Nr. 120. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit tllustr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartat. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Breisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vore mittags geöffnet. fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 25. Mni 1895. Expedition: SW. 19, 33enth- Straße 3. Die Reichstagsfelton, Diesmal war es ähnlich. Es handelte sich um einen| sturz- Vorlage" ausgearbeitet V Beseitigung Caprivi's, der zu ehrlich und weitsichtig war, um sich zu der Verschwörung herzugeben. Und Aufregung und Verwirrung der Wähler durch das Rothe Gespenst, sodaß sie, blind vor Angst, wie 1878, in das Netz der Junker hineinstürzen, und freudigen Herzens den Arm für den großen Aderlaß hinreichen, sich selbst einen Maultorb anlegen, und das allgemeine Stinim recht, die Grundursache alles sozialdemokratischen und anarchistischen Uebels, aus freien Stücken in den Orkus hinabschleudern würden. Der erste Theil des Aktionsprogramms machte teine Schwierigkeiten- wo türkische Zustände sind, da ist ein unbequemer Großvezier rasch aus dem Wege geräumt. Das wissen wir schon aus Tausend und Eine Nacht. Desto schwieriger zeigte sich die Durchführung des zweiten Programmtheils. Am 5. Dezember trat der Reichstag zusammen. Die Umfturzvorlage, deren unbedingte und ungefäumte Annahme noch vor Berathung des Haushalts. Etats die Regierungspresse brutal gefordert hatte, war noch gar nicht fertig. Und der Reichstag ging ruhig an die erste Bes rathung des Etats. Jeder Tag legte neues Zeugniß ab für die Rathlosigkeit der Regierung, die Verworrenheit der Lage. Kein Zweifel, der neueste Kurs" hatte keinen Kurs. Kein Zweifel, Fürst Hohenlohe war nur ein provisorischer Reichskanzler, der einem Unbekannten und Ungewissen als Plazhalter diente. Kein Zweifel, der neueste Kurs" war ein Sprung ins Tunfle. hütete sich jedoch wohlneuen Raubzug der Junker und, damit das Volk keinen weislich mit ihr an die Deffentlichkeit zu gehen. Dem Reichs welche heute- am 24. Mai 1895 unter einigem Nach- Widerstand leisten könne, um die Knebelung des Volkes tag wurde von der Regierungspresse teck die Pistole vorgedonner und Geblige und scharfer gegenseitiger Abrechnung und um seine Entrechtung. Ein neuer Aderlaß bis gehalten: Sofort annehmen oder Der Geder betrogenen Betrüger von Volksfeinden schloß, war eine zur Weiß blutung zu Ehren Molochs und Mammons, dankenstrich konnte Auflösung bedeuten und auch ute hr. der stürmischsten und ereignisvollsten, vielleicht die stürmischste ein Riesenalmosen für die Junker, Liebesgaben in Tas Spielen mit dem Staatsstreich hatte schon und ereignißvollste, die der Deutsche Reichstag, mit sammt Permanenz und Vernichtung der Preß angefangen. seinem Vorgänger, dem Norddeutschen Reichstag, gesehen freiheit und des allgemeinen Stimmrechts Nun der Reichstag wurde für den November, wo hat. Nur die erste Session des Norddeutschen Reichstags, das war der Plan. Zu seiner Verwirklichung war gewöhnlich die Session beginnt, zusammenberufen. Allein die Session des französisch deutschen Bruderkriegs, dessen zweierlei nöthig: bald stellte sich heraus, daß der neueste Kurs" seinen Kurs düstere Schatten ein Bierteljahrhundert lang auf dem polinoch nicht gefunden hatte; und so mußte die Gröffnung des tischen Leben Deutschlands gelegen haben, so daß das Gift zu Reichstags um einige Wochen verschoben werden der Bismarck'schen Blut- und Eisenpolitik in das Mark der eine Maßregel, die in Deutschland ohne Beispiel war und Nation dringen konnte, war annähernd so stürmisch. die Rathlosigkeit des neuesten Kurses" sofort in grelle Bes Diesmal waren es Stürme auderer Art. Dank der leuchtung brachte. Entwicklung der sozialdemokratischen Partei hat ein organischer Gesundungsprozeß begonnen, das Gift der Knecht seligkeit und fittlichen Fäulniß scheidet sich allmälig aus dem Körper der Nation aus, und unter den Fahnen der Sozialdemokratie hat sich Alles geschaart, was unter der sozialen und politischen Mißwirthschaft leidet, und fämpft den großen Kulturkampf des Menschenthums und der Gerechtigkeit gegen die mehr und mehr in Barbarei zurückfinkende Welt des Mammonismus, die, an sich selbst verzweifelnd, keine anderen Argumente mehr hat, als den letzten Grund der Könige: Kanonen, Flinten und Säbel. Nicht äußere Fragen, wie 1870, sondern innere Ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Und der Rothe waren es, die diesmal den Reichstag beschäftigten. Die Schrecken des Attentatsjahres 1878 hatte dem deutschen Gegensätze, die im deutschen Staatswesen unvermittelt Seite Michel, der damals auf den Leim ging, vier bis fünf an Seite enthalten find, platten auf einander, und ist auch tausend Millionen Mart, alles in guten, schweißgedingten urch keine Entscheidungsschlacht geschlagen worden, so wird Arbeitergroschen, gekostet. Mochten die Junker und ihre fie doch vorbereitet die Entscheidungsschlacht zwischen Hurrah- brüllenden Echlepper, die Nationalliberalen, seit den zwei feindlichen Prinzipien, die in der deutschen Reichs- der Ermordung des französischen Präsidenten durch einen verfassung stecken: der Volkssouveränität, ruhend italienischen Epileptiker noch so laut nach Schutz der Gesell- Auch die rohe Entrüstungs- Posse, welche die auf der Granitbasis des allgemeinen Wahlrechts, und dem schaft" gegen die„ Umfturzparteien" zetern- das Volk bewahrte Junkerfippe zur Einweihung des neuen Reichstagsbaues am mit der Pickelhaube bekleideten und mit Feßen mittel- fich den Muth der Kaltblütigkeit", der den Lentchen am Steuer zweiten Tage der Session, am 6. Dezember, aufführte, weil alterlichen Feudalsputs verbrämten Polizei- und ruder so kläglich abhanden gekommen war es fonnte sozialdemokratische Abgeordnete bei einem Hoch auf den Kaiser Militär Regimente. nicht begreifen, warum wir Deutschen dafür gezüchtigt im Reichstage sitzen blieben, konnte ihren Zweck der Die Session hub an im Zeichen des Um sturze 3. werden sollten, daß wir teine anarchistischen Verbrechen" Reklame für das Monstrum nicht erreichen und das Einen Monat vor der Frist, wo gewohnheitsmäßig die verübt oder geduldet hatten. Und die Umsturz- Komödie Pfui! fiel auf die ungeschickten Ordnungs- Radaubrüder Reichstags- Session ihren Anfang nimmt, war plötzlich der fiel elend ins Wasser. Denn etwas anders als zurück. Reichskanzler, der die vorherige Session als Triumphator eine Komödie war es nicht gewesen. Und die Art und und gefeierter Günstling seines Monarchen geschlossen hatte, von demselben Monarchen knall und fall entlassen worden. Um die Serail- Verschwörung, der Caprivi zum Opfer fiel, zu mastiren, war einige Monate vorher der Um sturzradau in Szene gesetzt worden wie weiland 16 Jahre früher der Attentats Spektakel, der nur die homerische Wolte bildete zur Verhüllung der Rüstungen für den großen Raubzug, den die verbündeten Schlot- und Krautjunker gegen die Taschen des arbeitenden Volkes geplant hatten. = % Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] Berliner Märztage. Endlich wagte die Umsturzvorlage sich aus Tageslicht. Kein Wunder, daß sie es gescheut, wie das höllische Feuer. Juristisch und politisch ein Monstrum. Die Willkür auf den Richterstuhl gehoben. Jeder geächtet, der den Gewalt habern des Tages mißfiel. Nie hat ein Gesetzesvorschlag ein beschämenderes Fiasko erlitten. Noch weniger konnte die vom Polizeiminister des neuesten Weise, wie Herr von Caprivi, der trotz seiner junkerlich- Kurses, dem inzwischen durch seine Wurstigkeits- Späße bemilitärischen Beschränktheit durch die Geradheit seines rühmt gewordenen Herrn v. Köller, veranlaßte Erhebung einer Charakters und den Ernst seines Strebens sich Vertrauen Anklage auf Majestätsbeleidigung gegen Liebknecht von erworben hatte, aus seinem Amte entfernt und durch wegen der Hoch- Verweigerung bei jener Gelegenheit die Auss einen, gewiß sehr ehrenwerthen, aber auch sehr schwachen, sichten des Umsturz- Wechselbalges verbessern. Die großen rückgratlofen Greis ersetzt worden war, machte vollends Unbekannten" in diesem Falle freilich sehr kleine( wenn die öffentliche Meinung fopffchen; und als die Zeit heran- auch hohe) Personen die hinter dem polternden Köller fam, wo der Reichstag zusammentreten sollte, konnte die und den zum Himmel schreienden Wechselbalg des Umsturzsogenannte„ Umsturzbewegung" bereits für gescheitert gelten. gesetzes standen, hatten sich zu früh verrathen. Die Regierung hatte mit Ach und Krach eine„ UmHerr Hermann stellte den Ankömmling seinen Gästen vor: Mein liebster Jugendfreund, Herrschaften Johannes Hartung!" Er nannte die Anwesenden der Reihe nach, doch ging die Vorstellung so rasch von statten, daß Hans die Namen 20 nicht behalten konnte. „ So - und nun, Monsieur Nikolaus, bringen Sie Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. ' mal eine von den Gelbgefiegelten", wandte sich Hermann Aber ich komm' eben von der Reise, Hermann ich an den Burschen. bin nicht vorbereitet..." Er schenkte zwei Gläser des föstlichen Burgunders ein und stieß mit Hans an, während die andern höflich an ihren Gläsern nippten. " " Paperlapapp- und wenn Du in Hemdsärmeln und Unterhosen bist, herein mußt Du! Etwas Schöneres fonnt ich mir ja gar nicht wünschen zu meinem Geburtstag." Auf unsere Jugendzeit!" rief Hermann, und leerte So machte denn Hans gute Miene zum bösen Spiel sein Glas in einem Zuge. Hans trant nur einen Schluck und ließ sich den Mantel abnehmen. Er sah nicht eben und stellte das Glas auf den Tisch zurück. elegant aus in seinem Reise- Anzug, aber doch immerhin„ Willst Du etwas essen?" fuhr der gastfreie anständig genug, um nicht Anstoß zu erregen. Der Lieutenant fort. französische Bartschnitt gab seinem brünetten Gesichte einen Hans erklärte, daß er zum Abendbrot anderwärts er Stich ins fremdartige, was ihm in dem Kreise, in den er wartet werde. eingeführt werden sollte, eher zum Vortheil als zum Nach-„ Nun, dann trinten wir um so flotter," versette theil gereichen konnte. Hermann, indem er sich ein neues Glas einschenkte und auch Hermann öffnete die Thür, und Hans trat mit dem Hans' Glas nachfüllte. Laß uns anstoßen auf Els Gastgeber in ein behaglich möblirtes, mit Waffen und beth! Die kleine Waldfee soll leben!" triegerischen Gemälden ausgeschmücktes Zimmer. Es war ein Hans stieß schweigend mit ihm an, und zwei oder drei Chambre garnie, das von seiner Vermietherin seit zehn der übrigen Herren ließen gleichfalls ihr Glas an dem Jahren immer wieder an Offiziere abgegeben worden war, seinigen erklingen. die in Berlin eine der militärischen Anstalten besuchten. Das Echicksal des Wechselbalgs war entschieden. Bei ihr Geld, ihre Gesundheit und nicht selten auch sich selbst sammt ihrer Ehre zu opfern pflegen. Er war ein fleißiger, strebsamer Offizier, der seinen Beruf ernst nahin und ihn stets von der idealen Seite aufzufassen be= müht war. Um so mehr wunderte sich Hans über die ungewöhnliche Lebhaftigkeit, die aus Hermann's sympas thischem, wenn auch nicht gerade schönem Gesichte sprach. Sollte er doch noch das Weintrinken gelernt haben?" fragte sich Hans im stillen. Nikolaus meldete, daß die gelbgefiegelten Flaschen bis auf die letzte geleert seien. dann gehen Sie doch noch' mal' rüber zu dem Manichäer drüben, dem Weinhändler, und holen Sie ein halbes Duhend von der gleichen Sorte. Einverstanden, Herrschaften?" " So Kein Widerspruch erhob sich, und Nikolaus ging. Eine kleine Pause trat nach dem Weggang des Burschen ein. Es schien, als ob man sich durch das Erscheinen des als ob man verneuen Gastes ein wenig genirt fühlte gebens darauf käme, die plöglich unterbrochene Unterhaltung, die nach dem Ausdruck der meisten Gesichter zu schließen, ziemlich lebhaft gewesen sein mußte, wieder in Fluß zu bringen. Hans ließ einen flüchtigen Blick über die Gesellschaft gleiten. Die drei Garde- Offiziere in Uniform hatten nichtssagende Physiognomien von dem bekannten Typus des Welch ein Kontrast!" dachte Hans- hier trinki Ihr deutschen Junkers. Unter den Zivilisten interessirte Hans Bücher, Zeitungen und Modelle waren hier und da zer- nun vergnügt auf ihre Gesundheit, und sie liegt inzwischen ant meisten ein neben ihm sitzender junger Mann von streut. Drei oder vier junge Offiziere und ebenso viele blaß und verhärmt, eine lebende Verkörperung des Elends, höchstens zwanzig Jahren, allem Anschein nach ein Student, Herren in Zivil saßen in bequemer Haltung und offenbar auf ihrem ärmlichen Lager! Ich wollte, Ihr sähet sie, die eine sympathische Erscheinung mit energischen Zügen, die recht angeregter Stimmung um einen Tisch herum, auf dem arme kleine Waldfee wie würdet Ihr Euch voll durch ein um die fräftig geschnittenen, bartlosen Lippen die Ueberbleibsel eines von einem benachbarten Restaurant Entsetzen abwenden von dem Bilde des Jammers!" spielendes Lächeln einen eigenthümlichen Ausdruck erhielten. gelieferten kleinen Soupers nebst einer Batterie von leeren Noch ein paar Gelbe, lieber Nikolaus!" rief Hermann Weiter war da ein Herr Lieutenant a. D. und Redakteite" Dhrivurm, ein ältlicher Lebemann mit schlaffem Gesichte und halb geleerten Flaschen umherstanden. Man rauchte, dem Burschen zu. der trant Kaffee und plauderte und verlebte eine jener an- Hans hatte den Freund noch niemals so aufgeräumt und einer gewissen verdächtigen Freundlichkeit genehmen Stunden, wie sie eine gute Mahlzeit, ein guter gesehen. Lieutenant Rehberg war, wie er wußte, kein einzige übrigens, dessen Namen sich Haus sogleich gemerkt Trunk und heitere Gesellschaft den Auserwählten dieser gläubiger Anbeter jenes Dreigestirns Wein, Weib und hatte. Erde zu bereiten vermögen. Spiel", dem die auserwählten Söhne des Mars so häufig Ein fernerer Gast, offenbar ein Lieutenant in Zivil, " solchen Kraftstreichen gilt das Cäsarische: Kommen, sehen, I Fiegen. Ist der Sieg nicht gleich nach Sicht" erfochten, so ist der Streich verfehlt. Bei dem Umsturz- Ungethüm hieß es Romimen, gesehen werden und erliegen. Das Pech haftete sich an die Sohlen des Wechselbalgs und der Fluch der Lächerlichkeit packte ihn. Zu den für die Regierung verhängnißvollen Tagen einem ganz einwandsfreien Preßerzeugniß zu thun, das gehört auch der 13. Mai, an welchem die Tabaksteuer er ruhig in Druck geben kann. Diese Thatsache muß ihn der Umsturzvorlage nach, in die parlamentarische Müllgrube doch mindestens vor der Unterschiebung des dolus, der bösbefördert ward. willigen Absicht der Aufreizung bei jedem fünftigen Gericht Dank dem Verrath des Zentrums, das schon in den schützen, vor das er wegen des nämlichen Artikels gezerrt Verhandlungen über die Umsturzvorlage seine Bereitwillig wird. Aber nein, Herr Leonhardt sagt, das ist strafvar, Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien am feit, der Reaktion Hand- und Spanndienste zu leisten, be- und Herr Leonhardt ist ein preußischer Richter. 17. Dezember wollte Herr Nieberding, einer der Geburts fundet hatte, gelang es den Agrariern auf dem Gebiete der Aber nun gar der Drucker! helfer des Wechselbalgs, dessen dessen Existenzberechtigung Bucker- und Spiritusindustrie saftige Liebesgaben Der Drucker soll nicht die nöthige Sorgfalt beobachtet nachweisen. Er rückte mit den alten Ladenhütern aus zu ergattern. Zufrieden sind die Nimmersatte allerdings nicht, haben. Er hätte bei der besonderen Veranlassung, die durch Schuster's und und Puttkamer's Zitatensack wurde und noch der letzte Tag der Session hörte ihre Klagen, und den Druck einer Denkschrift für den 18. März gegeben war, ausgelacht und redete den Reichstag leer, sodaß eine ihre Vorwürfe an die Verbündeten und die- ach so will wissen müssen, daß da etwas Gefährliches dabei sein könnte. Auszählung die Beschlußunfähigkeit ergab, und er, nebst fährige!- Regierung, die nicht genug Futter geschafft. Ja, wenn er nun, wozu er unseres Erachtens gar nicht seinen Umsturskollegen, unter dem Eindruck einer Blamage Die sozialdemokratischen Abgeordneten waren in der verpflichtet war, den Inhalt der Druckschrift zu prüfen versondergleichen in die Ferien gehen mußte. verflossenen Session ungewöhnlich angespannt. Ueberall, sucht hätte und man hätte ihm nachgewiesen, daß ein Landan, der Wacht! " Nach den Weihnachtsferien hatte die Sozialdemokratie wo sich Gelegenheit bot, traten sie im Plenum und gericht sie für unverfänglich erklärt, müßte das nicht jeden das Wort, und geschunden, zerrissen, zerfetzt, wurde der in den Kommissionen mit selbständigen Anträgen, Drucker jedweder Besorgniß entheben? Soll nun mit einem Wechselhalg in die Kommission geworfen, wo die bekannte mit Amendements und Reden ein für die Rechte und Mal es einem beliebigen Drucker als strafbar ausgelegt Umknetung und Vivisektion an dem Kadaver vorgenommen Interessen des Volks fie bekämpften den Militaris werden, wenn er nicht feinfühliger ist für Beleidigung" ward, der nach fünfmonatlicher Todesqual, von den Freunden mus, und befürworteten das Milizsystem, sie bekämpften und Aufreizung" als fünf preußische Richter? verleugnet, von den Feinden angespien, unter Zischen, alle Versuche der reaktionären Parteien, dem Volke niehr Zu welchen Zuständen soll das führen in unserer Presse, Pfeifen und Lachen am 11. Mai dieses Jahres auf den Laften aufzubürden, seine Rechte zu beschneiden, und seine wenn nicht nur der verantwortliche Redakteur sondern auch Schindanger geschleift und, unter allen Zeichen des Etels Interessen zu schädigen; sie waren allezeit auf dem Posten. mit ihm der Drucker, womöglich auch ein besonderer Verund Abscheus verscharrt wurde. So reich die verflossene Session an Stürmen und Kämpfen leger mitverantwortlich werden für alle Artikel? In der Die Session war reich an sogenannten großen war, so arm war sie an Früchten der Gesetzgebung. Die richtigen Erkenntniß, daß nur ein bestimmter Mann die Tagen". Der erste große Tag" war die Sitzung des Umsturzvorlage und die Tabaksteuervorlage haben ein Verantwortlichkeit tragen und die Artikel auf ihre Straf6. Dezember, wo der famose Pfui- Spektakel aufgeführt halbes Jahr lang die Zeit und Arbeitskraft des Reichstags barkeit prüfen kann, verlangt das Preßgesetz die Angabe ward. Dann folgte nach vier Tagen am 10. Dezember- in Anspruch genommen, so daß für eine gedeihliche Gesetz- eines verantwortlichen Redakteurs und der§ 21 des Preßdie Debatte über den Antrag auf Strafverfolgung Lieb- gebung, falls der Wille vorhanden gewesen wäre, die Zeit gesetzes macht nur als Ersahmann für einen mangelnden knecht's, mit Niederlage der Regierung, deren Vorgehen die fehlte. Die Gefeße, welche der Reichstag verworfen hat, verantwortlichen Redakteur in bestimmt vorgeschriebener allgemeinte Verurtheilimg fand. Die Ablehnung des Antrages mindern in etwas sein Schuldkonto für die Gesetze, die er Reihenfolge den Verleger, dann den Drucker verantwortlich. der Staatsanwaltschaft verhinderte indeß nicht, daß ein von angenommen hat. Würden nun Herr Leonhardt und seine Mitrichter eine den Nationalliberalen apportirter Antrag: die Disziplinar- Unter dem Zeichen des Umsturzes begann die Session, etwas eingehendere Kenntniß von dem Getriebe bei Hergewalt des Präsidenten zu stärken, die Billigung der unter dem Zeichen des Umsturzes schließt sie. Der ftellung einer Druckschrift haben, so würden sie wissen, Majorität des Reichstags fand. Dieser Antrag hatte Unterschied ist: vor 6 Monaten war es der Umsturz daß es bereits mit erheblichen Schwierigkeiten für lange Berathungen der Geschäftsordnungs- Kommission zur des Rechts und der Justiz, der uns drohte; einen einzelnen Redakteur verknüpft ist, alle Artikel Folge, und die Drohung des geschätzten Reichstagspräsidenten jetzt ist es der Umsturz der Verfassung und der zu prüfen. Es wird ein Ding der Unmöglichvon Levehow, daß er zurücktreten müsse, wenn nicht Grundlage des Reiches: des allgemeinen feit, eine größere Zeitung rechtzeitig erscheinen zu " etwas" zu stande käme, erpreßte der Kommission einen Be- Wahlrechts. laffen, wenn der Kreis der für den Gesammtinhalt vers schluß, der zwar nichts Thatsächliches bedeutete, aber doch im Das deutsche Volk sei auf der Hut! Und es sei auf antwortlichen Personen erweitert wird. So steht die Sache, Prinzip eine Selbstverstümmelung des Reichstags, eine feige soweit es sich um die Zeitungen handelt. Aber nun die Kapitulation war. Und dieser Beschluß wurde am 16. Fe- Die Feinde des Voltes haben in den letzten sechs Beitungsdrucker, die durch die Uebernahme dieser Leonhardtbruar auch vom Reichstag angenommen. Präsident Monaten Niederlagen um Niederlagen erlitten. Aber sie schen Rechtsauffassung in die ständige Rechtspraxis mit von Levezzow hatte seinen Willen für den Augenblick sind noch nicht besiegt. einem Male sammt und sonders zu verantwortlichen durchgesetzt und den Präsidentenstuhl behauptet. Doch es war Den endgiltigen Sieg zu erfechten, das steht nicht beim Redakteuren im Nebengeschäft umgestempelt werden? auch blos ein Augenblickserfolg. Die Ruthe, welche der Reichstag, das steht beim deutschen Volk. Wo sollen die unglücklichen Leute dann noch die Reichstag sich gebunden, ist nicht in Anwendung gekommen, Beit hernehmen, ihr Druckgeschäft zu leiten? Eine und wird nie zur Anwendung fommen. Die einzigen PerDruckerei, Herr Landgerichtsdirektor, ist nämlich ein schwierig sonen, die bis jetzt die Ruthe verdient hätten, fizzen auf zu leitendes Geschäft, meist im Großbetrieb, das die Geden Bundesrathsstühlen, an die sie nicht heranreicht. Den Umsturzbekämpfern ist ein süßer Tropfen in den danken und die Thätigkeit eines Mannes, häufig mehrerer Am 23. März tam die Präsidentenkrise zum Aus- Becher herben Wermuths gefallen, den ihnen der Reichstag Geschäftsleiter, den ganzen Tag über in Anspruch nimmt. Man bruch; Herr von Levehow hatte dem Drängen seiner mit der Ablehnung der Umfturzvorlage fredenzt hat. Von fann ebensowenig neben der Leitung einer Druckerei noch die agrarischen und höftschen Freunde und Gönner, die den einer Kammer des Berliner Landgerichts ist ein Urtheil Funktionen eines verantwortlichen Redakteurs ausüben, wie 80. Geburtstag Bismarck's zu einem„ nationalen" und ergangen, das einer ganz neuen Aera der Rechtsprechung man gleichzeitig Landgerichtsdirektor und Leiter einer Mas patriotischen" Hurrahskandal ausnutzen wollten, nicht auf Bahn brechen kann, einer Aera, die Herrn v. Köller wenig schinenfabrik sein kann. Die Möglichkeit der schleunigen Fertigs die Dauer zu widerstehen vermocht, und erbat sich an jenem zu wünschen übrig laffen würde. In unserer Nummer vom ftellung von Zeitungen und sonstigen Druckschriften dieser Tag vom Reichstag die Genehmigung, dem Gründer des 19. Mai haben wir die Verhandlungen gegen den Redakteur Art beruht wie alle komplizirten Herstellungsverfahren Deutschen Reiches" die Glückwünsche des Reichstags zu Franz Schulze und den Drucker Bading wegen Herausgabe auf einer Arbeitstheilung weitgehendster Art. Die überbringen. einer Dentschrift zum 18. März mitgetheilt. Die Kammer grundlegen de Arbeitstheilung ist aber die AuseinanderDer Heichstag war mannhaft genug, die Ehrung des erkannte unter Vorsitz des neuen Landgerichts- Direktors haltung der Zeitungs Zusammenstellung und des Mannes, der ihn systematisch niedergedrückt und so oft aufs Leonhardt auf eine Strafe von 4 Monaten Gefängniß technischen Betriebes. Wenn das Schicksal Bading's unwürdigste behandelt hatte, zu verweigern, und Herr gegen Schulze und gegen Bading auf eine Strafe von anderen Druckern zu theil wird, so wird dadurch von Levehow nahm dies zum Anlaß, seine unhaltbar ge- 2 Monaten Gefängniß wegen Aufreizung zum Klaffenhaß ein geordneter Zeitungsbetrieb ein für allemal unmöglich wordene Stellung als Präsident des Reichstags zu räumen. nach§ 130 des R.- Str.- G.