36. 15. und 26. Bezirk: Jahn, Fulbastr. 45. 16. und 25, Beairt: Janice, Hanfaftr. 11 17. und 24. Bezirk: Dreßner, Raifer- FriedrichStraße 239. 23. und 36. Bezirk: Schittler, Donaustr. 118. 34. und 43. Bezirk: Groß, Münchener Str. 53. 35. Bezirk: Idealfafino, Weichselstr. 8, Referent: Gen. Dr. Freund. 91. Abteilung: 7 Uhr Sahlabende: 20., 21., 39. Bezirk: Röster, Karlsgartenstr. 4. 40., 50. Bezirk: Lüddeke, Karlsgartenstr. 12. 37., 42, 48. Bezirk: Etahmann, Reuter, Ede Münchener Str. 38. 41., 49. Bezirk: Mischke, Münchener Str. 23. 92. Abt. 7 Uhr Zahlabende: 14., 29. und 30. Be girl bei Klein, Wildenbruchstr. 15( Borirag). 27, 32, 28, 38. Bezirk: Ewald, Elbeftr. 32. Bortrag des Gen. Simon, M. b. 2., Breußentrife", 31., 44., 45., 55. Bezirk: Lippert, Rofegger, Ede Weferstraße, Bortrag des Gen. Günther ,,, Die Sozialdemokartie und bas Echidsal ber deutschen Republik." 46., 47., 59. Bezirk bei Dehn, Richardstr. 108( Vortrag). 72., 73. Bezirk bei Schneider, Rosenstr. 7( Bortrag). Jn allen Bezirken Stellungnahme 94. 5t. 72 Uhr au ben Wahlen des Rreis- und Abteilungsvorstandes. Beichenfaal der 21./23. Gemeindeschule Weiferstr. 19/20. Bortrag des Genosen Brener: Die politische Lage." 95. 5t. 7% Uhr: bei Grieger, 97. Abt. Leffingftr. 9. Bericht des Vorstandes und Neumahl. Einladen. 71 Uhr Lokal Wolf, Kirchhofstr. 41, Abteilungsversammlung. Referent: - 98. Abt. 8 Uhr Gen. Wermuth. Bericht und Neuwahl des Borstandes. Generalversammlung. Bericht und Neuwahl des Vorstandes. Berschiedenes. 22.2bt. Brig. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Blauen Simmel", Chauffee. Straße. Ausfprache über die Reichspräsidentenwahl und Neuwahl der Abteilungsleitung". 100. Abt. Rndow. 7 Uhr Sahlabend Lotal Ruppert 104. Abt. Rieberschöneweide. 7% Uhr Mitgliederversammlung. Reftaurant Schmidt, Berliner Str. 97/98. Die Situation nach der Reichspräsidenten. mahl." Ref.: Gen. Schiff. Stellungnahme zur Neuwahl des Kreisvor ftandes. 105. Abt. Ablershof. 8 Uhr im Ratskeller Generalversammlung. Neumahlen. 106. Aht. Johannisthal. 8 Uhr bei Schreiner, Friedrichstr. 6. Vortrag der Genoffin Bohm- Schuch: Die Präsidentenwahlen und die Politik der Rechtsregierung." Gäfte willkommen. 107. Ast. Aft- Glienice Faltenberg. 8 Uhr bei Thieme ,,, Wafferturm", Schirner. straße 28, Mitgliederversammlung: Referent: Gen. Fechenbach: Erlebnisse und Erinnerungen". 108. Abt. Ripenid. 7% Uhr bei Schulz, Müggelheimer Str. 12. Bortrag des Gen. Smolinsky: Der Ausfall der Wahlen und die politie 100. Not. Friedrichsbogen. 714 Uhr bei Schila, Friedrichstr.&, Mitglieder. versammlung. Referent: G. Kogte, M. b. R. 111. Abt. Bohnsdorf. 8 Uhr Sahlabend bei Senmann, Waltersdorfer Straße. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Sichtenberg. 114. t. 8ahlabende: 1. Gruppe bei Mining, Rieberbarnim. ftraße 3. 2. Gruppe bei Lauter, Rroffener Str. 14. 3. Gruppe bet 115. 6. 7% Uhr Rahlabende: Schwarzer, Gabriel Mag- Str. 17. 1. Gruppe hei Ganell, Scharnweber, Ede Müggelstraße. 4. Gruppe bei 116. bt. 7% Uhr Seipfe, Schornmeber, Ede Kronprinzenstraße. Kurt Mitgliederversamminng. Schule Marktfr. 10/11. Referent Gen. 117. bt. 7% Uhr gem. Zahlabend Schule Lücftr. 63. Bor. trag des Gen. Dr. von Ungern- Sternberg. Bericht und Neuwahl der Abteilungsleitung. 118. t. 7 Uhr bei Tempel, Gudrunstr. 7. Bor trag. des Gen. Friedrich Wendel. Seinig. 122. Abt. Biesborf. 8 Uhr bei Forath, Marzahner Str. 81, Mitgliederver. fammlung. Vortrag der Genoffin Rähler, M. d. 2. ,,, Rüblid auf die Bräsidentenwahl". 125. Abt. Raulsdorf. 8 Uhr Mitgliederversammlung. Beichenfaat ber Schule Abolfftr. 26. Vortrag des Gen. Wildung: Die politische Lage". Neumahlen des Vorstandes. " 125. bt. Weißenfee. 7% Uhr Bezirksverfammlungen: 1. Bezirk hei Minge. 2. Bezirk bei Gallas. 3. Bezirk bei Bohlmann. 4. Bezirk bei Jacdel. 5. Bezirk im„ Grünen Baum". 128/130. bt. Bantow. 71 Uhr Zahlabende: 1 Gruppe bei Majeromitsch, Berliner, Ede Raifer- Friedrich- Straße. 2. Gruppe bei Mees, Berliner Straße, Ede Lindenpromenade. 3. Gruppe bei Dreier, Riffingenstr. 4. 4., 5., 6., 7. Gruppe im Jugendheim Breiteftr. 8. 9. Gruppé bei Dohnke, Bollantstr. 31. Stellungnahme zur Vorstandswahl. 131. Abt. Riederschönhausen. 7% Uhr im Wilhelmshof. Raiser Wilhelm- Straße, Generalversammlung. Neuwahl der Abteilungsleitung. Die Bezirksführer Taben ein. 133. Abt. Buchholz. 8 Uhr bei Noffad, Sauptstr. T, Vortrag der Genosfin Runert: 8 218". 134. Abt. Buch. 8 Uhr bei Göpfert am Bahnhof Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Bengich:" Die Lehren der Reichspräsidentenwahl". 137. Abt. Reinidendorf- Weft. 71 Uhr Generalversammlung im Voltshaus, Schornmeberstr. 114. Tagesordnung: Bericht des Borstandes. Neuwahl fämtlicher Funktionäre. Die Bezirfsführer Taden ein. 138. Abt. Sermsborf- rohuan. 8 Uhr Rahlabend bei Bätthet, Waldseeftraße. Referent Genosse Dr. Fabian. Gäfte wilfommen. 140. Abt. Boriewelbe. 7 Uhr bei Woitfchach, Ernftftr. 1, Bontrag des Ge noffen Richter, M. d. 2.: Die Lehren der Präsidentenmah!". Abt. 140a Mittenau. 8 Uhr bei Schulz am Bahnhof Bahlabend. 141. Abt. Stofenthal 7½ Uhr Mitgliederversammlung im Sofa Sinden allee 10, Steunpohl der Abteilungsleitung. Arbeiter Sport Jugendwandern. Jugend und Sportgebeten, bie Turnübungen ihrer Kinder zu besichtigen und mit ben Turnwarten der Abteilungen Fühlung zu nehmen, damit sie wissen, in welcher Weise ihre Kinder beschäftigt werden. Die Freie Turnerschaft Groß- Berlin appelliere an die Arbeiterschaft, insbesondere aber an die Eltern, die Arbeit dieses gemeinnügigen Vereins mit aller Kraft zu unterstützen. Nach Befanntgabe der Resultate fand die gut gelungene Beranstaltung mit einem dreifachen Frei- heil auf die Arbeitersportbewegung ihren Abschluß. Resultate: Musterriegen, Knaben: 1. Wedding. Barren, 314; 2. Storden II, Barren, 304; 3. Wedding, Pfend, 30; 4. Gilden, Red, 29; 5. Wedding, Barren, 29; 6. Norden II, Pferd, 27; 7. Norden I, Barren, 27% Bunkte. Mädchen: 1. Often, Pferd, 32; 2. Often, Barren, 32; 3. Giden, Barren, 31; 4. Gilden, Red, 30%; 5. Güden, Pferd, 30%; 6. Norden II, Barren, 30; 7. Wedding I, Barren, 294: 8. Norden I, Red, 294; 9. Rorden I, Barren, den Sondervorführungen wurden gewertet: Wedding II, Stabibungen, 32%; Often, Freiübungen, 32; Norden II, Freiübungen, 28% Punkte. Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität. Man schreibt uns: Die unerquidlichen Zustände unter den Berliner Arbeiterradfahrern, hervorgerufen durch die tommu: nistische Ortsverwaltung, welche die geringe Mehrheit, die hinter ihr steht, rücksichtslos ausmüßt, um alle Funktionäre, welche auf dem Boden der Luzerner Sportinternationale stehen, zu beseitigen, haben dazu geführt, daß die bisherige Geschlossenheit der Berliner Mitgliedschaft immer mehr zerrüttet wurde. Die bisher im Gau Brandenburg an erster Stelle stehende Berliner Ortsgruppe ist immer mehr zum Tummelplaz politischer Leidenschaften geworden. Während in allen Teilen des Gaues und Bundes ernstes, sportliches Streben herrscht, maßen fich junge, unreife und organisationsfremde, von Moskau instruierte Leute' an, die Arbeiterradfahrerbewegung Berlins in Bahnen zu lenken, die zur völligen Lahmlegung der Ortsgruppe führen müssen. Die turbulenten Szenen der legten Generalversammlung haben die 2. Abteilung Berlin zu folgender Resolution veranlaßt: Die am 6. Mai tagende Sigung der 2. Abteilung der Ortsgruppe Berlin beschließt: In den letzten Jahren hat sich das Jugendwandern außerordents lich start entwickelt. Insbesondere ist auch die proletarische Jugend davon nicht unberührt geblieben. Wenngleich schon vor Jahrzehn ten zur Zeit der Gründung des Wandervogel die Anfangsgründe hierfür gelegt wurden, so sind doch erst die Jahre nach der Revolution Jahre des Aufschwungs geworden. Aus dem Schmuß und der Untultur, eine Folge des Weltkriegs und seiner gesellschaftlichen Rückwirkung, gestaltete sich in der nachrevolutionären Zeit ein gemisser Drang zum Wandern und zum Naturerlebnis, der gerade in der Jugend lebendigen Widerhall wedte. Auch in den Betrieb der Schulen fand der neue Geist Eingang, und die sich lebhaft entmickelnden Schülermanderungen wurden für die schulpflichtige 28½: 10. Wedding II, Stüared, 28; 11. Wedding I, Barren, 27% Punkte. Bon Jugend Grundlage des Jugendwanderns. Den Schulen war hier sozusagen ein Privileg geschaffen, das zweifellos nicht immer den besten Erfolg zeitigte. Die Stellung der Lehrerschaft zur Schuljugend läßt leider nicht immer die innige Berbindung gestalten, die zum reinen Naturgenuß auf mehrtägigen Wanderungen notwendig ist. Und dennoch wurde mit vieler Mühe und auch vieler Freude mancherlei Nugen gestiftet. In den letzten Jahren aber haben sich auch die Kreise der freien Jugendpflege und Jugendbewegung ganz besonders dieser Arbeit angenommen. nereine bildeten Kindergruppen, um die Jugend hier den Gefahren und dem Schmutz der Straße zu entziehen und sie bei Spiel, Sport, Wandern, handwerksmäßiger und geistiger Arbeit für eine gesunde Entwicklung des eigenen und des gemeinschaftlichen Lebens heranzubilden. In den Kreisen der Arbeiterschaft hat sich in dieser Hinficht die Kinderfreundebemegung besondere Verdienste ermorben. Aber auch die Jugendämter haben sich mit der Zeit dieser Dinge mehr angenommen. Eine derartige Gestaltung der Dinge hat natürlich außerordentlichen Wert ganz besonders für die Jugendgruppen der proletarischen Jugendbewegung und der Arbeitersportlerschaft. Hier sammeln sich die Kreise der mirtschaftlich am menigsten tragfähigen Maffe, die trotzdem Träger des fünftigen Jugendwanderns merden müssen, denn hier find fortschrittliche Gefinnung und förperbildendes Bollen eng vereinigt. Das Jugendmandern wie das Wandern überhaupt ist Mittelpunkt einer gefunden Gemeinschaftswirtung von Erziehung des Körpers und Bildung der Seele und des Geistes. Der gesundheitliche Nuzen des Wanderns ist offenbar. Spiel, Tanz und Naturerlebnisse aber tragen in außerordentlicher Weise zur Hebung der Lebensfreude bei. Das Schauen in der meiten und vielgestaltigen Natur aber wedt das Wissensbedürfnis und gestaltet Raburerfenntnis. Auch für die Arbeitersportbewegung ist das Jugendwandern nicht von ganz nebensächlicher Bedeutung. In den meitesten Kreisen der Arbeitersportler wird gewandert. Dieses Streben verlangt daher überall Beachtung und drängt zur Zusammenfassung. Eine gute Grundlage dafür aber ist in der Bewegung der proletarischen Wanderer, der Naturfreunde, gegeben. Sie hat alle Möglichkeiten der besten Förderung und gesunder Aufwärtsentwidlung in fich geschaffen. Dementsprechend muß sich auch die Arbeiterschaft im Jugendwandern Stützpunkte einer kulturellen Neubelebung schaffen, die wohl im besonderen der Klasse, im allgemeinen aber auch der Menschheit dienen. Die Frankfurter Olympiade. 1. Da die am 24. April 1925 stattgefundene Generalverfammlung gezeigt hat, daß man nicht die Einigkeit will, daß man grundsäglich alle Funktionen des Borstandes mit mir fomumunistisch gefinnten Bundesgenossen bejegen mill, 2. daß man fyftematisch alle arbeitsfähigen und arbeitsmilli. gen Abteilungen von der engeren Mitarbeit im Vorstand ausfchaltet, 3. daß man sich ebenfalls bewußt über Beschlüsse des Bundestages und Bundesvorstandes hinwegjetzt, 4. daß man sich anmaßt, Rechte, die der Bund gewährt, den Berliner Mitgliedern vorzuenthalten, fich mun daraufhin ebenfalls über die Beschlüsse der Berliner Ortss tages, d. h. nach den Bundessazungen zu richten. Aus diesem Begruppe hinwegzusehen und sich nur nach den Beschlüssen des Bundes. chluß folgt für die Abteilung, daß mir vorläufig der Ortsgruppe lediglich in unserer Abteilung für die Interessen des Bundes arbeiten jede moralische und finanzielle Unterstügung versagen, daß mir merden, daß mir die Abteilungssigungen nicht zum Tummelplay politischer Leidenschaften einzelner Higföpfe werden lassen, daß wir trozdem unseren Klassenstandpunkt als Arbeiter zu wahren wissen und jede Gemeinschaft mit bürgerlichen Sportverbänden nach mie por ablehnen werden. Wir werden für die nächste Zeit nur den An alle Bereine, die zur Frankfurter Olympiade die Sonder- reinen Bundesbeitrag an die Ortsgruppe abführen. Sollten sich da züge über Berlin benügen, ergeht hiermit folgende Aufforderung: Innerhalb dreier Tage nach Kenntnisnahme diefer Nofiz haben die Vereine die auf den Fragebogen ihrer Organisation nach Frankfurt gemeldete Teilnehmerzahl auch an Robert Dehlschläger, Berlin. 65, Hochstädter Straße 10, zu melden. Es genügt poftfarte mit Teilnehmerzahl, Bereinsstempel und Angabe des Abfenders. Alle den Arbeitersportlern freundliche Blätter Berlins und der weiteren Umgebung werden um Nachdrud dieser Zeilen ersucht. Robert Dehlschläger, Berlin, Mar Reichert, Spandau, Kartellvertreter. Kreisvertreter. Fahrpreise nach Frankfurt. Der Berkehrsausschuß teilt uns mit, daß nach dem letzten Stande der Verhandlungen mit der Reichsbahnverwaltung für unsere Gesellschaftsfonderzüge allgemein eine Fahrpreisermäßigung von 33% Broz. gewährt wird und die besonderen Bergünstigungen für Jugendliche( 50 Proz.) in Wegfall tommen. Somit würde also ab Berlin der volle Fahrpreis( hin und zurück) für alle Personen rund 24 M. betragen. Es ist beantragt worden, daß die Rückfahrkarten der Frankfurter Olympiode auch für die Teilnehmer Geltung behalten, die irgendwelcher Wanderungen nach der Olympiade megen andere Züge benüßen wollen. Hoffen mir, daß man uns Arbeitern einmal diese fleine Erleichterung be willigt. Bon besonderem Interesse ist es, daß auch„ Gesellschaftsfahrten" beantragt werden können. Hierfür ist ein Preisnachlaß von 25 Pro3. gewährt. Bedingung ist eine Mindestteilnehmerzahl von 30 Ber: fonen und achttägige Vorherbestellung beim Heimatbahnhof. Wir veröffentlichen diese Nachricht darum, daß alle jene, die vom Hauptbahnhof bis zum Sonderzuge zu fahren haben, sich diese Erleichte rung zunuze machen können. 3. Hallenturnfest der Kinder. 