Nr. 23542. Jahrg. Ausgabe A nr. 121 Bezugspreis: Bentlich 70 Bfennig, monatlich 8.- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Euremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit mit„ Sied. lung und Rleingarten" fowie ber Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenftimme erfaeint wochentäglich amcimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adrelle: .Gozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfvaltiae Nonvareite seile 70 Bfennia. Reffamegeile 4 Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Bort 20 fennig ( auläffia zwei fettgedruckte Work). fedes weitere Wort 10 Biennia. Stellengefuche das erste Wort 10 Pfennig. febes weitere Wort 5 Bfennig. Borte aber 15 Buch. faben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen Für Abonnenten Beile 30 fennta Anzeigen für die nächste Summer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werben. Geöffnet son 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 63, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Touboff 292-295 Berlag: Dönhoff 2306-2507 Mittwoch, den 20. Mai 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftfcheckkonto: Berlin 37536- Wanttonto: Direktion der Diskonto- Gefellschaft, Depofttenkaffe Lindenstraße 3 Die Zollwuchervorlage ist da! Brotzölle!-Kartoffelzölle!-Futtermittelzölle!- Eisenzölle!- Unzulängliche Begründung durch die Minister.- Sozialdemokratischer Mißtrauensantrag gegen die Reichsregierung. Es ist bezeichnend für den Geist, mit dem man an die Behandlung der Bollvorlage herangegangen ist, daß die Reichsregierung bis zum heutigen Tage sich noch nicht einmal einen Ueberschlag über die aus den neu einzuführenden und aus den erhöhten Zöllen fließenden Einnahmen gemacht hat. Es tommt eben nicht darauf an, ob die Verbraucher schließlich ein bißchen mehr zum Reichsfädel bei steuern, wenn über die Einnahmen nur nicht von vornherein durch den Reichshaushalt disponiert wird. Dabei dürfte die Feststellung von Interesse sein, daß die zu erwartenden Mehr einnahmen aus den Zöllen unmittelbar dem Repara tionsagenten zufließen. Als die Sozialdemokratie vor Jahren zur Bekämpfung der Inflation und zur Anbahnung einer Verständigung über die Reparationsfrage die Erfassung der Sachwerte vorschlug, wurde ihr das von einem Teil der heutigen Regierungspreffe als eine Art finanzieller Bandes verrat ausgelegt. Aber die Zeiten ändern fich, und Hugen berg und der Reichslandbund mit ihnen. Außerdem wird es ja nicht aus dem Säckel der Reichen gezahlt, die von den Bollerhöhungen nur Vorteile zu erwarten haben. Nach langem Hangen und Bangen hat die Regierung| Schliebensche Finanzprogramm dazu bestimmt ist, den Reichen nun endlich die 3ollvorlage dem harten Licht der noch mehr zu geben, um den Armen von ihrem Benigen noch Deffentlichkeit ausgefeßt. Noch vor wenigen Tagen beftritt zu nehmen. fie, daß unsere Mitteilungen über den Inhalt des Gefeßes richtig seien. Ob sie wohl glaubt, daß derartige Dementis die Wahrheitsliebe der höchsten Staatsstellen in einem besseren Bicht erscheinen laffen, auch wenn sie den Tatsachen wider sprechen? Jedenfalls hat sich jetzt herausgestellt, daß unsere Meldung richtig war. Getreide und Eisenzölle sollen in alter Höhe wiederkehren. Die meisten Lebensmittel werden mit einem Schutzzoll in der Höhe der Borkriegszeit bedacht. Die Wirkung auf den Berbrauch muß eine fatastrophale fein, wenn man bedenkt, daß in den letzten Jahren alle wichtigen Lebensmittel ollfrei aus dem Ausland eingeführt worden sind, und daß trohdem der Preis der Nahrung weit über den Borfriegs. stand gestiegen ist. Daneben bringt die 3ollporlage eine Reihe von Tariferhöhungen auf Industriewaren. Ueber fie wird im einzelnen noch viel zu reden fein. Für jetzt mag nur festgestellt werden, daß die Zollerhöhungen, die insbe fondere bei Tertifwaren vorgenommen werden, weit über die Grenze deffen hinausgehen, was man sonst als einen ma B vollen SchuB30II" zu bezeichnen pflegt. Der in Kriegs und Nachkriegszeit hoch fartellierten Industrie wird es ein feichtes sein, diefe Zollerhöhungen für sich voll auszunuzen, bie Inlandspreise um den Zollfaz über den Weltmarktpreis hinaus zu steigern und damit den heimischen Bedarf, den Ber brauch der großen Boltsmaffen erheblich zu verteuern. Aber alle diese Industriezölle fönnen, wenn das Ausland bei den Handelsvertragsverhandlungen darauf besteht, her abge. fegt werden. Das gilt jedoch nicht für den Kern der ganzen Borlage, für die Getreidezŏlle. Das Privilegium der Großgrundbesitzer. Wenn die Agrarier die feit jeher von der sozialdemokratischen Partei befämpften Getreidezölle für fich verlangten, fo taten fie das jedesmal mit dem Hinweis darauf, daß die Landwirtschaft nicht anders behandelt werden dürfe als die Industrie. Im alten wie im neuen Zolltarif gilt das mirklich von allen Zöllen, die für die kleinen und mittleren Bauern eine Rolle spielen fönnen, also etwa die Fleischzölle, die Milchzölle, die Gemüsezölle, denn auch biele fönnen, da fie feine Mindeftzölle find, durch Handels vertragsverhandlungen herabgesetzt werden; wir haben es ja erst jetzt bei der Berhandlung des deutsch- Spanischen Handelsvertrages erlebt, wie die deutschen Winger entrüstete Broteste über die Erleichterung der Weineinfuhr erhoben, die die Spanier verlangten. Eine Sonderstellung nahmen im Bülow- Tarif allein die Großgrundbesiger ein, die die Hauptintereffenten der Getreidezölle find. Ihre wirt schaftliche Bormachtstellung soll durch den neuen Tarif wieder hergestellt und befestigt werden. Der§ 3 des Gefehentwurfes über Zolländerungen verfügt das mit folgenden Worten: Die Zollfätze follen durch vertragsmäßige Abmachungen mit Wirkung bis zum 31. Juli 1926 bei Roggen. Beizen und Spela Gerfte Safer 8 50 nicht unter 3.00 Reichsmart für einen Doppelgentner " 2.00 8.00 mit Birtung vom 1. August 1926 bei Roggen.. Weizen und Spelz Gerste Safer herabgefeht werben. nicht unter 5.00 Reichsmart für einen Doppel zentner 5.50 2.30 5.00 0 Die Getreidezölle sollen alfo nach wie vor min beft 85lle fein, bie nicht abgeändert werden dürfen. So'ange tein Handelsvertrag besteht, der die Rornölle auf diese Minbeftfäße zurüdführt, würden die sogenannten autonomen Säße des Bülow- Tarifes in Kraft treten müssen die sogar 7 m. je Doppelzentner Roggen uno 7,50 2. je Doppelzentner Weiren betragen. Das war der Grund, weshalb die Regierung für eine Uebergangszeit niedrigere Säge auf Brot und Futterforn, sowie für eine Reihe ande rer Lebensmittel festgesetzt hat. Man befam Angst vor der eigenen Courage. Man fürchtete den flammend: n Protest der Verbrauchermassen gegen dieses wirtschaftliche Hindenburg Programm", das einen ungeheuren Eingriff in die ganze Einkommens- und Bermögensverteilung bes deutschen Bolles darstellt und bas nicht anders mie das # Getreidezölle und Handelsverträge. Der Charakter der Getreidezölle als Mindeftzölle macht sie von vornherein als ertzeug für Handelsnertragsverhand lungen unbrauchbar. Aus diesem fachlichen Grunde muß dagegen schärfster Einspruch erhoben werden, daß die Getreidezölle überhaupt in der sogenannten fleinen Zollvorlage Aufnahme fanden. Denn die kleine Zollvorlage sollte ja nur das handelspolitische Rüstzeug für die deutschen Unterhändler schaffen, die fett bemüht find, mit anderen Staaten zu Handelsverträgen zu fommen, aber in dem bisherigen 3olltarif feine ausreichende Stüge für die deutschen Forderungen sehen. Es liegt abfolut fein Anlaß vor, die Getreide zölle irgendwie mit den Berhandlungszöllen zu vertnüpfen. Schlechte Verteidigung einer schlechten Sache. Entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheit sind gestern der Reichstanzler und zwei Minister, Neuhaus und Graf Raniz, vor Bertreter der Bresse getreten, um ihnen in aller Deffent lichkeit die notwendigen Erläuterungen zu dem Gesezentmurf, der gestern an den Reichsrat gelangte, zu geben. Man hätte erwarten dürfen, daß wenigstens ein neuer Gedanke in die Diskussion über die Frage der Lebensmittelzölle hineingebracht worden wäre. Statt dessen pernahm man aus dem Munde des Reichskanzlers nur allgemeine, aus den Beröffentlichungen der Großagrarier und aus früheren Zollbegründungen längst bekannte Auffassungen vom Schuß der nationalen Arbeit", die fachlich von der Wissenschaft längst widerlegt find. Ueberhaupt scheint es im Reiche der Dichter und Denfer mit der Anerkennung der Wissenschaft längst vor. bei zu sein. Keiner der drei Minister fand es für nötig, auf die schwerwiegenden Beweisgründe einzugehen, die selbst frühere Schutzöllner heute zu bekenntnisfrohen Berteidigern des Freihandels und Befämpfern der Agrarzölle gemacht haben. So mancher von den im Dienste der wissenschaftlichen Forschung ergrauten Hochschullehrern, die sich in der übermäl tigenden Mehrzahl gegen den alten, jegt mit großen Ber schärfungen neu erstehenden Schuzzolltarif gewandt haben, werden heute die Wahrnehmung machen müssen, daß ihre Meinung nichts gilt, menn fie nicht vor den Interessenten tapitulieren. Als nun gar Graf Rani feine Zollvorlage begründete, ftand der Geist feines Baters händeringend hinter ihm. Stabile Betreibepreise erhofft ber minifter, der Dom Landbund in die Regierung entfandt wurde. von den Ge treibezöllen. Sein Vater dagegen hatte vor iegt etwa zwanzig Jahren bereits erkannt, daß Schutzölle den Getreiberreis niemals vor den Schwankungen des Beitmarkts schützen fönnen. Diefer Ertenninis entsprang der Antrag, der den Namen der Kanige in der deutschen Agrargeschichte verankert hat und der auf nichts weniger als auf die Schaffung eines Getreide monopols hinauslief. In einem Atem verficherte Graf Raniß der Jüngere, daß die Landwirtschaft die Schutzzölle brauche, um gegen die Unterbietung des Weltmarktes sicher zu sein, und er erflärte, daß es noch gar nicht bestimmt fei, ob die 3ölle die Nahrungsmittel verteuern würden. Daß ein Schußzoll, der feinen Schutz bebeutet, ein Biberfinn ist, das haben ihm seine Geheimräte vorenthalten. Graf Stanik ging bei der Begründung der Zollvorlage davon aus, daß der deutsche Landwirt nie ma Is fein Getreide würde so billig herstellen tönnen, wie das überseeische Ausland mit seinen besseren Produktionsbedingungen. Bald darauf aber sprach er das große Mort gelassen aus, das sich nicht im offiziellen Wortlaut der Rede befindet und gerade deshalb verdient, an dieser Stelle festgehalten zu werden: „ Bei den von den Landwirtschaftskammern eingerichteten Musterwirtschaften wird der Reichsdurchschnitt der Hektarer. träge um 100 Prozent überschritten, nicht weil mehr aufgewandt wird, sondern weil kein Geld unnük für veraltete Betriebsweisen ausgegeben wird...." Mit anderen Worten: Die deutsche Landwirtschaft ist durchaus in der Lage, mit dem gleichen Aufwand von Kapital und Arbeit aus dein gleichen Boden das Doppelte an Er trägen zu erzielen wie heute. Nicht diesen Ausbau pon Musterwirtschaften, nicht die Schaffung eines starken Anreizes, die glänzenden Erfahrungen diefer Betriebe der ganzen Landwirtschaft zu eigen zu machen die Auslandskonkurrenz wäre ein solcher, Anreiz-, nein, nur Schutzölle, ob fie mirten oder nicht, wenn sie nur da find; menn nur das heilige Rezept jener Kurpfuscher an der deutschen Wirtschaft be folgt wird, die sich fachverständig dünken, weil sie Intereffenten find; und die trog ihrer starten politischen Stelfung es nicht verstanden und nicht gewollt haben, daß das Wirtschaftsunheil des Krieges und der In flation uns erspart blieben. Kampf! Die Das ist eine leichtfertige Wirtschaftspolitit. Die Arbeiterschaft wird sie bekämpfen, nicht nur weil sie billiges Brot mill Gerade die Maffen der organisierten Ar beiter haben mehr als einmal gezeigt, daß sie wohl bereit find, für den Erfolg ihrer Klasse sowohl wie für den Erfolg des Boltsgangen Opfer zu bringen, die an Selbstentjagung grenzen. Sie würden auch jest bas Opfer hinnehmen, müßte man, daß es das deutsche Volt zu höheren Wirt. fchaftsformen bringt. Das ist nicht der Fall. Wissenschaft bestreitet es. Ein großer Teil der unbefangenen Unternehmer geht mit uns im Kampfe gegen das Großagrarierprivileg, menn man es auch noch nicht laut auszus fprechen wagt. Fest steht dagegen das Bündnis der groß agrarischen und fchwerindustriellen Interessenten, das feit faft vierzig Jahren ununter brochen auf das Idol der Selbstversorgung hinarbeitet, dieses Biel aber nie zu erreichen imftande ist. Für uns gilt jetzt der schärffte Kampf den Getreidezöllen, und wir wissen uns dabei im Bunde mit den großen Maffen der kleinen und mittleren Landwirte, denen die Zollvorlage mit ihren Futtermittel zöllen eine neue Erschwerung der Produktion bringt, im Bunde vor allem mit den großen Massen der verbrauchenden Bevölkerung, die jetzt wahrlich flar genug er fennen fann, wo ihre Freunde und ihre Feinde fizen. Die Sozialdemokratische Reichstagsfraffion hat gestern befchloffen, gegen die gesamte Reichsregierung einen eigenen mi trauensanfrag einzubringen, über den heute abend namentlich abgeffimmt werden wird. Nicht zum mindeffen iff dieser Beschluß durch die neue 3olltarifvorlage befimmf work en, die für die Gefamfpolifik der Regierung entscheidend ist. Die Sozialdemokratliche Partei ftelli fich gegen die Regierung des Brotmuchers zum Sampi! Die wichtigsten Zollerhöhungen. Die Begründung der Regierungsvorlage arbeitet vorwiegend damit, daß fie die jetzt geplanten Bölle in Vergleich fegt mit ben Sägen des Bülow Tarifs. Für die meisten Lebensmittel st dieser Bergleich irreführend, da bisher feft dem Stelege Lebensmittel fret eingeführt werden tonnten. Wir stellen infolge. dessen die vorgesehenen Bollfäße der bisherigen Einfuhrbelastung gegenüber: Alle Säße beziehen sich auf den Doppelzentner: Roggen, bisher zollfrei, Mindestfäße bis 31. Juni 1926 3 M., fpäter 5 M., autonomer 3oll 7 M. Weizen frei, dann 3,50 M., dann 5,30 M., autonom 7,50 M. Gerfte frei, dann 2 M., später 2,30 M., autonom 7 M. Safer frei, später 3 m., damn 5 M., autonom 7 M. Die autonomen Säße treten in Kraft, wenn teine Handelsverträge ihre Ermäßigung herbelführen, Siek», bisher frei, vorlSufig 2,50 M.. später 4 M. Hülsenfrüchte(als Nahrung), bisher frei, fortab 4 M. Kartoffeln frei, Spätkartoffeln fortab 4 M. Frühkar. toffeln, bisher frei, vorläufig 0,25 M., später 0,50 M. Obst(Aepfel, Tirnen), unverpackt: bisher frei, im Frühherbst S sonst 8 M. Bananen, bisher 10 M-, später 15 M. A p f e l s i n e n bis 2.25 M., fortab 12 M. Zitronen, bisher frei, fortab 12 M. Fleisch(roh), bisher frei, vorläufig frisch 35 M.. später 45 M.: Gefrierfleisch, bisher frei, vorläufig 24 M., später 45 M. Schmalz, bisher frei, vorübergehend 8 M., später 12,50 M. Butter, bisher frei, fortab 20 M. Büchsenmilch, bisher frei, fortab 40 M., später steigend auf 75 M. Eier, bisher frei, fort- ab« M. Teigwaren bisher 25 M.. fortab 40 M., Margarine bisher frei, vorläufig 20 M.. später 20 M.. Büchsenfleisch bisher frei, vorläufig 20, später 75 M. Wolle bisher 2 M., fortab 2�0 M.. Wollgarne(roh) bisher 2 M., fortab 3 M., Kammgarn(roh, eindrähiig) bisher 8 M., fortab 20 M. Bei Baumwollgarnen werden die Zollsätze bis auf einige feine Sorten durchweg oerdoppelt, ebenso bei Leinengarnen. KieineMotorfahrzeuge außer Motorfahrrädern bis 80. fortab 250 M., später halbjährlich sinkend bis auf 75 M., bei einem Gewicht von 22 bis 32 Doppelzentnern jetzt 80, fortab 175, später sinkend bis auf 40 M., bei mehr als 32 Doppelzentner Gewicht blsher 80. fortab 150, später sinkend bis auf 30 M. Die niedrigslen Zoll» sätze kommen erst vom 1. Juli 1028 ab in Betracht. Schwere Luxusfahrzeuge der Automobilindustrie werden geringer mit Zöllen belastet als die Kleinautos des Gewerbe» treibenden. der Keichskanzser zur Aolloorlage. Bor Pressevertretern führte Neichskanzler Dr. Luther gestern Dienstag u. a. aus: Zurzeit gelte noch der Zolltarif von 1S02, allerdings in wefent» lichen Beziehungen nur formell, weil für viel« Dinge, besonders die Lebensmittel, erleichterte Einfuhrmöglichkeiten und für andere Sachen, besonders für industrielle Erzeugnisse, Einfuhrverbote be. ständen. Weiter habe sich der alle Zolltarif dadurch in feinem Wesen verändert, daß der Goldwert sich nicht unerheblich vermin» d e r t habe. Es fei jetzt die Aufgabe der Reichsregierung, so schnell wie möglich wieder eine lragfählge Grundlage für neue handelsvertragsabschlüfle zu schaffen. Dabei könne es sich zunächst nur um eine vorläufige Regelung handeln, die auf dem Zolltarif von 1902 als einziger breiter Grundlage aufbaue, während für die endgültige Neurege- lung die Arbeiten in den Reichsresiorts selbstverständlich auch schon im Gange seien Die Vorlage trag« bei den industriellen Zöllen im allgemeinen der Geldentwertung Rechnung, und bei gewissen Artikeln Hab« man auch schon eine durchgreifende Umarbeitung des Tarifs vorge- nommen. Bei den landwirtfchaftlichen Zöllen feien in der Haupt- fache die Zollsätze des a l t« n Tarifs festgehalten worden: das bedeute tatsächlich eine Senkung der Zollsätze entsprechend der Geld- entwertung. Ferner sei eine Uebergangszeit in der Weise vorge» sehen, daß bei den Agrarzöllen zunächst nur Teile der alten Zollsätze erhoben werden. Das liegt im unmittelbaren Interesse des Der- brauchers, fei aber auch vom Standpunkt der Steigerung der Produktion der Landwirtschaft erträglich, weil die neuen Zölle sich Im wesentlichen erst für den nächsten Anbau auswirken, sollen. Hie neue Vorloge, die schnellstens verobschiedst werden möchte, sollte vor ollen Dingen die Möglichkeit geben, in d«n Handels- Vertragsverhandlungen weiter zu kommen. Die Lage unserer Volkswirtschaft drück« sich in der »äk*.., Pasfloltäk unserer Handelsbilanz aus. Das vorige Jahr habe eine passive Handelsbilanz von 2,5 Milliarden ergeben. Wie groß die Pasiivität der Zahlungsbilanz ge- wcsen sei, könne mit Bestimmtheit nicht gesagt werden. Allerdings hätten im vorigen Winter wegen des bevorstehenden Ablaufes der «inseitigen Meistbegünstigung zum Teil besondere Momente mitgewirkt, die Einfuhr zu steigern. Aber selbst wenn man das olles berücksichtigt, bleibe sicher eine sehr erheblich« Passivität der Handelsbilanz übrig, und diese müsse auf jeden Fall überwunden werden, wenn wir wirtschaftlich überhaupt bestehen wollen. Die bevorstehenden Reparationszahlungen vergrößerten die Passivität der Zahlungsbilanz. Der Weg, aus der Passivität der Handelsbilanz herauszukommen, sei einmal die Eingliederung in die Weltwirtschaft und ganz besonder» dis Kräftigung des inneren Markte». Was die Reichsrsgierung treiben wolle, das fei Produktion spelitik, und Produktionspolitik sei durchaus Konfumentenpolitik. Die ganze Lag« sei heute In unserer Volkswirtschaft durch einen Mangel an Konsumtionskraft der Bevölkerung charakterisiert. Die Produltionskraft bei der Landwirtschaft müsse gesteigert werden. Weg« dazu seien z. B.«in« fortgeschrittene Teck- nisierung oder Verbesserung dir Saatguterzeugung. Aber die Aus- Wendungen dafür würden nur gemacht, wenn eine gewisse Sicher» heit der Pretsgestoltung vorhanden sei. Run sei di« typische Unsicherheit der Preisgestaltung in den Getreide» preisen in den letzten Monaten sehr stark auch durch die Welt» Marktpreisgestaltung des Getreide» bedingt. Wenn nun ein Zollschutz dahin wirke, daß»ine gewisse Sicherheit der Preisgestaltung inunerbin gegeben sei. so könne die Landwirtschaft«in viel größerer Verbraucher von industriellen Erzeugnissen als sonst werden. Je m»hr die Produktion gesteigert werde, desto mehr seien Möglichkeiten vorhanden, daß di« Menschen, die heute innerhalb der Verteilung im Handel tätig seien, in die P r o d u t t i o n hin- «inginpen. Da» müsse auf der ganzen Linie preissenkend wir. ken. Damit erhöhe sich die Kaustraft des Konsumenten und weiter'seine Sparkrast. Durch gesteigerte Kapitalbildung werde das Geld, das die Industrie und auch die Landwirtschast benötige, um ihre wirtschaftliche Entwicklung fortzusetzen, wiederum billiger. Und so ward« ein« Steigerung des inneren Marktes einen Ge- fundungsvorgang in der ganzen Wirtschaft herbeiführen. Dies« Zollnorlag« werde ein« allmähliche Besserung herbeiführen: sie sei von der Ueberzeugvng getragen, daß auf diesem Weg« die Pro- duktionskrast und damit die Konsumtionskraft gesteigert werde. Trete da» ein. so sei der Zollfchutz ein Mittel zur Gesundung unserer Volkswirtschaft. Die öegrünöung der?nöustriezLlle. Reich«wirtschaftsminister Dr. Neuhaos führte in seiner Be» gründung zur Zollvorlape aus, daß infolge der technischen Aenderungen seit 1002 eine Reihe von Tartfnummern aufgeteilt werden mußten, um die neu entstandenen Waren be» sonder« behandeln zu können. Insbesondere war das der Fall bei einigen Waren der Chemie, der Maschinenindustrie, der Elektro» techmk, der Eisen- und Stahlverfeinerung und beim Hohlglas. Da sich die KaufkraftdesGoldes und die Warenwerte verändert haben, wurde«ine Reih« von industriellen Zollsätzen entsprechend der Geldentwertung oder der Rohstosfteuerung heraufgesekt. Dabei Hot man auch einen Ausgleich für di« höheren Zinsen, die in Deutschland gegenüber anderen Ländern gezahlt werden müssen, mit eingesetzt(obwohl die hohen Zinssätze doch wahrscheinlich nicht von Hoher Dauer sind. Die Red.). Die handelspoliti- schenGründefürdieZolländerungen liegen darin, daß wichtige Konkurrenz- und Absatzländer sich mit einem starken Schutz» zoll umgeben haben, dessen Abbau unbedingt nötig ist, wenn di« für Deutschland lebensnotwendige Ausfuhr seiner Industrieerzeugnisse ermöglicht werden soll. Di« bisher geiuhrten Handelsvertrag-Verhandlungen haben bereits gezeigt, daß Deutschland ohne einen� Ausbau seine» Zolltarifs auf Sätze herabgedrückt werden würde, die für die deutsche Wirtschast schlechthin unerträglich wären, oder daß es Deutschland überhaupt nicht gelingt, einen Abbau der au». ländlschen Zollschranken zu erreichen. Bei den bisherigen Derhand- lungen mit Belgien, Frankreich. Italien Ist bereits von den Sätzen de» Entwurf», die im großen ganzen auf den im Herbst 1024 eingeholten Gutachten des Relchswirtschaftsrats beruhen, ausgegangen worden. Der Abschluß der Verhandlungen oder wenigstens die In- kraftsetzung der Verträge setzt die Verabschiedung der Zollnooel!« vor- aus. Die vorgeschlagenen Sätze bewegen sich im Rohmen eine« mäßigen Zollschutzes unserer Industrie und sollen im allge- meinen keine unverrückbaren Minde st sätze barstellen, sondern können In dem unserer Produktion erträglichen Maß« durch die Handelsverträge herabgesetzt werden, wenn durch diese die Hinder- nisse beseitigt werden, die der Ausfuhr deutscher Erzeugnisse entgegen- stehen. Tie ZollerhShungen in den einzelne» Industriezweigen. BeidenAutomobil-undTraktorenzöllenhat man eine Sonderregelung getroffen, um den Vorsprung der ausländischen Automobilindustrie vor der deutschen unwirksam zu machen und zu verhindern, daß die Milliardenausträge für die Entwicklung de» Der- kehr» und die Technisierung der Landwirtschaft in» Ausland wandern. Automobilzölle sind deshalb hoch angesetzt, sollen aber In halbjährlichenStufenbisausdas Normalmaß der deutschen Zölle abgebaut werden. Die Zölle auf landwirtschaftliche Trak- toren sollen ebenso später ermäßig: werden, obwohl sie vorläufig gegenüber dem Tarif von 1902 nicht erhöht werden. Der Textil- Industrie wurden mit Rücksicht auf die Rohstosfteuerung und den hohen Zinsfuß erhöhte Zölle bewilligt. Auf chemische Waren wurde ein Schutzzoll, der unter 10 Proz. des Wertes liegt, zuge- billigt. Die Rohstoffe der Eisenindustrie behalten die alten Zollsätze. Dagegen sind Aenderungen vorgesehen für Spezial- fabrikate für Edelstahl. Ferrolegierungen, kaltgezogenes und kaltgewalztes Stab- und Bandeisen sowie Draht, ferner F c i n bj e ch e von 0,5 Millimeter oder darunter, Kugellager, Blattkllngen für Ra- sterapparate. Endlich sind einige Zölle der Kleineisenindustrie mäßig erhölst worden. In der M e t a l l I n d u st r i e hat man auf Zolleihö- Hungen, abgesehen von einigen Spezialsabrikaten, verzichtet. Obwohl die Zahl der Tartsänderungen auf dem industriellen Gebiet groß ist— sie betrifft etwa 800 Tariftiuimnern mit etwa 700 Zollsätzen— so wird doch der Charakter des deutschen Zolltarifs dadurch in keiner Weiss geändert. Der Tarif bleibt sin gemäßipter Schutz,-olltarif: seine Sätze machen trotz der vorgesehenen� Erhöhungen und Aenderungen meist nur einen geringcu Prozentsatz vom Wert der Ware aus, der zum Teil geringer ist als der Prozenijatz, den die Sätze des geltenden Tarifs im Jahre 1006 ausmachten. Die Zollnooelle soll die Unterlage für die Handelsvertragsverhandlungen und damit für wechselseitige Verträge für den Abbau der Zollschranken bilden. In derartigen Handelsverträgen wäre auch die Beseitigung der Einfuhrverbote zu verwerten. Der Entwurf soll darum diesen Uebergang zur Beseitigung der Einfuhrverbote ermöglichen. Die Zollvorlage stellt nur eine U e b e r g a n g s r« g e l u n g dar und fall von einer endgültigen Zolltorifreform, die zurzeit noch vorbereitet wird, später abgelöst werden. Katritz übe? die �grarMe. Die ausfübrliche Begründung, die der Reichslandwirtschafts. minister Graf K a n i tz den Agrarzöllen aus den Weg gab. ist reich an Widersprüchen. Nach Ausfassung von Sachverständigen, die nicht genannt werden und denen andere Urteile gegenüberstehen, soll es möglich sein, die landwirtschaftliche Produktion derart zu steigern, daß wir vom Ausland unabhängig werden. Der Minister fuhr fort: Die Steigerung dieser Produktion ist aber notwendig, um die Passivität unserer Handelsbilanz zu mildern oder ganz zu beseitigen. Ich darf darauf hinweisen, daß der Einsiibrüberschuß des vergangenen Jahres rund 2,7 M i l l i- a r d e n Mark betragen hat. Die Summe entspricht ungefähr dem Werte der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die aus eigener Scholle bätten gewonnen werden können. Gelingt es, die land- wirtschaftliche Produktion Deutschlands in dem möglichen� Umfange zu steigern, so wird auch, wie schon in der Vorkriegszeit, die deutsche Landwirtschaft dazu beitragen können, Ueberschüsse in dos Ausland zu exportieren. Ich möchte nur an die früher so bedeutungsvolle Ausfuhr an Zucker erinnern, die im Jahre 1913 einen Wert von nicht wenniger als 264 Millionen Mark gehabt hat. Ueber die Einwände der Wissenschaft ging der Minister mit einer Hanbbewegung hinweg. Er behauptet, daß die Landwtrtsckaft des Auslande« immer billiger produzieren werde, ol» die deutsche. Infolge der zu großen Einsuhr machten sich bereit» Anzeichen für einen Uebergang der Landwirtschaft zur extensiven Wirtschaft bemerkbar, was unter allen Um- ständen verhindert werden müsse. Das gehe mar dadurch, daß man der Landwirtschaft durch Schutzzölle stabile Preise verschaffe. Die vermehrte Erzeugung würde dann dafür sorgen, daß das Angebot steige und die Preise auf einer mittleren Linie stehen bleiben würden. Der Minister meinte, es sei durchaus verständlich, wenn di« gegen. wärltgen Hoheit Getreidepreise mich diejenigen, die an sich einem Getreideschutzzoll zustimmen, zunächst davon abschrecken; indessen muß berücksichtigt werden, daß die gegenwärtige Drelclage nur der seit dem Kriege auf allen Gebieten der Weltwlrtschait bestehenden Teuerung entspricht, und daß mit einem Sinken der Pre'se in ent> sprechender Zeit gerechnet werden muß, vor allem, da die Ernte- auestchten günstig stnd. Dlese Angst vor einer Preissenkung, die vielleicht einmal ein- treten kann, ist bestimmend für die Einführung der Agrarzölle, vcn der der Minister hofft, daß sie auch bei Hendelsvertragsverhand- lungen eine Rolle spielen würden. Da man aber nicht weiß, wann Handelsverträge mit Getreidezöllen zustande kommen und daher be- fürchten muh. daß di» erhöhten autonomen Zölle(7 M. für Roggen. 