Nr. 33$ ♦ �ahrg» Ausgabe A Nr. 123 BezunSvreiS: BJitnilidi 70 Pfennig, mencttU 8,— Reicksmart voraus»odlbar. lluter Sreiudavd für Denlscklaud, Da-Uis. Saar- uad Memelaedirl. Oesterreich. Litauen. Luremburq iäO Seichsmac!, Für da» lldrig« Ausland SM Zieichsmart pro Monat. Oer.SonBSrt** mit der Sontrta«» deilaae.Boll und Rnt* mit jäieh- luua und Älecnfiactea* sowie der Beilaae �luterdattuna und Bissen' und Krauendeilaae.!7r-ulaftimm«' erscheint»ochentdalich»weimal, Sonnta«» und Montag» einmal. Telegramm-Adresse: .Sotialdemotrat Sellin' Worflenansflabe Derlinev Volksblstt (iv Pfennigs Anzeigenvrclse: Ale» s» I« e l t i g» Sonpareig». »eil» 70 Pfenni«. Reklameeeil« t.— Seicksniaci..«leine Anteioe»' das kettaedruckte Wort 70 Pkennis (tuISllia ,w«i teltoedruckt« Boele». lede» weitere Wort 10 Vlenni«. Llellenaelucke das«rite Wort U> Vlennig, ledes weitere Wort 8 Pf-nnia. Worte Uder li Luck- Itaben tiiblen kür twei Wort«. isamiUenanseiaen Mr Abonnenten Seile SO Pfennig. Anseiaen für die nSchsle Rümmer müssen di» Uhr nackmittag» im Sauv:qescki!ft, Berlin SW 08. Linden» itrane Z. aboeoeden werden. GeSffnet von 0 Uhr srith dt» S Uhr nachm. ZtwXriXorqxn der Bozialdemokratirchcn parte! Deutfd�lands Reüaktion und Verlag: S erlin EW. öS, �inöenstraße 3 Kernsvrecber: RedaZito»- TSadon>i»z— ssz ' � Verlag- TSuho» �üOa-SZ», Freitag, de« AÄ. Mai ISÄS vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin SM. öS, Liniknfir.Z Postfcheckkonio: Verlin 37530— Bankkonto: Direktioa der Tictouto-Getellschaft, Teposlteukasse Ltndenftra�e 3 englisch. ftaazöMHe v-rhanölungen. Sicherheitspakt und Abrüstung— grosze Schwierigkeiten. London. Zt. Mai.(TßTB.) HHe Renker melbcf, hak sich das britische Sablnetl mit der Erörterung des Entwurfs der fraazö- fischen Aninorl aus die deutschen Slcherheitspaklvor- schlüge beschüsligt. Ein Beschluß sei noch nicht gefahl worden, weU man noch eine nühere Erläuierung gewisser Punkte in dem Entwurf der französischen Antwortnote abwarten wolle. Räch einer welleren Reuternieldaug sieht der Termin für die nüchste Sitzung der Volschafierkonferenz, aus der das Problem der Entwaffnung Deakfchland» erörtert werden soll. nach nicht fest. Die Verhandlungen seien sehr langwierig und schwierig, sowohl wa» die A b f a s s u n g der Rote selbst al» was die Fertigstellung der v e g l e t i l i st e. die die Versehlungen Deutschland» aoszSHIen soll, belresse. Alan könne alch« sagen, datz irgend- «ine alliierle Regierung für die Verschiebung der Fertigstellung der Role verantwortlich sei. Der Grund der Verzögerung liege vielmehr in der Schwierigkeit der Sache selbst. Mussolini über üen Sicherheitspakt. Für Garanttcrnng auch der Brennergreaze.— Gegen die Anschlnstpropagauda. Im Senat hielt am Mittwoch Mussolini eine große außen- politische Rede, in der er alle aktuellen außenpolitischen Fragen streifte, u. a. die Wahl chindenburg», zu der er sagte: .Die italienische Regierung hätte stch über die Wahl chinden- burgs zum Reichspräsidenten nicht erregt. Am Tage nach der Wohl habe er. Mussolini, den italienischen Vertretern im Ausland« die Instruktion zugehen lassen, daß nicht» andere, zu tun sei, als die vollendete Tatsache anzuerkennen. Nach seiner Ansicht könnt« gerade di« Präsidentschaft �indenburg» jene persönlich« Lösung bringen, welche mit Erfolg nur von starken Regierungen in Angriff genommen werden könne, chindenburg» Wahl fei die logische Folg« der chaotischen und unsicheren Politik der Entente/ Obwohl die Wahl chindenburg» der faschistischen Führertheorie durchaus genehm Ist, ist diese Erklärung weder für die Entente. noch für chindenburg schmeichelhaft. Mussolini verbreitet« sich sodann über die itallenlsch- s ä d» slawisch« Freundschast. über die Beziehungen zur Sowjet. Regierung, von der er etwas herablassend sprach, bezeichnet« dabei die italienischen Kommunisten als unbedeutend und äußerte sich ausführlich zur Frage desSicherheitspattg»: »Gestern abend habe ich den Wortlaut der von der fran zösischen Regierung entworfenen Antwort a n Deutschland erhalten. Es sst ein sehr wichtiges Schriftstück, das die Haltung der französischen Regierung präzisiert. Der Gesichtspunkt der italienischen R-gierung ist folgender: Die Regierung ist für de« Einlrikl Deutschlands in den Völkerbund, und auch dafür, daß Deutschland einen stüadigen Sitz im Völterbuudsrat einnimmt. Man kann nicht an einen Gprantiepast za dreien denken, sondern muß einen Garantiepakt winde st ens zu sünsen erwägen. Augerdem müssen der Garantiepakt zu sünsen und andere etwaige GaranLepakte meiner Ansicht noch im gegebenen Augenblick unter die Aegide des Völkerbundes gestellt werden, dem Deutschland angehören würde. Rlchl nur die Rheingrenze, sondern auch dle Rrcnnergreuze muß garantiert werden. Ich muß noch in diesem Zusammenhang die Stellungnahme der italienischen Regierung Zu der in Oesterreich und Deutschland de- triebencn Propaganda für den Anschluß Oe st erreich? an Deutschland prä.zisieren. Diese Propaganda ist nicht stall- Haft.(?!) Di« deutsche Regierung hat selbst erklärt, daß sie diese Änschlußfrage nicht auswerfen will. Andererseits ist die Pro- oaganda sehr lebhast. Sie bemüht stch, eine sener Bewegungen in der öffentlichen Meinung hervorzurufen, die man In einem ge- geben«» Augenblick als unwiderstehlich bezeichnet. Z lasten könnte niemals einen solchen offenkundigen Vertragsbruch dulden, wie es der Anschluß Oesterreichs an Deutschland wäre. Dieser Anschluß würde ein« paradore Lage schaffen, indem es gerade Deutschland sein würde, das als einzig« Nation sein Gebiet und sein« Be- oölkeruna durch Bildung des mächtigsten Blocks in Mitteleuropa vermehren würde. Die österreichisch« Regierung ist mit ihren Beziehungen zur italienischen Regierung sehr korrekt und oerfolgt eine freund- fchaftliche Politik, aber es Ist sehr peinlich, namentlich wenn man sich der Beweise von Großmut Italien» gegenüber Oesterreich er» innert, gewisse Feldzüge der Presse und der öffentlichen Meinung zu erleben, bei denen das gefordert wird, was wir Ober-Etsch nennen, und was so bleiben soll, weil wir die Brennerprenz« als etwas Unwiderrufliches ansehen. Di« italienische Regierung wird sie um seden Preis verteidigen/ Schließlich verbreitete er sich über da» lnteralliierte Schuldenproblem, erkannte grundsätzlich die Schulden Itasten» an seine Bundesgenossen im Weltkriege an, hob jedoch die schweren Opfer aller Art, die das Land, das viel ärmer al» Frank- rei sei, gebracht Hab«, und verlangte für eine etwaige Bezahlung ein sehr langes Moratorium. Keine englistbenGlückwünsckeontzinöenburg Frage« und Antwortspiel im Unterhaus. London. 2t. Mai.