* Sr. 231 42. Jahrg. Ausgabe Afr. 119 Bezugspreis: hentlich 70 Bfennig, moneti 8. Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rteusband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Euremburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts mit der Gonntags beilage Bolt und Reit mit„ GiebLung und Kleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- breffe: Sozialbemotrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenprette. Die einfvaltiae Nonpareils. seile 70 Pfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 20 Pfennig ( auläffa awei fettgedrudte Worte). febes meitere Wort 10 Pfennig. Stellengefuche das erfte Mort 10 Bfennig, iebes meitere Bort 5 Bfennig. Borte über 15 Buch ftaben zählen für amei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Bfennig. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4½ Uhr nachmittags in Sauptgeschäft, Berlin GB 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nadm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Toutoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 17. Mai 1925 Vorwärts- Verlag 6.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Boftfchecktonto: Berlin 37586 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaije Lindenstraße 8 Sozialdemokratie gegen Brotwucher. Durch Kampf zur Klärung der Geister. Der Kampf um die Getreidezölle wird der Reichspolitik der nächsten Wochen das Gepräge geben, er wird fie aber auch darüber hinaus für viele Jahre entscheidend beeinflussen. Den beiden handelspolitischen Kometenjahren 1878 und 1902 gefellt sich das Jahr 1925 als drittes hinzu. Wie damals find es auch heute die Großproduzenten von Getreide und Eisen, deren Bund der ganzen Boltswirtschaft sein Gesez zu diltieren versucht. Die Großproduduzenten von Getreide find nicht die Landwirtschaft", die Großproduzenten von Eisen sind nicht die Industrie". Sur Landwirtschaft gehören außer den Großgrundbefizern, die an Kornzöllen am meisten interessiert sind, auch die mittleren und die kleinen Besizer und die Landarbeiter, zur Industrie gehören außer den schwerindustriellen Unternehmern auch die Der Fertigindustrie somie die ungeheuren Massen der Angestellten und Arbeiter. Wenn man auf der einen Seite den Großgrundbesig für die„ Landwirtschaft", auf der anderen Seite das schwerindustrielle Unternehmertum für die Induftrie" fubftituiert und beides zusammen als die Wirtschaft" bezeichnet, so ist das ungefähr ebenso richtig, wie wenn man In unseren 23 verfloffenen Landesherren das deutsche Reich und Bolt erblidt haben würde. Nicht die Landwirtschaft, nicht die Industrie, nicht die Birtschaft, sondern ein fleiner Kreis von wirtigafts gemaltigen Dittatoren ist es, nach dessen Wünschen bie ganze Handelspolitik Deutschlands eingerichtet werden soll Nicht der Landwirtschaft, nicht der Industrie, sondern ihnen gilt unfer Kampf. 3 Morauf beruht die politische Macht dieser Wirts schaftsdiftatoren? Auf ihrem Einfluß in der Bureaufratie, in Der Bresse und in den bürgerlichen Parteien. Er ist bei den Rechtsparteien nahezu abfolut und vermindert sich dann all mählich nach links hin, bis zur Grenze der Sozialdemo Pratie, wo er aufhört. Er ist aber auch in den bürgerlichen Mittelparteien vorhanden. Eigentliche Trägerin des Rampfes gegen die Kornzölle ist also die Sozialdemo fretische Partei. Um fie gruppieren sich gemisse Arbeiter und Angestelltengruppen, die noch im bürgerlichen Lager stehen, Bertreter der Industrie und des Handels, die im Hochschutzzoll eine Gefahr für ihre Interessen erblicken, und einsichtige Vertreter der Wirtschaftswissenschaft in erheblicher Anzahl. Eigentliche Trägerin des Kampfes ist und bleibt die Sozialdemokratische Partei. Sie ist die Inter effenvertretung jener gewaltigen Maffen, für die jede Ber teuerung der Lebensmittel Hunger, jede Berteuerung der Rohstoffe Arbeitslosigkeit bedeutet. Nimmt man dazu, daß die kleinen Landwirte an Getreidezöllen und schon gar an Eisenzöllen nicht interessiert sind, vielmehr von ihrer Einführung schweren Schaden zu erwarten haben, so ergibt sich, daß logischerweise eine ganz ungeheure, erdrückende Bolts mehrheit zur Sozialdemokratie stehen müßte, um ihr bei der Abwehr des gegen ihr Leben gerichteten schutzZöllnerischen Anschlags behilflich zu sein. Aber die Logik setzt sich in der Politik nicht ohne weiteres durch. Breite Massen der Bevölkerung, die sachlich gegen den Schutzzoll intereffiert find, stehen im Bann der schußzölne rischen Presse und der schuzzolinerischen Parteien. Sie find entweder von der Erkenntnis ihrer Interessen durch poli: tische Scheinziele abgelenkt oder so durch Parteis bisziplin gebunden, daß sie nicht imftande find, auf die Parteien, denen sie angehören, den notwendigen Drud in der Richtung ihrer eigenen Intereffen auszuüben. Su den stärksten Mitteln, die die Wirtschaftdiktatoren in Berfolgung ihrer Ziele anwenden, gehört die Unterstützung der nationalistischen Demagogie. Der Schuzzoll und jene Art von Steuerpolitit, die den Befih schont und die Armut belastet, find stets hoch patriotis ausstaffiert und sehen ftets auf die Sozialdemokratie als den national minderwertigen Teil des Volfes von oben herunter. Wenn der schamicie Mißbrauch, den sie mit dem Bort Baterland" treiben, zu erregten Proteften führt, so ist das für sie eine Gelegenheit mehr, ihren gefährlichen Gegner vor leichtgläubigen Massen als„ vaterlandslos zu benunzieren. Am hübschesten aber macht es sich, wenn die Sozialdemokratie von jener Seite als Bartei des Riaffentampfes" gebrandmarkt wird! Als ob nicht durch die Tatsache des ungeheuren Einflusses, den eine kleine Minderheit auszuüben imftande ist, gerade die Unausweichlichkeit des perfemten Klaffentampfes" dokumen tert murde! As obe dieser Klaffentampf nicht von ihnen selbst durch ihren Angriff auf die Lebensinteressen der arbeitenden Maisen heraufbeschmoren und verschärft würde! Die Wirtschaftsdittatoren, die Hochschutzöllner fönnen ihren Kampf mur führen mit Hilfe jener politisch unbe mußten Maffen, die zulegt noch bei der Hinden burg- a hl am 26. April unter schwarzweißroten Fahnen aufmarschiert sind. In dem Maße, in dem die Maffen gegen fcheinpatriotische Rauschzustände immun merden und nüchtern ihre mahren Interessen, die allgemeinen Boltsintereffen, zu ertennen beginnen, muß ihr Einfluß schwinden. Die Herren haben also allen Grund, besorgt in die Zukunft zu sehen. * tatoren felbst ein ungefährlicher Experimen Die nationalistische Demagogie ist für die Wirtschaftsdiftierstoff. So unentbehrlich sie ihnen ist, manchmal droht fie ihnen felbft verhängnisvoll zu werden. Manchmal steht sie ihnen selbst verhängnisvoll zu werden. Manchmal steht das Gefchöpf gegen den Schöpfer. So war es beim Abschluß des Dawes Patts, wo sie niedergeworfen wurde durch übermächtige, die wirtschaftliche Befriedung fordernde Wirtschaftsinteressen, so mar es beim Abschluß des Handelspertrags mit Siam, so wird es vermutlich auch bei der Reichstagsabstimmung über ben niel wichtigeren deutsch spanischen Hanbelspertrag sein. So ist es bei der Politit des Sicherheitspattes, die die Regierung Luther- Stresemann- Schiele mit so großem Eifer fo betreibt. lismus, es fällt ihnen aber nicht ein, sich durch ihn das GeKapital und Großgrundbesitz bedienen sich des Nationaschäft verderben zu lassen. Morgen spricht Herr Stresemann im Reichstag über feine auswärtige Politif. Man wird sehr interessante Aus einandersetzungen erwarten dürfen, die zur Aufhellung um nebelter Gehirne dienen werden. Die Sozialdemokratie fämpft für die Intereffen einer ungeheuren Bolfsmehrheit. Das sind aber die wirkliches„ nationaien Intereffen. Und in diesem Sinne ist die Sozialdemofratie nicht weniger national", sondern nationaler" als jede andere Partei. Es ist ein vordringliches ,, nationales Intereffe". daß der arbeitende Mensch zu effen hat, daß er seine Kinder ernähren und sie zu tüchtigen Menschen erziehen kann. Es ist ein nicht minder vordringliches ,, nationales Inter effe", daß sich das deutsche Wolf von den Wunden eines pers lorenen Kriegs in ungestörtem Frieden erholt und die zmed militärischer Befehung freizubekommen. Es gibt dienlichsten Mittel anwendet, um sein Lend von fremd. also nichts notionaleres als ampf gegen den HochArbeitsmarfis, nichts nationaleres als eine gerechte Steuerich uzo11, den Vertreter des Lebens und den Würger des politit, nichts nationaleres, als eine feder nationalistischen Phrase abgewandte, nüchterne Politik des Friedens und der Bertragstreue. Daß es nur auf den Staats inhalt, nicht auf die Staats for m antomime, ist ein irreführendes Solagwort. Es tommt auch auf die Staatsform an, denn nur die von Hinden burg gefeierte Bolts jouveränität" gibt dem Bost die Möglichkeit, dem Staat jenen Inhalt zu geben, der feinen mahren Intereffen entspricht. Aus diefer Möglichkeit Sozialdemokratischen Partei eine Wirklichkeit merden zu lassen, ist die Aufgabe der Der Ausgang des Kampfes um die Getreidezölle, der voraussichtlich schon im Juni- Juli zur Entscheidung fommen wird, läßt sich nicht vorausfagen. Voraussagen läßt sich aber als fein politisches Ergebnis eine tiefgehende klärung des Geiftes und ein gewaltiges Erstarken der Sozialdemokratie Bergwerksunglück bei Dortmund. Ein Sprengstoff- Magazin in die Luft geflogen. heute mohl das Geburtsjahr des alten Deutschen eis, das im Jahre 925 durch den Zusammenschluß sämtlicher deutscher, auch der linksrheinischen Stämnie, hier entstand. Aber dieje tausend Jahre allein umfassen nicht etwa die deutsche Geschichte und die deutschen Beziehungen des Rheinlandes! Deutsch ist das manischer Borzeit. Dortmund, 16. Mal( WIB.) Auf dem Westfelde des Schachtes 5 der Zeche Dorftfeld ereignete sich ein schweres Explosionsunglüd. Es hat auch Teile der Belegschaften der Schächte 2 und 3 betroffen. Bon den auf Schacht 5 eingefahrenen 289 Mann siad bis 8 Uhr abends herausgefahren 85 Manu und 14 Berlegte. Bon den auf Schacht 5 eingefahrenen 238 Mann sind bis zur Stunde heraus- Rheinland, deutsch sind seine Menschen seit den Tagen grauer ger gefahren 190 Mann und 4 Verletzte. Es befinden sich also in der Grube noch) 225 2 ann, über deren Schichal noch nichts gejagt werden kann. Von allen umliegenden Jeden sind Hilfs- und Rettungsmannschaften in großer Zahl eingetroffen, die die Rettungsarbeiten aufgenommen haben. den Wünschen des preußischen Boltes Ausdruck geben und mich zum Als Leiter der preußischen Staatsgeschäfte darf ich hier heute Dolmetscher der Gefühle machen, die jeder Preuße, der seine Ges schichte und Stultur fennt, dem Rheinland entgegenbringt. Die Rheinlande sind zwar nicht das Stammland, das älteste Das Preußische Oberbergamt teilt zu dem Explosionsunglüd Gebiet des auf brandenburgischem Boden emporgewachsenen heutifolgendes mit: 2m 16. Mai, nachmittags 4% Uhr ist auf der Zeche gen preußischen Staates; aber in den drei Jahrhunderten, in denen Dorfield, Schacht 5, das Sprengstoffmagazin auf der Jülich- clevisches Land mit märkischem zusammengefügt, und in der Wetterseite explodiert. Die Explosionsgafe find zum Teil in Beitspanne, in der das später hinzugefommene übrige rheinische Land belegte Haue eingedrungen und haben dort Opfer gefordert haben die Rheinlande so viel Freud und Leid mit den Preußen des mit den Stammgebieten zum preußischen Staate verbunden wurde, Bisher find ein Tofer uns 25 Berlegte geborgen. Etwa Nordens und Oftens gemeinsam getragen, daß eine Einheit im 30 21 ann auf der gefährdeten Abteilung werden noch ver- engeren staatlichen Rahmen neben der im weiteren des neuen mit Das Rettungswert ist im Gange. Die Ursache der Deutschen Reichs entstanden ist. Explosion und ihre ganze Ausdehnung ist noch nicht feftgeftellt Die Zeche Dorftfeld hat das Gesteinsstaubverfahren in feinem vollen Uajange als eine der erften Zechen des biefigen Reviers durchgeführt. Die Belegschaft ist mit elektrisden Lampen ausgerüstet. Dortmund, 16. Mai.( WIB.) Zu dem Unglüd quf Zeche Dorft. feld wird gemeldet, daß bisher fünf Tote geborgen worden find. Die Staatsanwaltschaft von Dortmund ist sofort nach Bekanntwerden des Unglücks auf der Seche erschienen. Rheinland und Reichseinheit. Ansprache des Minifterpräsidenten Braun. Jahrtausendfeier hielt der preußische Ministerpräsident Braun im Köln, 16. Mai.( BTB.) Anläßlich der Eröffnung der Kölner Gürzenich eine Ansprache, in der er u. a ausführte: Einhellsgedanken nicht zu eritiden vermocht! mit unbefiegbarer Jahrhunderte der Uneinigkeit und Zersplitterung haben den mals mehr zu erinten. Gemalt ist er stets wieder hervorgebrochen und ist heute und nieTausend Jahre schweift heute unfer Blid zurüd! Es ist wichtig, fich dabei dessen zu erinnern, mas von rheinischer Seite uns heute in die Erinnerung zurückgerufen wurde und was die heute eröffnete einzigartige Ausstellung uns nor Augen geführt hat. Bir feiern Die Festigkeit dieser Einheit hat sich in den schmeren Jahren, die hinter uns liegen, und in den ernsten Tagen, in denen wir noch leben, immer wieder bewährt. Die Rheinlande und das preußische und deutsche Volf überhaupt haben in diesen Jahren ihre Feuerprabe bestanden. Man hat oft genug mit lodenden Melodien die Rheinlande glauben machen wollen, daß ihr Heil in der Abkehr vom preußischen orientierung und ein Zurüdbrehen des Rabes der deutschen Geste Staats- und vom deutschen Einheitsgedanten läge, daß eine Westthnen die Lasten der Gegenwart erleichtern und die Tore zu einer glücklicheren Zukunft erschließen würde. Die heinländer, die aus ihrer Geschichte und aus den alten deutschen Irrurgen und Wirrungen der Bruderfämpfe gelernt haben, haben, durch die legten Schicksalsschläge in ihrem Deutschtum noch gefestigter, all diesen Sirenenrufen fühl bis ans Herz hinan gegenübergestanden Möge bald die Zeit, wo fremde Befahzung auf diesem Lande und Volte liegt, wie ein böser Traum hinter uns liegen Möge bald das rheinische Bolt wieder in Freiheit und Freude feine zugehörigen Heimat freuen fönnen! Lieder singen und sich der Schönheit seiner ihm dann ganz wieber Der Belagerungszustand in Portugal, verhängt megen ber reaktionären Offiziersrevolte, tft megen eines angeblich kommu nistischen Attentats auf den Polizeichef von Lissabon, der verwundet wurde, verlängert morben. Wenn es Marx wäre... Hittdenbitfg auf Jagd—(Sehaltserhohmig! Hilüienbi'.rg oerb«ngt das Wochenende im Jagdhaus am Wertielliner See. Die Nachtausgabe des„Tag" veröftentlicht sein Bild am Jagdkostum. Das Gehalt Hindenburgs soll erhöht werden. Das Wochenende des Reichspräsidelüen ist absolute Pri» vatfache, die Höhe seines Gehaltes eine sachliche rechnerische Frage. Aber— wenn nun nicht Hindenburg, sondern Marx gewählt worden wäre, wenn nicht Hindenburg, son- dern Marx sein erstes Wochenende als Rei6)spräsident am Werbelliner See verbracht hätte, wenn sür Marx das Gehalt erhöht werde» sollte? Dann wäre das Wochenende des Präsidenten immer noch Privatsache und die Höhe seines Gehalts eine sachliche Frage. Für uns. Aber auch für die Zeitungsschreiber, die das Bild Hindenburgs im Jagdtostüm veröffentlichen? Dann hätte der entfesselte Teutone getobt. Dann hätte es kindische Andeutungen, Verdächtigungen, Beschimpfungen geregnet. Ha, ihr Herren, welch ein Fressen wäre das ge- wesen— wenn es Marx wäre! ürücke federn deutschen die Hand*./ Aber Marx soll die Kuh geben! Man schreibt uns: Der deutschnationale Landtagsaögsordilete»an der Osten, bekannt'durch sein schneidiges Auftreten gegen olles Neu- zeitliche, kann keine Ruhe mehr finden. Denn je öfter Wahlen statt. finden, desto mehr gewinnen die Linksparteien in leiner„Residenz", dem Orte Warnitz im Kreise Königsberg in der Neumark an Boden. Am 2S. April konnte es der Volks block sogar o»f die sür Warnitz bedeutsame Zahl von 26 Stimmen bringen. Dem Kam- munisten Thälmann wurden acht Stimmen gegeben. Herr von der Osten läßt seinen Zorn setzt an den Arbeitern aus und bemüht sich, sie wirtschaftlich zu benachteiligen. Besonders hat es ihm ein seit Jahren beschäftigter, dem Deutschen Landarbeiter-Verband angehörender Arbeiter G- angetan. Am 1. Mai mutzte dieser vor den„gnädigen Herrn" treten und folgende Ansprache über sich ergehen lassen:„Der Zustand, der zwischen mir und Ihnen besteht, kann nicht länger so bleiben. Sie haben sich schon öster ausgelassen, daß Sie mit meinen An- Ordnungen und Bestimmungen nicht zufrieden sind. Ich nehme auch an, datz Sie einer von den 24 sind, die Marx gewählt haben. Sie haben bei mir ein« Kuh erhalten, nun lassen Sie sich von Marx eine Kuh geben. Sie sind hiermit zum 1. Oktober gekündigt." Herr von der Osten kann sonst nicht genug von der Volks- gemetnschaft und von dem guten Tinvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sprechen. Bestehen aber die Arbeiter auf ihrer eigenen Meinung, zeigen sie sich nicht gewillt, sich ohne weiteres auch außerhalb des Dienstes nach den Redensarten des Arbeitgebers zu richten, so fällt„Boltsgemeiiischast" und das„gute„Einoer- nehmen" glatt unter den Tisch. Die Herren sollen nur so weiter machen. Es wird ihnen dann so gehen, wie es manchem anderen ihrer Kollegen gegangen ist, das heißt, sie werden sich wundern. wenn eine Landarbeiterfamilie nach der anderen von ihren Betrieben abwandert! Das Ende einer Hetie. Genosse Hermann von der Berufungsinstanz kostenlos freigesprochen. Weimar, 16. Mai.(Eigener Drahtb.'richt.) Am Freitag und Sonnabend verhandelte die große Strafkammer in Weimar den vierten Hermann-Prozeß. Das Schöffengericht hatte im Januar den früheren thüringischen Jnuimminister Genossen Hermann wegen angeblicher Amtsunterschlagung und Un- treue zu 1006 M. Strafe verurteilt. Von dem ganzen Tretben der Reaktion gegen den Genossen Hermann war lediglich noch der so- genannte Fall Kaps übrig geblieben. Wegen Akrenbeseitigung und unberechtigter Zahlung eines Gehalt» sprach da» Schöffengericht die Verurteilung aus. Gegen dieses Urteil hatte Hermann B-rufung eingelegt. Der Freitag war mit einer umfangreichen neuen Beweis- aufnahm« ausgefüllt. Am Sonnabend hatte es einen Augenblick den Anschein, als ob der Prozeß auf einem toten Punkt angelangt sei. Die Verteidigung nlachte den Vorschlag, die ganze Angelegen- heit noch einmal an die Staatsanwattschaft zurückzuverweisen, um in erneuter Voruntersuchung verschiedene Fragen zu klären. Doch gab das Gericht diesem Antrag nicht statt. Der Staats»- anmalt beantragte wegen Amtsunterschlagung und Untreu««ine Gefängnis st rase von je einem Monat oder eine Geldstrafe von je 1300 M- Die Verteidigung unterstrich, daß im vierten Her» mann-Prozeh alle» zusammengebrochen sei, was je an Anschuldigungen gegen Hermann erhoben worden war und forderte Freisprechung. Noch kurzer Berakung verkündete da» Gericht die Freisprechung. In der Begründung wird hervorgehoben, daß«ine Aktenbeseitigung Im Falle Kopf nicht in Frage komme. Eine bewußte Schädi- gung des Staates, wenn überhaupt von einer solchen gesprochen werden könne, sei durch die Gehaltszahlung an Kopf nicht gegeben. Es müsse daher vollige Freisprechung unter Tragung der Kosten durch die Staatskasse erfolgen. Damit ist Genosse Hermann von allen Anschuldigungen der Reaktion gereinigt. Volkspartei und Deutfchnationale. Ter Streit um die BolkSgemeinschaft. Gegen einen Aufsatz der„Nationalliberalen Korresvon- denz". der sich für die sogenannte„Volksgemeinschaft" in Preußen begeistert und die Deutschnationalen mahnt, dieses Projekt nicht an„parteipolitischen Erwägungen" scheitern zu lassen, schreibt die.Kreuzzeitung": Demgegenüber ist zu bemerken, daß e? nicht parteipolittsche Erwögungen sind, die ein Zusammengehen der Deutschnationolen mit den Soztaldenwkraten in irgendeiner Form verbieten, sondern grundsätzliche stoat-politische Erwägungen. Eine Zusammen- arbeit von Deutschnationolen mtt der Klossentampspartei in offener oder versteckter Form ist für Deutschnational««ine Nnmög- l i ch k- i t aus nationalen, wirtschaftlichen und kulturellen Gründen: näheres braucht wohl nicht ausgeführt zu«erden. Da die Deutschnationolen ebensowemg mit den Sozial» demokraten zu tun haben wollen wie diese selbst mit den Deutsäznationalen, so sollten über diese„Unmöglichkeit" wirk» lich nicht mehr viel Worte verloren xoerden. Liberale Wunderkur. TViedcrertveckuna einer liberale« Partei? Die sogenannte.Liberale Bereinigung" hat gestern«ine Der- sammlung abgehaltem Herr Schiffer, der srüher lange Jalzre nationalltberaler Abgeordneter war. nach der Revolution sich der demokratischen Partei anschloß und vor den letzten Reichstogswahlen mit seinem Freunde Gerlond aus Thüringen dieser den Rücken kehrt«, um wieder eine Liberale Bereinigung zu gründen, hielt da» Hauptreferat. Cs klang dahin aus. daß die Liberale Vereinigung keine neue Partei sein solle, sondem nur ein Mittel, und Verbindungsglied zwischen der Volkspartei und den Demokraten mit dem Ziel; die Verschmelzung beider zu einer großen Partei des Liberalismus vorzubereiten, die auch sozialen Inhalt haben soll. Unter allen schönen Sätzen, die Schiffer sprach, sind dies« wohl die bemerkenswertesten: Der deutsch« L i b e r a l l s m u s ist der berufene Träger des Staatsgedankens, hinter dem die Frage der Staalssorm zurücktritt. Deshalb erkennt er rückbaltlos die revublikanllch« Grundlage de« Staateo als die nach Lage der Perhältnisso un« umgängliche Voraussetzung für seine Fortexistenz und- Weiterentwicklung an. Ohne an ihr zu rütteln, verlangt er«ine Prüfung, ob nicht die Weimarer Decsassung einer Deform in der Dichtung der Stärkung der Stellung der Regierung durch De- sreiung von dem Uebcrmaß der Porteienherrschaft zu unterziehen ist.(Beifall.) Ebenso faßt er eine Reform de» Retchstagswahl- rechts und der Geschäftsführung des Reichstages an der Hand der in der Zwischenzeit gemachten Erfahrungen ins Auge. Ob Herr Schiffer dabei die Wiedereinführung des persön- lichen Regiments— durch den Reichspräsidenten— und das„Plural Wahlrecht für Besitz und Bildung" vorschwebte. deren Anhänger er solange war, blieb dunkel. Ganz in den Rahmen dieser Ausführungen patzte auch die Rede des früheren Demokraten von Siemens, der eine erhöhte Produktion durch eine herabgedrückte Lebenssüh- r u n g sür da» Boll forderte! Auch die volksparteilichen Abgeordneten von Richter und Gras S t o l b e r g. sowie der Dcnwkrat F i s ch b e ck sprachen im Sinne der liberalen Gründer. Es ist übrigen» kein Geheimnis, daß die Stellung zur„Libe- ralen Vereinigung" innerhalb der Demokratischen Partei zu recht lebhaften Auseinandersetzungen geführt hat. Räumt die erste Fone! Eine Kanzlermahnung in Kol«. Bei der gestrigen Eröffnung der Jahrtausendaus» stellung in Köln hiell Reichskanzler Luther eine Ansprach«, bei der u. a. ausführte: Als die Reichsregierung ihre Aufmerksamkeit den im Entstehen begriffenen Beranstcurungen dieses Jahres am Rhein zu- wandte, da durfte erwartet«erden, daß die Eröffnung der Aus- stellung hier in Köln in Gemätzheit der Bestimmungen de« Vertrages von Versailles aus einem von fremder Besetzung freien Boden erfolgen würde.(Sehr richtig.) Sie wissen, daß diese Erwartung enttäuscht worden ist Es muß immer und immer wieder ausgesprochen werden, daß das deutsche Volt einen berechtigten Anspruch hat, datz die erste Rhein- landzone den Dertragsdesiimmungen entsprechend geräumt wird. (Ueberaus lebhafter Beifall und Zurufe: Sehr richtig!) Aber bis «um heutigen Tage sind wir noch nicht einmal in Kennt» nie her B e a n st o n d u n g« n, die gegen Deutschland erhoben werden, um die Richträumung zu begründen.(Hört, hört!) Wir müssen dies feststellen mit tiefer Bitterkeit und wir stellen es fest voll tiefer Bitterlett, zumal am heutigen Tage, wo hier ein Werk eröffnet chird, dos bestimmt ist, dem Frieden im besten Wortssnne zu dienen.(Bravo!) Die Botschafterkonfcrenz noch nicht einberufe». Paris, 16. Mai.(Eiaeuer Drahtbericht.) Die hiesigen Nach- richteu-Agenturen melden, datz der diplomatische Gedankenaustausch zwischen London und Paris nunmehr zu einer völligen Ei n t- gung über Deutschlands Entwasfuung und die Räumung von Köln geführt haben. Diesen Versicherungen gegenüber scheint jedoch einige Skepsis am Platze, da bisher die Sitzung der Botschafter- konserenz noch nicht anberaumt worden ist. Heute vormittag Ist otelmehr im Außenministerium erklärt worden, daß diese Kon- ferenz keinesfalls vor Mittwoch zusammentreten werde. Der Danziger öriefkastenstreit. Salomonisches Urteil des WeltschiedShofs. Haag. 16. Mal.