3 Am Sonning hielt bie Freie Turnerfchaft Groß Berlin zum dritten Male ein Propagandafest für das Kinderturnen ab. In feierlicher Stimmung und froher Erwartung mar schierten die Jüngsten in langem Zuge mit Gesang und Musik in die Halle des Leibniz- Gymnasiums ein. Man fah große und träftig entwickelte 12-14jährige, aber auch viele kleine Anfänger der Turnfunft von 7-8 Jahren, alle eifrig bemüht, heute ihren Eltern das Beste zu zeigen. Nach dem Aufmarsch erfolgte die Aufstellung zu den Freiübungen des im Juni in Brandenburg a. d. Havel stattfindenden dreitägigen Kreis- Kinderturnfestes. Diese Borführung im fleineren Kreise zeigte schon die schönheitliche Wirkung dieser so recht den Rindern angepaßten llebungen und ließ den großen Eindrud ahnen, wenn in Brandenburg Laufende von Kindern auf dem Sportplatz sein werden. Unter den Klängen der Musit ertönten Kinderlieder, und in ihrem Rhythmus arbeiteten die Körper, träftig angespannt, wie ein lebendes Bild uns zeigend, daß das Turnen Arbeit im Gewande jugendlicher Freude ist. Zwei Sondervorführungen folgten, 40 Mädchen von Wedding 2 zeigten rhythmische Frei übungen, 16 Mädchen von Dften Freiübungen, beides nach Mufit. Dann tamen die Knaben mit einer Reihe von Musterriegen an Geräter mit Wertung. Die Mädchenabteilung Süden brachte etwas Besonderes durch eine Riege der Kleinsten, 7-8jährige, mit Stabbungen, Norden II eine große Mädchenriege mit Stabs und Keulenübungen, gut in der Einzelausführung, in der Gleichmäßigkeit aber noch zu üben. Ein große Anzahl Musterriegen der Mädchen an Geräten brachten gute Leistungen am Barren, Red, Pferd usw. Die Mädchen von Wedding 2 vervollständigten das Programm durch Reulenübungen, die großen Beifall fanden. Den Abschluß des Programms bildeten Boltstänze der Mädchen von Wedding 2, an denen fich aber bald alles beteiligte, und Stafettenläufe der Knaben. In der Schlußansprache wurde auf die große Bedeutung des Kinderturnens hingewiesen. In der Zeit des Wachstums brauche der junge Körper eine fräftige Betätigung, damit die inneren Drgane nicht in der Entwidlung zurückbleiben. Das Sigen in der Schulhant führe leicht zu einer Berfrümmung des Rüdgrats, die durch turnerische Uebungen rerhindert werden tönne. Bor allen Dingen murden aber die Eltern Zippert( 2ightenberg) 6,06 meter; Angelo Ben: Sen 11.02 beter; Distusmerfen: Ben 30,08 Meter. Dreifampt. Sportler: 1. Schols 275 Bunte, 2. Rausche 2691 B., 3. E. Roftin 266 B., 4. Wachholz 265 B., 5. Burchhardt 247 6. Broste 246 B., 7. Neumanomsti 236 B., 8. Baegold 236 R, 9. Mada 219 B., 10. Angermann 214 P. Bestleistungen: 100- Meter- Bauf: E. Roftin, Reit 12: 6; Sochsprung: Macha, Wachholz 1,45 Meter, Schleuderball, A. Schol 36,10 Meter. Jugend 07/08: 1. Fritsche 320 Punkte, 2. R. Wagner 319% B 3. Sauff 299 B., 4. Bark 290 P., 5. Radke 286 P., 6. Model 277% B., 7. Reinide 255 P., 8. Strudmeier 245 B., 9. Golder 241% B., 10. H. Schols 202 B. Be ftleistungen: 100- Meter- Lauf: A. Wagner, Seit 12: 9; Sugel ftoken: Fritsche 9,64 Meter; Weitsprung: Model 5,22 Meter. Ingenb 09/10: 1. Schmolling 263 Bunfte, 2. Queißer 223 B., 3. Bantmann 145 B., 4. Paul 117% B., 5. Schwarz 92 P., 6. Mertin 15 B., 7. Sehmann 10 B. BeftIeistungen: 100- Meter- Lauf: Schmolling, Seit 14: 4; Kugelstoßen: Schmol fohn 147% Buntte, 2. Ch. Gaubert 149% B., 3. Minning 126 B., 4. Richter Ling 8,07 Meter; Weitsprung: Queißer 4,58 Meter. Sportlerinnen: 1. Davide 123% B., 5. Langer 94 P., 6. Aschendorf 90 P., 7. E. Broste 81% B., 8. Engelfe 79 P., 9. F. Schubert 71 B., 10. Göße 53% R. Bestleistungen: 100- Meter- Lauf: Minning, Zeit 15: 8; Weitsprung: Davidjohn 4,02 Meter; Rugel 155% B., 3. Stift 118 B., 4. Schleicher 116% BP., 5. Fröschner 38 B., 6. Schmidt stoßen: Richter 6,04 Meter. Schülerinnen: 1. Ch. Prengel 213 B., 2. Meter 22 B. Bestleistungen: 100- Meter- Lauf: Prenzel, 15: 6; Weitsprung: Brenzel 3,75 Meter; Ballmeitwerfen: Brenzel 37,70 Meter. Schüler: 1. Fligge 261 B., 2. Hahn 249 P., 3. Flügel 194 B., 4. Brauner 190 B., 5. 2. Rajdhe 188 B., 6. 5. Solz 180 B., 7. Monien 172 P., 8. Goschke 169 B., 9. Breska 163 B., 10. 8immermann 146 P. Bestleistungen: 100- Meter- Lauf: Hahn, Zeit 15: 6; Ballweitwerfen: Fligge 61,14 Meter; Weitsprung: Lehmann 4,11 meter. Einzelkämpfe. Speerwerfen, Männer: 1 Ben 34,94 meter, 2. Brumminkel 33,84 Meter, 3. A. Scholz 33,75 Meter. Jugend: 1. Golder 29,90 Meter; 2. Scholz 29,25 Meter; 3. R. Wagner 29,18 Meter. Sportlerinnen: 1. Minning 19,06 Meter, 2. Engelte 18,83 Meter, 3. Richter 13,01 Meter. 3000- Meter- Vorgabelauf: 1. Anofpe, Seit 10: 7,7, 2. Brumwinkel( 300 Meter Borgabe), 3. Malchow. 1000 Meter, Jugend: 1 Fritsde, Seit 3: 5,6, 2. Robře, 50 Meter zurüď. Diskuswerfen, Sportlerinnen: 1, Richter 13,04 Meter 2. Ch. Schubert 13,21 Meter, 3.. Schubert 13,03 meter. Weitsprung aus bem Stand: 1. Ch. Schubert 2,16 Meter, 2, Minning 2,05 Meter, 3. F. Schubert 1,99 Meter. Schülerinnen, Sochsprung: 1. Prenzel 1,20 Meter, 2. Meier, Schleider je 1 Meter, 3. Stift 0,90 Meter. Stafetten. 5x100 Meter, Sport Ier: Seit 62: 1. 5x100 Meter, Jugend: Seit 62: 6. 4x100 Meter, Schiller: Wagner, Reit 25: 3, 2. Reinide, Brustbreite zurüd, 3. Bark. Reit 62: 8. 10x100 Meter, Schüler: Seit 2:45. 200- meter- Bauf, Jugend: 1. A. 30 Jahre Freie Turnerschaft Neukölln- Brig". Aus diesem Anlaß tritt int Laufe dieses Jahres der Verein mehrmals mit größeren Veranstaltungen vor. die Deffentlichkeit. Den Auftakt zur 30- Jahr- Feier bildet das FrühjahrsTurn- und Sportfest am Sonntag, den 17. Mai, 23 Uhr, auf dem Turnplas Röllnische Heide am Dammweg. Der Festzug marschiert um 1 Uhr vom Boddin plak ab. Das Programm besteht u. a. aus Olmmpische Freiübungen der Frauen, Männer und Jugendlichen, Freihung, ausgeführt von 400 Rinbern, Maffengeräteturnen, sportlichen Wettkämpfen, Singspielen, Wettspielen, Turnen am großen Ring, Ronzert der Vereinsmufiftorps. Freunde und Gönner der Arbeitersportbewegung sind herzlichst eingeladen. Borabteilung Nord- Oft. Aus technischen Gründen mußte ber Uebungsbetrieb der Borabteilung der Sportlichen Vereinigung Nordost" vorübergehend eingestellt werden. Ab 1. Mai ift das Training wieder in nollem Umfange aufgenommen worden, regelmäßig Dienstags und Freitags 8-10 Uhr in der Sporthalle Christburger Str. 7. Durch den Zutritt erfilassiger Kampffräfte hat die alte Mannschaft inzwischen eine außerordentliche Verstärkung erfahren. Rampfmannschaft( Papier bis Schwergewicht) sweds Austragung von RömpDie Abteilung steht Brudervereinen mit Einzeltämpfen somie einer fompletten fen zur Verfügung und erbittet Rampfangebote menigftens 14 Tage vorher an die Geschäftsstelle, Restaurant Boiter, NO. 55, Chriftburger Str. 42. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität, Gan 9( Brandenburg). Der Gounorfband gibt bekannt, daß der Mitteldanum der Bismardstraße in Charlottenbung neuerdings wieder gesperrt ist, und die Radfahrer auf die Seitenmége verwiesen werden. Das Befahren des Mitteldommes mird mit Strafmandaten geahndet. Bis zur Klärung der Angelegenheit ersuchen wir, das Berbot sur Jin- Jitsu- Aurfus. Der Ringsport- Berein Tegel 03( Mitgl. d. AABD., Kr. 4) Abt. Jiu- Jitſu, beginnt am Mittwoch, den 13. Mai, 7-9 Uhr, einen ZinJitfu- Rurfus. Gut ausgebildete Lehrkräfte fomie gutes Mattenmaterial, sirfa 63 Quadratmeter, nach finnischer Art gearbeitet, ftehen zur Berfügung. Intereffenten wollen fich melden, jeden Mittwoch von 7-9 Uhr abends auf der unteren rechten Turnhalle in Tegel, Trestowstr. 26-29. Die Abt. Ringen, Seben, Bogen üben dort ebenfalls jeden Dienstag und Freitag von 6-10 Uhr. Samt liches dazu notwendige Gerät sowie eine Bibliothet stehen in guter Verfassung zur Verfügung. Das Training in der Leichtathletit vollzieht sich auf dem Gemeindesportplak in Tegel, Graf- Rödern- Allee, Mittwochs und Sonnabends bis zum Dunbelwerden. Geschäftsstelle: B. Gnath, Tegel, Schulstr. 11. beachten. Gaumorstand. Athletik- Sport- Club, e. B. Leichtathletik, Soden, Rudern. Märter, Frauen- und Jugendabteilung. Geschäftsstelle: Surt Riebruds, Berlin D. 34. in Baumschulenmeg ab 6 Uhr. Schriftführer der Sodenabteilung: Bini Dieffe, Tilfiter Str. 46. Dienstags und Donnerstags Training auf dem Fichteplas figung bei Rittelmann, Goßlerstraße. Berlin D. 34, Weidenweg 27. Donnerstag, den 14. Mai, um 9 Uhr, HadenRampfrichtervereinigung. Die Kampfrichternereinigung der LB. hat ihre Sihung am Montag, den 18. Mai, 8 Uhr, auf dem Fichteplak in Treptow. Das am 24. Mai stattfindende Frühjahrssportfest der Leichtathletik- Bereinigung Ausgabe der Kampfrichterfarten. Jeder Verein und jede Abteilung hat je fteht zur Tagesordnung. Hierfür erfolgt die Einteilung der Rampfrichter und zwei Rampfrichter zu dieser Sigung zu entfenden, da fonft für eine einmand. freie Abwidlung nidyt garantiert wird. Jan Intereffe der 2B. und einer funktionäre( Rampfrichter) find besonders eingeladen. Smeds Rontrolle i vorbildlichen Arbeit forgt für Delegation zu dieser Sigung. Die Stamin eine vorherige Anmeldung an A. Hurtig, Berlin GO. 33, Staliger Str. 50a, erforderlich. Rusammenkünfte der Abt. Moabit des Touristenvereins„ Die Naturfreunde feben Dienstag non 8-10 Uhr im Jugendheim Bremer, Ede Wiclefftraße. Aurrt Schünemann, Reutöun, Raiser- Friedrich- Str. 166. Freie Rann- Bereinigung Schweiffterne Geschäftsstelle und Anschrift: Nächste Mitglieder versammlung am Donnerstag, den 14. Mai, 8 Uhr, im Vereinslosal Buffe, Neukölln, Teupiger Str. 105-106, Ede Schudomastraße( am Bahnhof Raiser Friedrich- Straße). Erscheinen aller Mitglieder ist erforderlich. durch Unstimmigkeiten für die Bundestasse ergeben, so werden wir auch dieses aufheben und nur noch direkt oder über eine andere Ortsgruppe mit dem Bund abrechnen. Wir werden allen Beranstaltungen der Ortsgruppe unsere Beteiligung und Mitarbeit versagen, solange die augenblicklich bestehende Meinung vorherrschend ist, nur tommunistisch orientierte Bundesgenossen an die Vorstandsämter heranzulassen. Wir verlangen Gleichberechtigung und gleiche Behandlung für alle. Es fann nicht angehen, daß eine fleine Oberschicht die größere Masse majorisiert. Bir merden durch rege Agi. tation und Aufklärung auch innerhalb der anderen Abteilungen den Mitgliedern die Augen öffnen. Wir fordern alle Ortsgruppenmit glieder auf, fich in unserem Sinne zu betätigen, jollte dann in ihren Stammabteilungen fein Plaz mehr für sie sein, so ist die 2. Abteilung der Ortsgruppe Berlin, S., Friesenstr. 13, bereit, Arbeiterradfahrer der Luzerner Sportinter Wettkampfliften) find bis 15. Mai an Zurngenoijen Karthäuser, Branden das Sammelbeden zu sein für alle mahrhaften nationale! Frisch auf, ans Werk! Arbeiterradfahrerbund Solidarität, Berlin. 2. Abteilung Leichtathletik- Bereinigung. 1. Bezirk. Am Sonnabend, den 16. Mai, 5 Uhr. Sportlebritunde auf dem Fichteplak in Baumschulenmeg. Gelehrt with Laufen, Werfen, Springen. Alle Bezirksvereine müssen zahlreich vertreten sein. n fließend Sportlerversammlung. Die Stadtgruppe der Turner- Spielleute trifft sich mit Instrumenten und Familie am Sonntag, den 17. Mai, mongens 9 Uhr, am Bahnhof Wannsee, Kreis- Rinderturnfest in Brandenburg. Die Meldungen( Quartier und burg a. d. S., Wilhelmsdorfer Str. 38a, einzusenden. Spätere Einsendungen tönnen bei der Größe des Festes nicht mehr berücksichtigt werden. An die Groß- Berliner Bereine! Der Bruderverein in Bornstedt bei Botsdam feiert am 16. und 17. Mai fein 20. Stiftungsfest. Sonnabend Be grüßungsabend. Anfang 7 Uhr. Sonntag Sportfest( Jugend Fünftampf, Frauen Dreitampf, Männer Fünfbampf, ferner diverfe Stafetten usw.). Für Sonnabend stehen noch eine größere Anzahl Quartiere zur Verfügung. Die Groß- Berliner Vereine und Abteilungen werden dringend um Unterstützung in diesem schwierigen Bezirk durch Entsendung einiger Bertreter gebeten, Günther, Nowames, Marienstr. 38. möglichst schon am Sonnabend. Mitteilung erbeten an Gruppenleiter Othe Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Sonnabend Bereins- Vierteljahresver ordnung: 1. Berichte, 2. Ergänzungswahlen, 3. Beitragsfeftfehung, 4. Bolts Bezirk Often: Sämtliche Olympia- Teilnehmer fammlung in den Sophien- Sälen, Sophienſtr. 17-18, Punkt 7 Uhr. Lages Anschwimmen der Freien Schwimmer Neukölln E. B. Daß die Freien Schwimmer Neukölln den Winter gut überstanden haben, zeigte der Festzug vom Stadtbad Neukölln zum Anschwimmen im eigenen Sommerbad am Brizer Ofthafen am Sonntagnachmittag. Bierhundert Mitglieder, vom Kind bis zum 65jährigen, folgten dem Tambourkorps der Freien Turnerschaft Neukölln- Briz. Die Mahnung Lernt Schwimmen" und Rettet euch vor Er trinfungsgefahr, die auf Tafeln mehrfach im Zuge mitgeführt murde, wird hoffentlich die Neuköllner Arbeiterschaft, soweit sie noch nicht schwimmen fann, dem Arbeiterschwimmverein zuführen, damit er seine neu erbaute Schmimmunterrichtsanlage in meitestem Maße ausnuten fann. Sportliche Vorführungen aller weiblichen Schluß bildeten zwei flott gespielte Wasserballspiele. Die Ilebungs und männlichen Riegen fanden ein interessiertes Publikum. Den stunden des Vereins finden Montags, Mittwochs und Freitags mittags 10 Uhr, Bahnhof Beuffelstraße treffen. Seine Abteilung barf fehlen. nachmittags von% 6 bis 8 Uhr im Sommerbad am Brizer Osthafen Sieversufer ſtatt. Sein viertes Bezirksfaalsportfest veranstaltete der 21. Bezirt, Gon 9, des Arbeiterradfahrerbundes Solidarität. Waren auch die Beldungen zu den Kämpfen nicht im erwarteten Umfang eingelaufen, so wurden doch fast durchweg gute Leistungen geboten. Hervorzuheben sind die Mannschaften der Ortsgruppen Tegel und Bankom. Auch die Mühlenbeder Mannschaft scheint endlich anfangen zu wollen, ernste Arbeit zu leisten. Nachstehend die Resultate. Sechser Schulreigen: Mühlenbed( Jugend) 6,87 Bunkte, Bezirksmeister. Sechser- Schulreigen: Reinickendorf( Damen) 7,24 Buntte, Bezirksmeister. Vierer Achter- Farbenreigen: Reinidendorf 8,49 Punkte, Bezirksmeifter. kunstreigen: Tegel 9,10 Punkte. Sechser- Kunstreigen: Bantom 9,04 Bunkte. Sechier Kunstreigen: Mühlenbed, Rlaffe B, 10,41 Buntte, Bezirksmeister. Sechfer- Kunstreigen: Reinickendorf, klasse A, 16,26 Bunfte, Bezirksmeister. m Bolo wurde als Ueberraschung Tegel Bezirksmeister mit 3: 1 gegen Ober Sm Radball blieb Reinidendorf Bezirksmeister mit 3: 0 gegen Oberschöneweide. schöneweide II. 3m 100- Meter- Bangfamfahren Genosse Stenzel, Oberschönemeide, 4,3** Min. Das Arbeiter- Sportfartell Keltom bittet uns mitzuteilen, daß das Lokal Gefellfchaftshaus Teltow, Berliner Str. 16, ais Tagungs- und Berkehrslokal der Arbeiterschaft nicht mehr anzusehen. Im März verlangte der Befizer, Herr Runid, eine Badjisumme von 20 M. pro Abend, welche Lein Arbeiterverein aufbringen kann, so daß der Berein auch gezwungen wurde, andermärts zu bagen. Das Berkehrslokal der Gewerkschaften und des Sportvereins bei B. Labion, Lichterfelder Straße in Teltom. Bruderneraine, melde Bartells befindet sich jetzt bei Rupiah, Soher Steinweg, des Turn- und Sport Teltow befuchen wollen, wollen sich vorher anmelden bei Otto Siebert, Teltom, Lindenstr. 5. Resultate vom Unturnen des SV. Moabit. Fünffampf der Sportler: 1.. Lippert( 2ichtenberg) 434 Bunkhe, 2. Ben 397., 3. B. Schaebethal 2781 B., Reinte 278½ B., 5. Leibner 259 B., 155 B., 10. Bruſt 128 B. Bestleistungen: 100- meter- Souf: Schleicher, 6. Brandstätter 256 B., 7. Schleicher 253 B., 8. Krüger 215% B., 9. G. Roftin Reinte, Beit 12: 9: Sochsprung: Sippert( Lichtenberg) 1,72 meter; Beitfprung: einen unbedingt notwendig. Beair! Diten: cämtliche D Bünttliches Ermüssen am Mittwoch zweds Fertigstellung der vom Bund neu eingegangenen Fragebogen um 8 Uhr abends auf der Spielwiese Friedrichshain erscheinen, Turnerinnen werden zum Besuch der Heimarbeitsausstellung an Sehrter Bahnda alle Meldungen bis 15. nach Frankfurt erstattet sein müssen. bof( Ausstellungshalien), geöffnet von 10-9 Uhr, aufgefordert. Die Arbeiter- Schachlub. Den Abteilungen nochmals zur Kenntnis, daß fich alle Genossen, die zum RAST. mitwirken, am Sonntag, dem 17. Mai, no Berichte abgeben, evtl. Material mitbringen. Kartellverband Webbing, 3. Bezirk. Am Montag, den 18. Mai, 7% Uhr, findet im Lebigenheim( Schönstedtstraße), Rinumer 19, eine Kartellfigung statt. Jeder Verein und jede Abteilung muß einen Bertreter entfenden, da wichtige Tagesordnung norliegt. Sichtenberger Schwimmverein Reptun 1894,& Am Sonntag, ben 17. Mai, ist gemeinschaftliches Anbaden nachmittags& Uhr im Rimarels burger Seebad, Hauptstr. 