7,50 M. für Weizen) in Kraft treten, sind in dem Entwurf für eine Nebergangezelt bis zum Beginn des nächsten Gctreldewirtschasts- sahres, also bis zum 31. Juli 1926 ermäßigte Zölle vor- gefchlaaen, nämlich 3 M. je Doppelzentner Roggen, 3,50 M. se Doppelzentner Weizen, 2 M. je Doppel- zentner Ger st« und 3 M. se Doppelzentner Hafer. Truöchen unS Sie Kriegsfahne. von Pavl Gukmcmn. Jeden Tag sehe ich Trudchen auf ihrem Rad an mir vorbeifahren, den Blick sehnsüchtig In» Weite gerichtet, al» strebt« sie irgendeinem Retter in die«rbarmungsvoll geöffneten Arme. Sie ist blond, etwa» sehr lang und etwa» sehr mager, wie eine angehende Schwindsüchtige, di« von einem inneren Feuer oerzehrt wird. Dies« ein wenig ge- spensterhafter Erscheinung beunruhigt mich: denn von der Lenkstange ihres Rades flattert kühn und trutzig in winzigem Format die Kriegs- lohne de» deutschen Kaiserreichs. Was will Trudchen? Eine kämpf lvstcge Amazone Hab» ich mir bisher ander» vorgestellt, stärker, her- ausfordernder, heldenhafter. Trudchen ist«in bescheidene» junges Mädchen von sechzehn Jahren, da» wahrscheinlich auf dem letzten Schulzeugnis im Betragen und in Religion die Note 1 erhalten hat. Ader Trudchen radelt mit der Kriegsflagge, ist sicherlich von dem Glauben an eine große Misston erfüllt und fordert ihr Zeitalter, wie ihr Köpfchen es versteht, i» die Schranken. Trudchen Hot sanfte Bücher gelesen, in denen viel von Frauendemut und christlicher Nächstenllebe, außerdem von Mondschein und dem Zirpen der Grillen die Rede ist. Der Schlachtendonner ist in diesen Büchern nur ein fernes Gewittergrollen an einem entzückenden Iuniabend. Wae will also Trudchen mit der Kriegsfahne? Ist sie ein« blutdürstig« Amazone, die es nicht erwarten kann, da» Kme aus die Brust des erschlagenen Feindes zu setzen? Schwärmt Trudchen nicht für einen ek».«falls blonden Jüngling, den sie in nicht allzu ferner Zukunft hei- raten möchte? Wünscht sie, daß dieser Jüngling demnäckjst, von einer Granate zerrissen oder von Giftgas erstickt, sein Leben heldenhaft aushaucht oder, wenn ihm dieses Glück nicht beschteden. daß später ihre Söhne mit herausquellenden Eingeweiden im Drahtverhau zu Tode zappeln, von Tanks zermalmt oder von elektrischen Strömen von irgend woher vernichtet werden? An alles dies denkt Trudchen sicherlich nicht, aber Brüder und Vettern. Vater und Onkel schwärmen ja auch für die Kriegsfahne, und während sie friedlich ihr Bier trinken und die Pfeife rauchen, wünschen sie der halben Welt den Tod und lassen irgendeinen Schlachtenlenker, der vielleicht in Holland ebenfall» zufrieden seine Pfeife raucht, hochleben. So vegetiert Trudchen in einer Atmosphäre von Stumpfsinn, Blut, Dierdunst und(Sartelssaubcgeruch, und während der Held, den alle ihre erwachsenen Verwandten und Bekannten als Retter des Vaterlandes zum Präsidenten gewählt haben, jedem, der es hören will, von der Befriedung der Welt redet, gondelt Trudchen siegesbewußt mit der Kriegsfahne durch die Wettges chichie. In 13 Stunden von London nach Vcrttn und zurück. Zur Der- eidiguug de» Reichspräsidenten ist der englische Flieger Alan Cob ha w m feiaea Flugzeug nach Berlin gekommen und noch am selben Tage zurückgefahren. Er«rzähtt von dieser kleinen Reise in der»Daily Mail":.Nach dem Frühstück fuhren wir von London nach Berlin ab und kamen dort nach einem Fluge von 6 Stunden zum Mittagessen an. nachdem wir gegen 1000 Kilometer zurück- gelegt hatten. Es war eine höchst bequeme und angenehme Fahrt. denn wo hat man wohl mehr Ruhe al» hoch oben in den blauen Lüften? Ich saß behaglich auf meinem Führersitz: niemand be- hclligte mich, niemand wollte mich sprechen, kein Telephon läutete, und die Fahrt selbst war«in Kinderspiel und lange nicht so nerven- anspannend wie eine Automobiltour, denn in der Lust gehört dem Flieger der ganze wette Raum. Mein» Maschine war dieselbe, mit der ich meine Reise nach Indien und von dort zurück gemacht hatte, und in der Kabine war mein Ingenieur Elliot. der mitreiste. Als wir über dem Kanal waren, wollte ich mit Elliot sprechen und öff- nete da» Kabinenfrnster. um nach ihm zu sehen. Wie gewöhnlich hatte die süß? Ruhe im Flugzeug, die reine sauerstoffhaltige Lust in 3000 Fuß Höhe und oa» einschläfernde Surren der Maschine ihn in einen ruhigen Schlummer versenkt, und er schnarchte mit einem Lächeln auf den Lippen. Ich schloß da» Fenster. Ich bin sicher, daß«ine Flugreise die beste Ruhe in der Wett für müde Leute ist. Wir landeten aus dem neuen Flugplatz in Tempelhof. der nach meiner Anficht einer der schönsten Flughäfen der Well werden wird, und 20 Minuten später waren wir in unserem Hotel. Um 341 Uhr kam Präsident von Hindenburg nach der Eidleistung aus dem Reichstag. Ein schneller Kraftwagen wartete bereits, und um 1 Uhr waren wir mit dem Photographen der.Daily Matt" am Flugplatz. Da alle Zollformalitäten vorher erledigt waren, waren wir ein« Minute später in der Luft und kehrten ohne Ausenthalt nach London zurück. Wir landeten nach einer Fahrt von 631 Stunde« um 318 Uhr in London. Danach ist es also für einen Geschäftsmann möglich, den ganzen Morgen noch seinem Beruf in der Londoner City nachzu- gehen, dann nach Berlin zu fliegen, wo er noch zum Theater zu- rechtkommt. Dann kann er sich den ganzen nächsten Morgen seinen Geschäften in Berlin widmen und am Nachmittag nach London zu- rückkehren und dort zu Abend essen. Er legt so gegen 2000 Kilo- meter in nur 13 Stunden zurück und ist nur 32 Stunden von Hause fort. Mit Eisenbahn und Dampfer würde eine solch« Reise we- nigstens 5 Tag« dauern." Die Bekämpfung der Schlafkrankbelk. Der englische Uriterstaat». sekretär im Kolonlalamt sagte in London bei der Eröffnung der Lölkerbundskonserenz zur Bekämpfung der Schlafkrankheit In Afrika, dl« britische Regierung sei der Ansicht, daß di« Zeit gekommen sei, ernstlich die Bekämpfung und, wenn möglich, die Ausrottung der Tsetse.Flieg« in Lngrtfj zu nehmen, um so für die afrikanischen Eingeborenen und den ganzen Kontinent etwas wirklich Wertvolles zu leisten. Er schlug vor. daß eine neu«, wenn möglich internationale Kommission nach Afrika entsandt werde, um da« Gebiet, in dem die Tsetse-FNege vorkommt, zu erforschen. Versuche zweck« Aus- ratttmg der Fliege zu uiuernehmen uud sowohl ein« Heilmethode I als auch ein Dorbeugungsmittel gegen die Schlafkrankheit bei Mensch und Tier zu suchen.(Bekanntlich hat die deutsche Wissenschaft hier schon bahnbrechend vorgearbettet.) Die Entfernung der Spiralnebel. Zu den Problemen, mit denen sich gegenwärtig dl« Astronomie besonders eifrig beschäftigt, gehört die Frage, ob die Spiralnebel unserem Sternfyslem angehören oder ob sie selbständige, weitenisernte Sternsysteme sind,„Wettinssln", die ihrer Ausdehnung und Sternenzahl nach etwa mit dem Milch- str-.lßensystem zu reigleichen sind. Man hat nun in den Spiral» nebeln, hauptsächlich in dem am meisten untersuchten A n d r o» meda-Nebel, zahlreiche neue Sterne beobachtet und daraus für diesen Nebel eine Entfernung von mindestens 600 000 Lichtjabren errechnen wollen. Danach würde der Andromeda-Nebsl etwa dieselbe räumliche Ausdehnung wie die Milchstraße haben, aber weit außer- halb der Grenzen des Milchstraßensystems liegen. Die inneren Bs- wegungen, die manche Aslronome in einigen Spiralnebeln fettgesteltt haben wollten, deuten jedoch auf viel kleinere Dimensionen dieju Objekte bin und aus entsprechend kleinere Entfernungen. Einen neuen wichtigen Beitrag zur Klärung dieser Frage bringt nun ein Dortrag des amerikanischen Astronomen Hubble. über den in den .Naturwissenschaften" berichtet wird. Es ist Hubble auf dem Mount» Wilson-Obseroatorium gelungen, im Andromeda-Nebel zahlreiche veränderliche Stern» zu entdecken, von denen 12 der Klasse der so» genannten„Cepheiden" angehören. Au» den nunmehr bekonnten Perioden dieser 12 Sterne können ihre absolüten Helligkeiten ab» geleitet werden, und daraus vermag man ihre Entfernungen und somtt auch die.Entfernung des Nebels, in dem sie liegen, zu berechnen. Danach erweist sich die Entfernung des' Andromeda-Nebel» als stanz ungeheuer groß und läßt sich mit rund 1 Million Licht- fahren angeben. Eine Entfernung von derselben Größenordnung hat Hubble durch ein ähnliches Verfahren auck für den bekannten Spiralnebel Mesiier. 23 Trianguli gefunden. Mit Hilfe des großen hundartzölligen Spiegelteleskops des Mount-Wjlson-Observcitoriums tonnten die äußeren Partien des Ändromsda-Nebels In Myriaden von schwachen Sternen zerlegt werden. Danach scheint es doch, daß die Spiralnebel gcwalliae selbständig« Sternsyftrme darstellen, und daß es sich hier um»Weltinseln" Handell, die in ungeheurer Eni»' sernung liegen._ ©'« Vollv'0dr» Sr+rnU im TSeiter irrn Eiilompkeh nt« l,4t« Wen- e'nltudierun-, biejer Spieljett Schiller».FieZeo" unter der Zkezie ooa Fritz H oll. ®1» Vrr-'njgurn stlest'erlsck.n: JUTn'tmtPS-ide«ält am Scn-alrnb, mbtan» 12 lltzr, im Tfifat'tmifTenljftnfin.chen ftnftitnt der-Sre öfmtl'äje ffleneralBtiiammfima ab UcSer.Die libSvlerikche TZtio- teit de« Reflifseur«' refeiwen Max Herrmann, B. Viertel, Dcorg Kaiser, Paul Vetter, Max Schilling«. verPömmelaag«wer berfl' mf'it SoMn-S'ftfa«. Cf're«»er dcrüd-»ieften Betfe Rodin», die Branz-ltaine.Der erde M-nsch'. die im Nod'n.Mu'cim van Mendon, der früheren Viva de» Meister», steh«, ist von Sindreckern arg verstümmelt worden. Die Berhrecher wollten.ruaenstheinü» die beiden Soßen Lronzefiguren.Der eilte Men'ch' und.Der Schatten«, die im arten standen, weasckasten. Da die Bildwerk, aber zu schwer waren, so schlugen sie dem.ersten Mensch«»' die beiden Lewe und den Ar« ab«id schleppte» sie(ort Der Entwurf steht außerdem die Aufrechterhaltung der Be.| und Vermögenssteuer weitgehend abgebaut werden. Dar| Beimarer Berfaffung. Seiber stehe der§ 76. der für Berfeffungsftimmung des§ 1 Abs. 2 des Zolltarifgefeges über die bei Vertrags. aus erklärt sich das Verfahren des Reichsfinanzministeriums, verhandlungen einzuhaltenden noch immer die alten Boranschläge einzusehen. Miadeftzölle Dor, abgesehen von der Renderung des Mindestzolches für Gerfte. Danach dürfen die Soulsäge bei vertragsmäßigen Ab. machungen bei Roggen nicht unter 5 M., bei Weizen nicht unter 5,50 m., bei Gerste nicht unter 2,30 M. und bei Hafer nicht unter 5 M. je Doppelgentner herabgelegt werden. Durch diese Auch Kartoffelzälle! Die Wenn der Landbund Geschäfte macht. Ein neuer Landbundskandal. Den vielen Bandbundskandalen reiht fich jetzt ein meiterer an. Die von dem Borfizenden des Westernberger Landbundes, Herrn Hauptmann Gräfer Reppen, aufgezogene und von der ZentralDer Entwurf bringt ferner den Borschlag eines Balles auch für genoffenschaftskasse des Landbundes seit etwa einem halben Jahr Herbsttartoffeln. In der Borkriegszeit waren nur Früh: beaufsichtigte Landbank in Reppen hat Konturs gemacht. fartoffeln mit einem Boll belastet, da sie nur zu Breifen eingeführt zu verzeichnen ist eine in die Hunderttausende gehende werben fonnten, die weit über den deutschen Kartoffelpreisen lagen, Schulbsumme. Ueber die Umstände, die zu dem Zusammen. und infolgedessen vom Massenfonsum ausgeschlossen waren. deutsche Landwirtschaft hat aber mit Erfolg den bruch des Bantunternehmens führten, erfahren wir folgendes: Versuch unternommen, die Bersorgung der deut. schen Bevölkerung mit Kartoffeln wie in der Borerfte Tat war die Herausgabe eines fogenannten Zanbbundgelbes triegszeit vom Auslande unabhängig zu machen. Die deutsche Bevölkerung fann schon heute aus deutscher Ernte persorgt werden. Der Entwurf sieht einen Kartoffelzoll von 50 Bf. je Doppelzentner vor. Auch hier hat die Reichsregierung für die Beit bis zum 1. Juli 1926 einen ermäßigten Uebergangs8011 in Höhe von 25 f. für zweckmäßig gehalten. Für Fleisch with die Wiederherstellung der allgemeinen Borkriegszölle vorgeschlagen Bei Gefrierfleisch, Speck und Büchsenfleisch sieht der Entmurf mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage der unter der allgemeinen Not Schwer leidenden Verbraucherschaft für die bereits mehrfach er. wähnte Uebergangszeit bis zum 31. Juli 1926 ermäßigte 3ofäge por und zwar für Gefrierfleisch und Büchsenfleisch in Höhe von 20 m. je Doppelzentner( statt 45 bzw.75 m.) und für Sped in Höhe von 24 m.( statt 36 m.). Reben diesen brei von mir stizzierten Hauptgebieten der land wirtschaftlichen Produktion sieht der Entwurf noch die Regelung metterer landwirtschaftlicher Bollfragen vor, die insbesondere für bie mittleren und fleinbäuerlichen Betriebe von größter Bedeutung find. Ich möchte nur furz darauf hinweisen, daß in dem Entwurf auch die Fragen des Zollschuhes für Gemüse, Obff, Gartenbauerzeugnisfe, Brffer, Käse, Defe und Feffe geregelt find. Der Minister betonte dann noch einmal nachdrüdlich, daß die Regierung bei der Einführung der Agrarzölle nur das Wohl der Gesamtvolkswirtschaft im Auge habe. Die Agrarzölle feien infolge der Goldentwertung in Wirklichkeit niedriger als die Borkriegszölle. Best bleibt! Die Sozialdemokraten räumen ihm im Aufwertungsausschuß einen Sit ein. Durch den Austritt des Aufwertungsfachverständigen Dr. Be ft aus der beutschnationalen Fraktion ist dieser hervor. ragenbe Renner der ganzen Aufwertungsprobleme um feinen Siz im Aufwertungsausschuß gefommen. Er hat sich an die fozialdemokratische Reichstagsfraktion gewandt, ob sie ihm für die Ausschußverhandlungen einen von den ihr zustehenden acht Sigen überlassen wolle. Die sozialdemokratische Frattion hat beschlossen, diesem Ersuchen nachzufommen. Es ist tenn zeichnend für den Umschwung, der seit den Reichstagswahlen eingetreten ist, daß der erste Bertrauensmann der Auf wertungsgläubiger im Reich, Dr. Best, der von den Deutsch nationalen nur um des Stimmenfangs millen aufgeftelt morden ist, sich an die Sozialdemokratie um Hilfe menden muß, um im Aufwertungsausschuß zu Worte tommen zu fönnen. Im übrigen behalten Herr Dr. Best und die Sozialbemo fraten im Ausschuß einander gegenüber volle Handlungsfreiheit. Die Steuereinnahmen des Reichs. Die Massenbelastung im April. Das Reichsfinanzministerium veröffentlicht soeben die Uebersicht über die Einnahmen des Reichs an Steuern, 3öllen und Verbrauchsabgaben im Monat April. Diese Uebersicht bietet das übliche Bild: die hohen Erträge der Mallen steuern laufen mit großer Regelmäßigteit meiter. Das Auftommen an Lohnsteuer beträgt 126 millionen gegen 125 Millionen im Durchschnitt der letzten Monate. Die 3olle und Verbrauchssteuern brachten 148 Millio nen wie in den beiden Vormonaten. Die Steuern der Maffen. belastung insgesamt haben wieder 67 Proz. der gesamten Steuereinnahmen aufgebracht gegen 69 Proz im Durch schnitt des letzten Rechnungsjahres. Interessant aber ist, daß das Reichsfinanzminifterium auch diesmal wieder die Boranschläge der einzelnen Steuern mit denselben Beträgen einsetzt wie während des Rechnungsjahres 1924/25, obgleich diese Zahlen durch die tatsächlichen Erträge längst überholt find. In welche Maße gerade die Erträge der Massensteuern gestiegen sind, erkennt man erst dann, wenn man das Ergebnis des Monats April 1925 mit dem Ergebniis im April des vorigen Jahres vergleicht. Es tamen auf: im April 1925 im April 1924 Lohnftener Umiazsteuer Beförderungssteuer Zölle und Verbrauchssteuern Maffenbelafiung. in Millionen Mart 126 79 156 18 187 26 148 93 • 437 346 änderungen eine qualifizierte Mehrheit fordert, dieser Berfassungs. reform im Wege. Mit seiner Hilfe habe die Nationalversammlung dem deutschen Volte für Zeit und Ewigkeit die Berfassung aufge zungen. Wenn der Feind nicht mehr im Lande stehe, müsse auf dem Wege emnes Referendums diefer undemokratische Artitel beseitigt werden. Heute keine Botschafterkonferenz. Frankreich und England noch nicht einig. Paris, 19. Mal.( WEB.) Die Sihung der Botschaftertonferenz, die fich morgen mit der Entwaffnungs- und Räumungsfrage belhäftigen sollte, ist, wie savas berichtet, abgesagt. Es fel noch fein völliges Einverständnis zwischen Condon und Paris erzielt worden. Condon, 19. Mal( WTB.) Reuter erfährt, daß das Sefrefaclat der Boffchafterfonferenz zurzeit eifrig damit beschäftigt ist, die Gegenfäge in der britischen und der französischen Failung. der geplanten Entwaffnungsnote an Deutschland auszugleichen. Das Ergebnis diefer Beratungen merde der Botschafterkonferenz spätestens in einer Woche vorgelegt werden, doch sehe der genane Zeitpunkt noch nicht feft. Zum Unglück auf Zeche„ Dorstfeld". Eine fozialdemokratische Anfrage. Die Lanbbant in Reppen wurde im Herbst 1923 gegründet. Thre ( Roggengeld). Mit diesem Geld wurde gewirtschaftet als wenn davon ein unerschöpflicher Borrat vorhanden wäre. Es wurde ein Direttor angestellt, der ein Leben wie der Schah von Persien führte. Er legte sich Automobile, Motorräder, Reitpferde, Diener, a fogar einen landwirtschaftlichen Betrieb zum Preise von teilten mit ihm das herrliche Leben. Plötzlich wurde das Gelb 120 000 Goldmart zu. Dutzende seiner Freunde und Komplicen alle. So flug mie man sich dünfte, wußte man sich zu helfen, indem man die Behnpfennigscheine einfach zu Hundertpfennigscheinen umwandelte. Auf diese Weife fonnte man sich wieder eine Weile Im Zusammenhang mit dem Grubenunglüd auf Seche halten. Der Dalles sollte aber doch zum Vorschein fommen. Die Dorft felb ftellt die sozialdemokratische Fraktion Stadtbantinstitute von Reppen und Drossen, sowie die bes Landtages folgende Fragen an die Preußische Regierung: 1. Auf Kreisbant präsentierten der Landbank die von ihnen ein welche Ursachen ist bie angebliche Sprengstofferplosion zurüd gelösten 2 andbundscheine mit dem Ersuchen, ihnen dafür zuführen? 2. Waren die im Sprengstoffmagazin und feiner Um ordentliches Geld auszuhändigen. Das fonnte man nicht. Anstatt gebung alle vorgeschriebenen Sicherheitsmaß. schon jetzt Konkurs zu machen, mischte sich der Reichslandbund nahmen getroffen? 3. Rann eine plausible Erklärung dafür ge. dazwischen. Er ft redte Geld oor, feßte ein neues Direttorium geben werden, daß auf der 1000 meter weiten Weglänge ein und gestattete, daß die Bant weiterwirtschaften durfte. Jegt ist, die Explosionsstichfiamme trog der angeblichen zahlreichen Gesteins. wie gesagt, die Pleite da. Das Bantunternehmen ist völlig ruiniert. ftaubsperren nicht erstidt wurde? 4. Wie ist es erflärlich, daß troj Die Bauern und Kunden der Bant find ihr Gelb der behaupteten. Gesteinsstaubisolierung die schredliche Bir los und die Genossen müssen schmer büßen. Der noble Herr Direttung der Sohlenstauberplofion eintreten fonnte? 5. Sind in dem tor hat dagegen das Weite gesucht. Steigerevier, das von der Rohlenstauberplosion betroffen murbe, alle gefeßlichen Borschriften beachtet worden? 6. Welche Maßnahmen gedenft die Staatsregierung zu ergreifen, um der ent. fehlichen Häufung von Massenfatastrophen im Bergbau vorzubeugen? Die Frattion will versuchen, diese Anfragen in einer der ersten Sitzungen des Landtages zur Berhandlung zu bringen und die Ueberweisung an den Unterausschuß des Ausschusses für Handel und Gewerbe beantragen, bem auch die Anfragen über Minister Stein" zur Beratung vorliegen, damit biese Arbeiten bei ben Be ratungen im Hauptausschuß Verwendung finden tönnen. Diese Borgänge beleuchten aufs neue die Methodent, mit denen heute im Landbund gearbeitet wird. Sie sind gleichzeitig aber auch eine Glosse auf das Gerede diefer Leute von der Reinigung des öffentlichen Lebens". Zu bedauern find nur bie vielen fleinen Leute, die sich ahnungslos dem Landbund hingeben und sich von ihm das Fell über die Ohren ziehen lassen müssen. Was gedenten im übrigen die Regierungsstellen zu den vielen Fi nangitanbalen zu tun, die bie Landbundorganisationen in Letter Beit verbrochen haben? Wenn der Ordnungsblod regiert. Ein Bürgerblock.Bürgermeister. Aus Senftenberg( Niebarfaufig) wird uns gefchrieben: Seit dem 4. Mai 1924 herrscht im Senftenberger Stadt parlament mit unumschränkter Willkür der Ordnungs. blod. Der Rechtsbeirat und der Stahlhelmhäuptling Dr. Jahnte vom Niederlaufiger Bergbauverein ist fein geistiger Führer. Bor der mahl rief er in ben bürgerlichen Zusammenfünften pathetisch aus: Das politische Leben müßte von sozialistischer Mißwirtschaft und Don Edhiebern gereinigt werden. Ebenfalls müßte die Finanzpolitit in Senftenberg auf neue Grundlagen gestellt und bedeutende Steuer. erleichterungen für die Realsteuerzahler gefchaffen werden. Daß in der Steuerfrage der Ordnungsblod großes Fiasto ge. macht hat, ist bekannt, ebenso ist bekannt, daß durch die großzügige Finanzgebarung des Ordnungebloces die legte Substanz der Gemeinde, die 2augtwiefen, verschleudert und den Intereffen der Mitglieder des Ordnungsblodes geopfert wurden. Tie Quittung für diefe famose Steuerpolitik wird bei den fommen. den Gemeindemahlen nicht ausbleiben, denn der Ordnungsblod ift furz vor seiner Auflösung! Von welchen Männern soll nun das Anfang Mai wurde öffentliche Leben gereinigt werden. dez neue Beigeordnete( unbefolbeter zweiter Bur germeister) gemählt. Der Ordnungsblod wählte den Rettor Brila, der aus Spremberg megen Streitigkeiten mit feiner G meinde im Intereffe des Dienstes nach Senftenberg verfekt wurde. In Nr. 67 der Märkischen Voltsstimme" vom 20. März wurde unter Gerichtliches" aus Spremberg folgendes berichtet: Begen Betruges standen der Reftor Otto Bröse, jezt in Senftenberg, und der Malermeister Johannes n. aus Slamen vor Gericht. Beide werden beschuldigt, bei einem Hausverkauf resp. Haustauf das Bermögen des Juffizfistus wie auch dasjenige des Notars gefchädigt zu haben, indem sie die wirkliche Kaufsumme viel niedriger in dem Kaufvertrag angaben. Jn zwischen sind nun die beiden Freunde verfeindet, und durch diefe Feindschaft hat sich dieses Etrafverfahren entwickelt. Beide An getlagten entschuldigten ihr Verhalten mit der Inflation, welche auch diefe Tat verurfacht habe. Das Urteil lautete für beide Angeflagten auf 100 0. Geldstrafe und die Kosten. Diefer Bröße ist jezt als 2. Bürgermeister gewählt, er ist zeitweilig Polizeinerwalter und Wächter über die gefeßliche Ordnung. Kann ein Mann, der wegen Betruges angeflagt und verurteilt murbe, Hüter des Gesetzes und der Ordnung sein? Nach Anficht des bürger. lichen Ordnungsblods anscheinend, sonst hätte er ihn nicht gewählt! Volksparteiler gegen Stresemann. Dieser Bergleich zeigt, daß bas Aufkommen sowohl der Die Braunschweiger Regierungsparteien wünschen keine Eine Niederlage Dr. Heims. Nicht mehr Präsident der bayerischen Landes. bauernkammer. München, 19. Mat. Eigener Drahtbericht.) Bei der konftitu. ierenden Sigung der Bayerischen Landesbauernkammer, die fürzlich nou gewählt wurde, erlift Dr. Heim, der Präsident der Bauern fammar feit ihrem Bestehen, am Dienstag eine unerwartete Nieder lage. Mit 15 gegen 30 Stimmen der vereinigten Oppofition untere o lag er als Sanbibat bes Chriftlichen Bauernvereins gegen den Kandidaten bes Bandbundes Brieger, der zugleich deutschnatio naler Bandtagsabgeordneter ist. Dieses Ergebnis tam zustande z durch das Zusammengehen der Bauernbündler mit dem Landbund. Als erster Bizepräsident wurde der Bauernbündler Mitter meier und als 3weiter Bizepräsident Baron fetten vom Landwirtschaftlichen Verein gewählt, so daß die große Bauern organisation der Bayerischen Bollspartel im Präsidium der Landesbauerntammer überhaupt nicht vertreten ist. Diese Ausschiffung Dr. Heims hat in den Kreisen der Bayerischen Bollspartei eine ftarte Aufregung hervorgerufen, beren Auswirkungen im Hinblic auf die immer fritischer werdende bayerische Regierungsfoalition noch nicht abzusehen sind. München, 19. Mai( WTB.) In der Nachmittagsgung ber Landesbauernfammer gaben die aus der Gruppe des Chriftlichen Bauernvereins vorgesehenen Mitglieder im Hinblick auf die Borgänge in der Bormutagssigung die Erflärung ab, baß sie die Wahl nicht annehmen würden. Das Millionengefchent. Die Nuhrkredite vor dem Untersuchungsausschuß. Der Reichstagsausschuß zur Prüfung der an die Rubrindustrie gegebenen Kredite hielt am Dienstag feine fiebente Sigung ab. Ein Vertreter des Reichswirtschafts. ministeriums führte aus, daß nach dem Abkommen an den Ruhrbergbau auch die sogenannten unproduttiven Söhne gezahlt worden sind. Auch bei völliger oder teilmeifer Stillegung der Berge merte feien verhältnismäßig hohe Materialtoften zu deden. Gine paritätische Kommiffion habe früher schon festgestellt, daß die ge zahlten Entschädigungen nicht zu hoch feien. Ueber die Berechnung der Selbsttosten führte der Redner aus, daß fie fich zu 60 Prozent Die Gumme ber gezahlten Entschäbigungen bede fich mit den Ge auf die Löhne und zu 40 Prozent auf die Betriebstoften verteilten. tehungskosten. Eine Ueberzahlung ber Preise im freien Berkehr habe auf feinen Fall stattgefunden. Vorteile für die Vorberei fung der Förderung feien 3 war entstanden, aber in dem Say enthalten, der für die Materialtosten durch das Gutachten der paritätischen Kommission zugeftanden fei. Die nicht abzufezenden Haldenbestände feien an die Kohlenfinanzierungs- Gesellschaft bzw. bas Unterstützung des Außenminifters. Reich verpfändet worden, wofür die Zechen entsprechende Strebite Lohnsteuer wie der Hölle und Verbrauchssteuern gegenüber Braunfchwelg, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Braun erhielten. Diese verpfändeten Halbenbestände wurden nur durch dem Vorjahr um 63 Broz. gestiegen ist. Nur der Ertrag der Umsatzsteuer ist um 9 Broz gefunten, eine Folge der zwei- schweigische Landtag beschäftigte sich am Dienstag in fanger us bie Befagungsbehörde angegriffen und als erpreste Reparationen weggefchafft, wofür die Zechen wiederum Schadenersahansprüche Sprache mit dem Sicherheitsangebot der Reichsregierung. Die Abfteten. Daraufhin nurden die Bechfelforderungen des Reiches maligen Ermäßigung dieser Steuer von 2% Broz auf nun mehr 1½ Pro Insgesamt sind aus der Maffenbelastung zeichneten in ausführlicher Rede den Susammenbruch der Bhrasjen. Bechen burch den Wegwurf bar Haldenbestände erlitten batten. Insgesamt sind aus der Massenbelastung geordneten Genossen Thielemann und Steinbrecher term gegenüber ben Sechen aufgerechnet gegenüber dem Schaben, ben bie fa ft 100 millionen mehr aufgekommen als im pollit der Rechtsparteien und brachten folgenden Antrag ein: Der nächste Sigung am 27. Mat. gleichen Monat des Vorjahres. Landtag molle beschließen, das Staatsministerium zu ersuchen, bei der Reichsregierung dahin zu mirten, daß das vom Außenminister Stresemann von den früheren Re gierungen übernommene Brogramm der Verständigungspolitit gestrebt wird. Bei der Abstimmung stimmte die Barlamentarische burchgeführt und Deutschlands Eintritt in den Bölkerbund an Arbeitsgemeinschaft, in der die Rechtsparteien mit einem völkischen Abgeordneten vereinigt find, geschlossen gegen diesen Bolfsparteiler, die der Arbeitsgemeinschaft angehören, haben Antrag Er murde deshalb abgelehnt. Die Braunschweiger Politit ihres Barteiführers und Außenministers gestimmt. in nölliger Abhängigkeit von den Deutschnationalen gegen Bei weitem nicht so günstig haben sich die Befit fteuern entwickelt. Ihr Ertrag erreichte im Monat April 1925 216 Millionen, im April 1924 178 millionen, also nur ein Mehrauffommen von 38 millionen. Bon bem gefamten Mehrertrag der Reichssteuern im Monat April dieses Jahres gegenüber dem Vorjahre von 129 millionen dieses Jahres gegenüber dem Vorjahre von 129 Miffionen ftammen alfo 91 millionern aus der Massenbelastung und mur 38 Millionen aus her Befitbelastung. Verfassungsfeinde am Werk. Die Rache der Memeherrscher. Somno, 18. Mai( 0) Zu dem Attentat auf den sozialdemo fratischen Seinabgeordneten Martelis, bei dem dieser schmer litauische Armee heftig angegriffen und fie als eine Bande be verwundet wurde, wird jetzt bekannt, daß er in mehreren eben die zeichnet habe, welche frembes Gebiet( b. b. das Memelgebiet) geraubt habe. Es wird vermutet, daß das Attentat im 3u. alsobie Bruppe ber aus 23 i Ina ausgewiesenen Litauer Aufsehen, die jammenhang mit biefen Angriffen steht. Bel der Feier des litauijden Nationalfefttages in Somno erregte ein Platat mit der Aufschrift Auf nach Wilna!" trug. Obgleich somit die Maffensteuern weit mehr zu der günti gen Entwicklung der Reichsfinanzen beigetragen haben als Die Befihfteuern, follen nicht fie, sondern die Befihsteuern in erster Linie ermäßigt werden. Bei der Lohnsteuer hoben die Regierungsparteien foeben im Steuerausichuß eine ganz unzulängliche Er mäßigung befchloffen. Diese tieine Erleichterung Der Rechtsblock wünscht Berfaffungsänderung. mird aber mehr als aufgehoben werden durch die beabsichtigte Im Haushaltsausschuß des Reichstags forderte ber deulfdinatioVerschärfung der Verbrauchssteuern. Tabat nale Abg. Berndt die Einfegung eines 28gliebrigen Aus. und Biersteuer follen erhöht werden, ebenso die 3uder schuffes, her alle verfaiiungsändernden Anträge steuer. Bei den Besitzsteuern aber soll Einkommensteuer I beraten foll. p. Sardorff begrüßte die Wünsche nad Reform der Nene Lohnsteuer ab 31. 