Nr. 122. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monat= lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags- Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Die Freitag, den 29. Mai 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Intelligenz Ruhlands. ber großen Kourtisane Katharina II. bis auf gewonnen hätte, so hätte dies für die Entwicklung RußWo ist sie? das unglückliche Polen sein Schicksal herein. Polen ist Wahrlich, wenn der wilde Kosack Pugatschew von Sibirien verschlungen worden. Von bei seinem großen Aufstand die Herrschaft über Rußland Alexander III. haben alle russischen Herrscher lands günstiger ausschlagen müssen, als die Herrschaft der Sie ist weder bei der stumpfsinnig brutalen Bureau- von den tapferen Polen, die nach Sibirien geschleppt Polen en tvölfert, um Sibirien zu bevölkern. Wie wenige Romanows! kratie, die den Staat in seiner mittelalterlichen Verfassung wurden, haben ihre Heimath wieder gesehen! In den Opposition vom zahmen Konstitutionellen bis zum radikalen Alle geistig hervorragenden Elemente, alle politische erhält, um ihn desto besser beſtehlen zu können, noch bei Bergwerken mußten die Kämpfer von Warschau und von Revolutionär, Forscher und Schriftsteller von hervorjener großmänligen Generalität, für welche die Feldzüge Ostrolenka vermodern. Das gleiche Schicksal mag viele ragender Bedeutung, feine und geistreiche Köpfe, die Genur Raubzüge sind, noch bei jener Aristokratie, die sich Tausende von Franzosen getroffen haben, die 1812 auf lehrsamkeit, die Wissenschaft und die Kunst, soweit sie nicht in Ausschweisungen bis zum Ekel erschöpft, noch bei dem dem Rückzuge Napoleons aus Moskau gefangen wurden. nach zarischer Laune zugeschnitten, mit einem Wort: Die servilen Kleinbürgerthum, das„ Väterchens" Knute zu Die Theilnehmer an dem großen Aufstande von 1825 in ganze Intelligenz Rußlands ist in Sibirien küssen und für die gnädige Strafe" sich zu bedanken Petersburg, die sogenannten Dekabristen, mußten fast alle, lebendig begraben. Kein Wunder, daß in der jederzeit bereit ist, auch nicht bei den armen Bauern, die in soweit sie nicht gehängt wurden, in Sibirien absterben. russischen Literatur der sonderbare Graf Tolstoi eine der Nacht des Elends und der Unwissenheit dahinleben Begnadigungen erfolgten gewöhnlich so spät, daß die Ver- solche Rolle spielen kann! die russische Intelligenz ist in Sibirien! Was bannten den neuen Verhältnissen wie Fremde gegenüberder Henker übrig gelassen hat von hervorragenden Geistern, standen. Nur ein Beispiel: Der aus dem polnischen Auf- bannung und Vernichtung aller geistig aufstrebenden EleEin solcher Zustand, die durch jahrhundertlange Verdie es wagten, sich gegen das furchtbare Ungethüm des ftande von 1830 bekannte Peter Wysocki ward zu 20 Jahren mente bewirkte dauernde geistige Ümnachtung eines Volkes, zarischen Despotismus aufzulehnen, hat faſt Alles Bergwerksarbeit begnadigt und durfte erst 1857 in feine ist in den finstersten Zeiten der Weltgeschichte noch nicht der Rachen dieser schauerlichen Einöde verschlungen. Heimath zurückkehren. Die Zaren, auch die„ milden" unter dagewesen! Und da giebt es europäische Zeitungen, welche Väterchen" wird mit den„ Begnadigungen", die er bei ihnen, scheinen in dem fürchterlichen römischen Tyrannen die Fabeleien von bevorstehenden Begnadigungen als eine der sibirischen Reise seines Thronfolgers aussprechen will, Sulla mit seinen Militärkolonien ein Muster gefunden That des Edelmuths anzupreisen wagen, statt daß ein sehr vorsichtig und sparsam sein. Er könnte, so muß er fürchten, sonst Rachegeister wachrufen, die er mit all zu haben. Dazu nahmen sie den Polen einfach ihre Kinder Schrei der Entrüstung durch ganz Europa geht! Ach, diese Gnade, sie wird auch sibirisch sein! seinen Henkern und Schergen nicht mehr zu bannen weg und brachten diese nach entlegenen Provinzen. vermag. Seit nahezu zweihundert Jahren verschwindet in Sibirien Alles, was Rußland an Menschen hervor bringt, gewillt und befähigt, das Land auf die Bahn des Fortschritts zu leiten und es zu einem europäischen Kulturland zu machen. In der neuesten Beli ist der Zuzug nach Sibirien Und zur selben Zeit machen die Bismarck'schen Blätter noch unendlich größer geworden. Der dritte polnische Auf- den patriotischen" Vorschlag, für Deutschland sei es das stand, die unzähligen Verschwörungen und die jüngste Beste, sich mit dem in Rußland herrschenden barbarischen revolutionäre Bewegung in Rußland haben eine unüber- System, abzufinden und ein Bündniß mit Rußland zu fehbare Zahl von Opfern geliefert. Man hat berechnet, schließen, während die französischen Bourgeois- Republikaner daß seit Anfang dieses Jahrhunderts mehrere hundert Orden vom Zaren annehmen! Welch eine Zeit! tausend Menschen nach Sibirien verbannt worden Seit der Unterwerfung Sibiriens durch Rußland, die sind. Wie es dort zugeht, haben die jüngsten Entim fiebenzehnten Jahrhundert vor sich ging, wurden hüllungen gezeigt; wir brauchen uns darüber nicht näher politiſch unbequeme Leute nach dem unwirthlichen Lande auszulassen. In diesen Tagen sollen wieder fünfzehn Politische Uebersicht. ,, verschickt"; jener wilde Barbar Peter I., den die Ver- tausend Gefangene nach Sibirien verschickt" werden. ehrer der despotischen Regierungen den Großen" nennen, Die Fünfzehntausend sind eine Illustration zu der kaisermachte den Anfang mit den Massenverbannungen, indem lichen Gnade. " Berlin, 28. Mai. In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses er die bei Pultawa gefangenen schwedischen Soldaten dahin Wenn nur das Land nicht so unendlich öde und wurde die Frage der Aufhebung oder Ermäßigung der Kornzölle angeregt. Die Debatte war herzlich un sandte. Seitdem ist die Verbannung nach Sibirien in