Abendausgabe Nr. 262 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 128 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Pfennig Freitag 5. Juni 1925 Berlag und Angetgenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berlager: Borwärts- Berlag Gm Berlin S. 68, Cindenftraße 3. Fernsprecher: Dönhoff 2306-238? Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Auch ein Brenner- Pakt? Italien Deutschland Oesterreich Tschechoslowakei. Paris, 5. Juni.( WIB.) Nach dem" Petit Parisien" spricht man jetzt weniger von einem Sicherheitspaft zu Fünfen, als zu Bieren. Das erklärt sich daraus, daß Jtalien, dessen hauptsächliche Gefahr an der Grenze Tirols liege, einen anderen Patt abschließen könne, an dem Deutschland, Desterreich und die Tschechoslowakei, vielleicht auch andere Mächte teilnehmen würden. Frankreichs sechs Punkte. Paris, 5. Juni.( BTB.) Die bereits angefündigte franzo: fische Note betreffend den Abschluß eines Sicherheitspakts ist gestern nachmittag dem französischen Botschafter in London zu gegangen, der seinerseits heute vormittag fie dem Foreign Office übermitteln wird." Echo de Paris" glaubt in der Lage zu sein, fechs Grundsäge mitteilen zu können, die Briand in seiner Note zum Ausdruck gebracht habe: Erstens: Die Garantie, die für die westlichen Grenzen Deutsch lands gegeben werden muß, muß die Entmilitarisierung der rechtsrheinischen Zone nach den Artikeln 42 bis 44 des Friedens vertrages von Versailles enthalten. Zweitens: Die westlichen Schiedsgerichtsverträge müssen sich auf alle Ronflitte beziehen, die sich zwischen Frankreich, Deutschland und Belgien ergeben tönnten, aber sie dürfen sich nicht auf die Konflitte beziehen, die die Verlegung der bestehenden Verträge oder der übernommenen Verpflichtungen betreffen. Diefe Konflikte ziehen teine Schiedsgerichtsverfahren nach fich, jondern Sanffionen. Mit anderen Worten: die bestehenden Verträge und die übernommenen Verpflichtungen bleiben das oberste Geſetz. Die Schiedsgerichtsverträge müssen rechtliche Folgen haben, nicht aber politische Schiedssprüche oder Vermittlungsversuche darstellen. Drittens: Die gleiche Regel soll auch gelten für einen etwaigen deutsch polnischen und deutsch- tschechoslowakischen Schieds gerichtsvertrag. Biertens: England muß alle Verpflichtungen übernehmen, die fich aus der Beachtung der Artikel 42 bis 44 des Versailler Bertrags durch Deutschland ergeben. Nach dem Wortlaut dieser Artikel übernimmt England nur eine Rollettivverantwortung, d. h. eine Berantwortung, die alle anderen Signatarmächte des Ber trags zu einer Attion nur in dem Maße verpflichtet, in dem alle anderen Signatarmächte sich dazu bereitfinden. Diese Theorie ist in England traditionell. Kabinettsrat mit Hindenburg. Zuziehung des preußischen Ministerpräsidenten. BTB. meldet: An der heutigen Sigung des Reichskabinetts, die unter Vorsitz des Reichspräsidenten stattfindet, werden auch der preußische Ministerpräsident Braun und der Saatssekretär Dr. Weismann teilnehmen. Der Borsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Abg. Sergt, beabsichtigt, den Ausschuß zur Beratung der Antmortnote zum nächsten Mittwoch einzuberufen. Was wird mit der Entwaffnungsnote? Vor die Füße werfen? Heute mittag hat ein Rabinettsrat unter Borfiz des Reichspräsidenten v. Hindenburg getagt und über das Verhalten der Regierung gegenüber der neuen Entwaffnungsnote beraten. Da diese Note der Deffentlichkeit noch nicht bekannt ist, hat sich auch der größte Teil der Presse eines Urteils darüber, wie sie behandelt werden soll, logischerweise enthalten. Eine Ausnahme machte jedoch die einflußreichste deutschnationale Zeitung Berlins, das Organ des Reichsland bundes, die ,, Deutsche Tageszeitung". Dort konnte man nämlich heute morgen lesen: In feierlichem Ernst, mit zusammengezogenen Brauen, haben die Berliner Entente- Botschafter dem deutschen Kanzler ein Dokument überreicht, das, seinem Inhalt und den damit verbundenen wahren Zweden nach, verdient hätte, den Ueberbringern vor die Füße geworfen zu werden. Nur damit wäre die schamlose Heuchelei, die gestern wieder Triumphe feierte, gebührend gekennzeichnet gewesen.. r bedauern es, daß in der Antwort des Reichs tanzlers nach Ueberreichung der Note noch kein Antlang dessen zu spüren war, was bei diesem Anlaß früher oder später doch ein mal gesagt werden muß!... Das nationale Deutschland, über die Parteigrenzen hinweg, erwartet von einer Regierung, die auf Grund jenes„ Rud nad rechts" bei den Wahlen des vergangenen Jahres gebildet wurde. instinktiv eine stärkere Wahrung seiner Ehre und Interessen als das in früheren Zeiten der Fall war. Es erwartet, daß diese Regierung nicht auf einen neuen plumpen Betrug hereinfällt und sich darüber flar ist, daß jede noch weitergehende Wehrlosmachung Deutschlands bie Gegner nur darin bestärkt, sich über deutsche Rechte hinwegzusetzen. Nach folchen Präludien wird man auf die Beschlüsse des heutigen Rabinettsrat doppelt gespannt sein dürfen. Wir möchten uns, folange der Tert der Note nicht bekannt ist, jeder Diskussion über die Art ihrer Behandlung enthalten, bitten aber die Deutsche Tageszeitung" inzwischen zu über legen, auf welche Weise sie die Räumung der belegten Gebiete erreichen mill. Was die westlichen Schiedsgerichtsverträge anlangt, so muß England sich persönlich, speziell und unbegrenzt verpflichten. Fünftens: Es bleibt festzustellen, ob die von England einzugehende Verpflichtung in der Frage der Entmilitarisierung des Rheinlandes einen einseitigen oder einen doppelten Sicherheitschar after tragen soll. Diese Frage ist wesentlich; übernimmt England nur gegenüber Frankreich Verpflichtungen, oder übernimmt es ähnliche Verpflichtungen auch gegenüber Deutschland? Anklage gegen Westarp. Deutschnationales Versprechen und seine Verleugnung. Bon Paul Röhler Charlottenburg. Die nachstehenden Ausführungen stammen aus der Feder eines deutsch nationalen Mannes, der in der Sparerbewegung hervorragend tätig ist. Sie stellen das Ausweichen der deutschnationalen Parteiführer in ein neues Licht. Wenn wir den Artikel des Herrn Köhlef hier mit einigen aus Raumgründen erforderlichen Kürzungen Plaz gewähren, so geschieht das aus denselben Gründen, die unsere Reichstagsfraktion veranlaßten, dem Abg. Best einen Ausschußfiß zu überlassen. Redaktion des Vorwärts. Graf Westarp hat in der Potsdamer Tageszeitung" zu seiner Wählerschaft gesprochen. Er erläßt eine lange EntschulMit anderen Worten: Ist England, um die Beobachtung der Ent militarisierungsflaufel zu erzwingen, frei, militärische Abbigung, um nicht zu sagen eine Beschönigung des Berhaltens tommen mit Frankreich zu treffen? Französischerseits beantwortet man diese Frage mit Ja, denn der Versailler Vertrag fieht eine Entmilitarisierung lediglich zu Lasten Deutschlands vor. Der westliche Pakt, der auf dem Versailler Bertrag aufgebaut werde, muß also diese einseitige Bestimmung enthalten. Sechstens: Die Frankreich durch den Sicherheitspatt auf gezwungenen Bedingungen und die Verpflichtungen, die sich daraus ergeben würden, dürfen nicht unvereinbar sein mit den Verpflichtungen, die fich aus den Berträgen mit Prag und Warschau herleiten. Was diese beiden Berträge enthalten, ist das allgemeine Statut des Völkerbunds. ,, Echo de Paris" fragt: In welchem Umfange wird diese Theorie von England angenommen werden? Reine Schwierigkeit über Punft eins, feine Schwierigkeit über Punkt zwei. lleber Bunt: drei wird debattiert, zu Bunft vier ist Zustimmung erfolgt mit Ausnahme dessen, was sich auf die öftlichen Schiedsverträge bezieht. Punkt fünf bildet das Haupthindernis. 