Nr. 22942. Jahrg. Ausgabe A nr. 118 Bezugspreis: Bentlich 70 Bfennig, monatlich 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Zuremburg 4.50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied Lung und Kleingarten fowie der Seilage Unterhaltung und Bisfen und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: -Sozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareille. Reklamezeile seile 70 Bfennig. 4. Reichsmart. Aleine Anzeigen das fettgebrudte Wort 20 Pfennig ( zuläffa amei fettaebrudte Worté). fedes weitere Wort 10 Biennia. Stellengesuche das erite Bort 10 Bfennia, jedes weitere Bort 5 Biennia. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Bfennig. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftzake 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nadm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Berlag: 2önhof 2506-2507 Sonnabend, den 16. Mai 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bofticheckfonts: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion ber Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Brotverteuerer an der Arbeit. Die Wucherzölle der Rechtsregierung. Brot, Milch und Fleisch sind so teuer, daß der Berbrauch dieser wichtigen Nahrungsmittel noch immer hinter der Vorkriegszeit zurückbleibt. Das Bolt fann nicht taufen. Mit solchen Worten begründete Graf Kanig geftern im Reichstag den Etat des Reichslandwirtschaftsministeriums. Das Bolf hat hunger, es tann dem Landwirt die hohen Preise, die dieser fordert, nicht bewilligen. Denn es hat tein Geld. Und weil das Bolt kein Geld hat und dem Landwirt nicht genügend ablaufen tann, fo follen die Getreide, Fleisch und Milch preise noch durch Schutzölle heraufgelegt werden. Das ist die Logit der Zollvorlage, die in der fommenden Boche dem Reichstag vorgelegt werden soll. Wahnsinn als Methode ein guter Auftakt für die Zolldebatten, die wir nun bald erleben werden! Industrie und Wissenschaft gegen Agrarzölle. Sind Agrarzölle überhaupt notwendig? Die deutsche Landwirtschaft, an ihrer Spike der Reichslandbund, fagt ja. In ihren Organisationen geben die Großagrarier, bie einzigen Nuznießer des Getreidezolls, den Ton an. Ebenso entschieden aber ist das me in, das die überwältigende Mehrheit der deutschen Wissenschaft dem Wunsche nach Argrar Böllen entgegenseßt. Selbst Gelehrte, die bis vor wenigen Jahren die wissenschaftlichen Vorfämpfer der Agrarzölle gewefen find, lehnen diese heute ab. Und mit Recht, denn ein durch Krieg und Inflation verarmtes deutsches Volt, das nur durch die starke Anspannung seiner industriellen Produktion, durch gesteigerten Verbrauch im Inland und durch Hebung feiner Warenausfuhr nach dem Ausland die furchtbare Last der Reparationen zu tragen fähig ist, fann sich den Zurus einer fünstlichen Berteuerung seiner Lebenshaltung und seiner Produktionskosten nicht leisten; es fann das heute weniger als vor dem Kriege, wo die Milliardenlast der Lebensmittelzölle durch den kräftigen Aufstieg einer in sich gefunden, an Rohstoffen und Land viel reicheren Bolfswirt. schaft sich noch erträglicher gestaltete. Mit vollem Recht hat der Deutsche Industrie- und Handelstag erst vor wenigen Wochen jegliche vermeidbare Zollbelastung abgelehnt, die die deutsche Arbeit für den Inlandsmarkt wie für den ohne hin sehr erschwerten Abfaz im Ausland verteuern und mit der deutschen Gesamtwirtschaft auch die Landwirtschaft schädigen würde"! So die Worte der Entschließung, die die Spikenorganisation der deutschen Industrie und Handelsfammern am 29. April d. J. gefaßt hat. Die Industrie erwartet also von jeder unnügen Belastung des Lebensbedarfs durch Zölle eine Schmälerung ihres Abfazes. Abfaglosigkeit aber bedeutet Arbeitslosigkeit, diese wieder. Hunger und Elend für die breiten Massen Steine statt des Brotes, das der Ernährungsminister schaffen soll. Die unsichere Regierung. Bleibt noch die Frage, ob die Regierung felber die Agrarzölle für unvermeidlich hält. Ganz überflüffig find fie ihr nicht, sonst hätte sie wohl die Vorlage nicht in dieser Form vorbereitet, deren bloße Anfündigung die politischen Leidenschaften zum Aeußersten aufpeitschen muß. Man fage nicht nach dem bewährten Rezept: die Leidenschaften der Bartei politik. Denn es sind nicht die Intereffen irgend einer politischen Partei, die jetzt die Wissenschaft mit großen Teilen des Unternehmertums und mit der großen Masse der Arbeiterschaft zusammenschweißen. Die Haltung der Parteien bei der Beratung des deutsch- spanischen Handelsvertrags, die Stellungnahme des alten Stinnes furz vor seinem Tode er sprach sich damals mit aller Entschiedenheit gegen jede Schuh zollpolitik aus-, Meinungsäußerungen anderer Industrieller, fie alle beweisen, daß der Streit in der Zollfrage sämtliche Parteien spaltet, daß es also nicht egoistisches oder agitatorisches Interesse der Sozialdemokratie ist, wenn sie jetzt die Führung im Kampfe gegen den Brot wucher übernimmt. Es geht um mehr als um ein Dogma oder um eine agitatorische Phrase: Darum geht es, ob die Wirtschaftspolitik des Reiches zur Liebedienerei für eine Klique von Interessenten werden soll, die über ihre Nase nicht hinaus fehen können und glauben, daß hohe Getreidepreise und Augen blidsprofite d: Großagrarier die volkswirtschaftlichen Nach teile einer Schutzollpolitit nicht nur ausgleichen, sondern sogar zum Segen wandeln fönnen! Sicher ist, daß die Regierung porläufig die Schuh zölle der Borfriegszeit nicht für erforderlich hält. Sonft hätte sie sie spätestens mit Birtung vom nächsten Ernte jahr ab verlangt. Statt deffen beschränkt sie sich darauf, den| haben allen Anlaß, hier einmal aufzumerken. Es geht doch Boll auf Getreide zunächst erst in halber Höhe festzulegen, nicht an, daß man in einer Zeit größter Kapitalinappum ihn im Erntejahr 1926/27 auf die volle Borfriegshöhe heit in der gesamten Wirtschaft, den Agrariern riesige dirett von 5 M. für den Doppelzentner Roggen und 5,50 m. für den und indirekte Zuwendungen auf dem Kreditwege macht, in Doppelzeniner Weizen zu steigern. Sie nimmt mit diesem der Annahme, daß fie feine Schutzölle erhalten, aber schließBorschlag eine Prophetengabe in Anspruch, um die man sie lich noch obendrein die wirtschaftsgefährdende Schutzölle be- hätte sie nicht schon so oft enttäuscht beneiden willigt! müßte. Denn die spätere Steigerung des Bolles hätte allenfalls einen Schein von Berechtigung, wenn man müßte, daß später die Weltmarktpreise für Getreide wesentlich fallen, die wären, als sie in diesem Frühjahr waren. Wenn man nämlich Produktionskosten der Landwirtschaft aber nicht niedriger unter heutigen Berhältnissen einen Zoll von 2 M. oder 2,50 m. boten, wenn sich in den Borbedingungen der jezigen Bollfest gerechtfertigt hält, ist seine Erhöhung später doch nur dann gefegung etwas wesentlich geändert hat. Wo die Wissenschaft sich bazu äußert, ist nur eine Stimme, die der Warnung! Die Regierung scheint es aber ganz genau anders zu wissen. Sie übersicht Preise und Produktionsfoften auf Jahre hin aus. Sie wäre mahrhaft zu beneiden, wenn man nicht wüßte, daß die Pythia diefes Drakels nicht etwa irgendeine Landwirtschaftsrot, die Interessenvertretung der deutschen wissenschaftliche Autorität, sondern vielmehr der Deutsche Großlandwirte ist. Was man aber von Interessentenorate a zu halten hat, weiß man ja., Agrarzölle find unnötig! In feinem Falle darf die Entscheidung über die Agrarzölle überhaftet werden. Sie ist von viel zu großer Tragweite, als daß fie jetzt plöglich vollzogen werden dürfte, gebraucht hat. Um so befremdlicher ist es, daß die Regierung nachdem die Regierung zehn Monate zu ihrer Bewältigung die Agrarzölle in die sog.„ fleine 3ollvorlage, einen hineingearbeitet hat. für Berhandlungszwecke vorgesehenen provisorischen Zolliarif die Getreidezölle nichts zu tun. Diese Verknüpfung ist Mit Handelsverträgen haben lediglich eine Folge rein politischer Erwägungen. Man will die Berhandlungszölle, die einzelne freihändlerisch eingestellte Industriegruppen brauchen, nur dann einführen, wenn diefe Gruppen die Lebensmittelzölle zu schlucken bereit sind ein ebenso durchsichtiges wie gefährliches Manöver. Sie wird auch zu verhindern wissen, daß unter dem DedDie Sozialdemokratie wird alles tun, um es zu durchkreuzen. mantei von Berhandlungszöllen Bolltarifpofitionen geschaffen merden, die auf Schugaölfe, auf Ausschließung der fremben Konkurrenz, auf Breishochhaltung hinaus laufen, zum Abschluß von Handelsverträgen aber nichts taugen. Die Getreidezölle müssen losgelöst von der fleinen 301lvorlage" behandelt werden! Das ist die nächste und wichtigste Forderung. Erst dann wird die Frage der Agrarzölle ernsthaft als boltswirtschaftliche Frage, nicht als ein Geschäft fich eigen, welche bürgerliche Partei es wagt, dem Bolke, das Don Interessentengruppen behandelt werden. Und dabei wird auf Brot wartet und es nicht taufen fann, Steine und Arbeitslosigkeit zu bieten. Wofür Geld da ist. Für abgebaute Fürsten, aber nicht für die kleinen Sparer. Die heutigen Preise rechtfertigen Agrarschutzölle in teinem Falle. Daß z. B. die Landwirtschaft mit den Bieh preisen und mit denen für Milch- und Fettprodukte nicht zu frieden ist, diese Tatsache wird durch Zölle nicht aus der Welt geschafft. Denn es ist eine internationale Erfahrung und Ernährungslage zu eigen gemacht, daß die Fleischpreise Graf Kanitz hat sich sie ja in seiner gestrigen Darstellung der dort zu niedrig find, wo die Kauffraft der Bevölkerung gering ift, daß fie hoch sind, wo wie in England hohe ohne des Bolles einen großen Fleischtonsum gestatten. Das gilt natürlich auch für Fett und Milch. Durch Schutzzölle aber wird der Real! ohn nicht erhöht, fondern ver mindert. Was nun die Hauptfrüchte des deutschen Bodens, das Getreide angeht, so ist durch den heutigen Preisstand ein Anlaß zu Schuhzöllen nicht gegeben. Im Durchschnitt des Braunschweig. 15. Mai.( Eigener Drahtbericht.) In dem Monats April lag Roggen um faft zwei Fünftel, Beizen um seit Jahren schroebenden Prozeß des Hauses Cumberland rund ein Biertel über den zollgeschützten Breifen der Borkriegs- gegen den braunschweigischen Staat verkündete am zeit. Weizen ist inzwischen noch gestiegen, Roggen um eine Freitag der Zivilfenat des Oberlandesgerichts BraunKleinigkeit billiger geworden. Die Produktionstoften ichweig folgenden Bergleichsvorschlag für die Parteien: Dem der Landwirtschaft haben sich nicht im gleichen Maße erhöht Herzogshause wird eine Renfe von 350000 m. jährlich zuwie die Preise. Wichtige landwirtschaftliche Produktionsmittel gesprochen. Es sind so viele Domänen und Forsten zu überweisen, wie Stidstoff und Kali liegen unter oder nur wenig über dem daß dem Herzoghause nach Abzug der von ihm übernommenen Borfriegspreis. Die gewaltige Zunahme des Abfakes diefer Caften eine jährliche Reineinnahme von 250000 m. Baren beweist auch, daß durch die Kreditationen der Reichs gesichert wird. Außerdem find 100000 m. in bar jähr regierung die Betriebsmittelknappheit in der Landwirtschaftlich der Herzogfamilie in vierteljährlichen Raten von je 25 000 m. nachgelassen hat. Geradezu entfeßlich niedrig sind die Löhne der Landarbeiter. Durch den Tiefstand der Landarbeiterlöhne und durch die niedrigen Preise mancher Produktionsmittel werden die Mehrkosten mancher anderen Waren, die die Landwirtschaft benötigt, mehr als ausgeglichen. Bozu also die Zölle? Immer wieder bleibt nur eine Antwort auf diese Frage, die nämlich, weil es das Intereffe einer fleinen, aber macht vollen Gruppe von Großagrariern mill. Diefe haben fich mit der Schwerindustrie zusammengetan, ihr, genau wie 1879 und 1902, die Durchsetzung des Eifenzolls zugefagt und nun das schöne Geschäft auf Gegenseitigkeit abgeschlossen, dessen Opfer die verarbeitende Industrie, die fleine und mittlere Landwirtschaft und vor allem die großen Maffen der Arbeitnehmer und Verbraucher sein jollen. Es ist der alte Raubzug, zu dem man nach guter Sitte die notwendige nationale Begleitmufit anstimmt. Kampf dem Brotwucher Die Arbeiterschaft wird sich mit aller Kraft gegen diese Berteuerung des Lebensbedarfs zur Behr sehen. Schuß zölle auf Agrarprodukte sind leicht eingeführt, ihr Abbau je boch, wenn sie erst einmal gewirkt haben, ist ohne schwere Nachwirtungen auf die Gesamtwirtschaft nicht durchzusehen. Daher gilt es, sie jetzt zu verhindern, zumal es andere Mittel gibt, um die Landwirtschaft zu fördern. Der Landwirtschaftsminister Graf Kanit hat sie ja auch angewandt. Er hat Rredite, die in die Milliarden gehen, in die Landwirtschaft hineingepumpt, hat den Bezug von Landmaschinen und Kunstdünger erleichtert, hat den Agrariern sogar eine eigene 3ents tralbant mit Reichshilfe versprochen. Die deutschen Bolts vertreter, insbesonder diejenigen der bürgerlichen Parteien, im voraus zu zahlen. Die Parteien sollen sich bis zum 2. Oftober 1925 über die Annahme erflären. Der Borschlag ist für die sozialdemokratische Partei natürlich un annehmbar. Das Aufwertungskompromis. Der Kampf im Ausschuß. der infolge Austritts des Borfizenden Dr. Steiniger notwendig Der Aufwertungsausschus des Reichstages trat na gewordenen Wahl eines neuen Borsigenden in eine General bebatte über die ihm übermiesenen Vorlagen( Beftfcher Entwurf, Regierungsentwürfe über Aufmertung der privaten Schulden und Ablösung der öffentlichen Anleihen, Denkschrift über Besteuerung der Inflationsgewinne) ein. In dem Bewußtsein, in erster Linie die Berantwortung für das zwischen den Regierungsparteien abgeschloffene Stompromis zu tragen, nahm zuerst der deutschnationale Führer Dr. Hergt das Wort, um zu erzählen, wieviel Kopfschmerzen ihm die Aufwertungsfrage in den letzten fünf Bierteljahren bereitet habe. Er befannte, daß er umgelernt habe. Die Individuallösung, die feine Bartet früher empfohlen hat, erweise fich als unmöglich. Heret fand jetzt auch, daß die Regierung beim Erlaß der Driften Steuernotverordnung unfer einem gewissen Drud" um geftanden habe. Auf den Vorhalt, daß die Deutschnationalen leider erst jetzt zu dieser Erfenninis fommen, antwortete er verlegen, er wolle teine Leichenreden halten. Es gehe jetzt nicht nur unt die Ansprüche der Gläubiger, fondern auch um das Ansehen der Justiz. Mit schwerem Bedauern" müsse seine Frattion auf manches verzichten, was sie früher gewünscht habe. Herr Hergt stellte dann allerlei Milchmädchenrechnungen auf über die Ver besserungen der Regierungsvorlage, die mit dem Kompromiß erreicht wurden. Bei der össenjllchen Lnleihe kam er unter allgemeiner Heiterkeit auf 1lK> Proz. Verbesserung! Mit dem Kompromiß sei .die richtige mittlere Linie� gefunden. Jetzt müsse die Entscheidung durch das Plenum binnen zwei Wochen getcosfen werden, damit endlich Ruhe eintrete. Auch der Zentrum? abgeordnete Dr. Scheiter sprach sich für die rasche Erledigung des Kompromisses aus. Man müsse dem Streit ein Ende machen, wenn es auch ei» End« mit Schrecken sei. Eine erhebliche Mehrheit des Zentrunis habe sich enisck.loffen, dem Kompromiß zuzustimmen. Auch dieser Redner sucht« dem Koinpromih im einzelnen möglichst viel Lichtseiten abzugewinnen. . Der Aolkspartciler Dr. Wunderlich kritisierte den Bestlchen Entwurf, den seine Fraktion n i« unterstützt hätte, mußte sich ober später von Dr. Lest sagen lasten, daß der nerstarbene Lolksparteiler Düringer rückhaltlos auf den Loden des Lestschsn Entwurfs ge- treten sei. Wäre Dr. Düringer noch am Leben, so würde er wahr- schcinlich von der Aolkopartei ebenso den Abschied bekommen, wie ihn Dr. Best von den Deutschationalen erhielt. Auch Wunderlich verteidigte das Kompromiß trotz„vieler Ledenken" und setzte sich für die rasche Erledigung«in. Für die sozialdemokratische Fraktion erklärt« Genoste Keil, es sei selbstverständlich, daß man dem Abgeordneten B e st als dem Der- treter eines selbständigen Gesetzentwurfs, der dem Ausschuß über- wiesen sei, auch nach seinem Auescheiden aus dem Ausschuß unbe- schränkte Gelegenheit zur Vertretung seiner Anschauungen geben müsse. Das sei man ihm auch deshalb schuldig, weil er zu den erfahrensten Auswertungssachmännern zähle. Di: Anssührungen der Vorredner liefen auf einen RoLenwechsel hinaus. Die Vertreter der Parteien, die es bisher nicht eilig hatten, mahnten jetzt zur raschen Arbeit. Die Sozialdemokratie bedürfe einer solchenMahnung nicht. Wenn es auf sie angekommen wäre. würde man der Lösung des Problems schon viel näher sein. Hätten die Deutschnationalen nicht gegen ihre eigenen Anträge gestimmt und der Beratung des Bestschen Entwurfs nicht widersprochen, so wäre viel vergeudete Zeit genützt worden. Die Sozialdemokratie denke auch jetzt nicht an eine Verschleppungstaktik: aber sür die nähere Prüfung der kompliziert formulterten Kompromitzvorschläg« müsse man ihr Zeit lassen. Die Sozialdemokratie habe den ver- arrnten Sparern im Unterschied zu den Deutschnationalcn n i e B« r- s p r e ch» n g e n g e m a ch t. Sie habe aber ihre Aussastungen mit der ollmählichen Verbesserung der wirtschaftlichen und der finanziellen verhSitnisse weiter entwickelt, wogegen die Deutschnationolon ihre ursprünglich weitgehenden Versprechungen im Gegen- satz zur Konsolidierung de« wirtschaftlichen Lebens rückwärts revidiert Hab«. Bei dar Verweisung des Lestscheii Entwurfs an den Ausschuß Hab« die Sozrnldemotrotie ausdrücklich erklärt, daß sie sich damit nicht auf den Loden dieses Entwurf» stelle. Sic habe sich ihre Entscheidung in der grundlegen- den Frage, ob dle privaten Schuldforderungen individuell oder schematisch geregelt werden sollen, bi« zur Ausschußberatung vorbehalten, und erwarte nun, daß diejenigen Länderregierungen. die wie die w ü r t t e m b e r g i s ch« die individuell« Lösung bisher verteidigt haben, sich mit der ablehnenden Haltung der Reichs- regierung und der Regierungsparteien auseinandersetzen. An den Aompromißvorschlägen sei vieles unklar, anderes im höchsten Grade u.si'iu länglich. An die Verpflichtungen der Spartassen sei im Kompromiß nicht gedacht. Aber gerade die Ansprüche der kleinen Spar- ka-stsenein leger müßten in ganz anderer Ttzeise berücksichtigt werdzn, als es in der Dorlaa« geschehen sei. Der Redner macht dafür ein« Reihe von Cinzelvorschlägen und erklärt zum Schluß, daß seine Partei, die erst über das Kompromiß beraten müsse, sich für die weiteren Verhandlungen alles vorbehalte. I» der weiteren Erörterung erklärt der bayerische Volksparteiler E m in i n g e r mit dem bekannten„schweren Herzen* die Zustimmung seiner Partei zu dem Kompromiß. Namens der Regierung erklärt Finanzintnister v. Schlieben, daß auch sie trotz„schwerer Bedenken* wirtschaftlicher und finanj- politischer Art auf den Loden des Kompromisses getreten Gtto Koester zum Gedächtnis. Loa Friedrich Stampfer. Eiteruj-n M de: SiMcheruna iea ftünfllt« am 11. Mal. Im Frühling ist O t t o K o e s! c r von uns gegangen, im Frühling der Natur und seines Schaffens. Kaum ein Jahr ist es her. seit der bescheiden zurückhaltende Mann aus der Stille seiner Kelehrtenstube und seiner Künsllerwert- statt in den Lichtkreis einer breiten Oeffentlichkeit trat. Und heute schon trifft inich die schmerzliche Pflicht, ihm für das, was er im „Vorwärts* und in der ganzen sozialistischen Arbeitetpresse schuf und wirkte, letzte Worte des Dankes nachzurufen. Wir hatten den ausgezeichneten Schriftsteller schon lange gesucht und um ihn geworben. Er versagte sich uns. weil unser Wirken in harter Wirklichkeit dem reinen Ideal seines Herzens nicht entsprach. Dann haben wir eines Tages den genialen K ü n st- l e r gesunden und waren nun doppelt froh des doppelten Gewinne. Es war kein Zufall, daß er sich zum 200. Geburtstag Jmanuel Kants bei uns einfand, um uns ein Blatt der Huldigung für diesen großen Lichtbrtnger darzubieten, in dem er seinen Meister ver- ehrte. Unter so hohen glückverheißenden Zeichen stand unser Bund. Kantisch war Otto koesters Denke», kantisch war seine Kunst. Indem sie das Auge erfreute, erschloß sie Wege zur Erkenntnis. In ihr lebte die Ethik de« großen Philosophon mit ihrem strengen Pflichtgetiot an de» Einzelnen, ihrer heroischen Hingabe an das Ganze und die Idee. Fühllos für eigene Not, entflammte Otto Koesier in Mitleid für die Not der anderen— sin echter Sozialist! Unbewußt des hohen Ranges, den ihm seine geniale Begabung vor Vielen ver- lieh, empört« er sich über jede Herabsetzung, die jene anderen er- fuhren— ein echter Demokrat! Taub allen Lockungen de» äußeren Erfolges, kannte er nur den«inen Weg. den zu gehen ihm die innere Stimme gebot— ein echter Künstler und«in ganzer Mann! Klar und scharf war die Führung seines Stifte«. Alles Ver- schnörkelts. Verwischte war ihm verhaßt. Seine Kling« schlug lies, aber sie war rein. Sie blieb es, weil all sein Haß aus einer großen Liebe entsprang. Dos Gemeine sucht« er niemals in seinen Nieds- rungen auf, um es zu bekämpfen. Darüber htnwegschrcitend, zertrat er es unter seinem Fuß. Roch ringt die Kunst eines Daumier, die Kunst des satirischen Zeichners, der zum Ankläger der Gesellschaft wird, in unserem Volk um den Platz, der ihr gebührt. Otto Koester war der Mann, ihn ihr zu schaffen: Vorkämpfer auch hier! Was ihn vorwärts trieb, das war sein brennendes Künstler- und Kämpferherz. Aber was ihn immer wieder hemmte, das war «ine liebenswürdige Schmück)« seines Wesens, seine kaum überwind- dore tiefe Bescheidenheit. sei. Irgendwie über das Kompromiß hinauszugehen sei die Regierung aber nicht in derLage. Für die Demokraten sagte Dr Dernburg die Bereitschaft zu rascher Arbeit zu. Nach weiteren Bemerkungen des Wirtschafts- pärteilers I ä r i s s e n und des Kommunisten K o r s ch kam der aus der deulschnattonalen Fraktion und dem Ausschuß ausgetretene Abg. Dr. Besi zum Wort, um darzulegen, daß die schematische Regelung, wie sie das Kompromiß vorschlage, in allen Fragen den Inter- essen de» Großkapitals diene. Di« Rechenexompel Dr. Hergts hätten ihn an den Wanderer erinnert, der unter die Räuber gefallen sei und von ihnen nach Wegnahme seiner ganzen Hab« zunächst eine Mark, schließlich auf sein Bitten. ILO M. zurückbelommen habe. Dieser Mann Hobe nach dem Hergtschen Rezept ein« SOproz entig« Aufwertung bekommen. Das Kompromiß weise sogar gegenüber der Dritten Steucrnotvsrordnung verschiedene Verschlechterungen auf. Deshalb sei es ihm, dem Redner, ganz unmöglich, aus den Boden des Kompromisses zu treten, das mit seinen Legriffen von Recht und Ge- rechtigkeit nicht vereinbar sei. Der neu« Vorsitzende wollte hierauf die Debatte schließen, und die sämtlichen Vertreter der bürgerlichen Parteien einschließlich de, Demokraten Dernburg beantragten, die Regierungsvorlage, nicht den Bestschen Entwurf, zur Grundlage der weiteren Beratungen zu machen. Die sozialdemokratischen Vertreter widersprachen einer Entscheidung in diesem Sinn« und verlangten Vertagung der Debatte, da sie noch nicht sachlich zu dem Kompromiß Stellung zu nehmen in der Lag« seien. Die bürgerlichen Parteien nahmen trotzdem den gestellten Antrag o n, lenkten aber, als unsere Genossen erklärten, daß sie darin eine Brüstierung erblickten, insofern ein, als sie zugestanden, daß in der nächsten Sitzung die allgemein« Aussprach« fortgesetzt werden könne. Der deutschnational« Abgeordnete Dr. St«in lg er legt Wert auf die öffentliche Feststellung, daß er in der Donnerstagsitzung des Reichstags dem Antrag Keil, den Ausschußbericht über die Be» steuerungderInflationsgewinneausdie Tagesordnung zu setzen, zugestimmt habe. „ES muh im Reichstag noch Männer geben, deren Wort gilt!" De? deutschnationale Reichstagsadgeordnete Dr. S t e i- niger, der sein Amt im Aufweriungsausschub des Reiche- teges niedergelegt, hat, bittet um Veröffentlichung nachfolgender Erklärung: Ich habe den Vorsitz und die Mitgliedschaft im Aufwertungsausschuß des Reichstags niedergelegt. Zahllose Freunde und Mitkämpfer in Stadt und Land können und werden eine Aufklärung über diesen Schritt erwarten. Ihre Erwartung Ist um so berechtigter, als wäh- rend meiner Beteiligung am Ausschuß erhebliche Erfolgs erzielt werden tonnten.... Der fürchterlich« Rechtsbruch, die Dritte Steuernotverordnung und die Verordnung des Reichs- Präsidenten vom«. Dezember 1021 sind zum 30. Juni ausgehoben. Werden sie nicht durch neues Recht ersetzt, hat da« Reichs- gepicht das Wort, dessen Spruch mit Vertrauen entgegengesehen werden kann. Besonders erfreulich ist, daß alle Parteien—- gleich- viel aus welchem Grund«— ihren Anteil an diesem Erfolg» haben. Di» Aufwertung ist jetzt Sache der Volksgemeinschaft. Das Reichs» kabinett ist gezwungen worden, neu« Gesegentwürfe vorzulegen. Die heute von den Koalitionsparteien bekonntgegsbenen Richtlinien sehen wesentliche Verbesserungen dieser Entwürfe vor. Es steht auch zu erwarten, daß noch weitere Verbesserungen im Ausschuß erzielt werden können. Gleichwohl habe ich aus dem Ausschuß scheide« müssen. Die Soaülionsparteicti habea sich gegenüber dem Kabinett ver- pflichtet, die Regierungsvortageu als Grundlage der Beratung zu wählen. An ihnca rächt sich dle Beteiligung an einem Kabinett, da» nicht ein parlamentarisches, sondern ein Kabinett de» Baters der Dritten Steuernotverorduung ist. Die Ueberzeugung van der Unenibehrlichkeit dieses Kabinetts ist geschickt und mit Erfolg bei ihnen genährt worden. Mein« weitere Beteiligung am Ausschuß war daher nur möglich, wenn ich mich Von allem, was wir ihm zum Ruhme sagen können, Ist viel- leicht doch das Best«, daß er ein so reiner Mensch gewesen ist. Für da», was er uns gab und mar, lagen wir ihm heute Dank. Dank auch der treuen Lebenskameradin, die ihm auf seinem schwere» Weg« so tapfer half und mit der wir uns in tiefer Trauer um dsn früh Dahingeschiedenen vereinen. In Demut neigen wir un» an dieser Bahr«, aber wir erheben uns mit Stolz. Ist doch nur der al» Mensch wahrhaft groß, der sich selber als winzigen Teil einer ganzen um Vollendung ringenden Menschheit fühlt! Was ist unser Leben, wenn e» nicht wie da» unseres hingegangenen Freunde» nach großen Zielen in die Zukunft hinauswirkt? Laßt uns die reine, die unzerstörbare Flamm«, die au» diesem erloschenen Leben loht, hüten, auf daß sich Licht an Licht entzünde und es Heller werde in der WeltI Otto Koester. du gehst von unsl Otto Koester, du bleibst bei uns! Wir weinen über deinen Tod, aber wirstehnzu deinem Wert! Mary wigma« iu Genf. Aus Genf wird uns geschrieben: Vor dem Antritt ihrer italienischen Tournee hat Marn Wigman im Genfer„Grand Theetre* einen Tanzabend gegeben. Für das Genfer Pubiitum bedeutete die Dorsührung«ine Sensation. Diese herbe Kunst, so völlig fremd dem romanischen Empfinden, Hot denn auch in der gesamten Genier Presse eine sehr interessante Debatte enk> facht. Während die formal geschlossenen Tänze wie„Melodie*, „Polonaise* und„Rhythmus* Anerkennung und Verständnis fanden, lehnt« die Kritik die PhantasUt und Symbolik des..Tanzmärchen* entschieden ab.