Nr. 26742. Jahrg. sus aider Ausgabe A Nr. 138sga si s čum Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlich 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, steis neteisid te Defterreich, Litauen, Luxemburgo d 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit Gied. lung und Kleingarten sowie der dol Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenstimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin* anubs a Morgenausgabe and siddiki sid Vorwärts sid Berliner Volksblatt iss 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfvaltige Ronpareille geile 70 Pfennig. Reklamezeile 4,- Reichsmart. Kleine Anzeigen". bas fettgebruďte Wort 20 Pfennig ( auläffia awei fettgedruckte Worte). febes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengesuche das erste Wort 10 Pfennig, fedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. dagene Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im hon siis Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werben. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Dienstag, den 9. Juni 1925 Englisch- französische Einigung. Erklärungen Briands und Chamberlains in Genf. Bevorstehende Antwort sid jed bau auf den deutschrn Sicherheitsvorschlag. Genf, 8. Juni.( WTB.) Die Frage des Garantiepattes. In Gegenwart von Chamberlain empfing heute nachmittag Briand die Presse. Er machte dabei auf die ihm gestellten Fragen im wesentlichen folgende Angaben: Frankreich und England sind sich über die Antwort, die Frankreich Deutschland auf fein Memorandum über den Sicherheitspakt übermitteln wird, vollkommen einig. Die erzielte Verständigung habe in Genf sozusagen in der Luft gelegen. Der Tert der Antwort an Deutschland ist bereits vorbereitet und von England gut geheißen. Ebenso wie England, find auch die anderen intereffierten Regierungen, so insbesondere die belgische, mit der Antwort einverstanden. Es wird alles geschehen, um der Reichsregierung die Antwort bereits in den nach iten Tagen zufommen zu lassen. Die erzielle Verständigung fann nach feiner Meinung zu einem praktischen Ergebnis führen. Die Darlegungen in der französischen Antwort find so loyal, weitgehend und freimütig, daß es Deutschland möglich fein wird, auf Grund der vorliegenden Einigung zu einer greifbaren Lösung zu kommen. Nach einer weiteren Meldung aus Paris bestätigt der Genfer Havas- Bertreter, daß das vorgesehene Abkommen Frankreich die Hände frei laffe bezüglich der Beziehungen zu Polen und der Tschechoslowakei. Wenn die Frage der Sicherheit am Rhein auch in einem Baft zu Dreien, Bieren oder Fünfen geregelt sein werde, werde Frankreich doch, indem es sich dem Geiste des Völkerbund ftatuts füge, mit seinen Freunden im Osten alle Abmachun gen treffen können, um die Ostgrenze Deutschlands zu garantieren. Vielleicht werde es alsdann notwendig sein, gewiffe Klaufeln des Bölferbundstatuts zu revidieren und insbesondere den Begriff eines etwaigen Angriffs festzulegen. Dies könnte das Werk der kommenden Völkerbundversammlung sein, die in dem Protokoll von 1924 die zur Präzi fierung notwendigen Elemente finden würde. logiz * Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Poftfcheckkonto: Berlin 37536 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Grand lonelin Best spricht: Enthüllungen über deutschnationale parlamentarische Korruption. Der aus der deutschnationalen Fraktion ausgeschiedene Reichstagsabgeordnete Dr. Be ft veröffentlicht eine Erflärung über die ihm von den Deutschnationalen zugefügte Behandlung, die einen wertvollen Beleg für die Une hrenhaftige feit der deutschnationalen Agitationspoli tik darstellt. Wir entnehmen der Erklärung Dr. Bests die folgenden Tatsachen. Dr. Best teilt mit, daß die Deutschnationalen ihm vor der letzten Reichstagswahl in Kenntnis des Umstandes, daß er einen eigenen, von Hunderttausenden gebilligten Aufwertungsentwurf ausgearbeitet hatte, eine fichere Stelle auf ihrer Reichsliste angeboten hätten, und fährt dann fort: 2 " Ich habe dies Anerbieten angenommen, weil die Fraktion dem Sparerbunde auf dessen Anfrage unter dem 4. Dezember 1924 erklärt hatte, daß sie unter voller Berücksichti gung meines Entwurfes bemüht sein werde, die durch die 3. St.N.V. beseitigten Rechte wieder herzustellen und soweit wirksam zu machen, als die wirtschaftlichen Verhältnisse dies gestatteten. Ich mußte an die Zuverlässigkeit dieser Zusagen um fo mehr glauben, als der frühere Führer der Deutschnationalen, Ez. Her gt, sich in einem Artikel im„ Tag" ausdrücklich gegen schematische Regelung und für die indivis duelle Aufwertung ausgesprochen hatte. Auch war mir bes fannt, daß die Deutschnationale Partei in Wahlreden und Wahlflug blättern versprochen hatte, für die Durchführung meines Entwurfes einzutreten, und für die Zuverlässigkeit ihres Bersprechens darauf Bezug genommen hatte, daß ich auf ihrer Reich stifte an figerster Stelle eingestellt jei. An die Aeußerung Briands knüpfte Chamberlain die Erfragender Bedeutung. Wir treten allem Anscheinduelle Aufwertung ausgesprochen hatte. Auch war mir bes klärung, daß er sich der Erklärung des französischen Außenminiffers nach Wort und Inhalt anschließe. Die erreichte Verständigung biete die Grundlage zu einem außerordentlich festgefügten Friedenswert. Die Frage, ob dem Bölkerbund in diesem Friedenswerk eine befondere Rolle zugewiefen sei, bejahte Briand, wobei er an Eintritt in den Bölkerbund erinnerte. Er rechne damit, daß mit der neuen Note die deutsche Bereitschaft zum Eintritt in den Bölferbund weiter gestärkt werde. Auch Italien, Polen und die Tschechoslowakei feien an der Antwort start intereffiert, da es sich dabei um ein allgemeines Friedenswerk handele, das im Grunde genommen eine Ergänzung eines Teiles des Friedensvertrages darstelle. Die Grundlage der Berständigung sei durch den Friedensvertrag gegeben; aber man müffe die gegebenen Berhältnisse so betrachten, daß fie die Aussicht und die Möglichkeit zur Berwirklichung dieses Friedenswertes geben. Deutschland habe zweifellos ein Intereffe daran, daß dieses Friedenswerk zuffande fomme. Die Grundlagen der Einigung. Paris, 8. Juni.( WTB.) Der Vertreter der Agentur Havas in Genf ist zu der Erflärung ermächtigt, daß die Antwort, die Austin Chamberlain im Namen seiner Regierung heute mittag nach Beendigung der ersten Sigung des Völkerbundsrats Briand über mittelt hat, das endgültige Abkommen zwischen den Regierungen von Großbritannien und Frankreich hinsichtlich der Deutschland auf seinen Sicherheitsvorschlag zu erteilenden Antwort darstelle. Die legten Meinungsverschiedenheiten, die noch bestanden hätten, seien jetzt verschwunden, und es handele sich nur noch darum, gewiffe Stellen der Note, über die jetzt ein Einverständnis erzielt sei, die endgültige redaktionelle Form zu geben. Das zwischen den Regierungen von Großbritannien, Frankreich und Belgien erzielte Abkommen stelle den formellen Beschluß Großbritanniens feft, die Rheingrenze, so wie sie der Bersailler Bertrag feffgelegt habe, zu verbürgen und jede Berlehung der territorialen und militärischen Klauseln, die die Rheingrenze garantieren, als Casus belli zu betrachten. Was die Ostgrenzen Deutschlands betreffe, d so erkläre Großbritannien ausdrücklich, daß es der Stipu lierung des Bersailler Bertrages treu bleibe. Die durch England für die Rheingrenze gegebene Garantie erftrede fich nicht auf die Grenzen von Polen und der Tschechoslowakei. Diese Grenzen ständen unter Schutz der Völkerbundjagung. Außerdem lasse England Frankreich alle Freiheiten, feinen Verpflichtungen allgemeiner Art die Form zu geben, die am besten den Interessen feiner Alliierten entspreche, vorausgesetzt, daß jedes Abkommen dem Geist und Buchstaben der Völkerbundsatzung entspreche. Endlich werde im französisch britischen Abkommen formell erklärt, daß Frankreich in dem Falle, in dem seine Alliierten das Opfer cines nicht provozierten Angriffes würden, berechtigt sei, fich der entmilitarisierten Rheinlandzone als Operationsfeld zu bedienen, Die Nachrichten über die englisch- französische Verständigung in der Frage des Sicherheitspattes sind von weitnach in ein Stadium entscheidender außenpoli tischer Ereignisse, die sich sogar wider Erwarten sehr schnell entwickeln dürften. Es ist natürlich nicht möglich, so lange der offizielle Wortlaut der angekündigten Antwort note auf das deutsche Memorandum noch nicht vorliegt, dazu endgültig Stellung zu nehmen. Man fennt ja bisher nicht einmal den Wortlaut des Ende Februar überreichten deutschen Memorandums, dessen Beantwortung nunmehr bevorsteht. Bei meinem Eintritt in die Fraktion wurde mir dann auch Namen bei den Wahlen so häufig wie auf den meinen Bezug gevon den verschiedensten Seiten bestätigt, daß wohl auf feinen Aus den offiziösen Berlautbarungen der französischen Entwurf alsbald einbringen zu dürfen, anfangs höfa nommen worden sei. Gleichwohl wurde das Verlangen, meinen und englischen Regierung geht jedoch hervor, daß England lich und dann immer ungeduldiger mit der Begründung zurüc zwar grund fäßlich nicht nachgegeben hat, praffifchlich und dann immer ungeduldiger mit der Begründung zurüdjedoch dem französischen Standpunkt recht bebentliche geschoben, daß die Regierungsbildung vorerst für derartige Dinge 3uge ständnisse gemacht hat: die wechselseitige Garantie feine Zeit lasse. Die Unterstützung Dr. Luthers als Reichstanzler mußte mich um so mehr befremden, als die Partei soll sich zwar nur auf die deutsche Westgrenze erstrecken, aber Frankreich behält freie hand für Sonderverein- während der Wahl den Rücktritt des Finanzministers Dr. Luther als des Vaters der 3. St, N. B. unbarungen mit Polen und der Tschechoslowakei hinsichtlich einer Garantierung der deutschen Ostgrenze. Allerdings dürften bedingt verlangt hatte. diese Vereinbarungen insofern bereits bestehen, als sie nur eine Wiederholung jener militärischen und politischen Konventionen zwischen Frankreich und Polen bzw. der Tschechoslowakei sein. dürften. Zum erstenmale tritt dabei in der offiziellen Sprache der europäischen Kanzleien der Begriff eines besonderen Allianzzustandes zwischen Frankreich und diesen Oststaaten in Erscheinung. Das entspricht jedenfalls nicht dem Ziel des Völkerbundes, der besondere Militärbündnisse durch eine all gemeine zwischenstaatliche Verständigung ersetzen sollte. Besonders heifel und aufklärungsbedürftig ist jene Klaufel der englisch- französischen Verständigung, durch die Frankreich das Recht behalten soll, im Falle eines unprovozierten Angriffes" Deutschlands auf Polen oder die Tschechoslowakei in die entmilitarisierte Rheinlandzone einzu rüden. Das wäre für Deutschland überhaupt nur dann diskutabel, wenn der Begriff des, unprovozierten Angriffes" absolut einwandfrei festgelegt und international bestätigt würde. Die Versuche der vorjährigen Völkerbundsversammlung, diesen Begriff so klar zu definieren, daß daraus teine Rautschutbestimmung wird, sind nicht vollkommen geglüdt. Es müßte jedenfalls eine wirkliche unparteiifche Körperschaft, wird der Internationale Schiedsgerichtshof im Haag, mit dem Urteil über das Vorliegen eines provozierten oder unprovozierten Angriffes betraut werden und nicht etwa der Völkerbundsrat. An fich scheint diefer Gedanke dem deutschen Angebot von Schiedsgerichtsverträgen mit seinen östlichen Nachbarn zu entsprechen. Andererseits aber seht ein solches Recht Frankreichs, ge= gebenenfalls in die entmilitarisierte Zone einzurücken, voraus, daß das Rheinland tatsächlich entmilitarisiert, d. h. von den Besagungsmächten geräumt wird. Erste Sitzung des Völkerbundrats. Genf, 8. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Der Bölkerbund rat hielt am Montagmorgen unter dem Vorsiz von Quinones Spanien eine furze Eröffnungssigung ab. Es wurden nur adminium seinen angegriffenen Alliierten zu Hilfe zu eilen. Was die 3ustrative und politische Fragen untergeordneter Art behandelt. lassung Deutschlands zum Völkerbund anlange, so Das Problem des Austauschs der griechisch- türkischen feien die Regierungen von Paris und London dahin übereinge. Minoritäten wurde bis zur nächsten Tagung verschoben. fommen, zu erklären, daß diese erst in dem Augenblick erfolgen fönne, Der Streitfall wegen der Austreibung griechischer Patriar in dem der Sicherheitspatt pollfommen den zwischen chen aus Konstantinopel ist durch Berzichterklärung der den beiden Regierungen festgelegten Bestimmungen entspreche. Da Griechen erledigt worden. Der Rat nahm dann noch die Berichte zwischen den Regierungen von London, Baris und Brüssel der Finanzkontrollkommission, der Mandatskommission und den jezt eine vollfommene Einigung erzielt worden sei, werde Konventionsabschluß zwischen Polen und Deutsch Minifter Briand in der Lage sein, der deutschen Regierung die Ant land über den Ermerb der polnischen Staatsbürgerschaft zur Rennt. mort der französischen Regierung zu übermittelu. nis und vertagte fich bis Dienstag. Auch befremdete es mich in hohem Maße, daß von den leitenden Männern der Fraktion ausgesprochen wurde, daß Wahlversprechungen bedeutungslos feien und jedenfalls hinter höheren Staatsrüdfichten zurückzutreten hatten.. . Als ich auf Einreichung meines Entwurfes immer mehr drängte, wurde ich schließlich abschlägig beschieden, und die Herren, die meinen Entwurf unterstützt hatten, 30 gen auf Verlangen der Frattion ihre Unterschrift zurüc. Erst als ich ausdrücklich erklärte, daß ich sofort mit Unterstützung der Deutschvölkischen Partei meinen Entwurf einbringen werde, wurde dessen Einbringung mit Unterstügung von Fraktionsmitgliedern gestattet. Im höchsten Maße mißlich war es auch für mich, daß bei zwei Gelegenheiten, in denen ich als Führer der Aufwertungsbemegung das dringen de Berlangen haben mußte, im Plenum des Reichstags meine Anschauungen zur Geltung zu bringen, mir das Reden seitens der Fraktion untersagt wurde und ich nur gegen die ausdrückliche Anordnung der Fraktion zum Reden kam. Obwohl mein Entwurf dem Ausschuß überwiesen worden war, wurde deffen Beratung im Ausschuß auf Verlangen der Fraktion zurückgestellt, weil die Regierungsentwürfe binnen furzer Zeit einlangen würden. Als dann die durchaus ungenügenden Regierungsentwürfe dem Reichstag endlich vorgelegt wurden, setzte ein Verhandeln der Regierungsparteien mit der Regierung ein. Dabei blieben die anerkannten Aufwertungsfreunde unberüdsichtigt, und die Verhandlungen mit dem Reichskanzler wurden mit von solchen Abgeordneten geführt, die an der Aufrechterhaltung des bestehenden Zustandes ein erhebliches Interesse hatten." Dr. Be st schildert dann weiter, wie die Fraktion von ihm die Zustimmung zu dem Kompromiß und den Verzicht auf jeden gegenteiligen Antrag verlongt, wie sie ihn nach seiner Weigerung gegen seinen Willen aus dem Aufwertungsausschuß zurückgezogen und wie er darauf seinen Austritt aus der Frattion erklärt und gebeten habe, ihn von seinem Reversversprechen zu entbinden, da sein Ausscheiden aus der Fraktion durch bas Verhalten derselben zur Notwendigkeit geworden sei. Bekanntlich hat die Fraktion die Entbindung Bests von dem Revers abgelehnt, von Best die Niederlegung des Mandats verlangt, worauf ein Ehrengericht, dem auch deutschnationale Mitglieder angehörten, einstimmig Herrn Best bestätigt hat, daß er mit der Verweigerung der Mandatsniederlegung als deutscher Ehrenmann gehandelt" habe. Die Feststellungen des Herrn Best sind von unschätzbarem Wert. Wahlversprechungen sind nach Meinung der leitenden Deutschnasionalen Männer bedeutungslos! Auf Verlangen der Fraktion ziehen die Mitglieder, die den Bsstschen Entwurf unterzeichnet hatten, ihre U n t e r s ch r i f- t e n wieder zurück! Erst unter dem Druck der D r o h u n g, daß er die Unterstützung einer anderen Partei in Anspruch nehme, bekommt Best k n a p p die notwendig« Zahl der Unter- schriften für den Entwurf, mit dem alle Mitglieder der Fraktion ihre Wahldemagogie getrieben haben! Zweimal sieht sich Dr. Best, der als Aufwertungsfachmann in den Reichstag gewählt wurde, genötigt, das Redeverbot der Fraktion zu durchbrechen, um zum Wort zu kommen. Dem dritten Redeverbot— am 8. Mai— hat er sich gebeugt, ist aber dann aus der Fraktion ausgetreten. * Von ganz besonderem Interesse ist noch die Mitteilung Dr. Bests, daß die Kompromißverhandlungen mst dem Reichs- kanzler Lutherr von Abgeordneten geführt wur- den, die an der Aufrechterhaltung des be- stehenden Zustandes«in erhebliches Jnter- esse haben. Eine ähnliche Bemerkung hat kürzlich schon .Herr Paul Köhler in seinem, im„Vorwärts" veröffentlichten Aufsatz über Westarps Wahloersprechungen gemacht. Herr Köhler sprach davon, daß die meisten deutschnatio- nalenAbgeordnetenihrepersönlichenJnter- essen nicht zurückstellen. Es wäre sehr erwünscht. daß die Wissenden etwas deutlicher würden. Dann würde sich vielleicht ergeben, welches der deutschnationale Abgeord- nete war, der bei Kenntnisnahme vom Bestschen Entwurf erklärte,-„Wenn das Gesetz wird, muß meine .Frau 500 000 Goldmark zahlen", und welches der deutfchnationale Abgeordnete und Gutsbesitzer ist, der sich um Gesetzesvorschriften bemüht, die ihn von den b«gründeten Ansprüchen engster Familienangehörigen in ö g l i ch st befreit. Man würde dann vielleicht noch mehr erfahren über das persönliche Interesse, das deutschnationale Abgeordnete an einer denreichenSchuld- nern günstigen Lösung des Aufwertungsproblems haben. Und die deutschnationale Presse würde dann vielleicht Gelegen- heit nehmen, einmal einen wirklichen Herd der Korruption aufzudecken. Bielleicht auch nicht! Sie fiufwertungsmehrheit funktioniert. Im Galopp wurden am Dienstag im Aufwertungsaus- schuh des Reichstages eine Reihe der schwierigsten Paragraphen durchgepeitscht. Debattiert wird höchstens noch über die Punkte, über die die Mehrheit sich selbst noch nicht klar ist. Anträge der Opposition werden nicht mehr gewürdigt. Bei den Abstimmungen stellt der Vorfitzende automatisch die An- nähme der Anträge der Kompromißparteien und die Ablehnung der Anträge der Opposition„mit der üblichen Mehrheit", wie er selbst sich ausdrückt, fest. Was die Aufwertung der Jndustrieobligationen be- trifft, so wurde das wichtige Tatsachenmaterial, das in der letzten Sitzung vor der Pause von.sozialdemokratischer Seite und vom Abg. Best für eine G l e i ch b e h a n d l u n g mit den Hypotheken vorgebracht worden war, völlig ignoriert. Der sozial- demokratische Antrag, die Obligationen genau so zu behandeln wie die Hypotheken, wurde abgelehnt. Die Mehrhest beschloh, es bei den IS Proz. zu belasten und den Altbesttzern einen Genußschein in Höhe einer Zusatzaufwertung von 10 Proz. zu geben, der ober vur nach starker Bevorzugung der Aktionäre unter komplizierten Voraussetzungen dem Obligationär zugute kommt. Rückwirkung gibt es für die Obligationäre nicht, mehr als 15 Proz. gibt es für die Neubesitzer nicht, auch dann nicht, wenn im Jahre 1920 der Betrag einer zurückbezahlten Hypothek in Obligo- iionen angelegt wurde, so daß von Spekulation nicht gesprochen werden kann. Die Großindustrie macht ein gutes Geschäft auf Kosten ihrer verarmten kleinen Gläubiger. Bei der Behandlung der auszuwertenden Pfandbrief« war man darum besorgt, daß den Psandbriefanstalten«in aus- reichend hoher Prozentsatz der Aufwertungsmastc als Verwaltungs- kosten gewährt wird. Sogar einzelstaatliche Regierungsvertreter traten an, um die Bestimmung dieses Prozentsatzes der Durch- führungsverordnung vorzubehalten. Ein Antrag der Regierungs- Parteien, den aus der Teilungsmasse für Verwaltungskosten ab- zuziehenden Beitrag gesetzlich'auf höchstens S Proz. zu bemessen, fand— mit Zustimmung unserer Fraktion— Annahme, ober wie die Kompromißler ausdrücklich erklärten, nur für die erste Lesung. In mehreren Fällen wurden Anträge des Abg. Best abgelehnt, die beim Erlaß wichtiger Ausführungsvorschriftsn die Mitwirkung des Aufwertungsausschuste» anordnen wollten. Die Bestimmungen über die Aufwertung der Pfandbriefe fanden im wesentlichen nach der Vorlage Annahme. Das gleiche gilt von den Vorschriften über die Behandlung der Sparkassenguthaben, deren Durchführung ganz in die Hand der Landesbehörden gelegt wird. Der Vorschlag des Abg. Keil, eine reichsgesetzliche Bestimmung einzuführen, die die rasche Rückzahlung der den Spartasten geschuldeten Hypotheken- Aufwertungsbeträge zu fördern geeignet ist, wurde bis zur zweiten Lesung zurückgestellt. Auch die Frage, ob«in M i n d e st s a tz der Aufwertung der Spartassenguthaben festgesetzt werden soll, wurde zurückgestellt. Angenommen wurde eine belanglose Resolution, daß die Reichsregierung auf eine möglichst gleiche Aufwertung der Kommunalanleihen und der Spartastenguthaben hinwirken soll. Fast unverändert nach der Vorlage angenommen wurden auch die Bestimmungen über die Aufwertung der Ansprüche aus Lebensversicherungsverträgen. Zeftgefrorene Agrarkredite. Agrarzölle zar Mobilifieruug? Eine interessante Beleuchtung der Agrarzollfrage ergibt sich aus den Darlegungen, die der Äufsichtsrats- Vorsitzende der Bank für Landwirtschaft, Graf Kalchreuth, gleichzeitig Präsident des R« i ch s l a n d- b u n d e s, in der gestrigen Generaloersammlung der Bank für Landwirtschast machte. Er führte aus, daß die Hoff» nung vollständig getrogen habe, daß der Der- schuldung der Landwirtschaft Einhalt geboten würde. Die Verschuldung der Landwirtschaft sei im Gegen» teil„geradezu katastrophal" zu nennen. Die Reu- belastung sei auf 10—15 Proz. des Wehrbeitragswerts von 1913 zu schätzen. Dabei sei der Zinssatz drei» bis viermal so hoch als damals. Vor allem bestehe keine Hoffnung, die Schuld in absehbarer Zeit wieder hereinzu- holen. Sie in langstistige Hypotheken umzuwandeln, sei bisher nicht gelungen. Auslandskredite feien zudem nicht zu erwarten. Die Zollvorlage bringe keinerlei Hilfe, weil d i e Agrarzölle zu niedrig bemessen(!) seien, be- sonders im Vergleich mit der Industrie, die zum Teil vervielfachte Vorkriegszölle erhalte. Diese Ausführungen find in vieler Hinsicht wertvoll. Einmal wird b e st ä t i g t. was vorauszusehen war und wo- vor alle an der Verteilung der Kredite Beteiligten warn- t e n, daß die in Dutzenden von Millionen der Landwirtschaft gewährten Kredite, die sämtlich k u r z f r i st i g und m e i st auf Wechsel