6. Nachdem gemütliches Beisammensein. Bir bitten um zahlreiche Beteiligung. Wettkämpfe im Freien Reglerbund. Am Sonntag murhen die Meister fchaftstämpfe auf Figuren in den Beairten fortgefest. Die Bereine starteten im Reglerheim Hufeland fast vollzählig. Bezirksmeister wurden im Rorben Ritolaus vom Klub Genrütlichkeit, im Besten Finger( Um ihn 18/19) mit 614 bzw. 619 Buntten. Jm Reglerheim Oberschönemeide trafen sich vier der stärksten Vereine zu einem Rampf auf 180 Rugeln je Regler. Sieger wirde Sechs Ralte mit 6379 Solz gegen Geselligteit( 6354 Sola), Alter Stamm 1913 ( 6305 Holz) und Mariendorf 1919( 6226 Sola). In Spandau erfolgte die Einweihung des ersten größeren Reglerheims. In dem anschließenden Wettkampf fienten Rohgräber( R.- Knobelsdorf), Grunft( Gut Sola 03), Burgs miller( Feldbahn), Zimmermann, Selbig( Retu) sowie geht weitere Regler. Auch hier hat der Sportgedanke im Regeln Wurzeln geschlagen. Der Freie Reglerbund plant die Gründung eines Bezirks Spandau, wozu bereits mehrere Rusagen vorliegen. Kauf sie die gute Schubereme „ Nigrin Extra" denn sie enthält 100% veines Terpentinöl Leiterwagen u. alle ander. Transportgeräte liefert billigst. Großer Vorrat. Georg Wagner Köpenicker Str. 71. Kein Ladengeschäft. Keine Sehaufenster Reklame, dafürwesentlich billigere Preise Hosen- Anders Beusselstraße 25 Geflügelfutter billigst abzugeben Kekert, Spreestr. 43 Knorr Hahn- Makkaroni Hahn- Spaghetti aus bestem Hartgrieß hergestellt. Die Fabrikation geschieht nach modernstem Verfahren und unter Wahrung hygienischer Grundsätze, deshalb der ausländischen Ware vorzuziehen. Hoher Eiweißgehalt, deshalb nahrhaft u.wohlschmeckend. 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Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Der Wirtschaftsetat im Reichstag. Kohlenwirtschaft.- Produktionsstatistik. Dienstag, 12. Mai 1925 Heimarbeit. Internationales Arbeitsamt. Bräsident 2ŏbe eröffnet die Sigung um 1 Uhr 20 Minuten.| Grundlage für seine Arbeiten zu schaffen. Es hätten sich manche| tönnen, menn es gelingt, einen Arbeiterschuh auf inter. Die Regierungstische sind leer. Das Gesetz über den Beitritt Deutschlands zum Spitzbergenver. trage mird dem Auswärtigen Ausschuß überwiesen. Das internationale Uebereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr wird angenommen. Darauf wird die zweite Lesung des Haushaltplans des Reichsmirtschaftsministeriums fortgesetzt, und zwar bei der Rohlenwirtschaft. Abg. Limberk( Soz.): Erschütterungen des deutschen Wirtschaftslebens vermeiden lassen, menn vom Statistischen Amte nicht mit falschem Zahlenmaterial gearbeitet worden wäre. Abg. Frau Behm( Dnat.) verbreitet sich über Fragen der Heimarbeit. Eine Besserung der Löhne der Heimarbeiterinnen sei erstrebenswert, denn durch eine gesunde Arbeitskraft werde auch gute Arbeit geleistet. Und das liege nicht zum mindesten im Lebens interesse des deutschen Boltes.( Lebhafter Beifall.) Abg. Simon Franten( Soz.) streift ebenfalls turz die Frage der Heimarbeit und wendet sich gegen einzelne Ausführungen der Borrednerin. Er erklärt, es müsse darauf hingewirkt werden, einen unersprießlichen Konkurrenztampf zwischen Heim- und FabrikarbeiteEiner Anregung der Abg. Frau Behm( Dnat.) entsprechend teilt Präsident Löbe darauf mit, daß den Mitgliedern des Reichtsags Gelegenheit gegeben sei, am Donnerstag und Freitag die Berliner heimarbeitausstellung zu besichtigen. Zu derselben Zeit, in der sich der deutschen Kohlenbergbau in einer schwierigen Lage befindet, verlangt der schwerindustrielle Wirtschaftsdienst die Wiederherstellung der Bortriegs- rinnen zu verhindern. arbeit. Ich mache das Reichswirtschaftsministerium auf das Gefährliche dieser Bestrebungen aufmerksam. Es ist festgestellt, daß die Förderleistung die Friedenshöhe erreicht, zum Teil überschritten hat. Die Forderung der Schwerindustriellen muß den Widerstand der gesamten Arbeiterschaft hervorrufen. Bir fordern vom Reichswirts schaftsministerium, daß es dagegen Stellung nimmt, wenn das Intereffe der Arbeiterschaft so angegriffen wird wie es hier geschieht. Der Redner wendet sich dann der Lage im Ralibergbau zu. Die Verhältnisse in der deutschen Kaliproduktion sind ein Beweis dafür, daß die Produktionskräfte der kapitalistischen Wirtschaft über den Kopf wachsen. An einzelnen Zahlen weist der Redner nach, mie stark die Förderung von Kali gestiegen und in welch unratio= neller Weise die Vermehrung der Produktion vorgenommen wurde. Im Gebiet von Hannover arbeiten von 70 Schächten nur 34, in Celle von 57 nur 17, in Halle von 31 nur 9, in Südhannover von 37 Schächten 16, im Werratal von 28 Schächten 13. Die im Kalibergbau bestehenden Mißstände haben die sozialdemokratische Frat tion veranlaßt, in einem Antrag eine andere Fassung der Bestim mung des Kaligesetzes zu fordern. Insbesondere muß die Entschädigung an die Arbeiter besser geregelt werden. Es ist festgestellt, daß als Grund für die Entlassung von Arbeitern nicht lebertragung der Beteiligungsziffer angegeben, sondern andere Gründe angeführt wurden. Aus formellen Gründen sind dann die Arbeiter vom Schiedsgericht abgemiesen worden. Wir fordern, daß die Entschädigung bis auf 52 Wochen ausgedehnt wird. Bei den Gewinnen, die bei der Uebertragung der Beteiligung erzielt werden, ist das wohl möglich. Eine weitere Aenderung wünschen wir in der Ermittlung des Gehalts- oder Lohnzahlungstages, und zwar muß dabei die Festsetzung der Entschädigung als Termin gelten. Im Kalibergbau ist an sich die Entschädigung anerkannt, fie muß aber auch auf eine entsprechende Höhe gebracht werden. Wir fordern eine mehrentschädigung auch für die Arbeiter, die zu weit von ihrem Wohnort entfernt arbeiten müssen und eine Berlänge rung der Rückwirkung der Entschädigung auf zwei Jahre. Ueber die Entschädigungsansprüche muß das Schiedsgericht endgültig entscheiden, der Rechtsweg soll dabei ausgeschlossen sein. Bei den hohen Gewinnen, die die Kaliindustrie erzielt, ist sie wohl in der Lage, unferen Forderungen zu entsprechen. Wenn unsere Versuche, die Abg. Krähig( Soz.) nationalem Gebiete herbeizuführen. Dieser Augenblick der internationalen Verständigung auf diesem Gebiete ist jetzt gekommen und er ist jetzt auch besonders wichtig, weil das international organisierte Unternehmertum alle Kräfte anspannt, um gleichfalls eine internationalen Abbaus der Sozialpolitik. Die Kartelle sind internationale Berständigung herbeizuführen, aber im Sinne eines bestrebt, eine Verständigung über die Beibehaltung des 3ehnstundentages herbeizuführen. Zu den Ausführungen des Reichswirtschaftsministers muß ich erklären: es genügt nicht, wenn man die Wirtschaftsfrise beenden will, die Produktionskraft zu heben. Bedarfs ist nicht weniger wichtig. Auch von dieser Auffassung der Die Frage der Hebung des Dinge fommen wir zu dem Ergebnis, daß das Washingtoner Abkommen über den Achtstundentag endlich vorgelegt werden muß. Wenn man glaubt, die Ratifizierung noch weiter hinausschieben zu fönnen, jo wird die Arbeiterschaft den Weg des organisierten Kampfes gehen, um festzustellen, ob das Bolt sie mill oder nicht. Die Vorlage, die den Willen zur internationalen Verständigung begründet die Anträge seiner Partei auf Borlegung eines Gesetzzeigt, ist im Ausschuß nicht so glatt durchgegangen, und hier waren es die Regierungsparteien, die die von ihren entwurfs, durch den die Errichtung eines Kartelleigenen Ministern eingebrachten Vorlagen ablehnten. registers angeordnet wird und ein dem Gemeinwohl des Volkes dienendes unabhängiges Kartellamt eingefekt wird zur Üleberwachung Es scheint hier eine gemiffe Arbeitsteilung eingetreten zu der Kartelle, Synditate und Trusts, sowie auf Durchführung einer sein, die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei hat ihre jährlichen Enquete über die Zahl und das Geschäftsgebaren der Minister beauftragt, die Vorlagen zu machen und die AusschußmitKartelle, wofür 50 000 m. in den Etat eingestellt werden sollen. glieder beauftragt, dieselben Vorlagen abzulehnen. Die Vorlage der Redner kritisiert die lebergriffe der Kartelle, insbesondere die Zurüd- Regierung hat den 3med, das Washingtoner Abkommen über die setzung der Genossenschaften und deren llebervorteilung durch die Bekämpfung derr Arbeitslosigkeit zu ratifizieren. Es muß aber Kartelle, die den Genossenschaften Wucherpreise berechnen und die festgestellt werden, ob die deutschen Gesetze zur Ausführung dieses Großhändler bevorzugen. Man wolle zur Gesundung der Wirt Beschlusses ausreichen. Das Arbeitsnachweisgesetz bietet schaft möglichst Leerlaufe vermeiden, aber nirgends gebe es mehr noch nicht die Gewähr dafür, daß die Zusammenarbeit im interLeerlauf als im Handel und der Warenvermittlung zwischen Produ- nationalen Rahmen gesichert ist. Das Arbeitsministerium darf es zenten und Konsumenten. Bei manchen Waren koste die Bermitt nicht bei der Ratifizierung belassen, sendern muß das Arbeitsnach Lung mehr als die Produktion. Die Vermittlung zwischen Produt. weisgesetz den Erfordernissen anpassen. Ich hätte tion und Konsumption muß möglichst verbilligt werden. Die Kartellverordnung nützt nichts. Im Reichsverband der Deutschen Industrie hat man den Bock zum Gärtner gemacht; er führt die Einigungsstellen für Streitig feiten lediglich zugunsten der Industrie, aber nicht zum Schuße der Konsumenten. Das Reichswirtschaftsministerium unterstüßt noch die Monopolstellung der Kartelle, es hat z. B. eine Bauhütte auf den Preisen", hingewiesen, wenn sie sie von einem Kartell nicht beBezug von Materialien aus dem Ausland, wenn auch zu höheren fommen tömme. Auch beim Kohlenbezug herrscht eine ganz irrationelle Wirtschaft. Das Kohlensyndikat reißt den Kohlenhandel an fich, um seine Monopolstellung zu verstärken. Das Reichswirt fchaftsministerium hat aber noch teine Zeit gefunden, sich mit den Kartellausmüchsen zu beschäftigen. Der Reichstag muß deshalb für die Errichtung eines unab hängigen Kartellamts forgen. Der Reichsverband der Industrie sucht systematisch unter Beiseiteeine Sperre gegen die Abnehmer einzurichten. gewünscht, daß gleichzeitig die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens über den Achtstundentag vorgelegt werde. Wir müssen wieder zum Achtstundentag fommen, zum Siebenstun. dentag im Bergbau. Mit den bisher beschlossenen Palliativmitteln können wir die Arbeitslosigkeit nicht bekämpfen. Es ist der Wunsch ausgesprochen worden, Wir haben dafür gestimmt, aber nach unserer Meinung steigert man den deutschen Einfluß im Internationalen Arbeitsamt zu steigern. den deutschen Einfluß in den internationalen Körperschaften nicht durch Obstruktion gegen internatile Vereinbarungen, wie die Deutschnationalen es in den Ausschüssen versuchen. Wir müssen dazu beitragen, die Atmosphäre in der Welt zu schaffen, damit das Vertrauen zu Deutschland wieder hergestellt wird. Wenn mian glaubt, Bedingungen daran zu knüpfen, so ist das so verkehrt wie nur möglich. Es ist zuzugeben, daß im Internationalen Arbeitsomt nicht so viel deutsche Beamte wie Engländer und Franzosen find. Man muß aber doch die Entwidlung berücftchtigen, die der Krieg mir es uns überlegen, ob mir nicht eine Forderung dahin stellen sezung der Kartellverordnung durch Exklusivverträge auf Umwegen verursacht hat und die jetzt von Denischland erst nachgeholt werden follen, daß auf der einen Seite mühelose Geminne bei Uebertragung der Beteiligungsziffer erzielt werden, während auf der anderen Seite die Arbeiter unzureichend entschädigt werden. Das Wirtschaftsministerium muß mehr mit den Arbeitorgani fationen in Berbindung treten, um deren Auffassungen besser fennenzulernen. Es muß endlich mit dem„ Herr- im- Haufe- Standpunkt“ ein Ende gemacht werden. Entsprechend seiner Bedeutung im Produktionsprozeß muß der arbeitende Mensch gewürdigt werden. Der alte Obrigkeitsstaat, der die Mitarbeit der arbeitenden Klassen verhinderte, ist beseitigt, dafür machen sich aber Bestrebungen breit, die ähnliches auf wirtschaftlichem Gebiet durchsetzen wollen. In dieser HinFicht verdienen die Bestrebungen der Unternehmer, die Arbeits. zeit weiter zu verlängern, das ernsthafteste Intereffe. Meine Ausführungen sollen eine Warnung in dieser Richtung sein. Wir erwarten, daß unsere Anträge angenommen werden.( Lebhafter Beifall b. d. S03.) Abg. Dr. Brüning( 3.) ertlärt für seine Frattion, daß tein Industriezweig jetzt so leidet, mie der Kohlenbergbau. Der Förde rungsmangel der Jahre 1923 und 1924 ist überwunden worden, dagegen stockt jetzt der Absah. Die Stillegungen sind zum Teil nicht in dem faufmännisch günstigsten Zeitpunkt erfolgt. Die Ausdehnung der Arbeitszeit ist zu lange durchgeführt worden, daher ist es gekommen, daß die Braunkohle jetzt der Steinkohle an der Ruhr Konkurrenz machen kann. Wir weisen auf das Washingtoner Abkommen über die Arbeitszeit hin. Die Stillegungen bedeuten neben der entstehenden Arbeitslosigkeit zugleich einen dauernden Verlust von Anlagefapital. Wir stehen deshalb dem sozialdemokra tischen Antrag wegen Entschädigung der Arbeiter ber Ralimerte freundlich gegenüber. Im Neuroder und Waldenburger Revier find die sozialen Zustände geradezu unerträglich, verschärft durch ein unvernünftiges Berhalten der Zechenleitungen und der preußischen Behörden. Abg. Koenen( Komm.): Immer wieder haben wir die Klagen von den hungernden Webern in Waldenburg bekommen. Die Kohlentrise im Ruhrgebiet nimmt jetzt denselben katastrophalen Charaf ter an, wie die in Waldenburg. Der Lohnausfall der Bergarbeiter wird schon auf 4% Millionen Mart in einem Monat geschäßt. Erst Ueberarbeit und Ueberproduktion, jezt Förderungseinschränkung und Arbeitslosigkeit. Das find die Folgen der Parole, daß Deutschland nur durch Mehrarbeit wieder hochkommen tönne. Daß der frühere Wirtschaftsminister Robert Schmidt mitschuldig ist an dem Geschent von 715 Millionen an die Ruhrindustriellen und daß auch die übri gen damaligen fozialdemokratischen Minister dieser Entschädigung zugestimmt haben, halte ich trotz des Widerspruchs des Herrn Schmidt aufrecht. Abg. Robert Schmidt- Berlin( Soz.) bestreitet in persönlicher Bemerkung nochmals die Behauptungen des Abg. Koenen in bezug auf die Stellungnahme der sozialdemokratischen Minifter. Abg. Koenen( Komm.) bleibt seinerseits bei seinen Behauptungen. Minister Schmidt habe im Ausschuß gegen die Bewilligung von Krediten an fleine Gewerbetreibende gestimmt, und da mache er hier freche Bemerkungen.