Mbenöaosgabe ii«n'1........................ I'" Nr. 236 4 42. Iahrgattg Ausgabe B Nr. 116 sab«rjeijtitmlf« futb in btx Roigenausgabe angegeben meOatnoa: SB. M. cinoe-strah« 3 5eBafpec4(c: VSshoff 292— MÄ ZcU'S&teiTe: S*}ioI>emott«t verli» Devlinev Vollrsblatt ( S Pfennig) Mittwoch 20. Mai 1�25 »»» Caietae r Kommunisten unter). Präs. Cibtt Frau Abg. Gohlke. Sie hatten gestern da» Wort und nicht heute.) Abg. Lamdsbera(Forts): Wenn die chaotischen Zustände in? Berfossungsmäßig« uoergeleltet worden sind, so kommt diese» Verdienst in erster Linie dem Wanne zu, derdurchÄubenverleumdot worden ist. Keiner der Deutschnationalen hat es für nötig geHallen, diesen ihren Parteiangehörigen entgegenzutreten. E» ist keiner unter ihnen gewesen, der sich dessen geschämt hätte. Wer sich an der Auto- rität ein,» Präsidenten versündigt, der untergräbt di« Autorität des Reichspräsidenten. Die Wahlen sind vorbei, der Präsident ist gewählt und ist der Vertreter de» Volkes. Wir hoffen, daß er sich nicht von einem Engländer beschämen lassen wird, von dem Herzog von Wellington, der sagte:„Ich gäbe willig mein Leben hin, wenn ich damit meinem Lande eine Minute blutigen Krieges erspart hätte." Zu diesem Satz muh ein Staatsmann sich bekennen und ich glaub«, daß auch Herr Hindenburg ihn für sich in Anspruch nimmt. In Verbindung mit der Frage des Eintritts Deutschlands In den Völkerbund wirb das Wort Pazifismus gebraucht im Sinne einer würdelosen Unterwerfung. Wir fassen die Frage anders auf, w i r wollen den Bölkerbund ausgestalten zu einem frtien Verein gleichberechtigter Völker. Bei der Frage, ob«» besser ist. daß Deutschland dem Völkerbund beitritt oder draußen bleibt, braucht man nur daran zu denken, wie die oberschlesischc Frage vom Völkerbund gelöst worden Ist Diese Lösung entspricht allem anderen als unseren Anschauungen und hätte Polen nur«ine einzige Stimme mehr als Deutschland erholten, so wäre un» ganz Oberschlesien weggenommen worden. Ich erinnere dabei an das Wort des italienischen Politiker» Eaoour. daß man nicht von kaltgewordenem Groll in der Politik leben könne. Auch wir können im Fall« Oberschlesien nicht von solchem kallgewordenen Groll leben. Ich frag« aber weiter: Hölle der Völkerbund über die deullchen Versehlunge»«u bgschlbzßzn. glaubt man. daß die Enlscheiduna günstiger für au» ausfällt, rnean wir nicht Milaliod des Völkerbundes sind oder wenn wir an seinen Eakfcheidung'« wikwirke«. Vi? betrachten die Frage de» Völkerbundes ohne Ilbisioiren. Ex ist noch kein vollkommenes Produkt, er ist nicht fertig ans Tageslicht gestiegen, wie nach der griechischen Sage Athene in voller Rüstung aus dem Kopie von Zeus. Aber wenn der Völkerbund auch nur ein« einzig« kriegerische Au?ein andersetz ung zwischen den Pölkern verhindern kann. wenn der Völkerbund auch nur ein einzige» Mas in jhi- e-ch erinnere daran, daß der Gedanke de» Völkerbundes in den Dereinigten Staaten, auf deren Freundschaft gestern io starkes Ge- wicht gelegt worden ist. Millionen und ab«? Millionen von fchwärinerischsn Bcrehrern Hot. Und gerade das amerikanisch« Boll zeichnet sich durch seinen starken Rechtesinn aus. Aber auch in anderen Ländern hat der Paltorbund viele Anhänger. Den beiden Herren Ministern(zu Luther und Strese- mann gewandt), die hier di« auswärtige Politik vertreten, sage ich. daß es die-rfle Weisheit von StaoksmLuvern Ist. ein«rhub'.ru, Nieder mit dem Hrotwucher! Eutschlietzung des sozialdemokratischen Parteiausschnsses. Der Sozialdemokratischs Parteiausschuß. der beute vor- mittag zu einer Sitzung zusammentrat, beschloß einstimmig. den diesjährigen Parteitag zum IS. September nach Heidsl berg«inzubsrufen. Ebenso einstimmig nahm der Parteiausschuß Stellung gegen die Z 0 Ilm u ch e rp 0 l i tik, die von der Regierung Luther-Kanitz-Schlieben eingeleitet wird. Der Ausschuß legte sein« Meinung in folgender Entschließung nieder: Die Lebenshaltung der Loh«, und Gehallsempsäager wird durch eine« neuen Anschlag der großkapitalistischen und grohagrorischen Jvteresscalenpoltlit aus« schwerst« bedroht. Dl« sogenanul« kleiae Zolllarisvorlagc der Relche- regierullg will dl« allen Protwucherzölle voo b M. ffir Boggen und 5,50 für Welzen als feste Modestzölle wieder ein führen. Zugleich soll der E i s e a z 0 l l In sein« alten Höhe ausrecht erhallen werden. DieseuAbsichlenderBegternugsagldlesoztol- demokratische Partei den schärfsten Sawps an. Die geplaalev Zölle geben dem großagrarischn» und schwerln- dustriellcu Lnteruehmerlum die Blöglichkeil, di« Grund- und Kartell- renle künstlich zu steigern und unabhängig von der prelsgestoliung de» Weltmarktes eine neue prelrdiktakur über die inländischen Der- braucher auszuüben. Schwersten Schade» bringen sie jedoch der Fertig- und Exporkindustrie, der kleinen und miikleren Landwirl- ((Haff, vor allein den die Mehrheit des Volke« bildenden Lohn- und Gehaltsempfängern, denen die Lebenshaltung ver- lcuert, der Arbeltsmarlt verengt wird in einer Zell, da die Löhne kaum da» Exifleuzmlntwum sichern. Den verarmten Massen de» arbeitenden Volke» da» Bröl künst- sich verteuern zu wollen, ist«ine furchtbare Vrutalltäl. Diese Verteuerung trifft alle, auch die Aermslen der Armen, die Opfer der Znfkakioo. die sirtegerwilwen und-walsca und die Kriegsbeschädtglen. Ihnen, die mit unwürdige» Snlschädlgunzen abgcspeist werden, will man seht auch noch da» Brot verteuern. Die neuen Zölle bedeulea für diese Massen neue« Hunger, wenn nicht die Teuerung durch Erhöhung der Löhne. Gehälter und llakerstühunzeu wieder ausgeglichen wird. Sine solche Erhöhung würde aber nur ein« scheinbare sein. Sir würde die Kaufkraft dcr Verbraucher nicht heben, sondern nur die produkitonekosteu und die Slaatsausgabeu erhöhen. Verminderte Ausfuhrmögllchkelt. Ar. beikslofigkeit und verwehrt« Steuerlast wären die Aolgen. Im Kampf gegen diese verhängnisvollen Pläne weiß sich die Sozialdemokratische Parle! einig mit der wisseuschasl. der«» maßgebende Vertreter vor jeder unnützen Verteuerung der Vroduk» üoa durch Schuhzölle aus Brotgetreide und aus industrielle Rohstoffe eindringlich warnen. Sie weiß sich darin einig mit den wirlschajt- Ncheo Berufsverlretuuge« der Lohn- und Gehastsemp- fäuger. die gegen diese Pläne di« nachdrücklichsten Vorstellungen er hoben haben. Laß sich für sie im Reichelag keine Mehrheit findet. dafür müssen die bedrohten Volksmassea setzt selbst sorgen. Ausgabe der Sozsasdemokrctischen Partei ist es. diese Blassen auszurüttelu und ihnen da» geistige Rüstzeug zu gebe». da, sie befähigt, den Augriff auf ihre LebenKtaleressea zurückzu schlagen. Zu den uatlonallsiischen Rechtsparteien hat sich die großkapitalistische und großagrarische Znleressenlenpolilft ihr Herrschaft». Instrument geschossen. Rechtskurs bedeutet steuerlich« Schonung des Besitze», schwerste Belastung der Besttzlosen durch Steuern und Zölle. ver Kampf muß.daher unter der Parole geführt werden: Ztleder mtt dem Bechtskursi Ztteder mit dem Brot- » a ch« et Ziel aufzustellen, auch wenn es nicht im erste» Anlauf aenomme» werden kann. Gewiß besteht zwischen Frankreich und England kein« Einheitlichkeit darüber, aber auch bei uns gibt es ja keine einheit- liche Meinung, denn man könnte z. B. den Grafen v. Westarp und mich nicht an dasselbe Gespann anschirren. Aber die' vcheidung der Bevölkerung in allen Ländern geht nicht nur zwischen Kapital und Arbeit, sondern auch zwischen Idealisten und Interessenten. Unsere Ausgabe muß es sein, diese Idealisten zu ermun- tern und den Völkerbund zu einem Bund aller Idealisten zu machen. Herr Außenminister Stresemaim, beachten Sie doch, welche Kreise den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund heute ablehnen. In England sind es die D y h a r d s, in Frankreich sind es d i e Anhänger Poincarös. Und zwar deshalb, weil sie durch den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund eine Schädigung ihrer Interessen befürchten. Wenn wir, wie es gestern ein Redner getan hat, eine geschicht- liche Parallele ziehen wollen, so müssen, wir uns an den deutschen Bund nach den Befreiungskriegen erinnern. Auch dieses Produkt hat in vollkommener Art die Einigung Deutschlands angestrebt. Trotzdem ist das damalige Preußen eingetreten, um nicht Oesterreich die Hegemonie zu überlasicn. Nun wirh mjs entgegengehalten, der Preis für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund sei zu h o ch. Beiläufig möchle ich gegenüber der kommunistischen Rednerin Ruth Fischer, die den'Anspruch erhob, Realpolitikerin zu sein, sogen, däß sie nicht viel Realpolitik bewiesen hat. Sie hat durch ihre Meinung, der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund würde bedeuten, daß Deutschland an den Kämpfen einer Einheitsfront gegen Rußland teilnehmen müsse, keinen Beweis für ihre Befähigung als Realpoli» tikerin gebracht. Ich Hobe in der ganzen Welt kein Jnieresie an den inneren Einrichtungen Rußlands gefunden.(Zwischenrufe bei den Kommunisten). Jedenfalls scheint das Interesse Sow- jetrußlands an den inneren Einrichtungen der anderen Länder viel größer zn sein.