24 Stunden, nach dem das Foreign Office seine fezte Note hat überreichen lassen, hat es nachträglich offiziös in formeller Weise mitteilen lassen, daß es in Frage sechs entgegenkommen fönne. der Deutschnationalen Bolkspartei gegenüber den. Sparern. Die Ausführung dieses berufensten Wortführers der deutschnationalen Partei dürfen nicht unwidersprochen hingenommen werden. Zuvörderst sei gesagt, daß der Schreiber dieser Zeilen, trotzdem er Leiter einer großen Sparer- Ortsgruppe ist, durchaus nicht an Aufwertungsfanatismus tranft. Er verschließt seine Augen nicht gegen die durch den politischen Drud des Feindbundes hervorgerufene allgemeine Berarmung und sieht ein, daß niemand ein Anrecht auf vollständige Wiederherstellung seines Sparvermögens haben fann. Sein ganzes Leben lang deutschnational gesonnen, ist er mit seinem 62. Lebensjahre aus der Partei ausgetreten und be fämpft sie in der Person des Grafen Westarp ais den 2bgeordneten seines Wahlkreises. Nichtsdestoweniger gibt er diefem die Ehrenerklärung, daß er im wohlverstandenen eigenen Bermögensinteresse geradezu Aufwertungsfanaiifer hätte sein müffen, daß er aber im Gegensatz zu den meisten seiner Fraktionsgenossen ais Fraktionsfanatifer feine persönlichen Interessen zurückstellte. Leider geht er als Fraktionsfanatiker auch fo weit, sein dem Schreiber dieser Zeilen persönlich gegebenes Wahlversprechen außer allem Be tracht zu lassen. Diesem ist selbstverständlich die Fassung des Wahlversprechens jedes einzelnen deutschnatonalen Abgeordhalten gewesen sein müssen, als der Graf Westarpsche Artikel es darstellt, das ergibt sich aus der Auffassung, die die gewiß nicht urteilslose Menge derjenigen Sparer gavon gehabt hat, die deutschnational gewählt haben, ohne es der Gesinnung nach zu sein. Ob nun die Wahlversprechungen im einzelnen mehr oder weniger verklausuliert waren, darauf fommt es ja auch gar nicht so sehr an, als gerade darauf, daß der damit beabsichtigte Stimmenfang gelungen ist. Ein Dementi des deutschen Botschafters in Rom. Rom, 5. Juni.( Tul.) Die von einigen Blättern nach französi. schen Quellen wiedergegebene Meldung, als ob der deutsche Botneten nicht bekannt, daß sie aber doch etwas positiver gefchafter Mussolini mitgeteilt habe, die deutsche Regierung würde für eine italienische Zustimmung in der Anschlußfrage bereit sein, die Garantie auch auf die Dit grenze. auszudehnen, wird vom deutschen Botschafter als völlig aus der Luft gegriffen be zeichnet. Weitere Blutopfer in Schanghai. Chinas Proteft. London, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag besetzten die Streifenden in Shanghai eine japanische Spin. nerei, zertrümmerten das Inventar und steckten die Fabrit in Brand. Die Polizei vertrieb die Streifenden, wobei es Tote und Verwundete gab. In einer note an die ausländischen Diplomaten protestiert die chinesische Regierung gegen den an die fremden Soldaten gegebenen Befehl zum Gebrauch der Schußwaffen gegen die chinesischen Staatsbürger. Diese Maßnahme sei durchaus unbegründet und nur dazu angetan, die Unruhen in unverantwortlicher Weise zu fteigern. Die japanische Regierung hat nach Pefing eine Note gerichtet, in der sie ihre Hilfe durch Entfendungjapanischer kriegs. schiffe für den Fall zujagt, daß die chinesische Regierung nicht in der Lage sei, die Staatsautorität zu schützen und die Ordnung in den von den Unruhen betroffenen Städten wiederherzustellen. Chinesischer Abwehrboykott. London, 5. Juni.( WTB.) Nach einer Reuter- Meldung aus Beting erklärte fich die Betinger Handelstammer gegen den Generalftreit, aber für den Bontott von Gütern und Bantnoten der an den Vorfällen in Schanghai beteiligten Länder sowie für die Zurückziehung der Depots aus ihren Banken. Das chinesische und amerikanische Personal mehrerer Misfionarichulen nahm eine Entschließung an, in der es heißt, nach dem bisher vorliegenden Beweismaterial habe für die Polizei fein Grund zur Eröffnung des Feuers bestanden. Ausdehnung des Streiks. Das Wahlversprechen des Grafen Weftarp war jedenfalls unverklausuliert. Er hatte auf die tonfrete Frage der Sparergruppe Charlottenburg, ob er im Sinne der Sparer auf dem Boden des Bestschen Gesetzentwurfes stehe, folgende Antwort gegeben: „ Sehr verehrier Herr Köhler! Zu meinem Bebauern war es mir infolge von Wahlreisen und Bahlreden nicht möglich, Ihren Brief vom 28. November in der gewünschten Frist zu beantworten. Ich möchte indessen nicht verfehlen, Ihnen mitzuteilen, daß ich fast in jeder meiner Wahlreden mich genau in dem Sinne Ihrer Ausführungen ausgesprochen habe und das auch noch heute abend in Charlottenburg, Leibnizschule, Schillerstraße, tun werde. Dabei fann ich darauf hinweisen, daß wir Herrn Best an sicherer Stelle der Reichsliffe aufgestellt haben, wohl: ein sicherer Beweis, daß wir gewillt sind, in gemeinsamer Arbeit mit ihm Recht und Gerechtigkeit wiederherzustellen. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener( gez.) Graf Beftarp." Wie wichtig es Graf Bestarp mit dieser Erklärung hatte, ergibt der Umstand, daß er sie per Rohrpost zustellte. Ben tann es nun wundernehmen, daß die Sparer sich doppelt gegen eine Partei zur Mehr sehen, die derartige Schein versprechungen abgegeben hat? Begen eine Partei, die sich heute zielbewußt mit der Bruialität identifiziert, daß der Teil der Wirtschaft, die sich Sparer nennt, und aus der der andere Teil der Wirtschaft, die sich jezt vordringlich als die Wirtschaft bezeichnet, ständig seine Betriebskapitalien entlich, entrechtet und völlig aufgeopfert werden soll, um dieser sogenannten Wirtschaft die nicht nur erhalten gebliebene, sondern oft noch um ein Bieifaches vermehrte Sustanz zu gewährleisten? Paris, 5. Juni.( WTB.) Havas berichtet aus Shanghai: Fast sämtliche chinesischen Telegraphisten der Stabel telegrammfompagnie in Schanghai find in den Streit getreten. Das europäische Personal arbeitet weiter. Nach einer weiteren Havasmeldung aus Schanghai haben die Angestellten der europäischen Hotels gestern ebenfalls die Arbeit eingestellt. Der Streit dehnt sich weiter aus, es scheint jedoch, daß unter zahlreichen Streifenden eine gewisse Neigung zum Nachgeben festzustellen ist. Die Polizei hat eine Anzahl aussuchungen vorgenommen und kommunistische Broschüren beschlagnahmt. Mehrere Ber- Man mag ihn ummäntel, wie man will. Und so ergibt haftungen wurden vorgenommen. Die Ausständigen versuchten jegt, dem Streit eine größere Ausdehnung zu geben, während die große Mehrheit der Arbeiter sich der Streikbewegung zu entziehen sucht. Am 4. Juni waren teine Unruhen zu verzeichnen. London, 5. Juni.( EP.) Nad; Meldungen aus Schanghai find in den äußeren Bezirken der Stadt zahlreiche Ausländer von Chinesen durch Stochiebe mißhandelt worden. Es seien je doch feine Todesopfer aufzuweisen. Die englischen und amerikanischen Frauen haben Hilfsgruppen gebildet, um die Stellen ihrer Ehemänner befeßen zu können, falls diefe mobilisiert werden. Es merden neue englische und amerikanische Flotten einheiten ermartet. Die Zuwendungen der dritten Steuernotverordnung an die Gläubiger zerflossen unter dem Rechenstift zu einem Nichts. Man laffe sich aber auch jetzt nicht durch die scheinbar erhöhten Aufwertungsprozentsätze des Kompromißgesetzes blenden, sie schrumpfen zu einem Nichts zusammen. Boltsbetrug bleibt eben unter dem Rechnungsstift Volksbetrug. sich ganz von selbst für jeden, er sei auf den Bestschen Ent wurf eingeschworen oder nicht, d. h. er sei für individuelle oder generelle Aufwertung, die Frage:" Bedeutet das Kompromiß eine Wiederherstellung von Recht und Gerechtigkeit im Sinne des Westarpschen Wahlversprechens oper nicht?" Da gibt es nur ein glattes Rein! Graf Bestarp gebrauchte in seinem Wahlversprechen den Ausdruck:„ Miederherstellung von Recht und Gerechtigtett". Auf das Wort„ Wiederherstellung" wird gebeten, besonders zu achten denn mit ihm unterstellt er fich dem Bewußtsein, daß do Recht und die Gerechtigkeit durch den ehemaligen Oberbür meisters von Effen zu Tode getroffen fei., may Verlorener Glaube aber wird nur durch eine erlösende Tat wieder aufgerichtet. Um in dem Kompromißgesetze diese erlösende Tat nicht zu erblicken, hierzu braucht man gewiß nicht ein„intelligenter" Sparer zu sein, denn zu dieser Er- kenntnis reicht m. E. der durchschnittliche beschränkte Unter- tanenoerstand vollkommen aus. Nun ist ja auch jedermann klar darüber, haß die Auf- roertungsfrage nicht ohne Absicht so maßlos verschleppt worden ist. Ob nun individuelle oder generelle Aufwertung, die Sparer haben auf alle Fälle Aufwertung erwartet und der großen Partei, an die sie glaubten und glau- ben mußten, werden sie die erlebte Enttäuschung niemals vergeben. Herr L u t h e r hat sich s. Zt. auch in einem verhängnisvollen Glaubensirrtum befunden, als er meinte, die Sparer würden sich sehr bald mit dem Verluste ihres Spar- Vermögens abfinden. So wird auch Graf Westarps Traum von der Beruhigung der Sparermassen ein Traum bleiben. Der Riß, der heute in der Aufroertungs- frage durch unser ganzes Volk geht und sich bis in die einzelnen Familien hinein erstreckt, läßt sich nicht überkleistcrn. Er muß beseitigt werden, um Ruhe in die ganze Volkswirtschaft hin- einzubringen: er wird es aber n i e werden durch die ein- seitige Bevorzugung desjenigen Teiles der Wirtschaft, die sich heute vordringlich d i e Wirtschaft nennt. wer kaust! Lumpen, Knochen, Altpapier, Zeitungen... Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" steht zum Berkauf. Mehr als ein Dutzend Redakteure sind entlassen. Der Umfang der Zeitung schmilzt zusammen. Eine Zeitung ist feil. Eine Zeitung, ein Organ, das Ausdruck der öffentlichen Meinung sein soll, getragen vom Willen zum Dienst an der Gesamtheit— und feil für den, der sie will und der sie zahlt? Dies« Zeitung ist feil. Sie wurde eingehandelt von Hugo Stinnes dem Gründer. Als er aufkaufend und hausierend durch Deutschland und die Well zog, als sich in buntem Gemisch Bergwerke und Wälder und Häuser, Fabriken, Hotels, Schiffe in seinem Hausiersack sammelten, hat er auch sie gekauft. Es war nicht nur der reale Unternehmungswert, der ihn lockte und den er zahlte. Gesinnung, Anschauung, politisches Urteil, öffentliche Meinung wollte er taufen. Eine Zeitung wollte er, die nicht der Aus- druck einer großen, auf Ideen beruhenden Bewegung im Volke fein sollte, sondern ein Instrument, um Volk und Regie- rungen im Sinne seiner Geschästsintereffen zu beeinflussen. Einen Stimmungsgenerator für den Stinnes-Mythus. Dieser Stimmungsgeneratvr fetzte die Phrase von der diskontfähigen Unterschrift der sogenannten Wirtschastsführer in die Welt. Er verdarb die Stimmung für die Währungs- sanienmg vor dem Ruhreinfall. Er rühmte den Republikaner Hindenburg, als die Folgen seiner Wahl für die Versuche Stinnes, in Amerika Kredite aufzunehmen, sich zeigten. Das Geschäft verengt sich. Der Stimmungsgenerawr wird zu teuer. Er war feil, als er gekauft wurde,-vanim soll er nicht wieder feilgeboten werden. Wenn die Firma Stinnes in den großen Hausiersack greift und um Gotteswillen Häuser und Schiffe, Fabriken mit Arbeitern, Bergwerke und Hotels anbietet, warum soll sie nicht die„Deutsche Allgemeine Zeitung" mit hervorziehen und mit ihr hausieren. Kauft, kaust! Es wird verauktioniert. Lumpen, Knochen, Altpapier, Zeitungen! Ein Stück Wirtschast, ein Stück Well ist feil, mit Menschen und Seelen, mit Gefühlen und Gesinnungen, mit Glück und Unglück. Ein Stück Welt — als Spaß obendrein für den Nächsten, der kaufen kann, eine Zeitung. Mitsamt dem Manne, der sie lestet, und das Schauspiel dazu fabriziert. Ein Spektakulum, ein diabolisches Spielzeug, an dem die Meinungen und Ansichten von Massen hängen. Die Strippe ist zu verkaufen, mit der man die Seele der blöden Masse tanzen läßt. Eine Zeitung ist zu verkaufen.� Wer kaust? Ist nicht ein Schutzzöllnerr da, der den Massen einreden lasten will, daß teures Brot bester schmeckt und bekömmlicher ist als billigeres? Ist nicht ein Unternehmer da, der den Arbeitern beibringen läßt, daß der Zehnstundentag zum glücklichen Leben gehört? Nicht ein Frommer, der die Begehrlichkeit der Masten als Urquell des Bösen denunzieren lasten will,, ein Gründer, der sich an Stelle des enthronten Götzen Stinnes als Wirtschafts- kaiser beweihräuchern lassen will? Eine Zeitung«st feil. Ein Instrument für Minffter, für Gründer, für Schieber, für Demagogen— aber nicht ein Segen der öffentlichen Meinung. Nicht ein Instrument der Demokratie, sondern eine Waffe der Demagogie. Es gibt Zeitungen in Deutschland, die feil sind, die aus eine Hand in die andere gehen und mit dem Besitzer den Kurs wechseln. Hundert Zeitungen werden vom Stinneskonzern in Deutschland kontrolliert— hundert Zeitungen sind feil. Eine ganze Afterpresse. Zeitungen zu verkaufen. Lumpen, Knochen, Altpapier, Zeitungen— wer kaust? Der Soll Stinnes. Stützungskredit von 50 Millionen Mark. Die Krise des Stinnes-Konzerns erregt in Deuffchland wie im Ausland das größte Aufsehen. Die Handelspresse übt vorsichtige Zurückhaltung. Das Streben der Großbanken geht danach, eine Panik zu vermeiden. Die notwendigen Realisationen von Aktienpaketen der abzustoßenden Unter- nehmungen und Beteiligungen sollen mit Hilfe der Banken allmählich vorgenommen werden. Die spärlichen Nachrichten, die die Oeffentlichkeit von den beteiligten Kreisen erhält, lassen erkennen, daß es der An- spannung aller finanziellen Kräfte bedurft hat, um einen so- fortigen Krach und ein« Börsenpanik zu vermeiden. Man hat nicht nur die Banken, sondern auch die Sparkasten und Girokassen für die Sanierung des Stinnes-Konzerns inter- estiert. Allgemein ist die Klage darüber, daß die Beteiligten die Oeffentlichkeit im unklaren lasten. Das„Berliner Tage- b l a t t" schreibt: „Das offizielle CommuniquS ist außerordentlich dürftig gehalten und gibt weder über die Gründe der Schwierigkeiten— denn um solche handelt es sich offenbar — noch über den Umfang und die Art der geplanten Abstoßungen Aufschluß. Mann kann auch daraus keine An- Haltspunkte über die Frage gewinnen, von wem die abgestoßenen Interessen übernommen werden sollen. Aus dem CommuniquS muß man jedenfalls den Schluß ziehen, daß nicht nur eine straffe Zusammenfassung des bisher stark dezentralisierten Verwaltungs. apparates, der. abgesehen von Mühlheim, auch in Hamburg und Berlin über große Organisationen verfügt, in Betracht kommt, sondern auch eine Berringerung der industriellen Unternehmungen, an denen sich der Stinnes-Konzern im Laufe der letzten Jahre in so überreichem Maße im Inlande sowohl wie im Auslande beteiligt hat... Ueber alle diese Fragen, und insbesondere auch über die offen- bar erhebliche Kreditanspannung des Konzerns, die jetzt in erster Linie den Entschluß zur Einschränkung ver- anlaßt zu haben scheint, werden binnen kurzem weitere, ein- gehende Mitteilungen erforderlich werden. Der Um- sang des Stinnes-Konzerns ist zu groß, und die allgemeine Wirt- schaftliche Tragweite seiner Geschicke ist zu bedeutend, als daß die Oeffentlichkeit sich mit einigen unbestimmten Redewendungen über so einschneidende Borgänge begnügen könnte." Ueber das Wesen der beschlostenen Stützungsaktionen unterrichtet eine Zuschrift, die die ,.B. Z. am Mittag" aus Berliner Bankkreisen erhält. Es heißt darin: „Die R e i ch s b a n k hat sich nämlich, wie wir erfahren, in der gestrigen Sitzung bereit erklärt, künftig notwendig werdend« Kredite für den Stinnes-Konzern in der Weis« zu unter- st üp tz e n, daß die ihr nahestehende Golddiskontbank Wechsel des Stinnes-Konzern unter dem Giro der Großbanken hereinnimmt. Diese Wechsel-Kredite sollen im Notfall so- gar über das geltende Wechselkontingent hinaus gewährt werden. Immerhin erwartet man in Bankkreisen, daß dem gestrigen Kommunique bald weitere folgen werden und erhofft von diesen mehr Klarheit." Diese Zuschrift ließ erkennen, daß die Stützungsaktion außergewöhnliche Maßnahmen der Reichsbank erfordert hat. um so mehr ist es nötig, daß die Oeffentlichkeit volle Klarheit erhält. Die Dorfe und öer Sali Stinnes. Scharfe Kursrückgänge der Stinneswerte. Die schon seit Tagen auf der Börse lastende Unsicherheit erfuhr heute durch das offizielle Stinnes-Kommunique, das allseitig als ungeschickt abgefaßt und völlig unzulänglich bezeichnet wird, eine außerordentliche Verschärfung. Nachdem die im Vor- börsenverkehr genannten Kurse ziemlich fest lagen, traten schon zu Beginn der Börse, besonders für Montanwerte, erhebliche Kursabschläge ein. Diese betrugen bei Bochumer Z Proz., bei Deutsch-Luxemburg 2% Proz., bei Gelsenkirchen 2 Proz., Stinnes- Riebeck 1 Proz., während die beiden Elek- trizitätsgesellschaften Schuckert und Siemens u. Halske relativ gut geHallen waren. Im weiteren Berlaufe wurde die Stimmung ausgesprochen matt, so daß z. B. Phönix, die man vor- börslich mit 100 V, Proz. hören konnte, auf S4 Proz. zurückgingen. Auch die schon genannten Stinneswerte waren weiteren starken Kursrückgängen ausgesetzt. Die Tatsach«, daß