traurig wäre und sich nicht so weit erstreckte! Im bedeutend. Bemerkenswerth ist blos, daß die Regierung in Rußland eine stehende, vielleicht die wichtigste Staats- Gouvernement Tobolsk, das eines der kleineren ist und ihrer Schaukelpolitik fort fährt, und daß fie noch immer einrichtung geworden. Nicht nur Hunderttausende von viele Strafanstalten hat, wohnen auf etwa 25 000 Quadrat- unter dem Einflusse der Agrarier steht. Herr von Bötticher unbekannten namenlosen Unglücklichen sind in der großen meilen ein Raum, schier viermal so groß, wie das ließ es sich sogar nicht nehmen, das Märchen von der VerWüste verschwunden; bei den in Rußland so häufigen Königreich Preußen etwa 1 100 000 Menschen. Und theuerung des Brotes durch die Börse, allerdings in etwas Palastrevolutionen mußten auch gestürzte Machthaber sehr dies ist das bevölkertste der acht sibirischen Gouvernements. abgeschwächter Form, aufzutischen. Die„ Börse sei an der häufig die Wirkungen des Glückswechsels dadurch empfinden, Auch das Entfliehen ist fast unmöglich, weil die Ent- Theuerung nicht ganz unschuldig". Unschuldig" ist daß sie in Sibirien für die Fehler und Verbrechen büßten, fernungen so groß sind. Außer dem bekannten Abenteurer die Börse gewiß nicht. Könnte sie das Brot um 100, die sie im Besitze der Macht begangen. Menschikow, Benjowski hat Niemand die Entweichung einer 300 Prozent in die Höhe treiben, sie thäte es sofort. Aber sie kann es zum Glück nicht, und Biron von Kurland, Münnich und hundert Andere mußten größeren Zahl von Gefangenen inszeniren können und die schmutzigen Getreidespekulationen, die jetzt von jüdischen ihre Paläste zu Petersburg mit armseligen Hütten im Bakunin ist wahrscheinlich mit Begünstigung der Be- und christlichen, bürgerlichen und adligen Kornwucherern Gouvernement Tobolsk vertauschen. Dann brach über hörden an die Ostküste Sibiriens gelangt. an der Börse und auf dem offenen Getreidemarkt gemacht Feuilleton. Nachdruck verboten.] 171 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weichel. um " ander verlobt haben. Und als der Lechner ist fortgegangen, ein zähes Holz! Aber jetzt hat die Säge gefaßt und durch da haben wir gewußt, was wir thaten." geht fie!" Sie stand auf. Er steckte die Daumen in die Armausschnitte seines Auf die schmalen Lippen Jergs, der noch sitzen blieb, Brustlages und ging pfeifend seines Weges. Lustig Klang es trat ein Lächeln der Ueberlegenheit. Du wirst schon wollen, durch die beginnende Abendstille. Er hielt seine Sache für sobald Du ruhiger geworden bist," sagte er. Du wirst gewonnen und gab der Geschicklichkeit, mit der er Dir die Sach' betrachten von allen Seiten, wie Du sie jetzt die arme Lifei umgarnt hatte, alle möglichen Schmeichelkennst. Dann wirst Du einsehen, daß Du nicht nöthig haft, namen. Ein Kunststück ist's gewesen, das Dir Keiner dem Vater den Stuhl vor die Thür zu setzen. Eben weil sobald nachmacht, nachmacht, belobte er sich selbst und zum „ Heilige Mutter Gottes, was sagst Du da?" fiel Lisei Du und der Lechner keine Kinder mehr seid, darum werdet Lohn dafür beschloß er, sich eine halbe Spezial im ihm erschrocken in die Rede, der Brosi ist nicht glücklich Ihr dem Verstand sein Recht geben. Ich weiß jetzt, wie Stern zu gönnen. Um nicht an der väterlichen Mühle vormit seiner Frau?" es mit Deinem Herzen beschaffen ist, Lisei, und ich lass' über zu müssen, schlug er den Pfad über den SpitzhörndlJerg überließ Lisei eine Weile ihrer Bekümmerniß, Dir jede Zeit, um mit Deinen Schmerzen fertig zu werden. bach ein. Der Schnee, welcher noch auf dem Scheitel der dann begann er:„ Ja, das ist gar traurig. Aber jetzt siehst Ich mein', das ist auch eine echte Liebe, die ich Dir Kalkfelsen lag, war rosige Gluth und nun schlug die Flamme Du, daß ich Recht hatte! Es ist kein Verlaß auf die Liebe. Damit erweisen thue. Ich biete Dir die Hand, um zum Himmel empor und verwandelte die droben schwebenden Dein Bruder hat um der Liebe willen die Armuth gewählt Dich vor größerem Unglück zu bewahren, und ich lass' Dir Wöllchen in Feuerflocken. Jerg blickte nur einmal in die und jetzt drückt sie ihn und jene tröstet ihn nicht. Wer Zeit, damit Du nachher ruhig an den Wolf wie an einen Höhe und stellte sich vor, was das für einen Brand im weiß, wie es Dir ergeht, wann Du wie er den Vater guten alten Freund zurückdenken kannst." aufgiebst und Tein Erbe. Die Armuth ist ein bitteres E3 " ganzen Thale geben würde, wenn es eines Tages hieße: „ Es hilft alles nichts," versetzte Lisei, und trat an den morgen macht der Jerg Arigaya mit der Lisei Falkner Kraut und von der Lieb' kann der Mensch nicht leben. Tisch, auf welchen sie sich mit der flachen Hand leicht stützte. Hochzeit! Gute Nacht, Sägemüller! Grüß Gott, Klosterjerg! mit ihr und fein ist' was Ungewisses Du hast ein gutes Herz, aber es hilft nichts." begrüßte er sich selbst indem er seinen breiten Mund zu das Alles, Feuer brennt ewig. Ich sage Dir das einem Grinsen verzog. Und dann rechnete er. Die zur „ Gieb mir jetzt keine Antwort," rief er, indem er auf Mühle gehörige Landwirthschaft wollte weil Du einen großen Verstand hast, Lisei. Du hast viel er gleich bei Echweres erfahren im Leben und darum kann Einer schon stand. Ueberleg' Dir erst alles ordentlich und schreib' es seiner Verheirathung dem Vater abnehmen; die Felder anders mit Dir reden, als mit den übrigen Madlen. Du dem Wolf ganz genau, wie Deine Lage hier ist. Was er lagen so, daß sie bequem mit dem Klosterhofe vereinigt weißt, daß das Leben ein verdammt ernſtes Ding ist und Dir dann zu thun anrath, dem will ich mich fügen, wenn's werden konnten, und der Vater war wohl zu alt, um neben haft auch gewiß schon manchen Herzenswunsch daran geben auch gegen mich ausschlagen sollte. Aber das wird nicht der