(WTB.) In der gestrigen Unterhaussißung fragte Kenworthy(Liberal), ob di« Regierung Seiner Maiestät dem neuen Reichspräsidenten gelegentlich seiner Wahl Glückwünsche ausgesprochen habe, und, wenn nicht, wann dies geschehen werde. Austen Ehamberlain antwortete, die Antwort auf den ersten Teil der Frage laute vernein« nd. die britische Regierung pflege nicht dem Präsidenten«ine» fremden Landes S feiner Wahl Glückwünsche zu senden; eine Antwort aus den »eiten Teil der Frage erübrige sich daher. Aus ein« weiter« Frag« des Abgeordneten Jone», ob ein Unterschied bestehe zwischen Glückwünschen, die von Seiner Majestät und solchen, die von der Regierung gesandt werden, antwortete Ehamberlain:„Ja, der Unterschied ist der, daß die ersteren von Seiner Majestät, di« anderen von der Regierung ausgehen."'(Heiterkeit.) Kenworthy fragte wester. ob es üblich sei. Glückwünsche an ein gekröntes Staats- oberhaupt, z. B. an einen König, zu senden. Ehamberlain antwortete darauf, er habe nicht die ganzen Etiketten in seinem Kopf», und dies« Frage müsse ihm schristlich angekündigt werden. Der Abge- ordnet« Jone» fragte, ob nicht an Präsident E b« r t Glückwünsche übermistell worden seien, und weshalb dies bei dem Nachfolger nicht geschehen sei. Ehamberlain antwortete:»Ich erinnere mich nicht. Ich streite«s nicht ab. Der allgemeine Brauch der Regierung ist so, wie ich feststellte, aber es qlbk besondere Sckegenhellen. bei welchen die Regieruun Seiner Majestät es an» dem einen oder anderen Grande für richtig befunden hak. eln? Ausnahme zu machen." Auf «ine weitere Frage Kenworthys, ob Ehamberlain sich dessen bewußt sei, daß die Koalitionsregierung, in der er. Ehamberlain. Minister war. an den polnischen General P i l l u s t i, als dieser Kiew ein- genommen hafte. Glückwünsche gesandt Hab«, antwortete der Sprecher des Unterhauses, diese Frage müsse schriftlich gestellt werden._____ �tussanösw'rkung der �ol/vorlage. Ctnrfe Srregung i« Frankreich. Part». 20. Mai.(DTB.) Das Handelsministerium veröffentlicht folgende Erklärung:«Der neue deutsch« Zoll- tarifentwurf. der verschiedene Zölle für die Einfuhr nach Deutschland beträchtlich erhöht, hat in der Geschäftswelt ein« außarordentliche Erregung hervorgerufen, di« nicht ganz berechtigt erscheint. Dieser neue Tarif war seit 6 Mo- natin in Borbereitung und die französischen Delegierten für di« heutsch-französischen Dirtschoftsverhemdlungen haben mst dem Er» scheinen diese« neuen Tarife, gerechnet. Eine der Hauptbe- mühungen der französischen Delegation besteht darin, nach dieser Richtung alle unerläßliche Garantien zu verlangen, damst der fran- zösischen Exportindustrie chr natürliches Absatzgebiet in Deutschland erhasten bleibt." Englische Jndustriellenrülkfrage in Berlin. London. 20. Mai.(MTB.) Wie Reuter meldet, hat der Bund britischer Industrieller erklärt, daß er nicht in der Lag« sei. irgendein detailliertes Urtest über die neuen deutschen Zoll- tarifplän« abzugeben, bevor er nähere Einzelheiten, um di« er berett» nach Berlin telegraphiert habe, erhalten Höste. Gelassenheit in Amerika. Rem Jork. 20. Mai.(MTB.— Durch Funkspruch.) Nach Mitteilungen der Associated Preß aus Washington wird die Ein- bringung der Zolltarifnovelle in Deutschland vom amerikanischen Handelsamt mit lebhaftem Interesse verfolgt. Mst Rück- ficht aus Aenderungen, di« der Reichstag daran vornehmen kann, hall man jedoch mit einer endgültigen Stellungnahme zurück. Es herrscht indes die Ueberzeugung vor, daß mehrere amerikanisch« Industriezweig«, insbesondere die der Kraftfahrzeuge und der landwirtschaftlich«, Maschinen sich mtt der Errichtung einer neuen Zollschranke in Deurschland werden abfinden müssen. Mit Bezug aus die beträchtliche?lussuhr von Automobilen noch Deutsch- land hat man hier schon long« erwartet, daß die Aufstellung regu- lärer Tarife diesen Handel zum Erliegen bringen oder chn zum mindesten schwer lchädigen werde. Bon den übrigen Zoll- tariferhöhungen werden anscheinend verhältnismäßig wenige den amerikanischen Aussuhrhandel, und zwar nur in geringem Maße. gefährden. Der„Reichsverband der deutschen Presse", die Berufsvertre- wng der deutschen Journalisten aller Parteien, hält am 23. und 24. Mai in Berlin seine Delegiertenversammlung ab. Wichtige, für das ganze Zeitungswesen bedeutsame Entscheidungen sollen auf dieser Tagung getroffen werden. Die aus Deutschland und DeutschSsterreich zahlreich eintreffenden Pressevertreter werden durch Reichstagspräsidenten Löbe und Reichskanzler Luther Sonn- abend abend 8 Uhr Im Plenarsaal des Reichstages begrüßt werden. Daran schließt sich ein Begrüßungsabend des Berliner Bezirks. Verbandes. Zu Stuttgart wurde da, für da« deutsch« Auslondsinstitut er- baut« Haus de» Deutschtums eingeweiht. Schieles verfassungsändernde Pläne. ? Der deutschnotionale Reichsminister des Innern, Dr. f Schiele, hyt im Namen der Reichsregierung im Haupt- ausschuß des Reichstages die Einsetzung eines ständigen Versassungsausschusses empfohlen, dem die Be- ratung der bisher vorliegenden sowie der künftig eingebrach- ten Anträge aus Aenderungen der Weimarer Verfassung ob- liegen soll. Er erwähnt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die berüchtigte Denkschrift der bayerischen Staatsregierung, die bekanntlich eine weitgehende Föderalisierung erstrebt, ferner die von den Rechts- Parteien beantragte Aenderung der Reichsfarben, also Abschaffung von Schwarz-Rot-Eold und Rückkehr zu Schwarz-We i ß-Rot. Gegen die Einsetzung eines solchen Ausschusses liehe sich grundsätzlich nichts einwenden, zumal ja auch die So- zialdemokratie der Ansicht ist, daß manche Bestimmung, die in Weimar gegen ihren Widerspruch oder zu- mindest nur Infolge eines unvermeidlichen Kompromisses beschlossen wurde, verbesserungsfähig ist. Anders aber liegt die Frage nach der Zweckmäßigkeit eines solchen Ausschusses im jetzigen Zeitpunkt, der notwendiger- weise zum Kampfplatz der schärfsten politischen Gegen- sätze werden müßte. Bor allem muß man die Frage auf- werfen, von welchem G e i st e die Einsetzung eines solchen Ausschusses ausgeht: und da es der Geist eines deutsch- nationalen Ministers ist, der Verfassungsänderungen nur im Sinne des konservativen Rückschrittes erstreben kann, so darf man sich nicht wundern, wenn die Sozial- demokratie, die nur fortschrittliche Verfassungsänderungen wünscht, sogar der bloßen Einsetzung eines ständigen Ver- fassungsausschusses mißtrauisch gegenübersteht. Wenn sedoch die Mehrheit des Reichstaze» dieser gegenwärtig überflüssigen und schädlichen Anregung des Ministers Schiele Folge leistet, dann wird die Sozial- demokratie sich rückhaltlos zu einem Kampfe stellen, von dem sie als Partei nur Nutzen und Erfolge erwarten kann. Das gilt insbesondere für den Fall, daß in jenem ge- planten Ausschusse die Anträge auf