Nr. 273 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 141 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts" mit der Sonntags beilage Volf und Zeit" mit„ Gied. Jung und Aleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenstimme" erfcheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die ein spattige Nonpareille. Reile 70 Pfennig. Reflamezcile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 20 Pfennig ( zulässia awei fettaebrudte Worte). tebes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengesuche das erste Bort 10 Pfennig, jedes weitere Wort 5 Biennig. Worte über 15 Budy ftaben zählen für zwei Borte. Femilienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Bfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin EW 68, Linden. Straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nahm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin GW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Freitag, den 12. Juni 1925 Der Sicherheitsvorschlag. Inhalt des deutschen Memorandums. leber den Inhalt des deutschen Memorandums vom 9. Februar wird jest offiziös mitgeteilt: Vor der französischen Antwort. Briand wieder in Paris. Das Memorandum bildet nur einen weiteren Schrift in der Verfolgung der Linie, auf der der Vorschlag des damaligen ReichsParis, 11. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Der französische Außenfanzlers Cuno vom Dezember 1922 und das Angebot der gleichen minister Briand, der am Donnerstag nachmittag im Auto von Regierung während des Ruhrkonflikts lag. Es handelt sich nicht um Genf zurückgekehrt ist, hat sofort nach seiner Ankunft die letzten Entcndgültig formulierte Borschläge, sondern um eine Darlegung des scheidungen über die französische Antwort auf das deutsche allgemeinen Rahmens, in dem die deutsche Regierung fich an einer Garantieangebot vom 8. Februar getroffen. Der Entwurf diefer Lösung der Sicherheitsfrage positiv beteiligen zu können glaubt. Note ist von der englischen Regierung bereits definitiv gutgeißen In diesem Sinne ift den Mächten erklärt worden, daß Deutsch- worden. Man erwartet hier nur noch die formelle Zustimmung Brüssels und Roms, um dann das Dokument nach land fich z. B. zu einem Baft verstehen könnte, durch den die am Rhein Interessierten Mächte sich für eine zu vereinbarende längere dem deutschen Memorandum unmittelbar nach der Ueberreichung in Berlin abgehen zu lassen. Seine Veröffentlichung soll zusammen mit Periode zu treuen Händen der Vereinigten Staaten von Amerika Berlin erfolgen. verpflichten, teinen Krieg gegeneinander zu führen. Die zeitliche Begrenzung auf 30 Jahre und der Vorbehalt der Boltsabstimmung sind fallen gelassen worden. Weiter ist die Möglichkeit eines Schiedsvertrages zwischen Deutschland und Frankreich vorgesehen, den bereits die Note des Kabinetts Cuno vom 2. Mai 1923 angeregt hatte. Zugleich wurde der Abschluß solcher Schiedsverträge( wie fie deutscherseits ja inzwischen mit mehreren Staaten vereinbart worden sind) auch gegenüber allen anderen Staaten in Aussicht genommen. Ferner ist in dem Memorandum der Gedanke eines Battes zur Erwägung gestellt worden, der ben gegenwärtigen Befitftand am Rhein garantiert. Die Fassung dieses Battes wurde etwa so gedacht, daß die am Rhein interessierten Staaten sich gegenseitig verpflichten, die Unversehrtheit des gegen. wärtigen Gebietsstandes am Rhein unverbrüch lich zu achten, daß sie ferner, und zwar sowohl gemeinsam, als auch jeder Staat für sich, die Erfüllung dieser Verpflichtung garantieren und jede Handlung, die ihr zuwiderläuft, als eine gemeinsame und eigene Angelegenheit ansehen. In einem solchen, auf voller Gegenseitigkeit beruhenden Patt fönnte im gleichen Sinne auch eine Garantierung der Entmilitarisierung der Rheinlande cinbezogen werden. Die Reichsregierung hat in ihrem Memorandum auch die Mög lichkeit anderer Lösungen ins Auge gefaßt. Sie hat schließlich die Möglichkeit einer späteren, alle Staaten umfassenden Weltfonvention offen gelassen. in die der zunächst zur Erörterung ge= fiellte regionale Sicherheitspakt entweder aufgehen oder hinein gearbeitet werden könnte. Licht im Fall Höfle. Schlafmittelverschwendung im Untersuchungslazarett. Die gestrige Sigung des Höfle- Untersuchungsausschusses brachte endlich über einen Punkt, in dem der Ausschuß bisher im Dunklen getappi hatte, überraschende Aufschlüsse. Bisher war es unerklärlich gemejen, auf welchem Wege sich Dr. Höfle die bei ihm aufgefundenen 33 Luminal bzw. Pantophontabletten hatte verschaf fen können. Die gestrige Sigung ergab, das es für jeden Insassen des von Dr. Thiele geleiteten Lazaretts beim Untersuchungsgefäng nis verhältnismäßig leicht war, fich aus den verabfolgten Schlaf mitteln Beſtände aufzusparen und zurückzulegen. Unter Dr. Thiele ist in geradezu unglaublicher Weise und in splendidester Freigebig feit mit den allerschwersten Narkoticis gewirtschaftet worden. Sie wurden in folchen Quanten angeschafft und ausgegeben, daß man, wie Genosse Dr. Weyl bemerkte, ein ganzes Armeeforps damit hätte einschläfern können. Gesunde Menschen werden im Lazareit zu Morphinisten gemacht! Der Ausschuß war diesen Dingen durch die Mitteilungen eines lintersuchungsgefangenen 3achler auf die Spur gekommen. Waren Zachlers Ausführungen auch zunächst mit Vorsicht aufzunehmen und sicher in einigen Punkten start übertrieben, so wurden doch die Grundtatsachen schließlich von den abermals vernommenen Pflegern Müller, Fahl, Tiehe, Kleinfeld und Wachtmeister Hilmer nach eingehendem Verhör und anfänglichem Zögern bestätigt. Die Bfleger namentlich mußten ihre früher gemachten Aussagen in jehr mesentlichen Punkten abändern und ergänzen. Es stellte sich heraus, daß die Eintragungen über Arzneimittel im Krankenblatt vollkommen unmaßgeblich, im Meldebuch mindestens sehr lückenhaft sind. Tatsächlich haben die Pfleger nach ihrem Eingeständnis über die ärztlich verordneten Mengen hinaus Narkotica verabfolgt, wie sie allerdings behaupten, im Einverständnis mit Dr. Thiele. Der Verbrauch an schweren Giften ging ins fabelhafte, so daß Pfleger und Aufsichtspersonal selbst Bedenken bekamen, die fie allerdings nicht hinderten, in einzelnen Fällen miederum aus freien Stüden zuzulegen. 3. B. murden Morphium ampul I en stets gleich in Badungen zu hundert angeschafft, mas etpa für sechs Tage reichte bei einem Bestande von etwa 80 Patienten. Nachdem Dr. Thiele in Urlaub gegangen ist, haben seine Nachfolger, Dr. Bürger und Dr. Hirsch, den Berbrauch an narkotischen Mitteln auf einen geringen Bruchteil eingeschränkt, Deutschland hat jetzt das Wort. London, 11. Jumi.( Eigener Drahtbericht.) Der„ Manchester Guardian" stellt fest, daß die diplomatische Initiative in der Sicherheitsfrage nunmehr wieder Berlin zufalle. Es gebe eine Reihe einflußreicher Persönlichkeiten in Paris, die auf tattische Fehler der Wilhelmstraße hofften, wodurch die Baltverhandlungen zum Scheitern gebracht und die Möglichkeit geboten würde, wiederum die gesamte Berantwortlichkeit des Scheiterns auf Deutschland abzu schieben. In maßgebenden britischen Kreisen erwarte man deshalb eine baldige nicht mißzuverstehende Kundgebung, daß Deutschland entschlossen fei, die Entwaffnungsforderungen durchzuführen, den Eintritt in den Völkerbund wünscht und auch führen, den Eintritt in den Votterbund wünscht und auch in Zukunft den Dames Plan loyal erfüllen will. Jene Bariser Kreise, die auf den deutschen Widerstand in der Entwaffnungsfrage spekulierten, erhofften dadurch eine. Verschleppung des Eintritts in den Völkerbund und des Pattabschlusses. Deutschland habe nunmehr mie selten jemals vorher, die Möglichkeit, dem europäischen Frieden und der Sicherheit zu dienen. Das Schwergewicht der diplomatischen Aktionen sei nach Genf wieder auf Deutschland zurückgefallen. Einstimmigkeit gegen den Gaskrieg. Im Plenum der Genfer Waffenhandelskonfrenz wurde das Protokoll über das Berbot des Giftgastrieges und des bakteriologischen Krieges in der Schlußabstimmung einstimmig angenommen. Der Präsident der Konferenz Carton de Wiart stellte fest, daß die Bedeutung dieses Beschlusses in der ganzen Welt gewürdigt werden würde, zumal er von besonders bevollmächtigten Delegierten von 45 Staaten einstimmig gefaßt worden ist. Der Bernehmung der Pfleger ging die des Ministerialdirektors Dr. Kaut voran. Er bestätigte, daß er selber als Untersuchungsgefangener fich Schlafmittel nach Belieben habe aufspeichern können. Roch interessanter als dies waren die Mitteilungen, die Kauz über seine Verhaftung zu Silvester 1924/25 machte. Gegen das Versprechen der Staatsanwaltschaft wurde er, ein schwer herz- und malariafranter Mann, in das Untersuchungsgefängnis gebracht, wo man ihn sechs Tage lang ohne ärztliche Behandlung ließ! Die Staatsanwaltschaft eröffnete ihm, daß er wegen aktiver Be amtenbestechung angeklagt jei. Heute, nach fast einem halben Jahre, ist auß noch nicht einmal der Name desjenigen Beamten mitgeteilt worden, den er angeblich bestochen haben soll! Genosse Kuffner erinnerte an eine Notiz der Heizpresse, wonach Kcuz„ ein großer Weinfreund und Weinkenner" in total betrunte nem Zustand bei seiner Verhaftung aufgefunden sein sollte. Kautz erklärte unter seinem Eide, da ßer weder an diesem noch an den vorangehenden Tagen einen Tropfen Alkohol zu sich genommen habe! Eine kleine Illustration zu den Methoden, mit denen die nationale Presse die Ehre ihrer Mitmenschen in den Kot zieht! Am Schlusse der Sizung wurde Oberjustizrat Dr. Lemkes voni Strafvollzugsamt vernommen. Er sagte aus, daß bei der Revision des Untersuchungslazaretts Medizinalrat Dr. Seyfert über den Zustand der Apotheke die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen habe. Jetzt freilich, nach dem Fall Höfle, ist vieles gebessert worden. Im großen ganzen tann man nach den gestrigen Bernehmungen den Fall Höfle als geklärt ansehen. Höfle hatte, wie viele andere Lazarettinsassen, sich von den überreichlich und unkontrolliert gegebenen Medikamenten einiges aufgespart, was er nach Gutdünten permendete. Von einer Absicht, Selbstmord zu begehen oder fich haftunfähig zu machen, kann keine Rede sein. Höfle hat sich unmisfentlich, um sich Ruhe zu verschaffen, selbst vergiftet, meil sein durch die rapide Abmagerung geschwächter Organismus auch geringe Dojen nicht mehr vertrug. Der Zustand mar schon am 14. April, wie der Sachverständige Prof. Dr. Lewin früher bereits ausgeführt hat, flar ertennbar, ist aber von Dr. Thiele bis zum Ableben Höfles am 20. April nicht ertannt morden Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftscheckkonto: Berlin 37536- Bauffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositeukasse Lindenstraße 3 Zucker und Salz. Drohende Vertenerung und neue Steuern. Durch die Steuervorlagen der Reichsregierung, die dem Reichstag bereits vorliegen, sollen alle Besitzsteuern ermäßigt werden. Die Lohnsteuer aber ist nur ganz unwesent lich gesenkt worden. Ob die Umsatzsteuer ermäßigt wird, ist noch nicht entschieden. Dafür aber liegt die Vorlage auf Erhöhung der Bier- und Tabaksteuer um rund 500 Millionen vor, deren Annahme die Regierung zu erzwingen beabsichtigt. Bei allen bisherigen Besprechungen über die Steuervorlagen hat die Reichsregierung behauptet, daß weitere Er höhungen von Verbrauchssteuern nicht beabsichtigt seien, insbesondere sei an feine Erhöhung der 3ucker steuer gedacht. Diese Erklärungen waren in so bindender Form abgegeben, daß Zweifel an ihrer Richtigkeit nicht auftauchten. Und doch will die Regierung jetzt auch diese lebensnotwendigen Nahrungsmittel stärter besteuern als bisher. Dem Reichstage ist jetzt der Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung von Verbrauchssteuern zugegangen, der sich zwar bemüht, harmlos zu erscheinen, deffen Wirkungen aber um so bösartiger sein werden. Vor allem bei der Zuckersteuer. Sie ist im Oktober 1923 auf 35 Proz. des Herstellungspreises für Verbrauchs zucker festgesetzt worden. Zugleich wurde der Reichsminister der Finanzen ermächtigt, auf dieser Grundlage den Steuersatz für 100 Kilogramm Reingewicht zu bestimmen und den Steuersatz auch in Gold festzusehen". Daraufhin ist am 12. November 1923 der Steuersaz auf 15 Mt. für 100 Kilogramm Buder festgelegt worden. Am 7. Dezember erfolgte der Herstellerpreis für Zucker auf 60 Mr. gestiegen war. Man eine Erhöhung auf 21 Mt. für 100 Kilogramm, da inzwischen lieht also, daß die Reichsregierung, als die Preise für Zuder ftiegen, sofort mit der Erhöhung der Steuer nadh= folgte. Anders wurde es im Jahre 1924. 2Bie bei allen Warenpreisen, die am Ende der Inflation gewaltig überhöht waren, trat auch beim Zuckerpreis eine erhebliche Senfung ein. Im April 1924 fofteten 100 Kilogramm nur noch 54 Mt., im November war der Preis sogar auf 34 Mt. gesunken, um allerdings später wieder auf 38 Mt. zu steigen. Immerhin mar gegenüber dem Stand von November- Dezember 1923 eine dauernde Senfung des Herstellerpreises teilweise bis zu 50 Proz. eingetreten. Trotzdem hat das Reichsfinanzministerium die 3 udersteuer nicht ermäßigt, obwohl es dazu nach den gesetzlichen Bestimmungen verpflichtet war. Denn der Wortlaut der Verordnung vom 27. Oftober 1923 läßt feinen Zweifel daran, daß die Zuckersteuer auf 35 Proz. des Herstellerpreises begrenzt ist und daß der Reichsfinanzminister verpflichtet ist, den sich auf dieser Grundlage" ergebenden Steuersatz zu erheben. Die Zuckersteuer hätte also dauernd Den sinkenden Zuckerpreisen angepaßt werden müssen, so wie es vorher bei steigenden Zuckerpreisen geschah. Das aber ist nicht geschehen. Die Folge war, daß die Zuckersteuer statt 35 Proz. bis auf 60 Broz. gestiegen ist und gegenwärtig auch noch etwa 55 Proz. des Herstellerpreises ausmacht. Wir möchten das Geschrei der Großagrarier und Großindustriellen hören, wenn bei einer von ihnen zu entrichtenden Steuer eine so flagrante Rechtsverlegung festzustellen wäre. Und man muß schon bei dieser Handlungsweise der Regierung jagen, daß ihre Maßnahmen nicht von Recht und Gesetz, sondern von Willfür geleitet werden, sofern es sich um die Interessen der unteren Boltsmassen handelt. Die Reichsregierung fann sich auch nicht damit entschuldigen, daß die Zuckersteuer zu den an die Reparationskommission verpfändeten Einnahmen gehöre. Denn mit dieser Verpfändung ist keine ausländische Einmischung in die Höhe der Steuer verknüpft, und die Anpassung der Zuckersteuer an den gesunkenen Zuckerpreis hätte völlig reibungslos vorgenommen werden können. Der neue Entwurf der Reichsregierung sieht nun vor, daß der bisherige geseglose Zustand verewigt wird. Freilich ist sie nicht ehrlich genug, zuzugeben, daß sie bisher die Steuer in ungefeßlicher Höhe erhoben hat. Ebenso wenig wagt sie es, anzugeben, wie hoch damit der Zucker fünftig steuerlich belastet wird. Sie begnügt sich zur Begründung folgenden einzigen Sah anzuführen:„ Die vorgeschlagenen Steuersätze sind die zurzeit geltenden"! Allem Anschein nach ist diese lakonische Ausdrucksweise in der Erwartung gewählt worden, daß es feinen Barlamentarier geven werde, der ohne besonderen Hinweis erkenne, welch gefährlicher Plan sich hinter den harmlos erscheinenden Bestimmun gen verbirgt. Die fehlende Begründung zeigt aber auch, daß fachlich der Vorschlag der Reichsregierung völlig haltlos ist. Wie will man es rechtfertigen, daß ein so lebensnotwendiges Nahrungsmittel, wie der Zucker, eine Belastung von mehr als die Hälfte des Herstellerpreises trägt, also mehr als ein Drittel des Kleinhandelspreises Steuertribut ist? Da Zucker für die Ernährung von Kindern unentbehrlich ist, ist die Zuckersteuer eine Sondersteuer auf finderreiche Familien. Ein Anschlag gegen die Boltsernährung und Volksgesundheit. Ebenso verderblich sind die Pläne der Reichsregierung einmal den Parlamentarismus, und die 51proj. nationale Mehrbezüglich der Salzsteuer. Auch hier wird entgegen der heit im Parlament dürfte in absehbarer Zeit unerreichbar sein. Aus diesen Worten spricht deutlich die Resignation. Kein Wahrheit behauptet, daß es sich um feine Herauffezung der Steuer handele. In Wirklichkeit ist das Salz gegenwärtig Wort mehr vom Kampf gegen Parlamentarismus und Demomit 45 Proz. des Großhandelspreises belastet, und zwar so- fratie, fein Wort der Aufmunterung zum Kampf für die wohl das Speisesalz als auch das zu gewerblichen Zwecken Monarchie. Man ist in der Regierung, man hat seinen dienende Salz und soll fünftig fast das Sechsfache, nämlich nationalen" Reichspräsidenten. Da werden antiparlamen240 Broz. tragen. Die Reichsregierung schlägt vor, das Getarischer Krafeehl und monarchistische Phrasen fein säuberlich merbejalz und das Salz zu landwirtschaftlichen Zweden in die Schublade gelegt. Sie haben ihre Schuldigkeit getan steuerfrei zu machen. Dafür aber soll die Steuerlast und sind vorläufig nicht mehr notwendig. auf das Speisesalz um den Betrag erhöht werden, der durch Die Steuerfreiheit auf Gewerbefalz ausfällt. Da die jährlich verwendete Salzmenge sich etwa zu zwei Teilen aus Gewerbe falz und zu einem Teil aus Speisesalz zusammensett, bedeutet das eine Herauffeßung der Steuer von 0,74 Mt. für einen Doppelzentner auf 2,22 Mt. Die Regierung will noch darüber hinausgehen und hält 3 Mt. pro Doppelzentner für gerechtfertigt. Das entspricht der ungeheuerlichen Belastung von 240 Proz. des Großhandelspreises. Sind diese Pläne an und für sich geeignet, den schärfften Widerstand der minderbemittelten Bevölkerung hervorzurufen, so muß dieser Widerstand naturgemäß noch steigen, da die Befigsteuern alle abgebaut werden und dadurch die Erhöhung der Verbrauchssteuern abgeleitet wird. Bei Zucker und Salz handelt es sich um Nahrungsmittel, auf deren Genuß niemand verzichten fann, und deren Einschränkung, z. B. bei Zucker, mit schädlichen Folgen auch für die Allgemeinheit verbunden ist. Nach der Wiederherstellung stabiler Währungsverhältnisse ist die Möglichkeit gegeben, den Steuerbedarf Deutschlands in der Hauptsache aus direkten und Besitzsteuern aufzubringen. Die Massenbelastung von unbedingt not wendigen Nahrungsmitteln ist jeßt nicht mehr zu rechtfertigen und statt der Er höhung der Zuder und Salzsteuer muß ihre Beseitigung erfolgen. Dieses Ziel zu er reichen, wird die Sozialdemokratie alle Kräfte anspannen. # Schwarz- Weiß- Rot? Schaumschlägerei keine ernsten Abfichten. Reichsinnenminister Schiele hat im Haushaltsausschuß des Reichstags dazu aufgefordert, den Kampf um die Flaggen- und Berfaffungsfrage aufzunehmen. Diese Aufforderung hat naturgemäß bei den republikanischen Barteien eine starke Entrüstung hervorgerufen und der deutsch nationale Abg. Schlange Schöningen sah sich veranlaßt, zu beteuern, den Deutschnationalen sei es mit dem Verfassungsrummel nicht ernst gemeint. Herr Schlange hat der artige Bersicherungen zweimal abgegeben. In der deutschnationalen Bresse findet man davon allerdings fein Wort. Sie macht die Begleitmusik zu dem vom Innenminister Schiele befohlenen Verfassungsrummel. Sehr erklärlich. Die Außen politik ist seit dem Eintritt der Deutschnationalen in des Reichskabinett um feinen Schritt der von den Deutschnationalen während der Opposition versprochenen und verlangten Richtung nähergebracht worden. Die Entwaffnungsnote und die Entwicklung des Garantiepaktproblems bringen die Deutschnationalen in eine Lage, die ihr heuchlerisches Spiel mit den nationalistischen Instinkten restlos enthüllen muß. Eine Entlastungsoffensive, ein neuer Trid, um die Deffentlich teit zu narfotifieren, ist notwendig. Flaggenstreit und Ver faffungsrummel sollen diesen Zweck erfüllen. Daher das deutschnationale Maulaufreißen in Breffe und Barlament. Hinter den Kulissen befiehlt man indes heute schon: Kurz treten. Bor uns liegt ein nicht für die Deffentlichkeit bestimmter Bericht über den letzten Bertretertag der Baterländischen Berbände, auf dem der bekannte Balti fumer Graf von der Golh ausführte, nach der Wahl Hindenburgs und dem Eintritt nationaler" Männer in die Regierung, müsse man mit der nationalen Opposition abbauen: „ Gewiß verbindet sich mit dem Mitregieren die Furcht vor der Berflachung des nationalen Gedankens. Aber wir haben nun Der„ unbekannte Soldat" im Rhein. Frih v. Unruhs„ Heinrich aus Andernach". ( Uraufführung im Rölner Schauspielhause.) Und die Stadt versuche die Dichter nicht... Eines Tages ging in diesem Frühjahr eine Aufforderung der Stadtverwaltung Köln an den Dichter riz v. Unruh ab, er möge ein eftfpiel zur Jahrtausendfeier der Rheinlande schreiben. Gab es nicht zwölf Jahre zuvor in Breslau ein Beispiel? Damals ließ Gerhart Hauptmann zur Jahrhundertfeier der Erhebung gegen Napoleon in seinem Festspiel" die erlauchtesten Kriegshelden als Marionetten antanzen, so daß sich der Husaren- Kronprinz erzürnt auf seinem Sporenstiefelabfaz umdrehte und ein Signal zum Boy Pott blajen ließ. Was aber war dann erst von diesem Friz v. Unruh zu gewärtigen? Diesem Republikaner und Bazifisten, der gegen die heilige Tradition anstürmte und sich zwischen Deutschland und Frantreich auf die vom Versöhnungsglauben getragenen Flügel der Nife" geschmungen hatte? www Aber wie will man den Flaggenstreit, wie die Berfassungstampagne austragen, wenn man die Ueberzeugung hat, daß die 51proz nationale Mehrheit im Barlament in absehbarer Zeit unerreichbar" ist? Schaumschlägerei, nichts als Schaumschlägerei, mie auch Antiparlamentarismus, menarchistische Begeisterung und nationale Opposition nur für den Dummenfang berechnet waren. Auch darüber gab die Tagung volle Klarheit. Der ehemalige Polizeipräsident D. Glasenapp war so naiv, unter Hinweis auf die An fündigung des Reichsinnenministers Schiele für die schwarzweißroten i edereinführung Farben einzutreten. Die Antwort? Der Bericht meldet lafonisch: Herr Dr. Everling führt aus, weshalt es nicht in anjerem Sinn liegt, jetzt den Antrag auf Aenderung der Farben zu stellen. der Der deutschnationale Reichsinnenminister Schiele fordert öffentlich dazu auf, einen Verfassungsausschuß zu bilden und den Flaggenstreit zu beginnen. Zur Rede gestellt, antwortet er, er folge lediglich einer Anregung aus den Reihen feiner Partei. Der Gottseidant Everling aber erflärt, daß es nicht in unserem", also im„ nationalen" Sinne liegt, den Antrag auf Aenderung der Farben zu stellen! Ein feltsamer Gegensatz zwischen dem deutschnationalen Minister und seiner Partei. Aber leider verständlich. Dem deutschnationalen Minifter Aber leider verständlich. Dem deutschnationalen Minister wird angst und bange, wenn er daran denkt, daß die„ nationalen" Männer im Reichskabinett die Durchführung der Abrüstungsnote, die Dawes Erfüllung und den Sicherheitspatt auf ihre Schultern laben sollen. Er fürchtet die Opposition innerhalb der eignen Partei und wünscht deshalb eine Entlastungsoffensive. Aber wie diese Entlastungsoffensive durchführen, wenn man von vornherein sicher ist, daß eine 51proz. nationale" Mehrheit außerhalb des Bereichs der Möglichkeiten liegt? Und fo fezt der junge Herr Dr. Everling seinem Parteiminister ein entschiedenes Nein entgegen, während die deutschnationale Reichstagsfraktion eine unüberlegte Verlegenheitsfampagne vom Stapel läßt, deren einziger Erfolg es ist, Berwirrung und Beunruhigung zu stiften. Beinlich für einen Reichsminister. Um fo pein licher, als er gern mit dem Mäntelchen der Fachminister alten Stils prunten möchte. Er wird auf diese Weise von seiner eigenen Partei entlarpt. Schwarz- Weiß- Rot? Schaumschlägerei! Der Angeklagte als Ankläger. Was bleibt noch von der Barmat- Hehe übrig? Bir veröffentlichten an anderer Stelle die Fortsetzung des Berichts über die gestrige Bernehmung Don Julius Barmat in seiner Wohnung durch den Borsigen den des Preußischen Untersuchungsausschusses, Dr. Leidig, in Gegenwart von Bertretern der Behörden und der Seehand lung. Bor drei Monaten hätte dieser Bericht geradezu fenfationell gemirtt. Denn damals feierte die Barmat- Hetze mahre Orgien und es gab teine noch so niedrige Berleum dung, sowohl gegen die unmittelbaren Opfer dieser Attion wie auch vor allem gegen die politischen Bersönlichkeiten, denen diese Hezze non Anfang an galt, die nicht geglaubt wurde. Inzwischen hat allerdings nicht zulegt im Zusammenhang richs, der im Krieg blindgeschossene Karl, ist missender und darum fehender als die Kameraden. Heinrichs im Schlaf träumendes Kind soll entscheiden. Aber noch sind die Steine erhoben zum Wurf gegen den Feind", sollen die Feuer brennen zum Signal des Aufruhrs von Höhe zu Höhe, von Rheinstadt zu Rheinstadt, fordert Hein richs Mutter von dem Sohne Stolz und Blut wider Blut. " Da erbraust die Luft. Aus einem Massengrab, das der blinde Karl geöffnet, trippeln Soldatenleichen heran, die Vpernlegion, füßlich verwest. Fünf feldgraue Kriegstrüppel heben den unbekannten Soldaten" hoch empor. Die Stunde des Gerichts! Hat Heinrich dereinst im Kriege, in Namur, nicht fclbst gepeitscht? Er erkennt die Beitsche des einen über dem anderen, von Brüdern über Brüdern, von Völkern über Völkern! Starts tiefe Mahnung bringt die große Wende der Herzen: Reiner weiß, wo die Schuld begann! Doch der erste, der