„Metaphysik läßt sich nicht iamen" meint« das „Journal de Gsnäve", und die„Tribun« da Genöve jprach von einer Mischung von„Brutalität und imponierender Disziplin*, mit der man„exerziert* habe. Nur die„Travoil", unser Parteiblatt, ver- sucht eine Problemstellung, die dem eigentlichen Wesen der Kunst Mary Wigmans gerechter wird. Aber auch hier bleibt bei aller Anerkennung der hohen Technik und der durchgefitlgten Form«in leises Unbehagen vor dem„preußischen Akzent* unverkennbar. Gleichwohl bedeuten diese ungewöhnlich ausführlichen Presssstimmen einen großen, wenn auch indirekten Erfolg für die deutsche Tänzerin— Wenn sie wieder nach Gens kommt, kann sie des allgemeinen Inter- esses sicher sein. H> W. Ein höhcnrekord im Laboratorium. Dr. John S. Haldan«, ein Bruder von Lord Haldane, bat vor einiger Zeit in seinem Labo- ratoriuy, an der Unwersität Oxford ein höchst bemerkenswerte» Ex. perimsnt gemacht. Gemeinsam mit Dr. Aterander Kellas, der fväter an dem ersten Befteiaungsoersuch de« Mount Everest teilnahm, schloß er sich in eine luftdichte Stahlkammer ein, au» der, während die beiden Forscher mit ihren Instrumenten in der Kammer eingeschlossen blieben, die Luft aucgepumpt wurde. Als da» Barometer auf 300 Millimeter gefallen war, was einer Höhe von 7500 Metern entspricht, war Dr. Kelly«, ein guttrainierter Bergsteiger, noch imstande. Ablesungen an den Instrumenten vorzunehmen und«nisprechendt Aufzeichnungen zu machen. Dr. Hcldan« war jedoch in diesem Sta- dium de» Experimente» bereit« so benommen, daß er die Arbeit ein» verpflichtete, für die vereinbarten Richtlinien und nötigcnjalls gegen eigene Anträge wie den Bestschen Entwurf zu stimmen. Dazu bin ich nicht imstande. Es muß im Reichstag noch Männer geben, deren Dort gilt. Und niemand würde es verstehen, wenn ich Im Ausschuß einem Koalitionsbeschluß zustimmte, im Plenum aber ihn zu Fa»e zu bringen suchte. Ich kann auch nicht mit meinem Namen vor der Geschichte die Wiederholung des Rechts bruchs decken. den die Dritte Steuernotverordnung beging, als sie die Folgen einer furchtbaren Mißwirtschaft aus die eine Hälfte des Volkes legte. Ich beanstande insbesondere die einseitige Elastizität(Abwertung) bei den Hypotheken, den endgültigen Reichs-, Staats- und Gemeinde- bankerott durch Konvertierung, die völlig ungenügende Behandlung der Kommunalanleihcn und die ebenso unzulänglich« Behandlung der Industrieobligationen, die beide individuell behandelt werden können und müssen. Nicht minder ist der Mangel der Feststellung zu be- austanden. daß die dem Schuldner verbleibende Bereicherung im Steuerwege zugunsten der Allgemeinheit ersaßt werden soll. Ich empfehle allen Mitkämpfern innerhalb der Parteien, der sie an- gehören, in dieser letzten Stunde mit allem Nachdruck, dessen sie fähig sind, die gedachten Forderungen geltend zu machen. Wird aus meinem Ausscheiden und dem Ausscheiden des Herrn Best aus dem Ausschuß diese Folgerung gezogen, so kann der Nutzen dieser Tat- fache größer werden als der Erfolg unserer weiteren Teilnahme am Ausschuß. Auch von Herrn B e st sind noch weitere Erklärungen zu dieser Angelegenheit zu erwarten. Unzufrieöen mit �inöenburg. Erstaunen ohne Wohlgefallen. Der neue Reichspräsident hat die Zeremonien des Amts- antritts kaum hinter sich, so meldet sich schon der erste Unzu- sriedene, de? den strammen Rechtskurs in den amtlichen Kund- gedungen Hindenburgs vermißt. Im„Reichsrvart* schreibt der völkische Graf Reoentlow: „Man kann nicht in Abrede stellen, daß sehr weite Kreise in Deutschland eine ausgesprochene Rechtspolitik vom neuen Präsidenten erwarten und erhoffen. Wir glauben die» nicht, sind im Gegenteil überzeugt, daß Hindenburg unbedingt über den Parteien, und zwar über allen stehen will, daß er bis- weilen Worte sagen und Entscheidungen treffen wird, die manch« Herren von rechts in Erstaunen ohne Wohlgefallen setzen werden.* „Der Leser sei gebeten, die nachstehend zusammengestellten Aus- sprüche Hindenburg» sorgfältig zu lesen. Er wird ohne weiteres feststellen müssen, daß Hinde'nburg Ansichten betont und Stand- punkte angenommen hat, welche jeder Deutschnationale und sicher sehr viel« völkische als in seinem Munde „ganz unmöglich* angesehen haben. Zu der schon neulich festgestellten Anerkennung des Bersailler Vertrages als eines verpflichtenden Dokuments kommt hier die warme Anerkennung E b e r t«, seiner Tätigkeit und seiner Gesinnung als einer vaterländischen. Da« ist das Bekennt- n i s zur Republik mit der sehr nachdrücklichen Hervorhebung der Souveränität des Volkes als dem tiefen Sinn der Derfafsung entsprechend. Das sind Dinge» die man g r u n d s ä tz> l i ch aus der beutschnationalen Seite nicht erwartet hat.* Das Wohlgefallen hat sich schon in Erstaunen ohne Wohl- gefallen gewandelt. Wir können die Stimmung vor Er- staunten nachfühlen. Erst ihr« Wahlagitation und ihre Ho's- inzngen, dann die Kundgebungen chindenburgz— das vor- hält sich etwa so wie die geschwollene außeimolitische Wahl- Phrase der Deutschnationalen zu ihrer tatsächlichen stillschwei- genden Anerkennung der Politik des Sicherheitspaktes. Berichkigung. In die Drichterftattung über die Etatsrede des Gen. Waentiq Im Landtag hat sich ein sinnstörender Fehler ein- geschlichen. E» heißt da unter„Gewerbeiteuer*:„daß man immerhin eiv.'ägen könnte, ob nicht bei einer Reform de? Gewerbesteuer ein Teil ves Ertrages auch den Städten zugeführt werden kann*. Es muß natürlich heißen:„dem Staate*. stellen und fein Notizbuch dem widerstandsfähigeren Partner über- geben mußte. Nachdem der niedrig« Luftdruck etwa eins Stunde angedauert hatte, vermochte jedoch auch Dr. Kellas nicht mehr weiter zu arbeiten. Erst als durch entsprechende Luftzufuhr der otmo- sphätische Druck wieder erhöht wurde, kehrt« jeine Leistungsfähig- teit zurück. Dr. Haldan« braucht« jedoch viel länger, um sich zu er» holen. Im vertrauen auf dl« Widerstandsfähigkeit seines Organis- mus schloß sich Dr. Kella» dann der ersten Mount-Eoerest-Expfiolüon an, aus der er aber den Tod fand. In einem Bericht über das in Gemeinschaft mit ihm angestellte Experiment führt Haldane aus, daß Kellas, ebenso wie die anderen Mitglieder der Expedition, die das kühne Wagnis mit dem Leben bezahlen mußten, einen schönen und schmerzlosen Tod gehabt haben müsse. Der schwache Luftdruck, der in den hohen Regionen herrscht, denen die Erhebungen des Mount Eoerest annehören, setzt sämtlich« Lebensfunktionen derartig herab, daß die Empfindungsfähigkeit vollkommen schwürdet. Wenn der Kältetod eintrUt, ist mgn sicher fchtrn lann« zuvor vollkommen be- wußtlos Im Übrigen ist Dr. Haldane der Mestumg, daß Bergsteiger, die besonders große Höhen«--reichen nzolle», g-ü daran tun würden, ihren Organismus systeinatisch an den Autenthalt in vr- dünnter Luft zu gewöhnen. A!» geignetes Mittel hierzu empfiehlt er Stahlkammern nach dem Muster der von ihm und Dr. Kellas bei ihrem Experiment benutzten. Abnahme des Spielkarlsnallsahe». Schopenhauer, der das Kartenspielen haßte, müßte sich freuen, wenn er erfühl«, daß die Herstellung von Spielkarten in Deuischland zurückgebt.?Z Spiel- tartenfabriken waren im vorigen Jahre noch in Deutschland in Tätigkeit, während sechs Fabriken ihren Betrieb einstellen mußten. Von lO.k Millionen Jahresproduktion ist diese auf 1,4 Millionen, also um ei,S Prozent zurückgegangen. Auch die Ausfuhr hat nach- gelassen. Trotzdem wurden im vorigen Jahre innerhalb von 4'A Monaten 260 000 M. Splelkartensteuer entrichtet, da jedes Karten- spiel mit Ä Pjemr.g zu oersteuern ist. Klaolsoper. DaS durch vrriväletee Tintreffen jZerrn Gigli rnn 6. Mal nuegeiellen« atefttvlel findet am M t t t w o ch. SV. Mal, statt. Für diese» Kdichiedeeallspiel ist eine Siedecholung der„vad�me* bestimmt. Der Vorverkaui für diese tluiiühruna benrnnl morgen, Tonnlag. Der Sprcch-ck"«« a» der Umoetfllöt Ur-lm nimmt unter tcr Leilunz seines Srllnvei» Dr. N. Sehbauien ietn« Proben flir dl« lommende Spiel- zeit wieder auf. stlir Dezeml-er ist eine S. Mat-nee vorbereitet, in der chartiche Dichtungen oon Ntoctbe. C-5ldiilin und Sfi-ron zum Por!:«!, gf« bracht werden. Ulm Schluh der Seiffttii weiden die klischdleischen Perser eur Anssübruna getangen. Da zu diesem Prooramm der S'-or vergrStzert werden soll, haben die Mtql'edcr des Sprech-Chor« die ge>Mg interessier!« Ountrb von neuem zum beitritt eingeladen. Die Proben finden Mittwoch, abends 6 Uhr, in der Ur.iverfität statt. Die Berlin« S'arteaprr in CctdjfieM. Die diesjährige» Lauchstedter estipiel« stnden cm 6.. 7. und 8. Juni statt. Unter der Leitung des alli'chen Unioeifitätemufikdireltor» Dr. Alircd RahtweS gelangt Mozarts .vni'übrmig au« dem Serall- zur Sluifllbnmg.«1« Solifien find die hervrrragendsten Strafte der Verl nrr Staat« oper gewonnen worden. Plast' fiind« in Trane vcal Die riefigen Platinlager, die iu Nordost- Transvaal in der Näh« des Olilants-Awer aus den Lddenburg.Feldern entdeckt worden find, besitzen nach dem Bericht der Sachverständigen eine ganz gewallige Bedeutung. Die Lager dehnen sich über eine Strecke von etwa 15 km aus. und cm eiser ttekle. wo die Lager ganz freigelegt wurde«, sfttd sie 7V Fuß de eck. Der Ptetwgehall ist sehr bedeutend. Sie aunföcn öen Solschewismus. Als Wegbereiter der Reaktion. In einer Polemik der„K r e n z- Z c i t n n g* gegen die „Germania" finden sich folgende Sätze: „Wenn Deutschland vor dem Bolschewismus bewahrt worden ist, so ist das im übrigen keineswegs das Verdienst des cherrn Cbert und seiner Gefolgschaft, sondern desFreiwilltgen-Korps und der Offiziere der alten Armee, die damals gut genug waren, um des Baterlandes Willen für tierrn Ebert und die sozialistischen Machthaber in die Bresche zu springen und sie vor dem Untergonge zu retten. Es ist heute sehrzweifelhaft, ob dieser Schrill der Opferfreudigkest des Offizierskorps richtig gewesen ist. Wären damals insbesondere Berlin und auch andere Städte des Deutschen Reiches, ähnlich wie München von dem Bolschewismus heimgesucht morden, dann wäre vielleicht das deutsche Volk schneller vom Marxismus kuriert worden als es der Fall gewesen ist." Nun weiß man doch, was es mit der„nationalen Ge- finniing" der Leute von der„Kreuz-Zeitung" auf sich hat. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir in diesen Sätzen der „Kreuz-Zeitung" die Abrcagierung einer unterdrückten Polemik gegen Hindenburg sehen.__ Reichsbanner unö Fentrum. Reichskanzler a. D. Marx dem ReichsauSschuh des Reichsbanners beigetreten. Magdeburg, 15. Mai.(WTD.) Die„Dolksstimme" meldet: Der Reichskanzler a. D. Wilhelm Marx, der Vorsitzend« der Zentrumspartei, hat auf eine Aufforderung, dem Reichsaus« schuh des Reichsbanners S ch w a rz- R o t« GJ o l d beizutreten. geantwortet:„Ich erklär« sehr gern meinen Bei- tritt zum Reichzausschuß des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Gerade heutzutage scheint es mir wmooll, im Interesse unseres ganzen Vaterlandes, wenn«ine möglichst grohe Zahl entschlossener Männer offen und frei für die Wahrung und den Schutz der Ver» sossung unö der Republik eintritt. Der Arbeitsplan öes Reichstags. Vor der große» politischen Aussprache. Der Aeltestenrat des Reichstges setzte am Freitag den Geschästrplan für die nächste Zeit fest. Am Sonnabend sollen danach Nein« Vorlagen verabschiedet werden, darunter der Gesetzentwurf über das Ruhegehalt der Witwe des Reichsprösi- deuten. In der nächsten Woche werden von Montag bi» Mitt- mach der Haushaltsplan des Auswärtigen Amtes, des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten in Verbindung mit einer großen politischen Aussprache zur Beratung stehen. Der Rest der Woche bleibt sitzungsfrei. In der B f i n g st w o ch e wird am Mcntag die Entscheidung über den deutsch-spani schon Handels- vertrag fallen. Bio einschließlich Donnerstag vor Pfingsten sollen Plenarsttzungen abgehalten werden, in denen die Beratung des Haushall» fortgesetzt wird. Die Pfingstpause wird bis zum 5. Juni dauern, währcisti die großen Sommerferien voraussichtlich am 8. oder 1l>. Juli beginnen. Der Emkommenfteuerentwurf. Veratung im Steuerausschuß des LaudtagS. Im Steuerausschuß des Reichstags wurde an, Frellag die Beratung der cohnstsuer fortgesetzt. Die Reichsregierung hatte drei Tabellen vorgelegt über die Wirkungen des Antrags der Reoic- rungsparteisn, des sozialdemokratischen und des demokratischen Antrags. Genasse Dr. Hertz stellte auf Grund dieser Tabellen fast, daß der sozialdemokratisch« Antrag die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen wesentlich günstiger stellt, der Antrag der Regierungsparteien da> gegen begünstige die höheren Gruppen. Der Antrag der Regierungsparteien sei aber außerdem mit einer B« n a ch- teiligung der kinderreichen Familien verbunden. Währnd der sozialdemokratisch« Antrag eine Familie mit vier Kindern bis zu einem Einkommen von 2100 M. frei laste, belaste sie der Regierungsontrog bereit? mit 1.1 Proz. Dagegen werde der Lohnempfänger mit 8100 M. Einkommen statt mit 7,4 Proz. nach dem sozialdemokratischen Antrag nur mit 2.7 Proz. belastet. Abg. Dr. Brüning(Z.) gab die Richtigkeit dieser Zahlen zu, be- tonte jedoch, daß der Widerstand der Regierung eine weitere Ent- lastung nicht ermöglicht habe. Ja der Abstimmung<. wurden alle Anträge der Linken abgelehnt. Für dsu so.zialdenu» kratischen Antrag stimmten nur Sozialdemokraten und Komnmnisten. Angenommen wurde der Antrag der Regierungsparteien auf Steuerfreiheit von SO M. monatlich und Ermäßigung für Ehefrau sowie das erste und zweite Kind um je 1 Proz.. für dos dritte und jede« weitere minderiährig« Kind um i« 2 Proz. U« b« r st e I g t der Arbeitslohn den Betrag von 2 50 M. monatlich, so bei rügt die Ermäßigung schon für das zweite minderiährig- Kind 2 Proz. Ferner würde entsprechend dem vielfach gestellten sozialdemo- kaiischen Verlangen aus Anrechnung der vollen Ennoßiznogen auch bei Verdieustavssall folgende Bestimmung für das Einkommensteuergesetz beschlosten: R»ch Z 02 wird folgende Vorschrift als§ 02 a eingefügt: i. Auch wenn eine Veranlagung des Arbeitslohnes nicht er- folgt, können Steuerbeträge, die vom Arbeitslohn elnbeholten worden sind, aus Antrag ersiottrl werden, wenn der steuerfreie Lohnbelrag l§ 70 Abs. 1) nicht In Höhe von 240 Reichsmark im «al-ndervierleljahr oder von SSO Reichsmark im Kalenderjahr b«- rücksichtig« ist. 2. uedersteigl der Arbeltelohn eines Arbeitnehmers mit min- bestens zwei mlndersährigen Kindern($ 70 Abs. 3) den Betrag von 750 Reichsmark im Kalendervierteljahr oder von ZOO» Reichsmark im Kalenderjahr, so ist ihm aus Antrag der Unterschiedsbe- trag zwischen dem cinbehallenen Steuerbetrag und dem Steuer- betrag, de? sich ergibt, wenn schon für das zweite minderjähngs Kind eine Ermäßigung von 2 Proz. berücksichtigt wird, insoweit zu erstatten, als der Aoterschied-bekrag 20 Proz. des über den Betrog von 3000 Reichsmark im Kalenderjahr hinausgehenden Arbeits- lohne« übersteigt. 3. Der Antrag»nun, wenn er für«in Kacendermerteliahr ge- stellt wird, spätestens bis zum Schluß des auf das Kalenderviertel- jähr folgenden Monat?, wenn er für ein Kalenderjahr gestellt wird, svätestens bis zum Schluß des dritten auf da» Kalenderjahr fol- genden Monats beim Finanzamt eingereicht Warden. Die Vor- schritt de«§ 68 der Reichrabgabcnordnung findet entsprechend« An- wenduna. 4. Viertelsohresbeträge unter! Reichsmart, Jahresbeträg« unter 4 Reichsmark werden nicht erstallet. Die Ermäßigung der Lohnsteuer soll nach ausdrücklicher Zusage der Reichsregierung mtt Wirkung vom 1. Zuni in Kraft treten. Der Ausschuß trat dann in die Beratung de» Tarif« bei der Einkommensteuer«in. Von den Regierungsparteien, mit Ausnahme der Deutschen Volkspartei, wurde zum Tarif ein Antrag vorgelegt, der dl» ersten 8000 M. mit 10 Proz., die weiteren 4000 M. mit 12H, weitere 4000 Mark mit 15, weiter« 4000 M. mit 20, 8000 M. mit 25, 18 dOO mit 30, 34 000 mit 85 und die darüber hinaucgehenden De- trjige mit 40 Proz. besteuern will, während die Regicrungsoorlage bei 35 Proz. endete. Die Wirkung dieses Antrags ist, daß die Einkommen bis etwa 25 000 M. geringer, die Einkommen über 25 000 M. höher zur Steuer herangezogen werden. Die Antragsteller begnügten sich mtt ganz kurzen EcläUterun- gen. Abg. Dr. Fischer(Dem.) warf die Frage auf, wie die Regie- rung zu diesem Antrag stehe und was sie dcoregon würde, von ihren als Höchstsatz angegebenen 33 Proz. abzugehen. Staats- fekretär Voplh erwiderte, daß die Gestaltung des Tarifs eine p o l i« tische Angelegenheit sei, die die Regierung nicht allein entscheiden könne. Genosse Dr. hilf-rding: Die Sozialdemokratie läßt sich von zwei Gesichtspunkten leit-n. Sie erstrebt ein höheres steuerfreies Existenzminimum und den Zlbbau der Umsatzsteuer. Letzterer sei nur möglich durch Erschließung anderer Steuorquellen. Dem käme der neue Tarif nicht nach. Aber auch außenpolitisch ist der Tarif bedenklich. Die von der Regierung vorgelegte Uebersicht zeigt, daß im gesamten Ausland die unteren Einkommen geringer und die oberen höher belastet seien. Die Steuerwilligkcit ist nur im geringen Maß« ein« Funk- tion der Höhe der Tarife, sondern eine Wirkung der Güte der Veranlagung. In England sei der Tarif bis über 60 Proz. erhöht worden, ohne daß eine nennenswerte Hinterziehung die Folge ge- wesen wäre. Nachdem gegen die Sozialdemokratie bei der Lohn- steuer der unterste Satz auf 10 Proz. festgesetzt worden ist, ist es un- möglich, bei den übrige» Zsnsiten darunter zu gehen. Die Sozial- demokrotie hält eure stärkere Heranziehung d?r Einkommen von 30 000 M. ob aufwärts für notwendig und wird einen Antrag mit einem Höchstsatz von 50 Proz. stellen. Auf Einwände der bürgerlichen Parteien, daß bei der Tarif- gestallung auch die brutalen Realsteuern berücksichtigt werden müh- ten, erwiderte Genosse Meier-Baden: Die Realstenern der Länder und Gemeinden sind nicht von so vernichtender Wirkung wie es dargestellt wird. Die Hauszinssteuer wird vollständig, die Steuer auf das Grundvermögen sehr erheblich abgewälzt. Den Substanz- Verlusten dar Kapitalisten stehen viel größere Substanzverlust« der Masse gegenüber. Die beste Betätigung nationaler Geflnrnrng ist die Steuerzahlung. Davon aber sind die Herren Dcutschnationalen sehr weit entfernt. Nach Mitteilung der„Germania" hat die Firma Himmelsbach in Freiburg der deutschnakionalea Partcitass« 40 000 Mark Wahlgelder gegeben. Gleichzeitig aber hat sie beim Finanz- nmt wegen Zahlungsschwierigkeiten den Antrag auf Steuer- st u n d u n g gestellt! � Am Schlüsse der Sitzung wird von den bürgerlichen Partelen gefordert, daß die Regierung durch«ine Verwaltung sanard- n u n g, die am 15. Mai fällige V-rmögenssteuerrate um einen Monat hinausschiebe. Die Regierung erklärt sich damit«inverstanden, falls der Ausschuß ein solches Verlangen an sie stelle. Von oen sozialdemokratischen Bertretcrn wird dem entschieden widersprochen. Die Zahlungstermin» für die Vermögenssteuer sind gesetzlich sestgelegst können also auch nur gesetzlich geändert werden. Die Rsgierung hat kein Recht, das auf dem Verweltungs- weg« zu tun. Geschebe das doch, so bedeute das völlige Willkür und könne"unübersehbare Konsequenzen nach sich ziehen. Ministerialdirektor Dr. Zardeu muß bestätigen, daß die Regie« rung k e t ir Recht zu allgemeiner Stundunq Hab». Trotzdem wolle sie dem Verlangen entsprechen, wenn«ine Mehrheit de» Ausschusses sie auffordere. Bei der Abstimmung stimmen olle bürgerlichen Par« teien für die Verschiebung des Termins und stellen ein entsprechendes Jnitiat log«setz in Aussicht. Die Selbftmorü-Theorie. Ein eigenartiges ärgtlichcS Gutachten zur» Tode Höste». Die Aarzts Dr. Straßmann. Dr. Kipper und Dr. S t ö r- m c t hasten in der TodeLermittlungssach« Dr. Hoslo ein Gutachten versaßt, das in der Behauptung gipielt. der früher« ?teichspostminisrer sei an Vergiftung durch übermäßigen Genuß von Schlafmitteln gestorben, und zwar in selbst- mörderischer Absicht. Wir bringen das Gutachten in der zweiten Beilage dieses Blattes. Daß eine Vergiftung im letzten Stadium der Todeekrank- hast vorgekommen ist, kann als w a h r u n t e r st« l l t werden. Es ist aber ein st a r k e s S t ü ck, wenn die Verfasser des Gut- alsttens aus diesem rein medizinischen Befund psycholo- ai s ch e Schlußsolgerungen der Art zu ziehen wagen, daß jene Vergiftung auf die Absicht eines Selbstmordes zurückzu- führen sei. Uns scheint, daß die Gutachter damit ihre K o m- petenz entschieden überschritten haben. Sie sind nach den p h>) s i o l o g i s ch e n U r s u ch e n des Todes gefragt worden und nicht nach den psychologischen Gründen. Neh- nren wir zum Beispiel rein theoretisch den Fall an, daß Höfles Vergiftungstod durch das Einwirken dritter Personen erfolgt wäre, dann würden die pathologischen und chemischen Ergeb- Nisse der Obduktion genau die gleichen sein. Aber es könnt« auch denkbar fein— und diese Vermutung ist gerade von Dr. Thiele in seiner Aussage angedeutet worden—, daß chöfle diese übermäßigen Mengen von Schlafmitteln eingenom» men hat. nicht um Selbstmord zu begehen, sondern um sich vollständig h a f t u n f ä h i g zu machen. Jedenfalls stellen die Schlußfolgerungen der Gutachter ein« unzulässig« Beeinflussung der öffentlichen Meinung dar. wie sich aus ihrer Verwertung durch die Rechtspresse bereits ergibt. Di«„Deutsche Zeitung" spricht in großer Ueberschrift davon. daß Höfles Selbstmord„bewiesen" sei. Der„Lokal-Anzetoer" ist schon etwas vorsichtiger und bezeichnet in seiner Ueberschrift den Selbstmord als„wahrscheinlich'. Es ist hier bereits wiederhast gesagt worden, daß auch ein Selbstmord Höfles in keiner Weife ein« Ent- s ch u l d i g u n g für das Verhalten der Staatsanwälte und des Untersuchungsrichters sein würde, die ihn durch ihre barbarische Hartnäckigkeit gegenüber allen Hast- entlassungscuiträgen zu diesem Verzweiflunosschritt getrieben hätten. Indessen vermögen mir uns noch keineswegs von der Richtigkeit dieser Selbst'.nordtheorie zu überzeugen. Denn alle Personen, die sich mit Höste, so lange er noch einigermaßen gesprächsfähig war, unterhalten hoben, stimmen darin über- ein, daß von Selbstmordgedanken bei ihm nicht im entferntesten die Rede war: der Ge'ängnis- geistliche Dr. S a l sz g e b e r, der Gefängnislebrer Glatze! und vor allem der Verteidiger, Rechtsanwalt P« s ch t e. der in seinem letzten Gespräch mit dem Untersuchungsgefangenen ihm die Versicherung gegeben hatte, daß nach seiner und Rechtsanwalt Alsbergs Ueberzeugung seine Sache durchaus gut stehe und kein Gericht ihn je würde verurteilen können. Diese psychologischen Wahrnehmungen von Zeugen, die noch mit dem lebenden Höste zusammenge- kommen waren, sind mindestens so wichtig, wie die psycho- lo g i s ch e n Kombinationen von Aprzten, die nur noch eine Leiche vor sich hatten. • In der gestrigen Nachmittagssitzung de« Untersuch ungeautschuss es wurden zwei als Flurwärter beschäftigte Untersucl)ungsg»fan»sn« vernommen, dl« mtt der Reinigung der Zelle Höfles, mit dem Auf- tragen de» Essens und sonstigen Arbeiten betraut waren und die wiederholt mit Ihm in den letzten Tagen seine» Leben« sprechen tonnten. Au« ihren Bekundungen ergab sich die befremdend« Tat- fache, daß Hkfle« Bett zwischen Dienstag, den 14. April, und Sonnabend, den 18. April, überhaupt nicht mehr ge- macht wurde,«eil er zu schwach war. um auszustehen. Die Zeugen mußten daher auf Befragen die Vermutung bestätigen, daß Dr. Höste seine leiblichenBedürsnisseindieserganzen Zeit im Bett verrichtet hätte, ohne daß sich jemand um den Zustand seines Bettes gekümmert hätte. Fürwahr, eine musterhaft» Pflegeanstalt! Im übrigen hielten es auch diese beiden Zeugen für undenk» bar, daß jemand sich am Vormittag des 18. April ausführlich mit Dr. Hösts noch hätte Unterhalten können. Will Herr Obrestaatsanwalt Linde trotzdem noch immer bei seiner Zeugenaussage bleiben? peinliche Irogen an Sie Staatsanwälte. Der„Soz. Pressedienst" schreibt: Immer noch warten wir auf «ine nähere Auskunft des preußischen Justizministerium» und der Staatsanwaltschaft darüber, ob es richtig ist, daß die Verhaftung von Julius Darmal durch den Weltreifendea kußmann bei einem großen Sektgelog« in einem Berliner Restaurant vorbereitet worden ist. weder die Behauptung, daß diese» Sektgelage mehrere hundert Mark gekostet und bi, nachts 3 Uhr gedauert hat, noch unsere Aest- stcllungen über die Teilnehmerzahl sind bis jehl von den zuständigen Stelleu widerrufen worden! Inzwischen hat sich«in n e u e r S t a n d a l ereignet. Die be- handelnden Aerzt« nahmen vor wenigen Tagen von Henry P a r m a t eine Blutprobe, die am Donnerstag in dem Labora» torium der Charit« untersucht werden sollte. Was aber war gr- fchehen? Die Blutprobe konnte nicht mehr ausgqfundeu werden, sic war gestohlen worden. Wir begnügen uns vorläufig mit der Feststellung dieses Totbestand«» und erlauben uns die Frage: Trifft es zu, daß die Aerzte der Gebrüder Barmat von der Staatsanwalt- jchafl kontrolliert werden? Ist ihnen der Verbleib der Blutprob« von Henry Barmat etwa bekannt? Jetzt hat das preußisch« Justizministerium das Wort! Dse plan einer Sicherheitskonferenz. Französische Ginwände. Paris, 15. Mai.(Eigener Lrahtbericht.) Wie zu erwarten war, stößt der am Donnerstag von England aus in die Debatte ge- worfene Gedanke der Einberufung einer iukeralliierten Konferenz zur Regelung der Sicherheits- und Abrüstungsfrage in Frankreich auf st a r k o n W i d e r st a n d. In den Kreisen, die dem französischen Auswärtigen Amte nahestehen, wird«ine Konferenz im gegen- wärttgen Augenblick als völlig unangebracht bezeichnet, und zwar mit der Begründung, daß die Verhandlungen über die Ent- w a f f n u n g Deutschlands und die Räumung Kölns bereit« meit genug sortgeschrttten seien, um die Ausgleichung der noch be- stehenden Meinungsverschiedenheiten auf dem gewöhnlichen diplomatisch an Weg« zu ermöglichen: im Gegensatz dazu sei dl« Frag« des Earantiepaktes zurzett noch z u wenig geklärt, um sich von einer direkten Aussprache irgendwelche positiven Ergebnisse ver- sprechen zu können. In diesem Sinne bemühen sich die Blätter, dt« zuweilen dem Zluhenministerium als Sprachrohr dienen, die englisch- französischen Meimmgsoerschiedenheiten über die Räumung von Köln als hannlos hinzustellen. Ca trifft zweifellos z». daß. wie da» am Freitag auch vom„Temps" ausdrücklich festgestellt wird, London und Paris sich heute darüber einig sind. daß Köln erst geräumt werden soll, wenn Deutschland dl« ihm von der Botschasterkouscrenz zu stellenden lsorderungen erfüllt hak.1 und im Gegensatz zu der ursprünglichen Absicht der englischen Re- gierunz kein Zeitpunkt für die Räumung im voraus fest- gelegt werden soll. Dagegen geht die englische und französische' � Auffassung in folgenden Punkten sehr weit auseinander: England wünscht» daß die Rote an Deutschland nicht nur eine Aufzählung der von der Votschastertonferenz festgestellten Verfehlungen enthäll, sondern daß man mit der gleichen Genauigkeit die einzelnen ?7i a h n o h m e n aufführt, die Deutschland durchzuführen habe, um sich mit dem Artikel 429 de» Fttedensvertrage» in Einklang zu sogen. Gerode darin ober läßt der Entwurf der französtschen Rote nach den Feststellungen der Sachverständigen des englischen Aus- wärtigen Amtes noch sehr viel zu wünschen übrig. Do» hat in London zu dem Verdacht Anlaß gegeben, daß die französische Taktik in der Räumung Köln« offenbar däyingeht, Frankreich oll« Hintertüren offen zu lassen, um selbst dann, wenn Deutsch- land die ihm van der Botschafterkonferenz gestellten Bedingungen erfüllt hoben sollte, sich mit Hilfe der gewohnten Schikanen doch die Möglichtett vorzubehalten, die Räumung von Köln erneut hinaas- zuschieben, falls bis dahin die Sichsrhoitsfrage nicht«in« Lösung nach den Wünschen Frankreichs gefunden haben sollte. London, 15. Mal.