Abschaffung von Schwarz-Rot-Gold(Art. 3 der Reichsverfasiung) zur Beratung gelangen sollten. Wir wissen nicht recht, was sich Herr Schiele von einem solchen Vorstoß verspricht. Die Vermutung liegt nah«, daß er ihn lediglich deshalb unternimm/, um bei den enttäuschten deutschnationalen Wählermassen die Illusion zu erwecken, daß„etwas geschieht". Gerade Herr Schiele hat allen Anlaß zu einem solchen A b- l e n k u n g sm a n 8 v e r. Er ist der eigentliche deutsch- nationale Parteiminister in der Regierung Luther, der so- genannte parlamentarische Verbindungsmann der Deutsch- nationalen im Kabinett. Als solcher ist er unmittelbar mitverantwortlich für die Stresemannsche Politik des Sicherheitspaktes, für das Angebot eines freiwilligen Ver- zichtes auf Elsaß-Lothringen. von dem er ge- wüßt und das er gebilligt hat. Diese Tatsache konnte trotz aller Vertuschungsmanöver der deutschnationalen Parteileitung den Wählermassen nicht länger verborgen bleiben. Und da hat Herr Schiele das dringende Bedürfnis empfunden, den Anhängern seiner Partei im Lande vorzutäuschen, wie tatkräftig er sich für die Durchführung des deutschnationalen Programms im Kabinett einsetze. Wie liegen die Dinge? In seinen Ausführungen im Hauptausschuß hat Herr Schiele erklärt, daß er„jeden Versuch, die Reichsverfasiung auf gewaltsame ober sonst u n- gesetzliche Weise abzuändern, als Hochverrat mit allem Nachdruck abwehren und verfolgen" würde. Wir nehmen diese selbstverständliche Erklärung des Neichsinnenministers, die sich übrigens durchaus mit dem feierlichen Eide des Reichs- Präsidenten Hindenburg auf Republik und Schwarz-Rot-Gold deckt, mst Genugtuung zur Kenntnis. Der deutfchnaiionale Minister Schiele erstrebt also die Aenderung der Reichs�arben nur auf veriassungsmäßige, gesetzliche Weise. Dazu stehen ihm zwei Wege— wenigstens theoretisch— offen. Der eine Weg ist der eines Beschlusses des Reichstages, der mit Zweidrittelmehrheit gefaßt würde. Da die Regierung Luther über eine einfache Mehrheit im Reichs- tage nur dann verfügt, wenn ihr das Zenixum Gefolgschaft leistet— und das wäre in einem solchen Falle höchst zwz'fisl- hast— so verfügt sie e r st recht nicht über die notwendige Zweidrittelmehrheit. Ueberhaupt ist selbst bei vollbesetztem Hause eine Vcrfassungs- änderung gegen den Willen der Sozial- demokraten und Kommunisten oder der So- zialdemokraten und Demokraten nicht zu e r- reichen. Herr Schiele weiß also ganz genau, daß dieser eine Weg rettungslos versperrt ist. Run gibt es allerdings einen zweiten Weg. der nach einer Andeutung des„Tag" beschritten werden soll, und zwar, falls die Zweidrittelmehrheit im Reichstage nicht erreicht wird, der Volksentscheid. Der Artikel 76 der Reichsver- fassung über Verfassungsänderungen besagt: .Soll auf LottsbegeHr« durch Soltseutschefd«ine ZZerfassungsänderung beschlossen werden, so ist dir Zustimmung d« Mehrheit der Slimmberechligken erforderlich." Die schwarzweißroten Parteien sähen sich demnach vor die Aufgabe gestellt, nahezu 20 Millionen Wähler und Wählerinnen an die Urne zu bringen. Genau gerechnet, wenn man die amtliche Zahl der am 26. April stimmberechtigt Gewesenen 38 93V 298 dividiert durch 2 gleich 19 465149. Nun haben die Schwarz-Weiß-Roten— vorausgesetzt, daß alle, die für die Person Hindenburgs gestimmt haben, auch für die Rückkehr zu Schwarzweißrot zu haben wären, insgesamt 14 655 766 Stimmen aufgebracht. Es fehlen ihnen also fast 5 Millionen Stimmen für die Annahme eines derartigen verfassungsändernden Volksentscheides. Wie wollen sie sie aufbringen? Selbst die verhältnismäßig geringe An- zahl von Bayerischen Volksparteilern, die zwar Marx ge- wählt haben, aber Schwarzweißrot vorziehen, würde kaum ins Gewicht fallen. Offenbor rechnet man im Lager der Rechten auf einen gewissen Zuzug aus den Reihen des Zentrums. Da sich aber das Zentrum im jüngsten Wahlkampf unter Ma�r eindeutig für Schwarz-Rot-Gold erklärt Hot— der Reichskanlzcr a. D. Dr. Marx ist sogar nach der Wahl in den Bundesausschuß des Reichsbanners ein- getreten—, dürfte diese Spekulation auf sehr schwachen Füßen beruhen. Wobei man die Wahrscheinlichkeit nicht außer Berech- nung lassen darf, daß sehr erhebliche Teile des Volkes den Reaktionärennichtden Gefallentun würden, sich überhaupt an �dcr Abstimmung zu beteiligen.. Akso auch dieser zweite Weg ist versperrt, auch dc& weiß Herr Schiele ebensogut wie wir. Selbst der wildeste Kampf bei einem solchen Volksentscheid könnte die 5 Millionen fehlender Stimmen nicht aufbringen. Er würde nur eine noch tiefere Zerreißung des deutschen Volkes zur Folge haben, eine noch wildere Eni» f a ch u n g der politischen Leidenschaften, und dies in einer Zeit, in der angesichts der außenpolitischen Lage des Reiches ganz andere Dinge dem deutschen Volke not tun als ein solcher innerer Kampf. Daß gerade diejenigen Parteien, die immerfort das Schlagwort der„Einigkeit" und„Eintracht" im Munde führen, sich mit solchen Plänen tragen, ist ein neues Kennzeichen ihrer Unaufrichtigkeit und ihres Leichtsinns. Wer nehmen wir selbst an, es geschähe ein Wunder, und es würden tatsächlich die 19,5 Millionen Stimmen für Schwarz-Weiß-Rot ausgebracht werden. Glaubt jemand etwa, daß damit der Flaggenstreit„begraben" wäre, wie es die Befürworter einer Farbenänderung entweder naiv oder heuch- krisch behaupten? I m Gegenteil, der unterlegene Teil nmrde für seine Farben mit verdoppelter Energie kämpfen und bald würde ein neuer Volksentscheid den alten wieder umstoßen. Wir brauchen uns einstweilen bei diesem höchst unwahr- scheinlichen Fall nicht länger aufzuhalten. Dagegen fassen wir schon jetzt die Möglichkeit ins Auge, daß Herr Schiele, frei- willig oder gezwungen? feine verfassungsändernden Pläne talsächlich oerfolge. Wir werden den Kampf führen für die aktehrwüidigen Reichsfarben Schwor, z-Rot-Gold, die viel älter sind als die Farben Schwarz?Weiß-Rot. und viel nationaler zugleich, weil sie feit jeher— und gerade jeßt, int Zeichen des verbotenen Anschlusses— das Symbol des großdeutschen Freistaates sind. Wir werden den Kampf' führen gegen die M o n- archistenfarben Schwarz-Weiß-Rot, die ohne unser Zutun die Farben der Mörder Erzbergers und Rat Henaus geworden sind: sie sind die Farben �r G r o ß- o g r a r i e r, denen der Z o l l w u ch er— 3 M. für Roggen, -5,5V M. für Weizen— über alles geht, über das Volk, über das Vaterland. Wollt ihr den Kampf? Wir sind bereit! Wollt ihr die Niederlage? Ihr sollt sie haben! Mit Goethe im Zuchthaus. Von Daliher Victor. Zwickau. Daß man nicht immer von allem, was man erlebte, schreiben und künden soll, fft ein guter Grundsatz: aber das, wovon ich heute sprechen will, war für mich doch so außergewöhnlich und erregend, daß ich es nicht vermag, davon zu schweigen. Es gibt eben ein- zslne Geschehnisse, die schwerer an unser Inneres greifen und darin eine Spur zurücklassen, die es uns drängt, bekannt zu machen, für gleichgestimmte Seelsaiten ein willkommenes Lied. In Waldheim steckt jetzt Freund Starte, der früher im nahen Kirchberg hauste und dort— o wundersames Idyll!