Abendausgabe Nr. 276 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 135 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Pfennig Sonnabend 13. Juni 1925 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Vorwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Sernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Was ist mit dem Stinnes- Konzern? Die Furcht der Beteiligten vor der Wahrheit. Die Berbindlichkeiten des Stinnes- Konzerns wurden vor achtundvierzig Stunden auf insgesamt 155 Millionen Mark geschätzt. Bon diesen 155 Millionen Mark waren nach dieser von„ besfunterrichteter Seite" stammenden Schätzung 90 Millionen Mark von den fanierenden Banken zu übernehmen. Heute erfährt die Oeffentlichkeit, daß diese Schähung beträchtlich hinter der Wahrheit zurückbleibt. Die Gesamtverpflichtungen des Stinnes- Konzerns betragen nicht 150, sondern rund 200 millionen Mart. Das Sanierungsfonfortium fleht vor der Tatsache, daß es noch 30 millionen Mart, insgesamt also rund 120 mil. lionen Mark furzfristiger Verpflichtungen übernehmen muß. Der Fall Stinnes wird zum Standal. Das Konsortium der Sanierungsbanken hat unter Führung der Reichsbank die Verpflichtungen des Stinnes- Konzerns übernommen, um eine allgemeine schwere Vertrauenstrife abzudrehen. Die Erflärungen, die der Reichsbankpräsident Dr. Schacht bisher zum Fall Stinnes abgegeben hat, sollten einer Erschütte rung des deutschen Kredits im Ausland vorbeugen. Seine letzte Erklärung lautete, daß die Stinnes- Angelegenheit munmehr in bester Ordnung sei. Wenn die sanierenden Banken und der Präsident der Reichsbant mit ihren Erklärungen eine psychologisch beruhigende Wirkung ausüben wollen, so ist es vor allem ihre Pflicht, der Deffentlichkeit des Inlands und des Auslands polle ungeschminkte Klarheit über die wahre Lage des StinnesKonzerns zu geben. Wenn die gesamte Finanzwelt Deutschlands aus volkswirtschaftlichen Gründen, wie Herr Schacht es endeutete, für die Sanierung des Stinnes- Konzerns mobilifiert wird, gibt es kein Versteckspiel mehr mit dem Geschäftsgeheimnis. Stinnes Barmat. Die„ Germania" veröffentlicht einen Epilog" zur Barmat- Untersuchung des Preußischen Landtags, in dem sie folgende Parallele zieht: „ Schließlich hat Barmat nichts anderes getan als das, was jeder Geschäftsmann zu tun pflegt, wenn eine Krise heraufzieht er hat ich kredite zu verschaffen gewußt. Er hat den Kredit sich dort zu verschaffen gesucht, wo er am leichtesten zu haben war, und dazu hat er seine Beziehungen ausgeschöpft. Und mitten in seine Sanierungsprojefte fuhr ihm der politische Standal! Er und seine Direktoren wurden verhaftet und der Name Barmat wurde zu einem Kennzeichen ganz bestimmter und unlauterer geschäftlicher Methoden. Man denke sich einmal, daß in die Krise des Stinnes- Konzerns der politische Standal hereingefahren wäre. Man stelle sich einmal vor, die Di rettoren würden verhaftet und der Staatsanwalt hätte sich der ganzen Angelegenheit bemächtigt. Unter solchen Methoden müßte schließlich das stärkste Unternehmen Deutschlands erbarmungslos zusammenbrechen. Man wird einwenden können, daß die Praktiken der Leitung der Stinnes- Werte nicht dieselben seien wie die Barmats. Aber hat man Barmat bisher bei seiner Geldaufnahme und bei seinen Sanierungsversuchen betrügerische Handlungsweise nachweisen tönnen? Er Generalaussperrung der Holzarbeiter. Ueber ganz Deutschland. Nürnberg, 13. Juni.( WTB.) Die Nordbayerische Zeitung schreibt: Der Arbeitgeberverband der Holzindustrie Die Art und Weise, wie das Inland und das Ausland burg mit allen gegen 2 Stimmen beschloffen, ab heute, 13. Juni, hat gestern abend in einer außerordentlichen Versammlung in Augsburg mit allen gegen 2 Stimmen beschloffen, ab heute, 13. Juni, bisher über den Fall Stinnes unterrichtet worden sind, ist fämtliche Holzarbeiter und Schreiner auszufläglich, unflug, gefährlich. Zunächst hörte man von Schwie- perren. Die Aussperrung wird sich über ganz Deutschrigkeiten. Dann folgte ein halbes Dementi. Dann wurde beland erftreden. Die Forderung von 1,12 m. Stundenlohn wurde kannt, daß saniert werden soll. Nun beginnen die Zugeständ glatt abgelehnt, da die Industrie in ihrer jehigen Wirtschaftslage nisse. Mit 30 Millionen begann man. Dann wurden es 100 bis 120. Dann 155. Jetzt werden 200 millionen zugestanden. eine solche Cohnerhöhung nicht fragen könne. AT Kommt noch mehr nach? Diese Methode der Berichterstattung erinnert an die Art und Weise, wie während des Krieges unangenehme politische Tatsachen mitgeteilt wurden. Die Deffentlichkeit, die die Wahrheit nur tröpfchenweise erfährt, glaubt schließlich gar nichts mehr und nimmt gewohnheitsmäßig das Schlimmste an. Wer einer Vertrauenstrife vorbeugen will, und nach diesen Methoden verfährt, der wird schließlich das Vertrauen unheilbar erschüttern. Die Deffentlichkeit muß verlangen, daß sie keine frisierten Heeresberichte über den Fall Stinnes erhält. Es ist an der Zeit, daß verantwortlich e, nicht ,, bestunterrichtete" Bersönlichkeiten klar darlegen, was ist, und was berechtigt ist. Der Reichsbantpräsident, der dem Konsortium der Sanierungsbanken Rückendeckung für eine so gewaltige Kreditoperation gewährt, übernimmt damit eine schwere Berantwortung gegenüber der deutschen Volkswirtschaft, die der öffentlichen Begründung bedarf. Was man bisher erfahren hat, ist schlimm genug. Was ift, um einen Maßstab zu geben, der Fall des Barmat Konzerns, der mit wenigen Millionen illiquid zu werden drohte, mit dem Fall des Stinnes- Konzerns, dessen furzfristige Berpflichtungen von 120 millionen von Sanierungsbanken übernommen werden. Wir berühren dabei die juristische Seite nicht, wir geben mur einen Vergleichsmaßstab. Was ist mit dem Stinnes- Konzern? Was bedeutet seine Krise für den deutschen Kapitalmarkt, was für die deutsche Bolkswirtschaft? Die Beteiligten, und mit ihnen aus leicht verständlichen Gründen- ein großer Teil der Preffe, nament lich der rechtsstehenden, hat bisher gegenüber diesen brennen den Fragen den Kopf in den Sand gesteckt und die Methode des Vertuschens und Beschönigens geübt. Das Ergebnis wird fein die allgemeine Bertrauenskrise, der sie vorbeugen mollten. Schwache Haltung im Effekten- Freiverkehr. Die Schuld des Stinnes- Konzerns. Am heutigen Wochenschluß an den Sonnabenden fällt befanntlich während der Sommermonate der offizielle Börsenverkehr aus war die Tendenz auf den Effektenmärften, soweit sich dies unter diesen Umständen überblicken läßt, wieder vorwiegend fchwa ch. Die heute genannten Kurse hielten sich demzufolge durch weg unter den gestrigen Schlußnotierungen, ohne daß aber von einem irgendwie nennenswerten Geschäft die Rede sein fann. Kriegsanleihe wurde z. B. bis auf 0,350 Broz. herunter gesprochen. Man ist in Banffreifen angeblich darüber verstimmt, daß bereits jetzt von den Mitgliedern der Stüßungsaktion für den Stinnes- Konzern fleine Beträge abgefordert sein sollen, sowie darüber, daß die vor einigen Tagen verbreiteten Meldungen über die Höhe der Stinnesschen Schulden noch um 30 millionen Reichsmart zu niedrig angegeben worden seien. Immer eifriger wird die Diskussion über die angeblich unerträglichen Steuerlaften der Industrie, wobei man auf die in den Geschäftsberichten angegebenen Steuersummen verweist. Dabei wird aber zumeist übersehen, daß hierin die Umsatzsteuern enthalten sind, die erfah rungsgemäß ftets auf die Abnehmer bzw. Berbraucher abgewälzt merden. hat als Kaufmann gehandelt, und höchstens fönnte man seinen Streditgebern den Vorwurf machen, daß sie in der Kredithergabe zu freigebig gewesen seien. Aber wer wagt hier Vorwürfe zu erheben, wenn er sich in die damalige wirtschaftliche Situation zurückzusetzen vermag, die der Deflation unmittelbar folgte. Barmat ist eben eines der ersten Opfer der Deflationsfrise geworden; wird er das legte sein? Wir stehen noch mitten in der Krise, der Barmat zum Opfer fiel, und wir befürchten, daß sich im deutschen Wirtschaftsleben in den nächsten Monaten Ereignisse abspielen werden, gegen die der Fall Barmat" ein Kinderspiel sein tönnte." Der Unterschied ist nur der, daß sich für Barmat der Staatsanwalt intereffierte, ein pöllisch eingestellter Staatsanwalt, für Stinnes aber die Reichsbant. Zahlen Stinnes jetzt Erbschaftssteuer? Hugo Stinnes hatte es verstanden, noch nach seinem Tode bekannt, daß für das riesenhafte Erbe tein Pfennig Erb eine letzte Schiebung großen Stils zu machen. Als er starb wurde ichaftssteuer gezahlt zu werden brauchte. Er hatte rechtzeitig eine von den bürgerlichen Parteien in das Erschaftssteuergesetz eingeschmuggelte Bestimmung ausgenugt, die Ehegatten von jeder Erbschaftssteuer befreit und testamentarisch seine Ehefrau zur Alleinerbin eingesetzt. Wie sich jetzt aber zeigt, ist ihm diese Schiebung wohl doch vorbeigelungen. Denn seine Söhne hatten wohl teine Reigung, dauernd gemeinsam zu arbeiten. Wie aus den Pressemeldungen hervorgeht, die anläßlich der Kreditschwierigkeiten des Stinnes- Konzerns veröffentlicht wurden, ist es nunmehr zu einer Teilung des Vermögens gekommen, insbesondere ist an Dr. Edmund Stinnes ein Teil des Erbes herausgegeben worden. Durch diese Aufteilung des Bermögens ist aber nun doch die Steuer fällig geworden. Denn wie auch das Testament im einzelnen abgefaßt sein mag, entweder hat eine nachträgliche Erbteilung stattgefunden ober die Witwe Stinnes hat ihren Söhnen besondere Schen fungen in Höhe der überlassenen Vermögensteile gemacht. Sofern es sich um eine Erbauseinandersegung handelt, tritt damit nachträglich die Erbschaftssteuerpflicht ein die Kinder versteuern alfo ihr Erbe nach dem Bater. Wenn aber Schenkungen von der Mutter an ihre Söhne vorliegen, fo haben diese Schenkungssteuer nach der Mutter zu entrichten. Da Erbschafts- und Schenkungssteuer nach den gleichen Grundsäben erhoben werden, ist die Steuer in beiden Fällen gleich hoch. Als Stinnes starb, mußten die Finanzämter tatenlos zusehen, wie das gewaltige Erbe unversteuert in die Hände der Witwe über ging. Bei der jetzt erfolgten Aufteilung aber müssen sie in jedem Fall eingreifen. Wir fragen deshalb das