(Sehr richtig! bei den So.z.) Wir dürfen nicht verkennen, daß für den Preis/ den Deutschland für den Eintritt in den Völkerbund entrichten soll, es etwas sehr Wesentliches erhält, nämlich den Anspruch auf Schuh. Ich brauche den Vertretern der deutschen Außenpolitik nicht zu sagen, was das bedeutet. Es wird uns weiter von den Gegnern entgegen- gelialten, daß noch zwei andere große Staaten außerhalb des Völker- bundes stehen. Man braucht aber nur daran zu denken, wie die Situation werden würde, wenn der eine große Staat in Europa doch dem Völkerbünde beitrstt. Dann würde Deutschland in einer Vereinlomuug sein, die alles andere als glänzend wäre. Als der Reichskanzler Luther sein Kabinett vorstellte, nahm er in Anspruch, daß er mit ollen Parteien zusammenarbeiten wollt«. Am nächsten Tage bezeichnete ein Vertreter der stärksten Regierungs- »artet als Ausgabe der Regierung den rücksichtslose» Kampf gegen die Sozialdemokralie. Der Außenminister Stressmann hat gesagt, eine andere Politik als die der Verständigung sei nicht möglich. Keine Partei kann eine andere Politik treiben. Damit hat er das Angebot des S i ch e r h e i t s p a kt e s begründet. Die deutschnationnlen Minister im Kabinett müffen für das Memo- randum, in dem der Sicherheitspakt angeboten ist, gewesen sein, denn es handelt sich nicht um Verhandlungen, die bereits im Zuge waren, als die Deutschnotionalen in die Regierung eintraten. Die gestrige Rede des Führers der stärksten Parket der Regle- runa, des Grasen Westarp, läßt deutlich erkennen, daß er diese Politik zu zerschlagen wünscht. Gleichwohl sollen die Verhandlungen mit der Entente beginnen mit der Anfechtung des Schuldbekenntnisses. Graf Westarp glaubt wahr- scheinlich, die Verhandlung damit erleichtern zu können. Am Ib. August soll das Rnhrgebiet geräumt werden. Kein Gesetz kann uns diesen Anspruch bestreiten. Da kommt Gros Westarp, wenn dieser Anspruch nicht anerkannt würde, dann ist sofort der Dawes- Plan hinfällig. Westarp jagt, das demokratifch-republikanisch- Parlaments nschc System wäre uns wesensfremd. Es ist nur merl- würdig, daß es sich 1918 so glatt und ohne alles Blutvergießen durch- gefegt Hot. Es würde mir als Parteimann Behagen bereiten, wenn rch.ats Grund dafür die Feigheit der anderen Seite annehmen könnt«. Es ist aber in erster Reihe die allgemeine Erkenntnis gewesen, daß das gestürzte System uns in den Abgrund getrieben hat und daß das deutsche Voik seine Zukunft in eigene Hände nehmen mußte, wenn.es wieder herauswollte..In der Geschichte wird wenig danach gefragt, wie etwas geschieht, sondern wichtig ist, daß etwas geschieht. Die deutschnotionalen Minister scheinen das Vertrauen der Kommunisten zu genießen. Ihr Mißtrauensantrag richtet sich nur gegen Stresemann und gegen Luther. Die Regierung und die deutschnationalen Minister machen die einzige Politik, die sie mache» könne«, und die Führer der Deutschnationnlen im Parsoment versuchen, ihnen Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Wenn Frau Gohlke im Völkerbund ein Konsortium von Räu- bern sieht, so wundert uns das nicht, denn warum soll sie aus- nahmsweise einmal nicht schimpfen. Wenn aber Westarp auf Eng- land und Frankreich etwas sagt, was.'auf. den Einzelnen angewendet,«ine Derbotinjurie ist, so steht das auf einem anderen Blatte. Westarp hat a» England kein gutes Haar gelösten. Der englische Protest gegen die Ruhrbesetzung war ein« Tatsach« von ungeheurem Gewicht.(Aus einen Zurüi ran den Deutschnationalen antwortet Genoiie Landsberg: Sind Sie so wucherisch, daß Sie immer gleich Zinsen einkassieren wollen? und auf einen erneuten Zuruf sagt er, Sie sollten Ihre antisemitischen Bemerkungen unterlassen mit Rück- ficht aus Ihre Freunde Quantz und Richthofen, die ihre jüdische Her- kunft nie oerleugnet haben, wenigstens nichk in ihrem Aeußeren. Stürmische Heiterkeit.) Wie kann die Regierung die Autorität, die sie in der Welt braucht, beanspruchen, wenn derartige Ding« mögliä,-sind, daß Führer der stärksten Koalitionspartei auftreten und sich zu An- schauungen bekennen, die denen der Regierung diametral gegen- überstehen. Wir glauben, daß die Regierung auf außenpolllischein Gebiete eine Politik der Verständigung treiben will. Das hat Herr Stresemann zum Ausdruck gebracht, und wir hoffen, daß er diese Erkenntnis auch weiter befolgen wird. Diese Hoffnung genügt uns ober nicht zu einem Vertrauensvotum zu ihren Gunsten. Zhrc Innenpolitik, ihre plukokrakffchen Steuer- gesehe, ihre Rückkehr zum Schuhzoll wird uus veranlassen, dle erst« Gelegsnheik zu ergreisen, um ihr uuser schneid eudsies Mißtrauen auszusprechen.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Die nächktcn Redner sind Abg. Bell(Z.) und Abg. Schnee (D. Vp.).__ Erhöhung öer Jnvaliüenrenten. Ein sozialdemokratischer Autrag. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat folgenden Antrag eingebracht: Die Rsichsregierung zu ersuchen, dem Reichstag«inen Gesetz- «ntwurf vorzulegen, der l. mit sofortiger Wirkung«in« Erhöhung der Renten aus der Invalidenversicherung um monatlich mindestens 10 Reichs- mark für den Empfänger einer Invaliden-, Witwen, oder Witwer. rente, um monatlich 5 Reichsmark für den Empfänger einer Waisen- rente vorsteht; 2. die Mittel dafür sind in erster Linie durch Reichszuschuß zu decken und nur der dann noch etwa oerbleibende Fehlbetrag durch Erhöhung der Beiträge. berliner Zunttionärmnenkonferenz. Eiu Referat der Genossin Bohm-Jchach. In der gestern abend abgehaltenen Funktionärinnenkonferenz des Bezirksoerbandes Groß-Berlin der SPD. gab Genossin Vohch-Schoch M. d. R., einen Ueberblick über die politische Lag«. � Es ist offenbar, so führte die Rednerin aus, daß die Rechtsparteien nach der Wohl Hindenburgs einigermaßen enttäuscht sind. Nicht nur die Haltung Hindenburg s, sondern auch die der R e g i« r u n g ist bedeutend anders ausgefallen als man es sich im Rechtslager vorstellte. Siresc, manns letzte Red« im Reichstag zum Garantiepakt ist als der Schluß- akt der sozialdemokratischen Politik seit dem Abschluß des Friedens- Vertrags zu bewerten. Für die deutschen Nationalisten ist der Ga- rantiepakt als ein Dokument friedlichen Verständigungswillens eine schwere Belastung, und gerade de? ausgesprochen rechtsgc- richtete alte Militär Hindenburg muh diesen Garantiepakt unter- schreiben.-Di« Ausnahme in den B öl kerb und, die vollkommen« Entwaffnung und olle damit zusammenhängenden Fragen sind von uns stets als Lebensfragen für das deutsche Volk bezeichnet worden, wofür wir allerdings oft genug Hochverräter genannt wurden. Trotzdem muß gesagt werden, daß die Durchführung aller außen- politischen Fragen nach innen nicht so günstig wirken wird. Hier wird sich der Sieg der Reaktion bei der Wohl Hindenburg gerade für die großen Volksmassen gegenteilig allsipirken. Die Ver- teilung der Lasten aus dem Dawes-Gutochten ist in dkn Händen der Rechtsregierung, die den Besig selbstverständlich schonen wird. Auf kulturpolitischem Gebiete hat sich der vciderbliche Einfluß erst kürzlich bei dem Etat der Arbetteratademie in Frand- fürt a. M. gezeigt, der nach dem Willen der Rechtsregierung aba«, lehnt wurde. So geht es auf der ganzen Linie. Wenn wir Sozial» demokraten Mittel für kultur- und schulpolitische Angelegenheiten fordern, sehen wir uns einer geschlossenen bürgerlichen Mehrheft du Reichstag gegenüber. Geld ist vorhanden; allein aus den Ueberschuß- Mitteln der Reichsgetreidestelle sind 99 Millionen übrig und wenn. sie auch nicht ausreichen, so könnten sie doch zu manchem Fortschritt verwendet werden. Für die gesamten Kulluranforderungen sind im Reichsetat ganze 22 Millionen eingesetzt, dagegen für die Polizei 199 und für die Technische Nolhilfe allein 8 Millionen. Das Verhalten der Rechtsparteien in der A u f w e r t u n g s f r a g e ist glasier Schwindel und Betrug. Erst wurden Wahloersprechungen gemacht, die' jedem nach Gefallen«ingestellt wurden und jetzt in der Reichztagspraxis stimmen die Rechtsparteien gegen ihre eigenen demagogischen Anträge. Unsere Stellung zu den Zolltariffrageu ist nicht nur da- durch gegeben, weil durch Schutzzoll« alle notwendigen Lebensmittel für das Volk verteuert werden, sondern auch deshalb, well durch die Wiederopirichwng der alten Zollschranken die Verhetzung der Ar, bcfterschalt diesseits und jensefts der Landesgrenzen wieder ausleben wird. Täuschen wir uns nicht: die Sozialdemokratie ist im Reichstag allein gegen die Zölle; alle anderen Parteien sind Zollfreunde. Darm tremft uns auch eine tiefe Kluft oon den bürgerlichen Lmks» Parteien, mft denen wir bei der Präsidentenwahl zur Erhaltung der Republik zusammengingen. Es trennen Weltanschauungs- und Wirt» schaftsfrogen uns von unseren Bundesgenossen. Das Verhalten der Rechtsparteien bei der Neuregelung der Gehaltsfrage für den neuen Reichspräsidenten ist bezeichnend für ihre Heuchelei in solchen Fragen. Kaum ist Hindenburg acht Tage im Amt, soll sein Gehalt auf 189999 M. erhöht werden. Für den Sozialdemokraten Ebert war jeder Pfennig zuviel. Herrn Hindenburg versteht man das ihm Ge- bührende zuzuschanzen. Aus dieser ausgesprochenen Rechtspolftit erwächst uns die Pflicht, die Massen immer wieder aufzullären. um st« polftisch