(Eigener Drahtbericht.)„Daily Telegraph" stellt am Freitag fest, daß die Meldungen von sachlichen Diffe- renzen zwischen Pari» und London über den Inhalt der Entwaff- nungsnote an Deutschland falsch seien. Die Meinungsverschieden- Herten bezögen sich lediglich auf den T o n der Mantelnot«, welch« die Forderungen begleiten soll. Di« Absendung der Note erfolge wahr- schcinlich Anfang nächster Woche. Tie Rücktrittssterüchte um Chamberlain. London, 15. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Aon unterrichteter Sette wird zu den Gerüchten über«inen bevorstehenden Rücktritt de» Außenminister» Chamberlain aus Gesundheitsrücksichten versichert. daß Chamberlains Gesundheit ausgezeichnet fei. Dl« Ursache für da» Gerücht lieg« zweifellos in den bekonnten Schwle« r i g k« l t« n, die Chamberlain Innerhalb des Kabinetts von den- jenigen Ministern gemocht werden, dt« entgegen der Auffassung Baldwlns und Chamberlains die Fernhaltung Englands von ollen kontinentalen Verpflichtungen fordern. Da dleso Gruppe ein« Minderheit darstellt, ist es schon wegen der mißverständlichen außenpolitischen Wirkungen in höchstem Maße unwahrschein- l i ch, daß Baldwin Chamberlain fallen läßt, obwohl die U n z u- friedenheit mtt der Führung der Außenpoltttk auch bei den Freunden der außenpolitischen Linie Chamberlains in seiner eigenen Partei andauert. Der Alorü im Surgtbeater. AustiftuugSverdacht gegen Zankoff-Bulgaricu. Wien. 15. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Der erste Sekretär der bulgarischen Gesandtschaft wird bezichtigt, an dem Attentat im Burg- theater b« t e i l i g t zu sein. Er soll mtt bulgarischen Terroristen in Verbindung gestanden haben. Angrblich sind Dokument« ge« sunden worden, die beweisen, daß das Attentat auf Anweisung einer Spitzclzentrale erfolgt ist, Sfawinkows Selbstmorö. Freiheit oder Tod 1 Moskau. 11 Mal. MTV.) In einer Unterreduno mtt einem Vertreter der Russischen Telegrophen-Aentur sagt« Sawsntows Sohn Wladimir Uspenski, daß sein Vater, den er wiederholt im Gefängnis besucht habe, ihm yesaP, daß«» ihm bei seinem aktiven Charakter anßerordentlichfchwer fallen würde, ein« zehnjährige Hast «ipzuhalten. Gewerkschaftsbewegung 25 Jahre Fleischergesellenverband. 3 Die Fleischergesellen famen verhältnismäßig erst spät zur Dr. ganisation. Das lag an ihren ganzen Verhältnissen. Das„ patri archalische Arbeitsverhältnis, die Zusammenarbeit von Meister und Gesellen, der oft und Logiszwang, ge mildert durch das Essen an einem Tisch, die Aussicht oder doch die Hoffnung auch einmal meister zu werden, der Abschluß von der Außenwelt durch überlange Arbeitszeit, die selbst zum Zeitunglesen den Gesellen feine Zeit und Luft ließ, die Vermeigerung eines Hausschlüssels, all dies in Verbindung mit den alten Bruderschaftstraditionen, die zunächst in Vergnügungsvereinen und schließlich in gelben Vereinen„ meistertrener" Gesellen ihren Abschluß fanden, waren der gewerkschaftlichen Organisation nicht förderlich. Allein die Entwicklung, die mehr und mehr zur Speziali sterung des Gewerbes und schließlich zu Großbetrieben führte, sprengte die alten starren Zunftbanden, die formell umso eigen: finniger zusammenzuhalten versucht wurden. Die Meister ließen sich mohl die unbezahlte Arbeit der Lehrlinge gefallen und die billige Arbeit der jungen Gesellen, allein die Zunahme der Kontur. renz war ihnen meniger angenehm. Die Gesellen, die sich mit 24 oder 25 Jahren nicht selbständig machen fonnten, weil ihnen die Mittel dazu fehlten, galten als zu alt" und wurden in andere Berufe oder zur Industrie abgedrängt. Der Arbeitsnachweis, den die Innungen in Händen hielten, verbunden mit schmuzigen Gesellenherbergen, halfen in dieser Richtung nach. Der echte Sunftmeister betrachtete es als ein weit milderes Bor= gehen, wenn ihn sein meistertreuer Gefelle ueftahl, als wenn ein ehrlicher Geselle sich gewerffchaftlich organisierte. ent anderes Beispiel: Die Firma läßt sich Motorenfchloffer aus Schlesien tommen. Diese Leute mwurden mit einem Stundenlohn von 75 Bf. eingestellt. Zu ihrem Erstaunen mußten sie bei der ersten Lohnzahlung feststellen, daß daraus ein Stundenlohn von 43 Pf. geworden war. Nach Rüdfprache mit ihren Vorgesezten wurde den Schloffern erklärt:„ Wir müssen erst mal feststellen, ob sie überhaupt arbeiten können. In der nächsten Woche befommen sie etwas mehr." Auf Grund diefer Vorkommnisse empfehlen wir den Arbeitern, die von auswärts fommen, dringend, sich unter allen Umständen bei ihrer Organisation nach den Verhältnissen, wie sie bei bei ihrer Organisation nach den Berhältnissen, wie sie bei der Firma Siemens herrschen, zu erfundigen, mindestens aber, bei ihrer Einstellung schriftliche Vereinbarungen zu treffen. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. Delegiertenwahl im Fabrikarbeiterverband. Bei der Urwahl der Delegierten zum Verbandstage am Sonntag, den 10 Mai, purden insgesamt abgegeben 1131 Stimmen. Davon erhielten: H. Rüder 751, R. Boch 598, Judith 23 ar 366, Mar Danzger 359 und Gustan Thimian 220 Stimmen. nede 589, W. Thoms 561, D. Breitfreuz 387, 2. Beder Achtung, Genoffinnen! Nach längerer Disfuffion wurde ein im Sinne dieser Ausfüh ningen gehaltener Antrag einstimmig angenommen und schließlich noch auf die Fachschule des Verbandes hingewiesen. Fris Paeplow. Der Borsitzende des Deutschen Baugewertsbundes, Fri Paeplow, vollendet am 17. Mai sein 65. Lebensjahr. Seit rund drei Jahrzehnten steht er in der Arbeiterbewegung an führender Stelle. In seiner Gewerkschaft hat er zuerst als Redakteur des Grundstein" und später als 2orsigender des Bauarbeiterverbandes und des Deutschen Baugewerksbundes Hervorragendes geleistet. Der Zusammenschluß der einzelnen Bauarbeiterverbände zu einer machtvolien Industrieorganisation ist zum guten Teil sein Wert. Ebenso ist die Inangriffnahme der praktischen Soziali fierung im Baugewerbe durch Gründung sozialer Baus betriebe und die Finanzierung der Bauhüttenbewegung durch den Deutschen Baugewerfsbund zum guten Teil mit auf seine Tattraft zurückzuführen. Möge dem erprobten Stämpfer für die Befreiung der Arbeiterklasse aus den Fesseln des Kapitals noch eine recht lange Tätigkeit zum Wolle seiner Kollegen befchieden sein. ,, Das kommt vom Dawes- Plan". Große allgem. Junttionärinnen- Konferenz Menschen für den Dames- Plan find, find die Kommunisten natürlich Dienstag, den 19. Mai, abends 7 Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienfiraße 17/18. Tagesordnung: 1. Die politische Lage. Ref.: Genoffin Bohm- Sud. 2. Jahresbericht. Ref.: Gen. Zodenhagen. 3. Verschiedenes. Es find demnach als Delegierte zum Verbandstag wählt: Ruder, Boch, Warnede und Thoms. Da die Sozialisten und alle vernünftig und praktisch denkenden dagegen. Da man zudem annehmen kann, daß die meisten Leute den Dames- Plan nicht fennen und somit Aussagen darüber entweder nicht prüfen fönnen oder wollen, eignet er sich glänzend als Arguments- Erjaz und zu Berlegenheitsphrasen Aus diesem Grunde ist er auch von den Kommunisten zum Allerwelts Sündenbod auserforen worden. Es tann passieren was will, die Kommunisten schreien:„ Das fommt vom Dames- Plan", ganz wie der Arzt im Eingebildeten Kranfen" von Molière immer fagt:„ Das tommt von der Lunge!" Es tommt Dom Dames Plan, sei es nun, daß in Deutschland ein Güter. gewagen umfippt oder sei es, daß ein Mann von einem Apfelbaum fällt, was natürlich nur eintreten fann, da er sich beeilen mußte, erhöhen. um im Interesse des Dawes- Planes die deutsche Obstausfuhr zu Zum Gewertschaftsfongreß wurde von der Generalversammlung als Delegierter für die Zahlstelle B. Reimann vorgeschlagen. Andere Borschläge waren aus dem Gau 3 nicht eingegangen. Reimann gilt somit als gewählt. Hamburg, der alte Boden der Gewerkschaftsbemegung, war es, auf dem auch die Fleischergesellen zuerst zur Organisation famen und zwar bereits im Frühjahr 1890. Dem Beispiel der Hamburger Schlächtergesellen folgten auch bald die Berliner. Auch in Braunschweig murde ein Fachverein gegründet. Allein die Gesellen faßten die Organisation noch zu sehr als einen Automaten auf, in dem man einen Groschen hineinstedt, um für 100 Mark Borteile herausfallen zu lassen. Das übrige besorgten die Meister, so daß diesen Organisationsgebilden nur eine furze Lebenszeit beschieden war. Bereits Ende 1891 wurde in Berlin die Idee eines Industrieverbandes für die gesamte Nah rungsmittelbrandje propagiert, eine Idee, die sich erst jett allmäh Stimmen vermochte die von Moskau befohiene„ Opposition" auf. furrenz der Siegerstaaten erleichtert, da sie teine Abgaben zu ent lich auszureifen scheint, damals aber zweifellos verfrüht war. Erst mußten die Handwerksgesellen der einzelnen Berufe zur Organifation gelangen. Die Entwidlung der Dinge läßt sich auch mit „ Schlauheit und List" nicht überspringen. = Der im Frühjahr 1894 gegründete Verband der Schlach ter ging 1896 an Mitgliederschwund wieder zugrunde. Die Berliner gründeten unter Führung von Keslinke, der schon 1890 ben Bersuch gemacht hatte, im Herbst 1898 wieder einen Lofalverein, der nunmehr Wurzel schlug und dem Zentralverband der Fleischer und Berufsgenoffen Deutschlands, der am 1. Juni 1900 ins Leben trat, den Boden bereitete.„ Der Fleischer", das Organ des Berbandes, war schon im März 1900 geschaffen worden und der berufsfremde Genosse Albin Mohs als Redakteur bestellt. Die Fleischermeister machten es dem Gefellenverband mahrlich nicht leicht, sich auszubreiten. Doch allmählich tam ihnen die Entmicklung der beruflichen Verhältnisse zu statten. Auf seinem ersten Kongreß zu Ostern 1902 in Berlin zählte der Berband etwa 2000 Mitglieder in 26 Berwaltungsstellen. Der Bochenbeitrag von 15 Pfennigen wurde auf 20 Pfennige erhöht. Sier wurde Paul Hensel als Verbandsvorsitzender und Redakteur angestellt. Der Verband mit 4200 Mark Schulden und 33 Mart Bar Die Bureaueinrichtung bestand tonnte sich die Anstellung leisten. murde um 3,75 Mart auf der Aufiion besorgt; ein Schrank aus dem Jahre 1824. Die Generalfommission fonnte ein wenig nachhelfen. Sie hatte mehrere solcher Kostgänger, denen sie 3 weds Agitation gelegentlich beispringen mußte. Die zweimal 500 Mart, die der junge Fleischerverband bekam, waren nicht. weggemorjen. Die Kommunist en hatten in Flugblättern und in der Roten Fahne" unter den gewohnten Beschimpfungen und Berleumbungen zur Wahl von oppofitionellen" Dele. gierten aufgefordert und zu diesem Zweck eine Sonderliste aufgestellt. Das Resultat ist geradezu fläglich. Ganze 113 zubringen. Schlechte Zeiten für die Maul helden! Bom Lehrlingswesen in den Siemens- Betrieben. Lehrlingsausbildung in den Siemens- Schudert- Werken viel und Bir erhalten folgende Buschrift: Im allgemeinen wird von der günstig gesprochen und geschrieben, doch von den Schattenfeiten spricht man nicht. Die Ausbildung geschieht in einer Art, die sehr an den früheren Jungfturm erinnert. Begünstigungen durch Proteftion stehen in vollster Blüte. So mar es 3. B. möglich, daß ein Lehrling im Oktober v. 3. fein Gefellenstück dreimal un. braubar und erst beim viertenmal leidlich brauchbar herstellte, ohne daß der Prüfungsausschuß etwas davon erfuhr; der Lehrling war ein Liebling der Ingenieure. Die sogenannten„ Sportfeste" der SSB. find ein Kapitel für sich. Alle Lehrlinge müssen daran teilnehmen, da sie sonst entlaffen werden. Diese Sportfeste werden meist Sonntags veranstaltet, also ein Zwang, außerhalb der Arbeitszeit zu erscheinen. In jeder Fortbildungs- und Wertschule soll einmal in der Woche eine Stunde Turnen sein. In der Werkschule der GSM. findet jedes Halbjahr ein Stück„ General- Bape- Straße" ftatt; jeder Lehrling muß sich ausfleiden( im Winter im falten Zimmer), um von den Herrn Turnlehrern( Ingenieure, ehemalige Offiziere) besichtigt zu werden. Der Turnunterricht wird von Laien erteilt, die feine rechte Ahnung vom Turnen haben. Das ist nur ein fleines Kapitel aus der Wertschule der demokratischen" Siemens- Schuckert Werke. Man fann sich nun ein Bild machen, wie„ Facharbeiter" bei Siemens ausgebildet werden. Berufs- und Tariffragen der Friseure. Der 2. Verbandstag 1904 musterte schon 2500 Mitglieder, der vierte im September 1907 bereits über 3000. Und so ging es lang fam meiter bis zum 6. Berbandstag 1913, wo in 85 Berwaltungs stellen 6500 Mitglieder gezählt wurden. Dann kam der Krieg. Er lähmte, rüttelte dann aber um so stärker wach, so daß auf dem Berschiedenen Körperteilen in erster Linie zum Schuß für den liner Verbandstag 1919 18 845 Mitglieder in 128 3ahlstellen vertreten waren. Der Verband zählt 46 Mitglieder, die länger als 20 Jahre organisiert sind, worunter 10, die aus anderen Organi fationen übergetreten sind. Bieder wird in Berlin ein Verbandstag abgehalten, der em Sonntag beginnt. Durch seine Beschlüsse zum Ausbau der Organisation feiert er am besten deren 25jähriges Bestehen. Dem Berband und seinem Borsitzenden Hensel unfere besten Bünfche für die nächsten 25 Jahre. Praktiken bei Siemens. Die Siemensfirmen leiden seit einer Reihe von Jahren an chronischem Facharbeitermangel. Als Ursachen sind zu nennen: schlechte Bezahlung, unsoziales Verhalten und weiter Beg bei fchlechter Fahrverbindung zur Arbeitsstätte. Die Firma ist auf den Berliner Facharbeiternachweisen nach dieser Richtung hin befannt, so daß die Facharbeiter nur in Notfällen zur Firma Siemens gehen. Um nun die notwendigen Facharbeiter zu erhalten, wird feit einiger Zeit in allen Provinzblättern, auch in der Berliner bürgerlichen Tagespreffe inferiert. Die einzelnen technischen Bureaus der Firma, welche in allen größeren Orten Deutschlands anzutreffen sind, schließen dann Arbeitsverträge mit Facharbeitern ab. So hat das TB. Stettin vor einigen Tagen Motoren schlosser für das Blod mert in Siemensstadt eingestellt, mit dem Versprechen, daß die betr. Schlosser mindestens 1,20 m. pro Stunde verdienen fönnen. Als die Schloffer nach Berlin famen, mußten sie feststellen, daß an einen solchen Verdienst gar nicht zu denken ist. Im Höchstfalle werden 95 3 f. verdient. Aus demselben Wert noch W Als die Kohlenfrise einfegte schrien die Rommu nisten in Belgien und England: Das fommt Dom Dawes Plan, der die deutschen zum Dumping und zur Ausfuhr um jeden Preis zwingt. Als die Kohle trobem in Deutsch Tand liegen blieb, schrien die deutschen Rommu nisten: das tommi som Dawes. Plan, der die Konrichten haben. Dies alles, trotzdem jeder Fachmann weiß, daß der Rohlenfrise Faktoren zugrunde liegen, die schon lange Dor dem Dawes Plan in Erscheinung traten, wenn sie sich auch erst später und u. a. infolne der Ruhrentfegung auswirften. In bezug auf die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland sagen die Kommunisten:„ Es geht uns hundsmise.abel. Das tommt vom Dawes Blan, der im Intereſſe der Siegerstaaten ausgehect wurde". Was jagen aber die Kommunisten in höchft offizieller Weise gleichzeitig in Frankreich? Der fommunistische Gemertschafts. bund hat in feiner legten Eretutiofizung folgendes herausgefunden: Uns geht es miserabel. hingegen nimmt die Arbeitslosigkeit in Deutschland ab, auf Grund der Zunahme des Zufluffes fremden Kapitals. Der Dames- Bian hat diese Verbesserungen in Deutschland zur Folge gehabt“. Man fönnte die Liste nach Belieben fortsetzen. Die geistige. leberlegenheit fommunistischer wirtschaftlicher Gedankengänge wird damit glänzend illustriert. Die Kommunisten machen sich damit bis zur Unmöglichkeit lächerlich. Und im letzten Atemzug werden sie jagen:„ Mit der Weltrevolution ist es nichts und mit dem Kommunismus ist es aus. Das fommt vom Dawes Blan". Und dann werden sie vielleicht sogar nicht ganz Unrecht haben. Achtung, Metallarbeiter! In der Woche vom 12. bis 19. Mai finden die Wahlförperversammlungen ffatt, die zur Jahresgeneralversammlung am 25. Mai Stellung nehmen sollen. Alle Metallarbeiter der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung haben die Wahlkörperverfammlungen zu besuchen. Laßt Euch nicht von den Kommunisten bluffen! Seht ihnen auf die Finger! Der SPD. Frattionsvorstand. Angeftellte der Groß- Berliner Metallindustrie. Auf Anfragen aus den Betrieben wird den AfA- Mitgliedern mitgeteilt, daß nach Eingreifen der Schlichtungsinstanzen unfererseits nochmals dirette Verhandlungen beim BBMI. zur Fest segung der Mais gehälter beantragt worden sind. Da der Arbeitgeberverband antwortet: daß sich der Standpunkt des Verbandes bisher in feiner Weise geändert hat find somit die direkten Verhandlungen wiederum als gescheitert anzusehen. Es ist daher erneut ein Schlichtungsverfahren beantragt. Wie üblich, wird am Tage der Verhandlungen eine AfA Funktionärversammlung zur Berichterstattung stattfinden. Ueber Ort und Zeit dieser Beranstaltung folgen weitere Pressenotizen.-f Metall. = Am Donnerstag hielt Herr Dr. Richter, ein Spezialist auf fung der Berliner Friseurgehilfen, einberufen vom Arbeitnehmerdem Gebiete der Haarfrankheiten, in einer gut besuchten Bersammverband des Friseur- und Haargewerbes, einen auch für die Aumeinheit lehrreichen Bortrag über Haarpflege und haar leiden. Der Redner führte aus, daß die Haare an den verMenschen bestimmt sind und weiter auch einen Schmud darstellen. Vor allem bildet das Haupthaar einen Schutz für den Kopf. Weil aber das Kopfhaar sehr leicht Erkrankungen ausgesetzt ist, muß man ihm sorgsame Pflege angedeihen lassen. Kopfwäsche ist bei den Frauen nicht so oft erforderlich als bei den Männern. Bei normalem Haarwuchs erscheint es nicht angebracht, Zusatzmittel zur Haarwäsche zu verwenden. Als Haartrantheiten teten in der Hauptfache Haarausfall und Schuppenbildung auf. Haarausfall tritt meistens im späteren Alter ein, weil durch allmähliches Anmachsen der Kopfhaut an die harte Schädeldecke die Blutzirkulation unterbunden wird. Der Haarausfall fann auch anstecend sein und erfordert stets eine entsprechende Behandlung. Wenn andere Mittel versagen, muß man uppenbildungen durch Behandlung mit Del oder Schwefelpräparaten zu befeitigen versuchen. Auch weniger häufig vorkommende Krankheiten wurden in dem Vortrag behandelt. In vielen Fällen wird sich elektrische Bestandes werden mit Hilfe der Regierung fortgesetzt. strahlung empfehlen. Die reiche Fragestellung bewies das Intereffe an dem behandelten Thema. Bumblat berichtete dann über die Tarifverhandlungen. Die Haarformerinnung fträubt sich gegen den Abschluß eines Tarifvertrages. Bei den ersten Berhandlungen fam es zu feiner Einigung, weil den Arbeitgebern die geforderten Löhne zu hoch" waren. Reuerdings erklärten sich die Haarformer unter der Bedingung, daß alle wegen lieberschreitung der gesetzlichen Arbeitszeit durch die Organisationen erfolgten Anzeigen zurüd genommen werden, zu Berhandlungen bereit. Die Tariftommiffion hat einen Beschluß gefaßt, wonach alle Verfahren während der Verhandlungen ruhen sollen. Es sei unbedingt notmendig, daß es schneüstens zur Regelung des Lohnes, der Arbeitszeit und des Urlaubs auch in den Betrieben der Haarformer tomme. Eine gehörige Verstärkung der Organisation tönne hier leicht nachhelfen. Kaffee Reichels fartell. Die Breslauer Metallarbeiteraussperrung ist durch verbindlich erklärten Schiedsspruch beendet. Der Spigenlohn wurde auf 55 Pf. erhöht. Kopenhagen, 15. Mai.( Eigener Drahtbericht.) In Dänemark hat am Freitag der angefündigte Streif der Transportarbeiter eingelegt. Die Bemühungen zu einer schnellen Beilegung des Aus Berantwortlich für Politik: Victor Schiff: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Chern; Feuilleton: Dr. John Schikowati; Lokales und Sonstiges: Fris Rarstädt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Beriag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwäris- Buchbruceret und Berlagsanstalt Beul Singer u. Co. Berlin SW 68. Lindenftrake 3. Sierzu 2 Beilagen,„ Unterhaltung und Wiffen“ und„ Jugend- Borwärts". Komet Freilau ES GIBT KEINEN BESSEREN! billiger Qualitäten unverändert Nr. 229 4 42. Jahrgang 7. Seilage des vorwärts Sonüabenö, 16. Mai 1425 Vom Kriege her ist uns der Begriff der„Zange" geläufig: man wird daher verstehen, wenn wir zivil-strategisch sagen, die kleine märkische Stadt Templin wird durch die Zange ergriffen, die von den beiden Bahnlinien Berti n— E b e r s w a l d e— T e m p l i n und Berti n— L ö w e n b e r g— T e m p l i n gebildet wird. Um es gleich vorweg zu nehmen: von Templin gehen weiter noch aus Bahnen nach Ltjchen, nach Fürstenwerder und nach Prenzlau— also Verbindungen in reicher Fülle, nur leider spärlich und langsam. Wer einen Tagcsausflug machen will, muß schon früh aufstehen. Eine malerische Staütansicht. Aber schon die Fahrt lohnt, namentlich wenn man den etwas längeren Arm der Zange— über Eberswalde— wählb Man ist kaum damit fertig geworden, die unter dem Ausruf„Spritzkuchen gefällig" auf dem dortigen Bahnhof ausgebotenen und gern gekauften Delikatessen zu verzehren, so taucht man schon im schönen Walde ein, der später bei Zoachimsthal von zwei großen Seen: Grimnitzsee und Werbellinsee, flankiert wird und, natürlich mit einigen Unter- brechungen, sich bis Templin hinzieht. Station Templin-Vorftadt ist endlich erreicht: wir folgen nicht dem sonst viel gehörten Rate, schon hier auszusteigen, sondern bleiben bis zum chauptbahnhof— wie großstädtisch das klingt!— sitzen. Und siehe da: zur Rechten er- hebt sich ein graues Ungetüm und oerdeckt die Stockwerke der Häuser, deren Dächer allein sich darüber erheben. Ja, das ist sie, die viel- gerühmte Stadtmauer von Templin. die noch heute die ganze alte Stadt umzieht. Feldsteine in allen Größen bilden sie— ein Mathematiker könnte hier rechnen, wie viele es sein mögen, die diese oft bis 7 Meter hohe Schutz- und Trutzmaucr mit ihren vielen Halbkreis- förmigen„Wachhäusern" füllen, und ein Volkswirtschaftler mag be- rechnen, wie lange Zeit und wie viele Menschen ihre Errichtung er- fordert haben mag. Wir halten uns aber mit solchen Problemen nicht auf, ersreuen uns an dem malerischen Bilde, das diese alte Umwallung bietet— in der Tat eine ins Moderne gerettete Wieder- gäbe der bekannten, etwas steifen, aber doch recht getreu ausgeführ- ten Stadtbilder des Frankfurter Kupferstechers Matthäus Marion (t 1650). Nun ist aber das, was diese Mauer umschließt, nicht so sehr all, denn obgleich Templin(von dem slawischen roplu(teplu) gleich warm, sich ableitend) eine alte Geschichte hat, so ist durch zahl- reiche Brände fast alles Alte ionerhalb der Mauern zugrunde ge- gangen. Namentlich legte ein Brand von 1733 die ganze Stadt nieder, und die einfachen, aber durchweg doch Eigenart bekundenden Häuser sind nach dieser Katastrophe erbaut worden. Wie unseren Lesern bekannt ist. hat Königsberg i. d. Nm. auch eine noch ganz erhaltene Stadtmauer, aber aus schweren Ziegelsteinen. Königsberg hat als Stadt noch sein prächtige- Rathaus und die stolze Kirche in die Wagschale zu werfen. Templin hat aber wiederum Vorzüge, die aus seiner Lage entspringen: der Wechsel voo Berg und Tal. von Land und Wasser, von Gärten und Wald schafft sehr erfreuliche Anblicke, so daß man den Stolz seiner Bewohner auf das„schöne" Templin begreift, auch versteht, warum das Streben des Magistrats, vor den Toren der Stadt Villenkolonien aus dem Boden zu stampfen, von so gutem Erfolg begünstigt gewesen ist— für reiche Leute, die, was das Geschäftliche betrifft, nur noch mit der Couponschere „arbeiten", bietet Templin einen idyllischen Ausenthalt. Der wander- frohe Tourist wird diese Leute nicht beneiden: er nimmt das Gute, wo er es findet. Geschichtliches. Im 13. Zahrhundcrl, das hier Kämpfe der Askanier mit den Pommern sah, dürste eine Burg die Heerstraße gesichert haben. Als Heirotsgut kam sie in brandenburgischen Besitz: später folgten kriege- rische Verwicklungen zwischen Brandenburg, Mecklenburg und Pom- Stadtmauer mit Pulverturm. mern, und die inzwischen erstandene Siedlung verstand es geschickt, aus den Wirren Nutzen für sich zu ziehen— der 13 000 Morgen große Wakdbesitz stammt aus jener Zeit, aber auch noch im 15. und 16. Jahrhundert konnte sie sowohl Landbesitz wie Gerechtsame ver- mehren. Die Brände von 1492, 1530, 1546 und 1618 richteten zwar großen Schaden an. konnten aber die Entwicklung nicht aufhalten. Und nach dem bereits erwähnten Feuer von 1735 tat 10 Jahre später«ine bedeutsaine Regienmgshandlung das ihrige zur wirt- schaftlichen Hebung; der Templiner See wurde durch einen 13 Kilometer langen Kanal mit der Havel verbunden und damit der Ab- transport des geschlagenen Holzes erleichtert. Diese Holzindustrie ist noch die hauptsächlichste gewerbliche Betätigung geblieben— Fabrikschornsteine fehlen in dem Stadtbilde. Staütinneres und Tore. Seitlich der vom Hauptbahnhof zur Stadt führenden, mit den üblichen Bahnhofftraßenhäusern besetzten Straße zieht sich ein Wiesental mit dem Kanal hin, darüber erheben sich die Anhöhen des 3l Hektar großen Bürgergartens. Der Eintritt in die Stadt erfolgt durch das Berliner Tor, rechts in der Berliner Straße die alte und kleine gothische Bocksteinkirchc, bis auf die Fassade noch aus dem 14. Jahrhundert stammend, die zu dem ebensalls noch vorhandenen St.-Georgen-Spital gehört. Bald haben wir den Markt erreicht, einen vier Morgen großen Platz, auf dem das Rathaus sich erhebt. Nach den Plänen des fridericianischen Baumeisters Knobelsdorfs aus der Brandstätte des 1733 zerstörten alten Gebäudes errichtet, bietet der dreistöckige Bau durch das hölzerne kupfergedeckte Türmchen mit dem fliegenden Adler auf der Spitze einen gefälligen Anblick inmitten der Reihen alter Lindenbäume, die den Platz zieren. Run links in die Mühlenstraße einbiegend, erblicken wir rechts die St.