- B.: gemacht in Deutschland. Noch liegt ja die Möglichkeit vor, An seinen Platz trat ein Zentrunismann, und da auch der Wer in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise daß das Reichsgericht dieser Praxis einen Riegel vornationalliberale Vizepräsident niederlegte, so sind die verschiedene Klaffen der Bevölkerung gegen einander öffentlich schiebt, aber sicher ist das keineswegs. Und da wäre es doch an Kartellparteien aus dem Präsidium des Reichstags aus- anreizt, wird mit Geldstrafe bis zu 600 Wt. oder mit Gefängniß der Zeit, daß sich die deutschen Druckereibesitzer einmal ernstgeschieden- was für den Reichstag durchaus kein strafe bis zu zwei Jahren beftraft." lich angelegen sein ließen, den Richtern einige nothdürftige Nachtheil ift. Aufklärung über den Druckereibetrieb und den Zeitungs verlag zu geben. Denn in diesem Fall können sich diese geschätzten Reichsbürger wirklich nicht damit trösten, daß angefachte Feuer kann bei dem herrschenden Winde gar nur ihres sozialdemokratischen Nachbarn Haus brennt. Das leicht auch ihnen das Dach über dem Kopf in Flammen " " Der Fall Bading. Ein Urtheil wie viele andere, wird mancher sagen. Was haben wir nicht schon alles erlebt an gerichtlicher Umsturzbekämpfung im kleinen vor, während und nach dem eine mittelgroße, geschmeidige Gestalt mit reichlich pomadi Sozialistengeseze. Vier Monat und zwei Monat, die firtem weißlichem Blondhaar und einem fazgenartigen Aus- schwellen die Gesammtsumme der Strafen an, die gegen druck in den grellgrauen Augen, hatte Hans vom ersten uns ergangen. Wo ist da das absonderliche? Augenblicke an mit einer gewissen Feindseligkeit gemustert. Absonderlich ist das Urtheil fast in jeder Hinsicht Es war Haus, als ob er diesem geleckten Stuber mit den durch die Verurtheilung wegen einer Anzahl von Aufsägen, unangenehmen, stechenden Augen schon irgend einmal be- die früher bereits unter Anklage gestellt, dann aber gegnet wäre. durch ein freisprechendes Erkenntniß außer Verfolg gesetzt das ist sezzeit. D Politische teberlicht. = Wundre mich wirklich, Kamerad," begann der Asch- worden waren; durch die Bestrafung des Druckers, nicht Berlin, 24. Mai. blonde zu Hermann Rechberg gewandt, daß Sie diesen etwa weil er der Mitthäterschaft verdächtig Biehlerl von Kanonier jo fordial... ah... so eben- früher schon vorgekommen sondern ausschließlich wegen Agrarier waren zur Stelle, Der Reichstag hielt heute seine Schlußsigung ab. Die bürtig, gewissermaßen, behandeln. Muß ja dieser Sau- Ausführung des Druckauftrages; endlich auch ist der Vor- Agrarier waren zur Stelle, um ihre Beute, das Zuckerbande in die Krone steigen... äh... und allen Respekt, gang bemerkenswerth durch die kühle Gleichgiltigkeit, mit und Branntweinsteuer Gesetz, sicher nach Hause zu bringen, alle Disziplin untergraben." der die bürgerlichen Beitungen einige wenige faufte Barlament. Der Präsident war sehr nachsichtig, er ließ somit hatten wir wieder einmal ein beschlußfähiges Das ist wieder einmal der alte Gegensatz zwischen uns Remonftrationen einiger Blätter ausgenommen diesem über alles reden. Dies benugte Graf Ranib, um seine beiden, lieber Bilgram," versezte Hermann mit auffallender für die gesammte Presse bedrohlichen Erkenntniß gegen bekannten Klagen über die Noth der Landwirthschaft vorLebhaftigkeit, die bereits nahe an Gereiztheit streifte. Ich überstehen. bin der Meinung, daß wir diesen Leuten gegenüber nicht In dieser Gleichgiltigkeit zeigt sich wieder einmal der reißende zubringen. Er erklärte der Regierung, daß er mit ihr sehr menschlich genug sein können, wenn wir unseren Einfluß auf Niedergang unserer bürgerlichen Gesellschaft. Der Gemeingeift unzufrieden sei, da die Regierung ihre Versprechungen fie behalten und sie für das ideale Biel, das uns vorschwebt, hat sich allgemach in ihr völlig verflüchtigt, nur das profit- war das Eingeständniß des Grafen Kanit, daß die Brannt den Agrariern nicht gehalten habe. Am interessantesten heranbilden wollen."" gierige Klaffeninteresse ist geblieben: Eine freiheitsbedrohliche wein- und Zuckersteuer blos den Großagrarieru, nicht aber Ideales Ziel!" wiederholte der andere mit höhnischer Rechtsauslegung durch die Gerichte? Was thut's? Sie den kleinen Besitzern nützt. Als Herr v. Manteuffel ers Betonung. Kamerad find ja der reine Scharnhorst! Für trifft, ja nur Sozialdemokraten; geschieht den Kerlen ganz klärte, daß Graf Kanig nicht seine Privatmeinung, sondern mich ist der gemeine Mann einfach das Material... äh... recht! das ich nach meinem Ermessen verwende heute zum An Eo räumen Schritt für Schritt die Vertreter der die Ansichten der konservativen Partei vertreten habe, ergriff gegen den äußeren Feind, morgen zur Niederwerfung bürgerlichen Klassen der Sozialdemokratie das Feld, überall scholl jubelnder Beifall auf den Bänken der Rechten. Auch der Kanaille, die sich erfrecht, zu rebelliren, und zwischen wo für Recht und Freiheit des Volkes gekämpft wird. Die Vertreter der anderen Parteien erhoben Anklagen und durch zum Putzen meiner Stiefel. Willenlos muß der Mann Auch die Vertheidigung der bürgerlichen Preßfreiheit ruht daß die versprochenen Gesetze zur Reform der Unfall- und Beschwerden gegen die Regierung, fo Singer darüber, sein, ein Werkzeug in meiner Hand, ein bloßes Augen- jetzt schon in unseren Händen. zwinkern... äh.. muß ihm Befehl sein." Doch zurück zu der denkwürdigen Rechtsprechung des Invaliditäts- und Alters- Versicherungsgesetze in dieser Seffion Die drei Gardelieutenants nickten beifällig zu den Aus- Kollegiums Leonhardt! Es ist schon längst eine über- nicht vorgelegt wurden. So endete die letzte Reichstagss führungen des Sprechers. wundene Erscheinung in unserem Rechtsleben, daß aus dem igung mit einem fast einstimmigen Mißtrauensvotum an " Herr von Pilgram dürften doch ein wenig zu weit Wortlaut einer inkriminirten Denkschrift unter Prüfung der letzten Session siehe unseren heutigen Leitartikel. die Regierung. Ueber die Thätigkeit des Reichstags während gehen, meinte der verabschiedete Lieutenant und Redakteur der Tragweite jedes einzelnen Wortes die StrafbarOhrwurm mit einem zuvorkommenden Lächeln, das gleichsam feit an ganz bestimmten Wendungen nachgewiesen werde. ziemlich schweigsam verhält betrifft es doch nur einen Zum Fall Bading, zu dem die Presse sich sonst von vornherein um Verzeihung bat, daß er überhaupt eine Die klageführende Staatsanwaltschaft und das er Ansicht auszusprechen magte. Auch ich bin der Meinung, erkennende Gericht begnügen sich im allgemeinen damit, daß sozialdemokratischen Drucker ist heute auch eine das daß Disziplin und unbedingter Gehorsam die Seele unseres ihr persönliches Empfinden ihnen sagt, der Angeklagte habe Urtheil scharf fritifirende Preßstimme aus dem reaktionären Volksthums sind, wie es sich so herrlich in unserer Armee bei seiner„ bekannten" verdächtigen Anschauungsweise und Lager zu verzeichnen. Die Münchener Neuesten Nachrichten" verkörpert. Ich habe diese Meinung in dem Blatte, dessen Ueberzeugung mit seinen Worten bei der ebenso bekannten schreiben: politischen Theil ich leite, durch zwanzig Jahre vertreten, aufreizbaren Gemüthsverfassung der ungebildeten Bolts. Urtheil des Berliner Landgerichts I, das wenn die darüber Wichtig für die Presse ist ein vor wenigen Tagen gefälltes und ich kann mir schmeicheln, erst neulich die Anerkennung maffen-hier sehr schön einfältige Arbeiter" benamstSr. königlichen Hoheit des Prinzen von Preußen für meine aufreizend wirken wollen und wirken können. Der that Beschränkung der gefeßlichen Preßfreiheit involvirt. gegebenen Berichte genau sind eine außerordentliche Haltung in dieser Frage geerntet zu haben. Ich halte es jedoch sächliche Beweis erfolgter Aufreizung braucht gar nicht mehr Dieses Urtheil vermehrt die ohnedies nicht nur für richtig, sondern vor allem auch für flug, daß der erbracht zu werden. Aber es ist doch eine Neuerung, ein schon ziemlich hohe Bahl der Fälle, in denen die rein militärische Standpunkt stets mit einem Tropfen jenes überraschendes Auswachsen unserer so wie so schon be- Leistungen der deutschen Strafrechtspflege nicht eine volksthümlichen Patriotismus gesalbt werde, welcher im Gemüth ängstigend üppig ins Kraut geschossenen Strafrechtspflege, steigerte Achtung Dor der Jurisprudenz, sondern bei unseres gemeinen Mannes einen so schönen Widerhall wenn jemand bestraft wird für den Abdruck von Artikeln, jedem gefund Denkenden und Fühlenden nur das bekannte findet, in ihm das deutliche Gefühl, daß er ein Preuße, ein die, wie ihm bekannt, bei ähnlichen Gelegenheiten durch Schütteln des Kopfes" hervorrufen. Sozialistische Aeußerungen getreuer Unterthan seines erhabenen und ruhmreichen ein Kollegium von fünf preußischen Richtern für völlig straf- auf Koften des allgemeinen Gefühles der Rechtssicherheit zu beHerrscherhauses ist, wachhält und auf diese Weise gleichsam frei erklärt worden sind. Aus dem Bewußtsein, daß ein faffung, welche das Gericht hinsichtlich der Thätigkeit bezw. der straftämpfen- das ist eine sehr verkehrte Tendenz. Und die Aufein Gegenmittel bildet gegen alle bösartigen Einflüsterungen solches Erfenntniß ergangen, muß doch der Redakteur oder Verantwortlichkeit des Druckers an den Tag gelegt hat, mag sich und sonstigen..." ( Fortsetzung folgt.) Berleger die sichere Ueberzeugung schöpfen, er habe es mit vielleicht mit iuristischen Spitfindigkeiten begründen lassen; wer aber den Betrieb des Drud- und Beitungswesens nicht nur am I machungen seitens der verschiebenen Fraktionen getroffen grünen Tisch, sondern in der Wirklichkeit tennen gelernt hat, sein, wonach Jöst die Stelle erhalten soll. Der Genosse Jöst wird sie als falsch, als nicht den Thatsachen und deshalb als theilt uns nun mit, daß diese Mittheilungen vollständig nicht der wirklichen Gerechtigkeit entsprechend, bezeichnen müssen. aus der Luft gegriffen sind. " schloß seine Rebe mit dem Sinweis, bas Dilemma für die Wähler sei einfach und ernst, es sei die nationale Monarchie oder die soziale, moralische und politische Anarchie. An dem Tage, an dem Crispi diese Rede gehalten hat, Und wieder einmal ,, Grober Unfug". Das Hirsch veröffentlichte der Pariser Figaro" aus den Giolitti'fchen berger Landgericht hat einen neuen Fall" groben Unfugs" zur nißmäßig gut, Die Ernte- Aussichten für das Jahr 1895 find verhält. Papieren den Wortlaut zahlreicher Schriftstücke, die angeblich Berühmtheit gebracht. Gegen den Redakteur des Boten aus nißmäßig gut, das wird unseren Agrariern wehe thun; denn dem Fünferausschuß der italienischen Kammer nicht vorgelegen dem Riefengebirge", Dürholt, war auf grund des berühmten die Großgrundbesitzer und Vollblut Agrarier haben bekanntlich haben und aus denen hervorgeht, daß Crispi und die Seinen groben Unfugs- Paragraphen Anklage erhoben worden wegen einer nichts lieber, als schlechte Ernten, weil dann die Preise ins von der römischen und Nationalbant zusammen 1331 000 Frants Korrespondenz, in welcher über das Begräbniß eines Referendars ungemessene zu steigen pflegen. Soweit nun aus dem augen- und von Baron Reinach für die Verleihung des Mauritus- und a. D. in Warmbrunn berichtet wurde. Die Korrespondenz hatte blicklichen Saatenstand auf den schließlichen Ernte Ausfall ge- Lazarus- Großkreuzes an Cornelius Herz 50 000 Frants erhalten ohne jede Schärfe das tragische Geschick des Verstorbenen geschlossen werden kann, scheint die Natur diesen agrarischen haben. schildert, welcher, aus angesehener Familie stammend, im Leben Wünschen nicht entgegenkommen zu wollen. Schiffbruch gelitten und schließlich als Trunkenbold geendet stand und die Ernteschägung um Mitte Mai 1895 für das GeDas preußische statistische Bureau giebt über den Saaten hatte. In dieser Schilderung sah die Staatsanwalt= schaft groben Unfug. Das Schöffengericht sprach den sammtgebiet des preußischen Staates die folgenden Bahlen beAngeklagten frei. Dagegen hat die Strafkammer that fannt, wobei 1. der Erwartung einer sehr guten, 2. einer guten, sächlich einen groben Unfug angenommen. Der Staatsanwalt 3. einer mittleren( durchschnittlichen), 4. einer geringen, 5. einer Bülowius behauptete, es liege hier ein öffentliches Aergerniß vor, sehr geringen Ernte entspricht: insofern als der Artikel gegen die gute Sitte und den Anstand Winterroggen 3,4, Sommerroggen 2,8, Winterweizen 2,6, Sommerweizen 2,6, Winterspelz 2,1, verstoßen habe und geeignet gewesen sei, unter den Lesern des Safer 2,6, Erbfen 2,7, Kartoffeln 2,7, Klee( auch Luzerne) 2,2, Sommergerste 2,5, Blattes die Befürchtung zu erwecken, daß ihnen oder einem ihrer Wiesen 2,3. Wegen Auswinterns und dergleichen wurden in Angehörigen eine ähnliche Behandlung zu theil werden könnte. Der Staatsanwalt beantragte bemgemäß 14 Tage Haftstrafe. Hunderttheilen der angebauten Fläche umgepflügt bei WinterDer Gerichtshof erkannte auf 100 M. Geldstrafe, indem er bebu- weizen 1,7, Winterspelz 0,1, Winterroggen 8,8 Klee( auch zirte, daß durch den Artikel das Pietätsgefühl des Pu- Luzerne) 0,2.blitums gegenüber Verstorbenen verlegt sei. Das Publikum Berufszählung vom 14. Juni. Am 14. Juni d. J., an müffe gegen eine solche Verlegung seiner Gefühle und An- welchem Tage auf grund des Reichsgesetzes vom 8. April d. J. schauungen geschützt werden. Wenn diese Anwendung des die Berufs- und Gewerbezählung stattfindet, wird, wie bei früheren Groben- Unfugs- Paragraphen" berechtigt ist, so ist schließlich jeder statistischen Erhebungen, der Unterricht in sämmtlichen Beitungsartikel strafbar, der irgend jemand nicht in den Kram Schulen ausfallen. paßt, vorausgesetzt natürlich, daß dieser jemand einen Staate. anwalt findet, der sich seiner" Pietätsgefühle" oder sonstigen ,, verlegten Gefühle" annimmt. FOOD Nun hat Herr Crispi wieder das Wort. Daß Herr Crispi was viel sagen will, ist, weiß jedes Kind und bedarf das keines der forrupteste Bursche unter allen europäischen Staatsmännern, weiteren Beweises. Die Bourgeoisie in Italien ist aber so forrupt, daß es gar nicht ausgeschloffen ist, daß für Herrn Crispi troß alledem sich noch eine Majorität bei den Wahlen auftreiben läßt. Für die nöthige Korrektur der Wählerlisten, Beschränkung der Wahlfreiheit und Wahlbeeinflussungen wird in Italien gesorgt. bei einer Instruktion für die Wahltage den Polizisten den Befehl, Eine dumme Frage! Der Präfekt von Mailand giebt bei einer Instruktion für die Wahltage den Polizisten den Befehl, verhaften." Da wirft einer der Polizei- Agenten die schüchterne jeden, der Nieder mit Crispi!" rufen sollte, erbarmungslos zu Frage ein: Wenn aber jemand" Hoch Crispi!" rufen sollte?" " Dumme Frage", entgegnet seine Exzellenz, das fällt doch keinem Menschen ein!" " Aeußeren übernommen. Das Portefeuille des Innern wurde von Wie der„ Soir" meldet, hat de Burlet das Ministerium des dem schutzöllnerischen Abgeordneten Liebaert angenommen. Scheiterns der Kongovorlage eingetreten. Der Minister Eine belgische Ministerkrisis ist infolge des vorläufigen des Auswärtigen, Graf von Merode, hat am Dienstag feine Justizkommission des Abgeordnetenhauses am Dienstag beschäftigt. und seiner übrigen Kollegen der Meinung war, das Miniſterium Mit dem Vorrecht der Bauhandwerker hat sich die Demission eingereicht, weil er entgegen der Ansicht des Königs Wie man arme Leute" behandelt. Davon handelt entwürfe. Die Kommission war darin einig, daß der im preußischen die Kongovorlage die Uebernahme des Kongostaates bis zum Es lagen vor fünf im Justisministerium ausgearbeitete Gefeß- fei zu weit gegangen, um jezt angesichts des Widerstandes gegen nachstehendes Stückchen, das aus Luckenwalde berichtet wird Allgemeinen Landrecht den Bauhandwerkern gegebene Pfand: Jahr 1896 verschieben zu können. und das die verschiedenen betheiligten hohen Obrigkeiten" im rechtstitel auch fernerhin jedenfalls aufrecht erhalten bezw. daß hellsten Licht einer geläuterten Sozialpolitit erscheinen läßt: Die ferner die Möglichkeit, das Grundbuch einsehen zu können, zu 8 Stimmen die von dem Radikalen Lorand vorgeschlagene TagesDie 21er Kongo- Kommission nahm am Freitag mit 15 gegen 83 Jahre alte Wittwe D. in Luckenwalde hatte sich vor gunsten der Bauhandwerker eine Erweiterung erfahren müsse;-ordnung an: Die Kommission lenkt in der Voraussicht, daß sie etwa einem Jahre einige Hände voll Reisig( sogenannte Backen) baß endlich thunlichst bald eine landesgesetzliche Regelung der die Prüfung der Kongovorlage bis zum 1. Juli nicht beendigt, aus der königlichen Forst geholt im Werthe von 10 Pf. Dabei Materie herbeigeführt werden müsse, nicht aber auf das bürger- die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Opportunität, daß wurde dieselbe von zwei jungen Forftlehrlingen betroffen, welche liche Gesetzbuch für das Deutsche Reich gewartet werden könne. provisionelle Kredite für das Kongo- Unternehmen von der Kammer Anzeige erstatteten. Die Folge davon war ein Strafmandat wegen Holzdiebstahl von 1,20 M. Es erschien ein Boll Erwägung dahin überwiesen, ob nicht schon jetzt für das ganze Es wurde dann die ganze Angelegenheit der Regierung zur verlangt werden. ziehungsbeamter, welcher den Betrag erheben wollte, die Frau preußische Rechtsgebiet gesetzgeberische Maßregeln zum Schuße befaß aber eine so hohe Summe nicht und konnte deshalb der Bauhandwerker zu ergreifen feien. nicht Zahlung leisten. Nach einiger Zeit erhielt sie die Aufforderung, mit Hacke und Schippe versehen, sich da und da Glaube an Gott, an die Unsterblichkeit der Seele und Ans Frankreich laufen mehrere Nachrichten ein, die ere einzufinden, um einen Tag Forstarbeit zu machen. Die Greisin verfluche nicht den Klingelbeutel! Das letztere darfst du kennen lassen, daß drüben in vielen Kreisen doch ein freierer, konnte diesem nicht nachkommen, da sie nicht fähig war, sich auf nur dann thun, wenn du finnlos" betrunken warft im andern demokratischerer Geist weht, als in den entsprechenden Körpers den Beinen zu erhalten, geschweige denn einen Tag zu roden Fall wirst du zu drei Tagen verfnart. Das Landgericht Glaß schaften Deutschlands. Der Parifer Gemeinderath, in dem be= oder Stämme auszumachen. Am 26. April d. J. ging ihr verurtheilte einen Bauerngutsbesiger zu drei Tagen Gefängniß, tanntlich unsere Genoffen sehr start vertreten find, gab am Mittfolgender Strafbefehl zu:" In der Straffache gegen Sie wegen weil er in einer Gastwirthschaft von dem verfluchten woch ein Votum ab, worin der Polizeipräfekt getadelt wird, weil Forstdiebstahl werden Sie auf Anordnung des föniglichen Amts- Klingelbeutel" gesprochen hatte. Auf Revision hob das er während des Aufstandes der Omnibusbeamten Polizisten zu gunsten gerichts aufgefordert, sich zum Antritt der durch vollstreckbaren Reichsgericht das Urtheil auf und verwies die Sache an das der Omnibusgesellschaften verwendete. Der Gemeinderath verlangt Strafbefehl des tgl. Amtsgerichts zu Jüterbog vom 14. Juni 1894 Landgericht Neisse. Der Angeklagte hatte in der Hauptverhand- die Abschaffung der Polizeipräfektur und drückt den Wunsch aus, gegen Sie erkannten Gefängnißstraße von einem Tage in dem lung geltend gemacht, er sei betrunken gewesen. Das Land- daß die Regierung den Ministern verbieten möge, Mitglieder des fönigl. Gerichtsgefängniß zu Jüterbog zu melden, widrigenfalls gericht hatte dem Einwande teine Beachtung geschenkt, weil der Verwaltungsrathes von Finanz- und Industriegesellschaften zu gegen Sie ein Vorführungs- oder Haftbefehl, nach Lage der Angeklagte nicht habe behaupten können, daß er finnlos fein. Die Stadt Paris wird keiner Gesellschaft die Konzession Sache, auch ein Steckbrief erlassen werden wird. Jüterbog, den betrunken gewesen sei. Das Reichsgericht war der Ansicht, daß ertheilen, welche im Verwaltungsrathe Abgeordnete, Generalräthe 26. April 1895. Name unleserlich." Auch diesem konnte die der Einwand ungenügend gewürdigt sei und auf alle Fälle für oder Gemeinderäthe hatte. Der Generalrath des Seine- De83jährige Frau nicht nachkommen, da sie in der Zwischenzeit die Frage, ob sich der Angeklagte der Tragweite der Aeußerung partements wählte den ehemaligen kom munarden Lucipia vom Schlage getroffen, die eine Seite des Körpers gelähmt, bewußt war, von Bedeutung gewesen sei. Nicht festgestellt sei, zum Präsidenten. Lucipia war wegen seiner Betheiligung am geistig und körperlich vollständig zerrüttet war, so daß sie ins daß der Angeklagte sich auch bewußt war, daß er einen Gebrauch Pariser Kommune Aufſtand Sträfling im Bagno, später in NeuBett hinein- und herausgehoben werden mußte. Nun erschien der Kirche mit seiner Aeußerung treffe. 3u erwägen fei auch Kaledonien. ein Polizeibeamter, welcher die Verhaftung vornehmen wollte. noch die Frage, ob überhaupt eine Beschimpfung vorliege. A13 Vom cubanischen Aufstand werden aus Madrid auf den Zustand der alten Frau aufmerksam Wie kann der Mensch auch so unverständig sein, nicht zu wieder spanische Siege gemeldet. Danach stieß eine unter dem gemacht wurde und daß sie mit dem Tode ringe, wissen, daß der Klingelbeutel eine Einrichtung" der Befehl Obersten Sandoval stehende Truppen Absoll er erwidert haben: Daß es doch gleich sei, ob man zu Hause christlichen Kirche ist. Er hätte sich doch mindestens fagen theilung zwischen Bejar und Dos Rios auf 700 Aufständische oder im Gefängniß sterbe" und solle mit dem Bemerken, einen müssen, daß der Klingelbeutel, wenn auch vielleicht nicht unter der Führung von Marti, Gomez, Masso und Borrero. Wagen zu holen, die Frau solle nur angezogen werden, fortgegangen die heiligste, so doch mindestens die wichtigste Einrichtung nach anderthalbstündigem Kampfe wurden die Aufständischen sein. Gesagt, gethan! Am Nachmittag erschien der Beamte mit dem derselben ist. auseinandergetrieben. Marti, der Wagen, um die Schwerkranke nach der Bahn und von da nach sogenannte Präsident ,, Wer heirathen will", der lese das antisemitische der Republik Cuba", wurde getödtet; seine Leiche wurde anJüterbog zu befördern. Aber der Liebe Müh war umsonst. Es Deutsche Volksrecht" vom 17. Mai. Darin ist das Bauber- geblich bestimmt wiedererkannt. Die Insurgenten hatten noch stellte sich als unmöglich heraus, die im Sterben liegende 83 jährige mittel gegeben, das allen ledigen Jungfrauen Männer verschafft. 14 weitere Todte und viele Verwundete. Viele Waffen und zu bekleiden und zu transportiren. Briefe fielen in die Hände der Spanier. Die Verluste der Ein Wort der Kritit erübrigt sich. Die betheiligten Behörden haben sich höchstwahrscheinlich alle an den Buchstaben Mann nicht heirathen fann Gine Zeit, die mehr und mehr die von Gefangenen sollen auch die Insurgentenführer Gomez und Was hilft aller Zwang, wenn der junge und selbst ältere letzteren betrugen 5 Todte und 7 Verwundete. Nach Aussage des Gesetzes und an ihre Paragraphen gehalten. Aber was find Masse des Bolles zu Lohnftlaven herabdrückt, damit eine kleine Estrada gefallen sein. Ferner wird über Madrid aus Cuba das für Zustände, die eine 88 jährige Todeskandidatin, die eine Bahl von Geschäftsjuden fabelhafte Reichthümer zusammenraffe, gemeldet, bei einem gefangenen Rebellenführer feien wichtige handvoll Holz genommen hat, in so starke Bedrängniß durch die ist der Cheschließung so ungünstig wie möglich. Das sollte Papiere gefunden worden, die mehrere angesehene Persönlichkeiten Behörden bringen und keinen Weg kennen und zulassen, unter fogar ein Kind einsehen! Daher genüge unseren Schönen der von St. Jago sehr kompromittirt hätten. den vorliegenden Umständen das Verfahren auf sich beruhen zu Grundsay: Wer heirathen will, der kaufe nicht laffen oder niederzuschlagen, auch dann noch nicht, als die Frau beim Juden!" bereits mit dem Tode ringt. er " Dort heißt es nämlich: " des " Mit dem Tode Marti's, der die Seele des Aufstandes war, und Präsident der Republik Cuba" genannt ivurde, hat der tubanische Aufstand einen schweren Schlag erEin spaßhafter Herr ist der Redegreis im Sachsen- veröffentlicht einen Brief; der an den ehemaligen Münchener für seine Zwecke zu werben. Marti, ein noch junger Mann, war Weiblicher Spitel. Die„ Münchener Neue freie Wolfsztg." litten. José Marti hatte es verstanden, in Madrid selbst Gönner wald. Jetzt hat er bei einer Kneipgelegenheit folgende Polizeipräsidenten und nunmehr verstorbenen Kultusminister gleichwohl seit 20 Jahren für die Befreiung seines Vaterlandes Weisheit vom Stapel gelassen: v. Müller gerichtet ist, welchem Herrn wir nach seinem vor von der spanischen Herrschaft thätig. Schon als Knabe hatte er Nothwendig sei auch der Friede der monarchischen wenigen Monaten erfolgten Tode im Vorwärts" schon die dafür gefochten, so daß seine Transportation nach Spanien für Staaten untereinander im Interesse der Aufrecht entsprechende Würdigung als Spigelvater haben angedeihen lassen. nothwendig gehalten wurde. erhaltung von Gesetz und Frieden gegenüber den Aus dem Briefe geht hervor, daß der ehemalige Polizeipräsident glänzenden Aussichten diesem einzigen Lebenszwecke geopfert. Gar Er hatte sein Vermögen und seine revolutionären Bestrebungen. eine adelige Dame als Spionin angestellt und durch diese selbst oft hatte er sein Leben dafür eingesetzt. Nach der Niederwerfung Schade blos, daß der Alte nicht früher daran gedacht hohe Staatsbeamte überwachen ließ. Selbstverständlich erstreckte des letzten Aufstandes fahndeten die spanischen Behörden eifrig hat, als er noch etwas zu sagen hatte". Er hätte dann sich das Thun der hohen" Dame auch auf das politische Gebiet nach Marti. Seine Ergreifung wäre mit fofortiger Hinrichtung nicht den Hohenzollernprinz auf den spanischen Thron gesetzt währte" Kraft des ehemaligen Bolizeipräsidenten gewesen zu sein. mit seiner verwegenen Bande als Estorte. Er brachte ihn nach und die Presse. Sie scheint mit„ Gifer" gesammelt und eine be- gleich bedeutend gewesen. Damals diente ihm der Bandit Matagas und die Emser Depesche redigirt", um Preußen- Deutsch- Der merkwürdige Brief bestätigt das in München unterhaltene einem sicheren Ort im Bergdistrikte, bewachte wochenlang das land, das doch entschieden ein monarchischer Staat" war, mit dem französischen Kaiserreich, das doch ebenso ent- System ganz gefährlicher geheimpolizeilicher Schnüffelei.- Versteck und half ihm endlich aus dem Lande. Marti hatte das schieden ein monarchischer Staat war, in einen Krieg zu zeigt sich bei jeder Gelegenheit, die sich ihm zu einer Niederlage Die künftige Gestaltung der tubanischen Republik im Falle der LosDer Niedergang des österreichischen Liberalismus größte Vertrauen in den gegenwärtigen Aufstand gehabt. Ueber verwickeln. Jener Krieg hat die französische Republik bietet. Nachdem er seinen Einfluß in der Wiener Gemeinde- reißung von Spanien hat sich Marti wie folgt ausgelassen:" Was verwickeln. Jener Krieg hat die französische Republik geschaffen und auch sonst den revolutionären Bestrebungen" verwaltung verloren hat, hat er nun dasselbe Schicksal in der wir vor allem wollen, ist eine liberale Republit. Wir werden mächtigen Vorschub geleistet. Die Weisheit des Rede- Hauptstadt Desterreich- Schlesiens, in Troppau, erlitten.- uus in der Hauptsache die Konstitution der Vereinigten greises ist also keineswegs so ganz ohne und sie wäre Staaten zum Muster nehmen, aber auch einige bewährte Einwirklich werthvoll und könnte uns sogar imponiren", wenn Sonntag fämmtlichen Vorlagen günstig, da alle, die städtischen herübernehmen. Natürlich haben wir auch unter uns mit vers Die Volksabftimmung in Bern erwies fich am legten richtungen aus der Verfassung der südamerikanischen Republiken sie 25 Jahre früher begriffen und vor 25 Jahren auch be wie die kantonalen, angenommen wurden. Unter den ersteren ist schiedenartigen politischen Neigungen zu rechnen. Die liberalen folgt worden wäre. So kommt sie etwas zu spät und besonders erwähnenswerth diejenige betreffend die Proportional- Spanier sind unsere Konfervativen, die eingeborenen Kubaner riecht nach sauren Trauben. wahl der städtischen Behörden, und von den kantonalen das unsere Liberalen und Radikalen, aber die goldene Mittelstraße Die geistige" Bekämpfung der Sozialdemokratie. Gesetz betreffend die Wiehversicherung. Die Proporz- Vorlage wird gefunden werden, auf der alle diese Glemente, die gegen= Bei Besprechungen unseres kürzlich veröffentlichten Aufsatzes wurde mit 2222 Ja gegen 581 Nein angenommen. über„ Landagitation" in der gegnerischen Presse sind wir Crispi hat eine Wahlrede vor zahlreichen von der Regiemehrfach auf die Empfehlung des Knippels unseren rungsunterflüßung abhängigen Kandidaten und Bürgermeistern Genoffen gegenüber gestoßen. So lesen wir heute in einem gehalten. Wie gewöhnlich nahm er den Mund recht voll, verProvinzblättchen: kündete, daß er einer der größten Männer sei, dem das Vaterland zu glühendem Dante verpflichtet sei, daß seine Gegner blos Krakehler und Vaterlandsseinde seien. Aus seiner Rede heben wir folgende Stelle hervor: Wir aber glauben, daß sich die sozialdemokratischen Send. linge bei der Landagitation in ihrer eigenen Schlinge fangen werden. Wenn die nöthige Wachsamkeit nicht außer acht gelaffen wird, werden auch die von den Sozialdemokraten so unterschäßten Bauern den Wolf im Schafspelze bald erkannt haben, und wenn fich dann die beiden Freunde" mal wieder auf dem Lande sehen laffen, um Fühlung mit den Bauern zu gewinnen", dann tönnte diese Fühlung" für sie eine recht empfindliche werden. " n Bravo! Wenn der einzige Beweis für die Güte der Sache nur noch durch den Knüppel geführt werden kann, dann geht es mit den Gegnern wohl start bergab, und wir sind nicht mehr weit vom Ziel. Die Frankfurter Zeitung" berichtet, unser Genosse Jöst, Stadtverordneter in Mainz, sowie Landtags- und Reichstags- Abgeordneter, werde seine sämmtlichen Mandate niederlegen, weil er sich um die Stelle des Chefs des in Mainz zu errichtenden städtischen Arbeitsamtes bewerbe. Nach der Meldung der Franks. 