Mühle noch der äußeren Wirthschaft vorstehen zu müssen. Hinterher trägt man's. Ja, Du wirst mit anderen geschehen." Gedanken wie jetzt an den Schmied denken, wenn Du willst. Du mußt es nur wollen und Du wirst es." Niemals!" schüttelte Lisei den Kopf." Der Lechner einem und ich sind beide feine Kinder gewesen, als wir uns cinLisei schüttelte den Kopf. Behüt' Dich Gott, Lisei," sagte er und gab ihr mit träftigen Druck die Hand. Uff!" rief er, als er im Freien war. Ist das fönnen. Auch mußte hier wie auf dem Klosterhofe ein anderer Zug hineinkommen. Als er über die Trift am Bache gegen den Kirchenplatz herauf kam, bemerkte er vor dem Pfarrhause viele Menschen, aber sie verhielten sich ganz still. Neugierig ging er näher werden, sind erst durch die Rornzölle möglich| Neunzehntel der Wähler, die bisher noch auf den Leim der| Damit wäre beiden Theilen geholfen, wie wir schon gemacht worden, find nothwendige Folgen der nationalliberalen Bauernfänger gingen, mit einem Schlag wiederholt gesagt haben. In Bayern ist thatsächlich ein Kornzölle. Warum hört man in England nichts abspringen" würden. Und zweitens Und zweitens ein Portefeuille Rekrut um ein Jahr zurückgestellt worden wegen sozial von Vertheuerung des Getreides durch die Börse? Weil Anbeter hat keine Aussicht, den Gegenstand seiner Sehn- demokratischer Gesinnung". Wird der Mann sich gefreut die Getreide Einfuhr dort frei ist. Und die englischen sucht jemals zu erlangen, wenn er diejenigen ärgert, die haben! Hoffentlich war dies kein vereinzelter Fall. Jeden Börsenleute machen gewiß ebenso gern ein Geschäftchen", über denselben zu verfügen haben. Alsofalls ist es ein Beweis dafür, daß ein richtiges Verständniß wie die deutschen. Höchst possirliche Vertheidiger hat der Ex in einer von der Dinge aufzudämmern beginnt. Nur keine Ausflüchte. Die Ursache der Hungersnoth sogenannten" Borussen" geschriebenen Broschüre erhalten, Preise in Deutschland, die einzige Ursache sind in welcher der Kaiser angefleht wird, sich der alten RaketenDer Weltpoftverein ist mit dem erfolgten Beitritt die Kornzölle. Und weg mit den Kornzöllen! lautet fifte zu erbarmen- es sei doch nun einmal nicht zu leugnen, Australiens erst wirklich das geworden, was ſein Name be darum die Losung. daß Fürst Bismarck noch etwas mehr als ein Minister fagt. Derselbe dehnt sich nunmehr über alle Erdtheile aus und umfaßt ein Gebiet von rund 100 Millionen Quadrat gewesen". In der heutigen StadtverordnetenAber das ist es ja gerade. Er war etwas mehr", filometer mit 1000 Millionen Bewohnern. Vom 1. Oktober Sigung wurde von den sozialdemokratischen und wollte etwas mehr bleiben, und möchte gern wieder d. J. ab wird die Briefgebühr nach Auſtralien von 40, 50 Mitgliedern folgender bringlicher Antrag einge etwas mehr" sein- nämlich aus meier und zwar und 60 Pf. allgemein auf 20 Pf. herabgesetzt; die Gebühr Hausmeier erblicher( obgleich er es Herrn Pindter nicht schriftlich für Postkarten ist 10, für je 50 Gramm Drucksachen 5 Pf.; ferner wird direkter Postanweisungs- Verkehr eingeführt. Die gegeben). Seltsame Boruffen", die nicht begreifen können, daß von Australien gestellte Bedingung, daß bis zum nächsten Weltwir heute nicht in der Zeit der Merowinger leben und auch postkongreß im Haupt- Gebührensaz von 20 Pf. und in den Seetransit- Gebühren nichts geändert werde, wurde unbedenk nicht der Karolinger. lich zugestanden, da eine Äenderung nicht geplant wird. etwas au mildern, wollen„ deutsche Studenten" dem unfrei- Werthpacket- Verkehr wesentliche Erleichterungen beschlossen. Um den Schmerz des jüngsten Reichstags- Abgeordneten Die zweite Kommission des Kongresses hat für Geld- und willigen Eicinnatus einen„ Ehrenhumpen" schenken. Bu Bedeutsam ist auch, daß Brasilien seine Bereitwilligkeit er. diesem Zweck hat die Leipziger Studentenschaft" lauf Grund flärte, dem Werthbrief- Dienst beizutreten. eines patriotischen Aprilscherzes an die Kommilitonen" und bracht: Die Stadtverordneten- Versammlung wolle beschließen: 1. Den Herrn Reichskanzler und Präsidenten des Königlich preußischen Staatsministeriums zu ersuchen, in Rücksicht auf den hohen Stand der Getreidepreise und in Anbetracht der ungünstigen Aussichten für die nächste Ernte, die sofortige Suspension und demnächstige Aufhebung der Getreidezölle zu veranlassen. 2. Den Magistrat aufzufordern, sich dem an den Herrn Reichskanzler gerichteten Ersuchen anzuschließen. Berlin, den 28. Mai 1891. Ginger, Gnadt, Heindorf, Herzfelbt, Klein, Stadthagen, Tempel, Tubauer, Vogtherr, Zubeil. Wir begrüßen dieses Vorgehen unserer Fraktion im rothen Hause freudigst, es entspricht den Wünschen des weitaus größten Theiles des deutschen Volkes und ganz insbesonders der Berliner Bevölkerung. Der Antrag hat, falls die Freisinnigen sich nicht noch feiger benehmen, als wir es von ihnen gewöhnt sind, alle Aussicht, mit erdrückender Majorität angenommen zu werden und wird dann zu einem bedeutungsvollen Votum in der Getreidezoll- Frage werden. Ueber die Haltung der Versammlung finden unsere Leser einen Bericht in der Rubrik Kommunales". Wir dürften Gelegenheit haben, auf diese Debatte noch zurückzukommen. " 1 zu Studenten aller deutschen Hochschulen" einen Aufruf geIn Defterreich- Ungarn denkt man jetzt ernstlich die richtet, der mit folgendem Anfangssatz der deutschen Er Silberwährung mit Zwangsnoten- Zirkulation durch die ziehung dieser studentischen Bismarckverehrer ein klassisches Goldwährung zu ersetzen. Dies wäre auch bei Zeugniß ausstellt, und der morgen wieder zusammentretenden unseren zahlreichen Handelsbeziehungen mit Desterreich Siebener- Kommission für Schulreform als werthvolles Ma- für das Deutsche Reich von nicht geringer Bedeutung. terial hiermit empfohlen wird. Man lese nur: Wie die Nowoje