-Maria-Magdalenen-Kirche, 1749 fast ganz neu errichtet, und erreichen dann das Mühlentor, das von einem Storchnest gekrönt wird. Hinter ihm die Schleuse zwischen See und Kanast über die eine Brücke führt und dann links in den schattigen Bürgcrgarten, während zur Rechten sich das„Scheunenviertel" hinzieht. Scheunen im wahren Sinne des Wortes, den in der Stadt gehörigen Acker- bürgern gehörig, deren Gehöfte in den Straßen keinen Platz für die Bergung des Erntesegens haben. Der Blick von dieser Brücke ist ein besonders schöner: man sieht ein weites Stück der gewaltigen Mauer und hoch oben Meister Langbein auf seinem Nest stehen, das in so malerischer Weise das wuchtige Tor krönt, man sieht in das fruchl- bare Tal und auf der anderen Seite auch den in der Sonne schim- mernden See und findet einen Ruhepunkt in den Waldmassen, die hoch aufragend sich anlehnen. Berliner Tor. Mühlentor, noch bleibt uns übrig, das dritte große alte Tor, das Prenzlauer, aufzusuchen. Zum Markt zurückgekehrt, bringt uns die links abzweigende Prenz- lauer Straße schnell zu dem Abschluß, dem aus Außen- und Jnnentor bestehenden Prenzlauer Tor. Ein Teil des Baues ist jetzt zum Spritzenhaus geworden: ferner hat man neuerdings eine„Krieger- ehrung" eingebaut. Es ist mit solchen Anhängseln eine eigene Sache: das Bestehende wird geschädigt und die Wirkung des Neuen durch die Wucht des Alten beeinträchtigt. Neben den drei Haupt- toren hat das moderne Vcrkchrsbedürfnis noch andere Zugänge gc- schaffen: man zählt im ganzen 10 Tore, so das Eichwerdertor, das Schultor, das Neue Tor usw. Die großen Tore sind zirka 20 Meter hoch, viereckige Turmbauten, unten aus Feldsteinen, oben aus Ziegeln hergestellt: die Durchfahrten sind fpitzbogig. An Omamenten finden sich auf den Giebelseiten des Berliner und des Mühlentors französische Lilien als wappenzeichen der Templiner, die durch den Bruder des letzten Askaniers in der Mark, der zu Anfang des 14. Jahrhunderts der Komturei Templin des Templinordens vor- stand, herbeigerufen und mit der Leitung der Befestigungsarbeiten betraut worden waren. Früher Hot man daher wohl den Namen Templin von diesen Templern herleiten wollen, bis die neueren Forschungen die oben gegebene Herleitung aus dem Wendischen sicherstellten. Der Umgang um die Stadt längs der Mauer erfordert je nach dem Marschtempo'/i bis% Stunde: die Mehrzahl der Besucher wird sich aber wohl mit einigen Probegängen zu seiten der Haupt- tore begnügen. Eine �Prenzlauer vorstaüt�. Geht man vom Prenzlauer Tor entweder geradeaus die Arnim- straße oder rechts die Bismarckstraßc— erster« ist wohl nicht nach dem bekannten Gegner Bismarcks, Grafen Harry, benannt—, so glaubt man sich in die Kolonie Grunewald oder Frohnau versetzt. „Vornehme" Villen, gepflegte Gärten. Durchblicke nach dem tiefer 2s Schnock. Ein Roman von See und Sümpfen. Von Svend Fleuron. (Aus dem Dänischen von Thyra Jakstein-Dohrcnburg.) Besinnlich liegt er seinem Gewerbe ob, in langen, abge- mesienen Schritten einherstolzierend. Sein großer, dem An- schein nach so schwerer Körper wiegt sich auf den grünlich- gelben, gestielten Beinen, der kurze, breite Schwanz scheint fast die Wasseroberfläche zu kämmen, während der runde, armlange Hals in ständiger Bewegung ist und den kahnsör- migen Schnabel gleich einem Florett in die verschiedenartig- sten Angriffsstellungen bringt. Lachmöwen und Seeschwalben umschwärmen shn— und von Zeit zu Zeit tun sich drei, vier von ihnen zusammen, ihren großen Konkurrenten zu foppen. Gerade wie der Reiher in Fängerstellung, den Schnabel nur ein Geringes über dem Wasserspiegel haltend, sich zum Ergreifen der Beute anschickt, streichen die Möwen von hinten über ihn hinweg. Fauchend muß er den Hals einziehen und dg.s Florett nach oben richten, um nach seinen Plagegeistern zu schnappen und zu stechen. Lange Zeit hindurch setzt oft solch ein neckischer kleiner Möwenschwarm sein Spielchen fort— und wenn er sich dann endlich jauchzend und spottend entfernt, hat er dem großen stummen, geduldigen Fischer manch günstige Gelegenheit zer- stört und viele kostbare Minuten gestohlen. Sobald die Möwen von dannen geflogen sind, gibt der Reiher sich mit doppelter Leidenschaft seiner Beschäftigung hin. In verschiedenen Ausfallstellunaen tauchen seine Schna- felspitzen wie ein Aalstecher ins Wasser hinab. Ostmals sind die Stöße vergeblich: er muß sich weiter vorwärtstasten: schließlich aber hat er einen kleinen Aal erbeutet. Es ist indessen nicht so einfach, den zappelnden Fang zu schlucken, der Aal rvrndel sich und wül m den Sack nicht hinein, so daß der Bogel ihm das Zappeln verleiden muß, indem er ihn in seinem scharfkantigen Schnabel auf- und niederrvllen läßt. So rutscht er schließlich... Der Reiher von hinten an Schnock heranpirschend, neigt behutsam den Hals über den treibenden Schilfstengel. Er bemerkt irgend etwas Verdächtiges an dem Stümpfchen, glaubt aber, daß er irre und will seinen Weg fortsetzen. Er führt den Schritt jedoch nicht zu Ende, der Fuß hält auf halbem Wege inne—- und in der nächsten Sekunde erfolgt der Stoß. Kur«mnal schlug Schnock mit dem Schwänze. Daun wurde sie gegriffen. Und etwas Scharfes und Hartes, das stärker war als sie, zwang ihren Widerstand zur Ruh«. Dann ging es kopfüber in eine warme, enge Rinne. In dieser Rinne herrschte ein fürchterliches Fischgetriebe. Man drängelte mit Flossen und klatschte mit Schwänzen. In einem fort schob irgend etwas von hinten vorwärts, aber das Gewimmel vor ihr versperrte den Weg. Sie kam nicht voran. Und dennoch rutschte sie weiter. Ganz langsam führte das dicke, schleimige Wasser der Rinne den lebendigen Schlammbrei, in dem sie sich befand, von dannen: sie merkte, wie ihre Mundwinkel sich an den Usern der Rinne scheuerten ... es war ihr kaum möglich, Luft zu holen. Unterdes flog der Reiher mit ihr uich all seiner übrigen Beute heimwärts zu seinen Jungen.... Draußen auf dem See begegnete er einem Boot, in dem ein Mann saß und angelte. Die Erfahrung sagte ihm. daß er es mit einem Fischer zu tun habe: aber er war im Irrtum — im Boot befand sich auch eine Büchse, und als er sich in die Lüste schwang, fiel ein Schuß, der den Vogel zwang, seine Last teilweise fahren zu lassen, um schneller entschlüpfen zu können. Schnock war unter den Glücklichen! Plötzlich verringerte sich das Gewühl in der langen düsteren Rinne, und der zäh» flüssige Schlammstrvm, der sie mit sich riß, änderte die Rich- hing. Bald darauf geriet der Strom in ein sausendes Tempo und spülte sie kopfüber fort, sie sah mit einem Male Licht und hatte Platz genug, um mit den Flossen zu schlagen..�.. Da fiel sie aus dem Schlund des Reihers in einer Höhe von etwa zwanzig Metern herab... sie hatte eben noch Zeit, um festzustellen, wie erstickend dürr die andere Welt doch war: die Eingeweide wurden ihr förmlich aus dem Körper gerissen, und was sie auch unternahm, um wieder in das rechte Fahr- wasser zu gelangen, immer erging es ihr gleich übel. Zum Glück erreichte sie endlich ihr irdisches Element, das Wasser spülte ihr über die Kiemen, und sie tonnt« wieder schwimmen. Im Schutze des Wieks. Als sie das erste Jahr vollendet hatte, bekam kie Schuppen. In ihrer frühesten Jugend, als sie nur winzig kleine Tiere verdauen konnte, hatte sie ausschließlich von Wasserinsekten und Larven gelebt. Von nun an aber war kein Fleisch ihr heilig, außer dem, das an ihren eigenen Gräten saß. Sie fiel jedweden Fisch an, der nicht so groß war, sie verschlingen zu können, und rückte Plötzen und kleinen Weiß- fischen mit einem sonderbaren Behagen auf den Leib. Jetzt nahm sie Rache an diesen gierigen Fischlein, die sich einstmals an ihr versündigt hatten, als sie noch erst im Werden war. Sie war nicht auf künstliche Weise ausgebrütet oder m einer von fließendem Wasser durchströmten Holzkistc zur Welt gekommen, nein, höchst natürlich war die Sache zugegangen. Ihre Mutter hotte im gelben Sonnengeslimmer des März- tages, umgeben von dreien feurigen Buhlen, die sich gegenseitig nichts nachgaben, gelaicht, der Roggen war herabgesunken und hatte sich an einige Grasbüschel am Rande des Sees ge- hängt. Bereits am nächsten Tage hatten kleine Fische sich um diese Grasbüschel zu tummeln begonnen, und noch einen Tag später wimmelte es förmlich davon: eifrig durchsuchten sie die Büschel und fraßen alle Hechteier, derer sie habhaft werden konnten. So gründlich gingen sie zu Werte, daß von den Tausenden und Abertausenden von den Eiern ihrer Mutter nur zwei übrigblieben, die sich tief im Herzen eines Halmes verborgen hatten. Aus dem einen war sie geschlüpft. Die Sonne nahm sich ihrer an. brütete sie aus und lehrte sie räubern, was sie nur annähernd bezwingen konnte. Jetzt aber rächte sie ihren Stamm und übte keine Gnade... Sie besaß ein verblüffendes Talent, sich richtig anzu- bringen und verstand es, ihren Platz derart zu wählen, daß sie gleichsam mit dem Wasser zusammenfloß. Schilsitengel warfen ihre Schatten kreuz und quer über Ihren Körper, Wasserknöterich und treibende Entengrütze verhüllten sie, die blöden Weißfische und andere rastlose Fischchen huschten zeit- weise so dicht an ihrem Rachen vorbei, daß sie den Wellen- schlag ihrer Schwanzflosse spürte. Einige rannten fast mit der Stirn gegen sie an:— entdeckten sie sie aber, hui, dann war das Wasser von Sternengeflimmer erfüllt, dann eilten sie sich, fortzukommen! Wo die Wasserlilien wahre Flöße und grüne Inseln bildeten, hatte sie ihr Lieblingsoersteck: hier fielen die vsr- räterifchen Schatten— ihre besten Freunde— sichtbar durch das Wasser, nahmen sie unter sich auf und machten ihr das Jagen leicht. Wußte sie sich dann aber entdeckt, so entfernte sie sich nur ungern w wilder Host, derartiges Borgehen er- weckte zuviel Aufmerksamkeit und schuf in der weiten Fisch» weit Unbehagen. Stand sie zum Beispiel dicht unter der Oberflüche, und ahnte ihr, daß man sie von oben her belauerte, so wurde sie ganz allmählich unsichtbar, bis sie mit dem dunklen Wasser zusammenfloß, indem sie sich unmerklich tiefer sinken ließ. Gleichzeitig begannen alle Flossen zu arbeiten: in üppigen Falten schmiegten sie sich um den langen, schwarzen Stecken, dem ihr Körper nunmehr glich, bekränzten ihn mit Fransen, hüllten ihn ein und führten ihn von dannen. (Fortsetzung folgt.) liegenden See, Waldpromenaden, das stattliche Kreishaus( Templin I ist Kreisstadt) alles spricht von Komfort und stilvoller Ausnugung der vorhandenen schönen Natur. Durch die Errichtung des Sonderbahnhofs Templiner Vorstadt ist dem Bequemlichkeitsbedürf nis Rechnung getragen; man wird aber auch verstehen, weshalb wir DanDie Die Hölle der Strafanstalten. den Gang vom anderen Ende der Stadt aus anzutreten raten: auf Protestversammlung der Aufsichtsbeamten.-250 Gefangene auf einen Beamten diese Weise fommt man erst zum Alten, das die Vorbilder des Villenviertels" eben Grunewald und Frohnau nicht aufzu- Die Ortsgruppe Groß- Berlin des Bundes der Gefängnis,| fuchungsgefängnis Moabit acht Todesfälle gebracht. Auch in diesem meisen haben. Nach einem Gang von 20 Minuten auf der Arnim Straf- und Erziehungsanstaltsbeamten hielt in den straße gelangt man zum großen komplex der Bauten des 1912 hier- Germania- Sälen eine überaus start besuchte Protestver her verlegten Joachimsthalschen Gymnasiums, das bekanntlich 32 Jahre in der Kaiserallee zu Berlin- Wilmersdorf sich befand, nachdem es seit 1717 in der Burg- und Heiligengeiststraße unter: gebracht gewesen war. In dem Templin benachbarten Städtchen Joachimsthal ist die seit 1607 bestehende Anstalt nur furze Zeit heimisch gewesen, da die Schrecken des 30jährigen Krieges den Unterricht illusorisch machten. Die Herren Schüler, die jezt in Templin in die Vorhalle der Wissenschaft eingeführt werden, sollen, wie Ortsfundige versichern, einer strengen Disziplin unterliegen zum Austoben überschüssiger Kräfte hat man jezt ja den Sport an der Hand, der jedenfalls der Gesundheit dienlicher ist als sonstige jugendliche Genialitäten. An Schulen und Bildungsinstituten fehlt es außerdem in Templin nicht. Im Bürgergarten befindet sich eine Forstlehrlings: schule des Vereins für Privatforstbeamte Deutschlands, ferner gibt es eine Landwirtschaftsschule; für die Stadtjugend ist durch die Bür gerschule und das Reformrealprogymnasium( welch schönes Wort!) gesorgt. Für den Erholunassuchenden bietet Templin vor allem ge funde Luft, wie sie Wald und Wasser hervorbringen. Erholung suchende, Wanderlustige, Radler und Autofahrer finden in jener reizvollen Gegend, die fich nördlich zwischen Prenzlau und Fürstenberg hinzieht, alles vereinigt, was ihr Herz begehrt. Hier liegen so viele Schönheiten der Natur nahe beisammen, daß auch der Verwöhnte ein Loblied auf die Mart Brandenburg anstimmen dürfte. Abzeichen in den Schulen verboten. Das Provinzialschulfollegium für die Provinz Brandenburg hat einen sehr begrüßenswerten Erlaß herausgegeben, der den Schülern während des Schulunterrichts und bei anderen Beranstaltungen der Schule das Tragen jeglicher Abzeichen verbietet. Es dürfen lediglich bei Veranstaltungen der von der Schulverwaltung genehmigten Schülervereinigungen deren Abzeichen getragen werden. Dieser Beschluß dürfte wesentlich dazu beitragen, die politische Verwilderung eines Teils der Schuljugend, die leider schon recht oft in wüften Schlägereien zum Ausdrud gekommen ist und in der bedenklichsten Weise den Erfolg des Unterrichts in Frage stellte, zu befämpfen. Im Intereffe unserer Schuljugend wäre es angebracht, wenn sich alle Schulverwaltungen dem bemerkenswerten Beschluß des Provinzialschultollegiums Brandenburg mit größter Beschleunigung anschließen würden. Vor allem muß aber auch darauf geachtet werden, daß sich unter die genehmigten Schüler vereinigungen“ nicht jene rechtsstehenden nationalistischen Jugendverbände einschleichen, denen zur Förderung des Abzeichenfults jedes Mittel recht ist. Das Preußische Staatsministerium hat angeordnet, Rheinlande der Gulunterricht im gesamten unbeschten preußischen Gebiet ausfällt. Im besegien Gebiet wird der Ausfall des Unterrichts nach Maßgabe der lokalen Festveranstaltungen geregelt werden. Daß am 21. Bifenfaglig der Taufen biabrfeier ber Cagliostro der Zweite. Die Welt, fie will betrogen sein 606 luj Nartenlegen und Wahrsagen hatte sich der aus der Schweiz nammende und feit 10 Jahren in Berlin ansässige Sprachlehrer Leo Schneider verlegt, als es mit seinem eigentlichen Berufe nicht mehr vorwärts ging. Neben den Karten, die niemals trügen", hatte er aber auch zu allerhand anderem Hofuspofus gegriffen und war bemüht, eine Art Cagliostro den Zweiten zu spielen, so daß er eines Tages verhaftet wurde und dem Schöffengericht mitte unter der Anflage des Betruges vorgeführt wurde. fammlung ab, die sich mit den skandalösen Zuständen in den Strafanstalten beschäftigte. Der Tod des Dr. Höfle hat die Auffichtsbeamten aufgerüttelt und sie gezwungen, gegen die unerträg lichen Mißstände in den Gefängnissen Stellung zu nehmen. Oberjustizrat Lemtes war als Vertreter der Straf vollzugsbehörde erschienen. Unter den Teilnehmern an der Kundgebung waren von der Sozialdemokratischen Partei der Genoffe Landtagsabgeordnete Müller Hannover somie die Genofsin Frau Helfers erschienen. Auch die Kommunisten hatten zmei Bertreter entsandt. Außerdem war noch der deutschnationale Abgeordnete Fuchs, der früher Gefängnisgeistlicher war, an wesend. Die Veranstaltung behandelte das Thema:„ Die wachsenden Mißverhältnisse in den Strafan ftalten" und fernerhin Wie sind wiederholungen des Folles Höfle vorzubeugen?" Der Referent des Abends war Oberwachtmeister Hornig Berlin. In eingehender Weise schilderte der Redner die schweren Schäden der Personal abbauverordnung, durch die ein faum erträglicher Mangel an ausgebildeten Beamten für die Strafanstalten entstanden sei. Im Strafvollzug wird mit kaum der Hälfte des früheren Personalstabs gearbeitet. Es ginge über menschliche Kraft, daß ein Beamter bis zu 250 Gefangene in Einzelhaft zu beaufsichtigen habe. In der Gemeinschaftshaft ist die Ueberbürdung des Beamten noch wesent lich stärker. Aus Ersparnisgründen sind seitens der Behörden Hilfs beamte eingestellt worden, die den schweren Erfordernissen ihres Amtes nicht gewachsen sein können. Auch bei bestem Willen ist es bei der Riesenfülle von Arbeit, die der gehegte Beamte zu bewältigen hat, völlig unmöglich, dem einzelnen Häftling das Interesse zuzuwenden, auf das er unbedingt Anspruch hat. Die Frage größerer Humanität beim Strafvollzug ist für die Beamten, fo banal es flingen mag, geradezu eine Frage der Zeit verhältnisse. Diese Zustände sind um so schlimmer und verurtei lungswürdiger, da im modernen Strafvollzug der Aufsichtsbeamte die einzige Person ist, die mit dem Inhaftierten in nähere Berührung fommt und in der Lage ist, auch seelisch auf ihn einzuwirken. Dieser seelische Zuspruch ist von gar nicht zu unterschätzender Wichtigkeit. Die Folgen dieser unhaltbaren 3u stände sind überaus schwer. Allein das Jahr 1924 hat im Unterjedoch sogleich in der Einleitung seiner Gedächtnisrede, daß man von ihm nicht eine politische Beurteilung des Unglücks erwarten solle, und er hielt Wort. Seine Rede blieb frei von Politit, und die ganz auf den religiösen Ton gestimmte Feier nahm einen mürdigen Verlauf. Der Dom war bis auf den letzten Platz gefüllt. An der Feier nahmen auch Vertreter von Behörden des Reiches, des Staates und der Stadt und Angehörige der Berunglückten teil. Großfeuer in der chemischen Fabrik von Schering. Mehrere Arbeiter verletzt. Wegen eines sehr gefährlichen Brandes wurde die Berliner Feuerwehr am Freitag nachmittag nach der che mischen Fabrit von Schering, Müller- und Fennstraße, gerufen. Als die Wehr dort anfam, brannten bereits auf dem Hofe in einem Gebäude Chemikalien und Berpadungsmaterial in einer solchen Ausdehnung, daß sofort mit mehreren Schlauchleitungen Wasser gegeben werden mußte. Bei den Bemühungen, das Feuer im Reime zu erstiden, haben mehrere Arbeiter Brandver legungen erlitten. Die Feuerwehr verband die Verletzten und mußte sogar einen der Arbeiter, da er Brandwunden zweiten Grades erlitten hatte, fortschaffen. Der Schaden soll sehr erheblich sein. Der Brand in der chemischen Fabrit von Schering ist durch die Explosion von Methylalkohol in einem Hofgebäude entstanden. Mehrere Fenster wurden auf den Hof geschleudert, Treibriemen und Strohoerpackungen in Brand gesteckt. Der Schaden ist nach den bisherigen Ermittlungen nicht so erheblich, wie man erst annahm. Der Am Bahnhof Betrieb der Fabrit erleidet feine Unterbrechung. Behrenstraße in Zehlendorf geriet am Freitag eine Biese in Brand. ado Das Transparent an der Kirche. Die Lichtreklame an den Giebelwänden der Häuser, in Schaufenstern, an Theatern und Kinofronten und auf den Dächern ist augenblicklich in Berlin Trumpf. Am Bahnhof Friedrichstraße hat eine findige Zigarettenfirma ein weitleuchtende 3eitangabe angebracht, um die Aufmerksamkeit auf ihr Fabrikat zu lenken. Einzig in seiner Art ist aber die Anpreisung göttlichen Seelenheils durch cin Transparent, das sich die Himmelfahrtsgemeinde im Norden Berlins leistet. Dicht am Bahnhof Gesundbrunnen steht die Himmelfahrtskirche. Am Haupteingang prangt in den Abendstunden ein großes Transparent mit biblischen Sprüchen, so 3. B. Habt die Brüder lieb" und Alles gibt Gott in Jeju", die artige Reklamen für einzelne Kirchengemeinden nichts Ungewöhn von Zeit zu Zeit durch neue ersetzt werden. In Amerika sind der liches. Bei uns scheint man sich etwas schwerer damit zu befreunden; wenigstens ist die Himmelfahrtskirche bisher die einzige gewesen, die fich bemüht, auf diesem Wege die spärlich gesäten„ Gläubigen" heranzuziehen. Die Wundertünste Schneiders hatten sich bald in den Kreisen der Leichtgläubigen derartig herumgesprochen, daß er einen gro: Ben Zuspruch hatte. Die Kundschaft setzte sich natürlich vorwiegend aus Frauen zusammen, aber auch Männer mußten seine Hilfe haben. Aus den Karten las er den Leuten ihr Schicksal. Bei den ihnen gestellten Fragen spielten unglückliche Liebe, Krankheit, zufünftige Heirat und fünftiges Glück die Hauptrolle. Eine Frau suchte seine Hilfe, weil ihr Mann ein Quartalsfäufer war. Er gab ihr in der ersten Sizung ein Stückchen Watte mit, mit der Weisung, diese in den Kaffee des Ehemannes dreimal ein: autunten und dann zu vernichten. Zu der nächsten Sigung mußte die Frau zwei Taschentücher, eins von ihr und eins von ihrem Ehemanne, mitbringen, die dann von dem Angeflagten verbrannt wurden. Hierfür erhielt er als Honorar 3 Mart. Da aber der Mann weiter trant, fühlte sich die Frau geschädigt und brachte den Fall zur Anzeige. Vor Gericht gab die Zeugin an, daß sie zuerst daran geglaubt habe und auch jezt noch glauben würde, menn die angewandten Mittel wirklich geholfen hätten, so aber fühle sie sich geschädigt. Früher einmal habe sie eine Kartenlegerin in Anspruch genommen und diese„ ,, weise Frau" habe wirklich in der Zufunft lesen fönnen. Vorsitzender Amtgerichtsrat Kestner: Was hat fie Ihnen denn geweisfagt?" Beugin( freudestrahlend): Meine Heirat."( Heiterkeit). In einem anderen Falle hatte sich eine Frau an den Homöopathen, wie sie den Angeklagten nannte, gewendet. Er sollte ihr gegen die Untreue ihres Mannes Hilfe schaffen. Schneider zündete drei Räucherterzen an, legte die Karten und betete dazu. Am nächsten Tage erschien er in der Wohnung Steigender Milchpreis. seiner Rundin und ließ sich eine Hose des Mannes geben, die er verbrannte. Damit follte der Unfriede aus dem Hause hinaus geräuchert werden. Die 3eugin war, wie sie angab, dem Wahrsager für seine Tätigkeit sehr dankbar und glaubte an den Erfoig. Tai fächlich will sie auch eine Beruhigung gefunden haben, wenn auch die Birkung in diesem Falle ebensowenig eintrat. Der Angeklagte behauptete, daß er früher seinen Bekannten aus Liebhaberei die Karten gelegt habe. Als es ihm dann schlecht ging, und er feine Sprachschüler befam, habe man ihm zugeredet, die ihm innewoh nenden Fähigkeiten auszumuzen. Er will nicht bloß auf dem Gebiete des Kartenlegens, sondern auch durch innere Eingebungen".imstande gewesen sein, sich in die Gedankenwelt der Frau hineinzuverfegen. Als eine begeisterte Anhängerin des Angeklagten präsentierte fich eine vom Berteidiger geladene Entlastungszeugin, die behaup fete, daß ,, alles eingetroffen" fei, was der Angeklagte ihr gesagt habe. Der Verteidiger hielt eine Schädigung der Kunden nicht für er wiesen, da diese an die Karten geglaubt haben, und da dem Angetlagten nicht nachgewiesen werden könne, daß er selbst nicht auch von seinem inneren Berufe überzeugt gewesen sei. Deshalb fehle die Täuschungsabsicht. Das Schöffengericht Mitte schloß sich dieser Auffassung an und sprach den Angeklagten auf Kosten der Staatstaffe frei. Den Opfern des Eisenbahnunglücs im polnijojen korridor galt eine Trauerfeier, die vom Bund hetmattreuer Ost. preußen und vom Westpreußen Bund gestern in Berlin im Dom veranstaltet wurde. Die Gedächtnisrede hielt der( so wurde er auf den Einlaßtarten betitelt) Hof- und Domprediger Doehring, der als Ostpreuße der gegebene Mann dafür sein mag. Nebenbei ist Herr Doehring aber befannt als( wenn man so sagen darf) Bolititer, als ein Mann, der die Politik der rechtsstehenden Parteien unterstützt und für sie agitatorisch tätig ist. Er erklärte Die Berliner MilchversorgungsG. m. b. 5. teilt mit: Die in den letzten Wochen erfolgte ziemlich erhebliche Senkung der Milcherzeugerpreise hatte einen Rüdgang der Milcheinfuhr nach Berlin zur Folge. Bei steigen der Nachfrage seitens der Verbraucher trat eine gewiffe Milchknapp heit ein. Um die Milcheinfuhr zu erhöhen, wurde in eine Erhöhung des Erzeugerpreises gewilligt. Die gleichzeitig vorgenommene Kürzung der Berliner Spannen verhindert jedoch, daß sich die Erhöhung des Erzeugerpreises voll auf den Verbraucherpreis auswirkt. Maitreffen der Berliner Gewerkschaftsjugend! Die freie Gewerkschaftsjugend und die Jugendgruppe des 3.d.A. Groß- Berlin veranstalten am Sonntag, den 17. mai, ein Maitreffen an der Römerschanze bei Potsdam.- Vormiffags: Spiel- Tanz- Gefang- Aufführung eines Frühlingsspiels. Nachmittags: Aufführung des Sprechchorwerks Erlösung" von Bruno Schönlant. Treffpuntt für alle Gruppen vormittags 9.30 Uhr an der Römerschanze Das Maitreffen der Gewerkichaftsjugend, von ihr felbft ausgestaltet, soll die Jugend am Malentag zum aienfest vereinen. Es foll gleichzeitig ein Werbetag für den freigewertschaftlichen Jugendgedanten sein. Darum: Gewerkschaftsjugend heraus! Aber auch die Welleren find zu dieser Beranstaltung herzlichst eingeladen. Jahre sind bis jetzt insgesamt fünf Todesfälle registriert worden. Es ist feine Erfrankung, der diese verstorbenen Gefangenen zum Opfer gefallen find, sondern sie haben Selbstmord begangen. Gewiß find schon immer in allen Anstalten Selbstmordversuche recht häufig gewesen. Nur die Oeffentlichkeit darf davon nichts erfahren. Wenn jedoch genügend Personal vorhanden wäre, so tönnte diese wesentlich verringert werden. Man könnte jetzt geradezu von einer Selbstmordepidemie in den Strafanstalten sprechen. Auch die vielen Ausbrüche und Meutereien, die die letzten Jahre gebracht haben, sind die Konsequenz der viel zu minimalen Beamtenzahl. Eine Revision auf die Sicherheiten der Anstalten vorzunehmen, ist heute fast unmöglich. Auch die BehandIung der Gefangenen in den Sprechstunden läuft der neuen Dienstordnung völlig zuwider. Auf einen Beamten kommen zehnmal so viele Gefangene, wie es eigentlich Vorschrift wäre. Es geht bei den Sprechstunden zu wie in einem Taubenschlag. Die Ber hältnisse in der Provinz sind noch weit schlimmer und schreien zum Himmel. Ein trübes Kapitel sind auch die Löhne der Hilfsbeamten. Diese bekommen wöchentlich 17 bis 25 Mt. und können bei dieser Entlohnung, die zum Sterben zu erheblich und zum Leben zu gering ist, Bestechungsversuchen durch bemittelte Gefangene hier und da nicht wiberstehen. In der Diskussion wurde das düstere Bild, das der Redner von den Strafanstalten gezeichnet hatte, noch vertieft und unterstrichen. Charakteristisch ist die Ausführung eines Redners, der sagte: Nach dem Fall Höfle wird man vielleicht einige über die Klinge springen lassen und dann weiter wursteln. Der Genosse 3achert vom Allg. Deutschen Beamtenbund, Ortstartell Berlin, wandte sich ebenfalls mit aller Schärfe gegen die Zustände, die im Strafvollzug eingerissen sind. Es wurde eine Resolution an genommen, die die Bundesleitung der Aufsichtsbeamten ersucht, bei den zuständigen Stellen dahin zu wirken, daß so viel Kräfte angestellt werden, als nötig sind, damit die Beamten die theore tischen Bestimmungen des modernen Strafvollzugs auch praktisch durchführen können. Es muß den Beamten genügend Zeit gegeben werden, zur Aufrichtung des gebrochenen Gefangenen fein ihm zugeteiltes wesentliches Maß zu tragen. Denn er ist nicht nur eine Sicherung gegen Ausbrüche, sondern auch, und das vor allem, ein Ratgeber und helfer. Der neue Preis beträgt ab Sonnabend, den 16. Mai, 28 f. je Liter Vollmilch ab Laden des Kleinhändlers. Der Preis für Magermilch bleibt unverändert auf 8 Pf. je Liter bestehen.. Herabsetzung des Wassergeldes. In der gestrigen Aufsichtsratsfizung der Städtischen Wasserwerke Aktiengesellschaft ist der Tarif von 17 Pf. auf 15 Pf. herabgejezt von Bestandsaufnahme 1. Juli, d. h. Wasserverbrauch vom 1. Juni. Vor dem Kriege fostete 1 Rubikmeter Wasser etwa 16,75 Pf. Streichhölzer verboten Hakenkreuze erlaubt. 