fir. 271 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 140 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Pfennig, monatlich 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. Jung und Aleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenstimme" erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenprege. Die einfaltige Nonpareille. geile 70 Pfennig. Reklamezeile 4. Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruďte Wort 20 Pfennig ( aufäffia zwei fettgebrudte Worte). fedes weitere Wort 10 Bfennig. erfte Stellengesuche das Wort 10 Bfennig, jedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Budh ftaben zählen flir zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Bfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 11. Juni 1925 Die Antwort auf den Paktvorschlag. Amtliche französische Inhaltsangabe. Paris, 10. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Havas Agentur veröffentlicht ein offizielles Rommuniqué über den Inhalt der französichen Antwort auf das deutsche Garantieangebot, die, nach dem sie die volle 3ustimmung der englischen Regierung gefunden habe, I am Freitag in Berlin überreicht werden soll. Der Text befinde sich bereits seit Mittwoch im Besizz fämtlicher alliierten Kabinette. Die französische Note sei von Anfang bis zu Ende von dem lebhaften Wunsch diffiert, die Verhandlungen über einen gegenseitigen Sicherheitsvertrag zu einem günfligen Resultat zu führen; sie habe lediglich zum Ziel, genaue ergänzende Informationen zu erlangen, da eine aufmerkfame Prüfung des deutschen Memorandums vom 5. Februar notwendig erscheine. Dies deutsche Memorandum gehe über gewisse Punkte mit einem beunruhigenden Stillschweigen hinweg. Es erwähne z. B. den Bölkerbund, dem Frankreich und seine Silliierten angehören, nicht mit einem Wort. Bevor Frankreich in den Verhandlungen über den Garantiepakt weitergehen fönne, müsse es miffen, ob Deutschland bereit sei, durch seinen Ein tritt in den Bölkerbund unter den ihm von dessen Rat im März d. 3. mitgeteilten Bedingungen die gleichen internationalen Berpflichtungen auf sich zu nehmen wie Frankreich und die anderen Nationen. Weiterhin hält es Frankreich für notwendig, schon jetzt genau zu präzisieren, daß der Abschluß eines Sicherheits vertrages mit Deutschland teine Aenderung der Rechte und Pflichten aus dem Vertrag von Versailles im Gefolge haben fönne, vielmehr dessen Bestimmungen in ihrer Gesamtheit respektiert werden müßten. Das gelte nicht nur für Frankreich, sondern auch für Belgien, das dem Patt, wenn er zustandekomme, felbstverständlich beitreten werde. Der Patt könne fernerhin für beide Länder in feiner Weise geltende Vereinbarungen über die Okkupation des Rheinlandes beeinträchtigen. Die deutsche Regierung habe weiterhin den Abschluß von Schieds. gerichtsverträgen mit den Mächten westlich des Rheins, angeboten. Frankreich erkenne gern an, daß diese Verträge die natürlichste Ergänzung des Rheinpattes bilden, aber es verlange ausdrücklich, daß diese Verträge auf alle Konflikte Anwendung finden und daß sie die Möglichkeit einer bewaffneten Intervention nur für den Fall einer Verlegung des Friedensver= trages hoffen lassen. Um dem Schiedsgerichtsvertrag vollen Wert zit geben, sei es erforderlich, daß dieser von den an dem Rheinlandspakt teilnehmenden Mächten gemeinsam und indivibuell garantiert werde. Für den Fall endlich, daß einer der Kontrahenten, ohne eine feindselige Handlung zu begehen. den übernommenen Verpfichtungen nicht nachkomme, solle der Bölkerbundsrat die ihm zur Sicherstellung der Vertragseifüllung geeigneten Maßnahmen vorschlagen. Die deutsche Regierung habe fernerhin den Abschluß von Schiedsgerichtsverträgen mit allen Staaten, die dazu bereit seien, d. h. insbesondere mit Polen und der Tschechoslowakei, angeboten. Frankreich nehme von dieser Erklärung Kenntnis, mülle aber dazu mit ausdrücklicher Zustimmung Englands bemerken, daß die Alliierten aus den bestehenden Ber: trägen Rechte erworben hätten, auf die sie nicht verzichten könnten und Verpflichtungen( Militärbündnisse! Red. d. 23.") übernommen hätten, deren sie sich nicht entledigen könnten. Diese dürften durch die in Aussicht genommenen Schieds: gerichtsverträge in feiner Weise beeinträchtigt werden. Wenn zwischen Deutschland und seinen öftlichen Nachbarn Berträge dieser Art zustandekommen sollten, jo müffe es allen Signatar mächten des Versailler Vertrages auf ihren Wunsch freistehen, dafür eine Garantie zu übernehmen. Dieses System einer allgemeinen Sicherheitsgarantie habe jedoch nur dann Wert, wenn alle in Aussicht genommenen Abmachungen, d. h. sowohl der Rheinlandpalt wie die verschiedenen Schiedsgerichtsverträge, 3u gleicher Zeit in Kraft treten. Alle diese Abmachungen, die dem Geiste der Völkerbundsatte tonform sein müßten, sollen vom Bölferbund registriert und unter seine Auspizien gestellt werden. Sie sollen außerdem dem Beitritt aller Mächte offengehalten werden, und Frankreich würde es mit ganz besonderer Genugtuung begrüßen, wenn auch die Bereinigten Staaten von Amerika sich eines Tages dazu entschließen könnten. Nur gegenseitiae Garantie! London, 10. Juni.( WTB) Premierminister Baldwin er lärte heute im Unterhaus: Es ist noch fein Sicherheits paft unterzeichnet worden und es wird keiner abgeschlossen werden, ohne daß dem Parlament Gelegenheit zu voller Aus fprache gegeben worden ist. Gegenüber gewiffen Mißver tändnissen in der öffentlichen Meinung stellt sich die Lage bis heute so dar, daß die englische und die franzöfifche Regierung nach jorgfältiger Ermägung aller am 9. Februar der franzöfifchen Regie: | rung gemachten deutschen Vorschläge zu einem vollen Einverständnis über gewisse grundlegende Brinzipien gelangt find, mit denen jedes derartige Abkommen übereinstimmen muß und wobei aller Anlaß zu der Erwartung besteht, daß Bel gien und Italien ihre 3ustimmung geben. Dem Vernehmen nach werden jene Ansichten von der französischen Regierung Deutschland mitgeteilt werden, und wenn die deutsche Regierung dann die Ansichten teilen zu können glaubt, so würde für gegenseitige Verhandlungen über den Bakt zwischen den am Rheinland interessierten alliierten Mächten und Deutschland ein Weg geöffnet sein, und zwar auf dem Fuße der Gleichbe rechtigung. Das ins Auge gefaßte Abkommen hat streng zweifeifigen Charakter und nicht einseitigen, wie es möglicherweise in einigen veröffentlichten Berichten dargestellt worden ist. Sowohl die englische wie die franzöfifche Regierung sind der Ansicht, daß das Abkommen allen Signatarmächten, solange sie bei den Bertragsverpflichtungen bleiben, die größtmögliche Sicherheit geben muß. Andererseits fann der Batt nicht von irgend einer schuldigen Macht ins Feld geführt werden, um sich vor den Folgen eines absichtlichen Bruches ihrer Bertragsverpflichtungen zu schützen. Der Balt wird dem Barlament mitgeteilt werden, sobald Frankreich die Ansichten Englands und Frankreichs in Berlin mitgeteilt hat. Baldwin gab diese Erklärung in Beantwortung der Anfrage ab, ob die französische halbamtliche Lesart des Paftes die ven England gebilligte Vereinbarung richtig darstelle. Im weiteren Verlauf der Sigung fragte Kenworthy, ob sich das Abfommen nur auf das Rheinland beziehe und ob darin Deutschlands östliche Grenzen oder überhaupt Grenzen in Deft er reich( gemeint sind wohl die Grenzen zwischen Deutschland, Deutschösterreich und der Tschechenrepublik. Red. d.„ V.".) irgendwie erwähnt würden. Baldwin erwiderte, es sei besser, über den Batt erst zu sprechen, wenn der Staatssekretär des Aeußern( Chamberlain) zurückgekehrt sei. Es sei sehr schwierig, die von Ken worthy berührten Bunfte zu erörtern, ohne in großer Länge auf das Dokument selbst, das noch nicht veröffentlicht werden könne, einzugehen. Der Patt unterscheide sich in keiner Hinsicht von dem, was der Staatssekretär des Aeußern dem Hause bereits mit geteilt habe. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Postfcheckkonto: Berlin 37536 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Ein schwarzer Tag. Die latente Krise der Wirtschaft. Vor wenigen Tagen wurde die deutsche Oeffentlichkeit durch die Nachrichten über die innere Krise des StinnesRonzerns und die Bildung eines Sanierungskonsortiums der Großbanken und der namhaftesten Privatbanken unter Führung der Reichsbank alarmiert. Die Vorgänge an der geftrigen Börse sind eine zweite Alarmierung. Ein schwarzer Tag für die Berliner Börse- anders fönnen diese Vorgänge nicht charakterisiert werden. Seit dem Bekanntwerden der Krise im Stinnes- Konzern hat sich die Börse nicht wieder erholt. Die Kurse der schwerindustriellen Bapiere fanten stetig. Gestern trat ein allgemeiner großer Kurssturz an der Börje ein. Er erstreckte sich nicht nur auf die Papiere der Unternehmungen, die in engem oder losem Zusammenhang mit dem Stinnes- Konzern standen. Er era griff nicht nur alle schwerindustriellen Werte. Der Kurssturz wurde allgemein. Die Kursrückgänge betrugen bis zu 15 Proz. Es verloren Stinnes- Werte etwa 6 Proz., die Werte des Klödner- Konzerns etwa 9 Proz., die Aktien von KölnNeuessen, das erst vor wenigen Tagen gemeinschaftlich mit Hoesch eine vielbemerkte Expansion vorgenommen hatte, verloren 11 Broz. Am Elektromarkt verloren Schudert- Werte 7 Proz., AEG. etwa 5 Proz. Ebenso verloren die Bankattien: Deutsche Bank 2 Proz., Berliner Handelsgesellschaft 4 Proz., Reichsbantanteile 7 Broz. Diefelbe Erscheinung zeigte sich an der Frankfurter Börse. Die Flucht aus den Aktien war allgemein. Zahlreiche industrielle Unterneh mungen verkauften, um ihre Liquidität zu sichern. Die Versuche der Großbanken, die Kurse zu stüßen, blieben era folglos. Alles in allem: ein Krisensymptom erster Ordnung, eine schwere Erschütterung des Vertrauens. Wer sich jetzt damit zu trösten versucht, daß im heutigen Zustand der deutschen Wirtschaft die Börse kein Gradmesser für den wirklichen Zustand der Wirtschaft sei, verschließt die Augen vor den Tatsachen. Die Vorgänge an der Berliner Börse sind nicht nur die Folgen der Beunruhigung, die durch die Vorgänge im StinnesKonzern hervorgerufen worden ist. Diese Borgänge haben lediglich den lezten Anstoß gegeben. Eine Reihe anderer beunruhigender Meldungen fam hinzu: ein Gerücht, daß der Otto- Wolff- Konzern sich in ähnlichen Schwierigkeiten wie der Stinnes- Konzern befinde und das sich trotz eines Dementis behauptete, ferner die Nachricht, daß die Reiherstiea- Werft in Hamburg wegen finanzieller Schwierigkeiten geschlossen worden sei. Der schwarze Tag an der Berliner Börse tennzeichnet den Beginn der Vertrauenstrife. Durch den offenen Ausbruch der Vertrauenskrise wird sichtbar, daß sich die deutsche Wirtschaft in einem latenten schwer trisenhaften zustande befindet. deutsche Wirtschaft in einem latenten schwer frisenhaften zuChamberlain mit Baldwin konform. Genf, 10. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Briand reist am Mitt. woch abend nach Paris zurück. Paul Boncour vertitt ihn im Völkerbundsrat. Chamberlain bleibt bis Freitag hier. In einer offiziellen Mitteilung der britischen Dele gation wird erklärt, daß Chamberlain teine Erklärungen abDie sichtbarsten Zeichen der latenten Wirtschaftskrise sind zugeben hat und alle Kommentare und Vermutungen über den Inhalt der Note hinfällig sind, solange Berlin nicht die Note die folgenden: Erstens: Die Dividendenlosigkeit der Industrie. crhalten und den Text veröffentlicht hat. Die Mitteilung jagt Gestern wurde bekannt, daß namhafte Industriefirmen wie zum Schluß, daß der Standpunkt der englischen Regierung derselbe die Daimler- Gesellschaft und die Donnersmard- Hütte unbleibt, wie ihn Chamberlain im Januar 1925 im Unterhaus ver- günstige Abschlüsse zu verzeichnen haben und feine Dividenden teat, wo er erklärte, daß England niemals einen einseitigen verteilen werden. Zweitens: Die Schwierigkeiten der InGarantiepakt mit Frankreich abschließen wird. In englischen Kon- flationskonzerne. Alle Inflationskonzerne, gleichgültig, ob großz ferenzkreisen wird dieser Say so ausgelegt, daß England mit den oder klein, haben mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. gleichen Mitteln für Deutschland den Rhein garantieren wird Sie sind zum Abbau gezwungen, um nicht in Bahlungswie für Frankreich, so daß die franzöfifche Darstellung, daß das schwierigkeiten zu geraten. Der Abbau aber stößt angesichts Garantieangebot eine Spike gegen Deutschland habe, nicht der Enge des Kapitalmarktes auf zunehmende Schwierigautrifft. Im übrigen wird von englischer Seite betont, daß Eng feiten. In der Krise des Stinnes- Konzerns kommt diese Erland die Battbestimmungen absichtlich sehr weit gezogen habe, scheinung am schärfsten zum Ausdruck. Drittens: Stillegunum französisch- deutschen Sonderverhandlungen möglichst gen von industriellen Unternehmungen. Die Arbeiterentlaffungen bei Thyssen und die Schließung der ReiherstiegEs soll einmal betont werden, daß der Rhein die deutsch- Werft in Hamburg haben gestern ihr Teil zur Erschütterung französische Grenze mur in seinem Lauf zwischen Baden und der Vertrauens an der Börse beigetragen. Biertens: Zudem Elsaß ist. Bon da ab ist natürlich nicht mehr„ der Rhein" nehmende Zahlungseinstellungen im Handel. Namentlich im sondern das Rheinland zu garantieren! Textilhandel wächst die Zahl der Konkurse. Fünftens: Die Erschütterung des Kredits, die in der Stimmung der Börse zum Ausdruck kommt. Das sind einige der markantesten Erfcheinungen, die den latent krisenhaften Zustand der deutschen Wirtschaft kennzeichnen. viel Spielraum zu lassen. Italiens Rolle. London, 10. Juni.( Eigener Drahtbericht.) In hiesigen politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß Frankreich darauf hinarbeitet, Italien von dem Rheingrenz- Bertrag fernzuhalten. Dagegen will man es angeblich zu einem zweiten Abkommen hinzuziehen. in dem Frankreich, Polen, die Tschechoslowakei und Italien fich gegen einen etwaigen Anschluß Oesterreichs an Deutchland sowie zur Garantie der italienischen Brenner Grenze und der deutsch- polnischen Grenze zusammenschließen follen. Die Befürchtungen der englischen Arbeiterpartei, daß die Bercinbarungen zwischen Chamberlain und Briand eine ganze Reihe von Garantieverträgen hervorrufen, bestätigt sich also durch die Ansicht maßgebender englischer Kreise. Die Arbeiterpartei wird sich einem derartigen Durcheinander mit aller Entschiedenheit widersetzen. Die englischen Liberalen gegen Waffenbündnis. London, 10. Juni.( BTB.) Laut„ Daily Chronicle" merde fich die gesamte liberale Bartei irgendeiner bindenden militärischen Bereinbarung mit Frankreich oder einem anderen Bande miderlegent, Die Ursachen der Krise sind in der Fehlleitung der Wirtfchaftssenierung nach der Stabilisierung der Währung und der Annahme der Dawes- Geseze zu suchen. Die Auslandskredite, die nach der Annahme des Dawes- Planes nach Deutschland flossen, haben eine falsche Verwendung gefunden. Die deutschen Wirtschafter konnten sich nicht rechtzeitig von der Inflationspsychologie, vom Festhalten an den Sachwerten, freimachen. Sie verstanden nicht, ihre Unternehmungen den veränderten Marktbedingungen anzupassen. Sie benutzten die kurzfristigen Auslandskredite nicht als reine Umschlagkredite, sondern legten sie fest. Sie überschäßten den Wert ihrer Unternehmungen, weil sie wie in der Inflation sie nicht nach dem Ertragswert, sondern lediglich unter dem Gesichtspunkt des reinen Sachwertbefizes einschätzten. Ihr Bestreben ging nicht auf Berbilligung und Rationalisierung der Produktion. Sie suchten vielmehr die Internehmungen in dem aufgeblähten Zustand, in dem sie aus der Inflationsperiode heraus gekommen waren, M erhalten. Die Folgen waren eine zu- nehmende Immobilisierung der kurzfristigen Auslandskredite. Illiquidität der Unternehmungen, Hochhaltung der Preise und damit Unmöglichkeit der Ausdehnung des Inlandsmarktes und des Exports. Das Versagen der Wirtschafter führte zur Kredit- und Absatzkrise. Zu dieser latenten Krise tritt nun die akute Vertrauenskrise. Die Oefsentlichkeit hat den Zustand der deutschen Wirt- schast bisher zu günstig bewertet. Die akute Vertrauenskrise, die mit dem schwarzen Tag an der Berliner Börse eröffnet worden ist, wird ihr die Augen öffnen für den latent-krisen haften Zustand, in dem die deutsche Wirtschaft sich befindet. Der Ernst der Lage ist unverkennbar, um so mehr als die Bestrebungen des Unternehmertums in der latenten Krise nicht auf die Eröffnung eines wirklichen Ausweges aus der Krise gerichtet sind. In diesem Zusammenhang muß abermals betont werden, daß die Intervention der Großbanken unter Führung der Reichsbank zur Sanierung des Stmnes-Konzerns im Grunde genommen nur auf eine Verschleppung der Krise hinausläuft, aber keine Maßnahmen zur wirklichen Gesundung der Wirtschaft darstellt. Diese Bestrebungen gehen ebenso fehl wie die falsche Sanierung der deutschen Wirtschaft nach der Annahme der Dawes-Gesetze. Der Schrei nach dem Schutzzoll und die auf Lohndruck abzielende Offensive des Unternehmertums gegen die Arbeiter- fchaft versuchen die Ursachen der latenten Krise der deutschen Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Sie bergen die Gefahr in sich, daß die deutsche Wirlschost aus der latenten Krise nicht in die Gesundung, sondern in einen wirklichen Kroch hineingesteuert wird.