in dem offiziellen Kommunique keine Rede von der finanziellen Seite der Angelegenheit ist, führt zu der Bermutung, daß g e st« r n noch nicht eine Einigu«g zwischen den Geldgebern und dem anscheinend stützungsbedürftigen Stinnenstonzern erreicht worden ist. Andere behaupten allerdings das Gegenteil. Man verweist auf den sehr ungünstigen Eindruck, den diese Borgänge im Auslande hervorrufen müssen, das besonders die Stinnesschen Angelegenheiten mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Es werden Kündigungen ausländischer, dem Stinneskonzern hergegebener Gelder vermutet, für die der Austritt von Dr. Edmund Stinnes den Anlaß gegeben haben soll. Mißbrauch von Reichsbanner-?fczeichen. Schwarzrotgoldene Kommunisten. Genosse K ü n st l e r schreibt uns: „Im Auftrage des Bezirksvorstandes der SPD., Berlin, begab ich mich gestern abend nach dem Lehrervereinshaus am Alexander- platz zur Protestversammlung der Bäcker und Konditoren. Als ich den Alexanderplatz überschritt, bemerkte ich in den Anlagen einen Trupp des Roten Frontkämpferbundes. Da ich schon immer den Wunsche gehabt hatte, die Soldaten der �Weltrevolution" kennenzulernen, gesellte ich mich zu ihnen. Ich konnte dabei folgende Feststellungen machen: Der Rote Frontkämpferbund hatte den Auftrag, die Protestver- sammlung der Bäcker und Konditoren zu besuchen und die Der- sammmlung zu stören. Die Störer sollten aber nicht ohne weiteres als Kommunisten erkennbar sein, sondern in der Maske von sozialdemokratischen Arbeitern austreten. Zu diesem Zweck wurden an Rote Frontkämpfer Abzeichen des Reichsbanners S ch w a r z- R o t- G o l d sowie schwarzrotgoldene Schleifen verteilt." Es scheint, daß die Kommunisten diese allen Regeln eines ehr. lichen Kampfes hohnsprechende K r i e g s l i st nicht zum erstenmal anwenden. Man kann sich jetzt vorstellen, wie die Berichte der „Roten Fahne" über Berbrüderungen zwischen Reichsbannerleuten mit Kommunisien, über Protestaktionen„sozialdemokratischer" Arbeiter gegen die„Bonzen" und dergleichen entstehen. Erst werden die Bilder gestellt, dann wird der Film gedreht. Was dabei herauskommt, ist keine Revolution. Es ist nur ein Mittelding zwischen Kintopp und Hochstapelei. Fluchtversuch. Von Konrad Seiffert. Jedesmal, wenn er mit seinem Karren an den hellerleuchteten Schaufenstern der großen Kaufhäuser vorbei kam, vor denen sich die Menschen drängten, blieb er stehen und sah in das Gewühl und über die Köpfe der Neugierigen in die spiegelnden Schaufenster. Jedesmal mahnte ihn Tasso zum Weitergehen und knurrte und zog ihn und den Karren fort. Jedesmal, wenn er nach Hause kam, brüllte ihn der Mann, der ihn beherbergte, beschäftigte und ihm etwas zu essen gab, an und drohte, ihn auf die Straße zu setzen, wenn er noch einmal so lange unterwegs bleibe. Und die Frau schwappte ihm sein Abendessen, einen Teller mit Wasser und altem aufgekochten Brot, hin und schrie ihn an, er solle sich beeilen, damit er in die Klappe komme, denn das Licht koste Geld. Jedesmal, wenn er den dunklen Gang entlang tappte, der zu dem Verschlag führte, In dem er schlief, zog sein Leben an ihm vorüber, und es war ihm, als bringe ihn jeder Schritt, den er tat, immer tiefer hinab in einen lichtlosen Abgrund, aus dem kein Weg nach oben führte. Manchmal blieb er auf diesem Gang stehen und überlegt«, ob es nicht besser für ihn sei, wenn er umkehren, das stinkende Haus, den brüllenden Mann, die keifende Frau und seine schmutzige Arbeit verlassen würde. Aber da drängte Tasso nach, rieb seinen klugen Kops an seinem Schenkel, und er fühlte den war- men Atem des Hundes und sein struppiges Fell u.id feine Treue. Da ging er weiter, bis er an die Bretterwand kam, ließ sich auf die Knie nieder und kroch auf allen Bieren durch die niedrige Oeffnung in dos Loch, in dem er schlief, und das auch dem Hund als Nacht- ausenthalt diente. Der legte seinen Kopf aus die Füße seines Herrn und wärmte sie. Unter dem faulenden Holzbelag des Fußbodens zogen Tag und Nacht die Abwässer der chemischen Fabrik zum Hasen hin. gurgelnd, wispernd, stinkend. Jeden Morgen weckte ihn der Hund und drängte zum Aufbruch, als wisse er, daß jede Verspätung das Toben des Brotgebers steigere. Jeden Morgen brüllte ihn der Mann an, und die Frau setzte ihm schim- pfend die Brotsuppe auf den klebrigen Tisch. Dann zog er mit dem Hund und dem Karren los. Hinter ihm ging der Mann mit ge- rötetem Gesicht, mit zusammengekniffenen Augen und mit brutalen Händen, die groß und lang aus den zu kurzen Aermeln seines Jacketts herabhingen Dann nahm sie der Schlachthof mit dem Angstgebrüll der Kühe und Kälber, mit dem Todesschrei der sterben- den Schweine und mit seinem Gestank nach Leichen, Unrat und Fäulnis auf. Seit etwa fünf Jahren war er in der Stadt. Seit dieser Zeit tat er jeden Tag die gleiche Arbeit, schlief jede Nacht auf den gleichen Lumpen seines Berschlages über dem Kanal, der die Abwässer der chemischen Fabrik zum Hafen leitete. Er konnte sich noch des Dorfes erinnern, in dem er geboren war, und aus dem ihn der Mann, ein entfernter Verwandter seiner Mutter oder seines Baters, die er beide nicht kannte, geholt hatte. Er wußte noch etwas von der Sonn«, von Blumenwiesen, von duftendem Heu, vom Baden im Teich, v«m Garbenbinden und vom Ställeausmisten, vom Jähzorn des Bauern, bei dem er aufgewachsen war, von der Emsigkeit eines jungen Lehrers und vom Orgelspiel des Kantors in der Kirche am Sonntag, von Schlägen, jungen Schweinen, gslbflaumigen Gänsen, vom Storchnest, von blühenden Flieder- und Apfelbäumen, vom Wald und von einem Hügel, auf dem eine einsame Kiefer stand. Machmal, wenn nachts das Wasser unter ihm gurgelte und er durch die Ritzen seines Berschlages den Frühlingswind zu spüren glaubte, horchte er auf, saß stundenlang mit offenen Augen auf seinen Decken und starrte in das Dunkel. Manchmal war es ihm, als müsse er einen Weg finden aus diesem Dunkel und aus diesem Leben, hinter dem er ein anderes ahnte., Ud dann wagte er sich hinaus. Tasso wollte mit. Aber er beruhigte ihn und versprach ihm goldene Berge, bis sich der Hund auf fein Lager streckte, noch immer mißtrauisch und besorgt um sainen Herrn. Der schlich den Gang zurück, hastete über den dunklen Hof, öffnete das Tor. Das knarrte. Bon hinten klang Tassos unter- drückte? warnendes Gebell. Dann rannte er die endlose graue Straße entlang, die fast menschenleer war, bog auf dem Platz, auf dem die runde Kirche stand, rechts ab, und nach zehn Minuten stand er im Strudel des Nachtlebens der Großstadt. Er sah an den Häusern die flimmernde Reklameschrist, die Lichtflut der Schau- fenster, die geputzten Menschen. Heiß schlug ihm Auiodunst und Parfümgeruch entgegen. Er ging von einer Straße zur andern, blieb stehen, sah sich Meißner Porzellan, gebratene Gänse, Sportkostüme. Oelgemälde und Automobile an, wurde von Menschen angerempelt, bekam Hunger, setzte sich auf einen Stuhl und floh, als er merkte, daß dessen Benutzung Geld kost«.' Nach Mitternacht verebbte der Verkehr. Die Dirnen sahen ihm mißtrauisch nach. Er war schon so oft an ihnen vprbeigegangen, hatte groß in ihre gepuderten Gesichter gesehen und machte nicht den Eindruck eines Zahlungsfähigen. Eine Polizeipatrouille verjagte Zuhälter und Dirnen. Er blieb stehen, weil er ein gutes Gewissen hatte. Die Polizisten sahen seine zerlumpte Kleidung und nahmen ihn mit zur Wache. Hier wurde er ausgefragt, und er erzählte, daß er davongelaufen sei und warum er da- getan habe. Er wurde angeschnauzt. Man glaubte ihm nicht. Er konnte sich nicht ausweisen. Man behielt ihn da. Cr bekam eine Decke und ein Stück Brot. Auf einer Pritsche schlief er traumlos. Am Morgen brachten sie ihn zu dem Mann, der ihn bisher beherbergt, beschäftigt und ihm etwas zu essen gegeben hatte. Sie überzeugten sich, daß er da hin gehöre und überliehen ihn dem Mann. Tasso rieb seinen Kopf an seiner Hand, der Mann brüllte, die Frau schimpfte, dann Klapperte der Karren über das Pflaster des Hofes, zum Tor hinaus, zum Schlachthof. ver veussche werkbuvd veranslaltet vom 20. bis 23. Juni feine 14. FahreS- Versammlung in Bremen. Unter den Borträqen sind: MuscumSdirektor Dr. Walter Riezler über die KunsigelverbcauSslellilng