Wremja" meldet, hätten verschiedene Mit freudiger Zustimmung begrüßen wir zu Beginn des russische geistliche Akademien mehrere ihrer Semesters den Aufruf zur Ueberreichung eines Ehrenhumpens Böglinge behufs Studiums der Philosophie an die Unian Se. Durchlaucht den Fürsten Bismarck, der( Fürst Bismarck?, versitäten in Göttingen, Jena und anderen deutschen Städten der Ehrenhumpen"? oder der Aufruf? Frage des Vorwärts".), entsendet. aus unserer Mitte erlassen, am 1. April an allen Hochschulen des Deutschen Reichs veröffentlicht worden ist." " Zum internationalen Kongreß wird von einem Genossen folgende Resolution( zu Bunft 3: Pflichten und Verhalten der Arbeiterklasse gegenüber dem Militarismus) vorgeschlagen: Es ist ein schlechtes Zeichen für die deutschen Universitäten, wenn die russischen Theologen, ohne daß man beWenn diese deutschen Herrn Studiosen ihre Zufriedenheit fürchtet, daß sie bei uns von westeuropäischen Ideen an über einen Aprilscherz durchaus öffentlich bekunden wollen, gesteckt werden könnten, an deutsche Universitäten entsendet hätten sie sich doch vorher von dem Quartaner Karlchen Miesnick werden. Ja, wir sind stark zurückgegangen, wie anders einige Unterrichtsstunden in den Elementen der deutschen war es doch im zweiten Biertel unseres Jahrhunderts, als Zur Frage der Getreidezölle bringt das„ Berliner Grammatit geben lassen sollen. Uebrigens wenn ein deut aus den Hörsälen der deutschen Philosophen die Häupter Zur Frage der Getreidezölle bringt das„ Berliner scher Kaiser einst über der Grammatik" gestanden hat, des jungen Rußlands hervorgingen. Tageblatt" folgende sensationelle Meldung: Ein heute Mittag in sehr bestimmter Form aufgetretenes Vorrecht genießen? Wenn nur die deutsche Gesinnung" warum sollen deutsche Studenten heute nicht das gleiche Gerücht, der Ministerrath werde heute zusammentreten, um über die Herabsetzung der Getreidezölle zu berathen, scheint sich gut ist, und der Ehrenhumpen" groß! Ne cht groß nicht zu bestätigen. Doch dürfte es feststehen, daß hierüber be- denn recht groß muß er sein. Man denke der 16 reits im Schooß der Regierung Erwägungen stattgefunden haben, wir schreiben sechszehn Rognacgrogks, die der Säkularwelche spätestens nach der Rückkehr des Kaisers festere Gestalt mensch in seiner famosen" Wir fürchten Gott, sonst nichts annehmen werden. Daran, daß eine erhebliche Herabsehung auf Erden" Rede vor der 1887er Auflösung im Reichstag der Getreidezölle, mindestens um die Hälfte, in Aussicht ge- geleert hat, und welche ihm von dem damals noch so nominen ist, dürfte kein Zweifel zulässig sein. Die Einberufung dienstbeslissenen Herrn von Bötticher vor versammeltem des Reichstages tann als feststehend gelten. Reichstags Volk kunstvoll gemischt wurden. Tempi Wir haben keinerlei Veranlassung dem Berl. Tgbl.", passati, dessen Unzuverlässigkeit und Sensationssucht unseren Lesern wohl bekannt ist, diese Meldung ohne Weiteres zu glauben. Der geistige und sittliche Bankerott der sächsi= Wir warten die Bestätigung derselben im Reichs- Anzeiger" schen Ordnungsparteien wird in glänzendster ab. Es wäre höchste Zeit, daß mit einem derartigen Vor- Weise durch die Thatsache bekundet, daß dieselben bei dem gehen der Reichsregierung den wohl genügend laut Landtag um Erhöhung des des Wahlzenfus geäußerten Wünschen des Volkes in etwas Rechnung ge- petitioniren wollen. Beim jezigen Benfus von 3 Mark tragen werde. direkter Steuer kommen obgleich die größere Hälfte der Arbeiter dadurch vom Wahlrecht ausgeschlossen wird noch zu viel Sozialdemokraten in den Landtag, und da die geistigen Waffen" durch Abwesenheit glänzen, so muß der Kampf" mit derartigen Mittelchen geführt werden. an, = In Erwägung, daß( folgt die Aufzählung der Nachtheile des Militarismus) beschließt der zweite internationale Arbeiterkongreß: 1. Jm Falle eines zwischen europäischen Staaten mit Aus nahme von Rußland ausbrechenden Krieges verweigert das Proletariat die Heeresfolge. 2. Die Regierungen Europa's( mit Ausnahme von Ruß land) werden aufgefordert, der Einladung der Schweiz zum Anschluß an den zwischen diefer und den Bereinigten Staaten abgeschlossenen Vertrag betr. die schiedsrichterliche Regelung ber zwischen diesen beiden Ländern etwa eintretenden Streitigkeiten bis zu einem näher zu bestimmenden Zeitpunkte Folge zu leisten oder Gründe anzugeben, weshalb ihnen dies nicht mög lich ist. 8. Rußland ist nöthigenfalls durch vereinte Gewalt sämmtlicher übrigen Mächte zum Anschluß zu zwingen und, falls es vorher einen Angriffskrieg provoziren sollte, durch dasselbe Mittel unschädlich zu machen. Den Anstoß zu gemeinsamem Handeln giebt im letzteren Falle das Proletariat durch den auf die resp. Regierungen auszuübenden Druck der öffentlichen Meinung. Die fortgesetten Stänkereien denn anders fann man diese frankhaften Bethätigungen einer ohnmächtigen und von Allen, gegen die sie sich richtet, verachteten. Wuth nicht bezeichnen die fortgesetzten Stänkereien des ErReichskanzlers sind nachgerade sogar dem„ Hannover'schen Die sächsischen Bierbrauer wenden sich in Courier" zu arg geworden, und er reiht fich feierlich einer Eingabe an die Regierung gegen den Militärden vielen Getreuen" die nicht mehr getreu Boykott, der über alle von Sozialdemokraten besuchten sind. Ganz lächerlich findet es das Bennigsen'sche Wirthshäuser verhängt wird und den Brauern und Wirthen 4. Nach der Konstituirung der internationalen Friedens Blatt insbesondere, daß sein daß sein abgedankter Heiliger unsäglichen Schaden thut. Ob's helfen wird? liga wird der Abrüstungsmodus durch besondere Vereinbarung von den Nationalliberalen verlangt, sie sollten sich auf ihrem Wenn die Militärbehörden nicht wollen, daß die geregelt. bevorstehenden Todtentag für seine Brotvertheuerungs- Politik Soldaten mit den Sozialdemokraten verkehren, dann sollen( Wir glauben, daß die vorgeschlagene Resolution theo erflären. Das paßt dem Herrn Bennigsen natürlich aus sie doch vor Allem dafür sorgen, daß keine Sozial- retisch wie praktisch gleich anfechtbar ist, sind aber zwei Gründen nicht. Einmal weiß der gute Mann, daß demokraten in die Armee aufgenommen werden. theilung verpflichtet. Red. d.