— von hoher Turmarbeitsstube ins erzgebirgische Grün hinabsah. Jetzt Für- sorger der sächsischen Landesstrafanstalt, des einzigen Juchthauses im Freistaat, schrieb er mir. eine der Ruhetagsfeiern zu über- Nehmen, die des Sonntags den 300 Juchthausgefangenen ab und zu gqgönnt würden, und ich nahm an. Ein paar Zellen der Der. ständigung gingen noch hin und her. dann stand fest, daß ich von und über Goethe sprechen würde. Wie, war mir noch Gegenstand unruhiger Gedanken. Im Juchthaus... als Gast...? Aber der frohe Sonntag ließ keine Stimmungen zu, ich fuhr von Chemnitz an immer froher in die sich merklich leichter und gefälliger gebende Natur und war. indessen hinter Mittweida die saftigen Täler und bergisch verlockenden Höhen immer herrlicher sich dem Auge boten, einer stillen Beglückung tellhaft, so dem Mahl- gang der Stadttage entflohen zu sein. Und da waren auch schon die Lieben: wie zwei Boten unwahrscheinlicher Frühlingswelten die goldgelockten Mädels, und wir lachten froh in den Ort hinunter, ich mit neidovllen Blicken nach rechts und link» über die ellende Zschopau hin auf die herrlich beleuchteten Höhen. Und dann lag, eine geheimnisvolle Burg, das Zuchthaus da. Ich faßte meinen Goetheband fester. Formalitäten. Schlüsselüber. gäbe, Tor auf. Tor zu. ein peinlich sauberer Schloßhof. ein steiniger Buckel mit Stiefmütterchen und Tausendschön— ich sehe gefällige Räume, uud das Wort„Hölle" zuckt doch durch mein Hirn. Ge- fängnisbeamte. Schlüssel in Händen. Verbeugungen. Und dann in eine hohe Kjrche, und in den Bänken und von den Schiffen ein wogendes Meer schwarzer, hochkragig Gekleideter, sich drehender Köpfe, düsteres Schweigen, ruhiges Gehen. Vor verhängten Altären— ein anderer großer Raum für Hunderte ist nicht da— stehe ich und beginne zu sprechen. Ich höre meine Stimme nur schwach— habe ich eben„Liebe Zuhörer!" oder „Werte Anwesende!" gesagt und schrie es mir nicht„Freunde!" „Brüder!" dazwischen?— und es ist mir... wie nur...? Jetzt fällt es mir ein: wie damals, vor Jahren, im Doppeldecker über Hamburg und der Sge der Sonne entgegen, die Beklemmung, wo doch Jubel war, war so ähnlich! Und ich spreche noch immer und danke, daß ich morgen wegen Landesverrats oder sonst eines dieser Das Rekchswappen verboten! Dem Reichsbanner in Bayer«. München. 21. Mai.(Eigener Drahtbericht.) In ihrer gehässigen Unduldsamkeit gegen das Reichsbanner Schwarz-Rot- Gold hat die bayerische Regierung bzw. das bayerische Innenministerium sich einen bemerkenswerten Schildbürger- streich geleistet. Einzelne bayerische Ortsgruppen des Reichs- banners führen in ihren Stempeln dos durch Verordnung der Reichsregierung vom 11. November 1913 eingeführte neue Reichswappen im Bilde. Dieser Tage hat nun das bayerische Innenministerium, gezeichnet Stützel, auf Grund der ihm im Be» reiche der weißblaucn Grenzpfähle obliegenden Sicherung der deutschen Republik und ihrer Hoheitszeichen angeordnet, daß das Führen dieses neuen Reichswappens strafbar sei, und zwar gemäß Z 360 Ziffer 7 des Reichsstrafgesetzbuches. Da heißt es: „Mit Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft wird bestrast... 7. wer unbefugt die Abbildung des kaiserlichen Wappens oder von Wappen eines Bundesfürsten oder von Landesfürsten gebraucht." Demgegenüber ist darauf zu verweisen, daß die Strafbarkeit der Führung des Reichswappens noch gar nicht gesetzlich geregelt ist. Ebcrmayer klammert in seinem Kommentar des RGR. den angeführten Absatz des ß 360 bereits im Texte ein und erklärt den Erlaß' vom 3. August 1871 betr. das kaiserliche Wappen für gegenstandslos. Der neueste Kommentar von Frank bezeichnet den Schutz des kaiserlichen Wappens für verloren gegangen. Im übrigen ist dieser angemaßte Schutz des Reichswappens um so er- baulicher, als die bayerische Regierung es sonst ängstlich vermeidet, sich irgendwie zum Schutze der Hoheitszeichen der deutschen Re- publik zu strapazieren: sie hat im Gegentell bisher diesen Schutz, konsequent ihrer politischen Einstellung, grundsätzlich und stets der verfassungstreuen Organisation des Reichsbanners überlassen. KriegerZstbe Tone. Die Hindenbnrg-Presse gegen Streseman«. Der Mißtrauensantrag gegen das Kabinett Luther ist abgelehnt worden. Aber die Regierungsparteien werden des Sieges nicht ganz froh. Die„Deutsche Zeitung" ist offen genug, den Grund dafür anzugeben. Sie schreibt: „Als bedauerlich wird man es bezeichnen müssen, daß der kommunistische Antrag, auch gegeu Dr. Stresemann namentlich abzustimmen. abgelehnt wurde— es hätte sich sonst wohl gezeigt, daß dieser Minister das vertrauen manche» Abgeordneten, der das Kabinett Luther als solches stützt, nicht genießt.... Man ist glücklich, an den Schwierigkeiten vorbeigeredet zu haben— denn: weshalb fie eher berufen, als sie von selbst kommen? Zumal sie bald genug kommen werden— vielleicht schon in der uächslen Dache, wenn der spanische Handelsvertrag(am Mittwoch) zur Ab- stimmung gelangt." Der Regierung droht asso ein Doppeldolchstoß aus ihren eigenen Reihen. Die Wahlmacher Hindenburgs wollen einmal den„Pazifisten" Stresemann erledigen, das andere Mal wollen sie den deutsch-spanischen Handelsvertrag, dessen baldige Verabschiedung die Regierung für unbedingt nötig hält, zu Fall bringen. Viel Glück zur Reise! Die So- ziäldemokratischc Partei wird die Herrschasten unter sich lassen und die liebevolle Auseinandersetzung nicht stören. Die kriegerischen Töne der„Deutschen Zeitung" finden in der.Lreuz-Zeitling" und in der„Nationalpost" ein ver» ständnisvolles Echo. Die„Ä r eu z»Z e k t u n g" veröffentlicht einen Artikel der bekannten alldeutschen Generalleutnants v. Cramon, in dem dieser die Reichsregierung auffordert, nicht nur die zu erwartende Entwaffnungsnote glatt a b z u l e h n en, sondern auch den Sicherheltspakt und den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund unter den Tisch fallen zu lassen. Noch angrrffslustiger ist die„N a t i o n a l p o st". Sie schwingt sich angesichts des Hünmelfahrtstages zu folgender Fanfare auf: Republik gefälligen Derbrechens bei ihnen sein werde. Ich spreche und sehe, welche furchtbare Lln klag« dies« Augen in mich brennen, und ich spreche und es verzehrt mich die Gluthitze der Derzweiflung, vor dem namenlosen Schicksal zu stehen und Gleichgültiges zu sprechen: denn: wer, ihr Lieben, war mir in diesem Augenblick Goethe, wo ich den Dorwurf in