fir. 233 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 120 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlich 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Zuremburg 4.50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und 8eit mit„ Sied. Lung und Kleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich ameimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm Adresse: .Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltiae Nonpareille. seile 70 fennig. Reflamezeile 4. Reichsmart. Aleine Anzeigen" bas fettgebrudte Bort 20 Biennia ( zuläffia zwei fettgedruckte Morte), febes meitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 10 Bfennig. jedes weitere Worl 5 Pfennig. Worte über 15 Buch staben zählen für amei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. 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Sie unterrichtete über die politische Problematik der deutschen Außenpolitik. Alles in einer trodenen Borlesung, deren Unterschied zum sonstigen Redefluß des deutschen Außenpolitik. Alles in einer trockenen Borlesung, deren Unterschied zum sonstigen Redefluß des deutschen Außen ministers sehr bemerkt wurde. Diese Rede war sehr maßvoll. Nicht nur aus außenpolitischen Gründen, Herr Stresemann muß darauf Rückficht nehmen, daß sein außenpolitischer Kurs auf starke Widerstände innerhalb der Regierungstoalition selbst stößt. Wenn er eine außenpolitische Rede hält, spricht er nicht nur zum Ausland gewandt. Er muß seiner eigenen Regierungsmehrheit gegenüber entschuldigen, darlegen, überzeugen, über-" reden. Das gilt für die handelspolitischen Fragen. noch mehr für die politischen Fragen, wie Räumungsfrage, Sicherheits problem, Eintritt in den Völferbund. • 9 Im Rahmen der Besprechung der Handelsvertragsver handlungen wies Stresemann auf die kleine 3ollpor: lage hin, die morgen dem Reichsrat zugehen wird, Er bai um befchleunigte Erledigung dieser Borlage, da eine Ber zögerung die Situation bei den Handelsvertragsverhandlungen ungünstig beeinflusse und Deutschland teuer zu stehen fommen fönne. Wenn man will, fann man darin eine versteckte Polemit gegen die agrarischen Kreise und gegen die Ministerkollegen Stresemanns erblicken, die um der engftirnigen agrarischen Interessentenforderungen willen die Fertigstellung und die Verabschiedung der kleinen Zollvorlage bisher verzögert haben. Die Begründung, die der Außenminister für die Zollvorlage unter dem Gesichtspunkt der Handelspolitik gab, die Rolle, die er ihr als Instrument der Handelspolitik zuwies, ist nicht zu vereinbaren mit der Vorwegnahme der wichtigsten Aufgaben der großen Zollreform in der kleinen Zollvorlage. Jerr Stresemann will die Räumung der nörd. lichen 3one' erreichen. Das wollen wir auch. Er weiß dafür keinen anderen Weg als den, den die Reichsregierungen vor der Regierung des Rechtsblocks bisher eingeschlagen hat. Er fürchtet schwerwiegende Forderungen der alliierten Mächte in der Entwaffnungsfrage. Er wandte fich mit ziemlicher Schroffheit gegen die Stellungnahme deutscher Bazifisten, denen er Begünstigung des Standpunktes der Alliierten vorwarf. In diesem Punkte redete er, um den Rechtsverbänden, die einen Teil seiner Regierungsgrundlage bilden, eine Konzession zu machen. Er verlor fein Wort darüber, daß die Tätigkeit von Verbänden, wie Stahlhelm, Werwolf und Widing der Durchführung einer auf Verständigung abzielenden deutschen Außenpolitik hundertmal mehr Schwierigkeiten bereitet als die inopporfunfte pazifistische Beröffentlichung. Es ist die Eigenart der Situation des deutschen Außenministers, daß er die Außenpolitif, wie sie unter Hermann Müller, unter Wirth, unter Rathenau eingeleitet und geführt worden ist, fortführen muß, weil für Deutschland feine andere Außen politit möglich ist, daß er aber für die Führung dieser Bolitik nicht mehr mit der Einsicht und der Festigkeit des Willens der Kräfte rechnen fann, die seine Regierung tragen. = Das gilt für die Entwaffnungsfrage wie für die Sicher heitsfrage. Seine Darlegungen zur Sicherheitsfrage waren ein Kolleg für die Deutschnationalen um FreytaghLoringhoven und Everling. Er wies darauf hin, daß seine Borschläge in der Sicherheitsfrage zurückgehen auf die Pläne des Reichskanzlers Cuno. Er prägte die Formel, daß die Re gierung eine Lösung der Sicherheitsfrage mit Deutschland anftrebe, weil eine Lösung ohne Deutschland eine Lösung gegen Deutschland sei. Er verzeichnete die Tatsache, daß bisher feine Antwort auf seine Vorschläge eingelaufen fei. Gr zog daraus nicht mit den Deutschnationalen um Freytagh Loringhoven die Schlußfolgerung, daß nunmehr der Kurs der deutschen Außenpolitik geändert werden müsse, sondern stellte fest, daß er nach wie vor bereit sei, an der Lösung der Sicherheitsfrage mitzuarbeiten. Die kommende Entwaffnungsnote. voll, als die schwebenden Streitfragen nicht erledigt feien, vor allem, solange die nördliche Zone nicht geräumt sei. Es wäre beffer gewesen, in diesem Zusammenhang seine Formel über den Sicherheitspatt finngemäß zu erweitern: DeutschI and muß in den Völkerbund, denn ein Völker bund ohne Deutschland ist ein Völkerbund gegen Deutschland. Der Gesamtinhalt dieser Rede ist: Fortführung der Außenpolitik, die von den republikanischen Regierungen betrieben worden ist. Die Regierung des Rechtsblocks kann feine andere Außenpolitik betreiben. Ob freilich aus der Zusammensetzung der Regierung, aus den Tendenzen der diese Regierung tragenden Parteien und Berbände nicht Hemmungen der deutschen Außenpolitik entstehen, das ist eine andere Frage. Herr Stresemann mag sich bemühen, diese Kräfte zu belehren und zu überreden er wird sie und ihre ungünstigen Rückwirkungen auf die deutsche Politit nicht aus der Welt schaffen. Ein offiziöses Dementi. Kein Garantieangebot für die Ostgrenzen. BIB. meldet: Ausländische Zeitungen bringen Meldungen, wonach die deutsche Regierung fürzlich den alliierten Regierungen zu verstehen gegeben haben soll, daß sie im Rahmen der Sicherheitsverhandlungen auch zu einer Garantierung der deut schen Ostgrenzen bereit sei, falls dafür der Anschluß Desterreichs an Deutschland zugelassen werde. Wir erfahren hierzu von zuständiger Stelle, daß diese Meldungen völlig aus ber Luft gegriffen sind. Die Entwaffnungsnote der Alliierten. Ueberreichung in dieser Woche. Condon, 18. Mai.( WEB.) Wie Reuter erfährt, tonne angenommen werden, daß die Note der Alliierten in der Frage der Entwaffnung Deutschlands im Laufe dieser Woche in Berlin überreicht werden wird. Die französische Antwortnote an Deutschland auf die lehten deutschen Borschläge für einen Sicherheitspakt, die der brififchen Regierung bereits mitgeteilt ist, wird aller Wahrscheinlichkeit nach dem britischen Kabinett in seiner nächsten Sigung vorgelegt werden. Schwere Bedingungen. Paris, 18. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die aus England Paris, 18. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die aus England flammende Meldung, daß die Note der Alliierten in der Entwaff nungsfrage bereits am Mittwoch oder Donnerstag in Berlin überreicht werden wird, hält man in den unterrichteten Kreifen von Paris für wenig glaubwürdig, zumal die nächste Sigung der Botschafferfonferenz noch nicht endgültig anberaumt ist und feineswegs vor Mittwoch stattfinden wird. Nach den vorliegenden Informationen scheint es, daß in den Verhandlungen der letzten Tage ein völliges Einvernehmen zwischen London und Paris über die noch ftriflig gewesenen Punkte herbeigeführt werden konnte. Wenn es den Bemühungen der englischen Regierung auch gelungen sein sollte, durch Beseitigung gewisser Zweideutigkeiten in dem franzöfifchen Entwurf späteren Schifanen vorzubeugen, so wird man sich doch in Deutschland darauf gefaßt machen müssen, daß die Forderungen, die die Botschafterkonferens an Deutschland stellen wird, außerordentlich schwerer Natur sind, und daß für die Räumung von Köln Opfer verlangt werden, von denen einige, wie die völlige Neuorganisierung der Schuhpolizei, von der deutschen Linken stets mit großer Schärfe befämpft worden sind. Bürgermeisterwahlen in Frankreich. Erfolge der Linken. Paris, 18. Mai.( WTB.) Bei den gestern in den meisten Gemeinden Frankreichs vorgenommenen Bürgermeistermahlen sind viele Radikale und Sozialisten gewählt worden, so in Lyon Herriot mit 56 von 57 abgegebenen Stimmen, in Bordeaux der sozialistische Abg. Marguet, in Nimes der sozialistische Abg. Rouger, in Grenoble der sozialistische Abg. Mistral, in Angers der radikale Abg. Levasseur, in Avignon der sozialistische Abg. Gros, in Orleans der radikale Abg. Chollet, in Tours der sozia liftische Abg. Morin, in Amiens der sozialistische Abg. e. cointe, in Lorient der sozialistische Abg. Serol, in Nantes der radikale Abg. Bellan und in Marseille der sozialistische Senator Flaissières. In seinen Darlegungen über den Völkerbund be= In Frankreich, wie in vielen anderen Staaten, ist der Gemeindezeichnete er ein Zusammenarbeiten Deutschlands mit den ratsvorsitzende zugleich Bürgermeister und Chef der Gemeindever alfiierten Mächten im Bölferbund solange als nicht zwed- waltung. Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Postscheckonto: Berlin 37536- Wantfonto: Direftion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße& Sicherheit und Völkerbund. In französischer Auffassung. ( Bon einem besonderen Pariser Korrespondenten.) Der Entwurf der französischen Antwortnote auf die Vorschläge der deutschen Regierung über die Sicherheit ist fertiggestellt: Durch den Tod Eberts, durch den Sturz des Kabinetts Herriot und schließlich durch die für die öffentliche Meinung Frankreichs start überraschende Wahl Hindenburgs find Ver3ögerungen hevorgerufen worden, die zum Teil rein technische, zum Teil aber auch psychologische und politische Ursachen hatten. für Frankreich die Frage aufgeworfen, ob die Vorschläge, fo Durch den Tod Eberts und die Wahl Hindenburgs wurde worden waren, aufrechterhalten werden können. Durch den wie sie im Februar von der deutschen Regierung übermittelt Sturz Herriots war die Frage entstanden, ob das neue Kabinett den gleichen prinzipiell wohlwollenden Standpunkt gegenüber dem„ Sicherheitspaft" einnehmen würde wie das Kabinett Herriot. Am unklarsten erschien die Situation unmittelbar nach der Wahl Hindenburgs. Sowohl in den französischen Regierungsfreifen, als auch in den Reihen der führenden Linksparteien fragte man sich, ob die deutschen Vorschläge noch ernst genommen werden könnten und ob sie nicht dem tiefsten Mißtrauen, das der Sieg der Nationalisten wachgerufen hatte, am besten entsprechen würde, wenn die Regierung jede Diskussion über die Borschläge vor dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ablehnte. Wenn es schließlich nicht dazu fam, so liegt das in erster Linie daran, daß die deutsche Regierung wiederholt wissen ließ, an den Borschlägen würde sich nichts ändern, und der neue Präsident, Herr v. Hindenburg, habe sich voll und ganz mit ihnen einverstanden erklärt. tischen Kreifen start erstaunt, weil man doch weder gewisse 3war zeigte man sich deshalb in den führenden polifrühere Erklärungen des neuen Reichspräsidenten, noch nor allem die Feldzüge seiner begeisterten Anhänger, die von irgendeinem Berzicht auf Elsaß nichts missen wollten, vergessen hatte. Aber da Berlin, da die Herren Luther und Stresemann ausdrücklich betonen ließen, daß der MarschallPräsident auch die nochmalige freiwillige Bestätigung des Berzichts auf Elsaß- Lothringen gutheiße, so glaubte man in gewissen nationalistischen Manifestationen, die noch in allerjüngster Zeit stattfanden und die in schärffter Weise gegen jeden„ Sicherheitspaft gerichtet waren, feinen genügenden Grund zu sehen, um die Verhandlungen zu verschleppen oder gar abzubrechen. lage von Marr zum Troz; doch nicht genügend Vertrauen in Allerdings würde man in den Linkskreisen, der Niederdie Stärke der republikanischen Parteien Deutschlands haben, wenn nicht der feste Glauben vorhanden wäre, daß Deutschlands Arbeiterschaft im Notfall jeden monarchistifidentenwahlfieg ermutigt fühlen könnte, zu ersticken imstande fchen Butsch, zu dem sich die Reaktion etwa durch ihren Bräwäre. Ohne dem hätte das Kabinett Painlevé es nicht wagen fönnen, zu handeln, als ob feit dem Eintreffen der deutschen Vorschläge nichts geschehen wäre. Selbst der Friedenswille des neuen Außenministers hätte nicht genügt, um die Widerstände zu brechen, die seit dem Sieg Hindenburgs auf dem Boden des Mißtrauens in die Höhe wucherten, wenn eben nicht trok Hindenburg- Ueberraschung ein Vertrauen in die deutsche Demokratie übriggeblieben wäre; in diesem Zu fammenhang hat die Rückkehr Otto Brauns in das preußische Ministerpräsidium eine große Rolle gespielt. Allerdings wird das Ergebnis des 26. April doch nicht ganzipurlos bleiben. Die gleiche Antwort, die Deutschland erhalten hätte, wenn Marg gewählt worden wäre, wird wohl nicht nach Berlin abgehen. Sie wird fnapper, zurüdhaltender sein als der erste Entwurf. Jedoch wird sie nichts enthalten, was die Fortführung der Verhandlungen irgendwie erschweren könnte sie wird keine Bedingung stellen, die Deutschland als unerträglich empfinden müßte. Zwar wird sie den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund als ein logisches Resultat der unmittelbaren Entwicklung betrachten, aber sie wird ihn nicht als Borbedingung zum Abschluß eines Sicherheitspattes stellen, sondern eher als dessen selbstverständliche Folge erscheinen lassen. Die franzöfische Regierung wird vielleicht gerade, was diese Frage betrifft, etwas hinter den Forderungen ihrer Mehrheit zurüdbleiben; denn für denjenigen, der die Ansichten kennt, die sowohl innerhalb der sozialistischen, als aud) der radikalen Fraktion vorherrschen, ist es fein Zweifel, daß der Eintritt Deutschlands in den Bölterbund von ihnen als fast noch wichtiger betrachtet wird als der Abschluß eines Sicherheitspattes. Es würde ein schwerer Konflikt entstehen, wenn man etwa in den französischen Linksfreisen die Empfindung hätte, daß Deutschland den Sicherheitspakt abzuschließen sucht, ohne zu gleicher Zeit in den Bölkerbund einzutreten. Ja, es ist sogar feineswegs ausgeschlossen, daß in diesem Fall die Linksparteien, in erster Linie die Sozialisten, die Ratifikation des Patts verweigern würden. Jedenfalls tut man gut daran, durch die vorsichtige Formel, die von der französischen Regierung in der Frage des Verhältnisses Deutschlands zum Völkerbund angerrandt wird, sich nicht über die Grundansichten der Kammermehrheit täuschen zu lassen, die den Völkerbund als solchen über jeden Pakt stellt und die sicherlich keinen Pakt gutheißen würde, wenn er irgendwie als eine Schwächung der Autorität des Völker- bundes erschiene. Der Bloc National, der sowohl gegen den Pakt, als auch gegen die Zulassung Deutschlands zum Völkerbund ist, würde sich Im gegebenen Augenblick nicht scheuen, ein Zögern Deutsch- lands, in den Bund einzutreten, gegen die. ganze Außen- Politik der Linken auszubeuten. Keines der von ihm aus- gesuchten Argumente könnte gefährlicher wirken als gerade dieses, wenn es ihm durch die kommenden Ereignisse etwa gegeben werden sollte, gerade weil es auf die Linke noch stärkeren Eindruck macht als auf die Rechte. Eine Minifteranklage— um H4 AU Zum Freispruch des Genossen Hermann-Thüringen. Zu dem bereits gemeldeten Freispruch des früheren tbüringischen Ministers Genossen Hermann schreibt uns noch der Verteidiger des Freigesprochenen, Genosse Kurt Rosen- seid: Der frühere thüringische Innenminister Genosse Hermann war bekanntlich im Januar 1923 plötzlich verhaftet worden, well er Urkundenfälschungen(!) begangen haben sollte. Don dieser Anklage ist er glänzend freigesprochen worden. Jetzt handelle es sich noch um zwei weitere Anklagen: 1. um eine sogenannte B e- seitigung von Urkunden und 2. um Untreue, angeblich begangen durch Auszahlung von Papiermarkbeträgen, die in Gold- mark 93,95 Mark(!) ausmachen, an einen früheren Beamten. Die erste Anklage beruhte darauf, daß Genosse Hermann ein Aktenstück mit Beschwerden über außerdienstliche» Benehmen eines c.is dem Staatsdienst ausgeschiedenen Regierungsrats nicht in den Eeschäftsgang gegeben, sondern— nach Besprechung mit den beiden zuständigen Referenten in den in seinem Dienstzimmer befind- lichen Schreibtisch gelegt und später versehentlich mit anderen Schriftstücken in seine Wohnung genommen hatte. Don der An- skoge der Aktenbeseitigung hatte schon das Schöffengericht unseren Genossen freigesprochen, der Staatsanwalt hatte ober B e- r u f u n g eingelegt, und es mußte deshalb nochmals auch über diesen Punkt verhandelt werden. Trotzdem dabei immer klarer wurde, daß ein Minister das Recht hoben muß, selbständig zu bestimmen, wo ein Astenstück aufzubewahren sei, beantragte der Staatsanwalt nicht pisnigcr als sechs Wochen Gefängnis oder 1500 Mark Geldstrafe! Die Strafkammer in Weimar aber sprach frei, indem sie erklärte, daß die Verwahrung eine» Akten- stücke, im Amtsraum, noch dazu nach Verständigung mit den zwei zustündigen Referenten, kein« Aktenbeseitigung im Sinne des Straf- gesetzes war. Die zweite Anklage stützte sich darauf, daß jener Beamte, über den Beschwerden eingegangen waren, im Laufe von Derhand- lungen zum freiwilligen Ausscheiden aus dem Amt bestimmt worden war gegen die Verpflichtung de« Staates, Ihm noch über den Zeit- punkt seines Ausscheidens hinaus Geldbeträge zu zahlen. Daraufhin hatte der Angeklagte, ohne daß der Etat oder ein Gesetz ihm hierzu ausdrücklich ein Recht gab, Umzugskosten und— für einen von jenem Beamten anzufertigenden Gesetzentwurf— drei Monatsgehälter im Gesamtbeträge von sage und schreibe 93,95 G o l d m a r k zur Auszahlung bringen lassen. Darin sollt«, nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Weimar, die Untreue liegen. Wegen dieses Delikte« tyar Genosse Hermann sogar in erster Instanz zu 1000 W. Geldstrafe verurteilt worden, insoweit hatte er Berufung eingelegt, um einen Freispruch durchzusetzen. In der Verhandlung über diesen wesentlicheren Punkt der An- klage konnte von der Verteidigung unter Beweis gestellt werden, daß in zahlreichen Fällen der Reichs- und thüringischen Staatsver- ualtung ähnliche Vereinbarungen mit bereits ausgeschiedenen Be< muten getroffen waren. Insbesondere ist jener Fall bemerkenswert, in welchem der Großadmiral von T i r p i tz als Staatssekretär des Rcichsmarineamts den Leiter der Kieler Werft durch Gewährung seines Gehalts sogar auf Lebenszeit dazu bestimmt hat. sofort aus den Diensten des Reichs auszuscheiden. Dieser Mann bezieht sein volles Gehalt ohne jede Gegenleistung noch heute. Ohne daß Tirpitz unter Anklage gestellt worden wäre! Genosse Hermann sollte verurteilt werden, weil er ohne etat- rechtliche und ohne sonstige gesetzliche Grundlage 91 M. hat zahlen lassen! Wie die Reichsregierung die bekannten 700 Millionen an die Ruhrinduftriellcn zahlte, ohne daß aber Anklage erhoben worden wäre! Keiner der zahlreichen in zweitägiger Verhandlung vernommenen Zeuge»— mehr oder weniger rechtsstehende Ministerialbeamte— konnte auch nur einen Zweifel dahin äußern, daß etwa dem Ge- nofsen Hermann zuzutrauen sei, jene Zahlungen in Kenntnis ihrer Rechtswidrigkeit geleistet zu haben. Und trotzdem Anklage wegen Untreue! Und trotzdem ein Antrag des Weimarer Staatsanwalts auf Verurteilung zu sechs Wochen Gefängnis oder 1500 M. G e l d st r a f e! Das Gericht fand auch in diesem Punkte das richtige Urteil: es sprach frei! Die Begründung, daß nicht einmal eine Schädigung des Staates erwiesen ist, geschweige denn das Bewußtsein des Angeklagten, zum Nachteil des Staates ge- handelt zu haben, war für den Weimarer Staatsanwalt ein schwerer Schlag. Es gibt also noch Richter in Weimar! Die Sozialdemokratische Partei und Genosse Hermann können mit Stolz und Genugtuung auf diesen Prozeß zurück- blicken. Von all den ungeheuerlichen Verleumdungen und Verunglimpfungen der Partei und unseres Genossen ist nichts, gar nichts übrig geblieben. Aber die Hetze hat ihre Schuldigkeit getan Während der von I a r r e s und Stresemann veranlaßten Militär» diktatur konnte der militärische Jurist die Staatsanwaltschaft beeinflussen, die Verhaftung des Ministers und die Anklage- erhebung durchsetzen. Gleichzeitig sorgte eine wilde Leein- flussung der gesamten Rechtspresse dafür, daß in ganz Thü- ringen und in ganz Deutschland eine Panikstimmung über die „sozialistisch« Verworfenheit" ausbrach. Ganz wie mit der Varmat-Hetzs, die auch nur inszeniert wurde, um die R e i ch s- Präsidentenwahl zu beeinflussen. Wer entschädigt jetzt den Freigesprochenen für die Unbill, die er erlitten? Die Grubenkatastrophe in Dorstfelü. Eine sozialdemokratische Interpellation. Die sozialdemokratische Fraktion de« Reichstages hat folgende Interpellation eingebracht: Das neue große Grubenunglück auf Zeche„D o r st f e l d" lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf die großen Gefahren, denen die Bergleute bei ihrer schweren Arbeit aus- gesetzt sind. Ist die Reichsregierung bereit, eine strenge Unter- s u ch u n g der Ursachen des Unglücks herbeizuführen und dem Reichstag so schnell wie möglich einen eingehenden Bericht vor- zulegen? Was hat die Rsichsregierung getan, um dem Beschluß des Reichstages vom 19. Februar 1925(gesetzliche Sicherheiten an- läßlich des Unglücks auf„Minister Stein") zu entsprechen? Außerdem ist dem Reichstag eine von allen Parteien mit Ausnahme der Völkischen und Kommunisten unterzeichnete Interpellation folgenden Wortlauts zugegangen: Der Kohlenbergbau im Wurmrevier, das 10 Proz. des Gefamtkohlenvorkommens in Deutschland umfaßt, ist durch die Absatzkrise schwer gefährdet. Während in den anschließenden niederländischen und belgischen Kohlengebieten die vorhandenen und im Bau begriffenen Wasser« straßen eins billige Transportmöglichkeit in die bisher von der Wurmkohle belieferten Absatzgebiet«— Süddeutschländ, Schwei, v Italien— gewähren, ist die Reichsbahn nicht in der Lage. durch Neuanlazen und Umbauten der bestehenden Dahnen, durch Ermäßigung der Tarife usw. den heimischen Bergbau konkurrenz- fähig zu erhalten. Wir fragen an, ob der Reichsregierung diese Notlag« de» Wirt- schaftsgebiets im äußersten Westen des Reiches bekannt ist. und ob sie geneigt ist, durch eine großzügige BerkehrspoUtik, insbesondere auch durch Förderung des Planes einer Wasserstraßenverbindung zum Rhein, den wichtigen Grenzbezirk lebensfähig zu erhalten? Großstaötfrühling. Von Lrrnhard Faust. Er ist kränklicher, bescheidener und schüchterner als der Frühling draußen auf dem Lande, und feine Liebe Ist stiller und verschämter. Aus den Blumen Im Fenster und dem Rasen enger Gärten der Hinterhöfe grüßt er freundlich, in die Werkstatt ist er getreten. zögernd und behutsam, und hat uns zugewinkt, er hat die Greise und die Mütter, die Kranken und dos Elend, das der Winter in nasse Mauern gesperrt hatte, an die Rasenplätze am Strande unten hin- geführt und wie ein riesiges weißes Leichentuch in die Sonne ge- lagert. Er ist mit den Kindern in die Anlagen gegangen und hat mit ihnen im Sande gespielt, daß hohe Staubwolken weit hinflogen und die Kleinen jauchzten und die Mütter schrien, oh! Er ging fein jittfani durch Straßen spazieren, mit einer verwelkten Blume im Knopfloch und schwenkte verwegen sein Stöckchen. Und wenn abend» die Fobriktore sich weit öffneten, und die Sirenen heulten, da stand er unten und wartete, und hat den Mädels leise zugeflüstert, daß sie vergnügt erröteten, dem Alten da die Hand gedrückt und ist abends mit den Genossen in die Versammlung gegangen. Dort hat er sich erst ein wenig Mut angetrunken, sst dann ans Pult getreten, und hat zaghaft und unsicher zu ihnen gesprochen. mit jener Unsicherheit und Zaghaftigkeit, die tastende und suchende Liebe ist:„Seht Genossen, wenn euch euere gemeinsamen Sorgen im Winter hier zusammenführten, und ihr euch keinen Rat wußtet, und die Not und der Jammer immer mehr wuchsen, ach ich weiß es. da habt ihr oft an mich gedacht, und ich danke euch dafür. Und wenn ich auch arm bin und schäbig und dürftig vor euch stehe, ich möchte euch zu ein bißchen Sonntags- und Frühlingsglück helfen. und...." So hat er bis hierher gesprochen, dann ist er verlegen geworden und die Stimme hat ihm versagt, und er hat sich un- beholfen und verschämt und hilflas umgesehen, lächelnd und schmerz- lich müde, bis jemand ganz begeistert schrie„Prost! Genosse iirühling!" und viele Hände sich grüßend ihm entgegenstreckten. Spät abends erst ist er durch die Anlogen heimgegangen, unbe- kümmert und heiter dem Monde«ntgegensauchzend. und sah ich es recht? zu ihm glückselig hingeneigt die Liebste am Arm. Der Flieder duftete, fern bebte die Stadt. Heute morgen kam meine Tante zu mir berein und stammelte bleich und entsetzt:„Herr Frühling Ist kn Schutzhaft genommen worden, ach Gott, ach Gott, was das für«ine Welt Ist! ach Gott. och Gott.... Herr Frühling.... ach.... Frühling.... Schutzhaft....' Ich bin verzweifelt fortgestürzt und habe ihn gesucht. Hinter einem prächtigen, weiten, hohen Gitter fand ich ihn wieder, in einer Schar lachender Domen, er hatte weihe Tennis- hosen an und bewegte und verneigte sich elegant. Er küßte ihnen die Hände and brach ihnen kostbare Blumen von blühenden Beeten. lind sein Haar glänzte. Als er mich sah, wurde er unsicher und hob verstohlen die Achseln und kam ängstlich zu mir, als er unbeobachtet blieb, und flüsterte im Vorbeigehen„ab und zu komm« ich wieder Wie«in Geck stelzte er weiter. Ich war erbost, tobte und schrie ihm wütend nach:„Ich danke schön! Herr Frühling." hochnotpeinliche Untersuchung. Es fand der Graf von Reventlow, An Weisheit schier gigantisch, Bei Hindenburgen«inen Floh, Der dünkt ihn elefantisch. Durch Analyse ward. ihm klar, Daß diesem Militärsinann Der Ziviliste Ebert war Des deutschen Rechts Gewährsmann. Des weitern in Erscheinung trat. Daß unser Herr Präsid« Für Krieg jetzt keine Meinung hat, Wogegen mehr für Friede. Ilnd drittens raunt man früh and spät Allorts, daß augenblicklich Des Volkes Souveränität Scheint Hindenburgen schicklich. lind ist es denn die Möglichkeit?! Es scheint beinahe, wie wenn Er hielte, den er schwor, den Eid--! Ja, Graf, was dachten Sie denn? . Jeremias. Die Inbetriebnahme öes Isarkeaflwerks. Nach fünfjähriger Bauzelt ist nunmehr die Groß-Waffer-Kraft- anläge der Mittleren Isar, die größte in Deutschland soweit vollendet, daß in den drei großen Kraftwerken die Elektrizitätsversorgung auf- genommen werden kann. Die Mittlere Isar bildet mit ihrer Jahres. leistung von 430 Millionen Kilowattstunden die eigentlich« Grund- läge des Werkes, da da» Walchenjee-Wert nur ein« Jahresleistung von 100 Millionen Kilowattstunden besitzt. Das erst« Werk versorgt weite Gebiete auch außerhalb Bayerns(Sachsen, Thüringen, Württem- berg). Neben dieser energicwirtschaftllchen Bedeutung ist von hohem Interesse auch die wasservautecdnische Durchführung. Bei der MItt- leren Isar sst von der bisherigen Art der Wasserkraftbedienung, kurz« gefällreicho Flutzstreckcn in entsprechende kleine Seitenkanäl« für Kraftauesätzung zu bringen, abgewichen. Es wurde dos natürliche Gefälle der Isar in einem 54 Kilometer langen Kanal zusammen ge- faßt und durch Schaffung künstlicher Stufen die größte Auswertung erreicht. Der Kanal, der bereits unterhalb Münchens von der Isar ab- zweigt, führt das Wasser in eitier Entfernung von 10— 13 Kilometern von der Isar. Es gelang trotz des Flachlandcharakters des ganzen Geländes. Stufen in Höhe von 11, 26 und 25 Metern abzuwerten. Eins vierte Stufe mit 21 Meter Gefälle wird später ausgeführt, sodaß der Äan�l eine Gesamtlänge von 73 Kilometer hat. Hilfe für die Opfer. Dortmund. 18. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei, Bezirk west- liches Westfalen, erläßt folgenden Ausruf: Einer erneuten schweren Grubenkatastrophe im Dortmunder Bergbau auf Zeche Dorstfeld sind wieder 44 tote und 25 schwerverletzte Bergleute zum Opfer gefallen. Die meisten Betroffenen sind Familienväter. Wieder haben durch dieses Maffenunglück in eine große Anzahl Familien Trauer und Not Einzug gehalten. Die beste Teilnahme ist, wenn wir die ärgste Not nach unserem Können lindern Helsen. Ale erste Hilfe hat der Bezirksvorstand der Sozialdemokratischen Partei allen betroffenen Familien bereits einen Betrag überwiesen. Wer sich an diesem Hilfsw�erk beteiligen will, überweise seine Spenden an den Vorstand der Sozialdemokratischen Partei, Bezirk westliches Westfalen, Postscheckkonto Franz Klupsch, Dortmund, Kielstr. 5, Postschecknummer 3278, oder auf das Konto Franz Klupsch und Sattler bei der Commerz- und Privatbank in Dortmund. Für Liebesgaben im voraus besten Dank. Sektgelage und Slutprobe. Eine Verteidigung der Staatsanwaltschaft. Folgende amtliche Mitteilung wird oerbreitet: Kürzlich ging durch die Presse die Mitteilung, daß die Der- Haftung von Julius Barmat durch den Gerichtsassessor K u ß m a n n .bei einem großen Sektgelage in einem Berliner Restaurant vorbereitet worden sei". Diese Mitteilung ist. wie der„Amt- Lche Preußische Pressedienst" erfährt, unrichtig. Luch der weitere Angriff gegen die Staatsanwaltschaft, der das Verschwinden einer Blutprobe zum Gegenstand hat, entbehrt der Begründung. Zwar ist es richtig, daß von Julius — nicht Henry— Barmat eine Blutprobe entnommen worden ist. und daß sie auf bisher unaufgekläcte weise verschwunden ist. Indes steht die Staatsanwaltschaft diesem Vorgang« völlig fern. Die Blutprobe ist in der Eharitö entnommen worden und aus dem Laboratorium der Klinik abhanden gekommen. Die Behauptung. daß die A e r z t e der Gebrüder Barmat von der Staatsanwaltschaft kontrolliert worden seien, ist u n r i ch t i g. Im übrigen ist sofort durch die Aerzte ein« neue Blutprobe entnommen und dies« ordnungsmäßig untersucht worden. Dieses Dementi enthält einmal die Bestätigung der höchst rätselhaften Tatsache, daß die Blutprobe verschwunden ist. Die Staatsanwaltschaft versichert, sie stehe diesem Vorgong fern; wir wollen ihr hierin Glauben schenken. Anders hinsichtlich des Settgelages. Der Schwerpunkt der Erwiderung des.Preußischen Pressedienstes" auf die An- frage des.Sozialdemokratischen Pressedienstes" scheint be- wüßt auf das Wort.vorbereitet" gelegt zu sein. Daß die Verhaftung von Barmat nicht bei einem nächtlichen Sekt- gelage beschlossen und vorbereitet wurde, ist ohne weiteres an- zunehmen. Der Sinn der Anfrage des„Sozialdemokratischen Pressedienstes" war vielmehr folgender: Ist es richtig oder falsch, daß Assessor Kußmann und einzelne seiner Mitarbeiter in der Nacht vom 30. zum 31. Dezeipber 1924, die der Ver- Haftung in Schwanenwerder voranging, bis gegen 3 Uhr morgens bei Sekt in einem Weinlokal der Friedrichstadt gc- ftssen haben? Darauf kommt es an! die Zlucht aus üer Kommuniftisthen Partei., Auch in der Schweiz. L ffiens, 18. Aak.(Eigener Drahtbericht.) Die Kommunistisch« Partei hat«inen ihrer prominentesten Führer verloren. Emil Sprecht(Zürich) ist mit der Begründung aus der Partei aus- 8«treten, daß sie keine positive Arbeit für die.Arbeiterschaft leiste. sprecht sst zur Sozialdemokratischen Partei zurückgekehrt. Frauenwahlrechk lu Zlalien. Die italienische Kammer hat den Gesetzentwurf angenommen, der den Frauen das Wahlrecht zu den Genieindcwahlen einräumt. Dprch diese Kraftanlage der Mittleren Isar wird die Isar un. mittelbar unterhalb Münchens auf einer Streck« von 50 Kilometern während 8—9 Monaten des Jahres ohne Wasser sein. Da gerade in diesem Teil der Isar die Münchener Abwässer eingeleitet wurden, war der Bau einer besonderen Kläranlage für diese Wasser notwen- dig, der demnächst dem Betriebe übergeben wird. Diese neue Kläran- lag« wird die größte dieler Zlrt in Europa. Die biologische Reinigung dieser Abwässer erfolgt in großen Fischteichen von 233 Hektar Fläche und 7 Kilometer Läng«. Dabei werden jahrlich rund 2200 Zentner Fisch« gewonnen. Der Einfluß des Deutschen auf das moderne Hebrälsch. Im Zusammenhang mit den neuen Kulturbestrebungen in Palästina ist der außergewöhnliche Borgang zu beobachten, daß eine tote Sprache wieder zu einer lebendigen, zu einer Umgangssprache wird. Das Hebräische wird heute in Palästina auch von vielen Nichtjudcn ge- sprochen, seine Kenntnis hat in den letzten Iahren auch außerhalb Palästinas stark zugenommen. Nicht nur zahlreiche wissenschaftliche Werk«, sondern auch Klassiker aller Sprachen und moderne Antaren [ind in» Hebräische übersetzt worden. Sprach, und kulturgeschichtlich st es nun außerordentlich interessant, daß, wie Ludwig Blau (Budapest) in der„Deutschen Literaturzeitung" hcrvovhebt, diese moderne hebräische Sprache, die sich naturgemäß von dem alten Hebräischen vielfach unterscheidet, von keiner anderen Sprache so tief beeinflußt erscheint, wie von der deutschen. Weder das Aramäische im Altertum noch das Arabische im Mittelalter haben dem Hebräischen ihr eigenes Gepräge so scharf aufgedrückt wie das moderne Deutsch dem modernen Hebräisch. Auch die Schaffung eines wissenschaftlichen Mittelpunktes für das neue Judentum in der jetzt begründeten Universität Jerusalem wird daran zunächst nichts Wesentliches ändern. Ist doch die Wissenschaft vom Judentum in Deutschland begründet worden, und wird b>er vor allem gepflegt: auch die judaistische Abteilung der bereits auf 82 000 Bände angemacksenen Universitätsbibliothek in Jerusalem besteht zum großen Teil aus deutschen Büchern._ Ver Müncheaer Maler Pnvl Hlcfli til im Alter von 54 Jedren in München gestorden. Er bat der.Jugend' Jahre hindurch ihr küntleriichci Gepräge gegeben. Professor Rieth war Mitglied der Münchener Sezession. v!e Aos übrungeo der wrohen volkeoper im Tbcater de» Wessen», die am 31. Ma! enden, versprechen bi« dabin noch eine Reihe interessanter Abende. Kunächit die Gastspiele von George« a k l a n o f f. der an, Di-n»tag.Rigoletto« fingt, und am Freitag al» Sscamillo in.Carmen" anstrilt. Tann kommt ein« Mailänder Opern iiagione mit dem. .varbicr von Sevilla"(am 24. Mai) und.Rigoletto"(am 28. Mai) unter Leitung Ezisto Tango. Ein Vusonl-Archlv möchte die Diiwe Ferrnecio vusonl» dem preuh!» schen Staat stiften: mit den Handichristen und Briefen, den Jnssrumenien und Bildern de» Meister», vor allem aber mtt seinen MusUalien,». v. der einzigartigen Liszt-Tammlung. VI« internationale Eiperavtokon'eren,. die seit Freitag in Pari« tagt, nahm den Bericht über die Ausbreitung de» Esperanto in den verschiedenen wissenschastlichen Instituten entgegen. Im ganzen find>20 wisseiiichattlich« Gelellichaften au» 23 verschiedenen Staaten aus der Konserenz vertreten. Die Konieren, erörtert« u. a. die Flage der Schaffung von Schlüsseln in Elve. ranlo. durch die der Verkehr der HandelSwett erleichtert und vereinsacht werden soll. Die Neuregelung der Lohnsteuer. Das Steuerunrecht bleibt.— Nut? die Sozialdemokratie gegen die Ueberbelastung der Massen. Die Lohnsteuer ist die sicherste Steuerquelle des Reiches. Neben der U m s a tz st e u e r bringt sie auch den gröhten Ertrag. Die Mehreinnahmen aus diesen beiden typischen Maffensteuern haben im Jahre 1824 den erheblichsten Teil des Zwei-Milliarden- Ileberschusses des Reiches erbracht. Von Monat zu Monat stieg die Einnahme aus der Lohnsteuer, well infolge der steigenden Nominal» löhne die Belastung der einzelnen Lohnsteuerpflichtigen ständig zunahm. Auch die Erhöhung des steuerfreien Existenzminimums im Dezember 1S24 von 50 auf 60 M. monatlich ändert« daran nichts. Immer stärker wurde deshalb das Verlangen der Lohnsteuer» Pflichtigen nach Ermäßigung der Lohnsteuer, die das ohnedies ge» ringe Einkommen erheblich schmälert und soziale und wirtschaftliche Schädigungen zur Folge hat. Trotzdem hat die Rechtsregierung keine veranlassung gesehen. von sich aus eine Ermäßigung der Lohnsteuer vorzuschlagen. Ihre Steuergesetzentwürfe enthalten für jede Steuer, die den Besitz trifft, eine Ermäßigung. Nur für die Lohn» und Gehaltsempfänger nicht. Die Ermäßigung der Lohnsteuer wurde so von Anfang an zum Schachcrobjekt gemacht. Es sollt« der Anschein erweckt werden, als ob die Regierungsparteien die Dorlagen der Reichs» rsgierung verbessern wollten, um so leichter die Entlastung des Be- sitzes durchsetzen zu können. Diese Handlungsweise läßt die unsoziale Gesinnung der Rechtsregierung ohne weiteres erkennen. Sie ist zugleich die Ursache für das durchaus ungenügend« Entgegenkommen an die Lohn» und Gehaltsempfänger. In mehrtägigen Beratungen hat der Steuerausschuß des Reichstags beschlossen. daß vom 1. Juni ab das steuerfreie Existenzminimum von 60 Mark auf 80 Mark monatlich(18,60 Mark wöchentlich) her- aufgesetzt werde. Es soll ferner die Ermäßigung des Abzugs von 10 Proz. bei Einkommen unter 250 Mark monatlich für dos zweite und jedes weitere Kinod um Zwei Prozent eintreten, statt wie bisher ein Prozent, Bei Einkommen über 250 Mark monat- lich wird diese Ermäßigung erst vom dritten Kind an gewährt. Außerdem wird künftig auf Antrag bei Verdienstausfall infolge Arbeitslosigkeit. Krankheit usw. ein Rechtsanspruch auf Er» stattung zuviel gezahlter Steuerbeträge durch die Finanzämter gewährt werden. Das ist das ganze Zugeständnis, das die bürgerlichen Parteien den so schwer belasteten Lohn- und Gehaltsempfängern gemacht haben! Bleibt es bei den jetzigen Löhnen, so wird selbst nach den zu hohen Angaben der Reichsregierung diese Ermäßigung höchstens eine Mindereinnahme von rund 300 Millionen Mark für das ganze Jahr bedeuten. Also nur wenig mehr, al« die Reichsregierung durch den Verzicht auf die halbe Vermögenssteuer freiwillig preisgegeben hat. Rechnet man hierzu den Ausfall durch die Milderung der Ein. kommensteuer, der Erbschaftssteuer und der sonstigen Kapitals» steuern, so kommt man zu der Feststellung, daß den besitzenden Schichten ein Mehrfach« von dem an Cr» Mäßigung freiwillig gewährt wurde. was die Sozialdemokratie in hartnäckigem Kampf der Rechts» regierung und den bürgerlichen Parteien füftr die Lohn» und Gehalts» »mpfänger abringen mutzte. In Wirklichkeit wird dieser Ausfall von ZOO Millionen nicht ein- treten. Di» Löhne müssen sich den Preisen anpassen und den arbel- tenden Schichten wenigstens die kümmerliche Existenz ermöglichen. Daher wird der Ausfall wesentlich geringer sein, als ihn die Regierung schätzt, zumal ihre Angaben auf absolute Richtigkeit, keinerlei Anspruch erheben können. Da selbst die Regierungsparteien sich dieser Erwägung nicht entziehen tonnten, war die Anregung ent» standen, die Einnahme aus der Lohnsteuer auf 1200 Millionen Mark jährlich zu begrenzen und die Regierung zu verpflichten, wenn dieser Betrag überschritt»» wird, eine entsprechende Ermäßigung vorzunehmen. Aber selbst das ist von der Regierung bekämpft, von den bürgerlichen Parteien preisgegeben worden. Es besteht deshalb erneut die Gefahr, daß die Lohnsteuer die veranschlagten Beträge wesentlich überschreiten wird und mil der Besteuerung de« Hungers die Enklastung des Besitzes bezahlt wird. Die Sozioldemokralie hatte die Forderung gestellt, erstens das steuerfreie Existenzminimum auf 100 Mark monatlich(24 Mark wöchentlich) zu erhöhen, zweitens die prozentualen Ermäßigungen für die Familienangehörigen von je einem Prozent durch feste Cr- inäßigungen von je 10 Mark bzw. 20 Mark mouallich(2,40 Mark bzw. 4,80 Mark wöchentlich) zu ersetzen und drittens den Steuersatz für die unständigen Arbeilskräfle von 4 aus 2 Proz. zu ermäßigen. Es kann nicht bestritten werden, daß diese Forderungen sich im Rahmen des Erfüllbaren und Möglichen hallen. Die letzige Finanzlage des Reiches g e st a t t e t diese Ermäßi- gung, die unerträgliche steuerliche Ueberbelastung der Massen macht sie notwendig. Der Reichswirtschaftsrat hat das anerkannt, denn er sprach sich ebenfalls für ein Existenzminimum von 100 Mark monat» lich aus. Das war auch die Forderung sämtlicher Richtungen der Gewcrkschaslcu. Der Deuische Gewerkschasksbund ging über dies« Forderung sogar noch hinaus, indem er verlangte, daß die Ermüßi- gung für i ed e s Kind zwei Proz. beträgt. Angesichts der Einmütigkell der Stellung der Gewerkschaften aller Richtungen war die Hoffnung begründet, daß nun endlich das steuerliche Unrecht an den Lohn» und Gehaltsempfängern erheblich gc» mildert würde. Der Zustimmung der Sozialdemokratie konnte man in jedem Fall gewiß sein. Und mußte nicht die Zustimmung der bürgerlichen Regierungsparteien ebenfalls leicht zu erreichen fein, da die parlamentarischen Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes. der die weitestgehenden Forderungen aufgestellt hatte, in deren Reihen sitzen? And hallen nicht gerade diese Parteien heilige Eide geschworen. daß ihnen nichts so am Herzen liege wie der Abbau des Steuer- unrecht? gegenüber den Massen? Diese Hofjnungen sind schmählich getäuscht worden. Da» Steuerunrecht bleibt. Die Ermäßigung der Lohnsteuer ist so ge» ring, daß immer noch eine Steuerpslicht bleibt auch dort, wo der Lohn nicht einmal ausreicht, den Hunger zu stillen und die Arbeits» fähigkeit zu erhalten. Das Sleuerunrecht bleibt aber besonders im Vergleich zu der Sleuerleistung der übrigen Gruppen. So hartnäckig die Regierung und die Regierungsparteien der Ermäßigung der Lohnsteuer widerstrebten, so entgegenkommend sind sie bei der Er» Mäßigung der Steuerlasten aller übrigen Gruppen. Und wenn ent» sprechend den Forderungen der Regierung auch noch die Bier- und Tabakbesteuerung erhöhl wird, dann wird die Gesamtsteuerlast der Massen nicht kleiner, sondern größer sein. 3m Kampf gegen das Sleuerunrecht stand und steht die Sozialdemokratie allein. Die bürgerlichen Barleien verstehen unter.Entlastung der Wirtschaft" Entlastung der Unternehmer. Don ihnen ist für die Lage der Lohn- und Gehaltsempfänger Verständnis nicht zu erwarten. Hätte es sonst vorkommen können, haß der Sprecher der Zenlrumopartei die Forderung nach einem Existenzminimum von 100 Mark monatlich als ein„Endziel" bezeichnete, das nur „etappenweise" zu erreichen sei? Ebensoweniig aber haben die Lohn» und Gehallsempfänger etwas von den Kommunisten ZU erwarten. Sie haben den Antrag gestellt, den Lohnabzug zu be- selligen und stall dessen die allgemeine Einkommensteuer auch für die Lohnsteuerpslichtigen«inzuführen. Wäre es ein Porteil, wenn dem Arbeiter. Angestelllen oder Beamten der Steuerbetryg künftig vierteljährlich statt wöchentlich oder monatlich abverlangt würde? Wir sagen nein. Die Kommunisten haben ferner oer» langt, daß Einkommen unter 3600 Mark jährlich vollständig steuerfrei sind. Es wäre schön, wenn man das durchsetzen könnte. wenn aber schon eine Steuerfreiheit von 1200 M. nicht zu erreichen ist, so ist es sinulos. aus agitalorifchen Gründen 3600 M. zu verlangen. Die Beschlüsse des Steuerausschusses sind allerdings noch kein« endgültigen Entscheidungen. In der kommenden Woche dürste die Frage der Lohnsteuer auch das Plenum des Reichstags beschäftigen. Noch ist also die Möglichkeit gegeben, die unzulängliche Ermäßigung der Lohnsteuer zu verbessern. Die Broteste aus den Kreisen der Lohn- und Gehaltsempfänger, die der Empörung Ausdruck vor» leihen, sind zahllos. Die Sozialdemokratie wird es als ihre Pflicht ansehen, ihr bei den Beratungen Ausdruck zu geben. Sie wird er» neut versuchen, die Forderungen durchzusetzen, die allen Lohn» und Gehaltsempsängern gemeinsam sind. Sie wird durch die Tal be- weisen, daß eine soziale Steuerpolitik und die gerechte Verteilung der Lasten abhängig sind von einer starken Sozialdemokratische« Barkel. vas Martprium Höfles. Immer wieder erschütternde Aussagen. Der Höfle-Untersuchungsausschuß vernahm am Montag vor- mittag den Skrafanstalisoberdtrekkor Bully(Moabit) über die Frage der ärztlichen Organisation in Moabit. Die Dienst- ordnung schreibe vor, daß bei lebensgefährlichen Erkran- k u n g e n die Angehörigen benachrichtigt werden müßten. Der Zeuge hat Dr. Thiele am Sonntag gefragt, ob die Benachrichtigung der Angehörigen nötig fei: Dr. Thiele habe, woran der Zeuge sich genau erinuerl. diese Frage verneint. Erst in der Rocht zum Montag seien die Angehörigen benachrichtigt worden und der Geistliche geholt worden. Auf Fragen des Abg. Dr. weyl(Soz.) erklärt der Zeuge, daß sich Dr. Thiele bei ihm wiederholt mündlich über die Härte des betreffenden Erlasses beklagt hohe- einen Antrag auf Milderung des Erlasses habe aber Dr. Thiele nie gestellt. Am Sonnlag abend habe Dr. Thiele die Ueberfühnwg in ein Krankenhaus nicht für nötig erachtet, well der Kranke auf dem Transport sterben könne. Wenn Dr. Thiele vor dem Ausschuß be- hauptet habe, er habe wiederholl die Ueberführung befürwortet, so iire er. Dr Thiele habe noch o>n Sonnabend und Sonntag vor- mittag den Zustand Höfles nicht für lebensgefährlich gehalten. Der Zeuge gr t aus Befrazen durch den Abg. Wcster(Ztr.) zu. daß er am Sonnabend über die Verschlimmerung im Befinden Dr. Höfles zu spät benachrichtigt wurde. Am 3M Uhr wurde Dr. Höste bewußtlos gefunden, und erst um 4 Ahr 50 Ai.nuten ist der Zeuge davon beuochrichti st worden. Die Dienstordnung schreibt vor, daß der Oberdirettor von allen wichtigen Vorkommnisien in der Anstalt„sofort" benachrichtigt werden muß. Wezhalb Dr. Thiele erst so spät am Sonnabend im Lazarett erschienen ist. kann der Zeuge nicht aufklären. Dr. Stör» mer habe gesagt, es bestehe starker Verdacht einer Vergiftung. aber ausdrücklich erklärt, es liege keine Lebensgefahr vor. Am Sonntag habe Dr. Thiele erklärt, der Zustand sei ernst, weil die Bewußtlosigkeit anhalte. Aber die Frage des Zeugen, ob die An- gehörigen venachrichtigt werden sollten, hat Dr. Thiele ausdrücklich verneint. Für Den Zeugen ist es ein„furchtbarer Gedanke", dojj einer feiner Beamten oder Pfleger Dr. Höste die Tabletten über- bracht hätte. Auf Fragen des Abg. Ouaat-Faslem(Dnat.) gibt der Zeuge feiner Anficht dahin Ausdruck, daß der oft erwähnte Erlaß von den Aerzten al» Beeinflussung empfunden wurde. Sachverständiger Brofessor Lewin fragt, ob die Verteilung der Medikamente ordnungsmäßig vor sich gegangen sei. Der Zeuge kann nicht sagen, ob die Anstalt direkt die Erlaubnis zum chatten einer Apotheke habe: sie fei eben da. Die Medikamente würden aus dex benachbarten Moabiter Apotheke gekauft und unter Verschluß aufbewahrt. Auch ein besonderer Giftschrank sei da, wie in jeder Apocheke. Die Schlafmittel ständen nicht separiert im Gistschrank, sondern in dem allgemeinen Arzneischrank. Bon einer besonderen Erlaubnis zur Führung einer Apotheke weiß Zeuge nichts. Außer Luminal, Veronal und Pantopou sei auch Morphin da; der Pfleger bekomme so und so viel Ampullen und Tabletten, von letz- tersn einige mehr als gerade verordnet feien. Jede einzelne Tablette zu oerbuchen, fei unmöglich, wenn auch über Zu- und Abgang Buch geführt würde. Der Sachverständige bemerkt, auch ihn, der doch viel mit solchen hoffen umgehe, komme ein gewisses Gruseln an, wenn er au» den Verzeichnisse« ersehe, wie leichtfertig hier mit solchen starken Mittel« um- gegangen sei. deren Dosierung gesetzlich vorgeschrieben sei. Die weitere Klärung der von dem Sachverständigen angeregten Fragen soll im Ausschuß in einer besonderen Abendsitzung am Dienstag erfolgen, zu der auch Dr. Thiele hinzugezogen werden soll, der in den nächsten Tagen»m«m«»«rw«xch-ig«n ttr.laub antritt. Di« medizinischen Sachoerständigen und Ausschußmitglieder werden am Dienstag vormittag 8� Uhr sich nach Moabit zur Be- sichtioung des Lazarett» und der Apotheke begeben. In der Rachmittagssitzung wurde der Wachtmeister Rietz vernommen, der den Dr. Höfte ständig feit dessen Einsieferung gesehen hat und häufig in dessen Zimmer gekommen ist. Das erstemal, als Dr. Höste vop dem Zeugen gesehen wurde, machte dieser aus ihn einen gesunden Eindruck. Vom April ab fiel Rietz auf, daß Dr. Höste abnahm, obwohl die Nahrungeausnahme gut war. Oberinspektor Schmidt hat, wie.Zeuge be- kündet, sich seden Tag nach Höfles Befinden bei Rietz erkundsgt. und Rietz sagte ihm nun, der Zustand könne nicht allein vom Alkohol herrühren. Der„Dämmerzustand" Dr. Höfles, wie der Zeuge sich ausdrückt, dauerte fort. von Dienstag ab sei. so lange es Rietz beobachten tonnte, der immer nur bis 3 Ahr Dienst hatte, das Bett Höstes nicht gemacht worden. Ob Laken oder Hemd beschmutzt waren, weiß der Zeuge nicht, nur einmal sah er ein zerrissenes Hemd........ Daß Dr. Höste dieses dein Arzt gezeigt habe mit dem Be- merken, er sei besinnungslos gewesen, davon ist dem Zeugen nichts bekannt. Am Sonnabend turz vor 3 Uhr wurde ein Paket ge° bracht: der Zeuge ging mit in die Zelle und bekundet, daß Dr. Höste kaisächlich den Eindruck eines Sterbenden gemacht habe. Gegenüber dem Zustand bei der Visite am Vormittag sei ein b«d e u- tendcr Unterschied gewesen. Der Zeuge ist durch den Staate- anwattschastsrat Duden vernommen worden, ebenso wie andere Beamte. Einer der vernommenen Kollegen hat dem Zellgeii, wie er aus Befragen durch den Abg. Hoffmann(Komm.) mitteilt, crzähtt, Staatsanwaltschaftsrat Duden habe zu diesem gesagt:„Für Sie wäre es besser, wenn Sie Zentrumsmann oder mosaisch wären." (Dgr Beamte hatte auf die Frage nach dem Bekenntnis erklärt, er evangelisch.) Hierauf werden die Verhandlungen auf Dienstag vormittag 11 Uhr vertagt. Schluß 5 Uhr. Schlieben auf üer Zlucht ..... in den HauShaltsausschuh. Auf der Tagesordnung der Sitzung des Haushallsausschusses vom Montag stand die seit längerem zurückgestellte Beratung des Haushalts des Reichsministeriums des Innern. Vor Eintritt in diese Beratung erbat der Reichsfinanzminlster v. Schlieben das Wort, um an Hand eines den Mitgliedern des Ausschusses zuge- stellten Fiuanz-Exposäs ein Bild der gegenwärtigen Kassenlage und de» voraussichtlichen Ausgabebedarfs des Reichs in den Jahren 1925 bis 1930 zu geben. Seine Darlegungen liefen darauf hinaus, er könne sich der finanziellen Ansprüche aus den Reihen der Regierungsparleiea nicht mehr erwehren und müsse von dem Haushallsausschuß verlangen, daß er ollen anderen Ausschüssen gegenüber ein Machtwort spreche. Herr von Schlieben erklärt« u. a. wörtlich:„Es erscheint mir nicht angängig. daß die Ausschüsse des Reichstags in dieser für die ganze künftige Finanzgebarung so überaus kritischen Zeit völlig unabhängig von- einander arbeiten, und jeder für sich allein Beschlüsse faßt, welche in ihrer Gesomtwirkung die finanzielle Leistungsfähigkeit des Reichs jetzt oder in späterer Zeit zu geföhrden geeignet sind... Bei aller Anerkennung der mit den einzelnen Anträgen verfolgten Ziel« müssen die Wünsche doch auf«in erträgliches Maß zurückgeschraubt werden, und es tut dringend not. daß der Haushattausfchuß sich alsbald«ingehend mit diesen Dingen beschäftigt und die Beträge bestimmt, über die keinesfalls hwausgegange« werden darf." Der Vorsitzende des Ausschusses, Genosse Heimann, bemerkte auf diese Darlegungen, daß die Rolle, die der Reichsfinanzminister dem Haushaltausschuß zuweisen wolle, zwar für die Regierung erwünscht und bequem und für den Haushattausschuß ehrenvoll sei, aber die Veranttvorlung für die Finanzgebarung des Reichs doch in unzulässiger weife von der Regierung auf den Haushallaus- schuh verschiebe. Der haushattausschuß sei zu einer Nachprüfung aller Ausschuß- beschlüsse, die eine finanzielle Auswirkung hätten, schon ein äußer» lich vollkommen außerstande. Aber ganz abgesehen davon erscheine das System, nach dem der Finanzmlnister vorzugehen wünsch«, falsch und ungeeignet. Es sei Bssicht der Regierung, in den ein- zelnen Ausschüssen durch ihre Kommissare stiren Standpunkt besonders in allen finanziellen Fragen mit dem größten Nachdruck vertreten zu lassen. Setzten diese Kommissare sich nicht durch, so obliege dem Minister die Aufgabe, die Regierungsparteien zu der Verantwortung zu erziehen, die mil der Reglerungsgewalt verbunden ist. Es entspann sich eine mehrstündige Debatte, in der alle Redner, mit Ausnahme der Kommunisten, dem Standpunkt des Vorsitzenden beitraten. Selbst der Sprecher der Deutschnatio- nalen, der Abg. Hergl, war der Ansicht, daß die Einheit unserer Fftianzgebarung in Gefahr sei. Trotzdem müsie man sich dagegen wenden, daß dem haushattausschuß d i e Rolle unter den Aus- schüssen zugewiesen werde, die der R e i ch s f i n a n z m i n i st e r innerhalb des Kabinetts hat, nämlich die des absoluten Vetos. Redner verlangte mehr Jniatioe von der Regierungl Das Finanz-Erpofä selbst wurde dem ständigen Unterausschuß zur Nachprüfung überwiesen und man beschloß, an den Bericht des Unterausschusses eine finanzpolitische Aussprache im Plenum de» Haushaltausschusses anzuknüpfen. Japan räumt Sachalin. Aus Tokio wird gemeldei: Durch Unter. zeichnung der erforderlichen Protokolle wurde die Uebergabe Sachalins an die Sowjet regierung vollzogen. Die Sowjelregierung hat gestattet, daß japanische Flugzeuge Sibirien ü b e r f l i e g« n �dürfen: sie lehnt icdoch die Ausdeh- nung der Flüge bis nach Moskau ab. s vas marokkanische fibenteuer. Wachsende Opposition bei den französischen Linkspartei««. Barle. 18. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Die französischen Ope» rationen in Marokko nehmen einen Umfang an. der bei der Linken wachsendes Befremden erregt und selbst bei einem Teil der Radikalsozialisten neuerdings auf Opposition stößt. So hat der neugcwählte Gemeinderat von Lyon, der am Sonntag Herriot als Bürgermeister wiedergewählt hat, eine Entschließung ange- nommen, in der die Regierung aufgefordert wird, jede Politik tolo- nialer Eroberungen, die eine Quelle europäischer Konflikt« sei, ab» zulehnen. Genosse R e n a u d e l. der am Sonntag in der Povinz über die politische Lage sprach, hat in unzweideutiger Schärfe er- klärt, daß Frankreich mchl zu gleicher Zeit VLlkerbundspolitik machen und sich in das gefährliche Abenteuer einer kolonialen Croberungs- Politik einlassen könne. Aus einem am Montag vom„Oeuvre" veröffentlichten Artikel geht einwandfrei hervor, daß die amtlichen und halbamtlichen Mel- düngen über die Vorgänge in Marokko nur einen schwachen A b k l a tsch dessen geben, was in Wirklichkeit in Marokko vorzugehen scheint. Vor allem sollen die französischen V e r l u sie bei den letzten Kämpfen weit größer gewesen sein als in den amtlichen Berichten bisher zugegeben wurde. Die vom französischen Haupt- quartier in Fez ausgegebenen amtlichen Berichte lassen sehr deutlich durchblicken, daß es Abd el Kerim gelungen ist, die französische Ope- ration zum Stehen zu bringen. Aus Frankreich selbst sind in den beiden letzten Wochen sehr beträchtliche Berstarkungen nach Marokko abgegangen, und in den südfranzösischen Häsen dauern die Truppenverladungen in unverminderter Stärke an. Die.Jnformatton" teitt am Montag in einem Lagebericht mit» daß die Ersahrungen der beiden letzten Wochen die Notwendigkeit ergeben hätten, den Krieg gegen Abd el Kerim nach europäischer Art zu führen. Vor ollem müsse schwere Artillerie und die anderen Mittel der mordernen Kampftechnik eingesetzt werden. Das Blatt deutft weiterhin an, daß, wenn die französischen Truppen auch bisher die Grenze der spanischen Zone noch nicht überschritten haben, dies sich doch wahrscheinlich im weiteren Verlauf der Operation als not- wendig erweisen werde: auf diplomatischem Wege sei darüber bereits mtt der spanischen Regierung verhandett worden. Streikbrecherpflicht der Beamten! Eine Entscheidung des Reichsgerichts. daß er in fein anderes Amt von geringerem Umfange und geringerem Dienfteinkommen gefeht Bon der Reichsgewertschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und, b. h. einen begrenzten Kreis von Geschäften übertragen erhalten Anwärter wird uns geschrieben: Wie bekannt, brach um Frühjahr hat.§ 24 RBG. regelt die Uebertragung anderer Geschäfte dahin, 1924 auf einigen Eisenbahnstationen Stuttgarts und Umgebung ein Arbeiterstreit aus. Die Löhne maren, wie selbst vom Eisenbahndirektionspräsidenten, zugegeben wurde, zu niedrig. Die Gewerkschaften fahen sich genötigt, die Führung zu über nehmen. Zwischen ihnen und der Eisenbahnverwaltung tam schließlich ein Bergleich zustande, wonach die Strei fenden restlos wieder eingestellt werden und feine Ma B regelungen stattfinden sollten. Nur die Stuttgarter Gewerkschaftsführer wurden wegen angeblicher Ber= legung des§ 110( Widerstand gegen die Staatsgemalt, Aufforderung dazu) angeflagt. Sie hatten ihre Beamten mit glieder aufgefordert, ihren Dienst in der bisherigen Weise meiter zu versehen und abgesehen von Notstandsarbeiten, wie Lebensmittelbeförderung usw. feine Arbeit zu verrichten, die bisher von Arbeitern ausgeführt wurden. An dieser Stellungnahme hielten fie feft, als der Präsident der Reichsbahndirektion in einem Aufruf an die Beamten appellierte, jede ihnen übertragene Arbeit zu versehen. Als Berordnung im Sinne des§ 110 StGB. wollte der Präsident den Aufruf nicht auf gefaßt missen. Das Schwurgericht in Stuttgart entschied, daß trotzdem eine Gefeßesverlegung vorliege, näm lich des Reichsbeamtengefeges, das in seinem§ 10 vom Beamten Gehorsam fordere. Aufforderung zum Ungehorsam liege felbft dann vor, wenn in Wort und Schrift an der Hand von staatsmissenschaftlichen Werten nachzuweisen versucht werde, das an die Beamten gerichtete Berlangen jede Arbeit zu ver richten, als ungefehlich, ungerechtfertigt hinzustellen. Dem Beamten stehe in dieser Beziehung eine Prüfung night 3. Drei Stuttgarter Gewerkschaftsführer wurden zu Geldstrafen verurteilt. Gegen das Stuttgarter Urteil legten die Berurteilten Revision ein. Der 1. Straffenat des Reichsgerichts hat diese Berufung in der Sigung vom 17. März d. Is. ver. morfen. Aus der umfangreichen Begründung fönnen wir folgende Stelle zitieren: „ Es wird zugegeben, daß die Angeklagten zunächst in gutem Glauben gehandelt haben. Aber nachdem ihnen der Aufruf des Präsidenten zur Kenntnis gefommen sei, mußten sie sich der Möglich feit bewußt fein, au irren.( Die Angeklagten haben das bestritten. D. V.) Sie haben für den Fall, daß doch eine Pflicht der Beamten zur Uebernahme von Streitarbeit bestehen sollte, auf der an die Beamten gerichteten Aufforderung beharrt. Das Schwurgericht hat bei jedem der Angeklagten ein mit bedingtem Borsaz begangenes Bergehen gegen§ 110 StGB. angenommen, daß das Schwurgericht dabei in einem Rechtsirrtum befangen gewesen wäre, sei aus dem Urteil nicht entnehmen. Wenn auch das Schwurgericht das Vorliegen einer von der Obrigkeit getroffenen Anordnung verneint habe, so habe es doch die Frage, ob zum Ungehorsam gegen das Gesez aufgefordert worden sei, bejaht. Nach dem Reichsbeamtengeseh sind die Beamten zur Leistung von „ Streifarbeit, d. h. jeder Arbeit verpflichtet." Hierzu muß doch bemerkt werden, daß es bisher wohl feinen Beamten gegeben, der die Dienstpflicht, die dem Beamten durch feine Anstellung erwächst, nicht dahingehend verstanden hat, daß er vom Staat oder von einer öffentlich- rechtlichen Körperschaft ein Amt, Unkraut auf dem Baumarkt. Der Gründer Wilhelm Schwante Seine erste Gründung war wohl die ,, Berliner Holzper. mertung und Nuhholz- Großhandlung, Inh.: Bil. helm Schwanfe, Berlin N. 4, 3nvalidenstraße 13." Ob die Waldverwertungsgesellschaft Schmidt u Co. G. m. b. H., Plazholzhandlung Berlin Mahlsdorf, Trestowstr. 35/42", von Schwanke ebenfalls gegründet" oder nachdem von ihm übernommen" und umgestellt wurde, ist nicht genau bekannt. Jedenfalls hat er auch eine ,, Mittelstands- Bau- Bereinigung Berlin G. m. b. H." in Charlottenburg, Grolmanstraße 35, und Mahlsdorf. Trestow. ftraße 35/45 gegründet. Diese pompöse Firma, deren Inhaber und Direttor Herr Wilhelm Schwante ist, fuchte auf ihren Brieftöpfen den Anschein zu erwecken, als sei sie zu Finanzie rungen und Ausführung von Siedlungsbaufen" fapitalfräftig. Sie empfiehlt fich außerdem zur Instandhaltung und Vermaltung größerer Häusergruppen. werden darf. Dieser§ 24 ist jetzt so gut wie aufgehoben. at die Personalabbauverordnung hier schon eine 2üde gerissen, so ist die Reichsbahngesellschaft er heblich weitergegangen. Sie fordert überhaupt vom Beamten, daß er jede Gesellschaftsarbeit pflichtmäßig übernehme. Sie ftüßt sich dabei auf das Reichsbahngefek und den in dasselbe übernommenen§ 10 des Reichsbeamtengefeges. Im( amtlichen) Kommentar Roser zur Personalordnung für das Reichsbahnpersonal ist in Anmerkung 4 zu§ 4 auf Seite 34 bis 36 ausführlich über die Frage einer Verpflichtung der Beamten zur Leistung von Arbeiterdiensten die Rede und insbesondere auf Seite 36 ein Urteil des Schwurgerichts Stuttgart vom 1. Oftober 1924, wegen teilweise durch die Bresse begangenen Staatsvergehens gegen§ 110 StGB.( Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetz) in einem furzen Auszug mitgeteilt. Das ist die letzte Konsequenz dieser Auslegung des§ 10 des Reichbeamtengeleges, wie sie jetzt durch das vorliegende Ürteil des Reichsgerichts als fünftige Norm zu gelten hat. Welche Bedeutung die Hauptverwaltung der Deutschen Reichs lab vom 4. mai 1925 hervor, der an alle Reichsbahn bahngesellschaft diesem Urteil beimißt, geht aus einem Er direktionen gerichtet ist und in dem folgender Saz den Schluß bildet: „ daß die Beamten für die Dauer eines vorübergehenden Notstandes nach dem Gefeh verpflichtet find, Streifarbeit zu leisten, d. h. folche Arbeiten zu verrichten, die zur Dienstpflicht von Arbeitern, Angestellten oder Beamten gehören und deren Leistung von diesen auf Grund einer. Arbeitseinstellung verweigert wird. Ermäßigung auf 15 Pro3. aber brachte ihm 66 Mark ein, so daß das Reich einem Steuerzahler mit jährlich über 13 000 Mart Eintommen 266 Martt schenkt! Für die Erhöhung der Löhne und Gehälter aber ist nichts übrig sagt die Reichsregierung! Weniger Beamte und Angestellte, diesen aber dann ausreichende Besoldung" hieß es, als die über den Abbau beunruhigte Beamtenschaft, beschwichtigt werden sollte. Und nun? Bom 2. Oktober 1923 bis zum 31. Dezember 1924 hat das Reich 114 198 Beamte, Angestellte und Arbeiter abgebaut, d. h. 24,5 Proz. der vorhandenen Zahl. Dabei geht der Abbau noch weiter; auf die ausreichende Besoldung aber warten die Beteiligten noch immer. Und doch weist die gegenwärtig geltende Beamtenbesoldung noch 13 Gehaltsstufen auf, die monatlich weniger als 100 Mark betragen, 29 weitere bleiben noch unter 150 Marf zurüd. Eine Erhöhung soll trozzalledem nicht möglich sein. Dafür haltung durch die in Aussicht stehenden Agrarzölle. Der mintt uns aber eine weitere Verteuerung der LebensArbeiter und fleine Beamte wird sich beizeiten darauf einrichten müssen, den Riemen noch enger zu schnallen, denn wenn die Agrarier Geld brauchen, muß er natürlich warten. Das ist die wohlverdiente Quittung für alle diejenigen unter ihnen, die sich nicht genug tun fonnten im Schwenfen der schwarzweißroten Fahne, die jenen Männern die Steigbügel gehalten haben, denci sie jetzt ihr Schicksal verdanken." Graphische Hilfearbeiter und arbeiterinnen. Diese Anmerfung im Rofer fchen Kommentar spricht Bände. Eine Mitgliederversammlung befaßte fich mit der Aufstellung Heute sind die Dinge soweit gedichen, daß bet längerer Beder Kandidaten zur Delegiertenversammlung für den schäftigung eines Beamten im Arbeiterdienste, Verbandstag am 28. Juni in Hamburg. Die Versammlung soweit er auf Ründigung angestellt ist, die Gesellschaft sich be war mit den vom Vorstand empfohlenen Kandidaten einverstanden. rechtigt und den Beamten genügend disqualifiziert glaubt, daß Die Anhänger Moskaus schlugen noch vier Kandidaten vor und fie ihn in das Arbeiterverhältnis mit Verlust seiner zwar Krenzlin, Karl Meyer, Hermann Meyer, Pöhlke und Rosenwohlerworbenen Beamtenrechte versehen fann. plenter, worauf auch unsere Genossen meitere vier Kollegen in Borschlag brachten. Da in der KPD. Fraftion Personenmangel besteht, fonnten sie nur vier Mitglieder in Vorschlag bringen, worunter zwei Sympathifierende". Als Macher der KPD. fungiert das ehemalige Mitglied Krumren, der der Kollegenschaft in den einzelnen Betrieben Besuche abstattet und für seine Freunde Propaganda macht, die er auch in der„ Roten Fahne" betreibt. Er faselt dort vom offenbar nicht, daß seine Freunde alle auf dem Boden des TarifKlaffenkampf und wettert gegen die Reichstarijpolitik, weiß jedoc vertrages stehen, Einer davon, Hermann Meyer, aus der Reichsbankdruckerei, drängt die Organisation ständig, daß unbedingt ein Tarifvertrag abgeschlossen wird. Die verantwortlichen Stellen der Organisation lehnen jedoch den von der Direktion der Reichsbankdiuckerei gewünschten Tarifvertrag ab, weil er den berechtigten Forderungen der Beschäftigten nicht entspricht. Nun foll ausgerechnet der von Krumrey empfohlene Kollege Meyer auf dem Berbandstag gegen die Tarifpolitik der Gewerkschaften „ Opposition" machen Die KPD.- Leute empfehlen in ihrer Verlegenheit in der„ Roten Fahne" Kandidaten, die auf der Vorschlagsliste des Vorstandes und auf dem Boden der Amsterdamer Inter rationale stehen. So den Kollegen Robert Reinke, der sich in der Versammlung öffentlich gecen die Praktiken der Kapedisten gewandt hat. Auch der als KPD.- Kandidat proflamierte Kollege Stache wird sich wundern, wie er zu dieser zweifelhaften Ehrung gefommen ist. Die Kollegin Ba eß ist ebenfalls höchft überflüffigerweise auf die Vorschlagsliste der KPD. gekommen, da sie bereits auf der Liste des Vorstandes steht. Es ist eine der üblichen kommu nistischen Gepflogenheiten, Personen für sich zu reklamieren und fie so als Rommunisten zu stempeln, obwohl fie mit der Gesellschaft lege Rosenplenter mit aufgestellt, um die vier Vorschläge zur nichts zu tun haben wollen. Als Sympathisierender" ist der KolKandidatenliste vollzumachen. Doch haben ihm die Kommunisten erklärt, daß er von ihnen keine Stimme bekommt. Dieses Urteil ist nach seiner Begründung und in seinem Ergebnis von größter gundfählicher Bedeutung für das Personal: wesen. Wir ersuchen daher, durch leberweisung von Abdrucken des Urteils an die äußeren Stellen dem Personal von der Ent scheidung Kenntnis zu geben und auch in den Unterrichtsstunden die Frage zum Gegenstand mündlicher Erörterung zu machen. Den Zentralorganisationen der Eisenbahnergewerkschaften haben wir hiervon unter Uebermittlung eines Abdruckes des Urteils Kenntnis gegeben. Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft, Hauptverwaltung. Der Generaldirektor. gez. Stieler. In Wahrnehmung der Geschäfte des Generaldirektors." Dieses Urteil wird noch lange ein Gegenstand des Streites fein. insbesondere denen der Eisenbahn, erst voll bewußt werden, wenn Seine Bedeutung wird den Beamten, Angestellten und Arbeitern, das Lohnniveau sich weiter bis zur Unerträg lichteit fenten wird. # Kolleginnen und Kollegen! Laßt euch durch die KPD.- Mache nicht verblüffen! Bei der Wahl sind die Namen Krenzlin, Karl Meyer, Hermann Meyer, Pöhlte( ein halbes Jahr Mit glied) und Rosenplenter auf dem Stimmzettel zu streichen. Die Reichsbahn- Gesellschaft braucht jet feine Technische Nothilfe mehr. Ihre Beamten sind verurteilt, Streit brecherdienste zu leisten. Dennoch sollte die Reichsbahn sich weniger auf diese Gefeßeskonstruktion verlassen, sondern mehr darauf bedacht sein, eine vernünftige Personalpolitit zu betreiben, wenn sie sich auf alle Fälle gegen Streits fichern will.s Der Bogen muß reißen, wenn er dauernd zu scharf gespannt wird. Der Lohn wurde nicht gezahlt, auch die Invalidenmarken nicht getlebt. Die Papiere wurden nicht ordnungsmäßig zurüdgegeben. ( Stempel: M.- Bauvereinigung.) 3. B. Schwarz. beiten verrichtet wurden, zahlt der M. Bauvereinigung" nichts Die Aktiengesellschaft für Bauausführungen, für die die Armehr, so daß die Arbeiter um ihren ersten Wochenlohn geprellt und wiederum arbeitslos find. Sie flagten zwar vor dem Gewerbegericht und erhielten auch ein Versäumnisurteil, da die Firma in dem Termin am Montag nicht vertreten war, doch ob und wann sie ihren Lohn erhalten, ist so sehr fraglich, daß sie sich sagen müssen, fein Gott fann fie vor solch ehrlichen Unternehmern behüten, wenn sie nicht dafür sorgen, daß ihre Drganisation, der. Baugemertsbund, sie davor bewahren fann. Einstweilen trösten sie sich damit, daß sie nicht auch noch Raution stellen mußten wie der Chauffeur der Firma, die zwar noch fein Auto, sondern nur ein„ Eisernes Pferd hat. Denn auch der Chauffeur foll seit 1. Mai teinen Lohn erhalten haben und wie es mit der Rückzahlung seiner Kaution steht, ist infolge der mangelnden Sicherheiten leicht zu erraten. Er wird dafür wohl Mitinhaber der Firma werden dürfen. Die Aktiengesellschaft für Bauausführungen, Bülow str. 90, hat nun die Mittelstands- Bau- Vereinigung mit Ausschachtungsarbeiten in der Volta str. 47/48 beaufEs wird nicht gerade leicht sein, das Unkraut auf den Bautragt. Den organisierten Bauarbeitern scheint die Firma bereits marft auszurotten. Um so mehr müssen alle Arbeiter, die befannt zu fein. Sie suchte daher auf dem Arbeitsnachweis irgendwie mit Bauarbeiten beschäftigt find, sich an ihre Orga 40 Arbeitslofe zufammen zur Verrichtung der Ausschachtungsnisation halten und dabei mithelfen. arbeiten. Die Arbeiter, die teilweise seit Monaten arbeits. los find, freuten sich auf die Aussicht, nun wieder Geld zu ver. dienen und gingen an die Arbeit. Der Stundenlohn sollte 72 bis zu 90 Pf. betragen. Die Mittelstands- Bau- Bereinigung G. m. b. 5. hat in ihrem Bureau in der Grolmanstraße folgenden vertrauen. erwedenden Spruch angeschlagen, weil außer ihren Briefbogen doch noch irgend etwas vorhanden sein soll, das sie als vertrauens. würdige Firma erscheinen lassen könnte: ,, Behüt uns Gott vor Sturm und Wind und Menschen, die nicht ehrlich find." Wer wollte behaupten, daß die Firma oder gar ihr Inhaber Herr Wilhelm Schwanke nicht ehrlich sei? Etwa deshalb, meil die Firma in 3ahlungsschwierigteiten" fam, als am Donnerstag der erste Lohntag herangekommen war und den Ar beitern mitgeteilt wurde, daß ihnen tein Lohn gezahlt werden könne und auch keine Sicherheiten dafür gegeben seien! Der Mitinhaber der Firma, ein Herr Schwarz, ist zweifellos ehrlich. Denn er stellte den Arbeitern am Sonnabend, ben 16. Mai, folgende Bescheinigung aus: „ Der Arbeiter( folgt Name) war bei uns vom 7.- 14. 5. beschäftigt und wurde wegen Zahlungsschwierigkeiten entlassen. Die Betrogenen. Ein Beamter schreibt uns: Die Beamten, Angestellten und Arbeiter des Reiches, der Länder und Gemeinden hatten mit Sicher heit auf eine Erhöhung ihrer Löhne und Bezüge zum 1. April d. J. gerechnet. Sie hofften dabei wenigstens überall auf die Friedensfäge zu kommen. Die Hoffnung hat getrogen, denn es fahlen die Mittel! Fehlen sie wirtlich? Der Haushalt des Reiches schließt für 1924 mit einem Ueber. ichuß von 660 Millionen Mart ab. Ein Bruchteil würde genügen, um die Bezüge zunächst, wenigstens der schlechtestbezahlten Arbeiter und Beamten auf die Höhe des Eristenzminimums zu bringen. nicht!" ohl aber geht es, die Einkommensteuer derjenigen, die Der Reichsfinanzminister von Schlieben aber sagt: Das geht über 8000 Mart jährlich versteuern, von 20 auf 15 Broz. herab. zusehen. Ein Beispiel dafür, wie dies wirft: Bor mir liegt die Steuerquittung eines Steuerpflichtigen, der im letzten Vierteljahr ein Einkommen von rund 3300 Mark zu versteuern hatte. Etwa 280 Mart waren ihm davon als Lohnsteuer bereits abgezogen worden. Als weitere Einkommensteuer hätte er nach dem alten Satz von 20 Broz. noch etwa 160 Marf zu bezahlen gehabt. Die Für nur 12 Pfennig 2 Teller Reichskonferenz der Seelente. de that Hamburg, 18. Mai.( WTB.) Die gestern hier abgehaltene Reichstonferenz der im Deutschen Verkehrsbund organisierten Seeleute beschäftigte sich eingehend mit der Frage eines Reichsschiffahrtsgefeges und der Bildung eines Reichsschiffahrtsamtes, durch die u. a. der Schiffbau sowie alle mit der Seeschiffahrt zusammenhängenden Probleme unter entscheidender Mitwirkung der Seeleute überwacht maßgebenden Instanzen unterbreitet werden soll, wurde einstimmig werden sollen. Eine entsprechende Entschließung, die sofort den angenommen. SPD.- Fraktion Bergmann E.-W. Rofenthal. Morgen, Mittwoch, nachmittag 3½ Uhr, Funktionsversammlung bei Manthen( Bohne), Sauptstraße. Erscheinen ist Pflicht! Der Fraktionsvorstand. Berantwortlich für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: Arthur Saternas; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lokales und Sonstiges: Frik Rarstädt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Bail Singer u. Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Kraftrad und Gummi sind aufeinander angewiesen. Versagt die Bereifung, tritt Sturzgefahr ein. Der für das Kraftrad speziell konstruierte Continental Cord- Block ist zuverlässig, griffig und elastisch; auf ihm fährst Du sicher. ( Fahr nach der ,, Continental- Straßenkarte") föftlicher Suppe erhalten Sie aus Maggi's Suppen- Würfeln. Die Zubereitung ist leicht, die Kochzeit furz, bie Auswahl groß. Es gibt 26 Gorten: Blumentohl, Eer- Nudeln, Erbs mit Sped, Grünfern, Ron gin, Pilz Ochsenschwanz, Reis, Windsor usw. Berlangen Sie bitte die gelb- roten Würfel MAGGIS Suppen. AG MACGIS SUPPEN MAGGI MAGGISSUPPEN Reis 2 Teller MAGGIs gute, sparsame Küche" Nr. 253 4 42. Jahrgang!♦ dienstag, 19. Mal 1925 e r linerf: in Die Stadt Berlin unterhAt tn Buch eine Kinderheil» an st alt. Dort ist eine besondere Abteilung für geschlechtskranke Kinder. Auf der Gonorrhoestation dieser Anstalt befinden sich gegen- wärtig(April 192S) 56 Kinder mit Gonorrhoe. Von ihnen sind 2 schwer, 2 wahrscheinlich durch Stuprum(Mißbrauch) infiziert. Don den übrigen 62 dürften— wie der leitende Arzt, Dr. R o s e n st« r n, mit Genehmigung des Hauptgesundheitsamtes mitteilt— 21 inner» halb der Familie angesteckt fein. Nur 11 von diesen 21 haben allein geschlafen. 16 haben ihr Bett mit anderen Familienangehörigen geteilt. kein öett für sich allein. Nach einer noch unveröffentlichten Statistik des sozialpolitisch hochverdienten bisherigen Direktors der Berliner Ortskrankenkasse. Albert Kohn. haben 1922 mehr al» 19 Proz.. 1923 mehr als 16 Vroz. der kontrollierten kranken kein Bett für sich allein gehobt. Der Bettenmangel wächst mit der Kopfzahl der Haushaltung. Wahrend bei Haushaltsgemeinschoften von 2 Personen mehr al» 91 Proz.«In Bett für sich allein benutzen, genießen den Borzug— wie jenes Schulkind sagte:.Wie bei Kaisers" allein in einem Bett schlafen zu können, in Haushaltsgemeinschaften von 4 Personen schon nur noch annähernd 82 Proz., bei 5 Haushaltungsmitgliedern nur noch 69 Proz.. bei 6 noch annähernd 69 Proz., bei 7 nur noch 69 Proz., bei 8 sinkt die Zahl der.Bettkaiser' auf 39 Proz., bei mehr al» 11 haushaltungsmilgsiedern kommt da».kaiserliche Bett- Verhältnis' überhaupt nicht mehr vor. Man muß sich bei diesen Zahlen vergegenwärtigen, daß es sich um eine Krankenstatistit handelt, die sich nur auf 9H Tausend Mitglieder der Berliner Ort»» krankenkasse erstreckt und aus der die schwersten Fälle au». geschieden sind, deren Ergebnis Infolgedessen viel günstiger er» scheint als die Wirklichkeit ist. Dennoch..... 18 Proz. der kon- trolsierten kranken waren Harn- und geschlechtskrank und zwar mehr als fünfzehnmal mehr Frauen als Männerl 62 Proz. der Kontrollierten mußten auf dem Treppenabsatz oder im Hof gelegene Klosetts gemeinsam benutzen. Gesihlechtserkrantungen unter Kindern. Dr. Erich Langer. Oberarzt tn der vermatologischen Ab» teilimg de» Rudolf-Birchow-Arankerhause» in Berlin, berichtet, daß die Säschlechtserkrankungen unter Schulmädchen feil der Vorkriegszeit sich vermehren: Im Rudolf. Dirchow-Krankenhause wurden 19 21 133. 19 2 4 269 geschlechtskranke Kinder behandelt: mithin eine Zunahme um 49 Proz.. annähernd die Hälft«. Dr. Martin Gumpert, in derselben Abtellung tätig, bearbeitet gegenwärtig ein umfangreiches Material, da» beweist, daß Geschlechts» erkrankungen von Kindern in Kleinstädten und auf dem Lande ver- hältnismäßig nicht sellener al» tn der Großstadt sind. Ein Teil der im Dkrchow-Krankenhaus behandelten Fälle ist vom Lande ein» geschleppt. In der»Deutschen Medizinischen Wochenschrift' berichtet Echoenfeld über die Ausbreitung von Gonorrhoe und Lues unter den Kindern Pommern«. Erschreckenden Umfang gewinnen die Krankheiten, wenn sie in geschlossene Anstalten, Waisenhäuser, Ferienkolonien, Erziehungs- Heime hineingetragen werden. So berichtet Dr. Langer, daß in einem rheinischen Waisenhause 33 Proz. der Kinder syphi- litisch wurden. In Hannover wurden 16 kleine Mädchen von einer Hospitalinfektion ergriffen. Auf der Keuchhustenabteilung de« Eppendorser Krankenhauses wurde bei 29 von insgesamt 28 Mädchen Gonorrhoe festgestellt. Bon 49 Mädchen, die 1999 von Stuttgart aus in ein Solbad verschickt waren, kamen 16 mit Gonorrhoe zurück. Diese Infektion ging au» von einem achtjährigeu Mädchen, das nachweislich schon vor der Schul« an Gonorrhoe ge» litten hatte. Verwahrlosung als Jolge öer Wohnungsnot. Dr. Langer bezeichnet die Mietskaserne al» ideale vrutstätte für Geschlechtskrankheiten, die Mietskaserne, wo Kinder mit Er» wachsenen zugleich ein Bett benutzen, die Tochter von 19, 12 Jahren wegen Raummangel zum Schlafburschen gebettet wird, wie man durch Kinderaussagen vor Gericht erfährt. Das Mohnungselend züchtet die Kinder, die vorzeitig Geschlechtsverkehr suchen. Langer kennt eine ganz« Reihe von Fällen» wo klein« Mädchen von 12, 13 Jahren und jünger gegen Entgelt mit Schuljungen geschlechtlich oerkehrten und zum Teil diese infizierten. Cr erinnert an einen bekannt gewordenen Fall seiner eigenen medizinischen Praxis, wo «in elfjähriges Mädchen, dos zuvor vergewaltigt worden war, und an einer Gonorrhoe erkrankte, am Geschlechtsverkehr Gefallen ge» funden hatte und nun im Lauf« eine» Jahre» mit 29 Jungen geschlechtlich verkehrt«. DI« Sozialhygiene fordert: gründliche Prophylaxe. E» ist nötig, daß Schule, Eltern, Wohlfahrtspflege und dermatologische Spezial stellen Hand in Hand arbeiten. Systematische«ad zwar sachSrzlllch« Untersuchung besonder« neu eingeschulter Kinder vor Verschickung ml« Ferienkolonien. Ausnahme in Heime, Kindergärten. Spielschul« ist oLNg. Erkrankt« Kinder müssen sofort au» der Gemeinschaft mit anderen ausgesondert und in Behandlung genommen werden. Das darf nicht der Initiative verschiedener Instanzen. Vereine, Schulärzte, Schwestern über- lasten sein, erfordert vielmehr eine planmäßig geleitet« S e s ch l« ch t» k r o n k e n f 0 r so rg e mit gut ausgebildeten Aerzten, Schwestern usw., die eventuell auch für spätere Behandlung er» krankter Kinder zur Dersügung stehen müsten. Die Wurzel des Uebels liegt in der Wohnungsnot. Die Wohnungsnot aber wurzelt In der Bodennot. im Mißbrauch de» Boden» zu Börsenzwecken. Mithin liegt dt« radikale Bekämpfung der in vorstehenden Zahlen so schrecklich in Erscheinung tretenden Derseuchung unseres Dolke» auf dem Wege der Boden- r e f o r m. Dem Reichstag liegen gegenwärtig verschiedene Anträge auf Einbringung eines Bodenreformgesetzes vor. Der weitestgehend« ist der der Sozialdemokratischen Partei. Heraus mit dem Bodenreformgesetz. Die Staöt öer tausend Schmerzen. Sie siegt im Herzen der Riefenstadt, zwischen der nvrdsichen Frledrichstraße und der Stadtbahn, dem Schifserbauerdamm und dem Neuen Tor, eine Stadt für sich mit der Physiognomie des Leidens! Di« Charitö. Hier erklingt mehr Seufzen und Stöhnen aus gepreßten Lippen al» in irgendeiner anderen Gegend Berlins Hier strömt dag Leid und der Schmerz der Millionen zusammen. Die düsterroten Gebäude erzählen von Krankheit, Kummer und Schmerzen, vielleicht auch von Verzweiflung und empörtem Auf» läumen:»Warum, warum muh gerade ich so leiden?!' Glücklich der Genesende, der das Tor aufatmend hinter sich schließt, nach vielleicht wochenlanger Schmerzens-haft beseligt wieder die Luft der Freiheit einfchlürfend. Köstlich und balsamisch dünkt sie ihm, wenn es auch nur die benzinduftende Staublust der Eroßstadtstrah« ist. So mancher aber oerläßt die Anstalt in einem schlichten schwarzen Wagen, und ein paar verlast«« Menschen gehen leise schluchzend hinterher. In den frühen Bormittagsstunden sind die Straßen um die Tharite belebt von den Scharen Leidgeplagter, die in den Polikliniken Heilung und Linderung ihrer Schmerzen suchen. Es gibt wohl kaum etwas Trostloseres als die Wartesäle dieser großen Polikliniken. Wie- viel menschliches Elend findet sich hier zusammen! Der blendendsten Frühlingssonne gelingt«s nicht, die graue Stirmnung von Nieder- geschlagenheit, Schmerz und nervöser Unrast zu echeltern. Dieselbe Stimmung liegt über dieser ganzen Klinikstadt. Jedes zweit« Hau« der Lüsten» und Karlstraß« trägt das Schild»Poliklinik'. Ueberall steigen geplagte Menschen finstere, abgetretene Treppenstufen empor, um dann stundenlang jn einem trüben Wartezimmer vor sich hin» zubrüten. Prioatklinik reiht sich an Prlvatklmik. Ueberall in diesen Häusern liegen Menschen in quälendem Fieber, stöhnen, stammeln irre Wort« im Nartoferausch, flehen Arzt und Schwester um Linde. rung an. Zergrübeln ihr Hirn mit der bangen Frage:»Was wird. wenn ich nicht wieder gesund werbe, wenn ich nicht wieder werde arbeiten können?' Nachts siegen sie schlaflos und sehnen inbrünstig den Morgen herbei. Draußen aber tanzt das Leben mit wildern Zucken feinen irrsinnigen Taumeltanz.