des Fluchs unendliche Verftridung ftolz zerreißt und allein, nur fich zum Fluch bekennend, magt zu sagen: Jah!" der hat die Schuld der Welt gelöst und das Löwentor des Friedens aufgetan. Das heilige Köln hat den verdienten Lohn für seine erstaun liche Kühnheit erhalten. Frizz v. Unruh schrieb ihm in der Woche zwischen Balmsonntag und Ostern Heinrich aus Andernach", ein Schauspiel zur Jahrtausendfeier der Rheinlande, und im Köl. ner Schauspielhause murde es dieser Tage zum ersten Male aufgeführt. Dies alte liebe Haus hat eine solch himmelanstürmende Ueberrraschung wohl nie erlebt felbst wenn man eine Unruhsche Explosion von vornherein in Rechnung stellte. Hier, wo man den Rhein meist in mondscheinumflossener Berklärung mit grünem GeAlle ziehen zum Rhein herab, um sich zu reinigen. Den un melle" sah, wie der frühere Oberbürgermeister Erzellenz Wallraf bekannten Soldaten" begraben sie in des Stromes Mitte, damit melle" fah, wie der frühere Oberbürgermeister Crzellenz Wallrafaß und Rache nie wieder ihr„ modriges 3miegespräch" beginnen einftmals vor Wilhelms Antliß so poetisch sagte hier begab es sich, daß der Rhein von einem Dichter zum Strom affer Herzströme in den großen Menschheitsentscheidungen erhoben wurde. Die Jahrtausendfeier der Bratenröcke mit dem Ordensbändchen im Knopfloch perfant im mesenlojen Schein. Ueber dem Rhein steigen stahl hart, ohne Barbaroffabärte und Kyffhäusermäntel, das Leid und die Eehnsucht der zerrissenen Zeitwende auf: Spinnt Verträge, die unhaltbar; reizt, um im Reiz ihr Wesen zu erkennen, jeden Nachbar ruhlos Tag und Nacht. Steht fie scheinbar auch im Pomp der Kraft hinter ihrer Rüstung Fahnenpracht, hinterm Machthelm haust die Dede. Ja, 1 tönnen. Die Siegenden, Erwachten bauen sich das neue Reich, das von innenwendig kommt. Nahe beim Strom ist das Lager der dampfenden Arbeit. Und die Männer nehmen die Steine, die sie zum Kampf erhoben hatten, und errichten die erste Siedlung des Friedens am Heiligen Rhein. Peitschen sind zit Reben, Steine zu Leben geworden Das ist Unrubs Schauspiel. Gesammelt und gefchwellt feine Sprache, wirksam sein Spott über die 3mietracht, flammend fein Bekenntnis gegen die Lüge vom Krieg, der die Welt mit blut getränkten Leichentüchern bedeckt. Was Unruh selbst erlebt, das hat er heraufgeflopft in dieser Dichtung. Wirksam wird die ewige Lehre im Begebnis unferer jüngsten Zeit, sonst die gefährlichste Klippe für den Dramatiker. Nach diesem Schauspiel gibt es nun fein Festspiel" mehr zur Jahrtausendfeier. Wir können von Glüc fagen. Colonia pacem! Du hast es gewollt! ihr Feldmarschall herzschredender Befehle ift der Tod! Heinrich, Bürger in Andernach am Rhein, ist der Held diefes Echauspiels, das mit leichtem fatirischen Dialog beginnt und mit dem Hymnus endet. Ein franzöfifcher Soldat hat ihm mit der Peitsche ein blutiges Mal über das Antlik gelegt gerade ihm, der nie einen Haßgesang hören wollte. Nun bäumt er sich auf. Hinter jeder Hecke am Rhein vernimmt er den Schrei der geschändeten Freiheit". Er will die Beitsche auf den Rücken feines Boltes abmehren und vereint sich mit dem Chor der jungen Burschen zum Racheruf. Die Frauen unter Führung von Heinrichs Weib Mathil. dis, die Leben zeugten und nun liebend über Leben entscheiden wollen, verbergen den Franzosen. Einer von den Freunden Hein-| Frankfurter Societäts- Druderei erschienen. Ein in Köln nie dagewesener Beifallssturm, angefacht durch die glänzend bewegte Aufführung unter Gustav Hartungs Regle mit Rarl Ebert vom Berliner Staatstheater als Gaft. folate dem legten Bekenntnis zum Heiligen Rhein". Unruh verneigte fich mehr als zwanzigmal. Einsam verklangen ein paar Pfiffe. Nun wird sich der Dichter, der Zerstörer so vielen Seelenfriedens, vor dem blonden Kind am Rhein zu verantworten haben. G. Beyer. Unruhs Heinrich aus Andernach" ist soeben im Drud in der mit den Enthüllungen über den Fall Höfle- ein fühlbarer Ilmschmung in der öffentlichen Meinung eingesetzt, und piele Menschen, die zunächst gemeint hatten, es handle sich um einen aufgedeckten Korruptionsstandal, haben unterdessen erkannt, daß es sich hauptsächlich, wenn nicht gar ausschließlich um einen Justizsfandal handelt. Deshalb wirken die Enthüllungen und Anklagen, die Barmat zum großen Teil an der Hand von Originaldoku= menfen bei seiner gestrigen Bernehmung gemacht hat, nicht mehr so aufsehenerregend, wie das noch in der Zeit von Januar bis März der Fall gewesen wäre. Aus den vorgelegten Urfunden geht einerseits hervor, daß verschiedene Zeugen, die es für gut und flug befunden hatten, por den Ausschüssen unter Eid Barmat zu belasten, glatt imd dreift gelogen haben. Es ergibt sich ferner daraus, daß das bekannte Kondensmilchgeschäft, mit dem sogar im Präsidentschaftswahlkampf der Reichsblod in seinen hunds= gemeinen Flugblättern" operierte, von seiner Seite pöllig in Ordnung war, daß aber die Fachleute" der Reichsstellen fich als absolut unfähig erwiefen. Aber das ist nicht einmal das wichtigste Ergebnis der gestrigen Bernehmung, sondern entscheidend maren die Darlegungen Barmats über seine geschäftlichen Beziehungen zur Staatsbant. Hier müssen wir auf den Bericht verweisen. Gelbst nach den nicht wesentlichen Differenzen zwischen seinem Standpunkt und den Aeußerungen der Staatsbankdirekteren ergibt sich einwandfrei, daß von einem Kreditbetrug an der Staatsbant niemals die Rede sein konnte. Barmat hat sich gestern als ein Opfer der antiman das wenige liest, was er über das Auftreten des berüchsemitischen und politischen Heze bezeichnet. Wenn tigten Herrn Kußmann mitgeteilt hat, wenn man ferner erfährt, daß seine Kredite bei der Staatsbanf gar nicht longiert waren, wenn man schließlich hört, wie nach der gefündigt, sondern zumindest stillschweigend proVerhaftung die wertvollsten Objekte des Konzerns geradezu verschleudert wurden, dann kommt man in der Tat zu dem Ergebnis, daß die Barmat- Affäre ein politischer Justizskandal ersten Ranges ist. Ein feudales Schieberpanama. Das Ergebnis der Ehdorf- Carlowig- Untersuchung. Der Untersuchungsausschuß des Landtages, der zur Prüfung der Kreditgeschäfte der Landespfandbriefanstalt mit bem bekannten Adelstonfortium und feinen arischen bzw. nichtarischen Spießgesellen eingesetzt worden war, hat seine Arbeiten abgeschlossen. Der Schlußbericht liegt noch nicht vor, und dennoch glaubt die Rechtspresse verfünden zu können, daß von irgendeinem feudalen Schieberstandal feine Rede sein kann. Das eine muß man den„ Reinigern des öffentlichen Lebens" laffen: Sie verstehen den Betrug genau so gut wie das politische Geschäft. Monatelang wurde von ihnen eine systematische Barmat- Hege betrieben, mährend ihre Anhänger aus den eigenen Zeitungen über das Treiben des arischen Schwindler- Konsortiums faum ein Wort erfuhren. Belch Wunder, wenn man den gleichen Anhängern heute erzählt, daß die Schiebertätigkeit der Herren v. Ezdorf, v. Carlowiz und v. Karstedt taum der Rede wert ist? Aber so einfach ist die Geschichte nun doch nicht. In Wirklichfeit sind die Enthüllungen und Feststellungen über die adligen Schie ber außerordentlich umfangreich und bezeichnend. Die Bilanz des Untersuchungsausschusses, die in Stürze gu erwarten ist, dürfte das bemeijen, und damit wird sich zeigen, in welcher unverantwortlichen Art die Reiniger des öffentlichen Lebens arbeiten. Es liegt uns fern, dem Urteil des Untersuchungsausschuffes auch nur irgendwie borzugreifen. Aber heute schon läßt sich mit Bestimmtheit fagen, daß für die Pharisäer in den Rechtsparteien folgende hinreichend blamable Tatsachen feststehen: Das adlige Schieber Konsortium hat öffentliche Gelder, die der allgemeinen Wohlfahrt dienen follen, für seine privaten 3 mede verwendet. Die Gelder wurden von ihm zum Teil zur Finanzierung von SpetuIationsgeschäften und zu einem redt flotten Leben benutzt Autos und schöne Freundinnen foften Geld oder, um Eine modefeindliche Regierung. Trog der Sorgen, die der bulgarischen Regierung aus der kommunistischen Bewegung erwachsen, fcheint sie noch Zeit zu haben, sich mit den Richtigkeiten der Frauenmode zu befaffen. In Bulgarien herrscht selbstverständlich wie überall in der Welt der Bubitopf. Seine Tage sind aber gezählt, da die Regierung entschlossen ist, mit allen gefeßlichen Mitteln gegen ihn und alle anderen Frauenmoden, die ihr nicht passen, energisch vorzugehen. Zu diesem Zwed haben sich Staat, Kirche, Finanz und Industriewelt zu einem Feldzug verbunden, der unter der Weiblichfeit Bulgariens panischen Schrecken erregt. Ein in Borbereitung befindliches Gefeß enthält nicht nur Borschriften über die Länge der Frauenhaare, sondern bedroht jede Ausschreitung der Mode, die das Schamgefühl verlegt, mit strenger Strafe. Daneben soll auch auf gesetzgeberischen Wege der Geldvergeudung gesteuert werden, die burch den Modelurus herbeigeführt wird. Die Anregung zu diesem Vorgehen geht vom heiligen Synod der bulgarischen Kirche aus, der fich dabei der Unterstügung der weltlichen Macht zu erfreuen hat. Die Regierung hat bereits vor einiger Zeit angeordnet, daß alle im staatlichen Dienst beschäftigten Frauen eine einheitliche Uniform tragen müssen, die aus einem hochgeschlossenen Kleid aus schwarzem Stoff mit langen Wermeln besteht und durch fleine, runde Hütchen vervollständigt wird, die im Sommer von weißer und im Winter pon fchwarzer Farbe find. 1 Der Florida"-Tanz. Der internationale Kongreß der Tanzlehrer und Tanzlehrerinnen, der zu Pfingsten in Paris tagte, hat den Tanz Florida" als den Tanz der Sommerfaison proflamiert denn tanzen muß man doch auch in den Hundstagen. Der Schöpfer des Floridatanzes ist Professor" Norville. Die Pariser Blätter, die über den Tanzlongreß berichten, erzählen Wunder von der An mut des neuen Tanzes. der langsam und gleitend, zaudernd und miegend und dabei ein wenig kompliziert ist. Noch zwei anderen Tanzschöpfungen, die auf der Pfingsttagung präsentiert wurde, hat der Kongres feine Genehmigung erteilt, wenn auch nicht mit solcher Begeisterung wie bei„ Florida". fpricht am 16., 7, Uhr abends, in öffentlicher Berlammlung des Bundes Ueber die Bedeutung von Tanz und Rhythmik für die Erziehung Entschiedener Schulreformer" in der Aula des Werner Siemens Realgymnasiums. Dobenstaufenitr. 47/48, Ewald Dabite, deffen Spanbauer Schultinder dazu Tangvorführungen darbieten werden. Nachber ibrechen Reftor Reinfelder und Lebrer Schule- Spandau über erborigenunterricht, wobei ber lettere sein Unterrichtsmodell vorführt. Jedermann eingeladen. Kriminalität der fomjelruffifchen Beamten. Ueber bie Kriminalität der sowjetrussischen Staatsbeamten unterrichtet eine Statiftit. aus dem Gouvernement Leningrad. In einem Sabre wurden 504 Staatsbeamte wegen Verbrechen verteilt. Und zwar wurden wegen Berichlenderung von Staatsgeldern 252, Erpressung und Bestechung 118, Berheimlichung von Berbrechen 51, Raub und Berlauf von Staatseigentum 46, Ueber t: etung der Machtbefugnisse 23. Borlegung falscher Abrechnungen 11. und toepen eigenmächtiger Stenererhebung drei Beamte verurteilt. Zwei Staatsbeamte haben eigenmächtig verhaftete Personen erschossen. Eine tanadliche Polegpedition. Nach einer Meldung aus Ottawa wird die fanadische Regierung unter Leitung Madenziens eine Bolerpedition nach den in der Eisregion liegenden fanadischen Insein entsenden, um von allen, die gefunden werden, Besiz zu ergreifen. Unter Hinterlassung von Mannschaften sollen dort Polizeiftationen errichtet werden. wie das Herr v. Rarftebi nebenbei betrieb, alte Schulben zurüdzu-| 1924 abgebaut werden sollte, dann aber auf seinen Wunsch, zahlen. Bei den Beamten, die diese Dinge duldeten, handelt es sich um Beamte der alten Shute und um Fachmänner", auf die unsere Rechtsparteien sich so fürchterlich viel einbilden. Die Kreditgelder wurden in sagungswidriger Weise hergegeben; in der Sicherung der Beträge und in der Kontrolle für ihre Verwendung wurde höchst fahrlässig gehandelt. Herr Geheimrat Nehring, der u. B. übrigens Mitglied der Deutschen Volkspartei ist, hat einfach auf die adligen Namen hin und weil die Schieber sich gegenseitig als wohlhabend" und gut" charakterisierten, die Kredite gegeben. Seiner Aufsichtsbehörde hat er den Sachverhalt Der= fchleiert; statt flargestellt. Dazu tommt das völlige Bersagen der Aufsichtsbehörde und besonders des Staatstommiffars. Diese über jedes Maß hinausgehende Protektion, der sich das Schieber Konsortium erfreute, ist mehr als Proteftion, ist Rorrup tion. Das tann und muß schon heute festgestellt werden. Der Betrugsskandal bei der Eisenbahn. Tementis ftatt Aufklärung. Zu unseren Mitteilungen im geftrigen Morgenblatt erläßt die Reichsbahngesellschaft folgende Erwiderung: Zu der in einer Morgenzeitung behandelten Melbung über Unregelmäßigfeiten bei Bahnhofsumbauten in Neu- Bent fchen und in Frankfurt( Oder) liegt nach Angaben von unterrichteter Seite folgender Tatbestand vor: Im Sommer 1924 gelangten Anzeigen an die Reichsbahnver maltung wegen Uebergahlungen an Unternehmer für Arbeiten, die bei der Auggestaltung der Bahnanlagen infolge der veränderten Ostgrenze in der Inflationszeit ausgeführt worden sind. Die megen der bei der Reichsbahngesellschaft bestehenden Dezen tralisation zuständige Reichsbahndirektion Frankfurt( Oder) hat daraufhin fofort eine eingehende Untersuchung in die Bege geleitet. Es wurde festgestellt, daß es sich darum handelte, für einzelne Baupofitionen der Inflationszeit eine Aufmertung an Unternehmer, zu zahlen. Die Höhe der Aufwertungsbeträge unterliegt noch fest der Nachprüfung. Als Anfang d. 3. weitere Anzeigen wegen angeblicher Un= regelmäßigteifen bei diesen Bauausführungen einliefen, die Beamten der Reichsbahn und Unternehmern einen Betrug an der Eisenbahn vorwarfen, wurde die Angelegenheit underzüglich seitens der Reichsbahnverwaltung der Staatsanwalt. fchaft übergeben. Im Laufe der gerichtlichen Untersuchung iſt Bisher lediglich cus Beamtenfreisen die Berhaftung eines Bahnmeisters der Neubauabteilung erfolgt, der aber inzwischen von der Staatsanwaltschaft freigelaffen worden ist. Berdächtigungen, die gegen andere Beamte erhoben worden sind, haben im bisherign Berlauf der Unterfuchung feine Bestätigung gefunden. Bei den gesamten Bauaufwendungen für den Bahnhof NeuBentschen einschließlich der Siedlung sind bis Oktober 1924 in gesamt etwa 12 Millionen Goldmart. verausgabt worden. Nach Sachverständigenurteil befinden sich die Häufer der Sieb Ling Neu- Benischen in durchaus mohnfähigem 3ustande. Naturgemäß ist der Raum in den Einfamilienhäusern teilweise be Ichränkt. Der erhobene Borwurf, daß sich die Deutsche Reichsbahngefell. schaft, fobald die Angelegenheit zu ihrer Renntnis tam, nicht einfi haft damit beschäftigt habe, muß zurüdgewiesen werden. Die obige Darstellung gibt einen Beweis dafür. Von einer Entbindung der Beamten von der Schmeigepflicht fann nicht gesprochen werden; im Gegenteil, es ist von pornherein den Reichsbahnbeamten zur Belicht gemacht worden, durch ihre Auslagen Klarheit in die Ans gelegenheit zu bringen. Die Reichsbahngefellschaft hot felbft dos größte interesse daran, Unregelmäßigteiten in ihrem efiba 700.000 his 800 000 Röpfen beschäftigenden Unternehmen fo fohne mie mög fich aufzubeden." Zu dieser Erwiderung ist folgendes zu bemerken: Benn die Reichseisenbahn den fchlegten Zustand der Siedlungshäufer leugnet, fo möge fie fid) einmal Die beim technischen Bureau 21 der Eisenbahndirektion Dit gefammelten Meldezettel über Mängel ansehen. Sie wird dort überreiches Material finden. Als eingestürztes Haus melden mir ihr das Haus Kylmer Straße 11 der Frankfurter Sied limg. In den Häusern am Thorner Grund steht das Wasser einen halben Meter hoch in den Kellerräumen, piele sind dem Einsturz nahe. Hält es die Eisenbahn für solide Bauweise, wenn beim einfachen Holzhacken in Kellern der dünne Zement: boden durchbricht, so daß der Hadeklog im Boden verfinft?! Weiß die Eisenbahn nicht, daß in den meisten Häufern die Heizungsanlagen durch Anschluß mehrerer Defen an das gleiche Rohr polllomanen verfehlt sind, so daß die Defen nicht brennen? Weiß fie nichts von Fensterrahmen, die jeßt herausgeriffen werden müffen? lleber den traurigen Zustand der Siedlung Neu- Bentschen hat außerdem ein Berichterstatter des B. T." ( Nr. 268 vom 9. Juni) auf Grund eigener Wahrnehmungen detaillierte Schilderungen gemacht. " ,, ohne Lohn und Gehalt" weiter arbeiten zu dürfen, noch mehrere Monate lang beschäftigt wurde? Hat sie je danach geforscht, wieso Bergholz dieses generöse Angebot an den Staat machen fonnte? Ist dann wirklich die Tätigkeit des Berg holz nicht honoriert worden? Schon damals, im Januar 1924, fombinierte man sehr naheliegende Zusammenhänge zwischen dieser auffälligen Weiterbeschäftigung und den Unregelmäßigfeiten, deren tatsächliches Vorhandensein ja übrigens von der Eisenbahn keineswegs geleugnet oder abgeftritten wird. Während der Ferien- und Reisezeit kann der ,, Vorwärts" auf jede Dauer allerorts bezogen werden. Touristen und Wanderer fordern das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei den Bahnhofsbuchhandlungen, Zeitungskiosken, Buchhandlungen und sonstigen Verkaufsstellen. Sommerfrischler lassen sich den ,, Vorwärts" bei einer Aufenthaltszeit unter 14 Tagen per Kreuzband durch die Hauptexpedition nachsenden. Außer dem Abonnementsbetrage ist in diesem Falle das Porto zu zahlen, welches wochentags 6 Pf., Sonntags 10 Pf. ( pro Woche 45 Pf) beträgt. Bei längerem Aufenthalt ist der Vorwärts" durch, Postüberweisung zu beziehen, welche die Hauptexpedition vornimmt. In letzterem Falle kommen zu dem Abonnementsbetrage die Zustellungsgebühren in Höhe von 72 Pf. pro Monat. Sobald die eine oder andere Art der Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, ist die in Frage kommende Ausgabestelle oder die Hauptexpedition des Vorwärts". Berlin SW 68, Lindenstraße 3, zu benachrichtigen. Abonnenten, welche den Vorwärts" bereits durch die Post beziehen, können denselben jederzeit bei dem Postamt gegen eine Gebühr von 50 Pf. umbestellen. Bei Postüberweisungen bitten wir zu beachten, daß die Angabe der neuen Adresse bei der Ausgabestelle oder bei der Hauptexpedition bezw. bei der Post möglichst eine Woche vorher erfolgt, um eine rechtzeitige Zustellung des Vorwärts" zu gewährleisten. 99 " VORWARTS"-VERLAG Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Fernspr. Dönhoff 2506/2507 ைைடை Der Fall Stinnes. Neunzig Millionen zur Sanierung festgelegt. Der Berliner ,, Börfen- Courier" teilt mit: Wie wir von durchaus zuverlässiger Seite erfahren, belaufen sich die Verpflichtungen des Stinnes- Konzers auf 155 mil. lionen Reichsmart. Davon find 110 Millionen Reichs. mart furzfristige, im Juni oder Juli fälligen Ber bindlichkeiten. Etwa 20 Proz. der Gesamitsumme sind durch Rembourse und Baren gedeckt, weitere 20 Prozent finden Deckung in verschiedenen Forderungen. Es bleibt also eine Schulden I a ft für den Stinnes Konzern von 90 Millionen Reichsmart zu deden. Die Banten, die an den letzten Ronferenzen teil genommen haben, find bereit, 50 Millionen Reichsmart fest auf sechs Monate zu geben gegen Berpfändung der vorhandenen Sicherheiten. Für die restlichen 40 millionen Reichsmart wird ein Konsortium gebildet. Die Eherheiten sind vorsichtig bewertet und auf Unternehmun gen verschiedenster Art nerteilt. Die fonfortiale Zeitung haben die Darmstäpter und Nationalbant Die Reichsbank, unter deren Führung bekanntlich die Transattio. nen eingeleitet worden sind, ist bereit, den Banten beim Serein. nehmen von 2zepten befondere Erleichterungen zu gewähren. An dem Garantietonfortium fimb endgültig folgende Banten beteiligt: Darmstädter und Nationalbant, Deutsche Bant, Disconto Gefellschaft. Dresdner Bant, Camemra- und Bripat Bant, die Seehandlung. Mendelssohn u. Co., die Girozentrale, die Reichs. fredil- Gel, M. Warburg u. Co., die Berliner Handels Geſellſchaft, Bleichröder, Delbrüd, Schidler u. Co., Hardy u. Co., A. Levy, S. Oppenheim, Drenfuß, Speyer- Cliffen, der Schaaffhaufensche Bant. verein, die Süddeutsche Disconto- Gefellschaft, Strauß u. Co. und die Mitteldeutsche Creditbank. Eine Erklärung Schachts. Die Gesamtobligationenbelastung der Industrie vor dem Kriege belief sich auf 4,2 Goldmilliarden im gleichen Nennbetrage. hiervon hat die Industrie während der Inflation in 1922 und bis Ende 1923 die Hälfte mit 2,1 Goldmilliarden getilgt. Zu dieser Tilgung hat nach Feststellung der Regierungsdenkschrift die Industrie Papiermartbeträge aufgewendet, deren Goldwert, hoch geschätzt, etwa 8 Proz. des Nennwertes beträgt. 92 Broz. des Gold, d. h. des Nennwertes dieser 2,1 milliarden Obli gationenschulden hat die deutsche Industrie also nach der Regierungsdentfchrift glatt gewonnen, indem sie durch Zahlung von 8 Pro3. der obigen Obligationenschuld die gesamte Obligationenschuld von 100 Proz. tilgen konnte. Die bedauernsmerten Obligationäre waren damals gegen solche Praktiken wehrlos. Die Industrie hat also durch solche Rückzahlungen" bis Ende 1923 einen Gewinn von genau 1940, von rund 2 Milliarden Goldmark erzielt! Wohl unter dem Druck dieses für sich selbst sprechenden Ma terials haben Regierung und Regierungsparteien sich entschlossen, in dem vereinbarten Kompromiß die ursprüngliche Regierungsvor lage zugunsten der Obligationäre ein menig zu modifizieren. Aber wie hat man das gemacht! Man erhöhte den Aufwertungssag für Altbefizer, d. h. für Personen, die bereits am 1. Juli 1920 Inhaber der Obligationen waren, um 10 Pro3. auf 25 Proz. Diese Erhöhung um 10 Proz. wird in der Form von Genußscheinen gewährt, die unter starfer Bevorzugung der Aktionäre nach einem höchst verwickelten Verfahren den Obligationären zugute fommen sollen. Die Beschlüsse des Aufwertungsausschusses hielten sich eng an dieses Kompromiß. Unser Antrag, Obligationen und Hypotheken in genau der gleichen Weise zu behandeln, wurde abgelehnt. Ebenso wurde abgelehnt, für die Obligationäre eine Rüdmirfung zuzulaffen. Der Wille der industriellen Interessenten war also auch hier ausschlaggebend über alle anderen Erwägungen. Als am 30. August 1924 die Dames- Gesetze zur Annahme gelangt waren und der Industrie damit eine hypothefarisch gesicherte Reparationsschuld von 5 Milliarden auferlegt wurde, überschlug man sich in den der Industrie nahestehenden und ergebenen Kreisen in Lob und Danf über dus von der Industrie übernommene große Opfer. Die oben mitgeteilten Ziffern ergeben, daß diejenigen, die dieses Opfer in Wahrheit gebracht haben, nicht die Industriebarone, sendern die armen Gläubiger der Industrie sind. Dafür gehen diese letzteren bei der neuen Regelung nach dem Uebereinkommen zwischen Regierung und Regierungsparteien wiederum nahezu leer aus, weil man doch der Industrie zu dem hohen von ihr übernommenen Reparationsopfer unmöglich noch weitergehende Inflationsopfer auferlegen fönne! Juristischer Werttarif. Stresemann 50 M., Generale= 1000 m. Das Magdeburger Schöffengericht unter Borsitz des Ebert- Richters Bewersdorff hat einen deutschnationalen Redakteur wegen Beleidigung des Reichskanzlers Marr und des Außenministers Strejemann zu 100 m. Geldstrafe verurteilt. Folglich wird die Ehre Stresemanns von Bewersdorff mit 50 M. eingeschägt. Das ist ungefähr so piel, wie etwa Reichspräsident Ebert oder Minister Severing den deutschen Richtern mert maren. Aber in Liegnig murde ein sozialdemokratischer Rebatteur, Genosse Magte, von der Liegniger Boltszeitung" wegen Be. leidigung der deutschen Generalität zu 1000 m2. ein- allerdings vergeblich weil er Freiheitsstrafe für unbedingt Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt legte noch Berufung geboten hielt.. Also: die deutsche Generalität", ein Begriff, der nirgends verfaffungsmäßig peranfert" ist, wird juristisch mit 1000 m. ein geschäht, die Reichsregierung aber, die angeblich Banbesperrat begeht und por den Staatsgerichtshof gebox mit 100 m. ober jeber br beiben hauptsächlich beteiligten Reichsminister mit höchstens 50 m.! Benn man fo feststehende Tarife für alle mögliche Bergehen einführt, tönnte man das juristische Studium fehr wesentlich ver billigen.. Die Feme der KpD. Zeugenaussagen im Mecklenburger Tschekaprozek. Leipzig, 11. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Im Medlen burger Tichetaprozeß wurde am Donnerstag in die 3eugenbernehmung eingetreten. Zeuge& örster Kühl hat am 15. April 1924 in einem Gehölz zwischen Hagenom und Lübtheen die Leiche des ermordeten Jonas aufgefunden. Unweit von ihm lag ein Krücstod und die Pistole. Zeuge Amtsrichter Bitense aus Rübtheen hatte noch am gleichen Abend festgestellt, daß Jonas nicht Selbstmord verübt hatte, fondern ermordet morden war. Bon seiner Wiener Reise zurückgekehrt, hat Reichsbantpräsident Dr. Schacht mit größtem Bedauern gesehen, daß in der Wieder: gabe eines amerikanischen Interviews mit ihm ein grober, finn Der völfische Landtagsabgeordnete Dr. Sen fel aus Hagenom entstellender Druckfehler enthalten ist. Der Reichsbankpräsident hat will gehört haben, daß Jonas zu den Bölkischen übertreten wollte. niemals von einem Busammenbruch der deutschen Frau Frida Jonas, die Ehefrau des Ermorbeten, hat Börsen, gesprochen, sondern in ganz anderem Busammenhange angeblich wiederholt beobachtet, wie ihr Mann Fläschchen mit Gift erwähnt, daß bei der Fortsetzung der unerhörten politischen aus. im Auffrage der Kommunistischen Partei aufbewahrt hat. Am wärtigen Drudes die deutsche Wirtschaft selbstverständlich leiden 11. April fam ein Unbekannter, der ihren Mann mit fortnehmen müsse, und daß es bei Fortsetzung dieser falschen Politik wohl ein wollte. Jedoch ging er nicht darauf ein. Er entschloß sich erst am mal zum 3erreißen unserer Nerven fommen tönne. 