reif zu machen. Unser« Zukunstsarbeft besteht nun einmal in der A u f. tlärungsarbeit. Der Hinweis darauf, daß unsere Polftik -wangsläujig aus dem Friedensvertrag erwächst» muß stets im Vordergrund« stehen. Nur so werden wir die Entwicklung nach rechs aufhalten und den Ausbau der Re publik fördern können. Ist die Republik auch nicht unser letztes Ziel, so wissen wir doch. daß wir in ihr die besten Möglichkeiten, zum Sozialismus zu kom» men, haben. Auf. Genossinnen, an die Arbeft! In ihrem Geschäftsbericht betonte Genossin Todenhagea, daß es bei ihrer Berichterstattung weniger daraus ankomme. Geschehenes zu registrieren, sondern vielmehr darauf, zu überprüfen, ob das Ge- tane auch erfolgreich war. Der Mitgliederstand hat sich �erfreulicher- weise gehoben. Die Reichspräsidentenwahl ist für die Frauen eine politische Prüfung gewesen. Wenn man die Stellung der Frau in der Politik, in der Wirtschaft, in« Hanshall und in der Religion berücksichtigt, überrascht das Wahlergebnis keineswegs. Bei der Auf- klärung der Frauen ist die bejahende Agitation stets erfolgreicher als eine negativ eingestellte. In dieser Hinsicht bietet uns die Lehre des Sozialismus jede Handhabe zur gewinnbringenden Aufklärung. Unsere Kurse haben gezeigt, daß das Bildungsbestreben bei den Genossinnen stark vorhanden fft;' die Kurse haben eine wertvoll- Bereicherung unseres Frauenfunktionärtörpers gebracht� Genossin Todenhagen erwähnte die stark« B e l a st u n g des Sekretariats durch die vier im Geschäftsjahr stattgefundenen Wahlen. Durch die Wahlarbeit ist der Slusbau der inneren Organffation gehindert worden, doch wird das alsbald nachgeholl werden.' Der Gesamt- bericht gab ein erfreuliches Bild der umfängreiche» sozialdenwkrati- scheu Frauenarbeit in Berlin. Den Schluß der Funktionärinnenkon- . strenz bildeten die Einzekberichte der Kreisvertreterinnen. Der anhallischc Landlag beschloß, gemäß einem Anträge der aus der Deutschnationalen und Deutschen Dollspartei oebild-t�». bürgerlichen Arbettsgemeinschaft die Aushebung des 1. Mai und des 9. November als gesetzliche Feirtage. Vererbung und Rassenhpgiene. lieber Konstitution. Vererbung und Rassen- Hygiene sprach kürzlich Prof. C h r i st i a n tm Außeninstitut der Technischen Hochschule im Rohmen einer Vortrogsreihe, die unter dem Gesamttitel„Hygiene und Technik" angekündigt ist. Prof. Christian behandelte zunächst die interessante Frage, ob die Kon- stftution des Menschen bedingt ist durch ererbte Anlagen oder ob sie ein Produkt der Umwell ist? Rousseau glaubt«, daß beide Einflüsse gleich seien, er schloß daraus, daß die Erziehung die Aus- gäbe habe, für eine möglichst gleichartige Ausbildung aller Menschen zu sorgen. Diese Anschauung ist. oerlassen worden. Erperimentellc Untersuchungen an Tieren und Pflanzen haben gezeigt, daß der UrN- well nur ein sehr bedingter Einfluß zukommt, daß durch sie erzeugte Veränderungen in der Konstitution nur so lange b efteben bleiben, als die durch die Umwelt bedingten Verhältmsse ein- oder nach- wirken. Sehr interessante Aufschlüsse hat die Beobachtung van Zwillingen gegeben. Zwillinge, die aus zwei Eizellen entstanden find, weifen unter den gleichen Verhältnissen völlig verschiedene An. lagen und Eniwicklnnzen aus. Bei Zwillingen jedoch, die aus einem Ei Heivorg.'gangen sind, stellte man völlig gleiche Anlagen fest. Das geht so weit, daß selbst gewisse Erkrankungen bei ihnen zur gleichen Zell eintreten. Der Bortrogende führte«ine Reihe fahr interessanter Belege dat'ür an. So waren während des Krieges zwei solcher Zwll- linge an der Front. Der eine im. Osten, der andere im Westen. Beide erkrankten fast am gleichen Tage am Jngendirresein. Auch ihre sonstige Entwicklung war bis zn dieser Stunde völlig gleichartig verlaufen. Diese Beobachtungen zeigen einwandfrei den überragen- den Einfluß der Vererbung auf das Schicksal des Menschen. Die Lehre L a m o r ck s behauptete im Gegensatz zu Rosseou, daß die Organs, die nicht gebraucht würden, verkümmerten. Daraus leitete er die Vielfältigkeit der Arten her. Diese Lehre ist ebenfalls auf Grund emzehender Untersuchungen verlassen worden. Dagegen bat Darwins Grundanichauu: g sich als ausserordentlich fruchtbar e''- wiesen. Darwin nahm bekanntlich von vornherein verschieden« Arten an und glaubte, daß dann später eine gewisse Auslese statt- gesunden Hobe. Dag Menschengeschlecht ist sicher seit Millionen von Iahren aus der Erb« heimisch. Die Schicksale des Menschengeschlechtes sind viel zu wenig bekannt. Sicher scheint, daß di« nordische Raste durch die Eiszett entstanden ist. Nach Abschluß dieser Periode waren unge- zählte Menschen zugrunde gegangen, nur die kräftigsten und intel- ligenreiten hatten sie überstanden. Sie bildeten den Stamm der nordischen Rasse. Ebenso haben die klimatischen Verhältnisse in anderen Erdteilen gewisse Slammrassen mft ausgeprägten Eigen- schaften entstehen lassen. Seit jener Zeit aber sind die Menschen wieder einander nähergekommen. Die Umwellbedingungen haben sich wieder angenähert und wenn wir heute von Rassen sprechen, so ist das nur noch eine künstliche Konstruktion. Die Welt hat sich zwanglos bostardiert, so daß die bestimmten Eigenschaften einzelner Rassen völlig durcheinander gemengt wurden.(Eine Feststellung, die unfern völkischen Rassentheoretiker» gerode nicht sehr angenehm sein wird.) Der Vortragende behandell« alsdann die Forschungen des Augustinernsönches Gregor Wendel, die sehr interessante Aus- schlüsse über die Vererbung gebracht haben. Gerade Mendels Eni- deckungcn zeigen, warum die Eioenschaften der Menschen so außer- ordensiich oerschieden werden mußten. Diese bereits 18(53 veröffsnt- lichten Untersuchungen fanden seinerzeit kaum irgendwelche Besch- tung. Sie sind erst in den neunziger Iahren als Ausgangspunkt für die moderne Vercrbungstheorie benutzt worden. Das zur Befruchtung reife weibliche Ei enthüll 18 Kernkörper. Beim mmmlichen Samen aber gibt es Kerne mit 47 und 48 Kern- kärpern. Wenn sich zwei Kerne von je 48 Kernkörpern vereinigen, so bildet sich daraus ein weibliches Wesen, im anderen Falle ein männliches. Der 48. jkern des männlichen Samens itt dos sogenannte T-Kernkörperchen, das nicht nur die Geichlechtsfaktoren bestimmt, sondern auch andere Erbanlagen in sich schließt. Praktisch wirkt sich diese Tatsache so aus. daß z. B. ein männlicher Bluter(jene Eigen- schalt, bei der eine geringfügige Verletzung des Ldreiienden zum Verbluten führen kann) Söhne bekommt; die von dieser unangeneh- men Anlage befreit sittd, mährend die Tochter durch das 48. Kern- körperchen diese Eigenschaft in sich bewahrt und sie ihren Kindern wieder auf den Lebensweg mitgeben, kann. Am Schlüsse seiner Ausführungen ging der. Vortragende auf die Forderungen der Eugen i k ein, der �„Lehre vom Wohlgeborenwerden". Er bihandelt« die Maßnahmen, die in einzelnen Staaten, wie Amerika, Rußland, Schweden getroffen worden sind, um eine möglichst gesund« Nachkommenschaft zu erzeugen. Er ist der Mei- nung. daß Gesetze, wie sie in Amerika bestehen, nur dann beichloss-n und durchgeführt werden können, wenn die Bevölkerung die Grund- lagen und die Notwendigkeit begriffen hat. Für Deutschland forderte er ein Institut, daß alle Erkenntnisse über Vererbung und Rassen- Hygiene sammelt, und ferner ein Mmifterium, daß an maßgebenden Stellen die biologischen Interessen der Bevölkerung durchsetzen kann- Eheberatung sei notwendig, wertvoll ober könne sie mtr werden, wenn Fomilienstammbücher geführt würden, in denen vor allem über die gesundheitlichen Verhältnisse der einzelnen Familienmftglie- der einwandfreie Eintragungen vorhanden sind. Dann würden nach etwa fünf Generationen die Eheberatungsstellen wirklich in der L? ge sein, einwandfreie Rückschlüsse auf dft Geeignethell der Ehekandida- tcn zn ziehen. Die allen Kulturen der Babylanier, Perser, Aegypter usw. sind zugrundegegangen, weil die biologischen Interessen ncr- nachlässigt wurden. Bei dem heutigen Stande der Wissenschost haben wir nicht nötig, iu diesen Fehler zu verfallen. Und es wäre zu wünschen, doh bier durch Aufklärung dem Untergange ein Riegel vorgeschoben würde.__-. W. M.. Reuaufslellung von Rodin»„Bürgern von Calais". Rodins Meislerwerk, die Gruppe seiner.Bürger' von Calais", war Ursprung- lich in der denkbar schlechtesten Weis« auf einem hohen, geschmack- los verzierten Postament aufgestellt. Rodin selbst hatte ünmer gefordert, daß sein Werk ohne weiter« Ausschmückung einfach auf dem Erdboden stehen solle. Nachdem die berühmte Gruppe während des Krieges fortgeschafft worden war, ist sie nun jetzt, wie die „Kunstchronik" berichtet, neu aufgestellt worden, und diesmal ganz im Sinne des Meisters: die ergreifenden Gestatten stehen vor dem alten Stadthaus auf der Place d'Armes, zu Füßen des benachbarten malerischen Glockenturms, auf einer einfachen breiten Erhöhung mitten im Leben, das rings um sie. wogt. kurpfuscherkomööie. Knock Salin? Knock Solin? Ueberall an den Wänden vom Hotel zum Goldenen Dromedar ist das zu lesen. Aber das Hotel ist nicht mehr ein kleines Absteigequartier, es ist«in großartiges Sanatorium. Schon werden Dependeneen angeklebt: Borläufig übernachten die Patienten paarmeffe im Schwitztosten, da die Batten fehlen. Und alles-dos hat mit seiner Tüchtigkeit Dr. Knock getan. Ein famoser Halunke und Quacksalber, der in drei Monaten dem ganzen Kräh- winkel beibrtngt, daß kein Mensch im Lande gesund ist. Dr. Brust- bonbon, sein Vorgänger, war ein dummer Kerl, da er den Leuten einredete, daß sie gesund jeten. Dr. Knock oersteht die Welt. Cr holt selbst aus dem Riesen Goliath ein« kleine Gallenblasenentzündung oder Gehirnerweichung heraus. Ja, sogar den lieben Kollegen Brust- bonbon, der den Leuten die Krankhellen abgewöhnen wollt«, über- zeugt er, daß zu dein braven allen Mann die tödlich« Krankheit schon lange herankricchi. Rock auf. Weste auf. Hosenträger abgeknöpi', eben sollen die Hajen herunter, weil Brustbonb« doch totenängstlich ins Bell muß. Da fällt der Vorhang.