in Pari«: ferner Vor« träge von Direltor Hans Krämer über„Schiffahrt und Schch'bau-. An- fchliesien sollen sich Besichtigungen in Oldenburg. Bremerhajen, Fahrten nach Helgoland und nach England. Eine„llnternalionale Panomimen-Gesellschast" wurde unter der künstlerischen Oberleitung von Max Reinhardt in Berlin ge- gründet. Sie bezweckt die Berbreitung größerer Pantomimen und Ballettwerke im In- und Auslande. Direktoren der Gesellschaft sind Ernst M a t r a y und Heinz Herald. Der Aufsichtsrat fetzt sich zusammen aus Hugo von Hofmannsthal, Max Rein- Hardt, Richard Strauß, Rechtsanwalt Dr. Apfel, der den Vorsitz führt, und Rechtsanwalt Artur W o l f f, Direktor des Deut- schen Bühnenvereins(stellvertretender Borsitzender). Die Gesellschaft will ihre Tätigkeit im August bei den Salzburger Festspielen be- ginnen. vergislungsgefahr in hohen Luftschichten. Entgegen der all- gemeinen Annahme wird die sogenannte Bergkrankheit, die heule nicht nur die Alpinisten, sondern mehr noch die Flieger bedroht, nicht ausschließlich durch d*r Verminderung de» Luftdrucks und den Mangel an Sauerstoff herbeigeführt. Die in hohen Luftschichten aufttetenden krankhaften Störungen des Organismus werden viel- mehr in der Hauptsache durch gewisse gijtige Bestandteile, die der Luft in großen Höhen beigemengt werden, verursacht. Erhebt man sich über eine bestiminte Grenze,' so stellt sich— da» ist das Wesen der Bergkrankheit— ein von Schwindel, Erbrechen, Atemnot und Herzbeklenunungen begleitetes Unwohlsein ein. das in seinen Be- gleiterscheinungen große Aehnlichkeit mit der Seekrankheit hat. Nach neuerdings vorgenommenen Analysen der Luft in verschiedenen Höhenschichten handelt es sich hierbei, wie die„Revue des sciences" ausführt, um eine ausgesprochene Vergiftung, hervorgerufen durch Stickstofsoxyde und Ammoniumnitrate, die die Zusammensetzung des Blutes verändern und schwere und schnell verlaufende Krankheits» formen hervorrufen. Die Gaswirkung wird durch die infolge der starken Luftoerdünnung herbeigeführte Verminderung des Sauerstoff- gehalts des Blutes noch wesentlich verstärkt. Der Einzug der Todesschlangen. Die Wärter des New Mrker Bronx-Zoo haben 5 Stunden laüg, in lange Gummiröcke, Gummi- schuhe und Gummihandschuhe gekleidet, mit großen Schutzbrillen vor den Augen, die Sammlung gefährlichster Schlangen in die Kosige gebracht, die bisher je nach Amerika gekommen ist. Unter den Reptilien, die auf diese Weise in ihr« neue Wohnungen einzogen. befanden sich 18„Todesschlangen" oder Mambos, die ersten Tiere dieser Art, die die Vereinigten Staaten lebendig erreichten. Die Mambas sind die gefährlichsten Schlangen, die es gibt: jeder Biß ihrer Giftzähne wirkt tödlich, und sie greifen Menschen ohne jeden Anlaß an. Die Wärter, die durch ihr« Kleidung geschützt waren, gingen den Schlangen mit großen Besen und Netzen zu Leibe und brachten sie eine nach der anderen in die Räume des Reptilienhauses. Dank der Vorsichtsmaßregeln wurde niemand verletzt, ober die „Todesschlangen" richteten' ihre spitzen, gegabetten Zungen gegen die Wärter und gruben verschiedentlich ihre Giftzähne in die Gummi- rüstung. Seit 26 Jahren ist man bestrebt, Mambas nach dem New Yorker Zoo zu bringen, aber bisher starben alle Tiere auf dem Woge oder ganz kurz nach der Ankunft. Unter den übrigen Schlangen, die ihren Einzug hietten, befanden sich riesige schwarze Kobras, Gabun-Vipern. Rhinozeros-Dipern und Riesenschlangen von besonderer Größe. Als die neuen Gäste alle glücklich in ihren Be- hausungen waren, atmeten die Wärter erleichtert aus. Der Weltmeister stellt sich vor. Inmitten des abendfühlen Lunaparks, nur wenig befeuert durch einige asthmatische Raketen und Feuerräder, erschien gestern im hellen Licht der Scheinwerfer der große" Mann, der die Sportherzen der ganzen Welt während der letzten zwei Jahre einigermaßen in Bewegung hält. Der Lunapart hatte sich sogar seinetwegen eine " etwa 50 Jahre alt und 1,73 Meter groß, hat im Oberkiefer zwei Goldzähne und trug einen grauen Hut, einen graubraun melierten Anzug, graue Strümpfe und braune Schnürstiefel. Bei ihm fand man einen Zettel mit den Worten: Wassili Milonowitsch. teilungen zur Feststellung der Persönlichkeiten an die Vermißten53 Jahre, Arbeiter aus Lodz. Habe keine Angehörigen." Mitsentrale im Polizeipräsidium. Der Deutsche Rundflug. Starter Nebel auf der 3. Schleife. In den Abendstunden des ersten Tages der dritten Schleife trajen noch folgende Flieger wieder auf dem Tempelhofer Feld ein: Nr. 653 Wente auf Junkers( Flugzeit 13:52), 691 Junk auf Heinkel ( 14:37), 672 Landmann auf Heinkel( 14:46) und 654 Roeder auf Junkers( 11:35). = fleine Umwandlung gefallen lassen müssen. Sein erflärter Mittelpunkt, die Leuchtfontaine, war verschwunden und das Baffin, das sonst ihre buntglizernden Wasser sammelte, war überdacht von einem viereckigen Türmchen, das wieder den eigentlichen Borring fronte. Nach einer stimmungsvollen Pause sämtlicher Musiken erschien Jac Dempsey, der Borweltmeister, in einem schönen roten Schlafrod. Er trug ihn, wie es seinem Rang geziemt, lächelte freundlich unter glatt geöltem Haar den versammelten Lunapartern entgegen und schüttelte schließlich den schönen Togaschlafrock mit jener eleganten Bewegung ab, die sportlich und theatralisch gebildeten Leuten seiner Art in der ganzen Welt eigen ist. Nun stand er da in einem schwarzen Trikot, den massigen muskulösen Oberförper gespannt dem schwarzen Trikot, den massigen muskulösen Oberkörper gespannt dem Licht zugedreht, die schlanken Beine in der Dunkelheit versinkend. Immerhin ein nicht gewöhnlicher Anblic. Nachdem das Megaphon einen Abriß seines Lebenslaufs, eine furze Würdigung seiner Quali täten gegeben hatte( wörtlich: im Ring der gefährlichste, im Brivat leben der gutmütigste Mensch- o, wie es feufzte rundum unter den Bubenköpfen, begann Dempsey ein bißchen spielerisch zu zeigen, was er fonnte, d. h. was er im Training leisten fonnte. Er be arbeitete den großen Sandball mit Berve, zeigte seine sehr beweg. liche und elegante Beinarbeit, dann mußte er demonstrieren, mit welchen Schlägen er einige der größten Boger dieser Welt zur Erde gestreckt hatte. Da ist ein feiner, sein Lieblingshieb, sein Genid. schlag. Wer dem widersteht, ist eben stärker als Dempsey. Und dann gab es furze Demonstrationstämpfe, so mit Didmann, dem Berliner Halbschwergewichtler, mit Brandl und dem Engländer Drate. Dempsey spielte eigentlich nur mit diesen Bartnern, denen es fichtlich nicht ganz geheuer dabei war. Schließlich entschwand der Meister den Blicken im Innern des Türmchens über der Fontaine. Das Rondel, in deffen Mitte all das geschah, wurde noch lange befizender des Reichsbundes republikanischer Anwälte. lagert. Ja, es dauerte noch eine ganze Weile, bis die rutschenden und tollernden Luftmaschinen ihre abendlichen Opfer wieder heran geholt hatten. Inzwischen fuhr der große Meister im eleganten Der Flughafen Tempelhof machte am heutigen Bor mittag einen sehr stillen Eindruck. Die Junisonne stand brennend über dem Feld, das mehr von Automobilen, als von Flugzeugen überquert wurde. In dieser Eintönigkeit brachte die 2andung folgender Wettbewerber etwas Abwechslung: D 644, 652, 634, 673, 639, 656, 689 und 655 nach einer privaten Meldung ist D 608 gestern abend bei Arnstein notgelandet, während 609 heute früh von Sindelfingen nach Bamberg startete. Zu Ungewitters Un fall erfahren wir, daß es sich um einen leichten Fußtnöchel bruch handelt. Der Unfall passierte infolge Stehenbleibens des motors. Es waren bis zum Morgen des zweiten Tages der dritten Schleife von 37 gestarteten Maschinen 19 zurüd gefehri. Von den verschiedenen Etappenorten Würzburg, Stuttgart, Bamberg uw. liegen jedoch bereits Melbungen über den Weiterflug einer Reihe von Maschinen vor. Abendbreß am Arme seiner schönen Frau den anderen Entzückungen Berlins entgegen. Weitergegebenes Falschgeld. Wie man fchuldlos zum„ Münzverbrecher" werden kann. Wie gefährlich es ist, Falschgeld, das einem angedreht ift, weiterzugeben, mußte ein Raufmann S. zu seinem Leidwesen erfahren. Bielfach herrscht bekanntlich im Publikum die Gewohn. heit, Falschgeld, das man bekommen hat, ohne es zu merten, ohne