14. April 1924, mit dem Mann fortzugehen. Als die 3eugin dem Angeklagten Zeutschel gegenübergestellt wird, Aus den Nerven" hat der Draht anscheinend„ Börsen" gemacht. rief fie unter großer Bewegung und mit meinerlicher Stimme aus: Herr Dr. Schacht legt Wert darauf hinzuzufügen, daß nach der be ..Ja, das ist der Mann, der mir meinen Gatten geraubt hat!" Auf Benn die Eisenbahn behauptet, daß die Siedlungshäuser fannten völlig ausreichenden Ordnung der Stinnesmiederholtes Befragen des Borfizenben bleibt fie bei ihrer Aussage durchschnittlich 9000 Mart getoftet haben, so ngelegenheit von irgend welchen weiteren afuten Schwie- und behauptet, daß Zeutschel der Mann fei, der mit ihrem Gatten steht das im Widerspruch einerseits zu dem amtlichen Berigteiten innerhalb der deutschen Wirtschaft ihm nichts befannt ist. am 11., 13. und 14. April 1924 zusammen gewesen sei. richt I 5/661 in Sachen Reichswehrministerium an Reichsverfehrminifterium, wo die Kosten der Häuser je nach Typ mit 4500-7000 m. angegeben werden, andererseits zu dem von Regierungsrat Kiesling fast gleichzeitig in einer Sigung des Aufsichtsrats erstatteten Bericht, monach die Häuser tatsächlich im Durchschnitt 20 000 m. getoftet haben. Dies ergibt sich aus dem Protokoll der betreffenden Sizung. Wenn die Reichseisenbahn die in dem Kündigungsfchreiben ausgesprochenen Verdächtigungen des Arbeiter vertreters Sprengholz wiederholt, fo werden sie dadurch nicht richtiger. Sprengholz hatte bereits vierzehn Tage vor feiner Unterredung beim Präsidenten feine Ehrenamter zur Ber fügung gestellt. Erst daraus ist überhaupt die Unterredung entstanden. Hätte Sprengholz nötigen wollen, so würde er seine Aemter ruhig behalten haben. Im übrigen hätte auch eine etwa angenommene Nötigungsabficht des Sprengholz Den Bräsidenten und feinen Bertreter nicht abhalten dürfen, Den von Sprengholz mitgeteilten Betrügereien nachzugehen. Sie glaubten aber, ihrer Pflicht genügt zu haben, wenn sie den Sprengholz entließen. Uebrigens: als Sprengholz feine Chren ämter niederlegte, wurde ihm von seinem Borgesetzten, Regie rungsrat Dr. Gießner, gesagt, er hätte gar nicht das Recht dazu. Wenn ihn die Eisenbahndirektion in diese Poften geschickt habe, so sei das einfach Dienst! Die Eisenbahndirektion ist aud) genügend von anderer Seite auf die Mißstände hingewiesen worden.. Bereits seit vier Wochen var der Maßregelung des Sprengholz erschienen im Frankfurter Boitsfreund", unserem Partei blatt, regelmäßig ,, Eingesandts", die sich mit den Mißständen befaßten. Aber vielleicht hätte man auch viel früher auf die Dinge kommen können. Ist der Eisenbahndirektion der Fall cines Bauassistenten Bergholz bekannt, der am 15. Januar Aufwertung der Obligationen. Tas nationale ,, Opfer" der Industrie. In der Sitzung des Aufwertungsausschusses vom 9. Juni wurde die wichtige Frage der Aufwertung der Industrie. obligationen entschieden. Diese Frage gehörte zu den umftrittenften der neuen Aufwertungsvorlagen und nirgends trat die belommene Abhängigkeit der deutschnationalen Reichsregierung von den Diftaten der Großindustrie so fraß zutage wie in den ein. fdlägigen Bestimmungen. Knapp und furz und ohne jedes Wort der Begründung wurde in der ursprünglichen Regierungsvorlage bestimmt, daß bei Industrieobligationen jede erhöhte Aufwertung und jede Rückwirtung ausgeschlossen ist. Das wagte die deutsch nationale Reichsregierung dem Bolfe zu bieten, troßdem gerade bei den Industrieobligationen die ungeheuerliche Bereiche rung der Schuldner gegenüber den Obligationären ganz offensichtlich liegt. In einer vom Abg. Dr. Best im Verein mit anderen Juristen herausgegebenen Broschüre gegen die neuen Regierungsentpürfe finden sich neben interessantem anderen Material Tabellen über das Berhältnis, in dem große, namentlich aufgeführte Industrieunter. nehmungen auf Grund der gesetzlichen Borschriften ihr Aftienkapital in 1924 auf Gold umgestellt haben. Es haben danach 751 Gefeli fchaften seit Juli 1914, bis Ende 1924 einen Gesamtzuwachs an Gold. fapital von nicht weniger als 2384 millionen Reichsmart erzielt. 3u diesen 2384 Millionen treten hinzu die riesigen Berte, die in den neuen Goldmarkbilanzen versteckt sind und derer Höhe für Außenstehende gar nicht abzuschätzen ist. Mit diesen unge. heuren Summen find aber die Gewinne der Industrie aus den fitischen Jahren des Krieges, der Nachkriegszeit und der Inflation noch feineswegs erschöpft. Auch die beiden Töchter des Ehepaares Jonas, Renate und Frida Jonas, erkennen den Angeklagten Zeutschel als den Mann mieder, mit dem der Bater fortgegangen ist.. Die Zeugin Fesel, die viel bei Jonas verfehrt, mill 3eutfchel ebenfalls als den Mann wiedererfennen, der am Tage por dem Mord in der Wohnung des Jonas war. Zeugin Reisener hat am Ostermontagabend in der, Nähe des Gehölzes, mp am anderen Tage der ermordete Jonas gefunden murde, 3 bis 4 Schüsse gehört. Zeuge Jakob Bender verweigert die Aussage über die Sprengstoffangelegenheit, in die er einmal mit Jonas perwickelt war. Den Angeklagten Zeutschel erkennt er wieder, meil er mit Jonas öfter zusammen geweſen fei. Die Zeugin rau Mahlo will den Angeklagten Binkel auch genau wiedererkennen. Am 15. April 1924 soll Harry ihr erzählt haben, ehe die Leiche des Jonas gefunden war, daß Jonas tot sei. Bei einer Zusammenkunft in ihrer Wohnung seien der Landtagsabgeordnete Warnte, harrn und Wintel an melend gemejen. Bei dieser Gelegenheit soll von der Erle bigung Jonas gesprochen worden sein. Der aus dem Zuchthaus vorgeführte Palmczet mar längere Zeit mit Kuhlmann in einem Lofal zusammen, wo Zeutschel einem unbekannten eine Bombe gezeigt haben soll. Er habe sich ebenfalls mit nach Botsdam begeben und ist wegen dieses Spreng. ftoff- Attentatsverfuchs zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Kriminalassistent Krint teilte mit, baß bei Zeutschel eine Pistole, 3 Handgranaten und eine Anzahl anderer Spengstoffe fomie eine Bombe in Feldflaschenform gefunden wurden. Richard Kunze dementiert. Er läßt uns durch seinen Anwalt eine Berichtigung zugehen, in der er versichert, der von uns aus Bruhn sei von Anfang bis zu Ende gefälscht". Er habe niemals einen solchen Brief an Bruhn geschrieben. Wir nehmen von dieser Berichtigung Kenntnis, umsomehr, als Kunze wie Bruhn mitteilen, daß fie wegen des Briefes die Gerichte angerufen haben. Gewerkschaftsbewegung Großkampf in der Holzindustrie. Die Scharfmacher als Unschuldslämmer. Auf Grund des§ 11 des Pressegesetzes erhalten wir folgende ,, Berichtigung“ vom Arbeitgeberverbande der Deutschen Holzindustrie und des Holzgewerbes, die zwar den Anforderungen des Preßgejezzes nicht entspricht, die wir jedoch mit Vergnügen veröffentlichen. Dieser Ableugnungsversuch, dessen Kühnheit nur übertroffen wird von dem bösen Gewissen der Scharfmacher, stellt diese ins hellste Licht. Die Zuschrift lautet: In dem Artikel Großkampf in der Holzindustrie", mit der Interüberschrift ,, Austritt aus dem Verbande oder Aussperrung" in Nr. 268 des„ Vorwärts" vom 9. Juni 1925 sind unrichtigkeiten enthalten, die wir wie folgt berichtigen: verbandes dort Bollmachten erteilt wurden, wird nicht bestritten. Aus dem Verhalten der Unternehmer ist aber zu schließen, daß diese Vollmachten eng begrenzt waren. Tatsache ist, daß lange, ehe der Vorstand des Arbeitgeberverbandes fich zur Beratung des von ihm zu machenden Lohnangebotes zurückzog, von Unternehmer: vertretern privatim Vertretern des Deutschen Holzarbeiterverbandes bereits die beschlossenen Lohnangebote mitgeteilt wurden, die nachher vom Vorstand des Arbeitgeberverbandes den Arbeitvertretern auch unverändert als angebliches Resultat der eben gepflogenen Beratungen überreicht wurden. Was der Arbeitgeberverband in seiner Berichtigung in dieser Beziehung bestreitet, ist also nur ein Spiel mit Worten. Tatsache ist ferner, daß schon über eine Woche vor Beginn der Verhandlungen von dem SynAchtung! Achtung! 1924 ein Vermögensbestand von 931 365 m. 11 f. Die Ausgaben verteilten sich u. a. mit 251 709 m. 8 Pf. auf den Verlag, mit 206 921 m. 89 f. auf die Verwaltung, mit 401 813. 29 P. auf Unterstützungen( Streifs, Rechtsschuß usw.) und mit Bezirk Saarbrüden hatte Ende 1923 einen Vermögensbestand 1 417 665. 54 Pf. auf die Agitation. Die Hauptkasse für den Franten für das Jahr 1924. Die Ausgaben stellten sich auf Don 73 143,16 Franken und eine Gesamteinnahme von 233 056,20 151-570,05 Franken. Die Mitgliederbewegung litt im Verband naturgemäß unter dem Personalabbau. Ende 1924 ist jedoch eine merf liche Besserung festzustellen. Für 1923 buchte der Verband eine Durchschnittsmitgliederzahl von 504 712, für 1924 eine solche von 224 895. Davon waren, immer im Durchschnitt gerechnet, im vierten Quartal 19 269 Beamte, 1390 weibliche Mitglieder, 1494 Lehrlinge und Jugendliche. Im Laufe des Berichtsjahres ist es in vielen Bezirken u. a. im Bezirk Stuttgart, Nürnberg, Karlsruhe, Elberfeld, Altona und schäftsbericht bemerkt dazu:„ Wenn es im Laufe der Geschäftsperiode 1. wird darin behauptet, daß die Generalversammlung des SPD.- Betriebsvertrauensleute Sachen zu Arbeitsniederlegungen gekommen. Der Gegewerbes, die am 13. Mai in Weimar stattfand, einen vollständigen und Gewerkschaftsfunktionäre! nicht zu noch mehr Explosionen gekommen ist, so iſt das nur der Arbeitgeberverbandes der Deutschen Holzindustrie und des HolzKriegsplan beschlossen habe und der Vorstand bevollmächtigt murde, für alle Bezirke zu verhandeln und Spizzenlöhne zu vereinbaren, die von der Generalversammlung genau begrenzt wurden und, wenn dieses Ziel nicht erreicht würde, der Vorstand des Arbeitgeberverbandes verpflichtet sei, die Verhandlungen abzubrechen. Richtig ist, daß dem Vorstande des Arbeitgeberverbandes am 13. Mai in Weimar von allen angeschlossenen Landesverbänden Bollmacht erteilt wurde, für die Lohnbezirke gemeinsam und an einem Drt über die Erneuerung der Lohnabkommen mit den Holzarbeiter: verbänden zu verhandeln. Unrichtig ist dagegen, daß die dem Vorstande des Arbeitgeberverbandes seitens der Landesverbände erteilten Vollmachten begrenzt maren und der Vorstand verpflichtet worden sei, die Verhandlungen unter, den vom Vormärts" mitgeteilten Bedingungen abzubrechen. 2. mird behauptet, daß das ganze Verhandlungsangebot und die mehrtägigen Verhandlungen nichts als eine Finte der Unternehmer mar. Dieses ist unrichtig! Wahr ist dagegen, daß an 4 Verhandlungstagen die Unternehmer bemüht waren, ein Verhandlungsergebnis auf mittlere Linie zu erzielen, was die 3. T. weitgehenden Lohnangebote der Arbeitgeber bewiesen. 3. behauptet der„ Borwärts", daß vom Landesverband Brandenburg des Arbeitgeberverbandes der Deutschen Holzindustrie und des Holzgewerbes ein vorbereitetes Rundschreiben herausgegeben morden sei, in dem es wie folgt heißt: 3weds geschlossener Abwehr der maßlosen, sich furz wieder holenden Forderungen der Holzarbeiter hat unser Spitzenverband die restlose Aussperrung aller Holzarbeiter des Deutschen Reiches bis zum Sonnabend den 13. Juni bei Arbeitsschluß beschlossen. Alle Arbeiter, die dem Holzarbeiterverband nicht angehören und dieses unterschriftlich bescheinigt haben oder noch bescheinigen, werden mit voller Arbeitszeit meiter beschäftigt. Gleichzeitig wurden die Unternehmer angewiesen, den Arbeitern einen Revers zur Unterschrift vorzulegen, durch den diese sich verpflichten, aus dem Deutschen Holzarbeiterverband auszutreten und feiner anderen Organisation beizutreten." Richtig ist dagegen, daß nach dem durch das Verhalten der Gewerkschaften veranlaßten Scheitern der gemeinsamen Berhandlungen am 6. Juni 1925 ein Rundschreiben des Landesverbandes Brandenburg pflichtmäßig herausgegeben wurde, in dem es wie folgt heißt: Zwecks geschlossener Abwehr der maßlosen sich in furzen Zwischenräumen wiederholenden Forderungen der Holzarbeiter hat unser Spizenverband die restlose Aussperrung aller Holzarbeiter im Reiche bis Sonnabend, den 13. Juni 1925 bei Arbeitsschluß beschlossen." Unrichtig und pöllig aus der Luft gegriffen ist also, daß eine Anweisung arbeitgeberseits herausgegeben ist, daß Arbeiter, die dem Holzarbeiterverband nicht angehören und dies unterschriftlich bescheinigt haben, weiter beschäftigt werden sollen. Unrichtig ist ferner, daß eine Anweisung arbeitgeberseits heraus: gegeben wurde, den Arbeitern einen Revers zur Unterschrift vorzulegen, durch den diese sich verpflichten, aus dem Holzarbeiterver: band auszutreten und feiner anderen Organisation beizutreten. Arbeitgeberverband der Deutschen Holzindustrie und des Holzgewerbes. v. Zastrow. Hierzu wird uns vom Deutschen Holzarbeiterverband geschrieben: 3u 1: Die Beschlüsse der Weimarer Generalversammlung, die unter Ausschluß der Deffentlichkeit tagte, sind uns natürlich im Wortlaut nicht bekannt. Daß dem Vorstand des ArbeitgeberAm Montag, den 15. Juni, abends 7 Uhr, in den Musikersälen, Kaiser Wilhelm- Straße 31: さ Einsicht der Funktionäre zu verdanken. An Anlässen zu Streifbewegungen hat es wirklich nicht gefehlt. Die Verwaltung hatte Löhne festgesetzt, die zum Leben zu menig und zum Sterben zu viel maren. Dazu kam die Verlängerung der Arbeitshabung der Dienstbauervorschriften an vielen Orten das Maß der Unzufriedenheit voll." Große Funktionärkonferenz. zeit auf 9 bezw. 10 Stunden täglich. Besonders machte die HandTagesordnung: 1. Die neuen Steuern und die Zollvorlage. Referent: Dr. Baul Herz, M. d. R 2. Aussprache. 3. Wahl von drei Vertretern in den Bezirksvorstand. 4. Verschiedenes. Einlaß nur gegen Vorzeigung des Parteiausweises. Das Betriebssekretariat. difus des Württembergischen Arbeitgeberverbandes die Möglichkeit einer Gesamtaussperrung angedeutet wurde unter Berufung auf Beschlüsse seines Gesamtverbandes. 3u 2: Da es sich um die Neuregelung von Lohnabkommen aus selbständigen bezirflichen Verträgen handelt, fonnten ernsthafte Berhandlungen überhaupt nur bezirklich geführt werden. Die Arbeitnehmer haben die zentrale Verhandlung nur als die gleichzeitige Verhandlung über die bezirklichen Abkommen aufgefaßt. Die Arbeitgeber lehnten aber zunächst die getrennten bezirklichen Verhandlungen überhaupt ab. Erst auf das entschiedene Verlangen der Arbeitnehmer erklärten sie sich auch zu getrennten Verhandlungen für die einzelnen Bezirke bereit, setzten dafür aber gleich eine 3eitdauer von 15 bis 30 Minuten für die einzelnen Bezirke an. Diese Verhandlungen ließen gar feinen Zweifel darüber, daß sie von den Arbeitgebern nur als eine arce angesehen wurden. Die Tatsache, daß die Lohntabelle der Arbeitgeber, über die sie später jede Verhandlung abbrachen, bereits vor Beginn der Verhandlungen fertig war ( f. unter 1), ist die weitere Bestätigung für die Richtigkeit unserer Behauptung. Nicht vier, sondern zweieinhalb Tage betrug die Ge famidauer der Verhandlungen. Hiervon entjiel ein fnapper Tag auf übrige Zeit wurde ausgefüllt mit der Erledigung von Bertragsdie oben, gekennzeichneten bezirklichen Scheinverhandlungen. Die differenzen, die außerhalb der Lohnfrage lagen. Eigentliche Lohnverhandlungen haben nicht stattgefunden, da sofort nach Austausch der gegenseitigen Forderungen die Arbeitgeber die Verhandlungen abbrachen. 3u 3: Die wiedergegebenen Säße aus dem Rundschreiben des Landesverbandes Brandenburg des Arbeitgeberverbandes sind die wörtliche Wiedergabe eines Anschlages am schwarzen Breit der Firma Winkler in Finsterwalde. Der Kopi dieses Anschlages lautet: Landesverband Brandenburg des Arbeitgeberverbandes der deutschen Ho13 industrie und des Holzgewerbes". Sekretär dieses Landesverbandes ist derselbe Herr von Zastrow, der auch Generalsekretär des zentralen Arbeitgeberverbandes und der Einsender der preßgejehlichen Berichtigung ist. Der Firmeninhaber Winkler ist der 2. Borsitzende des Landesverbandes der Arbeitgeber. Die Ableugnung, daß arbeitgeberseits den Arbeitern der von uns mitgeteilte Revers vorgelegt worden ist, ist umso toller, als dieser Revers im Betrieb des 2. Borsigenden des Landesverbandes Bran Das blonde Haardenburg den Arbeitern vorgelegt worden ist. erfordert besonders sorgfältige Pflege, da es leicht streifig und dunkel wird. Alle 8 bis 14 Tage eine Kopfwäsche mit Schaumpon mit dem schwarzen Kopf mit Kamillenzusatz erhält die gleich. mäßige Farbe des Haares und gibt diesem duftiges, volles und glänzendes Aussehen. Schaumpon steht in seiner Wirkung einzig da. Ein Päckchen kostet nur 20 Pfennig. Man achte genau auf die Schutzmarke und lasse sich nichts anderes als ebensogut empfehlen. Alleiniger Hersteller: Hans Schwarzkopf, Chem. Fabrik, Berlin- Dahlem Festigung im DEV. Dem Geschäftsbericht des Deutschen Eisenbahnerverbandes entnehmen wir folgendes: Der Bestand in der Hauptkasse betrug am Schluß des Jahres 246 304. 54 Pf. Dazu kommen für 1924 Einnahmen in Höhe von 3300 944 m. 16 Pf. Die Ausgaben stellten sich auf 2 615 883 m. 62 Pf. Somit verblieb per 31. Dezember Nur für Herren! 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Nach langwierigen Auseinandersetzungen beider Parteien vor dem Schlichtungsausschuß fam es zu einem Schiedsspruch, der eine Lohnzulage von 2,50 und 3,50 M. pro Woche vorsieht. Das Lohnabkommen hat nach dem Schiedsspruch bis Anfang Oktober Gültigkeit, während der Mantelvertrag bereits Ende September abläuft. Die jugendlichen Arbeiter seien auch bei dieser Lohnregelung nicht berücksichtigt worden. Daran trage vor allem die Nichtzugehörigkeit zur Organi fation schuld. Die Verhandlungskommission habe sich nach reiflicher Erwägung schließlich entschlossen, den Schiedsspruch zur Annahme zu empfehlen. Auch Scharff vom Verband der Maschinisten und Heizer ermahnte zu ernsterer gewerkschaftlicher Arbeit. In der Aussprache wurde besonders die lange Dauer des Lohnabkommens fritisiert, aber auch die Geringfügigkeit der Lohnerhöhung. Bei der Abstimmung wurde der Schiedsspruch trotz aller Bedenken gegen eine Minderheit angenommen. Die Stillegungen in der Schwerindustrie. Hörde, 11. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Verwaltung der Bellinghofen, Glüdauf Segen" in Wellinghofen und„ GottesZechen Freier Vogel" und" Unverhofft" in Schüren, Admiral" in fegen" in Löttringhausen haben bei dem Regierungspräsidenten in antragt. Insgesamt beträgt die Belegschaft rund 4500 Mann. Der Arnsberg die Genehmigung zur Stillegung ihrer Betriebe beVerlauf der bisherigen Verhandlungen spricht dafür, daß die Entlassung der in Betracht kommenden Belegschaften am 1. Juli d. I. erfolgt. Für die beteiligten Gemeinden wird die Stillegung der gesamten vier Zechen geradezu verhängnisvoll werden. Die Aussichten auf andere Unterbringung des neuen Erwerbslosenheeres sind sehr gering, da auch die Nachbarbezirke unter verschärftem Arbeitsmangel leiden. Verantwortlich für Bolitik: Victor Schiff: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales Berlag: Borwärts- Berlag, G. m. b. S., Berlin. und Sonstiges: Fris Karstäbt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin GB 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". Seit fechzig Jahren wohne ich in Deutschland und bin überall beliebt und bekannt. Ich heiße MAIZENA hin eine Tochter des Maiskorns und jede Hausfrau weiß mich zu schätzen. In der Küche bin ich nnentbehrlich und wer mich noch nicht genau kennt, schreibe um ein Kochbüchlein an die Deutsche Maizena Gesellschaft A.-G. HAMBURG 15. HILLER - ถนน 15,90 Nr. 273 42. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die Berliner Wasserkatastrophe. Folgen privater Gewinnsucht P Freitag, 12. Juni 1925 Demgegenüber haben die Charlottenburger Werke sich darauf be schränkt, für Erneuerung lediglich 800 000 Mart, also nur viermal so viel wie die Tantieme des Aufsichtsrats, auszuwerfen. Im Frieden betrug das Goldkapital der Werke 40 Millionen Marf. Die Goldmarkeröffnungsbilanz per 1. Oftober 1924 weist ein Goldtapital von 60 Millionen Mark auf. Dabei sind zweifellos die Kommunalisiert die Charlottenburger Werke. einzelnen Attipposten der Bilanz vorsichtig und unter Bornahme Konferenz auf Veranlassung des Berliner Polizeipräsidenten statt. Die Beschlüsse, die dort gefaßt wurden, sind von weittragender Bedeutung und dürften die Gesamtlage in wenigen Tagen voll fommen ändern. Vom Polizeipräsidium geht uns der nachstehende Bericht zu: daran, ein nicht zu niedriges Goldkapital aufzuweisen, damit die erheblicher Abschreibungen eingesetzt. Der Gesellschaft liegt offenbar ausgezahlte Dividende nach außen nicht so start wirkt. Wenn man nämlich auf 60 Millionen Mark 2 Millionen Dividende auszahlt- so spekulieren die Herren-, dann wird jeder brave Spießer finden, daß die arme Gesellschaft nur eine geringe Dividende zahlt. In Wirflichkeit ist die Auszahlung von 2 Millionen Goldmark bei einem Umsatz von 6,5 Millionen für ein Geschäftsjahr, das noch in die fernt so ertragreich sein konnte, wie das jetzt bereits der Fall ist, Inflationszeit hineinragte, und infolgedessen wirtschaftlich nicht enteine ganz folossale Abgabe. Wenn die Gesellschaft anstatt nur 800 000 Mark für Erneuerungen einzusehen, eine Million ihres wahrscheinlich keiner der Aktionäre gestorben, aber die WasserverErtrages mehr auf Werkserneuerung verwandt hätte, dann wäre orgung würde heute funktionieren und eine ungeheure Gefahr wäre von der Bevölkerung abgewandt. Die Masserversorgung des Berliner Westen und Südwesten wird| von Stunde zu Stunde tatastrophaler. Die Hilferufe aus den betroffenen Stadtteilen immer häufiger und dringender. Die Empörung über die skandalösen Zustände der Berliner Wasserversorgung ist in der gesamten Bevölkerung allgemein und äußert sich in einem Girom heftig anflagender Zuschriften. Man vergegenwärtige fich die Situation: Eine Stadt von mehreren Millionen Einwohnern, eine Stadt, die der Zentralpunkt eines 45- Millionen- Boltes sein will, ist feit ca. 8 Tagen zu 50 Proz. völlig ohne Wasser. Diese unglaublichen Zustände, die Leben und Gesundheit der Einwohner fchwer gefährden, sind ein hervorragender Beweis für die Unfähig feit der privaten Charlottenburger Wasserwerke, den Lebensnoiwendigen Bedürfnissen der Bevölkerung bei gesteigerten Ansprüchen und in frisenhafter Zeit Rechnung zu tragen. Die schön tonstruierten Entschuldigungen, die gleich täglichen Kriegsbulletins von der Direktion der Charlottenburger Wasserwerfe losgelassen werden, erscheinen als falsche Ausreden, die die schwere Schuld der maßgeblichen Stellen bemänteln wollen. Wir müssen noch einmal darauf zurüdkommen: Es ist weit über zwei Wochen her, als sich die ersten Schwierigkeiten in der Wasserversorgung der west fichen Stadtteile zeigten. An dieser Stelle wurden die Charlotten burger Wasserwerfe eindringlich auf ihre Pflicht verwiesen, umgehend für Abhilfe Sorge zu tragen. Auch damals wurden Entfchuldigungen gestammelt. Es geschah nichts. Die Direktion der Charlottenburger Wasserwerke ließ in sträflichem Leichtsinn die Dinge treiben wie sie wollten. Eines ist sicher: Diese Wassernot hätte niemals den fatastrophalen Umfang annehmen können, den sie heute hat, wenn die Wasserwerke zur rechten Zeit energische Maß nahmen zur Lieferung der Wasserversorgung durchgeführt hätten. Al die Argumente von übermäßigem Wasserverbrauch, von an= haltender Trockenheit spielen eine viel zu geringe Rolle, als daß Die Direktion diefe bei ihren Reinwaschungsversuchen ernstlich ins Treffen führen sollte. Die ganze Kalamität hat den einen Grund: Das Werfist technisch gar nicht in der Lage, seine Aufgaben bewältigen zu können. Die Neuanlagen, die, wie man jetzt plötzlich hört, in Aussicht genommen sind, waren schon orgung der gefährdeten Stadtteile eine Besserung eintritt, die nach folí es also selbstverständlich sein, daß sie aus wirtschaftsvor Monaten, und man möchte fast sagen vor Jahren dringend notwendig. Diese Betriebserweiterung ist aus Sparsamkeitsgründen nicht erfolgt. Die Direktion des Unternehmens muß aber eindringlich darauf hingewiesen werden, daß die Bevölkerung es ablehnt, sich zum Spekulationsobjekt für die rationellen Betriebsmethoden dieses Privatinstituts machen zu laffen. Die Charlottenburger Wassermerte foüen nicht mit der Ausrede tommen, daß sie nicht in der Lage wären, die Kosten dieser Betriebserweiterung zu tragen. Ganz davon abgesehen, daß der Wafferpreis 5 Pfennig höher ist als der städtischen Werfe, sei nur darauf hingewiesen, daß die Gefellschaft hohe Dividenden ausgeworfen hat, also feineswegs mit schlechter Bilanz arbeitet. Den Aufsichtsbehörden müssen ebenfalls erhebliche Vorwürfe gemacht werden. Sie hätten unter allen Umständen für die notwendigen technischen Erweiterungen des Bettiebes Gorge tragen müssen. Man vernimmt, daß bei einer gestern vormittag in den Wasserwerfen stattgefundenen Sigung der fofortige Bau neuer Brunnenanlagen beschlossen wurde. In einem Unterjas miro mit einiger Unverfrorenheit gesagt, daß dieser Bau jedoch einige Monate in Anspruch nehmen würde. Der an anderer Stelle des Blattes veröffentliche Bericht des Polizeipräsidiums läßt die Hoffnung zu, daß mit einer baldigen Behebung der Wasser: falamität zu rechnen ist. Die schwere Kritik, die man an der Direktion der Wasserwerke üben muß, wird natürlich durch die Aussicht auf Besserung in ihrem sachlichen Wert nicht herabgemindert. Der Polizeipräsident greift ein. Wie wir bereits im gestrigen Abendblatt berichteten, fand am Donnerstag vormittag in den Städtischen Wasserwerken A.