( Präsident Löbe ruft den Redner zur Ordnung.) Abg. Simon- Franten( S03.) spricht darauf zu dem Kapitel Statistisches Reichsamf. Er erklärt, menn nan heute die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft schäzen wolle, stehe man vor verschlossenen Türen. Unsere Statistit der Produktion sei sehr mangelhaft; es fehlten dabei so wichtige Produktionszweige wie die Maschineninduftrie, das Holzgewerbe, die Schuhindustrie usw.; und aus der Textil industrie habe man mur einen fleinen Ausschnitt in die Statistit genommen. Der Redner bemängelt ferner die Berechnungsarten des Statistischen Amtes in bezug auf die Preisbildung. Notmendig sei besonders eine genaue Schägung des Voltseinkommens und Bolksvermögens im Interesse der Steuerbelastung. Eine Bermögenssteuer, Umsatz- und Erbschaftssteuerstatistit müßten ebenso eingerichtet werden, mie eine Geldverkehrs- und eine ausländische Finanz- und Steuerstatistit. Infolge mancher Fehlerquellen habe pas Statistische Reichsamt es permissen laffen, eine einwandfreie Der Antrag auf Einfegung von 50 000 m. in den Etat für eine jährliche Kartellenquete wird angenommen. Die Abstimmung über die Entschließung wegen Errichtung eines Kartellamts wird bis zur dritten Lesung ausgesetzt. Dann wendet sich das Haus der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs über den Berwaltungsrat des Jufernationalen Arbeitsamtes zu. In Berbindung damit wird beraten, das Washingtoner Abfommen vom 28. Nopember 1919 über die Arbeitslosigkeit, das Genueser Uebereinkommen über Stellenvermittlung für Seeleute und die Gesezentwürfe betr. Vereins- und Koalitionsrecht der landwirtschaftlichen Arbeiter und Entschädigung der Landarbeiter bei Arbeitsunfällen. muß. Es war deshalb auch falsch, die Beitragsleistung jo läfig zu handhaben. Wenn wir Anerkennung beanspruchen, dann müssen wir aber auch mit gutem Beispiel vorangehen und bei der Ratifizierung internationaler Bereinbarungen nicht immer hinter anderen Ländern zuridstehen. Unser Einfluß ist auch nicht gerade dadurch gefliegen, daß im vorigen Jahre in Genf die Arbeitszeit in Deutschland im Mittelpunkt der Diskussion gestanden und der Vertreter der deutschen Regierung als einziger sich gegen das Washingtoner Avfommen über den Achtffundentag gewandt hat. Der Redner wandte fich zum Schluß gegen die Ziffer II der vorgelegten Entschließung, Organisationen im Internationalen Arbeitsamt verlangt. Bisher ist die eine bessere Vertretung der Minderheitsgruppen der deutschen diese Frage zwischen den Freien Gemerfschaften und den anderen Gewerkschaftsgruppen ional geregelt worden. Es wurde immer eine Abg. Schirmer- Franten( Bayer. Boltsp.) empfiehlt als Bericht Berständigung erzielt. Es habe fid) bisher auch keine Reibung er. erstatter des Ausschusses die Annahme sämtlicher Vorlagen und folgeben. Der ADGB. hat den Vertreter gestellt, die anderen Richtun gender Entschließung: Die Reichsregierung soll dahin wirten, daß 1. Deutschland in den verschiedenen Organen der Internationalen Arbeitsorganisationen in bezug auf Amtssprache und Anstellung non Beamten den übrigen Staaten von wirtschaftlicher und sozialpolitischer Bedeutung gleichgestellt wird; 2. die Minderheitsgruppen der Gemertschaften( chriftlich- nationaler und neutraler Richtung) in den Organen des Internationalen Arbeitsamtes angemessen berücksichtigt werden. Abg. Aufhäufer( Soz.): Der deutsche Reichstag hat heute feinen Willen zur internationalen Berständigung fundzutun. Die Wirtschaftskrise, in der die Welt sich befindet, fann und wird nur eine Entspannung erfahren gen stellten technische Berater. Dieser Teil der Entschließung verstößt auch gegen den Friedensvertrag. Es ist keine Angelegenheit, die hier zu entscheiden steht. Wegen privatverbändlerischer Inter. effen dürfe an dem einmal abgeschlossenen Friedensvertrage nicht gerüttelt werden. Oder wollen Sie( nach rechts) den Einzug Hindenburgs dazu benutzen, um eine Abänderung des Friedensvertrages zu beantragen? Ich glaube, das wäre ein Beginnen, das sogar über die Kräfte der Regierung Luther- Stresemann hinausgeht.( Lebh. Beifall b. d. S03.) Nunmehr wird die Weiterberatung auf Mittmoch 2 Uhr verta gt. Außerdem steht der Haushalt des Ministeriums für Boltsernährung und Landwirtschaft auf der Tagesordnung. Schluß 5 Uhr. Fortsetzung der Höfle- Untersuchung. Dr. Thiele schwer belastet. Der Höfle- Ausschuß des Landtages setzte am Montag abend seine Untersuchung fort. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab Abg. Dr. Wester( 3tr.) eine Entschließung der Zentrumsfraktion zu dem Artikel des Borwärts Bird aus dem Höfle- Standal ein Untersuchungsstandal?" ab.( Wir geben diese Entschließung im Hauptblatt wieder. Red. d. Borwärts".) Hierauf wird fortgesetzt. die Bernehmung des Medizinalrats Dr. Thiele Auf Befragen des Vorsitzenden über die Art der Sonntagsbehandlung den Kranken 3. B. soll einfach das, was Sonnabend verordnet war, auch am Sonntag weitergegeben werden Es würde darauf geachtet, ob die verordneten Schlafmittel auch erklärt der Zeuge, er war der einzig behandelnde Arzt. Sonntags verordnet werden sollten. Gewöhnlich findet die Verordnung von Schlafmitteln für einige Tage im voraus statt. Bei Schwertranten wurde besondere Meldung erstattet; dann wurden diese auch Sonntags besucht. Das geschah auch bei Höfle, der am Sonntag vormittags vom Zeugen gleichfalls besucht worden sei. Auch früher wurde so gehandelt. Die Krankenblätter würden bei Neuaufnahme durch den Zeugen durch Statusaufnahme eröffnet; sie würden dann durch Pfleger weiter geführt. Die Zahl der Pfleger es waren 4 vorhanden bei 80 bis 85 Kranten, wobei 10 bis 15 Proz. schwertrant waren war fnapp bemeffen. Eine Ueberlastung war vorhanden, da die Pfleger auch noch an anderen Stellen im Krantenhaus zu Arbeiten herangezogen wurden. Er habe schriftlich auf diese Mängel Arbeiten herangezogen wurden. Er habe schriftlich auf diese Mängel hingewiesen. Die Zahl der Pfleger wurde nicht erhöht. Eine Neueinstellung sei nicht erfolgt während der Amtszeit des Seugen. Bfleger mit staatlicher Brüfung wurden bevorzugt. Eingestellt murden aber auch ungeprüfte Bfleger. So war einer von den 4 angestellten Pflegern nicht geprüft, dieser habe aber gerade am, meisten geleistet. Aerztliche Verrichtungen hätten die Pfleger nicht vorgenommen. Die Pfleger hätten leider feine unmittelbaren Vorgejezten gehabt wie z. B. einen Oberpfleger. Das sei ein Mißstand gewesen. Die Pfleger arbeiteten infolgedessen häufig ohne un mittelbare Aufsicht. Mit den Wachtmeistern seien Eifersüchteleten Dorgekommen. Die Ausübung der Kontrolle fei dem Zeugen durch die weite Entfernung feiner Wohnung sehr erschwert worden. Eine Stunde Zeit sei für ihn immer erforderlich gewesen. Hier habe der Wohnungsmangel eine Rolle gespielt. Er habe wiederholt darauf aufmerijam gemacht. Eine zweite Arzistelle sei troz wiederholter Berufungen angesichts der finanziellen Lage nicht eingerichtet worden. Die Gutachtertätigkeit des Zeugen habe sich regelmäßig be schränkt auf Untersuchungsgefangene; Ausnahmen hierin feien sehr felten gewesen. Bei Einlieferung Dr. Höfles war Dr. Straß. mann der Vertreter des Zeugen. Die erste Untersuchung habe Dr. Hirsch gemacht, der die Lazarettverlegung anordnete. Anjang oder Mitte März habe der Zeuge die Behandlung selbst übernommen und fie beibehalten. Am letzten Sonnabend vor dem Höfle offenbar schlechter. Ich verordnete ein Schlafmittel und gab Tode Dr. Höfle sei er angerufen worden; man sagte, es ginge Dr. den Auftrag, daß mir bei Berschlechterung sofort Mitteilung gemacht würde. Als das geschah, sei er sofort nach Moabit gefahren. Auf Befragen des Borsigenden sagt der Zeuge aus, daß sich angerufen, ebenso der Oberdirektor. Zwischen dem zweiten verschiedene Anrufe gefreuzt hätten. Nöhring habe zweimal Anruf Möhrings und dem Anruf des Oberdirektors sei seiner Er innerung nach nur eine furze Zeit verflossen. eines Pflegers felbft von diesen Untersuchungen vorgenominen feien. Der Vorsitzende macht darauf aufmerksam, daß nach Aussage Benge bestreitet das. Die Pfleger hätten allerdings eigene Be obachtungen eingezogen, die beim Krantenblatt vermertet, vorher aber von ihm fritisch gewürdigt worden seien. Auf Befragen des Abg. Dr. Wester( 3.), ob er vom 15. März ab die Behandlung übernommen habe, erwidert der Zeuge, es sei Mitte März gewesen. Die Pfleger hätten allerdings Gonofoffenpräparate ausnahmsweise gemacht. Auf Befragen erflärt der Zeuge, er habe sie auch fontrolliert, wenn er Gelegenheit dazu gehabt habe.( Lachen im Zuhörerraum. Der Bor fizende bittet, solche Kundgebungen zu unterlassen.) Jm Gefängnis haben Untersuchungen Schwerkranker fich fchwierig gestaltet: die Einrichtungen im Lazarett hätten hier im allgemein nicht genügt. Der Zeuge beruft sich wiederum auf seine Ausführungen, daß| 417 Millionen wird auf 248,6 millionen zurüdgehen, wenn als er im Falle der Dringlicheit jofort angerufen werden sollte. Abg. Dr. Wester( 3.): Sie haben doch selbst geäußert:„ Es geht mit Dr. Höfle zu Ende?" Trotzdem haben Sie nichts Befonderes veranlaßt. Jeuge: Ich habe miederholt eine leberführung empfohlen. Abg. Dr. Wester: Haben Sie die plögliche Beränderung auf Depression zurückgeführt? Zeuge: 3ch führte sie auf die Ver Eine sichere Diagnoje änderung des Gesamtorganismus zurüd. fonnte ich ebensowenig wie die anderen Aerzte stellen; da Dr. Höfle bewußtlos war. Ich habe mich hauptsächlich bemüht, die herz tätigkeit zu erhalten. Abg. Dr. Wefter macht auf die Unterschiede zwischen den GutDer Gesamtdienst des Zeugen im Lazarett, in den Frauenabteilungen, achten des Zeugen und den anderen Gutachten aufmerksam. Beim Gericht, in der Gutachtertätigkeit habe ihn den ganzen Tag besonders auffällig sei, daß der Zeuge Dr. Höfle für genügend schäftigt. Die Gutachtertätigkeit habe er auch abends noch zu Hause ernährt erflärt habe, trotz des enormen Gewichts Dorgenommen. Ein Anstaltsarzt für innere Rrant. verlustes. heiten sei nicht vorhanden gewesen; ihre Hinzuziehung mußte beantragt werden. Der Zeuge fönne eine Ueberführung von Kranten in die Charité nur beantragen. Der Zeuge hält diese Feststellung auch jetzt noch für richtig. Für die Frage der Haftfähigkeit spielt das feine Rolle. Dr. Höfle sei überernährt gewesen. Ausschlaggebend für die in Frage fomAbg Wefier( Str.) hält dem Zeuge vor, daß ein Pfleger aus fagte, dieser habe eine Ueberführung in die Charité des Nachts auf mende Beurteilung sei deshalb der Gewichtsverlust nicht. Abg. Dr. Wester( 3.) hält dem Zeugen Dr. Thiele die von ihm Anruf ohne Untersuchung angeordnet. Der Zeuge erwidert, ein folcher Fall sei ihm nicht bekannt. Bei Dr. Höfle habe der Chef erstatteten Gutachten vom 23. März und vom 16. April vor. In der inneren Klinik und Dr. Störmer feine Anregung für Ueberlegterem ertlärt Dr. Thiele, daß der Zustand Dr. Höfles sich feit dem 23. März nicht verändert habe. Demgegenüber hätten zahi führung in die Charité gegeben. reiche andere 3eugen, auch Aerzte, einwandfrei begründet, daß sich der Zustand Dr. Höfles fortwährend ver schlechterte. Abg. Wefter( 8tr.) macht auf die Aenderung des 3u standes aufmerksam. Der Zeuge erflärt, die alte Diagnose habe noch zugetroffen. Erst als am entscheidenden Sonnabend das nicht mehr der Fall war, habe er Dr. Nothmann, den Untersuchungsrichter, angerufen und angefragt, mas angesichts der Verschlimmerung geschehen könnte. Dieser erwiderte, das Gericht habe fich ja bereits ablehnend entschieden. Abg. Wester erflärt, hastentlassung und Charité. überführung sei auseinanderzuhalten. Der 3euge erflärt, der Untersuchungsrichter habe sich wieder holt gegen Ueberführung in die Charité erklärt, da eine solche einer Aufhebung der Haft als gleichbedeutend angesehen würde. Abg. Dr. Wester( 3tr.) macht darauf aufmerksam, daß der Beuge dem Untersuchungsrichter gar feine Gelegenheit gegeben habe, den Antrag auf Ueberführung in die Charité abzulehnen, da er einen solchen nicht besonders gestellt habe. Warum habe der Zeuge dem Direktor gegenüber nicht eine Ueberführung verlangt. Der Zeuge erwidert, am Sonnabend habe er fie nicht für notwendig gehalten.( Bewegung.) Am Sonntag abend 12 Uhr habe er sie erst für nötig gehalten. Auf die Frage, weshalb nunmehr nicht die Ueberführung stattgefunden habe, erwidert der Zeuge, die Direttion habe diese erst am nächsten Morgen angeordnet, eine Operation habe nicht in Frage gestanden. Abg. Dr. Wester( 3tr.) fragt, weshalb Frau Dr. Höfle erst in der Nacht vom Sonntag auf Montag benachrichtigt sei. Der Zeuge erwidert, er habe sich auch darüber gewundert; feiner Anficht nach sei bie Benachrichtigung zu spät erfolgt. Nach den einschlägigen Richtlinien habe er sich nicht als Facharzt für innere Krankheiten bezeichnen dürfen.( So erflärt der Zeuge auf die Fragen weiter.) Abg. Weffer( 3tr.): Hatte sich das Krankheitsbild nicht so geändert, daß ein Facharzt hinzugezogen werden mußte?-3euge: Mein! Abg. Wefter( 3tr.): Warum enthält das Krankheitsblatt feine Bemerfung über die große Veränderung? Zenge: Der gesamte Befund war in meinem Gutachten niedergelegt. daher war das nicht mehr nötig. Abg. Wester( 3tr.): Troß großer Verschlechterung mar also nach Ihrer Ansicht teine Eintragung übergrund Legende Renderungen nötig? Es sei doch ein erheb. licher Gewichtsverlust eingetreten. lleber alles fehle eine Eintragung. Der Zeuge erwidert, die Gewichtsanzeige, die aufgenommen fei, habe seiner Ansicht nach genügt. Abg. Wefter( Str.): Hätten die Biegungen nicht häufiger vor genommen werden müffen, angesichts des rapiden Gewichtsverlustes? - Der Zeuge erwidert, daß sei Sache der Pfleger. Abg. Dr. Wester( Str.) macht erneut aufmerksam auf den enormen Ge. wichtsverlust. Der Beuge erflärt, er sei so oft gewogen worden, mie es nötig gemesen sei.( Bewegung. Buruf: Unverschämtheit!) Auf meiteres Befragen sagt der Zeuge aus, das Krankenbild habe sich die größte Beit nicht grundfäßlich geändert, sondern nur der Grab der Depression. Abg. Dr. Wester( 3tr.): Um% 4 Uhr sind Sie telephonisch aufmertsam auf die schwere Erkrankung gemacht worden. Sie haben eine fombinierte Sprize angeordnet und gefagt, nach 20 Minuten folle wieder angerufen werden. Warum find Sie nicht sofort auf den Anruf gekommen? Der Jeuge verlangt, daß der Direktor vernommen werden solle. Er sei jedenfalls sofort gekommen. Abg. Dr. Wester stellt fest, der Zeuge habe erst noch einen dritten Anruf abgewartet. Der Zeuge habe auch nach Aussagen nicht versucht, den Kranten aufzurichten. Er habe lediglich das Herz untersucht.. Der Zeuge bestreitet das. Die rechte Hand des Dr. Höfle habe eine Zuminal Tablette enthalten; er sei darüber erstaunt gewesen und habe eine Nachsuchung angeregt. Dr. Höfle sei dann verlegt worden. Eine Revision habe dann stattgefunden. Abg. Dr. Wester( Str.): Tabletten mußten doch sofort genommen werden. Mußten Sie nicht eine Illegalität vermuten? Zeuge: Ich schlug die erwähnte Nachprüfung des Raumes Dor und die geschah. Ich war auf den Gedanken gekommen, daß die BerAbg. Dr. Wester( 3.): Warum haben Sie Ihre ärztlichen Maßnahmen nicht danach eingerichtet; marum haben Sie die Klärung ber Angelegenheit nicht abgemartet? Warum haben Sie nicht den Magen ausgepumpt oder haben andere Maßnahmen getroffen? Zeuge: Ich hatte festgestellt, daß Dr. Höfle bemußilos war und Tonnte eine Magenspülung nicht vornehmen; der Gedanke war mir allerdings gekommen. fchlechterung mit dem Fieber zusammenhängen fonnte. Abg. Dr. Wester( 3.): Das war doch später. Jeuge: Er war auch damals so benommen, daß eine Magen. Spülung nicht vorgenommen werden konnte. Abg. Dr. Wester( 3tr.): Sie mußten doch bei Verdacht einer Bergiftung eine Klärung als Arzt vornehmen, fonnten Sie nicht 3euge: Das habe ich versucht, z. B. durch Drücken auf den Magen. Mit Rücksicht auf das Herz habe ich teine weiteren Arznei mittel angewandt. Die Anwendung eines Katheters habe ich, so erklärt der Zeuge meiter, für lebensgefährlich gehalten. einen Brechreiz hervorrufen? Abg. Dr. Wester( Str.): Wie erffären Sie sich, daß die Gut. achten ber beobachtenden Aerzte den Verdacht einer Bergiftung aussprechen; die Art der Krantheitserscheinungen hätten von Anfang an diese Annahme begründet. tommen sind. Zeuge: Ich weiß nicht, wie die Aerzte zu dieser Annahme geAbg. Dr. Wesler: Welchen Inhalt hat die Unterredung in der Nacht mit Dr. Störmer gehabt? Jeuge: Er billigte meine Maßnahmen. Bon Lebensgefahr hat Dr. Stormer mir nichts gesagt. Abg. Dr. Wester( 8.): Ist die Untersuchung des Urins vor genommen worden, die pom Medizinalrat Dr. Störmer angeordnet mar? Der Zeuge verneint die Frage. Es habe fein Urin mehr entnommen werden fönnen. Abg. Dr. Weiter( 3): Weshalb find Sie am Sonntag erst so spät in die Anstalt gekommen? Zeuge: Ich war jederzeit zu erreichen und habe das mitgeteilt; ich murde aber erst gegen 10 Uhr bam. 11 Uhr angerufen. Es trifft nicht zu, daß ich um ein halb fechs Uhr nicht zu erreichen gewesen fei. Abg. Dr. Wester( 3.): Warum haben Sie in der Nacht, als Der Pfleger Pfahl und die Gattin anwesend waren, nicht nach bem Sterbenden gesehen? Zeuge Dr. Thiele erwidert auf alle Vorhaltungen immer wieder, daß er seine Gutachten aufrecht erhalten müsse. Eine Fluchtfähigkeit Höfles habe er so lange für vorhanden gehalten, als bei dem Patienten nur eine psychische Depression vorlag. Diejer Zustand habe bis etwa Mitte April angehalten. Bezüglich der Hafifähigkeit Höfles erklärt der Zeuge, daß er durch den Erlaß bes Wohlfahrtsministeriums von Auguft vergangenen Jahres und eine dazu ergangene Rammergerichtsentscheidung derart in seiner ärztlichen Auffassung über dieses Thema behindert worden sei, daß er feit dieser Zeit feinen Häftling mehr haftunfähig schreiben fonnte, bis zum Eintritt eines gewissen Zustandes, der bei Dr. Höfle erst einen halben Tag vor seinem Tode eintrat.