Nr. 269 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 139 Bezugspreis: öchentlich 70 Bfennig, monatlich 3,- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Sied. Tung und Aleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Bisfen und Frauenbeilage Frauenstimme" erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: * Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfvaltige Ronpareille. aeile 70 Bfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen" das fettgedrudte Bort 20 Pfennig ( zuläſſia zwei fettgedruckte Worte). fedes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 10 Biennia, jedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Bfennig. Anzeigen für bie nad fte Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags int Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet con 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmt. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Ferusprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Mittwoch, den 10. Juni 1925 Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Boftscheckkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Englands beschränkte Zugeständnisse. Zum Kampf der Holzarbeiter. Die kleine Entente unzufrieden. Genf, 9. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Es bestätigt sich. daß England in striktester Form die Bindung für die deutschen Oftgrenzen abgelehnt hat und die Anficht vertritt, daß der Bölferbundpakt die notwendigen Sicherheilen gegen etwaige Angriffe enthält. Frankreich erhälf jedoch die Erlaubnis, im Falle eines deutschen Angriffs gegen Polen das Rheinland, das entmilitarisiert werden soll, als Aufmarschgebiet zu benutzen.(?) Dagegen lehnt England jedes Eingreifen im Falle eines russisch- polnischen Krieges ab. Ebenso würde für diesen Fall Frankreich fein Durchmarshrecht durch Deutschland beanspruchen können. England hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß es an der franzöfifchen Berpflichtung, die Ruhr, Düsseldorf und Duisburg- Ruhrort am 15. August zu räumen, unbedingt festhält. Dagegen ist in der Frage der Rheinland- Räumung fein Abkommen gefchloffen, so daß nach französischer Auffassung die Räumungsfristen noch nicht zu laufen begonnen(?) haben. Die kleine Entente ist mit der englischen Stellungnahme fehr unzufrieden. Benesch hat vergeblich versucht, für die Offgrenzen Deutschlands eine entsprechende Garantie wie für das Rheinland zu erhalten. Ebenso ist vom Prager Parlament eine dringende Anfrage über die Resultate seiner Außenpolitik eingebracht worden, die er gleich nach seiner Rüdfehr aus Genf beantworten muß. Man rechnet in Genfer Kreisen mit der Möglichkeit seiner Demission, da die bisherige Mehrheit an seiner Außenpolitie scharfe Kritik übf. Painlevé fliegt nach Marokko. Besorgnisse um den Ausgang der Kabylen- Offensive. Paris, 9. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Der völlig überraschend gekommene Entschluß des Ministerpräsidenten Painlevé, fich ( im Flugzeug) nach Marokko zu begeben, um mit dem französischen Oberfommandierenden Liauten zu beraten, zeigt den unge. wöhnlichen Ernst, den die Situation seit der legten Offensive Abd el Krims angenommen hat. Man rechnet hier für die nächsten Tage mit einer neuen Generaloffensive der Streitkräfte des Rifs, die diesmal die Hauptstadt Fes zum Ziel hat. Abd el krim, dem die jüngsten Erfolge über die Franzosen zahlreiche neue Kräfte zugeführt haben, hat alle seine Reserven fon zentriert, und er hat nach einer Meldung des New York Herald" erklärt, daß er noch vor Ende Juni im Besize der Kaisertag Nationalfeiertag? Ein Schwabenstreich im Haushaltsausschuß. Der Haushaltsausschuß des Reichstags hat am Dienstag fich mit den Verfassungswünschen der Deutschnatio nalen beschäftigt, die sie bei Gelegenheit der Beratung des Etats für das Reichsinnenministerium zur Sprache brachten. 0 Eine Mehrheit des Ausschusses fand sich bereit, einem deutsch nationalen Antrag zuzustimmen, der dem Reichs präsidenten das Recht zur Titelverleihung geben will. Augenscheinlich will man wieder Kommissions, Defonomie, Kommerzien und Konfusionsräte ernennen lassen, obschon die Reichsverfassung die Berleihung von Titeln nur erlaubt, wenn diese ein Amt oder einen Beruf bezeichnen! dieser Zeit internationaler Berhandlungen geradezu Schlimmer noch als dieser Beschluß wirkt ein anderer, der in als ein Schwabenstreich bösartigster Sorte bezeichnet werden muß. Es wurde nämlich ein weiterer deutſchnationaler Antrag angenom men, der den Tag der Kaiserproklamation( 18. Januar) zum Nationalfeiertag erheben und damit den Verfassungstag( 11. August) stillschweigend in der Versenkung verschwinden lassen will. Daß Deutschnationale, Bölfische, Bayerische und Deutsche Boltsparteiler diesem Antrag mit Jubel zustimmten, war zu erwarten. Aber sie haben keine Mehrheit. Wenn der Antrag angenommen merden sollte, so müßten also Abgeordnete aus anderen Parteien Stadt zu sein hoffe. Angesichts der militärischen Ueberlegen heit, die seine Truppen in den letzten Kämpfen erwiesen haben und angesichts der ungeheuren Schwierigkeiten, die den französischen Kolonnen aus dem Klima und dem Gelände erwachsen, sieht man diesen Angriffen in Paris mit faum verhehlter Besorg. nis entgegen. Zur weiteren Entsendung von Verstärkungen und Kriegsgerät fehlen zunächst Transportmittel.(?) In den maßeinem billigen Friedensschluß mit Abd el Krim vorhanden zu sein. gebenden politischen Kreisen scheint nirgends starte Neigung zu Aber was noch vor 14 Tagen möglich gewesen wäre, als die Sozialisten die Regierung vergeblich auf den Verhandlungsweg zu drängen suchten, scheint jetzt vorbei zu sein, denn nunmehr will Abd el Krim, der sich die Vertreibung der Franzosen aus Abdel Krim, der sich die Vertreibung der Franzosen aus Marokko zum Ziel gesetzt haben soll, von einem Friedensschluß nichts wissen. Wie sehr man es bereits bereut, den von fein, zeigt das Blatt Information", indem es sagt, daß Frankreich den Sozialisten gegebenen Ratschlägen nicht rechtzeitig gefolgt zu in Marokko einer regulären, friegserprobten, ungewöhnlich tapferen und geschickten Armee gegenüberstehe, die es nur durch Ueberlegenheit seiner Bewaffnung und seiner Kultur überwinden fönne. Man dränge heute die Regierung zu Verhandlungen, und wenn es wahrscheinlich wohl das beste gewesen wäre, wenn Frankreich sich nicht in Marokko erst in diese Berwicklungen eingelaffen hätte, so könne doch andererseits nicht davon die Frieden bitte, denn da dessen Absichten unzweifelhaft dahin Rede sein, daß die französische Regierung jetzt Abd el Krim um gehen, die Franzosen ins Meer zu werfen und ganz Nordafrita zu befreien, würde Frankreich seine eigene Abdankung unterzeichnen, wenn es sich jetzt die geringste Blöße geben würde; es märe vielleicht nicht absolut notwendig gewesen, daß Frankreich den Fuß auf Maroffo gesetzt habe, das ihm und Europa im letzten Bierteljahrhundert sehr teuer zu stehen gekommen sei, aber da es nun einmal dort sei, bleibe Frankreich, wenn nicht Abdel Krim selbst um einen ehren haften Frieden nachsuche, teine andere Wahl als die, der Berberstämme Herr zu werden, die einst ganz Spanien eroberten und den großen Republiken des Altertums getroit hätten. Keine Marokkodebatte. Paris, 9. Juni.( EP.) In der Kammer teilte der Präsident mit, daß eine Interpellation des kommunistischen Abg. Doriot über die Ereignisse in Marokko und die Verhaftungen fommunistifcher Kriegsbekämpfer vorliege, und daß 50 Abgeordnete die so fortige Distuffion verlangt hätten. Mit großer Mehrheit wurde aber die Diskussion auf unbestimmte 3eit verschoben. mit aller Entschiedenheit auf die Seite der Republit gestellt, ihre Farben gefeiert und seinen Beitritt zum Reichsbanner Schwarz Rot- Gold erklärt! So wirkt der Beschluß auch als eine Verhöhnung des republikanischen Gegenkandidaten Hindenburgs! Daß die Gesamtheit der Zentrumsfraktion dem deutschnationalen Antrag zustimmen könnte, halten wir deshalb für ausgeschlossen. Jedenfalls dürfte dieser Beschluß im Plenum nicht zustande kommen, ohne tiefaufrüttelnde Erörterungen im Reiche und darüber hinaus hervorzurufen! Ein Vorstoß der Deutschnationalen gegen die Reichs. farben wurde diesmal im Haushaltsausschuß noch abgewehrt. Sozialdemokraten und Demokraten stimmten geschlossen gegen die Einführung der Monarchistenfarben, vom Zentrum nur der Abg. Erfing. Die drei übrigen Zentrumsleute enthielten 12 Stimmen zu Fall gebracht! sich der Stimme. Trotzdem wurde der Antrag mit 14 gegen durch wenigstens in etwas wieder gutgemacht. Aber diese Abstim. Der Schildbürgerstreich mit dem Kaisertag wurde damungen zeigen, wie leicht unter Umständen der Reaktion ihr Spiel gemacht werden kann, wenn nicht alle Republikaner dauernd auf gemacht werden kann, wenn nicht alle Republikaner dauernd auf der Wacht stehen! Stinnes' Stützen. Köln, 9. Juni.( WTB.) Wie die„ Kölnische Beitung" gegen Nach den„ nervenzerrüttenden Kämpfen um eine wirtschaftlich vernünftigere Arbeitszeitregelung, wie der Vorsitzende der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände in dem von uns besprochenen Artikel im„ Arbeitgeber" schrieb, Kämpfe, die von den Arbeitgebern unter dem Schutze der Krise, die dem Zusammenbruch der Mark folgte, heraufbeschworen wurden, ist nun die allgemeine Parole der Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände: Lohn= abbau. Typisch dafür ist sowohl das Vorgehen der Unternehmer Bauarbeiter, die bei ihnen beschäftigt sind, aussperrten, in der rheinisch- westfälischen Schwerindustrie, die zunächst die weil ihnen die tariflich festgesetzten Löhne zu hoch waren, und die auf die Forderung der Arbeiter der Schwerindustrie nach Lohnerhöhung mit der Gegenforderung auf allgemeinen Lohnabbau antworteten. Nicht minder bezeichnend ist das Vorgehen der Unternehmer in der Holzindustrie, die nehmen wollen, um die Löhne nach ihren Wünschen, d. h. nach eine Generalausfperrung über ganz Deutschland vorunten zu„ regeln“. Soweit die Unternehmer sich einen Lohnabbau noch nicht leisten können, einmal weil die Arbeitnehmer zu starf organisiert sind und anderseits weil Lohntarife bestehen, geht doch die allgemeine Tendenz nach einem verstärkten Widerstand gegen jede Erhöhung der Löhne und Gehälter. Die deutschBorsig ausdrücklich seine Anerkennung ausspricht, geht in dieser national dirigierte Reichsregierung, der ja Herr von Beziehung, soweit die Gehälter der großen Masse der unteren und mittleren Beamten in Betracht kommen, den Arbeitgebern voran. Nun sind Lohnkämpfe an sich nichts Neues. Noch immer haben die Unternehmer behauptet, daß jede Lohnerhöhung die Industrie„ fonkurrenzunfähig" mache, daß die äußerste Grenze" bereits überschritten sei und daß die Lohnhöhe dazu nötige, erteilte Aufträge zurückzugeben, weil diese nur mit Verluft ausgeführt werden fönnten. Bei den gegenwärtigen, Lohnfämpfen aber sind zwei Erscheinungen neu. Erstens das Einschwenken der übergroßen Mehrheit der Unternehmer nach einer von oben ausgegebenen Parole. Es wird gar nicht untersucht, ob diese Parole wirtschaftlich berechtigt, ob sie auch sonst durchführbar ist. Dieselben Unternehmer, die immer so laut nach der Freiheit der Wirtschaft" schreien, die sich mit Händen und Füßen gegen die" Bevormundung durch den Staat" bei sozialpolitischen Maßnahmen zur Wehr sehen, haben nicht das geringste auszusehen, wenn ihnen nicht nur von Kartell wegen die Preise vorgeschrieben, sondern wenn ihnen auch von oben ihre Lohnpolitik diktiert wird. Es gibt in Wirklichkeit auf der ganzen Welt teine unfreiere Wirtschaft, als die von Kartell und Unternehmerorganisation beherrschte deutsche Privatwirtschaft. Die zweite Neuerscheinung bei den großen Lohnfämpfen, die im Gange oder in Vorbereitung sind, liegt in ihren Ursachen. Wir befinden uns gegenwärtig im entscheidenden Stadium der Sanierung der deutschen Wirtschaft. Schon während des Krieges, in noch stärkerem und beschleunigterem Tempo jedoch während der Inflationsjahre der Nachkriegszeit, fand eine weit mehr von Macht gelüften als von wirtschaftlichen Notwendigkeiten diftierte Zusammenballung in Kartellen und Konzernen statt. Es kam zu einer ganz unproduktiven Ueberorganisierung, es tam zur Er ausgenutzt werden konnten und können. Diese hypertrophile richtung von Produktionsanlagen, die wirtschaftlich gar nicht uspehnung erstreckte sich sowohl auf die Industrie, als auch auf die Banten. Selbst im Handel und in der Landwirtschaft fann man ähnliche Erscheinungen beobachten. Die steigen den Bruttogewinne wurden infolgedessen in noch schneller steigendem Maße von den sogenannten Geschäftsuntosten aufgezehrt. mit dafür stimmen. Nun wird berichtet, daß die 3entrumsfeszt sich der Ring der Privatbanten, der in die Regenehmerschaft in die Lage versetzt ist, die von ihr erzeugten abgeordneten diesem Antrag zugestimmt, aber nachträglich erklärt haben, das Zentrum behalte sich für das Plenum freie Hand vor. Ein Irrtum in der Abstimmung wäre menschlich erklärlich, denn der Haushaltsausschuß hat über nicht weniger als 107 Anträge in einer Sitzung abgestimmt. Aber trotzdem wird schon dieser ,, irrtümliche" oder„ vorläufige" Beschluß als eine Tatsache gewertet werden, die den Kurs andeutet, der jetzt gesteuert werden soll. Der Tag der Raiserproflamation als Nationalfeier. tag der Republit das ist eine Herausforderung eller Republikaner, in welchem Lager sie immer stehen mögen! Es ist eine Provokation gegen diejenigen Parteien, die nach dem Zusammenbruch des Kaisertums das Reich neu gezimmert haben. Es ist eine Grabfchändung, begangen an dem ersten Bräfidenten diefer Republif, ben man erst vor wenigen Monaten zur Legten Ruhe bettete! Es ist vor allem eine Brüstierung derjenigen, hie den republikanischen Staat unter Daranjegung von Gesundheit und Leben gegen die monarchistischen Butschisten verteidigt haben. Myb fchließlich hat doch auch der Zentrumsführer Dr, Marg W hat, aus folgenden Firmen zusammen: Mendelsohn u. Co., Berlin; lung der Stinnes Angelegenheiten mit eingegriffen S. Bleichröder, Berlin; Delbrück, Schickler u. Co., Berlin; M. Warburg, Hamburg; 2. Lepy, Köln; Sal. Oppenheim ir. u. Co., Köln, und Simon Hirschland, Essen. Gedächtnisfeier für Matteotti. ,, Vorsichts" maßnahmen der Faschistenregierung. Rom, 9. Juni.( TU.) Die Aventin- Opposition bereitet für morgen als dem Jahrestag der Ermordung eine Gedächtnisfeier für Matteotti vor. Diese Absicht hat in faschisti fchen Kreisen große Erregung hervorgerufen, da man Demonftrationen und Zusammenstöße befürchtet. Der Kammerpräsident hat die Hergabe eines Saales im Barlaments- Palast für die Feier abgelehnt und angeordnet, daß das Barlament morgen geschlossen bleibt. Die Regierung hat umfassende Borsichtsmaßregeln getroffen, um Pronotationen zu verhindern, Eine Wirtschaft ist nur dann gefund, wenn die ArbeitProdukte zurückzukaufen und wenn die BetriebsüberRationalisierung und technische Verbesserung der Betriebe verschüsse zur Steigerung der Produktion durch wendet werden. Weder das eine noch das andere trifft heute in Deutschland zu. Ein Abbau der unwirtschaftlichen Bruttogewinne ist nur möglich, wenn die Unternehmer endlich mit den Inflationsmethoden brechen und sich entschließen, die unverbauten und unverdaulichen Sachwerte" abzustoßen, an die Stelle der Kartelle und überfressenen Konzerne, die rationellere Organisierung der Produktion zu setzen. " Eine Gesundung der deutschen Wirtschaft tann aber auch mur dann eintreten, wenn die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmerschaft den Löhnen und Gehältern der stärksten Konkurrenzländer angepaßt werden. Es gibt eine Steigerung des Absages im Inlande ohne diese notwendige Steigerung der Löhne und Gehälter. Die Steigerung der Löhne und Gehälter zwingt die Unternehmer gleichzeitig zur fortgesetzten Anstrengung, um die Produktion zu verbilligen. Damit erst wird die deutsche Wirt schaft auch dem Auslande gegenüber wieder konkurrenz- fähig und damit steigt auch automatisch der Absatz im Aus- lande. Hohe Löhne und niedrige Geschäfts- Unkosten sind also die Voraussetzung der Gefundung der deutschen Wirtschaft. Die Unternehmer dagegen wollen den entgegen- gesetzten Weg einschlagen, den Weg, der zur Versumpfung und zum Zusammenbruch führen muß. Wenn Bosch, der schon immer ein weißer Rabe unter den deutschen Arbeitgebern gewesen ist, heute entschlossen den Weg�der rationellen Betriebsführung und technischen Vervollkommnung beschreitet, so zeigt gerade dieses Beispiel in erschreckendem Maße, daß es sich hier um einen Einzelfall handelt. Die große Masse der deutschen Unternehmer, die hinter der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände herläuft, die eingepfercht ist in Kqrtellen, Syndikaten und Konzernen, ist wirtschastspolitisch nur mehr eine chilfstruppe der Agrarier und sucht ihre Rettung in Schutzzöllen und Lohnabbau. Sie sucht krampfhast ihre Sachwerte aus der Inflation zu retten, ohne zu bedenken, daß diese Sachwerte altes Eisen werden. Statt die Produktion zu steigern, wird sie künstlich eingeschränkt, um die Preise hochzuhalten und noch weiter zu treiben, auch wenn sie schon über den Weltmarkt- preisen liegen. Statt die Kartellpolitik abzubauen werden Arbeiterentlassungen vorgenommen, um durch eine künstlich geschaffene Reservearmee die Löhne drücken zu können. Die Schutzzollpolitik setzt diesem selbstmörderischen System die Krone auf. Kein Land der Welt ist in gleichem Maße wie Deutschland auf die Steigerung der Ausfuhr an- gewiesen. Steigening der Ausfuhr und Schutzzölle sind heute mehr als je in Deutschland miteinander unvereinbar. Gelingt es den Unternehmern, diese selbstmörderische Politik durchzusetzen, so ist der Zusammenbruch der deutschen Wirt- schast, die Heraufbeschwörung einer beispiellosen Krise un- nermeidlich. Wenn sich die deutsche Arbeiterschaft unter der Führung der freien Gewerkschaften und der Sozialdemokratie entschlossen der Lohn- und Schutzzollpolitik der Unternehmer entgegensetzt, so treibt sie im eminentesten Sinne des Wortes nationale Politik._____ Ourchpeitschung der Zollvorlage? Regierung und Reichswirtschaftsrat. Die Regierung will die sogenannte„Kleine Zollvorlage" unter allen Umständen übers Knie brechen und sie durch den Reichswirtschaftsrat und den Reichsrat peitschen. Es hat aber einmal eine Zeit gegeben, wo es die Regierung gar nicht so eilig mit dieser Zollvorlage haste. Die Vorarbeiten für die Vorlage reichen bekanntlich bis weit in das Jahr 1921 zurück. Damals rechnete die Regierung noch mit dem Zoll- crmöchtigungsgesetz, das ja die Zollvorlage vom 19. Juli 1924 auch enthielt! In der Hoffnung auf dieses Zollermäch- ligungsgefetz gingen die Arbeiten nur langsam vorwärts: im Hochsommer wurden sie überhaupt eingestellt, und zwar mit der fast wie ein Witz klingenden Begründung, die mit der Zollvorlage beschäftigten Beamten seien in Urlaub. Erst unter dem Eindruck der deutsch-italien'.schen Ver- Handlungen sah man die bistere Notwendigkeit ein, schnellstens den Zolltarif fertigzustellen. Aber die Stünde der Erkenntnis (\el gerade mit der Prästdentschaftswahl in Deutschland zu- sammcn. und die Regierung unterließ es aus rein politischen Gründen, mit der Kleinen Zollvorlagc noch vor der Hmden- burg-Wahl vor die Oeffenstichkeit zu treten. Erst nachdem die Wahl für Hindenburg entschieden hatte, verössentlichte sie — geradezu urplötzlich— die Zollvorlage und mühte sich mit beispiellosem Hochdruck, die Zollvorlage unter Dach und Fach zubringen. Im Reichswirtschaftsrat verlangte sie, dsH die Zollvorlage mit Rücksicht auf die handelspolitischen Verhandlungen über Nacht erledigt werde, so daß der Reichswirtschaftsrat ausdrücklich betonen mußte, daß er für eine gründliche und objektive Durchberatung der Materie. aber n ich t zu dem Zwecke da sei, derRegierung Hand- langerdienste zu leisten. Augenblicklich stehen die Dinge so. daß die Verhand- lungen im Reichswirtschaftsrat(Vernehmung der Sachver- ständigen) am Donnerstag zu Ende gehen. Für Montag hat aber der Reichsrat schon die Zollvorlage auf seine Tages- ordnung gesetzt. Nun wird der Reichswirtschaftsrat bis Donnerstag sein Gutachten nicht fertig haben können. Die Mission des Reichswirtschaftsrats ist damit nicht beendet. Es heißt deshalb, daß die Regierung sich über diese Tatsachen durch den Hinweis hinwegsetzen zu können glaubt, daß der Reichsrat auf das Gutachten des Reichswirtschastsrats ver- zichtet und sich mit den Aussagen der Sachverständigen behilft. Natürlich ist dieser Weg nicht gangbar. Der Reichsrat würde so von den ganzen Verhandlungen im Reichswirtschaftsrat ein Bild bekommen, hinter dem eben der Reichswirtschafts- rat nicht steht. Im Interesse der Wichstgkeit und der Trag- weite der ganzen Angelegenheit ist wohl zu erwarten, daß der Reichsrat nicht auf das Gutachten des Reichswirtschasts- rats verzichtet und auf Vorlage eines ferttgen und ab- geschlossenen Gutachtens bestehen wird. Regierung und Unternehmertum tragen die Schuld, daß die Zollvorlage heute noch im Reichswirtschaftsrat steckt. Wenn die Regierung heute nun Generalsturm empfiehlt, um mit der Zollvorlage fertig zu werden, so dürfte jede Körper- schaft, die Wert auf objektive und gründliche Beratung der Angelegenheit legt, es ablehnen, sich durch die politischen Ziele der Regierung von ihrer Pflicht abhalten zu lassen. Der Tanz im Kreise. Die«beste Grundlage" in Preuste«. Die Zentrumsfrakston des Landtags hat sich gestern mit der Frage der Regierungsumbildung in Preußen befaßt. Nach einem parteiamtlichen Bericht hält das Zentrum an der Bildung einer Regierung„aus möglichst breiter Grundlage" fest. Mitglieder der Bolkspartei und der Zentrumsabg. Dr. Hermes haben sich zu diesem Zweck bis zum Zu- sammentritt der Zentrumsfraktion darum bemüht, die Deutschnationalen zu einem Eintritt in die preußische Regierung zu vevanlassen. Sie waren aber offenbar nicht in der Lage, ihnen Bedingungen zu gewähren, die ihnen annehmbar erscheinen würden. Infolge- dessen erklärt jetzt auch die„Kreuzzeitung": „Wir zweifeln keinen Augenblick, daß die Deutschnational« Partei die verteufelt klugen Zentrumspläne, die natürlich wieder imter der falschen Flagge„Voltsgemein- schaft" segeln, ablehnen wird. Die Beschlüsse des Frattionsvor- standes und der Fraktion selbst dürsten in diesem Sinne ausgefallen sein. Die Deutschnotionalen gehen kein« Koalition mit der religionsfeindlichen, internationalen Klassenpartei ein. Auch dl« großen llöle des Zentrums sind nicht geeignet, die große Rechts- partei vom nationalen Wege abzudrängen." Zwischen Sozialdemokraten uud Deutschnationalen besteht also volle Einigkeit darüber, daß sie nicht miteinander regieren können. Man sollte also endlich aufhören, unlösbare Regierungsprobleme zu wälzen und mit überflüssigen Krisen spielen.