-G. eine 021 Schnook. Ein Roman von See und Sümpfen. Bon Svend Fleuron. Je starter der Widersacher, desto größer Lohn und Be friedigung; ihr Magensad giert nach der langen Wurst, die Bunge und Zähne so nahe spüren; es muß ihr gelingen, diefen gewaltigen Bisfen sich zu unterwerfen wie feinerzeit den leinen Bruder so daß er willenlos in ihrem Maule liegt und sie ihn voller Wonne drehen und darangehen kann, ihn hinunterzuschlingen. Schnuc dreht und windet sich, um ihre Zähne anzubringen; aber Schnod hat glücklicherweise so weit nach vorn sich festgehackt, daß jener kein Platz zum Bisse gelaffen ist. Schnuck steht nur das Schwanzstück zum Schlagen zur Verfügung und damit fegt sie denn auch so gewaltige Modderwolken auf, daß ste sehr wohl einen Elefanten hätten verhüllen können. Ueber drei Stunden währt der Kampf, und alle Eisfchollen des Tümpelloches zerschellen dabei in tausend Splitter da erft ist Schnoo's schlammstinkende Gegnerin mattgesetzt! Der Schlag gelang der alten Brudermörderin. dem Tage an, als fie so groß nur war wie eine Stopfnadel, hatte sie diese Art von Großschlachten immer gewonnen. Don Dann dreht sie mit einer hastig schnappenden Wendung die arme, mißhandelte Moorfrau herum und erstickt sie, indem fie ihren Kopf zwischen den Schlundwänden einfeilt. -w Aber es sind vier Lage und vier Nächte nötig, bis Schnuc burch das Türlein zu ihrem Schnürjad hineingeglitten ist das war dach endlich einmal ein Fisch, um den es fich gelohnt hat! Schnodentwideltjidh. Mit ihren gut anderthalb Metern Länge hatte Schnod nunmehr ungefähr das dänische Gardemaß erreicht, fie wog wohl etwa ein halbes Hundert Pfund. Wie bei allen Hechten, die in feinen Gewässern leben, hatte der Kopf fich unverhältnismäßig vergrößert. Ihr täg licher zäher Kampf um die Nahrung hatten zur Folge, daß fie die Kopfmuskeln viel gebrauchen mußte, weshalb diese sich benn auch besonders entwickelt hatten. Allein in ihrem Schnabel würde man jetzt bequem einen Holzschuh aufbewahren können! Die chedem so lebendigen Farben an Rücken und Bauch Die Wassernot wird voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages erheblich behoben werden. Gestern nach mittag ist infolge des energischen Eingreifens des Berliner Polizeipräsidenten zwischen den Charlottenburger Waffer toerken und den Städtischen Wasserwerken eine inibindung, und zwar in der Rankestraße, hergestellt wird. Durch diese gung darüber erzielt worden, daß sofort eine ZweigleitungsverMaßnahme wird voraussichtlich schon heute eine ganz erhebliche Besserung in der Wasserversorgung der betroffenen Stadtteile eintreten. Jedenfalls wird der Berliner Polizeipräsident mit allen Mitteln darauf dringen, daß die Charlottenburger Wasserwerke ohne Rücksicht auf die entstehenden Kosten, die selbstverständlich von den Werken zu tragen sind, schnellstens alle Borfehrungen treffen, die erforderlich sind, um die Wassernot völlig zu beseitigen. Von verschiedenen Seiten ist die Anregung an den Verbot der Wasserbenutzung für bestimmte Zwecke auszusprechen, wobei besonders auf die starke Inanspruchnahme der Wasservorräte durch die Kleingärtner hingewiesen wurde Auch ist angeregt worden, den Wasserverbrauch der Badeanstalten einzuschränken. Den beiden Anregungen fonnte der Polizeipräsident nicht Folge geben, da er auf dem Standpunkt steht, daß man einmal den Kleingärtnern nicht zu muten fann, ihre der Ernte entgegenreifenden Gartenerzeugnisse verdorren zu lassen, und daß auf der anderen Seite die Menge des für Badezwecke benuzten Wassers faum ins Gewicht fällt, da bei der jetzigen Jahreszeit ein großer Teil der Bevölkerung ohnehin im Freien badet. Der Polizeipräsident hat um so mehr von den angeregten Verboten abgesehen, als er der sicheren Erwortung Ausdruck gibt, daß es nur einer Mahnung an die Berliner Becölkerung bedarf, damit diese von sich aus durch Einschränkung des unnötigen Wasserverbrauchs mit dazu beiträgt, die augenblickliche Wassernot so schnell wie möglich zu überwinden. Nach diesem Bericht ist zu erwarten, daß bereits ab heute in der Wasserverund nach zu einer völligen Behebung der Kalamität führen wird. Besonders ist darauf hinzuweisen, daß bei einem stärkeren Einsetzen der Wasserzufuhr nicht in unsinniger Weise Wasser gehamstert wird. Die Maßnahmen, die in der höchsten Not ergriffen wurden und in gewissem Sinne einem not: wendig gewordenen Diktat gleichkommen, werden ausreichend sein, jeden Haushalt mit dem erforderlichen Wasser zu versorgen. Die Dividendenwirtschaft der Werke. Die sozialdemokratische Rathausfraktion hat wegen der Bedrohung der Wasserversorgung der Bevölkerung in den westlichen Vororten und in Neukölln im Rathaus folgenden Antrag eingereicht:„ Die Versammlung ersucht den Magistrat, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die durch die privaten Charlottenburger Wasserwerke gefährdete Wasserversorgung großer Teile der Berliner Bevölkerung sicherzustellen." Dieser Antrag wird jeden falls am nächsten Donnerstag die Stadtverordnetenversammlung beschäftigen und es ist anzunehmen, daß er als erster Punkt behandelt wird. Inzwischen gab es im Verlauf der gestrigen Sitzung des Haushaltausschusses eine fommunalpolitisch außerordentlich interessante Debatte. Genosse Reuter wies an der Hand des Geschäftsberichtes der Charlottenburger Werke für das Sahr vom 1. Oftober 1923 bis zum 30. September 1924 darauf hin, daß die privaten Werte eine geradezu standalöse Profitwirtschaft getrieben haben. Bei einem Umsatz von rund 6,5 Millionen Mart haben sie nicht weniger als zwei Millionen Mark Dividenden ausgeworfen! Auf tausend Papiermark ihres damals nominell 150 Millionen betragenden Kapitals 13% Golmark! Das war im Herbst des vergangenen Jahres eine ganz ungewöhnliche Praxis! Hinzu kommt, daß der Aufsichtsrat, der sich aus zwölf der Hauptaktionäre zusammensetzt, eine Tantieme von 220 000 Mart bezog. waren jezt gänzlich verändert! Der Körper mit seinem tiefen Schwarz fämpfte mit dem stinkenden Schlamm des Moores um den Borrang, und breite, bronzegoldene Flammenstriche beschatteten die fahlen Seiten. Draußen im Sonnenlicht leuchtete sie wie von Grünspan überzogen und fupferbeschlagen! Ein Sagenhecht war sie... einer aus den guten, alten Tagen, von dem der Holzdrechsler seinerzeit gefabelt hatte! Sogar eine förmliche Mähne fingerlanger Schuppen vom Naden bis hinab zu den Bruftfloffen fehlte nicht. Ihr Blick aber war bösartig, ein Gemisch von Gelb und Grün, Kälte und Tücke, ähnlich wie der Schaum der Sumpf woge... ein wilder Hunger leuchtete ihr immerwährend aus dem einen starren Glogauge, und war der Hunger ausnahmsweise einmal gestillt, so wurde der Schimmer in dem Auge von einer unerfättlichen Gier abgelöst. Die nächsten Moorlöcher um ihr Standquartier herum hat ſie glücklich jedes einzigen Frosches, aller Wasserratten und Wildentenjungen beraubt. Und allen Schwalben, die hier rückt. Sie hatte wieder ein weites Stüd über Land fahren im Fluge zu trinken pflegen, ist sie ebenso auf den Leib ge= müssen, bis sie in einem wilden, ausgedehnten Tümpel einläuft, den sie bisher noch nicht heimgesucht hat. zweites, großes schlammüberzogenes Exemplar eines SumpfHier glückte ihr wieder ein willkommener Streich: ein hechtes, gewichtiger noch als Schnud, hat sie überwunden und verschlungen; der Bursche aber hatte sich gerade an einem ausgewachsene Wildente gelegen. Kleineren von seiner Art gemästet- und in dem hatte eine Fraß. Fraß! Sie fühlte sich allerdings immer etwas schwer in Magen, denn sie hatte im Laufe der Zeiten ihn mit den merkwürdig ften Dingen gepflastert. Außer verschiedenen Haken und Messingfödern fand sich da ein großer Schlüssel, den sie einmal in jüngeren Jahren, als sie unter dem Bauche eines der großen Schwimmvögel gestanden, wie einen Weißfisch durch das Wasser herabsausen sah. Dann war da noch ein Eßlöffel, den sie unter ähnlichen Umständen sich glücklich angeeignet hatte, und ferner ein Bleilot- und eine Uhrkette: der Ueberrest vom Holzdrechsler. Aber alles dies hatte sich ja eingetapfelt und war als Zehrung nicht zu brauchen; allerhöchstens half es mit bei der Verdauung! Eine Woche war sie mit ihrer letzten herrlichen Beute beschäftigt Sie macht neuen und immer neuen Fang; aber nach Verlauf von zwei Monaten hat sie auch diesen Toriphuhl ausgeraubt. Was nun und wohin? fahren, sie haben für das Jahr 1924 bei einem Umfaß von Ganz anders sind die Städtischen Wasserwerke verrund 17 Millionen lediglich 800 000 mart an ihren Eigentümer, die Stadt, abgeführt. Dafür haben sie nach Ausweis ihrer Bilanz nicht weniger als 2 Millionen auf Kapitalentwertungskonto und 3,9 Millionen auf Werkerhaltung und in die wirtschaftliche Praris übertragen: die Städtischen Werke -erneuerung abgeschrieben. Das heißt, aus der Sprache der Ziffern haben Millionen- Beträge dafür verwandt, um ihre Leistungsfähig feit in vollem Umfange wiederherzustellen. Sie sind infolgedessen auch in der Lage, die gegenwärtige Höchstproduktion von täglich 500 000 Rubikmeter Wasser glatt zu bewältigen. Wäre heute eine Rohrverbindung zwischen den Städtischen Werken Charlottenburger Wasserwerken hergestellt, dann würde die Kalamität nicht eingetreten sein. Im städtischen Haushaltausschuß als er als das Ziel der Berliner Kommunalpolitik die fand deswegen Oberbürgermeister ö allfeitige Unterstützung, und Vereinheitlichung der Berliner Wasserversorgung den in der Hand der Stadt forderte. Nur der Volksparteiler Dr. Caspari fonnte es sich nicht versagen, den privaten Werken zu sekundieren. Er meinte, daß man von den privaten. Werken feine Neuinvestierungen erwarten könne, wenn ihnen die Vertragsdauer nicht neu garantiert werde. Für die privaten werke egoistischen Gründen sich ihren Verpflichtungen entziehen, während diese Betriebe niemals daran denken, anderen irgend etwas zu schenken. Heute bedauert wohl jeder, daß der Sozialisierungsgesetzentwurf des früheren sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Baul Hirsch im Preußischen Landtage von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt worden ist. Wäre er Gesetz ge worden, dann hätten wir eine einheitliche Versorgung in ganz Berlin und die jetzige Kalamität fönnte nicht eintreten. Aus den Ausführungen des Oberbürgermeisters Böß ging flar hervor, daß die Werke absichtlich Kapitalsanlagen gescheut haben. Die Lehren. Die bitteren Erfahrungen, die die Berliner Bevölkerung jeht mit den privatwirtschaftlichen Erwägungen einer so großen, und wie immer behauptet worden ist, gut geleiteten Privatgesellschaft machen muß, dürfte dem Antikommunalisierungsfimmel, der in den letzten Jahren fast überhand zu nehmen drohte, den Todes stoß versezen. Es zeigt sich, daß der kommunale städtische Betrieb, zumal in der modernen Form der rein kaufmännisch betriebenen Gesellschaft, leistungsfähig ist und daß vor allen Dingen seine Ulleberschüsse zunächst dem Ausbau des Unternehmens zugute kommen. Was für Verhältnisse würden wir zum Beispiel haben, wenn die Berliner Straßenbahn heute nicht in der Hand der Gemeinde wäre und infolgedessen ihre erste Sorge nicht die Erneuerung ihres in der Inflationszeit start mitgenommenen Betriebes, ihrer Wagen und Geleise, sondern die Auszahlung einer anständigen Dividende an die notleidenden Aktionäre wäre. Die Katastrophe würde unabsehbar fein. Die Auseinandersetzung mit den Charlottenburger Wasserwerken, die durch ihr flägliches Versagen heraufbeschworen ist, kann infolgedessen nur mit der Ueberführung dieser Werfe in die Hand der Gemeinde endigen. Die Berliner Städtischen Wasserwerke A.-G. teilen mit: Im Eines Abends wälzt sie sich durch blühende Iris, zwischen Binjengestrüpp und Sumpfgras und schielt neidisch zu den großen Wasserjungfern empor, die kaum einen Zoll von ihrem Kopf entfernt fetten Fliegen nachjagen. Ihr Hunger wird stärker denn je, fie vergißt sich so weit, daß sie schwarze Pferdeegel für Aale ansieht und die Wurzeln gewisser Wasserpflanzen verschlingt, von denen sie sich einbildet, es feien Würmer. An dem stillen, lauen Sommerabend schieben sich die Schlagschatten von den Ufern ins Wasser hinein und fügen einen ebenholzschwarzen Rahmen um den weinroten Schein der untergehenden Sonne. Wären noch ein paar Weißfische übriggeblieben, sie hätten einen Kopfsprung über das blanke Wasser vollführt! Da bebt ein Schilfstengel dicht neben Schnock- und von ihrer Lauerstellung am Rande des Schilfes sieht sie den Weiderich droben auf dem Wasser umherhuschen. Der hinterliftige Ausdruck tritt in das flache Auge... sie mißt den Abstand, fezt dann in einem Fangsprung in die Luft... aber ist der Versuch von Erfolg gekrönt und das drittemel Das erstemal ist der Bogel ihr zu schnell, das nächſtema schließt sich die Tonne über dem Pflegekind des Weiderichs: einem großen, feuerrotäugigen Rudutsiungen! damals aus dem Boote des Holzdrechslers hatte sie sich zu Oho, sie hat fo ihre Spezialitäten! Seit dem Sprunge einem wahren fliegenden Fisch entwickelt. Fraß, Fraß... der ewige Rehrreim über wie unter dem Wasser! Etmas für die Gurgel, viel für die Gurgel. Fraß. Fraß! Der Tümpel ist sehr tief, von steilen, überwucherten Böschungen umgeben, nur an einer Stelle, wo einstmals an dem einen Ufer hinauf Torf gestochen worden ist, gehen Wasser und Land ganz allmählich ineinander über. In dem starren Lehm steht Spur neben Spur von den Hufen und Knochenröhren des Biehs, und überall dort sind die obersten grünen Spigen aller Riedgrasbüschel abgegraft. Hier befindet sich eine Schwemme. Oftmals hat sie in ihrem unsäglich verhungerten Zustand, in einem Hungerrausch, der ihre Schwanzflosse wie wahnwißig, in unaufhörlicher Jagd nach Nahrung, um sich peitschen macht, mit einem Rud innegehalten, wenn sie fah, wie ein Paar gro Ber, dicer Beine im Schlamme wühlten. Eine grasende Färje oder ein Ochse hatte sich dann der Tränke genähert und ist so weit hinausgewatet, bis ihm fühles Wasser um das Maul fpülte. ( Fortsetzung folgt.) Versorgungsgebiete der Berliner Städtischen Wasserwerke ist bisher ein Wassermangel nicht eingetreten, vielmehr hat sich ein empfindlicher Wassermangel nur in den von den Charlottenburger Wasserwerfen( einer Privatgesellschaft) versorgten Stadtteilen gezeigt. Das von den Städtischen Wasserwerken gelieferte Waffer wird nur zu etwa 5 Proz. aus dem Müggelsee entnommen, während der Rest von 95 Proz. des gesamten Wafferbedarfs Grund= waffer ist. Auch Neukölln ohne Waffer! Man schreibt uns: Die katastrophalen Zustände in der Waffer: versorgung, hervorgerufen durch die Mißstände bei den Charlottenburger Wasserwerken, machen sich bei uns ebenso bemerkbar wie im Westen. Dort wohnen die Menschen lange nicht so dicht gedrängt wie gerade in der Arbeiterstadt Neukölln mit ihren großen Mietfafernen. Wenn weiter berücksichtigt wird, daß gerade in dieser Gegend die Wohnungen übervölfert sind, weil zum großen Teil mehrere Familien sie zusammen teilen, so fann sich jeder ein Bild die Bewohner dieser Kasernen auf dem Hofe an, um nur das allernotwendigste Wasser zu bekommen. Sind schon die Verhältnisse in den ältesten Straßen selbst bei genügender Wasserzufuhr nicht gerade besonders glänzend, so find sie jetzt einfach unhaltbar geworden. Man stelle sich vor, was für ein pestilenzartiger Geruch die Häuser umlagert, wenn fagelang die Klosettspülung versagt. Wenn dieser Zustand auch nur noch einige Tage anhält, können sich Verhältnisse entwickeln, die für die Gesundheit und das Leben dieser bedauernswerten Bewohner gefährlich werden dürften. Hier ist es erst recht die Pflicht der Auffichtsorgane, energisch durchzugreifen, damit gerade diese Teile der Stadt voll beliefert werden. von diesen trostlosen Zuständen machen. In Schlangen stehen Die Wissenschaft vom Straßenverkehr. Drakonische Strafen für Fußgänger. Goeben ist eine neue Polizeiverordnung über die Regelung des Fußgängerverkehrs erschienen. Sie tritt am 15. Juni in Kraft. Nach dieser neuen Verordnung dürfen Fußgänger in Verkehrsstraßen erster Ordnung den Fahrdamm nur an den Straßened en, und zwar im Zuge eines Bürgerfreiges fowie auf den Schutzwegen überschreiten. An den Stellen der Straßen, an denen der Wechselverkehr der Fußgänger und Fahrzeuge von Polizeibeamten durch Lichtsignale oder durch Armzeichen geregelt wird, dürfen die Fußgänger den Fahrdamm nur überschreiten, während die Fahrzeuge in der zu überschreitenden Straße halten. Dabei darf der Fahrdamm nur vor den haltenden Fahr. zeugen überschritten werden. Diese Bestimmung findet auch entsprechende Anwendung auf Bläzen; wo der wechselnde Verkehr der Fußgänger und Fahrzeuge geregelt wird. Die Nichtinnehaltung dieser Berordnung wird mit einer Geldstrafe bis zu 150 m. oder entsprechender Haft bedroht. Aber auch ohne diese Strafandrohung dürfte das Bublifum selbst in der Sorge um die eigene Sicherheit das leb hafteste Interesse daran haben, diese neuen Bestimmungen für den Fußgängerverkehr genau innezuhalten, denn jeder Schritt vom Bürgersteig ist bei dem Berkehr einer Weltstadt mit Gefahren für Leib und Leben verbunden. Gleichzeitig wird auch darauf hinge wiesen, daß nach den früheren Bestimmungen das Stehenbleiben auf den Bürgersteigen verboten ist, ebenso das Gehen von mehr als drei Personen nebeneinander. Stöcke und Schirme find so mitzuführen, daß andere Personen weder gefährdet noch behindert werden rönnen. Auch Gegenstände, die wegen ihrer Form und Größe andere Bersonen belästigen, gefährden oder beschmuzen können, dürfen auf dem Bürgersteig nicht mitgeführt werden. Daß stets rechts auszu weichen ist und rechts gegangen werden muß, dürfte wohl jedem Berliner zu Fleisch und Blut geworden sein. Sicherlich find energische Maßnahmen notwendig, um dem Leichtsinn des Publikums, aus dem oft genug folgenschmere Unglücksfälle entstehen, ein Ende zu bereiten. Trotzdem scheint diese Strafe ungewöhnlich hoch, vor allem, wenn man bedenkt, daß viele ankommende Fremde dieser komplizierten verkehrspolizeilichen Vorschriften völlig unkundig sind und noch nie Aehnliches gesehen haben. Will man schon eine solche Gesetzesübertretung" ahnden, so finde man sie mit einer Summe ab, die den miserablen Geldverhältnissen ein wenig Rechnung trägt und sehe davon ab, solch exorbitant hohe Eummen zu verlangen. Uebrigens scheint sich nach und nach eine ganze Wissenschaft vom Straßenverkehr heraus zubilden. Vielleicht kommt es noch so weit, daß sich die Großstädter und alle die, die in die Großstadt reisen wollen, erst einer Brüfung unterziehen müssen, in der sie ihre Kenntnisse über die Regelung des Großstadtverkehrs dartun müffen. Wenn sie dann diese Brüfung bestanden haben und trotzdem bei Verstößen gegen dieſe jüngste Wissenschaft ertappt werden, wird man sie wenigstens mit Fug und Recht bestrafen können. die vielen Rinder, 30 bis 40 in einem Heim, folgen willig folchen Worten der Leiterin und erziehen einander. Es gibt fein Strebertum, tein Vorjagen, kein Abgucken, jedes Kind ist bereit, dem anderen zu helfen, daß es darum bittet. | tagen stattfinden. Ausgeschlossen sind Reisen nach Industrie- und Großstädten. Diejenigen Kinder, die von der Vergünstigung Ge brauch machen wollen, haben sich zur Erlangung eines Antrags bei Boltsschulen an die Schulpflegerin bei höheren Schulen an den Leiter der Anstalt zu wenden. Für Reisen nach jenseits des polnischen Korridors liegenden Ortschaften ist geplant, Kinderfonderzüge fahren zu lassen. Diese Anträge müssen spätestens bis zum 1 Treppe, Zimmer 154, eingereicht sein, da spätere Meldungen nicht mehr berücksichtigt werden fönnen. Bezirksverband Groß- Berlin! 18. Juni dem Gesundheitsamt( Landaufenthalt), Rathaus, Neukölln, 19. Juni, abends 7 Uhr, nach dem Preußischen Landtag Der Bezirksvorstand beruft hiermit für Freitag, den ( Saal 12) einen ein. Bezirksbeamtentag Tagesordnung: 1. Die Beamtenpolitit der Sozialdemokratie im Reichstage. Referent: Genoffe Stelling, M. d. R. 2. Der Neuaufbau des Reichsbeamtenbeirats. Referent: Genosse Hermann Wäger. 3. Wahl der Berliner Mitglieder des Reichsbeamtenbeirats. 4. Wahl der Beamtenvertreter für den Bezirksvorstand. Bur Teilnahme berechtigt find außer den Mitgliedern des Bezirtsvorstandes, des Reichsbeamtenbeirats und der Reichs- und Landtagsfraktion sämtliche Mitglieder der Beamten werbeausschüsse, die sich im Besize einer Funktionärfarte befinden. Die Funktionärfarte dient in Verbindung mit dem Mitgliedsbuch der Partei als Ausweis. Die Bezirkewerbeausschüsse der Post, Polizei, Eisenbahn, Kommune, Verwaltung, Finanz und Steuer, Juftig und weiblichen Beamten müssen soweit dies noc niet geschehen ist noch vor dem 19. Juni zufammentreten und fich über die Person der von ihnen vorzuschlagenden Vertreter für den Reichsbeamtenbeirat einigen. Die Werbeausschüsse der Polizeiund Kommunalbeamten haben dem Bezirksbeamtentag außerdem je einen Bertreter für den Bezirksvorstand vorzuschlagen. Der Bezirksvorffand. Waldbrand bei Velten. Mehrere 100 Morgen Forstbestand vernichtet. Ein Großfeuer, das meilenweit zu sehen war, wütete seit Mittwoch in der Nähe von Belten, wo zurzeit ein neuer Berbin dungskanal zur Havel durch Balbgelände ufw. erbaut wird. Am Reifige lagen, in Brand. Die Flammen fanden so reiche Nahrung, Mittwoch gerieten dort Waldblößen, auf denen eine Menge trockener daß ein Löschen ausgeschlossen war. Rasend schnell standen große Flächen in Flammen. Diese griffen dann auf den angrenzenden Wald über. Unbeschreibliche Hige und mächtige Rauchwolten erschwerten die Annäherung an den Brandherd, der ständig trotz Stolpe, Bergsdorf, Bozom usw. und zahlreicher Arbeiter usw., an aller Bemühungen zahlreicher Behren aus Belten, Hennigsdorf, Gegenfeuer und Sandaufwerfen, fowie mit Abholzen. Ausdehnung gewann. Man versuchte es mit Gräbenziehen, Gegen Abend schien die Macht des entfesselten Elements gebrochen. Asche. Aber in der Nacht wurden die glühenden Reste von neuem Nur hier und da glimmten die Baumstückchen, rauchte die glühende zu hellem Feuer entfacht. Der Wind half mit und am Donnerstag war der Brand noch gefährlicher als am Tage vorher. Abermals mußten die Wehren, Forst- und Kanalarbeiter sowie freiwillige Hilfskräfte herbeigerufen werden. Stundenlang war die Gefahr groß, daß man fast teine Hoffnung auf Eindämmung hegte. Schließ lich gelang die Einfreifung. Der Schaden ist natürlich gewaltig, denn es sind mehrere hundert Morgen von den Flammen ergriffen worden. Heute, Freitag, wird sich erst die ganze Größe des Brandes übersehen lassen. Im Schlaf überfallen. 