gegeben worden sind, regelrecht eingefroren sind und nicht mobilisiert werden können. Obwohl die Weizen- und Roggenpreise von ihrem Tiefpunkt in der Mitte des vorigen Jahres, der den Kreditsturm der Landwirtschaft entfesselt hat, bis zum Ende des Jahres beim Weizen um mehr als 25 Proz., beim Roggen um fast 70 Proz. in die Höhe gegangen sind und sich auch im neuen Jahre auf sehr großer Höhe gehalten haben, ist keinerlei Hoff» nung auf Rückzahlung der gewährten Kre» dite. Und zwar angesichts einer Ernte, die allgemein als Rekordernte erwartet wird. Der produktionspolitische Gedanke, der diesen Krediten zugrunde lag. ist also ad abuurduin geführt. Aber nicht nur dies. Vom Standpunkt dieser Verschuldung der Landwirtschast gewinnt auch die Zoll vorlag«ein gänzlichneues Gesicht. Wenn die Landwirtschast nicht in der Lage ist. die aufgenommenen Kredite zu verzinsen und zu tilgen, dann muß auch die vorgebliche produktionsfördernde Absicht des H e r r n K a n i tz, mit der er die Agrarzölle begründet. wenn die erwarteten Preissteigerungen eintreten, von vorn- herein ins Wasser fallen. Dann werden die erwarteten Mehr- einnahmen der Landwirtschaft aus den Getreidezöllen auige- fressen werden von der Tilgung und Verzinsung der landwirt- schaftlichen Kredite, und von der Intensivierung der landwirt- schaftlichen Produktion kann von vornherein keine Rede sein. B e v o r die Zollvorlage also noch angenommen und in Wirksamkeit ist, erweist sie sich nicht nur als ein notwendiger Fehl- schlag für die produktionsförderden Absichten, die von ihr behauptet werden, sondern auch als eine volks- wirtschaftlche Gefahr in kreditpolitischer Hinsicht. Wenn nämlich für die Dutzende von Millionen Landwirtschaftskredite weder Tilgung noch Umwandlung in Hypotheken möglich ist. dann besteht für die kurzfristig gc- gebenen Kredite, die aus vorläufigen Ueberfchüssen der Wirt- schast und der öffentlichen Körper genommen sind und dorthin wieder zurückfließen müssen, keine Deckung Die Gelder müssen fehlen und ganz ähnlich, wie die R e i ch s b a n k vor der Gefahr steht, sich für die Privat- interesfen des Hauses Stinnes langstiftig festzulegen und die deutsche Kreditwirtschaft zu bedrohen, so gefährden auch die eingefrorenen Landwirtekredite den deutschen Kreditbau. Und wie bei Stinnes jede öffentliche Kredisintervention die innere Gesundung des Konzerns verzögern und verhindern muß, so muß auch die Zollvorlage, statt fördern und gesunden, retardiere n d auf die innere Gesundung der Landwirtschast zurückwirken. Man muß dem Landbund- grasen Kalckreuth also dankbar sein für seine neue Be- leuchtung, die der Landbund b a n ti e r Kalckreuth aus seinem besorgten Bankierherzen der Zollvorlage gegeben hat. Noch nicht genug Mindestzölle. Die Großagrarier haben es durchgesetzt, daß die kleine Zollnovelle, die als Instrument für Handelsoertragsverhand- lungen gedacht war, mit der Agrarzollvorlage bepackt wurde. Die Ertreidezölle, die die Novelle vorsieht, sind Mindest- z ö l l e. Sie können bei Handelsvertragsverhandlungen nicht ermäßigt werden. Sie erschweren die Handelsvertrags- Verhandlungen, und stehen dem Streben nach Zlbbau der �ollmauern in Europa hemmend im Wege. Diese Mindest- zolle sind der Ausfluß einer prinzipiell fchutzzöllnerifch gs- richteten Interessentenpolitik. Das Organ des Reichslandbundes ist mit diesen Mindest- zöllen nicht zufrieden. Nicht nur. daß es sie zu niedrig findet— ein Brotzoll in der Höhe von ein Viertel bis«in Drittel des Wertes zu niedrig!—, es fordert auch die Ein- führung von M i n d e st z ö lle n für andere agrarische Produtte, für Vieh» Fleisch, Milch, Molkerei- Produkte, Fette. Diese Forderung ist nicht nur eine Bedrohung der Der- braucher. Würde sie durchgesetzt, so würden die Handels- Vertragsverhandlungen auf neue große Schwierigkeiten stoßen. Sie ist engstirnige, agrarische grundsätzliche Schutz- zollforderung. Die Agrarier schreien nach Schutzzoll, sie schreien laut. Die Regierung hat kein handelspolitisches Programm, ober in der Regierung sitzen Vertrauensmänner der Agrarier, die die Mindestzölle in die Zollnovelle gebracht haben. Don ihnen ist kein Widerstand gegen neue agrarische Forderungen zu erwarten.- Die Mtw« Dr. Höfles Ugt Wert darauf, gegenüber der kam- misioriscken Auesage des Kaufmanns Schnall vor dem simer- suchungsausschuß des Reichstaas, öffentlich zu erklären, daß weder ihr seicher verstorbener Mann noch sie selbst jemals ein Liebesgabenpakct von Herrn Bannst erhalten hat. Wie leichtsinnig dieser Herr Schnell ausgesagt hat, geht daraus hervor, daß Höfles Bekanntschaft mit Barmat erst vom Jahre 1924 datiert, während Schnell nach seinen eigenen Angaben nur bis Ende 1923 in Barmats Diensten stand. Im übrigen gehört die ganze Verlogenheit der Barmat-Hetzer dazu, in dem Empfang von Liebesgabenpaketen ein Zeichen von„Korrup- tion" zu erblicken. Junge Sühne. Theaterjkomdal im Lesfingtheater. Moritz S e e l e r, das Haupt der Arbeitsgemeinschaft ideal ge- ladencr Schauspieler und Regisseure, die sich„Junge Bühne" nennt, setzt mit schöner Hartnäckigkeit feine verdienstlichen Versuch« fort, die verspießten Zeitgenosten mit jungen Dramen zu ängstigen oder zu ärgern. Es ist eine saubere Arbeit, aus den verkalkten Gehirnen philiströser Schädel Konvention und Tradition zu vcr- drängen und sie mit neuen dramatischen Erkenntnissen zu infizieren. Der Ilnentwegtheit und Tatkraft des Moritz Seeler verdanken wir die Bekanntschaft mit Arnolt Bronnens„Vatermord" und ..Anarchie in Sillian" und es scheint kein Zufall, daß ein eng- klüftiges und asthmatisch bellendes Schaufpiel„Rheinische Rebellen" nicht aus den Brettern der Jungen Bühne, sondern in einem anderen Theater aus der Taufe gehoben ist. Sonntag wagte sie sich mit einem Bronncnschen Lustspiel an die Oeffentlichkeit. Di«„Exzesse" haben keine fortschreitende Handlung im landläufigen Sinn. Sechzehn kurze Szenen, hierhin und dorthin verstreut, malen das Dasein einer Gruppe von jungen Menschen, Angestellten einer Bank, die sie in verschiedene Himmels- Dichtungen auscinanderfchickt. Grelle Schlaglichter fallen auf die Lebensäußerungen hes Völkchens, Lebensäußerungen voller Ueber- mut und Brunft, die in Exzesse ausarten. Brunft? die Liebe geht über Kreuz. Er liebt sie, aber sie liebt den anderen und umgekehrt. Bronnen zeichnet freimütig, ohne Verschleierungen und ohne die Tünche der Konvention, Ausschnitte aus einem ganz olltäglichsn Leben. Manchmal werden es Zerrbilder, immer aber doch Bilder voller Plastik und Eindrnckskrast. Das Drama, vor Iahren geschrieben, hat in den Schubfächern der Dramaturgen lange ein verträumtes Dasein geführt, bis sich der Mut zur Uraufführung einstellte. Es ist kein Wunder. Inhalt und Form des gedruckten Buchs stellen erhebliche Anforderungen an Berstond, Freisinn und Kunstwillen des Bühnenleiters. Manche Gemälde erscheinen, aus der Nähe betrachtet, nur als ein Misch- wasch zusammenhangloser Farbenklexc. Aus der Entfernung schließen sie sich aber zu organischer Einheit. Daran erinnert die Lektüre der„Exzesse". Ueberstürzter Dialog mit Plötzlichkeiten. Gedankenfprüngen und überspitzter Diktion unerwarteter Wechsel der Themen, Hast des Ausdrucks und der Szenerie verbauen den Gesamteindruck, machen das Stück undurchsichtig. Dazu kommt die grammatische Anarchie des Dichters, der— überflüssigerweise— die Interpunktionen dahinmeuchelt. Desto mehr bewundert man Seelers Blick für die Bildhaftigkeit und das Bühnenmäßige des Lustspiels. Und eine packende Wirkung war zweifellos da. Einen bleibenden Eindruck werden selbst die unentwegten Gegner Bronnens nicht leugnen können. Sternhcim hat einen wuchtigen Stil, eine Knapp- heit und Wucht des Stils, Kaiser eine Exklusivität der Handlung im Drama gesunden. Di«„Exzesse" geistern aus anderen Wegen. Da» Lustspiel ist nicht das neu« Drama, aber ein Wegmesser zu neuem Schaffen. Im L e s s i n g t h e a t« r gab es Sonntag einen veritablen Theaterfkaudol. Man pfiff und johlt« bei offener Szene und es mangelte auch nicht an Ohrfeigen. Bronnen» Feind« hatten wo» gegen die Offenherzigkeit und Hemmungslosigkeit der Ausdrück«. Sie ließen sich zu Exzessen hinreißen, weil ihnen die Sprache zu exzessiv schien. Der Skandal selbst gab dem Dichter recht. Aus dem Publikum heraus, einem gewiß kultivierten Publikum sielen Aus- rufe der Unbeherrschtheit. An der Inszenierung an sich konnten sie nicht rütteln. Der Regisseur Heinz Hilpert war zaghafter als nötig. Drei Szenen fielen unter seinem Rotstift. Triebhaste Natur- äußerungen von zwesselloser Echtheit strich er ebenfalls mit ängst- lichem Blick auf konventionelle Prüderie. Im übrigen war die Darstellung ein erlesener Genuß. Die Schauspieler machten auch aus etwas Unfertigem ein fertiges Kunstwerk. Zwei Ueberraschungen bot der Theatertag. Eugen Klopfer in einer Weiberrolle. Er gab mit viel Witz«ine alte Schlampe von Tante und Kurt Bot» wogte den Sprung vom Opcrettenhaus zur Literatur. Mit un- verrückbarer Bierruhe spielt« er einen kessen Berliner Jungen, grotesk, mit bizarren Linien, prachtvoll. In zwei ganz kleinen Rollen, in denen Veit Harlan das Lustspiel veredelt«, zeigte sich beseeltes und beseligendes Können. Bei der Fülle der überragenden Leistungen ist es unmöglich, mehr als die Namen.zu verzeichnen. Walter Frank, Ändert Wäscher, Hans Heinrich v. T w o r- d o w s k i, Till Klokow, Gerda Müller flochten neue Blätter in ihren Lorbeerkranz. Hätte jedes Theater«in solches Ensemble. dann wäre von einer Theaterkrise nicht die Rede. Ernst Degner. NotstaaS. Wir sind suiiszig Notstandsarbeiter. Ein Jahr lang waren wir erwerbslos. Die Maschinensabriten stocken im Absatz. Wir arbeiten als Straßenbauer im Seidental. Das Seidental wird durchflössen vom Seidenbach. Am Seidenbach wächst Krause- minze, davon duftet dos ganze Tal. Und an den Hängen der Berge ficht junger Eichenwald, dazwischen steigen würdevoll aus alt« Lärchenbäume, die mit ihren tolarbehangenen Armen den Jungwald segnen. Der Kuckuck ruft Die Wiesenweihe schwebt majestätisch im Blauen, dieser mächtige weitgeilügelte Raubvogel. Weihe Alabasterwolken bauen sich am Nordhorizont auf zu prächtigen Gletschergebirgen, so wird's am Nordpol sein. Ja, schön ist es im Seidental. Und dennoch kann es uns nicht recht gefallen, wir sind Metallarbeiter, gewohnt: den Stahl zu zähmen. Hier arbeiten wir auf Nosstand, wir ober wollen vollschöpserisch« Menschen sein. Dir wollen zeugen aus Bolltrast. Und aus all der Schönheit der Natur heraus, sehnen wir uns hin in die Werkhallen der Maschinenfabrik. Hei, wenn die Motoren pfeifen, die Laufkräne zwitschern und die Dampfhämmer dröhnen, das ist eine Musik: die uns lieber ist als Drosselgesang und Lerchensubel. Der Sana der Fabrik ist schöpferisch, ist Bollstand, und hier sind wir nur Notstand. Dunkle Gewitter ziehen von Westen herauf. Da zuckte der erste rotgoldene Blitz! Und nun schwingen die schwarzbärtigen Titanen den donnernden Hammer. Das ist Vollkraft, das sst wie Fabrilwerk: ihr schöpferischen Kräst« im Gewitter, wir grüßen euch, ihr seid uns Metallarbestern Verwandtschaft. Rack-und-rack— und wieder der Blitz! Max D o r t u. Die Bedeutung de» neue« Broazeufunde» in Pompeji. Dia Bronzestatue des Apollo, die in Pompeji ausgegraben wurde, er- weist sich als einer der wichtigsten Funde der letzten Zest. Außer der großen Figur wurden noch vier kleiner« Bronze- statu«» aus silbernen Sockeln ans Licht gebracht. Die Apollo- statue steht aufrecht aus einem kreisrunden Bronzesockel von zehn Zoll Höhe und war von vulkanischen Steinen bedeckt, die beide Beine beschädigten, ober der vortrefflichen Erhallung wenig Eintrag taten. Di« Wiederherstellung wird sehr leicht sein, und die wunder- volle Patina tritt herrlich ziltage, nachdem das Kunstwerk gereinigt worden ist. An dem Sockel findet sich keine Inschrift: es ist auch kein Emblem oder sonstiges Zeichen vorhanden, das eine Identi- fizierung des Werkes gestattete. Nach der Ansicht von Pros. Majuri handell es sich um ein griechisches Original des vorchrist- lichen Jahrhunderts, in dem Apollo dargestellt ist. Es ist die zweitgrößte Bronze st atue, die bisher in Pompeji ge- funden worden� sst; nur der lyraspielende Apollo der Easa dcl Eitarista ist größer, und der erste Bronzesund sett 25 Iahren. Aus der Geschichte der Towertürme. In nächster Zeit sollen vier weitere Türme des alten Tower von London der Osffentlichteit zugänglich gemacht werden. Der eine, der Salzturm, stammt aus Der Zeit des Sohnes Wilhelm des Eroberers aus den Iahren um 1160. Er hat seinen Namen von dem Salpeter, den man dort nach Erfindung des Schießpuloers aufbewahrte. Borher trug er den Namen Iulius-Cäsar-Turm. Die Wände des Verließe« und der Kammern sind mit vielen Inschriften früherer Staatsgefangener geschmückt. Auch der Martinsturm hat eine alte Geschichte. Hier wurden eine Zelllang die Kronjuwelen aufbewahrt und ein Tinbruch durch«inen Obersten in Priesterkleidung verübt. An den Wänden sst der Name der unglüchlichen Anna Boleyn Heinrichs VIII. zweiter Gemahlin, eingeschrieben. Edler Wettstreit. Der Schrisssteller Franz Pfempsert laßt durch eine Lotalkorrespondenz mitteilen, er lege Wert aus die Fest- stellung. daß nickt der(von Dr. Seeler geohrfeigte) Rotter-Rcqilleur K a n e h l, sondern er, Pfempsert. der Urheber der gestrigen Rodau. kundgebungen gegen die Aufführung der„Exzesse" von Bronnen ge- wesen s«. Er habe aber nicht auf einer Trillerpfeife, sondern auf seinen Fingern gepfiffen. Die Teltower Sonntagsfthlacht. Wasser aus die Mühlen der Reaktionäre. Man braucht nur einen Blick in die gestrige Abendpreffe der Rechtsparteien zu werfen, um zu sehen, wessen Ge- schäfte am Sonntag bei den blutigen Schießereien in Teltow gemacht worden sind.„Kommuni st enausruhr in Teltow",„Berliner Vorort unter rotem Terror",„DerRot-Front-KrawallinTelto w". „Blutiger Terror der Linksverbände"— so schreit es in knalligen Lettern und großen zweispaltigen Ueberschriften aus den Spalten der Rechtspresse. Die Bürgerkriegsapostel sind auf ihre Kosten ge- kommen. Ohne frisch-fröhliche Hätz kann diese Gesellschaft nicht leben. Man merkt aus jeder Zeile die Freude darüber, daß endlich einmal wieder Blut geflossen und die Gelegenheit zum Scharfmachen günstig ist. Natürlich sind alle Patrioten unschuldige Engel. Mordwaffen hat man bekannttich nie- m a l s in den Händen der Wickinger, der O.-C.-Leute, der Stahlhelmer gesehen. Sie trüben kein Wässerchen, die Schuld liegt allein auf der Linken. Daß die Linke in diesem Fall Kommunisten sind, ist zwar unbequem, aber es läßt sich bei der Berichterstattung leicht korrigieren. Bon den Kommu- nisten bis zum Reichsbanner ist für eine findige Redaktion der Uebergang leicht. Dem Spießer bleibt am Ende nur der Eindruck, daß„die Sozis" mal wieder Krach gemacht haben und daß mit der„janzen Wirtschaft" aufge- räumt werden muß. Bon Bürgerkrieg und Blutvergießen leben nur die Herren der Reaktion. Das preußische Innenministerium läßt durch den Presse- dienst mitteilen, daß eine eingehende Untersuchung der blutigen Borfälle angeordnet ist, und daß nach Beendigung dieser Untersuchung das Ergebnis der Oeffentlichkeit unter- breitet werden soll. Man kann erwarten, daß diese Unter- suchung mit voller Unparteilichkeit geführt wird, daß vor allen Dingen generell Maßnahmen getroffen werden, die Wiederkehr solcher Zusammenstöße ein für alle Male un- möglich machen. Bei der Berhetzung, die rechtsradikale Organisationen genau so gut wie Kommunisten betreiben, mußten die Behörden am Sonntag rechtzeitig dafür Sorge tragen, daß ein Zusammenstoß zwischen beiden Parteien nicht möglich wurde. Vor allen Dingen muß festgestellt werden, ob es wirtlich notwendig war, daß die Landsäger von der Schußwaffe Gebrauch machten. Wir erhalten aus Teltow über die Borgänge von einem unserer Berichterstatter noch folgende Darstellung: Sonnenschein und schier unerträgliche Hitze lagert in den Stra- ßen des kleinen Städtchens Teltow. Nur wenige Menschen sieht man gehen— ruhig nimmt das alltägliche Leben seinen Lauf. Nichts deutet mehr darauf hin, daß die Potsdamer Straß« und in ihrer unmittelbaren Nähe die Auguststraße der Schauplatz eines blutigen Zwischenfalles war, der«inigen Arbeitern das Leben ge- kostet, andere durch ihre schweren Verletzungen auf ein wachen- langes Krankenlager geworfen hat. Tin äußerst blutiger Zwischen- fall, der aus alle Fälle halte vermieden werden können, wenn es nicht an den nötigen Vorsichtsmaßregeln und Zu rück' Haltung gefehlt hätte. Die Erregung der Kommunisten, hervor- gerufen durch. Ivftreteq der Schütze ngitde, müßte böses Blut erwecken. So kam es zu der bedauerlichen Schießereh die bei' einer weniger großen N,r> oofität der Landjäger nicht nötig gewesen wäre. Arbeiter wälz- ten sich in ihrem Blute— die übrige Menge flüchtete auf den nahe- liegenden Sportplatz. Mit Mühe und Not war ein Gefährt oufzu- treiben, das die Schwerverletzten in das Krankenhaus abtransportiert«. Einem zwanzig Mann starken Kordon des Roten Frontkämpferbvndes, durchweg älteren Leuten, i st es zu verdanken, daß die erregte Menge f i ch nicht von neuem mit der Polizei in Händel e in- ließ. Nur eines geringfügigen Anlasses noch hätte es bedurft, und neues unheilbringendes Blutvergießen hätte eingesetzt. Die blutigen Vorgänge selbst spielten sich folgeridermaßen«b: Die Schützengilde, die die Potsdamer Straße entlangzog, passierte das Restaurant Äupsch, das als Versammlungslokal von dem Roten Fronttämpferbund benutzt wurde. Schmäh- und Droh- rufe von beiden Seiten wurden laut und setzten sich fort, bis die Schützengilde den Hauptversammlungsplag der Kommunisten an der Auguststraße, in deren unmittelbarer Nähe, auf dem Sportplatz, die Bannerweihe vollzogen werden sollte, vorüberzog. Ein Radfahrer, der praktische Arzt G ü n tz e l aus Teltow, der ein Mitglied des Roten Frontkämpferbundes streifte, wurde geohrfeigl. so daß dieser die Landjäger zu Hilse rief. Ein Wort gab das ander«. Waffen wurden blank gezogen, ein Schreckschuß ertönte, dem kurz darauf scharfe Schüsie folgten, und das Unglück in seiner ganzen Schwere war vollbracht. Die in der Auguststraße stehende Menge flüchtete panikartig auf den Sportplatz: um die am Boden Liegen- den bemühten sich Arbeitersamariter und sorgten für erste Hilse. Die Erregung der Versammellen war inzwischen so gesteigert, daß nur mit Mühe und Not, wie bereits oben erwähnt, zwanzig Mann de» Fronlkämpferbundes systematisch die Auguststraße ab- riegelten, sodaß kein Mensch hindurch tonnte. Trotzdem flogen Flaschen, Steine und Scherben über die Köpfe der Kette hinweg, ohne jedoch jemanden zu verletzen. Eine Viertelstunde nach dem Blutvergießen erschienen die aus dem benachbarten Zehlendors tele- phänisch herbeigerufenen zwei Unfallkomandos und sorgten dafür, daß die Schützen, die einige Zeit später unverständlicher- weise dieselbe Straße zurückzogen, nicht weiter behelligt wurden. Die Versammlung der Kommunisten wurde aufgelöst und die ein- zelnen Gruppen mußten sofort abmarschieren. Nach allem hat man den Eindruck, daß von der Polizei in unge- nügender Weise Vorsichtsmaßregeln getroffen worden sind. Von vornherein Hölle man sich sagen können, daß, wenn in einem Ort zwei politisch so grundverschiedene Vereinigungen Veranstallungen abHallen, dafür nicht zehn bi» zwölf Mann Polizei ausreichend sind. Ferner hätte vom Gemeindevorstand nicht die Erlaubnis für beide Veranstaltungen an einem Tage gegeben werden dürfen, da von den Kommunisten in früherer Zeit bereits Drohungen gegen die Schützengilde ausgestoßen wurden. Der ganze Dorfall bedarf der restlosen Ausklärung und Untersuchung, daß die Schuld!- gen zur Verantwortung gezogen werden können. Eine grobe Taktlosigkeit, die verdient, gebrandmarkt zu werden, bestand darin, daß die Schützengilde sich nicht davon abHallen ließ, ihre Zechgelage und Belustigungen aus dem dortigen Rummelplatz angesichts der Majestät des Todes auf eine spätere Zeit zu verlegen. iüuch die Veranstaltungen des zweiten Festtages am Montag nahmen bei ungestörter Fröhlichkeit ihren Verlauf!! Besser und charakteristischer konnten die Mit- glieder der Teltower Schützengild« ihr moralisches Niveau nicht kennzeichnen. Aus diesem Bericht geht klar hervor, daß mindestens von einer«inseitigen Schuld der Kommunisten nicht die Rede sein kann. Es hätte der örtlichen Polizei ein leichtes sein müssen, den Zug der Schützengilde so zu leiten, dcß ein Zusammenstoß nicht möglich war. Mindestens für die Zukunft wird die Oeffentlichkeit energische Maßnahmen verlangen können. Solange Rechtsradikale und Kommunisten nicht aufhören, ihre Meinungsverschiedenheiten durch Prüge- leien und Schießereien zum Austrag zu bringen, muß man von den Polizeibehörden verlangen, daß sie, soweit das in ihren Kräften steht, jede Möglichkeit zu solchen Zusammen- stoßen von vornherein unterbinden. Der Kampf um Preußen. Eine vertagte Zeutramssitzung. Bon der zu Montag einberufenen Sitzung der Zentrumsfraktion des preußischen Landtages, die sich mit der Umbildung der preußischen Regierung beschäs- tigen sollte, hat man insbesondere in den Rechtskreisen die schon lange erstrebte Entscheidung erwartet. Die Hoffnungen haben sich aber nicht erfüllt. Infolge der geringen B e- t e i l i g u n g an der Sitzung wurde diese nach kurzer Debatte geschlossen, ohne daß man zu irgendwelchen Entschlüssen ge- kommen wäre. Der§aU Lesfing. Eine sozialdemokratische Aufrage. Gegenüber den Drohungen der völkischen Sludente« an der Technischen Hochschule in Hannover,.alle zur Verfügung stehenden Wittel anzuwenden, um Prof. Dr. L-ssing an« dem Lchrtörper der Hochschule zu entfernen" und.nicht eher zu ruhen, bis das gesteckte Ziel erreich« ist", fordert die sozialdemokratische Fraktion des preußischen tandtags vom Staatsministeriom in Farm einer großen Aasrage ein energisches vorgehen, damit die durch die Reichsversaisuag garantierte Lehrsreiheit geschützt wird und die zuständigen Verwallungcu der Hochschule jederzeit siegen eine Verletzung de« Artikels l 16 der Reichsversassung ein schreiten. Inzwischen hat bekanntlich der Unterricht,- minister den Rektor der Technischen Hochschule in Hannover ans- gefordert, gegen den völkischen Terror vorzugehen, hoffentlich hat der Appell de» Minister» den gewünschten Erfolg. Der Gesanöte gegen öle Republik. Er flaggt Tchiaarz-Weifl-Rot. Zwei deutsche Parteigenossen schreiben uns aus Stock- Holm unter dem 6. Juni: .Wir sind zufällig heute, am schwedischen National- festlag, wo alles reich beflaggt ist, hier anwesend und möchten Ihnen folgendes berichten: Das Haus der deutschen Gesandtschaft liegt hier an bevorzugter Stelle, am Blasiiholm, neben dem Grand-Hotel. Die Bureauräume liegen nach einer schmalen Seiten- gaffe. Dort hängt, von niemandem zu sehen, da noch«in Baum davorsteht,«ine schwarzrotgolden« Flagge. Aus dem Vach des Hauses, daß der Herr Gesandte vermutlich al» sein Privateigentum ansieht, weht dafür, weit über die Stadt sichtbar,«in« schwarzweiß- rot« Fahne."