weiteres weiterzugeben. Man bedenkt nicht, daß man sich in solchem Falle des Münz rerbrechens schuldig macht. Wenn nämlich jemand ohne fein Verschulden falsches Geld vereinnahmt, und er gibt es, wiewohl er es als falschgeld erkannt hat, wieder aus, so ist eine solche Hand lung strafbar. Jener Kaufmann S. hatte vier falsche Mart. stü de beim Wechseln auf dem Autoomnibus, wie er angab, er. halten und nun schleunigst versucht, dieses Falschgeld durch Einkäufe wieder loszuwerden. Dabei war er abgefaßt worden und wurde unter Anflage gestellt. Der Staatsanwalt beantragte gegen den bisher unbestraften Angeklagten die geradezu ungeheuerliche Strafe von 1½ Jahr Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust. Dem Berteidiger war es gelungen, das Bericht davon zu überzeugen. taß es sich hier nur um einen Aft von Unüberlegtheit handelte, so daß der Angeklagte mit einer Geldstrafe von 300 m. davongekommen war. Der strafmütige Herr Staatsanwalt wollte den Sünder mider Willen durchaus ins Gefängnis haben und hatte gegen das erste Geldstrafenurteil Berufung eingelegt. Die Straf. fammer des Landgerichts II aber bachte doch anders und bestätigte das erstinstanzliche Urteil: 300 M. Geldstrafe und die Roften. Das ist gerade genug für eine Unüberlegtheit. Lötzinn und Fahrpelz. Der faufmännische Angestellte eine de will sich selbständig" machen. Zu diesem Zwed entwendet er der Firma, bei der er be schäftigt ist, vorgebrudte Bestellscheine und einen Gummi. stempel zuin Selbständigmachen der erste Schritt. Mit diesen beiden Dingen begibt er sich zu seinem Bekannten Reymann. Der füllt einen solchen Bestellschein auf Lötzinn aus, unterstempelt und unterschreibt( vereinfachtes Berfahren) für Chef und Broturisten zugleich, geht hin, holt sich den Sinn ab und verfauft ihn ander. weitig. 16 000 m. war 1920 der Erlös. Noch am selben Abend liegen fich meinede und Neymann ob Teilung der Beute in den Haaren. Und am nächsten Morgen flopft es bei dem auf schlechtem Gewissen als schlechtem Ruhetiffen schlummernden Meinede. Rasch fpringt er auf, glaubt, daß die Bolente" ihm schon auf den Füßen fei, padt die übrigen reservierten Bestellscheine in ein Batet und trägt es zu Graborg, einem anderen Freund. Aber die Bolizei war es diesmal noch nicht. Ein zweites Ding wurde gedreht. Jest mußte eine bekannte Bekleidungsfirma daran glauben, indem fie auf gleiche Weise um einen Fahrpela begaunert wurde, den teiner von ihnen abgeholt haben will. Doch muß Meinecke zugeben, daß er für den Transport 100 m. gezahlt hat. Nun ſizen Meinede, Neymann und Graborz auf der Anflagebant in Moabit, heulend und zähneklappernd alle drei. Meinede will die Hauptschuld auf Graborg schieben, aber da fommt er bei dessen Berteidiger schön an. Graborg hat angeblich gar nicht gewußt, daß in dem Balet, das jener ihm brachte, Bestellscheine waren. Das Gericht war wirklich fehr gnädig: nur wenige Monate Gefängnis für jeden eine Strafe, Die begeistert angenommen wurde. Der Haftbefehl wurde zwar aufgehoben, aber, fragt der Staatsanwalt, wollen Sie die Sache nicht gleich abmachen?" Ich möchte noch auf die Amnestie warten, Herr Rat," spricht Meinede lächelnd. Die tägliche Straßenprügelei. Gewerkschaftsbewegung Protest der Bäcker. Eine Riefenversammlung, einberufen vom Deutschen Nahrungsund Genußmittelarbeiterverband, protestierte gestern abend gegen die Wiedereinführung der Nachtarbeit im Bädereigewerbe. Das Polizeipräsidium, die„ Gesellschaft für foziale Reform", die Bäckermeisterorganisationen und die Sozialdemokratische Partei durch den Reichstagsabgeordneten Künstler waren vertreten. Der Vorsitzende, Genosse Schumann, stellte be= richtigend fest, daß die Vertreter der Bäder und Konditoren niemals dem 5- Uhr- Beginn zugestimmt, diesen vielmehr schärfstens bekämpft haben. Genoffe het schold erinnerte in seinem einleitenden Referat an die Abschaffung der Nachtarbeit vor 11 Jahren zu Beginn des Krieges, wo sich alle beteiligten Kreise darüber einig waren, daß die Beseitigung der Nachtarbeit einen Kulturfortschriti bedeutete. Aber bald stellten sich allerlei Angriffe gegen die Tagesarbeit ein; die Organisation und die Bäcker/ verstanden es jedoch, diese Angriffe erfolgreich abzuwehren. Dann kamen die fleinen Bäckermeister und verlangten aus den befannten wirtschaftlichen Gründen die Verlegung des 6- Uhr- Arbeitsbeginnes auf 5 Uhr früh. Besonders während der Inflationszeit wurden die Bäckergesellen in ihrer wirtschaftlichen Not gezwungen, früher mit der Arbeit zu beginnen, und so hat sich mit der Zeit die Forderung nach früherem Arbeitsbeginn allgemein herausgebildet, die durch den Erlaß des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe so gut wie erfüllt ist. Heßschold meinte, mit derselben Argumentation könnten die Laubendiebstähle erlaubt werden, weil sie so oft vorkommen. „ Gegen Unrecht und willkür in den Gefängniffen. Die Bero einigung fozialdemokratischer Aerzte veranstaltet anläßlich des Höfle- Standals eine öffentliche Versammlung und Rundgebung am Donnerstag, den 11. Juni 1925, abends 8 Uhr, im Lehrervereinshaus. Gegen Unrecht und Willkür in den Gefängnissen. Es werden sprechen die Genossen Dr. Kronfeld, Nervenarzt, Felix Fechenbach und Dr. Paul Bosener, Borber heutigen Boftauflage bei. „ Bolf und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt ber betanntesten Bertreter der Berliner Sportpresse, Arno Arndt, Arno Arndt t. Nach längerer Strantheit ist heute früh einer gestorben. Arndt, der im 53. Lebensjahre stand, gehörte seit 25 Jahren der Rebattion des„ Berliner Tageblatt" an. Der Dahingeschiebene, der auch als Verfasser vieler Sportschriften bekannt gemorben ist, erfreute sich in deutschen Sportfreisen allgemeiner Wertschägung. Die Eröffnung der Ausstellung des Arbeiterradioklubs in dem neugeschaffenen Heim Petersburger Str. 39 findet nicht heute, sondern erst am 13. Juni statt. Alle Apparate und Einzelteile müffen bis spätestens 11. Juni, abends, mit Stizzen und Namen versehen, bei der Ausstellungsleitung abgegeben sein. Medizinische Bäder! Das Bezirksamt Wedding hat im Stadtbad, Gerichtstraße 65/69, eine medizinische Abteilung neu eingerichtet. Es werden die gebräuchlichsten Heilbäder, auch mit Maffage, zu mäßigen Preisen serabfolgt. Allen hygienischen Ansprüchen ist Rechnung getragen. Die Abteilung ist täglich von 10 bis 7 Uhr geöffnet, für Frauen am Dienstag und Freitag, für Männer an den übrigen Tagen. Die Mitglieder von Krankenkassen erhalten die Bäber auf Grund taffenärztlicher Verordnung. Sommermonaten eine Schwimmhalle bereits ab 6. Uhr morgens für 3m Stadtbad Kreuzberg, Bärwaldstraße 64/67, ist in den Schwimmbäder geöffnet. Er Ein falscher Gasfontrolleur treibt wieder sein Unwesen. macht sich in Arbeitervierteln in der Mittagszeit an Kinder heran, beren Eltern auf Arbeit sind, läßt sich von ihnen aufschließen, ver. anlaßt fie, nach der legten Gasrechnung oder bgl. zu suchen, hilft ihnen" babei und stiehlt, was er erreichen fann. So erbeutete er in der Wiesenstraße u. a. eine goldene Herrenuhr mit Sprung deckel und dem Monogramm P. E. Aus den legten Tagen find bereits fünf Anzeigen eingegangen. Eine brauchbare Beschreibung des Schwindlers ist von den Kindern nicht zu erlangen. Mitteilun gen an Kriminalfommissar Busch, Dienststelle B. I. 20 im Polizeipräsidium. Flaggenftreit in Werder. Raum haben sich die Gemüter der Werderfchen Stadtväter über die Umwandlung des Rummelplages in einen Schmudplah beruhigt, ziehen neue Wolfen über die Häupter der Werderschen zusammen. Die Beflaggung der Städtisch en Badeanstalt ist biesmal das Sorgentind. Bei der Eröffnung der Badeanstalt ist diesmal das Sorgenfind. Bei der Eröffnung der Anstalt hatte der Pächter derselben eine schwarzweißrote Fahne gehißt. Das erregte großes Mißtrauen in Werder, und ihm wurde eine derartige Hissung untersagt. Jetzt flattert statt dessen die Breußenflagge auf der Städtischen Badeanstalt. Auch darüber haben fich die Werderaner beschwert. Den Stadtvätern wird jeht die Aufgabe gestellt werden, dafür zu sorgen, daß die Stadtverwal tung die Mittel zum Antauf einer schmarzrotgolde. nen fahne bergibt. Man fann auf diesen Flaggenkampf in der Märkischen Obsttammer gespannt sein. Rund um die Berolina. Im Bestreben, dem Gegenwarts. geschmad Rechnung zu tragen, sette das Rose Theater für feine Gartenbühne eine Revue auf den Spielplan. Man wird durch Berlin geführt, so, wie es für eine Revue und einem ballett freudigen Bublifum angebracht erscheint. Von Handlung fann und foll ja nicht groß die Rede sein und die Hauptpersonen müssen auf der Bühne immer schleunigst im Hintergrund verschwinden, damit fie nicht in ein gestelltes Bild geraten oder tanzfreudigen Beinen im Bege stehen. Bon Richard Wildes neun Bildern erscheinen etliche trampfbaft erzwungen, andere hingegen sind wirklich gut getroffen. Die Modeschau machte den weiblichen Zuschauern viel Bergnügen, obwohl durchweg Abendtoiletten vorgeführt wurden, für deren Anschaffung sowieso nur ein sehr fleiner Kreis in Betracht fommt. Das Bild„ Bor dem Rose- Theater" verseßte das Stammpublifum in allerbeste Laune. Wie schon erwähnt, wurde fleißig getanzt und bie Ballettmeisterin Emma Bailleul, die unter ihren Schülerinnen einige gute Begabungen hat, waltete mit Umsicht und Geschmac ihres Amtes. 