„ V.") " zur Mit und erfuhr, daß der Pfarrer im Sterben läge. Der Dechant mehr. Auf diese fromme Fürsprache muß der sterbende getreten war, so schön hatte er ausgeschaut; aber er war von Enneberg war geholt worden, um ihn mit den Christ hinfüro verzichten." fein Diener Gottes, sondern der verhaßten Regierung. Der Sakramenten zu versehen. Jerg ging ruhig davon. Es Langsam schritt der stattliche Mann davon. Bann, unter dem sie seine persönliche Erscheinung und herz beschwerte sein Gewissen nicht einen Augenblick, daß seine Die Bestürzung war allgemein. So weit also wäre es ergreifende Beredtsamkeit gehalten, draußen auf dem Kirch Heßerei gegen Wolf Lechner die Schuld an der Krankheit unter der bayrischen Regierung gekommen, fragte man, hofe war er geschwunden, nachdem die Leute eine Weile bei und dem Tode des Pfarrers trüge. Mit Bartgefühl läßt sich daß mit einem Christenmenschen nicht mehr Umstände ge- einander gestanden und sich angeschaut hatten. Keiner hatte das Glück nicht packen und halten. In der Hausthür des macht würden, wie mit einem Hunde? Sie sollten Alle das verhängnißvolle Wort aussprechen mögen; aber in allen Stern stand Moideli und sah nach der Pfarre hinüber. Sie unselig werden und selbst die Geistlichen würden von Augen war es zu lesen gewesen und jedes bedächtige Kopfwar allein daheim; auch Mutschleitner und seine Frau der Regierung für Heiden geschätzt. Nächstens würde schütteln hatte es verkündigt: er ist ein Abtrünniger, ein Ketzer. waren nach dem Sterbehause gegangen. Jerg wollte mit den Sterbenden wohl auch die letzte Delung vorenthalten Seine Predigt wäre des Teufels und seine gewinnende Er ihr anbändeln, aber gehörte er überhaupt nicht zu denjenigen, werden. die bei ihr in Gunst standen, so stimmte sie das nahe Ende scheinung wäre es auch. Nach dem Urtheile der Weiber war Warum dulden wir's?" fragte Sampogna, das ihm das männlich schöne Gesicht nur verliehen, um die des Pfarrers viel zu erust, um zu scherzen. Sie brachte Gamsmanndl, und schob den Riemen seiner Büchse auf der Frauen desto sicherer zum Abfall vom Glauben zu verführen, Jerg den verlangten Wein in die leere Wirthsstube und Schulter zurecht. Er war Nachmittags mit Ambros auf dem wie der Schlange im Paradiese die gleißende Haut zu einem überließ ihn sich selbst. Nun, Jerg war sich fidele Gesell Paratscha gewesen, wo er den Horst eines Adlers vermuthete, ähnlichen Zwecke gegeben worden war, und sie begannen schaft genug. dem jüngst einige Ziegen zur Beute gefallen waren. ihn zu fürchten, wenn auch manche junge Gitsche eines Eben verließ der Dechant unter Vortritt des Messners Ein angefressenes Gamszicklein, das die beiden Jäger in heimlichen Mitleids nicht ledig werden konnte. das Pfarrhaus. Aus der Menge, die sich vor demselben einer Klamm des Paratscha gefunden, hatte den Verdacht Um sich mit den Zuständen seiner Pfarreingesessenen angesammelt hatte, flang es wie ein Ausseufzen und die verstärkt. Ihr Pürschen war indessen erfolglos geblieben bekannt zu machen und ihr Vertrauen zu gewinnen, ging Männer nahmen ihre Kopfbedeckungen ab. Das Er- und während Ambros nach Hause gegangen, war das der Vikar in die Hütten und Häuser der Leute. Zwar scheinen des Dechanten war das Zeichen, daß Herr Molten Gamsmanndl auf dem Rückwege bei der Pfarre stehen ge- wurde er überall ehrerbietig aufgenommen, denn der Re becher todt war; dennoch hörte man fein Klagen blieben. spekt vor dem geistlichen Rocke steckte den Leuten zu tief in " und Weinen. Die Leute standen wie eingewurzelt;" Ja, warum dulden wir's?" fragte auch der Färber. im Blute und die Ladiner sind überdies von Natur höf sie schienen noch etwas zu erwarten und der Des Was können wir denn thun?" hieß es dagegen und licher als ihre deutschen Landsleute; allein zuthulich chant sagte:" Der Herr Pfarrer ist sanft in dem Herrn die Weiber klagten, daß sie jetzt ganz verlassen wären; wurden sie nicht, und es gelang ihm nicht, ihnen entschlafen. Friede sei mit ihm." denn den Vikar könnte man nicht als einen rechten Priester persönlich näher zu kommen. Sie deckten sich mit ihrer Hier und da wurde wohl ein Amen laut, aber immer gelten lassen, sonst hätte ja auch der Herr Pfarrer Höflichkeit oder thaten, als verständen sie nicht, was noch rührten die Leute sich nicht. in seinem letzten Stündlein nicht den Herrn Dechanten be- er wollte und ein:" Ja, das wird schon so seiu," Mit Gunst, Ehrwürden," rief eine Stimme, die dem schickt. war alles, was er ihrer Zähigkeit abzupressen vermochte. Blaufärber von St. Vigil gehörte, aber wir hören die Nein, der Vikar Angelo Lacedelli galt den Vigilern Die Großbauern thaten, als fäme er zu einer Revision ihrer Sterbeglocke nicht!" nicht für einen rechten Priester. Als er zum ersten Mal Keller und Speisekammern und diese erschlossen sie ihm Die Sterbeglocke! Die Todtenglocke!" riefen jetzt die Kanzel bestiegen, da war die Kirche gedrängt voll ge- bereitwillig. Der Klosterbauer, dem er um die Zeit der Mehrere. wesen, jedoch nicht die Andacht, sondern die Neugierde hatte Jause seinen Antrittsbesuch machte, ließ auftragen als wäre Wisset Ihr denn nicht, lieben Freunde, daß die die Menschen angelockt. Man wollte doch den Bilar, den der liebe Gott bei ihm zu Gaste. Bierhundert Gulden( nach Regierung das Läuten des Sterbeglöckleins verboten hat?" nicht der hochwürdigste Herr Bischof von