___ Die Dnrchlegnng der Klosterstraße. Die Bezirkskörperschaften de» Bezirk» Mitte haben die vom Magistrat angeregte Durchlegung der Klosterstraße zu dem einstweilen überhaupt noch nicht bestehenden Rolandufer einstimmig abgelehnt. Auf dem jetzt brach» liegenden Gelände soll ein großes Geschäftshaus errichtet werden. Der Erwerb dieses Grundstückes aber zur gradlinigen Verlängerung der Klosterstraße bl» zur Spree wird zweifellos Millionen mark erfordern. 41 Schnock. Ein Roman von See und Sümpfea. von Svend Fleuron. (Aus dem Dänischen von Thyra Iakstein-Dohrenburg.) Der Rücken fächer wird entfaltet und hebt sich sacht empor... begierig folgen ihre Augen dem kleinen, behenden Burschen. Ein Blitzstrahl fagt den anderen in immer kürzeren Zwischenräumen. Schnock fühlt, wie die Spannung und Ekstase der Raub» gier über sie hereinbricht— alles das, was dem Ergreifen der Beute unmittelbar vorangeht, und in dem zu vergehen sie unsäglich liebt. Sie beginnt, ihr holzstockähnliches Aussehen zu verändern und sich unmerklich um ihre Mittelachse zu iegen. Der kleine Dralle ist von der Motteniagd allzusehr ge- engenommen. Sorglos läßt er fein« Rückenflossen in einem lieblich seegrünen Farbton spielen, während sein silber» " immemder Bauch alle Farben des Regenbogens aus dem asser hervorzaubert. Noch einige Sekunden... und die Beute ist nahel fang liebli i er gelingen würde. Der Weiderich im Schilfholm hört da» Plätschern— und da» Krachen der aufeinanderschlagenden Kiefer. So herzhaft wurden sie zugeklappt, daß es dem Bogel war. als vernehme er den hilflosen Seufzer des Opfers und die dankbare Zu» friedenheit des vielverheißenden kleinen Räubers. Ja, sie war die Wildkatze des Wassers— durch Geschicklichkeit und Schläue, durch tückische Ueberfälle erjagte sie sich ihre Deute. Selten vermochte sie ihrem Beutetier von vorn beizukomm-n. Der Kuckuck auch mochte nach den behenden Antilopen des See» laufen, wenn sie scheu und ruhelos die Ebenen der Tief« abgrasten; man hatte sie ja entdeckt, ehe sie herangekommen war und zum Sprung ausholen konnte. Ihre Iagdgründe waren unendlich reichhaltig; sie brauchte sich nicht anzustrengen, in Ruhe und Frieden konnte sie sich Falke einen Fehlgriff tun kann, so war auch sie dazu imstandel Dann ward sie verlegen— wie jede» Raubtier; sie wieder» holte nicht den Sprung, sondern machte sich schleunigst aus dem Staube. Wenn aber die Beute in ihrem hundertzahnigen Maule zappelte und deren bebende Rückenflosse ihr um die Ohren Natschte, dann richtete sie sich langsam, mit einem eigentümlich zögernden Geniehen, au» ihrer gekrümmten Angriffsstellung auf. War sie hungrig, so verschlang sie ohne Umschweife ihren Fang. Sonst liebte sie e» wohl, wie die Katze mit dem Opfer zu spielen, mit ihm im Maule umherzuschwimmen, es ,u wenden und zu drehen, und stundenlang darauf herumzu. tauen, ehe sie sich entschließen tonnte, ihm zu Leib« zu gehen. Sie stopfte sich voll, sie fraß— und von dem ewigen Fressen wurde sie groß. Wie die See aussah. ym Wiek, wo sie zwischen Röhricht und Schilf lebte, hatte ein Schwärm Barsch« seine Heimat. Sie waren etwa ebenso groß wie sie, aber viel dicker und älter. Namentlich ihr An» führer, nach dessen Maßnahmen die ganze Schar sich richtete. war ein breitbäuchiger, turmrückiger Bursche, der die Bedeu» tung der Berteidigungswaffe, die er in seiner starten, stachel» gespickten Rückenflosse besaß, wohl kannte. Er hatte die eigentümliche Fähigkeit, seine Farbe zu wechseln, so daß sie jederzeit mit der Beleuchtung im Wasser und auf dem Grunde im Einklang stand. Es gab Tage, da erschien er kupfergrün, sein Messingschimmer war verschwun» den: zu anderen Zeiten wieder ließ er die schwarzen Flammen» blitze an den Seiten wie die Streifen eines Zebrafelles hervor» treten, die dem Bauch den gelben Dollmondglanz des Herbstes oerliehen. Das deutete aus gut Wetter—...da kam Leben in das Wasserl Ihnen allen gemeinsam aber waren die rauhen, aesähr» liehen Panzerschuppen, die ihre möhrenroten Flossen dicht um- schlössen— und ebenso die runden, goldenen Augen mit der erdfarbenen Pupille; sie lagen wie auf Kissen und rollten außerhalb des Kopfes umher, wodurch die Fische nach oben wie nach unten sehen konnten. Die Barsche gaben als ausgeprägte Raubfische Schnock nichts nach, sie kamen ihr bei den Kleinfischen ins Gehege und störten oftmals ihre Jagd; hätte sie nur die Kraft, sie hätte schon längst auch unter ihnen reinen Tisch gemacht. Eines Abends, al» sie so hungrig war, daß sie alle» unter- schätzt», lauerte sie auf«ine Gelegenheit, um den dunkel- farbenen Anführer anzufallen: aber der Reißer, der sich in der Klemme wußte, setzte sich mit dem Kraftaufwand einer Bull» dogge zur Wehr. Das Blättchen schien sich eben zu seinen Gunsten zu wenden, als Schnock sich durch einen kühnen Lachs« 'prung hoch in die Lust seinen Blicken entzog. Seitdem chwammen sie immer in gebührlichem Abstand, sich gegen- eltig anschielend, aneinander vorüber; Schnock aber begriff ehr wohl, daß der gestreifte Herr ihr nicht gnädig ge- onnen war. Und je größer sie wurde, je mehr sie sich als der groß- mächtige Herrscher fühlte, der seine Zahnwaffen einzig und allein zu dem Zweck bekommen hat, um anderen den Garauer zu machen, desto größer wurde ganz instinktiv ihr Haß gegen den Turmrückigen. Sie waren ja in ihrer Veranlagung so gänzlich verschieden! Sie war sprühend, wild und rücksichtslos in ihren An- Ä ffche h griffen und gab sich Ihrem Fängerrausche hin, bis ihr fchwin- delte; sie trug ihre Haut zu Markte und warf sich in ohn- mächtigem Grimm ihrer Raublust in die Arme. Der schlaue Barsch irrte sich nur selten, war vielmehr auf der Hut und in seinem Benehmen immer kühl und beherrscht. Und doch war er zu jeder Zeit— in ebenso hohem Grade wie sie— zum Ueberfall bereit; aber er verstand es meisterhaft, die Gelegen- heit wahrzunehmen, damit der Streich gelänge. Häustg raste er auf sie zu, doch plötzlich hielt er inne und überlegte, um dann wie ein Hund sie zu beschnuppern. Eigentlich war sie aus dem Backsischalter noch nicht her- aus, schlotterig und ohne Mark und nicht rasch genug im Wenden. Es war ihr mit genauer Rot aufgegangen, wo die Großen ihres eigenen Geschlechts sich aufzuhalten pflegten und wo sie deshalb aus der Hut sein mußte; sonst war sie mit nennenswerten Erfahrungen nicht belastet. Als junges Tier war sie nie in den tiefen See gegangen. sondern hatte sich klüglich an das stille Wasser gehalten: an Gräben und den Ufermorast des Wieks, wo Ihre Kräfte im Bcrbältnis zu der Umgebung ausreichten, und wo sie instinktiv empfand, daß ihre großen Feinde hier auf Grund laufen müßten, wenn sie sie verfolgten. Hier fand sie Schutz zwischen Röhricht und Binsenstengeln. Aber draußen war etwas, etwas Großes und Starte», etwas ewig Unruhvolles— und das zog. Sie unrernahm jetzt längere und immer längere Ausflüge, und eines Tages, als das Wasser besonders leicht und klar war. begab sie sich auf eine lange Reise von dem einen End« des Sees zum anderen.(Fortsetzung jolgt.) Ein Wüstling. Nochmals die Rote- Kreuz- Wache am Schlesischen Bahnhof. Großes Aufsehen erregten im vorigen Jahre die Enthüllungen fiber dunkle Vorgänge bei der Dienststelle des Roten Kreuzes am Schlesischen Bahnhof, die zur Verhaftung des Roten- Kreuz- Kommissars Julius Jeschte führten, und in deren Berlauf auch noch weitere sittliche Verfehlungen des Sanitätsfolonner.führers Nüssen aufgedeckt wurden. Der letztere war schon vor einiger Zeit wegen Verfehlungen gegen männliche Pflegebefohlene abgeurteilt worden; die bei ihm in großen Mengen aufgefundene Liebesforrespondenz bildet aber noch den Gegenstand weiterer Strafverfolgungen. Jeschte wurde erneut dem Schöffengericht mitte vorgeführt, um fich wegen Vornahme unjittlicher Handlungen durch Gemaltanwendung an einer minderjährigen, sowie wegen Betruges, Unterschlagung und Urkundenfälschung zu verantworten. Wenn auch in der Dienstwohnung Jeschkes Orgien mit meiblichen Persanen, die er zusammen mit einem Freunde Dr. Anders vorgenommen hat, zur Sprache tamen, so ließ sich nicht nachweisen, daß er mit den seiner Obhut anvertrauten Pfleglingen des Roten Kreuzes strafbare Handlungen vorgenommen hat. Er batte die Leitung der Kindertransporte, die über Berlin gingen und und begleitete verschiedentlich Züge von Mädchen als Führer. Bei einer derartigen Gelegenheit hatte ihm ein Beamter des Bahnhofs zu einer Fahrt nach Helgoland seine 15% jährige Tochter anvertraut. Dieses Amt väterlicher Obhut hat Jeschke jedoch in freventlicher Weise mißbraucht. In Helgoland angekommen, nahm er das junge Ding in eine Diele mit, machte es mit Süßwein Letrunten und verging sich dann auf seinem Zimmer an dem Sinde. Bei der Rückkehr auf dem Bahnhof in Berlin verabschiedete Jich das Mädchen von dem Lüstling, der bezeichnenderweise sich furz vorher verlobt hatte, mit den Worten: Ich hoffe, Sie nie. mals wiederzusehen." Einen Monat gelang es ihr auch, sich Sefchte fern zu halten. Durch einen Trid wußte dieser aber, das Sind an sich zu locken. Er bat nämlich eines Abends den Bater, ihm Jeine Tochter zur Erledigung einiger dringender Schreib. maschinenarbeiten zur Verfügung zu stellen. Benn auch freäubend, so ging das Kind hin, da die Scham es abhielt, fich Dem Bater zu offenbaren. Jeschte versuchte nun wieder, das Mädchen in feine Gemalt zu bringen. Die Borgänge im Zimmer hatte eine Angestellte des Roten Kreuzes, der sich Jeschte auch schon mit unzüchtigen Anträgen genähert hatte, aufmerksam gemacht und die Beugin beobachtete die Vorgänge durch das Schlüsselloc. Das Gericht hatte die schmierige Frage zu prüfen, ob der Angeklagte mit Gewaltanwendung gehandelt hatte, oder ob das Kind, wie es der Angeklagte darzustellen versuchte, den Künsten eines Berführers ins Garn gelaufen fei. Er behauptete nämlich, daß alles im Ein. in dem Raffenraum der Stationstaffe am 300 gefesselt vorgefunden worden. Man war durch einen Brand im Kaffenraum aufmertsam geworden. Münch behauptete, daß eine Firma, die mit der Eisenbahndirettion in Geschäftsverbindung steht, und für die er bereits früher Gelder hatte auszahlen müssen, am Neujahrstage furz vor Dienstschluß angerufen hätte, ob er ihr eine Summe von 60 000 Mart auszahlen fonne, für die angeblich schon eine Anweisung der Behörde vorliege. Es feien dann zwei Männer getommen, das Geld abzuholen und hätten den Raub ausgeführt. Um die Tat zu verdecken, hätten sie im eisernen Ofen einen Brand an zulegen versucht, indem sie vor und in demselben die Kassen und Geschäftsbücher häuften. Das Schöffengericht hatte in der Erzählung des Angeklagten einen erdichteten Roman erblickt, durch die Selbstfesselung und die Verbrennung der Bücher und Belege habe Münch seine Unterschlagungen verdecken wollen. Gegen die ertannte Strafe von zwei Jahren Zuchthaus hatte Münch durch Rechtsanwalt Ramece Berufung eingelegt. Auch vor der Berufungsftraftammer blieb Münch bei seiner ursprünglichen Darstellung. straftammer blieb Münch bei seiner ursprünglichen Darstellung. Das Gericht tam jedoch zu einer Verwerfung der Berufung, so daß es bei der Strafe von zwei Jahren Zuchthaus bleibt. Profesikundgebung Freitag, den 22. mai, abends 71%, Uhr, im Pahenhofer- Ausschant( Bockbrauerei), Fidicinftraße 2-3. Tagesordnung: Der Aufwertungsbetrug. Der Berrat der Deutschnationalen an den kleinen Gläubigern und Sparern. Referenten: Die Mitglieder des Reichstags: Hugo Heimann, Berlin Dr. Paul Hertz, Berlin Wilhelm Keil, Stuttgart. Bezirksverband Berlin der SPD. Soll Berlin ohne Frischobst bleiben? Ein Kapitel zum Kampf gegen den Straßen- und Markthandel Nur noch eine furze Spanne Zeit und Berlin, wie alle Groß städte, werden von Frischobst überschwemmt, das feine Lagerung verträgt. Es liegt im Intereffe der Boltsgesundheit, dafür zu sorgen, daß fein Pfund des Obstes der Gefahr des Ver derbens ausgesetzt wird. Eine hierfür verantwortliche Stelle gibt es leider nicht. Wenn aus diesem Grunde Behörden und Kommunen zu schaffenden Spiel- und Sportplages vorlegen. Die Begründung fagt, daß im Bezirt Neutölln bisher nur 223 000 Quadratmeter Spielfläche vorhanden waren, das sind pro Einwohner dieses Bezirkes nur 0,8 Quadratmeter. Teile dieser viel zu geringen Spielfläche werden in absehbarer Zeit den Spielenden entzogen werden, weil sie Bauland sind. Schon vor Jahren ver fuchte das Bezirksamt Neukölln, einen Teil des Tempel= hofer Feldes zur Verwendung als Spielplaß zu pachten. Jetzt hat die Stadt Berlin einen Streifen der östlichen Hälfte gepachtet, der bei 500 Meter Breite einen Flächeninhalt von rund 760000 Quadratmeter hat. Nach dem vom Bezirksamt Neukölln aufgestellten Entwurf foll zunächst der südliche Teil des zu schaffenden Sportplages, das Gelände zwischen Ringbahnstraße und Grüner Weg, ausgebaut werden. Geplant ist eine stadionartige Anlage und drei andere Uebungsflächen. Für diese lebungsflächen ist Tennenboden vorgesehen und nur der Innenraum der Kampfbahn soll Rasen erhalten. Die Kosten. der ganzen Anlage find auf 700 000 bis 800 000 m. veranschlagt. Für das lau fende Rechnungsjahr sollen zunächst 100 000 m. verausgabt werden. Beabsichtigt wird, die Arbeiten baldigst in Angriff zu nehmen. Familiendrama in Kolonie Grunewald. Mord- und Selbstmordversuch eines Kommerzienrats. Der 48 Jahre alte Kommerzienrat Adolf Kühn in der Ilmenauer Str. 11 in der Kolonie Grunewald hat am Eonntag abend versucht, seine Frau und sich selbst durch Revolver schüsse zu töten. Kühn ist der Leiter der Chemischen Agritulturmerte, C. A. Kühn, Berlin- Grunewald, die sich mit der Herstellung des befannten Batteriendüngers Nitragin" beschäf tigten. Am Sonntag abend gegen 7 Uhr hörten Hausangestellte ous den Wohnräumen mehrere Schüsse fallen. Sie eilten hinzu und sahen beide Ehegatten schwer verlegt am Boden liegen. Rommerzienrat Rühn hatte seine Frau durch drei Schüsse und danach sich selbst durch zwei Kopfschüsse schwer getroffen. Die beiden Verletzten wurden in das West- Sanatorium gebracht. Der Zustand der Frau Kühn hat sich troh der gefährlichen Verletzungen gebeffert, so daß man hoffen tann, sie am Leben zu erhalten. Die Berwundungen ihres Ehemannes sind jedoch so be= sorgniserregend, daß man an feiner Wiederher. ftellung zweifeln muß. Für die furchtbare Tat fehlt zunächst jede Erklärung. perſtändnis mit dem Kinde geschehen sei. Das Gericht glaubte jedoch meten als bisher, so tönnte das von der Bevölkerung nur begrüßt Republikaner dieses Bezirks hatten es sich nicht nehmen laſſen, recht werden. der Zeugin, die den besten Eindrud machte, im vollen Umfange. Der aweite Teil der Anflage betraf Fälschungen, die Jeschke begangen Ein sehr wichtiger Faftor, wenn nicht gar der wichtigste, ift hatte, indem er falsche Quittungen über Auslagen für das Rote Sereuz ausgestellt hatte. Es handelt sich dabei nur um geringe in dieser Beziehung der Straßenhandel. Als ältestes GeBeträge. Jeschte war übrigens vor seiner Anstellung als Rater. werbe, hat er sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem Boll Kreuz- Kommissar Oberzollsetretär gewesen, und hatte beim gewerbe entwickelt, hat aber ebenso auch ein Heer von Feinden Zollamt Neukölln Amtsunterschlagungen begangen, die feine Ent- vereinigungen, sehr häufig in Verbindung mit den Han gegen sich. In neuerer Zeit sind es die Einzelhandels. laffung und Verurteilung zur Folge gehabt hatten. Während Staats- dels- und Industriekammern, die versuchen, den kleinen anwaltschaftsrat Polzin Zuchthausstrafe gegen den Kindesverführer Straßenhändlern ihre Eristenz streitig zu machen. In Berlin beantragte, vertrat Rechtsanwalt Dr. Halpert den Standpunkt, daß eine Gewaltanwendung nicht einwandfrei nachgewiesen sei. Das treffen in der Hochsaison täglich Hunderte von Waggons Schöffengericht hielt den Angeklagten für schuldig, billigte ihm aber mit je ca. 100 3tr. Frischobst und Gemüse ein. Nach toh des schnöden Vertrauensbruches und feines unmoralischen Bereiner Statistit, die auf der Tagung der Dbftengroshändler wieder haltens mildernde Umstände zu. Die Strafe lautete auf ein Jahr gegeben wurde, wurden durch den Straßenhandel etwa 70 neun Monate Gefängnis. Sechs Monate tamen auf die bis 80 Broz, der angerollten Obstmengen umgefeßt. Intersuchungshaft in Anrechnung. Der Haftentlassungsantrag des Diese Tatsache beweist die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung des ngeflagten murde abgelehnt. Straßenhandels zur Genüge und es wäre zu erwarten, daß jede fleinliche Einschränkung des Straßenhandels vermieden wird. Seit fängerer Zeit führen die Straßenhändler einen harten Kampf um ihre Eristenz. Ueber die Proteftversammlungen, welche durch ihre Organisation, den Reichsverband ambulanter Gewerbetreibender Sig Berlin, einberufen, wurde an dieser Stelle wiederholt berichtet. Es fann nicht angehen, daß ein Gewerbe, welches in steuerlicher und volkswirtschaftlicher Beziehung alle Voraussetzungen erfüllt, einfach erdrosselt werden soll. Genau wie gegen den Straßenhandel, wird in lezter Beit gegen den Martthandel Sturm gelaufen. Die fleinen selbständigen proletarischen Existenzen, welche als schnellster Weiterleiter von Waren, ebenso auch als preisregulierender Faftor sich Beliebtheit bei der Bevölkerung erworben, sollen erdrückt, egiftenzlos gemacht werden. Derartige Anträge liegen im Reichstag und auch in den einzelnen Landtagen vor. Ebenso haben verschiedene Handelskammern in schärfster Form gegen den Straßen- und Markt handel Stellung genommen. Ein unheimlicher Keller? Die Straßen- und Markthändler werden im gegebenen Mo. ment die Bevölkerung zum öffentlichen Protest durch ihre Organisation, den Reichsverband, anrufen und erwarten weiteste Unterstützung. Die Hausbewohner fordern polizeiliche Untersuchung. Bei dem Explosionsunglüd, das am Mittwoch vergangener Moche im Heizungsteller des Hauses Prenzlauer Allee 87 passierte und bei dem der zwanzigjährige Sohn des Hauswarts ums Leben tam, fonnte, wie wir damals schon berichteten, die Feuerwehr tie Ursache der Explosion nicht einwandfrei feststellen. Die Heiz aalage war intakt; die Feuerwehr stellte lediglich einen starten Ge uch non verbranntem Lad fest und folgerte daraus, daß eine Explosion irgendeiner Ladverdünnungsflüffigkeit stattgefunden habe. Wie fich nunmehr zweifelsfrei ergeben hat, ist das Unglück auf die Explosion von Granatzündern und Sprengtapseln zurückzuführen. In demselben Keller, in dem fich der Heizkessel befindet, hatte bis vor furzem eine Alteisenhandlung ihre Lager räume. Die Mieter hatten Gelegenheit, festzustellen, daß auch Granaten und andere Munition ausgeschlachtet wurde. Kurz nach dem Unglüd fand die Polizei einen Baschtübel voll mit Zündern und Sprengkapseln in dem Keller und so ist bie Bermutung zur Gewißheit geworden, daß der junge Mensch bei feiner Heizertätigkeit sich einige Stüde angeeignet und damit Der sommerlich warme Sonntag brachte einen An sturm von perbotenerweise hantiert hat, wobei die Explosion erfolgte. Mert Ausflüglern auf die Verkehrsmittel. Im Stadt, Ring- und mürdigerweise hat die Polizei die aufgefundenen Mn- Borortverkehr der Reichshauptstadt sind ungefähr 1,8 millionen nitionsvorräte aber erst am Tage nach dem Un Einzelfahrten unternommen worden; dazu famen noch clüd in Sicherheit gebracht. Die Mieter des Hauses 350 000 Fahrten auf Beitkarten, so daß die Zahl von zwei find dadurch start beunruhigt worden. Sie sind der Auf- Millionen überschritten worden ist. Besonders start war der faffung, daß auch jeht noch in den ausgedehnten Reller. Freibadvertehr: Nach Grünau wurden 80 000 Fahrten un räumen irgendwo gefährliche Munition verstedt ternommen, nach Nicolassee zum Freibad Wannsee 50.000, nach Tiegt, die, durch irgendwelche Zufälligkeiten zur Explosion gebracht, Friedrichshagen 40 000, nach Rahnsdorf 20.000 usw. Auf den wei Las ganze Haus gefährden könne. Die Polizei hat sich den An- teren Strecken, die noch mit Sonntagsrüdfahrtarten benutzbar find, tragen des Hausbesizers und der Mieter auf eine nochmalige Refo 3. B. auf der Stettiner Bahn( nach der mecklenburgischen Seenrifion des Kellers bisher verschlossen. Die Mieter sehen in der platte) verfehrten Vorzüge von fast unübersehbarer Länge. Fast Flucht in die Deffentlichkeit einen legten Ausmeg. Sie verlangen alle rüctehrenden Ausflügler waren mit Fliederbüschen, ja mit unter allen Umständen die restlose Auftlärung der etwas duntien liedersträuchern beladen, die sie als Trophäe des herrlichen Sonn Munitionsangelegenheit. tags heimbrachten. Zusammenstöße mit Kommunisten. 2 Millionen Fahrkarten am Sonntag. Spiel- und Sportplah auf dem Tempelhofer Feld. Der Plan, einen Teil der unbebauten öftlichen Hälfte des Tem pelhofer Feldes für Spiel und Sport zu sichern, hat seit Jahren das Bezirksamt Neukölln und später den Magistrat Berlin beschäftigt. Die Bemühungen haben endlich zu einem Ergebnis geführt, und der magistrat fann jetzt den Stadtverordneten einen Entwurf des dort Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 19. Mai. Die Kommunisten veranstalteten am gestrigen Nachmittag an lößlich der Ueberführung des in der Festungshaft in Gallnom gestorbenen Sohnes des Landtagsabgeordneten Menzel eine Demonstration. Um 3 Uhr fammelten sich die Abteilungen des jogenannten Roten Fronttämpferbundes fomie größere Mengen der Frauen und Jugend am Stettiner Bahnhof, wo der Zug mit der Leiche des Berstorbenen anfam. Bor dem Hause der fommunistischen Zentrale fand eine Trauerfeier statt. 2uf dem Rückweg zum Anhalter Bahnhof, von wo aus der Sarg nach Halle übergeführt wurde, tam es zu 3usammenstößen mit der Polizei. So war die Schutzpolizei an der Mödern brüde gezwungen, gegen die Kommunisten vorzugehen. Als an der Charlottenstraße stärkere Abteilungen des Frontfämpferbundes nerfuchten, die Bannmeile zu durchbrechen, wurden die Züge durch Bereitschaften der Schutzpolizei aufgelöst und abge= lingsfürsorge", 4. Vortrag: Neuregelung des Hebammenwesens. drängt. Gegen 6 Uhr bewegte sich ein Zug von etwa 600 Kommunisten, vom Anhalter Bahnhof tommend, nach der Lindenstraße. Vor dem Haufe des Bormärts" wurde ein fleiner Spaftafel veranstaltet. Als neueste Errungenschaft im Wettschimpfen rief man dreimal im Rhythmus Pfui Deibel". An der Hollmannstraße fam es dann zu einem Zusammenstoß mit einem Auto des Polizei überfalltommandos. Ein Demonstrant wurde verhaftet, während die anderen Miene machten, das Auto zu stürmen. Hier entwickelte fich eine furze Schlägerei, die aber ohne erheblichere Folgen blieb. Es sollen eine größere Anzahl Giftierungen vorgenommen morden sein. Der Raubüberfall auf der Stationskaffe am Zoo. Zum zweiten Mate beschäftigte sich das Landgericht II mit bem angeblichen Raubüberfall auf der Stationstaffe am 300. Wie erinnerlich mar der Eisenbahnobersekretär Münch am 1. Januar 8 Uhr Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.30 Uhr abends: Humoristisches Funkallerlei( Georg Bamberger). 7-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7 Uhr abends: Abteilung Heilkunde. Dr. Schweers: Mutterschutz und Säug7.30 Uhr abends: Abteilung Literatur. Dr. Max Freyhan:„ Das moderne Drama". 1. Vortrag.„ Einleitung: Von Ibsen, Hauptabends: Sendespiele. Abteilung: Schauspiel. Leitung: Alfred mann zu Wedekind und Strindberg bis zu den Neuesten". Braun. XVIII. Veranstaltung: Wintermärchen", von Shakespeare. Musik von Humperdinck. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. Berliner Funkorchester. Leontes. König von Sizilien: Friedrich Kayẞler; Hermione, seine Gemahlin: Else Heims; Mamillius und Perdita, Kinder des Königs; Antigonus, Camillo, Cleomenes. Dion, vornehme Sizilianer; Paulina, Antigonus Gemahlin; Emilia, Kammerfrau der Königin; Polyxenes, König von Böhmen; Floritzel, sein Sohn; Archidamus. am Hofe des Königs; Antolycus, ein Spitzbube; ein alter Schäfer: sein Sohn; Herren vom Hofe und sizilianische Edelleute; Hofdamen; ein Beamter und mehrere Gerichtsdiener; ein Kerkermeister; ein Matrose: Mopsa und Dorca; Schäferinnen; Schäfer; Knechte. Die Zeit als Chorus. Szene: Sizilien und Böhmen. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Bannerweihe der Reichsbannerkameradschaft Kreuzberg. Die Kameradschaft Kreuzberg des Reichsbanners SchwarzRot- Gold beging am Sonntag das Fest der Bannerweihe. Die auffällig an diesem Tage die Reichsflagge zu zeigen. B sonders die Naunynstraße tat fich hierbei in glän. zender Weise hervor. In den Mittagsstunden sammelten sich die Kameradschaften auf dem Mariannenplatz zum gemeinfamen Umzug. Die Beteiligung war sehr gut, hatten sich doch etwa Mehrere Musikkapellen begleiteten den stattlichen Zug, der oft leb3000 bis 3500 Reichsbannerfamera den eingefunden. hafte Ovationen auslöfte. Trotz der frohen Stimmung gedachte man hierbei innerlich eines teuren Toten: Erich Schulz! Dieser Blutzeuge der Republik, der am Sonnabend vor der Wahl des Reichspräsidenten fein Leben für die demokratische Idee ließ, war tatträftiges Mitglied der Kameradschaft Kreuzberg.... Auf dem Platz vor der Melanchthon- Kirche wurde die Fahnenweihe vorgenommen. Der Festredner, der demokratische Landtagsabge ordnete Riedel, zeichnete die Geschichte der schmargrotgoldenen Fahne. Der verstorbene Reichspräsident Friedrich Ebert war es, der unter diefen Farben das Deutsche Reich vor dem Zerfall bewahrie. Nach Beendigung der Weihe zog der Zug, der unter. ftüht wurde durch zahlreiche Kameraden aus der Brovinz, zum Bod", wo fich ein famerabschaftliches Bersammensein anschloß. Hier sprach noch der frühere Relchswirtschaftsminister Genosse Robert Schmidt. Ernste und heitere Darbietungen füllten den Nachmittag und den Abend aus. Die Kameradschaft hat am Sonntag bewiesen, daß die schwarzrotgoldenen Farben auch im Bezirk Kreuzberg immer zu finden fein werden. Bolfspark Jungfernheide. Das Bezirksamt Charlottenburg teilt mit: Das Schwimmbad hat den Betrieb für dieses Jahr wieder aufge= nommen. Die Einrichtung ist durch den Bau zahlreicher Garde robenzellen vervollständigt worden. Im Gartentheater werden voraussichtlich von Pfingsten ab regelmäßig Theatervorstellungen, Konzerte und sportliche Beranstaltungen dargeboten werden. Ueber Die Bernfragen der Defferreichischen Schulreform hält der Direktor der Defterreichischen Bundeserziehungsanstalt in Wiener Neustadt, Dr. 2. E. Tesar, am 19., abends 7%, br, im Friedrich- Wilhelm- Gymnasium, soch str. 13, einen Vortrag. Jedermann eingeladen, Unlofienbeitrag erbeten. Der Botanische Garten in Berlin- Dahlem ift am Himmelfahrtstage und am 1. und 2. Pfingsfeiertage von morgens 10 Uhr bis 7 Uhr abends bei freiem Eintritt geöffnet. Die Schaugewächshäuser sind von 2 bis 6 Uhr geöffnet. Kinder unter 6 Jahren haben feinen Zutritt. Die Kernfrage der österreichischen Schulreform behandelt Genosse Dr. 2. Zejar, Direttor der österreichischen Bundes- Erziehungsanstalt in Biener Neustadt, am Dienstag, 19. Mai, abends 7, Uhr, in der Aula des Friedrich Wilh.- Gymnafiums, Kochstr. 13, in öffentlicher Versammlung. Außerdem sprechen Genosse Richard Schröter über Berliner Schul reform und Lehrer H. Kölling über: Der Kampf um die Grundschule. Jedermann eingeladen. Einberufer: Bund entschiedener Schulreformer. Wetter für Berlin und Umgegend. Fortdauernd heiter, troden und warm bei frischen östlichen Winden. Für Deutschland. Im Westen strichweiße Gewitterregen und im Dften weiterhin troden. Ungeheuerer Waldbrand. Mehrere Dörfer bedroht. Am Montag brach im Friedrichswalder Forst zwischen Aldamm und Gollnow bei Stettin, im südlichen Teil des Kreises Naugard ein Waldbrand aus, der sich infolge des starken Windes mit rasender Geschwindigkeit ausbreitete. Der Wind trieb das Feuer eine Strede von etwa 13 Kilometer in einer Breite LAX -und macht frohe Stimmung. von etwa 8 bis 9 Kilometer vor sich her, ohne daß es bisher zum Stehen gebracht werden konnte. 3000 Morgen Kiefernwald find bisher dem wütenden Element zum Opfer gefallen. Der Wert des Schadens ist noch gar nicht abzuschäßen. Gewaltige Mengen von Gruben- und Langholz sind dem Brande zum Opfer gefallen. Ueber tie Entstehungsursache tonnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Nachmittags fünf Uhr hatten die Flammen bereits die Nähe des Dorfes Hornstrug an der Strede AltdammGollnow erreicht, wo man infolge der drohenden Gefahr daran ging, die Häuser zu räumen. Inzwischen waren Militärtommandos aus Altdamm, Stettin und Stargard eingetroffen, die im Verein mit den Feuerwehren und Hilfsmannschaften der umTregenden Orte des Feuers Herr zu werden versuchten. Leider ist der Erfolg dieses Beginnens infolge der riesigen Ausdeh nung des Feuers und bei dem ungeheuren Umfang der Waldbestände in jener Gegend in Frage gestellt. Eine weitere Meldung besagt: In Gefahr sind auch die bereits geschlagen, viele Hunderttausende Mart Wert dar= ellenden Hölzer, die aus dem Raupenfraßgebiet stammen. Das Feuer hat schon die Chaussee Altdamm- Goll. now erreicht und bei Arminswalde bereits auf dem Waldbestand westlich dieser Chaussee übergegriffen. Die Chauffee ist für den Verkehr gesperrt. Dies dürfte der größte Waldbrand sein, der in Deutschland in den lezten Jahren gemütet hat. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin S. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, au richten. Achtung, Kaffierer! Mit dem 31. Mai d. 3. verlieren die 50- Rentenmart. Scheine vom 1. November 1923 ihre Gültigkeit. Die 20- Billionen- Scheine vom 5. Februar 1924, die 10- Billionen Scheine vom 1. Februar 1924 und die 5- Billionen- Scheine tom 15. März 1924 gelten ebenfalls nur bis zum 5. Juni d. J. Es ist deshalb notwendig, daß sich die Kaffierer dieser Scheine rechtzeitig entledigen. Außerdem wird um Einfendung der fälligen Abschlagaszahlungen dringend gebeten. 3. A.: Alex Pagels. 4. Areis Brenzlauer Berg. Kreisausschuß für die Arbeiterwohlfahrt und Rinderschus: Mittwoch, den 20. Mai, 7% Uhr, bei Soffmann, Enchener Str. 8. Konferenz der Arbeiterwohlfahrt. Bortrag des Genossen Stadt. rat Friedländer. 13. Areis Zempelhof Rinderfreunde! Am Simmelfahrtstag Ausflug nach Lichterfelde- Olt( Rarpfentela). Treffpunkt vormittgs 10 Uhr Dorf, Ede Berliner Sir. Alle Mitglieder und Freunde find eingelaben. 14. Kreis Reutölla. Mittwoch, den 20. Mai, 7 Uhr, Vollversammlung der Elternbeiratstandidaten und soz. Lehrer im Raiser- Friedrich- Real- Gym nafium Raiser- Friedrich- Straße 210. Bortiba des Genoffen, Schröter: Die neue Schule." Neuwahl des Borstandes. 18. Kreis Weißenfee. Rommunale Rommiffion! Mittwoch, ben 20. Mai, 8 Uhr, Rathaus, Zimmer 21, Gigung. Heute, Dienstag, den 19. Mai: Sungfozialisten! Dienstag. 8 Uhr, Juristische Sprechstunde, Lindenfte.& Borbesprechung für das Sommerfest. Band 91 der Inselbücherei mitbringen. Gruppe Tempelhof- Marienborf. 7% Uhr im Jugendheim Tempelh Enzeum, Germaniaftr. 4/6. Bortrag des Genossen Mödel: Republi nische Bolitit". Gruppe Bichtenberg: 7% Uhr, Jugendheim, Barfaue 10, Bortrag: Kirche und Sozialismus". Referentin: Genoffin Maria Hotann. Morgen, Mittwoch, den 20. Mai: 40. Abt. Schwerhörigengruppe. T½ Uhr, im Jugendheim, Bindenstr. 3, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Methke. Charlottenburg, 56. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung, Solkendorfftt. 20. Vortrag des Genoffen Borchardt: Sozialdemokratie und Sozialpoliti. Neuwahl des Vorstandes. 57. bt. 8 Uhr erweiterte Borstands fikung bei pezinski, Rrumme Str. 47. " 79. Abt. Schöneberg. 7% Uhr bei Rettlig, Gedanfir. 60, engere Borstandsfihung. Der Borstand und fämtliche Bezirksführer müssen erscheinen. 139. Abt. Zegel. 8 Uhr bei Schade, Berliner Gir. 17, Mitgliederversammlung. Bortrag des Gen. Stadtrat Hente: Die Lehren der Reichspräsidentenwahl". 2. Berschiedettos. Ra'awes. Abends 8 Uhr im Cifenbahnhotel" Nowapes Mitglieder. perfammlung. Bericht über Rommunales und die Tegung des Provinziallandtages. Stellungnahme zur Wahl der Delegierten zum Be sittsparteitag und beutschen Barteitag. Frauenveranstaltungen morgen, Mittwoch, den 20. Mai: 5. Kreis Fried: shain. 7 Uhr Aufammenkunft sämtlicher Funktionärinnen ( nicht nur der Abteilungsleiterinnen) bei Rosin, Gubener Str. 19. Tagesordnung: Areisvertretermahl. 28. Abt. 7 Uhr bei Büttner, Schwedter Straße. Arbeiter Sport Das Frankfurter Stadion. Die Stätte der Infernationalen Arbeiter- Olympiade 1925. Im Frankfurter Stadtwald auf dem Gelände der ehemaligen Militärschießstände geht eine öffentliche Sportanlage ihrer Bollendung entgegen, die an Ausmaß, Einrichtung und landschaftlicher Schönheit eine der hervorragendften Stätten für Leibesübungen in Deutschland zu werden verspricht und als Festort der Internationalen Arbeiter- Olympiade im Juli ihre eigentliche Weihe erhalten soll. puntt an den Vereinszellen, dort Aufnahme neuer Mitglieder und Auskunft. Zuschriften werden an den Vorsitzenden Karl Schulze, Charlottenburg, Dandelmannstraße 18, erbeten. Olympia- Ausscheidungskämpfe der Schwimmer. Am 7. Juni bringt die Schwiminersparte des 1. Kreises.im Arbeiter Turn- und Sportbund Kreisverbandsaus. fcheidungsfämpfe zur Durchführung. Die olympischen Ausscheidungen erstrecken sich a) für Männer: Freistil 100, 400, 1500 Meter, im Brustschwimmen über 100, 200, 400 Meter, Seiteschwimmen 100 Meter, Rückenschwimmen 100 Meter, Kunstspringen und Turm springen; b) Frauen: Freistil 100 Meter, Brustschwimmen 100. 200 Meter, Rückenschwimmen 100 Meter, Kunstspringen, Turm springen; c) Wasserballspiel: a) Männer: 2 × 7 Männer 2x7 Minuten, b) Frauen: 2 x 7 Frauen 2x5 Minuten( spielberech tämpfe find offen für die Mitglieder aller Organisationen, die der Zentralfommission für Arbeitersport und Körperpflege angeschloffen sind und im Ostdeutschen Verband 1. Kreis( Berlin- Brandenburg), 12. Kreis( Oft und Westpreußen), 15. Kreis( Pommern) und 16. Kreis( Forst- Laufig) ihren Siz haben. Meldungen müssen bis zum 29. Mai an den Kreisschwimmwart M. Edert, Berlin, Beusselstr. 15, gelangen Die jeweils 12 Besten haben die Berechti gung, an den Reichsausscheidungen am 4. und 5. Juli teilzunehmen. Soweit heute bereits Meldungen vorliegen, ist zu ersehen, daß auf der herrlich angelegten Schwimm- und Sprunganlage des Waffer iportplages Blögensee fich einwandfreie und spannende Kämpfe der Arbeiterschwimmer abwideln merden. Die Anlage selbst untersteht dem Bezirksamt Wedding und wird den hierzu notwendi gen Anforderungen in jeder Beziehung gerecht. Für die Unter bringung der Zuschauer ist, da man mit einer großen Beteiligung der gesamten Arbeitersportlerschaft rechnet, in weiteftem Maße Sorge getragen. Eintrittskarten sind schon heute an der Kasse des Waffers sportplates somie bei allen Vereinsfunktionären zu haben. Die Anlage umfaßt ein Gelände von 39 Hettar und enthält in zweckmäßiger Gliederung eine Kampfspielbahn Don 2,30 ettar Flächeninhalt, eine Spielmiese nebst Aufmarschallee und Zuschauerböschungen für turne rische Massenaufführungen im Flächeninhalt von 4,80 Heftar, eine Radsportbahn von 3 Heftar Fläche und eine große waffertigt sind nur die freisbesten Mannschaften). Die AusscheidungsSportliche Anlage mit Schwimmsportbahn, Licht und Luftbad, Nichtschwimmerbeden, Planschbecken und Sandbädern von insgesamt 3,25 Heftar Flächeninhalt. Die einzelnen Anlagen sind auf verschiedenen Höhenlagen in vorhandenen Waldbestand garten tünstlerisch eingeordnet, so daß jede für sich ein landschaftlich geschlossenes Bild bietet und das Ganze eine ideale Vereinigung von Naturpart und Sportstätte darstellt. Ein prächtiges Bild gewährt vor allem die große Rampfipielbahn, die eine Laufbahn von 500 Meter Länge, eine Kurzftredenlaufbahn von 130 Meter Länge fowie Spielflächen für Wettkämpfe im Fußball, Rugby, Hocken und Schlagballspiel in den gültigen Normalgrößen, ferner die Pläge und Einrichtungen für leichtathletische Wettkämpfe usw. enthält und auf Sig- und Stehplätzen eima 40 000 Zuschauer faßt. An der nördlichen Längsfeite der Kampfspielbahn erhebt sich das 125 Meter lange Hauptgebäude, das in seinen Flügelbauten zahl reiche Loggien und Zuschauerplätze, im Innern eine Reihe sportlich notwendiger Räume enthält, und dessen Mittelbau nach der Arena zu eine Festspielbühne antifen Charakters darstellt. Die Rüdfront der ganzen Gebäudeanlage, ebenfalls in Loggien und Zu -Schauerpläge aufgeteilt, fällt nach der großen Festwiese, deren Flächeninhalt etwa 14 000 Personen hinreichend Raum zu turnerischen Massenaufführungen bietet, und deren Böschungen rund 40 000 Bufchauer faffen. Auf die Festwiese mündet vom Haupteingang des Stadions her eine breite Aufmarschallee, die eine gefahrern Veranlassung geben, sich noch fester als bisher in ihren ordnete Bewegung der größten Turnermassen ermöglicht. Die wassersportlichen und Badeanlagen enthalten in der Mitte einer im Zuge des Haupteingangs zum Stadion liegenden Längsachse ein 30X60 Meter großes Nichtschwimmerbeden mit einer Waffertiefe von 0,70 bis 1,40 Meter und ein 22 × 22 meter großes Planschbecken für Kinder, umgeben von etwa 100 Quadratneter leicht ansteigender Fläche für Sandbäder und zwei Lauben gängen im Halbrund. Die organische Verbindung beider Beden rermittelt eine große Fontäne, die zugleich der Vorwärmung des Wassers durch Lufttemperatur und Sonnenschein dient. Nach Südmesten schließt sich in mittlerer Höhe die eigentliche Sport. schwimmbahn an, ein Baffin von 188 × 22 Meter, das außer der eigentlichen Schwimmbahn ein tiefes Sprungbeden enthält und mit Unterwasserbeleuchtung ausgestattet wird. Die Zuschauerterraffe der Schwimmbahn, für etwa 6000 BerJonen berechnet, führt dann hinauf zur Höhenlage des äußeren Umganges der Radrennbahn, die in Elipsenform als 400 Meter lange und 10 meter breite Fliegerbahn und Steherbahn gebaut wird. Ein fünf Meter breiter Tunnel vermittelt von der Auffahrt firaße den Zugang zur Innenfläche der Rennbahn, die außerhalb der Rennen für Radspiel oder sonstige Aufführungen benußt merden fann. Terassen und Dämme der Radsportbahn werden etwa 27 000 Zuschauer fassen. 79. Abt. Schöneberg. 7% Uhr bei Groß. Sebanfte. 17. Bortong der Genoffin wendigen Zufahrts- und Abgangsstraßen befondere AufSanna, M. d. 2. Sport. Bogen im Großen Schauspielhaus. Nach dem Großen Schauspielhaus hatte am Sonntag der Qualitätsring Punching" seine Anhänger zur Bremiere gerufen. Der Besuch war in Anbetracht des schönen Wetters recht schwach. Die Kämpfe felbft zeigten einige gute bogsportliche Leiftungen. Sämtliche Rämpfe gingen über zehn Runden, vier Unzen und harte Bandagen. Friedemann war Fabrèques weit unterlegen und mußte nach zehn Runden eine Niederlage einstecken. Der Kölner Domjörgen fertigte Mauconduit in der vierten Runde ab, so daß der Kampf megen Unfähigkeit Mauconduits, der in den ersten Runden gutes technisches Können bewies, mit der Siegerflärung für Domjörgen abgebrochen wurde. Der Revanchefampf Wiegert gegen Egrel enttäuschte sehr. Wiegert fonnte Egrel durchaus nicht beitammen und verpaßte oft Gelegenheiten, bei günstigen Stellungen entscheidende Schläge zu führen. Egrel war Wiegert technisch durchaus überlegen. Das Urteil, ein absolutes Fehlurteil, daß den Sieg Wiegerts nach Bunften verfündete, wurde vom Bublitum mit minutenlangem Lärmen und Pfeifen aufgenommen. Den Schluß fampf bildete das Treffen Diener gegen Nilles. Obgleich dauernd im Angriff fonnte Diener feinen entscheidenden Sieg herbeiführen, sondern mußte sich mit dem wohlverdienten Punttsieg begnügen. Der Franzose war außerordentlich hart und zeigte gute Technit. Der Beifall über den Sieg Dieners war begreiflicherweise sehr groß. Weltmeiffer Linart, Graffin- Frenfreich, Sawall- Deutschland und Bletemolen Hollard find die Teilnehmer des am Himmelfahrtsiag, den 21. Mai, nachmittags 3, Uhr, auf der DIympia Mabrennbahn zum Ar3trag gelangenden Bierländerlampjes. Dies ist eine Besehung, wie fie Berlin seit Jahren nicht gefeben hat. Vor allem intereffiert der erste Start 2inarts in Berlin. Durch die Verpflichtung des französischen Meisters fabrers Graffin, des Matadors der Dlympia- Nadrennbahn Samall und des vorzüglichen Holländers ift die Frage der Gegnerschaft auf das befte gelöft. Die genannten vier Fahrer beftreiten brei Dauerrennen über 20, 30 und 50 km. Den fleinen Bierländerkampf bestreiten vier ebenfalls fehr gleichwertige Fabrer. Die Rennen beginnen um 3, Uhr. Die Borfämpfe im Zitfus Buidh am 22. Mai bringen folgendes Brogramm: Sturt Brenzel gegen den Frangosen Niemen, ben Besieger Egrels; Richard Naujos, der deutsche Leichtgewichtsmeister, gegen Europameister Binez; Erich BrandI gegen den Er- Weltmeister Marcel Thomas und Harry Stein gegen den spanischen Fliegengewichts. meißt: Ferrand. Echiedsrichter im Ring: Ex- Weltmeister George Carpentier 0 Entsprechend der auf Massenaufführungen und Massenbesuch berechneten Anlage des Stadions ist auch der Schaffung der not mertfamkeit gewidmet morden. Die Straßenbahn verfehrt bis zum Haupteingang des Stadions, wo Schienenanlagen für die Aufstel lung einer großen Zahl von Straßenbahnzügen hergestellt werden. Der Zugang und Abgangsverkehr erfolgt für Autos und Wagen, Radfahrer und Fußgänger getrennt auf entsprechend ausgestatteten Straßen und Begen, ebenso wird von den nahegelegenen Eisen bahnhaltestellen der Verkehr in besonderen Straßenanlagen nach und Dom Stadion geleitet werden. Kanusport. Die Borgänge auf dem Waffer, hervorgerufen durch die Fahr meise nationalistischer Rudervereine, müßten den Arbeiter- Ranu99 Kanuvereinen zu organisieren. Es ist nicht einmal, fogar des öfteren vorgekommen, daß Babbler, die ein bestimmtes Abzeichen am Boot nicht führten, von den feudalen Rudervereinen als Frei wild betrachtet, gerammt oder sonstwie beschädigt und so in Lebensgefahr gebracht wurden. Es wurde dann behauptet, sie befänden fich im" Training" oder im Wettkampf" mit einem anderen Boot. Wettkämpfe dürfen nur an den dazu bestimmten Plägen ausgetragen werden. Die Arbeiter- Kanufahrer lehnen den friedlichen Wettkampf innerhalb ihrer Reihen nicht ab; um so mehr aber das Jagen nach Wert und sogenannten Ehrenpreisen. Ihr hauptsächliches Bestreben geht dahin, den nach schwerer Arbeit in Bureau und Werkstatt gequälten Körper in Luft, Licht und Sonne zu erfrischen und sich an der gerade jetzt ihre ganze Schönheit entfaltenden Natur auf froher Wanderfahrt zu erfreuen. Nachstehend aufgeführte Bereine, die über eigene Bootshäuser verfügen, nehmen jederzeit noch Mitglieder auf: " Freie Kanufahrer Berlin e. V.", Bootshaus an der Dahme und Gruppe Tegel- Heiligensee, Geschäftsstelle: Frizz Baschte, Berlin SD 26, Oranienstr. 35; Pichelsberger Rudergesellschaft, Bootshaus an der Unterhavel, Vereinsanschrift: F. Taßler, Charlottenburg, Knobels. dorfferstr. 60; Ranuabteilung der Freien Schwimmer Charlotten burg", Bootshaus an der Unterhavel, Vereinsanschrift: W. Rohloff, Charlottenburg, Nehringstr. 4a. Der Turn- und Sportverein Fichte hatte am 14. Mai in feiner Luzerner Sport- Internationale eingebrachte Resolution abzu Generalversammlung die Gelegenheit, über eine von Anhängern der ftimmen. Diese Resolution verwirft die einseitige Schreibweise bes Fichte- Mitteilungsblattes", besonders zur Reichspräsidentenwahl und forderte die Abfehung des Schriftleiters, um nicht die Zugehörigkeit zum Arbeiter- Turn- und Sportbund zu gefährden. Der streng fachlichen Begründung der Resolution und dem durch nichts zu erschütternden Beweismaterial des stenographischen Protokolls der Einigungsverhandlungen in Leipzig hatte die Bersammlung nur den üblichen Standal entgegenzusehen, wobei man nicht vor den gemeinsten Beschimpfungen zurückschredte. Durch die mündliche Be furt a. M. eine neuzeitliche Sportanlage, die weitgehenden Anrichterstattung des Borsigenden wurde der Beweis erbracht, daß die Die Internationale Arbeiter- Olympiade findet danach in Frantfprüchen gerecht zu werden vermag. Anbaden in Charlottenburg. Mitglieder durch das Mitteilungsblatt vollständig. unzureichend und irreführend über die Rreisper. tretertonferenz in Leipzig unterrichtet worden find. Selbst der Nachweis, daß die Aufforderung, Thälmann zu wählen, mit den in Leipzig gegebenen Versprechungen im Wider spruch steht und als glafter Wortbruch zu bezeichnen ist, vermochte feinen Einbrud zu erzielen. Gine lendenlahme Erflärung des ver antwortlichen Schriftleiters genügte den fritischen Fichteturnern. die Resolution abzulehnen. Damit hat der Turnverein richte feine rein fommunistische Einstellung erneut bewiesen. Bie der Verein mit dem Bunde fertig wird, soll nicht unsere Sache sein, aber von uns wird man nicht verlangen tönnen, ihn durch Vers öffentlichung seiner Veranstaltungen zu unterstützen. Kartell- Berband für Sport und Körperpflege Groß- Berlin. Bon dem Borsigenden des Kartell- Berbandes für Sport und Körperpflege, Robert Dehlschläger, merden wir um die Auf Am Sonntag veranstalteten die Freien Schwimmer Charlottenburgs ihr Anbaden im herrlich gelegenen Bolts. bad Jungfernheide. Unter flarem blauen Aether und von der fachenden Sonne begrüßt, versammelten fie fich um 1 Uhr nachmittags am Luijenplay. Zu gleicher Zeit und am gleichen Crt verfammelten sich zum Familienausflug die Freien Turner Charlottenburgs. Unter Musik ging um 22 Uhr der Abmarsch zur Jungfernheide nonstatten. Nach Ankunft im Voltsbad Jungfernheide nahmen sämtliche Schwimmer Aufstellung am Strande. Nach dem Gesang des alten Schwimmerliedes nahm der Vorsitzende das Wort, Leitgedante seiner Ausführungen war der Bunsch, es möge fich die Erkenntnis Bahn brechen bis zur fleinsten Arbeiterhütte, daß jeder in Kapitalsfron stehende im eigensten und im Interesse der Arbeiterklasse sich durch sportliche Betätigungnahme des folgenden ersucht: gesund erhalten muß. Denn nur in einem gefunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Nach abermaligem Gefang vollzog sich der Aufmarsch zur Laufbrücke und nach dem Signal des technischen Leiters ftürzten sich weit über 100 der besten Schwimmer beiderlei Geschlechts in die erfrischenden Fluten. Die ernste und erfolgreiche Arbeit aller Funktionäre zeigte hierbei ihre Früchte. Ganz wenige fuchten das flache Wasser für Nichtschwimmer auf. Im Wasser wurde dann ein fräftiges Hoch auf den Arbeiter- Turn- und Sportbund und den Verein ausgebracht. Bis zum Dunkelwerden blieb alt und jung zusammen und gemeinsam ging's dann den engen Mauern der Stadt zu. Alles in allem, ein wohlgelungener Sonntag. Jeder Arbeiter, die neben der Pflege der Kameradschaft und Geselligkeit förperliche Ertüchtigung sucht, sei uns willkommen. Badeabende für den Berein find Montag und Donnerstag von 5 bis 8 Uhr. SammelWie im vorigen Jahre, fo wird auch jekt wieder von ben Ortsmis füffen und anderen mehr oder weniger amtlichen Stellen verfucht, die Ber eine des Kartellverbandes zu veran Ten, gemeinschaftlich mit den Bereinen des Reichsausschusses für Leibesilbungen die Berliner Turnun Sport Woche zu begehen. Abgesehen davon, daß vom 7. bis 28. Juni die Werbewochen für unsere Arbeiter- Sportbewegung in allen Bezirkskartellen stattfindet, ist es allen den AB. angeschloffenen Bereinen untersagt, laut Be hender Zentralorganisationen, auch behörbliche Beranstaltungen, mis bürgerlichen Vereinen gemeinschaftlich zu begehen. Wir machen Heren Ober bilrgermeister Böß heute, wie auch im Barjahre, den Borschlag: Dle täht ich stattfindende Berliner Turn- und Sportwoche" wird, unter Mitarbeit Der hierfür in Frage kommenden städtischen Stellen getrennt von den bürger lichen Bereinen, eine Woche mit diefen und die nächste Woche mit den p beiter- Sportlern veranstaltet. Sollten in irgendeinem Bezirk schon Borbe reitungen zur Mitarbeit getroffen fein, unter Sintanfeßung obigen Ben Tangens, fo find diese unverzüglich einzustellen. Bir dürfen hier in Berlin auf feinen Fall über die Beschlüsse unferer Sentralorganisationen hinweggehen. Bereine, die dem zuwiderhandeln, werden mit Ausschluk bestraft." Qualität ist maßgebend beim Kauf von Geldschränken, Tresoren, Wertgelassen jeder Art GEGR 1833 BERLIN N.20 AN GEGR.1833 S.J.ARNHEIM BADSTR.40/ 41 1653 TELEFON: HANSA 35 45 345 1400 Die Ausscheidungsfämpfe für Turner und Turnerinnen zur Olympiade finden am Sonntag, den 24. Mai, vorm. 9 Uhr, auf dem Dominicus- Sportplatz in Schöneberg statt. Leichtathleten des 1. Kreises. Der Melbefahluß zu den Ausscheidungsbämpfen des 1. Rreises file Dresden rildt immer näher. Der technische Ausschuß für bie Rämpfe in Brandenburg hat daher beschlossen, für den 23. Mai, abends 7 Uhr, im Lokal Sugo Wegner, Berlin- Lichtenberg, Frankfurter Allee 236( 10 Minuten vom Bahnhof Frankfurter Allee), eine Gigung abzuhalten. In diefer Sigung müffen alle Sportwarte fowie Wettkämpfer der nach Frankfurt a. M. fahren. den Vereine erscheinen. Das Melbematerial ist mitzubringen. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Information unferer Teilnehmer über Frankfurt und das leichtathletische Brogramm. 2. Pflichten des Bett. tämpfers in der Kreis- und Ländermannschaft. 8. Bericht über die Mel bungen in Brandenburg und Zusammenstellung der Mannschaften. 4. Rampfrichterfrage. 5. Verschiedenes. Anfragen jeder Art find an den technischen Ausschuß, E. Lippert, zu richten. 999 Die Turnerspielleute am Reichs- Arbeiter- Sport- Tag. Der Reichs- Arbeiter- Sport- Tag, der Tag ber Seerschau des Sport treibenben Broletariets rüdt heran. Alle Ortsbartelle und Sportvereine in den Städten und Dörfern riften zur Teilnahme. Alle Turner und Sportler üben fleißig, um an diefem Tage der Arbeiterschaft, und vielleicht nicht nur dieser, Au zeigen, welcher Geist die Arbeitersportler befeelt. Der rein fportliche Teil biefes Tages fell und muß den Arbeitsbrüdern, bie frregeleitet, fich noch im bitrgerlichen Lager befinden, zeigen, daß auch die flaisenbewußten Arbeitersportler guten Sport leiften fönnen. Wird diefer( Sportliche) Teil des Tages manchen Indifferenten zum Nachdenken anregen, fo foll auch der andere Teil des Tages, der Demonstrationszug, einen monilischen Erfolg für unfere Arbeitersportbewegung auslöfen. Hierzu werden Spielleute ber Are beiter- Turnvereine ein gutes Teil beizutragen vermögen. In vielen Meinen und vielleicht auch größeren Orten, wird es ben Kartellen oder Sportver einen nicht möglich fein, Blasmusik zu beschaffen. Aber auch dort, wo Blas. mufit aur Verfügung ist, müssen bie Spielleute vertreten fein. Darum, Spielleute, heißt es üben, damit auch ihr am Gelingen diefes Tages euer Ceil dazu beitragt. Seran alfo alle, die Ihr tzu berufen feib. Der Bundesausschuß der Spielleute. 3. A.: Dehlschläger, Berlin. Arbeiter Sport- und Kulturfartell im 5. Bezirk( Friedrichshain). Anfäß fich des Reichs- Arbeiter- Sporttages veranstaltet das Bezirkslartell Friedrichs hain vom 7. bis 13. Juni eine Werbewoche. Sonntag, den 7. Juni, großes Spiel und Sportfest im neuen Stadion Friedrichshain". Wir bitten alle im Bezirk bestehenden Sport, Kultur- und Gesellschaftsorganisationen, fich an bem vorangehenden Werbefeftaun durch den Often restlos zu beteiligen. Fahnen und Schilder mitbringen. Treff: 1 Uhr Schule Olivaer Straße. herauszugebenden Festschrift beabsichtigen wir ein lüdenlofes Berzeichnis aller am Ort befiehenden Arbeitervereine zu bringen. Politische Organisa tionen ausgenommen. Es fehlen uns noch die Adreffen aller Gefang, Mufitund Theatervereine. Diefelben müffen bis 25. Wiai melden. Gleichzeitig an geben, welche Beranstaltung in der Werbewoche getroffen wird! Inferate für bie Festschrift werden noch bis zum 25. Mai angenommen. Auflage 5000. Alle Anschriften an Sermann Kirchmann, D. 84, Weidenweg 44. In der Touristenverein Die Naturfreunde"( entrale Wien), Ortsgruppe Berlin. Die zu Mittwoch, 20. Mai, angefekte Monatsversammlung fällt umstände halber aus. Jede Abteilung fchicht teitag einen Bertreter zu Hampe( Flugbfätter abholen). Nächfter Uebungsabend bes Sprechchors zur Sonnenwende am Donnerstag, 28, Mai, pünktlich 7 Uhr, Lebigenheim, Schönstedtstr. 