— Jules Romains lfot die launige Komödis„Dr. Knock" geschrieben. Man spiell dos sranzösijche Stück im Deutschen Theater. Es fit pointsnrsich und zusammengesetzt ans vtel Witz und komischen Szetten. Die Menschcndimtmhcft geht zum Teufel, die Hochstapelei siegt endgültig. Es ist eine Lust zu leben, auch eins Lust, Eugen Klopfer als Hauptquackialbcr und Matador auf der ganzen Bühnenlinie zu sehen. Knick Sal-n! Knock Salin! Unter dieser Losung, die den Patieiften in Isterweise herangebrachter Lösung eingegeben wird, geht aller Humor aus und unter. Eugen Klöpfer hütet sich davor, allzu dick autzultreichen- Er spritzt nur die Komik ins Parkett. Gerade dieses Fedrigc, dieser theatralische Pointillistims ist das, was für chn ge- winnt. Hcnnann B a l l e n t i n, der den braven, pedantischen Dolte>r spielt, ist Herrn Klöpfer fast ebenbürtig. Er kommt in Rollen, die eine gewisse Tölpelei und Unsicherheft venlangen, der Natur sehr nahe. Einige Dutzend Menschen warten voll Sehnsucht und Ehrgeiz, am Deutschen Theater auftreten zu dürfen. Der Regisseur hat li« auch zu dieser Komödie nicht herangezogen, sondern sich damft begnügt, einige ganz provinzielle Künstler zu den vorzüglichen Diosk"ren zu gesellen. TL H, jjros vr. Gustav Pazaurek. der Direktor iei SürttemZ ergischen Lande». geweibe-MisteurnS in' Stuttgart, vollendet am öumnelfatirUtnq fein 50. LeBen-ijaflr. Der Gelehrte gehört*u den verdtenitoolliten Männern iro Gebiet imlere» iunstgewerblichen Schaiien» und Anregen«. Zahllos find di» Hinweise, die ieine praktische Sammeltätigkeit für alle Zwinge der neuen deutschen Derkarbeit gegeben bat, und da« von ihm emaerichtrte „Museum der Geschmacklosigkeiten' kann da» B-rdtentt kür sich beavspru-k-en, durch die Lehre der dort angesammelten S-benfilichke'ten so geschmockeb-Idend gewirkt zu haben, wie keine Sammlung guter Sache« zu tun vermöchte. .Berliner tiuall 1925', die Ausstellung der SlrBeitSgemeinichai! im B. B. K. im Tenischen Qpernbaii!«, Cbarlottenburg. wnd am St., ich Uhr, feie: lich erössnei und ist ab 2 Uhr für das Pnölitiun zuglugllch. Crof. Bill rtrn chlorte erhielt vom Kultusministerium einen Lehrmiftrag für Tbeorie der Mufit an der Staatlichen Akademie für Kirchen» und Schul« wujil in Seiita, die Srotwucher-Preffe. Noch nicht Brottoucher genug— sagt der»Lokal-Auzeiger". Die Presse des Rechtsblocks begrüßt die Brotwuchervor- lege mit Jubel.. Sie hat nur eins auszusetzen: noch nicht Protamcher genug! Es ist der„L o k a l- A n z e i g e r", der diese Parole ausgibt. Er schreibt heute morgen: ..Ganz gewiß wird man zugeben müssen, daß mit einer solchen Vorlage der Bogen keineswegs überspannt ist. Wie schon angedeutet, bleibt eher die Frage, ob der Bogen damit über. Haupt hinreichend gespannt ist, damit der Pfeil ins Ziel treffen kann. Diese Frage vor allem wird in den Vordergrund der Erörterung. zu rücken sein. Denn wenn Reichskanzler Dr. Luther mit Recht hervorgehoben hat, es handle sich nicht darum, Produzentenpolitik, sondern darum- Produktionspolitik zu treiben, die letzten Endes gleichbedeutend mit Konsumsntenpolitik ist, so darf man sich auf diesem Weg« durch verlogen demagogisches Geschrei auch nicht beirren lasten/ Der Bogen ist also noch nicht hinreichend gespannt! Die Großgrundbesitzer sollen noch mehr begünstigt werden, das Brot und d'.e Lebensmittel sollen noch teurer werden, die Konsumenten, die Arbeiter, der Mittelstand, die kleinen Leute, der Handel sollen noch mehr bluten. Das schreibt der„L o k a l- A n z e i g e r�, die Zeitung, die in erster Linie vom Mittelstand, von den kleinen Leuten, von Händlern, von Gewerbetreibenden gelesen wird. Sinkt die Kauskrast der Arbeiter, so sinkt auch das Einkommen dieser Kreise. Der Brotwucher richtet sich gegen sie so gut wie gegen die Arbeiterschaft. Trotzdem schreibt der„Lokal-An.zeiger": noch nicht Vrotwucher genug! Er gibt sich als das Blatt der kleinen Leute, aber er ist das Blatt der Brotwucherer. Cr sucht die klemen Leute einzufangen, damit sie von den Groß- besitzern, vom Agrariertum, ausgcplündet und bedrückt werden. Er will sie überreden, daß sie zur Vergewaltigung ihrer eigenen Jntebesien noch Beihilfe leisten. Daß die agrarische Presse, daß„Kreuzzeitung* und „D e u t s ch e T a g e? z e i t u n g" und mit ihnen die„D e u t- ? ch e Zeitung" Klage darüber führen, daß der Agrarzoll noch nicht hoch genug ist— das ist selbstverständlich. Sie streiten ttichr ab, daß sie Interessentenorgane sind. Sie geben offen zu, daß Agrarzoll Brotverteuerung bedeutet. Die Kreuzzeitung" stellt kalt fest, daß Zölle auf Brotgetreide immerhin eine Belastung der Verbraucher herbeiführen. Sie spricht von unausbleiblichen Kämpfen zwischen Verbrauchern imd Erzeugern. Das ist der b r u t a l e, aber offene Jnteressentenstandpunkt Das ist der Wille, eine Verteuerung der Lebenshaltung zu- gunsten der Agrarier und zuungunsten der Massen herbeizu» führen im Kampfe. Die Haltung der Presse vom Schlage des.Lokal- Anzeiger" ober ist ebenso brutal, aber nicht offen. Das ist die Presse, die unter falscher Flagge segelt. Es ist das Instrument, das die Brotwucherer zur Täuschung des Volkes benutzen. Ein unehrliches Instrument! Daher redet der„L o k a l- A n z e i g er" von„demagogischem Geschrei". Ist die übereinstimmende Meinung der Wissenschaft demagogisches Geschrei? Sind die ernsten Mahnungen von Professor Sering an die kleine» Landwirte, sich nicht von den Schntzzollnern gegen ihre eigenen Interessen einsangen zu lassen, demagogi- sches Geschrei? Die Darlegungen von Hanns, von Aureboe, von I a st r o w— sind sie auch demagogisches Geschrei? Aber die Presse der Brotwucherer gleitet drtiberr hinweg, daß neinrzig Prozent aller Fachgelehrten, darunter viele alte Süsutzzöllyer, eindringlich vor der Wiederholung der Blllow- schen Zollpolltck warnen. Die Stimme der Wissenschaft ist für sie entweder„demagogisches Geschrei", wie es im„Lokal- Anzeiger" heißt, oder„Lustschlösser", wie die„Kreuzzeitung" schreibt. Mit vollen Segeln geht die agrarische Presse, und in trauter Gemeinschaft damit der„Lokal-Awzeiger" auf der Bahn des Vrotwnchers voran. Ein Anfang ist gemacht, jetzt w olle n' sie mehr! Die industrielle Presse hält sich noch zurück. Die„D e u t- sche Allgemeine Zeitung" des Herrn Edmund Stin- nes äußert Bedenken gegen die Zweckdienlichkeit der Agrar- zölle: „Daß die kn der Tarifnovelte vorgeschlagenen Agrarzölle zweckdienliche Mittel seien, dieler Nachweis ist in den bis jext vorgebrachten Begründungen jedenfalls nicht zwingend erbracht." Bon dieser Zurückhaltung hebt sich die brutale Vertre- tung des agrarischen engstirnigen Interessentenstandpunktes durch den„Lokal-Anzeiger" besonders ab. Er steht in der Front der Bratwuchererpresse. Er will mehr Vrotwucher, mehr Belastung der kleinen Leute. Der Kamps gegen den Brotwucher ist auch Kampf gegen die Brot- wuchererpresse'. Rheinische ZentnunSsttimineu gegen die AoAvokitik. Köln, 20. Mai.