- Die Krisensymptome in der deutschen Wirtschaft erfordern deshalb im Zusammenhang mit den Schutzzollplänen und der Offensive des Unternehmertums gegen die Arbeiterschaft die gespannteste Aufmerksamkeil der deutschen Arbeiterorganisa- rionen. Die deutsche Arbeiterschaft leidet unter der latenten Krise. Der offene Krach würbe sie auf dos ernsteste bedrohen. Setrugsskanüal bei üer Eisenbahn. Tie Entdecker werden gemastregelt. Seit einiger Zeft beschäftigen sich die Gerichtsbehörden in Frankfurt a. d. O. mit der Aufdeckung eines Riesenbetruges. Es handelt sich um Schädigungen des Eifenbahnfiskus durch Srivate Bauunternehmer, wobei die Schadensumm« hoch in die Killionen geht, man spricht von zehn bis zwanzig Millionen Mark! In den Jahren 1921/24 ließ die Eisenbahndirektion Osten bei Frankfurt a. d. O. große Siedlungen für ihre Arbeiter und Angestellten errichten, etwa 700 Häuser, ebenso eine statt- liche Siedlung bei der ebenfalls neugebauten großen Bahn- Hofsanlage von Reu-Bentschen Die Häuser sind, wie sich jetzt herausstellt, aus schlechtestem Material erbaut wor- den(z. B. wurde Sand statt Mörtel verwendet), so daß schon jetzt einige eingestürzt, eine große Anzahl nahezu un- bewohnbar geworden sind. Dagegen ließen sich die Bauunter- nehmer geradezu phantastische Wuchervreise für die Materialien bezahlen, ost das Drei- bis Vierfache des Wertes, auch Doppelbezahlungen großer Posten, Anschreibung nicht geleisteter Arbeitsstunden und phnliche Dinge kamen in Hülle und Fülle vor. Interessant ist. daß in einem offiziellen Bericht die Kosten der Siedlungshäuser je nach Typ auf 4500 bis 7000 M angegeben werden, während üe in Wirkfichteit etwa das Vierfache, nämlich 20 000 bis 30 000 M. gekostet haben. Wie dieser Skandal möglich wurde, wie weit namentlich Bestechungen von Beamten eine ausschlaggebende Rolle ge- spielt haben, dürfte das gerichtliche Verfahren ergeben, das ichon eine Anzahl Verhaftungen nach sich gezogen hat. Dgs Skandalöseste vom Skandalösen ist jedoch, daß das Ver- fahren erst jetzt erfolgt, obwohl die Eisenbahndirektion Osten von den gewaltigen Unterschleifen schon zu einem viel früheren Zeitpunkt Kenntnis haben mußte. Im September 1924 legte nämlich der Vertreter der Eifcnbahnarbeiter im Aufsichtsrot der Siedlungsgesellfchast Ostmark, der Wohnungsgenossenschaft Ostmark usw., ein ge- wisser Georg S p.. seine gesamten Ehrenämter nieder. Bor den Präsidenten Mgthibel und den Vizepräsidenten v. Schae- wen zitiert und nach dem Grund seines Verhaltens gefragt, erklärte Sp., daß er die Betrügereien gegen den Staat nicht mit seinem Namen decken könne. Er weigerte sich allerdings, fein Material dem Präsidenten zu übergeben, zu dem er kein Vertrauen habe, da frühere Anzeigen wegen Durchstechereien einfach unbeantwortet gcbsieben feien. Die Folge dieser Unter- redung war, daß Sp. gemaßregelt wurde! Das Schreiben lautet wörtlich:- „Nach Ihren eigenen Angaben haben Sie Material gesammelt, das im Falle der Veröffentlichung geeignet ist. die Interessen der Reichsbahnverwaltung zu schädigen. Sie haben gegenüber Ihrem Vorgesetzten die Wsicht zum Ausdruck gebracht, von diesem Material Gebrauch zu machen, falls Ihren Wünschen aus Förderung Ihrer Laufbahn nicht Rechnung getragen würde. Durch dieses Verhalten haben Sie sich des Vertrauens, das in Sie als Bediensteter der Reichsbahn gesetzt werden muß. unwürdig erwiesen und Ihre Entfernung aus dem Dienst oerwirkt. Wir kündigen Ihnen daher das Dienstverhältnis dergestalt, das Sie mit Ablauf von 14 Togen nach Empfang dieses Schreibens aus dem Eisenbahn- dienst ausscheiden. Vom Tage der Kündigung ab verzichten wir auf Ihre Dienstleistungen. gez. v. Schäwen. Der Gemaßregelte bestreitet ganz entschieden, daß er sein Material gleichsam in erpresierischer Wsicht zur Derbesierung seiner Stellung habe verwerten wollen. Es ist von seiner Seite in der Unterredung lediglich einmal der Ausdruck ge- fallen:„Herr Präsident, bei Ihnen werden Betrüger befördert, dagegen bleiben anständige Menschen im Dreck stecken." Für die Darstellung des gemaßregelten Sp. spricht enschieden die Tatsache, daß Sp. v o r der Unterredung mit dem Präsidenten seine Ehrenämter niedergelegt hatte und aus diesem Umstand erst die Unterredung entstanden ist. Aber wie dem auch sei— was haben damals der Prä- sident und sein Vertreter getan, um den ihnen mitgetellten Betrügereien nachzugehen? Was sie auch dem gemaßregelten Sp. als Wsicht unterstellen mochten.— keinesfalls durften sie die Sache selber, die damals in Frankfurt schon die Spatzen von den Dächern pfiffen, auf sich beruhen lasten. Sie sind ihr aber in keiner Weise nachgegangen, und so bat es noch weitere drei Vierteljahre gedauert, bis der Riesenskandal ans Licht kam. Vielleicht erstrecken die Gerichtsbehörden ihre Untersuchungen auch einmal auf die Frage, warum im Scp- tember 1924 nichts geschah, als daß der Warner die Treppe herunterflog. Auch den Herrn Minister sollte, soviel Sinn für„altpreußische Schneidigkeit" bei der jetzigen Regierung vorausgesetzt werden darf, das Verhalten seines Präsidenten und Vizepräsidenten interessieren, die gegen einen Riesen- betrug nichts als die Maßregelung des Anzeigenden unter- nehmen._ Der ftufwertuagskampf. Die Rückwirkungsfrage.— Dr. Best kündet neue Eut- schleierungen an. Der Auswertungsausschuß de» Reichstags be- pann am Mittwoch mit der Beratung des§ tl, der die sachlich wich- tig« und juristisch schwierige Frage der Rückwirkung der ftqpothekenaufwertung behandelt. Nach der Vorlage soll die Rückwirkung ohne Befristung in Kraft treten, wenn der Glau- biger sich bei Annahme der Zahlung seine Rechts v o r b e- halten hat. Das bedeutet insofern eins Verschlechterung. als bisher auch der Vorbehalt bei der L ä f ch u naderHjypothsk lrncht nur bei Annahm« her Zahlung) berücksichtigt wurde. Abge- ordneter Dr. Best beantragte daher eine der bisherigen Regelung entsprechende Aenderung, fand aber bei den Regierungsparteien keine Zustimmung. Bei ohne Vorbehalt angenommenen Zahlungen sollte nach der Regierungsvorlage die Aufwertung rückwirkend in Kraft treten bis zum IS. Dezember 1922. Die scharfe Kritik, die gegen dies-u Termin in der öffentlichen Erörterung gerichtet wurde, hat die Re- gferungsparteien veranlaßt, die Rückwirkung bis zum IS.. Juni 19 2 2 zu beantragen. Der deutschnationale Abg. Dr. Rade- macher tat sich sehr viel zugut auf diese Verbesserung und rechnete dem Ausschuß vor, daß sie sür die Gläubiger einen Gewinn von 7)4 Milliarden Goldmark bedeute. Dabei hatte er es aber nicht nur verstanden, die Zahlen nach seinem Agitationsbedürfnis z» gruppieren, sondern auch geflissentlich übersehen, daß die Regie- rungsparteien dieses den Gläubigern gewährte Entgegenkommen sofort wieder aushöhlen durch eine Härteklausel zugunsten des Schuldners, mit deren Hilse die Rechte des Gläubigers völlig zu- Nichte gemacht werden können. Statt die allgemeine Härte- klousel des§ 2 so zu gestalten, daß sie auch etwaigen Unbilligkeiten bei der Rückwirkung Rechnung trägt, schlagen die Regierungspar- teien noch besondere Bestimmungen vor, wonach die Rückwirkung nicht stattfindet, soweit sie für den Eigentümer oder den persön- lichen Schuldner„mit Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage" be- sonders auch auf erlittene Währungsoerluste oder für den persön- lichen Schuldner mit Rücksicht aus die Höhe des bei der Veräußerung des belasteten Gegenstandes erzielten Erlöses eine.unbillige Härte" bedeuten würde. Abg. Dr. Best beantragte, die Rückwirkung bis zum 1. Juli 1 9 2 1 zu erstrecken und auch die vor diesem Termin vorbehaltlos angenommenen Zahlungen oder bewilligten Löschungen daraufhin nachzuprüsen, ob der bezahlte Betrag wenigstens 5 P r o z. des Goldmarkbetrages ausmacht. Verneinendenfalls sollen auch diese Zahlungen der Aufwertung unterliegen. Abg. Dr. Best übte scharfe Kritik am Vorschlag der Regierungsparteien, der von den Abg. I ö r i s s e n(Wirtsch. V.) und Wunderlich(D. Vp.) eifrig verteidigt wurde. Die Anspielung des Abg. Iörtssen, daß beim Abg. Dr. Best agitatorische Gesichtspunkte mitwirkten. gab diesem zu einer sehr scharfen Verwahrung Anlaß. Lei dieser Gelegenheit bemerkte der Abg. Dr. Best, er werde demnächst veranlaßt sein. aus die persönlichen Interessen zu sprechen zu kommen, die bei der Vorbereitung der üompromißoorschläge eine Rolle gespielt hätten. Lediglich der Abg. Wunderlich(D. Vp.) sah sich veranlaßt, für seine Person gegen diese Andeutung Widerspruch zu erheben. A l l e übrigen Mitglieder der Regierungsparteien schwiegendazu. Abg. Keil(Soz.) hielt den Rückwirkungstermin des 1. Juli 1921 im Hinblick darauf, daß von diesem Zeitpunkt bi» um die Mitte des Jahres 1922 wenig Tilgungen vorgekommen seien, für wirtschaftlich tragbar und für gerechter als den von den Regierungs- Parteien vorgeschlagenen Termin. Die neue Härteklausel, die dem Gläubiger mit der einen Hand wieder nimmt, was mit der anderen scheinbar gegeben wird, bekämpfte er und erklärte, die Annahme der Anträge der Regierungsparteien werde den Eindruck verstärken, daß das ganze Gesetz von der Sorge für das Wohlergehen des Schuldners und von der Rücksichtslosigkeit für das Schicksal des Gläubigers diktiert sei. Die Abstimmungen wurden zurückgestellt bis noch der Aussprache über die weiteren Bestimmungen dieses Para- graphen, die von der Wahrung des öffentlichen Glaubens des Grundbuchs, von der Anrechnung bereits geleisteter Zahlungen, von der Wiedereintragung gelöschter'Hypotheken usw. handeln. Kunügebung baperischer Sparer. Tie Tevtschnationalen— Kulissenschieber, Treuebrecher, Drückeberger. München. 10. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Jetzt wenden sich auch die bayerischen Sparer, soweit sie im Schützverband der Hypotheken-, Pfandbrief, und Obligationsgläubiger in Bayern organisiert(199 Ortsgruppen) und soweit sie bei den Wahlen am 7. Dezember mit Begeisterung der schwarzweißroten deutfchnatio- .Wir bayerischen Sparer rufen, aufs tiefste empört und entrüstet, den Abwertungskpmpromißfraktionen de? Reichstags ein warnendes Hall zu. Wir bayerischen Sporer lassen nicht länger unser gutes Recht auf angemesien« Umwertung unserer allen Spar- geldeinlaoen irgendwelchen tagespolittschen Aweckmäßigkeitsabsichren von Kulissenschiebern des derzeitigen Zteichskabinetts, auch nicht dem willkürlichen Eigennutz der Kriegs- und Jnflalionsaewinn- ler nebst chren Trabanten in' den geseggebenden Körperschaften opfern. In letzter Stunde warnen wir nochmals unsere Reichstags- abgeordneten, ihre persönliche und politische Ehr«, aber auch das Schicksal von Volk und Baterland, durch dieses beschämende, jedes Der öaöemeister von önöapest. Seitdem der«hewali«« Iitnernnmifter B«»ie,r» eirchglt bat. daft der Reichaverweser Admiral a. D. Rjrolau» von chortb» die Ertränkuna«vei-r so�ioldemotrotischer Redak. teure a ti« e s» i f t e t bat. nennt«an, Budave't S-rthn den « O de in ei fte e. Weaen de, folaenden«-dicht- ist die sozial. demokratisch«»Repszava" beschlaanabmt worden. Hundstage sind's, von Schotten keine Spur, Die ganze Welt beginnt die Sommerkur. Die Frau Gemahlin macht'ne Bergpartie, Dieweil ihr Mann ihr nachkeucht, aber wie! Am bestens ist's man bleibt im eignen Land Und sonnt sich kreuzfidel am Donaustrand. Der kühle Strom erfrischt die Lebensgeister: Ich bin der Budapester Bademeister. Ich seh«, Herr, auch Ihnen ist es heiß, Aus allen Ihren Poren rinnt der Schweiß, Bor Ohnmacht zittert Ihnen Hand und Bein. Hereinspaziert! Da nützt das Bad allein. Ich tauch« Sie ms Donauwasier gleich, Sie werden wie der Alabaster bleich Ukd kall wie Marmor: diese Lust verheißt er, Der erst« Budapester Bademeister. Wo gibt es einen schöneren Beruf? Ich danke Gott, daß er dazu mich schuf. Statt Rettungsgürtel ist mein Axiom: Man läßt sich tragen ohne Müh vom Strom. Ich leg' mich bäuchlings auf das Wasser bloß Und reit wie ein geborener Matros', Drum sag' ich, hallen Sie das Maul, Sie Dreister! Ich bin der Budapester Bademeister. Was munkelt man von mir im Parlament? Zum Kuckuck auch! Man lacht mich aus am End? Man kichert hinter meinem Rücken schon? Man braucht mich nimmer, trotz der Hochsaison? Man gönnt mir nicht mein schwerverdientes Brot! Huil Den ich pack', dem gnade Zebaoth! Dem klebt kein Leim die Knochen zu, kein Kleister.., So macht's der Budapester Bademeister. (Uebersetzt von Andor Remeth.) vrnna Walter Generalmusikdirektor bei der Städtische« Oper. Der Aütsichtsrat der Städtischen Oper genehmigte grundsätzlich in seiner letzten Sitzung den Vertragsabschluß mit Bruno Waller. Danach tritt Bruno Walter unter gleichzeingir Ernennung zum General- Musikdirektor aus zunächst drei Jahre.» in den Verband der Städti- schen Oper. Die Gerüchte, daß er nur, Monate tätig sein wolle und ein GeHall von 100000 M beziehen solle, entbehren zeder Grundlag«. Theateeprobe per Raüio. Es gibt doch noch Neues unter der Sonn«, es gibt doch noch Neues unterm Mond, jetzt kann man sogar Ltulisicnluft per Radio zu riechen bekommen. Leopold I e ß n« r, der Berliner Intendant des Staatlichen Schauspielhauses, machte gestern abend den Der- such,«ine lustige Theoterprobe auf einer richtigen Schmiere vorm Radioapparat zu improvisieren, und so ist es vielen Tausenden ein- mal möglich gewesen— nicht einen Blick, aber wenigsten» doch zwei Ohren hinter die Kulissen zu tun. Im großen und ganzen kann Ießners Versuch als geglückt bezeichnet werden. Aber bei einer Wiederholung sollt« man sich doch bemühen, etwas tonzentrierter und überhaupt kürzer zn sein. Der Wunsch, olle» zu Gehör zu bringen, was irgendwie auf einer Theaterprobe im Bereich der Möglichkeit liegt, ist zu verstehen, ober befriedigend ist er nur dann zu oerwirklichen, wenn man sich in allen Einzelheiten größte Einschränkung auferlegt und auf„Einlagen" möglichst verzichtet. Die Gefahr einer uneinheitlichen Kunstleistung ist beim Radio besonder« groß, weil der Hörer ja nur ganz einseitig, nämlich mit dem Ohre, aufnimmt. Der Abend begann mit einer Einleitung Ießners, der sehr hübsche Parallelen zwischen dem antiken und dem modernen Theater zog. Er betont«, daß die komödiantischen Stadien in der Entwicklung des Theater» natürlich nicht auszuschallen sind. Wirklich ausleben kann sich der Komödiant frellich nur aus den Proben, und deshalb wurde mll dem gestrigen Abend nach Ießners Ansicht dem Hörer nicht nur etwas Unterhallendes, sondern auch etwas absolut Eigenartiges geboten. Sehr hübsch war die Verteidigung der Schmier« und pro äomo erzählle er seinen Gegnern, daß er selbst dreimal für völlig talentlos erklärt worden sei: in Grauden.z, wo man ihm schriftlich �attestiert«,„für den Beruf des Theaters völlig ungeeignet", in Stalpmünde bei Stolp und in Döbeln in Sachsen. Das Nichterkennen der Talente, die ja oft sehr lang« auf Schmieren ein elendes Hungerdasein fristen muffen, spräche jedoch nicht gegen die Theaterdirektoren, denn häufig dauert es sehr lange, bis ein Künsller erst selbstverständliche Hemmungen überwunden hat. Dann begann das Spiel, die Hörer dachten sich«ine Bühne, Podest« und die übliche brennende Lampe. Das Tohuwabohu, dos war schon deullich genug zu hören. Man probte„W i l h e l m Teil d. h.. man hatte die Absicht. Wilhelm Tell zu proben, der Herr Kapellmeister belegte jedoch die Bühne zunächst mit Beschlag sür Poffenmusik und Eoupleteinübungen. Schließlich geht's los. es lächelle der See. er lud auch zum Bode. Kuhglocken bimmellen, ein Stichwort siel und fiel und fiel, ohne daß jemand Lust zeigt«. es aufzunehmen, ein paar Minuten später starb Herr Attinghausen. dem Regiffeur sprach er zu leise, nach eigener Ansicht war er aber schon zu tot. um lauter zu sein, dann donnerte plötzlich die Dreh- buhne, ein Londschastsbild von�der Schweiz soll zu sehen gewesen sein, einer flucht,„das ist Kitsch!*, ein anderer jeßnert ihn an:„Wenn Sic keene Treppen us de Bühne Horn, gefällt Ihnen überhaupt nischt!"— Theater. Theater! Und dann kam das Allerschönste: Die große Käte Dorsch als Anfängerin. Selbst im Rundfunk be- wies sie ihr heiliges Künstlertum, sie spielte die Anfängerin so, wie eben nur«ine ganz große Schauspielerin sie spielen kann. Man hörte sie als Gretchen. Der Theaterdirektor, der von Lrons» geest gesprochen wurde, meinte, daß die Dame weder seellsches noch technisches Talent besäße, schließlich ober engagierte er sie doch noch ohne Gage. Fräulein Dorsch war glücklich über ihr Engage- ment in Posemuckel. wir anderen freuten uns, sie wieder einmal gehört zn haben. Nach ihr kam Alfred Abel angesächselt, so köstlich tat er da», daß man unwillkürlich an die Glanzleistungen Emonuel Strieses dachte. Der wurde natürlich erst recht nicht engagiert und verschwand von der illusionären Bildsläche. Wieder probte man«in« Weile Wilhelm Tell, Theodor Loos fauchte als Regisieur immer feste dazwischen— das Lufttheater ist wirNich sehr hübsch gewesen. Also das nächste Mal etwas weniger, etwas gedrängter. Auf Wiederhören!__ Erich Gottgetreu. Handel wil Frauenmilch. Nach dem„Journal of che American Medi Association" zu Chikago ist in Detrott eine beachtenswerte Maßnahme getroffen worden, um den Säuglingen die fehlende Muttermilch zukommen zu lassen. Auf Veranlassung des Arztes Dr. Holl ist das Sammeln und der Verkauf von Frauenmilch auf kauf- männisch« Grundlage gestellt worden. Um auch den Kindern armer Leute die segensreich« Einrichtung zugute kommen zu lassen, ist be- stimmt worden, daß die Eltern armer Säuglinge die Milch unentgeltlich erhalten, während reiche Leute sie um so teurer bezahlen müssen. Das Unternehmen wird von Dr. Holl und Miß Wadleq geleitet. Seitdem haben nach der„Umschau" verschiedene Heim« auf die Einstellung von Ammen verzichtet. Sie beziehen vielmebr von stillfähigen Müttern Brustmilch in sterilen Gefäßen. Diele wird mll der gleichen Regelmäßigkeit geliefert, mll der sonst Milch in den Handel kommt. Di« Gestehungskosten setzen sich aus der Vergütung für die Mutter, dir je lll Cents pro Unze(zirka 38 Gramm) erhall, und den Kosten zusammen, die aus der Ver- bringung der Milch nach der Sammelstelle erwachsen. 