mir donnern hörte„ den keiner ja erhob: Hast du genug getan, um diesen Jammer zu wenden, wirst du es morgen tun...? Aber ich hörte wieder auf meine Worte und fand mich vom „Faust" und„Wilhelm Nteister" reden, lauschte auf meine Worte und sah mich um. Und tauchte ein in dieses seltsamste Publikum, empfand die Berge, die Verbote zwischen uns getürmt, nicht mehr, und lockte es mit mir zu heiterem Lächeln und verstehendem Blick. Und donnerte die Anklage mit jenem„Prometheus" in den hohen Raum zurück, den die Kirchenwände wohl auch noch nicht vernommen, und schüttete den Dank meiner Seele in die jubelnde Legend« vom „Gott und der Bajadere". Dann aber kam es wieder, als st« stumm und mit scheuem Dankesblick reihauf reih ab davondefilierten in ihr« Käfig«. Bitter und schamvoll wandte ich mich und schlich mich aus den Toren, als fei es eine Schande, ihr Los nicht zu teilen. Draußen, nach wechselnden Bildern und Stunden, war Sonne. Da schrie und jubilierte altes und junges Volk vorbei. Denn es war Jahrmarkt in Waldheim und die Drehorgeln kreischten und die Karusselle dröhnten. Und Lustballons stiegen und Flöten schrien. Und der Zug, den ich bestieg, spie noch Hunderte aus, die sich in den Lärm des Amüsterens ergossen. Ich fuhr ab und sprach zu mir mit Goethen: Dieses ist das Bild der Welt. die man für die beste hält.... Ab» ich war sehr unsicher in meinem Herzen und mein Sinn war nur durch die Kameradschaft lieber Freunde und die Heiterkeit eines ewig gerechten Himmels zu schweigend besinnlicher Ruhe gebracht._ vie Dknge an sich. Ein politischer Feuilletonist od» ein feuilletonistisch» Politik« d»„Deutschen Tageszeitung", d» sich bescheiden unter der Chiffre erwe verbirgt, hat eine bedeutsame philosophische Ent- deckung gemacht. Sie verdient, einer größeren Oeffentlichkeit und einer"mehr philosophisch interessierten preisgegeben zu werden. Seit Franz von Wendrins„Entdeckung des Paradieses", das dieser merkwürdige Arier in Pommern installiert hat, und fest der Strom- erzeugung aus dem Nichts, die die undankbare Mitwelt Herrn von Unruh mit Gefängnis honorierte, hat der Zeitgenosse nicht» von gleicher Bedeutung erlebt. Herr erwe hat das Kmüfche„Ding an sich", um das sich die Philosophen aussichtslos streiten, endlich aus oem Nebel d« Metaphysik auf die Erde heruntergeholt und diese Frage der Fragen, üb» die eine Bibliothek zusammengeschrieben ist. spielend gelöst Horcht auf. ihr Kantianer, die ihr euch mit Seht ht> gam Rhein, dem Land der deutschen Treue, Mt es tausend Jahr« hielt! D» Feind steht dort noch immer. Er brach das Recht und will uns keine Antwort geben, denn» ist ein Lügner und«in Feigling, der s'*> nur an den Wehrlosen wagt... Diese Treuefei» des Rheinlandes soll uns allen ein Zeichen fein, daß die alle deutsche Kraft, der alle deutsche Geist und die alle deutsche Ehre uns helfen werden, das w i e d e r z u- gewinnen, was wir verloren, wenn wir nur den Glauben an die Höhe haben. Hält man die drei Elaborate nebeneinander, so bleibt von d» Friedenspolitik, zu der sich auch Hindenburg be- kannt hat, nichts übrig. Die Reichsregierung hat noch nicht einmal die Entschuldigung, daß es sich um Aeußerungen handle, die unbeachtet bleiben können. Sie stammen aus den drei angesehensten Blättern der st ä r k st e n R e g i e r u n g s- Partei, jener Partei, die die N o m i n i e r u n g H i n d e n» b u r g s erzwang. Ohne die Stimmen dieser Partei ist die Reichsregierung nicht einen Tag lebensfähig. Meint es die Deutschnationale Partei ernst mit den Forderungen und Drohungen ihrer Presse, so ist die Reichsregierung genötigt, ihren a u ß e n p ol ill s ch e n K u rs grundlegend zu ä n d e r n. Ist es ihr damit nicht ernst, so handelt es sich um eine groteske Heuchelei der Oeffentlichkeit gegen- über, die im Verhältnis Deutschlands zum Auslande den schlimmsten Schaden anrichten muß. Eine Regierung, die sich von einer Regierungspartei der- art auf der Nase herumtanzen läßt, darf sich nicht wundern, wenn sie dementsprechend behandelt wird. Der deutschnatio- nale Sprecher im Reichstag regte sich gewaltig darüber auf. daß die Regierung schon seitmehralseinemDiertel. jähr auf die Begründung der N i ch t r ä u m u n g und die Antwort auf das Sicherheitsangebot warten müsse. Die deutschnationale Regierung hat diese „Schmach" bisher geduldig in die Tasche gesteckt. Warum sollte sie auch dem Auslande gegenüber weniger geduldig sein als der deutschnationalen Opposition gegenüber, die sich bemüht, die Verhandlungen zum Scheitern zu bringen, noch ehe sie begonnen haben? Marokko in der Kammer. Sozialistische Interpellation. Paris. 20. Mai.(WTB.) Der Kammer, dt« nächsten Montag ihre Arbeiten wied» aufnimmt, sind bereits eine Anzahl Interpellationen zugegangen, darunter zwei, die sich mit der militärischen Aktion in Marokko beschäftigen. Die eine wird von dem sozialistischen Abgeordneten R« n a u d e l, die andere von dem kommunistischen Abgeordneten D o r i o t einge- bracht werden. Eine weitere Interpellation beschäftigt sich mit de« Ergebnissen der Munlzipalwahleu und ihr» Einwirkung aus die Politik d» Regierung Painleoä. « Ein amtlich» Bericht ist bestrebt, die Lage opttmsstssch darzu- stellen, bezeichnet sie dennoch als nach wie vor ernst. Zn der verschmclznng„Tägliche Rundschau"—«ZdC meldet die„Vossliche Zeitung" weller. daß«in« Gruppe von Abgeordne» ten der Volkspartei die„Tägliche Rundschau" aufgekauft hat und daß der frühere Chefredakteur der„Zell" Dr. Spieß in die Re» daktion der„Rundschau" eintritt, während sich Hospredig» D oe hr.ing zurückzieht. Marschall French im Sterben. Räch dem ärztlichen Bericht hat sich das Befinden des Feldmarschall» French, des englischen Heerführers im Wellkriege, verschlimmert. Die Hossnung aus Genesung sst gering. völkische schießen Sozlalbemokraken nieder. Au« Mödling bei Wien wird gemeldet: 2m Anschluß an eine völkische Toten- gedenkfei» in Mödling schössen Re Völkischen auf Passanten. Da- bei wurden der sozialdemokratische Gemeinderat Müll» und der Führer der Wehrv»bandformation, Steingrub«, schwer verletzt. diesem Problem seit einem Jahrhundert herumschlagt: die„Deutsche Tageszeitung" stellt euch da» philosophische Ei des Kolumbus etn- fach auf den Tisch. Doch die Neugi» der Leser ist genug gespannt. Kommen wir zur Sache. Erwe sagt in seiner Plauderei„Älaffenverschiebung (Nr. 236 der„Deutschen Tageszeitung") so ganz-n paesarn, als ob er solche Entdeckungen seinen Lesern täglich zum Frühstück j». vi««:„Es gibt nur sehr wenige„Dinge an sich. Kant hat sie uns aufgezählt." Bisher glaubten wir. es gebe bei Kant mir ein„Ding an sich", nämlich das Letzte, Undefinierbare. aller subjektiven Qualitäten des menschlichen Geistes Entkleidete. Ach. wir