(WTA.) Im großen Rechtesaal de» Friedens- palastes wurde heut« mittag des Gutachten des Internationalen Ge- richtshofes im Donzig.polnischen Poststreit in Anwesenheit zahlreicher Diplomaten, darunter auch des deutschen und des polnischen Ge- sandten in öffentlicher Sitzung bekanntgegeben. Die Verlesung fand in englischer Sprache statt und dauerte 1Ä Stunden. Das Gutachten beschränkt in 41 Sellen langen Rechtsausführungen den polnischen Anspruch hinsichtlich des polnischen Postdienste» aus den Hafen von Danzig, dessen Gebiet sedoch nicht abgegrenzt wurde, so daß der Dölterbund die Hasengrenze fest'ulegen hoben wird. Im H a f« n von Danzig habe der polnische Postdienst das Recht. Drieskästen anzubringen, Postsachen einzusammeln und zu verteilei«. jedoch außerhalb des Hevelius-Platzes, und so. daß die Benutzung dieses Postdienstes durch das Publikum zulässig sei. Rumänischer Gelftesimport In die Wiener ExporkHachschule. An der Hochschule für Welthandel in Wien beschlossen die Hakenkreuz- Sludenten. Montag in einen achttägigen Prot« st st reit Zl» treten, wenn die Schule nicht für ausländische Juden gesperrt würde. Das Professorentollegium hat beschlossen, diese Forderung abzulehnen. Der Sonntag. Von Max Darkhel. Ein Mann hatte die halbe Nacht in einer von den siebenund- zwanzig Kneipen der trostlosen Straße getrunken. Um Piittenuicht zog er mit einem billigen, angematten Mädchen in eine noch grauere Straße und stand an, nächsten Morgen, die Sonne schien schon. ernüchtert aus der grellen, nackten Straße und hatte keinen Pfennig Geld mehr. Der Lohii einer langen, mühseligen Woche war in einer Nacht vertan. Als Dallus und Wagner nach dem Dahnhof gingen, um Ins Grüne zu fahren, sahen sie den Mann aus der Straße und Härten seine Stimm«:„Geld müßt ihr mir geben, ihr Kerle, gebt mir mein Geld wieder", und sahen, wie der Schreiende mit der Faust In das blitzende Fenster der Kneipe schlug, in der er die halbe Nacht gesessen und getrunken hatte. Leute liefen zusammen, Polizei kam. Ballus und auch Wagner hatten schon viele solcher Szenen erlebt, drängten sich also nicht in den Kreis der Gaffer, sondern beeilten sich, um den nächsten. Zug noch zu er- reichen. Sie erreichten auch noch den nächsten Zug und ratterten durch die graue Stadt. Alle Waggons des Zuges waren überfüllt, es mar wie an den frühen Morgen in der Werkwoche, wenn die Sirenen mit ihrem Gesang deginnen, um die Geschwindigkeit der rasenden Vorortzüge noch mehr zu steigern. Auch>n ihrem Küpe? waren viele Leute, darunter aber war ein Mädchen von jener Reise, wie sie südliche» Blut mit zwölf Jahren hervorzaubert. Das Mädchen histz Herta, war eine Jüdin und hatte schon ein kleines Frauengesicht. Ihre Eltern waren dünn und kümmerlich und es mar, als hätte das Mädchen Herta schmarotzerhaft die schwellende Reife der Mutter und die harte Sicherheit des Vaters in sich getrunken. Die Stadt zerbrach plötzlich und löste sich auf. Noch wuchsen zwischen grünen Gärten Häuserblacks pyromidisch auf, aber schon schimmerten Wälder und kleine Seen. Bald hiell der Zug, ver- schnaufte fünf Minuten und ramtte in die Stadt zurück, um neue Menschenladungen ins Freie zu werfen, in das Grün, in den Glanz, in die leise rauschende«Schwermut der Wälder. Der Sonntag war wie ein großer Vorführer eines Theaters und zeigte sein Kino: Landschaften. Gasthäuser, Abenteuer und Erlebnisse, fülle Tragödien, putzige Lustspiele. Alles war da und lockte und das groteske und zauberhaste Spiel begarni und hieß: Berliner Sonntag. Ballus und Wagner sahen das Spiel und spietten mit. Vom Balinhos wanderten sie zwei Minuten nach dem kleinen Fluß und fuhren mit einem bewimpetten Schiff den nahen Wäldern zu. Das Schiff war wie der Zug rasch überfüllt, man sah Arbeiter, kleine Beamte, Bürger, Mädchen mit ihren Liebhabern, Frauen mtt ihren Männern oder Hunden, auch Kinder sich man, um die der Unverstand ihrer Ettern wie eine Peitsche knallte. Dann begann die Musik zu spielen und das Schiff drehte sich und schwamm aus dem Fluß, den die giftig gelben Abwässer einer chemischen Fabrik sonderbor verfärbten, hinaus, und bewegt« sich in einer Wolke von Wind. Lärm, Musik und jener gläsernen Unruhe, die immer nah« am Zersplittern ist, wenn hundert unbekannte Menschen beisammen sind und sechs harte Arbeitstage hinter sich haben. Roch einmal legte das Schiss an, ehe seine große Reste begann. noch einmal lärmte der lleberfall neuer Reisender über das Verdeck und die lässigen Gäste aus dem nahen Gartenrestaurant wußten nicht, was schöner lei, am Fluß zu sitzen und die Schisse vorüber« fahren zu lassen oder auf denselben Schiften den Fluß hinab- zuschwimmen und die Zurückbleibenden maßlos zu»erachten.?ln einem der vielen Tische saßen zwei Mädchen, und Ballus mar c», der zuerst lächelte. Als das Schiff weiterfuhr, lächelten die vier Menschen einander zu und ihr Lächeln wurde eine sich dehnend«, goldene Brücke über den Fluß zum Schikf und noch weiter vom Garten nach dem silbernen See und von dort nach den ver- schwimmenden Wäldern. Hinter den zwei lächelnden Mädchen baute sich ein Denkmal auf, ein dicker Mönch, der seine Hände segnend über«ine nackte Nixe breitete. lieber ihren weihen Leib liefen die Sarnlschatten der grünen Büsche und ihr Kleid war Licht und gleiste. Auch diese Nixe im kühlen Dunkel der Gebüsche schien zu lächeln, als das Schiff langsam entschwebte und oerging. Bis jetzt war das Land nur Gegend, aber nun wurde Land- schuft und schrankenloser Tag. Der Fluß hatte sich gereinigt und glänzte hell und trieb sich durch schöne Seegestade, an deren grünen Ufern die weißen Leiber der Badegäste leuchteten. Die kleinen Wellen des Schiffe« schlugen übermütig an die schwarzen Userränder der Wiesen, und über den lichtgrünen Flächen flammte und zitterte roter, gelber, weißer und blauer Schimmer der blühenden Blumen und Gräser. Ballus und Wagner fanden es wunderfchßm In'mer weiter stampfte dos tapfere Schiff und hatte auch bald die große Sagemühle erreicht. Die Wälder hinter den Wiesen waren ja eigentlich keine richtigen Wälder, sie wuchsen auf zu dürrem Sand und waren nur große, schwarze und schwermütige Holzniederlagen. Aber dennoch wurden auch oiese Wälder und diese Mühle an- gestaunt. Gottogott." rief«ine dicke, fröhliche Frau auf dem Schiff, Gottogott, Mann, dieses viel« Holz.". Ja. es schwamm viel Holz auf dem Wasser und da» Schiff mutzte sich seine Fahrrinne suchen. Von einem Floß aber halle sich doch ein Stamm gelöst und trieb nun quer im Wasser, batte aus der Reihe getanzt und wurde zum Stammbaum vieler Gespräche und erregter Minuten. „Unerhört", sagte der Mann der dicken, fröhlichen Frau, die über das viele viele Holz erstaunt war.„unerhörte Schweinerei. Wo ist, wo ist die Wasserpolizei? Siui> wir im wilden Westen? Rein. wir sind es nicht. Also, wo Ist, wo Ist di« Polizei?" Und weil diese Geschichte an einem deutschen Sonntag geschehen ist. auf deutschem Gewässer, auf einem deutschen Schiff und unter deutschem Himmel, so liegt di« Vermutung nahe, daß dieser Stamm. der sich aus dem Floß löste, aar kein deutscher Stamm war, sondern von einem Baum im fernen Osten stammte und keinen Stammbaum wie die deutschen Eichen hatte und nur ein ganz gewöhnlicher Baumstamm war. Auch das war deutsch, der Ruf nach der Polizei, und die Ant- wart war deutsch, das Echo war deutsch:„Wo ist, wo ist di« Polizei?" Doch die Polizei war und blieb fern und zwei Malrosen de. Schifte, hatten nicht mitgeschrien, sondern mit langen Staken dem verbrecherischen Stamm die richtig« Lage gegeben. Und immer weiter fuhr da» Schiss und cmnol wurde auch nicht«ehr von der fehlenden Polizei gesprochen, menschliches Gelächter schüttelte die kühnen Passag>ere. als di« wilden Wellen ihres Schiffes in die malerischen Lagergruppen junger Leute am flachen Ufer silbern spritzten. Nun hatte die Fahrt ein Ende und die Leute liefen in die Vier- Häfen de» kleinen Dorfes ein und verankerten sich bis zum Abend. Ballus und Wagner aber wanderten am Fluß entlang, rissen sich die Kleider vom Leib und badeten, schwammen und freuten sich des Tages. Dann liefen sie weiter und kamen an dem Strandgut vorüber, das die Stadt und die Arbeitswoche an die Se> geworfen hatte: verblühte Mädchen, rachitische Kinder, ausgeschwemmte oder ausgesogene Fraueil, brutale und verprügelte Männer. „Die Stadt ist ein elender Käfig," sagte Wagner. .La." antwortet« Ballus,«die Tiere haben es besser. Schau dir doch mal ein Tier an, hier im Grünen ists wenigstens voll Heiter- lest und Unschuld, wa» hat die Stadt aus der Menschheit gemacht.." Ballus stellte oft solche Fragen an das Schicksal. Wagner kannte das schon und antwortete darauf nicht mehr. Dann gingen die Freunde weiter. Sie sahen die flammende Sonne im Himmel und hörten in diesem Jahr die ersten Bogel singen. Am Abend fu?)r«n sie wieder für seazs Tage in die Stadt zurück, um am siebenten Tag wieder nach den Waldern. Wiesen und Seelandschosten heim- zukehren.___ ..Rheinische Rebellen. Im Staatstheaier erlebte gestern Arn alt Bronnens fünfaktiges Schauspiel»Rheinische Rebellen seine Uraufführung. Es behnndelr die rheinische Se- parattsienbewegung, die, von einer halb mystischen Persönlichkeit Occc in d>e Wege geleitet, kurz vor dein Erjolg durch seine Liebe zu einer amozoneuhasten Patriotin zusammenbricht. Während der dramatisch bewegte Zweite Akt blutoolles Leben atmet, verpuffen die übrigen Akte in einem Schwall elstatisch hingeschleuderter Worte. spielte. Der ostentativ(oute Beiiall wurde durch energische Pfiffe zer- schnitten. Der Abend wird am Montag noch ausführlicher besprochen werden.£gC Dir neue Zobsiode. Bor kurzem stellte der„T a g" fest, der .Vorworts" habe die Abschaffung des Wahlrechts für olle über 60 Jahre alten Dsutfchen gefordert. Einige Tage danach konstatierte er. daß.cher f o z i a ld e m o k r a t I f ch e Reichs. fein« Reife nach Köln zur Rheinlandausstslluug und er versichert: »Der Strom kommt ganz pllötzlich. Die Brücke rattert und der Rhein keuchtet auf. Das germanische Wasser fließt mächtig n a ch S ü d e n." Ueber diese Entdeckung des Kandidaten Jobses geschieht ein allgemeines Schütteln de« Kopfes, und— fragt sich der.Tag'-Leftr mit banger Erwartung— wa, kommt jetzt? Bei die SitzA »vle AamiltevttagSdie im Hause latstat- betitelt sich ein Bortrua. den die(SrZstn Tatjana Tolstoi, Tolstoi« ZUeste Tochter, am im Slüthneriaal tili. Wut 18. spricht Tolstoi» Tochter über dasselbe m niipirftfr War Höfle überhaupt schuldig? Die neue Einkommensteuer. Befteuerung der Einkommen bis 40 Prog. Der Steuerausschuß des Reichstags fegte am Sonnabend die Oder nur ein Opfer der deutschnationalen Barmat- Hege?-Zwischenfälle beim Beratung über den Tarif zur Einkommensteuer fort. Dazu liegt vor Zengenverhör Dr. Alsbergs. Die weitere Bernehmung des Hauptverteidigers Höfles Dr. Alsberg im Preußischen Untersuchungsausschus, über beren erften Teil wir in der gestrigen Abendausgabe berichteten, sollte sich nach fchr aufschlußreich und stellenweise bramatisch gestalten. Zu nächst versuchte Genoffe Ruffner durch geschickte Fragen die Auffaffung des Zeugen über die Beweggründe der Staatsanwälte zu erfahren. Dr. Alsberg antwortete darauf mit sicht barer Zurüdhaltung, aber auch in ihrer norfichtigen Formulierung waren seine Antworten deutlich genug: man fönne wohl annehmen, daß die Staatsanwälte aus menschlich erklärlichen Gründen unter dem Eindruck gestanden hätten, daß, wenn aus der Barmat- Sache nichts herausschaue, ihre Vorgesetzten an ihrem Vorgehen Kritik üben würben. Dabel stellte Dr. Msberg dem Oberstaatsanwalt Binde in betontem Gegensatz zu beffen jüngeren Herren ein relativ günftiges Zeugnis aus. Das Kapitel dieser jüngeren Herren", der Belger, Caspari und Rußmann, ist allerdings eine fehr buntle Angelegenheit, in die wohl erst ein besonderer Untersuchungs ausschuß über die Methoden der Staatsanwaltschaft etwas Licht wird bringen fönnen, zumal alle amtlichen Stellen zu den schwerwiegen den Anklagen, die besonders im Borwärts" fett Wochen erhoben werben, beharrlich schweigen. Aber noch eine andere psychologische Erklärung für das Ber. halten der Linde und Genossen gab Dr. Alsberg an: die Staats. anwälte standen Höfle gegenüber unfer dem Drude der Preffefampagne in der Barmat- Sache. Sie glaubten eine Haftentlassung in Anbetracht der von einer ge. wiffen Breffe erzeugten Stimmung nicht verantworten zu fönnen. In der Tat: Höfle ist nicht nur durch ministerielle Geheim erlaffe, nicht nur durch ärztliche Oberflächlichkeit, nicht nur durch Staatsanwältliche Boreingenommenheit zugrunde gerichtet morden - ermordet haben ihn auch die Pogromisten Dom Botal- Anzeiger, von der Börsenzeitung" und von den sonstigen beutfcnationalen Blät tern, die in der Barmat Affäre ausschließlich ein Mittel zur Berdächtigung der Republit und zur Borbereitung einer realtionären Bräfidentenwahl erblickten. los gewesen wären, wenn er sie nicht mit seiner Ueberzeugung der Unschuld Höfles begründen durfte. Am Schluß eines fcharfen Wortwechsels ertiärte der Zeuge nochmals: 3dh faan nur wiedecholen, wenn das, mas Dr. Höfle von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt wurde, unter den Begriff der Bestechung fällt, dann will ich mein ganzes Lehrgeld zurückzahlen!" Die Heiterfeit, die biefen Ausruf quittierten, darf jedoch über die Tragif nicht binmestäuschen, die durch diese Enthüllung aufgedeckt wird. Danach wäre Höfle nicht nur als Untersuchungsein unschuldig Inhaftierter! Und wenn bas bie unter Gib gefangener zu Tode gemartert worden, sondern obendrein noch als befundete Ueberzeugung des eugen nicht nur des Bez. teidigers Dr. Alsberg ist, der doch immerhin auch in rechts stehenden Kreisen als einer der hervorragendsten Juristen Deutsch lands gilt was bleibt dann überhaupt noch von der ganzen Barmat Hege übrig? www Der Vertreter des preußischen Justizministeriums hat das wohl empfunden und daher seine energische Berwahrung. Es wäre nur zu münschen gewesen, daß die Herren vom Justizminifterium non Anfang an, auch gegenüber den llebergriffen der Staatsanwälte, nur annähernd so viel Energie entfaltet hätten. Dann würde Dr. Höfle wohl noch am Leben fein. Besonders lebhaft murde es, als jowohl der Bertreter des 28ohl fahrtsininifteriums und Verfasser des berüchtlgten Erlaffes an die Gerichtsärzte, Geheimrat Crohne, wie auch der Bertreter des Juftizministeriums, Huber, gegen die Ausführungen Alsbergs über den Sinn dieses Erlaffes protestierten. Insbesondere bestritt letzterer, daß die Gerichte durch diesen Grlaß, der lediglich an die Gerichts ärzte gerichtet und den Richtern nur zur Kenntnisnahme mitgeteilt worden fei, beeinflußt worden wären. Auch der deutschnationale Ausschußporfißende, Dr. Seelmann, der übrigens die Debatten sonst durchaus objektiv leitet, verwahrte fich als früherer Richter gegen eine Auffaffung, die die Una bhängigkeit des Richterstonbes in 3weifel stelle. Der Zeuge erwiderte fehr scharf und dokumentierte es burch felbfterlebte Einzelfälle, daß die wirtung diefes Erlosses tatsächlich eine solche gemesen lei, die von einer objettinen lin abhängigkeit des Richterstandes nichts merten laffe. Suchen Sie den preußischen Richter, der sich gegen einen solchen Erlah des Ministers einen einzigen Fall, in dem sich ein Richter beschwerdeführend gegen einen solchen Eingriff in feine Unabhängigkeit gewandte hätte- idh fenne feinen!" Unb als der Regierungsvertreier nochmals betonte. der Erlaß fei den Gerichten nur zur Kenntnis" und nicht zur Machachtung" zugegangen, ermiberte der Beuge unter lebhafter Buftimmung der Ausschußmehrheit: Ich bin fein Spezialist im 90 Und was lag überhaupt der Barmat- Affäre zugrunde? Bekanntlich ist aus dem ungaheuren Auflageapparat, aus der end lofen Untersuchung schließlich nur noch der Berdacht einer Begewehrt hätte. Sie werden ihn niat finden! Nennen Sie mir nur stechung Höfles durch die Barmats und einer Untreue Höfles gegenüber der Postpawaltung zugunsten des Barmat- Konzerns übrig geblieben. Aber schon im ersten Teil seiner Aussage hatte Dr. As berg, mie bereits erwähnt, zur Begründung seiner ständigen Auf munterung Höfles erflärt, daß er die Bestechungsanflage für eine juristisch unmögliche Sonffruftion hielt und bestimmt mit einem Greifprudh feines Mandanten rechnete. Der Vertreter des preußischen Justizministeriums, Ministerial direktor Huber, empfand demgegenüber das Bedürfnis, gegen dieses angebliche Eingreifen Alsbergs in das gegen die Barmats noch Schwebende Verfahren Berwahrung einzulegen. Durch diejen Protest wurden ble Berhandlungen nun erst recht lebhaft. Dr. Als berg erwiderte sehr scharf, daß seine ganzen Ausführungen sinn 37 Zum Fall Chiele- Höfle. Die Rolle des Wohlfahrtsministeriums. Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird geschrieben: Nach Meldungen Berliner Blätter hat am 13. Mai abends in dem unter Leitung des Herrn Dr. Magnus Hirschfeld stehenden In ftitut für Gerualwissenschaft ein Bortrag des Herrn Dr. Kronfeld iber den Fall Höfle ftattgefunden, in dem u. a. gegen den Ministerialrat Dantwort im Justizministerium und den Geh. Chermedizinalrat Dr. Krohne im Wohlfahrtsministerium schwere und unberechtigte Angriffe etwa in dem Sinne gerichtet worden find, als ob die Genannten in mehrfachen Unterredungen unter Drohungen mit einer Strafperfehung auf den Gefängnisarzt Dr. Thiele dahin einzumirten versucht hätten, bei der Begutachtung der Hafifähigkeit von Untersuchungsgefangenen besonders streng zu sein. Hierzu ist hinsichtlich des Referenten des Wohlfahrts. ministeriums folgendes zu bemerken: 1. Dr. Thiele ist im Jahre 1923 und Anfang 1924 etwa drei oder viermal bei Geheimrat Krohne gewefen, um ihm über seine Tätigkeit in feiner neuen Stelle als Gefängnisarzt Bericht au er statten. Bei diesen Gelegenheiten ist niemals über die Frage von Gutachten über Haftfähigkeit oder ähnliches gefprochen worden. 2. Aus dem im Sommer 1924 dem Wobfahrtsministerium pom Herrn Justizminifter vorgelegten Material über die gerichtliche But achtertätigkelt gewiffer Aerzte ergab sich, daß von ben Gerichts behörben auch über die menig gewissenhafte Gut. achtertätigteit des Dr. Thiele ernste Klagen ge. führt wurden. Gelegentlich einer Besprechung zwischen dem Mini fteriafrat Dantwort vom Justisministerium und Geheimrat Krohne erwähnte erfterer unter Hinweis auf die vielfachen Klagen über Dr. Thiele auch, daß diefer kürzlich in der medizinischen Fach. preffe in einem Artifel über die angeblich unzulängliche Behandlung von tuberfulösen Strafgefangenen in den Gefängnissen unzutreffende Angaben gemacht, dabei eine auffallende Üntenntnis feiner Dienstvorschriften gezeigt und feine oorgefeste Dienstbehörbe bloßgeftelt habe. Ministerialrot Dant mort bat deshalb den Geheimrat Krohne, ols älterer Medizinalbeamter gelegentlich dem Dr. Thiele wegen feines geschilderten Berhaltens einige wohlgemeinte Mahnun gen zuteil werden zu lassen. 3. Kurz nach diesem Gespräch bat ein höherer Beamter des Reichsgesundheitsamtes den Geheimrat Krohne als Personalreferen ten der Medizinalabteilung, den Dr. Thiele einmal zu empfangen, da diefer wegen gewiffer Unstimmigkeiten mit seiner vorgefeßten Dienstbehörde den unsch habe, pleber als Streisarzt in die Me dizinalvermaltung zurückzufehren. 4. Auf Grund dieser Anregungen veranlaßte Geheimrat Krohne cima Ende Juni oder Anfang Juli eine Besprechung mit Dr. Thiele in feinem Dienftzimmer. Er machte ihn hierbei auf die zur Sprache gefommenen ernten Bebenten megen feiner Gutachtertätigtett aufmerksam und ermahnte ihn, boch tunlicht bei der Ausstellung von Gutachten fich an die ihm befannien, für Medizinalbeamte geltenden Grundlage( Erias vom Sahre 1853) au halter und fich hierbei größerer Gewissenhaftigkeit zu befleißigen. Insbesondere rate er ihm aber noch, fich bei Veröffent lichungen über Einrichtungen innerhalb ber Justizverwaltung diejenige Reserve aufzuerlegen, die wie ihm doch aus feiner früheren Tätigteit als Kreisarat befannt fein müsse für jeden Staatsbeamten felbstverständilech Pflicht sei. Bon einer hierbei etwa von Geheimrat Krchne versuchten Gin mirtung auf Dr. Thiele, gerade bei der Begutachtung der Haft unfähigteit von Untersuchungsgefangenen in Sutunft strenger zu -" Sturialftil, aber eins möchte ich boch sagen: ein Unterschied zwischen Kenntnisnahme und Nachachtung" ift mir bis zum heutigen Tage nicht bekannt geworden." Damit war die mehrstündige, fehr aufschlußreiche und lebendige Ber nehmung Dr. Alsbergs beendet. Sie hot den bereits bestehenden Ein brud erheblich bestärft, daß an unseren gegenwärtigen Justizzustän den pieles faul ist, und daß die dringend nötige Reinigung auf feinen Fall vor den 3entralstellen halt machen darf. verfahren als dies den damals geltenden Grundlägen entsprach. tann felbstverständlich feine Rede sein. Um Schluß der Unterredung deutete Geheimrat Strohne nur kurz an, daß der Wunsch des Dr. Thiele, später wieder Streisarzt zu werden, natür lich auf Edwierigteiten ftohen würde, wenn etwa die Klagen der Justizverwaltung fiber ihn fich verstärken würden. 5. Im April 1925 erfolgte mündlich durch den Referenten des Suftigminifteriums fomie durch ein amtliches Schreiben dieses Refforts an das Wohlfahrtseministeriums eine erneute mitteilung dahin gehend, daß Dr. Thiele wegen feines Berhaltens in der Angelegen heit, betreffend Beröffentlichung eines Zeitungs artitels, im disziplinaren ese cine Berwarnung babe erhalten müffen, und daß die lagen über feine un zuverlässige Gutachtertätigteit erneut zunähmen. Da bei wurde auch der besonders. gravierende fall ermähnt, daß Dz. Thiele vor einiger Zeit bei einer weiblichen Untersuchungsgefangenen Schwangerschaft im stebenien Monat festgestellt und deshalb deren Saitentlaffung beantragt hätte, daß sich dann aber bei einer Nachuntersuchung dieser Gefangenen durch einen anderen Arzt ergeben hätte, daß die Gefangene überhaupt nicht schwanger sei! Aus den beigefügten Alien ergab sich, daß es cine Gerichtsbehörde bereits als erwünscht bezeichnet hatte, Dr. Thiele von feiner Stelle als Gefängnisarzt in Moabit zu entbinden und an eine andere Straf anstalt zu verlegen. anftalt zu verlegen. der persönlichen Schmierigkeiten ben Dr. Thiele wieder als Kreis Aus diesen Gründen bat der Herr Justizminister, zur Lösung arzt in die Medizinalverwaltung zu übernehmen und dafür dem Juftizminifterium einen anderen geeigneten Kreisarzt für die Ger fängnisarztstelle in Moabit vorzuschlagen. In einer mündlichen Unterredung bat der Referent des Justizminifteriums den Geheimrat Strohne, noch persönlich auf Dr. Thiele dahin einzuwirken, daß er Krohne, noch persönlich auf Dr. Thiele dahin einzuwirken, daß er freiwillig aus der Stelle als Gefängnisarzt ausscheide. 6. In einer dieferhalb am 18. April mit Dr. Thiefe stattge fundenen Unterredung gab Geheimrat Krohne dem erstgenannten von den obigen Mitteilungen des Justizminifteriums genaue Kennt nis und empfahl ihm bringend, möglichst bald freiwillig aus der Suftizverwaltung auszufcheiden, ehe feine dortige Stellung unhalt. bar würde. Zugleich stellte Geheimrat Krohne bem Dr. Thiele eine eventuelle Wiederaufnahme als Kreisarzt in der Medizinalner eventuelle Wiederaufnahme als Kreisarzt in der Medizinalner waltung in Aussicht, sofern nicht etwa noch weitere, ihn belastende Beschwerden gegen ihn vorgebracht würden. Die Begutachtung der Frage der Haftfähigkeit untersuchungsgefangener wurde hierbei im Frage der Haftfähigkeit Untersuchungsgefangener wurde hierbei im übrigen nicht weiter besprochen. Dr. Thiele erkannte die für ihn beim Beiterverbleiben in der Justizverwaltung entstehenden Echwierigkeiten an und bat sich für seine weiteren Entschlüffe Be. denfzeit aus. 7. Siernach steht fest, daß Dr. Thiele sein Verhalten gegenüber Dr. Höfle feinesfalls mit angeblichen Anweisungen des Referenten im Wohlfahrtsministerium begründen fann. 8. I übrigen wird festgestellt, daß die nachträglich auf Wunsch bes Justizminifteriums in bem betamutan Erlaß des Wohlfahrts minifteriums aufgenommenen Sufage( betr. Fluchmerdat uwo.) während des Urlaubs des Geheimrats Krohne und ohne seine meit. Wohlfahrteminifterium in Frage fonumt, ausschließlich von dem zu wirtung zustande gekommen sind. Diese Zusätze sind, soweit das ftändigen Ministerialbirettor genehmigt morben, ber fich den recht lichen Gründen der Juftigverwaltung nicht entziehen zu tönnen glaubte. Nach dieser merkwürdigen Entschuldigung ist erft recht nötig, deß festgestellt wird, was die norgefehte Behörde an der menig gewissenhaften Gutachtertätigkeit" Thieles auszu fegen hatte. 1. der ursprüngliche Regierungsvorschlag. 2. ein Antrag der Regierungsparteien, der gegenüber dem Entwurf der Regierung für die Einkommen von 8000 bis etwa 22 000 Mart jährlich eine Ermäßigung bringt und den Höchstlas von 33% Prozent auf 39 Prozent erhöht, 3. ein Antrag Dr. Fischer( Dem.), der im wesentlichen mit ber Regierungsvorlage übereinstimmt, 4. ein Antrag der Sozialdemokraten, der bezüglid) der mittleren Gruppen mit dem Antrag der Regierungsparteien übereinstimmu, die Belastung bei einem Einkommen über 35 000 Mart aber er. höht und einen Tariffag von 50 Prozent im Höchstsatte und eine tatsächliche Belastung von 48,3 Prozent bei einem Einkommen pont einer Million Mark erreicht, 5. ein fommunistischer Antrag, der alle Einfommen über eine Million fonfiszieren will. fage feinen Freunden mehr zu als die der Regierungsparteien. Cr Abg. Dr. Fischer( Dem.) erflärt: Die Vorlage der Regierung behält sich die endgültige Stellungnahme vor. Senoffe Dr. Herth( S03.) begründet den Antrag der sozialdemo fratischen Fraktion. Nach unten war die Sozialdemokratie gebunden, durch die Entscheidung der Regierungsparteien in der Lohnsteuer. frage. Benn bei der Lohnsteuer ein Sag pon 10 Prozent feftgehalten wird, fann man bei den übrigen Steuerpflichtigen nicht darunter gehen. Daher haben wir uns in unserem Antrag bei ben Gruppen bis 35 000 Mart Einkommen dem Borschlag Beusch ange fchloffen, der die freien Berufe und den Mittelfland günstiger behandeln wiü, als der Regierungsvorschlag. Unser Borschlag geht bei den Einkommen über 35 000 mark über die Borschlage Beufch hinaus. Die Einkommen über 35 000 Mark müssen in stärkerem Maße heraugezogen werden. Auch die ausländischen Sachverständigen haben auf die zu niedrige Belastung der hohen Einkommen in Deutschland hingewiesen. munisten, der sozialdemokratische gegen die Stimmen von Sozial Der tommunistische Antrag wird gegen die Stimmen ber Rom. demofraten und Kommunisten abgelehnt. Für den demokratischen Antrag stimmen nur die Demofraten. Angenommen wird der Anfrag der Reglerungspartelen, wodurch der ursprüngliche Vorschlag der Regierung erledigt ist. Die Wirkung der verschiedenen Anträge ist aus der folgenden Ueberlidi zu ersehen. Cinkommen SOR Regierungs- Angenommener Entwurf Entrag Brok Broz Sozialdem Antrag Proz 8.000 9,3 9 9 10000 10.1 9,5 9,5 14 000 12.1 11,4 11,4 16.000 12,5 11,9 11,9 20 000 14 13,5 18.5 Für Einfommen über 20 000 Mart ergibt sich folgendes Bild: Negerungs. Angenommener Sozialbem. Cintommen Enmurf Antrag Antrag 9027. ( roz. Pros. Proz 25 000 15,4 15,8 158 85 000 16.1 19,4 19,4 50 000 204 23 24 75 000 29.6 27 29,8 100 000 25.8 30 88.8 250 000 81.1 86 43,3 1000 000 83.3 89 48,3 Sodann beginnt die Beratung des Steuerüberleitungsgefehes, zuerst der Frage, ob für das Jahr 1924 eine nachträgllaje Beranlagung porgenommen werden Joll oder nicht. Hierzu werden neue Borschläge vorgelegt, in denen beftinumt wird, daß die Borauszahlungen, Die im Jahre 1924 geleistet morden find, endgültig als Ablösung zu be trachten seien und eine Beranlagung nicht stattfindet.§ 9 jou be stimmen: Der Ablösungsbetrag tann auf Antrag herabgelegt werden, wenn bei einem Steuerpflichtigen besondere persönliche oder wirt. fhaftliche Berhältnisse vorgelegen haben, die feine Steuerfähigkeit wefentlich beeinträdfint haben. Als Verhältnisse dieser Art gelten insbesondere auch außergewöhnliche Belastungen durch Unterhalt ader Erziehung der Kinder, durch Verpflichtung zum Unterhalt mittelloser Angehöriger, durch Stranfheit, Sörperperlegung, Berschuldung oder inglidsfälle. Auch der Antrag au Herabiegung fenn nur bis zu einem noo) zu bestimmer Terming gestellt werden. Die Gründe für und gegen Beranlagung. Abg. Dr. Sulenkampff( DBp.) trat megen der technischen Schwie figleiten und weil feine polle Gerechtigkeit zu erzielen fel, dafür ein, zahlter Eteuervorauszahlungen, von einer neuen Veranlagung für trobes Bersprechens der etwaigen Rudzahlung für 1924 zuviel ges 1924 abzusehen und einen Schlußitrich unter die Ergebnisse von 1924 zu machen und 1925 mit frischen Kräften an die neue Form der Weranlagung und Einziehung zu gehen. Abg. Dr. Fifcher( Dem.) bat um Austunft, ob technisch für die Steuerbehörde große Schwierigkeiten erwachsen würden, wenn die Veranlagung für 1924 noch angeordnet werden würde. Staatssekretär Popih erflärte, eine solche Aufgabe würde ben Plan für die geordnete Bewältigung der neuen Aufgaben über den der Einfommensteuer für 1925 aufgemacht werden, sondern nach dem Haufen merfen, denn jezt müsse nicht bloß die neue Beranlagung neuen Bewertungsgefeß auch eine völlig neue Bewertung der Eintommen und Bermögen in der Landwirtschaft und Industrie. Schließ lich aber werde eine neue Beranlagung für 1924 faum einwandfreie Ergebnisse bringen. Die Regierung würde es deshalb als eine Bera besserung der Borlagen ansehen, wenn unter das Einkommenjahr 1924 ein Schleifrich gemacht merde. technischen Gründe. Wir müßten die Finanzämter frelstellen, damit Genosse Dr. Hilferding anerkennt die von Popis angeführten wir im Jahre 1925 zu einer richtigen Bewertung und einer gründ lichen Beranlagung tommen. Ein wirkliches wirtschaftliches Bedürf nis für die Beranlagung von 1924 besteht nicht. Es sei ein ziemlich erfolgloses Beginnen, steuerliche Angelegenheiten nachträglich auszugleichen. Die erstrebte Gerechtigkeit würde bei einer Beranlagung von 1924 fich praktisch zur Ungerechtigkeit permandeln. Wir haben zwei Arten der Erhebung gehabt, ein Teil der Benfiten zahlt die Borauszahlungen nach dem Bermögen, ein anderer Teil nach dem Um( a 3. Diejenigen Bahlungen, die nach saz. dem Umfag vorgenommen wurden, find in die Preise einfaltuliert und auf die Berbraucher abgewälzt morden. Eine Rüd zahlung etwa zuviel gezahlter Beträge würde mohl den Steuerzahlen den, aber nicht den Steuer trägern zugute fommen. Anders bei jenen Steuerpflichtigen, die nach dem Vermögen gezahlt haben. Deren Steuerzahlung dürfte indessen eher hinter der Steuerpflicht zurüd. geblieben sein. Bei einer Beranlagung von 1924 müßte ein großer Apparat in Bewegung gelegt werden, um nur wenig herauszube tommen. 