Reichsfinanzminifterium, was geschehen ist, damit der Steuerfiskus diesmal feine Rechte wahrt, ob entsprechende Anweisungen an die Finanzämter ergangen sind und ob Maßregeln getroffen sind, die den steuerlichen Zugriff zu dem Riesenerbe fichern, ehe es sich weiter verflüchtigt hat. Sollte die Rechtsregierung in ihrer liebevollen Fürsorge für Stinnes die Antwort auf unsere Fragen, an denen die gesamte Deffentlichkeit großes Intereffe nimmt, verweigern oder zu verzögern fuchen, so wird man bei der Beratung des Etats des Finanzminifteriums im Reichtag wohl Gelegenheit haben, Herrn von Schlieben zur Antwort zu 3mingen. Fort mit den Garnzöllen! Bon H. Kräßig. Die geplanten höheren Zölle auf Textilwaren sollen nicht Kampfzölle, sondern Schutzölle sein; denn in der Begründung fehrt bei den einzelnen Tarifnummern dem Sinne nach immer die Bemerkung wieder, daß der geforderte Zollfaz nötig sei, um die betreffende Industriegruppe gegenüber der Konturenz des Auslandes zu erhalten. Bon vornherein muß gesagt werden, daß diese Begründung nicht nur nicht zutrifft, sondern die tatsächlichen Verhältnisse ge= radezu auf den Kopf stellt. Die Textilindustrie ist nicht nur erzeugende, sondern auch eine die Textilerzeugnisse verbrauchende Industrie. Die Produkte der Spinnerei z. B. verbrauchen die Webereien, Wirkereien, Strickereien. Und die Produkte der eben genannten Industriezweige verbraucht die Wäsche- und Konfektionsindustrie. Wir haben also in der Textilindustrie zwei große Gruppen. Die Gruppe der Garnerzeuger und die Gruppe der Garnverbraucher, die gemeinsam den Rohstoff für die Bekleidungsindustrie erzeugen. Den Konfurrenzfampf auf dem Weltmarkt haben in der Hauptsache die Garnverbraucher und die Bekleidungsindustrie zu führen. Gewiß fuchen auch die Garnerzeuger zu exportieren, und soweit das möglich ist, ohne daß unsere garnverarbeitende Industrie benachteiligt wird, ist das zu begrüßen. Aber das Ziel unserer Textilwirtschaft muß in erster Linie sein, den Rohstoff, den wir meist vom Ausland hereinnehmen, nicht nur bis zu einem Borprodukt, sondern bis zum Endprodukt der Befleidungsindustrie zu verarbeiten. Dieses Ziel läßt der Zolltarif vollständig außer acht. Würde die Regierung dieses Ziel im Auge haben, so müßte fie alles unterlassen, was den Zweigen der Tertilindustrie, die den Textilrohstoff bis zum Bekleidungszweck verarbeiten, die Konkurrenzfähigkeit erschwert. Die Regierung will das Gegenteil. Trotzdem die Garnindustrie in Deutschland technisch braucht, soll nach der Zollvorlage der Regierung der Zoll auf der Auslandskonkurrenz nicht nachsteht und feinen Zollschutz die Garne beträchtlich erhöht werden. verdoppelt werden. An Stelle der Staffelung von 6 bis Der Zoll für Baumwollgarne soll bis zur Garnnummer 83 25 m. pro 100 Kilo der einzelnen Barnnummern soll eine Staffelung von 12 bis 56 M. freten. Eine Berechtigung für diese Erhöhung der Zölle tann nicht anerkannt werden. Sie fann ganz besonders nicht anerkannt werden für die Baumwollgarne, die über der Garnnummer 83 liegen. Diese Garne, besonders die feinen, über Nr. 1001iegend, fann die deutsche Baumwollspinnerei in brauchbarer Qualität aus Gründen, die mit dem Klima zusammenhängen, gar nicht herstellen. Sie müssen von England bezogen werden. Die Firma van Delden in Gronau i. W. und noch eine andere Spinnerei haben es versucht, diese feinen Garne, die unsere Stickerei und Spigenindustrie hauptsächlich in Sachsen verarbeitet, herzustellen. Es fonnte aber fein brauchbares Garn hergestellt werden. Da die klimatischen Berhältnisse in Deutschland doch nie mit hohen Garnzöllen überwunden werden können, so ist es ein volkswirtschaftlicher Unsinn, der hochqualifizierten Stiderei- und Spizenindustrie im Freistaat Sachfen einen Finanzzoll von 56 bis 66 M. pro 100 Kilogramm auf den Rohstoff aufzuerlegen. Seit Jahren fämpft die Bogtländische Stickerei- und der Schweiz, in Frankreich und England. Der Ne Spigenindustrie einen schweren Kampf mit der Ronkurrenz in gierung ist bekannt, daß sowohl die deutsche wie auch die englische Konkurrenz gegen die Spigenindustrie in Calais nicht aufkommen fann. In England verlangte man in letter Zeit auf gewebte Spizen aus Calais einen Zoll von 33% Proz. des Wertes. Die deutsche Regierung weiß, daß die deutsche Konkurrenz in Calais geradezu erdrückt wird. Spitzenweberei, deren Maschinenzahl 275 beträgt, durch die Drittel der teueren und komplizierten Maschinen, die fämt3mei lich in Sachsen stehen, sind ohne Beschäftigung. Industrie in Calais stehen englische Garnlager zur Verfügung, von denen die Fabrikanten die Garne jederzeit in fleinen Quanten beziehen tönnen; fie brauchen also im Rohmaterial fein Kapital festzulegen. Ganz anders die deutsche Spizenmeberei. Sie muß, gleichviel, wie die Konjunktur tommen wird, meist Halbjahrskontrakte mit englischen Fabriken schließen, muß also viel Kapital im Garn festlegen und im Gegensatz zur Konkurrenz von Calais infolge der höheren Fracht mehr für das Garn zahlen. Dazu kommt nun die Regierung mit einer erheblichen Erhöhung der Garnzölle. Es wäre richtig, diese Garne 3.011frei zu machen und einer hochwertigen Qualitätsindustrie die Eristenz zu erleichtern. Der Das, was vorstehend von der Spitzenweberei gefagt wurde, gilt finngemäß für die ganze hochqualifizierte Tertilindustrie, soweit sie feine Garne verarbeitet. Hier werden Produkte hergestellt, die im Verhältnis zur Rohstoffmenge einen hohen mert haben. In diesem Wert steckt piel deutsche Arbeitskraft, deren Ausfuhr in dieser Form zu fördern die Aufgabe einer Regierung sein sollte, die fortgesetzt betont, wir müßten Qualitätswaren exportieren, wenn wir wieder wirtschaftlich hochkommen wollten. Worte, nichts als leere Worte! Die Praris ift eine andere. Auf dem Gebiete der Zollpolitik sind es die Agrarier, die Eisen- und Garnerzeuger, die das Feld und die Regierung beherrschen. Die Spinnereien haben sich, nicht zulent mit Mitteln, die aus der 3wangswirtschaft der Kriegszeit stammen, zu mächtigen Interessenorganisationen herausge arbeitet. Und sie haben es durchgesezt, daß in dieser Zoll vorlage ihre Interessen denjenigen der Garnverarbeiter vorangestellt wurden. Ganz toll wird es in der Wollindustrie getrieben. Hier ist den Herren der Appetit beim Effen getommen; und dieser Appetit ist, wie dem Unterrichteten be fannt ist, mit den in der Zollvorlage eingesetzten Sägen lange nicht befriedigt. Für Kammgarn und Streich garn, roh, eindrähtig, beträgt der jetzige Zollfatz 8 M. Vor einiger Zeit trat der Borschlag hervor, für Rammgarn 19 M. und für Streichgarn 21 m. pro 100 Kilogramm zu setzen. In der Zollvorlage hat man den 3ollfaz für beide Garnarten auf 30 M. festgefekt; mithin eine Erhöhung des jeßigen 3olles um 250 Proz. vorgenommen. Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt diese enorme Erhöhung des Bolles. Die Kammgarn spinnereien haben allezeit zu den ertragreichsten Be trieben der deutschen Textilindustrie gehört. Und es hat fich nichts, aber auch gar nichts geändert, aus dem man schließen fönnte, daß das anders werden würde. Diese Zollerhöhung, für die auch nicht einmal der Verfuch einer stichhaltigen Begründung gemacht werden kann, ist eine schwere Beeinträchtigung unserer Woll webereien für hochwertige Herren- und Damenbekleidungsstoffe. Die Kammgarnspinnereien betreiben hiermit eine Politit, ähnlich wie die der Schwereisenindustrie. Sie wollen ihre Produktion erheblich über den Rahmen des Bedarfs der inländischen Jadustrie ausdehnen und sich für Preisausfälle beim Konkurrenztampf auf dem Auslandsmartt fchadlos halten an den durch die neuen 3ölle erhöhten Preisen der Garne für die inländischen Bollmebereien. Dasselbe Ziel verfolgen die Baumwollspinne reien; und die Garnverbraucher müßten heute schon in hellstem Aufruhr gegen diese Absichten der Spinnereien stehen. Denn werden diese Abfichten verwirklicht, wird der deutschen gernverarbeitenden Industrie i nder Formderhöheren Garnzölle die Differenz des Garnpreises auferlegt, um melche der ausländische Kon furrent das deutsche Garn billiger erhält, dann ist doch erst recht feine Möglichkeit, mit den ausländischen Garnverbrauchern zu fonfurrieren. Diese Zollpolitik führt olfo unsere Textilindustrie, die, soweit die Garnverarbeitung in Frage tommt, auch technisch vielfach noch sehr zurüd ist, in ganz unhaltbare 3 ustände hinein. Nun wird gesagt, die Garnverarbeiter feien ja mit diesen höheren Garnzöllen einverstanden, und die müßten doch am besten miffen, was ihre Industrie tragen fann. Wir werden diese Frage später in anderem Zusammenhang näher unter suchen. Es sei nur heute noch gesagt, daß fürzlich der Direktor einer der größten fächsischen Beberein zu mir fam, um mich für einen höheren Zoll auf Breitgewebe zu gewinnen, und daß er dabe: Stein und Bein flagte über die Unmöglichkeit, wie früher feine Produtte exportieren zu können. Als ich ihn dann auf die Intonfequenz der erhöhten Garnzölle hinwies, die doch die Konkurrenzfähigkeit noch herabsezfen, gab er zu, daß er sich selbst geschädigt habe, als er den Spinnern, bis zur Garnnummer 85, einen höheren 3oll konzediert habe. Den Zoll für Garnnummern über 85 hielt auch er für unberechtigt. Im übrigen hoffte er für die erhöhten Garnzölle Ersatz zu finden in den erhöhten Gewebe zöllen, für die er unsere Frattion gewinnen wollte. Und das war eine führende Persönlichkeit aus der Beberei! So sieht es aus um das Wissen der Garnverbraucher, welche Barnzoll. belastung sie ihrer Industrie zumuten fönnen. Handelsprovisorium mit Polen? Die Frage der Kohleneinfuhr. Weit Tagesanbruch des 15. Jumi läuft die Berpflichtung ab. Die auf Grund der Versailler Bestimmungen Deutschland im Genje: Abkommen auf sich nehmen mußte, monatlich fünfhunderttausend Tonnen polnisch- oberschlesische Kohlen abzunehmen und zollfrei ein zuführen. In den deutsch- polnischen Wirtschafts verhandlungen, die seit dreieinhalb Monaten ohne fichtbaren Die Achtzigjährige spricht. In der amerikanischen Monatsschrift The Atlantic Monthly finden sich die Erinnerungen einer ungenannten Achtzigjährigen, die sie als gehren, Geduld