4 Opfer einer Sandgrube. Gestern abend fam es in der Dresdener Straße zwischen Mit gliedern einer völkischen Organisation und fommunistischen Jungfturmleuten zu einem Zusammenfto ß. Die Gegner schlugen In Edenzell bei Ingolstadt ereignete sich ein bedauerlicher Unmit Stöcken aufeinander ein. In Verfolg, der vom Breuß. Minister glücksfall, bem 4 Knaben im Alter von 4 bis 8 Jahren zum Opfer des Innern herausgegebenen Richtlinien zur Bekämpfung des polifielen. In einer in der Ortschaft gelegenen Sandgrube vertischen Rowdytums der Straße griff die Polizei energisch durch. Es gnügten sich 5 Knaben bamit, Häuser zu bauen. Blöglich eilte einer wurden eine Anzahl Siftierungen vorgenommen. ber Jungen nach Hause und erzählte, daß das Haus eingefallen sei. Erst nach eindringlichem Befragen fam man der Wahrheit auf den Grund und fand die Ahnung von einem schweren Unglüd leiber erfüllt. Beim Nachgraben in der eingestürzten Sandgrube fonnte man die 4 Spielkameraben des Hiobsboten nunmehr als Leichen bergen, darunter zwei Brüder. Unbekannte Selbstmörder. S Mit einer Schußwunde im Kopf murde heute früh gegen 4 Uhr auf einem Rasenplatz an der Königsdamm Brüde am Westhafen ein unbekannter Mann von etwa 25-28 Jahren aufgefunden. Die Leute, die ihn auf dem Rafen liegen jahen, glaubten erft, daß er schlafe und versuchten, ihn zu weden. Erst jezt nahmen sie wahr, daß er aus einer Ropfwunde start blutete und riefen das Ueberfallfommando des Polizeiamtes Tiergarten. Dieses stellte eine schwere Schußwunde am Ropfe feft und brachte den Mann, der noch Lebenszeichen von sich gab, nach dem Birchow- Krantenhause. Eine Browning- istole fand man einige Meter von dem Manne entfernt im Grafe liegen. Die Kugel hatte die Schädeldecke durchschlagen. Die start vermeste Beiche eines unbefanten Mannes wurde im Jagen 152 des Grunewalds in einer Schonung aufgefunden. Der Mann hat fich anscheinend vergiftet, und mag wohl schon 14 Tage da gelegen haben. Er ist Condon- Zürich und zurüd in 14 Stunden. Der britische Flieger Cobham ift an einem Tage in einem leichten und wieber zurüd geflogen. Er brauchte zum Hin- und Rüdflug Flugzeuge von dem Flugplay Croyden( London) nach Zürich zusammen vierzehn Stunden. Die Gesamtflugftrede beträgt etwa 1500 Kilometer. Ein fechzehnjähriger Mörder. Bor furzem wurde in Wallenborn in der Eifel ein elfjähriger Knabe ermordet aufgefunden. Jegt murbe laut Köln. Boltszeitung" ein sechzehnjähriger Junge in Wallenborn als Mörder ermittelt; er soll den Knaben im Streit umgebracht haben. Der Täter wurde nach Gerolstein gebracht. Der 5- Uhr Arbeitsbeginn gibt absolut feine Gewähr dafür, daß nunmehr nicht noch früher angefangen wird. Eine Kontrolle ist gut wie unmöglich. Die Bädergesellen sollen wieder zu den alten, verhängnisvollen Zuständen der früheren Nachtarbeit zurüdgebracht werden: Nachts arbeiten, am Tage schlafen, feine Teilnahme an Kulturveranstaltungen, fein Familienleben. 5- hr- Anfang bedeutet Ende der Nachtruhe um 3 Uhr, bedeutet stundenlange Wege zu Fuß, ohne Berkehrsmittel. Das wird bald dazu führen, daß die Bäder wieder mit der letzten Bahn zu ihrer Arbeit fahren und dann natürlich auch mit der Arbeit beginnen müssen. Durch die Verfügung des Handelsministeriums ist zwar die Nachtarbeit nicht offiziell eingeführt, ihrer stillschweigenden Einführung sind aber Tür und Tor geöffnet. Heßschold schloß sein Referat mit der Aufbie einste uebertretung des Miniſterialerlaſſes zur Anzeige zu forderung an die versammelten Bäckergesellen, nunmehr jede, auch bringen.( Lebhafter Beifall.) " Während der Diskussion sprachen sich die Vertreter der Freien Bädermeister gegen den 5- Uhr- Arbeitsbeginn aus, während ein Bertreter des Bädermeister- Zwangsverbandes erst die Ergebnisse der Probezeit abwarten will. Geheimrat 3immermann von der Gesellschaft für soziale Reform" war gegen Nachtarbeit und gegen 5- Uhr- Beginn. Gewerberat Spannagel vom Polizeipräsidium erklärte, daß in dem Augenblick die neue Verordnung abgehoben wird, wo bewiesen wird, daß in nennenswertem Umfange Uebertretungen vorkommen. Genosse Künstler versicherte der Versammlung die vollfte Unterstüßung der Sozialdemokratischen Partei im Kampfe gegen die Nachtarbeit. Dem schloß sich ber Ber treter des chriftlichen Verbandes an. Was die kommunistische Landtagsabgeordnete Ludewig zu sagen hatte, war der übliche fommunistische Quatsch. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, die die Ausführungen des Referenten unterstrich und in der es zum Schluß heißt: Gerichte und Staatsanwälte tragen ihr gerüttelt Maß von Schuld an der Gefeßessabotage und den heutigen anarchischen ihrer Tätigkeit nicht erlahmen. Es gilt jetzt den Kampf gegen die Zuständen in der Handhabung der Schuhgefeße für die Bäckereien. Troßdem dürfen die fleißigen Pioniere der Organisation in Nachtarbeit mit doppelter Energie aufzunehmen. Nun erst recht muß jede Uebertretung des Gesezes doppelt scharf beobachtet und der Verbandsleitung jeder Berstoß gegen das Gesez zur Kenntnis gebracht werden, damit diese ihrerseits dahin wirken kann, daß alles daran gesetzt werden muß, so schnell als möglich den 5- Uhr- Arbeitsbeginn wieder zu Fall zu bringen. Doppelten und brei. fachen Rampf der menschenmordenden Nachtarbeit und ihrer Begünstiger! Der Streit in der Schuhfabrik von S. Carsch. Zu der Notiz über diesen Streit, die am 31. Mai im ,, Borwäris" erschien, schickt uns Herr Carich eine Berichtigung, in der er be hauptet, daß der geringste Lohn, den er bezahle, 22% Pfennig betrage. Er bestreitet, daß in Berliner Betrieben der Hausschuhindustrie die Garniererinnen den Mindestlohn überschreiten. Er erklärt weiter, daß laut Tarifpertrag Streifs und Aussperrungen ausgeschlossen feien und Streitigkeiten vor der Bezirtstariftommiffion ausgetragen werden müssen. Die Arbeiterschaft und der Zentralverband der Schuhmacher feien also tarifbrüchig geworden. Schließlich bestreitet Herr Carsch, daß die Firma den Heimarbeitern die Lohnzulage vorenthalte und gegen die Arbeiterschaft willfürlich vorgehe. Zum Schluß behauptet Herr Carsch, daß der Streit com ,, tarifbrüchigen Gewerkschaftssekretär angezettelt und gegen den Willen der Arbeiterschaft durchgeführt werde. Hiergegen ist zunächst zu bemerken, daß Herr Carsch garnicht Mitglied der Organisation der Arbeitgeber ist und daß demzufolge weder die Bezirkstariffommission zuständig noch der Streif ein Tarifbruch ist. Im übrigen erfuhr die Organisation von dem Streif erft, nachdem dieser bereits ausgebrochen war. Die Behauptung, daß ein Gewerkschaftssekretär einen Streit gegen den Willen der Streifenden durchführt, ist so lächerlich, daß sie einer Widerlegung nicht bedarf. Der Zentralverband der Schuhmacher hat sich im Gegenteil nach Ausbruch des Streits bemüht, diesen bei zulegen, was jedoch scheiterte, meil Herr Carsch die Hälfte der Streitenden maßregeln wollte. In Dußenden Fabriken Berlins wird der tarifliche Mindestlohn der Garniererinnen überichritten, was sehr leicht nachzuweisen ist. Ebenso steht es mit der Ableugnung des Herrn Carsch, betreffend der Weigerung, die 10prozentige Zulage vom 29. März zu zahlen. Im übrigen geben wir der Firma den freundlichen Rat, vom hohen Roß herabzusteigen, wenn sie ihr Personal wiedersehen will. Der KPD.