2tal. Der Steuerausschuß des Reichs. tags befchäftigte sich am Dienstag mit bem Steuerüberleitungsgeleg, bas mit einigen Aenderungen angenommen wurde. Die neue Lohnsteuer soll mit dem 31. Mai d. 3. in Kraft treten. Am Mittwoch wird sich der Ausschuß mit dem Problem des fo. genannten Verlustvortrags, der eisernen Bestände und mit der For berung der Einkommensbesteuerung nach einem dreijährigen Durch schnitt beschäftigen. Jedem Arbeiter sein eigenes Auto. Ein Dozent der Technischen Hochschule in Charlottenburg, Brofeffor Dr. Georg Schlesinger, Fachmann der Fabritation, insbesondere Spezialist auf dem Gebiete des Werkzeugs und der Werkzeugmaschinen, hat von Mitte August bis Ende November 1924 eine Studienreise nach den Vereinigten Staaten von Nordamerita unternommen. Ueber seine Erfahrungen berichtete er im Januar vor dem Reichsverband der Automobilindustrie; der Vortrag ist fürzlich auch als Privatdrud herausgegeben worden. Die bekannte Tatsache wird erneut bestätigt, daß der amerikanische Automobilbau dem deutschen gewaltig überlegen ist. Die amerikanischen Fabriken stellen im Jahre 4,5 Millionen Kraftwagen her, oder an jedem Tag im Durchschnitt 15000 Stüd. Alle deutschen Fabriken zu fammengenommen, etwa 90, brachten es im Jahre 1924 auf rund 30000 agen, also auf täglich 100 Stüd. Man hofft in diesem Jahre auf 300 Wagen täglich zu fommen, im ganzen Jahre also auf 90 000 Stüd. Woher tommt diese Ueberlegenheit der amerikanischen Automobilindustrie, nicht nur in der Stückzahl, sondern auch in den weit niedrigeren Preisen, trotzdem die Löhne vier- bis fünfmal so hoch find als bei uns, und die Preise der Materialien zum mindesten nicht niebriger? Schlesinger erflärt sie aus der unvergleichlich besseren technischen Einrichtung, sowie aus der vollendeten Löfung ber Materialtransportfrage in der Werkstatt. Hören wir, was der deutsche Fachmann, der vom Unternehmerftandpunkt urteilt, im einzelnen fagt: Der amerikanische Fabritarbeiter arbeitet nicht im mindesten mehr als der deutsche. Ein erheblicher Teil der Meister, Borarbeiter und Werkzeugmacher, die Schlesinger in Amerita traf, waren Deutsche und noch nicht gar so lange brüben. Er verlangt eine Schonzeit für die deutsche Automobilindustrie von drei Jahren, um sie wieder wettbewerbsfähig machen zu tönnen. In dieser Zeit hätten die fleinen Werfftätten zu verschwinden, die größeren Fabriten, die nicht ihre Einrichtungen vollständig erneuern fönnten, müßten zusammengelegt werden oder ebenfalls sterben. „ Erleichtert wird der Umstellungsprozeß", so sagt Schlesinger meiter, und der Konkurrenztampf dadurch, daß die Lebens Derhältnisse in Deutschland unter Berüdsichti. gung der billigeren 2öhneetmanur zwei Fünftel an Lohnsummen verlangen, wie in Amerifa, und wenn die neunte Arbeitsstunde bleibt, daß wir wiederum um rund 10 Proz. billiger arbeiten als die Ronturrenz auf der anderen Seite. Dabei aber möge man folgendes überlegen: Das billige Ford. Auto fostet drüben neu 259 Dollar 1200 Mart. Es ist vier Jahre brauchbar, für Betriebskosten und Abschreibungen find 300 Dollar oder 1220 m. im Jahr zu rechnen. Was bedeutet das unter Heranziehung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiter hier und bort?" fragt Schlesinger. Und er gibt darauf die folgende Antwort: „ Der ungelernte amerikanische Arbeiter verbient im Durchschnitt wöchentlich 30 Dollar, der Ge. lernte 50 Dollar, d. h. 1600 bis 2500 Dollar im Jahr, von benen er als einzelner mindestens 90 bis 100 Dollar nur für Straßenbahn und Eisenbahnfahrten jähr. Internationale Arbeitskonferenz. Itch ausgeben muß. Bei drei Berdienern in der Familie sind die 300 Dollar für die Ford" bereits durch Ersparnis an Straßen bahn allein herausgewirtschaftet, und nun hat der Arbeiter fein Auto wie der Beffergestellte und ist ein freier Mann!... Der deutsche gelernte Attordarbeiter verdient heute 1600 Mart jährlich, wie joll er in absehbarer Zeit an den Kauf eines Autos von 1200 m. denfen; es reicht gerade zum Fahrrad für 100 M. Das wird für lange Zeit das Fahrzeug" des geplagten, verarmten Deutschen und nicht bloß des Arbeiters fein. Ms Schlesinger dem Generalsekretär Fords diese Rechnung machte, habe dieser mütend gemeint: .Da müßt ihr eure Urbeiter eben hoch genug bezahlen!" Borauf Schlesinger etwas von der deutschen Schuldknecht schaft murmelte. Unsere Verheißung in der Ueberschrift gilt also noch längst nicht für den deutschen Arbeiter. Die deutschen Automobil fabriten hatten bisher genug damit zu tun, um auf Kosten der Arbeiter ihre Kapitalien zu vermehren, die Preise für ihre Wagen hochzuhalten und nach hochschußzollen zu rufen. Im übrigen beließen sie es zumeist bei ihren rückständigen Produktionsmethoden. Einige der größeren deutschen Automobilfabriten haben in ihrer Goldbilanz folgendes Aktienkapital festgesetzt: 1924 25,46 min. 1,6 Adlerwerle Apollowerle Benz Daimler 0 1913/14 18,0 Mill. 1,0 22,0 20,92 8,0 36,36 " Dürkopp 4,5 7,05 Fafnir 2,0 1,92 Hania Lloyd 4,4 4,81 Mannesmann. 2,0 5,0 Redarfulm. 8,6 8,01 1,5 2,05 15,78 0 Bresto Wanderer 3,5 Hieraus und auch aus den Mitteilungen über die Abstoßzung der hypothefen- und Obligationsschulden sowie aus der Bemessung der Sachwerte ergibt sich, daß die deutschen Automobil. industrien ihre Substanz nicht nur erhalten, sondern zum Teil noch gewaltig vermehrt haben. Sie wären also sehr wohl in der Lage, mit beschleunigtem Tempo ihre Betriebs. einrichtungen auszubauen, um durch eine wesentliche Verbilligung ihrer Erzeugnisse den Bedarf zu heben und der amerikanischen Konkurrenz die Spitze zu bieten. Statt dessen wollen sie die Grenzen gegen die billige amerikanische Einfuhr noch dichter sperren, um in deren Schutz die alten Methoden des Lohnbruds und der überlangen Arbeitszeit anwenden zu fönnen und dazu noch die kleineren Betriebe im Inlande niederzufonfurrieren. Die Arbeiter haben tein Interesse an der von Schlesinger ge forderten Schonzeit auf ihre Kosten; sie verlangen die An. poffung ihrer Löhne an das Niveau der anderen Industries länder, damit das Wort Jebem Arbeiter sein eigenes Auto" nicht nur für die Bereinigten Staaten gilt, sondern auch für Deutschland teine Utopie bleibt. seinen Berpflichtungen den ausgedienten Arbeitern gegenüber Platz zu greifen. Bei der lehten Lohnerhöhung am 1. März find die Ruhegelbempfänger nicht berüdlichtigt worden. Auf eine Eingabe bes Berbandes der Gemeinde und Staatsarbeiter gab der Magiftrat erit überhaupt feine Ant Sonnabend vor fich gingen. Wie Genosse Polenste gestern in einer sehr start besuchten Bersammlung der Ruhelohn empfänger mitteilte, machte der Magistratsvertreter die Er. empfänger mitteilte, machte der Magistratsvertreter die Er höhung der Ruhelöhne abhängig von der 3ustim mung des Berbandes zu der Penfionstaffenrege. lung, wie der Magiftrat sie sich denkt. Dieses Diftum mußte um so mehr zurüdgewiesen werden, als auch der findigste Jurist zwischen beiden Dingen feinen Zusammenhang fonstruieren kann. Bemerkens wert ist, mit welchen Witteln man versucht, die alten Leute um Genf, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Siebente Internationale Arbeitsfonferenz wurde am Dienstagvormittag um 11 Uhr eröffnet. Von den 56 Mitgliedern des Arbeitsamtes sind 42 Staaten mit 308 Delegierten und Sachverständigen vertreten. In feiner Erwort, erflärte fich dann jedoch zu Berhandlungen bereit, die am öffnungsansprache begrüßte der Borsigende des Verwaltungsrates Fontaine Frankreich die Versammlung und entwickelte bas Arbeitsprogramm der Tagung. In erster Lesung wird ein Eni wurf über die Einführung einer Sozialversicherung diskutiert werden. Auf gemeinsamen Vorschlag der Vertreter der Regierungen, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer wurde dann der tschechoslowakische Außenminister Benesch einstimmig zum Präsidenten der Konferenz gewählt, der in feiner Ansprache des verstorbenen schwe dischen Ministerpräsidenten Hjalmar Branting gedachte, der im Borjahre Präsident der Arbeitskonferenz war. In der Nachmittagsfigung fam es zu einem zwischen fall. Der Bertreter der faschistischen Gewertschaften, Roffint, protestierte gegen eine Abstimmung der Arbeitnehmervertreter, die mit 26 Stimmen gegen eine Stimme, feine eigene, die Wahl des faschistischen Bertreters in den Arbeitsausschuß abge lehnt hatten. Roffini behauptete, daß dieser Beschluß parteiisch, eine Bermischung politischen mit jozialen Aufgaben und absolut unzulässig sei. Er brohte, falls dieses Verfahren beibehalten werde, mit seinem Rüdauge von der Konferenz. Es verlautet, daß die italienife Delegation Order erhalten hat, gegebenenfalls durch Berlassen der Konferenz gegen die ihr nicht genehmen Beschlüsse zu manifestieren. Auf Vorschlag des belgischen Arbeitgebervertreters Carlier wurde dann die Tagung gefchloffen und eine neue Sigung auf Mittwochpormittag festgefeßt. Die Ronferenz wird wahrscheinlich bis zum 6. Juni tagen. Benesch verläßt schon am Freitag die Konferenz, weil er nach Brag zu wich tigen Regierungsgeschäften abberufen wird. Er wird erst am 1. oder 2. Juni zurückommen, um die Schlußßigung der Konferenz zu leiten. Das Ruhegeld der städtischen Arbeiter. Die Regelung der Ruhegelbbezüge für die städtischen Arbeiter erfolgte bisher ftets nach Maßgabe der Lohnregelungen für die im Dienst stehenden Arbeiter, so wie es das Drts statut vorschreibt. Beim Magistrat scheint neuerdings eine andere Auffassung von ihre paar Mart Ruhelohnaufbesserung zu bringen. Es ist einem pen Arbeitstraft zur Verfügung stellte, wirklich zu gönnen, wenn sein fionierten ungelernten Arbeiter, der 30 Jahre lang der Stadt feine monatliches Ruhegeld von 70 auf 88 m. erhöht wird. Die Ruhelohnempfänger warten mun schon den dritten Menat auf die Erhöhung ihrer Bezüge; es wird Zeit, daß sie nun vald erfolgt. Die Versammlung beauftragte den Berband, fich an die Mehrheitsparteien ber Stadtverordnetenver. fammlung zu wenden, falls in der zugesagten Frist keine be friedigende Antwort vom Magiftrat eingelaufen iſt. Bezeichnend war die in der Aussprache gemachte Mittell.mg, daß der Magistrat den Ruhelohn herabseht, sobald Invalidenrente und Ruhelohn zufammen mehr als 100 M. im Monat auswachen. Mißglückte Nothilfe für die Technische Nothilfe. Unter den Rothelfern für die Lebensrettung der Teno" darf natürlich der Berliner Lokal- Anzeiger" nicht fehlen. Das Hugen bergblatt bemüht sich um den Nachweis, daß die Leno" ein lebens notwendiger Betrieb sei. Dies werde insbesondere durch den Streit bei der Meierei Bolle im März bewiesen, wo die Notstandsarbeiten nur in unvollkommenem Maße ausgeführt worden seien, so daß die Teno" ihre staatserhaltende Tätigkeit aufnehmen mußte. Mit dem Lotal- Anzeiger" darüber zu streiten, was Rotstandsarbeiten" find, wäre zmedlos. Doch wie wenig die Meierei Bolle als„, lebens. wichtiger Betrieb" anzusprechen ist, mußte ber Botal- Anzeiger" damals mider Billen beweisen. Er hatte sich zum Sprachrohr des Rotschreies einer verzweifelten Mutter" gemacht, die ihr Kind ohne Bollemilch verhungern jah. Eine Zuschrift der Milchhändler Dereinigung, die er daraufhin bringen mußte, flagte fogar über Milch überfluß. Die Händler versicherten, daß sie in der Lage feien, die Milch versorgung Berlins allein, ohne Bolle, zu sichern. Tatsächlich vertrieb Bolle damals von rund 800 000 Litern Milch, die täglich nach Berlin famen, nur etwa 75 000 Liter. Zu allem Unglück für Bolle und den ,, Lokal- Anzeiger" hat dann auch noch das Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin in einer amtlichen Verlautbarung nichts Lebenswichtiges" an Bolle entdeden tönnen und die amtliche Milchversorgungsstelle stellte sich auf den gleichen Standpunft " Mit dieser Nothilfe für die Teno" ist es also nichts. Es wird dem Lotal- Anzeiger schmer fallen, sonst etwas Stichhaltiges für die Teno" qufzuspüren. Für die Gewerkschaften und die in ihnen organisierten Arbeiter aber ist gerade das Eintreten des Hugenberg- Unternehmerblattes für die„ Teno" ein besonderer Anlaß, dafür einzutreten, daß die Technische Nothilfe unverzüglich abgebaut wird. Der Streik der Schwerfuhrwerker beendet. Der wegen Differenzen bei der Ueberstundenbezahlung in Neufölln hervorgerufene Streit der Schwerfuhrwertstutscher fonnte er folgreich beendet werden. In den Berhandlungen zwischen den Fuhrherren und dem Verkehrsbund erklärten sich die Unternehmer zur Zahlung der Ueberstunden ab 9. Mai bereit. Achtung, Bauarbeiter! Der vom Verband der ausgeschlossenen Bauarbeiter vorge schobene Betriebsräteausschuß fammelt auf den Bau ftellen angeblich für gemaßregelte Rollegen. Unsere Beitrags. leistung fegt den Baugewertschafts bund in den Stand, feine gemaßregelten Mitglieder in vollem Umfang zu unter stützen. Diejenigen Organisationen, die mit niedrigeren Bei trägen Mitgliederfang treiben, mögen ihre Beiträge is er. höhen, dak sie nicht nötig haben, bei Andersorganisier ten betteln zu gehen. Der Berband der ausgeschlossenen Bauarbeiter hat erst fürzlich einen Antrag auf Erhebung von Ertrabeiträgen zur Stärtung des Kampffonds abgelehnt. Jeht sollen scheinbar die„ Reformisten" den revolutionären Rarren flottmachen. Wir fordern unsere Mitglieder auf, sich an folchen Sammlungen nicht zu beteiligen Deutscher Baugemertsbund. Baugewerkschaft Berlin. Der Vereinsvorstand. ,, Eine Blüte des Antreibersystems". Zu der Notiz mit dieser Ueberschrift in Nr. 227 des„ Bormärts geht uns von einem. Parteigenoffen, der gleichfalls im Betrieb arbeitet, eine Darstellung über das Borfommnis mit dem Leukoplast Pflaster zu, wonach der ganze Borfall nicht allzu tragisch zu nehmen fei. Es sei ein allerdings recht übler Biz gewesen.„ 150 bis 160 junge Madchen, größtenteils im Alter von 14 bis 16 Jahren, arbeiten in einem Raum. Da teine Maschine läuft, liegen die Bureau. räume dicht daneben, weshalb Wert darauf gelegt wird, daß nicht allzuviel gelärmt und gesungen wird. Das betreffende Mädchen, das troz Abinahnung an jenem Tage, der übrigens schon mehrere Bochen zurückliegt, fortdauernd lärmte, obwohl nebenan eine wichtige Konferenz stattfand, fonnte daraufhin entlassen werden. Das woilte gerade die Borsteherin verhindern. Es ist übrigens auch ein Anschlag der Direktion im Raum, wonach jedes Lärmen und Singen ver boten ist. Der Betriebsleitung von Bröderna Kanold ist nach alem zu empfehlen, die Trennungswand zwischen Arbeits- und Bureauraum schleunigst abdichten zu lassen und ihren Anschlag, der dann über fluffig ist, zu entfernen. Dabei fann zugleich der Notwendigkeit nach Berbesserung der Garderoben und Speiferäume gefolgt werden. Die Firma muß schon damit rechnen, daß, wenn sie so viele Kinder in einem Raume zusammengepfercht beschäftigt, es etwas lauter zugeht als in ihrem Bureauraum. Tariffampf in der Nordsee- Heringsfischerei. Montag die gesamte heringsfischerei in der Nordsee Der Zentralverband der Maschinisten und Heizer legte am unternehmer versuchten, die Organisation auszuschalten und mit bei hatten sie die Rühnheit, einen Wochenlohn für Maschinisten jedem einzelnen Maschinisten einen Privatvertrag abzuschließen. Damit Batent von 19 M. und ohne Patent von 17 M. anzubieten. Der Heizer soll 15 M. in der Woche verdienen. Selbstverständlich er. flärte fich das gesamte Maschinenpersonal der Heringsfischerei mit einem solchen Angebot nicht einverstanden. Der Rampf wird ge führt werden, bis sich die Unternehmer zu menschenwürdigen Löhnen bequemen und wie bisher die Organisation als gleichberechtigten Fattor beim Abschluß von Tarifverträgen anerkennen. Kranführer und Unbinder aus allen Berliner Metallbetrieben! Sonnabend, ben 23. Mai, abends 6½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Aufgang B, parterre, Rimmer 4, wichtige Bersammlung. Da außerordentlich reichhaltige Tagesordnung aur Besprechung steht, ist das Cr fcheinen aller Rollegen bestimmt notwendig. Die Betriebsräte und Gewerk fchaftsvertrauensleute werden erfuat, die in ihren Betrieben tätigen Aran führer und Anbinder auf diele Berfammlung aufmertfam au machen. Deutscher Berkehrsbund, Gettion. Berantwortlich für Bolitik: Bietor Schiff; Wirtschaft: Arthur Sateruns; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Chlorn: Reuteton: Dr. John Chitowsti: Sotales und Sonstiges: Fri Karstädt; Anzeigen Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts.Budbruderei Berlin G 68 Lindenstraße 3. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Sieran 2 Beilagen und Unterhaltung und Bilen. Plakat- Wettbewerb der Volksfürsorge Zur der ur Erlangung von Entwürfen für zwei Werbeplakate, die in Verkehrslokalen usw. zum Aushang kommen sollen, schreiben wir hiermit einen öffentkeinerlei Beschränkung auferlegt, auch werden reine Schriftplakate zugelassen. Die Entwürfe können bis zu vier Farben aufweisen. Für Preise kommen 2000 Mark zur Verteilung; außerdem behalten wir uns vor, weitere Entwürfe zum Betrage von 100 Mark anzukaufen. Das Preisgericht setzt sich zusammen aus den Herren: L. Lessen, Redakteur von Volk und Zeit", Berlin H. Junge, Leiter der Malereigesellschaft, Hamburg R. Junger, Vorstandsmitglied der Volksfürsorge Prof. R. Meyer, Direktor der Staatl. Kunstgewerbeschule, Hamburg Fred Hendriock, Vorsitzender des Bundes Deutscher Gebrauchsgraphiker, Ortsgruppe Hamburg Paul Helms, Oberlehrer an der Staatl. Kunstgewerbeschule, Hamburg. Entwürfe, deren öffentliche Ausstellung erfolgen soll, sind bis zum 25. Juli 1925 ungerollt einzuliefern. Die weiteren Bedingungen wolle man von uns abfordern. Volksfürsorge, Gewerkschaftlich- Genossenschaftliche Versicherungs- Aktiengesellschaft, Hamburg 5. Der Vorstand. Nr. 235 ♦ 42. Jahrgang 1« Seilage ües vorwärts Mtttvsch, SS. Mal 1925 Die Krage öer �ugenüauftlärung. Deutfchuatwnale Angriffe in der Stadtverordnetenversammlung. In der Berliner Stildtverordnotenvcrsamm- lung richteten gestern die Deutschnationalen an den Magistrat ttn« Anfrage wegen der im Verwaltungsbezirl ReinickeRdors »om Stadtarzt Dr. Ho dann betriebenen Ausklärung der Jugend Über das(Beschlockitstxben. Der deut'chnatio- nole Aadtverordnete Dr Kirchner, ein schon reichllch ältlich« Herr, verstieg sich zu der llebertreibung. er selber sei als Student der Medizin durch seine Universitätslehrer fast nicht so weitgehend scher manche von diesen Dingen belehrt worden, wie jetzt die Jungen und Mädel durch Dr Hodann. Für den Magistrat gab de? neue Stadtmedizinalrat Dr. von Drigalski eine Austluntt, die den Deutschnationalen merklich das Konzept verdarb. Zu einer Vi- jprechung kam es nicht, weil sich hierfür keine Mehrheit fand. » Die gestrige dmBerordevtlichc Sitzung der Sladtverordneten, die erst gegen V�7 Uhr begann, nahm zunächst Kenntnis von einem Dringlichkeitsantrage unserer Genossen, der den Magistrot ersuchen will, dafür zu sorgen, dah die in Berlin vorhandenen Trink- brunnen unverzüglich in Betrieb gefetzt werden, und für die dazu erforderlichen Mittel der Versammlung ein« Vorlage zu lassen. Die Dringlichkeit wurde nicht beanstandet, der Antrag gina an den Haushaltousschusi.— Die Deutschnationalen hatten in einer am 7. April eingereichten Anfrage das Ver- halten des Stadtarztes Genossen Dr. Hodann in Reinickendorf bei dem iy der XX. Vflichtfortbildungsschule eingerichteten hygienischen Kursus zum Gegenstand einer Beschwerde ge. ---chr. Nach dem Wortlaut der Anfrage hat Dr. Hodann in einem tür beide Geschlechter bestimmten Unterricht gewisse sexuell« Fragen behandelt. Der Deutschnational« Dr. Kirchner hält im Interesse der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten auch seinerseits sexuell« Nusklärung der heranwachsenden Jugend für notwendig, doch müsse dies in dezenter, vorsichtiger Weise geschehen. Daher dürfe dieser Ausklärungsunterricht nur von Persönlichkeiten erteilt werden, die Gewähr dafür bieten, daß unsere Jugend nicht vergiftet wird. In Reinickendorf habe der Evangelische Elternbund Protest gegen den Ajährigen Stadtarzt erhoben. Dr. Hodann habe unter Beifügung von Abbildungen den Knaben und Mädchen von l-Z bis 17 Iahren die Geschlechtsorgane in so detaillierter Weise dargestellt,„wie wir ols Mediziner es kaum auf der Universität gehabt haben�(Heiter- keit): nachher habe er mit den Knaben und Mädchen gemeinsam eine Aussprache abgehalten. Die Mittel zur Verhütung der Empfängnis habe er eingehend erörtert, und aus die aus Eltern- kreisen erhobene Dorstellung. diesen Unterricht etwas zu ändern. babe er erwidert, e r trage die Verantwortung. Ebenso sei er im Unterricht und in seinem Buche gegen das Ebriltentum aufgetreten. Stadtmedizinalrat Prof. Dr. v. Drigalski stellte fest, daß Dr. Hodann verwarnt und ihm dann der Unterricht entzöge» sei. Er habe mit Dr. Hodann eine Unterredung gehabt, in der dieser eine Reche von Verfehlungen zugegeben habe. Die Gefahren der Gonorrhoe und Syphilis gingen den Arzt an. und es müsse alles gefchehen. um die Zugendlichev vor den schlimme« Gefahren der Geschlechtskrankheiten zu bewahren: sicherlich verfehlt war es aber, derartige heille Themata gemein- schoftltch vor den Halbwüsigen beider Geschlechter zu behandeln. Msür als bisher müsse aus dies« Gefahren zu der Zeit hingewiesen werden, wenn das Kind aus der Schul« abgeht, um ins Leben zu treten. Di» habe mau einem so jungen, temperamentvollen Kol, legen von 27 Jahren, der dl« ganz« Kneg-zeit hinter sich Hab«,«in« so schwer« Aufgabe stellen können, vor der aste, erfahrene Hy> gieniter zittern? Künftig werden dies« Dorträg« ganz planmäßig in vorsichtigster Form erfolgen, vorher werde«ine Esternversamm- lung einberufen und chr vom Lortraoenden dargelegt, was er mit d«n Kindern vor hat: da» Mitbestimmunasrecht der Eltern wird also durchaus gewahrt, und die Borträge werden nur von solchen Aerzten gehalten, die da» verstehen.(Leb- hafter Beifall.) Die beantragt« Besprechung fand nicht die er- forderliche Unterstützung durch 1Z Mitglieder: die Sache war da- mit erledigt. Die Vorlage betr. den Ausbau de» östlichen Teile» des Tempelhoier Feldes zu einem Spiel- und Sport» platz ging an einen Ausichuß, die speziellen Entwürfe zum Neu- bau einer zweiten Fleischgroß Markthalle und eines Kühlhauses an der Landsberger Alle« wurden dem Haushalts- ausschuß überwiesen. Die Beibilt« von 2S000 W. und eines Dar- lehns von St) lM M. an das August aHospital wurden b«- willigt,«in Antrag der Kommunisten auf Uebernahm« de» Hospitals in den städtischen Betrieb abgelehnt. Am 26. Februar haben unsere Genassen beantragt, gegen den dem Reichsrat zuge- gangenen Gesetzentwurf über die gegenseikige Vesleuerung des Reichs, der Länder«od Gemeinden energisch einzutreten, da sein« Annahme eine schwere neue De- lastung der Stadt Berlin und der Berliner Bevölkerung bedeuten würde. Gen. Reuter: Die im Antrag berührt« Frage hat inzwischen in dem Steuerbukett des Reichssinanz'nmisters v. Schlieben und im Entwurf des Finanzausgleichs eins'Vehandlunp gefunden, die die Zweckmäßigkest«iner Besvreck>uno hier in.?wetsel stellen könnt«. Es scheint aber doch bei dem rem kapstalistischcn Charakter jener Entwürfe und angesichts der Argumente der Begründung--«boten. auch in der Versammlung dazu Stellung zu nehmen. In den Eni- würfen war auch die Besteuerung der kommunalen Betriebe in Aussscht genommen, und nach der Begründung«ine sehr st a r k e Belastung, die für Berliner ll n t er n« h m u n» gen Hunderte von Millionen betragen hätte, die aus die Steuerzahler überwälzt würden. Di« Vorlagen sind von dem heute gänzlich alleinherrschenden antisozialen Geiste getragen: einstweilen hat ja der Reichsrat diesen Auswuchs der neuen Volkswirtschaft- lichen Richtung beschritten, aber es ist durchaus denkbar, daß die Führer der Deitt�naticnalen und der DDP. versuchen werden, ihr« Anhänger zu veranlassen, diese städte- und tulturfeind- liä-e Maßregel doch in das Steuergesetzegebungswerk hinein- zuschmugaeln.— Herr v. Eynern(DVP.) regte sich sehr über die Rechtsungleichheit auf, die darin liege, daß die kommunalen gewerb- lichen Betriebe steuerlich gegenüber den privatkapitalistischen be» triebenen Unternehmungen privilegiert werden bzw. bleiben sollen. — Stolt(Komm.) tonnte natürlich nicht umhin, auch hier die Sozialdemokratie für olles und noch einiaes andere verr"''-- zu machen, lie Abstimmung wurde ausgesetzt. Am 2. April hat der Magsstrat die Versammlung wissen lassen. daß die Verbände der Orts- und Bctriebskrankenkassen sich gegen die von der Dersaminlung gewünschte Erhöhung des von ihnen zu tragenden Teils der Selbstkosten der Stadt für die in den städti- schen Krankenhäusern verpflegten Kassenmitglieder ablehnend verhalten haben, nachdem dieser Satz schon vorher auf 73 Vroz. heraufgesetzt worden ist. Die Kossen haben die innerhalb der 7? Proz. notwendig gewordene allgemeine Erhöhung des Kur- lostensatzcs von 1,80 Mark um 30 Pf. auf 5,10 Mark ab 1. März 1925 auch für sich anerkannt.