1 ( Rimmer 22, V. Stod). Touristenverein ,, Die Naturfreunde"( Bentrale Wien), Abt. Gesund. brunnen. Die Teilnehmer der Treffahrt am Dehmfee fahren am Mittwoch, Den 20. Mai, abends 6 Uhr, und Donnerstag, morgens 6 Uhr, ab Bahnhof Börse bis Fürstenwalde.( Nachtlager in Rauen.) Fahrscheinteilnehmer zur Meldung beim Gen. Dreßler. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität, Ortsgruppe Neukölln. Die Ein äfcherung unferes Bundesmitgliedes Franz Preuß erfolgt am Mittwoch nach mittag 3 Uhr im Krematorium Gerichtstraße. Start der Ortsgruppe 2 Uhr Serkbergples. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Athletit- Sport- Club, e. B. Beichtathletit Boden Rubern. Männer, Frauen- und Jugendabteilung. Gefd äftsstelle: Kurt Liebruds, Berlin D. 84, Tilfiter Str. 46. Dienstag und Donnerstag Training auf dem Fichte plag in Baumschulenweg ab 6 Uhr. Schriftführer der Sodenabteilung: Willi Mielle, Berlin D. 34, Weidenweg 27. Bootshaus Oberschöneweide, rele Ruberer Bereinigung 1913" c. B. Spreeftr. 4. Gigung feden Freitag, 8 Uhr. Mitalieber werben noch aufge nommen. Auschriften an Sportgenossen E. Schnell, Neukölln, Allerstr. 81. Uebungsabende Dienstags und Freitags. Die Techniker aller am Naft beteiligten Organisationen treffen fich am Dienstag, ben 19. Mai, abends 8 Uhr. Bei Braffer, Michaellich, Ede Buster haufener Straße. In biefer Sihung wird das Programm endgültig feftgeTegt. Organisationen, bie ihre Bertreter nicht entfenden, werden nicht berlid Fichtigt. Sauvium- Club Barwärts" e. B. Berlin- Oberfdönemeibe. 1. Borsigenber: Frans[ egge, Berlin- Oberschönemelde, Sabberifte. 31. Technischer Leiter: Karl Thielt, Berlin- Oberschönemeide, Rathausstr. 50. Uebungsfiunben im Freibab Oberföneweide: Jugendliche, Frauen und Männer- Abteilung Diens tag und Freitag. Kinder Abteilung: Montag und Donnerstag. Mitglieder verfammlungen: Jeden erflen Freitag im Monat im Bereinsintal Streichbahn, Siemensitr. 17( am Moritplak). Gonntag, den 24. Mai 1925 perfammain fich die Malicber zum Anbaden 41 Uhr am Marktplan. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7 Uhr, Rinderturnwarte Sigung in der Schule Gipsfit. 28a. Berichterstattung über die Borarbeiten aum Kreistinderturnfest. Die Turnvalsisung am Mittwoch fält aus. Freie Turnerfcheft Coäneberg. Für Sonntag, den 24. Mai, nachmittags, fuden wir eine Atte- Berren- und eine Männermannschaft für Fauftball auf I bei Frante. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Tägl. 8 Uhr: 7½ Der ferne Klang Leopoldine Opernhaus am Königsplatz Honstantia in 8 Uhr: Salome Schauspielhaus 7: Rhein. Rebellen Demimonde Schiller Theater v. Alexander Dumas 7 Uhr: Faust. I. Gr.Volksoper im Theat. d. Westens 7 Uhr Rigoletto Trianon- Th. Täglich 8 Uhr: Yoshiwara Das Haus des Lasters Volksbühne Kleines Th. 7% Uhr: Datterich Deutsch. Theater × Uhr: Tägi. 8 Uhr: Die Zum ersten Male Großfürstin Dr. Knock Lustspiel und der von lules Romains Zimmerkellner Regie: Erich Engel Kammerspiele Residenz- Th. 8 Uhr: Sechs Personen suchen einen Autor Die Komödie ( arfürstendamm 215/207 8 Uhr: Liebfrauenmilch Täglich 8 Uhr: Der Werwolf Theater 1.d. Königgrätzer Str. Casino- Theater 8 Uhr: Franziska Komödienhaus 8 U.: Das silberne Kaninchen Berliner Theater 7.45 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA 8 Uhr: VARIETE REVUE Theater In Admiralspalast AD 26 Mai 84 U Die letzte Sensation Amerikas Die Neger- Produktion Chocolate Kiddles 45 Mitwirkende! Amerikas größte farbige Künstler! Vorverkauf anunterbr.. Central Theater 8: Hilfe, ein Kind ist v. Himmel gefallen! Deutsch. Opernhaus The Eugen Onegin Uhr Th. 1. Kommend Str Tä lich Uhr: Lothringer Str. 37 Tagl.8 Uhr Humor and heitere Stimmang Mädels vom Kurfürstendamm die neue lustige Komödie Vorher das B Mal Programm! ALHALLATHEATER Weinbergswer Rosenthaler Tor. Täglich 7% Uhr EnsembleGastspiel des MetropolTheaters Der große Schlager Gräfin Mariza OriginalBesetzung Ausstattung Preise: unferem Wies. Angebote an Oswald Greik. Sdöneberg, Gotent. 88, 1 in USCHI 0.75-4.50M. Leichtathletik- Bereinigung. Frühjahrsfportfelt am 24. Mai. Starttarten und Brogrammausgabe nur am Dienstag und Mittwoch, bent 19. und 20. Mat, yon 6-7 Uhr im Sporthaus wichte. Radsügler nur am Freitag bis 5 Uhr bet Surtig. Staliger Str. 59a. GB. Barwärts 1607. B. Die breffe des Vereins ist vorläufia bie bes 2 Bordigenden Otto Friefede, Berlin D. 112, Grünberger Str. 18. Die neuen Befiimmungen se Benugung von Schulturabollen schreiben Bor, pah eine Vergünstigung hinsichtlich ber Breife für die Benugung ufm. nur dann gewährt wird, wenn bar Berein Mitglied bes Arbeiter- Eurnunb Sportbundes ift. Berfchiedentlich haben auch schon bie Rettoren nach ent fprechenden Ausweifen gefragt. Der Kartellvorfkende, hat sich nun mit dem Borshenden des VTB. in Verbindung gefeßt und die verlangten Ausweife angefordert. Der Bund hat bann auch bie Ausmeife zugefandt. Jeber Ber ein tann alfo im Bedarfsfalle bie Ausweise von Dehlschläger einfordern. Alle in diefer Angelegenheit einlaufenden Schreiben müssen aber unbedingt mit sigemer Unterfchrift des Vereinsporigenden und mit dem Vereinsstempel ver. feben fein. Die Aushänbigung ber Ausweife ift nicht mit Gelbloften per Eniipft. Uhr Dorträge, Dereine und Derfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsteie: Berlin 6 14. Sebaftianftr. 37/38. Saf 2 St. Ramerabschaft Bedding. Dienstag, ben 10. Mal, abends treffen fid bie Rameraben, bie Rabfahrer find, im Restaurant Schröpel, Bellermann, Cdfe Grünthaler Straße au einer Besprechung. Ramerabschaft Friedrichshain. Dienstag, den 19. Mai, abends 8-10 Uhr, Uebungsabend des Trommler- und Biolfertorps in der Brauerei Rönigftabi, Große Frankfurter Str. 117.- Ramezabfchaft Lichtenberg nebft Untergruppen, Dienstag, den 19. Mai, abends 7 Uhr, Uebung der Spielleute im Lofal Albrecht, Neue Bahnhof. Ede Borhagener Straße. Ecfcheinen it Bflicht. Kamerabfchaft renalauer Berg, 4. Rug Dienstag, den 19. abends 8 Uhr, bei Orohn, Augverfammlung. Ramerabfdjaft Webbing. Mittwoch, ben 20. Mat, abends 7 Uhr, Treffen der Jugendtameraden in der Eurnhalle Bütticher Str. 4. Kameradschaft Friedrichshain. Mittwoch, den 20. Mai, abends 7 Uhr, erweiterte Vorstandsfihung mit sämtlichen Sektionslettern. Diese haben alles Material mitzubringen. Ramerabschaft Charlottenburg. Donnerstag, ben 21. Mai( Simmelfahrt), felih 61 Uhr, treffen fich die Stab fahrer Bahnhof Wikleden, Ede Neue Rantstraße. Die anderen Rameraden treffen fi um 8 Uhr Bahnhof Jungfernheide zur Wahrt nach Briefelang. Die jenigen Rameraben, die sich am Mittwoch, ben 20. Mai, am adelaug in Brtefelang beteiligen, treffen fich abends 6 Uhr im Wilhelmshof. Rame rabschaft Wedding. Donnerstag, den 21. Mal( Simmelfahrt), morgens 7 Uhr, trifft fich die gesamte Kamerabschaft Bahnhof Butligstraße zur Beteiligung an der Fahnenweihe in Briefelang, Fahrtarten find bis intentena au fen. Nachzugler treffen sich um 11 Uhr Bahnhof Briefelong. Kamerabschaft Lichtenbern n: bit Untergruppen. Donnerstag, den 21. Mat( Simmelfahrt), morgens 6 Uhr, Antreten bei Rrliger sur Fahrt nach Briefelang. Sierzu find auch die paffiven Mitglieder besonders eingeladen. Kamerabschaft Weißenfee. Donnerstag, den 21. Mai, abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung im Botal Grüner Baum". Sämtliche, auch paffine, Rameraben müffen erfdreinen. Ramerabi@ aft Careberg- Friebenau, Mittwoch, den 20. Mai, abends 6% Uhr, treffen fich die Kameraden Marktples Steglia. Dippelfiraße, aur Teilnahme an dem Stiftungsfeft der Stamerabfdjaft Stealin. Fahnen find unbedingt mitzubringen. Abmarsch von dort mit tufit. Ramerabschaft Steglik. Es wird nochmals auf das am Mittwoch, ben 20. Mat, im Barl restaurant Sildende stattfindenbe Stiftungefeft hingewiefen. Anfang 515 Uhr. Stonzert und Tanz. Alle Republikaner find freundlicht eingeladen. Nach augler fammeln sich 6% Uhr am Marktplag Steglig. Bon dort Marich mit Wufit aum eftfotal. Die Weftrede hält Ramerad Fris Ebert. Gruppen Raffieverabrechnen. Ramerabfchaft Brenzlauer Berg,& Rug. Dienstag, ben 18. Mai, abends 8 Uhr, bei Grobn, Zugibung. Jugenoveranitattungen. Adung, Mäbel! Heute, Dienstag, abends 7 Uhr, im Jugendheim, Lindenstraße 3, abchenkonferenz. Die Genoffin Abale Schreiber spricht über Steifeeinbrüde aus Amerifa". Bon jeder Abteilung müffen die Möbel erfcheinen! Heute, Dienstag, den 19. mai, abends 7% Uhr: Webbing- Norb: Schule Müllerstr. 48, Bortrag: Sport unb Rörperpflege. Schönhaufer Bochtabt: Schule bfenstr. 17, Bortrag: Sygiene und Körper prege." Schöneberg II: Jugendheim Franfenftr. 10, Bortrag: Die Ge schichte der Arbeiterbewegung. 1. Teil. Westen: Baubgemerisfchule, Rur fürfienfraße 141. Boriras: Bedeutung, Rechnit und Ausfall der Präft ventenwahl." Wilmersdorf: Jugendheim Bilbegarbstt. 4. Bortrag: SAZ. und Reichsbanner." Steglik I: Jugendheim Albrechtite. 47, Bortrag: Die Arbeiterjugendbewegung", 2. Teil. Rentöln III: Jugendheim Nogaiste. 58, Bortrag: Vegetarismus," Menton V: Jugendheim Schierteste. 44. Bor rag: Gefchidie der Arbeiterbemegung". Reinidendorf- Oft:„ Seebad", Residensftpaße 46, Ausfprache: Bursche und Mäbel in bec SUZ. Ripenid: Jugendheim Grlisauer Str. 5, Borttaa:„ Berliner Denkmäler. von Jean Gilbert Theater a. Kotib. 1or Herrnfeld Tagl. 8 Uhr: Theater 84 im Intimen Theater BślicHonkurrenEL Sänger Wenterfolg! Das große Zum 1835. Male: MaiPros ramm. Klabrias- Partie Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Berlins einzigste und erfolgreichste REVUE: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Bald 800 Aufführungen! 30 Bilder! 250 Mitwirkende! Sommerpreise! ULAP Der Vergntigungspark der Berliner a. Lehrter Bahnhof Weliattraktioncu Bekannier Ein uber Mai 19 Dienstag Vornehm- fesch, schlank erscheinen auch Sie im typisch- flott. ,, Herren"-Mantel m. Rückenfalt. u. Riegel, dem Favorit der eleg. Frau für Stadt u Reise. Imprägn. Wollstoff 37 50 C& A BRENNINKMEYER Königstraße 33 Am Bahnhof Alexanderpl. Chausse str.[ 13 Beim Stettiner Bahnhot G 9 und ein gern gesehener ist bereits heute unser Dienstags- Inserat, Kein Wunder! Sind zwar unsere DienstagsAngebote auch keine Geschenke, so kommen sie solchen doch außerordentlich nahe. Mäntel Fantasie ab Covertcoat ab 575 675 Covericoat 1500 aus Zwirnware ab Tuchware ab Gabardine ab 9 75 1750 Ripsware of 2250 Imprägnierter ab Wollstoff a 2750 3200 Ottoman 3900 Moulinéab Kun iseid c) ab BUCKAN Schriftliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! Allen Freunden und Berannten bie traurige Nachricht, daß mein lieber Wann, der Gastwirt Wilhelm Stein am Sonnabend nachmittag im Alter von 56 Jahren plöglich verstorben ist Dies zeigen tiefbetrübt an Fran Hana Stein, geb. Richter Als Nichten: Lieschen und Alara. Budomer Sir. 1-2 Cindfcherung findet Freitag, nachmitt 1 Uhr, t Krem Baumschulenweg ftatt Am 13. Mai schieb durch Unfall unf. fich aufopf. ehem Borsigenber Franz Preuss aus dem Beben. Ein dauerndes Andenken tet ihm gewiß. SPD. Ortsgruppe Bruchmühle. Einäicherung Mittwoch, 20. Mal nachmittags 3 Uhr, Gerichtstraße Deutsch. Künstlertheat. Tägl. 8 Uhr CIRCUS Monsieur Tralala BUSCH Musik von Rogo Hirsch Operettenhaus am Schiffbauardam 8 Uhr Die Bar aut Montmartre Wallner Theat. 18 Uhr: Tag1.7%, Stgs. a. 3U. Die lustige Revue DIC EAST PRO CIRCUS REVUR ych Kays Busch Nur noch Romeo u. Julia wenige Tage Metropol- Theater 8 Größter Erfolg! 8 Tausend süße Beinchen mit Lea Seidi, Arno, Sikia 2, 3, 4, 5, 6 M. Riesenfreivariete Rennen zu Karlshorst Grates Militär- Gartenkonzert Dienstag, d. 19. Mal, nachm. 3 Ubr Waren Sie auch schon da? Jagdrennen der Vierjährigen WINTO BRIEN LUNA7 6 Der glänz. Mai- Spielplan( a) Reichshallen Theater Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Neu: Das Deutsche Meer von Moysel Nachm. babe Preis, das volle Abendprogramm mit Das Deutsche Meer Dönhoff Brett': Famoses Mal- Programm ● PARK Heute Volkstag mit gr. Attraktions- Progr. von 3-11 U. voller Betrieb Brillant- Feuerwerk Honzert des Berliner Philharm. Bl.- Ordhest. Autorennen in d. Luft Eintritt 60 Pfennig Rose- Theater Hochzeit vor d. Eh 981 Uhr: KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Fake Kurfürstenstraße 1.ligst abzu eben. LJUERGENS Celligelfutter ALEXANDER PLATZ Lekert, Spreestr. 43 das Hours für AbessinierPumpen, Röhren. Filtos, Ersatzteile. Preisiste gratis Koblank& Co., Pumpenfabrik, Beriin 65, Reinicken dorfer Str. 98. 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Eine st an dige Unruhe erfasse nicht nur die Bergarbeiterschaft, fondern auch weite Kreise der Bevölkerung, wenn die Wiederkehr solcher Unglüdsfälle nicht verhindert werde. Der Präsident spricht den Hinterbliebenen das herzliche Beileid des Reichstags aus, und den heldenmütigen Rettungsmann schaften Anerkennung und Dant. Es müsse endlich alles geschehen, um für die Zukunft solche Unglücksfälle unmöglich zu machen. Abg. Neubauer( Komm.) verlangt die fofortige Behandlung einer Interpellation, in der schwere Borwürfe gegen die Bechenver waltungen erhoben werden und ihnen die alleinige Schuld an solchen Unglücksfällen zugeschoben wird. Gegen die sofortige Behandlung der fommunistischen Anträge wird Widerspruch erhoben. Die außenpolitische Debatte. Das Haus tritt dann in die zweite Lesung des Reichshaushalts. plans beim Auswärtigen Amt und bei der Reichskanzlei ein. Berbunden mit der Aussprache werden sämtliche Interpellationen zur auswärtigen Politif. Abg. Dr. Hoetzsch( Dnat.) berichtet über die Ausschußverhand lungen. Ein weiterer Abbau und weitere Zusammenlegungen unserer auswärtigen Vertretungen feien nicht mehr möglich. Das habe auch der Sparkommissar anerkannt. Dringend erforderlich sei eine Reform Abg. Laubadel( Soz.) berichtet über die Ausschußberatungen des Seminars für orientalische Sprachen. bezüglich der Reichstanzlei. Reichsaußenminister Dr. Stresemann: Mit dem Haushaltsplan für 1923 haben wir neue Wege eingeschlagen. Ich habe mich in voller Uebereinstimmung mit dem Haushaltsausschuß befunden, als ich erklärte, daß der Abbau des auswärtigen Dienstes nicht nur endgültig been det sei, sondern unsere politischen und wirtschaftlichen Interessen uns zum Ausbau unserer Auslandsvertretungen drangen. Wir haben aber den Willen zum Sparen. Nachdem wir bereits in Vorjahre einen Abbau allein in der Zentralbehörde um nicht weniger als 26 Proz. durchgeführt haben, sind wir jetzt im Begriff, durch Schaffung einer zweckmäßigeren Organisation und einer wesentlichen Vereinfachung des technischen Dienstes eine weitere Ersparnis von etwa 100 Angestellten herbeizuführen. Wenn wir aber in der Zentralbehörde eine so durchgreifende Eparsamkeitspolitik betreiben, so fann ich um so weniger den gleichen Weg noch länger im Auslande verfolgen. Unser Auslandsdienst bleibt gegenwärtig noch weit hinter der Zahl der Auslandsvertretungen zurüd, welche wir vor dem Kriege unterhielten. Insbesondere sind die Interessen der deutschen Wirtschaft im Auslande noch völlig unzureichend berücksichtigt, was Sie ohne weiteres daraus ersehen, daß wir heute noch nicht die Hälfte der Vorkriegs: fonfulate wiedererreicht haben. Dienstag, 19. Mai 1925 Handelsverträge, Räumungsfrage, Sicherheitspakt, Völkerbund. Daß die Verhandlungen zwischen dem Deutschen Reich und Desterreich über die Aufhebung des Bisazwanges und der dantit verbundenen Gebühren nicht zu einem Erfolg geführt haben, bedauern wir außerordentlich. Für die weitere Entwicklung unseres politischen Verhältnisses zu Italien wird hoffentlich; der Geist der Verständigung vorbildlich sein, der bei den im einzelnen noch später zu erörternden Handelsvertragsverhandlungen beiderseits gezeigt worden ist. Die Beziehungen des Reiches zur Tschechoslowakischen Republit charakterisieren sich durch ihre gleichmäßige Beständigkeit. Mit der Schweiz, den Niederlanden und mit Ungarn find unsere Beziehungen unverändert gute und cufgebaut durch traditionelles Bertrauen. Handelsverträge. Die Handelsvertragsverhandlungen mit einer Reihe von Ländern sind bereits abgeschlossen. Mit mehreren Ländern sind sie im Gange, mit anderen Ländern sind Borbesprechungen für den demnächstigen Beginn solcher Verhandlungen eingeleitet. In vielfacher Beziehung sind die Verhältnisse gegenüber der Borfriegszeit weit gehend verschoben. Alle diese Verschiebungen erfordern eine sehr eingehende und sorgfältige Prüfung der neuen Lage, und so sehr es im Interesse der produzierenden Erwerbszweige er. wünscht wäre, bald zu einer endgültigen vertraglichen Regelung auf lange Zeit zu kommen, legen die gegenwärtigen Verhältnisse doch nahe, ein gewiffes provisorisches Versuchs stadium mit in Kauf zu nehmen, zumal die Unstabilität der Währungen in einigen anderen Ländern als weiterer Faktor der Un sicherheit dazu kommt. Es ist daher unvermeidlich, daß die Abmachungen zum Teil einen etwas provisorischen Charakter tragen. lungen die Rauftraft eines Gechzigmillionenvoltes Wir haben als Hauptaftivum bei den Handelsvertragsverhandin die Wagschale zu werfen. Wenn ich die Bedeutung Deutschlands als zweitwichtigstes Konsumgebiet der Welt hervorhebe, so tue ich das, um sogleich hinzuzufügen, daß wir bereit sind, allen Ländern den wirtschaftlichen Zutritt zu. diesem Gebiet und die großen Verdienstmöglichkeiten dieses Markies zu öffnen, wenn sie ihre Märkte in der gleichen loyalen Weise Deutschlands Kaufleuten und Erzeugniffen öffnen. Zwei Gesichtspunkte sind dabei für uns geltend: Gleichberechtigung und Meistbegünstigung. Daß wir bei solchen Verhandlungen auf die Interessen der eigenen Produktion und des heimischen Marktes sorgfältig Rücksicht nehmen, ist eine auch vom Handelsvertragsgegner zu achtende Selbstverständlichkeit. Dem Reichsrat geht in diesen Tagen die langerwartete und schon viel erörterte Zolltarifnovelle zu. Wenn die Reichsregierung davon abgesehen hat, von dem Reichstag eine erneute Ermächtigung zu erbitten, so ist es geschehen, weil grundsätzliche Bedenken gegen eine Er mächtigung geltend gemacht worden find. Aber ich möchte wünschen, daß der Reichstag fich mit dem Wunsche der Reichsregierung vereinigt, die Novelle jo bald als irgend möglich zu verabfchieden. Wenn die Gründlichkeit Ihrer Beratungen der Wichtigkeit des Gegenstandes natürlich auch entsprechen muß, jo bitte ich, dabei doch nicht zu übersehen, daß das Barlament sich in furzer Zeit bei der großen 30llfariftepifion mit den gleichen Fragen in einer viel größeren Tragweite wird zu befassen haben. Es ist unRüstzeug für die schwebenden und die noch bevorstehenden Handels. bedingt nötig, daß den deutschen Unterhändlern das notwendige vertragsverhandlungen mit der größten Beschleunigung in die Hand gegeben wird. Eine weitere Berzögerung würde wahr scheinlich mit sonst vermeidlichen Zugeständnissen oder Berzichten bei den Verhandlungen erfauft werden müssen, ja sogar den Abschluß von vorläufigen oder endgültigen Handelsverträgen mit Bevor ich auf die Beziehungen Deutschlands zu den einzelnen Ländern eingehe, möchte ich mit einigen Worten der Lage des Auslandsdeutschtums gedenken. Langsam und in werfter Arbeit nur gelingt es dem deutschen Kaufmann, dem deutschen Tech niter und allen den anderen Landsleuten, die sich draußen in der Belt als Bioniere des Deutschtums niedergelassen haben, sich von den schweren Schlägen zu erholen, die sie im Kriege und in der Nachwichtigen Ländern in Frage stellen. friegszeit trafen. Mit innigster Teilnahme endlich verfolgen wir das Schicksal jener vielen Millionen Volksgenossen, die zwar durch die Bande des Blutes und der gemeinsamen Kultur mit uns unzerirennlich verbunden sind, die aber als Angehörige eines fremden Staates leben müssen, sei es als Folge einer langsamen historischen Entwicklung, fei es als Folge der Berträge von 1919. Die Regierung hat sich im August 1924 mit allen Krästen dafür eingesetzt, das Londoner Schlußprotokoll mit dem damit zusammenhängenden Gesetz zur Annahme zu bringen. Auch diejenigen, die damals schwere fachliche Bedenten gegen den Dawes- Plan vorgebracht haben, werden darüber keinen Zweifel hegen fönnen, daß wir ohne dieses Ergebnis faum eine sicher fundierte Währung befäßen und noch heute in gleicher Weise wie jahrelang vorher im Reich um unseren inneren Zusammenhalt und unsere Eristenz ringen müßten. Gegenüber völlig falschen Darlegungen möchte ich feststellen, daß auch der Herr Reichsfinanzminifter in völliger Uebereinstimmung mit der Reichsregierung auf dem Standpunkt der Durchführung des Dames Blanes steht. Wir haben bisher bei dieser Durchführung jeden Termin eingehalten. Die denischen Zahlungen haben nach unserer Auffassung nichts mit den Fragen der Gerechtigkeit und Schuld zu tun. Sie sind die Last, die der Sieger fraft seiner Uebermacht dem Beficgten aufgezwungen hat. Wir werden den Dames- Plan in derselben Weise wie bisher auch in Zukunft durchführen. Parlamentarische Mehrheiten im Reichs tag und die Zusammensetzung der Reichsregierung mögen medhseln, ich fann mir aber feine Konstellation vorstellen, die von dieser Richt. inie unserer Politit jemals abweichen fonnte. Ich verwahre mich gegen die in der deutschen Breffe hier und da vertretene Auffassung, als wenn die Räumung des Ruhrgebietes und des Sanitionsgebietes zu dem in den Londoner Vereinbarungen feitgesetzten letzten Termin des 16. August irgendwie gefährdet sein fönnte. Ich darf bemerken, daß der französische Minifterprafident nach Beginn der Schwierigkeiten über die Räumung der nordlichen Rheinlandzone spontan zum Ausdrud gebracht hat, daß die Verpflichtung der französischen Regierung zur Räumung dieser Zone in feiner Weise durch diese Differenzen berührt werden fönnte. bestehen die Vorschläge der Reichsregierung zum Teil in der teilWie Sie aus der Ihnen vorgelegten Novelle ersehen werden, weisen oder gänzlichen Wiederherstellung der während des Krieges außer Kraft gesetzten Zollfäße. Die Reichsregierung hat sich bei ihren Vorschlägen im allgemeinen eng an die Ratschläge des Reichswirtschaftsrates gehalten, und sich dabei von der Ueberzeugung leiten lassen, daß ein Land in der wirtschaftlichen Lage Deutschlands fich von prohibitiv wirkenden Zöllen freihalten muß. Die Ihnen vorgeschlagenen autonomen Sätze sind nichts Unabänderliches; wir lehnen es nicht ab, den interessierten Ländern im Vertragswege weitgehende Konzessionen innerhalb der uns durch die Lebensbedürfnisse unserer Wirtschaft gezogenen Grenzen zu machen, wenn wir bei ihnen das gleiche Entgegenkommen finden. hältnissen Rechnung tragenden mäßigen Zollsystem entschlossen find, Wenn wir somit einerseits zu einem unseren Produktionsverso dürfen wir andererseits nicht übersehen, mit welchen schweren Lasten unsere Wirtschaft gegenüber der des Auslandes belegt ist. Diese Belastungen haben die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auf dem Beltmarkt start behindert. Während nach einer unlängst veröffentlichten Statistit die Ausfuhr aller Länder im Welt. durchschnitt auf achtzig Prozent der Borfriegszeit stand, bctrug die deutsche Ausfuhr nur etwa vierzig Bro 3ent cer Vorfriegszeit. Wir haben mit den Bereinigten Staaten von Amerika am 8. Dezember 1923 einen Handels- und Schiffahrtsvertrag abgeschlossen, der auf dem Grundsay uneingeschränkter, gegenseitiger Meistbegünstigung beruht. Der Vertrag hat in den Bereinigten Staaten pon Amerifa die parlamen tarische Genehmigung bereits gefunden, allerdings mit einem Borbehalt, der fich auf die Gleichstellung der Schiffahrt des anderen Teils mit der heimischen Schiffahrt bezieht. Die Reichsregierung wird den amerikanischen Bertrag nunmehr in Kürze auch dem deutschen Parlament vorlegen und ihm die Annahme empfehlen. Ein Handelsvertrag ist ferner abgeschlossen worden mit England und zwar am 2. Dezember 1924. Auch dieser Vertrag gründet sich auf dem Grundsatz der uneingeschräntten gegenfet Antigen Meistbegünstigung. Er wird dem Reichsrat und dem Reichstag in furzem vorgelegt werden. Bei den Verhandlungen mit England hat die sechs undzwanzigprozentige Re= parationsabgabe insofern eine wichtige Rolle gespielt, als das bisherige Erhebungsverfahren eine Differenzierung der deutschen Baren auf dem englischen Markt zur Folge hatte, mit dem vertragsmäßig gesicherten Grundsatz der Meistbegünstigung daher im Widerspruch stand. Wir glauben, in den sehr schwierigen, aber im Geifte beiderseitigen Berständigungswillens geführten Berhandlun gen darüber einen Ausweg gefunden zu haben, der einerseits jede Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rußland ist eingeleitet worden durch den Vertrag von Rapallo. der durch ihn geschaffenen Grundlage haben beide Länder seither als an einer selbstverständlichen Notwendigkeit festgehalten. Wenn ich zu den uns benachbarten Ländern übergehe, gedente ich zunächst Deutschösterreichs. Wie ich noch fürzlich anlaßlich der Borlage des Zusatzvertrages zum deutsch- österreichischen Wirtschaftsabfommen an dieser Stelle ausgeführt habe, ist und bleibt Leitsatz unserer Politik gegenüber Desterreich, alles zu tun, um im Rahmen der beltehenden Berträge unfere Beziehungen zu dem benachbarten deutschen Brudervolt so eng wie möglid) zu gestalten. derartige Differenzierung der deutschen Waren auf dem englen Markt beseitigt, andererseits aber auch England im vollen Genuß feiner im Londoner Schlußprotokoll begründeten Reparationsan fprüche beläßt. Ein weiteres Handelsabkommen ist unterzeichnet worden mit Belgien. Auch diesem Abkommen liegt der Grundsaß der gegenfeitigen Meist begünstigung zugrunde. Belgien hat allerdings geglaubt, von diesem Grundsaße auf einem Gebiete, nämlich auf dem Gebiete der Zollfäße für eine Uebergangszeit von sechs und zwölf Monaten gewisse Ausnahmen machen zu müssen. Das Abkommen wird den geseßgebenden Körperschaften vorgelegt, sobald die Zolltarifnovelle genehmigt ist. Mit Griechenland haben schon vor einem Jahre Wirtschaftsverhandlungen stattgefunden. Die Verhandlungen sind vor wenigen Tagen mit dem Erfolge abgeschlossen worden, daß uns Griechen land nunmehr die volle Meistbegünstigung zugestanden hat. Auch mit Citauen und Guatemala sind Wirtschaftsabkommen geschlossen worden. Die Berträge werden dem Reichstag in abfehbarer Zeit zugehen.