3tg." sollen bereits Abwärtig zum ersten Male gegen Spanien zusammengehen, sich be= gegnen und zu einem friedlichen und blühenden republikanischen Staatswesen zusammenschmelzen werden." Parteinachrichten. Kräftig ins Gewiffen redet Dr. Jastrow in der Zeits " Jetzt aber suchen sich die Gegner in Bewegung zu sehen schrift" Soziale Praxis" den Regierungen, indem er in einem zu gunsten derjenigen, welche die Opfer oder vielleicht die Ur- Artikel über die Umsturzvorlage in Beziehung auf die Sozialheber des sozialen Kampfes find; das, was die Regierung in demokratie ausführt:„ Die Gefahren, welche von seiten eines diesem Punkte gethan hat, war durch die Thatsachen gerecht- toalirten Unternehmerthums dem Staatswesen drohen, sieht man fertigt. Die Regierung verhehlt sich übrigens feineswegs, schon jetzt am Bunde der Landwirthe. Das ländliche und das welche schwere, dringliche Abhilfe erheischende Formen das städtische Unternehmerthum mit einander vereinigt, stellen soziale Problem in Italien angenommen hat, sie hat eingehende vollends eine Macht dar. deren keine Regierung der Welt Studien gemacht über die Anarchie und den Sozialismus Herr werden tönnte, ohne Unterstützung einer energischen in Italien im Vergleiche mit den diesbezüglichen Er- und aufgeklärten Arbeiterpartei. Thatsächlich beruht unser scheinungen im Auslande." Crispi erinnert an die Bes Staatsleben bereits auf der Mitwirkung der Soziale gnadigung der von minder verdienten Strafen betroffenen demokratie. In den höchsten Behörden des Reiches sigen SozialIndividuen, hob die Bemühungen hervor, welche die Re- demokraten. Das Reichs- Versicherungsamt und die Kommission gierung dem Studium der sozialen Gefeßgebung für Arbeiterstatistik, die beiden thätigsten sozialpolitischen Organe gewidmet habe, und fuhr fort:" Indessen haben wir des Reiches, sind ohne Mitwirkung von Sozialdemokraten schon gesehen, daß diese Maßregeln bekämpft werden von heute nicht mehr zu denken. Der Reichs- Anzeiger" schöpft seine jenen, die fich den Anstistern und Förderern der Ruhe- Kenntniß der Arbeiterbewegung aus dem„ Vorwärts" und zitirt störung angeschlossen und so eine monftröse Ver ihn regelmäßig. Die amtliche Gewerbe- Inspektion ist auf Mits einigung von Widersprüchen gebildet haben." Crispi theilungen der Arbeiterpresse und der Arbeiterorganisationen an" " Polizeilich, Gerichtliches ez. gewiesen. Das Vertrauen, welches die Geibetbegerichte im Arbeiter ihrer Buhälter auf die Dauer nicht gewachsen wäre. Aber gewiß stande genießen, beruht nicht blos darauf, daß Arbeiter, ist, daß diese schmutzigen Praktiken die Genossen noch mehr auf sondern daß gerade sozialdemokratische Arbeiter an ihnen theil- flären und zu erhöhter Agitationsthätigkeit anfeuern werden. nehmen. Die Selbstverwaltung der Krankenkassen bräche zu fammen, wenn man aus den Vorständen die sozialdemokratischen Mitglieder entfernen wollte. Da höre man doch endlich auf, so zu thun, als ob man diese Partei entbehren könnte! Wenn es heute keine Sozialdemokratie gäbe, so müßte eine Regierung, von Einseitigkeiten des Unternehmerthums bedroht, aus dem bloßen Grunde der Selbsterhaltung als Gegengewicht eine ebenso energische Partei zur Wahrung der Arbeiterinteressen zu bilden fuchen." * V " macher 35 pCt., Seher 41 pct., Schriftgießer 50 pct., Seidens bandweber 40 pCt. und Holzschniger 62 pt. weniger. Gewerkschaftliches. Daß das das Maschinenwesen in den Industrieftaaten Europa's die Arbeitsgelegenheit nicht minder beschränkt, ergiebt sich aus dem Vorhandensein einer ständigen Armee Die Breslauer Volkswa ch t" schreibt: Die Ver- von Arbeitslosen, worüber nicht nur alle Bewert urtheilung unseres verantwortlichen Redakteurs wegen Majestäts- fchaften, sondern auch die Armenbehörden, öffentliche Arbeitsbeleidigung ist wieder einmal so recht geeignet, unfere nachweis- Institute u. s. w. zu tlagen haben. Die kapitalistische deutsche Rechtsprechung durch- Kopfschütteln zu tritifiren, denn Wirthschaftspolitik weiß gegen die Arbeitslosigkeit fein Mittel eine andere Art der Kritit läßt ja eben diese Rechtsprechung taum noch und fann feins wissen, weil die Arbeitslosigkeit mit dem System zu. Man stelle sich also vor: Die Volkswacht" weist an einem des Kapitalismus organisch verbunden ist. Das eine fällt nicht Urtheil eines sächsischen Gerichts, das einen Mann wegen einer ohne das andere. Wenn nun die Arbeiter, die unter dem Uebel ganz harmlosen, dem Kaiser wohlwollenden und nur etwas unstande zu leiden haben, zu Gegnern dieser fehlerhaften WirthUeber den Ausfall der Gewerbegerichts Wahl in geschickt geformten Aeußerung mit harter Gefängnißstrafe belegt, schaftsordnung und zu Anhängern des Sozialismus werden, so Braunschweig wird in der bürgerlichen Presse berichtet, daß nach, wie unberechtigt das Verlangen nach neueren schärferen Strafverfolgt man sie als Revolutionäre, während das revolutionäre bei der Wahl der Unternehmerbeifizer die Sozialdemokratie eine gefeßen gegen den sogen.„ Umflurz" ist und giebt zu diesem Zweck Element in der wirthschaftlichen Entwicklung selbst liegt. volle Niederlage" erlitten hätte, während so ziemlich jedermann in dem ganz fachlich gehaltenen Referat über jene Gerichtsweiß, daß es uns Sozialdemokraten gar nicht einfällt, bei der verhandlung die inkriminirte Aeußerung wieder, ohne welche Wahl von Unternehmerbeisitzern auf den Sieg zu rechnen. Troy- Wiedergabe ein solcher Nachweis unmöglich dem steht es mit dem Siege der Unternehmer feineswegs so wäre. Darauf Beschlagnahme der betreffenden Nummer der glänzend, wie der bürgerliche Bericht besagt. Die drei Kandi- Volkswacht", hochnothpeinliche Anklage und richtig Berurtheilung An die Sattler, Tapezirer und Berufsgenossen in daten der Gegner erhielten nur je 24 Stimmen, unsere Kandidaten, wegen Majestätsbeleidigung! Das Gericht mußte angesichts der Rigdorf und Umgegend! Kollegen! Allem Anschein nach sieht die Parteigenoffen Schmiß, Riete und Günther, je neun flaren Sachlage zugeben, daß die Absicht, zu beleidigen, nicht für nächste Zeit wiederum eine größere Militärlieferung in Aussicht Stimmen, also immerhin mehr als ein Drittel. Dagegen haben vorgelegen haben dürfte, wohl aber wäre das Bewußtsein, mit und ist somit ein kleiner Aufschwung in unserem so sehr daniederwir, was selbst der bürgerliche Bericht eingestehen muß, einen der Wiederholung jener Aeußerung eine Ehrverlegung des Kaisers liegenden Gewerbe zu erwarten. Es wäre aber höchft bedauerlich, wirklich glänzenden Sieg bei der Wahl der Arbeitervertreter zu begehen, vorhanden gewesen und deshalb wurde auf die wenn wir diesen günstigen Zeitpunkt vorübergehen ließen, ohne errungen. Unsere Kandidaten erhielten 1805-1812 Stimmen, milde Strafe von zwei Monaten Gefängniß( nicht etwa uns gegen die Uebelstände zu wahren, die gerade zu den unund der bürgerliche Bericht stellt sogar fest, daß wir so um- Festung, das wäre wohl gar zu milde gewesen) erkannt. erträglichsten gehören. Wir ersuchen deshalb unsere Berufsfassend" siegten,„ daß gegnerische Stimmen überhaupt nicht ab oran das Gericht das Bewußtsein des Angeklagten, durch genossen, dem Verband der Sattler und Zapezirer beizutreten, gegeben wurden". Wir können es uns jedoch leisten, zu erklären, das Referat über jene Verhandlung eine Majestätsbeleidigung sowie fich recht zahlreich in der öffentlichen Versammlung einzu daß einige Stimmen fich zersplitterten. zu begehen, als vorhanden erkannt hat, entzieht sich allerdings finden, die am Sonntag, den 26. Mai, vormittags 92 1, unferer Beurtheilung. Der Staatsanwalt hat der bezeichneten im Lokale des Herrn Nitschke, Steinmetzstr. 45, stattfindet. Barteikonferenz. Die Sozialdemokratie des pommetschen Meinung Ausdruck gegeben, daß ein Redakteur als gebildeter Wahitreises Randow Greifenhagen hält am 3. Juni Mann" von vornherein wissen müsse, ob er durch Aufnahme In Stuttgart brach vor 14 Tagen in der Handschuhfabrik von morgens 8 Uhr ab bei H. Borkmann in Grabow a. D., diefer oder jener Aeußerung eine Majestätsbeleidigung begehe. von Hugo Weigel infolge von Lohnstreitigkeiten ein Streik Grüne Wiese 11a, ihre erste Kreis konferenz ab, in der Da verlangt der Herr Staatsanwalt wirklich zu viel von einem aus, worauf die Handschuhfabrikanten Stuttgarts und Eßlingens Alwin Körsten aus Berlin über die Landagitation sprechen armen Redakteur; sehen doch in diesen Dingen selbst Staats- ein Kartell schlossen, feinen der Ausständigen in Arbeit zu wird. Bericht der Delegirten, Wahl eines Kreisvertrauensmannes anwälte und Richter nicht immer flar. Wörtlich dasselbe nehmen. In den Versammlungen vom 11. und 13. Mai wurde und Verschiedenes bilden die übrigen Tagesordnungspunkte. Der Referat über jene fächsische Gerichtsverhandlung, das uns deshalb von den Gehilfen über Stuttgart und Eßlingen bis auf Hauptwerth wird auf das Erscheinen der Genossen aus fleinen nun zwei Monate Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung weiteres die Sperre verhängt, worauf die auswärtigen HandOrtschaften gelegt, um eine Verbindung zu schaffen, die bei der eingebracht hat von Rechtswegen, ist auch durch mehrere schuhmacher mit dem Bemerken aufmerksam gemacht werden, Bearbeitung des Kreises von großem Werth ist. Es wäre an anderen Orten erscheinende Zeitungen gegangen es jeden Zuzug streng fernzuhalten. Sämmtliche Arbeiterblätter wünschenswerth, wenn folgende Örte Delegirte entsenden würden: hat sich aber unseres Wissens nirgendwo ein Staats- werden um Abdruck gebeten. Altmann, Podejuch und Umgegend, Greifenhagen, Fiddichow, anwalt gefunden, der in der Wiedergabe des Referats Bum Streik der Spinnerei- Arbeiter in Kaiserslautern Bahn, Gary a. D., Pentun, Pölib, Pommerensdorf u. s. w. darin eine Majestätsbeleidigung entdeckt hätte. Muß nun ein ist nachzutragen, daß die Arbeiter das Gewerbegericht als Redakteur, wenn er der Ehre theilhaftig wird, in Breslau und Ginigungsamt angerufen hatten, vom Vorfizenden des unter den scharfen Augen des Breslauer Staatsanwalts feinen Gerichts aber die Mittheilung erhielten, die Fabrikdirektion ohnehin nicht leichten Beruf auszuüben, wirklich vorher wissen, wolle sich nicht zu Verhandlungen vor dem Einigungsamt verdaß dem Breslauer Staatsanwalt und in letzter Linie den stehen. Breslauer Richtern eine Notiz als Majestätsbeleidigung erscheinen In Mainz haben, nachdem die Dachdeckermeister auf die wird, die an feinem anderen Orte die doch sonst auch nicht gerade über folche Dinge leicht denkenden Staatsanwälte in Be- Forderungen der Gehilfen nach 30 prozentiger Lohnerhöhung und wegung setzte? Das ist in der That zu viel verlangt, selbst von Werkürzung der Arbeitszeit auch am 21. Mai, bis wohin ihnen einem sozialdemokratischen Redakteur, der doch schon an was Frist gestellt war, noch keine Antwort gegeben hatten, am gewöhnt ist. Weiß man denn nicht, daß auch die Gerichte ganz 22. Mai von 36 in Mainz überhaupt vorhandenen Da ch verschieden urtheilen gerade in Majestätsbeleidigungsprozeffen? Decker Gehilfen 34 die Arbeit eingestellt. Buzug ist streng Sprach doch vor kurzem erst ein Gericht einen Angeklagten frei fernzuhalten. von der Anklage der Majestätsbeleidigung, nach Meinung des Staatsanwalts begangen durch Sigenbleiben beim Hoch auf den Raiser, während andere Gerichte in solchen Fällen schon schwere Strafen aussprachen. So verschieden denken und urtheilen Staatsanwälte und Gerichte, ein sozialdemokratischer Redakteur aber muß in jedem Falle vorher wissen, ob das, was er thut und schreibt, auch strafbar ist. Nun, unser Genosse Neukirch geht als„ bewußter Majestätsbeleidiger" ins Gefängniß, dem hier verletzten Gesetze wird Sühne werden und wir wundern uns wirklich nur darüber, daß man sich in gewissen Kreisen immer noch über die stetige Vermehrung der sozialdemokratischen Anhänger wundert. Nur mecklenburgische Arbeiter, nicht polnische, sollen, wie ein bürgerlicher Reporter meldet, bei der Herstellung des Güstrower Schifffahrtstanals beschäftigt werden. Es sei diese Entschließung der Kanal- Bauverwaltung einer von Sozialdemokratischer Seite einberufenen Bersammlung zuzuschreiben. Die Meldung ist wohl nicht ganz zutreffend. Unsere medlenburgischen Parteigenossen haben sicherlich nur verlangt, daß erst die dortigen Arbeitslofen bei der Vergebung der Arbeit berücksichtigt werden sollen, und dann Arbeiter aus anderen Theilen Deutschlands. In Galizien ist von den Bischöfen die himmlische Gendarmerie gegen den Sozialismus mobil gemacht. Sie legten, wie die Wiener Arb.- 3tg." berichtet, neben einigen Bauernblättern auch unser Bruderorgan, den„ Naprzod", in Acht und Bann. Die ehrwürdigen Herren hofften wohl, uns das Lebenslicht auszublasen, aber sie haben Pech, denn der Erfolg ist ein ihren Absichten eut gegengesetter. Uns ist es ja dort nicht möglich, in die kleinen, Ortschaften und Dörfer zu dringen und die oppofitionellen Elemente heranzuziehen. Oft wissen die Leute nicht, daß es eine Partei giebt, die den Kampf gegen den Kapitalismus und seine Organe aufgenommen, die den Haß des Klerus auf sich gelenkt hat, und nun sagen es ihnen die Hirtenbriefe und die Pfarrer bei jeder möglichen Gelegenheit. Die Leute gehen nach Hause, und statt vor dem leibhaftigen Satan, der Sozialdemokratie, Angst zu bekommen, schreiben sie Briefe mit Schilderungen und Klagen über ihre Lage an den Naprzod" und senden Abonnementsgelder. Der Hauptinhalt der Briefe ist gewöhnlich: Unser Pfaff ist ein Feind des Volkes und da er über Euch so in Harnisch geräth, müßt Ihr dem Volte guten Rath und Hilfe bringen. " Der Ausmacherstreik in Solingen ist beendet. Die Ausständigen folgten dem ihnen vom Reichstags- Abgeordneten Schumacher gegebenen Rath, von den durch die Einigungs tommission aufgestellten Bedingungen die fallen zu lassen, wonach bei etwaigen Differenzen über das später aufzustellende neue Breisverzeichniß das Gewerbegericht als Einigungsamt endgiltig entscheiden sollte. Diese Bedingung hatten die Fabrikanten nicht zugestehen wollen, sondern an stelle des Gewerbegerichts eine aus Fabrikanten und Ausmachern zusammengefehte Vergleichskammer als entscheidende Instanz vorgeschlagen. Sämmtliche 52 Glasschleifer der Firma Emanuel -Ju Iserlohn ist dem Holzarbeiterverband die Abhal- Simm in Deffendorf( Desterreich) haben die Arbeit niedertung eines öffentlichen Stiftungsfestes verboten worden, weil zu gelegt. Buzug ist streng fernzuhalten. diesem Feste, das von der Polizei als eine öffentliche Versamm- In Stockholm streitten in der ersten Sälfte des Monats lung betrachtet wurde, Frauen Zutritt hätten, was unzulässig sei, die Hafenarbeiter, infolge dessen im Hafen alle Schiffe da der Verein die Besprechung öffentlicher Angelegenheiten zum still lagen. Die Zahl der Ausständigen betrug etwa Zweck habe, also ein politischer Verein wäre, dem Frauen und 5-600 Mann. Nach nur dreistündiger Dauer endete der Minderjährigen nicht angehören dürften. Der Landrath bestätigte Streit, der durchaus in guter Ordnung vor sich ging, mit dem das Verbot, wogegen Beschwerde erhoben ist. Aehnliches ist Siege der Arbeiter. Sie erhielten die verlangte Lohnaufbesserung übrigens leider auch an anderen Orten des freien Preußens bewilligt. wiederholt vorgekommen, wobei man sich auf Entscheide des Oberverwaltungsgerichts berufen hat. Soziale Leberlicht. Die Ziegelarbeiter in Chicago haben allgemein die " Dersammlungen. Depeschen. Aus Ungarn wird berichtet:„ Mit dem Fortschreiten der Sozialdemokratischen Bewegung haben auch die politischen Verfolgungen an Intensität zugenommen. Bom Jahre 1891 an bis Die Parteigenoffen Gierling, 3immermann und Arbeit niedergelegt, um auf diese Weise einige Unternehmer zum Ministerium Banffy haben wir keinen Preßprozeß gehabt, Meyer, sowie die Genoffin Loewenherz waren am zur Bezahlung höherer Löhne zu veranlassen. 100 direkt unsere Prinzipien unter Anklage gestellt worden 28. März d. J. vom Neuwieder Schöffengericht wegen Verwären. In den letzten Monaten hat sich eine wesentliche gehens§ 8 a des Vereinsgesetzes zu 60 Mt. Geldstrafe oder zwölf Verschärfung in der Verfolgung unserer Partei bemerkbar ge- Tagen Gefängniß verurtheilt worden. Die biergegen von den macht. Ronfistationen, Hausdurchsuchungen sind an der Tages- Angeklagten eingelegte Berufung wurde am 15. Mai vom Landordnung, und ein Preßprozeß jagt den anderen. Gegen gericht verworfen. Der Zentralverein der Bureauangestellten hörte in wärtig sind nicht weniger als 30 Preßprozesse anhängig gemacht. feiner letzten Mitgliederversammlung am 17. b. M. einen Bortrag Die Geschwornen sind jetzt zu einer Verurtheilung gleich be über Arbeitszeit und Arbeitslohn", in welchem der Kollege reit, sobald der Staatsanwalt nur mit dem rothen Tuche ver Schulz den Satz begründete: je fürzer die Arbeitszeit, desto ständnißvoll zu winken beginnt. Das seit dem 1. Mai täglich höher der Arbeitslohn und umgefehrt, je länger die Arbeitszeit, ers cheinende Blatt der Sozialdemokratie, die Nepszava", hat Krankenversichernug. Auf grund des§ 75a des Kranken- desto niedriger der Arbeitslohn". An den Vortrag knüpfte sich fortgesetzt mit der unerhörtesten Willkür der Behörden zu kämpfen. versicherungsgesezes vom 10. April 1892 ist der Kranken- und eine lange Debatte, an der sich die leider wenig zahlreich anEinmal werden die Nummern in Mistols, Klaufenburg und Sterbelasse für Bäcker und verw. Berufsgenossen zu Hamburg( E. 5.), wesenden Mitglieder lebhaft betheiligten. Nach Erledigung Maros- Vasarhely auf ministerielle Weisungen konfiszirt; in der Unterstützungskasse in Krankheitsfällen, genannt:„ Der treue einiger interner Vereinsangelegenheiten wurde die Sizung Budapest wieder auf Anordnung des Stadthauptmannes in den Beistand von 1866" in Altona( E. H.), der Kaufmännischen gefchloffen. Verschleißlokalen beschlagnahmt und einer der Zeitungsausträger Krankenkasse von 1884 in Altona( E. H.) und der Kranken- und ohne jeden Rechtstitel von morgens 6 Uhr bis 11 Uhr vor: Begräbnißkasse des Vereins der deutschen Kaufleute( E. H.) in mittags bei der Polizei zurückgehalten. Wie willkürlich das ges Berlin vom Reichstanzleramt von neuem die Bescheinigung er schah, ersieht man daraus, daß diefelben Nummern von den theilt worden, daß sie, vorbehältlich der Höhe des KrankenPolizisten in die Tabaktrafiken unter Entschuldigungsstammeln geldes, den Anforderungen des§ 75 des Krankenversicherungszurückgebracht wurden; allein der Verkauf war für diesen Tag Gesetzes genügen. ( Privat- Telegramme des Vorwärts") bereits empfindlich geschädigt. Gegen solche flagrante RechtsApolda, 24. Mai. Bei der heute vollzogenen Wahl zweier verlegungen einzuschreiten, ist nahezu nuglos, obwohl die Re- leber die Armseligkeit der Löhne in den sächsischen daktion die Klage erhoben hat, denn die vorgefekten Behörden Weberbezirken schreibt man uns noch aus Zwickau: Ich be- Abgeordneten und deren Stellvertreter für den 8. Wahlbezirk werden die liebe Polizei" niemals blamiren oder verurtheilen. richtete Ihnen jüngst von der Spinnerei in Lichtentanne des zweiten Verwaltungsbezirks zum Bezirksausschuß wurden mit Kurz, auf allen Seiten begegnen wir dem planmäßigen Vor-( Firma Schmelzer), daß dort die jugendlichen Arbeiter im großer Majorität, die Genossen 2eatert und Petermann gang, unseren Fortschritten so viel Schwierigkeiten als nur mög- Alter von 14-16 Jahren nur 6 Pf. pro Stunde Arbeitslohn lich zu bereiten. Wie die gesammte Bester Bourgeoisie eine ein- bekämen, das ist aber noch nicht ber geringfie Lohn, der hier au Abgeordneten und die Genoffen Rahle aus Sulzbach und zige Intereffentlique bildet, mag das folgende Beispiel illuftriren: gezahlt wird, denn wie ich mich überzeugen fonnte, zahlt die Heidemann aus Widerstedt als Stellvertreter gewählt. In der Sonntag Nummer vom 19. b. wollte die„ Nepszava" Rammgarnspinnerei in 3 widau Pölbiz solchen Wolff's Telegraphen- Bureau. folgende, durch ein lithographirtes Korrespondenzblatt ver- jungen Hilfsarbeitern( Auffleckern) gar nur 5 Pf., also für den Brüffel, 24. Mai. In Erwiderung auf eine Anfrage, ob breitete Nachricht bringen: In der hiesigen Josef Török'schen zehnstündigen Arbeitstag 50 Pf.; dementsprechend sind auch die die Regierung geneigt sei, im Verein mit Deutschland UnterApotheke in der Königsgasse wurde einem armen Handwerker Löhne der erwachsenen Hilfsarbeiter berechnet, die nur in wenigen handlungen über die Zuckerfrage aufzunehmen, erklärte der ein annoncirtes Geheimmittel verkauft, nach dessen Gebrauch der Fällen eine Mart täglich übersteigen; auch die Spinnerlöhne find Finanzminister, er hoffe, daß demnächst eine Konferenz zusammenArme plöglich erblindete. Nach Ginholung des kompetenten zurückgegangen, 3 M. pro Tag gilt schon als ein guter Lohn. treten werde, um sich mit dieser Frage zu beschäftigen. ärztlichen Gutachtens wurde der Apotheker Josef Török verklagt." Genna, 23. Mai. In einer hiesigen Kaserne schoß ein Vom Schlachtfelde der Industrie. In den Monongaheda- Infanterist Dies die knappe Meldung des Korrespondenzblattes. Alle Minen, 30 englische Meilen südlich von Morgantown in Weft Infanterist auf zwei Unteroffiziere; einer derselben wurde angesehener reicher Mann und als Patriot" gilt, der viele Ge- vernichtet worden. 8 Leichen waren bei Abgang des Telegramms Zeitungen unterschlugen diese Nachricht, weil Josef Török ein Birginien sind durch eine Explosion zahlreiche Menschenleben getödtet, der andere schwer verwundet. Der Thäter hat sich darauf erschossen. heimmittel, auch ohne behördliche Bewilligung, verkauft, folglich bereits aufgefunden; 6 Personen erlitten schwere Berlegungen. Gouvernement Ewer, wüthete eine heftige Feuersbrunst. Gegen Petersburg, 24. Mai. In der Stadt Wischni Wolotshet, viel annonciren läßt. Da die Népszava" den Bitten Die Zahl der in den Minen noch Berschütteten soll 132 betragen. 200 Häuser des ärmsten Theiles der Stadt sind eingeäschert. des genannten Ehrenmannes" um Unterdrückung der Aus San Franzisko wird gemeldet, daß durch die durch die Biele Personen sind obdachlos. Die Kaufleute erlitten große Nachricht kein fein Gehör schenkte und nur ihrer publi Explosion einer Pulvermühle 5 Weiße und 9 Chinesen getödtet Verluste. Der Schaden ist sehr bedeutend. zistischen Verpflichtung gerecht werden wollte, half sich wurden. In Halifax( England) kamen in einer Wollfabrik der Mann als Direktions Mitglied der Corvina" Washington, 23. Mai. Nach amtlichen Telegrammen aus Ecuador ist dort die Revolution von neuem ausgebrochen. Das Buchdruckerei- Aktiengesellschaft( wo die„ Nepszava" gedruckt wird), durch Explosion des Kessels fünf Frauen ums Leben. daß er in der Stereotypie feinen Namen und den seines Opfers Von der Größe der Revolution, die die Maschine gegenwärtig in Panama liegende amerikanische Kriegsschiff sammt den Gassenbezeichnungen austraßen ließ. Als am nächsten in den Erwerbsverhältnissen anrichtet, legt eine amtliche Ranger" begiebt sich nach Guayaquil. ( Depeschen- Bureau Herold.) Tage die Nepszava" ein Extrablatt über die charakteristische Statistik sehr deutlich Zeugniß ab, die in den Vereinigten Affaire ausgeben wollte, verweigerte die genannte Buchdruckerei Staaten von Amerika aufgenommen worden ist. Danach wurde, Belgrad, 24. Mai. Die liberale und die radikale Parteidie Aufnahme des Textes, ja auch eine andere Zeitungsdruckerei, wie wir der Franks. 3tg." entnehmen, festgestellt, daß in einer leitung haben beschlossen, sich an den Nachwahlen zur Skuptschina, Rosmos", lehnte den Druck des Extrablattes aus Rücksicht auf ganzen Zahl von Erwerbszweigen durch die arbeitersparenden welche am Montag stattfinden, nicht zu betheiligen. jene Druckerei ab. Einen flareren Beweis für den Bestand eines Maschinen die Zahl der bisher beschäftigt gewesenen Arbeiter Budapest, 23. Mai. Hier eingelaufenen Privatmeldungen Klasseninteresses, für die Konnivenz und für die schuftige Moral start vermindert worden ist. So ist in New- York aus diesem aus Paris zufolge verweigert die französische Regierung die Ausder Bester Bourgeoispreffe braucht man nicht mehr. Unter solchen Grunde die Zahl der Tischler um 15 pet. geringer, Knopfloch lieferung des Journalisten Szeles, der bekanntlich das Attentat Umständen wäre es kaum zu perwundern, wenn unser leitendes macher giebt es jetzt 50 pCt. weniger als vor einigen Jahren, auf das Henti Denkmal verübte, Szeles soll sich bereits auf Parteiblatt den einmüthigen Verfolgungen der Behörden und Hemdenmacher 33 pCt., Bäcker und Konditoren 20 pCt., Möbel: freiem Fuße befinden. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthfiraße 2. Hierzu zwei Beilagen D " " = 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Bolksblatt. Kr. ILO. Sonnabend, den 23. Mai 1893. 12. Jahrg. Deutscher Reichstag. S9. Sitzung vom 24. M a i 1S9E>, II II h r. Am Tische des Bundesraths: Graf Posadowsky, v. Bötticher. Der Abg. M ö l l e r-Dortmund(natl.) hat durch Schreiben om heutigen Tage sein Mandat niedergelegt. welches nach dem Antrage der Wahlprüfungs.- Kommission für ungiltig erklärt werden sollte. Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Berathung der Novelle zum Branntweinsteuer-Gesetz. In der Generaldebatte erhält das Wort Abg. Graf Kunitz(k.): Man könnte das Bedenken haben. daß das Zuckersteuer- und Spiritusgesetz nicht geeignet seien. der darniederliegenden Landivirthschaft wirksame Hilfe zu ge- währen und daß die verbündeten Regierungen nicht alles gelhan haben, was sie thun konnten, um der Landivirthschaft aufzuhelfen. Diese Auffassung würde nicht unzutreffend sein; es unterliegt keinem Zweifel, daß ihre preis steigern de Wirkung eine ganz minimale sein wird, ihr Hauptvortheil liegt darin, daß sie einem weiteren Preisrückgang vorbeugen. Die Wirkung wird nur eine beschränkte sein; es giebt weile Distrikte, die an Zucker und Spiritus nicht betheiligt sind, und zwar nicht blos in Ost- preußen, sondern auch in großem Umfange in West- und Süd- deutschland. Für diese Gegenden ist also keine Hilfe gebracht. Man hat gesagt, daß sie dem Großgrundbesitz in höherem Maße zu gute kommen, als dem kleinen. Das ist richtig, und das ist ein Bedenken, welches mich bewegen könnte, gegen die Gesetze zu stimmen.(Hört, hört!) Ich konnte mir indessen nicht verhehlen, daß es sich nicht um laudwirthschaftliche Fragen allein hierbei handelt, sondern daß die Zuckerindustrie eine große Bedeutung für unseren nationalen Wohlstand hat, und wenn wir das Gesetz ablehnen, so schaden wir dem einen, ohne dem andern zu nützen. Dieser Gesichts- punkt allein veranlaßt mich, den Gesetzen zuzustimmen.(Beifall rechts.) Als wir in die Session eintraten, erklärte der Staats- sekretär Graf Posadowsky, daß man 30 Jahre zr.rückgehen müsse, um auf so niedrige Preise für laudwirth- schaftliche Produkte zu kommen, wie sie heute beständen, daß diese Preise für die Landivirthschaft geradezu ruinös seien, daß die Regierung ein Interesse an der Zufriedenheit des Bauern- standes habe und daß es eine arge Pflichtverletzung sein würde, wenn die Regierung sich nicht auf das allerernsteste mit der Frage beschästigen würde, wie dem landwirthschastlichcn Roth- stände innerhalb der vertragsmäßigen Grenzen abzuhelfen sein würde. Diese Ausführungen des Staatssekretärs erweckten da- mals die Hoffnung, daß die Maßregeln der verbündeten Regierungen sich nicht blos auf Spiritus und Zucker, sondern auch auf die Hebung der Getreidepreise erstrecken würden. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Anderenfalls würde ich jene Aeußerung gar nicht haben verstehen können.(Sehr wahr! rechts.) Der Staatssekretär muß solche Maßregeln auch inner- bald der vertragsmäßigen Grenzen für zulässig gehalten haben, sonst würde er nicht auf die ruinöse Wirkung der Getreidepreise hingewiesen haben. Wir haben einen Antrag eingebracht, von welchem man eine angemessene Steigerung der Getreidepreise wohl hätte erwarten können. Ich bedauere, daß die verbündeten Regierungen diesem Antrage gegenüber eine ablehnende Haltung eingenommen haben, ohne ihrerseits etwas besseres vorzuschlagen. (Beifall rechts.) Ob nun das Spiritussteuer- und das Zucker- sieuer. Gesetz zur Zufriedenheit des Bauernstandes beitragen wird, stelle ich dem Ermessen des Grafen Posadowsky anheim.(Zu- stimmung rechts.) Ich für meine Person fürchte das Gcgentheil. (Hört! hört! links.) Ich fürchte, daß die Verstimmung im Lande durch die abwartende Haltung der verbündeten Re- gierungen nur gesteigert werden wird(Sehr wahr! rechts), und ick fürchte, daß die sterilisirten Personen, von denen Staats- sikretär Graf Posadowsky gesprochen hat. die garnicht im stände seien, zu erkennen, was im Lande draußen vorgeht, sich auch in solchen Kreisen finden, die dem Staatssekretär recht nahe stehen. Da nun die Session hente oder morgen geschlossen wird, so frage ich: Warum haben die. verbündeten Regierungen sich bei diesen kleinen Mitteln nur aus Zucker und Spiritus beschränkt und nicht einmal ein Margarinegesetz vorgelegt?(Lebhaste Zustimmung rechts.) Warum nicht auch ein Börsengcsetz?(Erneuter Beisall rechts.) Ein Margarinegesetz würde gerade de» kleinen Leuten helfen.(Rufe im Zentrum: Zur Sache!) Wir haben ein Margarinegesetz ausgearbeitet und jetzt, wo es fertig ist, wird die Session geschlossen.(Hört! hört! rechts.) Bei Beginn der Session und dann wiederholt ist ein Börsengesetz versprochen worden.' Eine unliebsame Interpellation ist hintan gehalten worden. Nun aber gehen wir nach Hause, ohne daß man in der Börsenresorm auch nur einen Schritt gethan hat. Die verbündeten Regierungen üöerschätzen auch in diesen Punkten die vorhandenen Schwierigkeiten. Wir verlangen ja gar keinen ausführlichen Gesetzentwurf. Wenn uns Herr von Bötticher ein Blatt Papier gegeben hätte mit der Aufschrist:„Entwurf eines Börsengesetzes", den Text hätte» wir schon selber hinein- geschrieben.