— In der Aussprache hier- über vertrat Dr. K i r ch n e r(Dnat.) wieder seinen alten Standpunkt, dah die Kassen zum Ersatz des vollen Kurkostensatz«, verpflichtet seien: der Versuch, diese Erhöhung auf 100 Proz. durchzusetzen, sei zwar im Ausschuß abgelehnt worden, werde aber im Plenum wieder- hast werden. Genosse Thurm trat dem deutschnationalen Redner ent- gegen, dem er u. a. vorhiell, daß noch Heists sehr namhafte Asrzt« auf dem entgegengesetzten Standpunkt ständen, die Unentgelllichkett der städtischen Krankenverpflegung zu verlangen. Die Vorlage wurde schließlich zur Kenntnis genommen. Gegen M0 Uhr wurde die Sitzung abgebrochen. Nächste Sitzung erst nach den Pfrngsttagen. Warnong vor einer Schwindlerin. Immer wieder werde» im Bezirk Kreuzberg von«iner Schwindlerin Betrügereien an behördlich unterstützte Personen-- Sozialrentner. Klein» rentur. Kriegshinterbliebene— verübt. Di« Schwind» lerin tritt sehr gewandt auf. Sie gibt an.»im Auftrag« der Fürsorge stelle' zur Einziehung von Beträgen bzw. zur Eni» gcgennahmc von Bestellungen auf Holz, Kohlen und Kartoffeln be». rechtigt zu sein. E» wird nochmals darauf hingewiesen, daß weder Fürsorgerinnen jspä) andere Personen zur Erledigung derartiget Aufträge abgeordnet sind, und daß vor allem sämtliche im Dienste des Bezirksamtes stehenden Personen mit Ausweisen ver» sehen sind. Der Sootswirt. Die Zahl der Einzelruderer und Einzelsegler. die sich keinem Verein angeschlossen haben, überwiegt bei weitem die der Vereins- Wasserspartlsr. Bei dem riesigen Aufschwung, den in den letzten fünf Iahren die Ruderet und Segler« auf den Spree» und Havelgewässern genommen hat, ist es daher immer schwieriger geworden, noch im Bereiche Groß-Berlrns oder doch nicht allzu weit von seinen Grenzen entfernt«in geeignetes Unterkommen für Boote aller Art. auch für Rtotorboote. zu finden. Den jungen Leuten, die in der Wahl ihrer Eltern vorsichtig waren, fällt der gemeinsame Er» werk eines Wassergrundstücks und der Bau«ine« eigene» komfortabel eingerichteten Bootshauses nicht schwer. Organisierte Arbeiter» sportler können die Sehnsucht nach dem Eigenheim am Wasser ge- wohnlich erst nach Jahren stillen und sind dann jchon froh, eine ge- räumtge Bootsgaroge mit einem bescheidenen Gartenplätzchen, das geschickt« Hände bald verschönen, ihr eigen zu nennen. M« übrigen, nach Tausenden zählend, gehen auf die Suche nach dem Bootswirt, der aus dem Unterstellen der Boote ein einträgliches Gewerbe macht, An Spree und Havel sowie an den märkischen Seen gibt es schon Hundert« solcher Bootsmietschuppen, die meist van Gastwirten er- baut sind und gleichzeitig ohne gegenseitige Behinderung oft mehrere hundert Boote in allerdings sehr engen Boxen neben- und über- «inander aufnehmen können. Auch für AnkleiderSum«. möglichst sichere Kleiderschränke und nächtliche Bewachung ist natürlich ge» sorgt. Bon anfangs sehr einfachen Einrichtungen geht man setzt vielfach schon zum massiven Ausbau der Schuppen und zur Schaffung von Nachtquartier über. Der Ruderer" und Segler, der nicht einem Derein angehört, macht im allgemeinen während der Sportbetätt- gung keine großen Ansprüche und ist während der Nacht mtt einer schmalen Koje, zur Not schon mit einer Hängematte zufrieden. Die Boot« bleiben hier auch während des Winters und hasten mit der Miete, die monatlich je nach der Größe des beanspruchten Räume» und etwa gebotener Bequemlichkeiten fünf bis zwanzig Mark be- trägt, den sonst in der Hauptsache aus da» Ssffmisrgrschäst<-"»». wiesenen Gastwirt über Wasser. Zur rechtlichen Sicherung werden regelrechte Mietverträge abgeschlossen. Das ist nötig, weil es gar nicht so selten vorkommt, daß ein Dootsbesitzer verduftet und sich anderwärts niederläßt. Der Bootswirt stellt auf seine Koste« den Nachtwächter und sorgt für die Unterhaltung der Anlegestellen, so- weit nicht fahrlässige Beschädigungen stattfinden. Auf allen gtöheren Mketplätzen dieser Art sitzt ständig auch«In Dootsbouer, der mit Reparaturen reichliche Arbeit hat. Eine Wichtigkeit, die noch fehlt, hat man bei dem kürzlichen Brande eines großen Boots- schuppens in Schmöckwitz, der mehrere hundert Boote vernichtete, erfahren. Rur wenige Boote waren versichert. Da hat man vielleicht jahrelang Mark auf Mark gelegt, bis die Summe zum Erwerb eines Bootes beisammen war, aber man denkt nicht daran, daß die Natur neben ihren Schönheitswundern auch ihre Schrecken hat, die uns ohne weife Berechnung aller Möglichkeiten in wenigen Minuten kostbaren Besitz zu rauben vermögen. Rehabilitierung eines �lrztes. vor der Strafkammer die gänzliche Schuldlosigkeit erwiesen. Don einem harten Schicksalsschlag war der praktische Arzt Dr. Grohmann betroffen worden, der wegen fahrlässiger Tötung und Abtreibung angeklagt und vom Schöffengericht zu llj Jahren Zuchthaus bei sofortiger Verhaftung angeklagt worden war. Obwohl die Hast bis zur Entscheidung der Strafkammer durch Stellung einer Koutton von 10000 M. später von dem Verurteilten abgewendet worden war, hatte Dr. Grohmann. ein schon bejahrter Mann, in- folg« des Urteils einen vollständigen Stillstand seiner Praxis zu verzeichnen. In diesem Fall« erwies sich die durch die Iustizreform geschaffen« Möglichkeit einer Berufung als ein wahrer Segen. Früher wäre gegen das Urteil nur«ine Revision beim Reichsgericht ohne nähere materiell« Prüfung des Sachverhaltes möglich gewesen. Die gestern stattgefundenq�Der- Handlung vor der Berusungestrofkammer des Landgerichts I ergab die völligeSchnldlosigkeit des Angeklagten und Dr. Groh» mann wurde, nachdem das Gericht zahlreiche Sachverständige unter Führung von Geheimrat Professor Dr. Düerssen angehört hatte, und nach«ingehender Beweisaufnahme, die«in ganz anderes Bild er-- gab, auf Kosten der Staatskasse, entsprechend dem An» trage des Stoatsanwalls, freigesprochen. o] Schnock. Ein Roma» von S«»od Sümpfen. Bon Svend Fleuron. (Aus dem Dänischen von Thyra Iakstein-Dohrenburg.) Der eine Teil des Grundes, der den Wiek bildete, mar ein Pflanzenreiches, stark hügeliges Land. Langgestreckt«! Berg- kuppen, mit Wasserlilien bewachsen und von meterhohem rundstengligem Grase schwellend, schoben sich in parallel lau- senden Ketten in den See hinein, entsprechende Strecken breiter, tiefer Täler gleichsam umsäumend. Hier und da schnitten steile Engen em— wahre Pässe— durch die die Fischschwärme sich wagen mußten, wenn sie von der einen Weide zur anderen wollten. Sie schwamm dicht unter der Wasseroberfläche und durch- forschte mit Interesse die wechselnde Landschaft auf dem Untergrunde und all das Unbekannte und Seltsame, das vor ihren Äugen auftauchte. Wie genoß sie es. so nach Herzenslust sich zu tummeln und die Flossen um sich schlagen zu lassen! Sie erreichte ein steinernes Riff und schwamm über eine Gruppe hoher, steiler und wilder Berge, die sich mit ihren zer» risseilen, bald gellen und nackten, bald Valdbewachsenen Hän- oen aus dem schwarzen Erdreich des Schlammes erhoben. Die Äergs waren voller tiefer Klüfte, und das Eis der Winter hatte Jahrhunderte hindurch, wenn es sich bis auf den Grund hinab- reichte, Spalten und Risse hineinschlagend, die Spitzen von den Kuppen gehobest und so gewölbte Zinnen, oft geradezu Hoch' ebenen gebildet. Rings aus diesem steinernen Land mit seinen vielen ver- schnörkesten Einschnitten und scharfen Ecken ragten sellsam aussehende Zinkenstümpfe, einer neben den: anderen, hervor. Einige endeten in einem Griff, andere wieder sälhellen mtt einem kürzeren und längeren Schweife um sich. Im Laufe de? Jahre waren sie droben aus der anderen Wett herabgesunken ... es waren verlorengegangene Bootshaken und Anker, die sich unrettbar festaebissen hatten: das Steinriff war nämlich ein guter Angelplatz, Es gab auch viele Krebse im See. und während sie dahin- schwamm, sah sie sie von der Vogelperspektive aus umher« wandern-, sie schleppten sich nach allen Richtungen hin über den Seegrund wetter, mühselig seine Kilometer in Krebsschrtt« ten messend. An einigen Stellen bildeten sie ganze Städte— und in den senkrechten Böschungen des Steinriffs nach der Tiefe zu hatte ein großes Kresvolk sich angesiedest. Es fielen ihr hier einige Exemplare auf. die größer schienen, als ihr lieb war-, sie lagen zwischen den Steinen oder drinnen in der Tiefe des Urwaldes, lauernd und abwartend, bis sie ihr« Fische mit der todbringenden Schere fassen konnten. Oder sie segesten rückwärts durch das Wasser mit weit von sich gestreckten Scheren und Fühlhörnern: ruckweise ging es weiter mtt sech- tendem Schwänze... hätten die Sttömungsroellen. die sie verursachten. Schnock nicht beizeiten gewarnt, so wäre sie alle Augenblicke ihnen blindlings in die Scheren geraten. Von dem Steinriff gelangte sie weiter über eine große. öde Sandebene, auf der die Würmer in Ringeln beieinander lagen, die Toichmuscheln in Kolonien. Auch auf einige genüg- same saftlose Pflanzen mit Schwingstengeln stieß sie, die sich Strömungen und Wellenschlag fügen konnten-, was ihr ober am meisten auffiel und am stärksten die Einförmigkeit unter- brach, das waren die Skelettreste— von Tieren. Booten und einzelnen Menschen—, die ringsum verstreut lagen. Wo die Sohle des Steinriffs sich noch unter dem Sande wetter erstreckte und nichts ganz bis auf den Grund gelangen konnte, sah sie diese langsam vergehenden Reste der Meteor« aus der Lustmell liegen, meißgescheuert und rein wie auf einem Tablett. Die Augenhöhlen der Schädel hatten die Krebse ich zu Hütten erkoren, wo sie nach langen Reisen über diese gefährlichen Wüsteneien der Ruhe pflegten, und die Barsche lauerten in den Brustkästen, die vergitterten Fenstern glichen, klüglich Nutzen aus den Schatten der Rippen ziehend. Aber weitsr draußen, wo die Strömung und Ssndtreiben wechselweise die Oberhand hotten, wurden die Dinge unablässig freigelegt und wieder vergraben. lind inmitten her Wüste, wo der Flugsand heimisch war. ragte aus den Dünenbergen hier ein Armstumpf, dort ein Knochen, die Stirn eines Schädels mit einem mächtigen Geweih oder ein Bootssteoen empor. Schließlich schloß die Wüstenei mit einem ganzen Skelettriff ab: es waren die Ueberreste einer Herde Tiere, die in Dämmerung und Schneetreiben vor einem Dutzend Jahre über das Eis in die Richte gegangen und in eine Wuhne geraten waren. Als Schnock auch diesen Zeil fyinter sich gelassen hatte, begann dos fruchtbare Land mtt schwarzem S-Kamm. Pflan» zen und kleinen Fischen wieder: sie gelangte in ein Hochland. nicht steinicht und rauh wie jenes, das sie verlassen, sondern erdig und üppig bewachsen. Es war«iner vorspringend« Landzunge vorgelagert und bildete deren natürliche Fort» setzung unter dem See. Zu beiden Setten der Landzunge streckten sich tief ins Land zwei langgezogene Buchten, deren unterseeische Land- schast eine Widerspiegelung der oberirdischen bildet«: eine üppige Fruchtbarkeit machte sich allerorten bemerkbar, das Riedgras wogte streckenweise wie das Korn auf dem Felde. und die Riesengewächse des Wasserwaldes schienen wie schat- tenspendende Bäume auf dem Lande. An dem Uebergang von diesen fetten zu jenen mageren Gegenden, wo der treibende Sand an Tagen voller Unge- witter, wenn der Wellenschlag den See bis in die Tiefe auf- wühste, alle, von den Krebsen zernagte Skeletfe aufdeckte oder andere über, zog, befand sich ein großer Schlammpfuhl. Er bildete den Anfang eines weiten, ausgedehnten Morastes, in dem die Grundquellen des Sees entsprangen. Ewig knurrte es hier drunten rings in den Schlamm» Massen: der Schlamm hob sich und legte sich wieder, als würde er von Wellen untergraben. Hier und da entstand«in Ein- schnitt in der Wasserfläche, und Wasserstrahlen, so dick wie Baumstämme, schössen in die Luft. Man sah' hohe und niedrige Strahlen, sie ließen Wasserbäume und Wasserbüsche erstehen, die zuzeiten von großen, seltsam gefärbten, phan» tastischsu Schaum- und Blasenblüten übersät waren. In diesem Schlammloch wohnte der Eremit des Sees. der aste Riesenwels U a a h:«in schuppenloses, dunkelfarbige«. schleimiges Ungeheuer, das nur ganz selten einmal, zumeist bei Sturm und Unwetter, sich aus seinem Schlammbett erhob und menschlichen Lugen sichtbar wurde. Gewöhnlich kroch es auf dem Grunde herum... hier sein einsames Räuberleben führend, wo das Gesetz der Schwere allgemach herunterzog, was nicht mehr zu schwimmen oder sich zu rühren vermochte. Vor Jahrhunderten hatten fromme Männer Uaahs Erzeuger. in feuchtes Gras gehüllt, hier an den See gebracht und das Geschlecht S i l u r u« am Fuße ihrer Klostermauern ins Leben gerufen. Es sollte ihnen mtt seinem tranigsüß«. schwer verdaulichen Fleisch als solides Fastsnessen dienen. Der versuch war nur mäßig gelungen, und als letztes der Seinen war nur dieses zählebige, alte weibliche Exemplar übriggeblieben. Uaah hatte den Körper eines Aales, war aber im übrigen lang und dick wie eine Boa constrictor. Sollte man sie em» mal fangen, würde sie selbst aus dem längsten Lanawage» nur Platz haben» wenn man ihr« Schwanz nachschleppen ließe.(Fortsetzung folgt.) Opfer der Not. Die Bluttat auf der Bernauer Feldflur. November 1923. Die Inflation ist auf ihren Höhepunit an gelangt. Menschen schreien nach Brot. Wissen nicht, ob sie morgen zu essen haben werden. Aus allen Eden der elenden Behausungen gloßt der Hunger entgegen. Auf den Feldern steht zum Brechen voll das Korn fremdes Korn. Darbende helfen sich so gut fie Pönnen. Tausende ehrlicher braver Menschen holen sich bei Nachtzeit von fremden Feldern Korn! Eines Morgens steht's an allen Litfaßsäulen Berlins: Mord am Gutsinspektor Baschte 5000 Mr. Belohnung". Drei Menschen wußten um diesen Tod und schwiegen. Den Arbeiter Wesner trieb es, sich der Polizei zu stellen, wenn aber die Frau zu weinen begann, gab er es auf. Sein Arbeitsfollege Eduard Ballat ging ihm stets aus dem Wege, sobald er ihn Pommen sah. Dessen Bruder Karl sagte zu ihm fein Bort. Ein halbes Jahr war vergangen. Die Polizei ruhte nicht. Hun derte von Felddieben wurden befragt. Weder die Fußspuren noch der halb zerschossene Knopf die einzigen Spuren, die die Täter hinterlassen hatten, wollten passen. Auch Besner wurde geladen. Seine Bekanntschaft mit Wall at wurde festgestellt und fiehe da, dessen Rock schmückte ein neuer Metallfnopf, zu ben anderen paßte der angeschossene Knopf. Wallat war geftändig, mit seinem Bruder Karl und Wesner dabei gewesen zu sein. Wie war aber nun die Tat geschehen? Es war Sonnabend, 20. November 1923. Sie hatten sich verabredet, nach Bernau zu fahren und dort vom Felde Korn zu holen. Zu Hause gab's nichts zu effen. 3weimal waren ihnen solche Fahrten geglückt. Sie führten felbstverfertigte Dreschflegel mit sich. Doch faum hatten sie das Feld betreten, als es ihnen entgegentlang: Hände hoch! Gutsinspektor Baschte und sein Begleiter durchsuchten sie, fanden die Dreschflegel. Ihre Bitten, fie laufen zu lassen, fruchteten nichts. Unter der Begleitung von Baschte marschierten sie nun über die Felder hinweg der Chauffee zu, die zum Dorf führte. Hier auf der Chaussee geschah das Unglück. Besner und Eduard Wallat gingen lints von Baschte, Karl Wallat ging vor ihm. Er drehte sich um und bat: Lassen Sie uns frei, wir haben ja schon Ihr Grundstück Derlassen." Schon aber ging ein Schuß aus dem Browning Baschtes los und traf Karl Wallat, ein zweiter verwundete ihn am Daumen, der dritte schlug in den Rücken des bereits liegenden ein. Besner sprang hinzu, um weitere Schüsse zu verhindern. Er erBielt aber selbst einen Schuß und fiel mit Paschte zusammen zu Boden. Eduard Wallat lag bereits von einem Schuß hingestreckt. Besner rief dem Eduard zu, er solle es verhindern, daß Baschte nun den Karabiner von der Schulter nehme. Eduard ergreift einen Stein und wirft nach Baschte, läuft dann mit Wesner Savon, Rarl bleibt noch einen Augenblid zurüd, beide sehen, wie er fich bückt, auf Baschte einschlägt, hören, wie der zweimal aufftöhnt. Dann bewegen sie sich, aus ihren Wunden blutend, mühsam dem Bahnhof zu und fommen unbemerkt in Berlin an. Der große Stein, etwa 35 Pfund schwer, liegt auf dem Richtertisch. Seitdem faßen fie fast ein Jahr im Gefängnis. Karl ist schwer erfranft, fann auf die Fragen des Borsigenden feine Antworten geben, schüttelt sich lautlos vor Schluchzen. Das Erlebnis laftet schwer auf ihm. Die anderen beiden erzählen frei, wie bas Unglück geschah. Was können sie dafür, daß ohne ihr Butun Karl den Gutsinspektor erschlug. Karl ist leicht verwirrt, leidet an Nervenanfällen. Auch während der Militärzeit war er ein Jahr im Krankenhaus und hat Rente erhalten. Der psychiatrische Sachver ständige erflärf ihn aber für zurechnungsfähig. Der Staatsanwalt beantragt je 11 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust für Besner und Eduard Wallat, 12 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Chroerluft für Karl Wallat. Rechtsanwalt Fren sagt mit Recht, daß er ebenso bestürzt sei megen der Tat wie wegen des Straf antrags. Das Gericht verurteilte Karl und Eduard Ballat zu Techs abren bam. vier Jahren Zuchthaus und zu je fünf Jahren Ehrverlust, Besner zu zwei Jahren Gefängnis. Explosion in einer Feuerwerksfabrik. Drei Arbeiterinnnen schwer verletzt. Begen einer gefährlichen Explosion, wobei Menschenleben in großer Gefahr schwebten, wurde die Berliner Feuerwehr am Dienstag nachmittag in der 6. Stunde nach Hohenschön. haufen, Weißenfeer Weg 61/3, alarmiert. Dort befand sich früher bie Seifenfabrik von A. Meißner. Zurzeit liegt dort mitten in einer Laubentolonie hinter dem jüdischen Friedhof eine Werfstatt der Fa. Röhn, in der Leuchtkugeln, Rafeten u. a. Feuerwerfstörper hergestellt werden. Der Brand war durch Explosion Don Leuchtrafeten ausgefommen. Der Betriebsleiter hatte noch versucht, mit eigenen Kräften den Brand zu löschen, die Flammen und ständigen weiteren Explosionen griffen aber derart rasch um sich, daß fie die im Nachbarraum arbeitenden vier Mädchen aufs fchmerste gefährdeten. Nur mit Mühe toimten drei Mädchen, die bereits schwere Brandwunden erlitten hatten, gerettet werden. Das vierte hatte sich selbst in Sicherheit gebracht. Als die Feuermehr an der Brandstelle anfam, war die Lage so bedrohlich, insbesondere auch wegen der umliegenden Wohnlauben, daß fofort Mittelfeuer an alle Wachen gemeldet wurde. Mit 30 Fahrzeugen erschienen die Wehren und es gelang ihnen nach längerer angeftrengter Tätigkeit, die Gefahr zu beseitigen. Die verletzten Mädchen murden von der Feuerwehr zur Unfallstelle gebracht. Groffener in der Prinzenstraße. Um Dienstag nachmittag fam in der Prinzen ftr. 99, nahe der Ritterstraße, angeblich durch Kurzschluß in einem Späneteller, auf dem Hofe der Fabrit von D. Lundershausen ein großes Feuer zum Ausbruch. Als die Feuerwehr an der Brandstelle erschien, mußte ofort mit mehreren Schlauchleitungen vorgegangen werden. Es gelang auch, diese Gefahr zu bannen. Während aber die Feuerwehr Giesen Brandherd erstickte, hatten die Flammen fich durch einem im Bau befindlichen Exhauster dem Boden im 4. Stod mitgeteilt. Dort lagerten Borräte an Brettern, eine Menge feiner Bapierwaren, Maschinen und dergleichen. Der Angriff gegen diesen neuen Brandherd war sehr erschwert. Der Treppenaufgang mar total verqualmt und faum zu passieren. Es brannte rechts und lints vom Treppenaufgang. Mechanische Leitern waren wegen der niedrigen Einfahrt und der Leitergerüste auf dem engen Hofe nicht aufzurichten. Die Lage war recht ungünstig. Deshalb ließ Baurat Mende Mittelfeuer" an alle Wachen melden und gleich mit 6 Schlauchleitungen vorgehen. Durch fräftiges Wassergeben gelang es innerhallb einer Stunde, auch diese Gefahr zu bejeitigen. Der Schaden ist leider erheblich, auch erleidet der Betrieb van D. Lurdershausen eine vorübergehende Störung. Die Ablösung und die Aufräumungsarbeiten zogen sich bis gegen Abend hin. 2 Direktor Hans Würk vom Dstar heiene- heim in Ber lin Dahlem vollendete heute sein 50. Lebensjahr. Genosse Wür darf als der Boter der modernen wissenschaftlich psychologischen Krüppelpädagogit angesprochen werden. Polizeiausstellung in Karlsruhe. des Die Beteiligung des Berliner Polizeipräsidiums. Seit vier Wochen befindet sich die Berliner Kriminalpolizei in reger Tätigkeit. Regierungsrat Dr. Hagemann und Kriminalfommissar Gah mig, unterstützt von einem Stab son Beamten sind mit den Vorbereitungen zu der vom 9. Juni bis 24. Juni in Karlsruhe stattfindenden Polizeiausstellung beschäftigt.. Gestern hatte die Presse Gelegenheit, die Arbeitsleistung zu würdigen. Man bekam zahlreiche Tabellen und graphische vielfarbige Darstellungen der mannigfaltigen Arbeitsgebiete der Kriminalpolizei zu sehen. In einer ebenso geistvollen wie übersicht lichen Weise ist hier das Arbeitsverfahren der Frauenhilfsstelle, der Wohlfahrtsstelle, der Vermißtenzen trale, der Fahndungsermittlung, der Gang Strafverfahrens, die Ausbildung der Kriminalbeam ten, die Organisation der Kriminalpolizei u. a. m. veranschall licht. Ebensolche Darstellungen geben Aufschluß über die Zahl, der Kapitalverbrechen und die Aufdeckung derselben, über die Tätigkeit der Zentrale für Bekämpfung des Mädchenhandels, der Sittenpolizei, des Leichenschauhauses usw. Im großen und ganzen fehlt hier kein Tätigkeitsgebiet der Kriminalpolizei und selbst der geringste Teil ihres Apparates wird dem Beschauer in allgemeinverständlicher Weise nahegebracht. Die Zahlen, die man zu lesen befam, wirken imponierend. Es zeigte sich, daß nur wenige kapitalver brechen unaufgeflärt bleiben, daß die übergroße Zahl der Bermißtenanzeigen zur Zufriedenheit erledigt werden, daß die Kriminalpolizei ungeheuren Anforderungen bei der Bekämpfung der Taschendiebstähle gewachsen sein muß mehr als 8000 Anzeigen gab es im Laufe des letzten Jahres usw. Das Polizeipräsi dium Berlin hat aber nicht nur eigenes Material verarbeitet, sondern auch das ihr aus anderen preußischen Inspektionsbezirken zugesandte Material zu übersichtlichen Tabellen zusammengefaßt. Es soll nämlich auf der Karlsruher internationalen Polizeiausstellung. Preußen so voll als möglich vertreten sein. Viel Objekte schickt auch der Erkennungsdienst nach Karlsruhe. Man sah eine ganze Reihe äußerst wertvoller Blafate, unter anderen solche, die das daktyloskopische Verfahren veranschaulichen, Darstellungen von einigen interessanten Fällen, bei denen die Daktyloskopie zur Entdeckung der Verbrechen geführt hat, verschiedene Neuheiten auf dem Gebiet des Erkennungsdienstes, so z. B. Röntgenostopie der Bapillarlinien, die telegraphische Uebermittlung von Fingerabdrüden und dergl mehr. Eine Reihe von Photographien zeigen die Hilfsmittel der Polizei, Methoden der Verbrecherverfolgung und der gleichen mehr. Besonders wertvoll erscheint der vom Berliner Bolizeipräsidium vertretene Standpunkt, daß es die Aufgabe der Bolizei nicht allein sei, Berbrechen aufzudeden, und der Verbrecher habhaft zu werden, sondern sozial zu wirfen, vorzubeugen und die Gefährdeten in geordnete Verhältniffe zurückzuführen. Auch die Schubpolizei wird auf der Ausstellung vertreten sein. So soll der Verkehrsturm auf dem Potsdamer Play figurieren und in graphischer Darstellung der Apparat der Bannfreisabsperrung demonstriert werden. Im großen und ganzen fann man hoffen, daß die große Arbeit, die das Berliner Polizeipräsidium mit der Fertigstellung ihres Materials vollbracht hat, gute Früchte tragen wird und daß in Karls: ruhe die Einheimischen und fremden Polizeibehörden einander eine Reihe von Anregungen geben werden. Das preußische Material foll gleichzeitig ein Teil dessen bilden, das im September 1926 auf der preußischen Polizeiausstellung figurieren foll. Sprengung einer Alkoholgeguerversammlung. Eine gestern abend in der Dreifaltigkeitstirde ver. anstaltete Rundgebung für das Gemeindebestimmungsrecht wurde von Anfang an durch zügellofe Elemente aus dem Lager des Altoholfapitals in empfindlichster Weise gestört. Der geschrien Schließlich mußte die Versammlung, deren Fori Redner. einer der Geistlichen der Kirche, wurde nieder. führung sich bei dem unerhörten Benehmen einer Minderheit als unmöglich erwies, geschloffen merden. Trogdem brangen einige Tumultuerende nach vorn und bedrohten unter müsten Schmährufen die Vertreter der Gemeinde, bis die Polizei die. Kirche räumte. Dlafat- Wettbewerb der Bolts färjorge. Die bent ben Gewerffaffen umb Genossenschaften im Jahre 1913 gegründete Bersicherungsaktiengesellschaft Boltsfürsorge veranstaltet einen Blatat Bettbewerb zur Erlangung zwedentsprechender Entwürfe und um Künstlern und Angehörigen ber graphischen Berufe die Möglichkeit zur Entwidlung eigener been bieten. Wir verweifen auf das Jn erat an anderer Stelle. Ein Horthy- Offizier als Raubmörder. Zum Tode verurteilt. Der Militärgerichtshof in Budapest hat den Gendarmerie Teutnant Lederer zum Tode verurteilt. Er war angeflagt, den Schlächtermeister Kodella in der Nacht vom 7. zum 8. Januar 1925 ermordet und beraubt zu haben; die Leiche hat er zerfidelt und in die Donau geworfen. Lederer hat als ehemaliger HorthyOffizier bei der Niederwerfung der ungarischen Räte. republit grausig gehaust. Seine Frau unterhielt mit seinem Wiſſen ein intimes Verhältnis mit dem Schlächtermeister. Der erste Versuch, den Kodelka nach vorhergegangener Betäubung mit Opium durch einen Schnitt mit einem Rasiermesser zu töten, miẞlang. Ginige Tage später erschoß Lederer ihn, nachdem er ihn wieder vorher mit Opium betäubt hatte. In der Gerichtsverhandlung versuchte er anfangs seine Tat durch Eifersucht zu erklären. Nachdem jedoch sein Zellennad bar in der Gerichtsverhandlung über die mit dem Angeflagten geführten Gespräche berichtet hatte, gestand Lederer, den Raubmord begangen zu haben. Großes Untergrundbahn- Unglück in New York. New York, 19. Mai.( Durch Funtspruch). An der Grand Cen tral- Station der Untergrundbahn entstand während den ver tehrsreichsten Morgenstunden infolge Kurzschluß Panit in dem überfüllten 3uge. Etma 75 Personen, meistens Frauen und Kinder, wurden in dem in Rauch und Flammen eingehüllten Zuge verlegt. In dem Zuge spielten sich Schredens. zenen ab. Viele Frauen und Mädchen warfen sich zu Boden oder suchten verzweifelt die Ausgänge zu erreichen. Andere murden durch die Fenster geschleudert oder niedergetreten. Durch das Erlöschen der elektrischen Lampen wurde die Banif noch verstärkt. Bielen Leuten murden die Kleider vom Leibe gerissen. Die Verlegten fanden zu erst in den benachbarten großen Hotels Aufnahme, wo Foyers und Speisefale zeitweilig in Hofpitäler verwandelt maren. manner, welche, um sich selbst zu retten, Frauen zurücstießen, wurden von der Polizei niedergeschlagen. Von den angrenzenden Vanderbilt- Hotels ließen Angestellte Leitern in den Schacht der Untergrundbahn hinab und halfen den Bassagieren durch den Notausgang die Straße zu erreichen. Ende des Segelflugwettbewerbes. Fünf Roffiffen, 19. Mai.