_ Deutscher Gesandter in Schweden ist der frühere Außen- minister der Regierung Cuno unseligen Angedenkens, Herr von Rosenberg. Daß dieser Divlomat alten Stils mit den Deutschnationalen sympathisiert, ist nichts Neues. Seine Unfähigkeit war auch ganz danach und ist dem deutschen Volke teuer zu stehen gekommen. Gegen einen Attache des Auswärtigen Amts, der in«in Fremdenbuch eine taktlose Bemerkung eintrug, ist ein Dis- ziplinarverfahren eröffnet worden. Was wird jetzt gegen einen Gesandten geschehen, der sich die nicht zu über- bietende Taktlosigkeit geleistet hat. im Ausland gegen die deutsche Republik zu demonstrieren? Herr Stresemann muß zeigen, ob er nur gegen links gerichtete Attaches Mut besitzt oder auch gegen rechts gerichtete Gesandte.'___■ Zememorü bei Wismar. Schwerin. 8. Juni.(Eigener DrahtherichtZ Bor einiger Zeit wurde in der Näh« von Wismar in Mecklenburg die Leiche«ine» jungen Menschen aufgefunden, die vier tödlich« Sopsschüfs« auswies. Der Ermordete war ein gewisser holz. Sogleich nach der Mord- tat tauchte die Vermutung auf. daß wieder«in völkischer Fememord vorliege. Diese Vermutung hat sich bestätigt. Der Staatsanwoll hat nach weitreichenden Ermittlungen jetzt gegen vier Personen Anklage wegen dieses Mordes erhoben. Die Verhandlung findet in der nächsten Schwurgerichtiperiod« stall. Kritistbe Laae in Marokko. Eutscheidende Offensiv« Abd el Krims. pari», 8. Juni.(Eigener vrahlberichl.) Der Druck der Truppen Abd el Krim» aus die fronzöfifche Front verstärki sich an verschiedenen Punkten, vor allem im Zentrum und im Westen. Alan beginnt sich hiervon dovon Rechenschaft zu geben. daß von dem Ausfall dieser Offensive nicht aar da» französische pro- tektorat über Marokko aus dem Spiele steht, sondern daß e» sich um die ganzen nordasrikonischen Kolonien handelt, da Abd el Krim seine Absicht verkündet hat, die ganze mufeimanische Welt zum Ausstand zu bewegen, wenn«hm seine augenblickliche Offensive gelänge, vor alle« hat die Nachricht von der Zurück- Ziehung der sranzösischen Vorposten lebhasle veuarnhi- g u u g hervorgerufen, wenn diese auch noch der amtlichen vor- stellnng ein beabsichtigt«, Manöver sein soll, um die feindlichen Truppen aus«in günstigere» Gelände zu locke», da e» unmöglich sei. sie in dem schwierigen verggeläud« de, Rif zu fasten. Dies« Taktik ist um so gefährlicher, al, Abd el Krim in sehr geschickter Propa- gaada die Ausgabe der französischen Posten al» einen großen mlst- tär Ischen Erfolg seiner Truppen darstellt, um damit die Eingeborenen zu seineu Fahnen zu locken. Der Gericht üer R. lll. K. In später Nachtstunde oerb reitet WTB.«inen sehr ausführlichen Auszug aus dem in Paris veröffentlichten Bericht der Interalliierten Militärkontrolltommission über festgestellt« Verstöße Deutschland». Wir werden auf den Bericht noch zurückkommen. SS-MiUionenkreüit an VeutfchSsterreich. Gens. 8. Juni.(Eigener Drobtbericht.) Do, Finanztomitee de» Völkerbundes hat das Gesuch der österreichischen Regierung auf Be- willigung von 88 Millionen Goldkronen aus der Völkerbund- onleihe zum Zweck« der Elittrifizierung der Bundes- bahnen genehmigt._ Der österreichische Gesandte Riedl, der bekanntlich mit Ende Juni dieses Jahr«, in den Ruhestand tritt, wird in der nächsten Zeit sein Abberufungsschreiben überreichen und gleichzeitig die Leitung der Geschäft« der Gesandtschaft einem interimistischen Geschäftsträger übergeben. Seine beabsichligte Betrauung mit der Fonrnhrung der Geschäfte bis zum Eintreffen seines Nachfolgers ist auf Wunsch des Gesandten unterblieben.. Schwarz. Weiß-Rot In Mexiko- Die.Berliner Dolkszeillmg" berichtet« kürzlich von gewissen Dexwicklungen, die sich in Mexiko zwischen schwarzweißrot flaggenden deutschen Kaufleuten und den dortigen Behörden ergeben haben sollen. Nach einer Erklärung der deutschen Gesandtschaft in Mexiko beruht dieser— auch von uns wiedergegeben«— Bericht auf Erfindung. Die Kämpfe in China. Uebergreifen ans Kanton. Kanton, S. Juni.(WIV„ Reuter.) Die pünnan- Leute errichteten Barrikaden längs des Kais und stehen vor den Barrl- laden der Kanton-Leute in Hanum. Der Kampf begann gestern nachmittag. Alle Kanonenboote der Saalon-Leule dampften den Fluß auswärts in die Gegend der auständlfchen Konzessionen in Schamcen und feuerten auf die Kaianlage. Später fuhren sie an Schameen vorbei, beschossen jedoch die Riederlastuagen der ausländischen Konzessionen nicht. Beiderseits de» Flusse» wurde mit Maschinengewehren und Sewehren geschossen. Alle Dampfer aus Hongkong gingen während des Gefechte» in See. Schaag hat. 6. Juni. lWTv.. Reuter.) Die Luge in dem Streik Ist unverändert. In Ischinkiaag, Tslngtau und h a n k a n herrscht jetzt Ruhe. Zu Schaaghai gestaltet die sremdenfelndliche Stimmung die Lage immer ernster. Schanghai, 8. Juni.(WTB.) Da» amerikanische Kriegs- schiff.Pauli Zone»" tras gestern abend in Ischinkiaag ein. Die Lage in Schanghai zeigt heule eine bedeutende Besserung, obwohl fie noch recht heikel ist. Schanghai. 8. Juni.(WTB.) Der japanische Kreuzer .Tatsuta" hat 200 Malrosen gelandet, vier japcniiche Zerstöre? finh cingetrofsen. während zwei>a panische Kanonenboote nach dem Zaagtse abgegangen find._ ßorthp rächt ßch. Die„Noszawa" beschlagnahmt. Budapest, 8. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Die Sonntags- nummer der sozialdemokratischen.Neszawa", die am Tag« vorher energisch die Einsetzung ein«, Untersuchungsausschüsse» gegen horthy und das Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen den Honoed-Beamten Stefan Soltez» gefordert hott«, ist von der Regierung konfisziert worden.— Die Budapester Iournoltsten prot« st leren gemeinsam mll ganz wenigen Ausnahmen gegen dies« Mahnohme und erhoffen von der Rückkehr Bethlens die Aufhebung des Verbotes de«.Az Ufsog". das die Anklagen Beniczkys veröffenllicht Halle. Die Freunde Beniczkys sind in großer Sorge um den Verhafteten, da die magyarischen Ge- sängnisdirektoren in ihren Methoden bekanntlich nicht wählerisch sind. Der Hamburger �ehrertag. Abschluß der Beratungen. Hamburg. 7. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Die hauptver- Handlungen der Deutschen Lehrerverfammlung sind geschlossen. Ueber 50 Nebenveranstoltungen mit spezifisch metho- difchen Themen, die zumeist mit äußerst instruktiven Ausstellungen verbunden sind, nehmen die Zeit überreichlich In Anspruch. Be- sonders erwähnenswert- ist eine erschöpfende Lehrmittelaus- st« l l u n g, in der das aus dem experimentellen Suchen der letzten Jahre als besonders wertvoll Erkannte zusammengetragen ist und so endlich einmal eine erste umfassende Uebersicht gibt über die wirklich in der Praxis brauchbaren Lehrmittel, deren der neue Unterricht bedarf. Die Versuchsschulen haben eigene Aus- stellungen besorgt, die das höchste Interesse der in- und ausländischen Besucher erregen. Dazu treten diejenigen der wissenschaftlichen F a ch i n st i t u t e. Auf der Senatsveranstallung im Rathaus legte für die ham- burger Regierung Bürgermeister Dr. Schramm vor den Spitzen der Behörden den Führern der deutschen Lehrerschaft und Ber- tretern der Presse noch einmal den besonderen Standpunkt der hamburgischen Kultur- und Schulpolitik dar. Der Ehrenvorsitzende des Deutschen Lehrervereins Röhl faßte in seiner Erwiderung den Gesamtwert dieser Tagung dahin zusammen, daß drei Tage Anschau- ungsunterricht aus Hamburger Boden, genossen von Tausenden von deutschen Doltsschullehrern. Hunderttausenden von deutschen Kindern einen Gewinn bringt, der in seinem Wert unschätzbar sei. Er fühle sich gerade in diesem Zusammenhang verpflichtet, der mutige« Pionierarbeit der Hamburger Lehrerschaft auf pädagogischem Neuland zu gedenken und dankte nochmal« für die großzügige Unterstützung dieser Tagung durch den hamburgischen Staat und der damll ausgedrückten regen Anteilnahme an einer fortschrittliche» Kullurpolitik. Tagung der Lehrergewerkschaft. Gleichzellig mit der Versammlung des Deutschen Lehreroereins in Hamburg tagte die freigewerkschastlich gerichtete G e w e r t- schaft Deutsche? V o lk« s ch u ll e h r« r und-lehrerin« n« n in Minden. Der Anschluß an den Allgemeinen Deutschen Be- amtenbund, der Schutter an Schuller mit den freien Gewerkschaften der Angestellten und Arbeitnehmer kämpft, stand nach seinen pro- grammatischen Folgerungen im Mittelpunkt der Verhandlungen. Während in Hamburg da? deutsche Kullurgut im Sinne der liberalen Vorgänger und Führer des Deutschen Lehrervereins das haupllhema bildete, war die Programmaussprache der Doltslehrer- gcwerkfchaft von dem Gedanken beherrscht, daß heut« die Wirt- s ch o s t auch für den Lehrerberuf maßgebend im Vordergrund stehen muß. Der grundsätzlichen Wirtschaftseinstellung und den Wirtschastssorderungcn des ADV. wurde restlos zugestimmt, ihr« Anwendung auf den Beruf zur Leitlinie des Programms erhoben. Aus dem aufgestellten sehr reichen Arbeits- und Kampfprogramm feien folgende Punkte erwähnt: Energische Abwehr der Angriff« auf die Grundschule, Ablehnung aller Stondesschulen, Aus- bau der allgemeinen Volksschule, soziale Hilfe für die Kinder aus wirtschaftlich gedrückten Verhällnissen: Schulspeisung, Lern- und Lernmittelfreiheit usw., Vermehrung der staatlichen und gemeind- lichen Kindergärten und Kinderhorte, Stellung der Wirtschaft nach ihrer heutigen Bedeutung für Kultur und Volk im Lehrplan aller Schulen, Verbot unzeitgemäßer Lehrbücher und Lernmittel, Förde- rungsmöglichkeiten für Schwach, und Sonderbegabt«, für Schwer- erziehbar« und alle die Opfer der sozialen Not unter der Jugend, Pflege der Erwachsenenbehandlung, Schasfung einer Reichsbehörde für das einheitliche Bildungswesen. Zum ersten Vorsitzenden der Gewerkschaft wurde Lehrer Quer in Kassel, hafenstr. ZI. gewählt. Der nächste Derbaudstag findet in Weimar statt, Gewerkschaftsbewegung 1925 Fragen der Lohngestaltung. Der Borsigende der Bereinigung der deutschen Arbeitgeber- Berbände polemisiert in der Nummer 11 des„ Arbeitgeber" vom 1. Juni gegen einen Auffaz des Reichsarbeitsministers, der in Nummer 216 der„ DA3." erschienen ist. Herr v. Borsig gibt nur eine Biederholung der unzählige Male vorgebrachten und wider legten Argumente der Arbeitgeber bei dem Streit um die Lohngestaltung. Nicht einmal die angesichts der offiziellen Statistik mehr ols fühne Behauptung, daß die Löhne heute 150 Proz. des Friedens: niveaus erreichen, ist neu. Im Herbst 1923, als das Lohnniveau der deutschen Arbeiterschaft nur noch einen Bruchteil des Friedenslohnes betrug, haben die Unternehmer und Herr v. Borsig an ihrer Spitze die Behauptung verbreitet und verbreiten lassen, daß die Löhne das Friedensniveau weit überschritten hätten. Es ist wirklich sehr schwer, gegenüber folchen Behauptungen ernsthaft zu bleiben. Herrn v. Borfig macht vor allem das gefährliche Schlagwort", wonach eine Steigerung der Löhne die Hebung der Inlandsfauftraft bedeutet, ernste Sorge. Er sagt dagegen, daß eine Lohnerhöhung die Kauftraft der Gesamheit auf die Dauer nur dann steigern fönne, wenn sie mit einer stetigen Besserung der Konjunkturlage, d. h. mit steigender Produktion bei zunehmendem Absah verbunden sei. Es ist zweifellos richtig, daß eine Lohnsteigerung in dem Augenblid gegenstandslos wird, in dem infolge steigender Produktionskosten die Preise steigen. Die Frage ist nur, wodurch die Pro: duktionskosten gesteigert oder vermindert werden. Herr v. Borsig ist der Meinung, daß zunächst eine Leistungssteigerung eintreten müſſe, der eine Lohnsteigerung folgen fönne. Brutaler und offener aus gedrückt heißt es: Wenn die Arbeiter statt acht Stunden zehn Stunden arbeiten, fönnen sie auch mehr verdienen. Die Arbeitgeber in der Verteidigung. Nachdem wir der Eingabe der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände an den Reichskanzler zur Beröffentlichung verholfen haben( f.Morgenausgabe des Borwärts" vom 30. Mai), sieht sich die Bereinigung genötigt, ihre vertrauliche Eingabe durch die Telegraphen- Union auszugsweise mitzuteilen.„ Die Veröffent lichung ist bisher nicht erfolgt," schreibt die Epikenorganisation der Unternehmer, weil die Vereinigung den Entschließungen der Reichsregierung nicht vorgreifen wollte". Ein dümmere Ausrede ist den Syndici der Vereinigung offenbar nicht eingefallen. Wir gestehen selbstverständlich auch den Arbeitgebern das Recht zu, in Eingaben an die Reichsregierung oder den Reichstag ihren Standpunkt geltend zu machen. Etwas anderes aber ist es, wenn, wie es in der vertraulichen Eingabe geschah, durch Hintertüren unter Ausschluß der Deffentlichkeit der Reichsregierung eine Marschroute ge geben wird. Dieses Verfahren wird nicht besser, wenn es mit Hilfe der Deffentlichkeit zu scheuen haben. von irreführenden Behauptungen geschicht, die allerdings das Licht Neue Verhandlungen im Bolle- konflikt. Die Bolle- Meierei in Berlin ist bekanntlich seit langer Zeit bestrebt, die Löhne ihrer Arbeiter auf der niedrigsten Stufe zu halten. Dadurch sind die Verhältnisse in diesem Betriebe jetzt wieder auf die Spige getrieben worden. Die Arbeiterschaft sah sich schließlich zum Streitbeschluß gezwungen. Weil die Meierei Bolle als lebensmichtiger Betrieb gift, haben sich die amtlichen Stellen in letzter Stunde um eine Beilegung des Konfliktes bemüht. Für heute nach mittag 2 Uhr sind nochmals Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß einberufen. Eine sehr gut besuchte Bersammlung der Bolle- Belegschaft nahm gestern abend im Moabiter Gesellschaftshaus zu der veränderten Situation Stellung. Die Erregung der Versammlung über das Ber: halten der Meiereileitung war sehr groß. Es ist lediglich den Organi fationsvertretern zu danken, daß die Versammlung sich dahin entschied, nicht in den Streit zu treten, ohne das Ergebnis der heutigen Berhandlungen abzuwarten. Die Arbeiterschaft ist in dem Willen zur Berständigung bis an die Grenze des Entgegenkommens gegangen. Im Allgemeininteresse ist es nunmehr Pflicht der in Frage fommenden Instanzen, auch die Meierei Bolle zum Nachgeben zu veranlassen. Geschieht das nicht, dann ist der Streit unvermeidlich. Nun ist das Problem der Produktionstosten nicht so einfach, wie es die Arbeitgeber der Deffentlichkeit vormachen. Eine Verlängerung der Arbeitszeit, das haben bisher alle unparteiisch durchgeführten Erhebungen, alle Erfahrungen sowohl der Unternehmer wie der Arbeiter bewiesen, ist feineswegs gleichbedeutend mit einer Steige rung der Produktion. Es ist eine notorische Tatsache, daß die Arbeiterschaft mit der fürzesten Arbeitszeit ungleich leistungsfähiger ist als die Arbeiterschaft in zurückgebliebenen Ländern, wo noch eine lange Arbeitszeit üblich ist. Gewiß ist es nicht die furze oder die lange Arbeitszeit allein, die die Leistungsfähigkeit der Arbeiterschaft bestimmt. Die technischen Betriebseinrichtungen, die gesamte Kulturhöhe der Arbeiterschaft und des Landes sind wesentfiche Fattoren der Leistungsfähigkeit. Die Kulturhöhe eines Bolkes wird jedoch wesentlich bestimmt von der Teilnahme der breiten Massen an allen Gütern und Errungenschaften der Zivilisation. Eine Arbeiterschaft, die durch lange Arbeitszeit und niedrige Löhne von der Teilnahme an diesen Kulturerrungenschaften automatisch ausnehmer verbindlichen Schiedssprüchen. Die Gewerkschaften haben geschlossen ist, wird notwendig als Produzent wenig leistungsfähig fein sowie auch als Verbraucher die Absatzmöglichkeit der Industrie beschränken. Praktisch geht die Leistungssteigerung der Industrie, wie die Er fahrungen des letzten Jahrhunderts zeigen, den entgegengesek ren Gang, den die deutschen Arbeitgeber einschlagen möchten. Noch immer ist auf jede Lohnforderung von den Unternehmern mit der felben Argumentation erwidert worden, mit der Herr v. Borsig auch heute noch trebsen geht. War die Arbeiterschaft gewerkschaftlich so gut organisiert, daß sie ihre Lohnforderungen durchsetzen fonnte, dann waren die Unternehmer gezwungen, durch herabjegung der Produktionstoften die Erhöhung der Ausgaben, die die Kohnerhöhung nach sich zog, wieder weit zu machen. Bielfach trat dann als Folge der technischen Verbesserung und der Rationalisierung der Betriebe eine Berbilligung der Produktion ein. Die Behauptung der deutschen Arbeitgeber, daß die Steigerung der Löhne eine Berteuerung der Produktion zur Folge haben müsse, ist gleich bedeutend mit der Berneinung jedes Fortschritts und jeder Entwicklung der Produktion in technischer und organisatorischer Beziehung. In seinen meiteren Ausführungen wendet sich Herr v. Borsig gegen die Lohnerhöhungen, weil sie angeblich die Bildung von Rapital hintanhielten. Der deutsche Wirtschaftsförper sei aus. geblutet und man müsse selbst mit Verzicht auf gewisse Lebenshaltungsbedürfnisse zunächst einmal die Quelle, von der das deutsche Bolt sein Einkommen schöpft, d. h. das Kapital, neu speisen. Daß das deutsche Bolt sein Einkommen aus dem Kapital schöpft, ist eine nationalökonomische Entdeckung, für die Herr v. Borsig fein Patent zu nehmen braucht; niemand wird versucht sein, sie ihm streitig 31 machen. Bas Herr v. Borsig aber unter Kapitalbildung versteht, hat gerade in ungeheuerlichem Ausmaße während der Inflationsperiode, während der die Arbeitseinkommen ständig gesunken sind, stattgefunden. Das gesamte deutsche Bolt, insbesondere die Sozial- und Kleinreniner, ist von den Industriemagnaten enteignet worden. Als die Stabilisierung eintrat, hatten die Industrieunter nehmungen wohl ihre Betriebe ausgebaut, sich zu Riesentonzernen zusammengeballt, aber sie waren weder dem Auslande gegenüber trotz der niedrigen Löhne konkurrenzfähig, noch bestand infolge der gefuntenen Kauftraft ein aufnahmefähiger Inlandmarkt. Die Unternehmer hatten während der ganzen Inflationsperiode nur die sogenannte Kapitalbildung durch Anlegung von Sachwerten" im Auge und die Produktionssteigerung ganz vernachlässigt. lieber verbunden. Das Ebert- Manns- Quartett wirft dabei mit. Der Beginn ist auf 8 Uhr abends, das Eintrittsgeld auf 40 Pf. festgesetzt. Die Drüderlehrlinge haben auf Beschluß der Branchen fommission freien Eintritt. Sie bekommen die Karten am Saaleingang. Auch in den Betrieben find die Lehrlinge und Jugendlichen auf diese Veranstaltung aufmerksam zu machen. Die Desterreicher müssen auswandern. Genf, 8. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die österreichischen Delegationsmitglieder haben dieser Tage mit dem Direktor des amerikanischen Arbeitsamtes Magnus, der als Beobachter in Genf weilt, das Auswanderungsproblem der österreichischen Arbeitslosen besprochen. Magnus vertrat die Ansicht, daß an sich die Aufnahme von 40 000 Arbeitslosen keine Schwierigkeiten bereiten würde, daß aber das augenblickliche Verbot die Aufnahme verhindere. Da eine genaue Einwandererquote für jedes Land Desterreich geholfen werden. Zu diesem Zwecke solle Desterreich vorgeschrieben sei, fönne nur durch ein Ausnahmegeses entsprechende diplomatische Schritte in Washington unternehmen und gleichzeitig dem amerikanischen Arbeitsamte genaues Material unterbreiten. In der Auswandererfommission des Arbeitsamtes jollten ursprünglich keine Desterreicher aufgenommen werden. Erst nach ernstlichen Vorstellungen wurde dem österreichischen Vorschlage zugestimmt. Achtung, Buchdruder und Buchdruckereihilfsarbeiter! In der Buchdruckerei der Deutschen Werte( Werbeabteilung) sind Differenzen ausgebrochen. Vor Antritt einer Kondition sind bei den Vorständen unbedingt Erkundigungen einzuziehen. Die Borstände. Auf den Kownoer Sägewerfen und Mahlmühlen streifen sämtliche Arbeiter, da ihre Forderung auf Erhöhung der Arbeitslöhne nicht erfüllt worden ist. Acht Sägewerke und vier Mah! mühlen haben seit fünf Tagen die Betriebe geschlossen. Der Streif dauert unvermindert an. Trotz der Vermittlung durch die Arbeitsinspektion beim Innenministerium ich bisher keine Einigung erzielt worden. Achtung, SPD.- Bau- und Geldschrankschloffer! Am Donnerstag, abends 7 Uhr, bei Weinhold, Gipsitt. 7, Berfammlung aller SPD. Genossen. Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. Wichtige Tagesordnung. Barteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Jugendveranstaltungen. Achtung! Borgendenkonferenz Sonnabend, den 13. b. M., abends 48 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3. Rundschreiben folgt. mishHeute, Dienstag, den 9. Juni, abends 7½ Uhr, Abteilungsmitgliederversammlungen: Dazu schreibt uns die Direktion der Meierei Bolle: Laut dem zwischen den Parteien bestehenden Tarifvertrag sollen alle aus dem Bertrage entstehenden Streitigkeiten durch den gesetz lichen Schlichtungsausschuß entschieden werden, wie dies auch in den lezten drei Jahren stets geschehen ist. Wenn daher die Gewerk schaften jetzt der Belegschaft den Rat geben, statt der Anrufung des Schlichtungsausschusses in den Streit zu treten, so find sie vertragsbrüchig. Auch abgesehen von dieser tariflichen Regelung widerspricht Moabit II: Schule am Stephansplak. Wedding- N.: Schule Müllerdas Vorgehen der Gewerkschaften den allgemeinen Grundsätzen des ftraße 48. Wilmersdorf: modernen Arbeitsrechts mit seinen für Arbeitgeber und ArbeitWeften: Baugewerischule, Rurfürstenstr. 141. Jugendheim Hildegardstr. 4. Steglik 1: Jugendheim Albrechtstr. 47. Ropenid: Jugendheim Grünauer Str. 5. Schöneberg II: Schule FrankenMariendorf: Alte Schule, ihr Borgehen damit begründet, daß fie zu dem Schlichtungsausschußstraße 10, Bortrag:" Arbeiterbewegung", 2. Teil. Dorfftr. 7, Vortrag:„ Körperpflege und Naditultur". Neukölln III: Jugendnicht das nötige Vertrauen hätten und suchen hierdurch offenbar heim Rogatstr. 