- Der Bertrag mit Nicaragua hat die Zus stimmung des Reichstages bekanntlich bereits gefunden. Der Weg zu einem definitiven Handelsvertrag mit Spanien fann nur über den Weg der Annahme des gegenseitigen Vertrags gehen. Diese Annahme allein bietet die Möglichkeit, in einem absehbaren, für den deutschen Weinbau entscheidenden furzen Zeitraum zu einer Verbesserung der gegenwärtigen Lage zu fommen. Eine Ablehnung des Vertrages würde dagegen, ganz abgesehen von den wirtschaftlichen Folgen und der Trübung der Beziehungen zu dem großher zigen spanischen Bolte, das uns aud in schwerster Beit nicht nur, Neutralität, sondern Freundschaft bewahrt hat, vor allem rung von Handelsvertragsverhandlungen nicht nur in Spanien, den Nachteil haben, daß Deutschlands Kredit für die Füh sondern auch in anderen Ländern start erschüttert werden würde. Ich fann deshalb auch im Interesse unserer gesamten außen politischen Beziehungen nur dringend bitten, daß die Zu ftimmung der Mehrheit dieses Hohen Hauses zu diesem Bertrage alsbald erfolgen wird. Ich komme nun zu den zurzeit schwebenden Handelsvertrags. verhandlungen. Am meisten sind die Verhandlungen mit Italien fortgeschritten. Am 10. Januar ist mit Italien in einem Notenwechsel festgestellt werden, daß für die endgültige Regelung der Handelsbeziehungen ven beiden Seiten der Grundsaß der uneingeschränkten gegenseitigen Meistbegünstigung gilt. Die Verhandlungen mit Frankreich dauern bereits über fieben Monate, ohne daß dabei eine wenigstens provi forische Regelung erzielt werden konnte. Die Reichsregierung hätte es begrüßt, wenn auf der Basis der uneingeschränkten beiderfeitigen Meistbegünstigung die Handelsbeziehungen mit Frankreich eberiis schnell in Gang gekommen wären, wie mit den Vereinigten Staaten, England, Italien und Belgien. Frankreich hat gegen diesen Grund fat aber entschiedene Einwendungen erhoben. Immers hin ist es in den überaus langmierigen Berhandlungen vom Of feber 1924 bis Februar 1925 wenigstens gelungen, gewisse allge meine Grundfäße feffzulegen, beren praktische Ausfüllung den Gegenstand der gegenwärtigen und zukünftigen Berhandlun den bilden. Für später hat Frankreich den Grundfah der Meist begünstigung, wenn auch entsprechend der Lage seiner Gefeggebung nicht de jure, so doc de facto angenommen. Für die nächsten neun Monate hat Frankreich allerdings ein etwas fompliziertes und für den Warenaustausch nicht sehr förderliches Sn stem von Dif ferenzierungen vorgeschlagen. Bei Handelsvertragsverhand. fungen kommt es aber schließlich nicht so sehr auf Grundsäge, son. dern, wie bei jedem Handelsgeschäft, auf die Gleichheit der Leistung und Gegenleistung an. So haben wir uns schließlich auf dieses System der gegenseitigen Differenzierung während einer Ueber. gangszeit eingelaffen, nachdem mit absoluter Klarheit festgesteüt war, daß das Ausmaß der gegenseitigen Zugeständnisse und Diffe renzierung sich die Bage halten müſſe. Besondere Schwierigkeiten bieten die Berhandlungen mit Ruhland, da hier die Lösung für ein völlig neues Problem auf handels. politischem Gebiet gefunden werden muß. Die Lösung des Problems wie die Handelsbeziehungen zwischen dem Lande mit Wirtschaftsund Handelsfreiheit und einem Lande, in dem Wirtschaft und Innen und Außenhandel monopolistisch in den Händen des Staates find. vertraglich festgelegt werden können. In wichtigen wirtschaftlichen Fragen fonnte eine Einigung noch nicht erzielt werden. Die Berhand. lungen darüber werden in diesen Tagen wieder aufgenommen. Bei den Berhandlungen mit Japan ist eine weitgehende Einigung Japan. Japan hat ein Farbeneinfuhrverbet erlassen, das sich in auf dem Boden der Meistbegünstigung bereits erzielt. Offen ist in der Hauptsache nur noch die Frage der deutschen Farbeneinfuhr nach der Anwendung ausschließlich gegen Deutschland richtet. Mit der Schweiz ist vor einiger Zeit ein Abkommen geschlossen worden, das in der Hauptsache die Handhabung der beiderfeiligen Einfuhrverbote regelte. Jd begrüße es, daß das damalige Abkommen vor einigen Tagen erweitert und die beiderseitigen Einfuhrbeschrän fungen meiter abgebaut werden konnten. Auch mit Schweden finden zurzeit Besprechungen über eine ent gegenkommende Handhabung der Einfuhrverbote statt. Mit anderen Ländern sind Vorbesprechungen über die Regelung der Handelsbeziehungen im Gange. Ich nenne dabei, ohne vollständig fein zu wollen, nur die Türkei, Bolivien, Finnland und Leifland. Außerdem schweben noch Verhandlungen mit Polen. Da die Haltung Polens den Abschluß eines deutsch- polnischen Handelsvertrages sehr schwierig macht, läßt sich der Ausweg der Verhandlungen noch nicht übersehen. Räumungsfrage Sicherheitsfrage- Völkerbund. Die nördliche Rheinlandzone ist am 10. Januar von den alliierten Truppen nicht geräumt worden und ist noch heute besetzt. Bei dem Räumungsfonflitt geht der Streit lezten Endes nicht um die Erfüllung oder Nichterfüllung einzelner Bertragsparagraphen, sondern um die Frage, ob es möglich ist. einem Kulturvolt von 60 Millionen auf die Dauer Achtung und Gleichberechtigung zu ver jagen. Unseren Nachrichten zufolge steht jetzt der Eingang der Note bevor, worin die alliierten Regierungen uns endlich die Gründe mitteilen wollen, die sie für die Nichträumung der Kölner Zone anführen zu fönnen glauben. Man hat die Welt im Dezember wissen lassen, daß die Verfehlungen Deutschlands so handgreiflich seien, daß schon vor Beendigung der militärischen Generalinspektion feststände, daß die Alliierten infolge dieser Berfehlungen die nördliche Zone nicht räumen könnten. Seitdem sind fünf Monate vergangen, ohne daß EMMO Probiert Bolle Schokolade die Alliierten bisher in der Lage gewesen wären, diese Note soweit zu formilieren, daß sie einreichungsfähig wäre. Bir tennen die Note nicht und stehen ihr deshalb in völliger Freihett und unabhängigkeit gegenüber. Wollen die Alliierten lediglich die Erfüllung vertragsmäßiger For derungen, dann wird die endgültige Bereinigung der Entwaffnungs frage nur noch die Beilegung bestehender Meinungsverschieden heiten über die Bertragsauslegung sein. Deutschland hat die ungeheuerliche, im Jahre 1919 wahrscheinlich nicht von vielen Menschen für durchführbar gehaltene Abrüftung bewältigt. Den heute noch offenen Fragen fann lediglich die Bedeutung von Rest puntten zufommen, die bei loŋaler Verständigungsbereitschaft ein nennenswertes Hindernis nicht darzustellen brauchen. Leider find auch im Inland bis in die jüngste Zeit hinein und bisweilen in einer Form, die wie eine öffentliche Anflage flingt, Beschuldi. gungen gegen die Reichsregierung erhoben worden, die einen pöllig falschen Eindruck erwecken. Sie find vielfach nicht das Zeichen eines ehrlichen Pazifismus, sondern das Beichen einer geradezu psychopatischen Auffaffung der Dinge. Glauben Sie nicht, daß ich. wenn ich die rein fachlichen Schwierigkeiten der noch offenen Entwaffnungsfragen als nicht unüberwindlich einschäße, dabei die außer ordentliche seelische Belastung verkenne, welche die Entwaffnungs. bestimmungen, auch ganz abgesehen von der ganzen Art und Weise des Vorgehens der Alliierten, dem deutschen Wolfe auferlegen. Man hat uns auf eine seelische Folter gespannt, indem man die Aufhebung der Besagung der nördlichen Rhein landzone mit der Durchführung der Entwaffnung in Berbindung gebracht hat. Wenn man glaubt, uns dadurch jeder Forderung gegenüber gefügig zu machen, so irrt man fich. Wir wissen, daß das besezte Rheinland Unerhörtes ausgehalten hat und daß es in seiner Treue zu Deutschland dadurch nicht wanfend geworden ist. Es wird auch Verständnis dafür haben, daß wir alles tun, um die Räumung sicherzustellen, aber nicht unferen eigenen Willen und unsere eigene Auffassung gegenüber dem, was uns zugemutet wird, a priori preisgeben. Der von uns mit Bestimmiheit erwartete baldige Abschluß der Entwaffnungsfrage sollte aber nach meiner Ansicht nicht nur die fofortige Räumung der Kölner Zone zur Folge haben, sondern auch noch zu einem weiteren Ergebnis führen. Die einseitige Abrüstung Deutschlands ist nach dem flaren Wortlaut des Bersailler Bertrages nicht ein Endzwed, sondern nur eine Borleistung für die allgemeine Abrüstung. Die übrigen Mächte werden zu einem Anspruch auf Belbehaltung des gegenwärtigen Rüftungszuffandes in Deutschland nur dann berechtigt fein, wenn sie das Problem der allgemeinen Abrüftung tatkräftig aufgreifen. In dieser Richtung haben sie bisher so gut wie nichts getan. Sicherheitsproblem. Angesichts des gegenwärtigen Standes der Rüftungsverhältnisse in Europa ist Deutschland als militärischer Faftor völlig ausge schaltet. Bir tönnen deshalb auch das Bestehen eines Sicher heitsproblems in dem Sinne, als ob andere Länder hätten tigtes Bedürfnis nach Schuß gegen deutsche Uebergriffe un möglich anertemmen. Ganz im Gegenteil tann Deutschland, das völlig entwaffnet start gerüsteten und durch militärische Bündnisse geficherten Nachbarn gegenüber steht, mit Recht die Forderung auf ben Schutz seiner Grenzen erheben. Gs ift betannt, daß es der franzöfifchen Militärpartet im Früh fahr 1919 in Bersailles nicht gelang, thre Forderung nach er legung ber beutschen Best grenze an den Rhein durchzusehen. England und Amerita haben dieses ungeheuerliche Berlangen abgelehnt, haben aber damals die Zustimmung Frankreichs zu der in dem Versailler Vertrag aufgenommenen Regelung der Rheinlandfrage nur dadurch erreicht, daß beide Länder als Ergänzung biefer Regelung für eine gemiffe Uebergangszeit einen besonderen Garantiebertrag in Aussicht stellen. Diese Garantieverträge finb nid) t perfeft geworden. In der großen Barlamentsrede hat der frühere Ministerpräfident erriot Ende Januar bei der Erörterung der Räumungsfrage nicht ble Ent waffnungsfrage als solche, sondern die mit dem Fortfall der Garantieverträge begründete allgemeine Sicherheits forderung Frantreichs als bas ausschlaggebende moment hingestellt. Seit dem Herbst v. 3. stand somit die Sicherheitsfrage überall im Mittelpunkt der politischen leberlegungen, wenn das in den öffentlichen Auslaffungen der Regierungen auch zunächst nicht zum Ausdruc tam. Die entscheidende Frage, die überhaupt das Kernproblem unserer Beziehungen zu ben Alliierten bilbet, liegt darin, ob die Sicherheitsfrage unter den alliierten Weftmächten allein oder unter Mitbeteiligung Deutschlands zu lösen ist. Der Standpunkt der deutschen Reichsregierung zu dieser Frage wird von dem Gesichtspuntt bestimmt, daß eine Löfung dieser Frage ohne Deutschland eine Cöfung gegen Deutschland wäre. Eukodal, Pantoponusw. Kokain. Entwöhnung Prospekt frel Morfium Schloß Rheinblick, O Godesberg/ Rhein. Dr.Mueller- Roland, selt 1899. Alcohol Eine solche Lösung fann dem europäischen Frieden nicht dienen und muß Deutschland auf das schwerste bedrohen. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der deutschen Außenpolitit, dem labilen 3u stand unserer Westgrenze durch eine flare Regelung ein Ende zu machen. Daher tonnte die Reichsregierung, wie der Herr Reichstanzler wiederholt in Grklärungen ausgeführt hat, fich posi tiver Mitarbeit an der Lösung der Sicherheitsfrage nicht versagen. Sie konnte dabei an frühere Entschließungen anknüpfen. Ich erinnere an den Vorschlag, den im Dezember 1922 der damalige Reichstanzler Cuno gemacht hat, und der dahin ging, daß die am Rhein interessierten Staaten sich gegenseitig zu treuen die am Rhein interessierten Staaten sich gegenseitig zu treuen Händen der Regierung der Vereinigten Staaten verpflichten sollten, für ein Menschenalter ohne besondere Ermächtigung durch Boltsabstimmungen teinen Krieg gegeneinander zu führen. Bei der Erörterung dieses Vorschlags in der Deffentlich hat die damalige Reichsregierung zu erkennen gegeben, daß sie bereit sein würde, sowohl die zeitliche Begrenzung auf ein Menschenalter als auch den Gedanken einer Boltsabstimmung fallen zu lassen. Als dann die Regierung Cuno während des Ruhrkonflikts im Mai 1923 das beRegierung Cuno während des Ruhrtonflitts im Mai 1923 das be fannte Reparationsangebot machte, wurde dabei die Bereitwilligkeit zu allgemeinen Frieden sichernden Vereinbarungen erneut zum Ausdrud gebracht und insbesondere auf den Abschluß allgemeiner Schiedsverträge hingewiesen. Endlich habe ich selbst als Reichstangler im September 1923 in einer Rede in Stuttgart als neuen Gedonten den Abschluß eines Rheinpattes zur Erörterung gestellt, durch den sich die am Rhein interessierten Staaten die Unversehrtheit des gegenwärtigen Gebietszustandes gegenseitig zuzusichern hätten. Die Anregungen, die wir neuerdings den alliierten Regierungen übermittelt haben, sind im Grunde nichts anderes als eine 3usammenfassung der früheren deutschen jhläge. | in einer unter dem Vorsitz des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert abgehaltenen Kabinettsizung die Grundsäge, von denen sie sich bei einem eventuellen Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund leiten laffen würde, ausführlich in einem Memorandum an die im Völkerbundsrat vertretenen Mächte niedergelegt. Wir sind der Auffaffung, daß das entwaffnete Deutschland nicht ebenso wie andere gerüstete Staaten irgend eine kriegerische Berwicklung auf sich nehmen kann. Die Darlegung der Note des Völkerbundsrats zeigt, daß man auch in Genf die Tragweite unserer Bedenten nicht verkannt hat. Der Hinweis in der Note des Bölferbundsrats auf die Einflußmöglichkeiten, die Deutschland als Ratsmitglied bei allen wichtigen Entscheidungen haben würde, ist zweifellos von Bedeutung. Die Reichsregierung wird es sich angelegen sein laffen, in dieser Richtung noch eine weitere Klärung der Frage herbeizuführen. Wenn im übrigen in den französischen Breffe- Kommuniqués die Rede davon ist, daß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund überhaupt erst in Frage tommt, wenn die angeblichen Verfehlungen Deutschlands in der Entwaffnungsfrage beseitigt jeten, so möchte ich demgegenüber betonen, daß roir im Endergebnis diesen französischen Pressekommuniqués nur zustimmen fönnen. Wie wir über das Verfahren der Nichträumung der nördlichen Rheinlandzone und ihre Begründung mit den angeblichen Berfehlungen Deutschlands denten, habe ich vorhin ausgeführt. Jedenfalls liegt daß ein gedeihliches Zusammenarbeiten im Böiferbund überhaupt nicht möglich ist, so lange derartige afufe Differenzen zwischen uns und den Alliierten ihre Löfung nicht gefunden und die Räumung der nördlichen Zone nicht durchgeführt worden ist. Wir wollten mit der Kennzeichnung unserer Stellungnahme Sie sehen, wie tompliziert die vor uns liegenden polinicht ein Angebot machen, das ohne Aenderung anzunehmen oder tischen Aufgaben im einzelnen sind und wie start fie ineinander abzulehnen gewesen wäre, sondern eine Grundlage für greifen. Das ist aber fein Grund, an der Möglichkeit einer befriediVerhandlungen über die von mir gefennzeichneten Fragen genden Gesamtregelung zu zweifeln. Es kommt lediglich darauf schaffen. Die Grundgedanten und die Grenzen, bis zu denen an, daß sich alle beteiligten Regierungen dieses gemeinDeutschland zu gehen bereit war, ergeben sich aus den Darlegungen fame Intereffe stetig vor Augen halten und sich entschließen, i'm unserer Botschafter, die in einem Memorandum niedergelegt Geifte vertrauenspoller Berständigung zusammen. worden sind und dessen wesentlichen Inhalt ich im Auswärtigen Auszuarbeiten. Ich fann verfichern, daß die Reichsregierung es an schuß mitgeteilt habe. Sobald die Antwort der Miierten oder einer diesen Borauslegungen nicht mangeln lassen wird. Den Beftre ber hauptintereffierten alliierten Mächte vorliegt, ist die Reichs bungen der Reichsregierung wird aber der Erfolg versagt fein, regierung bereit, auch den Wortlaut dieses Memorandums zur wenn derselbe Geist, der sie beseelt, nicht auch bei den anderen öffentlichen Distuffion zu stellen. Man hat es in der Deffentlichkeit Mächten vorhanden ist, die es in ihrer Hand haben, Europa den so hinzustellen Dersucht, als wäre die deutsche Stellungnahme ein Frieden zu geben oder es weiter in dem Zustand der Verwirrung Ausfluß deutscher Berzichtspolitit, die moralische zu laffen, in dem es sich heute befindet und der zu dem Geist der Berte aufgabe, ohne eine Gegenleistung heimzubringen. Benn Londoner Abmachungen in Gegensaß steht. diese Auffaffung, richtig wäre, fo würden die Franzosen ja die größten Toren fein, wenn sie nicht sofort zugriffen und sich die deut schen Vorschläge zueigen machten. In Wirklichkeit sind wir bis heute auch in der Frage des Garantiepaftes ohne Antwort seitens der alliierten Mächte, ohne Antwort seitens der französischen Regierung. Der Tatbestand, den ich vorhin gekennzeichnet habe, daß die Sicherheitsfrage ein wesentlicher Bestandteil bes europäischen Bro: blems ist, daß mir münschen, daß er mit Deutschland gelöst merbe und uns zu pofitiver Weltarbeit zur Berfügung stellen, bleibt bestehen. Ob dieser Tatbestand zu der friedlichen Berständigung führt, wird von der Haltung abhängen, die die Alliierten und insbesonderé Fran treich uns gegenüber einnehmen. Es hat uns einigermaßen in Erstaunen verfest, daß bei Bekanntwerden unserer Anregungen ein Teil der ausländischen Bresse fich in lebhaften und aufgeregten Brotesten dagegen ergangen ist, daß unser Borgehen eine aggreffive Spige gegen Polen enthalte. Die polnische Bresse hat sich sogar zu der Behauptung verftiegen, daß mir auf eine pierte Teilung Bolens ausgingen und das Ziel verfolgten, unfere Nachbarn im Dften zu überfallen. les bas lebiglich bes halb, weil wir die östlichen Grenzen nicht in den angeregten Ga rantiepatt einbezogen haben. Ich habe den Einbrud, als ob in legter Seit jene verfehlte Stritif einer vernünftigeren Beurteilung Blag gemacht hat. Aus unserer Auffaffung über unsere Ditgrenzen haben wir allerdings weder in ber Deffentlichkeit nach bei den diplomatischen Unterhandlungen jemals ein Sehl gemacht. Es gibt niemand in Deutschland, der aufrichtiger anerkennen fönnte, daß die in flagran tem Widerspruch mit dem Selbstbestimmungsrecht der Bölfer ge zogene Grenze im Osten eine für immer unabänderliche Tatsache sei. Es fann deshalb für Deutschland auch feine Regelung der Sicher heitsfrage in Betracht tommen, die eine nochmalige Anerkennung biefer Grenze in fich schlöffe. Eine gewaltfame Aenderung feiner Offgrenze herbeizuführen, hat Deutschland nicht die Macht und nicht den Willen. Ich darf in dieser Beziehung nur auf die Ausführungen hinweisen, die der Herr Reichspräsident unter Bezugnahme auf seine Eigenfchaft als militärischer Sachverständiger in dem bekannten Reuter. Interview gemacht hat. Wölkerbund. Was schließlich die Stellungnahme der deutschen Reichsregierung zu der Frage des Eintritts Deutschlands in den Böllerbund anlangt, so hat die deutsche Reichsregierung noch unter dem Kabinett Marg Gebe man uns den Frieden und Gleichberechtigung, so wird die friedliche Entwicklung der Böller in einem friedlichen Deutsch. land ihre beste Stüße haben.( Lebhafter Beifall.) Präsident Löbe teilt mit, daß die kommunistische Fraktion Mi Btrauenspoten gegen den Außenminister Dr. Strefe mann und den Reichstanzler eingebracht habe. Er schlägt sodann vor, die Aussprache zu vertagen auf morgen. Das Haus ftimmt dem zu. Die Aussprache soll unter allen Umständen am Mittwoch zu Ende geführt werden. Ohne Aussprache in dritter Lesung wird noch der Gesezentwurf über das Ruhegehalt der Witwe des Reichspräsidenten angenommen. Dienstag 12 Uhr: Beiterberatung. Schluß nach 6 Uhr. DUNLOP CORD Vollendung der Reifentechnik. Höchste Leistung. Die Weltmarke bürgt für Qualität! JANDORF Extra- Angebot Wirkwaren Bade- Anzüge für Kinder, Trikot mit farbig.Bésatz Sporthemden für Knaben, farbig Gr. 50 55 60 65 70 1.35 1.50 1.65 1.80 1.95 2.10 Gr. 80 85 für Damen, schwarz Trikot mit 95 90 Bade- Anzüge Ueberrock und farbigem Besatz 3.75 3.95 4.10 4.25 4.45 Bade- Anzüge für Damen und Herren, schwarz für Darden und Herren, schwarz Trikot mit weißem Besatz 2.45 Gr. 80 90 2.25 flir 70 Strumpfwaren Damenstrümpte gut verstärkt, feinfidig, 0.58 schwarz und farbig. Badeartikel Bade- Kappen aus farbigem Gummi, für 0.58 Bade- Kappen • aus sohle und Hochierse, 0.95 Schwimm- Kappe batikfarbigem Gummi.. 0.85 schwarz und farbig.. 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Wir sind selbstverständlich bemüht, die Entscheidung so schnell wie möglich zu fälle», ober bei der Riesenzahl der Einsendungen werden doch noch einige Wochen vergehen, bi» die ausgesetzten 100 Preise im Gesamtbetrag« von 10 000,— Reichsmark zur Berteilung gelangen können. Helfen Sie bitte mit. Pflegen Sie Ihr» Füße mit den echten Kukirol- Präparaten, den am meisten gekauften Fußpflege» Präparaten und sorgen auch St« zu Ihrem beschei» denen Teil« dafür, daß die zahlreichen Maschinen in der großen Kukirol-Fabrik nicht zum Stillstand kommen. Also: kukirolen Sie fleißig mit den vielen Millionen, die damit nicht nur den mehr als 200 Beamten und Arbeitern der Kukirol-ssabrik«inen Gefallen erweisen, sondern auch ihren ffüßen, die die Wohltat de« Kukirolen» nötig haben. Kukirolen heißt bekanntlich richtige, also Kuklrol- Fußpflege betreiben. 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ICuldfoI-kalzri� Kurt Krisp Groß-Salze bei Magdeburg, Wirtschaft Fünfter Deutscher Bauhüttentag. Rund 270 Teilnehmer hatten sich zum Fünften Deutschen Bauhüttentag am 15. und 16. Mai in München eingefunden. Die Tagung eröffnete Friz Paeplow, Vorsitzender des Deutschen Baugewerksbundes und des Aufsichtsrates des Verbandes sozialer Baubetriebe, Hamburg, mit einer Begrüßungsansprache, in der er auch kurz auf die Zukunftsmöglichkeiten der Bauhüttenbewegung einging. Die Geburtszeit der Bewegung, so führte Paeplow aus, geht zurück in jene Jahrhunderte, als die deutschen Dome entstanden, wo Kopf und Handarbeiter noch nicht getrennt waren in Gesellen und Werkmeister, Handlanger und Bauherrn, sondern wo fie zusammen eine Gilde( Bauhütte) bildeten, um Werke für die Allgemeinheit zu errichten. Wir wollen aber nicht nur an jene Zeit anfnüpfen und fortführen, was damals aufhörte, sondern wir wollen P im ganzen Bauhandwerk der Allgemeinheit dienen, wollen das Bauwesen in allen seinen Gliedern reformieren. Dabei ist entsprechend der Not von heute unser spezielles Hauptziel: gute billige Wohnungen für die große Masse des Volkes, für die Armen. Unsere Bewegung wird das Banner der So zialisierung vorantragen und allen Arbeitern des Kopfes und der Hand in den übrigen Gewerben ein gutes Beispiel zeigen. Nach weiteren Begrüßungsansprachen und nach Vorführung von Filmen über Bauhüttenbetriebe hielt Finanzminister a. D. Hermann Lüdemann, Geschäftsführer des Bauhüttenbetriebsverbandes BerlinBrandenburg, ein Referat über ..Die Bauhülten im Wirtschaftstampfe". fabriten, Ziegeleien, Steinbrüche ufm.) befißt der BSB. 41, Spezial nebenbetriebe( Tischlereien usw.) 150." Lüdemann schloß unter großem Beifall mit dem Hinweis, daß wir in Deutschland nur dann zu der notwendigen gesteigerten Leistung unserer Produktion kommen, wenn wir den Betrieben das Gefühl und die Sicherheit geben, daß sie nicht für den Vorteil einiger Weniger, sondern für die Gesamtheit des Voltes arbeiten. Ueber Geldmarkt und Baugewerbe" sprach Astor, der Geschäftsführer des BSB. Er beklagte, daß der Staat bei seinem Eingreifen in den Wohnungsbau auf halbem Wege stehengeblieben ift. Man baut nicht Wohnungen für die, die sie am dringendsten brauchen, sondern für die, die gleichzeitig Eigentapital für den Bau aufbringen. Die Kosten für eine 70- Quadratmeter- Wohnung wechselt in den einzelnen Städten zwischen 7000 bis 13 000 mt. Gefordert muß werden, daß die gesamte Hauszinssteuer für den Wohnungsbau verwendet wird. Der Redner schloß seine Ausführungen mit der Versicherung, daß die sozialen Baubetriebe sich auch in finanzieller Beziehung gefestigt haben. 0 Mit großer Sachkunde schilderte Abg. Silberschmidt die Kräfte, die sich seit einiger Zeit sammeln zum Sturm auf die 3wangswirtschaft im Wohnungswesen". Nach meiterer Aussprache, an der sich Bernh. Meyer von der Arbeiter Bank, Berlin, Nimmerfall- München, Klement- Hamburg, Meyer Solingen und Bauer- Regensburg beteiligten, wurde eine Ent. schließung einstimmig angenommen, die sich entschieden gegen die Bestrebungen privatfapitalistischer Interessen auf Wiedereinführung der freien Wirtschaft im Woh nungswesen wendet, ferner bedauert, daß bis jetzt infolge der Bersplitterung auf dem Gebiete des Wohnungsbaues fein ein. heitliches und großzügiges Wohnungsprogramm für ganz Deutschland aufgestellt werden konnte. Der Bauhüttentag fordert, daß mit der Zersplitterung schnellstens gebrochen wird. Die bisherige Finanzierung des Kleinwohnungsbaues hält er für völlig unzureichend. Er verlangt, daß das gesamte Auftommen aus der Hauszinssteuer dem Kleinwohnungsbau zugeführt wird. Aus dem Hauszinssteuereintommen müssen dem Wohnungsbaumarkt ausreichende 3 wischentredite zur Verfügung gestellt werden. Bom Reiche fordert der 5. Deutsche Bauhüttentag, daß es die Regelung des Bau- und Wohnungswesens wieder selbst in die Hand nimmt und der Zersplitterung ein Ende bereitet. Am Sonnabend fand eine gefchloffene Sigung des Bauhüttentages statt, die sich mit Organisationsfragen und den Lohn- und Arbeitsbedingungen in den sozialen Baubetrieben befaßte. billigung und Bermehrung ber Automobilprobut. tion, die fich die Deutschen Werte zum Ziel gefeßt hatten- und über die Produktionssteigerung und Berbilligung wird die Reichs. regierung noch weiter schöne Worte machen. Heinr. Bod, Huffabrit, A.-G., Berlin. Die Hutfabritation scheint ein lutratives Gemerbe geblieben zu sein, was bei den außerordentlich hohen Preisen und niedrigen Löhnen der Haarhutindustrie auch nicht weiter verwunderlich ist. Der Berlin- Gubener Hutfabrit, die 14 Proz. Dividende neben jehr starten Reserveftellungen verteilte, folgt jetzt die H. Bod Hutfabrit A.