Str. 242 42. Jabeg Ausgabe A fr. 125 Bezugspreis: 288peni 70 Bfennig, mensili B. Reidsmar voraus schler. Unter Areuzband für Deutschland, Danzig, Gaat und Memelgebiet, Desterreich. Litauen, Suremburg 4.50 Reidsmatt, fir bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bermärts mit ber Counings heilage Boll und Seit mit„ Gied Jung und Aleingarten" fomie bez Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint mochentäglich ameimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Abrene: .Gozialbemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareille Beile 70 Pfennig. Reklamezeile 4.- Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 20 Pfennig ( auläffia zwei fettgedruckte Borte). febes meitere Wort 10 Pfennig. Stellengefuche das erfte Wort 10 Bfennig, jedes weitere Wort 5 Brennig. Borte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags int Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachjm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Douboff 292-295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 24. Mai 1925 Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Pofticheckkonto: Berlin 37536Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Der neue Feldzug gegen das Volt. Nach dem Inflationsbetrug der Zollwucher. Zollpolitik ist Außenpolitik und Innenpolitik zugleich.| massen: wirtschaftliche Herrschaft und politische Herrsichtigen Kämpfe um die Einkommensperteilung sind mit der Jede zollpolitische Entscheidung mirft zurüd auf die außen politische Stellung des Staates- aber sie berührt auch die wirtschaftlichen Beziehungen der Staatsbürger untereinander. 3ollpolitik fann ein Mittel im Kampf um den Lebensspielraum zwischen den Völkern sein, fie fann aber auch in erster Linie dem Kampf um den Lebensspielraum innerhalb eines Boltes dienen. Die Zollvorlage, die dem Reichstag vorliegt, war gedacht als handelspolitisches Instrument, das nach außen wirken follte. Sie follte dazu beitragen, den Lebensspielraum des ganzen deutschen Boltes zu erweitern. Die großagrarischen Intereffenten haben daraus ein Instrument der inneren Wirt fchaftspolitit gemacht so sehr, daß dadurch die handels. politische Wirksamkeit dieser Borlage nach außen gefährdet mird. Der Beweis dafür ist gegeben in dem Schicksal des deutsch spanischen Handelsvertrages. Diefer Vertrag ist ein anerkannt zmedmäßiges Mittel, um den Handel amischen Deutschland und Spanien wieder in Gang zu bringen und der deutschen Industrie Absatzmöglichkeiten zu eröffnen. Vom Schicksal dieses Handelsvertrages, der bisher nur probiferische Geltung hat und noch der Annahme durch den Deutschen Reichstag bedarf, ist die Entwicklung und die zu funft wichtiger deutscher Exportindustrien abhängig. Mit der Existenzfähigkeit dieser Industrien ist das Schicksal und die Berdienstmöglichkeit für die Arbeiter, die sie beschäftigen, auf bas engste verknüpft. Der deutsche Ausfuhrhandel hat auf Grund des Proviforiums Handelsbeziehungen angefnüpft. Er ist Berpflichtungen eingegangen. Würde dieser Handelsver trag scheitern, so würde eine tiefe. Berstimmung zwischen Deutschland und Spanien die Folge sein. Die beteiligten Exportindustrien und der Ausfuhrhandel würden in eine fritische Situation geraten, die selbstverständlich unmittelbar auf die Arbeiterschaft zurückwirken würde. Dennoch haben die Deutschnationalen, die die Berücksichti gung der großagrarischen Interessen in der Zollvorlage der Regierung durchgelegt haben, diesen Vertrag bekämpft. Sie haben ihn im Ausschuß des Reichstages abgelehnt. Am Mittmcch soll im Plenum des Reichstags die Entscheidung über diesen Bertrag fallen. Da fündigen die Deutschnationalen einen Verschleppungsversuch an. Der Grund ihrer Gegnerschaft gegen diesen Bertrag ist, daß fie die Interessen einer fleinen Wirtschaftsgruppe, der deutschen Weinbauern, höher stellen, als das Gesamtinteresse des deutschen Bolts. Um diefer Sonderintereffen willen gefährden sie wichtige deutsche Exportindustrien und den deutschen Handel, gefährden fie haditionell freundschaftliche Beziehungen zu einem der wenigen Länder, mit denen Deutschland noch solche Beziehungen hat. Sie gefährden damit aber auch die Existenzgrundlage eines erheblichen Teiles der deutschen Bevölkerung. Nicht genug, daß sie durch den Schuzzoll auf Brotgetreide der arbeitenden Bevölkerung das Brof verteuern wollen, rauben fie gleich zeitig durch ihre Sabotage der Handelsvertragspolitik der Regierung dem bedrohten Volfe Verdienstmöglichkeiten. Unternehmertum begründet die unerhört niedrigen Löhne, die der deutschen Arbeiterschaft gezahlt werden, mit dem Danieder licgen des Handels und mit mangelnden Abfagmöglichkeiten. Durch deutschnationale Politit werden gegebene Absatzmöglich teiten verscherzt und gleichzeitig wird dem Bolke das Brot perteuert. Sabotage der Berdienstmöglichkeiten, niedrige Löhne und obendrein noch Brotverteuerung, das ist etwas zu Diel auf einmal! Das Es ist eine wahnmigige Politif, die die Deutschnationalen betreiben. Aber ihre Politit und ihre Wirtschaft in der In flationszeit war nicht weniger wahnwißig. Damals haben fie den Bahnwiz ihrer Politit verborgen hinter den Phrafen her jogenannten nationalen Opposition Heute suchen sie ihre mahuwigige Politik zu verbergen hinter dem Gefchrei über die Not der Landwirtschaft und hinter dem Schlagwort vom Schutz der nationalen Arbeit. Dabei, ist ihre Politik ein einziges Attentat gegen die nationale Arbeit. In Wahrheit ist die deutschnationale Politik engstirnige Intereffenpolitit. Nicht die Stärkung der deutschen Situation auf dem Weltmarkt, sondern die Ausplünderung des eigenen Boltes ist ihr Ziel. Für die Intereffenten des Schußzolles im Lager der Großagrarier und der großen Konzerne geht der Bollkampf um Geld, um Steigerung von Reichtum und Macht. Für die Massen des Boltes, für die Arbeiter, für die kleinen Leute, geht er um Brot. Die Interessenten wollen den Schutzzoll, um Herrschaft zu gewinnen und auszuüben über die Boltsschaft. Die Massen des Boltes, die die Arbeiter, die kleinen Leute, der Mittelstand, die Berbraucher setzen fich zur Wehr. Für sie ist der Kampf gegen den Brotzoll Kampf um Freiheit, Freiheit von der Knechtschaft des Hungers und Freiheit von der politischen Beherrschung durch wirtschaftliche Gewalthaber. Ihr Kampf um Lebensspielraum ist zu gleich Rampf um politische Ideale. Die Idee der Demokratie, deren Konsequenz die Forderung der sozialen Gerechtigkeit ist, läßt sich nicht vereinbaren mit der Bereicherung einer Be völkerungsklasse um den Preis des Hungers der anderen. Der Gedante des gerechten Staates und eine auf Berschärfung der lefsengegensätze abzielende Schußzzollpolitit, die von brutalem Befigegoismus diftiert wird, schließen einander aus. Rampf gegen den geplanten Brotmucher ist deshalb Kampf für soziale Demofratie. Angesichts der Zollvorlage der Reichsregierung handelt es fich nicht nur um einen ideellen Kampf um Meinungsver schiedenheiten in der Beurteilung der handelspolitischen Zweck mäßigkeit der geplanten Gefeßgebung, es handelt sich jest um eine große innenpolitische Auseinander fegung, die ebensogut um ideelle politische Zielsetzungen geht, wie um materielle Interessent. Nach dem Inflations betrug der 3p1lbe trug! Die Zeiten der chaotischen, stürmischen, undurch Inflation vorübergegangen. Jetzt beginnt neues Ringen um die Einkommensverteilung, das die Massen des Volkes nicht weniger bedroht, das dafür aber durchfichtiger und geregelter ist. Der ungezügelte wilde Anlauf wirtschaftlicher Beutemacher, die die Währungszerrüttung zur großzügigen Ausplünderung des Volkes benutzt haben, hat eine Grenze erreicht mit der Stabilisierung. Jetzt beginnt die methodische Krieg führung um die Gesezgebung. Der große Feldzug der Großagrarier und der Konzernherrscher gegen Arbeiterschaft und Mittelstand in der Inflationszeit wurde geführt ohne den Staat und gegen den Staat. Die Gefeßgebung war in dieser Zeit, die alle Rechtsverhältnisse illusorisch gemacht hatte, ohnmächtig gegenüber dem Herensabbat, in dem das Bolt litt und hungerte, während Vermögen über Nacht aus einer Hand in die andere glitten, die Ersparnisse des Boltes verschwanden, um als Neubefiß bei Großagrariern und Industrieherrschern wieder aufzutauchen. Die Bilanz dieses Feldzuges ist eine gewaltige foziale Umwälzung eine Verschiebung der Besigverhältnisse und der Einkommensverhältnisse zwischen den Klassen der Bepölferung im Sinne einer Berschärfung der Klassengegensätze. Eine erfreuliche Bilanz für die Gewinner des Feldzuges ein niederschmetterndes, zur Empörung treibendes Ergebnis für die Massen des Boltes, die ihn verloren haben. Die Gewinner des Feldzuges haben sich des Staates be Sieg des Linksblocks in Budapest. Die bisherige Horthy- Mehrheit gestürzt. Budapest, 23. Mai.( WIB.) Die Gemeindewahlen im hiesigen hauptstädtischen Bezirt haben folgendes Ergebnis gehabt: 130 Bereinigte Demofraten, 88 Chriftlich- Kommunale, 20 Mitglieder der Mittelpartei und 12 Liberale. Durch diefes Ergeb. nis ift das chriftlich- tommunale Regime geffür 3f und die demokratische Mehrheit hergestellt. Man müsse deshalb die Erzielung eines Battes durch fünf Máchte, und zwar mit Einschluß Italiens und Deutschlands versuchen. Die Notiz wendet sich dann nochmals gegen den österrreichisch- deutschen Anschlußwillen und betont zum Schluß, daß die englisch- italienischen Beziehungen ausgezeichnet seien. Der unter Führung des Abgeordneten Bacsonyi stehende Linksblod, der sich die meisten Mandate erwarb, setzt sich aus vier Barteien zusammen, und zwar den Demofraten, denote mit den von England gewünschten Aufklärungen über den Bürgerlich Radikalen, den Mitgliedern der Kossuth Bartei und den Sozialdemokraten. Die letzteren verfügen insgesamt über 54 Mandate. Die zweitstärkste und in ihrer Zufammensetzung einheitlichste Partei ist die unter Führung des Abgeordneten Bolf stehende Bereinigung, sämtlicher auf„ chriftlicher" Grundlage stehender Fraktionen.( Chriftlich" heißt im Horthy. Jargon so viel wie antisemitisch. Red.) Die Mittelpartei ist im Bergleich zu den beiden vorher erwähnten Barteien in den Besitz einer nur geringen Zahl von Mandaten gelangt. Sehr gering ist die Zahl der Mandate der Liberalen Partei. Außer den nunmehr die Zahl der Mandate der Liberalen Partei. Außer den nunmehr gewählten 250 Mitgliedern werden der Stadtvertretung noch etwas mehr als 80 Mitglieder angehören, die zum geringeren Zeil( 21 Bersonen) vom Reichsverweser auf Vorschlag der Regierung ernannt werden, zum größeren Teil aber traft ihres Amtes zu den Mitgliedern der Gemeindevertretungen zählen. Bombenattentat in Krakau. Auf den tschechischen Gesandten. ratau, 23. Mal.( NET.) Heute um 12 Uhr mittags hat der tschechoslowakische Bürger Cech unauffällig die tschechische Gesandtschaft betreten. Er fonnte ungehindert bis zum Arbeitszimmer des Gesandten vordringen, in das er eine Bombe warf. Glücklicherweise ist die Bombe nicht explodiert. Als der Attentäter fliehen wollte, wurde er von Beamten der Gesandtschaft angehalten. Er 30g feinen Revolver, feuerte viermal und tote te einen Gesandtschaftsfetretär und den Portier der Gefandtschaft. Eine Beamtin wurde leicht verletzt. Der Attentäter ift verschwunden 2 Mussolini für einen Fünfmächtepakt. Eine offiziöse Kundgebung. PO Rom, 23. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Populo d'Italia" veröffentlicht am Freitag abend eine Meldung, die sich auf die Außenpolitit der Regierung bezieht und deren Art vermuten läßt, daß fie von Muffolini inspiriert ist. In ihr wird erneut die Abneigung Italiens gegen die Idee des Genfer Protokolls widerholt. Italien sei aber auch nicht für einen Sicherheitspaft unter drei Mächten, der in Wirklichkeit ein westliches Kriegsbündnis darstellen würde mit der unausbleiblichen Gegenüberstellung eines deutsch russischen Blocks. # Die französische Antwort abgegangen. Paris, 23. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die franzöfifche franzöfifchen Standpunkt in der Frage des Garantiepaftes ist am Sonnabend nach London abgegangen. Die englisch- franzöfifche Kontroverse, die sich bekanntlich in der Hauptfache auf die Schiedsgerichtsbarkeit in der deutschen Ost grenzenfrage bezieht, ist von der franzöfifchen Bresse wohl auf den Wunsch des Quai d'Orjan bin mit Stillschweigen übergangen worden. Die meisten Blätter gaben einfach die von der englischen Presse gebrachten Meldungen wieder. Dem Begriff der Schiedsgerichtsbarkeit selbst sind die Ausführungen der Information" am Sonnabend gewidmet. Das Blatt stellt fest, daß ein Schiedsgericht nur juristische Urteile au fällen imftande sei, die das bestehende Recht keineswegs in Fra stellen, sondern lediglich zu seiner Interpretation dienen könnt Aus diesem Grunde können auf dem Wege der Schiedsgerichtsbar feit der territoriale Status, wie er durch den Friedensvertrag festgesetzt sei, ohne die Zustimmung der Beteiligten nicht ab= geändert werden. Man dürfe daher in Deutschland keine Illusionen darüber entstehen lassen, daß es durch Schiedsgerichtsbarkeit möglich sei, den Friedensvertrag zu revidieren. Weitere Offensive Abd el Krims. Französischer Rückzug. Paris, 23. Mai.( WTB.) Havas verbreitet folgende Mitfeilung aus Rabat: Trok der Schlappe, die die Rifleute im Verlaufe der Kämpfe mit den Abteilungen Freydenberg und Cambays erlitten haben, fehe man voraus, daß Abd el arim feine Offensive forfehen werde. Die franzöfifchen Abteilungen haben sich, nachdem fie die vorgeschobenen Poffen im Duettha- Gebiet, die mit der Ueberwachung und dem Schuhe der Wege nach Fes betraut sind, reorganisiert und verproviantiert haben, zurüfgezogen. Ungewißheit über Amundsens Schicksal. Keine neuen Nachrichten. dem Nordpol liegen neue Nachrichten zur Stunde noch nicht vor Ueber das Schicksal der Flugzeugexpedition Amundsen nach man rechnet damit, daß noch Tage vergehen können, ehe Gewißheit darüber besteht, ob Amundsen und seinen Begleitern die Rüdfehr im Flugzeuge gelungen ist oder ob zwischenfälle eingetreten find, die sie zwingen, den Rüdmarsch zu Fuß durchzuführen. mächtigt. Sie beherrschen die Regierung. Sie wollen den Sie wollen den Feldzug erneuern, nicht mehr ohne Den Staat und Gegen den Staat, sondern mit dem Staat. An die Stelle des natürlichen Preismonopols, das die durch die Inflation gefchaffene unsichtbare Blodade Deutschlands dem Großbesig Cab, soll das fünstliche Preismonopol durch die schutzölne rische Blockade Deutschlands treten. Ob nun Preisbittatur als nflationswirkung, ob Preisdittatur als Folge des Schuß elles, die Wirkung auf die Massen der Bevölkerung ist die Cleiche: Verkürzung des Nahrungsspielraums, Aushungerung. In der Inflationszeit wurde das Bolt betrogen, weil es icht rechtzeitig genug ben Mechanismus der Ausplünderung urch die Inflationsforjaren durchschaute. Jetzt rechnen die Schuzzollinteressenten darauf, daß das Bolt nicht imstande in werde, zu unterscheiden zwischen dem, was für die deutsche Bolkswirtschaft handelspolitisch notwendig ist, und zwischen tem, was brute er Besizegoismus einer feinen Schar von Interessenten fr ert. In der 3. das Inflationsbetruges f aus den Reihen der Freibeuter der Inflation der Schrei na der freien Wirt. haft. Die alte Forderung der Nichteinmischung des Staates in das Wirtschaftsleben aus der Sturm und Drangperiode des tapitalistischen Systems lebte wieder auf. Auf die erste Sturm- und Drangperiode des jungen Kapitalismus folgte die Periode des staatlichen Schußes des Gewonnenen, auf die Gründerperiode in Deutschland die Bendung zum Schuzzoll im Zeichen des Solidaritätssystems unter Bismard. Auf den Sturm und Drang der In Fationszeit folgt die Zollvorlage der Regierung Luther Neuhaus Ranih unter dem Symbol der Hinden= burgschen Präsidentschaft. Der Staat soll aus dem Nachtwächter, der der Ausraubung des Boffes im Dunkel der Inflation hilflos zufieht, zum Bollmächter werden, der die ausländische Konkurrenz niederknüppelt und dabei die arbei tenden Massen des eigenen Volkes mit totschlägt. Die Rolle, die die Schußzollinteressenten von heute, die Schreier nach der freien Wirtschaft von gestern dem Staate zuweisen, ist unwürdig. Für sie ist der Staat nur Instrument zur Bereicherung. Das ist fein gerechter Staat, der die Massen Der Staatsbürger bedrückt und verarmt, um einige wenige zu bereichern! port sich heute schon, ehe noch der neue Anschlag durchgeführt ist. Die Sozialdemokratie zeigt ihnen das wahre Wesen der 3ollvorlage der Regierung. Sie weist auf die Zufammen hänge hin, die zwischen dem Feldzug der Inflationsforsaren und dem Feldzug der Brotwucherer bestehen. Sie marnt die Opfer der Inflation, an denen eine zweite Blünderung unter nommen werden soll. Die Lehren des Aufwertungsbetruges der Deutschnationalen sprechen eine deutliche Sprache. Der non ben Betrogenen wird den Deutschnationalen noch Glauben fchenten, selbst wenn sie zur Begründung der Brotwuchervor lege mit Engelszungen reben würden? In der Inflationszeit erduldeten die Arbeiter und der Mittelstand, die fleinen Handwerker, Gewerbetreibenden, Händler das gleiche Geschick. Sie haben heute ein gemein fames wirtschaftliches In reffe gegenüber dem 3ollwucher. Sie haben aber auch ein gemeinsames politisches Intereffe. Sie mi gemeinsam verhindern. daß der Staat als Bereicherung cument für jene Klassen benut wird, die sich schon in der Inflation bereichert haben. Sie müffen den Staat aus den händen Der Rechts parteien reißen. Der Kampf gegen den Zollwucher ist Kampf um das wahre Wesen der deutschen Republik! Der verfälschte Gering. Wie die Brotwucherer mit der Wissenschaft umspringen. Die agrarischen Intereffenten, die den Schutzoll auf Brotge treide durchlegen wollen, befinden sich im offenen Widerspruch zu den Ansichten der Fachwissenschaftler. Da sie sich mit dem einen Ritter gegen die deutsche Gelehrtenwelt nicht gut durchfeßen tönnen, gehen sie dazu über, die Aeußerungen führender Bolkswirtschaftler PR auf das fühnste zu verdrehen. Es ist ihnen besonders schmerzlich, daß Professor Sering, der vor dem Krieg selbst Schutzölner war, in Reden und Auffägen schlagende Widerlegungen der Argumentation der Schutzölner und der Regierung für die Brotgetreidezölle vorgebracht hat. Am Freitag abend sprach Sering in der Deutschen Volkswirtschaftlichen Ge. fellschaft über Agrarfrisen. Der Kern feiner Beweisführung war, daß mit Sicherheit zu erwarten sei, daß die Weltmarktpreise für Agrarprodukte einen Stand beibehalten würden, der eine inten fine Kultur in Deutschland ohne Agrarzölle er. mögliche. Deshalb sei die Verteuerung des Brotes durch Schutzzölle nicht nötig, die Verteuerung des Brotes werde vielmehr zu einer folchen Berteuerung der Industrieprodufte führen, daß die Indessen ist zwischen damals und heute ein gewaltiger Agrarzölle ihren Wert für die Landwirtschaft verlieren müßten. Die laterschied. Jene erste Bandiung, in der der Staat aus Deutsche Tageszeitung" berichtete gestern abend über einem Nachtwächter zu einem Rollwächter wurde, vollzog sich diesen Bortrag. Sie hat die entscheidende Argumentation Gerings im Obrigkeitsstaate Die Bandlung von heute soll sich vollziehen in der Demokratie. Damals fonnten die glatt unterschlagen. Sie veröffentlicht einen Bericht, der Rugnießer dieser Wandlung mit einigem Rechte sagen: Derfolge dieser Unterschlagung eine Berdrehung der Seringschen An sichten darstellt. Staat find wir. Heute ist der Staat das Bolf. Die Diefem fo umfrifierten Bericht läßt sie dann redaktionelle An Intereffenten fönnen auf die Benutzung der Staatsmacht für merfungen nachfolgen, in denen es heißt:„ Den Ausführungen ihre egoistischen Smede nur rechnen, wenn das Bolf sie ihnen Geheimrat Serings wird man in pielem durchaus gibt und sie in der Macht duldet. Ihr Treiben hat eine beistimmen tönnen... Wir richten ohne auf die meis Brenze an der Empörung des Bolles über das Unfittliche ihrer teren Berdrehungen und Manöver der„ Deutschen Tageszeitung" Interessentenpolitik. Damals fonnten sie damit rechnen, daß bei dieser Gelegenheit weiter einzugehen, an bie Deutsche Tages. der Staat bleiben würde, was er war: ihr Instrument. Heute zeitung" die ergebene Frage, ob sie der entscheidenden Argumentation inüffen fie ins Auge faffen, daß das Bolt, das sie heute viel Gerings gegen die Schußzölle auf Brotgetreide beistimme oder Serings gegen die Schußzölle auf Brotgetreide beistimme oder leicht noch betrügen fönnen, morgen aus dem Heute Rechte nicht? Die Argumentation Serings ift burchfichtig, einfach, ein und Forderungen des Staates gegen sie ableitet.deutig. Die Antwort fann ebenso furz und eindeutig sein. Wer sich vom Voltsstaat subventionieren läßt, begründet damit eigene Pflichten gegen den Staat. Er gibt dem Staate das Recht, den gewonnenen Reichtum für die Zwecke der Allgemeinheit anzufordern. Auf den Zollschutz von heute wird das Steuergesetz von morgen folgen, wenn Die Massen des Volkes zur Erkenntnis des Unrechts gelangen, das mit dem Zollgeseh an ihnen verübt werden soll. Die Opfer der Inflation rebellieren heute, nachdem sie bis in die letzte Zeit hinein politisch jene gestützt haben, die fie betrogen und ausgeraubt haben. Die Arbeiterschaft, die durch den Zollwucher aufs neue ausgeraubt werden soll, emDrei Gärten. Bon Karl Sudert. Ich sehe sie jeden Tag und ein unsichtbares Band hält mich mit ihnen verbunden. Drei Gärten; alle drei sind aber verschieden. Zmei von ihnen erweckten schon beim ersten Anblid mein Mitleid, der dritte aber will nicht bedauert werden, denn dieser ist ein Aristokrat. Von der Straße fann man durch ein funstvoll geschmiedetes Gitter bis in sein Herz sehen. Dort erhebt sich eine prächtige Billa, die von zufriedenen Menschen bewohnt ist. Alle Frühlingsboten sind dieses Gartens Gäste. Goldregen, Magnolien, Tulpen, Stiefmütterchen und alle die anderen über schütten ihn mit ihrer Buntheit. In den Wipfeln alter Bäume tummeln sich gefiederte Sänger und erfüllen den Garten mit Frohsinn. Wohlgepflegt sind die Bege. Gewichtigen Schrittes schreitet der Gärtner auf ihnen, und seine fleißigen Hände geben den Sträuchern und Rafenflächen das schmude Aussehen. Und wenn noch goldener Sonnenschein mit den Blumen und Blüten und dem jungen Grün fpielt, bann sieht man es dem Garten Jofort an: er ist feiner von den gewöhnlichen Gärten. Berächtlich blickt er auf seine geringeren Brüber, die es nicht zu solcher Größe und Schönheit gebracht haben wie er. Wie unscheinbar sind auch die beiden anderen Gärten gegen diesen Großen! Der eine befindet sich vor einem Hause und zaubert mit seinen winzigen Sträuchern und wenigen Blumen ein wenig Boefie in die graue Straße. Auch hier sind es fleißige Hände, die den Garten erst zu dem gemacht haben, mas er jegt ist. Es sind die Hände eines jungen Mädels, dem der Tod seine Zeichen ins Geficht gegraben hat. Es ist hier die große Sehnsucht eines franken Menschen am Bert gewesen, aus dem Aufblühen der Frühlingsblumen neue Hoffnung auf das eigene verschwindende Leben zu sehen. Die Sonne berührt nur wenig den fleinen Borgarten, und darum frage ich mich immer: Wird diese Hoffnung wohl in Erfüllung gehen? Und dann ber dritte, meiner Gärten. Er ist noch fleiner, un scheinbarer als der zweite. Auf einem Hofe hat man ihn in eine Ede gebrückt, so daß faum ein wenig Luft seine Begetation" zu streicheln vermag, gefchweige daß ihn etwa die Sonnenftrahlen erreichen. Er hat auch einige Sträucher, sogar einen Baum, bie aber erst anfangen fich zu schmücken, wenn ihre Brüder in den anderen Gärten fchon längst im vollen Glanze stehen. Und mit welcher Liebe wird auch biefer Garten gepflegt! Bielen feiner menschlichen Schicfalsgenossen ( penbet er Freude, wenn endlich die jungen Blättchen ihrem dunklen Szofpengefängnis entsprungen find. Aber alle aufgewendete Liebe ift fast vergeblich. Die Blätter wachsen sehr langfam, der Baum femmi niemals recht zur Blüte, und Blumen brauchen erst gar nicht gepflanzt zu werden. es ist eine große Bliettajerne, deren of er verschönern sollte md het dem Sollen" i es bons au geblieben, 3migen dem und Die Hypothekenaufwertung. Der Aufwertungsausschus des Reichstags beriet in feiner Sonnabendfizung ben§ 2 der Vorlage. Drei Haupts fragen maren umstritten. Die erſte mar die, wie in denjenigen Fällen, in denen eine hypothet noch besteht, aber vom ersten Gläubiger auf einen zweiten übertragen worden ist, der sie mun mehr befigt, der 3 wischeninhaber an der Aufwertung bes mehr besitzt, der 3 wischeninhaber an der Aufwertung ber teiligt werden soll. Bom Abgeordneten Best( wild) wurde ein Antrag gestellt, der diesen Zwischeninhaber meit stärker an der Auf Garten und den Bewohnern des nach ihm benannten„ Gartenhauses" besteht ein herzliches Verhältnis. Eifersüchtig wachen sie, daß ihrem Bflegling fein Leid zustoße, und trog aller Kümmernis fpendet der Garten aus Dantberteit seinen Pflegern alle feine Gaben wenn fie auch noch so gering find. www und Die Liebe des Unterdrückten zum Unterdrückten tommt in dem Berhältnis zwischen den Hausbewohnern und dem Garten zum us. drud. Dieser Garten ist ein Proletarier unter seinesgleichen. Die Schlacht ums Theater. Da stehen nicht nur die Schauspieler gegen die Direktoren, die Direttoren gegen die Kritifer, die Konsumenten wieder gegen die Rezensenten, nein, auch die Diftatoren der Bretter streiten und schreiben und reden felber über die Bühne, ihre Bege, ihre Ziele, ihre Grenzen, und sie streiten und schreiben und reben nicht nur, fie arbeiten auch, und wenn z. B. der legte Berliner Theaterwinter fein überreich beglückendes Ergebnis bot, so trifft ben Regiffeur feinesfalls mehr Schuld daran als den Autor und der Schauspieler schaft auch das vorauszuschicken gebietet im heißen Streit ums Theater die Gerechtigkeit. " Diefen langen Sat veranlaßt eine langbetitelte Beranstaltung: im Theaterwissenschaftlichen Institut der Berliner Universität fand die öffentliche Generalversammlung der Bereinigung tünstlerischer Bühnenvarstände statt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils wurde unter dem Borsiz des Berliner Intendanten Leopold Jeßner über das Thema„ Die schöpferische Tätigteit des Regiffeurs und seine Freiheit gegenüber dem Autor diskutiert. Auch diese Debatte, die pon flugen Köpfen geführt und namhaften Theaterleitern aus ganz Deutschland gehört murde, zeigte deutlich, daß die Frage, wem bei der theatralischen Umfegung des Dicht werfs bas Primas gebühre, nur von der Bühne selbst her und fast auch hier nur von Fall zu Fall zu lösen ist. Immerhin offenbarte sich soviel, daß der zeitfühlige Theatermann allerorts über das uns heute langweilig scheinende Worttheater( System Dumont Linder mann) hinweggekommen ist. 7 mertung beteiligen mill, als der Regierungsentwurf. Die Regierung bekämpfte diesen Vorschlag aus juristischen Gründen. Der zweite Streitpunkt betraf die Frage, wie bei der Wiedereintragung aufgewerteter Hypothefen dem gegenwärtigen Kreditbedürfnis des Grundstücksbefizers Rechnung getragen werden soll. Die Regierungsparteien sugen vor, nach Eintragung der 25prozentigen Aufwertung im Grundbuch einen freien Raum für eine Eigentümergrundschuld gleicher Größe zu lassen, darauf den Aufwertungsbetrag der zweiten Hypothet einzutragen, hierauf mieder einen freien Raum in gleicher Höhe zu lassen und erst dann etwaige weitere Belastungen einzutragen. Abgeordneter Best( wild) beantragte:„ Auf Antrag des Eigentümers fann die Aufmertungbfstelle anordnen, daß einer Hypothet, die durch not wendige Herstellungen oder zur Beschaffung notwendiger Betriebsmittel erforderlich wird, bis zur Höhe von 10 Broz. des berichtigten Wehrbeitragswertes der Borrang vor den früheren Belastungen eingeräumt wird." Im Falle der Genehmigung eines solchen Antrags würden also die aufgewerteten Hypotheken je um einen Grad zurüdgelegt werden. Dieser Antrag wurde von den Re gierungsparteien hauptsächlich mit dem Einwand bekämpft, daß er der Aufwertungsstelle eine Aufgabe zuweise, die sie nicht bewältigen tönne. Darauf machte Abgeordneter Reil( Soz.) den Vorschlag, statt auf Antrag, von Gefeges wegen, also allgemein einen freien Raum für Kreditzwede por ben aufgemerteten Hypotheken zu lassen. Eine auf 25 Proz. aufgewertete erste Hypothet liege auch in diesem Falle noch innerhalb des Raumes, den früher die 100prozentige Hypothek einnahm. Gegen diesen Vorschlag wurden lediglich juristische Einwände geltend gemacht, es wurde aber die weitere Brüfung desselben zugesagt. Der dritte Hauptpunft der Debatte betraf die Meßzahlen, die zur Ermittlung des Goldmartbetrags einer in der In flationszeit begründeten Forderung angewandt werden sollen. Mährend die Regierungsvorlage das Mittel zwischen dem Dollarfurs und dem Großhandelsinder wählt, schlägt Abgeordneter Best ( wild) eine individuelle Entscheidung der Einzelfälle unter Anwendung des Lebenshaltungsinder oder des Großhandelsinder vor. Gegen diesen Vorschlag wurden die praktischen Schwierigkeiten der Durchführung ins Feld geführt. Abstimmungen über alle diese Fragen wurden nicht vorgenommen. Sie sollen in der nächsten, auf Dienstag angesetzten Sigung stattfinden. Kommt die Reichsamnestie? Bayern will nicht. München, 23. Mai.