3n erheblichen Erstattungen auf Kosten der Gesamtheit müffe tle Segleldemofraile die Zufimmung nerjagen Darum fei es unter den obmaltenden Berhältnissen das beste, baß unter bas Jahr 1924 ein Strich gemacht würbe, ( Dem.), den§ 9 burch die Bestimmung zu ergänzen, daß Erstattun Nach weiterer Diskussion wurde ein Antrag Dr. Fisher gen vorzunehmen sind, wenn ber Steuerpflichtige tein Einkommen, sondern Berluft gehabt hat, gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt, der Entmurf mit den Stimmen der Regierungsparteien, der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen Damit ist befojloffen, daß für das Jahre 1924 teine Beranlanung vorzunehmen ist. Gewerkschaftsbewegung Die Glasarbeiter im Baugewerksbund. „ Der Fachgenosse", das Organ des Berbandes der Glas. arbeiter und arbeiterinnen Deutschlands, veröffentlicht in seiner, Ausgabe vom 16. Mai das vorläufige Ergebnis der in der Zeit vom 19. bis 26. April erfolgten Urabstimmung über die Frage der Berschmelzung des Verbandes mit dem Deutschen Baugewertsbund. Obwohl von 283 Zahlstellen des Berbandes erst 253 die Abstimmungsergebnisse an den HauptUngeziefer in Berliner Metallbetrieben. Infolge der unzureichenden Entlohnung in den Betrieben des Berbandes Berliner Metallindustrieller ist die Fluktuation der Arbeiter ungemein start, es ist einer Anzahl Firmen nicht mehr möglich, die erforderlichen Hilfsarbeiter zu bekommen. Die Arbeit fuchenden auf den Nachweisen lehnen es entschieden ab, ihre Arbeitstraft für 54 und 56 fg. Stundenlohn den Metallindustriellen zur Verfügung zu stellen, da fie in der gegenwärtigen Beit andermeitig einen meit günstigeren Lohn erhalten tönnen. Nur noch bis Montag! vorstand übermittelten, kann das Gesamtresultat nicht mehr zweifel. Deutsche Heimarbeit- Ausstellung 1925 haft sein. Denn für die Verschmelzung sind bisher 28 150 Stimmen abgegeben worden, dagegen nur 7673 Stimmen. Dieser Entschluß ist insofern überraschend, als er aus reinen 3medmäßigkeitsgründen erfolgt ist, ohne Rücksicht auf berufliche Bermandtschaft. Er zeigt, daß die Konzentrations, bemegung ihre eigenen Wege geht und nicht nach irgend einem Schema oder einem wohlgemeinten und wohlgeordneten Enftem. Dies mag pon dem einen oder anderen Gesichtspunkte aus nicht wünschenswert erscheinen, allein die Entscheidung liegt in jedem Falle bei den Mitgliedern der Gewerkschaften. Dem fommenden Gewerkschaftsfongreß, der in der Frage der Industrieorganisationen entscheiden fall, wird die Tatsache dieser Verbindung zu denken geben. Der Kongreß fann bestimmte Richtlinien aufstellen, die Wege bezeichnen die die weitere Entwicklung der Konzentrationsbewegung gehen soll, ob er aber bindende Beschlüsse faffen soll, die die En fcheidung der Mitglieder der einzelnen Organisationen gewissermaßen Dorweg nimmt, das wird reislich zu überlegen sein. Landesausstellungshallen am Lehrter Bahnhof. Geöffnet von 10 Uhr vormiffags bis 9 Uhr abends. Eintrittspreis an der Kaffe 30 Pf. Für Gewerkschaftsmitglieder find Karten für 20 Pf. in den Arbeitslose erhalten in den Gewerkschaftsbureaus zu haben. Gewertschaftsbureaus Freifarten. Berfäume niemand den Besuch! Die langjährig in den Betrieben beschäftigten Hilfsarbeiter verlaffen fluchtartig die Betriebe und nehmen besser bezahlte Stellungen an. Auch die Facharbeiter wechseln sehr zahlreich die Betriebe und der BM3. hat felber zugeben müffen, daß wöchentlich 20 000 Metallarbeiter in Berlin die Arbeitsstellen wechseln. Um den immer fühlbarer werdenden Arbeiter= mangel", der in Birklichkeit ein Lohnmangel ist, zu beheben, holen die Unternehmer in der lekten Zeit die Obdachlosen aus den Anlen in die Betriebe hinein. Man hat sogar schon Abkommondierungen aus den Reihen der Rotstandsarbeiter vorgenommen, die dann mit dem befannten sanften Drud in die Be merien nach einigen Tagen, daß der Lohn zu der schweren Arbeit in feinem Berhältnis fteht und ziehen es vor, den Fleischtöpfen der Berliner Metallindustrie zu entfagen. Die Jahrelang verfolgte Idee der Zusammenfassung der Ber. bände der Glasarbeiter. Porzellanarbeiter und Töpfer in einen feramischen Industrieverband ist bereits mit dem Antriebe des BBM. geschickt wurden. Aber selbst die Asylisten schluß der Töpfer an den Baugewerksbund begraben worden. Für die Absicht des Anschlusses der in über vier Jahrzehnten beruflich und folidarisch eng verbundenen Glasarbeiter an eine größere Drganisation war offenbar die von dem Verbandsvorsitzenden Ge noffen Emil Girbig gegebene Erwägung ausschlaggebend, daß in der Glasindustrie die Maschine die Hand des geübten Glas arbeiters mehr und mehr entbehrlich macht. In wenigen Jahren dürften große Massen der gelernten Arbeiter in das Heer der ungelernten Arbeiter geworfen und damit unserer Organisation ent fremdet werden." In den Betrieben aber, in denen die Asyliſten eine Gastrolle gegeben haben, macht sich noch lange nach ihrem Ausscheiden ihre frühere Anwesenheit dadurch bemerkbar, daß sie allerlei Kleinvieh zurüdgelassen haben. Die Arbeiter, die einmal mit Ungeziefer verfeucht sind, haben große Mühe, es wieder los zu werden. In zwei maßgebenden Großbetrieben des Bezirts Lichtenberg, von benen einer dem Borsigenden der Lohntommiffion des BBMI, Herrn Kremmener, besonders nabesteht, werden Klagen über die Darf man auch nicht behaupten, die Form sei nichts, so doch bieten für die Hilfsarbeiter nette Aussichten. Sie fleinen lagegeister besonders start erhoben. Solche Vorkommnisse betonen: die Organisation ist alles. zeigen, daß den Hilfsarbeitern bei der schlechten Bezahlung nicht nur das Fell über die Ohren gezogen, sondern, daß es ihnen auch noch gehörig zerbiffen wird. Bielleicht bringt Herr Direttor Kremmener diese Zustände einmal den maßgebenden Herren im VBMI. zur Renntnis, damit diese sich dazu außern fönnen. Es wird höchfte Togal gegen Schmerzen Zeit, daß fie die Unternehmer über eine beffere Bezahlung ber der Nerven, Rheuma, Gicht, 3schias, Orrenschuß, Kopfschmerzen. Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Klinisch erprobt! Hervorragend bewährt! Fragen Sie Ihren Arzt. Ju allen Apotheken erhältlich. Best. 12.6% Lith, 0,46% Chinin, 74,2% Acid acet. salic., ad 100 Amylum. Hilfsarbeiter schlüssig werden, damit sich die Abwanderung nicht noch zu einer völligen Entblößung der Betriebe auswächst. Afle Klagen über den starten Wechsel und den Mangel an Hilfsarbeitern werben mur dann mit Erfolg beseitigt werden können, wenn eine bessere, den menschlichen Anforderungen gerechtere Bezahlung erfolgt. Streit der Schwerfuhrwerkkutscher in Neukölln. Die Schwerfuhrwerttutscher im Bezirk Neukölln haben die Arbeit eingestellt, weil die Unternehmer fich fortgefeht des Zarifbrugs schuldig gemacht haben. Obwohl die Kutcher nicht dazu verpflichtet sind, treten fie zum großen Teil ihren Dienst bereits morgens um 5 Uhr an, der dann abends oft bis gegen 8 Uhr dauert. Die Fuhrherren haben sich bisher ge weigert, für diese Mehrleistung Ueberstundenzahlung zu gewähren, obwohl sie dazu tariflich verpflichtet sind. Der Berfehrsbund hat sich mit einer Eingabe an die Fuhrherrninnung ge mandt mit der Bitte, den Neufölner Bezirk der Innung auf das Unzulässige feiner Weigerung aufmerksam zu machen. Die Innung hat aber nichts ausrichten fönnen und so blieb den Kutschern nichts anderes übrig, als zum letzten gewerkschaftlichen Mittel zu greifen, Achtung, Metallarbeiter! In der Woche vom 12. bis 19. mai finden die Wahlkörperversammlungen ffatt, die zur Jahresgeneral. versammlung am 25. Mai Stellung nehmen sollen. Alle Metallarbeiter der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung haben die Wahlkörperversammlungen zu besuchen. Caßt Euch nicht von den Kommunisten bluffen! Seht ihnen auf die Finger! Der SPD. 3raftionsvorstand. • Löhne und Preife in Amerika. Das April- Bulletin der Bundesreservebant für den New Yorker Diftritt vergleicht die Arbeitstoften mit den Preisen der wichtigsten Fabrikate in den Jahren 1919 und 1923, wonach sich in dem Berhältnis beider feine, nennenswerte Verschiebung ergibt, trog aller Lohnerhöhungen und trop der Faulenzerei" der Arbeiter, wovon noch vor ein und zwei Jahren in den kapitaliſtiſchen Blättern ständig gefabelt wurde. Der amtliche Bericht besagt direkt: ,, Danach ist es flar, daß die höheren Löhne durch gesteigerten Arbeitsertrag auf den Kopf der beschäftigten Arbeiter ausgeglichen worden sind." Selbst in solchen Industrien, in denen qualifizierte Ar. beitsträfte besonders wichtig sind, spielen die Löhne nach diefen Ermittlungen gegenüber den Rohstoffen nur eine fetundäre Rolle, und in der Schwerindustrie und manchen Fabrikationszweigen beanspruchen die Arbeitskosten nur einen verschwindenden Anteil an den Gesamtherstel lungstoften. Von einer furzen Periode des Jahres 1921 abgesehen, ist der Lohn im Berhältnis zu den übrigen Frat. tionstoften sogar ständig gejunten, troß der Stei gerung der abfoluten Lohnbeträge in dem vierjährigen richt folgern: Zeitraum, auf den sich der Bericht bezieht. Deshalb fann der Be „ Ein Beweis, daß die höheren Preise nicht auf Lohnsteigerungen zurüdgeführt werden fönnen und umgelehrt Cohnherablehungen nicht der richtige Weg zur Senfung der Preise sind. In den meisten Fällen find hochbezahlte und daher hochwertige Arbeitsfräfte billiger als schlechtbezahlte Arbeiter. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Mujitaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutschen Musiker Verbandes Berlin 027, Andreasftr. 21( Königkast 4310). Geschäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbefu Berantwortlich für Bolitik: Pictor Chiff: Wirtschaft: Arthur Caternus: Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schilomsti; Lotales und Sonstiges: Fris Karsläbt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasanstalt Boul Singer u Co. Berlin G 68. Lindenstraße 3. Sierzu 3 Beilagen, Unterhaltung und Biffen" und Blid in die Bücherwelt". Nfsrael • GEGR. 1815 BERLIN C.SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE Vorteilhafte Angebote: Bluse Damenkleidung bestickt aus weißem Voll- Voile, Herrenkleidung 3.90 Lüster- Sakko Ärmelfutter. Kleid aus vorzüglichem Frotté 9.75 mit reicher Stickerei Kleid aus weißem Voll9.75 Voile, mit Einsätzen garniert 14.50 Kleiderrock aus weißem 12.50 Cheviot, plissiert... Morgenrock aus bedrucktem Musselin... 6.50 Jackenkleidus vorzügl Donegal, Jacke auf Futter 39.00 Damen- Hüte aus feinem LiséréGeflecht... Hut Hut aus Liséré- Geflecht mit Bandgarnitur...... Hut .. 3.90 aus Liséré- Geflecht, mit 4.90 Band und Blumen garniert.. 9.75 Hut aus Tagal, mit Band und Blumen garniert..... Filzhut in vielen Farben u. 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Mtr. 2.50 Wollcrêpe in aparten Druckmustern.... Mtr. 2.85 Kleiderleinen starkfädig. Reinleinen in Sommerfarben 2.90 120 cm.. ... Mr. Wollbatist in elfenbein 2.75 Eolienne Wolle mit Seide in neuen Farben...... Mtr. 4.90 Stickerei- Volants für Kleider, auf Voll- Voile, und aparten Farben.... Mtr. 110 cm............ Mtr. 4.50 Seidenstoffe Bastseide naturfarbig, für Kleider u.Wäsche, 80 cm Mtr. 2.90 Bastseide gestreift, für Oberhemden u. Blusen, 80 cm Mr. 3.40 Kunstseide bastartiges Gewebe, buntfarbig bedruckt, Mt. 4.50 Schott. kariert Kunstseide in aparten Farben, 80 cm Mtr. 5.60 Foulard Twill- oder Cachemire- Fond, 90 cm Mtr. 7.80 Cordvelvet für Sportkleidung 3.40 Mt. 80 cm.... 70 cm. Kinder- Kleidung Kittel aus gestreiftem Waschstoff, Lg. 45, 50 cm 1.40 Babykleid aus bedruckt. Waschstoff, Länge 45 cm1.95 Je 5 cm länge: 0.30 mehr aus gemustertem Mädchenkleid Baumwoll- Musselin, Länge 65 cm.. 3.75 Je 5 cm länger 0.50 mehr Mädchenkleid aus weißem Voll- Voile mit Stickerei- 8.90 Kragen, Länge 65 cm... Je 5 om länger 0.70 mehr Kieler- Waschanzug aus vorzüglichem gestreift. Kadett 7.90 mit loser Garnitur, Gr. O für 2-3 L Jede weitere Größe 0,50 mehr Einknöpf- Anzug gestr. Kadett mit loser aus vorzügl Garnitur, Gz. O für 2-3 1.7.90 Jede weitere Größe 0.50 meha Knaben- Sporthose aus marine Satin mit Stoffgürtel, Größe 0-3 für 2-51.3.10 Je weitere 3 Größen 0.40 mehr Taschentücher Damentücher weiß Batist mit Spitzenrand u. 4 Spitzen- 0.95 Ecken........ Feinfädig Linon mit Hohlsaum und farbig eingewebt. Kanten S Stick 1.00 Weiß Batist m. Hohlsaum u. KordelKante, mit Buchstaben im 1.25 Medaillon, 36 cm.3Stück. Kupeekoffer Herrentücher weiß Linon mit Ripskante oder farbig eingewebten Randborten 3 Stück 0.75 Weiß Mako, 48 cm, mit 1.65 Buchstaben..... 3 Stick Kindertücher weiß Linon mit farbig eingewebten Kanten........ 3 Stück 0.35 Reise- Artikel aus guter, wetterfester Hartplatte mit herumgehender breiter Deckelschiene, VulkanfiberEcken und 2 Zugschlössern 55 cm 60 cm 65 cm 9.35 9.75 10.25 Reisetaschen aus Rindleder. 17.75 strohhalmnarbig mit Aufspannbügel, 40 cm 45 cm 50 cm 55 cm 19.50 21.75 24.Echte Japan- Reisetaschen Griff und Leder- Riemen, 9.00 aus Rohrgeflecht mit Leder- Ecken, Länge 53 cm.... 58 cm 63 cm 68 cm 9.75 10.75 11.75 Hutschachtel runde Form aus echten Sperrholzplatten Größe 1 Größe 2 Größe 3 6.00 7.00 8.00 Garten- u. Balkondecken farbig durchgewebt, zweiseitig, waschecht Grün- lila oder grün- gold gemustert Grün oder gold gemustert 1354.95 1253.95 120cm 130cm 5.80 120 4.95 8.75 Künstler- Decken buntfarbig, auf weißem Krepp, 150>< 150 em Holzdraht- Vorhänge mit Zugvorrichtung, naturfarbig oder grün, leicht selbst anzubringen 180 3.90 200 4.90 2205.90 1206.90 Garten- und Balkon- Möbel zu besonders vortellhaften Preisen Se. 25? ♦ 42. Jahrgang 7. Seilage öes Vorwärts SsSütag,?7.Ma! 1�25 Von dieser Stelle aus prägten sich manchem schon Schilderungen des Lebens ein. das aus Bahn und Gleichgewicht geschleudert, hilf» los in die Irre geht. Man erinnert sich vielleicht noch der Bilder aus einer der städtischen Irrenanstalten, die hier entworfen wurden. So oft man aber auch diese Gebiete aus dem Schallenlande be- rühren mag, die meist vom Darstellenden selbst nicht mit dem nötigen Verständnis erfaßt werden, es läßt sich nicht sagen, daß die Allgemeinheit sich zu einer richtigen Beurteilung und Behandlung durchgerungen hälle. Und doch täte es biller not. Es geht um recht vieles, woran die Oeffentlichkeit mitwirken mutz— mit der Absperrung von Kranken ist es nicht getan, ja. man erreicht damll oft das Gegenteil des menschlich Gebotenen und Zweckmäßigen. Und außerdem stehen wir bei der Schaffung eines Irrenrechts, das längst eine Forderung von Kultur und Menschlichkeit ist. 3n der psychiatrischen Klinik. Wollen wir uns ein genaues Bild vom Zustand geistig Erkrankter und der heutigen Behandlunosentwicklung machen, dann gehen wir am besten nicht in eine der Berliner Irrenanstalten, die meist nicht mehr bedeuten als eine mildere Form von Haft, wir suchen vielmehr die psychiatrische Klinik der Charitc auf, eine Hoch- bürg lebendiger Wissenschaft, eine ernste Schule für Aerzle und Sludierendc, für viele der Kranken selbst, an denen es noch etwas zu ändern gibt und für die Allgemeinheit, sofern diese sich ent- schließt, ihre Aufmerksamkeit einem wichtigen Kapitel des mensch. lrchen Seins zuzuwenden. Wählen wir die Charit« zum Ausgangs- punkt, um zur gesainten Irrensroge Stellung zu nehmen und auch die Frage des Jrrenrechts zu streifen, so sind wir aus mehr als einem Grunde in günstiger Lage: Hier ist die große Durch- gang»- und Untersuchungsstation, die erst über die Notwendigkeit einer Internierung entscheidet: hier steht alles zur Verfügung, was eme Gründlichkell dieser Beobachtung verbürgt, vor allem ein her- vorragendes und reiches Aerztemakerial mit Deutschlands ersten Psychiatern an der Spitze: und hier ist eine derartige Reichhalligtell von Fällen verschiedenster All— eine Unwersitätsklinik muß zu Lehrzwecken bedeutungsvolles Material zur Verfügung haben—, daß man sich«in klares Bild vom Wesen der Geisteskrankheit, das vielfach von dem Charakter einer Zeit berührt wird, verschafsen kann. Und hier ist endlich ein vorbildliches Institut, in dem unnütze Quälereien vermieden werden, in dem der kranke das Gefühl des Vertrauens haben muß. Es wird sich nicht vermeiden lassen, ab und zu Vergleiche einzuflechten— aber es ist ja Sinn und Aufgabe dieser Zeilen, für Acnderung und Besserung zu kämpfen, � wo die Forderung nach ihnen angebrocht ist. Unsre städtischen Anstalten sind— in allen Krankenanstallen sst dies schon hervorgetreten.— reformbedürftig. Wie sehr es die städtischen Irrenanstalten sind, wird sich aus der Beschäftigung mit der Charit- ergeben. Die Gtteöerung öer Anstalt. Wie alle Bauten dieses gewaltigen Krankenhauses, ist auch die Nervenabteilung ein schönes, freundliches und architektonisch glücklich durchgeführtes Haus von bedeutenden Ausmaßen. Der Künstler schien seine Aufgabe darin zu sehen, alles zu vermeiden, was kasernen» und gefängnisartig ist, und das ist ihm durch Auflösung in anmullge Einzelbelebung geglückt. Dem«nkspricht auch das innere des Hauses: durchwegs hohe, schöne Räume, durch die reichstes Licht flutet, während Dalldorf und Herzberge einen ge> drückten Eindruck machen, zumal man hier noch eine Vergitterung der Fenster beibehalten hat. Moderne Anstalten, wie die Charit«:, teilen die Fenster in kleine Flügel, die ein Entweichen ebenso unmöglich machen— aber der Kranke fühll sich nicht als Ge- sangener. Es ist ein sehr stattliches Gebäudevieriel. Der cioeni lichen psychiatrischen Klinik ist die RervenNinik vorgelagert. Diese birgt einen großen amphitheatralischen Höhrerraum in sich, in der die Studierenden Bekanntschaft mit den Patienten machen. Die psychiatrische Klinik zerfällt wieder in zwei Abteilungen— eine davon trägt den schlichten Namen»Villa"— und sie wird auch dieser Bezeichnung einigennahen gerecht, sie ist wie eine Art Garten- paoillan gebaut, ist freundlich und licht— und verwahrt in ihrem Innern doch das Schwerste und Traurigste, was Menschen sehen können: die unruhigen Kranken, in denen der Wahnsinn offen aus- bricht. Und doch ist selbst hier ein Aufenthalt erträglich— die ganze Behandlungsart, die im Menschlich-Güiigen wurzelt, scheint zusammen mit dem hellen, freundlichen Raum oft Wunder zu wirken. Ms Kranker in See Klinik. Hier beginnen wir, wenn wir als Kranker in die Anstalt kommen und nicht die Gewähr für Ruhe geben. Eine sichlaflose Nacht läßt uns die Aufmerksamkell der Umgebung zuwenden. Es Die psycblatrlscbe Klinik am Alexanderufer ist merkwürdig ruhig— niemand tobt. Man ist, trotz oder infolge des hohen wissenschaftlichen Standes, noch nicht dazu gekommen. den Kranken Schlafmittel vorzuenthalten wie in den städtischen Anstallen, welche Maßnahme dort aus Ersparnisgründen geschehen soll und die Nacht zu einer wahren Hölle für Kranke und Pfleger gestallet. Aber auch die ruhige Nacht zeigt uns, daß wir bei Kranken sind: da sind zwei Mann, die schleichen fortwährend um ihr Bett herum und suchen endlos die Decken in Ordnung zu bringen. Da kommt der Morgen— es ist sechs Uhr— und mit ihm die Reinigung und der— Hexenfabbath. Ein Mann bearbeitet rhythmisch sein eigenes Gesicht, um dann im Veikslanz durch den Saal zu springen, aus anderen Ecken kommen Monologe, wir hören ein hartes, streng rhythmisches Klappern— nach einer halben Stunde erfahren wir den Sinn der Sinnlosigkeit. Schöneberg, ruft eine Stimme und die Füße halten ein, der Mann ist eben ein Eisenbahn- zug gewesen. Um �8 Uhr empfangen wir Milchkaffee(in den städtischen Anstalten wird er schwach verabreicht) und eine Marmeladestulle, und dann erscheint auch schon die Visite, die uns sofort in die ruhige Abteilung verlegt. Auch diese hat wieder ver- schieden« Abstufungen bis zu der Abteilung, wo man Klavier und Billard spielt und so ziemlich sich selbst überlassen ist. Aber so ganz friedlich kommen wir die ersten Tage nicht hinweg: stundenlang verhandeln die Aerzte mit uns im Untersuchungszimmer, es werden Blutproben und Rückenmarkspunktionen gemacht, genannt Anker- fuchungen aus Reflexe usw. vorgenommen. Durch körperliche Messung wissen die Aerzte heute schon am ersten Tage, ob sie einen wirklichen Kranken vor sich haben und das ist wichtig, denn von dieser Untersuchung hängt oft Verurteilung, Milderung oder ganz- licher Freispruch ab. Im übrigen wird keinerlei Unterschied zwischen einem freien kranken und einem Gefangenen gemacht, die Bestand- lung ist gleich gut, und das entspricht einem Gebot der Menschlich- keit. Hier herrscht und entscheidet der Arzt— Polizei und Staats- anwallschast haben nichts zu suchen und zu jagen. Auch in der ruhigen Abteilung betrüben uns traurige Fälle. Es ist die Paralyse. die Folge der verderblichen und weit verbreiteten Seuche, die am meisten in Erscheinung tritt, aber die ärztliche Wissenschaft triumphiert: Malarlakurea reißen noch im letzten Augenblick die Kranken vor den Schrecke« der Katastrophe zurück. Ein großes Kontingent stellen die Entzlehongskrauken. die Alkoholiker. viorplstnistea und kokainisten. unter denen sich auffallend viele Jagendliche befinden. Mit ganz besonderer Liebe wenden sich die Aerzte der Charitc der Erforschung der Betäubungssucht zu. Sie wissen, ihre Entziehungsmühen sind meist vergeblich— aber die Wissenschaft setzt in ihrer Hilfeleistung bei den krankhaften seelischen Vorbedingungen zum Versallen an die Seuche ein. und es darf gesagt werden: Die Aer.zte der Charitc sind durchgedrungen, sie wissen, warum Menschen, mißverstanden und hart angeklagt von Mitmenschen, dem und jenem Laster verfallen müssen, und durch ihre priesterliche Milde retten diese Aerzte mehr als es eine harte Bc- Handlungsweise zulassen würde. Wir gehen viel im Garten spazieren— in unserer weißblauen Krankentracht, nicht in der Dalldorfer Uniform, auch die Wärter tragen hier keine Uniform, und nun wollen und kommen wir auch wieder heraus, nicht ohne daß wir uns vorgenommen haben, für unsere Leidensgefährten draußen eine Lanze zu brechen, was recht notwendig ist, denn der Kranke hat viel unter Vorurteilen zu leiden und wenn er nicht das Glück hat, von Aerzten der Chnriie behandelt zu werden, dann 'muß er vielleicht monatelang noch länger in einer der Nerven- anstalten verbringen, deren Aufenthalt nicht viel von dem in einem Gefängnis unterschieden ist. Psychopathen. Es ist auch für den Arzt schwer, zu unterscheiden, wo ein Grenz- zustand aufhört und in eigentliche Geisteskrankheit übergeht. Selbst das Strafgesetz kennt nur die Frage nach der Zurechnungsfcchiglcit «m Augenblick einer Handlung, über Aushebung der Willensfreiheit hinaus beschäftigt sie sich nicht mit einem krankhaft veränderten seelischen Zustand. Und doch ist heute die?rage des Psychopathen- tum» eine dringende gesellschaftliche Angelegenheit geworden. Es handelt sich um Menschen, die von Natur aus— meist neben guten und oft hervorragenden Gaben— eine krankhafte Seele' mit- bekommen haben und sich, obwohl sie tüchtige Arbeit zu leisten»»« stände sind, oft bös mit der Gesellschaft herumschlagen müssen, bis sie ihr in der einen oder anderen Form zum Opfer fallen. Ein Aus- enthalt in der Charitc, dem großen Sieb, das allerhand Verdächtiges und Gefährdetes aufzunehmen und zu verarbeiten hat, zeigt zum großen Teil ein Spiegelbild des GefellschaflsbUdes unserer Tage und der Seelenversasiung der Nachkriegsmenschen. Erschreckend ist die Zahl der vorzeitig Gestrauchelten, der jugendlich Verirrten, die zunächst einmal, ehe sie der Härte der Richterbchandlung verfallen. dein Arzt übergeben werden. Man trifft die Opfer der zweideutigen Vergnügungsstätten, an denen Berlin überreich ist, die Schranken- losigkeit des Sexuallebens zeitigt frühe Schäden, die nur behoben werden können, wenn der Weg aus der Charite zu Arbeit führt. Die Aerzte kennen soziale Verhältnisse, sie sind die einzigen, die durch Vorbeugung Helsen und retten können, und es darf gesagt -i Schnock. Em Roman von See und Sümpfe». Von Soend Fleuron. (Aus dem Dänischen von Thyra Jakstein-Dohrenburg.) O ja, wie sie es verstand, sich am rechten Platze auf. zustellen, so verstand sie es auch, sich davonzumachen: behutsam und diskret... Bisher war sie kaum einen Finger lang gewesen, jetzt hatte sie bereits eines Fußes Länge erreicht.— lind ihre Gier war im entsprechenden Maße gewachsen! Jede Stunde des Tages war sie zum Fressen aufgelegt. Sie stopfte sich bis an den Hals hinan voll und liebte es, die eine Hälfte des Fisches aus dem Maule heraushängen zu lassen. Es war nichts Außergewöhnliches, einen fechtenden kleinen Fisch- schwänz, der in ihrer Magenmühle noch nicht Platz gefunden hatte, wie«ine zappelnde Zungenspitze aus ihrem Maule hängen zu sehen. Verzückt schwamm sie umher und lutschte daran, wie ein Bub an einer Zuckcrstange saugt. Eines Tages gleitet sie gemächlich durch ein Binsen- gestrüpp. Leblos und tot wie ein Stück Holz. Die Augen scheinen auf Stielen zu sitzen und spähen wild umher: der Körper dagegen drückt die mindestmöglich« Leidenschast und Bewegung aus. Sie wendet... aber auch beim Wenden hält sie sich steif und spielt so ihre neue Rolle als treibendes Hölzchen meisterhaft. Da entdeckt sie ihren Bruder, ein ebenso vielversprechendes Hechtgezücht mit allen Kennzeichen seiner Rasse. Allerdings läuft kaltes Blut durch ihre Adern, aber sie ist hitzig von Gemüt, und da sie überdies hungrig ist. starrt sie gierig und kannibalisch die Erscheinung an. Ihr Appetit wird geschärft und wächst innerhalb unmeßbarer Zeiteinheiten... die Beute ist nahe, sie schreit ihr in die Augen— sie ver- gißt Blutsverwandtschaft und Gleichheit-, indem sie sich zu einem Ring zusammenschließt, so daß Kopf und Schwanz» spitze einander begegnen, umspannt sie mit einer blitzschnellen Bewegung den Leib des Bruders. Er ist genau so groß wie sie und kämpft, bis er nicht eine Flosse mehr zu rühren vermag-, aber der Streich gelingt. O ja, sie begann Uebung zu bekommen— und ständig wurde sie wilder und heftiger und gieriger! Ihre Zähne ver» doppelten sich— und je mehr sie wuchsen, desto schärfer wurden sie durch das ewig rinnende Kiemenwasier, das sie umspülte. Und es schien, als wüßte sie, welcher Wert ihnen anhaftete, denn oftmals begab sie sich auf den Grund und wühlte feine, harte Sandkörnchen auf, wodurch sie dem Schleiswasser noch größere Wirkung verlieh. Jetzt jagte sie zumeist im Halbdunkel, in der ersten zarten Dämmerung oder im Zwielicht: ihre scharfen Augen durch» drangen das Dunkel so gut wie die einer Eule oder Katze. Wurden die Schatten lang, ergoß sich dann das Sonnenrot des schimmernden Himmels über das Wasser, so fühlte sie sich in ihrer Umgebung geborgen— da schmolz sie zusammen mit dem Gewaltigen in ihrer gewaltigen Natur. Tagsüber aber gab sie sich der schläfrigen Ruhe hin... Der Wiek, den sie zur Wohung sich erwählt, hatte niedrige Ufer. In dem kurzen, saftigen Grase blühten Ragwurz und Sumpfdotterblume einträchtig beieinander, und die Kuckucks» btume entfaltete auf einem steifen, dunkelbraunen Stengel, an dessen Halse immer Zikadenspeichel hing, ihre rotvioletten Sammetblüten. Etwas weiter löste der Morast mit seinen Schachtelhalmen diese ab. und darauf folgte dann das hohe, bewimpelte Rohr» schilf, das in mächtigen Büscheln so weit in den See hinein» watete, wie es nur Grund hatte. Und wo dieses das Gebiet verließ, trat das rundstengelige, vüvengrüne Sumpfschilf an seine Stelle und watete weiter und immer weiter, bis es sich in der Mitte der Strömung zu kleinen Büschen und Hainen zusammenballte, in deren Tiefen eine reiche Jnsektenwelt ihr Wesen trieb. Die schönsten Schmetterlinge tanzten hier draußen ihren Hochzeitswalzer: einige nankinggelb und florumrändert, andere- mit der Glut' des Sonnenunterganges auf ihren Schwingen! In Geschwadern von zwei Dutzend auf einmal segelten Wasserjungfern und Libesten durch die wärmenden Sonnenstrahlen und boten, wenn sie knisternd ihre Wendung machten, alle Prachtfarben des Sonnenspektrums zur Schau. Schwarze Taumelkäfer schliefen in Haufen beieinander, und aus den gummisteifen Wasserrosenblättern krochen Fliegen und Hornissen trockenen Fußes umher, sich im Wasser er» quickend. In dem stillen, frühen Morgen seufzt und bebt das Schilf...