- Delegierte zum Gewerkschaftskongreß. Heil Mostau! Die Rote Fahne" fann berichten, daß die Berliner Tabafarbeiter einstimmig beschloffen haben, den KPD.- Mann Armbrust zum Breslauer Gewerkschaftskongreß zu delegieren und außerdem zum Internationalen Tabatarbeiterkongreß in Brüffel. Wir zweifeln nicht daran, daß Armbrust in Breslau noch einige Genoffen finden wird. Doch sind wir nicht besorgt darum, daß er fie etwa nicht zählen tönnte. Bauarbeiterstreik in Württemberg. Stuttgart, 5. Junt.( WTB.) Die Stuttgarter Bauarbeiter haben den Blättern zufolge den Streit beschlossen und in einer Stärke von etwa 4000 Mann die Arbeit niedergelegt. Auch in Heilbronn wurde beschlossen, in den Streit zu treten. Dort fommen etwa 1000 mann in Frage. Deutscher Baugewerksbund. Fachgruppe ber Glaser. Die Berhandlungen find gefchettert. Sonnabend, nachmittags 5 Uhr, ordentliche Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus. Alle Kollegen müssen erscheinen. Zutritt mur gegen Vorlegung bes Mitgliedsbuches. Berantwortlich für Bolitik: Bietor Schiff: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Raritäbt; Anzeigen Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin S. 68, Lindenstraße 3. Sommerkleidung für Straße und Sport Große Auswahl* Niedrigte Preife Schilfleinen- Anzug Sakko.Anzug mode 6500 Wander- Anz. 2 tell, 4800 manger oder kurser Hose, Cheviot Sakko- Anzugeg Jüngl.- Sakko- Anz. Loden und Manchester 65.- mit 2300 2300 in mod.gemust. Cheviots v. M. 3400 für Jagd und Sport, 26.00, BastJoppen- Schul- Anz. Cheviot, ein- und swelreihig 8500 berr.- Regenmänt. 3800 Strand- Anzug seid.- 2500 farb. Cheviots, Hose gef. v. M. an Sakko- Anzug Kammgarn, hellmode u stahlgrau Imprägn. baumw. Covercoat Dam.- Regenmänt. 11000 Sakko- Anzugab Gabardine in bester Qua14000 Sport- Anzüge tlig in 5000 2- telmod. Musterung, 68, 39.imprégn. reinw. Gabardine i. modern. Farben u. Formin. 3800 Güster- Sakkoschwarz u. blau m. Aermelfatt. 12.50, 10.50, Güster- Sakkoswarz u 750 blau 1800 m. breit. Innenbes. 26.-, 22.-, Gussor- Sakko Sport- Anzüge- te 14,00 Imitation flott gemusterte Cheviots.. 90 Bast.. 11.50, 9.50. seid- 700 Imitation... hellTennis- Anzug grauer Flanell mit Streifen.. Wasdikop.u.Satin 12.00, 10.50 7700 750 Weiße bein.- hosen Gennis- bosen 2400 Weißer Woll- Cheviot 29.00 Gennis- Bosen einfarb. 2100 grau u grau gestreifter Flanell 23.an Jüngl.- Wasch- Anz. gemust. Baumwollstoff. v. M. 1200 Kieler- Anzüge weiß 600 blaugestreifter Kadettstoff f.3 Jahre blanem Sporthosen Satin od. Drell für 1 Jahre. Bodenmäntelim für 7 Jahre 4.50 375 prägn 1200 21., 17.Leineweber Berlin C, Köllnischer Fifchmarkt 4-6 ähne 1.2 Teilzahlung Fahrräder and Nähmaschinen G.-M. auf Auf Teilzahlung Alles auf Tellzanlung! Stadi020 556 3 G.-M. an. Zahnz. mit Betäub. 1 G.-M., b. Bestellg Leichtmotorräder Oranienburger Strasse 65 bei bequemer monatl. und wöchentl. Abzahlung Ware wird sofort ausgehändigt! Herren- Anzüge Ulster, Gummimäntel Damen- Kostüme Kleider, Mäntel Knaben- u. Burschen- Jumper, Röcke Schwedenmäntel Bekleidung usw. Regenmäntel usw. Leib- und Bettwäsche Schuhwaren neu aufgenommen! Besichtigung ohne Kaufzwang Zuvorkommende und diskrete Bedienung Bekleidungshaus BEROLINA Haltestelle Frankfurter Allee 352, Laden Königsberger Straße Berlin- Steglitz, Bergstr. 90. Fernspr. Stegl. 556 Spezialbehandl. Nur für Werktäglich ab 9 Uhr vorm. geöffnet für Private und Krankenkassen- Mitglieder. Schwimmbäder, Wannenbäder, Bransebäder, russisch- römische Bäder, Schwitzgestattet b. xl. Anzahl u. wöchentl. Abzahlung von 1 G.-M. an. Echte Goldkronen v 8 G.-M. an. Ersatzkronen v. 3 G.-M. an. Zähne ohne Gaumenplatte v. von Gebissen gratis. Rat und Munduhtersuchung gratis. 3. Jahre weitgehende Garantie. Ueber 20 000 Gebisse zur vollsten Zufriedenheit geliefert. Ecke SchönFritz Raumer Kostensäure und Sauerstoffbäder, Lon- Hatvani, Danziger Strasse 1, hauser Allee. Kölln, Reuterstraße 53 tannin und Moorextraktbäder, Fichtennadel-, Sole-. Schwefel- usw. Bäder. Ischias in Hüft., Gesäß und Bein, wenn ärztl.festgestellt, In 15 Tagen sind schwere Fälle beseitigt worden. Unantastbare Heilerfolge. Bestätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. Invalidenstraße 106. 9-11. 1-4. Sonntag 10-12. Jacoby. Vorzeiger 10% Rabatt. E Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und billig! die billige Bezugsquelle für LeibWest. Wäsche Wäschestoffe jeder Arde 2. Geschäft: Anzengruber- Straße 27 Der große Waschstoff- Verkauf Wasch- Krepon 68 PL einfarbig .... Mtr. Zephyrleinen 75 PL gestreift..... Mtr.. 1.10 Perkal für Blusen und 85 P Oberhemden Mtr. Wasch- Musseline 95 Konfetti- Muster... Mtr. 1.10. Pf. Zu enorm billigen Preisen 4 große Schlager Kleid.- Musseline 78P 80 cm breit, in neuen Must., Mtr. Waschseide 295 Streifenmust., Die große Mode, Mtr. Kleider- Frotté 145 Kunstseid.- Trikot 295 PL 100 cm breit, Das prakt. Kleid, Mtr. Musseline- Kleider 295 6.85, 4.75 aparte Muster.... Voll- Voile- Kleider mit Filet- Einsätze.. 19.75, 12.5 875 Wetter- Mäntel 1975 zweiseitig zu tragen Kinder- Rucksack mit Ledertragriemen Pt. 95 P Sportgürtel für Knaben, Rindleder 95P PL Seidenbatist 95 Pt. in all. Farb. Mtr. Weiß- Vollvolle elegante Ware Mtr. Schweiz. Opal doppeltbreit Mtr. PL 1.45 1.95 in allen gangbaren Farben Mtr. NEUKOLLN- HERMANNSTR.210 Rips- Leinen Hernfeld in viel. Farb. Mtr. Kleider- Volle 115 cm, einfb. Mtr. 1.35 1.75 Weiß- Panama für Sportblus, Mtr. 1.75 Kieider- Frotté einfarbig m. Durchbr., 120 cm breit... Mtr. 175 Foulardine alle Farben, 195 und bedruckt .Mtr. 2.75 Kleider- Voile 100 em br. Konfetti- Muster Mtr. 195 Reinwoll. Musseline 975 . seide moderne Farben.... 6.95, 4.75 295 Seiden- Kasaks Kunst Voll- Voile- Kasaks 385 8.75, 5.95 reine Cheviot- Röcke wolle elfenb., mar. u. schw... 8.75, 525 Kinder- Woche Beginn Sonnabend, den 6. Juni 1925. Es bietet sich durch sorgfältigfte Borbereitungen, reichhaltige Auswahl und außergewöhnlich billige Preise eine besonders günstige Rauf. gelegenheit. Rinder Konfettion, Wäsche, Puh, Schürzen, Schuhwaren, Tritotagen, Strümpfe, Spielwaren, alle Läger find gerüstet. Jedermann hat Gelegenheit, feine Kinder für billiges Geld nach Wunsch auszustatten. Um den Kindern eine besondere Freude zu machen, haben wir im 4. Gtod einen Lunapart eingerichtet, in dem die Kleinen sich in Begleitung Erwachsener nach Herzensluft vergnügen werden. Karuffell, Schaukel, Rutschbahn, Schieß, Wurf und Lotteriebuden usw. werden die Kleinen Rinderherzen erfreuen. Mengenabgabe vorbehalten Einige Beispiele unferer Preiswürdigkeit: Kinder- Wäsche Mädchen- Hemden mit Stickerei...... Knaben- Hemden mit Matrosenausschnitt..... Mengenabgabe vorbehalten Kinder- Kleidung Kinder- Schürzen Waschbare Einknöpfanzüge 5" Mädchen- Schürzen 95P. 125 Gr. 45-80 Gr. 70-90 95Pt. 145 für 2-7 Jahre.. Gr. 45-60 Gr. 65-80 110 165 für ca. 2 Jahre 90 Weitere Waschbare Burschen- Anzüge 79 gezwirnt.Bwl.- Stoffe, f.9-14Jahr., f.ca.9Jahr. für Waschbare Sporthosen Kaben, marine Satin, 10r4-14Jahre, für ca. 4Jahre Kinder- Hüte Kieler Matrosenhüte.............. 225 Waschanzüge Kleler Art, Matrosengarniturchetten m. Besatz 10r 3-14 Jahre...... und Man- 125 Waschsüdwester weiss 140 18-21 Spangen- u. Schnürschuhe mit aus Kadettstoffen, tür ca. 3 Jahre WaschGr.50P. Mädchen- Schürzen mebr 90 Weitere Gr. 1,00 mehr 95 Weitere Gr.25Pf mehr 75 Weitere Gr.75Pf. mehr 295 6 Mädchenkleider,-160 cm 75-160 3 20-22 23-24 25-26 27-30 31-35 50 50 75 Weitere Gr.50Pt. mehr gestr. Wat in viel. Gr. aus gemusterter Kretonne, in vielen Grössen 125 165 Wickwaren Kinder- Sweater 35-45 50-55 95 Pf. 110 1-8 farbig, Baumwolle, und Arm Kinder- Söckchen mit Wollrand, bunt 4-6 7-9 53 73 93 PL Kinder- Strümpfewz.fbg, 58,68,78Pf. vorz. 18-20 20-22 23-24 25-26 27-30 31-35 5L 50 90 mit 50 190 braun u. schwarz, gute Passform, o. FL. Fleck 3 450 60 750 Braune Schnürstiefel Qual 2 Fleck 3 4 5078 bequeme Form ***** ohne Fleck HERMANN TIETZ FRANKFURTER ALLEE 139 395 Sandformen im Karton 30,25,15PL. Gießkanne, Form, Eimer, Schaufel Garnitur 95 PL.