33, Vortrag:„ Konkordat". Reinidendorf- Oft: Seebad, Refieinen Druck auf diese Instanz auszuüben, um ihre unberechtigten denzitr. 46, Bortrag:„ Das Fest der Sonnenwende einst und jezi" kann erſt am 16. d. M. gehalten werden. Rofenthal: Schule Schillerstraße, Vortrag: Forderungen durchzubringen. Uebrigens hat der SchlichtungsausWilhelm Busch". Werbebezirk Kreuzberg: Die Funktionäre nehmen an der Gigung der chuß von Amts wegen eine Verhandlung auf Dienstag, den 9. Juni 1925, 2 Uhr nachmittags, anberaumt." Wahlfahrtskommission der Partei heute, Dienstag, 7% Uhr abends, bei Wolff, Gräfeftr. 23, teil. Mit dem Beschluß der Belegschaft, den wir eingangs mitteilen, fallen alle Behauptungen der Meierei Bolle in sich zusammen. Im übrigen ist der Streitbeschluß nicht von den„ Gewerkschaften", sondern von den Vertrauensleuten der Belegschaft gefaßt worden und bleibt in Kraft. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Die Behauptung der Meierei Bolle ist aber auch eine bewußte Unwahrheit. Der Lohntarif, auf den sie sich bezieht, ist am 31. Mai abgelaufen besteht alſo gar nicht mehr zu Recht. Schließlich war es der Meterei Bolle unbenommen, selbst den Schlichtungsausschuß anzurufen. Sie hat das nicht getan, weil fie eine Berfammlung der Junamannschaft statt. Vortrag des Rameraden Lange den Kampf will. Die Deffentlichkeit wird damit feststellen können, wer diefen die Lebensintereffen Berlins berührenden Kampf. Detschuldet hat. Gefchäftsstelle: Berlin 6. 14. Gebaftianftr. 37/38. Sof 2 Tr. Gauvorstand. Achtung! Alle Reichsbanner- Baffersportier werden zu einer wichtigen Besprechung eingeladen am Mittwoch, ben 10. Juni, abends 8 he bei Schneider, König, Ede Klosterstraße. Rahl retches Erscheinen unbedingt erforderlich. Kamerabschaft Tiergarten: Diens tag, den 9. Junt, abends 7 Uhr, findet im Artushof. Perleberger Straße, über Monarchie, Diktatur, Republi Kameradschaft Wedding: Kamerabeh und Freunde, bie am Großdeutschen Tag, 8. itd 9. Auguft, auswärtige Rame raben in Quartier nehmen wollen, werden gebeten, ihre Adresse umgehend an die Kameraden Drews, Utrechter Str. 22; Müller, Uferstr. 12; Faustmann, Bellermannftr. 90, abzugeben. Ramerabschaft Kreuzberg: Dienstag, den 9. Gescheiterte Verhandlungen in der Schwerindustrie. Juni, abends 8 Uhr, Bodbrauerei, Fidicinstraße, Gebentfeier für Grid Die Unternehmer wollen die Löhne abbauen. Effen, 8. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Der Metallarbeiter. verband teilt mit: Am Montag fanden in Essen Lohnverhandlungen für die Metallindustrie für den Betrieb der nordwestlichen Gruppe statt. Die Arbeitgeber haben eine Lohnvertürzung von 10 Bro 3. in ihrem Kündigungsschreiben vorgesehen; die Arbeit nehmervertreter hatten in ihrem Kündigungsschreiben Lohn erhöhungen gefordert, deren Höhe sie bei den Verhandlungen unterbreiten würden. Sie bestanden darauf, daß die Arbeitgeber eine Erklärung abgeben, daß auf die angekündigte Lohn. fationsvertreter nicht bereit seien, über einen Lohnabbau mit sich reduzierung von vornherein verzichtet werde, da die Organireden zu lassen. Die Arbeitgeber versuchten, nachdem die Organi fationsvertreter die Forderung von 80 Pfg. Stundenlohn für den Facharbeiter unterbreitet hatten, in Berhandlungen über den Lohnabbau einzutreten. Dieses wurde von den Arbeiterorganisationen abgelehnt. Somit sind die Verhandlungen über die Lohnfrage in der Metallindustrie gescheitert. Die Arbeiterorganisationen werden den Schlichter in der Angelegenheit anrufe::. Die Nachtarbeit in den Bäckereien. Genf, 8. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeitskonferenz Es ist aber nicht das Kapital, aus dem, wie Herr v. Borsig sagt, nahm in der Montagssigung in leter Lesung den Konventionsent das deutsche Bolt sein Einkommen schöpft, sondern es ist das Einwurf mit 81 gegen 26 Arbeiterstimmen an, der die Nachtarbeit tommen des deutschen Voltes, das das Kapital erst in Bewegung in den Bädereien von 11 Uhr abends bis 5 Uhr morgens verfekt. Die furchtbare Krise, die damals über Deutschland infolge Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Einigung erfolgt, fann an Stelle bietet. Falls Klima oder Jahreszeit es rechtfertigen oder zwischen der turzsichtigen Produktionspolitik der Unternehmer hereinbrach, dieses Zeitraumes eine Arbeitsruhe von 10 Uhr abends bis 4 Uhr wurde allmählich erst in dem Maße überwunden, in dem es der morgens treten. Arbeiterschaft gelungen ist, ihr Arbeitseinkommen wieder zu steigern und die Unternehmer zu zwingen, ihren Produktionsapparat zu vervollkommnen. Dieser Zwang wird, das beweisen uns die Aus: führungen des Herrn v. Borfig, zum Wohle des deutschen Volkes auch für die Zukunft ausgeübt werden müssen. Für die Berliner Metallarbeiter- Jugend. Jm großen Saale feines Berbandshauses bietet der Deutsche Metallarbeiterverband am fommenden Donnerstag einen Unterhal tungsabend, der zugleich der Propaganda unter den Lehrlingen und jugendlichen Arbeitern in der Berliner Metallindustrie für die gewerk. Herren- Anzüge, Paletots fchaftliche Organiſation dienen soll. L. Sonnenschein, Potsdamer Straße 33 nach Maß in vollendeter Paßform M. 85 Die Erlebnisse eines Handwerksburschen auf der Walze er zählt der Schauspieler Attilio Mord nach den Aufzeichnungen von Albert Stoner. Mit dem Vortrage sind alte Bolfs- und WanderNehmen Sie Biomalz bringen. Spielleute mit Instrumenten. 6% Uhr Antreten der gesamten Kameradsdjaft im Kleinen Gaal. Erweiterte Borstandssigung eine halbe Stunde früher. Kameradschaft Röpenid und Untergruppen. Achtung, Berfaffungsfeier! Bestellung auf Fahnen nehmen die Gruppenführer entgegen. Gorat dafür, daß am Berfassungstag jedes Saus beflagat ift. Die QuartierRameradschaft Mitte: Fördererzug: Mittwoch, den 10. Juni, abends 7½ Uhr, Zugligung im Sportliften find bei dem Kameraden Galle abzugeben. haus, Dirdjenstr. 1. Einheitsverband sozialistischer Unternehmer. Die Monatsversammlung findet am Donnerstag, den 11. Juni, 8 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Strake 11-12, lait. Tagesordnung wird dort bekanntgegeben, Grſcheinen sämtlicher Mitglieder ist Bflicht. Alle parteigenössischen Gewerbetreibenden werden besonders gebeten, zu erscheinen. Besondere Anfragen durch den Schriftführer der Ortsgruppe Groß- Berlin, Johannes Bogel, Berlin 9. 58, bände. Beginn des Jugendunterrichts für Kinder vom 12. Jahre ab Ditt. Kopenhagener Str. 14. Telephon: Humboldt 8049. ittake: Donnerstag, den 11. Juni, nachmittags von 3 bis 5 Uhr, Mariendorf, Schule Königstr. 32. Lehrer in beiden Schulen Witthauer. Dort erfolgen audy Bezirksarbeitsgemeinschaft Tempelhof Mariendorf der freigeistigen Berwoch, den 10. Juni, nachmittags von 3 bis 5 Uhr, Tempelhof, Schule Werder Die Anmeldungen jeden Mittwoch und Donnerstag. Jugendweihe 26. September. Berliner Bezirksverein des Vereins Deutscher Chemiker, c. B. Sigung Vortrag von Dr. Gimmich über Entwicklung und Berlin, Sommerstr. 4a. Freitag, den 12. Juni, 7 Uhr, im Saufe des Vereins Deutſcher Ingenieure, Stand der Deutschen Nidelindustrie". Mit Demonstrationen und Lichtbildern. Berantwortlich für Politik: Victor Schiff: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lofales und Sonstiges: Friz Raritädt; Anzeigen Th. Glede; fämtlich in Berlin Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Wiffen". 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Ich freute mich, als ich die Einladung des Sportvereins Fischweid" zu seinen angelsportlichen Wettkämpfen in der Hand hielt. Nun sollte ich eine ganze Schar dieser ruhevollen Menschen fennenlernen. Im Charlotten burger Schloßpart fand die Veranstaltung statt ,,, ganz hinten in der Ede", wie mir ein Bärter sagte. Der Schloßpart ist groß und die Wege sind gewunden; Sonntags morgens um neun find fie fast leer. Rechts und links steht das Gras oft über meterhoch; die weißen Blüteninseln auf den zahlreichen Hollunderbüschen erfüllen die Luft mit ihrem Duft, und aus dem Wasser, das grün mie eine Rafenfläche aussieht, flingen die Stimmen der Frösche: Dar, par, berberbeckber. Mir wurde selber ganz ruhevoll zumute, und ich war überzeugt davon, daß mein Berlaufen mit zum Programm gehörte. Schließlich fand ich die Angler doch; die Kämpfe waren schon im vollsten Gange. Angeln stellte ich mir immer so vor: Man bindet an eine Schnur einen Halen mit dem Köder und hängt sie an einem Stab ins Wasser, und dann wartet man, bis der Fisch anbeißt. Hier gab es nun aber überhaupt kein Waffer; auf einer Rafenfläche lagen Maßstäbe und Holzkreise, und die Männer, die zum Wettbewerb antraten, versuchten, einen bestimmten Bunft mit der bleibeschwerten Angelschnur zu er reichen. Pfeifend widelte sich die Schnur ab und flog durch die Luft, oft verfehlte sie das Ziel. Zum erstenmal habe ich da das Angeln auch als Sport schäzen gelernt, als ich sah, welche förper liche Gewandtheit es erfordert. Später ging es dann auch ans Wasser, mit der Fliegenrute", sagte mein Programm. Ich weiß jezt, daß das Wort„ ruhevoll" wirklich treffend ist; aber einen Angler in der Ausübung seines Sports möchte ich trok dem nicht stören ich fürchte, einige Anzeichen dafür zu haben, daß es diese Belastungsprobe doch nicht aushält. ..Billige" Wohnungen gefällig? Ein Bohnungsschiebungsprozeß beschäftigte das Schöffengericht Berlin- Tempelhof. Der Fall hat sich etma mie folgt abgespielt: Der Angeklagte Mulmigjohn, dessen früher gutgehendes Sahnatelier in letzter Zeit nur wenig einbrachte, wollte eine größere Wohnung haben, in der seine Frau einen Buzjalon oder ähnliches eröffnen wollte. Für diese Zwede genügte seine Dreizimmerwohnung nicht. Er wandte sich an seinen langjährigen Freund, den Dentisten Rosenthal, der Bezirksverordneter und zugleich Mitglied der Wohnungsfommission des Wohnungsamts Kreuzberg ist, mit der Bitte, ihm eine entsprechende Wohnung zuzuweisen. Rosenthal tat ihm den Gefallen und stellte ihm von zwei leerstehenden Woh: nungen, wovon eine in der Bernburger Straße, die andere in der Bärwaldstraße lag, eine zur Verfügung. Mulmigjohn entschied sich anscheinend für die lettere. Er mußte wohl auch bei seinem Bigarrenhändler von dem Geschäft etwas sehr viel und sehr " eigenartig" erzählt haben, denn auf Empfehlung dieses Zigarren händlers meldete sich bei Mulwigjohn ein anderer Herr, der auch eine Wohnung haben wollte. Die beiden wurden bald handelseinig. Jeht sollte der Herr die doch eigentlich M. zugedachte Wohnung erhalten. An Muiwigjohn waren dafür nur 1000 m. Provision' zu zahlen, movon 500 m. in bar bei dem Zigarrenhändler zu hinter legen und die restlichen 500 m. in Raten zu 100. zu begleichen waren. Inzwischen benötigte der gütige Wohnungsvermittler mit ben guten Beziehungen 100 Mart, um angeblich einen einfluß. reichen Beamten des Wohnungsamts zu schmieren". Dem Woh nungsuchenden fan die Sache nun aber doch etwas faul Dor. Er feilte sie einem ihm bekannten Magistratsbeamten mit. Dieser hielt die Angelegenheit für einen aufgelegten Schwindel und unter breitete sie dem Wohnungsamt Kreuzberg. Dieses erstattete Anzeige. In der Berhandlung gelang es Herrn Rosenthal, die Ange201 Schnock. Ein Roman von See und Sümpfen. Bon Svend Fleuron Welch Geträufel, melche Verschlungenheit in jedem Geschöpf dort in der Tiefe, welche biegsamen Formen... und alüberall hielten fleine dide, mopsähnliche Karauschen sich auf, vor sich hinträumend und den Schnabel öffnend, während fie ein Doppelfinn machten vor Wohlbehagen und schwärmerisch mit den Augen rollten. Aus dem tiefen, flaren See mit seinem blanten Wasser fam nun Schnod in diese flachen, fumpfigen Gebiete. Der Uebergang war im ersten Augenblic doch etwas schroff; aber fie befaß die Fähigkeit ihres Geschlechts, sich schnell einzuge wöhnen. Im Anfang ward es ihr denn auch nicht schwer, sich Nahrung zu verschaffen. Es gab sowohl Zärten wie Aale, und dann die ,, Mopfe", an die man sich halten fonnte; aber je gröBer fie mit der Zeit wurde, desto mehr mußte fie darauf be dacht sein, sich zu einem Allesfresser umzustellen. Sie lebte ja gemisfermaßen wie ein Wal im Binnenfee! Namentlich im Winter war es übel: im See, der sie über dreißig Jahre lang beherbergt hatte, war es ihr ein leichtes gewesen, sich durchzuschlagen. Der See war zu groß, um zu zufrieren selbst in der strengsten Rälte hielten die Grund quellen weite Streden offen. Aber nicht so im Sumpf; hier wurde die„ Luft" nach lang anhaltendem Frost arg bellommen, das Waffer nahm Sumpfgase von den auf dem Grunde verfaulenden Tier- und Pflanzenreſten auf, fonnte sie nicht abstoßen und fich mit neuem Stickstoff versehen. legenheit als von ihm ordnungsmäßig aufgezogen hinzustellen. Er hätte nur deswegen ein Interesse an dem Bohnungstausch" gehabt, weil sich die leerstehende Wohnung in der Bärwaldstraße zu schwer vermieten ließe. des Mulwigjohn mit der größeren leerstehenden hätte das Woh Durch den Lausch der fleineren Wohnung nungsamt ein leichter varmietbares Objekt erhalten. Wenn man berücksichtigt, daß das Wohnungsamt während des Leerstehens einer Wohnung die monatliche Miete an den Wirt zahlen muß, ist dieser Standpunkt wohl verständlich. Schleierhaft bleibt aber der Vorteil, den das Wohnungsamt gehabt hätte, wenn Herr Mulwigfohn seine Wohnung behalten und die ihm zum Tausch zugewiesene abgegeben zur Erlangung einer größeren Wohnung zur Umstellung seines hätte. Ebenso schleierhaft bleibt auch Herrn Mulwigjohns Idee Erwerbs, da er doch jetzt noch in seiner zu fleinen Wohnung" fizzt. Das Gericht verurteilte mulwigjohn nur zu einer Geldtrafe von 75 Mart. Da in der Anspielung auf seine guten Beziehungen zum Wohnungsamt eine Beleidigung der ohnungsamtbeamten zu erblicken fei. Alles in allem dem hohen Beamten" im Wohnungsamt, wie der Angeklagte Muleine recht dunkle Angelegenheit und eigenartige Freundschaft mit wigjohn den deutschnationalen Rosenthal bezeichnete. Der Rundflug. Die Rüdfehr von der letzten Schleife. Bald nach der Landung Bäumers trafen auf dem Tempelhofer Feld von 1 Uhr ab in fürzeren oder längeren Abständen zahlreiche weitere Wettbewerber von der letzten Schleife des Rundflugs wieder ein, und zwar: 670 Bolte auf det, der mit 8 St. 42 min. nur eine um 34 Minuten längere Flugzeit als Bäumer gebraucht hatte, 654 Röder auf Junkers( 9:53), 680 Baffer auf Heinkel, der mit 9:05 die drittbeste Flugzeit hatte, 660 och muth auf Ubet 10:10, 685 3 ander auf Heinkel 9:53, 647 Edzard auf Focke- Wulf 10:24, 633 Baab auf Dietrich 10:51, 651 v. Richt hofen auf Albatros 11:12, 653 enfe auf Junters 10:43, 691 Jund auf Heinkel 11:21, 657 B1auth auf Junters 11:04, 678 orenz auf Heintel 11:36, 674 Sydow auf Caspar 11:35, 644 Carganico auf Dietrich 11:59, 652 Auffahrt auf Dietrich 12:44, 650 ad mad auf Albatros 12:07, 656 Iume auf Junkers 11:53, 634 Rabenstein auf Dietrich 15:21 und 689 Hartmann auf Heinkel 12:50. Um 7 Uhr abends waren Nachmittags anbelangt, so waren sie nur eine Wiederholung der an bereits 22 Flugzeuge zurückgekehrt. Was die Veranstaltungen des den vorhergegangenen Tagen stattgefundenen. Triebners Absprung und Ballonjagden zu sehen; den Luftkampf führten diesmal Heinze und Erler vor; neu war ein Wolfenflug. Es waren wieder Freiflugauslojung im Berliner Flughafen. Wie von der Berliner Flughafengesellschaft angekündigt mar, wird auf je 20 Rund flugbauerfarten des 1. Plages und je 100 Rund. flugdauerkarten des 2. Plazes ein Freiflug entfallen. Die Gewinnummern werden am Dienstagabend ausgeloft und Bunki 7 Uhr abends durch Anschlag und Lautsprecher befanntgegeben. Als Ausmeis für den Gewimmer eines Freiflugs gilt feine Dauer farte. Es ist Borsorge getroffen, daß die Gewinnfarten sofort auf dem Flugplatz abgestempelt werden, bei welcher Gelegenheit dem Gewinner auch der Flugtag und die betreffende Luftverkehrsgesell. schaft mitgeteilt wird. Heute nachmittag finden zum legten Male Kunstflüge, Fallschicmabsprünge, Ballonrammen und andere Borführungen statt. Bon 4 Uhr nachmittags ab wird auf allen Plätzen Konzert sein. Die Bluttat in Niederschönhausen. Zu dem Frauenmord in Niederschönhausen wird gemeldet, daß die Beamten der Mordkommission gestern mit dem in Halt genommenen Baul Bredlom, fich zu einem Lofaltermin nach dem Laubengelände begaben. Der junge Mann blieb bei seiner ersten Darstellung, daß das junge Mädchen sich selbst das Leben genommen habe. Es wurde festgestellt, daß es tatsächlich wiederholt Selbstmordabfichten geäußert hat, so auch zu einer Freundin. Diese Freundin, die sich mit ihrer Stiefmutter nicht vertragen fonnte, mollte ebenfalls aus dem Leben scheiden und trant deshalb Lysol Da sich aber hierauf heftige Schmerzen einstellten, so schreckte Charlotte Kay( nicht Kaiser) vor dem gleichen Mittel zurüd. Seit ihr nun in einer Unterhaltung der junge Bredlom erzählt hatte, daß sein Bruder cine Pistole besitze, drängte sie ihren Freund wiederholt, ihr die Waffe mitzubringen. Sie hatten sogar den Plan gefaßt, sich beide zu töten. In einem unbewachten Augenblic gelang es Paul Bredlow, seinem Bruder die sonst stets eingeschlossene Waffe Hier in den Labyrinthen der Schlammwelt stieß fie auf die Schleien, jene olivengrünen Fische mit den schwarzen Rücken. Ihre Schuppen waren sehr klein und der ganze Körper mit einer dicken Schleimschicht eingerieben. Es waren plumpe Burschen mit dicken, lederartigen Floffen; sie hatte sie früher nicht ausstehen können, fie höchstens als eine Art Heilmittel benußt, während sie im See lebte. Wenn ihr Gaumen voller Stiche und Risse war, von den Fischhafen herrührend, pflegte sie in den Schlamm zu steigen, um sie zu tonfultieren und ein heilendes Pflaster auf ihr verwundetes Maul gekleistert zu bekommen, indem sie es an ihren schleimigen Seiten rieb. Nun aber, da der Hunger ihren Appetit schärfte, mußte sie leider ihre früheren Wohltäter ausnußen und so viel wie möglich aus der Konsultation herausholen, indem sie sie mit Bonne verzehrte. Im Sommer rührte sie sie selten an, sondern mästete sich mit allem anderen, was ihr über den Weg lief; fie fing die Natter, die vorüberschwamm, jeden Frosch und jede Maus und zeigte sich eine Wafferratte, schob fie sich unterwärts an sie heran und sog sie mit einem Schlud auf. Auf diese Weise schlug sie sich etwa zwei Jährlein durch. Aber in einem Jahre herrschte ein ungewöhnlich trodener Sommer, fie mußte, um genügend Wasser zu finden, von Torfloch zu Torfloch ziehen und oftmals wochenlang hintereinander in den Tümpeln leben, die in den tieferen Senten zurüdblieben. Zu ihrem Glüd versammelten sich, je tiefer der Wasserstand fant, nach und nach alle Bewohner des Moores in diesen Schalen; fie stieß auf Barsche und Karauschen, und auch Aale, Egel und Kröten waren hier eingesperrt mie fie, bis mit dem Regen mieder Ueberfluß an Nässe tam. Sie entwickelte sich weiter, aber in anderer Richtung denn zuvor; Wildheit und Grausamkeit wurden abgelöst durch Lift und Erfindungsgabe. Und wie alle anderen Hechte des Moo lernte sie es bald, sich von dem einen Pfuhl zum anderen über die Torfhöhen zu schwingen, ja fogar furze Streden über Land zu wandern. Da mußte fie versuchen, dorthin zu gelangen, wo Swertres lilien und Wurzelfnollen fleine, fast unsichtbare Löcher ins Eis schlugen; fie fand diese durch den Lichtschimmer und merfie, wie sie an dieser Stelle freier atmete. Im übrigen hielt sie sich in der falten Jahreszeit meist auf bem Grunde auf, verbarg sich in den wärmenden, herabge funfenen Pflanzen. Hier faulenzte und schlief fie, das Blut rann langsamer, und tagelang brauchte sie feine Nahrung zu fich zu nehmen. Aber der Ruhezustand war nicht vollständig... hin und wieder mußte sie hinaus und sich rühren; dann stillte sie ihren Hunger durch Muscheln und Schneden und fam auf den Gedanken, den Schlammschächten der Torfgräben nachzuspüren, | Sie hatte ja nur die eine Wahl, Hungers zu sterben oder sich einen Ausmeg zu verschaffen. Es war gerade, als habe die Reise in ihrer Jugend aus dem Schlund des fliegenden Reihers in das blanke Waffer hinab ihre Riemen abgehärtet, so daß fie längere Zeit hinter einander den starten, dörrenden Sauerstoffgehalt der Luft er tragen fonnten, denn sie wagte sich oftmals über Insein und Torfdämme. die breiter waren als eine Landstraße. Wenn sie es vor Hunger nicht auszuhalten vermochte, lief fie fich oben auf dem Ufergrafe selbst auf Grund- und dann Dienstag, 9. Juni 1925 zu entwenden. Er brachte sie zu der Zusammenfunft mit der Kay am Sonnabendabend mit. Als dann das Mädchen sich einen Augenblid allein in der Laube befand, drückte sie die Pistole an ihrer daß das Mädchen auch anderen Bersonen gegenüber ihre Lebens Schläfe ab. Diese Darstellung des jungen Mannes gewinnt dadurch, müdigkeit zum Ausdruck brachte, an Wahrscheinlichkeit.. Die Mordfommiffion ist mit der Nachprüfung aller diefer Angaben noch weiter beschäftigt. Die stärkste Seite des Kommunismus". Der Berjammlungsterror in der Naunynstraße. Gestern fand vor der Berufungstammer des Bandgerichts II in Moabit die Verhandlung gegen den Kommunisten Ja edece Mitte wegen gefährlicher Körperverletzung zu 400 Mart Geldstrafe statt, der am 10. Februar 1925 von dem Schöffengericht Berlinverurteilt worden war. Das Urteil gründete sich auf folgende Er. eignisse: Der Bezirk Kreuzberg unserer Parteiorganisation veranstaltete am 16. September 1924 in Graumanns Festfälen in der Naunynftraße eine öffentliche Volfsversammlung, in der Genosse Litte als Redner vorgesehen war. In dieser Versammlung tam es zu wilden Auftritten, die planmäßig von den Kommunisten inszeniert worden waren. Kurz nachdem Genosse Litte das Wort ergriffen hatte, fette von kommunistischer Seite wüstes Johlen und Schreien ein, das sich immer mehr verstärkte und schließlich in einen ohrenbetäubenden Lärm ausartete. Als die Saalordner die Ruheſtörer aufforderten, den Saal zu räumen, griffen diese zu Stühlen, Biergläsern und Selterswasserflaschen. Innerhalb weniger Minuten brach in dem dichtgefüllten Saal eine wilde Panit aus. Ein Teil der Besucher flüchtete, während Stuhlbeine und Biergläser als Wurfgeschoffe durch die Luft fausten. Die Schlägereien fetzten fich längere Zeit fort, bis das Ueberfallkommando der Schutzpolizei im Saale erschien und zur Säuberung schritt. Hierbei erfolgten mehrere Festnahmen. Gegen die Kommunisten Jaedece, Kleinschmidt, Meyer und