2010 # Zum Kapitel: Polizei in der Tauenhienstraße. Die„ Tauenzien" ist nicht nur eine Revue des Flirts, ist nicht nur eine Straße der materiellen und ideellen Liebe, sie liegt auch in nicht allzu erheblicher Entfernung von der altdeutschen Isolierzelle mit Mufitbegleitung, dem Café Wilhelma. Bis hierher schlagen die Wellen der patriotischen Begeisterung. Und da die schwarzmeißroten Jünglinge außer für die Belange ihrer Hosenmag " gesinnung" auch für die Annehmlichkeiten des irdischen Lebens etwas übrig haben, so hat sich ein geschäftstüchtiger Händler direkt vor das KadeWe postiert, wo er außer zwei blutrünstigbetitelten Ludendorff- Blättchen eine ganze Sammlung in völkischem Brust blech feilhält. Hakenkreuze, Totentigerorden, Hohenzollern- Hausfreuze bis zur 40. Klasse herunter, alles ist zu haben. Soweit nun gut. Wir hätten an sich nicht die geringste Veranlassung, uns mit dem völkischen Althandel zu beschäftigen, wenn nicht ein Der Vertrieb von anderes zur Sprache zwingen würde. Waren( außer Zeitungen) ist seitens des dort diensttuenden Boli. zeileutnants ausdrücklich verboten. Trotzdem Streich. hölzerverfäufer, die schon seit Jahren ihr Gewerbe ausüben, beim Auftauchen von Polizeibeamten sogleich den Plag räumen müssen, widrigenfalls sie zur Wache gebracht werden, darf der nationalistische Blechverschleißer froh und unbekümmert seinen Nationalfalat an den Mann oder sehr oft auch an die hysterische treudeutsche Frau bringen. verkaufenden Proletariers und denen des HatenmetallWir fragen: Besteht zwischen den Rechten des Streichhölzer händlers ein Unterschied? Ist der erstere ein Mensch zweiter, der letztere einer erster Klasse? Haben völlisch monarchistische Ab zeichenhändler Reservatrechte? Oder dominiert das Hakenkreuz fymbolischerweise in der Tauenzienstraße? Jedenfalls müßte dieser verwickelte Fragenknäuel geklärt werden. Pfarrer gegen demokratische Beamte. In der Versammlung der Berliner Wohlfahrtsorganisationen und der alkoholgegnerischen Verbände. die gestern abend im Bürgersaal des Rathauses im Rahmen der Werbewoche für das Gemeindebestimmungsrecht stattfand, sprach an erster Stelle Herr Pfarrer Wegmann. In seinen im allgemeinen sachlichen Ausführungen fonnte er sichs nicht versagen, als eine Gefahr bei der Erteilung von Schanktonzeffionen die angebliche Tatsache zu erwähnen, daß in unserem Beamtenstande in den letzten Jahren„ Elemente Eingang gefunden hätten, die beftechlich seien. Unsere Gen. Wegscheider, die im Auftrage der Arbeiterwohlfahrt sprach, verfuchte am Schluß ihrer furzen Rede Herrn Wegmann zu einem Widerruf oder doch zu einer Begründung dieses Angriffes zu bewegen. Sie erinnerte an den Kölner Polizeiskandal von 1913, den Genosse Sollmann aufgedeckt hatte, und der in der Tat ein Bestechlichkeitssystem der Polizei bei der Erteilung von Schanttonzessionen schlaglichterartig beleuchtete. Auf diese ruhig vorgebrachten Ausführungen wußte der Herr Pfarrer nichts zu fagen, als den Namen„ Barmat". Er verwies auf die Wohnungsämter, wiederholte seine verleumderische Behauptung und schloß damit, daß es heute Parteien gäbe, die diesen Skandalen gegenüber jede Objektivität verlören. Daraufhin verließ ein Teil unferer Freunde den ohnehin schwach besuchten Saal, obgleich sie gern auch den Pfarrer Syring von der fatholischen Abstinenzbewegung gehört hätten. Die ganze Versammlung äußerte laut ihre Empörung über den Vorfall! Der Begründer und Borfitende der Denfchen Bürgerwehr und des Bundes Deutscher Republikaner, Konfal Heinz Bothmer, ist, mie das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold mitteilt, verstorben. Die Einäscherung hat gestern stattgefunden. Heinz Bothmer war ein tapferer Vorfämpfer für die Republik und von einer glühenden Liebe zum deutschen Baierlande beseelt. In Wort und Schrift trat er für den republikanischen Staatsgedanken ein. Wetterbericht für Berlin und Umgegend: Heifer, froden, warm. Für Deutschland: Em Süden stichweise Gewitter. Const überall troden und warm. 1 Ein fünfzehnjähriger Vatermörder. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Opernhaus Tägl. 8 Uhr: Leopoldine Demimonde Der 45jährige Gemeindevorstand in austa( Nordböhmen) wollte gegen den Willen seiner Wirtschafterin Marie Novotny neuerlich heiraten. Da alle List, den Mann von diesem Plan abzubringen, nichts helfen wollte, verheizte die Frau den 15jährigen Sohn des Josef Luniak derart, daß er schließlich einwilligte, den Vater zu erschießen. Er könne, hatte ihm die Wirtschafterin vorgeredet, 7% U.: Die Bohème wegen seiner Jugend nicht bestraft werden. Eines Morgens stand Albin Luniak auf, schlich zu Vaters Bett, nahm unter dem Kopf- am Königsplatz Konstantin in kissen den geladenen Revolver, fette ihn dem schlafenden 7 Uhr: Bajazzi. Bater auf die Stirn und drückte los. Der Schuß war sofort tödlich. Dann ging der Vatermörder zum Bett der Wirtschafterin und meldete den Vollzug der Tat. Beide wollten erst nachsehen, ob der Mann wirklich erledigt sei und als dies die Frau sah, lief sie in die Nachbarschaft und erzählte, es sei ein Selbstmord geschehen. Schon beim ersten Augenschein kam der Mord auf und der Knabe gestand. Er hatte sich gestern vor den Volksrichtern zu verantworten und erhielt wegen Vatermordes neun Jahre ich weren Kerker, die Wirtschafterin Novotny wegen An- im Theat. d. Westens stiftung zwölf Jahre schweren Kerfer. Josephlegende Schauspielhaus 7: Rhein. Rebellen v.Alexander Dumas Schiller Theater 1/2: Charleys Tante Trianon- Th. Täglich 8 Uhr: Gr. Volksoper Yoshiwara 7% Uhr: Carmen Volksbühne Deutsch. Theater Eine Fabrik niedergebrannt. In der Zelluloidfabrik des Direkfors der Rheinischen Elektrizitätswerke, Baurat Schoeberl, brach ein Feuer aus, das vom Keller ausgehend an den Zelluloidvorräten 7, Uhr: Datterich reiche Nahrung fand. In der Nähe übende Schuhpolizei konnte im Verein mit der Feuerwehr den Brand von den umliegenden Wohnhäusern abhalten. Die Fabrik selbst und die Wohnung des Ingenieurs Becker brannten völlig aus. Nur das Pressehaus und Maschinenhaus fonnten gerettet werden. Die Schaden ist beträchtlich, doch durch Versicherungen gedeckt. Berliner Varietés. 19 Uhr: Der Revisor Das Haus des Lasters Kleines Th. Tägl. 8 Uhr: Die Großfürstin und der Kammerspiele Zimmerkellner 1/9 Uhr: Die Wollust der Anständigkeit Die Komödie 1/29 Uhr: Kurfürstendamm 206/207 Liebfrauenmilch Theater i.d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Franziska Komödienhaus 8 U.: Das silberne Kaninchen Deutsch. Künstlertbeat. Tägl. 8 Uhr: Monsieur Tralala Musik von Hugo Hirsch Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Die Bar auf Montmartre Die Stala im Mai. Die Stala ist auch im Wonnemonat bemüht, dem hizezermürbten Bublifum feine Konzessionen zu machen. Das heißt: Wiederum wird dem Besucher ein Programm serviert, das qualitativ auf dem Niveau der vorhergehenden steht. Und das ist kompliment genug! Wo soll man zuerst beginnen? Bei remolina und Darras, den bravourösen Kopfbalanceuren am schwingenden Trapez, von Rudinoff, dem Rauchmaler und zwerchfellmassierenden Bogelstimmenimitator? Ein equilibristischer Aft von seltener Kühnheit und Verbe produziert das Ottago Bill Trio dem staunenden Publikum. beiden Dormondes machen die tollsten Radlerkapriolen, auf Zwei- Anneliese v. Dessau Romeo u. Julia und Einrädern durchquirlen fie die Bühne. Schon meinst du, fie fliegen Die mitten ins Bublifum, und sie find schon wiederum mit ichnoddrigem Berliner Theater 7.45 Uhr: SCALA 8 Uhr: VARIETE Grinsen auf den Rädern. Rojeray und Capella zeigen Schönheitstänze, ein ästhetisches Bergnügen, Anmut und Rhythmus gepaart. Auch Wege zu Kraft und Schönheit. Die beiden John Alex find fingende Afrobaten, lustige Knaben, die zur Erbeiterung des Publikums redlichst Inecht, der alles zerteppert, was ihm unter die Trümmerpfoten kommt. Ganz besonders nett ist das Matray Ballett, eine Miniaturrevue mit Katta Sterna, Maria Solseg, Ernst Matrah. Starte groteste und mimische Begabung verraten auch Dollie und Billie in ihren amerikanischen Tanz- und Gesangsakten. Alles in allem: Ein Abendprogramm, das sich sehen lassen tann. beitragen. Fritsie, der Clown, iſt ein fabelhaft ungefchicter aus: REVUE gute Artiften. Als hervorragende Tänzer dürfen Dora Dorit und die Sonntags 830 U. ermäß. Preise! Das volle Programm Circus Wallner Theat. 1/28 Uhr: Herrnfeld 81% Theater 8 im Intimen Theater Konkurrenzl. Welterfolg! Zum 1565. Male: Klabrias- Partie Residenz- Th. Täglich 8 Uhr: Der Werwolf Das Metropol- Barieté bringt in seinem Mai- Programm einige ret heiben Tanzkünstler Sophie Saviska und Leo Nirum gelten. Busch Drei Artons( Handvoltigeure), die in ihren Leistungen einzig bastehen, fanden verdienten Beifall. Die starke Hand" nennt sich Herr Guber Letzter Spielmonat! nicht nur imftande ist, ein Spiel Karten, sondern 100 Starten, außerdem einen Gummiball, mit Filz überzogen, zu zerreißen. Den Schluß bildete Morgen Sonntag 8: Hilfe, ein Kind ist Fred Chushes als der einzige existierende Faßspringer auf rollenden Fässern. 2X3+ 7%, U. v. Himmel gefallen! Theater am Koffbufer Tor. Das Programm der Elite Sänger bringt einige recht originelle und humorvolle Humoresten und Couplets. Central Theater Husch, husch Deutsch. Opernhaus U.: Herr Bornemann als Tante Meier", ebenso Herr Engelmann, genannt zu Busch Don Giovanni die sächsische Type" als Stiefelputer interessierten durch wikige Vortrags- Hein Bötel weise. Ausgezeichnet war Herr Henning als Damentomiler. Zum Schluß d, Droschkenkutsch Th.i. Kommand. Str Se- la- Fi 3 Uhr. Täglich 8 Uhr: A Aula 16 mi tiadaamis Einrichten und sparen muss heute jede Hausfrau. Sie seufzt mit Recht über das viele Geld, das sie allmonatlich für die Neubesohlungen des Schuhwerks in der Familie ausgeben muss. Diese Summe auf ein erträgliches Mass zurückzuführen, ist jetzt möglich durch die Verwendung der Phillips' Dauer- Gummi- Sohlen. Denn diese Sohlen hallen dreimal länger als Ledersohlen! Das sollte fede Hausfrau bestimmen, nur diese Sohlen künftig noch zu verwenden, umsomehr, als ihre Befestigung einfach durch Aufkleben auf die vorhandene Ledersohle mittels der Phillips' Gummi- Lösung geschieht, wodurch beide Sohlen unlöslich miteinander verbunden werden. Phillips' Dauer- Gummi- Sohlen geben einen leichten, angenehmen Gang, schonen die Fussmuskulatur und halten die Füsse auch bei Regenwetter durch ihre Undurchlässigkeit trocken. Phillips' Dauer- Gummi- Sohlen sind schon millionenfach in Gebrauch, haben sich glänzend bewährt und werden von Gross und Klein mit grossem Vorteil getragen. Phillips' Dauer- Gummi- Sohlen sind in allen Grössen in schwarzer und brauner Farbe für Herren-, Damen- und Kinder- Schuhe zu haben. Sie kosten pro Paar einschl. Onkel Phillips Motto: An jedem Schuh, für Gross und Klein, Mass Phillips' Gummisohle sein." Phillips' Gummi- Lösung für Herren M. 4.für Damen, Knaben und Mädchen M. 3.-, für. Kinder M. 2.75. Stahldrahtbürste zum Aufrauhen der Ledersohle M.-. 50. Stiller Alleinverkauf für Gross- Berlin und Versand nach auswärts( Sohlenumriss einsenden): Berlin C19, Bon Rag Reumann: 38-10- Si( ein Seber fann gilmen), ne Burleste halbe Preise! USCHI Jerusalemer Str. 32-35 Engros- Vertrieb für Deutschland: Carl Maas, Berlin W 8, Jägerstr.13 Montg. Wettkampf von Jean Gilbert Meister Matull- Berlin geher Bäder und Kurorte. Bad Ems, beffen Geschichte bis in die Römerzeit zurükreicht, und dessen heilträftige Quellen in früheren Jahrhunderten schon ein begehrter Bens waren, hat den Rurbetrieb in vollem Umfange aufgenommen. In neuem Glanze erscheint dieser bekannte Badeort, um in den kommenden Monaten den Fremden fein Beftes zu bieten. Jm unbesekten Deutschland bestehen bedauernswerterweise noch immer Unflarbeiten. über das Baßwesen und die Aufenthaltsverhältnisse im belegten Gebiet. Daß hierunter am meisten die Badeorte zu Teiden haben, bedarf keiner Erörterung. Es wird deshalb von reuem darauf hingewiefen, daß für Einreise und Aufenthalt teinerlei Schymierigkeiten mehr bestehen. Es genügt ein von der Heimatbehörde ausgestellter Berfonalausweis mit Lichtbild oder Reisepaß. Für Kinder unter 16 Jahren ist ein Ausweis nicht erforderlich. Eine Gepäcktontrolle, findet fiberhaupt nicht mehr statt. Die Befehung tritt taum in Erscheinung und find Belästigungen irgendwelcher Art nicht zu befürchten. Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 16. Mai. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.35 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht: Direktor Julius Glück:" Esperanto". 4.30 Uhr nachm.: Jugendbühne. Leitung: Alfred Braun. HansSachs- Spiele. 1. Der tote Mann. 2. Der Roẞdieb zu Fünsing 6.40-7.35 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 6.40 Uhr abends: Abteilung Spiel und Sport. Erich Roloff: Modellsegeln". 7.15 Uhr abends:( Hochschulkurse). Abteilung Volkswirtschaft. Dr. M. J. Bonn: Amerikanische Wirtschaftsprobleme. 2. Vortrag. 7.50 Uhr abends: Hans Brückner: Die Sprache der Handschrift". 8.30 Uhr abends: Von Ihr und Ihm". Dialoge von Rudolf Presber. 1. Herbst, Presber( Ilse Kamnitzer und Alfred Braun). 2. a) Wenn eine schöne Frau befiehlt, Fr. Léhar, b) En glad trall, F. Körling, c) Das Lied vom Kamel, P. Pallos, d) Was machst du, lieber Schatz. am Sonntag nachmittag? J. Benes( Fritz Berger, Gesang). 3. a) Donatelli, Presber, b) Bei 35 Grad im Schatten, Presber( Ilse Kamnitzer und Alfred Braun). 4. a) Chili bom bom, W. Donaldson, b) Die zwei Alten. P. Pallos, c) Haremsnacht. T. Murzilli, d) Dort unterm Baum, W. Kunkel ( Fritz Berger). 5. Die Rettungsmedaille, Presber( Ilse Kamnitzer und Alfred Braun). Am Flügel: Dr. R. E. Lapini. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30 bis 12 Uhr abends: Tanzmusik. Geschäftliche Mitteilungen. Das erfte diesjährige Riesen- Feuerwerk Treptow in Flammen!" findet heute abend mit einem ausgewählten Eliteprogramm ftatt. Der legtjährige Erfolg unter Leitung des bekannten Feuerwerksmeisters Lindner- Karlshorst birgt auch diese Saison file einen durchschlagenden Erfolg. Für eingelegte Straßenbahnzüge und verstärkte Normallinien ist Gorge getragen, damit bei dem Massenandrang keine Verkehrsstörungen vorkommen können. Industrie Ausstellung für das Baufach, Wehnungswesen und verwandte Gewerbe im Sportpalast und der Philharmonie zu Berlin. Etwa 300 Firmen, überwiegend die ersten und leistungsfähigsten einschlägigen Branchen, haben feste Anmeldungen bei dem Ausstellungsbureau, Botsdamer Str. 82d, eingereicht. Weiter verhandeln noch wegen Blägen gegen 400 Firmen. Viele Gruppen find stark besetzt. Anmeldungen für schwächer befette Gruppen wer ben bevorzugt und bis auf weiteres entgegengenommen.. Auch haben sich verschiedene Landes- und Städteverwaltungen an der Ausstellung beteiligt, des gleichen Innungen und andere Rorporationen. Wer künstlichen Zahnersak bedarf, wird den Hinweis gern entgegen. nehmen, daß in dem eigenen Laboratorium der Zahnpragis M. Müller in Berlin, 17 Ritterstr. 17, nahe Brinzenstraße, fünstliche Rähne jeder Art stets fofort und billigt angefertigt werden, Gebiß- Reparaturen auch während der Macht. Das Blombieren" fomie Reinigen" der Zähne wird daselbst schr schonend ausgeführt. Bahnzichen" auch unter Anwendung schmerzbetäubender Mittel. M. SCHULMEISTER Hochbahnstation Kottbuser Tor MSchulmeister Frühjahrs- Ulster 39., 48., 54.-, 65.-, 75.Regenmäntel für Damen u. Herren 18.50, 23., 29. 36. 39. 45. 55.gegen Weltm. Christensen im 3000- Met.- Gehen! Rose- Theater Hochzeit vor d. Ehe 81% Uhr: Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Berlins einzigste und erfolgreichste REVUE: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Bald 300 Aufführungen! 30 Bilder! 250 Mitwirkende! Sommerpreise! Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Neu: Das Deutfche Meer von Meysel Nachm. haibe Preise, das volle Abendprogramm mit Das Deutsche Meer Dönhoff- Brett'l: Famoses Mai- Programm BESTAURAN ABTEI ABTEI" Insel Restaurant Treptow Fist eröffnet In ganz Berlin wird jetzt bekannt Das zweite Kaffee Vaterland! isd Doce ABTEI KAFFEE VATERLAND TURMSTR. MOABIT ECKE 26 園 STROMSTR. 39.8 Heute, Sonnabend 28.0 Flugzeuge bombardieren den bellap den Vergnügungspark der Berliner am Lehrter Bhf. aber nur mit Schokolade Ul und Ab fliegen elbstverständlich mit, um sich die Weltattraktionen " und die Orientalische Sturzbahn von oben anzusehen. Im übrigen erfa einen sie abends auf der Modeschau ,, Einst und. Jet", Nachtkabarett, Riesen Varieté, 10 Kapellen, großes Feuerwerk Eintritt nur 50 Pfennig ALHALLATHEATER Weinbergsweg, Rosenthaler Tor. Täglich 7 Uhr EnsembleGastspiel des MetropolTheaters Der große Schlager Gräfin Mariza OriginalBesetzung a Ausstattung Preise: 0.75-4.50M. Theater a. Kottb. Tor Tägl. 8 Uhr: ElffcSänger Das große MaiProgramm. Thalia- Th. 8 Uhr: Riesen- Feuerwerks- Premiere Schwarzwald madel „ Treptow in Flammen! Metropol- Theater 8 h Premierenbesetzung 8h Tausend süße Beinchen von Walter Bromme Friedenspreise! Promenoir 2 M., Park. 3, 4, 5 M., Park.- Faut. 6 M. Vorverkauf ununterbrochen 77 WINTER 12 12 Der glänz. Mai- Spielplan( R) gestatt. Casino- Theater Lothringer Str. 37 Tägl. 8 Uhr Humor und heitere Stimmung Mädels vom Kurfürstendamm die neue lustige Romödie. Vorher das Mai Programm LUNAPARK Sonnabend von 3-11 Uhr voller Betrieb KONZERT des Berl. Philharm. Blas- Orch. Autorennen in der Luft Großes FeuerwerkBerliner Prater, Kastanie n- Allee 7-9 Der schönste Garten Groß- BerlinsSonntag 17. Mai Gr. Internat. Varieté- Vorstellg. 12 Attraktionen. Unterhalt. aller Art. Kaffeekochen. Küche ab 3 U. Tanz geöffn. Anf. Konz.4, Vorst, su. Tanz Heimarbeit in der Holzindustrie. In der Holzindustrie ist die Heimarbeit start verbreitet. Sie umfaßt mehrere Gewerbe, die aus der Heimarbeit entstanben sind; heute sind es weltbekannte Industrien, wie z. B. die Schönheider Bürstenindustrie, die Markneukirchener Geigenindustrie, die Klingenthaler Harmonikaindu= strie, die Korbwarenindustrie Oberfrankens und die Holzspielwarenindustrie des Erzgebirges und des Thüringer Waldes. Ebenso weltberühmt, aber gn Umfang und wirtschaftlicher Bedeutung wesentlich fleiner, find das Herrgott: schniggewerbe in Oberammergau, das Geigenbauge= werbe in Mittenwald und das Elfenbeinschniggewerbe im Odenwald. Außer in den genannten Gewerben gibt es noch mehr oder weniger zahlreiche Heimarbeiter im Bildhauer, Drechsler-, Ramm, Knopf- und Stodgewerbe. Gegenwärtig sind in der Holz industrie mindestens 40000 Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen beschäftigt. Die Oberfränkische Korbwaren industrie beschäftigt etwa 15000 Heimarbeiter. Wiege und Mittelpunkt der Industrie ist der Ort Michelau. Hergestellt werden alle Sorten Rörbe und Rorbmöbel. Die Rorbmacher besorgen sich die Weiden und das andere Arbeitsmaterial selber, die fertige Ware wird an fapitalfräftige Unternehmer verkauft. Bon hier aus finden die Korb maren den Weg in alle Winkel des Inlandes und des Auslandes. Schon in Zeiten flotten Geschäftsganges bieten die Heimarbeiter viel mehr Ware an, als die Unternehmer brauchen; das ist natürlich erst recht der Fall, wenn das Geschäft auf der ganzen Linie stodt. Der Heimarbeiter muß seine Ware aber unter allen Umständen verkaufen, denn er lebt von der Hand in den Mund. Um die Gegenstände loszuwerden, unterbieten fich die Heimarbeiter gegenseitig beim Verkauf. Dem Unternehmer sind die Preise aber noch zu hoch, sie werden noch tiefer gebrüdt, so daß die Korbmacherfamilien mit einem wahren HungerJohn abgespeist werden. Für ein Duhend Osterkörbchen merden 25 Pf. gezahlt, davon gehen 19 Bf. für Material ab, fo daß 6 Pf. Arbeitslohn verbleiben. Zur Herstellung eines Duzend solcher Körbchen braucht der Heimarbeiter 1½ Stunden, fein Stundenverdienst beträgt also 4 Pf. Andere Heimarbeiter verdienen bei dieser Arbeit 6, 7, 8 und einer sogar 14 Pf. die Stunde. Etwas besser bezahlt werden die größeren Korbwaren; der festgestellte höchste Stundenlohn beträgt 51 Pf. Die große Mehrzahl der Heimarbeiter verdient aber höch stens 20 Pf. die Stunde. Dann müssen die Frauen und Rinder aber tüchtig mitarbeiten. Trotz langer, langer Arbeitszeit herrscht in den Heimarbeiterfamilien der Korbwarenindustrie furchtbare Not ( tarifvertraglich zu regeln. Am schlechteften bezahlt find die Futteralbezieherinnen, die 9 uad 10 Pf. die Stunde verdienen. Die eigentlichen Instrumentenarbeiter verdienen wesentlich mehr. Kästchentischler verdienen 30 bis 35 Pf., Grifftischler 35 bis 45 Pf., Atfordienstimmer 40 bis 45 Pf., Mundharmonikaſtimmer 30 bis 35 Pf., Richterinnen 18 bis 23 Pf. lleber: aus traurig sind die Wohnungsverhältnisse. Die Wohnung besteht in der Regel aus zwei Stuben, eine davon ist Arbeits- und Wohnraum und in der anderen Stube wird geschlafen, mindestens zu zweien und dreien in einem Bett. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonnabend, den 16. Mai: Güboft( Reichenberger Biertel): Treffpunkt aur Fahrt 7 Uhr abends Echlesischer Bahnhof. Sport. Kleine Uneben Diener- Milles. Die Borbereitungen der deutschen Teilnehmer für den Kampftag am nächsten Sonntag im Gr. Schauspielhaus wurden durchweg sehr ernsthaft betrieben. Besonderes Interesse dürfte das Bieder Die Geigen industrie hat ihren Sig in Marineu erscheinen von Franz Diener auslösen. Der Eramateurmeister hat firchen. Aus fleinen Anfängen heraus hat sich hier eine Indu- unter Leitung von Sabri Mahir weitere Fortschritte gemacht. Adolf strie entwickelt, die einzig dasteht in der ganzen Welt. Ihre Inftruiegert hat ebenfalls fehr eifrig an sich gearbeitet. mente sind in allen fünf Erdteilen bekannt und begehrt. Die Geigen heiten, die seinem Stil anhafteten, sind verschwunden, er schlägt jetzt fürzer und trodener. Wiegert ist sich vollständig im flaren darüber, daß er diesen macherfamilien haben von dem Siegeslauf ihrer Instrumente aber um seinen alten guten Ruf wiederzuerlangen. feinen Gewinn gehabt, ihnen blieb stets nur ein Leben voller Ent Stampf gewinnen muß Nein Domgörgen, Wiegerts Widersacher um den Titel, bereitet sich behrung und Not. Im Markneukirchener Bezirk werden alle Sorten in seiner Heimat in Gesellschaft ausgesuchter Partner, u. a. Larry Gains, Streich und Blasinstrumente gemacht, aber vornehmlich Geigen. für größere Aufgaben vor, von ihm ist sicher wieder eine gute Leistung zu Schähungsweise gibt es hier 5000 5eimarbeiter. Der Geigen- erwarten. Felig Friedemann ist schon mit Rüdsicht auf seinen bevorbauer läßt sich nicht gern Heimarbeiter nennen, er will selbständiger stehenden Meisterschaftskampf in bester stondition und jederzeit ringfertig. Meister sein. In Wirklichkeit sind sie aber nichts anderes als schlecht entlohnte Heimarbeiter. Das bedeutet feine Herabsetzung ihrer Kunst, Gewinn- Auszug auf die sie mit Recht stolz find. Leider wird ihre Kunst aber miseNur noch bis Montag! Deutsche Heimarbeit- Ausstellung 1925 Landesausstellungshallen am Lehrter Bahnhof. Geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends. Eintrittspreis an der Kasse 30 Pf. Für Gewerkschaftsmitglieder sind Karten für 20 Pf. in den Gewerkschaftsbureaus zu haben. Arbeitslose erhalten in den Gewerkschaftsbureaus Freifarten. Verfäume niemand den Besuch! rabel bezahlt. Der Geigenmacher besorgt sich den Rohstoff und alles andere Arbeitsmaterial selber. Die fertigen Instrumente verlauft er an den Verleger. Gegenwärtig zahlt der Verleger für die gangbarste Sorte Geigen höchstens 60 m. pro Duzend. Davon gehen 25,75 m. ab für Holz, Lad, Saiten usw., so daß 34,25 M. Berdienst bleiben. Der Stundenverdienst beträgt etwa 20 Pf. Der Verleger zahlt für das Dußend Geigen einen bestimmten Preis, ohne Rücksicht auf die Qualität des einzelnen Instruments. Erst beim Verleger werden die Geigen auf ihre Rlangreinheit geprüft und das einzelne Instrument entsprechend bewertet. So fommt es vor, daß eine Geige dem Verleger einen Preis bringt, der fast so hoch, in beson= deren Glücksfällen auch noch höher ist als der, den er für das ganze Dugend gezahlt hat. Nicht siel besser sind die Zustände in der Holzspielwaren industrie des Erzgebirges und des Thüringer Baldes. Im Erzgebirge beträgt die Zahl der Heim arbeiter etwa 7500 und im Thüringer Wald etma 3000. Hergestellt werden all die schönen Spielsachen, die Kinderherzen zum Jubeln bringen. Aber nur wenige Menschen denken daran oder wissen es, daß diese Spielfachen in engen Heimarbeiterstuben von unglücklichen Kindern und Müttern hergestellt worden find. Manche Kinder- und Mutterträne hängt an diesen schönen Weltbekannt ist auch die Schönheider BürsteninduSachen für die Kinder der Reichen. Ein Teil der Heimarbeiter be strie. Der Industriebezirk umfaßt 15 Ortschaften, wo gegenwärtig schafft sich das Holz und das andere Arbeitsmaterial selber, die anderen etwa 2000 Heimarbeiter beschäftigt sind. Es handelt sich fast Heimarbeiter erhalten beides vom Unternehmer geliefert. Im Erz durchweg um Frauen, während die Männer in den zahlreichen Bürgebirge find Seiffen und Eppendorf, im Thüringer Wald Sonneberg stenfabriken arbeiten. Auch hier werden die Kinder zur fleißigen Mitund Steinach die Hauptfige der Heimarbeit. Die Stundenver- arbeit herangezogen. Selbst vier und fünfjährige Kin Dienste swanten zwischen 6 und 40 Pf. im Erzgeber trifft man bei der Arbeit. Die Heimarbeiterlöhne find tariflich birge und zwischen 7 und 25 Pf. im Thüringer Wald. geregelt. Wenn der Tariflohn gezahlt wird, fann eine geübte EinIn der Klingenthaler harmonita industrie werden zieherin auf einen Stundenlohn von 14 bis 27 Pf. fommen. etwa 5800 Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter Einige Unternehmer tehren sich aber nicht an den Tariflohn, sie befchäftigt. Klingenthal mit seinen sechs zufammenhängenden Nach- ablent weniger, und die Arbeiterfrauen find zufrieden, wenn sie nur bargemeinden versorgt fast die ganze Welt mit Mund- und Ziehharmonitas, Zithern und anderen tleinen Mufit instrumenten. Schätzungsweise liefert der Bezirt jährlich 30 bis 35 Millionen Stüd Mundharmonitas und etwa 1 Million Stüd Ziehharmonifas. Die Rinderarbeit ist start verbreitet; mindestens drei Bier tel der fchulpflichtigen Rinder müssen täglich mehrere Stunden bei der Heimarbeit mithelfen. Seitdem der Deutsche Holzarbeiterverband im Bezirt festen Fuß gefaßt hat, sind die Verdienstverhältnisse wesentlich beffer geworden. Die Heimarbeiter find jetzt zum größten Teil organisiert, so daß es möglich war, die Heimarbeit Billigne Dirndlkleid fesche Fasson, moderne Muster, mit Bubikragen und Satinschürze 875 Voll- Voilekleid sehr schöne Fasson. reich mit Saumdien und Motiven garniert, weiß und farbig 975 Belle- Alliance- Str. Arbeit bekommen. Aehnlich wie in den geschilderten Heimarbeiterbezirfen liegen die Verhältnisse auch anderwärts. Durch das Eintreten des Deutschen Holzarbeiterverbandes für die Heimarbeiter haben deren Arbeits- und Lohnverhält niffe eine wesentliche Besserung erreicht. Aber noch überall herrscht himmelschreiendes Elend. An seiner Beseitigung zu arbeiten, ist eine Aufgabe, die zu lösen im Interesse der Heimarbeiter als auch im Interesse der Volksgesamtheit liegt. 2. Klaffe 25. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lofferie. 1. Ziehungsfag Ohne Gewähr 15. Mai 1925 Nachdruck verboten In der Vormiffagsziehung wurden Gewinne über 90 m gezogen 2 Gewinne zu 10000 m. 4138 4 Gewinne zu 2000. 118387 274244 8 Gewinne zu 6 Gewinne zu 1000 m. 30304 111506 220015 800 M. 8665 69979 147554 151876. 18 Gewinne zu 500 M. 24168 30042 69896 94672 183871 241193 247695 271050 271971 66 Gewinne zu 300 m. 5146 11883 36328 44308 50249 58864 74496 84956 95364 96659 98377 103024 106586 125715 127970 135988 151840 153645 159316 173754 174115 181546 184454 185071 190200 208703 213314 215456 221166 230369 233235 241903 259523 198 Gewinne au 180 m. 674 7331 7717 8056 8405 9876 10165 17639 19906 24958 27751 28852 33174 34920 35776 36597 38542 39159 42817 57139 57244 60534 61368 61526 63604 63619 67610 72838 72911 76519 76583 80913 82456 91918 92204 94079 95911 100140 103290 106766 110588 110752 115118 116105 116263 119644 124521 130781 132007 134696 136782 141330 141779 142246 143988 145452 145932 150433 156572 158514 161355 162206 162716 163833 166999 170409 170989 171487 179737 181746 187892 191459 192992 195143 195618 199072 201222 208626 214063 214240 215748 224877 227453 228535 235827 238318 239358 239534 239676 240773 244345 249014 249583 249637 260807 266277 273510 274704 274816 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 90 m gezogen 2 Gewinne zu 100000 27. 