Nr. 254 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 131 Bezugspreis: chentlich 70 Pfennig, monatlich 8.- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und 8eit" mit„ Sied. lung und Aleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich aweimal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einipaltiae Nonpareille. zeile 70 fennia. Reklamezeile 4. Reichsmart. Kleine Anzeigea das fettgebrudte Wort 20 Pfennig ( zuläffia zwei fettgedruckte Worte). fedes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengefuche das erfte Wort 10 Bfennia. jedes weitere Wort 5 Pfennia. Worte über 15 Bud) staben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags ini Sauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9, Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redatiion: Tönhoff 292-295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 31. Mai 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Poftscheckkonto: Berlin 37536 Banktonto: Direktion der Diskonto- Gefellschaft, Debofitentaffe Lindenstraße 3 Die Pfingstbotschaft der Entente. Die Entwaffnungsnote endlich nach Berlin unterwegs. unterwegs.- Räumung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort angekündigt. Paris, 30. mai.( WTB.) Neber die heute nachmittag abgehaltene Sigung der Botschafterkonferenz wird folgendes offizielle Kommuniqué ausgegeben: Die Botschaftertonferenz, mit den Inffruffionen der alliierten Regierungen versehen, hat heute nachmittag die Faffung der Note festgefeht, die der deutschen Regierung im Namen der alfilerten Regierungen durch ihre diplomatischen Bertreter in Berlin überreicht werden wird. Diefe Note wird morgen abend nach Berlin abgehen, am folgenden Dienstag der deutschen Regierung übermittelt und aller Wahrscheinlichkeit nach am Mittwoch veröffentlicht werden. Sie befteht aus einer Kollektionote von etwa 5 Selfen und zwei Anhängen. Der erste Anhang seht sich aus mehreren Teilen zufammen und enthält befonders die Ausführungsliste der Klauseln des Versailler Vertrags fowie die Liste der verlangten Abstellungen. Der zweite Anhang enthält das Schreiben der Reparationstommiffion. Beide Anhänge find etwa 30 Seiten lang. Weiter wird dazu gemeldet: Wir leben seit vielen Monaten unter einer Rechtsregierung und seit mehr als einem Monat unter der Reichspräsidentschaft Hindenburgs. An der erbärmlich schlechten Behandlung, die Deutschland während dieser Zeit von draußen her erfahren hat, ist dadurch nichts geändert oder sicher doch nichts gebessert worden. Wir stellen das mit Bedauern fest, aber und das wird man uns nicht übelnehmen können ohne Ueberraschung. Gegenüber der Willfür, die die Alliierten übten, indem sie ohne Angabe von Gründen die Besetzung weiterbestehen ließen, blieb die Regierung Luther- Stresemann mindestens ebenso ohnmächtig, wie irgendeine andere deutsche Reichsregierung zuvor. Sie hat dantensmerter Weise auf alle großen Gesten des Protestes verzichtet, hat, soweit es auf fie antam, jede zwed lose Aufpeitschung der Bolfsstimmung vermieden und im Stillen den Plan vorbereitet, durch einen wiederholten ausdrücklichen Verzicht auf Elfaß- Lothringen und Eupen Malmedy, durch feierlichste Dokumentierung ihrer pazi fiftischen Gesinnung nach allen Seiten hin das Rhein land freizubekommen. Die Botschaftertonferenz tagte heute nachmittag 3.50 bis 6.30 Uhr unter Borsih des franzöfifchen Delegierten Jules Cambon; Marschall Foch und General De stider wohnten der Betatung bei. Die Kommission hat einstimmig den Text der Note gebilligt, die Deutschland hinsichtlich der Entwaffnung zugestellt werden wird. Ein Sonderfurier wird morgen mit der Note der Bot- rechtsstehende Regierung hätte sich vielleicht aus Sorge vor Shafferkonferenz nach Berlin abreifen, die dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann im Berlauf eines Kollektivschrittes der alliierten Botschafter überreicht werden wird. Dieser Schrift wird wahrfheinlich Dienstag oder Mittwoch erfolgen. 12 Stunden nachher wird der Tert der Note veröffentlicht werden und 24 Stunden Später wird die Presse Kenntnis von der Liste der Berfehlungen erhalten. Paris, 30. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Feststellung der Reparationsfommission, daß Deutschland feinen Wenn man fragt, worin sich die Außenpolitik der Rechts regierung von der Politif der früheren Regierungen unter fcheidet, fo fann man nur folgendes feststellen: Eine meniger der. ,, nationalen Opposition" zum Angebot eines feierlich be fräftigten Berzichts auf das Elsaß weniger leicht entfchloffen. Zugleich hätte aber eine meniger rechtsstehende Regierung mehr Möglichkeiten besessen, mit der Gegenseite in Fühlung zu kommen und der öffentlichen Meinung jenseits der Grenzen den deutschen Rechts standpunkt verständlich zu machen. Wäre das Instrument von Bersailles ernstlich einer aufrichtigen internationalen Ber= ständigung in Deutschland eine ganz andere, vielleichtere Situation! Unter diesen Umständen muß die angekündigte Rä u= mung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort als ein Lichtblick erscheinen. Aber an den Sonnenaufgang einer neuen Aera wird man erst dann glauben fönnen, wenn die bevorstehenden Berhandlungen über die Entwaffnung in naher Frist und zur Räumung der ganzen nördlichen Zone führen werden. Die Räumung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort wird den Beweis dafür bringen, daß für Deutschland nur auf dem Wege der Vertragser= füllung etwas zu erreichen ist. Um auch die Kölner Zone freizubekommen, wird die gegenwärtige deutsche Regierung auf dem harten Weg der Erfüllungspolitit" ein ganzes Stüd weitergehen müssen. Aber, man mache es ihr nicht zu schwer! Man gebe den frondierenden Elementen teine neue Gelegenheit zu allen bisherigen, die nationalen und nationalistischen Stimmungen im Bolte aufzupeitschen! Man glaube nicht, daß die deutsche Linte außenpolitische Erfolge der gegenwärtigen Reichsregierung fürchte! Diese Erfolge können ja nur erreicht werden durch jene Außenpolitik, die von der deutschen Linken, vor allem von der deutschen Sozialdemokratie längst als die einzig mögliche erkannt worden ist! " Der Kampf gegen den deutschen Nationalismus fann von außen her nicht geführt werden durch den eigenen Nationalis mus, er fann mur geführt werden durch Verständigungsbereitschaft und Loyalität. Durch Gerechtigkeit, Billigkeit, Entgegenkommen hilft man nicht der Rechtsregierung, sondern der deutschen Republik und allen denen, die in ihr aufrichtig das neue Europa mollen! finanziellen Berpflichtungen voll nachgekommen ist, wird, wie wir und ehrlich zur Befestigung des Friedens verwendet worden. Das französische Parlament und Marokko. von unterrichteter Seite erfahren, in absehbarer Zeit die Räumung der im Frühjahr 1921 besetzten Städte Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort zur Folge haben. Die Besetzung der drei Rhein- und Ruhrhäfen, die bekanntlich reinen Sanffionsdharakter besiht, hat mit der Festftellung der Reparationskommiffion jede rechtliche Grundlage verIren, und die französische Regierung soll sich bereits prinzipiell zu der Räumung dieser Städte bereit erklärt haben. Mit Rüdficht auf die Besetzung des Ruhrgebiets wird die Zurückziehung der franzöFfchen Truppen aus den drei Städten allerdings erst für die zweite Hälfte August in Aussicht genommen. # In dem Augenblid, in dem die immer wieder ange fündigte Entwaffnungsnote der Botschafterkonferenz nun wirklich an die deutsche Regierung abgeschickt wird, ist es notwendig, noch einmal auszusprechen, daß die ganze bisherige Behandlung dieser Angelegenheit durch die Alliierten eine grobe Mißachtung des internationalen Rechts darstellt. Die Kölner Zone des besetzten Gebiets follte laut Bertrag am 10. Januar d. J. geräumt werden, falls bis dahin auch Deutschland seine Verpflichtungen aus dem Vertrag erfüllt hatte. Die Kölner Zone wurde am 10. Januar nicht geräumt, als Grund der Nichträumung wurden Berfehlungen gegen die Bestimmungen über die Entwaffnung angegeben; welcher Art diese aber sein follten, das war bis zum heutigen Tage nicht zu erfahren! Die Fortdauer der Besetzung über die Fünfjahrfrist hinaus war schon an sich eine Härie, fie mußte, schon an sich zu einer Verschärfung der Stimmungen in Deutschland führen, den Glauben an den guten Willen der Gegenfeite ins Wanken bringen. Diese Wirkung war auch dann nicht zu vermeiden, wenn die Gegenfeite im Rahmen des Vertrags forrett verfuhr. Immerhin hätte sie dann bei manchen Teilen des deutschen Volkes auf ein gewisses Verstehen rechnen fönnen. Aber statt erst die Gründe für die Fortdauer der Besagung bekanntzugeben und dann diese Fortdauer zu proflamieren, hat man zunächst die Fortdauer profiamiert und dann das deutsche Bolt fünf Mo nate lang auf die Gründe warten lassen. Das ist ein, Verfahren, mit dem sich fein rechtschaffener Mensch, gleichgültig welcher Nation oder Bartei er angehören mag, einverstanden erklären fann. Es hat, wie es mußte, in Deutschland Gefühle der Feindseligkeit geweckt, nationaliftische Strömungen gefördert und zur Wahl Hinden burgs entscheidend beigetragen. dann hätten sich die Dinge ganz anders abspielen müssen, als es jetzt der Fall ist. Dann hätte nämlich die Gegenseite uns rechtzeitig und vertraulich wissen lassen, was sie an dem Stande unserer Abrüstung noch auszusehen hatte, man hätte sich im stillen Kämmerlein geeinigt und Köln wäre am 10. Januar geräumt worden. Jetzt stehen wir vor einer öffentlichen internationalen Diskussion über das Abrüftungs problem, und die Atmosphäre, in der sie sich vollzieht, ist durch das bisherige illoyale Verhalten der Gegenseite vergiftet. In weiten Kreifen des deutschen Bolts besteht heute die Auffassung, daß die Gründe der erwarteten Note weiter nichts als Vorwände seien, um die Räumung so weit wie möglich hinauszuschieben. Trotzdem wird es notwendig sein, die Note ohne Boreingenommmenheit zu prüfen, die gegebenen Vertrags- und Machtverhältnisse zu berücksich tigen und bei allem, was man tut oder unterläßt, das Ziel der Befreiung des befeßten Gebiets im Auge zu behalten. Im deutschen Bolte wird es verstanden werden, wenn auch weitgehenden Zumutungen Genüge geleistet wird, auch weitgehenden Zumutungen Genüge geleistet wird, um die Räumung der Kölner Zone endlich zu erreichen. Bei dem gegenwärtigen Mißverhältnis zwischen dem Bewaff nungszustand Deutschlands und dem seiner Nachbarn, bei der allgemein zugestandenen Unmöglichkeit für Deutschland, nach außenhin machtpolitisch aufzutreten, ist es teine entscheidende Frage, um wieviel Millimeter Deutschland von der abso Iuten Entwaffnung entfernt bleibt. Hoffen muß man dagegen, daß sich unter den Forderungen der Alliierten nicht solche befinden, die für die Aufrechterhaltung von Wirt fchaft und Ordnung gefährlich sind. Dadurch könnten die Schwierigkeiten, eine zufriedenstellende Regelung zu finden, bis ins unerträgliche gesteigert werden. Die deutsche Regierung hat ihre prinzipielle Bereitschaft erflärt, die Entwaffungsvorschriften des Vertrags loyal durchzuführen und begründeten Beschwerden abzuhelfen. Eine Unterhaltung darüber, mas vertragsmäßig gefordert werden fann, welche Beschwerden berechtigt sind und welche nicht, wird nicht zu umgehen sein, sie wird von beiden Seiten im Geiste der Mäßigung geführt werden müssen. Von der Gegenseite muß auch ein gewisses psychologisches Berständnis dafür erwartet werden, daß der gegenwärtige 3ustand vom deutschen Volke nicht als gerecht empfunden werden tann. tann. Würden nur erst auch die anderen anfangen abzurüsten, dann hätten die Freunde Entsendung einer Kontrollkommission beschloffen. Paris, 30. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Armeekommission der Kammer hat sich am Sonnabend mit einem von dem Genossen Renaudel gestellten Antrag auf Entfendung eines parlamentarischen Kontrollausschusses nach dem marottanischen Kriegsschauplatz beschäftigt. Painlevé, welcher der Sigung beiwohnte, deshalb in Berbindung gesezt, und daß dieser sein Einverständmachte die Mitteilung, daß er sich bereits mit Marschall Lyautey Bedingung, daß teine Einmischung in die Kompetenzen und nis mit der Auffassung des Ausschusses erklärt habe, unter der die Verantwortung des Oberkommandos erfolge. Die Taktik Abd el Krims. Paris, 30. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Ueber die Truppen und die Tattit Abd el Krims schreibt der Sonderberichterstatter des New York Herald": Abd el Krim verfüge über ein stehendes Heer unter dem Kommando türkischer, deutscher und russischer Deserteure; außerdem fämpfen für ihn die Stämme, die er durch Drohungen oder Versprechungen für sich gewonnen hat. Die Stärte der Truppen Abd el Krims, die ähnlich wie die französischen uniformiert sind, wird von dem Berichterstatter des„ Daily Mail" auf 100 000 Mann, die der eigentlichen Armee auf 60 000 Mann geschätzt. Sie find alle mit Gewehren moderner europäischer Modelle ausgerüstet und scheinen fortlaufend mit Munition versehen zu werden. Die Taktik Abd el Krims, der in Spanien seine Studien betrieben und in seinem Bruder, der Marine- Ingenieur ist, einen wertvollen Mitarbeiter hat, besteht, wie der New York Herald" weiter ausführt, darin, die vorgeschobenen franzöfifchen Bosten zu umzingeln und auszuhungern. Primo nach Marokko abgereift. Madrid, 30. Mai.( E. P.) General Primo de Rivera ist nach Marotto abgereist, und es verlautet, daß er den ganzen Juni an der Front verbringen wird. Macdonald gegen den Sicherheitspakt. London, 30. Mai.( Eigener Drahtbericht.) In einer Rede, die Macdonald im Zusammenhang mit der Frauentonferenz der Arbeiterpartei in Birmingham hielt, sagte er im Hinblic auf den gegenwärtigen Zustand Europas u. a., er könne nur mit dem Gefühl der Bestürzung den gegenwärtigen Stand der Dinge betrachten. Das Genfer Protokoll stelle einen Bund der Nationen dar, feierlich darauf verpflichtet, den Frieden zu halten und die Kriegsursachen zu beseitigen. Solange es eine Arbeiter partei gebe, tönne das Protokoll nicht sterben. Er wiederhole, der Patt fei teine Angelegenheit der Arbeiterpartei. Es werde gesagt, daß das Protefol! unmöglich sei, weil in ihm militärische Sanktionen vorgesehen würden. Er( Macdonald) sei kein Freund militärischer Santtionen. Was das betreffe, so sei die Arbeiterregierung daran gegangen und er glaube, daß sie schließlich darin erfolgreich gewesen wäre mittels des Protofolls einen solchen geistigen Zustand der Nationen zu schaffen, daß nach ein paar Jahren Herrschaft des Protokolls die Völker über ihre rostigen Schwerter, auf die sie sich bisher gestützt und über ihre Kanonen, denen sie vertraut hätten, einfach gelacht hätten. Falls es zu einem Vier- oder Fünf- Mächte Batt tommen sollte, so müßte entweder die britische Flotte und das britische Heer mit Haut und Haaren verschrieben werden oder Franfreid werde, so wie die Dinge heute liegen, einen Sicherheitspaft niemals unterzeichnen. Keine Arbeiterregierung würde jemals die militärischen Berpflichtungen eines folchen Paffes einhalten. Er sage das wohlüberlegt. Er habe liberale Reben im Unterhaus gehört, die ihn davon überzeugt hätten, daß man auch im liberalen Lager feine Sympathie für einen solchen liberalen Lager feine Sympathie für einen solchen Pier oder Fünf- Mächte- Paft befize. England werde heute von feiten einer Minderheitsregierung mit einem Vier- oder FünfMächte- Pakt bedroht, deſſen Verpflichtungen es niemals erfüllen tönne. Kleinbauern gegen Schutzölle. Vertretertagung des Weichsverbandes landwirtschaft: licher Kleinbetriebe. Am 26. und 27, Mai 1925 fand im Beisein mehrerer Reichs- und Landtagsabgeordneter in den Räumen des„ Rheingold" in Berlin die Vertretertagung des Reichsverbandes landwirtschaftlicher Kleinbetriebe statt, an der 15 Kleinbauern und Bächterorganisationen beteiligt waren. Beraten wurden u. a. Siedlungs-, Steuer- und Bachtfregen sowie die von der Reichsregierung eingebrachte ffeine 3oflvorlage Im Siedlungswesen spielt heute die Beschaffung hinreichender und billiger Kredite eine ausschlaggebende Rolle und weiter die Notwendigkeit, an der Durchführung der Siedlung die Organisationen der Siedlung in stärkerem Maße als bister zu beteiligen. Bei der Besprechung der zurzeit zur Verhandlung stehenden Steuerreform wurde betont, daß den Wünschen der bäuerlichen Bevölkerung nach Bereinheitlichung des Steuersystems noch völlig unzureichendem Maße Rechnung getragen in fei. Diesbezügliche Verbesserungsanträge sind den dem Reichsverbande landwirtschaftlicher Kleinbetriebe nahestehenden Abgeordneten unterbreitet. Die Beschlüsse des Reichstagsausschusses betreffend die Berlängerung der Pachtschuhordnung wurden einer scharfen Kritik unterzogen; denn trotz der vorgenommenen Berlängerung, an der die Organisationen der Bächter teinen Zweifel hegten, find die Fortschritte in der Richtung eines wirfjamen Dauerpachtschutes äußerst gering. Allerdings wurde den Bemühungen der den Bacht chug befürwortenden Abgeordneten größte Anerkennung gezollt. Den breitesten Raum in den Beratungen nahmen die Berhandlungen über die 3011oorlage ein. Hierzu wurde folgende Entschließung gefaßt: Das ungünftige Preisverhältnis zwischen Betriebsmitteln und Erzeugnissen la der Landwirtschaft schädigt hente besonders die Blehwirtschaften, den Obst- und Gemüsebau. Die auf Getreidebau eingestellten Betriebe leiden in geringerem Maße unter der Ungunst der Berhältalije. Trokdem fordert die Reichsregierung in der sogenannten fleinen Zollvorlage Minde itzölle für Getreide und jetzt fogar bei gleichzeitiger Erhöhung der Hölle auf landwirtschaftliche Bedarfsartikel die autonomen Zölle für wichtige Erzeugnisse der bäuerlichen Wirtschaft gegenüber den Borkriegszöllen herab. Mindeffzölle für Getreide und erhöhte Indufftiezölle fchaft eine Berfeuerung der bäuerlichen Erzeugung bedeuten aber bei fáhlechten Preifen für die Produkte der Viehwirtohne entsprechenden Preisansgleich Die Bertretertagung des Reichsverbandes landwirtschaftlicher Kleinbetriebe lehnt daher die Zollvorlage ab, weil fie die wirtschaftliche Lage der banerlichen Betriebe nicht verbessert, sondern verschlechtert. Auftakt. Schwing dich auf im Bann der Tone. Glodenflingen, sowing dich auf! Glode Freiheit, dröhne, dröhne Unjern Tag zum Licht hinauf! Durch die Tiefen unserer Erde, Freiheit Glode, sing' dein Werde, Daß im Banne der Chorale Sich die Nacht dem Licht vermähle. Schwestern, wollt ihr abseits stehn? Brüder, laßt uns vorwärts gehn! Mit der Glode im Berein Woll'n wir Cichtverkünder sein. Glode, Glode, schwinge dich! Felfen wir, wir fragen dich! Frih Muche, Metallarbeiter. Das Fest der Hetzer. Bon Kurt Eisner. Eine Feier der Erstlinge des Feldes war in seinem Ursprung das Fest, mit dem in unserer unluftigen Zeit bereits vor der Höhe des Jahres die großen Feste abschließen; in den folgenden fieben Monaten wird der Staatsbürger nicht mehr auf zwei volle Tage der Arbeitsfron entzogen. Auch heute ist Pfingsten noch ein Opferfest ber Erstlinge. Rur find es nicht die Gaben des Landes, die man hingibt. Bielmehr pflegt man an diesen Tagen die Erstlinge der Textilindustrie den Elementen zu weihen. Niemals findet ein plöglicher Gewittersturm ein so reiches Feld verwüstender Tätigkeit wie an den Bfingstagen, allwo die lichten Sommergewänder zum erstenmal in den rauhen Rampf ums Dasein hinausgestoßen werben. Das Wort von dem geschmückten Pfingstochten hat übrigens in diesem Brauch nicht seine Quelle. Und solch festliches Unwetter vermag um so ergiebiger mit den Schöpfungen des Menschenfleißes fein Spiel zu treiben, als in dieser Zeit jeder Sterbliche auf Grund eines zwingenden Naturgesetzes überall zu finden ist, nur nicht zu Haus. Man ist Pfingsten immer unterwegs, und jegliche Kreatur wird darum auch stets unterwegs vom Regen betroffen. Es ist das Fest der Freizügigkeit und zugleich eine symbolische Borfeier der Zerstörung der großen Städte, die man für ein paar Stunden überwindet, indem man sie perläßt. Bom alten geistigen Gehalt ist dem modernen Pflingftgeist nichts verblieben. Es ist nicht mehr der Siegeszug der Idee, die dem Rohen und Niedrigen stets in fremben Jungen zu reden scheint, Bei Einführung von Schußzöfen müssen in erster Linie die Erzeugnisse der intensiven Landwirtschaft, der Biehzucht, des Gemüse, Obst-, Bein- und Tabafbaues berücksichtigt werden. Die Sicherung der getreidebauenden Großbetriebe tann u. a. gefunden werden durch Bereitschaftszölle, die entweder durch Gesez oder durch Regierungsverordnung auch nach Abschluß von Handelsverträgen ganz oder teilweise in Kraft gesetzt werden. Dagegen ist jeglicher 3oll auf Futtermittel unbedingt abzulehnen." Die Besprechung wichtiger Organisationsfragen zeigte nicht nur eine erfreuliche innere Festigung und wirtschaftliche Stärkung der bisher angeschlossenen Berbände, sondern auch einen erheblichen 3uwachs an neuen Organisationen aus den verschieden sten Teilen des Reiches. Kommunisten und Hindenburg- Wahl. Was die Rote Fahne" verschweigt. In der kurz nach der Hindenburg- Wahl abgehaltenen Sigung des Zentralausschusses der KPD. fanden bekanntlich lebhafte Ausdie von dem Wirrwarr in den kommunistischen Reihen Zeugnis einandersetzungen über die„ neue Taktik" der Kommunisten statt, ablegten. Indeffen waren die langen Berichte in der Roten Fahne", die diesen interessanten Sizungen gewidmet waren, fast bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Es wurden nicht nur die Namen der Redner, die Stärke der verschiedenen Gruppen, die Zahlen bei den Abstimmungen usw. verschwiegen, es wurde auch in der tommus nistischen Braris ein unerhörter Fall! mit feiner Silbe über die Reden der ausländischen Gäste berichtet. 71 Rheinland und dem Ruhrgebiet unterstügten die Sentrale, während Süddeutschland und der Osten sich in Opposition befanden. Scheinbar hat die Zentrale einen entscheidenden Sieg davongetragen. Man darf aber nicht vergessen, daß dieser„ Sieg erst nach zwei Reden des Moskauer Vertreters sowie unter dem Druck Sinowjews und der beiden im Zentralausschuß vertretenen ausländischen parteien" erkämpft wurde. Bruder Zentrum und Bayerische Volkspartei. Anbahnung einer Verständigung? Köln, 30. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Streit zwischen der Bayerischen Volkspartei und dem Reichszentrum, der eine Zeitlang mit äußerster Erbitterung geführt worden ist, scheint nunmehr, nachdem der Ausfall der Reichspräsiden mahl gezeigt hat, daß die Wähler der Bayerischen Volkspartei nicht bedingungslos den Parolen ihrer Führer folgten, zu Einigungsverhandlungen zu führen, um wieder eine einheitliche Organisation Die„ Rölnische des deutschen Katholizismus zu schaffen. vereinigung mit den bayerischen Glaubensgenossen behandelt und Boltszeitung" hat schon wiederholt die Frage der Wiederversucht, eine gemeinsame Unterlage für Einigungsverhandlungen zu finden. Jetzt nimmt im Kölner Zentrumsblatt ein hervorragendes Mitglied der Bayerischen Volkspartei, deſſen Name jedoch nicht genannt werden darf, unter der Ueberschrift Dauernde Zeriplitterung?" ebenfalls zu den Einigungsplänen Stellung. Der Artikelschreiber versucht zu bestreiten, daß wirtschaftliche Gegensätze und politische Spannungen die Trennung verursacht haben. Er ist vielmehr der Auffassung, daß die katholischen Gedanken und die fatholischen Grundsäge in der Politit seit den Tagen der Revolution nicht mehr die ausschlaggebende Wirkung gehabt haben, wie es früher der Fall war. Bemerkenswert ist eine Aeußerung des Artikelschreibers, in der die Lintsorientierung im Reichs Jezt teilt das Zentralorgan der ruffischen Kommunistischen Partei, die Moskauer Prawda" in den Nummern vom 13. und 14. Mai mit, was die Berliner„ Rote Fahne" schamhaft verschwieg. An der Spiße des gemäßigten Flügels" trat im Zentralausschuß Ruth Fischer auf, während die linke Opposition von Scholem und Rosenberg geführt wurde. Außerdem traten mit ausführzentrum als richtig bezeichnet wird. Seit Jahrzehnten habe das Zenlichen Reden die Bertreter der kommunistischen Parteien Frankreichs und der Tschechoslowakei, der beiden stärksten westeuropäischen Seftionen der Kommunistischen Internationale, auf. Beide Redner ließen feinen Zweifel darüber bestehen, daß ihre Parteien sich gegenüber der Taktik der KPD. bei den Präsidentenwahlen ab lehnend verhielten. Der französische Delegierte„ Bictor" er flärte in seiner einstündigen Rede u. a.:„ Die franzöfifchen Arbeiter fönnen es nicht verstehen, weshalb die kommunistische Partei Deutschlands nicht die kandidatur Thälmanns zurüdgezogen habe... Den kommunisten droht jetzt eine Berstärkung der SozialdemoDer Vertreter der tschechischen Kommunistischer Partei, Seurath, schilberte in seiner Rebe gleichfalls, welch eine nieber, brückende Wirkung die Wahl Hindenburgs auf die tschechischen Ar beiter ausgeübt habe. Höchst interessant find ferner, nach der Darstellung der Brawda", die gleichfalls von der„ Roten Fahne" unterschlagenen Anflagen Ruth Fischers gegen den Cliquenkampf und die inneren Reibungen in der KPD.: Die Zentrale fo erklärte fiehatte schon längst die Fehlerhaftigkeit ihrer Tattit eingesehen, aber bei dem Versuch, diese Taktik zu ändern, stieß sie in der Partei auf ernste Schwierigkeiten. Die Verwirrung in der Partei sei deshalb eingetreten, weil eine ganze Reihe führender Parteigenossen, darunter auch Mitglieder der Zentrale, nicht eingesehen hätten, daß ein solches Manöver zulässig fet. Die tommunistischen Führer" wußten also, daß ihre Politik der Reaktion zugute fommen mußte! Troydem taten sie aus Furcht vor den Schwierigkeiten in ihren eigenen Reihen nichts, um den Sieg Hindenburgs abzuwenden. Begen die neue Tattit erzählte weiter Ruth Fischer hat fich eine Oppofition gebildet, die sogar fo weit ging, daß fie die Behauptung aufstellte, die neue Tafti? der Partei könne in eine fozialdemokratische Roalitionspolitit ausarten! ausarten! Gegenüber diesem furchtbaren Gespenst, das von der Oppofition an natürlich machtlos. die Band gemalt wurde, war die manöverierungsfreudige Zentrale " Die Prawda" berichtet weiter, daß die von der Zentrale eingebrachte Resolution mit einer Mehrheit von 35 gegen 15 Stimmen angenommen wurde. Die Delegierten aus Berlin, Hamburg, dem die dem befruchtenden Blütenstaub gleich über die Welt weht und die Geister begeistert, daß ihr Denken, Fühlen und Wollen in Flammen erlodert. Man steigt nicht mehr auf die Berge, um in die weiten Lande den Jubel der Erlösung aus der Knechtschaft hinaus zurufen, und nicht mehr predigt in erhobenem Erfülltfein die Menschheit den Glauben an die siegende Macht des Gedankens, an die Gewalt des Guten und die unzerstörbare Gewalt der Bernunft. Bu mindesten find jene Klaffen dem Kult des heiligen Geistes ent fremdet, die fich zu seinem Buchstaben bekennen, während gerade die ihm innerlich dienen, die sich von der äußeren Form losgefagt haben. Pfingsten ist in seinem tiefsten Gehalt recht eigentlich das Fest der Heßer und Bühler, die von den Herrschenden verhöhnt und verfolgt, unbeirrt die Botschaft der Erlösung im heiligen Glauben an die große Sache allen tünden, zu deren Ohren sie bringen können. Wie Pfingsten an die Gefeßgebung auf dem Sinai und die Propaganda des Christentums erinnert, fo mag es in unseren Tagen zu neuer Geltung und jungem Wert gelangen, indem es zum Fest jener Kämpfer sich erhebt, die abermals zu einer befriedigenden Gefeßgebung die leidende Menschheit auf den Einai zu führen, bestreben. In jedem Flugblatt, in jeder Bolts. versammlung lebt der moderne Pfingstgeist, der die ernste wiffenschaftliche Erkenntnis, die Köpfe flärend und die Hände lentend, in die Maffen hinausträgt und den großen Gedanken zur Triebfeder ihres wegbewußten Handelns macht. Freilich nicht im Rausch, nicht in efstatischer Berzüdung ergießt sich heute der neue Geist über die Menschen; durch nüchterne Besonnenheit und durch zähe Arbeit gewinnt er das Bolt, und der träumende Glaube ist zum zuversichtlichen Wissen geworden. Gleich. wohl glüht auf dem Grunde still und tätig die Pfingstbegeisterung. fie läßt sich nicht durch die Ueberlaft der Werkeltagsmühen erstiden und wartet nur auf die Stunde, daß sie in ungestümer Tattrait hervorbreche. Im Proletariat lebt der göttliche Funten der Begeisterung für das menschheitliche Ideal, wie ruhig, flug berechnend und sorgsam prüfend es auch für sein Ziel arbeitet. Es scheut nicht die tausend peinlich erwogenen Hammerschläge, um die Kultur zu schmieden, aber der Glaube an die Sache lentt den Arm, bewahrt vor dem Ermatten und Verzagen, und in dieser Begeisterung liegt die Gewähr des endlichen Erfolges. Gewiß ist es Pflicht, all die unendlichen Schwierigkeiten und Hindernisse zu sehen und zu er mägen, aber armselig die, denen die Mühsal nicht den Troy erhöht, benen nicht in der Gegenwehr die Kraft wächst. Es gibt teine größere Gefahr für die menschliche Entwicklung, als die müde, verzagte Gewöhnung an unerträgliche Zustände, die schließlich wie ein unentrinnbares Naturgefeß scheinen und in deren fleinlicher Ausflickung die einzig mögliche Aufgabe erkannt wird. Rein, man darf nimmer die Fähigkeit verkennen, sich aus dem Gegenwärtigen völlig hinauszudenken und den Flug ins Reich der freien Vernunft zu unternehmen. Man muß es, trog allem Spott der Philifter und Feiglinge, der Brutalen und Phantasielofen, wagen, pfingft trum in Preußen mit den Leuten der Rechten schlechte Erfahrung gemacht, und wenn man dem Zentrum den Vorwurf mache, daß es zu weit links abgerückt sei, dürfe man doch die Frage aufwerfen, ob nicht die Bayerische Volkspartei durch die Berhältnisse zu weit rechts getrieben wurde. Von Hitler sei die Bayerische Volks. partei erst abgerückt, als man gesehen habe, wohin die Reise ging Es sei für die und als die Ratastrophe hereingebrochen war. Bayerische Volkspartei durchaus nicht notwendig geweſen, ſich um jeden Breis als große ausschlaggebende Partei einer fleinen Gruppe jeden Preis als große ausschlaggebende Partei einer kleinen Gruppe der Deutschnationalen auszuliefern. In Bayern werde die Notwendig. teit der Zentrumspolitit immer mehr anerkannt. Notwendig sei aber, daß das schlimmste Hindernis der Einigung beseitigt würde und das sei die Frage des Föderalismus. Die Bayerische Bolkspartei sei föderalistisch gesinnt und von dem früher föderalistisch gesinnten Zentrum wird behauptet, daß es in neuerer Zeit zentralistisch eingestellt sei. Das Zentrum werde nicht umhin tönnen, seinen Standpunkt gegenüber dem Föderalismus tlar und bestimmt zu formulieren. Wenn dabei die Politik der Mitte klar innegehalten würde, werde man dafür auch in Bayern Verständnis haben. Sie heißen nicht Höfle. In Bayern ist man menschlicher. München, 30. Mai.( WTB.) Wie der Landesdienst des Süddeutschen Korrespondenzbureaus erfährt, hat die Straffammer des Landgerichts München I gestern die in Zusammenhang mit den Borkommnissen bei der Girozentrale verhafteten Geheimrat Douglas und Kommerzienrat Lehrer auf ihre Haftbeschwerde hin gegen Hinterlegung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt. Beftrafte Republit- Beschimpfung. Der ehemalige Rettor ber Universität Greifswald und ehemalige völlische Reichstagsabgeord nete. Universitätsprofessor Bahlen Greifswald hatte im Wahltampf im Dezember 1924 in Gollnow in einer Wahlversammlung harte Angriffe aeden die Republic, die Reichsfarben und besonders ben Reichsbantpräsidenten Schacht gerichtet, was zu einer Rlage gegen Prof. Bahlen führte, bei der der Reichsbankpräsident Dr. Schacht als Nebentläger zugelassen wurde. Bahlen wurde, mie. aus Stettin berichtet wird, zu 450 M. Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 1500 m. beantragt. freudig in fremden Zungen zu reden der Heimatsprache der Be geisterung. Es ist das Zeichen niedergehender Klaffen, daß der Geift ihnen nicht heilig ist und daß sie seine Ausbreitung fürchten und hemmen. Auch in unserer bürgerlichen Gesellschaft glüht es nicht pfingstlich. Begeisterungslos findet man sein Genügen, dem niedrigsten Inter. effe wirr verschlungene Maulwurfsgänge zu graben. Der Schwär mer ist ihnen ein lächerlicher Geselle oder der Todfeind, den zu vernichten die wichtigste Aufgabe der Staatsmacht ist. Statt zu der Gewalt des Geistes, bekennt man fich zum Geist der Gewalt, der da ist der Ungeift. Man glaubt an die Religion der Kanone, des rauchlosen Pulvers, der Panzerplatten und der Giftgase. Leben vernichten ist ihnen der Inbegriff der Weltgeschichte, und der Zwet des Daseins liegt ihnen darin, die Aktienkurse zu steigern. Die Saust entscheidet alle Fragen über Recht und Unrecht ein Tor, der sich für Ideale ereifert. Der heilige Geist ist ein Ammenmärchen, an dem allenfalls noch die Schulkinder das Lesen lernen mögen, weil's nun einmal Heikommen ist. Aber im praktischen Leben höhnt man über die fromme Legende vom heiligen Geift. " Das Hündchen Culu Edersberg. Die Direktion Saltenburg hat noch am Ende der Saison in ihrem Operettenhaus am Schiffbauerdamm mit dem entzückend leichten Schwant von Armont und Gerbidon einen großen Erfolg eingeheimſt. Der fleine Ruppler", Pantoufle, ist ein äußerst begabter fleiner Hund. Mit einem Halsband versehen, das die volle Adresse der Befizerin und den hoffnungsvollen Zusak Angenehme Belohnung trägt, läßt er sich gewohnheitsgemäß von seiner Herrin ver lieren und wird dann von dem hoffnungsfrohen reichen Kavalier gebigen Josyane zurückgebracht. Worauf sich das Weitere von selbst ber ebenso hübschen wie lockeren und in Liebesbezeugungen freiergibt. Der fleine Ruppler" ist fein Luftspiel, in das die Frau Ge heimrat ihr Töchterchen ohne Gefahr für die junge Seele mitnehmen fönnte. Die sorglose, über alle Konvention hinweggleitende, auf Sinnlichkeit gestellte Lebensbejahung der Autoren ist aber mit einem so graziösen Leichtsinn gezeichnet, daß jeder böse Gedanke von herzhaftem Lachen übertönt wird. Durch eine charmante Darstellung murde der charmante Schwant hen Josnane. Sie bewahrte sich als loses Flittchen die Unbefangennoch liebenswürdiger. Elje Edersberg war das reizende Buppheit einer Kinderfeele. Hans Waßmann spielte den mit allen Baffern gewaschenen Hundehändler, der die einträgliche Idee ge habt hatte, den und zum kleinen Ruppler abzurichten, mit den schäbig vornehmen, plump vertraulichen Alüren eines wohlwollenden Schiebers. Aber das Ereignis des Abends mar Rosa Baletti als Portierfrau. Eine Zille- Type von unerschütterlichem Ernst. Dgr. Wilhelm Kienzl wird am Mittwoch, den 3., die Aufführung seines Evangelimann" im Opernbanfe persönlich leiten. Eine Studienfahrt nach dem Schweizer Nationalpart veranstaltet vom 6. bis 16. Juli die staatliche Stelle für Naturbenfinalpilege in Breußen. Weitere Auskunft erteilt die Staatliche Stelle für Naturbenkmalpflege, Berlin- Schöneberg, Grunewaldftr. 6/7. Die Münchener Verkehrsausstellung. Die gestrige Eröffnung. ZNüochen, 30. Mai.(Eigener Drahibericht.) In der neu erxich. tele» Halle für Luftverlehr, die in ihren riesigen Auemaßen wähl an 10 000 Menschen faßt, wurde heute vormittag die Deutsche V e r- kehrseusstellung eröffnet. Unter der großen Zahl geladener Gäste befanden sich Reilliswch.'ininister Dr(B e ß l c r, Reichsverkehre minister Dr. K r o h n e. Rcichepostminlster E l i n g l. das gesamte bayerische Kabinett, die Ministerpräsidenten von Württemberg und Hessen und als Vertreter der öfter- rcichifchen Regierung Sektionschef Hirt- Wien. Der Eröfsnungsalt wurde«Ingeleitet mit einem kurzen Festspiel, in dem der Sieg des durch Menschengeist organisierten Verkehrs über die Elemente Feuer, Wasser, Lust und Erde symbolisch gestellt war. An das Festspiel schloß sich eine Ansprache des Präsidenten der Ausstellung, des Staatssekretars Frank, und eine Rede des bayerischen Minister- Präsidenten Held, in der er u. a. die Verdienste hervorhob, die Bayern seit der Erfindung der Dampfkrast für den Ausbau und die Erweiterung des Verkehrs für sich in Anspruch nehmen dürfe. Die Deutsche Derkehrsausstellung, so erklärte der Ministerpräsident, ist berufen, dem deutschen Volke ein Denkmal ungeschwächten Selbst- vertrauen» zu sein, ein Hossnungsstern auf dem Wege in die noch dunkle Zukunft. Man kann uns mit Gewalt niederhalten, staals- politisch knechten, ober eins kann man nicht, uns den deutschen Erfindergeist, die Schaffenskraft und die Schaffensfreude nehmen. Den Eröffnungsakt selbst nahm als Vertreter des Reichskanzlers Rcichewehrminister Gehler vor. In seiner Rede führte er u. a. au»: Die Reichsregierung ist sich der unendlichen Schwierigkeiten wohl bewußt, die unsere Wirtschaft findet, um in der Welt konkurrenz- sähig zu bleiben gegenüber anderen glücklicheren und reicheren Ländern. Allein auch hier wissen wir. daß es letzten Endes nicht möglich ist, durch künfiliche Mittel sich im Wettbewerb zu halten. Auf die Dauer ist es nur die eigene Kraft, die in der Gediegenheit der Leistung zum Ausdruck kommt. Wir haben allen Anlaß, uns auf diesen Gebiet« ebensowenig einer entnervenden Resignation wie einem krassen Optimismus hinzugeben. Nichts wird von selbst kommen. Alles werden wir uns selbst erwerben müssen. Auch für diesen Kampf mag die Münchener Ausstellung ein Pfeiler- stein sein, der zeigt, was geleistet ist und was die Zukunft uns für Aufgaben stellt. In seinem Schlußwort«rklärte Minister Gehler die Deutsche Verkehrsausstellung im Namen des Reichskanzlers für eröffnet. An den Eröffnungsakt schloß sich ein? Führung der Gäste, wobei man' lSOO Brieftauben auffliegen ließ, die überall in Deutschland die Eröffnung der Münchener Aussteilung verkündeten. Eine Rundfahrt mit der Klembahn durch die Ausstellung und ein gemeinsames Früh- stück beendete die feierliche Eröffnung. Ab 2 Uhr mittags ist die Deutsche Vcrkehrsausftellung allgemein zugänglich. * München, 30. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Auf dem Gelände des Münchener Ausstellungsparks ist am Sonnabend die Deutsche Verkehrsausstellung 1923 eröffnet worden. Seit Wochen und Mo- naten wurde oben auf der Theresienhöhe mit einer Unrast und Energie gearbeitet, Tausend« von Kubikmetern Erde und Schotter wurden bewegt. Bauten und Türme entstanden, Güterzüge. Lastauto» und Wagen aller Art brachten Tag für Tag immer neues Baumaterial und Ausstellungsgut, und noch kann man nicht von einer fertigen Ausstellung reden. Aber immerhin ist, die Vervoll- kommnung in technischer und künstlerischer Beziehung so weit fort- geschritien, daß das Bild, das Ziel, und Zweck der Ausstellung ab- gerundet erscheint. Di« Deutsch« Lerkehrsausstellung umfaßt alle Gebiete des Land.. Wasser- und Luftverkehrs, sie zeigt insgesamt den neuesten Stand des deutschen Verkehrswesens: aber darüber hinaus auch dos Nervensystem jeder modernen Wirtschaft, die keine politischen Grenzen kennt. Gerade deswegen ist diese Ausstellung mehr als jede andere dazu berufen, die Notwendigkeit der voll- ständigen Miederelnfchallung Deutschland» in die Meltwirtfchaft darzulegen, und in der Erreichung dieses Ziels wird sie als eine Hauptetappe für die Wiedererlangung der politischen und Wirtschaft- lichen Selbständigkeit des deutschen Volkes sein. In ganz ähnlicher Weise wie das Deutsch« Museum wird die Ausstellung aber auch jedem deutschen Volksgenossen, der das Gelände und seine Bauten mit empfänglichem Sinn« durchwandert, das Lied vom Bruder an Schraubstock und Maschine in den Ohren erklingen lassen, er wird fühlen, wie unentbehrlich und wie stark der deutsche Ar- beiter ist. Er wird dann leichter zu der Erkenntnis kommen, daß die hohe technische Vollkommenheit in erster Linie abhängig ist von der Lösung sozialpolitischer Fragen. Die Anschaulichkeit dieser Ausstellung wird besonders deskv�b so eindringlich sein, weil ihr ein« riesige Menge Modevmakerial aus allen Gebieten des Verkehrs zur Verfügung steht. Im Mu�. punkt dieser Modelle steht eine ganze Bohnhofsanlage, eine Liliputeisenbohn(Spurweite 381 Millimeter, jeder Zug saßt 100 Personen), die uns durch Tunnels und über Brücken üb,v dos ganze Ausstellungsgelände führt und mit den modernsten Signal- anlagen ausgerüstet ist. Das gewaltige Unternehmen der Deutschen Reichsbahn zeigt überhaupt seine ganze Einrichtung: Verwaltung, Betrieb, Bauwesen und Wertstättenwesen. Von der technischen Or- ganisation bis zur Personalbewegung, von der Darstellung der Ver- teilung des Personenverkehrs bestimmter Gebiete auf die verschie- denen Verkehrsmittel bis zur Ineinanderfügung der Fahrpläne, von der Linienführung bis zum Bahnhofsbau lernt man olles kennen, was den Fachmann angeht, was aber auch fifr den Laien von größtem Interesse ist. Eine ganz neue Sicherungseinrich- t u n g wird vorgeführt und ein Rangierbetrieb eingerichtet werden, der durch feine Anlage und Mittel die menschliche Hilfe bei diesem gefahrvollen Dienst aus ein Minimum beschränkt. Wir werden die neuesten Typen aller Arten von Lokomotiven finden. In der Abteilung Landverkehr spielt selbstverständlich das Auto seine Hauptrolle. Es ist deshalb natürlich, daß man da» Auto in allen seinen Verwendungsmöglichkeiten erkennt, daß man den Bau großer Verkehrsadern zu staubfreien Autostraßen sieht, und nicht zuletzt interessiert die Darstellung, wie der Fuß- gänger von den Qualen und Gefahren des Autoverkehrs erlöst wird oder erlöst werden soll. In der Abteilung wasferverkehr zeigt man dem Besucher die Hauptstromgebiet«: Rhein, Donau. Elb«, Weser und Oder. Wir lernen deren Verbindung durch Kanäle und Schleusen kennen und werden gewahr, wie sehr der Transport von Massengütern gefördert und verbilligt werden kann, wenn ein wohl- geordnetes System von Wasserstraßen die See mit den Binnen- ländern, den Norden mit dem Süden, Köln mit Breslau verbindet. Die deutschen Reedereien und Werften geben Darstellungen vom Umfang des Seeverkehrs. Besonders anschaulich sieht man den Hamburger Hasen. In diesem Rahmen ist auch ein Modell erstanden, das ein neues Wahrzeichen Münchens geworden ist, nämlich der Leuchtturm. 40 Meter hoch in Eisenbeton ausgeführt, läßt er die Besucher in schneller Fahrt mit dem Auszug durch seine Stock- werk« gleiten. Von der obersten Terrasse hat man einen herrlichen Blick auf das bayerische Oberland und da» Gebirge. Hier interessiert vor allem«ine moderne Feueranlage, die über 100 Kilometer, also bis Salzburg und Garmisch-Partenkirchen. mit ihrer Feuergarbe reicht. Im sechsten und siebenten Stockwerk ist die Glockenstube untergebracht mit drei mächtigen Gußstahl- glocken im Gewicht von 2630 Kilogramm. Ein sofcher Leuchtturm hat auch seine hohe Bedeutung für den Luftverkehr. Ihm ist eine besondere Halle erbaut, um alle mit dem Luftverkehr im Zusammenhang stehenden Objekte vorzuführen. Vom großen Verkehrsflugzeug bis zum kleinen Privat- Eindecker, vom Ballon bis zum Luftschiff werden alle Ausrüftungsgegenständ« und Betrieb»- anlagen gezeigt. Auch dem Segelflugzeug ist fein Platz angewiesen, ebenso dem Wetterdienst und seiner Organisation, die gerade für den Flugverkehr so außerordentlkch wichtig ist. Während de» ganzen Sommers werden in der Ausstellung praktische Borführungen und Schauflüg« veranstallet werden. Die große Bedeutung ist selbstverständlich dem Post-, Tele- graphen-, Fernsprech- und Funkwesen beigemessen. Auch hier steht Modellmaterial in schier unübersehbarer Menge zur Verfügung. Als Wahrzeichen dieser Abteilung ragen in 100 Meter Höhe die beiden Funktürme, von denen au» der ganzen Well Kunde werden soll von dieser größten Ausstellung Deutschland». In dem berühmten Künstler-Theater de» Ausstellung»- park» werden täglich Film« vorgeführt, die uns den Entwicklung». gang der einzelnen Verkehrsmittel, ihr« Entstehung und Zusammen- setzung bi» zum fertigen Erzeugnis zeigen. Ihr« praktische Lerwen- dung veranschaulicht dann eindrucksvolle Bilder der in voller Fahrt- dahinrasenden Lokomotive, des Autos und de» Flugzeugs. Karl Severmg. Zu seinem fünfzigsten GelinrtStage. Ginge es nach den Wünschen des preußischen Innennnni- sters, so würde die Welt nichts davon erfahren, daß er am zweiten Pfingsttage dos erste Halbjahrhundert seines Lebens zurückgelegt haben wird. Es entspricht durchaus dem Bilde dieses arbeitsamen, energischen und klugen Parteigenossen, daß er persönlichen Huldigungen ebenso abhold ist, wie der persön- lichen Herabsetzung, die in den politischen Kämpfen gerade auf der rechten Seite immer mehr üblich wurde. Nun haben aber einige Berliner Blätter den Geburtstag des Genossen S e v e r i n g zum Anlaß genommen, das stille und doch für die Festigung der Repubtik so überaus erfolg- reiche Wirken dieses„schlichten Mannes aus der Werkstatt" in ehrenden Artikeln zu würdigen, dem Hagel von Angriffen und Verleumdungen von rechts auch einmal den Sonnenschein ehrlicher und freudiger Anerkennung des guten Willens, des Könnens und der lauteren Gesinnung gegenüberzustellen. Das wirkt um so sympathischer, als diese Anerkennung in demo- kratisHen Blättern cr'olgte, die nicht zu den Partei- und Kampfgefährten des Ministers gehören. Wir find mit Severing keine Freunde eines„Personen- kv.ltus". Aber wir freuen uns um feinet- und der Partei willen, ihm zu feinem Geburtstage nicht nur unsere Glück- wünsche aussprechen zu können, sondern damit zu verbinden den Ausdruck des Stolzes, daß dieser von der Reaktion so bitter gehaßte preußische Minister des Innern einer der Unseren ist! Daß derKampfumPreußen von der Rechten ganz ein- deutig zugespitzt worden ist zu einem Kampf um Seve- ring, das für unfern Genossen persönlich zwar nicht immer unterhaltsam, aber es ist doch zugleich eine ungewollte An- erkennung des festen Willens, der harten Entschlossenheit und der persönlichen Unantastbarkeit des Fünfzigjährigen! Wir hoffen, daß es ihm noch lange vergönnt sein wird, den Kamps weiter zu führen, der ihm den Haß der Reaktion und die Anerkennung oller Republikaner ein- gebracht hat. Damit sei der Wunsch verbunden, daß der Partei recht viele Köpfe von der Art Severings nachwachsen möchten: Klar im Ziel, fest im Wollen, unantastbar im Stre- den! Das wäre eine Festgabe, die seinen Wünschen unzweifel- hast am meisten entspräche!_ Die schlafende Gerechtigkeit. JTein Grund zur Revision. Genosse R.-A. Weinberg schreibt uns: Die legte Nummer der juristischen Wochenschrift", das Organ des Deutschen Anwaltvereins. verössentlicht«in Urteil de» Reichsgerichts vom 28. Februar 1924, das unsere gegenwärti» g«n Rechtszustände schlaglichtartig beleuchtet. Der Verteidiger eines Angeklagten hatte beim Reichsgericht Revision gegen ein Urteil eingelegt mit der Begründung, daß der Vorsitzende der er- kennenden Kammer während der Verhandlung geschia- f e n habe. Für diese Behauptung war Beweis angetreten worden. Dennoch hat das Reichsgericht diese Behauptung der Revisionsschrist für u n b« a ch t l i ch erklärt und da» Urteil der Strafkammer be- stätigt. weil es für die Rechtsbestöndigkeit des Urteil« nicht daraus ankomme, ob der Borsitzende bei der Berhandlung geschlafen Hab« oder nicht. Ein Kommentar zu diesem Urteil dürfte überflüssig sein. Aus dem Urteil ist nicht zu ersehen, um wa» für eine Strafsache e» sich handelt und wie hoch die erkannte Straf« ist. Der oben wieder- gegebene Rcchtsgrundsatz des Reichsgerichts würde auch dann gellen, wenn vielleicht auf Todesstrafe oder langjährig« Freihellsstraf« er- kanM worden ist von einem Gerichtshof, dessen Mitglieder während der Verhandlung geschlafen haben. Daß die Gerechtigkeit oft schläft, ist ein altes Sprichwort. Wenn es nun auch für zuläfstg angesehen wird, daß auch die Richter in der Berhandlung schlafen, so muß allerdings jedes Gefühl der Rechtssicherheit bei der Bevölkerung er- stickt werden. Oder soll auch für unser« Richter der biblische Satz gelten:„Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf"? Genosse Landgerichtsrat Rüben schreibt un, zum selben Thema: Das Reichsgericht hat in einem jüngst veröffentlichten Urtell den Einwand de» Verteidigers, der' Dorsitzende fei während de» Schluhoortrages eingeschlafen, für unsachlich erklärt und den hierzu erbotenen Beweis nicht erhoben. Es geht davon aus. daß die sämtlichen Richter, welch« der Berhandlung beigewohnt haben, nicht nur ununterbrochen körperlich anwesend, sondern auch geistig in ihr vertreten sind. Dabei muh das Maß der Aufmerksamkeiten dem eigenen Ge- fühl überlassen bleiben. Dieses Urteil, über welches wohl jeder Laie den Kopf schüttell, gibt Anlaß, grundsätzlich darauf hinzuweisen, daß den Laien die Mit- wirkmig bei den Gerichten und den Mieteinigungsämtern vielfach durch übermäßige Dauer der Sitzungen erschwert wird. Zahlreich sind die Klagen der Laienrichter hierüber, und«in Vorsitzender, der nicht eine genügende Anzahl von Sachen an jedem Sigungstage erledigt, setzt sich vielfach der Gefahr schlechter Beurteilung au». Der Berussrichter ist durch Gewöhnung und Erziehung befähigt, weit längere Sitzungen auszuhallen, als der Laie. Die Dauer der Sitzungen muß aber bei Laiengerichten auf die Laien ab- gestellt werden. Es muß einmal dieser Mißstand, der sich letzten Endes gegen die Laienmitwirkyng überhaupt richtet, mit«ntschie- benern Nachdruck össentlich betont werden. Wenn noch dazu Laien in der Mehrheit zur Entscheidung be- rufen sind, muß der Berufsrichter noch mehr sich zurückhalten. 30 Sachen an einer Sitzung kann«in Laie nichts de- wältigen. Die Mitwirkung der Laien wird dabei eine Farce. Wer Tag für Tag seine leider mehr al» 8 Stunden im Betrieb steht und bei den jetzigen Lohnverhältnissen nicht gerade körperlich glön» zend sich halten kann, ist länger als 4 Stunden nicht in der Lage, mit der erforderlichen Gewisserchaftigkert schwierigen Berhandlungen zu folgen. Bor ollem verlangen wir von den Mieteinigungsämtern und den Mietgerichten bei der großen Bedeutung, die heut« die dort zu fällenden Entscheidungen für den Einzelnen haben,«ine ganz andere Belegung der Sitzungen, ol» st« leider vielfach i,r Berlin üblich ist. In der letzten Nummer der„Juristischen Wochenschrift" ist endlich auch diese Frage angeschnitten worden. Aber wem, dort ein Richter eine sechsstündige Sigungsdauer für Strafsachen für möglich hält, scheint mir die» zu weitgehend. Es ist nicht gerade erfreulich, wenn wiederholt Urteil« mit der Begründung a.igefochren werden, die Richter feien wegen Er- ichöpsung nicht mehr in der Lage gewesen, der Berhandlung zu folgen, oder seien gar eingeschlafen. Sollte ein Laie au» Gewissen- hastigkcit den frühzeitigen Abbruch einer Sitzung verlangen, so dürfte die» von ihm nicht beabsichtigt« Folgen hoben. Der Einzelne ist dagegen vielfach wehrlo». Deshalb fort mit der jetzigen langen Dauer der Sitzungen. Hört man,«In Gericht habe um Mitternacht ein Strafurteil verkünde», um nicht am nächsten Tage nochmal» zu- fammenzutrcten, so kommt einem ein Schauder an. Und wer ist heute sicher, daß er nicht selbst aus nichtige» Ursachen das Opfer ,i.,«r solchen Praxis wird? Milderung des Personalabbaus. «ine neue Gesetzcsvorlage. Amtlich wird gemeldet: Wie bekannt, hat die Re>ch»regierung stets die Absicht gehabt. dl« durch die R-ichsverfassung gewährleisteten wohlerworbe- n« n R e ch t« der Beamten, die durch die Personalabbauverordnung au» der Rot der Zeit heraus eingeschränkt werden mußten, wieder- herzustellen, soweit und sobald die Berhällnisse es gestatteten. Dies war bei Einbringung det Novelle zur Personalabbau- Verordnung im Januar/Februar d. I. noch nicht möglich. In der Zwischenzeit haben sich die Ncrhältnisse zugunsten der Beamten so verändert, daß»» der Reichsregierung angängig erscheint, gewisse weiter« Milderungen in der Handhabung der Personalabbau- Verordnung eintreten zu lassen. Die Reichsregierung hat sich daher in Uebereinstimmung mit den sie stützenden Parteien de» Reichstages entschlossen, auf eine Wciterverfolgung des dem Reichstag vorliegenden Gesetzentwurfs zu verzichten und eine neue Gesetzesvorlage einzubringen, die in mannigfacher Hinsicht den Wünschen der Beamten weiter entgegenkommt. In erster Reihe sollen die Abbaubestimmungen aufgehoben sowie Derbesserungen auf pensionsrechtlichem Gebiet oorgenommea werden. Da durch die vorgesehene Neuregelung die beamtenrechtlichen Interessen der Länder und Gemeinden besonder» berührt werden, ist der Weg einer neuen Gesetzesoorlage gewählt worden, um auch dem R e i ch s r a t Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Die neue Dorlage ist bereits dem Reichsrat sowie den Landes- regierungen übersandt, so daß mit einer endgültigen Erledigung der Angelegenheit in kurzer Zeit zu rechnen Ist. Die Sonüerbelaftung der Gemeinden. Ter Stadtctag gegen die AuftvertungSpläne desReichstags Köln, 30. Mai.