die Sympathiesierenden Kettner und Binzus ftellte die Staatsanwaltschaft Antlage megen gefährlicher Körperverlegung. Im Verlauf der sehr umfangreichen Beweisaufnahme der ersten Verhandlung wurde einwandfrei feftgestellt, daß die Kommunisten die Versammlungstrawalle vom 16. September 1924 nicht nur fyftematis provoziert haben, fondern auch mit Stuhlbein und Bierglas die Angreifer gewesen find. Kleinschmidt und Binzus wurden freigesprochen, während die Angeklagten Mener und Kettner 300, der Angeklagie Jaedecke 400 Mart Geldstrafe erhielten. Während Mener und Retiner auf Revision verzichtet und das Urteil afzeptiert hatten, legte Jaedece Berufung ein. Wiederum war von beiden Seiten ein großer 3eugenapparat aufgeboten worden, so daß sich die Verhandlung vom Mittag bis zum Abend hinzog. Jaedecke hatte in der fraglichen Rundgebung dem in der Arbeitersportbewegung bekannten Genossen Bartelmann, der als Ordner fungierte, mit einer Selterswasserflasche einen heftigen Schlag gegen die Stirn gegeben. Das Resultat dieses heimtüdischen Ueberfalls war eine start blutende Wunde dicht über dem Auge. Auch soll Jaedecke Stühle in die Menge geworfen haben. Vor Geright verteidigte sich der Angeklagte zungengelentig mit großer Weitschweifigkeit. Natürlich hat er nichts gemacht, er ist ein Unschuldsengel par excellence gewesen, hat weder mit Stühlen geworfen noch mit Wasserflaschen geschlagen, sondern ist so ganz en passant in das Tohuwabohn in Graumanns Festfälen hineingekommen. Sachlichkeit, so führte der Angeklagte allen Ernstes aus, sei überhaupt die stärtste Seite des Kommunismus"(!), er jei gegen jeglichen Terror und lehne Versammlungs prengungen ab. Eine nette Theorie, die leider jedoch durch die Braris peinlich widerlegt ist. Die Zeugenaussage bestätigte Bunft für Bunft die Anflage. Die präzisen Aussagen der Zeugen Genossen Bartelmann, Barth, Berg fuchten Jaedecke und sein Verteidiger Loewenthal, der in Bertretung Samters amtierte, vergeblich mit Sophismen und fleinlichen Ranfünen zu erschüttern. Die Aussagen der Entlastungszeugen waren unbestimmt und widersprachen sich zum Teil. Es tam während der Verhandlung zu einem kleinen Auftritt von einigem Humor. Als der Angeklagte schilderte, mit welcher Gelaffenheit er während der hochgradigen Erregung im Saal an Bartelmann herangetreten sei und ihm mit gemütvoller Gelassenheit auf die Schulter geflopft und gejagt habe: Aber in lassen Sie doch!", erwiderte Bartelmann, und es gab einiges Schmunzeln im Saal:„ Eine so verbindliche Sprache wurde allerdings nicht geführt." Ueberhaupt scheinen die Kommunisten die frümmte fie fich und sprang in der Richtung des gegenüberliegenden Gewässers ab. Sobald sie der Trockenheit der Luft sich ausgesetzt fühlte, fagte ihr das feine Empfinden, welchen Weg sie einzuschlagen hatte; die Nähe des Waffers wirkte auf ihre empfindsame Haut ein und wies ihr den fürzesten Weg. Alles flimmerte in einem goldenen Nebel vor ihren Augen, während sie kroch, sich schlängelte und sprang, unablässig. In früher Morgenstunde, wenn das Gras noch naß vom Tau war, unternahm sie diese Reisen als Landstreicher. Bei einer folchen Gelegenheit geriet fie einmal in eine große und tiefe Grube, wo das Krebsvöllchen, das alljährlich vom See auswanderte, seine Zufluchtsstätte hatte. Ueberall von den steilen, fahlen Wänden gähnten habgierige Krebsflauen ihr entgegen. Tagaus, tagein etwa ein halbes Jahr lang ging fie hier auf Raub und war eifrig damit befaßt, sich in die festen, jenkrechten Böschungen einzugraben, wo die Kneifer ihre Höhlen haften. Bom See her wußte sie ja, daß die Krebse weder steuern noch die Richtung verändern konnten, wemi sie mit fechtendem Schwanze rüdwärts durch das Wasser fuhren, und daher fing fie sie mit Leichtigkeit, wenn sie sie erst hinausgejagt hatte. Nur ein uralter, muschelnarbiger Bursche, auf dem ganzen Körper fohlrabenschwarz und mit einer großen und einer ganz winzig fleinen 3ange entwischte ihren eifrigsten Be mühungen; er saß tief drinnen in einer Steinhöhle mit seinem schildbewaffneten Kopf, die geftielten Augen ruhten nachdenklich auf seinen beiden ungleichen Scheren. Ein paarmal geschah es, daß sie aus ihrem Winterschlaf nächtlicherweile gemedi murde, indem fie fühlte, wie ein zäher, harter Griff ihren Bauch umspannte, dann faufte sie im Kreise herum wie ein Hund nach seinem Schwanz; Kneif aber wußte immer im rechten Moment wieder loszulassen. Eines Tages mußte sie auch dieses Schlammloch wieder verlassen, es gelang ihr, den Wall zwischen sich und einem dahinterliegenden Graben zu schleifen, und gelangte so in ein Gebiet, das ihr einige Monate des Wohllebens verhieß. Hier wetterte sie den Winter ab und säuberte den Schlamm Don jedem Schlei, jedem Eael, jeder Schnece. Als der Frühling sich nahte, fraß sie alles, was in ihre Reichweite fam! Die Frösche und Kröten hielten sich zu dieser Zeit in Massen in diesen Gewässern auf; die Grasfrösche lagen im Wasser und ließen Glockenschlag auf Glockenschlag ertönen, die Kröten quaften und fnurrien alle waren sie erfüllt von Liebesrausch und Wonne und fielen ihr daher leicht zur Beute. ( Fortsetzung folgt.) harmlosesten pazifistischsten Seelen von der Welt zu sein menn man ihnen Glauben schenken darf. Troß seiner Flaschenwerfertätigkeit hat Jaedecke übrigens auch verstanden, vorsichtig zu sein. Denn als die Situation zu brenzlich wurde und man allerseits Miene machte, den Ruhestörern an den Kragen zu gehen, froch er bchende unter einen Tisch. Trotz des sehr aggressiven Plädoyers von Rechtsanwalt Loewenthal, das recht gewagte Hypothesen auf ftelite, fam das Gericht nach furzer Beratung zu einer Berwerfung der Berufung. Schutz dem Säugling! Einspruch gegen die Beseitigung des Stillgeldes. Gegen die im Entwurf eines Geseges über die Wochenhilfe vorgesehene Beseitigung des bisherigen Stillgeldes fand in Berlin gestern die im Borwärts" angekündigte Protestver= sammlung statt. Mit dem Deutschen Stäbtetag hatten Ber cinigungen für Gesundheitspflege, für Wohlfahrtspflege, für Säuglingsschuß und Fachvereine der Aerzteschaft zu der Rundgebung eingeladen. Reichs, Staats-, Provinzial- und Gemeindebehörden, öffentliche und private Bohlfahrtspflege, Krantenfassen und Arzteschaft waren vertreten. Prof. Dr. Krautwig, der Leiter des Gesundheitswesens der Stadt Köln, übernahm den Borsiz. 3 4 Die Gefährdung der Säuglingsfürsorge durch den Gefeßentwurf( über deffen Einzelheiten unsere Leser bereits durch den im Vorwärts" veröffentlichten Aufsatz des Genoffen Dr. Korach unterrichtet sind) wurde in vier Vorträgen erörtert. Bei geordneter Dr. Reinbaus Barmen gab einen Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung der Wochenhilfe, den gegenwärtigen Stand der Gefeßgebung und die Bestimmungen des neuen Gefeßzes. Nach der stetigen Aufwärtsentwicklung des Mutterschutzes jolle es jegt zu einer Rückwärtsbewegung fommen. Man dürfe nicht aus formal versicherungsrechtlichen Bedenten eine in der Sache so gut begündete Leistung wie das Stillgeld beseitigen. Professor Dr. Langstein, Direktor der Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglings und Kleinkindersterblichkeit, sprach über die Bedeutung des Stillens für die Entwicklung des Säuglings, über den mit der Muttermilch gegebenen Schuß gegen die gefürchteten Sommerdurchfälle und andere Krankheiten. Nach Beseitigung des Stillgeldes werde bei vielen Müttern die Neigung, ihren Kindern die natürliche Nahrung zu geben, wieder nachlassen. Angesichts dieser neuen Gefährdung des Nachwuchses müffe der Arzt gegen die Beseitigung des Stillgeldes sein Beto einlegen. Direttor ohn Don der Allgemeinen Oristrantentasse Berlin fenn zeichnete den Gefeßentwurf als eine fchmere Schädigung der gefamten Säuglings und Mutterschu bemegung. Die geplante einmalige Abfindung für die Böchnerin sei an sich so unzuträglich, daß nach Deckung der Entbindungsfoften nicht mehr viel für Mutter und Kind übrig bleiben werde. Bei Beseitigung des laufenden Stillgeldes fehle auch der Anreiz, mit dem Rind immer wieder die Säuglingsfürsorgestelle aufzusuchen und sich dort Belehrung zu holen. Gerade die sach fundige Belehrung habe außerordentlich viel zur Minderung der Säuglingssterblichkeit beigetragen. Der Redner wandte fich Scharf gegen das Reichsarbeitsministerium, das mit einem derart rüdschrittlichen Gefeßentwurf sich an die Deffentlichkeit gewagt habe. Gegen diesen Abbau der Sozial politit, der den Nachwuchs aufs schlimmste ge fährdet, müsse entschiedener Einspruch erhoben werden. Für die Maßnahmen zum Schuß von Mutter und Kind fönne nur der Grundfak gelten: Borwärts immer, rüdwäris nimmer! Brofeffor Dr. D. Drigal sti, der jeßige Stadtmedizinakkat von Berlin, wies darauf hin, daß die Säuglingssterblichkeit unter dem Einfluß der Stillbeihilfe so weit zurückgegangen ist, wie man es früher niemals für möglich gehalten hätte. Diese Waffe, mit der fo viele Kinder dem Tobe abgetrogt werden konnten, dürfe man sich jetzt nicht nehmen lassen. Auf eine Besprechung der beifällig aufgenemmenen Vorträge wurde verzichtet, doch wurde dem Regierungsrat Dr. Sauerborn als dem Vertreter des Reichsarbeitsministeriums das Wort zu einer Erklärung gegeben. Er verrochrte das Ministerium gegen den Vorwurf, daß der Mutterschutz abgebaut werde. Daß mit der Zusammenfassung des bisherigen Etillgeldes zu einem einmaligen Bauschalbetrag das, was das Wesentliche am Stillgeld war, beseitigt wird, vermochte er nicht einzusehen. In einem Schlußwort bedauerte Prof. Dr. Krautwig, daß der Gefeßentwurf des Reichsarbeitsminifteriums ohne An. hörung der rechten Sachverständigen zustande ge tommen sein. Nahezu einstimmig wurde folgende Entschließung ange. nommen: Die Bersammlung von Kommunalverbänden, der Aerztefdaft, der Sozialversicherungsträger sowie der öffentlichen und privaten Wohlfahrtspflege vertritt einmütig den Standpuntt, daß der gegenwärtig dem Reichsrat zur Beschlußfaffung vorliegende Entwurf eines Gesezes über die Wochenhilfe eine wesentliche Berfchlechterung gegenüber dem geltenden Recht darstellt. Insbesondere ist die Beseitigung des Stillgelbes in seiner bisherigen bewährten Form geradezu verhängnisvoll Bon jeher war die Stillbeihilfe eines der wichtigsten Mittel zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit. Durch ihre Beseitigung wird der Erfolg der Säuglingsfürsorge gefährdet und ganz unmittelbar einem Anstieg der Säuglingssterblichkeit Borschub geleistet. Die überaus ernste bevölkerungspolitische Lage Deutschlands läßt ein solches Experiment mit Menschen. leben nicht zu. Die Unterzeichneten richten an Reichsrat und Reichstag die dringende Bitte, die Vorlage in der vorliegenden Form abzulehnen und das bisher geltende Recht, das den nctwendigsten nationalbiologischen Gesichtspuntten Rechnung trug, bestehen zu lassen. Das Reichsbanner in Hohenneuendorf. Demagogische Berichte der Rechtspresse. In einem Teil der Rechtspresse von Montag früh steht ein Bericht über das„ flegelhafte" Auftreten des Reichsbanners in Hohenneuendorf. Die in der Rechtspresse wiedergegebene Dar stellung entspricht, wie uns vom Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold mitgeteilt wird, nicht den Tatsachen. Borfall, um allen Streitigkeiten aus dem Wege zu gehen, ab-| 27. marschieren, ohne das bereitgestellte Nachtquartier für die Kameraden in Anspruch zu nehmen. Der Vorstand des Gewerkschaftskartells des ADGB. für Teltow und Umgegend und des Sportfartells fordern ihre Mitglieder auf, an der Protestfundgebung am Donnerstag, den 11. Juni, abends 7 Uhr, Ruhlsdorfer Blaz, vollzählig teilzunehmen. Sonnwendfeft in den Gofener Bergen Ein Zug von Berliner Kameraden, ca. 80 Mann, machte eine Wanderung nach dem Briefetal. Borgesehen war, in Hohenneuendorf auf dem Grundstück eines dort wohnenden Kameraden zu über. nachten. Als die Kameraden nach 1% stündiger Banderung in Hohenneuendorf anfamen, wollten sie, ehe sie sich ins Nachtquartier begaben, in einem der Gasthöfe einen Jmbiß zu sich nehmen. Nach einem halbstündigen Aufenthalt ließ der Führer antreten, um weiter. zumarschieren. In demselben Augenblid wurde eine der Fahnen, welche auf der Beranda solange abgestellt war, von zwei Stahlhelmleuten, bie fich schon vorher im Lotal herumgetrieben hatten, gestohlen. Etwa 15 Reichsbannerkameraden befamen den Auftrag, Die gestohlene Fahne zurückzuholen. Man erwischte den Täter, der mittlerweile die Fahne seinem Kumpan, der schneller laufen fennte, abgegeben hatte und lieferte ihn auf der Bolizeiwache ein. Daß bei der Gelegenheit der Dieb unfanft behandelt wurde, dürfte verständlich sein. Es hat tein Sturm auf bie Hogeits. gefellschaft stattgefunden, wie die obenerwähnten Blätter melden, sondern ein Reichsbannertamerab wurde beauftragt, in dem Lofal nachzusehen, ob die gestohlene Fahne dorthingebracht wurde. Er entfernet sich auch fofort wieder. Es ist weiter unwahr, dah von Reichsbannerfameraden mit dem Meffer gestochen wurde. Der Fahnendieb erhielt einen Schlag über den Kopf und erlitt dabei eine Schramme. Der anwesende Gendarm erklärte felbft, daß das unmöglich von einem Messerstich herrühren fönne. Nach träglich meldete sich ein vollfommen betruntener Stahl helmmann, der angeblich von einem Reichsbannermann ge ftochen fein will. Der Führer, Kamerad Krüger, hat streng darauf geachtet, daß feine Unbotmäßigkeiten vorfamen und ließ nach diesem ARBEITER Sängerdöre. Sprechchöre. am Sonnabend, den 20. und Sonntag, den 21. Juni 1925. Nachtfeier, 20. Juni, 11 Uhr nachts: Hornzuf. Symbolisches Spiel der Verbrüderung am brennenden Holzstoß: Grenzenlose Erde" von Mar Barthel, aufgeführt von " KULATUR KARATELL ber arbeitenben Jugend. CROSS BERLIN Morgenfeier, 21. Juni, vormittags 11 Uhr: Orchestermufit. Sängerhöre. Nezitationen. Sprechhöre. Nachmittagsfeier, nam. 3 Uhr: Drchestermufil. Sängerchöre. Gymnastische Uebungen für alle. efti piele. Puppentheater. Mitwirkende: Orchester des Deutschen Opernhauses( Dirigent Reuß), Erwachsenen und Jugendchore des Arbeiter- Sänger- Bunbes, Rünstler des Theaters der Freien Bolksbühne, Sprechchor für Proletarische Feierstunden( Leitung: Albert Florath), Arbeiter- Sportkartell, Alfred Beierle( Regitation). Rünstlerische Leitung der Festspiele: Ernst Bastowsin Regie: Ernst Raden Breis pro Marte 0,50 mt., zu haben in allen Gewerkschaftsbureaus, in der Gewerkschaftskommiffion und AfA. Ortstartell, Engelufer 24 25, in den 8ahlstellen der Freien Boltsbühne, Jugend fetretariat Lindenstr. 3, 2. Sof, II, Erziehungsverein der Kinderfreunde, Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold, Sebastianstr. 37/38, Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2, bei den Dbleuten der Bildungsausschliffe, im Bezirksbildungsausschuß Lindenstraße& 2. Hof, II, Simmer 8, und überall da, wo Platate aushängen. Waldbrand. Gestern vormittag 10% Uhr bradh im Jagen 72 des Stolper Forstes in der Nähe des Bahnhofs Heiligensee ein Waldbrand aus. Es brannten der Waldboden und das Unterholz in etwa 5 Morgen Ausdehnung. Der Brand wurde von Be wohnern der Borsiger und der AEG.- Siedlung bis zum Eintreffen der Feuerwehr aus Heiligensee befämpft. Wahrscheinlich liegt Fahrläffigfeit durch Banderer vor. Durch einen Schuß in die Brust schwer verletzt wurde der zwei undvierzigjährige Kaufmann Paul Frenzel aus der Frohnauer Str. 6 zu Hermsdorf. Frenzel wohnt als Untermieter in einer Billa, die dem gleichaltrigen Kaufmann Richard Freienwalde gehört. Die Ehe Freienwaldes wurde, da Bank und Streit an der Tagesordnung waren, durch Gerichtsbeschluß am vergangenen Frei tag geschieden. Am Montagvormittag geriet nun Frenzel mit der Wirtschafterin des Freienwalde in einen Wortwechsel, in den sich dann auch Freienwalde selbst einmischte. Plöglich zog er einen Revolver hervor und gab auf Frenzel, gegen den er auch aus privaten Gründen einen Groll hatte, einen Schuß ab, der den Untermieter in die Brust traf. Der Verlegte, dessen Vermun dung schwer, aber nicht lebensgefährlich ist, wurde in das Krankenhaus geschafft. Beamte des 294. Polizeireviers in Reinickendorf nahmen Freienwalde fest. Er wird wegen schwerer Körper. Derlegung dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, t. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in den Schönhauser Feftfälen, Schönhauser Allee 129. Tagesordnung: Borttag des Gen. Dr. Freund. 2. Statutenberatung und Bericht vom Areisvertretertag. 28. Abt. 7% Uhr Zahlabend in den dekannten Lokalen. 38. Abt. 7 Uhr, Ledigenheim, Pappelallee 15. Bortrag des Gen. Dr. Rorach: Die Zollvorlage". 31. bt. Die Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 10. Juni, fällt aus. 32. bt. Die Gruppenzahlabende werden wegen der AreisvertreterversammTung auf Mittwoch, den 17. Juni, verlegt. 36. Abt. Die Zahlabende fallen der Kreisvertreterversammlung wegen aus. 37. Abt. Der anberaumte Zahlabend fällt der Kreisvertreterversammlung wegen aus. 39. Abt. 6 Uhr Funktionärsisung. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Jugendheim, Lindenstr. 3. Bortrag des Genossen Friedrich Bendel. 40. t. 7 Uhr bet Reufner, Sagelberger Str. 20a. Bortrag des Gen. Dr. Löwenstein, R. b. R.: 8ollpolitik und Sozialdemokratie". 41. Abt. 7 Uhr Bahlabend, Gimon, Belle- Alliance- Str. 30; Schuster, Cha. miffoplas 4; Luge, Bergmannstr. 93; Mende, Gneisenaustr. 6. 42. bt. 8 Uhr Bahlabend in den bekannten Lokalen. 44. Abt. 7% Uhr Biens Valsalon, Oranienftr. 180. Bortrag des Genoffen Bonwod: Stellung der Sozialdemokratie zum Staat" 46. st. 7% Uhr Lotal Bars, Echlesische Str. 28, Mitgliederversammlung. Sumoristisch- fatirischer Lichtbildervortrag des Gen. Roth über„ Wilhelm Busch Gäste milltommen. 47. bt. 7 Uhr zahlabend in den bekannten Lokalen. Die Funktionäre treffen sich um 6 Uhr beim Gen. Schweilhardt, Röpenider Str. 163, zur Entgegennahme wichtiger Mitteilungen. 48. Abt. 8 Uhr Gliefmgs Festfälen, Waffertorftr. 68, Mitgliederversammlung. Bortrag des Gen. Swolinity: Die Steuer- und Schutzolvorlagen bec Regierung und die Aufgaben der Partei". Charlottenburg. 51. Abt. 8 Uhr Bahlabend in den bekannten 2ofalen. Wich tige Bartelangelegenheiten. 52. bt. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Büttner, Raijerin- Augusta- Allee 52. Bortrag: Partei, Religion und Rirche". Referenten: Pfarrer Bleier und Dr. Kawerau. Gäfte haben Zutritt. 53. st. 7 Uhr Bahlabende: bei Schweitert, Erasmusftraße, für die Bezirke 172, 173 und 174, bei Zug, Butten fre. 26, file- die Be zirke 175, 178 und Gutsbezirk Blößenfee. Tagesordnung: Seuwahl der Bezirksführer und Rahlabenbleiter. 54. bt. 8 Uhr Jugendheim Rofinenstr. 4, Abteilungsversammlung. Bortrag: Die Sozialdemokratie in der Kommune", 55. bt. 7 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21, Funktionärkung. Tagesordnung: Die nächsten Aufgaben der Abteilung." 57. bt. 8 hr Bahiabende: 1. Gruppe bei Arndt, Kantstr. 51. Tagesordnung: Borirag des Gen. Dr. Tichauer: Sozialismus und Arbeiterpolitit. Neuwahl der Gruppenleitung. 2. Gruppe bei Thunad, Wis landstr. Bortrag des Gen. Dr. Fischer: Grundfragen der sozialistischen Erziehung". 58. bt. 7% Uhr Mitgliederversammlung, Rankestr. 4. Bortrag des Gen. Faltenberg: Steuer- und 8ollfragen". C7. Abt. Grunewald. 8 Uhr Abteilungsversammlung. Lokal, Lindened, Subertusbader Str. 8. Tagesordnung: Stellungnahme zum Bezirksstatut und Anträge zum Bezirkstag 68. Abt. Halensee. 7% Uhr bei Sandmann, Bestfälische Str. 42. Bortrag bes Gen, Dr. Friedländer: Brivate und amtliche Wohlfahrtspflege. Bilmersdorf. 69. Abt. 7% Uhr bei Andreas, Pfalzburger Str. 55. Bortras der Genoffin Remis: Wohlfahrt und Arbeiterwohlfahrt". 70. Abf. 7 Uhr bei Kroiß, Holsteinische Str. 60. Bortrag des Gen. Fuß: Rommunalpoliti". 71. Abt. 8 Uhr bei Jonas, Durlacher, Ede Bruchsaler Straße. Vortrag des Gen. Ruben. 72. bt. 7% Uhr Mitgliederver fammlung. Bortrag des Gen. Rurt Heinig: Steuer- und Zollfragen". 73. Abt. Schmargenborf. 8 Uhr Bahlabend Gemeindeschule. Wichtige Tagesordnung. Funktionäre verfammeln fich bafelbft um 7 Uhr. Schöneberg. 77. Abt. 8 Uhr Bahlabende: 1. Bezirk: Milde, Rollendorfftr. 16. 2. Bezirk: Jürgens, Barbaroffaftr. 5a. 3. Bezirk: Seugner, Grunewaldftraße 36. Bortrag der Genoffin Marie Sobann: 3nternationaler Su genbbund und Partei". 4. Bezirk: Will, Martin Luther- Str. 69. Bortrag bes Gen. Wimberg. 78. Abt. 8 Uhr Bahlabend in folgenden Lokalen: Bandtke, Bahnstr. 23. Ref.: Gen. Shißbaum, Rüllner, Hauptftr. 8. Ref.: Gen. Bochlie, Rönig, Feurige, Ede Pring- Georg- Straße. Referent: Gen. Wieloch, Rofenthal, Ebersftr. 66. Ref.: Gen. Stadtrat Herzberg. Bortrag in allen Bezitten: Die wirtschaftliche und politische Lage".<-79.95€ 8 Uhr Zahlbende: 1-3. Begirt: Arndt, Baugener Str. 10. 4.- 6. Bezirk: Groß, Gedanftr. 17. 7. Bezirk: Bobzuß, Sachsendamm, Ede Reichardt. Straße. 8. Bezirk Siedlung Lindenhof: Achtenhagen. In sämtlichen Be sirlen Bericht vom Kreisvertretertag und solitische Aussprache. 80. Abt. Die Mitgliederversammlung findet erst am 24. Juni statt. 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr Bezirks- und Bahlabende: 1.- 3. Bezirk: Rlabe, Handjernstr. 60/61. Ref.: Gen. Buchholz. 4.- 6. Bezirk: Baginsti, Taunus traße 7. Referent: Gen. Ramrowfti. Bezirksführerwahlen und politische Aussprache, 82. Abt. Steglik. Sahlbenb in bex bekannten Lokalen. 84. Abt. Lankwik. 8 Uhr Borstandssigung bei Runge, Biethenstraße. 85. Abt, Tempelhaf. 7 Uhr Bahlabenbe: 1. Begirt bei Biefe, Dorfstr. 1. Ref.: Gen. Dunkel: Die erfte Silfe im Haufe". 3. unb 4. Bezirk: in ber Linde, Berder, Ede Friedrich- Rarl- Straße. 6. Bezirk: bei Lange, Ring bahnstr. 4. Bortrag des Gen. Henfel: Genossenschaftswesen". 7. Bezirk: bei Wanglid, Oberlandstraße. Steferent: Gen. Dr. Rarfen. für Groß- Berlin 8. t. Marienbort. 8 Uhr Bablabend. 1., 2., 7. Bezirk: bei Neumeier, ffets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sef, 2 Trep. rechts, au richten 1. Abt. 7% Uhr, Schulaula Auguftstr. 68, Bertrag des Gen. Dr. von Abolfstr. 12. 5. Kreis Friedrichshain. Mittwoch, den 10. Juni, 7 Uhr, in Echmidts Ge. sellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Areisvertreterversammlung. Es wird gebeten, an diesem Tage teine anderen Veranstaltungen zu treffen. 