( Eigener Drahtbericht.) In der Frage der beabsichtigten Reichsamnestie scheint Bayern immer noch Schwierig feiten zu machen. Jedenfalls wird hier in München gegenüber den offiziösen Mitteilungen aus Berlin, daß die Länder demi Entwurf der Reichsregierung bereits zugestimmt hätten, erklärt, daß die bayerische Regierung überhaupt noch nicht im Befiz der Vorlage fei, sondern nur in unverbindlichen Borbesprechungen von dem Inhalt der Vorlage Kenntnis erhalten hätte. Bürgermeister Mar mit der belgischen Sabineffsbildung be. traut. König Mbert hat den liberalen Abgeordneten Mag, Bürger meister von Brüffel, mit der Bildung des Kabinetts beauftragt. Mar hat den Antrag angenommen und erklärt, er werde versuchen, ein außerparlamentarisches Kabinett zustande zu bringen, Seine Aussichten gelten angesichts der katholischen und sozialistischen Abneigung gegen eine foldje Kombination als gering. Ein weiteres Todesopfer der Mödlinger Schießereien. Minister Dr. Schürff teilte auf dem großdeutschen Barteitag heute mit, daß der Technifer Rudolf Schüler, der bei der gestrigen sozial. demokratischen Protestversammlung in Mödling schwer verlegt wurde, seinen Verlegungen erlegen ist. Holland gegen Abschaffung der Sichtvermerte. Holländischer feits wird bestätigt, daß Deutschland sich bereit erklärt hat, ben Sichtvermerfzwang in deutsch- holländischen Verkehr abzubauen, daß aber das holländische Arbeitsministerium von der ungehinderten Einreise Deutscher ein leberhandnehmen der Ronkurrenz auf dem Arbeitsmarkt befürchtet und daß daher der bisherige 3wang vorläufig weiter bestehen wird. | Deutschen Opernhaus". Am allerbesten war mit Intendant Richard Weichert aus Frankfurt am Main. Auch wenn er nicht gejagt hätte: Jch habe gar nicht gewußt, daß es fo schwer ist, Regiffeur zu fein", hätte man gespürt, daß hier einer spricht, der um die Gnade der Kunst weiß. Richtig Biertel ergänzend und führt er aus, daß der Dichter die Pflicht doch flarer als dieser hat, die eigene Bision des Regisseurs zu achten und wirken zu lassen. Eine Bision muß respektiert werden, weil sie zwangsläufig ift wichtig für das Verhältnis zwischen Kritiker und Regisseur! nur Billtür des Regisseurs ist zu bekämpfen. Jegner hatte das Schlußwort. Herrlich war sein furzes ja längst tatbelegtes Bekenntnis zum modernen, zeitbedingten Theater, das mie das Leben täglich neu errungen werden muß, wenn es unser überhaupt sein soll. Und Theater ist Leben, und unser sei Ergo. das Lebendige! Bismards Unficht über die Fufferkrippe". Der Bismard- Busch, das Büschchen", hat in seinen seinerzeit biel gelesenen und distutierten Aufzeichnungen über Tischgespräche des Reichstanzlers auch folgendes über das Thema der Bereicherung von Politikern verzeichnet: 26. Januar 1871. Bon Strousbergs Gescheitheit und Rasilosig feit wendete fich die Rede auf deffen Stammgenoffen(?) Gambetta, con welchem jemand wiffen wollte, daß er durch den Krieg auch fcine fünf Millionen verdient habe", was andere Tischgenossen ich glaube mit Grund bezweifelten. An den Diftator von Tours und Bordeaug reihte fich Napoleon III., von dem Graf Bismard Bohlen jagte, daß er sich in den 19 Jahren feiner Regierung mindeftens 50 Millionen Francs gespart habe. Andere behaupten achtzig, verfekte der Kanzler. Ich halte es aber für zweifelhaft, Louis Philipp hatte das Geschäft verdorben. Der ließ Ementen machen und dann an der Amsterdamer Börse verkaufen, und das inertte die Geschäftsmelt zuletzt. Wie man sieht, haben auch die Herren des Wilheminifchen Zeitalters fuftig drauf los ver leumbet, wenn es gak, einem politischen Gegner etwas anzuhängen, Gewerbehygienische Tagung. Die Deutsche Gesellschaft für Gewerbebygiene hält in diesem Jahre ihre Hauptversammlung am 13., 14. und 15. September in Effen. Von bedeutenden Referaten, die bort vorgetragen werden sollen, feien genannt:„ Die Probleme der gewerblichen Kohlenorybpergiftung" und" Die wirtschaftliche und gesundheitliche Bedeutung der Einwirkung von Temperatur und Feuchtigkeit in industriellen Betrieben und Anlagen auf den Ur. beiter und ihre Berhütung". Gleichzeitig wird in Essen eine Ausftellung„ Gefundheit und Arbeit“ eröffnet, die von großer Bedeu tung zu werden verspricht. Sie wird verfchiedenen gewerbehygienisch wichtigen Gebieten gewidmet fein und folgende Abteilungen ent halten: Atem- und Augenschutz; Staub und Entstaubung; Beleuch fungshygiene; Temperatur und Feuchtigkeit; Unfallschuß an Ma Unfallschuß und Hygiene im Bauwesen, im Bergbau und im Hütten. wesen: Arbeiterschutz. Betriebswohlfahrtspflege, Arbeitswirtschaft und Arbeitseignung. Die Siebtnermelting Effen gibt allen bench, die teligunehmen milafen, auf Verlangen Auskunft. Profeffor Mar Hermann, der junge Sechzigjährige, be handelte, indem er auf notwendige Nachdichtungsgabe des Regiffeuers einging, das Thema vom Standpuntt der ästhetischen Wissenschaft aus. Berthold Biertel, sicher einer der Berufenen, sprach mit Begeisterung, wenn auch leider etwas ummegig, über bas Theater als Erscheinung des Heute, bas den Regiffeur nicht unter, fondern neben den Didyter stellen müffe. Der utopische Bille ist das schöpferische Zentrum der heutigen Regieleidenschaft. Dann tant als Mufiter Baul Better zu Bort, an trefflich gewählten Beispielen aus Mozarts und Wagners Schaffen behandelte er, ber Mehrheit der Versammlung allerdings zu reaktionär, die tradi- schinen: unfallsichere Werkzeuge; Schuß gegen elektrische Unfälle; tionelle und musikalische Bindung bei Operninizenierungen. Boll väterlicher Bedachtsamkeit sprach ferner der Magdeburger Adolf Binds, ein menig lancatmig Dr. Hoffmann har nii aus Stutgart, dessen Leistung die Berliner im näcien inter auch fennenlernen jollen, jerner gegen Dr. Better und die Die November- Gruppe eröffnet ihre diesjährige Kunstausstellung Ende Bagnerianer mit großer riche De Georg Benly nomi in ben Sie bez Berliner Gesellion Auch ein Gefängnisarzt! fachen der Frauen der Treuhandgesellschaft überwiesen hatten. In folgedessen blieb Julius Barmat bis gestern als UntersuchungsSelbstenthüllung Dr. Bürgers im„ Lokal- Anzeiger". gefangener in der Charité. Die erneuten Anträge der Verteidi Im Laufe der Betratungen des Höfle- Ausschusses wurde gung hatten jedoch gestern den Erfolg, daß das Gericht die gestellte wiederholt der Name eines Dr. Bürger erwähnt, der in Raution auf 45300 Mart in barem Gelde herablezte. Dieser Fällen, wo Dr. Thiele abwesend oder behindert war, in das Betrag wurde gestern nachmittag um 3 Uhr hinterlegt. Vor der Moabiter Gefängnislazarett vertretungsweise Abholung Julius Barmats aus der Charité erklärten, nach Berzugezogen ständigung mit Geheimrat Kraus, die angerufenen Aerzte, daß fie. murde. Das gibt diesem Herrn Veranlassung, in den Spalten jebe Berantwortung für den Transport ablehnten. des, Lokal- Anzeigers" ein Plädoyer für Dr. Thiele zu halten, Julius Barmat wurde jedoch von den Rechtsanwälten in ein Auto das allerdings feine neuen Momente enthält. Denn es ist und nach seiner Wohnung am Kurfürstendamm gebracht und wird schon hier betont worden, daß der schwer fompromittierte Me- vermutlich demnächst in ein Privatfrantenhaus übergeführt dizinalrat Thiele zu seiner Entschuldigung jene Arbeitswerben. Der Untersuchungsrichter hatte verfügt, daß mit Rücksicht überlastung anführen kann, die durch die Verweigerung werden sollte, den Gefangenen, wie es bei Ausländern Borschrift auf den schweren Krankheitszustand Barmats davon abgesehen eines Assistenzarztes und einer Dienstwohnung und durch die ist, aus der Untersuchungshaft zunächst zum Polizeipräsidium zu viel zu geringe Zahl der Pfleger besonders verschärft wurde. Erschredend wirkt dagegen in dem Plädoyer des Dr. Bürger die Oberflächlichkeit und die politische Boreingenommenheit, mit der er den Fall Höfle abzutun versucht. Er schreibt: Die gerichtliche Leichenöffnung hat nach den Zeitungsmeldungen ergeben, daß Dr. Höfle bis zu dem von ihm begangenen Selbstmord haftfähig war und an feiner Krankhelt lift, die ihn haftunfähig Herrn Dr. Höfle noch vor dem Tode in ein anderes Kranten machte. Sie hat ergeben, daß es durchaus unnötig war, haus zu überführen, denn zweifellos hat dieser anstrengende Trans port bei dem geschwächten Herzen den tödlichen Ausgang be schleunigt. überführen. Der deutschnationale Kronzeuge. Shrig wegen Diebstahls verurteilt. Nachdem vor etwa einer Woche der Zeuge Gobert aus dem Magdeburger Prozeß wegen Unterschlagung von einer Berliner Etraftammer abgeurteilt worden war, hatte fich gestern der zweite Sprig, vor dem Amtsgericht Mitte wegen Diebstahls zu Kronzeuge gegen den verstorbenen Reichspräsidenten Ebert, Otto verantworten. Dieser Prozeß ist ein direkter Ausfluß der Magde burger Verhandlung. Dort war der Bruder der Mutter Sprigs gegen diesen mit der Behauptung aufgetreten, daß Syrig un glaubwürdig und unehrenhaft sei, und der Zeuge hatte ihn beschuldigt, als Werthelfer beim Schlesischen Bahnhof Eisenbahnmaterial veruntreut Dieser Dr. Bürger, der sich auf Zeitungsmeldungen be ruft, um seinerseits als Fachmann" die Oeffentlichkeit über Die Begleitumstände des Todes Höfles zu unterrichten, hat anscheinend die Zeitungen nicht gelesen oder nur diejenigen, Zeitungen, die wie Lotal- Anzeiger" und" Deutsche Zeitung" auf Brund des Obduktionsprotokolls den Selbstmord für ,, ermiesen" erklärten. Er weiß nichts davon, daß der Hauptverfasser dieses Gutachtens, Dr. Störmer, inzwischen zu geben mußte, daß der Selbstmord gar nicht er. miesen, sondern lediglich tombiniert wurde, und daß er sich sogar bereit erklärte, in einem nachträglichen Gutachten feine ursprüngliche leichtfertige Deduktion zu berich tigen. Davon, daß Dr. Höfle bis zu seinem angeblichen Selbst. mord haftfähig war, steht im Obduktionsgutachten tein Wort. Das ist eine reine, leichtsinnige Erfindung des Gewährsmannes des Lotal- Anzeigers". Eine solche Fest stellung im Obduktionsprotokoll wäre um so finnloser gewesen, als Dr. Störmer, ber dieses Protokoll mitverfaßt hat, aufhebung der Anklage zuvorgekommen. Grund einer Untersuchung Höfles 18 Tage vor seinem Tode in einem Gutachten für Haftunfähigteit plädiert hatte; er hatte nämlich darin eine Kur in Nauheim dringend empfohlen! Der zu haben. Syrig hatte auf den Vorhalt des Borsigenden, daß er sich selbst einer strafbaren Handlung nicht bezichtigen brauche von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Auf Grund dieser Beschuldigungen mußte nun gestern Syrig vor dem Amtsgericht Mitte unter der Anklage des Diebstahls sich ver. antworten. Er bestritt, sich des fortgesetzten Diebstahls an Eisen. bahnmaterial in den Jahren 1923/24, wie die Anffage behauptet, schuldig gemacht zu haben. Die Angaben feines Dheims 3eppen. fed feien aus Rache gemacht, weil er mit diesem verfeindet ſei und ihn aus seiner Wohnung verwiesen hätte. Er habe in Magdeund ihn aus seiner Wohnung verwiesen hätte. Er habe in MagdeEmpörung über den Vorwurf ein Strafverfahren wollte einleiten burg seine Aussage verweigert, meil er gegen sich selbst aus lassen. Dieser Absicht sei aber die Staatsanwaltschaft durch die Er Der 72jährige Invalide 3eppenfeld befundete, daß er von April 1923 bis Dezember 1924 bei seinem Neffen Sprig gewohnt habe. Ich habe selbst gesehen," fofagte er aus,„ bak Syrig beim Nachhausekommen ein Stüd Leder unter seinem Anzug hervorzog, es mar Sigleder, wie es in den Abteilen erster und zweiter Klasse den Leib gewickelt. Er brachte auch Gepäd nege nach Hause, um permendet wird. Er hatte das Stüd von 1½ bis 2 Meter Länge um Daraus Hängematten zu machen, ebenso Bleiplomben, die er ver taufte. Betroleum hat er mir selbst vom Bahnhof herausgereicht, damit es nicht auffalle, verwendete er Bierflaschen. Lampen 3ylinder brachte er in seiner Tasche nach Haus. Er sagte zu mir, er habe Blut und Baffer geschwigt, bis er das Leder herausgetriegt habe". Weiterhin fagte der 3euge 3eppenfeld noch aus:„ Ehe ich nach Magdeburg als Zeuge fuhr, habe ich vom Bureau von Rechts. anwalt Wolfgang Heine 20 Mart als Reisegeld für mich und einen mitzunehmenden Begleiter bekommen, und zwar als Vorschuß auf und zahlreiche Abgeordnete teilnahmen. Sowohl Dr. Rahl als auch der Reichskanzler begrüßten die Vertreter des Reichsverbandes Breffe und auf die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit in längeren Ansprachen, in denen sie auf die große Bedeutung der zwischen Regierung. Reichstag und Bresse hinwiesen. Namentlich der Reichskanzler Dr. Luther würdigte sehr eingehend die moberne Entwicklung der Presse und ihre überragende Stellung im Zeitalter des unaufhörlichen Fortschrittes der Technik und der dauernden kulturellen und sozialen Veränderung. Aeberall rückwärts. Spaltungen in der Kommunistischen Partei Polene nistische Partei eine ähnliche Krise durch, mie sie durch die diftatoriWarschau, 22. Mai.( DE.) In Polen macht die Kommu schen Bestrebungen der Komintern schon in mehreren europäischen Ländern hervorgerufen wurde. Die vor einiger Zeit im Geheimen abgehaltene Parteitonferenz stellte, wie man jezt erfährt, eine Generalabrechnung mit den Elementen innerhalb der Partei dar, die sich Mostau gegenüber nicht gefügig genug zeigen und eine gewisse Selbständigkeit in taktischen Fragen somie bie bänderung einiger Programmpuntte anstreben. Die Rechts. tendenzen" dieser von dem neuen Sejmabg. Warsti geleiteten Beschlüssen des 5. Kongresses der Komintern verlangt. Ueber die Elemente wurden von der Konferenz entschieden verurteilt und eisse meitere Bolschewisierung der polnischen Partei im Einklang mit ben Aussichten einer Revolution in Polen hat sich die Konferenz peffimiffisch ausgesprochen: die polnische Bourgeoisie habe ihre Stellung seit dem Ende der Inflationszeit gefestigt, die jozialiftische Partei ihren Einfluß auf das Proletariat behalten, mit internationalen Berwicklungen sei nicht zu rechnen. Als Richtlinie für die weitere Arbeit der Kommunistischen Partei wurde die Werbung um die Bauernschaft und um die nationalen Minder heiten hingestellt, die für eine soziale Revolution gewonnen merden müßten. Ferner forderte die Konferenz die Bereinigung der ukrainischen und weißrussischen Gebiete mit den entsprechenden Republiken des Sowjetbundes. In einer ihrer Entschließungen hat die Sonferenz gegen die Ultralinke Stellung genommen, welche die Einbeziehung des Abwehrterrors" in die Parteitaftit forderte, eine Methode, die von Lenin schon 1922 verworfen worden ist. Die Lage in Bulgarien. Darstellung des Sekretärs des Gewerkschaftsbundes. Sozialdemokratischer Pressedienst in Genf hatte dieser Tage eine Genf, 23. Mai.( Eigener Bericht.) Der Korrespondent des Unterredung mit dem Genoffen Danoff. Sekretär des bulgari fchen Gewertschaftsbundes, der gegenwärtig auf der Internationalen Arbeitskonferenz meilt. Genojje Danoff gab fol. gende Schilderung der Lage in Bulgarien: Es ist richtig, daß als Folge des Attentats in der Kathebrale eine große Anzahl von Berhaftungen vorgenommen ist. Eine genaue Rontrolle ift aber unmöglich, da die Regierung jede Angabe verweigert und selbst der Sobranje feine Rede stehen wollte. In Sofia allein find ungefähr 4000 Menschen in den ersten Tagen festgenommen Ebensowenig scheint es bem Dr. Bürger bekannt zu sein, daß im Laufe der Untersuchung zahlreiche, auch medizinische Zeugen erklärt haben, daß Höfle I chon mitte März infolge Herzbeschwerden und Körpergewichtsverlufte aus der Haft hätte entlassen werden müssen. Offenbar lieft Dr. Bürger nur die Meldungen solcher Zeitungen, wie des Lofal- Anzeigers", die über die Verhandlungen des Aus schusses tendenziös gefälschte Berichte öffentlichen, aus denen alles sorgfältig ausgemerzt wird, was gegen das barbarische Verhalten der Justiz und ihrer ärzt lichen Werkzeuge spricht. Am tollſten ist der Versuch Dr. Bürgers, den Spieß umzudrehen und die Schuld an Höfles. Tod denen zuzuschieben, die ihn, als er schon rettungslos perloren war, ins Hedwig- Krankenhaus haben transpor tieren laffen. Wer in so wenigen Zeilen so viele Unwahrheiten und Berdrehungen aneinander reiht, der mag für das Lejerpublikum des Lokal- Anzeigers" ein Fachmann" fein, für uns ist er nur ein felbfstent feld als einen Mann, der viel schwindele und falsche Beschuldigungen Bauernpartei hat sich endgültig von den fommunistischen Anlarpter 3gnorant Aber diese Unwissenheit ist um so gemeingefährlicher, als fie einer reattionären Befinnung entspringt. Dr. Bürger schließt nämlich feine Ausführungen mit folgen dem dreisten Borstoß gegen diejenigen Blätter, die im Gegen faz zum„ Lokal- Anzeiger" bemüht find, eine Bertuschung des Höfle- Standals zu verhindern: Aber auch, wenn alle diese Wünsche erfüllt werden sollten. Aber auch, wenn alle diese Wünsche erfüllt werden sollten, werden die Untersuchungsgefangenen noch lange nicht zufrieden fein; ebenfomenig eine gemiffe Breffe, die nichts weiter will als das Ansehen der Justiz und ihrer Gehilfen als das Ansehen der Justiz und ihrer Gehilfen untergraben. Die wohlhabenden Schieber und ihre einfluß reichen Freunde wollen ja teine Behandlung der Inhaftierten, fondern ihre Freigabe. Es ist wirklich an der Zeit, daß die Justiz, wenn sie sich nicht den Vorwurf machen laffen will, die Korrup tion zu unterstüßen, energisch Front macht gegen diefe Totengräber ihres eigenen Ansehens. meine Zeugengebühr“. Ein anderer Zeuge Orgel weiß nichts von den Dieb. ftählen. Es sei aber richtig, daß er gesagt habe: jedes Wort falls nichts von den Diebstählen und bezeichnete ihrerseits ZeppenDon Sprigift Lüge". Die Ehefrau des Angeklagten weiß eben gegen ihren Mann erhebe. Ein Kriminalbeamter befundete, worden, davon wurde aber ein großer Teil wieder freigelaffen und hauptsächlich auf Betreiben der sozialdemoteatischen Bartei, welche die Bildung eines parlamentarischen Aus fusses durchfekte, der alle Gefängnisse besuchen und alle Fälle Don Berhaftungen nachprüfen tann. Immerhin verhindert der Be lagerungszustand, gegen den allein die Sozialdemokraten ftimmten, eine Kontrolle der Regierungsmaßnahmen. Morde find vorgekommen, doch sind die Meldungen gewiffer Auslandsblätter sehr übertrieben, und zur Steuer der Wahrheit muß ich sagen, daß viele der Getöteten nicht auf Befehl von oben, sondern durch untergeordnete Organe getötet worden sind. Es ist übrigens anzunehmen, daß die kommunistischen Attentate eine heilsame Wirkung gehabt haben! Die hängern der„ Einheitsfront" los gesagt und ihren Ausschluß aus der Partei beschlossen. Wahrscheinlich wird diese Entwicklung den endgültigen Bruch mit Moskau bedeuten. In der Arbeiterhaft ist eine ähnliche Entwicklung zu beachten. Es ist be zeichnend, daß an dem Attentat teine Arbeiter teilgenommen lektuelle und einige Bauern. Die organisierte Industriearbeiterhaben, sondern nur dettaffierte, frühere Offiziere, Intel schaft gehört heute dem bulgarischen Gemertschaftsbunde an, ebenso das Gros der fleinen Handwerfer und viele untere und mittlere Beamten. Unser Bund hat eine Stärfe von zirfa 15 000 Röpfen. Die Kommunist en waren bis zu ihrer Auflösung zahlenmäßig etwas stärfer als wir, fie hatten aber stärkeren Zulauf durch das Lumpenproletariat und durch die unzufriedenen Bauern. Hinzu kommt, daß in Bulgarien heute nur ein fleiner Brozentsaz der Arbeiter organisiert ist und daß die zügelloſe Agitation eine Mentalität erzeugte, die alles von der nahmen ,, Weltrevolution" erhoffte und darüber die dringenden Notwendigkeiten der gewerkschaftlichen und politischen Arbeit vernachlässigte. Hier wird unsere Arbeit ganz besonders einzusehen haben. daß schon früher einmal bei Sprig Ermittlungen nach veruntreutem Eisenbahnmaterial angestellt worden feien, daß die Durchsuchung Eisenbahnmaterial angestellt worden seien, daß die Durchsuchung aber nichts ergeben habe. Der Zeuge 3eppenfeld wurde vom Borfizenden, Amtsgerichtsrat Dr. Cohn, nochmals ausbrüdlich auf die Bedeutung des Eides verwiesen und auch darauf, daß er als naher Berwandter nicht nur die Aussage, sondern auch den Eid ver 23 ahrheit sage und nichts zu befürchten habe. Er leistete meigern fönne. Der Zeuge versicherte jedoch, daß er nur die daraufhin den Beugeneid. Der Angeflagte Syrig bezeichnete das ganze als ein Romplott. In Uebereinstimmung mit dem Amis anwalt nahm Amtsgerichtsrat Dr. Cohn an, daß der Angeklagte sich des Diebstahls schuldig gemacht habe, daß dieser aber die Bestands. merkmale des§ 133 enthalte, da es sich um Gegenstände handelte, die in Aufbewahrung des Angeklagten sich befandent. Für die lleberführung des Angeklagten war neben dem glaublichen Zeugnis Beppenfels ausschlaggebend das Berhalten des Angetlag ten in Magdeburg. Wenn Syrig ein gutes Gewiffen gehabt Danach wären alle diejenigen, die nicht das Berhalten hätte, würde er auf die Beschuldigungen Zeppenfels fofort entrüftet der Linde, Pelzer, Kußmann u. Co. für einwandfrei und den geantwortet haben. Er müsse also bet der Zeugnisverweigerung Dr. Thiele für einen vortrefflichen, gewiffenhaften Arzt er in Magdeburg seine guten Gründe gehabt haben. Sprig sei gewandt flären, lediglich bestrebt, wohlhabenden Schiebern Straf genug, sodaß er in Magdeburg fofort hätte eine flare Erklärung ab. Die schwere außenpolitische Belastung burch den ungerechten freiheit zu sichern! Für Herrn Bürger ist also Dr. Höfle von geben fönnen. Was er heute vorbringe, erscheine gefünftelt. Seppen Friedensvertrag von Neuilly hat Bulgarien legten Endes vornherein der Korruption überführt gewesen. Dieser fclb fei ein Mann von 72 Jahren, der troß seines gespannten Ber in diesen Zustand der Anarchie hineingestoßen. Berlust wichtiger Gefängnisarzt beweist damit nur, unter welchen Gehältnisses fein Interesse habe, einen Meineid zu leisten. Das Amts. Gebiete, Zerstörung unseres Marftes und unseres Gelbes, Repafichtspuntten er und die Clique, der er angehört, die gericht verurteilte Syrig zu der Mindest strafe von drei morationslaften, 300 000 mazedonische Flüchtlinge usw.- alles das hat Frage der Haftfähigkeit Höfles beurteilt haben. Damit be naten Gefängnis, gab ihm jedoch, da er bisher unbestraft ist, natürlich fatastrophale Wirkungen gehabt. stätigt er nur, wie sehr man berechtigt ist, von einem Justiz dreijährige Bewährungsfrist. mord am ehemaligen Bostminister zu sprechen. Im übrigen haben wir nichts dagegen, wenn die Staatsanwaltschaft gegen die Angriffe Stellung nimmt, die insbesondere tm ,, Bormärts" gegen fie feit Wochen erhoben werden. Als Juristen müßten Die Herren Staatsanwälte eigentlich wissen, welchen Weg sie gegen uns beschreiten müssen, falls mir fie zu Unrecht beleidigt haben. Aber obwohl die Anklagen, die hier gegen die beteiligten Herren erhoben wurden, sehr ernster Natur waren, ist uns von einer solchen energischen Abwehr nichts bekannt. Barmat entlassen. Die Presse in Berlin. Zagung des Reichsverbands. Der Reichsverband der Deutschen Bresse begann gestern nach mittag im Sigungsfaal des früheren Herrenhauses feine Tagung. Aus dem nom geschäftsführenden Borsigenden Richter erstatteten verbandes für seine Mitglieder hervorzuheben. Dem Schatzmeister Mosner wurde nach Erstattung des Raffenberichts Entlastung erteilt. Georg Bernhard referierte darauf über das in der Reichsarbeitsgemeinschaft mit den Verlegern abgeschlossene Ab. Die BS- Korrespondenz meldet: tommen, das einen Tarifvertrag zwischen dem Arbeitgeberverband Auf die Beschwerde der Rechtsanwälte hatte der Straffenat des für das deutsche Zeitungsgewerbe e. V. und dem Reichsverband Rammergerichts beschlossen, Julius Barmat gegen eine der Deutschen Presse e. V. sowie einen Normaldienstver Raution von 200 000 Mart aus der Haft zu entlaffen. Die Haft trag zwischen den einzelnen Berlagen und ihren Redakteuren umbeschwerde der Verteidiger war damit begründet worden, daß nach faßt. In dem Abkommen ist auch die Einführung einer Ben. Abschluß der Boruntersuchung teine Berbuntelungsge ionsversicherung der Rebafteure in ber Form von fahr zu befürchten sei und daß die schwere Nervenerfrantung 2ebensversicherungsverträgen, die mit Bersicherungs Barmats jeden Fluchtverdacht ausschließe. Die Berteidigesellschaften abzuschließen sind und zu denen die Prämien zur gung hatte auch noch darauf hingewiesen, daß der Gesundheitszu- Hälfte von den Berlegern, zur Hälfte von den Redakteuren ge stand von Julius Barmat derart ichlecht fei, daß innerhalb der tragen find. Ueber diese Form der Benfionsversicherung erstattete nächsten zwei Jahre an eine Berhandlungsfähigteit Dr. Dopijat im einzelnen Bericht. Die Aussprache über diefes Barmats nicht zu denten sei. Das Rammergericht hatte zunächst Thema wird am Sonntag vormittag beginnen. Gutachten der Aerzte der Charité eingeholt, die zwar den bedentlichen Gefundheitszustand bestätigten, frohdem jedoch eine Fluchtmöglichkelt bejahten. Daraufhin hatte das Rammergericht eine Haft entlaffung abhängig gemacht von der Stellung einer Raution in Höhe von 200 000 Mart. Diefe hohe Kaution fonnte bisher nicht herbeigejajajjt merden, da die Barinats und deren Frauen fojort nach Einleitung des Strafverfahrens alles verfügbare Ber. mogen im Jn ab Auslande, felbft bie persönlichen Schmud Begrüßungsabend im Reichstag. Im Anschluß an die Berhandlungen fand am Abend in ben Bandelgängen des Reichstages ein Begrüßungsabend der Dele. gierten statt, an dem Reichstanzler Dr. Luther. für den ves hinderten Reichstagspräsidenten Löbe der Dolfsparteiliche Abgeord nete Dr. Rahl, für bie Stabt Berlin, Oberbürgermeister Böß Auch die mazedonische Frage ist nach wie vor ungelöst und bildet in der heutigen Form eine ftete Bedrohung des Friedens auf dem Baltan. Wir verlangen eine Abstimmung der mazedonischen Bevölkerung, selbst unter Aufsicht des Völkerbundes. Borher müßte natürlich das Gebiet von den Besetzungstruppen geräumt werden. Die Sozialdemokratische Partei Bulgariens lehnt die Pratfiken Mostaus ebenso ab wie das undemokratische Säbelregiment Zantoffs. Sie wird eine Politit der Aufklärung der Maffen im Sinne eines fozialdemokratischen Programms durchführen und hofft auf die Unterstügung durch die Sozialistische Internationale, um Bulgarien endlich geordneten Zuständen zuführen zu können. Caillaux' Budgetentwurf. Paris, 23. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Finanztommiffion des Senats hat am Sonnabendnachmittag den Bericht Caillaur über das Budget für 1925 entgegengenommen. Im Gegensatz zu den in der Kammertommiffion abgegebenen Erklärungen will Caifaur die Einnahmen aus dem Dames- Blan im Einnahmeetat beibehalten. Im übrigen erflärt er sich mit der von der Finanztommif fion des Senats vorgenommenen Streichung zahlreicher Boften des Finanzgefeßes mit menigen Ausnahmen einverstanden. Die Posten, deren Wiedereinfügung in bas Finanzgefeß von der Regierung verlangt wird, haben zum Gegenstand die Erhöhung bzw. Einführung einiger Steuern, die bereits von der Kammer angenommen worden sind. Was die neuen Finanzentmürfe betrifft, fo merden sie, mie bereits gemeldet, am Montag in der Rammer eingebracht merden, Gewerkschaftsbewegung Ludwig Hodapp. Nachdem er das Brauer und das Böttcherhandwerk erlernt hatte, fam Ludwig Hodapp auf seiner Wanderschaft aus seiner badischen Heimat nach Berlin und wurde hier jeßhaft. Am 25. Mai find 30 Jahre verflossen, seit der damals 27jährige Brauergefelle an die Spize seiner Organisation in Berlin trat, der er seitdem ununterbrochen als erster Borsigender vorsteht. Wie der Verband der Brauer, der jetzige Berband der Lebensmittel und Geträntearbeiter, so hat fich auch seine Berliner Zahlstelle aus fleinen Anfängen heraus entwidelt. Schon nach 5 Jahren seiner Tätigkeit als Organisations. leiter fonnte Hodapp für die Berliner Brauereiarbeiter den ersten Tarifvertrag abschließen, der u. a. die erste schriftliche Festlegung der Arbeitszeit in den Brauereien bedeutete und bamit eine Arbeitszeitvertürzung von täglich zwei bis drei Stunden. Der erfte Urlaub unter Fort zahlung des Lohnes wurde in dem Manteltarif im Jahre 1914 für 3000 Brauereiarbeiter eingeführt. Während der Kriegszeit verstand es Hodapp, die start zusammengeschmolzene Organisation über Baffer zu halten. Die feit 1900 traditionelle Tarifvertrags politit trug wesentlich dazu bei, die Organisation nach dem Kriege wieder auf die Höhe zu bringen. Die zahlreichen Rämpfe, die die Berliner Organisation im Brauerei und im Mühlengemerbe durchzufechten hatte, nahmen unter Hodapps Führung immer einen befriedigenden Abschluß. Der Genoffe Hodapp, der mit Stolz auf seine 30jährige Dr. ganisationstätigkeit an der Spitze der Zahlstelle Berlin zurüdblidden fann, hat fich auch politisch betätigt, soweit es jeine Gewerkschaftsarbeit zuließ. Im Stadtbezirk Weißensee murde er 1921 als Stadt nerordneter gemählt. Möge es Hodapp vergönnt sein, feine Kraft noch viele Jahre in den Dienst seiner Gewerkschaft zu stellen! Die Betriebsratswahlen in der AEG. Im Jahre 1924 standen die Wahlen völlig unter dem Zeichen der politischen Einstellung. Bei der Aufstellung der Kandidaten lehnten damals die freigewerkschaftlich organisierten Mitglieder der RBD. ganz offen ein Zusammengehen mit den Reformisten ab. Trog brohenden Ausschlusses aus den freien Organisationen ftellten fie den Listen der freien Gewerkschaften eigene gegenüber, mit Aus nahme einiger fehr fleinen Betriebe, in denen die politischen Leiden fchaften weniger in Erscheinung treten. Die Sonderlisten führten allerbings den Dednamen Gemertfchaftsoppofition". So bedauerlich diese Zersplitterung an fich war und so sehr sie auch schon damals gegen die Beschlüsse der freien Organisationen ver fries, mußte mmerhin mit den beiden Strömungen gerechnet werden. Die hier und da auftauchenden Listen der Christen und Deutsch nationalen spielten feine Rolle. Bei der Wahl des Gesamtbetriebsrats im Jahre 1924, zu der befanntlich nur die Mitglieder der Betriebsrate bas Stimmrecht haben, erhielten Stimmen: SPD. 58, KP D. 55. Bei der Gruppe der Angestellten wirfen fich die politischen Leidenschaften erfreulicherweise überhaupt nicht aus. Hier entscheidet nur die Geperffchaftsrichtung. So erhielt die Liste des AfA zum Gesamtbetriebsrat 48, die des Gedag" 6 Stimmen. Bei den diesjährigen Wahlen der Arbeiter ergab sich ein ganz anderes Bild. Soweit die Ortsverwaltung des Deutschen Metall. arbeiterverbandes von den Mitgliedern der KPD. zur Ber 101 mittlung angerufen wube, war es in allen Betrieben der AEG. mög. I mieber betont. Er schilderte die vielfachen vergeblichen lich, auf der Grundlage der Parität einheitliche Versuche, etwas zu erreichen, erinnerte an die Beschlüsse des Ge freigemertschaftliche Listen aufzustellen. wertschaftsfongreffes in Leipzig und die Tätigkeit des ADGB. in dieser Frage. Die Aussprache über diesen Bunft war sehr rege. An ihr beteiligten sich neben Bedert, der den Standpunkt des Lebensmittel und Geträntearbeiterverbandes vertrat, auch Bertreter Deutschen Nahrungs- und Ges nußmittelarbeiterverbandes, besonders aber die Delegierten elber, die fich lebhaft für den Anschlußgedanken ein fetzten. Allgemein fam der Wünsch zum Ausdrud, daß recht bald schon ein gemeinsamer Berbandstag stattfinden fönne. Jedenfalls werden die Fleischer eifrige Förderer der Verschmelzungsbestrebungen sein. Aber jetzt tauchten plöglich noch zwei andere Listen auf, und zwar eine des Industrieverbandes( Beyer) und eine der Union der Hand- und Kopfarbeiter"( Gehlmann). Bon der Richtung Wener fei hier abgesehen, da auch zwischen ihr und den freigemerf schaftlichen Kommunisten wie den Unionisten ein gespanntes Ber. hältnis herrscht. Hinter den Kulissen sieht es allerdings anders aus, denn in einigen Betrieben nehmen auch die Beyer- Leute an den 3ellenfigungen der KPD. teil Das Auftauchen der Listen der Union muß jedoch als ein ganz hinterhältiges Manöver der KPD. bezeichnet werden. Die einheitlichen freigemertschaftlichen Listen hätten volle Barität gewährleistet. Durch die Unionisten haben sich jedoch die Kommunisten in den in Frage fommenden Betrieben auf Umwegen eine Mehr. heit verjchafft. Die Benennung Freigemertschaftliche Oppofition", welche die Unionlisten führten, hat unter den gewerkschaft lichen Indifferenten eine Verwirrung erzeugt, die ihnen einen Teil der Wähler zuführte. Außerdem liegt der Gedante sehr nahe, daß Wähler zu der Unionlifte abtommandiert worden sind. Durch diese Manöver erreichte man die gewünschte 3erfplitterung der Stimmen, die dann wiederum den Unionisten einige Betriebsratsfige ficherte, welche natürlich der Liste der freien Gemertschaften verloren gingen. Während dieser Berlust nun beide politische Richtungen gleichmäßig traf, da je Barität bestand und die Randidaten in abwechselnder Reihenfolge aufgeführt waren, fam der Gewinn durch die Unionliste den Kommu nisten zugute. Daß zwischen den freiorganisierten kommunisten und den Unionisten lebereinstimmung besteht, geht ganz flar daraus hervor, daß zur Wahl des Gesamtbetriebsrats, welche am 6. Juni stattfindet, von beiden eine gemein fame Borschlagslijte eingereicht worden ist. Bild: Die Berteilung der Betriebsratsfige im Konzern zeigt für dieses Jahr bei der Arbeitergruppe folgendes 111 freie Gewerkschaftler, 20 Beyer Ceufe und 18 Kommunisten. Nach der schon oben beschriebenen Einstellung wird das Stimmenverhältnis bei der Wahl des Gesamtbetriebsrats etma jo aussehen: SPD. 66, D. und Union 63, Jn dustrieverband 20 Size Für die Angestellten trifft auch in diesem Jahre dasselbe zu, was schon vom lekten Jahre gefagt wurde. Die Verteilung der Sie bei den Angestellten hat sich demzufolge gegenüber dem Borjahr nicht wesentlich geändert. 9. Verbandstag der Fleischer. Letter Verhandlungstag. Der Berbandsvorsitzende ens el hielt einen sehr instruttiven Bortrag über die Cohn- und Tarifpolifit des Verbandes, der wohl den Höhepunti des Berbandes bilbete. Mit gründlicher Sachkenntnis zeigt Hensel die Tätigteit auf diesem Gebiet. Er nahm dabei auch Be legenheit, auf die Tätigkeit des ADG B. in der Arbeits. zeitfrage einzugehen, morüber noch recht viel Unflarheiten be ftehen. Der Verband hat gute Erfolge gehabt, trop des zähen Gegners, der ihm in den fleinen Innungen gegenübersteht. Ein weiteres Referat betraf die Frage der gemeinsamen Organisation der Nahrungsmittelindustrie, 22 Ueber den Arbeitsvertrag und den Verbandsbuch zwang des Deutschen Fleischermeisterverbandes sprac Bergmann- Hamburg. Weitere Referate behandelten die internationalen Be ziehungen und die Agitation unter bestimmten Berufsgruppen, die rein berufliches Interesse haben. Dem aufmerksamen Beobachter entging dabei nicht, wie viele fleißige Arbeit in dem Verbande der Fleischer geleistet wird, der so ziemlich unter den ungünstigsten Bedingungen arbeitet, de Kost- und Logiszwang, die Widerstände der Kleinmeister u. a. m. die Agitation erschwert. Eine anzahl fommunistischer Anträge wurde einge bracht, aber alle gegen 3 bis 5 Stimmen abgelehnt. Die Neuwahlen erbrachten den Beweis, daß die Arbeit der Hauptverwaltung voll gewürdigt wurde. Der Verbandsvorfigende Paul Hensel wurde gegen 3 Stimmen, ebenso der Kaffierer Fiedler und der Redakteur Gaier mit gleicher Stiminenzahl wiedergewählt. $ Ausschußvoriigender murde Bergmann Hamburg. Sum Gewerkschaftsfongreß wurde Bergmann Hamburg als Delegierter gemählt. Zum internationalen Fleischer. tongres in Kopenhagen wurde Hensel Berlin gewählt. Mit herzlichen Worten des Dantes wurden in später Abendstunde die Berhandlungen geschlossen. Werbung für die Technische Nothilfe. 3 In welcher Beife für die„ Teno" gearbeitet wird, zeigt folgender Borfall, der uns aus den Bergmann Elettro- Werfen in BerlinRojenthal berichtet wird. Den faufmännischen Angestellten in der Nachfalfulation legte der Abteilungsvorsteher 3ech eine Beitrittserklärung für die" Teno" vor, mit der Erflärung: Meine Herren, es wird gebeten, dieses Formular auszufüllen, es ist alles vorgedrudt. Soweit ich Sie fenne, wird jeder diese Beitrittserflärung unterschreiben." Bon den etwa 60 Angestellten dieses Bureaus haben nur etwa 6 den Mut aufgebracht, diese Zumulung unbeachtet zu laffen. Die Beamten des Betriebes, denen diese Bei. trittserklärung ebenfalls unterbreitet wurde, sollen sie zum größten Teil abgelehnt haben. Eine derartige Ausnügung des Borgeseztenverhältnisses zu gunsten der Teno" verdient schärffte Zurüdweisung. Zentralverband der Angestellten. Settion Wagen und Rarofferiefabriten. Mitgliederversammlung: Dienstag. den 26. mai 1925, abends 7 Uhr, in Haverlands Festfälen, Neue Friedrichstraße, Ede Rochstraße. Stellungnahme zum Schiedsspruch. Erscheinen aller Mitglieder wird bestimmt erwartet. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) das heißt die Berschmelzung der Berbände der Lebensmittel- und Ge tranfearbeiter, der Nahrungs- und Genußmittelarbeiter und der Fleischereiarbeiter zu einem einheitlichen Industrieverband. Die Fleifer haben sich stets für eine gemeinsame Organisation aus gesprochen. Dies wurde auch diesmal vom Referenten Hensel und Berlagsanstalt Ball Ginger u. Co. Berantwortlich für Politik: Bieter Schiff: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebz. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Chilowsti: Lotales und Sonstiges: Fris Rarstäbt; Anzeigen Th Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet Berlin SB 68 Lindenstraße 3. 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Mai 1425 Das stürmisch bewegte Leben der Gegenwart zwingt die Be- wohner der sogenannten.zivilisierten Staaten", sich immer wieder mit neuen Problemen zu beschäftigen, und es sind nicht etwa nur rein wissenschaftlich« Fragen, die im Vordergrund der Diskussion stehen. Eine neu« Zeit verlangt nicht nur neues Denken, sondern auch neues Leben, und.neues Leben" heißt mit in erster Linie neues Wohnen. Die Mietskaserne als Typus ist überholt! Sie ist eng, lichllos, luftlos und unpraktisch, und selbst der unsozialste Kapitalist und Reaktionär muß einsehen, daß in ihr zu wohnen Qual und Strafe ist. Sieht er es nicht«in, so erlebt er eben gegen seinen Willen, daß in Zukunft anders, zumindest freier und be- quemer, gebaut werden wird. Die verkehrstechntstheu Stünde. Besonders das Gesicht der Großstadt wird in den nächsten Jahrzehnten manche Veränderung erfahren, denn hier sprechen l>uch sehr stark verkehrstechnische Gründe mit. Wir können un- möglich unser« Städte endlos in die Breite wachsen lassen. Gerade der Berliner weiß von den hemmenden Entfernungen manch Trauerlied zu singen. Bauen wir nun aber mehr in die chöh», muß natürlich auch sehr überlegt vorgegangen werden« denn in Amerika haben sich setzt verschiedene planlose Eilybildungen al» lleberbildungen erwiesen, da die verhältnismäßige Eng« der Der- kehrswege«in beängstigendes Gewirr und Stauen im Gesamtverkehr zur Folge hat. Man erwägt nun dort unter Vorausahnung un- geheurer Kosten eine völlige Aenderuag der Verkchrsverhällniss«. Straßen von mehreren Stockwerken übereinander, geeignet für Auto- und für Fußverkehr, ja sogar Straßen von Dach zu Vach oder vielmehr von Plattform zu Plattform werden vorgeschlagen. Aber trotz der rapiden Steigerung amerikanischer Verkehrsschwierig. keiten zwingt die Entwicklung des Weltverkehr» auch uns langsam und sicher in einen ähnlichen Weg der Entwicklung, wie Ihn Amerika bereits überschritten Hot. Aber gerode weil unsere Architekten am amerikanischen Beispiel viel lernen konnten, werden st« hoffentlich keiner gesundheitsschädlichen oder verkehrshindernden Bauart zum Opfer fallen. Im übrigen sorgen schon Verkehrs«, Bau» und Wohl- fahrtspolizei für eine Beschränkung der Bauhöhc. die bisher in der Normalstraße 22 Meter bis zum chouptgesims betragen durfte. Beim Bau von Hochhäusern ist stets individuelle Entscheidung not- wendig und üblich. Sureauhaus oder Wohnhaus! Das Bureauhaus ist für europäische Begriffe eine neuere Er- findung. Nachdem immer und immer wieder neue Bureaus unter- gebrocht werden sollten und— wie es nun einmal das Wesen der kapitalistischen Geschäftsentwicklung oerlangt— auch untergebracht werden mußten, verschwanden die Privatwohnungen mehr und mehr aus der Innenstadt. Jedoch ist in den Raumverhältnissen, die ja ursprünglich für Wohnungen bestimmt waren, ein Bureau nicht vorteilhaft unterzubringen. Man ging also dazu über, Tim- bauten für Vureaozwecke zu errichten. Hochhäuser brauchten vor dem Kriege trotzdem noch nicht gebaut zu werden, weil in dieser Zeit des Kapitalüberflusses bei den Bauherren große Wohnhäuser neu errichtet worden sind, wodurch.fortwährend Wohnungen in der Bureaabaus von Borsig-Tegel. Innenstadt für Geschäftsräume frei wurden. Heute wird man aber doch ollmählich zum Hochbau kommen— weil es billiger istl Und aus diesem sehr gewichtigen Grunde scheim auch das tiochhaus al» Wohnhaus keine Utopie zu sein. Das Siedeln, das jeden zum eigenen Hauswirt und zum eigenen Gärtner macht, ist ein wunder- voller Gedanke, ober vielleicht wäre doch durch die Errichtung van Hochhäusern schneller und wirksamer, d. h. also mehr Menschen, ge- halfen. Die Bevölkerung steht diesen Plänen deshalb skeptisch gegenüber, weil die Vielfamilienhäuser— besonders in den prole- tarischen Gegenden— zu häßlichen und ungesunden Mietskasernen wurden. Vermeidet man beim zehn- oder zwölsstöckigen Haus solche drangvoll fürchterliche Enge, errichtet man es architektonisch schön, läßt man Luft und Licht durch große Fenster reichlich Zutritt, sorgt man für den Einbau von Terrassen, Ballonen und Dachgärten, be- rücksichtigt man die Notwendigkeit mehrerer Fahrstühle— dann wird es sich auch im Hochhaus— gleichgültig ob mit oder ohne Kindern— bequem und tatsächlich relativ billig wohnen lassen. wo gibt es Hochhäufe? I Berlin ist hochbauarm. Sehr typisch ist aber das von Professor Schmohl erbaute Lureaugebäude von Vorfig in Tegel. Veranlassung zu diesem Bau war außer Platzmangel der Wunsch nach Kon- zcntration der Betriebsführung. Das arkitektonifch sehr geschmack- voll ausgeführte Haus besteht aus neun Stockwerken und trägt unterm Dach außerdem noch einen großen Repräsentationssaal für Sitzungen, Feiern usw. Der in der Friedrichstraße geplante Bau ist vorläufig aufgegeben worden, und anzunehmen ist daher, daß die Errichtung des Hochhauses der Zunkers-Werke aus dem Tempel- hoser Felde schneller vonstatten gehen wird. Da dieses Haus dann inmitten der neuen Dorstadt auf dem Tempelhofer Feld sehr zentral gelegen sein wird, ist eine äußerst ästhetische Wirkung zu erwarten. In der Berliner Straße will die„Gesellschaft der Bücherfreunde" ein Hochhaus bauen, ober von Wohnbauten in solch modernem „Sachstil" ist bis jetzt leider noch nichts bekannt. Nicht klein ist die Zahl der Architekten, die bedauern, daß in den weitesten Kreisen der Bevölkerung die Ansicht Platz gegriffen hat, daß zwischen Wolkenkratzern und Siedlungshäuschen das einzige Mittelding die Mietskaserne sei. Was in dieser Art in den letzten Jahren in Deutschland sonst noch eirtstand. dient ebenfalls nur dem Geschäfts- leben. In Köln, Essen. Hamburg und Frankfurk wurde schon mancherlei geschaffen, am meisten aber in Düsseldorf, wo schon wchrere Hochhäuser zur Verschönerung des Stndtebildes beitragen. Ideal zu nennen ist dort das von Professor Kreis erbaute Wilhelm- Marx-Haos, das bei einer höhe von annähernd 60 Metern 13 Stockwerken Raum gibt. Es umfaßt über 30»00 Kubikmeter und über 10000 Quadratmeter Bureaufläche, 2000 Quadratmeter Läden und 3 Etagen Börfenräume mit Wandelhalle, Restauration usw. Die Gefamtkonftruktion ruht auf einer starken durchgehenden armierten Betonplatte. Die aufgehende Konstruktion ist bis zur Turm- spitze in Eisenbeton ausgejührt. Die Ausmauerung der Geschosse ist zwischen die Eisenbetonkonsiruktion eingehängt, so daß jedes Stockwerk für sich getragen wird. Die künstlerische Bedeutung des Wilhelm-Marx-Hauses liegt vor allem darin, daß der Turmbau in der Mitte des Hindenburg-Walles diesen abschließt und da- Zentrum der Stadt in hervorragender Weise markiert. Vom Abend- Himmel stechen die scharfen Umrisse imponierend ab und geben dem ganzen Straßenzug einen machtvollen Halt. Die Masse der Fenster, die geschlossene Wucht der Fronten haben auch bei dem kleinen Stockwerksformot großen Zug. Wir haben«inen eigenen, neuen Stil für diese eigene, neue Zeit. Wir brauchen keinen Namen, auch nicht„Expresstomsmus*. Die Wahrheit und Ehrlichkeit, welche aus der charaktervollen Bau- weise unserer Zell spricht, läßt einen noch nie dagewesenen„Sach- stil" zur Geltung kommen. Wer immer noch Schnörkel und Verbrämungen benötigt, um das Gewand eines Bauwerkes erträglich zu finden, lebt nur mit halbgeöffneten Augen. Er richtet seinen Blick in überholte Romantik, verschließt ihn aber vor der Zukunft, die sich freier und kräftiger ausbaut. Ein Rathausturm war früher ein Ausdruck von Macht und Glanz, einen Zweck erfüllte er,-sieht man von Uhr und Feuerwächter ab, ebensowenig wie jeder Kirch- türm. Heute denken wir uns einen Rathausturm als ein Bureau- Hochhaus, dessen Höhe Ausdruck sei für die Emsigkeit der städttsHen Verwaltung. Arbeit und Schönheit— in diesem Zeichen gehen wir besseren Zeiten entgegen, und das Hochhaus sei Symbol? Die Auszahlung der Zunircnlen. Auf den Antrag des Ver- bandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter, den Pensionären und Ruhelohnempsängern der Stadt Verlin die Be- züge für Monat I u n i v o r d c m F e st zur Auszahlung zu bringen, hat das Tarifvertraasamt der Stadt Berlin Mitteilung gemacht, daß diesem Antrage Rechnung getragen werde. SI Schnock. Ein Roman vou See und Sümpfe«. Don Svend Fleuron. (Aus dem Dänischen von Thyra Jakstein-Dohrenburg.) Sie hängen ihnen in der Länge und in der Quere aus dem Maule heraus: kreischend und schreiend, einander ver- folgend, fliegen sie mit ihnen davon. Die armen Plötzen... sie waren so herrlich anzuschauen? Vom Rücken bis ganz über den Kopf und die Nase streckte sich das smaragdene Grün, und die Augenränder konnten, wenn sie blinkten, wie der Edelstein selber spielen und leuchten. Ihr glanzvoller Bauch war weiß wie der eines Schwanes, und von ihren gewölbten Seiten ging ein Schimmer aus, der funkelte und glänzte wie Eis und winterlicher Voll» mond. Aber sie waren nun einmal von der Hand des Schöpfers dazu auserkoren, anderen zur Nahrung zu gereichen. Ein Boot lag einige hundert Meter von hier entfernt vor Anker. Ein älterer Mann saß darinnen.... Es war ein Sonntagsfischer! Vom frühen Morgen an war er auf dem See. hatte einen herrlichen Tag verbracht, doch aber nicht das geringste ge- fangen. Was hatte das doch nur zu bedeuten? Jetzt lag er ausgestreckt auf dem Boden des Fahrzeuges und träumte.... Er war viel draußen auf dem See; der Drang seiner Bor'ahren nach dem freien Leben in der Natur brannte ihm im Blute. Wie man weiß, sind drei Generationen nötig, um einen Gentleman hervorzubringen. Aber das Dreifache war von- nö'-n. um aus einem Gcsch'echt wie dem seinen, das feil dem Morgen aller Zeiten sich draußen getummelt hatte, eine Ge- Iteration zu machen, die weder eine Büchse noch eine Angelrute anrühren mochte. In seiner Jugend war die Büchse sein erklärter Freund? Aber die Jagd stellt ihre großen Anforderungen an Beine und Muskeln und Herz. Wenn man nicht mehr im besten Mannes- alter ist, soll man sich hüten, allzu stürmisch der Frau Diana zu huldigen. In ihrem Gefolge— es nützt nichts, das zu ver- fchleiern— ist der Greis selten gern gesehen: seine Zeit ist vorbetl Dafür nimmt aber der alte Dater Neptun mit Freu- den ihn in seinen nassen Armen auf und jagt die Fische in Spiel und Munterkeit um sein Boot. In späteren Jahren war denn auch die Angelrute des alten Holzdrechslers Freund und Freude geworden. Sommer auf Sommer unternahm er allwöchentlich den langen Weg von der Stadt mit der Eisenbahn und dann mit Wagen zum See. Er angelte auf gute, alnnodische Art, sprach wenig und war immer allein im Boot. Das Wetter ist heute als Angelwetter das schlechtest mög- liche, die Iulisonne brennt heiß und sendet ihre Strahlen tief in den See hinab. Der See schlummert, mit einem flaschengrünen Schein über den Tiefen und einem voiletten über dem Seegrunde: wo der Grund sandig ist, wechselt die Farbe und wird gelb. Weit drüben läßt ein Schwärm aufflatternder Wildenten schwache, sanfte Wellen entstehen... sie schimmern blau, so blau! 2)« Holzdrechsler, ein starker vierschrötiger Mann mit ? roßer, schwarzumränderter Brille auf der umfangreichen tase, ist in seinem gewöhnlichen Fischeranzug: einem alten Strohhut, mit Gummiband unter dem Kinn befesfigt, Hemds- ärmeln und ohne Kragen. An den Beinen trägt er ein Paar dicker, gelblichbrauner Hosen aus Englischleder und an den Füßen strohgefütterte, hölzerne Stiefel mit Filzschaft. Den ganzen Tag pflegt er auszuhalten— und noch ist es lang bis zum Abend!' Jetzt in der schläfrigen Ruhe des Mittags streckt er sich lang und genießt den großartigen Frieden, der über dem See liegt. Das Ende seiner Schnüre hat er um das eine Handgelenk gewickelt: er wartet geduldig— und wenn er allmählich, so gegen Abend, das Glück hätte, einen H�cht auf- zuziehen, so würde ihn das mit einer stillen, innigen Freude erfüllen. Da erwacht er mit einem Ruck: Er hört ein Brausen wie von fernen Dampferichrouben, die das Wasser zerreißen und zerspalten: er sieht, wie die Schwalben sich zu Scharen zusammenfinden und die Plötzen fortdauernd die Wasserfläche tellen, wenn sie hoch in die Lust springen. Er holt den Anker auf und rudert hinzu, bis er Platsch auf Platsch, von den gierigen Barschen ringsum herrührend, vernimmt— da ist er auch schon inmitten des Strudels von Fischen. Bier Schnüre macht er klar, genug bekommt er zu schaffen mit dem Auswerfen und Aufziehen. Er muß den Hut und die Weste abwerfen und das Hosenbund aufknöpfen, so über» strömt ist er von Schweiß..,, Schließlich hat er keipe Kraft mehr, ermattet sinkt er auf einer Ruderbank in sich zusammen. In weniger als zwanzig Minuten fängt er über fünfzig Barsche von einem bis zu drei Pfund das Stück: sie liegen in großen messingfarbenen Haufen im Boot. Da greift er zum Futtersack, holt die Flasche mit dem klaren Wasser hervor und führt sich einen guten Tropfen zu Gemüte... das pflegt er sonst jedesmal zu tun, wenn er einen Fisch von Bedeutung gefangen hat. Er trinkt das Wohl des Sees... des Sees mit den frischen Wellen und dem klaren, reinen Wasser... des Sees, der seine liebsten Erinnerungen birgt. Der P e r l f i s ch. Zwischen einnM wolkenschweren Himmel und aufge- wühlten See mühte der Wind sich im feinen Staubregen durch Röhricht und Schilf.... Schnock lag am Rande der Grundplantage auf der Lauer; sie hatte seit dem vergangenen Abend nicht eine Fisch- Mahlzeit in den Magen bekommen. Da platscht es vor ihr,«in breiter Fuß dringt schräg durch das Wasser«in und zwängt einen großen, dicken„Schwimmvogel" hinein. Kurz darauf blinkt es plötzlich auf—: in wilder Eile jagt ein kleiner Flüchtling von einem Fisch, sich das Kielwasser des großen Schwimmvogels zunutze machend, von dem einen Schilfverstcck in das andere. Schnock hat allmählich so viele Plötzen und Weißfische in sich hineingestopft, daß sie ihr nahezu alltägliche Kost be- deuten... und sieh: hier schwimmt ein fremder Bissen. ein Fisch, dessen Fleisch rot und grün und schwarz und blau leuchtet— und der große, glänzende Perlenaugen hat! In gebührlicher Entfernung folgt sie dem Leckerbissen. der wie kein anderer Fisch im Wasser umherschwimmt, unauf- hörlich um sich selber kreisend. Wie er sich aber auch anstrengt! Sie sieht, wie ein leuch- tender Sternenschein ihn' umgibt; seine feiste Schwanzflosse flimmerte wie eine lange Schleppe hinter ihm drein. Der Erscheinung vermag man nicht zu widerstehen... Greif zu, sagen ihre Augen... greis zu, dröhnt es aus ihrem leeren Magen. Es gelingt ihr nicht, den Perlfisch quer zu packen, wie sie zu tun pflegt, sie muß einen Anlauf nehmen und ihn in einem Hops von hinten herunterschlmgen. ...(Fortsetzung folgt.) 