zu bewahren, der Sache zu dienen und die Hoffnung nicht aufzugeben bezeichnet. Es sind hier nur folche Tatsachen daraus wiedergegeben, die für den europäischen Refer ohne weiteres verständlich find. Dabei zeigt sich, in welchem ungeheuren Ausmaße sich das Weltbild in diefer Zeitspanne geändert hat. Ich habe gesehen: Die europäische Revolution des Jahres 1848. Frankreich, wie es aus einer Republit zu einem Kaiserreich wurde und dann die Kommune durchmachte, um wieder eine Republik zu werden. Den Aufstieg und den Sturz Preußens. | Fortschritt in Berlin geführt werden, spielt die polnische Forderung nach Berlängerung dieser Kohleneinfuhr eine weit größere Rolle, als der Bedeutung dieser Einfuhr im Rahmen der deutsch polnischen Handelsbeziehungen an sich entsprechen würde. Im ersten Bierteljahr 1925 hat Polen nach Deutschland für 138,6 Millionen Goldmark Waren ausgeführt, darunter aber nur für etwa 15 Millionen Mart Kohle. Die deutsche Ausfuhr nach Polen im gleichen Zeitraum betrug 102 millionen Mart. Sehr groß ist die Bedeutung der Abnahme polnischer Kohle jedoch für den deutschen Kohlenbergbau. Im Ruhrbergbau liegt eine ganze Monatsproduktion auf der Halde, im Waldenburger Revier verdienen die Bergarbeiter durchschnittlich 80 Mart im Monat, so zahlreich find die Feierschichten, und man befürchtet dort geradezu Hungerrevolten. In Deutschoberschlesien herrscht derselbe Zustand, die deutschoberfchlesische Kohle aber fann nicht längere Zeit auf der Halde liegen bleiben, da fie fich sonst entzündet und verbrennt. Spricht also das Interesse des deutschen Kohlenbergbaucs gegen eine Berlängerung der polnischen Kohleneinfuhr, so hat Bolen daran ein desto größeres Intereffe, weil bei seinen sehr schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen die Deviseneinnahme von 5 Millionen Goldmart im Monat zur Stügung seiner Währung sehr wesentlich ist; der Devisenbestand der polnischen Notenbank ist seit Jahres beginn um 37 Prozent zurückgegangen trog der gewaltigen Er trotz der gewaltigen Er. schwerung und Berteuerung jeder Auslandsreise polnischer Staatsbürger und trotz der plöglichen Erhöhung zahlreicher polnischer Zölle um mehrere hundert Prozent, wodurch insbesondere die Lugus warenzinfuhr aus Frankreich, der Tschechoslowakei und anderen Ländern schwer getroffen wurde. Würde Deutschland keine polnische Rohle mehr aufnehmen, so würden im ostoberschlesischen Rohlenbergbau 25-30 000 von den 95 000 Arbeitern entlassen wer den, wobei zu bedenken ist, daß zwar nicht mehr unter den Arbeitern, wohl aber unter den Steigern und Beamten noch viele Deutsche find, von denen in solchem Falle wohl auch ein größerer Teil aus Bolen herausgedrückt würde. Da nun die Handelsvertragsverhandlungen selbst bisher ein Resultat nicht ergeben haben, unter anderem auch wegen der Weigerung Bolens, Deutschland die personelle Meist begünstigung zuzugestehen, so hat Deutschland den Abschluß eines Handelsprovisoriums vorgeschlagen. zumal die Reichsregierung nach ihren Bersicherungen nicht daran denkt, in einen 3011frieg mit Bolen hineinzuschliddern und auch die Bertretung Bolens ständig betont, daß Polen gleichfalls einen Wirtschaftsfrieg durchaus zu ver meiden wünscht. Bei dem entscheidenden Wert, den die Bolen auf eine Berlängerung der Kohlenabnahme legen, hat die deutsche Abordnung vorgefchlagen Korfanty hat diese Zahl in Warschau veröffentlichtveröffentlicht, 60 000 Tonnen oftoberschlesischer Kohle meiter nach Deutschland einzulassen. Man sagte sich, daß, wenn man durch vollständige Ablehnung weiteren Kohlenbezugs aus Polen zu einem Wirtschaftstonflitt täme, die deutsche Fertigindustrie ihre beträchtliche Ausfuhr nach Bolen verlieren fönnte. Es ist nicht bekannt, wie Bolen diesen Vermittlungsvorschlag der Folgen des 15. Juni, den Kohlenimporteuren gestattet, die bis aufnehmen wird. Der Reichskohlenkommissar hat, zur Milderung zu diesem Tage einzuführende Menge von 250 000 Tonnen bis Ende dieses Monats einzuführen. Uns würde es nur gerecht erscheinen, wenn jene deutschen Industriellen und Exporteure, die durch Anbahnung und Fortjeßung der Wirtschaftsbeziehungen mit Polen große Gewinne er zielen, dafür auch Opfer bringen würden, um das Los der Bergarbeiter zu lindern, die durch weiteren Kohlenbezug aus Bolen schwer geschädigt werden. Verschleppung der Pachtschuhordnung. Zentrum und Rechtsparteien gegen die Pächter, Der Bohmungsausschuß des Reichstages hatte vor einiger Zeit nach längeren Beratungen beschloffen, die Bachtschutzordnung auf zwei Jahre zu verlängern. Gleichzeitig wurden einige unmefent liche Veränderungen zugunsten der Bächter durchgesezt Am 10. Juni sollten die Anträge des Ausschusses im Plenum beraten werden. Groß war jedoch das Erstaunen auf der Linken, als nach der Berichterstattung durch den Genossen Selling das Zentrum einen Bertagungsantrag stellte, der mit Hilfe der Rechten ange Ich habe zwölf Kriege gesehen: den merikanischen Krieg; den Krimfrieg; den Krieg für die italienische Unabhängigkeit; den indischen Aufstand; unseren Bürgerkrieg; Preußen gegen Dänemart und die Annexion von Schleswig- Holstein; Preußen gegen Desterreich: Preußen.gegen Frankreich und die Annexion von Elsaß- Lothringen; Rußland gegen die Türkei; die Vereinigten Staaten gegen Spanien; Rußland gegen Japan; den Weltkrieg. Ein neues, ständig machsendes Gefühl für die Friedensfrage. Erziehung zum Internationalismus. Das Bachsen der Gewerkschaften von fleinen unbedeutenden Gruppen zu der Macht, die die Räder der Industrie zum Stillstand bringen und jedes Haus im Land in Mitleidenschaft ziehen kann. Die Teilhaberschaft der Arbeiter an Betrieben, bei denen sie angestellt sind. Die Bildung von Arbeiterbanken. Das erschütternde Anwachsen des Kapitals und des organi mißbrauchen. Diese beiden Gruppen organisierter Macht stehen einander gegenüber. Die Geburt eines neuen Deutschlands und eines neuen Rußlands. fierten Kapitalismus mit der furchtbaren Bersuchung, seine Macht zu Ein geeintes Italien. Die Befreiung des russischen Leibeigenen. England, das aus dem Bereinigten Rönigreich Großbritannien und Irland unter Disraeli zu einem Imperium wurde und das nun einen„ Commonwealth freier Staaten" darstellt. Einen Bauernsohn, Macdonald, als Ministerpräsidenten. Die lange Reihe sozialer Geseze; den Schuß von Frauen und Flugzeugen Rindern in der Industrie und in den Bergwerfen. Das Ende der Negersklaverei in Amerika. Den Bau der großen Eisenbahnen, welche die beiden Ozeane verbinden. Die Entdeckung des Erdöles und feine allgemeine und fich immer steigernde Berwendung. Motoren und Automobile. Das Luftschiff. Don Allgemeine Anwendung der Anästhetisierungsmethode in der aufgestiegen, und in einem Fall brachte sogar ein Ballon ReMedizin und Chirurgie. Das Ueberfeekabel. Wo unser Wetter herkommt. Durch die Erforschung der höheren Luftschichten mit Hilfe von Registrierballons und durch den Aufstieg und Luftschiffen ist unser Berständnis für die Entstehung des Wetters sehr gefördert worden. Nachdem schon früher Flieger zum Zweck der meteorologischen Beobachtung in große Höhen aufgestiegen waren, haben jet englische Flieger in neuen Maschinen, ausgerüftet mit Anzügen, die elektrisch erwärmt leichtern, sehr hohe Luftschichten aufgesucht. Die großen Flüge der werden, und mit Sauerstoffapparaten, die ihnen die Atmung er Luftschiffe haben ebenfalls wichtige Ergebnisse über die Luftströme in großen Höhen ergeben. Registrierballons ohne mensch liche Bemannung sind häufig bis zu höhen von 15 bis 20 Kilometer gistrierungen aus einer Höhe von 36 Kilometern. Aus diesen Messungen der hohen Luftschichten tritt die Tatsache immer deut. entsteht, viele, viele Kilometer über unseren Köpfen entstehen und daß unser Wetter aus großen Höhen kommt. Auf diefer Annahme beruht die Theorie. daß unsere Bitterung hauptsächlich durch die beständige gegenseitige Einwirtung zweier großer Luftströmungen aufeinander erzeugt wird. Die eine, eine falte Strömung, fließt vom Bol herunter, und die andere, eine marme Strömung, steigt von den Tropen aufwärts. Bo fich nun diese beiden Strömungen begegnen und diese Punkte find sehr verschieden da erhebt sich die warme Luft über die falte und es entstehen Bedingungen, die feuchtes oder windiges Better hervor. rufen. Systematische Wetterberichte gehen erft etwa 100 Jahre zurüd, und es war befanntlich Goethe, der die Wichtigkeit folcher regelmäßiger Betterbeobachtungen erkannte und mit die erste Organisation veranlaßte. Die moderne meteorologische Forschung ar beitet erst seit etwa einem halben Jahrhundert, und sie hat noch sehr viel zu lernen, bevor sie auf ganz ficherer Grundlage steht. Der Schlüffel für jede Witterung liegt ja in dem atmosphärischen Drud, Die veränderte Stellung der Frauen hinsichtlich Bermögensver- licher hervor, daß die Bedingungen, aus denen unsere Witterung waltung und Bormundschaft der Kinder. Frauenstimmrecht. Rochs Lehre vom Bazillus eine Revolution. Einsteins Relativitätstheorie. Den Weg vom Ochsen vor dem Pflug bis zum Trattor. Angewandte Elektrizität, wahrscheinlich erst am Anfang ihrer Möglichkeiten. Den Rampf für Reform der Gefängnisse und der Kriminalistit, für weifere, vernünftigere, heilsamere Richtersprüche über den Ber brecher. Röntgenstrahlen, vorbeugende Medizin und Schußimpfung. Radium mit seinen ungeheuren Zukunftsmöglichkeiten. Darwinismus mit den daraus folgenden Dentrevolutionen. Seränderte menschliche Haltung gegenüber Scheidung und ehelichkeit. | | nommen wurde. Sachliche Gründe sprachen nicht für diese plötzliche Bertagung, es mußten vielmehr in legter Stunde hinter den Kulissen Kräfte am Werte gewesen sein, um den Bersuch zu machen, die Ausschußbeschlüsse im Sinne der Berpächter zu revidieren. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, ist es der preußische Landwirtschaftsminister Steiger, welcher für die Wünsche der Verpächter eintritt und am liebsten den ganzen Pachtschutz abbauen möchte. Minister Steiger wie auch auch Reichsarbeitsminister Dr. Brauns sind in hannoverschen Wahlkreisen gewählt, wo der Bachtschutz für die dortigen vielen Kleinpächter und Heuerleute eine Lebensfrage bedeutet. Große Kreise dieser Berufsschichten haben bei den legten Wahlen nur deswegen Zentrum gewählt, weil ihnen bezüglich der Bachtschukordnung weitgehende Bersprechungen gemacht wurden, die anscheinend das Zentrum jetzt nach den Wahlen nicht mehr halten will. Bezeichnend für die Stellung des Zentrums zur Pachtfrage ist auch die Rede des Abg. Crone- Münzebrod, die er vor einigen Wochen gelegentlich der Verabschiebung des Etats des Reichsminifters für Ernährung und Landwirtschaft gehalten hat. In dieser Rede wird zunächst ausgeführt, daß das Zentrum für einen Abbau des Pachtschutzes ist. Gleichzeitig behauptete Herr CroneMünzebrod, daß seine Parteifreunde in Westfalen es nicht ungern sähen, wenn bei Weiterbestehen der Pachtschuhordnung ihre Heuerhäuser durch Naturereigniffe warm abgebrochen würden. Die übermütigen Zentrumsbauern Westfalens find hier offenherzig genug, einzugestehen, daß sie, um ihren Herrenstandpunkt durchzufezen, gerne die Häuser ihrer Heuerleute den Flammen preisgeben, wenn die Pachtschutzordnung weiter bestehen sollte. Sparpolitik der Reaktion. Kein Geld für die Schule. Seit Jahren besteht das Elend der Junglehrer; alle Barteien haben sich feierlich im Reichstag und in ihrer Presse und gegenüber den Lehrerverbänden verpflichtet, bei der Haushalts beratung im Reichstag ausreichende Mittel zur Behebung der Junglehrernot anzusetzen. Im Sparausschuß des Reichstags tann feine Einigung erzielt werden. Im Plenum des Haushalts stimmen die Deutschnationalen, die Mehrheit des Zentrums und eine Anzahl der Deutschen Volkspartei gegen die Bewilligung der Mittel. Der Antrag der Sozialdemokraten auf Bewilligung von 10 Millionen wird abgelehnt und der Antrag der bürgerlichen Parteien auf 6 Millionen wird dann mit Hilfe der Kommunisten, Sozialdemo fraten, Demokraten und einigen Lehrern der Rechtsparteien an. genommen. Für Erziehungsbeihilfen und für das Boltsschulwesen und für die Bolksbildung hat man nur geringe Mittel zur Verfügung, denn es muß gespart werden. Dagegen ist trotz der vielen Hunderte von Millionen, die die Kirche und die kirchlichen Organisationen im Laufe der Jahre troß der Trennung von Staat und Kirche erhalten haben, für die Kirche weiteres Geld da. Obs wohl im Sparausschuß immer wieder betont wurde, daß feine Mittel vorhanden sind, stellten die Rechtsparteien und das Zentrum den Antrag auf Einfeßung von einer Million, die an die Kirche und an die firchlichen Verbände zur Berteilung fommen follte. Der Antrag wurde im heutigen Hauptausschuß mit Stimmengleichheit abgelehnt. Für das Stadion in Berlin wurden, obwohl auch die bürgerlichen Redner zugestehen mußten, daß ungenügende Unterlagen für den Antrag vorhanden sind, eine million Mark bewilligt. Diese Sorte Sparpolitit" bekämpften die Sozialdemokraten auf das schärffte. Unser Genosse Müller gab die Erklärung ab, daß nach diesen Bratiten die Fraktion fich vorbehalten muß, ob sie ihre Mitglieder meiter im Sparausschus belaffen mil outlet follte schon am Donnerstag die Regierung übernehmen. Die belgische Dauertrife. Ein sozialistisch- katholisches Kabinett Boullet sollte schon am Donnerstag die Regierung übernehmen. 7 Enthaltungen abgelehnt hat, ist Boullet zuriufgetreten und Da jedoch die katholische Frattion mit 33 gegen 32 Stimmen bet an be Bynere wieder berufen. Die chriftlichen Demotraten erffären sehr entschieden, daß die Spaltung ber fatholischen Partei unvermeidlich sei. der durch die Wärmeausstrahlung der Sonne hervorgerufen wird. Steigerung des Drudes bedeutet gutes Better, während Abnahme schlechtes Wetter voraussehen läßt. Aber neben diesen Drudver hältniffen, die ja stets in den Witterungsberichten mitgeteilt werden, nuß auch den Temperaturveränderungen in fehr großen Lufthöhen mehr Aufmerksamkeit zugewendet werden. Es besteht bereits ein Syftem, um Karten auszuarbeiten, die die Luftströmungen in den nieberen Schichten zeigen. Wenn es nun gelingt, diese Karten durch genaue Kenntnisse der atmosphärischen Bedingungen in den großen Höhen zu bereichern, dann wird die Wettervorhersage sehr viel sicherer und für größere Zeiträume erfolgen tönnen. Sterben die Maori aus? Die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, find weit bildsamer und daher auch anpaffungs- und widerstandsfähiger als die übrigen Polynesier; trozdem hört man meist die Ansicht vertreten, daß sie vor dem Aussterben stünden. Neuere Untersuchungen widerlegen diese Auffassung, wenn fie auch ihr Entstehen erklärlich erscheinen lassen. Seit der Ankunft der Beißen auf den Inseln find die Eingeborenen allerdings start zu. rüdgegangen; während man ihre Zahl in der Zeit vor der europäischen Besiedelung auf 200 000 bis 500 000 schäßt, war sie 1857 auf 56 000 gefunten und fiel meiter auf 45 000( 1874) und 42000 ( 1891). Seitdem zeigten die Zählungen aber ein langfames Wiederanfteigen bis auf 53 000 im Jahr 1921; daß daraus wirklich auf eine ständige Zunahme geschloffen werden kann, geht aus der Zahl der Kinder unter 15 Jahren hervor, die 1891 34, 1921 40 Broz. der gesamten Bevölkerung betrug. Dagegen scheint gerade infolge ihrer Anpassungsfähigkeit das Aufgehen der Maori in der weißen Bevölkerung nur noch eine Frage der Zeit zu sein. 1906 hatten bereits 12,7 Broz. europäisches Blut; unter den 814 Mann des Gründen tann auf eine weitere Berminderung der Bollblutmaori Maoribataillons im Jahr 1919 gar 50,1 Broz. Auch aus andern gerechnet werden. Die Revolutionsmuseen im Sowjetbunde. Im Sowjetbunde gibt es gegenwärtig nicht weniger als 45 Revolutionsmuseen. Doch vers fügen diese über geringe Mittel und bedürfen der Unterstügung der Sentrale. Dagegen hat sich das Revolutionsmuseum in Mostau, das im Mai 1924 gegründet wurde, außerordentlich erweitert. Urfprünglich waren nur 7 Gäle eröffnet. Jegt ist die Zahl der Ausfiellungsräume auf 24 gewachsen. Das Museum hat sich zur Aufgabe gestellt, die ruffische Revolution von ihren Anfängen an, ins besondere die revolutionäre Entwidlung der letzten Jahrhunderte darzustellen. Erftaufführungen der Woche. Mont. Bolfsbühne: iesco". Frel'ag Schillerth.: Doppelfelbstmord".- Goethe- Bühne:.Die Brüder on St. Bernhard". Sonnab. Saufpielbaus: Jugend". Sto möblenhaus:„ Der leste us". Renaissance- Th.:„ Attas". Ein Jesus- Drama Bernhard Shaws. Wie die Zeitschrift, Das Theater", Berlin. 9, in ihrem nächsten Seit mitteilt, ist Benbard Sham mit ber Niederschrift eines neuen Schauspiels befchäftigt, daß das Leben Jesu bebandelt. Die Uraufführung soll in der nächsten Spielzeit in London stattfinden. Ein neuer Jerome. Der in Deutschland bereits erfolgreich aufgeführte englische Dramatiker Jerome R. Jerome bat eine neue Komödie mit dem Titel Mein fchönes Fräulein, barf ich wagen?" vollendet. Die Un aufführung der Komödie findet am Schauspielhaus in Daffelborf tatt die Tragödie von Thina. «n Manifest chinesischer Professoren. Die Professoren der chinesischen Reichsunioer» fität zu Peking haben zu dem Schanghaier Blutbad ein Manifest erlassen, in dem es heißt: .Die Tragödie, die sich in der Internationalen Nieder- lassung in Schanghai abgespielt hat, hat das chinesische Volt mit Entsetzen und Abscheu ersüllt. Lohnstreiks chinesischer Arbeiter in japanischen Daumwollspinnereien hatten sich in Tsingtau und Schang- Hai ereignet und einer der St reitenden mar von den Japanern ohne jeden Grund erschossen worden. Um gegen diesen Akt der Brutalität zu manifestieren, unternahmen chinesische Studenten, junge Leute und junge Mädchen, am 30. Mai einen Umzug durch die Straßen Schanghais. Sie waren nur mit Flugblättern und Drucksachen bewaffnet. Die P o l i z« i der I n t e r- nationalen Niederlassung in Schanghai, die praktisch unter vollständiger Kontrolle der Behörden und des Konsul» von Groß-Britannien steht, hiett es nicht für nötig, die Demonstration zu verbieten, sondern nahm einige der teilnehmenden Studenten fest. Darauf begaben sich die übrigen Studenten zur Polizei, um die Freilasiung ihrer Swdienkollegen zu erwirken. Die Polizei befahl ihnen, sich zu zerstreuen. Als sie dem Befehl nicht nachkamen, befahl ein britischer Polizei- inspektor. scharf zu schießen. Sechs Studenten waren aus der Stelle tot. über vierzig schwer verwundet. Das verhinderte jedoch die unbewaffneten Studenten nicht, die Demonstration zu wiederholen, und so dauerte das Gewehr- und Maschinengewehr- feuer der unter britischer Kontroll« stehenden Polizei wenigstens sechs Tage an. Die genaue Zahl der Toten und Derwundeten steht z. Zt. noch nicht fest, aber die meisten Berichte besagen, daß zum Mindesten 7» Personen getötet und über 300 verwundet wurden. Die Verluste betreffen sämtfsch Chinesen und weder ein Engländer noch ein Angehöriger einer anderen Nation erscheint auf der Verlustliste. Würde irgendein gerecht denkende» Volt dies« jungen Leute und jungen Mädchen als Aufrührer ansehen und gegen sie mit Gewehr- und Maschinengewehrsalven vorgehen? Kann diese Moni- festation, wie einige ausländische Zeitungsagentursn meldeten, als fremdenfeindlich oder bolschewistisch angesehen werden? Waren nicht die Taten der Behörden mit Ueberlegung ausgeführt, da das Vorgehen sechs Tage lang andauerte? Warum hat weder der britische noch der japanische Gesandte in Peking sofort dem Morden Einhalt getan, wenn sie es nicht billigten, das sind Fragen, die wir nur aufwerfen, aber nicht beantworten wollen. Man wird es in Europa und in Amerika kaum glaublich finden, daß Beamte zivilisierter Staaten solche Taten begehen oder billigen konnten. aber eine Erklärung kann leicht darin gefunden werden, wenn man bedenkt, daß die Ausländer in China feit langem durch u n- gerech te Vertragsklauseln privilegiert worden sind, und aus diesem Grunde den Sinn für moralisch« und rechtliche Der- antwortung verloren haben, den ihr« Landsleut« in ihrer Heimat besitzen. Jetzt herrscht ein Gefühl der Erbitterung in allen Klassen der chinesischen Bevölkerung. Streiks in britischen und japanischen Fabriken und Boykotts gegen britische und japa- Nische Waren kommen in ganz China auf." Strastenkampf in Kanton. Kankon, 13. Juni.