__ Höfles Toö. Aerztegutachten im Untersuchuugsausschllst. Der Hösle-Untersuchungsausschuß des Landtages setzte nach längerer Pause am Dienstag seine Verhandlungen fort. Es werden zunächst Geheimrat und Sachverständiger Dr. Wirsing, dirigierender Arzt im Hedwigskrantenhaus, und Assistenzarzt Dr. Kram er, ebenfalls im Hedwigskrankenhaus tätig, vereidigt und vernommen. Zeuge Dr. Wirsing hat Dr. Höste bei der Einlieferung ins Hedwigskrankenhaus am 20. April w Behandlung ge. nommen. Dr. Höste war schwer krank mit einer Lungen- entzündung eingeliesert: er war bewußtlos. Es wurden sofort Versuche unternommen, ihn ins Bewußtsein zurückzurufen, jedoch ohne Erfolg. Es stellte sich ferner eine Hekzoerbreiterung heraus. Der Puls war.kaum fühlbar. Als oersucht wurde. Dr. Höste aufzusetzen, hörte die Atmung sofort aus. Es wurden di- Pupillen geprüft; jedoch erfolgte keine Reaktion. Am Nachmittag trat eine erhebliche Verschlimmerung ein, die dann zum Tode führte...,«w Zeuge Dr. K r a m e r bestätigte im wesentlichen diese Aus- sagen. Bei der Obduktion war Dr. Kramer zugegen. Er bekundet, daß der Darminhalt einer chemischen Untersuchung zugeführt wurde. Wie dem Zeugen von anderer Seite mitgeteilt wurde, war eine genaue Todesursache nicht fe st zu stellen. Der Eindnick des Zeugen van der Ernährungsbeschaffenheit ist der, daß diese eine mittlere gewesen ist. Auf Befragen erklärt Zeuge Dr. Wirsing, wenn Lergiftungs- crscheinungen vorgelegen hätten, eine Magenspülung hätte vor- genommen werden müssen. Auf weiteres Befragen erklärt der ! Zeuge, die Staatsanwaltschaft habe ihn. den Zeugen, ver- anlaßt, den Antrag auf Untersuchung der Todesursache auf Der- ! gistungscrscheimiiigen zu stellen. Der Zeuge ist jedoch der Meinung. I daß der Antrag seitens der Staatsanwallschaft hätte gestellt werden , müssen. Weiter erklärt der Zeuge Dr. Wirsing, daß die Zeit- frage im Erscheinen des Arztes bei einem Schwer- erkrankten, bei dem man Vergiftung annehmen müsse, allerdings � eine große Rolle hinsichtlich der Bekämpfung der Gefahrenquelle spiele. Abg. kuttner(Soz.) stellt dazu fest, daß man Dr. Höfle an den fraglichen Tagen nachmittags 3 Uhr in jchwerbewußt- losem Zustande aufgefunden habe. Der behandelnde Lozarettarzt Dr. Thiele sei ober er st abends gegen 147 Uhr erschienen. Zeuge Dr. Mrsing bemerkt noch auf Frage, er habe bei dem Zustaud, indem er Dr. Höfle bei seiner Einlieferung in das Hedwigkrankenhaus gefunden habe, unbedingt eine B e r g i f t u n g annehmen müssen. Damit ist die gutachtliche Vernehmng der beiden Zeugen er» schöpft. Der Ausschuß hält im Anschluß eine nichtöffentliche Sitzung ab. die sich mit der Frage der Stellung eventueller weiterer Beweisanträge befaßt. Der Zeitpunkt der nächsten Sitzung wird noch bekanntgegeben. Das Thüringer Zentrum gegen M Zehnhoff. Erfurt, g. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Eine Vertrauens- münnevkonserenz der Zentrumspartei für den XI I Reichstagswahlkreis(Thüringen) nahm u. o. zum Fall Höfle Stellung Dr. Höste war bekanntlich als Spitzenkandidat des Zentrums für Thüringen in den Reichstag entsandt worden. Die ollgemeine Em- pörung der Delegierten über die Behandlung, die dem früheren Postministcr von den Justizbehörden zuteil wurde, fand ihren Aus- druck in einem Telegramm an den preußischen Justizminister Am Zehn hoff, das mit der Aufforderung schließt, die K o n- sequenzen aus diesem Skandal zu ziehen und zurückzu- treten. „Unwahr../ Teutschnationale Antwort an Best. Zu den ron uns wiedergegebenen Aufklärungen des Reichs- tagsabg. Dr. Best in der Wochenschrift„Der Sparer" veröffent- licht die deutsch nationale Reichstagsfraltion folgend« Erklärung: „Die Behauptung, leitende Männer der Fraktion hätten aus- gesprochen� daß Wahloersprechungen bedeutungslos feien und ledenfalls hinter höheren Staatsrückfichtea zurückzutreten Hütten. ist unwahr. Mit aller Entschiedenheit muß die halt lose Unterstellung zurückgewiesen werden, als ob egoistische Kisr- mögensinteressen für die Haltung einzelner Fraltwnsmügliedcr maßgebend gewesen seien. Deutschnationale Geslogenheit ist es. allem sachliche Gründe und die Staotsnotwendigkeit für di« Entscheidungen maßgebend sein zu lassen." Räch den bisherigen Aufklärungen des Abg. Best mutet diese „Richtigstelluug" einigermaßen kühn an. Eine Richtigstellung dieser „Richtigstellung" dürfte nicht schwer sein. Sie Novembergruppe. (3n der Sezession. Kurfürstendamm 232.) Man kann hier die modernsten Bewegungen der Kunst kennen- lernen: allerdings nicht in ihren führenden, sondern gleichsam nur in schulmäßigen Leistungen. Ausnahme bildet die gute und umfassende Architckturobteilung. Die B a u k u n st ist in jeder bedeutenden Epoche Grundlage aller Künste gewesen; sie ist es heute wieder in dem Maße, daß die anderen beginnen ihr zu dienen und daß sie selber sich mit großer Kühnheit und Boraussetzungslosigkeit on die Läsung neuzeitlicher Ausgaben macht. Man kann dies an den ausgestellten Modellen, Zeichnungen und Plänen sehr gut erkennen: überraschend sind di« originalen, rein aus dem Zweck der Bauten geschöpften Lösungen. Bora» steht naturgemäß Fabrik und Bureauhaus. Das Gewaltig- Ausgedehnte, die maßlose Proportion dominiert hier bei P o e l z i g wie Bartning(Nr. 93) und Korn(108/9): sachliche Reihung von Stützen und Lichtöfsnungen, riesige Lagerung der Massen ohne irgendwelchen Anklang an historische Stilformen. H i l b c r- s e i m« r s Schema einer Hochhausstadt(103) geht in der Berein- fochung und Vernachlässigung aller„Ästhetik" zugunsten der Ber- kehrs- und Zweckerfordernisse des modernen Großstadtlebens am weitesten; aber es ist eben nur ein„Schema", das im einzelnen noch geformt werden muß: grandioser Ausblick auf eine künftige, bessere Organisation unseres Großstadtelends. Ganz radikal und auf groß- artige Ausnutzung heutiger Baumaterialien«ingestellt sind die Eni» würfe von G e l l h o r n(100), Herings geistvoller Bsbauungs- plan des Prinz-Albrecht-Parks und vor allem El. Lissitzkys un- geheure Konstruktionen, in denen der Sinn unserer künstlerischen Revolution die am weitesten ausgreifende Gestalt erhält. Aehnlich bedeutsam und sachlich die Wohnhausoersuche von S o e d o r(125/26), Bartning(94), G e l l h o rn(101): ge. jchlossene Plastik des Baublocks, Konstruieren von innen heraus, di« Form bestimmt vom verwendeten Material. � Die Gruppe der sogenannten K o n st r u k t i v i st e n bezieht nun auch die Malerei auf diese Sachlichkeit und diese Architektur. Sie wollen nichts mehr„darstellen", wollen nicht Bilder für Zimmer- schmuck malen, sondern den Raum selber schmücken, seinen konstruk- tiveu Sinn durch Farbe und Form deutlich machen. Ihre Gemälde sind daher nur als Versuche in kleinem Maßstab anzusehen: in Wahr- hsit sollen die Wände, die Räume selber mit solchen Konstniktions- iWlereien und-Plastiken ausgestattet werden. An, schönsten ist das bei W. Baumeister(12 bis 14) wahrzunehmen: Aufteilung der Fläche mit geometrischen Formen oder streng umschriebenem Figur. lichen, die Farben ohne Differenzierung glatt und in kräftigen Tönen aufgetragen. Verwendung leicht erhöhter plastischer Teile(„Mauer. bild"). Abstrakte Verwertung räumlicher Vorstellungen gibt M. Dungert(2? bis 27), Zufügung von Lichteffeklen R i k. Braun(17)(dies wegen unbegrenzt sich eröffnender Perwendungs- Möglichkeiten bei Festen, Varietes, Theatern, ja im gewöhnlichen Leben, besonders zu begchten— das vorliegend« Beispiel nicht eben hervorragend). Die zweite Gruppe der Malereien gehört zu den sogenannten Ve ri sten, d. h. den Darstellern ungeschminkter, kühl und jchars wiedergegebener Wirklichkeit, die sich zum Teil mit der großen Kunst des Franzosen Henri Rousseau und den Italienern der„Dalori plostici' berührt. Der feinste und liebenswürdigste Maler dieser Art ist hier Wilhelm Schmidt(69 bis 70); stimmungsvoll-dämmer- hast das Lampenstilleben Schulz-Matans(71); von bezaubern. der Anmut die Landschaften B. K l« i n s(48 bis 50): intime Reize auch bei den Stuttgartern H. Spiegel(84) und Gertrud Stemmler(87). Nachklänge des berühmten Dadaismus geben Hanna Hoechs begabte Kuddelmuddel-Karikaturen(41 bis 42): raffiniert durch. geführter lllk. Bon dem, was man einmal Expressionismus nannte, legt das Kabinett Arthur Segals Zeugnis ab(72 bis 81), eine Ehren» ausstellung zu seinem 50. Geburtstage; und eine futuristisch zer> schlissene„Frau in Rot"(39) von H. von Heister. Dr. Paul F. Schmidt. Intermezzo. Ich sitze an einem stillen Sonntagvormittog auf einer Bank des Unteroluudbahnhofes Zoo. Di« unfreiwillige Wartezell, zwischen der Bahn, die mir vor der Rase wegfuhr und der anderen, die ich benutzen will, fülle ich, um den Pariser sozialistischen„Peuple" zu lesen. Da naht sich schnellen Schrittes eine Gestalt. Ein« ältlich« Gestalt mänlichen Geschlechts, im schlotternden Großoatecbehang, irgendeine Berdienstmedaille im Knopfloch. Mir einem asthmatischen Schnaufen sitzt er neben mir, erblickt das französische Blatt, stutzt und seine Stirn umwölkt sich. Einen Augenblick Stille. Dann ertönt ein kurzes, sehr dsmon» stratioes. Räuspern. Keine Antwort.-- Der Nachbar beginnt zu glühen. Nochmaliges Aufstoßen, Anlauf und dann„Verdammte Tiger- a, nnatian!" Ich(mit einer halben Wendung des Kopfes):„Wie bitte?" Cr, mehrmals hcfiig mit dem Kopf nickend:„Oui. Oui...!" Darauf ich, mit brüsker Wendung, indem ich ihm scharf ins v nckerte Antlitz sehe, schreiend:„Sie sind hier in Deutschland, ver- steh'n Sie? Hier wird deutsch gesprochen! Merken S»e sich da?!" Cr, wie betäubt, ist ratlos. Blickt zweimal entgeistert um sich. sieht mich grinsend an und kommt vertraulich näher. Ich lese weiter. „Sie?" „Ja, was wünschen?" „Verfluchte welsche Brut. Pariser Halunken. Sie sind wohl.." Halten Sie Ihren Mund, Sie Idiot...!" Tableau. Ich stehe auf. Der Zug braust heran. Der Alte stampft aus:„Sn_«inc jüdische Frechheit!" „Verzeihen Sie, aber ich bin kein Jude. Oder doch?" Kurt Kaiser-Blüth. Der Tag russischer Kultur. Am Geburtstag Puschkins feierten die Russen im Auslande den Tag russischer Kultur. Dieser Tag war als eine Art Kundgebung der Verbannten und in das Ausland ge- flüchteten Russen gedacht. Er wurde am 8. In»! von der R u s s i- schcn Kolonie in Berlin t-urch eine feierliche Veranstaltung im dichtgefülltei, Saal des Aeroklubs begangen. Die Feier wurde eingeleitet durch Ansprachen des Ehefredattcurs Hessen und des Professors I. Eichenwald, die beide die Hörer an das höchste Gut ihres Volkes, die verfolgte und für geqenrcvolutionär erklärte große russische Kultur erinnerten. Das Programm des Abends wickele sich unter Mitwirkung namhafter russischer Künstler ab. Die Herren R a i t ch e f s und M e l n i k o f f sangen Arien und Romanzen russischer Komponisten, der Pianist Ssergej Tagger spielte mit innigem Verständnis Rachmaninow, G r i g o r i C h in a r a rczllierte aus den Werken großer russischer Dichter und Marie Kurenko sang mtt ihrer kleinen, aber kultivierten Stimme russische Lieder. Alle Mitwirkenden, ebenso wie die in Berlm lebenden russischen Schriftsteller Z u k a s ch und S s i r i n, die aus ihren Werten vorlasen, ernteten den begeisterten Beifall des Publikums. Rundfunk im Sing- Sing- Gefängnis. Auch bei uns ist jüngst von einigen Unlersuchungsgefangenen der Wunsch geäußert worden. an den Unterhaltungen des Rundfunks teilnehmen zu dürfen: aher unsere vorsichtigen Behörden verboten die Anlage eines Radio- apparotes, hauptsächlich um einen Verkehr der Gefangenen mit der Außenwelt zu verhindern. In Amerika ist man entgegenkommender und hat jetzt sogar in dem größten amerikanischen Gefängnis, in Sing-Sing, die Anlegung von Radio gestattet. Man will damit den in Einzelhaft Befindlichen eine Abwechslung gestatten und dieser Strafe ihren größten Schrecken nehmen. Alle Sträflinge, die über die nötigen Mittel verfügen, dürfen sich in ihren Zellen Radio anlegen lassen. Nach den Berichten New Vorker Blätter haben bisher zwölf Insassen des Gefängnisses von'dieser Erlaubnis Ge- brauch gemacht, und in Rücksicht, auf ihre Gefährten ließen sie zu- gleich auch Apparate für Kopshörer in andere Zellen legen, so daß jetzt bereits 70 Sträflinge die mannigfachen Freuden des Rund- funks genießen können. Lautsprecher sind in den Elnzehzellen ver. boten Aber dafür sind in der Kapelle des Gefängnisses und in den anderen Versammlungsräumen der Gefangenen Lautsprechcronlage.1 angebrocht, so daß der größte Teil der Sträflinge sich an dem New Porker Radioprogromm erfreuen darf. Berichtigung. Infolge mangelhafter telepbonischer Dcrständi- gung haben sich in den Bericht über die„Exzesse" in der.Lungen Bühne" mehrere Uebermittlunassehler«ingcfchlichen. Es war nichl die Rede von einer„sauberen" sondern von einer„sauren Arbeit Konventton und Tradition zu verdrängen" und Kaiser hat im Dramc nicht die„Exkluswilät" sondern die„Explosivität" der Hatidluna ae. funden._' a v £ai Snckj- und Sunslbei» f..& rwardy. Bottdamer Straß« l»»eial bis zum 1. Juli Erzeugnisse and den Lerkitällen der Haiidw-rkiiiiafl ra'lÄ,ni ball; im befonbnn'fiMwebte Kleiber. Teppiche, Stoffe und Handweberei von Else Möge: in. Die benlsche Sprache In Svloarien. Tai tmlnaif f.- (?inNrUr9 bCi Sprachunterricht- w Der Reichspostminister als Sonderbündler. ,, Nur ein Versehen." Der Reichstagsabgeordnete Sollmann und zahlreiche andere sozialdemokratische Abgeordnete haben im Reichstag folgende Anfrage eingebracht: #. ,, Seit einigen Monaten entfaltet im Rheinlande ein Reichs und Heimatbund Deutscher Katholiken" eine lebhafte Tätigkeit. Entgegen der Uebereinkunft aller im Rheinlande vertretenen deutschen Parteien, die Frage der Maugliederung des Reiches auf Grund des Artikels 18 der Reichsverfassung bis zur Befreiung der Rheinlande von fremden Truppen ruhen zu lassen, tritt der„ Reichs- und Heimatbund Deutscher Katholiken für eine Loslösung Hessens, Niedersachsens und der Rheinlande Don Preußen ein. Nach urkundlichen Ber öffentlichungen der Zeitschrift des Bundes wird er von den preuzi schen Amtsbehörden polizeilich verfolgt. Die Bundes zuschrist bezeichnet als preußische Methoden:„ Bespizelung, Denun ziation, Spionage bis in das Privathaus, bis in die Familie hinein." Diesem Bunde, der von der Kölnischen Zeitung" und anderen der jetzigen Reichsregierung nahestehenden Blättern als fon der= bündlerisch, als separatistisch und staatsgefährlich bezeichnet wird, gehört der derzeitige Reichspost minister Stingl als führendes Gründungsmitglied an. In einem Briefe vom 22. Februar 1925 erklärt Reichspostminister Stingl unter seiner Amtsbezeichnung als eine Ehre und Freude", dem Bunde anzugehören und münscht einen recht guten Erfolg unserer gemeinsamen Bestrebungen. Wir fragen die Reichsregierung, ob ihr diese Tatsachen bekannt sind und ob sie die auf die Zerstörung Breußens gerichtete Bolilit eines Rabinettsmitgliedes für vereinbar hält mit den Pflichten eines Reichsministers und der Pflege vertrauensvoller Beziehungen zu den Ländern und dem besetzten Bebiete." Amtlich wird zu der peinlichen Anfrage erklärt: Herr Stingl ist dem genannten Bunde im Januar dieses Jahres auf Einladung hin beigetreten, von der Auffassung ausgehend, es handle sich darum, den Heimatgedanken träftigst zu betonen, die Reichsinteressen zu wahren und die deutschen Katholiken zur Abwehr feparatistischer Ideen, die der bayerischen Pfalz und den Rheinlanden so viel geschadet haben, zusammenzufaffen. Als Herr Stingl dann hörte, daß dem Bunde separatistische Bestrebungen nachgesagt werden, ist er aus demselben ausgetreten. Die deutschen Rechtsregierungen sind vom Separa tisten pech verfolgt. Müller Bonn mußte von Cu no binnen 24 Stunden ausgeschifft werden. Stingl darf bleiben, denn er hatte sich nur aus Versehen in die separatische Gesellschaft verirrt. Für einen Minister ein peinliches Bersehen! Bech! Pech! Die Flagge in Stockholm. Ausreden, nichts als Ausreden! Unsere Notiz über die schwarzweißrote Fahne auf dem Gebäude der Reichsgesandtschaft in Stocholm wird durch eine amtliche Erklärung bestätigt. Allerdings redet man fich darauf hinaus, es sei die schwarzweißrote Handelsflagge( mit der Gösch), die oben auf dem Dache der Gesandtschaft weithin sicht bar flatterte, während die eigentliche Reichsfahne über dem Eingang in einer Nebenstraße angebracht fei. 3weifellos nette Gepflogenheiten, wenn eine deutsche Gesandtschaft die Reichsflagge an verborgener und die schwarzweißrofe Göschfahne art weithin fichtbarer Stelle fest! Die Einwohner ber Staaten, in denen folche Gepflogenheiten geübt werden, haben befanntlich eine unbegrenzte Hochachtung vor ber Bürde der deutschen Republit!. Das Wahlprüfungsgericht hat am Montag die Borabstimmung über den welfifogen Antrag auf Abtrennung Hannovers Don Breußen für gültig erklärt. Das Gericht hat dabei entschieden, daß das Eingreifen Preußens in den Wahlkampf fein Anlaß zur Beanstandung des Wahlresultats sein fönne, da die Länder bei Ab. stimmungen auf Grund des§ 18 der Reichsverfassung als Partei anzusehen feien. Todesurtelle in Sairo. Alle megen des Mordes an dem Sirdar Angeklagten wurden zum Tode verurteilt und der Führer des Automobils, in dem die Mörder geflüchtet waren, zu zwei Jahren Gefängnis. Nach der Urteilsfällung verursachten einige Gefangene eine Lärmizene, fie wurden gewaltsam entfernt. Alle Berurteilten haben Berufung eingelegt. Die Minderheiten in Preußen. Sozialdemokratischer Urantrag im Landtag angenommen. Im Landtag erfolgte gestern die zweite Beratung des Nothaushalts für 1925. Die Borlage ist erforderlich geworden, da der ordnungsmäßige Haushalt erst sehr spät im Herbst zur Abfchiedung gelangen wird; durch den Nothaushalt sollen eine Reihe von Etatspofitionen, insbesondere für Neubauten, vorwegbewilligt werden. Ferner soll zur Verstärkung der Betriebsmittel der Generalstaatstafie einem Stredit von 200 Millionen Mart sugestimmt werden. Abg. Ebersbach( Dnat.) berichtete über die Ausschußverhandlungen. Eine allgemeine Aussprache fand nicht statt. In der Einzelaussprache werden eine Reihe von Einwänden erhoben. Schließlich wird der Notetat in zweiter Lejung angenommen und anschließend in dritter nach den Borschlägen des Ausschusses verabschiedet Das Haus wandte sich dann der Beratung der Amnestie anträge der Rommunisten und der Sozialdemokraten zu, die ohne Aussprache sämtlich an den Rechtsausschuß vermiesen wurden. Zur Beratung stand dann der Bericht des Ausschusses für das Unterrichtswesen über den sozialdemokratischen Urantrag betreffend den Schuß der Minderheiten auf dem Gebiete des Schulwesens. Der Unterrichtsausschuß empfiehlt, das Staatsministerium zu ersuchen, sich auf dem Gebiete des Schulwesens den Schutz der Minderheiten im Sinne des Erlasses vom 31. Dezember 1918 auch weiterhin in vollster Loyalität angelegen fein zu lassen. Die Selbstmorde in der Reichswehr. Scharfe Kritik im Reichstag.- Reichswehrminister Geßler gibt zu. Präsident Löbe eröffnete gestern den Reichstag mit der Mit-| land genannt. Ich hoffe, daß General von Seedt nicht hat sagen teilung, daß der Reichsminister des Innern die Genehmigung nach wollen, die Republift sei an den Selbstmorden in der Reichswehr fucht zur Strafverfolgung des sozialdemokratischen Abgeordneten schuld. Von einer starten feelsorgerischen Einwirkung auf die SolSchöpflin wegen Beleidigung. Das Ersuchen des Ministers wird daten ist eine starke Abnahme der Selbstmorde nicht zu erwarten. dem Geschäftsordnungsausschuß überwiesen. Biel mehr erzieherischen Einfluß tönnte man von den Vorgesezten erwarten, von den Aerzten in bezug auf die Aufklärung über die Gefahren des Geschlechtslebens und des Alkoholismus, weiter aud) Don einer Stärkung des Kameradschaftsgefühls und vor allem dur eine starke Ausbildung von Sport und Spiel, von der Errichtung guter Büchereien, Veranstaltung von Vorträgen usw. allerdings nicht im Stile des sogenannten vaterländischen Unterrichts.( Sehr wahr! bei den Soz.) Vor dem Eintritt in die Tagesordnung beantragt Abg. Henning ( Bölk. Freiheitspt.), die Beratung des Reichswehretats vorläufig auszusehen und zunächst die Militärtontrollnote der Entente zu besprechen. Abg. Stoecker( Komm.) unterstützt den völkischen Antrag und beantragt weiter unter heftigen Angriffen gegen die Innenminister des Reiches und Preußens die sofortige Beratung einer fommunistischen Interpellation über die Zusammenſtöße der Polizei mit Kommunisten in Teltow. . Abg. Müller- Franken( S03.): bin ich der Auffassung, daß wir mit der Plenarberatung warten Was die Bemerkungen des Herrn Abg. Henning anlangt, so follen, bis morgen im Auswärtigen Ausschuß über diese Note verhandelt sein wird.( Buruf von den Kommunisten: In der Dunkelfammer.) Sie sind ja auch mit in der Dunkelfammer dabei, Sie dürfen allerdings dann aus der Dunkeltammer nicht schwäßen, aber ein Tage paar dürfen Sie hier schwäßen, wovon Sie ja auch ausgiebig Gebrauch machen werden. Wir sind der Auffassung, daß wir in diesem Punkte die Tagesordnung jezt medmäßigerweise nicht ändern, find aber selbstverständlich dafür, baß sobald wie möglich dem Hause Gelegenheit gegeben wird, über diese Note hier zu verhandeln. 