(WTB.) In der Borstandssitzung des Preußischen Städtctages, die im Anschluß an die' Tagung In Köln stattfand, wurde beschlossen, an den Reichstag folgende Drahtung zu richten: Mit ständig wachsender Besorgnis verfolgt der Preußische Städte- tag die Entwicklung der vom Deutschen Reichstag in der A u f w e r- tungsfrage gepflogenen Verhandlungen. In letzter Stunde er- hebt der Preußische Städtetag noch einmal seine wannende Stimme gegen den Versuch, die in jüngster Zeit ausgetauchten Pläne ernstlich zu oerwirtlichen. Insbesondere widerspricht er nachdrücklich der Ab- sicht. Semein de anleihen anders zu behandeln al« Reichs- und Staatsanleihen, den praktisch in einwandfreier Form nicht lös- baren, für den Kredit der betroffenen Gemeinden verhängnisvollen Lorschlog, die Anleihen der verschiedenen Gemeinden verschieden zu behandeln, vor allem den für jeden Sachkundigen unmöglichen Borschlag, Schuldscheinanleihen anders zu behandeln als Obliga- tionsanleihen. Er ersucht den Deutschen Reichstag aufs dringendste, diese abwegigen Pläne aus den weiteren Berhandlungen rundweg auszuschalten. Der frühere Serbentronprinz verrückt. Aus dem Familienverband ansgestohen. Part», 30. Mat.(WTB.) Havas meldet aus Belgrad: Sin Kronrat hat sich mit dem Geisteszustand des Prinzen Georg(der frühere Kronprinz. Red.) beschäftigt. Prinz Georg wird für immer al» nicht mehr zur königlichen Familie gehörend(!) betrachtet werden. An der Beratung nahmen außer dem König teil die Minister und die Präsidenten der Kammer und de» Staatsrates sowie der Patriarch. Zum Beobachter Amerika» in der Reparakionskommlsfioa wurde an Stell« des bisherigen Vertreters L o g a n. der eine leitcnd« Stellung in einer New Nvrter Bank übernimmt, der Beamte de» Etaatsdepardements Ralph Hill ernannt. Blutig« Unruhen>a Schanghai. In Schanghai kam es zu schweren Unruhen, in deren Verlauf sech» Personen von der Polizei erschossen und viele verwundet wurden. Ueber 80 Personen wurden verhastet. Die Unruhen richteten sich gegen die Japaner. Die Menge griff auch die Polizeistation an, vor der Studenten eine Kundgebung veranstalteten und japanfeindlich« Flugblätter oertetllen. Dt« Ordnung ist wiederhergestellt. Gewerkschaftsbewegung Ein unmöglicher Schiedsspruch. Man schreibt uns: Die Berliner Stadtverordnetenversammlung versagte de m 6. Manteltarifvertrag für die städtischen Arbeiter am 22. Januar 1925 ihre 3ustimmung. Bon diesem Zeitpunkt ab besteht zwischen den Arbeitern und der Stadtverwaltung ein ungelöfter Konfliktszustand. Normalerweise mußte der 5. Mantel tarifvertrag in Geltung gesetzt werden. Der Magistrat hat denselben von sich aus mit den einschlägigen Bestimmungen des abgelehnten 6. Tarifvertrages in den Betrieben zur Anwendung gebracht. Der Protest der Arbeitnehmervertretung wurde vom Magistrat zur Kenntnis genommen und blieb bisher unerledigt, da zu gleicher Zeit Verhandlungen über den vom Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter mit dem Reichs arbeitgeberverband geschlossene, Reich starif geführt wurden. Diese Verhandlungen haben zu einem Ergebnis geführt, wonach über die strittigen Punkte, der Bezahlung der in die Woche fallenden Feiertage, der pertürzten Arbeit an den Tagen vor den hohen Festen und der Bezah lung der Sonntagsarbeit, bezirkliche Vereinbarungen getroffen werden können, die über die Minimalbestimmungen des RMT. hinaus, denjenigen Zustand wieder herstellen, wie er in den Bezirken vor der Einführung des durch Schiedsspruch und Allgemeinverbindlichkeitserklärung entstandenen RMT. 1924 gültig war. Der Wille des Magistrats, den Arbeitern entgegenzukommen, mude infolge der Festsetzung eines Stichtages durch den Arbeitgeberverband, und zwar des 31. März 1925, ein Termin, der bei den Berhandlungen über den Reichstarif keinerlei Erwähnung fand, unterbunde.n Die Bezirksschiedsstelle entschied unter dem 14. Mai 1925 dahingehend:" Bisherige" im§ 7 3iffer 2 und im § 13 des RMT. 1925 bedeutet den Zustand, wie er vor Einführung des RMT. 24 bestand. Begründung: Da der RMT. 24 zwingend die höheren Sätze verbot, UMT. 25 aber wieder die höheren Säge zuließ, fo fonnten die den RMT. 25 abschließenden Barteien als Stichtag logischerweise gar nicht den 31. März 1925 für die Zulässigkeit höherer Säge ansehen, da ja an diesem Tage auf Grund des RMT. 24 Erhöhungen rechtlich zulässigerweise nicht bestehen durften und konnten. Der Zusaß der Zulässigkeit der Erhöhung wäre also für alle Gemeinden gegenstandslos gewesen! Es tann also nur der Zustand als der bisherige" angesehen werden, der zulezt bezirksvertragsmäßig geregelt war, das heißt, der vor dem RMT. 24 herrschende. Dieser damalige Zustand vor Einführung des RMT. 24 fab aber die höheren Sätze vor." Die von der Stadtgemeinde Berlin gegen diefen Spruch eingelegte Beerufung wurde am 29. Mai ver handelt und zeitigte den nachfolgenden unmöglichen Schieds. spruch: Entscheidung des Zentralausschusses vom 29. Mai 1925 betr. Berlin: Die Entscheidung der Oberschiedsstelle für die Berliner städtischen Arbeiter vom 14. Mai 1925 wird dahin ab. geändert, daß unter„ bisherigen Zustand im§ 7 3iff. 2 und den§ 13 Sat 3 des RMT. 25 der Zustand zu verstehen ist, der tatsächlich am 31. März 1925, also vor dem Intraft. treten des RMT. 1925, bestanden hat. Wie dieser tatsäch. liche Zustand sich gebildet hat, insbesondere ob er auf Bereinbarung oder einseitiger Festsegung beruht, ist unerheblich." Durch diese lettinstanzliche Entscheidung werden den Ge meindearbeitern Rechte entrissen, die sie schon feit dem Jahre 1910 hatten. Die Stadtverordnnetenversammlung wird sich mit diesem Zustand beschäftigen müssen. = Gewerkschaften und Politit. Im Rahmen der Berliner Gewerkschaftsschule spricht Richard Seidel an folgenden fünf Donnerstagabenden: 4., 11., 18., 25. Juni und 2. Juli über Spezialfragen der Gemert schaftsbewegung. Er behandelt: Gewerkschaften und Sozialpolitit, Gewertschaften und Staat, Ge wertschaftsbewegung und Politit. Der Lehrgang beginnt abend 7 Uhr und findet im SophienLyzeum, Weinmeiſterſtr. 16/17, im Klassenzimmer( siehe schwarze Tafel) statt. Anmeldungen werden am ersten Kursabend in der Schule entgegengenommen. Hörerbeitrag 1,50 M. Angestellte der Berliner Metallindustrie! Der am 23. Mai von dem Schlichter für Groß- Berlin gefällte Schiedsspruch brachte für die Angestellten eine Erhöhung der Gehälter ab 1. Mai um 5 Proz. und fah eine Erklärungsfrist bis zum 29. Mai 1925 vor. Laut Beschluß der AfA- Funktionärversammlung vom 26. Mai wurde dieser Schiedsspruch von den Angestellten angenommen. Da jedoch der Verband Berliner Metallindustriel ler eine Erklärung nicht abgegeben hat, gilt der Schiedsspruch von seiten der Arbeitgeber als abgelehnt. Auf unseren Antrag werden die Aften nunmehr dem Reichsarbeitsministerium zweds Berbindlichkeitserklärung zugestellt. Sobald ein Resultat porliegt, werden wir darüber Bericht erstatten. AfA- Metallfartell. Günther. Lange. Rothe. Der Streit in der Schuhfabrik von S. Carsch. Von der Geschäftsstelle Berlin des Zentralverbandes der Schuhmacher wird uns geschrieben: Die Arbeiterinnen der Abteilungen Garniererei und Fertigmacherei der Schuhfabrik S. Carsch, Berlin SO. 16, Rungestraße 22/24, hatten seit längerer Zeit an die Firma die Forderung auf Erhöhung ihrer Löhne, die sich zwischen 15 Bf. für Jugendliche bis 50 Pf. die Stunde für Arbeiterinnen über 21 Jahre bewegten, gestellt. Diese Löhne sind die Mindestfäße des Reichstarifvertrages für die Schuhindustrie und werden in den übrigen Berliner Betrieben zum Teil weit überschritten. Der Tarifvertrag läßt es zu, daß den Arbeiterinnen ein den Mehrleistungen entsprechender Verdienst gezahlt wird. Bon diesem Rechte machten die Arbeiterinnen Gebrauch und fahen sich gezwungen, am 6. Mai die Arbeit niederzulegen, da die Firma in der bisher gewohnten Weise jedes Entgegenkommen brutal ablehnte. nach Verlauf einer Woche schloffen sich auch die Arbeiter der übrigen Betriebsabteilungen an, bei denen bereits Arbeitsmangel infolge des Streits der Garniererei eintrat und einige Entlassungen deshalb vorgenommen waren. Die Heimarbeiter, die noch nicht einmal die Lohnfäße aus dem Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums vom 20. März 1925 erhielten, stellten ebenfalls die Forderung auf Erfüllung der tarifvertraglichen Verpflichtungen. Da die Firma trop Aufforderung der Heimarbeiter in ihrem Tarifbruch verharrte, legten diese ebenfalls die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft versuchte wiederholt, Ber bandlungen mit der Firma anzubahnen, die an der Hartnädigkeit derselben scheiterten, indem sie die Hälfte der Abteilungen Garniererei und Fertigmacherei maßregeln wollte und später überhaupt jede Berhandlungen, sogar eine telephonische Aussprache mit der Gewerkschaft ablehnte mit der Erklärung, die Firmeninhaber wären für die Gewerkschaft am Telephon nicht zu sprechen. Die Arbeiterschaft der Firma S. Carsch führt gegen die Unter nehmerwillfür bereits in der vierten Woche einen berechtigten Kampf um ihre Existenzbedingungen. Die Arbeiterschaft der Berliner Schuh industrie wird aufgefordert, strengste Solidarität zu üben und die Kämpfenden in jeder Beziehung zu unterstützen. Der Afa- Sub gur Gozlefpofit2. Der Ausschuß des Drisfartells Berfin des gemeinen freless Angestelltenbundes hat in feiner Sigung som 27. ai 1925 fich erneut mit fozialpolitischen Fragen befaßt und hierbei seine Meinung einmütig wie folgt zum Ausdrud gebracht: Die baldigste Borlegung eines Gejegentwarjes zur Arbeitslosenversicherung wird DOM Reichsarbeits ministerium bzw. von der Reichsregierung erwartet. Die Arbeits lofenversicherung muß sich unbedingt auf sämtliche Angestellten ähnlich der erstrecken. Eine Begrenzung der Berficherungspflicht in der Krankenversicherung- wird abgelehnt, nachdem die Er fahrungen der legten Jahre gezeigt haben, daß bei Betriebsumstellun gen, Berwaltungsvereinfachungen usw. der Abbau des Berfonals besonders die älteren qualifizierten und höher bezahlten Kräfte traf. Würden diese in die Berficherungspflicht nicht einbezogen werden, so wären sie den Folgen der Stellungslosigkeit schuklos preisgegeben. Es wird ferner erwartet, daß die Reichsregierung endlich Achtstundentag und Sonntagsruhe gefeglich regelt. Die weitere Berschleppung der Ratifitation des Washing toner Abkommens durch die Reichsregierung fennzeichnet deren gesamte sozialpolitische Einstellung. Diese wird weniger von allgemein voltspirtschaftlichen Gesichtspuntten, als vielmehr durch die Wünsche und Forderungen der Arbeitgeber, die in der Reichsregierung ihre direkte Vertretung sehen, bestimmt. Sollte die Regierung zum Schaden des Boltsganzen und im offenen Widerspruch zum Willen der Mehrheit des arbeitenden Boltes nicht bereit sein, durch die Ratifitation des Washingtoner Abkommens den Achtstundentag gefeßlich festzulegen, fo muß eine Entscheidung des deutschen Bolt es über diese Frage herbeigeführt werden. An die zentralen Rörperschaften des Allgemeinen freien Angestelltenbundes wird der Appell gerichtet, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für die Durchfegung dieser berechtigten Forderungen einzutreten. Insbesondere wird vom fommenden AfA- Gewerkschaftstongreß eine flare Stellungnahme zu diesen Fragen erwartet." " Die Japaner für den JGB. Genf, 30. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Bie der Bertreter des Soz. Pressedienstes" von den japanischen Arbeiterdelegierten auf der Arbeitskonferenz erfährt, haben die Berhandlungen des japanischen Gewerkschaftsbundes mit der Amft er. damer Gewertschafsinternationale einen günstigen Berlauf genommen. Der japanische Gewertschafts. bund wird nach Ausschluß der Kommunisten und nach seiner Neuorganisation auf dem diesjährigen Gewerkschaftstongres im Herbst den Anschluß an Amsterdam porschlagen. Mitgliederzahl des japanischen Gewertschaftsbundes beträgt 450 000. Die Zum Verbanostage in Hamburg der Graphischen Hilsarbeiter gewählt worden: G. Grohmann, M. Blankenburg, W. Grohmann, und Hilfsarbeiterinnen Deutschlands sind in Berlin als Delegierte M. Bäz, L. Krapp, A. Mart, R. Günther, M. Hoffmann, R. Reinte und D Stache. Von den Gewählten ist einer Mit. glied der KPD. ** Die Tegfilarbeiter Norditaliens haben die Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern abgebrochen. Es ist daher mit einem Generalstreit zu rechnen, an dem über 200 000 Arbeiter beteiligt find. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Bolitik: Bieter Schiff: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Eslorn; Feuilleton: Dr. John Schitowsti: Lokales und Sonstiges: Frik Raritädt; Anzeigen Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borparts.Berlag 6. m. b. H., Betlin. Dtud: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasanstalt Boul Ginger u Co. Berlin SM 68 Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen, Unterhaltung und Biffen" und Blid in bie Bücherwelt". < Badekappen 0.60 bis 4.00 Überwurf zur Vervollständigung von Trikot- oder einfachen Badeanzügen aus schwarzem Satin mit weißem oder buntfarbigem Besatz, 6.25 wie Abbildung. Trikot- Badeanzug für Damen, mit Trägern, 1.75 Länge 80-90 cm...... 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Strumpfhalter- Gürtel mit 4 Haltern.... 1.75 Hüfthalter ringsherum Gummi mit 2 Haltern 2.90 Ar. 254 42. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 31. Mai 1925 Knopen Blüten, Trichte Phr, Der Mensch in der Großstadt, der im Bann harter täglicher Ar-| Stiefmütterchen genannt, von der einfachen und doch so erquickenden beitspflichten steht und nicht das Vorrecht hat, sich auf Reise und Raft Erdbeer-, Apfel-, Kirschblüte bis zu den Feuerlilien und der heiligen Lotosblume, die sich nachts öffnet, tagsüber aber sich der Sonne der der Schönheiten fremder Erde zu erfreuen, fommt nicht leicht und nur selten aus der engen Welt seiner Steine weg. Ihm muß das Leben schließt, vom schlichten Löwenzahn bis zum Türtenbund, diesem und Erde sein, was ihn umgibt und von der Arbeitsstätte in die farbengesprenkelten Turban, oder dem Frauenschuh mit seiner un glaublichen Formeigenart immer ist Schönheit Liebesleben und Kuhe eines oft freudlosen Heims begleitet. Aber die Natur ist dem wissende, wirkende Natur. Ja, es gibt Blüten, die Persönlichkeit Menschen gut gefinnt, fie folgt ihm auch, so unerfreulich es für fie befunden. Wer hat nicht schon gehört von der schlimmen Blume, die felbst sein mag, in das Reich seiner Schatten und Engen und ihre Meinsten Einheiten legt fie ihre großen Gefeße und Geheimnisse, den Dreiflang von Werden, Sein und Vergehen, verwandt dem Menschen und im Grunde wefensgleich mit ihm. Pfingsten, das Fest des Geistes, dargestellt in Sturm und Flamme, gleichsam ein Fest der Elemente und damit der Natur, regt an zu Denken und Suchen, legt es nahe, dem Walten des Geistes in seinen Erscheinungen und Fors men nachzugehen. Brachte uns das Fest der Auferstehung Freude an der endlichen Ueberwindung der rauhen Winternöte, so sieht dieses Fest die Natur in der Trunkenheit ihrer Höchstentfaltung, führt uns bazu, dem Sinn alles Seins nachzuforschen und leitet uns zu einer Wanderung an das Herz der Natur, in dem auch die kleinsten Adern turchströmt vom wissenden gestaltenden Geiste sind. Wir, die wir es, gelernt haben, in allen Dingen dem fachlichen Urgrund nachzugehen, die wir wissen, daß die Welt des Geistes nicht unabhängig ist von der Materie, tönnen im Kleinen und Kleinsten Sinn und Seele des Großen entdecken. Wir sehen überall den Geist, nehmen Jein Walten auch im Unscheinbaren wahr. Mit nichts tönnen wir die Feier schöner begehen, als wenn wir uns dankbar in die Natur verfenten. Wir beschäftigen uns mit Blüte, Knospe und Frucht und das tann auch der Meistgeplagte unter uns, mir brauchen nur den einen oder andern Baum und Strauch zu betrachten und schon haben wir eine Ueberfülle des Anschaulichen, des Belehrenden und Erfreuenden. Wenden wir uns zunächst der Knospe zu. Knospe. Meist fangen mir an, uns um Knospen zu kümmern, wenn wir wieder einmal mit der Natur unzufrieden sind, wenn sie uns nicht rasch genug zu handeln scheint. Was, ihr geht noch immer nicht auf, fragen wir in den Tagen des März und April und nehmen uns vor, der Natur zuzusehen, wie sie dies Werden macht, aber es ge lingt uns nie so langsam das Werden an fich ist, so behutsam fie sich Zeit läẞt auf einmal ist wieder ein Wunder vor sich gegangen, so ganz ohne uns, die es gar nicht oder faum bemerkten. Im Winter hätten wir schon darauf achten sollen, es wäre meise und dankbar gewesen, denn die Natur will beachtet und betrachtet sein und schenkt uns viel von Wert und Nugen, wenn wir es mit Freude und ehrfürchtiger Scheu tun. Da hätten wir sehen fönnen, wie groß, wie flug und vorsorglich die Natur über sich selbst wacht und sich beschützt. Sehen wir uns die Knospender Kastanien an, wie es sich entwidelt, wie es schwillt und wird, so fein umwidelt und geschützt von der harzigen Hülle, siegreich gegen den Frost und die Launen der Stürme und Wetter. Wer hat von uns noch nicht, freilich frevelnd gegen die Güte der Natur, die Knospen mit genommen, die sich zu reizenden Silberfäßchen entwideln? So tief ist dies Werden in Gesetzen verankert, so trefflich vorbereitet, daß felbft die abgeschnittenen, zum Tode verurteilten Zweige noch zum Blühen tamen. Wir brauchten nur Wasser und Zimmerwärme und das Wunder gelang. Was birgt nicht eine einzelne Knospe an Röstlichem und Schönem! Dreierlei Arten gibt es: Blütenknospen, Blätterknospen und solche, die Beides in sich tragen. Wie ftart schienen nicht die braunen Umhüllungen, angepaßt der Farbe des und sie verschwinden spurlos, sind eines Tages nicht mehr da. Spiel der Natur wiederholt sich es geht ebenso mit dem Werden des Schmitterlings, Berjüngung und Reife, aber wenn dieje da ist, dann nähert sich auch schon das Ende. Die Aufgabe ist mit der Vollendung der Frucht erfüllt Bergehen weicht neuem Werden. Es find vielerlei Formen und Spielarten der Schönheit, die sich uns in Knosven zeigen. Herb und nüchtern an den Bäumen, atmen schon die Knospen der Blume Anmut und Freude und man permag nur schwer zu entscheiden, ob sich eine Rosentnospe in ihrer Feinheit und Farbenzartheit getrost neben der Rose selbst erblicken laffen fann. Hier, wo wir die edelste der Blumen vor uns zu haben glauben, sehen wir stets Blüte und Knospe. Sieg und Kampf nebeneinander, und das erhöht den Eindrud eines Lebendigen. Für den, der die Natur wahrhaft liebt, ist auch die Pflanze ein lebendes Wesen. Geben wir uns die Mühe, näher einzudringen, so werden wir sehen, das es tatsächlich der Fall ist. Wenden wir uns der Blüte zu und mir werden ins Innerste des Naturgeheimnisses einbringen. Stammes Die Blüte. Wenn der Mensch in der Blüte der Tage steht, wenn seine Schönheit ohne jede Falte und Verkümmerung strahlt, dann ist die Beit der Liebe da, des Dranges, der sich vor allen anderen am wenigstens gebieten läßt und durch alle Engen und Schranken Tat das große begehrt. Und ebenso ist es mit den wirklichen Blüten Liebesmysterium der Natur schwelgt hier in Werden und Freuden. Der Mensch muß nur darauf achten, dann versteht er den Sinn allen Seins. Es gibt männliche und weibliche Blüten und solche die Beides vereinen und 3 witter genannt. Aber eine Blüte ist nicht schön um der andren willen, das Weibchen ist nicht wie font bevoringt und mit befonderen Farben und Anmutsreizen hegabt, es ist faft, mit unseren Sinnen gemessen, eine Tragödie im Liebesleben der Blüten, denn ihre Schönheit, ihre Kraft, ihre Fähigfeit sind dazu da, Vermittler anzuloden und den Beqattungsaft ohne eigenes Wissen zu vollziehen. Darum hat zum Beispiel die Hummel ihr wunderschönes Samtgewand, daß fie recht viele Blütenftäubchen mit sich nimmt und bei der nächsten Blüte, der sie einen nicht uneigennütigen Gastbesuch abstattet, zum Wohle des Blumengeschlechts ablädt. Wir wissen nun nicht, mit wie viel Schönheitssinn die freundlichen geflügelten Vermittler ausgestaltet sind. Blüten find verSchwenderisch in Formen und Farben. Hier taumelt die Natur in leberfülle des Köstlichen: non den Sonnensternen auf der Wiese bis zu den unvergleichlich schönen Tag und Nachtschatten, auch Löwenzahnstande mit Knospe, Blüte und Fracht. tegen anlodt, um sie zu verzehren, wer meiß es nicht, daß die Wissenschaft in Meerestiefen vor Rätseln steht, daß sie nicht genau jagen tann: find das nun Tiere oder sind es Pflanzen? Aber mit dem Blütenwesen hat die Natur noch lange nicht die Geheimnisse ihres Werkstattreibens erschöpft. Die Jugend verschwindet, verhaucht mit der Blüte, und neue Bandlung führt zu fester Form, zu Ernst. haftigkeit, zur Frucht. Die Frucht. Jm Kern eines Apfels wieder ist ein ganzer neuer Apfelbaum enthalten. Wenn das Sein dem Bergehen entgegenreift, dann ver liert es nicht, dann steigert es Wille und Wert. Es ist ein gewaltig Geschehen, was vor sich gegangen ist, wenn wieder die Knospe in Erscheinung und Recht tritt, es ist innerhalb eines unabänderlichen Kreislaufes eine Kettenreihe von Wundern Tat und Erlebnis und Gewähr gesetzmäßiger Neuentwicklung geworden. Und noch ist die Natur nicht mit der Spielhaftigkeit ihres Schönheitsverschwendens zu Ende, so, die Blüten zauberte, will sich in den Früchten noch Seerose, Knospe, Blüte und Frucht. überbieten. Abgesehen von dem Köstlichen, was diese für die Menschen als Genußmittel haben, ist wieder die Schönheit von Farbe und Form der Blütenseligkeit ebenbürtig. Da stand ein und ganz schneeweißer Baum und bereitete dem Auge Entzüden furze Zeit vergeht, da hängt eben dieser Baum über und über von wir | Meinen runden Früchten, deren Rot mit dem Grün zusammen das Auge gleichsam erquickt. Bon Ostern bis Pfingsten, von der Auflänger brauchte erstehung bis zur Sonnentrunkenheit des Geistes es nicht und wieder eine Weile, dann werden die Aepfel, die Birnen den Wanderer_anloden und aus Weinbergen werden die goldenen oder blauen Trauben quellen. Und hatten wir selbst nicht die Möglichkeit, der Natur in ihrem eigensten Hause zu ſein erfreuen uns schon, und wir haben allen Grund dazu, an den Tomaten und Bohnen auf unseren Balkonen, die noch vor kurzem so. flein waren und jetzt vor lauter Lebensdrang und lust ja nicht missen, wohin sie noch wachsen sollen. Oder wir bleiben vor einem der Obstkarren stehen und sehen uns an, wie die Apfelsinen über eine ganz graue Straße leuchten, und ob wir wollen oder nicht, wir treten im Geiste, anders können wir sie nicht verwirklichen, eine Reise in den Süden an. Wie unendlich reich, wie gütig und verschwenderisch ist doch die Natur, und wie schön hätte es der Mensch, schmiegte er sich enger an fie, folgte er ihren Bahnen, statt seinen Unfrieden und. feine Selbstfucht entweihend in ihr Reich zu tragen! * Merden, Sein und Vergehen ist das große Schicksal aller, Knospe, Blüte, Frucht stellen die äußeren Formen dar. As solche murden sie von den Gleichnissen der Sprache, von der Kunst der Dichter, von der Symbolik der bildenden Künstler übernommen. Es ift Tieferes darin als nur Bild und Gleichnis: es fennzeichnet die Wesenseinheit alles dessen, was die Natur hervorgerufen, mas sich in thr bewegt und nach ihren Gefeßen Endzielen entgegenwandelt. Beschäftigung damit ist mehr als Freude, sie führt zu Frieden und Halt. Gleich den Helfern der Natur vollbringen Menschen Kreislauf der Arbeit, der einzelne vergeht, aber unvergänglich ist der Geist dieses Schaffens. Wer die Geseze der Natur erkennt, sich ihnen unterordnet und das große Ganze, nicht die Einzelerscheinung sieht, der ist erhaben über all das, mas wir Leid und Tod nennen wie es die Natur ist, die ewig gütige, die sich niemals erschöpft. Der Krähenwald. Nicht weit vom Weichbilde der Stadt liegt er, oder besser gesagt. lag er, unser Krähenwald. Auch er wurde ein Opfer der schmöhlichen Baldverwüstung. Er ist aber nicht der einzige seiner Art. Es gibt noch viele Wälder in Berlin, und die Anzahl der Krähen und anderer Schwarzröde ift in unseren Zeiten auch nicht gerade gering. Wenn am rauhen Morgen eines Wintertages noch vor Sonnenaufgang auf dem in Dunkel gehüllten Vorortbahnhof Arbeiter und Angestellte in großer Zahl auf den Zug warten, der sie ihren Arbeitsstätten zuführt, so hört man schon von weit her ein lautes Kroah, Kroah", und bald nähern sich am noch dunklen Himmel, faum sichtbar, in schwankendem Fluge einige Krähen, deren Zahl allmählich anwächst zu einer großen Schar und mit der zunehmen den Zahl wächst auch der Lärm, durch den sie die Ruhe des Morgens jäh unterbrechen. Wo fomemn sie her? Wo fliegen sie hin? Sie tommen aus dem Krähenwald! Damit hat's eine eigene Bewandtnis.. Ihr Ziel sind die Müllabledepläge am Weichbilde der Stadt. Hier suchen sie eifrig Nahrung, die sie auch in manchen Abfallstoffen finden. Am späten Nachmittag brechen sie auf, um zu ihren Schlafplägen im Krähenwalde zurückzukehren. Der Krähenmald ist ein altes Kiefernstangengehölz hart am Wiesenrand. Ihn hatten auch seit Jahrzehnten Krähen als winterliches Nachquartier ausersehen. Gefahren und Nöte des- Winters find groß, auch für Krähen. Um ihnen beffer widerstehen zu können, bilden die Vögel große Verbände, wie wit Menschen es auch tun. Sie haben den 3med in der Zeit der Not gemeinsam, die jetzt spärliche Nahrung zu suchen und an den gewählten Schlafpläßen zusammen und sicherer der Ruhe zu pflegen. Wie sieht es nun im Kräfenwalde aus? Auf dem Erdboden sehen wir unzählige Mengen von walzenförmigen Klümpchen, etwa von Fingerdide und Fingergliedlänge:„ Gewölle". Gemölle nennt man die zusammengeballten unverdaulichen Stoffe, welche die Bögel mit der Nahrung aufnehmen und in der Form von Klümpchen herauswürgen. Wenn im Sommer der Tisch für die Vögel reich gedeckt ist, findet man solche Gewölle, welche aus den hornigen Teilen der verzehrten Insekten bestehen. Die Gewölle der Eulen, welche hauptsächlich Mäuse verzehren, bestehen aus Mäuse haaren und den harten Knochenteilen dieser Nager. Etwas anders verhält es sich bei den Wintergewöllen der Krähen, die hier den Boden reichlich bedecken. Nahrung für die zahlreichen hungrigen Krähenschwärme ist spärlich vorhanden, und so find die Krähen, um den hungrigen Magen zu füllen, gezwungen, mehr unverdauliche Stoffe aufzunehmen als es bei reichlicher Nahrung im Sommer der Fall ist. Die Mehrzahl der Gewölle besteht aus den Resten von Pferdetot, der auf den Landstraßen umherliegt, vielleicht vermuten fie in ihm noch einen unverdauten Haferforn. Zuweilen gelingt es auch jetzt noch ein vorwitziges Mäuslein zu erhaschen, woven das graue famtartige Aeußere der Gewölle zeugt. Einige enthalten noch Febern von Sperlingen. Kleine Steinchen find in mehr oder minder großer 3ahl in faft allen vorhanden. Das Merkwürdigste, was mir finden, find zahlreiche Stüde roten und grauen Gummis, welche die Gewölle bergen, darunter auch die befannten aus rotem Gummi hergestellten Flaschenringe, Gummipfropfen für Säuglinge und dergleichen mehr. Wahrscheinlich bringen sie diese mit von den Schutthalden und Müllabladepläßen am Weichbilde der Stadt. Der Geruch des Gummis und die Weichheit des Stoffes, vielleicht auch die Farbe veranlassen, neben der Triebfraft des Hungers, zur Aufnahme des zur Sättigung ausgezeichneten Stoffes. Ein Flug der Krähen nach dem anderen kehrt in den Wald zurüd, Nach kurzem Kreisen lassen sie sich freischend und lärmend auf den Wipfeln der Riefern nieder, um unter zankenden und KSchzenden Stufen ihr« gewohnten Schlafplätze wieder einzunehmen. Mir dem schwindenden Tage wird es stiller und stiller im Krähen- wald. Wenn aber die Sonne höher steigt, oeranlaßt der erwachend« Vrullrieb die Vögel, sich in Paaren zusammenzuschließen und mit dem Nestbau zu beginnen. Das jedes Paar zu seiner Erhaltung und zum eigenen und der kommenden Jungen Nahrungserwerb ein größeres Wohn- und Jagdgebiet nötig hat, losen sich die Schwärme auf, bis die Nöte des Mnter» sie wieder zum engen Zusammenschluß zwingen.