( Eigener Bericht.) Rofsitten hat die ge famte Wissenschaft tatkräftig burch den Segelflug auf dem Gebiete der Meteorologie und Luftforschung, der Aerody= na mit und Statif unterſtügt. Die alten, seit drei Jahren voll bewährten Segelflugzeuge find auch heute noch unübertroffen, ihre Piloten bleiben weiter an der Spize: Martens als Giređen, Fuchs als Dauerlegelflieger, Seilers Erfolg ist zu begrüßen. Dem Jungvolf war reichlich Schulgelegenheit geboten, sehr beachtens werte Dauerleistungen sind auch hier schon zu verzeichnen, berech tigen zu den besten Hoffnungen. Zahlreiche Zeugnisse über die bes standenen Prüfungen fonnte der Ostpreußenverein ausstellen. Für Nachtsegelfluge ist die erste Anregung gegeben. Die Schwaben. Bayern und Thüringer werden kommendes Jahr die Scheu Dor dem nassen Element überwinden. Wissenschaft und Technit, Theorie und Pragis fonnten sich gegenseitig ergänzen. Ein Stahlhelmpfarrer unter Anklage. Republikanisches Volksfest im Partrestaurant Südende. Im Rahmen der jetzt in Groß- Berlin stattfindenden Reichsbanner- und- vergangen(§§ 174, 175 Str.GB.). Teilweise hat der Lüftling gebungen, Fahnenweihen usw. veranstaltet die Kameradschaft Steg lit des 12. Bezirts am Mittwoch, den 20. d. Mts.( heute) ein großes republikanisches Volksfest aus Anlaß ihres einjährigen Be stehens. Sie hat hierzu das Bartrestaurant Südende, unmittelbar am Bahnhof Südende ausgesucht. 1 Siedlerversammlung für finderreiche Familien. Die Gemein nügige Bau- und Siedlungsgenolienschaft für tinderreiche Familien hat am Mittwoch, den 20. Mai, 7½ Uhr, in Charlottenburg, in den Hohenzollern- Festsälen, Berliner Straße 125, eine öffentliche Siedlerversammlung anberaumt. Ein alter Parteigenoffe und Gewerkschaftler, Wilhelm Stein, ift blößlich aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene mar feit Anfang der neunziger Jahre politisch und getverkschaftlich organisiert und Mitbegründer des Transportarbeiter verbandes. Biele, die ihn fannten, werden dem hilfs. findet am Sonntag um 1 Uhr mittags in Baumschulenweg statt. bereiten Mann ein etrendes Andenken bewahren. Die Einäscherung Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Morgen, Donnerstag, den 21. Mat( Himmelfahrt), nachmittags 2, hr, int Deutschen Obernhaus: Boccaccio. Ober in 3 aften von F. Zell und Richard Genée, Mufit bon Franz bon Suppé. Starten zum Preise von 1,30 bro Stüd einschließlich Kleiderablage find noch in allen bekannten Bertaussstellen zu haben.. Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 20. Mai. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.30 Ubr nachm.: Märchenstunde. Dora May erzählt für unsere Kleinsten: Grimm: 1. Rotkäppchen. 2. Dornröschen. 3. Der gestiefelte Kater. 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert des Berliner Funkorchesters. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. 6.30 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau( Ueber gute Sitten"). Die 6.50 Uhr abends: Obermagistratsrat Dr jur. Mödlinger: wohnungsgesetzlichen Bestimmungen betreffend Instandsetzungsarbeiten". 7.15-8.05 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Hachschulkurse). Abteilung Physikalische Chemie. Dr. M. Volmer: Aus dem Grenzgebiet von Physik und Chemie 1. Vortrag. " Ueber das elektrische Elementar quantum". 7.45 Uhr abends: Abteilung Staatswissenschaft. Professor Dr. Ernst Wagemann: Konjunkturlehre und Krisentheorie". 2. Vortrag, 8.30 Uhr abends: Kammermusik. 1. E. v. Dohnáyni: Serenade für Streichtrio op. 10, Romana Scherzo Thema con variazioni Rondo( Finale)( Konzertmeister Ferry Roth, Violine, Hermann Spitz, Bratsche, Otto Urack, Cello). 2. Rich. Strauß: a) Kling ( Henckell), b) Herr Lenz( v. Bodmann), e) Junghexenlied, d) Barcarole( v. Schack), e) Schlagende Herzen( Bierbaum)( Sonja Yergin, Sopran). 3. Debussy: Sonate für Flöte, Bratsche und Interlude Harfe, Pastorale Finale( Erich Schröder, Flöte, Hermann Spitz. Bratsche, Hildegard Roscher, Harfe). Am Flügel: Dr. R. E. Lapini. 10 Uhr abends: Zum Andenken an Nikolaus Kopernikus, den großen deutschen Reformator der Astronomie ( gest. 24..5. 1543). Professor Dr. Adolf Marcuse: Und sie. bewegt sich doch! Das Weltbild im Wandel der Zeiten"." Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. Marcia Salle, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht) Bor dem erweiterten Schöffengericht in Halle began am Dienstag vormittag der Prozeß gegen bere berüchtigten Stahlhelmpiarrer Bilheim noblauch zu Halle. Knoblauch hat, wie ihm die Anklage vor wirft, bereits seit dem Jahre 1915 bis 1922 in seiner Eigenschaft als Geistlicher und Lehrer einer Halleschen höheren Schule fich an den dortigen Schülern unfittlich fich sogar an einer Reihe von Kindern unter 14 Jahren vergriffen. Der Gipfel seiner Tätigkeit als Seelenhirte war die Tatsache, daß er immer nach der äußerst dürftig gehaltenen An flage seit dem Jahre 1922 jogar mit einem unglüdlichen Taubstummen in seiner Eigenschaft als Seelenhirte strafbare Beziehungen na§ 175 unterhalten hat. Knoblauch wurde aus der Haft vorgeführt. Er ist zwar blaß, aber arrogant wie früher in seiner Feldpriesterzeit. Er fnicht jedoch sichtlich zusammen, als er einen Vertreter des hohen Konfiftorums, einen Superintendenten erblickt, der wegen des tommenden Disziplinarverfahrens an der Verhandlung teilnimmt. Die angekündigten Halleschen Verteidiger haben es vorgezogen, nicht zu kommen. Der von auswärts geholte Verteidiger erhebt ein flägliches Wehgefchrei wider die Presse, die es gemagt habe, über Herrn Knoblauch unsachgemäße Gerüchte" zu verbreiten. Die Anwesenheit des Superintendens ten sei für seinen Klienten so bedrudend, daß er die Entfernung des Kirchenmannes nerlange. Das Gericht schloß nach Ver. lesung der Antlageschrift die Deffentlichkeit und Bresse aus und gestattete lediglich den Sachverständigen und dem Superintendenten die Anwesenheit. Geladen sind 16 Zeugen. Der befannte Serual forscher Dr. Magnus Hirschfeld- Berlin hat sein Erscheinen abgesagt. an seiner Stelle ist der befannte Berliner Nervenarzt Dr. Placzek erschienen. 2 Jugendveranstaltungen. izza! Zur Generalversammlung am Sonntag, bez 24. 5. sarm. 9 Uhr, in ber aula bes Raiser- friebrich Realgymnafiums, Rental, Raiser- Friedrich- Str. 208/210, haben nur Delegierte und Eäfte, mit 6at. farten Rutritt. Gafffarten find in beschränktem Umfange bei ben be teilungsparsigenden zu haben. Heule, Mittwoch, den 20. Mai, abends 7% Uhr: Gemetfschaft." Web'irs: Shule Ruheplag, Ede Antonftraße, Bortrag: Jugend und Quisenstadt: Schule Stallschreiberstr. 54, Bortrag: Bolfs. gifte." Suboft R.- B.: Jugendheim Reichenberger Str. 66, Naturwiffen. fchaftliche Blaudereien." Lantwis: Schule Schulstraße, Bortrag: Warum Sozialistische Arbeiterjugend?" Tempelhof: Jugendheint Germaniaftr. 4/6, Aussprache: Unfere Bfingftfahrt." Ertner: Bollstüche, Aussprache: Kitche und Jugend." Lichtenberg- Rord: Jugendheim Barfaue 10, Ferdinand Freiligreth". Morgen, Donnerstag, den 21. mai: Süboft G.- B.: Nachmittagsspaziergang: Blänterwald, Baumschulenweg und meiter. Treffpunkt 2 Uhr nadymittags Salefisches Zor. Salensee: Fahrt. Steglik I: Fahrt. Treffpunkt Treffpunkt 7 Uhr vorm. Bahnhof Salenfee. Tempelhof: Fahrt in den Wannsee: Fahrt. Gr.- Glienider norm. 8 Uhr Siemens, Ede Albrechtstraße. Teltow. Treffpunkt 17 Uhr Attilaplay. Gee. Abmarsch 7 Uhr Schule. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Dr. A. Defler, Nährmittelfabrik, Bielefeld, fonnte dieser Tage ein 25 jähriges Jubiläum feiern. Dr. Detters Badpulver Badin murde bereits nor 35 Jahren in den Sandel gebracht, die fabrikmäßige Herstellung begann jedoch vor 25 Jahren. In dieser Zeit hat fich die Firma aus den leinsten Anfängen au einem großen Unternehmen entwidelt, deren Erzeug niffe überall gern getauft werden. Wir verweisen, auch auf das heutige Inferat der Firma Dr. Detter. Schun Servus Terpentinware Servus muss man benutzen zum Stiefel putzen Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 68. 68, Sindenstraße 3, für Groß- Berlin Theater, Lichtspiele usw. ftets en das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 rep. rets, an richten Staats- Theater Lessing- Theater fammentiinfte: Gruppe Rudolfplag jest Mittwoch 4 6 1hr Schule Opernhaus Tägl. 8 Uhr: 17. Streis Sitenberg. Die bieilungen 122 mm 125a metbex mm Tekten Male aufgefordert, den Fragebogen fofort dem Rreisvorstand einzureichen. Opernhaus 5. Greis Friebrichshain. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde! 87 U: Die Bohème Leopoldine Bromberger Str. 13, Freitag von 5-7 Uhr Jugendheim Gozlerstr. 61, am Königsp.atz Konstantin in Gruppe Baltenplag Montag und Freitag von 628 Uhr auf dem Sport plak Friedrichshain, Mittwoch von 5-7 Uhr Jugendheim Ebertnftr. 12. 14. Kreis Nentälln. Seute, Mittwoch, 7 Uhr, gemeinsame Sigung des engeten Kreisvorstandes mit der Bildungskommission in Barteibureau Redarstraße. Schiller Theater v.Alexander Dumas Röntgental- Reperuid. Abends 8. The Rablaben bei Bojener. Erscheinen 1: Charleys Tante aller Genoffen und Genoffinnen ift Bflicht. Heute, Mittwoch, den 20. Mai: 27. 6. 75 Uhr Gigung der Funktionäre mit ben Streisvertretern bei Bodanowicz, Gonnenburger Str. 1. 35. bt. Neutolin. Abrechnung täglich bei Beidmer, Steinmekitr. 16. Frei bag, her 22. Mai, 8 Uhr, Borstandssitung bei Grieger, Leffingftr. 9. Jungjozialisten, Gruppe Schöneberg- Friedenau. 7 Uhr Steffpunkt am Bahuhof Schöneberg aur Fahrt nach Tiefenfee. Gruppe Charlottenburg. 8 Uhr Jugendheim Rosinenftr. 4. Richard Sinnede: Führer und Maffe." Morgen, Donnerstag, den 21. mai: 16. st. Serrenpartie nach Bernau- Ziepnisfee. Treffpunkt 6% Thr frith bei Ariter, Suffitenstr. 34. 81. Abt. Friedenau. Familienausflug( ba ber Reichsbounerausflug nicht ftattfindet). Treffpunt 8 hr früh Bannfeebahnhof Friedenau aur Fahrt rach Bannfee, Albrechtshof. Seerofen, Drei Zinden". Radaügler his 2 Uhr Albrechts Teerofen. 101, bt. Treptow. Familienausflug. Für wanderfreudige Familien Treff. punkt 7 Uhr am Bahnhof Ereptom. Für Radjzügler nadym. S hr Brinzengarten am Müggelfee. Arbeitersport. 7: Mad. Butterfly Schauspielhaus 72: Wallenst, Tod Gr. Volksoper im Theat. d. Westens 71/2 Uhr: Maskenball Demimonde Trianon- Th. Täglich 8 Uhr: Yoshiwara Das Haus des Lasters Volksbühne Kleines Th. 71% Uhr: Datterich Deutsch, Theater 8 Uhr: Der Revisor Kammerspiele 8 Uhr: Die Wollust der Anständigkeit Die Komödie Karfürstendamm 206/207 8 Uhr: Liebfrauenmileh Theater i.d. Königgräizer Str. 8 Uhr: Franziska Komödienhaus U: Das silberne Kaninchen „ Stralau gewinnt die ostdeutsche Meisterschaft. An Sonntag standen sich die Vertreter des 12. Kreises und des 1. reises im Endspiel um die ostdeutsche Meister fchaft gegenüber. Rach einer furgen Ansprache des Berbandsnor figenden gab der Schiedsrichter aus Wittenberg den Ball frei. Berliner Theater Rönigsberg hat Anstoß und fizt auch gleich vor dem Stralauer Annellese v. Dessau 7.45 Uhr: Tor. Aber nur eine Ede ist der Lohn. Gut eingegeben, mird fie Tägl. 8 Uhr: Die Großfürstin und der Zimmerkellner Residenz- Th. Täglich 8 Uhr: Der Werwolf WALHALLATHEATER jedoch von der Berteidigung zunicht gemaat Jeßt sieht man faft SCALA Weinbergsweg, ausschließlich ein Mittelfeldspiel. Bei einem Alleingang des Mittelstürmers von Stralau wird diefer unfair gelegt. Der darauffolgende 11 Meter wird von dem Torwart der Königsberger in blendender Weise gehalten. In der 18. Minute gelingt es dem 8 Uhr: VARIETE Halblinken von Stralan, das einzige Tor des Tages zu schießen. REVUE Stralau wird dadurch angespornt, unternimmt jezt mehrere gefähr liche Angriffe, die jedoch von dem blendenden Torwart der Gajte abgewehrt werden. Auch der R- Sturm ist nicht müßig. Bei St. tit es aber der linte Berteidiger, der alle Angriffe unterbindet. Bei einem Durchbruch der K.- Stürmer werden einige gefährliche Situatio nen vor dem Stralau- Zor geschaffen. Einesteils die gute Abwehr arbeit der Hintermannschaft von St. und andererseits die Unentschlossenheit der K.- Stürmer verhindern aber jeden Erfolg. Himmelfahrt 2 Vorstellungen! 330 zu ermäßigt. Preisen das volle Programm Admiralspalast Ab 26 Mai 8% U Die letzte Sensation Theater im Amerikas Die Neger- Produktion Chocolate Kiddies Rosenthaler Tor. Täglich 7% Uhr EnsembleGastspiel des MetropolTheaters Der große Schlager Grätin Mariza OriginalBesetzung. Ausstattung Preise: Nach der Pause hatte man allgemein erwartet, daß die Gäste jeft nod gewinnen würden. Spielten sie doch jetzt mit der Sonne im Rüden, Stralaus Mannschaft geht aber immer wieder zum Angriff nor. Schuß auf Schuß fauft auf das Tor der Königsberger. Der Torwart ist aber umüberwindlich. Auch der K.- Sturm geht des öfteren vor. Einmal glaubt alles schon an den Ausgleich, doch der Sturm fett den Ball 3 Meter vorm Tar freistehend daneben, so eine günstige Gelegenheit verscherzend. Der Schlußpfiff trennte zwei gleich mertige Gegner, die den zahlreich erschienenen Zuschauern ein gutes Spiel zeigten. Die Mannschaft der Königsberger war den Stralauern förperlich volllommen überlegen. Der Lormart war mohl der befte Mann auf dem ganzen Feld. Starten Beifall erntete er bei fast jedem Ball Die Berteidigung war vollständig auf den Lormart zugespigt. Die Läufer im allgemeinen gut, nur der linte soar nicht auf der Höhe. Dar Sturm spielte fehr zerfahren. Haupt- Central Theater Sisächlich der Halbrechte versagte pollfommen. Bei Stralau sah man: Hilfe, ein Kind ist faum einen schmachen Bunkt. Der linte Berteidiger hielt hinten das Himmel gefallen! BUSCH gaitze Spiel Der Sturm spielte einen feiner besten Spiele, fonnte Deutsch. Opernhaus Die lustige Revue aber bei dem guten Lormart der Königsberger nichts erreichen. Der Schiedsrichter leitete bas Spiel in sehr guter Weise. Amerikas größte 45 Mitwirkende! 0.75-4,50 M. farbige Künstler.! 71 Vorverkauf ununterbr. G Don Giovanni Th. i. Kommand.Str Täolich 8 Uhr: CIRCUST CIRCUS DIE BAST CIRCUREVUE auch Kuch Busch Ruber- Bereta Collegia" Charlottenburg B. Am Donnersing, den Abfahrt pünktlich 8. Uhr. 21. Mai 1925( Simmelfahrt), gemeinschaftlige fahrt nach dem Gacromer See. USCHI Nur noch Arbeiter- Schachflub. Simmelfahrt Serrenpartie nach Cberamalbe. 905fahrt bes Suges frith 6,01 Uhr som Stettiner Sauptbahnhof. Treff 46 Uhr am Saupiportal bafelbft Sonntagrildiahrkarten Löfen. Meisterschaften im Freien Reglerbund. Als letter Ser Groß- Berliner Bezirke brachte am Sonntag im Reglerheim Sufeland ber Gilben feine von Jean Gilbert Wenige Tage Deutsch. Künstlertbeat. Tägl. 8 Uhr ( Sonnabend zum 25. Male) Zoolog. Garten Meisterschaft auf Figuren zum Abschluß. Die Beteiligung mar zicht To Monsieur Trulala Aquarium ftart mie in den anderen Bezirken. Den Titel ficherte fich Sübner von Eportlust 23 mit 276 Buntten. Außerdem plasierten sich: Bault( Sorgenfrei), Behrends( Mariendorf 19), Lindiso( Sorgenfrei), B. Möllendorf( Gut Sola 1910), Her( fibele Br. 19), Sathe( Sohe Rante), 2ilders( Sohe Rante), Boler( Cportluft), B. Borrmann und Aleemener( Mariendorf 19), R. Möllenborf, Bed( Gut Sola 1910) and Bittner( Sportluft). Die end gültigen Ergebnisse nom Figurentegeln auf Asphalt find: Rob. Saffmann ( after Stamm) 10 Figuren mit 13. Rugeln erfüllt, Ridel( Bikom) 14 Rugeln, Erm. Lehmann( Gabg.-SM.) 16 Rugeln, B. Witt( Lustige Neun) 16 Rugeln und Serzog( Bökom) 17 Rugeln. Auf der Scherenbahn blieb Ridet mit 25 Sola Sieger vor Sanfel( 6 Salte) mit 24 Solz. Jm 1000- Stugelfampf in Bris fiegte Senneberg( 6 Salte) mit 7249 Sols vor Erm. Saale mit 7219 Sola. Freie Turnerschaft Renfalln- Brik. Achtung, Borfandsmitglieder! Die Borfandsfigung finbet uit heute, fonbern am Sonnabend, den 23. Mai, 7 Uhr, auf dem Turnpias fiatt. Sport. Rennen zu Karlshorst am Dienstag, den 19. mai. 1. Stennen. 1. Lebenswonne( Dertel), 2 Smmelmann( Haufer), 8. iwia( E. Eichhorn). Toto: 22: 10. Blag: 12, 10: 10. Ferner lief: Fuchsmajor 2. Rennen 1. Gscorial( Derten), 2. Antiope( Hanjer), 3. Shummer Seufel(. Dhhr). Toto: 60:10. plag: 24, 13: 10. Ferner liefen Silberbazen, Laon, Dfterpres 3. Rennen. 1. Dceanan( Sr. Staudinger), 2. Melarosa( b. Borde), 3. Danabourg( Hr. Hantle). Toto: 31: 10. Blag: 21, 34: 10 Ferner lief: Udine. Musik von Hugo Hirsch Affen- Sonderschau Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Die Bar auf Montmartre Wallner- Theat. 28 Uhr: Romeo u. Julia Dienstag, 26. Mai, abends 7 Uhr: Premiere Moiseken Rose- Theater 8 Uhr: Hochzeit vor d. Ehe Tier- KunstAusstellung Taglich ab 4 Uhr Großes Konzert Theater a. Kottb. Tor Tägl. 8 Uhr: Sommer- Beinkleider Fertig am Lager: Weißer Köper, mit Umschlag. M. 850 Weißer Waschsatin, mit Umschlag.. M. 9.Elfenbeinfarbiger Waschstoff. M. 1150 Flanell, weiß oder dunkelgrau. M. 19.Flanell, gute Qualität, moderne Streifen auf grauem oder weißem Grund • .. M. 26... M. 26.Cheviot, weiß, sehr gute Verarbeitung Beinkleider aus Schilfleinen, Zwirnstoff, Lüster, Waschkord Sporthosen( Breeches) aus verschiedenen Waschstoffen Sport- Schuhwaren Nur gute Fabrikate Herren- Haferlschuh Mastbox, Handarbeit, zwiegenäht M. 21.Herren- Sportstiefel Laun Elkleder, zwiegenäht, wasser- 30.dicht gearbeitet... Tennisschuhe mit roter Gummisohle mit Krepp- Gummisohle ..... M. 525 825 Turnschuhe Sandalen Sport- Schuhwaren für Damen und Kinder Seglerstiefel Bootsschuhe mit angegossener Gummisohle PEEK& CLOPPENBURG 10. BERLIN C 19 Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Berlins einzigste und erfolgreichste REVUE: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Bald 800 Aufführungen! 30 Bilder! 250 Mitwirkende! Sommerpreise! Metropol- Theater 8 Größter Erfolg! 8 M. B.EVORISERAH. GERTRAUDTENSTRASSE 25-27/ ROSS- STR. 1-4 Elite Tausend süße Reinchen Sänger Das große MaiProgramm. 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Der fommende Sonntag verpricht auf der Trepiomer Bahn ein besonders großes, radsportliches Ereignis zu werden, denn der Große Preis non Berlin" bas Hauptrennen des Tages über 100 km hinter Motorführung hat eine Belegung gefunden, mie fie feit langem in Berlin nicht an den Ablauf gelommen ist. Salbom, Saball, 2emanow Beiß und Gaffney find Namen, wie sie besser für dieses Rennen zur zeit nicht gedacht merden tönnen. Rit und Spears in Teplom. ie ferner befannt wird, werden am tommenden Sonntag neben dem Großen Preis bon Berlin die beiben Beltmeister Sütt und Spears Australien in Ereptom an den Start gehen. Hiermit erscheint Walter Rütt nach seinem Sechstagefiege mit Berts zum erften Male auf einer offenen Berliner Bahn in diesem Jahre am Ablauf Rütt dürfte wohl zurzeit der schnellste deutsche Flieger fein. Beide Fahrer werden sich, um ein einwandfreies Refultat zu erzielen, in folgenden brei Rennen begegnen: ein Malfahren über 1000 Meter, ein Berfolgungsrennen über 20 Runden und ein Bunftefahren über fünf Runden mit Wertungen in jeder Runde Wetterbericht für Berlin und Umgegend. Trodent, ziemlich warm und heiter bei mäßigen Oftminden. Für Deutschland... Im Diten troden und tühler. 3m Besten weiterhin warm und Gerbitterneigung Humor and heitere Stimmung Mädels vom Radio- Geräte Kurfürstendamm erfttlaff Fabritate, ev. die neue lustige Komödie. Bahlungserleichterg Vorher das Mai mit Lea Seidl, Arno, Sikla 2, 3, 4, 5, 6 M. WINT DOORTEN Rauchen Der glänz. Mai- Spielplan( gestatt. Reichshallen Theater Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Neu: Das Deutfche Meer von Meysel Nachm. halbe Preise, das volle Abendprogramm mit Das Deutsche Meer Dönhoff- Brett': liefert Domte, Berlin Famoses Mai- Programm Programm! 9. Schließfach 214. Ulap, a der Vergnügungspark der Berliner am Lehrter Bahnhof. Donnerstag, den 21, Mai 730 Uhr der Schokoladenregen der Trampfflugzeuge Aber dem Ulap, der wegen Maschinendefektes am Vorigen Sonnabend ausfallen mußte. 15 Militär- n, Musikkapellen. Riesenfreivarieté. Alle Weltattraktionen. Sensationsfeuerwerk. Chaplin, der Liebling des Publikums Eintritt nur 50 Pig. Heu.e: Das volie Weltstadt- P.ogramm. Eintritt nur 3J Pfg. teppdecken u. Daunen Decken tauft man am besten und preiswerreiten. nur bestes Faoritat. birett ab Fabrit., wo auch alte Deden aufgearbeitet werden. Bernhard Strohmandel Filialen: Spittelmarkt, Ede Berlin S14 72 Wallite. 72 Senbelitr, W. Nitolsburger ( Untergrundbahn Jufelbrüde). Blag 2 Ede Trautenaufte 3llustrierter Breistatalog gratisk Industrie- Ausstellung für Baufach, Wohnungswesen und verwandte Gewerbe in Berlin vom 16. Mai bis 1. Juni 1925 Im Sportpalast, Potsdamer Straße and in der Philharmonie, Bernburger Str. Geöffnet 10-8 Uhr. 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Die erste Frucht war ein Kartellvertrag. Der Bericht mehrt sich gegen eine schematische, zwangs weise Berschmelzung. Der Bille der Mitglieder mise entBerlin, 18. Mai. Unter sehr zahlreicher Beteiligung der Berliner Berufsgenoffen wurde am Sonntagmorgen der Berbandstag eröffnet. Neben 27 Abgeordneten find besonders zahlreich ausländischescheidend sein. Bruberorganisationen nertreten. Bom AGB ist Badert erschienen, vom Orisausschus Berlin Bredow. Der Hauptvorstand ist durch Hensel, Sailer und Fiedler Berlin, der Ausschuß durch Bergmann Hamburg nertreten. Ju seiner Begrüßungsansprache permeist Vorsitzender Hensel auf die Schwierigkeiten der Organisation, die mit den Verbandstag sugleich ihr 25jähriges Bestehen feiert. Dann sprachen die aus fändischen Bertreter ihre Glüdmünsche aus, die ganz besonders auch dem verdienten Borfizenden Hensel galten. Zur Leitung des Ber bandstages murden Bergmann Hamburg und Schulz Berlin gewählt 19 Der Kaffenbericht, den Fiedler- Berlin erstattete, schließt sehr günstig ab. Der Verband hat die schlimmste Zeit überwunden. Mit über 120 000 9. fonnte das neue Jahr begonnen werden. Zweiler Berhandlungsfag. hr ab Stettiner Bahnhof a barbert. Dampferfahrt th Stettin sağ 2.30 Uhr. File hie Fahnenweibe in Budowa Gonning. Sem 24. Mai, benuhen die Romeraden den Aug frih 6.58 1hr ab Schleftiger Bahn hof. Sonntagsrüdfahrkarte bis Dahmebori- Mündeberg 4. Rieffe 1,90 Ramerabschaft Gteplig. Es wird nochmals auf das am Mittwoch, den 20. Mal, im Bartrestaurant Subenbe ftattfindende Stiftungs feft hingewiefen. Anfang 5 hr. Ronsert und Sana. Mie Remublikawe find freundlichft eingefcben. Radhailgler fammeln fich 6% Uhr am artiplas Steglis. Bon dort Marsch mit Musik aum eftotal. Die feftrede bält der Ramerad ris Ebert. Geruppenführer ufm. müssen spätestens zu Beginn Des Festes mit ihren Rarten beim Raffierer abrechnen. Ramerabschaft Rehlendorf. Alle Teilnehmer an dem Republifanischen Boltsfest der Kamerab fchaft Steglia treffen sich Mittwoch, ben 20. Mai, abends 65 Uhr, nor beat Bahnhof Steglik. Rathausfelte. Bon dort um 6% hr zum Martiplas su Teilnahme am Umaug. Fahnen mitbringen. Ramerabfdjaft Schöneberg raden Marktplas Stenlis, Dippelstraße, aur Teilnahme an dem Stiftungs feft der Kamerabfchaff Steglts. Wahnen find unbedingt mitzubringen marfa von dort mit Musik. Ramerabschaft Boston mit fämtlichen Unter gruppen. Mittwoch, den 20. mai, abends 7 Uhr, Ueben ber Spielleute mit den Kreuzbergern aufammen im Jugendheim. Donnerstag, den 21. Mat ( Simmelfahrt), normittags 10 Uhr, Treffen aller Mitglieder im Jugendheim. Breite Straße. zum Photographieren. Dauer der Aufananenfunft eine bolbe Um zweiten Berhandlungstag fand zunächst ein Art der Chrung statt. Borfizender Hensel erhält einen Arm voll Rosen richenau. Mittwoch, den 20. Mai, abends 6% Uhr, treffen fi die Rome und wird zum Ehrenvorsigenden des Berbandstages ernannt. Hierauf wurden die Berichte der Verbandsleitung entgegengenommen. Kollege Hensel, Berlin, Fiedler und Gafer, Berlin, sowie Bergmann, Hamburg, teilen sich in diese Arbeit. Die mündlichen Ergänzungen der Berichte betreffen vor allen Dingen 3pllfragen und die Berhältniffe in den Genossen. Die Tagesordnung wurde um drei Punkte erweitert: Die Ber- schaftsschlächtereien. schmelzung zu einen NahrungsmittelindustrieDie Debatte über die vier Berichte füllt den ganzen zweiten Derband, ferner soll die Darmimdustrie gesondert behandelt mer Berhandlungstag aus. Die Aussprache ergibt ein Bild der allben und die Internationale Organisation gemeinen Zustimmung zur Borstandsarbeit. Nur wenig Abweichung in der Einschäzung der Arbeit des Zentralvorstandes macht sich geltend, wobei von Breißner, Berlin, besonders die Arbeit in dem Reichsqusschuß früifiert wird und gegen Bolfsbelastung maffenproteste perlangt werden. Andere Redner, wie Ernst, Hannover, sprechen sehr wirksam gegen diese Auffassung. Gerade die Fleischer haben alle Ursache, so sagt er unter Beifall, daß sie die realen Tatsachen nicht aus den Augen verlieren. Allgemein wird gewünscht, die Fachzeitung achttägig erscheinen zu lassen. Es müsse gegenüber den wachsenden Angriffen der Unternehmer der Fleischer besser und wirksamer ausgebaut werden. Dem Verbandstag liegt ein umfangreicher Bericht der Verbands Leitung por. Aus dem Bericht spricht noch einmal die ganze Brutalität der Jahre 1922/24, die dem Fleischerverband das Leben erschwerte. Gemessen an diesem Maffenelend untersucht wum der Berichterstatter die Rüdmirtung auf den Beruf. Die deutsche Landwirtschaft mar noch nie in der Lage, die deutsche Bepbiferung ausreichend mit Solagipieh zu versorgen. Obwohl sich der Bichbestand mertlich gehoben hat, bleibt diese Stalamität beftehen. Die angeführten Ziffern erbringen dafür den Beweis. Der Berband hat sich redlich bemüht mitzumirten, diesen Mangel ab. zustellen, im Kampf mit der Landwirtschaft hat er für die Benölterung gemirtt. Besonders gegen die Wiedereinführung der Schuhzölle Mit großer Entschiedenheit, treten verschiedene Redner für eine beffere Schulung der Betriebsräfe ein, der DGB. habe hier viel nachzuholen, meil verschiedentlich die Drtsausschüsse versagten. Für die eigene Schulung, d. h. für die Schaffung von Fleischerbetriebsrätefurfen, find jedoch die meisten Rebner nicht zu haben. In vielen Fällen versagen die Betriebsräte ganz und gar. Daß die kleinen Berufe von dem Betriebsrätegesetz ist Daß aber das Wenige von den einzelnen Kollegen noch verzettelt wird, ist sehr bebauerlich. hat der Fleischerverband einen starten Widerstand aufgeboten, un eine Erhöhung der Fleisch- und Fettpreise zu vermeiden. Die Sohn und Zariffragen wurden starf beeinflußt buraj die Rückständigteit ber Innungen, die alle Sjebel in freien. Besonders die gefeßliche Regelung der Arbeitszeit ist den Bewegung festen, fich von der Mitwirtung des Berbandes zu beschlechter gestellt sind, ist eine Tatsache, die oft genug beflagt worden Inmungen ein Dorn im Auge gewesen. Alle möglichen Berjuche haben fie unternommen, ihre Arbeitszeitwünsche durchzusehen. Es gelang ihnen auch hier und da, die Kollegen zu überrumpeln, doch rechtzeitig griff der Berband ein, so daß größeres linheil verhütet wurde. Eigentliche Streifs waren nur wenig zu verzeichnen, die Arbeitgeber haben darin und in den Aussperrungen doch wohl ein Haar gefunden. Auf den Schlachthöfen in Berlin, Hamburg, Rönigsberg. Leipzig und München, in den Wurstfabriken Holsteins, Mecklenburgs, Berlins und Barmens wurden Bewegungen erfolgreich durchacführt. Auch die Darmindustrie in Berlin, Hamburg und München lieferte heftige Kämpfe. Aussperrungen waren in Danzig, Bobingen und Braunschweig. Ende 1924 bestanden 113 Zarifverträge für 8409 Betriebe mit 15484 Beschäftigten. In 27 Konsumfleischereien find 18 Berträge abgeschlossen, für den Rest gilt der Reichs mantel. tarif, abgeschlossen mit dem Zentralverband deutscher Konsumvereine. Getlagt mird über den gelben Fleischergesellenbund, her den Innungen erbärmliche Selfersdienste geleistet hat. Für die Rechte der Betriebsräte hat sich der Verband start eingesetzt, ebenso für ihre organisatorische Erfassung. Die Mitgliederbemegung erreichte 1920 mit 24 000 ihren höchsten Stand, durch die Einmirtung von Inflation und Erwerbslosigkeit büßte der Verband elma 30 Broz. Mitglieder ein, auch die politischen Mirrnisse nahmen etmas Mitglieder mit. Biele Kollegen sind in aubere Berufe übergetreten. Das Lehrlingswesen machte der Organisation viel zu schaffen, hier tobte sich der Innungs geift herrlich aus. Der Kampf mit gegnerischen Organisationen bragte auch niel Arbeit. Besonders mirisam wendet sich Bergmann, Hamburg, gegen einseitiges Schimpfen auf die Genossenschaften. Wir müssen zunächst einmal die Arbeiterschaft dazu bringen, dem Genossenschafts. gedanken mehr Berständnis entgegenzubringen. Da liegt es noch sehr im Argen. Bergmanit und andere Redner sprechen dafür, aus dem Fachausschuß für Fleischnersorgung nicht auszutreten. Wir übernehmen für seine Beschlüsse teine Berantwortung, aber unsere Mitwirtung ist doch wichtig genug; es tann die Zeit kommen, wo wir gehen müssen, dieser Zeitpunkt ist aber noch nicht da! Genosse Badert vom ADGB. verweist auf den Standpunkt, den der ADGB zur 3ollgefeggebung einnimmt. Zur Betriebsrätefrage hat der ADGB. von Anfang an vorsorgend Steilung genommen, er fann aber die Schäden nicht bessern, die bestinumie falsche Propheten der Gewerkschaftsbewegung anrichten. Wir haben Richtlinien genug herausgegeben. Die Aenderung des Betriebsrätegesezes ist wohl nötig, aber wir nüßen ja noch nicht mal das aus, was vorhanden ist. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 90 Gefäftstelle: Berlin S. 14. Sebaftianftr. 87/88. Sof 2 r. Gauvorstand. Alle Rameraben und deren Angehörige, die fich an ber Pfingstfahrt nach Spinemünde beteiligen mollen, haben bis fpätestens Dienstag, ben 26. Mai, fich bei ihren Rameradschaftsführern au melben und an Fahrgeld für Dampferfahrt ab Stettin und Rüdfahrt mit Gifenbahn- Sonderaug ab Emineminde fieben Mart an entrichten. Fahrtarten fitr bie Sinfahrt bis Stettin find in biefent Breis nicht einbegriffen, ba ein Sonderaua duz dia Cifenbahng nicht gestellt merden fann. Es find bie faht planmäßigen Rüge am Sonnabend, dan 30. Mai, abends 8.17 Uhr unb 8.40 Fahrpreis 1 Mark Ramerabschaft Stunde. Teilnehmer nach Briefalang im Anschluk baran sur Bahn. Romerabithaft Belding: Die Aorporalschaftsführer oder beren Stellvertreter haben umgehend das für unfaz am Sonntag, den 14. Jumi, in der Bod brauerei ftattfindende Sommerfest pachandene gitationsmaterial bel Miller, Ramerabschaft Brenzianer Berg. Tellnehmer zur feritr. 12, abauholen. Fahrt nach Briefelang am Donnerstag, den 21. Mei( Simmelfahrt), treffen fich morgens 8 Uhr out Rönigstor. zichtenbera nebit Untergruppen. Donnerstag, den 21. Mai( Simmelfahrt), morgens 6 Uhr. Antreten der gesamten Samerabfchaft bei Striger aur Fahri Sämtliche Baffiven habent nach Briefelang mit Anto. Fahroreis 1 Mart batan teilzunehmen. Samerabithaft Reinidendorf: Donnerstag, bent 21. Mat ( Simmelfahrt), vormittags 9½ Uhr, Treffen aller Rameraden Bahnhof Bulligftroke. Bororibahnsteia. Fahrt bis Station Briefalang. Arbeiterabftinentenbund, Drtsgruppe Berlin. Simmelfahrt Fahrt u Mittwoch abend 6,40 Uhr, Mittelprendener See ab Stattiner Bahnhof. Donnerstag früh 7.30 Uhr bis Biefenthal auf Sonntagsrädfahriarte. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptam. Zeichensaal der 6. Treptowmer Gemeindefchule, Bildenbruchitr. 53 III, tag, den 22. Diat, 8 Uhr: Die fittliche Entmidlung der Jugend."(. Rain.) Cintritt frei! Bereit sein, ist alles! Vor Ueberraschungen ist auch die tüchtige Hausfrau niemals sicher. Sie hilft sich aber schnell aus der Verlegenheit und bietet z. B. den kurz zuvor gemeldeten Gästen trotzdem ein vorzügliches Vanille- Gebäck zum Tee an. Dr. Oetker's Backpulver, Backin" und Dr. Oetker's ausgewählte Rezepte sichern diese Bereitschalt. Bitte versuchen Sie Vanille- Gebäck: Pfd. Butter 150 g Zucker, Zutaten: 1 Päckchen von Dr. Oetker's Vanillin- Zucker 100 g Mandeln, 2 Eler, 1 Pfd. Mehl, ½ Päckchen v. Dr. Oetker's Backin. etwa 1 Liter Milch. Wie billig sich das Gebäck stellt, kann jede Haustrau selbst sehr leicht berechnen. Zubereitung: Butter und Meht( dieses mit dem Backin gemischt) knetet man zu einem Teig. Das Eigelb, 100 g Zucker, Vanillin- Zucker, Milch verklappert man und arbeitet alles mit obigem Teig zu einer Masse, die sich gut ausrollen läßt Den ausgeroliten Teig schneidet man in rechteckige Stücke, bestreicht diese mit Eiweiß, streut die in Spänchen geschnittenen Mandeln, die man mit 30 g Zucker gemischt hat, darüber und bäckt bei Mittelhitze. In Blechdose aufzubewahren. In den Berliner Hausfrauen- Vereinen kommt nur Dr. Oetker's Backpulver„ Backin" zur Verwendung. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher kostenlos in den Geschäiten oder, wenn vergriffen, umsonst und portofred von Dr. A. Oetker, Bielefeld. 20% Pfingstverkauf 20% Ermäßigung im Sportkaufhaus KORGE straße 107 ( Anhaltstraße) Ermäßigung für Herren Sport- u. Wanderbreeches or 1150 Für die Pfingstreise! 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Die Stellung der Sozialdemokratie zu den Ostgrenzen ist klar, wir sind nicht der Mci- nung, daß diese Grenzen gut oder gerecht seien, glauben auch nicht daran, daß sie von ewiger Dauer find, ober wir unterstützen keine P o l i t i k, die darauf aus sein könnte, diese Grenzen mit Waffen- g c�wa lt zu ändern. Wir hoffen und erwarten, daß die Zeit kommt, in der auf dem Wege über die Institutionen des Völkerbundes jene Regelung erfolgt, die dem Frieden und der Gerechtigkeit entspricht. Wenn gesagt wird, daß der Sicherheitsvertrag der Anfang einer Ein- kreisungzpolitik sei, so erklären wir, daß wir diese Gefahr nicht sehen. Wir wollen eine solche Einkreisung nicht, wir wollen mit Rußland in Frieden und Freundschaft leben. Wenn der russische Außenmi- nister Tschitscherin gesagt hat, daß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund von Rußlaiio ungern gesehen würde, so müssen wir schon sagen, daß die Rücksichten aus Rußland uns niemals hindern können, in den großen Auseinandersetzungen noch unseren eigensten Interessen zu entscheiden.(Sehr richtig bei den Soz.) Die Frage des Sicherheitspakkes ist von Frankreich dilatorisch behandelt worden. Es sieht so aus, als ob wir zu dem Sicherheitspakt nicht gelangen würden, ohne daß wir unsere' Bereitwilligkeit zum Eintritt in den Völker- b u n d erklärt haben. Unsere Stellung zum Völkerbund ist bekannt. Wir haben in ihm nicht die Verwirklichung unserer Forderungen ge- sehen, trotzdem sehen wir gegenwärtig keine andere Möglichkeit als die, so schnell als denkbar in diese Gemeinschaft einzutreten. Wenn man davon spricht, daß der Völkerbund eine deutschfeindliche Einrichtung sei, so möchte ich fragen, wird er deutschfreundlicher, wenn Deutschland außerhalb bleibt? Die Alternative, vor der wir stehen, ist klar: Völkerbund oder Krieg? Je stärker der Völkerbund wird, umso geringer wird die Gefahr eines Krieges. Für die Re- gierung hindert der Art. 16 am Eintritt, aber bei den hinter der Re- gierung stehenden Parteien ist die grundsätzliche Gegnerschaft das Entscheidende. Am 16. Januar sollte die Kölner Zone geräumt werden, seit mehr als vier Monaten warten wir auf eine Erklärung» warum die Besetzung noch nicht aufgehoben ist. wir können nicht schars genug das Verhalten der Entente brand- marken. Wenn die Gefahr, die in der Bewaffnung Deutschlands bestand, so groß gewesen wäre, so hätte man nicht 4 Monate hin und her sest- pellen müssen. Wir sind so deutlich wie Sie(nach rechts), ja mehr als Sie, zumal wenn es gilt, die nationale Gesinnung in der Opferung von Mark und Pfennigen für das Land zu beweisen. Wir erwarten, daß die Besetzung der Kölner Zone nahe vor ihrem Ende steht, das rheinische Volk hat seine Zugehörigkeit zum deutschen Reich gerade jetzt wieder bezeugt, und wenn es das mit einer übergroßen Zahl von Feiern betont, so soll ihm das nicht verargt werden. Trotzdem sagen wir, es wäre wünschenswert, wenn wir weniger feierten und weniger Eeste veranstalteten, es könnte falsch ausgelegt� werden. Wir wollen rghsinn pflegen, uns aber des Ernstes der Situation in jeder Beziehung klar fein.(Sehr richtig bei den Soz.) Aber lassen Sie mich sagen, daß durch das deutsche Volk der Ruf nach Gleichberechtigung geht. Eine Zeit nach dem Kriege mußten wir es uns gefallen lassen, daß wir behandelt wurden wie ein Volk minderen Rechtes, aus die Dauer aber kann ein großes Volk sich eine solche Behandlung nicht gefallen lassen. Das besagt keinesfalls, daß wir uns den Verpflichtungen, die wir durch Verträge auf uns genommen haben, zu entziehen suchen. wir verlangen nicht, daß wir anfrüflen dürfen wie die anderen, sondern, wir verlangen, daß unser Maßslab der Abrüstung auch ge- iö'j...ii(au an cüe der anderen Staaten. Diese Forderung stellen wir, weil sie uns von jeher nicht nur ein Lippenbekenntnis gewesen ist. Wir verknüpfen sie nicht mit Drohungen, wir appellieren an das Weltgewissen und an alle, die im Auslande davon überzeugt sind, daß nur auf solchem Wege die Be- friedung Europas erreicht werden kann.(Beifall bei den Soz.) Unser Standpunkt zu der Idee der Vereinigten Staaten von Eu- ropa ist der: Wir kommen zu ihr auf dem Wege der Wirtschaft- lichen Verständigung, allerdings nicht in dem Sinne, was das Unternehmertum sich unter wirtschaftlicher Verständigung vor- stellt. Wir wollen keine wixtschaftliche Verständigung auf dem Rücken der Arbeiterschaft, sondern nur m i t den Arbeitern, cherr Stresemann sprach davon, daß die industrielle Leistungsfähigkeit Deutschlands g«- rmger sei als jn anderen Ländern. Glauben Sie, Herr Stresemann, daß durch Verteuerung der Lebensmittel die Leistungs- fähiokeit des deutschen Volkes größer werden könnte? Für uns ist die Frage, ob die Regierung dieses große Ziel der Vereinigten Staaten von Europa will, und wenn sie es will, ob sie den Weg mit Rücksicht auf die hinter ihr stehenden Freunde auch gehen wird. Eine Regierung und ein Äaatsmann werden nicht nur beurteilt nach den Absichten, sondern auch nach den Mitteln, die sie anwenden und nach den Genossen, die sie sich für ihren Weg und für die Verwirklichung ihrer Absichten wählt Wir haben kein Vertrauen, daß die Regierung mit den Parteien, die hinter der Kandidatur Hindenburgs standen, insbesondere mit den Deutschnationalen, eine solche Politik machen kann, wie wir sie für richtig halten und wie sie in großen Umrissen von Herrn Stresemann hier skizziert worden ist. Hinzu kommt die Unmöglichkeit, die innere Politik von der äußeren Politik zu trennen. Man kann nicht die innere Politik mit der Rechten und die äußere mit der Linken machen. Die Regierung wird sich entscheide« müssen. mit wem sie zusammenarbeiten will. Unsere Hoffnung ist nicht ein einzelner Präsident, sondern der Wille der breiten Massen des arbeitenden Volkes. Jetzt gilt es, die Souve- ränität des Volkes zu befestigen wie- einen Felsen von Erz. Unsere Parole lautet nach der Wahl: Run«st recht Republik, nun erst reckst Ausbau zu einer Republik de« arbeitenden Volkes! Run«st Reckst Volltlk de» Friedens und d« Verständigung! Und w« mit uns zusammengehen will aus dem Wege zum Ausbau d« Republik, aus dem Wege des Friedens oud dn Verstandiguvg und zu de« Ver- einigten Staaten von Europa, ist uns willkommen! Stürmischer Lei« fall bei den Soz.) veutschnationale? ftagriff auf Sie Verfassung. Abg. Graf Westarp(Dnat.): Die außenpolitisch« Loge steht noch immer unter dem Zeichen widerrechtlicher Gewalt. Die Auffassung des Ministers Dr. Stresemann. es sei ge- lungen, die Reparationsfrage auf den Grund der vernünftigen wirtschaftlichen Ueberlegungen zu stellen, ist zu optimistisch. Der Reichsfinonzminister hat in den letzten Tagen immer weider energisch ans die Sorge um die finanzielle Erfüllung des Dawes-Abkommens hingewiesen. Gewiß haben wir«ine Atempause für 192S und 1316, ab« was dann wird. dies« Frage legt uns der Finanzminister immer Wied« mit Recht vor. Auf dem politischen Gebiet» ist nicht eingetreten, pafi man in London behauptet host; in der politisch« Behandlung Deutschlands ist keine Rede oon dem Geist der Versöhnung und Ver- ständigung und der Gleichberechtigung. Auf politischem und militärischem Gebiet stehen wir unter dem fürchterlichen Druck der Räu- mungsfrage und der Entwaffnungskontrolle. Der IS. August ist als letzter Termin für die Räumung vereinbart worden, wir dürfen aber nicht vergessen, daß auch die jetzige Besetzung bis zum 15. August ein schweres Unrecht ist, daß von Anfang an die Be- segung des Ruhrgebiets der größte Rechtsbruch der Wellgeschichte gewesen ist und daß auch die weitere Besetzung der Kölner Zone eine Rechtswidrigkeit ist.(Sehr richtig! rechts.) Wir hätten schon am 10. Januar mit der Räumung der Kölner Zone rechnen dürfen, aber England hat nichts getan, um unsere Hofsnungen zu erfüllen. was wir von England in diesen Jahren�«lebt haben, war nicht das verhallen eines Gentleman.(Sehr richtig? rechts.) Die Räumung am 15. August ist uns« Rechtsanspruch, und für dessen Durchführung haben wir kein neues Opfer mehr zu bringen. (Sehr richtig! rechts.) Die Räumung am 15. August ist ein inte- xrierender Bestandteil des Londoner Abkommens. Wird das nicht gehallen, so fällt damit nach völkerrechllichen und überhaupt rechtlichen Begriffen der ganze Londoner Vertrag in sich zusammen.(Sehr richtig! rechts.) Ferner drückt uns noch imm« die Militärkontrolle. Der Rechtslage zuwider hat Deutsch- land noch eine ollerletzte Kontrolle zugestanden, ober die Erwartung daran geknüpft, daß diese Generalinspektion bis zum 3». September 1924 beendet sein würde. Die uns bevorstehenden neuen Forde- lungen warten wir ab. Bei ihrer Prüfung werden wir auch an das besetzte Gebiet denken und nach Möglichkeit seine Interessen zu wahren suchen. Aber, wie der Außenminister gestern schon gesagt hat, das- besetzte Gebiet selbst wird nicht verlangen, daß wir zur Annahme jeder Forderung bereit sind. Auch das be- setzte Gebiet wird nicht wollen, daß Deutschland Zusagen macht, die uns wehrlos dem Bolschewismus überliefern würden. Immer schärfer tritt in den Vordergrund die Notwendigkeit, daß Deutschland sich endlich zur Wehr setzt, daß es ver- langt, daß der Militärkontrolle ein Ende gemacht wird. Ausreichendes Material für die Beschuldigung Deutsch- lands, es habe nicht abgerüstet, liegt nicht vor, denn man hat vier Monate verstreichen lassen, ohne Deutschland Aufklärung zu geben. Da« deutsche Volk muß volle vi« Monaie daraus warten. daß die Schmach der Richträumung der Kölner Zone auch nur zur Erörterung gestellt wird. � Selbst in unserem Hohen Hause fehlen parlamentarische Ausdrücke, um dieses V«hallen des Aus- lande« gegenüber dem wehrlosen Deutschland zu kenn- zeichnen.(Lebhafter Beifall rechts.) Auch auf das deutsche Sicher- heitsangebot sind schon drei Monate««flössen, ohne daß Deutschland eine Antwort erhalten hätte. Auf eine n äh e r e D i s k u s s i o n über.die Einzelheiten dessen, was uns bevorsteht, und auf unsere Maßnahmen einzugehen, scheint mir nicht am Platze. Ich möchte dem Außenminister und dem Reichskanzler darin recht geben, daß der bisherige Zustand ersetzt werden muß durch emen anderen. Es kann sich dabei aber nicht darum handeln, zu jenen Garantien, die Frankreich fest in der Hand hat, noch weitere Zusatzgarantien zu geben, sondern dar- über zu verhandeln, wie jene Garantien Frankreichs durch andere Garantien zu ersetzen sind. Was Polen betrifft, scheint mir aus den Ausführungen des Herrn Außenministers eins hervorzugehen: Deutschland ist nicht gewillt, die Grenze im Osten anzuerkennen. Auf der anderen Seite ist die Aussicht auf wirksame schiedsrichterliche Vereinbarungen mit Polen sehr gering. Im übrigen ist für uns das Erste die Räumung der Kölner Zone,(«ehr richtig!) Dann « r st kann man eintreten in die Diskussion über den S i ch c r h e i t s- Pakt. Mir wünschen, daß die volltlk Dr. Stresemann«. die er In seinem Memorandum eingeschlagen hol. forkgeführl wird, durch Fest- halten an d« Bedingung des Auefchiusses der Gültigkeit des Artikels 16 für Deutschland. Erklärungen, die mit der Ehre Deutschlands unvereinbar sind, müssen bei den einzuleitenden Verhandlungen über den Eintritt in den Völkerbund vermieden werden: wenn ober solche Verhandlungen eingeleitet werden sollten, muß auch Gelegenheit genommen werden, um endlich das zu tun, was Deutschland doch schließlich einuial tun mutz, wenn es wieder geachtet in der Welt dastehen will, nämlich dos Schuldbekenntnis im Vertrage von Versailles als e r z w u n- gen und unwahr zu erklären.(Lebhaftes Sehr gut! rechts.) Wir sind uns bewußt, daß der Kanzler für die allgemeinen Richtlinien auch der äußeren Politik auch dieselbe Verantwortung trögt wie der Außenminister, und als die größte der Parteien, die hinter der Re- aiening stehen, ersuchen wir ihn, dafür einzutreten, daß unsere Außenpolitik in dem Sinne geleitet wird, wie er aus meinen Ausführungen hervorgeht. Was die innere Politik betrifft, so bemerke ich hierzu jetzt nur: Wir alle sind durchdrungen von der Größe des Pensums, welches der Reichstag sich in den nächsten Wochen zu erledigen vorgenommen hat. Wir find der Meinung, daß doch allmählich ein Näherkommen der Partsiengemeinschaft, die hinter der Negierung steht, festzustellen ist. daß diese Gemeinschaft in ihrer Zusammenarbeit sich im allgemeinen bewährt hat. Gewisse Abweichungen sind da, aber es sind Schwierig- ketten, die eben dazu da sind, um überwunden zu werden. Auch das. was in den letzten Tagen hinsichtlich der so wichtigen Aufwertung sfrage vereinbart worden ist, scheint mir ein guter Fortschritt auf diesem Gebiete der gemeinsamen Arbeit zu sein. Ein Thema möchte ich allerdings doch in nächster Zeit noch mehr angeschnitten sehen. Dle Frage d« Flaggen und Farben wird einer«nenlen Prüfung unterzogen werden müssen: es wlrd ferner zu prüfe« fein, ob die Stellung des Reichspräsidenten mit seine« ver- fassungsmäßige« Zuständigkeiten so ausgestallel ist. wie wir es wünschen. Es wird aber vor allem darauf Rücksicht zu nehmen setn. daß den Ländern oder, wie ich sie imm««och Neb« nenne. de« Vnndesflaaken. das Gefühl wieder gegeben wird, daß lhneu dasjenige Maß an Selbständigkeit belassen ist. was noch irgend wie mit d« Selbständigkeit des Reiches zu v«elabare« ist. (Lebh. Zustimmung rechts.) Es wird dabei vor allem auch nötig fein, zu erwägen, wie die Mit- Wirkung der Länder an den Geschäften im Reiche besser a u s a e st a l t et werden kann. Ich denke da an eine andere Stellung des R e i ch s r a t s, an eine bedeutungsvollere selbständigere Kon- struktion seiner Stellung, daran, daß ihm im Gebiete der Gesetz- gebung und des Verordnungsrecht» eine ganz ander« gegenüber der Weimarer Verfassung erweitert« Stellung ein- geräumt werden muß. Wir werden in dieser Richtung arbeiten und diese Dinge nicht zur Ruhe kommen lassen. Natürlich sind damll dle Aenderungen an der Verfassung nicht«schöpft: für jehl ab« müssen wir diese Gesetz gebungsarbell aus da» beschränken, was im Rahmen bei einmal getroffenen Vereinbarungen möglich ist. E» wird mir nicht ganz leicht, auch noch zu dem ebenfalls zur Erörterung stehenden Etat des Reichspräsident en noch besondere politische Be- merkungen zu machen. An sich scheint mir diese Einrichtung nicht diejenige zu sein, welche hier mit besonderem Eiser und mit be- sonderer Kampfeslust hereingezogen werden sollte.(Hört, hört! llnks.) Herr Dr. Breitscheid hat mit großer Entschiedenheit betont, daß Hi n d e n b u r g ein deutschnatwnaler Parteimann sei. Davon ist keine Rede, schon formell nicht, denn der Reichspräsident ist nicht eingeschriebenes Mitglied der deutfchnationolen Bo l k s p a r t e i gewesen, aber auch deshalb nicht, weil feine Wahl keine deutschnationale, sondern eine überparteiliche Wahl war,«ine Wahl breiter Volkskreise und Volksklassen.(Sehr richtig! rechts.) Aus der Rede des Dr. Breitscheid sprach immerhin eine gewisse Angst für den Bestand der Republik. Das stand im Gegensatz zu Aeuße» rungen des„Vorwärts�, der die Wahl Hindenburgs als ein« Niederlage, seinen Einzug als einen Sieg der Republik bezeichnet hat. In demokratischen Blättern ist zu lesen, daß seit dem Einzug die monarchische Idee endgültig erledigt sei. Man erblickt also in dem Amtsantritt eine besonderen Sieg der Republik. Hier lammt einmal die Bedeutung in Betracht, welche die Sozialdemokraten dem Eide des Reichspräsidenten beilegen. Allerdings hat dies« Eid eine ganz andere Bedeutung als etwa der Eid, den der kaiserliche Staatssekretär Scheidemann abgelegt hat, oder die Derfassungseid« im Landtag«, die man als wesenlose Formalitäten erklärt hat.(Sehr gut! rechts.) Für Hindenburg gilt: Ein Mann, ein Wort! Zum anderen Teil kommt in Betracht das Maß der Bedeutung, welches Sie(nach links) dem Schutze der Republik durch den Eid und den Amtsantritt des Reichs- Präsidenten beimessen. Sic müssen sich doch wohl mit dem Schuh d« Republik noch nicht so ganz sicher lühlen. Sie denken dabei vielleicht mit Recht an dem Mnler lglS/lSlS, wo es Hindenburg war. d« die Republik ermöglichte.(Protest links.) Ich habe am 13. November 1318 in der„Kreuz-Zeiwng" einen scharfen Protest gegen die Revolution erhoben und a m 17. N o- vember in demselben Blatte diesen Protest gegen die Revolution und meine monarchische Gesinnung offen und ehrlich wiederholt aus- gesprochen.(Lebh. Beifall rechts, große andauernde Unruhe links.) Mena d« Schuh d« Republik jehl so groß ist, wlrd es ja wohl auch an d« Zeit sein, das Gesetz zum Schuhe der Rcpublik�mlt allen seinen Ausnahmebestimmungen zu besettigen.(Sehr gut! rechts.) Wenn Sie glauben, daß nunmehr die r e p u b l t k a n is ch e Idee im deutsch en Volke endgültig gesiegt habe, so wollen wir Sie großmütig in diesem Glauben lassen, aber wir stehen der republikanischen Idee etwas anders gegenüber. Die 14,6 Millionen, die uns bei der Wahl Hindenburgs gefolgt sind, haben damit ein Bekenntnis abgelegt, das Bekenntnis zu dem Ge- danken der Führerpersönlichkeit(Lachen b. d. Komm.), das Be- kenntnis zu der ruhmvollen Vergangenheit des deutschen Volkes. zu der Vergangenheit von vor 1318, das Vekcnntnis zu Zucht und Ordnung(lebhafter Beifall rechts— Gelächter links), das Bekennt- nis zum Vertrauen auf den Beistand dos ewigen Gottes-...wie Hindenburg selbst gesagt hat.(Andauernde Unruhe linkS."-�-,Zu- rufe.) Bei der Wahl sind diese Gedanken durch den Willen- des Volkes zur Tat geworden: z&Ö das Volk hol dem ihm wesensfremden, uns vom Ausland auf- gezwungenen republikanisch- demokralischm Gedanken abgesagt. Hallen Sic ruhig au Ihrem Glauben sest. wir kennen unsere Aufgabe! Unsere Aufgabe wird es sein und bleiben, daß der Gedanke, der uns bei der Wahl am 26. April den Sieg gebracht hat, weiier an- wächst, bis die Erkenntnis überall durchdringt, daß Deutschland durch Selbstachtung seine Achtung in der Welt wieder erobert.�daß es sich selbst zu behaupten lernt. Es geht um die Ehre und Frei- he!t der deutschen Natta»!(Lebhafter Beifall rechts.— Laute Unruhe links.— Wiederholter siürmischer Beifall rechts.) Der Standpunkt des Zentrums. Abg. Dr. kiaas(Z.): Bis zur Revision des Vertrages müssen wir uns bemühen, wenigstens feine loyale Handhabung von der Ecgenseiie zu erreichen. Meinungsverschiedenheiten über die Ent- waffnung mögen noch bestehen, aber eine dowse Schuld Deutsch- lands in dieser Frage müssen wir auf jeden Fall leugnen. Die Militärkontrollc ist ein ganz einziger Vorgang in der Weltpe- schichie. Selbst General Fach hat 1321 amerikanischen Ae- richterstaUern gegenüber die matehelle Entwaffnung Deutschland» nicht leugnen können. Die zwischen England und Frankreich z» sanunenxestückelte Note wird eine Fülle von Behauptungen, aber keine Beweise bringen. Unter der fortdauernden widerrechtlichen Besetzung begeht das Rheinland seine Jahrtausendfeier, die R ä»- m u n g Kölns ist sä e s I c n cl s s x a II! c a? verschoben.(Sehr gut!) Die hartnackige Buchstabenreiterei der Entente zerstört die Saat der europäischen Befriedigung. Die Entwafmunpspolilik der Entente kann man gar nicht mehr unter dem Gesichtspunkt des Vertrogsrechts betrachten. Wir können keine andere Politik unter- stützen, als die gestern vom Außenminister entwickelte. England ist es seinen Interessen und der Sache des Friedens schuldigt, daß mit der Periode der Zweideutigkeit Schluß gemacht und mit den Verhandtungen fortgefahren wird. Mit der Regelung der Repara- »ionsfroge bot Am e r i k a die Durchbruchsschlacht der Vernunft>)«- wonnen. Deutschland hat abgerüstet, wo ober bleibt die im Friedensvertrag vorgesehene Wrüstung der anderen?(Sehr gut!) Wir sind einverstanden damit, daß die deutsche Regierung dem Völkerbundsgedanken nicht nur Sympathie, sondern auch aktive Beteiligung widmet. Die jetzige Völterbundsregierung aber verdient ihren Namen sehr bedingt. Das bezeugt allein schon das Wort„Saar*.(Lebhafte Zustimmung.) Der Außenminister hat bei seinen Ausführungen ein gewisses Halbdunkel über dem Sicherheitsangebot gelassen: wir wollen daher den Schleier nicht zu lüften versuchen. Es muß ob« jeder mit der deutschen Ehr« und der deutschen Eristenz vereinbare Versuch gemacht werden, aus einem Zustande zwischen Deutschland und Frankreich h«auszukommen, d« nicht Krieg und nicht Frieden ist. Der Friede Europas läßt sich aber nicht begründen auf dem Grab« rhennsch« Freiheit.(Sehr richtig!) Der Redner bezeichnet die Reduzierung der normalenBesatzungsdauer und die K o r r e k t u r des an Deutschland begangenen Unrecht« de» K o- lonialraubes als Vorbedingungen für weitere, üb« den Rahmen des Versoiller Vertrags hinausgehende freiwillige Zuge- stöndnisse Deutschlands. Di« Haltung der Zentrumsfraktion des Reichstags wird die einer ferneren sachlichen Mitarbeit sein. Aber die oppositionellen Außenseiter einer dem Kabinett besonders nahestehen- den großen Partei dürfen nicht weiter wie bisher tätig sein, sonst würde das schließlich aus unsere gouvernementale Haltung gegenüber dem Kabinett eine Rückwirkung üben. Dr. Koos betont den parlamentarischen Sammlunosgedanken! wir können uns aber eine solche Politik nur unter Mitwirkung der großen breiten Massen dentzen, die das Hauptverdienst an der Ueberwindung der Revolution haben. Las wäre anssichtereicher als die i« Lnsstcht gestellten Experimente bei»rafen Westarp. Es will uns scheinen, als ob es bem neuen Reichspräsidenten leichter gelingen werde, die Anschauungen der ihm Rahejtchenden über das Einft und das Jetzt zu verföhnen. Wir hoffen, daß auch diese Kreise den Weg der schöpferischen, aufbauenden Synthese zwischen Einst und Jetzt finden werden.