4. Klaffe auf dem Stettiner Bahnhof. In dem Bartesaal Eine schwere Schlägerei entwickelte sich in dem Bartesaal befanden sich etwa 5 junge Burschen, die dort müßig herum lungerten und ein Arbeiter, der auf seinem Stuhle ein wenig eingenicht war. Blöglich fühlte er, wie jemand sich an seinem Rod zu schaffen machte. Er erwachte sofort und fah nun, daß einer der ziehen. Völlig ermuntert, wehrte er den Dieb ab und konnte ihm Burschen versuchte, ihm die Brieftasche aus dem Rocke zu die Brieftasche, die dieser bereits in der Hand hielt, wieder ent reißen. Der Bursche wollte seine Beute aber nicht so ohne weiteres im Stich laffen und schlug auf den Arbeiter ein, wobei er von den anderen unterstützt wurde. einer großen lleberzahl gegenüber fah, teilte er fräftige Siebe aus, Obwohl der Ueberfallene sich robei ihm ein Stuhlbein, daß, wie er sagt, plöglich in feine Hand rufchte", treffliche Dienfte leistete. Unbarmherzig drosch er auf seine Angreifer ein, so daß sie endlich von ihm ablassen mußten. Einer der Burschen versezte dem Manne einen Stochieb, der ihm das Nasenbein zertrümmerte. Beamte der Schutzpolizei trennten die Kämpfer und nahmen den Taschendieb, einen ar beitslosen 24 Jahre alten Bruno Gendrich fest. Er hat bei der Schlägerei eine schwere Verlegung des rechten Auges davongetragen und wurde als Polizeigefangener in das Krankenhaus gebracht. Ebenso mußte sich der Arbeiter in ärztliche Behandlung begeben. Er hat zwar seine Brieftasche vor den diebischen Händen retten tönnen, boch muß ihm der Bursche vorher schon die filberne sich hatte. Wahrscheinlich hat der Dieb sie, ehe er nach der Brieftasche griff, einem seiner Helfershelfer bereits zugestedt. Das Montessori- Volkskinderheim am Wedding. Am Leopoldplatz am Wedding ist das erste MontessoriVolkskinderheim Berlins neuerdings zu einem Tagesheim er weitert worden. Hier haben Kinder von 2 bis 6 Jahren ihre eigene, fleine Welt. Hier fißen sie an fleinen, leichten Tischchen zu zwei oder allein, liegen beim Spiel auf dem Teppich, machen nach Mufit rhythmische Uebungen, ruhen, wenn fie müde find, auf schnell her gerichteten Lagerstätten und fühlen sich so unendlich wohl dabei.hr mit Rette entwendet haben, da er sie später nicht mehr bei Denn nichts ist zwang, nichts geht nach Kommando. Sie suchen sich das Spielzeug aus, das ihr Intereffe erregt und spielen ungestört, ohne daß ein Erwachsener eingreift, ihre Fehler verbessert und zum Nocheinmalmachen zwingt. Das Spielzeug, das ihnen zur Verfügung steht, ist das Material der italienischen Aerztin Dr. Maria Montessori, das sie an vielen hundert Kindern aller Nationen erprobt hat und das wie fein anderes die schlummernden Fähigkeiten des Kindes weckte und bildete. Was will die Schule? Sagen wir es furz: Kenntnisse vermitteln, vor allem das nötigste, Lesen, Schreiben, Rechnen. Was wollen die Kindergärten? Rinder beschäftigen und aufbewahren" in der Zeit, wo die Eltern der Arbeit nachgehen. Dr. Maria Montessori will mit ihren Kinderheimen unendlich mehr. Sie will dem Kinde teine Kenntnisse beibringen". Sie fragt: Wie mache ich dem Kinde den Weg frei zu den Fähigkeiten, die in ihm liegen? Dazu hat sie die Pädagogik und die Schulen ganz Europas studiert, ais Aerztin und Erzieherin an normalen und abnormen Kindern Erfahrungen gesammelt, immer wieder probiert, bis sie ihr Material zur Sinnesausbildung, das die Kinder in höchstem Maße interessiert, so daß sie freiwillig die Uebung wieder und immer wieder vor. nehmen, fertig hatte. Daß ihr Material das richtige ist, beweist der Erfolg, es ist so sinnreich konstruiert, daß die Kinder selbst die Fehler. die sie machen, erkennen können. Die Kinder, die ein Montessori- Kinderheim besuchen, erlangen fo fein ausgebildete Einne, fei es nun Gesichtsfinn, Gehörfinn, Muskeltastsinn, ein folches Abschätzungsvermögen, daß fie Erwachsene darin beschämen. Und die Fertigkeiten, die sie sonst unter viel Geſtöhn und Zwang lernen: lesen, schreiben, rechnen, eignen sie sich hier mühelos an. Das flingt übertrieben, ist aber die Wahrheit. Es wird verständlich, wenn wir den Entwicklungsprozeß im„ Montessori- Kind" verfolgen. Bon früh an sucht es sich seine Beschäftigung selbst, wählt die, die feinem Entwicklungszustand entspricht denn eine andere hat feine Reize für das Kind. An dieser Sache arbeitet es, folange es will, ohne äußeren Antrieb, auch ohne Bob, es tut mirtlich alles nur aus sich heraus. Die vollendete Arbeit gibt dem Rinde verfeinerte Sinne, innere Befriedigung, Luft zu neuer Arbeit, es führt immer einen Schritt weiter auf seinem eigenen Wege. Was gibt es Größeres beim Erwachsenen, als daß er die Arbeit um ihrer selbst willen tut? Das tut das Kind im Kinderheim, es hat also eine ganz andere Einstellung zur Arbeit, die einzig richtige. Die Montessori- Methode fennt teine Strafen, teine Belohnungen. Ein anerkennendes Wort in dem einem Fall, bei einer Unart ein schlichtes: das tut man nicht, das ist alles. Und Eine Tragikomödie. Als Tragikomödie bezeichnete der Staatsanwalt den Fall zweier fahrlässiger Gefangenenbefreiung vor dem Schöffengericht. Mitte Gefängnisauffeher im Untersuchungsgefängnis Moabit, die wegen übernommen, einen Untersuchungsgefangenen auszuführen. Obwohl angeklagt worden waren. An einem dienstfreien Tage hatten sie es der Richter die Fesselung angeordnet hatte, ließen sie sich überreden, von dieser Maßnahme Abstand zu nehmen. Statt den Gefangenen nach Blumeshof zu führen, wie die Bestimmung lautete, wurden die beiden Aufseher weiterhin veranlaßt, mit ihm zum 3entralhotel zu gehen, weil er angeblich dort seinen Chef treffen würde. dort ihre Frühstücksbrote zu verzehren und führten ihn dann auf Als dieser nicht dort war, gingen sie mit ihm zu Aschinger, um feine Berficherung, daß der Chef jezt im Heidelberger" Trid des Gefangenen hinein, der sie bat, um jedes Aufsehen zu verfein würde, dorthin. Aber nicht genug damit, fie fielen auch auf den meiden, zwei Schritte zurückzubleiben. In dem Gedränge, das um die Mittagszeit in dem Lokal herricht, gelang es dem Gefangenen, den Aufsehern zu entkommen und durch einen zweiten Ausgang Gutmütigkeit sich zu einer Abweichung der strengen Dienstzu verschwinden. Die Angeklagten waren geständig, daß sie aus porschriften hatten verleiten lassen. Es wurde ihnen von ihrem des Gefängnisses gehörten. Auch der Gefängnisinspektor hatte aus Borgesezten das Zeugnis ausgestellt, daß sie zu den besten Beamten dem scheinheiligen Wesen des Gefangenen den Eindruck gewonnen, daß er harmlos fei und nicht daran denke, zu entfliehen. Die Berteibiger baten, die tadellose 20jährige Amtsführung der Angeklagten zu berücksichtigen, und auch dem Umstande, daß sie ohne jeden Borteil gehandelt hätten, Rechnung zu tragen. Dem gemäß erkannte das Gericht auf eine geringe Geldstrafe von 120 M. gegen den einen und 75 M. gegen den anderen. Fahrpreisermäßigung für Schulkinder des Bezirks Neukölln. Für Kinder, die infolge ihrer Beziehungen aufs Land fahren wollen, fann Fahrpreisermäßigung eintreten. Nach den Bestimmungen müssen die Kinder entweder Transporten angeschlossen werden oder mindestens vier einen größeren Teil der Strecke gemeinjam zurücklegen. Der Aufenthalt auf dem Lande muß mindestens vier Wochen dauern. Die Fahrt darf nicht an Sonn- und FeierEin unglücklicher Schuß. Böse Folgen eines nächtlichen Zusammenstoßes. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts II hatte sich der Polizeioberwachtmeister und Diensthundführer Bruno Schulze gegen die Anflage des Amts mißbrauchs und der Körpers Derlegung mit Todeserfolg zu verantworten. Wie die Beweisaufnahme ergab, hatte er in Notwehr für ſeinen Kollegen Koch auf einen Chauffeur Rudolf Glotz einen tödlichen Schuß abgegeben. Auftraggemäß machten die beiden Beamten in der Nacht zum 2. November v. J. mit ihren Hunden in der Ortschaft Briz Straßen dienst. Gegen 4 Uhr morgens fontrollierten sie ein dortiges Lokal, in dem ein Turnerflub noch ein Bergnügen veranstaltete. Um diese Beit fuhr ein defekter Kraftwagen, der sich auf einer Schwarzfahrt befand, vor. Einige Kellner, Chauffeure und einige Damen verließen ihn und gingen in das Lotal, um dort Zigaretten zu laufen. Zwei Insassen des Kraftwagens gerieten wegen der Wahl einer Dame zum Tanz in Streit, der Beamte Koch wies den Angreifer Gloß zurück, wurde jedoch selbst von diesem angegriffen. Der start angeheiterte Raufbold überwältigte auch noch den Beamten Schulze, Sehnenzerrung davonirug und wegen heftiger Schmerzen sich nicht der bei einem unglücklichen Griff im rechten Unterarm eine plögliche weiter wehren fonnte. In seiner Not zog er seine Mauserpistole und gab einen Schuß auf Glog ab, so daß diefer sofort tot zusammenbrach. Der Staatsanwalt erkannte selbst, daß die Anklage auf schwachen Füßen stehe und gab sich mit einem Antrag auf sechs Monate Gefängnis zufrieden. Die Rechtsanwälte Dr. Sad und Dr. Arras machten geltend, daß der Beamte in rechtmäßiger Ausübung seiner Befugnisse seine Pflicht getan habe. Das Gericht er. fannte eine Schuld nicht für vorliegend, sprach den Angeklagten frei und entschuldigte den folgenschweren Schuß damit, daß der Beamte, der gar nicht die Absicht gehabt hatte, den Brustforb des Gegners zu treffen, im Pistolenschießen nicht genügend aus. gebildet(!) war. Wie er fich helfen wollte. Eine höchst seltsame Auffassung von der Ghe hatte der Raufs hatten ein Liebesverhältnis, obwohl Czapla verheiratet war und mann Czapla und eine Frau Pistol. Beide lebten in Beuthen und pier Rinder besaß. Die Ehefrau tam fchließlich hinter dieses Berhältnis und es gab fortgesetzt Eifersuchtsszenen. Um dem zu entgehen nahm jedoch nach einiger Zeit Anstoß an dem Berhältnis der Beiden. flüchtete das Bärchen nach Berlin. Der Wirt, bei dem sie wohnten, Czapla mißbrauchte den Namen eines Landsmannes namens Fräntel und ließ sich die standesamtlichen Urkunden zusenden, Das Gheidyll wurde jedoch nach furzer Zeit durch die rechtmäßige mit deren Hilfe er dann als Fräntel feine Geliebte heiratete. Ehefrau gestöri. Auf der Suche nach dem pflichtvergessenen Fa milienvater, den sie wegen seiner Unterhaltungspflicht in Anspruch nehmen wollte, ermittelte sie dessen Aufenthalt. So tam die Biga= Jahr Gefängnis verurteilt. Er hatte sich damit auch beruhigt. Seine mie ans Tageslicht. Das Schöffengericht hatte Czapla zu einem zweite Frau jedoch war mit der ihr zudittierten Strafe von 9 Mongten Gefängnis nicht einverstanden. Die Straffammer des Land. gerichts III gewann aber die Ueberzeugung, daß sie ebenso schuldig fei, denn sie wußte, da sie aus demselben Ort stammte, ganz genau, daß ihr Liebhaber schon verheiratet war. Deshalb wurde ihre Bes rufung verworfen. auf die Beröffentlichung des Finanzamts Börse im Anzeigenteil Steuerfarten für Kraftfahrzeuge. Wir weisen unsere Leier des Blattes hin, die Steuerkarten für Straftfahrzeuge in der Zeit bom 22. Juni bis 31. Juli 1925 zu erneuern. Großfeuer in Boston. New York, 11. Juni.( TU.) Auf der Halbinsel nördlich von Boston ist ein Großfeuer ausgebrochen. Beiroffen ist das Gebiet, in dem sich die Sommervillen, darunter auch die Villa Coolidges, befinden, jedoch ist die Billa des Präsidenten vom Feuer nicht be rührt worden. Es sind viele hundert Billen zerstört oder beschädigt worden. Die Zahl der Obdachlosen ist bisher nicht abzuschäßen. Die Feuerwehren der gesamten Umgegend sind alarmiert worden. Außerdem wurden auch militärische Abteilungen zur Hilfe hinbeordert. Der Sachschaden wird bis jegt auf 400 000 Dollar geschäzt. Winter in Sibirien. Bom 6. Juni wird aus verschiedenen Gebieten Sibiriens berichtet, daß anhaltende Fröste das Wintergetreide schädigen und den Graswuchs zurückhalten. Arbeitersport. Fußball. Spiele am Sonntag, den 14. Juni 1925. Berolina stattet mit 2 Männermannichaften Tasmania. Fredersdorf einen Besuch ab, MSC. fährt nach Birkenwerber init der ersten Mannschaft. Lichtenberg 3 spielt mit der 1 b Mannschaft gegen Einigkeit 25 in Bepernid. Nowawes empfängt nigsdorf begibt sich nach Sparta 11, um dort mit 2 Mannschaften Schöneberg in Babelsberg mit 2 Männerichaften. Borwärts- Hen ichaft nach Nebfelde und spielt gegen S. Nichterswalde. seine Kräfte au messen. Lichtenberg 1 fährt mit der 1b Mann Der ostdeutsche Meister SV. Stralau spielt auf eigenem Blaz in der Goẞlerstraße mit 2 Männermannschaften gegen Reticendorf. Richterswalde BG. Moabit. M.S.C. II. Reut. Brig II. Vormittags finden folgende Jugendspiele statt: B.f. B. KöpenidLichtenberg 3. Boruffia V. f. B. Köpenid 2., Minerba- Bilmers dorf. 1. und 2. Mannschaften. Sparta 2.- Luftigu. Fidel, Sparta 1. -N.B.E. 1. Mannschaft, Lichtenberg 1. Schüler Wilmersdorf, Rowawes 1. Jugend- Ristig- Borwärts. 2. Jugend- Allemania 2. Am Sonnabend, den 13., spielt Boruffia 1. Männermannschaft gegen A.T.V. Weißenfee in Reinidendorf. Stralau 1b empfängt 3itenberg I 1b in der Goßlerstraße. Eiche Elsthal fährt zu Zeutonia. Auf zum Arbeiter- Fußballtag in Eberswalde! Der Reichsarbeiter Sporttag ist in Groß- Berlin vom 14. auf den 28. Juni verlegt. In Eberswalde waren sämtliche Vorbereitungen ichon getroffen. Aus diesem Grunde findet nun, um den Sportplag aus. zunügen, ein Arbeiter Fußballtag statt. Die bürgerlichen Vereine, die die Blagverteilung in Eberswalde in der Hand baben, veranstalten als Gegendemonstration auch einen Fußballtag. Ar Arbeiter Fußballbewegung in Eberswalde weitere Fortschritte machen beiter Fußballer Groß- Berline! An Euch liegt es nun, ob die soll oder nicht. Scheut nicht die Pfennige an Fahrgeld, wo es gilt, etwas Großes zu unterstüßen. Sonntags- Rüdfahrkarte nach Eberswalbe 1,90 mark. Touristenverein Die Naturfreunde"( Rentrale Bien), bt. Gesundbrunnen. Sonntag, den 14. Juni, Wanderung nach dem Ueber See( Grundstück). Ab fahrt Sonnabend nachmittag 5,43 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen bis Melchow ( Rückfahrkarte). Führer: Schuppa. 9. Begirl, Sportkartell. Gonnabend, den 13. Juni, 8 Uhr, im Turnerheim, Rartell- Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Abrech nung vom Sportfeft. 3. RAST. 3. Dinmpiade. 5. Rartellangelegenheiten. Erscheinen aller Sportgenoffen ist Pflicht. Die Revisoren 7 Uhr. Ber Dom 10. Mai noch die Karten abrechnen muß, muß es schnellstens nachholen. Barlow, Berlin W. 30, Barbaroffafte. 45, zu haben. RAST.- Karten zum 28. Juni im Stadion find jederzeit beim Sportgenossen Z Z Z Z Z D 目 Aus den Bezirken. 1. Bezirk- Mitte. Der Kreisvertretertag vom Dienstag, den 9. Juni, nahm den Jahresbericht des Kreisvorstandes entgegen. Der Berichterstatter behandelte vor allem die geleistete Arbeit, erwähnte den großen Fleiß und Opfermut der Funktionäre und der tätigen Mitglieder. Zum Ausdruck komme das in den von Wahl zu Wahl steigenden SPD.- Stimmen und in der Zunahme der Parteimitglieder. Bon diesem guten Kampfesgeist beseelt müsse auch in Zukunft gewirft werden. Hervorzuheben sei, daß die Jugendgruppen des Kreises( SAI.) gutes leisten, ebenso die neugegründete Gruppe der Jungsozialisten. Der Kinderfreundebewegung müsse noch mehr Beachtung und Sympathie entgegengebracht werden; das gleiche gelte für die Bildungsarbeit und für den Bücher: Preis, dem eigentlich jedes Parteimitglied angehören müsse. Die Rommunale Kommission des Kreises hat ebenfalls durch ihre Arbeit auf fommunalen Gebiete, durch die Besetzung von Kommissionen, in der Wohlfahrt und durch Bestellung von Schiedsmännern im Interesse der Partei und damit für die arbeitende Bevölkerung gewirkt. Auch die Frauenbewegung mache sichtbare Fortschritte. Genosse Adolf Hoffmann sen, als Mitglied der Breffeschritte. Genosse Adolf Hoffmann sen, als Mitglied der Pressefommission berichtete, daß eine Berbilligung des Borwärts" nicht angängig jei, dafür müsse für eine noch bessere Ausgestaltung des Blattes eingetreten werden. Vor allem müssen die Berichte über die Parteibewegung im Reiche eingehender sein. Dann gab Genosse Riese den Bericht der Beztrtsverordnetenfraftion. Er betonte, daß die Fraktion bemüht war, in sozialistischen Sinne zu wirken. Wir müssen auch in Zukunft, gestügt auf die Parteige noffen und darüber hinaus, auf die gesamte werttätige Bevölkerung in Berlin- Mitte eine Bolitit treiben, von der die arme Bevölkerung Fußen habe. 3met parteigenössische Stadträte wurden abgebaut, dafür wurde aber erreicht, daß Genosse Herrmann, bisher unbes. Stadtrat, von 32 Bewerbern zum bes. Stadtrat gewählt wurde. Zur Wahlagitation gelangte ein Antrag zur Annahme, für die foz Fahnenwochen den unbemittelten Genoffen vom Bezirtsvor. stand beschaffte Fahnen leihweise zu überlassen. Als KandiAdolf Hoffmann sen., Riese und Genosse Hoffmann daten für den Reichsparteitag wurden vom Kreise die Genossen jun. vorgeschlagen. Der alte Kreisvorstand mit Genoffen Riese und Linde als Vorsitzenden wurde wiedergewählt. 11. Bezirk- Schöneberg. Einer recht eigenartig juristischen Auslegung der preußischen Ge. bührenordnung huldigt der Dezernent des Schöneberger Wohnungs amts. Die legte Bezirksversammlung beschäftigte fich mit einer Anfrage des Bezirksverordneten ze minsti und Gen.( S03.) betr. Erhebung von Gebühren von Personen, die dem Wohnungsamt zur Beschlagnahme von Wohnräumen dienende Angaben machen. Der Herr De zernent des Wohnungsamts beantwortete die Anfrage, daß nach Baragraph foundjo Gebühren erhoben werden müßten und die Hälfte davon an den Staat abgeführt werde. Die Anfrage unserer Genoffen ftützte fich auf folgenden Sachverhalt: Ein Einwohner teilte dem Wohnungsamt im April d. 3. mit, daß in dem Hause Berchtesgadener Str. 17 nach seiner Wahrnehmung seit Oftober 1924 eine Dreizimmerwohnung leer stehe. Er bat unter Beifügung eines Freifuverts um Nachricht, welche Schritte das Wohnungsamt in dieser Sache zu tun gedente. 3wei Tage später war eine Antwort da. Sie lautete:" Nach der preußischen Gebühren ordnung haben Sie erst 3 M. dem Wohnungsamt einzusenden, dann erfolgt die Antwort." Wenn also ein Einwohner ohne Gehalt oder Besoldung im Wohnungsamt mitarbeiten will, so bekommt er nicht etwa eine Anerkennung, sondern er wird dafür mit einer Geld ftrafe belegt. Diese Strafe erhöht sich nach der Größe und Zimmerzahl der Wohnung. Das Wohnungsamt fann aber auch anders. Hätte der Einsender mitgeteilt, daß er seit Januar Bezirksverordneter ist, so hätte er die Auskunft umsonst erhalten. Diese Erklärung gab der Dezernent des Wohnungsamts nachträglich ab. Da hat also entweder der Gesetzgeber cine Lüde in seiner Verordnung gelassen, oder aber es gibt für das Wohnungsamt immer noch Einwohner 1. und 2. Klaffe. 3u erwähnen ist aus dieser Sigung noch, daß auch Herr Richard Kunze wieder einmal anwesend war. Nachdem er seinen werten Namen in die Anwesenheitsliste ein getragen und fich davon auf seinem Einsiedlerplag ein wenig erholt hatte, verschwand er wieder. * | STADTE BEILAGE RK VORWARTS Die Berliner Städtischen Werke im Jahre 1924. Die Berliner Städtischen Gas, Wasser und Elektri-| Nebenprodukten ist, mit 2,4 Bf. je Rubikmeter. Trotz der Ungunst zitätswerte Attien Gesellschaften veröffentlichen jetzt die Berichte über ihr erstes Geschäftsjahr, das mit dem 31. Dezem ber 1924 endigte. Nach dem langen wirtschaftlichen Stillstand, der durch den Krieg und die Inflation verursacht war, zeigen alle drei städtischen Unternehmungen wieder einen Aufstieg. Bei den Wafferwerken betrug die verkaufte Wassermenge im Jahre 1924 rund 98 Millionen Kubifmeter. Die Zahl der Hausanschlüsse war am Ende des Berichtsjahres 65031 gegen 64 361 am Endes des Vorjahres. Der Zuwachs belief sich also nur auf 670. Man fann aus dieser Zahi ersehen, wie langsam in Berlin die Bautätigkeit in Gang tommt. Der Wafferpreis wurde während des Berichtsjahres zweimal herabgefeht, nämlich von 21 Bf. erst auf 19 und dann auf 17 Bf. je Kubikmeter. Vor einigen Wochen ist der Wasserpreis wiederum um 2 Pf. vermindert worden. Er beträgt jetzt nur noch 15 Pf. je Rubikmeter. Damit ist der Wasserpreis auf den Alt- Berliner Friedensstand angelangt. Für eine Anzahl von früher selbständig gewesenen Vororten bedeutet der neue Wasserpreis jogar ein erheb So war z. B. der liches Herabgehen unter den Friedenspreis. Wasserpreis vor dem Kriege in Charlottenburg 20 Pf., in Köpenid 21. Bf., in Lichtenberg 22 Pf., in Bantom 20 Pf. gewefen. Diese starfe Berbilligung wurde in der Hauptsache ermöglicht durch eine Neuorganisation der Wasserversorgung. Es wurde eine Anzahl fleiner und veralteter Wasserwerke der früheren Vorortgemeinden ftillgelegt. Die Neuorganisation war durchführbar nach Schaffung der Einheitsgemeinde Groß- Berlin, die eine der hervorragendften Leiftungen der Sozialdemokratie darstellt. Die Einheitsgemeinde hat auf dem wichtigen Gebiete der Wasserversorgung die auf sie gesetzten Hoffnungen in einer geradezu glänzenden Weise erfüllt. Während die Wasserwerke in einer guten Lage sich befinden, ist die der Gaswerte weniger befriedigend. Dies ist eine Folge der allgemeinen Verder Verhältnisse wurde der Gaspreis im Jahre 1924 zweimal ermäßigt, nämlich zuerst von 21 auf 19 und dann auf 16 Bf. je Stubitmeter. Allerdings war die legte Preisermäßigung verbunden mit der Wiedereinführung einer geringen Gasmessermiete, wie sie ähnlich por dem Kriege bestanden hat. Auch bei den Gaswerfen wurden, wie bei den Wasserwerken, große Ümorganisationen durchgeführt, indem fleine, veraltete Anlagen stillgelegt, die größeren Werke aber modernisiert wurden. Diese Verbesserungen bewirten eine Ber minderung der Gestehungstoften und bereiten damit eine weitere Herabsetzung des Gasverkaufspreises vor. Aehnlich wie bei den Gaswerken zeigt auch bei den Elektrizitätswerken das Jahr 1924 eine Steigerung des Absages. Es wurden in dem legten Jahre 462 Mill. Kilowattstunden nugbar abgesetzt gegenüber 436 Mill. Kilowattstunden im Vorjahre. Der Zuwachs war teils eine Folge der allgemeinen Befferung der wirtschaftlichen Verhältniffe, teils eine Wirkung des neuen Grundgebührenfarifs, der in April v. 3. zur Einführung fam. Die Zahl der Stromabnehmer betrug Ende 1924 rund 274 000, von denen 57 000 im Laufe des Jahres neu hinzugetreten find. Im ersten Vierteljahr 1925 belief fich der Zuwachs an Stromabnehmern auf weitere 26 000. Die Bermehrung der Anschlüsse ist sicher eine erfreuliche Tatsache. Sie bringt aber die Elektrizitätsmerte in große Schwierigkeiten, da die vorhandenen Betriebsmittel alt und abgenutzt sind und den steigenden Ansprüchen nicht mehr genügen. Aus diesen Verhältnissen heraus ist das bekannte Brojekt entstanden, ein modernes Großfraftwerk in Rummelsburg zu erbauen. Das abgelaufene Jahr zeigt alles in allem einen bemerkens. werten Aufschwung der drei Werke. Natürlich bleibt noch vieles zu verbessern, vieles zu wünschen übrig. Insbesondere ist der Gaspreis noch nicht so weit vermindert, wie es die Interessen der ärmeren Bevölkerung wohl erforderten. Jedoch sind hier die wesentlich an dem Aufstieg der Werte beteiligt ist auch die neue Berhältnisse, wie sie durch die unglückselige Lage des Rebenprodukten marktes gegeben sind, vorläufig noch stärker als die Menschen. Organisationsform der Aktiengesellschaften. Sie ermöglichte den Betrieben, besonders den oberen Leitungen, rasch und sachgemäß zu arbeiten. Gern mag auch anerkannt werden, daß Oberbürgermeister Böß, der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Werke, die Angelegen. förderte. Ich glaube, daß die Bevölkerung unserer Stadt mit einem gewissen Stolz auf die Leistungen dieser kommunalen Betriebe jehen großen Teil des Aufstiegs der Werte als ihr Berdienst in Anspruch tann. Die Sozialdemokratie im besonderen kann mit Recht einen nehmen; denn es sind unsere Parteigenossen, die in der Berwaltung der Unternehmungen eine wichtige und nügliche Arbeit leiften. Dr. Ing. W. Majerczif. im Jahre 1924 betrug 354 Millionen Kubikmeter. Das sind zwar armung und des Daniederliegens der Industrie. Die Gaserzeugung 20 Millionen Rubifmeter mehr als im Jahre vorher, jedoch bleibt die Erzeugung des Jahres 1924 noch erheblich hinter der des legten Friedensjahres 1913, in dem sie 446 Millionen Kubikmeter ausmachte. Die ungünstige Situation der Gaswerfe rührt übrigens nicht davon her, daß der Abfah in seiner Menge verfleinert ist. Vielmehr hat die schlechte Verfassung des Marktes der Neben- heiten der drei Unternehmungen stets mit Berständnis und Bärme produkte schuld an der gedrückten Lage der Gaswerke. In welcher Weise die unzureichenden Einnahmen aus den Nebenprodukten auf den Gaspreis einwirten, darüber gibt der Bericht folgende inter effante Zahlen: Im Jahre 1913 deckte der Erlös aus Nebenprodukten die Ausgaben für Kohlen zu 95 Broz, im Jahre 1924 dagegen nur zu 67 Broz. Die restlichen 33 Broz. mußten durch den Gasverkauf mit aufgebracht werden. Die Direktion berechnet die Belastung des Gaspreises, die eine Folge der geringeren Einnahmen aus den wärts" über die Tätigkeit der Parlamente. Mit Ausnahme des cuf eine Wiederwahl verzichtenden Genossen Willberg wurde der Kreisvorstand wiedergewählt. Er seßt sich wie folgt zusammen: 1. Borsigender G. Wendt, 2. Borfigender Ostar Hauffe, Kas fierer Lazar, 1. Schriftführer Hagemann, 2. Schriftführer ellwig: Beisiger Hartung, Kommse, Bauhof, H. Wolf und Rudbed; Frauenleiterin Frau Rohde; Bildungskommission Dr. Friedländer; Pressekommission willberg. 12. Bezirk Steglitz. In den letzten Tagen sind wiederholt im Bezirk lebhafte Klagen darüber geführt worden, besonders solche, die wegen Lohnstreitig feiten aus ihren Wohnungen entfernt worden sind, vom Wohnungs. amt in Lichterfelde nicht untergebracht werden konnten. Die armen Leute mußten ihre Möbel tagelang in den Wagen stehen lassen und selbst bei Berwandten Unterschlupf suchen. Da aber dem Wohnungsamt auf absehbare Zeit feine Wohnungen zur Verfügung zu stehen scheinen, so ist die Aussicht für diese armen Menschen sehr gering, bald in einer menschenwürdigen Wohnung unterzulommen. Sollte es da nicht Aufgabe des Bezirksamtes sein, so schnell als möglich für die Aufstellung von Wohnbaraden zu sorgen, die in solchen Fällen die Ermittierten vorläufig bis zur Bereitstellung ordentlichen Wohnraums aufnehmen fönnten? Die SPD.