9 Das Jubiläum der Bilderbogen. In Berlin müssen einmal sehr gutmütige und harmlose Leutdjen gewohnt haben, die in nichts daran dachten, einmal Ahnherrn einer Weltstadt zu werden, und auch gar nicht Anlage und Ehrgeiz dazu befaßen. Es war ein Geschlecht für sich, das mit der Zeit gedich und verfant, um nie mehr wiederzukehren. Mancherlei Erinnerungen daran leben noch altväterlich spurt es in Häusern, die der Zufall stehen ließ, in naiven Verslein, die man ab und zu ausgräbt, uni zu erkennen, daß wir selbst zu solcher Ursprünglichkeit schlagenden und doch völlig unschuldigen Bizzes gar nicht mehr fähig sind, und nehmen wir alles in allem, so sehen wir uns mit Schmunzeln und Rühren in einem Reich der Fabel, das auf den Berliner von heute ebenso reizvoll und geheimnistief wirkt wie Märchenbücher auf tindliche Herzen und Augen. aus Wie diese lieben und guten Leutchen selbst gedacht und wie sie ihre große Welt gesehen haben, das wird uns so recht anschaulich den Neu- Ruppiner Bilderbogen, die Gustav Kühne zum 150. Jubiläumstag in getreulichem Wiederdruck herausgibt. Da haben wir ja die ganze große, schöne Belt und wie sieht sie denn aus, aus welchen Elementen setzt sie sich zusammen? Aus Schlachten, Soldaten, dem lieben Gott mit himmlischem Heergefoige, sanft und reich geflügelt und mittendrunter, das gehört nun einmal zu diefem an sich so friedlichen Weltbild, das Vergnügen, dargeftelit im Berliner Tivoli„ mit der sanften Rutschpartie". Allesamt sind sie liebevoll und peinlichst gezeichnet, sie haben etwas, das uns heute geradezu rührt, und alle schwelgen fie fchier unerfättlich in Farbenbuntheit und Grellheit, so daß nur Papageien damit den Bergleich aushalten dürften. Und dazu plätschern Berslein, die wahrhaftig nicht schlecht sind, ja die heute manchem unferer Humoristen zum Vorbild dienen könnten. Wenn zum Beispiel der alte Landwehrmann in der Dorfschente poltert, von den Razzbách, Dennewiß- und Großbeerenschlachten erzählend: Na, dem gab ich einen Schlag. Mit der vollen Bulle, Daß er nur am jüngsten Tag Fressen wird die Stulle. so möchte man den sehen, auf den das nicht dramatisch und zugleich ur- urberlinerisch wirkte. Oder die Schlachtenbilder Kriegführen muß damals förmlich Theaterveranstaltung gewesen sein, auf die Zeitgenossen scheint es wenigstens nicht übermäßig aufregend gewirkt zu haben. Man hat wohl manches oder alles recht selbstverständlich hingenommen, ganz im Geiste des Bersleins auf dem Vier- SoldatenBilderbogen: Hier kommen wir voll Ehr und Ruhm, Wir sind des Königs Eigentum. Ja, es war eine recht harmlose und nicht vom Geiste allzu start bewegte Zeit, und wenn wir sie uns wahrhaftig nicht zurückwünschen möchten, froh, auf Kämpferwegen doch etwas weiter vorgedrungen zu sein, so freuen wir uns doch, halb mitleidig, halb sentimentol, über soviel köstliche Einfalt. Eine Zeit verstehen, heißt den Menschen an fich tennen lernen, und wenn wir diese Bilderbogen sehen, dann guden wir tief ins Herz unserer Bätertage hinein. So werden die neuerstandenen Bilderbogen zu einem fleinen fultur- und zeitgeschichtlichen Dofument, und außer dem herablajsenden Lächeln bleibt doch auch etwas wie ernstes Rach denken zurück. Ein gesinnungstüchtiger Schwindler. Deutschnationale glauben aber alles. Ein politisches Mäntelchen hatte sich der Zauberkünstler Franz Schult- Liedtke umgehängt, um sich recht vielseitig als Wohltätigkeits- und Kreditschwindler zu betätigen, und es war ihm damit, mie man wieder einmal feststellen tann, ein leichtes gewesen, befonders streng nationale Kreife" für seinen aufgelegten Schwindel intereffieren. Seine Straftaten führten ihn nunmehr beim Amts. gericht Mitte vor den Strafrichter. Der Angeklagte, der bereits früher mit dem Strafgesetz in Ron flift geraten war, war von Hause aus Arbeiter und hatte dann die verschiedensten Berufe ergriffen, bis er schließlich als Baubertünstler in Kabaretts gelandet war. Als es mit dem Erwerb auf diesem Gebiete auch nicht weiter ging, verfiel er auf die verschiedenartigsten Schwindeleien. Zunächst betätigte er sich nach der politischen Richtung hin und gründete einen Bund nationaler Künstler, zu dessen Gunsten er verschiedene Abende veranstaltete, um den Leuten Beschäftigung zu schaffen. Dann gelang es ihm auch, einen bekannten deutsch nationalen Abgeord: neten für einen derartigen Abend zu einer Ansprache zu geminnen. Diese politischen Beziehungen nuzte er dann aus, um Wohl tätigkeitsfonzerte zugunsten der Notstandsküchen zu veranstalten. Er mietete das Kriegervereinshaus und verfaufte Eintrittskarten. Es erschienen aber nur etwa 100 Besucher. Infolgedessen fiel die Beranstaltung aus, die Künstler erhielten fein Geld und ebenso wenig wurde der Erlös aus den verkauften Karten zurückgezahlt. Nachdem dieser Coup gelungen war, suchte der unternehmende Bauberkünstler nach anderen Quellen, sich weitere Einnahmen hervorzuzaubern. An eine Verlagsdruckerei trat er heran mit dem Vorschlage, eine rechtsgerichtete Wochenschrift herauszugeben. Aus dem Bureau der Druderfirma führte er Telephongespräche mit führenden deutsch nationalen Barlamenta riern, wenigstens tat er so am Fernsprecher, als ob er mit diesen Persönlichkeiten spräche. Der Buchdrucker ließ sich dadurch verleiten, einen Vertrag mit dem Angeklagten abzuschließen, und es wurde die von diesem herausgegebene Wochenschrift Der deutsche Beobachter" mehrmals gedruckt und auf den Straßen verfauft. Die von dem Angeklagten gechsriebenen Artikel wimmelten von orthographischen und grammatitalischen Fehlern. Weiterhin hat sich der Angeklagte vom Deutschen Arbeitgeberbund 10 000 Beitungen zur Berteilung verschafft, dieje jedoch als Makulatur verkauft. Auf diese und ähnliche Weise wurden sehr viele Leute geschädigt. Es wurden dem Angeklagten 10 Betrugsfälle und eine Unterschlagung zur Last gelegt. Der Berteidiger machte gegenüber dem auf 1 Jahr 2 Monate Gefängnis lautenden Strafantrag des Amtsanwalts geltend, daß der Angeklagte als eine minderwertige Person zu betrachten sei. Die Strafe wurde vom Amtsgericht auf 4 Monate und 1 Woche Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten Unter suchungshaft festgesetzt. Schließung der Flußbadeanstalten in Alt- Berlin. Die Deputation für das Gesundheitswesen der Stadt Berlin teilt mit: Der Magistrat hat beschlossen, die städtischen Flußbade anstalten im Weichbild von Alt- Berlin zu schließen und beim Polizeipräsidenten die Schließung von Privatbadeanstalten im gleichen Flußgebiet zu beantragen. Die Privatbadeanstalt im Rummelsburger See, deren Schließung vom Magistrat auch in Aussicht genommen war, foll mit Rücksicht auf die dort vor liegenden besonderen Verhältnisse noch so lange offen bleiben, bis oberhalb im Spreelauf ein Ersaz geschaffen worden ist. Um den Ausfall der Badegelegenheiten in den Alt- Berliner Stadtgegenden möglichst schnell wettzumachen, hat der Magistrat die beschleunigte Fertigstellung der in den Bezirken Mitte und Lichtenberg vorgesehenen Hallenschwimmbäder be schlossen. Die Beschlüsse sind auf Grund von Gutachten des Hauptgesundheitsamtes gefaßt worden. Das Hauptgesundheitsamt konnte nachweisen, daß durch die zunehmende Bebauung der Fluß ufer, durch den gesteigerten Schiffsverkehr und durch das Einmünden zahlreicher Notauslässe der Kanalisation das Spreewaffer innerhalb der Stadt sich in einem derartig unsauberen Zustande befindet, daß eine Berantwortung für die Gesundheit der Badenden nicht mehr getragen werden fönnte. Unter diefen Umständen erschien es notwendig, die Schließung vor. I zusehen, ehe ernste Gesundheitsschädigungen zur Meldung tommen. Im Verein mit den in Frage fommenden Bezirksämtern arbeitet das Hauptgesundheitsamt an Projekten, die noch neben den geplanten Hallenschwimmbädern Ersaß für den Ausfall an Bade gelegenheiten unter freiem Himmel geben tönnen. Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für Juni noch nicht vor30genommen haben, müssen fort das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Todesurteil gegen den Doppelmörder. Der Prozeß gegen den Doppelmörder Otto Krause vor dem Der Prozeß gegen den Doppelmörder Otto Krause vor dem Potsdamer Schwurgericht hat gestern abend in später Stunde sein Ende erreicht. Der Staatsanwalt plädierte auf Mord in zwei Fällen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Mordes im Falle Pannide zum Tode und wegen Totschlag und Notzucht mit Todeserfolg zu 14 Jahren Zuchthaus und zur dauernden Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Die Begründung des Urteils, in der der Borfizende dem Angeklagten als Menschen gerecht zu werden versuchte, machte auf ihn einen äußerst starten Eindruck. Sein Gesicht hatte sich rot verfärbt, und er fuhr immer wieder mit seinem Taschentuch an die Augen. Auf Anraten des Borsitzenden hielt er sich eine Erklärung bevor. Als er sich von seinem Berteidiger verabschiedete, schien er wie aus einem Gefühl der Erlösung heraus zu lächeln. Neue Stätten für Spiel und Sport. Die Bemühungen, in Berlin die Spiel- und Sportpläge zu mehren und ihre bisher recht unzulängliche Zahl dem aus der Bevölkerungsstärke sich ergebenden Bedürfnis anzunähern, haben in den letzten Jahren beachtenswerte Erfolge gehabt. In verschie denen Außenbezirken find neue. Spiel- und Sportpläge der Stadt in der Bauausführung und zum Teil schon so weit fertig, daß einige in nicht ferner Zeit eröffnet und in Benugung genommen werden fönnen. Bertetern der Presse wurde Gelegenheit gegeben, mehrere dieser Plätze unter Führung des Direktors vom Jugendamt, Obermagistratsrat Dr. Häußler, zu besichtigen. Im Bezirk CharIm Bezirk Charlottenburg entsteht auf dem alten Spielplaz Eichtamp eine neue Spiel- und Sportplaganlage von ungewöhnlicher Größe. Das dem Fiskus gehörende Gelände von 17% Heftar Gesamtfläche ist schon Don 1921 ab auf zunächst zehn Jahre durch die Stadt gepachtet worden, und Teile davon hat sie für die Dauer dieses Bachtvertrages an Bereine weiterverpachtet. Die Bauausführung hat von 1922 bis 1925 bereits 279 000 Goldmart an Ausgaben erfordert, davon 65 000 Goldmart aus Etatmitteln, alles übrige aus der Stiftung Bart, Spiel, Sport". Die Anlage wird ein fleines. Stadion haben, außerdem zmei fleinere Laufbahnen und Bläge für Tennis, Fußball, Hoden usw. Zusammen mit der in der Nähe an der Heerftraße gelegenen Sportanlage wird diese neue Stätte zur Pflege von Spiel und Sport eine in fich geschlossene Sportstadt sein. Für den Often, den Norden, den Süden sind Anlagen ähnlicher Art, 29 *** Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 24. Mai. aber geringeren Umfanges im Entstehen. Bantom erhält einen etwa 2½ Heftar großen Sportplatz in Nordend, der schon 1914 begonnen wurde und jetzt ausgebaut wird. Für Köpenid wird an der nach Wendenschloß führenden Marienstraße ein bis zum Dahmeufer hinabreichender etwa 4 Heftar großer Sportplag geschaffen. Hier ist beabsichtigt, auch ein sportgerechtes Schwimmbad aus dem Gelände herauszuschneiden. Für die Bevölkerung Neuköllns soll der 30 Hettar große Bolkspart Hasenheide eine Stätte der Erholung, des Spiels und des Sports fein. Im Bezirk Treptow entwickelt das ausgedehnte Gelände der Wuhlheide sich zum Volkspart. Wilhelms Stern. Wilhelm von Doorn, gewesener Kaiser von Deutschland, hatte eine heiße Liebe für dekorativen Kitsch. Wem steigen nicht Erinnerungen an die absonderlichen Gelüfte dieses Herrn auf, wenn er jetzt vom Wittenbergplatz her seinen Weg zur Gedächtnis firche nimmt?! Ein mächtiges Gerüst ranft sich vom Unterba der Kirche hinauf in schwindelnde Höhen. Dort turnen, in ständiger Lebensgefahr Montagearbeiter, und die Abbaulust dieser fühnen Klettervögel tonzentriert sich auf einen sonderbaren, großen Stern, der in den Strahlen der Nachmittagssonne wie ein sprungbereiter, beutelüfterner Raubvogel schimmert. Das ist, staune nicht, mit leberraschungen gefütterter Leser, Wilhelms des Leßten Stern. Er war es, der obsturen Laune eines höfischen Nachmittags folgend, der dieses Monstrum dort oben befestigen ließ.( Nach einer anderen Version hatte er den Architektenplan nicht verstanden und fand es föstlich, daß der Baumeister am Ende der Maßlinie des Turmes einen Stern auf dem Papier eingezeichnet hatte.) Und während man, mit einem leisen inneren Schauern, hinauf ſtarri zu jenen Brettergerüsten, steigen beklemmende Erinnerungen auf. ft es nicht symbolisch, was hier vorgeht? Der lezie Hohenzoller fizzi in Doorn. Zur felben Zeit aber schweben deutsche Arbeiter zwischen mit einer der Himmel und Erde, in erbitterten Kampf verstrickt Ausgeburten feiner psychopathischen Phantasie. Es sind gewiß nur Launen des Schicksals. Sollten wir sie jedoch nicht zu nutzen wissen? Pfälzer- Abend in Berlin. Der Verein der Pfälzer in Berlin feierte vor kurzem seinen 15. Gründungstag. Diese landsmannschaftliche Vereinigung hat insofern eine über das Vereinsmäßige hinausgehende Bedeutung erlangt, als der Vorstand des Vereins sich sehr tatkräftig für die unter der Befagung besonders schwer leidenden Pfälzer einsetzte und, wie sich aus den Ausführungen des Regierungsvertreters er gab, auch schöne Erfolge für seine bedrückten Landsleute erzielte. Sehr richtig bemerkte der Vorsitzende, daß die meisten Norddeut fchen nicht einmal wissen, wo die Pfalz liegt, geschweige etwas von ihrer landschaftlichen Schönheit fennen. Er sagte deshalb mit Recht, daß sich die Kreise, die sich eine größere Sommerreise geſtatten fönnen, statt nach dem Ausland zu fahren, die Pfalz besuchen und durchwandern sollen. Angenehm berührte es, daß von den verschiedenen Rednern nicht in das besonders bei landsmannschaftlichen Bereinigungen übliche nationalistische Phrasengefchrei eingestimmt wurde. Unsern Genossen und allen Republikanern, die sich eine Reise bis an die französische Grenze leisten fönnen, ist ein Besuch dieses schönen Stückchens Erde, das von freiheitlich gesinnten Arbeitern und Kleinbauern bewohnt ist, zu empfehlen. Es sei nur an das Hambacher Revolutionsfest im Jahre 1832, von dem noch die Ruinen des ehemals föniglich banerischen Schloffes Marburg zeugen, und die Kämpfe der Pfälzer im Jahre 1848 erinnert. Zur Einreise benötigen Reichsdeutsche nur einen einfachen Reiſepaß. Die Herbftjugendweihen. Für unsere Herbstjugendmeihen im September merden schon jetzt die Anmeldungen unter gleichzeitiger Bezahlung der Einschreibegebühr von 50 Pf. in den nachstehenden Annahmestellen entgegengenommen. Die Jugendweihe für Berlin findet voraus. fichtlich wieder im Großen Schauspielhaus statt. Jugendsekretariat Groß- Berlin, GB. 68, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Treppen, geöffnet von 9 bis 4 Uhr, Mittwochs und Freitags von 9 bis 7 Uhr; 6. Jofeph, NW. 21, Wilhelmshavener Str. 48; A. Sönisch, N. 65, Miller- und Utrechter Straße: B. Rroll, N. 65, Utredyter Str. 21: S. Mäde, N. 65, BarFusstraße 13; B. Soffmann, N. 58, 2nchener Str. 8( Ret.); A. Loreng, N. 58, Gleimftr. 56:$. Obft, N. 39. Aderstr. 174; R. Andersion, N. 81, Stral funder Str. 19 S. Fifcher, R. 20, Baffianstr. 7; B. Dölz, 90. 55,-Jm manuellirchftr. 24; W. Güde, NO. 18, Landsberger Allee 45 I; R. Melle, D. 34, Petersburger Blas 4; Borwärts"-Spedition, D., Markusftr. 36; M. Wartmann, D. 34, Rönigsberger Str. 37( Photolaben); 2. Wittschuß, D. 34. Petersburger Straße 5( Reft.); 3. Pette, GD. 36, Glogauer Straße 30, vorn IX: B. Lier, GD. 26, Naunnnstr. 9( Ret.); E. Gerth, N. 113, Greifenhagener Straße 22. Fir Charlottenburg: J. Hinrichsen, Charlottenburg, Bayreuther Str. 25a; D. Sorstig. NW. 87, Gidingenftr. 58; F. Schmidt, Charlottenburg, Rosinenstraße( Laden)! G. Rakenstein, Charlotten burg, Niebuhrstraße 61; ,, Borwärts"- Spedition Charlottenburg. Raiserdamm 102, Grth. I. Für Treptow Baumschulen meg: B. Gallas, Baumschulenweg, Schraderstr. 16 III; B. Haß, Treptow, Harzer Str. 117 III: A. Refler, Treptow, Gräkstr. 50. Für Lantwik, Lichterfelde, Steglit: E. Riege, Lichterfelbe- D., Lorenzftr. 15; R. Schönwetter, Lichterfelde- B., Sändelplas 5; F. Sambura, Steglik. Golok. 4 Straße 103; S. Kriger, Geglik. Siemensstr. 76; W. Stubich, Stealik, Ringstraße 7, Grth. III; G. Felgentreu, Lankwik, Charlottenftr. 34; B. Rönsch, Lankwik, Raifer- Wilhelm- Str. 122a; Frau Ungerer, Wilmersdorf, Sanauer Str. 43( Siedlung). Für Schöneberg Friedenau: Frau Alawitter, Schöneberg, Apostel- Paulus- Straße 7; A. Petrie, Schönebera. Ebersstr. 70; Paul Rathmann, Schöneberg, Feurigftr. 37. Für Pantow und 19. Rreis: S. Alük, Pankow, Lindenpromenade 56: Ronfumverkaufsstelle Bankow, Bollantir. 102: Ronfumverkaufsstelle Niederschönhausen, Raiser. Ronfumverkaufsstelle Pankow, Breite Str. 16. Wilhelm- Straße 79; Ronfumverkaufsstelle Niederschönhausen, Kaiserweg 60; molto op. 41 Nr. 3( Quartett der Staatsoper: Johannes Steinweg, 9 Uhr. vorm. Morgenfeier. 1. Robert Schumann: Adagio erste Violine; Hans Wagener, zweite Violine; Hans Hermann Wilkg, Viola; Walter Rühle, Violoncello). 2. a) Mendelssohn: Psalm 100. b) Martin Grabert: Gott ist die Liebe( Chor des Musikdirektors Willi Harries- Wippern). 3. Ansprache des Herrn Pfarrer Braune. 4. Bernhard Klein: 23. Psalm( Chor). 5. Mozart: Satz 1 aus dem D- Dur- Quartett( Quartett der Staatsoper). 12-12.50 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). 12 Uhr mittags: Abteilung Heilkunde. Oberregierungs- Medizinalrat Dr. Paul Wätzold: Die Bedeutung des Auges". 4. Vortrag. Was ist Blindheit? 12.30 Uhr nachm.: Abteilung Theologie. Dr. Hugo Greßmann:„ Das alte Israel und der alte. Orient. 4. Vortrag. Weltuntergang"( Sintflut). 3 Uhr nachm.: Hans- BredowSchule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Dr. Friedrich Lickfeld:" Der Kampf gegen die Unkräuter". 3.30 Uhr nachm.: Vom Büblein. 2. Friedrich Rückert: Vom Männlein. 3. Friedrich Märchenstunde. Johanna Meyer erzählt: 1. Friedrich Rückert: Rückert: Vom Claus. 4. Rudolf Löwenstein: Vom Peter. 5. Friedrich Förster: Vom Blauveilchen. 6. Friedrich Güll: Der Abriß der Häuser am Hermannplah. Das Städtebauamt der Vom Mäuslein. 7. Wilhelm Hey: Vom Pudel. 8. Verfasser unbe- Stadt Berlin teilt mit: Der Magistrat hat in seiner lehten Sizung kannt: Vom Riesen. 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der beschlossen, den Abriß der Häuser an der westlichen Seite des Her Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister: Ferdy Kauffmannplatzes, der durch die Ausgestaltung des Untergrundbahnhofes man. 7 Uhr abends: Polizeimajor a. D. Schnarke: a. D. Schnarke: Berliner Hermannpfaz erforderlich ist, zu genehmigen unter der Bedingung, Polizeiverhältnisse in vier Jahrhunderten. Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Kunstwissen- daß an Stelle der abgerissenen zweihundert Wohschaft, Dr. Berthold Daun:„ Große Meister der Kunst". 4. Vor- nungen neue Erfagwohnungen durch die NordNeuzeitliche Sozialpolitik. 8.30 Uhr abends: Orchesterkonzert. trag. Liebermann". 8 Uhr abends: Ministerialrat Dr. Berger: füdbahn A. G. gebaut werden. Dirigent: Dr. Wilh. Buschkötter. 1. Ouvertüre Carneval, Glazou-, 8 br, in der Aula der 31. 32. Gemeindeschule einen Vortrag über: Genoffe Pfarrer Bleier hält am kommenden Montag, den 25. Mai, now. 2. Klavierkonzert B- Moll, Tschaikowsky, Allegro non troppo Die heilige Johanna" nach einem Theaterstud des englischen Dichters o molto maestoso Andantino simplici Allegro con fuoco Bernhard Shaw. Die nächste Feierstunde findet am Sonntag, den 31. Mat, ( Celeste Chop- Groenevelt). 3. Scheherazade, sinfonische Suite in 10 Uhr, in der Trinitatisfirche, Charlottenburg, Karl- August- Play, statt. vier Sätzen, N. Rimsky- Korssakow( Berliner Funkorchester). Das Thema lautet:„ Die Straft des Geistes". Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Königswusterhausen, Sonntag, den 24. Mai. 7.30 Uhr abends: 11.30-12.50 Uhr mittags: Programm erfolgt nach Ansage 12 Uhr mittags: Esperantoeinlage. Montag, den 25. Mai. 3 Neues Erdbeben in Japan. Drei Städte zerstört. Viele Tote und Verwundete. Ein neues Erdbeben fuchte am Sonnabend die westliche Küste von Japan heim. Viele Ortschaften wurden vernichtet. Da die Telegraphenlinien zerstört sind, ist vorläufig eine genaue MitAußer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funk- teilung über die Höhe des Schadens und über die Zahl der Opfer kapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.30 Uhr abends: noch nicht möglich. Die Berichte aus der betroffenen 3one melden Zehn Minuten für die Frau( Ungeratene Kinder"). 6.40 Uhr übereinstimmend, daß die Zahl der Toten und Berlegten abends: Frau Reichstagsabgeordnete Juchacz spricht über Ar- außerordentlich hoch sei. Drei Städte wurden ganzbeiterwohlfahrt. 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. lich ger stört. Mehrere Tunnels find eingestürzt, zahlreiche 7.30-8.10 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7.30 Uhr abends: Abteilung Technik. Ingenieur Joachim Boehmer: Brüden brachen auseinander. In mehreren Gegenden sind die TalDer kritische Ingenieur( Technische Wochenplauderei). 7.50 Uhr fperren durchbrochen, dadurch ist die Gefahr eines Waffermangels abends: Abteilung Philosophie. Dr. med. Alfred Beyer; Psycho- äußerst groß. Das Erdbeben hatte feinen Kern im Bereiche der logie für das tägliche Leben". 4. Vortrag., Wissen und Können. 8.30-9.30 Uhr abends: Theodor Fontane. 1. Gelegenheitsgedichte: Präfetturen Hiogo und Kioto. Auch Djafa wurde vom a) Zeus in Mission, b) Auf der Treppe von Sanssouci, c) John Erdbeben berührt. Hilfsexpeditionen größten Stils wurden sofort Giltin, d) Geburtstagsverse. 2. Märkisch- Preußisches: a) Einzug, ausgerüstet und Ertrazüge mit Sanitätern, Aerzten und Verbands b) Kaiser Friedrich III. c) Herr v. Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. 3. Aus der letzten Zeit: a) Schlickwerk, b) An meinem material find nach der betroffenen Zone abgefchickt worden. Die Fünfundsiebzigsten. c) Veränderungen in der Mark. 4. Lieder japanische Regierung hat bereits für die von dem Erdbeben betrofund Sprüche: a) Was mir gefällt, b) Aber wir lassen es andere fenen Gebiete eine erste Hilfsaktion eingeleitet. Die Berichtmachen, c) Ja, das möchte ich noch erleben, d) Dreihundertaal, erftattung ist außerordentlich erschwert, da das Erdbeben, das gleiche) Arm und reich( gesprochen von Theodor Loos). 9.35 Uhr abends: a) Friedrich der Große: Allegro aus dem Flötenkonzert zeitig auch mit einem Seebeben verbunden war, die TelegraphenC- Dur, b) Friedrich der Große: Grave aus dem Flötenkonzert linien unterbrochen hat. Die in der ersten Meldung genannte Stadt C- Dur, c) J. J. Quantz: Allegro vivace aus dem Flötenkonzert Hiogo hat etwa eine Biectelmillion, die Stadt Kioto fast 400 000 G- Dur( Prof. Emil Prill, am Flügel: Otto Urack). Anschließend: Einwohner. Ob diese Städte schwer betroffen find, oder ob die Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Hauptwirkung nur in dem gleichnamigen Gebiet liegt, läßt sich nach Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). den ersten Meldungen noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Frauenausschuh: Wichtige Sigung am Dienstag, den 26. Mai, vormittags 10 Uhr, im Reichstag, Zeppelinzimmer, Eingang Portal II. 1. Rreis Mitte. Montag, den 25. Mai, 8 Uhr, Sigung des engeren Kreis. norstandes Neue Friedrichstr. 108. Die Fragebogen müssen fofort eingeschickt werden. Montag, den 25. Mai, 8 Uhr, bei Lötschert, Neue Friedrichstr. 108, Gihung der Domänner der Kommunalen Sommiffionen. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Dienstag, den 26. Mai, 7 Uhr, Areisvertreterversammlung im Ledigenheim, Bappelalec 14. Tagesordnung: Jahresbericht. Neuwahl des Kreisvorstandes. 6. Areis Kreuzberg. Dienstag, den 26. Mai, pünktlich 7 Uhr, Sigung des Kreisbildungsausschusses im Jugendheim, Lindenstr. 3. Abrechnung der Maifeier. Borbereitungen zum Sommer- Wald- und Herbstfest. Neumahlen. 9. Areis Wilmersdorf. Montag, den 25. Mai, abends 8 Uhr, Areisdelegierten Bersammlung im Bittoria- Garten( blauer Gaal), Wilhems aue 114/115. Tagesordnung: Bericht und Wahl des Kreisvorstandes und der Ausschüffe. 10. Rreis. Montag, den 25. Mai, 8 Uhr, in Zehlendorf im Parteilokal Midley, Botsdamer Straße( Schwarzer Adler"), Kreisdelegiertenversammlung. 11. Areis Schöneberg. Dienstag, den 26. Mai, 28 Uhr, bei Rosenthal, Ebersstr. 66, Sigung der Funktionäre für Arbeiterwohlfahrt. Vortrag des Genossen Silfer über Rinderfürsorge. Jungsozialisten, Arbeiter. jugend, Rinderfreunde müssen erscheinen. 13. Kreis Tempelhof- Mariendorf, Montag, den 25. Mai, Kr vorstands. figung bei Niendorf, Mariendorf, Chauffee-, Ede Strehlizitras. Wichtige Tagesordnung. 14. Kreis Neutään. Montag, den 25. Mai, 7 Uhr, Areisvertreter rsammlung in den Baffage- Festfälen, Bergstraße. Tagesordnung: Bericht und Neumahlen. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, den 25. Mai, 7% Uhr, Bortragsabend der Freien Schulgemeinde Lichtenberg" in der Aula der Mittelschule, Markt. ftraße. Vortrag des Herrn Direktor Bluhm( Erziehungsanstalt Lindenhof): Was denkt sich die Elternschaft unter Fürsorgeerziehung und wie ift sie wirklich?" Eltern, Lehrer und Freunde der Schule sind eingeladen. Eintritt frei. 20. Arcis Reinidendorf. Die Kreisgeneralversammlung findet Mittwoch, den 27. Mai, 7 Uhr, im Lokal Ramlow, Reinickendorf, Schönholz 14( Nähe Bahnhof Reinidendorf Schönholz), statt. Tagesordnung: Geschäftsbericht. Neuwahl des Kreisvorstandes. Berschiedenes. Delegiertenausweis und Mitgliedsbücher find mitzubringen. Rinderfreunde Schöneberg. Alle Teilnehmer zur Pfingstfahrt müssen sich bis Dienstag, den 26. Mai, angemeldet haben. Zusammenkunft um 16 Uhr auf dem Feld beim Genoffen Krone. Morgen, Montag, den 25. Mai: 9. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Hübner, Wilsnader Str. 34. 11. Abt. Die Funktionärsigung fällt aus. Die Bezirksführer laden att Mittwoch ein. 24. Abt. 7 Ubr Funktionärsigung mit den Kreisvertretern bei Binzer, Wins, Ede Chriftburger Straße. 29. Abt. 8 Uhr bei Burg. Prenzlauer Allee 189, Gikung der Kreisvertreter. Anträge zum Areisvertretertag. Delegiertenausweise mitbringen. 42. Abt. Bezirksführer! Abrechnung wie bisher bei Höhlke, Bergmannstraße. 45. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Gommer, Wiener Str. 26. Bortrag des Genoffen Dreffel über: Bolitik und Wirtschaft." 47. Abt. 7 Uhr Zusammenkunft aller Abteilungsfunktionäre bei Schweißardt, Röpenider Str. 166. Stellungnahme zur Mitgliederversammlung am 27. Mai. Wichtige Mitteilungen. 137. Abt. Reinidenboif- Beft. 7% Uhr im Bolfspart, Echarnweberstr. 114. Sigung der Funktionäre und der gewählten Delegierten zur Kreisgeneralversammlung. Stellungnahme zur Kreisgeneralversammlung. Jungiozialisten. Arbeitsgemeinschaft Dr. Grelling: Montag, 48 Uhr, im Distusfionszimuner des Jugendheims Lindenstr. 3. Thema: Die antimilitaristische Rehrseite des Arieges." Frauenveranstaltungen morgen, Montag, den 25. Mai: 5. Aht. 8 Uhr im Rofenthaler Sof, Rosenthaler Str. 11/12, Bortrag der Genoffin Carmen Sola über: Wirtschaft und Sozialismus." 8. Abt. 7½½ Uhr bei Ridert, Steinmeßitr. 36a, Bortrag der Genoffin So bann über: ,, Rirche und Sozialismus." 15. bt. 7% Uhr bei Obligo, Stralfunder Str. 11, Bortrag des Genossen Mesch: Die Frau in der Kranken-, Invaliden, Unfall- und Angeftelltenversicherung. 20. Abt. 7 Uhr bei Bose, Roloniestr. 15, Bortrag des Genoffen Schreiber: Die Gesundheit der Frau." 34. Abt. 7 Uhr bei Rojin, Gubener Str. 19. Bortrag der Genoffin Krüger. 35. Abt. 7% Uhr bei Beter, Schreinerftr. 33, Bortrag des Genoffen Dr. Stegmann: Sezuelle Erziehung." 86. bt. 7 Uhr bei Busch, Tilfiter Str. 27, Bortrag des Genoffen Sunder mann: Fauft und andere Berke Goethes." Borwärts- und Frauenwelt. Leferinnen sind eingeladen. 88. ABL 7 Uhr bei Bartusch, Friedenstr. 