( Bewegung). Auf Grund dieses Zustandes habe ich um Enthebung von meinem gerichtlichen Dienst gebeten. Schon vor dem Erlaß des Wohlfahrts ministeriums, als erst die Kammergerichtsentscheidung vorlag, habe ich nich in Zeugengegenwart über die Unmöglichkeit dieser Ent scheidung ausgesprochen. Abg. Dr. Weyl( Soz.): Warum hat der Zeuge denn Dr. Höfle am Sonnabend vor seinem Tode, als er ihn bewußtlos mit Vergiftungserscheinungen vorfand, nicht den Magen ausgepumpi? Beuge Dr. Thiele: Ich habe daran wohl gedacht, aber dieje Prozedur nicht vornehmen wollen, weil ich das für das Herz des Batienten, dessen Funktion mir das wichtigste war, für zu schädlich hielt. Abg. Dr. Weyl: Warum haben Sie denn dann nicht wenigstens eine Kochsalzinfusion vorgenommen? Zeuge Dr. Thiele: Dafür ist in dem Gefängnislazarett in Moabit par feine Einrichtung vorhanden.( Bewegung). Abg. Dr. Weyl( Soz.): Dann müssen Sie doch zugeben, daß die Einrichtungen in dem Moabiter Lazarett nicht ausreichend für die Behandlung von Schwertranten find. Zeuge Dr. Thiele: Das habe ich nie bestritten.( Bewegung). Abg. Dr. Went( Soz).: Hat 3hr ärztliches Gewissen sich nicht gegen die Zumutung gewandt, mit unzureichenden Mitteln 80 Kranke zu behandeln, für deren Untersuchung Ihnen, wie Sie felbft fagen, täglich insgesamt auch nur 14 Stunden zur Verfügung ffanden? Zeuge Dr. Thiele: Bo Mängel auftauchten, habe ich immer so. fort bei den zuständigen Stellen reflamiert. Der Ausschuß fegte seine Beratungen bis in die späten Nacht stunden fort. Der Schluß des Berichts lag bei Redaktionsschluß noch nicht vor. Der preußische Etat für 1925. Rede des Finanzministers im Landtag. Präsident Bartels eröffnet die Sigung um 12 Uhr 20 Minuten. Nach debatteloser Ueberweisung eines Antrages über die Aufbringung der Kosten für die gewerblichen Berufsschulen an den Hauptausschuß tritt das Haus in die erste Beratung des Haushaltsplans für 1925 ein. Preußischer Finanzminister Dr. Höpfer- Aschoff bringt den Haushalt ein und weist zunächst darauf hin, daß schwere Zeiten hinter der preußischen Finanzverwaltung liegen. Der Minister führte aus, daß der rechnungsmäßige Ueberschuß des Jahres 1924 insgesamt 217 000 000 Mart betrug. Reichssteueraufkommen die Beträge eingestellt werden, die der Staatssekretär Popiz jüngst im Ausschuß des Reichstages als por aussichtliches Aufkommen des Jahres 1925 bezeichnet hat. Bei den preußischen Einnahmen fann mit gewissen Reserven gerechnet merden, allerhöchstens aber mit 50 Millionen. Es bleibt somit ein Fehlbetrag von 200 millionen, der nur durch eine beffere Gestaltung des Finanzausgleichs beseitigt werden faan. Finanzausgleich deshalb besonders hart getroffen, weil einmal eine Länder und Gemeinden werden durch den vom Reich geplanten Berfürzung ihrer Beteiligungsziffer geplant wird und andererseits das Aufkommen der Reichssteuern hinter dem tatsächlichen Aufkommen des Jahres 1924 erheblich zurückbleiben wird. Der Minister stellte dann weiter fest, daß das Reich die Ueberschüsse der preußischen Betriebsverwaltungen um etwa 80 Millionen, die Erträge der Gewerbesteuer um 70 Millionien und die Erträge der Hauszinssteuer um 210 Millionen überschätze. Aus allem ergibt fich, daß das Reich von falschen Voraussetzungen ausgeht, und daß der Finanzausgleich anders gestaltet werden muß, insbesondere das Reich auf 10 Proz. der Einkommensteuer und der Körperschaftssteuer beschränkt werden muß. Wenn Vertreter der Wirtschaft sich für die Herabsehung der Beteiligungsziffern der Länder und Gemeinden einsehen, so vergessen fie dabei, daß die Herabsehung mit Notwendigkeit zu einer schärferen Anspannung der Realsteuern führen muß. Wenn Preußen im Jahre 1925 857 iionen mehr verbraucht als im Jahre 1913, so erflärt sich dies daraus, daß 1. die Ueberschüsse der Eisenbahnen fehlen= 234 Millionen 2. der Staat den Gemeinden Boltsschullasten in Höhe von. abgenommen hat, 3. der Besoldungsbedarf um und 4. die Zuschußleistungen an die Kirche um. gestiegen sind. 258,4 2 . 415,9 42,4 " " Die Steigerung des Besoldungsbedarfs ist im wesentlichen auf die Vermehrung der Kopfzahl zurückzuführen. Diese erklärt sich aber im wesentlichen wieder durch die Einrichtung einer Staatspolizei. Aus der Beratung der Reichssteuergesetze im Reichsrat ist folgendes hervorzuheben: 1. Die preußische Staatsregierung hat sich für eine Veran la gung des Einkommens des Jahres 1924 aus. gesprochen, weil diese Beranlagung in der Zweiten Steuernotverordnung versprochen ist, weil sie alsbald ein flares Bild des mirtlichen Auftommens geben und damit erst wieder die Grundlage für eine richtige Finanzgebarung schaffen würde und, weil sie die Wirtschaft um drei Viertel Jahre früher von den unechten nach rohen Maßstäben berechneten Vorauszahlungen befreien würde. 2. Das Zuschlagsrecht der Länder und Gemeinden ist von großer Bedeutung. Es wird eine wahre Selbstverwaltung und damit Berantwortungsgefühl und Sparsamteit in den Gemeinden aber nur dann zur Folge haben, wenn es nicht au eine absolute Höchstgrenze gebunden wird, und wenn eine VeranTagung der Einfommen- und Körperschaftssteuer nach dem preußischen System, d. h. für das Rechnungsjahr nach dem Ergebnis des voran gegangenen Ralender- oder Wirtschaftsjahres durchgeführt werden wird. Eine solche Veranlagung ist von Preußen im Reichsrat vergeblich beantragt worden. Sie erscheint deshalb besonders bedeutjam, weil nur bei solcher Beranlagung die Gemeinden am Anfang des Rechnungsjahres wissen, mit welchem Aufkommen sie zu rechnen haben, weil nur dann die Einnahmen der Gemeinden gleichmäßig fließen und weil nur dann die schwierige Abrechnung der Voraus zahlungen, Abschlußzahlungen und Erstattungen vermieden werden fönnen. Die Aussprache über das Exposé des Finanzministers wird erst am Dienstag beginnen. Das Haus nimmt hierauf die Wiederholung der namentlichen Abstimmung über den Termin für die Wahlen der Provinziallandtage und Kreistage vor. Der Gemeindeausschuß hatte die Verlänge rung bis zum 1. November vorgeschlagen. Die namentliche Libftimmung hatte bereits früher zur Beschlußunfähigkeit des Hauses geführt. Bei der heutigen Wiederholung werden nur 181 Stimmen abgegeben. Das Haus ist also wiederum be. schlußunfähig. Die neue Sigung. In der fofort anberaumten neuen Sigung steht zur ersten Bedes Gejeges über den Berkehr mit Grundstücken vom 10. Feratung der Antrag der Wirtschaftlichen Bereinigung auf Aufhebung bruar 1923. Abg. Ladendorff( Wirtsch. Bgg.) meist in der Begründung dieses Antrages darauf hin, daß das Gesez völlig wirkungslos ge blieben sei. Abg. Sonnenschein( Dnat.) spricht sich für Ausschußberatung aus. Ein Standal sei die unerhört hohe Gebühr. Der rechnungsmäßige Ueberschuß deckt sich nicht mit dem am 1. April 1925 vorhandene Sassenbestand, weil der Kasse außerordentliche Einnahmen zugeflossen find, anderer feits Ausgaben zu leisten waren, die nicht dem Rechnungsjahre 1924 zur Last fallen. Diese außerordentlichen Einnahmen betrugen 170 000 000 m. Auf der anderen Seite betrugen die Ausfächlich hätten sich auch zahlreiche Hausbefizer durch die Millionen gaben 192 900 000 m. Der Kassenbest and ergibt sich, wenn diese Ausgaben, von der Gesamtsumme von 387 Millionen, die sich aus dem rechnungsmäßigen Ueberschuß von 217 Millionen und den außerordentlichen Einnahmen von 170 Millionen ergibt, abgezogen werden. Er beträgt alsdann 194 Millionen. Der Minister wies dann den Bormurf der Thesaurierungs: politit als unberechtigt zurüd. Denn 15 Millionen Reichs entschädigung für Kriegsfolgen müssen alsbald verausgabt werden, 50 Millionen Reichsentschädigung für verlorenes Staatseigentum müssen als Staatsvermögen wieder angelegt werden, 25 Millionen Gemeindeanteile müssen den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Außerdem ist ein Betriebsmittelfonds notwendig. Der heute als Betriebsmittelfonds ausgewiesene Betrag von 50 Millionen ist zu gering; im Frieden betrug er 140 millionen, außerdem standen dem Staate damals die verfügbaren Gelder der Eisenbahn zur Verfügung, und der Staat fannte jederzeit Schatz es jedenfalls unmöglich gewesen, die Kreditattianzugunsten anweisungen ausgeben. Ohne die erhöhten Steuereinnahmen wäre der Landwirtschaft und die jetzt in die Wege geleitete Kredit aftion zugunsten des gewerblichen Mittelstan des durch zuführen. Der Haushaltsplan für 1925. ist im Gleichgewicht mit 2830 Millionen. Dieses Gleichgewicht ist künstlich hergestellt, da ein Einnahmeposten von 417 Millionen er höhte Ueberweisungen und erhöhte Steuereinnahmen eingestellt ist. In Bahrheit ist also ein Fehlbetrag in dieser Höhe vorhanden. Dieser Fehlbetrag erflärt fich wie folgt: • Staatsverwaltungsausgaben, mehr. 148,5 Millionen lleberschüsse der betriebsverwaltungen, meniger 80,8 Ueberschuß der Steuern und Abgaben, weniger 188,1 Die Erhöhung der Staatspermaltungsaus gaben ist auf erhöhte Bersonalausgaben im Betrage von 170 Millionen zurückzuführen. Die Erhöhung würde sogar diesen Betrag ausmachen, wenn es nicht auf der anderen Seite gelungen märe, 20 Millionen einzufparen. Die erhöhten Bersonalausgaben merden bedingt durch die von Reichs wegen vorgeschriebene Erhöhung der Besoldung und Wohnungsgeldzufchüffe. Der Rüdgang der 11 eberschüsse der Betriebspermaltungen ift im mefentlichen auf verminderte Einnahmen der Forstverwaltung und der Bergwerfsverwaltung zurückzuführen. Der Fehlbetrag von Abg. Hirsch( Soz.) hat nichts gegen Ausschußberatung, fann aber zureichende Gründe für die Aufhebung nicht erkennen. Dem Minister follte man für die Festschung der hohen Gebühr dankbar fein.( Lachen rechts.) Das Gesetz hobe doch segensreich gewirkt, auch heute noch finde vielfach der Verlauf von Ausländern an Ausländer statt. Tatund Milliarden blenden lassen. Die Zwangswirtschaft habe hier gar nicht mitgespielt. Die Sozialdemokratie werde weiter den Mieterfchuh energisch verteidigen. Das Gefeß gebe den Gemeindebehörden wichtige Rechte, die auch durchaus im Interesse der Hausbefizer gelegen seien.( Widerspruch des Abg. Ladendorff.) Herr Ladendorff sei unbelehrbar und eines objektiven Urteils gar nicht fähig, wolle auch feine positive Arbeit leisten. Jedenfalls sollte man diejenigen Bestimmungen, die segensreich gewirkt hätten, event!. in einem neuen Gefeß weiter in Geltung erhalten, da das vorhandene Gesez sowieso in einem Jahre erlösche. Abg. v. Ennern( D. Bp.): Der Ausnahmezustand der Wirtschaft, der das Gefes verstehen ließ, hat aufgehört. Wir werden im Ausschuß prüfen, ob noch Gründe zum Fortbestehen vorliegen. Auch im Berkehr mit dem Auslande muß Treu und Glauben herrschen. Nach weiterer Erörterung geht der Antrag an den Gemeindeausschuß; dem Ausschuß wird auch der Antrag Ladendorff, betr. die Gebührenfrage, überwiesen. Das Haus geht über zur Beratung des Ausschußantrages, den tommunistischen Urantrag auf Nach prüfung der Mißstände in der Strafanstalt Gollnom und Bereitstellung von Mitteln zu ihrer Beseitigung abzulehnen. Abg. Pied( Komm.) widerspricht der Ablehnung und äußert sich eingehend zu den Mißständen. Besonders mangelhaft sei die ärztliche Behandlung der Gefangenen. Die Enthüllungen des Höfle- Ausschusses hätten ja neuerdings auch hier wünschenswerte Aufklärung gebracht. Die Gefangenen würden förperlich zugrunde gerichtet. Der Antrag wird abgelehnt. Einstimmige Annahme findet der Ausschußantrag, durch Eröffnung ber beiden Serten den Wiederaufbau des staatlichen Raifer- Wilhelm- und Realgymnasiums zu ver anlassen. Auch der Antrag auf Erhöhung der Zahl der Studienassessorinnen in der Anwärterliste wird vom Hause dem Ausschußantrag entsprechend angenommen. Gegen die Fortsetzung der Beratung über die Hinausschiebung der Provinzial- und Kreistagswahlen, bie erneut auf die Tagesordnung gefegt mar, nachdem fich zuvor bei der namentlichen b. ſtimmung zur zweiten Beratung die Beschlußunfähigkeit des Hauses herausgestellt hatte, erhebt bg. Beißermel( Dnat) Einspruch, da ein solches Verfahren nicht üblich fei. Der Einspruch erledigt sich dadurch, daß das Haus auf sozialdemortatischen Untrag die Bez tagung beschließt. Dienstag 2 Uhr: Aussprache zum Etat. Schluß 4 Uhr 5 Minuten. S رس Politik und Verkehr. Zur Lage der Reichsbahn. Aus Gewerkschastskreisen wird uns geschrieben: Die planmäßig verbreiteten und nicht ausreichend wider- legten Gerüchte über die schlechte Finanzlage der Reichsbahn sowie die IVprozentige Erhöhung der Versonentarife haben die Geschäftsführung des größten deutschen Verkehrsunternehmens in die öffentliche Kritik ge- stellt. Als Grund für die Erhöhung der Personentarife werden die letzten durch den Schiedsspruch notwendig ge- wordenen Lohn Zulagen angeführt und darauf hinge- wiesen, daß gegenüber dem Frieden die Ausgaben für Löhne um 52 Proz. höher seien. Weil kein Arbeiter etwas von diesen 52 Proz. merkt, muß dem Rechenexempel nachgegangen werden. Die P e r s o n a lp o li t i k der Reichsbahn war in d?n letzten Jahren das Produkt eines dauernden Kampfes der wirtschaftlichen Vernunft mit den Kräften, die sie und ihr Personal zu einem Instrument der Politik machen wollten: so wurde der größte Teil des R u h r k a m p f e s auf dem wirtschaftlichen Fundament der eben in Gesundung de- sindlichen Reichsbahn ausgetragen. Der Kampf der wirt- schaftlichen Vernunft mit den politischen Absichten einzelner Gruppen brachte die Entwicklung der Reichsbahn in einen ver- hängnisvollen Zickzackkurs. Die Reichsbahn übernahm als Folgewirtung des Zivil- dienstpflichtgesetzes ein im Verhältnis zum Frieden über- altertes Personal. Die 2lbbauverordnung stieß aber gerade das ältere Personal mechanisch ab und zwang es zu einer Zwangspenfioniening. Weil die Reichs- bahn eigene Penfionskasfen und Sozialversicherungen besitzt und die Ausgaben dafür aus dem Lohnfonds bestreitet, ist aus dem Zusammenströmen dieser beiden Momente ein Anschwellen der Sozialausgaben entstanden. Dazu tritt noch die Tatsache, daß eine Verknüpfung von modern amerikanischer Betriebsführung mit deutschreaktionärer Arbeitszeit den Gesundheitszustand des Personals untergräbt und die Kranken ziffer anschwellen läßt. Auch die hohen Krankengeldabzüge äußern sich im Lohnetat nachteilig. Am besten ist wohl ein zahlenmäßiger Vergleich: 1!it3 kamen auf 100 Mk. Besoldung 17 Mt. für Pensionen usw., 1025 kommen auf 100 Mk. Besoldung 37 Mt. für Pensionen, Warte- gelder usw. Die Abbauverordnung hat das Personal durch die Unsicherheit, die sie mit sich brachte, in seiner Arbeitskraft gehemmt und sich überdies finanziell als ein Versager schlimmster Wirkung erwiesen. Besonders sind stellenweise die Arbeiter derart stark abgebaut, daß Arbeitermangel herrscht und Privatunternehmer herangezogen werden. Die Aus- gaben der Reichsbahn für Personal treten also nicht beim Lohn des Arbeiters in Er- scheinung. Auch begründet die S'A— 4l4prozentige Erhöhung noch keine IVprozentige Erhöhung der Personentarise. Die Ursachen sind anderswo zu suchen. Weil die chaupt- belastung der Reichsbahn aus den Dawes-Gesetzen entsteht, müssen diese einmal nachgeprüft werden. Das Sachverständigengutachten geht von Vergleichen mit der Vorkriegszeit aus. Es setzt voraus, daß die alten, aus Obligationen, Hypotheken und Eisenbahnpapi-ren bestehenden Verpflichtungen durch die Inflation abgestoßen sind. Der Betriebs Überschuß der Vorkriegszeit /wird darum als Gewinn bezeichnet. Der im Frieden nicht unerhebliche Schuldendienst fehlt. Die ehemaligen Ländereisenbahnen, aus deren Zusammenlegung die Deutsche Reichsbahn entstand, hatten in den Dorkricgsjahren in Goldmark folgende Betriebsüber- schüsie: 1908... 