___ Was in öer Lust liegt. Wenn man in lange verschlossen gewesene Stuben plötzlich einen Luftzug strömen läßt, so beginnen Spinngewebe und Staubmassen sich von ihren verborgenen Platzen zu lösen und in der Lust umher- zuwirbeln. Aehnlich i es im Lssentlichen Loben, wenn die Zuglust der Kritik durch i'e Ülltenstöß« fährt, die die sorgsame Obrigkeit als Aerschanzung zusammengetragen hat. 2ei solchem kritischen Verfahren enlschliipsen dann wohl zuweilen dem sonst so ver- schlössen«!? Gehege der Zähne verantwortlicher Männer Ausspn'tche, die volle Vereristigung haben, neben Buchmanns geflügelten Worten im Gedächtnis der Mit- und Nachwelt fortzuleben. Di« letzten Tage waren besonders reich an solchen Worten. Ein Deutschnationaler sprach im Auswertungsausschuß das große Wort gelassen aus:„Es muß im Reichstag noch Männer geben, deren Wort gilt." Man sollte der Meinung sein, daß dieser Ausspruch eigentlich etwas Selbstverständliche» sei, aber wer Bescheid weiß, wird seine helle ftreude an diesem in positive Form gekleideten Verneinungsurteil hoben— und er wird auch wissen, wo di« so gekennzeichneten Männer sitzen,„dked lov tkil man Und bygge* mit bcirf Gesetz soll man da« Land bauen— diese trefflichen Worte stehen in Kopcn- Hagen an einem alten Volkshause— ins Neu-Nationaldeutsche über- setzt heißt es: Mit Wahlversprechungen soll man Wählermossen ködern. Ei» anderer Ausspruch führt uns au» dem Kampf um Geld und Gut in den noch gefährlicheren um Leben und Tod. Ein Arzt etklärt, daß er sich freue, daß die Obduktion der Leiche di« Richtig- keit seiner Bormiesage ergeben habe. Dem Toten wäre e« zweifellos lieber gewesen, wenn der Arzt sich darüber hätte freuen können. daß er— der Tote— mit dem Leben davongekommen wäre. Jener Ausspruch erinnert doch bedenklich an das derühmte:„Operation ge- glüikt— Patient leider gestorben." Wie weit sind doch die Ehinesei? un» voraus, die ihren Arzt nur dann bezahlen, wenn sie gesund sind. Opfer müssen fallen, soll die Menschheit in ihrer Entwicklung fortschreiten. Aber es ist doch ein Unterschied, ob diese Opfer frei- willig gebracht werden, indem kühne Forscher und Entdecker ihr Leben wage», um bisher Unerforschtes zu erkunden, oder ob die Opier wahre Opier von Lerhöltnissen sind, die in gleicher Weis« der Vernunft und dem Zeitgeist widersprechen. Nachher wird der Brunnen zugedeckt, wenn da» Kind hinein- gefallen ist. Oder auch nicht? I�eute öeginn ües veuhiheu Runüflugs. Der Deutsche Rundilug löZZ, die erste große deutsche Flug- Veranstaltung nach dem Kriege, nimmr am heutigen Sonntag früh vom Flughasen Tempelhoser Feld aus fernen Ansang. In 5 großen Schleifen von 1l0t) bis 1200 Km. Länge wird der Wettbewerb'sich vom 3t. Mai bis zum ö. Juni fast über das ganz« Reich mit Ausnahme Ostpreußens und de» besetzten Gebietes erstrecken. Von den ursprüglich gemeldeten Ol Maschinen dürften etwa 70 sich dem Starler stellen, nachdem eine ganze Reihe von Flugzeugen, die sich an dem Wettbewerb beteiligen wollten, nicht rechtzeitig fertig geworden sind oder au« sonstigen Gründen aus die Beteiligung' ver- zichten mußten. Der Statt beginnt heut« früh um 4 Uhr, so daß bei glattem Verlauf die Flieger der ersten Etappe schon von Ii Uhr vormittag« ab wieder auf dem Tempelhoser Feld zurück- ermattet werden können. Die Flugzeuge haben jedoch bi« zum Abend des 1. Juni, also de» zweiten Pfingsifetettages, Zeit, diese Etappe zu beenden, da der Start für di« zweit« Schleis«, die bis hinunter nach Fronkfun a. M. und Darmstadt führt, erst am Dienstag früh 4 Uhr beginnt. Auf dem Flughafen Tempelhoser Feld sind für den zu erwartenden Massenandrang von Zuschauern aus- gedehnte Platzanlagen mit Restaurationszelten und Cr- frischungstiosken aller Art geschaffen worden. Die Flugzeuge selbst stnd zum großen Teil in den großen Hallen de« Aero-Sloyd und der Iunckers-Wsrke, in einem an der südlichen Peripherie des Platzes errichteten Zelllager untergebracht. Sovderveranstaltungea auf bau Tempelhoser Ield. Unter günstigen Verhältnissen wird die Rückkehr der ersten Rundflieger von der heutigen 1000-Km.-Schl«ise zwischen 2 und 3 Uhr erwartet. Ab 4 Uhr nachmittags wird auf allen Plötzen des Berliner Flughafens wieder Konzert sein!. Außer Kunst- und Geschicklichkeitsflügen findet zwischen S und ö Uhr nach- mittaqs ein Fallschirmabsprung �us etwa 1000 Meter Höhe statt. Am Pfingstmontag ist nachmittags gleichsakls von 4 Uhr ab Konzert auf allen Plätzen. Neben Kunstslügen werden verschieden« Flug- �zeugtypen neuester Konstruktionen im Flug« vorgeführt. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß auf jede 20. Dauerkart« des ersten Platze«, sowie auf'jede 100. Dauerkart« de» zweiten Plage««in Freislug ausgelost wird. Nähere« wird durch Anschlag und Lautsprecher auf dem Flugplatz bekanntgegeben. ver?tc'i des Gesetzes. Verhaftung eines Pariser Verbrecher» in verllo. Ein 2? Jahre alter Pole Johann U r b a n i a k, den die Pariser Polizei wegen Totschlages und Diebstahl» verfolgt«, wurde in Berlin verhaftet. Bei einer Kontrolle des Asyl« in der Fröbelstraß« fand ihn die Berliner Kriminalpolizei und nahm ihn fest. Der Ber- hastet« legte auf dem Polizeipräsidium alsbald eln Gestand- n i« ab. Wie er sagt, hatte sich in Paris ein« Bande von sechs Polen und Russen zusaminengefunden. um in einem Vorort in di« Villa einer Gräfin einzubrechen. Ein Angestellter dieser Gräfin gehörte«bensall« zu dem Komplott. Dl« Verbrecher besprachen mit diesem ausführlich zur Nachtzeit in einer Kneip« den ganzen Plan und führten ihn in der nächsten Nacht au». Sie fuhren mit einem Auto in den Vorort, dessen Namen Urbaniak entfallen ist. hinaus, verließen in der Nähe der Villa den Wagen, schlichen sich an di« Besitzung heran und drückten, ohne daß jemand etwas hört«,«in« Scheibe ein. Drei Mann stiegen durch da» Fenster ein. die beiden anderen durch die Tür, die ihnen die drei von innen öffneten. Der eingeweihte Angestellte war bereits vorher im Hause. Der An- schlag geschah kurz vor Weihnachten, al» es nachts stockfinster war. Die Verbrecher drangen sofort in das Schlafzimmer der Gräfin«in und drohten dieser mit dem Revolver, ol» sie erwachte. Als sie dann aber doch um Hilfe rief, schoß einer sie nieder. Die Ver- breche« ralften dann an sich, wa« sie an Brillanten und Goldsachen erreichen konnten, mußten aber eiligst entfliehen, weil da» Personal der Villa durch die Schüsse geweckt worden war. Ihre Beute war lange nicht so groß, ol» sie erwartet hatten. Vier der Verbrecher, darunter auch der Angestellte, wurden im Lauf« der Zeit von der Pariser Kriminalpolizei ermittelt und festgenommen. Urbaniak entkam nach Amsteidam und mochte dort seinen Beuteanteil zu Geld. Weil er ohne Aufenthaltserlaubnis war, so wurde er festgenommen, well man ober von seinem Verbrechen keine Kenntnis hatte, so schob man ihn nach Polen zu über die deutsche Grenze ab. Er wandette setzt nach dem Hannoversäien Zu und arbeitete eine Zeitlang auf einem lorfwerk bei Gifhorn. Don dott kam er vor acht Tacjen nach Berlin, wo er sich, wie die Streife V. T, bereits ausgespürt hatte. zunäd)st in der Umgebung des Schlesiichen Bahnhofes und in der Gubener Straße aufhielt. Der sechst« Verbrecher, den Urbaniak nicht kennen will, wird noch gesucht. Sin MordgerScht. Eln Mordgerücht hatte sich in Tegelort verbrettet. Donach sollte am Freibad Tegelott ein Mann einem Derbrechen zum Opfer gefallen sein. Totsach- ist nur. daß gegen SX Uhr nackmittaq, ein Beamter der Schutzpolizei in der Näh, des Freibades Tegelott den SMifer Fi s ch- r au« der Fröbelstraß« hilsslo» und au» Mund und Nase blutend daliegend fand. Auf der Rettungsstelle in Tegel stellte der Arzt einen schweren Schädelbruch fest. Fischer erholte sich wieder und gab an, daß ihm beimBadenschlechtgeworden sei. Halb ohnmächtig habe er das Wasser verlafien. und beim Anlegen der Kleidung sei er zusammengebrochen. Bor einem Jahr höbe er an einer Gehirnvereiterung gelitten und vor drei Tagen bei einer Schlägerei in der Fröbelstroße mit einem Schlagring einen wuchtigen Hieb auf den Kops erhatten. Daher rühren ohne Zweifel der Schädelbruch und die Blutungen. Der Berletzte wurde nach dem Dirchow-Krankenhause gebrocht. Sich selbst gerichtet. Zwei Mord«, di«. wi« wir früher schon mittektten. nach sechs Jahren von dem Berliner Kriminalkommissar Busdorf in Gommern aufgeklärt wurden, stehen seit vergangenem Montag zur Hauptoerhandlung vor dem Schwurgericht in Magdeburg. Ermordet wurden ein Steinhauer Andrea» Müller aus Gommern und«in Fellhändler Solomon Zweifler aus Leipzig. Angeklagt sind die Hi Schnock. Ei« Roman von See und Sümpfe». Von Svend Fleuron. Schnock hatte Glück im Unglück: allerding» war es«in Menschen-Weißskjch. auf den sie angebisien hatte: aber sie hatte mit Erfolg die Leine gesprengt und stürmte nun davon mit einem langen, nachschleppenden Angelvorfach. Den Köder- fisch hatte sie verschlugen: aber«» störte sie ungemein, daß sich beim Biß gleichzeilig«ine lang«, dornige Wasserpflanze an der Oberlippe festgehalt hatte. Es waren die drei Svitzen des Angelhakensi Da sieht sie im nämlichen Augenblick wieder«inen kleinen Weißfisch funkeln.(St ist ebenso ermattet wie der erst« und macht den gleichen verlockenden Eindruck. Mit einem Hap« beißt sie zu! Dieselbe Komödie wie vorher, dieselbe unfaßliche Kraft in so einem elenden Fischchen und dieselbe Müh« und Anstren- gung, um den Wderspenstigen in ihre Gewalt zu bekommen. Na. es klappte ja schließlich auch: endlich hatte sie ihn gekapert... Auch den kriegte sie herunter: aber wieder mußte sie«nvae Spitzes und Stechendes ausspeien, das auf der«nt» gegengesetzten Seite an ihrer Oberlippe hängenblieb. Es währte eine geraume Zeit, bis Schnock die beiden Angelhaken aus den Mundwinkeln herausgezogen hatte. Lange schwamm sie mit den verrosteten Dingern, als sei es ein Paar besonderer Ungeheuer von Eckzähnen, im Munde herum. Die Schnurenden, die hinterdrein fegten, blieben oft- mals hängen und ketteten sie auf unbegreifliche Weife an Nohrgestrupp und Schilfpflanzen. Aber nach und nach zog sie erst den sine» Haken, später den anderen heraus, und harte, knorpelige Lederhaut bildete sich dort, wo sie gesessen hatten. Aus diesem Erlebnis zog sip beträchtliche Erfahrungen: ihr Mißtrauen oereinzellen, tranken Weißfischen gegenüber war geweckt! Sie raubte später mit vertrauensvoller Gier sowohl große wie kleine Weißfische-, aber sie nahm nur sehr ungern sene halbschwimmenden, elenden Tiere, an denen sie sich an dem denkwürdigen Morgen so eklig gerissen hatte. .Ähre schlaffen Flossen und die schwerfällige, schwankende Be- wegung waren deutlich in ihrem Gedächtnis haften ge- blieben. Ihr« friedliche Jugend, als sie nur mit dem Reiher und den Krebsen Kriez zu führen hatte, war seit langem vorbei— sie sollte immer häufiger die Listen de« Holzdrechslers zu spüren bekommen. i Der alte Sonntagsfische? aber, der mit einigen morschen Geräten geangelt hatte, mußte daran gehen, seinen Bestand gründlich zu untersuchen und zu erneuern. Er ärgerte sich gelb und grün und hatte noch lange nach- her einen üblen Geschmack im Munde. Daß der Hecht, den er verloren, mindestens eine Dronzemedaille wert gewesen, dessen war er, dem Widerstande nach zu urteilen, den der geleistet hatte, völlig überzeugt. Er wollte niemand verraten, wo er sich aufhielt, vielmehr ihn bei Gelegenheit selber holen. < Der Reißer. Die Horde der Marodeure durchjagk« wieder den See— und dahinter folgten die Hechte! Sie kamen nicht wie die Barsch« in einem geschlosienen Trupp in wildem, überstürzten Iagdtempo daher, sondern schlichen sich einzeln von Stein zu Stein, von Tangbusch zu Tangbusch. Schnock ist unter ihnen— und wie ein« Robbe grast sie die flüchtenden Plötzen ab, die in unmäßigem Schrecken blind- lings in ihren Rachen stürzten. Schnell geht das Fangen von statten, aber dennoch nicht schnell genug, das Schlemmen der Barsche ergrimmt und reizt sie, sie fühlt ihren Bauchsock wachsen, der Schlund weitet sich: sie hat noch Platz für viele Heringe... Berge von Heringen! Durch einen Schlag mit dem Körper kommt sie näher— und ist nun mitten im Mahlstrom der Plötzen und Barsche... Zitternd und bebend fahren die kleinen Fische ausein- ander, während sie unter ihnen wütet und unter harten Schlägen mit dem Schwänze nach rechts und links ihr« Schlachtopfer verfolgt. Die Augen leuchten, und die schmalen Lippen zittern in unersättlicher Raubgier. Ein großer, turmrückiger Barsch fängt ihr ungeniert die Beute vor der Nase weg. In seinem Eifer noch Fang tummelt er sich derart im Wasier, daß es fortwährend wie ane efülll mit dicken, schillernden Schlangen erscheint. Haps... apsl Da hat er ein« Plötze Schnock geiade vor dem Maule weggeschnappt. Si« kann das Biest nicht ausstehen! In stärkerem Maße noch denn damal». als sie. ein Iunghecht nur. sich dem Schutz des Wieks vertraute, ist der freche Seeteufel fetzt ihrer Natttr zuwider. Seine Schläue und Hinterlist, seine Fähigkeit, sich Söhne Müllers, die Brüder Kark, Fritz, Hermann und Gustav Müller und deren Mutter. Nach tagelanaem Leugnen aller Ange- klagten gestand, wie uns mitgeteitt wird, Gustav Müller beide Mord« und erhängt« sich darauf m der Nacht zum gestrigen Sonnabend im Gefängnis. Clenö unü Tugenö. Alltägliches aus Moabiter Gerichtssälen. „Elend nicht schad't, wer Tugend hat." So steht es geschrieben in goldenen Lettern an den Wänden eines Moabiter Ge- richtssaals«. Schadet das Elend wirklich nichts? Ein« grauhaarig« kleine Frau in Begleitung ihres Sohnes tritt vor die Richter. Die Anklage beschuldigt si« der Hehlerei und den Sohn de» Diebstahls. Was war's denn, was die beiden bisher unbescholtenen Leutchen hierher brachte? Der Sohn hatte immer seine alte, arbeitsunfähige Mutter schlecht und recht miternährt bi,.—_ ja bis das Gespenst der Arbeitslosigkeit ihn packte. Ein halbes Jahr ohne Arbeit, nur Erwerbslosenunterstüt- zung. Schulden müssen gemacht werden, denn von den paar Mark Unterstützung können nidst Miete, Feuerung, Licht und das zum Leben Notwendige bezahlt werden. Da bekommt er endlich wieder Arbeit. Wenns Gehatt man auch sehr kläglich ist, so wird doch wenig- stens der Rückgang wieder aufgehalten. Doch wie die Schulden be> zahlen? Er entwendet im Geschäft L Dutzend Taschentücher und gibt sie seiner Mutter zum Verkaufen. Der Schlimmes ahnenden Mut- ter versichett er, sie billig von seiner Firma bekommen zu haben. Der Kausspreis werde ihm erst am Gehattstage abgezogen. Ein übelwollender Verwandter zeigt Ihn und die Mutter der Polizei an und nun stehen sie weinend und schluchzend vor dem Richter. Der aber Ist einsichtsvoll: 10 Mark G e l d st r o s e für den Sohn und der Freispruch der Mutter lassen den Tränenstrom ver- ebben.— Ein andere» Bild.— Zwei Frauen treten in die Anklagebaak. Die«m« ärmlich aber sauber gekleidet, mit freudlosem, verhärmten Gesicht. Ihr Ernährer wurde durch eine tückische Krankheit zum Feiern gezwungen. Die Frau muß sich nach Arbeit umsehen. In einer Metallwarenfabrik bekommt sie auch eine Auf- Wartung. Um die häusliche N o t zu lindern, nimmt sie ab und zu kleine Kupfer st ücke mit nach Hause und verkauft sie bei der Produttenhändlerln. Diese will ihr aber nach dem zweiten Male nichts mehr abnehmen, weil si« merkt«, daß es gestohlenes Gut war. Die Frau schildett ihr aber ihre furchtbore Notlage und au» Mitleid kaust die Händlerin ihr mehr ab. Plötzlich wird der Diebstahl ruchbar und nun müsien sich die Frauen verantwotten. Der Stoatsanwall beantragt gegen die Aufwätterin 3 Monat« G e f ä n g i n s und gegen die Händlerin 1 Jahr Zuchthaus. Das Gericht würdigt aber die menschlichen Triebträft« zu den Taten besser und gibt der ersten Frau 1 Monat und der Händlerin S Monat« Gefängnis unter Jnausfichtnahme einer Bewährungsfrist.—- Wie heißt doch der Spruch tm Gerichts- saal? Wieder ein Konflikt in Beelitz! Heber di« Lungenheilstätte Beelitz meldet un» ein Patient, der bi» vor kurzem in ihr war, eine dott vorgekommene Massen- auswonderung. Vor wenigen Tagen ist er zusammen mit 25 Patienten der Männerstation, die bei den in der Lungenhell- statt« herrschenden Zuständen keine Förderung ihrer Gesundheit mehr erwarteten, noch Berlin zurückgekehtt. Die Unzufrieden- heit mit dem Essen, da» nach Beschwerden nur teilweise vesier wurde, erreichte ihren Gipfel, als eines Tages in einem Tee- behälter nach der Verteilung der ganzen Teemenge, eine tote M a u» al» Rückstand gefunden wurde. Der Aufenthatt In der Heil- stätt« wird vielen Patienten auch durch Differenzen mit dem Di- rektor Graßner oerleidet. Vor einiger Zeit kam es zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und Patienten, weil man In der Heilstätte einen Film drehen wollte, und Patienten mitspielen sollten. Sie antworteten, die Film- Sesellschast soll« sich Statisten vom Arbeitsnachwei» olen. Da« war die richtige Antwott, aber der verärgerte Herr Direktor erklärte, er werde sich das merken. Als Pfingsten herannahte und viele sich auf Urlaub freuten, gab es Urlaubs- Verweigerung en und bittere Enttäuschungen. Wegen der unter den Patienten �entstandenen Erregung wollte der Patienten- ausfchuß sich mit der Landesoersicherungsanstott Berlin in Der- bindung setzen, aber da» wurde ihm nicht gestattet. Zum Protest beschloß man In den Hungerstreik zu treten, und ein großer Teil der Patienten verweigerte die Annahme de» Esten«. Der Direktor entließ zwei Ausschußmitglieder, die mit der Herbeiführung de» Hungerstreik» nicht» zu tun gehabt hatten. Auch ließ er Kriminalbeamte kommen und drohte mit der angeblich schon in Alarmbereitschaft liegenden Polizei. Danach verließen 25 Patienten di« Lungenheilstätte. Von der Landes- oersicherungsanstall fordern sie, daß der Direktor abgesetzt oder sie an eine ander« Heilstätte überwiesen werden. selbst zu retten und sie ins Fettnäpfchen zu treiben, hat sie in späterer Zeit oftmals gereizt. Einen Augenblick darauf, als sie gerade«Inen Sprung tut. wird er durch einen Zufall von den Genossen dicht an ihr Maul gedrängt. Schon hält si« die Lade mit dem Schnapp- schloß geöffnet, mit äußerster Geschwindigkeit strömt das Wasser hinein... sie sieht das Plötzenfett um den Mund ihres festen Widersachers schäumen— und ihre Mordlust und Wildheit verdoppeln sich. Da folgt sie ihres Wesens innerstem Drange: mit einer aewaltigen Energieentfaltung— in Raublust hingegeben— schnappt sie mit der vollen Kraft ihrer Sägekiefer nach dem Reißer... jagt in wilder Hast ihr großes Maul über seinen Kopf hinweg... reißt den Rachen Hachaus und schlingt so gierig, daß sie bis weit über seinen drallen Barschrücken ihn herunterschlingt: ihre kleinen Zahnstifte, die zu Hunderten den Gatlmen puastern legen denselben Feuereifer an den Tag. dieselbe ttbsicht: stch bis in die tiefste Tiefe zu bohren und festzuhalten. In dem Augenblick, als der Hechtbiß seinen Höhepunkt erreicht, spreizt der Reißer mit einem Schlag seine zwölf- stachelige Rückenfinne auseinander. Während des Jagens nach den Fischchen hatte die Flosse wie ein Fächer hübsch zu sammengefattet am Rücken entlang gelegen: jetzt verwandelt sie sich zu einer Mordwaffe, ihre Lnochenrippen werden zu einem Bündel verborgener Klingen, bald steif und spitz wie zum Angriff bereite Bajonette, bald elasttsch biegsam wie Stilette. Mit Wonne nimmt Schnock den großen Kloß ins Maul: sie merkt zwar, daß er piekt, aber ihre Mundhöhle kann sich Übertrieben« Empfindsamkeit ja nicht rühmen. Herrlich schwer und massiv liegt der Reißer auf ihrer Zunge! Indessen— seine rauhen, schieferartigen Schuvpen und die pur dürstig mit Schleim und Fett überzogene Haut machen es ihr ungewöhnlich schwer, den Kloß zu schluckm. Er quält und peinigt sie jetzt. Mit einem Haps greift sie aufs neue und besser zu, läßt sogar die Greifzähne in Funktion treten und die Zunge willig hinterher warpen— aber was sie auch unternimmt und wie wett sie ihren Rachen aufsperrt, ihre Anstrengungen sind vergebens:- der Turm- rücklge läßt sich nur bis zu einem gewissen Punkte ruplen! Anfoßlich, unmöglich!... Und sie versucht aufs neu«. (Fortsetzung solgt.) Todesstrafe und kein Ende. Die Geschichte der Justizirrtümer fennt unter vielen anderen den historisch gewordenen Fall des Italieners efario. Dieser hatte fich an einem Raufhandel beteiligt, bei dem ein Mann ums Leben getommen war. Das Mordinstrument, ein Messer, wurde als sein Eigentum erkannt und er daraufhin zum Tode verurteilt. Kurz vor der Bollstreckung der Strafe erklärte aber einer seiner Bellengenossen, daß er das Messer schon vor längerer Zeit einem anderen Manne verfauft hätte. Dieser Käufer gestand dann auch ein, den Mord begangen zu haben. Er Bezirksbildungsausschus Groß- Berlin m 20. und 21. Juni Bergen. Ratten à 50 Bf. bei der Gewerkschaftskommission, Engelufer 24/25 Sonnenwenbfeier des Arbettertulturfartells in den Gosener Afa- Ortstartell, Engelufer 24/25 in den Zahlstellen der Freien Boltsbühne im Jugendfekretariat, Lindenstr. 3, 2. of II ziehungsverein der Kinderfreunde Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold, Sebastianstr. 37/38 bei den Obleuten der Kreis- und Abteilungsbildungsausschüsse in den Vorwärtsspeditionen-im Bureau des BeEbert girlsbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Sof II, Zimmer 8. Reliefs nach bem Entwurf von Gerstenberg ,, elfenbein getönt 1,60 Mr. pro Stück, buntel getönt 1,80 mt. pro Stüd, in echt Bronze 45 Mr. zu haben in allen Vorwärtsspeditionen, bei den Obleuten der Bildungsaushüsse und im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstraße 3. Radierungen von Sela Safie, Defterle und Krommer. Besichtigung und Kauf von 9-5 Uhr im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Sof II. An diesen Fall erinnerf der vor kurzem im Bormärts" be: richtete vom 21jährigen Otto Ireschau, der wegen Ermordung der Hausmagd Tschirsch zum Tode perurteilt worden ist. Wie gemeldet, hat er vor einigen Tagen in Plößensee, mohin er zweds Bollstreckung des Urteils aus Potsdam gebracht worden war, er Karl Kirschnid 75 Jahre alt. Am 1. Juni feiert unser alter Genoffe flärt, daß sein Mitangeklagter Schulz der Mörder gewesen sei. Dar tirinid feinen 75. Geburtstag. Er lann an diesem Tage auf ein ouf hat der Verteidiger das Wiederaufnahmeverfahren beantragt. arbeitsreiches Leben im Dienste der Arbeiterbewegung zurüdbliden. Un Es wird allerdings abzuwarten sein, ob seine Behauptung sich beermütlich kämpfte er in der Partei und Gewerkschaftsbewegung. Er gehörte mit zu den Gründern des Verbandes der Maschinisten und Heizer, wahrheitet. Schulz ist erst 17 Jahre alt und Treschau weiß nur zu beffen Borsigender und Rebatteur er erst ehrenamtlich lange Jahre war. gut, daß ihm feine Todesstrafe droht. Indes nimmt die Zahl der Er berstand es, unter seiner Verbandsleitung den Verband zur Höhe aut Todesurteile nicht ab. Gerichte, die sie nie gekannt haben oder führen. Jest lebt das Geburtstagstind im wohlverdienten Ruhestand. die Jahrzehnte das Richtschwert ruhen ließen, greifen zur Todes- Seine Freunde und Genossen wünschen ihm weiter noch viel Glid und Strafe. So berichtete vor einigen Tagen der Borwärts", daß das einen heiteren frohen Lebensabend. Schwurgericht in Koburg zum ersten Male seit seinem Bestehen ein Todesurteil gegen einen Neunzehnjährigen gefällt habe, und in Gera sind vor einigen Tagen zwei Todesurteile- das erste nach 17jähriger Pause vollstreckt worden. Die Berufs richter, die in formaler Anwendung des Gefezes die Todesstrafe verhängen, treten das Boltsempfinden mit Füßen. In Dels ist gar ein 18jähriger Gärtnergeselle zum Tode verurteilt worden. Wäre das Berbrechen ein halbes Jahr früher geschehen, so hätte er nicht einmal zur Zuchthausstrafe verurteilt werden tönnen. In Brieg hat ein Landarbeiter namens Frietsch das Todesurteil über sich er. gehen lassen, weil er seinen Schwager, einen jähzornigen und truntfüchtigen Menschen, mit dem Karabiner erschossen hat. Bon einem anderen Orte wird wieder von einem Todesurteil gegen einen 25jährigen Bäcker gemeldet, der bei seiner Berhaltung einen Ober landjäger erschossen hat. Von tühler Ueberlegung wird in diesem Falle wohl nicht die Rede gewesen sein tönnen. Dies hier nur eine fleine Auswahl aus der großen Sahl der Todesurteile, die in den letzten Wochen gefällt worden sind. Es fann angesichts dieses Wütens, das eine Verrohung der friminal politischen Anschauungen der breiten Maffen der Bevölkerung nach fich ziehen muß, nur immer von neuem wiederholt werden: fort mit dem Emminger- Gericht, her mit dem Schwurgericht. Der Stadtraf a. D. Prof. Dr. Moffe ist gestorben. Er beendete seine juristische Laufbahn als Oberlandesgerichtsrat und trat als unbefoldeter Stadtrat in das Magistratstollegium ber Stadt Berlin ein. Nach seinem Ausscheiden aus dem Magistrat wurde er zum Stadtältesten ernannt. Eine Krantentaffe für Beamte und Festangestellte der Stadt Berlin will der Magistrat schaffen. Ihr Aufbau soll der Organisation ber feit 86 Jahren bestehenden städtischen Sterbefasse nachgebildet werden. Den Zuschuß der Stadt zu den Beiträgen will man auf ein Drittel bemessen. Der Magistrat beantragt die Zustimmung der Stadtverordneten. Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieser Woche thre Sigung am Donnerstag um 6 Uhr. Brüdensperrung. Eine neue Prüfung der Augufta- Brüde hat ergeben, daß die Brüde mit Laftfuhrwerfen nicht mehr befahren werden kann, da sie nur eine Höchstbelastung von 2500 kg erträgt. Die Brüde ist deshalb für den Fuhrperfehr gefperrt. worden. Für 1926 ist der Neubau der Brüde geplant. Der Spielplatz im Friedrichshain ist im legten Jahre ausgebaut worden. Die Spielfläche wurde verdoppelt, die Spielerzahl aber hat sich gegenüber dem Vorjahre um rund 1000 vermehrt. Diesem Zuwachs genügen bis vorhandenen Unterkunfts- und Um. fleideräume nicht mehr. Das für diesen 3wed geschaffene Barthäuschen ist zwar sehr schön gelegen, aber unzureichend. Hinzu kommt, daß ein Teil des Gebäudes als Schantstätte eingerichtet ist. An der Werneuchener Straße ist noch eine Unterkunftshalle vorhanden, aber augenblicklich anderen Zwecken dienend. Sie ließe sich mit relatin geringen Kosten zu einer Unterkunftshalle mit Umfleiberaum und Aufbewahrungsmöglich feiten für Sportgeräte umschaffen. Bei der Energie, die das Bezirks omt Friedrichshain gerade im letzten Jahre zur Anschaffung muster. gültiger Spielplätze aufgebracht hat, darf man annehmen, daß den hier gerügten Mängeln in Bälde abgeholfen sein wird. Die Aenderung der Lohnsteuer. Reichstag und Reichsrat haben den durch die Presse bekanntgemachten und von den Finanzamtern burch Merkblätter verbreiteten Aenderungen der Lohnsteuer, zuge stimmt. Die Aenderungen treten am 1. Juni in Kraft. Eine neue Gebührenordnung für Hebammen. Das Hauptgefund heitsamt teilt mit: Die neugebildete Provinzial- Hebammenstelle für das Gebiet der Stadt Berlin tagte kürzlich unter dem Vorsitz Stadt medizinalrats Dr. v. Drigalsti. Es wurde Beschluß über eine Ab= änderung der Gebührenordnung der Hebammen gefaßt. Die danach von der Provinzial- Hebammenstelle gutgeheißene Er. höhung der Gebühren der Hebammen beträgt zum Teil etwa 30 Broz. ber bisherigen Säge. Bu beachten ist noch, daß die der Gebührenordnung zugrunde zu legende durchschnittliche Dauer der Geburt nunmehr im Anschluß an die Gebührenordnung des Regierungsbezirts Potsdam auf 8 Stunden( bisher 12 Stunden) festgesetzt ist. Die Gebührenordnung bedarf noch der Zustimmung des Polizeipräsidenten. Der Fall Höfle und die deutsche Aerzteschaft. Deffentliche Ber. Jammlung am Mittwoch, den 3. Juni, abends 8 Uhr, in den Spichernfälen, Spichernstraße 3, U- Bahnhof Nürnberger Blaz. Referenten: Univ.- Professor Dr. Ehrmann, Oberregierungsrat Dr. Beyer, Rechtsanwalt Dr. Klee, Reichspoftminister a. D. Giesberts, Dr. med. Hildesheimer, Dr. med. Lothar Wolff u. a. m. Freie Eussprache! Der Deufiche Lehrerverein, mit feinen 150 000 Mitgliedern die größte Organisation der Lehrerschaft aus Deutschland und Defter reich, hält zum ersten Male feit 1914 in Samburg vom 2. bis 4 Juni d. J. seine Hauptversammlung ab, zu der etwa 8000 Teilnehmer erwartet werden. Die beiden Hauptportäge behandeln folgende Aufgaben: 1. Deutsches Kulturgut als Grundlage der deutschen Schule." Bortragender: Professor Dr. Senferi, Dresden. 2.„ Das Reich und die Schule." Vortragender: Ober Schullehrer G. Wolff. Berlin. Neue Englischkurse nach Pfingsten für Anfänger und Fortgeschrittene. Anmeldung und Vorbesprechung für Berlin D., D. 2c. Dienstag, 2. Juni, abends 7 Uhr, im Jugendheim Reichenberger Str. 66 I, für den e it n Mittwoch, 3. Runi, abends 7 Uhr, bei dem Unterrichtsleiter Gen. Unilemez, Berlin 2. 57, Sturfürstenstr. 21/22, linter Seitenflügel II. Der Taschenfahrplan der Stern und Kreisfchiffahrt mit einem fünstlerischen Lite blatt und einer vierfarbigen Landtarte ist erschienen und wird fostenlos in ben Geschäftsstellen ber Geſellſchaft sowie in ben Reisebureaus berabfolgt. Mit dem 2. Juni beginnen bie Tagesfahrten nach erpts und Grün. heide. M. Lammfromm& Vogel Arbeiterwohlfahrt Warenlotterie Gewinnverteilung ab Mittwoch, 3. Juni, von 10-6 hr täglich Lindenstr. 3, 2. Sof, III( Jugendheim), Schlußtermin 20. Juni Bom Nordpolflug. Da sich das Wetter im Polartreis verschlechtert hat, werden die Flugzeuge Amundsens nicht dieser Lage in Spizbergen zurüderwartet. Man glaubt dort vielmehr, daß die Flieger auf jeden Fall fichtigeres Wetter abwarten werden. Der Nebel ist nach den Feststellungen der Meteorologen bis zum 85. nördlichen Breiten grad vorgedrungen, und fann auch bis zum Pol vorrüden. Alle Nachforschungen der, hobby" längs des Eisrandes waren bisher ergebnislos. Mit lebhafter Genugtuung wurde daher an der Erpes bitionsbasis die Nachricht aufgenommen, daß der amerikanische Flieger Mac Millian am 20. Juni eine Erfundungsfahrt ins Grönländische Meer zwischen Etha und Kap Kolumbia unternehmen wird. Dieser Plan scheint den Freunden Amundsens sehr prattisch, weil die Flieger die Expedition auf dem Rückwege vom Bol antreffen fönnten, da diese auf jeden Fall versuchen wollen, zu Fuß nach bem Rap Kolumbia, dem Fiord Conger oder dem Hafen Don Discovery zu gelangen, wo die Expedition wahrscheinlich überwintern müßte, wenn der Kennedy- Kanal nicht mit festem Eis bebedt wäre, um den Uebergang pon Grantland nach Westgrönland zu ermöglichen. In Spizbergen berechnet man auf Grund der An gaben Amundsens, daß die Strede vom Bol bis zum Rap Rolumbia in etwa einem Monat zurüdgelegt werben tönnte. Flugzeugabsturz bel Jüterbog. Infolge Bergaferbrandes stürzte in der Nähe von Rlofter 8inna bei Süterbog ein Kleinflugzeug der Bahnbedarfs- Attiengesellschaft Darmstadt brennend ab. Der Führer Heinrich Sed erfitt fchmere Brand. wunden und wurde ins Krantenhaus gebracht. Das Flugzeug ist verbrannt. Das erste Flugzeug, das einen Menschen trug. Das erste Flug zeug von W. Bright, das biefer dem Kensington Museum in London vertaufen wollte, wird nach den neuesten Nachrichten in Amerita bleiben, und durch Intervention eines reichen Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 31. Mai. 6-8 Uhr vorm.: Großes Frühkonzert. Orchestermusik. Leitung: Musikdirektor Karl Woitschach, unter Mitwirkung des FelixMorgenfeier. 1. Schubert: Schmidt- Quartetts. 9 Uhr vorm.: a) Schäfers Klagelied, b) Fischerweise, c) Klärchens Lied, d) Rastlose Liebe, e) Forelle. 2. Hugo Wolf: a) Dem Unendlichen, b) Gebet. c) Wie glänzt der helle Mond, d) Morgenstimmung, Die Ehre Gottes( mit Harmoniumbegleitung). 3. R. Strauß: ) Befreit, b) Schlechtes Wetter, c) Zueignung( Maria Basca, Gesang; am Flügel: Michael Raucheisen). 3.30 Uhr nachm.: Märchenstunde. Paul Bildt erzählt: Pfingstmärchen. 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzert meister Ferdy Kauffman. 8.30 Uhr abends: Populäres Konzert. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. 1. Künnecke: Lustspielouvertüre. 2. B. Godard: Szènes poétiques. 3. Vieuxtemps: Violinkonzert D- Moll( Stefan Frenkel). 4. Dvorák: Scherzo capriccioso. 5. Bayer: Potpourri aus„ Die Puppenfee"( Berliner Funkorchester). Montag, den 1. Juni. Mäzen einem New Dorter Museum zutommen. Die Brüder Brigth fchrift trägt:„ Das erste Flugzeug der Welt, das einen Menschen haben als Bedingung gestellt, daß der Apparat folgende Aufgetragen hat". Vorträge, Vereiné und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin G. 14, Gebastianftr. 37/38, Sof 2 Tc. 6a230ztan b. Die Rameraben werben erfucht, ihren Quartier. obleuten umgehend die Quartiere aufzugeben. Stamerabschaft Röpenid und Untergruppen: Achtung, Berfassungsfeier! Die Gruppenführer haben die bis jest ausgefüllten Quartierliften bis Montag, den 8. Juni, an ben Obmann ber Quartierfommiffion, Rameraden Mag Galle, Röpeftid, ilggelftraße 40, bestimmt abzuliefern. Rameradschaft Webbing: Dienstag, de 2. Juni, abends 7% Uhr, findet der Turnabend in ber Gothenburger Str. 2 statt. Bollzähliges Erscheinen notwendig. Ramerabschaft Ober, Rieber fchoneweide und Johannisthal: Dienstag, den 2. Juni, Badeabend. TreffKamerabschaft Friedrichshain: Mittwoch, ben 3. Suni, punt Rönigsplay. abends 7% Uht, Stommler und Pfeifer in der Rönigsbant, Große Front futter Str. 117. Rameradschaft Charlottenburg: Mittwoch, den 3. Juni, abends 7 Uhr, Sug- und Gruppenführerfisung im Wilhelmshof, Berliner, Eingang Spreestraße. Ramerabschaft Webbing: Donnerstag, den 4. Juni, abends 7 Uhr, Treffen der Jugendkameraden in der Turnhalle Lütticher Straße 4. Ramerabschaft Rieber, Oberschöneweibe, Johannisthal: Donners bag, den 4. Juni, abends 7 Uhr, übt das Tambourkorps bei Räthet, Brüdenftraße 15. Alle Teilnehmer müssen unbedingt erscheinen. Instrumente find mitzubringen. Ramerabschaft Rehlendorf: Montag, den 1. Juni, morgens 8 Uhr, Treffpunkt bei Schnorre, Potsdamer Str. 3, in Bannerkleidung. Badezeug mitbringen. Ramerabschaft Brenzlauer Berg: Am Mittwoch teine Borstandsligung. Gemeinsame Sigung am Donnerstag, den 4. Juni, abends 8 Uhr, bei Burg. Su erscheinen haben Vorstandsmitglieder und Zugführer. Bubbhistisches Saus Berlin- Frohnau. Sonnabend, ben 6. Suni, abends 8 Uhr, Rusammenkunft. Borträge über Buddhismus und Fragenbeantwortung. Sörwillige find willkommen. Freie Bochichule. Mittwoch, den 3. Juni, 8 Uhr, Sophien- Schule, Beineffler ft. 16-17. Dr. med. Hammer: Rausch und Genußgifte und ihre Bedeutung in ärztlicher, juristischer und erzieherischer Hinsicht". Gäste haben Butritt. Arbeitersport. Großes Arbeiter Fußballwettspiel in Renfölla. Jahn- Sanbsberg a. b. B... 1 Mannschaft, gegen Rüffig- Vorwärts- Neukölln, 1. Mannschaft, am ersten fingitfeiertag, Sportplag: 1 FC. Reukölln 1895, Reutöln, Raifer- FriedrichStrake, om Serkbergplak. Anfang 5 Uhr. Jahn ist Gruppenmeister bes Marthebeairts und tritt mit verstärkter Mannschaft an, ebenso R.-B. Bor ber, 8 Uhr, Teutonia 09, 1b, gegen St.-B. 1b; 1% Uhr: Alemannia III gegen RB. III. Bormittags 10 Uhr: Seutonia 09, 1. Jad., segen Rüftig- Borwärts, Sab. Das Spiel der Jugend findet in der Kaifer- Friedrich-, Cde Innstraße, fatt. Berbindung mit der Stadtbahn Stailer- Friedrich- Straße und fämtlichen Straßenbahnlinien, bie nach Neukölln fahren. Berliner Arbeiter- Schachklub, Abt. Friedrichsfelbe, spielt jeben Dienstag von 7 bis 12 Uhr abends im Lokal von Dabertom, Lichtenberg, Gudrunkt. 1, Anfängern wird Unterricht toftenlos erteilt. Arbeiter Schachspieler, erſcheint! am Bahnhof Sichtenberg Friedrichsfelde. Theoretische Vorträge, Bettfämpfe. Sport. Rennen zu Grunewald am Sonnabend, den 30. mai. 1. Stennen. 1. Heimattreuer( Radendorf), 2. Jbol( Shilling), 2. Blindgänger( Dhlenburg). Toto: 49: 10. Blaz: 12, 11, 17: 10. Ferner liefen: Batrone, Melia, Heid, St. Gotthard, Feingold. 2 Rennen. 1. Blutarch( Haynes), 2. Mantinea( V. Eich), 8. Regina II ( Barga). Toto: 9810. Blag: 28, 23: 10. Ferner lief: Flamberg. 3. Rennen. 1. Mara( M. Tarras), 2. Parnas( Ch), 3. toben. fein( Betelt). Zoto: 40:14 Drei liefen. 4. Rennent. 1. Nobelmann( S. Blume), 2. Träumer( Torte), 8. Bellae( Bregner). Toto: 50: 10. Blak: 14, 13, 15: 10. Ferner liefen: Tod und Lebent, Revolutionär, Ban Robert, Manlius. 5. Rennen. 1. Memnon( D. Schmidt), 2. Sfonzo( Barga), 8. Stoft ( S. Stafper). Zoto: 13:10. Blak: 10, 10: 10. Ferner lief: Berimede. 6. Rennen. 1. Roifini( D. Schmidt), 2. Frohfinn( B: Esc), 3. Großinquifitor( Olejnit). Toto: 91: 10. Drei liefen. 7. Rennen. 1. Twoftep( D. GSchmidt), 2. Sarazener( Ch. Lange), 3. Gifenritter( M. Schmidt) Toto: 31: 10. Blag: 14, 22, 15: 10. Ferner liefen: Oceana, Henry, Rasvior, Rinaldo, Stummer Zeusel, Orlaira, Geschäftliche Mitteilungen. Sarastoff BAG( Floranib), ein Spezialfidftoffbünger fir ben Gazten. Im Gartenbau find bisher vorwiegend bie natürlichen, b. 5. alfa organifde Düngemittel( Romposterde, Stallmist und andere Abfallftoffe, ferner Guans, Hornmehl ufm.) vermendet worden. In den letzten Jahren ist es der fort gefchrittenen Technit gelungen, tünstlich ein folches Stiditoff- Düngemittel, ben Barnstoff, in großem Maße herzustellen. Sarnstoff BAG, auch Flepanid" genannt, ftellt ein weißes Gala bar und hat einen Stidftoffgehalt pon etme 46 Bros. Dadurch, daß er frei von Ballaststoffen und Beimischungen ift, eignet er fid) gana besonders für die Düngung von Tabat, Gemüse, Blumen und anderen Gartenpflanzen. Seine Anwendung ist sehr einfach. Man halte fich Durch eine Düngung mit Sarnstoff wird nicht nur der Ertrag, sondern auc genau en die auf den Dosen u. bal. aufgebrudien Gebrauchsanweisungen. bie Qualität der Früchte ftart verbeffert. Bab Siebenwerba, das aufstrebende Eisenmoorbab im lieblichen Tale ber fdymargen Elfter, von dem mit fürglich berichteten, zeigt sich ben schon recht aahlreichen Babegästen im herrlichen Maienfleibe. Bie wir erfahren, hat die enthalt so angenehm wie möglich zu machen. Allen denen, die einige Wochen mirklich ausspannen wollen und in beschaulicher Ruhe nur ihrer Gefundheit Leben möchten, Bann der Besuch biefes kleinen, aber ibnllifd gelegenen unb babei recht preiswerten Aurortes warm empfohlen werden. Dem Eisenmoor bad Liebenwerda geht wegen der hervorragenden Heilkraft feines Moores und Die ber Reichhaltigkeit feiner sonstigen Rurmittel der beste Ruf voran. Babedirettion teilt uns mit, daß spätestens am 1. Juli dieses Jahres bas im Bau begriffene neue Unterkunftsheim( im Moorbadpark errichtet) fertiggestelt fein wird, so baß auch in der Hochfaifon genügend Untertünfte aur Ber Babebirektion auch in biefem Sahre alles getan, um ben Belumers ben que Die Direktion bes Lunaparks hat file bie brei Blingstfeiertage ein großes artistisches Programm zufammengestellt, welches, bereits att Nachmittag be ginnend, dauernde Borführungen auf der neuerbauten Bühne bringt. An den beiden ersten Feiertagen findet um 6 Uhr vormittags ie ein Frühtonzert bei freiem Eintritt statt. Rue Einweihung der neuen Tonhalle des Lunaparts peranstaltet bas Berliner Bhilharmonische Blasorchester am Nachmittag bes erten Bfimaftfeiertages ein großes Ronzert unter Leitung des Kapellmeisters Franz von Blon. Reue Beit. Die Sommerfaifon nimmt am Sonntag( 1. Bfingfifeierbag) behnte Bart, bie prächtigen Gartenanlagen, die im frischesten Maiengrin prangen, gewähren angenehmsten Aufenthalt. Fitr Donnerstag, den 4. Juni, ift bereits das erfte der Riefen- Runftfeuerwerte angekündigt. 6-8 Uhr vorm.: Großes Frühkonzert, ausgeführt vom Bläser chor Karl Woitschach, verbunden mit großer Spezialitätenvorfügung stehen dürften. stellung. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. A. Böhme: Präludium Dr. Artur Böhme am Harmonium). 2. J. S. Bach: O heiliger Geist( Berliner Solistenquartett: Marg. Böhme- Heidenreich. Else Koll, Ilse Mohr. Manja Barkan, Gerda Sander, Hannes Aule, Max Spiegel, Gustav Polzin, Herbert Schmidt). 3. H. Hermann: Adagio ( Oskar Manz, Cello). 4. A. Böhme: Gottes Allmacht( Margarete Böhme- Heidenreich, Sopran). 5. Die Pfingstgeschichte( Bibelsprecher Johannes Schulzke). 6. Mendelssohn: Ich danke dir, thren Anfang ein reichhaltiges Brogramm ist vorgesehen. Der weithin ge Arie aus Paulus"( Max Spiegel, Bariton). 7. Ansprache des Herrn Pfarrer Pfeiffer, Berlin- Tempelhof. 8. M. Frank: An den heiligen Geist( Berliner Solistenquartett). 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister: Ferdy Kauffman. Uhr abends: Kammermusik. Nachmittagskonzert der Berliner 1. Beethoven: Sonate für Horn und Klavier, op. 17, Allegro moderato Poco Adagio, quasi Andante Rondo( Allegro moderato)( Oskar Schumann und Rudolf Schmidt). 2. Richard Strauß: Sonate für Violine und Klavier, op. 17, Allegro, ma non Improvisation( Andante cantabile) Finale( Andante troppo Allegro)( Professor Gustav Havemann und Rudolf Schmidt). 8. Brahms: Trio für Klavier, Violine und Horn, op. 40, Andante Finale( Allegro con Adagio maesto Scherzo( Allegro) brio)( Rudolf Schmidt, Prof. Gustav Havemann, Oskar Schumann). Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. 13 Dienstag, den 2. Juni. 8.30 Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.30 Uhr abends: Humoristisches Funkallerlei( Georg Bamberger). 7 Uhr abends: Vortragsreihe des Oberregierungsrats Dr. Theodor Schulte- Holthausen über Sozialpolitik. 1. Vortrag: Der Wiederaufbaugedanke in der modernen Fürsorge". 7.30-8.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7.30 Uhr abends: Abteilung Heilkunde. Dr. Schweers: Mutterschutz und Säuglingsfürsorge Vortrag. Säuglingssterben und Säuglingsfürsorge. II. Teil. Dr. Max Freyhan:„ Das Uhr abends: Abteilung Literatur. moderne Drama. 3. Vortrag. Das Drams der Kräftespannung: Arnolt Bronnen". 8.30 Uhr abends: Abendkonzert, 1. a) Rubinstein: Arie aus„ Der Dämon", b) Mussorgski: Trepak. e) Mussorgski: Ständchen( Artur Fleischer von der Berliner Staatsoper, Bariton). 2. a) Rubinstein: Die Träne, b) Rubinstein: Nollendorf 1120, 1121, 1122 Die Nacht, c) Gretschaninów: Vor mir die Steppe, d) Gretschaninow: Heimat( Jeanette Schwarz, Sopran). 8. Rubinstein: Sonate für Cello und Klavier, D- Dur( Otto Urack, Cello; Dr. James Simon, Klavier). 4. Tschaikowsky: a) Arie aus Eugen Onegin": Ist dies denn wirklich". b) Inmitten des Balles, c) Warum sind denn die Rosen so blaß( Artur Fleischer). 5. Kachetowei: a) Die Nacht ist lau, b) Am Meer( Jeanette Schwarz). Am Flügel: Dr. R. E. Lapini. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst Potsdamer Str. 127 Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Briefkasten der Redaktion. Rettichein 300. Reftfcheine werben fie bie Mart Brandenburg and sox der Oberförsterei Ertner ausgestellt. Breis& R.( Gltig 1 Jahr). Anschrift genügt: Oberförsterei Ertner. Togal gegen Schmerzen der Nerven, Rheuma, Gicht, Ischias, Herenschuß, Kopfschmerzen. Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Sarnsäure aus. Klinisch erprobt! Hervorragend bewährt! 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In der Kreisgeneralversammlung am Tekten Mittmoch ist die Fahriarte eines Bezirksverordneten verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, dieselbe sofort an den Abteilungsleiter abzuliefern. Dienstag, den 2. Juni: 3. Abt. 3. Feiertag Ausflug nach Pferdebucht. Treffpunkt 1 Uhr Sauptportal Schlesischer Bahnhof. Nachzügler fahren direkt. 6. und 28. Abt. Großes Frühlingsfeft( 3. Pfingstfeiertag) in Büttners FestMufitaufträge übergibt man mur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin O 27, Andreasstr. 21( Sönigstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbesuch. fallen en Garban, Shehter Str. 2-1 Cutrittsfordes bel bex 95 teilungsbaffievern fowie Funktionären erhältlich. 80. Abt. Gdjöneberg. 7 Uhr erweiterte Borstandsitzung bei Gürlich, Ede Rubens und Begasstraße. Alle Bezirksführer und Raffierer müssen erscheinen. Mittwoch, den 3. Juni: 29. t. 8 Uhr Funktionärsigung bei Burg, Prenzlauer Afee 189. 58. Abt. Charlottenburg. Abends 7 Uhr im Sigungsfaal, Ranteftr. 4, norn 4 Tr., Funktionärstzung. Bollzähliges und pünktliches Grscheinen ist Ehrenpflicht. 85. Abt. Tempelhof. 148 Uhr erweiterte Borstandsfizung in der Linde", Friedrich- Karl, Ede Berderstraße. 106. Abt. Johannisthal. 8 Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre bei Gobin, Roonstr. 2. 134. Abt. Buch. 8 Uhr im Lotal Göpfert wichtige Funktionärkonferenz. Abteilungsvorstand, Rreisdelegierte, Betriebsvertrauensleuté müssen erscheinen. 48. Abt. Die Rommunale Rommiffion idgt am Freitag, den 5. Juni, night. Wir bitten um Beteiligung an der fommunalen Ronferenz des Bezirks verbandes und der Gewerkschaftskommission im Rathaus am gleichen Tage. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Die Selfersigung findet nicht am Mittwoch, fondern erst am Freitag, den 5. Juni, ftatt. Wetter für Berlin und Umgegend. Bollig bis heiter und ziemlich warm, bereinzelte geringe Regenschauer. Wetter für Deutschland. Süddeutschland: zunehmend mollig, bereinzelte geringe Niederschläge. Nordwestdeutschland: lleberall heiter. Jugendveranstaltungen. Am Dienstag, den 2. Juni( 3. Feiertag), bleibt das Jugendfekretariat geschlossen. Dienstag, den 2. Juni, abends 7% Uhr, Abteilungsmitgliederversammlungen: Schönhauser Borstadt: Schule Jbsenstr. 17. Mariendorf: Ate Schule, Dorfitt. 7. Reukölln III: Jugendheim Nogatstr. 53. Neukölln V: Jugende heim Schierkeftc. 44. Reinidendorf- Ost: Geebad, Residenzftr. 46. Schöneberg I: Der Gymnastikkursus und der Heimabend fällt nicht aus. Mittwoch, den 3. Juni, abends 7½ Uhr, Abteilungsmitgliederversammlungen: Wedding: Schule Ruheplay-, Ede Antonftraße. Falkenberg: Jugendheint Am Faltenberg 117. Baltenplay: Jugendheim Rigaer Str. 108. Friedrichs hain: Jugendheim Große Frankfurter Str. 16. Often( Petersburger Biertel): Jugendheim Ebertnstr. 12. Luisenstadt: Heimabend fällt aus. Südost ( Reichenberger Biertel): Jugendheim Reichenberger Str. 66. Ertner: Jugend heim Bollstüche. Friedrichshagen: Jugendheim Scharumeberftr. 105. Niederschöneweide: Schule Berliner Str. 31. Kaulsdorf: Schule Adolf... straße 25. Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Dossestr. 22. Lichtenberg- Nord: Jugendheim Barfaue 10. Arbeitsgemeinschaft Abraham: Mittwoch fällt die Veranstaltung aus. Die nächste Zusammenkunft findet Mittwoch, den 10. Juni, statt. Waschstoffe Kleiderstoffe Waschstoffe hübsche Musselin- Imitat muster.. Meter 0.78 Sporthemden Zephir und Blusen. Meter 0.78 Crêpe- Panama weiß, für Sportzwecke. Musselin- Imitat entzückende Kleidermuster ■ Crêpe moderne Muster, hell- und dunkelfarbig. • in vielen Meter 0.88 Meter 0.95 0.95 Meter Voll- Voile.... Meter 1.15 Dirndl- Zephire hübsche Karos. Meter 1.25 Kleiderstoffe...... Serge hübsche Streifen.. Meter Kleider- Schotten breit doppelt große Ausmusterung. 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Schlieben kommt es ja gar nicht darauf an. ob den großen Mafien der Konsumenten einige Milliarden an Steuern mehr aufgebürdet werden oder nicht, wenn nur die großen Kapitalisten steuerfrei ausgehen und wenn nur durch die Verbrauchsbelastung genug Geld hereinkommt, um nach direkt oder indirekt daraus den„notleidenden" Unter» n e h m e r n Zuwendungen machen zu können. Daß mit einer zu starken Belastung des Verbrauchs durch Steuern und Zölle die Konsumkraft der breiten Volksmafien untergraben und damit die Wirtschaftsbasis der Unternehmungen und der Absatz der Industrie zerstört wird, das interessiert die Rechtsregierung eben. sowenig wie ihre Auftraggeber, die Großkapitalgruppen in Industrie und Landwirtschaft. Das.Berliner Tageblatt" hat sich nun in ihrer Sonnabendadendausgabe der dankenswerten Aufgab« unterzogen. dem offenbar etwas allzu stark abgebauten Finanzministerium die eigentlich ihm zufallend« Arbeit abzunehmen, und es hat die vor- aussichtlichen Zollertrögnisse wenigstens aus den Rah- rungsmittelzölleu festzustellen gesucht. Reichsewnahm««od wirtliche verbrauchsbelafftmg. Vorweg bemerkt werden muß, daß diese fiskalischen Zoklerträg« nur die tatsächlichen Einnahmen des Reiches au» den Zöllen spiegeln, nicht aber die wirtliche Belastung de» Ber- brauchs. Denn durch die Zölle werden ja nicht nur die au» dem Ausland eingeführten Waren belostet— der Betrag, um den sich deren Preise erhöhen, entspricht genau dem Anteil defien. was dos Reich an Zöllen erhält—. darüber hinaus wird auch da» in- ländische Preisniveau in die Höh« getrieben, um an- nähernd denselben Betrag, den der Zollsatz ausmacht. Zu erinnern fit hier an die Berechnungen Brentanos, der festgestellt hat. daß in den Iahren ISO?