«in kleiner, gelblichgrauer Weiderich kommt plötzlich aus seinem Bersteck hervor. Er packt den größten der Schmetterlinge und verschwindet spornstreichs mit ihm. Bald darauf stimmt er seine kleine, dürftige Holzsägerweise an, die so gut mit dem ewig monotonen Flüstern des Schilsdickichts zusammenklingt. Schnock tief drunten im Graben oernimmt nur schwach die gedämpften Laute: sie ist von einem Vorgang in Anspruch genommen, der im Begriff ist, sich in fliegender Eile zu entwickeln—: Eine Motte fällt plötzlich in das klare Wasser. Sie ver- sucht sich aufzurichten, ist aber nicht dazu imstande. Da flitzt sie eilends auf der Wasserfläche dahin, die braungelben Flügel nach sich schleifend. Sie läuft, was sie kann, den kürzesten Weg nach dem Lande einschlagend. Aber die Taumelkäfer haben die Havarie des Fliegers bemerkt und eilen auf ihren Wasserskiern herbei, ihn zu zer- reißen. Sie schlagen Torpedobootstempo an und schrauben sich unablässig auf sonderbare Art in Spiralen vorwärts. Eine keilförmige Furche gräbt der Bug eines jeden kleinen Räubers, und im Kielwasser entstehen Wasserfälle. Der arme Flieger wird naß und nässer... immer weniger ist von seinem Körper zu erblicken, während er alles daran- fetzt, um das rettende Binsengestrüpp zu erreichen, wo er an einem Schachtelhalm in die Höhe klettern und sich so in Sicher- heit bringen will, wie eine Katze, die vor dem Hunde auf den Daum entweicht. Es gelingt ihm leider nicht: er ist dem Sinken nahe— und voller Gier beißt einer der Käfer sich in seinem Hinter- telle fest. Aber dem glücklichen Jägersmann wird zum Verzehren der Beute keine Ruhe gegönnt. Er muß sie fahren lassen und von neuem packen und abermals fahren lassen— und nun kommt ein kleiner Fisch— eine Plötze- um am Spiele teil- zunehmen. Die funkelnde Jagdgesellschaft setzt ihren Weg lautlos über di« Wasserfläche fort— bedrängt von den Raubkäfern oben und der Plötze von unten, nähert sich die Motte dem Binsengestrüpp. Mit schlaffen Muskeln und flachliegender Rückenflosse steht Schnock am Saum des Buschwerks: sie längt Blitz auf Blitz von den Silberschuppen des kleinen Fisches mit ihrem Blicke auf. Ueppiger Schmer umhüllt seinen leckeren Körper... Ge- drungenheit und Gedeihen: eine unwiderstehliche Verheißung, sticht er der Brudermörderin in die Augen und lockt ihre Gier heraus auf die äußerste Spitze ihrer Zähne. (Fortsetzung folgt) werden: mancher verbanti seelische Gesundung dem rechtzeitigen Aufjuchen der Klinif. Aber auch die Deffentlichkeit muß mithelfen, fie inuß Menschen in Not Wege zu sicherem Wandel erleichtern. Man muß heute endlich den Kampf gegen die Auswüchse mit aller Entschiedenheit aufnehmen, die das heranwachsende Bolt am meisten bedrohen, fie muß da, wo die Polizei zu versagen scheint, eingreifen, und das ist vor allem die männliche Proffitufion, die in unheimlicher Weise überhand genommen hat und im Zusammenhang mit Sofainismus am Bolkskörper zu fressen beginnt. Wege zur Arbeit find Wege zur Gesundung. Es ist nicht zu entschuldigen, daß man untälig zufieht, wie proletarische Kreise, von Not verleitet, Opfer der Genußsucht werden, wie Jugend dem Abgrund verfällt, der Würde losigkeit und Siechtum in sich birgt. Es ist eine ernste Schule, was uns in der psychiatrischen Minik einer Weltstadt entgegentritt, und wir müssen daraus lernen. Wo es sich um Krante handelt, die verwahrt werden müssen, hat Menschlichkeit das Los in jeder Weise zu erleichtern. Kranten, die einen Beruf erfüllen können, muß unsere Nachsicht und Duldung zur Seite stehen. Aber eines vor allem, und das ist sehr notwendig: jeder Mensch, der es ehrlich mit sozialem Kampf und mit der Erfüllung der sozialistischen Ideale meint, muß sich mit den düsteren Erscheinungen beschäftigen, die wir zur Nachtseite des Lebens rechnen. Die Sommerfonderzüge. Mehr Züge als im Vorjahr.- Ermäßigung 33% Proz Wie in den Borjahren werden auch in diesem Jahre wieder Sommersonderzüge zu ermäßigten Fahrpreisen( Ermäßigung 33% Proz.) in den Monaten Juni, Juli und August verfehren. Die Zahl der Züge weist gegenüber dem Vorjahre, insbesondere in der Richtung nach Süddeutschland, eine erhebliche Ver= mehrung auf, um der zu erwartenden Nachfrage nach Möglichfeit gerecht zu werden. Vielfachen Wünschen entsprechend, merden versuchsweise in diesem Jahre in den Sonderzügen, die über meite Streden laufen und Nachtfahrten einschließen, neben der 3. agentlasse auch Wagen 2. Klasse in beschränkter Zahl mitgeführt werden.( Ermäßigung auch für die 2. Klasse 33% Broz.) Es find folgende Sonderzüge vorgesehen: · Nach Süddeutschland. Bom Anhalter Bahnhof nach München: am 13., 20, 27. und 28. Juni, am 3., 4., 5., 6., 7., 8., 11., 15. und 18. Juli, am 1., 2., 15. und 16. August. Außer nach München werden Fahrkarten nach Garmisch- Partenkirchen, Oberst dorf, Berchtesgaden und Füssen ausgegeben. Im Gegensatz zum Borjahre wird die Ermäßigung auch über München hinaus bis zu den vorher angegebenen Stationen gewährt. Von München sind fahrplanmäßige Züge zu benutzen. Nach Stuttgart, Friedrichshafen: am 4., 7., 13., 16. und 23. Juli Fahrkarten nach Heilbronn, Stuttgart, Ulm, Aulendorf und Friedrichshafen. Nach Basel, Konstanz: am 13. Juni, am 3., 9., 12. und 17. Juli, am 2. Auguft.-Fahrkarten nach Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Baden- Baden, Triberg, Donaueschingen, Konstanz, Freis burg, Bafel. Nach dem Riefengebirge. Bom Görlizer Bahnhof nach Ober. schreiberhau, Krummhübel: am 13. Juni, am 3., 4., 5., 6. und 15. Juli, am 15. August. Fahrtarten nach Flinsberg( Bad), Hirschberg, Warmbrunn, Hermsdorf, Petersdorf, Mittel- und OberSchreiberhau, Krummhübel und Schmiedeberg. Bon der Stadtbahn nach lag: am 4. Juli. Fahrtarten nach Glazz, Seitenberg, Reinerz und Kudowa- Sackisch. Von der Stadtbahn nach Oberfchreiberhau: am 6. Juli. me Nach Offpreußen. Von der Stadthahn: am 27. Juni, 2., 3., 4. und 11. Juli und am 8. Auguft. Sämtliche Züge werden in diesem Jahre bis Insterburg durchgeführt, am 2. Juli jedoch nur dönigsberg und Cranz und am 4. Juli nur nach Königsberg und Barnicken. Fahrtarten wie im Borjahre. Nach dem Harz. Bom Potsdamer Bahnhof nach Goslar mhale: am 3., 4. und 11. Juli, am 8. August. Fahr. farten nach den Stationen des Nordharzes und einigen Stationen des mittleren Harzes. Nach Seesen, Quedlinburg: am 4 und 5. Juli. Fahrkarten nach den Stationen des Südharzes wie im Vorjahre. Nach Bad Harzburg: am 3. Juli. Fahr farten nur nach Halberstadt, Wernigerode, Ilsenburg und Bad Harz burg. Nach der Sächsischen Schweiz. Bom Anhalter Bahnhof aach Bad Schandau: am 4. und 11. Juli.- Fahrtarten nach Birna, Obervogelgesang, Rathen, Königstein, Bad Schandau. Nach Nach Thüringen. Vom Anhalter Bahnhof nach Schwarzburg: am 3. Juli. Fahrkarten nach Weißenfels, Bad Kösen, Rudolstadt, Saalfeld, Bad Blantenburg, Schwarzburg. Eisenach: am 4., 6. und 11. Juli. Fahrtarten nach Weißenfels, Bad Kösen, Bad Sulza, Weimar, Ilmenau, Oberhof, Gotha, Waltershausen, Friedrichroda, Eisenach. Nach dem Sauerlande und Köln. Bom Potsdamer Bahnhof am 4. Juli. Fahrkarten nach Brilon( Wald), Bestwig, Arnsberg, Schwerte, Hagen, Barmen, Elberfeld, Vohwinkel, Köln. Nach der Offfee. Nach Kolberg, Röslin: von Charlottenburg am 3., 5., 6. und 7. Juli; vom Stettiner Bahnhof am 8. Juli und 15. Auguft. Fahrkarten nach Rewahl, Horst, Deep, Bapenhogen, Timmenhagen, Henkenhagen, Kolberg, Köslin, Alt- Banzin, Misdron, Dievenow, Heidebrint. Nach Sminemünde, Carlshagen- Trassenheide: von Charlottenburg am 3., 5. und 6. Juli; vom Stettiner Bahnhof am 20. Juni, 7. und 8. Juli, 15. Auguft. Fahr farten nach Swinemünde, Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin, Koserow, Zinnowitz, Carlshagen- Trassenheide, am 6. Juli auch mit Dampfer nach Zoppot, Billau, Königsberg. Nach Saßniz, Putbus: von Charlottenburg am 4. Juli, vom Stettiner Bahnhof am 5. Juli. Fahrkarten nach Greifswald, Stralsund, Hiddensee, Zingst, Prerow, Binz, Sellin, Baabe, Göhren, Saßniz, Putbus, Lauter bach. Nach Warnemünde: von Charlottenburg am 4. Juli, nom Stettiner Bahnhof am 6. Juli. Fahrkarten nach Warnemünde, Doberan, Heiligendamm, Brunshaupten, Arendsee, Ribniz. Mach Stettin: vom Stettiner Bahnhof am 6. Juli. Fahr farten( ab Stettin nur mit Dampfer) nach Swinemünde, Heringsdorf, Saßniz, Binz, Sellin, Misdron, Dievenow, Heidebrint. Nach Stolp: vom Stettiner Bahnhof am 4. Jufi. Fahrkarten wie bei bem Zuge nach Rolberg, ferner Rügenwalde, Stolpmünde und Leba. Nach der Nordsee. Nach Hamburg Hoyer Schleuse: am 3., 4. und 5. Juli. Fahrkarten nach Hamburg, Amrum, Büsum, Curhaven, Edernförde, Garding, Helgoland, Kiel, Nordernen, Westerland, Wyt. Nach Bremen Norddeich: am 4. und 6. Juli.Fahrkarten nach Bremen, Emden Außenhafen, Borfum, Juist, Langeroog, Norderney, Spiekeroog, Wangeroog, Helgoland, Besterland. 1 leber die Fahrkartenbeschaffung wird noch näheres mitgeteilt. Großfener auf dem alten Hamburger Güterbahnhof. Ein Großfeper tam am Sonnabend nachmittag in der dritten Stunde, vermutlich durch Selbstentzündung, auf dem alten Hamburger Güterbahnhof an der Invalidenstraße zum Ausbruch und machte der Feuerwehr unter Leitung der Bauräte Hammer und Lindner sehr viel Arbeit. Als die Feuer wehr dort antam, stand ein sogenannter Lumpenfpeicher in solcher Ausdehnung in Flammen, daß sofort Mittelfeuer an alle Wachen gemeldet wurde. In furzer Zeit waren 30 Fahrzeuge versammelt, die von allen Seiten mit 2- Br- und 4- Cr- Rohren gegen den Brandherd vorgingen. Troß der großen Hize und des undurchdringlichen Qualmie's gingen die Mannschaften von den schwachbesetzten Zügen mit größter Energie vor. Es gelang, die Flammen an weiterer Ausdehnung zu hindern und nach und nach auf den Lumpenspeicher von C. Lewin zu beschränten. Die vollständige Ablöschung ge staltete fich fehr zeitraubend, Die brennenden und glimmenden Ballen von Lumpen, Rohmaterialien für Stunftmolle- und Bapier. fabritation, Schleifertuche usw. mußten einzeln herausgeholt und fabritation, Schleifertuche usw. mußten einzeln herausgeholt und dann vollständig abgelöscht werden. Eine feineswegs angenehme Arbeit. Das entfesselte Element fonnte nur so mit Aussicht auf Erfolg gebändigt werden. Es glimmte und schwelte ununterbrochen weiter und fonnte jeden Augenblid von neuem wieder hell emporlodern. Der Schaden ist bedeutend, soll aber durch Versiche rung gedeckt sein. Weltuntergang-im Film. Die vorzeitige Explosion. Ein interessanter Filmprozeß fand gestern vor dem Botsdamer Schöffengreicht seinen Abschluß. Schon einmal hat der Prozeß dieses Gericht beschäftigt, murde aber zweds Einholung eines Obergutachtens vertagt. Angeklagt megen fahrlässiger Tötung waren der Elektromonteur Artur Horning, der Pyrotechnifer Emil Schmidt aus Berlin, der Filmregisseur Johannes Meyer und der Obermonteur Beitsch. Am 25. Juli v. J., abends 8 Uhr, follte in Nowames auf dem Gelände der Defla- Biostopgesellschaft von der Ufa- Kulturabteilung eine Filmaufnahme gemacht werden, die den Untergang der Welt darstellte. Bei Be rührung der Erde mit einem Kometen sollte sich ein Berg spaiten und Feuer und Rauch aus ihm dringen. Im Inneren des Berges, der aus Pappe und Holz bestand, wurden in einem besonderen Gang vier Büchsen Schwarzpulver eingebettet. An jede dieser Büchsen führte eine elettrische Starfstromleitung, die von einer Schalttafel aus furzgeschlossen werden konnte. Die Schalttafel wurde von einem besonderen Dynamo, der in einem Lichtwagen auf dem Plazz stand, mit Strom gespeist. Als die Arbeiter Bohne und Mertens noch im Innern des Berges mit dem Einbau der vierten Sprengfapfel beschäftigt waren, er plodierte plöglich die bereits eingebaute dritte Sprengladung. Dabei erlitten Bohne und Mertens schwere Brandwunden, denen Bohne nach einigen Tagen erlegen ist. Der Leiter der ganzen Aufnahme war der angeflagte Regiffeur Meyer. Mit der Einrichtung, Ausführung der Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 17. Mai. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. A. Böhme: Präludium( Dr. Artur Böhme am Harmonium). 2. a) Schubert: Verklärung b) Wol Ueber Nacht( Paula Kuck). 3. Ansprache des Herrn Dr. Horn. 4. a) M. Plüdden: Ave Marie b H. Trunk: Getrost, c) K. y. Heringen: Die Passionsblume. d) Weißer Flieder( Karl Burckhardt). 12-12.50 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). 12 Uhr mittags: Abteilung Heilkunde. Medizinalrat Dr. Paul Waetzold: Die Bedeutung des Auges". 3. Vortrag. Die Bedeutung des Auges für die Allgemeinmedizin". 12.30 Uhr nachm.: Abteilung Theologie. Dr. Hugo Greßmann:„ Das alte Israel und der alte Orient". 3. Vortrag. Weltentstehung( Schöpfung)". 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Reg.- Rat Dr. Zacher: Pflanzenschädlinge in der Landwirtschaft". II. Teil: Schädlinge der Hackfrüchte". 3.30 Ubr nachm.: Märchenstunde, Ida Orloff erzählt: 1. Helene Nyblomm: Hans Immerfroh. 2. Paula Dehmel: Siebenschläfer. 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert des Berliner Funkorchesters. Dir.: Selmar Meyrowitz. 7-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule ( Bildungskurse). 7 Uhr abends: Abteilung Kunstwissenschaft. Dr. Berthold Daun: Große Meister der Kunst. 3. Vortrag. „ Leibl* 7.30 Uhr abends: Abteilung Musikwissenschaft. Richard Stein: Einführung in die russische Musik". 11. Vortrag. Die modernen Traditionalisten". 8.30 Uhr abends: Populärer Abend. 1. Kurt Peiser: a) Drei Gedichte: Heimweh, Reue, Frühlingsmelodie, b) Großstadtkinder( ein Capriccio), c) Eine verliebte Bindestrichgeschichte, d) Der Haustee, e) Alte Liedanfänge, auf neu gebügelt( Kurt Peiser). 2. Verdi: a) Lied vom Weidenbaum aus Othello", b) Ave Maria( CLarlotte Berny, Sopran). 3. a) MeyerHelmund: Zauberlied, b) Levi: Der letzte Gruß. Rubinstein: c) Der Asra, d) Es blinkt der Tau( Maxim Rossi, Tenor). 4. Kurt Peiser: a) Guter Rat für die Rundfunkhörer, b) Schüttelkur", ein Notschrei aus dem Sanatorium in Schüttelreimen, c) Nachmittagstee, d), Der Rundfunk, Aufsatz von Karlchen Miesnick, Ueber- Doppel- Schüttelreime"( Kurt Peiser). ) Ein paar Dr. 5. a) Rossini: Arie der Mathilde, aus Tell", b) Boitu: Arie der Margarete, aus, Mephistopheles*. c) Puccini: Gebet aus der Oper Tosca"( Charlotte Berny). 6. a) Gounod: Frülingslied, b) Gastaldon: Musika proibita, c) Bakalainikow: Hab' Mitleid, d) Leoncavallo: Mattinata; e) Grieg: Ich liebe dich( Maxim Rossi). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik ( Uebertragung). Königswusterhausen, Sonntag, den 17. Mai. 11.30-12.50 Uhr mittags: Konzert Mitwirkende: Gertrud Otto Hirschfelder- Langer, Konzert- und Oratoriensängerin; Hutschenreuter, Violoncello; Hans Matthies, Organist am Flügel. 1. Fr. Chopin: Polonäse in A- Dur( für Klavier). 2. a) B. Godard: Berceuse aus der Oper Jocelyn", b) G. Meyerbeer: Szene und Romanze der Ines aus der Oper Die Afrikanerin( für Sopran). 3. a) G. B. Pergolesi: Arie aus Nina", b) Davidoff: Albumblatt ( für Violoncello). 4. H. Matthies: Inspiration für Klavier. 5. a) G. Puccini; Arie der Mimi aus der Oper: La Bohème, b) J. Strauß: Frühlingsstimmen, Walzer( für Sopran). 6. a) Noren: Berceuse, b) F. Fink: Novelette( für Violoncello). 7. G. Gounod: Serenade für Sopran, Cello, Klavier. 12 Uhr mittags: Esperantoeinlage. Montag, den 18. Mai. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau(, Er muß warten"). 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 7.30-8.20 Uhr abends: HansBredow- Schule( Bildungskurse). 7.30 Uhr abends: Abteilung Philosophie. Dr. med. Alfred Beyer: Psychologie für das tägliche Leben". 3. Vortrag.„ Männliches und weibliches Denken. 8 Uhr abends: Abteilung Technik. Ing. Joachim Boehmer:„ Der kritische Ingenieur( Technische Wochenplauderei). 8.30 Uhr abends: Orchesterkonzert. Dirigent: Georg Széll. 1. Berlioz: Ouvertüre zu, Carneval romain"( Berliner Funkorchester). 2. Liszt: a) Im Rhein, im schönen Strome( Heine), b) Ueber allen Wipfeln ist Rub'( Goethe), c) Kling' leise, mein Lied( Nordmann)( Hermann Schey, Bariton). 3. Berlioz: a) Sylphentanz, b) Tanz der Irrlichter, c) Ungarischer Marsch, aus Fausts Verdammnis" ( Berliner Funkorchester). 4. Liszt: a) Es muß ein Wunderbares sein( Redwitz), b) Die drei Zigeuner( Lenau)( Hermann Schey). 5. Liszt: Les Préludes( Berliner Funkorchester). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). An alle Rundfunkteilnehmer! Die Direktion des Großen Schauspielhauses teilt hierdurch mit, daß die Vergünstigung, die allen Rundfunkteilnehmern gewährt wird, nur noch bis 31. Mai in traft ift. Jeder Rundfunkteilnehmer fann für sich und seine Angehörigen bis zu 4 Starten an der Kasse 6 des Großen Echauspielhauses entnehmen. Die Karten werden zu einem Einheitspreis von M. 2. abgegeben und werden verloft. Es befinden sich nur gute Blazkategorien in der Verlofungsurne und zwar: Barlettloge, Ringloge, Orchester und Barlettring, Balkon und 1. Ring. Der II. und III. Ring befindet sich also nicht in der Urne. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß vormittags und abends die Karten verkauft werden. Jeder Rund-, funtteilnehmer muß als Ausweis feine leste Boftquittung borzeigen. erforderlichen Anlagen, der Ausführung der Explosion waren ber Byrotechniker und die beiden anderen Angeklagten beauftragt. Wie die vorzeitige Zündung möglich war, fonnte auch nach achtstündiger gründlichster Verhandlung nicht geflärt werden. Der als Sachverständiger geladene Brofessor Dr. Poppenburg von der Technischen Hochschule Charlottenburg gab sein Gutachten dahin ab, daß auch mechanische Einwirkungen die zu frühe Zündung des Schwarzpulvers herbeigeführt haben fönnen. Es fann auch ein Kurzschluß der Lampe dazu die Ursache gemesen sein. Wenn auch fleine Fehler von den Angeklagten gemacht worden find, so fönne er doch niemals sagen, daß diefe der Anlaß zu der Explosion gewesen find. Nach dem Antrage des Staatsanwalt wurden sämtliche Angeflagten auf Staatsfoften freigesprochen. Die gefeßlichen Kosten der Verteidigung bei dem Filmregisseur Meyer wurden der Staatstaffe auferlegt, da dieser in jeder Weise seine Pflicht bei den Anordnungen getan hat. Der Zu dem Autobusunglüd in der Königstraße wird mitgeteilt, daß die Behauptung, der Führer des Feuerwehrmagens habe tein Warnungssignal gegeben, nach der Vernehmung vieler Seugen nicht zutrifft. Er hat vielmehr während der Fahrt durch die Poftstrage fortwährend sein Klingelsignal ertönen lassen, so laut, daß ein Fahrgast des Omnibusses, wie dieser aussagt, auf dem Ber dec des Wagens aus seinem Halbschlummer gewedt wurde. Führer hat bei der Einfahrt in die Königstraße auch die Fahrgeschwindigkeit vermindert. Der Chauffeur Rautenberg will troßdem auf seinem Omnibus das Klingelsignal nicht gehört haben. Er erfiärt das damit, daß sein Motor start gearbeitet habe. Zu den pernommenen Zeugen gehören auch die bei dem Unfall verlegten Fahrgäste. Die Vorträge von Dr. G. Wyneten und A. Salm über bee und Aufgade der deutschen Schule und die Freie Schulgemeinde Widersdorf am 18. und 19. Mai, abends 8 1hr, finden in der Aula des Gymnasiums Georgenstr. 30-31 statt. Jeder fein eigener Arzt. Zu diesem Thema spricht am Sonntag, den 17. d. M., nachm. 4 Uhr, im Auftbad Neukölln in einer öffentlichen Verammlung Dr. med. Graaz. Eintritt für Jedermann frei. Bezirtsbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute pünktlich 2, Uhr nach mittags im Staatstheater Charlottenburg, Napoleon". Breis der Karte einschließlich Kleiderablage und Theaterzettel. 1. Karten find noch im Borraum des Theaters zu haben. Donnerstag, den 21. Mai( Himmel fahrt), nachmittags 2, Uhr, im Deutschen Opernhaus, Boccaccio Oper in 3 Aften bon F. Zell und Richard Gené. Musi! von Fr. v. Suppé. Preis der Karten einschließlich Kleiderablage MR. 1.30. Starten sind noch in allen bekannten Zahlstellen zu haben, Ein litauisches Dorf niedergebrannt. In dem litauischen Ort Schuetschne brach gestern ein großes Feuer aus, dem nach den bis jetzt hier vorliegenden Meldungen 150 bis 200 Gebäude zum Opfer gefallen find. Ein Löschzug der Memeler Feuer. mehr beteiligte sich an den Rettungsarbeiten. Bei dem Brand: sind fünf Personen ums Leben gekommen. Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Sindenftraße 3, für Groß- Berlin ftets an bas Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trev. rechts, au richten. Freitag, den 22. Mai, abends 7% Uhr, findet im Patzenhofer Ausschaut( Bodbrauerei), Fidicinstraße 2/3, eine öffentliche Bolts versammlung ftatt mit folgender Tagesordnung: Der Aufwertungsbetrug. Der Berrat der Deufschnationalen an den fleinen Gläubigern und Sparern. Referenten find die Mitglieder des Reichstags Hugo Heimann, Dr. Paul Hertz und Wilhelm Sell, Suttgart. Die Funffionäre werden erfucht, Interessenten auf diese VerDer Bezirksvorstand. fammlung aufmerksam zu machen. 3. Kreis Webbing. Arbeitsgemeinschaft ber Rinderfreunde, Gruppe Sum boldthain: Dienstag, den 19. Mai, 8 Uhr, Grünthaler Str. 5, Frithlings feier. Varteigenoffen und Ainder find eingeladen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag, den 19. mai, 7 Uhr, erweiterte. Rreis vorstandssigung bei Rlug, Danziger Str. 71. Stellungnahme zum Rceis vertretertag am 26. Mai im Lebigenheim Pappelallee 14. 27. und 31. Abt. Abrechnung für das 4. Quar 24., 25., 27., 28., 29. und 31. Abt. Jahres bericht abliefern. Die Genoffinnen laden alle Jugendwohlfahrtshelfe rinnen und helfer zu der am Mittwoch, den 20. Mai, bei Hoffmann, Enchener Str. 8, stattfindenden Arbeiterwohlfahrtskonferenz ein. 7. Kreis Charlottenburg. Dienstag, den 19. Mai, 7 Uhr, Kreisvertreter verfammlung in der Aula des Schiller- Realgymnasiums, Schillerstr. 26. Tagesordnung: Geschäfts- und Rassenbericht, Bericht der Kommiffionen und Neuwahl des Areisvorstandes. Die Delegierten müssen mit von der Abteilung ausgestellten Mandaten versehen sein. Die Stadtverordneten, Stadträte und Bezirksverordneten müssen anwesend sein. 11. Kreis Schöneberg. Kulturfartell: Montag, den 18. Mai, 8 Uhr, in der Schloßbrauerei, Sauptstraße, lieft Feliz Fechenbach aus feinem Bucht hausbuch; ferner Gesang der Arbeitersänger, Sprechchor der SAJ. 12. Atreis Steglig, Lichterfelbe, Zantwig. Montag 8 Uhr Fraktionssihung. Sämtliche Stadt- und Bezirksverordneten sowie alle Bürgerdeputierten find eingeladen. 14. Areis Reukölln. Ordnerdienst! Dienstag, den 19. Mai, 8 Uhr bei Schröder, Steinmegstr. 62, GSigung sämtlicher Abteilungsobleute und deren Stellvertreter. Anträge zur Kreisvertreterversammlung müssen bis Mittwoch, den 20. Mai, im Barleibureau eingereicht sein. Mittwoch, den 20. Mai, 7 Uhr, gemeinsame Sigung des engeren Borstandes mit der Bildungskommission im Barteibureau. 15. Areis. Montag, den 18. Mai, 8 Uhr, in Johannisthal, Stubenrauch ftraße 12-13, Bartrestaurant des Genoffen Bota, Kreisvertreterversamm Tung. Bortrag des Genossen Kurt Seinig über Steuerpolitit". Kreisvorstand trifft fich eine Stunde früher. Morgen, Montag, den 18. Mai: Der 3. Abt. Rommunale Rommission: 7% Uhr bei Krüger, Engelufer 23, Sigung. 21. Abt. Rommunale Rommiffion: 7 Uhr Gigung bei Kroll, Utredter Str. 21. Sämtliche Bezirks- und Stadtverordneten sowie alle ehrenamtlich in der Genteinde tätigen Genossen müssen erscheinen. Vortrag des Genossen Rimmermann:" Die Parteien im Berliner Rathaus". 32. Abt. 7 Uhr außerordentliche Funktionärtonferenz bei Aromphard, Grüner Weg 49. Wichtige Tagesordnung. 82. Abt. Rentölln. Pünktlich 8 Uhr bei Wolf, Raiser- Friedrich- Str. 173, Fund tionärsigung. Die Abteilungsmitgliederversammlung findet bestimmt am 28. d. M. ftatt. 104. Abt. Rieberschöneweide. Die Genoffen und Genossinnen, soweit sie nicht Delegierte find, beteiligen fich als Gäfte an der Kreisvertreterversamm Lung bei Bota, Johannisthal, Parkrestaurant( 8 Uhr). Bortrag des Genoffen Seinig. Sungfoaialisten. Gefamivevanstaltung Montag 48 Uhr im Preußischen Landtag, Brinz- Albrecht- Straße. Genosse Dr. Kucharsti spricht über Formen des Alaffenkampfes". 7 Uhr Gruppenkonferenz. 6 Uhr Arbeitsausschuß. Frauenveranstaltungen morgen, Montag, den 18. mai: 2. Arris Tiergarten. 7 Uhr bei Berger, Jagow, Ede Levegowstraße, Kreis frauenabend. Thema: Die politische Lage". Referent Gen. S. Aufhäuser. 17. Kreis Lichtenberg. 7% Uhr Kreisfrauenabend in der Schule Marktstraße. Arbeitsgemeinschaft. Referentin Genoffin Burm. Neuwahl der Leiterin. 4. Abt. 7 Uhr bei Roch, Schillingstr. 30, Bortrag des Genossen Fränkel über Heinrich Heine". 14. bt. 7 Uhr bei Gillwald, Putbuser Str. 24, Bortrag der Genoffin Schmin: Unsere Arbeit in der Rommune". 24./25. Abt. 7% Uhr im Lnzeum Greifwalder Str. 25. Bortrag der Genossin Adele Schreiber Krieger: Meine Erlebnisse in Amerika". Gäste milltommen. 26. bt. 7 Uhr bei Benjerid, Prenzlauer Allee 299. Vortrag des Ge nossen Linsenbarth. Gäste milltommen. 27. Abt. 7½ br bei Bogdanowis, Sonnenburger Str. 1. Bortrag der Ge noffin Wachenheim. Gäste millkommen. 29. bt. 7 Uhr bei Rlug, Danziger Str. 71. Thema:„ Die Gesundheit der Frau". Referent Genoffe Schreiber. Gäste millkommen. $ 1. Abt. 7 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. Löns- Abend. Referent Genoffe Barthel. Gäfte millfommen. 32. 206. 