688 731 814 M. 1911.,. 1 101 349 178 M. 1909... 820 385830. 1912... 1 113008 304, 1910... 956 198 190. 1913... 1 048 465119„ Diese Zahlen ergeben bis 1911 ein gewaltiges Ansteigen, 1912 ein Stagnieren und 1913 trotz der damaligen Wirtschaft- lichen Hochkonjunktur ein Nachlassen des Detriebsüberschusies um 100 Millionen. Damals mar ein Sinken der Ziffer nicht tragisch zu nehmen, weil nach der kameralistischen Buchführung vikle Neu» und Umbauten aus den lausenden V-trievs- einnahmen gedeckt wurden. Eine nach kaufmännischen Grund- säßen durchgeführte Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz war nicht möglich. Der 1911 bis 1913 erreichte Spitzenübsr- schuß gab dem Angebot der Regierung E u n o, der Denk- schrift der Deutschen Industrie und dem Sachverständigengut- achten die Grundlage. Für Verzinsung und Amortisation der verpfändeten Obligationen hat die Reichsbahn folgende Zal)- lungen zu leisten: im ersten Jahr....... 200 Millionen, im zweiten Jahr....... 595 im dritten Jahr....... 550 im vierten Jahr und die folgen- den Jahre......... 660 Außerdem muß die V e r k e h r s st e u e r, welche während des Krieges als verschleierte Tariferhöhung eingeführt wurde, mit 230 Millionen abgeliefert werden. An er st st elligen zwingenden Fordeungen sind somit vorhanden: a) 660 Millionen für Verzinsung und Amortisation der Obligationen. b) 290 Millionen für Verkehrssteuern. " insgesamt 950 Millionen. Innerhalb der ersten zwei Jahre kann von der Reichs- bahn verlangt werden, für 500 Millionen Vorzugsaktien auszugeben. Nach§ 5» der Gesellschaftsfatzung fällt der Erlös dafür der Reichsregierung zu. Der Kapitalbedarf der Gesellschaft zur Durchführung der technischen Verbesserungen und Beseitigung der Ruhrschäden kann mit 500 Millionen und der Zinsfuß mit 6 Proz. angesetzt merden. Die jährliche Be- lastung ist also: 660 Millionen für Verzinsung und Amortisation der Obii- gationen, 290 Millionen Verkehrssteuern. 35 Millionen für Verzinsung der dem Reich ausgehändigten Aktien(politische Belastung), 35 Millionen für Verzinsung des eigenen Bedarfs, 1020 Millionen Soldmark. Das ist soviel wie der B e t r i e b s ü b c r s ch u ß in den Jahren 1911 bis 1913. Reichseisenbahn und ehemalige Länderbahnen sind aber nicht ohne weiteres vergleichbare Größen. Sie müssen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Von den ehemaligen Ländereisenbahnen müssen die abgetretenen Gebiete, Elsaß-Lothringen usw. abgesetzt werden. Die meisten dieser Gebiete waren eisenbahnfiskalisch Ueberschußgebiete. Durch die Ab- trennung wurde die auf eine wirtschaftliche Einheit eingestellte Linienführung gestört. Doch auch die Goldmark von 1913 ist nicht mit der von 1925 vergleichbar. Die allgemeine Ent- Wertung des Geldes hat ein Ansteigen der Preise und diese wieder das der Frachten mit sich gebracht. Die Eebietsverluste werden dadurch nicht wettgemacht. Ein jeder Betrieb hat nur seinen Fonds an Unkosten, der nicht gedrückt werden kann. Er besteht in seiner 5)aupt- fache aus: 1. Verwaltung, 2. Unterhaltung der Gebäude und Maschinen. 3. einem auch bei dem geringsten Betrieb nicht zu drückenden Betrag an Betriebsmaterialie», 4. dem auch bei dem schwächsten Betrieb notwendigen Personal, 5. Steuern und Zinsen. Es ist für die Unterhaltung, Bewachung und Betriebs- führung gleichgültig, ob 100 oder 75 Züge die Strecke fahren und ob dieselben„ausgelastet"' sind oder nicht. Die Industrie- kreise haben bei der Begründung von Zöllen und höheren In- landpreisen mehr als einmal das Problem der„letzten Elle" erläutert. Sie wiesen nach, daß die Unkosten ja doch vorhanden wären und die Auslandsaufträge, die noch so„nebenbei" gemacht würden, diese nicht steigern und dadurch Gewinn bringen. Die Arbeiterschaft hat sich immer dagegen gewehrt, für die Auslandsprofite der Unter- nehmer die Unkosten in Form einer verteuerten Lebens- Haltung zu zahlen, ober rein privatwirtschaftlich kalkulatorisch trifft auf die Reichsbahn folgendes zu: die gesunkene Frachtmenge gegenüber dem Frieden be- gründetdiegesunkenenBetriebsüberschüsse. Steigt die Frachtmenge, so werden die Betriebsüberschüsie nach dem Grundgesetz der Privatwirtschaft in einer steilen Kurve ansteigen. Warum ist die Frochtmenge gesunken und wie ist sie zu heben? Di« Gründe stör den Verkehrsrückgang find 1. Sinken der Frachtmenge im deutfchen Wirtschaftsleben überhaupt, 2. Abwandern der Frachten auf andere Ve- förderungsmittel. Die steigende Frachtmenge in den Jahren 1908 bis 1912 war ein Beweis für die damals ansteigende Konjunktur. Der Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft nach dem Kriege brachte auch den Frachtenausfall. Die Wirtschaftskraft Deutschlands stützt sich auf der Menge der in den Lohn- und Gehaltsempfängern ruhenden Pro- duttiv- und Konsumtionskräfte. Durch niedrige Löhne' und Gehälter dieser Klasse sinkt die Kaufkraft, die Produktion und der damit verbundene Frachtenmarkt. Man kann, ganz ge- ringe graduelle'Acnderungen vorbehalten, die Formel auf- stellen, daß die Veränderungen in der Lebens- Haltung der deutschen Arbeiterschaft gleich den Veränderungen im Frachtenanfall gegenüber dem Frieden sind. Der Reichsbahngesellschast wird ferner eine immer mehr wachsende Konkurrenz durch die Automobile und die Bin neu wasser st raßen(Kanäle) usw. bereitet. Der Uebergang der Frachten auf die Wasserstraßen wird durch den notwendigen Umschlag und die längere Beförderungsdauer gehemmt. Die Wafferfracht kommt nur für Massengüter in Frage, die wegen ihres geringen Werte? und der darum nicht drückenden Zinsenlast eine längere Bcsörderungsdauer ver- tragen können. Der zweite Mitbewerber ist der Frachtaukomobilverkehr. In der Reklame werden der Reichsbahngesellschast zu teure Preise, Schwerfälligkeit usw. vorgeworfen. Daß eine technische Verbesserung die veralteten Methoden hinfällig macht, gilt auch der Eisenbahn gegenüber. Das ist um des Fortschritts willen gut. Doch ist Gleichheit der Bedingungen, unter denen sich der Wertkampf abfpiell, Grundbedingung für eine normale Entwicklung. Dieser Gerechtigkeitsstandpunkt ist nicht ge- wahrt. Der Verfrachter hat bei der Eisenbahn zu den Frachten noch eine Verkehrs st euer von 7 Proz. zu tragen, die die Eisenbahn dem Reparationstreuhänder abführen muß. Weil die Automobillinien dieser Steuer nicht unterliegen, betrachten sie den Unterschied als einen angenehmen Zwischen« gewinn. Die Eigenart ihres Betriebs zwingt weiter die Eisenbahn, eigene Verkehrs st raßen selbst anzu- legen und zu unterhalten. Das Publikum und den privaten Verkehr muß sie an den Kreuzungspunkten von Eisenbahn- linien und dem übrigen Verkehr vor Unfällen behüten. Sie hat Schranken- und Bahnwärter zu stellen. Die Fracht- automobile fahren die für die überladenen und schnell fahrenden Wagen nicht eingerichteten Straßen zu Schanden und überlassen die Reparatur sowie die Sicherung und Regelung des Verkehrs durch eine Verkehrspolizei den Pro- vinzen und Gemeinden, also dem Steuerzahler. Sie sind also in der Lage, auch diese Ausgaben— genau wie die Verkehrssteuern— als Zwischengewinne in die Tasche zu stecken. Die Oeffentlichkeit wirft der Leitung der Reichsbahn U n- f ä h i g k e i t, zum Teil sogar Böswilligkeit aus politischen Gründen vor. Sie vergißt, daß man der Reichsbohngesell- schaft hohe Verpflichtungen auferlegte und sie ihren Konkurrenten gegenüber folgende Nachteile hat: 1. Derkehrssteuer, 2. Ankauf, Unterhaltung und Verzinsung der eigenen Verkehrs- wege. Brückenbauten usw., 3. Verkehrssicherung, 4. die auf Grund der Ruhrbefetzung entstandenen Kosten, 5. die Pensionen und Wartegelder, die aus der aus politischen Gründen gemachton Abbouoerordnung entstehen. Von der Reichsbahn muß man oerlangen, daß sie zu ihrem eigenen Vorteil ihre kurzsichtige Lohn- und Personal- Politik verläßt. Umgekehrt kann sie folgende Forderungen stellen: 1. die 290 Milsionen Verkehrssteuern sind auf alle Ver- kehrsbetriebe zu verteilen, 2. der Fruchte nautoverkehr muß zur Unter- Haltung der Bewachung der Straßen in gerechtem Maße herangezogen werden. Mit der Durchführung dieser Forderungen wird der richtige Boden für den Kampf um die technisch und wirt- schaftlich beste Lösung des Verkehrsproblems geschaffen. Das Personal der Reichsbahn braucht ihn dann nicht mit schlechten Lebensbedingungen.zu bezahlen, und dem deutschen Volk wird der Zugriff des Ententekommisiars auf feinen wert- vollsten Besitz erspart._____ Die Spnüikatsexneuerungen im Sergbau. Di« Syndikate im Kohlenbergbau sind nicht mit anderen, von den Unternehmern zur Wahrung gemeinsamer Interessen errichteten Kartellen und Vereinigungen in Vergleich zu bringen, denn ihre Bildung vallzieht sich auf Grund eines von der Nationalvcrsamm- lung gegebenen Reichzgesctzes und der hierzu erlassenen Slus- führungsbestimmuizgen. Die von den Bergwerken eines jeden Be- zirkes gebildeten Kohlensyndikate haben sich dann zum Reichs- kohlenverband zu vereinigen. Geleitet wird die Kohlenwirtschast unter Oberaufsicht des Reiches vom Reichskohlenrat, der sich aus Bergarbeitern, Bergbauuntcrnehmcrn, Kohlenverbrauchcrn und Kohlenhändlern zusammensetzt. Die Bildung der Kohlensyndikate und des Reichskohlenver- bandes werden vom Gesetz zum Zwecke der gcmeinwirtschaftlichen Kontrolle gefordert. Ans dem Gebiete der Preispolitik haben die durch das Kohlenwirtschastsgesetz geschaffenen Einrichtungen, be, sonders in den vergangenen Jahren des Kohlenmangels und der Inflation außerordentlich segensreich gewirkt. Ohne die durch dos Gesetz gegeben« Preisfestsetzung hätten während der Zeit der Kohlen- knappheit ganz andere Kohienpreise gezahlt werden müssen, wie in der Tat gezahlt wurden. Den Kohlenverbrauchern wären bei selb- ständiger Preisfestsetzung der Bergbaunnternehmer die Augen über- gegangen. Diese Tatsache soll nicht oerkannt werden. Auf anderen Gebieten Hot die Förderung der Gemeinwirtschost allerdings versagt. Im wesentlichen durch die Geschäftsführung de» Reichskohlenrotes. Sie entwickelt nicht die geringste gemeinwirt- schaftlichs Initiative. Hingegen ober erweckt sie den Eindruck, als habe sie die gesetzliche Aufgabe, eine Entwicklung zur wahren Kohlengemeinwirtschaft zu verhindern und die privatkapitalistische Dergbauwirtschaft zu schützen. Das sollte sich der Reichskohlenrat nicht länger gefallen lassen. Der Bergbau Hot in erster Linie dem Gemeinwohl zu dienen und darum sollte auch die Gemeinwirtschast weiter gefördert werden. Das Kohlenwirtschastsgesetz bietet hierzu durchaus die Möglichkeit. Aber es gehört dazu auch einige Initiative in der Ecschäftssührung des Rcichskohlenrates, woran es leider fehlt. Die Dauer der Syndikotsverträge in Westfalen, Oberschlesien und Mitteldeutschland war abgelaufen. Sie muhten dieserhalb er- nenert werden. Hierzu hat es monatelanger Verhandlungen be- dürft. In der Hauptsache ging der Streit um die Beteiligungs- Ziffern om Absatz. In Westfalen wurden die Disferenzen noch ver- schärft durch das Selbstocrbrauchsrecht der mit Hütten verbundenen Zechen, wodurch der Absatz der reinen Zechenuiüernehmungen ein- geschränkt wird. Hier galt es. einen Ausweg zu finden. Er scheint aber nur unvollkommen gefunden zu sein. Bei Absatzeinschrän- kungen soll die Berkaufsbeteiligung der Hüttenzechen schärfer ein- geschränkt werden wie die der nur reinen Zechen. Das ist durchaus ungenügnd. Es ist nur verwunderlich, daß die reinen Zechcngcfell- schosten sich mit diesem geringe» Entgegenkommen abgesunden und den Bertrog unterzeichnet haben. Richtig wäre es, wenn der Reichs- kohlenrat den Selbstverbrauchsvorrechtcn ein Ende machte und ver- fügte, daß alle Verbraucher, also auch jene, die ganz oder teilweise im Besitz von Zechen sind, ihre Brennstoffe nur durch die Vermitt- lung des jeweiligen Syndikats zu den vom Syndikat unter Ober- aufsicht des Rcichskohlenrates und des Reiches festgesetzten Be- dingungen beziehen könnten. Dabei müßte die Qualitöts- und Sorten frage berücksichtigt werden, soweit dies ohne Benachteiligung anderer Verbraucher möglich ist. Dann wäre eine Gleichheit im Kohlenbezug hergestellt. Das ist aber auch einer der Zwecke, der von einer wahren Gemeinwirtschast ersültt werden soll. Es soll jeder Verbraucher möglichst jene Brennstoffarten bekommen, die er be- nötigt, dann aber zü gleichen Bedingungen. Werden Borrechte ge- stattet, dann ist das nur eine Karikatur einer Gemeinwirtschast. Das sollte sich der Reichskohlenrat, wcnn ihm die Verträge zur Ge- nehmigung vorgelegt werden, zur Richtlinie seiner Entscheidung machen. CfO�nn man infolge Aeberarbeitung, Krankheit, Nervosität:c. das Bedürfnis nach einer gründlichen Kräftigung und Auffrischung verspürt, dann versuche man das wohlschmeckende Biomalz. Es gibt wohl kein einfacheres, bequemeres und angenehmeres Mittel; keines erfreut sich einer gleich großen und_ uneingeschränkten Beliebtheit wie Biomalz. Neben der.Hebung'Z des Kräftegefühls tritt fast immer eine auffallende Besserung des Aussehens ein. Man fühlt sich geradezu wie verjüngt. Man verlange nur das echte Biomalz, nichts anderes angeblich.Ebensogutes". Achte genau auf das Etikett. Neu: Biomalz-Bonbons, bestes Linderungsmittel bei Husten und Heiserkeit, vorzüglicher Geschmack, je Beutel 30 Pf., und Biomalz-Schokolade, je l00-Gramm-Tafel 60 Pf. Erhält- lich in Apotheken, Drogenhandlungen und einschlägigen Geschäften. Preis einer Dose Biomalz!.90 M., mit Lecithin 5 M,, mit Eisen(für Blutarme und Bleichsi'ichtige) 2.20 M., mit Kalk extra(für Lungenleidende) 2.50 M. Druckschriften auf Wunsch umsonst und postftei. Gebr. Patermann, Teltow-Berlm 10. Ueber die Synditatsgebilde in Oberfteften und Mittel beutschland ist zu fagen, baß dies teine Synditate finb, wie man fie sich nach der Benennung vorstellen muß. Es sind Berrech nungsstellen, durch welche nur der Schein gewahrt werden foll, als habe man einer gefeßlichen Pflicht genügt. Der Bertauf der Brobutle wird durch zu den Konzernen gehörige Handelsgesellschaften getätigt, die es nicht nur an gegenseitiger Offenheit fehlen laffen, sondern auch den Verrechnungsstellen, die sich selbstbewußt Synditate nennen, gegenüber recht verschlossen sind. Noch mehr. Die Handelsgesellschaften versuchen sich auch gegenseitig hinters Licht zu führen, trok in den Syndifatsverträgen bagegen angekündigter Strafen. Daß solche Zustände ihre Nachteile haben, ist flar. Sie verschleiern eine gute Durchsicht der Betriebsergebnisse, die bei gemeinwirtschaft lichen Einrichtungen unerläßlich ist. Diese Verträge sollte sich der Reichstohlenrat, wenn sie ihm zur Genehmigung vorgelegt werden, besonders genau ansehen und Abänderungen anstreben, wenn er, seine Zweckbestimmung erfüllen will. Von der Allg. Berliner Omnibus- A.