88, Bortrag des Genossen Rose. 42. Abt. 8 Uhr bei Söhlfe, Bergmannftr. 69, Bortrag des Genoffen Ruben: ,, Die Frau im Staat." 43. Abt. 7 Uhr bei Wolf, Gräfeftr. 26, Vortrag des Genossen Kreuziger: ,, Maffe Mensch." 21 74. Abt. Zehlendorf Montag, den 25. Mai, abends pünktlich 8 Uhr, bei Schnorre, Botsdamer Str. 3. Referentin: Genoffin Jrma Eppstein: Die Rinderfreundebewegung. Danach eine besondere Ueberraschung. 136. Abt. Reinickendorf- Oft. 7½ Uhr im Geebab, Residenaftr. 49, Bortrag der Genoffin Grob: Der Vormarsch der Rirche im neuen Deutschland." 139. bt. Tegel. 7% Uhr im Jugendheim Bahnhofftr. 15, Vortrag des Genoffen Stadtrat Hente. Uebermorgen, Dienstag, den 26. Mai: 84. Abt. Santmik. 8 Uhr bei Lehmann, Raiser- Wilhelm- Str. 29/31, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Dreffel: Die politische Lage im Reich und in Preußen." 85. Abt. Tempelhof. Dienstag, den 26. Mai, abends 8 Uhr, MitgliederverTammlung bei Stuhlmann, Bergstraße. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht. 108. Abt. Röpenid. 7½ Uhr Borstandssigung bei Rahre, Rudower Str. 21. M. Lammfromm& Vogel Potsdamer Str. 127 Frauenveranstaltungen übermorgen, Dienstag, den 26. Mai: 21. t. Am 1. Pfingitfeiertag im Garten der Bharusfäle, Müllerstr. 142, Frühkonzert. Die Funktionäre holen die Einlaßkarten sofort vom Genoffen Kroll ab. 40. Abt. 7% Uhr bei Schmidt, Teltower Str. 18, Bortrag der Genossin Rresse: Religion und Kirche." 83. Abt. Lichterfelbe. Mittwoch Generalversammlung in Sertels Festfälen, Rehlendorfer Str. 5, abends 8 Uhr. Bortrag des Genoffen Fechenbach: ,, Aus einem banerischen Zuchthaus." 91. Abt. Reutölln. 7 Uhr bei Lüddede, Rarisgartenftr. 12, Bortrag des Genossen Dr. Sering: Erziehungsfragen. 95. Abt. Meukölln. 7½ Uhr bei Grieger, Leffingftr. 9, Frauenabend. Bezirksführer alles einladen! 118. Abt. Lichtenberg Pfingstfonntag, morgens 6 Uhr, Frühkonzert bei Tempel, Gudrunstraße 70, Ebert- Manz.Quartett, verstärktes Orchester. ( Raffeeküche ist geöffnet.) Beschränkte Anzahl von Eintrittsfarten zum Preise von 50 Bf. find an die Gruppenführer ausgegeben. Anschließend gemütliches Beisammensein. 140. Abt. Borsigwalbe. 7% Uhr bei Boitschach, Ernftstr. 1, Bortrag der Genoffin Sanna, M. d. 2., über: Seimarbeit." Jugendveranstaltungen. Achtung, Bezirksvorstand! Die Mitglieder treffen fich heute zur General versammlung pünktlich vormittags 149 Uhr in der Aula, Reukölln, Raiser. Friedrich- Straße 208 210. Jedes Mitglied muß erscheinen. Achtung, Mitglieber! Seute Gonntag, den 24. Mai, ab vorm. 9 Uhr, Generalversammlung in der Aula des Raiser.. Friedrich- Realgymnafiums, Reukölln, Raiser- Friedrich- Straße 208/210. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Unsere Sagungen. 3. Wahlen. Ohne Delegierten oder Gastkarten kein Zutritt! Achtung, Abteilungsleiter! Die Fahrpreisermäßigung für die Pfingstfahrt muß bis spätestens Dienstag, den 26. Mai, beantragt sein! Heute, Sonntag, den 24. mai: Reukölln II. Spaziergang nach der Rönigsheide. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr Ringbahnhof. Berbebezirk Kreuzberg! Abends 7½ Uhr im Jugendheim Linden. straße 3 spricht Felig Fechenbach. Jugend- und Parteigenossen sind eingeladen. Morgen, Montag, den 25. Mai, abends 7% Uhr: Gefangs- und Mufitabend morgen, Montag, abends 7% Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3. Alle Teilnehmer milffen erscheinen! Moabit I. Schule Waldenferstr. 21. Lichtbildervortrag: Die Nordseeküste." Güboft G.-B. Schule Waldemarstr. 77. Bortrag:„ August Bebels Leben." Baumschulen weg. Jugendheim Ernststraße 16. Mitgliederversammlung. Hermsdorf. Jugendheim Roonstraße. Bortrag mit Aussprache:„ Klassen. justia." Werbebezirk Often. Achtung, Aeltere! Arbeitsgemeinschaft im Jugendheim Rigaer Str. 102/103. Vorträge, Vereine und Versammlungen. den Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14, Sebaftianftr. 87/88, Sof 2 Et. Ramerabschaft Mitte. Rameraden, welche an der Pfingstfahrt nach Swinemünde teilnehmen, müssen bis spätestens Dienstag, 26. Mai, das Fahrgeld in Höhe von 11 M. an den Kameraden Rainski, Große Frankfurter Straße 73, abliefern. Kamerabschaft Brenzlauer Berg. Nicht mie im legten Rundschreiben angegeben, 7 M. filr die Pfingstfahrt nach Swinemünde einzahlen, sondern 11 M. für die gesamte Fahrt. Die feftgefegte Seit der Einzahlung muß jedoch unter allen Umständen eingehalten werden. Die Abfahrt erfolgt am Sonnabend, den 30. Mai, abends 8.49 Uhr. Dieser Bug steht uns faft ganz zur Berfügung. 8. Zug. Montag, den 25. Mai, abends 8 Uhr, Zugversammlung bei Goldschmidt, Stolpische Straße 35. Er. scheinen aller Kameraden ist Pflicht. Ramerabschaft Bilmersborf. Diens tag, den 26. Mai, abends 8 Uhr, Bersammlung der Sug- und Gruppenführer unter Leitung des Borstandes bei Kroihs, Holsteinische Straße 60. In dieser Berjammlung werden die legten Anmeldungen der Rameraden nebft Ange. hörigen zur zweitägigen Pfingstfahrt nach Swinemünde( Abfahrt Sonnabend, den 30. Mai, abends 8.49 Uhr, ab Stettiner Bahnhof, Rüdfahrt ab Smine. minde Montag, den 1. Juni, abends 7 Uhr) unter Cinzahlung von 11 M. Fahrgeld für sin. und Rüdfahrt entgegengenommen. Die einzelnen Rameraden geben inzwischen die Anmeldungen und Fahrgelber an die Zug, und Gruppenfilhrer ab. Ramerabschaft Reukölln- Brig. Die Teilnehmer an der Fahrt nach Swinemünde müssen den Betrag von 11 M. bis spätestens Diens. tag, den 26. Mai," bei dem Rameradschaftstaffierer Ernst Somidt, Reuterftraße 36 III, einzahlen. Näheres dafelbft. Ramerabschaft Reinidenbarf. Die Rameraden, welche an der Fahrt nach Eminemünde teilnehmen, milfsen bis spätestens Montag, den 25. Mai, abends, das Fahrgeld in Höhe von 11 M. an den Kameradschaftsführer abliefern. Kameradschaft Webbing. Montag, den 25. Mai, abends 7 Uhr, Zurnabend Gothenburger Straße 2. Ramerad. schaft Schöneberg- Friedenau. Montag, den 25. Mai, abends 8 Uhr, findet unser Turnabend in der Turnhalle Wartburgstraße ftatt. Die Rameraden müffen pünktlich zur Stelle fein. Ramerabschaft Röpenid. Montag, den 25. Mai, abends 8 Uhr, im Kleinen Gaal des Stadttheaters Mitgliederver. fammlung. Vortrag. Ramerabschaft Bankow mit sämtlichen Untergruppen. Montag, den 25. Mai, abends 8 Uhr, Turnen in der Turnhalle Wollantstraße. Ramerabschaft Steglig. Dienstag, ben 26. Mai, abends 8 Uhr, im Restaurant Kronemann, Stegliz, Schilzenstr. 33, erweiterte Borstandssigung einschließlich der Gruppenführer. Ramerabschaft Weißenfee. Montag, den 25. Mai, abends 8 Uhr, Grüner Baum. Betrifft Fahrt Swinemünde. Fahr. geld in Höhe von 11 m. für Eisenbahn- Hin und Rüdfahrt einschließlich Dampferfahrt Stettin- Swinemünde ist mitzubringen. Ramerabschaft Reinidendorf. Montag, den 25. Mai, abends 6 Uhr, Turnen aller Untergruppen auf dem Sportplaz Reinidendorf- West, Scharnweberstraße. Ramerabschaft Nollendorf 1120, 1121, 1122 Friebrichshain. Dienstag, den 26. Mai, abends 7½ Uhr, Uebungsabend des Trommler und Pfeiferkorps in der Rönigsbank, Große Frankfurter Straße 117. Kamerabschaft Lichtenberg nebst Untergruppen. Dienstag, den 26. Mat, abends 7 Uhr, Ueben der Spielleute bei Albrecht, Neue Bahnhof, Ede Borhagener Straße. Auch die Spielleute der Untergruppen haben daran teilzu nehmen. Ramerabschaft Reinidendorf- Oft. Dienstag, den 26. Mai, abends 7 Uhr, Untergruppenfigung bei Dölschner, Residenzstraße 53, Ede Holländer Straße. Kamerabschaft Mitte. Der Uebungsabend für die Spielleute findet Dienstags statt. Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Arbeiter Abstinentenbunb Berlin. Am 25. Mai, 7½ Uhr, Funktionär fizung Engelufer 29. A.Wertheim Leipziger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Arbeitersport. Beffersportverein Recomania"( A.-.- u. G.-B.). Subern und Baddein. Sigung jeden Freitag nach dem 1. und 15. jeden Monats bei Bursche, Brinzeffinnenftr. 17( Morigplag). Aufnahme neuer Mitglieder. Schriftliche Anfragen an Felix Lange, Berlin- Friedenau, Raiser- ce 79a. Auf Arbeiter Turn- und Sportverein Bantam( Mitglied des Arbeiter- Turn. und Sportbundes.) Dienstag, den 26. Mai, findet in der Schulaula der Gemeindeschule Bollantstraße eine Elternverfammlung abends 8 Uhr ftaft. der Tagesordnung stehen folgende Bunkte: 1. Bortrag. 2. Rreis- Rinderturne feft in Brandenburg. 3. Berschiedenes. Sport. Rennen zu Grunewald am Sonnabend, den 23. April. 1. Rennen. 1. Chimboraffo( S. Blume), 2. Louisiane( 3achmeier), 3. Fippa( Elflein). Toto: 20:10. Blag: 14, 39, 25 10. Ferner liesen: Tranjuje, Humor, Blindgänger, Bubi, Settec, Rebus, Nana, Amiança. 2. Rennent. 1. Höhenrauh( Barga), 2. Glasbäger( M. Jenzsch), 3. General( Baich). Toto: 43: 10. Blak: 24, 16: 10. Ferner liesen: Henry, Seufelsnärin. 3. ennen. 1. Banter( 5. Blume), 2. Hermoder( F. Kasper), 3. Lederstrumpf( Behr). Toto: 25: 10. ret liefen. 4. Nennen. 1. Miltiades( Haynes), 2. Tannkönig( Staudinger), 3. Driza a( h. Blume). Toto: 17: 10. Plak: 13, 26: 10. Ferner liesen: Habicht, annar. 5. Rennen. 1. Theofrit( F. Kasper), 2. Bafur( H. Blume), 3. Effe hard( Augustin). Toto: 14:10. Blab: 10, 11:10. Ferner lief: Manlius. 6. Renne 1. 1. Laufjunge(. Kasper), 2. Beryll( Huguenin), 3. Döberit( Barga). Toto: 29: 10. Plat: 12, 11, 12: 10. Ferner liefen: Ramen, Baldung, Melanie, Maravedis. 7. Rennen. 1. Mara(. Blume), 2. Mantinea( B. Eich), 3. Jojo ( Barga). Toto: 29: 10. Blag: 12, 12, 11: 10. Ferner ficfen: Staffelci, Brandung, Lorette, Bielliebchen, Sport- Belt, Schwertlinic, Begonia. Großer Preis von Berlin in Treptow. Am heutigen Sonntag bat die Hleine, idyllisch gelegene Treptower Bahn ihren großen Tag, denn als Hauptnummer des Programms fommt das flafische Rennen um den Großen Preis von Berlin" zum Austrag. Wie auch in den legten Jahren führt das Rennen wieder über 100 km, und zwar in zwei Laufen über je 50 km. Der Große Preis von Berlin wird hiermit zum 43. Male ausgefahren. In diesem Jahre erhält der Große Preis von Berlin eine besondere Note dadurch, daß fünf Fahrer der Extra. Plasse in Treptow am Ablauf erscheinen. Saldow, ewanow, eis, Sawall und der Amerikaner Gaffney sind die Aus: erwählten, die um den Sieg in diesem großen Rennen fämpfen werden. Die fleine Bahn im Dsten hat schon viele große, bedeutende Rennen zum Austrag geb: acht, aber mit dieser Beschung hat sie alles bisher Dagewejene in den Schatten gestellt. Der erste Start des Weltmeisters und Sechstagefiegers Walter Ritt, der in der nächsten Woche sein 25jähriges Rennfahrerjubiläum feiert, gibt den Fliegerrennen einen besonderen Reiz. Rütt trifft hier auf den schnellen Australier Bob Spears. Neben diesem interessanten Zweiertreffen tommt ein Handicap über sechs Runden, sowie ein 30- Runden Bunitefahren mit sechs Wertungen zum Austrag. Zu beiben Nennen haben je 20 Fahrer gemeldet. Beginn der Rennen 3, Uhr nachmittags. B Geschäftliche Mitteilungen. Die altbekannte Firma Moscank. Landsberger Str. 59, eine Treppe, am Apanderplak, bietet zum bevorstehenden Pfingstfest ganz besonders billige Sonderpreise in Damen- Rostümen und Mänteln. Außerdem gewährt die Firma auf alle Waren einen Sonderrabatt von 5 Broz. Jm Anzeigenteil unserer heutigen Nummer befindet sich ein Inferat, in dem zum Besuch des bekannten Oftheebabes Ahlbeck eingeladen wird. Bir machen unsere Lefer besonders darauf aufmerksam. Wetter für Berlin und Umgegend. Etwas wolfiger und zunehmende Gewitterneigung. Für Deutschland. Nordostdeutschland fühl, meist beiteres ichwachwolfiges Better, jonit überall etwas mehr auftretende Bewölkung. Strichweise Gewitter mit besonders in Nord- und Westdeutschland eintretender borübergehender Abkühlung. Ein wichtiger Termin lut am Dienstag, den 2. Juni 1925, abends 6 Uhr, ab. Spätestens bis da hin muß nämlich die Erneuerung der Lose der 3. Klasse der 25/251. PreußischSiddeutschen Klassen- Lotterie bei dem zuständigen Lotterie- Einnehmer erfolgt fein. Andernfalls verliert der Spieler fein Anrecht auf das Los der 3. Klasse und in Anbetracht des zurzeit heirschenden Mangels an Lofen die Möglichkeit zum Weiterspiel in dieser Lotterie mit ihren so außerordentlich günftigen Gewinnchancen Die Riehung 3 Klaffe beginnt am Dienstag, den 9. Juni 1925. Es tommen 16 000 Gewinne im Gesamtbetrage von 2 498 600 Reichsmart zur Aus fpielung. Die Höchstgewinne betragen zweimal 100 000 Reichsmart, zweimal 50 000 Reichsmart und zweimal 10 000 Reichsmart. Außerdem werden zahlreiche mittlere nnd fleinere Gewinne ausgespielt. 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Schon im Juli 1923 haben sich Vertreter von Beamten organisationen Hollands, Frankreichs, Desterreichs, Deutsch lands und der Tschechoslowakei in Bien zu einer Aussprache über die Gründung einer Beamteninternatip nale zusammengefunden. Bereits damals galt es, vollfommene Klarheit zu schaffen über den Charakter und die Grundlagen der neuen Internationale. Folgende Ent schließung wurde am 3. Juli 1923 in Wien einstimmig anDie am 2. und 3. Juli 1923 in Bien tagende Ronferenz ist der Meinung, daß die Erreichung der wirtschaftlichen, sozialen und fulturellen Ziele der Arbeitenden aller Länder nur im Kampfe gegen die internationalen fapitalistischen Machtfattoren möglich ist und erkennt in der Schaffung einer internationalen Organisation det offentlichen Beamten und Angestellten die wirtsamste Waffe in diejem Kampfe." Die vorstehende Entschließung, die auf dem vom 11. bis 16. Mai 1925 in Paris veranstalteten Gründungstongreß von allen Delegierten auch von den Bertretern der englischen Organisation- gebilligt worden ist, hat auf Antrag des Führers der französischen Delegation als Anhang Aufnahme in die Sagungen gefunden. Diese Tatsache ist für die Entwicklung der Internationale von ausschlaggebender Bedeutung. Niemals mehr fann sie ihres gemerschaftlichen Charakters entfleidet werden. Aussicht, daß das Bureau des Internationalen GemertschaftsFrage gewonnen werden wird. Bereinigung von Grenz fragen wird um fo leichter sein, als der Pariser Rongres den grundsäglichen Standpuntt eingenommen hat, daß die Organisierung der Betriebsbeamten( Boit, Eisenbahn und öffentliche Betriebe) nicht Sache der JAL. fein tönne. Sonntag, 24. Mai 1925 der Wirkung, Menschen zusammenzubringen und zufammenzu Wer nur etwas Gefühl hat ft: schweißen. Wenn der Arbeiter von der Dristrantentafie spricht, in fagt er unfere Krantentaffe". gesellschaftsbildende Kräfte, weiß, was für ein Ritt in diefem unsere ranfenfaffe liegt. Es wäre falsch, wenn wir dem„ Arbeitnehmer bas Bertrauen zu feiner Kaffe nähmen. Denn eine Masse, die zu nichts und niemand Bertrauen hat, ist nichts als eine Bande von Meuterern, und wir müßten ihre Zerstörungen bezahlen. Aber miz fönnen und dürfen nicht dulden, daß unsere Gesellen durch dier Ritt an eine Solidarität gefesselt merden, zu der fie nicht gehören. Der Gejelle gehört zur Innungstrantenfalle und nicht zur Orts hängt sicher nicht alles, aber es hängt Wichtiges davon ab." tranfenfasse. Also, Handwert, Ichaffe Innungsfrankenkassen. Es hängt sicher nicht alles, aber es hängt Wichtiges davon ab. Innungstaffenmitglieder, macht die Augen auf. Ihr seht jetzt. mobis ber Rurs gehen soll. Die Geschlossenheit der Arbeitnehmerschaft soll auf alle mögliche Art und Weise selbst die Krankenversicherung, die feinesfalls ein Tummelplag politischer Leidenschaften werden darf. Aus der Praxis der Arbeiterversicherung. Wichtige Entscheidungen. Zum Begriff der Arbeitsunfähigkeit. Die JL. hat gewerffchaftliche Aufgaben zu Löfen, fie lehnt daher jede Berbindung mit parteipolitisch orientierten internationalen Einrichtungen ab. Das darf natürlich nicht hindern, daß in der neuen Beamtenintergenommen: nationale mit aller notwendigen Klarheit der Arbeit Die eingehende Erörterung der Grundlagen für eine internehmerstandpunti vertreten wirb. nationale Organisation der öffentlichen Beamten und Angestellten Nicht nur in Deutschland, fonbern in allen der JAL. an hat ergeben, daß die in der Vorbesprechung erschienenen Bertreter geschlossenen Ländern wird das Sekretariat intensive Auf hat Auferstört werden, und dem Unternehmertum ist dazu jedes Mittel recht, Der einzelnen Berbände auf dem Boden unbedingter und flärungsarbeit zu leisten haben. Der internationale Organi tatträftiger Solidarität aller um Bohn und Gefationsgedante muß in den Reihen der Arbeitnehmer des halt Arbeitenben im Sinne der geltenden internationalen öffentlichen Dienstes diskutiert werden. Sie müssen ihn an gewerkschaftlichen Grundsätze stehen. menden lernen als eine Waffe im Kampfe um die Verbesse rung ihrer Lage. Wir fönnen soweit Deutschland in Frage tommt nicht glauben, daß deutsche Beamte, die ihre Bage in objektiver Bürdigung der politischen Konftellation der Boltsmassen ein. Ihre Anwendung ist in zahllosen Einzelfällen Die Arbeiterversicherung greift tief in die Lebensverhältnisse erfannt haben, die in der Wiener Entschließung Don 1923 3weifeln unterworfen, die durch legtinstanzliche Entscheidung, haupt enthaltene Begründung ablehnen fönnten. Heber Taffit wird fachlich des Reichsversicherungsamts behoben werden. Da diese fich immer reden laffen, ist doch in der Debatte über den Dinge von großer Wichtigkeit sind, teilen wir einige bedeutsame Ente Sagungsentmurf des vorläufigen Bollzugsausschusses unterscheidungen dieser Art, die sonst in der Fachpresse für die meitere Buftimmung des Kongresses ausdrücklich betont worden, daß Deffentlichkeit vergraben bleiben, in furzer Zusammenfassung mit, die Besonderheiten der angeschlossenen Länder in der von um so den Beteiligten in der Wahrung ihrer Rechte behilflich zu sein. der JAL. zu treibenden Braris Berücksichtigung finden müffen. Der ausgeprägte Tatsachenfinn der Bertreter ber holländischen Organisation, der auf Wunsch auch der deutschen Delegation für die nächsten zwei Jahre das Sekretariat über. tragen worden ist, bürgt für die fachliche Erledigung der unverzüglich aufzunehmenden Arbeiten. Auf der für Anfang Oftober b. J. in Straßburg geplanten ersten Sigung des neuen Bollzugsausschusses, bem u. a. auch die Wahl des neuen Bollzugsausschusses, bem u. a. auch die Wahl des Bureaus obliegt, wird durch Arbeitsverteilung der Zu sammenschluß gefestigt werden. Schon der zweite Rongreß der AL., ber 1927 in Nürnberg veranstaltet werden soll, wird den Beweis liefern müssen, ob mit der neuen Beamten internationale als einem ernst zu nehmenden Fattor im Wirtschaftsleben der Bölfer gerechnet werden fann. Mit größter Aufmerksamkeit hat das Bureau des Inter nationalen Arbeitsamts in Genf die Borarbeiten zur Grünübung eine Tätigkeit gewissermaßen zum Beruf gemacht hat.( Revi bung der JAL. verfolgt. Wie schon zu der Borbesprechung in Wien 1923 hatte der Direttor des Internationalen Arbeits amts, Albert Thomas, auch zu diesem Kongreß einen Bertreter enifandt, der in ausführlichen Darlegungen auf die Ein Urteil des Oberversicherungsamts Magdeburg vom 23. OttoNotwendigteit engster Fühlungnahme des Genfer Bureaus ber 1924(„ Die Arbeiterversorgung, 1925, S. 108) hat die Ueber mit der JAL. hinwies. Das Echo, das feine Ausführungen tragung von Syphilis auf Arbeiter, die eine Glasmacherpfeife nach auf dem Rongreß auslöften, hat gezeigt, daß die Führung einem inphilitisch erkrankten Arbeiter benutzt haben, als Betriebs. der JAL. gewillt ist, über die üblichen Grenzen hinaus unfall anerkannt, da feine allmählich erworbene Krankheit, sondern gehende Arbeit zu leisten, indem sie durch grundlegende bie Infektion einer Wunde im Betrieb durch gemeinsame Benutzung Ünterfuchungen der Lage der öffentlichen Bediensteten aller einer dort bestehenden Einrichtung vorliege, daher die Merkmale eines Betriebsunfalls vorhanden seien. Uns erscheint diese EntLänder das Niveau vorbereitet, das allein die Möglichkeit zur scheibung selbstverständlich nicht minder aber ein scharfes Ein Gewinnung einer Generalübersicht bietet und damit den Aus- greifen, das derartige Mißbräuche, wie solche Benuzung fo gefähr gangspunti für die materielle und ideelle Hebung der Berlicher Betriebsmittel durch mehrere Arbeiter unbedingt ausschließt. fonale des öffentlichen Dienftes schafft In diesem Sinne Db es schon angängig ist, dieses ganze, auch sonst gesundheitsgefähr grüßen wir die neue Beamteninternationale mit einem fiche Mundbläserverfahren vollständig durch ein mechanisches zu er herzlichen Glüdauf! fegen, ob man sich auf das Berbot einer solchen gemeinsamen Bes mugung oder auch nur auf die Borschrift ausreichender Desinfektion beschränken muß in jedem Fall müffen derartige höchst unreinliche und, wie man sieht, für zahlreiche Arbeiter und ihre Familien Die gewertschaftliche Note der neuen Beamten internationale hat auch die Pariser Presse der politischen Rechten von vornherein tlar erkannt. Nachdem ihr Bersuch, die infolge ungenauer llebertragung von Teilausführungen des Berichterstatters über den Sagungsentwurf bei ben englischen Vertretern entstandene irrtümliche Auf fassung zur Trennung der Kongreßbelegierten in zwei Heerlager auszunüßen, fehlgefchlagen war, fand sie sich in objektiver Würdigung der Borgänge auf den Boden der Taifachen zurüd. Le Temps", das Sprachrohr des Bloc national, der Reaktionsminderheit der Poincaré und Millerand, würdigt die neue Internationale von feinem Stand punkt und fieht in ihr- natürlich eine Gefahr nicht nur in internationaler, sondern auch in nationaler Beziehung. Immerhin aber schließt der Leitartikler im Temps" feine Betrachtung mit dem Sage: Heute ist die Beamteninternationale da. Welcher Staatsmann wird wagen, fie leichten Herzens zu betrachten?" " Anders stellt sichère nouvelle", das Drgan des fran zöfifchen Lintsblods, auf die Dinge ein. Seute", schreibt Maurice Delepine in L'ère nouvelle" vom 16. Mai, ber anstalten die Beamten einen internationalen Kongreß. Sie haben die Geseze des Kampfes der Schaffenden und die Not wendigkeit einer über die üblichen Grenzen hinausgehenden Tätigkeit schnell begriffen. Und ihr Kongreß, der von ihrer wachsenden Kraft zeugt, enthält in sich die gesamte Geschichte Der Arbeiterbewegung. Nach kurzer Würdigung des eng Wozu Jnnungskrankenkassen? lischen Standpunktes heißt es am Schluß dieses Artikels: ,, Gleichwohl begrüßen wir diese große Bewegung, die fruchtbar sein wird. Die Zeit ist vorbei, in der Clemenceau bie ben werftätigen Schichten eine angemessene Hilfe in Krankheits Wenn man von dem Swed der Krantenversicherung ausgeht, Beamten verächtlich als„ rückständige Bourgeofie" befällen zu gewähren, so scheint diese Frage ziemlich überflüssig. In handelte. ben Kreisen der Innungstranfenfassen herrschen barüber aber mesentlich andere Meinungen. Diese Herrschaften find nicht in erster Linie der Ansicht, daß durch die Inmungsfranfenfaffen den Versicherten geholfen merden muß, fie benugen vielmehr die Innungstrantentassen als Mittel zum 3med einer ganz zielbemußten Unternehmerpolitif. In bea Mitteilungen des Hauptner bandes deutscher Innungstrantenfaffen", 1925, Tummer 1, tommt diese Absicht in einem Artifel von C. Bohrmann„ Die hand mertspolitische Seite der Innungstrantentaffen flar zum Husbrud. es heißt in diesem Artitel u. a.: Auf dem Pariser Kongreß waren neun Länder mit rund 400 000 Beamten und Lehrern vertreten, und zwar: Defter reich, Tschechoslowakei, Deutschland, Holland, Frankreich, Eng land, Irland, Rumänien und Schweden. Portugal, Griechen fand und Norwegen haben ihre Sympathie bekundet und ihren Anschluß in Aussicht gestellt; Ungarn, Dänemart, Schweiz und Amerika baten um Entschuldigung megen Richt entsendung von Vertretern. Ein beachtenswerter Erfolg, der in erster Linie der unermüdlichen Brogrammtätigteit ber Mitglieder des provisorischen Bollzugsausschusses zu danken ist. Und dennoch nur ein Anfang. Jezt kommt es darauf an, daß nicht nur das in den Sagungen umriffene Programm eingehalten wird, sondern auch das ganz besonders in internationalen Fragen notwendige Fingerspizengefühl bei dem Ausbau der Internationalen Bereinigung der Angestellten, Beamten und Lehrer im öffentlichen Dienst"( JAL.) die Führenden nicht verläßt. Die drei großen Programmpunkte der JAL.: Mitbestimmungsrecht, Frage der Arbeitszeit, Lohn- und Gehaltsfrage eröffnen dem aus dem Bollzugsausschuß zu wählenden Bureau, in dem neben Desterreich, Frankreich und England auch Deutschland vertreten sein wird, ein reiches Arbeitsgebiet. Daneben aber gilt es organisatorische Schwierigkeiten zu beheben und vor allem ein kameradschaftliches Berhältnis zwischen den bereits bestehenden internationalen Berufssekretariaten der Beamten JPTT.( Postbeamte, ITF.( Eisenbahner) und öffentliche Betriebe( van Hinte) anzubahnen. Es besteht begründete Es gelernten Arbeiter liegt Arbeitsunfähigkeit im Sinne des§ 182 Das Reichsversicherungsamt hat entschieden: Bei einem uw= r. 2 RBD. dann vor, wenn er nicht oder doch nur mit Gefahr der Berschlimmerung seines Zustandes seiner bisher ausgeübten Er. werbstätigkeit nachgehen fannsofern er diese seit längerer Beit ausgeübt hat und sie ihm infolge der darin erworbenen Erfahrung, Geschidlichkeit und Anpaffung an ihre bejonderen Ver hältnisse gewissermaßen zum Berufe geworden ist. Es handelt sich um einen Hafenarbeiter, der infolge einer Operation gerade diese Beschäftigung eine Zeit hindurch nicht ausüben fonnte. Die Krankenfaffe hatte sich auf den Standpuntt geftellt, daß ein ungelernter Arbeiter eher als ein gelernter imftande sei, leichtere Arbeit anzunehmen. Das Reichsversicherungsamt hat die Zulässigkeit dieser Unterscheidung bahingestellt gelaffen, fie aber jedenfalls für den Ball verneint, in dem ein ungelernter Arbeiter burch längere Ausionsentscheidung des Reichsversicherungsamtes vom 13. November 1924( 2834 Amtliche Nachrichten 1923 S. 34). Syphilis als Unfallfolge. gefährliche Betriebsmißbräuche streng beseitigt werden. Anspruch der Witwe auf Wochenhilfe. Die Frau eines Rnappschaftstoffenangehörigen, der Aber 27 Jahre bis zu seinem am 25. 21pril 1923 erfolgten Tode der Rasse angehört hatte, war am 5. Jamuar 1924 niedergekommen. Ihr gewiesen, da der Mann nicht in den legten zwei Jahren vor der Anspruch auf Familienmachenhilfe murde von der Snappschaft ab. Entbindung 10 und im letzten Jahre 6 Monate Mitglied der Kasse gemejen fei. Das Reichsversicherungsamt hat jedoch den Anspruch anertannt. Es ging tavon aus, daß die Borschrift des§ 205a der Reichsversicherungsordnung, auf die die Knappschaft fich ftüste, var Erlaß des Gelezes vom 29. Juli 1921 über die Wochenhilfe ent tanben ist. Wenn dieses Gesez einen Anspruch der Chefrau bis zum Ablauf des neunten Monats nach dem Tode geschaffen hat, so hat es natürlich nicht im selben Atemzug diese Borschrift für die fetten brei Monate diefer Frist wieder ausschließen wollen. Mithin ist die Vorschrift des§ 205a RBD. in dem milderen Sinn auszu legen, daß die vorgeschriebene Frift als erfüllt gilt, wenn der Che mann nur die 10 bzw. 6 Monate vor seinem Tode der Kasse angehört hat.