8 Uhr bei Wichle, Königsberger Str. 5-6. Neuwahl der Abtei Tungsleiterin. 37. Abt. 7 Uhr bei Jerasch, Ebertnftr. 10. Bortrag des Genossen Rosin über Wirtschaftsfragen". Bortrag 39. Abt. 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. des Genossen Oppenheimer: Die Wohlfahrtseinrichtungen der Arbeiter mohlfahrt". 44. Abt. 7 Uhr bei Nagel, Manteuffelftr. 47. Bortrag des Genossen Landgerichtsrat Ruben: Wohnungswesen und Mieten Gäste willkommen. 45. bt. 7 Uhr bei Sebeftreit, Reidenberger Str. 125. Bortrag der Gc. noffin Ellert: Religion und Sozialismus". 46./47. bt. 7% Uhr bei Pflug. Mustauer Str. 1. Medizinischer Vortrag der Genoffin Dr. Bngodzinski, 48. t. 7 Uhr im Graphischen Bereinshaus, Megandrinenstraße. Bortrag des Genossen Dr. Tichanter über„ Cherecht". 57. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr bei Thunad, Biclandftr. 4. Bortrag der Genoffin Kreffe. 68. Abt. Salenfee. 7½ Uhr bei Aling, Jobann- Georg- Str. 15. Gefelliges Beisammensein. Genoffen und Gäste milfommen. 93. Abt. Reukölln. Abends 7 hr veranstalten die Genoffiunen in Wolfs Gesellschaftshaus, Rirchhofftraße, einen Seiteren Abend. Alle Genossinnen and Genollen fomie eingeführte Gäste willfommex. Frauenveranstaltungen übermorgen, Dienstag, den 19. Mai: 21 6 714 Uhr bei Rroll, Utrechter Str. 21. Bortrag des Genossen Beer Loth: Die versunkene Glode". 33. Abt. Der Frauenabend findet nicht am Dienstag, den 19. Mai, fondern Mittwoch, den 20. Mai, 7% Uhr, in der Schule Hohenlohestr. 10 statt. Bortvag der Genoffin Riedger über Moderne Probleme in der Erziehung". 94. Abt. Neukölln. 7% Uhr bei Günther, Schillerpromenade 11. Bortrag des Genossen Schreiber über Rörperpflege Neuwahl der Abteilungsleiterin. Gäste willkommen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunte Groß- Berlins. Am 6. und 7. Juni findet im Landheim Meißners Sof ein Fortbildungskursus in praktischen Eraichungsfragen filr unfere Selfer und Helferinnen statt. Alle Anmeldungen find bis 20. Mai an Genoffen Epstein, D. 27, Blumenstr. 77, au richten. Brenzlauer Berg: Freitag, den 22. Mai, abends 8 Uhr, in der Aula des 2rzeums Greifswalder Str. 24-25, Vorführung des proletarischen Films Die Schmiede". Für Mitglieder Karten zu 30 Bf. an der Abendkasse. Nichtinitglieder 50 Bf. Die gelösten Karten aum Elternabend vom 20. März 1925 habert Gültigkeit. Für die Rinder findet am gleichen Tag, ebenfalls in der Aula des Lnzeums Greifswalder Str. 24-25, eine besondere Filmvorführung ftatt. Untoftenbeitrag 10 Bf. Wir laden alle Rindergruppen herzlich dazu in. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 119. bt. 2ichtenberg. Unser treuer und stets opfer und arbeitsfreudiger Genosse Balduin Mai ist durch Tod aus unseren Reihen gefchieden. Die Beerdigung findet Montag, den 18. Mai, nachmittags 24 Uhr, auf dem Sentralfriedhof in Friedrichsfelde statt. Jugendveranstaltungen. Gesangschor unb Mufiler! Morgen, Montag, ben 18. Mai, abends 7 Uhr, Ueben im Jugenbheim Lindenstr. 3. Alle müffen zur Stelle fein. Achtung Mädchen! Dienstag, den 19. Mai, abends 7 Uhr, Mäbchen. Yonferenz im Jugendheim Lindenstr. 3. Bortrag der Genoffin Adele Schreiber über Reisecinbrüde aus Amerika". Aus jeder Abteilung müssen die Mädchen erscheinen. Heute, Sonntag, den 17. mai: Bankwig: Fahrt Sirtengraben. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Lichterfelbe- Ost. Steglik 1: Fahrt Sirtengraben. Treffpunkt 7 Uhr Siemens, Ede Albrecht ftraße. Buchholz: Fahrt Rüdersdorfer Stalfberge. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Blankenburg. Schönhauser Borstadt: Treffpunkt Bhf. Gesundbrunnen nach Biefenthal. Often( Stralauer Biertel): Treffpunkt zur Versammlung 8 Uhr Rudolfplay. Berbebezirk Often: Generalversammlung vormittags 9 Uhr im Preußischen Landtag, Bring- Albrecht- Straße. Tagesordnung: Der Rampf um den, Landtag". Werbebezirk Ostbahn: Abends 8 Uhr im Jugendheim Lichtenberg, Parkaue 10, spricht Genoffe Fechenbach über" Sozialismus und Kulturbewegung". Genossen aus anderen Werbebezirken find willkommen. Morgen, Montag, den 18. Mai, abends 7% Uhr: Moabit I: Schule Waldenserstr. 21, Vortrag:„ Rörperkulture". Friedenau: Edule Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Rarl Marg". Often( Petersburger Biertel): Jugendheim Ebertyftr. 12, Bortrag: Wie stellen wir uns zur Reli gion?" Often( Stralauer Biertel): Jugendheim Goßlerstr. 61, Lichtbilder. vortrag: Die Sächsische Schweiz und unsere Osterfahrt". Eltern und Parteigenossen find eingeladen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14, Sebastianfte. 37/38, Sof 2 r. Gauverftand. Donnerstag, ben 21. Mai( Simmelfahrt), findet im herrlich gelegenen Briefelong die Fahnenweihe unseres hortigen Drisvereins Hatt. Wir ersuchen unsere Berliner Kameraben, fich recht zahlreich an dieser Feier zu beteiligen. Die Feftrede hat bez Kamerab Senatspräsident Dr. Großmann übernommen. Eintreffen bis 2 hr nach. mittags auf bem Bahnhof Briefelang. Abfahrt vom Lehrter Bahnhof, Borort ftrede nach Rauen. Kamerabschaft Webbing: Montag, den 18. Mai, abends 7½ Uhr, Turnabend Gothenburger Str. 2. Kamerabschaft Friebrichshain: Die am Montag, den 18. Mai, fällige Mitgliederversammlung fällt aus und findet dafür am Freitag, den 22. Mai, abends 7 Uhr, im Bereinslofal, Frucht. Straße 36s, ftatt. Ramerabschaft Bantam nebft Untergruppen: Montag, den 18. Mai, Turnen der gesamten Sameradschaft in der Turnhalle Bollantftraße. Kamerabschaft Ziergarten: Aug 3: Montag abend 17 Uhr lebungsabend. Treffpunkt Rugführer. Mittwoch, den 20. Mai, abends 7% Uhr, Radzügler Abfahrt nach Briefelang. Treffpunkt Bahnhof Butlinstvaße. Donnerstag, den 21. Dai, morgens 7 Uhr. Ramerabschaft Rentöln- Brig: 3. Rug: Mittwoch, den 20. Mai, abenbs 8 Uhr, Mahlomer Straße, Turnen. Kamerabschaft Friedrichshain: Sonntag, den 17. Mai, mitbags 12 Uhr, Treffen Der gesamten Rameradschaft vor dem Bereinslokal Fruchtstraße zur Teilnahme an der Bannerweihe der Kameradschaft Kreuzberg. Biinitliches, Dollzähliges Erscheinen Pflicht. Ramerabschaft Schöneberg- Friedenan: Die Rameraden treffen sich am Sonntag, den 17. Mai, im Reichsbannerheim zur Teilnahme an der Fahnenweihe der Romerabfchaff Areuzberg. marfa pünktlich 12 Uhr mit Mufit. Rameradschaft Reinidendorf: Sonntag, den 17. Mai, nach mittags 12% Uhr, Treffen aller Kameraden vor dem Gewerkschaftshaus, Engelufer, Ede Adalbertstraße, zur Beteiligung an dem Umzug der Kameradschaft Kreuzberg. Kameradschaft Königswusterhausen und Umgegend: Montag, den 18. Mai, abends 7½ Uhr, Treffen im Vereinsheim zur Uebung. Mittwoch, den 20. Mai, abends 7 Uhr, Werbeversammlung in Bildau. Bolzähliges Erscheinen Pflicht. Rameradschaft Tempelhof: Mittwoch, den 20. Mai, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung im Genossenschaftswirtshaus, Tempelhof, Dorfftr. 51. Rameradschaft Niederschöneweide: Kameraden, die am 21. Mai ( Simmelfahrt) an der Fahrt der Untergruppe Ober-, Niederschöneweide- Johannisthal teilnehmen wollen, werden ersucht, mit dem Vorortzug nach Rönigswusterhausen, ab 6.01 Uhr vormittags von Station Niederschöneweide- Jo hannisthal, bis Rönigsmusterhausen zu fahren. Achtung, Genoſinnen! Große allgem. Funktionärinnen- konferenz Dienstag, den 19. Mai, abends 7 Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienstraße 17/18. Tagesordnung: 1. Die politische Lage. Ref.: Genoffin Bohm- Sud. 2. Jahresbericht. Ref.: Gen. Todenhagen. 3. Verschiedenes. Gemeinschaft proletarischer Fecibenter, Steglik. Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 20. Mai, abends 7 Uhr, im Arbeiterjugendheim Aniep hof, Ede Jeverstraße. Vortrag der Genoffin Arische über Liebe und Che". Gäste willkommen. Berband Bollsgesundheit. Moning, ben 18. Mai, 7% Uhr, spricht Apotheker Paul Seifer im Frankfurter Sof, großer Gaal, Frankfurter Allee 313 ( früher Germania- Brauerei), über„ Gebärzwang? oder freie und gesunde Mutterschaft?" Großer Lichtbildervortrag. Radydem freie Aussprache. UnTostenbeitrag inkl. Steuer 50 Bf. Der Reichsbund der Kriensbeschädigten, Ariegsteilnehmer und Kriegerhinter bliebenen, Ortsgruppe Neukölln, Donauftr. 128, veranstaltet am Dienstag, ben 19. b.., 7½ Uhr, in der Aula der Knabenmittelschule Neukölln, Donaufraße 120, eine Mitgliederversammlung. Vortrag Dr. Graag:„ Der filmmernde Mensch und der Weg zur Gesundheit". Freie Aussprache. Berliner Esperanto- Bereinigung, e. B. Der neugegründete Berband ver anstaltet am Dienstag, den 19. d. M., feinen ersten öffentlichen Vortragsabend in den oberen Räumen des Cafe Jofty am Potsdamer Plaz. Herr Dr. R. Fulda spricht über Avabische Märchen". Der Bortrag beginnt um 8 Uhr. Alle Anhänger der Weltverkehrssprache Esperanto" sowie Interessenten und Gäfte find freundlichst eingeladen; ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Laboristal Ido- Uniono. Kunveno lundio ye, 18. mayo vespere ye 7% en yunarhemo, Alte Jakobstrado 136. Arbeitersport. Die Zechniker after am RAGE. beteiligten Organisationen treffen sich am Dienstag, den 19. Mai, abends 8 Uhr, bei Braffer, Michaelfirch, Ede Buster haufener Straße. In dieser Gigung wird das Programm endgültig fest gelegt. Organisationen, die ihre Vertreter nicht entfenden, werden nicht berüdsichtigt. Freie Turnerschaft Charlottenburg. Am Comming, ben 17. Mai, findet der Familienausflug nach der Jungfernheide statt. Treffpunkt aller Abteilungen 12% Uhr am Luifenplak. Abmarsch mit Mufit. Sport. Rennen zu Ruhleben am Sonnabend, den 16. Mai. 1. Rennen. 1. Dompfaff I( 2 Beiß), 2. Blaumeise( Lautenberger), 3. Corona Me Kinn( 3. Lichtenfeld). Toto: 65: 10. Plat: 19, 21, 13: 10. Ferner liefen: Karneval, Barmaid, Lady Bosworth, Marfamares, Martha III, Frechheit, Copal 2. Rennett. 1. Sudan( CH. Mills), 2. Soubrette( Ed. Mins), 3. Aita St( Stegemann). Toto: 17: 10. Blak: 14, 18, 16: 10. Ferner liefen: Buchdruder, Schwarzwaldmädel, Kazba, My Darling, Lebensluft, Diagonale, Klud, Invasion. 3. Stennen. 1. Beter A.( 2. Weiß), 2. Triumph(. Strauß), 3. Dilemma( F. Schmidt). Toto: 16:10. Blas: 13, 29, 101: 10. Ferner liefen: Mora, Andante, Kadett, Alarich, Hellina, Lottie Anvil, Sylvia Stout, Livius, Ludwig, Anita B., Dunajec, König Robert. 4. Rennen. 1. Erdmann( B. Hedert), 2. Aberglaube( 3. Mills), 3. Ballonkönigin( Triphan). Zoto: 24:10. Blat: 12, 15, 16: 10. Ferner liejen: Frankenstein, Interpellant, Alpenfer, Silverius. A.Wertheim Leipziger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz 40 Glocke mit Bandrand und BlumenGarnitur Kleiner Hut aufgeschlag., Strohu. Blumen- Garnitur 8.50 Damen- Mäntel farbig. Tuch, jugendliche Form, reich gesteppt. 2175 Ein Posten farbiger Tuch- Mäntel verschied. Formen 2650 durchschnittlich Seiden- Mäntel aus schwarzer glatter Kunstseide mit breiter Ripsblende, ganz gefütt. 69M Seiden- Kleid gestreifte Waschseide( Kunstseide) Sportkleid tarb. gestreift. Waschkrepp mit weißer Garnitur und Lackgürtel 1750 2350 Eleg. 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Ferner liefen: Margareth O'Donna, Brilon Brinz, Siegleicht, Goudster jun., Schmetterling, Terazzo, Lu, M. P., Duantität. 8. Rennen. 1. Ebonit( P. Finn), 2. Fürst( W. Freundl), 3. Cobra ( 5. Grube). Toto: 132: 10. Blaz: 54, 22, 22: 10. Ferner liefen: Verdun, Johannistäfer, Handjest, Barometer, Fenelon, Prinz Adbell. Die heutigen Rad- and Dauerrennen im Deutschen Stadion versprechen ein radiportliches Ereignis zu werden. Internationale Klaffe- die Namen haben wir bereits mitgeteilt wird sich dem Starter stellen. Beginn der Rennen 3%, Uhr. Geschäftliche Mitteilungen. Die Möglichkeit, im Herzen Berlins rasch und bequem ein erfrischendes Fußbad nehmen zu können, gibt eine Neueinrichtung, die von der Firma Stiller in ihrem Sentralgeschäft am Dönhoffplag geschaffen wurde. Fuk Therapeutikum nennt sich die neue Abteilung, die, bequem ausgestattet, von fachverständigem Personal bedient, der Pflege der Füße dienen soll. 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Mat, abends 9 Uhr 25 Min, verschied durch unglüds fall in der Nähe von Brüssow, Kreis Brenzlau, mein lieber, herzensguter Mann, der Gewertschaftsangestellte Franz Preuß tm Alter von 45 Jahren. Er war mir immer ein lieber, guter Gatte und treuer Berater. Um stille Teilnahme bittet bie trauernbe Witwe Frau Klara Preuß, geb. Brygti Bruchmühle b. Fredersdorf a. b. Oftb. Die Einäscherung findet am Mittmoch, ben 19. Mat, nachm. 3 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. statt. 19026 Hierdurch allen Berwandten und Betannten bie traurige Nachricht, daß mein innigitgeliebter Mann[ 9076 Balduin Mai nach schwerem Leiden sanft entfchlafen ift Anna Mai. BL- Lichtenberg, den 15. Mai 1925. Die Beerdigung findet am Montag, ben 18.5., nadm. 24 Uhr. auf bem Zentral- Friedhof in Friedrichsfelde ftatt. C& A BRENNINKMEYER Seltene KaufGelegenheit! Echt Eiche Schlafzimmer großer Ankleideschrank m. oval Kristall- Facette Spiegel, Betten pa. Stahlböden, Drellauflagen, großer WaschTisch m. echtem Marmor, kompl 620.-I. 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Mm ISZö um einen llkonat an. nachdem Abg. Dr. herh namens der Sozialdemokratischen Partei die Ablehnung erklärt hatte. Abg. Dr. Hertz(Soz.) führte aus: Die Vorlog« dieses Gesetzentwurfes ist notwendig z«. worden, weil die Re~------—— 1-----—*""—------ sehen, dem Wunsch« worden, weil die Regierung, wie wir au» einer Pressemitteilung er. sch« der Mehrheit des Steuerausschusses Rechmini tragen und die Vermögenssteueroorauszahlung hinausschieben will. Formell begrüßen wir dieses Gesetz, weil sonst die Gefahr bestanden hätte, datz im Wege einer Lerwaltungsanordnung die Rechtsgrundlage nicht beachtet worden wäre. Der bisherige Zustand mutz aufhören, daß ohne gesetzliche Ermächtigung die Regierung der- artig« Entscheidungen trifft. Aus fachlichen Gründen kommen wir trotzdem zur Ablehnung der Vorlage schon aus dem Grund«, weil sie keinerlei Begrenzung zeigt. Wir würden keine Einwendungen erheben, wenn es sich nur darum handelte. Der- mögenssteuerpflichtigen in bedrängter Lage«ine Begünstigung zu gewähren. Da das nicht der Fall ist, können wir unsere Zustimmung nicht geben. Aber auch deswegen nicht, well wir uns völlige rreiheit in der höh« und Art der Vermögenssteuer- ,ahlung überhaupt vorbehalten und meil wir befürchten, daß urch diese Hinausschiebung des Termins die Entscheidung über die Vermögenssteuer vorweggenommen wird, die nur zwei Zahlungen vorsieht, also nur in halber Höh«, wie es im Jahr« 1924 der Fall aar. lieber diese Frage jetzt sachlich zu sprechen, liegt kein Anlatz vor. wir können unser« Zustimmung nicht geben, weil wir uns die Freibeit über die Vermögenssteuer überhaupt vorbehalten. lVeifall bei Sen Sozialdemokraten.) Sämtliche Parteien mit Ausnahme der Völkischen und der Kommunisten haben«inen Gesetzentwurf zur Abänderung des Gesetzes über da» Ruhegehalt des Reichspräsidenten eingebracht, worin der Witwe de« Reichspräsidenten ein Witwen- geld in Höhe der Hälfte des C h r« n s o l d e s des Reichspräsidenten ausgesetzt wird. In der ersten Lesung erklären sich Abgg. v. Graese(Volk. V.) und Frau Arendsee(Komm.) gegen die Abänderung. Abg. Müller.Fraaten: Die erst« Anregung zu diesem Gesetz war nicht von uns aus- gegangen, aber wir haben es unterstützt und unterschrieben, well wir es sachlich für richtig hallen.(Sehr war bei den Soz.) Das wird in solchen Fällen immer unser Leitstern sein. Ich habe mich deshalb besonders gewundert, datz sich der Herr Abg. v. Graes« bei einer so einfachen Sache Mühe gegeben hat, die Ausführungen Tagen mit der Gehaltserhöhung des Reichspräsi- denten zu befassen habe». Dielleicht werden Sie da dieselbe demagogische Rede hallen. Ich erwart« das wenigstens von Ihnen. Run hat der Abg. v. Graes« eine Parallele zum Beamtengesotz gezogen. Wenn der Reichspräsident unter das Beamtengesetz siele, was ja nicht der Fall ist. dann wären seine Behauptungen auch nicht richtig. E» waren auch unter dem Kaiserreich Ausnahmen vorgesehen. Ich erinnere daran, datz Herren, die aus der Industrie oder Wirtschaft in Ministerposten umer Wllhelm II. berufen worden sind, nach 2 Jahren ihr« Pensionsberechtigung be- kamen und nicht so lange wie ander- zu dienen brauchten. Wenn Sie«ine Parallele hätten ziehen wollen, dann hätten Sie diese mit den Prinzen ziehen sollen. Ich frag«:,» Wo haben denn die Prinzen ihre Apanag« verdient, die sie be- kommen haben? (Zuruf rechts: Preußen.) Ob sie vom Reich oder von Preußen be- kommen haben, war den Steuerzahlern egal. Das ist nicht der«ist- scheidende Gesichtspunkt. Ich glaub« also, datz alles, was Herr v Graes« sachlich angeführt hat. unzittreffend ist. Am unzistres seich- !ten aber ist leine Behauptung, daß«r im Ramen weitester Kreis« >er Bevölkerung spreche. Nachdem die S p» l t u n g so bei Ihnen Einzug gehalten hat. wie es in de? letzten Zeit der Fall ist. sollten Sie etwas vorsichtiger Um, wenn Sic sich aus wellest« Kreise der Bevölkerung berufen.(Sehr wahr bei den Soz.) Damll komme ich zu dem aicheren Pol der Opposition, zu Frau Arendsee. Frau Arendsee hat hier ein« Parallel« zu ollen Möglichen Rentnern gezogen, aber Sie mästen doch zugeben, datz, wenn man vom Standpunkt der Sowjetaufiossung die Dinge ansieht, auch«in Unterschied gemacht wird. Sie tonnen uns ja einmal einen Dortrag darüber, hallen, was die Kriegsopfer »n Rußland an Entjchädigungen bekommen, dann werden wir litis über die Zahl mit Ihnen auseinnnderletzen können. Auch die Frau Abg. Arendsee mutzte einsehen, datz. solange staatliche Der- pflichtungen für gewisse höchste Beamte vorliegen, nicht ohn« weiteres die Parallel- zu dem gcwöyiillchen Leben gezogen werden kann.(Zuruf von den Kommunisten.) Ja, gewiß, ich habe Phoim graphien von Frau Alexandra Kalontat gejehen, die auch nicht aussahen, als weim sie aus der Wünzstratz« gekommen wäre. Sie mutz allerhand Bezüge bekuinmen, dt- es ihr erlauben, so aufzutreten, wie sie auszutreten pflegt. Irl) weise auch darauf hin. das T s ch i t s ch e r i n den König von Italien einen Besuch in Uniform gemacht J)8t und ich glaube, die Kosten müßte» ihm auch vom russischen Staate gegeben werden. Schließlich ist in den diplomatischen Kreisen bekanm. wie lururiö»— den Ausdruck hat Frau Arendsee gebraucht— am 7. November und bei anderer Gelegenhell, die Feste auf der russischen Botschaft sind. Ich habe nicht gehört, daß«s dort trockenes Bio! und Master gibt(Heiierkcit), oder spartanisch gelebt wird. Ich habe wenigstens nicht die Ueberzeugung, datz die Spartoner ihre schwarz« Suvpe mit Kaviar angerührt haben(große Heiterkeit), wie das in der russischen Botschast der Fall zu sein pflegt. Ich bitte also, etwas vorsichtiger zu sein. Sie(zu den Kommunisten) erkennen ja gewisse Repräsentationspflichten für Ihre Botschaften auch an und Sie erkennen sie auch für Ihre Beamten an, die Sie im Sowjetstaat haben. Deshalb hallen Sie lieber diese demagogischen Reden dort, wo sie hingehören, aber nicht bei einem Punkte der Tagesordn wo sie nichts Zu suchen haben.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Der Entwurf wird dann in zweiler Lesung angenommen. Di« dritte Lesung kann heut« nicht vorgenommen werden, well die Kam- munisten dagegen Einspruch erheben. Das Haus wendet sich dann der Beratung von Petitionen über die Einhdisstenographie zu. Der Berichterstatter des B'ldungsausschiist«, Abg. Becker(DDp.) begründet eine Entschließung des Ausschusses, datz die Reichs- und Länderregierungen die neue Einheitskurzschrift ständig überwachen mögen und etwaige Verbesserungen ungesäumt neronlassen. Als Ab» geordneter vertritt der Redner einen volksparteilich-deutschnotionalen Antrag, der die Regierung ersucht,«ine nochmalige Ueberarbeitung vorzunehmen. Abg. Blum«(Dnat.) schließt sich dem an. Abg. hofmann-Ludwigshafen(Z.) spricht sich gegen die noch- malig« Ueberprüfung aus. Staatssekretär Schulz meint, die Regierung halte es für höchste Zell, zur Praxis überzugehen. Abg. Dr. henh(Dem.) ist gegen eine weiter« Verzögerung. Abg. Dr. Löweafleiu(Soz.): Wir haben«inen Zufayan- trag gestellt, wonach auf eine dauernde Verbesserung der Einheitsstenographie hinzuwirken ist. Ich bitte um Ihre Zustim- mung. Nach all den Verleumdungen, die gegen Staatssekretär Schulz erhoben worden sind, muh aber betont werden, datz das ganze deutsche Volk ihm donkbar sein kann, datz unter seiner Leitung endlich eine einheitliche Stenographie geschaffen worden ist. In der Abstimmung wird der Antrag auf nochmalige lieber- prüfusig mit den Stimmen der Kommunisten abgelehnt. Das Haus wendet sich dann der Weitcrberatung des Etat« des Reichsministeriums für Ernährung und Oandnstrtschast Abg. Blum(Z.) meint, es sei setzt, wo die Industrie noch Schutz- zölle habe, selbstverständlich, datz auch die Landwirt- s ch a f t durch Zölle ausreichend geschützt werde. Der Redner setzt ZU. sich dann für das deutsche Müllereigewerb« ein, das durch die groß« Mehleins uhr geschädigt werde. Es gelt«, die Pari- tat zwischen In- und Auslandspreisen wiederherzustellen, wa» auch dura) eine Herabsetzung der Umsatzsteuer erreichbar wäre. Der Red- »er wendet sich dann gegen die Aussühnrngcn des Abg. I ä ck e r (Soz.), daß die landwirtschaftlichen Arbeiter zu schlecht behandelt würden. Ein Ausnahmefall besage nichts. Im Westen sei das Verhältnis zwischen Arbeitern und Bauern ein gutes. Was die Kredllbeschcfiung für die Landwirtschaft anbelange, so sei der Der- such, ausländisches Kapital hierfür zu beschaffen, den der Minister Könitz unternommen habe, aller Unterstützung wert. Im Reichs- b e m e r t u n g s g e s e tz vermißt der Redner eins genügende Berück- sichtiginig des londnstttschastlichsn Berufsstondes. Relcheernähriiqgsminlster Gras Könitz beantwortet die Jnter- pellation der Deutschnationalen, die sich gegendieAufhehung des Einfuhrverbots für Pferd« wendet. Die Aushebung war nötig, da das Verbot schon sehr durchlöchert war, ein s ch w u n g- hafter Handel mit Einfuhrscheinen drohte. Di« Haupt- sächlichsten Gründe für die Aufhebung der Einfuhrsperre sind abei! außenpolitischer Natur. Nach Aushebung der Einfuhr. sperre sind als oorläusige Lösung die autonomen Friedens- zoll«, bis zur Vorlage der neuen Zolloorlage, eingeführt. Dies« Zölle siegen höher als die vorherige Kopfabgabe. Abg. hamkeas(DVp.) setzt sich für Schutzzölle für die landwirtschaftlichen Produkte«in. Seinen Standpunkt dafür be- gründet der Redner in eingehenden Darlegungen auch mit der beut/ sehen Konkurrenzunfähigkeit dem A u s l a n d e, insbe- sonder« Argentinien gegenüber. Argentinien könnte beispiel». weis« den ganzen deutschen Fleischbedars decken, und zwar zu Preisen. "~' Wirtschaft auf keinen Fall mitkönne. Man beschließen, aber noch drin- d Fl-ischzölle. Beifall rechts.) Abg. hörnle(Komm.) meint, es bestehe jetzt eine Periode des beschleunigten Unterganges der Kleinbauern. Abg. Schmldt-Berlin(Soz.) behält sich eine ausführsich« Stel- lungnahme seiner Partei zur Schutzzollfrags vor. Abg. hänse- Thüringen(Dnat.): Die Landwirtschaft könne mll den B a r l ö h n e n der Industrie nicht konkurrieren, wenn sie auch nur notdürftig ihre«igen« Existenz fristen wolle. Wenn man aber den Naturallohn berücksichtige, dann bleibe Zweifel. Haft, wo bessere Löhne gezahlt werden.(Zustimmung.) Abg. Behrens(Dnat.) ist der Ansicht, datz die im Etat für die Prüfung der Förderungsmöglichkeiten der Landwirtschast eingesetzte Summe von 2,5 Millionen Mark verdoppelt werden müßte.(Bei- fall recht-.) Abg. Dr. Runkel(D. Dp.) begründet einen Antrat) seiner Partei, in dem die Regierung um Bereitstellung eines langfristigen Kredites in Höhe von drei Millionen Mark zu mäßigen Zinssätzen iür die Hochseeheringsfischerei zum Wiederaufbau der Fischereiflotte ersucht wird. Abg. Oberfohreu(Dnat.) spricht sich für einen ähnlichen Antrag seiner Partei aus. Zum gleichen Thema liegt auch ein s o z i a l p e m o k r a t i- scher Antrag vor. der den gleichen Betrag zum gleichen Zwecke an der entsprechenden Stelle im Etat einsetzen will. Reichsernährungsminister Graf kauih hebt das Interesse seines Ministeriums für das Fischereigewerbe hervor und sagt Bereitstel- lnng von Krediten soweit zu, als es die finanzielle Lage des Reiches eben gestatte. Abg. hörnle(Komm.) begründet einen Antrag, der sich dafür einsetzt, daß die Reichsgetraidestell« nicht, wie beabsichtigt, ausgelöst, sondern so ausgebaut werde, datz sie unter Kontroll« der Gewerkschaften usw. die Versorgung des orbeftenden Volkes mtt Brot zu erschwinglichen Preisen sicherstellt. Hiermit ist die zweit« Lesung erledigt. Nächste Sitzung: Montag 2 Uhr: Auswärtiger Etat. Schluß nach 7 Uhr.__ Menüerungea in öer Unfalloersicherung. Berficheryng mit Beginn der 6. Woche.— DeenyfaV- verfichervug.— Festsetzung alter Rente«. « A u s s ch u tz de, Reichstags be- ill« zur UnsaU- «e, Der Sozialpolitis endete am Freitag die erste Beratuno über die Novelle Versicherung. Zunächit wurde beschlossen, datz die Unfallversich«r«NK mitBeginn der S. Woche(bisher vom Beginn der 14. Woche) nach dem Unfall einzutreten hat. Unser« Genossen hasten beantragt, datz die Unfallversicherung für all« Unfälle, auch filr die. die nach Beendigung der ersten mns Wochen kein« Folgen mehr hinterlassen haben, einzutreten hat. Durch diese Forderuno sollten die Krankenkassen entlastet werden, zu deren Beiträge ja die Per- sicherten zu leisten haben. Dann wurde zur Seeunfallversicherung best,. daß all« Aenderungen, die in der Unfallversicherung beschlossen auch für die Seeunsallversicherung Anwendung finden sollen. Darauf wurde zur Festsetzung der alten Renten ge- schritten. Die Regierung wollte für Unfälle, die sich nach dem ZI. Dezember 1920 bi» zum 20. Juni 1924 ereignet haben, zur Berechnung der Renten Jahresarbeitsoerdienst« heranziehen, die gleich. artig« Versicherle heute oerdienen. Für die Unfälle, die sich bi« End« 1920 ereignet haben, sollten die der früheren Renten- berechnung zugrunde. gelegten Iahresarbeitsverdienst« maßgebend sein unter Anwendung einer bestimmten Umrccbnungsquote. Die Iahresarbeitsverdienst« aus den Iahren 1S8S bis 1890 sollten mtt 1,50 vervielsälligt werden, und dann sollte die Derviel- sättigungszahl für die späteren Jahr« immer kleiner werden und für Unfälle au, den Jahren 1907 bis 1909 auf l stehe». Für die Unfälle aus den Jahren 1910 bis 1914 sollten dann 90 Proz. des Iahresarbeitsoerdienstes gerechnet werden, und der Prozentsatz sollte dann immer geringer werden bi» auf 10 Proz des Verdienstes im 4. Quartal 1920. Gegen dies« Berechnung des Jahresarbettsverdienstes wandte» Ich unsere Genossen. Genosse K a r st e n wies an Hand statistischen aterials, das der Zentralverband der Arbeitsinvaliden zusammen- ... IfeieO...,. Bergleute herauskommen, in EinzelMen von 800 und 700 Mark. Unser« Genossen verlangten, daß die gesamten alten Renten nach Iahresarbeitsoerdiensten berechnet werden, d i« eute gleichartig« Arbeiter oerdienen. Dieser vor- )lag wurde aber abgelehnt. Beschlossen wurde dann, daß all» Unfälle seit dem 1. Sali 1914 bis zum 20. Juni 192S nach Iichresorbeitsver- diensten berewnet werden, die gleichartig« Dersich«>t« zur Zeit de» Inkrafttreten, de» Gesetze» wt-- oienen. Unsere Genossen setzten sich, nachdem ihr Antrc�z abgelehnt war. mtt Erfolg dafür ein. daß die Iahresarbeitsverdienste genoin- inen werden, die n ach dem 2 0. Juni 1924 vexdisnt sind, damit die geringen Löhn« au» dem Frühjahr 1924 nicht als Renten- grundlage für die kommende Zeit mit in Betracht kommen könne». Es soll«in paritätischer Ausschutz für jeden Bezirk einer Unfall» berufsgenossenschaft gebildet werden, der für die einzelnen Beruf« die Jahresarbettsverdienste festfetzt. Mindesten» mutz der SktSü bliche Tagelohn, der am 1. Juli 1928 niatzgebend ist. als Iahresverdienst gelten, wenn der wirkliche Jahresarbeit»- verdienst gleichauiger Arbeiter geringer ist. Für die Unfälle vor dem 1. Juli 1914 sollen die aste« Jahresarbettsverdienste wetter gelten. Unser« Genössen verlangten. daß«in« höhere Dervielfältigungszahl zur Berechnung der asten Renten angewendet werden soll. Es wurde dann in folgender Weife die Berechnung der asten Renten beschlossen: in de» Zahlen — wenn sich der Unfall ereignet hat 1910—1914 1,10,,,,,, 1907-1909 1,15,,,,,, 1905-1008 1,26 ,,,,, 1900-1904 1,35 � r, 1898—1809 1,46 ,,,,.