( Lebhhafter Beifall.) Volkspartei gegen Deutschnationale. Abg. Freiherr von Rheinbaben( D. Bp.) bezeichnet die Formulierung des Abg. Graf Westarp, daß sich die vierzehneinhalb milionen Wähler Hindenburgs gegen das republikanisch- demokratische System ausgesprochen hätten, als nicht ganz glüdlich. Die volls partetlich eingestellte Wählerschaft hat Hindenburg gewählt, weil sie ben Staatsgebanten förbern und voranstellen wolte, im Gegenfaz zu dem parteipolitischen Hin und Her, und weil sie hoffte, daß durch die Wahl Hindenburgs die Einigung und Zusammen fajfung unferes Boltes gut Erzielung von Gleichberechtigung und Freiheit erreicht werden fönnte. Das Sachverständigen gut. agten fft eine fo breite Grundlage unserer Außenpolitit geworben, daß wir allen Grund haben, es loyal burchzuführen. Der Rebner warut davor, bei den Handelsvertragsverhandlungen aus politischen Gründen wirtschaftliche Lösungen anzunehmen, die zum Schaden fein fönnten. Gerade in diefer Frage ist größte Borsicht am Blaze. Die englische Regierung hat seinerzeit erflärt, sie werbe ganz entschieden darauf drängen, daß diefe Höchftfrist nicht abgewartet und die Räumung bereits früher erfolgt. Der Rebner fragt, ob diese Versicherung des englischen Ministerpräsidenten heute noch gilt oder ob sie nicht mehr geite, weil ein Wechsel in der englischen Regierung eingetreten fel. Man müsse bringend wünschen, daß fich die englische Regierung mehr als bisher für die Wiederher itellung der rechtlichen Verhältnisse einsetze. Es sei festzustellen, daß völkerrechtlich bindende Abmachungen immer noch recht tief in Sturje ftehen, fobald es fich um Deutschland handelt. Sind nicht auch in der Behandlung der Saarfrage alle berechtigten beutschen Forde rungen nicht berüdsichtigt worden?( Bebhafte Buftimmung.) 2sie will England feine jezige Stellungnahme zur Militärtontrolle rechtfertigen? Auf Grund politischer Ridfichten auf die Lage im Innern verharrt Frankreich in dem Widerstand gegen die Räumung der Rhemlandzone; aus diesem Grunde hat es bie Sicherheitsfrage mit der Räumungsfrage veiquidt. Artikel 231 des Bertrages, der uns die Schuld am Kriege verbrieft, muß nach wie vor von uns bis zumn äußersten befämpft werden; eine gerechte Entscheidung darüber, mer in einem Kriege der Angreifer war, ist überhaupt nicht zu fällen. Das Sicherheitsangebot ist ein hochbebeutender Schritt. Die englische und amerikanische öffentliche Meinung und Politit, auch Italien, haben diesem Schritt grundsätzlich zugestimmt. In feiner ganzen Bedeutung ist diefes große Opfer, diefer definitive Verzicht auf die ehemaligen Reichslande noch immer nicht genügend erkannt worden. uns unsere Stellungnahme bazu vor, wenn wir die Bedingungen| erklären, daß Deutschland nicht in der Lage tft, fich einer militärides Battes fennen. Bir hätten gewünscht, daß die Erklärungen schen Eretution des Bölkerbundes anzuschließen. Abg. Graf Lerchenfeld( Bayer. Bp.) Ein Sicherheitspatt, der des Herrn Ministers Stresemann noch etwas fategorischer bahin ge uns auf unabsehbare Zeit bindet, bedarf der sorgfältigsten Bor lautet hätten, daß bie bisherige Außenpolitit fortge. führt werden solle. Die Fragen des Sicherheitspattes, der Militärbereitung. Der Verlust des Elsaß mit seiner deutschen Bevölkerung tontrolle und des Bölterbunds stehen in engem Ronner, und wir empfinden wir befonders im Süden schmerzlich. Ein Berzicht tann müffen nach einer gleichzeitigen Lösung für sie alle ftreben. Durch natürlich immer nur nach den gegenwärtigen Umständen gelten. natürlich friedlich unseren Eintritt in den Völkerbund würden wir unsere Stellung Wenn die Beltverhältnisse sich ändern, dann müssen wir auf Grund auch in bezug auf den Artikel 16 feſtigen. Dadurch darf aber unsere tes Selbstbestimmungsrechtes der Völker Stellung zu Rußland nicht geändert werden. Die Lage die Folgerungen ziehen. Das Problem der endgültigen Festlegung tönnte fonnte durch unseren Eintritt verbessert werden. Für die Verzöge unjerer Oftgrenze gegen Bolen ist ein im Augenblic faum zu rung der Räumung gibt es tatsächlich leinen Ausdrud, der parla lösendes Problem. Das brennendste Problem ist aber bie Rheinmentarisch wäre. Diese Umstände müssen wir aber durch er landfrage. Es bleibt uns nur übrig, mit allem Nachbruc anbigung zu ändern fuchen, und daher billigen wir die Bolitit immer wieder an das Gerechtigkeitsgefühl der Welt zu appellieren. ber Regierung in diesem Punkte. Die Franzosen werden ohne Siche Abg. Graf Revenflow( Bölf.): Das Sicherheitsangebot hat bisher rung nicht räumen, deshalb muß der Weg des Sicherheitspaties nur eine negative Wirkung gehabt. Artikel 19 der Bölkerbunds- Sta. wetter beschritten werden. Die beutsche Striegsschulb ist eine tuten sieht die Möglichkeit der Abänderung bestehender Verträge vor. Büge, es gelingt nicht, fie du widerlegen, aber es wird ganz anders Benn wir uns aber burch den Sicherheitspatt freiwillig von neuem wirken, menn ber deutsche Vertreter im Bölferbund immer wieder auf den Versailler Vertrag verpflichten und uns dadurch auch die und wieder auf die Lösung dieser Frage brängen würde. Bir Möglichkeit einer Abänderung der Dstgrenzen nach Polen beschränkt was sollen wir denn noch im Bölterbund? Wirbenten wünschen natürlich nicht, daß Deutschland morgen eintritt, aber es würde nüglich fein, wenn Deutschland ben anderen Mächten seine nicht an eine gewaltfame Biebergewinnung E1Bereitwilligkeit fund tun würbe, wenn die Borfragen in feinem fab Lothringens, aber eine deutsche Pflicht wäre es zu ver Sinne gelöst wären. Die Fragen ber Rolonien und bes 2n langen, daß auf Elsaß- Bothringen bas Selbstbestimmungsrecht ber lufles Desterreichs sind auch Gegenstände der Behandlung Bölter, für das besonders die Linte so eingenommen ist, angewandt mirb. Wir erwarten nicht einmal, baß die elfaßlothringische Bevöl im Böllerbund.( Beifall bei den Demofraten.) terung fich freiwillig für Deutschland bekennen würde, aber bei beren Gegenfäßen zu Franfreich fönnte ein autonomer Staat entstehen, der neutraliflert werben tönnte wie die Schweiz. Abg. Bredt( Wirtsch. Bgg.): Wir verfemmen durchaus nicht, daß mit der Wahl des neuen Reichspräsidenten eine Renberung ber politischen Lage eingetreten ist. Das war auch unfer 3med bel biefer Wahl Diese Bolfswahl unterschied sich doch wesentlich von der Wahl des ersten Reichspräsidenten, die eigentlich nur der legte Streich der Nutznießer der Revolution war.( Erregte Surufe bei den Goz.) Wenn wir auf verfaffungsmäßigem Wege eine Re pision der Weimarer Berfaffung herbeiführen wollen, fo denten wir dabei gar nicht an die Frage der Staatsform. Wenn wir in den Bölferbund eintreten, müßten wir auch von Dornherein wird Damit ist die Aussprache der ersten Rednerreihe beendet. Präsident Cobe teilt den Mißtrauensantrag der sozialdemokra tischen Partei mit Das Haus vertagt sich: Mittwoch 12 Uhr Fortfeßung ber politifchen Aussprache. Anträge auf Einſegung von Untersuchungsaus schüssen über das Bergwerksunglück auf Zeche Dorstfeld. Schluß 9% Uhr. Um die Aufwertung. Sozialdemokratischer Antrag im Ausschuß. Auch bezüglich der Dit grenze ist das Ziel der deutschen Border Bonalität und des politischen Anstandes, dem Manne, ber ( chläge niemals auf gewaltsame Revision gerichtet. Nach unserer Meinung fann ber bebingungslose Eintritt in den Bölterbund nun und nimmer gutgeheißen werden. Wenn sie wollten, fönuten England und Frankreich auch ohne das Instrument des Böiterbundes mit uns zur Berständigung tommen. Solange die Rheinlandzone nicht geräumt ist, muß der Elafriff in den Bölterbund ausgefchloffen fein. Frau Golfe spricht... Zu Beginn ber geftrigen Gigung bes Aufwertungsaus| schusses stellte Genoffe Reil ben Antrag, dem von den Deutsch nationalen aus dem Ausschuß entfernten Abgeordneten Dr. Best beratende Stimme einzuräumen. Es sei ein einfaches Gebot auf ein festes Brogramm gewählt worden sei und mit diesem Bro gramm der Deutschnationalen Partei viele Wähler gewonnen habe, die Möglichkeit zur Bertretung feiner Anschauungen im Ausschuß zu geben. Bon Rechts wegen müßte bie Wählerschaft fest neu be fragt werden, wie sie über den Berr at benfe, den die Deutsch nationalen an den Gläubigern begangen haben. Das Ergebnis würde sein, daß nicht der Sig bes Herrn Best, sondern eine Reihe von Sigen der Deutjánationalen Frattion con ben Wählern für ungültig ertlärt mürben. nach längerer Auseinanderlegung, in der die Deutschnationalen ihre Berlegenheit nicht verbergen fonnten, murde der Antrag eit in nmendung des§ 31 der Geschäftsordnung angenommen. Der Antrag des bayerischen Bolfspartellers Emminger, auch bem Dölkischen Abgeordneten Seiffert beratende Stimme zu geben, wurde abgelehnt Ein sozialdemokratischer Antrag. Abg. Frou Golfe( Komm.): Die Einheitsfront von den Deutsch nationalen bis zu dem unglücklichen Rudolf ist hergestellt( heiter feit.) Wir haben eine einwandfreie Regierung, aber immer no ift bas Rheinland nicht befreit, immer noch ist der Bondoner Ber trag nicht erfüllt. Herr Stresemann stand gestern da als betrogener Betrüger. Bizepräsident Dr. Bell: Frau Golfe, Sie dürfen dan Herrn Außenminister nicht immer Betrüger nemmen Frau Golfe: Er stand aber ja ba, als ob( Schallenbestprache über die Regierungsportage fielten die In der nunmehr wieder aufgenommenen allgemeinen Heiterfeit.) Das einzige, was Deutschland England anbieten tann, ift nicht nur die verschärfte Ausbeutung der Arbeitertiaffe, sondern Sozialbemotraten zum§ 2 einen Antrag, bessen grund bie Opferung der deutschen Arbeiter in einem fünftigen Krieg gegen legende Bestimmungen lauten: Rußland. Dem Außenminister Dr. Strefemann gilt die reund schaft Albions höher als die Freundschaft des großen russischen Bolles. Minister Dr. Stresemann: Das ist ja völliger Unsinn! Frau Golte: Die deutsche Bourgeoisie gibt sich nicht zufrieden mit ber Stiapenhalterrolle, sondern der deutsche Dame foll wieder Geltung befonumen. Wir sind mitten in einer großen Kriege gefahr. Dr. Stresemann hat seine gestrige Rebe wahrscheinlich mit dem englischen Botschafter besprochen, un nicht vorzustoßen. Im Schatten des großen Räubers will man miträubern. Der Bölfer bund, ein Konsortium von Räubern, hat keine andere Funktion, als Kriege idealistisch zu verzudern. Wie tommt Hindenburg an die Spize der deutschen Republit? Hindenburg ist der legale Sohn Rostes und Eberts.( Große Seiterfeit.) Die Sozialbemo Praten selbst haben den Sieg Hindenburgs verfchuldet, nicht wir. Benn wir dem Kate des„ Borwärts gefolgt hätten und den frommen Sentrumsmann Marg gemählt hätten, dann hätten unsere Broleten doch nicht Marg gewählt, ebensowenig wie( zu den Soz.) Eure Arbeiter in Sachsen Marg gewählt haben. Nicht eher wird die Arbeiterklasse die Macht in ber Hand haben, bis sie nicht die Wehrmacht, die Beamtenschaft, die Kirche, bie Schulen, die Breffe in der Hand hat. Diese Macht fann man aber nur im Kampfe er ringen. Bir allein werden gegen die Monarchie fämpfen. Es geht um die Räterepublit! Der nächste Schritt zur Wiederher frellung des Weltfriedens ist ble Wiederherstellung der gewertschaft lichen Einheit. Die Demokraten für Sicherheitspakt und Völkerbund. Abg. Graf v. Bernstorff( Dem.): Much in unserer Frattion gibt es einige Bedenten gegen den Sicherheitspatt, und wir behalten Palefots Ansprüche aus Bermögensanlagen der im§ 1 Abs. 2 Ziffer 1 bis 3 bezeichneten Art werden auf 40 Proz. des Goldmartbetrages aufgewertet. Bon dem Gläubiger ober dem Eigentümer fann eine Erhöhung oder erablegung ber 40 Bros. verlangt werden, wenn dies nach den besonderen Umständen des Faltes zur Abwendung einer groben unbilligteit geboten erfcheint." Zur Begründung des Antrages trug Genoffe Keil folgendes vor: Der Ausschuß hat mit Mehrheit beschlossen, die Re gierungsvorlage zur Grundlage feiner Beratungen zu machen. Das bedeutet, daß die Ausschußmehrheit die indivi buelle Regelung der privaten Schulbforderungen ablehnt. Bon biefer Tatsache ausgehend bleibt nun zu prüfen, welche Regelung ben rechtlichen unb fozialen Erwägungen im weitest gehendem Maße gerecht wird, ohne zugleich bie Grenze des wirtschaftlich Tragbaren zu überschreiten. Die Regierungs vorlage sowohl als die Borlage bes Reid) srats erreichen meder pie Grenze bes wirtschaftlich Tragbaren, noch tragen sie dem sozialen und bem Reichsgebanten in einer befriedigenden Weise Rechnung. Auch der Vorschlag der Kompromis parteien bleibt hinter bem Mindestmaß beffen, mas ber Gläubiger ohne Gefährdung des Wirtschaftslebens beanspruchen fann, no weit zurüd. Nach der Feftigung der Währung und der Erholung der Wirtschaft, die im legten Jahre eingetreten ist, wird das Rechts und bas foziale Empfinden unferes Boltes es nicht verstehen, daß ber Gläubiger, ber in der Regel infolge der Geldentwertung verarmt ist, mit einer Aufwertung abnefunden werden soll, die unter Berücksichtigung der vorgeschlagenen Berzinsungs- und Rückzahlungsvorschriften, un geachtet der verminderten Kauftraft der Goldmart, etwa% des bargeliehenen Goldmartbetrages ausmacht. Das ist um Jo weniger verständlich, da der Schuldner in der Regel als Befizer der Sachwerte, die als Pfand für die Forderung des Gläubigers dienten, mindestens um den Betrag wohlhabender geworden ist, den fein oder feine Gläubiger burch bie Martentwertung eingebüßt haben. Unter Abwägung aller Berhältnisse bes städtischen und des ländlichen Grundbesizes erscheint normalerweile eine Aufwertung auf 40 Pro3. fehr wohl tragbar. In ben Fällen, in benen biefer Sag für ben Schulbner eine grobe Unbilligtelt oder gar eine Gefahr für seine wirtschaftliche Cristenz bedeuten würde, tann auf Antrag bie auch im Regierungsentmur vorgesehene Ermäßigung eintreten. Dieser Möglichkeit muß aber die andere gegenüberstehen, daß auch der Gläubiger Erhöhung der 40 Broz. verlangen kann, wenn unter Berücksichti gung ber mirtschaftlichen Berhältnisse beider Parteien die Beschrän fung auf 40 Bros. für ihn eine grobe Unbilligteit barstellen würde. Wir verstehen biefe belden Möglichkeiten nicht so, daß jeder einzelne all ber Nachprüfung unterliegen foll. Es ist anzunehmen, daß ein großer Teil der Fälle dadurch erledigt wird, daß beide Bartelen fich mit dem Sab Don 40 Brog. abfinden. In einem weiteren Tel ber Fälle wirb bie Aufwertungsstelle ohne eingehende Untersuchung feststellen, daß von einer groben Unbilligteit teine Rede fei und baber eine abweichung vom Normalfag nicht in Betracht tomme. Nur beim Rest ber Fälle merben die Berhältniffe näher zu prüfen fein zweds herbeiführung einer Entscheidung. Wir gehen weiter bavon aus, daß die Verzinfungs- und Rückzahlungsbestimmungen erheblich zu verbeffern find, fo baß sie nicht den Grab der Aufmertung wieber start fenten. Der Normaljah von 40 Broz. trägt der Tatsache ausreichend Rechnung, daß die Ausnügung des städtischen Hausbesiges während einer Reihe von Jahren beschränkt war und baß die Mieten fich heute noch unter den Bortriegssägen bewegen. Mit der Friedens miete, auf die die Wohnungspolitik der Regierung und ber hinter ihr stehenden Barteien raschen Schrittes lossteuert, und bie pon uns als das höchstmaß des für bie 2ohn und Gehalts empfänger Tragbaren gilt, ist der Normaljaz von 40 Proz vereinbar. Diefer Sag läßt noch Raum für eine ergiebige Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues. Die Hauszins teuer dagegen, soweit sie zur Dedung allgemeiner Aufgaben der öffentlichen Verwaltung dient, muß durch eine andere, bie Steuer. zahler nach der Leistungsfähigkeit erfaffenden Steuer erset werben. Soweit ber ländliche Grundbesig in Frage tommt, beweisen die neuerdings bei Grundstücksverkäufen verzielten Breife, daß auch hier ohne weiteres 40 Broz. tragbar sind. Der Antrag ist so gedacht, baß bie 40 Bros. mit einigen später noch zu regelnden Modalitäten auch für die 3ndustrieobligationen gelten follen. Aus der Beratung, die ich an diese Begründung anschloß, ergab fich deutlich, daß der Antrag den kompromißparteien einiges Kopfserbrechen verursachte, obwohl er im mefentlichen einem Gefezes norfchlag entspricht, den der frübere Staatsfetretär Migel Dor Jahresfrist gemacht hat. Wenn bamals schon die Wirtschaft für fo leistungsfähig erachtet wurde, eine Aufmertunt von 40 Bro tragen zu tönnen, jo tann diese Fähigkeit heute auf teinen fall mehr bestritten werden. Der Zentrumsabgeordnete Bodius hielt Herren- Kleidung. M Paletof Covercoat mittelgran..... M. 48.Paletot Covercoat, Sport- Façon..... 58.Paletot Covercoat, beaux......... x 85.Paletof Covercoal, prime Qualität... 105.Paletot Marengo, solide Qualitat..... 60.Paletot Marengo euf Selde...... 99.M. Anzüge Sacco- Anzug Chestal, rehig, el 39.a. dunkel gemustert M Sacco- Anzug aufgesetzt.eschen M Cheviot, Trethis.cream 45.Sacco- Anzug sportmaßig verorb. 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Der Boltsparteiler Dr. Wunderlich glaubte ber Sozialdemokratie Meinungsänderungen vorhalten zu fönnen. Was die Sozialdemokratie jest beantrage, habe der verstorbene Abgeordnete Dr. Düringer schon vor Jahresfrist gefordert!! Heute stehe fest, daß mehr als 25 Broz. nicht tragbar seien. Der Zentrums abgeordnete Ehrhardt wandte sich gegen den sozialdemokratijchen Untrag, stimmte aber den Borschlägen des Abgeordneten Keil bezüglich der Aufwertung der Spartasjeneinlagen zu. Staatssekretär Joel vom Justizministerium erklärte, die Re gierung fei auf den Boden des neuen Rom. promilies getreten und halte daran fest. Sie habe teinen Anlaß, fich an einer Generaldebatte weiter zu beteiligen. Der deufichnafionale Dr. Rademacher bekämpfte scharf den fozialdemokratischen Antrag und erklärte, schon der Sah von 25 Prc. der kompromißparteien stoße bei der Wirtschaft auf schwerste Bedenten. Genosse Ströbel trat ben Sahlentunftstiden bes Borrebners entschieden entgegen und begründete die Tragbarkeit ber 40 Proz mit dem Hinweis auf die Goldbilanzen vieler Inbu ftriemer te und die Raufpreise für zahlreiche land. wirtschaftliche Güter. Der Rompromißporschlag bezmede nur die Segalisierung der gigantischen Bermö. gensverschiebungen. nachbrücklich entgegen, als ob die Sozialdemokratie fich bisher un Genosse Kell trat ber von Dr. Wunderlich verbreiteten Legende eingeschränft auf den Boden der Bestschen Vorschläge gestellt habe. Sie habe nur die Beratung dieser Borschläge im Ausschuß mit allem Borbehalt und mit der Absicht verlangt, ihre Abände gleich feststellen wollen, wieweit für die deutschnationale rungsantrage dazu zu stellen. Dabei habe sie allerdings zu. Aufwertungspolitit noch Treu und Glauben gelte. Sie habe den Erfolg erzielt, daß nunmehr die Gläubiger und Sparer eingefehen hätten, wie sehr ihr Bertrauen von ben Deutschnationalen mißbraucht worden sei Die Generalbebatte murbe geschlossen; bie Einzelberatung be ginnt am Freitag. Um Höfles Todesursache. Prof. Lewin gegen die Selbstmordtheorie.- Vergiftung durch die ärztlich verordneten Schlafmittel? Eigenartige Untersuchungsmethoden der Staatsanwaltschaft. waren von dem vernommenen Zeugen waren fie allerdings anders aufgefaßt morben so enthüllen fie eine Beiftesper faffung bei den jüngeren Herren" der Staatsanwaltschaft, die ganz in den Rahmen des bisher Bekanntgewordenen hineinpaẞt. Der Zeuge Duden soll mit dem Zeugen Frante und den übrigen Beteiligten heute tonfrontiert werden. # Der Höfle Ausschuß hatte gestern einen arbeitsreichen Tag.| annimmt, daß jene Aeußerungen scherzhaft und zutraulich gemeint Ein Teil seiner Mitglieder war bereits um 19 Uhr nach Moabit gegangen, um das Gefängnislazarett und insbesondere die Apothete persönlich zu besichtigen. Ueber die gemachten Wahrnehmungen joll noch berichtet werden. Um 11 Uhr vormittags trat sodann der Gesamtausschuß zu einer Sigung zusammen, in der mettere Zeugen, hauptsächlich vom Gefängnispersonal, vernommen wurden. Ihre Aussagen ergaben nichts wesentlich Neues, vor allem tonnte der rätfelhafte Schlafmittelfund in feiner Beise geflärt werden. Indeffen sollte der Ausschuß von seinem eigentlichen Aufgabenkreis durch einen Zwischenfall vorübergehend abgelenkt werden, ber aller dings wichtig genug war, um einer gründlichen Klärung zu bedürfen. Der Zeuge Justizoberwachtmeister Franke II schilderte auf Grund einer Anfrage des Genossen Dr. Weyl seine Erlebnisse bei einer Bernehmung, der er sich, ebenso wie feine Kollegen, bei der Staatsanwaltschaft halfe unterziehen müssen. Die Staatsanwaltschaft hat nämlich eine eigene Untersuchung über ben Tob Höfles eingeleitet, was ihr gutes Recht und sogar ihre Pflicht ist. Daß fie die gleichzeitige parlamentarische Untersuchung derfelben Angelegenheit nicht sehr gern sieht, tann man ihr nach fühlen. In welchem Geiste aber sie diese eigene Untersuchung betreibt, das ging aus der sehr lebendigen Schilderung des Zeugen Frante über das Auftrefen des Staatanwaltschaftsrats Dr. Duden thm gegenüber hervor. Als der Wachtmeister Frante diefem seine Berfonalien und dazu noch überflüssigerweise seine evangelische Ronfession angegeben hatte, hatte der Herr Staatsanwaltschafts rat Duben ihm die höchst eigenartige Antwort erteilt: Sie täten beffet, mosaisch oder Zentrumsmann zu sein." Bleich danach hatte dieser Dr. Duden ihm erklärt: Wir werden Sie jetzt zwiebeln und der Untersuchungsausschuh bes Landtages wird Sie gleichfalls noch mehr zwiebeln Sie tönnen Gott danfen, wenn Sie nicht vor diesem Ausschuß erfcheinen müffen!" Da ihm außerdem von Dr. Duden zunächst unterstellt worden war, er hätte vielleicht in der Angelegenheit der Schlafmitteltabletten feine Hand im Spiele gehabt, fühlte sich Franke über diese Art der Behandlung mit Recht beleidigt und berichtete sofort darüber dem Bertrauensmann des Gefängnispersonals. Der Zeuge gab an, der Pfleger Müller hätte sich über eine ähnliche Behandlung durch den Staatsanwaltschaftsrat Duden bei den Kollegen beschwert. Genosse Dr. Ben I beantragte hierauf die sofortige Bors Tabung des Herrn Duben, wogegen sich zunächst der deutschnationale Abgeordnete Dallmer wandte, doch wurde in nicht öffentlicher Sigung diesem Antrag stattgegeben. Nach einer Mittagspause wurden zunächst weitere Beugen ohne wesentliches Ergebnis vernommen, sodann erschien Herr Staats anwaltschaftsrat Dr. Duben, ein jüngerer Mensch von nicht über mäßig intelligentem Aeußeren. Seine Bernehmung bestätigte diesen äußerlichen Eindruck. Die Aeußerung über die Konfeffion bestritt er zunächst entschieden, später aber, auf Borhalt, schränkte er diefes Leugnen dahin ein, daß er sich nicht mehr entsinnen fönne. Die andere Aeußerung über das„ 3wiebeln" gab er zu. Er erklärte jedoch, daß das nicht bösartig gemeint gewesen sei, sondern nur scherzhaft, um mit dem Zeugen leichter in Berührung zu kommen".(!) Er stellte fich als ein in Deutschland viel gereifter Mann vor, der die Dialette fofort ertenne und, wenn einer z. B. schlesisch spreche, dann fage er ihm:„ Sie werden sicher auch polnisch verstehen", und so set er auch zu dem Ausdruck zwiebeln" gekommen. Diese Aussage machte auf alle Buhörer einen geradezu jämmerlichen Ein brud. Der Gedante, daß man diesem Menschen ble felb ständige Leitung einer immerhin nicht unwichtigen Untersuchung übertragen hat, spricht nicht gerade für den Reichtum der Berliner Staatsanwaltschaft an geistigen Rapazitäten. Und selbst wenn man Wirtschaft Einlagenbestand der preußischen Sparkassen. Sum erstenmal feit der Borkriegszeit liegen wieder Zahlen über die Spareinlagenbewegung in Breußen vor, die einen Bergleich mit den Goldmarfziffern von 1913/14 zulassen. Bei der Gegenüberftellung muß man aber von vornherein berücksichtigen, daß der Charafter der auf Spartonten angelegten Beträge heute teilweise ein anderer ist als vor dem Kriege. Während im Frieden aus den er übrigten regelmäßigen Gintommen Rudlagen bei ben Spartaffen gemacht wurden, find legt erhebliche Teile der Spargut haben aus der Umwandlung der aus der Inflations. geit geretteten Sachwerte und Effetten entstanden; ferner liegen heute auf Sparfonten Beträge, die nach den Absichten tes Einlegers vorläufig menigstens nicht zur langfristigen Rapitalanlage bestimmt, sondern als stets greifbare Wirtschaftsrejernen anzusehen sind und durchschnittlich fechsmal mehr bewegt werden als 1913. Das Sparen im früheren Sinne wird erst mit der Befferung der Wirtschaftslage wieder allgemein werden fönnen. Unter Berücksichtigung dieser Momente zeigt fich folgendes Bild: Ende März 1925 betrugen die Spareinlagen bei den preußischen Spartallen 621,7 millionen RM., etwas geringer ist der Betrag der Birogelber, die fich auf 545,1 millionen RM, belaufen. Seit Novem Die dritte Sigung des gestrigen Tages, bie um 7 Uhr abends begann, war eine der wichtigsten seit Beginn der Unter fuchung. Es wurde nämlich nochmals Dr. Thiele als Zeuge ver. nommen, und zwar unter Hinzuziehung von zwei medizinischen Sach verständigen, Prof. Lewin und Prof. Jo a chi moclu. Stament. lich der Erftere, der auf dem Gebiete der Togicologie, d. h. der Gift Ichre, europäischen Ruf genießt und seit Jahrzehnten als Sachver ständiger an zahlreichen Giftmordprozessen ausschlaggebend mit. gewirkt hat, richtete an den Gefängnisarzt eine Reihe von Fragen, die zu dem Ergebnis führten, baß bie murbe. Selbstmordtheorie entscheidend erschüttert erflärte und begründete diese Ansicht wiederholt im Laufe des Ber Die Ausführungen Lewins mirtten gerabezu fenfationell; er hörs, daß er einen Selbstmordverfuch zu dem Zeitpunkte, in bem er nach Annahme Thieles und der obbuzierenden Aerzte Straßmann, Störmer und Ripper erfolgt sein soll, für ausgeschlossen halte. Biel mehr gab er der Ueberzeugung Ausdrud, daß Höfle an einer Bergiftung durch die ihm gewiffermaßen regulär verabfolgten, d. h. ärztlich verschriebenen Schlafmittel geftorben jel Er erflärte mörtlich, daß nach seiner Auffaffung Dr. Höfle Dr. Höfle bereits späteffens am 13. im flinifchen Sinne ein verlorener Mann gewesen sei. Er führte dieje tödliche Bergiffungserkrankung auf die Zusammenwirkung der ihm verabfolgien Schlafmittel zurüd. Im übrigen stellte aud) er burch Befragen Thieles feft, daß dieser, als er an die Möglichkeit einer Bergiftung zum ersten. hätte, weder eine Magenspülung noch einen Darmeinlauf noch eine mal dachte, nämlich am 18. nichts dagegen unternommen Atropineinsprigung. Er faßte seine Ansicht dahin zusammen, daß Dr. Thiele den Zustand Höfles zunächst verkannt und daß er ihn später anzureichend behandelt hätte. Im weiteren Berlauf der Sitzung beteiligten sich auch mehrere Abgeordnete an dem Berhör und stellten Widersprüche zwischen ben früheren Aussagen Thieles und feinen heutigen Befundungen feft. Unter anderem tonnte der Gefängnisarzt auf die Fragen des Ge noffen Suttner den Widerspruch nicht aufklären, der sich zwischen seiner Bekundung ergibt, daß am 15. April eine wesentliche Verschlechterung beobachtet worden fei und feiner Meldung an den Untersuchungsrichter Dr. Rothmann vom 16. April, daß der Bu stand im ganzen unverändert sei. Dr. Thiele mußte barauf immer nur zu antworten, baß die feelische Depression sich verschlimmert hätte. Die Krankheitssymptome seien dagegen diefelben geblieben. Demgegenüber wies Ruttner darauf hin, daß alle fonftigen Zeugen, nicht nur die Krantenpfleger, fondern fo gar die Gefängnismachtmeister die gefährliche Berschlim merung fofort beobachtet hätten. Nur der Arzt will sie nicht bemerkt haben! Besonderes Aufsehen erregte bie Mitteilung Thieles auf eine Anfrage des Genoffen Dr. Weyl, daß er bet feinen vorgesehten Behörden, insbesondere beim Geheimtat helmrat Krohne vom Wohlfahrtsministerium a Is zu human der schrien war und daß er noch am 18. April, b. h. zufällig am Tage, an dem die Agonie Höfles begann, zu jenem Geheimrat Krohne ins Minifterium beordert worden sei, der ihm na belegte, aus dem Gefängnisdienst auszuscheiden und in seine frühere treisärztliche Tätigkeit zurückzukehren! ber 1924, dem