(Eigener Drohtbericht.) Die„Kölnische Volks- zeitung". das führende westdeutsche Zentrunisblatt, wendet sich am Mittwoch früh in einem längeren Artikel gegen die Aus- führungen Stresemanns in seiner jüngsten Reichstogsrede und bekämpft dabei m,t größter Entschiedenheit die neue Zollvorlage der Regierung, die keineswegs geeignet erscheine, die Notwendigkeiten der Volkswirtschaft gegenüber den Interessen einzelner Wirtschaftsstände zu gewährleisten. Das Blatt ist Gegnerin sowohl der Industrie- als auch der Agrarzölle. Es weist mit Nach- druck darauf hin, daß die gegenwärtige Lorloge wieder einmal die enge Verbundenheit von Roggen und Eisen, d. v- die Unterstützung der Qmdwirtschast und der Schwerindustrie und umgekehrt, zur Sicherung der Grundrenten beweise. Solche Zolloorlagen könnten mir als Ergebnis parteilicher Innenpolitik erscheinen. Es sei übrigens zmeifelhait. ob unser Verhältnis zu den großen ackerbautreibenden Staaten, besonders Rußland, gebessert werde, wenn man für solche Zollvorlagen Pro- paganda mache Die deutsche Außenpolitik verdamme sich damit selbst zur Erfolglosigkeit und führe zu einer Wirt- schaftepolitik, die weder mit den Interessen der Landwirtschaft und unserer Fertigwarenindustrie, noch mit den Grundsätzen großzügiger Volks- und Wirtschaftspolitik überhaupt vereinbar sei. Das Blatt schließt seine Ausführungen mit folgcndein Sag:„Wir können dem R e i ch s t a g. der sich demnächst mit der neuen Zolltarifnovslle zu befassen hat. nur empfehlen, sich darüber klar zu werden, daß es hier nicht nur auf Diskussion, sondern auch auf Entschieden- heit ankommt, und Herrn Stresemann. nicht Außenpolitik mit iuuerpolitischen Mittel» treiben zu wollen." Der Garten ist eröffnet. Früher ließ der Berliner Lokalpoei den Wirt zum Hausknecht sagen:„August, trog den Garten'raus." sind dies trifft auch heute meist noch zu, denn wo ist in dem Steinmeer, das sich Berlin nennt, noch ein richtiger Garten zu finden? Ein solcher mit bodenständigen Bäumen, für die der moderne Garten hochragende Kübelpflanzen hat— wo ein solcher mit saftigem Rosen, aus dem sich Blumen in lauen Abendwinden schaukeln—, wo. einer mit schattigen Lauben- gängen, die die Liebespaare so gern aufsuchen? Alle diese Merimale eines wirklichen Gartens wird man höchstens draußen an der Peripherie finden und auch dort hat die„Baustelle" messt die schönsten Teile eines solchen Naturparks verschlungen. Der Groß- städrer muß zufrieden sein, wenn er wenigstens ohne ein drückendes Doch über sich in den Himmel schauen kann, zugleich mit seinem Blick die Hinterfassaden der Nochbar- und Biiavishäuser streifend.. Für- wahr,'poerifch ist ein solcher„herausgesetzter" Garten nicht, selbst dann nicht, wenn ein mäßig sprudelnder Wasserstrahl, der in ein mit ein Paar Goldfischen beletztes Wasserbecken fällt. Anklänge an dl? Pracht maurischer Polastgärton erwecken soll. Und der Küchen- dunst, der aus den Souterrains der großen Eßlokale strömt, deren ..eröffnete" Gärten oll« Lustschnapper anziehen, ist noch eine besonders genußreiche Beigabe zu dem schwachen Ozongeholt des her- gerichteten Ajphaltparadieses. Trotz aller Bedenken strömt das Publikum in den Garten und der Weise sucht sich in den leergcbliebe- ne.n kühlen Räumen ein behagliches Plätzchen, an dem er sich der Pertilgung seiner Weiße hingeben kann. Die Vorhänge sind her- untergelassen und ein trauliches Halbdunkel herrscht in den Räumen. Da merkt es auch niemand, weim der ledig gebliebene Herr Kollu- lator in der Ecke ein kleines Schläfchen macht. Draußen ober eilen die schwitzenden Kellner hastig einher, vm die gleichfalls in der Sonne bratende Dienge, die den Garten füllt, zufriedenzustellen. Zwei Urteile. Me er hindeakmrgs Einzug feierte.... Er kam aus Zossen und wollt« nach Bad Liebenstein, um dort als Saisonkellner anzutreten. Es war der 11. Mai: Hindenburos Einzugs Seine Sachen ließ er auf dem Bahnhof und begab sich zur Feststraße: ließ dem nationalen Rausch einen ganz anders ge- orteten Rausch folgen. Er zog von Bar zu Bar, ergötzte sich bald mit dieser bald mit jener Dame und wurde schließlich»oä.cz im Tiergarten von einigen Herren aus dem tiefsten Schlaf geweckt. Wie er auf dieser romantischen Bank gelandet war, wußte er ni ht. Ms er dann aus dem Lehrter Bahnhos seinen Kaffee bezahlen wollte, merkte er, daß er keinen Pfennig Geld mehr hatte— das Ganze war in?llkohol aufgelöst— und schlief wieder ein. Als die Kontrolle kam, fehlten ihm seine Ausweispapiere: dafür fand sich bei ihm eine f r e m d e D a m e n h a n d t a s ch e. Die Folge war ein Spaziergang zur Wache. Auch die Inhaberin der Tasche war bald zur Stelle. Es fehlten nur einig« Mark. Die Dame erklärte vor Gericht, wegen solcher Lappalien denke sie gar nicht daran, den Kavalier strafrechtlich zu belangen Der Staatsanwalt beantragte Einstellung des Verfahren?. Der Richter beschloh dem- gemäß. Der Angeklagte sicher und forsch austretend, sagte:„Guten Morgen" und entfernte sich.— Ein mildes Urteil... Der Diebstahl der Hausangestelllen. Sie zählt erst 20 Jahre und ist mit zwei Monaten vorbestraft: sie will ihrem Freund etwa 2oZigarren entwendet haben. Diesmal hat sie ein fremdes Kleid vor den Richter ge- iührt. Sie war erst eins Woche als Zimmermädchen in. einer Pension tätig, und stieß eines Tagez auf den verschlossenen Schrank eines unbewohnten. Zimmers, das sie aufzuräumen- halte. Sie entnahm dem Schränk ein Kleid— es hingen ja. so viele, darin... das Zimmer ist ja unbewohnt... nirs erste würde ja niemand etwas merken—, abends hatte sie Disfeveazen mst ihrer Wirtin und verließ kurzerhand die Stelle. Ihren Eltern sagte sie, sie habe ein paar Tage frei. Dann zog sie zur Freundin und begann, ohne Arbeitsbuch, sich nach einer Stesse umzusehen. Do wurde sie v e r- haftet. Das Kleid befindet sich in ihrem Korbe— Der Staats- anmalt beantragte fünf Monate Gefängnis. Der Richter erkannte auf sechs Wochen... Tränen, ganze Ströme von Tränen... Sie nimmt das Urteil natürlich an. Was sollte sie auch sonst üm Keine Geldstrafe, keine Bewährungsfrist, keine Fürsorgeaussicht. Ein Schaden war nicht entstanden, auch nicht ein geringfügiger.— Ein hartes Urteil._ Staöt und Hochbahn. Der Magistrat hat in seiner heutigen Sitzung sich auch mit der Ausübung des der Stadt zustehenden Ankaufsrechts beschäftigt. Be- kamitlich ist die Stadt verpflichtet, im November d. I. eine Er- kkärung darüber abzugeben. Der Mogistrat hat beschlossen, die ganze Angelegenheit einer gemischten Deputation aus Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung zu über- weisen. Bei der großen Kompliziertheit der Materie wird die Entscheidung über diese ganzen Fragen jedenfalls noch längere Zeit a u f f i ch w a r t e n l a f s e n. Borläufig wartet alles erst einmal auf den?lusgang der am Sonnabend stattfinden- den Generaloersammlung der Hochbahn. Ein Ehedrama. Eine durch dos Dazwischentreten eines zwanzigjährigen Mädchens gestorte Ehe, in deren Verlauf die eifersüchtige und betrogene Ehegätttn sich zu einem Salzsäureattentat auf die Nebenbuhlerin hatte hinreißen lassen, bstdete den Unter. grund. eines Letrugsprozesses gegen Else R, die sich vor dem Schäl- rengericht Tempelhos zu verantworten hott«. Else, ein keckes, altes ander« als schönes, junges Ding, halte Ende 1923 den Kellner Konia kennen aelernt und war mit ihm in Beziehungen getreten. Kania ging soweit, daß er sie sogar, zu seine rtfrau ins Haus brachte. Angeblich sollte der Bater Wohnung und Pension bezahlen. Die Ehefrau merkte u» monatelangeit Beisammenleben nicht, was hinter ihrem Rücken vorging, obwohl das Pärchen sich jeden Nachmittag außerbalb traf und erst spät nach Hause kam. Kania, ein bisher arbeitsamer solider Mann, vernachlässigte nicht nur seine Fra», Ion- deru auch seinen Beruf und verlor bald die Stellung. Der kostspielige Seitensprung brachte ihn auch bald in G e l d v e r- le g e n h e i t und nun verfiel er auf einen raffinierten Trick, um sich Geld zu verschafsen. Er inserierte, daß ein Darlehen gegen hohe Zinsen unter Lerpsändung einer Vierzimmerwohnung gesucht würde und fand auch bald eine Reihe von Geldgebern, denen er in einer großen Anzahl von Fällen dieselbe Wohnung verpfändete. Zahllose kleine Leute sind auf diese Weise um Tausende von Mark geschädigt worden. Der Ehefrau gingen erst die Augen aus, als ihr das Quittungsbuch einer Abzahlungsfirma in die Hände fiel, bei der ein seidenes Kleid für Frau Kania entnommen war. In ihrer rasenden Eifersucht oerübte sie gegen die Neben- buhlerin ein Salzsäureattentat, wurde aber von dieser An- klage freigesprochen. Dagegen wurde sie wegen Beihilfe an dem Betrune ihres Mannes, der damals IK- Jahr Gefängnis erhielt, zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Bei der Urteilsverkündimg spielte sich eine erregte Szene im Gerichtssaal ab, da Frau Kania ein Fläschchen mit Lysol blitzschnell austrank, so daß sie bewußtlos ins Krankenhaus.geschafft werden mußte. Sie ist inzwischen völlig wieder hergestellt worden und tonnte jetzt als Zeugin gegen ihre Rivalin Elfe N. vor Gericht auftreten. Diese war ebenfalls beschuldigt. Kania bei dem Betrüge mitgeholfen zu haben, da sie die Korrespondenz geführt hatte. In vorsorglicher Weise nahm Landgerichtsdrrektor Sachs der Zeugin beim Eintritt in den Ge- richtssaal ihre umfangreiche Handrasche ab und vernahm sie auch m Abwesenheit der Angeklagten. Else R. bestritt, Kenntnis von dem Betrug gehabt zu haben: der als Zeuge vorgeführte Ehemann mgts aber anders aus und da- Gericht verurteilte die Angeklagte wegen fortgesetzter Leihilse zu vier Monaten Gefängnis. Ems - �Bewährungsfrist wurde ihr oermeigert, da sie Schuld an der Zer- rüttung der Ehe und an den Verfehlungen Kanias sei. Auch der Antrag von Kania, ihm für seine Strafe noch Bewährungsfrist zu gewähren, wurde abschlägig beschicden. Anders verhielt sich das Gericht bei Frau Kania, der es von selbst die Strafons- s e tz u n g zubilligte. Frau Kania wurde noch«me Weile nn Ge- rn'stssanl zurückgehalten, bis ihre Rivalin sich entfernt hotte. tzimmelfahrt auf öer Lifenbahu. Schon fest den frühen Bormittagsstunden des heiligen Tages hat der Eisenbahnverkehr zum Himmelfahrtstage mit Macht ein» gesetzt. Der Etroßstudlmauern gewohnte Berliner sehnt sich hinaus ins Grüne. Warum soll die Eisenbahn dem nicht Rechnung tragen, zumal diese weise Kpnzession mit erheblicher Rentabilität verknüpft ist? So sind schon für den beiitigen Nachmittag Verstärkungen ini