(Reuter.) Dreitausend Mann der Kontontruppen überschrttten gestern von der Insel Honcm aus den Strom und gingen drei Meilen östlich von THungsHan an Land Deftlich von Tunghsan, einer Vorftandt von Kanton, begann sodann ein Gefecht. Später drangen die Kantontruppen weiter in die Stadt ein; sie kämpfen jetzt in der Nähe der Universität von Kanton Halbweg» zwischen Tungsha» und dem Ausländer- viertel Schamien. Di« strategisch wichtigsten Punkte von Schamien sind mit Sandsacken und Barrikaden befestigt worden. Dies ist nur eine Vorsichtsmaßregel, da Unruhen nicht erwartet werden.(?) Eine flnklaqereüe Llopü Georges. London, 13. Juni. Lloyd George erklärte in einer Rede in Scarborough: Ein« Ursach« von endlosen, möglichen Schwierigketten sei die engherzige, ungerechte und harte Anwendung der Bedingungen des Verfailler Vertrages. Dieser sei ein schwerer Vertrag: aber dies sei um so mehr ein Grund, ihn mit Toleranz, Wahrheit und Weitherzigkeit auszulegen. Er enthalte Bestimmungen. welche es möglich mochten, ihn von Zeit zu Zeit abzuän- dern und zu beschränken. Obgleich die Alliierten den Geist der Bedingungen mit Bezug auf die Reparationen durchgeführt hätten, träfe dces nicht zu bezüglich anderer Fragen. Lloyd Georg« erwähnte da» Ruhrgebiet, wo die Forderungen der Franzosen im großen und ganzen von einer Art seien, welche die Leiden- schatten einer Bevölkerung, die ganz natürlich ihrem Baterland anhänge, erregen müsse. In O b e r s ch l e s i« n sei nicht da» Urteil gefällt worden, das man von einem unparteiischen, rechtlichen Tribunal erwartete. Dies werde in Zukunft wettere Schwierigkeiten für Europa schaffen. Man nehme weiter den Fall der N i ch t r ä u m u n g K ö l n». Es gäbe nichts Gefährlichere» für den Frieden, als die Besetzung ein«? Landes durch die Truppen eine» anderen Landes. Die Engländer hätten Köln bereits im Januar räumen müssen, hätten es aber immer noch nicht getan. Weshalb? Die Franzosen entdeckten plötzlich, daß die Deutschen die Abrüstungsbestimmungen des Ver- träges nicht durchgeführt hätten. Lloyd George fuhr fort: Er sage keineswegs, daß der Bertrag nicht hier und da«in wenig oerletzt worden sei: aber Im wesentlichen hätten die Deutschen ihn durchgeführt. Lloyd George erklärte: Es sei ein wenig seltsam, daß er, der«lne führend« Rolle im Krieg gespielt habe, hierher komme, um für einen Feind zu plädieren. Er tue dies ober im Interesse der Gerechtigkeit und Billig- k e i t. und als einer, der im Interesse de» britischen Reiches seinen Namen unter den vertrag gesetzt hätte. Zur Pakt frag« führte Lloyd George au«: Es scheine, daß Frankreich seine Grenzen durch England und Deutschland garantiert sehen wolle, daß es jedoch die Freiheit hoben wolle, durch Deutschland zu marschieren, wenn«in Streit mit Polen, der Tschecho. slowakei oder irgendeiner andeien Macht eintrete.' Wenn Frank- reich sagen würde, daß es in ledem derartigen Streitfall um«inen Schiedsspruch ersuchen würde, so wurde dagegen nichts«inzuwenden sein. Aber wenn England dem Pakt beitrete, nur um Frankreich «ine Sicherhett zu geben, die es>hw ermöglichen würde, unge- straft gegen Deutschland Krieg zu führen, so sei da» ein Ereignis, welches die Engländer nicht b l I l i g« n könnten. Man müsse zusehen, daß in dieser Frage der richtige Schritt getan werde. Lloyd George erklärte unter Beifall: Vor allem.müss« der Völker- bund gestärkt werden. Die Forderung von Frankreich könne lauten:.Steht zu dem Friedensvertrag! Lloyd George sagt«: Ja. aber zum gesamten Vertrag, bei dem die ersten 20 Bestimmun- gen die Verfassung des Völkerbundes bilden! Di« ersten Seiten de» Pakte» find«In» feierliche Satzung, die von den Nationen unter- zeichnet Ist, daß Streitigkeiten in Zukunft durch rechttich« Erwägung und nicht durch Gewalt'geschlichtet werden müssen. Laßt uns darauf bestehen, daß der Völkerbund das Recht hat. zu entscheiden. Lloyd George schloß: Ich will nicht, daß das britisch« Reich mtt dem Kainsmal auf der Etsrn durch die Zeiten geht. Laßt Sroßbrttaoni« sein» Pflicht tun und nicht» fürchten. y,. die fluslanösanleihe der Staöt Serlm. Eine Vorlage an die S ladloerordnetenversammlung. Die Städtische Finanz- und Steuerdeputation hat bereits vor einigen Tagen prinzipiell ihre Zustimmung zur Auflage einer Auslandsanleihe von 50 Millionen Mark erteilt. Jetzt liegt der Berliner Stadtverordnetenversammlung in endgültiger Fassung die Anleihevorloge des Kämmerers vor. Donach schlägt der Berliner Kämmerer die Ausnahme einer amerikanischen Anleihe in höhe von lS Millionen Dollar für den Erweilerungsbau des Slädti- schen Elekirizitätswerkes und für die endgültige Finanzierung der Nord-Süd-Lahn vor. Der haushallsausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung bereits unter dem Etatstitel„Außerordenllichs Verwaltung" seine Zustimmung zu dieser Anleihe gegeben. Allerdings übersteigt der Betrog von IS Millionen Dollar um 13 Millionen Mark die bisher angegebene Summe. Dei den Stadtverordneten aller Par- teien herrscht aber darüber Uebereinstiinmung, daß Berlin diese Anleihe unter allen Umständen gebraucht. Ueber den Städtischen Elektrizitätswerken schwebt das Damoklesschwert der Anschlußsperre. Der Vorstand der Werke hat erklärt, daß am 1. Juli die Sperre erfolgen muß, wenn die Finanzierung des pro» jektierten Neubaues nicht gesichert werden kann. Unter keinen Um- ständen darf Berlin in diese Lage kommen. Die Schwierigkeiten, die die Aufsichtsbehörden zurzett der Anleiheauflegung noch bereiten, müssen unter allen Umständen überwunden werden. Es ist unmög- lich, aus laufenden Einnahmen die ungeheuren Erweiterungsbauten zu leisten, zu denen die Stadt gezwungen ist. Wenn die Aussichts- behörden der Anleihe Schwierigkeiten machen sollten, dann würden sie damit die Verantwortung dafür Übernehmen, daß in kurzer Zeit kein« Anschlüsse an die Elektrizitätswerke mehr vorgenommen werden können. Sie trügen auch die Ver- antwortung für die Einstellung des Wetterbaues unseres Schnell- bahnnctzcs. Man kann hoffen, daß die wirtschaftliche Einsicht über alle anderen Bedenken siegen wird und die Stadt endlich in die Lage versetzt wird, wenigstens einen Teil ihrer Aufgaben zu lösen. Lustmord an einer Zehnjährigen. hohe Belohnung zur Ergeifung de» Taler». heute früh um 4% Uhr wurde die Leiche der 10 Jahre ollen Schülerin S e n t a Eckert, die sett dem 8. d. M. vermißt wurde, aufgefunden. Die Leiche lag in einem Kornfelde dicht an der Bahnstrecke Berlin-Karow. Die kleine Eckert, die bei ihren Ellern in der Stolpischen Str. 41 wohnte, war am 8. Juni, dem letzten Ferientage, nach dem väter- lichen Laubengrundstück in Blankenburg geschickt worden. Das Kind hatte diesen Weg schon öfter allein gemocht, und so trugen die Eltern auch dlesmal keine Bedenken. Morgens um 8% Uhr war es von Hause weggegangen, um. wie gewöhnlich, vom Bahnhof Gesundbrunnen abzufahren. Da die väterliche Laube dem Bahnhof Karow näher liegt, so ist das Kind auch bis dahin gefahren, um dann wenige hundert Meter den Bahndamm zurückzugehen, hier muß man in einen kleinen Seitenweg abbiegen und gelangt danach auf das Laubengelände. An dem fraglichen Tage war das Kind nicht in der Laube angekommen und seitdem spurlos verschwunden. Die be- sorgten Eltern boten olles auf, um den Aufenthall ihres Kinde» zu ermitteln. Das kleine Mädchen besuchte ein Lyzeum in der Nähe der Stolpischen Straße und galt als eine aufgeweckte und be- g a b t e S ch ü l e r i n. Die letzte Zensur, die es nach Haus« brachte, war gut, und es lag deshalb kein Grund vor, anzunehmen, daß es sich aus Furcht vor der Schule heimlich entfernt habe. Auch häus- liche Strafen oder Rügen hatte es nicht an befürchten. Alle diese Umstände machten es wahrscheinlich, daß das Kind verschleppt worden sei. Die Nachforschungen der vermißtenzentrale des Ber- liner Polizeipräsidiums führten trotz eifrigen Fahndens zu keineitt Ergebnis. Trotzdem man die nähere und wettere Umgebung des väterlichen Grundstücks schon mehrmals abgesucht hatte, begannen gestern abend Bekannte der Familie noch einmal zu suchen. In den ipäien Abendstunden fanden sie am Abhang de» Bahndammes das kleine henkelkörbchen. das die vermißte bei sich getragen hatte. Bei wetterem Suchen entdeckte man auch noch eine haar» schleife. Diese lag am Rande eines ungefähr 20 Morgen großen Roggenschlages, der sich westlich des Bahndammes hinzieht Noch einmal wurde die Seite des Roggenschlages, die der Straß« zuge- wandt ist. Schritt für Schritt durchstreift. Schließlich stießen die Suchenden, ungefähr in der Mitte des Schlages zehn Schritt in gen Roggen hmein, auf eine Stelle die arg zertreten war. und fanden hier einige Kleidungs stück«, die dem vermißten Kinde gehörten. Da inzwischen schon die Nacht hereingebrochen war, stellte man das weitere Suchen ein und alarmierte die Mord- k o m m i s s i o n. Die Kriminalkommissare Werneburg und Alb recht trafen in der Nacht dort noch ein, und beim Morgen- grauen wurde die Suche mtt dem mitgebrachten Polizeihund „Binz" von neuem aufgenommen. Der Hund verbellt« zwanzig Schritte weiter in das Feld hinein ein neues Fundstück und mehrer« Meter davon entfernt die Gesuchte. Das kleine Mädchen lag auf der linken Sette vollkommen zusammengekrümmt. Ts trug nur noch das Hemd und das Kleidchen. Der ganze Befund ließ darauf schließen, daß es das Opfer eines Lustmordes geworden ist. Als die bekümmerten Ellern herbeigeholl wurden, erkannten sie sofort ihrTöchterchen. D«e Ermittlungen der Kriininalpolizei nach dem Lüstling, der am himmelsahrtstage den Ueberfall begangen hatte, führten zur Berhaftung verdächtiger Männer. U. a. wurde auch ein Arbeiter aus der nahen Pulverfabrik festgenommen. Doch konnte ihnen allen bisher die Täterschaft nicht nachgewiesen werden. Zur Ergreifung des Täters wird eine hohe Belohnung ausgesetzt. -Alle Personen, auch die, die mit dem kleinen Mädchen um 9 Uhr von. Bahnhos Gesundbrunnen abgefahren sind und sich des Kindes noch entsinnen, werden gebeten, sich umgehend bei der Mordkom- Mission Werneburg. Albrecht im Zimmer 30 des Polizeiprä- sidiums zu melden._ Ein Prä chtiger Tchwiegersohp. Wie