„ 1896-1897 1.60 ,,,,.1, 1891-1895 1,65„., 1885-1890 Die alten Iahresarbeitsverdienste sollen auch dann nicht gekid-rt werden, wenn st« den Betrag von 1800 Mark übersteigen, die Boll- renten sollen ebensalle. wie es für die neuen Renten festgesetzt ist, 70 Proz. des Jahresarbettsverdienstes betragen. Ebenso werde» die Kinder zulagen sür Renten von mehr al« 80 Proz. der Vost- tent« gewährt- Auch die sonstigen Aenderungen. die geschaffen sind. gellen sür die allen Renten in gleicher Weise. Di« Umrechnung der Renten tritt mit Wirkung vom 1. April 1923 ei». wettere Rückwirkung, wie es unsere Gevossen verlangten, mnrde abgelehnt. Es soll noch eine zweit« Beratung im Ausschuß stattfinden. Mit der Verabschiedung de» Gesetzes im Plenum ist vor End« Juni nicht zu rechnen. »«HOß.0 MÜLLER r o u c M T 2 r f m s r h.n s-S i' � neu ruare Gewerkschaftsbewegung ( Gemertschaftliches fiehe auch 4. Geite Hauptblatt.) Der Arbeitskonflikt in Dänemark. Das Einheitsfront- Manöver in Frankreich. Paris, Anfang Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die französische Gewerkschaftsbewegung ist durch die von Moskau propo zierte Spaltung der Arbeiterorganisationen viel schwerer ge troffen worden als die politische Bewegung. Nach dem Kriege hatte bie Confédération Générale du Travail, der Allgemeine Arbeitsbund, einen Aufstieg genommen, der die reaktionären Kreise außer. ordentlich stark beunruhigte und der die ganze französische Arbeiter. bewegung zu großen Hoffnungen berechtigte. Mitten in diesen Aufstieg playten plagten die Moskauer Spaltungs bomben. Unser dänischer Korrespondent schreibt uns: Die Hoffnungen auf Beilegung des dänischen Arbeitskonflittes haben sich als trüge rif ermiesen. Alle Bestrebungen, eine Einigung zwischen ungelernten Arbeiten und Eisenindustriellen herbeizuführen, find gescheitert. Der Transportarbeiterstreit ist infolge: deffen ausgebrochen. Es wiederholt sich das Bild von 1920 und 1922, Durch einen in der frevelhoftesten Beise pom Zaun gebrochenen doß der Streit der ungelernten Arbeiter mit den allgemeinen Eisenbahnerstreif, der sich zu einem Generalstreit Industriellen in einem langwierigen, verbisie aller Berufsfategorien erweiterte, gelang es den Kommunisten, die nen Stellungsfampf endet, der für die Organisationfaffen, Brandsadel in das große Organisationshaus der Gewerkschaften zu wie für die Wirtschaft kostspieliger wird als dem Kampfobjekt entschleudern; das war im Jahre 1920. Ein Jahr darauf war spricht. Someit aus den hinter geschlossenen Türen geführten Veres um die Einheit geschehen und neben der alten CGT. handlungen bekannt wurde, ist der Streitpunkt die drei entstand eine neue, unter direttem Befehl Mostaus prozentige Teuerungszulage und ihre Berechnung in den Akkordlöhnen. Die Arbeitgeber stüßen sich darauf, daß im letzten stehende Gewerkschaftszentrale, die sich mit zynischer Demagogie ,, Confédération Générale du Travail Unitaire"," Einheits- GeMonat die Preise gefallen sind und infolgedessen feine Teuerungsmerffchaftsbund", nannte. Durch das Wort„ Einheit" versuchten zulage mehr in Betracht kommt, während die Arbeitnehmer mit Recht die Jünger und Gehilfen Moskaus, die in den Massen des fran auf der Zulage bestehen, weil sie schon im März als Entgelt für die zosischen Proletariats, soweit es überhaupt für Organisationen Internom Dezember bis März gestiegenen Breise fällig war. effe zeigt, stets vorhandene Sehnsucht nach einer einzigen einheitlichen Organisation zugunsten der Kommunisten aus zubeuten. Aber die Massen der französischen Proletarier, die an sich, auf Grund langjähriger syndikalistischer Traditionen, der Moskauer Phraseologie sich äußerst zugänglich zeigten, behielten dech Einsicht genug, um die gewaltige Irreführung zu er fennen, die in der Tatsache lag, daß die Spaltungszen trale sich„ Einheits" Bund nannte. So gelang es der CGT11. nicht, die ursprünglich erträumte Entwicklung zu nehmen; ihre Organisationen sind von Jahr zu Jahr zurüdgegan gen und ihr Verhältnis zu Mosfau hat allerlei Trübungen erfahren. Es ist begreiflich, daß die Gemertfchaften gern eine Beilegung des Konflikts, der auch viele ihrer Mitglieder arbeits Ins macht, sehen werden. Auch die sozialistische Regierung hat natürlich das größte Interesse an einer Beendigung des Kampfes. Schon fordern die Konservativen in ihrer Presse Einberufung des Reichstags und drohen, den Konflitt zu einem M i Btrauensvotum gegen die untätige Regierung zu benuzen. Die Lage ist insofern besonders ernst, als die das Ministerium ftügende radikale Partei sich eben auf einer Landestagung für behördlichen 3wangsschiedsspruch eingesetzt hat, ein Gedanke, den die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften ab Tehnen. " Irgendeine Prophezeiung darüber, zu welchen Konsequenzen Der Konflikt führen wird, ist im Augenblic nicht zu geben. Der einzige Ausweg scheint immer noch der Weg der Berhand. Iungen zu sein. Nollendorf 1120, 1121, 1122 M. Lammiromm& Vogel Vogel Potsdamer Str. 127 Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Herren- u. Damen- Stoffe Größte Auswahl! Bekannt billige Preise Ripse, Gabardine in allen Farben, 130 br. 8.50, 7.50 5.95 Burberry, Covercoat, 140 br., f. Mäntel u. Kost. 10.50, 7.95 5.25 Mouliné- Ottomane in allen Farben.. 12.50 9.50 Mäntel- und Kleider- Seiden äußerst billig! und Paletot- Stoffen Gelegenheitskäufe in modern. Herren Anzügen Paul Karle Geschäft: Warschauer Straße 79 2. Geschäft: Frankfurter Allee 49 für die Spaltung der Gewerkschaften, seitdem sie erkannt haben, Das ist der tiefste Grund dafür, daß die Hauptverantwortlichen daß sie die Mehrheit der französischen Arbeitertlajse niemals er obern würden, mit immer neuen Einheitsvorschlägen an die alte CGT, deren Generalsekretär Léon Jouhaur ist, herantreten. Auch auf seiner letzten Tagung hatte der Nationalrat der alten CGT. fich wieder mit einem solchen Vorschlag zu befassen. Die Moskauer hatten einen allgemeinen Gemertschaftstongreß vorgeschlagen, an dem sich die Mitglieder beider Zentralen beteiligen sollten. Würden die steten Angriffe gegen die alte Organisation und ihre Führer, die vor feiner Entstellung zurüdschredende Kampagne der humanité" gegen die Derräterischen Reformisten" nicht den unwiderleglichen Bemeis dafür ergeben, daß es sich auch heute für die Moskauer nur um neue 3ersplitterungsmanöver handelt, um einen Versuch, die alten Führer zu isolieren, so hätte der Borschlag wohl Annahme erfahren fönnen. Aber bei den Debatten, die im Nationalrat der CGT. stattfanden, hat sich flar gezeigt, daß die Mehrzahl der Delegierten feine Spur von Vertrauen zur Ehrlichkeit des„ Einheits"-Borschlages der CGTU. befizt. „ Die abgebrauchten Klischees von der Unterwerfung gegenüber Moskau oder der Kommunistischen Partei machen auf niemanden mehr Eindruc", hatte am 17. März einer der fommunistischen Ge wertschafter, Racamond, in der Humanité" geschrieben. Die Debatten und die Beschlüsse des Nationalrats der CGT. haben aber gezeigt, daß Herr Racamond fich irt. Die meisten Redner haben die fefte Ueberzeugung zum Ausdrud gebracht, daß ein JDgenannter von der CGT. und der CGTUL gemeinsam einberufener Damen Kleidung zu besonders billigen Preifen Blusen Voileblusen mit farbigem 2.90 Waschkleider Waschseiden- Kleider aus gemustertem Stoff. cats and Kopfen roth rigen Be- 20 Hemdblusen reich garniert... 375 mit Taschehen, in schönen Streifen, Bastkleider reine Seide, gestreift. Kasaks ans gut. 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Paar 950 1250 1650 „ Einheitstongreß die Aufmärtsbemegung ber ber 582 engedi nen Zentralverbände nur storen, neue 3mietragt jaen und den Kommunisten Material zur Verschärfung ihrer Hege gegen die alte Organisation liefern würde. Deshalb hat die erdrückende Mehrheit des Nationalrats der CET, der fommunistischen Vorschlag abgelehnt Streitgefahr im rheinisch- westfälischen Transportgewerbe. Bochum, 16. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Berhand. Iungen über die Erhöhung der Löhne im rheinisch- meftfälisches Transportgemerbe haben zu feinem Ergebnis geführt. Die Arbeitgeber lehnten jedes Entgegenkommen ab. Sollten sie auf ihrem ablehnenden Standpunkt beharren, jo merden die Arbeiter versuchen, mit Hilfe des Streifs die für fie unerträgliche Lage zu ändern. Die Borbereitungen zur Durchführung eines etwaigen Rampfes Find bereits getroffen. Streif in der Schuhfabrik Handarb". Die gesamte Belegschaft der Schuhfabrit Handarb", Inh. Translateur u 3iegenbalg, Reutölln, Lahnstr. 30, ist am 15. Mai in den Streit getreten, meil die Firma den Siebssprug bes Reichsarbeits ministeriums vom 20. März 1925 nicht erfüllt. Zentralverband der Schuhmacher, Berlin Zentralverband her Schuhmacher. Dienstag, ben 19. tai, admittees Uhr, Branchenverfammlung der Fermacherei im Goal 3 bes Gement/ parts. haufes, Engelufer 25. Deutscher Baugemertsbund, adgruppe ber plez. Diensing, bee 19. Mai. nachmittags 5 Uhr, Bertrauensmännerverfammlung bei Lehmann. Abalbers ftraße 24. Jede Firma uko jede Baustelle murk vertreten fein. Wetterbericht für Berlin und Umgegend. Fortbeneb mer b better Für Deutschland. Ueberall warm, in Beft und Gübbentilab Getritters neigung Sch. Sagen Sie bitte aufrichtig, ob Sie bei älteren Damen und Herren nicht schon manchmal die unversehrte Fülle ihres Kopfhaares bewundert und fich gewünscht haben, es möchte Ihnen fpäter auch dieses Glüd beschert sein? Alle Ihre Wünsche und hoffnungen werden erfüllt durch eine ständige Pflege mit Scherings fluffiger Leerfeife. 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Beilage des Vorwärts Das Für und Wider der Agrarzölle. Zu den bevorstehenden Schutzzolldebatten. nicht durchführbar erscheint. So fezt er sich u. a. für abwärtsgleitende 3ölle bei solchen Industrien ein, von denen zu befürchten ist, daß sie, plötzlich der Konkurrenz des Weltmarktes ausgesetzt, sich nicht würden halten können. Gegen diese Degressivzölle jeder Herabsehung eines Bolles stagnieren wird, weil jeder mit einer prechen jedoch schwere Bedenken, da die Nachfrage monatelang vor Preisermäßigung rechnet. Als die Reichsregierung ihren ersten Bersuch im Herbst| fte, sucht er auch Wege der Vermittlung, mo ein mirtlicher Freihandel vorigen Jahres machte, den Reichstag in der Zollfrage zu über rumpeln und sich durch ein Ermächtigungsgesetz die Einführung von Schutzöllen bewilligen lassen wollte, war die breite Oeffentlichkeit auf das gewaltige Wirtschaftsproblem so gut wie gar nicht vorbereitet. Die Wirtschaftslage hatte sich grundlegend verändert. Krieg bereitet. Die Wirtschaftslage hatte sich grundlegend verändert. Krieg und Inflation hatten auf die Einkommenverteilung und Kapitalbildung, auf Produktion und Konsum umwälzend gewirkt. Dementsprechend mußte auch die äußere Handelspolitik, deren wichtigste Handhabe die Zölle sind, sich neu orientieren. Waren doch die Lebensmittelzölle größtenteils außer Kraft gesetzt, die Industriezölle spielten für die Gestaltung der Ein- und Ausfuhr fast gar keine Rolle, da während der Inflation und in der Zeit der Ruhrbesetzung lange die deutschen Grenzen der eigenen Kontrolle entzogen waren. Als es gelang, das„ Loch im Westen" zu verstopfen, da war es ebenfalls nicht so sehr die Zollpolitik, mit der man den Zustrom von Waren aus dem Ausland zu regulieren vermochte, sondern in viel höherem Maße eine Art Außenhandelspolizei, die durch Ein- und Ausfuhrverbote oder bewilligungen reguliert wurde. Das Ber= failler Diktat, soweit es Deutschland die Pflicht zur Gewährung der Meistbegünstigung an alle Ententestaaten auferlegt hafte und obendrein auf Kosten der deutschen Wirtschaft den Bersuch unternahm, die schweren Schäden der neuen Grenzziehung für die ab= getretenen Gebiete durch bestimmte Vorschriften zu mildern, hatte Deutschland jede handelspolitische Selbständigkeit genommen. Erst am 10. Januar 1924 fonnte man mit Erfolg daran gehen, die Zölle und die handelsverträge wieder zum Mittel der Handelspolitif zu machen. In den Monaten vorher und nachher wickelten sich, die großen Handelsvertragsverhandlungen ab, die bisher nur teilweise zu Ende geführt sind und deshalb auf große Schwierigkeiten stießen, weil Deutschland einen für Verhandlungszwede geeigneten Zolltarif nicht besaß, der der veränderten Lage der Weltwirtschaft und des Weltmarktes Rechnung getragen hätte. Jeht plant die Regierung bekanntlich unter dem Borwande, einen Berhandlungstarif zu schaffen, die Wiederein führung der Agrarzölle. Schon die Form, in der die Agrarzölle vorgeschlagen werden, zeigt ganz eindeutig, daß die Agrarzölle gar nicht zum Mittel der Handelsvertragspolitik werden sollen, denn die vorgesehenen Bollsäge sollen autonom sein, d. h. fie dürfen nicht in irgendwelchen Handelsverträgen abgeändert werden. Es ist ein durchsichtiges und gefährliches Manover, was man hier vornimmt. Die Schutzzolldebatten werden in den nächsten Wochen beginnen. Sie treffen diesmal die Deffentlich feit nicht unvorbereitet. Auf zahlreichen Interessentenversammlungen ist die Zollfrage bereits behandelt worden, die Wissenschaft hat zu ihr Etellung genommen und aus der Feder zahlreicher Autoren liegen jekt bereits Arbeiten über die Bollfrage vor. Einige wichtige feien hier hervorgehoben, um interessierten Parteigenossen die Möglichteit einer eingehenden Information zu geben. Grundfragen der neuen deutschen Handelspolifit. Bekanntlich haben sich auf der Stuttgarter Tagung des Ber eins für Sozialpolitik die Vertreter der Wissenschaft in ihrer weitairs überwiegenden Mehrheit für eine freihändlerisch gerichtete, also dem schutzöllnerischen Proteftionismus feindliche Han delspolitik ausgesprochen. Die Referate, die auf dieser Tagung gehalten wurden, spiegeln deutlich die schweren Konfitte wieder, unter denen selbst die früheren Anhänger des Schutzolles ihre Auffaffung aufgeben mußten. Sie sind bei Dunder u. Humblot( München und Leipzig) als Sonderausgabe aus Band 170 der Schriften des Vereins für Sozialpolitik erschienen. Die Schrift enthält vor allem die Referate von Mag Sering, Christian Edert, Bernhard Harms und Georg Gothein, die sich übereinstimmend gegen jede unnütze Belastung der deutschen Lebenshaltung wenden und in den Schußzöllen fein Mittel gegen die Agrarfrise sehen. Schutzzoll oder Freihandel? Eine Tendenzschrift des Landwirtschaftsrates. Der Deutsche Landwirtschaftsrat hat unter dem anspruchsvollen Titel„ Der Schuß der landwirtschaftlichen Erzeugung als Vorbedingung des Wiederaufbaus der deutschen Wirtschaft eine umfangreiche Denkschrift herausgebracht, deren Inhalt und Tendenz bereits durch die verantwortlich zeichnenden Herausgeber gekennzeichnet ist. Die Agrarier wollen den lückenlosen Hochschutzzolltarif um jeden Preis. Diesen zu begründen, schrecken sie vor feiner Verdrehung von Tatsachen zurück. Interessant ist es immerhin, daß die extremen Verfechter des Hochschutzzolls durch den früheren Schutzöllner Sering so weit in die Enge getrieben wurden, um zugeben zu müssen, daß bei der gegenwärtigen Lage der gesamten Weltwirtschaft ein Preisdruck auf Getreide nur bis zum Frühling infolge zu niedrigen Verbrauchs, nicht zu großem Angebots, herbeigeführt werde. Ueber die Tatsache, daß die heutigen Getreide preife eigentlich Schutzölle für Deutschland gar nicht rechtfertigen, hilft man sich mit allen möglichen und zum Teil recht anfechtbaren Argumenten hinmeg. Neuerdings freilich behauptet man dann, daß die hohen Preise durch die Zurückhaltung des Angebots herbeigeführt seien, eine Behaup. tung, der von anderer fachmännischer Seite widersprochen wird, die aber wohl nur eigens für die Schlußfolgerung aufgestellt ist, daß in Zukunft die Getreidepreise am Weltmarkt wieder infen würden. Man versteigt sich selbst dazu, daß man behauptet, Schutzölle würden sich nicht in einer Preiserhöhung auswirken und würden trogdem die Landwirtschaft ich üzen". Drüber gehts eigentlich nimmer. Bedenkt man, daß in dem Buche auf 184 Seiten eine Fülle von Material zusammengetragen wurde, so fann man nur sagen, daß dieses Material mur geeignet ist, um über die waren Gründe dieser Propaganda, das Hochschutzzollinteresse des Großgrundbesitzes, hinwegzutauschen. Die Bergbaukrise im Lichte einer Zechenbilanz. Einblick in die tatsächlichen Verhältnisse des Kohlenbergbaues gewährt angesichts des Mangels offizieller Erhebungen am ehesten noch die Geschäftslage der reinen Bechen. Dafür ist der soeben veröffentlichte Geschäftsbericht der Harpener Bergbau A.-G. neben dem. Bergwerksbesiz des Preußischen Staates die größte Gruppe reiner 3echen in Deutschland von besonderer Bedeutung. Die Verhältnisse der Harpener Bergbau- A.- G. sind besonders aufschlußreich, weil der seit 1913 nicht sehr bedeutend vermehrte Grubenbefiz Vergleiche mit der Vorkriegszeit gestattet. Allerdings darf man den Einfluß dabei nicht übersehen, den die bei der Harpener durchgeführte intensive Kohlen verwertung im eigenen Betrieb auf die Vergleichsgrundlagen hat. Leider gibt der Geschäftsbericht gerade für diesen wichtigen und in der gegenwärtigen Krise besonders bedeutsamen Betriebszweig feine Zahlen. Bie fchon befannt, läßt die harpener Bergbau- 2.- G. für das Geschäftsjahr 1924 ihre Aktionäre ohne Dividende. Aus diefer Tatsache allein läßt sich für die allgemeine Lage des deutschen Rohlenbergbaues nicht viel entnehmen; denn der englische Rohlenbergbau z. B., dessen industrielles Hinterland durch das Fehlen der Inflationswirkungen viel abnahmefräftiger geblieben ist, verteilt auch nur minimale Dividenden. Entscheidend für die Beurteilung ist das Verhältnis der Kohlengewinnungskosten zu den erzielbaren Preisen. Unter den Kohlengewinnungsfosten selbst muß geschieden werden zwischen eigentlichen Betriebskosten, zu denen auch die Handlungsuntesten und Abgaben zu zählen sind, und den Löhnen. Der Geschäftsbericht gibt folgende Ziffern, die wir durch das Prozentverhältnis ergänzt haben: Mittlere Kohlengewinnungstoften je Tonne 1913% M. 6,18 64,7 Löhne B 0 1924 8,14 54,1 4,14 2,79 27,545,9 Unter diesem Titel hat Dr. Alexander Rüst om den intereffanten und selbst für den Rundigen außerordentlich instruktiven Bersuch gemacht, alle wichtigen Argumente für und gegen den Materialfoften 1,95 20,4135,3 Schußzoll gegenüberzustellen.( Berlag Frankfurter Sozietätsdruderei Allgem. u. Handl.- Unt. 1.43 14,9 m. b. 5.) Er befaßt sich zunächst ganz grundsäglich mit der Frage 18,4/ 45,9 M. 9,56 100 der Schutzölle im allgemeinen, geht dann speziell auf die Frage der 15,07 100 Agrarzölle und auf die der Eisenzölle ein. Was die Schrift so Danach ist gegenüber der Vorfriegszeit der Lohnanteil brauchbar für den im Meinungstampfe stehenden Bolitiker macht, das absolut um das 1,3fache, der Anteil der Materialtoften um das ist der Umstand, daß Rüstom die Bertreter des Schuzzolls mit jedem 2,1fache, der Anteil aller sonstigen Roften um tnapp das zweifache einzelnen ihrer wichtigen Argumente aufmarschieren läßt, um dann gestiegen. Der Förderanteil je Mann und Schicht betrug nun in flarer und fnapper Formulierung darzutun, inwieweit die Mei- 1924 0,891 Tonnen gegenüber 0,915 Tonnen 1913. Das sind nung der Schutzölner grundsäglich falsch, inwieweit sie besonders 97,4 Broz, also nur noch sehr wenig unter 1913. Der heute nicht anwendbar ist. Der Verfasser hat eine Fülle von Ma- Real lohnschichtverdienst des Kohlenhauers betrug 1924 5,74 M. terial zusammengetragen und teils im Text, teils in Anhängen ver- gegenüber 6,63 M. 1913. Aljo 66,6 Proz. Bei nur 86 prozen wendet, das die Wirkungen der Schußzölle und ihre schweren Gefigem Lohn beträgt die Arbeitsleistung 97 Proz fahren gerade für die kommenden Jahre schildert. Es ist nicht der Borkriegszeit. Die Leistung der Bergleute ist ohne Interesse, daß Rüstom dabei feststellen fann, wie Hug Stin- nach den eigenen Zahlen der Harpener also relatin beträcht nes, der als Schwerindustrieller doch innerlich für die Politik des lich höher als die darauf verwendeten Lohntoften. In den alten Deutschland start eingenommen war, sich furz vor seinem Tode Löhnen können die Gründe der Dividendenlosigteit also nicht gesucht gegen jede Schutzollpolitik ausgesprochen hat:„ Er werden. Das fommt in dem vergleichsweisen Anteil der Löhne an ( Stinnes) jei vor dem Kriege unbedingter Schutzzölner gewesen, den Gewinnungskosten auch deutlich zum Ausdruck. Er ist von jezt aber ebenso unbedingter Freihändler, denn er sei 64,7 Broz. im Jahre 1913 auf 54,1 Proz. im Jahre 1924 gefunten. nicht doktrinär genug, um gegenüber den völlig veränderten Ber- Start gestiegen ist dagegen der Anteil der Material- und sonstigen hältnissen am Aiten festzuhalten. Die deutsche Wirtschaft brauche Kosten. Der Materialkostenanteil stieg von 20,4 auf 27,5 Proz., ber heute nichts notwendiger als den frischen Wind völliger Anteil der sonstigen Kosten von 14,9 auf 18,4 Proz. Unter den fon Freiheit, und von Schutzzöllen dürfe heute, seiner Ueberzeugung ftigen Roften find auch die Steuern und Soziallasten einbegriffen, nach, nicht die Rede sein." Die Schlußfolgerungen Rüstoms decken die als unerträgliche Falschbelastung bezeichnet werden. Bemer. fich, wie es aus fachlichen Gründen gar nicht anders sein kann, durch- fenswert ist nun, daß die Handlungsunfosten, Steuern und aus mit denen der wissenschaftlichen Sozialpolitiker. Weil die Not- Sozialleistungen je Tonne meniger start gestiegen wendigkeit eines starten gports jede Privilegierung einzelner sind als die Materialfosten; jene um 25 Broz., diese aber Wirtschaftsgruppen durch Zölle, die verteuernd wirken und die um 30 Broz. Daraus ergibt sich zwingend, daß die Gründe der Produktionskosten steigern, unmöglich macht, weil heute alles auf die Dividendenlosigkeit, ganz entgegen der gewohnten Be Förderung einer gefunden Berarbeitunsgindustrie ankommt, deshalb hauptung, niel stärker bei den gestiegenen Matefann von Rohstoff- und Agrarzöllen nicht die Rede rialfoften, als bei den Steuern und Sozialleistungen liegen. Das sein. Da Rüstow den Fragen mit größter Objektivität gegenüber wird noch durch die Tatsache unterstrichen, daß die Harpener Berg Prüfat in NEUE Fervor 5 Sonntag, 17. Mai 1925 bau-.- G. besonders niedrige Materialfoften hat, weil sie ihr Grubenholz aus eigenen Betrieben bezieht. Es ergibt sich also, daß, wenn ein Reingewinn erzielt wird, diefer Reingewinn aus der Unterbezahlung der Bergleute fließt und daß. menn fein Reingewinn erzielt wird, dies stärker zu Lasten derinneren Betriebskosten, als der Steuern und Sozialleistungen geht. Nun wird zwar feine Dividende verteilt, aber es ist ein Rohgewinn von 10,5 Millionen erzielt, aus dem auf Abschreibungen 7,5 und auf die Bergschädenreserve 2 Millionen fallen, so daß ein Ringewinn von 1,04 millionen verbleibt. Rund 14 Proz. erhalten die Bergleute heute weniger als 1913. Zu 14 Broz. oder 1,6 Millio nen Mart entstammt der Rohgewinn also den weniger gezahlten Löhnen. Der erzielte Rohgewinn von 1,04 Millionen aber stammt. noch zu den Abschreibungen und Bergschäden aus der Unterentloh vollständig daraus, ja 560 000 trägt die Belegschaft der Bergwerke nung bei. Daraus ergibt sich der weitere zwingende Schluß, daß die Harpener Bergbau- 2.- G., wenn sie die pollen Borfriegslöhne zu zahlen gehabt hätte und die jetzigen Abschreibungen und Bergschädenreserve betriebswirtschaftlich notwendig waren, die Material fosten überhaupt nicht hätte aufbringen tönnen, die zum Betrieb und zur Erhaltung der Werke notwendig gewesen wären. Für die Dividendenlosigkeit der Harpener Bergwerfs- 2.- G. bleibt also fein anderer Erklärungsgrund mehr übrig, als daß die Bewertung ihrer Anlagen in der Golderöffnungs bilanz zu hoch erfolgt ist, die erzielbaren Umfäße und Preise sind durch die Konkurrenzlage absolut bestimmt, die Löhne und Gehälter, die Steuern und Sozialleistungen sind der einseitigen Bestimmung durch die Unternehmungsleitung entzogen. Wenn sie die Material- und Unterhaltungskosten also aufbringen will, die sie aufbringen muß, gleichzeitig aber noch eine Dividende erwirtschaften will, so muß sie die Werte der Anlagen so tief ansehen, daß die Abschreibungen noch einen genügenden Reingemim laffen. Es ergibt sich danach, daß die Dividendenlosigkeit, soweit fie nicht durch die Kohlenhandelslage erzwungen ist und soweit diese sich nicht bessert, ihre Ursache in der Ueberbewertung der Anlagen hat, oder, was dasselbe ist, in der zu hohen Festsetzung des Aktienkapitals. Soweit man daher die Verhältnisse der Harpener auf den Kohlenbergbau übertragen fann, liegt die entscheidende Ursache der schlechten Lage des Kohlenbergbaus niemals in den Löhnen oder der Ar beitsleistung und jedenfalls nicht allein in der Höhe der Steuern und Sozialleistungen. Sie liegt wesentlich in der zu hohen Bewer tung der Anlagen, die eine zu hohe Abschreibung erfordert und bei gespannter Geschäftslage die Grundlagen für die Erzielung einer Dividende zerstören muß. K- r. Eine Kartellstelle bei unserer Reichstagsfraktion. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat. beschlossen, eine Kartellstelle einzurichten. Damit ist ein Institut geschaffen, das im Kampf gegen den Kartellunfug von Be deutung werden wird. Die Kartelistelle dient dem Zweck, den Terror der Wirtschaftsfartelle und Interessenverbände wirtsamer zu befämpfen. Um das zu tönnen, muß die Fraftion fortlaufend über die Mißbräuche der Kartellgewalt informiert werden. Sie wird dann nicht nur bei dem Etat des Birt schaftsministeriums den Kampf gegen die Kartelle aufnehmen, sondern sobald es die Umstände auf Grund des eingehenden Materials erfordern. Es ergeht daher an alle Kreise der Wirtschaft, an alle Personen und Organisationen, denen Mißbrauch der Kartellgemalt cder Vorbereitungen dazu befannt werden, die Aufforderung der Kartellstelle unter Einsendung von Bemeismitteln Mitteilung zu machen. Weiter ist dringend erwünscht, daß die Stellen, die sich wegen dem Mißbrauch der Kartellgewalt be schweren oder die Klage erheben, sowohl von der Beschwerde oderan Klagefchrift als auch von jedem Schreiben, das in der Beschwerde der Klagefache abgesandt oder empfangen wird, eine Abschrift an die Kartellstelle zur Einsendung fommt. Die Stelle wird ver waltet vom Reichstagsabg. Genossen Kräzig. Alue Einsendungen find an ihn zu adressieren. Der Berliner Arbeitsmarkt. für fast alle Berufsgruppen gesteigerte Aufnahmefähig Die günstige Arbeitsmarfilage in Berlin bot im allgemeinen teit Insbesondere tam dies für die Metallindustrie zum Ausdrud, deren Mangel an Qualitätsarbeitern eine immer größere Ausdehnung erfährt. Im Verfolg dessen ist die Metallindustrie dazu übergegangen, geeignete Arbeitskräfte zu Fach fräften heranzubilden. Bon der günstigen Arbeitsmarktlage blieb das Handelsgewerbe und das Bureaufach unberührt. Der bereits seit einiger Zeit begonnene Aufstieg im Handelsgewerbe erfuhr seit furzem einen erheblichen Rüdgang, so daß der Arbeitsmartt im allgemeinen hier als ungünstig zu bezeichnen ist. Falls die vorhandenen Absatzschwierigkeiten und die Kapitalnot nicht behoben oder zu mindestens gemildert werden, ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß bald eine weitere Zunahme der Stellenlosigkeit erfolgen wird. Es waren 40 339 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 40 981 der Borwoche. Darunter befanden sich 28 191 ( 29 055) männliche und 12 148( 11 926) meibliche Personen. Unterftügung bezogen 14 398( 14 544) männliche und 3317( 3320) weibliche, insgesamt 17 715( 17 864) Personen. Die Zahl der zu gemeinnügigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 147 gegen 137 der Vorwoche. In der Metallindustrie war die Arbeitsmarktlage auch in der Berichtswoche als günstig zu bezeichnen. Die Anforderung für die Elektroindustrie und den Werkzeugmaschinenbau stehen wiederum an erster Stelle. Gleichzeitig günstig ist der Beschäftigungsgrad für Turbinenbau, Eisengießerei sowie für den Autobau. Auch die Glüh lampenindustrie war start aufnahmefähig für gelernte sowie ungelernte weibliche Kräfte. Der weiterhin gute Geschäftsmartt im Spinnstoffgewerbe arbeitern. Gut beschäftigt blieb auch fernerhin die 3e11ft off und verzeichnete vornehmlich einen Mangel an Färbern und FärbereiPapierherstellung und verarbeitung. Die Geschäfts lage in der Lederindustrie und Industrie lederartiger Stoffe bot im allgemeinen, insbesondere für Tapezierer und Sattler, günstige Unterbringungsmöglichkeiten; geringere Nach frage war dagegen nach Lederarbeitern sowie an Kräften für die Portefeuiller- und Reiseartikelbranche zu verzeichnen. 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Ihre Stimme bebte von Begeisterung und Zorn.„Ich verlange von Ihrer Mutter eine Erklärung an Eidesstatt.' sagte sie,„daß sie mit Ihnen in diesem Zimmer war. lind der Teufel soll mich holen, wenn Sie mir die Erklärung nicht bringen. Und ich werde ihr schreiben nach Ungarn, und selber fragen.' Da muhte von Tara lächeln und Frau Ioly schrie: „Sie haben keine Mutter, das ist's! Lügenhusar! Und nur her mit dem Sekundaner! Dem will ich hinter die Ohren prügeln! Und her mit dem schuldigen Geld! Hüten Sie sich! Nehmen Sie sich in acht!' Bon Tara war bleich bis unter die schwarzen Haare geworden, die standen steilgebürstet und glänzten. Er öffnete weit die Tür und machte, stumm, nur«ine Gebärde. Frau Ioly ging. Sie hatte etwa» wie Achtung vor seiner Art, ja, sie bewunderte chn. Er war aus adligem Haus«. Sein seine» Benehmen verließ ihn nie... oder selten... und dann war die Männlichkeit schuld. Soll das aber eine Frau, die ihr« Zimmer vermieten muß, um zu leben, oerleiten, schwachherzig zu sein, wo harter Wille Not tut? Geschäft ist Geschäft. Und am nächsten Tage packte Frau Ioly den riesigen braunen Koffer, der steil an der Wand stand, und schleift« chn au» von Tara» Zimmer hinaus. Sie sperrte ihn in die Badestube, oerschloß die Tür, oersteckte den Schlüssel. Den ganzen Tag über war sie mtt vielem Packen und Räumen im Haushalt beschäftigt und dabei lächelte sie mit den blanken Augen. Sie dachte also entweder an an Jakob oder an Herrn van Tara, den Offizier. Wie unerschrocken sie war! Sie sah dem Verhängnis in die Lugen und wich nicht au». Don Tara kam in sein Zimmer und schrie: "tein Koffer?' „Bleibt in meiner Verwahrung bis die Mieterechnung de» glichen ist.'— An der Tür stand sie, beinahe lächelte sie vor Mut. Bon Tara tanzte. Er machte Sprünge. Er juchzt«. .Still«, stille, mein junger Herr,' sagte Frau Ioly. Und sie war wie«ine Mutter zu ihm. um seinen Schmerz zu lindern. .Sehen Sie. junger Mann,' sagt« sie,.da ist mein graues Haar. All die Erfahrungen haben es grau gemacht. Ich sage Ihnen— Ihr Unglück wird bald vergessen sein, Sie müssen nur die böse Wurzel erkennen. Und wenn Sie die Miete bezahlen, mein junger Herr, soll Ihnen der Kofser wieder gehören. Und haben Sie etwas Achtung vor diesem grauen Haar.' Aber von Tara wollte keinen Trost. Er wollt« seinen Kosfer haben..Meinen Koffer will ich haben,' schrie er auf,.meinen Koffer will ich haben.'— Und dann in der Sprache seiner Heimat. Frau Ioly zuckte die Schullern. Da übersetzte er es ihr. Und das hieß wieder:„Meinen Kosfer will ich haben.' Sie sah, daß sie ihm nicht helfen tonnt« und ließ ihn allein. Sie ging in die kleine Stube und sah ihrem Sohne beim Essen zu. Jjaft du noch Hunger?' fragt« sie. „Wenn noch etwas im Topf ist: sa,' antwortet« er. Und sie stieß die flache Kelle, di« sie als Löffel oerwandte, tief in den Topf und brachte sie wieder herauf. Do zitterte ein Schrei durch die Luft. Es war wie der Sieges- schrei eines wilden Tiere». Si« lief hinaus. Jakob folgte. Was war? Bon Tara hatte den Schlüssel entdeckt, der zu dem Schrank auf dem Flur gehörte und seitlich am Nagel an der Wand hing. Er hatte also ein Tauschobsekt und hiell es triumphierend hoch in die Luft. Denn in dem Schrank befand sich alle Kleidung Frau Ialys und ihres Sohnes, Pelz und Muff, Mantel und Hut, Abendkleider und Opernglas, Stiefel, Zylinder und Cutaway. Und all dies« Sachen hatte Frau Ioly dem Herrn von Gara einmal gezeigt, wie sie im Flur stand, den Schrank zu ordnen, und halle gesagt.- Das wollten sie beide tragen, sie und ihr Sohn, wenn der vor den Priester zur Trauung ging«. Und den Schlüssel zu diesem kostbaren Schrank hiell Herr von Gara in Händen. Hoch in der Luft ließ er ihn beben und schrie: „Den Koffer heraus! Den Kofser heraus! Ich will meinen Kofser haben!'— Aber setzt klang da» ganz ander». Und trotzdem gab grau Ioly den Koffer nicht herau». Drei Tage lang ging Herr von Gara mll diesem Schlüssel in Händen herum. Wo er Frau Ioly sah, zeigte er ihr den Schlüssel und immer sagte er:„Morgen entleere ich Ihren Schrank.' „Das werden Sie nicht tun,' sagt« Frau Ioly. „Ob ich das tun werde,' sagt« von Gara:„geben Sie meinen Kofser heraus.' „Bezahlen Sie Ihr« Miete.' „Das kann ich nicht, weil Sie mich beleidigt haben. Nach dem Ehrenkodex bin ich verpslichtet—' Und dann drehte Frau Ioly sich um und da» Gespräch war zu Ende.— Aber am drillen Tage machte er Ernst. Frau Ioly hall« ihm wieder den Rücken gedreht. Da fluchte er fremde Worte zwischen den Zähnen und ging zum Schrank und öffnete ihn. Und da stand er vorm Schrank. Frau Ioly stand am Herd in der Küche. Sie kümmerte sich nicht einmal darum, was er tat. Der Schrank war leer. Da hälle Herr von Gara beinahe geweint. Frau Ioly kam wieder, um ihn zu trösten, wie damals, ol» er seines Koffer» vor- lustig gegangen war. Aber der Offizier war nicht zu hemmen. Er rannte durch alle Stuben, di« ihm nicht gehörten, und stieß mll dem Fuß In die Ecken und fchri«: „Ich will meinen Koffer haben! Ich will meinen Koffer haben!' Im kleinen Zimmer saß Jakob und aß. Er ließ sich nicht stören. Gut, daß wir uns nicht duelliert� haben, dieser von Gara und ich, dacht««r wahrscheinlich, sonst könnte ich nicht im Sessel sitzen und essen. Und von Gara nahm einen leergegessenen Teller. der neben Jakob stand, und warf ihn auf die Erde.„Na.. U' sagte Jakob. Bor dem Ladezimmer machte von Gara hall. E? mußt« wohl: denn� da war verschlossen. Er rüllell» wütend die Klinke, stieß mll Füßen und Knien gegen da» Holz, stemmte den Kopf da- gegen.— Und Frau Ioly, die ihm durch alle Stuben gefolgt war, stand da und sagte:„Ja, ja...' und bedauerte ihn, den jungen gfriwn, „O Sie...! Sie sind eine Kluge.' rief er verzweifell,„eine Kluge, Kluge, ganz Klug»! Und den Schrank entleert sie und sagt mir nichts und läßt mich den Schlüssel nehmen.' „Lieber Herr von Gara...,' sagte Frau Ioly. Si« war so stolz. Eine Kluge, Kluge, ganz Kluge! halle von Gara gesagt. E» ist da» best» Gefühl von der Well, im grauen Haar von sich selber zu wissen, daß man die Schönheit der Jugend mll einer segenbrin» genden Gabe vertauscht hat: mll Klugheit.—„Lieber Herr von Gara...,' sagte sie. Aber Herr von Gara schrie:„Sie sind böse, Sie haben kein Herz. Sie sind ein Weib. Und Strindberg. der groß« Dichter, spricht au«, was ich da gesprochen habe. Sie sind ein Weib und haben kein Herz.' „Wie sind Sie ungerecht,' sagt« Frau Ioly,„ich habe Sie so in mein Herz geschlossen, daß es mir biller wäre, wenn Sie die» Hau- verließen. Ich will in zwei großen Zeitungen der Stadt öffentlich sagen, wie tief und schwer ich Ihre Ehre beleidigt habe. Wollen Sie dann Ihre Miete bezahlen?' „Dann... ja', sagte von Gara. Nun mußte er wohl. Denn wenn er nun zauderte, müßte er Zinsen bezahlen. Also begllch er die Rechnung. Und Frau Ioly schloß auf und schleifte mit eigenen Händen den Kofser in» Zimmer und stellte ihn wieder steil an die Wand. Herr von Gara war schweigsam. Er sah ein, daß über den Ehrenkodex, aus den er schwor, die Frau mit den grauen Haaren den Sieg gewonnen hatte. Sie brachte ihm einen neuen Kontrakt zur Unterschrist: Jakob hatte ihn angefertigt, zweimal hatte er ihn geschrieben, der arm« Junge: er war so müde vom Essen. Und dieser Kontrakt glich dem vorigen ganz und gar— bis auf den Zusatz, daß Herr-von Gara in Zukunft auch nicht sein« Muller, Großmutter und Urahne empfangen dürfe. Energiewirtsthast im Jahre 1949 Von Ernst Trebesivs. Sommer 1349. In dem großen Sitzungssaal de« Reichstag«» gebäudes zu Berlin tagt zum 23. Male die Weltkraftkonferenz, die erstmalig vor einem Vierteljahrhundert im Juni 1924 in London zusammentrat zu dem Zweck, die Energiewirtschast aller Kultur- voller unseres Planeten nach einhelllichen Gesichtspunkten zu regeln und WUHelm Ostwalds energetischen Imperativ:.Lergeud« keine Energie, sondern oerwerte sie', auch in der Wellenergiewirtschaft zur wirksamsten Durchführung zu bringen. Der greis« Präsideiu der Versammlung, der Engländer Gnndell Matthew», der vor 25 Jahren, fast zur gleichen Zeit wie der inzwischen verstorben« Amerikaner Tesla die drahtlose Uebertragung elektrischer Stark- ströme erfand, und damit zum Schöpfer der modprnen Wellkraft- Wirtschaft wurde, begrüßt die aus allen fünf Erdteilen Erschienenen und häll im Anschluß daran«ine längere Rede, in der er dl« Blick» zunächst um LS Jahre zurückschweifen läßt, um die erftaunllchen Fortschritt», die in dem zurückliegenden Dierteljahrhundert erziell wurden, in« hellst« Licht zu rücken. Wie war es doch damals, einig» Jahr« nach d«m Weltkrieg? Die Kohls, di« Hauptenergiequelle unseres Planeten(leider auch 1949 noch immer die 5)auptkrait. da andere ausreichende Quellen trotz heißester Bemühungen noch nicht erschössen werden tonnten), zu langer, langer Wanderung durch die Länder verurteilt. Mußten doch alle«,, Im Ruhrgebiet einem d«r groß»» Sohl«nlager der Erde, täglich mehr als 20 090 Waggon» berellgeftellt werden, um di« schwarzen Diamanten ihren Derbrauchsstellen zuzuführen. Leer- laufarbelt in gigantischem Ausmaß. Und dann die riesigen Energie- verluste an seder einzelnen Derbrauchsstelle. Beinahe jede Fabrik. jedes einzelne Wohnhaus, ja, sede einzeln« Familie hall« damals noch ihre eigene Feuerstelle mll all den Verlusten an Zell und Energie und den lästigen Begleiterscheinungen von Rauch, Ruß und Asch«. Di« mll langen, schwarze» Rauchsahn«» dg« Laad l» durchschneidenden Dampflokomotiven, die Benzinautomobile, dl Dampfer und Oelmotorschiffe aus Flüssen, Seen und Meeren, o- diese qualmenden und stinkenden Kohlen- und Oelfresser, wie oo sintflutlich muten sie uns Heutige an, obwohl erst knapp zw! Jahrzehnte seit ibrer endgülligen Ausschaltung vergangen sind. W � prllnitlo waren damals auch die ersten Versuche zur rationellere Ausbeutung der den Kohlen innewohnenden Energie. In den Mi seen sehen wir getreue Nachbildungen der damaligen sogenannte:» Ueberlandzentralen. Sie zeigen, wie wir schon damals bemu: t waren, di« Kohle nicht mehr wandern zu lassen, sondern ih Wärme am Orte der Gewinnung in Elektrizität zu verwandeln ur si« in dieser Gestall den Ortschaften des angrenzenden Bezirks z: zuführen. Doch ach, wie umständlich gingen wir dabei zu Wsrl! Kostspielige Drohtleitungcn mußten auf eisernen oder hölzernen Masten bis zu jedem einzelnen Stromnerbraucher verlegt werde Zu den hohen Stromverlusten, die solche Drahtleitungen mit ihre n Widerstand im Gefolge hatten, gesellten sich die Kosten für d Instandhaltung der Masten und Ldumgen. Im übrigen ab-- hall« jede größere Stadt ihr eigene» Elektrizitätswerk, wo d. Strom für Kraft- und Beleuchtungszwecke, für den Antrieb d> elektrischen Bahnen usw. aus Kohlen erzeugt wurde. Und dkescü Elektrizitätswerken mußten natürlich die Kohlen ebenfalls erst zn geführt werden, sofern nicht Wasserkräfte zur Verfügung standen. Welch Wandel trat nun ein, seit es den beiden erwähnten E. findern vor 23 Iahren gelang, elektrischen Starkstrom völlig droh los und in jeder gewünschten Richtung� zu übertragen, und damit die Weltkraftwirtschaft in völlig neue Bahnen zu leiten. Seitdem mandert die Kohle nicht mehr. Gleich neben den Zechen befinden sich die riesigen Ärostzentralen, in denen die aus den Schächten geförderten Kohlen zunächst oergast werden, um die zahlreichen Nebenprodukte zu gewinnen. Die aus der Kohlenwärme oder dc-i Wasserkräften gewonnene elektrische Energie wird sofort in die Erb.' geleitet, die als riesiges Sammelbecken wirkt und auch dem fernsten Derbraucher sederzei! soviel Strom abgibt, wi««r zum Antrieb seiner Maschinen, zum Kochen, Heizen und Backen benötigt. Die Dampflokomotiven fristen nur noch in wenigen Exemplaren at. Ausstellungsobjekte in Musee-i ihr Dasein. Di« Stromzuführunge- leltungen sind restlos verschwunden. Automobile mit Benzin� motoren gibt es nicht mehr. An ihre Stelle traten die Elsktrv mobil«, die genau wie die Lokomotiven und Straßenbahnwagen den Strom während der Fabrt aus der Erde empfangen. Die häßlichen Schornsteine mit ihren gesundheitsschädlichen Abgasen und ihrem unaufhörlichen Aschenregen sind aus dem Straßenbild verschwunden. Aus den Städten, auch denen mit ausgedehntster Industrie, sind reine Lungenheilstätten geworden, da keine Giftgase mehr Tausenden von Schornsteinen entquillen. Den größten Triumpb aber feiert die drahtlose Elektrizitäts- Übertragung auf dem Gebiet« der Schiffahrt und der Luftschiffahrt. Vom größten Ozeanschiff herab bis zum kleinsten Schlepper, vom Schlachtschiff bi« zum Unterseeboot haben all« Fahrzeuge nur noch einen Antrieb, nämllch den Elektromotor, der von den großen Flutkraftwerken an den Gestaden der Weltmeere gespolst wird. Auch die Luftschiffe und Flugzeuge haben den neuen Antrieb er halten und damit einen unbeschränkien Aktionsradius bekommen Besonder« wichtig aber ist neben der Raum« und Gewichtserspar- nt«, die durch den Wegfall des sonst mitzuführenden flüssigen Brennstoffes in Erscheinung trat, die Ausschaltung jeglichen Gefahrenmomentes. da beim Elektromotor weder Verjager noch Ex. plosionen zu befürchten sind. In ebenso genialer wie einfacher Weiss wurde das Problem der Kostenberechnung gelöst. Zunächst bestimmte«ine der früheren Weltkraftkonfirenzen, daß jede Nation nur Strom von besonderer Spannung zp erzeugen und der Erde anzuvertrauen habe, so daß jede» Doli nur soviel Energie dem gemeinsamen Sammelbecken zu entnehmen in der Lage ist, cht» zuvor von ihm hineingesandt wurde. Innerhalb der einzelnen Völker aber wurde die Kroftversorgunp völlig verstaatlicht. DI« Kosten werden gemeinsam nach sozialsn Gesichtspunkten durch eine besonders Landtraftfteuer gedeckt und jeder kann nun dem Sammelbecken soviel Strom entnehmen, alä er»m immer benötigt, Rettet die Armen vor würgendem Recht!] Du fremder Mann, dein Kleid ist schlecht, Dein Blick ist schen, die Stirne fahl, Sag, warf auch dich das grimme Recht In Höllenfreis der Kerferqual? Stieß deine Stirn sich, fofenweiß, Um weißen Kalf der Mauern wund? Lagst du die Nächte fieberheiß Auf Stroh gelauert wie ein Hund? Du Fremder der Straße, und warst du dabei, So fomme, es fomme, wer's immer auch jei! Berachtete strömen zu freiem Geschlecht Und retten die Armen vor würgendem Recht. Hat man dir Mond und jeden Stern Aus Himmeln deiner Nacht gezerrt? Hat Gnade deiner Richterherrn Auch deinen Schatten eingesperrt? Und wenn du auf den Knien rangst, Warst du durch feiges Coch bewacht Und heiß umftarrt von Spielerangit, Daß Qual nicht selbst ein Ende macht? Und warst du im Kerfer, so richte dich auf! Gezeichnete nehmen begehrenden Lauf, Kein Mann ist zu elend und feiner zu schlecht, Sie retten den Armen vor würgendem Recht. Es schwillt aus Erde reifer Fluch, Aus Nächten brennt ein Feuertag, Das frißt in eurer Richter Buch Wie eines Schlangenbliges Schlag. Die Toten suchen strafend Wort Aus Mord und Grab unjeliger Haft And rüffeln auf und reißen fort Sturmvolf der heiligen Leidenschaft. 3hr Massen der Straße, und wenn ihr es hört, So reicht euch die Hände und redt euch und schwört: Ja Schranken weist Herren verachteter Knecht Und reffet die Armen vor würgendem Recht. Franz Rothenfelder. Gottfried Keller und die Frauen. Bon Dr. Willy Blumenthal. + Dr. Thiele Gottfried Keller hatte kein Glück bei den Frauen. Er war Dheims, fennen gelernt hatte. Sie war Waise, sehr schön und äußerlich unscheinbar, ja geradezu mißgestaltet mit seinem gedrungebildet und hatte nur widerstrebend dem soviel älteren Dichter ihr genen Körper, auf dem ein viel zu großer Kopf saß. Dazu fam Jawort gegeben. Im Herzen dieses allzu zarten, lebensuntüchtigen fein etwas spießbürgerliches Gebaren, feine Ungewandtheit, Ver- Mädchens müssen sich während ihrer Verlobungszeit schwere Krifen drossenheit im persönlichen Umgang, was alles nicht dazu angetan abgespielt haben. Sie fühlte, daß sie ihren Bräutigam wohl achten, mar, ihn den Frauenzimmern" zu empfehlen. Sein Berhängnis aber niemals lieben fönnte, wurde immer schwermütiger und stürzte aber war es, daß er, wie Karl Dilthen einmal von ihm sagt, seine sich im Sommer desselben Jahres, als sie sich bei Verwandten in furzen Arme immer gerade nach den allerschönsten Früchten aus- Herzog- Buchsee aufhielt, in den Teich des Gartens, wo sie ertrant. ftredie. Er hat seine Augen stets auf besonders große, heroinenhafte Gottfried Keller hat über das schwere Schicksal, das damals fein Frauen geworfen, die ihn bei all ihrer Begeisterung für feine Leben beschattete, immer Stillschweigen bewahrt. Die Neuauflage Dichterbegabung nicht lieben fonnten. Keller frug dieses Mißgeschic von Gottfried Kellers Briefen, die Emil Ermatinger bei mit großer Würde und flüchtete sich immer mehr in seine Phantasie- Cotta besorgt hat, wedt erst wieder die Erinnerung an diese Satawelt hinein, in der er füße Frauenbilder" erstehen ließ, wie die strophe. In cinem Brief vom Jahre 1888, also 2 Jahre vor seinem bittere Erde sie nicht trägt". Nur einmal weiteten sich seine proble- Tode, als er erfährt, daß Berthold Auerbachs Briefwechsel erscheinen matischen, ein wenig tragikomischen Beziehungen zum weiblichen soll, schreibt er an Anton Bettelheim, den literarischen Sachwaiter Geschlecht zur wirklichen Tragödie. Im Jahre 1866 Keller war Auerbachs, mit Bezug auf eigene, an Auerbach gerichtete Briefe: 47 Jahre alt perlobte er sich mit einem Mädchen von 23 Jahren, In einem Brief an ihn muß die Bemerkung stehen, daß ich mich Luise Scheidegeger, die er im Hause seines Freundes, ihres verlobt hätte, und in einem späteren Briefe, die betreffende Person OC fet schon tot. Es handelt sich um ein trauriges Erlebnis im sor gerüdten Alter, welches ich jest um feinen Preis an die Deffentlichfeit gezerrt fehen möchte. Ich bitte Sie also dringend, die beiden Briefe jedenfalls wegzulassen." Und in Kellers Rachlaß findet sich folgendes Gedicht vom 8. 8. 1866, deffen Veröffentlichung wir gleich. falls Ermatinger verdanken: Du solltest ruhen und ich störe dich Ich störe deine Ruhe, süße Tote, Ich wecke dich im fühlen Morgenrote Und wecke dich, wenn Schlaf die Welt beschlich. Die in der Morgenfrüh' in leifen Schuhen Die Ruh' gesucht und mir die Unruh' gab, Nicht eine Feste ist dein zartes Grab, Drin du geborgen fannst und sicher ruhen. Entschwundenes Gut, o Herz voll feltener Güte, Stch auf und schüttle nur dein nasses Haar, Tu auf die lieben Aeuglein treu und klar, Gebrochen in des Lenzes reinster Blüte. Du mußt mit meinem Grame schmerzlich fosen So oft er wach, das ist die meiste Zeit. Erst wenn der Tod mir selber Ruh verleiht, Magft tehren du zu ruhn im Wesenlosen. Das Jnfetten- Aquarium. Der vielbeschäftigte Großstädter hat nicht immer die Zeit, dem mit Fischen bevölkerten Zimmeraquarium die erforderliche Pflege und Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Folge ist, daß die Fische häufig eingehen und der Besizer des Aquariums fich enttäuscht von ihm abwendet. Er möge es einmal mit Wasserinfetten versuchen. Bei jedem Aquariumhändler gibt es lebendes Fischfutter", winzige Krebstiere( Daphnien), mit denen er den Anfang machen fann. Es ist viel anziehender, fie im Baffer ,, hüpfen". als von Fischen weggefressen zu sehen. Das weitere holt man sich mit Hilfe eines fleinen Keschers und eines Gefäßes( z. B. eines leeren Honigglases mit Schraubdeckel) am Sonntag aus Waldgräben und Teichrändern. Große Wasserfäfer und deren Larven vermeide man zunächst, denn sie fressen alles furz und flein. Man bekommt eine Menge interessanten Kleingetiers ins Rez, nimmt auch etwas Froschlaich mit, um die Entwicklung zum Frosch zu verfolgen, einige Schnecken und einige Wasserpflanzen. Da man ganz unvermeidlicherweise Mückenlarven mitbringt, so bedeckt man das Aquarium am besten mit engmaschiger Drahtgaze, um von den später austriechenden Mücken nicht behelligt zu werden und damit auch die fertigen fleinen Frösche nachher nicht im Zimmer herumspringen. Es würde zu weit führen, auch nur einen fleinen Teil dessen aufzuführen, was unsere Gräben und Teiche an merkwürdigen Organismen bieten. Am besten wählt man ein ziemlich fleines Aquarium, das man abends vor die Tischlampe stellen fann. Das Treiben im Wasser läßt sich dann mit der größten Bequemlichkeit beobachten. Zur Einführung genügt das Buch von G. Ulmer Unsere Wasserinsekten"( Leipzig, Quelle und Meyer.) Im Berhältnis zum Fischaquarium bedarf das Infektenaquarium so gut wie gar feine Wartung. Die Kosten find fast gleich Null, und das Studium der einheimischen Kleintierwelt follte einem auch näher liegen, als das mühsame Experimentieren mit neu eingeführten erotischen Fischen interessanter ist es auf jeden Fall. L. L. Der Zigarettenverbrauch der Welt. In den Bereinigten Staaten von Amerika raucht nach einer fürzlich veröffentlichten Statistit jeder Einwohner im Jahre 628 3igaretten, eine Ziffer, die zurzeit den Weltreford des Zigarettenverbrauches bezeichnet. Unmittelbar hinter Amerika erscheint in der Reihe der Verbraucher Deutschland mit 599 Zigaretten pro Kopf der Bevölkerung. Es folgt Belgien mit 513, und in großem Abstand dann weiterhin Italien mit 284 und Frankreich mit 249 Zigaretten. Das Land, in dem die Zigarette am wenigften zu gelten scheint, ist Schweden, wo jeder Einwohner im Jahre nur 184 Zigaretten verbraucht. Und woun ommal das Geld nicht reicht, kauft man bei Fader faderleicht Tinder Morgenstunde in schönen Farben 5.25 Kunstseidene Trikotkleider Strickwesten Wolle, für Herren u. Damen 5.50 in vielen schönen Farben für 3.60 Sportwesten for Herren und Damen. Strickjacken m. pass Mütz, in viel.Farb. 5reine Wolle, Backfischgr. 0.70 Wäschestoffe so cm breit.... 