Zugverkehr vorgesehen. Die Direktion der Reichsbahn rechnet mir einem riesigen Andrang, vor allem zum Vorortverkehr. Dieser Ueberslutrmg durch die Reiselustigen will die Reichsbahndire! tiou durch Einstellung van Vor- und Nachzügcn Rechnung tragen. Auch soll dar Gesamti ahrplan eine erhebliche Verstärkung erfahren. Für den morgigen Himinelsahrtstag wird mit einem Rekordoerkehr ge- rechnet, wie er seit Jahren nicht gesehen wurde. Stadt- und Ring- ßohn werden schnellste Zugfolge haben. Mit derselben Großzügig' teil will man sich des Fernverkehrs annehmen. Auch hier wird inst einer großen Verstärkung des Verkehrs zu rechnen sein. Alles in allein: Den, Eisenbahnverkehr blüht morgen eine gesegnete Zeit. lind den Kassen der' Reichsbahn G. m. b. H. nicht minder. Ob diese Hochkonjunktu.r auch den Eisenbahnern zugute kommt? Das allerdings steht auf einem anderen Blatt! Cnteignungsverfahrea für öen Kreuzungsbahnhof. Die Skellungnahma der AUelerfchaft. In einer Versammlung der Mieter derjenigen Häuser, die wegen des Baues des K r e u z u n g s b a h nh 0 f s Herrm annplast enteignet weiden sollen, wurde nach einleitendem Referat des Land» aerichtsrats Gen. Ernst Rüben beschlossen, die Wahrnehmung der Mielerinteresien dem Mieterbund Kreuzberg zu übertragen, dem ein von den Bewohnern dieser Häuser gebildeter Ausschuh zur Seite ge- segt wurde. Dieser Ausschuß wird sich bereits an dem lausendeit E nteignungsverfahren beteiligen. Zunächst soll versucht werden, eine. bindende Verpslichtungserklärung der Nord- Süd- Bahn- A.-G. zu e r re i ch e n. Tie Miaterschast lehnt einmütig die verlangte Unterschrift des Reverses bis zum 31. Mar 192.? ab und fordert nach ij 6 des Mi-terschutzgefetzes angemessene Ersatzräume unter Berücksichtigung der sozialen Verhältnisse de~ einzelnen Mieter. Es wurde weiter in der Versammlung betont, daß gegen den Bau der Untergrundbahn keines wo g s p r 0 t e- stiert werden solle, daß die Micterschast sich der Notwendigkeit des Opfers für die Zillgemeinheit bewußt fei, daß sie aber auch verlang', daß die Zillgemeinheit diese Opfer würdige. Di« Mieterschast wolle keine Prozesse, sie will aber auch nicht schlechter gestellt seüt, als ncäi dem Gesetz. Vor allen Dingen wollten die Mieter an ihtem Schick'-rl selbst mitwirken. Die republikanische Reichskokarde! Vom Deutschen Verkehrsbund. Abteilung Pos:-, Telegraphen- und Fernsprechpersonal, wird uns geschrieben: Dieses kleine Abzeichen an der Dienstmütze unserer republikanischen Postbeamten wird nach fast siebenjährigem Bestehen der deutschen Republik'zum Teil noch immer verw'ßt.-Bedyuet dieser Vorgang eine bewußte Mißachtung oder welche Gründe mögen mstwirken? Im monarchistischen Deutschland hätte man Eistschuldi. gUngSgründe nicht anerkannt, besonders dann nicht, wenn mehrfach das Anbringen der Kokarde angeordnet worden wäre, wie es von der Rcichsregierung und dem Reichspostmimsterium geschehen is. Es wird oft über Autorität, selbstgewählte Unter- und Einordnim z des einzelnen geredet und gleichzeitig findet es ein Teil der dem RPM. nachgeordneten Dienststellen anscheinend ganz in der Ord- nung, wenn Postbeamte mit einer Dienstmütze ohne die oorge- fchriebene Reichskokarde ihren Dienst verrichten. Dieser Zustand ist deshalb unhaltbar, weil die Post- und Telegraphenbeamten Beamte eines Verkehrsbetriebes find und in dauernde enge Berührung mit den Bürgern der deutschen Republik kommen. Es liegt im Intercsso der Verwaltung und der Beamten selbst, wenn oermieden wird» daß bei der Bevölkerung die Auffassung entsteht, es handele sich um eine bewußte, also beabsichtigte Sabotage. Slraßenbahnumleitungen. Infolge Bauarbeiten in der Belle- Alliance-Straße werden in der Nacht vom 20. zum 21. und vom 21. zum 22. Mai von 12 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens die Linien 25, 35, 96, 99 und 199 in beiden Richtungen über Porckstraße, Kätz- kachstraße, Dreibundstraße, Kolonnenstraße, Hauptstraße, Tempel- hofer Straße, Sachsendamm und Tempelhof, Dorf-, Ecke Berliner Straße, umgeleitet. Das Sophien-Gymnasium feiert das zu Ostern 1925 abgelaufene sechzigste Jahr seines Bestehens, da das fünfzigjährige Bestehen wegen des Krieges nicht festlich begangen werden konnte. durch deklamatorisch-dramatische Abendunterhaltungen am 24. und 25. Juni, einen Festakt in der Aula am Vormittag des_27. Ium und einen Kammers am Abend desselben Tages in der Schultheiß- Brauerei, Schönhauser Allee 36. Die Elternschaft, die ehemaligen Schüler sowie sonstige Freunde der Anstalt, die Einladungen zu den Feiern wünschen, wollen chre Anschrift richten an das Sophien- Gymnasium, Berlin NO. 55, Mandelstraße 2, zu Handelt des Studienrats Schmidt. Die Einäscherung öe» Genosse« Wilhelm Stein findet nicht, wie im heutigen Morgenblatt milgetcUt ant Sonntag, sondern bereits am Freitag, den 22. S, 1 Uhr mittags, im Ärnnctorium Bamnschulenweg statt. Schweres Unglück an einem Bahnübergang. Beim Passieren eines Bahnüberganges bei Annaberg im Erzgebirge wurde gestern. das Auto des Kupferschmiedereibesitzers Neugebauer aus Annaberg von einem Güterzuge erfaßt und vollständig zertrümmert. Der Besitzer und der Chauffeur wurden auf der Stelle getötet, drei weitere Insassen schwer verletzt. Westerland- Sylt. Die städtische Bcherbergungssteuer, aus der Not der Zeit geboren, ist nunmehr auch tn Westerlaiid-Syst aufgehoben worden. Die Ausenthaltskosten in Westerland nie, wie aus dem von der Badeverwaltung erhältlichen Führer ersichtlich, schon ver. hältnismäßig niedrig sind, ermäßigen sich dadurch um weitet« 15 Proz. Die Anfragen nach Unterkunftsmöglichkeiten für den Sommer steigern sich, fo daß es ratsam ist, sich schon beizeiten eine Wohnung zu sichern.______ GeschäMches. Das Leinenhaus 3- v. Grünfeld in der Leipzig«: Straße ver- anstaltete in seinem Lichthof, der in einen Garten des Südens um- gewandelt worden war. eine Sommermodenschau. Eine Iazzbandkapelle unterhält die Zuschauerinnen. Bei der Begrüßung der Gäste wurde betont» daß„keine Extravaganzen, nichts Kostbares gezeigt werden würde, ein« Behauptung, die sich hinterher als nicht ganz richtig erwies. Man sah reizende Sommerkleider im Preise von 29» 54. 78 M. usw., reizende Sinderkleider, bizarre Schlaf- anzüge und fesche Strand kl ei der oder Badekostüme, wie sie früher hießen, als man sich auszog, wenn man baden wollt«. Als Neuheit«erden noch Gummibadeanzüg« gezeigt, alles in hellen und leuchtenden Farben, wie sie. der sommsrheiße Tag verlangt. Gewerkschaftsbewegung Die Tariflöhne Ende März 1925. Der Allgemeine Deutsche Gemertschaftsbund führt über die tariflich bereinbarten 3ettlöhne eine Statiftit, die sich und auf 20 ausgewählte Berufe an 25 Drten beschränkte. Die Uebersicht ist für bas lejte Bierteljahr auf 50 Orte ausgedehnt morben, muß jebao zuz Bergleichszweden auf die ursprünglich er. faßten Orte beschränkt bleiben. Die Gemerfidhafts 3ei tung"( r. 20 vom 16. Mai) bringt das Ergebnis der letzten Er hebung im Bergleich zu den Löhnen vom Dezember 1923 ab in den nier Quartalen des Vorjahres und beun ersten Quartal 1925. tariflich vereinbarten Stundenföhne männlicher Bollarbeiter in Die folgende Uebersicht zeigt den durchschnittlichen Stand der Berlin in ben 20 ausgewählten Berufen am Ende eines jeben Bierteljahres und im Vergleich hierzu den Gesamtdurchschnittslohn biefer Berufe in den übrigen 24 Stäbten. Stundenlohn am Ende bes Monats: Berlin.. Dezbr März Juni Septbr Desbr. März 1923 1924 1925 55,9 58.5 68,8 71.4 79,1 87.0 Auswärts. 52.8 52.8 62,4 64.1 70,8 75,4 Die prozentuale Steigerung der ziffernmäßigen Lohnhöhe be ug im Gesamtburgschnitt bis März 1924 1,0 Bros., bis Juni 19.3 Brog, bis September 22,6 Broz, bis Dezember 1924 34,4 und bis Ende März 1925 44,2 Prozent. Ende März betrug der Lohn im Durchschnitt aller Orte 75,4 Broz. Ueber diesem Durch schnittslag bes tariflichen Stundenlohnes männ licher Bollarbeiter stand der Lohn in 16 Städten, darunter in neun Städten. Am tiefften ftand er in Frankfurt a. D. mit 63,2 Bf., am höchften in Berlin mit 87 Bt., bem Hamburg mit 84,9 und Köln mit 82,3 Bf. folgt. worüber fidh eine Berhandlung lohnte. Andernfalls aber hat fie nur nötig, den Reft ihrer Mitglieder dem Deutschen Band arbeiterverband zu übermeijen, um die Einheitsfront herzustellen und„ bas elementare Interesse des ländlichen Broletariats in bestmöglichster Weise wahrzunehmen. Bozu alfo noch Winkelzüge? Internationale Arbeitskonferenz. Genf, 20. Mat,( BIB.) Die Internationale Arbeitskonferenz hielt am Dienstag nachmittag ihre zweite Bollfizung ab, bie nur opn furzer Dauer war. Zu Bizepräsidenten der Konferenz wurden vpn furzer Dauer war. Zu Bizepräsidenten der Konferenz wurden gewählt Codejibo, bet frühere Ministerpräsident von Chile, als Bertreter ber Gruppe der Regierungsdelegierten, Iraub. Schwetz als Bertreter ber Arbeitgebergruppe, Boulton.Eng. wurde die Antrag! ommiffion gemählt, melde bie Arbeiten Lanb als Bertreter ber Arbeitergruppen. Hierauf ber Konferenz norzubereiten hat. Deutschland ist in dieser Kom. mission durch Minifterialrat eig vom Reichsarbeitsministerium und durch Hermann Müller pom 2lgemeinen Deutschen Gemert fchaftsbunb fomie durch Rommersienrat Bogel( Ersasmitglied) per treten. Zu Bräsidenten und Bizepräsidenten der brei auf der Inter nationalen Arbeitstonferens vertretenen Gruppen wurden folgende Delegierten gemählt: 1. Gruppe der Regierungsvertreter, Bräfident Graf Altea Spanien, Bizepräfibent Sir Chatterjee. 