21 uns dann darüber Was die zweite Anregung betrifft, die der Abg. Stoeder gegeben hat, so ist bekannt, daß noch in dieser Woche der Haus. halt des Reichsministeriums des Innern auf die Tagesordnung gesetzt werden soll. Dort haben wir das Kapitel Polizei" und können uns bei dieser Gelegenheit auch über Teltow unterhalten. Wir können unterhalten, ob der preußische Severing- Bericht reiner Schwindel ist und der Abg. Stoecker die reine Wahrheit gesagt hat.( Lärm bei den Komm.) Ich habe mit meinen Ausführungen nur zur Untersuchung der Wahrheit beitragen wollen, und das scheint Ihnen unbequem zu sein. Ich bin also der Auffassung, daß wir die heutige Tagesordnung so erledigen sollen, wie sie festgesetzt ist. Die von den Bölkischen und Kommunisten beantragten Aendetungen der Tagesordnung werden abgelehnt. Das Haus tritt dann in die zweite Beratung des Haushalts der Marine. ( D. Bp.) energisch für den Marineetat einsehen, lehnt Abg. CreutzWährend sich die Abgg. Treviranus( Dnat.) und Brüninghaus burg( Komm.) alle Marineforderungen ab. Abg. Dr. Moses( Soz.): Der Krieg hat den Wert des Menschenlebens bedeutend hero gefeßt. Diese Geringschäzung des menschlichen Lebens, die leide auch in den politischen Kämpfen unserer Tage eine so große Roue spielt, die mit den Fäusten, dem Knüppel und dem Schießprüge ausgefochten werden, bildet in der Charakterisierung unserer Zeit ein geradezu typisches Moment. Wir müssen aus dieser Mord- und Selbstmorderatmosphäre herauskommen. Ich verfenne nicht, das ein großer Teil der Ursachen der Selbstmorde bei der Reichswehr in der zwölfjährigen Dienstzeit wie auch in den Versorgungsverhält nissen liegt, Dinge, die mir schwer ändern fönnen. Um so größero Anstrengungen müffen wir auf anderem Gebiete machen. Ich gebe der festen Erwartung Ausdruck, daß es der Heeresverwaltung in Gemeinschaft mit dem parlamentarischen Beirat gelingen wird, die Selbstmorde auf eine so geringe Zahl herabzusetzen, daß die Heeres verwaltung bei der nächsten Beratung des Etats uns nicht mehr solche grauenerregende Zahlen vorzulegen in der Lage sein wird. ( Lebhafter Betfall bei den Sez.) Abg. Dr. Moses und verlangt eine genaue Prüfung der Abg. Dr. Schreiber( 3.) unterstreicht die Ausführungen des einzelnen Fälle. Reichswehrminister Dr. Geßler: Das überaus fraurige Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme in der Reichswehr und Marine werden in jedem Jahre ein neues Geficht bekommen. Wir werden das ganze fittliche und seelische Niveau der Reichswehr und Marine heben müssen; dazu muß aber auch den Offizieren und Mannschaften ein Mindestmaß wirtschaftlicher Sicherheit geboten werden. Bei der Pflege des Bildungswesens macht uns die Lehrerfrage noch Schwierigkeiten. Rapitel der Selbstmorde empfinden mir auf unserem Schild als einen schwarzen Fled, der möglichst bald verschwinden muß. Der Hauptgrund für die steigende Zahl der Selbstmorde liegt mohl in der zwangsmäßigen Verpflichtung auf zwölf eine Berbefferung des gerichtlichen und Diszipti Jahre. Wir wollen möglichst Wandel schaffen, vor allem durch narverfahrens. Zu den Ursachen der Selbstmorde gehört in vielen Fällen der Alkoholismus. Wir wollen alles tun, um in der Selbstmordfrage Wandel zu schaffen und wir werden alle im Reichstag dazu gegebenen Anregungen allen Kommandoftellen übermitteln. ( Beifall.) Damit schließt die allgemeine Aussprache. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten fleiner Kreuzer und fünf große Torpedoboote und kommunisten werden die geforderten Neubauten ein bewilligt, ebenso der gesamte Haushalt in zweiter Beratung. Der Antrag auf Streichung des Ministergehalts wird gegen Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt, das Gehalt des Reichsmehrminiffers bewilligt. Mit demselben Stimmenverhältnis wird der kommunistische Mißtrauensantrag gegen den Reichsmehrminifter abgelehnt. Es folgt hierauf die erfte Beratung der Gesekentwürfe zur Bereinfachung des Militärftrafrechts und über Militärgerichte. Gelegentwurf ändert bas bisherige militärgetichtliche Verfahren, bahin, daß in jedem Gericht mindestens ein Offiizer mitwirken muß. während bisher die Richter dem Dienstgrad des Angeflagten angehörten. Abg. Dr. Rosenfeld( Soz.): Der Nachdem die Zahlen der Selbstmordfälle auch für die Marine vorliegen, ist es möglich, dieses traurige Rapitel_im Plenum zu behandeln. Im Anschluß an meine Ausführungen über Die Selbstmorde in der Reichsmehr vor zwei Jahren hat der General oberstabsarzt Dr. Schulzen feiner Hoffnung Ausdrud gegeben, daß durch Zusammenwirkung aller Dienststellen Besserung geschaffen werde. In den legten zwei Jahren ist eine so starte Berschlechterung eingetreten beträgt doch die Zunahme der beträgt doch die Zunahme der Selbstmorde über 50 Broz.-, daß alle unsere damaligen Befürch tungen bei meitem übertroffen worden sind. Damals hatten wir 105 Selbstmorde, im Jahre 1923 waren es 117, 1924 160.( hört, hört!) Ich habe doch die Empfindung, als ob die Untersuchung diefer Erscheinung nicht mit der notwendigen Gründlichkeit vorgenommen morben ist. Die Heeresverwaltung follte doch endlich pinchologisch geschulte Männer für diese Untersuchung heranziehen. Die Bu nahme der Zahl der Selbstmorde in der Zivilbepöfferung läßt sich zum allergrößten Teil durch wirtschaftliche und soziale Ursachen ertlären. Das trifft bei der Reichsmehr und der Marine nur zu einem geringen Bruchteil zu. Die Heeresverwaltung führt als Ursachen an: Furcht vor Strafe in 25 Fällen, Liebeskummer in 19 Fällen, leichtsinniger Lebenswandel in 14 Fällen, Unzufriedenheit mit der Laufbahn in 15 Fällen, Rrantheit in 12 Fällen, mißliche Familienverhältnisse in 9 Fällen, Alimentenjorgen in 9 Fällen, Geschlechtstrantheiten in 9 Jällen, Heiratsschwierigkeiten, Alkohol. rausch, franthaft übertriebenes Ehrgefühl, Art der Behandlung in je 4 Fällen. Nach den Mitteilungen der Heerespermaltung sei in feinem Falle als Ursachen schlechte Behandlung durch Borgefeßte oder die Art des Dienstbetriebes festgestellt worden. Hinter diese Angaben ist doch ein großes Fragezeichen zu machen. Sollte sich nicht unter den genannten Rubrifen auch eine große Zahl von Fällen finden, die auf die Art des Dienstbetriebes oder schlechte Behandlung zurückzuführen sind? Auf dem Kasernen hoft fann nicht im Salonton oder wie es im Reichstag üblich ist, nach strengen parlamentarischen Regeln verhandelt werden. sind junge Menschen in den fräftigsten Jahren, die von vornherein damit rechnen, daß fie förperlich und feelisch fräftig angepact werden. Aber das hat eine Grenze.( Sehr richtig! bei den Soz.) Wenn ein junger, gesunder Mensch seinem Leben ein Ende macht, jo muß eine starte Einwirkung vorangegangen sein, die ihn so aus nach meiner Ueberzeugung liegt in den meisten Fällen solcher dem Gleichgewicht gebracht hat, daß er nicht mehr weiterleben mill. Selbstmorde von Jugendlichen gekränktes, falschverstandenes Ehrhaft sei freilich die Bestimmung im Entwurf über Militärgerichte, gefühl vor, was den Bedauernsmerten veranlaßt, sich aus dem Leben zu stehlen. Unsere Generation ist leider um vieles empfind licher geworden.( Sehr richtig! bei den Goz.) Sollte die Heeres verwaltung nicht einmal dieses Problem unter diesem Gesichtspunkte betrachten?( Sehr richtig! bei den Soz.) Es Ich habe im Haushaltsausschuß schon darauf hingewiesen, daß im benachbarten österreichischen Heere sich ähnliche Erscheinungen gezeigt haben. Der österreichische Wehrminister hat non sich aus vorgeschlagen, jeden einzelnen Fall von Selbstmord und Selbstmordversuch Nach einer Auseinandersetzung zwischen dem Abg. Baczewski ( Bole), Abg. Kichöffel( Dnat.) auf der einen und Dr. Steffens ( D. Bp.) auf der anderen Seite erflärt Abg. Frau Dr. Wegscheider ( S03.), der Antrag sei im Interesse des Schuges der polni schen Minderheit im Bereiche des Schulwesens von der Sozial- famen Todes 185 Soldaten.( hört, hört!) Das ist ein Mißver demokratie gestellt worden. Wenn Abg. Baczemfti dabei weit über den Rahmen hinausgegangen sei, so sei das auch bei den beiden Borrednern der Fall gewesen. Abg. Frau Wronfa( 3.) erklärt, das Zentrum stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, daß den berechtigten Ansprüchen der nationalen Minderheit im Schulwesen genügt werden muß. Andererseits müffe aber von den Minderheiten volle Loyalität verlangt werden. Der fozialdemokratische Antrag wird angenommen Nachdem dann die zweite und dritte Beratung der Novelle zum Feld und Forstpolizeigeset megen Erfrantung des Berichterstatters Don der Tagesordnung abgesezt wird, ist diese damit erledigt. Nächste Sigung Mittwoch 12 Uhr. Kleine Borlagen, Grundvermögensteuergesetz, Haushaltsplan der landwirtschaftlichen Bermaltung. Schluß% 45 Uhr. dem parlamentarischen Heeresausschuß zur Prüfung vorzulegen. Hört, hört! links.) Dieser Ausschuß soll prüfen, ob der Selbstmord mit dem Dienst etwas zu tun gehabt habe, insbesondere, ob Mißhandlungen seitens des Borgesezten vorliegen und wenn diese Frage bejaht wurde, ob gegen den Schuldigen mit aller Schärfe des Gejezzes vorgegangen sei. Es würde sehr zur Beruhigung des Boltes und auch der Reichswehr beitragen, wenn auch bei uns ein ähnlicher Weg eingeschlagen und insbesondere dem parlamentarischen Erziehungsbeirat die Prüfung dieses Problems übertragen würde. Wie notwendig es ist, endlich einmal etwas Gründliches zu tun, sei an einigen Zahlen gezeigt. 3m Jahre 1922 ffarben in der Reichswehr an den Folgen von Erkrankungen 137 und eines gewalthältnis von grauenerregender Natur. Von den eines gewaltsamen Todes dahingegangenen hatten sich 105 durch Selbstmord das Leben genommen. 1924 hatten wir 87 an Krankheit Gestorbene, 160 hatten fich das Leben genommen und 65 waren verunglückt. Im vorigen Jahre sind also dreimal so viel Soldaten eines gewaltsamen Todes als durch Krankheit gestorben.( Lebhaftes hört, hört!) Auch in der Marine hat die Zahl der Selbstmorde eine kleine Steigerung erfahren. Bei folchen Zahlen handelt es sich um eine Erscheinung, die die Heeresverwaltung und das Bartament zwingen muß, dieſem Problem eine ganz andere Beachtung als bisher zu schenken. Nun hat General von Seedt in einem Erlaß die, Ursache dieser Erscheinung auf die materialistische Weltanschauung und auf die ungenügende Erziehung der jezigen Mannschaften während des Krieges zurückzuführen versucht und noch die Staatsumwälzung mit ihren Folgen, die wirtschaftliche Not, den Feindbrud auf das BaterDie beiden Reform"-Vorlagen bedeuten eher einen Rüd. Ihritt als einen Fortschritt. Man muß jedenfalls lange suchen, ehe man einen fleinen Fortschritt entdeckt. Eine Beschleunigung des Strafverfahrens geht leicht auf Rosten der Richtigkeit und zu einer Erweiterung der Disziplinarstrafen liegt kein Grund vor. Alle Militärgerichte erfreuen sich mit Recht des größten Mißtrauens der Bevölkerung. Man fann diefe Borlage nur verabschieden, menn man die Disziplinarverordnung fennt. An der Wahl von BerEine vernünftige Justiz in der Reichsmehr wird auch die Zahl der trauensleuten der Soldaten muß festgehalten werden. Selbstmorde erheblich verringern. Die Vorlage über das militärgerichtliche Verfahren bedeutet nichts anderes als einen Einbruch des Herrn Emminger in die Militärjustiz. Emminger- Berordnungen sind von der Mehrzahl der deutschen Juristen abgelehnt worden. Der Redner beantragt Ueberweisung der Borlagen an den Rechtsausschuß, erflärt aber schon jetzt, daß feine Bartet die Vorlagen ablehnen werde. Die Abg. Schulh- Bromberg( Dnat.) tritt für die Vorlagen ein. Abg. Bierath( Komm.) lehnt die Vorlagen ab. Abg. Brüninghaus( D. Bp.) sieht in den Gefeßentwürfen eine Berbefferung des bisherigen Verfahrens. Abg. Dr. Haas( Dem.) begrüßt. daß nach den Vorlagen unbe. der ordentlichen Gerichte überlassen werden sollen. Etwos rätfel. deutende militärische Delitte nicht mehr dem umständlichen Verfahren daß beim Berfahren gegen Zivilverfonen Soldaten als Richter mitmitten sollen, deren Rangklasse der Stellung des Angeklagten möglicht entspricht. Offenbar folle dann ein früherer Minister des alten Regimes die Rangflaffe eines tommandierenden Generals, ein linksstehender früherer Minister der Republik die des Gemeinen oder höchstens Gefreiten haben.( Heiterkeit.) Aba. Dr. Bell( 3.) behält sich die Stellungnahme feiner Fraktion zu den Entwürfen für die Ausschußberatung vor. Die Borlagen werden hierauf dem Rechtsausschuß überwiesen. Um 7 1hr vertagt sich das Haus auf Mittwoch. 2 Uhr nachmittags. Auf der Tagesordnung stehen fleinere Vorlagen und Anträge. Aus dem Aufwertungsausschuh. Die Regelung der Sparkassenguthaben. Ueber die Beschlüsse des Ausschusses zur Regelung der Sparfaffenguthaben ist mitzuteilen, daß beschlossen wurde, die im Regierungsentwurf vorgeschlagene Bevorzugung mündel. sicherer Anlagen zu streichen. In der gestrigen Sitzung wurden die§§ 9 und 10 erledigt. Bei§ 9, der von Aufwertungsstelle und ihrer Zuständigkeit handelt, fand grundsäglich nach der Borlage Annahme. Klarer gefaßt wurden die Bestimmungen über die Beschwerde, die in erster Instanz ans Landgericht, in zweiter ans Oberlandesgericht, an dieses aber als Rechtsbe. Ich werde zulässig ist. " nur Da die Völkischen im Reichstag mit Dr. Best und Luden. dorff zusammen 15 Mann start sind und als eine geschlossene Graftion Anspruch auf einen Sih in den wichtigen Ausschüssen haben, haben sie sich zu einer Böltischen Arbeitsgemein. fchaft" zusammengeschlossen. Die wiedervereinigten feindlichen Brüder können es aber nicht unterlassen auch unter diefen Um ständen zu betonen, daß das unter Wahrung der organisatorischen Selbständigkeit der beiderseitigen Bewegungen" geschehen ist. Bei den waschechten Großdeutschen" fängt die Sammlung der all. deutschen Boltsgemeinschaft also immer noch damit an, daß jeber einen anderen Weg geht als der andere. Gewerkschaftsbewegung Die christlichen Landarbeiter für die Technische Nothilfe Gegen den Deutschen Gewerkschaftsbund. Bekanntlich haben alle maßgebenden Gewerkschaftsrichtungen an den Reichskanzler, das Reichsministerium des Innern, das Reichsarbeits- und Reichsfinanzministerium sowie an die Fraktionen des Reichstages eine Eingabe gerichtet, in der die Auflösung der Technischen Nothilfe gefordert wird. Zu dieser Eingabe ver breitet jetzt der dem Deutschen Gewerkschaftsbund angeschlossene, duráj feine arbeiterfeindliche Haltung sich wiederholt auszeichnende chriſt liche Sentralverband der Landarbeiter eine Erflä rung, in der folgendes gesagt wird: Der Zentralverband der Landarbeiter fann die in dem Schreiben an das Ministerium zum Ausdrud gebrachte Auffassung nicht teilen. Er glaubt insbesondere nicht, daß bereits eine Be ruhigung des Wirtschaftslebens in dem Maße eingetreten ist, daß größere Erschütterungen für die Zukunft nicht mehr befürchtet merden müssen. Ebensowenig glaubt der 3d2., daß in allen maßgebenden Kreisen das notwendige Verantwortungsbewußtsein vorhanden ist, um das Volkswohl über taktische und materielle Intereilen zu stellen. Schließlich ist aber auch das Aufgabengebiet der Technischen Nothilfe nicht darauf beschränkt, nur bei Wirtschafts fämpfen einzugreifen, sondern auch bei anderen Anlässen. Das trifft um so mehr zu, als in solchen Fällen 3. B. Waldbrand in Pommern Militär nicht mehr in ausreichendem Maße zur Hilfeleistung herangezogen werden kann. -W Die Technische Nothilfe darf allerdings nicht unwillfürlich eingesezt und als eine Einrichtung angesehen werden, die bei mirtfchaftlichen Kämpfen zugunsten einer Partei Verwendung findet. Es muß die Gewähr gegeben sein, daß es sich wirklich nur um eme Nothilfe handelt. Diese Erklärung zeigt den deutschnational orientierten Zentralnerband der Landarbeiter wieder einmal mit den Gelben und den landwirtschaftlichen Arbeitgebern in einer Front. Er setzt sich über alle mit der Technischen Nothilfe gemachten Erfahrungen hinweg und mutet den Landarbeitern im Widerspruch zu feiner Spigenorganisation zu, sich weiter das Auftreten und das Birken der Technischen Nothilfe gefallen zu lassen. Bei einer solchen Haltung muß wiederum gefragt werden, was der Deutsche Gewerf. schaftsbund dagegen zu tun gedenkt. Bisher liegt nur folgende Erflärung des Deutschen" Nr. 125 vom 30. Mai 1925 vor: Zu dieser Erklärung muß ergänzend gesagt werden: Der Zentralverband der Landarbeiter ist dem Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften und durch diesen dem Deutschen Gewerffchaftsbund angeschlossen. Bereits am 25. Februar d. J. hat der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften die ihm angegliederten Verbände also auch den Zentralverband der Landarbeiter aufgefordert, sich zur Frage der Technischen Nothilfe zu äußern, insbesondere aber die Frage zu beantworten, ob die Technische Nothilfe entbehrlich sei. Während alle anderen Berbände pflichtgemäß antworteten, hat sich der Zentralverband der Landarbeiter nicht geäußert. Der engere Borstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat sich in zwei Sizungen mit der Technischen Mothilfe befaßt und ist er auf Grund der von den Verbänden gegebenen Auskünfte zu der in dem Schreiben an das Reichsinnenministerium enthaltenen Forderung gefommen." Mit diesen Auslassungen, die ein nettes Bild von der Einmütig keit in der christlichen Gewerkschaftsbewegung entrollen, fann sich ein geschulter Gewerkschafter feineswegs zufrieden geben. Von einer Organisation wie dem Deutschen Gewerkschaftsbund kann verlangt werden, daß fie fich flipp und flar darüber äußert, wie sie zu dem neuen Disziplinbruch des Zentralverbandes der Landarbeiter steht. Bundestag der Gefängnisbeamten. Bom 2. bis. 5. Juni veranstaltete der Bund der Gefängnis, Straf und Erziehungsanstaltsbeamten und Beamtinnen seinen 11. Bundestag im Gewerkschaftshause zu Hamburg. Die Tagung war aus allen Teilen des Reiches start beschickt. Die Hamburgische Regierung und Vertreter der verschiedenen politischen Parteien, mit Ausnahme der Deutschnationalen Boltspartei und der Deutschdemokratischen Partei, waren erschienen. Nach Eröffnung der Tagung durch den 1. Borsigenden des Bundes, Oberwachtmeister Hornig, wurde der Geschäftsbericht erstattet. Aus der Debatte ergab sich, daß die vom Vorstande betriebene Politif vollkommene Billigung der Organisationsvertreter fand Die Donnerstagssigung wurde mit einem Referat des Borfizenden des ADB. Faltenberg über Die Gewerkschaftspolitit des ADB eröffnet. Der Referent zeichnete ein anschauliches Bild der vom ADB betriebenen Grundsaypolitit. Er wies auf die engen Zusammenhänge hin, die zwischen der Gewerkschaftspolitik und der politischen Entwicklung im allgemeinen bestehen. Wenn die Beamten je in die Lage tommen wollten, die ihnen zufallenden Aufgaben erfolgreich zu lösen, könne dies allein durch die noch zu schaffenden gewerkschaftliche Einheitsfront erfolgen. Dabei gehöre durchaus in den Vordergrund das Bekenntnis, daß sich die Gewerkschaften von allen parteipolitischen und religiösen Bindungen frei zu halten haben. Die drei großen Hauptfragen: Beamtenrecht, Beamtenbesoldung und Beamten wirtschaft stünden im Vordergrunde der Beamtenbewegung. Die den Beamten im Jahre 1918 ohne ihr Zutun in den Schoß gefallenen Errungenschaften der Revolution" feien leider nicht von ihnen in dem erforderlichen Maße ausgebaut worden. Je weiter die Realtion voranschreite, um so stärker entwidle sich der Abbau der freiheitlichen Tendenzen der gesamten Beamtenpolitit. Der Referent bezeichnete es als unwahrheit, wenn aus agitatorischen Gründen der ADB. als der„ Lotengräber des Berufsbeamtentums" hingestellt werde. Für den Abbau des Berufsbeamtentums sei in Wahrheit in erster Linie das internationale Kapital verantwortlich, mie sich aus der Politik der Reichsbahngesellschaft mit voller Klarheit ergebe. Wenn der politische Kurs sich nicht ändere, sei der Generalangriff auf die überlieferten und verfassungsmäßig gesicherten Beamtenrechte als noch nicht beendet anzusehen. Grundsäglich müsse die Neugestaltung des Beamtenrechts gefordert merden. Das frühere Gewaltverhältnis widerspricht dem Geiste echter Demokratie. An seine Stelle muß das mitbestim übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin 027, Andreasstr. 