3» der«a-Mchev«-»fibibllochek. Prinz-Albrecht-Strahe. findet gurjctt ein« Ausstellung von Arbeiten de« Berliner Sohsckne'der« Cllat Bange- mann nach Sievogt, Lieberman» und anderen Künstlern statt. Reben den Probedrucken werden»u interessantem Borgleich vielfach die Originale g«. zeigt, nach denen der Holzichneider-rbeiiele. Sie wird bis zum 11. werttäglich von 9—9 Uhr.»ei s r e i, m Eintritt zugänglich sein. Uasalloersicherung sür Schauspieler vvd«astmirlsgehilfeu. Bei dem Wieder, ulammentritt des fo,ialvol,Nsck>-n ZleichStagSauSIchuise« lag ein An« trag der sozialdemotratilchen Fraktion vor. der die Ausdehnung der Unfall. Versicherung aus die darstellenden Bübnenmitglieder— Solo- und Chor. Personen— sowie aus das gesamte Personal der Gast- und Schankwirtschast oerlangt. Für«ibewU'elt« Vallibücherelen. Ein« Unterstützung von 28«« Bänden stellt die«csellschast sür BoltSbilduno. Berlin XV SZ. ifüneburoer Sttatze 21. out der von tbr verwalleten Rickert-Ltiftung unbemilteltea vo!l«büchere«en. die Ritalieder der Geselllchast sind, unentgeliuch zur ver- sügung. von de» gebundenen Büchern ist der Einband zu enlschädigen. vi« grüßte Meeresties«. lern japanischen veruicisnngtichsff Roni-bu- ist e« gelungen, etwa 1S4 Geemeilen südöstlich von ivliv eine'liefe von 99 4 7 Meter zu loten. Tamil ist die größte bisher bekannte MeereSiieie seftgestell.: bisher«alt.1» die tiefste Lotung die von � Mettr die im Stillen Ozean nicht well von den Ladronen gemessen war. Rechtsbewuhtsein Ersetzend« ÄompromißobwsrtungKgesetz leichtfertig aufs Spiel zu legen Reichstogsabgeordnete. die sich ohne oder unter Fraktionszwang einer Teilnahme am Berrat gegen das sparende Volk und damit zur Zerrüttung der bodenständigen Kernschichten des deutschen Volkes hergeben, werden wir als Feinde der s i t t- lichen und wirtschaftlichen Wiedergenesung, als Schädlinge von Volk und Vaterland betrachten und dauernd bekämpfen. Wir werden sedes gesetzlich zulässige Mittel beruhen. um diese Treubrecher aus den gesetzgebenden Körperschaften zu entfernen, ihre Wiederwahl zu verhindern. Aus eine durch Straf- androhung zu erzwingende Kirchhossruhe noch Verabschiedung de? seine Urheber und Mitarbeiter vor allen rechtlich denkenden Men- schen komppromittierenden Sompromisiobwertungsentwurfs dürfen verantwortungsschwache Drückeberger keineswegs hoffen. Wir werden in unserem Derzweislungstampf auch die Herbeiführung eines Volksentscheids nicht länger aufschieben." Lesteuerung öffentlicher Letriebe. Tie Steuerpflicht der Sparkassen aufrechterhalten. Der Steuerausschuß des Reichstages begann am Mittwoch die Beratung des Entwurfs eines Körperschaftsteuer- gesetzes. Der Körperschaftsteuer, die«ine Ergänzung der Ein.'ov- mensteuer darstellt, unterliegen die nichtphysischen Personen, ins- besondere die E r w e r b s g e s e l l s ch a f t e n. Die Beratung beschäftigte sich vor allem mit dem Paragraphen 2 des Entwurfs. Im Gegensatz zu dem bisherigen Gesetz unterwirft er die öffentlichen Betriebe und Verwaltungen der Steuerpflicht. Ursprünglich wollte die Reichsregieruna alle derartigen Betriebe besteuern. In dem tetzigen Entwurf sind jedoch die sogenannten versorgnsigsbelrieb« sowie Unternehmungen für gemeinnutzige, mildtätige und kirchliche Zwecke ausgenommen. Ein sozialdemokratischer Antrag verlangt die grundsätzliche Steuersreihelt aller össenlllchen Betriebe, also die Wiederherstellung des alten Rechtszustandes. Im Gegensatz dazu stand ein Antrag der Rechtsparteien, auch die Dersorgungsbetriebe der Steuerpslicht zu unterwerfen. In eingehenden Darlegungen führt Abg. Meier-Baden (Soz.) den Widersinn dieser Bestimmungen vor. deren wirklicher Zweck die Stärkung des Privatkapitals und die Auslieferung öffent- licher Unternehmungen an privatkapitalistisch« Kreise sei. Staats- sekretär Poplh bittet um die Ablehnung aller Abändcrungsantröge. Die Besteuerung der Versdrgungsbetriebe. die der Reichsrat ge- strichen habe, würde in der setzigen Zeit nur zu einer neuen Be- lastung der Verbraucher führen. Sowohl der sozialdemokratische und der kommunistische Antrag als auch der Antrag der Rechts- Parteien werden abgelehnt. Es bleibt also grundsätzlich bei der Steuerpflicht der össent- lichen Unternehmungen mit Ausnahme der Tlerforgnngsbetriebe. Der sozialdemokratische Antrag. Erwerbsgesellschoften, die von Berufsorganisationen ohne öffentlich-rechtlichen Charakter zu dem Zwecke errichtet sind, der Vermögensverwaltung eine rechts- fähige Einrichtung zu schassen, deren Zweck aber nicht aus einen wirlfchaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist, wird für die zweite Lesung zurückgestellt, nachdem die Regierung erklärt hat, dah sie dem darin enthaltenen Gedanken zustimme, ober eine andere Formulierung vorschlage« werde. Ein sozialdemokratischer Antrag, sür die Genosienschasten den früheren Rechtszustand wieder herzustellen, wird angenommen. Eine ausgedehnte Aussprach« ruft«in Antrag der Sozialdemo. kraten hervor, die tellweise Stenerpfllcht der Sparkassen zu beseitigen. Ein demokratischer Antrag will die Steuerpslicht sogar noch aus. dehnen. Von den sozialdemokratischen Rednern wird dargelegt, daß die Sparkassen unter ein Ausnahmerech« gestellt werden, dah sie schlechter gestellt werden als die Staatsbanken und die Versorgungs- betriebe. Die Steueroflicht der Spartasien werde die Kapitalbildung erschweren. Sie raub« aber auch den Sparkassen die Mittel, die für «Uze Auswertung ihrer alten Guthaben zur Verfügung steheu. Und das alles nur, weil man den BauUn eine unbequem» Konkurrenz ersparen wolle. Alle Abänderungsanlräge«erden abgelehnt.. � Auf sozialdemokratischen Antrag wird zu Paragraph 9 beschlossen, ein« neu« Ziffer 7» Verufsnerbänh« ohne mse»tl ich- rechtlichen Charakter, deren Zweck nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist. daß Zw«____ sieuerfrel sind. Damit sind auch die Gewerkschaften völlig steuerfrei, entgegen der Regierungsvorlage, die ihr« Steuerfreiheit nur anerkennen wollt« für die Mitgliederbeiträge, nicht aber für sonstige Einnahmen. kleine vorlagen im Reichstag. Tie wirtschaftliche Sicher»«« der J«»gl«Hr-r. Der Reichstag nahm gestern die deutsch-ungarischen Verträge über Steuerausaleich. Rechtsfchutz und Rechtshilfe in Steuersachen und da» Gesetz über die Weltpostvertrag« ohne Debatte in allen drei Lesungen an. E» folgt die erste Beratung des Abkommens zwischen Deutschland und Polen über Er. leicdterung im kleinen Grenzverkehr. Abg. Frau Dr. Lüder»(Dem.) fuhrt in der Aussprache Be- ickwerd« über die von Polen verlangten unerhört hohen Patzgebühren imd über die schikanösen Hindernisi«, die Polen der Einreif« Deut- ��Abg� Schulh-Bromberg(Dnat.) beantragt Ueberweifung des Ab. kommen» an den Auswärtigen Ausschuß. Ein Vertreter des Auswärtigen Amte» betont, daß das Abkommen gerade die mit Recht bedauerten Uebelstönde be. feitigen falle. Das Abkommen geht an den Ansmärrigen Ausschuß. Zur Besprechung komme« dann die Anträge verschiedener Par. teien, die der Rot der Zunglehrer steuern wollen.. Abg. D. Mumm(Dnat.) empfiehlt im Ramen des Bildung»- ousschusies einen von allen Parteien mit Ausnahm« der Kommu- »isten unterstützten Antrag, in den Haushalt für 1S2S aus- reichend« Mittel zur Sicherung der wirtschaftlichen Eri- strnz der Junglehrer und zu ihrer wlsienschaftlichen und praktisch pädagogischen Fortbildung einzustellen. Der Ausschußontrag wird noch unwesentlicher Debatte ange- n o m m e n Abg. helling-Weser(Soz.) begründet einen Antrag de» Aus- schusses für Wohmingswesen. wonach die Pachtschutzordnung vom 9. Juni 1920 bis zum Jahre«927 verlängert und in«inigen Vunkten geändert werden soll. Aba Vecker-Arnsberg(Z.) beantragt die Vertagung der Angelegenheit, bis die»eschlulK Preußen» m derselben Frage vor- ''��Abg. Külz(Dem.) wendet sich gegen die Vertagung. Mit 147 gegen 104 Stnnmen wird die Vertagung be- schlössen. � y Damit ist die Tagesordnung erledigt. Rächst« Sitzung: Freitag. 2 Uhr nachm.(Haushalt de« Reichs- nünisterium» des Innern, Gehalt de» Ministers.) Schluß 4 Uhr._ Kommunististher Reichsparteitag. Die Zentral« der Kommunistischen Parter hat den zehnten Reichsparteitag für den 12. bis 17. Juli nach Berlin«in- berufen. Auf der Tagesordnung stehen Bericht« der Zentral«, poli- t'fche Lag«, Aufgaben und Taktik der Partei, der Kampf um die Gemerkschastseinheit und die deutsch« Arbeiterklasse und Organ'- satiansfrogen. Am 11. Juli findet ein« Frauen-Reichskon- ferenz statt, ferner im Anschluß an den Parteitag eine Konferenz Jinanzfragen im Landtag. Verlängerung der Grundsteuer beschloffen.- Die Kreditaktion für den Mittelstand. Der Landtag nahm gestern in namentlicher Abstimmung die Notverordnung, die die Geltungsdauer der Grund- st e u e r bis zum 30. Juni festlegt, an. Zunächst wurde mit 176 gegen 104 Stimmen der Notverordnung die Genehmigung erteilt. Von der Deutschen Volksportei ist zu dem Gesetz beantragt worden. den G e l t u n g s tar m i n für die Verlängerung der Grundsteuer auf den 30. September 1925 festzulegen. Schlietzlich ist vom Zen- trurn. ein Komprsmißantrag eingebracht worden, dem die anderen Regierungsparteien beitraten, der das Grundsteuergesetz bis zum 31. Dezember 1925 verlängern will. Ueber diesen Antrag wird wiederum namentlich abgestimmt. Er wird mit 182 gegen 109 Stimmen angenommen. Die übrigen Anträge sind dadurch erledigt. Die Entschließung über die Zulassung der Zahlung der Steuer in Viertelsahrsraten wird gleichfalls angenommen. Damit ist das Grundsteuergesetz endgültig erledigt. Es folgt dl« Beratung der Anträge über die Kreditnot des Mittelstandes, der Landwirtschaft usw. Abg. Dr. Leidig(D. Vp.) berichtet über die Ausschußberawngen. Der Ausschuß Hot die Bereitstellung eines Betrages von 50Millionen Mark für Handwerk, Einzelhandel und Konsum- genosienschasten empfohlen und schlägt außerdem ein« Reih« von Maßnahmen als Programm für die Hebung der Kreditnot vor. u. o. Herabsetzung der Zinssätze der Rentenbant und der Reichsbank, unmittelbar« Nutzbarmachung der Gelder der Reichspost und der Reichsbahn und ähnlich« Maßnahmen. Abg. v. Rohr(Dnat.): Wir beantragen«rneut, darauf hinzu- wirken, daß auch die Persicherungsunternehmungen und die Träger der Sozialversicherung ihre Bestände zu einem angemessenen Teil in longsristigen Anlagen unterbringen. Natürlich ist auch mit Annahme der Ausschußanträg« die Kreditnot noch nicht behoben, die Gesundung der Wirtschast ist noch in weitem Felde. Aber auch mit dem kleinen Mittel der Kredithilf« kann ein Fortschritt gemacht werden. Abg. Thiele(Soz.): Wenn man dem gewerblichen Mittelstand zu Hilf« kommen will, darf man diese Aktion nicht noch mit landwirtschaftlichen Kreditfragen bepacken. Kein Zweig unserer Volkswirt- schaft hat so umfassend« Kredite erlangt, wie die Landwirtschast. Ihr Jammern über Kreditnot ist einfach Geflunker.(Unruhe rechts.) Den Herren rechts rufe ich den Namen Natzmer zu. Dir sind an diesem Antragssturm unbeteiligt, aber wir sind durchaus berest, auch dem gewerblichen Mittelstand zu Hilfe zu kommen, und holten den Zentnimsantrag aus Bewilligung von 20 Millionen sür den richtigen. Den Anträgen der Deutschnationalen sind wir im Aus- schusie entgegengetreten; ihr Derlangen, daß auch die Sozialver- sicherung ihre Bestände zum Teil langfristig unterzubringen ver- anlaßt werden soll, stellt eine Zumutung dar, die die I n t e r- essen der Der. sicherten geradezu dem angeblichen Kredit- bedürfnis der Landwirtschaft preisgibt. Die deutsche Wirtschaft ist trotz der Markftabilisierung noch sehr wenig gefestigt. Wir werden auch für die 50 Millionen Kredit für den gewerblichen Mittelstand sein, wenn das Staatsministerium die Bewilligung für tunlich hält, aber jede Erweiterung diese» Kreises der Kreditdedürftigen lehnen wir ab. Auch Abg. Sölges(Z.) ist dagegen, daß die angeblichen schweren Kreditnöte der Landwirtschaft mit der Kredithilfe des Mistelstandes verquickt werden. Abg. Bayer-Waldenburg(D. Vp.): Die Zinsen sind heut« viel zu hoch: die Rückzahlungsfristen zu kurz: hier muß vor allem für den treditbedürstigen Gewerbetreibenden der Hebel angefetzt werden. Gegen die Mithereinnahm« der Konsumgenossenschaften in den Kreis der Kreditsucher in diesen Aistrag müssen wir uns entschieden aussprechen. Wir beantragen daher, die Worte.und den Konsumgenossenschaften" zu streichen. Den Antrag der Deutsch- nationalen betreffs der Berficherungsunternehmungen und der Sozialversicherung lehnen wir ab. Finanzminister Dr. HSpker-Aschoss: Ts Handell sich beim gewerblichen Mistelstand in der Hauptsach« um«ine Kredstnotsrage, da ihm die Kredstsähigkeit von den großen Geldinstituten nicht in dem Maße zugestanden wird wie dem Groß- Unternehmer. Da soll hier eine Sonderaktion unmittel- bar aus Staatsmitteln für den gewerblichen Mittelstand in die Wege geleitet werden; es fragt sich, woher die Mistel ge- nommen werden sollen, die 50 Millionen flüssig zu machen. Es kann nur auf die verfügbaren Ueberschüfse und auf«ine ander« Verteilung zurückgegriffen werden. Eine Erklärung, die 50 Millio- nen zur Verfügung zu stellen, kann ich nicht ohne weiteres abgeben; wenn es aber der Sinn des Antrages ist, daß wir umdisponieren sollen, um auf diesem Wege vorwärts und dem Ziel näher«r kommen, so bin ich damit vollkommen einverstc«den. Abg. Stolt(Komm.) wendet sich gegen den Antrag, die«Koit- sumgenosienschaften" aus dem Kreise der zu berücksichtigenden Are- ditsucher auszuscheiden. Abg. kniest(Dem.): Die Konsumgenossenschaften dürfen nicht die einseitige Bevorzugung erfahren, die ihnen nach dem Wortlaut des Ausschußantrages zuteil werden soll. Abg. Ladendorss(Wirtschaftl. Dg.) stimmt den Ausschußvor- schlügen unter der Voraussetzung zu. daß der Antrag der Deutschen Volkspartei wegen der Konsumgenosienschaften angenommen wirk». Er begründet den Antrag seiner Fraktion, das Staotsministerium solle dafür sorgen, daß den Kreditorganisationen des gesamten Mistelstandes in Stadt und Land laufend größere Mittel über die Landes- Zentralkreditinstitute zugeführt werden, und daß ferner die genosien- schaftlichen Bestrebungen des selbständigen Mittelstandes tatkräftigst gefördert werden. Hierauf wird die weitere Aussprache oertagt. Freitag 12 Uhr: Fortsetzung d« Aussprache, außerdem kleine Vorlagen. Schluß 4,50 Uhr. für Agitation und Propaganda. Zum Zwesten Punkt spricht Frau Ruth Fischer, zum dritten Punkt Rcichstagsabgeordneter T h ä l- mann. Englanüs ffrbeitsminifter in deutschlaaö. Ei« wirtschaftlicher Garantiepakt. Zr.AraUtlurt a. 2JL. 10. Zqai.(©18.) Gelegentlich elner Reise, die der englische Arbeitsminister durch Deutschland macht, hatte er heule hier eine Vegeguuug mit dem Relch«rb«U»mlu>fier. Die beide« Miuist« sprachen sich Informatorisch über eine Reih« von Fragen aus» die beide Länder Interessieren. Dabei wurden auch die Schwierigkeiten erörtert, die sich an» der Auslegung de»©ashlugloner Ardeitszeilabkommeu» für dessen Ratifizierung und Durchführung ergebe». Diese Zusammenkunft, die offenbar auf Wunsch des eng- lifchen Arbeitsministers stattgefunden hat. läßt den Schluß zu. daß die englische Regierung bei der Ratifizierung des Abkommens von Washington mit der deutschen Regierung k o n- f o r m zu gehen beabsichtigt. Dieser Wunsch fft in mehr als einer Hinsicht bemerkenswert. Eine gerneinsam« Ratifizierung — in Frankreich und Belgien ist sie bereits gesichert— würde viel zur Beruhigung und Befestigung der internationalen Lag« beitrogen. Di« gemeinsam« Ratifizierung würde auf wirt- schafilichem Gebiete die Bedeutung haben, die dem G a r a n- t i e p a t t auf politischem zugemessen wird. Völkerbunö.MilitärkontrolleeMinüerheiten Gens. 10. Juni.(WTB) Ueber die heutige Geheimsitzung de» Dölkerbundsrate» verbreitet da» Generalsekretariat eine Mit- teilung, derzusoige der Rat aus Borfchlag seines Berichterstatters Ishii seinen Standpunkt in bezug auf die Sicherheit und freie Durchführung der Ausgaben der Kontrollkommission de» Völker- bundes für den Fall etwaiger militärischer Untersuchun- gen in Deutschland. Oesterreich, Ungarn und Bul- g a r i e n mit folgenden Worten formuliert hat: All« der Kontrolle unterworfenen Länder sind ausdrücklich durch die in Betracht kom- wenden Derträge gehallen, jeder Kontroll«, die der Lölkerbundsrat mst Mehrheitsbeschluß sür nötig Höst, stattzugeben. Der Rot beschloß, den Regierungen Deutschland», Oesterreichs. Un- gorns und Bulagirens einen Brief zu senden, in dem der Stand- punkt de» Dälkerbundsrates dargelegt wird. In der gleichen Sitzung wurde ferner die Frage da«»tmiMortfiertea Rheiagreaz« zur weiteren Beschlußfassung sür die nächste Session im Septem- der zurückgestellt. Schließlich besaßt« sich der Rot noch mit einigen Beschwerden polnischer Organisationen in D a n z i g, die behaupten, daß ihr« Minderheitsrecht« nicht ge- nügend geschützt seien. Gegenüber dieser Beschwerde, zu der der Rot im übrigen keine Stellung genommen hat, sei daran erinnert, daß Dan zig seit zwei Iahren dieselben Gesetze für sein« polnischen Minderheiten eingeführt hat. wie Polen gegenüber seinen deut- schen Minderheiten. Auf ähnliche Beschwerden haste der frühere Oberkommissar General Haking seinerzeit erklärt, daß er keinen Anlaß finde, auf sie einzugehen. In ösfentlicher Sitzung besprach dann der Rat»«schieden« Minder- heitenfragen. Bezüglich der polnischen Minderheiten in Litauen wurde nach langer Darlegung der beiden Parteien Litauen ousgefordert. weiter« Angaben üb« die Sprachen. frage vor Gerichten, in den Schulen und Kirchen sowie über die Agrarreform zu machen. Hinsichtlich d« bulgarischen Minderheiten in Griechenland wurde festgestellt, daß Griechen- land seinen Verpflichtungen au» dem Minderheitenvertrag nach- komme. Seialoja-Jtalien berichtet« üb«, die von der preußische« und der bayerische» Regiernng der Saar- Regierungstommission überrelchie« zahlreichen umfangreichen vokumeule. die die Volksabstimmung im Saargebiet im Jahr« 1935 be- treffen. Der Rat beschloß, durch den früheren schweizerischen Bundes- tanzler Bonzon, der berett» vor Jahren da» entsprechend« Archiv der Regierungstommission de» Saargebiet» ongelegt hat, sie sichte» und zusammenstellen zu lassen und dem Rat einen Bericht dar- über vorzulegen, in welcher Weise für die Aufbewahrung dieser Dokumente bei den Ortsbehörden Vorsorge getroffen werden soll. Da»ziger Protest gegen de« poluffche« Antrag. Genf. 10. Juni.(WTB.) Angesichts der Forderung Polens, daß das ganze Gebiet, der Stadt Danzig postalisch als Hafengebiet-er- klärt werden soll, hat die Danziger Delegation dem Völker- bundsrat«ine Dentschriu überreiche in det sie diese Forderung unter Darlegung der Rechtslag« entschieden zurückweist. Di« Denkschrift betont, daß wie beispielsweise be» der Verteilung der Zuständigkeit über die Danziger Eisenbahn, auch beim Postamt entsprechend dem Friedensvertrag eine streng« Schei- düng zwischen dem Gebiet der Freien Stadt Danzig. zwischen dem Gebiet der Stodtgemeind« Danzig und dem Halengebiet erfolgen muß Gegen die rumänffche„Agrarreform." Slakholm. 10. Juni.(TU.) Die Regierungen Schwedens, Englands und Brasiliens haben beim Völkerbund eine Be- ichwerd« gegen die Art eingebracht, wie Rumänien gegenwärtig in seinen neuen Gebieten die Agrarreform zum Rachteil der dortigen nationalen Minderheiten durchführt. der Toöestag Matteottis. Leibesdurchsuchung der Oppofitionelle« im Parlament! Rom. 10. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Heute, Mittwoch, jährte sich der Todestag des meuchlings ermordeten Genossen Masttotti. Di« Täter sind zivar in Host, aber bis heute noch n i ch t a b- g« u r t e i l t und nicht zuletzt deshalb sollte der Gedenktag auch zu einer Demonstration gegen die faschistische Justiz werden. Aber nicht einmal harmlose Demonstrationen kann das faschistisch« Regime ertragen. Auf Beranlassung de» Innenminist«- riurns wurden die geplanten Kundgebungen der Arbesterschast untersagt, die Gedenkartikel der demokratischen Presse und die zum Andenken an Matteotti herausgegebenen Flug- blätter beschlagnahmt. Lediglich in der Kammer ver- mochte die Opposition«ine würdevoll« Fei« abzuhalten. Aber selbst hier inußten sich die Tellnohmer ein« Leibesvisitation gefallen lassen. Kundgebungen sür die Witwe des Ermordeten wurden ebenfalls nicht gestattet. Als Frau Matteotti am Dien»- abend mit ihren drei Kindern auf dem Bahnhof in Mailand ankam, waren große polizeilich« Borbereitungen getroffen. um Ovationen der Arbesterschaft zu unterdrücken. Tie Opposition beim König. Ron». 10. Juni.(TU.) Der König hat heute die Führer der konstitutionellen Aventin-Opvosstion A m e n d o l a und de Eesar« empfangen. Der Aussprache wird in einigen politischen Kreisen groß« Bedeutung beigelegt, da man annimmt, daß der König die Gelegenheit benutzt hob«, der Aventin-Ovp ition die Rückkehr in» Parlament nahezulegen. Ander« Kr? glauben, daß die Avenstn-Opposition die Geleaenhest zu ein ehrenvollen Rückkehr verpaßt habe, ihre Rückkehr würde jetzt n Eingeständnis einer verfehlten Taktik gleichkommen. tzorthp-Zeier unü Gegenkunügebung. Budapest, 10. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag planen die Horthy- Parteien ein« groß« Kundgebung für diesen „Reichsverweser". Die Oppositionsparteien beabsichtigen, diese Heraus- forderung mst«in« Gegendemonst ration zu beantworten. Die Sozialdemokraten hoben beschlossen, morgen einen Massenaufzug zu den Gräbern der beiden«r- mordeten Redakteure zu veronstallen. Die Polizei hat des- halb umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. In der Röhe der Stadt sind große Truppenverbänd« zusammengezogen. — In der Freitagsitzung de» Parlament», die sich mst dem Horthy- Skandal besoffen soll, werden die Oppositionsparteien geschlossen vorgehen. Gewerkschaftsbewegung Die Machtprobe der Holzindustriellen. Der Arbeitgeberverband der deutschen Holzindustrie gibt jetzt einen Aussperrungsbeschluß öffentlich bekannt. In seinem Organ Die Holzindustrie" vom 8. Juni veröffentlicht er eine Darstellung von dem Berlauf der Verhandlungen, die natürlich von Objektivität meit entfernt ist. Tatsache ist, daß es zu eigentlichen Lohnverhandlungen überhaupt nicht gekommen ist. Nur über Borfragen wurde verhandelt, bei denen es darauf ankam, die Vertreter des Arbeit geberverbandes dazu zu bewegen, die geltenden Verträge anzuerkennen, die von ihren Mitgliedern verlegt waren. Wie weit das Entgegenkommen des Holzarbeiterverbandes hier ging, erhellt allein aus der Tatsache, daß dessen Vertreter sich damit abfanden, als der Vorstand des Arbeitgeberverbandes erklärte, er habe nicht die Macht, um widerstrebende Mitglieder im Bezirk Hessen zur Beachtung des Vertrages anzuhalten. Und dieser machtlose Vorstand traut sich zu, die Aussperrung der Holzarbeiter in ganz DeutschIand anzuordnen. haltbaren Dienstverhältnissen dieser Beamten. Danach handelt es| im- Hause"-Standpunkt und entließ sämtliche in Frage kommenden fich bei ihnen vorwiegend um Militäranwärter, die eine 18jährige Dienstzeit hinter sich haben, über 40 Jahre alt sind und gewöhnlich eine größere Familie zer ernähren haben. Und diese Beamten werden aus den niedrigsten Besoldungsgruppen bezahlt in denen sich meist nur ganz junge unverheiratete und in der Ausbildung begriffene Beamtenanwärter befinden. Und diese schlecht bezahlten und bewerteten Beamten werden zu Durchsuchungen, Vorführungen und Berhaftungen verwendet. Gegen die Dienstverpflichtungen, die in der Hausreinigung, im Straßenfehren, Graszupfen usw. bestehen, wenden sich die Beamten nicht deshalb, weil sie der Meinung wären, daß Arbeit schändet, sondern lediglich deshalb, weil diese Arbeiten mit ihrem Dienst als Justiz beamte nichts zu tun haben. Man soll sie denen übertragen, die herzu ausschließlich angestellt werden. Es ist einfach mit der Dienststellung des Justiz wachtmeisters unvereinbar, daß er zugleich auch als Scheuerfrau verpflichtet werde. Das Justizminifterium will aber diesen Zustand verewigen, indem es die Beförderung nach Gruppe 3 ausdrücklich| von der Erklärung abhängig macht, daß der Beamte die Reinigungsarbeiten übernimmt. Demgegenüber müsse verlangt werden, daß die Einstufung im Sinne der Besoldungsordnung nach dem Alter die Einstufung im Sinne der Besoldungsordnung nach dem Alter vorgenommen wird. Ein ganz unhaltbarer Zustand sei es auch, daß von den Justizwachtmeistern verlangt wird, zu den einzelnen Richtern bis zu einem 3entner schwere Aftenpafete zu schleppen und wieder abzuholen, wobei Wege bis zu 6 Kilometern zurückzulegen find, bloß deshalb, weil einzelne Richter zu bequem find, nach ihrem Dienstgebäude zu fommen. Es gäbe Richter, die in der Woche nur einmal nach dem Dienstgebäude tommen. Mehrere Anträge und Entschließungen, in denen diese Forderungen niedergelegt sind, fanden meist einstimmige Annahme. Ein Antrag Celle, Insterburg, wonach der Reichs: verband mit Abicuf des 30. Juni 1925 aus der bisherigen Spizenorganisation( dem ADB.) auszuscheiben hat, wird abgelehnt. Für diesen Antrag hatte niemand gestimmt. Die 12 Antragsteller, die sich der Stimme enthalten hatten, gaben nach einer Rede des Vertreters des ADB. Döbling folgende Erklärung ab, die später als Entschließung gegen eine Stimme Annahme fand: Allerdings bedeutet dieser Beschluß wiederum einen Bertragsbruch. Durch die Bezirksverträge sind die Barteien Derpflichtet, erst alle Verhandlungsmöglichkeiten zu erschöpfen, ehe zu Kampfmaßnahmen geschritten wird. Vor den Zentralvorständen haben die Bertreter der Bezirke aber gar nicht verhandelt. Im Grunde wurden sie nur über die Forderungen und die dagegen erhobenen Einwände gehört. In dem Augenblick, als die eigentlichen Verhandlungen zwischen den Zentralverbänden beginnen sollten, brachen die Unternehmer die Ber handlungen ab, um ihren lange vorher beschlossenen Plan durchzuführen. Die Unternehmer wollen jezt die Lohnbildung, die vertraglich den Bezirken obliegt, zentral regeln. Dagegen erheben die Holzarbeiter grundsätzlich keinen Einwand, aber das jetzt voraus, daß die Bezirksverträge vorher geändert werden. Die Unternehmer wollen diese Aenderung aus eigener Macht: Dollfammenheit, also durch Vertragsbruch erreichen, und deshalb die Massen aussperren. Das ist eine Machtscher Justizwachtmeister ersicht nur im Allgemeinen Deutschen Beprobe, die schließlich ein ganz anderes Ergebnis zeitigen wird als die Herren sich gedacht haben. Schluß der Arbeitskonferenz. Genf, 10. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die 7. Internationale. Arbeitskonferenz wurde Mittwoch vormittag geschlossen. In namentlicher Abstimmung wurde vorher noch mit 89 gegen 6 Stimmen der Konventionsentwurf über die Entschädigung bei Berufstranfheiten angenommen, ebenso mit 85 gegen 18 Stimmen ein anderer Konventionsentwurf über eine Versicherung bej Berufsunfällen. In seiner Schlußrede gab Thomas noch einen Ueberblick über die erzielten Resultate der Konferenzarbeiten. Präsident Benesch dankte allen Konferenzteilnehmern für ihre bereitwillige Mitarbeit. Der Verwaltungsrat hatte fich in der letzten Sigung mit dem Antrag des italienischen Regierungs vertreters Mid; elis zu beschäftigen, der eine Neuregelung in der Besetzung des Verwaltungsrates vorgeschlagen hatte. Nach diesem Antrag sollen noch einige Bläge frei bleiben, die von Regierungen bejetzt werden sollen Auf diese Weise hoffte Michelis, Roosoni, den Bertreter der faschistischen Gewerkschaften", in den Ber: roaftungsrat hineinschmuggeln zu können. Der Verwaltungsrat lehnte diesen Antrag jedoch a b. " Verbandstag der Justizwachtmeister. ( 2. Verhandlungstag.) Der 2. Berhandlungstag brachte u. a. eine Begrüßungsansprache des Landtagsabgeordneten Genossen Gehrmann, der unter großem Beifall betonte, daß er als Vertreter der Sozial bemokratischen Partei nicht nötig habe, hier auf dem Verbandstag Bersprechungen zu machen. Er vermeise auf die Tätigkeit feiner Partei, die den unteren Besoldungsgruppen stets ihr besonderes Intereffe zugemandt habe. Es liege in erster Linie in der Hand der Beamten felbst, zur Berbesserung ihrer wirtschaftlichen und rechtlichen Lage beizutragen, wozu die politischen Wahlen die Gelegenheit bieten. Der Entwurf der neuen Dienstordnung, der jolche Empörung unter den Justizwachtmeistern ausgelöst hat, würde nicht Gegenstand gesetzgeberischer Maßnahmen sein, aber bei der in einigen Wochen stattfindenden Beratung des Justiz etats werde sich Gelegenheit bieten, mit dem Justizministerium die unhaltbaren Dienstverhältnisse zu erörtern und für Abhilfe zu jorgen. Weiter entrollte auf Beschluß des Verbandstages der Vorsigende des Berbandes Schmidt zusammenfassend ein Bild von den un" Der am 8. und 9. Juni in Berlin tagende Verbandstag Deut amtenbund die geeignete Interessenvertretung der unteren Besol. dungsgruppen und ist sich einig darin, daß auch für die Zukunft nur dessen Richtlinien für die Juftizwachtmeister maßgebend sein fönnen." Der bisherige Borstand wurde einstimmig wiedergewählt. Schiedsspruch im Konflikt bei Bolle. Gestern tagte der Schlichtungsausschuß, um sich mit der Beilegung der Differenzen bei Bolle zu beschäftigen. Nach mehrstündigen Arppinenmern der Meierei Bone distrusfalt, der ben Arbeitnehmern der Meierei Bolle eine Zulage von 5 bis 7% Pfennig pro Stunde brachte. Zu diesem Ergebnis wird die Belegschaft am Donnerstag abend im Großen Saale des Moabiter Gesellschaftshauses Stellung nehmen. Die Erflärungsfrist iber Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches ist bis auf Freitag festgesetzt. Ob mit diesem Schiedsspruch, der die Forderungen der Arbeitnehmer nur teilweise berücksichtigt, der Konflikt beigelegt wird, ist noch feineswegs sicher. Auch die Meierei Bolle, die sich bisher den bescheidenen Forderungen der Arbeitnehmer gegen über ablehnend verhielt, hat sich zu dem Schiedsspruch noch nicht geäußert. Benn fie flug mare, würde sie ihn rechtzeitig an nehmen. Lohnbewegung bei Bergmann, Seestraße. Die Wickler und Widlerinnen des Bergmann Elektrizitätswertes, Geestraße, beauftragten am Sonnabend, den 6. Juni eine Kom mission mit der Direttion in Verhandlungen einzutreten zweds Auf befferung ihres Verdienstes, und stellten eine Forderung von 20 Prozent. Die bisherigen Verdienste der Widler schwankten zwischen 75-81 Pfennig die Stunde, bei den Wicklerinnen zwischen 38-46 Pf., wobei zu bemerken ist, daß diese Verdienste im Afford nur unter Anspannung aller geiftigen und physischen Kräfte zu erreichen sind, und daß es nur denjenigen Bidlern und Wicklerinnen gelingt, melche schon längere Zeit bei der Firma Bergmann beschäftigt find. Das Ergebnis der Berhandlungen war, daß den Wicklern 3 Pf. den Widlerinnen 2 Pf. bewilligt wurden. Der Vertreter der Diref tion erklärte, daß ein weiteres Entgegenkommen für die Firma untragbar wäre. In einer Berjammlung am Montag, den 8. Juni, nahmen die Wickler zu diesem nichtsjagenden Angebot der Firma Stellung und beschlossen einstimmig am Dienstag, den 9. Juni, die Arbeit nicht eher aufzunehmen, bis die Direktion ihrer Lohnkommission weitere Zugeständnisse macht. Die Direktion stellte sich aber auf den„ ,, HerrenBickler und Widlerinnen( ungefähr 200 Personen). Die Streifenden und Entlassenen ersuchen um Verweigerung eines Arbeitsangebotes bei der Firma Bergmann E.-W. Lohnkämpfe in der Metallindustrie Mitteldeutschlands. Aschersleben, 10. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Metallindustrie von Aschersleben steht vor wichtigen Entscheidungen. Schon seit langer Zeit werden Verhandlungen um die Erhöhung der Löhne geführt, die bisher leider immer ergebnislos blieben. Die Lohnforderungen waren insofern besonders berechtigt, als in der Umgebung Löhne gezahlt werden, die bis zu 4 Bf. über die in Aschersleben gezahlten Beträge hinausgehen. Der Schlichtungsausschuß in Halberstadt fällte aber einen Schiedsspruch, nach dem die alten Löhne noch drei Monate weiter bestehen sollen. Am Montag und Dienstag wurde bereits in einigen Betrieben die Arbeit eingestellt. Es ist damit zu rechnen, daß der Kampf bald zu einer Stillegung der gesamten Metallindustrie in Aschersleben führt. In der gesamten Metallindustrie Mitteldeutschlands find inzwischen sämtliche Tarife gekündigt, so daß auch in diesem Industriegebiet mit umfangreichen und schweren Arbeitskämpfen zu rechnen ist. Streitbewegung im badischen Baugewerbe. Karlsruhe, 10. Juni.( Mib.) Zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern im badischen Baugewerbe fanden gestern Lohnverhandlungen statt, die jedoch scheiterten, weil die Arbeitgeber feine Zugeständnisse in der Lohnfrage machen zu fönnen glaubten. Man rechnet damit, daß der Kampf im Baugewerbe nunmehr in ganz Baden entbrennen wird. Schon sind in Lörrach, Rastatt, Pforzheim und Freiburg die Bauarbeiter in den Streif getreten. In Pforzheim streifen seit 14 Tagen die Klempnergehilfen und feit Ende voriger Woche die Glaser. Heute sind teilmeise die Schlosser, Tischler, Maurer und Gipsgehilfen in den Ausstand getreten. Schwerindustrielle Lohndrücker. Effen, 10. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Der Metallarbeiterverband teilt mit, daß der Arbeitgeberverband der nordwestlichen Gruppen der Eisen- und Stahlindustrie den Schiedsspruch vom 5. Juni, der einen Lohnausgleich für die Hochofenarbeiter nach Wiedereinführung der dreigeteilten Schicht sichert, ablehnt. Der Metallarbeiterverband hat bereits beim Reichsarbeitsministerium die Berbindlichkeitserklärung beantragt. Verantwortlich für Bolitik: Bictor Schiff: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: S. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Rarstädt; Anzeigen Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Bormäris- Buchdruderet und Verlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin S. 68. Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage, Unterhaltung und Wissen" und Frauenstimme". Das Hungergefüht zu beseitigen, ist der unmittelbare Zweck der Nahrung. Der Sättigungswert einer Speise richtet sich aber danach. wie lange das Hungergefühl durch ihren Genuß beschwichtigt wird. Die Ergänzung einer Mittagsmahlzeit oder des Abendtisches mit einem Oetker- Pudding Gut schafft eine wirksame, anhaltende Sättigung. satt sein bedeutet aber kräftig und widerstandsfähig sein. Welche Mutter möchte diesen Vorteil zum Beispiel nicht gern bei ihren Kindern sehen? Sie stellen ohne besondere Umstände einfach und schnell einen Pudding aus Dr. Oetker's Puddingpulver her und haben für zirka 35 Pfg. einschließlich der Zutaten eins der besten und billigsten Nahrungsmittel, die es gibt. Gebrauchsanweisung ist jedem Päckchen aufgedruckt. Verlangen Sie nur Originalpäckchen"( niemals lose) mit der Schutzmarke„ Oetker's Hellkopf". ,, Dr. Oetker's Puddingpulver" kommen in den Berliner Hausfrauen- Vereinen zur Verwendung. 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Privatbühnen pflegen, von Hauptstädten abgesehen, im Sommer ihre Tätigkeit einzustellen, falls nicht irgend= welche Gastspiele dann stattfinden. In Berlin hält die Operette ihren Einzug in den ernstesten Theatern. Die heiße. Jahreszeit bedingt eine leichtere Roft für das Publikum. Erzwungene Ferien. Die gut bezahlten Kräfte verleben die Theaterferien an der See oder im Gebirge, genau wie andere Menschen, die Erholung von den Anstrengungen des Berufs suchen; fie müssen sich besonders für den neuen Theaterwinter stärken. Andere Künstler haben vielleicht ein Zuhause, in dem sie ihre Ferien vom Ich feiern. Schlimm ergeht es denjenigen, die weder eine eigentliche Heimat noch Ersparniffe haben. Die fihen plöhlich auf der Straße, wenn sie nicht durch Protektion oder Zufall irgendeine Beschäftigung finden. Der Film ist zwar eine der reitenden Möglichkeiten, jedoch weiß man, wie gering die Schancen heute bei dem gewaltigen Andrang sind. Manche Sängerin ist oft froh, wenn fie in einem Kabarett in einem der vielen Badeorte aufwarten darf. Dieses Engagement muß als Sommerreise- Ersatz gelten. Der Beginn der Sommersaison öffnet die Bäder und Sommerfrischen, die gezwungen sind, ihren Kurgästen nach Möglichkeit zerstreuung zu bieten. So hat fast jeder Kurort heute ein„ Kurtheater", wie fich hochtrabend fast jede Dorfschmiere Menni. Die ganz fleinen Bäder werden mit tödlicher Sicherheit von reifenden Theatergesellschaften heimgesucht, womit jene fünstlerisch geleiteten Wanderbühnen natürlich nicht gemeint find. Auch im großen Berlin tun gewöhnlich zum Pfingſtfeſt einige Sommertheater ihre Pforten auf. Der Berliner liebt es, draußen Kaffee zu trinken und auf der Gartenbühne Konzert zu hören oder Spezialitäten" zu sehen. Den Abschluß des Programms bildet wohl eine Revue oder eine poffe mit lokalem Einschlag. Als Beispiel mag das Rosetheater im Osten Berlins gelten. " Die Freilicht- und Naturtheater. Biele ernste Schauspieler find glücklich, gelingt es ihnen, für ein Freilichttheater verpflichtet zu werden, auf einer Waldbühne mit 22] Schnock. Ein Roman von See und Sümpfen. Von Svend Fleuron. Einen Augenblick darauf erzittern die Pflanzen, die Büschelmassen des Sphagnummooses schwellen an wie Wolfen ein Unwetter zieht aus dem Grunde auf, die Moosdecke hebt sich... die Wasserfläche schaukelt und wird plöglich durch ein Platschen unterbrochen, da Schnock nämlich hochschießt just in dem Augenblid, als eine Schwalbe in graziöjem Sprung eine Mücke von der Wasserfläche auffpnappt. Das Waffer wird wieder ruhig, die Blafen schwimmen davon und zergehen auf dem Wege nach dem Ufer, Schnod aber sinft in ihr Bett zurück mit der Schwalbe, die ihr halb im Schlunde fizt. Aber alle Wasserläufer und Mücken wurden zu einem Modderbrei zusammengerührt. • So schärfte der Kampf um die Nahrung täglich ihren Erfindungsgeist. In früheren Zeiten streifte fie um die Wafferlilieninseln, um Fische zu fangen jetzt gab es dort feine Fische mehr; aber ihre Erfahrung hatte sie gelehrt, daß hier die Vögel zur Tränte herantamen. Die Nase dicht unter dem Rande der Blätter haltend, stellte sie sich in Bereitschaft... und sie raubte sich manchen Wippfferz; bald den weißen mit den mondlichtfilbernen Federn, bald den gelben- gelb wie just erblühter Hahnenfuß. Es fonnte auch geschehen, daß sie sich eine Waldtaube und einmal überfiel sie einen fing, eine Sumpfschneppe alten, vollausgewachsenen Reiher. Sie pacte ihn am Beine, zerrte ihn