3nbien. 2. Arbeitgebergruppe, Bräsident Carlier Belgien, Bizepräsident Rommersienrat Bogel vom Berband der fächsischen Tegtilinbuftrie. 3. Arbeitergruppe, Bräfident Mertens. Belgien, Bizepräsident Jouhaug Franfreich. Bersammlungsrecht und Polizei in Bayern. Interessant ist die Stellungnahme der megilanishen Regie. rung bei einem kürzlich durchgeführten Streit des Tramund Omnibuspersonals der Stabt Merito. Da die in Be tracht tommenden Gesellschaften sich weigerten, die Berufsorganisationen ber bei ihnen beschäftigten Arbeiter anguerfennen, griff die Regierung, nachdem sie zuerst inoffizielle Schritte unternommen hatte, um die Unternehmer im guten zum Nachgeben zu bewegen, angesichts der unverföhnlichen Haltung der Arbeitgeber selbst ein, richtete ein in scharfen Ausdrüden gebaltenes Schreiben an die Gesellschaften und forderte fie bringend auf, den Konflitt binnen drei Tagen zu beendigen, was zur Folge hatte, daß die Forderungen ber Arbeiter in der gegebenen Frist bemilligt wurden. Endlich mag noch mitgeteilt merben, daß die merikanische Re angestellten gezwungen fah, ausschließlich die höheren Ge. hatter rebuzierte und bei den niedrigen Rohntlassen feine gierung, ble fich zur Herabjegung der Gehälter der Eisenbahn Aenderungen vornahm. Aus der Partei. Unterbezirkslag für Mieber- und Oberbarnim. Am Sonntag fand im Banbiagsgebäube cine sehr start besuchte Stonferenz für den Unterbezirf Nieder- und Oberbarnim statt. Ueber ben ersten Bunft der Tagesordnung: Die politische Lage und die Auf gaben der Partei" referierte ber Landtagsabgeordnete Genoffe Richard Wende. Er zeigte auf, wie die Wahl Hindenburgs zu werten fei. Die Präsidentschaft Hindenburgs ist nicht nach den recht vernünftig flingenden Reden, die bisher von ihm verlesen wurden, zu werten, sondern nach ihren Taten, wie die Realtion glaubt, daß endlich; mieder ihre Zeit gefommen sei. Ueberall fucht sie einen Extraprofit für die befizenden Klaffen herauszuholen. wie wir es legt bei der Steuergesetzgebung erleben. Die größte Gefahr droht aber der Bebenshaltung besarbeitenden Boltes burch die von den Großgrundbefizern und den Großunternehmern der Eisen- und Stahlindustrie geforderten Lebensmittel und Eisenund schon in nächster Zeit wird die neue Zollvorlage den Reichstag hefchäftigen. Hiergegen gilt es in den nächsten Tagen und Wochen den schärfften Kampf zu führen. Die Reichsgewertschaft Deutscher Kommunalbeamten in Rurn berg haite in letter Boche eine öffentliche Bersammlung der Kom Die Rürnberger Drisverwaltung der Reichsgewertschaft hatte zur munalbeamten einberufen, in der Gillmeister- Berlin sprechen follte. Berbreitung dieser Bersammlung die üblichen Handzettel und Flug blätter herstellen und pon ihren Mitgliedern in den städtischen Be- zölle. Nur allzu gern ist die Reichsregierung diesem Drängen gefolgt trieben verbreiten lassen. Die ehemals Kgl. Polizei beschlagnahmte die Flugblätter und ließ zwei von den Flugblattverbreitern feft. nehmen. So geldhehen im Bonnemond bes Jahres 1925. Der Bauarbeiterkampf in Rheinland- Westfalen. Söln, 20. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Im Lohntampf der fung zu rechnen. In Düsseldorf treten heute bie Geschäftsführer der Baugemertjchaft Rheinlands und Westfalen zusammen, um über weitere Rampfmaßnahmen zu beraten. Die Unternehmer brohen mit einer allgemeinen Ausfperrung im Baugewerbe. Der Bericht hebt hervor, daß diese Durchschnittszahlen über bem allgemeinen Niveau der Tariflöhne liegen, ba fie aus Spigenlöhnen und aus ben meist für Großstädte ge machten Lohnangaben genommen wurden. Sie befagen alfo michts für bas mirtliche 2ohneinfom men der Ar beiterschaft. Die Statiftit der Tariflöhne fo lebiglich die Bohnentwidlung fennzeichnen und den Gemerfichaften Material zu ihrer Lohnpolitik liefern. Ist es auch gelungen, bie Inflationslöhne allmählich zu verbessern, fo bat bo bie ochrheinisch- westfälischen Bauarbeiter ist mit einer meileren Berichär haltung unb fortgefeßte Steigerung ber Lebens. mitteltoften einen großen Teil dieser Bohnerhöhungen wieder verschlungen. Es fann alfo nicht entfernt die Rebe davon sein, baß die gegenwärtigen Tariflöhne zur Beftreitung eines austömm lichen Lebensunterhalts für die Arbeiterfamilien ausreichen. Der Bericht gibt der Erwartung Ausdrud, daß. nachdem in der Zeit nach leberwindung der Inflationszeit unter den für die Arbeiterschaft ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen Erfolge erzielt wurden, es auch möglich sein wird, diese ersten Anfänge er einer Sebung ber materiellen Lage der Lohnarbeiter weiterhin 31 Derfolgen was aber nur möglich ist mit guten Dr. ganisationen. Metallarbeiteraussperrung in Spandan. Infolge von Lohndifferenzen mit den Maschinisten und Heizern hat die Firma Orenstein u. Koppel ihren Betrieb in Spandau eingestellt und die gesamte Arbeiterschaft ausgesperrt. Heute nachmittag finden Verhandlungen statt zur Beilegung der Differenzen. ..Die Einheitsfront als lekter Rettungsauker". Cin Artitel mit dieser Ueberschrift in Nr. 194 des„ Borwärts" enthielt die Antwort des Deutschen Landarbeiterverbandes auf ein Schreiben bes tommuniftis en Berbanbes her and und albarbeiter som 3. April, worin legterer den Wunsch zum Ausbruck brachte, nachdem er abgewirischaftet hat, sich mit ersterem zu einigen. Nun ist der Deutsche Banbarbeiterverband einer Einigung leineswegs abgeneigt, wenn fie irgend möglich ist. Um jedoch non Bornherein zu wiffen, auf melder Grundlage biefe Einigung vor sich gehen fann, erlaubte er sich, an die tommunistische Sonderorgani fation die präzise Frage zu richten, um wieviele Land- und Spritarbeiter es fig handelt, ba Ortsgruppen desselben nicht mehr befannt find. Anstatt einer Angabe über die ungefähre Bahl der in dem tommunistischen Berbande noch etwa verbliebenen Mitglieber, ging bem Deutschen Landarbeiterverbande nach etwa pier Wochen ein weiteres Schreiben zu, morin die geforderte Angabe ber Mitgliederzahl als Bebingung einer unverbindlichen Aussprache aufgefaßt wird. Wörtlich heißt es in dem Schreiben des tommu nistischen Land- und Walbarbeiterverbandes: 1 Wird eine folche Aussprache abhängig gemacht von norher zu erfüllenden Bedingungen, dann fann das nur zur Verhinderung eines so wichtigen Schrittes dienen und richtet sich in diesem Falle gegen bas elementare 3nteresse des ländlichen roletariats. Bir betonen, daß wir für die Aussprache feinerlei Bedingungen gestellt haben und stellen, wir fönnen bes halb auch pon Ihnen erwarten, daß Sie davon Abstand nehmen. Der Deutsche Bandarbeiterverband erwiderte hierauf: Bereits unter dem 9. April 1925 hatten wir Ihnen mitge. teilt, daß ein Interesse an einer Aussprache für uns nur dann vor flegen mürbe, menn uns mitgeteilt wird, um wieviel anb und Forstarbeiter es( ich handelt, die unferer Organi fation beitreten wollen. Bedingung des Beitritts wäre die AnerLennung der Sozungen des DLB. und die Beachtung der frei gemertfchaftlichen Grundläge bei den Handlungen der Beitretenden Die Besprechung selbst würde sich nur auf die Ueber führung der in der Land und Forstwirtschaft be ruflich tätigen Arbeiter beferanten. Wir sind auch heute noch der Ansicht, daß diese Besprechung nur bann Wert hat, menn mir miffen, um wieviel and und Forstarbeiter es fig handelt, die zu unserer Organisation als Mitglieder übertreten wollen. Mit Gewerkschaftsgruß Der Berbandsvorstand." Ausreden helfen ba nicht mehr, es muß Farbe befannt werden. Hätte die kommunistische Sonderorganisation noch eine stattliche Mit, glieberzahl, dann tönnte sie gemisse Uebertrittsbedingungen stellen, Haben Sie Wanzen? So gebrauchen Sie Mothesin. Infehlbares Spesial Mittel sur rabitaten Bernichtung ber Gardinen Benzen unb beren Brut 2bfolut ficher und schneifte Birtung Sonderangebote Brets Flasche 1, 2,50 mb 4,-. Sur allein echt bei Arth, Mothes, Berlin 22. 31. Gminemündes Straße 41. Gelegent.- Kaufe Gegen Gmoben, Muffen, Franzosen und Flöhe ufm.. Motten webt But helfen nur meine als parauiglich anerkannten Spezial- Mittel in Schachteln à 1. Stadtbad Steglitz. Berlin- Steglitz, Bergstr. 90 Fernspr. Stegi. 554 Werktäglich ab 9 Uhr vorm. geöffnet für Private und Krankenkassen- Mitglieder. Schwimmbäder, Wannenbäder, Brauseblider, russisch- römische Bäder, Schwitzkastenbäder, Elektrische und Lichtbäder, Kohlensäure und Sauerstoffbader, Loh tannin- und Moorextraktbäder, Fichtennadel, Sole. Schwefel- nsw. Bäder. in Resten Stores, Bettdecken Madras- ond Künstlergardinen. Spezial- Sardinen werkstatt Neukölln, Bergstr.67 am Ringbahnhof. KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Feke Kurfürstenstraße Holzarbeiteraussperrung in Süddeutschland. Mannheim, 19. Mai.( Ditb.) Im Zusammenhange mit Teilftreits der Holzarbeiter in Mannheim und Ludwigshafen sind heute fämtliche Schreiner und Glafer in den beiden Städten ausgezeichnen hatten, gewann die Sozialdemokratie über 9000 Stimmen. sperrt worden. Auch in Japan schon Spaltung. Ojala, Milte Mai.