leicht man in einen Kuppeleiprozeß verwickell werden kann, zeigte dieser Tage ein« Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin- Tempelhost Es hatten sich die Eheleute h. und die Ehefrau S ch u r i g wegen Kuppeleiverdachts an ihren eigenen Kindern zu verantworten. Die Vorgeschichte der Gerichtsver- Handlung ist ungefähr folgende: Die Tochter Köche des Malermeisters h. lernte im vorigen Jahre in den Kommerlichtspielen in der Tellower Straß« einen „Dr. Schurig" kennen, der sich dort abend» als Einlasser betätigte. um sich angeblich sein studentisches Taschengeld zu verdienen. Er führte sich auch bald bei dem Malermeister mit Couleurband und akademischem Schneid ein und spielte den strebsamen, aber mittel- losen Studenten. Bald reichte, wie er dem Dater des Madchens vorschwindette, seines Daters Geld zum Studium nicht wehr aus. Da ihm sein zukünftiger Schwiegervater für seine„Studien auch kein Geld geben wollte, begann er. das Arbeiten zu„studieren. Er ging zunächst zu einem Apotheker in Stellung, hier wurde oft der„Herr Dr. Schurig" am Telephon verlangt, um ia keine Zweisei über ihn aufkommen zu lassen. Der Apoptheker hatte aber bald genug von ihm und entließ ihn. Dann„studierte er aus emlgen Stellen„Anstreicher". Aus einer dieser Stellen ließ er schnell seine Frau, die er gar nicht hatte, sterben, um sich gesammelle Gelder seiner milleidigen Kollegen zu erschwindeln und dann zu verschwin- den. Als nun der Verkehr mtt der Tochter, de» h. mcht ohne Folgen blieb, ging er mit ihr und ihrer Mutter zum Standesamt. um da» Aufgebot zu bestellen, hier stellte sich heraus, daß der Bräutigam noch gar nicht 21 Jahre all. kein Doktor, sondern Kauf- mann war und noch nicht aufgeboten werden konnte. Jetzt wollte er mit seiner Hochzeit bis zu seinem Geburtstag warten. Seine Mutter mietete für ihn und seine zukünftige Frau em Zimmer, weil er sonst ziemttch oft sein Quartier wechselte, Kurz bevor er diese» Zwo»« bezog, wohnte er noch acht Tage in einer Bodenkammer, die ihm die Eltern seiner zukünftigen Frau zur Verfügung stellten. Während dreier Nächte war hier jeine Braut bei ihm. Vom Bormundschasts- amt will er angeblich den Bescheid bekommen haben, daß er mit seiner Braut das gemietete Zimmer beziehen könne. Wegen des zu erwartenden Kindes gaben die Eltern ihrer minderjährigen Tochter die Heiratserlaubnis und gestatteten das Zusammenziehen der beiden. Als aber der„Bräutigam" mtt der gefälschten Unterschrist seines Schwiegervaters Farben und Materialien erschwindelt«, zog h. seine Einwilligung zurück und holte die Tochter nach vier Wochen wieder nach Hause. Schurig wieaelle nun den Kaufmann S t e f a n o k i. der früher in demselben Hause wie h. wohnte und diesem nicht wohlgesinnt war. aus. Anzeige gegen h. zu erstatten. Es wurde aber auch seine eigene Mutter, die das Zimmer für die beiden gemietet hatte, mit hineingezogen. Die Aussage des St. war stark übertrieben und von reinster Rachsucht getragen. Dem Ge- richt hat er es zu verdanken, daß er nicht vereidigt und dadurch viel- leicht meineidig wurde. Das Gericht brandmarkte gründlich da» Verhalten des Anzeigenden sowie des ungeratenen Sohnes und sprach alle drei der Angeklagten frei._ Noch immer Wassernot.. Tiesbohrer an der Arbeil. Das vorgestern in Angriff genommene Verbindungs- rohr der Berliner Wasserwerke mit den Charlottenburger Wasser- werken A.-G. ist gezogen. Die neue Verbindung kann zunächst nur höchst minimale Ergebnisse zeitigen, da sie bei st ä r k st e r Ausnutzung die Ueberleitung von knapp fünftausend Kubikmetern Wasser gestattet. Als Kuriosum sei festge- halten, daß im Norden Berlins infolg« der B e t r i e b s st i l l- legung des Niederschönhausener Wasserwerk» da« Grundwasser in Keller und Gärten steigt. Weite Strecken Lande», so u. a. die Beetanlagen der Laubenkolonisten sind unter Wasser ge» setzt. Seltsame Laune des Schicksals, während im Westen und Sud- westen jetzt zu gleicher Zeit das gleiche Naß zum kostbarsten Kleinod zu werden beginnt, weil es so entsetzlich rar ist. Das Berliner Polizeipräsidium teill mit: Di« Berliner Wasserwerke haben während der zwölf Nachtstunden von Donnerstag auf Frelkag etwa 1500 Kubikmeter Wasser ab- gegeben. Die Abgabe während der gestrigen Tagesstunden ist Häher geworden. Durch den Anschluß ist der D r u ck in dem umliegende« Dersorgnngsgebiet um etwa drei Meter gestiegen. Di« Arbeiten an den Lrunnenanlageu im werk Johannisthal werde» forlgeseht. Die Dohrkolounen werden auch Sonntag arbeiten. Don Montag oder Dienstag an werden auch zwei Dohrkolonnen im Werk D e e l i h h o f eingesetzt, so daß im Laufe der nächste« Woche süns Dohrkolonnen tätig sein werden. Ein Beamter de» Post, ei- Präsidium» wird ständig darüber wachen, daß die zur Behebung der Wassernot erforderlichen Arbeiten mit der größten Schnelligkeit an»- geführt werden. Etwas sonderbar mutet folgende Mitteilung an, die uns zu- geht. In vielen Berliner Restaurants, die natürlich alle zu ebener Erde gelegen sind, kann beobachtet werden— vornehmlich auch in den von der Wassernot bettoffenen Stadtteilen—, daß in die um- sangreichen Spülanlagen dauernd Wasser ein- und ab» läuft. Das ist auf jeden Fall zu verurteilen, denn wenn fämt- liche Gastwirtschaften eine derartig unverantwortliche Wasserent- nähme vornehmen— werden die Leidtragenden di« Bewohner der oberen Stockwerke bleiben. Auch hierauf müßte demnach die Polizei besonderes Augenmerk lenken. Seine Aussicht auf Regen. Schon die letzten Tage brachten über Nordeuropa eine beut- liche Trennungslinie von warmer Luft südlicher Herkunft und kalten nördlichen Lustmassen. Mtt starkem Druckfall, der ein« nordsüdlich« allgenrnne Lustströmung hervorrief, drangen die kalten Luftmassen langsam nach Süden vor. Am gestrigen Spätnachmittag wurden die deutschen Küstengebiete erreicht, während Mitteldeutschland in den letzten Stunden des Tage» eine stärkere Abkühlimg erfuhr. Niederschläge sind in Mitteldeutschland nicht gefallen. Da» kommt daher, weil die kallen Luftmassen nicht wesentlich höher als\% bis 2 Kilometer reichten. Außerdem war vorher die hier lagernd« warme Luft sehr ttocken, so daß es nur zu stärkerer Wolkenbilhung kam. Doch sind im Rheinland, in Süddeutschlond und Oesterreich in der Nacht und am heutigen Morgen wettverbreitete Gewitter aufgetteten. Wir werden fernerhin zunächst unter dem Ein» fluß der etwa« kühleren Lustmassen bleiben, die nn» vorwiegend etwas wolkige» Wetter bringen. Mtt stärke» ren Regenfällen ist zunächst noch nicht zu rechnen. sondern es können höchstens mit lokalen Böen geringe Nieder- schlüge austteten. Für Berlin und llmgegsnd wird aller Wahrscheinlichkeit nach das Wetter bei leichter Bewölkung und zeitweise« Aufheiterungen den heutigen Charakter beibehallen. Di« Kleingärten bei der Zählung am 1«. Inn». In der vorige Woche durch das Stattstische Amt verbreiteten Zettungsnachricht über die Volks-, Berufs- und Betrieb-zähluug am 16. Juni d. I. befindet sich eine Bemerkung des Inhalt», daß ein Land- und Forstwirtfchaftsbogen für land- und forstwirtschaflliche Betriebe, einschließlich Lauben- und Kleingartenland von 500 Quadratmeter Umfang und mehr zur Ans- füllung ausgegeben werde. Das erweckte zunächst den Eindruck. als sollten Kleingartenflächen mit weniger als 300 Quadratmeter überhaupt nicht mitgezählt werden. Die inzwischen verteilte„Haus- Haltungsliste"(Druckfache Nr. 1) enthätt aber auf der vierten Seit« unter„I. Besondere Fragen für Bodenbewtrtschaf- tung" die Hauptfrage:„Wird von einem Mitglied(oder mehreren MUgliedern) der Haushaltung Landwirtschaft oder Forstwirtschast oder Weinbau oder Gartenbau oder Fischerei betrieben, d. h. ein« Bodensläche wenn auch von kleinstem Umfang— als Acker, Gartenland, Wiese, Weide, für Wein-, Obst-, Gemüse-, Tabak- bau usw., als Wald- oder Holzland oder als Fifchgewässer— be- wirtschaftet?" Und dazu wird erläutert:„Die Frage ist auch dann zu bejahen, wenn nur Kleingärten(Laubengärten, Schreber» gärten und dergleichen) bewirtschaftet werden, dagegen bleiben Ziergärten(auch solche, in denen nebenher«in unbedeutender Anbau von Nutzpflanzen stattfindet) außer Betracht." Das Klein- Sartenland bis zu 500 Quadratmetern wird also in der hau»- a l t u n g» l i st e mit erfaßt, und zwar hier ausschließlich und nur nach den Gesichtspunkten:„Wie groß ist die bewirtschaftet« Fläche? Davon ist: a) eigene Fläche(auch Erbpachtland), d) gepachtete Fläche, c) sonstige Fläche(Nutznießung, Dienstland, Deputatland usw.)" Die Zahl der Kleingärten unter S00 Quadratmeter wird hiernach nur nach ihrem Umfang und ihren Besitzverhältnissen ermittelt, nicht auch danach, welche Einrichtungen und Bewirtschostung in diesen Gärten vorkommen. Dagegen werden alle Kleingärten über 300 Quadrat- meter in dem besonderen Fragebogen für Land- und Forstwirtschast zum zweiten Male gezähtt und in ihrer ganzen Bewirtschaftungsart, gewissermaßen als„landwirtschaftliche Kleinbetriebe" ermsttelt. Dies« Auseinanderreißung des Kleingartengebiets mag zu bedauern sein. E» scheint aber, daß e» der Statistik nicht möglich gewesen sst, hier anders, da» heißt zweckmäßiger zu verfahren.— Diese Zellen möaen den hunderttausrnden von Kleingärtnern, die, nach den vielen An- fragen zu schließen, zum Teil beunruhigt sind, zur Aufklärung dienen. Ein 70jährlger ertrunken. Belm Baden in der Havel bei Sakrow wurde der 70jShrige Rentner Otto Tietze au» Berlin, der in Potsdam bei Angehörigen in der Chausseestraße weille, von einem Schlaganfall ereill und ertrank. Seine Leiche wurde au« dem Wasser geholt. Groß-Serliner parteinachricbten. 103.