ins Waffer und zog ihn mit in die Tiefe, wo er ertrant. Aber der Reiher versuchte es verschiedentlich, sie auf seinem Schnabel aufzuspießen, und dadurch büßte sie das eine Auge ein. Schnuď. In dem größten jener alten Torftümpel mit dem braun fchwarzen Wasser fonnte man bei starkem Sonnenschein einen vereinzelten großen Fisch unbeweglich zwischen dem Schilf unter der Böschung stehen sehen. Sett undentlichen Zeiten war er in diesem Moorpfuhl zu Haufe, dessen Gewässer er nur selten verließ. Eine Bildente, lebender Szenerie spielen zu können. Mond und Sterne, Bögel und Blumen werden ihnen dort zu Helfern. So märchenhaft eine Aufführung im Freien von der Verjunfenen Glode" oder dem Sommernachtstraum" sein fann, sind doch die Gefahren dieses Theaterspielens für die Darsteller zu berücksichtigen, die leicht Erfältungen usw. ausgesetzt sind und vor allem in tausend Fällen ihr Organ überanstrengen, da die Akustit oft sehr ungünstig ist. Zu den bekanntesten Freilichtbühnen gehören in Deutschland die großartige von Oybin und das romantisch gelegene Harzer Bergtheater, in dem diesmal die Lienhard- Festspiele veranstaltet werden. Die anmutige Waldbühne des Niederrheins, Cleve, hat leider aufgehört zu eristieren, wahrscheinlich petuniärer Schwierigkeiten halber. Das Freilichttheater an den Triberger Wasserfällen( Schwarzwald) brachte sogar den Faust in einer Nachtaufführung heraus... Der ärgste Feind dieser Sommertheater ist der Regen. Hize oder Kälte sind schließlich zu ertragen, wenigstens fann man sich gegen sie schützen. Ein mit Schirmen bewaffneter Zuschauertreis ist an sich schon ein Im Sommertheater- Garten. lächerlicher Anblick; hinzu kommt, daß Regenschirme die Aussicht versperren. Die in der Erde hockende Souffleuse würde unter Um tänden hinwegschwimmen, hätte man schon kein Erbarmen mit den Darstellern. Es wäre grundverkehrt, das ernste künstlerische Schaffen vieler Freilichttheater mit großartigen Fachmannsmanieren als Ritsch abzulehnen. Denn es ist das Gegenteil von Liebhabertum, vom Vergnügen funftliebender Laien, was hier bewirkt wird.. Und da müssen wir auch die soziale Note antlingen lassen. Für manchen Künstler ist dieses Sommerengagement oft Rettung aus dringend ster, schwerster Not. Man tomme nicht mit der üblichen Phrase, daß sich die Begabten doch durchsetzen und nur die minderwertige Spreu zu Boden falle und untergehe. Abgesehen von der Unmenschlichkeit dieſes Standpunktes, muß doch gesagt werden, daß diese Beweisführung vor allem heute durchaus schief und unrichtig ist. Im die Hechtrogen in ihren Federn gehabt, hatte ihn einstmals hierher verpflanzt. Schnud mar nicht annähernd so groß wie Schnod, aber länger und Enochendürr, mit einem Kopf und Zähnen wie ein Hai. Zu wiederholten Malen waren sie und Schnock einander in die Wolle geraten und befriegten sich aus Mißgunst in ihrem Kampf um die Nahrung. Die Narben von ihren Bissen, die in tiefen Furchen sich über ihre Flanken zogen, waren mit farblosen Schuppen bedeckt, die in Spiralen und Wirbeln beifammenfaßen. In der letzten Zeit waren sie sich jedoch klüglich aus dem Wege gegangen, indem sich jede an ihren großen Torfpfuhl hielt... Im ersten Jahre, das Schnock im Moor verlebte, war sie von mehreren großen Männchen umschwärmt gewesen, und eine Unmenge jüngerer Hechtmännchen folgten in gebührlichem Abstande. Im zweiten Jahre waren nur noch einige wenige übrig geblieben. Und in diesem Frühling, als der Himmel wieder Licht und Wärme zu spenden begann, hatten sowohl sie wie Schnud ihre Laichen einsam und verlassen beendigen müssen. Manch ein glücklicher Bräutigam war ihren Schlund hinabgegliften, und nun hatten sie im Verein das ganze Moor von Hechten geräumt. Schlapp und abgemagert waren sie in die Tiefe zurückgesunten, um auszuruhen. Bis der Drang nach guter und reichlicher Nahrung heftig in ihren wurde und Mut und Dummdreistigkeit verstärkte. Eines Morgens unterscheidet Schnod durch das noch nicht vom Tag erhellte Wasser den schwarzbeschmutzten Bauch des vom Tag erhellte Wasser den schwarzbeschmutzten Bauch des alten einheimischen Fisches. Vom Hunger bewogen hat er. Vom Hunger bemogen hat er eine fleine Reise vor seiner Höhle unternommen und steht nun im Pflanzendidicht ihr gerade gegenüber auf der Lauer. Mitten auf dem Tümpel treiben große Stücke Padeises und breiiger Schnee dahin, aber an den Ufern und Buschrändern entiang, über denen frühlingstrunkene Kiebige sich in Scharen hummeln, haben die Sonne und die Wärme des Tages bereits offene Straße und Strömung geschaffen. Plötzlich steigt in Schnock eine aufreizende Erinnerung an die Konkurrentin auf, als sie ihre feuergelben Flanten bei einem Bisse funkeln sieht, pfeilschnell schießt sie hoch und mun sie einander begegnen nach glücklich überstandenem | " Chaos der jetzigen Geschäftstheaterpragis entscheiden Fürsprache und vor allem das Maß der Publikumsgunst. Dabei kommen sehr oft die tätigsten und wertvollsten jungen Kräfte unter die Räder. Und wenn die Prominenz" mit Riefengagen, wenn die mittleren Schauspieler in vorerst gesicherten Engagements hinausziehen in die Sommerfrische, so wollen wir nicht jener tapferen, jungen Gemeinde vergessen, die sich fast erstickt in der öden Kunstlosigkeit jetziger Theatermacherei, um ihrer Ideale willen im Harz oder sonst irgendwo für geringe Gagen durch den Sommer hindurchhungert. Flohdialektik. Das Haus der englischen Lords hat Sorgen. Es nicht die Arbeitslosenfrage, nicht das Problem Europa, das die Ges müter der britischen Hochfeudalen so schifaniert. Eine Frage von scheinbar minderer Bedeutung, deren Einzelheiten für die Gesamtheit mesenlos scheinen und die, nach dem brennenden Interesse zu urteilen, das ihre Erörterung im Parlament fand, zum täglichen Hausunterhaltungsstoff der Lords avanciert ist. Die englische Presse berichtet fehr ausführlich über die bedeutungsvolle Affäre. Bei der Beratung des Gesezes zum Schuge dressierter Tiere erhob sich Graf Ullswata und verlangte von zuständiger Stelle zu wissen, ob dressierte Flöhe auch unter das Schutzgefeh fielen. Er sei im Zweifel, zu welcher Kategorie Lebewesen die Infekten zu zählen seien und ob man sie als„ legale Tiere" an sprechen fönne. Er fei kein Flohdresseur und verstehe von dieser Branche nichts, möchte aber erfahren, wie das Gesetz mit einem Floh befizer umspringe, der seinem Zögling die notwendige Nahrung, das ist also hier das menschliche Blut, vorenthielte. Jedenfalls sei der Begriff des Flohes wiſſenſchaftlich nicht genügend geklärt. lind es erhob sich Lord Desborough, der Regierungsvertreter, und sagte mit verbindlichem Lächeln, auch höchstoffiziellerfeits habe man über das Wesen des Flohes nicht genügend nachgedacht. Das Ministerium befindet sich noch ganz im unilaren. Bögel, Reptilien und Fische würde das britische Gesetz als Tiere anerkennen, die Flöhe aber...?! Der Abgeordnete üйsmata verfauger in das Gesetz zum Schutze der Tiere. Es sprach noch Lord langte daraufhin die Einbeziehung der fleinen springlustigen BlutDanesford, und daraufhin wiederum der- flohmütige Graf. Das ganze dauerte so an zwei Stunden, und trotzdem ist die Frage noch nicht geflärt. Wochenbett, sind sie sich der Bedeutung diefer Begegnung vollauf bewußt: sie wollen sich gegenseitig verschlingen! Floffe neben Flosse fahren sie dahin, einander voller Tücke in die Augen schielend. Schnod ist ihrer Rebenbuhlerin dicht auf den Leib gerückt und drängt sie in der Haft in den Schilffaum hinein. Im Laufe des Winters ist das ganze Röhricht abgeerntet worden; aber einer struppigen Bürste gleich sind die schräge gestuzten, speerscharfen Stoppeln unter der Oberfläche zurückgeblieben. Der Moorhecht wird mit seinem Körper fortwährend über die Bürste gestrichen, die bei jeder Bewegung in ihrem Schwanz und Bauch reißt und im Handumdrehen ihr schwerfälliges, träges. Gemüt aus seinen Bahnen wirft. Sie bläst die Riemen auf und sträubt zornbebend die Flossen, wäh rend ein dichter Regen gold- und filberfunkelnder Schuppen durch das Wasser auf den Grund hinabschwirrt. Mit einer geschickten Bewegung schlägt sie sich aus dem Schilfwalde heraus und wendet sich nun blitzschnell Schnock zu. Aber die alte Piratin ist dem trägen Moorhecht zu rasch, sie opfert der Gegnerin die Hälfte ihrer Rückenflosse, die schonungslos in langen Strahlen an den Gräten entlang herabgeriffen wird. Da unternimmt Schnod eine Wanderung unter Schnud hinweg und stürzt sich mit offenem Rachen von unten her auf ihre Widersacherin, ihren Kiefer fest in deren Bauch einrennend. Schnuck versucht vergeblich, ihre Zähne in Tätigkeit zu setzen, sie sperrt den Schlund auf und schlägt knad knad die lange, fägenartige Zahnschere auf und zu. Schnod aber schüt telt sie unabläffig, so daß ein Schuppenregen nach dem anderen im Wasser um sie her flimmert. Sie wälzen sich umeine daß die Eisschollen bersten bald und die Tausende kleiner Kriflingen und klirren.. sind sie oben im Schneematsch, wo das gelbe, sandige Wasser unter, ihren peitschenden Schwänzen fiedet und brodelt, bald verschwinden sie in einem flimmernden Zidzad in die Tiefe. Mit der Zähigkeit und der Energie, die Schnod immerdar beseelt, wenn es die Beute gilt, liegt sie da und balgt sich mit Schnud. Sie fneift die Unglückliche, peinigt und quält fie und hält sie ununterbrochen in Atem. Das ist eine Schlacht, die Schnock nicht eben langweilt! Sie hat ja immer noch die Beute zwischen ihren Kiefern; es entflammt ihr Gemüt, entzündet ein Feuer in ihren Augen und treibt sie zu unbesiegbarer Ausdauer an. ( Fortsetzung folgt.) Feuer im Flugzeug. Bon fernher ein Brausen: ein Flugzeug über die Stadt. Bor Jahren ein Ereignis, heute Alltäglichkeit. Bor Jahren Strafmandate wegen„ Gefährdung der allgemeinen Sicherheit“ hervorgerufen durch das Ueberfliegen bewohnter Ortschaften, heute gibt es niemanden, der beunruhigt wäre. Tarif rentabel gewirtschaftet, der technische Apparat auf die Höhe gebracht werden kann. W Allgemein ist deswegen der Wunsch, auch die private Gesellschaft in den Besitz der Stadt überzuführe 11. Die Kommunalisierung der privaten Charlottenburger Basserwerke ist seinerzeit vom Breußischen Landtag mit den Stimmen der bürger lichen Parteien abgelehnt worden. Jeht hat man die Be icherung und die Quittung für die furzsichtige und stumpfsinnige Kommunalisierungsangst. Das Geschrei von der Unzulänglichkeit des fommunalen Betriebes hat längst aufgehört. Die Praris unter stabilen Verhältnissen hat gezeigt, daß beim fommunalen Monopol Der betrieb die öffentlichen Interessen beffer gewahrt find. Magistratsvertreter fand deshalb auch feinen Widerspruch mehr, als er erklärte, daß der Berliner Magistrat eine Bereinheitlichung der Berliner Wasserversorgung in einer Hand, und zwar in der Hand der Gemeinde anstrebt. eDr Sturm läßt die Baumkronen neigen, er läßt Staubwolten bis zu den höchsten Stockwerken der Großstadthäuser steigen. Kein gutes Wetter für den einsamen Flieger dort oben in dem leichtgebauten Doppeldecker, dessen Motor feinen Gesang mit dem Braufen hes Sturmes vereint. Das Flugzeug fliegt dort oben seine Bahn, die Menschen gehen hier unten ihre Wege. Plöhlich stockt das Leben der Straße. Alles starrt entfett, gefeffelt nach oben zu dem alltäglichen Flieger. Eine Rauchsäule am Motor, eine helle Flamme, Das alles find aber Fragen der Zukunft. Heute muß dann stürzt er in jähem Gleitflug erdwärts, unaufhaltsam. Die etwas getan werden, um der tatastrophalen Wassernot Menschen der Straßen eilen dem vermutlichen Ort der Ratastrophe abzuhelfen. Der Magistrat hat deshalb unter Führung des entgegen. Mitten in eine Laubenkolonie sprang der brennende Oberbürgermeisters Böß und eines besonderen Ausschusses der Bogel. In wenigen Minuten find Rumpf und Flügel verbrannt. beteiligten Bezirke Schritte unternommen, um sowohl bei den Char Dede starren das stählerne Gerippe und doch ist ein Wunder ge- schleunige Abhilfe zu bringen. Die Störungen in dem Versorgungs. lottenburger Baffermerten als auch beim Polizeipräsidenten auf schehen. Der Flieger, der im Augenblick höchster Gefahr das Höhen- gebiet der privaten Werke sind jedes Jahr aufgetreten, fie liegen freuer herumriß, weil er den Sturz wagen mußte, um dem Feuer nicht nur an der Dürre, sondern auch an der Bernachlässigung der tode zu entrinnen, wurde gerettet und sein Begleiter auch. Schnelle technischen Erneuerungen. Die Charlottenburger Waffermerte haben Silfe entriß sie den Flammen, befreite fie aus dem engen Ge- in der standalösesten Weise sich auf das Gewinnemachen beschränkt. fängnis. Bald ruhen sie in den weißen Betten eines Krantenhauses, Es ist deshalb jeßt am Blaze, daß die Behörden auf Grund der Arzte beugen sich über ihre Wunden, die das Feuer schlug. Menschen, Konzessionsverträge zu 3wangsmaßnahmen greifen und die Leitung die das Unglück sahen, sind erschüttert. der privaten Werte zwingen, ihren Berpflichtungen auf Ausbau des daß wenn irgend möglich das Leitungsney der besser funtRohrnezes nachzukommen. Die dringendste Maßnahme muß sein, tionierenden städtischen Werte mit dem der privaten Berfe ver foppelt wird. Es ist anzunehmen, daß die Stadtverordnetenversammlung ihrerseits sich auch in öffentlicher Sitzung mit den Vorgängen befassen und vom Magistrat Aufklärung verlangen wird, welche Schritte er gegen die private Aftiengesellschaft unternommen hat. Benige Jahre sind vergangen, als wir noch in einer Zeit lebten, da solche aus der Luft stürzenden flammenden Säulen auch ne Alltäglichkeit waren. Damals gab es Menschen, deren Herz schneller schlug und die Freude empfanden, wenn der Heeresbericht von so und sovielen abgeschossenen Flugzeugen zu berichten wußte. Diese Leute vergaßen nur, daß auch andere Flieger den gräßlichsten Tod gestorben waren und damals noch täglich sterben würden. Damals war Krieg. Und so fonnte ein Flugzeugabsturz eine ganz gewöhnliche Angelegenheit sein. Doch heute stehen die Menschen erschüttert vor den Trümmern eines ausgebrannten Flugzeugs, hute ist so etwas ein Ereignis, das an die Seelen rührt. Der Schrecken zeigt für viele in der Ferne ein anderes Gesicht als in der Nähe. Viele, die auch heute wieder den Heldentob preisen, find ihm nie nahe gewesen und es wird immer Wahrheit bleiben, daß der Heldentod eine schöne Sache ist, wenn man ihn nicht selbst zu fterben braucht. * Vergaserbrände gehören glücklicherweise auch bei Sportflug zeugen zu ganz seltenen Ereignissen. Bei den modernen Berkehrs flugzeugen find Bergaserbrände noch niemals gemeldet worden. Hinzu kommt, daß gerade die Ganzmetallflugzeuge bei einem folchen Anlaß wesentlich größeren Schutz bieten, als die aus leicht brenn baren Material hergestellten Sportflugzeuge. Wie wir erfahren, besteht bei dem jüngeren der verunglückten Flieger, Walter Bed. noch Lebensgefahr. Sein Zustand ist sehr ernst. Sein Unterförper ift mit schweren Brandwunden bedeckt. Bei dem Flugzeugführer v. d. Linden besteht teine Lebensgefahr. Er hatte mefentlich leichtere Brandwunden davongetragen. Eingreifen des Polizeipräsidenten. Die anhaltende Hize- und Trockenheitsperiode, die jetzt zu einer fast vollständigen Stillegung der Wasserversorgung im Berliner Best en geführt hat, scheint vorläufig noch nicht beendet. Wie der amtliche Betterdienst uns auf Anfrage mitteilte, find die Aussichten auf ausgiebige Regenfälle für Berlin sehr gering. Ostdeutschland ist start bewölkt und strichweise leichte Niederschläge zu verzeichnen. Im Westen ist anhaltende Trockenheit und weiter warmes Wetter für die nächsten Tage zu erwarten. In Berlin und Umgebung wird gleichfalls nach vorübergehender Trübung und faum merklicher Abfühlung das trockene und heitere Wetter von neuem andauern. Für die nächsten Tage ist also noch tein Regen abgesehen von gewitterartigen Entladungen zu er warten. Der Wassermangel in Berlin. Eingreifen der Wafferpolizei. Der im Westen Berlins zu beobachtende Wassermangel, der sich besonders bei der jeßigen warmen Jahreszeit äußerst unangenehm bemerkbar macht, hat das Berliner Polizeipräsidium veranlaßt, die Wasserpolizei zu beauftragen, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln auf Abhilfe dieser unhaltbaren zustände hinzuwirken. Obwohl die Wasserversorgung Berlins in der Hauptfache eine städtische Angelegenheit ist, da sie von den städtischen Wafferwerken, zum Teil von den Charlottenburger Wafferwerten 2.-G. ausgeht, befißt der Polizeipräsident doch ein Aufsichtsrecht, von dem er in diesem Falle nach drücklich st Gebrauch machen will. Durch den nun schon eine ganze Zeit anhaltenden Waffermangel tönnen außerordentlich bedrohliche, unhygienische Zustände hervorgerufen werden. Vor allen Dingen wird der Polizeipräsident darauf dringen, daß ohne Rücksicht auf die Besigverhält nisse der Wasserwerte, wenn irgend möglich, ein Austausch der vorhandenen Wassermengen stattfindet, so daß die Stadtteile, die jetzt seit einigen Tagen völlig ohne Wasser sind, wenigstens mit einer gewissen Waffermenge versorgt werden. Dieses Vorgehen des Bolizeipräsidiums ist durchaus zu begrüßen. Wir möchten bei dieser Gelegenheit nicht verfehlen, darauf hinzuweisen, daß auf die Möglichkeit eines Austausches der vorhandenen Wassermengen bereits vor Wochen im Borwärts" hingewiesen wurde. Es genügt eben nicht, auf anderes Wetter zu hoffen, man muß vielmehr ernst lich versuchen, Maßnahmen anderer Art zu treffen. Stütze der Republik! Ein Polizeibeamter, der vor Schwarz- Rot- Gold ausipudt. In welch eigenartiger Weise gewisse Elemente in der Schußpolizei glauben, mit Republikanern umfpgin gen zu fönnen, bewies in sehr drastischer Weise ein Vorfall, der sich Dienstag mittag auf dem Alexanderplatz ereignete und über den uns folgendes berichtet wird: Auf Grund irgendeines Streites war der ständig auf dem Alexanderplatz ftationierte 3eitungsverkäufer des Reichs banners Schwarz- Rot- Gold von einer geringen Anzahl Gesinnungsfreunden umringt. Blöglich nahte fich der Gruppe friedlicher Menschen ein Schupobeamter, der sogleich grob wurde, die ümstehenden brutal zur Seite schob und auch vor Handgreiflichkeiten nicht zurückschreckte. Ein Herr, der gegen diese Gummifnuppel methoden protestierte. wurde festgenommen und, als er sich gegen das rohe zugreifen des Beamten wehrte, mit Hilfe zweier Kollegen des Polizisten zur Wache geschleppt. Als die Augenzeugen dieses standa lösen Borfalls ihre Wahrnehmungen auf der Bache zu Brotofoll geben wollten, wurden sie überaus barsch abgewiesen. Es hatten sich nun vor dem Bolizeirevier Magazinstr. 