( Entscheidung des RB., Snappschaftsfenats, vom 7. Stovember 1924( IIa Rn. 55/24). Was ist nun zu tun? Das Handwerf muß unter allen Um ftänden die größten Anstrengungen machen, die Gehilfenschaft wieder auf seine Seite zu bringen. Es muß einsehen, von welcher Tragweite diese Frage ist. Es muß bereit sein, unter Umständen Opfer dafür zu bringen. Es muß daran arbeiten, daß der Gehilfe wieder Ber trauen zu feiner Zukunft gewinnt, die beim Handwert liegt, es muß eine gesunde Lohnpolitif eingeschlagen werden, und es müffen Bin bungen gefchaffen werden, die den Gefellen aus der Soli. barität ber Arbeitnehmer hinausretten( fann man Das Mitbestimmungsrecht der Angestellten. getrost fagen) in die Solidarität des Handwerks. Und da sind die Innungsfrantenfaffen ein außer ordentliches wirtfames Instrument. Nicht nur, daß sie die einfluß. reichste und wohl auch bewährteste Einrichtung sind, an der Meister unb Gefelle gemeinsam arbeiten, sich schäßen lernen, nicht nur, daß Meister und Gesellen von gemeinsamer Arbeit gemeinsamen Borteil haben. Sondern die Innungsfrantentaffe entfernt ben Gefellen aus der Dristrantentaffe, und das ist außerordentlich wert poll. Eine Krantentaffe ist nicht nur ein finanzielles Institut, for bern auch eine Einrichtung mit sozialen Wirkungen, vor allem mit Neue Beeinträchtigungen. Nach dem Reichsarbeitsblatt( Nr. 9/10, G. 87) hat der 3. Be. schlußsenat des Reichsversicherungsamts grundsäglich entschieden, daß bei Aufstellung einer Dienstordnung für die Angestellten einer Berufsgenossenschaft ber auf Grund des Betriebsrätegefches errich teten Betriebsvertretung ein Mitbestimmungsrecht zu ftehe. Ebensowenig bei der Festsetzung von Strafen auf Grund der Dienstordnung. Es wird von der Mitbestimmung bald der letzte Reft den richterlichen Auslegungen zum Opfer gefallen sein. Lustig's Pfingst Angebote Oberbettbezug gestreifter Bettsatin, 10.50 zum Knöpfen Frottierhandtuch guter Kräuselstoff, mit farbiger 2.25 Kante Ruhebett Damenwäsche Del billigen Preisen gais Qualität d beste Verarbeitung aus eigenen Atellers Stickerel, gest. Taghemo Trager 0.89 Eleg. 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Abbau oder Aufbau im Bankgewerbe? 3om gemeinen Berband der Deutschen Bantangestelltert, Stegruppe Berlin, wird uns geschrieben: Wenn ein führender Di refine der Discontogesellschaft, Dr. Eduard Masler, und ein prominentes Borstandsmitalied der Deutschen Bant, Guitar Schra= ter, sich in der heutigen Zeit der Wirtschaftsfrije" palastariige Billen in Nitelassee unb Rouhabeisberg bauen loffert, die mit ver fhwenderischer Bracht ausgestattet werden, jo mag das als erfreu liches Zeichen des Blühens und Gebeihens unseres deutschen Bant gemerbes geiren. Płody it in aller Erinnerung der rücksichtslos durchgeführte Berjonalcbbon im Bonfgewerbe, der im Jahre 1924 faft 200 000 2/ nreffelite aus Beruf und Eristenz rib. Die Geschäfts crirögnisse der Benfen, wie sie sich selbst aus den undurchsichtigen Bilanzen ergeben und die Ausführungen m den Geschäftsberichten Tießen erhoffen, daß es mit dem Personalabbau angesichts der verherrenden Folgen für die davon Betroffenen endlich ein Ende habe. Etait deffen find allein in Berlin jezt wieder Der bekannte Finanzschriftsteller Dr. Alfred Lansburgh, der Berfasser der Briefe eines Bankdirektors an feinen Sohn", führt zu diesem Thema in seiner Monatsschrift Die Bant" folgendes aus: „ Es ist bedauerlich, daß die Bonten sich samt und sonders zum Brinzip des weiteren Abbaues befennen. Vor dem Kriege maren die Benten in einer nicht immer zu billigenden Haft zu Infuler Ausdehnung bereit; die Errichtung neuer Filialen war oft nur unter dem Gesichtspuntt der Macht und Prestigepolitit verständlich. Benn sie aber heute ausnahmslos auf die Ber fleinerung des nun einmal geschaffenen Filialnieges bedacht find, und menn beispielsweise die Commerz und Privatbant ihre Niederlassungen von 300 auf 219 reduziert hat, um fie jest auf meniger als 200 gr beschränken, jo erscheint cuch hies mieber als unberechtigt und als Ausfluß einer i dha d= Selbst verlustbrin lichen Resignationsstimmung. gende Filialen haben einen gewissen propagandistischen Wert und jellten über Meffer gehalten werden, bis sich aus der Zusammenarbeit von deutscher Schaffenstraft und deutscher Technik der norinale Geschäftsumschlag der Zutunit ergibt, der nicht nur die toten Rapitalien mieder belebt, sondern auch die heute unooli tommen ausgemugten Betriebseinrichtungen wieder voll in Aninruch nimmt. Der Apparat der Banten ist eine Reserve, dezen Unterhaltung selbst mit Opfern meitsichtiger ist als ihre Auflösung. Unter ähnlichen Gesichtspuntten sollten die Banten fich auch die Frage vorlegen, ob nicht die Beibehaltung des jezigen, von 140 000 Röpfen auf zirka 62 000 Köpfe reduzierten eingearbeiteten Beamten= förpers rationeller ist als eine weitere Berringerung, die sie bei eintretender Geschäftsbelebung zwingen würde, ihre Zuflucht zu neuen Kräften ohne bantmäßige Vorbildung zu nehmen" zum 1. Jufi mizderum zirka 1500 Kündigungen erfolgt. Darunter find Angestellte, die 20 Jahre in den Diensten ter Banken standen, alt und grau gemorden sind und sicherein Clend entgegenachen. Bergejlen ist die 14 bis 16stündige Tag und Nachtarbeit der Snfloffonsjahre, her Dank für alle Aufopferung, für die erlittenen Gesundheitsschädigungen, ist die Kündigung Abfindungen, wie sie beiipielsweise in Desterreich, je nad) Anzahl der Dienstjahre bis zu 26 Monatsgehältern gezahlt werden, gibt es in Deutschiind nicht, damit ist der Aufbau einer neuen Eristenz her menigstens das ruhige Suchen nach einer anderen Stellung den Abgebauten unmöglich gemacht. Solche Abfindungen wurden non den deutschen Banten nur in völlig unzureichendem limfangetragen. und dann meistens erst, nachbein die Organisation die Hilfe der Gerichte in Anspruch genommen hatte, gezahlt. Auf der anderen Seite wieser hoben Direttoren in Ber Iin bei einer der vier D- Banten zum Abschluß pro 1924 jest im zil 1925 jage und schreibe bis zu 500 000 Mart( eite halbe Mil Ian) au Tanflemen erhalten, ein cinzelner Direktor alfe einen Se: tica. Ler ausreichen würde, um an 2000 Angestellte faft das Höchite gchaft des Tarifes, 250 m, zu zahlen. Die Mehrzahl der Angestellten hat aber bei weitem nicht dieses Einfommen, da in Bufunft nur noch gestellte beschäftigt werden foljen, die eben aus der Lehre gefommen sind. Bont 2b ben besonders betroffen wurden Familiensäter mit Stindern, Deil an diese soziale 3ulagen gezahlt merden müssen. 2 uch junge Mädchen werden wieber eingestellt. lleber ählige Lehrlinge werden ihon nor Beendigung der Sehre abgebaut. Aurz, jede Rücksicht auf die elementcrften Grundläge einer nicht nur im Intereffe bes einzelnen, sondern im Intereite ciner vernünftigen Volkswirtschaft gebotenen Sozialyulitik jehlt den Zeitern unserer deutschen Banten. Ja, diese hossen Durch czweiterte Einführung der Maschinenarbeit in den Banfbetrieben ten schon so beträchtlich verminderten Bersonalbestand um noch 15 bis 25 roz. verringern zu fönnen. Multaniträge übergibt man nur bem ameis des Deutschen Buffer Berbandes Perfin 027.nd: easir. 21( önigftedt 4210) Gité zeit 9-5, Sonntang 10-2 Uhr. Auf Buns Be: treterbeluch An Hand der Jahresbilanzen für 1924 wird dann in diesem Auffah der Beweis geführt, daß die Banten jehr wohl im stande mären, eine Zeitlang die zunächst noch tote Last solcher vorbereitenden Aufwendungen für die Zukunft zu Es hieße diese Ausführungen aus berufener Feder abschwächen, mollten mir noch niet hinzufügen. Nur das eine jei noch gefagt, daß Dr. Alfred Lansburgh feinesfalls als angestelltenfreundlich gelten fann. Als Beweis möge dienen, daß derselbe, der hier aus reinen Bernunftgründen den Bankleitungen den Rat gibt, init dem Abbau zu stoppen, in der Aprilnummer seiner Zeitschrift Die Bonf" den Fall, daß der Unternehmer gemungen werden fell, höhere Löhne auf Kosten seines Eigengewinnes zu zahlen, wirtschaftliche Anarchie nennt. Da aber die Banten anderer Ansicht sind und ihnen das 2ugusbedürfnis ihrer Vorstandsmitglieder mehr gilt als das wohl und ehe ihrer Angestellten, teren wir zu dieser Flucht in die Deffentlichkeit genötigi. Denn ein weiterer Abbau des Bantenapparates für nötig erachtet wird, dann muß endlich in den Direktionsfollegien becomen werten. Leute, die sich heute Baläste bauen laisen fönnen, würden durch einen bou nicht geschädigt und würden sich auf andere Gebiete mit gleichem Erfolge betätigen nicht verzichtet werden können, so base mon Tantienen und sonstige fönnen. Sollte aber auf den einen oder anderen diese Kapitäne Zuwendungen der Direttoren ab. Das ist die selbstverständ liche Forderung, die sich die Deffentlichkeit, die sich euch Schlichtungsinstanzen und Gerichte endlich zu eigen machen follten. Orenstein v. Koppel, Spandau. Die Belegschaftsversammlung hat nach Befanntgabe des Berhandlungsresultats durch den Betriebs: rot einstimmig beschlossen, am Montag früh die Arbeit geschlossen wieder aufzunehmen. Der Betriebsrat. SPD.- Buchdruder! Die diesmonatlichen Bezirks- Fraktionsversammlungen finden in folgenden Laialen fiait: Seute vorm. 10 Uhr: Besirt 3 bei Alug, Dongiger Str. 71: Bezirk 9 bei Reimer. Charlottenburg. Wilmersdorfer Str. 21. Montag, den 25. Mai, abends 7 Uhr: Bezirk 5 bei Renser, Reichenberger Str. 154; Begirt 6 bei Sing, Wilms, Ede Tempelherrnstraße. Da in den Monaten Juni und Juli die Bezirksversammlungen und damit in den Bezizten aud) unsere rattionsverfammlungen ausfallen, ermarten wir zu den desmonatlichen obigen Bersammlungen zahlreichen Befuch. Tagesordnung: Stellungnahme au den Lohnverhandlungen." Der Fraktionsvorstand. Achtung, Ziarree! Seute normittag 10 Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal T. Beriammlung sämtlicher auf dem Boden der Amftertomer Gemerfidoftsinternationale stehenden Mitglieder der Bahlftelle Berlin und Umgegend des Zentralverbandes der Rimmerer DeutschTonds. Tagesordnung: Arbeitsverhältnisse in Ranada." Um redt ach reiches Erscheinen ersucht Der Fraktionsvorstand. Achtung, SPD.- Betriebsvertrauensleufe! Der Kämpfer" r. 12 ift fertiggeftelt und fann im Bureau, Zinkenstr. 3. 2. Sat, 2., in Empfang genommen werden. Besonders die Vertreter bes Ricin und Mittelbetriche werben ersucht, rechtzeitig abzuholen. Parteiousmeis ist mitzubringen. Bezirksverband Berlin der SPD., Betriebsfciretariat. Straßenbahn, Hochbahn, Omnibus! Am Dienstag, den 26. Mai, abends 9 Uhr, im Saalbou Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-24, Bolversammlung fämtlicher Arbeitnehmer der ges famien Berfehrsbetriebe. Reiner darf fehlen! Dienftausweis vorzeigen! Deutscher Verkehrsbund. Deutscher Metalarbeiter- Verband. Deutscher Berlehrshund, Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Achtung: Dels gierte sur örtlichen Generalversammlung! Morgen, Montag, abends 7 Uhr. im Gaol 4 des Gewerkschaftshauses ordentliche Generalversammlung. Mitgliedsbuch und Legitimationstarte find an Eingang vorzulegen. Ohre Bus und Delegiertenforte tein Zutritt. Ber mit feinen Berbandsbeiträgert über vier Wochen im Rüditande ift, findet teinen Giniak! Behlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Die Bezirksverwaltung. Baugewerksbund, Fachgruppe Strd. und Givsben. Montag, den 25. Mai, abends 7 Uhr im Dresdener Casino", Dresdener Str. 96, Mitgliederverammluna. Bortreg des Genossen Adolf Soffmann:„ Staat, Kirche und Schule." Disfufion. Gewertfoeftliches. Die Frauen der Rollegen find a biefer Bersammlung eingeladen. Mitgliedsbud legitimiert, ohne dasselbe Die Gruppenleitung. kein Zutritt. Berband der Waler, 2adierer, Auftreicher nim. Montag, ben 25. Mat bandstog in Dresden in folgenden Lofalen: Norden: Sminemünder Str. 11; Nordosten: Wins, Ede Chrifthurger Str. bei Schleif: Often: Große Frant furter Str. 17; Sihoften: Reughofftr. 21: Beiten: Steinmegftr. 36a; Nort eiten: Bredomir. 35: Bedding: Nazarethfirchstr. 41: Gesundbrunnen und Bentor: Banffir. 69; Teißenice: Friedrichstr. 1: Richtenberg: Sronprinsen, Ede Beierstrofe, hei Badhaus: Reulon: Rosenstr. 24: Wilmersdorf: Pfalzburner Str. 5: Charlottenbura: Goetheftr. 26: Steglis- Friedenou: Friedenau, Sandjernftr. 60.61: Lichterfelde: Hindenburabamm 55: Tempelhof: Berlince Str. 111; Oberidhänemeide: Giemens, Ede Deulstraße: Köpenid: Rosenstr. 10; 1925, non 6½ bis 9 Uhr abends, ahl der Delegierten zum Be riedrichshagen: Friedricht. 121: Spandau: Breite Gir. 34. Sebes Mitalieb hot des Mitgliedsbud) vorzulegen.. Wahlrecht ist Mahlpflicht! Seder einzelne Rolleoe het innerhalb feines Betriebes auf die Wahl hinzuweisen und für eine gute Wahlbeteiligung au forgen. 7 Die Ortsnerwaltung. Gewerkschaftsunterfommisñion, 20. Bezirk, Reinidendorf. Dienstag, abends Uhr im Bolfshaus. Emarrmeherjirche, wichtige Bobikung. Referent: Solege Siege. Pünktliches Erscheinen unbedingt erforderlich. J. A.: Der Arbeitsausschus. sereralversammlung am Mittmed, den 27. Mai, wachm. Berband der Buchbinder und Bepierverarbeiter Deutschlards. In der 514 Uhr, int Gaol 4 des Gerufichaftshauses wird die Tagesordnung erweitert durch für den Verbandstag". uffte II una er Sandidcien Die Delegierten werden ersucht, nollzählig und pünktltid u erscheinen. Die Ortsverwaltung. AFA- Funktionäre bez Metallindustrie. Dienstag, den 26. Mat 1925, abends 71 Uhr, im Ariegerpereinshaus, Chauffeefir, 94, miditige AFA. funktionärversammlung. Stellungnahme zum Ebiedrspruch über die Mai. Gehälter. Pei der Bichtigkeit der au foffenden Refdüffe ermarten wir, daß unbedingt alle Funtionäre erscheinen! Die Mitglieder des Af- etel- Rariels treffen fidh eine Stunde vor Bo ginn der Bersammlung. d. h. un 61. Uhr. im aleichen Bersammlungstofel AFA- Metall Rarte II. Rothe. Günther. Lange. Pfingsten- Ultimo Da der Andrang enorm sein wird, bitten wir Sie in Jhrem eigenen Jnteresse, möglichst in den Vormittagsftunden zu kaufen. HerrenHalbschuhe braun Rindbox, in eleganter, halbspitzer Form, weiss ge doppelt 9 Kinder- Schnürstiefel braun R'Chevreau, in guter Ver arbeitung, Grösse 25-26 4,90, 23-24 90 450 Kinder- Stiefel 50 1750 braun Rindbox, gutes Bodenmate rial.... Grösse 31-35 8,50, 27-30 Ran Ganz hervor. Achtung! razend billig Sandalen braun, glatt Rindleder, Flexible, zweisohlig Gr. 43-46 8,90, 36 42 7,90, 31-35 6.90, 27-30 5,90, 25-26 4,90, 23-24 4,50, 21-22 3,90, 18-20 3.50 Achtung! Hervorragende Leistung Weiss Leinen- Schnürund Spangenschuhe 95 5,90 4,90 3,95 2,95 schwarz, nye sowelt Vorrad zum Teil auch in Grau, Braun und Damen- Einspangenschuhe brann Boxcalf, be quemer, haltbarer Strassenschuh..... 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Tatsächlich ist im Jahre 1924 nach der Statistik der einzelnen Gewerkschaften die Arbeitslosigteit wesentlich zurücgegangen. Es traten neue Arbeitskräfte in den Produktionsprozeß, die dann in der Lohnstatistik als Lohnempfänger verzeichnet und zur Steuer bekanntlich weniger zart herangezogen wurden als die reichen Unternehmer. Z 170 Es ist eine beliebte Rebensart der Unternehmer, daß Erhöhungen| jam mengehörigen Monate in einem Umfagsteuerquartal der Löhne von der Produktion nur ertragen werden fönnen, wenn zusammenfassen. Da nun die Umsatzsteuer im ersten Quartals die Preise erhöht werden. Es ist fast vergeblich, gegen diese monat sich bemißt nach den tatsächlich erfolgten Umfäßen der vor Auffassung mit Gründen des gefunden Menschenverstandes anzu- angegangenen Dionate, fassen wir die Ergebnisse der Umfaz tämpfen. Gibt es in Deutschland doch ganze Industriezweige, die steuer so zusammen, daß die gleichartigen Monate aufgerechnet Das folgende Schaubild zeigt in graphischer Darstelling die die einfachste geschäftliche Erfahrung sich nicht zu eigen machen werden.( Also Februar bis April, Mai bis Juli usw.) Die erzielten Ergebnisse der Lohnsteuer und die Entwicklung der Arbeitslosigkeit, wollen, nämlich, die, daß ein gleicher oder steigender Profit nicht Umfäße und die gezahlten Löhne errechnen sich nun letztere nach unb zwar murde für beide der Stand von Januar 1924 gleich 100 nur durch eine Preissteigerung, sondern auch durch billige Preis der vom Finanzministerium in seiner Besoldungsdenkschrift angesetzt, so daß die Bewegung der Kurven recht anschaulich wird. stellung bei vollkommener Betriebsorganisation erreicht werden gewandten Methode folgendermaßen: fann, daß so eine Steigerung der Umjäße erzielt wird, die im voltswirtschaftlichen Interesse liegt. Denn der Bedarf der großen Boltsmassen an Waren aller Art ist ganz gewaltig; er fann jedoch seine Befriedigung nicht finden, solange die Rauftraft der Löhne und Gehälter zur Zahlung der hohen jegt noch geforderten Breise nicht ausreicht. Wäre diese Erkenntnis allgemein, so fönnte feine Regierung es magen, in diesem Zeitpuntf mit einer Er höhung von 3öllen auf michtige Bedarfsmaren oder gar mit Der Einführung von Lebensmittelzöllen zu fommen. Denn der notmenbige Breisabbau mird durch eine Fernhaltung und Berteuerung der ausländischen Konkurrenz am Barenmarft nur perhindert und hinausgeichpben, die Politif der hohen Preise und fleinen Umfäße, die uns die Inflation beschert hot, mit anderen itteln peremigt. Go brutal mm unser Steuersystem ift, es hat doch ben einen Borteil, daß es einen Einblid in die Gesamtgeftaltung der Löhne und Umjöße gibt. Berfolgen wir einmal in der nachstehenden graphischen Darstellung die durch eine einfache Linie gefennzeichnete Menge der deutschen Umsäge, pie fie aus den Ergebnissen der Umfagsteuerstatistit ohne weiteres berechnet werden fann. Umsätze, und Löhne in Deutschland 1924 und 1925 In Millionen Reichsmark Umsätze 22 442 Löhne( auch in% 16 077 zum Unsat 17908 Januar 1924# 100 27033 110= 100 26.5* 100 74. 100 Nach der alten Berechnung Lohnsteuer. Lebenshaltungsindex und Arbeitslosigkeit in Deutschland 1924 und 1925 113 22 Großhandelsindex und Umsätze in Deutschland 1924 and 1925 Großhandelsindex 117.s 4168 Umsätze 4373 131.0 767 Z Wan. Febr. März Apr Mai Juni Juli Aug, Sept. Okt. Nov. Dez.Jan. Febr. Marz April 1-9 24 1925 4263 4302 3348 3771 2457 18.7% 16. 14.1% 15.9% Lohnsteuer Lebenshaltungsindex Arbeitslosigkeit Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug, Sept. Okt. Nov. Dez. Jan Febr Harz April 1 9 2 1925 Die Kurve der Lohnsteuer bewegt sich in ähnlichen Be megungen aufwärts, wie fich die Kurve der Arbeitslosig= feit abwärts bewegt. Daß übrigens die Lohnbewegung zu einem großen Teil pon einer Steigerung der Lebenshaltungsfoften aufgezehrt murde, ist bekannt. In unserer Graphif ist es noch besonders fenntlich gemacht, indem mir den Lebenshaltungs inder, und zwar von Januar d. J. ab nach den beiden Rechnungsarten eingezeichnet haben. Umbau in der Bankwirtschaft. Es ist heute allgemein bekannt, daß die Kapitalnot und die fortdauernde Krisis in der deutschen Wirtschaft ihre Ursachen nicht nur in der allgemeinen Berarmung Deutschlands hat. Die Kapitalnat und die kritische Lage der Wirtschaft wird der schärft durch das Zins- und Provisionsmonopol der Privatbanten, die sich um die Diskontpolitik der Reichsbant nicht sonderlich zu fümmern brauchen, weil die kapitalnpt und die Kreditnechfrage so übermäßig groß find. Auf der anderen Seite ist die berorganisation der Bankwirtschaft mit ungenügend aus Felm- April Mai- Juli Aug- Okt. Nov- Jan. Febr.- April nugbaren, alio teuer, arbeitenden Betriebszweigen und Filialen is 1.9 24 1995 Wir sehen an dem Echaubild, wie sich die limjage immer am größten ausnehmen an den ersten Quartalsmonaten( April, Juli, Auch hier erkennt man die gewaltige 3unahme der Oftober, Januar). Das liegt nicht etwa daran, daß in diesen 11 mfaße, während die ausgezahlten Lohnjummen ebenfalls geMonaten befonders starte Umfäße stattgefunden haben, sondern stiegen find. Dennoch ist der Anteil der gezahlten Löhne an den daran, daß in diesen Monaten die Borauszahlungen auf umfägen faum verändert. Er schwankt zwischen 14,1 und Umfassteuer für das laufende Quartal fällig werden. Dieje 18,7 Broz. der Umsätze. Im ersten Quartal, das berücksichtigt bemeffen sich nach dem Durchschnitt der dorangegangenen Monate. wurde, alio Februar- April 1924 ist er mit 15,3 Broz. fast genau Sieht man nun von diesen Schwankungen, die burch die Steuer gleich hoch wie im Februar April 1925 mit 15,9 Proz Die ertechnik bedingt sind, ab, so erfennt man gleichwohl, daß die l m höhten Löhne find also durch eine Vermehrung der Umfäge ausfäße vom Januar 1924 bis zum April 1925 fich reichlich vergeglichen worden. Von einer stärkeren Belastung der doppelt haben. Die Großhandelsinderziffer ist aber nicht in dem Warenproduktion und Verteilung durch die Lohnerhöhungen fann gleichen Verhältnis gestiegen, sondern höchstens etwa um 10 Bros. feine Rede sein. Die vermehrte Kauffrait machte sich eben Das deutet darauf hin, daß die umgeschlagenen Waren automatisch in einet Steigerung der Umfäße geltend. mengen größer gemorden sind. Das ist fein Wunder, Gegen die Berechnungsmethode fönnten einige Einwendungen denn seit dem Niederbruch der Mark ist die auftraft der breiten gemacht werden, die jedoch das Gesamtergebnis wenig beeinträchtigen Voltsmassen immerhin dank der Festigung der gewerkschaftlichen| tönnen. Sowohl Umfäße wie Löhne enthalten Boften, die unOrganisationen geftlegen. Der Allgemeine Deutsche Gemerfichafts mittelbar mit der Brobuftion und Berteilung wenig zu tun haben. bund berechnete die Steigerung der Nominallöhne eines Bollarbeiters| So befinden sich bei den Umfäßen die Einnahmen der freien im Durchschnitt von 20 ausgewählten Berufen und 25 Ortschaften im Jahre 1924 auf 44,2 Bros. Die vermehrte Kauffraft hatte also eine Steigerung der Umsäge zur Folge. Löhne und Warenpreife. Dabei hat sich jedoch der Anteil des Lohnes an den umgefegen Warenmengen fast gar nicht verändert. Um bas einigermaßen genau fontrollieren zu fönnen, muß man zunächst die durch die Steuertechnik bedingten Ehmanfungen in den Ergebnissen der Umsatzsteuer beseitigen. Das geschieht dadurch, daß mir die 31Prüfet din Berufe, Rechtsanwälte usw.; in den Löhnen befinden sich hingegen auch die Beamtengehälter. Nicht berüdsichtigt ist bei der Ermittlung der Umsätze die sogenannte Lurussteuer und die Umsätze, die im Berkehr der von ihr betroffenen Waren erzielt wurden. Für die Gesamtbewegung, auf die es ja am meisten antommt, find jedoch diese Einzelheiten sicherlich nicht entscheidend. Löhne, Cebenshaltung und Arbeitslosigkeit. Der Gewinn, den die Arbeiterschaft aus den Lohnerhöhungen 30g, ist aber nicht so groß, wie er in der Steigerung nach der Steuerfart, daß die Privatbanten von sich aus, ohne ihre Rentabilität zu gefährden, die hohen Provisionsfäße nicht ohne weiteres abbauen fönnen. Das gilt besonders von den Berliner Großbantén, beren Kartell die von diesem festgefeßten Provisionsfäze wie einen Mindestpreis bei den übrigen Banten wirksam werden läßt. Schließlich fehlt dadurch, daß die Reichsbant immer noch durch Kontingen tierung und Restriktionen, statt durch höhere Distontfäße die Kreditnachfrage regelt, der zur allgemeinen Senfung der hohen Zinskosten erforderliche Druck. Eine Aenderung dieses Zustandes ist nur möglich auf zwei Wegen. Einmal durch eine Diskonterhöhung der Reichsbant. Das wäre sicher der gesündere, wenn auch radikalere Beg. Die Banten würden zunächst zwar mit der meiteren Verteuerung der Kreditfäge zu antworten suchen; aber von einem bestimmten Punkte an müßte das Zinsmonopol der Brivatbanken zufammen brechen und die Reinigung der überorganisierten Bantwirtschaft Togal ten Schmerzen gegen der Nerven, Rheuma, Gicht, Jschias, Herenschuß, Kopfschmerzen. Togal stillt die Schmerzen und fcheidet die Garnfäure aus. Klinisch erprobt! 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Die pon den Privat Abbau der falschen Kosten in der privaten Bankwirtschaft banken versuchte Neuordnung fann eine strengere Distontpolitik der helfen, die aus der Initiative der Privatbanken selbst entspringen Reichsbant also nicht ersehen, sondern deren Notwendigkeit nur mus, meil ja ber einzig mögliche organische und organisatorisch unterstreichen, wenn sie die Wirkungen der herrschenden Ka gebotene Weg durch das Bersagen der Reichsbant verschlossen ist. pitalnot auch mildern fann. Wenn es richtig ist, wie die Stempel In dieser Richtung laufen die Bemühungen der Ber vereinigung der Berliner Großbanten errechnet hat, daß heute liner Großbanten, einen besonders fostspieligen Zweig der 80 Proz. aller Effektenaufträge auf weniger als 1000 f. lauten Bantentätigkeit zusammenzufassen und durch zentrale Verwaltung gegenüber einem Durchschnittsauftrag von 4000 Mt. in der Vorzu nerbilligen. Der Plan geht dahin, die Aufbewahrung und Ver- triegszeit, so springen die bei der Zentralisierung und abrechnungswaltung von Wertpapieren den Einzelbanten abzunehmen und in mäßigen Neuordnung des Effektenverfehrs möglichen Ersparnisse Sammelbepots zu vereinigen, sowie den Kauf und Verkauf in die Augen. Die Einbeziehung der öffentlich- rechtlichen und der der Effekten nicht mehr durch Annahme und Ausgabe der Stücke gemischtwirtschaftlichen Bankanstalten gäbe diesen auch die Gelegen felbft, sondern durch einen Effettenfched zu bewerkstelligen, so heit, die zu vereinbarenden Provisionen für das Depot und Effekten. daß die Stücke überhaupt nicht mehr im Berkehr erscheinen würden. geschäft möglichst tief zu halten, um so auch die Neuordnung des Das Interesse der Kunden an ihren Wertpapieren würde dadurch Effettenverkehrs für den Abbau des Zinsenmonopols und die Be gewährleistet, daß ihnen das Anrecht auf die gleiche Art der seitigung des Zinsmuchers der Banten fruchtbar zu machen. K ― r. Bertpapiere garantiert bleibt und daß sie zum Betrag ihrer Depots Miteigentümer an den Sammeldepots würden. Die gesetzlichen Schwierigkeiten, die dem Plan aus dem Depotgesetz entgegenstehen, sollen durch privatrechtliche Vereinbarungen zwischen den Kunden und ihrer Bant überwunden werden. Darin wird die Bank zur Der Kampf um die Hochbahn. Ein Pyrrhussieg der Deutschen Bant. Die gestrige Generalversammlung der Hochbahn war nach der Ueberführung der Effekten in die Sammeldepots ermächtigt lebhaften Breßkampagne, die sich an die Vorgänge in der ersten und das Miteigentum des Kunden festgelegt. Im Falle des Konund das Miteigentum des Kunden festgelegt. Im Falle des Kon- Generalversammlung anknüpfte, außerordentlich start besucht. Nicht turses des Aufbewahrers der Effekten hätte der Kunde infolge seines Miteigentums das Ausfonderungsrecht für seinen Anteil aus der mäßige Beteiligung ging weit über das gewöhnliche Maß hinaus. nur das äußere Bild war ungewöhnlich, auch die ziffern. Masse, so daß auch hier keine Benachteiligung des Kunden erfolgen Insgesamt war einschließlich der umstrittenen 50 000 Schuzattien tönnte. Für Berlin ist die Organisation des Kassenvereins ein Kapital von 141,827 millionen Mark vertreten, so daß von dem für die Neueinrichtung der Sammeldepots bestimmt. Zunächst soll der Berliner Kaffenverein die Verwaltung von etwa 15 Werten in eigentlichen Stammkapital nur noch rund 22 Millionen unvertreten feinem Sammeldepot zentralisieren. Aehnliche Einrichtungen wie in blieben. Die starte Beteiligung ist zweifellos darauf zurückzuführen, daß die Deutsche Bank in einer zweifellos nicht einwand. Berlin find in Köln, Essen, Dresden, Frankfurt, München bereits geschaffen oder im Berden. Das Ziel dieser Neuorganisation würde freien Weise im letzten Moment durch Zirkular alle der Stempel fein, die Berwaltung möglichst vieler Werte in der gebotenen Zahl vereinigung angeschloffenen Banken als hinterlegungsstellen für die von Sammeldepots zu vereinigen, so daß allmählich der gesamte Reihe Rleinattionäre auf, die sich auf die Seite der Stadt Hochbahnaktien bezeichnet hatte. In der Versammlung traten eine Effektenverkehr, ähnlich wie der Zahlungsverkehr durch Abrech- stellten und die diese ihre Stellungnahme damit begründeteen, daß mungsschecs, bargeldlos durch Effektenschecks ftüdelos erfolgt. Zu diesem Ende dürfte die Neuorganisation des Effektenver. fehrs aber nicht auf die Privatbanken beschränkt bleiben, sondern müßte auch die öffentlich rechtlichen und alle gemischt wirtschaftlichen Bankanstalten umfaffen, die das Depot. und Effettengeschäft betreiben. 