21( Königstadt 4810, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch. Muifaniträge THEODOR RAATZ AUTOMOBIL A.G. BERLIN W.35 Fernsprecher: Nollendorf 56, 57, 58, 59 Telegramm- Adresse: AUTORAATZ 3 mungrecht der Beamten in der verfassungsmäßig zulässigen Form treten. Leider ist von allen Parteien des Reichstages, die an dieser Entwicklung glauben kein Interesse zu haben, der Entwurf eines Beamtenrätegesetzes zu Fall gebracht worden. Auch der Auf stieg gedante der Beamten ist in den rückliegenden Jahren durchaus nicht in dem Sinne gefördert worden, wie dies in einem Staate auf republikanischer Grundlage hätte erwartet werden müssen. Von den Beamten selber muß erwartet werden, daß sie für die Berwirklichung des Aufstieggedankens den Nachweis der Fähigkeit und des Könnens für das Einrücken in höhere Stellen erbringen. Die Besoldungsfrage fann nicht in einseitigem Interesse der Angehörigen der höheren Besoldungsgruppen gelöst werden. Der ADB. fordert zunächst Hebung der Beamten der unteren Besoldungsgruppen. Schärfsten Einspruch erhob der Referent gegen die von der Reichsregierung geübte Methode, auf der einen Geite Liebes Laubenkolonisten Es ist unser Bestreben, die Laubenkolonien Groß- Berlins, soweit sie irgend durch Boten erreicht werden können, mit dem„ Vorwärts" zu beliefern. Wir bitten daher alle Leser unseres Blattes, welche die Zustellung der Zeitung in die Laubenkolonie wünschen, ihre genaue Adresse unter Angabe, wo die Kolonie liegt, der Spedition oder der Hauptexpedition mitzuteilen. Gleichzeitig werden diejenigen Leser, welche die Zeitung bereits umbestellt, aber nicht erhalten haben, um Angabe ihrer genauen Adresse gebeten. Vorwärts Verlag Berlin SW 68, Lindenstraße 3 gaben an die Industrie und die Landwirtschaft auszuschütten, die Entlastung des Besizes von Steuern und Abgaben durchzuführen, und auf der anderen Seite zu behaupten, daß nicht ein Pfennig für die Aufbesserung der Beamtengehälter vor handen sei. Grundsäglich vertrat der Referent den Standpunkt, daß allein die Umstellung in der Wirtschaft auch den Beamten als Arbeitnehmer wirtschaftliche Vorteile bringen werde. Er wies in diesem Zusammenhange hin auf die Notwendigkeit inter nationaler Orientierung auch in der Beamtenschaft. Die fürzlich in Paris gegründete neue Beamteninternationale fei zwar nach dem Grundsaz der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale orientiert, aber nicht an sie angeschlossen. Auch die Beamten müssen mithelfen, daß anstelle der Gewaltpolitit die Verständigungspolitik zwischen den Bölfern tritt. Der Beamte darf niemals vergessen, daß er als Träger des Staatsgedankens Organ der Volksgesamtheit bleibt. Er darf niemals zum Diener einer Partei herabsinken. Der stürmische Beifall, der dem Referat folgte, zeigte die vollfommene Uebereinstimmung der Verbandstagsvertreter mit den Ausführungen des Referenten. Nach einer kurzen Diskussion und dem liegenden Anträge eingetreten. Schlußwort des Referenten wurde in die Behandlung der vorReferat des Bundesvorsitzenden über den modernen Strafvollzug, Der letzte Berhandlungstag am 6. brachte neben einem turzen dem fich eine kurze Debatte anschloß, die Beratung der noch zu erledigenden Anträge. Die Tagung war ein voller Erfolg, nicht nur für den Bund der Gefängnisbeamten, sondern auch für den freigemertschaftlichen Gedanken. Elendslöhne in der Berliner Metallindustrie. Sie find nicht länger zu erfragen. Eine vom Berfehrsbund einberufene Mitgliederversammlung der Transportarbeiter aus den Berliner Metallbetrieben, die am Sonntag im Gewerkschaftshaus tagte, befaßte sich mit der Frage, ob der bestehende Lohnvertrag zum Fälligkeitstermin, 26. Juli, zu tündigen ist. Fromte führte einleitend aus, daß die Löhne in den Metall betrieben auch in der Vorfriegszeit immer ein wenig hinter denen anderer Berufsgruppen zurückgestanden haben, aber eine Differenz, wie fie gegenwärtig zu verzeichnen ist, hat zu feiner Zeit bestanden. Die erwachsenen Transportarbeiter in den Metallbetrieben über 21 Jahre erhalten einen Stundenlohn von 54 und 56 Pf. Der heute sonst übliche Transportarbeiterlohn außerhalb der Metall industrie beträgt 70 bis 85 Pf. und teilweise darüber. Es werden Wochenverdienste von 25 und 26 M. erreicht, von denen die Abzüge noch abzurechnen sind. Bei der bestehenden Teuerung ist es eine Unmöglichkeit, daß ein erwachsener Arbeiter mit jolch niedrigen Löhnen sich und seine Familie erhalten kann. Die Folge davon ist, daß die Berelendung in solchen Haushalten immer größe: ren Umfang annimmt. Eine Kündigung des Lohnvertrages erscheine nach Lage der Verhältnisse unabwendbar, damit die Möglichkeit geschaffen wird, durch Verhandlungen einen besseren Vertrag zu schaffen. In der einstimmig angenommenen Entschließung heißt es: Die Gemeindearbeiter zum Mantel- und Lohntarif. Die Funktionäre der städtischen Kämmerei und Regiebetriebe nahmen am 8. Juni in einer vom Gemeinde- und Staatsarbeiterverband einberufenen Versammlung zu dem von uns bereits veröffentlichten Entscheid des Zentralausschusses in Sachen des Reichsmanteltarifvertrages Stellung. Lagodschinski wandte sich mit aller Entschiedenheit gegen die Auslegung des Zentralausschusses, die geeignet sei, den Gedanken des Reichstarifes zu zertrümmern. Die Auffassung des Vorstandes des Reichsarbeitgeberverbandes widerspreche den bei den Verhandlungen getroffenen Abmachungen und müsse als ein Verstoß gegen Treu und Glauben in einer Anzahl von Wirtschaftsbezirken die in den§§ 7 und 13 bezeichnet werden. Die Entscheidung sei um so unverständlicher, als genannten bisherigen besseren Verhältnisse vereinbart wurden. Auf Veranlassung der Ortsverwaltung habe der Verbandsvorstand für fommenden Donnerstag die Reichstariftommission zusammenberufen. Da auch in Arbeitgeberfreisen die Entscheidung des Zentralausschusses und die Stellungnahme des Vorstandes des Arbeitgeberverbandes Widerspruch hervorgerufen habe, fei anzunehmen, daß die neuen Verhandlungen eine Kor reftur herbeiführen würden. In der Aussprache unterstrich besonders der Verbandsvorsitzende Kollege Müntner scharf die Kritik an der Handlungsweise des Borstandes des Arbeitgeberverbandes. Die Scharfmacheriendenzen der beiden Verbandssyndizis bringen das Gebäude des Reichstarifes in schwere Gefahr. Er erwartet von den neuen Verhandlungen die Beseitigung dieser unmöglichen Entschließung. Ueber die Kündigung des Lohntarifes berichtete Polenske. Die Obleute der Gas, Wasser und Elektrizitätsmerte haben die Kündigung ihrer Lohnabtom= men beschlossen. Die Tariffommission für die Kämmereibetriebe empfehle die Kündigung des Lohnabkommens auch für die Kämmerei und Regiebetriebe. Sie schlägt vor, dem Magistrat eine Forderung auf Erhöhung des Stundenlohnes um 15 Pf. zu unterbreiten. Weiterhin die Herabsetzung des Alters für Bollarbeiter von 24 auf 21 Jahre. Die Anträge fanden einstimmige Annahme. Schlichtungsverhandlungen im Konflikt bei Bolle. Wir wir bereits in unserer gestrigen Morgenausgabe mitteilten, hatte der Vorsitzende des Schlichtungsausschusses die beiden Parteien des Konfliktes bei der Meierei Bolle für gestern nachmittag zu Berhandlungen geladen. Es fanden zunächst unverbindliche Besprechungen statt, die vornehmlich den 3wed hatten, die Parteien einander näher zu bringen Dieser Versuch scheiterte an dem hartnädigen Widerstand der Meierei Bolle gegenüber den berechtigten Forderungen der Arbeitnehmer. Der Borsigende des Schlichtungsausschusses hat darauf für heute vormittag 11 Uhr eine Sigung der Schlichtungskammer einberufen. Die Arbeitnehmer werden, ehe sie zur Durchführung des Streifbeschlusses greifen, diesen letzten Versuch abwarten. Die Arbeitnehmer wollen, che sie zur Arbeitsniederlegung schreiten, kein Mittel unversucht lassen, das diese Kalamität verhindern könnte, sofern ihren berechtigten und bescheidenen Forderungen Rechnung getragen wird. Verschärfung im Duisburger Hafenarbeiterstreik. Duisburg, 9. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Hafenarbeiterorganisationen haben den Vorschlag des Reichs- und StaatsMehrheit abgelehnt. Der Streit wird verschärft fortgesetzt. Die kommissars Mehlig, die Arbeit wieder aufzunehmen und in einen Friedenszustand bis zum 15. Juni einzutreten, mit überwältigender wirtschaftlichen Auswirkungen der Verkehrsstillegung im größten Binnenhafen der Welt ist unübersehbar. Bor schweren Kämpfen in der bayerischen Metallindustrie. München, 9. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die banerische Metallindustrie steht vor schweren Kämpfen, vor Aussperrung und Streif, da das Sozialministerium sich bisher noch nicht ente schließen fonnte, dem Wunsch der Arbeiterschaft zu entsprechen und den vom Landesschlichter gefällten Schiedsspruch für verbindlich zu erklären. Wegen der Verschleppung der Entscheidung hat sich der Arbeiterschaft eine große Erregung bemächtigt, so daß der Ministerpräsident es für geraten hielt, die Bertreter der Arbeit. nehmer und Arbeitgeber in der Metallindustrie zu sich zu laden, um vermittelnd einzugreifen und ein Kompromiß vorzuschlagen, das noch weit unter den bescheidenen Ergebnissen des Schiedsspruches liegt. Den Arbeitern war es deshalb nicht möglich, dem Kompromißvorschlag des Ministers näherzutreten, selbst auf die Gefahr hin, daß die in den Worten des Ministerpräsidenten angedeutete große Aussperrungsmaßnahme DON den Unternehmern verwirklicht würde. Die bayerische Metallarbeiterschaft besteht geschlossen auf einer Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches. amts hielt am Dienstag seine erste Sigung ab. Als Präsident Der neugewählte Berwaltungsrat des Internationalen Arbeitswurde Fontaine Frankreich, als Vizepräsident Oudegeest gewählt. nachmittags 4 Uhr, Rusammenkunft fämtlicher Funktionäre; für den Often Deutscher Solzarbeiterverband. Musikinstrumentenarbeiter: Donnerstag, Petersburger Str. 5 bei Wittschuk, für den Südosten und Neukölln im Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147. Berantwortlich für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lokales und Sonstiges: Fri Karstäbt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Wissen". „ Eine Arbeiterschaft, wie die in den Berliner Metallbetrieben, die täglich schwere und gefahrvolle Arbeit verrichten muß, hat Anspruch darauf, für ihre Arbeitsleistung einen ausreichenden Lohn zu erhalten. Da ihnen die Arbeitgeber diesen auskömmlichen Lohn verweigern, so wenden sie sich in ihrer Notlage an alle Transport- und Berlaagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin G 68 arbeiter aller Metallbetriebe und rufen sie zur gemeinsamen Front und zum gemeinsamen Abmehrtampf auf. Sie erwarten, daß alle Transportarbeiter sich diesem Aufruf anschließen und durch sofortigen Beitritt in den Ber band dazu beitragen helfen, damit endlich der Wille der Massen die Arbeitgeber zwingt, die große Notlage der Arbeiter durch Zahlung höherer Löhne Rechnung zu tragen. Die Versammelten erwarten, daß alle in den Metallbetrieben beschäftigten Transportarbeiter unter Anspannung ihrer Kräfte dieses Ziel zum Siege helfen. Die Losung aller hat zu fein: hinein in den Deutschen Berkehrsbund, übt Solidarität und strenge Disziplin, damit das gesteckte Ziel in möglichst naher Zeit volle Berwirklichung findet." Die anschließende Delegiertenwahl ergab die Wahl von Bergmann und Beyersdorf. Achtung, Bauarbeiter! Die Baufperre für Puzer gegen die Firma Seife u. Co., Bau Pankow, Kaiser- Friedrich- Straße, ist, nachdem die Ursache derselben mit vollem Erfolg beseitigt ist, auf gehoben. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Fachgruppe der Buzzer. Das offene Geheimnis desvollen, Seidenweicher Haares SCHERING FLUSSIGE SLIFE LEER SEIFE IN HILLER APOTHEKEN: DROGERIEN, PARFUMERIEN. FRISEURGESCHÄFTEN Schering's grüne Apotheke, Berlin N. 4. Chausseestr. 24. 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Noch ehe das hat die Aftiplegitimation der Stadt Berlin zur Sache nicht anin Auftrag gegebene fostbare Kunstwert vollendet war, fam der erfannt; zuständig sei nur der Städtetag bzw. dessen dafür beKrieg, und beim schließlichen Zusammenbruch der Monarchie brachten stelltes Komitee. Ueber die durch die Angelegenheit aufgeworfenen die Häupter der Familie Hohenzollern sich nach Holland in Sicher. Rechtsfragen habe man zu einem bestimmten Resultat nicht geheit. Der nach Deutschland wieder zugelassene und zurückgekehrte ab, die Auslieferung mit der Mehrheit für eine Anstandspflicht langen können. Venus( Komm.) lehnte es für seine Fraktion Erfronprinz fordert jezt die Herausgabe des fertig zu erklären; eine solche bestehe gegenüber dem ausgerückten Ergewordenen Tafelschmudes, wie wenn nichts geschehen wäre. In fronprinzen nicht. Es stehe fest, daß das„ Geschent" aus Mitteln der Berliner Stadtverordnetenversammlung wurde der Allgemeinheit beschafft sei, denn von den Bürgermeistern habe der Allgemeinheit beschafft sei, denn von den Bürgermeistern habe gestern der sozialdemokratische Antrag, der sich gegen doch feiner auch nur einen roten Pfennig dazu gegeben. Bon die Erfüllung dieses Verlangens richtet, nochmals einer Ausstellung hätten die Kriegsopfer und ihre Hinterbliebenen erörtert. Im Ausschuß war er abgelehnt worden, aber die sozial- nichts, wohl aber könne man diesen zu Hilfe kommen, wenn man, demokratische Fraktion brachte ihn erneut ein. Gegen Genossen wie die Kommunisten an Stelle des zweiten Teils des Antrages Dr. Weinberg, der das Unmögliche des erfronprinzlichen Berzu beschließen beantragen, das Tafelgeschirr verkaufe. Auch der langens darlegte, ergingen die Deutfchnationalen sich in einem EntStädtetag bzw. sein Komitee hätten fein Recht, selbständig über rüftungsstürmchen. Weil sie anscheinend die Sigung durch Herbei beantragte zunächst, hinter dem Wort„ Magiftrat" im Eingang des den Tafelschmud Entscheidung zu treffen. Genoffe Weinberg führung der Beschlußunfähigkeit zu sprengen beabsichtigten, mußte Antrages die Worte insbesondere den Herrn Oberdie entscheidende Abstimmung bis zur nächsten Sigung verschoben bürgermeister" einzuschalten, und stellte dann fest, daß das werden. Dank der Bereitelung des Sprengungsverfuches wurde es iegt in den Tresors der Reichsbant verwahrte filberne Tafelgeschirr möglich, eine Reihe wichtiger und dringender Beratungsgegenstände einen unerjeßlichen, in die Millionen gehenden Kunstwert besitzt. noch gestern zu erledigen. Die juristischen Gründe für die Herausgabe habe der Ausschuß faft ganz links liegen lassen, und das nicht ohne Ursache, denn es fei nicht anzunehmen, daß ein Jurist es mit seiner juristischen Ehre vereinbar erachte, hier zu erklären, daß ein rechtlicher Anspruch des Extronprinzen auf Auslieferung besteht. Ein formgültiges, einflagbares Recht für die Herausgabe liegt nicht vor; die Auslieferung würde also nur ein neues Millionengeschent an die Hohenzollern darstellen. Von moralischen und Anstandserwägungen follte man doch lieber überhaupt nicht reden. Mit dem Fortfall der Eigenschaft als Kronprinz ist auch Auf der Tagesordnung der geftrigen, um 6% Uhr vom Borfteher Genossen Haß eröffneten außerordentlichen Sigung stand wiederum die Wahl eines unbefoldeten Stadtrats( an Stelle des aus dem Magistratskollegium ausgeschiedenen Kommunisten Leh). Biederum wurde diese Wahl, über die offenbar eine Einigung herbeizuführen auf große Schwierigkeiten stößt, abgesezt und an den Ausschuß zurüdverwiesen. Für die Beranstaltung eines Wettbewerbes für einen Bebauungsplan des Meffe- und Ausstellungsgeländes am Bahnhof Wihleben jeder Grund fortgefallen, demjenigen zu willfahren, der jetzt die Herausgabe betreibt. Mittwoch, 10. Juni 1925 und den Stadtverordnetenvorsteher vertreten und diese haben nach ihrem pflichtgemäßen Ermessen zu entscheiden. Was hier gesagt und beschlossen wird, ist bloß überflüssiges Gerede. Stolt( Komm.): Für uns find die politischen Momente ausschlaggebend. Die Dynastien haben sich den Teufel um Rechtsgründe gefümmert. Mit der Reklame für die Hohenzollern werden die Deutschnationalen bei dem gefunden Empfinden der Arbeiterschaft kein Glück haben. Genosse Weinberg wies Dove gegenüber aus dem Wortlaut des fozialdemokratischen Antrages nach, daß die Behauptung von„ der Unzuständigkeit der Bersammlung" unhaltbar ist, und verblieb gegenüber dem Oberbürgermeister dabei, daß dem Silberschmud ein einzigartiger Kunstwert innewohnt. Herrn Koch gegenüber sprach er die Hoffnung aus, fonstatieren zu dürfen, daß auch Koch und Weinberg zwei infommensurable Größen sind.( Lachen rechts.) Damit war die Besprechung beendet. Die Abstimmung wurde, da inzwischen von seiten der Deutschnationalen namentlich abzustimmen beantragt war, auf Vorschlag des Vorstehers verschoben. Nach Erledigung einer Anzahl Borlagen von minderer Bedeutung wurde noch der Antrag der Deutschnationalen betreffend Gewährung Don Beihilfen für Lehrlinge zur Beendigung der Lehrzeit einer längeren Besprechung unterzogen und dann einem Ausschuß überwiesen. Für die Grundtendenz des Antrages sprach sich auch Genosse Urich aus. Zwischendurch hatte die Versammlung den Antrag unserer Genossen betreffend die Vereinbarung über einen neuen Manteltarifvertrag für die städtischen Arbeiter nisten, den Magistrat zu beauftragen, im Borstand des Arbeitgeberzum Beschluß erhoben, nachdem vorher der Zusatzantrag der Kommu verbandes dahin zu wirken, daß neue Verhandlungen aufgenommen werden, um den Zustand herbeizuführen, wie er vor dem Reichsmanteltarif von 1924 bestand" mit 93 gegen 76 Stimmen ebenfalls zur Annahme gelangt war. Der Antrag der Wirtschaftspartei, der sich gegen die Verkaufsräume in den neu zu errichtenden Straßenbahnwartehäuschen richtet, wurde abgelehnt. Schluß 8 Uhr. Helden. wurden 50 000 Mart bewilligt; die Hergabe eines Darlehens Wie ist man mit den Rechten der Sparkassengläubiger, der Beamten, Menschen legen. Dann schimpfen die Bewohner auf den Schornan die Freibad- Müggeljee- G. m. b. 5. wurde beschlossen und die speziellen Entwürfe zum Reubau einer zweiten leischgroßmartthalle und eines Kühlhauses an der Landsberger Allee wurden nach dem Referat des Genossen Reuter einstimmig genehmigt. Ueber den Antrag unserer Genossen auf unverzügliche Inbetriebseßung der in Berlin vorhandenen Spring brunnen berichtete ebenfalls Genosse Reuter. Der Ausschuß hat einhellig den Antrag gebilligt; er ist auch des Glaubens gewesen, daß am nächsten Tage der Magistrat das Er forderliche veranlassen" würde. Das ist aber eine falsche Annahme gewesen; es war nicht zu merken, daß der Magistrat etwas veranfaßt hatte. Die aufzuwendenden Summen sind dabei ganz verfchwindend gering. Genosse Pattloch bedauerte ebenfalls, daß weder der Wasserfall im Bittoriapark, nod) die wundervolle Anlage im Körnerpart in Neukölln bisher ihre Wasser spielen lassen und warf die Frage auf, ob denn die betreffenden Bezirksämter mit ihren Mitteln jo fnapp gehalten würden. Auch der Alexanderplatz müjie mit einem Springbrunnen ausgestattet werden. Dr. Caspari ( D. Bp.) erklärte, daß es sich hier lediglich um die Bezirksämter handle, daß die Sache den Magistrat gar nichts angehe. Nach Caspari lassen gerade die Bezirke mit sozialdemokratischen Bürger meistern ihre Brunnen nicht springen. Gen. Reuter diente ihm mit der Gegenfrage, ob denn Schöneberg einen sozialdemokratischen Bürgermeister habe. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Der Tafelschmud des Erkronprinzen. Am 19. Februar haben unsere Genossen beantragt, den Magistrat zu ersuchen, sich dem Verlangen des Erfronprinzen auf Herausgabe des auf Bestellung des Preußischen Städtetages an gefertigten filbernen Tafelschmuckes zu widersetzen und dafür beforgt zu sein, daß dieser Tafelschmud in einer seinem hohen fünft ferischen Wert entsprechenden Weise der Allgemeinheit durch Ausstellung in einem Museum zugänglich gemacht wird. Ueber die Ausschußverhandlungen berichtete Dove( Dem.). Der Ausschuß hat 21] Schnook. Ein Roman von See und Sümpfen. Bon Svend Fleuron. Später schwelgte sie dann in Froscheiern und schlürfte große Mengen fetter schwarzer Dotter in sich hinein! Es begab sich auch, daß sie sich an einigen langen Därmen gütlich tat, die zwischen den Rohrstoppeln entlanggezogen waren: es waren die Eier der großen Kröten, die wie Perlen auf der Schnur saßen und im Wasser zum Brüten ausgespannt hingen. Im großen und ganzen mußte sie froh sein, daß sie die Frösche und Kröten hatte- fie schienen gleichsam zu spuken; auch als dann später die kleinen Kaulfrösche hervorzuwimmein begannen. Sie durfte nicht mehr wählerisch sein, alles mußte fie in Rauf nehmen, und nicht einen Krumen durfte sie verschmähen... In den Nächten der Sommermonate grafte fie die Waffer fläche ab. Manch großen, dicken Nachtfalter, der sich oftmals in Unbedachtsamkeit oder Trägheit auf dem Wasserspiegel, diefem oder jenem schwimmenden Holzstückchen niederließ, erlegte fie auf ihren Streifzügen. Sie fraß sie mit Flügeln und Holzstödchen wie ein hungriger Mann, der sich an Krabben fatteffen foll! Kein Wunder, daß die Zähne in ihrem gewaltigen Maule fich nach und nach zu einer Art von Seihbärten wie beim Walfisch entwidelten. Aber es war doch mehr noch nötig, um ihren Hektoliter: fad zu füllen. Das Moor dampft und ist in Schleier gehüllt! Es sendet seine Flammennebel empor, daß sie wie Seen über dem Schilf stehen. Die Tropfen bahnen sich überall ihren cg und hängen an jedem Gegenstande die Tausende und aber Tausende von Spinnweben fallen durch all ihren Sinnreichtum auf! .. Buschdichte Weiden und hängende Birken an Erdwällen und Ufern entlang werfen schwarze Schlagschatten, und große, dunkle Schwärme von Mücken hängen lautlos in der Luft. nur ein springender Fisch oder eine badende Schwalbe unterbricht die tiefe Morgenstille. Die große Schlammschnede mit dem pferdeartigen Ropf und den abftehenden Fledermausohren hat sich aus ihrem Turmhaus gefchoben; fie rührt an alles, was in ihren Bereich der Millionen kleiner Sparer usw. umgesprungen, wie leichthin hat man da feierlich gegebene Versprechen gebrochen! Wir haben es hier mit einem rechts ungültig gewordenen Akte zu tun Bei den kommenden Wahlen werden wir nicht verfehlen, die Wähler darüber aufzuklären, wie die bürgerlichen Parteien in diesem Falle gedacht haben( Gelächter rechts), einem Manne gegenüber, der ein gerüttelt Maß von Mitschuld trägt an dem Unglüd, welches durch die Niederlage Deutschland, Breußen und auch Berlin betroffen hat. die Niederlage Deutschland, Preußen und auch Berlin betroffen hat. ( Beifall bei den Soz.) Oberbürgermeister Böß: Bon einem Millionenwert ist keine Rede; es handelt sich um ein Objekt von 400000 Mart. Das Komitee, das ausschließlich über die Berwendung Verfügung zu treffen hat, besteht nur zur Hälfte aus Bürgermeistern, zur anderen Hälfte aus Stadtverordnetenvorstehern. Ich habe mich für verpflichtet gehalten, es neu zu ergänzen und seine Entscheidung herbeizuführen. Wie ich selbst zu der Frage stehen werde, fann ich noch nicht sagen; Sie werden mir das nachfühlen, wenn Sie die heutige Debatte in Betracht ziehen; es handelt sich um Rechtsfragen schwieriger Art. es handelt sich um Rechtsfragen schwieriger Art.