3/5 eine Anzahl Bassanten angesammelt, die das Biederherauskommen des Festgenommenen erwarten wollten. Als nun ein anderer Bolizeibeamter einen Be äußerte ein Zuschauer dieser häßlichen Szene feine Empörung über truntenen auf unglaublich rabiate Weise zum Revier brachte, das unmenschliche Vorgehen des Beamten. Der Mann wurde ogleich initiert. Nachdem die Personalien des Inhaftierten festgestellt worden waren und aus ihnen hervorging, daß der Betreffende Mit. glieb des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold war, äußerte der famose Schupobeamte, indem er auf den Fußboden pudte: Borso einer Organisation muß man aus. ipuden!"(!) Ueberhaupt scheinen sich schwere Uebergriffe im Polizeirevier Magazinstraße des öfteren zu ereignen, da von Baffanten hierüber heftig lage geführt wurde. " Soweit der Bericht. Sollten sich diese Angaben bewahrheiten, so wäre fein Wort scharf genug, um diese unerhörten anti. republikanischen Egzeile des portrefflichen Sicherheits. beamten der Republif gebührend zu brandmarken. Daß ein folcher Menjch völlig unfähig ist, den verantwortungsvollen Bosten eines Sicherheitsbeamten im Boltsstaat zu versehen, erscheint selbstver ständlich, immer natürlich vorausgefeßt, daß die vorstehenden Angaben stimmen. Jedenfalls tut eine gründliche Untersuchung in dieser buntlen Angelegenheit dringend not. Der Arbeiter- Radioklub Deutschlands e. B., Bezirksgruppe Berlin, eröffnet am 13. Juni, nachmittags 4 Uhr, feine zweite Ausstellung in seinem Heim, Berlin D. 34, Petersburger Str. 39, Ede Kochhannstraße. Die Ausstellung umfaßt felbstge baute Einzelteile und Radiogeräte von Arbeiteramateuren, lehrreiche Tabellen und Statistiken sowie Lehr- und Anschauungsmaterial. Die Ausstellung ist von Sonnabend, den 13., bis 20. b. M. werftags von 4-9 Uhr abends und am Sonntag, den 14. d. M., von 10-5 Uhr geöffnet. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 11. Juni. Feuer und Wasser. 3wei große Brände beschäftigten am Mittwoch nachmittag die Berliner Feuerwehr in der Klosterstr. 38 in Spandau und in der Elbe str. 28 in Neukölln. Hier stand eine Tischlerei in Flanimen und dort eine große Verkaufshalle mit zwei Lagerschuppen und dem Dachgeschoß eines Wohnhauses aus Holz. Branddirektor Kreis- Spandau ließ angesichts der großen Ausdehnung des Feuers unverzüglich mit mehreren Schlauchleitungen, darunter eine B- Leitung, fräftig Wasser geben, um das bewohnte Holzhaus zu retten und das Vorderhaus zu schüßen. Es gelang dies auch. Trogdem ist der Schaden bedeutend. Den Flammen sind u. a. eine Menge Vorräte und Bureaumaterialien zum Opfer gefallen. In Neukölin, wo der Brand in einem Spänefeller ausgekommen war und einen Exhauster ergriffen hatte, der durch das Haus hindurchgeht, ließ Brandirektor Bodcziech gleich mit zwei Fahrzeugen angreifen und mit mehreren Rohren löschen. Sämtliche Betriebe in dem Hause Elbeftr. 28 waren gefährdet, fonnten aber durch das schnelle Eingreifen der Wehr geschützt werden. Recht tragikomische Szenen ereigneten sich in der Nacht zum Mittwoch in der Lauenburger Straße 6. Dort war abends in der Waschküche des Stundenlang riefelte dort hell and tlar das Wasser in die Küche, pierftödigen Hauses der Wasserhahn nicht gefchloffen worden. drang dann in die Wohnungen der vierten Etage und von dort in die Wohnungen der anderen Geschoffe. Aengstliche Bewohner flüchteten mit aufgelöften Haaren im tiefsten Negligé früh in der dritten Morgenstunde auf die Straße, Rettung suchend in die Arme der Feuerwehrmänner, die dem Spuf ein Ende bereiteten, indem fie den Hahn abstellten und das Wasser wieder hinausbeförderter Sie verstand das Stehlen. Eine von den Behörden lange gesuchte Taschendiebin, die erſt 23jährige Klara Korzas, hatte sich vor dem Amtsgericht Charlottenburg zu verantworten. Nachdem sie zunächst mit einem fiebelte sie fürzlich nach Berlin über. Zunächst war sie hier als gefährlichen Kumpanen zusammen Breslau unsicher gemacht hatte, Kellnerin tätig, fand aber bei dieser Tätigkeit bald Bekannte aus der Bunft", insbesondere den ,, Goldzahnmorig", mit dem sie bald wieder gemeinsam zum Stehlen in Warenhäuser und auf belebte Straßen ging. Im Kaufhaus des Westens wurde sie auf frischer Tat ertappt und die Polizei fand in ihren Kleidern nicht weniger als 6 mohl. gefüllte Brieftaschen. Bor Gericht schob fie alles auf den Goldzahnmoris", er hat mir eine Tasche schenken wollen und ihn auch nicht gedeckt". Borsigender: Die Sache liegt anders, und diese sollte ich mir aussuchen, aber ich habe nichts genommen fie find rüdfällig gemorden, wir fennen sie ja schon von Breslau her. Alles Beinen nügt Ihnen nichts, mir müffen Sie unschädlich machen, folange es möglich ist." Das Gericht erkannte auf eine harte Strafe, nämlich 2 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehroerlust. Leider ist der Haupttäter flüchtig. Rekordflug einer Junkers- Maschine. flugzeug auf der sogenannten Nachtstrede Berlin- Barne. Eine ausgezeichnete Flugleistung hat fürzlich ein Junkerssteuert wurde, durchflog die 224 Rilometer lange Strede münde vollbracht. Die Maschine, die von dem Piloten Eler ge= 4 Stunden, um diese Strede zurüdzulegen. Wie ausgezeichnet die in 65 Minuten. Der D- Jug Berlin- Warnemünde braucht Leistung dieses Berkehrsflugzeuges ift, bemeist auch die Tatsache, baß beim Deutschen Rundflug Bäumer auf seinem schnellen Sport eindeder von dem nähergelegenen Roftod bis Berlin eine Minute länger, nämlich eine Stunde sechs Minuten benötigte. " Berurteilung eines Schupobeamten." Zu diesen Ausführungen in Nr. 269 bittet uns der Schupobeamte Mar Seidel, Reukölln, Mahlower Str. 9, zurzeit an der Polizeilehranstalt in Brandenburg, mitzuteilen, daß er mit dem barin erwähnten Polizeischupobeamten Seibel, ber eine fechsmonatige Gefängnisftrafe wegen Prügelei er. hielt, nicht identisch ist. 21730 Bezirksbildungsausichuß Groß- Berlin. Am 20. und 21. Kuni Sonnen toenbfeier bes Arbeiterfulturfartells in den Gofener Bergen. Marten Afa- Drts. à 50 Pf. bei der Gewerkschaftstommiffion, Engelufer 24/25 fartell, Engelufer 24/ 25- in den Zahlstellen der Freien Boltsbühne- im Jugendlekretariat Lindenstr. 3, 2. of II Ergiebungsverein der Kinderfreunde Reichsbanner Schwarz- Rot- Golb, Sebastianstr. 37/ 38- bei den in den Vorwärts. Dbleuten der Kreis- und Abteilungsbildungsausschüsse 2. of II, 3immer 8. Speditionen im Bureau des Bezirksbildungsausschusses. Lindenstr. 3, fichtbar und wirkungsvoll aushängen. Die Blatate zur Sonnenwendjeier Sprech- Chor für Proletarische Felerfunden. Donnerstag, abends 7, 116r, Gesangsfaal der Sopbien- Schule, Beinmeiflerstr. 16-17: lebur stunde. Vorbereitung zur Sonnwendfeier bes beiter Rultur fartells. Alle Mitglieder müssen bestimmt und pünktlich erscheinen. Neue Mitglieder Männer, Frauen und Jugendliche werden aufgenommen. Eine Luftexpedition nach China. Moskau, 10. Juni.( WTB.) Heute morgen flog von Mosfan nach Beting eine Lufterpedition ab, die aus fechs Flugzeugen, darunter vier ruffischer Ronftruftion, besteht. Die Regierungsmit glieder waren anwesend, und eine tausendföpfige Menge ver fammelte sich auf dem Flugplaze. Der Zweck der Expedition ist angeblich die Erforschung des fürzesten Luftweges nach dem fernen Often über das Uralgebirge, fibirische Ostjata, transbaitalisches Ge birge und Gobimüste, insgesamt siebentausend Kilometer. Im Falle bes Erfolges soll eine ruffifch chinesische Luftoder. tehrsgesellschaft zur Herstellung eines ständigen Luftverkehrs zwischen Europa und China gegründet werden. Hilfe für Amundsen. Philadelphia, 10. Juni.( WTB.) Byard, der Führer der arktischen Expedition Macmillan, die heute aufbricht, erklärte, es fei faum zweifelhaft, daß feine Expedition die Amundsenexpedition furz nach dem Verlassen der Polarbasis etwa am 1. August fichten werde. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 7.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 6.40 Uhr 4.30-6 Uhr abends: Konzert. Dirigent: Georg Széll. 6.40 bis abends: Abteilung Technik. Diplomingenieur Deutsch: Das Deutsche Museum. 7 Uhr abends: Abteilung Philosophie." Dr. med. Alfred Beyer: Psychologie für das tägliche Leben. 5. Vortrag. Prüfung der Vernunft". 7.30 Uhr abends: Vortrag des Herrn Böhl: Neue Wege für die Sammlung von Mitteln für die Stiftung Park, Spiel und Sport". 7.50 Uhr abends: VortragsDie standalösen Verhältnisse bei den Charlottenburger Wasser: reihe des Geh. Regierungsrat Professor Dr. A. Miethe:„ Das Explosionsunglüd bel den Befahungstruppen. Ein schweres werken find dieser Tage auch bei der Beratung des städtischen astronomische Fernrohr, Huygens, Cassini, Dollond 8.30 Uhr öfifchen- Artillerie- Regiment. Durch unvorsichtiges Nach. Himmelsfernrohr und seine Meister". 2. Vortrag. Das" alte Explosionsunglüd ereignete sich bei dem in Roblenz stehenden franHaushaltes zur Sprache gekommen. Die Besprechung der Bilanz der städtischen Wasserwerke, die den Norden und Dsten( Nora Pisling- Boas, Sopran). abends: Aus dem Osten. 1. Reval: Mélodies populaires grées füllen eines veranferten Fesselballons fam es zu einer Explo 2. Khong- Fu- Tse: a) Das Los desfion, bei der 3 Soldaten getötet, 3 schwer und 4 leicht verBerlins, rund zwei Drittel der Bevölkerung, versorgen, ergab, baß Menschen, b) Li- Tai- Po: Der Tanz der Götter, c) Li- Tai- Po: Am legt wurden. die städtische Gesellschaft bei einem erheblich niedrigeren Tarif Ufer. d) Li- Tai- Po: Pavillon aus Porzellan, e) Li- Tai- Po: Der zurzeit 15 Pf. ohne jede Nebengebühr ganz bedeutende Trinker im Frühling, f) Li- Tai- Po: Die geheimnisvolle Flöte( Dr. Gewinne gemacht hat. Sie war nicht nur in der Lage, die Wilhelm Leyhausen. Rezitation). 3. Braunfels: Chinesische Lieder fünfprozentige Abgabe an die Kämmereitasse in Höhe von rund ( Nora Pisling- Boas, Sopran). 4. a) Li- Tai- Po: Die ewigen Lettern, 800000 Mart abzuführen, sie konnte auch auf Rapitalentwerb) Li- Tai- Po: Auf dem Flusse, c) Thu- Fu: Der Kaiser, d) Wu- Ti: tungstonto 3 mei Millionen Mark abschreiben und mehrere Kampf, I) Li- Tai- Po: Das Trinklied vom Jammer der Erde( Dr. Der Herbst. e), Dichter unbekannt: Der Gatte rüstet sich zum Millionen für Werterhaltung und Erneuerung Wilh. Leyhausen). Am Flügel: Dr. James Simon. Anschließend: verwenden. Infolgedessen hat die städtische Gesellschaft ihre tech- Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, nischen Anlagen im laufenden Jahre ganz erheblich verbessern Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30 fönnen und den Beweis erbracht, daß auch bei einem niedrigen bis 12 Uhr abends: Tanzmusik. Ein Arbeiter von einer Cofomotive getötet. Bei dem Eisenbahnübergang der Stettiner Chauffee nach Camin, furz vor Jassow, wurde nach einer Meldung aus Stettin am Dienstag abend von drei Landarbeitern, die noch furz vor dem Zuge den Eisenbahnübergang Lotomotive erfaßt und auf der Stelle getötet. paffieren wollten, der Arbeiter Steindorf aus Camin von der Straßenbahnunglüd in Paris. In Paris find zwei Stra Benbahnzüge in der Borstadt Clamart zusammengestoßen. 3weiundzwanzig Personen wurden verlegt, davon 3 schwer. חמסה Das gründliche Mundwasser Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrit find Berlin B3. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat. 2. Sof, 2 Trev. rechts, an richten 1. Kreis Mitte. Glternbeiräte: Freitag, den 12. Juni, 7½ Uhr, Sigung bei Richiefing, Aderftr. 1. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Arbeiterwohlfahrt und Rinderschußkommiffion: Heute, Donnerstag, den 11. Juni, 7½ Uhr, Selferfikung im Heim Dan aiger Str. 62. 14. Kreis Neukölln. Blafate zur Sonnenwenbfeier können im Barteibureau abgeholt werden. 17. Areis Lichtenberg. Elternbeiräte: Freitag, den 12. Juni, 8 Uhr, in der Bibliothel Beichfelftr. 28, wichtige Gigung. Alle SBD.- Elternbeiräte und Erfagleute und die sozialdemokratischen Lehrer müssen erscheinen. 7 Uhr ebenda Sigung der Jugendweihekommiffion. Heute, Donnerstag, den 11. Juni: Um Jungsozialisten. Hamburgfahrer! Wir proben in der Schule Gipsstr. 23a ( Bentrum) pünktlich 8 Uhr. Genoffen, die sich am Spiele der Berliner aum Samburger Jugendtag beteiligen wollen, müssen sich jeßt einfinden. Gruppe Brenzlauer Berg: 8 Uhr im Jugendheim, Baraden Danziger Straße, Arbeitsgemeinschaft:„ Sozialismus Staat Nation". Leitung Genofie Benedikt Obermant. Gruppe Friedrichshain: 7½ Uhr im Jugendheim Tilfiter Str. 4, Fortfehung der Aussprache über Religion und Sozialismus". Leitung Genosse Mennide. Frauenveranstaltung heute, Donnerstag, den 11. Juni: 136. bt. Reinidendorf- Oft. 7% Uhr im Geebad, Residenzstr. 49, Gigung der Funktionärinnen und fämilicher Helferinnen. Stellungnahme zur Neuwahl der Abteilungsleitung. Morgen, Freitag, den 12. Juni: 48. Abt. Rommunale Rommiffion: 7% Uhr Gigung bei Rohk, Brandenburgftraße 22. Bortrag: Sozial- und Kleinrentnerfürsorge". 77. bt. Schöneberg. 8 Uhr Borstandssigung beim Genoffen Alawitter. Apostel- Paulus- Str. 7. Abt. 124a Mahlsdorf- Süb. 8 Uhr im Lokal Diek, Uhlandstr. 18, Generalver fammlung. Tagesordnung: Jahres- und Raffenbericht. Neuwahl des Abteilungsvorstandes und der Kreisdelegierten. Statutenberatung. Jungfozialisten. Gruppe Schöneberg: Bünktlich 8 Uhr im Jugendheim Rubensftcake( Boltstanzraum), Arbeitsgemeinschaftsabend:„ Die Völkerwanderung". * 33. Abt. Die Genoffinnen und Genoffen veranstalten am Sonnabend, den 13. Juni, abends von 7 Uhr ab, einen Sommernachtsball im renovierten Gaal bei Schonerts, Stralau- Rummelsburg. Alle Freunde und Bekannten aus anderen Abteilungen find freundlichst eingeladen. Billettperkauf im Lokal von Lojat, Benmeftt. 8, und Wegner, Stralauer Allee, Ede HohenIoheftraße. anglozialisten. Gruppe Rowawes: Fahrt nach Garrower Gee am 14. Juni ab 7 Uhr morgens Rathaus Romames. Arbeitsabend Montag, den 15. Juni, 8 Uhr, Weltliche Schule, Briefterstraße. Jugendveranstaltungen. Atung, Samburgfahrer! Die Brobe für das Spiel der Berliner Jungfoaialifien aum Samburger Jugendtag findet um 18 Uhr in der Schule Gips Strake 23a( 3entrum) statt. Heltere Genoffen und Genoffinnen tönnen sich noch beteiligen. Heute, Donnerstag, den 11. Juni, abends 7½ Uhr: Gesundbrunnen: Rote Schule, Gothenburger Str. 2, Aussprache: Die Gozialisierung marschiert". Rorben: Schule Butbufer Str. 3, Bortrag: AltBerliner Sumor". Schönhauser Borstadt: Schule Jbsenstr. 17, Bortrag: Weimarer Reichsverfaffung". Mitgliederversammlung. Schmargendorf: Rathaus, Berlaer Blas, Bortrag: Der Flettner- Rotor" Lichterfelbe: Jugendheim 14a, Friebenan: Jugendheim Offenbacher Str. 5a Feier. Steglit 1: Treffpunkt aur Matteotti- Feier in zichterfelbeteotti Bökepark. Rehlendorf: Südschule, Wilhelmstraße, Aussprache: Unsere Pfingst fahrt". Südwest: Jugendheim Lindenstr. 3, Mitgliederversammlung. Mitgliedsbücher find mitzubringen. Schönhauser Borstabt I, 3bfenftr. 17, von 8-10 Uhr. Schönhauser Borstadt II, Eberswalder Str. 10, Simmer 11, Don 8-10 Uhr. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianfte. 37/38, Sof 2 Tr.. Rameradschaft Mitte: Die Bollversammlung findet am Donnerstag, den 11. Juni, abends 7 Uhr, in den Sophien- Sälen ftatt. Ramerabschaft Tiergarten: Achtung, Verfassungsfeier! Die Rameraden wer ben gebeten, umgehend die Quartiere bei dem Obmann, Rameraden Reichmann, Lukopftr. 18, aufzugeben. Ramerabschaft Steglig: Donnerstag, ben. 11. Juni, abends 8 Uhr, Turnabend und wichtige Bekanntmachungen. Er fcheinen fämtlicher Mitglieber erwünscht. Kamerabschaft Treptow: Donners tag, den 11. Juni, abends 7 Uhr, bei Räthel, Niederschöneweide, Brildenftraße 15, Berfammlung des Tambourtorps. Alle Teilnehmer müssen unbe bingt erscheinen, Ramerabschaft Lichtenberg nebst Untergruppen: Donners tag, den 11. Juni, abends 7 Uhr, Antreten bei Krüger, aweds Einteilung zur Autofahrt am Sonntag, den 14. Suni, nach Rüstrin. Nur die gemelbeten Rameraben fönnen mitgenommen werden. Die Untergruppen haben Bertreter au entsenden.-Ramerabschaft Beißensee: Donnerstag, den 11. Juni, abends 8 Uhr, Grüner Baum, Uebungs- und Sportabend. Achtung! Quartiere find beim Rameraden Feliz Schmidt, Berliner Alee 215, au melden.- Ramerab fchaft Tiergarten: Sonntag, den 14. Juni, früh 6 Uhr, Treffen in Charlotten. burg am Anie zur Fahrt nach Friefad per Auto. Meldungen bis Freitag, Ramerab den 12. Juni, bei den Zugführern abgeben. Fahrkosten 1,70 2. fchaft Webbing: Freitag, den 12. Juni, abends 8 Uhr, treffen fich die Rabfahrer bei Schuchard, Christianiaftr. 116a. Rameraden und Freunde, die am Großdeutschen Tag, 8. und 9. Auguft, auswärtige Rameraben in Quartier nehmen wollen, werden gebeten, ihre Abreffe umgehend an die Rameraben Drews, Utrechter Str. 22: Müller, Uferfte. 12: Faustmann, Bellermannstr. 90, abzugeben. Ramerabschaft Wilmersdorf: Die Rameraben, die sich an der Bannerweihe in Friefad beteiligen, fahren Sonnabend, den 13. Juni, nach mittags 4,48 Uhr oder abends 10,50 Uhr; Gonntag, ben 14. Juni, morgens 7,05 21hr oder 9,01 Uhr ab Lehrter Bahnhof. Die übrigen Rameraden besuchen bas Sommerfest der Kamerabschaft Wedding in der Bodbrauerei, Chauffee. ftraße 64. Gauvorstand. Achtung, Reichsbanner! Lauf uns 31gegangenen Nachrichten versuchen die Kommuniffen, bei ihrer heute ( 11 Juni) abend in Teltow stattfindenden Demonstration Reichsbannerkameraden zur Beteiligung aufzufordern. Wir erklären hiermit, daß die Demonstration eine rein fommunistische ist und das Reichsbanner nichts dabei zu fuchen hat. Beeband Volksgefundheit, Ortsverein Berlin. Am Donnerstag, den 11, Juni, abends 8 Uhr, in der Schule Sfflandftr. 9-11( Nahe Jannowigbrücke), fpricht Genoffe Otto Adam über Aftronomie". Berein der Freibenter für Feuerbestattung, e. B. Gan Groß- Berlin unb Bororte, Bezirk 5( Friedrichshain). Donnerstag, ben 11. Juni, abends 7 Uhr, in der Rönigsbant", Große Frankfurter Str. 117, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag: Barum wollen wir uns einen eigenen Urnenhain gründen? 2. Aussprache. 3. Bereinsangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Arbeiter- Rabio- Klub, e. B., Bezirk Kreuzberg, Gruppe Rottbuser Tor. Die Funtfreunde treffen fich jeden Donnerstag abend 8 Uhr bei Bollschläget, Adalbertftr. 21. Gäste willkommen. Filehner Landsmannschaft zu Berlin. Donnerstag, den 11. Juni, 8 Uhr, Jocks Bereinshaus, Oranienftr. 36. Gäste willkommen. Sozialdemokratisder Männerchor Friebrichshain". Am Freitag, den 12. Juni. 7½ Uhr, Uebungsstunde in den Comenius- Galen, Memeler Str. 67. Um 9 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung.( Dirigentenfrage.) Berein für Deutsche Schäferhunde( S. B.), Ortsgruppe Moabit. Monats perfammlung am Freitag, ben 12. Juni, 8 Uhr, im Infel- Restaurant in Blögensee, Geestraße. Dafelbft Schuh- und Polizeihund- Uebungsturie für Mitafieber an jedem Dienstag und Freitag nachmittag von 6 bis 8 Uhr fowie Gonntags vormittag von 9 bis 12 Uhr. Auskunft daselbst. Arbeiter- Samariter- Banb, e. B., Ralonne Berlin, Gonnabend, den 13. Juni, 6 Uhr, außerordentliche Hauptversammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer. Eintritt nur gegen Ausweis. Die Ortsgruppen Berlin- Wilmersdorf und-Schöneberg ber Bereinigten Berbände beimattrener Oberschlefiez veranstalten ihr diesjähriges Sommerfeft am Sonntag, ben 14. Juni, im Garten der Schloßbrauerei Schöneberg, Haupt. ftraße 124. Sandsleute und Freunde Oberfchlefiens beralich willkommen. Arbeitersport. 68., Bagi Kerben. Am Sonnabend, ben 18. Juni, findet im Sofal Don Bende, Rolonieftz. 147, ber fällige Besirtstag fbatt. Es ist unbedingt Blicht der Bereine, bort au erfcheinen. Anfang pünktlich 8 Uhr. Berliner Arbeiter- Schach- Klub, Abt. Beißenfee. Am Sonntag, ben 14. Juni, Bormittags 10 Uhr, Simultanipiel im Bereinsgarten. Am 16. Juni, abends 8 Uhr, bei Brefina, Börthstr. 27, Ede Sedanstraße, Bortrag des Schach genoffen Uebeleifen. Thema: Detonomische Ideale im Problemschach". Freie Turnerschaft Rentolin. 2." Männerabteilung: Deute abend nach dem Turnen( 8 bis 10 Uhr) außerordentliche Abteilungsversammlung bei RekTer, Treptower, Ede Beferstraße. Bollzähliges Erscheinen erwünscht. Schwimm- Club Borwärts, t. B., Oberschöneweibe. Freitag, den 12. Juni, abends 7 Uhr, im Bereinslokal bei Streichan, Giemensftr. 18, Mitgliederperfammlung. Reue Mitglieder werden bort aufgenommen. Uebungsstunden im Freibad Oberschönemeibe. Für Erwachsene und Jugendliche jeden Diens tag und Freitag, für Rinder jeden Montag und Donnerstag. Wetter für Berlin und Umgegend. Etwas fühler, zunächst noch ziemlich Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 61/2 Die Meistersinger Heute 8 Uhr: Demimonde Opernhaus Freit. 8 U.: Premiere am Königsplatz Die Göttin 72: Fledermaus auf der Balz Schauspielhaus 72 Uhr: Brand im Lustsp. v. Bachwitz Opernhaus Schiller Theater Trianon- Th. 7% U. Glückspilz Tägl. 8 Uhr: Volksbühne Die blaue 7 Uhr: Wer weint um Juckenack? Theater im Admiralspalast Tägi. 8 Uhr: Kurzes Gastspiel der Neger- Trappe Chocolate Kiddies Die berühmtesten farbigen Künstler Amerikas Zum ersten Male in Europa! Central Theater Stunde Lustspiel von Felix Josky Kleines Th. Täglich 8 Uhr: Angele Komöd. v Hartleben DerArzt seiner Ebre Groteske v Mongré Deutsch. Künstlertheat. Tägl. 8 Uhr 8: Hilfe, ein Kind ist Monsieur Trulala v. Himmel gefallen/ Th. d Westens Steinpl.931 8U: USCHI v Musik von Hugo Hirsch Operettenhaus am Schiffbauerdamm Heute 8 Uhr Jean Gilbert Der klein.Kuppler Loni Pyrmont, Fr. Schulz Gertrude Berliner Th.i.Komm.-Str.co Donb.5080,5083 8/ 2U. D. stürmische Lacher folg ( Le chien qui rapporte) Wallner- Theat. Tägi. 8 Uhr Meiseken Durch den Rundfunk! Casino- Theater Hedda Neuhoff Fritz Beckmann Heinr. Marlow Alice Torning Komödienhaus 8 Uhr: Lothringer Str. 37 Tägl.8 Ubr Bis Montag, 15. Juni Der Schlager Die Mädels vom Kurfürstendamm Und das bunte Programm. Ab 16. Juni bis 6. August der Das silb. Kaninchen Ferien wegen geschlossen. Berliner Theater Herrafeld 7.45 Uhr: im Intimen Theater Anneliese v. Dessa Theater Rose- Theater Klabrias- Partie Neu! 2. Teil Neu! 8 Uhr: Der ledige Ehemann Vorher z. 1597. Male Gartenbühne: Orig.- Klabrias- Part. 73 U.: Rund um die Berolina Theater a. Ketth. Tor Tägl. 8 Ub:: Zoologisch. Garten Aquarium Affen- Sonderschau Tierkunstausstellg. Tägl. ab 4 Uhr: Gr. Konzert EliteSänger Konkurrenzloses JuniProgramm Stellenangebote finden im Vorwärts beste Beachtung! Berliner Frater Kastanien Allee 7-9 Heute Großer Volkstag Gr.Varieté- Vorstellg. Anfang 4 Uhr Plätzen 50 Pf. - Auf allen ( außer Logen). Metropol- Theater 84 Größter Erfolg 84 Tausend süße Beinchen Massenchor schöner Frauen 2,3,4,5,6 M. etc. 12 WINTERTEN Rauchen Der glänz. Juni- Spielplan() Reichshall en- Theater 8 Uhr: Steffiner Sänger ,, Das Deutsche Meer" Lebende Lieder von Ferdinand Meysel Dönhoff- Brett'l: Saal und Garten Der berühmte Komponisten- Darsteller Karl Braun Neue Welf Arnold Scholz, Hasenheide 108/114 Donnerstag, den 11. Juni: Großes Riesen- W Kunstfeuerwerk ( Schloß Freienfels in Flammen) entworfen und abgebrannt von dem Kunstfeuerwerker E. Nielandt. U. Außerdem: Großes Konzert Varieté- Vorstellung BALL Einlaß 3 Uhr Anfang 5 Uhr Kleidung für die Jugend zur Reisezeit Kieler Waschanzüge aus blau- weißgestreiftem Kadettstoff mit fester Garnitur mit abknöpfb. 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BERLIN W Potsdamer Str. 122. 365 61 1 1010 80 1407 41 Die Mitgliederzahl beträgt Ende 1924 unverändert 49 Berlin, den 8. Juni 1925 Baugenossenschaft, Waldheim" eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Liquidation P. MARUSCHKE E. KÖHLER Feiter Motto: Runter mit den Preisen! Wir lassen nicht locker! Rücksichtslos müssen die Preise herunter, bis sie sich der Kauflust des Publikums angepaßt haben Schon der erste Versuch hat durch seinen Erfolg bewiesen, wie richtig der Weg ist, den wir beschritten haben Hier sind neue Beispiele unserer Preis Politik, die zeigen, wie weit zu gehen wir gewillt sind. Genügt das? -P 00006609 000000000 C& A BRENNINKMEYER en حم Hauchzart- duftig Fesch- elegant der lieblichste Rahmen für Ihre schlanke Jugend, das graziöse Fest- a Tanzkleid Guter Crêpe de Chine Königstr. 33 Chausseestr. 113 in entzückender Kesedform Am Bhf. Alexanderp). Beim Stettiner Bahnhof Schriftliche Bestellungen können Gewinn- Auszug 3. Klaffe 25. 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Ziehungstag 2 Gewinne zu 3000 m. 9839 4 Gewinne zu 2000 2. 87039 88398 2 Gewinne zu 1000 m. 134120 10. Juni 1925 8 Gewinne zu 800 M. 44781 154593 222958 242793 12 Gewinne zu 500 m. 22857 99436 106727 167467 173006 217674 62 Gewinne zu 400 m. 1370 2109 2709 11851 20411 30590 33215 33895 40586 42224 48453 66876 68560 93309 104789 108329 124513 124618 137696 153139 161730 165528 176090 187052 203136 211803 212551 221881 229121 265902 274799 186 Gewinne zu 240 Mk. 8704 11429 16570 17533 18945 20971 22220 24078 33764 37764 40716 44173 44478 44960 49363 55549 56484 58613 64044 73548 76598 84963 88129 88758 91501 91523 92522 94237 95153 95720 96335 98206 110428 118979 120217 124099 124416 127522 127547 130570 133481 135678 137163 137973 139699 148040 154228 158152 158216 159328 163726 166798 172117 176929 177124 177388 177776 187805 190801 191118 194351 196970 197330 200609 200783 203601 204449 206085 206537 214280 214676 215550 220406 220788 223146 223998 224453 225063 231834 239883 240757 245066 245105 247367 249278 249677 252413 255327 265812 270709 272771 273153 273415 Verkäufe 22 50 erscheinen auch Sie in die sem entzückenden Herrenmantel mit Rückenfalfe und Riegel Für Stadt und Reise, Guter Rips- Mouline. nur. 75 29T Auch Ihr Typ ist gefunden mit diesem herren gemäe, Sekko kostüm, dem Anzug der gut gekleideten Frau. 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In den mannigfaltigsten Formen und Abarten wird er zubereitet: Zum Fleisch und Gemüse ißt der Böhme und der Mähre die sogenannten gemöhnlichen Knödel, die aus einer in großen Ballen geformten und fo abgefochten Mischung von Weizenmehlteig und und harten Beißgebädwürfelchen bestehen. Zu den verschiedenen Tunken wiederum bevorzugt die böhmische Küche Knödel, deren mit etwas heißer Butter vermischter Teig mit Hilfe von Hefe gelockert wird. Diese Hefenknödel" werden auch als Nachspeise geröstet gegessen. Zum Unterschied von diesen für Hauptgänge der Mahlzeit verwendeten Knödeln gibt es eine ganze Reihe fleiner Knödelarten, die gewiffermaßen nach Tisch" gegessen werden. Der böhmische Speisezettel nennt als legtes Gericht die„ Mehlspeise". Den Großteil dieser Mehlspeisen bilden nun diese fleinen Knödelarten, die so mannigfaltig find wie das Obst, mit denen sie gefüllt werden. Da gibt es Kirschenfnödel, Marillenknödel und vor allem Pflaumenknödel. Auch die Erdbeerknödel find eine beliebte Speise. Natürlich wird so ein Teller voll Knödel tüchtig mit Butter begoffen und mit Zucker bestreut, damit das letzte Gericht des Speisezettels genau jo gut munde wie die Leberknödelsuppe, die man als Vorspeise gegessen hat. Neben den Knödeln behaupten in Prag die Würsteln den führenden Rang unter den Boltsspeisen. Wohl taum eine zweite Großstadt Mitteleuropas hat so viele Selchwarengeschäfte wie Prag. Man schäßt die Zahl der Bürsteln, die alljährlich in Prag gegessen werden, auf zehn bis zwanzig Millionen Stück. Auch da unterscheidet man wieder gewöhnliche Würsteln, kurze: burty( sprich: burschty) genannte Bürste, Italiener" usw. Dominierend sind jedoch die Würsteln, die sich höchstens in fleine" und große" teilen. Und sie sind ein Boltsgericht wie an der Nordsee die Heringe und merden zu jeder Jahres- und Tageszeit in gewärmtem, fast heißem Zustande gegessen. Senf oder Kren dazu, nachher ein Krügel Bier fo hält es der Prager seit urdentlichen Zeiten schon. Auch in der tschechoslowakischen Provinz gibt es eine Riesenwürstelerzeugung, doch erreichen diese Brovingmürsteln nur in vereinzelten Fällen die Güte der hauptstädtischen. Das dritte im Bunde ist das D1müger Quargel, das ja eine Weltberühmtheit befizt. Schade, daß auf jedes Olmützer Quargel nicht eine Schuhmarte angebracht werden kann: denn was da alles in der Welt als Olmüzer Quargel angepriesen wird, ist höchstens imftande, den guten Ruf dieser Käseart zu untergraben. Das Olmüher, Quargel ist eine fleine, faum vier bis fünf Millimeter dicke kreisrunde Käsescheibe von gelber Farbe. Die Oberfläche des Quargels ist vollständig glatt, der Rand der Käsescheibe etwas dunkler gefärbt. Wenn man das Dlmüzer Quargel entzweibricht, so find die Bruchflächen gleichfalls glatt. Nur in diesem Zustande ist das Quargel echt und stammt aus jenen Dörfern bei Dlmüz, in denen die Quargelindustrie meistenteils als Hausindustrie betrieben wird. Wenn das nach alten Rezepten hergerichtete Rajematerial fertig ist, fo wird es in eine Bierbeize getan. Sodann werden die Quargeln auf langen Gestellen getrocknet und erfüllen mit ihrem Geruche den weiten Umkreis der Dörfer. In Kisten zu fünf Kilogramm( zehn Bfund) gehen fie hierauf an die Konsumenten. Die drei aufgezählten wichtigsten Nationalgerichte sind überaus fette Speisen. Und es ist sicherlich nicht paradog, wenn man zwischen ihnen und den weitausladenden Hüften und den prallen Busen der Tschechinnen eine Parallele zieht. In den deutschen Gebieten der Tschechoslowakei schägt man zwar auch die genannten Speisen: aber in den Tälern und Schluchten der tschechoslowakischen, von Deutschen bewohnten Randgebirge ist das Lebensniveau bedeutend niedriger als in den tschechischen Ebenen. Dort gibt es nur Kartoffeln und Gerste fuchen. Was kleine Erfindungen einbringen. Das englische Batentamt, das etwa 2000 Mitglieder umfaßt und die überaus zahlreichen Batente des britischen Weltreichs registriert, hat eine Ausstellung veranstaltet, die über die Erfindungen des legten Jahres unterrichtet. Man erhält dadurch einen interessanten Einblick in die an Spannungen, Enttäuschungen und Erfolgen reiche Die Begegnung. Bon Mag Herrmann- Neiße. ( Copyright 1925 Clena Gottfchaff Berlag, Berlin.) Dann hatte man vom Fahrrad gesprochen, weil dies Behitel gerade damals mehr in Gebrauch genommen wurde, und just tam eine Rutsche vorüber, in der saß ein schönes, junges Mädchen. Sie fannten doch sonst jedes Gesicht, aber das mußte wohl eine Fremde sein. Und das Mädchen hatte ihm zugelächelt. Ihm ganz allein, den Erich Borbs, obwohl fich auch Gustap getroffen fühlte. Aber Worbs wußte, es galt nur ihm, das Wiffen rann ihm durch den ganzen Körper. Er hatte seinen Hut abgenommen und die Lippen gespigt. Und als der Wagen zufällig so dicht unter einem Baum der Allee hin durchfuhr, daß dessen Neste den Wagen streiften, da hatte das Mäd chen einen blühenden Zweig abgebrochen und mit einer Kußhand ihm zugeworfen, Gustav mar gleich losgerannt, ihn zu erwischen, sie waren um die Wette gelaufen, schließlich hatte ihn Worbs doch erjagt, es gab eine fleine Rauferei, aber er ließ sich die Beute nicht nehmen, und als fie nun beibe aufgefehen hatten, war die Kutsche um die Ede verschwunden und im Wäldchen nicht mehr weiter zu verfolgen. Trotzdem hatten sie den beabsichtigten Gasthausbesuch auf. gegeben und dem Wege nachgespürt, den das Gefährt genommen haben mußte, und obwohl sie sich nach Kräften geeilt hatten, war feine Spur mehr zu finden gewesen, und schließlich hatte die herein brechende Dunkelheit ihre Umtehr erzwungen. Heinrich Heines Rundflug. Jch.wollte mein Deutschland mal wiederseh'n Und machte mich auf die Strümpe Und startete eines Morgens um zehn Auf dem Broden, dem deutschen Olympe. Bom herrlichen deutschen Freiheitsstaat Hörf' ich ein Breites und Langes. Schon flog mein olympischer Apparat Auf Flügeln des Gesanges. Nun flog ich zur bayrischen Republif Halb zwischen Zweifeln und Hoffen. Dort fand ich, bei Militärmufit, Das Bolt noch immer befoffen. Dort flimperte ein verwester Dynast Mit hunderttausend Orden. Da blieb ich keine Minute zu Gast Und nahm meinen Kurs gegen Norden. Zuerst nahm ich nordöstlichen Kurs Auf die pommeriche Offieeidylle. Da hörte ich, froß Propellergeschnurrs, Ein friegerisch wildes Gebrülle. Hier rülpften fette Kehlen: Hurra!, Dort verhungerten Landarbeiter. Und als ich den alten Ostelbier sah, Raft' ich voll Entfehen weiter. GOTHE DN KLER Nun steuerte ich kurzerhand Nach Weimar, der deutschen Seele. O Goethe, da flierten durchs Thüringerland Nur Helme und Generäle! Und Fahnen flatterten weit und breit Der alten deutschen Sklaven. Da flog ich zur Nordseeeinsamkeit Den böjen Traum auszuschlafen. Welt der Erfindungen. Man fann zwei Arten von Erfindern unterscheiden, die berufsmäßigen und die gelegentlichen. So feltsam es flingt, so ist ja die Tätigkeit des Erfinders heute zu einem regelrechten Beruf geworden, und nicht nur Die Storyphäen dieses Standes, wie Edison, erwerben damit große Reichtümer, sondern auch Leute, deren Namen niemals der Allgemeinheit geläufig werden, denken sich beständig Neuigkeiten Erfinder dagegen hat einen plöglichen Einfall, der ihm wie ein aus, die fie in der Braris zu verwirklichen suchen. Der gelegentliche Glück in den Schoß fällt und den er dann allerdings mit Energie auswerten muß. Die Geschichte der Erfindungen lehrt, daß die meisten Erfinder arm gestorben find, aber heute trifft das nicht mehr zu, fondern eine gute Idee, die richtig patentiert ist, bringt sofort daß viele der großen Vermögen, die durch Erfindungen gewonnen Geld ein und tann sogar ein Vermögen abwerfen. Interessant ist es, wurden, auf fleinen und scheinbar unbedeutenden Einfällen beruhen und nicht auf einer langen und mühseligen Denfarbeit. Es ist ber gute Einfall, der das meiste Geld bringt. Man dente z. B. an den Radiergummi, der an dem einen Ende eines Bleistiftes angebracht Man radierte mit Gummi schon fast 1% Jahrhundert und fannte Bleistifte jeit Hunderten von Jahren, bis ein gewisser Lipman auf den Gedanken tam, Radiergummi und Bleistift miteinander zu verbinden, und dieser Gedanke sicherte ihm ein Einfommen von vielen hunderttausend Mart. Die gemellte Haarnadel ist ein anderes Beispiel dieser Art. Ein aufmerksamer Ehemann, der bemerkte, daß seine Frau die geraden Nadeln beständig verlor und daß er immer wieder neue Haarnadeln kaufen mußte, nahm ein Patent ift. Unbekannten erhofft, bis der Vorfall im Gewimmel neuer Alltagsereignisse unterging. Aber in seiner Hochzeitsnacht verwunderlicherweise war das Bild jenes fremden Mädchens mit einem Male wieder vor seinem inneren Auge aufgetaucht, so daß er fast erschrocken war, und es war ihm in dem Moment, der sonst für den Mann der glücklichste sein soll, als wüßte er schmerzlich genau, jene Unbekannte sei feine eigentliche Braut gemejen, die er nun mit einem sehr viel minder wertigen Erfah betröge. Den Zweig, der ihm damals zugeworfen worden war, hatte er heimlich aufbewahrt, halb sich selbst verspottend, halb mit einem abergläubischen Borbehalt, und heut brachte ihn die harmlose Droschte vor dem Lokal mitten in die überlebte und vergangene Episode hinein. Stand ihm ein neues Wunder bevor? Wieso denn Wunder pruftete er selbst heraus, ein wohlbestallter Klempnermeister und Wunder? Beim Hochzeitsfeft werde ich einen übern Durst getrunken haben!" Aber irgendetwas in ihm wußte es beffer und hatte die Berficherung, daß dieses eine Mal damals fein Dasein erhobener und aus einer schöneren Welt gewesen war. Und noch ein wenig stolz darüber, schritt er steifbeinig burde den Wirtshausgarten, ohne die Kaffeefchwestern, die da im Freien faßen, bes üblichen devoten Grußes zu würdigen, der einer so guten Kundschaft zufam. Er ging troz des schönen Wetters hinein ins Gastzimmer und feste fich an das kleine Tischchen direkt am Büfett, das mehr eine Ari Privatbleibe für den Wirt und seine Familie war. Die Frau Restaurateur Raps, ein rundliche, abrette Person, stand gerade hinterm Schenktisch und fertigte die Kellnerin ab, das Als dann Worbs für seinen Vater einen Geschäftsbrief, der noch heißt eine Rutscherfrau, die Bedienung zu machen pflegte und mit dem legten Zuge befördert werden sollte, gegen Weiternacht während der Sommernachmittage hier zur Aushilfe beschäftigt war. zum Bahnhof trug, hatte die Kutsche vom Nachmittag am Stations." Weidmanns Heil!" war ein stilles Geschäft, im Winter ließ gebäude gestanden. Aber der Kutscher hatte ihm auch nicht sagen sich manchmal tagelang kein Gaft bliden, nur im Sommer sprachen fönnen, wer die Dame gewesen sei, sie wäre mittags Don att an bestimmten Terminen der Woche die verschiebenen Staffeegefell märts angekommen, hätte sich dann die ganze Zeit über im Wäld- schaften vor, gaben sich abends Liebespaare ein Stelldichein, und then herumfahren lassen und sei nun eben in den Bug gestiegen, um ihre Reise fortzufeßen. Borbs war gleich aur Sperre gerannt, da fuhr die Bahn ab, aber ob das Geficht, das er an dem einen Coupéfenster zu erkennen glaubte, wirklich das ersehnte war, fonnte er felber nicht mit Sicherheit beschwören. Er hatte damals