4 Die Borteile dieser Neuordnung sind zu handgreiflich, als daß Die Vorteile dieser Neuordnung sind zu handgreiflich, als daß diese nicht begrüßt werden müßten. Allerdings ist ihre heutige Rotwendigkeit auch ein Beweis für die alte Erfahrung, daß die Anarchie des fapitalistischen Systems auch die Bankenwirtschaft zur technischen Rückständigkeit verurteilt, solange die Angst um die Dipibende nicht den Fortschritt der Banttechnik erzwingt. Außer Zweifel bleibt bei der geplanten Neuordnung, daß ihr Erfolg für die Sentung der Zinstoften geringer sein wird, als er fein würde, wenn die Neuorganisation unter dem Druck eines erhöhten Herren- u. Damen- Stoffe Größte Auswahl! 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Im übrigen wird die Auseinandersetzung mit der Stadt und der Hochbahn ihren Fortgang nehmen und wenn die Deutsche Bank es meiter vorzieht, sich aufs hohe Pferd zu sehen, dann wird sie es erleben, daß sie und nicht die Stadt dabei den kürzeren zieht. Die Borgänge in der Generalversammlung werden jedenfalls in der Berliner Stadtverordnetenversammlung ein leb= haftes Echo finden und bei den Beratungen über die Ausübung des Ankaufsrechts der Stadt eine wichtige Rolle spielen. Deutsche Werke und Angestellte. Aus gewerkschaftlichen Kreisen wird uns geschrieben: Wie wir schon mitteilten, haben am Freitag Vertreter der Angestellten in der Generalversammlung der Deutschen Werte im letzten Augenblick noch einmal versucht, ihre warnende Stimme zu erheben. Als Vertreter der Angestellten nahmen die Kollegen Schweizer und einig an der Generalversammlung teil. Sowohl Schweizer wie Heinig wiesen darauf hin, daß bia Deutschen Berke bei ihrer Zerschlagung gerade den entgegen. gefeßten Weg, der bei der Privatindustrie üblich geworden sei, zu gehen beabsichtigen. Die natürliche Folge dieser Zersplitterung müsse ein Gegeneinanderarbeiten der einzelnen Werke und eine Verteuerung der Produktion zur Folge haben. Außerdem bestünde die Gefahr, daß der Rapital. markt durch die einzelnen Werke bei der Entstehung von Geld. das umgekehrte Resultat von dem, was beabsichtigt sei. Beiter bedürfnis geradezu überlaufen würde. Damit ergebe fich gerade muß man auch annehmen, daß die Zersplitterung der Deutschen Werte es dem Privatkapital ganz wesentlich erleichtern, sich die rentablen Teile anzueignen. die Deutsche Bant feineswegs durch ihre bisherige Braris das Ver können. Geheimrat Steinthal als Borsitzender versicherte wieder, trauen rechtfertige, als Treuhänderin aller Kleinaftionäre gelten zu Eine besondere Gefahr für die Zukunft des Vermögens der daß die Deutsche Bank lediglich die selbstlose Aufgabe habe, die Deutschen Werte nuß man darin sehen, daß bei der Gründung der armen Aktionäre vor der Bergewaltigung durch die Stadt zu neuen Aktiengesellschaften außerordentlich hohe stille schützen. Die Abstimmung über die Umstellung auf Goldmart ergab Reserven vorgesehen worden sind. Es handelt sich hier nicht um eine beträchtliche Mehrheit zugunsten der Hochbahn. Für die Oppo liquide Mittel, sondern im wesentlichen um immobile Ber fition wurden insgesamt abgegeben 38 499 Stimmen, für die Bermögen. Bei einem Zusammenbruch, der ja durchaus im Bereich waltung und die Deutsche Bant 103 311 Stimmen. Als ber Border Möglichkeit erscheint, wird es unmöglich sein, diese stillen Resitzende sichtlich erleichtert den Sieg der gerechten serven wieder lebendig zu machen. Sie gehen dann mit der Masse Ga che perfündet hatte, erklärte er, daß jetzt die Deutsche Bank als wertvollstes Gut außerordentlig unterbezahlt bei der Ausund die Hochbahnverwaltung zu jeder loyalen Berständigung bereit schlachtung womöglich in Privathände über. fei. Auch der Kämmerer Dr. Aarding sprach in versöhnlichem Tone. Direktor Wassermann von der Deutschen Bant hielt es für notwendig, seiner sittlichen Entrüftung über die Vorwärts" Artikel Ausdrud zu geben. Die Kennzeichnung, die der Borwärts" sich über das Verhalten der Deutschen Bank erlaubt habe, zeuge pon einer Berwilderung der Sitten". Die Deutsche Bank sei Dollkommen felbstlos und handele nur aus idealen Motiven. Der Stadtverordnete Reuter trat ihm sehr energisch entgegen und betonte, daß es zwedmäßiger fei, auf solche moralische Entrüſhmg in diesem Kreise zu verzichten. Im übrigen sei es fehr fraglich, ob die Deutsche Bant tlug handele, wenn sie durch scharfe Tonart mie in der ersten Generalversammlung, ben Ronflikt zwischen ihr und der Stadt verschärfe. Später werde eine Berständigung mit der Stadt der Deutschen Bant teurer zu stehen fommen als jezt. Die übrigen Bunfte der Tagesordnung wurden mit dem gleichen Stimmenverhältnis erledigt. Zu allen wichtigen Punkten erklärten Justizrat Kempner und die Stadt Berlin ihren In der Morgenstunde Kunstseidene Trikotkleider in schönen Farben 5.75 Strickwesten Wolle, for chonen Farben 5.50 in vielen 3.60 5.Sportwesten für Herren und Demen Strickjacken Pass Müfz. in viel. Farb. 5 garnitur reine Wolle, Backfischgr, Herren- Taschentücher mit bunter Kante, gute Qualität ... Stück 0.70 Wäschestoffe 80 cm breit... Mir. 0.60 Hemdenflanelle- Zephir... 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Die Zerschlagung wurde beschlossen. Die Vertreter der Angestellten haben gemarnt. Das soll nicht vergessen werden und wird bei geeigneter Zeit in Erinnerung zurückgerufen werden. Als neues, vollständig unschädliches Mittel gegen chlaflosigkeit u. nervöse Aufregungszustände hat sich der pat. gesch. reinpflanzliche Somme omnervin- Tee hervorragend bewährt. Nehmen Sie nichts anderes. à 2 Mk. in den Apotheken. In Berlin sicher: Eletanten- Apotheke, Leipziger Straße 74, Germania- Apotheke, Lothringer Str. 50. Kredithaus ANDERS' am Bahnhof Wedding Reinickendorfer Straße 16 Aut Tellzahlung Anzüge schick und Herren- Paletots modern Damen- Garderobe Kostüme/ Kasaks Kleider Mäntel Knaben-, Mädchen-, Konfirmand.- Garderobe w Prima Qualitäten Solide Preise/ Größte Auswahl Niedrigste Anzahlung Riesen- MÖBEL- Auswahl Polsterwaren eigenes Fabrikat Spezialität: 1- bis 2- Zimmer- Einrichtungen große Moderne Küchen And Korbmöbeln Erleichterte Zahlungsbedingungen! 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Fahrt untoften müffen bei der Anmeldung be zahlt werden. Die Ortsverwaltung. Schnellfurfe, Englisch, Franzöfifch Auslands( tubium. Urbanftraße 176. Schkeuditz Leipzige Am Dienstag abend entschlief nach furzem schweren Krankenlager unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Wwe. Klara Gleinert geb. Barth im 73. Lebensjahre. Dies zeigen an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Einäscherung findet statt am Montag, den 25. Mai, nachm. 5% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Für die Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meines lieben Mannes und guten Pflegevaters fagen mir allen Freunden und Bekannten, insbesondere Den Kollegen und Rolleginnen und dem Gesangverein Sufunft" innigen Dant! Niederschönhausen, den 22. Mai 1925. Franziska Hühn nebst Irmchen. 920b Am Dienstag, den 19. Mai, starb nach furzem, schwerem Leiden unser Kollege, der Korrettor Offo Hohnwald im 63. Lebensjahre. Mit ihm schied einer der Beften aus unserer Mitte. Gein tollegiales Wesen, fein gerader und aufrichtiger Charakter wird uns unvergeßlich bleiben Das Personal der Kunst- und Buchdruckerei Otto v. Holten. 919b Die Einäscherung findet am Diens tag, den 26. Mai, abends 16 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Für die mir so zahlreich gewordenen Beweise herzlicher Teilnahme beim Ableben meines lieben Mannes tage ich allen Berwandten, Freunden und Be tannten, dem Verein der Freidenker Arb- Radf. Solid. Ortsgr. Neukölln. SPD Bruchmühle und Prenzlau, Landarbeiter Verb. Berlin und Ortsgr. Brenzlau, befonders Herrn Schüler, Berlin, Herrn Wendt und Franke, Prenzlau, meinen besten Dant. Ww. Klara Preuss Bruchmühle. Fredersdorf. BERLIN N. 39 Land- Radio Boyenstraße 42, an der Chausseestr. Komplette Radio- Anlagen Sämtliche Einzelteile. 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Die freudlose Gaffe. Mozarffaal Dieser Film ist ein Dokument der jüngsten Bergangenheit. Er gibt ein packendes Gemälde der Inflationszeit, wie sie durch Wien wie ein bermüstender Glutmind gegangen ist. Wir stehen diesen Ereignissen noch zu nahe und haben sie am eigenen Leibe zu sehr erfahren, um ihnen schon mit erforderlicher Distanz gegenüberstehen zu können, noch werden wir von dem Inhalt des Films aufgepeitscht, noch zum tiefsten Mitleid fortgerissen mit den zahllosen Opfern diefer Best, die die physische und moralische Gesundheit der Menschen angefressen hat, noch ballt sich uns die Faust gegen die Schamlosen Ausbeuter dieser Notlage und die frechen Lüftlinge, die fich überall ihre Beute holten. Der dem Film zugrunde liegende Roman von dem Wiener Hugo Bettauer, der selbst kürzlich einem Fanatiker zum Opfer gefallen ist, hat das große Berdienst, mag er fonft literarisch nicht besonders wertvoll sein, diesen Film hervor gerufen zu haben. Willi Haas hat aus dieser Darstellung einer ganzen Baffe mit ihren Erlebnissen in sehr geschickter Weise eine Auswahl getroffen, nicht einzelne Personen, sondern die Bevöl ferung der ganzen Gasse scheint vor uns zu erstehen. Der Regiffeur G. B. Papst gibt den einzelnen Schiafalen, die fich mannig fach durcheinanderschlingen, den fortreißenden Gesamtrhythmus, der fich in grandioser Weise bis zum Schluß steigert und feinen toten Bunft tennt. Die Not und die Erniedrigung auf der einen Seite, die Berschwendung, die Rorruption und das Lafter auf der anderen stehen in dauerndem Kontrast zueinander. Bir sehen die Menschen anftehen, stundenlang, nächtelang, um ein Stüdchen Fleisch zu befommen, das derfelbe brutale Schlächter pfundweise verschenkt, um die armen Frauen, die ein hungerndes Kind und einen verzweifelnden Mann zu ernähren haben, seinen Gelüften firre zu machen. Wir sehen, wie das auswärtige Kapital in Gestalt eines Argentiniers die nationale Wirtschaft auspowert und alles fäuflich macht, und wie Hofräte, eben noch Stügen des Staates, fich an den Spekulationen gegen die eigene Wirtschaft beteiligen, wobei sie ihr Lehtes verlieren. 2les drängt nach dem Dollar, alles spekuliert und schiebt und die Schamlosesten und Rüdfichtslosesten fommen obenauf wie jene Schneiderin Greifer, die in der Melchiorgaffe fich alle jungen Mädchen und Frauen tributpflichtig macht und sie in ihrem hinteren Salon zu Orgien verfuppelt. Eine reiche Frau mird in einem obsturen Hotel ermordet, ein junger Mann, der zu ihr in Be ziehungen stand, fomunt ins Gefängnis, aber er ist nicht der Schul dige, ein junges Mädchen, das der häuslichen Qual entwich, hat die Tat vollbracht, um ihrem Geliebten die Mittel zu einer Spetulation zu verschaffen und ist dann auf die Gaffe gegangen. Erschütternd ist, wie fie noch einmal zu ihren armen Eltern zurückkehrt, um dann den Beg ihrer Strafe anzutreten. Aufrüttelnd ist es, wie die armen Menschen zum Schluß das Freudenhaus des Fräulein Greifer bombardieren, faft wie eine Befreiung wirft es, wenn eines der Opfer des Fleischers diesen ermordet und die draußen Harrenben den Chor dazu bilden. Die Belegung des Films ist allerersten Ranges. Eine Fülle hervorragender Darsteller ist aufgeboten, und auch die fleinen Rollen find in guten Händen. Schöne und interessante Frauen verförpern bie verschiedenen Typen: Greta Garbo die anmutige, tapfere Hofratstochter, die von einem sympathischen amerikanischen Offizier ( Einar Hanson) vor dem legten bewahrt bleibt, Agnes Esterhazy die schöne Tochter eines neuen Reichen, Tamara die reiche Rechtsanwaltsfrau, die in den Taumel gerät und mit ihrem Leben bezahlt. Afta Nielsen ist das Mädchen aus dem Bolt, das aus Noi zur Dirne wird. Sie ist in ihrem starren erloschenen Ausdruck erschütternd, aber zu Anfang bleibt fie uns das junge Mädchen schuldig. Bis an die Grenze der Karitatur geht Balesta Gert als Frau Greifer, aber sie tut recht daran, denn sie schafft damit eine höchst lebensvolle Figur. Auf der männlichen Seite find zu buchen: Berner Kraus, ein saftpoller Fleischerfert, Robert Garrison, ganz Schieber und Genußmensch in der frappanten Maste eines Argentiniers, Karl Ettlinger der Typ des geriffenen aber noch halbwegs anständigen Spetulanten. Eine Lieb haberrolle wurde von Henry Stuart sehr gut durchgeführt. Sehr charakteristisch Chmara als deklassierter Ruffe. Die Photagraphie erfaßte reftlos die Stimmungen der Gasse, das Leben der Armen und den Glanz der Schmelgerei. D. Warum medern Sie? Warum vermießen Sie sich und anderen das Leben? Warum find Sie nicht lieb und nett zu Ihrer fleinen Frau? Kommen Sie mit Frau und Kind in unsere Große Lachwoche Sie werden ein anderer Mensch! For im Palmenhaus Kurfürstendamm 193 der Film- Welt moldo„ Wallenstein". Primuspalast. Einer Verfilmung des Wallensteinstoffes steht immer das Schillersche Drama im Bege. Zwar hat Hans Behrendt, der Fumbearbeiter, es versucht, sich in vielen Zügen von Schiller frei zu machen, aber trobem bleibt er in der Gesamtauffassung doch in der Abhängigkeit von dem großen Vorbild. Ein wirklich historischer stein, der vom Kondottiere auffteigen will zum Souverän, der im Wallenstein würde uns im höchsten Maße intereffieren, ein Ballen hohen Grade von der zeitgenössischen Form des Aberglaubens, dem sein fönnte, um so etwas wie ein von religiösen Streitigkeiten be Glauben an die Sterne befangen ist, aber doch wieder modern genug freites, gegen alle raublüsternen Nachbarn startes Deutschland schaffen zu wollen. Dem Wallenstein dieses Films fommen zwar auch Gustav Adolf, daß er feine Idee, feinen die Sache tragenden Glauben Gedanken unter, so besonders nach seinem Zusammentreffen mit hat. Ja, warum gibt ihm der Autor des Manuftripts keine Idee? das Lager und vor allem fehlt der Hintergrund des verwüsteten, aus So bleibt es denn doch bei dem traditionellen Wallenstein, nur fehlt geplünderten und verelendeten Deutschlands. Der Wiener of mit dem faiserlichen Trabantenschwarm, Wallensteins Residenz im Brager Hradschin, die Schlacht bei Lügen mit der unhistorischen Begegnung fommiffion in Brag und das tragische Ende in Eger- das sind die mit Gustav Adolf, die kaiserliche Untersuchungs- und Feme und an trefflichen Einzelzügen bemerkenswerten Filmes. Natürlich Stationen dieses in manchem zu guter Bildwirtung gelangenden Biccolomini liebt platonisch die Herzogin von Friedland, feine Rolle ist eine Liebeshandlung hineinfomponiert, oder eigentlich zmei, Mar Biccolomini liebt platonisch die Herzogin von Friedland, seine Rolle im Verhältnis zu Tefla, die zu einer Schwester der Friedländerin geworden ist, übernimmt ein Sohn des Terzky. Das Beste am Film find die prägnanten Köpfe, die der Regisseur Rolf Randolf ge fchickt in Szene zu feßen weiß und die der Photograph zu Gruppen zu vereinigen versteht, die nicht bloß im Rostüm an niederländische Borträts erinnern. Leider war der Wallenffein am wenigsten gut Bisionare, aber auch alles Großzügige fehlte. Charakteristisch traten verförpert. Frig Greiner war ein zu platter Realist, dem alles herpor Eduard von Binterstein als Terzly, Schröder edebour als Gustav Adolf. Brachtvoll mar& ampers als Schromm als 3llo, Ferdinand von Alten als Questenberg, leichtlebiger 3jolani. Unter ben Frauenbarstellerinnen zeichneten sich Ledebour als Gustav Adolf. Prachtvoll mar Sampers als Lia Cibensch üb als reizende Schwägerin und Erna morena als Gattin Ballenfteins aus. Die hervorragend schöne Bildmirkung, die dem Film in großen Partien eigen ist, wird ihm einen gewissen Erfolg sichern. Eine Sensation für Landratten. T. Bellage des Vorwärts Aftrologie und Film. Dem Film ist nichts heilig oder richtiger gesagt, der Film perfucht mit allem Geschäft zu machen. So bringt jetzt die Münchener Lichispielkunst einen Film unter dem Titel:„ In den Sternen steht es gefchrieben" heraus. Er ist nach dem Roman der bekannten Aftrologin Elsbeth Ebertin Der Mars im Todeshaus" gearbeitet. Der Roman fann gegebenenfalls gut sein, der Film ist es auf keinen Fall. Zudem war der Auftakt in der Schauburg der denkbar ungünstigste, denn mit einer Stimme. die nicht ausreichte, und in einem Vortrag, der wort. Sie warb nicht für die Astrologie und der Film auch nicht. teinerlei Ansprüchen genügte, las Elsbeth Ebertin dem Film ein BorEr ist ohne Spannung, bringt furz abgehackte Szenen, mutet an mie eine sehr oberflächliche Buchillustration. Die Beeinflussung des Menschenschicksals durch die Sterne wird nicht irgendwie begreiflich mand, was doch wirklich nichts bedeuten will, denn ebensogut lönnte gemacht. Dann und wann erscheint mal ein Horoskop auf der Leinfür die Stichomantie, die Wahrsagung aus aufgeschlagenen Buchstellen man aufgeschlagene Bücher photographieren und damit Propaganda machen. Aber dem Kulturbewußtsein des deutschen Spießers ist Ge nuge getan, die Hauptperson des Films ist wenigstens ein Baron. Er stirbt auch am 15. September eines unnatürlichen Todes, wie das Horoskop es ihm geweisjagt hatte. Getreu dem Horoskop hatte er nämlich eine schwere Schuld auf sich geladen, einen Mann unschuldig erschossen wird. Daneben laufen noch sehr viele Schicksale, die zum ins Gefängnis gebracht, warum er von der Tochter dieses Mannes guten Teil unfilmisch behandelt find. Der Regiffeur Billy Reiber tam nicht von der Romandorlage los, der Film aber muß etwas ganz Eigenes schaffen, wenn er wirken will. Recht grotest mutet es an, daß auch die Schuld der Menschen in den Sternen ge schrieben stehen soll. Die irdische Gesellschaftsordnung läßt manchen schuldig werden, daher ist es für uns wohl angebrachter, auf Erden Ordnung zu schaffen, anstatt die Sterne zu befragen. Urania gezeigt wurde, ist ein Beispiel eines neuen Filmtypus, „ Das tausendjährige Leipzig", ein Kulturfilm, der in der des Städtefilms, der Geschichte und Entwicklung und das moderne Leben bedeutender Städte zeigen foll. Leipzig ist in der Vergangenbeit reich genug an historisch bedeutenden Ereignissen und fulturBuchhandel und Meſſebetrieb genug charakteristisches Gepräge, um historischen Borgängen und hat in seiner heutigen Gestalt durch als Film zu interessieren. Aber die rechte Form für solche Filme muß sich erst herausbilden; manches wirfte zu sehr als Theater und die geistige Persönlichkeit wird nicht erfaßt, menn man sie genremäßig darstellt. Aber abgesehen davon bot der Film viel Schenswertes aus dem alten und neuen Leipzig. " P TB. K. ..Sherlod Holmes jr.", ein Amerika- Film der besseren, mehr ausgewählten Groteskenreihe, mit jenem Buster Keaton in der Bis zum letzten Mann.( Theater am Rollendorf. Hauptrolle, der in unheimlichsten Situationen feiner Rolle mit teiner plag.)) Berblüfft infolge der fabelhaften Aufnahmen von in Seeplag.)) Berblüfft infolge der fabelhaften Aufnahmen von in See- imper zuckt, amüsierte das Publikum im Marmorhaus. Wo not geratenen Schiffen und Menschen. Aber das Manuskript fordert in Amerita macht man aus ihm einen Clown. Er ist allerdings anders würde man den Mann zu einem Charakterspieler erziehen, den Unwillen aller Kenner der Verhältnisse heraus, denn es ist ein ein faltschnäuziger, fast empfindungsloser Clown, der erst einen Hohn auf die Wirklichkeit. Der einstige Kapitän des Leuchtschiffes Filmerklärer mimt, dann noch von der Aufregung seines Berufs Relief" hat in einer furchtbaren Sturmnacht feinen Bosten ver erfüllt, in Schlaf verfällt und den Sherlock Holmes- Film, den er lassen, meshalb ein Baffagierdampfer auf ein Riff stieß und unterging. Mac Dom, der Kapitän, wurde zum Tode verurteilt und gerade zu erklären hatte, auf feine Beise weiterfpielt. Er spielt ihn seine Leiche an der Stelle, wo das Leuchtschiff liegt, versenkt. Diese möglichkeiten, die den Amerikanern nun einmal zur Verfügung ins Fabelhafte hinein mit all den technischen und praktischen UnBorgeschichte mird tertlich erzählt. Im Film spielt der Sohn des stehen. Rapitäns die Hauptrolle. Die Tat feines Baters drüdt ihn nieder, Tatachon, viel bewegter, piel menschlicher als das des AmeriBorher lief eines der lustigen Abenteuer von Bot und aber er hat auch Furcht vor der See. Die erste Reise, die er als faners, der zuweilen ein Grufeln um sich verbreitet. Schiffsjunge macht, endei schlecht. Er erweist seine vollkommene Untüchtigkeit und schält schließlich in der Rüche Kartoffeln. Doch die Reederstochter liebt ihn, und im amerikanischen Film ist alles möglich. Der Regiffeur Bictor Fleming läßt den jungen Mann in ein Buch guden, und mir nichts dir nichts mird er erster Maat auf dem Leuchtschiff und ohne meiteres dessen Stapitän. Da gegen muß man protestieren. Theoretisch mird tein Mensch Nau. tifer. Natürlich rettet im Film der junge Mac Dom nady langem Bögern die ganze Befagung einer aufgelaufenen Jacht, darunter auch die Reederstochter, seine Braut. Beinahe wäre der Retter den Heldentod gestorben, aber es segt prompt die Berniedlichung des Films ein und der junge Mac Dom wird am Morgen nach der Sturmnacht lebend an den Strand gespült, feiner Braut zu Füßen. Troß der graufigen Bilder find bie Sturmigenen, fobald die Ruliffe eingeschoben wird, nicht volle Wahrheit. Bei einem derartigen Ortan tann der Kapitän nicht mehr ungeschüßt hantieren; er muß fich auf der Rommandobrüde festbinden. Das Brogramm enthält alles mögliche, nur nicht alle Namen der tätigen Filmschauspieler. So muß man sich damit begnügen mitzuteilen, daß Rob la Roque, der sehr seelenvolle Augen hat, und Jaqueline Logan die Hauptrollen spielen. Der ausgezeichnete Photograph blieb ungenannt. c. b. Die Alhambra am Kurfürstendamm wartete mit einem Sommer. programm auf, das amerikanische Grotesten und ein umfangreiches Tanzgastspiel bot. Die atrobatische Birtuofität und die tänzerische Schmiegsamteit und Ausdrudstraft des dänischen Ballettmeisters Jansen Jatobs sowie der Tänzerinnen& o Caftini und Lea Niatom ist fürs Varieté wie geschaffen. Ein Traum nach Saint- Saëns, ein Balzer nach Chopin, ein düsteres Apachennachtbild, ein zierliches Chinesenmotiv und ein wilder Texas- Stepp gaben Gelegenheit, alle Spielarten des Tanzes in charakteristischen Kostümen und Milieus vorzuführen. Die amerikanischen Grotesten gipfelten in Buster Keators Flitterwochen", die diesen drüben sehr beliebten Tausendfassa in dem tollen Wirbel eines felbft gebauten Hauses zeigen. Diese Parodie auf bie amerikanische Art, möglichst unbrauchbare Einfamilienhäuser zu banen, in denen man den tollsten Zufällen preisgegeben, erweckte Lachstürme. Hier war wirklich einmal ein neuer tomischer Stoff erschlossen und nicht zum wenigsten spielte das Haus selbst mit. Auch Schnudis a milienglüd" ist eine sehr ultige Angelegenheit, ein Familienbild aus dem Affenleben, das höchst menschlich anmutet. Anerkannte Lehrfilme. Durch Runderlasse des Preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Bolfsbildung vom 1. Juli v. J. wurde den Gemeinden im Einvernehmen mit dem Preußischen Minister des Innern empfohlen, das Spielen von Bildstreifen, bei denen nach dem Zeugnis des Ausschusses bei der Bildstelle des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht in Berlin der volksbil. dende Charatter überwiegt, durch Gemährung einer Steuerermäßigung auf Grund der Reichsratsbestimmungen über die Vergnügungssteuer zu fördern. Eine derartige Liste von als volksbildend anerkannten Bilbstreifen wird foeben vom preußi schen Minister des Innern befannigegeben, ferner veröffentlicht das Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsnermaltung in Breußen" ( Heft 10) eine Lifte von 214 berartigen Bildstreifen. Die Filme umfaffen die verschiedensten Gebiete, fie zeigen wichtige Borgänge in der Landwirtschaft, fie behandeln mannigfache Gesundheitsfragen, zoologische, botanische, physikalische Probleme sowie Fragen des Sports. der Technik und der Chemie werden von ihnen im Bilde gezeigt. Die Liste wird fortgesezt werden. Ankauf Verkauf Vermittlung von Kinos KINO- ZENTRALE BROCKHAUSEN Berlin SW 68, Friedrichstr. 287 nur durch Im Mozartsaal ist der Fülm Die freudlose Gasse" bi zweite Boche verlängert worden. " Die gefundene Braut ist, nach seiner erfolgreichen Uraufführung, bis zum 25. Mai in dem Kontordia- Lichtspiel- Palast( Andreasstraße) übergesiedelt. Nach Beendigung des größten Seils der Außenaufnahmen zu dem neuen Phoebus- Film Schiff in Not haben unter der Regie Fred Sauers die Atelieraufnahmen begonnen. Die vor einiger Zeit durch einen Brandschaden vernichteten SternLichtspiele, Neuköln, werden auf erweitertem Terrain neu aufgebant. Das Theater wird von 800 auf 1600 Sigpläge gebracht werden. Außerdem wird die Ufa ein weiteres großes Theater von 2200 Sigplägen in zentraler age Die grosse Lustspielwoche Der große Erfolg im Marmorhaus Buster Keaton in Sherlock Holms jr. 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Erde Wecheat. 7 u. 9 Sonat, 5, 7, 9 Der Mann um Mitternacht Weckent. 7.9/ Senxt. 5, 7, 9 Wege zu Kraft und Schönheit Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 Ein Mädchen u. drel alte Narren Wecheat. 7 8.9/ Sowet. 5, 7, 9 Die Millionencompagnie Wechent. 7.9/ Senat, 5, 7, 9 Die Frau aus d. Wolken Wochentags 7, 9. Sonntags 5, 7, 9 SLO 舍 UA Ausschnelden CONFO preis 2 sonders billig Metropol- Theater Gastspieldirektion W. Bromme Den Abonnenten der Morgenpost wird auf diese Annonce in der Pfingstwoche von Sonntag,& 24 bis Sonnabend, d. 30. Mai täglich eine Sonder700 1.75 STR. Giltig 15r 1-4 Personen. PREISE: Für gute Rang- a. Parketvergünstigung gewährt zur Ausstattungsoperette Plätze 1.50, 2.-, 2.50. 66 „ Tausend süße Beinchen“ Ausschneiden CALLA 1005 KAMMERLICHTSPIELE காபாய) an Umzutauschen am Tage der Vorstellung gegen Originalbillets der Abendkasse von 6 Uhr an. Boginn 8 Uhr. Wer Kinder hat, besuche mit ihnen die Vorführung des Films ,, Wege zu Kraft und Schönheit" im Ufa- Theater Kammerlichtspiele am Potsdamer Platz Dieser Ufa- Film zeigt die Wege, die Kinder zu gesunden, blühenden Menschen zu erziehen Wochentags: 7 und 9 Uhr Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen Sonntags: 5, 7 und Ubr Jugendliche haben Zutritt Für 5 Mark monatliche Miete erhalten Sie einen kompletten Radioapparat mit Kopfhörern und Antenne. Fachmännische Anbringung der Anlage ist in dem Mietpreis einbegriffen. ( Original- Telefunken- Patente reichspostamtl. genehmigt) Nach Zahlung von 12 Monatsmieten geht die gesamte Anlage in Ihren alleinigen Besitz über. Besuchen Sie unverbindlich unsere Vorführungsräume oder verlangen Sie kostenlos Vertreterbesuch. Beutsche Funktelefon- Vermietungs- Gesellschaft m. b. H. Berlin S. 42, Ritterstraße 11 Moritzplatz 2989, 2990, 2991, 2992, 2993. Ausschnelden DAT Pfingst Freude Einegute Taschenuhr 3.50 Mk. Wesentlich verb. 