haben Kam und die Kantianer nie verstanden, erwe hat mit seinem gesunden Pferdeverstand die Nuß geknackt. Es gibt also„Dingo an sich": wenn es auch nur wenige sind, und Kant hat sie aufgezählt. Im Namen der Kantgesellschaft versprechen wir dem Entdecker, ohne besonders dazu autorisiert zu sein, lebenslängliche Ehrenmitgliedlchait und garanti»en ihm die Unsterblichkeit seines Namens, wenn er uns die stelle v»rSt, wo Kant die„Dinge an sich" aufgezählt hat. In den Annale» der Philasophie wird nicht minder der Ruhm d» Zeitung erstrahlen, in der diese— Er» finduna gemocht wurde. Bis die philosophische Well sich mtt dies» Erleuchtung vertraut gemacht hat. wird freilich Zell vergehen. Und boshafte Leute werden inzwischen sagen, wie es in Thüringen üblich ist: ,T>ie Dinger hoben es an sich." Sie haben diesem Armen im Geist, der nie eine Zeil« Kant gelesen, zu ein» heillosen Blamage v»holfen und seiner Nähr- r.nitter das Recht erwirkt, den Untertllel:„Philosophisches Witz- blatt" zu führen. Ja, ,chas Ding an sich' ist ein eigen Ding. vusouis„Dr. Faust" erlebte am Donnerstag in Dresden seine Uraufführung. Man folgte dem Werk mit tiefster Ergriffen- hell. Es Handell sich um eine ganz neue Art von Opernmussk, die, mag sie auch in der Dichtung Problematisches geben, dennoch an Reine, Tiefe und an Mystik des mustkantischen Erlebens alles turmhoch überragt, was sell fünfundzwanzig Iahren an Opern geschrieben worden ist. Die Aufführung war glänzend, doch wird die Dämonie des Werks bei länger» Dorberelwng noch starrer wirken. Meto Seinemeyer brachte das wundervolle Opf», mll gebrochenem und geschientem Bern die Herzogin zu singen. Burg und Stark waren die wichtigen Bertreter der männlichen Hauptpartien. Ueb» dos edle, einsame, heilige Werk des Meisters Düsoni wird ausführlich gesprochen w»den. K. S. Jugend und Volksbühne!. Die Frage der Erneuerung des Theaters aus der Jugend heraus wird in den letzten Jahren frhr viel erörtert. Bekannttick steht dieses Problem auch aus dem Volks- bühnentag in Jena zur Diskussion. Aus� diesem Grunde dürfte ein Vortragsabend„Jugend und Bolksbühne", der am Montag, abend» 7)4 Uhr, in der Aula Weimneisterstr. 16/17 stattfindet, besonderes Interesse Hadem D» Eintrill ist frei. Die personalgecuelnschafl des Deutschen Opernhauses teilt mit, daß am 1. Juni ihre lötzte Vorstellung im Deutschen Opernhaus« stattfindet, und daß sie bereit ist, die für Juni und Juli ausgege- benen Kautionsquittungen für Vorstellungen im Mai ohne Nach- Zahlungen«mzulösen. Des Sertkners Himmelfahrt» D?e Relchsbahndirevion hatte gestern richtig spekuliert. Der Der- kehr am Himmelfahrtstage war ein Rekord. Gai� Berlin war auf den Beinen. Mit Kind und Kegel fuhr man hinaus ins Freie. Einen Massenbesuch hatten vor allen Dingen die Freibäder aufzu- weilen. Hier tummelte sich von den frühen Morgenstunden an eine unübersehbare Menge. Manch einer zog mit seiner kompletten Familie hinaus, um am Rande eines Sees oder auf einer trockenen Wiese das Domizil aufzuschlagen. Der Hausvater, nur mit der Bade- hose bekleidet, die Mutter der Kinder, im schmucken Badeanzug und der ganz Kleine, so wie ihn eine unverkünstelte Natur schuf: es waren Idyllen friedlichen Berliner Familienlebens nach Zillescher Manier, die der aufmerksame Beobachter erblicken konnte. Starker Betrieb herrschte auch in sämtlichen Vorortgastwirtschaften. Hier gewahrte man bei Tanz und kirmesartigem Variete die obligaten Herrengesellschaften. Auf der Spree sah man Segel an Segel und auch Ruder- und Paddelbetrieb standen in höchster Blüte. Sämtliche Wassersportvereinigungen schienen mobil gemacht zu haben. Auch die Dampfschiffe, die den Vergnügungsverkehr aus der Spree oersehen, waren zum Brechen gefüllt. In der einen Hand die gutgeschmierte Butterstulle, in der anderen die ausgegangene Zigarre, so sah der Berliner stolz in d a s Wasier, das seiner Dater- stadt das Gepräge gibt Zu Haufe wird er nun, bescheiden wie er einmal ist, ein Seemannsgarn spinnen. Auch er ist über das große Wasser gefahren... Alles in allem: Die sommerheißen Straßen der Stadt waren gähnend leer. Der einsame Spaziergänger, der die sonst vom Trubel des Weltstadtverkehrs durchtosten Straßen abschritt, kam sich vor wie ein Wanderer in der Wüste. Ganz Berlin war draußen und vergnügte sich bei Bier und Limonade. Jeder nach bestem Vermögen und Unvermögen. Da der Wettergott aus Prinzip das Gegenteil von dem tut. was weise Propheten prophezeien, regnete es an diesem Himmelfahrtstage ausnahmsweise nicht. So wurde der Tradition verwunderlicherweise von oben herab ganz revolutionär ins Gesicht geschlagen. Am späten Abend sah man jene nach Hause torkeln, die die einmalige Befreiung vom engen Joch des Familienlebens durch allzu reichlichen Alkoholgenuß illumieren wollten. Sie schwankten gleich schwerbeladenen Fregatten. Und der häusliche Empfang wird in die Harmonie dieser sonntäglichen Extra- vaganz wie eine schrille Dissonanz hineingeblitzt haben. Aber trotz alledem: schön war es doch! Und heute ist der Alltag wieder in seinem harten Recht._ Der Siegerkranz au üer Spree. Die animierten Seelen unserer Patrioten sind überall ins Kochen zu bringen. Nicht nur bei vervriest völkischer Jnnendeko- ration siehst du die vielerörterten Belange in lodernder Begeisterung gen Himmel fahren: auch beim altgermanischen Umtrank oder unter Wodans freiem Gellinde gedeiht das anrüchige Hakenkreuzblümchen. Sehr populär, im Stadium des Präsidialmarschalls, sind jetzt die zäh und unermüdlich geschmetterten Militörmärsche. Dies schwarzweißrot unrettbar lackierte Familienpublikum stellt keinerlei künstlerische Ansprüche: Je dröhnender die Pauke knallt, um so stürmischer wogt die tatenschwongere Stimmung dieser famosen Treudeutschen, die, wie ein Rechtsblatt, das tm wahrsten Sinne des Wortes eine.Nacht ausgab«' ist, einmal bei anderer Ge» lcgenheit schrieb,.ein Herz von Leder und ein Gehirn von Pappe' haben. Sehr lustig und erheiternd geht es in lauer Abend- stunde n den Zelten' zu. Dort promeniert der national bis auf» Mark gesonnene Großvater mit seiner noch gut erhaltenen Göttin und die uniformierte Hitler-Blechkapelle intoniert das.Heil dir Im Siegerkranz'. Man sollte nun annehmen, daß ein homerisches Gelächter solch lächerlich« Clownerei im Keim ersticken mühte. Weit gefehlt! Wer das glaubt, kennt das einzigartige Gemüt des retten- den Hindenspießbürgers überaus schlecht. Der eintönige Singsang aus Wilhelms des Kleinen großmächtigen Herrschertagen fand—- lärmenden Beifall und die wahlberechtigten politischen Säuglinge von LI bis 80 Jahren klatschten sich trotz der Hitze die artreinen Hände wund. Ein altes, oft mißbrauchtes Zitat ist umzubauen: An diesem Wesen wird die Welt verwesen! Ueber die Geschmacklosigkeiten unserer privilegierten National- Humoristen zur Tagesordnung überzugehen, wäre sicherlich da» einzig Gegebene, wenn diese an sich belanglosen Kleinigkeiten nicht immer wieder bezeichnend dafür wären, wie himmelweit der reaktio- närc Bürger von ollen gesunden Instinkten enffernt ist und wie sehr es dem.Lokalanzeiger'-Patrioten neben seinem haar- sträubenden Dilettantismus in politicis auch an der einfachsten Logik mangelt._....... Aber wie entsetzlich schlecht muß es Leuten zumute fein, die sich so überlebensgroß selbst belügen! Verkehrsunfälle in der Arühe. Am Donnerstag früh um%4 Uhr stieß an der Ecke Tauentziem und Nürnberger Straße der Motorradfahrer Georg©ahlbach mit einer Autodroschke zusammen. Sahlboch und sein Mit« fahrer Otto Breuer aus der Schlüterstr. 