schon manche Liebschaft hinter sich und hielt bei einer ernsthaften Sache mit einer Papierhändlerwitme. Dennoch erregte ihn dies unbedeutende Abenteuer ziemlich tief, und er hatte noch lange mit jeder Boft sich ein myfteriöses Lebenszeichen von der machten Ausflügler ins nahe Wäldchen die erste oder letzte Station. Bisweilen tehrten auch Soldaten auf dem Wege zu den Schießständen ein, vor allem folche besserer Herkunft, die sich in der Kantine des Uebungsplates nicht wohlfühlten, aber hier unbelästigt von der Gegenwart ihrer Borgelegten sich wieber Mensch dünken durften. Frau Kaps war bie einzige Tochter des verwitweten Bejizers von Weidmanns Hell", Kaps, ein Bauernsohn aus dem nächsten Dorfe, hatte, wenn er von der Jagd fam, immer da verkehrt, ein fo prompter Gaft war bes Bertrauens würbig erschienen, auch( parte 群 Beilage des Vorwärts Mit fränenden Augen flog ich vom Meer Zu den Sachjen, den rebellischen Roten. Doch da flogen Staatsanwälte umber Wie wildgewordene Piloten. Ich hörte über dem Reichsgericht Unheimliche Ketten flirren. Da sah ich ein Staatsanwaltsgeficht: Ich mußte von dannen schwirren. Dod) in Hannover, da war's zu End'! Da stand die Nation begeistert Und der republikanische Reichspräsident Mit Kaisermedaillen betleistert Da hab' ich den himmlischen Apparat In die Wolfen hinaufgefchwungen: O herrlicher deutscher Freiheitsstaat, Wie bist du vorbeigelungen! auf diese gewellten, besser haftenden Haarnadeln und wurde dadurch ein schwerreicher Mann. Ein Engländer namens Balmer hatte fi einen Verschluß für Bier- und Selterwasserflaschen mit einer Metail. tappe ausgedacht. Er trug fein Patent 6 Jahre in der Tasche, ohne daß er den Nugen dieser Erfindung einem Geldmanne tlar machen, verdiente er gleich im ersten Jahre mehrere tausend Pfund und hatte fonnte; als er aber dann schließlich einen Kapitalisten gefunden hatte, davon für Lebenszeit ein festes großes Einkommen. Der Erfinder pompejanijchen Frestos übernommen haben. Jedenfalls war er der Sicherheitsnadel soll seinen Gedanken von einer Abbildung eines aber aufmerksamer als andere Leute, als er sich diese antite Erfin dung neu patentieren ließ, und er hat sehr viel bamit verdient. Reiche Leute wurden auch die Erfinder, die zuerst auf den Gedanken tamen, Metall- oder Gummiplatten unter die Abfäge zu legen. Der älteste Roman der Welt. Arthur Walen, einer der Kustoden des Londoner Britischen Museums, hat soeben die Uebersehung des ersten Baudes eines Romans fertiggestellt, der abgesehen von seinen noch unbekannten literarischen Eigenschaften, jedenfalls den Borzug hat, der älteste zu sein, den man fennt. Es handelt sich um ein orientalisches Werf, das im Jahre 1004 v. Chr. von einem Autor namens Murasaki verfaßt wurde. Der Roman feßt die Kleinigkeit von 800 Personen in Bewegung und würde gedrudt 12 dice Bände füllen. Da Walen bei fleißiger Arbeit höchstens einen Bandr Jahre übersehen fann, so wird er noch auf eine lange Reihe ver Jahren mit der Uebersetzung zu tun haben. man gern an Petroleum und machte so spät als möglich Licht, turzum: als sein Aufgebot mit der Gastwirtstochter erfolgte, soll es die höchste Zeit gewesen sein. Schließlich hatte er feinen schlechten Handel dabei gemacht, den Bauernhof erbt doch sein älterer Bruder, nun war er hier weich und wohl gebettet. Um den Restaurationsbetrieb fümmerte er sich so gut wie gar nicht, Schwiegervater und Frau besorgten Geschäft und Wirtschaft, so konnte Kaps noch besser als früher seinen Jagogelüften frönen und hatte überdies Gelegenheit, einen fiets bereiten Kreis von Gefährten nach vollbrachtem Birschgang durch freigebige Belaga an sich zu fesseln. Auch der Name Weidmanns Heil" stammte von ihm, und er hatte ihn erfolgreich gegen die, wie ihm schien, farbloje frühere Firma Tobschirbels Garten- Restaurant" durchgesent Freilich war seine Jägeret ein fostspieliges Bergnügen, und der alte Tobshirbel und seine Tochter hatten zu tun, ben so schwer belofteten Etat allemal wieder ins Gleichgewicht zu bringen. " Worbs schätzte die tüchtige Frau und hatte sich deshalb dazu ver itanben, für eine größere Reparaturrechnung einen Wechsel in Bahlung zu nehmen, seiner Therese aber wagte er das nicht einzugestehen, weil er im allgemeinen auf Barzahlung drängte. Auct war er fich bewußt, so gehandelt zu haben aus einem ihm nicht ganz flaren Motiv, an dem das Gefüh: beteiligt war, und dessen er fich eigentlich schämen follte. Jetzt war der Wechsel bald fällig, und Worbs tam alfo, die Sache ins reine zu bringen. Frau Kaps hatte der Kellnerin die gewünschten Portionen Kuchen und Gläser Wasser, wovon draußen die Kaffeetanten immer noch verlangten, ausgehändigt und begrüßte nun den Worbs mit den Worten:„ Na, Meister, laffen Sie sich auch; mal wieder bei uns hier braußen sehen?"" Ich käme schon öfter, wenn ich bloß fönnte. Sie wissen ja, mie's uns Geschäftsleuten geht; Sie tommen ja selber nicht raus aus Ihrer Tretmühle!" Ihre Frau hat aber doch Zeit, die fönnte uns auch mal das Bergnügen machen..."„ Ich glaube, der ist das ein bissel zu weit. Die hat ihr Kränzel in der Erholung". Bis dorthin fann man's fogar im Winter bringen; da bleiben sie dem Lokal auch im Gommer treu." „ Aber Sonntags tönnten Sie doch' ne Ausnahme machen unt mit Frau und Sohn bis zu uns gehen. Jetzt ist das doch ein schöner Spaziergang."" Sonntags fahren wir meistens aus. Nac Desterreich in die Berge hinüber. Das tun wir schon unserem Jungen zuliebe. Der hot fowiejo zuviel in der Stube." ( Fortfegung folgt.) Wirtschaft Stillegung einer Werft. Der Aufsichtsrat der Reiherstiegwerft und Ma schinenfabrit in Hamburg hat beschlossen, das Werf stillzulegen. Wie das„ Berliner Tageblatt" meldet, erfolgte die Stille gung infolge finanzieller Schwierigkeiten, die schon einge Wochen andauern. Ueber das weitere Schicksal der Werft soll die Generalverfamnilung am 7. Juli beschließen. Diese plötzliche Stillegung sei sehr auffällig angesichts der Tatsache, daß die Einführung der Reiherstiegaktien Anfang dieses Jahres noch mit der Behauptung begleitet wurde, daß die Geschäftslage ungewöhnlich günstig sei und lohnende Aufträge noch bis Ende 1925 vorliegen. Die Reiherstiegwerft ist eine größere Werft Hamburgs und eine der ältesten Deutschlands. 1923 hat sie ihren Schiffbau durch Gründung der Mannheimer Großmotorenwerte G. m. b.).( in Berbindung mit Benz) auf die Ausstattung mit selbsterzeugten Delmotoren umgestellt. Die jetzige Stillegung beweist, wie berechtigt seinerzeit unsere Warnungen vor der Subventionierung der Werften mit Reichskrediten war und unsere Forderung, die innere Umstellung der Werften auf neue Produktionszweige zu verlangen. Obwohl die Reiherstiegwerft durch ihre Verbindung mit den Mannheimer Motorenwerken als eine technisch leistungsfähige Werft anzusprechen sein wird, konnte die Kreditsubvention sie weder vor finanziellen Schwierigkeiten, noch vor der Stillegung bewahren. Haushaltspläne und Steuerverteilungsbeschlüsse der Gemeinden. In einem gemeinsamen Runderlaß des Preußischen Innenministers und des Finanzministers wird mit Bedauern festgestellt, daß einzelne Gemeinden, unbeirrt durch die bet der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzlage gebotenen Rücksichten und die im Runderlaß, vom 3. April d. J. eindringlichst gegebenen Hinweise, in ihre ordentlichen und außerordentlichen Haushaltspläne für das Rechnungsjahr 1925 auch für solche Aufgaben erhebliche Beträge eingesezt haben, deren alsbaldige Erledigung zwar an sich wünschenswert, jedoch für das Jahr 1925 nicht unbedingt notwendig ist. Dadurch sind 3. T. Realsteuerzuschläge bedingt und beschlossen worden, die wirtschaftlich untragbar find. Verschiedentlich sind die betreffenden Aufgaben schon in Angriff ge= nommen worden, ohne daß die beschlossenen Zuschläge zu den Realsteuern von den zuständigen Behörden bereits genehmigt worden wären. Gute Ernte in Sicht. Für das Pflanzenwachstum war die sommerlich trockene Witterung im Monat Mai im allgemeinen wieder günstig. In manchen Gegenden, namentlich Nord- und Mitteldeutschlands, ist hierdurch allerdings Mangel an Feuchtigkeit eingetreten. Für die weitere günstige Entwicklung der Saaten wäre daher durchdringender Regen sehr erwünscht. Bei Fortdauer des trockenen Wetters bestehen in manchen Gegenden Besorgnisse für einen günstigen Ernteausfall. Der Stand der Wintersaaten ist nach wie vor recht befriedigend. Hin und wieder ist jedoch Lagerung eingetreten. Die früh einsetzende Roggenblüte wird günstig beurteilt. Das Sommergetreide weist im Süden des Reichs, wo der Regen häufiger fiel, einen günstigen Stand auf. Im übrigen der Regen häufiger fiel, einen günstigen Stand auf. Im übrigen Deutschland wurde die Entwicklung dieser Saaten durch die längere Trockenheit um die Mitte des Monats Mai start gehemmt. Vielerorts sind die Felder stark mit Unkraut, besonders mit Disteln und hederich durchsetzt. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels 50,00-90,00 Kakao, fettarm Kakao, leicht. entölt.. 95,00-120,00 Tee, Souchon, gepackt 355,00-405,00 Tee, indischer, gepackt 413,00-475,00 per Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose. 19,00- 24,00 Gerstengrütze, lose.. Haferflocken, lose. Hafergrütze, lase Roggenmehl 0/1.... Weizengrieẞ Hartgrieß 19,00-20,50 20,50-21,50 22,00-22,50 17,50 18,75 23,00-24,00 25,00- 26,50 19,25-21,50 15,00-19,00 25,00- 26,00 20,00-24,50 27,00- 40,00 41,00-44, 0 21,00-23,50 46,00- 57,00 26,50- 30,00 44,00- 69,50 15,00-16,00 17,75-19,00 24,25-32,00 29,00-42,00 72,00-95,00 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl. 22,00- 28,25 Speiseerbsen, Viktoria 16,50- 18,50 Speiseerbsen, kleine. Bohnen, weiße, I erl Langbohnen.handverl. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große. Kartoffelmehl Makkaroni, Hartgrieß. Mehlnudeln. Eiernudeln Bruchreis Rangoon Reis. Tafelreis, glasi Patna. Tafelreis, Java. Ringäpfel, amerik. Getr. Pilaumen 90/100 Pflaumen, entsteint. Cal. Pflaumen 40/50 Rosineni Kist., Candia. Sultaninen Caraburnu. 76,00-94,00 Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, weisen die beiden Ressortminister darauf hin, daß an dem Grundsatz des oben erwähnten Erlasses unbedingt festgehalten werden muß und auch die Entscheidung über die Höhe der Zuschläge ohne Rücksicht darauf getroffen werden wird, ob etwa durch llebernahme rechtlicher Verpflichtungen oder durch Beginn derartiger Arbeiten bereits pollendete Tatsachen geschaffen worden sind. Zum Schluß sprechen die Minister die Erwartung aus, daß sich auch die Be- Rohkaffee Brasil schlußbehörden den gebotenen Notwendigkeiten nicht entziehen, sondern dem hier zum Ausdruck gebrachten Standpunkt entsprechend handeln werden. 77,00-78,00 54,00-55,00 65,00- 78,00 Korinthen, choice 53,50-68,00 Mandeln, süße Bari 193,00-203,00 Mandeln, bittere Bari 193,00-200,00 Zimt( Cassia)..... 100,00-105,00 Kümmel, holländischer 40,00-43,00 Schwrz Pfeffer Singap. 100,00-105,00 Weißer Pfeffer 150,00-165,00 200,00-23,00 Rohkaffee Zentralam 230,00-305,00 Röstkaffee Brasil. 250,00-300,00 Röstkaffe Zentralam. 315,00-390,00 Röstgetreide, lose 19,09-22,00 Inlandszucker bas mel. Inlandszucker Raffina. Zucker Würfel. Kunsthonig Zuckersirup hell i. Eim. Speisesirup dunk. i.Eim Marmelade Einfr. Erdb. Marmelade Vierfrucht Pflaumenmusi. Eimern Steinsalz, in Säcken.. Siedesalz in Säcken Bratenschmalz I, Tiers. Bratenschmalz i Kübl. Purelard in Tierces.. Purelard in Kisten Speisetalg in Packung " 33,00-35,00 33,75- 37,00 36,50-40,50 33,00-34,00 31,00-37,50 25,00- 28,00 84,00-94,00 36,00- 40,00 36,00-52,00 3,20-3,50 4,00 4,20 4.20- 4,60 5,40-6,00 92,00-93,50 93.00- 93,75 91,00-94,75 92,00-94,75 65,00-66,10 Speisetalg in Kübeln Margarine, Handelsm. 1 66,00 desgl. II. 60,00-63,00 Margarine, Spezialm. I 80,00-84,00 desgl. II. 69,00-71,00 Molkereibutter Ii. Fäss. 174,00-179,00 Molkereibutter, i. Pck. 185,00-193,00 Molkereibutter Ila i. Fs. 163,00-170,00 Molkereibutter i.Pck. 170,00-180.00 Auslandbutter in Fässr. 191,00-194,00 Corned beef 12/6 lbs p.K. 40,00-43,00 Ausl.Speck, geräuchert 95,00-101,00 Quadratkäse. 25,00-32,00 Tilsiter Käse, vollfett.108,00-118,00 Echter Emmenthaler Echter Edamer 40%.. 20%.. Ausl. ungezucker. Col.. densmilch 48/16 Ausl.gez.Condensmilc 10,00-112,00 78,00-82,00 68,00-72,00 20,00-22,50 24,00 25,00 Die Begutachtung der Hadfridhte ft noch unvollständig, da sie bei Abgabe der Berichte teilweise noch im Auflaufen begriffen waren. Die aufgegangenen Pflanzen stehen teils gut, teils lückenhaft. Das Behacken der Kartoffeln und Verziehen der Rüben ist im Gange. Bei den Futterpflanzen und Wiefen zeigt sich dasselbe Bild wie beim Sommergetreide. In den niederschlagsreichen Gegenden stehen Kleefelder, Wiesen und Weiden gut und viel= versprechend, in den anderen Gebieten haben sie durch Trockenheit gelitten. Verschiedentlich ist mit dem ersten Klee- und Wiesenschnitt bereits begonnen. 4- Unter zugrundelegung der Zahlennoten 2 gut, 3= mittel, schnitt folgende Begutachtung: Winterweizen 2,4( im Bormonat 2,4), gering ergibt sich über den Stand der Saaten im ReichsdurchSommerweizen 2,7, Winterspelz 2,4( 2,5), Winterroggen 2,4( 2,5), Sommerroggen 2,8, Wintergerſte 2,5( 2,5), Sommergerste 2,6, Hafer 2,8, Kartoffeln 2,7, 3uderrüben 2,7, Runfelrüben 2,7, Kleee 2,4( 2,4), Luzerne 2,4( 2,4), Bewässerungswiesen 2,2( 2,2), andere Wiesen 2,6 ( 2,6). Dementi. Die Nachricht eines Berliner Blattes, daß der Otto. Wolff- Konzern in Schwierigkeiten geraten sei, wird von unter richteter Seite dahin berichtigt, daß die Nachricht jeder Grundlage entbehrt. Wir registrieren vorsichtshalber das Dementi. Ein neuer Schiffahrtsweg für Mülheim/ Ruhr. Die Stadt Mülheim schafft sich durch die Verbindung des Rhein- Herne- Kanals mit dem Unterlauf der Ruhr einen Schiffahrtsweg zum Rhein, der für 1700- Tonnenschiffe eingerichtet wird. Der im Umbau befindliche Mülheimer Hafen wird 850 Morgen umfassen. Die Bilanz der Reichsbahn. In der ersten Bierteljahresbilanz, die die Reichsbahn soeben dem Reichstag zugeleitet hat, wird u. a. eine lebersicht über die finanziellen Ergebnisse der fünf Monate bis Ende Februar 1925 gegeben. Danach betragen die Einnahmen 1668 Millionen, die Ausgaben 1449 Millionen Mart. Zu den Ausgaben fommen noch außerordentliche Ausgaben in der Höhe von 116 Millionen und Ausgaben für den Reparationsdienst in Höhe 100 Millionen. Nach dem Bericht halten sich die Endziffern im Rahmen des Boranschlages. Ueber die finanziellen Auswirkungen des Personalabbaus besagt der Bericht, daß der Personalabbau zwar nach dem vorgefehnen Programm durchgeführt worden ist; aber es hat sich gezeigt, daß insbesondere die Ruhegehälter, Wartegelder und Hinterbliebenenbezüge höhere Beträge erreichen, als vor der llebernahme des Gesamtnezes durch die Gesellschaft berechnet werden konnte. Geschäftliche Mitteilungen. Sarbes Waffer für die Wäsche? Das vielfach barie, d. h. ftort talhaltige Leitungswaffer verhindert eine leichte Schaumbildung der Waschlauge und hat die unangenehme Eigenschaft, einen Teil des Waschmittels feinem eigentlichen Swed der Reinigung der Wäsche zu entziehen. Diesem Uebelstand hilft ein Rusak von Sento Senkels Basch- und Bleich- Soda ab. Das Wasser wird weich wie Regenwasser, und man hat immer eine schöne fette und weide Lauge. Hento erhöht die Reinigungswirkung der Lauge und trägt zur fchonenden Reinigung der Wäscheſtüde in hervorragendem Maße bei. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäicherung meiner lieben Frau, unserer Mutter, Minna Jochim, geb. Pietsch sage ich allen Beteiligten, insbesondere den Rednern meinen 3; 1 herzlichsten Dank. W. Jochim und Kinder. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin: Freitag, den 12. Juni, abds. 6 Uhr, im großen Saal des Berbandshaufes, Linienffe. 83/85: Branchenversammlung der Draht- und Kabelfabriken Berlins. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Lohnregelung der Branche. 2. Branchenangelegenheiten. Zutritt haben alle in der Branche beschäftigten Kolleginnen und Kollegen. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht, zu erscheinen. Freitag, den 12. Juni, abends 7 Uhr, im Jugendsaal des Verbandshauses, Linienste. 83/85: Branchenversammlung der Grob-, Mittel- und Feindrahtzieher Berlins. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Lohnregelung der Branche. 2. Branchenangelegenheiten. Rutritt haben alle in der Branche be. schäftigten Kolleginnen und Kollegen. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht, zu erscheinen. Achtung! Berwaltungsmitglieder! Die Sigung der miffleren Berwaltung fällt diesmal aus. Die Ortsverwaltung. Sonderangebot! Fruchtwein m. Malagageschmad, füß, per Liter.-, 76 Fruchtwein m. Portweingeschm., fülß, per Liter M.-, 95 " Echter Malaga, ca 16% 2,10 Brima spanisch. Rotwein p. Flasche 1,10 Prima 1922er Weißwein -, 98 Sobro- Aquavit, ca. 35% p. Liter" 2,95 Beinbrand- Berschnitt, ca.38% 3,20 " " Süßkind- Liköre, d.Feinste, 38% " 9 4,45 Berkauf direkt vom Faß Roftproben gratis Nur prima Qualitäten. Alles inkl. Steuer Litör- und Effenzen- Fabrit Unsere neue Filiale Große Frankfurter Str. 66 Nähe Alexanderplatz Fist eröffnet! Nelson- Fahrräder direkt ab Fabrik zu Original- Fabrikpreisen Seit 1. Januar 1924 weit über 10000 Fahrräder und Fahrradrahmen allein in Berlin verkauft Halbrennmaschinen 1 Jahr schriftliche Fabrikgarantie.. 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Farben je nach Qualität 9.-, 7.50 5.50 Lüsterjacketts für Herren, 12.je nach Qualität 18.-, 12.50, 10.- 9.Khaki- Anzüge Sportform Tussor- Anzüge imit. dreit. in best. Ausf. je nach Qualit. 40.-, 36.-, 33.- 28.Strandanzüge eleg. Formen, vornehme Dessins • Tennis- Hosen weiß Cheviot 24.weiß Köper. 75.12.-, 10.- 7.Sporthosen Breechesform aus verschied. Stoffarten, je nach Qualität 15.-, 13.50, 11.-, 7.50 Wanderhemden mit Gürtel Wanderhosen. 6.7.50 4.50 Chauffeur- Anzüge aus grauem od. modefarb. Kord,.od. Whipcord, je nach Qualit... 110.-, 105.-, 110.-, 105.95.Chauffeur- Waschkordanzüge in verschiedenen Farben, je nach Qualität. 44.-, 33.- 30.Manchester- Sportanzug i.grauen, grünen u. braunen Farb., je nach Qualität... 36.- 25.Gestreifte Herrenhosen elegant. Streifenmuster, je nach Qualität 22.-, 19.-, 16.50, 14., 11., 7.50, 6.50 4.25 Schulanzüge aus Waschstoff. Größe 7-10 Mk. 11.-, Größe 1-5 4.90 Knaben- Waschanzüge versch. Formen, Größe 7-10 Mk. 8.Größe 0-6. 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