( Eigener Bericht.) Die schon lange befürch tete Spaltung im Allgemeinen Japanischen Gemert. Ichaftsbund ist müte April zur Tatsache geworden. Der Bundesvorstanb fah fidh genötigt, 26 Organisationen, deren Leitung fich in handen tommunistischer oder syndikalistischer Elemente befand, auszuschließen. Ueber die Gründe dieser Maßnahme erflärte der Bundessekretär Rishio bem japanischen Rorrespondenten des Sozialbemotra. tischen Breffebienftes" u. a.: Die ausgefchloffenen rabitaten Grupren innerhalb der japanischen Gewertschaftsbewegung fnüpften gu den russischen Kommunisten recht enge Beziehungen an. Die Folge war natürlich eine ständige Befehlsausgabe an unsere Rommunisten, bie fich verpflichtet fühlten, ohne Rüd. ficht auf die japanilen Berhältnisse und den Schas ben, ben fie ber japanischen Arbeiterbemegung mit der Durchführung diefer Moskauer Befehle zufügten, für deren Durchführung einzu treten. Die Bundesleitung des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes schägt auch heute noch die Berdienste eines Leils der Kommunisten, Arbeiterbewegung hoch. Ihre jezige Tätigkeit, die zur Lahmlegung insbesondere von Salai, Damatama n. a. um die japanische der Gewertschaften führen muß,& mang die Bundesleitung aber, Arbeiterbewegung hoch. Ihre jetzige Tätigkeit, die zur Zahmlegung einen scharfen Rampf gegen sie zu führen. Die ausgeschlossenen 26 Gemertschaftsverbände haben sich in Ojata fofort zu einem Erneuerungsbund zusammen geschlossen, um ber tommunistischen Bewegung eine Spige zu geben. Sie bestreiten bent Borstand des Allgemeinen Gemertschaftsbundes bas Recht, bie rabitaten Organisationen aus dem Bunde auszu schließen und verlangen bie Einberufung einer Generalversammlung, die zu diesem Beschluß Stellung nehmen soll. Der neue Geift in Mexiko. ( 3GB.) Merito verdantt feiner Arbeiterregierung große Berbefferungen. Die Budgetbeträge für Armee und Flotte wurden um ein Drittel verringert, d. h. von 130 auf 87 Millionen Befos herabgefeht. Die noch übrigbleibenden Streitkräfte werden hauptsächlich für öffentliche Arbeiten verwendet, d. b. für die Anlage von Begen usw. Auf diesem Gebiete haben auch verschiedene Landbaugenoffenfchaften der Regierung ihre Mitarbeit zugefagt, und es find bereits große Pläne für den Bau von Berbindungsmegen ausgearbeitet worden. Bekanntlich hat bie meritanische Regierung auch beschlossen, ihren Gesandtschaften in Washington, Berlin, Baris, Buenos Aires und den mittelameritanischen Staaten Arbeiter Attachés beizuordnen. militär, und Marine Attachés find abgeschafft worden. Angesichts der neuen Berhältnisse entwidelt sich auch die megt. taniste Arbeiterbewegung in erfreulicher Weise. Kurz lich ist 8. B. eine Gemertschaft der Staatsarbeiter gegründet worden, in beren Statuten ausbrüdlich festgelegt mirb, daß die Organisation It. a. bas Ziel verfolgt, die dee auszurotten, wonach die Staats. beamten einer Art überparteilichen Mittelklasse angehören, während fie in Wirklichkeit auch nur Lohnarbeiter find, die ihre Arbeitstraft perlaufen. AWA Allgemeine Wassersport- Ausstellung Potsdam 1925 16. Mai bis 2. Juni Sportplatz Luftschiffhafen am Templiner See bei Potsdam ( Endhaitestelle der Straßenbahnlinie A) Ausstellungsobjekte: Wassersportfahrzeuge aller Art, vom kleinsten Hann bis zum drasten Kreuzer pebst Zabenoringastric Wasseringzeuge Veranstaltungen während der Ausstellungszeit: Am 17. Mal, 11 Uhr: Paradeauffahrt der im Potsdamer Havel- Regattaverein zusammengeschlossenen Rudervereine nebst SchülerRudervereinen. 1 Uhr: Frühjahrsanfahrt und Paradefahrt des Motor- Jacht Clubs von Deutschland im geschlossenen Geschwaderverbande. Uhr Frühjahrsanfahrt und Geschwaderparadefahrt des ADAC. ( Abtl. f Wassersport). 4 Uhr: Auffahrt des deutschen Kanu- Verbandes 3 Uhr: Kanu- Kampfspiele. Am 20. und 21. Mali Verbands Regatten des Motor- Jachtverbandes. Am 22. Mai: Auto- Sternfahrt des Allgemeinen deutschen AutomobilClubs zur Ausste lung. Tägl. Fahrten d. Flettne- Binnen- Kreuzers. Am 17. und 21. Mai: Nachmittagskonzerte auf dem Ausstellungsgelände. Im Anschluß an das Referat bes Genossen Wende erstattete Ge noffe uschid ben Tätigkeitsbericht des Unterbezirtsvorstandes. Er mies darauf hin, daß im Berichtsjahr fich menig Zeit für die Erledigung organisatorischer Aufgaben fand, da es ein Wahljahr war, wie es Deutschland noch nicht erlebt hat. Um 4. Mai murde ber Reichstag gewählt, bem aber nur eine turze Bebensbauer beschieden war. Schon am 7. Dezember wurden die Wähler wieder an die Urne gerufen, um den inzwischen aufgelösten Reichstag und den Preu Bijchen Landtag zu wählen. Nur eine furze Spanne Zeit war per floffen, da wurde durch den Tod unseres unvergeßlichen Ebert die Neuwahl des Reichspräsidenten notwendig. Alle diese Wahlkämpfe haben den Beweis für die innere Festigkeit und den Wiederauf. stieg der Sozialdemokratie erbracht. Während am 7. Dezember fast alle Parteien einen Stimmenrüdgang zu vere So stiegen ihre Stimmen allein im Kreise Niederbarnim von 13 835 am 4. Mai 1924 auf 21 754 am 29. März 1925 trotz der all gemein schwachen Wahlbeteiligung. Als ein Zeichen für die Ge fundung der Arbeiterbewegung verbient registriert zu werden, daß die tommunistischen Stimmen in bem gleichen Zeitraum von 11 927 auf 7322 zurudgingen. Die Stimmenzunahme der Sozialdemokratic zeigt, daß sie nicht nur die fommunistischen Stimmen, sondern fast ebenso, piel aus den anderen Lagern gewonnen hat. Ein Beweis, daß durch unermüdliche opferwillige Arbeit noch ungeheuer viel für die Partei gewonnen werden kann. Da im Herbst auf alle Fälle die Wahlen zu den Provinziallandtagen und reistagen stattfinden. aber möglicherweise auch der Landtag neugewählt werden muß, gilt es, die zur Berfügung stehende Beit mit allen Kräften auszungen, um unsere Organisationen so auszubauen, daß mir mit einem weiteren Bormarsch der Sozialdemokratie rechnen fönnen. Die Aussprache über die Referate zeigte eine allgemeine Uebereinstimmung in ben meisten Fragen. Durch alle Reben flang das Bebauern hindurch, baß es nicht zur Auflösung des Landtags gekommen ist. nach einem furzen Schlußwort des Genossen Muschid wurde zu den notwendigen Wahlen geschritten. Als erster Borsigender wurde der Genosse Kreuer, als zweiter der Genosse Gierte, als Beisitzer die Ge nossen Balmer, Dombrowity, Litsch, Seifert, Neumann, Riedler und als Jugendvertreter der Genosse Falbe gewählt. Die Frauenver. treterin joll von der Gruppe Ertner bestimmt werden. Ms Delegierte zum Bezirksparteitag wurden die Genossen Hahne- Eberswalde und Kreuer Fredersdorf gewählt. Als Kandidaten zum Provinziallandtag werden die Genossen Knötschte, Schlemminger, Hahne, Müller, Gierfe und Romberg vorgeschlagen. Die Aufstellung der Kandidaten zu den Streistagen soll in besonderen Kreistonferenzen erfolgen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 5. Kreis. Funtionär nnen. Sente, Mittwoch, abbs. 7%, Uhr, Bet Nofin, Gubenen Straße 19, Besprechung nicht nur ber Abteilungsleiterinnen, sondern aller Funktionärinnen Es handelt sich um die Wahl der Kreisvertreterin Kinderfreunde Friederan. Donnerstag, ben 21. at, findet die Fahrt nach Birtenwerber ftatt. Ereffert 7 Uhr Bahnhof Wilmersdorf Friedenau. Fahrgeld nicht 50 Pl, foubern 70 Bf. *** Arbeitersport. Bebelter Radio- Klub, Gruppe Schöneberg. Die Sihung findet am Frei jag, den 22. Mai, fatt. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Thema: Experi mentier- Borttag. Lotal van Rofenthal, Schöneberg, Ebersfit. 66, abends 714 Uhr. Gäste willkommen. Freie Ranufahrer Berlin E. B.( Mitglieb bes A.-T. u. Sp.-B.) Bereins hung am 23. b. R. in ber beat laufe". Reutölin, Marefchie. 14, abends si hr. Bichtige Tagesordnung. Erfdeinen der Mitglieder Pflicht. Außer bem intereffanter Botimaa bes Sportgenoffen Büttner über noten unb Spleißen Aufnahme newer Mitglieder. Geschäftsstelle: Fr. Baschle, Berlin 60. 26, Oranienftr. 35. Rentrale für private Fürsorge G. 8. Sauptversammlung am Montag, ben 25. Mai, nachmittags 5 Uhr, im Bürgerfact des Rathauses. Gefchäft „ Banderarmenfürforge und ihre Maßnahmen in der Stadt der ell Berlin. Aussprache. Gäste willkommen. Berantwortlich für Politif: Bieter Schiff: Wirtschaft: Arthur Sateruus: Gewerffchaftsbewegung: Friebr. Calorn: Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lotales und Sonstiges: Frik Rarftabi: Anzeigen 6. Glode; fämilich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlaa 6. m. b. S., Berlint. Drud: Borwäris- Buchdruderel unb Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin S. 68. Lindenftrake& Berl perliner ElektrikerGenossenschaft angeschl. dem Verb. sozialer Banbetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernanrecher: Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4- Tel. Pfalzburg 9831 Herstellung elektr. Lidit-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller elektrischer Bedarfsartikel Ausführung sämtl Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit. 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