«Jt OteiWewtte. M-rae». Scitn trtffpuntt na Am JUJ)t an da n 1 stud»UUmmnesL. anaflne nach gSanttte. Gewerkschaftsbewegung Hilflosigkeit. Die Taftit des Raputtschlagens um jeden Preis, die die Bolschewister seit Anbeginn verfolgen, hat elend Schiff bruch gelitten. Sie sind gezwungen, in Rußland dem Kapitalis mus ein Bett zu bereiten, um ihre eigene politische Diktatur über die Masse des russischen Volkes aufrechtzuerhalten. Sie find ge awungen, in allen anderen Ländern ihre Butschtaktit abzubauen, um nur irgendwie wieder heran an die Massen" zu kommen, die ihnen längst davongelaufen sind. Ihre Prophezeiungen von der bevorstehenden Weltrevolution" hat sich als ein ebenso großer Syum bug erwiesen, wie ihre gesamte Wirtschaftspolitik nichts anderes war und ist als Dilettantismus unwissender Abenteurer. Der neuen Sanierungsfrise, der Deflation der Kartelle und Kongresse, die durch die Inflation geschaffen wurden, stehen fie daher mit erbarmungswürdiger hilflojigteit gegenüber. baber mit Und da sie sich diese Krise nicht zu deuten wissen, fündigen sie zum 9999stenmal den Ausbruch der allgemeinen Wirtschaftskrise" als Folge des Dames- Abkommens an. Natürlich sind wieder die verfluchten Sozialdemokraten und die arbeitsgemeinschaftlichen Gewerf. schaften an allem schuld. Wenn Stinnes bankrott macht, so ist der ADGB. dafür verantwortlich. Wenn die Bergherren Bechen stilllegen, dann steckt natürlich die SPD. dahinter. Was aber macht die KPD? Sie hat uns doch längst totgesagt! Sie ist doch die alleinige proletarische Klassenpartei", die sogar ihre eigenen Gewerkschaften aufgezogen hat. Die Union der Hand- und Kopfarbeiter, die der sogenannten Roten Gewerkschaftsinternationale angeschloffen ist, übt ganz niederträchtigen Klaffenverrat, indem fie die Zechenſtillegungen noch immer duldet. Ja, sie geht sogar so meit, mit den Behörden und Instanzen die notwendigen(!) Ber: handlungen" zu führen. Wo ist die große bolichemistische Aktion gegen die Wirtschaftskrise„ von einer Allseitigkeit und Intensität, wie sie selbst im Nachkriegs- Deutschland kaum erlebt worden ist"? ( So wenigstens schreibt die„ Rote Fahne".) Das bolschewistische Blatt weiß sich und ihren Lesern nur einen„ praftischen" Rat.„ Es ist die Pflicht der Betriebsräte, für. die Offenhaltung der Betriebe durch Kreditgewährung an die Belegfchaften zu sorgen." Also„ Besetzung" der Betriebe. Diese glorreiche Taftit haben die Bolschewisten in Italien mit dem bemerkenswerten Erfolg angewandt, die Faschisten in den Sattel zu heben. Das ist natürlich ein Grund mehr, den Versuch in Deutschland zu wiederholen. Denn in Deutschland gibt es immer noch mächtige Gewerkschaften und eine große Sozialdemokratie, an denen sich die Bolschewisten bisher die Zähne ausgebissen haben. Sie werden sich bescheiden müssen! Wenn sie hinter uns her fläffen, se sagen mir mit Goethe: Und ihres Bellens lauter Schall beweist nur, daß wir reiten. Reichskonferenz der Konditoren. Am 7. Juni tagte in Magdeburg eine Reichsfonferenz der Konditoren, die von 29 Delegierten aus 25 Großstädten beschickt mar. Der Reichssektionsleiter F. We idler wies den Stand der Sektionen in den einzelnen Orten nach und stellte fest, daß seit Be ginn des laufenden Jahres 400 Mitglieder( Gehilfen) neu gewonnen wurden. In manchen Orten wirkt der junge Nachwuchs aus den Kleinstädten sehr organisationshindernd. Das Tarifwefen ist unter dem wachsenden Widerstande der Bundesleitung der Innungen in den letzten Jahren ungünsti= ger geworden und die amtlichen Schlichtungsstellen greifen bei Lohnbewegungen manchmal nur ein, wenn die Gefahr" besteht, daß die Bewegung den Arbeitnehmern wirklich Borteil verspricht, während im entgegengesetzten Falle es vorgekommen ist, daß der Schlichter erklärt, feinen Schiedsspruch fällen zu können, weil das Gewerbe für das allgemeine Wirtschaftsintereffe zu unbedeutend sei. Hinsichtlich der notwendigen Werbearbeit trat das Ver langen zutage, daß von der Organisation auch auf die fachliche Ausbildung der jüngeren Kollegenschaft durch Einrichtung von Unterrichtstursen noch mehr Wert als bisher gelegt werde. band drei Forderungen geftellt: 1. Größter Schutz gegen Unfälle; 2. Bertretung im Kuratorium; 3. Verbot der Sonntagsschlachtungen. In Erfüllung der ersten Forderung habe man dem Zentralverband weitestgehendes Entgegenkommen bewiesen, dagegen haben die Sonntagsschlachtungen sehr starf zugenommen. Die Sonntagsschlachtungen seien nur so weit berechtigt, als nicht Kühlkammern für die Aufbewahrung von Fleisch vorhanden seien. Die meisten der Großschlächter aber befizen solche Kühlkammern. Die Engros schlächter hatten erklärt, auf die Sonntagsschlachtungen verzichten zu wollen, wenn die Ladenschlächter mit der Verlegung des Fleischmarktes von Montag auf Dienstag einverstanden seien. Dazu waren die Ladenschlächter aber nicht bereit. Nun habe das Gewerbeaufsichtsamt sich durch die Drohungen der Engrosschlächter, sie würden auch schlachten, selbst wenn es verboten werde, sich breitschlagen lassen und habe dem Interessenverband der Engrosfchächter Schlachtmarten gegeben, was einer generellen Erlaubnis der Sonntagsschlachtungen gleichfäme. Zwar habe das Gewerbeaufsichtsamt erklärt, daß es, je nach dem Stand des Wetters, die Sonntagsschlachtungen gestatten oder verbieten wolle. Aber es habe fich gezeigt, daß am legten Sonntag in 90 Kammern( 135 find vorhanden) geschlachtet worden ist. Auch sei die Zeit von 5 bis 8 Uhr nicht innegehalten, sondern weit überschritten worden. Hier helfe nur eine starte Organisation. In der Diskussion sagte der Vertreter des Gewerbeaufsichtsamts zu, die Beschwerden noch einmal eingehend zu prüfen. " Irreführende Angebote der Siemens- Betriebe. Infolge der schlechten Bezahlung von Facharbeitern bei der Firma Siemens u. Haiste A.-G., Bloc wert, macht sich eine starte Fluktuation, speziell bei den Motorenschlossern, bemerkbar. Dies veranlaßt die Firma, sich die Notlage der Kieler arbeitslosen Metallarbeitern zunuze zu machen. Der LohnbureauVorsteher der Firma fährt persönlich nach Kiel, um dort durch unwahre Versprechungen Arbeitskräfte für diesen Betrieb zu gewinnen. Er hat z. B. in Kiel die Behauptung aufgestellt, der Grundlohn der Motorenschlosser im Werk betrage 0,95 M., während man im Afford einen Stundenverdienst von 1,20 m. erzielen würde. Nun steht aber fest, daß qualifizierte Facharbeiter der früheren Klasse I im Akkord durchschnittlich 0,95 bis 0,98 m. verdienen können. Als unser Gewährsmann hier eintraf, um auf Grund der gegebenen Ber sprechungen die Arbeit aufzunehmen, mußte er feststellen, daß ihm nur ein Stundenverdienst von 0,85 M. zugestanden wurde. Auf feinen Protest wurde ihm erklärt, daß man in der ersten Zeit nicht mehr zahlen könne. Außerdem möchte er doch bedenken, daß er sich als Revisor in einer gehobenen Stellung" befinde.(!) Außerdem gibt die Firma durch den Mund des LohnbureauVorstehers den neu anfangenden Kollegen die Versicherung, daß für ihr Unterkommen( gute Wohngelegenheit) Sorge getragen wird. Wahr ist dagegen, daß die Kieler Arbeiter tagelang in Berlin umherirren, ehe fie ein Unterfommen finden. Sie sind gezwungen, in der Zwischenzeit im Asyl für Obdachlose oder sogar im Freien zu übernachten. Es ist auch noch zu berücksichtigen, daß Schlafstellen in den seltensten Fällen unter 5 M. wöchentlich nicht zu erhalten find. Da die Firma natürlich sehr genau meiß, daß bei den geschilderten Verhältnissen die so geföderten Arbeiter den Betrieb fluchtartig verlassen würden, ist sie in der Bewilligung von Vorschüssen ziemlich großzügig und zahlt oftmals bis zu 100 m. Der 3med ist so durchsichtig, daß man nur annehmen fann, daß die Notlage der Arbeiterschaft, speziell der Kieler Metallarbeiter, dazu benutzt werden soll, um sie in eine ungeheure Abhängigkeit zu bringen Erfolgreich beendeter Streif. Der Streit der Kunststeinverseer ist nach 3% möchiger Dauer erfolgreich beendet worden. Der Schlichtungsausschuß am 3. Juni hat einen Schiedsspruch gefällt, in welchem für die Versetzer für die Beit bis zum 30. September ein Lohn von 1,32 Mt. festgesetzt wurde. Bei der Wahl von 5 Delegierten zum 12. Bundestag des Deutschen Verkehrsbundes wurden bei der Sektion I( Handelshilfs. arbeiter) 1312 Stimmen abgegeben; 41 waren ungültig, 1271 gültig. Es erhielten an Stimmen: C. Wolter 851, F. Pollmeier 724, Fr. Puhlmann 343, H. Mielenz 275, P. Schacht 693, F. Wiewand 361, W. Ninnig 484, P. Löffler 290, 5. Eichler 370, K. Oltersdorf 476, K. Otto 416, M. Lieffe 283, P. Mahlfe 121. Gewählt find demnach die Genossen Wolter, Bollmeier, Schacht, Ninnig und Oltersdorf. Da aus der Wahl nur angestellte Funktio näre hervorgingen, tritt der Genosse Oltersdorf zugunsten des nächstfolgenden unbesoldeten Funktionärs, Genossen K. Otto, zurück. Die Kommunisten sind durchgerasselt. Wirtschaft Reforddividende bei Muratti. Die Verwaltung, die es nun doch zuzulaffen, legte eine Bilanz vor, die zeigt, daß selbst bei den heutigen für nötig gefunden hatte, die Preſſe zu ihrer Generalversammlung wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen eine gutgeleitete und rationell arbeitende Zigarettenfabrit trog hoher Steuerlaften und hoher Rohstoffpreise in der Lage ist, erhebliche Ueberschüsse abzuwerfen. Das Unternehmen erzielte bei einem Aktienkapital von 500 000 m. einen Fabrikationsbruttogewinn von zirka 2 Millionen Mark, verwandte hiervon 163 900 M. zu Abschreibungen, während die allgemeinen Unkosten und Steuern 1 692 408 Mart beanspruchten, so daß ein Reingewinn von 105 438 Mart verbleibt. Hiervon werden 21 Pro 3. als Dividende für Attionäre ausgeschüttet, eine Dividende, wie sie bisher keine Aktiengesellschaft in Deutschland aufzuweisen hat. Dabei hat das Unternehmen eine gesetzliche Reserve von 50 000 m., eine außerordentliche Reserve von 77 500 M., hat für Steuern 80 000 M. zurückgestellt und hat Maschineninventar und Fuhrpark mit je einer Mark auf der Aktivseite ausgewieſen und besitzt außerdem ein Kassa- und Bankguthaben von 660 897 M. Die Gesellschaft rechnet auch im laufenden Geschäftsjahr nach den bisherigen Umfägen mit einem ebenso günstigen Ergebnis. Günftige Konjunktur auf dem Baumarkt. Die den Baumartf mit Rohmaterial beliefernden Unternehmungen haben in diesem Jahre eine Konjunktur, wie sie seit Kriegsbeginn noch nicht dagewesen ist. Die Vereinigten Berliner Mörtelwerke erklärten in ihrer Generalversammlung, die die Festsetzung einer 6prozentigen Dividende beschloß, daß sich im laufenden Jahr die li mfäße gegenüber dem Borjahr bisher vervierfacht hätten. Selbst wenn ein Rückgang der Umsätze einträte, rechne die Verwaltung immer noch mit den doppelten Umjägen wie im Vorjahr. Führt Rußland Getreide aus? Am Mittwoch hat der Vorfizzende der Volkskommissare Rytom in einer Konferenz in Mostau erklärt, daß an eine Ausfuhr von Getreide aus Rußland, selbst bei gutem Ernteausfall nicht zu denten sei. Am Donnerstag wird im Widerspruch hierzu von den offiziellen Sowjetstellen bekanntgegeben, daß die diesjährige Ernte auf 60 Mill. Tonnen geschätzt wird und davon 5 Millionen Tonnen für den Export verwendet werden sollen. " Die Finanzierung des Automobilverkaufs in den Bereinigten Staaten von Amerika." Ueber dieses interessante und aktuelle Thema wird auf Veranlassung des Deutschen Automobil- Händler- Verbandes e. B. am 13. Juni 1925, abends 8 Uhr, im Hause des Vereins Deutscher Ingenieure, Berlin, Sommerstr. 