- Fraktion Auf dem Kreisvertretertag berichtete Genosse Wendt über das wird einen entsprechenden Antrag einbringen. Man muß von den abgelaufene Geschäftsjahr. Die aufopferungsvolle Tätigkeit der in Frage fommenden Körperschaften erwarten, daß sie alles aufFunktionäre und Mitglieder fand ihren Erfolg in den von Wahl zu bieten, um den haltbaren Zuständen ein Ende zu bereiten. Hier Bahl sich steigernden Stimmen, die für unsere Partei abgegeben durfte man mit Recht einmal die Frage aufwerfen, ob es wahr wurden. Bei der Reichstagswahl am 4. Mai erhielten wir 20 524 ist, daß von den vielen im Neubau begriffenen Wohnungen bisher gleich 15,1 Proz. der Stimmen. Bei der Wahl am 7. Dezember er noch unerhört wenig vermietet worden sind, weil die Behielten wir 31 905 gleich 22,4 Proz. Die Präsidentenwahl am völferung weber die hohen mieten aufbringen, noch auch die 29. März brachte uns einen weiteren Zuwachs von zirfa 2000 Stim perlangten Bautostenzuschüsse zahlen tann. Es heißt, daß men. Benn auch die Zahl der Mitglieder nicht im gleichen Maße in einem anderen Bezirk eine erhebliche Anzahl von stieg, so ist doch eine innere Festigung zu verzeichnen. Erfreulich ist fertigen Wohnungen aus diesen Gründen leer stehen. insbsondere die Zunahme der weiblichen Mitglieder. Um ein Neben- Hier wäre ein Eingreifen des Reichstages und der Regierung einander zu vermeiden, wurde um die Jahreswende 1924 ein dringend nötig. Es müßte erreicht werden, daß solche Wohnungen Kulturfartell gegründet, in dem alle sozialistischen Organisationen, zwangsweise Wohnungsmartt zugeführt einschließlich der Bildungskommiffion, der Jugend, Jungsozialisten, werden. Diese Wohnungen sind mit Mitteln der Hauszinssteuer, Arbeiterwohlfahrt, Kinderfreunde, zusammengefaßt find. Dieses also aus den Mitteln der Bevölkerung, errichtet, um die Wohnungs. Kartell hat trog der Kürze des Bestehens in anerkennenswerter Weise not zu lindern, es fann also nicht angehen, daß sie um des Kredits gearbeitet und erfreuen sich seine Veranstaltungen eines stetig steigen willen unbewohnt bleiben. Unsere Genossen sollten in allen Beben Besuchs. Besonderen Wert müssen mir auf die Schulung und 3irfen durch Umfrage sich Kenntnis von ähnlichen Zuständen ver. tie Heranbildung tüchtiger Funktionäre legen. Die Arbeiterwohl schaffen, damit ein einheitliches Borgehen ermöglicht wird. fahrt war im Berichtsjahre cifrig tätig. Ganz besonders muß in Seit langer Zeit sind die Verhältnisse an der Schwarzen der kommenden Zeit harter Kampfe der Frauen und Jugend- Brüde im Zuge der Feldstraße für die Fußgänger unbewegung mehr Aufmerksamkeit gefchenft werden. Den Kassen erträglich. Zwei ich male sub steige begleiten den Fahrdamm bericht gab Genosse Lazar. Für die Pressekommission berichtete zu beiden Seiten. Sie gewähren einem Menschen den nötigen Genosse Billberg. In der Aussprache wünschte der Genosse Schuß. Der Fahrdamm ist so eng, daß zwei Fuhrwerte sich Eduard Bernste in eine eingehendere Brichterstattung des Bor| mit Not ausbiegen fönnen. Nun nimmt aber der Bertehr gerade Betrifft dem BATSCHARI TUFUMA A | über diese Brücke, nach und nach einen Umfang an, der jeden Fuß. gängerverkehr an dieser Stelle zu einer Gefahr werden läßt. An manchen Tageszeiten muß sich der Fußgänger vorsichtig über die Brücke stehlen, weil ein Auto nach dem anderen tommt. An Regen tagen wird hierbei auch die Kleidung in Gefahr gebracht. Alle Borstellungen blieben bisher erfolglos. Nun sollte das Bezirksamt zur Selbsthilfe schreiten und zunächst vorläufig einmal die Fuß. gängersteige auf einer Seite vereinigen, damit der Berfehr nicht mehr lebensgefährlich ist und zwei Personen ohne Gefahr vorübergehen können. Der Rest mag den Werten überlassen sein. Dann aber müßte so schnell als möglich an den Bau einer provisorischen Fußgängerbrüde gegangen werden, die die jetzige Brüde entlasten und sie ganz dem Fuhrwerfsverkehr ausliefern könnte. Gerade das Lauenburger Viertel wird immer stärter bebaut und somit der Berkehr nach demselben von der Schloßstraße und der Kaiserallee immer stärker. Abhilfe und zwar um. gehende ist hier dringend geboten. In der letzten Mitgliederver fammlung wurde befchloffen, den„ Stegliger Anzeiger" abzubeftellen. Alle Genossen mit Ausnahme der Bezirksverordneten und Stadt. räte find an den Beschluß gebunden. Der Grund liegt in der feindseligen Haltung dieses Blattes während der Wahl und auch bei anderen Gelegenheiten. Die anderen Parteien des Boltsblocks werden sich voraussichtlich diesem Beschluß anschließen. ,, Gemeinschaftsland in Gefahr. Der Berliner Spar- und Bauverein E. G. m. b. H. schreibt uns: In Nr. 242 des Borwärts" berichten Sie über einen geplanten Verkauf eines Teiles unseres in Falkenberg bei Grünau gelegenen Geländes an den Caritasverband resp. St.- Hedwigs- Krankenhaus in Berlin. Sie nehmen in diesem Artikel scharfe Stellung gegen den Geländevevrkauf. Wir haben hierzu folgendes zu bemerfen und richtigzustellen: Seit zirka einem Dreivierteljahr schwebten die Verhandlungen mit dem Hedwigskrankenhause über diesen Verkauf. Seit Beginn der Verhandlungen ist der Siedlungsausschus unserer Ansiedlung Falkenberg über den Stand der Verhandlung dirett oder durch dort wohnende Genossen, welche dem Vorstand und Aufsichtsrat angehören, auf dem Laufenden gehalten worden. Wenn während dieser Zeit auch hier und dort vereinzelt Stimmen laut wurden, die pon einem Berkauf des Geländeteiles abrieten, so wurde doch nie grundfäßlich gegen den Berkauf Stellung genommen. Daß ausgerechnet jeßt, nachdem die Berhandlungen zum Abschluß gekommen sind, wiederum einzelne Mitglieder sich gegen den Geländeverkauf auflehnen, gibt zu starten Bedenken über In Wirt den genossenschaftlichen Geist dieser Genoffen Anlaß. Nicht die Stadigemeinde lichkeit liegen die Dinge wie folgt: oder das Bezirksamt Treptom hat auf uns ein Berlin gewirft oder gar gebrängt, den Verlauf zu tätigen. Selbstver Die begeisterte Aufnahme, die unsere TUFUMA UFUMA beim Raucherpublikum gefunden hat, gab ihr erst die rechte Bedeutung. Batscharis Fachkräfte sind Bürgschaft dafür, dass ihre hervorragende Qualität behält. Sie wirbt ständig für sich selbst! IVO PUMPANY ständlich erscheint uns aber, daß diese Stellen ein lebhaftes Intereffe| verlassen und darüber beraten sein wollent, ob ihre Begabung für baran haben, in dieser Gegend eine Kranken- oder Erholungsanstalt einen künstlerischen oder kunstgewerblichen Beruf ausreicht. Schüler Parteinachrichten entstehen zu sehen. Aber auch unsere in Falkenberg bereits wohnenden, wie die später noch zuziehenden Mitglieder werden es begrüßen, im Bedarfsfalle ärztliche Hilfe in unmittelbarer Nähe zu haben. Ein Berkauf von Gelände an Grundstücksspetu= lanten wäre niemals erfolgt; er ist nur zustande getommen, weil es hier um eine gemeinnügige, der Boltsgesundheit bienenden Anstalt handelt, von der unsere Mitglieder teine Nach teile, dagegen aber Vorteile haben werden. Hierzu kommt, daß mir bem Caritasverband ein ungefähr 2,75 Hektar großes Gelände mit verkauft haben, welches mir der Bebauung nicht erschließen fonnten, meil es steiles Gelände ist und bereits als Freifläche ausgewiesen mar, unjerseits also der Kommune fosten- und lastenfrei überlassen werden mußte. Das Gelände an der Bunzelstraße in einer Länge non 180 Meter, welches in dem Schriftfaz besonders erwähnt wird, murde mitverkauft, weil u. a. Minderbemittelte die darauf zu bauenden Wohnungen schon wegen der hohen Straßenregulierungsfoften nicht hätten beziehen können. Wir bezweifeln aber, daß die bereits in Falkenberg wohnenden Genossen, darunter Ihr Gewährs. mann, sich bereit erflärt hätten, ihre Nutzungsgebühren erhöhen zu laffen, um einen Ausgleich zu schaffen, damit die an der Bunzelstraße gelegenen Barzellen im Preise niedriger bewertet werden können, so daß ein gewöhnlicher Sterblicher dort ein Siedlungshaus zu beziehen in der Lage ist. Dies alles ist unseren Falfenberger Genossen hinreichend bekannt und dürfte Ihrem Gewährsmann nicht unbekannt sein. Die Volts, Berufs- und Betriebszählung am 16, Juni. Bei der am 16. Juni im Deutschen Reiche stattfindenden Volks-, Berufs und Betriebszählung tommen an Erhebungspapieren zur Verwendung: eine Haushaltungsliste zur Ausfüllung durch den Vorstand jedes Haushaltes oder dessen Vertreter, ein Land- und Forstwirtschaftsbogen für land- und forstmirtschaftliche Betriebe, einschließlich Lauben und Kleingartenland non fünfhundert Quadratmeter Umfang und mehr, zur Ausfüllung durch den Betriebsinhaber oder Leiter, Pächter usw., und ein Gewerbeboge, zur Ausführung durch den Betriebsinhaber oder-Leiter. Nach einer durch Anschlag und im Gemeindeblatt veröffentlichten Bekanntmachung des Magistrats obliegt die Durch führung des gesamten Zählwerks in Berlin dem Statistischen Amt der Stadt im Zusammenwirten mit den für die einzelnen Berwaltungsbezirke oebildeten Zählungsabteilung. Die Zählung selbst erfolgt durch ehrenamtliche Zähler mit Unterstützung der staatlichen Bolizei und unter Mitwirkung der Haus befizer oder deren Vertreter, die verpflichtet sind, die Erhebungspapiere auf threm Grundstück auszuteilen und wieder einzusammeln. Nichtsdestoweniger wollen Personen, die bis zum 15. Juni die von ihnen benötigten Zählpapiere zufällig nicht erhalten haben, fie umgehend auf dem nächstgelegenen Polizeirevier anfordern. Personen, die für die Zeit der Volfs, Berufs- und Betriebszählung Mitte Juni verreisen, fönnen schon seht ihre 3ählpapiere ausfüllen. Das empfiehlt sich besonders dann, menn ganze Haus: halte verreisen, oder wenigstens alle Personen aus einem Haushalt, die die Fragen eines Gewerbebogens beantworten fönnten. Die Ausfüllung hat aber nach dem Stande des 16. Juni zu erfolgen, sund die betreffenden Personen haben sich also in die Haushaltungs: liste als vorübergehend abmelend einzutragen. Zählpapier dafür find beim zuständigen Bezirksamt( 3ählungsabteilung) fomie in den Revierbureaus der Polizei und im Statistischen Amt, C2, Boststr. 16 zu haben und dem Hauswirt mit der Bitte zu übergeben, sie später dem Zähler zu übermitteln. Die Heimarbeit in Berlin. Die kürzlich in Berlin von der Gesellschaft für soziale Reform veranstaltete Heimarbeitsausstellung hat die große wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Heimarbeit dargetan. Auch Berlin ist Siz eines ausgedehnten Hausgewerbes. Besonders die Berliner Bekleidungs- und Schuhindustrie beschäftigen in großem Umfange Heimarbeiter. lleber ihre Zahl und ihre Berhältnisse soll die am 16. Juni d. I. stattfindende gewerbliche Betriebszählung, die mit der Volfs- und Berufszählung vom gleichen Tage verbunden wird, auch Aufschluß geben. Es ist daher von größter Wichtigkeit, daß jeder, der als ausgewerbetreibender oder Heimarbeiter in der eigenen Wohnung oder in eigener oder gemieteter Werkstatt für fremde Meister, Fabrikanten, Verleger, Kaufleute oder für ein Geschäft, auch wenn mir nebenher, arbeitet, einen Gewerbebogen ausfüllt und in diesem alle verlangten Angaben über die Art des Gewerbes mög lichst genau einträgt. Das gilt insbesondere auch für Frauen, die für Geschäfte oder Zwischenmeister nähen, schneidern, Konfektion arbeiten, stiden usw. Nur diejenigen, die im wesentlichen für eigene Kundschaft arbeiten, gelten nicht als Heimarbeiter, sondern als felbständige Gewerbetreibende und haben als solche den Gewerbebogen auszufüllen. Es liegt im eigenen Interesse aller Heim arbeiterinnen und Gewerbetreibender, bei der Aufnahme mitgezählt zu werden, denn eine genaue Kenntnis des Umfangs und der Ari der Heimarbeit ist die notwendige Voraussetzung für alle Maß nahmen, die zu ihrem Schutz etwa angestrebt werden, denn die Eintragungen finden lediglich für statistische 3mede Verwendung: vor allem gelangen fie unter feinen Umständen zur Kenntnis der Steuerbehörden. Auch haben die an der Zählung beteiligten Bersonen über die Nachweisungen strengstes Amtsgeheimnis zu wahren. Prüfung fünstlerisch begabter Berliner Schüler und Schülerinnen. Das Berliner Landesberufsamt( SW 19, Niederwalljir. 12) veranstaltet am 18. und 19. Juni 1925, vormittags 9 Uhr, in der Kunstgewerbeschule( Charlottenburg, Hardenberg ftraße 33) wiederum eine Prüfung von fünstlerisch be= gabten Schülern und Schülerinnen aller Schulgattungen Groß- Berlins, die zu Michaelis d. I. die Sale Schleich's Seifenpulver mit dem Gutschein chleich's Seifenpulver chaumfee Inhalt 500 Gram Berlin WG L SCHLEGMS Für 6 Gutscheine erhalten Sie 1 Paket Schaumfee umsonst in allen einschlägigen Geschäften zu haben Chemische Fabrik Schleich GmbH Berlin NW6 und Schülerinnen, die an dieser Brüfung teilzunehmen wünschen, haben felbstgefertigte Arbeiten( Zeichnungen, Malereien, Entwürfe, Basteleien, Handarbeiten, plastische Arbeiten), aus denen allgemeine oder besondere Begabung, Formen- und Farbensinn und Phantasie sprechen, bereits am 15. und 16. Juni in der Zeit zwischen 10 und 2 Uhr im Sekretariat der Kunstgewerbeschule( Charlottenburg, Hardenbergstr. 33) abzuliefern und gleichzeitig die Prüfungsgebühr von drei Mark zu entrichten. Anmeldungen werden nur dort( nicht im Landesberufsamt) entgegengenommen. Anträge auf teilweisen oder gänzlichen Erlaß der Prüfungsgebühr sind schriftlich unter eingehender Begründung und mit Bestätigung des Schulleiters bei der Anmeldung selbst vorzulegen. Später eingehende Anträge fönnen nicht berücksichtigt werden. Zur Prüfung am 18. und 19. Juni sind Mal- und Zeichenmaterial und das erforderliche Papier mitzubringen. Sonnwendfest in den Gosener Bergen am Sonnabend, den 20. und Sonntag, den 21. Juni 1925. Nachtjeier, 20. Juni, 11% Uhr nachts: Horn ruf. Sangerhöre. Sprechcore. Symbolisches Spiel der Verbrüderung am brennenden Holzstoß: Grenzenlose ARBEITER KULATUR KARATELL CROSS BERLIN 120 Erde" von Mag Barthel, aufgeführt von ber arbeitenden Jugend. Morgenfeier, 21. Juni, vormittags 11 Uhr: Drobeftermufit. Sangerhöre. Nezitationen. Sprechhöre. Nachmittagsfeier, nadm. 3 118r: Ormestermufit. Sänger höre. Gymnastische Uebungen für alle.& estspiele. Puppentheater. 620 Mitwirkende: Orchester des Deutschen Opernhauses( Dirigent Reuß), Erwachsenenund Jugendchöre des Arbeiter- Sänger- Bundes, Rünfiler des Theaters der Freien Boltsbühne, Sprechchor flir Proletarische Feierstunden( Rettung: Albert Florath), Arbeiter- Sportfartell, Alfred Beterle( Rezitation). Rünstlerische Lettung der Festspiele: Ernst Lastowsky. Regie: Ernst Reben Breis pro Karte 0,30 mt., zu haben in allen Gewerkschaftsbureaus, in der Gewertschaftskommiffion und AfAOrtstartell, Engelufer 2425, in den Zahlstellen der Freien Boltsbühne, Jugendsekretariat Lindenstr. 3, 2. Hof, II, Erziehungsverein der Kinderfreunde, Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold, Sebaftianstr. 37/38, Buchhandlung Borwärts, Lindenstr. 2, bei den Dblenten der Bildungsausschüsse, im Bezirksbildungsausschuß Lindenstraße 3, 2. Hof, II, Simmer 8, und überall da, wo plafate aushängen. Städtische Anleihe in Amerika. Nachdem In der Städtischen Finanzdeputation berichtete fürzlich der Kämmerer über den weiteren Verlauf der seit Monaten schwebenden amerikanischen Anleiheverhandlungen. der Kurs der Reparationsanleihe in New York in letzter Zeit auf etwa 97 geftiegen ist, scheinen die Aussichten etwas günstiger zu werden, als zuletzt. Voraussetzung für die weiteren Verhandlungen ist natürlich ein Anleihebeschluß der städtischen Körperschaften und die Genehmigung der Aufsichtsbehörden. Die Finanzdeputation beschloß, den städtischen Körperschaften einen entsprechenden Beschluß zu empfehlen. Der Betrag der Anleihe würde voraussichtlich nicht über fünfzig Millionen Mart gehen. Diese würden ausschließlich für die Erweiterungsbauten her Elektrizitätswerfe, zum Teil für die Fertigstellung der Nordjüdbahn gebraucht werden. Welche Bedingungen im 3insjah und im llebernahmeturs erreichbar sein werden, ist im Augenblid noch nicht bestimmt zu übersehen. Jedenfalls wird der nominelle Zinssch nicht über 7 Broz. hinausgehen. Eine entsprechende Vorlage mird der Stadtverordnetenversammlung in nächster Woche zugehen. Friedenau, Lefevreſtr. 5. Die Friedenauer Abteilung veranstaltet ihr zu Ehren am Sonnabend, den 13. Juni, eine gemütliche Feier im Parteilofal von Klabe. Achtzig Jahre alt wird heute die Genoffin Augufte Iahr, Beim Baden erfrunten. Im Freibad Blogensee ertrant gestern nachmittaa ein etwa 12- bis 13jähriger Knabe. Trogiofortigen Abiuchens durch die Wasserpolizei fonnte die Leiche noch nicht geborgen werben. Durch das Fußballspielen auf der Straße Hat fich wieder ein Unglüdsfall ereignet. Der in der Rostoder Straße wohnende zehnjährige Schüler Herbert 3iborta wollte beim Fußballspiele auf der Straße einem herannabenden Bagen ausweichen, fam zu Fall und brach sich den rechten Arm. Jugendweibe Neutölla. Heute Freitag, nach. 4 Uhr, Begim des Unterrichtes in der Knaben- Mittelschule Donaustraße. Kulturfartell Schöneberg- Friedenau. Den Genossen wird empfohlen. unter Leitung von Dtte Marienhagen, am Sonnabend, den 13. Sui, das Boltstonzert des Philharmonischen Ordefters abends 8 Uhr, im Bürgerfaal bes Neuen Rathaules, Schöneberg, RudolfBilde- Blak, zu besuchen. Ferner werden alle Genoffer zur Teilnahme an der Sonnenwendjeier des Groß- Berliner Kulturfartells am 20. und 21. Juni in den Gosener Bergen, aufgefordert. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Soft die Rarien sur Sonnenwende ab. Bestellt umgehen die Beltscheine, wer auf einen folchen reflektiert. Achtung Abteilungsfaifierer! Abrechnung der Beitragsmarken heute von 5-7 Uhr. Ausgabe des Jugend voran unb der Arbeiter- Jugend für Juni. Heute, Freitag, den 12. Juni, abends 7% Uhr: Moabit II: Gemeindeschule am Stephansplat, Bortrag: Friedrich Ebert. Bedding: Redigenheim Schönstedtstr. 1, Bortrag: Unsere Sequer von rechts Nordost II: Jugendheim Danziger Str. 62, Borttag: Unterm Sozialistengeich". Rosenthaler Borstadt: Landgemeindehaus, Gophienstr. 21, Bortrag: " Sozialistische Lebensführung". Weißensee: Jugendheim Roelde-, Ede Char fottenburger Straße, Aussprache: Unfere Kleidung". Often( Frankfurter Biertel): Jugendheim Rigaer Str. 102-103, Borfrag:„ Die Geschichte der Arbeiterbeweging". Often( Stralanez Biertel): Jugendheim Goßlerstr. 61, Bortrag:„ Die alten Griechen". Often( Barschaner Biertel): Jugendheim Tilfiter Str. 4, Bortrag: Altohol und Nilotin". Sübest( Köpenidez Biertel): Jugendheim Mariannenstr. 1a. Aussprache: Gruppenarbeit". Charlotten burg: Jugendheim Rosinense. 4, Aussprache: Sport und Turnen", 1. Teil. Salensee: Schule Joachim- Friedrich- Str. 34-35, Bortrag: Bürgerliche und proletarische Jugendbewegung". Schöneberg 1: Jugendheim Rubens, Ede Sauptstraße, Bertrag:„ Das Werden der Jugendbewegung. Steglik 11: Sugendheim Solsteinische Str. 3. Bortr: GR., ISB. und SPD." Stea Baumtön I: Jugendheim Bergstr. 29, Bortrae: Wie wir manbern". Schulen weg: Jugendheim Ernststr. 16, Löns- Abend. Niederschönhausen: Jugendheim Schule Blankenburger Str. 69-70, Aussprache: Mai Arbeiter Jugend". Südwest: Am Sonnabend, abends 47 Uhr, Botsdamer Ferni hnhof. Treffpunkt zur Nachtfahrt nach Berder- Bliesendorf- Colpinfee. Fahrtkoster einfch. Fahrt und Quartier 1,30 M.( Deden mitbringen!) Wetter für Berlin: Noch meift beiter und warm, später eftras auf. fommende Beinöllung. Für Deutschland: Best- und Süddeutschland warm, Dftdeutschland etwas aufkommende Bewölkung. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 12. Juni. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-8 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.30 Uhr abends: Hans- Bredow Schule( Bildungskurse). Abt. Gartenbau. Gartenbaudirektor Ludwig Lesser: Gartenarbeiten im Sommer. 7 Uhr abends: Wege zum Wissen: Rätsel der Seele. 7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Volkswirtschaft. Dr. M. J. Bonn: Amerikanische Wirtschaftsprobleme". 3. Vortrag. 8 Uhr abends: Dr. Saenger: Die allgemeine Bedeutung der Volks-, Berufs- und Betriebszählung am 16. Jnni d. J." 8.30 Uhr abends: Orchesterabend unter Mitwirkung von Josef Wolfsthal. Dirigent: Selmar Meyrowitz. 1. Ravel: La mère l'Oye. 2. Respighi: Violinkonzert A- Moll, op. 25( Josef Wolfsthal). 3. M. v. Schillings: Anticche danze( Berliner Funkorchester). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitensage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 68. 68, Sindenstraße 3. für Groß- Berlin flets ex bas Bezirkssekretariat, 2. Sef, 2 Ezes. tents, as ridten. Achtung, Fraktionsvorstände der Bezirksverordneten- und Stadtverordnetenfraftion! Heute, Freitag, abends 7 Uhr, im Jugendheim, Lindenstraße 3, die angekündigte Sigung. Alle mit Einladung Bersehenen müffen erscheinen. Das fommunale Sekretariat. 5. Kreis Friedrichshain. Heute, Freitag, 7 Uhr, Sigung der Arbeiterwohlfahris, Sinderschus- und Kommunalen Rommiffion bei Rofin, Gubener Straße 19. Jebe Abteilung mus vertreten fein. Ant Sonnabend, den 13, Juni, veranstaltet die 33. Abt. einen Sommernedjtshall. verbunden mit Gesang, turnerischen Aufführungen sowie humoristischen Borträgen in Schonerts Etablissement in Girafau. Eintritt infl. Steuer 30 Bf. Anfang 7 Uhr. 6. Areis. Beitunastommiffionen: Freitag abend 8 Uhr Gigung im Goal Ser Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Heute, Freitag, den 12. Juni: 48. Abt. Sonaruncle Rommiffion; 7½ Uhr Sigung bei Robk.Brandenburgstraße 22. Bortrag des Genossen Dr. Schloß:„ Die wirtschaftliche Fürsorge der Gozial- und Aleinrentner". 91. Abt. Reulöin. 8 Uhr Vorstandssigung bei Lüdede. Rarlsgartenstr. 12. 109. Abt. Friedrichshagen. 7½ Uhr Frauenabend im Lokal Dito, Rirchstr. 28. 127. Abt. Sohenschönhausen. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in der Goule Junglozialisten. Die Gruppenleiter seilen den Geschäftsführer fofort ihr vor. aussichtliches Juli- Programm und die Bekanntmachungen mit, deren Aufnahme im Jugend voran" fie wünschen. Freienwalder Straße. Morgen, Sonnabend, den 13. Juni: 9. t. 7 Uhr bei Sübner, Bilsnader Str. 34, Borstandssigung. 37. bt. Frauenausflug nach dem Sungrigen Molf", Landsberger Chauffee. Treffpunkt pünktlich 3 Uhr nachmittags Sausburgstraße, Ede Landsberger Aec. Roften entstehen den Teilnehinern midyt. 81. Abt. Friedenau. 80. Geburtstagsfeier für die Genoffin Mahr abends 8 Uhr bei Alabe, Sandjernstr. 60-61. 42. Abt. Gonntag, den 14. Juni, Fomilienausflug zum ten Freund in Bichelsdorf. Treffpunkt vormittags 8% Uhr am Sochbahnhof Sallesches For und 10% Uhr an der Stößenseebrüde, Heerstraße. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin G. 14. Gebaftianfit. 87/38. Sof 2 St. 6**** zexb. Soweit die Rameraben nicht Zaftantes qu Being her Ortsvereine in Rüftrin, Schwebt, Friejad benugen, ab folgende Züge makgebend: für Rüftrin Sonnabend, ben 13. Juni, nammittags 4,33 Uhr, Sonntag, ben 14. Junt, früb 6,38 Uhr ab Schlfisper Bohnhof; für Schwebt Sonnabenb, ben 13. Jani, nachmittags 3,35 Uhr aber abenbs 7,30 Uhr, Sonntag, ben 14. Juni, früh 7.30 Uhr ab Stettiner Bahnhof( Angermünde umfteigen): für riesad Sonnabend, ben 13. Juni, nachmittags 4,48 Uhr, Sonn tan, ben 14. Juni, vormittags 9 Uhr ab Lehrter Bahnhof. Kamerabschaft Friedrichshain: Die Kameraben werben gebeten, die freien Quartiere für die Berfaffungsfeier umgehend bei Kamerad Gaudlik, Mirbachstr. 34, v. 2 Tr., abzugeben. Ramerabschaft Arenaberg: Rameraden, die gewillt find, an der Bannermeihe in Rüftrin teilzunehmen, treffen fich Sonnabenb, den 13. Juni. abends 10% Uhr, Schleftfcher Bahnhof, Sonntag, hen 14. Juni, früh 6 Uhr cbenda. Ramerabihaft Charlottenburg: Sonntag, den 14. Juni, früh 6 Uhr, treffen fich die Sameraden zur Bannerweihe in Friefad am Anie. Es wird pünktlich per 2aftauto abgefahren. Fahrkosten bei quier Beteiligung 1,70 M. Sameradschaft Neukölln- Brik. Küftein- Fahrer! Sonntag, den 14. Juni, fährt das Auto früh 44 Uhr ab Bris. Chauffee, Ede Rochowstrake; 41 Uhr ab Sermann, Ede Steinmesstraße: 3 Uhr ab Bannier, Ede Reifer- FriedrichStraße. Rachaligler per Bahn 6,58 Uhr ab Schlesischer Bahnhof. Ramerab schaft Lichtenberg nebft Untergruppen: Sonntag, den 14. Juni, frith 4 Uhr. Antreten bei Stiger aur Fahrt nach Rüfirin. Ramerabschaft Bantom mit fämtlichen Untergruppen: Sonntag, den 14. Juni, Ausmarsch noch Buch. Mitglieber normittags 9 Uhr Marktplag, Tambourkorps ebenfalls zur Stelle. Fahnen find mitzubringen. Familienangehörige fahren mittags bis Buch. Bet Göpfert Rongeri und Saffeefocent. Untergruppenleiter Taffen einladen. Romeraden, die nach Freienmalde fahren, müffen bis Montag, den 13. Juni. 4. bezahlen. Fahri eventuell pez Hufe. Untergruppenleiter melden om Montag bei dem Furutabend die Quartiere für die Berfassungsfeier dem Sameraden Beis. Kamerabschaft Bilmersdorf: Sug- und Gruppenführer fammeln bereits jest die Anmeldungen aur Zeilnahme an der Pflichtveranstal tung Republikanischer Tag in Freienwalde am Sonnabend, den 20. und Gonntag, den 21. Juni. Teilnehmerfarfen zum Breife nou 3,75 Mm fönner Doraussichtlich am Dienstag, den 16. Juni, bei ben kameraben Arois und Foulfeit( Landbausftr. 4) in Empfang genommen werden. Bereinsfini 渴 Deutsche Zandsmannschaft her Brovina Resex, Grah- Berlin. am Freitag, den 12. v. DR., 8% 1hr, in der Rindl- Brauerei, Reubin, Ser mountftr. 314-219. Am Sonntag, ben 14. Juni, vormittags 101 Uhe Gammela ne Teilnahme an der Rheinischen Jahrtausendfeier, verbunden mit den Dit- und Bestpreußischen Abstimmungsgebentieiern im Luftgarten an der Nordfront des Gafloffes, Ghild Nr. 26. Sport. Rennen zu Karlshorst am Donnerstag, den 11. Juni. 1. Rennen. 1. Sanntönig( Deriel), 2. Benelope( Schuller), 3. Seerführer( ebiag). Soto: 14:10. Blak: 11, 11, 18: 10. Ferner liefen: Kasvidr, Bones, Mehdia, Chip, Zanvilee. 2. Rennen. 1. Sunniboigt( v. Edertsbrunn), 2. Heldin( v. Sternfabne), 8. Föhn II( Leutnant Frangius). Toto: 75: 10. Blak 36, 43. 563: 10. Ferner Riefen: Heimatborst, Baule, Blücher, Graf Ferry, Jad mate, Zauengien, Choral, chill, Sonnenglanz. Cavento. 