- Koch( Dnat.): Solche Angelegenheiten behandelt man nach politischem Taft und bürgerlichem Anstand. Die Bersammlung hat hier über haupt nicht mitzureden; man hat die Sache hier nur auf gerollt, um mieder einmal eine politische Debatte zu haben. Da timmen wir nicht mit ein, namentlich nach dem, was sich Herr Weinberg über die Person des deutschen Kronprinzen erlaubt hat. ( Große Unruhe links.) Der deutsche Kronprinz und Herr Weinberg find zwar inkommensurable Größen. Dove( Dem.): Wir sind gar nicht berechtigt, mitzureden. Männerstolz vor Fürstenthronen foll geltend gemacht werden, so lange die Throne beſtehen. Was den Anstand betrifft, so ist doch auch in weiten Bolfskreisen die Auffassung verbreitet: Was geschenft ist, ist geschenkt." Was soll denn nach einem Verkauf bei der Verteilung des Erlöses für eine arme Kriegerwitwe heraustommen? Dr. Caspari( D. Bp.): wir lassen uns auf eine fachliche Debatte überhaupt nicht ein. Berlin wird im Komitee durch den Oberbürgermeister tommt, mit ihren Fühlern, tastet darüber hin und zieht sodann ihr verschnörkeltes Turmhaus mit einem Rud nach sich. Jetzt flebt sie sich an einen toten kleinen Fisch und saugt seine Augen aus, um sich schließlich auf dem breiten Blattstuhl der Schwertlilie zur Ruhe niederzulassen, während die Turmspige, die in den Strömungen des Wassers zittert, sich aufrecht emporstreckt. Ein Rückenschwimmer, der müde geworden ist und seine Ruderbeine eingezogen hat, gibt sich ebenfalls der Ruhe hin. Langsam sinkt er durch das Wasser auf den Grund, wo er sich sorgsam zwischen den Larven der Frühlingsfliege, den Postein Tauchläfer, der Eile hat und mit dem Kopf im Schlamm hornschnecken und Salamanderjungen ein Lager bereitet. Bis über alles hinwegfegt, ihn rücksichtslos mit seinen fräftigen Fangbeinen beiseitestößt. Oben auf dem klaren Wasserspiegel schwimmt der Lappen taucher. Er erscheint auf der Oberfläche schwarz, und trägt den Hals mit dem stark gefrausten, schönen Halskragen hoch; auf Bruft und Bauch aber ist er glänzend filberweiß. Er begibt sich niemals an Land, ja, wagt sich nicht einmal auf flaches Gewässer; er fann sich nur dort aufhalten, wo er die Möglichkeit hat, ungehindert zu tauchen. Auf dem Rüden trägt er feine neugeborenen Jungen, die Schwingen schirmend über fie breitend; sie fißen in seinen Rüdenfedern verborgen wie in einer gepolsterten Schale. Das Männchen schwimmt nebenher und taucht nach Nahrung hinab, die er den Jungen in den Schnabel stopft, die ihrerseits piepsend und mit den Flügelstümpfchen schlagend, danach langen. Schnod fennt die Tauchvögel so gut, wie sie sie tennen das glauben diese jedenfalls! Aber an diesem Morgen beißt sie sich in unstillbarem Hunger an der einen Schwimmflaue fest und bringt das fleine Boot zum Kentern, so daß alle Jungen herausfallen. In größter Eile schlürft sie den ganzen Schwarm herunter- und läßt fich dann einigermaßen beruhigt herabfinfen mit der Entdeckung, daß sie Federn sehr gut vertragen tann. war Bis fie am folgenden Morgen wieder genau so hungrig Da hatte sie das Glüd, eine neue Erfahrung in bezug auf Federn zu machen: In dem ersten flaren Grauen, als der Schein der auf gehenden Sonne seine seltsamen Farben über das Moor ergoß, das von Grün und Gelb, von Violett und Indigoblau widerfchimmerte, schnappte fie nach einem Fisch an der Wasseroberfläche, ohne zu ahnen, daß über ihr in den Lüften sich ein Ein Schornstein, geduckt zwischen hohen Mauern. Wenn der Wind seine schwarze Rauchsäule trifft, geht sie auseinander wie ein breiter Schirm, dessen Ränder wallend zerfließen, in die Wohnungen dringen und sich dort als schwarzer Satz über Möbel und stein, den Wind, den Rauch, und nicht zuletzt auf den Hauswirt. Eines Tages werden Leitern in den engen Hof gebracht, aus dessen Grund der Schornstein emporsteigt. Kräftige Arbeiter türmen diese Leitern empor zu schwindelnder Höhe. Jetzt haben fie seinen Gipfel erreicht, nun flettern sie über ihn hinweg. Bald wird der Schornstein selbst die Mauern überragen und seine Rauchfahne wird siegreich über den Dächern wehen. Die Arbeiter bewegen fich in dem schwankenden, hölzernen Bau mit erstaunlicher Sicherheit und Selbstverständlichkeit. Jezt kommt die letzte Leiter, die als Schlußstück dem hölzernen Kunstwert eingefügt werden soll. Ein einziger Mann, der sich mit den Beinen zwischen den Sprossen der obersten Leiter festgeklemmt hat, nimmt die letzte in Empfang. Gemächlich, Zoll um Zoll, schiebt er das lange, hölzerne Ding über fich empor. Hier oben weht der Wind. Er padt auch die Leiter. Der Mann, der sie hält, strafft seine Musfein, er schwankt feinen Augenblick, und doch: die Leiter legt sich zur Seite. Millimeter um Millimeter strebt sie weg von der Sentrechten, immer größer, immer gefährlicher wird der Winkel, immer drohender die Gefahr des Absturzes. Zehn Augenpaare blicken gebannt auf dieses Schauspiel. Keiner der Männer, die an diesem Werk beteiligt sind, weicht von seinem Fleck. Da jetzt muß, jetzt wird sie stürzen, wird in die Tiefe schmettern, wird Menschen mit sich hinabziehen, wird namenloses Elend anrichten. Da hallt ein Angstschrei, wie aus einer Kehle, empor zu dem einsamen Mann, dessen Willenskraft und Muskeln in diesem Augenblick alles anvertraut ist:„ Halten, festhalten!" Alle Arbeiter hatten, einent einzigen unsichtbaren Willen folgend, diesen Schrei ausgestoßen. Er schwingt sich empor in dem Hof. Der Mann dort oben auf der Leiter beißt die Zähne zusammen, er streckt den Nacken, stemmt von seinen Kameraden, die sie aus der Tiefe zu seiner Höhe hoben, | beschwingter Konkurrent befand, der ebenfalls nach der Beute trachtete. Die Sumpfschwalbe stürzte topfüber hinab und Schnod in seinem Sprunge topfüber aufwärts in seinem Sprunge fopfüber aufwärts- und die Schnäbel der beiden Räuber begegneten sich im nämlichen Augenblick über dem kleinen Fisch. Schnod aber hatte ihr Maul am weitesten aufgerissen und schnappte am heftigsten zu, sie biß mit einer so gierigen Heftigkeit zu, als folle sie einen ganzen Rindsförper rerschlingen. Sie bekam Fisch und Schwalbenkopf auf einmal ins mit sich in die Tiefe Maul, fühlte sich belastet, ließ sich herab und zog den Bogel - dort schlang sie dann die eigentümliche Beute in sich hinein. Welch ein gewaltiger Segen ruhte doch auf diesen Fischen mit Federn- Tage darauf noch fühlte sie sich so herzlich satt und vollgeftopft. Bon jezt ab betrachtete sie jeden Körper auf dem Wasserspiegel als ihre rechtmäßige Beute. Keine Wildente durfte fich im abendlichen Fluge auf das Wasser gleiten lassen, als Schnoc auch schon aus ihrer Schlammhöhle emporschoß und nach ihr ausholte. In Zwischenräumen von einem Tage raubte sie Lappentaucher, wie sie auch die Wieken von Bleßhühnern und zwei jungen Störchen säuberte, die gekommen waren, um das Fischen zu erlernen. Aber ihr Fressensdrang ließ ihr dennoch niemals Ruhe, fie mußte ihren Bereich ständig erweitern und sich neues Revier schaffen. Der Juli hängt über den Süm n! Ueppig, vollreif mit Wolfen wie Hüften und runde üste geformt, mit einer Sonne, die des Reisens müde zu sein scheint. Gleich Wasservögeln, denen die Luft zum Fluge unter den Schwingen fehlt, fommen die Binde und werfen sich in Torftümpel und Schilf löcher. Die Luft ist ein andauerndes, schlaftrunkenes Summen von Fliegen und Mücken der Weiderich singt! Schnod steht träge in dem lauwarmen Wasser und unterscheidet die Welt über sich nur unflar und unbestimmt, als blicke sie durch dickes Glas; das einzige, was sie bemerkt, ist ein fleiner, dunkler Schatten, der hin und wieder aus dem schimmernden Blau da droben auftaucht. Er zieht mit Plötzlichkeit über sie hinweg, wenn er das Waffer berührt und verschwindet. Es ist etwas Lebendiges, ahnt ihr... etwas für sie! So vermummt sie denn ihren Torpedoförper und wartet Gelegenheit ab... ( Fortlegung folgt.) die den Kopf gegen eine Sprosse, seine Rechte trampft sich und mit der Linken packt er die schwankende, drohend in der Luft hängende Leiter. Ein nervenerregender Kampf! Noch immer schwankt die Leiter. Unverrückt folgen die Männer diesem Ringen Ni: nend spricht ein Wort! Die Muskeln scheinen zu brechen. Die getter steht! Dann geht sie langsam, ganz langsam aus der schiefen Lage zurück in die Senkrechte, streckt sich neben den anderen über den Schornstein empor. Die Gefahr ist vorüber. Ein Aufatmen, und dann schaffen alle weiter als ob nichts gewesen sei. Sechs Monate umsonst! Eine empörte Frage und die Antwort darauf. Eine Berufungsverhandlung. Sieben junge Menschen sigen auf der Anklagebant. Abgezehrte Haftgesichter. Ein mürrischer Aufsichtsbeamter am Gitter, vorn im rechtsprechenden Halbfreis Staatsanwalt, Schöffen und der Borsigende, der müde ist und mit Grauen daran denkt, daß noch vier Fälle zu erledigen sind, oder fünf, oder vielleicht sogar sechs... Im Zuhörerraum: Die fassungslos schluchzenden Angehörigen, zwei alte Frauen, ein verhärmter Bater. Es ist ein schwerer Betrugsfall. Zwei, drei Jahre Gefängnis. Ehrverlust. Die Delinquenten erbitten Bewährungsfrist. war Nur einer fist da, mit fieberhaftem, anflagend- vorwurfsvollem Gesicht. Er hofft, nein, er verlangt Freispruch. Der neben ihm enthüllt die erschütternde Tragödie einer zerstampften Familie. Der Bater beging Selbstmord. Die Mutter da weint sie auf der harten Bant, dicht hinter dem brennenden Gitter longe frant. Die Schwester er bricht ab. Der nächste: Was haben Sie zu sagen?" frägt ungeduldig der Borsigende. Es ist 1 Uhr. Man möchte über die Plädoyers zur Beratung fommen und vorerst zum Mittagessen. In der Pause tommen Hoffnungen, welten wieder. Jemand tommt aus dem Beratungszimmer tödliche Erwartung, Ge spanntheit bis zum Aeußersten, die lähmende, entsetzliche Angst, und dann die Mutter Es ist nichts. Nur der Protokollführer. Stunden vergehen. Stunden, die ein Leben bedeuten. Dann fommen sie wieder. Etwas verspätet, schnaufend vom Lauf, der Staatsanwalt. Einen Augenblick Warten. Dann räuspert sich der Vorsitzende und spricht Urteil: Gleichmütig und monoton. Bei den anderen wird die Bewährungsfrist abgelehnt. Auch bei dem, dessen Vater Selbstmord beging und dessen Mutter Nun, so hören Sie doch endlich mit dem Beinen auf!" Hat das nicht soeben jemand gesagt? Nein, nein, aber man fönnte es sich in dieser Atmosphäre so gut vorstellen. Immerhin, erhebliche Milderungen haben sie erreicht. Jenem, der minderwertig ist oder sein soll, ist man sehr entgegenkommend. Der eine, der mit dem fieberhaften vorwurfsvollen Geficht, wird freigesprochen. Auf Kosten der Staatskasse. Tatsächlich. Beruhigen Sie sich?" Eine falte, geschäftsmäßige Frage. Innere. Erregung. Dann plagt es los und fommt wie ein Sturzbach: Wer gibt mir die sechs Monate wieder, die ich gefeffen habe?" Der Richter ist unangenehm berührt. Die Psychologie dieser Empörung ist ihm meilenfern. Hatte er auf Dantbarkeit gerechnet? Die Schranke öffnet sich. " Der Sechzehnjährige als Großkaufmann. Die Dreiſtigkeit, mit der ein jugendlicher Betrüger zweimal bas gleiche Hotel aufsuchte, ist ihm zum Verberben geworden. Bor einiger Zeit stieg in einem erstklassigen Hotel in Berlin ein Großfaufmann aus München mit Frau" ab, für den das Geld feine Rolle zu spielen schien. Den Beamten der Fahndungsinspektion fiel es aber auf, daß dieser Großlaufmann" fehr jugendlich ausjah, ebenso seine Frau Gemahlin. Man erfundigte fich in München, als aber die Antwort von dort eintraf, daß ein Großlaufmann des angegebenen Namens nicht befannt sei, war das junge Baar bereits nach Schneidemühl abgereift. Auf die nachgesandten Depeschen stellte die dortige Kriminalpolizei fest, daß der Großkaufmann" feine Frau Gemahlin hatte sien lassen und allein weiter. gefahren war. Die figengebliebene Großlaufmannsgattin" hatte fich aber zu helfen gewußt und in der Zwischenzeit ein Engagement als Tänzerin in einem Konzertfotal angenommen. Es zeigte sich, daß fie feine verheiratete Frau war, sondern eine 15% Jahre alte Tanzschülerin Josephine B. aus Berlin. Ihr Galan mar ein ausgeriffener Kaufmannslehrling Alois Staube aus Stuttgart, der ganze 16 Jahre zählt. Er hatte durch Unterschlagungen, deren Höhe noch nicht ganz feststeht, fich Geld zu verschaffen gewußt und spielte damit den großen Mann. Zufällig fah thn derfelbe Beamte der Fahndungsinspettion fpäter mit einer anderen Frau" in dem gleichen Hotel. Jezt war sein Schicksal besiegelt. Er wurde festgenommen und dem Bolizeipräsidium eingeliefert. Hier stellte man fest, daß der unternehmende junge Mann inzwischen für furze Zeit eine Stellung in einer fleineren Stadt angenommen hatte, wo er abermals Geld, diesmal 500 Mart, unterschlagen hatte. Mit dieser Summe in ber Tasche wollte er wieder eine Beitlang Großlaufmann" sein und hatte sich sogar eine neue, Gattin" angeschafft. " Mit Pferd und Wagen. 21 Ein dreister Diebstahl wurde gestern vormittag um 9 Uhr in der Lindenstraße verübt. Hier hielt vor der Markthalle ein Geschäftswagen der Buttergroßhandlung Butter- Lunno" aus der Frant furter Allee. Als der Kutscher von einem Abtragegang zurüd tehrte, waren Pferd und Wagen mitsamt der Ladung ver. schwunden. Bassanten wollen gesehen haben, daß ein Mann in einem weißen Kittel und weißer Müße sich auf den Kutschbock schwang und in schnelier Fahrt mit dem Wagen in der Richtung nach dem Belle- Alliance- Plaz zu, davonjagte. Die Ladung des Wagens bestand aus 8 3entnern Butter, die in Risten verpadt waren. Jede Rifte faßte 50 Pfund und zwar mit abgewogenen Pfund jtüden gefüllt. Der Wagen ist ein dunkelgrüner Kastenwagen, der an den Seiten die Firmenaufschrift trägt. Bespannt war er mit einer 6jährigen mittelgroßen coupierten Fuchsstute. Mitteilungen über das Auftauchen des Gespannes und der Butter an Rriminalfommiffar Lipit, im 3immer 198 des Polizeipräsidiums. Verurteilung eines Schupobeamten. Mit den Mißhandlungen eines Schupobeamten hatte sich das Neuköllner Amtsgericht zu beschäftigen. Der Antiage lag folgender Borfall zugrunde: In der Neuen Welt" fand am 26. Juni vorigen Jahres eine Versammlung statt, in der Gen. Scheide. mann sprach. Eine große Anzahl Kommunist en war im Saal anwesend, die fortwährend Störungsversuche unternahmen. Nach Schluß der Versammlung bildeten sich auf der Straße einzelne Gruppen, die lebhaft diskutierten. Schließlich schritt die Bolizei ein. Mehrere Personen wurden festgenommen und sollten nach der Bache in der Selchomer Straße gebracht werden. Auf dem Wege dorthin versuchte die Menge, die Festgenommenen zu befreien. Hier bei foll fich auch ein Tischler Hohmann besonders hervorgetan haben. Als die Beamten bie Demonstranten zerstreut hatten, und nach Hohmann fuchten, war dieser verschwunden. Er wurde später in einem Hause der Karlsgartenstraße aber entdeckt und festgenommen. Auf dem Wege zur Wache tft Hohmann nach seinen Angaben von dem Wachtmeister Seidel, der den Transport unternommen hatte, gefchlagen worden. Auf der Wache empfingen ihn an geblich 7 Beamte, die sofort auf ihn einschlugen. Später wurde er in eine Belle gesperrt. In furzen Zwischenräumen erschien nad) Hohmanns Behauptung, hier Seidel, der den Hohmannn mit Simpfworten belegte und ihn ohrfeigte. Ein in der Rebenzelle feftgehaltener Arbeiter Quandt wurde ebenfalls von | Eeidel geschlagen. In der Gerichtsverhandlung bestritt Seidel ganz entschieden, den Hohmann geschlagen zu haben. Er set in der fraglichen Nacht gar nicht auf der Wache, sondern auf der Streife gewesen. Staatsanwaltschaftsrat Müller hielt aber auf Grund der Beweisaufnahme den Angeklagten Seidel für überführt und beantragte 6 Monate Gefängnis. Auch das Gericht hielt die Straftat für erwiesen und erkannte auf die vom Staatsanwalt beantragte Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Außerdem wurde Seibel auf die Dauer von drei Jahren die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter abgesprochen. Bezirksverband Brandenburg. Genoffinnen und Genossen! Der Bezirksausschuß des Bezirksverbandes Brandenburg beruft hiermit auf Grund des§ 22 des Bezirksstatuts den diesjährigen ordentlichen Bezirksparteitag Jum 11. u. 12. Juli nach Berlin, Prinz- Albrecht- Str.5, Saal 12 ein. Als borläufige Tagesordnung ist folgendes feftgestellt: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. Berichterstatter: W. Krüger und R. Schmidt. 2. Beratung des Organisationsftatuts. Berichterstatter:. rüger. 3. Die politische Lage. Referent: Gen. E. Heilmann, M. d. 2. 4. Die Provinziallandtagswahlen.( Aufstellung der Kandidaten.) 5. Wahlen a) ber Delegierten zum Barteitag, b) der weiblichen Mitglieder zum Bezirkevorstand. 6. Anträge, foweit sie durch die vorstehende Tagesordnung nicht derledigt find. Die Wahl der Delegierten erfolgt entsprechend dem§ 26 des Bezirksstatuts auf den Konferenzen der Unterbezirle nach den den Unterbezirtsvorständen zugegangenen Mitteilungen. Anträge für den Bezirksparteitag find bis späteffens Sonnabend, den 4. Juli, beim Unterzeidneten schriftlich einzureichen. Zur Zeilnahme am Begirlsparteitag find berechtigt: 1. Die gewählten Delegierten der Unterbezirke. 2. Die Mitglieder des Bezirksausidusies und die Rebiforen. 8. Je ein Vertreter der im Bezirk ericheinenden Barteizeitungen. 4. Die im Bezirksverband gewählten Reichstags und Landtagsabgeordneten und die angeftellten Sekretäre. Barteitagsteilnehmer, die Quartier bermittelt baben wollen, müssen dies dem Bezirkssekretariat bis spätestens 4. Juli schriftlich mitteilen. Der Bezirksausschuß. J. A.: Wilh. Krüger, Berlin S 68, Lindenstr. 3. Rundflug 1925. Der letzte Tag. Gestern war der Schlußtag der mit so viel Reflame angefün digten Deutschen Rundflugwoche; er hätte eigentlich ein Höhepuntt sein müssen, das Ganze gleichsam frönen müssen. Wie aber sah es in Wirklichkeit aus? Die Straßenbahnen nach Tempelhof waren am Bormittag nicht stärker als jonft befeßt, ebenso war die Autoftraße zum Flugplatz fast leer. Die Kaffen machten ein schlechtes Geschäft, und die Kontrolleure faßen gelangweilt herum. Auf dem weiten Flugfeld felbft mar taum eine Menschenseele zu sehen, abgesehen von der Polizei, deren Aufgebot mehr als unnötig starf erschien. Die Hize des Sommers brütete auf dem sandigen, von spärlichem Grün unterbrochenen Boden, auf dem ein einziger Sprengwagen einen verlorenen Einbrud machte. Ab und zu, in größeren Bausen, heulte eine Sirene, wie flagenb über diese Dede. Es war das Signal für ein ankommendes Berkehrsflugzeug, das riesige Staubwolten auf wirbelte, in denen minutenlang alles verschwand. Sonst ereignete fich nichts. Erst am Nachmittag tauchten vereinzelte Besucher auf, deren Gefichter Spannung verrieten, die aber bald dem Ausdruck der Enttäuschung, der Langeweile wich. Wo blieben die versprochenen Bo Senfationen? Man fah blok wichtig tuende Männer mit bunten Armbinden umherspazieren, hörte erstaunt Militärmärsche fpielen. man atmete auf, als das Ehepaar Triebner- Hamburg zu feinem fühnen Fallschirmabsprung in die Lüfte flog. Endlich etwas Inter effantes, Aufregendes! Dann wurden wieder Kunstflüge vorgeführt, die unerhört waren als Leistung und deshalb laute Bewunderung erregten. Der Flughafen hatte fich inzwischen ein bißchen gefüllt; doch was bedeuteten diese wenigen Menschen dem großen sportlichen Ereignis gegenüber, das mit Recht erwartet werden fonnte? Irgendein organisatorischer Fehler mußte offenfundig vorliegen. Bon ein organisatorischer Fehler mußte offenfundig vorliegen. Bon einem Erfolg fann also nur die Rede sein, wenn man der waderen Flugzeugführerr gedenkt, vielleicht noch der deutschen Industrie. Denen allein gebührt am Schluß der Veranstaltung Anerkennung! Eine Polizeiwoche. nationalen Polizei technischen Ausstellung statt. Am 7. Juni fand in Karlsruhe die Eröffnung der InterNeben den Reichs, Staats- und Stadtbehörden waren alle deutschen Polizeibehörden und verschiedene ausländische Polizeiverwaltungen vertreten, so Desterreich, Ungarn, die Schweiz, Holland, Dänemart, Finnland, Lettland, Polen, Südflawien usw. In der Eröffnungsrede unterstrich der badische Innenminifter Remmele den Zusammenhang zwischen dieser Ausstellung und den Berpflichtungen, die durch den Bersailler Friedensvertrag der Bolizeiverwaltung des Deutschen Reiches auferlegt worden sind. Die zahlenmäßige Beschränkung der Polizei veranlaßte durch intenfiofte Nuzbarmachung der technischen Fortschritte auf wirtschaftlich rationellter Weise das Ziel der Wiederherstellung der staatlichen Ordnung mit den vorhandenen Kräften anzustreben. Anderseits liefert diese Ausstellung den besten Beweis dafür, wie die Polizei auch in deutschen Ländern ausschließlich den ihr vorlung ist, eine Darstellung der technischen Methoden zu geben. Ihre behaltenen Selbstzweden dient. Die Aufgabe der Ausstel Beschickung durch die ausländischen Polizeibehörden wird die Er. reichung des vom Wiener Polizeipräsidenten Schober aufgestellten Biels erleichtern, dem unheilvollen internationalen Berbrechertum eine universell wirfende Abwehrmaschine entgegenzustellen, damit der Beruf des internationalen Berbrechers nicht mehr lohnt. Nach einer furzen Einführung in das Wesen und den Inhalt der polizeilichen Technit durch den Polizeireferenten des badischen Innenministeriums, Dr. Bort, fonnte die Besichtigung der äußerst reichhaltigen und lehrreichen Ausstellung beginnen. Ueber ihren Inhalt soll noch ausführlicher berichtet werden. | nisterialdirektor Dr. Abegg in ebenso leidenschaftsloser wie fach licher Weise über die neueste Entwaffnungsnote der Interalliierten Kommission, die sich in vielen Punkten auch mit der Organisation der deutschen Polizei befaßt. Die geschichtlich aufgebauten Ausfüh rungen gipfelten ungefähr in folgenden fnappen Säßen: Die preußische Polizeibehörde habe stets das Ihrige zur völlig offenen und loyalen Durchführung der Forderungen der Ententemächte getan. Die Grenzen für diese Durchführung waren allein in den Sicherheitsnotwendigkeiten der Bevölkerung gegeben. Die in der Note aufs neue aufgestellten Forderungen werden fachlich zu prüfen fein, und der offenstehende Weg der Berhandlungen wird Gelegenheit bieten, die Interessen der Polizei und der öffentlichen Sicherheit zu wahren. Ein Fortschritt ist insofern zu verzeichnen, als die neueste Note gegen die Schutzpolizei in ihrer bestehenden Organi sation nichts mehr einzuwenden hat, und daß fie auch die Möglich feit der Kafernierung offenläßt. Für die Notwendigkeit einer Verftaatlichung der Polizei wird in aller Ruhe eine Lanze gebrochen werden müffen. Zum Schluß wies auch Dr. Abegg auf die Karlsruher Ausstellung hin, als auf einen Beweis für die rein fachliche Einstellung der deutschen Polizei, die keine anderen Ziele als die der Sicherheit der Bürger verfolgte. Im Anschluß an die Polizeiwoche findet denn auch eine gemein. fame Fahrt der Teilnehmer zur Karlsruher Ausstellung statt. Der Westen schon wieder ohne Waffer. Die anhaltende Trockenheit hat, wie hier wiederholt festgestellt, in der Wasserversorgung vornehmlich in den der Charlotten burger Wasserwerte 2.