261619 2 Gewinne zu 5000. 265625 2. Gewinne zu 3000 m. 4706 2 Gewinne zu 2000. 96805 8 Gewinne u 10 Gewinne zu 208943 800 m. 61151 70112 170194 212950 500 m. 63218 107253 135196 170136 58 Gewinne zu 300. 17046 24593 39149 44534 45201 48583 67623 73242 83510 88407 94099 96514 111279 115778 143864 155148 156812 161666 173803 184253 198407 228544 229328 233842 249302 251797 257503 258177 260966 230 Gewinne zu 180 M. 2767 6750 7757 9768 9829 10034 13819 14100 14288 15513 17588 23040 24995 25547 25812 27768 28611 29597 29932 41364 41469 44916 46065 51690 52856 53370 53454 58926 60385 60599 61509 63804 66313 71807 74856 75442 77463 77835 79341 83848 91671 96748 98846 100055 101069 104644 107561 108047 114864 115928 117270 119529 120844 126866 127053 130476 135437 137640 141303 142143 147173 148574 152254 153014 153959 154113 156272 156603 158966 161841 163203 165777 166901 170690 173286 174114 184744 186616 186897 188323 189538 190556 191376 191472 201634 202119 202281 207102 209841 214492 215701 217821 219238 220051 221441 224018 228803 229380 231235 231917 234320 240086 240278 241485 244962 252971 253083 255143 255265 257025 257608 258460 263414 268711 274576 Sonnabend JANDORF bei Damenwäsche Untertaille Jumper. form, mit br. Stickerei 1.25 Taghemd Stickerei 1.45 Taghemd m. breiter Stickerei 1.95 u. Hohlsaumgarnierung Prinzeßrock mit breiter Stickerei.. 3.75 Nachthemd in hübscher Ausführung 3.75 Hemdhose mod. Form, m. Stickerei 3.25 Kleiderstoffe Kinder- Schotten große Ausmuster. Mr. 0.95 Kleider- Serge hübsche Streifen Mtr. 1.25 Kleider Schotten entzück. Stellung. Mtr. Popelin reine Wolle, großes 1.45 Farbensortiment Mtr. 2.95 Waschstoffe Musselin- Imitat hübsche Muster. Mtr. O.95 Frotté moderne Karostellungen Mar. 1.25 ca. 115 cm breit, Voile hübsche Kleider: 1.25 muster... Mir. Seidenbatist ca. 115 cm br. groß. Farbensort. Mtr. 1.65 Strumpfwaren Berufskleidung, Herrenartikel A Damenstrümpte schwarz und farbig Malerkittel Rohgute Qualität nessel, 4.50 gut verstärkt, feinfädig, 0.58 Mechanikerkittel Damenstrümpfe gute Qualit., mit Doppelsohle und Hochterse, 0.95 schwarz und farbig Damenstrümpfe prima Seidenflor, breit. Doppelrand, Doppelsohle 1.65 Damenstrümpfe Hochferse, viele mod.Farb.. prima Kunstseide, ganz und schwarz klares Gewebe, farbig 2.95 farHerrensocken 0.20 Herrensocken grau meliert Herrensocken 0.48 aus grauem Nova.. Lüster- Jacketts Oberhemden farbig, mit Umschlagmanschetten. 4.90 5.50 Stehumlegekragen für Herren, schwarz, mit 7.75 Aermelfutter..... Weißwaren Bubi- Kragen aus Rips, runde Form. 0.55 Morgenhaube mit reicher Spitzengarn. 0.95 Lacktuch- Gürtel moderne Farben. 0.35 Tuch- Gürtel 0.95 Gardinen Farben farb, sehr haltbare Qual 0.65 Scheibengardinen Herrensocken Längsstreifen Kindersöckchen farbig, mit gemustertem m.Bandeinfassung Meter 0.48 Seldenflor, farbig, mit 1.25 Schalgardinen in vielen Mustern Meter 0.85 Künstlergardinen engl. Täll 3 teilig Fstr. 3.95 Bettdecken Volant, über 2 Betten. 8.75 Schlafdecken getiWollrand Größe 10.55 Jede weitere Größe 0.10 mehr Kinderstrümpfe haltbare Qualität, Gr.1 0.65 Jede weitere Größe 0.10 mehr I schwarz u. farbig, gute Gr.Frankfurter Str. Etamin mit gert, mit Kante, ca. 130X180 versch. Höh., gute Qual. 0.65 Eckenkragen Mako, 4 fach..... 0.55 Hosenträger aus gutem Band Strohhüte MatelotPedalgeflecht • 1.25 form, 1.95 Matelotform, verschiedene Geflechte Strohhüte Mom 2.95 Hauswäsche Wischtücher rot kariert, ges. u. geb. 0.28 Küchenhandtuch Gerstenkorn, ca.46x100, gesäumt und gebänd 0.65 Stubenhandtuch gebleicht, ca. 48x100 cm. Kante, ges. gesäumt und gebändert 0.98 1.95 Rolltuch mit roter Kaffeedecke leinenartiges Gewebe. 1.95 Künstlerdecke 1.95) hübsche Ausmusterung 5.90 Jugendlicher Tagalpicothut mit Marocain- Rand u. hübscher Blumengarnitur Großer 875 Tagalpicothut mit moderner Blumengarnie 1075 rung Brunnenstr. Kottbusser Damm Wilmersdorfer Str. * Nr. 22942. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Agrarzölle in Sicht! Landwirtschaftsminister Kanitz vor dem Reichstag. Der Reichstag nahm gestern zunächst in allen drei Beratungen den Entwurf eines Gesetzes über die Erhebung von Gebühren für die Aufsichtstätigkeit des Reichsaufsichtsamtes für Privatversicherungen im Jahre 1923 an. Dann erfolgt die Weiterberatung des Haushalts des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, die mit einem Antrag Korell( Dem.) verbunden wird, einen Au- s= schuß von Sachverständigen zu berufen, mit dem Zwecke der Erstattung eines Gutachtens über die wirtschaftliche Lage Deutschlands in ihrem Zusammenhang mit landwirtschaft= lichen Zöllen und Handelsverträgen. Abg. Putz( Komm.) begründet eine Interpellation der Kommunisten, die sich mit der Not der Kleinbauern beschäftigt und sich dagegen wendet, daß die Finanzämter gegen diese notleidenden Bauern so schroff vorgingen. Die von der Reichsregierung bisher bewilligten Ernte- und Notstandskredite seien in der Hauptsache wohl habenden Bauern zugute gekommen. Der Redner begründet weiter Interpellationen, die sich für die Landarbeiter, deren Arbeitszeit, Koalitionsrecht ufm. einsehen und von der Regierung Linderung des Steuerdruck's derjenigen kleinen Landwirte verlangen, die durch Mizernte, Agrarfrise usw. beinahe ruiniert worden sind.( Beifall bei den Kommunisten.) Don Ministerialdirektor 3och führt aus, daß allen Landwirten in den landwirtschaftlichen Notgebieten gleichermaßen feiten der Steuerbehörden Steuerstundungen auch auf die Einkommensteuer in weitestem Maße gewährt worden sind. Abg. Korell( Dem.) weist, in bezug auf die Schilderungen des Abg. Jäder( Soz.) über schlechte Behandlung der Landarbeiter in Ostpreußen darauf hin, daß in Westdeutschland die Landarbeiter im allgemeinen besser behandelt würden. Im übrigen dürfe man das Bauerntum nicht mit bestimmten politischen Inftitutionen verwechseln. Die Kluft zwischen dem Landbund und den landwirtschaftlichen Arbeitern sei so tief, daß sie kaum zu überbrücken sei. Dann wendet sich der Redner gegen den großen Steuerbrud Der kleinen Landwirte und das allzu bureaukratische Vorgehen der Finanzämter. Die ungeheure Mehleinfuhr schädige nicht nur den inländischen Getreidemarft, sondern drohe auch den Ruin der Mühlenindustrie herbeizuführen. Die Verteilung der Kredite des Reiches jei ein fehr übles Kapitel; die kredite blieben zu oft dorf hängen, wo fie notwendig gar nicht gebraucht würden und fämen nicht fief genug herab. 3ur Frage der 3ölle für die Landwirtschaft führt der Redner u. a. aus: Wenn die Landwirtschaft Schutzzölle für ihre Existenz braucht, muß man sie ihr, angesichts ihrer Bedeutung, geben. Es tauchen bei einer so wichtigen Angelegenheit aber doch eine Reihe von Fragen auf, die erst beantwortet werden müßten, bevor man sich über die Zölle entscheidet. Eine dieser Fragen lautet: Sind die Schutzölle ein Mittel, um die gegenwärtige Notlage der Landwirtschaft zu lindern? Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen über die Zweckmäßig feit der Zölle will der Redner einen besonderen sachverständigen Ausschuß eingesetzt wissen. Dieser Ausschuß wäre notwendig, ob gleich wir sonst feinen Mangel an Untersuchungsausschüssen hätten. ( Sehr richtig.) Abg. Korell setzt sich dann für eine Erhöhung des Tabaf3olls ein. Ueberhaupt litten wir, zuungunsten unferer eigenen Wirtschaft, an einem Ueberfluß in der Einfuhr entbehrlicher Sachen. Zum Schluß jetzt sich der Redner noch für den Schutz des deutschen Weinhandels ein; der deutsch spanische Handelsvertrag sei nicht recht geeignet für diesen Schuß. In Zukunft müßten bessere Sandelsverträge abgeschlossen werden.( Beifall links.) Abg. Meyer- Hannover( Wirtsch. Vg.) wendet sich gegen die massenhafte Einfuhr ausländischer Agrarprodufte und meint, wenn Deutschland seine Landwirtschaft nicht lebensfähig erhalte und schütze, verliere es die wirtschaftliche Selbständigkeit. Abg. Gerauer( B. Vp.) wendet sich gegen die Ausführungen des tommunistischen Redners. Agrarschußzölle feien eine Notwendigkeit, um die deutsche Boltsernährung zu sichern. Reichsernährungsminister Graf kanih: Nach statistischen Schäzungen betrug die gesamte industrielle Produktion Deutschlands im Jahre 1913 zirta 20,2 Milliarden Mark, die der deutschen Landwirtschaft etwa 18,4 Milliarden Mark. Nach der Stabilisierung der Währung bereitet die Ernährung des deutschen Volkes mengenmäßig feine ernsthaften Schwierigkeiten mehr. Der Konjum hingegen ist noch nicht derselbe wie vor dem Kriege. Weite Teile der Bevölkerung sind noch nicht imftande, dieselben Aufwendungen für die Ernährung zu machen wie in der Borfriegszeit. Der Brotverbrauch steht noch nicht auf voller Friedenshöhe und wird zum Teil durch einen verstärkten Kartoffelfonsum ersetzt. Speifungen für Kinder und Minderbemittelte müssen fortgesetzt werden. Die Reichsgetreidestelle fann jezt aufgelöst werden, da Gefahren für die Brotversorgung nicht mehr zu befürchten sind. Der Reichstag wird demnächst über die Verwendung der Ueberschüsse der Reichsgetreidestelle zu beraten haben. Da diese zum großen Teil aus der Landwirtschaft stammen, hat sich die Reichsregierung auf meinen Antrag hin entschlossen, dem Reichstag einen Gesezent murf baldigst vorzulegen, der diese Ueberschüsse auf dem Kreditwege zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktion verwendet sehen will. Es wird sich dabei in erster Linie um die energische Weiterführung der unter Leitung meines Amtes im Vorjahre ins Leben gerufenen Bodenkultur A.-G. handeln, mit deren Mittein im Vorjahre bereits 400 000 Morgen mit 27 Millionen Mark Aufwand und 3 Millionen Erwerbslosen arbeitstagewerken melioriert werden konnten. Des weiteren sollen erhebliche Mittel zur Förderung der Technisierung der Landwirt schaft sowie zur Unterstützung von Versuchsringen und Beispiel wirtschaften angewandt werden. Der Fleischverbrauch der vor dem Kriege 52 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung betrug, ist im Vorjahre nach dem gänzlich ungenügenden Stande der ersten Nachkriegsjahre wieder auf 41 Kilogramm pro Kopf angewachsen und hat somit den Stand der Fleisch versorgung von 1900 erreicht. Die deutsche Vichproduktion wird, sobald sie wieder rentabel wird, imstande sein, auch eine gesteigerte Konsumkraft des deutschen Volkes völlig zu befriedigen. Die Erzeugerpreise für Rindvieh sind bekanntlich ganz ungenügend und stehen zu den Kleinhandelspreisen für Fleisch in gar keinem Verstehen zu den Kleinhandelspreisen für Fleisch in gar feinem Berhältnis; auch die Erzeugerpreise für Schweine bewegen fich trok bedeutend gesteigerter Produktionskosten nur wenig über Friedensstand. Es wäre sehr bedauerlich, wenn die günstige Entwidlung der Schweinezucht gehemmt würde. Am Friedensrindvieh.. best an de fehlen noch 6,5 Broz., am Schweinebestand noch 25 Proz. Die Kleintierhaltung hat erheblich zugenommen. Das Angebot an Milch ist durchaus befriedigend, selbst in größeren Bedarfszentren. Der Frischmilchverbrauch hingegen ist ungenügend, einmal, weil die ärmeren Schichten der Bevölkerung sich in den fnappen Zeiten des Krieges den Frischmilchgenuß abgewöhnt haben, ferner ist die Kauffraft auch noch nicht ausreichend; zum Teil legt es aber auch an dem sehr starken Konjum von Kondensmilch, deren Import sich gegen den Frieden ver fiebenfacht hat. Die Versorgung mit Kartoffeln ist eine völlig aus, reichende. Die Landwirtschaft hat sogar Schwierigkeiten beim Abjazz der Kartoffeln. er= Der Minister sprach dann über den Wein, Obst und Gemüsebau und sein Bestreben, bei den schwebenden Handels: vertragsverhandlungen angemessene Schußzölle zu wirken. Er kam dann furz auf die Siedlungen zu sprechen und verwahrte sich gegen den im Haushaltsausschuß gegen ihn erhobenen Borwurf der Siedlungsfeindlichefit. Die Kreditnot hat einen bedrohlichen Charakter angenommen; fie steigert sich eigentlich von Monat zu Monat. Ich halte es auch bei guter Ernte für ausgeschlossen, daß der überwiegende Teil der aufgenommenen Personaltredite im Herbst zurückgezahlt werden kann. Die gegen den Frieden verdreifachten und vervierfachten 3insfäße machen frog geringerer Kapitalschuld bereits eine höhere Binsbelastung- aus als im Frieden. Die Gründung der Rentenbank Kredit Anstalt, die wenigstens teilweise wird helfen können, eilt und wird demnächst vom Reichstag beraten werden müssen. H Zur Handelspolitik will ich nur soviel sagen, daß die Reichsregierung auf dem Standpunkt steht, daß die allseitig für notwendig anerkannten Industriezölle ohne das Korrelat von unmöglichkeit wäre. entNachdem die Tätigkeit des Erfassens und Verteilens der vorhandenen Nahrungsmittel mit Eintritt besserer Wirtschaftsverhält nisse aufhören fonnte, muß sich die Hauptarbeit des Amts jetzt naturgemäß mehr als bisher auf die Schaffung von Lebens= mitteln, also in erster Linie auf die Förderung der heimischen Produktion richten. Wir brauchen heute und in Zukunft eine starke und produktive Landwirtschaft, einmal um unserem Volte die not- sprechenden Agrarzöllen eine handels- und wirtschaftspolitische wendigen Nahrungsmittel in größtmöglicher Menge zu liefern, denn nur Massenangebot verbilligt das Produkt. Des weiteren brauchen wir eine stark produzierende Landwirtschaft, um die Aktivierung unserer Handelsbilanz allmählich erreichen zu können. Die Han= delsbilanz war im Vorjahre mit 2,7 Milliarden Mark passiv. Diese Summe entspricht zufällig dem Wert der im Vorjahre eingeführten Agrarprodukte. Wir sehen hieraus, welchen wesentlichen Anteil eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion an der Gefundung unserer Handels- und Zahlungsbilanz nehmen fönnte. Es ist auch immer wieder nötig, fich die ungeheuren Werte vor Augen zu halten, die in der deutschen Landwirtschaft erzeugt werden. 6 33 310 { Die Hausfrau: Papa trägt Tack- Schuh Mama nicht minder, Was man so erspart Gibt Schuh für die Kinder? 33 Ich bin fein Freund von Hochschutzöllen; das beste wäre, mon fäme ganz ohne Zölle aus; es wird dies aber nicht möglich fein, folange die ganze Welt sich auf dem Zollgebiet fo protetfonistisch einstellt wie heute; zudem wird es immer nötig sein, die heimische Produffion zu schüßen gegen die Einfuhr aus Ländern, die sehr viel bessere klimatische Bedingungen haben, alfo billiger produzieren. Sonnabend, 16. Mai 1925 annehmen. Der Landwirtschaft erwachsen ernährungspolitisch und auch im Gesamtrahmen der deutschen Wirtschaft neue gewaltige Aufgaben. Dieser ihrer Bedeutung durch weitgehende Interesse gerecht zu werden, wird zu den vornehmstten Aufgaben der deutfchen Boltsvertretung in nächster Zeit gehören.( Beifall.) Abg. Kling( Bayr. Bauernbund) weist auf die Notlage der fleinen Landwirte hin und fordert einen mäßigen Zollschut für die Agrarprodukte. Abg. Weidenhöfer( Bölkisch) verlangt Schutz der Landwirtschaft, vor allem der bäuerlichen Betriebe. Abg. Frau Wurm( Soz.): wendet sich gegen die Behauptung des Ministers, daß der Fleischverbrauch von 1900, der heute erreicht sei, schon genüge. Wir müssen auf einen viel höheren Stand der Ernährung tommen, wie ihn auch das Reichsgesundheitsamt fordert. Esg enügt aber nicht allein die Menge, sondern sie muß auch bezahlt werden können. Der Verbrauch von Gefrierfleisch ist deswegen verhältnismäßig hoch, well es wesentlich billiger als das Frischfleisch ist. Wenn in einem Am trag gefordert wird, daß die veterinären Vorschriften verschärft werden sollen, so liegt darin ein versteckter Angriff gegen das Gafrierfleisch. Im übrigen steigt ja die Einfuhr von Gefrierfleisch nicht, so daß die Besorgnis, das Volk fönne sich den Magen darau verderben, unbegründet ist. Auf meine Frage im Hauptausschuh, ob etwa der§ 12 des Fleischbeschaugesezes wieder in Kraft geſett werden soll, hat der Minister nicht geantwortet. Es ist bedauerlich, daß er hierin feine eigene Meinung haben will. Bei dieser Gelegen heit richte ich das dringende Ersuchen an das Ernährungsministerium, dafür zu sorgen, daß im Berliner Schlachthof eine eigene Fleisch beschaustelle geschaffen wird. In der Milchfrage hat sich der Minister sehr optimistisch geäußert. Dieser Optimismus scheint aber nicht berechtigt zu sein. Sch weise daruf hin, daß der Brandenburgische Landbund seine Mitglieder aufgefordert hat, die Lieferungen von Milch an die Milchhändler einzustellen oder einzuschränken, um auf diese Weise, höhere Breise zu erzielen. Dieses Vorgehen fann nur mit dem Wort gewiffenlos bezeichnet werden. Berlin hat nur die Hälfte des Milchverbrauches wie im Frieden. Es ist fein Wunder, daß die Sterblichkeit noch so groß ist. Der Butterpreis steht 57 Proz. höher als im Frieden, der Käse ist um 100 Proz teurer. Wenn mir die Selbstversorgung mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen durchführen wollen, dann muß dafür gesorgt werden, daß nicht nur die Menge erzielt wird, sondern daß auch die Preise erschwinglich sind. Wir haben in unserem Antrage gefordert, daß die Länder größere Mittel zur Abgabe von Milch an minderbemittelte bereitstellen solle. Wir wenden uns gegen die Aufhebung der Milchversorgung, den Städten muß die Möglichkeit einer Müchfontrolle gegeben werden und es liegt ja que im Interesse der Produzenten, zu verhindern, daß durch schlechte Milch Tuberkulose und andere Seuchen verbreitet werden. Schließlich wünschen wir, daß auch eine Frau im Reichsernährungsministerium tätig ist. Wenn Sie alles das, was Sie heute versprechen, ausführen, und nicht bloß höhere Preise durchsehen wollen, sondern für eine ausreichende Ernährung der Bevölkerung Sorge tragen, bann werden Sie uns an Ihrer Seite finden.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Wormit( Dnat.) verlangt ein neues Einfuhrverbot für ausländische Pferde. Um 7½ Uhr wird die Weiterberatung auf Sonnabend 1 Uhr verfagt. Höfles Todesursachen....... Das Gutachten der Aerzte. Die Beobachtungen der. Gefängnisbeamten. Das Gutachten, der Aerzte Dr. Straßmann, Dr. Kipper und Dr. Störmer in der Todesermittlungsfache Dr. Höfle liegt jetzt im Wortlaut vor. Es lautet in feinem ersten Teil: Die Art der Stranfheitserscheinungen bei dem verstorbenen Dr. Höfle hat die beobachtenden Aerzte von vornherein an der Annahme geführt, daß es sich um eine Vergiftung durch narkotische Mittel handelt. Eine solche erklärte die zu nehmende Bewußtlosigkeit und die damit perbundenen Störungen in befriedigender Weise. Diese klinische Vermutung hat nun eine weitere Bestätigung gefunden durch das Ergebnis der chemischen Untersuchung, die verhältnismäßig erhebliche Mengen Luminal im Urin und Pantopon in den Organen nachwies. Es ist, wie gleich hier bemerkt werden mag, abzuweisen, daß diefer Giftbefund von der letzten ärztlichen Verordnung am 14. April stammt, van ihr fonnten nicht am 20. noch so große Mengen Luminal ausgeschieden werden. Auch die anatomische Untersuchung bestätigt die während des Lebens gemachte Annahme insofern, als fie andere Gründe für die beobachteten Krankheitserscheinungen und den unter ihnen cingetretenen Tod nicht fest ft ellen ließ. Nach medizinischen Auseinandersetzungen, weswegen der Tod nicht durch die Lungenentzündung und die Veränderun gen des Herzens erfolgen fonnte, weist das Gutachten auf den Befund erheblicher narkotischer Mittel beim Verstorbenen hin, deren Herkunft zu prüfen nicht Sache der Aerzte sei. Es bestehe der Anschein, daß Höfle schon einige Tage vor dem 18. erheblichere Mengen Narkotika zu sich genommen, die Birkung aber überwunden habe. Im Laufe des 18. habe Nicht lange fragen. Die Agrarfrage wird in fürzester Zeit eine für die weitere Entmicklung der deutschen Gesamtwirtschaft überragende Bedeutung TACK SCHUH der gute Lovesead im Urteil Meiner Zeitgenossen Ausschneiden! Aufbewahren! Dies ist Inserat Nr. 5 von einer Serie von sechs Inseraten, die in dieser Zeitung vierzehntägig erscheinen. Sammeln Sie diese Inserate, denn Inserat Nr. 6 wird ein Preisausschreiben enthalten, an dem sich jeder beteiligen kann, der uns dann mindestens drei Inserate dieser Serie einschickt. Wenn Sie sich schon jetzt über das Preisausschreiben informieren wollen, verlangen Sie in den Tack- Filialen die Conrad Tack- Blätter( gratis und ohne Koufzwang). Inserat Nr.6 erscheint in dieser Zeitung am 27. Mal Weiß Leinen- Spangenschuhe, nur beste Qualität. in mod. Schnitt, verschiedene Ausführungen 6.50, 5.20, Spangenschuhe in vielen Variationen m. L. XV- Absatz Lack m Nubucspange 18.50, ff.braun Chevreau oder BoxTack- Schuhe tragen! 00 4.90 kalf mit grau Nubucspange 450 16.50, braun m.Lederspange Lormare SW, Friedrichst.240/ 41 W, Potsdamer Str. 50 W, Schillstr. 16 NW, Beusselstr. 29 -NW, Turmstr. 41 Braune Herren- Schnürstiefel, echt Rindbox, in moderner Form gestuppt. Eleganter Herren- Halbschuh, echt Rindbox. Original- Goodyear- Welt, weiß gedoppelt. 1450 14.50 Turnschuhe mit Chromleder oder angegossener Gummisohle sehr preiswert Braun Rindleder- Sandalen in durchgenäht und mit Flexible- Sohle, alle Größen von 18 bis 46 Schuhfabrik & Cie A.0. Burg b.M. 116 eigene Verkaufsstellen, davon in Groß- Berlin: NW.Wilsnacker Str. 22 N, Brunnenstr. 37 N, Danziger Str. 1 N. Friedrichstr. 130 N, Müllerstr. 3 O, Andreasstr. 30 O. Frankfurter Allee 22 SO, Oranienstr. 2 a 50. Wrangelstr. 49 C, Spittelmarkt 15. F C. Rosenthaler Str. 14 Neukölin, Bergstr. 30/31 Potsdam, Brandenburger Str. 54 Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 122/23 dann Höfle die zur Vergiftung und zum Tode führende Menge Narkotika zu sich genommen. Das Gutachten schließt: Mit Rücksicht auf di« offenbar genommene große Menge scheint uns leine andere Erklärung denkbar, als daß er inder offen- baren Absicht, sich das Leben zu nehmen, das Gift sich«ingeführt hat. Die langdauernde bei ihm beobachtete seelische Depressin macht eine solche Handlung psychologisch durchaus verständlich, selbst wenn sie seiner Denkweise und seiner religiösen Anschauung in gesunden Tagen widersprach. Wir müssen unser Gutachten dahin abgeben, daß der verstorbene. Dr. höfle. seinen Tod durch Einnehmen größerer Mengen von Luminal und Paulo- poa gefunden hat. and daß unserer Ueberzeugung nach diese Ein- nähme in selbstmörderischer Absicht geschehen ist. Ein Sondergutachten des Prof. Straßmann, das sich auf die chemische Untersuchung der Leichenteile stügt, bestätigt diese Annahme und fügt hinzu, daß die ärztliche B e- Handlung,„welche mit der Anwendung von narkotischen Mitteln bereits mehrere Tage vor dem 18. April 19Z5 auf- iZehört hat"", die tödliche Vergiftung nicht verursacht habe. In der Nachmittagssißung des höfle-llntersuchungsausschusses wurde zunächst der Flurwärter honschkc vernommen, der etwa drei- bis viermal die Zells 2>r. Höfles gereinigt hat. Der Zeuge hat auch das Bett gemacht, «ad zwar gründlich, wobei Dr. Höste sogar mithalf. Das taten «vrde dabei aufgehobm und die Malratzen gewendet. Der Zeuge Hut nicht beobachtet, daß Dr. Höste dabei etwas verborgen hat. Als et(Zeuge) am dritten Feiertag zwischen!) und 10 Uhr in der Zelle. des Dr. höfle war, lag dieser im Bett. Das Bett wurde an dies«» Dtge nicht gemacht. Dr. höfle schien dem Zeugen ongetr nnken zu sein. Am Ostersonntag hatte Dr. Höste ein Paket mit einer Flasche Rotwein, einer Flasche Weihwein und einer halben Nasche Si'kt erhalten. Zwei leere Flaschen hat der Zeuge am Osterdiimstoz au» der Zelle herausgenommen. Der Rotwein und die halbe Flasche Seit waren ausgetrunken. Die dritte volle Flasche wurde am' Witt- woch gefunden. Im Koffer befand sich«ine Flasche Bier. Am, Mitt- wach lag Dr. höfle ebenso wie am Dienstag. Alkohol konnte er die.rmal nicht genossen haben. Auf die Frage des Oberwachtmeisters, ob Alkohol vorhanden sei, habe Dr. höslc. der nicht sprach, auf den Kosfer gezeigt, in dem sich die Flasche Bier befand. Sonnabend mittag brachte der Zeuge das Mittagessen. Dr. Höst« lag wie besinnungslos im Bett und sprach nicht. Der Zeuge stellte da» Essen hin und ging wieder hinaus. Ilm 2 Uhr brächte der Zeuge den Kaffee, das Essen war unberührt. Dr. höfle lag noch immer bewegungslos: er sagte das dem Wachtmeister. Äaanabead vormittag sei Oberstaatsanwalt Linde in der Zelle gewesen, etwa um$9 Uhr vormittags: der Besuch habe höch- (Ums etwa nur 10 Minuten gedauert. Tlachmiltags gegen K3 Uhr sei ein Palet sür Dr. yöfle gekommen. Die Tür der Zelle stand ofsen. der Zeuge konnte Dr. Höste sehen und hiett ihn für tot. Dr. köfle konnte dem das Paket überbringenden Wachtmeister nicht mal die übliche Quittung ausstellen. Der Wachtmeister kam dann heraus und machte Meldung. Wie der Zeuge beobachtete, lag Dr. Höst« mit offenem Munde und geschlossenen Augen da. Abends bei der Umbettung kam der Zeuge wieder in Dr. Höfles Zelle hinein; Lukas hatte ihn geweckt, um beim Umbetten mitzu- helfen. Der Arzt war nicht zugegen. Die Tabletten seien erst heruntergefallen, als der Zeuge den Dr. Höfle beim Kopf anhob. Wo der Umschlag gelegen hat, in dem die Tabletten waren, kann der �uge nicht angeben, er kann auch nichts darüber bekunden. wie Dr. Höste in den Lefitz der Tabletten gekommen ist. Als er zuletzt da» Bett machte(am 2. Feiertag), sei nicht« in dem Bett gewesen. Auf Befragen aus dem Ausschuh erklärt der Zeuge, er habe den Eindruck gehabt, als habe Dr. Hoste vier Tage lang fast so gut wie gor nicht, gegessen. Gin Vortreter de» Justizministeriums verweist auf die tztändige Rechtsprechung des Kanimergarichts, wonach bei Unter- suchungsgefangenen Befreiung von der Haft wegen Krankheit oder anderen körperlichen Zuständen nur in Frage kommen könne, wenn dadurch der Hastgruno, Fluchtverdacht oder Kollusionsverdacht zeit- weilig oder gän?ilch ausgehoben erscheine. Die Anweisung des Wohl- fcchrtsm Misters decke sich genau mit der Praxis der Gerichte und sei auch nur an die Aerzie gerichtet gewesen. Das Gericht selbst müsse individuell entscheiden. Die Frage des Fluchtverdachtes sei nicht vom Arzt zu entscheiden, sondern nur die medizinische Seite der Sache. Der Erlaß sei miß« verstanden worden, darum werde sich das Justizministerium mit dem Wohlsahrtsininisterium in Verbindung setzen zu einer genauen Jnter- prettemicrung de« betr. Erlasses.