- G. Eigentümlich berührte es, daß in der Generalversammlung am Sonnabend der Aufsichtsratsvorsitzende über den Bertrag der Hochbahn und der Stadt mit der Omnibusge. fellschaft, der in der Generalversammlung der Hochbahngefellschaft Gegenstand lebhafter Erörterungen war, die Auskunft verweigerte, obwohl von diesem Bertrage die zufünftige Ge staltung des Unternehmens abhängig ist. Ueber die Aussichten gab der Generaldirektor Kaufmann, folgende Darstellung: Die in dem Geschäftsbericht fonstatierte Steigerung der Leistungen seht sich auch im laufenden Geschäftsjahr fort. In einigen Bochen wird wieder eine neue Linie eröffnet werden und zwar Linie 24 Birchow Krankenhaus- Hermannplag über den Stettiner Bahnhof, Alexanderplatz, Jannowizbrücke, Schlesischen Bahnhof und Görlizer Bahnhof. Eine Reihe neuer eigener Linien, die beim Polizeipräsidium beantragt worden sind, wird nach Lieferung der in Arbeit befindlichen neuen und moder. nen Wagen erfolgen. Dazu treten die von der Berliner Verkehrs gesellschaft beantragten Linien, deren Betrieb die Omnibusgesellschaft übernehmen wird. Die erforderlichen Wagen stellt die Verkehrsgesellschaft zur Verfügung. Zur Unterstellung der neuen Wagen wird auf einem nen erworbenen Gelände in Charlottenburg eine große neuzeitliche Betriebshalle gebaut werden, Die Reparatur der Chassis und Karosserie soll zentralisiert werden. Am Schlesischen Busch soll eine geeignete Anlage dazu erworben werden. Der Rugertrag des Unternehmens war im Anfang des verflossenen Geschäftsjahres gut. Da die Einnahmen durch den Tarif begrenzt find, die Ausgaben aber im Laufe des Jahres erheblich stiegen, so hielt der Nutzen mit den Leistungen nicht gleichen Schritt Troy sparsamer Wirtschaft sind die Ausgaben weiter im Steigen ge blieben. Immerhin ist das Erträgnis auch heute noch als leidlich zu bezeichnen. Wenn der Geschäftsbericht fagt: Bir nähern uns dem Zeitpunft, zu dem eine Tariferhöhung erforderlich wird, so wollen wir damit nicht behaupten, daß die Erhöhung schon heute oder morgen notwendig ist, fondern daß bei der wagerecht verlaufenden Linie der Einnahmen und der ansteigenden Linie der Ausgaben, der Augenblid notwendig tommen muß, wo eine Tariferhöhung im Betriebsintereffe unumgänglich notwendig wird.( Troß der inzwischen erfolgten Leiftungssteigerung? Das ist doch wohl fraglich. D. Red.) Dazu kommt, daß neue Linien längere oder fürzere Zeit Geld fosten und von den alten alimentiert werden müssen. Bei schneller Folge neuer Linien wächst die Gefahr, daß der Ertrag der alten Linien von den neuen verzehrt wird. Dazu möchte die Berwaltung es begreiflicherweise nicht fommen lassen. Das läge nicht im Intereffe der Bevölkerung, denn dann würde der an sich im Berkehrsinteresse notwendigen Entwidiung des Betriebes ein natürliches Ziel gesetzt. Die Berwaltung hofft, daß ihr Bestreben, dem Berliner Berfehr zu dienen, zum Nuhen der Bevölkerung und der Aktionäre auch im laufenden Jahre gelingen wird. Von dem Reingewinn in Höhe von 775 696 m. erhält der Aufsichtsrat 43 200 M., die Dividende von 10 Broz erfordert 720 000 m, 12 496 R. werden auf nene Rechnung vorgetragen. Das deutsch- französische Kaliabkommen. Ueber den formellen Abschluß der Verhandlungen zwischen der deutschen und französischen Kaliindustrie wird noch gemeldet: Das Abkommen soll zwei Jahre dauern und stellt ein Provisorium dar, auf dem sich dann das Welttalisyndi tat mit einer Gültigkeitsdauer von 30 Jahren aufbauen soll. Das Abkommen regelt vor allem den Absatz für das Ausland und die Breisverhältnisse. Der Auslandsabfat ist so verteilt worden, daß auf die deutsche Jubuftrie eine Quote von 70 und auf die fran zösische Industrie eine Quote von 30 entfällt. Das Borabkommen fah ein Berhältnis von 38 zu 62 vor. Der Absatz im Inland ist dahin laufenen Rechnungsjahr die Labatindustrie bereits 153% Millionen Mehraufkommen gegenüber dem Etatvoranschlag brachte, ist die Versammlung der Auffassung, daß nach leberwindung der fid heute noch innerhalb des Gewerbes auswirkenden Inflationsperiode ein etwa benötigter weiterer mehrertrag unter den bisherigen Steuerfäßen in ruhiger und ungestörter Fortentwidlung gesichert it." Die Tabaksteuervorlage sei abzulehnen. geregelt worden, daß fich die beiden Induftrien teine Ronturarbeiterschaft mit Notwendigkeit bringen würde. Da im abge rena machen. Dafür verpflichtet sich Frankreich, über den fran zöfifchen Inlandstalibedarf hinaus teine neuen Schächte niederzu bringen, während Deutschland die Berpflichtung übernimmt, die Breisentwicklung so zu gestalten, daß fie im Einklang mit der frandöfifchen Kalipreisbildung steht Die Berhandlungen erhalten infofern einen besonderen Bert, als die französische Regierung an ihnen teilge nommen hat. Wie wir dazu erfahren, übernimmt die franzöfifche Regierung die Berpflichtung, die getroffenen Abmachungen burch entsprechende Gefeße zu verwirklichen, wie sie in Deutsch land bereits bestehen. Weiter wurde befchloffen, für die Ausführung des Abkommens ein überparteiliges Synditat in Holland zu er richten, das die einlaufenden Auslandsaufträge gemäß dem Quotenverhältnis auf die beiden Industrien verteilt. Das deutsch- französische Raliabtommen ist von größter Bichtig feit und typisch für die Bestrebungen, die deutsch- französischen Wirt schaftsinteressen zu sogenannten internationalen Trusts" auszugestalten. Bekanntlich jetzt sich der französische Industrielle Loucheur in letzter Zeit lebhaft für diesen Gedanken ein. Beim AbIchluß der Kaliverhandlungen war auf deutscher Seite der Wintershall- Konzern unter Führung seines Generaldirektors Roft erg die treibende Kraft. Genossenschaften und Realkredit. Der Ausschuß der Breußischen Sentralge. nossenschaftstoffe hat in seiner neuerlichen Sitzung, an der als Vertreter der Deutschen Rentenbank deren Präsident Dr. Len ze teilnahm, eingehend zu der Frage der Beschaffung von Real trebit Stellung genommen und folgende Entschließung gefaßt: Der Ausschuß der Preußischen Zentralgenossenschaftstaffe, in dem das gesamte deutsche Genoffenschaftswesen vertreten ist, fühlt sich verpflichtet, nachdrücklichst darauf hinzuweisen, daß es mirt schaftlich auf die Dauer unmöglich ist, den Kreditbedarf des deutschen Grundbesiges weiter wie in den letzten 1% Jahren fast ausschließlich im Wege des Personalfrebits zu decken. Die Erhaltung einer leistungsfähigen deutschen Wirtschaft ist auf die Dauer mur möglich, wenn ihr neben dein turzfristigen billiger Realtre dit zur Verfügung gestellt wird. Betriebstrebit in ausreichendem Maße langfristiger und Der Ausschuß begrüßt baher lebhaft alle Bemühungen, Aus landstrebite zu erträglichem 3insfuß für diesen Zweck flüffig zu machen. Mit Rücksicht auf die erheblichen mährungspolitischen und wirtschaftlichen Bedenten, die einer weitgehenden Berschuldung des deutchen Grund und Bodens an das Ausland entgegenstehen, hält es der Ausschuß jedoch zugleich für erforderlich, daß fomeit mie irgend möglich, die sich wieder langjam ansammelnden Inlandskapi. talien für 3wede des Realkredites mutbar gemacht werden. Er hält es ferner für geboten, daß die deutschen Sparkassen und Berficherungsunternehmungen öffentlich- und privatrechtlicher Art er mächtigt und veranlagt werden, die fich bei ihnen anjammelnden mittel in möglichst großem Umfange in Pfandbriefen und anderen Schuldverschreibungen von Realkreditanstalten anzulegen, wobei darauf hingewiesen wird, daß in diesen Bapieren angesichts ihrer jederzeitigen Lombardfähigkeit für die genannten Anstalten eine durchaus liquide Anlagemöglichfeit gegeben ist. Der von der Rentenbant- Kreditanstalt zu gewährende Betriebs tredit ist mit Rücksicht auf die lange Dauer des landwirtschaftlichen Produktionsprozesses den zum Geschäftsverkehr mit ihr zugelassenen Kreditanstalten für entsprechend längere Friften zu überlassen. Deffentlich- rechtlichen Kreditanstalten wie der Preußischen Zentralgenossenschaftstaffe gegenüber müßte die Ueberweisung ohne befondere Sicherheitsleistungen und Formalitäten erfolgen. Der Ausschuß bittet die zuständigen Regierungen des Reichs und der Länder, diesen Fragen erhöhte Aufmertfamteit zuzuwenden und mit allem Nachdruck auf eine Durchführung dieser Gedanken hinzuwirken.. Gegen die Tabaffteuererhöhung wandte sich eine große Brotest versammlung der am Tabatgewerbe interessierten Berbände am Mittwoch im Conventgarten zu Hamburg. In der einstimmig angenommenen Entschließung heißt es u. a.: Die in Hamburg am 6. Mai im Conventgarten tagende und von mehr als 5000 Angehörigen des Gewerbes besuchte Bersammlung aller Labafintereffenten protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die von der Re gierung eingebrachten und vom Reichsrat genehmigten Soll- und Steuererhöhungen. Die dem Reich nur zu gut befannte Notlage des Gewerbes hätte eine wesentliche Steuerherabsehung statt neuer Steuervortagen erwarten laffen, zumal jede steuerliche MehrM tanadische Ernte war in diesem Jahre außerodentlich ungünstig Die organisierte Berwertung des Getreides in Kanada. Die ausgefallen. Wenn die tanadischen Farmer dennoch auf ihre Red kanadische Ernte war in diesem Jahre außerodentlich ungünstig Rech nung tommen, so wird dies außer der allgemeinen Erhöhung der Weltgetreidepreise der organisierten Berwertung ihrer Produkte durch riesige Bertaufsorganisationen( Boots) zuzuschreiben fein Während des Krieges haben sich die Farmer daran gewöhnt, ihr Getreide nicht mehr im Konkurrenztampf zu verwerten, sondern haben es dem staatlichen Getreibeamt zu festen Breisen abgeliefert. Als nach dem Kriege das Getreide amt aufgelöst wurde und die Getreidepreise am Weltmartt rapid santen, setzte eine politische Propaganda zur Wiederherstellung des staatlichen Getreideankaufs ein, die jedoch zu feinem Erfolg führte. So find die Bestrebungen zur Schaffung einer Großorganisation für jeden Getreide erzeugenden Gliedstaat entstanden. Die ähnlichen Organisationen der Bereinigten Staaten für Getreide haben im Gegensatz zu den Großgenossenschaften zur gemeinsamen Verwertung von Baumwolle und Obst, die dort einen großen Erfolg hatten, sich nicht bewährt. In Kanada dagegen, wo die einzelnen Regie. rungen hinter den Großorganisationen stehen und diesen die Kosten der Gründung vorgeschossen sowie den Banten gegenüber die Garantie übernommen haben, erzielten sie einen sehr großen Erfolg. Zur Gründung einer Großgesellschaft gehört die Teilnahme von mindestens 50 Broz. der bebauten Bodenfläche im Land. Auf dieser Grundlage fonnte zuerst im Staate Alberta Ende 1923 die Großverfaufsgesellschaft ihre Tätigkeit aufnehmen. Im August 1924 fonnte fie berichten, daß sie 34 Millionen Bushels Weizen zu einem Durchschnittspreis von 1,01 Dollar verkaufte. Für Kosten und Reserve wurden 2 Cents in Abzug gebracht. Sastatshewan und Manitoba folgten Alberta nach und im September 1924 wurde für fämtliche drei Großorganisationen eine gemeinsame Ber taufsorganisation gebildet. Auf diese Weise wird min destens die Hälfte der tanadischen Ernte durch eine einzige Großgesellschaft mit einer Mitgliederzahl von 85 000 Farmern und 10 millionen Acres Getreideland verkauft. Die Banten gewährten der Organisation einen Kredit 25 Millionen Dollar zu 6 Proz., was als ein sehr günstiger Zinsfag anzusehen ist. Die Probuzenten erhalten große Borschüsse und find deshalb nicht gezwungen, ihre Brodufte vorzeitig auf den Markt zu werfen. Aber auch sonst erzielen die Farmer bei der gemeinsamen Berwertung durch die Großgesellschaft bessere Preise, als wenn sie vereinzelt auf den Markt gingen. Achten Sie bitte auf diese Schutzmarke WOO Continental Regenmäntel, gummiert und imprägniert, für Damen, Herren u.Kinder. In einschlägigen Geschäften erhältlich. 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Band IV( 24 Internationale Tänze) darunter: Mohnblumen, Twostep von Moret The Gondoliere Mondschein- Serenade( Moon Kynt) von Moret- Indiana, Twostep von Powell- Hearts Aflame ( Flammende Herzen), Walzer Deliciosa, Tango Argentino usw. 95. Schön gebunden.......... nur Pf. tere Bilder, Szenen u.Reimstücke. Ausgewählt u. erneuert von W. MüllerWunderwerke der Welt. Veröffentlichung der Deutschen Gesellschatt zur Verbreitung guter Schriften. 60 Seiten. Gebunden...... Herausgegeb. von G. Gellert. 