5. Areis: Arbeiterwohlfahrt, Rinderschuß- und Rommunale Rommiffion! Freitag, den 12. Juni, 7 Uhr, bei Rofin, Gubener Str. 19, wichtige Gigung. Gämt. liche Abteilungen genannter Rommissionen müssen unbedingt vertreten sein oder Stellvertreter entfenben. Heute, Dienstag, den 9. Juni: Sungsozialisten, Gruppe Lichtenberg. 7½ Uhr Vortrag des Gen. Otto Lamm über:" Genossenschaftsbewegung". Morgen, Mittwoch, den 10. Juni, Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin: 1. Abt. 7 Uhr, Schulaula Auguftaftr. 68, Bortrag des Gen. Dr. von Ungern- Sternberg: Steuervorlage Boltarif". Pünktlich 7 Uhr Funktionärfihung. | 3. Abt. Die Zahlabende fallen aus. Nächste Berfammlung Mittwoch, ben 24. Juni, Gaal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. 4. tibt. 7% Uhr Beichensaal ber 5. Oberrealschule, Al. Frankfurter Str. 5, Bortrag des Genossen Kohte, M. d. R.:,,Die Lehren der Reichspräsidenten. wahl". 5. bt. 7 Uhr im Rosenthaler Sof, Rofenthaler Str. 11/12. Bortrag des Genossen Eckhardt: Die Internationale". 6. Abt. 7% Uhr Bahlabende in den bekannten Lokalen. Die Bezirke 491-493 bet Albrecht, Beteranenstr. 4. 8. Abt. Der Bahlabend am Mittwoch fällt aus. Dafür großer Zahlabend am Mittwoch, den 17. Juni, bei Gründer, Schwerinftr. 13. 8. st. 7 Uhr Zahl und Diskutierabend bei Faber, Stephanftr. 11. Ref.: Gen. Hornig. Die Bezirksführer mitsfen dafelbft mit dem Raffierer ab. rechnen. 10. Abt. 7% Uhr Abteilungsversammlung, Schule Alt- Moabit 23. Borttag des Gen. Kurt Rosenberg:„ Die Justiz als politisches Rampfmittel." Wahl aum Bezirkstag. 11. Abt. 7% Uhr bei Berger, Leveßow, Ede Jagowftraße, Bortrag des Gen. Bittor Schiff: Außenpolitit". 15. bt. 7% Uhr bei Goldbach, Binetaplas 7, gemeinschaftlicher Sahlabend. Statutenberatung und Wahl der Delegierten zur Kreisvertreterversamm. Tung. 16. st. 7 Uhr bei Krüger, Suffitenstr. 34. Bortrag des Gen. Landa:„ Dis politische Lage." 17. Abt. 7 Uhr Zahlabend bet Müller, Triftstr. 59, Utnehmer, Triftstr. 49, Gerth, Tegeler Str. 50, und Dofe, Nordhafen 6. 18. Abt. 18 Uhr Bablabend in ben bekannten Lokalen. Bezirke 743-745 bei Sachfe, Lindower Str. 26. Bortrag des Gen. Dr. Fabian. 19. st. 7 Uhr graue Schule Gothenburger Straße, Abteilungsversammlung. 20. abt. 7% Uhr Rahlabend in den bekannten Lokalen. 21. bt. 7% Uhr Zahlabend in den bekannten Bokalen. 22. bt. 7% Uhr Zahlabend bei Scholz, Fehmarnste. 1. Wahl des Abtei. lungsvorstandes. Wahl der Delegierten zur Kreisvertreterverfammlung und zum Bezirkstag. Stellungnahme zur Kreisvorstandswahl. 24. bt. 7½ Uhr Bahlabende: Gruppe la bei Schmidt, Marienburger Str. 48; Gruppe 1 bei Rösner, Immanuellizostr. 25: Gruppe 2 bei Binger, Christ. burger Str. 6; Gruppe 3 bet Röhler, Schweizerhäuschen, am Bahnhof Weißenfee. Bortrag des Genoffen Göring. ant 25. st. Die Bahlabende fallen während der Sommermonate aus, bagegen finden die Mitgliederversammlungen 4. Mittwoch im Saalbeu Friedrichshain ftatt. 26. Wb. 7 Uhr Abteilungsversammlung, Lokal Beinlich. Bortrag des Gen. Miethke: Bodenreform". Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 9. Juni. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Raifer, Ede Schöneberger Straße. Bortrag bes Gen. Dr. Hirschfeld. 3.- 6. Bezirk: bei Nienborf, Chauffeestz. 19. Bortrag bes Gen. Ernst Hildebrand. 8.- 10. Bezirk: Findeisen, Friedenstr. 6. In fämtlichen Bahl-. abenben Stellungnahme zum Statutenentwurf: 88. Abt. Lichtenrabe. 7 Uhr Mitgliederversammlung Edmile Soonftraße.. Reukölln. 89. Abt. 7% Uhr Rahlabende: 1.- 5. Bez. bei Brofe, Sanderstr. 10, 6., 11. und 12. Bez. bei Befer, Bannier, Ede Pflügerstraße, 710.0 m 18. und 19. Bea. bei Schula, Sobrechtstr. 64. Bortrag des Gen. Rakenta frein über Parteigeschichte". 90. bt. 8 Uhr Mitgliederversamm hungen in folgenden Lotalen: 13. Bea. bei Rüdiger, Bohmühlenftr. 36, 15. und 26. Bez. bei Jahn, Fuldaftr. 45: 16. und 25. Bez. bei Janide, Sanfaftr. 11; 17. und 24. Bez. bei Lehmann, Tellfte. 8; 22., 23, und 36. Bez. bei Echittler, Donauftr. 118; 34. und 43. Bez. bet Groß, Minchener Str. 53; 35. Bea. im Jbeal- Rafino, Beichfelftr. 8. 91. Abt. 716 Uhr Bezirfszahlabende: 20., 21. und 39. Bea. bei Röfter, Rarlsgarten ftraße 4; 40. und 50. Bez. bei Lübbeke, Ratisgartenftr. 12; 38., 41. und 49. Bez. bei Mischke, Münchener Str. 23; 37., 42. und 48. Bez. bei Stahmann, Münchener Str. 23. 92. Abt. Zahlabende ber Bezirke 14, 29 und 30 bei Alein, Bilbenbruchftr. 15: Beairle 27/32, 28/33 bei Wagner, Elbeftr. 32, Ede Beferstraße: Beairle 31, 44, 45 und 55 bei Wolf, RaiserFriedrich- Str. 173; Beairle 46, 47 und 59 bei Dehn, Richarbitr. 108; Bcairte 73 und 73 bei Schneider, Rofenftr. 7. In allen Rahlabenden neben Borträgen Stellungnahme den Wahlen für bie Sonderorganisationen, deshalb Erscheinen aller Geneffen unbedingte Bflicht. 93. t. 7 Uhr Rahlabende: 57. Bea. bei Belger, Treptower Str. 23: 56., 58., 81., 82. unb 85. Bes. bei Sebel, Sertbergftr. 12: 83., 84. und 97. Bea. bei Sikmann, Böhmische Str. 7; 95. Bez. bei Bristow, Canner Str. 53; 96., 98. und 99. Bez. bei Rönig, Canner Str. 14; Giedlung im Bärwinkel. Tages ordnung in allen Beşirfen: Beratung des neuen Entwurfs des Orts ftatuts". 94. t. 7% Uhr Rahlabende: 51./52. Bez. im Lotal Relling, Geldhower Str. 11; 64.- 67., 77. und 78. Bez. im Lokal Grünther, Schillerpromenade 11; 68./76. Bea. im Lokal Schröber, Steinmekftr. 52. 95. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung bei Grieger, Leffingite. 9. Der Vorftand% Stunde früher. Cinlaben! 97. 61. 7 Uhr Zahl. abende: Bezirke 79, 89-92 bei Rukti, Leineftr. 1. Referent Gen. Gerften perger: Sozialbemokratie und Rollpoliti". Beairle 104-106 bei Rrilger, Emfer, Ede Neigeftraße. Referent und Thema wird in der Bersammlung bekanntgegeben. 08. t. 8 1hr Rahlabend für die Bezirke 107, 108 und 114 bei Rudolf, Hermannstr. 156; Bezirke 109 und 110 bet Gleinig, Serbaftr. 1; Beairte 111-113 bei Rud, Ringbahnstr. 34. 105. bt. Ablershof. 7 Uhr im Feuerwehrdienstgebäude, Geldhowstr. 5, Bor. trag des Genoffen Bushid. 106. Abt. Johannisthal. 7 Uhr bei Schreiner, Friedrichstr. 6, Bortrag des Genoffen Richter, M. b. L.: Die Politik in Breußen". 100. st. Friebridesengen. 8 Uhr bei Schola, Friedrichstr. 81, Mitglieberver fammlung. Bericht und Neuwahl des Borstandes. 108. Wbt. Ripenid. Die Rahlabenbe finden diefen Monat nicht statt. Lichtenberg. 114. Abt. 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Lauter, Atoffence Straße 14. Bortong des Gen. Künfiler, M. b. R., über SchuhАölle". 115, Wot. 7% Uhr Sahlabenbe: 1. Gruppe bei Gonell, Jung, Ede Scharnweberstraße; 2. Gruppe bei Lohan, Jung, Ede Oberstraße: 3. Grupve bei Radtke, Scharnweber, Ede Milogelstraße: 4. Gruppe bei Geiple, Echarnweber, Ede Kronprinzenstraße. Neuwahl der Gruppenleiter. 116. bt. 7 Uhr Anabenmittelschule Martir. 12-12, Gesangssaal, Mitgliederversammlung. Bericht und Neuwahl der Abteilungsleitung. 117. bt. 7% Uht Schule Lückitr. 63, Mitghederversammlung. Bortrag. Wichtige Barteiangelegenheiten. 119. bt, 7% Uhr im Cäcilien- naeum, Rathausstraße, Bortron den Gen. Stelling, M. b. R.: Die politische Lage". 1 120. Abt. Friedrichsfelbe. 7 Uhr Funktionärfikung bei Schwarz, Caprivl ader. Die Mitgliederversammlung finbet em 17. Juni fiatt. 121. st. Serisherft. 7 Uhr italieberverfammlung bei gint, Junker- Jörg Straße 10. Referent Gensife Butttemez:„ Die politifme unb wirtschaft Tiche Lage". 122. Abt. Biesberf. 8 Uhr italieberverfammlung bei Borafh, Marzahner Straße 31. Neuwahl des Abteilungsvorstandes. 131. t. Wieberschönhausen, 8 Uhr im Wilhelmshof. Raifer- Bilheim- Strake, Mitaliederversammfunn. Referentin Genoffin Bachenheim: Die Trau in der fozialistischen Bewegung". Auch Frauen els Ridhimitalieber Bunen teilnehmen. 133. bt. Buchholz. 6 Uhr bei Stoffad, Sauptstr. 71, Bortrag des Genoffen Theet: Kirchenfrogen". 134. 6. Bu 8 Uhr Bahiabenb bei Göpfert. Tagesordnung: Degantfations136, fragen. t. Reixidenberf- Oft. Bezirksabende in folgenben 2oBalen: 1, 2. und 5. Bes. im total Rofad, Brovinafte, 61: 5. rnb 6. Bea. im fal Runze See, Ede Negirftrage: 7., 8. und 9. ex. im Augendheim Geobah, Refibenaftr. 49; 10. unb 11. Bea. im Late! Steinbed, Chikerpromenade 49; 12. und 13. Dea. im Jugenbheim Seebab, Stefidensfir. 49; 14., 15. und 16. Bea. im Bofel Lehmann. Saustfre. 56. Matter, Eichbornftr. 94; 4., 6.- 8. Bes. im Wolfsbaus, Scharnweberftr. 11 188. st. Sermsbarf#rabnan: 8 Uhr Miteleberperfume a Sofer. cher, albfeeftraße. Theme: Breußenpoliti. Referent Genoffe Rachert, M. b. 2. 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman 8 30 Uhr abends: Humoristisches Funkallerlei( Georg Bamberger). 7 Uhr abends: Vortragsreihe des Dr. B. Hirschfeld: Hygiene des Halses, der Nase und der Ohren“. 1. Vortrag. 7.30 Uhr abends: Sendespiele. 137. Reinigenbett- Bell. 714 Uhr Rablabenbe: 1-8. b 3. Ses. bei Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. XXIII. Veranstaltung: Die lustigen Weiber von Windsor. Zum Geburtstage von Otto Nicolai. Komisch- phantastische Oper in drei Akten. Text nach Shakespeare von H. S. Mosenthal. Musik von Otto Nicolai. Für den Rundfunk eingerichtet von C. Bronsgeest. Dirigent: Selmar Meyrowitz. Sir John Falstaff: Frans Saner; Herr Fluth: Cornelis Bronsgeest; Herr Reich: Dirk Magré; Fenton: Maximilian Willimsky: Junker Spärlich: Waldemar Henke; Doktor Cajus: Rudolf Krasa: Frau Fluth: Maria Hussa; Lindemann. Frau Reich: Jessika Köttrick; Jungfer Anna Reich: Charlotte Bürger, Elfen und Geister. Ort der Handlung: Windsor. Zeit: 17. Jahrhundert. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst: Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 139. bt. Tegel. 8 Uhr Mitaliederversammlung bei Sabe. Berliner Str. 17. 1. Bericht über die Tätigkeit der Bezirksverordnetenfrattion. 2. Bericht von der Kreisvertreterfonferens. 3. Derfchiedenes. 148. t. Bothwaite. 8 Uhr im Lokal Beitschach, Ernftstr. 1, Zablabend. Borkendsfisung 1 Stunde früher ebende. 141. Abt. Refenibal. 7 Uhr Mitgliederverfammlung im Lofal Möller, BartRaninswufterhansen. 7 Uhr im Glenestrana, Stortower, Ede Rottbufer burg am Bahnhof. Bichtige Siitellungen. Straße, Bortrag des Genoffen Fris Rubeil, M. b. R., über Die politische Lage". Gäfte haben Butritt. Anschließend Mitgliederversammlung.. Alle Mitglieder müffen erscheinen. Arbeiter Sport Stralau schlägt Bremerhaven 93. Vorrunde um die Fußballmeisterschaft 2: 0.( 2: 0). Ecken 8: 5. Bohl an 2000 Buschauer säumten den Play, als der Schiedsrichter das Spiel anpfiff. Stralau hat Anstoß, der jedoch schon vom Bremerhavener Sturm abgefangen wird. Bremerhavens Lintsaußen geht vor, wird den Ball aber wieder[ os. Schon liegt alles wieder Dor dem Tor der Bremerhavener. Einen guten Schuß des Stra lauer Rechtsaußen lenkt der Verteidiger Bremerhavens zur Ede ab. Gut eingegeben, fann der Mittelstürmer Stralaus schon in der 1. Minute das erste Tor erzielen. Alles war überrascht. So schnell hatte doch niemand einen Erfolg erwartet. Jezt legt sich Bremer haven ins Zeug. Ein schneller Vorstoß wird durch Abseits unterbunden. Angriff auf Anariff erfolgt auf das Tor der Stralauer. Alle noch so gut gemeinten Schüsse werden aber eine Beute des Torwarts oder der Berteidigung. Eine hohe Vorlage vom Rechtsaußen kann der rechte Verteidiger nicht mehr erreichen. Links außen von Bremerhaven geht durch, und schon riecht es sehr nach dem Ausgleich. Jedoch der linte Berteidiger fann die Situation retten, indem er den Ball zur Ece ablenkt. Der Lintsaußen Bremerhavens jetzt den Ball direkt vor das Stralauer Tor, wo er von dem Torwart in Empfang genommen und zur Mitte gebracht wird. Immer wieder versucht Bremerhaven aus. zugleichen, aber entweder werden die Angriffe durch Ab feits unterbunden oder der Ball wird eine Beute der heute brillant arbeitenden Berteidigung. Auch Stralau stattet dem gegne: rischen Tor einen Besuch ab, ohne jedoch gefährlich werden zu fönnen. Einen Strafstoß wegen Rempelns fann Bremerhaven nicht verwandeln. Wieder geht Stralau vor. Gut täuscht die Mite, der darauf folgende Stoß wird vom Torwart Bremer havens gehalten. Auf und ab wogt der Kampf. Bald ist Bremer hapen, bald Stralau im Vorteil, aber zu irgendwelchen Erfolgen reicht es auf teiner Seite. Wieder geht Bremerhaven vor, doch tann der rechte Berteidiger Stralaus dem angreifenden Stürmer den Ball vom Fuße nehmen. Eine Ede für Bremerhaven bringt nichts ein. Im rasenden Bauf geht der Linksaußen Stralaus vor. Seine Flante wird jedoch von der Mitte nicht aufgenommen. Bremerhaven fann auch seine vierte Ede nicht verwandeln. Der Halbrechte Bremerhavens läßt eine gute Gelegenheit zum Ausgleich aus. Bremerhaven fommt zu seiner fünften Ede. Bei einem Zu jammenprall mit dem linken Berteidiger kommt der Rechtsaußen Bremerhavens zu Fall, tann ich aber bald wieder erholen. Wieder greift Stralau an. Ein Bombenschuß des Mittelstürmers fegt über die Latte. Derselbe Spieler gibt gleich darauf einen 40 Meter= Strafftoß aufs Tor, den der Torwart nur mit fnapper Mühe abwehren fann. Stralau wird jetzt etwas überlegen. Wieder fegt ein Straßftoß fnapp über die Latte. Eine Ede bringt nichts ein. Bremerhaven geht vor, der Ball geht jedoch ins Aus. Stralaus Rechtsaußen geht gut durch, der Angriff wird aber durch Abseits unterbunden. Einen Schuß von 45 Meter jetzt der rechte Läufer auf die Latte. Bremerhavens Halbrechts geht gut vor, wird den Ball aber an den herausgelaufenen Torwart Stralaus los. Dasselbe will der Bremerhavener Torwart machen. Er wirft den Ball jedoch nach hinten und der nachsehende halbrechte Stürmer Stralaus tann mühelos zum zweiten Tor einsenden. Gleich darauf ist Halbzeit. Der Wiederanstoß Bremerhavens tommt gut bor. Sie erzielen ihre sechste Ecke, die aber nichts einbringt, wie heute überhaupt keine Ede, mit Ausnahme der ersten für Stralau, verwandelt werden kann. Beide Mannschaften lassen jetzt etwas nach. Die Hize und das scharfe Tempo machten sich bemerkbar. Nur die Hintermannschaft Stralaus arbeitet unermüdlich weiter. Alle Angriffe werden von ihr zunichte gemacht. Der Mittelstürmer Stralaus geht allein vor, fann aber seinen gefährlichen Schuß nicht anbringen. Bremerhaven geht los und schon glaubt alles an ein Tor; der Sturm der Bremerhavener ist aber nicht in der Lage, einen Erfolg zu erzielen. Stralaus Lintsaußen geht gut vor, ver gißt aber, den Ball zur Mitte zu geben. Eine schöne Borlage des Mittelstürmers fann von Stralau nicht verwandelt werden, da Halblinks nicht schnell genug am Ball war. Angriff auf Angriff macht Stralau, ohne zu einem Erfolg zu fommen. Auch bei Bremerhaven reicht es nur bis zur Stralau- Verteidigung, dann ist alle Kunst aus. Kurz vor Schluß legt sich Bremerhaven noch einnial ins Zeug, um wenigstens ein Tor aufzuholen. Der Schluß pfiff machte dann allen Anstrengungen ein Ende. Stralau hat gewonnen und wohl auch etwas verdient. Das größere Stehvermögen hat der Mannschaft zu dem Erfolge verholfen. Bon Bremerhaven hatte man im allgemeinen mehr erwartet, als fie zeigten. Nach Halbzeit kam es vor, daß einzelne Spieler direkt stehengeblieben find. Von einer Meistermannschaft follte man doch erwarten, daß sie bis zum Schluß um den Sieg fämpft. Bei Stralau war der linke Verteidiger wohl der beste Mann. Durch sein entschlossenes Dazwischentreten hat er verfchiedene Tormöglichkeiten der Bremerhavener zunichte gemacht. Der Torwart zeigte sich den Angriffen gewachsen. In der Läufer reihe ragte der Mittelläufer besonders hervor. Ihm ist es in der Hauptsache zuzuschreiben, daß sich der Sturm der Gäste nicht voll entfalten fonnte. Im Sturm war es der Mittelstürmer, der eines. teils durch seinen lauten Mund und andernteils durch seine guten Vorlagen und sein energisches Dazwischentreten ben ganzen Sturm mitriß. Die Nebenleute fügten sich in sein Spiel ein und so konnten Erfolge auch nicht ausbleiben. Bei Bremerhaven war es hauptsächlich der rechte Berteidiger, der eine größere Riederlage verhinderte. Der Torwart litt unter Lampenfieber. Er hätte das zweite Tor unbedingt ver. hindern müssen. Der linke Berteidiger fonnte in der ersten Halb zeit nicht gefallen. Bon den Läufern war der Rechte der beffere. Im Sturm flappte es gar nicht. Der beste war hier der Links. außen, der durch seine guten Borlagen sehr heitle Situationen schuf. Die Mitte konnte aber nichts verwerten. Der Schiedsrichter, Beder- Leipzig, war bem Spiel ein aufmerksamer Leiter. Bor dem Spiel der Männermannschaften spielten die Schüler Don Britannia und Stralau. Nach wechselvollem Spiel fonnte hier Stralaus fleine Mannschaft mit 3: 0 fiegreich bleiben. Das Herz lachte einem vor Freude im Leibe, wenn man fah, wie selbstlos die Kleinen spielten. Hauptsächlich war es hier der kleine Mittelstürmer der Stralauer, der sich die Sympathien der zu Ichauer eroberte. Auch der Torwart der Britannia erntete starten Beifall burch seine hervorragenden Leistungen. Nürnberg- Dresden. $ schwimmen 400 Meter ausgefochten. Dietsche Neukölln, der in der langen Strede bis zu 400 Meter führte, mußte die Führung an Krause- Steglig abgeben, der dann unangefochten ständig feinen Vorsprung vergrößernd, mit zirka 70 Meter vor dem vorjährigen Bundesbesten Dahle Neukölln die lange Strede beendete. Im Brustdywimmen wurde nach hartem Kampfe Rüfter Borwärts gegen Lehmann, der distanziert wurde, erster. Am Sonntag wurde das Fest mit einer Begrüßungsrede eingeleitet, in der die Bedeutung der Leibesübungen im Interesse des proletarischen Befreiungstampfes liegend, besonders hervorgehoben und der Appell an die Arbeiterschaft gerichtet wurde, diese Bestrebungen zu unterstüßne. Hart wurde in den einzelnen Schwimmwettkämpfen um den Sieg gerungen. Es zeigte sich, daß die Arbeiterschwimmer des 1. Kreiſes mit ihren Resultaten und Leistungen zufrieden sein können. Alle Schwimmen zeigten geschlossene Felder. Besonders gute Leistungen wurden im Freischwimmen 100 Meter gezeigt, in dem Gödtke Neukölln 1,7 schwamm, das Männerbrustschwimmen in 1,25, das Seiteschwimmen, das Schulze Brandenburg mit 1,19 beendete und das Freistilschwimmen 400 Meter, welches Gödtte Neuköll in der Zeit von 5,52 beendete. Das Springen und besonders da: Turmspringen zeigte gute Leistungen und löste bei den Zuschauer. Begeisterung und Bewunderung aus. Auch der Frauenkuns reigen, der von der Genoffin A. Wolter, Welle"-Berlin, geleite murde, rief den lebhaftesten Beifall hervor, da alle Figuren i erafter, leichtflüssiger Weise geschwommen wurden. Er war das Glanzstück des Festes. Bei den Wasserballspielen zeigte sich in der Kreisverbandsausscheidungen Borwärts"-Berlin dem 16. Rreis gegenüber weit überlegen. Der 16. Kreis zeigte gute Anlagen, jedoch ist der Sieg Borwärts" in der hohen Torzahl von 13: 2 nur zurückzuführen auf den Umstand, daß die 3fchiptauer Genossen fein Winterhallenbad zur Verfügung haben. 2 m 4. und 5. Juli d. 3. findet auf demfelben Blaze die Reichsfinale statt, wozu aus allen Gauen die besten Vertreter am Start erscheinen, um die endgültigen Rämpfer zur Diympiade festzustellen. Gonntag: 1 Min. 12,1 Get. # Resultate. Sonnabend: Ausscheidungs- Männerfreiftilschwimmen, 1500 Reter: 1. Rraufe( Steglit) 25 min. 37,3 Gel.: 2. Dahle( Reutöln) 26 min. 52.3 Get: 3. Rlemd( Borwärts- Berlin) 28 Min. 22 Sel. Ausscheidungs12 Gel.: 2. Lehmann( Borwärts- Berlin) 7 Min. 13,3 Get.; 3. Gyula( NeuMännerbrustschwimmen, 400 Meter: 1. Rüfter( Borwärts Berlin) 7 Min. töln) 7 min. 16,3 Gel. Jugenbwafferballspiele: Borwärts- Berlin II- Neptun Beißenfee 1: 5; Borwärts- Lichtenberg- Berliner Schwimm- Union 2: 3. Männerlagen ftafette, 4 × 100 Reber, RI. B: 1. Borwärts. Berlin III 6 Min. 11,1 Gef.; Borwärts- Berlin I 6 Min. 41,2 Get. Aus fcheidungs Männerfreiffilfchwimmen, 100 Meter: 1. Göbtte( Neuköln) 1 Min. 73 Get.; 2. Dietschte( Reutöln) 1 min. 11.1 Get.: 3. Anhalt( Borwärts- Berlin) Ausscheidungs- Frauentüdenfchwimmen, 100 Meter: 1. Schöneberg( Borwärts- Berlin) 1 min. 37,2 Get.; 2. Chriftopei( BorwärtsBerlin) 1 Min. 46,1 Gel.: 3. Brandt( Borwärts- Berlin) 1 Min. 48,1 Get. Ausscheidungs- Männerbruftschwimmen, 100 Meter: 1. Jostulsti( Neukölln) nid( Spremberg) 1 min. 28 Gel. 1 Min. 25,1 Ger.; 2. Rinzel( Borwärts- Berlin) 1 Min. 27,2 Get.; 3. Schleier. Männliches Jugenbrüdenschwimmen, 100 Meter( RI. B), bis 16 Jahre: 1. Milfreit( Reublin) 1 Min. 37,4 Get.; 2. Dittmann( Borwärts- Berlin) 1 Min. 50,3 Gel.: von 16 bis 18 Jahre: Berlin) 1 Min. 34,2 Gel. Ausscheidungs- Männerfeitefchwimmen, 100 Meter: 1. Bangbeder( Borwärts- Berlin) 1 min. 29,3 Get.; 2. Suchler( Vorwärts 1. Schulz( Brandenburg) 1 min. 19,2 Gel.: 2. Sampe( Borwärts- Berlin) 1 Min. 23 Gef.; 3. B. Gorzella( Belle- Berlin) 1 Min. 23,2 Get. Weibliche 214 Get.; 2. Borwärts- Berlin II 2 Min. 35 Gel.; 3. Freie Schwimmer CharJugenblagen ftafette, 3 × 50 Reter: 1. Freie Schwimmer Reutön 2 min. Tottenburg 2 Min. 37 Get. Rinberftafette, 6X50 Meter: 1. Neukölln I 5 Min. Ausscheidungs- Männerbruft 4 Get.: 2. Reukölln II 5 min. 35,2 Get. fwimmen, 200 Meter: 1. Lehmann( Borwärts- Berlin) 3 Min. 16,3 Get.; 2. Rinzel( Borwärts- Berlin) 3 Min, 19,4 Set.; 3. Rannenbera( allenfee) 3 Min. 24,1 Get. Ausscheidungs- Kunstfpringen für Männer: 1. Nachtigall ( Borwärts- Berlin) 53% B.; 2. Lesch( Vorwärts- Berlin) 53 B.; 3. Bapte( Bor. wärts- Berlin) 49,1 B. Ausscheidungs- Männerfreistilschwimmen, 400 Meter: 1. Göbike( Neukölln) 5 Min. 52,2 Set.; 2. Dahle( Neutöln) 6 Min. 36 Gef.; 3. Sowe( Neukölln) 6 Min. 37 Get, Ausscheidungs- Franenbrustschwimmen, 100 meter: 1. Jden( Borwärts- Berlin) und Boer( Neukölln) 1 Min. 44 Get.; 2. Rannenberg( Faltensee) 1 min. 48 Get.; 3. Chriftopei( Borwärts- Berlin) 1 Min. 49,4 Get. Männerbruststafette, 4x100 Meter, AL. B: 1. Freie Schwimmer Faltensee 6 min. 27 Gel.; 2. Freie Schwimmer Neukölln 6 Min. 32 Get; 3. Freie Schwimmer Steglik 6 Min. 56 Gef. Weibliche Jugend bruststafette, 4x100 Meter: 1. Freie Gdymimmer Neukölln I 7 Min. 31 Gel.; 2. Charlottenburg 7 Min. 42 Get.; 3. Borwärts- Berlin I 8 Min. 1 Get. Berlin) 1 Min. 26,1 Gef.: 2. Busch( Faltensee) 1 Min. 28,3 Set.; 3. Stfer ( Borwärts- Berlin) 1 min. 29,4 Get. Männliche Jugendfreistilstafette, Ausscheidungs- Männerridenfdimmen, 100 Meter: 1. Anhalt( Borwärts4 × 50 meter: 1. Vorwärts- Berlin 2 min. 19,3 Gel.; 2. Freie Schwimmer Neuföln I 2 Min. 26,1 Get. Männliche Jugendlagenftafette, 4 × 50 Meter: 1. Borwärts- Berlin I 5 Min. 49,1 Set.; 2. Reukölln 5 Min. 55,1 Get. Ballerballspiele: freie Schwimmer Neukölln- Freiheit Berlin( Jugend) 5: 0: Borwärts Berlin 1- Vorwärts- Berlin II( Jugend) 5: 2; Männer- Kreisverbands ausfcheibungsfpiel: 16. Kreis( Niederlaufik)-1. Kreis( Borwärts- Berlin) 2:13: Borwärts- Süden- Freie Schwimmer Steglit( RI. B) 4: 8; Frauen: Borwärts. Berlin 1- Borwärts- Berlin II 0: 3. Großkampftag des Sport- klubs Siegfried 09. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7 Uhr, Sigung aller Zeilnehmer an der Frankfurter Olmmpiade in der Schule Gipsftr. 23a. Rein Bezirk darf fehlen. Rinderturnfest Brandenburg. Nachmeldungen find direkt an Turngenossen Rarthäuser, Brandenburg, Wilhelmsdorfer Str. 38, zu richten. Turnwarte und Borturner, die verhindert find, vormittags zu fahren, treffen fich Sonnabendnachmittag 4% Uhr Botsdamer Bahnhof, Hauptportal. 1. Kreis, Dftgruppe. Am 14. Juni veranstaltet der Verein in Klausdorf ein Werbefeft, wozu um Unterstügung durch Groß- Berliner Bereine, besonders FTGB., ersucht wird. Am 12. Juli ift Raft in Sperenberg und wird auch hier um zahlreiches Erscheinen gebeten. An bie Schwimmwarte und Rampfrichter bes 1. Ateises. Am Freitag den 12. Juni, findet eine Kreisschwimmwarte und Kampfrichtersigung in Neukölln, Marefcite. 14( Jbeal- Alause), statt. Sämtliche Genoffen, die Rampfzichterausweise befigen, müffen an diefer Sigung teilnehmen. Infolge der wichtigen Tagesordnung( Areis- Rinderturnfeft, Reichsarbeitersporttag und Bundesausscheibungsfämpfe) ift es dringend notwendig, daß alle funktionäre des Kreises erscheinen. Beginn pünktlich 7 Uhr. Achtung, Waffersportler! Mittwoch, den 10. Juni, 7% Uhr, findet in der Ideal- Klause, Neukölln, Marefchstr. 14, der Referentenfurfus ftatt. Es ist Bflicht aller daran beteiligten Genoffen, zu erscheinen. Ferner werden fami liche Techniker der Groß- Berliner Bereine ersucht, an diesem Abend fich frei zuhalten. Auch Richtfunktionäre, die fich für nachfolgende Borträge intereffieren, haben Rutritt. 1. Die Bedeutung des Schwimmens für die Arbeiter. schaft." Referent Genoffe A. Mener- Berlin. 2. Der Schwimmsport, der Mensch und feine inneren Organe." Referent A. But- Reutöln. Bahlreichen Besuch erwartet die Agitationstommiffion. Kartellverband, 3. Bezirk( Webbing). Am Donnerstag, den 11. Juni, 7 Uhr, findet im Lebigenheim Schönstedtstraße eine Rartelfigung statt. Seber Berein und jede Abteilung muk vertreten fein. athleti- Bereinigung des 1. Areifes im Arbeiter- Turn- und Sportbund die Reichsarbeitersporttag am 28. Juni. Rum RAST. hat nunmehr die Leicht. Ausschreibung für die leichtathletischen Wettbewerbe herausgegeben. Bon allen Cofung gelten fann, im Stadion Grunewald gefchloffen au werben file ben Leichtathleten muß erwartet werden, daß für fie am 28. Juni nur die eine Arbeiterfport. Die Ausschreibung fieht folgende Wettbewerbe vor: Männer: 100- Meter- Einladungslauf. Eingeladen find: Selbt I, Wienede( ASC.), Laube, Böhme( Schöneberg), Rubisch( Röpenid), Broifchoff( Soarta), Staude( Süd). Erdmann( Süd- Ost), Müller, Tschoppe( West), Utte, Wegener( Lichtenberg, Mannschaftsspeerwerfen( 3 Mann eine Mannschaft), Mannschaftsweitfprung, 20x300 Meter( ½- Runden- Staffel); Jugend: 3000- Weber- Lauf, Hochsprung( Einladung). Cingeladen find: Dümmler( Sparta), John( Röpenic), Dader( Ober( Wedding). 10x100- meter- Staffel. Frauen: Distusmerjen( Einladung). Ein foree), Rlamant( Fichte 14), Stampa( Süd- Oft), Knöpffer( Fichte 8), Giebe claden find: 8aein, Aliem( AGC.), Giefe( Süd), Richter( Moabit), Borbak Süd- Ost). 10X100- Meter- Staffel. Für Turner, Fußballer, Waffersportler: 9x100- Meter- Staffel. Meldeschluß: 14. Juni beim Kreissportwart Erich ippert. Einweihung des neuen Sportfeglerheims im 13. Beşir. Unter Teilnahme 30 Sporttegelflubs fand am Sonntag bie Weihe bes neuen Reglerheims 1 Bartreftaurant Marienbprf ftatt. Der Bezirk Gülben des reien Reglerbundes veranstaltete aus diesem Anlaß ein größeres tannschaftsregeln über 225 Rugeln. Sieger wurde die Mannschaft enneberg, Milli Pürschel und Walter Bürschel vom Sp. R. R. Sechs Ralte it 1516 Sols. Die weiteren Ergebnisse waren: Sohe Rante 1500 S., Sorgett rei 1491 S., Gefelligkeit 1489 S., Mariendorf 1919 1488$.. Schieb leise 1465 S., foholfrei 1460 S., Luftige Brüder- Westen 1458 S., Scharfe Stante- Norden 458 S., Sportluft 1923 1432 S., Gut Sola 1910 Ruhlsdorf 1429 S., Luftige Sechs 1418$., Colide 1922 1412 S., Tempelhof 1909 1388 S., Fibele Sölzer 1371 S., Scharfe Rante 1924 1335$., Golbjungens 1331 S., Merkur 1924 1233 5. Die beften Einzelleistungen in 75 Rugeln erzielten Ramelow und . Meier mit je 528 Sola. Freie Kann- Bereinigung Schweiffterne". Näite Mitgliederperfammlung am Donnerstag, den 11. Juni, im Bereinslofal Buffe, Reukölln, Teupiter Strake 105-106, Ede Schubomastraße( am Bahnhof Kaifer Friedrich- Straße). Beginn pilnftlich 8 Uhr. Erscheinen aller Mitglieder ift erforderlich. Rartell bes 15. Berwaltungsbeairts( reptom). Mittwoch, den 10, Juni, 48 Uhr, im Jugendheim Oberschöneweide, frischenstraße, wichtige Gigung, betrifft RAST, und Werbewoche. Das Erscheinen aller Funktionäre it Pflicht. Arbeiter Radfahrer- Bund Solibarität", Ortsgruppe Rentölu. Mittwoch, den 10. Juni, abends 6 Uhr, nach Rönigsheide. Start Bahnhof Sermannstraße Sport. Rennen zu Ruhleben am Montag, den 8. Juni. 1. Rennen. 1. Schwarzwaldmädel( H. Baabe), 2. Schmetterling ( 3. Mills). 3. Schneewolle( W. Lemzer). Toto: 29:10. Blag: 12, 26, 21: 10. Ferner liefen: Weinminze, Morgenluft, Benedikt, Coeur Maid, Salome, Charl. Mathilde als bisq. 2. Rennen 1. Lebenstünstler( Saus jun.), 2. Lotomotive( 3. Mins), 3. Beinbrand( E. Elias). Toto: 56: 10. Blat: 17, 11, 12: 10. Ferner liefen: Heroftrat, Edelsteins Sohn, Rachmustel, Baladin, Frida Magoman 3. Rennen. 1. Michel Angelo( Ch. Mills), 2. Flatterrose( 3. Mins), 3. Klud( Kleinau). Toto: 24: 10. 31. 15, 15, 15: 10. Ferner liefen: Brinzeffin Et., Crassus, Duallenfohn I. Martha III, Cleo Watts. 4. Rennen. 1. Stammerfänger( B. Hedert), 2. Lebensluit( B. Krauß). 3. Primus( E. Ringius). Toto: 68: 10. Blag: 21, 27:10. Ferner liefert: Rapellmeister, Buchdruder, Alpengeier. 1. Bring Studud( Th. Rekti), 2. Armida I( Rößler), 3. Jeffries jun.). Zoto: 64:10. Blaz: 34, 36, 29:10. Ferner liefent: Apfelblüte, Sturm, Daniel, Baron Watts jun., Fistus, Flora Bingen, Federnelle, Heideprinz, Barometer, Alpenfer. Baron Tregantle. 5. Rennent. 6. Rennen. 1. Homer( Ch. Mills), 2. Agworthy, 3.( M. Ringius), 3. Progreß( F. Schult). Toto: 19:10. Blag: 15, 19:10. Ferner liefen: Addie, Doritha. 7. Rennen. 1. Winnie( E. Elias), 2. Drelise Anvil( H. Milla), 3. The Kitty( Großmann). Toto: 29: 10. Plaz: 14, 15, 32: 10, Ferner liefen: Delos, Alarich, Triumph, Kapitän Halle, Dumaje, Kinoftern, Etatshöferin, My Darling, Sylvia Stout. 8. Rennen. 1. Soubrette( Ch. Mills), 2. Francisco( 3. Mills), 8. Barde( Hs. Schleus.). Toto: 10:10. Play: 11, 18:10 Ferner liefen: Elfchen, Long Alfa. 9. Rennen. 1. Peter Harvester(. Grube), 2. Barmaid( A. Schulz), liefen: Blaumeise, Arion, Terrazzo, Coriolanus, Ballast, Celata als zweiter bisq. 3. Heidefee(. Echmidt). Toto: 56:10. Plat: 16, 15, 19:10. Ferner Mittwoch- Abendrennen in Treplow. Neben dem hervorragendem Dauer fahrerprogramm um den Großen Sommerpreis mit dem Belt master in art, Belgien, dem Schweizer Wegmann und den Deutschen Lewanow und Sawall haben auch die Fliegerrennen des Tages ein gutes Melbeergebnis gezeitigt. 30 Flieger werden am Ablauf erscheinen. 3m Malfahren sind wegen der großen Anzahl der eingegangenen Meldungen 3 Vorläufe notwendig geworden, während im 30- Runden- Bunttefahren sämt das Busammentreffen Rätts mit dem 3. 8t. fehr schnellen Hayn liche Fahrer gleichzeitig am Start erscheinen. Am intereffantesten dürfte fein. Es dürfte in diesem Rennen die Entscheidung fallen, ob Rütt oder Bahn 8. 8t. unser schnellster Flieger ift. Den Schluß des Tages bilbet ein Brämienfahren über 15 Runden für die Unplacierten. Mit Rüdficht auf den 7- hr- Geschäftsschluß ist der Beginn der Rennen auf 8 Uhr abends festgefest. Briefkasten der Redaktion. R. 2. 48. 1. Anzeigepflichtig ist in Ihrem Fall ber Sauswirt. Ueber die baß es bie Räume für Wohnungssuchende nicht in Anspruch nehmen wolle. Bohnung, darf erft verfügt werben, nachdem das Wohnungsamt erklärt hat, 2. und 3. Wenden Sie sich an das für Ihren Bezirk zuständige Wohnungs Wilhelm- Str. 8/9.. 20. Der Abaug fann vorgenommen werden. Th. 39. Die Ihnen vom Finanzamt gewordene Auskunft ist autreffend. Da 3hre Frau noch ber Kirche angehört, fo müffen Sie die Hälfte der Kirchenfteuer zahlen. D. 100. Die Elternrente beträgt in Ihrem Falle 30 Bros. der Bollrente des Berstorbenen. Maßgebenb ist also die lettere. Prüfen Sie an Band bes 3hnen vom Bersorgungsamt augestellten Bescheides, ob Ihre Rente richtig berechnet worden ist. A. R. 48. Die 4 Bros. milffen Gie weiter zahlen. Im Schultheiß- Bazenhofer Garten, Chausseestraße 64, fand ein Im Schultheiß- Bazenhofer Garten, Chauffeestraße 64, fand ein Großfampftag des Sportklubs Siegfried 09( Mitgl. d. ABD.) statt, den Sagner mit Trainingsvorführungen eröffnete, die be wiesen, welche Energie der Boriport vom Borer verlangt. Als erfter Stampf folgte im Federgewicht Träger( Buch) gegen Schepp( Siegfried 09). Träger zeigte gleich eine merkwürdige Art des Sichbeckens und auf den Schlag Lauerns, auch hielt er den Gegner ständig. Der weit überlegene Schepp siegte nach Buntten. Zweiter Kampf: Muriol gegen Radday. Muriol ( Nordost 06) war ein mutiger Kämpfer, war jedoch dem vieljährigen Berliner Meister an Ringerfahrung unterlegen; froßdem machte er durch eine Angriffsfreudigkeit, gutes Decken und erstaunliche Treffamt, wo Sie alles Nähere erfahren. Das Bohnungsamt befindet sich Friedrich sicherheit den Kampf zu einem unentschiedenen. Im Welts gewicht Bitt( Buch) gegen Lud staedt( Siegfried 09). Der Name des letzteren dürfte eine Zukunft haben, denn Luckstaedt ist ein Fighter, wie er fein foll; er distanzierte fein, deckte sich hervorragend und entwickelte eine Schnelligkeit im Schlag, wie man sie bei so jungen Bogern nicht zu treffen pflegt. Der Kampf wurde in der dritten Runde zu seinen Gunsten abgebrochen. Müller( Nordost 06) und Adamfiesicz( Siegfried 09) waren gleichwertige Rämpen, beide mit verhältnismäßig wenig Können. Resultat: Unentschieden. Anschließend folgte ein Leistungsheben der Schwergewichtler, wobei es Mag Paul( Berliner Altmeister) im Reißen mit einem Arm auf die anständige Leistung von 130 Pfund brachte. Im Stoßen mit beiden Armen erreichte er wiederum das höchstgewicht mit 240 Pfund, so daß er Sieger blieb. Nach interessanten JiuJitfu- Demonftrationen zeigte der Sport- Klub Siegfried 09 in mehreren Ringkämpfen die Bielseitigkeit seines Könnens. Ausscheidungstämpfe für die Bundesmeisterschaften im Straßenfahren. Die zuerst vom Arb. Radfahrer- Bund Solidarität", Drisgruppe Berlin, vorgesehene Strecke Schönwalde- Groß- Schönebeck und zu rüd, fonnte wegen Sperre in Wandlig nicht befehren werden. Es wurde die Rundstrede Schönow- Bernau- Wandlig- Schönwalde benutzt. Die Beteiligung war sehr rege und es starteten die Be zirksmeister des Gaues 9. Gefahren wurde ein 50- Kilometer- Einzelrennen und ein 50- Kilometer- Mannschaftsfahren. Die Resultate waren folgende: Das welte Borrunbenspiel fand in Nürnberg statt. Hier standen sich Dresdener Sportverein und Nürnberg- West gegenüber. Dresden gewann das Spiel mit 4: 1 Toren. Kreis- Verbandsausscheidungskämpfe im Schwimmen 50- Kilometer.Einzelfahren: Bezirksmeister Sanold( Lauterwerk) 1 Std. Bei herrlichem Wetter gingen auf dem mit roten und Bereins47 in. 57% Get. Alaffe Altersfahrer: Johannes Eichler, Berlin VI 1 Gtb. 47 Min. 17% Get. fahnen festlich geschmückten Baffersportplatz Blößensee" bei einer 50- Rilometer- Mannschaftsfahren: Forst- Laufik, Abt. Staubwolle, 1 Gtd. 43 Min. 16% Set. Als zweite Mannfdjaft fuhr Berlins Besucherzahl von girta 15 000 Menschen die Ausscheidungen 2. bt. burds Riel. Bon schönem Sonnenschein begünstigt, fonnte die Berdes Ostdeutschen Kreisverbandes für die Inferanstaltung ohne irgendwelche zwischenfälle durchgeführt werden. Obige Sieger nationale Arbeiterolympiade vor fich. Am Sonn- find nunmehr startberechtigt zum Bundesfeft, welches am 27. und 28. Juni in Leipsia stattfindet. Soffentlich wird es ihnen gelingen, auch den Gau 9 auf abend wurde die 1500- meter- Strede und das Männerbruſt der Frankfurter Olympiade fiegreich zu vertreten. geführten war ja fdon während der Inflation aufgerufen worden. 2. Gruppe 8. Anfangsgehalt 258,50. Endgehalt 379,50. Ortszufchlag 68,- Für Berlin Sonberauschlag von 5 Prog. Frauenauschlag 12.-. Rinder( bis 6 Jahre) 18( 6 bis 14) 20,-( 14 bis 21) 22, A.. 20. 1. Sämtliche olten Banknoten. Ein Teil der von Ihnen an. LAXIN und schmeckt wie das feinste Konfekt. Wirtschaft Drosselung der Produktion. Die Rohstahlgemeinschaft hat die Einschränkung der Rohstahlproduktion für den Monat Juni auf 20 Broz. der von dieser firierten Menge festgesezt. Damit wird die bisherige Einschränkung, die 15 Proz. betrug, noch überschritten. Man muß sich doch fragen, ob eine derartige Einschränkung eines der wichtigsten Rohstoffe in diesem Ausmaß notwendig ist. Wir unsererseits vermögen dies nicht einzusehen. Die Nachrichten über die Ronjunttur der Schwereisen industrie widersprechen sich. Es wird berichtet, daß die Werke auf Monate hinaus beschäftigt sind, aber neue Aufträge nur mit Berlusten hereingenommen werden könnten. Das Auslandsge ſchäft fiegt nach den offiziellen Berichten schwer danieder, da die deutsche Eisenindustrie nicht in der Lage sei, mit einem Stabeisenpreis von 5,15 Pfund Sterling fob zu fonfurrieren. Die Saarwerke follen fogar frei Grenze in Deutschland Stabeifen mit 100 m. anbieten, trotz eines Zolles von 25 M. Hingegen zeigt der Inlandsmarft nach den Berichten von Stahl und Eisen" für Mai ein zufriedenes Geficht. Das läßt darauf schließen, daß der Inlandsmarkt, trog eines Preises, der über dem Belimarkt liegt( für Stabeisen rund 135 M. pro Tonne), aufnahmefähig ist und alles getan werden müßte, diesen Markt aufnahmefähig zu erhalten. 21 Bon der Produktionseinschränkung sind auch diesmal befreit Halbzeug und Feinbleche. Daraus fann gefchloffen werden, daß entweder für Halbzeug gute Absazverhältnisse vorhanden sind oder für die Herstellung von sogenannten B- Produkten( Stabeisen, Draht, Bleche usw.) die Konjunktur sich nicht verschlechtert haben fann. In der Erhöhung der Einschränkungsquote für Rohstahl fann man deshalb mit Recht den Versuch sehen, den Markt in diesen Brobutten noch mehr zu verknappen. Das Ziel ist vor allem, eine nach oben gerichtete Preis politit aufrechtzuerhalten. Hand in Hand hiermit geht aber auch ein Angriff der schweren Industrie auf die 2ohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter und Angestellten. Die Nordwestliche Gruppe des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustriellen( Rheinland- Westfalen) hat an die Metallarbeiterverbände den Antrag gerichtet, die Löhne um 10 roz. herabzusehen. In den Kampf der Bauarbeiter griffen sie attiv ein, indem sie die von ihnen vergebenen Bauten still fezen ließen, da ihnen die neu feſtgeſetzten Löhne der Bauarbeiter zu hoch erschienen. Da fie nicht zu fadeln gewohnt sind, verboten fie einfach die Fortführung ihrer Bauten, um die Bauunternehmer zu zmingen, die unter Mithilfe des Reichsarbeitsministeriums zustande gekommenen Lohnvereinbarungen zu Fall zu bringen. Dies alles geschieht zu der Zeit, wo die Einschränkung der Probuftion um 5 Broz. gesteigert wird. Um ihrer arbeiterfeindlichen Bolitif einen gewissen Nachdruck zu verleihen, um die Metallarbeiter: verbände zur Einwilligung in die Lohnreduktion gefügiger zu machen, deshalb eine weitere Beschränkung der Produktion. Es ist unschwer zu erkennen, daß bei diesen Dingen ein gewisser Zusammenhang besteht. Breisniveaus durch die Berbände." As die verarbeitenbe 3n| Berte Att.- Gef. fowie an gegenseitige Unterstügung im Außendienst, dustrie soll sich durch die Steigerung ihrer Ausfuhr beleben. Zuvor mird festgestellt, daß die ausländische eisenerzeugende Industrie thre Produkte viel billiger auf den Markt zu werfen vermag als die in ländische. Also trok wesentlich höherer Rohstoffpreise foll die deutsche verarbeitende Industrie ihre Ausfuhr steigern. Ein voll ständiger Widersinn! Doch dieser tritt noch flarer in Erscheinung wenn gleich dahinter vermerkt wird, daß die Erreichung elnes aus tömmlicheren Preisniveaus durch die Berbände erwartet wird. Die verarbeitende Industrie foll affo mit noch höheren Eisenpreisen beglüdt werden, wodurch die Steigerung der Ausfuhr noch mehr unmöglich gemacht wird. Die organisierte Einschränkung der Produktion ist die Folge der straffen Synbizierung in der Eisenindustrie, fie verhindert die Birksamkeit des Preisregulators Angebot und nach frage und schädigt die gesamte verarbeitende Industrie. Sie verschlechtert die Arbeitsbedingungen, indem sie Arbeiter beschäftigungslos macht und somit die industrielle Reservearmee vergrößert wird. Bie das jezige Beispiel der versuchten Lohnreduktion in der rheinisch westfälischen Industrie zeigt, führt das Großfapital den Kampf auf der ganzen Linie. Einschränkung der Produktion, damit vergrößerte Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne, das ist das Ziel der mestdeutschen Schwerindustrie. Gründe genug, fich mit allen Mitteln dagegen zu wenden. -17. Die Stinnes- Sanierung und die Börse. An der Berliner Börse, die am Montag äußerst schwach verfehrte, lag ein ziemlich beträchtliches Angebot von Stinnes Berten aus der Provinz vor. Dies Angebot tritt aber faum in den Kursen in Erscheinung, weil der Ausschuß der Berliner Großbanten noch vor der Börje zusammentrat und sich über weitere Interventionen folüffig wurde. daß fürs erste für diesen Zwed 3 Millionen Marf zur Verfügung gestellt worden sind. Während sich aber bis jetzt die Marktstützungen auf schwerere Berte, besonders auf Stinnes- Papiere erstreckten, sollen die neuen Stügungsaftionen den ganzen Markt, u. a. auch den Renienmarkt, umfassen. Die Kurse zogen deshalb allenthalben an; jedoch war die Erholung nicht von langer Dauer, da die Spekulation die anziehenden Rurse zur Gewinnsicherung benutzte und sich glatt ftellte. " Ford" isierung und Fusion bei Robert Bosch. Wie gemeldet wird, vollzieht R. Boj, einer der wenigen wirklich weitsichtigen und schöpferischen Unternehmer des neueren Deutschland, eine weitgreifende Umstellung und Erweiterung seiner Werte. Bereits im Herbst v. Is. hatten zwischen der R. Bosch A- G. und der Eisemann- Berte A.-G., Stuttgart, BerhandLungen stattgefunden, mit der Absicht, in der Form einer Interessengemeinschaft die beiderseitigen Aufträge je nach der Eignung aufzuteilen, gemeinsame Formen und Inpen festzulegen und den EinBerke darüber hinaus und schreiten zur völligen Berichmel und Verkauf gemeinsam zu organisieren. Heute gehen die beiden zung, wobei die Gesamtproduktion im wesentlichen auf die mit Bosch zu vereinigenden Fabrikanlagen, der Bertrieb aber bei der Eisemann A.-G. fonzentriert werden soll. Der auf die Umstellung bezügliche Teil der Bosch'schen Verlaufbarung ist mert, im Wortlaut mitgeteilt zu werden: Die Berichte über die eisenerzeugende Industrie sind sehr unflar ,, Nur bei Herabsehung der Inpenzahl und deren Beschränkung and teilweise widersprechend gehalten. So heißt es am Schluß eines auf menige Formen und Größen, nur bei Bereinheitlichung des Berichts im Wirtschaftsbericht der Commerz- und Privatbank:„ Im Herstellungsganges und der Warenteile bestand Aussicht, gleichartige allgemeinen beschränken sich die Hoffnungen auf Besserung, da auch Barenmengen in genügend großen Wassen zur Fertigung zudie Reichseisenbahnverwaltung sich gründlich zurückhält, auf eine fammenzubringen, um fie möglichst im Bege der amerika tünftige Belebung der verarbeitenden Industrie, vor allem ihrer Ausischen Fließfabritation herstellen zu können. Daneben war noch an gemeinsamen Bezug von Rohstoffen, an Lieferung voM fuhr und auf die Erreichung eines austömmlicheren Halberzeugnissen aus unserer Kohstoffwerten an die Eisemann 2 aus. in unseren beiderseitigen Bertaufshäusern, Reparatur- und Ein baumertftätten, gedacht. Es hat fich aber inzwischen erwiesen, daß eine solche in der Hauptfache doch nur auf die Warenerzeugung be fräntte Arbeitsteilung feinen sehr durchschlagenden Vorteil mit ich gebracht hätte. Auch bei weitgehender Vereinfachung und Vermengen der Eisemann- Werte Aft.- Ges. für verbilligende einheitlichung des Herstellungsganges reichten die Erzeugungsdurchlaufende Maffenfertigung allein nicht Eine weitere Erschwerung brachten noch die zollpolitischen Ereignisse der fegten Zeit. Diese Betrachtungen führten zu der Erkenntnis, daß wir den Rahmen der angestrebten Berständigung wesentlich weiter spannen müssen, als uns zu Anfang vorschwebte. Es wurde uns flar, daß sich eine durchgreifende Berbilligung in der Herstellung, eine Höchstausnügung der Betriebsräume, Maschinen und Betriebseinrichtungen, eine Beschränkung der Rohstoff- und Halbwarenlager und eine Berfürzung der Herstellungszeit nur dann erreichen laffen wird, wenn der Fabrikbetrieb der Eisemann- Werke Akt.- Gef. mit dem der Bosch Aft.