— 1909 der Derbraucher im Durchschnitt 2,4S M. jährlich an Getreidezöllen dem Reich« zu entrichten hatte, daß aber die Verteuerung de» inländischen Getreide» be» wirkte, daß gleichzeitig 19,91 Mark pro Kopf der getreide- kaufenden Bevölkerung an die deutschen Großgrundbesitzer bezahlt wurden. Bei den hohen Getreidezöllen betrug also der Gewinn, den der Staat aus den Zöllen zog, nur etwa ein R e u n t« l dessen, wo« der Berbraucher wirklich zu zahlen hatte. Di« Belastung de» verbrauche» ist also in jedem Falle viel höher als der Finanzertrag der Zölle. Maxmal- onfc Miadefiertrag. Da».Berliner Tageblatt" hat nun seine Berechnungen aus zwei Grundlogen gestützt. Die in der folgenden Tabelle mit Maxi- mal angegebene» Beträge berechnen sich au» dem vorge- schlagenen autonomen Zolltarif. Run sind neben den autonomen Zöllen für die vier Getreidearten Mindestzöll« festgesetzt, die auch beim Abschluß von Handelsverträgen nicht unter- schritten werden dürfen. Bei allen übrigen Nabrung-mülel zollen liegen die Dinge anders. Da sie noch unten hin nicht begrenzt sind, könnten sie der Theorie nach, ebenso wie kürzlich der Reiszoll, der im spanischen Handelsvertrag beseitigt wurde, gestrichen werden Das liegt aber weder in der Absicht der Reich�reg-.cnmg noch in der der großen Derbänd«, die jetzt mit so starkem Nachdruck nach Schutzzöllen rufen. Selbst dann, wenn das Ausland einen sehr starken Druck in der Richtung einer Herabsetzung der deutschen Lebensmittelzölle ausübt und diese durchzusetzen oermag. auch dann werden noch hohe Zollbelastungen der ausländischen Nahrungsmittel übrig bleiben. Insbesondere sind Mehlzöile in einer gewissen Höhe unvermeidlich, wenn erst einmal Gctreidemindestzölle eingeführt werden. Sonst würde nämlich die Herstellung von Mehl o»s deutschem Getreide in deutschen Mühlen geradezu unter Strafe gestellt werden. Die deutschen Müller würde da» deutsch« Getreide so teuer zu stehen kommen, daß sie niemal» mit den ausländischen Müllern konkurrieren könnten, denen Ge» treibe ohne Zoll zur Beifügung steht und die daher auch ihren Mehlprei» wesentlich niedriger bemessen können. Au» diesem Grund« sind die errechneten Minimalerträgnifi« nur von geringem Wert. Eins jedoch zeigen sie. nämlich daß die ge- treidebauend« Landwirtschaft mit ihren Minimalzöllen von vorn» herein dem Staate eine Mindesteinnahme von 86 Millionen Mark garantiert, wo» sie natürlich gut und gern kann, weil sie das nicht aus eigener Tasche zahlt, sondern da» dem Ber- braucher überläßt und ihrerseits sogar noch durch die künstliche Derteuerung des Getreidepreises mindestens für ein« Ueberaangszeit große Dorteil« hat. � v Die voraussichtNchea Zollelnaahmev des Reiches.» Die Berechnung geht aus von den E in f u h rz a h lev de» Jahres 1924. die einfach mit den neuen Zollsätzen bzw. mit bni geplanten Zollerhöhungen multipliziert wurden. Die etwas niedrigeren Zollsätze für die Hauptgetreidearten während der Uebergangszelt bis 31. Juli 1926 sind dabei außer Ansatz geblieben. Maxim-I Minimal in MUHsnra M. I, Setreidezölle mit Bindung Roggen 86,0 28.8 Weizen und Spelz......... 88,3 40,6 Gerste................. 13,6 Hafer..»»»»»»«•>■ 8.9 6.3 Kartoffeln 141,7 145 86,2 143.15 86.2 IL Roggen» und Weizenmehl...... 118,00 TTT ofllJ. 301,46 1*. 0b« u°d Gemüse. Saaten. Futtermittel. m 65- V. Tierische und pflanzliche F-«-•••- 93 00— VI And Tlahrung»- n. Genuhmittek, Getränke 50,63 86 2 6-12.89«6.2 JE* zeigt sich intereffantcrweise— so fährt das„B. T. fort, daß der KartoftelzüU ziemlich g er' n g. E r t r agn is l« o�u- werfen geeignet ist, da der Kartosselimport nach Demschland nicht sehr groß fit. Die ü b e r r a g e n d e B e d eut un g d«»Mehl- zoll» wird dagegen durch die Tatsache illustri»�. der Mehl� Soll— immer auf Grund der Einfuhrzahlen des Jahres 1924 mehr als 160 Millionen Mark abzuwerfen geeignet ist. gesen- über 143 Millionen rechnerischen Ertrag aus den gesamten Getreche- zollen einschließlich des Äarto'''clzolls. Emen fast so hoben Betrag wie ler Mehlzoll würden die neplonten Zölle aus Bieh und Fleisch abwerten. Sioch Häher wäre der Ertrag der Z o l l e a u f £> b fl und(9 c tn 3 1 c, oaaten und Futtcnnittcl/ die mit 136 liiwen Mark die Setreidezölle fast erreichen würden." Nicht berücksichtigt sind in der ganzen Aufitellung die Sadllpriezblle. die zu einem großen Teil ebenfalls ausge- fprochene Schutzzölle sind, sogar die fremden Roh- und Halbstoffe belasten und ebenfalls auf die inländisch« Lebenshaltung verteuernd wirken. Bei sehr vorsichtiger Einschätzung der nach Achschluß von Handelsverträgen, also auch nach etwaigen Zollermähigungen zu erwartenden Zolleinnahmen des Reiches, kommt das.B. T." zum Ergebnis, daß im Winde st falle 2ö0 Millionen Mark aus den neuen Agrar- und Nahrungsmittelzöllen zu erwarten sind, und daß bei Hinzuzählung der Erträge aus de» erhöhten Industriezöllen der finanzielle Ertrag an Zöllen winde- stens 600 Millionen Mark, also ungefähr da» Vier- fache de» Boranschlages(160 Millionen Mark) betragen dürfte. Diese Schätzung fit. wie gesagt, sehr vorsichtig. Trotzdem ergibt sich, daß jeder Deutsche durch Zölle mit mindestens 16 Mark pro Kopf zugunsten des Staates belastet werden soll. Die Belastung zu- gunsten der Prioatindustrie und der Großlandwirtschast ist. wie immer wieder betont werden muß. um ein Dielfaches höher. Zolleinnahmev und Reparationen. Man kann an einer Würdigung dieser Tatsachen nicht vorüber» gehen, ohne daran zu«rinnern, daß der Finanzertrag der Zölle dem Reparationskommissar verpfändet ist und gor nicht zur Verfügung des Deutschen Reiches bleibt. Run find im Tawes-Plan die deutschen Zahlungen an die Entente klar begrenzt. Aber es fit ein offenes Geheimnis, daß es auch in der Reparation»- kommission Leute gibt, die die Zahlungsfähigkeit Deutschlands niedriger einschätzen als es der Dawes-Plan tat. Gerüchte wollten sogar wifien, daß auch der Agent für die Reparation»- Zahlungen sich dies« Meinung zu eigen gemacht habe. Das wurde nun vom Reparononsogenten dementier!. Aber dieses Dementi war nicht notwendig, denn die Reichsregierung hat es ihm mit der Aolloorlag« sozusagen abgenommen. Wenn ein Schuldner erklärt, daß er bereit Ist, in eine Pfandkasse noch mehr G e l d zu liefern, als ihm vom Gläubiger zugemutet wird. so wird er fich nicht darüber wundern dürfen, wenn der Gläubiger den Schuldner nun auch für zahlungsfähiger hält, als er in Wirk- sichkeit fit. Mit anderen Worten: Der Reparationsagent wird Deufichlands Zahlungskroft eher höher als zu niedrig einschätzen. wenn die deufiche Regierung ihm an verpfändeten Einnahmen wehr zur Verfügung stellt als ste muß. Ob die Reichsregterung diese Möglichkeit überhaupt bedacht htf? Oder sollte Im deutschen Interesientenstaat es derartige Bedenken überhaupt nicht geben, sobald es sich um Schutzzölle handelt? Oder drängen sich neuerdings die Deutlchnationolen nach Reparationszahlungen— auf Kosteo der anderen? Steuer», �5hne uuö Diviüenüeu der �lfeuiuüustrle. Durch den Geschäftsbericht der Budernsfchev Eisen- werke geht nur mühsam unterdrückte Empörung. Di« Aktionäre bleiben ohne Dividende: der Reingewinn von S08 000 M. wird aus neue Rechnung vorgetragen. Dafür oerantwortllch ge- macht werden die Steuerlasten, die im Verhältnis zum Friedensumsatz auf das 9fache und die Soziallasten, di« auf das 3fache von 1913 berechnet werden. Wir wollen davon absehen, daß der Umsatz von 1913 besonders günstig und der von 1924 be- sonders ungünstig war: auch davon, daß di« Steuerlasten für die Industrie inzwischen stark abgebaut worden sind. Aber die Luderus- werke haben weniger Grund zu klagen, als es scheint. Während der Inflationszeit hat da» Unternehme» mini» male oderkeine Steuern bezahlt. Es hätte damit rechnen müssen, daß sich da» bei der Stabilisierung der Währung rächt und Steuerreferven stellen müssen, statt ihr Aktienkapital(26 Will.) noch über Friedenshöhe(22 Mill.) festzusetzen. In Wirklich- kett haben sie aus den Sleuergewinnen der Inflationszeit L e« triebserweiterungen vorgenommen, ihren Grundbesitz von 12000 auf 92 000 Hektar vergrößert und ihre Beteiligungen sowie ihren Wertpapierbefltz, ausweislich ihrer Bilanzen, annähernd verzehnfacht. Obwohl diese Besitzausweitungeu in der Haupt- fache nur durch Immobilisierung von Betrtebskapl- tat möglich waren, erwarten die Aktionäre dafür heute ein« Dioi- dende. Da« ist«ine um so falschere Rechnung, al» die Buderu»- werk« in der Vorkriegszeit durchaus nicht zu den hochrentable» Werken zählten, und auch heute, wie ihr Geschäftsbericht selbst sogt. Notstandsbetriebe sind. Als solche sind sie auch vorläufig von der Wiedereinführung der dreigeteilten Schicht ab 1. April 1925 ausgenommen. Soweit nicht die ungünstige Konjunktur der Eisenindustrie die Ursache der Dioidendenlosigkeit ist, ist diese also wesentlich der unrationellen Ausdehnungspolitik zu oerdanken, di« die Luderuswerke in der Inflationszeit getrieben haben. Im Segen- teil könnt« man sich eher darüber wundern, daß sie nicht mit Verlust gearbeitet haben. Das hätten sie nämlich müssen, wenn die Buderus- werte nicht aus der Verelendung ihrer Belegschaften Gewinn zögen. End« 1924 stellte sich der Facharbeiter- s p i tz e n l o h n bei Buderu» aus 52 Pf. die Stund«, der Schicht- lohn in ihren Erzgruben betrug 3,30 M. bei 12 Stund enschichten an den Hochöfen und 9% stündiger Arbeitszeit in den einschichtigen Betrieben. Ende 1923 betrug die Gesamtbelegschaft 9248. Ende 1924 8371 Köpfe. Für diese wurden 1924 Gesamllöhn« und Gehälter bezahlt im Betrage von rund 12 Mill. M. Im Mittel der beiden Jahre macht das pro Kopf und Monat 113 M. Arbeits- einkommen, wovon noch zirka 17 M. für Steuern und Soziallasten der Arbeitnehmer abgehen, so daß di« Belegschaft, vom Ingenieur bis zum Hilfsarbeiter durchgerechnet, pro Kopf im Monat 9 6 M. zu verzehren hatte. Berücksichtig man die Teuerung gegen- über 1913, so ergibt sich ein Bild der Arbeitsbedingungen bei den Buderuswerken, das grauenhaft genonttt werden muß. Nun wirft sich die Frage auf: Wie hätten die Buderuswerke dagestanden, wenn sie 1924 überhaupt keine Steuern gezahtt hätten, so daß die angeblich« Hauptursache Ihrer Dioidendenlosigkeit weggefallen wäre?— Die Buderuswerke haben 1924 nach dem Ge» .schöftsbericht IL Mill. M. Steuern bezahlt. Wir wollen die Ziffer nicht bezweifeln. Setzt man aber den Fall, daß der Staat den Bud«ruswe.rken die Steuern ganz geschenkt hätte, so wären 1924 auf. die 26 Mill. M. Aktienkapital 2,2 Mill. oder 8,4 Pro.;. Reingewinn gemacht worden. Daraus wären vielleicht 8 Proz. Dividende möglich gewesen. Diese Dwidende wäre dann vollständig aus dem Elend der Belegschaften erwirtschaftet worden. Um da» zu erkennen, braucht man die 2,2 Mill. nur der Summe der gezahlten Löhne und Gehälter hinzuzurechnen und durch das Mittel der Belegichaftszahlen Ende 1923 und 1924 zu dividieren. Dann ergäbe sich, vom Ingenieur bis zum Hilfsarbeiter durch. gerechnet, ein monatliches Arbeitseinkommen pro Kopf von 134 M., unter Abzug der Steuern und Soziollasten der Arbeitnehmer«in Kopf einkommen von 115 M. Auch das wäre» bei Berücksichtigung der Teuerung noch ausgesprochene Hungertöhne. Hätten die Buderuswerke sie aber gezahlt, jo hätten sie auch bei völliger Steuerfreiheit noch keinen Pfennig Gewinn gemacht. Da- mit fit der Deweis geführt, daß die Eisenindustrie, soweit man au» den Berhällnissen der Buderuswerke schließen darf, keine»- weg» durch die Steuerlasten(sie flössen ihr übrigens durch ösfenlliche Aufträge großenteils wieder zu) zur Ertragslosigkeit ver- urteitt fit. sondern durch die unrationelle Ausdehnung ihrer Betrieb« und Interessen während der Insiatlons- zeit. Wo aber Erträge möglich sind, fließen sie aus Elendslöhnen der Belegschaften, die jetzt die Inflationssünden der Unternehmer büßen müssen. K— r. LebenshÄttingsmder. Die Relchsinderzifser für die Lebenshaltungslosten (Ernährung. Wohnung, Heizung. Beleuchtung. Bekleidung und .sonstiger Bedarf") beläust sich noch den Fesfitellunaen des Stattstifchen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats Mai aus 13 5,5(gegen 136,7 im Bormonat). Sie fit demnach um 0,9 Proz. zurückgegangen, nach der alten Methode würde sich die Index- zisfer für den Durchschnitt Mai aus 125,6, sonach ebenfalls um OL Proz. niedriger als im April(126,8) stellen. Da Kampf des künstlichen mit dem natürlichen Stickstoff. Vor einigen Togen sind di« vom 1. Juni ab gültigen Preise für künstlichen Stickstoff wie folgt bekannt gegeben worden, wobei zum ersten Male Harnstoff und Aalksalpeter als Düngemittel in den Handel kommen werden: Der Preis für 1 Kilogramm Stickstoff im schwefelsauren Ammoniak, salzsauren Ammoniak, Leunajalpeter und Kaliammon- salpeter beträgt im Juni 0L5 M, im Juli 0,96 und steigt dann monatlich um zwei Pfennig, bis er am 1. Februar 1926 mit 1,10 M. den höchsten Stand erreicht. Der Preis für 1 Kilogramm Elick- stojf un Kalkstickstofs bewegt sich zwischen 0,85 und 1 M. Der Preis für 1 Kilogramm Stickstoff im Nc.'.rcmialpeier und Harnstoff beträgt ILO M. für 1 Kilogramm Stickstoff im Kalkjalpeter 1,20 M. Auf diese Preisermäßigung hin haben die in der.Affo- cintion der Salpetererzeuger Chiles" zusammen- geschlossenen chilenischen Ealpeterproduzenten etne Ermäßigung des Salpeterpreises um 2 Schilling pro Doppelzentner in Erwägung gezogen: wirtschaftlich ein selbstverständlicher Vorgang, der von besonderem Interesse insofern fit, als hier einmal das sonst im allgemeinen vom amerikanischen Markt so abhängige Deutschland zumindest mitbestimmend ist für di« Preis- bildung eines amerikanischen Rohstoffe». Wenn man die Bedeutung der deutschen Erzeuger von künstlichem Stickstoff für den Wellmarkt auch nicht allzugroß veranschlagen darf, so ist es doch anderer- seits von Interesse, daß, wie der Vorsitzende der Angola Nittate Co. in der Generalversammlung mitteilt«, der Verbrauch an künst- lichem Stick st oss um 17X Proz. gegen das Vorjahr zu» genommen hat.— Die chilenische Regierung soll zur Unter» siützung der Salpeterproduzenten beabsichtigen, die 30 Schilling be» trogende Aussuhrabgabe pro Tonne Salpeter zu redu- zieren.__ Edmund SSnne» kalt gestellt. In den letzten Wochen kreuzten sich Nochrichten über Unstimmigkeiten persönlicher Art zwischen den kettenden Personen des Stinnes-Konzern, und über die Absicht/ die I n d u st r i e i n t e r e s s e n t« n der Konzernglieder schärfer auf- einander abzustimmen und dementsprechend den Konzern zu kons»- lidieren. Genaueres war nicht zu erfahren. Nun scheint»ine Mit» teilung der TÄ.-Union aus Essen Licht in d i e Z u f a m m e n» häng« zu bringen. Nach der Versicherung, daß sich die Trennung auf vollkommen freundschaftlicher Basis vollzogen habe, fährt die Mitteilung fort:.Das Wesentliche für die deutsche Wirtschaft liegt in der Tatsache, daß di« Firma Hugo Stinnes G. in. b. H nunmehr wieder al» innerlich geschlossene Gesellschaft wie zu Lebzeiten von Hugo Stinne» sen. unter einer e i n h e it- lichen Leitun g steht, während Dr. Edmund Stinnes von nun an lediglich die Versicherung»-(Nordstern) und Autointeressen (Aga, Dinos und Telos) des Stinnes-Konzerns auf eigene Rech- nung und Gefahr übernimmt." Woraus es bei dieser Mit- teilung anzukommen scheint, haben wir durch Sperrdruck hervor» gehoben. Offenbar hatten sich im Stinnes-Konzern nach dem Tod« des atten Stinnes zwei entgegengesetzte Attionszentren gebildet, die die Einheit der Stinnesschen Konzerninteressen gefährdeten. Eine» in Berlin um Edmund Stinnes, dem ältesten Sohne von Hugo Stinnes, der an die Stelle von Frledr. Minoux ge- treten war. Ein zweite» im eigentllchen Zentrum des Konzerns, oer Stinnes G.m.b.H., in der mit dem Intimus des alten Stinnes. Amtsrichter H. Thomas, die Wttw« Stinnes, Alb. Vogler, und der schon bei Lebzeiten von Hugo Stinnes bevorzugte zweite Sohn» Hugo Stinnes junior, die Führung hat. Die daraus sich er- gebenden Schwierigkeiten für di« einheitliche Leitung des Konzerns sind jetzt durch die vollständig« Ausschiffung von Edmund Sttnnes behoben worden, der durch die geschäftliche Loslösung der Der- sicherungs» und Autointeressen aus dem Konzern ganzen und deren Uebereignung aus eigen« Rechnung und Gefahr abgefunden und zugleich kallgestelll wird. Meyer-Liköre 10 Dro». Dividend«. Die Arbetter hungern, die Unternehmer jammern— das Spritges chö f t ober floriert. Da» zeigt der Geschäftsabschluß der Herm. Meyer u. Co. A.-G. Berlin, der auf 2L Mill. Kapital einen Nettogewinn von 311000 M. verteilt. Da reichliche Abschreibungen vor- genommen sind, Ist der tatsächlich erzielte Reingewinn beträchtlich höher. Die Meyer u. Eo. A.-G. fit einer der typischen, modernen Likörkonzerne, die in Dutzenden von Städten und Hunderten von Verkaufsgeschästen ihre Fabrikate an den letzten Verbraucher bringen und durch Gründung von zahlreichen Tochtergesellschaften den Vertrieb rationell organisieren. Ihr Vorbild hat die Meyer u. Co. A..G. in der Kahlbaum A.-G. des Ostwerke-Patzenhoser- Konzern». ver vierte Oeltrust der well. Neben den drei Riesentrusts für Oelgewinnung und Verwertung, der Standard O»-New Jersey. der Royal Dutch-Shell und der Anglo-Persian. ist als viertgrößter Oeltrust» der Well eine neue Gruppe mtt einem Kapital von 548 Millionen Dollar gegründet worden. Diese Gruppe setzt sich au» der Standord-Oil Indiana Company.— einer Oelgesell- schaft, die gelegentlich der Auflösung de» großen Standard Oil Trusts au» dem Zcntralunternehmen ausscheiden mußte— und einer Das Aktionsgebiet Mexiko. Herren- u. Damen-Stoffe Größte Auswahl t Bekannt billige Preise Klose. Oabardlne in allen Farben, 130 br. 8.50, 7.50 5.95 Bnrberry. Corercoat. 140 br, f. Mäntel u. Kost 10.50, 7.95 5.25 Monllnd-Ottomane in allen Farben......... 12L0».50 Mlntel« und Klnlder>S*lden Snßersl bllllsl Gelegenheitskäufe mu0n�."m?s°;w"a£CT n onl arlo 1- Geschäft: Warschauer Straße 79 ■ Uwl iluilC 2. Geschäft: Frankfurter Allee 49 Die Frau und die Politik. habe. Hierbei mird man erinnert an die Stellung der Sozialdemokratie in Belgien, die sich zurzeit aus Opportunitäts gründen gegen die Berleihung des Frauenmahlrechts mehrt. Das belgische Zentrum ist aus ebensolchen Gründen aber dafür. Dadurch entsteht der sonderbare Zustand, daß die Bartei, die als Menschheitsforderung die Frauenrechte erhebt, als Gegner der Forderung auftritt, während die firchliche Partei den Bibelspruch ,, das Weib schweige in der Gemeinde", auf die Seite wirft! Lehren and den letzten Wahlen. Bon Elisabeth Rirschmann- Röhl Wohl nach jeder Wahl, die seit 1919 stattfand, erhoben fich fritische Stimmen zum Frauenwahlrecht Nach der Reichspräsidentenwahl, deren Ausgang besonders tritisch untersucht wird, ist die Debatte darüber lebhafter denn je. Ein sehr gelesenes Abendblatt in Berlin veröffentlichte AufGewiß fönnen machtpolitische Erwägungen in bestimmten fäße und zuschriften, in denen unter anderen Mitteln auch Beitabschnitten stärker sein als das Prinzip. Wir wollen den eine politische Intelligenzprüfung für Frauen angeregt belgischen Genossen nicht hineinreden, zumal es eine Angemurde. Aber auch das Wahlalter spielt in den Belegenheit ist, gegen die sich die belgischen Genofsinnen wehren trachtungen eine große Rolle. müssen und wahrscheinlich auch mehren werben. Anders aber liegt es bei uns. In den politisch fritischen Jahren haben die Frauen fraft des Wahlrechtes mitgewirft Bestimmt ist die Annahme strittig, wonach ohne Frauenmahl recht die Machtkonstellation der Parteien wesentlich ver ändert in die Erscheinung getreten wäre. Unmöglich aber fann man für das Anwachsen der Reaktion ausschließlich das Frauenwahlrecht heranziehen. Das könnte man vielleicht mit einem Schein von Recht dann, wenn die Wahlergebnisse feit 1919 statistisch verarbeitet worden wären und wenn das Resultat die Vermutungen bestätigt hätten. Man fonnte dies nicht tun, weil nach Geschlechtern getrennt mur ganz vereinzelt gewählt wurde. Aber menn man das, um einer Statistik willen, überall durchführen wollte, würde das Resultat nach der Frage der politischen Reife oder Unreife, dem Gefühl oder Verstand, auch nicht entscheidend sein. Gesezt den abjurden Fall, man nähme den Frauen das Wahlrecht wieder, dann fönnte man es doch auch den Jugendlichen nicht lassen. Ronfequenterweise müßte die politische Intelligenzprüfung" auch nach Altersstufen gruppiert vollzogen werden. Dem Reichstage liegen deutschnationale und vollsparteiliche Anträge vor, das Wahlalter auf fünfundzwanzig Jahre hinaufzusetzen. Ob das nur eine Gefte ist? Nach oberfläch lichem Betrachten ist man nämlich zu dem Ergebnis ge tommen, daß die Rechtsparteien nicht nur durch das Frauenwahlrecht, sondern besonders durch das frühe Wahlalter Borteile genießen. Die Demokraten müssen naturgemäß mit tem Frauenwahlrecht am wenigsten zufrieden sein. Sie haben den geringsten Fravenzuftrom. Vielleicht leitet man daher die Gleichgültigkeit der Frau her, daß fie fich dem staatspolitischen Verständnis verschließt und rein gefühlsmäßig handel:. Dann müßte man aber auch das gleiche von den Kommunisten annehmen, deren politische Werbekraft bei den Frauen äußerst gering ift. In Spandau entfielen von je hundert gültigen Stimmen auf: 26. 4. 25 Männer Franen Sindenburg. Marr 38,7 40,1 82,8 • 54,2 54,1 56,0 Thälmann 9,1 5,8 11,2 29. 8. 25 Männer Frauen 87,2 56,0 6,8 100,0 100,0 100,0 100,0 An diesen Zahlen fällt doch auf, daß die Steigerung der Männerftimmen für Hindenburg größer als die Steigerung bei den Frauen im zweiten Wahlgang. Bei diesen Betrachtungen muß dem Zentrum eine Sonderstellung zugewiesen werden. Es hat durch den Kitt seiner christkatholischen Religion in den fatholischen Gegenben feine Macht durch das Frauenmahlrecht befestigt und er meitert. Es hat sich aber durch seine tluge Bolitit auch im Reiche und in den Ländern unentbehrlich gemacht. Das Ber halten des Zentrums in der Agitation und Politit zu triti fieren wäre verlockend, gehört aber heute nicht hierher. Interessant sind die Zahlen, die im Stadttrets Köln auf Grund getrennter Wahllotale festgestellt wurden. Bei den Reichstagswahlen am 7. Dezember 1924 murbe in Köln wie folgt gestimmt: Rentrum Sozialdemokraten Demokraten Rommunisten. männlich 40-401 84 524 7428 22 149 weiblich 57 995 21 420 5799 10 183 131 781 Gesamtheit der gültigen Stimmen. 147 764 Bei der Wahl vom 29. März ftimante non 139301 männlichen und 119 304 weiblichen Wählern für 32 818 männlig. 28 836 weiblich Jarres Braun. matt berb.. Bellpa. Thälmann. Ludendorff 87 790 44 764 540 6.795 14 092 1819 28 307 54 864 887 4956 6110 826 Die Sozialdemokratie beflagte früher aufs lebhaftefte die mangelhafte politische Erziehung unseres Boltes. Sie meinte aber stets das ganze Bolt". Nun hat sich manches geändert. Schon der Krieg und sein für Deutschland erfolg. loser Ausgang, dann aber die Staatsumwälzung und nun die häufigen Wahlkämpfe, die im Grunde Verfassungs- und Machttämpfe find, politisierten und politiſieren fortdauernd vor allen Dingen den Nachwuchs. Uns geht es darum, den Feinden des Frauenwahlrechtes, die sich anscheinend aus früheren ,, theoretischen Freunden entwickelten, nachzuweisen, daß es falsch ist, einmal gegebene Rechte etwa wieder nehmen zu wollen. Die Frauen würden das Wahlrecht nie politisch handhaben lernen, wenn bei den Parteien der Anreiz( also das Wahlrecht selbst) megfallen würde. Auch die Arbeiterparteien von einst und die Bourgoisie haben den Gebrauch des Staatsbürgerrechts erst lernen müssen. Die Frauen sind erst sechs Jahre politisch mündig; die Männer sind meit längere Zeit politisch aktiv. Und wie die Fama nicht nur, sondern auch die Wirklichkeit verfündet, wählen noch lange nicht alle Arbeiter sozialdemokratisch. Was sich also als Lehre aus allen Beobachtungen herausstellt, ist, daß wir in erhöhtem Maße mit neuen Mitteln auf allen gangbaren Wegen die Frauen und die Jugend politisch zu erziehen haben. Die mit Konfliktsstoff geladene innerpolitische Luft gibt Anlaß zu bewußter, ausgedehnter Agitationsarbeit. Die drohenden Zölle, der damit verbundene erschwerte Eristenzlampf, alle Aufwertungs- und Steuerfragen find Stoff, um gleicherweise indifferente Männer und Frauen aufzurütteln und daran zu erinnern, daß das deutsche Bolt reifer gemacht werden muß. Bewußter werden und politisch handeln lernen, dazu sollen auch die Frauen erzogen werden durch das | Wahlrecht! Winkelzüge der Straßenbahn. Verhandlungen bis Mittwoch vertagt. murben bis wittm och pertagt und zwar mit einer ganz mert müßte, als er Ortmann treffen könnte. In Wirklichkeit handelte es Die am geftrigen Sonnabend gepflogenen Berhandlungen| ber jedoch meit ftärter auf die Straßenbahn zurüdfallen würdigen Begründung. Die Direktion habe bem Borsigen fich um eine tattisge Operation mit anständigen den des Vertehrsbundes, Genossen Ortmann, ein Mitteln zu einem gemeinnügigen 3 med, nämlich der Ehreiben zugefandt, worauf sie erst Antwort haben Vermeidung des allgemeinen Berfehrsstreifs, an müffe, bevor sie weiter verhandeln fönne. Es dreht sich um folgenden der alle drei Gesellschaften vollkommen unschuldig sind, Borfall: Auch die Straßenbahngesellschaft! Gelegentlich der Berhandlungen am Freitag vor dem Schlichter Bissell zwischen den Vertretern der Hochbah ngesellschaft und denen ihres Personals suchte der Genosse Ortmann die Gesellschaft zu endlichem Nachgeben zu bewegen, d. h zur An erfennung des Schiedsspruches, mit dem das Bersonal fich abgefunden hatte, den jedoch die Vertreter der Hochbahngesellschaft ohne Rücksicht auf den dann under meiblichen Streit abgelehnt hatten. Nun ist es eine alltäg liche llebung auf Unternehmerseite, möglichst einen Teil der Arbeiter gegen den anderen auszuspielen. Ortmann machte sich diese Tattit zugunsten der von ihm vertretenen Arbeit nehmer zu eigen, indem er die Straßenbahn gegen die Sochbahn ausspielte. Er sagte den Herren von der hochbahn, daß, wenn sie es in ihrem Betriebe zum Streit tommen laffen, worauf sie es nach allem dirett angelegt zu haben fcheinen, fie nicht glauben dürften, daß auch der Straßen. bahnvertehr dann ruhen merde. Die Leitung ber Straßenbahn sei nicht so unflug, sich das gute Sie werde sich ohne Pfingstgeschäft zu verderben meiteres mit ihrem Personal einigen, am Sonnabend einen neuen Tarifvertrag abschließen und während der Feiertage mie nach den Das amtliche Wahlergebnis vom 26. April fieht Feiertagen ihren Betrieb in gewohnter Weise fortseßen. To aus: Insgesamt wurden abgegeben 224 207 männliche und 255 771 meibliche Stimmen. Davon erhielten: Hindenburg Marr Thälmann. • • . 