(Stürmische Heiterkeit.) Wenn wir nach Hause gehen und nichts weiter mitbringen, als das Spiritus- und Zuckersteuer- Gesetz(Rufe links: Zur Sache!), dann gestehe ich offen, würde ich lieber mit ganz leeren Händen zurückkehren.(Sehr gut! links.) Mit Spiritus und Zucker wird die Roth der Zeil nicht geheilt.(Große Unruhe; erneute Rufe: Zur Sache!) Ich bin bei der Sache.(Zurufe links: Branntwein!) Ich möchte an die verbündeten Regie- rungen die dringende Bitte richten, bis zum Wiederbeginn unserer Sitzungen, also spätestens bis zum Herbst, entweder selbst ein wirksames Mittel zur Hebung der Gelreidepreise aussindig zu machen oder sich nuserem Antrag anzuschließen. Wir werden unseren Antrag, der jetzt schon genügend vorbereitet und mit dankenswerthem Fleiße geprüft ist, von neuem einbringen. Jeder Zeitverlust fordert hier neue Opfer, und das Vertrauen zur Re- giernng wird durch eine weitere Verschleppung der Sache nicht gehoben werden.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg.Lieberman» V. Sounenberg(Reformp.): VondenAus- führungen des Vorredners unterschreibe ich vollkommen das Be- dauern, daß diese Tagung so ergebnißlos im Interesse des Mittelstandes verlaufen ist: Für die Landivirthschaft nichts Erhebliches, kein Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, kein Börsenreform-Gesetz, nichts für den Handwerkerstand! Die Gründe eines Theils meiner Freunde gegen die Vorlage sind schon dargelegt, die Minorität derselben stimmt trotzdem dafür; aber ohne Streichung des Artikels IIa hätten wir nicht dafür stimmen könne», denn nur durch diese Streichung wird die Gefahr der Begünstigung der Börsenspekulation einigermaßen beseitigt. Ganz zu verhindern, daß die jüdische Spekulation fast jedes neue Gesetz zu ihrem Vorthecl ausnützt, sind wir heute in Deutschland leider nicht mehr im stände. Darum kann ich auch die Verdienste der Herren Singer und Richter. die sie sich vorgestern um die Börse erworben haben, nicht über- mäßig hoch anschlagen. Wir können der Vorlage nicht unsere Zustimmung versagen; denn der Landwirthschaft wird immerhin dadurch etwas geholfen. Und nicht allein der Großgrundbesitz wird davon Vortheil haben, sondern gerade die kleinen Brenner; und deshalb stimmen wir dafür. Damit verzichten wir aber nicht aus eine gründliche Inangriffnahme einer Gesetzgebung, die der Landwirthschaft in allen ihren Theilen hilft. Diese Vorlage ist nur eine ganz kleine Abschlagszahlung. Abg. Meyer-Halle: In dieser ganzen langen Reichstags- session, die nun anscheinend ihrem Ende entgegengeht(Zwischen- ruf rechts: Warum?), habe ich nichts so Erquickendes und Erfrischendes gehört, wie die Worte des Grafen Kunitz(Sehr wahr! rechts) und habe dankbar in das Bravo eingestimmt, das ihm gezollt wurde. Ich habe gejubelt bei dieser Rede in der Empfindung, daß mit dieser Regierung endlich einmal in solchem Tone gesprochen wurde. Denn das verdient sie, namentlich von feiten der Freunde, die sie sich machen wollte und nicht zu machen verstanden hat. Wenn auf der rechten Seite des Hauses so über diese Regierung geurtheilt wird, so können Sie sich ein Bild davon machen, wie von unserer Seite über sie gedacht wird (Heiterkeit links), wenngleich uns nicht die machtvolle Rhetorik zu Gebote steht(Große Heiterkeit), die den Grafen Kunitz zu jeder Zeit ausgezeichnet hat. Auf den Zwischen- ruf„Warum" erwidere ich, daß, wenn es der Regierung gefiele. heute das Margarine- und das Börscngesetz einzubringen, wir auch am Platze sein werden.(Zustimmung links.) Wir sind es nicht, die durch Beschlußunfähigkeit(Unruhe rechts) die Arbeiten des Hauses gestört haben. Geben Sie nur die Zusicherung, daß Sie während der folgenden schönen drei Monate in derselben Voll- zähligkeit vorhanden sein werden, in der Sie jetzt gekommen sind, um den Lohn einzustreichen für das Opfer Ihres Abwartens, dann können wir den ganzen Sommer hindurch an der Margarine und an der Börsenreform arbeiten. Wir versprechen Ihnen, uns nicht von der Arbeit zu drücken. Graf Kanitz möchte fast gegen das Gesetz stimmen, um nicht in den Verdacht zu kommen, daß er dasselbe für genügend halte. Dieses Bedenken ist hinfällig; in d c n V e r d a ch t werden Sie niemals kommen, daß Sic irgendwie genug bekommen haben. Und wenn Sie das Margarinegesetz und den Antrag Kanitz und noch verschiedene andere Kleinigkeiten nebenher haben, dann werden Sie andere Dinge finden, nach denen Sie dann verlangen. Graf Kanitz wollte ferner das Gesetz verwerfen, weil es im wesentlichen dem Großgrundbesitz und nicht dem kleinen Bauernstand zu gute kommt. Dieses Bedenken kann ich dem Herrn Grafen Kanitz leider nicht ausreden, es wird auch von uns gehegt. Ich glaube mit ihm, daß die Unzufriedenheit in ländlichen' und bürgerlichen Kreisen durch diese Wohlthat, die Sie dem Großgrundbesitz widmen, nicht zu beschwichtigen sein wird. Wir stimmen gegen diese Vorlage mit einem lauten Nein! Denn es werden hier Steucrgesetze gemacht, die dem fiskalischen Interesse Eintrag thun und die Taschen der einen lediglich zu dem Zweck belasten, un> die Taschen der anderen zu füllen. Es handelt sich nicht um die Förderung der Volkswohlfahrt, nicht um die Unterstützung der Landwirthschaft. sondern um die B e- günstigung einzelner Kreise der Landwirth- s ch a s t, die zum großen Theile mit gewissen Gesellschaftsklassen zusammenfallen. Und Ihre Antwort darauf haben wir gehört. „Noch lange nicht genug!" ist der Wahlspruch einer bekannten märkischen Familie, und diesen Ruf:„Noch lange nicht genug!" haben Sie sich zum Feldgeschrei für ewige Zeiten gewähll. Wenn sich jemand als die Ausgabe des Staates vorstellt, Nothleidenden zu Hilfe zu kommen, dann sind die Sozialdemokraten die allein Konsequenten, denn die verlangen wenigstens, daß jedem in der gleichen Weise zu Hilfe gekommen wird; sie verlangen zwar etwas Unausführbares, aber was weuigstens de» Schein des Rationellen für sich hat. Der Schatzsekretär sagr: die Kresse, denen ich zu Hilfe kommen will, suche ich mir aus, und darüber lasse ich mir von keinem andern dreinreden. Den Nutzen, den dieses Gesetz einzelnen bringen wird, wird man wohl erkennen; den Schaden, den es ungezählten andern zusügt. denjenigen, denen es sortan verboten wird, ihre Kartoffel durch die Brennerei zu verwerthcn, werden wir in weniger scharfer Weise gewahren. Von den Acußerungen des Grasen Kamtz trennen mich manche Meinungsverschiedenheiten, aber in dem Schlußakkord stimme ich mit ihm überein. Die Zeit wird kommen. in der die Fehler der heutigen Wirthschastspolilik korrigirt werden; das ist das ewige Gesetz, das in der Geschichte herrscht. Die Zeit wird kommen, in welcher die ganze Politik seil dem Jahre 1879 korrigirt wird, aber es wird eine ernsthafte Kor- reklur sein. Daraus könne» Sie sich verlassen. Man hat nicht jeder Zeit Veranlassung, einzelne Fehler, welche von der Re- gieruug begangen werden, allzu tragisch zu nehmen; schon vor 250 Jahren hat der Kanzler Oxenstierna(Große Heiterkeit) gesagt:„Du glaubst nicht mein Sohn, mit wie wenig Weisheit die Welt regiert wird." Die Sparsanckeit in der Verwendung von Weisheit in Regicrungs- geschäften hat sich wie jeder Fortschritt im Laufe der Zeit ge- steigert, und ich glaube, wir sind jetzt aus dem Gipfelpuvkle angekommen, über den sterbliche Menschen für die nächste Zeit nicht werden hinausgehen könne»; aber ich fürchte, es wird die Zeit kommen, wo ein außerordentlich hohes Maß von Weisheit angewendet werden muß, um alle die Fehler wieder gut zu machen, die gegenwärtig begangen werde», und dabei wird es ernsthast in der Welt zugehen. Abg. Paaschc(natl.): Die Rede des Grafen Kanitz macht es uns, die mir stets schwere Bedenken gegen die Vorlage hatten, äußerst schwer, an ihr festzuhalte». Wir haben das Gesetz nicht etwa deshalb angenommen, weil wir in ihm einen besonderen Fortschritt der gerechten Besteuerung des Branntweins sehe», sondern weil von den Regierungsvertretcrn uns. wie wir glauben mit recht, gesagt worden ist, daß es sich darum handelt, ein Gesetz zu stände zu bringen, um der nothleidenden Land- wirthschast zu helfen.(Lachen links.) Wir glaubte» der Landwirthschaft einen wirklichen Dienst zu erweisen. Gras Kanitz sagte, wir würden den Bauernstand nicht zufrieden machen. Damit nehme» Sie uns ein großes Moment für das Gesetz. Trotzdem nieine ich, wenn auch nicht der ganzen Land- wirthschast, so doch einem großen Theile wird das Gesetz nützen, nicht blos den großen, sondern auch den mittleren Besitzern. (Sehr richtig! rechts.) Die ganzen Bestimmungen des Gesetzes gehe» darauf hinaus, �die gewerblich Stärkere» zu belasten, die Melassebrennereien einzuschränken, alles zum Nutzen der großen Brennereien. Wir haben die Rede des Grase» Kanitz mit lebhaftem Bedauern gehört; er meinte: nichts weiter als das elende Spiritus- und Zuckcrgesetz, und verwies auf seinen Antrag. Der Antrag Kanitz ist in der Kommission einer recht gründlichen Erörterung unterzogen. Man wird keinem den Vorwurf machen können, daß er die Verhandlungen derselben verschleppt oder verflacht habe: wir haben noch für morgen eine Sitzung an« gesetzt, weil der Reichstag ja noch nicht geschlossen ist.(Heiter- keit.) Sie sagen, Sie kämen wieder mit leeren Händen vor Ihre Wähler. Das beweist, daß Sie die ganze Sache nur agitatorisch verwerthen wollen.(Sehr richtig! links.) Wir wären gern bereit gewesen, noch wochenlang mit Ihnen zusammen zu arbeiten, aber gerade Ihre Bänke waren leer, Sie gerade haben die Ab- stimmungen unmöglich gemachr!(Schr richtig! links. Unruhe rechts.) Gras Kanitz hat Vorwürfe gegen die Regierung erhoben und der Abgeordnete Meyer hat miteingestimmt. Ich bedauere, daß das gerade von der rechten Seite des Hauses ge- schieht. Dieses Antasten der Autorität der Regierung seiner Majestät i Lachen und Lärm links), während Sie sich mit be- sonderem Tonfall rühmen, monarchisch und köuigstreu zu sein bis auf die Knochen, muß die Regierung seiner Majestät unter- graben.(Lachen links.) Gesetz zu stimme», aber Beschlüssen festhalten. Abg. Richter(frs. Rechten doch in Schutz redners agitatorisch zu Sie machen es uns schwer, für das wir werden dennoch an de» bisherigen Vp.): Ich muß die Herren auf der nehmen gegen den Vorwurf des Vor- sein. Wenn es sich um den Zucker handelt, dann ist der Abg. Paasche genau so agitatorisch, wie die Herren da drüben.(Heiterkeit links.) Die Erklärung des Grasen Kanitz, daß diese Novelle dem Bauernstand nicht das mindeste nützt, möchte ich doch festnageln, das haben wir auch immer be- hauptet. Er meinte ferner, gleichwohl werde er für das Gesetz stimmen, weil sonst einem Theil der Produzenten geschadet würde, ohne dem andern zu nützen. Das ist eine falsche Vor- stellung. Als ob die Regierung überhaupt einem Zu- Wendungen machen könnte, ohne sie aus den Taschen des anderen herauszunehmen. Sie sprechen immer von niedrigen Preisen. Inzwischen sind die Roggen- und Weizen- p r eise um mehr als 14 Mark g e st i e g e n, sie sind um 14 Mark höher, als sie beim Abschluß des russischen Handelsvertrages waren. Diese ganze Diskussion am Schlüsse der Session ist deshalb so überaus lehr- reich, weil sie beweist, daß die Agrarier niemals genug bekommen(Widerspruch rechts) und daß, wenn man ihnen den kleinen Finger durch einen solchen Gesetzentwurf bietet, sie auch nach der ganzen Hand verlangen, um ihr ganzes Programm zu verwirklichen; man sieht, wie der Appetit beim Essen sich steigert. Die Schuld daran ist der Regierung und den Mehrheitsparteie» zuzumessen. Die Parteien hätten den Antrag Kanitz gleich ab- lehnen müssen und ihn nicht dilatorisch behandeln sollen. Die Haltung der Regierung gegenüber den Forde- rungen der Agrarier in der Währungsfrage war schwächlich, dadurch sind sie nur herausgefordert worden und haben ihre Ansprüche noch gesteigert. Die Berufung auf Se. Majestät den Kaiser muß ich doch zurückweisen. Die Opposition rechts wie links hat die Pflicht, vorzutragen. was sie nach ihrer eigenen Ueberzeugung für das richtige hält. Hoffentlich werden Sie(rechts) uns nunmehr anders beurtheilen. wenn wir unsere Ueberzeugung vertrete». Ich begrüße es, daß die Rechte immer mehr Verstäudniß für eine parlamentarische Regierungsform bekundet.(Heiterkeit.) Sie haben der SHegierung ein Mißtrauensvotum gegeben, Sie haben am Schlüsse den Fürsten Hohenlohe, den neuen Reichs- kauzler ebenso ungünstig behandelt wie den alten, den Grafen Caprivi. Niemals habe ich eine Regierung ver- las,' euer gesehen wie diese. Wenn ich die Haltung der Regierimg betrachte, möchte ich das Dichterwort anwenden: „Und die Mutter blicket stumm, an dein ganzen Tisch herum." (Große Heiterkeit.) Wir habe» keine Veranlassung, dem Miß- tranensvotum der Rechte» ein Vertrauensvotum für die Regie- rung entgegen zn setzen. Wir hoffen, daß endlich wieder ein Negieruilgssystem zur Geltung kommen wird, welches, frei von jedem Sonderinteresse, in der Wirthschastspolilik lediglich das Gemeinwohl auf ihr Banner schreibt.(Beifall links.) Abg. v. Mnntcnffel: Graf Kanitz hat hier durchaus in U e b e r e i n st i m in u n g mit seinen gesammten Parteigenossen gesprochen.(Lebhafte Zustimmung rechts.) Wenn aber der Abg. Paasche dem Grafen Kanitz vor- geworfen hat, daß er eine agitatorische Rede gehalten und sich bestrebt habe, die Autorität der Regierung nach allen Richtungen anzutasten, so muß ich das auf das allerentschiedenste zurück- weisen.(Beisall rechts.) Graf Kanitz hat nur. und zwar mit vollem Recht, seinem Bedauern Ausdruck gegeben, daß mehrere in der Thronrede angekündigte Gesetzentwürfe nicht erledigt oder nicht vorgelegt worden sind. Als ich beim Etat auf das Börsenreform-Gesetz hinwies, rief uns der Staatssekretär des Innern zu: Das werden Sie bekommen. Wir haben es aber bisher nicht bekommen. Auch die Gewerbe- Ordnuugs-Novelle, die eben die Kommission verlassen hat, wird nicht im Reichstage zur Verhandlung kommen. Wir sind jeder Zeit bereit gewesen, uns an der Verhandlung dieser Materien, namentlich an dem Margarinegesetz, wenn auch nach Pfingsten, zu betheiligcn. Was die Besetzung des Reichstages betrifft, so wollen wir nicht ein Rechenexempel zu unfern Gunsten aufstellen. Als aber die Beschlußunfähigkeit des Reichstages konstatirt war, waren unsere Reihen mindestens ebenso gefüllt, wie die der Linken. Es ist auch in den liberalen Zeitungen verschwiegen worden, daß eine große Zahl von Mitgliedern der Rechten in diesen Tagen den Verhandlungen des Herrenhauses, namentlich der Währnngs- debatte, beiwohnen mußte. Es ist ein Mißverständniß, daß der Gras Kanitz behauptet hätte, die Spiritusvorlage nütze den kleinen und mittleren Grundbesitzern gar nicht.(Widerspruch links.) Er hat nur gesagt, im wesentlichen könne die Spiritusvorlag« den größeren Besitzern zu gute kommen. Ich meine, sie kommt auch den mittleren und noch viel mehr den kleinsten Grundbesitzern zu gute. Man spricht von der Unersättlichkeit der Agrarier. Nennen Sie mir aber eine einzige Industrie, die so unter der Steuerlast zu leiden hat wie die Spiritusindustrie.(Zustimmung rechts.) Ihre Stenern machen das hundertfache des Werthes ans. (Widerspruch.) Nun, ich will die Zahl nicht urgiren. Die Textil-, die Eisen- und die Kohlenindnstrie hat so viele Steuern nicht zu tragen, und wenn sie solche Scheerereicn mit den fiskalischen Beamten durchzumachen hätten, so würden sie sich bekreuzigen und segnen. Von einer Unersättlichkeit ist also nicht die Rede, wir wollen aber das haben, was wir brauchen, nm fortbestehe» zu können.(Beifall rechts.) Staatssekretär v. Bötticher: Zu meinem großen Bedanern habe ich die Rede des Grafen Kanitz nicht gehört. Aus den Worten des Vorredners entnehme ich. daß die Klagen des Grafen Kanitz sich in zwei oder drei Punkten auf mein Ressort bezogen. Niemand kann mehr beklagen wie ich, daß das Börsenresorm- Gesetz und das Gesetz zum Schutz der vaterländischen Butter nicht in dieser Tagung an das Haus gelangt sind. Es war die feste Absicht, das Börsengesetz noch in dieser Session zur Verabschiedung zu bringen. Aber ich kann nur wiederholen: auch dieses Gesetz hat„seine Schicksale" gehabt, die unabhängig waren von dem Willen derjenigen, welche das Gesetz gefördert haben. Das Gesetz wird erst heute im Plenum des Bundesraths zur Berathung kommen, und daß dies so spät geschieht, liegt daran, daß der ursprünglich bestimmte Referent ans dem Bundes» rath abgerufen wurde und es nahezu sechs Wochen erforderte, bis der neue Referent sich mit der Materie vertraut machte. Also ein Vorwurf trifft uns und mich nicht, da ich zur Förderung dieser Materie alles gethan habe, was in meinen Kräften steht. Der Entwurf eines Margarinegesetzcs ist fertig gestellt; er geht in seinen einzelnen Bestimmungen nicht so weit wie der Entwurf aus dem Hause. Der Reichstag wird sich überzeugen, daß unser Entwurf eine Mittellinie innc- hält, die zu grinsten des Naturbutterhandels gezogen ist. Wir werden uns darüber leicht verständigen. Was die Gewerbe- ordnungs-Novclle anbelangt, so besiuden wir uns in einem Stadium der Geschäfte, daß der Reichstag, auch wenn er noch bis in den Juli hier bliebe, dieses Gesetz fchwerlich verabschieden könnte. Ueberhaupt wollen Sie es uns nicht verdenken, wenn wir den Schluß des Reichstages auf den Schluß diefer Woche zu legen beschlossen haben. Sie selbst haben sich ja in Ihrem Seuiorenkonvent auch schlüssig gemacht über die noch zu erledigenden Materien, die heute oder Präsident v. Buol bittet die Redner bringend, sich an die Branntweinsteuer- Vorlage zu halten. Lesung, da niemand aus dem Haufe einen Widerspruch dagegen erhebt. Darauf werden zahlreiche Petitionen, betreffend die Ansprüche deutscher Invaliden, nach den Anträgen der Budgetfommiffion theils durch Uebergang zur Tagesordnung, theils durch Ueberweisung als Material an die Regierung erledigt. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Abg. v. Manteuffel dankt dem Präsidenten für die um fichtige und unparteiische Zeitung der Geschäfte. Präsident v. Buol dankt für diese Anerkennung und überträgt einen Theil des Dankes an die Kollegen im Präsidium und die Schriftführer. morgen ihren endgiltigen Abschluß finden werden. Die verbündeten Regierungen fühlen sich gerade nicht ermuthigt, den Reichstag noch mit neuen Aufgaben zu beschäftigen, wenn Abg. Meyer- Halle: Graf Posadowsky meint, die verbündeten fie sich einem chronisch beschlußunfähigen Hause gegenübersehen. Regierungen wollen den Industrien sämmtlich helfen. Ich er ( Sehr richtig! links.) Da liegt doch der Gedanke nahe, daß der innere mich gehört zu haben, daß er von sich selbst gesprochen Reichstag selbst nicht mehr die Neigung besitzt, bei so vor hat. Es ist das ein zweiter lapsus linguae, an welchem ich ungerückter Jahreszeit noch neuen Aufgaben sich zu widmen.( Sehr schuldig bin.( Heiterkeit.) wahr! links.) Niemand kann mehr beklagen als wir, daß die Damit schließt die Generaldiskussion. In der SpezialThätigkeit des Reichstages in dieser Session für die Landwirth- diskussion werden die sämmtlichen Artikel angenommen Präsident v. Buol giebt die übliche Geschäftsübersicht, schaft, deren Nothlage wir in vollem Maße anerkennen, sich nicht und zwar die meisten unverändert; nur in Artikel III aus welcher hervorzuheben ist, daß 59 884 Petitionen einergiebiger gestaltet hat. Wir hoffen aber, und ich hoffe wird die für die Melaffebrennereien beschlossene Begünstigung, gegangen sind. namentlich für das Börsengesez, daß e3, nachdem daß sie die auf grund von vor dem 22. März 1895 abgeschlossenen es vom Bundesrath beschlossen ist, in der Zwischen Verträgen gelieferten Materialien zu den alten Steuerbed inzeit bis nächsten Session einer Klärung und gungen abbrennen dürfen, auf alle Brennereien ausgedehnt, welche Berständigung begegnen wird im nächsten Jahre ihre Rohmaterialien ankaufen. an alle zuan Nugen der Landwirthschaft geplanten Aufgaben In namentlicher Abstimmung wird darauf der Gefeßentwurf herantreten zu können. im ganzen mit 165 gegen 85 Stimmen angenommen. Gegen Abg. Graf Arnim( Rp.): Von dem Branntweinsteuer- Gesetz die Vorlage stimmen die Sozialdemokraten, die beiden haben auch die fleinen Landwirthe einen Vortheil, denn sie sind freisinnigen Gruppen und die süddeutsche Volkspart ei, die Welfen, an den Kartoffelpreisen interessirt. Die Mißstände an der Börse sowie die Mehrzahl der deutschen Reformpartei und einige Mitwerden von der Jobberei benutt, um unlautere und unsaubere glieder des Zentrums. Manipulationen vorzunehmen. Deswegen weil das Börsen- In dritter Berathung wird die Novelle zum 3uder gefeß nicht rechtzeitig vorgelegt worden ift, tönnen steuer- Geset ohne Debatte in allen ihren Theilen und wir die Branntweinsteuer- Novelle nicht ablehnen. Es schließlich im ganzen genehmigt. find bei der Verzögerung der Börsensteuervorlage auch die Einflüsse thätig gewesen, die von Kreisen ausgehen, die der Linten nahe stehen. Diese Einflüsse haben die Regierung immer wieder zu neuen Erwägungen veranlaßt. Daß wir uns mit der Epekulation verbunden hätten bezüglich des Spiritus, weise ich mit Entschiedenheit zurück; das stimmt auch garnicht damit, daß Sie uns immer vorwerfen, wir hätten kein Verständniß für die Börse. Der Handelsvertrag ist in wenigen Tagen im Reichstage durchgedrückt worden; aber wenn wir ein Börsengeset verlangen, dann vergehen Jahre.( Sehr richtig! rechts.) Wir wollen das produktive Gewerbe nach allen Richtungen hin schützen, auch den Handel, aber nicht die Börse.( Zustimmung rechts.) ur 4 Bei den eingegangenen Petitionen bemerkt Abg. Graf Kanik( t): Bei dem Zuckersteuer- Gesetz liegt die Sache ganz ebenso wie beim Spiritusgesetz. Ich habe vorhin nicht gesagt, daß der mittlere und kleine Besitzer fein Interesse daran habe. Ich betone nochmals ausdrücklich, daß der mittlere und kleine Grundbesitzer allerdings auch ein erheb= liches Interesse daran hat, wenn auch nicht in dem Maße mie der größere Grundbefizer. Wollten wir das Zucker und Spiritus Steuergeset ablehnen, so würden wir damit einer beträchtlichen Zahl fleinerer Grundbefizer ein bitteres Unrecht zufügen. Aus diesem Grunde werde ich auch für das Zuckersteuergesetz stimmen. A Der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe verlieft darauf die kaiserliche Botschaft, gegeben Pröckelwiß, den 17. Mai, durch welche er ermächtigt wird, den Reichstag zu schließen und vollzieht den Schluß des Reichstages. Präsident v. Buol: eine Herren! Wir flehen am Ende einer Tagung, die reich war an Arbeitsstoff und Arbeit; vielfach find die Meinungen und manchmal in scharfer Weise ausgetragen worden. Aber ich kann mit Freude und Befriedigung fonstatiren, daß in manchen Dingen sich auch volle Nebereinstimmung und große Mehrheiten zusammenfanden. Präsident schließt hierauf die Sigung mit einem Hoch auf den Kaiser. Schluß 8 Uhr 20 Minuten. Tokales. Der Bur Lokalliste. Der Arbeiterschaft stehen folgende Lokale unter den bekannten Bedingungen zur Verfügung: Schönholz: Hagedorn, Gartenlofal. Stralau: Restaurant Die Petitionen werden für erledigt erklärt. Die vom Abg. Schwanberg. Rauchfangwerder am Beuthener See: Paasche beantragte Resolution wegen baldiger Vorlegung eines Rutkowsky's Waldhaus. Die nächste o talliste erscheint neuen Zuckersteuergesetzes ist zurückgezogen. am 1. Juni. Aenderungen und Berichtigungen müssen bis In dritter Berathung wird genehmigt und zwar ebenfalls spätestens am 28. Mai bei den Unterzeichneten eingereicht sein. ohne Debatte der Gesezentwurf, betreffend die kaiserlichen Im Auftrage der Lokalfommission: Rari Scholz, WrangelSchuttruppen für Südwest Afrika und für straße 32. Kamerun. am bei welcher es Staatssekretär Graf v. Posadowsky: Könnten wir alle Industrien gleich berücksichtigen, dann würden wir die soziale Frage lösen, die aber nicht in einem Tage und in einer Seffion gelöst werden kann. Die Regierung ist bei ihren Vorlagen auf dem richtigen Wege und sie wird darin fortfahren, soweit es volkswirthschaftlich richtig und vertragsmäßig zulässig ist.