- Gef. vereinigt und so die ganze Warenherstellung ein leitung gestellt wird. schließlich des Rohstoffeinkaufs unter eine einheitliche Betriebs Diese Betriebsvereinigung einzuleiten ist jetzt beschlossen. Die dazu notwendigen räumlichen Umstellungsarbeiten sind bereits im Gange." Interessant an dieser Darstellung ist im besonderen, daß auch die 301lvorlage zu diefer scharfen Konzentration der beiden Werte gezwungen hat. Die Boschwerfe haben die Auslands: fonfurrenz nicht zu fürchten. Sie scheinen im Gegenteil von der Annahme der Zollvorlage große Nachteile zu erwarten. Es ist bedauerlich, daß sich die Verlautbarung darüber nicht im einzelnen ausspricht. Man wird aber nicht fehlgehen in ber Annahme, daß Bosch einmal die Berteuerung der Rohftoffe fürchtet, die für Süddeutschland ja besonders fühlbar sein wird, und dann eine durch den Zollschug fünstlich ge= stärkte Inlandskonkurrenz, der Bosch durch KonzenEin Beweis mehr, wie die Eisen- und Industriezölle auf der einen Seite verteuern und technisch rückständige Berfahren fonserviert, auf der anderen Seite zu tapitalfressenden Umstellungen zwingt. Internationaler Genossenschaftstag. Der Internationale Genossenschaftstag, der entsprechend dem Beschlusse des Internationalen Genossenschaftsbundes nunmehr zum drittenmal alljährlich in allen Ländern begangen wird, fällt auf den 4. Juli. Der Internationale Genossenschaftsbund wendet sich wiederum mit einem Aufruf an die Genoffen. Die deutschen Kon umgenossenschaften werden voraussichtlich, wie schon in den vor aufgegangenen beiden Jahren, diefem Aufrufe gemäß den 4. Juli 1925 wiederum zu einem genossenschaftlichen Aufklärungsund Werbetag größeren Stils gestalten. Die amerikanische Baumwollernte. Nach amtlichen Feststellun gen rechnet man in Nordamerika mit einer guten Baumwollernte. scheinlich wesentlich besser ausfallen als im Vorjahre, obwohl die Gemessen an den gegenwärtigen Stand wird die Ernte fehr wahr Ernte 1924 über dem Durchschnitt lag, und zwar rechnet man gegen4,5 Proz. Besonders gut wird die Ernte in Kalifornien, Arizona über dem Durchschnitt der letzten Jahre mit einer Besserung von und Florida beurteilt. Die erhöhten Erwartungen haben eine bemerkenswerte Preissenkung für Baumwolle ausgelöst. Die Baumwollnotierungen in New York hielten sich( pro Lbr. in Cts.) An fang Mai auf ungefähr 30,5 Cts.; im Laufe des Monats Mai trai eine Sentung bis auf ungefähr 23 Cts. ein. Die Preise für Oftoberlieferungen ermäßigten sich auf rund 22 Cts. Die ägyp tische Baumwollernte wird auf 7850 000 Cantars geschäßt. Die Schäzung ist viel günftiger als im Vorjahre: jedoch hängt der wirkliche Ausfall der Ernie in Aegypten von der Witterung vom August ab, die gewöhnlich von großem Einfluß auf die Reije Krelline BLAU ROPF SEIT 48 JAHREN BERLINS KONSUM UND QUALITATS ZIGARETTE Blaufopf Berlin Cigarettenfabrik Otto Kreffin mür 17 für ein solches Kostüm- das ist unbedingt das Großartigste, was wir je in unserem Dienstags- Inserat gebracht haben. Ueberlegen Sie nicht erst lange, greifen Sie zu! Kostüme Juni 9 Dienstag Flott- praktisch Die Jacke typisch- herrengemás mit Rückenpasse und Falten, das IdealKostüm, das auch Sie für Stadt, Reise oder Sport brauchen. Donegal: Jacke auf halbseidenem Serge nur! Fantasic- Kostüme ab 975 Cheviot- Kostüme ab 1250 Gabard- Kostüme ab 2500 Rips- Kostüme ab 3500 Mouliné- Kostüme ab 3900 Impr. 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Vielleicht erfüllte sich damit der Fluch s-ines Erfolges, denn hier fand Schnitzler das Publikum, das jede Useste im Dialog versenkte Andeutung verstand, das Publikum, das il?m immer wieder Modell saß. Selbst seinen Aristokraten merkt man den Verkehr mit den gebildeten Juden an. Diese Gesellschaft, also anscheinend ohne Grenzen in andere Schichten übergehend, in die große Welt, in den Bezirk des kleinen Mannes, war in allem Dynamischen ganz eng. Es gab keine starken, keine ungebrochenen l.mpulse, keine unbürgerlich große, nur ein« antibürgerliche, an ihre Antithese gebundene Leidenschaft. Da Schnitzler an dieser Welt litt und doch den Weg ins Freie nicht fand, blieb ihm nur das Aus- weichen in eine schmerzliche Ironie— Rationalisierung und ihre nur scheinbare Ueberwindung. Warum sich das Künstlerische, das Dichterische, die menschliche Feinheit in Schnitzler nicht bis zur reinen Dichtung steigerte, in seinen Theaterstücken nicht und nicht in seiner Epik, wird deutlich, wenn man ihn neben einem anderen Oesterreicher, neben Stifter sieht. Stifter brachte nicht wie Schnitzler das Typische einer Gesellschaft mit dem ihr eigenen Maß an Menschlichkeit in Konflikt, sondern ous einer wunderbar gesammelten Tiefe drang der menschliche Ge- balt in typische Erscheinungsformen. Der kleinbürgerlich lebende Stifter hat sein inneres Bild zu Gestatten der verschiedensten sozialen, zeitlichen, nationalen, geographischen Lebensslächen oerdichten lonnen. Bei Schnitzlcr würde jeder Uebertritt über die Grenzen seiner Well als Kostümierung empfunden werden. Stifters Menschen können au» der Natur, in die sie gebettet sind, nicht herausgelöst werden. Sie wachsen fast aus ihr zusammen. Bei Schnitzler ist die Umgebung Literatur und jeden Augenblick gegen eine andere Vedute des Salons auswechselbar. Schnitzler kannte noch die Generation, von der authentische Aussprüche wie: Liebesheiraten sind gegen die Natur, sich in der lieberlieferung erhalten haben. Diese Generation bestimmt« auch noch das Maß der Auflehnung gegen sich selbst. Was man damals als künstlerische Lösung der Atmosphärenspannung empfand, weil diese Gesellschaft das„Geistreiche" züchtete, um rebellische Kraft zu z.-rweichen, war undichterisch, weil es nur negiert« und keine eigen« starke Welt entgegensetzte. Wenn Schnitzler Menschen und Situa- tioncn bildete, wurden sie nicht auf das überzeitlich Gültige bezogen, sondern das überzeitlich Gültige wurde ihnen angepaßt. Schnitzler Imt sich im Grunde nie entwickelt. Seine Probleme sind nie tiefer, nie aufwühlender geworden, er hat sie nur variiert und kombiniert. Nie hat er sich von der sentimental-sinnlichen Erotik befreien können. Eine gehallarme Zeit, eine gehaltarme Schicht. Aus den ersten Blick könnte man glauben. Schnitzler habe, wenig ehrgeizig, in„Fräulein Else" den„Leutnant Gustel" ein Pendan« in derselben Technik geben wollen. Aiuh in„Fräulein Else" muß man den Faden der Aktion, den Konflikt aus der Aufzeichnung de» Denkprozesses rekonstruieren, ouch hier handelt es sich um eine Handlung gegen den Ehrenkodex, diesmal gegen den weiblichen. Aber„Leutnant Gustel" steht künstlerisch viel höher, gerade weil die Technik nicht zu der lückenlosen Totalität der Wiedergabe entwickelt ist und der Stoff dem allgemein Menschlichen näher kommt. „Fräulein Else" ist der Typus der Wiener Jüdin, gegen die der Lokalantisemitismus die Waffen streckt. Di« physischen Unterschiede sind ausgeglichen, man hat von der gemeinsamen guten Erziehung wahrscheinlich noch mehr profitiert als die arische Altersgenossin, man treibt Sport und gibt sich wie«ine kleine Königin. Zu diesem Typus, dem Typus einer abgelaufenen Zeit(Schnitzler datiert die Erzählung auch 30 Jahre zurück) gehört die Ueberbetonung der Un- nahbarkeit und des eigenen Wertes, das Entzünden der Wünsche i nd die eigene Kälte, die in lichten Augenblicken ihre Rigidität seind- selig betrachtet, ohne ihr doch entrinnen zu können. Fräulein Else also mit der unterminierten Psych« wird von ibrer Mutter in einem Expreßbrief mitgeteitt, daß ihr sehr be- Die öegegnung. von Max herrmann-veihe. (Copyright 1925 Tic na Tcttschalk äjcrl««, Berlin.) Man weiß, wie solche zufälligen Bekanntschaften zustande kommen. In der Hauptstadt sehnten sich viele danach, dem vor- bildlichen Künstler die Hand reichen zu dürfen: man spazierte auf dem Korso, ahnungslos, plötzlich raunte wer:„Das war Hermann Karst!", da wurde flugs umgekehrt, zurückgerannt, dann wieder langsam herangepirscht und versucht, möglichst unbefangen des Meisters Züge zu erspähen. Natürlich sah man vor lauter Erregung nicht einmal genau. In diesem gottverlorenen Provinznest aber mußte ausgerechnet der Klempnermeister Worbs mft Hermann Karst an einem Tische sitzen und fast bis zur Bruderschaft gedeihen. Worbs war früh von Haufe fort, ein geschäftlicher Gang, jeder kennt das. die Frau brummt hinter einem her:„Ausreden sind wohlfeil!" Man muß notgedrungen mit einer Grobheit auftrumpfen, lächell aber innerlich, und kaum, daß sich das Haustor hinter einem schließt, wird die Zigarre angesteckt, vielleicht sogar«in leichtfertiges Lied gepfiffen, jedenfalls mit unternehmungslustigem Wicg-schritt in den freien Tag hineingestelzt. Worbs trat noch in den Wurst- laden und kaufte ein großes Stück Polnische, die gerade frisch in der Mulde hereingebracht wurde, schäkerte dabei mit den Verkäuferinnen. man muß ein bißchen mit ihnen schmusen, dann wiegen st« bester ab, kurz vor der Brücke stand der Spediteur Exner bei seinen Möbel- wagen und gab den Kutschern Anweisungen, da mußte doch holt- gemacht und die Lage besprochen werden, was die Kerls einem die Vierde ruinieren, wie rabiat heutzutage die Packer find. Am Wehr hockte wieder mal der Rentier Beyer beim Angeln: der weiß nicht. wie er dem Herrgott die Zeit totschlagen soll. Worbs guckt schnell aus die entgegengesetzte Seit«, kommt da im Galopp der Rittmeister Iellsch angeprescht. Heids, wie der Hut vom Kopf« geeisten und mit unbändiger Kurve gedienert wird, übern ganzen Damm weg:„Habe die Ehre", daß der Staub nur so ins offene Maul ballert, ach Gott, und dabei ist die Rechnung schon seit undenklichen Zeiten nicht bezahlt, und wegen so eines kleinen Be- träges möchte man sich die Sohlen von den Schuhen lausen. Worbs pfeift nicht mehr, und auch die Zigarre ist kalt geworden. Richtig muh doch an der Eisenbahnüberführung wieder dieser e'elhafte Krüppel den Gutdummen auflauern, der immer so wider- »ich seine Wunden zur Schau stellt, sich geradezu damit brüstet. wunderter Vater Mündelgelder veruntreut hat. Es bleibt, um ihn vor dem Zuchthaüs zu bewahren, nichts mehr übrig, als Elses Ber> mittlung bei einem Freund des Hauses, der den Sommer im selben Hotel genießt wie Else und ihre Tante. Er ist bereit, die Summe rechtzeitig abzusenden, wenn er das Mädchen unbeNeidet sehen darf. In verzweifeltem Trotz wählt sie den vollbesetzten Musitsaal als Szene und trinkt im ersten Augenblick des Alleinseins das vorbereitete Vcronal. Dieser Stoff wäre außerhalb des kleinen Kreises, in dem er sich abspiell, s o kaum denkbar. Es ist die Mentalität einer absterbenden, vom zentralen Kräftepunkt weit entfernten Gesellschastszelle, nicht erschütternd, weil jede- Licht einer Erlösung in das Allgemein- Stinne» Zun.:„Die verfluchte Stabilisierung!" menschliche fehlt, nur quälend, nur drückend. Das. Sichselbst- bewahren" wird ein Trieb von so ungeheuerlicher Uebertreibung, daß er in sein Gegenteil umschlägt. Die gesellschaftliche Ueberlegen- heit der vielbegehrten jungen Dame bricht zusammen, weil sie keine menschliche lleberlegenheit ist. Man könnte die Technik dieser Gchirnphotographie neu nennen, weil ein so lückenloses Nacheinander der Gedanken mit ollen letzten Abirrungen, mit dem Durchschimmern der unbewußten Regungen noch nicht dagewesen ist. Es ist die Technik der psychoanalytischen, freien Assoziation aus Grund der Freudschcn Erkenntnisse. Aber Schnitzlers musischer Takt trägt die wissenschaftlichen Forschungs- resultate nie dick auf. Trotzdem ist diese wissenschaftlich hochein- schätzbare Technik, so sehr sie sich mit dem ununterbrochenen Ablauf deckt, die Spannung in kurzen glänzend gefügten Sätzen immer fester und sester anzuziehen weiß, drch nur eine literatenhafte und keine dichterische Technik. Ein phystologisch-epischer Sketsch, nicht weil der Stoff kraß, sondern weil dieser krasse Stoff nicht dichterisch gewendet ist. Die Psychologie entwickelt wie an einer Kette Glied um Glied. Die dichterische Gestaltung bestrahtt aus einem seelischen Brennpunkt die inneren Vorgänge, sie arbeitet plastisch und nicht linear. Auch die ungesunde Ichbetontheit könnte Brennpunkt sein, wenn sie mit der gesunden Welt zusammenstoßen, gerettet oder an ihr untergehen würde. In Fräulein Else identifiziert sich die Form noch mit der Ichbetontheit. Der Denkbericht ist hier nicht bloß die aktuelle Zuspitzung der Brief- und Tagebuchnooelle: er ist die letzte Stufe der Egozentrizität, wo Welt, Leben und Dichtung aufhören. Längst hätte er in einem Spital untergebracht sein können, wenn er nur seine Einnahmen darauf verwenden wollte, der hat gewiß manchen Tag eine bessere Kasse als ich, denkt Worbs, und ich muß den Kerl miternähren. Den Ausdruck„ekelhafter Krüppel" hat er übrigens vom Herrn Gcwerberat: Worbs hatte damals im Schützen- hause gesessen, sie waren von der Wallfahrt nach Sankt Rochus hier eingekehrt, der Tag war heiß gewesen, und als erst der Kürschner- meister eine Runde bezahlt hatte und der Bäcker eine andere, konnte man nicht zurückstehen, die Martha, das Biest, hatte gerade den Kunstgriff mit dem Geldstück vorgemacht, eine verfluchte Schwemerei übrigens, da war rot wie ein Puter der Herr Gewerberat herein- gestürzt, ran ans Telephon und hineingemeckert, es solle doch mal die Polizei nach der Eisenbahnüberführung geschickt werden, um dem Skandal mit deni ekelhaften Krüppel ein Ende zu bereiten. Hinterher hatten die drei freilich über sein« Wichtigtuerei gelacht und dem Bettler einen Schoppen hinausgeschickt mft der Warnung, zu ver- duften: aber eigentlich war Gewerberat doch ein reputables Amt. eine Autorität, das kann man schon sogen! Das könnte sein Artur vielleicht ouch mal werden, der alte Worbs hatte sich damals gleich die Karriere erklären lasten, wenn er nur erst einmal das Abiturium bestanden hätte, kommt Zeit. kommt Rat. Iura soll er auf jeden Fall studieren, das ist und bleibt doch halt das vornehmste Studium! Der alte Worbs bekam immer noch einen ehrfürchtigen Schauder, wenn er mal als Zeuge das Amtsgericht betreten mußte. Am besten, man hat nichts damit zu tun. Aber wenn mir einer meine Ware schlecht macht, glatt ver- klagen! Und an seiner Tür stand„Mitglied des Verein» gegen Bettelei". Ordnung muß sein, alles was recht ist! Es ist nur ein langwieriges Studium, dem Glöckner Kunze seiner geht nun schon ins vierzehnte Semester: der sitzt freilich von morgens bis andern Tag morgens im Bahnhofshotel und sauft seinen Stiefel, ein Verhältnis soll er auch haben, und immer noch dieselbe aus der Primanerzeft her: unglückliche Eltern! Sein Artur war damit wohl nicht zu vergleichen. Saufen tut" der nicht, und die Mädels guckt er erst gar nicht an, woltt's ihm auch anstreichen, nu da! Aber, weih der Himmel, der Junge, der liest zuviel. Immer hockt er über den Schwarten, wo er was Ge- drucktes sieht, schon hat er's in den Krallen, was soll man machen. ungebildet will man auch nicht scheinen, und die Mutter, die unter- stützt den Bengel noch, läßt sich von ihm vorlesen, kommt der Alte unversehens ins Zimmet, schwapp, wie abgehockt, kein Laut mehr. und die beiden schweigen indigniert über die leidige Störung. Dabei ist man doch der Ernährer! Oder etwa nicht? Lotterpfaffen. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts machte sich in Deutschland, England und Frankreich ein starkes Ueberangebot an jungen theolo- gisch geschulten Kräften bemerkbar. Die Hoffnung aus eine gute fette Pfründe, verbunden mft den sonstige» nicht unwesentlichen Annehmlichkeiten des Seelsorgerberuss erschien großen Scharen studienbeslissener junger Leute äußerst verlockend und ließ sie die Hörsäle der Lateinschulen füllen. Im Volke dagegen war ein Be- dllrsnis nach Vermehrung der Psarrstellen nicht vorhanden. So stand denn die Zahl der geistlichen Posten an sich schon in keinem Ver- hältnis mehr zu dem Andrang zum Beruf. Dazu kam noch eme ständige Verminderung der Stellen infolge eines kraß ausgeprägten Egoismus seitens der gesttlichen Herren, der schlecht zu den von ihnen verkündeten biblischen Lehren paßte. Aus höchst unchristlicher Habsucht und purem Brotneid rissen nämlich zu der Zeit die Geist- lichen, die bereits in Amt und Würden saßen, jede erreichbare freigeworden« Pfarrstelle an sich und versahen so die Gläubigen von zwei, drei und mehreren Pfarrgründen mit ihrer Seelsorge. Es ließ sich eben bester leben, wenn man die Einkünfte aus mehreren Posten zugleich bezog! Was aus dem jungen Berufsnachwuchs werden sollte, der alljährlich von den großen Lateinschulen kam, kümmerte sie wenig. Der„cumulu? benekiciorum" wird dieser Zustand der Vereinigung mehrerer geistlicher Stellen in einer Hand% in der Kirchengcschichte genannt. Die Zahl der stellungslosen jungen Geistlichen nahm daher von Jahr zu Jahr zu. Die Vernünftigsten unter ihnen werden unter diesen Umständen gewiß ihre einstigen Hoffnungen begraben, die ver- lorenen Studienjahre in den Schornstein geschrieben und einen anderen Beruf ergriffen haben. Wer sich dazu nicht entschließen konifte oder wollte, mußte eben warten. Irgendwie aber mußten die Menschen doch leben, und so zogen sie dann einzeln oder in Gruppen als fahrende Scholaren, als sogenannte„Vaganten", durchs Land. Sie musizierten, trugen selbstversaßte Lieder und Gedichte in latei- nischer Sprache vor, hauptsächlich Trink- und Kneip-, Bettel- und Liebeslieder, Zoten und gelegentlich auch ernste Sachen. Sie spielten allerhand Komödien und Posten und erwarben oder richtiger er- bettelten sich so von Ort zu Ort ziehend ihren Lebensunterhalt. Mit der Zeft artete dann das ständig anwachsende gelehrte Vagantentum zu einem.regelrechten Vagabundentum aus. Sehr interestante Mitteilungen über das Leben und Treiben de? Vaganten oder Lotterpfafsen, wie sie der Volksmund bald nannte, finden wir in einem kleinen Werk von Theodor H a m p e.„Die fahrenden Leute in der deutschen Vergangenheit", das bei Diederich- Jena im vorigen Jahre neu ausgelegt worden ist. Danach erfreuten [ich die fahrenden Geistlichen eines herzlich schlechten Rufes. Hampe agt über diese ehrenwerten Männer:„Es war die Hefe der da- maligen Gesellschaft, zu Betrügereien und Gewalttätigkeiten aller Art stets geneigt und für ihren Lebensunterhalt fast auf solche an- gewiesen. In unanständigem Aufzug«, verlottert und verlumpt zogen sie im Land« umher, an den Türen der Geistlichen bettelnd oder auch wohl mit bewaffneter Hand in die Pfarrhäuser einfallend und Geld und Eßwaren als Beute davonführend. In den Dörfern hielten sie falsche Reliquien seil, erteilten Ablöste, drangen in die Kirchen, um Messe zu lesen oder den Altar durch Würfelspiel zu entweihen. Die übrige Zeit des Tages verbrachten sie gewöhnlich in der Kneipe, spielend, schmausend, trinkend, in Gesellschaft von Buhldirnen." Ein Holzschnitt aus damaliaer Zeit stellt eine Voaantenaesellschaft auf einem Saufgelage mit Hunde-, Schweine- und Afsenköpfen dar, und es muß wohl angenommen werden, daß diese Karikatur nicht zu Unrecht geschehen ist. Nebenbei bemerkt könnte sie gewiß auch heute noch recht gut aus so manchen Kommers unserer jetzigen stu- dierten Herren passen. Selbst eine eigene Organisation, einen„Orden", hatten dies« „Lotterpfafsen", und in den Berichten aus damaliger Zeit ist oft von unliebsamem Austreten der Mitglieder des Vagantenordens die Rede. Schließlich erreichte die Sittenlosigkeit und Verkommenheit der fahrenden Geistlichen derartige Ausmaße, daß sich endlich auch die Kirche bequemen mußte, sich mft ihnen zu beschäftigen. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts erließen allenthalben die Kirchenbehöroen scharfe Verordnungen gegen den Orden und seine Anhänger, nahmen ihnen die verschiedentlichen Vorrechte, die sie als Mitglieder des Klerus noch genosten und die ihnen trotz ihrer Berlotterung doch immer noch eine Art Nimbus gegenüber den Laien gegeben hatten. Gegen den„cumulus deneliciorum" hatte die Kirche schon vordem Verbotsmaßnahmen getroffen. So ihrer Sonderstellung als Diener der Kirche beraubt, verloren sich zu Beginn des 14. Jahrhunderts die entgleisten Theologen endgültig in der großen Masse des Lumpen- Proletariats, das als jährende Spielleute, Gaukler und Landstreicher die Landstraßen des Mittelalters bevölkerte. E. R.-W. War ihm nicht gleich damals, vor zwanzig Iahren, abgeraten worden, sich mft der Zahlmeisterstochter«inzulassen? Geld hängt da nicht raus, aber Ansprüche zu machen verstehen die Zierpuppen. Dabei war sie das einzige Kind gewesen, verwöhnt bis dorthin und kein bißchen wirtschaftlich erzogen Woher hätte sie's ouch haben sollen: von der Mutter erzählte man sich schöne Dinge, einer hatte sie noch als Büfettdame gekannt, das Pack von Sergeanten fragt nicht, woher der Zaster kommt, und dann war's wie gewonnen, so zerronnen. Was brauchte eine Zahlmeistertochter auf die höhere Schule zu gehen, besser, sie lernte Kochen und Nähen, aber nein. 's muß partout übern Stand sein! Und die hatte sich der Worbs in den Kopf gesetzt. Sie war nicht einmal von hier: bleib« im Lande und eheliche, was in Betracht kommt! Mein, der Balg hatte 's ihm angetan! Arm und unpraktisch, da» ist nichts für«inen Handwerker. Damals hatte er sie justament genommen. Und sie hatte sich noch gesperrt, Sperenzchen gemacht, und schließlich, als sei's eine Gnade, sich herabgelassen. Warum war er eigentlich gerade auf die verfallen? Er wußte es im Augenblick selber nicht mehr. Am Ende war's doch nicht zum Schoden ausgeschlagen. Das Geschäft ging: daß die Frau nichts davon verstand, war eher«in Vortell, da konnte sie ihm auch nicht dreinreden, zu einem Ladenfräulein langte es wohl Gott fei Dank, und einen Sohn hatte sie ihm auch geboren, und manche beneideten ihn um die geblldete Frau. Er war jetzt an der Franziskanerkirche und überlegte: sollte er hineingehen oder nicht? Di« Brüder hatten schon was von ihm geschluckt, das heißt, daran war auch die Frau schuld, die lud sie zum Kaffee«in. dann blieben sie immer gleich oben und kriegten wer weiß was eingepackt und gingen weg, als ob das Geschäft wieder mal geflutscht hätte. Verdammt, warum waren in der letzten Zeft häufig solch« An- deutungen gefallen:„Ihr Herr Sohn hat recht gute Anlagen.,. Die katholische Wissenschaft braucht solche Köpf«...", was sollte da» heißen, umsonst war das doch nicht gesagt, einen Hintergedanken haben die immer— „Gelobt sei Jesus Christus!" eben strich einer so harmlos wie Möglich vorbei, auf leisen Sohlen und den Kops eingeknickt, ganz Wellabgewandtsein, aber im Augenwinkel gleißte der Triumph:„Wir haben euch alle!" und das„In Ewigkeit, Amen!" kam wie«ine Quittung zurück über pflichtgemäß beglichene Schuld. Man kann nie wissen. (Fortsetzung folgt.) 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Himmel gefallen Th. d Westens SteinpL931 8U: USCHI ev Jean Gilbert Sommerpreise DerArzt seiner Ehre Groteske v Mongré Deutsch. Künstlertheat. Tägl. 8 Uhr Monsieur Trulala Musik von Bugo Hirsch Operettenhaus am Schiffbauerdamm Heute 8 Uhr Loni Pyrmont Der klein.Rappler Fr. Schulz Gartrade Berliner Th.i.Komm.-Str.co Donb.5080,5083 8% 0. 0. stürmische Lacherfolg Durch den Rundfunk! Hedda Neuhoff Fritz Beckmann Heinr. Marlow Alice Torning Herrnfeld 81% Theater 84 im Intimen Theater Klabrias- Partie New! 2. Tell Neu! Vorher z. 1595. Male Ori- Klabrias- Part. Le chien qui rapporte) Wallner Theat. 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