48 805 männliche, 48 121 weibliche 93 121 12 465 95.789 5279 Wenn man die Rölner Abstimmungen vom 29. März und 26. April vergleicht, ergibt sich erftens eine erhebliche Steigerung der Stimmenzahl, wie es andernorts auch ver zeichnet wurde. Dann zeigt sich aber die gleiche Erscheinung wie in Spandau, wo der Zuwachs an männlichen Stimmen höher war, als der bei den Frauen. Wenn z. B. die Rechtsparteien am 29. März 35 177 männliche und 30 049 weibliche Stimmen zählten, am 26 April aber 48 805 mannliche und 43 121 weibliche Stimmen für Hindenburg buchten, so hält sich der Zuwachs ungefähr das Gleichgewicht. Der Zuwachs der männlichen Hindenburgwähler ist sogar um 576 größer, als der der meiblichen. Es ist also leichtsinnig, vielleicht sogar bösartig, furzer Hand 10 Proz Mehrstimmen aus dem Frauenlager zu fonstruieren, mit denen die Wahl Hindenburgs erfolgt sein soll. Leider hört man auch von Sozialdemokraten die Meinumg, daß das Frauenmahlrecht die Machtpofitionen der Bartei im Reich und in den Ländern wesentlich verschlechtert Die Verhandlungen vor dem Schlichter sind vertraulicher Natur. Der Synditus, der die Hochbahn in dieser Verhandlung vertrat, hat jedoch höchstwahrscheinlich der Straßenbahngesellschaft direkt oder indirett von den Ausführungen Ort manns Mitteilung gemacht und gewissermaßen einen Borwurf daraus fonstruiert, daß die Straßenbahn durch ihre vermeintliche Nachgiebigkeit die Scharfmacherposition der Hochbahngesellschaft erschwert habe. nicht verhandelt worden war, und von ber mithin auch feine Zu Die Straßenbahngesellschaft, mit der bis dahin noch ficherungen irgendwelcher Art vorlagen, fühlte sich durch den Vorwurf mangelnder Solidarität mit den Interessen der übrigen Bertehrsunternehmungen getroffen und forderte nun in einem Schreiben den Genossen Ortmann zur Aeußerung darüber auf, mieso er zu seinen Behauptungen gekommen fei Den Beweis des Gegenteils hatte die Straßenbahn. gesellschaft bereits durch ihre den übrigen Gesellschaften angepaßte Berschleppungspolitit geliefert. Sie tat ein llebriges, indem sie die Verhandlungen am Sonnabend nicht zu Ende führte, sondern unter dem fadenscheinigen Bor murfgegen Ortmann deren Vertagung bis Mittwoch durchsetzte. Ortmann glaubte, ans feinen zwanzigjährigen Erfahrungen bei den Verhandlungen mit der Straßenbahngesellschaft heraus, be haupten zu können, daß fie es auf einen Streit nicht antommen lassen werbe Benn er dabei die Einsicht der Straßenbahndirettien überschäßt hätte, so wäre dies freilich ein Fehler, Die Fragen, die nach ihrem Vorgehen vor wetteren Ber handlungen noch zu flären seien, dürften damit geflärt sein. Die Antwort wird Ortmann nicht schuldig bleiben. Die Befürchtung der Straßenbahngesellschaft, fie merde hinsichtlich ihrer Lohnpolitit, ihrer Bereitmilligfeit, geregelte Berhältnisse zu schaffen, um ihr Personal arbeitsfreudig, arbeitsfrisch und leistungsfähig zu erhalten, von den Arbeitnehmerorganisationen zu günstig beurteilt, ist durchaus unbegründet Es ist also ebenso überflüssig, daß die Straßenbahngesellschaft fich etwa bei den weiteren Berhandlungen bemühte, dies noch ganz besonders zu betonen. Doch zeigt diese Episode erneut, mie zwingend not. mendiges ist, den drei Berliner Bertehrsmonopol gesellschaften die zur Berkehrsstetigkeit und sicherheit für die Allgemeinheit erforderlichen flighten hezüglich ihrer Personalpolitit auf. guerlegen, die sie neuerdings wieder in geradezu unverantwort Die Leiter von Monopol. licher Weise mißachtet haben. betrieben fönnen min einmal nicht die Lohnpolitik der Ber einigung deutscher Arbeitgeberperbände betreiben, ge schweige denn dem Ehrgeiz frönen, an der Spige der Scharf. macher zu marschieren. Die Stillegungen im Ruhrbergbau. Hamborn, 30. Mai.( Mtb.) Im Hamborner Bezirk beginnt fich die Absahtrise im Bergbau nunmehr stärker auszumirfen. Schon feit Monaten mußte die Beche Neumühl wöchentlich eine Feierschicht einlegen. In dieser Woche wurden zwei Feierschichten not wendig. Schwerwiegender find aber die Einwirkungen auf den Thyssen- Konzern, der auf jämtlichen Schachtanlagen die Förderung bedeutend einschränken muß. Die angekündigten Entlaffungen sollen im Juni in Höhe von 3000 Beamten und Arbeitern vor sich gehen. Sch. Die moderne Lebensweise und Lebensart bringt jeden in tägliche Berührung mit Staub, jei's beim Gehen auf der Straße, beim Radeln, beim Autofahren, sei's bei der Arbeit in geschlossenen Räumen, beim Tanzen usm. An den Kleidern sieht man den Schmuh, diese reinigt man täglich, um wieviel mehr sollte man es mit den besten Staubfängern, den Haaren, tun. Scherings flüssige Teerseife ist hier das gegebene Mittel. Eine Baschung mit Scherings flüssiger Teerseife entfernt alle Unreinheiten, ohne irgend eine Reizung auf die Kopfhaut auszuüben, und damit alle Gefahr zur Bildung von Haarkrankheiten. Scherings flüffige Teerfeife ist das hygienische Mittel und zugleich befte Rosmetitum, das augenblicklich existiert. 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Klara Gleinert fagen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere Herrn Roth fomie den Herren vom Ert'schen Männer gefangverein und dem Streichduett unferen besten Dant. Die traueraben Hinterbliebenen. Für die pielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meines lieben Mannes, unferes guten Baters, des Stadtrats Albert Taubmann jagen mir allen unseren herzlichen Dant 110b Wwe. Helene Taubmann und Rinder 2/6 Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Küchen in feinster Ausführung Entzückende Bauern- Küchen komplett 85 M. Moderne Anrichte- Küchen komplett 125 M. 135. 145.- 170.Große Umbau- Küche, 190 cm breit, komplett. 175 M. Eleg. Anrichte- Eude, schwere Aus ührung, komplett 198 M. Küchen in größter Auswahl, einfachste bis feinste, zu sehr billigen Preisen. Sehenswerte Ausstel ung. Küchenmöbelfabrik BEROLINA Kommandantenstr. 57. G. Ausschneiden! WACHS MALMOR SEIFE Aufbewahren! 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Bericht über Beichnungen ber geplanten Anlage liegen 2 Dishuffion in unserem Bureau, Berlin C2, BaisenDezimalwagen nere ohnforderungen. und Berschiedenes. ftraße 27, 1 Steppe, Simmer 59, an den Das Erscheinen aller Berufskollegen ift Geschäftsfagen in der Zeit von 9 bis unbedingt erforderlich. 2 Uhr mährend der oben bezeichneten Frift zur Einsicht aus. Donnerstag, 4. Juni, abends 7 2hr, bei Ballschläger, Adalbertstr. 21: gur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird vor unjerem Rommiffar, Stabtinfpettor Branchenversammlung und auf Mittwoch, ben 17. Juni 1925 der Drahtarbeiter. Tafelwag., Gewichte, normittags 9 Uhr, in unserem Bureau Billigste Preise. Großes Lager Tagesordnung: 1. Bericht über ein Termin anberaumt, zu bem die Unter Georg Wagner bie Berhandlungen vor dem Schlichtungs- unter der Eröffnung gelaben werden, bag nehmerin fomie die Bidersprechenden Köpenicker Str. 71 ausschuß 2. Branchenangelegenheiten auch bei ihrem Ausbleiben mit der Er örterung der Einwendungen vorgegangen Kein Ladengeschäft Keine Schaufenster3. Berschiedenes. Reklame, dafür we- Donnerstag, den 4. Juul, abends mird. Berlin, ben 27. mai 1925. sentl.billigerePreise 7 Uhr, im Bartercefaal des BerDer Stadtausschuh Berlin, bt. L Dr Gordan. Abessinier- bandshafes, Linienste. 83.85: Pumpen, Branchenversammlung Die Firma' M.. Apt beabsichtigt, die Er Ersatzteile. Koblank& Co., Böhren, Filter, der Eisenformer u. Berufsgenossen. richtung eines Fallwertes in Berlin Tagesordnung: 1 Achtfhmben. Bittenau auf dem Grundstüde an ber Preisliste gratis tag in den Eisengießereien. 2. Berschiedenes Straße 18, Deffinstraße und Straße 22. Etwaige Einwendungen gegen biese An Mitgliedsbuch legitimiert. lage find bet bem unterzeichneten Stapt Sämtliche im Deutschen Metallarbeiter ausschuß binnen 14 Tagen, vom Tage nach Berband organisierten Rollegen haben zu der Beröffentlichung ab gerechnet, schritt erscheinen. lich in boppelter Ausfertigung oder zu Brotokoll anzubringen Nach Ablauf dieser Abessinier- Pumpen Jugendheim des Berbands- erhoben werben Beschreibung und ReichDounerstag, 4. Juni, abends 7 2hr, Frift Lönnen Einmendungen nicht mehr Pumpenfabrik Berlin N 65 Reinicken dorfer Str. 98. f. Laubenkolonisten Selbstaufstll.. Filtersanger, Gartenspritzen, hauses, Cinienste. 83/85: Jugend- Betriebsdelegierten- Konferenz. unferem Bureau, Berlin, C 2, Baiſenſtr. 27. Y mungen, der geplanten Anlage liegen in 1: Treppe, Simmer 59, an den Geschäfts Tagesordnung: 1. Wirtschaftlicher tagen in der Seit von 9-3 1hr während Pumpen, Schläuche. tonatsbericht und Betriebsverhältnisse. der oben bezeichneten Frist zur Einsicht aus. Krüger 2. Bildungsveranstaltungen und Ber Sur mündlichen Erörterung der recht& Lathan hiebenes. 3. Ausgabe der Mitteilungszeitig erhobenen Einmendungen wird vor Pumpenfabr blätter. unferem Rommissar, Stadtinspektor Kunde, Alexanderstraße 14, Seden erften Donnerstag im auf Mittwoch, den 17. Juni, vormittags 2 Min. v. B. Jann,-Gr. Monat finden die Jugendtonferenzen 10 Uhr, in unserem Bureau ein Termm Dr. R. Friedeberg Delegierten entfenden muß. ſtatt, zu denen jeder Betrieb einen anberaumt, zu dem der Unternehmer ip( früher Berlin) wie die Widersprechenden unter der Er öffnung geladen werden, daß auch bei threm, Ausbleiben mit de Erörterung der Ein praktiziert wieder Bertrauensleute des 3. Bezirks! mendungen norgegegen wird. Bad Rudowa. Die Bezirks- BertrauensmännerBonferenz für den 3. Bezurt( Lichtenberg Putz-, Polierlappen und umgegend) fällt in biefem Monat aus Putzwolle Schleifertuche haben in jeder Menge abzugeben Achtung! Gewerkschaftstongreß Berlin, den 27. 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Und wo der Geist gestaltet, Muk erst dies Wunder sein, Daß Liebe zeugend waltet Wie Frühlingssonnenschein. Nur das wird gufer Garten, Wo Gärtner einig find, Beherzt im rauhen Warten Auf Flamme und auf Wind. Der Geist ist ausgegoffen Und strömt zu Weg und Tat, Wir wirken treu, Genossen, Lebendiger Bölferjaat. Es soll ein Pfingsten werden, Wir läutens jubelnd ein: All Arbeitsvoll auf Erden Soll Bund von Brüdern fein. Ans Wert in deutschen Landen, Wer Geist und Liebe wahrt, Sie find im Sturm erstanden Und gehn auf Flammenfahrt. Das ist das rechte Lieben, Was treu det Heimat lebt Und weit vom Geiff getrieben Um Erde Hoffen webt. Laßt Rausch der Fahnen schlagen Aus freuer Kämpferhand! Frisch auf an frohes Wagen Um Bolt und freies Land! Hat Herz zu Herz gefunden, So jei der Sturm entfacht, Es flammt aus Feierffunden Der heilige Geist der Wacht. Franz Rothenfelder Caillaux. Ein Lebensbild von Walter Hafenelever. Paris, im Mai. Unter den Männern, die Frankreich augenblicklich regieren, er regt Jofeph Caillaug auch im Auslande die größte Aufmert. famfeit. Selten war die politische Baufbahn eines Staatsmannes unferer Beit so bewegt, wie die des jeßt 62jährigen Finanzministers im Rabinett Bainlepé, das Don bösen 3umgen das Rabinett Caillaur" genannt wird. Nicht nur der Historifer, auch der Dramatifer wird pon ben wechselnden Ereignisfen im Leben diefes Mannes berührt, der in allen Situationen persönlichen Mut und große Willensstärke gezeigt hat. Beilage des Vorwärts Die Pfingstausgießung der Regierung Luther. Brotwucher Verfassungsänderung 7 Schutzzölle Aufwertungsschwindel Alles, nur kein heiliger Geist! Ein Gewattmensch voll Ehrgeiz und Fanatismus. Sch hörte feine erste öffentliche Rede nach der Amnestierung in Paris. Ein gewaltiger fahler Schädel, der in der Erregung frebsrot wird, mit bem englisch gestußten Schnurbart und dem unvermeiblichen Monnisters an feine Gattin. Die fenfationshungrige Meute auf den ofel im Auge. Seine Stimme, die in der langen Berbannung etwas von ihrer Schärfe eingebüßt hat, fnarrt wie die eines Generals. Et fönnte Chef der Kolonialtruppen fein. Eine gewiffe Aehnliditeit mit Mussolini ist unverfennbar. Benn Plutarch heute lebte, würde er vielleicht in einem Bergleich diese beiden Männer nebeneinanderstellen, beren Ende ebenso ungewiß ist, wie ihr Aufstieg ungewöhnlich war. Auch das Gesicht des französischen Finanzdiftators hat etwas von dieser Brutalität, die viel leicht die Bürgschaft des politischen Erfolges ist. Was er wirklich denkt und will, weiß fein Mensch. Er fönnte, wie jener römische Raiser, zu seinen Feinden sagen, die immer noch zahlreicher als feine Freunde find: Sie mögen mich haffen, wenn sie mich nur fürchten." Er mind am 30. März 1863 in Le Mans geboren. Wie fein Vater, der ihm als Senator und Finanzminifter dorangegangen ist, widmet er sich der politischen Karriere. Er promoviert als Jurist und sird nach zehnjähriger Tätigkeit in der Finanzinspektion 1898 b. geordneter von Mamers, wo er über den royalistischen Kandidaten fiegt. In der Rammer tritt er fofort in die Rommissionen ein. Seine Berichte fallen auf. Ein Jahr später ift er, Finanzminister unter Walded- Rouffeau. Mit 36 Jahren! Sein Aufstieg beginnt. Beitgehende Reformen, die ihm den Haß der Ronservativen zu ziehen, werden von ihm durchgeführt. Seine ungewöhnliche finanztechnische Begabung sichert ihm wachsenden Erfolg. Er saniert die Finanzen des Landes. Unter der Regierung von Clemanceau wird er zum zweiten Male Finanzminister. 1911 Ministerpräfident. Krieg oder Frieden? Auf der Höhe seimer Macht der erste Schidfalsschlag. Die Maraftofrife wird atut. Der heutige Senatspräsident, damalige Minister des Aeußeren De Selves bringt die Nachricht von der Ent fendung eines deutschen Kriegsschiffes nach Agadir. De Selves verlangt die sofortige Entsendung eines französischen Kriegsschiffes. Das bedeutet Rrieg. Der Ministerpräsident schwankt. Die ungeheure Berantwortung des Blutvergießens laftet auf ihm. Frankreichs öffentliche Meinung verlangt Gegenmaßregeln., Ist ein Ausgleich auf friedlichem Wege möglich? Caillaug entschließt sich zu diesem zweiten: Die mili tärische Aktion unterbleibt. Die Verhandlungen mit Berlin gelangen zu einem Abschluß. Unter der Regierung Caillaug wird am 4. November 1911 ein Abtommen unterzeichnet, durch das Deutschland fich gegen einen folo nialen Austausch an Marotto desinteressiert erklärt. Der Friebe ift gerettet. De Selves nimmt seinen Abschied. Die franzöfifchen Nationalisten haben Caillaur diese friedliche Haltung als Deutschfreundlichkeit ausgelegt und nie verziehen. Ein Teil der späteren hege, die durch die Einkommensteuer noch verschärft wurde, ist so zu erklären. Caillaug mußte fallen. Die Tragödic. Da man ihn im öffentlichen Leben nicht treffen fonnte, griff in fein persönliches ein. Am 13. März 1914, als Caillaug wiederum Finanzminister ist, beginnt ber Direktor einer franzö fifchen Zeitung mit dem Abbrud intimer Liebesbriefe des MiBoulevards stürzt sich jeden Morgen auf das Privatleben eines Wehrlosen, den fein Richter in Frankreich vor dieser Schurterei in Fortsetzungen schüßen tann. Jeder Brief wird höhnisch gloffiert, jede Zärtlichkeit beschmußt, das Geheimnis zweier Menschen scham los preisgegeben. Die Frau des Ministers, von dieser täglichen Folter verstört, ift der Berzweiflung nahe. Für sie gibt es nur einen Weg. Frau Cail laug geht hin und erschießt den Direktor der Zeitung. Der Minister findet seine Frau auf dem Polizeirevier. Er preßt sie an sich. Arme Frau, was haft du getan!" Bor den Geschworenen sehen sie sich wieder. Mit erhobener Stimme erklärt Caillaug, sich nie von feiner Frau trennen zu wollen. Er hat Wort gehalten: Der Prozeß endet mit dem Freispruch der Angeklagten. Das leidenschaftliche Interesse, das die Deffentlichkeit an dieser Angelegen heit nahm, wird von einer viel blutigeren Tat abgelenkt. Das große Morden beginnt Der Hochverräter. Als Frau Caillaur das Gefängnis verläßt, hat man Jaurès umgebracht. Der Haß der Chauvinisten verfolgt auch den ehemaligen Minister. In Vichy versucht die aufgehegte Menge das Paar zu Innchen. In Italien, wo sie vor den Berfolgungen Schuß fuchen, denunziert ihn der französische Botschafter in Rom, Barrère, der Pariser Polizei. Die Spigel arbeiten. Man findet in den Stahlfammern einer Florentiner Bant eine Mappe mit geheimen Aufzeichnungen. Handelt es sich um einen Staatsstreich, durch den der Verräter Frankreich an Deutschland ausliefern wollte? Bapiere, von der Bolizei gefunden, find geduldig. Im November 1917 folgt Clemenceau auf die Regierung Painlevé. Er verlangt und erhält von der Kammer die Aufhebung der Immunität feines ehemaligen Mitarbeiters, der immer noch als Abgeordneter von Mamers im Palais Bourbon fißt. 396 Abgeordnete ſtimmen dafür. Drei Wochen später wird Caillaur verhaftet. Man feßt ihn in eine Belle unter ständige Bewachung. Es ist das Gefängnis, in dem die zum Tode Berurteilten ihre Hinrichtung erwarten. Ich werde nie den Blick vergessen", schreibt er,„ mit dem einer von diesen armen Teufeln die Menschen und die Dinge betrachtete und auf ein fleines Fledchen Himmel starrte, das er durch seine Lute sehen konnte." Neun Monate schwebt der Gefangene, der einmal höchster Beamter des Staates war, zwischen Leben und Tod. Endlich werden die Aften geschlossen. Er erscheint vor dem Senat als oberstem Gerichtshof. Die Anflage lautet auf Berschwörung mit dem Feinde und Anschlag gegen die Sicherheit des Staates. Er wird zwar von der Antlage des Hochperrates freigesprochen, aber wegen„ Einverständnis mit dem Feinde" zu drei Jahren Gefängnis wegen„ Einverständnis mit dem Feinde" zu drei Jahren Gefängnis mit Strafaufschub, fünf Jahren Verbannung aus Paris und zehn Jahren Berlust der bürgerlichen Rechte verurteilt. Caillaug geht in die Berbannung zu feinen treugebliebenen Wählern nach Mamers. Für die Deffentlichkeit ist er ein toter Mann. Und jetzt? W Bor demfelben Senat, der ihn vor fieben Jahren verurteilte, steht Caillaur heute wieder als Finanzminister. Es tönnte leicht geschehen, daß die damaligen Richter zu Angeklagten werden. Borläufig aber müssen die zerrütteten Finanzen des Staates in Ordnung gebracht werden, eine Aufgabe, in der Caillaug einige llebung hat. Aber diese Aufgabe ist nicht die einzige. Wer die Augen diefes Mannes gesehen hat, weiß, daß er nicht vergessen fann... As die Regierung Herriot ihn amnestierte, ahnte Caillaug, feine Stunde würde tommen. Man erzählt, daß er seit einem Jahre in Mamers mit eiserner Energie seine Nerven disziplinierte. Aus dem früheren Choleriker ist ein fühler, selbstbeherrschter Redner geworden. Seine Stunde ist da. Fremde Gäste in unseren Gärten. Bon Karl Meitner 5edert. Der berühmte Botaniter Kraus fagte einmal auf einer Natur. forscherversammlung, daß es erschreckend leer in unseren Haus- und Biergärten aussehen würde, wenn ein Zauber plöglich alles ent führte, was uns so traulich als einheimische" Pflanzen umgibt und was in Wirklichkeit fremder Gast in unseren Gärten ist. Auf dem Blumentisch im Hause, auf den Beeten der Gärten, auf den Schmuckplägen in den Straßen überall begegnet man unter den Blumen fremden Gäften. Die meisten stammen aus Afien und Amerika. Die Einfuhr ausländischer Pflanzen begann schon mit dem Zeitalter der Renaissance. Damals enthielt der Baumgarten" außer den aus dem Freien in den Garten gelangten Veilchen, Fingerhüten, Malven und Kornblumen teine Blume. Flieder, Rosmarin, Levkoie, Jasmin, Schneeball, Lavendel, dann Küchengewächse, wie Kürbisse, Gurken usw., die man so gern als„ ferndeutsch" bezeichnet, sind Kinder der Auslandsflora, aus der Zeit der Entdeckung Ameritas rührt der Import der fälschlich als indisch" bezeichneten Pflanzenarten her. Der indische Zucker( 3uckerrohr) fand damals den Weg über den Ozean, und manche amerikanische Pflanze wurde auf dem Uebersiedlungsweg nach dem Lande ihres Transportes um. getauft, 3. B. spanische" Kresse, spanischer" Pfeffer usw. Mit der Erweiterung der Seeforschung begann eine neue Beriode: in Europa wurden orientalische Pflanzenarten eingeführt, und zwar meist aus Ostindien und China Hyazinthen, Narzissen, Raiserfronen, Tulpen, lauter farbenprächtige Blumen, die die einheimischen Blumen in den Hintergrund drängten. Nach wissenschaftlicher Feststellung wurden anfangs des 17. Jahr. hunderts neue Pflanzen über Frankreich aus Kanada eingeführt. Wilder Wein, Osterakazie, Himbeeren, Nachtkerzen wurden ehemalig in Europa gezogen. Als die Holländer Südafrika kolonisierten, brachten sie uns die„ Kap- Pflanzen“: Geranien, Erita, Belargonie, Aloe usw. Neuholland lieferte auch für Südeuropa jene Pflanzen, die wir heute jenseits der Alpen als„ tropische" bezeichnen: Palmen, Agaven, Aloe, Eukalyptus, Aracee und verschiedene andere. Eigen artig flingt es, daß diese Tropenpflanzen", die in der Tertiärzeit Bewohner Europas waren, heute als Fremdlinge anzusprechen sind. Nach fremden Pflanzen herrscht in Fachkreisen eine enorme Nachfrage. Das Interesse für Blumenzucht ist allgemein geworden, und es mag genügen, wenn man statistisch anführt, daß England zirka 1500 Arten wildwachsende einheimische höhere Pflanzen fennt. dagegen mehr als 32 000 fremde, die eingeführt wurden. Wunschdorf. Don Mar Barthel. Das Mädchen dachte:" Ich träume ja nur," aber der Traum war so flar und lebendig, daß alle Zweifel verflogen und nichts blieb als die Gewißheit von etwas sehr Schönem, noch nie Dagewesenem und doch schon immer Ersehntem. Das Mädchen schlief, und schlief doch nicht sie träumte den Traum der armen Leute, fie träumte von Wünschdorf. Wir alle fennen Wunschdorf und wissen, daß es 17 Meilen hinter dem Lande Riemats liegt, und daß im Lande die armen Leute wohnen, die fleinen Bauern, die alten Schauspieler, die jungen Dichter, die Dienstmädchen und Straßenfehrer, die Kellner und alten Jungfern, die verbrauchten Greise und die unglücklichen Frauen. Wir alle wissen, daß in Riemals nur ganz felten die Sonne scheint, daß die Felder und Blumen verhageln und in den Früchten die Würmer aajent Das alles wußte das Mädchen, von dem mir jetzt erzählen wollen, auch ganz gut, fie lebte ja selbst in dem mit Unheil geschlagenen Land. Nun aber hatte sie sich aufgemacht, troßdem der Regen goß und die Belt grau und trüb war und lief fröftelnd durch tahle Felder. Plötzlich erhellte sich der Himmel und sie fah, und freute sich dessen erste Sonnenstrahlen und Blumen im Gras, und die Luft war von unerhörter Milde wie niemals vorher im Lande Niemals. Das Mädchen wußte nicht aus und ein und glaubte wieder zu träumen, aber plößlich stand sie vor einer hohen Mauer mit einem goldenen Tor und wußte nicht, daß hinter dieser Mauer und jenem goldnen Tor Wunschdorf lag. Wie sie nun die Hand ausstreckte und nur das Tor leicht berührte, fiehe da, schon öffnete sich die Tür. Das Mädchen trat über die Schwelle und schrie auf. Jeder Mensch, auch der stummfte, hätte geschrien bei diesem Anblid. Eine Dase mit grünen und wehenden Palmen tat sich auf. blühende Gärten vergingen im Blütenschnee silberner Narzissen und schwarzblauer Märchenrosen; heitere Wasserkünfte plätscherten über blanten Leichen, in deren durchsichtigen Gewässern Fische in allen Farben, vom hauchzarten Grün bis zum tiefen Scharlachrot spielten. Dann fah man gläserne Türme und weitverzweigte Hallen( wie das goldgrüne Aftwert junger Buchenwälder) durch den Ueberfluß aller Dinge zu schimmern, und dann flogen fingende Bögel auf, in ihren Schnäbeln die goldnen Fäden der großen Harmonie, und der Part war ein großes Neg, in dem sich aller Wohltlang der Welt einge fangen hatte. Das Mädchen aus dem Lande Niemals sah und hörte das alles, fie schlug die Hände über dem Kopf zusammen und beim Anblid der Gärten, Hallen, Gewäffer, Blumen und Tiere stieg ein Märchenwunsch in ihrem Herzen hoch. 20 Ach, dachte fie, hier zwischen den Blumen und Bögeln müßte auch der Mensch sein schönstes Kleid anziehen. Ein Kleid möchte ich haben, blaue Seide mit filbernem Belzbefag. und taum hatte fie diesen Wunsch zu Ende gedacht, fiel ein Reid, himmelblau mit Filbernem Belz. fchön wie eine Wolfe, auf sie herab. Da lachte bas Mädchen und lief geschwind zu den Bafferkünften, bespiegelte und bewunderte sich und war einen Herzschlag lang noch eitler als der Bfau, der auf dem Brunnenrand faß und fein Feuerrad entfaltet hatte. Als aber der pruntende Bogel das Mädchen und ihre Freude an der Schönheit fah, legte er die Flammen feines Rleides zu fammen, budte fich und flog schreiend davon. Mer jo fliegen fönnte, dachte das Mädchen. Da begann ein fernes Saufen, es tlang zuerst wie firrendes Glas und Herzschlag des Windes, und als das Mädchen aufblidte, fab fie eine Flugmaschine, die sich herniedersentte und, als sie auf der Erde stand, ihren Motor bienenhaft fummen ließ. Das Mädchen erfchrat, weil auch dieser Wunsch in Erfüllung ging, boch fie ftieg tlopfenden Herzens ein, ber Propeller freifelte, der Motor fummte nicht mehr, er schrie und jagte bas Flugschiff tanzend über das grüne Gras und warf es dann mit einem gelinden Schwung in die lichte Höhe. Und das Mädchen stieg und stieg immer höher, fein Staubtorn mar mehr fichtbar, tein Bogel zwitscherte, nur Licht und Raum und Atmen des Weltalls war hier, und Wunschdorf ertrant, verfant in seiner Fülle und war nur noch wie das blendende Feuer eines Diamanten im fahlen Eisen seiner Faffung. Und die fahle Fassung| die feinen Beamten immer fümmerlicher. Rein Mensch lachte und war das Land Niemals. die Sonne fam nur an den Sonntagen für eine halbe Stunde dem Himmel hoch. Da mußte das Mädchen noch einmal schreien, aber sie schrie nicht aus Angst, nein, sie schrie vor Entzücken und aus Weltbegeisterung. Nun sentte sich das Flugschiff nach der Erde und fiel in die juwelenhafte Bracht des Parkes ein. Als das Mädchen nun wieder auf der Erde stand, dachte sie und wußte nicht warum, an Musit. Schon wehte ein Wind, aber er fam aus sternenvollen Räumen her, aus der Milchstraße, vom Rand der Ewigkeit und war fein irdischer Wind Und in diesem verzauberten Hauch rührten sich die Gräser und Blumen und bewegten sich und aus dem zitternden Auf und Ab der stummen Blumenbeete und Biesen stieg Musit hoch, Geigenmufit, Orgelmusit, Glockenmusit, Harfenmusit in glanzvollen Einzelstimmen und jauchzenden Chören. Das Mädchen lauschte lange und neue Wünsche überfielen ihr Herz. Und