(Rufe: Nachdem das Kind in den Lrunnnen gefallen ist!) Ein zweiter Regierukmsvertreter, der gleichfalls eine Erklärung abgeben will, wird durch Einspruch aus dem Ausschuß heraus daran oerhindert. Man einigt sich dahin, ihn später als Zeugen zu ver- nehmpn. Ein zweiter Flurwärter, Eltuer, hat dauernd die Zell« Dr. Höfles geremigt. Er hält es für ausgeschlossen, daß im Bett etwa» versteckt war. Am Dienstag hat der Zeuge den Eindruck gehabt, daß Dr. Höst«, der wirres Zeug sprach und mit geschlossenen Augen dalag, noch vom Tag vorher angetrunken war. Am Donners- t a g wollte Dr. höfle noch etwas bestellen, konnte aber nicht ein- mal mehr seinen Namen schreiben. An dem kritischen Sonnabend Hab- Dr. höfle ganz teilnahmslos dagelegen: nach- mittags habe Dr. höfle, wie Zeuge durch die offene Tür beob- achtet«, wie ein Toter dogelegen, als der Wachtmeister ihm ein Batet brachte. Bei der Umbettung am Abend seien die Tabletten herausgefallen: der Zeuge nimmt an. daß Dr. Höste sie auf der Brust liegen gehabt ha«, wie er zu den Tabletten g«. kommen ist, tonn sich der Zeuge nicht erklären. Er selber habe die Hand dabei nicht im Spiele gehabt. Die Anstattstabletten seien unter eVrschluß aufbewahrt. Kein Pfleger oder Flurwärter habe einen Schlüssel zum Apothekenzimmer. Die Flurwärter, die selbst Strafgefangene sind, seinen in chrer Bewegungsfreiheit in der An- statt sehr beschränkt. Zeuge Lukas ergänzt seine frühere Aussoge noch dahin, daß er gehört habe, wie sich Dr. höfle am dritten Feiertag ins Klosett er- brachen habe. Di« vier Zeugen Lukas, Kühne, honschke und Eitner wurden mmmehr vereidigt. E» folgte die Vernehmung des Hauptwachtmeisters hillmer. Zeuge sagte aus, bis Ostern habe sich Dr. HSfle» Befinden nicht nur nicht verschlimmert, er habe sich im Gegenteil gut erholt.(!) Der Zeuge verwaltet auch die Lazarettapothete. Die schweren Schlaf- mittel wurden nur jeden zweiten Abend gegeben. Der Zeuge hat in den Osterfeiertagen Dienst gehabt, es ist ihm aber nichts darüber ge- meldet worden, daß Dr. Höfle viel Alkohol zu sich genommen hätte. Vom Dienstag nach Ostern bis Sonnabend ist der Zeug« nicht bei Dr. höfle gewesen und hat auch keinerlei diensttich« Meldung über dessen Zustand erhatten. Am Sonnabend Härder Zeuge den Eindruck gehabt, daß ein» Vergiftung vorliege. Erst viel später erfuhr er von dem Tablettenfund. Der Zeuge sagte zu seinem Kollegen Döring:„Der sieht ja wie ein Der- giftcker aus." Der Kollege habe fich mit dem Arzt Dr. Thiele in Verbindung gefetzt. Der Zeuge sah dann Dr. hösle am Sonntag nach der Umbettung wieder und hielt ihn für sterbend. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie es sich der Zeuge erklär«, daß Dr. hösle in den Besitz so vielerTabletten kam, erwidert dieser,«inen Teil müsse sich Dr. Höste von den ihm verordneten Tabletten aufgespart haben; man sah, daß er diese schon im Munde gehabt hatte. Andere dagegen seien unbenutzt gewesen und die müßten von außen hereiiigckommen sein. Der Apothekenschrant und das Apotheken- zimmer seien stets verschlossen: nur der Zeuge, sein Kollege Nönng und der Arzt hätten Schlüssel dazu. Von einem Zeuirumsabaeard- neten darum befragt, erklärt der Zeuge, daß es ihm tatsächlich auf- gefallen sei, warum ein so schwer Kranker nicht in die Charitä über- geführt worden sei. Eine genaue Kontrolle darüber, ob die ab» gegebenen Arzneimittel auch wirklich verbraucht seien, bestehe nur für die Morphium-Ampullen. Diebstähle aus dem Apotbeken- schrank seien vor Jahren vorgekommen. Dann aber sei das Schloß so geändert worden, daß nichts mehr gestohlen werden konnte. warum Dr. hösle trotz des Gukachlens des Dr. Slraßmanvs. daß Dr. hösle schwer herzkrank sei, Bettruhe brauche und außerhalb de» Zimmers nicht vernommen werden dürfe, zu Vernehmungen vor den ttoterfuchungsrichler geführt worden ist. weiß der Zeuge nicht anzu- geben. Der Zeuge wurde vereidigt, worauf sich der Ausschuß aus Sonnabend vormittag 9 Uhr oertagte. Schluß Hl Uhr. Sauernfthast unü Reichsbewertungsgesetz. Es ist einer der allerältesten Bluffs des Reichslandbundes. getreu der Tradition des früheren Bundes der Landwirte, sich selbst und seine Politik bei seder Gelegenheit als besonderrs bauernfreundlich darzustellen, dagegen agrarpolitische Be- strebungen, die von anderen Seiten ausgehen, unbesehen als land- wirtschafts-, vor allem aber als bauernfeindlich zu denun- zieren. Die Bauenrschast bekommt nun leider keine anderen Zeitun- gen und sonstige Druckschristen in die Finger als die vom Reichs- londbund herausgegebenen oder mindestens von ihm beeinflußten— dazu gehören immer noch fast alle„amtlichen" Kreisblätter und ähnliche„unparteiische", die Landbevölkerung„geistig" versorgende Zeitungen. Daher Hot die Sozialdenrotratie die Aufgabe vor sich, diesen großen und wichtigen Volksmassen zu zeigen, wie ihre Wirt- schafteinteressen in Wirklichkeit vom Reichslandbund wahrgenommen werden. Der Entwurf eines Reichsbewcrtungsgesetzes bietet dazu gute Gelegenheit. In diesem Gesetze Handell es sich um eine grundsätzliche Siel- lungnahme zur Steuerfrage i n der Landwirtschaft, also um«ine Frage, der die Bauernschaft überall reg« Aufmerksam- keit entgegenbringt. Mein zu dem Gesetzentwurs Ansang April erschienener erster Artikel löste in der..Deutschen Tageszeitung" so- fort eine heftige Polemik unter der Ueberschrist„Die Landwirtschast ist noch nicht genug von Steuern erdrückt" aus. Und im„Reichs- landbund", der äußerst raffiniert redigierten Wochenschrist, folgte eine längere, wenig ehrliche Epistel mit der Ueberschrist„Die Bauernfreundlichkeit des„Vorwärts"." Auf das, was in den An- griffen sachlich erwidernd vorgetragen wird, soll hier kurz ein- gegangen werden. „Wer eine Besteuerung nach dem gemeinen> Wort fordert. begeht Verrat an o«r Landwirtschaft", ruft der.Reichslandbund" aus, die deutschen Dauern müssen sich also vor Kathedersozialisten und demokratischen Bauernbeglückungeth-orikern hüten!" Worin der Verrat liegen soll, wird u. a. mit diesen Worten gesagt: „Welche Ungeheuerlichketten in der Praxi» bei der Besteuerung landwirtschaftlich genutzten Landes nach dem ge- meinen Wert herausgekommen sind und noch täglich herauskom- men, das haben wir an unzähligen Beispielen, besonders aus der staatssteuerlichen Gebarung Anhalts und den an Erpressung grenzenden Steuerbewertungstaxen vieler Gemeinden so oft nach- gewiesen, daß sich darüber jedes wettere Wort erübrigt." „Mit der Besteuerung nach den, gemeinen Wert, wie sie der „Vorwärts" verlangt, könnte allenfalls der Großgrund- besitz unter normalen Verhältnissen einverstanden sein, da fich bei ihm Ertragewert und gemeiner Wert häufig annähernd decken, jedenfalls nicht erheblich voneinander abweichen werden." Es wird dann noch ausgeführt, daß, je kleiner der landwirt« schastliche Besitz ist, die V e r k o u f» p r e l f«, d. h. also der ge- meine Wert, auf die Flächeneinheit berechnet, höher sind als beim Großbesitz: daß der höhers gemeine Wert des Kleinbesitzes, der sich sowohl in den Kauf- als auch in den Pachtpreisen ausdrückt, auf das Gesetz von Angebot und Nachfrage zurückzuführen sei und auf die Totsache, daß der kleine Besitz seine eigene Arbeits- l e i st u n g und di« Arbeitsleistung seiner Familienangehörigen nicht rechnet und daher auch höhere Preise bezahlen könne. In der Tat, wenn der„Sachverständige des„Vorwärts" so ein- fältig wäre, die Faktoren der Prcisostdung für den gemeinen Wert nicht mit in Berechnung zu stellen—- er verdiente«ine ordentliche Abkanzlung. Der.Reichslandbund" dagegen wirft Richtiges und Falsches.so durcheinander und gibt dem Ganzen dann«ine Grup- vicrung, daß auch das Falsch« seinen getreuen Lesern und damit die von ihm gezogene Schlußsolgerung als richtig erscheint. preiLaotienliigea für Nahrungsmittel. DurchschnUWeinkaufspreiie In Ooldmirk de* Lebensmittel- Einreihende!» per Zentner frei Haus Berlin. (j ersten greupen, lose, 19,00— 2t, M Cierstengrütie, lose.. 19,00— 20, SC Haferflocken, los«... ZO.ZO— 21,5« Halergrütie, lose... 22,03— 22,50 Rojgenmehl 0/1.... 17,50— lR.7i Weirengrie»....... 22,25— 22,21 HartgrieS------ rij*25— 26,— ■W, Weizenmehl... 19,00— 20.»« Welzen- Auszugmehi.. 21, W— 2«, 90 Speiseerbsen, Viktorf« 16.25— 18,5« Speisterbsen, kleine. 11,50— ,5,00 Bohnen. erelB«, 1 erl.. 16,00— 10,00 Langbohnen.handVerL 25,0«— 28,00 Linsen, kleine..... 2000— 24,50 Linsen, mittel..... 2/0»- 40,00 Linsen groBe...... 4>.00- 44,50 Kartofteimehl...... 21,00— 21,00 Makkaroni, HartgrieS. 45.00— 57,00 Mehlnudeln........ 25,5«- 30,00 Eiernudein........ 44,00- 71,00 Bruchreis........ 14,75— 16,00 Rangoon Reis...... 17,75— 19,00 Tafelreis, glasl. Patna. 24,25- 28.00 Ttftlrels, Java..... 32,00— 42, CO RingSpfel. amerik.... 72.00— 95,00 Oetr. Pilanmen 00/100—— Pflaumen, entsteint.. 77,00— 78,0« Cai. Pflaumen 40/50.. 54,00— 55, OC Rosinen l Kist.,CandU. 64,00- 78.0« Sultaninen Carabumu. 76.00- 96,9« Korinthen, choiee... 52.00— 68,';0 Mandeln, sQ8e Barl.. 193,00-203.(10 Mandeln, bittere Barl. 193,00-200,00 Zimt(Cassia)...... 100.00-IOS.00 Kümmel, hoilindiscber 41,00- 433» Schu rz Pfeffer SIngap. 9J,I»-I00,03 WelSer Pfeffer...... 144,03-160,00 Rohkaffee Brasil---- 2003»-e36.«0 Rohkaffee Zentralem Z30.00-205.00 Röstkaffee Brasil.... 250,00-300,00 Röstkaffe Zentralam. 315,00- 400,00 Röst:etreide, lose... 19,50— 22,00 Kakso, fettarm..... 50,00— 90,00 Kakao, leicht, entölt.. 0.4,00—120,00 Tee, Souchon, gepackt»83,00— aos'oo Tee, Indischer, gepackt 412,00— 474,00 Inlandszuckerbas mtL 81,00—3400 Inlandszucker Raffina.---- Zucker Würfel...... Kunsthonig....... Zockerslrup hell L Elm. Spei»eslr'jodunlt.i.Eiiii Marmelade Elnfr. Erdb. Marmelade Vftrfrucht Pflaumenmus i. Eimern Stein sslz, in Sacken.. Siedesalz in Siefen. 8203— 26,00 *8,00- 39.50 »fCO- 34,00 21,90— 27,50 «.00- 28.00 •MtOO— 94,00 «.00- 40,00 26,00- 52,00 2.20— 2,50 4.W- 4,20 4.20— 4,60 5,40- 6,00 83,50— 85,06 04.00- 86,00 53,00- 84,00 84,00- 85,00 65,00- 66,00 Bratenschmalz 1. Tiers, Bratenschmalz I. Kübl. Purelard In Tlerces.. Purelard In Kisten... Spelsetalg In Packung Speisetalg in Kübeln. Margarine, Handelsm. I desgl. II......... Margarine, Spezialm.{ desgl. II................... Molkereibutterl LPUs. 175,(0-181,00 Molkereibult er, i.Pck. 185.0»— 1»0,00 Molkereibutter IIa I.Ps. 165,00—173,00 Molkereibutler. I.Pck. 170,00-18000 Auslandbntter In Ptssr 185.00—188,00 Conicdbeen2/6 Ibsp.K. Ausl. Speck, geriuehert Quadratklse....... Tllslter Kaie, vollfett. Echter Emmenlhaler. Echter Edamer 40%.. "'» 20®',,• AusLnngezuckcr. Co!.- deasmilch 48/16. 20,00— 22�0 Ausl.gei.Condtnsmil' 24,00— 25,00 66,00- 60,00- 63,00 80.30- 84,00 69.00- 71,00 38.0»- 42,00 «5, 00-101,00 25,00— 32,00 113,03-725.00 165.00- 173.60 90,00- 98,00 65,03— 68,00 Venn Großgrnnübesitzer taxieren. Zunächst: Es trifft völlig zu. daß der gemeine Wert einer land. wirtschaftlichen Fläch« um so größer ist, um ein« je kleinere De» sitzung es sich handelt. Auch die angeführten preisbildenden Faktoren sind im allgemeinen zutreffend bezeichnet. Diese Tastachen waren sichzn vorhanden und bekannt, als in Preußen noch nach dem alten Gnmdste'.iergesetz veranlagt wurde und die Veranlagung immer nach dem Grundsteuerreinertrog, allo nach dem Ertrags» w e rt erfolgte, haben aber die hauptsächlich von Großgrund- b e s i tz e r n zusammengesetzten Veranlagungskommissionen damals dieser Tatfache Rechnung getragen? Nein! Sie schätzten vielmehr ganz regelmäßig den Reinertrag nach dem gemeinen Wert der Be- sitzung und erreichten dann, daß die kleinsten Besitzungen aus elwa um das Sechs- bis Siebenfache je Flächeneinheit desjenigen zur Steuer veranlagt wurden, als der Grundsejitz sich einschätzte. Als dann in der Nachkriegszeit die Veranlagung ein« Zett lang im Sinne des gemeinen Werts nach dem Wehrbeitragswert vorgenommen wurde, da geschah in Wirklichkeit nichts anderes, als baß der bis dahin üblichen Praxis die gesetzliche Form gegeben wurde. Sie Soöenfteuer in Inhalt. Indessen, dieser Einschätzung habe ich meinerseits ganz und gar nicht das Wort geredet. Ausdrücklich habe ich aus das G r u n d- Wertgesetz in Anhalt vom 4.Aprtt 1923 Hingewlesen, von dem der Reichslandbund ossenbar wider besseres Wissen behauptet, die Amveirdung dieses Gesetzes habe steuerlich« Ungeheuerlichkeiten gezeitigt und zeitige solche noch täglich. Gewiß, wenn man es als «ine Ungeheuerlick�eit ansieht, daß in Anhalt die Besteuerung besitz Enilostung«rsährL Sonst kann gar nicht davon die Rede sein, das anhal tische Gesetz bewähre sich nicht. Ganz im Gegentett wirkt es eminent bauernfreundlich. Wie sollte es auch ander» wirken, wenn man sich vor Augen hält, daß erstens nur der Boden zu versteuern ist, während Bauwerte auf und unter der Erde, desgleichen all« Betriebsmittel steuerfrei bleiben. und daß zweitens ein Bodenwert von 1000 M. mit 0,10 vom Tausend besteuert wird, während bei größeren Werten die Steuer bis zu 1,30 vom Tausend steigt. Daß damit das Bodensteuer i d e a l bereits erreicht ist, wird kaum jemand behaupten wollen. In dem Punkte der reinen Bodenbesteuerung dürste jedoch besseres wohl nicht horauszufinden sein. Denn diese Steuerart schlägt in jeder Hinsicht zum vorteil der fiteinen aus» weil, je kleiner ein Besitz, um so größer der Anteil an Gebäuden ist. Was die Steuer st affelung anbetrifft, so läßt diese sich m. C. sicherlich noch verbessern, indem man die vom Reichslandbund hervor- u gehobene Tatsache mehr berücksichtigt, daß, je kleiner ein Besitz, um so höher auch der gemeine Wert nicht bloß der Besitzung als Ganzes, ss sondern auch der dazu gehörenden Bodenstück« ist. Ez läßt sich durch. aus darüber reden, vom gemeinen Wert aus einen E i n h e i t s- w e rt festzusetzen, der für Bodenflächen mit derselben Bonttät und in derselben Verkehrslag« für alle Größenklassen Geltung bekommt. Daß dieser Einheitswert aber auf jenen angeblichen Ertragswert zurückzuversetzen wäre, der bisher sür die Großgüter steuerlich als angemessen befunden worden ist, das werden außer mir sicherlich noch andere als nicht angemessen bezeichnen. Denn dieser läuft durchgängig ganz offenbar auf Steuerdrücke- bergerei hinaus. ver Sauer soll zahlen. Woraus es mir ankam, war nicht« weiter, als an der Hand von Urteilen der erfahrensten landwirtschaftlichen Taxatoren nachzu. weisen, daß eine Einheitsschätzung nach dem.Ertrags» wert" wirklich wertlos ist, ein bloßer wissenschaftlicher Ausputz, wie Aereboe da» umständliche und teure Verfahren nennt. Sollte da« künftige Reichsbewertungsgesetz diese Einschätzungsmethod« den- noch vorschreiben, so läßt sich schon jetzt voraussehen, daß der E n d« e s s e k t derselbe werden wird, den man bei der alten preußischen Grundsteuer erlebt hat: daß die Hauptlasten wieder den Kleinen zu» fallen, während die Großen es verstehen werden, sich zu drücken. Wollte man anderes, dann brauchte man nur die im anhattischen Gesetz enthattenen Grundgedanken anzunehmen und diese sortzuent- wickeln. » Es wird Aufgabe der sozialdemokratischen Vertreter im Reichstag« sein, sich w diesem Sinne zu bemühen und damit wirtlich« Bauernfreundschaft zu beweisen, ganz einerlei, ob die große Masse der Bauernschaft ihnen das schon dankt oder nicht. Es ist ein. fach notwendig au» steuerpolitlschen und wirtschaftspolitischen Gründen. Für die Dauer werden sich auch die bisher vom Reichs- landbund irregeführten Bauern nicht gegen ihre Interessen miß- brauchen lassen. Je länger, um so mehr muß sich die Erkenntnis durchringen, wo die wirklichen und wo die scheinbaren Freund« des Bauernvoltes stehen. Ernst Fläming. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 13. Mai berechnete Großhandels» indexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom ö. Mai(131,7) um 0,3 Proz. auf 131,3 zurückgegangen. Niedriger logen vor allem die Preise für Gerste. Kartoffeln, Kaffee. Treibriemenleder, die meisten Textilrohstoffe, Baumwollgarn, Kupfer und Gasöl. G e st i e g e n sind die Preise für Roggen, Weizen, Hafer, Schmalz. Fleisch. Hopfen und einige Richteisen- metalle. Don den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse von 129,1 auf 128,7 oder um 0.3 Proz., die Industriestosfe von 136,8 auf 136,1 oder um 0,4 Proz. nachgegeben. US WBNE IE i92$ Fervot 5� Ssmum 4dZ Scherif 3� MaiKur mit Blutrainigungspalver Saltarin, wirksamste Verjüngung u. Auffrischung des Blutes gegen Blutverdickung, unreine Haut, Hautjuck. etc. M 1.50, Kur3Schacht M. 4.25, in Drog. u Apothek., sonst bei Oito Reichel, Berlin 43, SO, Elsenbahnstr. 4 uban München SCHUTZ MARKE Ouritings Rabatt Reklamemarken Herpt seit 45 Jahren als Spezialitat Conrad Müller Schwenditz Leanzig Lucy Doraine N ZUBAN UND WENN EINMAL Geflagelfutter billigst abzureben. Kekert, Spreestr. 43 DAS GELD NICHT REICHT Traugripenden KAUFT MAN BEI FEDER FEDERLEICHT MOBEL BRUNNENSTR und eder FRANKFURTER ALLEE 350, KOTTBUSER DAMM 103 CHARLOTT BG, SCHARRENSTR. 5. GRÖSSTES KREDITHAUS DEUTSCHLANDS DAS HAUS DER GUTEN QUALITATEN VON KEINEM ANDERN ERREICHT ALLE ARTEN MOBEL AUF TEILZAHLUNG NIEDRIGE PREISE KLEINE ANZAHLUNG BEQUEME RATEN eber Art Hetect preismeri Paul Golletz. Dormals Robert Meyer. Mariannenstr. 3. Amt Morigpl 10303 Leiterwagen u. alle ander. Transportreräte liefer billigst. Großer Vorrat Georg Wagner Köpenicker Str. 71. Rain Ladengeschäft. Keine SehaufensterReklame, dafürwesentlich billigere Preisel Lucy Doraine die beliebteste Deutscher Metallarbeiter- Verband Sonntag, den 17. Mai, vormittags 10 Uhr, Sigungsfaal des Berbandshauses, Cinienfte. 83/85: Bersammlung ber Monteure und Hilfsmonteure der Eisentonsfruffionsbetriebe. Tagesordnung: 1. Bericht von ben Berhandlungen mit dem Berbanb Berliner Metall- Industriellen. 2. Beschlußfaffung oarüber. Bflicht aller Kollegen ist es, in ber Bersammlung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. 5% Vigarette. icy Baraine Industrie- Ausstellung für Baufach, Wohnungswesen und verwandte Gewerbe in Berlin vom 16. Mai bis 1. Juni 1925 im Sportpalast, Potsdamer Straße und in der Philharmonie, Bernburger Str. Geöffnet 1,10-8 Uhr. Eintritt M. 1,20 für beide Lokale. Mengenabgaba Vorbehalten DamenAußergewöhnlich HerrenStrümpfe 58 Socken 55 mit Doppels.u Hocht, schw.u. farb. HerrenNetzjacken vorn 1, offen, gebleicht, Grösse 4-6 KüchenHandtücher Pf. 145 Gerstenkorn, ges. u. gab., 45 x 100 Pi. JumperUntertaillen m. dreifach. Hohlsanm od Stickerej Kunstseidene Pf. einfarb., verstärkt. Spitze u. Ferse HerrenGarnituren Jacke und Beinkleid Baumwolle, 1ein gewebt, Hose mit Riegelbund... Korbsessel- farek Sitz und Lehne, mit Knöpfen verarbeitet. Garnitur Pf. 90 $ 350 Damen- Hemden 65 und Beinkleider, geschlossen, mit schönen Stickereien, gute Stoffe WaschUnterkleider 350 Morgenröcke in vielen Farben........ Moderne fesche Formen, in allen Grössen 690 50 Büstenhalter 95.125 195 für schlanke und starke Figuren.. Einfarbiger Krepon in vielen Farben...... Meter PL. Waschbarer 65 Sportflanell 165 80 cm brelt, gute Qualität.... Bastseide gestreift, doppeltbreit, für Oberhemden...... Jackenkleid aus gutem Gabardine, Jackett auf Halbseide, gute Verarbeitung in hellen u. dunklen Farb. Kasak Meter Bedruckter Krepon moderne Muster.......... Meter Mengenabgabe vorbehalten 135 90 Reinw.Flausch 39 130 cm breit, diverse Streifen, für Sportjacken, schwere Qualität, Mtr. 90 Foulard 2.90 zeine Seide, doppeltbreit, neue Muster. 50 Waschkleid 3950 W 75 15 Meter aus gutem Baumwoll- Musselin, in vielen gedeckten Mustern in schoen modersen Farben... Jumper aus kunstseidenem Trikot, Modernc ans gu em Vollvolle, mit farbigem Besatz, Faltengarnierung und langen Aermeln.... 25 90 690 Korsette 150 350 450 590 einzelne Grössen, enorm billig HERMANN.T Wir brauchen und verkanten daher NUR Sonnabend, den 10., Montag, den 18. und Dienstag, den 19. Mal Serie I: 218 Stück 25-35 Mk. Serie II: 275 Stück 36-40 Mk. Herren- Anzüge SOLIDE Bequeme Teilzahlung gestattet! NOCHELEGANT Geld Serie III, 150 Stück 41-65 Mk. Einen Posten Regenmäntel von Mk. 10.- an MASSERSATZ Leihhaus Moritzplatz 58a Bequeme Teilzahlung gestattet! Rahma MARGARINE buttergleich selbst aber ohnegleichen! weil sie den Nährwert und Feingeschmack der besten Tafelbutter mit der Billigkeit der Margarine in sich vereinigt. 2 Pfd. nur 50 Pig. Kinderzeitung Der kleine Coco" gratis! Auf Teilzahlung Garderobe in guten Qualitäten zu niedrigsten Preisen Bei kleinster Anzahlung und leichtester wöchentlich. oder monatlich. Teilzahlung HERREN: DAMEN: Anzüge Smokings Fracks Paletots Ulster Gestr. Hosen 1 Mäntel Kostüme Kleider Röcke Kasaks Nen erschienen: ,, Fips Lachzeitung für liebe kleine Kinder". Ausschneiden! Auf TEILZAHLUNG kaufen Sie am besten Herren- und Damenbekleidung im Monatsanzüge, Fradanzige, Smokinganzige, Gehrodanzüge, Jadettanzüge, lenmäntel, Stellenangebote 5 Proz. Rabatt Sommerpaletots. Cutawananzüge, Tail Fertigmacher, perfekt auf erstklassige für jede Figur passend. Aüchenmöbel, ftellen ein Lange u. GilSpezialität: Bauchanzüge, fpottbillig. berg, Auglerstraße 80, an der Greifs Salpern, Rosenthalerstraße 4, erite walderstraße. 39/9 Etage. Säumchenstepperinnen, perfekte, int Berleih von Gesellschafts- Anzügen. Saufe verlangen Carstens u. Lachmann, Rofenthalerstraße 4. Bimmerftraße 29, Quergeb. 3 Treppen. Monatsgarderobe, faft neue Herren- 50 Mamsells auf Mäntel verlangt garderobe, große Auswahl, spottbillig Baliktn, Reinickendorferstraße 14. für jede Figur. Leihhaus Weingarten, Faltenbeutel- Arbeiterinnen, geübte, Brinzenstraße 83. bei besonders hohen Löhnen verlangt Schwan u. Co., Alte Jakobitraße 23/24. Bekleidungs- Kredithaus Waldmann& Co. Neue Promenade 3 II. Etage, Ecke Regenmäntel Jumper Strickwesten Mein seit 25 Jahren durchgeführtes Prinzip ist, den Kunden stets wirklich gute Waren zu niedrigen Preisen u. günstigen Zahlungsbedingung. zu liefern. BEISER Norden: Lothringer Straße 67 Gardinen Sonderangebote Gelegenh.- Käufe in Resten Stores, Bettdecken Madras- und Künstlergardinen. Spezial- Gardinenwerkstatt Neukölln, Bergstr.67 am Ringbahnhof. Osten: Frankfurter Allee 336 Ausschneiden! AbessinierPumpen, Röhren, Filter, Ersatztelle. Preisliste gratis Koblank& Co Pompenfabrik, Berlin N 65, Reinicken dorfer Str. 95. Deutsche Berkehrs- Ausstellung München 1925+ Juni- Oktober KLEINE ANZEIGEN Jedes Wert 0,10 Goldmark. Fettgedruckfes Wert 0,20 Goldmark( zulässig 2 feltgedruckte Werte). Stellengesuche das 1.Wort( fett) 0,10 Goldmark, Jed. weitere 0,05 Goldmark. Worte mit mehrals 15 Budistab. zäbi. doppelt. Eine Goldmark=== 1 Dollar geteilt durch 4,20 Anzeigen, welche für die aächsie Nummer bestimmt sind, müssen his spätestens 4 Uhr nachmittags in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Lindenstraße 3, abgegeben werden.Dieselbe istwochentags von morgens 9 Uhr bis nachmittags 5Uhr ununterbrechen geöffnet. Verkäufe Bekleidungsstücke, Wäsche usw. RGUMA slen am Bahnhof Börse Hackescher Markt Wir bieten 3 Schlager: Billig, gut und bequeme Teilzahlung Maffe Eigene Werkstatt für elegante MaßAnfertigung im Hause Beamte ohne Anzahlung! Grinkt Möbel 8/20 Batentmatragen, Auflegematraken, Metallbetten, Chaiselongues. Walter, Stargarderstraße achtzehn. Ankleibeschränke 110.-, englische Bettftellen 45.- Einzelmöbel. Sahlungs erleichterung. Stein. Anilameritrake 20. Bichtig für jebermann! Täglich wer den verkauft: Kleiderschränke, Bertitos 18. Bettstellen, tomplett, 16, Metallbettstellen mit Auflegematragen 22, Gummierer zum Gummieren v. Rollenpapieren gesucht. Nur äußerst perfekte Kräfte, mit allen vorkommenden Arbeiten vertraut, wollen sich melden unt. Z 44 an d. Geschäftsstelle d. Bl. Die Stelle des Flurfchränke. Baschtoiletten 18. Chaife Oberbürgermeisters Tongues 18, Kommoden 15, Bücherfvinden, Schreibtische 36, Trumeaus 29, der Stadt Herne( Judustriestadt mit rund Büfetts 75, fünfaia Standuhren, 70 000 Einwohnern und mit günstigen Garantie, von 98.- an, Rücheneinrich- Entwicklungsmöglichkeiten) ist zum 16. Sepfungen 48, Epeifezimmer, Herrenzimmer, tember 1925 megen Ablaufs der Amtszeit 5 Proz. Rabatt Schlafzimmer 225, Klubgarnituren 175, bes jezigen Oberbürgermeisters neu zu Lederflubfeffel 65. Riefenauswahl, über besegen. 500 Rimmer. Alles tatsächlich spott Die Wahl erfolgt auf die Dauer von billig. Stargardis Möbel und Lom 12 Jahren, die Besoldung nach Gruppe B 3, bardfpeicher. Brenzlauer Straße fechs. Ortstlasse A der Einzelgehälter der preuBischen Besoldungsordnung. Möbel wirklich auffallend billig auf Die Anrechnung der früheren Dienst allerbequemite Teilzahlung nur im Möbelhaus Sumboldt, Butbufer Ste. 14. einem besonderen Beschlusse der Stadtjahre auf das Pensionsdienstalter bleibt Straßenbahn: Brunnenstraße, Ede Rü verordnetenversammlung vorbehalten. An gener Straße. 3 Minuten vom Bahnhof Umzugsfoften werden die nachgewiesenen Auslagen bis zur Höhe der staatlichen Möbel, Kredit und bar, billig und Gage erstattet. aut. Möbel- Lechner, Brunnenstraße 7, Rähe Rofenthaler Blak. AGUMA -GERSTENKAFFEE Anzüge Reichspatent N? 337168 ware. Gefundbrunnen. Bewerber mit Befähigung zum Richter • amt oder zum höheren Berwaltungsdienst Teilzahlung. Möbel jeder Art. Ge- und mit praktischer Erfahrung in der ringe Anzahlung, bequeme Abzahlung. tommunalen oder staatlichen Berwaltung Möbelhaus Luisenstadt, Röpenider wollen ihre Meldungen unter Beifügung Straße 77/78, Ede Brüdenstraße. bon Lebenslauf und Zeugnissen bei dem unterzeichneten Stadtverordnetenvorsteher Balsterkeller, Krautstraße 2. Riefen- in Herne( Rathaus) bis zum 1. Juli 1925 auswahl bildschöner Chaifelongues, einreichen. Rastenruhebett, Auflegematragen, Sofas, Feldbetten. Ratenzahlung. Herne, den 12. Mai 1925. 39/10 Der Stadtverordnetenvorsteher: Meter. Gebrauchte Säulenschränke 60, Nußbaum- Muschelschrank 50, Bertito 40, Fliesenleger geübte Töpfer oder Mahagoni- Kleiderschrank 45, Vertifo 35, Schaufelftuhl 15, dunkeleichenes Säulenund im Fliesenlegen Maurer stellt sofort ein Lüneburger Str. 13. büfett 175, Baneelfofa, neu aufgepol- Rekotnitz, Sel: Doabit 5256. ftert mit neuem Gobelinbezug, gedieaene Ausführung, 110, dazu zwei Armlehnfeffel mit demselben Bezug 80, Nußbaum- Vierzugtisch 125, Sofaumbau 60, Schreibfekretär 45, Balustraden, echt Mußbaum, 15, Trumeau 55, awei Muschelbettstellen 30 Goldmark. Möbelhaus Kamerling, Rastanienallee 56. Musikinstrumente Bianos preismert. Klaviermacher Lint. Brunnenstraße 85. Fahrräder Brennaborräder, Görideräder, Biktofur Klempner für Rahmenbau stellt laufend ein Norddeutsche Kühlerfabrik A. G. Berl.- Tempelhof, Oberlandstr.65 riaräder. Schlawe, Weinmeiſterſtraße Perfekte Regenschirm- Näherinnen dauernd. Gebrüder Hammerschlag, Oranienstraße 81/82. vier. Ravalieren DOR Kaufgesuche Monatsanzüge, Sommerpaletots, Ge In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. fellschaftsanzüge, torpulente Figuren, Rennmaschinen, Triumphrenner, BrenMarfiliusstraße 2, an Große Frant- Monatsgarderoben, fiaunend billig. Naß, frilher Mulacftraße, jeht nur Gormannstraße 25/26 furter Straße, laufen Sie vorteilhaft wenig getragene sowie neue Herren- nabor, Göride, Brachtmodelle, fchnei Damen-, Serren Frühjahrs Mäntel, garderoben in großer Auswahl au sen Edlawe, Weinmeisterstraße vier. dige Bielefelder Rennmaschinen 110.und Mariannenstraße 26. ferner Damen- Kleider, Rostüme, Rafaks, fationell billigen Preisen. Alle Act Damenrahmen, Tourenrahmen, RennGetragene Herrengarderoben, tadel- Herren- Anzüge, Herren- Satko und Man- Belzwaren staunend billig. Wolfsziegen Tos erhalten, große Auswahl, billige scheiteranzüge, Damen und Herren- 12.- nur im altbekannten Leihhaus rahmen, außerordentlich preiswürdig. Preise. Leihhaus Spiegel, Chauffee- oummimäntel. Teilzahlung gestattet. Stofenthaler Tor, Linienstraße 203/204, Schlame. Weinmeisterstraße vier. Straße 7. Bei genügender Legitimation wird die Ede Rosenthalerstraße. Keine Lombard- Riefenlager fabrikneuer Fahrräder Ware sofort mitgegeben. 55 Freilaufräder 68,-, Damenräder Monatsgarderobe, Lothringer Str. 56, eine Treppe, Rosenthaler Blag. Von Monatsgarderoben, Teilzahlung. Gardinen. Stores. Bett 75,- sowie Markenräder. Zubehörteile Millionären, Aerzten, Anwälten hurze Gummimäntel 15.