( 3u stimmung rechts.) Abg. Singer( Soz.): Die Rede des Grafen Ranitz zeugte Es folgt die dritte Berathung der Nachträge zum Reichs- hingewiesen, daß der Vertrieb des Vorwärts", des„ Volksblatt Die Parteigenossen Charlottenburgs werden darauf nicht von der Zufriedenheit mit der Regierung, denn sie strohte haushalts- Etat für 1895/96 und zum Etat der Schuhgebiete. für Teltow", des Wahren Jacob", sowie der gesammten übrigen von Angriffen auf dieselbe. Uebrigens hätte der Schatsekretär Abg. Hammacher( natl.) bedauert, daß der Bundesrath den sozialistischen Literatur für unseren Ort in Parteiregie überschon vorher wissen können, daß solche Angriffe anf ihn erfolgen Wunsch des Reichstags bezüglich der Aufbesserung einzelner nommen worden ist. Heute schon läßt sich sagen, daß dieser würden. Es war sehr bezeichnend, daß Herr v. Manteuffel, Beamtengehälter, für welche eine Pauschalsumme gefordert werden Beschluß zu den besten Hoffnungen berechtigt. Um so mehr ist allerdings vergeblich, sich bemühte, die unangenehme Wirkung sollte, in diesem Nachtragsetat nicht erfüllt hat. der Rede des Grafen Kaniß auf seine Freunde dadurch abStaatssekretär Graf Posadowsky: Gleich nach dem Be- soweit es Parteigenossen und Genoffinnen sind, die sie lesen, auch es unsere Pflicht, dafür zu sorgen, daß unsere gefammte Literatur, zuschwächen, daß er nachzuweisen versuchte, Graf Kanit habe schlusse des Reichstages hat sich die Reichsfinanzverwaltung mit durch die Parteispedition bezogen wird. garnicht gesagt, daß die Spiritusvorlage den kleinen Befihern den einzelnen Refforts und mit den Regierungen in Verbindung dieses Zweckes wird Zur Förderung micht zu gute fomme. Graf Arnim hat den Grafen Sanit gefeht; es wurde ausgeführt, daß eine Entschädigung für die entlegeneren Bezirken, hauptsächlich in der Gegend jenseits Sonntag Vormittag in den als einen Mann hingestellt, der mit großem Blick ein Mittel Bostbeamten allein nicht zuzulassen sei. Auf die finanzielle des Zoologischen Gartens bis vorschlage, welches allein zu helfen im stande sei. Er hätte Wirkung will ich nicht eingehen. Nachdem das Dienst fleine Agitationstour unternommen, zum Nollendorfplatz, eine Den Grafen Ranig besser als Dr. Eisenbart bezeichnen fönnen. a Itersstufen system eingeführt ist, war es Der Antrag Kanis würde einfach die große Mehrheit der Be- möglich, das lucrum cessans, welches für einige Beamte Monat Juni rechtzeitig aufzugeben. Wir erwarten, daß uns die nicht jedem Lefer möglich gemacht wird, sein Abonnement für den völkerung todtschlagen, indem er die Lebensmittel vertheuert. entsteht, allein bei der Postverwaltung ( Buftimmung bei den Sozialdemokraten.) Ich hatte nicht die Die verbündeten Regierungen haben einstimmig beschlossen, der werden. Als Parteispediteur fungirt der Genosse Gustav Scharn zu ersehen. Parteigenossen bei dieser Arbeit nach Kräften unterstützen Absicht, mich in die Diskussion über das Branntweinsteuer- Gesetz Resolution des Reichstages feine Folge zu geben; aber es sind berg, Wilmersdorferstraße 124, Hof 8 Tr.; Bestellungen sind an zu vertiefen, wenn mir nicht der Staatssekretär des Innern dazu bereits kommissarische Verhandlungen eingeleitet, um besonders diese Adresse zu richten. Auch nehmen alle Zahlstellen des WahlVeranlassung gegeben hätte. Er hat seiner heißen Liebe für die große Härten auszugleichen. vereins, sowie die Botenfrauen Abonnementsbestellungen entgegen. Landwirthschaft noch einmal Ausdruck gegeben und versprochen, Abg. Hammacher dankt dem Vorrebner für seine Erklärung, Alle Rüdflände früherer Abonnements, um deren Begleichung bis zum Wiederzusammentritt des Reichstags dafür zu hält aber die angeführten Gründe nicht für durchschlagend. forgen, daß das von der Rechten gewünschte Börsen- Bei der Spezialdiskussion und zwar bei den Ausgaben für oder an die mit der Einkaffirung beauftragten Botenfrauen zu dringend ersucht wird, sind nur an den Genossen Scharnberg reformgesetz dem Reichstag vorgelegt werde. In bezug da 3 Kanalamt zur Verwaltung des Nordostsee- Kanals Tonimt verabfolgen. Die Vertrauensleute von Charlottenburg. J. A.: auf dieses Gesetz theilen wir vollständig die Anschauung, Abg. Graf Limburg- Stirum( dk.) auf die von ihm vor- Otto Goerke. daß es wünschenswerth ist, ein solches Gefeß zu bekommen, um geschlagene provisorische Organisation der Verwaltung zurück. diejenigen Mißbräuche zu beseitigen, die auch nach unserer Er glaube, daß es besser gewesen wäre, die Detailverwaltung Du sollst den Feiertag heiligen! Das Himmelfahrtsfest Meinung an der Börse existiren. Was die übrigen Gefeße be- an Preußen zu übertragen, und nur die allgemeinen Grundsäße gab den Blättern der sogenannten christlichen Richtung wiederum trifft, so freue ich mich, daß die Weisheit der Regierung uns der Verwaltung und die Tarife in die Hände des Reichs zu erwünschte Gelegenheit, mit einer Fluth von frommen Redensdie Weiterberathung und möglicherweise Durchführung dieser nehmen. Das sei nicht beliebt worden; man schaffe vielmehr arten die Bedeutung dieses hohen Festtages ihren Lesern einGefeße erspart, und wir können der Regierung nur dankbar sein, eine sehr theure Berwaltung durch den Nachtragsetat. Das zuprägen. Auch der Reichsbote", das Bastorenblatt, ließ es an daß sie durch Schluß der Session uns verhindert, zum Beispiel zeigt wieder, daß Parlamente nicht im stande sind, sparsame dem gewöhnlichen Schimpfartikel gegen die Sozialdemokratie nicht die berühmte Gewerbe Ordnungs Novelle durchzuberathen. Berwaltungen zu organisiren, und der Reichs- Schahsekretär hat fehlen. Durchdringung der Welt mit Himmelsgeist und HimmelsEs sei mir nur gestattet, eine dringende Bitte an den Staats- nicht wie die Finanzminister der Einzelstaaten die Kraft, ein fräften", tönte da der Lobgefang auf das„ praktische" Chriftensekretär des Innern zu richten. Wir bitten seit Jahren um die Veto einzulegen. Deshalb wäre es zu wünschen, daß die Partikular- thum. Nur so weit die Welt sich davon hat durchdringen Reform des Unfallversicherungs- Gesezes und staaten sich mehr um die Finanzverwaltung des Reiches fümmern. lassen, ist es licht und schön geworden, blüht Freiheit, um eine Novelle zum Alters- und Invalidität 3-( Beifall rechts.) Menschen würde, Humanität und wahre Kultur." Gesez. Wir haben auch eine ganze Reihe anderer Vorschläge Staatssekretär von Bötticher: Der Vorredner betrachtet Wie dieses Himmelreich Chrifti auf Erden sich praktisch begemacht, sind aber von der Regierung vertröstet worden von die Dinge wohl nicht ganz richtig. Nicht blos von der Finanz- thätigt, wie die Freiheit" und" Menschenwürde" von den einer Session zur anderen. Warum bat denn die Regierung, verwaltung, sondern auch vom Bundesrath wird jeder Etat einer Frommen verstanden wird, wie die Frommen der christlichen Kirche, die so außerordentlich viel Interesse für den kleinen Grund sorgfältigen Prüfung unterzogen. Das ist im Reiche ebenso wie die Hintermänner des Reichsboten", die Gebote ihres Gottes, bestber zeigt, teine Zeit, uns endlich Geseze vorzulegen zur Ver- in den Einzelstaaten. Der Reichs- Schatsekretär erklärt nicht ohne vornehmlich das Feiertagsgebot, mit Füßen treten, das wollen Befferung der Lage der Majorität des Volkes, der Arbeiterklasse? weiteres fich für die Forderung der einzelnen Ressorts. Dann wir als unsere nachträgliche Festbetrachtung unseren Lesern Diese Gefeße sind wichtiger und richtiger als Gefeße fommt die Prüfung durch die Einzelregierungen und namentlich unterbreiten. Den Bußtagsarbeiten im föniglichen Schloß, der FeierBertheuerung der Lebensmittel der breiten Massen seitens der preußischen Finanzverwaltung, mit der wir uns ja tagsschändung in der gottgeweihten Gnadenkirche schließt sich würdig Boffes. In bezug auf die wirkliche Stimmung einigermaßen in Fühlung halten müssen. Bei der Geldknappheit an die Entheiligung des Himmelfahrtstages auf Des Reichstages stimme ich mit dem Staatssekretär müssen die Finanzminister der Einzelstaaten auf große Sparsam- dem Kirchhof der St. Georgengemeinde in überein. Wenn man jetzt von drüben( rechts) die Versicherung feit halten. Die vorgeschlagene Organisation ist eingehend ge- der Friedensstraße. An dieser Stelle, mit Wissen und hört, daß man sogar bis nach Pfingsten weiter arbeiten will und prüft worden. Billigung des hohen Kirchenrathes der genannten Gemeinde, die wirklichen Vorgänge tenut, so tommt man in Versuchung, ein Abg. Lieber( 3.): Graf Limburg vergißt, in welches schlechte haben 13 Kirchhofsarbeiter den hohen Feiertag dadurch geehrt, Wort zu gebrauchen, welches nach außen Klarheit schafft. Sie Licht er den Schöpfer der Reichsverwaltung, den Fürsten Bis- daß sie schweißtriefend und teuchend zum Wohle des Kirchenwerden doch keinen im Lande glauben machen wollen, daß Sie marc, durch seine Kritik gestellt hat. Redner bittet um Auf- fäckels von früh bis in die fintende Nacht thätig ( rechts) fich danach reißen, hier in den Sommermonaten zu figen. flärung über die Rutschungen im Kanal. waren. Während der Vorsitzende des Kirchenrathes, Herr Es ist absolut unmöglich, den Reichstag noch nach Pfingsten be- Staatssekretär v. Bötticher: Zwei Lotsen sollen nach Ham- Superintendent Wegener faum hundert Schritte entfernt schlußfähig zusammenzuhalten, und die Regierung hat recht zu burg die Nachricht gebracht haben, daß auf einer Strecke von in der Georgenkirche vielleicht die Gläubigen ermahnte, ihr Herz zeigen, wie es mit der Versicherung der Herren drüben aussieht. 4 Rilometern eine Rutschung eingetreten sei. Ueber die Rutschung zu öffnen und strenge Strafen in Aussicht stellte den verstockten Die ganze heutige Distussion war von jener Seite ist mir auf meine Anfrage nichts berichtet worden. Wie kopflos die Sündern, die die Gebote ihres Gottes etwa mißachten, raffelten ( rechts) zum Fenster hinaus inszenirt, und Graf Kanit Nachrichten gemacht werden, zeigt die Meldung, daß die Kanalfahrt drüben die Pumpenschwengel an den Brunnen; der Aufseher, ist mir in der Agitation, wenn nicht über, jedenfalls nach dem Vorbild der Achternacher Prozession erfolgen müsse. den der Kirchenrath vorsorglich bestellt hat, sah streng darauf, sehr nahe, und wenn die Herren uns wieder einmal vor- Auch das glauben die Zeitungsleser; ich gehöre zu den Un- daß nicht ein anderer Gedante, als der an die Arbeit in den werfen, wir hielten hier nur agitatorische Reden, dann gläubigen. Ich kann also versichern, wir können ruhig das ge- Herzen dieser Zohnsklaven der Kirche aufteimte. werde ich den Grafen Kanig an seine heutige Rede erinnern. fährliche Unternehmen einer Kanalfahrt wagen. Man muß es gesehen haben, wie gearbeitet wird, um sich Kommen uns doch nicht die Herren mit der Entschuldigung, daß Abg. Hammacher( natl.): Der Vergleich mit Preußen sei einen Begriff davon machen zu tönnen, was es heißt, Ausfie nichts für die Beschlußunfähigkeit des Reichstages tönnen. allerdings nicht zutreffend; aber bedenklich sei es, daß die Ge- gebeuteter einer großen, reichen Kirchengemeinde zu sein. Für Die Bänke der Rechten sind nur dann gefüllt, hälter der Kanalbeamten höher bemessen sind als die der ent- 3 M. Lohn haben die Gießer während des Sommers unwenn es sich um die Erledigung sogenannter sprechenden Beamten der Reichseisenbahnen. Redner bemängelt unterbrochen eine tägliche Arbeitszeit, durchschnittlich polkswirthschaftlicher Geseze für die noth- die Tarife. In Interessenkreisen wünscht man eine Herabsetzung von 6 Uhr früh bis 8 Uhr abends. Sonntags und Feiertags leidende Landwirthschaft handelt, von denen bar Tarife für eine größere Bahl von Fahrten während eines wird, wie uns auf das bestimmteste versichert wird, regelmeist nur die Großgrundbesizer einen Vor- Jahres. mäßig gearbeitet; daß die Arbeiter am Donnerstag, dem theil haben; bei den anderen wichtigen Gesetzen Abg. Graf Limburg- Stirum bestreitet, daß er eine Kritik des Dimmelfahrtstag, von früh bis abends gearbeitet haben, mußten haben wir das Unglück", sie zu sie zu vermissen. Wenn Fürsten Bismarck und der von ihm geschaffenen Reichsverwal- wir mit eigenen Augen wahrnehmen. Das Familienleben, zu es aber einmal nicht nach ihrem Willen ging, haben tung geübt habe. Der Bundesrath hat nach der Verfassung eine dem diese Arbeiter gezwungen werden, kann man nicht schildern, die Herren selbst die Beschlußfähigkeit angezweifelt. Es wird einflußreiche Stellung, wenn dieselbe nicht zur Geltung komme, denn für diejenigen, welche außerhalb wohnen, und Ihnen niemand im Lande glauben, daß Sie noch nach Pfingsten fo liege das an denjenigen, welche dieselbe zur Geltung zu bringen die elende Bezahlung verpflichtet ja dazu besteht hier sitzen wollen, und Sie können mit solchen Bersicherungen nur haben. überhaupt ein solches nicht. Infolge der äußerst primiSchaden erleiden.( Zustimmung links.) Die Ausgaben für das Kanalamt werden genehmigt; ebenso tiven Einrichtungen ist die Arbeit ungemein erschwert. Staatssekretär v. Bötticher: Von dem Vorwurf der Agi- die übrigen Titel der Nachtragsetats, die schließlich im ganzen Die Arbeiter müssen eine Tragelast Wasser nach der anderen an tation ist der Vorredner auch nicht freizusprechen.( Heiter- angenommen werden. diejenige Stelle schleppen, wo sie gerade zu begießen haben; auf teit. Buruf rechts: Unlauterer Wettbewerb!) Der Vor- Darauf werden die Wahlen der Abgeordneten v. Reibnit den Gedanken, daß man den Arbeitern, wie das auf anderen redner weiß, daß die Vorlage über die Reform( frf. Bp.), Graf Dönhoff- Friedrichstein und v. Salisch( f.) Kirchhöfen geschieht, das Wasser durch Wagen zuführt, ist der Der Unfallversicherung dem Bundesrathe vorliegt. Die beanstandet und die Wahlen der Abgg. Fuchs( 3.), Walter( nail.) hohe Kirchenrath noch nicht gekommen, ebensowenig sorgt er Reform der Invaliditätsversicherung ist eingeleitet. Wenn Simburg( t.), Bauermeister( Rp.), Istra ut( Reform- P.), dafür, daß die Brunnen in Ordnung gehalten werden. Es soll der Bundesrath dem Reichstage diese Vorlage gemacht hätte, so Casselmann( frs. Vg.) und Hermes( frs. Bp.) für giltig in voriger Woche vorgekommen sein, daß alle Brunnen bis auf würde die Karte der unerledigten Vorlagen, die der Präsident erklärt. einen versagten. Von diesem einen Brunnen mußten dann machher verlesen wird, noch länger sein. Graf Arnim behauptet Die Wahl des Abg. Möller Dortmund soll für ungiltig sämmtliche Arbeiter das Wasser nach den entfernt liegenden zu unrecht, daß das Börsengeseh schneller hätte erledigt werden erklärt werden. Präsident v. Buol hält durch die erfolgte Stellen des Kirchhofes transportiren. Lönnen. Es find Erwägungen angestellt; es sind alle Inter- Niederlegung des Mandats die Sache nicht für erledigt. Interessant wäre es, zu erfahren, wieviel die Kirchengemeinde effententreise befragt worden; daß der Handel und die Industrie Die Abgg. Hammacher, v. Kardorff, Meyer durch die Ausbeutung der Arbeiter an Sonn- und Feiertagen ein Börsengesetz anders beurtheilen als die Landwirthschaft, ist Halle, v. Bennigsen und v. Heereman widersprechen eigentlich noch besonders profitirt. Für die Instandhaltung eines selbstverständlich. Die Regierung hat alle diese Gutachten dieser Ansicht, während die Abgg. Ba chem und Singer die Grabes müssen 6 M. den Sommer über bezahlt werden; Erb beriidfichtigen müssen. Der Gefeßentwurf betreffend den Wahlprüfung für erledigt erklären. begräbnisse werden noch höher berechnet. Daß eine ziemlich era unlauteren Wettbewerb fand in feiner ersten Fassung In zweiter Berathung wir die Uebersicht der Reichsausgaben hebliche Summe dadurch vereinnahmt wird, ist zweifellos. Die lebhaften Widerspruch. Der Aufschub wird auch hier und Einnahmen für 1892/93 erledigt, die Etatsüberschreitungen Kirchhofsverwaltung hat sich auch das Monopol der Ausnutung beffernd auf die Vorlage wirken. Daß der Referent über und außeretatsmäßigen Ausgaben werden vorbehaltlich Rech- von Arbeitskräften in ihrem Gebiete dadurch gesichert, das Börsengesetz Kultusminister werden würde, konnte man ihm nungslegung nachträglich genehmigt. daß bei Strafe sofortiger Entlassung den Kirchhofsarbeitern ver vorher nicht ansehen.( Heiterkeit.) Das Haus erledigt die Vorlage auch sofort in dritter boten ist, andere Gräber als die ihnen zugewiesenen zu berück des schtlgen; dabei darf niemand gegen Entgelt Arbeiten an den Eräberu außer de» angestelllen Arbeitern verrichten. Diese aus dem„tollen" Jahre 1848 stammende Konsistorialverordnung leuchtet dem Besucher beim Betreten des Kirchhofes in großen Lettern entgegen. Ein Uneingemeihter würde nun vielleicht auf den Gedanken kommen, daß diese fortgesetzten Sonntags- und Feiertagsschän« düngen an geweihter Stelle zu begründen seien durch den Zwang, daß die Grabstätten auch während dieser Tage der Pflege nicht entbehren können. Das trifft nicht zu. Die Arbeitgeber der be- danernswerthcn Kirchhofsarbeiter denken nicht daran, den Leuten de» Sonntag freizugeben, wenn der Regen beispielsweise ein Be- gießen überflüssig macht; dann müssen eben andere Arbeiten vor- genommen werden. Wenn es den betheiligten Faktoren nicht darum zu thun wäre, die Sountagsarbeit prinzipiell bei- zubehalten, so könnte mit leichter Mühe die Sonn- und Festtagsarbeit, wenn nicht ganz beseitigt, so doch auf einige Stunden in der Frühe beschränkt bleiben. Dies vorläufig; jetzt haben die patcntirten Kämpen für— wie heißt doch die Beschwörungsformel gegen die Sozialdemo- kratie?—„Ordnung, Religion und Sitte" das Wort. Der Köffer'sche„Blödsinn" der Unzufriedenheit wird selbst in bürgerlichen Blättern genährt. In der staalserhaltenden „Post" finden wir folgende Notiz: „Die Klagen über Hungerlöhne in der Konfektionsbranche wehren sich. In fast unausgesetzter Folge werden die Löhne für Männer- und Frauengarderobe bei jeder neuen Arbeits- vertheilung niedriger gestellt, so daß nur noch die geübtesten Arbeiter den»othdürstigsten Unterhalt verdienen können. Um nicht ganz zu verhungern, sind die Arbeiter und Arbeiterinnen gezwungen. sich der Auswucherung preis zu geben. Wohin soll das noch führen? Um dem gewissenlosen Schleuderer billige Waaren herzustelle», wird eine ganze Klasse unserer Mitmenschen zu gründe gerichtet! Bon Schutzmaßregeln des Handwerks, die dem Reichstag vorgelegt werden sollen, namentlich bezüglich des unlauteren Wettbewerbes, verspricht man ja einige Besserungen, verwundern muß es nur, daß man noch immer zögert. Eine große und gewichlige Konkurrenz wird namentlich den weiblichen Berufsarbeiterinnen dadurch bereitet, daß Töchter aus gut siluirlen resp. in gesicherten Existenzverhältnissen befindlichen Familien um jeden Preis arbeiten, nur um ein Taschengeld zur Anschaffung von Flitterkram zu erhalten. Gerade diese Töchter, die vor Nahrungssorgen geschützt sind, müßten auf Preise halte» und dürften nicht mit beitragen helfen, die Roth ihrer Mit- schwestern zu vergrößern. Schimpflicher aber noch als diese Konkurrenz ist es von den besser situirten Konsumenten, wenn diese in Bedarfsfällen die Schleudergeschäfte aussuchen, nur um nominell um einige Pfennige billiger zu kaufen, ohne zu be denken, daß durch dieses Gebahren mit geholfen wird, eine ganze Reihe schiver arbeitender Mitmenschen unter die Füße zu treten." Wir wissen nicht, ob es außer Herrn Köller und seinem kleinen Anhang von Pfaffen, Schlot- und Krautjunkern noch eine Menschengattung in der Kulturwelt giebt, welche angesichts des gegenwärtigen Zustandes der ökonomischen Entwickelung die Zu- friedenheit nicht für das scheußlichste und verderblichste aller sozialen Laster erklärt. Dem Staatssekretär von Stephan haben die Baubeamteu seines Ressorts eine silberne Widmungstafel mit reich getriebener Umrahmung geschenkt, wofür die postgewaltige Excellenz sich in einem die Kunst verherrlichenden Handschreiben bedankt hat. Im Reiche des Herrn v. Thielen ist es durch die Rügen, die wir von wegen der vielen Geldsammelcien bringen mußten, bekannt lich schon erreicht worden, daß man die Stiftung von Festgaben an Vorgesetzte generell verboten hat. Zlm schönen FriedrichShai» konnten wir erst kürzlich rügen daß der Staub, der durch regelmäßiges Sprengen sich leicht be- seitigen ließe, den Aufenthall dort oft unleidlich macht. Aber noch einige andere Schönheitsfehler verdienen Erwähnung. Geht der Naturfreund in den sog. neuen Hain, so freut er sich über die dort hübsch in Beeten angepflanzten Feldblumen. In jedcni Beete steckt ein Holzscheit, aus dem säuberlich der Name des dort angebauten Pflänzleins zu lesen steht. Es ist aber leider anzunehnien, daß die Parkvcrivaltung sich immer noch nicht mit Herrn Stadlschulrath Bertram in Verbindung gesetzt hat, denn sonst würde sie die beklagenswerthe Neuigkeit erfahren, daß in unser» Gemeindeschulen immer noch kein Latein gelehrt wird, und daß das große�Publikum daher von den Belehrungen, welche auf den Holzscheiten verzeichnet stehen, fast gar nichts profitiren kann Warum benennt man die Pflanzen im Friedrichshain nicht auch mit deutschen Namen? Geht man weiter nach der Elbingerstraße zu, so sperrt eine große Rasenfläche den Weg. Auf einer Tafel steht zu lesen: „Das Betreten des Spielplatzes ist verboten". Der Spielplatz, aus dem das Spielen untersagt ist, wird von einem Wächter be hütet, der dem auf der Tafel verzeichneten Befehl den nölhigen Nachdruck verleihen soll. Um keine Mißverständnisse im Publikum aufkommen zu lassen, würde eSsich empfehlen, daß man in derArk, wie es beini kleinen Exerzierplatz in Treptow geschehen, einen Zaun um den Rasen zöge. Das sieht zwar nicht schön aus, aber der Wächter könnte dann wenigstens seinem Beruf nachgehen, und er brauchte dem Conntagspublikum nicht immer die Tafel mit der zweifelhaften Inschrift zu zeigen. Noch billiger könnte die Sache gemacht werden, wenn man diese Tafel überstriche und auf ihr nur das Wort„Spielplatz" stehen ließe. Vielleicht lesen wir nächstdem, daß diese Malerarbeit in Submission zu ver- geben ist. Nilch im Hnmboldthain, dem von der Arbeiterschaft des Nordens vielbesuchten öffentlichen Park wird die ungenügende Besprengung der Wege als schlimmer Uebelstand empfunden. Eine„Staublunge" haben die Arbeiter und Arbeiterinnen, welche hier mit ihren Kindern Erholung suchen, schon ohnehin, diese brauchen sie sich nicht erst in der freien Natur anzueignen. Außerdem könnte sich die städtische Parkdeputation ein Verdienst erwerben, wenn sie endlich.im Humboldthain eine Bedürfniß- anstalt für Frauen, die hier außerordentlich vermißt wird, errichten wollte. Diese dringenden Forderungen sind hoffentlich selbst der Behörde bescheiden genug, um von ihr nicht auf die„Begehr- lichkeit der Massen" zurückgeführt zu werden. Ei» Denkmal für Werner v. Siemens soll in Berlin errichtet werden und zwar wahrscheinlich auf dem freien Platz vor der Jerusalemer Kirche. Da wäre Licht und Dunkelheit ja auf drastische Weise gruppirt. Daß die Gewohnheiten deS gntmiithkgen Publikums unter gewissen Umständen von der Großen Berliner Pferdebahn- Gesellschaft sogar respektirt werden, ersieht man daraus, daß die Trinkgelder der Passagiere fein und säuberlich in die Bezüge der Angestellten der genannten Gesellschaft eingerechnet sind. In der öffentlichen Versammlung der Slbonnenten der Großen Gesellschaft am Dienstag Abend betonte man, daß die Direktion neben dem Anfangsgehalt der Schaffner(das 7d M. per Monat beträgt) srrns«19011 30 M. als„Einnahme" durch Trinkgeld in Rechnung stellt; die Steuerbehörde verfährt, wie man versichert, ebenso. Wie das auch an anderer Stelle in die Erscheinung tritt, bei den Kellnern z. B., hat das Trinkgeld immer den unangenehmen Beigeschmack, daß der Betrag, den der Unternehmer seinem Bedientesten zahlt, sich um das verringert, was das Trinkgeld durchschnittlich ausmacht. Man gönnt dem Schaffner oder Kutscher die Freude, aber daß ihre Vorgesetzten daraus das Recht herleiten, sie deshalb ungenügend zu besolden— ernen solchen Lohn verdient die Gutmüthigkeit der Fahrgäste gewiß »icht. Weil die Leute bis zu einem gewissen Grade aus das Trinkgeld angewiesen sind, liegt es sehr nahe, daß die Passagiere nicht immer gleichmäßig behandelt werden, wenn sie auch durch einen Fahrschein das Recht erworben haben, die Pferdebahn zu benützen. Ob wir es noch einmal erleben werden, daß die Ver- waltung dieses großstädtische» Verkehrsinstitutes sich dazu auf- schwingt, die Besoldung ihrer Leute durch das Publikum ab. zuweisen, das steht in den Sternen geschrieben.— Der Verein der Pferdebahn-Beamten will dahin vorstellig werden, daß durch Plakate im Innern der Wagen daraus hingewiesen wird, daß das Ausspeien verboten ist. Man hofft diese ekelerregende Un sitte damit zu beseitigen. Für de» brandeuburgischen Städtetag, welcher am 21. und 22. Juni in Freienwalde a. O. stattfindet, sind jetzt u. a. folgende Punkte auf die Tagesordnung gesetzt: Deklarirung des am 5. Ollober pr. a. über die Aushebung der Steuerprivilegien der Beamten gefaßten Beschlusses; Ausdehnung des Bedürfniß- Nachweises auf den Ausschank von Bier und Wein, die mit den Gewerbegerichten gesamnielten Erfahrungen; Arbeitsnachweis; die mit den Jnnungsprivilegien gemachten Erfahrungen; kom munale Besteuerung der Spirituosen; das Straßenreinigungs wesen: Polizeiverordnung über die Reinigung der Bierdruck- Vorrichtungen. Gesperrt ist für Fuhriverk und Reiter vom 27. d. M. ab die Noßstraßen-Briicke. Ueber eine nicht erkaubte Sektion beschwert sich der Bandelstraße 24 wohnhafte Arbeiter Friedrich Wagner. Er hatte am 8. Mai v. I. seine Ehefrau Anna geborene Krause eines Gehirnleidens wegen im städtischen Krankenhaus Moabit ausnehmen lassen. Da die Frau ihren Mann gebeten hatte, im Falle ihres Ablebens nicht zu gestatten, daß ihr Leichnam sezirt werde, bat der Mann Herrn Dr. Zeller, diesen Wunsch zu respektiren, und schrieb an Herrn Professor Sonnenburg einen eingeschriebenen Brief, in welchem er die nämliche Bitte vortrug. Milte März d. I. verschlimmerte sich der Zustand der Kranken dermaßen, daß ein Ableben stündlich zu erwarten war. Aus diesem Grunde brachte Wagner seinen Willen, eine Sektion an seiner Ehefrau weder selbst vorzunehmen,»och von seinen Aerzlen oder anderen Personen vornehmen zu lassen, Herrn Professor Sonnenburg nochmals schriftlich in Erinnerung. „Das war am 18. März d. I. Am 2. April"— so be- richtet Wagner—„starb meine Frau. Ich wurde zu Dr. Zeller und Dr. Sarsert gebeten, traf sie aber nicht, dafür den Ober arzt Dr. Hermes und dessen Kollegen Dr. Schräder. Ich wurde gebeten, keine Schwierigkeiten wegen einer Sektion zu machen. doch verbat ich mir diesen Herren gegenüber strengstens, eine Sektion an meiner Frau vorzunehmen. Am nächsten Tage suchte Herr Dr. Zeller nochmals meine Zustimmung zu einer Sektion zu erlangen, ich verweigerte sie abermals, begab mich auch noch in das Bureau des Krankenhauses und wiederholte dort in Gegenwart zweier Zeugen, des Burenuvorstehers Herrn Fischer und des Bureaubeamten Herrn Wieße, mein Verbot einer Sektion an meiner Frau, da ich es für meine Pflicht hielt, den Willen der Verstorbenen heilig zu halten. Am S. April nun sollte die Beerdigung stattfinden. In der Leichenhalle des Krankenhauses überzeugte ich mich, daß trotz des wiederholten Verbotes die Sektion an meiner Frau vorgenommen war." Entrüstet darüber, daß der Wille der Tobten und sein eigener Wille keine Beachtung gesunden, stellte Wagner Straf. antrag, der Erste Staatsanwalt lehnte jedoch ab, gegen die Be- klagten einzuschreiten,„da denselben eine strafrechtlich zu ver- folgende Slraflhat nicht nachgewiesen ist". Auf eine Beschwerde an die Verwaltungsdirektion des Krankenhauses wurde Wagner folgender Bescheid: „Wir theilen Ihnen mit, daß Sie nach Ausweis unserer Akten am 3. April mittags 12 Uhr in dem Bureau unseres Krankenhauses erschienen sind und die Sektion der Leiche Ihrer Ehefrau untersagt haben. Daraufhin ist, wie das in solche» Fällen stets geschieht, dem Leichendiener von dem qu. Einspruch sofort telephonisch Kenntniß gegeben worden. Von diesem kam die Meldung zurück, daß die Leiche Ihrer Frau schon vor Ein- gang der an ihn gesandten Mittheilung von Herrn Professor Dr. Langerhans sezirt worden sei. Von Ihren in dieser An- gelegenhcit mit de» Herren Dr. Zeller und Hermes, sowie dem Herrn Professor Dr. Sonnenburg gepflogenen Verhandlungen ist diesseits nicht bekannt gewesen." An wem liegt nun die Schuld, daß„dortseits" von all den Bitten und Verboten Wagner's„nichts bekannt" war? Wir bedauern es jedesmal, wenn Leute im Unverstand oder in abergläubischer Abneigung es nicht gestatten wollen, daß die ärztliche Wissenschaft durch die Sektion des Körpers eines ihnen theuren Verstorbenen gefördert werde. Ist aber einmal an einem solchen Verlange» gutwillig nichts zu ändern, so sollte denn doch auch nicht so ohne weiteres darüber Hinweggegaugen werden. Es wird doch sonst in gegenwärtiger Zeil von dem Rechte der In- dividualität so viel Aushebens gemacht. Eine Bande von zwanzig Einbrechern nud Hehlern, die u. a. auch die Einbrüche bei der Gräfin Wengerska und dein Bischof Aßmanu ausgeführt haben, ist zur Hast gebracht worden; es befinden sich darunter Verbrecher, die ein halbes Menschenaller im Zuchthause zugebracht haben, aber auch solche, die bisher noch nicht bestraft sind, und zwei, die direkt vom Bauplatze, wo sie am Tage arbeiteten, während sie in der Nacht Einbrüche verübten, abgeholt worden sind. Ein anderer hat drei Feldzüge mitgemacht, ist Wachtmeister gewesen und hat Orden und Ehrenzeichen. Diese Bande hat seit mehreren Monaten in den vornehmen Vierteln von Berlin, Charlottenburg und Schöneberg nachts Einbrüche verübt und baares Geld, Wertbpapiere und Gold- und Silber- fachen geraubt. In mancher Nacht wurden 2 Stockwerke des- selben Hauses von der Bande ausgeraubt. Ihr widerstanden weder Kunstschlösser, Sicherheitökelten, noch eiserne Thüren oder Geldschränke; alles wurde kunstgerecht oder gewaltsam geöffnet und selbst Hunde schützten nicht vor ihnen. Der Werth der bis jetzt aus etwa 30 Fällen ermittelten Beute mag sich auf 100 000 M. belaufen. Den größten Theil des Sitbergeräths und Goldes haben die zur Bande gehörigen Hehler ein- geschmolzen, darunter auch das Kreuz des Bischofs Aßmann, das nebst Kette und Ring in der Wohnung eines der ' auptthäler, Rndetzky, zertrümmert worden ist. Die in den tücke» befindlichen Reliquien wurden einfach fortgeworfen. Radetzky wurde Sonntag früh von Kriminalbeamten, welche die Stacht hindurch in seiner Wohnung gesessen hatte», festgenommen, als er gerade von einem Raubzuge, auf dem er etwa 2000 M. erbeutet hatte, heimkehrte. Am Abend zuvor war der Anführer der Bande. Mechaniker Seibt, bei einem der Hehler festgenommen worden. Nach und nach sind dann die übrigen Mitglieder der Bande, die zum theil in Schöneberg wohnten, zum theil über- Haupt kein Obdach hatten, festgenommen worden. Arbeitcrrisiko. Ein schwerer Bau- Unfall hat sich am Mittwoch Abend auf dem Neubau an der Friedrich- und Johannisstraßcn- Ecke zugetragen. Als um 7 Uhr abends das Signal zum Feierabend gegeben wurde, wollte der auf dem etwa 3 Meter hohen Gerüst stehende Maurer R. die Abstiegleiter zu sich Heranziehen; er verlor jedoch dabei das Gleichgewicht und stürzte aus der beträchtlichen Höhe kopfüber auf den Bauplatz hinab, woselbst der Unglückliche mit schweren inneren Verletzungen liegen blieb. Auf Anordnung eines aus der nahen Kaserne des 2. Garde-Grenadier-Regiments herbei- gerufene» Militärarztes wurde 8t. in hoffnungslosem Zustande nach der königlichen Klinik in der Ziegelstraße geschafft.