95PL Am Rhein beim Wein 44 deutsche Rheinlleder, für Klavier, mit vollständigen Texten. Herausgegeben von H. Krome reich illustriert von P. Stassen, zirka 80 Selten. Kartoniert. Textbuch, reich illustriert von P. Stassen, 0,50 M... 00 Dienstag 12. Mai 1925 Unterhaltung unö �Nissen Vellage öes vorwärts öerliner Einzugsmarsch. Im Westen war's ein großer Tag: Das sprühte vor Verlangen, Mit Trommelruf und Paukenschlag Alt-Deutschland zu empfangen. Urpreußische Ertüchtigung War trippelnd aus den Beinen. Selbst Urgroßmütter mußten jung An solchem Tag erscheinen. Bei Blumenstrauß und Festgedicht Gab's löbliches Erröten Pariser Einzugsmarsch kam nicht Zu vorbestelltem Flöten. Man putzt die Leutnantsgarnitur Und schabt Novemberrosten, Man kauft sich Stern und. Gardeschnur, Das Boll bezahlt die Kosten. Der Wicking und der Werwolf sind Die neuen Reichsbewahrer, Sie haben guten Fyhnenwind Und sehen Zukunft klarer. Pastoren wittern Erntefest Und läuten mit den Glocken. Drei Tage tanzt Wilhelma-West Auf zarten Seiden-Socken. Die Republik bleibt ernst zu chaus Und hält ein strenges Wachen. Ein Mann der Freiheit schlägt es aus, chonneurs dem Spott zu machen. Doch sollt' aus Deutschlands Winternacht Der Spuk noch ärger rasen, Wird schwarzrotgold'ne Fahnenwacht Zum Sturm der Geister blasen. Franz Rothenfelder. hanöel mit Untertanen. Aus der Geschichte deutscher Wrstenhäuser. Don Elli Radlke-Darmuth. Unsere Monarchisten werden nicht müde, dem deutschm Volk immer wieder die Segnungen der glorreichen Zeit vor Augen zu führen, da noch ein treusorgender fürstlicher Landesoater mit Liebe und persönlicher Aufopferung die Geschicke des Voltes leitete und es herrlichen Zeiten entgegenführte. Es lohnt sich schon, von Zeit zu Zeit einmal einen kurzen Blick auf die Geschichte der beut- schen Fürstenhäuser zurück zu werfen. Gern erinnert man sich dabei so mancher Dinge, die sehr wohl geeignet sind, die Liebe und Ver» ehrung für unsere angestammten fürstlichen Landesväter und zum monarchistischen System überhaupt wieder etwas aufzufrischen. Da ist z. B. ein sehr interessantes Kapitel in der deutschen Kulturgeschichte über den Handel mit Menschenfleisch, den viele dieser sürstlichen Landesoäter getrieben haben. Es ist das Verdienst de» früheren.liberalen Reichstagsabgeordneten Friedrich Kapp, über dieses traurige Stück deutscher Geschichte umfangreiches Mate- rial gesammelt und unter dem Titel„Der Soldatenhandel deutscher Fürsten nach Amerika" im Jahre 1874 bei Julius Springer heraus- gegeben zu haben. Das Material stammte aus den Dokumenten des englischen Staatsarchivs, aus seinerzeitigen englischen Parlaments» berichten, den Korrespondenzakten der betreffenden fürstlichen Per- sonen und sonstigen amtlichen Quellen und mutz daher wohl al« durchaus glaubwürdig angesprochen werden. Aus diesen Dokumenten erfährt die Nachwelt, daß die Landesväter einer ganzen An- zahl deutscher Kleinstaaten chre geliebten Untertanen für bares klingendes Geld an fremde kriegführende Möchte als Kanonenfutter verkaust haben, daß sie sich für die gelieferte Ware pro Kopf noch damaliger Rechnung 30 Kronen Banko Werbegeld und dazu 37� Kronen sogenannte Subsidien, letztere aus Jahre hinaus zahl- bar, und bei dem unvermeidlichen Abgang pro Leiche nochmals 30 Kronen bezahlen ließen, wobei drei Verwundete gleich einem Toten gerechnet wurden. Außerdem steckten sie noch manchmal die Differenz zwischen der eigenen landesüblichen Soldatcnlöhnung und derienigen des die Truppen mietenden, kriegführenden Landes in ihre eigene Tasche. Dieser Menschenhandel war im 77. und 18. Jahrhundert in Deutschland durchaus nichts Seltenes. Die vielen kleinen Fürsten der vielen deutschen Kleinstaaten brauchten sämtlich viel Geld. Sie liebten olle ein möglichst glänzendes Hosleben nach großem Muster, und da ihre sonstigen Einkünfte aus ihren kleinen Ländchen in gar keinem Verhältnis zu den riesigen Ausgaben für Aufwand und Ver- anügen standen, so verschafften sie sich gute Einnahmequellen durch Anwerbung von Soldatenheeren, die sie im Kriegsfalle an fremd« Mächte wie Kaufleute ihre Waren zur Vermietung anboten. Die ge-' wissenlosen Methoden des Anwerbens, die grausamen Bestrafungen der unglücklichen Soldaten bei etwaiqer Desertion sind zur Genüge bekanm. Deutschland galt zur der Zeit als Truppenlieferungsland für die ganze Welt. Von Rußland bis Spanien, von den Nieder- landen bls zur Türkei gab es kaum noch einen Krieq ohne deutsche Hilfstruppen. Die ältesten bekannten auswärtigen Trüppenlieferungs- vertrage sind die vom Landgrafen Karl von Hessen mit König Christian V. von Dänemark vom Jahre 1ß76 und zwischen dem Kurfürsten Johann Georg III. von Sachsen und der Republik Venedig von 1685. Auf Grund letzteren Vertrages wurden 3000 sächsische Soldaten nach Venedig vermietet, die gegen die Türken ins Feld geschickt wurden und von denen nur 761 Mann in die Heimat zurückkehrten. Während des ganzen 17. und 18. Jahr- Hunderts standen in Holland deutsche Truppen in Dienst, und im österreichischen sowohl wie im spanischen Erbfolgekriege kämpften deutsche Hilfstruppen sogar auf beiden Seiten. Eine glänzenden Ausschwung nahm das Menschenhandelsgefchöft für die deutschen Fürsten anktißlich der nordamerikanischen Frciheits- kriege(177S— 1782). England hatte damals großen Bedarf an aus- ländischen Hllsstruppen, denn seine eigenen Landesklnder wollte es nicht gern zur Niederwerfung des amerikanischen Aufstandes ver- wenden, vielleicht aus Angst vor einer Sympathisierung mit den Nordamerikanern. So lag das Geschäft für die geldhungrigen beut- schen Fürsten sehr günstig, und sie überboten sich auch gegenseitig in schönem Eifer, ihre Ware auf den Markt zu werfen. Hm ganzen waren es die Fürsten sechs deutscher Kleinstaaten, die auf Grund offizieller Verträge mit England Soldaten nach Nordamerika gegen Bezahlung lieferten, und"zwar Braunschweig, Hessen, Hanau. Waldeck. Ansbach und Anhalt-Zerbst. Auch Bayern und Württem- berg hatten England ihre Soldaten angeboten und sich sehr um Berücksichtigung bemüht, doch lehnte die englische Regierung die Truppen dieser beiden Länder wegen ihres schlechten Zustandes ab. Die obengenannten sechs Länder und Ländchen lieferten während der ganzen Dauer dieses Krieges nach Kopps Zusammenstellung LS 875 Mann, von denen nur 17 313 Mann wieder zurückkehrten. Es hoben demnach also 12562 deutsche Männer im besten Lebens- aller fern der Heimat für eine Sache, die sie nicht das Geringste anging, ihr Leben lassen müssen, nur weil ihre sürstlichen Lande«. vÄ» zur Bestreitung ihrer noblen Passionen dringend Geld ge- Der Golem. f/>! r■ Zum Amtsantritt". brauchten. Die aus diesem feinen Geschäft vereinnahmten Summen waren für jeden der beteiligten Fürsten enorm, besonders da Eng- land einzelne Subsidien noch zwei Jahre nach Rückkehr der Truppen zahlen muht«. Das doch verhältnismäßig kleine Hessen. Kassel lieferte allein fast 17 000 Mann nach Nordamerika, und dies noch dazu kurze Zeit nach dem menschenmordenden siebenjährigen Kriege. Es war nur möglich durch ein ganz rafsiniertes i-ystem der Soldatenaushebung und Anwerbung. Das lächerlich kleine Fürstentum Waldeck, das über ganze 20 Ouadratmeilen Territorium und 30000 Einwohner verfügte, war mit 1225 Mann an der Lieferung nach Nordamerika betelltgt, trotzdem es schon zwei Regimenter in Holland dauernd stehen hatte. Dafür wurden die Landeskinder aber auch von der Kanzel herab ausgefordert, sich anwerben zu lassen. Noch kleiner als Wolbeck war Anhalt-Zerbst mit 20 000 Einwohnern und 15 Ouadratmeilen Umfang, dessen„Herrscher" Friedrich August sich erst mehrere Male umsonst um einen Lieferungsvertrag mit Eng- land bemühen muhte, ehe es ihm gelang, ins Geschäft zu kommen. Er hat noch insgesamt 1160 Mann nach Amerika geliefert. Die treuen Landesoäter standen alle große Aengste aus, daß ihre schönen Lieferungsverträge etwa.durch die Unvernunft der dummen Soldaten gestört werden könnten. Als bei der Abtrons- portierung der Ansbacher Soldaten nach Amerika einmal die Gefahr einer größeren Empörung nahe lag, reiste der Markgraf Karl Alexander schleunigst seinen Truppen nach und begleitete sie der Sicherhell halber persönlich den Main und Rhein hinunter bis zur Einschiffung in Holland. Und der Herzog von Braunschweig richtete die ausdrückliche Bitte an den zuständigen englischen Minister, er möge seine in Gefangenschaft geratenen Truppen ja nicht nach der Heimat auswechseln lassen, damit ihm durch ihre Schilderungen das weitere Rekrutierungsgsschäft nicht verdorben würde. Infolgedessen mußten die gefangenen Braunschweiger mehr als fünf Jahre unter großen Entbehrungen in der Jnternierung verbleiben, ehe ihr Landesvater, der so schön an ihrem Elend verdient hatte, sie wieder» haben wollte. Dabei hatten diese Seelenverkäufer noch die Stirn, in hoch- trabenden Worten von deutscher Treue und Redlichkeit zu sprechen. Den Ansbacher und Hanauer Soldaten wurde beispielsweise folgende Rede bei ihrer Vereidigung zur Bekämpfung der Nordamerika- nischen Freiheitsbewegung gehalten:„Ich bin überzeugt, daß Sie das allergnädigste und gnädigste Zutrauen erfüllen werden, welches Seine Königliche Majestät und beide Durchlauchtigste Fürsten in Ihre Redlichkeit und Tapferkeit setzen, und daß Sie bei allen Kriegs- vorfallenheiten zeigen werden, daß Sie Deutsche sind, welche jeder- zeit den großen Ruhm der Treue und Tapferkeit-behauptet haben. Sie streiten für die gerechte Sache eines der erhabensten und gütigsten Monarchen. Sie können sich nicht weniger der höchsten Gnade Ihrer teuersten Landesfürsten versichern, von deren Liebe und Zuneigung Sie schon soviel Beweise haben. Machen Sie sich ihrer würdig.......* Brutale Geld- und Machtgier, niedrigster Egoismus, und dazu noch zynischer Hohn! Haben wir irgendwelche Veranlassung, mit Sehnsucht an unsere entschwundenen gekrönten Häupter zurückzu- denken! Eine Verbindung des Heliums entdeckt. Das neuerdings viel genannte Helium, das zur Füllung des Z. R. 3 in Amerika verwendet wurde, gehört der Klaffe der. sogenannten„Edelgase" an. die ihren Namen davon erhalten haben, daß sie sich mit keinem der be- kannten anderen Elemente noch miteinander oerbinden. Dadurch erhält dos Helium feine große Ueberlegenheit über den Wasserstoff, indem es nicht explodiert. Nunmehr berichtet aber der Oxforder Gelehrte I. I. Manley. daß es ihm gelungen fei, unter gewissen Bedingungen durch elektrische Klimmentladungen eine regelrechte Verbindung zwischen Quecksilber und Helium zu erhalten. In der „Umschau" wird hervorgehoben, daß, wenn sich diese aufsehen- erregenden Befunde bestätigen sollten,„sie unsere gesamten theoreti- schen Vorstellungen über den Atombau abermals über den Haufen werfen würden". Jugendveranstaltungen. Unfete ebeitsgemeinig att beteiligt sich heute, Dienstag, a bee Führung durch die Heimarbeitausstellung. Treffpunkt 6½ the pünktlich Eingang Landesausstellungshallen, Alt- Moabit. Heute, Dienstag, den 12. Mai, abends 7% Uhr: Webbing- Nord: Schule Müllerstr. 48, Bortong: Mensch aber Maschine? Rafenthaler Borstadt: Schule Gipsstr. 23a, Glaßbrenner- Abend. Schön. hauser Borstadt: Schule Jbsenftr. 17, Frig- Reuter- Abend. Bilmersdorf: Jugendheim Hildegardstr. 4, Bortvag: Arbeiterjugend und Kultur". Marien. berf: Ite Eule, Dorfstr. 7, Vortrag: Körperpflege und Radtkultur". Geschäftliche Mitteilungen. Des Saules Zierde Reinlichkeit. Bo Schauk fich immer og serfteden, Jn Küchenschränken, Dieleneden, An Borzellan, Glas und Ari ftall, Befteden, Tischen, an Metall, An Solagestellen, Bänken, Rannen, I An Ausquß, Fliesen, Badewannen drehn/ 3ft alles rein und wunderschön! / Rimm Ata! Und im Handum. Das Rundfunkprogramm. Steglik 1: Jugendheim Albrechtfit. 47, Bortrag: Die Arbeiterjugendbewegung. Dienstag, den 12. Mai. Renton IV: Lofal Bärmintel", Steinbockstr. 10, Bortrag: Die Kinderfreundebewegung". Reutölin V: Jugendheim Schierkestr. 44, Bortvog:„ Der 1. Mai, ein Weltfeiertag der Arbeiter Elaffe". Köpenic: Jugendheim Grü nauer Straße 5, Bortrag: Jugend und Republik". Treptow: Jugendheim Grackstr. 50, Bortrag: Revolution 1918". Reinidendorf- Oft: Seebad, Refidengitr. 46, Aussprache: Proletarische Dichtung". Rosenthal: Schule Rastanienallee, Bortrag: Bub und Mädel". Werbebezirk Kreuzberg: Abends 7 Uhr im Jugendheim Lindenftraße 3, Funktionärversammlung. Thema: Unsere Stellung aure Ritche". Erscheinen aller Funktionäre und Interessierten ist notwendig. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.30 Uhr abends: Humoristisches Funkallerlei( Georg Bamberger). Uhr abends: Forschungsreisender Dr. Artur Berger: Der Ortssinn der Tiere". 7.30-8.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule ( Bildungskurse). 7.30 Uhr abends: Abteilung Heilkunde. Dr. Schweers: Mutterschutz und Säuglingsfürsorge". 3. Vortrag. , Mutterschutz und Gesetzgebung. II. Teil". 8 Uhr abends: Abteilung Musikwissenschaft. Dr. Richard H. Stein: Einführung in die russische Musik". 10. Vortrag. Peter Iljitsch Tschaikowskij". 8.30 Uhr abends: Populäres Konzert. Dirigent: Selmar Meyrowitz. Berliner Funkorchester. 1. Ouvertüre zu der Oper Figaros Hochzeit, Mozart( Orchester). 2. a) Minnelied aus dem Lochheimer Liederbuch( 1460), b) Feinslieb, du hast mich gefangen. Sonnabend, ben 23. Mai, Frühlingsfeier der SAJ. Bernen bei Löwe, Madrigale von Leo Haßler, c) Tanzen und Springen, Madrigale Wandliger Straße. Die Berliner Gruppen find hierzu eingeladen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Der Arbeiter- Stenographen Berein Stolze- Schrey eröffnet in feinem 2ichtenberger Bezirt am Freitag, den 15. Mai, 8 Uhr, einen Rurfus in der neuen Einheitsturafchrift. Kursusdauer 12 Abende. Anmeldung erfolgt bortfelbit. Bezein ber Freidenfer für Feuerbestattung; 12. Berwaltungsbezirk( Steglig und 2antwik). Monatsversammlung Freitag, den 15. Mai, 7 Uhr, im Lofal von Shellhafe, Ahornstr. 13. Theater Lichtipicle afw. Staats- Theater Opernhaus 7 Uhr Ariadne auf Naxos Opernhaus am Königsplatz 7: Cavalier. rustiBajazzo cana Schauspielhaus 712 John Gabriel Borkmann Schiller Theater 71 Uhr: Napoleon Gr. Volksoper im Theat. d. Westens 7 Uhr: Martha Volksbühne 7 Uhr: Datterich Deutsch. Theater 812 Uhr: Der Revisor Kammerspiele 82 Uhr: Die Wollusi der Anständigkeit Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 8 Uhr: Bobert u. Bertram Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Franziska Komödienhaus 8 U.: Das silberne Kaninchen Berliner Theater 7.45 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA 8 Uhr: VARIETE. REVUE Residenz- Th. Täglich 8 Uhr: Der Werwolf von Leo Haßler, d) Wär' es nit gut, wenn das Herz Fenster hätt', Altdeutsche Volksweise aus Johann Jakob Prinners Liedersammlung( 1692), e) Sandmännchen, Volkswei se 1687( Berliner Vokalterzett: Margarete Strunk, Sopran; Margarete Roll, Mezzosopran; Elisabeth Böhm, Alt). 3. Sinfonie F- Dur Nr. 88, Haydn ( Orchester). 4. a) Der letzte Tanz, bearbeitet von Siegfried Ochs, b) Das Dorf. Georg Striegler, c) Das Schäfermädchen und der Kuckuck, Volkslied, d) Der Jäger und die Nixe, bearbeitet von Siegfried Ochs( Berliner Vokalterzett). 5. Ungarische Tänze V und VI, Brahms( Orchester). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. Anto- und Motorrad- Kleidung Motorrad- Rombinationen Stoffen D. M. a. wafferdicht. 20 Motorrad- Anzug ange Hoſe 42., 28.imprägnierte Sportjoppe. 2600 Motorrad- Anzug Form je n. Qual. 75.-, 51.Joppe u. Breeches, elegante 4250 . Don Sport- Anzug Deffins aus Waschkord, verschiedene 3000 Herren- Lederjamen flotte Sportform, je nach Qualität, 60⁰⁰ Ledersportmäntel Serren, elegante Form 13500 braun 150.-, 130.-, 120.-, 110.-, schwarz 85.-, 70.braun M. 175.-, schwarz Damenlederjacken fefe Form, je nach Qualität u. 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Ehe Abends& Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Christian Christensen Theater a. Kottb. Tor zahli allabendi. 300 Mark d. Amateur- cd. Berufsgeber, der ihn in der Manege schlägt 66 Seelowe Charlie als Musikvirtuosej Tägl. 8 Uhr: ElfieSänger Das große Mai Programm WINT BARTEN Steffiner Sänger Neu: Das Deutsche Meer von Meysel Nachm. halbe Preise, das volle Abendprogramm mit Das Deutsche Meer Dönhoff Brett': Der glänz. Mal- Spielplan( Famoses Mal- Programm Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Berlins einzigste und erfolgreichste REVUE: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Bald 800 Aufführungen! 30 Bilder! 250 Mitwirkende! Sommerpreise. Stg.3'12 Uhr ermäßigte Preise Jed.Erwachsene 1Kind 8 Uhr frei! Metropol- Theater Die Novität 8 Uhr Tausend süße Reinchen von Walter Bromme Lea Seidl, Siegfried Arno, Ferry Sikla, Friedel Dotza, I. Perry, H. Krauss, F. Streblen Friedenspreise! Promenoir 2 M., Park. 3, 4,5 M., Park.- Faut. 6, 8 M. Vorverkauf ununterbrochen Aus der Partei. 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