3. Rennen. 1. Puppenfee( Hauler), 2. Bippizio( Stranglein), 3. Münz meister(. Bismard). Toto: 73:10. Blag: 17, 22, 15:10. Ferner liefen: Erzbalunte, Gstorial, Fontamora, Bifterne, Rönigsleutnant. 4. Rennen. 1. Rauberbauptmann( Besizer), 2. Raubritter( Leutnant Sah). 3. Spero( Seinrich Staudinger). Toto: 35: 10. Blat: 26, 25: 10. Ferner fiefen: Machthaber; Ma Berthe. 5. Rennen. 1. 2obrebner( Deriel), 2. Fichte( Kränzlein), 3. Tuan Fang( M. Seiffert). Toto: 14:10. Plas: 10, 10:10. Ferner lief: Fuchsmajor. 1. Semy( Heinrich Braune), 2. Königsadler( Befizer). 6. Hennen. 3. Spiritist( Heinrich Staudinger). Toto: 26: 10. 7. exnen. 1. Flamberg( Barga). 2. Louiñana( 3achmeier), 3. Riia ( Elflein). Toto: 20:10. Blat: 11, 11, 11: 10. Ferner liefen: Karneval, Rachegott, Gauller, Rebedame, Zeres. Steber- Derby im Stablon. Das Training für das Stundenrennen, das bon fleben Fahrern bestritten, das Hauptremen des zweiten Stadion Renntages bildet, hat begonnen. Als erster Fahrer erschien der Franke furter Beiß, als zweiter Karl Bittig. Für die Fliegerrennep find insgesamt hundert Melbnngen eingegangen. Ebenso find die Amateure zahlreich vertreten. Falls die behördliche Genehmigung erteilt wird, foll das Programm burch eine Flugzeugsensation bereichert werben. Rach Absage des Meisterschafts- Boglampjes in Hamburg wird Samson diner bei ben Rennen als Starter fungieren. Geschäftliche Mitteilungen. Ein sharmazeutisches Produkt, das in Sportfreifen eine immér e gemeinere Berbreitung findet. tit bie poz bem Be- Rhi- Bert in Berlin R bergestellte Be- Rhi- Embracation( Einreibung). Für Sporttreibenbe bilbet Bo- Abi nicht nur ein Maffage, fondern auch ein Rräftigungsmittel. Eine farge Einreibung mit ihm erfrischt außerordentlich. mamt Sehnen und Musteln elastisch und beseitigt ned anftrengenden Uebungen jedes Steiffein ber Glieder faft fofort. Brieftasten der Redaktion. 3.. es fönnen Blufläufe fein; aber auch Baffermangel fann bie Schmid tragen. Junge Bäume milffen in regenarmer Reit mindestens wöchent lich einmal, bann aber sehr reichlich, gegoffen werben. Oeffentliche Aufforderung Diejenigen Rraftfahrzeugbesiker, deren Steuerfarien am 30. Juni 1925 thre Gültigkeit verlieren, werden hiermis auz rechtzeitigen Erneuerung der Steuerfarten aufgefordert Um großen Andrang, au vezmelben und um bie Abfertigung zu beschleunigra, wird dringend ersucht, die Ratten möglichst an folgenden Tagen auf dem Finanzamt Börferaft ahrzeugfteuerftelle 24. Friedrichfte. 107, linter Sellenflügel, 1 Treppe, Cinfahrt Raltscheunenfte, 3immer 145 nicht wie bisher gegelplay 2- mezttäglich von 9 bis 1 Uhr, Gonna ends sox 9 bis 11 Uhe zu erneuern: bie Steuerpflichtigen mit bem Anfangsbuchstaben: In der geit vom: 23. Juni bis 27 Juni. 29 Juni 9 4. Jult 6. Juli 11. SP 25 13. 18. 2 T 37 20. 17 25. , 27 27. $ 1. A bis D E H M N R T bis Z ftabenfolge abgefertigt, es müffen jedoch zuerft bie nach der Buchstabenfolge Be Die Steuerpflichtigen werden zwar auch außerhalb bez angeordneten Bu rechtigten und als bann erft bie übrigen Pflichtigen abgefertigt werben Betfin, bea 12 Juni 1923. Finanzamt Diele( c Stempelfiener). Nr. 273 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Die Ursachen der Wirtschaftskrise. Der Fall Reichsbank- Stinnes. Die fehlgeleitete Wirtschaftssanierung. | Der folgende Artifel unseres K- r- Mitarbeiters in der ganzen Volkswirtschaft, die Produktion wurde in eine falsche wurde geschrieben, bevor die Börsenpanit vom Richtung gedrängt, die eine Aufwärtsbewegung vortäuschte, während 10. Juni befannt wurde. Red. d.„ B.". eine Fehl- und Abwärtsbewegung vorlag. Diese wurde nicht erkannt. Weil die Auslands- und die Inlandskredite falsch verwendet wurden, bereitete sich eine Kreditkrisis, weil die Produktionsfosten nicht gefenft wurden, bereitete sich eine 2 bfagtrifis vor. Diese Kredit- und Absazkrisis mußte zugleich fommen, weil sie der Ausdruck der gleichen Ursache, weil sie Die Presse soll nicht das blinde, sondern das sehende Auge, nicht der verschweigende, sondern der sprechende Mund des Allgemeinintereffes sein. Das Aufderstelletreten und Schwei gen der meisten bürgerlichen Blätter zum Fall Stinnes- Reichsbant, das Berschließen beider Augen por den drohenden schweren Krifengefahren fann im gesamtwirtschaftlichen Inter esse nicht scharf genug verurteilt werden. Es muß erfannt und ausgesprochen werden, was ist, um vorsorgen zu können für das, was notwendig zu tun oder zu vermeiden ist. Man muß unterscheiden die Tatsache, daß der StinnesKonzern aus eigener Kraft nicht mehr zahlungsfähig ist, und die Gründe, aus denen die Großbanken und die Reichsbank dafür gesorgt haben, daß diese Zahlungsunfähigkeit nicht eintritt. Was dieser Unterschied bedeutet, wird flar aus der Erflärung, die der Reichsbankpräsident Dr. Schacht der Presse gegeben hat. Diese Erklärung schließt:„ Die Firma Stinnes werde infolge der Aktion der deutschen Banken ihre Fälligkeiten prompt einlösen Pönnen. Die deutsche Wirtschaft verliere ihr Ziel nicht aus dem Auge, dem Auslande zu beweisen, daß alle Krebite, die Deutschland gewährt werden, ficher angelegt sind und beim Fälligfeitstermin zurüdgezahlt werden." Damit sind die Gründe enthüllt, die die Großbanken und Reichsbank zur Stüßung des Stinnesgemeinen Vertrauenstrise vorgebeugt werden, Konzerns veranlaßt haben: im Ausland müßte einer alt die zur Abstoßzung der im Ausland befindlichen deutschen Induſtric papiere und der im Ausland umlaufenden Industrieobligationen auf deutsche Werke geführt hätte und vor allem zur Kündigung der in die Milliarden gehenden furzfristigen Kredite, was fofort zu Industrie und Bankzusammenbrüchen allergrößten Ausmaßes geführt hätte. Ueber die Richtigkeit und 3wed mäßigkeit dieser Aktion ist heute nicht zu urteilen. Darüber entscheidet ihre Wirkung auf lange Sicht. Entscheidend für die Beurtei lung der Wirtschaftslage in Deutschland ist aber nicht dieſe psychologische Vorbeugungsaktion gegen die Bertrauenstrife im Ausland und diese sehr reale kreditpolitische Aftion, daß die Reichsbank selbst an der Spize der Großbanken mit einem mächtigen Stinnes- Kredit sich in die Bresche der gefährdeten deutschen Kredit mirtschaft mirst, sondern etwas anderes. Das ist die einfache Tatfache der Zahlungsunfähigkeit des Stinnesschen Hauses, dessen In dustriebesih die mächtigste Kombination industrieller Anlagen in Deutschland darstellt. An dieser Tatsache wird durá) die Aktion der Banken, denen ein zahlungsunfähiger Stinnes geschäftlich an sich ebenso Setuba ist, wie ein zahlungsunfähiger Barmat, nicht das geringste geändert. Und diese Tatsache bedeutet • das afute Stadium der Wirtschaftskrise in Deutschland. Warum? 190 Bersuchen wir die Antwort auf dieses Warum in einfachste Formeln zu zwingen. Die Goldbilanzen der Industrie haben Die Unterbewertung der Fabrikanlagen als Bildung echter tiller Reserven bewertet, was sie in den allermeisten Fällen nicht sein konnten. Bon echten stillen Reserven kann nur die Rede sein, wenn die Fabrikationsanlagen nicht nur voll, sondern auch rentabel bewirtschaftet sind. Der Grund der Unterbewertung und der 3u fammenschneidung des Aktienkapitals war in den meisten Fällen aber gerade die un genügende und die un rentable Ausnügung der Anlagen. Also mar die Goldbilanz in den meisten Fällen eine Sanierungsbilanz notleidender Unternehmungen. Es fonnte also von echten stillen Reserven in den meisten Fällen nicht die Rede sein, und die Rentabilität konnte nur wiederhergestellt werden, wenn nach Hereinnahme von Sanierungstapital die inneren Betriebskosten gesenkt und darauf der Umsatz gesteigert wurde. Diese Konsequenz wurde von der Industrie nur in den seltensten Fällen gezogen. Das zeigte sich in der Wirkung der Das zeigte sich in der Wirkung der Dames- Gesetze auf die deutsche Wirtschaft. Die Dawes Geseze öffneten die Schleusen der ausländischen Kapitalmärkte. Auslandskapital fam langfristig und furz fristig herein, von jedem etwa zwei Milliarden, kurzfristiges wahr. fcheinlich mehr. Das langfristige hätte zur Sanierung der Unternehmungen verwendet werden müssen; d. h. die Gelegenheit abmarten zu fönnen, nicht oder nicht voll ausnußbare Anlagen möglichst perluft los abzustoßen und den voll nutzbaren Rest auf jede der möglichen tausend Arten in seinen Betriebskosten zu verbilligen und in seiner Wirksamkeit zu erhöhen. Zu dieser Er höhung der Wirksamkeit gehörte auch die Reservierung eines Teils der langfristigen Kredite zu 2ohnerhöhungen, die für die Gesamtheit der Industrie in gesteigerten Ilmjägen wieder herein. tommnen mußten. Der kurzfristige Kredit hätte nur als echter Revolving, d. h. Umschlagskredit verwendet werden dürfen. Das wäre möglich gewesen, wenn aus der Abstoßung der nicht oder nicht voll ausgenugten Fabrikationsanlagen jenes Betriebs. tapital beschafft worden wäre, das bei Sanierungen zunächst immer fehlen muß. So hat die deutsche Industrie aber nicht verfahren. Sie nahm die Unterbewertung der Anlagen in den Goldbilanzen als echte stille Reserven. Diese so unterbewerteten Un lagen mit solchen großen stiller Reserven" glaubte sie nicht abstoßen zu dürfen. Sie hielt den Wiederbeschaffungs-, nicht den Ertragswert für den wirklichen Wert. So mußten die langfristigen Srebite zur unprobuftiven Bolsterung der leerlaufenden An lagen dienen und vom Leerlauf aufgefressen werden. Die furzfristigen Kredite aber wurden Betriebs fapital und froren als solches fest in Rohstoffanlagen, Werkzeugen, fortierten Borrats- und Barenlagern und für rückliegende Lohnperioden festgelegte und für zufünftige Lohnperioden notwendige Löhne und Gehälter. Aehnlich wie in der Industrie ging es in der Landwirtschaft. Nur mit dem Unterschied, daß diefe überhaupt feine langfristigen, sondern nur kurzfristige, und zwar Inlandskredite erhielt, die in der Hauptfumme als Saifonumschlags- und Erntebergungstrebite gedacht waren, aber ebenfalls sofort als nicht mehr aus dem Betrieb auslösbares Betriebskapital fesifroren. eine Wirtschaftskrisis aus einer fehlgeleiteten Wirtschaftssanierung war. Sie fonnte nicht erkannt werden, weil über ihr der Schleie: einer Fehltonjunktur lag, die als echte Konjunktur gewertet wurde. So mußte der 10. Januar 1925, der Tag, an dem die Handelsvertragsschranken aus dem Versailler Diktat fielen, mißverstanden werden. Die Handelsvertragsverhandlungen, die auf Expansion des Handels umfanges, statt Intension und Kontraktion der Handels werte bedacht waren, mußten scheitern. Der Auslandsabjaz der deutschen Industrie mußte gesenkt merden, weil die Produktionskosten zu hoch waren, aber auch Teile des Inlandsmarktes mußten der deutschen Industrie bestritten wer finken, die Einfuhr relativ steigen. Die Entwidlung in der den, weil das Ausland billiger anbot. Die Ausfuhr mußte relativ Binnenwirtschaft war von zwei in der gleichen Richtung wirksamen Momenten beherrscht. Einmal von dem 3wang zur Abdeckung der kurzDa diese festgefroren waren, mußten sie für die Landwirtschaft profristigen Kredite in Industrie und Landwirtschaft. longiert werden; die Illiquidität der agrarischen Bankinstitute mußte folgen. Die Industrie mußte Beteiligungen und Anlagewerte abstoßen; die Börsenkurse mußten fallen. Das Ausland reagierte mit der Drosselung der langfristigen Kreditgewährung und dein Verkauf deutscher Papiere; gleichzeitig ging es in Habachstellung markt Deutschlands, bis dahin vom Ausland subventioniert megen der kurzfristigen Kredite. Der Geld und Kapital. Großbanken. Die bisherige Sanierungs fapitalnot mußte umund dadurch bestritten, wurde zum abfoluten Monopol der deutschen schlagen in eine allgemeine Krebitnot überhaupt. Diese mußte progressiv sein, weil der Einlagenbestand der Banken langsamer wachsen mußte als die Kredit nachfrage. Die falsche Kreditpolitik der Reichsbant, ebenso verfehrt banten freundlich wie die Havensteins verkehrt industrie freundlich, schlug zwar die Industrie in Feffeln, förderte aber den Zinswucher der Banten. Die Entwicklung der Binnenwirtschaft war weiter beherrscht von den Marttauswirtungen der falschen Sanie rungspolitif der Industrie. Das Unterbetriebhalten überzähliger oder nicht voll ausnuzbarer Fabrikanlagen in den meister Werken führte zu einer Fehlkonjunktur in der Rohstoff- und Produktionsmittelindustrie. Die Preisstellung für Produktion sgüter blieb höher, als der Endumsatz der Induſtrie beim letzten Konsumenten es rechtfertigen konnte. Da diese Breisstellung für die Produktionsgüter auch die Produktions to sten der Industrie unzweckmäßig hoch hielt, mußte auch die Breisstellung für fonfumreife Güter und für landwirtschaftliche Bro duftionsgüter ungerechtfertigt hoch sein. Die in der Inlandsfauf Absaynot mußte progressiv sein in dem Maße, als der fraft umjeßbaren Konsumgüter mengen mußten sinken. Diese Anteil der toten Erhaltungs- und Leerlaufskosten am Bruttoertrag der unterbeschäftigten Industrieanlagen stieg. Freitag, 12. Juni 1925 not, das seit Jahren gewohnte Ventil der willkürlichen Kapitalschöpfung verschlossen findet, müssen die Industrie- und Agrarherren samt ihren Unternehmer und Arbeitgeberverbänden, nach; den Kampfgefegen des fapitalistischen Systems mit strenger Folgerichtigkeit, aber aller volfswirtschaftlichen Vernunft zum Troy, durch Schutzölle Teile des Arbeitseinfommens zum Industrieertrag zu machen und durch Massenaussperrungen die Lohn- und Gehaltskosten der Betriebsführung zu senken suchen. Nun ist es das Wesen der Schutzölle, daß fie in einer fortschreitenden Wirtschaft( wie der der Borkriegszeit) relativ träglich find, wenn sie auch den Massenkonsum verteuern, weil die Zusatzgewinne der Unternehmer zur Finanzierung der Kampfpreispolitik auf den Auslandsmärkten aus den Ersparnissen der Massenfonsumenten gewonnen werden, also die Umjahmengen des Inlandmarktes nicht verringern. Und es ist das Wesen des Lohnabbaus in Krisenzeiten, daß er in einer fortschreitenden Wirtschaft zunächst nur an den möglichen Erspar nissen, nicht aber an der Umsatz menge des Inlandmarktes zehrt. Heute gibt es bei den breiten Konsumentenmassen weder Ersparnisse zur Schuzzollfinanzierung, noch reicht die Kauffraft der arbeitenden Massen auch nur entfernt zur Beschäftigung der Induſtrieanlagen aus. Schutzölle und Lohnabbau müßten daher unter den heutigen Berhältnissen in entscheidender Weise die Wirkungen der bisherigen Fehlleitung der Wirtschaftssanierung verschärfen, statt sie zu mildern und zur Gesundung umzubiegen. Das aber bedeutet gleichzeitig die äußerste Berschär fung der hereinbrechenden Wirtschafts- und Deflationskrisis. Der Reichsbanfausweis. Der Reichsbankausweis vom 6. Juni 1925 zeigt eine Zurücklionen Mart. ziehung von Privatkrediten durch die Bank in Höhe von 103,3 Milauf 1522,2 Millionen Mark. Der Stand von Mai- Ultimo konnte also nicht erreicht werden. Erfreulich ist, daß die Reichsbank, unfierung des Geldmarktes arbeitet. bekümmert um den Ansturm der Privatwirtschaft, an der NormaliDamit steht der Rückfluß von 120,7 Millionen Reichsbanknoten in die Kassen der Reichsbank im Zusammenhang. Ihr Bestand an Rentenbankscheinen vermehrte sich um 131,5 auf 444,5 Millionen Reichsmart. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf beträgt nunmehr eiwa 4523 Millionen Reichsmart, wovon auf Reichsbanknoten allein 2488 Millionen Reichsmart entfallen.( Mitgerechnet sind die Scheidemünzen.) Der Zahlungsmittelumlauf zeigt eine Verminderung um etwa 248 Millionen Mart gegenüber der Vorwoche. Interessant ist, daß die fremden Gelder bei der Bank um 97 Millionen auf 678,5 Millionen Mark gestiegen sind. Man dürfte nicht fehlgehen, wenn man darin Posten der staatlichen Kassen sieht( Thesaurierung)). Die Deckung der Noten durch Gold verbesserte sich von 38,9 auf 40,8 Prozent und die Deckung durch Gold- und deckungsfähige Devisen von 51,9 auf 54,4 Proz. Der Rückgang durch die Borgänge während des Mai- Iltimos konnte demnach nicht eingeholt werden. Soll die Reiherftiegwerft gestützt werden? Die Berwaltung der jezt stillgelegten Reiherstiegwerft in Hamburg hatte sich an den Freistaat Hamburg um Gewährung eines kredits gewandt. Das hamburgische Finanzministerium Unterschriften erklärt. Diese Bechsel hat die Verwaltung der Reiher hatte feine Bereitschaft zu einem Wechselkredit mit sicheren stiegwerft noch nicht beigebracht. Untlar ist, warum. Aus der inzwischen erfolgten Stillegung muß man zunächst schließen, daß die Berwaltung entweder die Stillegung troß des zujagenden Kredits nicht hat beibringen können. Auch das Reich soll um Kredite an für notwendig gehalten hat, oder die erforderlichen Unterschriften gegangen sein. Üleber das Ergebnis ist noch nichts bekannt. Das hamburgische Landesarbeitsamt foll bemüht sein, die 1300 Mann starke Belegschaft der stillgelegten Werft in anderen Berften und in der Industrie unterzubringen. Dringend notwendig der wirklichen Gründe, die zur Stillegung geführt haben. im öffentlichen Interesse ist die schleunigste Betanntgabe Die progressive Kreditnot und die progressive Absaknot mußten den Banken und die Ueberspannung der Zahlungsziele bei der Kundzwei Wirkungen haben: die Ueberspannung der Prolongationen bei schaft der Industrie. Beide hatten ihre absolute Grenze bei der Liquidhaltung der Banken und der Zahlungsunfähigkeit der Industriewerke. Beide Grenzen waren, als die Auslandskredite geZur Stillegung der Reiherstiegwerft hören wir weiter, daß die vom Hamburger Finanzministerium geforderten Interschriften wohl von einer D.- Bant, einer Hamburger Reederei und dem stoppt wurden und die Steuerüberschüsse spärlicher wurden, bald erreicht. Die Krisis in ihrer Doppelgestalt war da: als Kredit- und Großmotorenwerfen Mannheim, nicht aber vom PhönigAbfahfrisis zugleich. Sie äußert sich zunächst in doppelter Form: Ronzern gegeben wurden, obwohl der Phönir- Konzern eine der einmal in den Zusammenbrüchen im Handel, in der Dividendennotleidenden Werft nahestehende Gruppe ist. Ob die Bermutung lofigkeit der Industrie und dem rapiden Abstieg der Bürsenfurse. berechtigt ist, daß der Phönir- Konzern die Werft mit Absicht über. Dann in Zahlungsstodungen überall, der Unverkauflichkeit der Stiflegung fehr auffällig, wenn es fich bei einem Objekt von viel nahmereif machen will, steht sehr dahin. Immerhin ist die Halden- und Warenläger und den beginnenden Stillegungen. Nur Halden- und Warenläger und den beginnenden Stillegungen. Nur leicht 15 millionen, wie bei Reiherstieg, um einen Kreditbedarf von thr unbeschränktes Zinsmonopol bewahrt die Banten vor der Divi- nicht drei Millionen handelt, der zudem mit fast 2 Millionen For: bendenlosigkeit. Die Landwirtschaft muß in dem Augenblick underungen für abgelieferte Schiffe gedeckt ist. Außerdem sollen Aufmittelbar in die Krisis hineingezogen werden, in dem die Prolon- träge bis in die ersten Monate des nächsten Jahres vorliegen. Die gation der turzfristig gegebenen Kredite nicht mehr möglich und ihre Reiherſtiegwerft soll durch die eigene Delmotorenbafis und durch Umwandlung in hypothekarischen Kredit undurchführbar ist. die hohe Leistungsfähigkeit ihrer Motoren im Fischdampferbau führend sein. Sollte die Sanierung nicht anders als unter Inanspruchnahme öffentlicher Mittel möglich sein, so wäre jedenfalls zu fordern, daß das Gesellschaftskapital zunächst entsprechend herabgejetzt und ber öffentliche Strebitgeber wie bei jeder anderen Sanierung entsprechend an dem Werk beteiligt wird, um die Berwendung der Sanierungskredite zu kontrollieren. Die Zahlungsunfähigkeit des Hauses Stinnes, das mit den stärksten Abfazmöglichkeiten die stärksten Bantverbin bungen hatte, ift das Signal, daß die Krisis ihrem Höhepunkt zueilt. Kreditkrifis und Abfaßkrisis sind gleichgerichtete Wirkungen aus Der gleichen einen Ursache. Sie stehen im Berhältnis eines der Inflationskrise. Die Abjagnot treibt die Kreditnot, die Kreditnot circulus vitiosus. Eines ähnlichen circulus vitiosus wie desjenigen die Abfaznot weiter. Nur fehlt Gott sei Dant bis heute das zer störerische Ventil der Inflationskrise, die willkürliche Kreditschöpfung. Würde die Reichsbant ihre psychologisch und auch einmalig materiell zu rechtfertigende Stügungsaktion für das Haus Stinnes über ihre Liquiditätsgrenze hinaus verstärken, so wäre die willkürliche Kreditneuschöpfung, mit ihr die Gefahr der Inflation da. Doch ist das nicht zu erwarten, da die Reichsbanf an das neue Bantgefeg vom 30. August 1924 unausweichlich gebunden ist, das wohl einen Zusammenbruch der Reichsbant, nicht aber eine neue Inflation zuläßt. 9 Arbeiterentlaffungen. hausen hat sich in den legten Monaten infolge der Abfahnot derart Die Lage der Zeche General Blume that bei Recklingungünstig gestaltet, daß die Verwaltung beim Demobilmachungsfommissar Entlassungen größeren Umfanges beantragen mußte. Die bereits verfügte Entlassung von 160 Arbeitern wurde genehmigt; zum 2. Juli werden noch weitere 850 Arbeiter einschließlich Beamte zur Entlassung tommen. Es wurde mitge teilt, daß von der Zeche Blumenthal feit Monaten außerordentlich große Mengen auf Halden gestürzt werden mußten. Liquidation der Reichsgetreidegesellschaft. In der Sigung des Aufsichtsrates und der außerordentlichen Gesellschafterversammlung der Reichsgetreidestelle, Geschäftsabteilung G. m. b. 5., ist die Liquidation dieser Gesellschaft zum 1. Juli 1925 beschlossen Reichsgetreidestelle, Geheimer Justizrat Weiling bestellt. worden. Zum Liquidator wurde der bisherige Geschäftsführer der Die Verlegenheiten von Industrie und Landwirtschaft durch diesen circulus vitiosus, für den der Ausmeg einer neuen Inflation gesperrt ist, finb ungeheuer. Nicht erst seit heute. Sie begannen mit dem ersten Aft der fehlgeleiteten Wirtschaftsschen Handelsministers Herbert Hoover zufolge fchuldet das AusAmerika als Geldgeber. Dem jüngsten Bericht des amerikanifanierung. Sie begannen mit der Falschanlage der Auslandstrebite fchen Handelsministers Herbert Hoover zufolge schuldet das Ausin der Industrie und der Verwendung der Steuerkredite als Be- anleihen an die friegführenden Regierungen nicht eingerechnet. Die land an die Vereinigten Staaten 9 Milliarden Dollar, die Kriegstriebskapital in der Landwirtschaft. Es ist kein Zufall, sondern eine amerikanischen Kapitalsanlagen beziehungsweise Kredite verteilen Nun hatte der Glaube an die Echtheit der stillen Reserven in bittere Selbstverständlichkeit, daß die Großbanten Reichs fich auf die verschiedenen Erdteile folgendermaßen: Südamerika ber Industrie, das Festhalten an leerlaufenden Anlagen, die falfdje bant 3ntervention für das Haus Stinnes und der Notfchrei 4040 Millionen Dollar, Kanada 2460 Millionen, Europa 1900 MilBerwendung und das Festfrieren aller Kredite in Industrie und des Landbundbankiers Graf Raldreuth nach Verviel- lionen, Afien und Ozeanien 690 Millionen. Aus dieser Aufstellung Landwirtschaft zur Immobilisierung aller Betriebs- und Verkaufs- fa chung der geplanten Agrarzölle zusammentreffen. geht hervor, wie start das Kapital der Bereinigten Staaten Südverhältnisse geführt. Die Kapitalnot war trotz aller Balut- und Es ist auch kein Zufall, daß die Offensive der Arbeitgeber amerika und Kanada durchdrungen hat. Was das letztere Land beSteuerfredite nicht verringert, sondern vergrößert. Weil die verbände gegen den Lohnsteigerungskampf der Gewertschaften mit trifft, so war dieses vor dem Krieg vor allem England verschuldet, Kredite in Industrie und Landwirtschaft nur zur Bolsterung, nicht dem Ausbruch der akuten Deflation strife fich freuzt. Kanada zweimal so groß geworden als der des englischen. Die jeit dem Krieg ist aber der Anteil des amerikanischen Kapitals in zur Sanierung der Betriebe und Berbilligung der Betriebsvorgänge Da der absolut ruinöse Zirkel der fehlgeleiteten Wirtschaftsfanierung, Kapitalbeteiligung der Bereinigten Staaten in Afien, vor allem in permendet wurden, entstand außerdem eine sehitonjunttur| Abjagnot- gefteigerte Kreditnot- progressive Abjah- und Kredit China, ist in dauerndem Steigen begriffen. Barmat enthüllt und klagt an. ,, Ein Opfer der antisemitischen und politischen Hetze."