- Fitchfe 8.- Wolfs- beden, Teppiche, Bettwäsche. 18- beden, Tischdecken, Steppdeden, Diwan- alles tonfurren los billig. Fahrradgroß Beit getragene Ravaliergarderobe, fabel- siegen 12., Federbetten, Metallbetten, Anzahlung, bequeme Abzahlung. MöbelGeringe handlung Waldemar- Ede Püdlerstraße. haft billige Preise. Serrenanzüge, Cut Bettfedern spottbillig. Neuwaren. Leih- haus Luifenstadt, Röpeniderstraße 77/78, awans, Emotinganzüge, Taillenmäntel, haus, Reinickendorferstraße 105, Rettel- Eele Brüdenstraße. Raumann- Rähmaschinen für Hausge Gummimäntel. Gelegenheitskäufe in bedplak. brauch und Gewerbe. Teilzahlung, Re neuer Garderobe. Weitester Beg Bettenverkauf! Neue Betten 17,50! paratur- Werkstatt für alle Snfteme lohnend. Gelegenheitskäufe! Serrenanzüge! 22,501 Brachtbetten 27,501 35,-! Bett- Fahrräder kauft Linienstraße 19 Emil Halbarth, G. m. 6. S., Friedrich. Republikaner, Achtung! Rauft Cure Brachtteppiche! Serrenhosen! Betten! Gardinenlager! wäsche fpottbillig! Reine Lombardware! Straße 55a. Merkur 6268. Steppdeden! Diwan- Nur Leihhaus Brunnenstraße 47. Windjaden, Mützen, Breeches, Gama- beden! Belzwaren! Bequemite TeilTeilzahlung: Rinderwagen, Rinder- fchen usw. billigst nur hei Seidenjumper Der Re- zalung bei Spottpreisen.( Reine Lom 2.50, Seidenfieider, betten. Große Frankfurterstraße gegen- publikaner Warenvertrieb", Wilmers- bardware.) Rulant und hoch beleiht die konPfandleihhaus, Muselinkleider #ber Markusstraße, Ball. 3.50, Muffelinjumper Schneider, zeffionierte Pfandleihe 1.75, Oberhemden 4.90, Schürzen. Gäst: Blumenstr. 87, unweit Aleganderstraße. dorf, Pfalzburgerstraße 8. haufer Allee 115( Nordring). Leppich- Schrager verkauft Teppiche zu lein, Invalidenstraße 152. Monatsgarderobe, wenig getragene unglaublich billigen Breisen. Elfaffer- Frads, Emotings, Jadettanzüge, Bein- Monatsgarderobe faufen Sie billig in Leihhaus Morikplak 58a verkauft auf Brake fechs, fein Laden. Heider zu Friedenspreisen sowie neue Sowidis Leibhaus. Prinzenstraße 105; Kredit und bar Monaisgarderobe, teils Ren eingetroffen große Boften Tep- Taillenmäntel int Monatsgarderoben- Anzüge, Fradanzüge, Emokinganzüge, auf Geibe. Jadettanzüge von 25. an, piche, Tisch- und Chaifelonguebeden auf haus, Oranienstraße 193( Seinrichsplak). Baletots, Cutawans, hochelegante Ulster, Taillenmäntel, bequeme An- und Abzahlung. Möbel Sportpelze, Gehpelze, Füchse aller Art. Gummimäntel von 12.- an, DamenLechner, Brunnenstraße 7, Nähe Rofen Damengarderobe, Gummimäntel, GarAuf Abzahlung Herrengarderobe, Gelegenheitstäufe in neuer Garderobe. mäntel, Rostüme, Sporipelze von 75.-, thaler Blak. Gehpelze. Extraangebot: Belzfragen, Elektrokaufmann, bisher leitende Bobinen, Stores, Bettwäsche, Julette, Monatsanzüge, Paletots, Gefellschafts- Mäntel, Jaden von 50.- an. Biliges fitionen, gute Schulbildung, fucht fofort Zeiterwagen, Rastenwagen, Räder und Steppbeden, Möbel, Küchen, Korb- anzüge fraunend billig nur bei Nak, Angebot in Teppichen, Wäsche, Betten passende Stellung, auch Ausland, 37 Achlen 5 Broz Rabatt, nirgends billiger möbel. Wilhelm Peters Rachf., Reu- Raftanienallee 84, Hochbahn Danziger usw. als bei Wenzel, Adalbertffrage 15. Extra- Abteilung in Schuhwaren Jahre, verheiratet. Angebote unter tölln, Friedelstraße 32. ftraße. Au ganz enorm billigen Breifen. W. 44 an Expedition des Borwärts". Taillenmäntel, Schön Geldverkehr Arbeitsmarkt Stellengesuche [ 8/8 Cadierermeister efonders mit guten Referenzen wirksam sind wird für eine Tele die KLEINEN phonfabrit in Buda ANZEIGEN in peft f. fofortigen Ein der Gesamt- tritt gesucht. Offerte auflage des m. Gehaltsansplichen Vorwärts" sub. ,, Teleph., Budaund trotzdem pest 6944", Haasen" !! billigstein& Vogler A. G. Budapest, V. Dorottya ucca 11. Zeifungsboten werden sofort eingestellt Markusstraße 36. Hamburg Tüchtiger, unverheirateter Bilderrahmen- Tischler perfett im Zuschneiden und Leimen, sofort für dauernd gesucht. Angebote mit Zeugnisabfchriften an Ortwein& Sohn Bilderrahmen- Fabrik Hamburg 11, Rödingsmarkt 14. Bad Wildungen für niereu. Blase Zur Haus- Trinkkur: bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiss Zucker Helenenquelle Badeschriffen sowie Angabe billigster Bezugsquellen für das Mineralwasser durch die Kurverwaltung Unterhaltung unö �Dissen öeilage des vorwärts /lmnestien unö Ernennungen. wie verlautet, wirö anläßlich öes Amtsantritts öes neuen Reichspräßöenten Ruth 5 l scher wegen erfolgreicher Wahlhilfe zur Inhaberin öes 7. Republikanischen Husaren- regiments ernannt werüen. Der Zweikampf. 2] Von Iwan heilbut. „Bitte?"' fragte er und hatte den Nacken gekrümmt, so war er oerwundert. „Wir müssen uns schlagen," sagte von Gara;„oder schießen. Mir ist das gleich." Jakob konnte ihm nicht mehr in die Augen blicken, er hielt ihn für wahnsinnig. Absichtlich ließ er das Brotbeutelchen wieder fallen.! bückte sich umständlich, steckte auch den Finger zwischen Strumpf und Pantoffel und drückte die Hacke fest hinein. Aber dann mußte sein Kopf wieder hinaus in die Höhe, es gab da unten nichts mehr zu tun. Und er blickte Herrn von Gara auf die Lippen, was die jetzt wohl sagen würden. „Ich sende Ihnen morgen den Sekundanten", hörte er sogen: „ich habe die Ehre." .Danke," sagte Jakob und ging mit dem Beutel hinaus..Brot- beutelchen, schlaf gut und träum schön," sagte er an der Tür. Denn das sagte er jeden Abend. Er legte sich schlafen und sagte nichts.— Wenn ich es sage, kann sie nicht schlafen, dachte er, indem er einen Pantoffel am andern herabstrich. Dann zog er die Beine ins Bett und schnarchte. O* * .Llusstehn, du Waschlappen", schrie Frau Joly am nächsten Morgen. „Ach ja", sagte er und wölbte die Brust,„nur gut, daß ich noch lebe. Im Traum hat man mich aus einem Kanonenschlund in die See geschossen." Später beim Kaffeetrinken, wo er ein Brötchen schneidet, sagt er:„Bon Gara will sich mit mir duellieren." Frau Joly starrt ihm aus«inen Punkt seiner Stirne. Aber der Waschlappen schneidet das Brötchen richtig durch und streicht auf jede Hälfte ein Stückchen Butter. „Was will von Gara—" sagt Frau Joly. „Sich duellieren", sagt Jakob. „Mit wem?" „Mit mir.— Heute kommt ein Sekundant.— Du hast ihn beleidigt. Komm, es ist Zeit zu gehen." „Was will denn der Sekundant von mir?" .Er will mich fragen, ob ich mich lieber schieße oder mkt Degen schlage." „Aber hast du ihn denn auch beleidigt?" .Er hat mich gestern abend gefordert, ich bin dein Sohn, und nach seinem Kodex muß da» so sein." „Das tust du nicht, mein Kind", rief Frau Joly und schloß den Kops des Sohnes in ihre Arme.„Mein Kind", rief sie unaufhörlich, „mein Kind, du bleibst mir am Leben... Mein gutes Kind, mein Kind." .La", sagte Jakob und stand auf. „Ich kann heute nicht mit dir gehen", sagte Frau Joly. Sie preßte seine Hände, küßt« ihn auf die Stirn. Jakob ging. Frau Joly wanderte in der Küche unaufhaltsam um den Tisch in der Mitte. Auf diesem Tisch lag das Kündigungs- schreiben, das Jakob ausgeschrieben hatte. Endlich blieb sie stehen, sah starr auf das Papier hinunter, nahm es langsam und legte es zwischen Gabeln und Löffel in eine Lade. Aber von Gara klingelte an diesem Morgen nicht. Seit acht Monaten, Morgen für Morgen, hatte er zweimal geklingelt. Aber heute wollte er keinen Kaffee haben. Frau Joly stand aber bereit und als von Gara über den Korridorr stiefelte, sprang sie ihm sporn- streich? nach. Kurz vor der Haustür holte sie ihn ein. „Sollte ich Sie beleidigt haben, verzeihen Sie das", sagte sie. Herr von Gara sah mit offnem Munde drein. Wie verdutzt er war! Dann drehten sich seine dunklen Augen und flackerten kühn. „Zu spät", sagte er, legte die Hand an die Sportmütze, die er trug und griff an die Klinke. Die Haustür schlug, Frau Joly stand da. „Zu spät", hatte er gesagt. Er hatte„zu spät" gesagt. '." Abends, als Jakob über dem Teller saß und mit der Gabel seine Kartoffeln zerbreite— kam Herr von Gara mit Schlüssel- gerassel nach Hause. Frau Joly im Sofa, die zusaj), wie Jakob aß, sprang auf. Und Herr von Gara sprach mit lauter Stimme, wäh- rend er über den Flur ging. Und eine laute Stimme antwortete ihm. das war eine männliche Stimme, da konnte kein Zweifel sein. Natürlich, das war der Sekundant. „Sprich kein Wort, gib keinen Laut von hir". flüsterte sie. „Wenn er mich ruft, rühr ich mich nicht." Aber mit einemmal kamen Schritte über den Gang und näher- ten sich der Neinen Stube. Das war nicht von Garas Schritt, das war der Sekundant, er kam nun, Jakob zu holen. Und wie die Mutter den Atem anhielt, klopfte es an die Scheibe. Einmal, zwei- mal, dreimal. Der Sekundant mit Pistolen, ohne Zweifel. Frau Joly sprang an die Tür, und, indem sie rückwärts nach ihrem Sohne sah, schrie sie mit übernatürlicher Kraft:.Er ist nicht zu Hause... mein Sohn..." Mit dieser Erklärung war dex Klopfer nicht zufrieden. Kein Schritt wurde laut. Er stand noch draußen. Plötzlich klopfte es wieder. Einmal, zweimal, dreimal. Man sah den Knöchel an die Scheibe schlagen. Jakob stand auf. lieber sein Essen deckte er einen Teller. Frau Joly hängte sich an seine Schulter, sie wollte ihn nicht vorwärts lassen. Aber der Waschlappen tat. was er wollte. Er schob seine Mutter neben sich her, an der Türe drehte er den Schlüssel, Frau Joly versuchte, ihn wieder zurückzudrehen, aber es war vorbei. Jakob hatte die Tür bereits geöffnet. „Sie wünschen?" hörte die Mutter ihn fragen. „Horoath," hörte sie sagen,„Sekundant meines Freundes von Gara." „Und Sie wünschen?" .»Tag und Ort und die Art des Zweikampfes festzulegen." „Die Art ist mir gleichgültig," hörte sie Jakob sagen, ja wahr- hastig, das sagte er. sie kniff ihn in den Rücken, aber er fühlte wohl nichts, sein Fell war ja so dick wie Bärenfell: er fuhr fort: .Aher, was den Ort der Handlung betrifft, so habe ich einen ganz bestimmten Ort, wo ich mich schlagen und schießen werde." „Bitte." hört« sie diesen Sekundanten sagen. „Ja," sagte Jakob,„dort und nirgendwo anders will ich mich schießen und schlagen.— Nämlich im Mond, an der MUchstraßen- eck.— Verstanden?" Und mit einemmal schlug der Waschlappen mit solcher Gewalt die Tür in die Pfosten, daß der Mörtel hinter den grünen Tapeten wie Sand an den Wänden heruMerrann. Dann setzte er sich m seinen Sessel, zerbreite die letzten Kar- tostet«. Frau Joly hatte schon wieder abgeschlossen. Sie stand am Tisch und sah unentwegt den Waschlappen an. Draußen hörte sie Schritte, sie wurden leiser. Der Sekundant berichtete jetzt seinein Freunde. Was würde nun werden, was?— Sie setzte sich in ihr Sofa und legte die Hände gefaltet zusammen. Aber ihr Sohn, ihr Sohn, ihr Sohn! So hatte sie ihn noch niemals gesehen. ., i. Da wollte von Gara nicht bezahlen! Er sagte das glatt heraus: Er würde nicht eher die Miete- rechnung begleichen, als Jakob Joly, dem der Himmel gnädig sein möge, sich mit ihm geschlagen habe. Er kenne den Kodex, ja, er kenne ihn. Und er handle danach. Da fragte Frau Joly, ob er denn kein Fieberthermometer im Haus hätte?— Und da wollte von Gara erst recht nicht bezahlen. Als sie ihren Sohn auf der Straße traf— denn sie war ihm ein Stück Weges entgegengegangen, wie alle Tage— seufzte sie: „(Er will nicht bezahlen, wenn du dich nicht mit ihm schießen willst." — Jakob sagte gar nichts, er blickte hinüber auf die andere Seite der Straße, wo viele Karren mit Früchten standen. „Aber lieber soll er mich arme Witwe noch ärmer machen," sagte sie wieder,„und soll mich verklagen, wie er droht. Und oben- drein steht noch nicht fest, wer den Prozeß verliert." _(Schluß folgt.) Neues von üeu Motten. In Deutschland fällt den Motten jährlich Wolle im Werte von mehreren Millionen Goldmark zum Opfer, und fast jeder HaushaU hat unter der MoUenplage zu leiden. Eifrig stellt man jeder Molle nach, die im Zimmer umherfliegt: man versucht mll Kampfer oder Naphthalin die Schädlinge zu vertreiben und durch häufiges Klopfen die Kleidungsstücke und Polstermöbel usw. vor ihnen zu schützen. Alle» da» hat wenig Zweck. Ob die stark riechenden Mittel wirklich abschreckend wirken, wird von der Wissenschaft sehr bezweifelt, da bei den Mollen noch keine Geruchsorgane aufgefunden worden find. Das Wegfangen umherfliegender Mollen ist auch so gut wie zweck- los, da es sich hierbei fast stets um Männchen handelt, die in sehr groß«: Zahl vorkommen, so daß ein Kampf gegen sie aussichtslos ist. Die Weibchen sitzen meist in einem Schlupfwinkel oerborgen: sie sind sehr festen anzutreffen, well sie kaum fliegen und weil ihre Zahl im Vergleich zu den Männchen gering ist(auf 1 Weibchen koxnmcn 100 Männchen!) lieber die Lebensweise der Motten war bisher kaum etwas bekannt. Erst durch die neuesten Untersuchungen von Dr. Titschak und Dr. Meckbach sind wir Hartiber unterrichtet worden: daher ist jetzt auch eine erfolgversprechende Mottcnbekämp- sung mögllch. Die Motte« lege» nicht, wie meist angenommen wird, ihre Eier an Kleidungsstücke, Pelze usw., sondern sie werden in einem Winkel, in Fußbodenritzen usw. abgesetzt. Die ausgeschlüpften Räup- chen, die noch nicht einmal 1 Millimeter lang sind, beginnen zu wandern und Nahrung aufzusuchen: meist fallen sie erst über den Leichnam ihrer Mutter her, die gleich nach der Eiablage gestorben ist. Haben sie einen geeigneten Fullerstoff gesunden, so fressen sie große Mengen davon auf und wachsen rasch heran. Erst jetzt werden sie im allgemeinen gesehen, weil sie nun groß genug geworden sind. Aber es ist schon zu spät: die Löcher sind gefressen, und beim Klopfen halten sich die meisten Raupen am Gewebe fest. Dr. Titschak kommt daher zu dem Ergebnis, daß die Motten nur dann wirksam zu be- kämpfen sind, wenn man die Futterstoffe für sie ungenießbar macht. Nachdem über 2000 chemische Stoffe durchgeprüft worden sind, fanden die genannten Forscher im„Eulan" ein Mittel, das wenigstens die Wollsachen für Mottenraupen ungenießbar macht, ohne aber die Stoffe irgendwie zu verändern oder zu schädigen. Der bekamste Entomologe Prof Hase empfiehlt auch das pulverförmi�e Hexa- chloräthan als Einstreumittel, welches Eier und Raupen in kurzer Frist vollständig abtötet. Eine wirksame Mottenbekämpfung ist also jetzt möglich geworden.__ Eigenartige Wirkungen des Radiums. Die wunderbaren Strahlen, die dauernd vom Radium ausgesandt werden, üben nicht nur starke Wirkungen auf Mensch, Tier und Pflanze aus, sondern auch leblose anorganische Substanzen werden durch sie oft weit- gehend verändert. Hierzu gehören z. B. die Farbänderungen von Mineralien und Edelsteinen. Farblose Edelsteine nehmen unter dem Einfluß der Radiumstrahlen eine deutliche Färbung an: ahn- lich werden manche Glassorten violett gefärbt, weil die Strahlen im Glase Mangan zur Ausscheidung bringen. Bemerkenswert ist auch die Verwandlung von Sauerstoff in Ozon und von weißem Phosphor in roten, welche unter dem Einfluß von Radiumstrahlen vor sich geht. Bergkristall, Flußspat und Diamanten zeigen nach Radwinbestrahlungen eine geheimnisvolle Phosphoreszenz. Daß die photographische Plalle durch Radiumstrahlen geschwärzt wird, dürft« allgemein bekannt sein. Wie man(fliegen abrichtet. Bor einiger Zell gelang es einem Forscher Schmeißfliegen abzurichten, was man allerdings nicht allzu wörllich nehmen darf, denn kein Mensch wird es je so weit bringen können, daß eine Fliege lieber eine Arbeit verrichtet, als ihre Flügel zu gebrauchen, um davon zu fliegen. Begonnen wurde das Ab- richten mit der Gewöhnung der eigens zu diesem Zweck in einem „Käfig" gezogenen Fliegen an die Gesangenschast, sowie an eine regelmäßige Fütterung, wobei die Fliegen so zutraulich wurden, daß sie sich sogar berühren ließen, ohne aufzufliegen. Man bracht« es schließlich so weit, daß die Fliegen nicht nur Zündhölzer, winzige aus Kork gefertigte Hanteln, sowie Brotkügelchen halten lernten, sondern auch mit den Beinen ein feines Uhrrad zu treibe» vermochten. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin B. 68, Lindenstraße 3, ff's für Groß- Berlin fiets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trev. rechts, zu richten. 3. Kreis Wilmersdorf. Karten zu Grabbes Napoleon" am 17. Mai und zur Oper„ Boccaccio" am 21. Mai find bei Chanm, Augustastr. 6, zu haben. Heute, Sonnabend, den 16. Mai: Junginzialisten. Gruppe Tempelhof- Mariendorf: Fahrt nach der Märkischen Schweiz. Treffpunkt 6 Uhr Kaiserin Augusta- Straße. Rachzügler Sonntag früh 16 Uhr Bahnhof Tempelhof. Morgen, Sonntag, den 17. Mai: 43., 44., 45., 47. Abt. Genossen, die in den angrenzenden Straßen des Mariannenplages, der Manteuffel, Reichenberger, Admiral- und Grimmstraße mohnen, flaggen am Sonntag mittag beim Borbeimars des Reichsbanners die Reichsfarben. Jurosozialisten. Gruppe Schöneberg: Früh 64 Uhr Treffpunkt am Bahnhof Schöneberg zur Fahrt nach Eadowa. Rinderfreunde Schöneberg. Früh 7 Uhr Treffen am Bhf. Schöneberg, Fahrt nach Birkenwerder. Fahrgeld etwa 80 Bf. * 3. Abt. Neukölln. Montag, den 18. Mai, 7½ Uhr, veranstalten die Geno finnen in Wolfs Gesellschaftshaus, Rirchhofstraße, einen Seiteren Abend. Alle Genoffinnen und Genoffen sowie eingeführte Gäste willkommen. Arbeitersport. Frühjahrssportfest der Leichtathleten. Mit dem Erwachen in der Natur erwacht auch in dem Arbeitersportler die Sehnsucht der Betätigung im Freien. Cifrig wird auf den wenigen zur Ber. fügung stehenden Sportplägen geübt. Gewiß ist auch der Winter nicht untätig Pilz norübergegangen, aber er bleibt doch für den Beichtathleten immer nur Erfag. Nun blühen draußen die Bäume, faftiges Grin an Baum und Strauch erfreut das Auge. Mit nadiem Oberkörper tummelt sich in der Freizeit der Sportler auf dem grünen Rasen und der schwarzen Aschenbahn. Dort fliegt der Speer, hier springt einer in die Weite und da laufen sie im friedlichen Wettkampf um die Bruchteile einiger Getunden um die Wette. Satte schon der Frühjahrswaldlauf die Groß- Berliner Vereine auf die Beine gebracht, so daß 500 Teilnehmer unterwegs waren, so wird das Früh jahrssportfest im Lichtenberger Stadion ebenfalls ein Fest der Masse für die Maffe werden. Die Meldungen sind zahlreich aus dem ganzen 1. Kreise des Arbeiter- Turn- und Sportbundes eingelaufen. Go werden it den 100 Meter 2äufen über 90 Sportler und Sportlerin nen antreten. Die Mittelstrede über 800 Meter ist mit 18 Läufen besezt. Auf die weite Reise von 5000 Metern gehen 29 Teilnehmer. Außerdem find die Jugendlichen, ältere Sportler und die Sportlerinnen sehr zahlreich in den Sprung, Wurf- und Stoklonkurrenzen vertreten. Von ganz besonderem Intereffe dürften wie immer die Stafetten sein. 127 Mannschaften treten in den verschiedenen Stafetten an. So wird denn das Frühjahrssportfest die Probe dafür sein, ob die vorbereitende Winterarbeit in den Turnhallen von Erfolg getrönt ift. Der Eintritt inkl. Programm beträgt für Erwachsene 75 Pf. Die Borkämpfe beginnen um 1 Uhr nachmittags, die Hauptkämpfe um 3½ Uhr. GB. Borwärts 1897, e. B., Gruppe Lichtenberg. Gonntag, den 17. Mai, 3 Uhr, Aubaden im Rummelsburger Geebad. Beadeabende ab 18. Mai Dienstags und Freitags von 6-8 Uhr. Schwimmschüler täglich. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefchäftsstelle: Berlin G. 14, Gebastianfte. 37/38, Sof 2 Tr. Kamerabschaft Lichtenberg nebst Untergruppen: Sonnabend, den 16. Mai, abends 6% Uhr, Antreten bei Strüger zum Marsch nach Treptow zur Bannerweihe der Kameradschaft Friedrichshain. Sonntag, den 17. Mai, vormittags 11% Uhr, Antreten der Kameradschaft bei Arüger zur Teilnahme an der Bannerweihe der Rameradschaft Kreuzberg. Vollzähliges Erscheinen Pflicht. Kamerabschaft Kreuzberg: Gonntag, den 17. Mai, nachmittags 1 Uhr. Treffpunkt der gesamten Rameradschaft auf dem Mariannen plas amt Feuerwehrdenkmal zur Bannermeihe. Weiheatt um 2 Uhr auf dem Blake vor der Melanchtonkirche, am Ende der Dieffenbachstraße. Nach Schluk der Weihe Marsch zur Bockbrauerei, Fidicinfir. 2-1. Dafelbft großes Bolfsfest. Bollzähliges Erscheinen Pflicht. Jugendgruppe Südost: Vormittags 10½ Uhr bei Lier, Naunynstr. 9, Vollversammlung. Mittags 12 Uhr Antreten Laufiker Plak. Kameradschaft Charlottenburg: Sonntag, den 17. Mai, vormittags 9 Uhr, treffen sich die Remeraden im Vereinslokal Wilhelmshof, Berliner, Eingang Spreestraße. Rückkehr um 1 Uhr. Sämtliche Kameradschaftsfahnen, die fich noch im Besize der Kameraden befinden, find sofort in Vereinslokal abzugeben. Kameradschaft Tempelhof: Sonntag, den 17. Mai, nadmittags 1 Uhr, Treffen zur Bannerweihe der Kameradschaft Kreuzberg am Bahnhof Tempelhof. Kameradschaft Reutöün- Brig: Sonntag, den 17. Mai, nachmittags 12% Uhr, Treffen der Kameraden am Hermannplag zur Beteiligung an der Bannerweihe der Kameradschaft Kreuzberg. Kamerad. schaft Pankow nebst Untergruppen: Sonntag, den 17. Mai, mittags 12 Uhr, Antreten der gesamten Rameradschaft Schönhauser Allee, Ede Bornholmer Straße. Kameradschaft Röntgental: Sonntag, den 17. Mai, vormittags 11 Uhr, Abfahrt vom Bahnhof Röntgental zur Teilnahme an der Banner Iweihe der Kameradschaft Kreuzberg. Nachzügler 14 Uhr Bahnhof Röntgenial. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr, Pappelallee 15, Vorfrag des Herrn Dr. S. Haffe:„ Das Recht auf Wachstum". Harmonium: Aus L'Arlésienne( Bizet). Gäste willkommen. Dienstag, den 19. Wai, abends 8 Uhr, Bromberger Straße( Schule), Vortrag des Herrn Dr. K. Sturm:„ Die neue Schule". Berband Bollsgesundheit, Ortsverein Berlin. Gonntag, den 17. Mai, Wanderung Mahlsdorf- Haidefee- Blumberg. Treffpunkt 7 Uhr früh Schles. Bhf.( Haupteingang). Abmarsch 8 Uhr Bhf. Mahlsdorf. Fahrgeld 80 Bf. Führer Genoffe Otto Adam. Berliner Esperanto- Bereinigung, e. B. Unter diesem Namen wurde ant 12. d. M. von einer Reihe bereits bestehender Esperantovereine ein neuer Berband gegründet, der bezwedt, alle Interessenten der Weltverkehrssprache Esperanto" zusammenzufaffen sowie deffen Ausbreitung und Nußbarmachung für gemeinnügige Dienste systematisch zu fördern. Die Geschäftsstelle tr Berlin- Steglig, Stubenrauchplag 5( Steglis 2350), gibt gerne jede gewünschte Auskunft. Schuh- Produktis- Genossenschaft. Sonntag, den 17. Mai, 3 Uhr nachmittags, beim Genossen Arüger, Wilmersdorf, Auguftaftr. 27, 4 Tr., Borstands- und Aufsichtsratsiigung der Schuh- Produktiv- Genossenschaft. Montag, den 25., bei Moor, Lichtenberg, Neue Bahnhofstr. 28, Generalversammlung. Nor Hautana Knorr 6 TellerS Wozu die viele Arbeit beim Suppekochen? Nehmen Sie eine Knorr- Suppenwurst, die nur mit Wasser aufgekocht eine Suppe für wenig Geld aber von vor. züglichem Geschmack ergibt. In 7 Sorten bel Ihrem Kaufmann erhält. lich.1 Stück 6 Teller= 35 Pfennig. Knorr- Erbswurst in alter Güte wieder überall erhältlich. Aus elastischem direkt auf der Haut Tricotgewebe KROTOWSK 2501 Mit der OriginalEtikette und dem eingewebten Namen Mech. Trikotweb. Stuttgt. Ludwig Maier& Co. A.- 6. in Böblingen w. S. Lindauer& Co., Korsettfabr., Stuttgt.- Cannstatt. Donnerstag vormittag verschied nach furzer Krankheit mein geliebter Mann, unser Bruder, der Korrektor Oswald Strobel im Alter von 65 Jahren. Um ftilles Beileid bitten die trauernden Hinterbliebenen [ 897b Frau Strobel nebst Geschwistern. Einäfcherung Montag, d. 18, nachm. 4 Uhr, im Kremat, Baumschulenweg. Amtliche Wettannahme des Union- Klubs Berlin NW 7, Schadowstr. 8. Annahme von Wetten für alle Rennen in der Zentrale, Schadowstr. 8, in allen Filialen und bei den größeren Renn- Vereinen im Reiche. Auszahlung der vollen Totalisatorquoten ohne jeden Abzug. Schriftliche Aufträge und Anträge auf Konto- Einrichtung sind nur an die Zentrale zu richten. Trabrennen Ruhleben Sonnabend, den 16. Mai, nachm. 3 Ubr Ischias Hüft.. Gesäß and Bein, wen ärztl. festgestellt, In 15 Tagen sind Spezialbehandl. Nur für schwere Fälle beseitigt worden. Unantastbare Hailerfolge. Bestätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. lavalidenstraße 106. 9-11. 1-4. Sonntag 10-12. Jacoby. Waschstoffe Musseline- Imitat. in großer Auswahl Mir. 0.95 Trachten- Zephir in neuen Karos, Mtr. 1.85 1.25 Waschrips gute Qual., 1.95 viele Farben, 80 em br. Mtr. Seidenbatistschweiz.1.55 Ware ca 110 cm breit Mtr. Frotté weiß, doppel 1.95 Mtr. breit.. Foulardine 100 em breit, nene Muster Mtr. 2.45 1.95 Frotté 100 cm breit, mod. Streifen u. Karos Mtr. 2.45 1.85 Schweiz. Vollvoile in den neuen Farben Mtr. 2.45 Opal 110 em breit 2.35 Schweizer Qualität.. Mtr. Schweizer Voile in diesjähr. Must. Mtr. 3.75 2.95 Wollmusseline in spart. Mustern Mir. 3.85 2.95 Gardinen Gardinenstoffe Vitragenbreite Mir. 0.55 0.38 Gardinenstoffe Schalbreite... Mtr. 1.25 0.95 Etam.- Halbstores 1.95 mit Einsätzen.... 2.80 Halbstores englisch Tüll 3.95 2.45 Künstl.- Garnitur. gewebt Tüll, Steilig 4.85 3,45 Madras- Garnit. buntfarbig, Steilig. 7.50 5.50 Bettdecken 2 bettig. $ 9.50 6.95 Das 1. Pfingst Angebot Seide- Kleiderstoffe Kunst- WaschSeide hübsche Streifen... Mtr. 2,95 Bastseide gestreift... Meter 4.95 Bastseide 3.75 naturfarbig, 80 cm br. Mtr. 3.90 Bastseide bedruckt...... Meter Waschseide weiß und farbig 6.90 Meter 3.75 Crêpe de Chine gr. Farbenausw.. Mir. 7.50 5.90 KunstseidenTrikot 140 cm breit.... Meter 3.95 Gabardine elfenbein schwere 8.50 Kostümware 130cm br. Mtr. Cheviot elfenbein 130 cm breit.. Mtr. 4.75 Wollbatist elfenbein doppelt breit.... Mtr. Strümpfe mit Doppelsohle u. Hoch3.95 2.90 Damen- Strümpfe ferse, in allen Farben Paar 0.95 Damen- Strümpfe Seidenflor, alle Modefarben Paar .. 1.65, 1.45 1.25 Damen- Strümpfe 1.45 Krepp- Kleid neue, karierte Master 975 Kostüm für Sport und Reise, reinwollene Burburryart Foulard- Kleid reine Seide, in den neuen Mustern 4900 3800 Marquisen- Stoffe Herren- Socken 0.75 Tuch- Mäntel glattfarbig u. gestreift, in feinen Farben Paar 0.95 Herren- Socken alle Breiten vorrätig. gestreift und kariert 0.95 Paar 1.25 Außergewöhn liches Angebot! Serie IV Serie I Jugendliche u. Frauenformen Serie III 2900 23 Co Serie 1 1900 15⁰⁰ Der Tages- Artikel: Mäntel- Kostüme aus burburryart. Stoffen! Reise- Mäntel aus reinwoll. burburryartig. 26.00 Stoffen, mod. Gürtelform Herrenform Mäntel moderne mit Falte n. Rückengurt, 35.00 reinw. burburryart.Stoff. Frauen- Mäntel weit und lang, reinwoll. 49.00 burburryart. Stoffe Reise- u. Sportaus reinKostüme wollenen burburryart. Stoffen auf 49.00 Beidenserge 89.00, 59.00 OttomaneMäntel 39.00 48.00 braun Wäsche Damen- Hemden mit Hohls. od. Stickerei 2.45 Kasack1.65 Untertaillen form1.95 mit Hohls. od. Stickerei 2.45 breit Prinzeßröcke mit Stickereigarnierung. 5.753.75 Hemdhosen mit Hohlsaum od. Stickerei, 2.95 amerikanische Form. 8.95 Garnituren Beinkleid 5.95 Hemd, u reiche Garnierung 5.95 Damen Nachthemden Schlupf form, breiter Stickerei 4.76 Kunst Unterkleider seidene alle Modefarben $ 3.75 5.75 3.95 Kleider Blusen aus weiß. Voll- 3.75 Blusen voile 6.75,5.50 Kasaks a. weiß. Vollvoile...... 12.50, 8.75 Kasaks Musseline, a. in neuen Mustern.. 3.75 6.75 2.25 Kasaksa Kunstseide, 3.75 in allen Farben 7.50, 5.50 Kleider aus Vollvoile, weiß, hübsche 8.50 Anführung 18.50, 10.50 Vollvoile Kleider elegante16.50 Ausführg. 29.50, 24.50 Kleider aus bedruckt. Vollvoile.. 16.50, 12.50 Kleider& reinwoll. Musseline 19.50, 16.50 양 Die moderne 9.50 13.50 Herrenform 3900 Rips- Moutine M. LINDEMANN& COCKT Berlin. Candsberger Allee 29 Mein Turmftr. Berlin Hauptfr.149 Nordosten Schoneberg Ecke Berlin Ottostra Moabit