-G. angeschlossenen Stadtteilen unhaltbare Zustände geschaffen. Da feit Bochen feine nennens werte Regenmengen niedergegangen sind, ist der Spiegel des Schlachtenfees und der Krummen Lante erheblich gefallen, so daß die Wasserwerfe, obgleich mit unverminderter Maschinentraft gearbeitet wird, diesem Wassermangel machtlos gegenüberstehen. Bornehmlich Wilmersdorf, Schöneberg und Tempel hof haben unter dem Wassermangel zu leiden. Während in den parterre gelegenen Wohnungen noch Wasser, wenn auch in fehr geringer Menge, zu haben ist, müssen die im 3. ober 4 Stod wohnenden Mieter ganz auf die affer. leitung verzichten. Sie find genötigt, einem in der Nähe liegenden Straßenbrunnen das unentbehrliche Naz zu entzapfen. Wie wir bereits in einem früher erschienenen Bericht mitteilten, werden die Leitungen der Feuerwehr von den Uebelständen nicht betroffen. Immerhin fönnen fleinere Wohnungsbrände in den oberen Stodwerfen doch zu Ratastrophen führen. Es ist bringend wünschenswert, daß sich Magistrat und Stadtverordnete einmal ernstlich mit dieser periodisch wiederkehrenden Wasserfalamität, die einer Stadt mit dem gefestigten sanitären Ruf Berlins einfach unwürdig ist, beschäftigen. Die Bluttat in Niederschönhausen. Die Bernehmungen des jungen Baul Bredlom wurden von der Mordkommission gestern fortgefeßt, nachdem man verschiedene Zeugen und den Vater des Mädchens gehört hatte, Nach Angaben der Eltern hatte das Mädchen feine Selbstmordabsichten geäußert. Sie hatte sich noch Kleidungsstüde ausgewaschen, die sie in dieser Woche tragen wollte. Der junge Bredlow hingegen behauptet, wiederholt mit der Ran über einen gemeinsamen Selbst. mord gesprochen zu haben, was auch von der Freundin bestätigt wird. Im Verlauf der weiteren Bernehmungen gab er nach einigen Ausflüchten zu, das Mädchen auf ihren eigenen Bunch erschoffen zu haben. Auch er wollte sich dann das Leben nehmen, fand aber nicht den Mut dazu. Ein großer, welthin fichtbarer Brand befchäftigte gestern nach mittag ftundenlang die Berliner Feuerwehr in der Warschauer Straße 88 Ede Frankfurter Allee 31. Als der Zug 7 gegen 3 1hr an ber Brandstelle antam, standen fchon zwei ausgedehnte Dachstühle des Echaufes mit den Aufbauten in folcher Ausbehnung in Flammen, daß Baurat Folt unverzüglich Mittelfeuer" an alle Bachen melden ließ, worauf die Züge 5, 25, 17, 4 und 2 eine Lichtenberger Bache unter Leitung der Bauräte Marder und Meier schnell ausrüdten. Acht Rohre wurden über die verqualmten Treppen und mechanischen Leitern vorgenommen und fräftig gelöscht. Der Dachstuhl des Edhauses war nicht mehr zu retten. Er brannte mit dem gesamten Inhalt nieder. Auch mehrere Woh nungen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Gestern abend gegen 10 Uhr entstand im Borführungsraum des Theaters am Morigplay Feuerwehr balb gelöscht wurbe. Menschen sind nicht verlegt aus nicht geflärter Ursache Feuer, das von der herbeigeeilten worden. Verzweiflungstat einer Siebzehnjährigen. In einem Anfalle DoN Schwermut, hervorgerufen burch Not, ftürzte fich gestern morgen die 17jährige Hilbegard Schulz aus der im 4. Stoc gelegenen Wohnung in der Rir ch ft r. 11 in Moabit auf den Hof hinab. Ein sofort herbeigerufener Arzt fonnte nur noch den Tob feststellen. Wir erfahren hierzu noch folgendes. Die Mutter der Selbstmörderin, die feit Jahren in der Kirchstraße wohnt, ertranfte schwer und liegt seit Dezember 1924 in der Charité danieder. Die Tochter, die sich ihren Lebensunterhalt als Schneiderin verdiente- der wöchentliche Berdienst betrug 12 M., mehrere dunklen und trüben Zukunft zu der unglückseligen Tat getrieben. Monate war sie Miete schuldig wurde aus Furcht vor der Aus Teltow wird uns mitgeteilt, daß die Protestver. sammlung, die am Donnerstag stattfinden soll. mir von den im Gewerkschaftskartell befindlichen Mitgliedern der KPD. ohne Hinzuziehung der SPD.- Mitglieder beschlossen wurde. Die SPD.. Mitglieder lehnen aus diesem Grunde die Beteiligung an der angekündigten Bersammlung ab. Die Rheinliche Jahrtausendfeier in Berlin ift eine gemeinsame Kunb gebung ber landsmannichaftlichen Berbände des Wetens und Ditens jomie der Berliner frauenberbände. Die letteren veranstalten am 12. Juni eine Nachmittagsvorstellung in der Staatsoper am Königsplay. Eine besondere Note erhält die Feier durch den on schließenden Tee- Empfang im Roll- Garten. Der Aachener Männerberechtigen zum Betreten des Martens und zur Entnahme von Raffec gefangverein wird im Garten einige Lieber bortragen. Die Theaterkarten Tee, Emololabe oder Eis und Gebäd. Rartenbertauf im Boghaus taglt 10 518 6 Ube und an den Theatertassen Bertheim und Bote u. Bock. Der Reinertrag geht zu wohltätigen Zweden ins Rheinland. Die Wattenläufer gerettet. Hamburg, 9. Juni.( WTB.) Die von Hamburger Blättern heute früh gebrachte Meldung, wonach beim Battenlaufen in der Nähe von Rurhaven vier Berfonen ertrunten find, bestätigt sich nach weiteren Mitteilungen erfreulicherweise nicht. Die verunglückten Personen wurden von dem Rettungsboot der Badeanstalt geborgen und von zwei anwesenden Aerzten behandelt, so daß sie sich alsbald wieder erholten. Reisbunb bifer Frontfoldaten, Ditsgruppe Berlin, Besiet Rotb. Donnerstag, ben 11. Sunt, 8 he, in ben Gophien- Sälen, Sophiente. 17-18, Begirisverfammlung mit Damen, Vortrag bes Serrn Chefredakteur Dito Rufchte, M. b. 2.: Bad bet Sinbenburg- Wahl" Am Montag morgen nahm im Bolfsbildungshaus in Frankfurt die 1. preußische Polizeiwoche ihren Anfang, veranstaltet von der Freien Bereinigung für Polizei und Kriminal wiffenfchaft". Anwefend find etwa 450 Bolizeibeamte Dorträge. Vereine und Versammlungen. aus allen Teilen Preußens. Neben den speziellen friminal- und ficherheitspolizeilichen Themen, die behandelt werben sollen, find befonders die Vorträge des Ministerialdirektors Dr. Abegg über Die Auswirtung des Friedensvertrages Don Ber ( ailles auf die deutsche Polizei"; des Ministerialdirektors Dr. Brecht über Bereins- und Bersammlungsrecht": des Senatspräsidenten Dr. Dersch zur Frage Was muß der Polizeibeamte von dem neuen Sozial- und Arbeitsrecht wiffen?"; Prof. Dr. Freu denthal über Berbrecherbefämpfung im fünftigen deutschen Strafrecht" von Intereffe. Dantens und erwähnenswert sind die geplanten Besichtigungen verschiedener großer Betriebe. Nachdem der Schriftführer der freien Bereinigung die Erschieben 12. Juni, Uhr, im Reichenfaat bar 6. Treptower Gemeinbeldute. Milbennenen begrüßt und auf die Bedeutung dieser ersten und der in brush. 56& St., fricht of. Rein über Jugend und Religion Cintritt frei. Butunft Laboristal Ido Uniono, Saturdio 13. Junio excurso ad Petzer Hinter See abwechselnd in verschiedenen Städten geplanten Kenkontrejo: vespere ye 1/6 Görlitzer Fernbahnhot. Lundlo 15. junio kunveno: Preußischen Polizeiwachen hingewiefen hatte, sprach mi vespere ye 8 en yunarhemo, Alte Jakobstr. 136. bliebenen, Ortsgruppe Neukölln, Donauftr. 128, Deranialtet am Donnerstag Der Reichsbunb ber Ariensbeldabigten, Ariegsteilnehmer unb Kriegerbinter ben 11. b.., 7% Uhr, im Botal Sbeal Stafino, Belchfeffre. 8, eine Sintet Bliebenenverfammlung. Dünktliches und reftiefes Erfdeinen allet Ramete binnen ist unbedingt erforderlich. Arbeiter Rabio- Klub, Gruppe Brenzlauer Beza. Donnerstag, den 11. Juni, aufammenkunft ftatt im Gruppenlofal in der Gefchäftsstelle Petersburger Straße 39. Geräte für die Ausstellung mitbringen. Bereinigung für Schal unb Graithungsfragen, Berfin Treptow. Heritag, Arbeitersport. Auf zum Kinderturnfest in Brandenburg! Am nächsten Sonnabend werden mehrere Tausend Kinder per Sonderzug von Berlin nach Brandenburg a. d. H. fahren, um dort mit den anderen aus der Provinz Brandenburg eintreffenden Altersgenossen das erste Kreis- Turn- und Sportfest abzuhalten. Nach den bisherigen Meldungen fann mit etwa 6000 Teilneh mern gerechnet werden. Unsere Jüngsten freuen sich mit Recht auf dieses Feft, fie haben fleißig gespart und geübt, um nun in Brandenburgs Mauern ihre Kunst zeigen zu können. Die Leitung der Veranstaltung liegt in den Händen zuverläffiger und erfahrener Kinderturnwarte, so daß die Eltern ihre lieben Kleinen ohne Sorge ihnen anvertrauen tönnen. Die Arbeiterschaft von Brandenburg bat in ausreichendem Maße für Quartiere geforgt und wird fich der jungen Festteilnehmer in mütterlicher Weise annehmen. Die Elternschaft wird daher gebeten, ihre Kinder möglichst vollzählig an diefem ersten großen Werbefest teilnehmen zu I fen. Durch Bermittlung des Hauptausschusses für Leibesübungen ist den Reftoren der Schulen empfohlen worden, den Kindern de Sonnabend und Montag zweds Teilnahme am Fest freizugeben wollen sich die Eltern eventuell hierauf beziehen. Der Feftort Brandenburg a. d. 5. hat für die Arbeiterturner historische Bedeutung, weil hier die Wiege des Arbeiter. Turn und Sportbundes gestanden hat. Im Jahre 1892 traten hier Bertreter der Vereine aus Brandenburg, Berlin, Köpenick, Rathenow. Belten, Luckenwalde und Finsterwalde zu einem Kongreß zusammen, der die Gründung eines Märkischen Arbeiter- Turnerbundes beschloß. An dieser historischen Stätte wurde auch das 1. Kreisturnfest des Ateises Brandenburg abgehalten. Nun werden unsere Kleinen hier zum ersten Male eine große Heerschau abhalten, um der Deffent. lichkeit ein Bild der fulturellen Tätigkeit der Arbeitersportler zu geben. Die Brandenburger Bürgerschaft wird an den Tagen wohl vollzählig auf den Beinen sein, dafür haben schon die Brandenburger Kinder felbst gesorgt. Sie haben zwei große Propagandaumzüge durch die ganze Stadt veranstaltet mit dem Hinweis auf das Fest und unter dem Ruf:„ Gebt unseren fleinen Gästen reichlich Quartier!" Und die allezeit gaftfreien Brandenburger find diesem Rufe gern gefolgt, so daß die Jungen und Mädels nach ihrer sport lichen Arbeit wie bei Muttern schlafen werden. Das Programm jetzt sich aus Vorführungen der Turner, Schwimmer und Fußballer zusammen. Sonnabend vormittag ist Abfahrt mit dem Sonderzug von Berlin. Nachmittags beginnen die Bortämpfe, und abends findet Empfang der Gäfte und Quartier. ausgabe ftatt, ferner find Sonnabend nachmittag die Mannschaftsund Einzeltämpfe und Borläufe zu den Stafetten. Sonntag por mittag ist für die Generalprobe reserviert; mittags 1 Uhr ist restumzug durch die Stadt nach dem Stadion Grillendamm. Das Nachmittagsprogramm wird mit einem Wettspiel eröffnet, danach folgen die Massenfreiübungen aller Teilnehmer und Borführungen der Be airte, Stafettenläufe und Wettkämpfe der Schwimmer. Am Montag früh ist Badepartie nach dem Freibad Malge am Blauer See und Spiele in den prächtigen Waldungen. Möge nun das Wetter günftig sein, damit das fest zur Freude unserer Kinder und als Pro paganda für den Arbeitersport einen guten Berlauf nimmt. Berliner Arbeiter- Shochlub. Allen Abteilungen nodmals zur Renntnis, Bak Montag, ben 15. Juni, abends 7 Uhr, auf bet Sportolak der Freien Turnerschaft Wilmersdorf, Württembergilde Straße in Wilmersdorf( Mahe Fehrbelliner Plak), die Hauptprobe für die lebende Partie ftattfindet. Alle Genoffen, die mitwirken, müffen pünktlich erscheinen und alles Material ift mitbringen. Arbeiter- Earn und Sportbund, 1. Areis. Rad ben eingegangenen Me bungen aum 1. Rreis- Rinberfportfest in Brandenburg on der Savel pom 13. bis 15. Juni müffen von Berlin aus drei Gonderalige abgelaffen werden. Um eine fanelle Regelung ber, Transporte zu ermöglichen, verfammeln fid bie Rinder bes Turnvereins wichte mit ihren Turnwarten am Sonnabend, ben 18. Juni, vormittags 8.15 Uhr, zum erften Rug auf bem Botsdamer Bahnhof. Fahrlieiter ift für den ersten Rug Genoffe Rarl Rienbaum. Die Rinber abteilungen der Vereine Freie Turnerfchaft Groß- Berlin, Neukölln, Lichten berg, Ober- und Niedeschönepeibe fowie Bantom fahren mit dem zweiten Ruge und verfammeln fich wie oben 8,30 Uhr. Fehrtleiter ift Genofie Fris Arimm. Alle nichtbenannten Vereine verfammeln fich sum britten Ruge an aleicher Stelle um 8,45 Uhr. Fahrtleiter Hir biefen Rug fft die Genoffin A. Bolter. Die Fahrtleiter tragen rote Armbinden und ist ihren Anmeifun gen unbedingt Folge au Teiften. Da im verfenbten Runbidreiben der Fahr stels ein wenin au hoch falfuliert wurde. erfolat fofort nach Erledigung bes Festes mit den Vereinen hinsichtlich biefer Angelegenheit Rildsprade. Rüdfahrt der Rüge wird in Brandenburg bekanntgegeben. Jugendveranstaltungen. Achtung, Hamburgfahrer! Die Gisaftr. 23a. Alle älteren Jungen und Mäbel, bie fidh am Spiel ber Berliner in Hamburg beteiligen wollen, müssen sich pünktlich einfinben. Parteinachrichten Cinfendungen für diese Rubrik find Berlin. 68, Sinbenftrage& für Groß- Berlin Wets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, an richten 7. Reels Charlottenburg. Bildungsausschus: Donnerstag, ben 11. Juni, 8 Uhr, Sigung im Würzburger Sof, Spreeftr. 8. Bucherfreis abrechnen. Heute, Mittwoch, den 10. Juni: 35. 96t. Baut Beschluß des Kreisvorstandes fallen die Rahbabende aus. 38. bt. Der Rahlabenb fällt bet Rreisvertreterversammlung wegen aus und finbet am 17. Juni ftatt. 3. t. 8 Uhr Rablabend in den bekannten Sokalen. 45. bt. 716 Uhr Gruppennerfammlungen: Minnig, Baufter Str. 45, Referent Genoffe Balter: Sebeftreit, Reichenberger Str. 125, Referent Genoffe S0barsfe: Wienaiers. Reichenberger Str. 104, Referent Genoffe Grün: Liebig, Biener Str. 57, Referent Genoffe Giemert. Tagesordnung: 1. Stellung nahme zum neuen Ortsstatut. 2. Aufftellung der Randidaten zum Be airfsian. 3. Flyablativerbreitung der Abteilung. 56. bt. Charlottenburg. 7½ Uhr Abteilunasserfommlung: 1. Gruppe bei Lierfch. Rantfte. 62; 2. Gruppe Solzenborffitt. 20. 96. bt. Reutalu. 7% Uhr Rablabende: 80. unb 88. Bez. bei Lilben, Thomas. ftcake 5: 86. und 100. Bez. bei Müller, Thüringer Str. 5: 93. und 94. Be airt bei räntel, Rogat-, Ede Schierkestraße: 101-103. Bea. bei Bed, Emfer Str. 21. 101. 6t. Treptow. 7% Uhr Rahlabende: 1./2. Beair? bei Stefan, Grockite. 1: 3.- 5. Bea. bet Dettinget, Riefholaftr. 33/34. 1. Bortrag. 2. Organi 102. b. Banmilenwee. Pinch 7½ he außerordentlich mitige Mitolieberverfammlung bei Borgmann, Baumschulen, Ede Riefholaftraße. Tagesordnung: Lichtbilberportrag des Genoffen Dr. Roeder über das 123. fationsfragen Thema„ Die fozialhnaienischen Aufgaben ber Gemeinde". gholfftraße. 9emahlen. bt. Renisbort. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Heiden-- der Schule 124. wbt. Mahlebarf. 8 Uhr Miheliederversammlung bei Anders, Bahnhofffrahe. 125. bt. eigenfee. 7% Uhr Rahlabenbe: 1. Bez. bei Minge, 2. Bez. bei Gallos. 3. Bes. bei Bohlmann, 4. Bez. bei Jäckel, 5. Bea. im Grünen Baum". Spielaemeinschaft ber Sunasozialisten. 7% Uhr bei. Gertrud Einnede, Egeraier. Sundfosiofiffen. Gruppe Charlottenburg: Seim Rofinenstr. 4. Jest 7½ Uhr, ftraße 22, Rufammenfinft der Ruf- und Tanaceupven. Genoffe Burghardt: Die Utopisten". Morgen, Donnerstag, den 11. Juni: 29. t. 7 Uhr Mitaliederversammlung im Altersheim Danziger Str. 62. 85. Wht. Semnelhof. 716 Uhr funktionärkung bei Bufe. Berberfteafie. Wilhelminenhofstraße. Tagesordnung: Bohnungsbau und Wohnungsmirtschaft". Referent Stadtrat Beffen. Rortrag über Rollpolitik. Die Besittsführer erfdeinen Stunde früher. bt. Oberihäneweibe. 7% Uhr Mitgliederverfammlung bei Döntet, 103. 132. Statutenberatung. bt. Bontenburg. 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Klug, Dorfstraße. Junnissialisten. Samburgfahrer! Wir proben abends 48 Uhr in der Schule Gipsift. 23a( Rentem). Alle Genossen und Genossinnen, die am Jugend tag in Sambura teilnehmen, werden gebeten, sich an den Proben für das Spiel der Berliner in Hamburg au beteilinen. Gruspe Renton: Referet bes Genoffen Dr. Rauf Levi über Außenpolitit und Sozialhemo fratie". Mentity 11-12. Die haren Grunnen find herali einenfaben. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation traße ftatt. 26. bt. Die Einäfferung unferes am 5. Sunt verstorbenen Genoffen ehner findet heute, Mittwoch, vormittag 11 Uhr im Krematorium Gericht27. Abt. Gentoffe Soul Sols, Ditaber Str. 12, ift am Sonnabens, ben 6. Suni. verftorben. Ginäfcherung beute, Mittwoch, nadmittag 2½ Uhr im Arematorium Geridtftraße. abend verstorben. Beerbigung heute, Mittwoch, nachmittag 2½ Uhr in 43. bt. Geneffe Bruno Renfet, Schönleinstr. 20, it em ConnMariendorf. Sport. Rennen zu Grunewald am Dienstag, den 9. Juni. 1 Rennen. 1. Rapores( D. Noval), 2. Heimattreuer( Rabendorf), 3. Jdol( A. Pommatid). Toto: 35: 10. lab: 19, 17, 18: 10. Ferner liefen: General Höfer, Blindganger, Drizaba, Da capo, Ganballat. 2. ennen. 1. Rbeintochter( 5. Blume), 2. Graburg( D. Schmidt), 3. Gichlage( H. Brown). Zoto: 21:10. Blag: 18, 14: 10. Ferner lief: Preußenfabne 8. Rennen. 1. Salca( W. Tarras), 2. Lydia( Base). Toto: 12:10. 4. Rennen. 1. Bolfram III( F. Kasper), 2. Garazener( Gorgas). 3. Dioscur( D. Schmidt). Toto: 59:10. las: 26, 19, 17:10. Ferner liefen: Baroneffe, Drdensritter, Le Challenge, Dunft, Heldastein, Stern Schnuppe, Sanguinifer, Aufflärung. 1. Bajur(. Blume). 2. Broßinquifator( Oleinit), 3. Nobelmann( D. Schmidt). Zoto: 36: 10. Blag: 19, 21: 10. Ferner liefen: Beryll, Rardinal II, robsinn. Toto: 16: 10. Ferner lief: 5. Rennen. 6. Rennen. 1. Hora( Thielemann). Sturmnacht. 7. ennen. 1. Stadewitt( Elflein), 2. Saneeberg( Bregner). 3. Jer ( Barga). Toto: 160: 10. Blat 25, 43, 21:10. Werner liefen: Calderon, Schirertlinie, Santa Lucia, Barus, Brandung, Misja, Baltüre. Steher- Derby auf der Stadion- Bahn. Im Dettfen Stadion gelangt am 14. uni das zweite große Rennen für Berufsfahrer und Amateure zum Austrag. Im Mittelpunkt bes Programms steht das Bir proben am Donnerstag, ben 11. Juni, abenbs 48 be in bez Gule Deuil de Sieber Derby, beffen Belegung von felner anderen Bahn übertroffen werden kann. ittig mirb, nachdem er am 17. Mai wegen Strantbeit abfagen mußte, fein diesjähriges Berliner Debut mun mebr am 14. Juni geben und bei biefem erften Start in feiner Baterstadt auf den zurzeit schnellsten beutschen Steber a to all treffen. Um Sawall bas Leben nicht zu leicht zu machen, bat die Direktion ihm nicht nur seinen alten Widersacher Jean Beib, sondern auch den Kölner Rolellen als Gegner gegeben. Die genannten Fahrer werden es mit Lewanow, bem Holländer Blelemolen und dem Schweizer Begmann zu tun haben. Auch die Belegung des Stundenrennens, bem ein 30- km- Rennen borausgeht, dürfte ben verwöhntesten Ansprüchen genügen. Wie am ersten Renntage gelangen wiederum Fliegerrennen für Preisfahrer und Amateure zum Austrag. Achtung! Borgenbenkonferenz ausnahmsweife am Gonnabenb, ben 13. b. m., pfinftlich abends 8 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3. Abteilungsleiter. holt bie Rarten aur Gonnenwenbfeier ab! Nehmt bie noch ausstehenden Abrechnungen vor. Achtung, Abteilungsleffierer! Seute von 5-7 Uhr Abrechnung ber Bei tragsmarken. Jugend voran" und Arbeiter Jugend" find abzuholen. Heute, Mittwoch, den 10. Juni, abends 7% Uhr: Baltenplak: Jugendheim Rigaer Str. 102-103, Bortrag: Demokratie oder Diftature?" tiebrieshain: Jugendheim Groke Frankfurter Str. 106, Bortrag: Bon der Söhle Aur Wohnung". Luisenstadt: Schule Stalfchreiber ftraße 54, Bortrag: Die Geschichte Sambiregs". Suboft( Reichenberger Biertel): Jugendheim Reichenberger Str. 66, Borttag: Wege au Rraft und Schönheit". Tempelhof: Jugendheim Germaniaftr. 4-6, Bortrag: Die Mart Wannsee: Jugendheim Charlottenstraße, Bortrag: Unfere Gegner". Faltenberg: Jugendheim Am Waffenberg 117, Bortrag: Wert des Wanderns". Rieberfchöneweibe: Der Vortrag Entwidlung bes Boltsliedes" tann ecft am 24. d. M. gehalten werben. Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Doffe ftraße 22, Bortrag: Alltagsfragen" Pantow: Die auf heute angefegte Wer veranftaltung mirb verlegt. Räheres wird noch bekanntgegeben. Berbebeairt Renton: Spielen in Treptow, Wiefe 8. Treffpunkt 17 Uhr Treptower, Ede Raifer- Friebrich- Straße. Achtung, alle Rörikfahrer treffen fich auf dem Spielplatz zweds einer Brobe! Arbeitsgemeinschaft Abraham: Heute 7% Uhr Lindenstr. 3. Thema: Nation und Internationale". 味 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftetelle: Berlin S. 14. Gebaftianfte. 37/38. Sof 22. Ramerabschaft Bilmersborf: reibog, ben 12. Juni, im Anschluß an das Turnen, Sauptversammlung der Jugendgruppe in ber Turnhalle ber Oberrealfchule am Seepart unter Leitung bes RameradschaftsDoritarbes. Crfcheinen Pflicht. Bidhtige Tagesordnung. Bug- und Gruppenführer Taben ein. Ramerabithaft Schöneberg- Friebenau: Donnerstag, den 11. Suni, cbends 8 Uhr, allgemeiner Sport und Spielabend auf dem Schöneberger Sport und Spielplak, Rubens, verlängerte Begasstraße, am Selmhola Gymnafium. Das Erscheinen aller, auch ber älteren Rameraben, et wünscht. Ramerablitaft Steglist Jugenbkamerab Böhm ist plöklich verstorben. Einäfcherung am Donnerstag, ben 11. Juni, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Bilmersdorf. Die Rameraden treffen fich um 3 Uhr in Bannerffeibung Marktples Düppelfivake. Kamerabidaft Prenzlauer Berg: Donnerstag, ben 25. Juni, abents 8 Uhr, im Lebiaenheim in bez Tappelallee, Mitgliederver fammlung. Erscheinen familider Mitolieber ift Bficht. Ramerebichaft Treptow, Untergruppe Ober, Rieberichönemeibe unb Johannisthel: Freitag, ben 12. Juni, abends 8 Uhr, im Lotal Räther, Brilden-, Ede Spreestraße, Gikung. Bortrag bes Remeraben Rrell über das Berhalten bes Abels in ben Schren 1806 unb 1807. Borstand und Gruppenführer treffen fich fchon um 7 Uhr in bemfelbert Belal. Pünktliches Erfcheinen aller th Pflicht. Remetab falt openia und Untergruppen: Freitag, den 12. Junt. abends 7 Uhr, Ereffen Rounifer Vlak mit Tambourforps und Fahnen. Abmarfa 74 Uhr sur Merbenerfammlung nach Grünau im Sacerhaus.elebrichshagen fährt Bis Ablinlicher Blek, Grünen und Bohnsaberf erwartet ben Rug an ber Gelinauer Bride, Ramerabithaft Webbing: Gonntag, ben 14. Sunt, findet unfer bleslantines Sommerfest in ben Gefemträumen ber Bodbraueret, Chauffeefte. 