26 wurden auf die Straße geschleudert, wo sie besinnungslos liegen blieben. S. erlitt«inen komplizierten Schädelbruch. Sein Zustand ist bedenklich. B. trug einen Oberarmbruch sowie Rippenbrüche davon. Beide fanden im Elisabeth-Krankenhaus Aufnahm«.— Früh um 5 Uhr ereignete sich zwischen zwei Kraftdroschken an der Ecke der Bernauer und Gortenstraße ein Zusammenstoß. Hierbei wurden zwei Insassen des einen Wagens, die Arbeiterin Erna Heinrich au» der Oderberger Straße 18 und die Arbeiterin Franziska Szezpanski aus der Stettiner Straße 22 leicht verletzt. Sie konnten nach Anlegung von Notverbänden entlassen werden. Die beiden Autos wurden schwer beschädigt abgeschleppt._ Attentat auf einen Vorortzug. Die Anschläge auf die Stadt» und Vorortbahn- z ü g e nehmen kein Ende. Am Mittwoch abend wurde zwischen den Haltestellen Niederschöneweide und Baumschulen- weg der aus Berlin kommende Zug von einem Abteil des Gegen- zuges, der 10.41 Uhr Niederschöneweide oerläßt, aus mit einem vier Pfund schweren Eisendeckel beworfen. Das Geschoß durchschlug eine Fensterscheibe in einem Abteil 3. Klasse und traf einen Fahrgast zwischen Hals und Schulter. Der Mann wurde leicht verletzt. Der Uebeltäter konnte nicht ermittell werden. Mitteilungen, die geeignet sind, die Urheber dieses und anderer ähnlicher Anschläge unschädlich zu machen, nimmt die Große Streife der Kriminalpolizei entgegen._ Kommunistische„Bannerwekhe". Die Kommunisten veranstalteten am gestrigen Himmel- stihrtrtag im Lichtenberger Stadion eine sogenannte„Rate Banner- weihe", die mit einem„Roten Fronttampsertag' verbunden war. E» galt wieder einmal ein von Moskau her übersandtes Ehrenbanner unter großem Tamtam einzuweihen. Aus diesem Anlaß hatten sich die B-rliner Kommunisten Abordnungen des Roten Frontkampscrbunöes aus allen Teilen des Landes ver. schrieben. Nachdem am Mittag eine Kundgebung im Lustgarten statt- gefunden hatte, marschierten die Kommunisten in Stärke von etwa 6000—7000 Mann zum Stadion, wo sich schon est, paar tausend anderer Kommunisten versammelt hatten. Der Reichstagsckbgeordnete T h ä l- wann hielt eine Anspräche, die in revolutionären Beteuerungen sich überschlug. Natürlich fehlten die üblichen Seitenhieb« auf .-.Reformistenpartei". die Sozialdemotratte, nicht. Es muß gesagt werden, daß das G a n z e bei dem Rieseuaufwand der„Roten Fahne und der hiesigen Zenstalleitung der Kommunisten, wirk- lrch keinen überragenden Eindruck macht«. Di« Polizei hiev sich sehr zurück und sichert« nur die Abganasstraßen. um eventuellen Ausschreitungen der ln ihre Quartiere zurückkehren- den Züge vorzubeugen. Die Veranstaltung dauerte bis gegen 7 Uhr. Dann wurde der Rückmarsch angetreten. Da die„Roten Front- kämpf«' die von ihnen selbst vorgesehenen und genehmigten Marsch- sttaßen nicht überall innehielten, traten ihnen an der Frankfurt« Chaussee die Verkehrsbeamten entgegen, um sie auf den vorgesehenen Weg zu weisen. Dabei wurden die Polizeibeamten angegriffen und zwei von ihnen verletzt. Die Polizei mußte dann gewaltsam den Zug zurückdrängen. Aufgeklärter Silberöiebftahl. Wie wir seinerzett berichteten, wurde am 8. April ein Einbruch in dos Silberwarengeschäft van Posen Wwe., Unter den Linden, verübt. Dieser Einbruch konnte jetzt von der Kriminalpolizei auf- geklärt und ein Teil des gestohlenen Silbers wieder herbeigeschafft werden. Drei Täter namens Karl M i ck s i ck. Otto Wiese und ein Monteur Füchler, und mehrere Hehler wurden verhaftet. Man wußte, daß Micksick sich vor kurzem verheiratet hatte, seine Behausung ab« kannte man nicht, denn er lebte mit seiner jungen Frau, die treu zu ihm hielt, ganz im Derborgenen. Durch Beobachtung der Frau gelang es endlich, den Schlupfwinkel des Micksick zu finden. Eines Morgens in aller Frühe fielen die Be- amten nun hier ein. Micksick versuchte der Verhaftung dadurch zu entgehen, daß« sich aus dem Fenster seines im dritten Stock gelegenen Zimmers hinausließ und sich nur mit den H ä n- den an dem äußeren Fensterblech festhielt. Cr wurde aber von den Beamten entdeckt und aus seiner gefährlichen Lage schnell befreit. Durch das Überraschende Eindringen der Beamten war er nicht mehr dazu gekommen, einen Strick zu benutzen, der schon bereit lag und an dem er sich auf den Hof hinablassen wollte. An zwei Stellen konnte ein Teil der Silbersachen noch unversehrt gefunden und beschlagnahmt werden. Absturz eine? �luqzengeS i« Staaken. Aus unbekannten Gründen stürzte um S Uhr 30 Minuten nachmittags in Staaken, an der Hamburger Chaussee, das Flugzeug v 399 in einem Kornfeld« ab und wurde völlig zertrümmert. Der Pilot W. Löwe, aus d« Landgrafenstr. 3, fand hierbei den Tod. Ein Passagier mußte mit doppellem Schädel- und Bein- b r u ch in das städtische Krankenhaus Spandau üdergejührt werden. Politische Prügelei. Am Mittwoch abend marschierte ein Zug de» Roten Jung» stürm» der KPD„ etwa 120 Mann stark, mst ein« roten Fahne die Ponoramostroße enttang. An d« Ecke der Reuen Friedrichstraße kamen die Kommunisten mit einigen Spaziergängern, die schwarzweißrot« Abzeichen trugen, in Wart- streitigketten, aus denen sich bald Tätlichkeiten entwickelten. Die Gegner schlugen mit Stöcken auseinander ein. Hierbei wurde der Fleischer Harry S. aus der Akazienstraße am Kopfe verletzt und mutzte sich auf der Rettungsstelle verbinden lassen. Der Täter. der flüchten wollte, wurde festgenommen. Der Teunewitzer Raubmord vor dem Schwurgericht. vor dem Schwurgericht in Potsdam kommen am Freitag zwei Kapitalverbrechen zur Hauptoerhandlung, von denen das eine besonders auch durch die Schwierigkeiten seiner Aufklärung bemerkenswert fit. der Raubmord an dem 23 Jahre allen Konditor Erich Pannicke auf der Fetdmark bei Dennewitz und der Lustmord an der IZjährigen Gertrud Leder in Leipzig. Angeklagt ist der 36 Jahre alle Arbeit« Otto Krause aus Leipzig, der beide Derbrechen eingeräumt hat. Den Vorsitz führt Landgerichts- direktor Dr. 