— Der erste Fall von Hitzschlag in der diesjährigen wärmeren Jahreszeit ereignete sich am Mittwoch auf dem Neubau in der Friedrich- traße 10S. Dort fiel der 35jährige Arbeiter Hermann Wendt aus der Zionskirchstraße plötzlich um und mußte bewußtlos in ein Krankenhaus gebracht werden, wo er am Donnerstag am Hitz- schlage gestorben ist. Ein Mitglied der Heilsarmee ist in Friedrichshagen vom religiösen Wahnsinn befallen und in eine Irrenanstalt gebracht worden. Von einem schrecklichen Unglück ist vor einigen Tagen die Arbeiterfamilie Walter in der Aaerstraße 47 betroffen worden. Frau Walter war bei der Wäsche in ihrer Wohnung, und ihre drei Kinder spielten um sie herum, zwei kleine Mädchen, Elisabeth und Alma im Alter von vier und ungefähr zwei Jahren und der dreijährige Knabe Paul. Die Frau war ge- zwungen, auf einen Augenblick den Waschraum zu verlassen. Kaum hatte sie sich entfernt, als die Kinder sich an dem Wasch- zober zu schaffen machten und ihn umstießen, sodaß das ganze siedende Wasser sich über sie ergoß. Das Geschrei der Kinder rief die Mutler sofort zurück, aber das Unglück war schon geschehen, als sie den Waschraum wieder betrat. Alle drei Kinder waren arg verbrüht und verbrannt. Man brachte sie in das Kaiser und Kaiserin Friedrich- Kranken- Haus in der Reinickendorferstraße. Hier ist unterdessen die kleine Alma den furchtbaren Brandwunden erlegen. Den beiden anderen Kindern geht es verhältnißmäßig gut; inimerhi» liegen aber auch sie so schwer darnieder, daß es noch zweifelhast erscheint, ob es gelingen wird, sie am Leben zu erhalten. In einer merkwürdigen Art von Todesgefahr befand sich am Donnerstag Mittag gegen 2 Uhr der Arbeiter Thiede- mann. Derselbe stand am Alexanderplatz unweit des alten Springbrunnens; aus irgend einer Veranlassung trat Th. dicht an das Becken heran und setzte sich, wohl um ein Schläfchen zu halten, auf den Rand des Wasscrheckcns, das von Sträuchern um- geben den Passanten wenig sichtbar ist. Tb. verlor nun das Gleichgewicht, stürzte in das Bassin und zog sich dabei eine leichte Verletzung am Kopf zu, die ihn derartig betäubte, daß er sich nicht wieder zu erheben vermochte. So wäre der Arbeiter ganz sicher in dem nur wenige Zoll tiefen Wasser ertrunken, wenn nicht ein Schutzmann den Körper des Mannes im Springbrunnen hätte liegen sehen und den Verunglückten dem feuchten Wasser- grabe entriß. Trotzdem hatte der Arbeiter soviel Wasser geschluckt, daß er mittelst Droschke nach dem städtischen Krankenhause Friedrichshain gebracht werden mußte. Durch Kohlendnnst ist in dem in Steglitz in der Berg- straße belegenen Armenhause dieser Tage ein 13 jähriger Knabe ums Leben gekommen und auch dessen Mutter, welche sich durch Feldarbeit mühsam zu ernähren sucht, an den Rand des Grabes gebracht worden. Sie hatte in dem primitiven Kochofen der ihr zugewiesenen kleinen Stube für sich und ihren Sohn das magere Abendbrot bereitet und sich dann mit dem Knaben schlafen gelegt. In der Naöbt wurde eine Nachbarin, welche in einem nur durch eine dünne Wand von der anderen Stube getrennten Zimmer wohnt, durch lautes Röcheln aus dem Schlafe geweckt. Obgleich ihr selbst eigenthümlich beklommen und dumpf im Kopse war, raffte sie sich doch auf, eilte in das Zimmer, aus welchem das Röcheln ertönte,»nd fand hier die ganze Stube mit Kohlendunst an- gefüllt. Sie riß sofort das Fenster auf und suchte dann durch starkes Schütteln die in bleiernem Schlafe daliegende Frau und deren Sohn zu ermuntern. Doch gelang ihr dies nur bei der Mutter, während der Knabe auch nicht durch die Wieder- belebnngsvcrsuche des inzwischen Herbeigeholten Arztes dem Er- stickungstode entrissen werden konnte. Er blieb bewußtlos und starb schon am Tage darauf, während die Mutter sich jetzt aus dem Wege der Genesung befindet. Das Gerücht von einem Morde, der im Vororte Adlers- Hof verübt sein sollte, wurde am Freilag Nachmittag in Berlin verbreitet. Das Gerücht hat sich nicht bestätigt; dagegen ist, und daraus dürfte es zurückzuführen sein, in Adlershof ein schändliches Verbreche» gegen ein kleines Mädchen begangen worden. Der Thäler sitzt auch bereits hinter Schloß und Riegel. Es ist ein öOjähriger Arbeiter Gottlieb Granselke aus der Bismarckstr. 36. Granselke lockte am Donnerstag Abend die achtjährige Tochter des Arbeiters Glicke aus der Wallstr. 9, die kleine Agnes Stephan, die die Frau in die Ehe mitgebracht hat, an sich und gab ihr 10 Pf., damit sie sich Chokolade kaufe. Das Mädchen kaufte für 5 Pf. und gab de» Rest dos Geldes dem Granselke zurück. Dieser verschleppte nun das Kind in den Köpenicker Forst und versuchte, ihm Gewalt anzuthun. Das Vorhaben glückle ihm jedoch nicht; das Kind ist nach dem Be- funde der ärztlichen Untersuchung auch nicht schwer verletzt. Granselke ist wegen Versuches des schweren Verbrechens fest- genommen und am Freitag in das Köpenicker Gerichtsgefängniß eingeliefert worden. Ter Schneider Richard Steiuberg aus der Dresdener- straße, der in felbstiuörderischer Absicht aus dem dritten Stock- werke auf die Straße hinabsprang und schiver verwundet in das städtische Krankenhaus am Urban gebracht wurde, ist dort seinen Verletzungen erlegen. Schwere Verletzungen wurde» vorgestern einem achtjährigen Kinde von seiner eigenen Mutter zugefügt. Am Himmelsahrtstng vormittags gegen 11 Uhr bestieg die Frau eines in Moabit wohnenden Kaufmanns B. auf dem gleichnamigen Bahnhof einen Wagen dritter Klaffe eines Stadtringzugcs und warf, ohne sich umzusehen, die Koupeethür hinter sich zu. ohne zu bemerken, daß ihr vorher eingestiegenes achtjähriges Töchterchen, welches neugierig auf den Perron herausschaute, die rechte Hand auf die Thürfüllung gelegt hatte. Der Klernen wurde» nämlich durch das heftige Zuscblagen der Thür die Finger eingeklemmt und zer- schmettert; sie erhielt nach Einlaufe» des Zuges in Westend wohl ärztliche Hilfe, doch wird die Hand dauernd verstümmelt bleiben. Polizeibericht. Am 22. d. M. nachmittags lief in der Belleallianceftraße ein achtjähriger Knabe beim Spielen gegen einen Wagen und wurde durch Ueberfahren am linken Bein verletzt.— In der Neuen Wilhelmstraße stürzte ein von einein Pferdehändler gefahrenes Pferd und riß den Wagen um, wobei der Führer herausfiel und eine Verrenkung der Schulter er- litt.— Gegen Abend kenterte an der Lutherbrücke ein von einem Mann und einem Mädchen besetztes Boot infolge un- geschickter Führung. Beide wurden aber alsbald unbeschädigt wieder aus dem Wasser gezogen.— Am 23. d. M. nachmittags wurde am Lehrler Bahnhofe ein Dieustniann mit einer von einem Falle herrührenden Verletzung am Kqpfe aufgefunden und nach der Charitee gebracht. WitternngSiiberficht vom 24. Mai 1895. Wetter-Prognose für Sonnabend, 23. Mai 1895. Ruhiges, warmes, vielfach heiteres, zeitweise wolkiges Wetter mit etwas Neigung zur Gcwnterbttduiig. Berliner W e t t e r b u r e a u. Gerichts- Bettung. Wegen einer Reihe gar zu plumper Bauschwindeleien hatte die Bauunternehmerfamilie Schulze am Mittwoch vor der Straftammer zu erscheinen. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten Auguft Schulze zu 1 Jahr und 6 Monaten Zucht: haus und 2 Jahren Ehrverlust, Carl Schulze zu 1 Jahr Gefängniß und 1 Jahr Ehrverlust, Frau Schulze zu 3 Monaten Gefängniß. Hermann Schulze wurde freigesprochen. Es wurde zugleich beschlossen, Carl Schulze sofort in Haft zu nehmen. Dermischtes. Von der mysteriösen Entführung eines 15jährigen Mädchens in Breslau sind sämmtliche Polizeibehörden Deutsch lands in Kenntniß gesezt worden. Wir erfahren darüber: Am 20. ds. Mts. hat sich in den ersten Nachmittagsstunden die fast 15jährige Elisabeth Münter, Tochter des in der Hubenstraße wohnenden Zugführers Carl Münter aus der elterlichen Wohnung entfernt, um einen Einkauf zu besorgen. Da das Mädchen von dem kurzen Ausgang nicht wiederkehrte, fingen die Eltern an sich zu beunruhigen, doch nahmen sie die Hilfe der Polizei nicht in Anspruch als am Abend desselben Tages bei ihnen eine Depesche aus Brieg eintraf des Inhaltes: Mit Freundin verreist, feine Bange, morgen Abend zurück. Glisabeth." Als aber im Laufe des Dienstags das Mädchen aus dem nahen Brieg nicht zurückkehrte, fuhr der Vater nach dort und erfuhr zu seinem Schrecken, daß sein Kind gar nicht in Brieg und die Depesche gefälscht sei. Allem Anschein handelt es sich um einen wohlüberlegten Entführungsplan, dem das Mädchen, welches ein tabaffarbiges Kleid, modefarbene Pelerine und eine kleine schwarze Ledertasche trug, zum Opfer gefallen ist. Für denJuhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Gonnabend, den 25. Mai. Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. Zweiter Abend: Siegfried. Schmuspielhaus. Torquato Tasso. Deutsches Theater. Der eingebildete Berliner Theater. Madame SansKranke. Gêne. Leming- Theater. Drei Flirten. Neues Theater. Tata- Toto. Schiller- Theater. 3opf und Schwert. Residenz- Theater. Fernand's Ehefontraft. Friedrich- Wilhelmßädt. Theater. Der Obersteiger. Theater Unter den Linden. Der Zigeunerbaron. Central- Theater. Figaro bei Hof. Alexanderplat- Theater. Durchgegangene Weiber. Fernand's Chekontrakt. Alle 5 Barrison. National- Theater. Konrad von Marburg. Im Garten Gr. Konzert und Spezialitäten- Vorstellung. Deutsches Volks- Thenter. Der Schmied von Rolandseck. Apollo Theater. Ein Abenteuer im Harem. La Puce( Derfloh). Neue freie Volksbühne. Sonntag, den 26. Mai, nachmittags 21/2 Uhr, öffentliche Vorstellung für die Mitglieder der Neuen freien Volksbühne 1. und 2. Abtheilung im Schiller- Theater, Wallner Theaterstraße 35: 0 Don Carlos" von Friedrich von Schiller. Gäste haben Zutritt. 1 Vertheilung der Plätze ca. 1200- wie üblich durch Ausloosung. 86/5 Der Vorstand. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Mar Samst. Gastspiel des Herrn Oscar Krüger vom Hoftheater in Braunschweig. Konrad von Marburg. Drama in 5 Atten von Ludwig Wolf- Caffel.. Anfang 71/2 Uhr. Nationaltheater- Garten: Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 6 Uhr. Rassenöffnung 5 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Novität! Bum 21. Male: Novität! Unter artistischer Leitung des Herrn Adolf Brahl vom fönigl. GärtnerplayTheater in München: Figaro bei Hof. ( Roccoco.) Operette in 3 Atten( nach Beaumarchais' Memoiren) von Bohrmann- Riegen. Musik von Alfred Müller- Norden. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. " Briefkasten der Redaktion. M Die freie Religionsgesellschaft zu Magdeburg begeht| freie Kanton Uri preußisch werde. Wie viele Preßsünder im Jahre 1897 die Feier ihres 50jährigen Bestehens und richtet würden dann allein die Gefängnisse bevölkern? aus diesem Grunde die Mittheilung an die Presse, daß eine von Die verspätete Ankunft der Gascogne" in New York ihr eingesetzte Kommission zur Sammlung des Materials zu einem ward durch einen Maschinenbruch veranlaßt. An Bord ist alles geschichtlichen Abriß beauftragt sei. Zur Förderung dieses wohl. weckes richtet die Gesellschaft folgende Bitte an das Publikum: Alle diejenigen, welche im Besige von schriftlichen Mittheilungen, Büchern, Broschüren, Bildern u. s. w. oder im ftande sind, aus dem Schabe ihrer Erinnerungen auf die Gemeinde, ihre Gründer, Prediger und andere ausgezeichnete Personen irgend welche, J. H. 95. Liegt der Fall eines nothwendigen gerichtlichen auch minder wichtig erscheinende Thatsachen zu berichten, werden Verkaufs( Subhastation) vor, so kann der neue Käufer( auch ein gebeten, dieses Material der Kommission zur Verfügung zu stellen. Hypothekengläubiger) den Miethsvertrag vor seinem Ablauf Selbstverständlich werden alle Einsendungen mit Dant wieder fündigen. Der Miether muß dann nach Ablauf eines Viertel zurückgeliefert und etwa entstehende Kosten gern erstattet. Alle jahrs vom Ausgange desjenigen Quartals ab räumen, in dem Sendungen, schriftlichen Mittheilungen u. 1. w. sind an den Vor- der Verkauf erfolgt ist. Der Miether hat auch das Recht, wenn steher der Freien Religions- Gesellschaft, Kaufmann Felix Köhler ihm gekündigt worden ist, bereits mit Ablauf des Quartals au in Magdeburg, Marstallstr. 1, zu richten. räumen, in dem der Zuschlag erfolgt ist. Hat aber weder ein der neue In Königsberg i. Pr. ist der Professor der Physik Neu- Hypothekengläubiger noch Käufer gekündigt, mann im hohen Alter von 97 Jahren am 23. Mai gestorben. so hat Miether tein Recht, wegen des erfolgten Ju Prag ist am Donnerstag die Maschinenhalle zur Er- Raufs zu fündigen. Wird ein Haus verkauft, ohne daß zeugung der elektrischen Beleuchtung für die ethnographische Subhastation stattgefunden hat, so steht mangels besonderer VerAusstellung niedergebrannt; es gelang, den Brand zu lokalisiren. einbarung weder dem Miether noch dem Hauseigenthümer ein Fast wie ein Märchen klingt eine Mittheilung aus Uri. Recht auf Auflösung des Miethsvertrages zu. Dieser geht vielDanach sind die Gefängnisse dieses Kleinen schweizerischen Kantons mehr in allen seinen Theilen auf den Vermiether über. zur Zeit ganz leer. Im Zuchthause, im Arbeitshause und im J. 93. Die Ehescheidungs- Klage muß beim Landgericht in Gefängnisse sitt fein einziger Mensch. Dies ist eine Gefahr für Prenzlau anhängig gemacht werden, wenn der Mann in Wismar das europäische Gleichgewicht, die garnicht hoch genug eingeschätzt in Brandenburg wohnt; wohnt er in Wismar in Mecklenburg, werden kann. Man denke sich, kein einziger Hungriger im Ge- so ist das Landgericht in Schwerin zuständig. Niwongk. fängniß, der beim Betteln oder gar beim Stehlen eines Laibes Reisende, nicht aber Stadtreisende, find ohne ausdrückliche VollBrot ertappt worden ist. Und nicht einmal ein macht zur Einziehung des Kaufpreises ermächtigt. Sie hätten politischer Verbrecher. Das ist ja der reine Zukunftsstaat. also nur dann giltig zahlen können, wenn der Stadtreisende Damit derartige, für die Ordnung, Religion und Sitte der um- ausdrückliche Vollmacht hatte. Hat der Reisende keine Vollmacht liegenden Großßtaaten höchst bedenkliche Erscheinungen fich nicht gehabt, so müssen Sie noch einmal zahlen.- Walther. Eine bestimmte verallgemeinern, erscheint es uns dringend nothwendig, daß der Anzahl Schnitte für Impfungen ist im Geses nicht vorgeschrieben. Schiller- Theater. Volksgarten NO ( Wallner Theater.) Sonnabend, 25. Mai, abends 8.Uhr: Bopf und Schwert. Reichshallen. Jm prachtvollen Garten ( bei ungünstiger Witterung im Saal): Täglich: Nord Humoristische Soiree der deutschen Quartettu. Couplet- Sänger Hoffmann, Wolff, Führmann Walde, Horst, Behz u. Frische Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf Refervirter Platz 50 Pf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf., ab 9 Uhr 30 Pf. ( ehem. Weimann's Volksgarten) Gesundbrunnen. Badstr. 56. Direktion; Max Samst. Heute, Sonnabend, den 25. Mai: zwischen dem Meisterschaftsringer der Großer Doppelringkampf Welt Ernst Roeber und dem Athleten Franzdorf, sowie zwischen dem Meisterschaftsringer Abs II( Pohl aus Hamburg) und dem Meisterschaftsringer Start von Hannover. Vor dem Ringtamps: Concert und Spezialitäten- Vorstellung. Anfang Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend gente, Sonnabend, den 25. Mai, abends 8½ Uhr, im Restaurant Tempel, Große Frankfurterstraße 16: Konferenz der Vertrauensleute des Ostens. Montag, den 27. Mai, abends präzise 8 Uhr, im Lokal des Herrn Möhring, Admiralstraße Nr. 18c: 6 Uhr. Entree 50 Pf. Referv. Bl. 1 M. Brauchen- Versammlung der Former und Gießerei- Arbeiter. Adolf Nauen Hutmachermeister 100. Wrangelstrasse 100 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Filz- u. Seidenhüten, Woll-, LodenTages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen J. Timm über: Die Klassenkämpfe im Mittelalter". 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. erfucht Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Um zahlreiches Erscheinen Der Vorstand. u. Strøhhüten, Mühen jeden Genres, 3435 Rosenthalerstr. 3435. Kaufmann's Variété. gen. Sonnenschirmen. Königstr., Kolonnaden. Täglich: NeumannBliemchen's Leipziger Säuger: Neumann, Wilh. Wolff, Horváth, Gipner, Lemke, Feldow und Ledermann. Anf. 8 Uhr. Eintr. 30 Pf. Neu! Der Neu! Regen- u. Unerreicht billig!!! eppiche T mit kleinen unbedeutenden Farbfehlern( nicht Webefehler) von 3 Mark an. 83/18 Floh! Otto Büchler, Berlin C., ( La Puce.) Posse von Wilh. Wolff. Passage- Panopticum. Täglich: Großfeuer und Rettung aus Feuersgefahr Victoria- Brauerei Lühowtraße 111-112. Sonntag, den 26. Mat ( bei schönem Wetter im Garten): Stettiner Ecke Königstr. 26, Klosterstr. Schuhe und Stiefel, größte Auswahl, billigste Breise, teine Bazarwaare, empfiehlt[ 2535L* W. Engel, Submachermeister, Billigste Ausnahmspreise in . 24 M. giltig vom 25. Mai bis 1. Juni. Cheviot- Jaquet- Anzüge its hell und dunkel, hochelegant, 18 Mark tatt 27 Hochfeine Kammgarn- Jaquet- u. Rock- Anzüge Hochfeines Cheviot- n. Kammgarn- Beinkleid 3,50, 4,50, 6,50 S. Grossmann's ftatt 45 M. Herren- Mode- Magazin Rosenthalerstrasse 3435. Achtung! Königsbergerstraße 13. Bahnerfah, auch Theilzahl., wöchentl. Ausw. Best. u. u. 1 Mart, Guckel, Laufiger Platz 2, Elsasserstr. 12. Dezimal- und Reellste und billigste Hüte mit Kontrollmarke. Carl Sarsch, Alte Stiefel, Reparat, reell. bill. Eisspinden, Cafelwagen, Wilsnackerstr. 52. Lübeckerstr. 19. Runge, Adalbertstr. 86.[ 1273b werden sauber u. bill. reparirt. Uhren B. Schreiber, Uhrmacher, Waldemarstr. 13, 1285b früher Admiralstr. 4 und 1. Kaninchenmarkt Neue Friedrichstr. 44, jeden Sonnabend fowie Milchgeschäfts- Utensilien. Jordan, Kleine Markusstr. 28. Mehlwürmer Schock 10 Pf. Küraffier straße 20, 2 Tr. 1287b Hosen! Hosen! Abend von 6-9 und Sonntags früh billig Pfandleihe Staligerstr. 13. von 8-10 Uhr. Achtung! 83/10 Die weltbekannte Hosenfabrik verkauft Hosen von 1 M., 2,25, 3,50 bis 10 m. Knabenanzüge von 2,50, 3,50, 5,25 bis Sänger 10 M. ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader.) Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. Montag, den 27. Mai: Viktoria- Brauerei( lette Soiree vor Pfingsten). Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 40 Pf. Fas milienbillets 1 Mart. täglich( außer Ab Pfingsten: Sonnabends): Victoria- Brauerei. Castan's Panoptikum. Ein Flug durch die Luft! Chamly's mysteriöse Stoff- Nefte sehr billig! Knabenhosen von 75 Pf. an. Nur Pallisadenstraße zur rothen 7. Jungstr. 46, Stadtbahnh. Friedrichsberg, Vorderw. v. Stube u. Küche bill. 1027b zu vermiethen. Möbl. Schlafft. f. Herren Tresckowstraße 26c, vorn 2 Tr., Wwe. Zillian. Arbeitsmarkt. Ein älterer Genosse, Handwerker, Invalide, sucht vollständiges Heim, Kost, Bett und Wäsche für seine monatliche Pension von 18 M. zum 1. Juni cr., möglichst im 3. oder 2. Wahlkreis. Adressen unter P. S. 144 in der Erped. niederzulegen. 1219b unge kautionsfähige Leute zur vert. Abr. Bostamt 27 unter B. 2. S. Uebernahme eines Brauerei- Ausschants Tüchtige Annoncensammler Täglich Vorstellung im wissenschaft Katakombe. hoher Provision das Annoncen- Bureau Kinderwagen, Theilzahlung 1 M., Anzahlung 4 M., Musterz., Spiller, Franzstr. 2. Ohne Preiserhöhung. Staare, junge, 1,25, junge Drosseln, Singvögel, Vogelbauer, bill., * Vogelhandlung Invalidenstr. 7.[ 12946 Schweizer- Garten Am Königsthor- Am Friedrichshain. Jeden Sonntag Gr. Theater u. Spezialitäten- Vorstellung. Volksbelustigungen aller Art. Im neuen Saale BALL. Entree 30 Pfennig. An den Wochentagen ist das Etablissement an Vereine, Gesellschaften zur Abhaltung von Sommerfesten zu vergeben. Anfang 4 Uhr. Künstl.Zähne. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Rep. sof.Theilz. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. Ausstellung Italien in Berlin. Täglich: E Maestro Gialdini mit seinem weltberühmten Symphonie- Orchester aus Mailand. 12 italien. Sänger- u. Musikchöre. Das American- Theater mit Bendix. Ausstellung hochinteressanter italienischer Industrien. Italienisches Volksleben. Auf dem Canale grande großer GondelCorso und Produktion der berühmten neapolitanischen Perlenfischer. Die Ausstellung ist von 10 Uhr früh bis 12 Uhr Nachts geöffnet. Entree 50 Pf. Bei Regenwetter gewähren die Ausstellungsgebäude bequem Schutz und Aufenthalt für 12000 Personen. Saisonfarten pro Person à 10 M. find an der Kasse der Ausstellung und im Invalidendant Unter den Linden 24 zu haben. für Tages- u. Fachzeitungen sucht bei zur Köpnickerbrücke", RöpnickerReichskanzler Fürst Hohenlohe. ftraße 141. 1281b Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin, SW, Beuthstrage 2. lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 120. Organisation des Personalkredits der ,, mittleren Stände". Sonnabend, den 25. Mai 1895. 12. Jahrg. Betrag von etwa fünf Millionen Mark dem Bedürfniß Tage die Arbeit ganz und gar meiden zu dürfen, ohne auch nur voraussichtlich voll entsprechen und hinreichen werde, der An- dem Arbeitgeber von ihrem Vorhaben Mittheilung zu machen. stalt eine sehr ansehnliche und bedeutungsvolle Wirksamkeit zu Ihr Nichterscheinen am 1. Mai sei hiernach als unbefugtes Verfichern. laffen der Arbeit anzusehen gewesen, somit habe aber ein gesetzvorgelegen. licher Grund zur Entlassung vor Ablauf der Kündigungsfrist auf dieser Grundlage alsbald einen Gefeßentwurf auszuarbeiten Von den betheiligten Ministern wurde in Aussicht gestellt, und dem Staatsministerium zur Beschlußfassung vorzulegen. möglicherweise könne derfelbe noch in der jetzigen Session Gewerkschaftliches. Die von dem Finanzminister bei Gelegenheit der Verhand lungen des Abgeordnetenhauses über den Antrag von MendelSteinfels angekündigte Konferenz über die Förderung des Personalkredits der mittleren Stände hat am is. d. M. unter Betheiligung des Handelsministers, des Finanz- dem Landtage vorgelegt werden. ministers und des Ministers für Landwirthschaft im Finanzministerium stattgefunden. Zu der Berathung waren Vertreter der verschiedenen Richtungen des genossenschaftlich organisirten Kreditwesens sowie von landwirthschaftlichen Zentralvereinen und Jnnungsausschüssen zugezogen. Die Verhandlungen hatten vornehmlich die Prüfung der Frage zum Gegenstand, ob ein Betürfniß vorliege, für den genossenschaftlichen Personalkredit eine Zentralanstalt( Ausgleichsstelle) zu schaffen, sowie die Begrenzung des Geschäftskreises einer solchen Anstalt, die ihr zu gebende Organisation und die Beschaffung der für ihren Betrieb und die Erfüllung ihrer Zwecke erforderlichen Mittel. B Photograph R. Kliemed in Groß- Lichterfelde am 19. März Wegen des Ueberfalles, den der Hauseigenthümer und dieses Jahres an den in seinem Hause wohnenden Schriftsteller May Kempner ausgeführt hat, stand dieser Tage Termin vor dem Schöffengericht am Amtsgericht II an. Der Hauseigenthümer wurde zu 60 M. Geldstrafe verurtheilt. Bemerkenswerth ist ein der Schluß- Erklärung:„ Die in Nr. 110 des Vorwärts" gebrachten vereidigt werden sollte, rief der Angeklagte dem Richter zu„ Der Die Generalfommission ersucht uns um Aufnahme folgen- 3wischenfall aus der Verhandlung. Als der Zeuge Kempner langen Erklärungen des Vorstandes des Unter ist ja Dissident, der darf ja nicht schwören." stü yung svereins deutscher Tabatarbeiter verrichter Bornhack, der die Verhandlung leitete, war verständig anlassen uns nur insofern noch zu einigen Bemerkungen, als wir genug, zu erklären, daß dies nichts schade. nicht den Glauben erwecken wollen, wir wären nunmehr eines Der Amts mit einer befferen belehrt. Wir halten die Parteipreffe nicht für den geholz zu Trebbin hatte seinen Werkstattraum zu Versammlungen Ober- Verwaltungsgericht. Der Zigarrenmacher Dracheigneten Ort, eine Diskussion über eine Angelegenheit, welche die Von den Mitgliedern der Konferenz wurde nach dem Bericht Mitglieder der Organisation zu entscheiden haben, bis ins unendliche hergegeben, was die zuständige Polizeibehörde veranlaßte, ihm der Berliner Korrespondenz" fast ausnahmslos der von der Staatsregierung getheilten Auffassung Ausdruck gegeben, daß dem fortzusetzen. Die Mitglieder des Unterstüßungsvereins werden ja in am 11. Mai des vorigen Jahrrs zu verbieten, den Raum Versammlungs ihrem Entscheide zeigen, ob sie gleich dem Vorstande der Meinung sind, u und Wirthshauszwecken zu ver= Mittelstande, insbesondere dem Handwerk und den bäuerlichen daß die deutsche Arbeiterschaft die Pflicht hat, das für die Tabak. wenden. Begründet wurde das Verbot mit Rücksichten then, gesunder und billiger Personalkredit vielfach noch nicht arbeiter aufgenommene Darlehn zurück zu zahlen, während die auf Feuersgefahr und damit, daß eine zweckdienliche zr Verfügung stehe, und daß auch der von den vorhandenen Tabakarbeiter selbst die Hand auf dem Beutel halten. Jede Retirade fehle. Für jeden Fall der Zuwiderhandlung R.editverbänden und Streditinstituten ihren Mitgliedern gewährte weitere Diskussion erscheint uns auch deshalb überflüssig, weil wurde Drachholz eine Geldstrafe von 20 M. angedroht. Rredit vielfach noch zu theuer sei. Die Schaffung einer 3entral wir nur das schon Gesagte wiederholen müßten, da wir nach D. glaubte sich nicht dadurch beirren lassen zu sollen, er gestattete treditanstalt, die zwar die bestehenden Genossenschaften feiner Richtung hin einen Irrthum unsererseits zu erkennen ver- auch nach jener polizeilichen Anordnung die Benutzung der und deren Verbände in ihrer Selbständigkeit zu belassen, ihnen mögen. 