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Baul Wegener ist in Deutschland lange Zeit die einzige traftBaul Wegener ist in Deutschland lange Zeit die einzige traft volle Persönlichkeit gewesen, die sich für den Film einsetzte und ihm feinen Stempel aufdrückte. Von den vielen Filmen der Borkriegszeit sind wenige, die uns heute noch im Gedächtnis haften. Aber die Wegener- Filme(„ Der Student von Prag"," Der Golem") sind uns noch deutlich in Erinnerung. Und seinen Rübezahlfilm möchte man immer wieder im Filmrepertoire sehen, wenn wir ein solches hätten. Es war daher eine frohe Hoffnung, wieder Filme voll Phantasie zu gegründet wurde. Es hat lange gedauert, bis der erste Film heraus fam und es mag viele Schwierigkeiten zu überwinden gegeben haben, ehe der neue Film, der jetzt„ Lebende Buddhas heißt, öffentlich gezeigt werden konnte. Begener ist wieder sein eigener Manuskriptverfasser, sein eige. ner Regisseur und Hauptdarsteller. Wie immer spielt das Wunder, die Myjtit, bei ihm eine Hauptrolle. Er versetzt uns in die seltfame Landschaft des Hochtibet, wo nach ihm ein graufiger Religionsfultus im Schwange ist. Dort wird unter der Hierarchie von Lamas eine schreckliche Göttin" verehrt, der noch Menschenopfer gebracht werden. Die Lamas verfügen über Zauberfräfte, mit denen sie ihre Gläubigen im Banne hulten. In diese mysteriöse Welt versetzt Wegener zwei englische Forscher, die alles daransetzen, die Geheimnisse dieser Sefte zu erforschen. Sie kommen gerade dazu, als der schreckliche Blutzoll entrichtet werden soll, und einem von ihnen gelingt es, eines der Opfer, eine bezaubernd schöne Frau, zu retten und mit ihr nach England zu entfliehen. Aber der Oberlama weiß geheimnisvolle Kräfte ins Wert zu setzen, um durch einen seiner Jünger die Geflohene und den entführten Geheimfoder ihrer Lehre wieder in seine Gewalt zu bekommen. Das Tempelleben mit seinem schaurigen nächtlichen Kultus, bei dem die Teilnehmer in einen fast wahnsinnigen Orgiasmus geraten, das magische Wirken des OberTamas, der wie ein Buddha auf seinem Schrein sitzt und durch seine Zauberfräfte alles beherrscht, erzeugen eine ſtarfe, manchmal sogar atemraubende und graufige Stimmung aus. Wir erleben mit Span mung, wie der Abgesandte des Oberlamas in England durch seine hypnotischen Kräfte, die rationalistisch zu erklären mären, aber auch durch unerklärbare übernatürliche Mittel die Befehle seines Herrn ausführt, das Opfer willfährig zur Rückfehr macht und den einen Engländer, der mit ihm auf Erlaubnis seines Oberlamas zurüd gefehrt war, gewissermaßen als einen vom Zauber der Lebenden Buddhas Beherten zurückläßt. Beilage des Vorwärts Hintergrund getreten und zerflattert in den Massenszenen, aber verdächtigt ihn der Gouverneur des Einverständnisses mit dem Erdiese treten dafür um so fräftiger hervor und geben gute Bild- schossenen und wirft ihn in den Kerter. Zu Vera sagt er:„ Wenn eindrücke. Schnizlers Vordergrund war die Liebe des jungen du mich heiratest, ist dein Vater frei." Vera willigt ein, der GouStudenten Medardus Klähs, der seine Schwester an dem adligen verneur aber läßt Wassily erdrosseln. Die Kommissare tommen geGeschlecht der französischen Valois rächen will, die auf den von rade am Hochzeitstage und segen den Gouverneur ab. Der jedoch Napoleon besetzten Thron spekulieren und hochmütig die Vermählung entspringt auf dem Transport nach Moskau und drangfaliert, heimihres Sohnes mit dem bürgerlichen Fräulein Klähs vereiteln und so gefehrt, Vera auf das äußerste. Inzwischen ist der amerikanische die jungen Leute in den Tod treiben. Aber die schöne Helene Leutnant zurückgekehrt, der sie aus den Banden der ungültigen Ehe v. Balois weiß den jungen Mann für sich zu entflammen und versucht befreit. Der abgesezte Gouverneur gerät in die Falle, die er Vera es, ihn zum Werkzeug ihrer Pläne gegen Napoleon zu machen. gestellt, und wird dort verhungern. Der ungenannte Regisseur hat Als er sich nicht dazu gebrauchen lassen will, beschließt sie, selber den auch die geringste Kleinigkeit auf Filmwirkung eingestellt. AusgeKaiser zu ermorden, der eben triumphierend in Schönbrunn eingezeichnete Darsteller unterstützen ihn. So war Lucille Ricksen 30gen ist und die schöne Rivalin für sich zu gewinnen hofft. Medardus eine wahre, jugendfrische Vera, und Konrad Nagel war ein Diese Bordergrundhandlung leidet im Film unter dem Hin und Her durch und durch als dieses Tier von Kofaf und Gouverneur. ersticht in toller Eifersucht Helene und bringt sich selber zum Opfer. echter Vertreter Jung- Ameritas, Elmo Lincoln war realistisch der nicht flar betonten Motive. Filmvollendet ist das Milieu ge= Emmett Corrigan und Eugenie Besserer maren als zeichnet des kaiserlichen Wien, in das Napoleon hereinbricht; schöne Wassily und Amme feine Typen biederer after Leute. Einen befulturhistorische Ausschnitte aus dem Bürgerleben und aus der Welt sonderen Dank verdient Sidney Chaplin. Er war ein famoseNapoleons bietet der Film in Fülle. Etwas aufdringlich und durch Eergeant Harrington, ein fressender, saufender Tolpatsch, stets zur ihre Wiederholung ermüdend find die Schlachtszenen( bei Aspern), rechten Zeit auf der Bildfläche und durch Pfiffigkeit und Herzensin denen fühne Kavallerieattaden eine große Rolle spielen. Der güte alles Gute unterstützend. Regisseur Michael Kertesa sorgte für eine gute Besetzung der Hauptrollen, wußte die Massen gefchickt in Szene zu feßen und mancherlei gute Bildwirkungen zu erzielen. Der junge Medardus war Michael Vartony, der den feurigen Jüngling beseelt spielte. Ihr schönes Aeußere, besonders ihre beredte Augensprache, ftellte Agnes Esterhazy in den Dienst ihrer Rolle und schreckte auch vor Schärfen und Herbheiten in ihren Gesichtszügen nicht Der Darsteller des zurüd, wenn es die Situation erforderte. Nepoleon schien uns in der Wahl der Maske nicht gerade sehr glücklich zu sein. Die Art der Photographie war in manchen Partien etwas überholt und zu sehr auf Kontrastwirkungen eingestellt. Das verpfändete Mädchen". Theater am Nollendorfplatz. r. Ein Mädchen wird von seiner Mutter, die ihren sterbenden Mann in Amerika noch einmal sehen will, für einen Dollar dem alten Bucherer überlassen. Zwischen Staub und alten Möbeln, scharf beobachtet vom geizigen Bucherer, wirtschaftet das junge Ding als ein Kapital, das sich gut verzinst. Bis die Liebe kommt. Sie macht den einen zum Narren, den anderen zum wahren Menschen. Beim Bucherer trifft das letztere zu, er ist ein durch und durch ehrlicher Freier. Beinahe bekommt er auch die Braut, doch da erscheint die Mutter auf der Bildfläche und löst für den Dollar das Mädel ein. Das ist herzlich froh, zumal ein reicher Junge, der inzwischen den Weg zu seiner Mutter zurückfand, es als Frau in fein Heim führen wird. Das Manuscript ist nach einer Novelle von Maurus Jofai gearbeitet. Man muß gestehen, der glänzende Er Erzähler ist nicht ganz erschlagen worden. Angenehm berührt es, daß alle Darsteller in ihrem Können auf der gleichen Höhe stehen. Her vorragend ist Ila Loth als verpfändetes Mädchen, sie ist wahrhaft eigen in ihrem Schaffen, verläßt sich nicht auf Schablone und Rou tine, sondern wartet immer wieder mit neuen Momenten auf. Gábor Rajnai ist überzeugend als Charlen, doch fällt es einem schwer, einem heruntergekommenen reichen Jungen, eine derart gesunde Körperlichkeit zuzutrauen. Ludwig Réthey gestaltete den Bucherer recht fein durchdacht. Uwe Jens Krafft brachte als Regisseur ein schönes Rummelbild und vor allen Dingen eine ganz vorzügliche Traumgestaltung. Als die Karussellpferde, wippend und schnaufend der Schlafenden erscheinen, ist das ein richtiger Traum, der Wirklichkeit so fern, aber filmisch so gut gesehen, daß er zu einem Ergößen wird. Weniger Tagesgeschmack ist das Heraus treten des Kapitels vom verlorenen Sohn als gestelltes lebendes Bild aus der Bilderbibel. Alles in allem muß man fagen, vor fünf Jahren hätte uns dieser Film entzückt, vor zehn Jahren wäre er ein Erlebnis gewesen, heute ist er troh mancher guten Einzelheiten eine etwas verstaubte Angelegenheit. e. b. Wegener hat es wieder verstanden, ein ganz eigenes Milieu zu schaffen, das natürlich an der Wirklichkeit nicht gemessen werden harf, um eine Phantasiewelt voll innerer Logit aufzubauen. liebt es, wie früher, einen Teil der Bunder auf hypnotische Kräfte zurückzuführen, aber er läßt daneben eine unerklärbare Wunderwelt bestehen, voller graufiger Reize, die in Zeiten zurüdführen, da eine zauberfräftige Religion noch im allbeherrschenden Mittelpunkt stand und mit Blut und Wundern arbeitete. Es ist die Frage, ob es einen Sinn hat, solche Welten zu erneuen. Jedenfalls liegt hier ein Filmwerk vor, das sich meilenweit von den Flachheiten der Alltagsproduktion entfernt und in seiner Art bewundernswert ist. Ob es nicht zu finster, zu blutig und grausig ist, da es mit erschreckender Konsequenz nur Nachtseiten des Lebens im Blitzlicht erhellt, ist eine Frage für sich. Jedenfalls zeigt es, was der Film mit Hilfe des Tricks an Wunderwirkungen leisten kann und wie eine Aufgabe, die mit allem Ernste erfaßt wird, auch immer ihre Früchte trägt. Wegener jelbst faszinierte als Oberlama durch die Kraft des fonzentrierten Ausdruces, das faft unbewegte Gesicht eines mongolischen Buddha roirfte an sich schon bannend. Das schöne Opfer, um das gefämpft wird, war Asta Nielsen, die im ersten Leil ihrer Rolie fehr schöne Momente hatte, aber später abflaute und nicht mehr genug interessierte. Von den anderen Darstellern ist nur noch Chmara zu nennen, der den gelehrigen Schüler des Meisters fpielt, wie er feine Mienen ganz in der Gewalt hat und durch seine Heberlegenheit imponiert. D. „ Der junge Medardus" UT. Kurfürstendamm. Schnitzlers Bühnendrama, dessen Hauptforce wie bei all seinen Stüden im Dialog liegt, bildet gleichzeitig eine gute Borlage für einen Film, weil in ihm ein ganzes Zeitalter lebendig wird und es so Gelegenheit zu mancherlei Maffenszenen bietet. Der Hauptinhalt, die menschliche Begebenheit, ist freilich in dem Film etwas in den Die Woche der Grotesken 1) Ouverture aus der Operette Gri- Gri von Paul Links 2) Lydia Kandurowa: Groteske Tänze. 3) Irmgard Willner: Eigene Tanzschöpfungen. 4) Mara Rhani: Groteske Tänzerin, 5) Tintenmännchen kennt den Kitt 6) Jim wird Bürgermeister. 7) Billy de Voy& Co. in Ihrer humoristisches Srene Ein Abend im amerikanischen Tingel- Tangel". 8) Fix und Fax bel den Klopfgeistern. 9) Jim als Tapezierer, Vorverkauf ohne Aufschlag täglich mittags 12-2 Uhr Ufa- Theater TURMSTRASSE ( Turmstraße, Ecke Stromstrasse) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Straßenbahnlinien: 3, 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 56, 113, Autobuslinien: Nr.11, 28. Stadtbahn: Bhf. Bellevue. Der amerikanisierte Schönherr. Mormorhaus. „ Der Weibsteufel", Karl Schönherrs wuchtiges Drama, ist den Amerikanern in die Hände gefallen. Man konnte auf den schlimmsten Reinfall gefaßt sein, doch erlebte man eine angenehme Enttäuschung. Eine seelische Studie, die das ganze Wert eigentlich ist, wurde nicht geschaffen. Karl Schönherr ging zugrunde, aber ein guter Film entstand. Zwei Autoren waren an der Arbeit, um ein Filmanuskript für Amerifa herzustellen, und ein dritter Autor bemühte sich, dieses Manuskript wiederum den Deutschen verständlich zu machen. Karl Schönherr begnügt sich mit drei Personen, in den Film hat man allerlei Figuren hineintompiniert. Fred Niblo schwebte bei feiner Regie( im Gegensah zu Schönherr stirbt zum Schluß nämlich die Frau, und der seinem Fahneneld untreu gewordene Soldat ist der leberlebende) wohl eine Carinen- Opern- Aufführung vor. So arbeitet er mit den Massenszenen einer Prozession, Gebirgsaufnahmen, dem Umschwärmtwerden des guten Jungen, des Soldaten, und der langanhaltenden, bedrückenden Stimmung der Auseinanderfegung, die durch den Mord ihr Ende findet. Die Prozession bewegt sich, leider im Sturmschritt, durch landschaftlich schöne Gegenden. Man hat, nebenbei bemerkt, die Handlung nach Spanien verlegt. Die Hauptdarsteller Ramon Novarro und Barbara la Marr eigneten sich sehr für ihre Rollen. Barbara la Marr ist eine schöne Frau, ihre Augen find feelenvoff. Aber der Weibsteufel ist eine instinktsichere Kaze und nicht solch sentimentales Weib, das, weil es Mutter werden will, sich dem fräftigen Soldaten in die Arme wirft. So fommt man bei allen dramatischen Höhe punkten zu ungünstigen Vergleichen. Ja, der Film wäre mirflich fchr gut, wenn man bei ihm nicht an Schönherr denken müßte. e. b. Das filmische Sehen. Alhambra am Kurfürstendamm. Rendezvous", ein amerikanischer Film, ist ein lehrhafter Bemeis dafür, daß durch das filnische Sehen gute Erfolge erzielt werden. Der Untertitel heißt: Die Liebe zwischen zwei Welt, teilen", aber die Weltteile lieben sich nicht, sondern nur zmei junge Menschen, von denen der eine in Amerika und der andere in Sibirien beheimatet ist. Der Fürst Sergej Tamiroff wird nach Sibirien verbannt, wo ihm seine Frau, unter Verlust des eigenen Lebens, ein Töchterchen schenkt. Der Fürst ist beliebt beim Bolt, darum muß er vor seinen Feinden fliehen. Sein Freund Wassily und die Amme betreuen das Kind. Siebzehn Jahre später haben Krieg und Revolution das Barenreich vernichtet. Ein mordender, plündernder Rosat wütet als Gouverneur. Bera, die Tochter des Fürsten, ist herangewachsen, sie lernt den Leutnant Walter Stanford von einer amerikanischen Hilfsexpedition lieben und schätzen. Stanford wird nach Amerifa zurüdgerufen, Vera nimmt schweren Herzens Abschied. Inzwischen wurde ihr Vater erschossen. Der alte Wassily, der Bera für seine Tochter ausgibt, bekommt diese Nachricht. Darum Ankauf Verkauf Vermittlung von Kinos KINO- ZENTRALE BROCKHAUSEN Berlin SW 68, Friedrichstr. 207. nur durch 18. Unter dem Titel„ Cachtabinett" hat das Palmenhaus( Kurfürstendamm) vier For- Grotesfen zusammengefaßt, die weniger zum Lachen als zum Nachdenken über die sicher begrenzte Problematik der amerikanischen Grotesken überhaupt zwingen. Da Problematik der amerikanischen Grotesken überhaupt zwingen. Da ist ein elektrisches Haus, dessen Mechanit sozusagen in Wut gerät und die glücklichen Bewohner durcheinander gewirbelt an die frische Luft befördert. Da ist ein Mann, der Dynamit und Explosivgase verarbeitet, verschluckt und andere damit infiziert. Natürlich erpiobierts und trachts dabei an allen Eden und Enden. Da ist der be= fannte eine Schimpanse, der mit mehreren seiner Artgenossen den Gentleman mimt, und schließlich ein täppischer Jüngling, der eigentlich kein Jockei und Rennreiter ist, aber doch das Rennen gewinnt. Man gibt sich in alledem gar feine Mühe mehr, dem Menschen menschliche Seiten abzugewinnen, seine Schwächen zu glossieren. Der Mensch wird einfach in Beziehungen zu einem Ding von Maschinen oder Tieren gebracht und es wird ihm nahegelegt, sich dabei so unmenschlich lächerlich wie möglich zu benehmen. Er wird von Autos durch die Fluren gehetzt, von wildgewordenen Tieren in den Abgrund des Schredens befördert, von Maschinen zermaimt, von anderen wiederhergestellt der Mensch als willenloses Objekt der Dinge, die er geschaffen, erzogen. Wo das Ende dieser spaßhaften" Entwicklung liegt, ist schwer zu sagen. Vielleicht in der Tragödie. f. Der Flug um die Zugspitze. In der Urania wurde dieser Film vorgeführt, der recht beachtenswerte Flugsport- und Landschaftsaufnahmen aufwies. Trotzdem er bei der Uraufführung so schlecht besucht war, soll die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt werden, denn er gibt Gelegenheit, eins der interessantesten deutschen Berggebiete, das Karwendel, mit dem höchsten deutschen Berg, der Zugspizze fennenzulernen, noch dazu im Winter. Von Garmisch- Partenfirchen aus fanden vom 31. Januar bis 3. Februar die Zugspigflüge statt, die von München ausgingen. Sie wurden teils vom Flugzeug aus aufgenommen, teils vom höchsten Punkt der Zugspitze selber, wohin sich eine Expedition durch das Rheintal, durch die vereiste Bartnachklamm begeben hatte. Dieser Teil des Films bot die besten Anblicke des Zugspitzgebietes mit den verschiedenen Hütten und den Aussichten ins Tal. Dann sah man den Aufstieg in München, das fich malerisch im leichten Nebel präsentierte, überflog Schleißheim und den Starnberger See und landete in Garmisch. Von hier aus fand der Flug um die Zugspitze statt, der Gelegenheit zu sehr intereffanten Aufnahmen bot und auch anerlei Sportleistungen der Flugzeuge vorführte, u. a. Sturzflüge von Udet, Absprünge miffels eines Fallschirmes und auch Segelflüge. Der Schluß der Filmaufnahme fand im Schneegestöber statt und erlaubte dadurch besonders hübsche Wirkungen. Für den Heinrich- Zille Film der Rational- Film-.- G. Der fünfte Stand, Manuscript: Heilborn- Körbib, Regie: Gerhard Lamprecht, beginnen die Aufnahmen Mitie Mai. Die Kulturabteilung ber Ufa ist mit den Vorarbeiten zu einem Filmwerk beschäftigt, das eine Darstellung des Verkehrs", seiner Gefahren und deren Verhütung zum Inhalt hat. 11 Direktor Ludwig Czerny bat die dentsche Bearbeitung von Eine Geeschlacht ohne Schuh" mit Jad Dempsey in der Hauptrolle fertiggestellt. Der Universal- Zweietter erscheint im Noto- Film- Verleih. In Eisenach will die dortige Volfsbühne Kinogemeinden einführen, die ben Mitgliedern der Volksbühne im Turnus qute Stinovorstellungen mit ausgeloften Plägen zum Einheitspreis von 80 Bf. liefert. SPIELPLAN Ufa- Palest am Zoo Blitzzug der Liebe Hauptrolle: Oss! Oswalda Wechent. 7 c. 9/ Seant. 5. 7, 9 Der Junge Medardus Kerrstendamm Wochent. 7 u. 9/ Sonat. 5, 7, 9 Die Woche der Grotesken Turnstraße Tauen zienpalst Friedrichstraße Rollendorfplatz Weinbergsweg Kammerlichtsplete S Alexanderplatz Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 Die Frau aus den Wolken Wochent. 7 u. 9/ Const. 5, 7, 9 Jackie, der kleine Robinson mit Jackle Coogan Wochentags 7, 9 Sonntags 5. 7, 9 Wege za Hræit und Schönheit Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 Luxusweibchen Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 7% U.: Intermezzo Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Margarete Schauspielhaus 7: Rhein. Rebellen Tägl. 8 Uhr: Leopoldine Konstantin in Demimonde Schiller Theater v.Alexander Dumas 2 u. 7 Uhr: Napoleon Trianon- Th. Täglich 8 Uhr: Gr.Volksoper Yoshiwara im Theat. d. Westens 71 Uhr: Maskenball Volksbühne 22: Schneld. Wibbel 7Uhr: HAMLET Deutsch. Theater 8 Uhr: Das Haus Central Theater 3 U: G'wissenswurm 8: Hilfe, ein Kind ist v. Himmel gefallen! Deutsch. Opernhaus 7 U.: Carmen Mtg. 7: Oberon Th. i. Kommand.Str Täglich 8 Uhr: USCHI von Jean Gilbert ALHALLATHEATER Weinbergson, Rosenthaler Tor. Täglich 7% Uhr des Lasters EnsembleKleines Th. Gasispici Tägl. 8 Uhr: Die Großfürstin und der Die heilige Johanna Zimmerkellner Kammerspiele 129 Uhr: Sechs Personen suchen elnen Autor Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 29 Uhr: Liebfrauenmilch. Theater i.d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Franziska Komödlenhaus Thalia- Th. 8 Uhr: Schwarzwald madel des Der erste Sonntag ULAP dem Vergnügungspark der Berliner am Lehrter Bahnhof Alle Weltattraktionen im vellen Betrieb Großes Gartenkonzert. Große Kunstausstellung eröffnet Sensationsfeuerwerk Konz.- Dir. Hermann Wolff und Jules Sachs Singakademie. Dienst. 19., Mittw. 20., Freit. 22. Mai 8 U.: Rose- Theater METROPO 32: 3 Paar Schuhe 34 Uhr: Hochzeit vor der Ehe Casino- Theater Lothringer Str. 37 Tägl. 8 Uhr Humor und beitere Stimmung Mädels vom Kurfürstendamm VARIETE 8 Uhr: Das große MaiProgramm die one lastige Komödie Zoolog. Garten Vorher das Mai- Programm: Aquarium Theater&. Kottb. Ter Affen- Sonderschau Tagl. 8 Uhr: ElifeTier- Hunst Ausstellung Großes Sänger Taglich ab 4 Uhr Konzert Das große MalProgramm. 3 Konzerte Finnischer gemischter Chor Küchen Metropol SUOMEN LAULU Theaters Der große Schlager Gräfin Mariza OriginalBesetzung a Circus Ausstattung Busch 8 U: Das silberne Letzter Spielmonat Kaninchen Heute Sonntag: Berliner Theater 2 × 3+ 7%, U. 7.45 Uhr: Anneliese v. Dessau Husch, husch SCALA Z Busch 8 Uhr: Hein Rötel d.Droschkenkutsch 13 Uhr: VARIETE- Mache halbe Preise! REVUE Montag Wettkampf Sonntags 3300. Meistergeber Matuil- Berlin gegen ermäß. Preise! Weltm. Christensen Das volle Programm im 3660- Met.- Gehen. Preise: 0.75-4.50 M. Dir.: Prof. Heikki Klemetti 19. u. 22. Mal: Nordische Gesänge, Finnische Volkslieder u. a. 20. Mal: Geistliche Gesänge: Planische Schullleder, mittelalterliche Lieder. Lotti, Bach. Kart. b. Bote& Bock, Wertheim u. Abendk. Forderney Das Nordseebad Die Insel des Sports... Die Stätte klassischer Musik Seeweg über Bremon- Bremerhaven- Helgoland Direkte Deutsch. Künstlertheat. Schnellzugs- u. Dampforverbindung Norddeich- Norderney Tägl. 8 Uhr. Monsieur Trulala Rusik von Huge Hirsch Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Die Bar auf Montmartre Wallner- Theat. 1/28 Uhr: Romeo u. Julia Residenz- Th. Täglich 8 Uhr: Der Komische Werwolf Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Berlins einzigste und erfolgreichste REVUE: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Bald 800 Aufführungen! 30 Bilder! 250 Mitwirkende! Sommerpreise! Metropol- Theater 8 h Premierenbesetzung 8h Tausend süße Reinchen von Walter Bromme Friedenspreise! Promenoir 2 M., Park. 3, 4, 5 M., Park.- Faut. 6 M. Vorverkauf ununterbrochen Berliner Prater, Kastanien- Allee 7-9 Der schönste Garten Groß- Berlins Sonntag Gr. Internat. Varieté- Vorstellg. 17. Mai: 12 Attraktionen. Unterhalt. aller Art Tanz geöffn. Anf. Konz 4, Voi st. 5 U. Kaffeekochen. Küche ab 3 U: Tanz Von 1 bis 3 geschlossen! Diese Woche! Enorm billiger Diwandecken Verkauf mit dazu passenden Tischdecken In Gobelin u. Plüsch. SonderAngebot! Gardinen in T 8 teilig Fstr. 3.65 in bunt Madras Bteilig Fstr. 4,85 Gamine Halbstores Binskizen mis SICH 1,95, 3,25. 8,75 Madras- Stoffe dunkelgrondig. gr. Parbenauswah 130 cm br. 3,50, 4.75, 6, Deutsches Teppich- Spezialhaus Emil efèvre G. m. b. H. Berlin S. Seit 1882 mur Oranienstr. 158 Fernspr. Meritzpl. 235 Theater im Admiralspalast AD 26 Mai 8% U: Die letzte Sensation Amerikas Die Heger- Produktion Chocolate Kiddies 45 Mitwirkende! 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Pflicht aller Rolleginnen und Rollegen ift es, in dieser Versammlung zu erscheinen. LUNAPARK URANIA Neu! Sonntag Neu! Japanisches Tagesfeuerwerk Freiballon- Aufstieg ( 7 Uhr) Elvira Wilson Honzert des Philharm. Blas- Ordiesters 90 Brillant- Feuerwerk 90 Schlußapotheose: Ein Alpen- Idyll Auto- Wettrennen in d. Luft• Die 10 Kanonen des international. Radrennsports starten am Sonntag, 17. Mai, 3% Uhr im Stadion ul. a. Van Kempen der 6 Tage- König Automobil- Verlosung- Kunstflüge Eintrittspreise von M. 1.- an Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Neu: Das Deutfche Meer von Meysel Nachm. halbe Preise, das volle Abendprogramm mit Das Deutsche Meer Dönhoff- Brett'i: Famoses Mal- Programm 12 WIND CORTEN 7 Rauchen) Montag, ben 18. Mal, abends 2: Der glänz. Mal- Spielplan( a) Im Gewertschaftshause, Engelufer: Versammlung aller in den Spriggußbetrieben beschäftigten Kollegen. Tagesordnung: Bericht von ben Bohnverhandlungen. Dienstag, ben 19. Mal, nachmittags 4 Uhr, im Gewerkschaftsganje, Engelufer 24/25: Branchenversammlung aller Metallbrüder und Polierer Groß- Berlins. Tagesordnung: 1. Bericht. Branchenangelegenheiten. 8. Berschiebenes.. Achtung! Ablettlempner Achtung! Dienstag, den 18. mai, nachmittags 5 Uhr, bei Bieberstein, Adalbertstr.39 Versammlung aller ühlertlempner. Tagesordnung: Der Lohntarif in der Kühlerbranche. Achtung! Bauauflager Achtung! Dienstag, den 19. Mai, abends z Uhr, im Sigungriaal des Verbandshauses, Dienste. 83/85: Branchenversammlung Das Erscheinen aller Kollegen ist nötig. Mittwoch, ben 20. mai, abends 7 Uhr, bei Ca afer, Caufiger Straße 25: Versammlung aller Kollegen, die als Meifter und Vorarbeiter beschäftigt find. Wichtige Aussprache. 22 Alle Kollegen haben für reftlofen Besuch Gorge zu tragen. Mittwoch, ben 20. Mai, nachmittags 5 Uhr, im Reichenberger Hof", Reichenberger Straße 147: Versammlunge aller Metalldrüderlehrlinge. Tagesordnung: 1. Bortrag über Branchenangelegenheiten. 2. Berschiebenes. Berliner Neukölln. k- Trio RETTA Taubenstraße 48/49 Täglich 5, 7 u. 9 Uhr: Die Wunder des Meeres Abenteuer auf dem Meeresgrunde Kulturfilm mit einleit. Vortrag von Dr v. Leszel Rennen zu Hoppegarten Sonntag, den 17. Mai nachm. 3 Uhr Hotel Bayerischer Hof Dillingen a. d. Donau( Bayern) angenehmer Frühjahrs- u Sommeraufenthalt, volle Pension einschließl. Zimmer 4 M bei guter reichl. Verpflegung( 4 Mahlz.) eig. Fischwasser, Kahn u.Angelgeleg. Neues Donaubad Bad Liebenwerda Kreis- Eisenmoorbad ( Prov. Sachsen) Fernsprecher Nr. 151 Keine Kurtaxe/ Ganzjährige Kurzeit. Anerkannt, heilkräftiges Moor. Grosse Hellerfolge Auskunft erteilt: Die Badedirektion Richard Arnold. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 71 ber Sagung find bie Bertreter und Ersagmänner aum Ausschuß der Kaffe für die Wahlperiode vom 1. Januar 1926 bis 31. Dezember 1929 in getrennter Wahlhandlung au wählen, und zwar 15 Bertreter und 30 Erfagmänger aus ber Mitte ber Arbeitgeber und 30 Bertreter und 60 Erfagmanner aus der Mitte der Berficherten. Die Arbeitgeber wählen amt Mittwoch, ben 1. Juli 1925, abcnbs von 6 bis 9 Uhr, im Ronferensiaal ber Lahnstr. 74/751 Ortstrantentaffe für bas Buchdrnd gewerbe, legandrinenfte. 44, Hof z. IL Wahlberechtigt find folche polljährigen Arbeitgeber, die für ihre verficherungspflichtig Beschäftigten Beiträge zahlen. Arbeitgeber, die felbft verficheri find, aählen au ben Arbeitgebern, menn Fue regelmäßig mehr als 2 Versicherungspfaditige befchäftigen, andernfalls zu ben Berficherten. Das Bahlrecht ist in Berson auszuülben. Für die Wählbar teit stehen den Arbeitgebern benollmächtigte Betriebsleiter, Geschäfts führer und Betriebsbeamte ber beteilig ten Arbeitgeber gleich. Die Arbeit geber filhren bis zu 100 versicherungspflichtig Beschäftigten für je ange fangene 10 und wegen der über 100 ange hinausgehenden Rahl für je fangene 20 Beschäftigte eine Stimme. Mehr als 30 Stimmen fann fein Ar beitgeber führen. Die Arbeitgeber tönnen fich von der Raffe bescheinigen laffen, wieviel Stimmen fie führen. Die Bersicherten wählen am Sonntag, ben 28. Juni 1925, von vormitions. 9 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, in folgenden Lotalen: SEM- FUSS trage die Richtige! Schuheinlage 10 Tage zur Probc ohne fest zu kaufen! Werviel stehen oder gehen muß, Wer zu schnell ermüdet, Wer auch nur gelegentlich Schmerzen in den Füßen hat, Wer durch unzweckmäßige Mittel enttäuscht wurde, Jeder Drüderlehrling hat unbedingt au Wer sich Elastizität im Gang bewahren oder wiedergewinnen will, erfcheinen. Die Kollegen im Betrieb milffen diefes tontrollieren. Achtung! Funktionäre Achtung! derwagen- u.Karofferiebetriebe Mittwoch, den 20. Mai, abbs. 7 Uhr, im Sigungsfaal des Berbandshauses, Linienfte. 83/85: Konferenz Wir erwarten aus allen Betrieben Ber tretung. Mittwoch, 20. mai, mittags 12 Uhr im Berbandshause, Cinienfte. 83/85: für die Wahitörperversammlung arbeitslosen Metallarbeiter! Butritt nur unter Borzeigung bes Mitgliedsbuches. Die Ortsverwaltung. beachte das Mahnwort: „ Rette den Fuß 99 Trage 66 Die Richtige" Der Kaufpreis beträgt Mk. 6.bis Mk. 11- pro Paar 1. X. Berufsschule, Bremer Str. 10/12, Barade 1, Rimmer rechts, 2. Werner- Siemens- Realschule, St. 20, Badstr. 22, 3. Gemeindeschule Schönhaufer Allee 166a, 4. Gemeindefdule Frankfurter Allee 37, 5. VII. Städt. Realschule, Mariannen Straße 47, 6. Gemeindeschule Gneifenauftr. 7, 7. Lindenpart- Restaurant Hauptstr. 13, Schöneberg 8. Gemeindefdule Raiser FriedrichStraße 4, Rimmer 3. ant Die Bersicherten wählen in benjenigen Lotalen, welche ihrer Wohnung Wahlberechtigt find alle polljährigen bei der Raffe versicher ten Mitglieder. Das Wahlrecht ist in nächften liegen. Berfon auszuüben. Wählbar als Vertreter der Versicherten ist ebenfalls nur, wer bei der Kaffe versichert ist. Die Wahl wird vom Borstand nach ben Bestimmungen der Wahlordnung geleitet. Die wahlberechtigten Arbeit geber und Versicherten werden aufge fordert, Wahlvorschläge gesondert füls bie beteiligten Arbeitgeber und Bev ficherten aufzustellen. Die Wahlvore fchläge ber Arbeitgeber find spätestens bis zum 2. Juni 1925 und die der Ber ficherten bis zum 31. Mai 1925 dem Borstand einzureichen. Die Wahlpot schläge müffen von mindestens 10 Wal berechtigten unterzeichnet fein. Unter zeichnet ein Wähler mehr als einen Wahlvorschlag, so wird sein Name nur auf dem zuerst eingereichten gezählt. Jeber Wahlvorschlag barf höchstens dreimal fo viel Bewerber nennen, als Vertreter zu wählen find. Die einzel nen Bewerber find unter fortlaufender Nummer aufzuführen und nach Familien und Bornamen, Beruf, Wohnort und Wohnung zu bezeichnen. Bei Versicherten find auch die Buchnummer und der Arbeitgeber anzu geben: auch ift eine Erflärung vorzu Legen, daß er aur Annahme der Wahl bereit it. Die Stimmenabgabe ist on Wahlvorschläge gebunden. Die Der Ruf unserer Firma bürgt für aborie kind vom 8. Sunt 1975 die Zweckmäßigkeit der Einlage Erhältlich bei: Stein der Weijen M.PechAG Die ideale Nagelpflege überall erhältlich KOPP& JOSEPH BERLIN W. für sanitären Bedarf. Zentrale: Berlin W 35, Am Harlsbad 15 und in sämtlichen 22 Filialen in Gros- Berlin 8 ab modentans von 8 bis 1 Uhr im Raffenlotal ein fehen. Ein Verzeich nis der Arbeitgeber und ber Mitglieder tit im Reffenlokal in ber Reit von bis 1 Uhr einzufchen: Cinsprüche find spätestens bis aum 81. Mai baw. 2. Juni 1925 unter Beifitaung von Be meismitteln beim Vorstand einzureichen. Der Wohlausfchuß ist befugt, die Bahlund Stimmberechtigung jedes Wählers bei der Wahlhandlung zu prilfen; es empfiehlt fich daher, einen Ausweis hierüber zu der Wahhandlung mitzubringen. Berlin, den 14. Mai 1925. [ 50/11 Der Vorstand her Ortskrantentafe für das Buchdrudgewerbe an Berlin. Alfred Forsberg Alfred Elström, Borsigender. Schriftführer