64, statt. Gebeten werden Botal unb Snftrumentalfongert unb Beluftigungen aller Art. Eintrittskarten find bei Miller, Uferite. 12, trnd allen bekannten Rameraden fomie an ber Rafe Au haben, Brois inffyfive Sans 80 Bf. Freunde und Gönner laden wir herzlichst ein. Ramerabfaft Bebbing: Donnerstag, den 11. Juni, abends 7 Uhr, Treffen ber Jugendfameraben in ber Turnhalle Lütticher Str. 4.Kamerabfchaft Friebrisbain: Donnerstag, den 11. Juni, abends 7% Uhr, Turnen der ganzen Remerabfchaft der Turnhalle Diestelmenerft. 5. Ramerabfonft Banten mit familien Untergruppen: Donnerstag, ben 11. Juni, abends Thr, Üleben ber Golel Toute im Jugendheim. Dort werden Reuanmeldungen zum Tambourkorps entgegengenommen. Geschäftliche Mitteilungen. In der feit Jahrzehnten wohlbefannien Biener Steppbeden- Fabrik Bern hard Strohmandel, Berlin G. 14, Wallfir. 72, fomie Filialen Spittelmarkt, Ede Seibelitraße, und W., Ritolsburger Blak 2, fafft man fid) cine qut gearbeitete leichte Daunen oder Steppbede an, die sich durch Qualität fomie Breiswürdigkeit auszeichnet. Gelbft gebrauchte Steppbeden werden dort preis. wert aufgearbeitet. Genannte Firma hat neu aufgenommen Metallbettstellen unb Matragen, anerkannt beftes Material. Der neu erschienene illustrierte Breiskatalog wird auf Wunsch gratis zugefandt. ads Briefkasten der Redaktion. 100 D. 8. 100. Reidspräfident 60 000. Gehalt, 120 000 M. Hufmandsent fchädigung: Reichskanaler 33 000 m. Gehalt, 4800. Aufmandsentschädimma, 1788 M. Wohnungsgeld: Reichsminister 29 700 m. Gehalt, 4800 Aufwands. entfchäbigung. 1788. Bohnungsgelb. F. D. 33. Benben Sie sich bitte an den Renivatverband der Angestellten, Berlin SB., Belle- Alliance- Str. 7/10. Weffer für Berlin und Umgegend: Foridauernd troden und vielfach Beiter; febr warm. Für Deutschland: In Süd- und Mitteldeutichland weiterbin sehr warm, im Osten und an ber Rüste nur mäßig warm. Ueberall troden. Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 10. Juni. Wirtschaft Die Wirkung der Getreidezölle. Bon einer dem Handel mit landwirtschaftlichen Produkten nahe stehenden Stelle wird uns geschrieben: Dem Brattifer erscheint es auffällig, baß troß der eingehenden Erörterung der Zollvorschläge der Regierung in der Deffentlichkeit noch nirgends darauf hingewiesen wurde, wie hoch prozentual geremet fich die bevorstehende Belastung zum marktüblichen Preise der Wate stellen wird. Die Anhänger der Zollvorlage nügen den Umstand, daß wir in Deutschland nur Gewichts. und feine Wertzölle fennen, weiblich aus. Man operiert mit einem Zoll von 5 M. wie mit einem recht bescheidenen, taum nennenswerten Betrage, zumal er für das doch immerhin recht beträchtliche Quantaum von 100 Kilogramm berechnet wird. Dabei vergißt man nur hinzuzufügen, daß der zurzeit reichlich überspannte Roggenpreis am Ende des Erntejahres ca. 220 m. beträgt, daß er aber nach der neuen Ernte voraussichtlich nicht unbeträchtlich fallen dürfte, und daß man bei der gegenwärtigen Sachlage mit einem Jahresdurchschnittspreise von 200 m. rechnen fann. Diese Preise gelten für eine Tonne, und da, wie schon erwähnt, der Zollvorschlag von 5 M. fich auf 100 Kilogramm bezieht, beträgt der 3011 für eine Tonne Roggen 50 m., also 25 Proz. des üb. lichen Inlandspreises. lichen Erährung, bei dem allerersten und wichtigsten Artikel, den die Es bedarf keiner Erwähnung, daß bei einem Urstoff der mensch Wirtschaft überhaupt fennt, 3011belastung von 25 Pro3. des Wertes völlig untragbar und eine grundsäßlich undistutable Angelegenheit ist. Keine Regierung der Welt würde es wagen, Ge lasten, und nur der Umstand, daß wir in Deutschland im Gegen treibe mit einem Wertzoll von 25 Proz. zu be. sak zu vielen anderen Staaten noch Gewichtszölle haben, ermöglicht es der Regierung, im Trüben zu fischen und so Zölle in Borschlag zu bringen, die über jedes erlaubte und vernünftige Maß weit hinausgehen. Dan Dabei erscheint es noch feineswegs sicher, daß das Preisniveau des Roggens im tommenden Jahre bei den bis jetzt recht günstigen Ernteaussichten dauernd auf 200 m. stehen bleibt. Im vorigen Jahre hatten wir zeitweise Roggenpreise von 150 m. Sollte dieser Preisstand wieder erreicht werden, so würde sich die Zollbelastung des Brotgetreides sogar auf 33 Bros. stellen! ziehe einmal die Zolltarife der Länder mit Wertzöllen zu Rate und crientiere sich darüber, welche Barengattungen mit 33 Proz. Einfuhrzöllen belastet werden: Es sind stets nur ausgesprochene Qugusartifel, deren Einfuhr vom volkswirtschaftlichen Standpunkte unerwünscht ist und möglichst eingeschränkt werden soll. Nie und nirgends aber wird ein Rohstoff geschweige denn Getreide mit 33 Proz. belastet erscheinen. Ob Getreidezölle überhaupt notwendig und tragbar sind, das ift eine Frage, über die man sehr wohl getrennter Ansicht sein tann. Leider hat man die ganze Schutzoll und Freihandelsfrage in Deutschland von jeher viel zu sehr politisch aufgezogen, statt fie ruhig und fachlich nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu behandeln. Auch in dieser Beziehung hätten wir von den Engländern viel lernen fönnen. Rein geringerer als der berühmte Disraeli, einer der hervorragendsten europäischen Staatsmänner des vorigen Jahrhunderts und Begründer der heutigen Weltmacht. stellung des britischen Imperiums, hat felbst ein überzeugter Schußzölner das Wort geprägt: Freetrade is no principle, but an expediant, auf deutsch: Freihandel( bzw. Schußzol) ift tein Prinzip, sondern eine Zweckmäßigkeitsfrage. Unsere Rechtsradikalen dagegen haben sich daran gewöhnt, Agrarzölle, genau wie die Monarchie oder die schwarzweißrote Flagge, zu einem pol!. tischen Prinzip zu erheben. bas in jeder Lage und zu jeder Zeit richtig und unantastbar ist, wie die Lehre des Pytagoras ober das Weltensystem des Kopernitus. Wie steht es nun aber mit der 3 med mäßigteit ber Agrarzölle, menn man sie loslöst som parteipolitischen Meis nungskampf und fie unter dem nüchternen Gesichtswintel des Balks. mirtes betrachtet? Es ist nicht zu verkennen, daß es auch in Deutschlanb ruhig urteilende Menschen gibt, die der Ansicht sind, daß selbst unter den gegenwärtigen Berhältnissen ein Brotfornzoll von etwa 2-3 m. tragbar und im Interesse der Produktionshebung erwünscht sei. Diese Kreise vergessen leider, daß die gegenwärtige Welt. erzeugung an Getreide von ihrer normalen Höhe noch sehr weit entfernt ist. Rußland, früher neben den Bereinigten Staaten der wichtigste Brobuzent der Erbe, mußte im laufenden Erntejahre gewaltige Mengen an Getreide und Meht importieren, und es ist noch völlig ungewiß, wie sich dort die Dinge im nächsten Jahre entwideln werden. Daß die Sowjetrepublik in nennenswertem Umfange als Abgeber auf dem Weltmarkt auftreten wird, ist nach den bisherigen Erfahrungen faum anzunehmen. Auch in Rumänien ist der Getreidebau gewaltig zurüdgegangen, und die dortige Regierung muß mit allen Mitteln herumegperimen tieren, sei es mit Ausfuhrverboten, sei es mit gefeßlichen Anbauregelungen, um den Bedarf des eigenen Landes sicherzustellen. In der Hauptfache ist die Welt also für ihre Getreidekäufe neben Argentinien auf die Vereinigten Staaten und auf Kanada angewiesen. Aber nach allebem, was man von dort drüben erfährt, scheint auch jenseits des Ozeans das Anbauareal im Abnehmen begriffen zu sein. Man darf nicht übersehen, daß die wichtigsten abnehmer, nämlich die Länder von Mitteleuropa, sich in den letzten Jahren infolge ihrer fortschreitenden Berarmung mit ihren Anfchaffungen gewaltig einschränken mußten. Daß ihre rückläufige Kauftraft auf die Lage des amerikanischen Getreidebaues mcht ohne Einfluß bleiben fonnte, ist am Ende verständlich. Der bekannte Agrarpolitifer Prof. Sering hat gelegentlich der letzten Tagung des Deutschen Landwirtschaftsrates eindringlich darauf hingewiesen, baß eine spürbare Einschränkung des Getreideanbaues sowohl in Kanada als auch in der Union durchaus im Bereich des Möglichen liegt, und daß die dortigen Produttionsbedingungen feineswegs fo erheblich günstiger find, als hierzulande die Befürworter des Hochfchubaolles in ihren Agitationsreben stets gern behaupten. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.30 Uhr nachm.: Märchenstunde. Eva Holberg- Rasp erzählt: Nordische Märchen. 4.30-6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Wir müssen uns also mit der Tatsache abfinden, daß einer Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. ftarten Einschränkung des Getreidebaues eine vermehrte Nachfrage 6.40 Uhr abends: Dr. Rudolf Wegner: Entdeckungsfahrten nach dem Nordpol 7.15-3.05 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Hoch- gegenübersteht, deren Umfang von einer Reihe von Fattoren ab sehulkarse). 7.15 abonds: Abteilung Physikalische Chemie. hängt, die man heute noch gar nicht übersehen tann. Es braucht Dr. M. Volmer: Aus dem Grenzgebiet der Physik und Chemie nur baran erinnert zu werden, baß neben den ungewohnten 4. Vortrag. Chemische Vorgänge und das chemische Gleichgewicht zwischen Gasmoleküllen. 7.45 Uhr abends: Abt. Staatswissen- ruffifchen Kaufen, die den amerikanischen Märtten eine plößliche schaft, Prof Dr. Ernst Wagemann: Konjunkturlehre und Krisen- unb unerwartete Festigkeit verliehen, im legten Jahre auch Japan theorie. 4. Vortrag. 8.30 Uhr abends: Das Theater hinter dem als Abnehmer auftrat, das für die durch die Erdbebentataftrophen Vorhang. Ein Regiebild, ausgedacht und ausgeführt von dem erstörten Reisfelder Erfaglebensmittel fuchte. Unter den gegen Intendanten Leopold Jeßner. Eine Schauspielerin: Käte Dorsch; Ein Regisseur: Alfred Abel; Ein Inspizient: Karl Platen: Einwärtigen Umständen liegt also, wenn irgendwelche Naturereignisse Theatermeister: Fritz Lion; Ein Beleuchter: Albert Florat. die Lage weiter fomplizieren, eine tatastrophale WeltSchauspieler. Zeit: Gegenwart. Ort der Handlung: Ein Schau- nappheit an Getreide durchaus im Bereich bes spielbaus. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, möglichen. Schon jetzt gewinnt man immer mehr den Ein drud, daß die Chikagoer Getreidebörse das Heft durchaus in Händen Theater- und Filmdienst. hat und sich anschickt, ihre Macht auf das rücksichtsloseste auszu-| nußen. Nun wird es natürlich nicht an Stimmen fehlen, die darauf hinweisen, daß bei dieser Weltlage der innerdeutsche Getreideanbau erst recht gefördert werden müsse, und daß das wichtigste Mittel dazu die Schußzölle feien. Nichts falscher als diese An sicht! Denn die Weltmarktpreise, nach denen sich auch die deut. fchen Notierungen richten müssen, nehmen auf die Belange der deutschen Landwirtschaft teine Rücksicht. Das wichtigste Moment ist und bleibt gerade für unseren Ackerbau die Erhaltung der Kauffraft des eigenen Landes und insbesondere die der minderbemittelten Echichten und der Arbeiterschaft. Eine Zollbelastung des Brotgetreides um 25 Proz. fann unter Umständen sehr schwerwiegende Folgen haben, welche die Arbeiterschaft zu neuen ohn= erhöhungen zwingen. Damit aber sind Preiserhöhungen für alle Industrieerzeugnisse unweigerlich verfnüpft, welche direft und indirekt auch die Produktionskosten der Landwirtschaft wieder erhöhen. Dann beginnt von neuem der fehlerhafte Kreislauf, den wir ja noch von der Inflationsperiode her in schaudervoller Erinnerung haben. Alles bisher Erreichte ist in Frage gestellt und die jetzt glücklich gebannten Geister der jüngsten Vergangenheit erheben von neuem drohend ihr Haupt. Produktion ausgeglichen werden kann.„ Wenn diese, so heißt es mörtlich weiter, auch im großen und ganzen ein technisches, in jedem Lande verschiedenes Problem ist, so läßt sich doch im allgemeinen fonstatieren, ob das Manto an Inlandsgetreide groß genug ist, um die beabsichtigte Verteuerung des gesamten Konjums vom allgemeinwirtschaftlichen Standpunkt aus lohnend erscheinen zu laffen." Eigenproduktion und Einfuhrbedarf. Produktion des Jahres 1924 Einfubrüberschuß in Proz. der Eigenproduktion Weizen Roggen Hafer 64,8 9,8 0,3 18.4 30,3 23,5 5,7 0,6 316,3 4,1**) 14,6 in Millionen Duarters Weizen Roggen Hafer Deutschland. Italien 11,7 27,5 42,3 21,4 0,7 3,3 45,2 0,9 1,4 7,1 128,0 25,3 35,3 4,6 29,5 1,6 2,3 4,0 0,6 02 0,3 367,0 6,6 20,2 444,5 109,1 Schweden. Frankreich. Belgien Schweiz England. 11. 5. A. **) Ausfuhrüberfäuß. 374,1 17,6 7,4 154,2 27,5**) 56,2**) 0,2 Mit dieser Uebersicht hat der Verfasser gezeigt, daß bei Deutschland das Manto an Inlandsgetreide, abgesehen von dem nicht ausAchtung! Achtung! Deutschland mit den Agrarzöllen in der Welt voran. Zu den Argumenten der Schußzollfreunde gehört die Behaup. SPD.- Betriebsvertrauensleute Entlassungen in erheblichem Umfange vornehmen. Die Belegschaften der Staatszechen merden gleichfalls hiervon in Mitleidenfchaft gezogen. Hier finden Verlegungen von der einen Schachtanlage zur anderen statt, jedoch will man auch zirka 2000 Mann endgültig ablegen. Die privaten Zechen, die bisher immer noch Leute einstellten, gehen plöglich zu erheblichen Entlassungen über. Auch die Gewerkschaft Thyssen, die bis zuletzt Bergarbeiter über Bergarbeiter anforderte, hat nunmehr, ohne die Fristen der Stillegungsverordnung zu beachten, über 4000 Mann ge= einen weiteren Teil die Kündigung rückgängig gemacht werden. Es fündigt. Hiervon soll ein Teil nach anderen Zechen verlegt, für ist jedoch auch hier bestimmt damit zu rechnen, daß mindestens 2500 Mann endgültig zur Entlassung fommen. Man faßt sich unwillkürlich an den Kopf und fragt sich, wie ein folch plötzlicher Umschwung bei Thyssen möglich sein tann. Bis vor furzem wurden, wie gesagt, Leute über Leute angefordert mit der festen Versicherung, daß die Neuangelegten auf lange Sicht feste Arbeit behalten würden. Es sollen Arbeiter aus der Landwirtschaft eingestellt worden sein, die vom Bergbau nichts verstehen. Nun aber wirft man Massen von Arbeitern plötzlich rücksichtslos auf die Straße. Charakteristisch für Thyssen ist ferner, daß dort im Gegensatz zu fajt allen anderen Zechen gar keine Kohlen auf Lager genommen sind. Schärfer und rücksichtsloser, wie Thyssen vorgeht, geht es nicht mehr. Das Borgehen der Gewerkschaft Thyssen ist aber ein Beweis dafür, daß der planlosen Privatwirtschaft Zügel angelegt werden müssen. Deutsche und amerikanische Landwirte. tung, Deutschland fönne fich den geplanten Agrarzoll schon deshalb und Gewerkschaftsfunktionäre! der amerikanischen Landwirtschaft. Nun erscheint ein aufschlußreicher bebentenlos leiften, weil die anderen tänder ähnlich hohe, wenn nicht noch höhere 3ölle haben. Da es bisher an einem zuverlässigen Ueberblick über die internationalen Getreidezölle mangefte, mar es etwas schwierig, dieser Behauptung einen wirkungsAm Montag, den 15. Juni, abends 7 Uhr, in den Musikerfälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31: vollen Gegenbeweis entgegenießen zu können. Das hat sich jetzt ge Große Funktionärkonferenz. wirtschaftlichen Produkte konnten mit der ſtarten Steigerung der ändert. In Nummer 255 des Berliner Tageblatts"( Handelsbeilage) vom 31. Mai 1925 wird ein Auffaz veröffentlicht, der nachweisen soll, wie es mit der zollmäßigen Berteuerung des Brotes in den wichtigsten Konsumländern bestellt ist. In dem Auffah wird folgende Berechnung aufgemacht: Getreideberteuerung durch Einfuhrzölle. ( Bollfäge umgerechnet auf Dollar für 100 kg; Bolbelastung in Prozenten der jezigen Durchschnittspreise amerikanischen Getreides.) Zolliäge Zollbelastung Weizen Roggen Safer 0,83 0,71 0,71 Deutschland ( bis August 1926) Deutschland ( ab Auguft 1926) Italten Schweden Franfreidj Belgien Schweiz. England 11. S. A.. 1,31 1,19 1,19 Beigen Roggen Hafer, 18,05 18,68 18,89 20,59 23,24 30,83 22,79 17,00 19,99 15,5719,33 11,32 6,05 8,03 5,98 7,42 25,91 1,89 2,34 3,11 1,45 0,87 0,77 0,99 0,99 frei 0,72 0,31 0,31 0,38 0,38 0,90 0,12 0,12 0,12 frei frei frei 1,54 0,56 1,03 24,21 10,93 26,68 Diese Berechnung läßt auf den ersten Blid erkennen, daß die Schuzzollfreunde mit der eingangs erwähnten Behauptung im Irr. tum find. Werden die geplanten Schutzölle Tat: fache, spielt Deutschland die führende Rolle in bezug auf die Agrarzollpolitik. Die Berteuerung des Brotes wird in der llebergangszeit bis zum 1. August 1926 durchschnittlich 13 Proz. und von diesem Zeitpunkt an unter der Borausfehung ungefähr gleichbleibender Getreidepreise mindestens 22 Proz. ausmachen. Nur Italien und Amerita tommen bei Weizen um ein Berschwindendes höher. Außer dieser Berechnung wird in dem Aufsatz des Berliner Tageblatts" noch gezeigt, wie das Verhältnis zwischen Er zeugung und Verbrauch in den einzelnen Ländern ausficht. Das wird für notwendig gehalten, weil sich der Artikelschreiber sagt, die Wirkung eines Getreideinfuhrzolles auf die Volkswirtschaft hängt wesentlich davon ab, in welchem Umfange die Verteuerung des gesamten Getreidekonsums durch eine Steigerung der inländischen Tagesordnung: 1. Die neuen Steuern und die Zollvorlage. Referent: Dr. Baul Herz, M. d. R 2 Aussprache. 3. Wahl von drei Bertretern in den Bezirksvorstand. 4. Verfchiedenes. Einlaß nur gegen Vorzeigung des Barteiausweises. Das Betriebssekretariat. Das Betriebssekretariat. schlaggebenden Weizen, verhältnismäßig gering ist. Unsere Haferproduktion reicht bis auf 0,3 Proz. zur Dedung unseres eigenen Bedarfs aus. Trotzdem hat man für dieses Produkt einen vorläufigen Zoll von 18 Broz. und einen endgültigen von 31 Broz. des gegenwärtigen Preises, also den höchsten in der Welt be stehenden Haferzoll oorgefehen. Der Roggen, von dem uns nur 10 Broz. unserer Produktionsmenge an dem Bedarf fehlen, wird zunächst mit 14 Pro3., später mit 23 Pro3. verteuert. So etwas ist in feinem anderen Lande zu verzeichnen. Frankreich, das zum Beispiel noch 25,3 Proz. zu der von ihm erzeugten Roggenmenge einführen muß, weist nur eine Zollbelastung von 6 Proz. auf. Die Schweiz, die 374,1 Proz der im Lande erzeugten Hafermenge 3,11 Broz. vom Auslande kaufen muß, fennt mir eine Zollbelastung von Bei einer solchen Sachlage fann uns fein deutscher Landwirt einreden, daß für seine 3ollmünsche nur sachliche, durch den Stand feines Unternehmens beeinflußte Erwägungen maßgebend find. Er will die Zölle, wir sprechen es offen aus, weil ihm der Profit bei den jezigen Getreidepreisen nicht hoch genug ist. Das erkennen mir und deshalb lehnen wir den Schuzzolltarif ab. Stillegungen im Ruhrgebiet. leber die neuesten Zechenstillegungen im Ruhrgebiet von Hamm bis Mörs und zwischen der Ruhr und Lippe wird uns folgendes geschrieben: In den Rämpfen der jüngsten Tage um die Agrarzölle beriefen fich deutsche Landwirte sehr oft auf ihre rückständige Lage gegenüber Auffaz von Zander in Wirtschaft und Technit", aus welchem flar hervorgeht, daß die volkswirtschaftlich gewiß günstigere Lage der amerikanischen Landwirtschaft vom privatwirtschaftlichen Gesichtspunft aus gesehen ein ganz anderes Bild zeigt. Die Preise der landLöhne und Gehälter in den Vereinigten Staaten nicht lange Schritt halten. Besonders drückend wirkt auf die Lage der amerikanischen Landwirte die Tatsache, daß der Boden durch Kriegsspekulation star? überwertet wurde und die hohen Zinsen aus den erzielten Breisen schwer bestritten werden können. Das Schutzbedürfnis der Farmer wird heute allgemein anerkannt, doch fönnen die Zölle als Mittel dazu faum auf großen Erfolg rechnen. Vielmehr liegt die Lösung in der Intensivierung der Bandarbeit, und zwar durch elektrische Kraft, die auch tatsächlich durch die Verbreitung des Ford- Traktors immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dieser Weg wäre gewiß auch für Deutschland zu empfehlen, wo die neuen Fortschritte der Technik auf diesem Gebiet noch lange nicht ausgenügt find, und wodurch nach Meinung von Sachverständigen eine Steigerung der Produktion um 15 bis 20 Prozent leicht zu erreichen wäre. Das Kapital zur Neuinveftierung wäre auch ficher leichter von Amerifa zu bekommen, ver fchlösse sich Deutschland nicht durch seine neue Zolpolitik gegen das gesamte Ausland. Bedeutende Befestigung des französischen Frank- Kurses. Die Ankündigungen des französischen Finanzministers, der spekulativen Bewegung des französischen Frank unter Anwendung des Restes der Morgan- Anleihe entgegenzutreten, ist heute anscheinend zur Ausführung getommen. In London wurde vormittags der französische Frank mit 99,30 gehandelt gegenüber einem Bortagsturje von 100,60. Ob diese Befestigung von Bestand sein wird, bleibt abzuwarten. Das Reichsfinanzminifterium teilt mit: Die Bestimmungen über die zollfreie Einfuhr gewisser oberschlesischer Erzeugnisse( Konfingentswaren) treten mit Ablauf des 14. Juni 1925 außer Kraft. Waren der genannten Art, die nach diesem Zeitpunkt zur zollamtlichen Schlußabfertigung gestellt werden, haben beim Borliegen der sonstigen Boraussetzungen( Ursprungsnachweis usw.) nur dann An Spruch auf zollfreie Ablaffung, wenn einwandfrei nachgewiesen wird, daß sie die Grenze vor Ablauf der erwähnten Frist( 14. Juni 1925, nachts 12 hr) überschritten haben." Abbau in der ungarischen Eisenindustrie. Infolge der allge. meinen wirtschaftlichen Depression sezen die industriellen Betriebe die Herabsetzung ihres Personalbestandes fort. Am größten ist der Abbau in der Eifenindustrie, wo in den letzten Monaten 6000 Arbeiter, das sind nicht weniger als 15 Proz. des gesamten ArbeiterDie Stillegungen, die fich nicht mehr auf die fleinen füdlichen Randzechen beschränken, sondern auch auf die mehr weft fid), nordwestlich und östlich gelegenen Zechen ausgebreitet haben, wirfen umjo besorgniserregender, weil auch leistungsfähige Zechenstandes, entlassen wurden. Kinder- Woche Mengenabgabe vorbehalten KinderBadewästhe Badelaken tüp vorzüglicher weisser Frottierstoff... für Badelaken Kinder guter Kräuselstoff... Badetrikots Kinder schwarz mit farb.Einf., Länge 60-75 cm Badehauben guter Gummi, schöne Verzierungen in vielen Farben.... 