4a, Herr George F. Bauer, Exportsekretär der National Automobile Chamber of Commerce in New Yort, einen öffentlichen Vortrag halten. Die Teilnahme ist unentgeltlich gestattet. Regierung gegen Truft. Die amerikanische Regierung hat im Klagewege gegen Trusts in Chicago den Versuch unternommen, die Auflösung eines Monopols von 115 Gerbereigesellschaften für Haarfilzverarbeitung mit der Firmenbezeichnung„ Defendants" zu erwirken. Den Hilfsarbeitern wurde feine Lohnerhöhung gewährt. Dieser Schiedsspruch wurde von den Arbeitnehmern abgelehnt, von den Arbeitgebern angenommen und die Berbindlich. feitserklärung beantragt. Bei der Berhandlung vor dem Schlichter über die Verbindlichkeitserklärung am 12. Juni 1925 wurde durch Bartei vereinbarung für die Verseker ein Lohn von 1,47 M., für die Schleifer ein Lohn von 1,23 M. und für die Hilfsarbeiter Don 1,13 M. festgelegt. Die Auslösung für die auswärtigen Ar. beiten beträgt 5 m. pro Tag. Neue Verhandlungen im Transportarbeiterkonflikt. Effen, 13. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Nach Mitteilung des Transportarbeiter- Berbandes find laut Beschluß der Zentralstreif. leitung die für Sonnabend angefündigten Streitmaßnahmen in Rheinland und Westfalen auf Grund in letzter Stunde veränderter Situation nicht in Kraft getreten, da versucht worden ist, neue Einigungsverhandlungen herbeizuführen. Die Zentralabend vormittag zusammentreten, um zu der Lage Stellung zu Den Hauptpunkt der Tagung bildete die Stellungnahme zum Achtſtundentag und zur Sonntagsruhe in den Son Einleitung und führte den Bertretern nochmals den Wert unserer Schußverordnungen und unserer Grundfäße zu dieser Frage vor Augen. Weidler ging auf bie einander widersprechenden Urteile der Gerichte und tie Stellung der Innungen zur Sonntagsruhe, sowie auf unseren Kampf gegen jede Verschlechterung der Berord nung ein. Die Konferenz nahm hierzu einstimmig eine Entschließung an, in der gesagt wird, daß die heutige Verordnung das mindest maß des Schutzes darstellt, den die in Konditorei- und Süßspeisebetrieben beschäftigten Personen zu fordern haben und deshalb jede Verschiechterung der Bestimmungen abgelehnt wird. Die Konferenz legt vor allem die schärfste Verwahrung dagegen ein, daß die Gewerbebehörden verschiedener Gemeinden und Gestreifleitungen der Transportarbeiterverbände werden am Sonnmeindeverbände sowie Länderregierungen dazu übergegangen find, einzelne Bestimmungen der Berordnung zeitweilig außer Kraft zu setzen. Entschiedener Protest wird weiter dagegen erhoben, daß vielfach sogar Gerichte entgegen dem flaren Wortlaut der Verordnung die Herstellung von Konditoreiwaren an Sonntagen als eine„ Notstandsarbeit" unter Bezugnahme auf§ 105c, Abs. 1, 3iffer 4, der Reichsgewerbeordnung angesehen und schwere Bergehen gegen die Verordnung ganz frei von Strafe gelassen oder nur mit geringen Geldbußen belegt haben. Die Konferenz fordert vom Reichsarbeitsministerium und vom Reichsjustizministerium, der reichsgefeßlichen Berordnung vom 23. November 1918 wieder Geltung zu verschaffen und erwartet schließlich, daß bei allen Beratungen über die Arbeitszeit im Gewerbe vom Arbeitsministerium auch die Leitung des Deutschen Nahrungs- und Genußmittelarbeiter- Berbandes gutachtlich gehört wird. Gegen die Sonntagsschlachtungen. Gestern hielt die Ortsgruppe des Zentralverbandes der Fleischer in der„ Biehbörse" eine Versammlung ab, die sich mit dem Thema der Sonntagsschlachtungen befaßte. Die Bersammlung war start besucht. Der Referent Schulz führte aus: In der öffentlichen Versammlung im Mai hat der ZentralverBerliner Mark an, Zähne 2 vorzüglich Reparatur in 3 Stunden. Töpferhütte Stiftzähne Kronen bon 3 Mart an G. m. b. H. angeschlossen dem Verband so- Schonendes Blombieren von 2 Mart an zialer Baubetriebe Zahnziehen mit Betäubung. Günftige Zahlungsbedingung. Garantie. Sprechzeit 9-7, Sonntags 9-12 Uhr. Berlin SO.26, Waldemarstr.14 M. Müller, nahe Prinzenstr. Fernsprecher: Amt Moritzplatz 9314 Ausführung sämtlicher Töpferarbeiten. Neue Oefen und Re20 paraturen in guter und preis- Berliner ElektrikerAusführung. KostenGenossenschaft lose heiztechnische Beratung. angeschl. dem Verb. sozialer Baubetriebe ♦ HUNDE Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernsnrecher: Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4- Tel. Pfalzburg 9831 Katzen, Papageien und alle Herstellung elektr. Licht-, KraftHaustiere werden behandelt. und Signalanlagen Verkauf aller elektrischer Bedarfsartikel. Tierärztliche Poliklinik Ausführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit Chausseestraße 93 neben Kriegervereinshaus Sprechstunden: 11-1 u. 4-6 Uhr nehmen. Ausdehnung des Duisburger Hafenarbeiterstreiks. Dortmund, 13. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Dem Streit der Hafenarbeiter in Duisburg- Ruhrort haben sich nunmehr auch die Hafenarbeiter in Dortmund angeschlossen. Die Arbeit ruht bereits. Da große Mengen Lebensmittel im Hafen lagern, die bei dieser Witterung dem Berderben ausgefeßt sind, ist eine baldige Beilegung der Meinungsverschiedenheiten zu wünschen. Briefkasten der Redaktion. Sozialrenner) au richten D. B. 1852. Der Antrag ist an das Wohlfahrtsamt( Fürsorgestelle füre E. M. 9. Das richtet sich nach der mit dem Arbeitgeber getroffenen Vereinbarung. Gefeßliche Vorschriften bestehen dardie Söhe läßt sich nidyts Bestimmtes fagen. Falls Sie sich nicht mit ihm ver15 Broz. ständigen, muß das Gericht zur Entscheidung angerufen werden. betragen 19,45 m. St. 50. Gie tönnen gegen Ihre Schwägerin den Klage weg beschreiten, empfehlen aber, vorher mit der Friedhofsverwaltung RüdSprache zu nehmen. 23. 28. 20. 1. Ja. Borausfegung aber ist, daß die Reparaturen notwendig find. 2. Nein. Im Falle der Weigerung müssen Sie Rlage erheben. 3. Rein. über nicht. Neptun 22. Der Gläubiger kann Aufwertung verlangen. Ueber Theater der Woche. Vom 14. Juni bis 22. Juni 1925. Boltsbühne: 14., 22. Wer meint um Judenad? 15., 16., 17., 20., 21. Fiesto. 18. Hamlet. 19. Datterich. Opernhaus: 14. Soffmanns Erzählungen. 15. 18. InterDer ferne lang. 16. Rigoletto. 17. Der fliegende Holländer. 19. Rheingold. 20. Carmen. mezzo. 21. Die tote Stadt. 23. Walküre. Kroll- Oper: 14. und 19. Der Evangelimann. 15. Galome. 16. Cavalleria Rusticana und Bajazzi. 17. 8ar und Zimmermann. 19. Tosca. 20. Waffenfchmied. 21. Fledermaus. 22. Boheme. Schauspielhaus: 14. Fauft, 1. Teil. 15. Torquato Tasso. 16. Peer Gynt. 17. Journalisten. 18. und 19. Der Brand im Opernhaus. 20., 21. und 22. Jugend. Schiller- Theater: 14., 15., 16., 18., 20. Der Glückspila. 17. Torquato Taffo. 19., 21. und 22. Doppelselbstmord. Leffing- Theater: Die Göttin auf der Balz. Theater des Westens: Uschi. Renaissance- Theater: 15. bis 19. Der Weibsteufel. Ab 20. Attaf. Die Tribüne: Hübsches Mädchen zu verschenken.. Deutsches Künstler. Komödienhaus: Bis 15. Das filberne Kaninchen. theater: Monsieur Trulala. Ab 20. Der Tekte Ruß. Berliner Theater: Anneliese von Dessau. TrianonTheater: Die blaue Stunde. Zentral- Theater: Hilfe, ein Kind ist vom Simmel gefallen. Theater in der Rommandantenstraße: Durch den Rundfunt. Romische Oper: Das hat die Welt noch nicht gesehen! Metropol Theater: Tausend füße Beindren. Operettenhaus am Schiffbauerdamm: Der Kleines fleine Ruppler. Theater am Kurfürstendamm: Madame Revue. Theater: Angele und Arat seiner Ehre. Wallner- Theater: Meiseten. London, 12. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Auf der nord- Nose- Thenter: 14. und 15. Der ledige Ehemann. 16. Geschlossen. Ab 18. Der blaue Heinrich. Serrnfeld Theater: Rlabrias- Partie, 1. und 2. Teil. amerikanischen Halbinsel Nova Scoia, deren Hauptstadt Halifag ist, Rachmittagsvorstellungen. Boltsbühne: 14. Datterich. 21. brach am Donnerstag ein Streif aus, der sich auf drei englische Theater im Abmiralspalaft: Chocolate Kiddies. Kohlenminen erstreckt. Die Zahl der ausständigen Arbeiter be- Wer weint um Judenad? Aroll- Oper: 14. und 21. Alt- Berliner Bossenabend. trägt 12 000. Die Behörden haben 500 miligmannschaften in das Rohlengebiet geschickt, die Arbeitswillige schüßen und das Ueber- Berantwortlich für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: Arthur Saternus; schwemmen der Gruben verhindern sollen. Bei der Ankunft der Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Rarstädt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. bewaffneten Miliz kam es zu Zusammenstößen mit den streifenden bewaffneten Miliz tam es zu Zusammenstößen mit den streifenden Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckeret Bergleuten, von denen einer getötet und 30 verwundet wurden. und Berlagsanstalt Vaul Singer u. Co., Berlin S. 68, Lindenstraße 3. Amerikanischer Streifbrecherschuh. Bekleidungsvertrieb des Westens Inh. Max Pitzela. .in den neuen bedeutend erweiterten Räumen jetzt Potsdamer Str.132 DamenKleider zwischen Potsdamer Platz und Eichhornstrate. Gesellschaftskleider Kostüme Mäntel Gummimäntel HerrenPaletots Ulster, Anzüge Smoking- und eine Trpp. Gesellschafts- Anzüge Gummimäntel vom Einfachsten bis zum Elegantesten. Teilzahlung ohne Preisaufschlag gestattet! Ware kann gegen Ausweis sofort mitgenommen werden. Fertig und nach Maß! Dezimalwagen Tafelwag., Gewichte, Billigste Preise. 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