06 der Vertreter der aber neben der Eröffnung billigen Kredites als große AusgleichsGeneralfommission in Werkstatt zu Versammlungszwecken. Die Polizei setzte demzufolge Bremen stelle für die in den Einzelverbänden disponiblen Mittel zu dienen Meinung geäußert hat oder nicht, erscheint uns unerheblich lage wirklich die von dem Vorstand verurtheilte siebenmal gegen ihn Strafen fest, worauf er antwortete. Der Bezirksausschuß in Potsdam haben würde, wurde als wünschenswerth und geeignet anerkannt, gegenüber unserer Erklärung, daß die Generalfommission in wies ihn in zweiter Instanz mit der Begründung die Entwickelung des Personalkreditwesens wirksam zu unter ihrer Gesammtheit diese angeblich geäußerte Meinung nicht theilt. ab, daß gegen die Festsetzung von Exekutiv= ftigen, die Bildung von Kreditgenossenschaften, wo solche noch vor allen Dingen fühlen wir uns aber deswegen zur Beendigung strafen nur die Beschwerde im Aufsichtsnicht vorhanden, und den Zusammenschluß der Genossenschaften dieser Diskussion veranlaßt, weil der Vorstand zur Vertheidigung wege statthaft sei und daß Kläger versäumt größeren Verbänden zu fördern und damit eine Zusammen- seiner Handlungsweise zur Ünwahrheit greift. Wenn der Vorstand habe, gegen die Anordnung vom 11. Mai frist gerecht, fassung und Nutzbarmachung aller für den Personalkredit erreich es für gut findet, gegenüber dem von uns zitirten Wortlaute d. h. innerhalb vierzehn Tagen Klage zu erheben. tren Mittel herbeizuführen. Einverständniß bestand darüber, daß es nicht Aufgabe der vereins deutscher Tabalarbeiter zu behaupten, die General- gericht Revision ein, bei welchem am 21. Mai in der Sache des Protokolls der Generalversammlung des Unterstützungs- Trotzdem legte Drachholz noch beim Ober- Verwaltungs31: errichtenden Zentralanstalt sein könne, den einzelnen Ge- kommission irrt sich in den Beschlüssen und gegenüber der flaren Termin anfland. Der Kläger war persönlich erschienen, sein nossenschaften Kredit zu gewähren oder sie direkt zu beeinflussen Abstimmung der Zentralvereins- Vorstände über das Stattfinden juristischer Beistand, auf dessen Erscheinen er gerechnet hatte, und zu leiten, daß sie vielmehr in der Regel nur mit den größeren eines Gewerkschaftskongresses sagte, die Generalfommission war jedoch ausgeblieben. Der Gerichtspräsident rieth dem senossenschaftlichen Verbänden und Verbandskassen in Verbindung verpflichtet den Kongreß einzuberufen, so hört für uns jede Kläger, doch bei der völligen Aussichtslosigkeit der Revision dietreten dürfe, um durch ihre Vermittlung den einzelnen Genossen weitere fachliche Diskussion auf, da in dieser die Wahrheit das selbe lieber zurückzuziehen, um die Kosten zu sparen, denn auch schaften diejenigen Kreditvortheile zu verschaffen, welche die An- Leitmotiv auf beiden Seiten sein muß. Wir haben die Sachlage darauf könne nicht Rücksicht genommen werden, daß die ftalt mit Hilfe ihrer eigenen Mittel, der ihr als Ausgleichsstelle vollständig den Thatsachen entsprechend dargestellt und müssen Polizeiverwaltung in den Straffestsetzungs- Verfügungen gesagt habe, zufließenden Rapitalien und des ihr bei den großen Geldinfiituten es einerseits den Mitgliedern des Unterstützungsvereins, anderer- dagegen finde Klage im Verwaltungsstreit Bers des Reiches und des Staates( Reichsbank, Seehandlung) erreich feits dem nächsten Gewerkschaftsfongreß überlassen, zu entscheiden, fahren oder die Beschwerde statt. Das sei doch höchstens als baren billigen Kredites gewähren kann. auf welcher Seite das Recht liegt." eine falsche Belehrung anzusehen, die für die Entscheidung be leberwiegend wurde auch dem Wunsche Ausdruck gegeben, deutungslos fei. Kläger lehnte erst die Zurücknahme ab, erklärte Lohnbewegung in der Schweiz. Die Zimmerleute zentralanſtalt nicht nur, wie die Borschläge der Satin regierung vorsahen, den eigentlichen Kreditgenossenschaften, in Bern haben einen Minimallohn von 45 Gis. per Etunde ich aber doch nach erfolgter Berathung dazu bereit, weshalb das sondern auch anderen auf grund des Bundesgesetzes vom 4. Juli erreicht. Ebenso errangen die Bauschreiner in Bern eine Gericht von der Urtheilspublikation Abstand nahm. 1868 und des Reichsgesetzes vom 1. Mai 1889 errichteten, möbelschreiner noch verhandelt wird; ferner erwarten die wurden in dem Prozeß enthüllt, der gegen unseren Parteigenossen Lohnerhöhung, während über die Lohnforderungen der Schauderhafte Zustände in einer Zuckerwaaren- Fabrik insbesondere auch den Produktivgenossenschaften und Konsum- dortigen Da ch de cer in den nächsten Tagen den Abschluß der even in Gera als Redakteur der„ Reußischen Tribüne" einDereinen zugänglich zu machen. Lohnbewegung durch Bewilligung eines neuen, höheren Lohn- geleitet war und, wie schon kurz mitgetheilt wurde, mit der Frei tarifs. Auch die Lohnbewegung der Maurer und Hand sprechung des Angeklagten endete. Kläger war der Fabrikant anger ist noch nicht abgeschlossen, doch gilt eine Erhöhung Steinert, den nach einer zweiten Auflage des Prozesses faum des Stundenlohnes um 5 Cts. schon jetzt als sicher. Die Unter- gelüften dürfte. Die Klage hatte zum Gegenstand das„ Ginnehmer zeigten in allen Fällen ein erfreuliches Entgegen gesandt" in Nr. 267 der Reußischen Tribüne" vom 16. Nofommen, das auf die organisatorische Macht der Arbeiterunion vember v. J., das die Zustände der Steinert'schen Zuckerzurückgeführt wird. fabrik behandelt. In dem Eingesandt" wurde ausdrücklich die Fabrikinspektion auf die Zustände und die Unsauberkeit dieser Fabrik aufmerksam gemacht. Zeuge Stief, der wegen Verdachts der Thäterschaft unvereidigt vernommen wurde, erklärte, daß er vom August bis Dezember v. J. bei Steinert in Arbeit gestanden hat Gerichts- Beifung. " A In der Frage der äußeren Organisation des Zentralinstituts frat die Konferenz den Vorschlägen der Staatsregierung bei. Diefe gingen von der Erwägung aus, daß die Entwickelung der Berhältnisse und der Zentralanstalt selbst sich zur Zeit nicht aus reichend übersehen lasse, und daß deshalb der Anstalt bei ihrer ersten rechtlichen Organisation vor allem die freie Beweglichkeit gesichert werden müsse, damit sie dem Bedürfniß auf dem Gebiet des Kreditwesens folgen und zu dessen Förderung mit selb= ständiger Initiative eingreisen tönne. Diesem Zweck würde zunächst ein als staatliche Anstalt organisirtes Institut schon wegen der Gefahr zu schwerfälliger Verwaltung nicht entsprechen; überdies läßt die damit für die Staatskasse nothwendig verbundene Joseph Bandi aus Livorno verurtheilte das Schwurgericht zu entsprechen. Die Treppe sei in einem Zustande, daß man beim In dem Prozesse gegen die Mörder des Publizisten und daß die in dem Artikel enthaltenen Angaben der Wahrheit unbegrenzte finanzielle Haftung diesen Weg ungangbar erscheinen. Florenz am Mittwoch den Angeklagten Romiti zu lebens- Baffiren Gefahr laufe, herunterſtürzen, und an der Winde Auch die reichsgesetzlich geordneten Gesellschafts- und Genossenschaftsformen( Attiengesellschaft, eingetragene Genossenschaft, länglicher Zwangsarbeit und Lucchesi und Franchi zu je 30 Jahren fehle jede Schußvorrichtung. In den Desen fehlten Platten, Gesellschaft mit beschränkter Haftung) erscheinen wenig geeignet. Gefängniß; die übrigen vier Angeklagten wurden freigesprochen. so daß die Flammen durchschlügen und die Arbeitsräume mit Ihr Verwaltungsapparat ist an sich schon sehr komplizirt, und Hat der Wohnungsmiether Rechte in seiner Wohnung? Rauch ausfüllten. Der Zustand der Bedürfnißanstalt spotte jeder die hieraus und aus den besonderen gesetzlichen Vorschriften des Die allgemein interessante Frage, wie weit das Recht des Miethers Beschreibung. Wenn in jenem Artikel von Hungerlöhnen die Gesellschaftsrechtes für die Verwaltung und Entwickelung der bezw. des Vermiethers in bezug auf dritte Personen, welche im Rede sei, so sei dies nicht übertrieben, denn es gäbe Arbeiterinnen Anstalt folgenden Hemmnisse würden noch dadurch verstärkt Auftrage des Miethers dessen Wohnung betreten, geht, hatte dort, denen 4 bis 6 M. Lohn wöchentlich in die Hand gedrückt werden, daß der Staat auf die entscheidende Einwirkung auf die gestern die neunte Straffammer am Landgericht I zu prüfen. würden, während Bäcker nur 10 M. erhielten. Daß die BeAnstalt nicht verzichten kann und durch das Hinzutreten der Der Echantwirth Meyer wollte ziehen und hatte deshalb den handlung nicht die beste sei, gehe daraus hervor, daß Herr Steinert Staatlichen Leitung und Aussicht der ganze Apparat noch fom- Arbeiter Otto und den Steindrucker Renell zur Hilfeleistung in eine Arbeiterin mit„ Saumensch" angeredet habe. Seife und Handplisirter werden müßte. Entscheidend aber fiel für die zunächst feine Wohnung bestellt. Da die drei dort„ Radau" tücher habe es erst nach dem Erscheinen des Artikels gegeben, ins Auge zu fassende Gestaltung des Instituts ins Gewicht, daß machten, wollte der Hausverwalter sie zum Berlassen vordem habe man an ihrer Stelle alte Lappen aus Sackzeug es bei der gegenwärtigen Lage der Landwirthschaft und des der Wohnung und überhaupt des Hauses auffordern, seine verwenden müssen. Eine Garderobe gäbe es nicht, vielmehr. Handwerks darauf ankommt, ihnen die mögliche Hilfe auch so Weisungen blieben jedoch unbefolgt, und deshalb wurden Otto müßten die Arbeiter beiderlei Geschlechts die Umkleidung gleich bald als möglich zu bieten, daß aber zur Zeit gar nicht zu über- und Renell des gemeinschaftlichen Hausfriedensbruches angeklagt an den Arbeitsplägen vornehmen. Die Aussagen der anderen Tehen ist, ob die verschiedenen großen und fleinen Verbände und von dem Amtsgericht auch verurtheilt. Hiergegen legten sie 3eugen deckten sich im allgemeinen mit denen Stief's, nur erklärte Neigung haben, sich zu einer gesellschaftlichen Formation zu Berufung ein. Der Staatsanwalt führte aus, daß die Ange- eine Zengin noch, daß die Treppe bereits 12 volle Jahre in diesem sammenzuschließen, und noch weniger, mit welchen finanziellen flagten die Wohnung des Miethers mit vollem Rechte betreten gefährlichen Zustande sich befinde, und einer anderen Zeugin, die Mitteln und unter welchen Bedingungen sie sich bei einer solchen hätten, denn die Hilfeleistung beim Ziehen sei ein erlaubter Zweck sich frank gemeldet, erklärte Herr Steinert, sie würde wohl Organisation betheiligen würden. gewesen, der erlaubte Zweck sei aber durch den unerlaubten auf zu viel Zucker geiressen haben! Der Bäcker Räbel gab an, daß Es ist deshalb in Aussicht genommen worden, das gehoben worden, denn das Radaumachen sei ein unerlaubter eine an der Schwindsucht leidende Arbeiterin während der Arbeit Bentral Kreditinstitut als eine selbständige, nicht gesell- wed gewesen, und nun habe der Hauswirth das Recht gehabt, ein Bonbonglas als Spudnapf benutzt habe, das später wieder schaftlich organisirte Anstalt mit juristischer Persönlichkeit die Störenfriede hinauszuweisen. Wolle man dies nicht annehmen, mit Bonbons gefüllt worden ist. Das Gericht erklärte, der ( Einzelfaufmann) zu errichten, welche der staatlichen Leitung dann sei der Miether auch berechtigt, Leute in seiner Wohnung zu Wahrheitsbeweis sei gelungen, und sprach, wie erwähnt, den unterstehen und einstweilen auch vom Staat allein beherbergen, die dort Word und Todtschlag begehen wollten. So weit Redakteur frei. " mit dem nothwendigen Betriebsfonds au 3- aber gehe das Recht des Miethers nicht. Das Gericht entschied Reichs Versicherungsamt. Aerztliche Gutachten gestattet werden soll. Die Möglichkeit, daß sich die einzelnen aber im entgegengesetten Sinne. Der Miether höre bis zur spielen eine hervorragende Rolle bei der Rechtsprechung des senossenschaftlichen Verbände finanziell daran betheiligen, ist Räumung der Wohnung nicht auf, verfügungsberechtigt zu sein. Seichs- Versicherungsamtes. Dieser ihrer Bedeutung scheint tabei von vornherein gegeben( Einlagen fiiller Gesellschafter), Hier war die Wohnung noch nicht geräumt, und deshalb war jedoch ihre Zuverlässigkeit durchaus nicht zu entsprechen, die Möglichkeit, daß das Institut sich später bei Konsolidation der Miether berechtigt, den Hausverwalter hinauszuweisen, nicht soweit sich das wenigstens von einem Laien beurtheilen läßt. Der Verhältnisse zu einem gesellschaftlichen oder genossenschaft aber komite dieser Personen hinausweisen, die sich im Austrage Was soll man 3. B. dazu sagen, daß drei Mediziner über eine lichen Verband weiter entwickele, offen gehalten. Um aber der des Miethers in der Wohnung aushielten. Wolle man hier dem Erscheinung drei verschiedene Meinungen haben. Es drängt sich Anstalt die stete Fühlung mit dem praktischen Leben, den Wirthe eine solche Befugniß zugestehen, so müsse er folgerichtig ba dann die Frage auf: Ist es nicht möglich, daß das wechselnden und in fortgesetter Entwickelung begriffenen Bedürf auch das Recht haben, jede singende und lärmende Gesellschaft, Obergutachten" irgend irgend eines als bekannte Autorität" nissen des genossenschaftlichen Kreditwesens zu sichern, soll von die sich ein Miether eingeladen habe, einfach hinauszuweisen. gehörten Professors das minder richtige ist?" Solches vornherein und ohne Rücksicht darauf, ob die mit der Anstalt in Soweit aber gehe das Recht des Vermiethers nicht. Obergutachten" aber ist stets einzelne Ausnahmen zugegeben Geschäftsverbindung stehenden Verbände sich selbst finanziell an Aus dem Banvertrag der Garnisonkirche. Eie hätten für das Urtheil des höchsten Gerichtshofes für Versicherungs teren Fundirung betheiligen, diesen Verbänden eine berathende sich Arbeit suchen wollen und dazu die Erlaubniß des Meifiers" fachen ausschlaggebend, bleibt als letztes Rettungsmittel Mitwirkung an der Verwaltung der Anstalt zugewiesen und zu Worzel gehabt, behaupteten zwei Bildhauer gegenüber dem Ein aus dem Strudel sich widersprechender Aeußerungen„ kleinerer diesem Zwecke der Direktion der Anstalt ein Beirath zur Seite wande des von ihnen beklagten Worzel, ihre Entlassung sei des Größen". Vorstehende Betrachtung möhten wir durch folgen gestellt werden, der wesentlich aus Vertretern jener Verbände zu halb am 2. Mai mit Recht erfolgt, weil sie den 1. Mai mit den Fall illustriren, der aber, das sei gleich bemerkt, bilden sein würde. noch drei anderen Bildhauern zusammen gefeiert" hätten. Die nicht zu den zweifelhaftesten gehört. An einem beDie Konferenz pflichtete der Auffassung der Staatsregierung behauptete Erlaubniß erblickten die Kläger in dem Umstande, sonders warmen Septembertage war der Arbeiter Schubert bei, daß diese staatlichen Mittel nicht in Form eines Darlehus daß sie Worzel einige Tage vorher gelegentlich einer Auseinander an Asphaltirungsarbeiten betheiligt. Die Sonnenwärme, zu gewähren sein werden, daß es sich vielmehr empfehle, segung wegen der Zahlung rückständigen Sohnes mit die dem Asphaltkessel entströmende trockene Size, den Staatszuschuß als eine vom Staat etwa als filler den Worten kündigte, sie sollten sich im Laufe der Woche andere beißende Qualm und die anstrengende Thätigkeit des Mannes Gesellschafter gemachte feste Einlage der Anstalt zur Ver- Arbeit suchen. Es wurde festgestellt, daß die Kläger am 1. Mai wirkten derart zusammen auf ihn ein, daß er das nicht zu unterfügung zu stellen. Nur so könne die Anstalt von vornherein sich überhaupt nicht auf der Arbeitsstätte, dem Neubau der drückende Bedürfniß empfand, beide Arme in eine Gießtanne mit in den nothwendigen Besitz eines eigenen Vermögens ge- evangelischen Garnisonkirche, hatten sehen lassen, und daß ihre faltem Wasser zu stecken und sich auch Gesicht und Nacken mit langen, das in Verbindung mit dem aufzusammelnden Reserve Entlassung auf auf ausdrückliches Verlangen des dem fühlenden Naß zu erquicken. Am anderen Tage zeigten fonds und etwaigen späteren Einlagen der genossenschaftlichen königlichen Intendantur- und Bauraths Roß sich bei ihm zähmungen der Hände, der Armmuskeln 2c., Merbände ihr eine ausreichende finanzielle Fundirung und eine täusch er ausgesprochen wurde, dem nachzukommen Worzel durch so er nicht mehr im stande war, die Asphalt starke Kreditwürdigkeit in weit höherem Grade sichern werde als einen mit der Bauverwaltung abgeschlossenen Kontrakt ver- jäcke zu heben. Bald mußte er die Arbeit aufgeben. zin bloßes Darlehn, das sie von vornherein mit einem starken pflichtet war. Roßtäuscher ist der Leiter des heiligen Baues. Die Tiefbau Berufsgenossenschaft lehnte es ab, ihm eine Paffivum belaste. Auch fönne hierbei der Staatszuschuß sich in Die Kläger wurden mit ihren Entschädigungsforderungen ab- Rente zu zahlen. Sie war der Auffassung, es liege nicht erheblich niedrigeren Grenzen halten, als dies bei Gewährung gewiesen. Gründe: Des Beklagten Worte, sich in den nächsten die Plöglichkeit des Eintritte der nachtheiligen Folgen vor, eines bloßen Darlehns möglich wäre. Die Konferenz war der acht Tagen Arbeit zu suchen, hätten die Kläger denn doch zu die ein gesundheitsschädigendes Ereigniß erst zum Unfall mache. Ansicht, daß der für den Betriebsfonds in Vorschlag gebrachte allgemein aufgefaßt, wenn sie glaubten, nun an einem bestimmten Nicht ein Unfall, sondern eine Gewerbekrankheit tönnte angenommen der werden. Das Schiedsgericht, bei dem Berufung " Arbeiter- Bildungsschule. = Um eingelegt| Partei- Versammlung am 24. März im Lokale von Keller, Koppen- verfuhr der Arbeitgeber bezüglich ihrer Entlassung am Abend. wurde, hörte darauf den Nervenarzt Dr. Ritter in Dresden, fraße, noch 12 Sigungen nothwendig waren, in der hauptsächlich Gin von der gedachten Firma entlassener Arbeiter konstatirte, daß welcher den Kläger einige Zeit in Behandlung hatte. Derselbe die Entschädigungsfrage gegenüber den benachtheiligten Spediteuren nicht ein einziges Mal die Arbeiterinnen pünktlich entlassen sind. der Kläger fei an einer rheumatischen Ent- berathen wurde. Von einer Zuweisung anderer Abonnenten an Der frühere Inhaber der Firma und fein Nachfolger waren in zündung der Rückenmarkshäute erkrankt, die sich sehr dieselben habe die Kommission Abstand genommen, weil der Versammlung anwesend und betheiligten sich an der Diswohl auf die fragliche Waschung zurückführen lasse. hierdurch zuviel Unzuträglichkeiten entstanden wären. Nach tussion. Herr Wolter bezeichnete die Angaben Näther's als Er, Dr. Ritter, habe selbst zivei ähnliche Fälle zu vier gemeinsamen Sizungen mit Den Spediteuren schamlos" und niederträchtig". Das thatsächliche Material beobachten Gelegenheit gehabt. Die Plöglichkeit tönnte an afzeptirten diese eine einmalige Entschädigung von 75 Pf. fonnte er jedoch nicht entkräften: er entschuldigte sich schließlich genommen werden, weil sich die schädlichen Folgen schon am pro Exemplar des Vorwärts". Durch Einsichtnahme in die damit, daß die Mißstände" in der gesammten Branche verbreitet nächsten Tage zeigten. Eine andere Ursache sei ausgeschlossen. Bücher durften die Spediteure selbst feststellen, wieviel abonnenten feien. Einige anarchistisch gefärbte Schleifer gaben ihren un Das Schiedsgericht in Dresden schloß sich dieser Auffassung an jeder von ihnen durch Einführung der Parteispedition einbüßte. entwegten" Radikalismus dadurch Ausdruck, daß sie das Verfahren and erkannte auf Gewährung einer Rente von 50 pet. Zwei Spediteure ließen sich sogar aus eigenem Antriebe dazu des Unternehmers noch zu beschönigen versuchten. Der Referent Für das Reichs Versicherungsamt, bei dem die Tiefbau- herbei, ihren gesammten„ Borwärts"-Abonnentenbestand für die ging dieſen Quertreibereien scharf zu Leibe und die überwiegende Berufsgenossenschaft Rekurs einlegte, war ein Gutachten des Summe von 100 bezw. 80 m. gänzlich abzutreten. Ursachen der Mehrheit der Versammlung stimmte ihm hierbei zu. Geheimen Medizinalraths Dr. Stengler eingefordert worden, mangelhaften Bestellung in erster Beit sei die zu späte Ab- Im Verein der Schäftearbeiter sprach am 18. Mai Herr deffen wesentlichster Jubalt furz folgender ist. Die Hike lieferung der Abonnenten Sammellisten seitens vieler Ge- Dr. Weyl über die Lungenkrankheit. Die sehr belehrenden und die beizenden Asphaltdämpfe stellten eine unabwendbare Un- noffen gewesen, der Kommission daher keine Schuld bei Ausführungen des Vortragenden wurden von der Versammlung zuträglichkeit dar, die sich von der fraglichen Berufsarbeit nicht zumeffen. Im großen und ganzen bezeichnete Bogt das mit regem Interesse verfolgt. Von einer Diskussion wurde Abtrennen lasse. Da das Wasser in der Kanne nicht besonders falt Resultat, wie es der erste Monat( April) ausweise, als ein sehr stand genommen und betrafen die weiteren Verhandlungen lediggewesen sein könne und das Waschen regelmäßig vorgenommen zufriedenstellendes. Beschwerden, daß trok des Verbots von den lich interne Vereinsangelegenheiten. zu werden pflege, so könne deshalb von einem Unfall, d. h. von Austrägerinnen auch Kinder beschäftigt würden, seien ohne Be Schöneberg. Im hiesigen Arbeiter Bildungsverein sprach einem bei der Arbeit eingetretenen außergewöhnlichen Ereigniß weis geblieben. Im Anschluß an den allgemeinen Bericht der am 20. Mai Genosse Schulz über die Erziehung im heutigen nicht die Rede sein. Allerdings sei die Wahrscheinlichkeit nicht Kommission verlas Vogt noch den Kontraft mit den Boten- Klaffenstaat. Die Distuffion bezeugte die Uebereinstimmung mit von der Hand zu weisen, daß der Krankheitszustand eine Folge der frauen, denen außer dem Lohn von monatlich 20 Mart auch dem Vortrage. Das Stiftungsfest des Vereins findet am 28. Juni Arbeit gewesen sei, jedoch handelt es sich dann höchstens um die vollen Beiträge ชิน den Krankenkassen und der statt, und wird als Thema für die nächste Versammlung, die am eine Berufskrankheit, nicht aber um einen Betriebsunfall. Krant- Alters- und Invalidenversicherung geleistet werden-17. Juni stattfindet, eine Besprechung über das Programm in heitserscheinungen, wie die beim Kläger zu tage getretenen, tämen und gab alsdann eine spezielle Abrechnung der Partei Aussicht genommen. u. a. auch bei Wäscherinnen öfter vor. Der Gutachter bezweifelte Spedition des Südostens für Monat April. Für 1820 Abonnenten Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 26. Mat, vormittags 8 1hr, außerdem die Richtigkeit der Ritter schen Annahme einer wurden 20 Botenfrauen benöthigt und verblieb nach Auszahlung Rosenthalerfir. 38: Bortrag über:„ Die Grundsäge der Gemeinde." rheumatischen Entzündung der Rückenmarkshäute. Gegen dies der Gehälter, Miethszahlung u. f. w. ein Ueberschuß von 10% uhr vormittags, ebendaselbst: Bortrag des Fri. Jda Altmann:„ Sünde und Sündlosigkeit". Gutachten machte der Kläger in einem Schriftsatz geltend, daß er 126,08 m., daraus gehe hervor, daß das Unternehmen tein ver- Tischler- Verein. Heute, abends 9 Uhr, Melchiorfir. 15: Versammlung. am Tage seines vermeintlichen Unfalles unter ganz anormalen fehltes sei. Den speziellen Bericht für die Spedition des Tagesordnung: Vortrag. Sonnabend, abends 7-8% Uhr: Lektüre. Umständen hätte thätig sein müssen, indem er eine nähere Be- Ostens erstattete Genosse Lauschke. Auch hier sind für zirka 8-10% uhr: Nordschule, Müllerstr. 179a, Distutirübungen( Thema: Grachus schreibung der Situation gab. Jetzt ließ das Reichs- 1900 Abonnenten 20 Austrägerinnen nöthig gewesen; der Babeuf. Referent: Genosse Ludwig.) Süd- Ost- Schule, Waldemarstr. 14, Versicherungsamt noch den Professor Dr. Hoffmann( Leipzig), Ueberschuß für April betrug allerdings nur 32,82 M.; Distutirübungen( Thema: Die Juden in Deutschland. Referent: Genosse Bei allen Unterrichtsfächern werden Damen und der als hervorragende Autorität gilt, sich über den Fall äußern. indeß steige die Abonnentenzahl fietig, so Abonnentenzahl stetig, so daß nach Scholz.) unentgeltlich. Herren jederzeit aufgenommen. Dieser konstatirte nun nicht etwa, welcher von den beiden er- ungefährer Schätzung der Monat Mai schon mit einem Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borfigender Ad. wähnten Aerzten recht habe, sondern erklärte bei der Urtheil Ueberschuß von 270 bis 300 Mark abschließen wird. Neumann, Pasewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender find zu für unzutreffend. Zunächst stellte er fest, daß der Kläger Die Diskussion des Berichtes dehnte sich bis gegen Mitternacht richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends 9-11 Uhr: Uebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein die Rückenmarksschwindsucht habe, um dann den Zusammenhang aus und drehte sich speziell um die Entschädigungsansprüche der Gsmeralda, Königsbergerstr. 5 bei Rastowsty.- Grüne Giche, Birdorf, 2yrania, Landsderselben mit dem behaupteten Unfall zu verneinen. Nach dem Spediteure Wendisch, Wedeking und Heinemann. Sermannfir. 48. Ede Herrfurthfiraße, bei Seidaus Ganges Echo, Naunynftr. 86, bei Zubeil. Verlauf der Krankheit zu urtheilen, sei dieselbe bereits am be- Ersterer hatte sich mit 40 m, abfinden lassen, später aber der berger Allee 156 bei Goebel. Glückzu, Pasewaltersir. 3 bei Neumann. Gesundbrunner treffenden Tage vorhanden gewesen, und die Waschung des Kommission das Geld wieder zurückgegeben. Er beruft sich nun männerchor, Prinzen- Allee 10 bet Bergmann Männer- GefangKlägers, die im erhigten Zustande von ihm vorgenommen mehr auf den Beschluß der Parteiversammlung vom 24. März, verein Siebertranz in Brandenburg a. d. Havel, Mengert's Boltsgarten, Deutsche Eiche II, Brandenburg a. d. Havel, Hauptstraße, wurde, könne höchstens als gelegentlicher, beiläufiger Umstand wonach den arbeitsunfähigen Spediteuren ihr Abonnentenstand Bintel's Galon. Frisch auf 1, Friedrichsberg, Humme Isburgerſtr. 69 beim Verlauf des Krankheitsprozesses betrachtet werden, der ihm belassen werden sollte. Wedeking, der der Kommission gegen bei Adam. Sängerlust, Luckenwalde, Beeligerstr. 34 die Krankheit zuerst fühlbar machte. Nach der jetzigen Kenntniß über erklärt haben soll, die Abfindungssumme sei ihm zu gering echulze. Männer Gesangverein Fortschritt, Königsbergerstraße 28 Hand in Hand II, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11 der Vertreter der medizinischen Wissenschaft werde allerdings nicht und übrigens fönne man ihn durch die Parteispedition über- bet endt het Gmil Heinecte. Männer- Gesangverein Immergrün, Tegel, Spanbestritten, daß die Ursache der Rückenmarks- Echwindsucht auch haupt nicht schädigen, hat, wie einige Kommissionsmitglieder bedauerfir. 15 bei C. Rentner. Moabit, Havelbergerstr. 31. Freie Hand in Hand I, eine Erkältung sein könne, wie aber schon gesagt, halte er das tonten, auf grund dieser Aeußerungen hin keine Abfindungs- Sänger, Schmargendorf, Wirthshaus Friedrich. Gefangverein Frisch auf II", Schönwalde in diesem Falle für ausgeschlossen. Gewissermaßen die beiden summe erhalten. Wedeking bestritt diese Aeußerungen; ihm Admiralftr. 38 bet Tupauer. in der Mark. anderen Aerzte entschuldigend, führt er ferner aus, der Umstand, sei nur die anfänglich gebotene Entschädigung von 50 Pf. pro Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend daß diese die schwere Krankheit nicht angenommen hätten, er Exemplar des Vorwärts" zu gering erschienen, zumal ein Ale Buſchriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend richten an: P. Gent, Adalbertstr. 95. Sonnabend: fläre sich daraus, daß sie nicht wie er den Zustand Kommissionsmitglied ihm weitergehende Versprechungen gemacht find in seiner Vollendung vor sich hatten. In seinen Darlegungen habe. Heinemann wurde entgegengehalten, daß er durch Theaterverein 2 effing, Raupachstr. 6, Restaurant Felsengrotte( jeden 2. und 4. Sonnabend). bemerkt Professor Hoffmann außerdem noch, indem er sich gegen Ueberweisung von Abonnenten bürgerlicher Zeitungen über. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein die Annahme einer Gewerbefrankheit wendet: Bei den Arbeitern reichlich entschädigt worden sei. Anträge, welche diese Fichte( Mitgl. d. Deutschen Arb.- Turnerb.) turnt heute: 1. Männer- Abth. 3. Männer- Atth. Boechstr. 21. Friedensir. 37. 2. Lehrlings- Abth. an Maschinen von Dampfschiffen und in Glashütten, die doch Materie betrafen, wurden nicht gestellt; die endgiltige Regelung faligerfir. 65-56. Gemischter Chor Gleichheit, Abends 9 Uhr, Bühnenverband Normania, in noch größerer Hitze wie Asphaltarbeiter zu thun hätten, sei bleibt somit der neugewählten Zeitungskommission über Gmbenerstraße, Restaurateur Schirmer. Sonnabend tm Monat Sigung bei G. Leichniß, durchaus nicht die Abstumpfung der Gefühlsnerven, Muskel- lassen. Diese setzt sich nunmehr aus 10 Personen, fünf für jeden lebten Königsbergerstraße Nr. 28. Privat Theater Gesellschaft Schiller, lähmungen 2c., oder gar rheumatische Entzündung der Rücken- den Often und fünf für den Südosten, zusammen. Drei Personen eigung, abends 9 Uhr bet zinte, Buttbuferfir. 24. Nach der Sigung: martshäute eine allgemein beobachtete Folge ihrer besonders sollen als Revisoren des betreffenden Spediteurs gelten und die Fidelitas. Theaterverein Bavaria, Aderstraße 17 bet Manfras. gearteten Beschäftigung. Privattheater: Gesellschaft Toni, Sonnabend 9% Uhr bet guleger, Swine Das Reichs Versicherungsamt gab anderen zwei bilden eine Subkommission zur Entgegennahme von münderstraße 144. Theaterverein Lustige Brüder II, Sizung jeden dem Rekurse statt und änderte das Schiedsgerichts- Urtheil Beschwerden. Gewählt wurden Lauschte, Kaiser, Röhn, Sonnabend, Abends 9 Uhr, bet Reichelt, Hafenhaide Nr. 45/47. Abends 9 Uhr, Sigung bet dahin ab, daß keine Verpflichtung zur Rentenzahlung an den Blume und Lorenz für den Osten und Westphal, geatergesellschaft Immer Lustig, Bergnügungsflub Ostend, Sigung Abends Schubert vorliege; es schloß sich dem Obergutachten des Profeffors Jeschte, Lehmann, Rösicke und Schawiß für den Buhl, Chorinerfir. 63. Geselliger Arbeiter: Hoffmann an. Südosten. Nach Aufforderung zur regen Agitation für die Uhr im Restaurant Rudolf, Krautstraße 6. Verein Proletaria, jeben Parteispedition seitens des Vorsitzenden Voigt erfolgte gegen Monats, Abends 9 Uhr bei Sommer, Grünstraße 21.