95 165 295 3.40 4.504 145 bis 175 95.150 250 für Damen und Badeschuhe Herren, aus gatem Leinen, mit fester Leinen- od. Gummisohle, Paar Streifen für Kleider, auf hellem 165 Fond Meter reine Wolle, mod. Muster..... 245 Musseline..... 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Dazwischen fahren Prioatautos — mestt Ford-Waaen—, in der Mehrzahl von den Besitzern oder deren Frauen selbst gesteuert, sast ohne ein Hupenzeichen durch die '/Icnge der Radfahrer. Kopenhagen ist die Stadt der Ruh« und Gemütlichkeit. Nie erlebt man Szenen, wie z. B. aus unseren Post- ämtern. Man wird auch, obgleich inan eine fremde Sprache spricht, »i den Läden nie unfreundlich, sondern höflich und zuvorkommend l �handelt. Geht man abends ins.Tivoli'(dem ältesten Per- gnügungspark der Welt), so fühlt nian mit Staunen die menschen- und klosseneinigende Macht der Fröhlichkeit. Man trifft dort An- ar hurige oller Stände, Menschen jeden Alters. Erlebt man doch, daß Großmutter. Mutter und Enkel zusammen ins Tivoli gehen! Die Eintrittspreise sind sehr niedrig, so daß«, sich jeder leisten kann, dort ein paar Stunden zu verbringen. Pantomime, Seiltänzer und Akrobaten, großartiges Feuerwerk unterhalten den Einen,«in Anderer hört in den Konzertsälen gute Musik, von Künstlern au». ü-führt. oder setzt sich an den bunt beleuchteten See, um fern dem Alltag seine Sorgen zu vergessen. Auch die Umgebung Kopenhagens wird viel besucht. Die Reize emes riesigen uralten Waldgebietes, das von Wild in unzählbaren Mengen bevölkert wird, üben einen großen Zauber auf Großstädter auf. Deshalb ist der weltberühmte Tierpark, nordlich Kopenhagens eelegen, Ziel und Erholungsstätte von vielen. Das Leben dort sonntags in der freien Natur, so tief im Walde, in unmittelbarer ?läh« des Meere-, ist von unvergleichlicher Harmonie und Fröhlich» seit. Sind auch die Züge der Elektrischen abends überfüllt(so wl« bei uns!), bleibt doch die Stimmung freundlich und gemütlich. Schweden. Nur wer einmal ein paar Tage hintereinander in den bequemen Eisenbahnwagen Schweden» viel« Hunderte von Kilometern weit das Land durchsährt, kann sich«ine Vorstellung von den Wäldern riachen, die die» riesige Gebiet erfüllen. Ungeheure Seen(wie der Siljanfee. der den Siornbergersee um das<'/bsache an Größe über- t-isst) sind voll von Stämmen, die dort lagern: manchmal sieht man „das Wasser vor lauter Bäumen nicht". Und die Vorstellung von Wasserkraft wird erst lebendig, wenn man dort oben in Lappland» Einöden den großen Seesoll gesehen und gehört hat, wo die Kunst de» Ingenieurs den riesigen Strom durch Staumauern absängt und in einen in die Felsen gehauenen Tunnel hineinstürzen laßt, daß er in einer Halle von etwa 100 Meter Länge, 80 Meter Höhe und Breite Turbinen antreibt, die die Krast für die Elektrisierung der ganzen Lapplandbohn geben. Hier liegt die andere Kraftquelle de» Landes: i is Erz! Um es zu gewinnen, braucht man zunächst nicht viel Mühe: der Abbau ist meist oberirdisch, e» wird gesprengt, der Stein l«steht zu fast zwei Dritteln aus Erz. Nur der Abtransport wäre i.-egen der Länge des Weges kossipiclig, wenn man nicht eben diese Naturlräfte hätte Der Wohlsland des Landes ist augenfällig. Der Zuschnitt der Ernährung und Lebenshaltung ist märchenhast für unsere Begriffe. Das Leben ist allerdings recht teuer: vor allem in Stockholm muß man noch mehr als in Berlin zahlen, nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Gebranchsgege,-stände. Dasür ent- s-hädigt den Reisenden die entzückende Lage der Stadt, die Kunst- f hätze und da» herrliche Freilustmuseum Skansen, da» hoch über der Stadt, die auf lauter Felseninseln inmitten der großen Wasserflächen l egt, aufgebaut ist; teil» Vergnügungspark, teil» Zoologischer Garten und Volksmuseum mit oll den alten im Original ylngeschafs- um Dokumenten, wie Holzhäuser aller Typen und Zeiten. Webereien nnd andere kunstgewerbliche Gegenständen: dann aber mit lebendigen Demonstrationen alter Volkstanze in den wundervoll sarbigen Trachten. Dolksstücke. Musikvorsührungen u. dergl. Und in einer halben Stunde ist man mit der Bahn im Seebade„Saltsjöbaden", r:o unzählige Stockholmer Erfrischung suchen. In ein paar Stunden �anrpfcrsahrt über die Ostsee erreicht man da, alt« Wisby mit seinen starken, romantischen Erinnerungen,«in vergessenes Bineta, dessen n-ch heut« ragende Steinmauerumwallung einst die blühendste Handelsstadt schützen sollt- und heut al» Ring weit draußen dos zu- «ammenaeschrumpfte still« Städtchen und herrliche Kirchenreste um- chbt Am meisten aber liebt der Schwede„Dalarne, was aus Z rutsch.Täler' heißt. Dort werden noch die urallen Sitten und romantischen Trachten wie in der Urväterzeit gewahrt, hier sagt der Lauer zu jedem, auch zum König, du. Und die alten Zeiten werden so lebendig, wie sonst etwa im Historischeit Film, wenn am Sonntag die Kirchboote über den Siljansee die farbenfrohen Landleut« heran- bringen. Solch em langes Boot mit seinen kurzen 12 bis 14 Rudern trieft von Farben, wie die Bilder von Zorn, der ja hier gelebt und geschaffen halt. Zorns Besitzung ist teils heute Museum, teils Sitz Wenn ste etwas erreichen wollen— .wenn wir nichi die Hochschutzzölle bekommen, müssen wir die Löhne herabsetzen und ei« Heer von armen, bedürf. «igen Arbeitern entlassen!" und wenn fie es erreicht haben. .Die Hochschuhzölle find da! wenn Ihr nicht mit einer vetlätwerung der Arbeitszeit und heraosetzung der Löhne etuverstandea seid, könnt Ihr gehen!� einer Handfertigkeitsschule. Solche.Haussleiß-'Schulen(um den schwedischen Ausdruck genauer wiederzugeben) dienen überall im Lande den Traditionen des asten, im Volke wurzelnden kunstgewerb- lichen Können», da» hier ebenso hoch steht, wie die Allgemein- bildung und da» Bolkshochschulwes-n. Norwegen. Man hat seinen Koffer ausgepackt und will da» Hotelzimmer verlassen. Wo ist der Schlüssel zum Abschließen? Er fehll, und die Leute im Hotel verstehen gar nicht, wozu man ihn haben will. Es gibt ja überhaupt keine Zimmerschlüssel! Ist das ein Märchen aus alten Zellen? Nein, sondern das ist Norwegen! Wie vor dem Kriege herrscht hier die alte Ehrlichkeit, die Selbstverständlichkeit, daß nichts wegkommt. Und wenn der Reisende in einem der Neinen Orte aus Losoten oder noch weiter nördlich übernachtet, so lernt er ein wahrhaft paradiesisches Leben kennen. Während de» Tage» wird er wiederholt gefragt, ob er innerhalb der Pensionsverpflegung irgend etwas extra haben will. Dort kennt man keine Knappheit an Lebens- mittel«: auch der wirtschaftlich weniger gute Gestellte braucht nicht zu darben: das Meer ist übervoll von Fischen. Milch gibt es in Fülle, Eier, Käse und das eigentümliche trockene Knäggebrot steht überall zur Verfügung. Ich habe einmal an einem Tage(aber ganz unter uns!) acht Eier zu essen bekommen. Und welche Preise! In Tromso kostete«ine Portion Kaffee, so schwarz, daß sie in Berlin als.Mokka' serviert werden würde, inklusive Sahne und Zucker a Discretion für zwei Personen zusammen: 36 Pfennige! Und dabei saß man hoch über dem Mcer auf einem bezaubernden Aussichtspunkt in einen- allerliebsten kleinen Gasthaus inmllten riesiger Haine und Gärten, durch die man die Gletscher jenseits der Fjords herüberleuchten sah. Daß die Zell auch sonst spurlos vorübergegangen war, bewies ein Oeldruck auf der Veranda: er zeigte— den Platz vor dem Schlosse in Berlin, und auf dem Balkon stand im Kreise'seiner werten Familie Kaiser Wllhelm und erklärt«, daß er keine Parteien mehr kennel Im übrigen hat sich offenbar kein Besucher bisher daran ge- stoßen, obwohl jetzt natürlich mehr Nicht-Dcutfche hinkommen, als vor dem Kriege. Aber wo ich auch Engländer. Amerilaner und sonstige Ausländer dort traf, niemals fand ich«ine Unfreundlichkeit von feiten dieser Reisenden. Auch die Norweger selbst sind von der gleichen, ruhigen Zuvorkommenheit gegen uns Tentschc, wie früher. Die Nertehrsoerhältnisse sind bester: neue Dahnlinien, viele Auto- reuten an Stelle der früheecn Wagenrouten, gute Dampferverbin- düngen führen durch dies« bezaubernden Gegenden, die noch die Urwüchsigkett der Natur, unverdorben durch die Ueber-ahl der Menschen und Touristen dokumentieren. Man vermißt dort den deutschen Naturfreund, der offenbar jetzt trotz des demokratischen Zuschnitts der Norweger seine Schritte lieber nach dem Süden lenkt. Der Unterschied zwischen nordischem und romanischem Leben wird einem immer klarer, je öfter man in Norwegen« wundervoll« Landschaften kommt. Noch immer baut man dort oben die roman- tischen Holzhäuser mit bunten, leuchtenden Farben, noch immer tragen die rauschenden Flüsse zahllose Stämme dem Meer« zu, noch blüht der Fischfang. Doch das Segelboot wird nun vielfach durch den Motor ersetzt, obwohl der Norweger im Bewahren seiner Stamme»- gewohnhellen sonst recht konservativ ist. Und die Einsamkeit des gewalligen Gebirge», die ihre Gletscher fast in» Meer senden, geben zusammen mit den Gewalten des Ozeans an der Westküste die größten und reinsten Natureindrücke in Europa. Luftfahri-Anschauungen vor 60 Zähren. Schon in den sechziger Iahren des vorigen Jahrhunderts trug man sich mit dem Gedanken, den Atlantischen Ozean im Luftballon zu überqueren, und aus diesem nicht zur Ausführung gelangten Projekt entstand eine weitgreifende Betrachtung über die Möglichkeiten, mit einem Luftballon gegen den Wind zu fahren. Einer solchen kritischen Betrachtung sind die noch. folgenden Bemerkungen entnommen, die erkennen lassen, daß man sich wohl klar darüber war, was noch zu erfinden fei. um dem Men- schen die Herrschaft über die Lust zu verleihen. Es heißt da:„Der Wasserstoffballon ist auf ewig dazu verurteilt, m i t dem Winde zu gehen. Solange es nicht gelingt, statt des Dampfes eine andere be- wegende Kraft zu entdecken, und zwar ein« solche, die viel wirk- sanier, weniger gefährlich, wohlfeiler und von einer im Gewicht viel leichteren Maschine zu erzeugen ist. um durch kräftigen Druck und durch Ausdehnung der Lust ein Lustschiff zu bewegen: solang« wir serner nicht einen Baustoss finden, der leichter und doch fester als der Knochen des Bogels sst— solange bleibt das Luftschiff mit freier, vom Winde unabhängiger Bewegung ganz unmöglich. Einige Stimmen hoben sich dahin ausgesorochen, daß»ine Flug- maschin« für ein« einzelne Person, selbst unter den setzt bekannten Bedingungen, möglich sei.' Di« nun folgende Beschreibung einer solchen gedachten Flugmaschine mutet uns natürlich sehr„vor- sintflutlich' an. Ein Mann soll durch Arme und Beine einen Mecha- nismus bewegen, der durch ein System doppelter Windmühlenflügel gehoben wird, während ein kleiner Wasserstoffbollon darüber schwebt. Ein solcher Ballon brauchte nicht mehr al» g Fuß im Durchmesser zu halten, könnt« also in jedem Hause untergebracht werden. Mit dem Winde hoff« man ein« englische Meile in zwei bi» drei Minuten zurückzulegen. Die Handhabung de» Apparates wäre ein« Erholung und«ine gymnastische Hebung, verbunden mit großem Vergnügen. Begreiflicherweise haben aber selbst die wagehalsigen Amerikaner aus dieses. Vergnügen' verzichtet. hundert Zahre Benzol. Das Benzol ist jetzt 100 Jahre alt. Es wurde im Jahre 182ö von dem Physiker Farday entdeckt. Dieser kam zu seiner Entdeckung dadurch, daß er das Leuchtgas einem sehr hohen Druck unterwarf. Da» Benzol wird aus den sogenannten Leichtälen de» Steinkohlenteers gewonnen. Wahrend des Krieges spielte es als Ersatz für das Benzin eine wichtige Rolle. Die Segegnung. 2s Don Max Hernnann-Zkeitze. (0oprrt»kt ms SCena»ottschall Verla«. Setlln.) Dorb» Halle schon unwillkürlich den Kurs zum Kloster ge- nommen. ärgerte sich über die eigenen Füße, die ihn so selbst- verständlich in» Gehege der Mönche sührten, machte automatisch die Geschichte mll dem Weihwasser, sah sich um. Richtig, mau konnte kommen, wenn man wollte, diese alten Schachteln hockten immer in den Kirchenbänken. und. aha. er pfjsf durch die Zähne, seh ich recht, liebte da nicht am Beichtstuhl die Friseurstochter, die am Schluß der Theatersaison mit dem Heldenspieler ausgerückt war. soso war die wieder zurückgekehrt und tat nun Buße in Sack und Asch«, recht so. recht so. Da» Geld war wohl oerbraucht, was sie dem Alten aus der Kasse geklaut hatte, und der Herr Galan hatte nun weiter kein« Derwendung mehr für sie gehabt, eine saubere «ugage. diese Komödianten, na. nun hotte e» wohl Senge gelebt ' Hause, ihm wurde ordentlich wohl bei der Vorstellung. Und er r.-ar wahrscheinlich der erste, der sie wieder gesichtet hatte: da konnte er doch seiner Frau ein« Neuigkeit mitbringen, das macht Laune. � wenn das seine Tochter wäre, der wollte er zeigen, was eine 5'«ke ist es pfiff ihm angenehm kitzlig in den Ohren, und die Haar« b ckte sich das Luder auch abschneiden lassen, die verrückte Person. di» soll so was heißen. Das kommt davon, wenn der Dater Theater- srileur ist. ihm tonnte natürlich so wa» überhaupt nicht passieren mit seinen Kindern!—,.„.,_ �„ Ha« was heißt: tonnte mcht. wie stand»»m Arüir, den Schlmmll iraend etwas stimmte da doch nicht ganz, kleine Marotten. gottlob, nktn» Schlimmes, etwas Lelesieber �. Aber Word, betete doch rasend in sich hinein:.Lieber Gott, laß den Artur It.rist wer- den. alle Examina beizeiten bestehen, laß ihn den Sohn von Pro- sessor Wiedemann überflügeln, trank Srgern sollen sich alle darüber. ma» au, meinem Sohne wird, laß'hn Swatsanwalt werden, gib ihm«Inen schönen Sensallonsprozeß, laß ihn einen auf den Tod brinaen, daß er avanciert!' Dann macht« er mit einem Ruck kehrt, wie um dem Neben Gott c-st keine Zeit zu einem Nein zu lassen, erl-diate die Weihwasser-! oontomime beim Sustritt ganz slüchtig und schöpfte, wieder auf � der Straß« draußen,«es Atem, als entrönne er eben einer un- endlichen Strapaze Und in einer Art Aberglauben vermied er es, von nun an noch einmal an das Thema Sohn zv rühren. Ohnehin war das Vorher- gehende so anstrengend für ihn gewesen, daß es ihm zunächst einmal sehr gelegen kam. eine Weile überhaupt an nichts zu denken. Auch hott« er sich jetzt wohl einen kleinen Imbiß verdient. Er zog also die Wurst au» der Tasche und ein« halb« Semmel und biß mit schmatzendem Behagen zu. Am Zaun der halbverfallenen Baracke, die zur Ziegelei gehört«, watschelte ein holbnockte» Kind herum, hielt inn«, als es des Klempnernteisters ansichtig wurde, und bewegt« sich, ohne einen Blick von seinen Kinnbacken zu lassen, auf den Kauenden zu. Word» bekam eine fabelhast« Leichtigkeit in seinem Schritt, bloß schnell vorbei, man soll erst kein Herzeleid machen: zu Hause hatte er'» auch nicht gern, wenn sein Sohn merkte, daß dem Dater etwe» Besonderes gebraten wurde,.Kinder müssen frühzeitig verzichten lernen', pflegte er zu sagen. Nun war er sowieso mit der Wurst fertig, Semmel war halt immer zuviel da. von der halben blieb noch ein gut Teil übrig, da er gerade an der Eholerakapell« war, legte er da» Stück.«» Göll zurückzugeben, in ihre Nische, die für Kinder und Tiere unerreichbar war, und wo schon eine ganze Menge ähnlicher Gaben schimmelte. Eigentlich könnte man mal bei dor Gelegenheit aus den Kirch- Hof gehen, sehen, was das Grab von der Else macht, ob die Gärt- ner sich auch wirtlich darum kümmern, Geld genug lassen sie sich geben. Das war sein erstes Kind gewesen und nach«in paar Wochen wieder gestorben, wie hatte die Frau sich gebarmt und gerungen. Tag und Nacht auf der Erde gelegen und von Gott ein Wunder gefordert,'« war schon ein exzentrisches Wesen seine Therese, immer. hin, warum verzweifeln, man war noch jung, hatte sie so wenig Zutrauen zu ihm? Da» Kind hotte man doch kaum gekannt, es war Überhaupt noch kein richtiger Mensch, und Schmerzen hat's Gott sei Dank auch nicht gehabt, es schlief sich so ollmählich hinüber. und nächstes Jahr war der Junge schon da, man muß nur nicht gleich die Büchs« in» Korn werfenl Dem Embryo einen Grabstein zu setzen, das war auch so eine Marotte von ihr, aber sie hatte dar- aus bestanden, kenne sich wer in den Weibern au», wenn'» nach ihm ginge, würde auch Jahr für Jahr längst nicht mehr die teure Grabpflege bezahlt, aber darin ist Theres« komisch, und sie Hot«inen harten Schädel, was sie sich einbildet, setzt sie auch durch. Er wun- dert« sich eigentlich immer wieder, nun doch der Junge groß ge- worden war und sich so gut mit ihr verstand und an ihr hing, leider mehr als an ihm, trieb sie noch weiter den Kull mit dem Grab«. Cr schob mit dem Stock den Efeu vom Denkmol. da» ein auf- geschlagenes Gebetbuch darstellte,»in paar Käfer trippelten hastig davon» einen erwischt« des Manne» Fuß noch:»Verdammtes Un- geziefer!', dann erinnert« sich Mords, was die Lag« erfordert, nahm feinen Hut ab und stand«in« Welle so, jetzt wäre sie sechzehn, siebzehn Jahre, wer weiß, was sie einem für Sorge machen würde, vi-ll-icht auch so eine wie die Friseurstochter, und dann die Plage mit dem Berheiraten. am Ende blieb sie einem auf dem Hals«— so ist es schon besser..Sondern erlöse uns von dem Uebel, Amen!', er setzte den Hut wieder aus. Wie er den Gang zur Pforte zurückgeht, fällt sein Blick aus das Grabmal für den Theaterdirektor, unwillkürlich muß er lachen, dos war eine fidele Nudel, ihm fällt ein. wie er im„Weißen Röhl' immer zu sogen hatte:„Det Ieschäst i» richtig!', er hört ordentlich die Komikerstimme, und Zoten wußte er. da war man die reine Waise dagegen, srellich, so einer hat es leicht, jede Schauspielerin kann er haben, beneidenswerter Knabe das! Der hatte doch wenigstens was vom Leben! Worbs bekommt richttg ein schnelleres Tempo, die Sonne meint es auch heut gut. auf der Wiese ergehen sich Hühner, und der Hahn schmettert einen richtigen Iuchzer in die Lust. Zeit, daß ma» was zu trinken kriegt: eine Droschke hält vor„Weidmanns Heil', dem Älempnermeister ist's wie eine gute Vorbedeutung. Komisch, daß er den Unsinn nicht vergessen hat,«» war doch wirklich gor nichts Besonderes passiert! Es war leider überhaupt nicht» passiert, und doch stand ihm die Episode noch leibhasiig vor Augen. Da» war setzt gut seine fünfundzwanzig Jahre her. mindesten» fünfundzwanzig Jahre, er war damals noch beim Vater Geselle und hatte sich mal einen freien Nachmittag gemacht. Er und der Langer Gustav— du lieber Gott, wo mochte der Gustel wohl jetzt stecken? Dessen Eltern waren plötzlich gestorben, da zog er fort und blieb verschollen. Man sagt, er wäre in» Ausland gegangen. Ob der sich wohl auch noch daran erinnerte? Also, er und der Langer Gustav, die waren nach den Schieß- ständen spaziert, genau denselben Weg wie heute. Da» heißt, da- mal» sah da» ganz ander« aus, von all den Dillen stand damals noch keine, und die Klosterbrüder waren auch noch nicht dagewesen. Man war mitsochten so hingeschlendert wie junge Leute, die selten frei haben, mit allerlei Gespaß und Gedalber, hatte dort den Stock am Zaune entlang gezogen, um den Hoshund zum Rasen zu bringen, einer Katze, die im Graben schlich, einen Stein nachgefeuert, einem fünfjährigen Hosenmatz den Apfel au« der Hand genommen, getan. als wollte man ihn essen, und al» die Jähre gehörig plärrte, ihr unter Gelächter die unversehrte Frucht wieder in die schmutzigen Pfoten gedrückt.(Fortsetzung folgt.) Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 8: Strawinski- Abend Opernhaus Tägl. 8 Uhr. Leopoldine am Königsplatz Konstantin in 7, U.: Die Bohème Schauspielhaus 71 Rhein. Rebellen Schiller Theater Demimonde 7% U. Glückspilz v.Alexander Dumas Volksbühne Trianon- Th. 7 Uhr Datterich Theater im Admiralspalast Tägi. 8 Uhr: Kurzes Gastspiel der Neger- Truppe Chocolate Kiddies Die berühmtesten farbigen Künstler Amerikas Zum ersten Male in Eurona Central Theater 8: Hilfe, ein Kind ist v. Himmel gefallen Tägi. 8 Uhr Die blaue Stunde Lustspiel von Pelix Josky Kleines Th. Täglich 8 Uhr: Angele Komöd. v Hartleben DerArzt seiner Ehre Groteske v Mongré Komödienhaus 3 Unr Th. d Westens Das Silb. Haninchen Steinpi.931 8U: USCHI Ov Jean Gilbert erpre MK. Berliner Theater 7.45 Uhr: Loni Pyrmont Anneliese v. Dessau Fr. Schulz Gertrude Berliner Th.i.Komm.-Str.co Dish.5080,5083 8/20. Rose- Theater 8 Uhr: D. stürmische Lacherfolg Der ledige Ehemann Durch den Rundfunkis Gartenbühne: Hedda Neuhoff Fritz Beckmann Heinr. Marlow Alice Torning Deutsch. Künstlertheat. Tägi. 8 Uhr Monsieur Trulala Musik von Hugo Hirsch Operettenhaus am Schiffbauerdamm Heute 8 Uhr 734 U.: Rund um die Berolina Casino- Theater Lothringer Str. 37 Tägl.8 Uh Nur noch kurze Zeit Mädels vom Kurfürstendamm Nur noch kurze/ eit das erstkl. bunte Programm! Herrnfeld Der klein. Kappler Theater 3% Le chien qui rapporte Wallner- Theat. Tägl. 8 Uhr Meiseken im Intimen Theater Klabrias- Partie Nen! 2. Teil Neu! Vorher z. 1596. Male Orig.- Klabrias- Part. Wir suchen den Schönsten Bubikopt Das grosse Preisausschreiben des ULAR Näheres morgen in den Tageszeitungen und Kassen Heute, Mittwoch: Jede Dame erhält einen Luftballon als Geschenk 19 Eintritt 50 Pfg. Reichshall en- Theater 8 Uhr: Steffiner Sänger ,, Das Deutsche Meer Leb nde Lieder von Ferdinand Meysel Dönhoff- Brett': Saal und Garten Der berühmte Komponisten- Darsteller Kari Hraun Zoologisdi. Garten Aquarium Gardinen Affen- Sonderschau Sonderangebote Gelegenh.- Käufe Tierkunstausstellg. Tägl. ab 4 Uhr: Gr. Konzert Theater a. 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