jeder Wunsch, der ihr aus dem Herzen tam, wurde erfüllt. Da trieb sie das bewegte Spiel folange, bis ihr vor der Fülle graufte. Tränen stürzten über das Geficht. " Nein," schrie fie und stampfte mit dem Fuß die Erde. Rein, ich will und will nicht mehr weinen. Nein." Da versiegten die Tränen. Ihr Gräser und Springbrunnen und vor allem du, unsichtbarer " Ihr Bäume und Blumen," begann das Mädchen zu rufen, Geist, der hier weht, sagt und sagt: warum werden heute alle meine Wünsche erfüllt? Als ich früher hungerte, hat mich feiner gespeist, wer hat mir, als ich weinte, die Tränen getrocknet? Warum, warum, warum müssen im Lande Niemals alle Wünsche sterben? Antwort will ich, gebt mir Antwort!" Und doch: alle Menschen im Lande Niemals hatten von der leuchtenden Insel Wunschdorf im Steinmeer des Elends schon einmal geträumt, manche dachten auch jetzt noch an den goldgelben Wein, der aus den bitteren Tränen gemacht wird, andere wieder dachten an die bunten Blumen, die aus der grauen Arbeit aufwachsen und viele unter ihnen schäzten mit wildem Blick aus ihrer Tiefe die Höhe ab, in die sie einmal aufsteigen werden. Im Lande Niemals aber gab es auch Auserwählte, die schon jetzt wußten, daß ihr endloses Land einmal Immer" und„ Licht“ und Wohlgefallen" und" Ewigkeit" heißen würde. Pfingsten hinter Gittern. Von Felig Fechenbach. Sonnig und flar leuchtet der Pfingsttag ins Land. Aber in dem maffigen Steinbau mit den eisenvergitterten Feneinen Menschen in graubrauner Zuchthaustracht, der dort seine öden stern ist keiner, der des sonnig- klaren Tages froh wird. Belle an Zelle liegt hinter den Eisengittern. Jede Zelle birgt Tage und schlaflosen Nächte zubringt. Die tahlgeschorenen Schädel, die glattrafterten Gesichter und die hohl ins leere schauenden Augen geben allen Bewohnern des vergitterten Hauses irgendwie ein gleiches Aussehen. Je sonniger der Tag, je klarer blau das Stückchen Himmel durch die fleinen Gitterfenster schaut, um so bitterer empfinden die in den Zellen ihr Schicksal. Pfingstfest feiern die Menschen jenseits der Gitter. Aber der heilige Geist, von dem sie soviel reden und schreiben, Sie warf den Kopf in den Naden und streckte flehend die Arme aus. Aber alles blieb still und feine Antwort fam. Der Wind hielt in der flaren Luft. An den Bäumen rührte sich kein Blatt. Auch die den Atem an. Die Wasser der vielen Brunnen standen unbeweglich Wiesen wogten nicht mehr auf und ab. Ja, auch der Duft der Blumen blieb in einer Honigwolle über den Beeten und erfüllte ist nie über sie gekommen, sie hätten sonst nicht kalte, graue Häuser nicht mehr den ganzen Part. Es war jene große Stille gekommen, mit vergitterten Fenstern gebaut, ihresgleichen hineinzusperren und in der man das eigene Herz schlagen hört. Als das Mädchen nur ihr zu peinigen mit sinn- und geistlosen Vorschriften. eigenes Herz schlagen hörte und schon verzweifeln wollte, tam doch eigenes Herz schlagen hörte und schon verzweifeln wollte, tam doch noch die Antwort. Mädchen, schrie eine Stimme und war groß und schrecklich wie ein Donner. Mädchen, ich hörte dich und gebe die Antwort: .. Du stehst hier in diesem Bart mit Blumen, Vögeln und Fischen und weißt nicht, daß alles, was du hier fiehst, die Türme, die Hallen und Springbrunnen, aus der Bitternis der Arbeit im Lande Niemals gefommen ist. Beil euer Leben häßlich, find alle Dinge fern von euch so schön. Die Tränen, die ihr meint, verwandeln sich hier zu gelbem Wein. Die Musit, die du hörtest, war nur die Sehnsucht eurer Herzen. Du flogft empor mit dem summenden Schiff nur in die flare und heitere Höhe, in der einmal der Platz aller Leute aus dem Lande Niemals fein wird. Ja, einmal wird euer Land„ Immer" heißen, und Licht und Wohlgefallen" und Ewigkeit". Die Donnerftimme verrollte und war nur noch ein goldener Ball fern über ben bunten Blumen, als das Mädchen aus seiner erzüdung und Berzauberung erwachte. Und wieder überfam ihr Herz große Unruhe, doch diesesmal war es die Unruhe des Glücks, die Unruhe der großen Künstler, die neue Schönheiten, lichtvolle Gefeße und Klarheiten gefunden haben und eilen, sonst zerspringt ihnen das Herz, um allen Menschen ihr Geheimnis zu entschleiern und zu vertünden. Auch das Mädchen mußte zu den Menschen zurüd, aber als fie die Füße hob, war Blei in ihnen, und sie fonnte nicht laufen. Da befahl das Herz: Du mußt und das Mädchen gehorchte und warf die Arme empor und siehe da, nun fonnte sie fliegen. Und fle flog burch das juwelenhafte Baradies und flog über die Mauer mit bem golbenen Tor und tam ins Land Niemals zurüd. Und alles war wole fonft. Regen fiel pom Himmel, in den Früchten aaßten die Würmer und die Felder waren verhagelt. An ben frachenden Maschinen und dunftigen Schreibstuben und Lager. häufern verfam das Bolt. Die jungen Dichter befangen die Welt, die alten Dichter verfluchten sie. Frauen, Mädchen und Kinder ver. blühten vor der Zeit. Die alten Jungfern wurden immer bitterer, Goethes Reinecke Fuchs. Pfingsten, das liebliche Fest war ge= Ich size an meinem Tisch, vor mir ein aufgeschlagenes Buch: tommen.. Ferner Gesang dringt durch das offene Fenster. Ich horche auf. Klänge einer Klampfe, bekannte Töne schwingen durch die laue Luft:„ Bin ein fahrender Gesell, tenne teine Sorgen. Immer näher tommt der Sang, entfernt sich dann in gleichem Rhythmus. Junge Burschen auf Fahrt waren vorübergezogen. Jungfroh und sorglos wandern und fingen fie durch den Frühlingstag. Ob sie: wissen, wieviel Sehnsucht aus den Bitterfenstern ihnen nachfliegt? Meine Gedanten folgen ihnen. Im Geiste gehe ich all die frohen Pfingsttage durch, da ich selbst den Rucksack umgeschnallt, sonnige Tage durchwandert. Melodien froher Wanderlieder schwirren mir durch den Kopf, und dann sehe ich wieder die Gitterstäbe und dahinter das bißchen Blau des fonnigen Himmels. Und ich renne in meiner engen Zelle ruhlos hin und her, her und hin.... Jetzt wandern zu können, das ist im Augenblick der einzige Ge dante, der mich erfüllt. Wo, das ist gleich. Die ödefte Gegend wäre ein Paradies gegen die tahle Zelle. Und schön ist die Welt überall, wo feine vergitterten Fenster sind. Dieses sinnlose Eingesperrtsein! Und warum, warum? Weil die Haßbesessenen stärker und mächtiger find als die ande ren, die versäumt haben, in den Tagen des Aufbruchs den Pfingstgeift neuer Zeit Tat werden zu lassen. Heute tann ich wieder durch den Pfingsttag wandern. Aber hinter Gittern hocken noch viele, viele hohläugige Gestalten in graubraunen Ritteln und sinnen über den Pfingstgeist, der nicht für sie über die Welt fam. Der sonnige Tag quält sie mit Erinnerungen an Tage, da auch sie noch frei und unbehindert durch früh linggeschmücktes Land schreiten fonnten. Wann wird ihnen Pfingsten wieder ein Festtag werden...? 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Er wurde von der Gegenpartei aus Florenz auf Lebenszeit verbannt und starb nach Jahren des Erils, die Sehnsucht nach der Heimatstadt immer im Herzen, in der Fremde. Aller Ruhm des Dichters, der ihm schon zu Lebzeiten ermuchs, war nicht imstande, ihm die Heimkchr zu ermöglichen. Diese Geschicke Dantes hat ein italienischer Film episodenhaft im Bilde festgehalten. Es ist ein hiftorischer Film in dem Sinne, daß er Personen sowie Ort und Zeit möglichst getreu wiedergibt. Er ist Genrefilm, indem er die einzelnen Borgänge zu hübschen, fulturhistorischen Bildern ausweitet. Der Regiffeur Caramba versteht es meisterlich, das Leben und Treiben in Florenz, am römischen Bapsthofe sowie an den Höfen der Machthebet von Berona und Ravenna anschaulich zu malen und dabei das menschliche Intereffe an dem stolzen Dichter und Barteimann, der sein Unglüd mit Würde und Größe trägt, immer lebendig zu erhalten. In die Handiung selbst sind einige Episoden verwoben, die aus der Gött lichen Komödie" bekannt sind. In Ravenna sieht Dante das Bildnis der unglücklichen Francesca von Rimini, und das gibt dem Re giffeur Beranlassung, ihre Liebestragödie, die Dante in glühenden Bersen besungen hat. einzuflechten. Auf dem Totenbett erscheint Dante feine geliebte Beatrice noch einmal, und mit ihm erleben wir seine erste und tiefe jugendliche Liebe zu diesem frühverstorbenen Mädchen, die er in seinem unsterblichen Gedicht verewigt hat. Prachtvolle italienische Landschaftsbilder und großgesehene Silhouetten der Städte Florenz, Berona und Ravenna umrahmen stimmungs vell die Handlung. In Camillo Talamo war ein Darsteller Dentes gewonnen, der die prägnanten Züge Dantes aufs glüdlichste wiedergab und auch sonst bei aller Beredjamkeit des Ausdruds die Gestalt des Dichters in glücklicher Weise vor uns verkörperte. Der bereits bekannte Film Sommer, Sonne und Studenten erneuerte in angenehmster Weise die Bekanntschaft immer große Heiterfeit. D. Rin- fin- fins Konkurrenz. Wir lernten Rin- tin- tin, wir lernten Barry tennen, jezt stellt fich uns Strongheart vor. Er spielt die Hauptrolle des Films Wölfe der Nacht"( Alhambra am Kurfürstendamm). Dieser Film ist eine nahezu peinlich wirkende, langgeratene Ropie der anderen Hundefilme. Oder follte er vor„ Der Schrei aus der Wildnis" entstanden sein? Ueber die Seitenfolge des Entstehens der amerikanischen Filme ist man hier in Deutschland ja nie zuverläffig unterrichtet. Also der Film spielt wiederum in Alasta, der Wildnis, in der sich die Menschen eigene Geseze geben. Man erlebt viel Greueltaten auf der Leinwand, bekommt farge Einblicke in das schwere Dasein der Schlittenhunde und genießt die Gefährlichkeiten der Schneewüften aus wohltuender Entfernung. Der Regiffeur Hubbard vertraut dem Leitstern amerikanischer Rinologit. Folg lich wirken die Großtaten des Hundes für uns etwas tnallig. Strong heart tötet seinen Beiniger, den falschen Berlobten feiner Herrin. Diese Tat wird unwillkürlich als etwas Gutes empfunden, da der unmoralische Bräutigam bereits den Tod des Bruders der Herrin auf dem Gewiffen hat. Für Strongheart bricht eine schlimme Zeit herein, als seine Herrin Mutter geworden ist. Da steht nämlich der neue Weltbürger im Mittelpunkt des Intereffes und um den hund fümmert man fich nicht viel. Jeber sucht sich bekanntlich auf feine Art schadlos zu halten und Strongheart tut schön mit einer Wölfin. Das hätte beinahe dem kleinen Kinde das Leben gefoftet, weil die Wölfe sich an den Hundeschlitten pürschen als das Ehepaar den Ausreißer heranlodt. Die Hunde jagen in wilber Fahrt davon, und es wäre bestimmt zur Ratastrophe gefommen, wenn Strongheart nicht ein smarter Amerifaner wäre. Er faltuliert, ich muß Schneller laufen als Wölfe und Hunde, reißt das Baby vom Schlit ten und bringt es in eine menschliche Behausung. Dabei läuft er unter anderem mit dem Baby im Maul im vollen Galopp bergauf. Within drängen fich einem die Ausstellungen förmlich auf. Strong heart ist nicht besonders ausdrudsfähig. Rin- tin- tin( pielt mit innerem Feuer, verfügt über eine ganze Reihe von Ausdrudsmög lichkeiten, Strongheart hat eigentlich immer dieselbe Miene. Die Beweglichkeit der Dhren und des Schwanzes bleiben die einzige Abwechslung. Nedisch wirkt der Hund, sobald er den Kopf schief häft, doch nußt der Regiffeur es über Gebühr aus. Hubbard tann offenbar nicht viel herausholen, denn die Landschaft blieb bei ihm auch tot. -g. Der Roman einer kleinen Wäscherin. Theater am Nollendorfplatz. Mary Bickford, die uns schon so oft erfreute, ist ein fiebreizendes Berjönchen, das wissen wir und erkennen es uneingeschränkt und dankbar an. Diesmal spielt sie eine kleine Wäscherin, außerlich mißgestaltet. Das muß ihr leberwindung gefoftet haben, zeigt aber zugleich, daß ihr an der Ausstattung ihrer Rollen liegt. Die fleine Bascherin ist eine von den vielen. Arm, häßlich, abgehetzt. Freude trat nie in ihr Leben, um ihre Gesichtszüge zu erhellen. Grausam hart ist die Besizerin der Wäschecet, hämisch sind die Kolleginnen. Doch gerade in den Herzen der Verstoßenen ist eine nahezu trant. hafte Sehnsucht nach Liebe. So liebt die kleine Wäscherin Murphy, den abgetriebenen Schimmel. Mit ihren fetten Groschen errettet fie ihn vom gewaltsamen Tode, denn er war bereits für die Leimfabrit bestimmt. Und noch weit mehr geängt ihr, verschafft sie ihm doch, durch die Wohltat einer Reichen, einen geruhsamen Lebensabend. MIT BISKOT MEYER UBER PFINGSTEN LACHEN SIE TRÄNEN PARISETTE DIE TÄNZERIN DER GROSSEN OPER DER GROSSE LACHERFOLG IN DER SCHAUBURG 121 KÖNIGGRÄTZER STRASSE 121 BAYER FILMS BAYERN- FILMS Bellage des Vorwärts Für sich selbst fann sie natürlich nichts tun, weshalb die Phantasie, dieses töstliche Gut, fie tröstend über die Schrecknisse des Tages hinwegträgt. Sie phantafiert alles Mögliche zusammen, wir wollen nämlich abfichtlich nicht sagen, daß sie schwindelt. Und der Regisseur ad Dillon versteht es, diese Phantasien auszugestalten. Gr bringt hübsche Bilder, und da Mary Pickford unbedingt droilig sein muß, läßt er auch urtomische Situationen entstehen. Beide bleiben uns nichts schuldig in diesem harmlosen Wert, das viele Feinheiten enthält. Mary Bickford hat freilich befremdend oft denselben Gesichtsausdrud, doch darüber sieht man hinweg, weil man die kleine Wäscherin wirklich liebgewonnen hat. Es soll auch erwähnt werden, daß endlich mal gute Terte auf der Leinwand erscheinen. e. b.. „ Die Stadt der Millionen. Der unser liebes Berlin darstellende und verherrlichende Film„ Die Stadt der Millionen der Kulturabteilung der Ufa wird in den Augen eines Provinziellen sich ganz anders und viel vorteilhafter malen als in unseren ach jo tritischen oder in denen eines ausländischen Großstädters. Berlin, seine Ar beit, fein Berkehr, seine Freuden und Leiden, seine soziale Fürsorge und feine Umgebung werden ausführlich gezeigt der gute Wille und die exakte Arbeit bei diesem einstündigen Film müssen jedenfalls anerkannt werden, auch wenn er selbst mir für unsere Hauptstadt nicht sehr günstig zu sein scheint. Wenn wirklich die Stadt der Arbeit bargestellt werden sollte, hätte man statt der vielen, etwas elegisch anmutenden Fabritschlote lieber einige impofante Fabriten selber beim Berf zeigen sollen. Und auch der eigentliche herbe Reiz der märkischen Riefernlandschaft hätte noch stärter herausgearbeitet und durch sportliche Bilder belebt werden können. Recht fümmerlich wirtie, wenn man an analoge Bilder von London, New Yort und Baris denkt, der Automobilverkehr und die Lichtreklame aber freilich liegt hier die Ursache eben darin, daß wir mit unserem Vertehr und unserer Reklame doch noch recht im Rückstande gegen diese Weltstadtbrüder sind. Aergerlich erscheint es mir auch, daß diefer Film gewollt oder ungewollt trotz des schönen Bildes von der Berfaffungsfeier 1924 wieder einen leicht nationalistischen Beigeschmack hat, der dem Republikaner und Pazifisten die Freude daran zu zerstören geeignet ist. Und über den langatmigen Prolog, der bem Film vorangeht, soll man lieber schweigen warum hat die Ufa dafür nicht lieber ein nettes Lustspiel gebracht? f. h. c. " Amundsen im Film. Gemach, es handelt sich nicht um den Vorftoß Amundsens im Flugzeug, den alle Welt mit gespanntestem Intereffe verfolgt, sondern um seine Nordpolerpedition vom Jahre 1922. Auch damals wollte der fühne Entdecker den lezten Abschnitt im Flugzeug bezwingen, aber fich vorher mit seiner Maud" an ben Nordpol möglichst weit heranpirschen. Leider hatte er mit dem Flugzeug Unglück. Schon bei den ersten Proben wurde es unbrauchbar, und er mußte die Flugzeugpläne aufgeben. Aber für den Film war das Ergebnis reich genug, und es wird heute doppelt intereffieren, zu sehen, wie Amundsen feine damalige Reise vorbereitete, wie es auf seinem Expeditionsschiff auging, welche Flugzeugproben er unternahm usw. Vor allem aber wird das unerschöpfliche Kapitel des nordischen Eises mit seinen Schönheiten und Abenteuerlichkeiten immer wieder gern gesehen werden. Aber auch die Welt der Tiere, besonders die der Walrosse, und Einblicke in das Leben der Estimos, wobei besonders die Tänze unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken, boten dem Film eine reiche Quelle der Anregung. Alles dies sieht man jegt wieder im Primus- Palast, und nur die bange Sorge beschleicht den Zuschauer, wird der held so vieler Polar expeditionen diesmal fein letztes Ziel erreichen? r. Wo bleibt der deutsche sprechende Film"? Aus dem Auslande tommen allerhand Meldungen über die Fortschritte des fprechenden Films". Das Verfahren des Amerikaners de foreft soll in den Bereinigten Staaten bereits zur Wahlpropaganda benußt worden fein; Gaumont, der seit Jahren an dem Problem gearbeitet hat, foll jetzt den sprechenden Film" fig und fertig haben. Da wird es wirklich Zeit, daß man die Frage aufwirft, wo denn der deutsche sprechende Film bleibt. Man muß daher daran erinnern, daß das Tiergon- Berfahren von Boigt, Engel und Massolle, als es an die Deffentlichkeit fam, wahre Triumphe gefeiert hat. Was ist aus diesem Berfahren geworden? Da die Erfindung vortrefflich war, muß es an denen liegen, in deren Hände sie gelangt ist, wenn man nichts weiter von ihr hört. Die Deffentlichkeit hat ein Anrecht auf die Beantwortung dieser Frage. Den Bauber der Südsee schildert ein neuer Metro- Phoebus- Film Berlenfischer auf sawa i", dessen Uraufführung demnächst im Marmorhaus ftattfindet. Es ist in diesem Film zum erstenntal gelungen, farbige Unterwafferaufnahmen nach dem Technikolor- Verfahren zu machen. Films aus dem neuen Rußlan d. Die ersten Negative find dieser Tage aus Moskau bei der Aufbau" Industrie- und Handels- A.- G. eingetroffen. In den letzten Jahren hat in Rußland eine außergewöhnlich rege Produktionstätigkeit eingesetzt. Protajanoff, der bei führenden Pariser Firmen und bei der Ufa in Berlin eine rege Regietätigkeit entfaltete, ist start baran beteiligt. Die Kulturabteilung der Universum- Film- Aktiengesellschaft hat einen Film mit dem Titel Allerhand Waldgetter" fertiggestellt, der biologische Aufnahmen aus dem Walde enthält. Miffwoch, 3. Juni, im Mozarisaal am Nollendorfplatz DIE SENSATION BERLINS Anfangszeiten: 710 und 915 Anfangszeiten: 710 und 915 99 Mädchenhändler von New York Der mit Unterstützung der gesamten New Yorker Polizei hergestellte Groß- Film der Süd- Film A.-G. Deutscher Rundflug 1925 Vom 31. Mai bis 9. Juni 1925 auf dem Zentral- Flughafen Berlin= Tempelhof = 25 Groß- Restaurations- Betriebe mit 16,000 Sitzplätzen:: Mehrere Musikkapellen:: Frühkonzert am 31. Mai von früh 4 Uhr ab:: Zum Start gemeldet 91 Flugzeuge Fallschirm- Absprünge, zum Teil aus 1000 m Höhe Geschwaderflüge:: Luftkämpfe:: Ballonverfolgung:: Rundflüge fürs Publikum Programm- Aenderung vorbehalten: Dauernde Orientierung über den Stand des Wettbewerbes durch Riesen- Lautsprecher und Anzeigetafeln:: 400 000 Mk. Preise und zahlreiche Ehrenpreise:: Der Restaurationsbetrieb ist mustergültig organisiert, nach modernsten Grundsätzen: Es werden sämtliche Getränke und Speisen zu mäßigen Preisen verabreicht Is Bier- Preis per 6/ 20- Glas 30 Pfennig auf sämtlichen Plätzen! mit Restaurationszelten, Eintrittspreise: II. Platz 50 Pf. 2000 Szplatz. Militär- Konzerte I. Platz 3 M. Ziel u. Aufoplatz 3 M. Bar u. Weinrestaurant Treffpunkt der gesamt. Berl. Sportwelt/ Eröffnung Pfingstsonntag früh 3 Uhr( Mit Hauptrestaurant u. Haupt- Café) Sämtl. Verkehrsmittel bleiben während der Nacht v.30. bis 31. Mai in voll. Betrieb.( Straßenbahn, Omnibus, Untergrund-, Stadtbahn):: Elite- Rundfahrten Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 7Ur: Carmen Montag Tägl. 8 Uhr: Leopoldine 8 Uhr: Intermezzo Konstantin in Opernhaus am Königsplatz 72: Evangelimann Montag Demimonde 72: Cavalier. rusti- v.Alexander Dumas cana- Bajazzo Trianon- Th. Schauspielhaus Sonntag u. Montag Täglich 8 Uhr: 72: Rhein Rebellen Schiller Theater Sonntag u. Montag 7 U. Glückspilz Gr. Volksoper Yoshiwara Das Haus des Lasters im Theat, d Westens Kleines Th. 71 Uhr: Letzte Vorstellung Heute 8 Uhr D. Großfürstin a. d. Zimmerkellner Pfingstmontag 8 U.: Fledermaus ANG ELE Komöd. v Hartleben Volksbühne Der Arzt seiner Ehre 7 Uhr: Datterich Groteske v. Mongré Montag( 25. Auifg 7 Uhr: HAMLET Deutsch. Theater 8 Uhr: Zum letzten Male Dr. Knock Kammerspiele 8 Uhr: Zum letzten Male Sechs Personen suchen einen Autor Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 8 Uhr: Zum letzten Male Theater im Admiralspalast Tägl. 8 Uhr: Kurzes Gesamt- Gastspiel der Heger- Truppe Chocolate Kiddies 45 Mitwirkende! Die berühmtesten farbigen Künstler Amerikas Zum ersten Male in Europa Vorverkauf ununterbr. Liebfrauenmilch Central Theater Komödienhaus 3 Uhr: An beid. Feiertagen U: G'wissenswurm 8: Hilfe, ein Kind ist v. Himmel gefallen! Das silh. Kaninchen Deuts Opernhaus 7 U. Tannhäuser Berliner Theater Morgen 6%, Uhr 7.45 Uhr: Meisters. v. Nürnbg. Anneliese v. Dessau Thi. Kommand Str. SCALA 1. Feiertag Zum letzten Male 8: USCHI von Gilbert Uschi Elleot, Schulz Montag 8 Uhr Zum 1. Male: 330 und 8 Uhr Durch d. Rundfunk! die letzten Vorstellungen! 330 Uhr zu ermäßigt. Preisen Juni u. Juli geschlossen! Hedda Neuhoff Fritz Beckmann Heinz Marlow Alice Torning Theater des Westens Montag( 2.Feiertag) neu einstudiert 8: Uschi 8: von Jean Gilbert Uschi Elleot, Schulz Gertrude Berliner Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Berlins einzigste und erfolgreichste Revue: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Sommerpreise! WINTE PORTEN Rauchen Der glänz. Mai- Spielplan( a) I Metropol- Theater 84 Größter Erfolg 84 Tausend süße Beinchen Massenchor schöner Frauen 1, 2, 3, 4, 5, 6 Mk. OSSI OSSWALDA singt OSSI OSSWALDA tanzt mit ihrem Ballett OSSI OSSWALDA tritt persönlich aut bel der Vorführung des OSSI OSSWALDA Films der Ufa Y Der Blitzzug der Liebe täglich imm Ufa- Theater TURMSTRASSE ( Turmstraße, Ecke Stromstraße) Vorverkauf 12-2 Uhr Wochentage 7 und Uhr. Sonntags 5, 7 und Ubr Verkehrsverbindungsn Direkt vor dem Theater halten die Straßenbahallaion: 3, 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 56, 113. Autobuslinien: Nr. 11, 28. Stadtbaha: Bahnhof Bellevue UA 32 SPIELPLAN Ufa- Palast am Zeo S Kurfers endamm Topan zapatest 图 Priedrichstraße Turas raße 图 Hotten or platz Kammerspiele Alexan erniatz Weinbergsweg Saalbau Friedrichshain Schönster Naturgarten Größter Konzertsaal Pfingsten früh und nachmittag Gr. Doppelkonzerte und Speziailtäten Anfang 4 Uhr Einheitspr. 50 Pf. inkl. Steuer Biltzzug der Liebe Hauptrolle Ossi Oswalda Wechost. 7 u. 9 Sonat. 5, 7.9 Skifahrt ins Glück Liftboy Nr. 13 Wechent. 7. 9 Soent. 5. 7. 9 Die Stadt der Millionen Wochentags 7.9 Sonntags 5, 7, 9 Slitzzug der Liebe Ossi Oswalda persönlich mit Ihrem Ballett Wechent, 7.9 Senat. 5, 7, 9 Die Tragödie eines Verbannten Sommer, Sonnen. Sindan'on Wocheni. 7. 9 Sonat. 5, 7.9 Wege zu Krait and Schabel Wochentags 7, 9 Sonntags 5 7 9 Der Mann um Mitternacht Wochest. 7 a. 9 Sennt. 5, 7, 9 Krieg im Frieden Wochentags 79 Sonntags 5 7 9 Trabrennen Ruhleben Sonntag, 31. Mai, nadm. 3 Uhr Pfingstmorgen Gr. Garten- Frühkonzert Am 1. und 2. Feiertag Beginn 6 Uhr morgens Am 2. Feiertag Palais: Großer Frühlings- Ball 7 mor: Dle Todesilleger am Hochsell U Eintritt 50 Plennig JLAP Der Vergagungspark der Berliner a. Lehrt. Bht. Parole: 2. Pfingstfeiertag: 6 Uhr- Frühkonzert 45 Mans Kapelle/ Alle Attraktionen ab 3 Uhr ULAP Der Vergelgungspark d. Berlin an tahrt. B. Eintritt aur 50 Pig Theater im Admiralspalast Täglich 81 Uhr: Heute und morgen 2 Vorstellungen 31 und 8% Uhr: Nachm die ganze Vorstellung zu halben Preisen. Kurzes Gesamt- Gastspiel der Negertruppe CHOCOLATE KIDDIES 45 Mitwirkende Die berühmtesten farbigen Künstler Amerikas Zum 1. Male in Europa! Vorverkauf ununterbrochen. Parkett von 3.- M. an. Feiertage nachm. v. 1.50 M. an. Neue Welf Arnold Scholz, Hasenheide 108/14 Sonntag, 31. Mal u. Montag, 1. Juni 1. u. 2. Pfingstfeiertag Früh- Konzert und Varicic- Vorstellung Eint. 4 Uhr früh Asf. 5 Uhr früh Nachmittags: Großes Konzert und Spezialitäten- Vorstellung ( erstklass. Programm 35 Artisten; außerdem: Ball Einlaß 2 Uhr Anfang 4 Uhr Voranzeige: Donnerstag, den 4. Juni 1925 Erstes Großes Riesen- Kunst- Feuerwerk ( Schloß Freienteis in Flammen) Berliner ik- Trie Neukölln, Lahnstr. 747 Reichshallen- Theater 8 Uhr und an beiden Plingstieiertagen nachm. 3 Uhr: Steffiner Sänger ,, Das Deutsche Meer" Nachm. halbe Preis, volles Abendprogramm! Dönhoff- Brett': Saal und Garten Wundervolles Pfingsprogramm Deutsch. Künstlertbeat. Tägl. 8 Uhr Monsieur Trulala Musik von Hugo Hirsch Operettenhaus am Schiffbauerdamm Heute 8 Uhr Der klein.Kappler ( La chien qui rapporie) Wallner Theat. Tägl. 8 Uhr Meiseken WALHALLAWeinbergsweg Rosenthaler Tor. Täglich 7% Uhr EnsembleGastspiel des MetropolTheaters Der große Schlager ealer Gräfin Herrnfeld Rose- Theater Uhr: 9% Theater Hochzeit vor d. The Mariza im Intimen Theater Zom 1585.Male: Gartenbühne: 6 Uhr: Früh Vorst Klabrias- Partie Zum ersten Maie Casino- Theater Plingstmontag 8% Lothringer Str. 37 Tägi. Klabrias- Partie Nur noch kurze Zeit Mädels rom Kurfürstendamm Nur noch kurze Zeit 2. Tell Zurück das erstkl. bunte Dr. Arensberg Programm Unerreicht ist die Fülle der Darbietungen d. großen Pfingst programins die Pracht und 6 Uhr vielseitigkeit Frabdes Pfingstenerwerks. ... das auserlesene konzert Programm des Eintritt frei Berl. Philharm. Blas- Orchesters die Originalität der neuen und die Beliebtheit der bekannten Attraktionen... Barum ist das Ziel d. Berliner für das Pfingst vergnügen der LUNAPARK OriginalU. Rund um Besetzung die Berolina Zoolog. Garten Am 1. u. 2. Pfingstfeiertag ab 7 Uhr früb Großes Früb- Konzert Nachm. ab 4 Uhr Groß. Konzert Aquarium Affenschau Ausstattung Preise: 0.75-4.50M. Theater a. Kotib, Lar Tagl 8 Uhr: ExifcSänger Das große MaiPiogramm. Bad Liebenwerda Kreis- Eisenmoorbad Prov. Sachsen) Fernsprecher Nr. 151 Keine Kurtaxe/ Ganzjährige Kurzeit. Anerkannt. heilkräftiges Moor. Grosse Hellerfolge Auskunft erteilt: Die Badedirektion Richard Arnold. 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