Zeitpunkt, von dem ab die amtliche Statistit einfekt, find die Gesamteinlagen wie folgt gestiegen: Stovember 1924. Dezember 1984. Januar 1925 Februar 1925 März Gesamtzunabme Gejamfeinlagen in Preußen. ( In tausend Mart.) Spareinlagen Giroeinlagen Beftand in taufenb Mart Sunahme Beltond Sumahme 272 926 895 709 485610 811 880 545 134 83 754 272 208 882 225 404 102 71 877 482 302 78 200 558 947 71 645 621 67 775 289 497 722 122 788 89 901 25770 Bei einem Bergleiche mit bem Guthabenbestand Ende 1913 in Höhe von 13,11 milliarden Mart erscheint das Ergebnis allerdings nicht erheblich, find es doch nur 5,5 Broz. oder rund der 18. Teil ber Friedenssumme, wobei allerdings berücksichtigt werden muß, daß 1913 noch das Sparfapital ber inzwischen abgetretenen Gebiete mitgezählt war. Der gegenwärtige Stand der Spartätigkeit entspricht ungefähr bem Dom, Jahre 1872; damals verteilte sich die Summe nur auf 930, heute dagegen auf etwa 1450 Spartaffen Nach dem Einlagenbestand non Ende März 1925 fommen 16,03 mart Spareinlagen auf den Ropf der Beval Stübenhocker, Cost die Boxoilla! Die ihr in Steinmauern lebt und in engen Wänden über Büchern sitzt, für Natur schwärmt, weil ihr sie entbehrt und Anbeter alles Schönen auf der Erde seid, lest die Koxorlla! Die ihr nichts von Fischen und Vögeln, von Bienen und Schmetterlingen seht, nichts von den Blumen der Heimat und denen fremder Täler und Berge, lest die Borolla! Die ihr Bilder sucht von fremden Völkern und fremden Welten, die ihr von Forschungsreisen hören und sehen wollt, von Funden aus alter Zeit, lest die Borolla! Die, Koralle ist das Magazin für alle Freunde von Natur und Technik, alle Schönheitsdurstigen, alle Bildungshungrigen! Wer sein Wissen bereichern will, wer Nützliches in schöner Form in sich aufnehmen will, lese die Doxoilla! Die Koralle ist überall in Buchund Papierhandlungen, im Straßenhandel und auf Bahnhöfen für a Mark zu haben. ferung gegenüber 311,38 Mart vor dem Kriege. Seit Beginn der Stabilisierung hat also durchschnittlich jeder ganze 16 Mart bei den Spartaffen zurückgelegt. Wie langsam und schwierig die Kapitalansammlung vor fich geht, dafür folgendes Beispiel: Im Frieden wurde ein Sparguthaben von 1000 Marf von drei Personen aufgebracht, gegenwärtig müssen zu dieser Summe 62 Personen beisteuern. In den vier Monaten von Dezember 1924 bis März 1925 hat im Durchschnitt jeder täg Tid 6 Pfennige zurückgelegt, was in dieser turzen Zeit einen Zuwachs um über 4 Milliarde Mart zur Folge hatte. Wenn auch nicht verfannt werden soll, daß tatsächlich von breiten Boltstreisen ein unwirtschaftlicher Verbrauch z. B. von Tabak und Alkohol ge trieben wird, daß also auf Kosten dieses Verbrauches die Spartätigfeit noch intensiver sein tönnte, so wird man doch nicht fehlgehen, menn man die Hauptursache anderswo sucht. Die niedrige Kauf fraft der Löhne, der durch Kriegs- und Inflationswirtungen außerordentlich gestiegene Bedarf zwingen viele Spar miliige, ihre legten Groschen für Waren auszugeben. Eine verMünftige Lohnpolitit wird so zur Voraussetzung für eine beffere Spartätigteit. Jnflationsnachwirkungen und Arbeiterschaft. Die Ausführungen, die der Staatsbankpräsident a. D. Genoffe M. Boeb zur dem Thema Nachwirkungen der Inflation und ihre Rüdwirtung auf die Arbeiterschaft an einem Vortragsabend der Sozialwissenschaftlichen Vereinigung machte, machten es begreiflich, warum sich die die Reaktion so große Mühe gab, Loebs öffentliches Wirken durch eine schamlose Hehe zu unterbinden. Er führte u. a. aus: Den tatsächlichen Zusammenbruch des Spartapitals und der Banten während der Inflation illustriert nichts besser als die Tat fache, daß in dem Etat 695 Mill Kredite für die Land. wirtschaft vorgesehen sind. Hätte man die auf dem Görfiger Barteitag vorgeschlagene Fundierung der deutschen Schuld und die unablösbare Beteiligung des Staates an den Sach to erten rechtzeitig vorgenommen, so wäre damit elne schnelle Beendigung der damals beginnenden Inflation erreicht worden. Der deutsche Kapitalismus benutzte die Inflation als Mittel, die durch den Krieg verloren gegangenen Auslands. vermögen neu zu schaffen. Als eine der Nachwirkungen der Inflation bezeichnet Loeb die Tatsache, daß der Arbeiter schlechter entlohnt wird als vor dem Kriege. Helffer ich wußte fchon, was er mit seinem Projekt der Roggenmart wollte, nämlich einen 3ollschut für Getreide ohne Barlament. Das Getreide ist heute ein politischer Fattor. Es ist für die deutsche Ar. beiterbewegung eine Umorientierung nach der, Richtung notwendig. Gie muß erkennen, daß politische Fragen durch die Wirt fchaft entschieden werden. Wir müssen uns Reserven für die Ernährung schaffen. Wir müssen das Proletariat, das aus der Landwirtschaft zur Industrie gekommen ist, diefer wieder zuführen. Die Industrie hat die Inflation benutt, sich zu' organifieren. Die Schwerindustrie hat uns bewiesen, daß die Sozialifierung möglich ist. Wir können den Kapitalismus nur mit seinen eigenen Methoden bekämpfen. Technisch ist die deutsche Industrie nicht auf der Höhe, weil die deutschen Maffen sie nicht zwangen, fich auf den Massenbedarf einzustellen. Es ist ein Bahnsinn, Prüfet. din now whin NEUE Fervor 5 zu behaupten, daß wir auf Roften ber Söhne billig im Inland Den Arbeitern produzieren müssen, um exportieren zu fönnen. Den Arbeitern muß zugerufen werden: Spart nicht, verbraucht und schafft Arbeits Benn Organisiert den Ronfum. gelegenheit! die politische Macht die wirtschaftliche Macht nicht zwingt, Dienerin der politischen macht zu werden, ist diese eine hohle Macht. Hier liegt die Aufgabe der Gewerkschaften und Betriebsräte. Sie müssen durch Steigerung der Löhne, durch Umorganisierung der Betriebe im Sinne einer Steigerung des Konsums auf die Preisbildung einwirken. Preußische Landespfandbriefanstalt. Die durch den Krebititandai der Rariomis, 3igemik und Ezdorf bekanntgewordene Preußische Landespfandbrief. anft alt veröffentlicht jezt Geschäftsbericht und Bilanz für das Jahr 1924. Nach einem der Presse zur Verfügung gestellten Kommuniqué stellt der Geschäftsbericht fest, daß Verwaltungsrat und Arbeits ausschuß den gesamten Betrieb der Anstalt eingehend geprüft haben, bevor die im Parlament behandelten sagungswidrigen Kredit geschäfte befannt wurden. Festgestellt wurde dabei, daß die übrigen Geschäfte in Ordnung und daß auch die beanstandeten Kredite ficher gestellt sind. Eine Beeinträchtigung der Liquidität der Anstalt ift infolge der getroffenen Maßnahmen nicht eingetreten, auch steht zu erwarten, daß bei der Abwicklung der besonderen Kreditgeschäfte ein Schaden für die Anstalt nicht eintreten wird. Das Kapital der Anstalt, das nach Umstellung auf Goldmart 18461,15 m. betrug, ist im Laufe des Jahres 1924 auf 1249 621,27 Mart gestiegen und im Jahre 1925 um weitere 3 Millionen Reichsinarf erhöht worden. Ihre Aufgabe- Förderung des Rieinwohnungsbaues hat die Anstalt durch durch Hergabe hypothefarischer Darlehen Hergabe von erststelligen Hypothetendarlehen im Betrage von 6961 192,30 Goldmark erfüllt, durch die insgesamt 4445 Wohnungsbauten im Bereiche des Breußischen Staates erststellig beliehen werden fonnten. Daneben find noch 152 000 Goldmart für Kom. munaldarlehen gegeben worden. Ferner hat die Anstalt aus dem staatlichen Zwischenkreditfonds, der ihr in Höhe von 2 450 000 Mark zur Verfügung gestellt worden war, Zwischenkredite zur Er. richtung von Kleinwohnungsbauten gegeben, bei deren Verteilung das besetzte Gebiet und die Grenzproningen besonders berücksichtigt werden konnten und durch die der Bau von 3044 Wohnungen finanziert worden ist. Außerdem ist die Anstalt mit der Verwaltung der für die Ansiedlung abgebauter preußischer Beamter und Lehrer auf Grund des Gesetzes vom 27. März 1924 bereitgestellten Mittel in Höhe von insgesamt 3 Millionen Mart beauftragt worden. Dei Bilanz meist einen Reingewinn von 162 386,59 m. aus, der nach den Beschlüssen der Hauptversammlung zur weiteren Stärkung der Anstalt in vollem Umfange in Reserve gestellt ist. Schlesische Bergwerks- und Häffen- 21.- G. Beuthen Q- Schle. Die Schlesische Bergmerts- und Hütten- A.- G. ist der fleinere Teil der früheren Schlesischen A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb Lipine, die ihrerseits das Kernwerk des Fürsten Guido von Donnersmard Ronzernes war und durch die Teilung Oberschlesiens im Jahre 1921 in ungleiche Hälften zerrissen wurde. Die Schlesische Bergwerts- und Hütten- 2.- G. ift der deutsch. gebliebene Teil des Gesamtwerts, der nach der Loslösung von dem Muttermert 1922 in eine neugegründete deutsche A.-G. übergeführt wurde, während das Mutterwerf unter dem alten Namen eine polnische Gesellschaft wurde. Der erste Geschäftsbericht des deutschgebliebenen Werfteils hätte bemerkenswert sein können, da er über die Wirkungen der neuen Grenzführung auf den Konzernfomplex, der die aufeinander eingespielten Betriebe verschiedenen Gesegen, Steuermethoden und auch Konjunkturen unterstellte, hätte Aufschluß geben tönnen. Leider ist das unterlassen worden. Immerhin läßt sich aus den Fußnoten zur Darstellung der Betriebsverhältnisse entnehmen, daß die politisch getrennten Werftomplere ihren betrieblichen Zusammenhang aufrechterhalten haben. Die in den deutschen Zinferzbergwerfen gewonnene 3intblende wird auf Grund eines Hüttenlohnwerfver frags von den bei der polnischen Gesellschaft befindlichen Zinkhütten zu Rohzint verhüttet und dann den deutschen Walzwerken des Konzerns zur Zinkblecherzeugung zur Verfügung gestellt. Im übrigen wurde die seit dem Tode des alten Guido beobachtete Be schränkung auf die Kohlen, Zinthütten- und Walzwerksproduktion fortgeführt, eine Politit, die den heute sehr bescheiden anmutenden Konzernresten angesichts der immer heftiger werdenden Krise in der Schwerindustrie gut bekommen dürfte. Im Gegensatz zu den meisten bisher befanntgewordenen Geschäftsabschlüffen verteilt die Schlesische Bergwerks- und Hütten-.- G. auch eine Dividende, und zwar von 6 Proz. auf ein Kapital von 16,67 millionen Mart. Der Rohgeminn abzüglich aller Geschäftsuntosten und Steuern beträgt 2,2 Millionen Mart, von dem 1 Million Mark auf Abfchreibungsfonto geht. Die Steintohlenförderung auf Karsten- Zentrum betrug 1924 689 000 Tonnen gegenüber 535 000 Tonnen und 600 000 Tonnen in den beiden Vorjahren. Wie im Ruhrgebiet hat die Förderleistung je Schicht im Jahre 1924 wieder 0,89 Tonnen erreicht gegen über 0,95 Tonnen im Jahre 1913. Das sind rund 94 Pro3. Es wäre rein betrieblich an der Beit, daß die Hauerlöhne wieder stärfer an den Realwert von 1913 herangeführt würden. förderung( 24 000 gegen 29 000 Tonnen im Vorjahr) ist um 5000 Tonnen zurückgeblieben, was wesentlich auf die Stillegung der Gewerkschaft Neue Viktoria zurückzuführen ist, die zu schlechte Erze förderte. Die Walzwerfe( 9046 gegen 7078 Tonnen im Vorjahr) produzierten 1968 Tonnen mehr. Dem einzigen Besitz im Ruhrgebiet, das Kalker 3infmalzwert, wurde am 1. Oftober 1924 die Feinzinthütte Reisholz angegliedert, um Frachtkosten zu sparen. Die Zinferz Als neues, vollständig unschädliches Mittel gegen chlaflosigkeit u. nervöse Aufregungszustände hat sich der pat. gesch.- reinpflanzliche omnervin- Tee hervorragend bewährt. Nehmen Sie nichts anderes. à 2 Mk. in den Apotheken. In Berlin sicher: Eletanten- Apotheke, Leipziger Straße 74, Germania- Apotheke, Lothringer Str. 50. 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Wieder fand in dem kunswollen Gewebe moderner Produktions- Methoden der Tod eine Masche, durch die er schlüpfen konnte. Vier» undoierzig Menschen bezahlen einen Rechenfehler,«in« Rachlössigkeü. ruhende Wachsamkeit gegen die Drohungen des Todes mit ihrem Leben, denn unerbittlich ist der Tod. Keinen Fehler läßt er un- bestraft. Vor wenigen Wochen ein übereiltes Kommando, und 80 jung« Menschen ertranken in der strömenden Weser. Tage darauf in Esien-Karnop«in verkehrter chsbelgrist. Statt Gegendampf strömt Frischdampf in«in« tadellos fuktionierend« Fördermaschute. Zwölf Frauen trauern um ihre Männer. Roch sind die Toten von Herne urwergeflen. lieber der Gegend, di« in oll ihrer Schönhest sich dehnt in der hellen Sonne des Frühlings, lastet das Grauen. Längswergesien« „Spökcnkieker" trauen sich aus den dunklen Winkeln de» Aber- gloubens ins Licht eines überklugen Jahrhunderts. Au« ihrem zahn- losen Munde fällt das Wort: der Tod geht um in Westfalen. Di« Rote Erde ist sein Gebiet. Westfalen, das Land der Technik, der Maschinen und Wunder, in dem di« Menschen wohnen, die blut» getauft ausgingen den Tod zu besiegen. Und ihn doch nicht d«- zwangen. Roch nicht, denn immer wieder findet er den W«g in die Rechen der Männer, di« pflichtgetreu ihrem Werk nachgehen. Um Brot zu schaffen für sich und ihre Kinder. Es ist«in kärgliches Brot, das die Grube gibt. Aber es i st«in Brot. Und ein furcht- bares Schwert hängt die Drohung über jedem: Entlassung. Auch auf der Zeche Dorstfeld wollt« man in dieser Woche«inen Teil der Belegschaft entlasten. Einen Teil derer dem Hunger über- geben, die in Zeiten der Rot und Bedrückung aushielten für Volk und Werk. Und nun kann man die Liste vernichten. Der Tod stellt««in« neu« auf und stellte di« Vergeßlichen zur Besinnung. In v«r- nünftig regierter Gesellschaft würde man jetzt rufen: hier stimmt etwas nicht. Hier schlich sich«in Fehler in unsere Rechnung. Hier rufen wir Halt! Die Gesellschaft der Stinnls, Klöckner und Hugenberg schickt ihre Reporter, die zu Dutzenden im Sinn« ihrer Austraggeber über den„bedauernswerten" Fall berichten. Photographen nehmen«in Bild des Schachtes und der ihn umlagernden Meng« auf und gehen. Zu einem Ball vielleicht. Oder ins Bad. Elegant« Toiletten fest- zuhalten für ihre Zeitung oder Bilder von Pferden und Jockei». Aber keiner findet Zeit, sich genauer umzuschauen, in di« Häuser hineinzugehen, in denen die Frauen und Kinder, die zwei Tag« lang in Ungewißheit vor den Toren der Zech« sich drängten, nun erschlagenen Vater und Gatten betrauern. Keiner versucht, da» Elend wiederzugeben, das nicht erst seit gestern hier herrsch. Oder das Gesicht eines lebenden Bergmanns zu filmen und es zu zeigen neben dem Antlitz einer wohlbehüteten Dam«. Oder hat jemand die niederen Baracken photographisrt. die dich unter den qualmenden Schloten liegen und im Krieg« für gefangen« Russen erbaut wurden? Die in ihrer Dürftigkeit aber feit Jahre» schon denen zur Wohnung dienen, die tagaus, tagein in di« Grub« fahren, aus der nun wieder ein halbes Hundert Tot« ins Lich heraufgeholt wurden. O. es hat keiner dies« Baracken gesehen. Der Schmerz der Trauernden in ihnen bleibt einsam wie der Schmerz aller Gefangenen, denn sind auch nich sie Gefangene, gleichwi« die ehemaligen Bewohner ihrer Baracken? Sind nicht wir alle Ge- fangene? Wir, die wir die Schätze der Erde herausholen aus der dunklen, gefahrvollen Tief«? Gefangene des Todes! Und für wen? Für wen, das ist heut« und immer di« Frage, bis die be- sreiend« Tat unserer gewandelten Gesinnung di« Antwort gibt: Für uns! Eine ärztliche Sckhanölllngsftelle. von Dr. med. Norbert Marx. Das Berliner Proletariat, das durch immer zahlreicheren Be- such der Ambulatorien sein« Zufriedenheit mit diesen sozial- hyglemschen Schöpfungen der Krankenkassen zeigt, wird eS interessieren. daß auch>n der Provinz mit der Errichtung von Kassen- ambulatorien begonnen wurde. So ist jetzt u. a.«in« Broschüre von Otto Okraß erschienen, die uns über die Seestemünder Einrichtungen Näheres mitteilt. Ebenso wie in Berlin wurde die dortige Kasse durch den vom Leipziger Verband mutwillig erklärten veriragslosen Zustand ge- zwangen, die Behandlung ihrer Mitglieder und deren Angehörigen in eigene Regie zu nehmen. lieber den Wert und di« Vorteil« der Ambulatorien für da« Proletariat ist unleren Lesern schon des öfteren berichtet worden. aber gerade wegen ihrer großen Bedeutung für die DoUsgcwodheit müssen wir immer wieder dies« Tatsachen den breiten Massen ins Gedächtnis rufen. Die festangestellten Aerzte haben kein materielles Interesse an ihren Patienten und brauchen deshalb»kein« Kranken zu züchten oder Krankenscheinen zulieb« Quartale hindurch Simu- lanten zu betreuen und Kossengelder zu vergeuden'. Durch ihr« pekuniäre Sicherstellung sind die Aerzte der deutschen Sozialversiche- rung imstande, sich voll und ganz ihren Patienten zu widmen und können noch in der freien Zeit sich in den Dienst der Voltsoufkläruns auf dem noch sehr im argen Legenden Gebiet der DolkSgesundheit stellen. Welchen Anklang dies« Behandlungsstelle in Geestemünde schon gefunden hat, ergibt sich daraus, daß sehr häufig Pnvatpaliew«« kommen, die infolge der gesetzlichen Beslimmungen nicht behandelt merden dürfen und ihr« notgedrungen« Abweisung sehr ost nicht einsehen wollen. Diese Frage dar Behandlung von Privatpatienten durch von gemeinnützigen Institutionen«ingenchleten Behandlung«- stellen könnte vielleicht dadurch gelöst werden, daß dies« Paiietucn nach den Mindestsätzen der preußischen Gebührenordnung behandelt würden. Gerade zur Vorbeugung und Verhütung der Tuberkulose, der typischen Proletarierkrankheit, wird«S die Aufgab« des Stadt- und Schularztes, der Ährer und Gemeindeschwestern sein, Hand in Hand mit der Leitung des Institut» zu arbeiten, um den Bedürftigen di« Wohltaten der medizinischen Wissenschast zuteil werden zu lassen. Besonders in kleinen Orlen, zu denen auch Geestemünde gekört, liegt die vorbeugend« Fürsorg« noch sehr im argen und deshalb wird das genannte Institut, das mit erstklassigen Apparaten ausgestattet ist. Vorbildliches zum Dohle der Versicherten und ihrer Angehörigen leisten können. Sehr zu begrüß«» ist die Einrichtung einer Küche zur Speisung der zu bestrahlenden Kinder, di« bis jetzt wegen ihrer Unter- ernähr, mg von den Quqkern unterstützt wurden, und bei Einstellung der Schulipeijunjj ohne jede besonder« Hilf« bleiben würden. Institute ähnlcher Art befinden sich im Unteeweserkreis noch in Sebaldsbrück bei Bremen, das von den Eisenbahitbetriebskrankenkassen, und in Oldenburg, das von der dortigen Ortskrankenkasse geschaffen wurde. Bei dem Wert der ärztlichen Großbetrieb« für di« Lollsgesund- heit, di« durch Zusammenfassung der neuesten Errungenschallen der medizinischen Technik und ärztlichen Wissenschast Pen Versicherten und ihren Angehörigen Zeit und Geld ersparen und ihnen die Arbestsfähigkeit aus rationellstem Weg« miede-gehen. müssen wir verlangen, daß im Bolksinteress« alle Verordnungen aufgehoben merden. die mit der freien Arztwahl den für die heutige Zeit unzulänglichen und voll- komm.«» überlebten örztl ich en Zwergbetrieb be- günstigen. Daß die Ambulatorien einem tieigesuhlien Bedürfnis der breiten Massen nach einer eingehenden gewissenhasten ärztlichen Behandlung und Beratung entsprechen, z�igk also nicht mir die Freqeunz der Berliner Kassenambulatori««. sondern auch derjenigen in der Pro- vinz, von denen wir hier über da» Geestemünder Bericht geben. Vle Gutüeckrmg üer»blauen Äcettc'. Die blau« Grotte auf Eapri gehört heute zu den größten Sehenswürdigkeiten, di« jeder Tourist besucht haben muß. und nicht zum mindesten dadurch hat di« schön« Insel im letzten Jahrhundert ein« so groß« Beliebtheit erlangt. Di« Entdeckung dieses wunder- baren Naturdenkmals ist dem deutschen Dichter Aßgust Kvptsch zu danken, den man als den Verfasser der..Heinzelmännchen von Köln" und anderer lustiger Gedichl« kennt und der im Jahr« lbZb, gerade vor IlKi Iahren, diese Tat nollbrach,!'. Mqn hat behauptet, daß er nicht der erste gewesen sei. der in die Grotte eindrang, und gewiß mögen sie Fischer schon hie und da vorher aufgesucht haben. Aber erst sein mutige» Eindringen erschloß das Natura) under der Allgemeinheit, und durch die berühmt« Beschreibung seiner Entdeckung hat er sie allgemein bekannt gemacht. Die Fischer hielten sich von der Grotte ängstlich fern, well darin der Teufel mit vielen bösen Geistern wohnen sollte: man munkelt«. er hätte zwei Geistlich« geholt, di« sich vor UV Iahren htneinge- wagt hatten. Der Notar Don Giuseppe Pagano, der Besitzer he« bekanntesten Gasthofes auf Eapri. mach'« Kopisch auf dies« Merk- würdigtest avimertsam: er glaubt«, daß«in« oberhalb dar Grost« befindlich« Jwine von einem der Paläste des Tiber ius derrührt«. von dem«in geheimer Gong in die Grotte ge'ührt hoben müsse. Der Bruder des Notar»,«in Kanonikus, warnte aber auf» dring- lichst« vor d«m Besuch de» verrufenen Orte», von dem er die schau- richten Mären erzählte:.Zuweilen erblick« man Feuer darin, zu- weUen sähen Tiere wie Krokodil« daraus hervor. Der Eingang ver- änderte sich täglich siebenmal und sei bald wester, bald enger. Hei Nacht sängen die Sirenen darin, und inwendig fei alle« voll von TchtenaebemÄN. Dann und wann schrei« es darin, wie kleme Kinder. Stöhne« und Aechzeu fei da» Ailerqemöhnlichst«. was man da vernähme: auch sei e» gar nicht» Seltene», daß junge Fischer in jener Gegend verschwänden.' Ei« Fischer, der dort unwissentlich mtt der.Harpune einen Meermann verwundet hatte, her ihm in Gestalt eines großen Fische» erschien, sollt« aus schrecklichst« Weise verdarrt sein. Trotzdem wagt« Kopisch zusammen mtt dem Maler Fries und einem kühne« Barteniührer die Fahrt. Der Kanonikus las unter- dessen«in« Messe für die Wagehalsigen, deren sichern Tod er fürchtet«. Der Barkenführer drang zuerst«in. in einer Kufe schwimmend und eine andere Kufe mtt eine« Pechfeuer vor sich herstoßend. Dann folgte Kopisch schwimmend, und groß war sein Schreck, als«r das Wasser unter sich sah.„gleich blauen Flammen entzündeten Weingeistes'. Er dachte isst ersten Auaanblick an eine vulkanisch« Erscheinung, und erst bei späteren Besuchen wurde ihm die Ursache der wunderbaren lasurblauen Färbung klar, in die alle Gegenständ« des mit Stalaktiten bedecktem Innern getaucht sind. Sein Dorschlag, di« Grotte„Grotia azurra' zu nennen, wurde von Don Pagono zunächst abgelehnt, weil„azurra" aus Eapri niemand verstehe, aber als ihm Kopisch sagte, die Fremden würden es gut verstehen, da mar er mst der Tauf« der azurnen oder blauen Grotte «inverstanden. Eive bedeassame Freiballon tlelsahrk. Der im Jahr« JÖ09 opn Herrn H. van G w i n n o r g-stistet« und bisher nie eroberte Preis für die erst« FretballanzielsahrtnachRatzeburg wurde ient dem Berliner Augenarzt Dr. H o l b e n für seine Zielsah rt Rtesa— Ratzeburg vom 22. Februar ik>N> zuerkannt. Es kennzeichnet die Fortichriu« der Kunst, den Freiballon diyrch Ausnutzung der in verschiedenen Höhen wechselnden Windrichtungen ans Ziel zu steuern, daß be« Stiftung de» Preises die gestellte Ausgabe, den Ballon von einem mindestens 20 Kilometer entfernten Aufftiegsplatz aus in 5 Kilometer Umkreis um das Gymnasium Ratzeburg zur Landung zu bringen, bei per Lage des Zielpunktes an einem dammartig den Rotzeburger See teilend«» schmalen Land- streifen als äußerst schwierig galt. Jetzt hat TZr. Halben di« An- forherüngen und Erwartungen des Stifters wett übertryffen, indem «r das Ziel aus mehr, al» der fSsachen Entfernung auf einem Um- weg von A70 Kilometer Fahrtlinie in acht Stunden erreichte und den Ballon noch auf dem Seedamm selbst zwischen beiden See- abschnitten— was damals für unmöglich angesehen wurde— in nur 1 Kilometer Entfernung vom Ziel au» dem fast einzigen und nächsten neben der den Damm übersohrenden Eisenbahn nersüg- baren schmalen Stteifchen Schwemmland zur Landung gebracht. Und das noch bei 62 Kilometer Windgeschwinpigkest während der letzten Fahnswndc. ohne den Ballon zu entleeren! Rur ein« eigens erdechte Landetechnik vom See aus ermöglichte bei so starkem Winde «in« solch« Zwischenlandung, die sehr glatt und sanft in nur l Kilometer Eistsernung vom Seeuser erfolgt«. Denutzt wurde der kleine Ballon..Eridcmn,' des Dresdner Vereins für Luftfahrt, der mit feinen nur 600 Kubikmeter Gas außer dem Führer zwei schwere Mstfahrer befördert hatte. wieviel Bison» gibt«» noch? E» erregte«in gewisse» Aussehen, als vor einiger Zeit bekannt wurde, daß die kanadisch« Regierung im Dussallo-Park bei Wainwright 2000 Stück der geschützten ame- rikanischen Bison»(„Büffelt hat abschießen lassen. Bon den riesigen „Bussel'-Herden. die einst Nordamerika bevölkerten, waren Ansang 1808 nur noch S8S Stück den großen Schlächtereien der Büsfeljäger entgangen. Dieser kläglich« Rest wurde in Schutz g«nomw«n unh im Ell■Island und Bufsallo.Park aehegt. Die Regierung gab sich große Mühe, die anscheinend dem Aussterben verfallenen Tiere zu vermehren. Ihre Bemühungen waren von einem zu guten Erfolge begleitet: denn allmählich trat«ine Uebervölkerung der Schutzgebiete mtt Walddiions«in. Man hatte es versäumt, durch geeignete Motz- regeln die Zahl der Tier« entsprechend der Größe der Schutzgebiete zu beschränken! daher war die Zahl der Bison» im Busfalo.Park End« 1028 ans 8800 Stück angestiegen. So entschloß sich die kana- disch« Regierung dazu, 2000 der vorher so sorgsam gehegten Tier« abzuschießen, um den Bestand l«h«n»fohtg zu erhallen. Nach dem erfolgten Abschuß dieser Tier« ist die Zahl der heute in ganz Nord« amerika lebenden Bison»(Kitons imerican»') auf etwa 15000 zu schätzen. Ein Aussterbe» der berühmten.Büffel' ist also nicht zu befürchte»! .Was ist üttm üa los!''— »der verautwortllche Neöaktevr Se«»vorwärts� hat eine verichtigung vor yuooUstaaüig abgeürucktl* Schuhwaren Sportartikel Turnschuhe 25-30 81-35 86-41 mit angezongener Gummisohle, gates Fabrikat. 290 350 440 braun Rindleder, 25-26 27-30 81-85 36-42 Sandalen bequeme breite Form mit Doppelsable..... vorzügliche Qualität, 500 550 650 790 25-26 27-30 31-35 Leinen- Kinderstiefel 290 350 3.90 weiss, schöne bequeme Form, gates Fabrikat.. Damen- Leder- Niedertreter mit biegsamer Ledersohle..... 2.90 90 * Jede weitere Turn- und Spielhosen 45 Grösse 145 schwarz Trikot.... Grösse 2 15 Pt. mehr 6 8 10 12 14tlg. Schwimmkorken 300 400 500 600 700 beste Qualität.... Stab Hängematten 590 800 950 11501350 mit und ohne 580095011501350 Ruder- u.Turnhemden 10 Jede weitere Grösse glatt weiss, Arm, desgl.schw., Gr.2. 15 Pf. mehr Mengenabgabe vorbehalten Aluminiumkocher 450 1050 Aluminiumartikel für Wassersport u. 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Gebäude- Ronto Debitoren- Ronto Baffina Ronto der Genossen Sypotheten Ronio 4>> Refervefonds Ronto Darlehns- Konto Rapital Ron o Kreditoren Ronto Gumma: 29 400, 4596,27 54 080,74 850, 26 257,50 5385.10 11.952,21 3956,58 5679.40 Gumma: 54.080,74 Sm Laufe des Geschäftsjahres 1924 it eine Henderung in ber 8aht der Be noffen nicht eingetreten, fie beträgt 17 Ge noffen Die Sartfumme fomie das Ge fchäftsguthaben der Genpffen betragen je 850 M und haben sich nicht vermehrt und nicht vermindert Berlin- Reinidendorf, den 18 Mai 1925 Der Borstand. Robert Engel. 81/4 Karl Marschel. Abessinier- Pumpen Inferieren 1. Laubenkolonist. z. Impragy Regen Manecom 1950 3 billige Reisetage Reisekostum Soweit Vorrats Cerronston mit Breeches 78Abgabe nur Je 1 Stück. Keine Reklameware! Alpakka- Mäntel Ottomane- Mäntel Bubi- Mäntel Flotte Kleider Für stärkste Figuren. 19. Impr. Se denmäntel .... 49.50 Reise- Kostüme m. Futter ..22.50 Modell- Kostüme .28.Backfi- ch- Kostüme Gelegenheitstäufe! Serrenanzüge!! 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