Brixen, sondern heutigem Werthe) betrug die ganze Einnahme der Pfarre fragte der Dechant. Der Herr tröste Euch!" die bayerische Regierung berufen hatte, sich ansehen. Wenn von St. Vigil; da sollte der Herr Vikar sehen, was da Ach, ach!" seufzte es und wieder sagte der Färber: nun auch selbst das mißtrauischste Auge an den Bewegungen gegen so ein herrischer Bauer vermöge, trotz Steuerdruck und Das Verbot kann doch nicht für den geistlichen Herrn und Worten, mit denen er die Messe zelebrirt, keine Neue Kontinentalsperre. Der Herr Vikar sollte nur nach Kräften gelten?" rung zu erspähen vermocht und seine Predigt von jeder zulangen, es machte nichts aus, wieviel er äße und tränke, Der Dechant, dem man inzwischen ehrerbietig Raum Kezzerei sich fern gehalten, so hatte es ihm dennoch nichts nöthigte der Klosterbauer fleißig und lenkte damit jeden geniacht hatte, zuckte die Achseln. Er blieb stehen und genügt; er war ein vereidigter, d. h. von der Kirche abge- Versuch des jungen Geistlichen ab, das Gespräch von fagte:„ Das Gejez gilt ohne Ausnahme. Ja, lieben fallener Priester. Seine Zuhörer hatten wohl empfunden, der Wirthschaft, den Kühen und Ziegen auf persönliche Freunde, wenn sonst das Sterbeglöcklein ertönte, da that daß ein frischerer feurigerer Geist aus seinem Munde sie Zustände und Verhältnisse überzuleiten. Das ganze Be jeder, der es vernahm, eine Fürbitte für die Ruhe der ab- anwehte, und der weibliche Theil kaum einen Laut des nehmen des Klosterbauers sagte:" Du kannst lange spio geschiedenen Seele. Das duldet nun die Regierung nicht Staunens zu unterdrücken vermocht, als er vor den Altar nixen, bis du von mir etwas herauslockeft." ( F. f.) tt 11 9 Korrespondenzen und Parteinachrichten. einrichtungen. Es handelt sich um einen Artikel, der im vorigen| fommission der Gewerkschaften in Hamburg zum Maifonds überJahre in beiden Blättern abgedruckt worden war und der die wiesen werden." Ueberschrift trug: Dem Arbeiter eine Last und die Peitsche". " 2C. Staats: Vermischtes. Diesem Beschlusse ist ein Theil der Kollegen noch nicht nachDer Angeklagte hatte sich geweigert, den Verfasser zu nennen und gekommen. Wir bitten daher diejenigen Kollegen, welche diesem allein die Verantwortung übernommen. In dem Urtheile heißt Beschlusse noch nicht nachgekommen find, Gelder an unfern Crimmitschau. Daß Ordnungsliebe und Pünktlichkeit nicht es u. a.: Der Verfasser betrachtet die Arbeiter als eine ge- Saffirer Herrn Wilhelm Günsel, Fürstenftr. 9, 2 Tr., zu senden, nur als eine gute und lobenswerthe Eigenschaft eines Beamten schlossene Klasse und stellt dieser die Klasse der Nichtarbeiter, resp. in der nächsten Versammlung am 5. Juni bei Norbert, Kollegen! Es gilt angesehen und erkannt wird, sondern, daß es überhaupt Pflicht refp. der Arbeitgeber, der Regierenden, der Herrlichen", der Beuthstraße, an denselben zu entrichten. eines jeden anderen Menschentindes sein soll, das wurde dem Vorsteher des hiesigen allgemeinen Bildungsvereins dadurch flar Rapitalisten gegenüber. Eine Aufreizung wurde erblickt in der dem Unternehmerthum einen Damm entgegen zu sehen, thue jebez Vorsteher des hiesigen allgemeinen Bildungsvereins dadurch klar gemacht, daß derselbe wegen um zwei Tage zu späten Anmeldens gehässigen" Art, wie das Verhältniß der Arbeitgeber zu den feine Pflicht nach besten Kräften. Mit kollegialischem Gruße des neu- bezw. wiedergewählten Vorstandes genannten Vereinsarbeitern dargestellt wird. Es ist die Rede von weißen Stlaven, der Borstand. von modernen Heloten, von dem wirthschaftlichen Standrechte, auf Grund einer Anzeige der hiesigen Polizeibehörde folgenden unter dem die Arbeiter ständen, ferner wird gesagt, der Arbeiter Strafbefehl erhielt: " Auf Antrag der königl. Staatsanwaltschaft wird gegen Sie fomme nicht dazu, etwas Selbständiges zu thun oder frei zu sein, wegen der Beschuldigung, als Mitglied des Vorstandes des all- die Arbeitsordnungen glichen Gefängnißordnungen und das Hörigkeitsverhältniß solle wieder auferstehen Aus Stade. Einen merkwürdigen Bescheid, gemeinen Bildungsvereins für Crimmitschau und Umgegend, einrichtungen resp. Anordnungen der Obrigkeit sind nach dem eines Vereins, deffen 3wed sich auf öffentliche Angelegenheiten Urtheile dadurch verächtlich gemacht, daß der Artikel die sozial- merkwürdig in mancherlei Hinsicht, hat der Bezirksausschuß bezieht; die am 21. März 1891 eingetretene Veränderung der Personen des Vorstandes nicht binnen brei Tagen politischen Gesetze und Vorlagen angreift. Die Revision des auf ein Gesuch um Gestattung der Rolportage ertheilt. Der Benicht binnen drei Tagen sondern erst am 26. März 1891 dem Stadtrath zu Crimmitschau Angeklagten, welche heute vor dem dritten Straffenate des scheid lautet: Reichsgerichts zur Verhandlung kam, wurde in einem Punkt für als Polizeibehörde angezeigt zu haben. Vergehen gegen§§ 19 und 33 des Gesetzes vom vom 22. November 1850, das Vereins- begründet erachtet. Der Angeklagte hatte in der Hauptverhandbelung Beweis dafür beantragt, daß in Hamburg die Arbeitgeber und Versammlungsrecht betreffend; wofür als Beweismittel be- die Arbeiter unter der Drohung, sie würden sonst entlassen, zeichnet sind: Die Atten des Stadtraths zu Crimmitschau, den aufgefordert hätten, aus den Fachvereinen auszutreten. Dieser allgemeinen Bildungsverein betreffend, eine Geldstrafe von Antrag war abgelehnt worden, weil es sich hierbei nicht um drei Mark, und im Falle dieselbe nicht beigetrieben werden Anordnungen der Obrigkeit(§ 131) handle. tann, eine Haftstrafe von einem Tage festgesetzt. Zugleich werden Ihnen die Kosten des Verfahrens auferlegt. Die Geldstrafe und die nachverzeichneten Kosten sind an die Amtsgerichts- Kaffe zu Crimmitschau zu zahlen. Dieser Strafbefehl wird vollstreckbar, wenn Sie nicht binnen einer Woche nach Zustellung bei dem unterzeichneten Gerichte schriftlich zu Protokoll des Gerichtsschreibers Einspruch erheben." Crimmitschau, den 21. Mai 1891. Königliches Amtsgericht. Krammer. An den Uhrmacher Herrn Emil Fiedler hier, Leipzigerstr. 