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Bon Eric Bodemühl Hanfuns fünstlerisches und zugleich menschliches Wesen ist zu tief, in den Ausmaßen seiner grandiosen Lebensgestaltungen zu großgeistig und wiederum zu vorauslegungslos, zu naiv und echt, ais daß er irgendwie in seinen Romanen non begrenzt moralischen oder anderen Beengungen, gehemmt sein tönnte. Ein anderer und Geringerer fönnte schon in folch stofflichen Bezirken Hamsunscher Romane zu gelegentlichen Stellungnahmen verführt sein: denn es ift felten, daß ein Dichter, der mahrhaft Künstler ist, so wurzelt im Zivilisatorisch Zeitlichen( daß man ihn fchon einen Naturaliſten nannte). Aber mas gerade ihn, den ganz wundersamen Lebens bejaher( und dennoch Pessimisten, was dem durchaus nicht entgegen. fteht) zu feinen Werfen zmingt, ist das Leben schlechthin, das Lebendige, das mechfeinde Geschehen, das heute und Borgeftrige der Mensch und das Menschliche, das Individuelle und die Zu janunenhänge... Oder sagen mir so: Weil dieser Dichter so unend lich in fich ist, meil das urtümlich- gründend Menschhafte so start in ihm ist, deshalb sein meites Schauen, die raum- und zeitlos unsicht haren Hintergründe, die man nur erfühlt, die da find, wie eben alles da ift, mas aus diesem Schauen seiner Seele fich erhellt als Geschehen als die so ganz und gar reale Wirklichkeit, die doch irgendwie mieder Bunder ist die da Schönheit ist in der Ephäre biefer fünstlerischen Bildhaftigkeit. " " 1 Hamsun ist Individualist, in den ersten Romanen offensichtlich, und in den letzten, da das Leben einer Stadt und Landschaft, das Werden einer Siedlung in der nordischen Allmande in epischer Breite gestaltet wird, nicht minder, menn auch nicht in der Art der problematischen Darstellung des eigenen subjektiven Lebens. Aber man bedente, daß diefer Mann, der heute über sechzig Jahre alt ist, 30 Jahre feines Lebens irrte und wirrte, Lehrer und Bortraghalter, Arbeiter und Straßenbahntondufteur war und zuletzt auf einer einfamen Fischbant in Neu- Fundland brei volle Jahre zubrachte, von aller Zivilisation abgeschlossen, ehe er die innere und äußere Möglichkeit zu seinem erstaunlichen Romane unger" fand. Und die dann weiteren Bücher, Mysterien", Bittoria, die Ge. fchichte einer Liebe", Rebatteur Lynge", Neue Erde" und wie sie alle heißen, find innere Notwendigkeiten ols Bekenntnisse dieses Menschen eines übersteigenden Lebensgefühls, ceiftiger Konsequenzen bis zum Rande des Bahnsinns. Pathologijd hat man gejagt, und wenn man Mysterien" meint und den erzentrischen„ Nagel" im besonderen, sicherlich nicht ganz unrecht: Aber erscheint dem tonventionellen, fich felbft menig bewußten Menschen nicht legthin alles Groß- und Tief- Wirkliche als nicht panz normal? Bem felbft sein Wesen auch nur in etwa Problem ift, der meiß, wie lebensecht im Tiefften dieser Mensch Hamsun- Nagel ist und mit ihm die Frauen und Mädchen, die er darftellt in einer Grunderbennung, wie wir sie in dieser Blastit eigentlich felten finden. Man sagt mit einer Signatur Individualist" so wenig mie mit Naturalift" ufm. der geniale Mensch ist eben alles in einem: Und Hamsuns Wald und Naturbuch Ban" ist Romantit bei aller äußeren Wirklichkeit. Hamsuns Gesellschafts schilderung: Schriftstellerehrgeiz der Angebeteten in Neue Erbe" das zu allem Märchenhaften mancher Bücher gegensäglich Rea. liftische feiner Zeitgemälde und des Pressebetriebes in Redakteur Lynge"-- ich sagte, daß Hamsun Dichter ist, von seinem Welt auge will ich sagen und seiner Berauschtheit vom Leben, seinen Träumen, Bifionen feinem oft expreffinen Charatter der Romane, in denen er immer Mittelpunkt ist, er fich felbft Rätsel. Im Suchen, Forschen, Löfen wird das Leben Bilb und wenn die Handlung abzubrechen scheint und ein Märchen in feltsame Zusammenhänge führt: plöglich weiß man dann, daß hier mie unterirdisch das Geschehen weiterging. Ich sagte, daß Hamsun Künstler ist und also Mensch, geistig geistreich spirituell Mathematiker, Naturwissenschaftler, Philofoph, Träumer, RomanMensch der tiefften Weisheit, die nicht Altersschwäche ist, sondern nur vorauslegungslose Erkennung: So ist das Leben! Ob es so gut ist? Wer weiß das? Es ist so aber es wird nicht nach den Noten der Menschen gespielt" im Liefften ist alles Sein Schönheit. Wenn ein Wanderer ein halbes Jahr hundert alt ist, spielt er mit gedämpften Tönen Er, der Fünfzigjährige, der zu spät in den Beerenwald fommt, der in den drei Romanen dieser Zeit( vor allem dem mittleren Ge bämpftes Saitenspiel) alles Geschehen, in dem er selbst Der Beteiligtste ist, fich wie in fern beobachteter gedämpfter" Ferne abspielen läßt, er ist doch nicht anders gemorden, ob er auch als Knecht hinausgewandert ist auf die entlegenen Höfe und älter Nur ist die größere Weisheit, von der er immer wieder tifer wird Aufruhr im Tierpark. Bon Arnold Uliz. ( Schluß.) " Dann riefen sie es alle:„ Ein Adler, ein Adler!", und die Toren, die ihn oft in seiner Gefangenschaft blöde und nichtachtend gesehen hatten, waren jetzt wie Berzückte und schauten empor. Biele feiner Ο hutz Wiſſen Schutzzoll. Denn wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; spricht, schöpferische Resignation: seine nächsten Bücher Stadt Segelfoß, Kinder ihrer Zeit" ermeisen es, wie er nun selbst zurücktritt, nur das Leben der Menschen, der Landschaft sieht und bildet vor allem fein größtes Buch stärtster Beziehung wirkendster Lebensliebe:" Segen der Erde, da saat auf die Arbeit alles wird: Sellanraa, das saat zum Martgraf" macht, Allmande geht und Inger findet, die Magd, und da aus Erde und dieses Menschenwesen:„ neunhundert Jahre alt und doch auch wieder der Mann bes Tages". Das unbeeinflußte, nur von Menschsein bestimmte Erkennen der Menschen immer wieder( Deftojewstischer Observanz) Inger, die das Kind mit der Hafenscharte tötet und ins Gefängnis muß, die nun wie eine Beftalin das Feuer des Herbes hütet, die aber einmal beinahe ein Nichts unter den Menschen war. Dies alles gechieht wie die Irrungen aller Menschen auch in dem Buch:" Die Beiber am Brunnen", geschieht nur, wie das Leben geschieht vor dem großen Hintergrund der Unendlichkeit, die im wirklichen Künstler immer einbezogen ist. Kleines und Großes geschieht, ein Zahn fällt aus einem Munde, ein Mann aus den Reihen heraus, ein Sperling auf die Erde herunter. " " Beilage des Vorwärts wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, was er hat. Matthäus 13, 12. Das scheinbar Nihilistische bei Hamsun ist das Positive des Lebens felbft ist eine unendliche Blickerweiterung, eine wunder bare Befreiung des Lebens ist das Erlebnis der Unendlichkeit und Beitlosigkeit des Gegenwärtigen und Diesseitigen bei aller Wurzelung eben gerade im Zeitlichen und Gegenwärtigen, ist Möglichkeiten ins Wirkliche, eine Hinwendung, eine Bejahung des und das bedeutet gerade der letzte Roman: Die Einbeziehung aller Lebens an sich.. ist die große schöpferische Resignation, die im anderen wieder eine tiefe schöne Frommheit, eine unendliche seelische Stille ift. der Es wäre von Hamsuns Novellen und Dramen zu sagen, feinen Gedichten: aber in einer Arbeit, die nur ein Hinweis" fein tann, führt dies alles zu weit: Und auch die Geftaltungen im Einzelnen 3. B. der Liebe immer wieder seltsam märchenhafter Schönheiten heiten der Zeit- und europäisch- literarischen und philosophischen Rritif gelegentlich seiner Reisebeschreibungen 3m Märchen. Land"( Kaufasien) und unter dem Halbmond" Charattere, die irgendwie in Hamsuns fomplizierter Natur als Teile seiner selbst begründet find das ist alles nur zu er wähnen. Nur ein Beispiel des Sprachschöpfers soll hier noch stehen aus„ Segen der Erde" faat ging barhäuptig in Jesu Namen hinaus und fäte; er war wie ein Baumftumpf mit Händen dran, aber inwendig war er wie ein Rind. Auf jeden seiner Samenwürfe verwendete er größte Sorgfalt, er war freundlich und ergeben gestimmt. Geht, jest teimt das Korn und wird zu Wehren mit vielen Körnern, und so ist es auf der ganzen Welt, menn Korn gesät wird. Im Morgenlande, in Amerika, in Gudbrandstal ach, wie groß bie Erde ist und das winzig fleine Feld, auf das Jaaf fate! Das mar der Mittelpunkt von allem. Aus Isaaks Hand fielen die Körner auf die Erde. Der Himmel war bewölkt und günstig, es fah nach einem gang feinen Staubregen aus." Ich frage: Ist dies nicht mie Mythus, dieses Bild des„ Baumstumpfes mit Händen dran"? Jst dies nicht, als hörten wir zum erstenmal das Wunder: Jetzt feimt das Korn und wird zu Aehren mit vielen Körnern?" Ist es nicht, als könnte es nun weitergehen in der Sprache: Du feuchtest die Berge von oben her und macheſt das Land voll Früchte, die du schaffeft... Herr wie sind deine Werte so groß und niet Und dann sein neuester Roman, der im Winter bei Grethlein erschien:„ Das legte Rapitel", bies Wert der Einbeziehung des Todes ins Diesseitige. Ueberhaupt die Manifestation des Diesfeitigen bei ihm, der religiöse Atheismus", in dem er mit Doſto jemsti, Otto zur Linde, Strindberg eins ist im Sinne einer neuen europäischen Religion, einer neuen Treue meihaphyfischer Irdisch feit. die große Amoralität: Wir sind alle Landstreicher auf Erden. Wir wandern Wege und Büsten, zuweilen friechen wir, zumeilen gehen wir aufrecht und zertreten einander„ Das große Nur- Bestätigen deffen, das ist, Bestätigen in stärffter fünfte lerischer Anschauung und Gestaltung. Wenn das Leben der Lüge nicht notwendig bedürfte, existierte sie nicht". Amoralität aber feineswegs als Demoralität. Gut und schlecht sind nicht relative, aber absolute Begriffe zur Anschauung der Dinge" so sagt der Selbstmörder", die Hauptperson des Buches, der leben bleibt, während das ganze Sanatorium mit allem seelisch und körperlich und wirtschaftlich- fapitalistisch Kranken zugrunde geht, verbrennt. Aber auch Fräulein d'Espard bleibt leben, die im Guten und Bösen so entschieden zupadt" und, wie er es nennt, so erdenhaft beschäftigt ist". Es ist ja doch feiner ohne Schuld ohne Todesfurcht. Sie ist das Leid des Lebens. Aber es find be sonders die Reichen und Mächtigen, die soviel aus dem Tode her machen. Die armen Leute haben weniger gegen ihn, sie können ihn sogar oft rufen: Stomm nur mit dem Tode, dem legten Rapitel". s. Gine Gehilfammlung im Zenienverlag ist leider vergriffen, wisd und feiner Tür so schmer, als sei ein großer, schmerer Sad hinter ihr aufgestellt, und sie vernahmen auch ein feltsames Schleifen, wie von einem geschobenen Sad. Als endlich ein Spalt gebildet war, so breit, daß ein Mensch hätte durchschlüpfen können, und als die beiden in der Tat fich hindurchzwängen wollten, quoll in Manneshöhe, groß mie der Kopf eines Stieres schier, mit offenem Rachen, züngeind, mit mörderischen Augen, mit dunkelrot- grauer Höhlenfinsternis des Maules, der Stopf einer riesigen Schlange durch den Spalt, und ein dider, gebäumter Leib drehte die Tür nun beiseite, und in der ganzen Deffnung stand aufgerichtet, zum Vorwärtsschnellen bereit, und fauchend das Tier. Die Reliner stürzten hintenüber, rafften fich auf, liefen, stürzten noch oft und eilten schreiend und vor Entfeßen fallend durch die Stadt. Brüder taten wie er und strichen staunend über die Häuser und die durchströmten Straßen zwischen ihnen. Einer fah eine Gans im Balkon eines reichen Mannes und führte sie prächtig von dannen, und ein anderer ließ sich auf einem herrschaftlichen Haufe der inneren Stadt nieder, beforschte bedächtig den Adler aus Gips, der das Dach fittichspreizend krönte, und jetzte sich sodann regungslos auf bas tote Haupt, aber trotz der Höhe war es, als könnte man von unten erkennen, daß seine harten Augen poll großen Lichtes feien. Endlich wurde es flar, daß im Tierpart Unheilvolles geschehen mar. Ertrablätter durchgellten die Straßen mie in friegerischer Zeit: Aufruhr im Tierpart! Alle Tiere befreit! Die Bärter zer- biele Stunde schon erwärmt und tat ihrem Leibe wohl, und so fleischt! Kinder von Löwen angefallen! Hyänen ins Leichenschau haus eingebrochen! Nur der geringste Teil dieser beunruhigenden Nachrichten war wahr. Die Journaliſten logen diesmal aus Erschütterung: meit über den geilen Rigel hohler Bortfenfation hinaus maren fie von der Ahnung eines beispiellofen Erlebnisses aufgemühlt, und manche Menschen mähnten mie im Rausch, nun habe die Stumpfheit dieser Stabt für immer ein Ende. So blieb die Schlange noch eine Beile in tampfbereiter Halgemächlich, quer über den Bürgersteig und strebte auf die Straße tung, dann sentte sich der Leib, und sie wand sich heraus, träge, hinüber, wo in schimmernder Barallele die Schienen der elektrischen Bahn verliefen und die Neugierige fodten. Der Asphalt mar um blieb fie genau über den Schienen liegen und fonnte sich. Ein Straßenbahnmagen rollte heran, der Motorführer fah, remite, sprang ab und schrie:„ Eine Schlange, eine Schlangel Alle Insassen fnäulten sich heraus, Schultinder, Kaufleute, Beamte; schon wie verfteint; in ungeheurem, von der Angst gezirfeltem Ilmandere Bagen folgten, fonnten nicht weiter, eine lange Reihe stand treis standen die Menschen und stierten, und die Schlange lag regungsins und gemaltig. und Magirusleiter ratios. Ohne Maßen grauenvoll erscholl aus Indessen war die Feuerwehr gekommen und stand mit Sprißen dem Tierpart das Brüllen der Befreiten, und die Tür, die sich von felber ein Stück geschlossen hatte, stand immer noch mit einem waren. Alle Geschäfte und infonders die Läden der Fleischer ließen Die Mütter schrien nach ihren Rindern, die auf dem Schulmeg die Gatter herunter, die Haustüren wurden geschlossen, mit Repol vern in den Händen standen Polizisten bleich an den Straßeneden, und völlige Stille, wie verpestet und schwer, übertruftete die ganze Stadt. Nur ein Ranalarbeiter blieb stehen auf der obersten Sprosse seiner Leiter im Schacht; den Griff des eisernen Dedels hatte er erfaßt, und gespannt blidte und lauschte er über die fable Pflasteröde der Straße und dachte es sich aus: Ueber mich hinweg, ahnungsscheinung machte die Menschen vollends toll. Jeder glaubte zu los, trottet der graue Bär! 3mei Kellner des Tierparfrestaurants trafen um acht Uhr por dem Lore ein, um ihren Dienst anzutreten. Als einer die Tür öffnen wollte, gelang es ihm nicht, er rief veripundert und ärger lich den zweiten, und fie stemmten gewaltig. Da öffnete fich die Spalte auf. Heraus fugte plöglich fpigig der Fuchs. Bandte fich fofort und sprang zurüd, aber diese blizhafte Erspüren, daß dieses übelbeleumdete Tier nichts anderes vorhatte, als die Bestien zu benachrichtigen: Die Tür steht offen, und Menschen sind zahllos da!" Plöglich trat auch eine turze Stille im Tierpart ein, und deutlich fonnten alle hören, daß aus der Richtung des Wärterhauses geschrien wurde: Hilfe, Hilfe, Hilfe!" " Samsuns Gesamtwert, das 16 Romane und Erzählungen,& soveuensande, 2 Reisebücher, 6 Dramen und Gedichte umfaßt, ist erschienen im Berlag Albert Langen in München und tommt jegt in der Form der Gesammelten Berfe", von denen 8 Bände in prachtvoller Ausstattung vorliegen, neu heraus. Eine gute Auswahl( die Romane ,, Schwärmer", Bittoria" und mehrere Rovellen umfaffend) gab Baffer von Malo im gleichen Berlage aber in anderen neu Die Feuerwehr faß auf und raste davon, die Menschen liefen mie verrückt; an den Fenstern hinter Gardinen standen Entsetzte. Die Schlange lag auf den Schienen, der Löwe schlief auf dem Kadaver der Giraffe, der Geier auf der goldenen Zinne schlug zornig mit den Flügeln, die Affen spielten Stat. Da befannen sich die in Eile zusammengerufenen Herren des Magistrats auf das Militär. Zwei Kompanien Infanterie, eine Maschinengewehrkompanie und ein Zug Flammenwerfer wurden unter den Befehl eines im letzten Kriege bewährten Majors gestellt und rückten gegen den Tierpark ab. ,, Esel, Esel," sagte der Major, als er die Schlange liegen jah, fel von Straßenbahnschaffner, der nicht das Tier einfach in Stude fuhr!" Nun war er genötigt, es durch Feuer zu vernichten, und nach einigen Feuerstößen lag die Garbe gut, die Riesin bäumte sich in grenzenlosem Schmerz und 3orn nur ein einziges Mal, verfiel und starb. unmöglich, auf einzelne Tiere, die vielleicht unschuldig waren, Rüd Sodann wurde der Tierpart fachgemäß aufgerollt. Es war ficht zu nehmen. Nur das winzige Biehzeug, über das das Gewehr. feuer machtlos hinwegstrich, überlebte den Tag. Wahnsinnig durch das Gefnatter und den haushohen Qualm der Flammenwerfer, wurden auch die Sanftmütigen rasend, und der Elefant stürzte sich trompetend in erschütternder Bravour gegen die Soldaten und brach vor der Linie zusammen. So fielen fie alle, brauner Bär, Zebra, Antilope, neben Löwe, Tiger und Leopard. Affen unschuldsvoll auf ihren Heften, und Nikolaus besonders, der Als aber die fiegreiche Truppe ans Affenhaus fam, saßen die menschenähnliche, mochte ein dummes Gesicht und traute fein Hinterteil. Der befreite Oberwärter ging weinend durch den geschändeten Garten.„ War es denn nötig?" fragte er den Major, aber der zuckte die Achseln. Als der Alte die scheinheiligen Affen sah, und Nikolaus, den pharisäischsten von allen, erfaßte ihn Jähzorn, und er schrie:„ Ein Gemehr, ein Gewehr!" Ein Soldat, dem der Oberwärter Spaß machte, reichte ihm eines, und der Rasende legte an. Plöglich fezte er die Waffe wie ein Gelähmter ab, denn eine grenzenlose dunkle Todesangst war in den Tieraugen mit einem Male aufgegangen, und er sagte:„ Du dummer Affe, was hast du denn gewollt? Nur die Freiheit! Ich will dich nicht töten!" Der Major wurde zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. 47 Sankt Peter illuminiert. ( 23 on unserem römischen Korrespondenten) Die Affenhaare" in der Braunkohle. Bir wissen, daß Torf, Braun- und Steinkohle chemisch verän derte und verkohlte Holzfasern oder andere pflanzliche Bestandteile find, und daß man aus ihnen die Pflanzendecke längst vergangener Wohlgemerkt, natürlich nicht der Heilige Betrus illuminiert. 3eiten mit einiger Phantasie rekonstruieren fann, indem man heute Benn Sanft Beter illuminiert, so wird die weltberühmte Basilika noch lebende Pflanzen mit den erkennbaren Resten in der Kohle vervon Sankt Peter, die unvergleichliche Beterskirche in Rom, innen gleicht. Der Torf ist im Vergleich zur Kohle ein sehr junges Gebilde, und außen beleuchtet. Mehr wie ein halbes Jahrhundert ist über und die Bilanzenrefte, die man in ihm findet, erkennt der Sachper. die ewige Stadt dahingegangen, seit zum legten Male menige tändige ohne große Schwierigkeit, da es sich hier um Pflanzen hant Wochen vor dem Zusammenbruch der weltlichen Herrschaft der delt, die heute noch existieren. Schwierig wird die Sache aber, wenn Bäpfte diese große Mutterfirche der katholischen Christenheit illu wir uns ein Bild machen wollen von dem Aussehen eines Kohlenminiert wurde; denn seit dem Einzug der italienischen Truppen am maldes. Wer jemals eine Phantasielandschaft aus der Kohlenzeit ab20. September 1870 durch die Bresche in der Mauer Roms neben gebildet gesehen hat, staunt über die grotesken Formen, die sich die der Borta Pia, seit diesem Lage der fittinen, selbstgewählten Ge Geologen ausgedacht haben. Und doch dürfen wir annehmen, daß das fangenschaft der Böpfte im Vatikan, hat die Beterskirche nie wieder Bhantasiebild einigermaßen mit der Wirklichkeit übereinstimmt. die Lichter einer Beleuchtung nach außen über die abtrünnige Stadt Baumförmige Farne haben wir heute noch in den Tropen, und wenn wir versuchen, uns Bärlapp: und Schachtelhalmgewächse, die wir ja nächtlicherweise glänzen lassen. Man mar im Batikan böse mit nur mehr als frautartige Pflanzen fennen, baumartig zu vergrößern, gm. Die Beiten baben sich geändert, das freimaurerische, liberale der Kirche abholde Regime ist durch einen faschistischen Regierungsfo gelangen wir selbst zu den märchenhaften Gestalten, die uns die Gelehrten als glaubhaft und eristenzfähig hinzustellen versuchen. Mir fommissar auf dem Kapitol, dem Stadthause Roms, ersetzt, und Mussolini liebäugelt mit dem Batikan und der Batifan mit Musso- müssen annehmen, daz im Kohlenzeitalter bei uns ein tropisches lini. Darum läßt jcht, nach 55 Jahren, auf einen Bint des Papstes, Klima geherrscht hat, denn Baumfarne können bei uns jest nicht die Petersfirche wieder einmal ihre ungezählten freundlichen Lichter bei einer Illumination über die von neuem in Gnaden aufgenommene ewige Stadt erglänzen. Eine günstige Gelegenheit dazu bietet die erste Heiligsprechung in diesem Heiligen Jahr", die am Sonntag, den 17. Mai, mit großem Bomp in der Petersfirche erfolgte und der fich am Himmel fahrtstage eine zweite Heiligfprechung anschloß. Diese Heiligfprechungen Lodten Hunderttausende von Pilgern nach Rom und füllen die Stadt bis furz vor Pfingsten mit Trubel, die Hotels und Hospize bis auf den letzten Play und den Händlern und Wirten die Taschen. Je mehr in diesem Massenbetrieb die Frömmigkeit auf den Nullpunkt sinkt, desto höher steigen die Preise, die aber leider nicht nur der Pilgrim bezahlen darf, sondern auch der arme Dauerwohner Roms, der die Seligkeit der niedrigen Preise der früheren unheiligen Jahre dem teueren Wechsel auf eine felige Zufunft vorzieht. Die Beterskirche wird illuminiert. Im Innern der Basilika fchlingen fich von Bogen zu Bogen, zwischen den großen Säulen, melche die Querschiffe vom Hauptschiff trennen, riesige Girlanden ron venezianischen Glastronen mit ungezählten, elektrisch beleuch teten Kerzen. Vor den Pfeilern hängen pon der Dede herab lange Retten von ebensolchen Lichterfronen, acht bis zehn übermannshohe Kronen übereinander an diden Seilen. Dort, wo die riesige Kuppel von Sankt Peter sich wölbt, reichen diese Ketten von zwölf bis vierzehn großen Kronen übereinander bis zum unterften Ansaz der Laterne, und in der Apfis schwingen fich Duzende von GirLanden, immer aus diesen übermannshohen Lüftern, von Nische zu Rische. Die Wirkung der raffiniert und fünstlerisch schönen Ver teilung von über zehntausend Kerzen soviel sind es nach oberflächlicher Zählung mindestens ist unerhört start. Es ist ein rein ästhetischer, rein künstlerischer Genuß, dem nicht das geringste religiöse Gefühl oder irgendeine mystische Regung anhaftet. Man pergißt vollkommen, daß man in einer Kirche ist, daß diese Lichters flut einem firchlichen Zwecke dienen soll. Ueber fünftausend Lichter, pon dem einfachen Lampion bis zur Fadel und Bechpfanne, find über das ganze Aeußere der Petersfirche verteilt, vom Kreuz auf der Kuppel, über die Kuppel hinunter zu den Riesenstatuen der Heiligen auf dem Dache, längs der Fasjabe der Bafilifa und an den Kolonnoden des Blazes entlang sollen diese Tausende von Lichtern aufflammen, und man fann über der nächtlichen Stadt oben am Monte Bincio stehen und dieses under bestaunen, das nach einem Schlafe eines halben Jahrhunderts zu nächtlicher Schönheit erwachen soll. Westarp Schlichter Abschied. D.N.V.P „ Der Mohr hat seine Schuldigkeit gefan, der Mohr fann gehn." Best Aufwertung mehr gedeihen. Unsere Braunfohlen, so müssen wir menigstens aus den bisherigen Funden schließen, stammen ebenfalls von Pflanzen, die tropische Wärme und Feuchtigkeit verlangen. Das gilt wenigstens von der älteren Braunkohle, während die Pflanzen der jüngeren Brauntohle einem gemäßigteren Klima angepaßt waren. Einen neuen Bemeis für den tropischen Charakter der älteren Braunfohlepflanzen hat ganz neuerdings der Berliner Professor Gothan erbracht, indem er uns endgültig über die sogenannten Affenhaare" in der Braunkohle Aufklärung verschafft hat. Mit diesem Namen bezeichnete man merfwürdige Haare von hellgelber bis bräunlicher Farbe, die wie zerfaferter Berg aussehen. Man hat bisher vergeblich versucht, über die Natur dieser Affenhaare Aufschluß zu gewinnen. Das es pflanzliche Stoffe find, war ja anzunehmen, man hat sie z. B. für Bastfasern gehalten, aber Gothan weist darauf hin, daß das nicht möglich sein könnte, da ja Baſtfasern wie alle Zellulose: oder Holzfaser haltige Pflanzenteile die Beschaffenheit der Braunkohle hätten annehmen müffen, also braun bis schwarz gefärbt sein müssen. Unser Forscher bemertf mun, daß die Haare sich beim Verbrennen ganz so verhalten wie dünne Harzfäden und dabei einen eigentümlichen Geruch annehmen mie nach verbranntem Gummi. Die chemische Untersuchung bestätigte die Bermutung, daß es sich in der Tat um fautschufartige Stoffe handele, und zwar um einen vulkanisierten, d. h. durch Schwefel veränderten Kautschuf. Es tann nach Gothan gar feinem Zweifel unterliegen, daß es sich bei den Affenhaaren" um„ mumifizierte" Inhaltsstoffe von Milchgefäßen aus der Rinde irgendeines Kautschufbaumes handelt. Die Haare find verzweigt wie die Milchsaftgefäße, die ein Neg von miteinander in Verbindung stehenden Röhren bilden. Da aber die Kautschutbäume nur in den Tropen wachsen, so müssen die Kautschutpflanzen der Braunkohle ebenfalls im tropischen Klima zu Hause gewesen sein. Dr. W. Das Hotel der Mönche von St. Bernhard. Das berühmte Hospiz auf dem Großen St. Bernhard ist jetzt wirklich in dem einen Flügel in ein modernes Hotel umgewandelt worden, das vom 1. Juni ab für Touristen geöffnet ist. Das ehrwürdige Hospiz, das nun schon fast 1000 Jahre von den Mönchen zum Segen der Alpenwanderer geleitet wird, ist jährlich von etwa 24 000 Reisenden besucht, und diese Touristen, die die Gastfreundschaft der Mönche in Anspruch nahmen, haben sich in den letzten Jahren so sehr als Nassauer benommen, daß die Mönche vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch standen. Von den 24 000 Besuchern vergaßen" 21 000 das Bezahlen, und von denen, die eine Gabe stifteten, begnügten sich viele mit Kupfermünzen, die sie in die Sammelbüchse des Hospizes warfen. Am schlimmsten sollen sich die Automobilisten benommen haben. In Zukunft werden diese wohlhabenden Besucher nach dem Hotel vermiesen, wo sie die gewöhnlichen Hotelpreise zahlen müssen. Arme Banderer und verirrte Reisende werden aber von den Mönchen weiter tostenlos aufgenommen, und die Zahl der berühmten Bernhardinerhunde, die im Schneesturm schon so manches Menschenleben gerettet haben, ist vermehrt worden. Eine neue Methode fürs Einweden. Das Einweden von Gemüsen und Obst usw. ist durch eine neue Methode außerordentlich verbessert worden, bei der statt des einfachen Einfochens die Luft vermittels einer Luftpumpe weitgehend entfernt wird und das Sieden infolgedessen bei niedrigerer Temperatur erfolgt. Dieses Einweden, bei dem auch der Berschluß der Gläser so intensiv wie nur möglich ist, hat nach einem Bericht der Umschau" große hygienische Vorzüge. Die für die Ernährung so wichtigen Vitamine werden daburch in viel stärkerem Maße erhalten. Nach Versuchen des Amerifaners Schield waren sie zwei bis vierfach stärker vorhanden als bei der gewöhnlichen Art des Eintochens. Die Methode des Einmedens im luftverdünnten Raum empfiehlt sich daher vom ernährungsphysiologischen Standpunkt aus, denn die durch fie fonfervierte Nahrung ist durch die lebenswichtigen Vitamine gesünder als die auf dem bisherigen Wege fonjervierte. 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