- Die Staatsbankdirektoren müssen fast alles bestätigen. Nach einer kleinen Pause, die mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand Barmats eingeschoben wird, beginnt die Besprechung der Angelegenheit der Preußischen Staatsbant. Barmat fam im Mai 1923 mit Empfehlungsschreiben zur Staatsbank und erhielt zuerst einen Kredit in Höhe von etwa 72 000 Goldmark. Bei Beginn der Stabilisierungsperiode betrug der Kredit noch etwa 50 000 Goldmart. Während der Abwesenheit Barmats von Berlin, von Ende Februar 1923 bis März 1924, wurde der Kredit nach Vereinbarung mit dem Geschäftsführer der Amerima Klenzte auf etwa 5 Millionen Mart erhöht. Es wurde ihm dann zugesagt, daß der Kredit zu hoch sei, Barmat zahlte nun im März anderthalb millionen, im Juni zweieinhalb Millionen zurück. Nach weiteren Berhandlungen wurde der Kredit aufs neue erhöht. Im Juni 1924 teilte ihm der Geheime Oberfinanzrat Rugge mit, daß er den Kredit zurückzahlen müjfe, weil ein großer Geldgeber gekündigt habe. Bis zum 15. September sollte der Kredit stehen bleiben. Als der Geldgeber seine Kündigung zurückzog, wurde der Kredit bis zum 15. Dezember prolongiert. Zu einer erregten Szene fommt es, als die Frage der Blankoakzepte über 600 000 Marf erörtert wurde, die Barmat im Jahre 1923 der Staatsbant gegeben hatte. Barmat wünschte sie gegen andere Deckungen zu pertauschen und er behauptet, daß Rugge ihm das zugesagt habe. Er legt zum Beweise dafür die Abschrift aus einem Aftenstüd vor, das die Unterschrift von Rugge trägt. Rugge behauptet, daß das nur ein Wunsch gewesen sei. Barmat erklärte dazu:„ Was ich darüber sage, ist die reine Wahrheit und Herr Rugge meiß genau Bescheid." Die Staatsbank hat mich ruiniert, ich fann nicht weiter." Der Vorsitzende Dr. Leidig versucht Barmat zu beruhigen. Herr Rugge meint, daß er Barmat feineswegs der Lüge bezichtigen wolle. Als der Vorsitzende Barmat weiter mit den Worten beruhigen wollte, uns interessiert diese Frage nur nebenbei, erwidert dieser: Für mich spielt sie eine große Rolle, ich war fünf Monate im Gefängnis, weil ich meinen Verpflichtungen nicht nachgefommen sein soll. Ich kann aber aftenmäßig nachweisen, daß ich es getan habe!" Barmat legt dann die Abschrift eines Briefes der Ctaatsbanf vom 18. November 1924 an die Garantie: Trust Kompagnie in New York vor, worin eine außerordentlich günstige Auskunft über ihn gegeben wird. Aus einem anderen Schreiben der Staatsbant an die Reichs= poftverwaltung vom 18. September geht hervor, daß die Staatsbank die Kredite an Barmat bis zum 15. März 1925. verlängert hat. In einem weiteren Rundschreiben vom 6. September wird be= stätigt, daß der Kredit 8,1 Millionen Mark betrug, er sollte über den 15. Dezember hinaus bis zum 15. März verlängert werden, wenn auch der große Geldgeber, nämlich die Postverwaltung der Staatsbanf gegenüber das Gleiche tue. Die Post hat dann in einem Schreiben an die Staatsbank bestätigt, daß sie diese Gelder dorf weiter belasse. Die Amerima hat zudem, als ihr die Verlängerung der Postkredite an die Statsbank bekannt gegeben wurde, dieser mitgeteilt, daß sie gleichfalls die Verlängerung der Kredite als be= stätigt ansehe. Darauf hat die Staatsbant feine Zeile geantwortet, was die Amerima nur als Zustimmung deuten konnte. Bis zu seiner Verhaftung hat Barmat dann nichts mehr von dieser Sache gehört. Drei Tage vorher wurde ihm mitgeteilt, daß seine Verhaftung beabsichtigt sei. Trotzdem habe er feine Beranlassung gehabt, davonzulaufen. Die letzten Verhandlungen über die Verlängerung der Kredite hat der frühere Ministerialdirektor Kauß geführt, der inzwischen bei der Amerima eingetreten war. Barmat schilderte dann die Vorgänge bei seiner Verhaftung. Es war ihm verboten worden, mit Frau und Kind zu prechen. Als er Herrn Kußmann vorgeführt wurde, verlangte dieser von ihm, er solle einen Zettel unterschreiben, wonach er in Sachen Rufisker und Genossen verhaftet worden sei und daß feine Haft freiwillig(!?) fei. Als Barmat sich weigerte, den Zettel zu unterschreiben, wurde er von Herrn Kußmann zerrissen. Barmat fragte, weshalb er eigentlich verhaftet worden sei? Darauf Kußmann: Wegen der fehlenden Deckung bei der Staatsbant. Barmat fagte, daß er noch weitere Dedung zu geben bereit fei, im übrigen habe doch selbst der Finanzminister schon die Dedung für befriedigend befunden. Nun rief Herr Kußmann aus: Der Minister ist mir piepe! Erst am 9. Januar wurde eine Besprechung mit den Herren der Staatsbank veranstaltet. Uls Barmat den Finanzrat Bretenfeld einige Attienpakete zu weilerer Dedung anbot, winkte Herr Kußmann diesem verneinend zu, worauf Brekenfeld meinte, er nehme diese Deckung nicht, sie sei ja auch nichts wert. Barmat erklärte dazu: Man solle nicht glauben, daß ich irgendwie Vorwände suche, um mich der Verantwortung zu entziehen. Aber mir ist daran gelegen, Klarheit zu schaffen und die Deffentlichkeit davon zu überzeugen, daß ich ein Opfer antisemitischer und politischer Hehe geworden bin. Ich habe selbst um meine Bernehmung gebeten. Trotzdem mir diese sehr schwer fällt, soll die Oeffentlichkeit sehen, was mit mir geschehen ist! Nach einer Mittagspause teilt Barmat auf Wunsch des Borsitzenden mit, wie es zu den Differenzen mit der Staatsbank gekommen ist. Ministerialdirektor Kaug, der in zwischen beim Amerima- Konzern eingetreten war, sollte mit der Staatsbank über langfristige Kredite verhandeln. Die Staatsbank erklärte, wenn die Post die Bürgschaft übernehme, beständen feine Bedenken. Die Poft hat dann diese Bürgschaft nicht übernommen, war aber mit der Prolongie rung einverstanden. Nachdem der Staatsbant mehrere Aftienpakete übergeben worden waren, hatte Kauz die Ueber zeugung, daß die Prolongierung bis Mitte März erfolgen würde. Barmat wünschte dann den Umtausch der Blantoafzepte, die seinerzeit begeben wurden, um bei der fortwährenden Entmertung der Marf an Stempelgebühren zu sparen. DUNLOP CORD Die Weltmarke bürgt für Qualität! Geheimer Oberfinanzrat Dr. Hellwig bestätigt die Darstellung Barmats über die Kredite der Staatsbant. Ende März hätten diese 5,7 Millionen Mark betragen, es feien davon 4,7 Millionen zurückgezahlt worden, danach seien bis Mitte Juni 7,1 Millionen Mark Kredite gegeben worden. Am 15. September habe sich der Kredit auf 8,1 Millionen Mark belaufen, er sei bis zum 15. Dezember verlängert worden. Barmat erflärt dazu noch, daß nach Mitteilungen von Herrn Kauz die Differenzen nur deshalb entstanden seien, weil mit der Bost noch keine Formel wegen der Kredite an Barmat gefunden worden sei. berpostrat Lindmann habe sich bereit erflärt, die Kredite zu verlängern, solange Barmat es wünsche. Minister Höfle habe Barmat durch den Abgeordneten Lange- Hegermann fennengelernt. Er habe mit Höfle nicht allein, sondern mit mehreren höheren Beamten verhandelt. Geheimer Oberfinanzraf Rugge gibt dann eine Darstellung von den Kreditgeschäften der Staatsbank mit Barmat. Als er zum ersten Male mit Barmat gesprochen habe, habe er auf ihn den Eindruck eines versierten Kaufmanns gemacht. In der ersten Hälfte des Juli 1924 sei er zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Kredite abgedeckt und die Sicherheiten verstärkt werden müßten. Barmat habe auf seinen ausgedehnten Konzern hingewiesen und ihn gebeten, doch feine Betriebe zu besichtigen. Rugge habe geantwortet, ich habe dazu keine Zeit. Mitte Juni habe Rugge seinen Schwie gersohn, den Nationalötonomen Dr. Böttcher mit der Besichtigung der Konzernbetriebe beauftragt. Böttcher habe überall rückhaltlos Zutritt erhalten. Die Berichte Böttchers er meckten in ihm den Eindruck, daß es sich nicht um einen eigent lichen Konzern handle, nicht um Betriebe, die auf einander abgestimmt seien. Es befanden sich wertvolle Betriebe darunter. es waren andere dabei, die zu wertvollen Betrieben gemacht werden fonnten, und wieder andere, die besser nicht getauft wor: den wären. Im Juni wurde der Kredit bis Mitte September verlängert, Barmat versprach, einen Teil davon abzudecken, und Barmat hat auch seine Versprechungen durchaus pünktlich erfüllt. Anfangs September wurde der Kredit weiter bis 15. Dezember ver= längert. Er mußte verlängert werden, denn wenn ein so großer Schuldner noch vierzehn Tage vorher eine Rückzahlung von mehreren Millionen gemacht hat und weitere Rückzahlungen verspricht, dann glaubt man ihm, zumal er seine früheren Versprechungen gehalten hatte. Rugge erklärt ausdrücklich: Wir hatten auch die Absicht, die Kredite zu verlängern. Wenn wir später die Kredite nicht verlängern wollten, dann erklärt sich das durch die veränderte Situation. Die Firma Förster, die von der Merkur- Bant aufgenommen war, hatte einen Kredit von 205 000 m. nicht zurück nicht zurückzahlen, dagegen wünsche sie einen weiteren Kredit von gezahlt. Henry Barmat fagte, die Amerima wolle diesen Betrag einer Million. Am 15. September wurde dann auch nicht eine Zinsforderung von 300 000-400 000 m. gezahlt. Als dann noch die Angriffe in den Zeitungen Wir haben das in unserem Schreiben an die Staatsbant feftgestellt und als wir feine Antwort befamen, mußten wir an die Verlängerung glauben. Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, dann hätte uns doch die Staatsbank geschrieben, sie würde den Kredit nicht prolongieren. Barmat schildert dann das Vorgehen des Anwalts der Staatsbant in Amsterdam. Dieser hat dort ein Afzept von 9 Millionen prote-> stiert und Arrest auf alle beweglichen und unbeweglichen Befizungen von uns in Holland beantragt. Der Präsident des Amsterdamer Gerichts hat das aber abgewiesen und dazu erflärt, er halte es für ganz unmöglich, daß ein Afzept von 9 Millionen ohne jedes Avis vorgelegt werde. Obwohl der Anwalt der Staatsbank also abgewiesen war, hat unser Anwalt mit ihm eine Einigung herbeigeführt und mit ihm zusammen eine Inventur unseres Vermögens in Holland aufgenommen, damit auch jeder Schein vermieden werde, als ob wir etwas von unserem Besiz verschieben wollten. Präsident Dr. Schröder erklärt dazu, ihm sei von diesem Borgehen des Anwalts nichts befannt.(!) Es würde auch nicht dem ihm erteilten Auftrag entsprochen haben. Um 4 Uhr nachmittags wurde die Vernehmung Barmats abgebrochen. Da Prof. Dr. Lewin es für bedenklich erklärt, wenn sie morgen fortgesetzt werden sollte, so nimmt der Vorsitzende eine weitere Sigung für den kommenden Mittwoch in Aussicht, es soll dann über die Beziehungen Barmats zu einigen politischen Persönlichkeiten gesprochen werden. Tagung der Betriebskrankenkassen. H. K. München, 10. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Am Dienstag und Mittwoch, den 9. und 10. Juni, tagte in München in der Tonhalle die 13. Generalversammlung des Hauptverbandes der Betriebskrankenkassen, dieser zweitstärksten Organisation mit 3,7 Millionen Mitglieder auf dem Gebiete der Krankenversicherung. Auf die Tagesordnung selbst brauchen wir nicht näher einzugehen.. Es wurden neben dem geschäftlichen Teil noch einige Vorträge, u. a. vom Ministerialdirektor Grieser gehalten. = Wichtig ist die Vorbesprechung der Versichertenvertreter am Montag, den 8. Juni, welche im Gewerkschaftshaus stattfand. Müller Berlin erstattete den Bericht des seit 1922 bestehenden Ausschusses, der die Aufgabe hat, die Versicherten der Betriebsfrankenfassen im ganzen Reiche zusammenzufassen. Der Betriebsfrankenkassenverband war bis zum Jahre 1922 eine reine Unter nehmerorganisation, in welcher die Versicherten feinerlei Einfluß besaßen. Erst auf der Tagung in Kassel, im Jahre 1922, gelang es dem Drängen der Versicherten, eine Sagungsänderung durchzudrücken und ½ der Size in Vorstand und Ausschuß zu er halten. Diese Regelung war in Anbetracht der Tatsache, daß die Versicherten% der Beiträge aufbringen, durchaus unbefriedi gen d. Auf der vorjährigen Generalversammlung in Breslau wurde dann den Versicherten insoweit entgegengekommen, daß eine Halbierung der Size beschlossen wurde, jedoch mit der zwingenden. Bestimmung, daß sie eine Anzahl Geschäftsführer von Krankenkassen mit auf ihre Liste aufstellen, so daß letzten Endes die Versicherten doch nur der Size behielten. Die Unternehmer in einzelnen Unterverbänden, besonders an der Wasserkante( Hamburg und Bremen) gewährten den Versicherten aber nicht einmal ½ der Size und sprengten lieber die Organisation auseinander, so daß viele Kassen Norddeutschlands heute dem Hauptverbande nicht mehr angeschlossen sind. Die aus allen Teilen des Reiches herbeigeeilten Vertreter der Versicherten verlangten nun, daß auf der diesjährigen Generalversammlung auf alle Fälle den Bersicherten der gebührende Einfluß in den Verbandsorganen gewährt wird, und beauftragten ihren Ausschuß, entsprechende Anträge ein zureichen. Die Leitung der Generalversammlung lehnte jedoch aus formalen Gründen die Behandlung dieser Anträge ab, da sie zu spät dieser Frage beschäftigen. Die Bersammlung verlangte auch von der Gefezgebung, daß die RBO. verbessert wird, und daß ins besondere für die Bersicherungsvertreter in den Kaffenorganen ein erhöhter Entlassungsschutz gefeßlich festgelegt wird. Es wurde vielfach Klage darüber geführt, daß manche Unternehmungen den Vertretern der Versicherten Schwierigkeiten bei der Ausübung ihrer Pflichten bereiten. famen, die den Unternehmungen nicht förderlich waren, so sagten wir, daß wir den Kredit wohl verlängern wollten, aber unter anderen Vorausfegungen als sie jetzt waren. Als Herr Kautz bei der Amerima eingetreten mar, gratulierte ich Herrn Barmat dazu, denn mir war Herr Kauz als ein energischer Herr bekannt, und wenn es jemand schaffen konnte, dann war es Kauz. Herr Kauz verhandelte mit dem Präsidenten Dr. Schröeingereicht seien. Im nächsten Jahre soll sich nun der Vorstand mit der, er wünschte einer neuen Kredit von 4 Millionen Mart, furz darauf sogar 5-6 Millionen. Der Präsident Schröder fagte mir dann:„ Eine Erhöhung fommt nicht in Frage, selbst wenn eine at a strophe eintreten sollte, geben wir nicht eine Mark her." Im weiteren Verlauf der Verhandlungen erklärte Herr Kauz, daß der Konzern zwar im Moment festgefahren sei, von einer Ueberschuldung konne aber nicht gefprochen sprochen. Im Dezember wurden auch mehrere Attienpatete werden. Es wurde dann über meitere Sicherheiten geeingeliefert. Es sollten auch einige Betriebe abgestoßen werden, damit der Konzern wieder flüssiger werde. Bis zum September dachte fein Mensch daran, daß die Staatsbant an Barmat auch nur einen Pfennig verlieren würde, auch später hielt ich ihn für vollkommen sicher, aber wir mußten ihm Zeit laffen, bis er seine Engagements abgewidelt hatte. Bom 15. Dezember ab betrachteten wir die kredite für fäglich fällig, ohne daß wir aber von einer Kündigung Gebrauch gemacht hatten. Wir warteten auf bessere Sicherheiten und wir hatten das Vertrauen zu Herrn Kauß, daß er die Sache in Ordnung bringen werde. Präsident Dr. Schröder bestätigt die Angaben Barmats über die Besprechungen mit der Staatsbant. Ich hatte Anfang Juli den Eindruck, daß schon zu viel gegeben worden sei und wir wollten auf Abzahlung hinwirken. Wir flanden niemals unter dem Eindrud, als ob die Umerima betrügerisch- friminelle Abficht gehabt habe und daß uns auf folche Weise Kredite abgelockt worden seien. Es sei in der Staatsbant niemals etwas von Beamten bei den Sicherheiten von Barmat gemacht worden. Auf eine Frage des Vorsitzenden, wie Barmat durch Herrn Lüdemann bei dem früheren Staatsbankpräsidenten v. Dom= bois eingeführt worden sei, erklärt dieser, daß ihn Lüdemann lediglich telephonisch gebeten habe, Barmat zu emp fangen. Barmat teilt weiter mit, daß der Obergutachter Prof. Leitner die Dedung zuerst mit 103 Pro3. berechnet hatte. In einem späteren Gutachten im Februar oder März, nach der staatsanwaltschaftlichen Aktion, hat Leitner diese Deckung aber nur noch mit 9,7 Proz. angegeben.(!!!) Es wäre eine große Schädigung vermieden worden, wenn die Staatsbank bei der Besprechung am 9. Januar meine Offerte angenommen hätte. Später ist ein Paket Preußische Hypothekenbanfaftien mit 2,4 millionen an die Unionbank verfauft worden, mir liegt ein schriftliches Angebot von der Reichskreditgesellschaft vor, die 3,5 Millionen dafür zahlen wollte. Ein anderes Patet wurde für 80 000 m. abgestoßen, während mir 250 000 m. dafür geboten worden waren. Den redit der Firma Förster hatte die Staatsbant schon vor der Uebernahme durch die Merturbant gewährt. Ich bestand nur darauf, daß wir uns über die Rückzahlung verständigen sollten. Präsident Dr. Schröder bestätigt dann, daß sich die Prolongation des Kredits auch auf die inzwischen aufgelaufenen Zinsen beziehen sollte. Ich habe den Herren der Staatsbant immer wieder empfohlen, sich von dem Wert der Sicherheiten durch die persönliche Inaugenscheinnahme der Werke des Konzerns zu überzeugen. Ich selbst war ganz überrascht über die außerordentlich günstigen Berichte des Schwiegersohns des Geheimrats Rugge. Sie waren so günstig, wie wir es früher nie geglaubt hätten. Einzelne Unternehmungen, wie die Donauländischen Werte und Eisenmatthes find als ganz außergewöhnlich günstig geschildert worden. Noch Mitte September hat mir Herr Rugge gesagt: Wir denken nicht daran, die Berbindung mit Ihnen zu lösen. Die Staatsbank hatte uns gesagt, sie würden unseren Kredit prolongieren, menn der große Geldgeber, die Post, das auch tuc. Die Post hat den Kredit so lange prolongiert. Um zum Ziele zu kommen, ist es notwendig, daß die Versicher= stügung der Ortsausschüsse des ADGB. zusammenkommen und in ten in allen Orten, wo es Betriebskrankenkassen gibt, mit Unterihren Bezirken die Unterverbände entsprechend umgestalten. Es wird auch gewünscht, daß eine bessere 3usammenarbeit mit den Ortstrantentassen herbeigeführt wird, was jetzt an manchen Drten durchaus nicht der Fall ist. Die Versicherten dürfen nicht darauf warten, bis ihnen von der Regierung oder anderen Stellen das Bett bereitet wird, sondern sie müssen selbst ihre Ziele durch organisatorische Zusammenfassung mit Hilfe der zustehenden Arbeiterorganisationen erfämpfen. Bon den Arbeitervertretern in den Parlamenten wird erwartet, daß sie das ihrige beitragen, um die veralteten gesetzlichen Bestimmungen abzuändern. Gewerkschaftsbewegung Dampferfahrten auf den märkischen Wafferstraßen. Es gehen uns ständig Anfragen zu, ob das Arbeitsverhältnis bei der Teltomfanal A.-G. und der Stern" Dampffchiffahrt A.-G. tariflich geregelt ist. Wir teilen zur allgemeinen Information mit, daß für diese Betriebe kein Tarif pon der Organisation abgefchloffen ist. Bei beabsichtigten Vereins- und Einzelfahrten ist dieses also zu berücksichtigen, und Auskunft bei dem unterzeichneten Vorstand einzuholen. Deutscher Bertehrsbund. Bertagte Einigungsverhandlungen. Dortmund, 10 Juni.( TU.) Die am Dienstag unter dem Bor sig des Reichs- und Staatskommiffars stattgefundenen Einigungsver= handlungen im Transport- und Speditionsgewerbe Rheinland und Westfalen wurden im Einverständnis beider Parteien auf den 12. Juni vertagt. Wie aus Arbeitnehmerfreifen mitgeteilt wird, werden die gefaßten Beschlüsse über einen möglichen Streit dadurch nicht berührt. ( Gewerkschaftliches siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Die echten holländischen POLAK ap PUDDINGE Das Beste an der Tafel fehlt, Hast Mandelchen du nicht gewählt. Zrektag 12. Juni 1925 Mnterhalwng unö �Vissen Seilage öes vorwärts Denker unö Politiker. Don Anakole Irance. Di« SHcrofut üb« Zlnstolk Franc« ist vor fuw«« bvch«in Wcrk des bekannten fraiuäsischen LiteratZttchrstnriker» Panl Gsell„A natal« Franc«, Die Barmittag« i>«r Villa Said" bereichert warben, das soeben mit einem Borwort van Heinrich Mann im Verlan I. M. S p a e t h, Berlin, in beiltscher Uebersetiunn erschienen ist. Aus ben in diesem Band» qesammelten qeiswallen Gespräche» des fronzostschen Dichter. pllilosapben aeben wir mit Erlaubnis de» Verla««» nach sieben» einen Abschnitt wieber. in dem Anatale France a»b«r einer Aborbnun« ber sotialistischen Partei, bi« ibn ,ur Annahme«in« Sonbibotur für bas Parlament b«wc«en wollte, seinen«rnn». sättlichen Standpunkt zu der Frage„Denker ober Politiker" bar» legte. Der Politiker ist das Idol der Menge. Er ist ihr Herr und ihr Sklave. Er schleift die ganze lästige Sippjchoft der Bettler hinter sich her. Er ist einfiußreich, berühmt und gefeiert. Das Schicksal des Volkes ruht in seinen Händen. Er führt es dem Glück oder dem Untergonge entgegen. Er macht die Gesetze. Und das vor allem zeugt für seine Macht. Gesetze machen, Regeln aufstellen, die die Herde befolgen muß, und die kein Bürger verletzen dars, ist das nicht eine fast göttliche Machtvollkommenheit? Es gibt nur einen kleinen Borbeholt; Gesetz« regeln nämlich niemals etwas. Ein Gesetz ist, wenn die Lenker des Staat» es formulieren, schon längst in de» allgemeinen Geb> uch übergegangen. Es sanktioniert höchstens die Sitten. Spräche ein Gesetz sich dagegen aus, so bliebe es unwirksam. lieber dem Gesetzgeber stehen also die herrschenden Sitten. Wer hat sie geschaffen? Alle, aber vor ollem die Träumer. Beruht ihre«endung nicht darin, für die Allgemeinheit nachzudenken? Um nachzudenken, braucht man dieselbe Uebung wie zum Acker» bau, zum Handel, zur Schisfahrt oder zum Häuserbau. Und ich weih nicht, ob die Sterblichen, die Gedanken formen und schleifen, nicht die gleichen Verdienste haben wi« die anderen Menschen. Wenn sie ihre Aufgabe ordentlich erfüllen, verdienen sie eine gewisse Dankbarkeit. Sie verbessern unser oller Leben auf mannigfaltige Art. Im Laboratorium, im Hintergrunde eines schlafenden Hofes knetet der anfällige Gelehrte die Welt um. Erleben wir nicht selbst vor unseren Augen die durch die moder- nen Maschinen und vor ollem durch die Dampfmaschinen verursachte Revolution? Die Erfindungen haben sich noch nicht ausgewirkt. Die Entfernungen schrumpfen zusammen. Durch die äußerste Schnelligkeit der Verbindungen ist Europa heute nicht gröher al» Frankreich zur Zeit des Empire. Die ganze Welt ist heute nicht größer als unser kleines Europa vor hundert Iahren. Was für gewaltige Umwälzungen läßt diese Wahrheit nicht für die Zukunft ahnen! Und der wunderbare Aufschwung der Bücher, der Broschüren und Zeitungen, die die kühnsten Gedanken in olle Winde zerstreuen! Besck�eunigt er nicht auch die künftigen Wandlungen? Die Träumer ändern das Leben ihrer Mitmenschen nicht nur durch Erfindungen, sondern durch höchst spekulative und dem An- schein nach unnütze Gedanken. Kapernikus beweift, daß die Erde nicht feststehe. Er stößt sie vom Mittelpunkt fort, in dem sie sich so stolz gebürdete. Sie ist nur ein kümmerlicher Vagabund im unendlichen Weltenraum. Ermessen Sie den langen Widerhall dieser Erschütterung. Da die Menschen nicht mehr das unbewegliche Zentrum der Welt bewohnen, da sie auf einem kleinen Schmutztropfen durch das All irren, sind sie nicht mehr die Beherrscher des Universums. Sie oerlicren ihre theologische Zu- verficht. Darwin lehrt das Gesetz der Entwicklung. Bedenken Sie dessen unbegrenzte Wirkung aus alle Intelligenzen. Unaufhörlich werden Sie die ursprüngliche Sympathie, die alles Lebendige und alles Leidende einander näher bringt, fühlen und fördern. Unaufhörlich werden Sie begreifen, daß alles unmerklich sich wandelt und daß es müßig ist, den Laus des unabwendbaren Wechsels aufhalten oder sich ihm entgegenstellen zu wollen. So wirken die meisten großen Erfindungen aus unser tägliches Leben. Und haben die anderen Träumer, die Schriftsteller und Künstler, nicht ebensoviel Macht wie die Gelehrten? Sie lenken weitsichtig das Volk, denn sie bilden und bestimmen den Geist aller Völker. Woher könnte ohne das Dazutun der Dichter die sittliche Einheit eines Landes entstehen? Wie sollte aus der Verschiedenheit der Volksstämme, aus der außergewöhnlichen Buntheit der durch Er- cbcrungen und Verträge willkürlich und zuffällig zusammengewürfel- ten Provinzen ein gemeinsamer Gedanke erstehen, wenn die Denker ihn nicht gemeinsam für ihre Volksgenossen vorbereiten und aus- arbeiten würden? Einige Träumer drücken zunächst die Empfindungen der sie um- gebenden Menschen aus: sie verleihen den Bestrebungen deren Aus- Das erwachende China. druck, die um sie herum arbeiten und sich erholen. Ist ihr Wort klar, kann ihr Heimatsgebiet sein Gesetz durch Weisheit oder Gewalt auch den Nachborgebieten aufzwingen, so pflanzen sich diese ersten dichte- rischen Ausdrücke wie ein Echo zu anderen Dichtern fort, die sie auf- nehmen und verbreiten. Nach und nach entsteht über die ganze Ausdehnung eines Landes hinweg ein Akkord, eine Symphonie, und alle Dissonanzen lösen sich in einer einzigen Melodie auf. Und zweifellos nehmen sehr viel Träumer, sehr viel Dichter, sehr viel Künstler an diesem Konzert teil. Trotzdem sind Dirigenten von Jahrhundert zu Jahrhundert selten. Um mich eines anderen Bildes zu bedienen: diese großen Männer sind die Vorarbeiter, die eine Volksgemeinschaft aufbauen. Auf den Ruf ihres Genies kommen Hunderte und Taufende von Arbeitern. So vertieft sich der Charakter der Staaten. So ist unser geistiges Frankreich groß geworden, ein JBebäude aus Aufrichtigkeit und Unabhängigkeit, aus ironischem Schwung und rachsüchtigem Spott, ein Gebäude aus Vernunft, Verträglichkeit und Mitgefühl, ein Ge- böude aus brüderlicher Menschenliebe. Diesen schönen Bau, liebe Freunde, müssen wir mutig fortsetzen; wir dürfen nicht müßig gehen. Wir müssen den Bau erweitern, da- mit olle Menschen darin wohnen können. Daran müssen alle großen und kleinen Träumer arbeiten. Damit die Mauern immer höher steigen, stolze Säulen und weit« Giebel entstehen, klettert der bescheidenste Helfer am Werk die Leitern hinauf, um den geschickteren Arbeitern, die auf der f)öhe des Gerüstes einen Stein auf den anderen fügen, die mit Mörtel gefüllt« Mulde zu bringen. Liebe Freunde, lassen Sie mich also den Mörtel für die Stadt des Traumes rühren. Das ist mein Schicksal, und es gefällt mir; ich wünsche mir kein anderes. Wieviel Zoologische Gärten gibt es auf der Erde? Wie Dr. Hovestadt, Assistent des Zoologischen Gartens in Halle, in der»Zei- tung des Solbades Wittekind" ausführt, gibt es heute rund 1