36. Kostenrechnung. Gebühr für den Strafbefehl 1, M. Schreibgebühr Strafe. · . -, 10 3, n " Summa 4,10 m. Das Reichsgericht erblickte nun mit der Revision einen Mangel des Urtheils darin, daß bei der Entscheidung über jenen Antrag der§ 130 nicht in Erwägung gezogen sei. Das Reichsgericht erkannte deshalb auf Aufhebung des Urtheils und verwies die Sache zur abermaligen Berhandlung nicht an das Landgericht Halle, sondern nach Nordhausen zurüd. Mainz, 27. Mai. In der heutigen Sigung der Straffammer des Landgerichts wurde das Urtheil gegen den Nähmaschinenhändler Genossen Jos. Krämer aus Frankfurt a. M. wegen Aufforderung zum Kontraktbruch in einer Versammlung der Metallarbeiter publisirt. Es lautete auf eine Gefängnißftrafe von vierzehn Tagen. Der Staatsanwalt hatte vier Wochen beantragt. * Straßburg. Wegen des formalen Grundes, daß die gesetzliche Anzeige bei der Polizei zu spät erfolgte, fonnte eine auf Dienstag Abend anberaumte Schneiderversammlung, in welcher Langenbielan. Echt freisinnig", so lesen wir in dem Reißhaus aus Erfurt zu referiren gedachte, nicht abgehalten werwacker redigirten Proletarier aus dem Gulengebirge", d. h. mit den. Mag man sich nun über die in dem vorliegenden Falle anderen Worten echt waschlappig ist ein Leitartitel der Brest. unnöthig rigorose Handhabung des Gesetzes durch die Polizei langen, daß zwischen dem Tag der Anzeige einer Versammlung Morgenztg.", der sich mit dem gegen Genossen Baginsti erkannten ärgern oder nicht, die Polizei hat nun einmal das Recht, zu ver Urtheil von 6 Monaten wegen Beleidigung des Pfarrers Miethe und dem Tag der Versammlung selbst eine Zwischenzeit von drei aus Peilau beschäftigt. Das fortschrittliche Blatt meint, Restripte", welche den Gerichten Weisungen ertheilten, so und Tagen liegt. Es sei das zur Erinnerung gesagt! " so zu urtheilen, dürften zwar nicht erlassen werden, dagegen sei aber nichts einzuwenden, wenn die Justizverwaltung rechtspolitische Erwägungen" an die Gerichte gelangen ließe. Arbeiterbewegung. Wenn die Männer der früheren Fortschrittspartei, die Waldeck, die Ziegler u. f. w. u. f. w. das hören könnten, Prag, 28. Mai. Der partielle Ausstand im Teplizer Revier so würden sie sich über eine solche jammervolle Haltung der miß rathenen Nachgeburt, welche auch jetzt noch immer den Muth ist beendigt, nur auf zwei Karbiger Schächten der Brürer Kohlenhat, sich Fortschrittspartei" zu nennen, im Grabe umdrehen. gewerkschaft streiken ungefähr 300 Arbeiter, weil die Leitung des Solche rechtspolitische Erwägungen" würden bei dem Streber- Werkes vier Arbeiter entlassen hat. Von einer eigentlichen Lohnthum, daß sich in unserer gold- und avancementslüsternen Beit bewegung ist nichts zu merken. überall breit macht, gerade so wirken wie etwa eine Verordnung der Landräthe an die Gendarmen, aufzupassen, daß die Hunde nicht ohne Knüppel zwischen den Beinen herumlaufen. Die ErDas wägungen" würden einfach zu Bestimmungen werden. freifinnige" Winfelblatt meint dann weiter, das solche Re stripte" etwas diskreter behandelt werden müßten; öffentlich darf so etwas nicht gefagt werden. Nun, wir gestehen, da ist uns noch ein grober Staatsanwalt mit einer Hand voll Restripte" lieber, als folch ein schleichendes, freisinniges Justizreptil mit seinen„ rechtspolitischen Erwägungen". " " Stendal, 27. Mai. Heute wurde Genosse Denner wegen Vergehens gegen§ 131 des St. G.-B. zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt. Brüffel, 28. Mai. Die Indépendance belge" meldet aus London, der Obmann der schottischen Bergleute habe den belgischen Ausständigen erklärt, es feien ihnen keine Geldmittel zugesandt, weil die Belgier solche nicht erbeten hätten. Charleroi, 28. Mai. Heute sind 2000 Bergleute wieder angefahren. Die Wiederaufnahme der Arbeit wäre bedeutender, wenn nicht mehrere Werke für die Wiederaufnahme die Bebeiter aus dem Verband der Ritter der Arbeit" austreten. bingung gestellt hätten, daß der Lohn verkürzt wird und die ArParis, 28. Mai. Die anläßlich des Streifes der Omnibusbediensteten verhafteten Personen sollen gerichtlich nicht weiter verfolgt werdeu." Soziale Uebersicht. Leipzig, 25. Mai. Vom Landgericht in Halle a. S. ist am 22. Januar der Redakteur des„ Boltsblatt für Halle und den Saalfreis" fowie des Volksblatt für Anhalt", Genosse Richard Achtung Kaufleute Berlins! Kollegen! In der Versamm Illge in Halle, der augenblicklich eine längere Strafe aus einem anderen Prozesse verbüßt, zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt lung der Freien Vereinigung“, vom 3. April d. 3. wurde beworden und zwar auf Grund der 88 130 und 131 des Straf- schlossen:" Von dem am 1. Mai verdienten Arbeitslohn soll jedes gesetzbuchs, also wegen Aufreizung verschiedener Bevölkerungs- Mitglied einen Theil, nicht unter einer Mart, an die Verflaffen gegen einander und wegen Berächtlichmachung von Staats- einstaffe abliefern. Die Hälfte dieses Geldes soll der General inspektorenberichte und die Ergebnisse der Kriminal- und Arbeiter versicherungs- Statistik besprochen, endlich wird, freilich unseres Vierteljahrsschrift zur Erforschung der gesells schaftlichen Zustände aller Länder. In Verbin Stade, den 13. Mai 1891, 29. p. mts., betr. Genehmigung 1. b. Auf die Eingabe vom von Druckschriften zum Feilbieten im Umherziehen, gereicht Ihnen zum Bescheide, daß die eingesandten Druckschriften 1. Das fleine Buch für uns Alle, Verlag von Richard Hermann Dietrich in Dresden, 1 Bändchen des II. Jahrganges; 2. Lichtstrahlen, Blätter für volksverständliche Wissenschaft, Nr. 1, I. Jahrgang, Verlag von G. Harnisch, Dresden 1891; 3. Die Bergmannstochter von Tollenstein, Heft 1, Druck und Verlag von Richard Hermann Dietrich, Dresden; 4. Der Mensch und seine Rassen, von Dr. Bernhard Langfavel, Verlag von J. H. W. Diez, Stuttgart, Heft 1, zum Feilbieten im Umherziehen nicht zugelassen werden können, weil bezüglich der Schriften 1-3 ber dem Verbrecherthum entlehnte, bezw. irreligiöse Tendenzen verfolgende Inhalt derfelben geeignet erscheint, in sittlicher, bezw. religiöser Hinsicht Anstoß zu erregen und bezüglich der unter Nr. 4 aufgeführten Schrift der mit derselben festverbundene Umschlag Anpreisungen von Schriften enthält( z. B. Stern, J., die Religion der Zukunft; Halbes und ganzes Freidenkerthum 2c.) deren Inhalt ebenfalls zu Bedenken in religiöser Beziehung Anlaß giebt.