- Rauchflub 12 Uhr Schluß. Blaue Wolte II, Gigung jeden Sonnabend 9 Uhr im Restaurant F. Steuer, Weinstraße 22.- Rauchflub Dornröschen, jeden Sonnabend, Metallschleifer und Galvanisenre waren zahlreich in der 9 uhr, bei F. Krüger, Fennstraße 5. Rauchtlub Unverzagt, Abends Rauchklub Märtisch Kraut, Versammlung erschienen, die der Vertrauensmann Madrian 9 Uhr bei Bogel, Lebuserstr. 13. Eisenbahnstr. 7 bei Engelhardt. Statflub Blaue Blouse, jeden Eine öffentliche Partei- Versammlung des vierten am Montag Abend nach der Alten Jakobstr. 83 einberufen hatte. Gonnabend bet Muttte, Graudenzerstr. 2.- Statflub Revolution, Sigung Berliner Reichstags- Wahltreises tagte am 22. Mai Dem Referat von P. Litfin, der mit seinen Ausführungen jeden Sonnabend 9 Uhr bei Hauptmann, Wienerftraße 1-6 im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Genosse Mattutat, über die wirthschaftlichen Umwälzungen und die Entwickelung Brüderlichkeit, Sonnabend von 9-11 Uhr Gigung bet Wittwe Lehn, Stralsunderstr. 19.- Bergnügungsverein Alpenveilchen, jeden Gonn, eine der Vertrauenspersonen für den Südosten, legte sein Amt der Gewerkschaftsbewegung den lebhaften Beifall der Anwesenden abend 10 Uhr Sigung bei Ruppin, Blumenstr. 49. Tambourverein Rufnieder, weil anderweitige Thätigkeit für die Partei seine Arbeits- erweckte, folgte teine Diskussion; das Hauptinteresse tonzentrirte Sonnabend, abends 9 Uhr, beim Restaurateur Godtte, Inselstr. 1. fraft vollständig in Anspruch nimmt. Die von ihm verlesene sich auf den Punkt 3 der Tagesordnung: Die Mißstände in der better- Bitherflub Frohsinn abends 8 Uhr im Restaurant Reich, Blumenstraße 32. Vergnügungsverein Brubertette, Sigung abends 9 Uhr bet Abrechnung wies folgende Zahlen auf: Die Einnahmen be- Werkstatt von Wolter Nachflgr., Puttendörfer und Kienast, Nitter- Paris, Gleditschstr. 23. Gäste willkommen. trugen 679 M., die Ausgaben 590 M. Demnach verbleibt straße 74. Mäther führte aus: Für den freisinnigen Fabri- Dansk Forening Freja, Oranienstrasse 51, Módeaften hver Lòrdag ein Baarbestand von 89 M.; außerdem sind Bons im fanten und Stadtverordneten Rosenow arbeitet eine ganze Reihe Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser findes i Lokalet. Deutscher sozialdemokratischer Eeseklub in Paris. Rute St. Werthe von 1071,10 m. vorhanden. An seine Stelle fleinerer Unternehmer, unter anderen auch die in Rede stehende sonore 314 Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Berwurde Genosse Gutschte( Rohrleger), Stalizerstr. 59 wohn- Firma, die auf Drängen ihres Auftraggebers hin, die Arbeitszeit fammlung; reiche Bibliothet, Beitungen, französischer Unterricht. haft, als Vertrauensperson gewählt. London. Der einzige hiesige fozialdemokratische Verein Londons, der Der 2. Punkt der Tages bei den von ihr beschäftigten Personen zu wiederholten Malen ordnung betraf die Partei- Zeitungsspedition. Genosse Vogt willkürlich verlängert hat. Den Arbeiterinnen wurde die alte, von Karl Marr und Friedrich Engels 1846 mitbegründete Rommunistische Arbeiter Bildungsverein befindet sich nach berichtete namens der Fünfzehner- Kommission, daß seit der letzten Innehaltung der Baufen unmöglich gemacht, ebenso gesetzwidrig wie vor 49 Zottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Dersammlungen. Damen- n. Kinderhüte garnirt und ungarnirt, empfiehlt in größter Auswahl 2538L* Gustav Sabor, 159 Invalidenftr. 159 Hutfabrik. Detail- Verkauf zu Fabrik. preifen. Herren- Hüte neuester Façons, Stück 1,50 M., Stroh hüte von 25 Pf. an, Kinderund 35 neben der Markthalle. Billige Schuhwaaren aller Art im Einzelverkauf zu streng reellen Engros- Preisen namentlich für Leser des Vorwärts". Rosenthal, Landsbergerstr. 76 I. toften 2 Rabinetswahl Segler- Mützen, Strand Vier Mark und 12 Biftbilder Große Müßen 2c. Wolff& Co., Lands bergerstraße 82. 22282* Pa. Angler Hof- Käse ca. 91/2 Pfd. pr. Nachnahme 3,50 M. fr. J. Graumann, Schleswig, Stadtfeld. bei Böhme, Lindenstr. 43, gegenüber der Zimmerſtraße. inder- Wagen, Reiseförbe Achtung! Kein Laden. Kontroll- Schuhmarke. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren Elysium Landsberger Allee Nr. 40. 9226 1 Mart. Garantie rein amerikanische Großer Garten u. Säle Tabake. Rippentabat 2 Pfd. 70 Pfg. 2323 L* . F. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. Louis Ehrenberg Am Molkenmarkt No. 7 ( früher Annenstr. 16) empf. Freunden u. Bekannten sein Weiss- u. Bairisch- Bierlokal. Grünau.| | Grünau. Gastwirthschaft Fabrikpreise, auch Theilzahlung. 21462* E.L. Herrmann, Gneisenaustr. 112. Zum rothen Cylinderhut! Hüte 2214L* mit Arbeiter- Kontrollmarke. Gr. Auswahl in Schirmen und Strohhüten. W. Zapel, Skalitzerstr.131 neben von G. Lindenhayn 2 Friedrichstraße 2 Garten. Kegelbahn. für Vereine und Privatfestlichkeiten. Jeden Concert und Ball. Sonntag: Etablissement ,, Süd- Ost" Waldemarstr. 75. Empfehle meinen Saal( 500 Personen fassend) und Restaurant zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. Sonnabende u. Sonntage sind noch frei. C. Ulrich. 1865* Empfehle den Parteigenossen mein Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal mit geräumigem Vereinszimmer, besonders bei Beerdigungen zum Aufenthalt für größere Gesellschaften. Für gute Speisen u. Getränke ist 23772 stets gesorgt. * Sonnabend nach Dem 1. und 15. Achtung! bei Otto Abends Stattlub Ar= Sonnabend, den 25. Mai, und Sonntag, den 26. mai, gr. Familien- Kränzchen. Bemerke gleichzeitig, daß die Kaffeeöffnet ist. Schattiger Garten, an tüche den geehrten Familien täglich gegenehmer Aufenthalt. Fr. Zubeil, Linden- Strasse 106. Carl Tutzauer Admiralstr. 38. Säle für Vereine. Kegelbahn noch einige Tage frei. W. Gründel's Paul Hilpert( Rixdorf), Fet- Süle Vereinszimmer von 25-60 Personen. Ecke Hermann- und Karlsgartenstraße Speisen u. Getränke in bekannter Güte. Auch sind Fremdenzimmer zu haben. Berkehrslokal des Arbeiter- Bildungs Grünau. Vereins. Grünau. Frister& Rossmann. Mart. Berndt's Würstelstube empfiehlt nach wie vor allen Freunden Damen- u. Kinderhüte und Bekannten seinen vorzüglichen Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch. Jeden Sonnabend von 6 Uhr ab: ff. Eisbeine. Für gute Biere ist selbst. verständlich bestens Sorge getragen. Um Oranien- u. Alexandrinenstraßen- Ecke. 77 Prinzenstrasse 77. Zum gemüthlichen Piket! garnirt und ungarnirt, sowie sämmtliche Putzartikel u. Weisswaaren zahlreichen Besuch bittet Martin Berndt, empfiehlt in reichster Auswahl zu sehr billigen Preisen * Siegfried Sabor, Alexander str. 22, zwischen Blumen- u. Holzmarktstr. 77 Prinzenstrasse 77. Billiger Ginkauf für Arbeiter in Herren- u. Knaben- Garderobe wenig getragen und neu. Neu eröffnet: Restaurant und Stehbierhalle Emil Krutenberg, Königsbergerstr. 13. Das zum Segler- Schlösschen Schmöckwitz entspricht wegen seiner großen Räumlichkeiten den weitgehendsten Anforderungen, daher Vereinen, Gesellschaften, Fabriken zu Ausflügen besonders 8 empfehlen. Th. Hahne. Vereinszimmer ist zu vergeben bei H. Barnewit, Urbanstr. 33. mit Bühne Brunnenstr. 188 immer, Garten, fran. Billard. ( 150-500 Personen), VereinaEinige Tage find noch frei. Kaffeeküche täglich von 8 Uhr ab geöffnet. Julius Peterson, Stettinerstr. 17, Ecke BellermannStraße, empfiehlt Freunden und Bekannten sein Weiß- u. Bairisch- Bierlokal. Destillation mit Nebenräumen u. gr. Vereinszimmer ( ca. 60 Pers.), gutgehend, an Parteigenossen zu vert. Swinemünderstr. 45. Hut- Engros- Geschäft Alwin Sußmann, Holzmarktstr. 38, part. rechts, an der Breslauerstraße. Ganz neu eingetroffene Form ,, Elegant" mit extra Ausstattung per Stück Mt. 2,80. Steife und weiche Herrenhüte von M. 1,75, 2, 2,40, 2,80. Kinderhüte von 1 M. an. Cylinderhüte von 4,50 bis 10 Mt. An jedem 1. Feiertag bleiben meine Geschäftsräume fest geschlossen. Streng reelle Bedienung. M.Schulmeister Schneidermeister, Dresdener- Strasse 4, Kottbuser Thor, empfiehlt zur bevorstehenden Saison nachstehende Spezialartikel: Jaquet- Anzüge in gebieg. wollenen Zwirnstoffen, 1s u. 2 reihig in glatten Diagonal, KammJaquet- Anzüge garn Cheviot- u. Satin- Stoffen, 1- u. 2 reihig modernster Farben in Satin u. Jaquet- Anzüge englischen Cheviot- Stoffen, eleg. Rod- Anzüge Ausführung i. guten, wollenen, schwarz. Kammg.u. Satin- Stoffen, moderner Façons feinen Satin, Tuch- und Gehrock- Anzüge Rammgarn- Stoffen, 2reihig. Paletots echtfarbig in Satin und Diagonal i.hochf. Kammg.- u. Cheviot- Stoffen Sacfaçons, ohne Naht. Beinkleider in dauerhaft., wollenen Stoffen, versch. Farben, Kammgarn und Cheviot Beinkleider, in engl. Dessins und engl. Façons 18-24 " " 20-35 " " 22-36 25-38 " " 30-45 " " 15-30 " " 20-35 " " 18-27 " " 5-10 " " 8-14 Knabenpaletots, Knabenanzüge leidfamer Façons" in großer Ausivahl. Schulanzüge in Cheviot, Velour- und dauerhaften Zwirn- Stoffen, 1- und 2 reihig 2c. 17462* Bestellungen nach Maass von englischen, französischen und deutschen Stoffen werden in eigener Werkstatt unter meiner persönlichen Leitung gut und billig ausgeführt. Begründung des Geschäfts 1878. Jede Kaufen Sie nicht anderwärts, bevor Sie sich nicht überzeugt haben, dass bei mir die ,, billigste Bezugsquelle für Hüte" ist, und nur streng reelle Waare bei reichhaltigster Auswahl geführt wird: Herrenhüte steif und weich. in ff. Haarfilz do. do. in Loden Kinderhüte. Confirmandenhüte Cylinderhüte 33 ..à 2,- 2,50 3,- 3,50 à 5,- 5,50 6,- 7, à 1,25 1,50 1,75 2,- 2,50 3, à 1,-1,25 1,50 2,- 2,50 à 1,50 1,75 2, 2,60 6,- 7,50 9,- 11, im Fabrikkomtoir bei Oscar Arnold am Oranienplatz C Dresdenerstr. 116( kein Laden). Kontrollmarkenhüte zu den billigsten Preisen! Q Uhr 044 u repariren und reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gutgebens nur 1 Mk. 50 Pfg.( außer Bruch), fleine Reparaturen billiger. Großes Lager neuer und gebrauchter Uhren, getragene Uhren von 5 M. an. Neue silberne Cylinder- Remontoirs, 6 Steine, von 12 M. an, do. 10 Steine, von 16 M. an, goldene Damen- Remontoirs, 14- Karat Gold v. 24 M. an. Gold- und Silber waaren in gr. Auswahl zu Fabrikpreisen E. Rothert& Stolz, Geschäft: Andreasstr. 62. 5466L* Uhrmacher. Arbeiter nur Hüte mit Kontrollmarke " Chausseestr. 78 399M WILH UHLEY NORDHAUSEN Aelteste Kornbranntwein Brennerei sign W hutumarke Nordhauser N° 1ȧltr. 50.P. 2. 60 3.70. Alter Korn à fl. 1, 10.M 1,50.008.. Fernsprecher Amt VII. 3688. Engros Detail Verkauf bei Zusendung für Berlin Georg Borstorff frei Haus! Berlin, S.0. Michaelkirch- Str. 18. Gold- und Silberwaaren. A. Barnick, Grüner Weg 112, part. 1. Eig. Repar.- Werkstatt f. Uhren, Goldund Silberwaaren. Bitte lesen Sie! alt Jedem Genossen, der seinen Bedarf Anzügen, Sommer- Paletots, einzelnen Röcken, Jaquets, Hosen, Westen, Hüten, Stiefeln 2c., ferner Betten, Wäsche, Waschkessel, Koffer, Schirme billig und gut taufen will, empfehle mein reichhaltiges Lager in alt u. neu. A. Wergien, Schneidermeister und ParthiewaarenHändler, 127 Stalizerstraße 127. Bestellungen nach Maak werden gut und billig ausgeführt. Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achten. Martin Klein, Uhrmacher, 25 Neue Hoch- Strasse 25 Lager aller Arten Uhren. Reparaturen zu soliden Preisen für Herren 2-3 Mk. Hüte Beſte Qualität 3,50 Mt. Strohhüte von 50 Pfennig an. Schirme in allen Qualität. Nadelschirme von 3 M. an!! Sonnenschirme, neueste Moden. Cravatten Wäsche, in größter Auswahl, Sensationell! lüdelov na Bon jetzt bis Pfingsten verkauft untenstehendes Konfektionshaus a für an. Herren- u. Knabenbekleidung ohne Rücksicht auf deren bisherige Preise. Auszug der Preisliste der früheren Preise und wie die Waaren jetzt abgeben. Herren- Anzüge.... sonst M. 20, bei uns jetzt M. 10,- an. Herren- Anzüge.... sonst M. 25, bei uns jett M. 12,- an. Herren- Anzüge.... sonit M. 30, bei uns jetzt M. 15,- an. Herren- Anzüge.... sonst M. 48, bei uns jeßt M. 20, Herren- Valetots... sonst M. 20, bei uns jetzt M. 10,- an. Herren- Valetots... fonit. 30, bei uns jetzt M. 14, Herren- Paletots... sonit M. 36, bei uns jetzt M. 16, Herren- Paletots... sonst M. 45, bei uns jetzt M. 20,- an. Herren- Jackets.... sonst M, 15, bei uns jetzt M. 7,50 an. Herren- Jackets.... sonst M. 20, bei uns jett M. 10,- an. Herren- Hosen... sonst M. 6, bei uns jett M. 3,- an. Herren- Hosen. sonst M. 10, bei uns jetzt M. 4,50 an. Jünglings- Anzüge.. sonst M. 18, bei uns jetzt M. 9,- an. Knaben- Anzüge.. sonst M. 8, bei uns jetzt M. 3, Knaben- Nouveautes sonst M. 12, bei uns jetzt M. 4,50 an. Korpulente Herren finden auch passende Sachen. Herren-, Jünglings- und Knaben- Mäntel mit Pelerine Spottbillig. Dieser Ausverkauf in Frühjahrssachen währt nur bis Pfingsten. an. ant. an. Die Auswahl ist eine ganz enorme und sind sämmtliche Sachen nur in den neuesten Façons und bester Verarbeitung, wie unser Schaufenster zeigt, am Lager." Bezugnehmend auf obiges geht an die Bevölkerung von Berlin und Umgegend, speziell an das ärmere Publikum die Mittheilung, daß eine so billige Kanfgelegenheit für elegante Garderoben so schnell nicht wieder vorkommt. Diesen Sonntag bis 6 Uhr abends geöffnet. Elektrische Beleuchtung. Stoffflicken zu jeder Pièce gratis. Aenderungen kostenlos. Bekleidungs- Compagnie 178 Friedrichstrasse 178 rein feiden. A von 50 Pf. an. Oberhemden, Kragen, Manschetten, Serviteurs in bester Qualität. farbige Glacees, Sandschuhe, 1 paar 1,50 wit.!! Parteigenossen! 0.Gerholdt, fenträger, Dresdener Straße Nr. 2 ( am Rottbuser Thor). Grösstes Lager in Sonnen- und Regenschirmen. Größtes chriftliches Sortiments- Geschäft. F. Nahrstedt, 45/46 Wrangelstraße 45/46. Sämmtliche Leib- und Bettwäsche nur eigenes Fabrikat. Wollene und halbwollene Kleiderstoffe. Grosses Lager Elsässer Kattune und Batiste. Eigene Blousen- Konfektion. Sämmtliche Trikotagen, Gardinen, Bett- und Tischdecken. Fertige Betten. Sonnen- und Regenschirme. nur in besten Qualitäten bei Strümpfe, Enjdentider Gottmann, Gr. Frankfurterstr. 130. Roh- Tabak. Empfehle, so lange der Vorrath reicht schöne, blattige Java- Einlage, gesund, à 75 Pf. 24802* BrunnenH. Herholz, aße 198. Buchführung, besorgt zuverläſſig auch stundenweise, zwischen Jäger- n. Taubenstr. Carl Mampe Berlin N Halb und Halb Ueberall zu haben! Mampemil Pomeranzen Likörmischung Feinste Champagnerflasche Mark1,25 Carl Mampe Berlin, Veteranenstr.24. Damen- u. Kinderhüte ( garnirt und ungarnirt) 1233b Köllu, Saarbrückerstr. 7. empfiehlt in reichster Auswahl zu außerordentlich Reell und billig fauft man in der Norddeutschen Schuhfabrik von W. Hitschke, gegründet 1872, Skalitzerstr. 13, Ecke Admiralstraße, am Rottbuser Thor. 13872* Herren- Hüte 1,25 Einsegnungs- Hüte 85 Pf. neueste Façons verkauft das Fabrik. tomptoir, jetzt Barnimstr. 4 u. 5 I Empfehle allen Freunden u. Genossen mein Schuh- u. Stiefel- Lager. G. Kördel, Forsterstr. 5. Lager von Rathenower Brillen und Pincenez. billigen Preisen Th. Sabor, 2471L* Oranienstr. 204( zwischen Heinrichs- Platz u. Manteuffelstraße). Wichtig für Jedermann! Gegen wollene Lumpen aller Art liefern moderne, haltbare kleider-, Unkerrock- und Läuferstoffe, Schlafdecken, Teppiche, sowie Buckskin, blan Cheviot und Loden anerkannt billig. Muster frei. Gebrüder Cohn, Ballenstedt a. Harz 7. Sammelstelle und Musterlager in Berlin: NW., Lübeckerstr. 36 v. 1. bei Frau. Jablonsky, sowie in deren Filialen: U., Hirtenstr. 21 und Maschinen, A. Goebler. Bruchbänder, Gradehalter, orthopädische den, relauerrahe 18, bei C. Baum; N., Jiouskirch- Play 3 bei Korsetts, arm- und Vorfall- Bandagen, künstliche Arme und Beine, Mat- Krücken, Bidets, Stedjbeden, Urinhalter, Klyfier- und Mutterspriten, lysopomp, Irrigator, Inhalations- Apparate, Luft- und Wafferkiffen, Gummistrümpfe, Bettunterlagen etc. empfehlen au soliden Preisen Müller& Co., Berlin S., Prinzenstraße 42, part. I. BF Für Damen: Damenbedienung. E Dieferanten sämmtlicher Orts- und freien Hilfs- Krankenkassen. Eigene Werkstatt im Hause. Angehörige von Kassenmitgliedern erhalten Preisermässigung. 23942* Möbel, Achtung! 1465L* Spiegel u. Polsterwaaren. Reelle Waare in Nußbaum u. Mahagoni. Küchenmöbel. Berlin SW., Franz Tutzauer, Blücherstr. 14. Kaufen Sie nur echte Branntweine, alten Nordhäuser, Cognak, Rum, Arrak. 0. J. Engelke, Neue Jacobstr. 26. Kleinverkauf von 10 Pf. ab. Freie Volksbühne. Sonntag, den 26. Mai, nachmittags 2½ Uhr: VII. Abtheilung( Lessing- Theater): 199. Vorstellung: Der Pfarrer von Kirchfeld. 301/10 An die Mitglieder anderer Abtheilungen werden Extrakarten verkauft. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. Arbeiter- Bildungsschule Montag, den 27. Mai, abends 8½ Uhr: Außerordentliche General- Versammlung in Bühler's Festsälen, Rosenthalerstraße 38. Tages Ordnung: 1. Berathung der von der letzten Generalversammlung gestellten Anträge. 2. Antrag des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbud legitimirt. Beiträge werden entgegengenommen. Jahresberichte tommen zur Vertheilung. Der Unterricht in" Voltsthümliche Medizin" fällt an diesem Abend aus, ebenso am 2. Pfingsfeiertag. Wiederbeginn am 10. Juni. Um recht zahlreichen Besuch bittet 63/9 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 26. Mai, vormittags 101/2 Uhr, im Lokale des Herrn Nieft, Weberstrasse 17: Bezirks- Versammlung für den Osten. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Schöpflin. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Vertrauensmänner- Versammlung: Süd- Osten: Montag, den 27. Mai, abends 8½ Uhr, bei Herrn Henke, Naunynstraße Nr. 27. Um zahlreichen Besuch bittet Die Ortsverwaltung. 212/3 Achtung! Graveure u. Ciseleure Achtung! Friedrichshagens und Umgegend. Oeffentliche Versammlung am Sonntag, den 26. Mat, nachmittags 2 Uhr, im Lokale des Herrn Erdmann, Friedrichshagen, Friedrichstr. 58. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Sillier über Zweck und Nußen der Gewerk schaftsorganisation. 2. Diskussion. 3. Wie stellen wir uns zu der Organisation. der Berliner Graveure und Giseleure. 4. Verschiedenes. Der Einberufer. DEF Hierdurch ersuche ich die Berliner Kollegen dringend, diese Verfammlung recht zahlreich zu besuchen, für dieselben ist Treffpunkt spätestens 12/2 1hr auf dein Schlesischen Bahnhof. Nachzügler im obigen Lokal. Da sich an diese Versammlung eine fleine Nachmittagspartie anschließt, bitte ich die Kollegen, möglichst gleich mit Damen zu erscheinen. 1286b Der Vertrauensmann der Berliner Graveure u. Ciseleure. Verband der Sattler und Tapezirer. Sonnabend, den 25. Mai, abends 81/2 Uhr: Derlammlungen. Centrum: Alte Jakobstraße Nr. 83( King'scher Ausschank). Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Gemüthliches Beisammensein. Norden: Bei Herrn Krüger, Fennstraße 5. Die Kollegen sind hierzu freundlichst eingeladen. 214/16 Achtung! Die Ortsverwaltungen. Unserem Pfropfenbrider, dem Botaniker Wilhelm Neumann, zu feinem gestrigen Wiegenfeste ein drei Mal donnerndes Hoch. 1291b Der Pfropfenverein ,, Wedding". Verband der in HolzbearbeitungsFabriken und auf Holzplätzen besch. Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands. Dertliche Verwaltung Berlin I. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Gustav Holzmann am 22. d. M. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Markus- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. 144/6 Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. 2 Uhr bei Gehlhoff, Mariannenufer 4. NB. Die Kollegen treffen sich um Am 23. d. Wits., vorin. 9 Uhr, verschied nach längerem Leiden. mein lieber Mann, unser guter Vater, der Bildhauer Emil Theiling im 41. Lebensjahre am Herzschlag. Um stilles Beileib bittet 1292b Die trauernde Wittwe nebst Kindern. Allen Freunden und Kollegen die traurige Mittheilung, daß unser langjähriger Freund, der Bildhauer 1293b Emil Theiling seinen Leiden erlegen ist. Wir verlieren in dem Todten einen wahrhaft guten Menschen, welcher uns durch seinen offenen, biederen Charakter unvergeßlich bleiben wird. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. d. Mts., vorm. 8 Uhr, vom Krankenhause Bethanien aus nach dem St. Thomas Kirchhof statt. Um zahlreiche Betheiligung bitten feine Freunde. Tischler- Verein. Heute Abend 9 Uhr: Versammlung mit Damen. Tages Ordnung: Jedem Parteigenossen zur Anschaffung empfohlen! Soeben ist complet in 5 Heften erschienen: Umfturz und Sozialdemokratie. Stenographischer Bericht der Reichstags- Verhandlungen über die Umsturz- Vorlage. 464 Seiten Groß- Oftav. Preis 60 Pfennig. Porto 20 Pfennig. Heft 1 und 2 je 15 Pfg., Heft 3, 4 und 5 je 10 Pfg. Gebundene Exemplare à 80 Pfg. Porto 20 Pfg. Seit der Zukunftsstaatsdebatte hat teine Reichstagsverhandlung die öffentliche Meinung so tief erregt wie die Umsturzdebatten, und die reaktionären Angriffe auf das Allgemeine Wahlrecht wie die Drohungen mit dem Staats#reich und neuen Rusnahmegesehen halten das Interesse an diesen Berhandlungen noch auf lange hinaus lebendig. Für unsere Partei sind dieſe einzelnen Hefte nach dem einstimmigen Klageruf der gegnerischen Presse das beste Agitationsmaterial, über das wir zur Zeit verfügen; und für alle politisch regen Kreise wird das Buch( wie s. 3. die Verhandlungen über das Sozialistengefeß) ein werthvolles historisches Aftenstück bleiben. Buchhandlung des ,, Borwärts" Berlin SW., Beuth Straße 2. Jubiläums- 25 Ausgabe. Soeben erschien die fünfundzwanzigste Auflage von August Bebel: Die Frau und der Sozialismus. Heft- Ausgabe. Komplet in 10 Heften à 20 Pfennig. Streng feste Preise. Zu beziehen durch alle Kolporteure. J. Adler Streng feste Preise. Herren- und Knaben- Bekleidung. 25 Weißenburgerstr. 25 direkt am Wörtherplay. Freunden und Bekannten zur gefl. Nachricht, daß ich unter obiger Firma ein Herren- und Knaben- Garderobengeschäft verbunden mit Herren- und Knabenhüte mit Kontrollmarke eröffnet habe. Mein Bestreben wird es sein, nur reelle Waaren, bei billigsten aber 1. Vortrag des Hrn. Dr. Bernstein festen Preisen zu führen. über ,, Wahnsinu". 2. Vereinsangelegenheiten. 2212 Halte große Auswahl in fertigen Garderoben, wie auch Stoffe Die Mitglieder werden auf§ 3 des zu Bestellungen nach Maass. Statuts aufmerksam gemacht. 25215 Der Vorstand. Neu eröffnet! Neu eröffnet! Ohne Konkurrenz! Achtung!!!! Schmide Dein Haupt!!! Große öffentliche Versammlung der Freien Rauchklubs Berlins u. Umgeg. am Montag, den 27. Mai, abends 8 Uhr, in Hoffmann's Festfälen, Oranienstraße Nr. 180. Tages Drdnung: 1. Stellungnahme zum neu gegründeten Arbeiter- Raucherbund Berlins im Kaufhaus für Hüte von Hugo Feder, Berlin SO., 5. Brückenstrasse 5. Adolf Adler. Gründel's Festsäle und Garten Brunnenstr. 188. Am Sonntag, den 26. Mai 1895: Theatralischer Familien- Abend, arrangirt vom Theaterverein ,, Freie Kunst" unter Mitwirkung von Heise's Volkssänger- Gesellschaft. Anfang 5 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet. und Umgegend. 2. Berathung des Statutenentwurfs. 3. Beitrittserklärungen Jeder Herrenhut 2,50 Jeder Serrenbut. Johannisthal. zum Bund. 4. Verschiedenes. 1170b Knabenhüte von 1,25 M. an, 3ylinder13026 Schaller's Familien- Restaurant, vorm. Henneberg, empfiehlt allen Vereinen und Gönnern seinen prachtvollen Saal nebst E. Schaller. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Bur Deckung hüte 5,-, 7-, 8,50 M. Besonders 2 Gärten, Kegelbahnen, Hallen, und vorzügl. Kaffeeküche zur gefl. Benutzung. der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. empfehlenswerthe Spezialität Famos" 60 Gramm leichter Sommerhut in Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Paradiesgarten. Birkenwerder. Paradiesgarten. allen Farben. Sonntag, den 26. Mai 1895, nachmittags 3 Uhr: Gr. Volksversammlung für Männer und Frauen. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Arthur Stadthagen. M 2. Diskussion. 8. Verschiedenes.- Bur Deckung der Untoften Entree 10 Pf. 3. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 59/9 Der Einberufer. Maitrank frisch, ausgezeichnet à Flasche 60 f. intl., 10 FI. Mt. 5,50. Johannisbeerwein, herb, Fl. 60 Pf. Desertwein, süß, Fl. 75 Pf. Stachelbeerwein, ganz vorzüglich, Flasche M. 1,-. Echt Stonsdorfer Tikör, à 2tr. 1,20, 5 Str. 5,50, 10 2tr. 10,-, 50 2tr. 47/2, 100 Str. 90,-. Echten alten Nordhäuser Ltrfl. Mt.1,10, 5 Liter à Mt. 0,90. Berliner Getreide- Kümmel Ltrst. Mt. 1,10, 5 Liter à Mt. 0,90. Himbeer-, Kirsch, Johannisbeersaft, vorzüglich, Strfl. 1.30. Medizin. Ungarwein, beste Qualität, à Literflasche Mt. 2,10. Empfehlen und senden einzelne Flaschen frei Haus Berlin. Ga, Belle- Allianceplat 6a, Eugen Neumann& Co., S1, Neue Friedrichſtr. 81, Oranienſtr. 8, Genthinerstr. 29. Potsdam, Waisenstr. 27. Achtung! Often! Hüte nur ein Preis! Hochfein 2,50, 3,50, 4,50 Mart, Zurückgesezte 1,00, 1,50, 2 Mart, Cylinder 5-12 Mt., ff. Haarfilz 5,50 Mt. Größte Auswahl in Strohhüten, Schirmen, Müßen, Kravatten, Spazierstöcken. Franz Haupt, Hutfabrik Gr. Frankfurterstr. 145. Bitte genau auf Hausnummer zu achten. Abtheilung II: Wäsche. Kragen, gar. 4fach rein Leinen Restaurant ,, Zum Waldhaus 35, 40, 45 Pf. per Stück. Manchetten, auf Rauchfangwerder, vis- à- vis Hantel's Ablage. gar. 4fach rein Leinent 45, 60, 75 Pf. Bequeme Ueberfahrt. Dampferstation. Herrlich am Wald und Waffer gelegen. das Paar. Chemisettes 65 u. 95 f. Kegelbahn, Kaffeeküche, Ruderboote, Bairisch, Weiß- und echte Serviteurs 40, 60, 100 Pf. per Stück, Biere, gute Küche zu zivilen Preisen. Oberhemden 3, 4, 4,50 m. nach Vereinen, Klubs u. s. w. zu Ausflügen besonders zu empfehlen. Maß innerhalb 24 Stunden. Ed. Rutkowsky( früher Grünau). Abtheilung III: Kravatten. Rein feidene Schleifen 45 Pf., unübertroffen billig. Spezialität: Batist: Kravatten: Schleifen 2 Stück 50 Pf., Regatter 1 Stück 40 Pf. Abtheilung IV: Treptow. R. Hohlwein's Keglerſglöjgen, 1. Station für Fußpartien 2c., Gr. Weiße 20 Pf. 1298b Köpnicker Landstraße. Lagerbier à Seid. 10 Pf. Gr.Garten. Kegelbahnen. Mühen, Hosenträger, Schirme, Stöde. Feste Preise.. Rein Kaufzwang. Streng reell. Nach außerhalb Versand unter Nachnahme oder vorherige Einsendung des Betrages. Täglich, auch Sonntags vormittags von 7 bis 9 Uhr: Wirthshaus Schmargendorf Warnemünderſtr. 3. Lokal v. Ecke Breitestr., unmittelbar am Grunewald, mit schattigem Garten. Familien- Kaffeeküche. Jeden Gr. Ball. Saal, 200 Personen fassend und Vereinszimmer zu Versammlungen und Festlichkeiten. M. Schulze. Sonntag: Serlauf von gelobtem Restaurant Sanssouci, Rind- u. Schweinefleisch à 30-40 Pf. per Pid. Rückenfett à 45 Pf. per Pfd. Schmargendorf Ruhlaerstr. 20/21( neben dem Schützenhaus), direkt am Wald, mit großem schattigen Naturgarten und angrenzender Wiese als Spielplay. Vorzügliche Speisen und Getränke zu zivilen Preisen; große Kaffeeküche, 2 gute Kegelbahnen, Volksbeluftigungen aller Art. 400 Personen fassender Parquetsa al zu Versammlungen und Festlichkeiten. Verwaltung der Kochanstalt geben Wittwoch Großer Ball, inter Leitung des Tanzl. Herrn Goldschat). Central- Viehhof. Einzige Stelle in Berlin Carl Schindler Chausseestr. 55. Amt III 8917 Empfehle alten Nordhäuser Liter Flasche 1 M., 5 Fl. 4,80 m., 10 Fl. 9,10 M. Liqueure, Cognac, Rum, Ungarweine 2c. und Sonntag: " ( Mitgl. d. Tanzlehrervereins Solidarität"). Um regen Besuch bittet Alfred Malitz( früher Berlin. Annenstraße 37) Restaurant zum Zeuthener See. Inhaber: Ernst Küntzel. Station Zeuthen( Görlizer Bahn). Vorzüglicher Ausflugsort für Landpartien, größere Gesellschaften, Vereine 2c. Angenehmer Aufenthalt an Wald und Wasser.- TanzsaalBillards- Kegelbahnen Kaffeeküche. Große Anlegebrücke für Dampfer und Segelboote. NB. 3u erreichen per Bahn, Wasser und Chaussee. Im Monat Juni sind noch einige Sonnabende und Sonntage zu Land- und Wasserpartien zu vergeben. E Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.