-G. Berlin mit einer Dividende von 15 Broz. Auf ein Kapital bon 660 000 m. wurde nach Abzug sämtlicher Kosten ein Roh= gewinn von rund 280 000 m. erzielt, den man aber ruhig als Reingeminn ansprechen fann, weil die zu Abschreibungen verwendeten 114 000 m. feine notwendigen Abschreibungen, sondern Bildung stiller Reserven sind. Die Formen, das Inventar und das Fuhrmert wird auf 1 m. zusammengeschrieben. Die niedrig bewerteten Grundstücke mit 5 Proz., die Maschinen mit 20 Prog. im Buchwert gejentt. Die Sutindustrie zahlt die schlechtesten Löhne in Deutschland. Die Beleg. schaften müssen sich die günstigen Abschlüsse der Hutinduſtrie merken. Abschluß dieser dem preußischen Staat gehörigen Grube foll für das Bergwerksgesellschaft Hibernia. Nach dem jest vorliegenden Geschäftsjahr 1924 der Generalversammlung vorgeschlagen werden, den Betriebsgewinn von 3929 064 M. mit 3274 000 zu Ab. schreibungen zu verwenden und auf die Vorzugsaktien 4% Proz. Gewinnanteil, das find 360 000 m., zu verteilen. Auf die Stamm. aftien fann eine Dividende nicht verteilt werden. Das oberschlesische Steinkohlenfunditat, das durch Verordnung des Reichswirtschaftsministers vom 30. April 1925 bis zum 15. Mai 1925 verlängert worden war, ist mit diesem Tage abgelaufen. Die Bergwerksbefizer im Bereich des oberschlesischen Bergbaubezirks mit Ausnahme der Bergwerksgesellschaft Georg von Giesches Erben als Befizer der fons. Heiniz- Grube haben sich nunmehr freiwillig zu einem neuen Syndikat zusammengeschlossen. Die Bergwerksgesell schaft murde durch Berordnung des Reichswirtschaftsministers dem oberschlesischen Steinkohlensyndikat zwangsweise angegliedert. Wolle darf nicht billiger werden. Die Preisrüdgänge an den internationalen Wollmärkten, die seit Anfang dieses Jahres allen Intereffenten ungeheure Verluste verursacht haben, haben, wie„ Die Textil- Woche meldet, dazu geführt, daß sowohl in deutschen als auch in englischen Wollkreisen die Wiedererrichtung der im vorigen Jahre aufgelösten Bawra" lebhaft erörtert wird. Diese Gesellfelbfchaft wurde mit englischen Regierungsmitteln unter Beteiligung der australischen und füdafrikanischen Züchter im Baiffejahr 1920 gegründet, um die plögliche Abwärtsbewegung der Preise aufzuhalten; fie hat damals 2,6 Millionen Ballen aufgenommen und sie, ohne den Markt zu erschüttern, bis Anfang 1924 restlos abgesetzt. Die sozialen Bauhütten wollen, so führte er aus, als baugewerbliche Produktionsbetriebe ein neues Wirtschaftssystem heraufführen helfen. Dabei erkennen sie durchaus die Leistungen des technischen und organisatorischen Fortschritts des kapitalistischen Wirtschaftssystems an, aber sie sind überzeugt, daß diese Fortschritte in viel befferer Weise gefördert werden fönnen, als durch die 3000 ar telle in Deutschland, deren Hauptaufgabe ist, auch den rückstän digsten Betrieben eine Rente zu garantieren. Die Bauhütten sind aber nicht nur gemeinwirtschaftlich, indem sie die Verstaatlichung und Kommunalisierung von Betrieben durchaus billigen, sondern sie halten für weite Gebiete der deutschen Wirtschaft die freie So. zialisierung für das richtige Berfahren. Dafür stellt namentlich der Wohnungsbau ein geeignetes Feld dar, wo die Die Umgründung der Deutschen Werke. freie Sozialisierung zum Nutzen des ganzen Boltes angewendet werden kann. Niemals darf der Mensch Stlave des Betriebes sein. Nachdem die bayerischen Betriebe der Deutschen Werke in Wir suchen die soziale Frage im Zeichen der Wirtschaft zu lösen, ständige Gesellschaften unter Beteiligung des bayerischen Staates indem wir das profithungrige Kapital durch so umgewandelt worden sind, wurde jeßt auch die Kraftrabfabriziales Kollettiofapital zu erfezen suchen. Selbstvertation der Deutschen Werke in ein eigenes selbständiges ständlich sind wir für Demokratie, für ein tonftitutionelles unternehmen eingebracht. Es führt den Namen Deutsche Berfassungssystem in unseren Betrieben. InfolgeKraftfahrzeug- Werte A. G. und übernimmt sämtliche dessen wird in den Bauhütten nicht nur den Betriebsräten zur vollen Auswirkung verholfen, sondern es besteht noch ein Betriebsvorstand, Geschäfte, die bisher das Werk Haselhorst in Spandau geführt hat. in dem die Leitung und die Gewerkschaften aller in dem betreffenden Der Vorstand besteht aus den bisherigen Direktoren des Werkes Betrieb beschäftigten Arbeiter und Angestellten vertreten sind. Auf Haselhorst, Dienslage und Feist. Das Attientapital der diese Weise wird erreicht, daß die Belegschaft innerlich verbunden Deutschen Kraftfahrzeugwerke bleibt in den Händen des Reiches. ist mit ihrem Betrieb, wodurch ein neuer Betriebsegoismus ver- Die Werksanlagen werden ebenfalls als Reichsbefiz erhalten und hütet wird. Die unmittelbare Wirkung davon ist die allgemeine an die neue Gesellschaft lediglich verpachtet. Hebung der Arbeitsfreude. Lüdemann schilderte dann den schweren Kampf, den die Bauhütten gegen die privat tapitalistischen Unternehmer und ihre Syndikate zu führen hätten. Dabei betonte er besonders, daß die Bauhütten in feiner Weise Begünstigungen durch die Behörden und den demokratischen Staat verlangen, sondern nur die unbehinderte Zulassung zum .freien Wettbewerb mit dem kapitalistischen System. In diesem Wettbewerb wollen die Bauhütten zeigen, daß sie mit weniger Mittel Besseres leisten. lleber die Entwicklung der Bauhütten. bewegung gab Lüdemann folgende Zahlen: Im Geschäftsjahre 1924 hatte der BSB. 181 Betriebe mit 21000 Arbeitern und Angestellten, Eigenkapital 3 Millionen Goldmart, Stammkapital 2 Millionen, fremdes Kapital 8 Millionen, Anlage- und Umlaufwerke auf den freien Kapitalmarkt angewiefen, wenn es überhaupt Fertige Herren- Anzüge u. Mäntel mittel 11 Millionen, Gesamtumfaß 36 Millionen. 80 Proz. des Umfages fällt auf den Kleinwohnungsbau. Der Auftrags. bestand am 31. Dezember 1924 betrug 10,3 millionen. Seit ihrem Bestehen( 5 Jahre) haben die Bauhütten insgesamt 52000 Wohnungen erstellt. Gigene Rohstoffbetriebe( BementMengenabgabe vorbehalten Die Entwidlung des österreichischen Außenhandels zeigt in den beiden ersten Monaten gegenüber dem Vorjahre ein günstigeres Bild. Das Paffivum in der Handelsbilanz betrug für Januar und Februar durchschnittlich rund 50 Millionen Schilling, ein Schilling gleich 0,60 m., gegenüber einem Monatsdurchschnitt von 123 Mil lionen Schilling im Vorjahre. Die Berechnung erfolgte nicht nach dem bisherigen System, der Wertschäzung, sondern auf Grund der Einfuhr und steigende Tendenz der Ausfuhr in den beiden Werterklärung des Importeurs bzw. Erporteurs. Auch der Ber gleich der Mengenziffern zeigt eine bedeutende Abnahme der ersten Monaten dieses Jahres. Umstellung der Deutschen Werte erreicht werden sollte, steht für Die Erweiterung der Kapitalbasis, die durch die die Deutschen Kraftfahrzeugwerte zunächst nicht in Aussicht Die Motorradfabrikation, die ohne Kapitalerhöhung durchgeführt werden kann, wird weiter betrieben. Dagegen tann der geplante Starter Rüdgang des franzöfifchen Außenhandels. Die AußenSerienbau billiger Kleinautomobile, deren bloßes Projekt die Privat- handelsbilanz Frankreichs für das erste Biertel des Jahres 1925 meist sowohl in der Ausfuhr wie in der Einfuhr einen starten Rüd. industrie zu dem Sturm gegen die Reichswerte veranlaßte, aus gang gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres auf. Die Einfuhr Mangel an Kapital vorläufig nicht aufgenommen werden. Die ist dem Gewichte nach von 18 auf 15,1 Millionen Tonnen, dem Brivatinteressenten haben also erreicht, was sie wollten. Nachdem Berte nach von 13,5 auf 12,9 Milliarden Frank, die Ausfuhr von das Reich daran gehindert worden ist, die für diesen Zwed not. 14,9 auf 14,5 milliarden Frant zurüdgegangen. wendigen Beträge aufzubringen, find die Deutschen KraftfahrzeugErsatz für Maßarbeit zu staunend billigen Preisen auf Teilzahlung! zu der Aufnahme der Fabrikation von Serienwaren fommen soll. Borläufig ist eine Kapitalerhöhung und eine Beteiligung der Privat. industrie nicht ins Auge gefaßt. Solange das nicht der Fall ist und das Reich fein Rapital gewährt, unterbleibt die Ber Potsdamer Str. 33, Ecke Lützowstr. Reise- Artikel 35 60 65 70 6,50 6,90 7,25 Damen- Taschen Alpakasilber..... 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Er setzt den Fall, Frankreich ver- löre plötzlichseine fünfzig besten Physiker, Cheiniter, Dichter, Maler, Bildhauer, Mustler, Literaten, Mechaniker, Ingenieure, Aerzte, Uhrmacher, Bankiers, Maurer, Tischler, Schlosser kurzum die begabtesten Männer der Wissenschaft, Kunst und des chandwerks,„im ganzen die dreltzigtausend ersten Gelehrten, Künstler und Arbeiter Frankreichs/ Dasselbe Land verlöre nun zu gleicher Zeit den Bruder des Königs, 1)erzög«, Herzoginnen, alle Grohwürdenträger, Staatsminister mit und ohne Portefeuille, alle Staatsräte, Marschälle, Kardinale, Erz- bischöse, Großvikare, Mönch«, Präfetten und Unterpräsetten,„alle Richter und vor allem die zehntausend vornehmsten unter den Be- sitzenden des Landes': hier insgesamt ein Verlust von dreißig» taufen Menschen. Frage ist nun: welcher Verlust ist größer: der von dreißigtausend oroduktioen Menschen oder der von dreißtgtausend Nutznießern? Saint-Simon weist nach, daß nichts leichter sein würde, als die Pflichten des Bruders des Königs durch irgendeinen anderen Franzosen erfüllen jsu lassen; daß viele Französinnen ebenso gut dt« Honneurs niachen können wie die Herzogin von Angouleme oder von Orleans: daß genügend Pfarrer vorhanden sind, ebenso brauchbar wie Kardinäle, Erzbischöse und Großvitare;„und wieviel Angestellte wiegen unsere Staatsminister aus!" Saint-Simons Kampf gilt dem Adel und der Geistlichkeit, weil sie die Drohnen im Staate sind. Den Reichtum des Lande» zu mehren, bedarf der Techniker, der Handwerker, der Kaufmann, der Gelehrte jeder Förderung. Er schlägt ein neues Eigentumsrecbt und Gesetz vor, da» so gestaltet sein soll, daß e» produktiv wirke: derart, „daß e» den Besitzer anspornt» die Produktion möglichst zu fördern/ Er sieht den sich mehrenden Reichtum eine» Landes nur Im Zu- sammenhana mit besten Industrie, die wieder in engster Verbindung sein soll mit der Wissenschaft. Saint Simon glaubte, daß mit der französischen Revolution der Klastenkampf und die Klastengegensätze aufgehört haben, er erkannte nicht die Trennung des Voltes, die durch die Revolution bedingt war. In dem vierbändigen Werk„Die Industrie' erkennt Saint- Simon den Zwiespalt seiner Epoche in diesem: die politisch« und besitzrechtliche Versastung steht im Widerspruch zur industriellen Eni- wicklung; noch ist die Industrie selbstherrlich organisiert, und zudem bilden Pfaffentum und Adel einen Staat über dem wirklichen Staat: über der Klaste der Werktätigen. Da die Industrie die breit« Basis de» Dolksganzen ist, kann nur durch sie Reichtum erzeugt werden: dieser Reichtum jedoch kommt nur der Oberschicht zugute, denn„die Arbeit steht unter der Herrschaft des Eigentums/— Zu dem«nt- scheidenden Schritt, der Enteignung bürgerlichen Eigentums, kam Saint-Simon nicht; erst seine Schüler, die Saint-Simonisten, die fein« Lehren ausbauten und systematisierten, führten die Lehren ihres Meister» konsequent weiter. Zu den wesentlichsten Arbeiten Saint-Simons zählt die Schrift „Dos neue Christentum', die er kurz vor seinem Tode verfaßte. Die immer stärkere Hinwendung zu der Lage der Arbeiter in den letzten Iahren seines Lebens langeregt durch den Kampf der Maschinen- stürmer in England), ließ Saint-Simon eintreten für„eine mög- llchst rasch« Derbesterünq des Loses der ärmsten Klaste/ Ms Haupt- stützen und Förderer dieses neuen Christentum» proklamiert« er „die Macht der Moral und der öffentlichen Meinung/ Cr wendet sich an die Besitzenden, suckt ihnen klar zu machen, daß ihr Glück und Wohlergehen aufs engste mit dem der arbeitenden Moste ver- Kunden sei; ja, Saint-Simon geht sogar so weit und mahnt den König und den Adel,«tngedenk zu sein der Pflichten, die da» Christentum dem Mächtigen aulerlegt:„olle Kräfte der möglichst raschen Steiaeruna de» sozialen Glück» der Armen zu midmeni' Kurze Zelt später starb Saint Simon, dieser erst« Vertreter lozioliltischer Ideen in Frankreich. Er war ein gemäßigter Sozialist, der für die Ausrechterhaltung des Privateigentum» eintrat, sedoch einschränkende Maßnahmen vorschlug, die er mit historisch soziolo- gischen Argumenten und christlich-reNgiöscn Einwänden fundierte. In der letzten Vorrede ,um„Kommnnisttschen Manifest' schrieb Friedrich Engel»:„Unter Sozialisten verstand man 1847 zweierlei Arten von Leuten. Einerseits die Anhänger der ver- schieden«» utopistischen Systeme, andererseits die mannigfaltigen sozialen Quacksalber: in beiden Fällen Leute, die außerhalb der Arbeiterbeweaung standen und die vielmehr Unterstützung suchten bei den„gebildeten' Klasten.' Saint-Simon gehörte zu den Utopisten, denn er versucht« die Gesellschaft mit Hilf« der gebildeten Klaste zu erneuern und glaubt« überdies, allein durch Ideen, nicht aber durch die Masten selbst, So siehste aus! ÜB 3APaBCTByeT KOMMHTepHl (Es lebe die 3. Jalernationale.) Au« der Mainummer der„prawda': Das Idealbild eine» revolutionärea Proletariers, wie die rujsischeu volschewisteu ihn sich vorstellen. ein« sittlichere Gesellschaftsordnung zu schaffen.— Wie dem auch sei: er konnte in seiner Zeit keine Fragen klären, die erst De- zennien sväter akut wurden. Und diese Tatsache rechtfertigt wieder einmal, daß der verschriene Utopismus nichts anderes ist, als ein« verfrühte Wirklichkeit. vraunkohlenfunde tu INederbayern. Bayern ist im großen und ganzen arm an Kohlen. Steinkohlen finden sich nur in unbedeuten- den Vorkommen im rechtsrheinischen Bayern, im nördlichen Ober- franken und in der nördlichen Oberpfalz. Wichtiger ist die bayerische Pechkohle, die vor allen Dingen zwischen Lech und Inn in Ober- bayern abgebaut wird. Diese Pechkohle besitzt einen Heizwert von 5800 bis 6000 Kalorien. Sie ist reich an Gas und eignet sich aus diesem Grunde für Hausbrand und Industrie. Man gewinnt aber nur so viel von dieser Pechkohle, daß ein Drittel des Bedarss in den Elsenbahndirektionsbezirken München und Augsburg gedeckt wird. Die Pechkohle steht zwischen der Steinkohle und der Braun- kohle. Braunkohlen werden in Bayern erst seit jüngster Zeit gewonnen. E» ist das Verdienst der Bayerischen Braunkohlen-Jndustri« A. G. in Schwandors, der bayerischen Braunkohle die Bedeutung zu er- ringen, die sie in Bayern besitzen muß. Die bayerische Braunkohle wird sowohl für den Hausbrand als für die Industrie mit gutem Erfolg oerwendet. Man ging nun daran, neue Braunkohlenlager In Bayern zu erbohren. Mit diesen Bohrungen hatte man bis jetzt nur in Niederbayern Erfolg. Die von der Niederbayerischen Braun- kohlen-Industrie A. G- in Deggendorf gegründete Tochtergesellschaft, die Bergbau A. G. in München, hat in letzter Zeit in der Nähe von Straubing in Niederbayern Bohrungen auf Braunkohle angesetzt. Hier bei Straubing hatte schon im Jahre 1909 die„Hadwiga' zwei Bohrungen ausgeführt, die ohne Erfolg waren. Die neue Gesellschaft hat bis jetzt 9 Bohrungen ausgeführt. Dadurch hat m m folgendes erfahren können: In 80 bis 100 Meter Tief« finden sich Kohlen in einer Mächtigkeit, die man durchschnittlich aus 4 Meter annimmt. Damit hat man zwar Kohlen nachgewiesen, aber über die Ausdehnung der Kohlenflöze über das 2700 Hektar umsasiende Feld noch keinen Anhalt. Deshalb plant man in der Zukunft, da» ganze Gebiet mit mehreren Bohrapparatsn obzubahren. Die Strav- Inger Kohlenvorkommen sind für Bayern von allergrößter Be» deutung, denn die Kohlen liegen in unmittelbarer Nähe der Donau. Die berühmtessen Sergeroberungen. Der Versuch, den höchsten Gipfel der Erde, den Mount Everest, zu bezwingen, der in den letzten Iahren dreimal, aber noch ohne völliges Gelingen, unternommen wurde, bildet das letzte Glied einer langen Kette von Bergeroberungen, in denen der Mensch allmählich die höchsten Erhebungen der Erde unterworfen hat. Der plan» mäßige Angriff auf die Hochgipfel hat erst in der zweiten Hälfte de» vorigen Jahrhunderts begonnen, und Jahrtausende Hot es gedauert, bevor der Mensch die Bergbesteigung als Sport aufnahm. Nur wenige einsame Vorläufer gibt es in der Geschichte, die ohne beson» deren Zweck auf hohe Berge stiegen; so Hadrian, der 126 n. Chr. den Aetna bestieg, fo Petrarka und Leonardo da Vinci. Selbst Goethe, der aus seinen Schweizer Reisen als einer der ersten die Wunder de» Hochgebirges genoß und beschrieb, war noch kein Al» piaist im modernen Sinne. Die Eroberungen der Mpen wird durch Sausture eingeleitet, der 1787 den Montblanc bezwang. Die damit beginnend« Entwicklung des Hochgebirgssports hat Alfred Steinitzer in seinem bei R. Piper u. Co. erschienen Werk»Der Alpiniemus in Bildern' dargestellt, besten reiches Jllustrationsmaterial durch einen aufschluß» reichen Text ergänzt wird. Saussures Bezwingung des Moni» blancs erregte die höchste Bewunderung der ganzen Menschheit: unter den folgenden Besteigungen des höchsten Berges Europas ist keine mehr bewundert worden, als die der 44jährigen Mademoi- selle d'Angeville, die vor der Besteigung ihr Testament macht« und unterhalb des Gipfel» wirtlich zu sterben glaubte.„Tragt meine Leiche hinauf und laßt sie oben, sagte sie zu den Führern. Aber dann erreichte sie doch glücklich den Gipfel. Was die Eroberung des Montblanc für die Westalpen, be» deutet die des G r o ß- G l o ck n e r s für die Ostalpen. Nachdem eine große Expedition des Fürstbischofs von Gurk 1799 mißlungen und auch der jpätere Bischos von Linz, Siegmund von Hohenwart, nur den Gipfel des Klein-Glockners erreicht hatte, bezwang 1500 der Pfarrer Horasch von Dölsach als erster die Groß-Glocknerspitze. Am meisten gerungen worden ist um das Matterhorn, dessen Besteigung durch den englischen Bergsteiger Eduard Whympcr 1865 wohl die merkwürdigst« Besteigung überhaupt ist. Whymper hatte den Aufstieg mit dem italienischen Führer Carrel beabsichtigt: aber dieser wollte den Berg aus Nationalstolz von der italienischen Seite erobern, während Whymper von der Schweizer Seite her aufstieg. Er war nun von der Angst gequält, die Italiener könnten den Gipfel vor ihm erreichen, und so fand ein Wettlauf statt, wie er in der Geschichte des Mpinismup efnzia dasteht. Am 14. Juli 1865, um Uhr nachmittags, betraten Whymper und die Seinen als erste den Gipfel; ste sahen auf der anderen Seite hie Italiener noch ziemlich weil entfernt. Sie schrien und rollten Felsblöcke herunter; da flohen die Italiener und erzählten später, böse Geister hätten ste bedroht. Unten herrschte große Begeisterung über den Sieg, als man mtt Fernrobren di: von Whymper aufoevslanzt« Fahne be» merkte. Aber auf dem Abstieg rächte sich das Matterhorn grausam; dos Sell riß, und die vier vorderen Teilnehmer stürzten in den Ab- grund: nur Whymper und die beiden Führer Tougwalder, die sich mit oller Gewall festg-stemmt hatten, blieben am Leben. Zwei Tage später kam Earrel von der italienischen Seit« hinauf. Di« Bergfahrten der Brüder Zsigmondy zusammen mit Ludwig Purtscbeller bilden den Höhepunkt in der Eroberung der Alpenwett: denn sie dehnten zuerst dos führerlose Gehen auf das vergletscherte Hochgebirge aus und erlangten 1879 mit der Erstersteigung des schier unbezwinglichen F e l d k o p f s in den Zillcrtaler Alpen einen be- sonderen Triumph. In den außereuropäischen Hochalpen war Alexander von Humboldt der Bahnbrecher, der bei seinen Bestei- gungsversuchen des Chimborasto und Cotopaxl 1802 die größte bis dahin von Menschen erreichte Höhe von 5810 Meter bezwang. Zlurnachbarn. Vau Jean Rochou. Di« Wohnungen der Kartonnagenarbeiterin und de» Kofferarbeiter, — Miete 160 Frank, Kammer und Küche— grenzen aneinander, lmd ihr stet» freundliche» Einvernehmen ihrer Nachbarschaft hotte seit den vier Jahren nie eine Trübung erfahren. Sie war moger, oufgeschosten wie«ine Hopfenstange, ihre Gesichtsfarbe durch viele Nachtarbeit fahl geworden: die von Sorgen verzehrten, der Schön- hell und Anmut baren Züge wiesen einen einzigen Reiz auf: ein kaum merkliches, schwach«, Lackeln aus blosien Lippen. Er war, im Gegensatz zu ihr. brünett, muskulös, gedrungen, von heiterem, dabei etwas schuckternem Wesen: man vermutete in ihm den in fester Stellung befindlichen Arbeiter, der sein genügendes Auskommen hatte. Eine, Morgen» paßte das Mädchen verstohlen seinen Weggang ab. Sie hört« ihn den Schlüssel drehen und trat, hinter sich die Tür« anlehnend, auf den Flur. „Morgen. Herr Maillefer../ „Guten Morgen. Fräulein Martha... Wie gehts der Mutter?' Sie näherte sich und erwiderte kaum vernehmbar: „Immer weniger gut... gestern war noch der Arzt da... er meint, sie hat nur nochlechs Wochen zu leben.' Sl« unterbrach sich, flüsterte dann errätend: „Wollen Sie mir einen großen Dienst erweisen, Herr Maillefer? „Wenn ich das kann../ „Da, wohl... es hat weiter nicht» auf sich... aber wie soll ich'» Ihnen nur sagen?' „O, ganz ohne Umschwelf... man kennt sich ja fo lange!' „Sehen Sie', fuhr sie leise fort.„Mutter quält sich so... es ist wohl begreiflich, sie weiß nicht, was nach ihrem Tode mit mir werden soll... wir sind dem Doktor schuldig, dem Apotheker, dem Bäcker... mit der letzten Miete noch im Rückstand... Mutter denkt, sie werfen mich aus die Straße... Ihr« Rede ist immer: Arme» Kind, was fängst du bloß an? W?» soll au, dir werden? Wüßt« Ich dich ver- beiraiet, würde ich mich nicht so ängstlqen, könnte ruhig sterben. Aber der Gedanke dich aNein zurückzulassen, macht mich ganz wirr im Kopf... Da, wiederhol« i!« mir jeden Tag zwanzig-, dreißigmal und dabei rinnen ihr die heisien Tränen nieder. Ganz umsonst, daß ick sie zu beruhigen such«. Es nützt nichts. Sie jammert dann nur Ell vor sich hin. da» ist alle,... wenn ich sie so sehe, laus« ich oft hie Küche, mich auszuweinen. Jetzt... nun da bin ich auf einen Einfall gekommen: Würden Sie nicht so gut sein, uns manchmal zu besuchen?... so daß man sich an Mutters Lager ein paar Minuten recht nett unterhielte... Sie verstehen mich?... Ahnen Sie, welchen Glauben ich in ihr erwecken möchte, damit sie in Frieden scheiden kann?... Mutter schätzt Sie hoch, Ihren Fleiß, Ihre Rechtschaffenheit. Gott, wie glück- sich würde sie sein!... Und für Sie bedeutet es nur eine geringe Störung Ihrer freien Abende, denn das Ende ist so nahe... „Ich komme von heute ob,' sagte ernst der Arbeiter. „Aber. Herr Mailleser, Sie denken nichts Falsche» von mir?../ „Ich danke.' Am nämlichen Abend wurde die Klingel gezogen... Martha stürzte herein:„Mutter.— Herr Maillefer. er will fragen, wie dir's geht.' Der Kofferarbeiter trat ein und unterhiell sich vertraulich mit der Kranken, während Martha am Tisch zu ihrer Arbeit niedersaß. „Sie nehmen mir'» nicht übel, wenn ich weiter arbeite?' „O, warum nicht gar?' Ihr« schnellen, geübten Finger fügten das zerschnittene, mit etwas Kleister angefeuchtete Kartonpapier zusammen und verwan- betten es in hübsche, farbige Kästchen, die sich nach und nach symmetrisch an den Tisckecken oufscbichteten... „Sie sehen, Herr Mailleser, die Kartonnagearbeit ist sehr ein- fach. Sie geben einem Pappstreiien in allen Färbungen, blaue, weiße, rote, schwarze, gelb« und grün«... dl« nur zu sortieren und sauber zusammenzukleben sind... auf den Deckel kommt eine grelle Etikette und fertig haben wir di« kleine, elegante Parfümerieschachtel! ... Di« Hauptsach« ist Geschwindiokeit/ „Ja, darauf kommt es an/ warf Maillefer«in, der nicht umhin tonnt«, die berufsmäßige Geschicklichkeit der Arbeiterin zu bewundern. Nach Berlauk einer Stund« empfahl er sich. „Ein lieber Mensch, unser Nachbar/ meinte die Kranke. „Wirklich, das ist er/ rief Martha. Mit«inen, rätselhaften Lächeln aus den Lippen gelang es ihr, den Ton zartesten Gestöndnisies zu treffen. „Weißt du. Mutterchen, bis heute habe ich dir's verschwiegen,... du wirft mir nicht böse sein... ich merkte es schon lange... och, seit langer Zeit, daß ich ihm gefiel... bloß, er ist so zaghast, schüch- terner als du dir Überhaupt vorstellen kannst... denk' nur. er hat sich beim Portier all« Tage nach deinem Befinden erkundigt, weil er nicht hereinzukommen wagte../ '.' Der Kofferarbeiter wiederholte sein«, Beluch an den folgenden Tagen. Der Kranken bereitet« sein Eintritt sichtliche Freude. Ihr« Kräfte schwanden jäh, aber aus ihrem Antsitz spiegelle sich hohe Freud«, ihr Blick drückte die letzte Resignation eine» ruhigen Gv- wissen» au», einer Seele, die ohne ein« Spur de» Bedauern» abzu-> scheiden bereit ist. Nur zuweilen fragte ste:„Glaubst du sicher, Martha, daß er dich liebt?' „O, ich weiß es so gewiß!' versicherte da» junge Mädchen. Und sie konstruiert«, sammett«, erfand Beweise, die über die vorgebliche Neigung, welche ihr der Kofferarbeiter entgegenbrachte, keinen Zweifel ließen. Die kindliche Liebe Ihres Herzens entfesiette «inen wahrhast überschwenglichen Reichtum der Erfindung. Ihre Vorspiegelung atmete jenen begeisterten Schwung, welcher dem ge- sprochenen Wort«inen so machtvollen Klang der Aufrichtigkeit ver- leiht. Wenn sie Zeuge des moralischen Friedens war, der ihre teure Kranke überkommen, dann konnte sie wohl sogar für Slugenblicke des Alleinseins die Niedergeschlagenheit und Trauer vergessen, in welche sie der drohende Verlust versetzen mußte.„Der Arzt'. flüsterte sie zuweilen, beim Abschied, auf dem Flur dem Arbeiter zu. „hat für Mutter« Krankheit kein Mittel ausfindig machen können, ich aber habe durch Sie das Mittel gefunden, ihre letzten Augenblicke zu verschönern und sie in Frieden scheiden zu sehen.' Sie trennten sich jedesmal Schlag zehn Uhr. Die stille Kameradschaft ihres ge- meinsamen Liebesdienstes lag in einem kaum gehauchten:„Danke, Herr Maillefer/— worauf er:„Keine Ursache, Fräulein Martha/ erwiderte... '.' Als der Knfferarbeiter eines Abends eintrat, offenbarte ihm da» oerweinte Gesicht des jungen Mädchens das traurige Ereignis. .Es ist voriiberl..' hauchte sie schluchzend. Er folgte ihr ins Sterbezimmer. Lange betrachtete er teilnehmend das Anttitz der Toten, deren friedliche, verklärt« Züge keine Spur des Schmerzes mehr oerrieten. Dann wandt« er sich dem jungen Mädchen zu und jagte mit ernster, halb erstickter Stimme, welche eine starke Erregung durchzitterte: „Ihre Mutter ist in der Ueberzeugung dahingegangen, Fräu- lein Martha, daß wir»ms heiraten werden... wollen Sie. daß wir ihren letzten Wunsch erfüllen?' Sprachlos, verwirrt, errötend stand sie da: eine Betäubung, die sie fast taumeln mackte, befiel sie. Die Freude dämpfte ihren Schmerz und hielt sene zurück. Ibre Schläken hämmerten. Ihr schien, al» wenn plötzlich«ine neue Lebenskraft In ihr erwacht sei. um die Bs- nommenheit ihrer Gedanken und das Tote aus ihrer Seele hinweg- zuscheuchen. „Wollen Sl«?'>.. wiederhotte er. Da legte sie in leidenschaftlicher Aukwovunq den Kopf auf die Schulter de» jungen Mannes: ihre Hände falteten sich, ihre Augen umflorten sich, und andächtig still sanken sie vor dem Totenbett in die Knie. Oerechtiqt» tUbttMm»»» 4«»* KBcealet«.) Deutscher Metallarbeiter- Verband Mittwoch, 20. mai, miffags 12 Uhr, im Verbandshause, Linienftr. 83/85: Wahlkörperversammlung für die arbeitslosen Metallarbeiter! Butritt nur unter Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Zigarettenmaschinenführer! Mittwoch, den 20. Mai, nachmittags 5 Uhr, im Zimmer 14 des Berbandshauses, Linienfte. 83/85: Bertrauensmännerfonferenz. Monteure u. Hilfsmonteure der Eisentonstruktionsbetriebe! Mittwoch, den 20. mai, abbs. 7 Uhr, im großen Saal bes Berbandshauses, Linienfte. 83/85: Versammlung Eagesordnung: 1. Bericht von beu Berhandlungen mit dem BBMJ 2. Beschlußfassung hierüber. Da in der Bersammlung eventl. her Streit befchloffen werden muß, ist es Bflicht eines jeben Kollegen, zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. 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