5)ellwig. die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Pfaffe. Flüchttger Bantbetrüg«. Nach einem Dankbetrug, d« ihm 13000 Reichsmark einbrachte, ist der 26 Jahre alle Kaufmann Erich Schulz, der hl« ein möbliertes Zimmer bewohnte, aus Berlin ge- flüchtet. Schulz hat den Namen eines hiesigen Maklers mißbraucht, um sich in den Besitz der 15 000 M. zu setzen. Das Ende der Ikokgestempellen. In d« letzten Sitzung d« 26. Zivilkammer des Landgerichts I Berlin wurde in dem Rechts- eceit des Oberfeuerwehrmannes Iaentsch gegen die Retchsbank aus ufwertu ng von rotgestempelten Tousendmark- noten da» Urteil dahin vertündet, daß die Klage im ganzen Umfang« abgewiesen wird. Deulschlaud»»«pfuschte Revolutionen, nämlich die von 1525 (Bauernaufstand), 1813, 1848 und 1918 w«den unter dem Vorsitz vrn Dr. R. Kuczynski auf ein« republikanischen Kundgebung d« Deutschen Liga für Menschenrechte zur 400jährigen Wiederkehr de« Bauernkrieges am Freitag, den 22. Mai(heute), abends 8 Uhr, in d«»Neuen Well'» Hasenheide, von Professor Veit D a l c n t i n behandelt. Darauf werden Abgeordneter Genosse H. S t r ö b e l und Polizeiob«st Lange die Frage beantworten: Wann wird es anders? Zuletzt wird Genosse Felix Fechenbach noch einen Appell ergehen lassen. Schweres Aulonoglück bei Segeberg. Wie aus Sezeberg ge- meldet wird, ereignete sich bei S ch ö n b ö ck e n ein schweres Auto« mobilunglück. Ein Hamburger Auto kam noch Verlust eines Steu«bolzens Ins Schleudern und überschlug sich. Der 16jäh- r i g e Sohn des Führers wurde s o f o r t g e t ö t e t, von den übrigen Insassen— Hamburger Aerzten mit Angehörigen— wurden zwei schwer und zwei leicht verletzt. Sport. Reuneu zu Ruhleben am Donuerslag. 21. Mast I.Rennen. L Karneval(I. Mills), 2. Ludmill(Kriopnadel), 3. Copal(F. Schmidt). Toto: 21; 10. Platz: 16, 56, 88: 10. Ferner liefen: Dompfaff I. Kluck, Eschen, Johanniskäfer. Daniel. Prinzeß Bertha, Willy l, Martha III, Edinhard, Fürst. Pechfackel. 2.Rennen. 1. Ab st: 1 Paula A(P. Finn), 2. Wasserlauf (Hin. Schleusen«), 3. Kohlenkönig(E. Switzer). Toto: 25: 10. Platz: 15. 19, 19:10. Ferner liefen: Lottt« Anvist Dilemma. Iram. Kartenspieler. Dolerll. Friedrich R«. Dunajec.— 2. A b t.: 1. Pu- nier(H. Grube). 2. The Kitty(Großmann), 8. Kapitain Halle (L. Weiß). Toto: 50: 10. Platz: 15. 12. 20: 10. Ferner liefen: Freibeuter. Christst Maro, Mistral, Ludwig. Diagonale. 3. Rennen. 1. Arworthy I.(M. Bauer). 2. Eypresse II (F. Moserc), 3. Fiscus(M. Gardoin). Toto: 30- 10. Platz: 16. 28. 36: 10. Ferner liefen: Ballast, Barmaid. Stapellauf. Prinz Kuckuck. Pontressna, Alpenfex. Zeitgeist. Barometer. Heideprinz L 4. Rennen. 1. Native Fordes.(M. Ringius), 2. Petz(Groß. mann), 3. Prinz Adbell(B. Heckert). Toto: 209: 10. Platz: 44. 15. 10: 10. Fern« liefen: Lebenslust. Primus. Kapellmeist«, Alpen- gei«. Doris. Asta St, Roordwyk. Aberglaube. Frankenstein. 5. Rennen. 1. Flotterrose(I. Mills). 2. Rott« lHm. Schleusen«). 8 Blaumeise(G. Lautbg.). Toto: 56: 10. Platz: 27. 18, 19; 10. Fern« liefen: Mirabelis l, Unheil, Corona Mc.-Ki, Wainsca, Doli na, Prinzeß Etaw, Erossus, Awat«, Paula Bingen, Linsco, Invasion. . 1- �0TaSlt».PerI,a 9„ b-* sSttlhi. Druck: Barwire-.BuckhrmIerrl mb Bttiaasanftali B-uI Sinzer u. So.. Berlin CS. 68. Liithenftraftt 8 Biilise Lebensmittel —-----------•MvhtiVnffaa""""_ MM»»M R>»___>. SehweineHasen.................... fau»! 78?t HQtnt enf.«t........................... Fku-ck 72pt 5sd«s!nsdsizs!z.................... 82pt Schwernasehuiterbbit...........?k°-a 84?.. huKRsIvsnferil�sch............?a.°» 70?*. KaSbskamni. 64pt Katbsrücken.. 74?*. Kalbakeuien.........................?w°» LZ?*. Eisbein g�poveit.......................?nu»z Z Opc. Pa. R! tfertclg ee:b«t z�zx?I»r»«v. Pfcnd Zl'pt, ScbwainekÖpfa mm gfpfveit..... pfmd 20pt Pa. ßohsen-Qcinüsßflefseb 8elT�d SOp*. Pa. Ocbsan«Schmo!fieisc'i �Spw. 80?- Pa. Sshweinenisren getrm*. wi« ZA?*. 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VARIKTS- REVDE SsDDltgs I�O. ernU. Preise! In rolle ProgreM liilKfc.Ui(tlntliiit. Tigl. 8 Uhr «WIM m IS. Hih) Monjiear Tralüla hvilno itio Blrol Operettcahaas m IdrfhnBrtjta 8 Uhr. nte Bar traf Honauanre v. Aletande r Dum,« Kerrnfeld ö*/4 Theater 8>/, Im ItjiJmen Theater KoaKnrrcETl. WeuorloUt zam 1550. HBle Xiübrias-Partie Caslno-Tbcatsr UtOriijaStr.lT Tigl. Silin :l»mi nd Tiiitot Sfimairas MSdels vom Inriarsteodamm dli reu Ictiy bBOdil- Vorher das Mal» Programm! Wallner.Theat. v,8 Uhr Rameo a. Jalla DIenstae. 26. Mal. abends 7 Uhr-. •Prämiere MelMfceui Oper 8 U Dir.> Jamea raein 8 U. Berlins einzigste und crfolgrcfdiste REVUE! Das bat die Weit noch nickt geselTn Bald t*0 ÄDlföhrBiriea! 30 Bilderl 250 Hitviriceade! SommerpreUcI Metfopol-Tliealei Größter Erfolg! lIMWlll mit Ua m, flmo. Sikia 2. 3. 4, 5»« IL ReichshBlion-Theater Abends 8 Uhr, Soantag und an beiden Pfingstfclertagen, nachm. 8 Ubr: Sletflner sanier Neu* Das Dentfche Meer Nachm. halbe Preis.-, toi- les Abendpro' ramm! 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Juni Sportplatz Loflscfatiffcafcn am Templiner See bei Potsdam (ündt aitestelle der StraBcnbahnlinie A) inssicltongsobläite; aller arr, vom Hlrlnslcn Zo�euOriiactutrle Breaxer VeraBtlnlfnadfai vfiurend der InuteDnaSszeU: Aa 28. nnd 24. Mali Mo orboot-Resatten des ADAC., dar el rvetaslde PrOlunesfahrt aer Boote des 20CO-M.. Aussen reibens des ADAC Aas 81. Mal, nachmittags 8 Uhr t Model itootsregatten des Modell- Jacht. ktubs Berlin. Aas 8L Mal and folgende Taget QreSe Temp iner PHngst- Regatta des Seglerverbandes, Tigl. Fahrten des Flettnei-Binnen- Kreuzer». Am 24., at. Mal nnd I.Jnnl: Nachmirtagskonzerte auf dem Ausstellung: ge.ände., J t— acMc aujf täsMitäridi / In der Schule, auf dem Spielplatze, überall besteht die Ge- fahr der Ungezieferüber ftogung. Hat Dein Kind aber Läuse, dann verwende gegen das Ungeziefer nur dos 1000 fach bewährte, Läuse und Nisse mit einem Schlage sicher vernichtende L CrfMkh In ZpoUmken uCtogerin Kleines Th. TSfil. 8 Uhr: DI« Großfürstin ■ad der Zlininerkellnsr Trianon-Th. Tigitch 8 Uhr: Das Haas des Lasters LUNAPARK leb HM so PI. Nur noch 2 Tage: Autorennen in der Luft Kesidenz-Th. Tigl ich 8 Uhr: Der Werwolt Dezimalwap 9. ratelarag.,Ce» lebte, lUiph Pmu. Grefes Lire Oeerg Wagner KBptnickerStr. 71 (d) UimauMfl'* Keine Schaufeasrer Reklame, dafür wc- sentl.bllli-ere Preis« Seit sechzig Jahren wohne ich in Deutschland und bin überall beliebt und bekannt. Ich hkift« MAIZENA fcfo eise Tocht r de» SBaiskorus und jede Hausfrau weift«ich zu schätze». In der Küche bin ich«ueutbrhrUch und«er«ich noch nicht geuan braut, schreibe um(in Kochbuch ein an die Deutsche Maizena Gesellschaft Ä.-G. HAMBURS 15. Sthleichs Seilenpulver ENVER BEy$.9,L?l� TULA6A