(§ 56, 10 der Reichsgewerbe- Ordnung.) Ebenso wenig wie die ersten Bände bezw. Bände ( Nummern) der Schriften werden voraussichtlich auch die nicht vorliegenden nachfolgenden Hefte 2c. zugelassen werden können, da es nicht ausgeschlossen erscheint, daß bei den folgenden Lieferungen dieselben Gründe für die Ausschließung vom Gewerbe- Betriebe im Umherziehen vorliegen. Eventuell würden die vorliegenden Hefte zur Prüfung hierher einzureichen sein. Gegen diesen Bescheid steht ihnen innerhalb 2 Wochen nach erfolgter Zustellung der Antrag auf Beschlußfassung durch das Kollegium des Bezirksausschusses oder die Einlegung desjenigen Rechtsmittels zu, welches zulässig wäre, wenn der Bescheid auf Beschluß des Kollegiums ergangen wäre. Die Anlagen des Gesuchs erfolgen zurück 2c. Namens des Bezirksausschusses. Der Vorsitzende. Bugestellt An Herrn Heinrich Hunteman zu Verden. In Vertretung: E. Erbmeier. Dies der Wortlaut des merkwürdigen Attenstückes, das wir an der Hand der Gewerbe- Ordnung etwas beleuchten wollen. In§ 48 derselben heißt es: Wer gewerbsmäßig Druckschriften oder andere Schriften oder Bildwerke auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten ausrufen, verkaufen, vertheilen, anheften oder anschlagen will, bedarf dazu einer Erlaubniß der Orts- Polizeibehörde, und hat den über diese Erlaubniß auszuſtellenden, auf seinen Namen lautenden Legitimationsschein bei sich zu führen." Das ist die einzige Bestimmung, die hier zutrifft, und dieser hat der Betreffende genügt, indem er einen Gewerbeschein für 24 M. schon längst gelöst hat. Allerdings muß beim Gewerbebetrieb im Umherziehen ein Verzeichniß der Schriften eingereicht und genehmigt werden; das geht aber im vorliegenden Falle den Betreffenden gar nichts an, da er nur in seinem Wohnort und durch allerlei Maßnahmen der Polizei. Nun aber wollen wir feit des Gesuchs nur die Gründe der Abweisung betrachten. Die Schriften unter 1. und 3. gehen uns " Roman" Literatur. Anders die Schriften unter 2. und 4., nichts an; es sind Erzeugnisse der niedrigsten Gattung unferer " Roman"-Literatur. Anders die Schriften unter 2. und 4., die den meisten unserer Leser bekannt sein dürften. ( denn " " Die LichtSozialpolitische Literatur. Archiv für soziale Gesetzgebung und Statistik. Erachtens nicht genügend, die sozialpolitische Literatur im Archiv Schriften folportirt. Das Verzeichniß einzureichen hatte er gar tritifirt. Boten schon die drei ersten Bände dieser Zeitschrift eine nicht nöthig und ist in der That nur dazu getrieben worden dung mit einer Reihe namhafter Fachmänner ülle nach jeder Richtung hin werthvollen Materials, so scheint einmal absehen von der Nothwendigkeit oder Nicht- Nothwendigdas Archiv unter der alten Redaktion, aber in dem neuen des In- und Auslandes herausgegeben von( J. Guttentag'schen) Verlage noch Besseres bieten zu wollen. Dr. Heinrich Braun. Vierter Band, Erstes Heft, wenigstens läßt das erste Heft des neuen Bandes dies erhoffen. 248 Seiten 8°. Berlin 1891. J. Guttentag, Verlagsbuchhandlung. Dasselbe zeichnet sich durch Wielseitigkeit, Attualität, Frische und Abonnementspreis pro Band von 4 Heften 12 M., Einzelne durch ausnahmslose Vortrefflichkeit der Beiträge aus. Es ist bei Hefte 4 M. höchsten Grade beschämend, daß man diese Zeitschrift eine eigen möglich, auf die einzelnen Beiträge besonders einzugehen, wir von dem Verbrecherthum entlehnten Tendenzen" fann feine Rede Es ist für die deutsche nationalökonomische Wissenschaft im dem beschränkten uns zur Verfügung stehenden Raume leider unartige nennen muß, denn ihre Eigenart besteht in ihrer wissen- Mit Beziehung auf das eben in Neu- Ordnung begriffene ſein). Allerdings huldigen die„ Lichtstrahlen" der atheistischen schaftlichen Objektivität. Die übrigen nationalökonomischen Zeit- preußische Steuerwesen handelt Professor Adolph Wagner über Weltanschauung und vertreten dieselbe, aber in einer Weise, die bei Niemand Anstoß erregen kann. Die Artikel sind rein wissenentweder direkt bestimmte ökonomische soziale Finanz- und Steuerpolitik. Wagner muß, man mag über schaftlicher Natur und vermeiden konsequent jenes Geschimpfe auf schriften vertreten Interessenfreise, oder sie werden, was noch viel mehr zu feine politische Stellung noch so sehr aburtheilen, unzweifelhaft einzelne Religionsrichtungen, wie man sie gerade in den frommen So entbehrte die deutsche nationalökonomische Wissenschaft lange politit anerkannt werden, bekannt ist, daß er das Steuerwesen Andersgläubige findet. Lettere Art von Schriften ist gewiß dem Vorgeben wissenschaftlicher Zwecke in die Welt gesandt. heute als die erste deutsche Autorität in Sachen der Finanz Traftätchen und Blättern der einzelnen Konfessionen in Bezug auf tadeln ist, von Universitäts- und politischen Strebern unter Zeit eines Organs, das widerspruchslos der Wissenschaft und des Staates statt ausschließlich vom fiskalischen Standpunkte vom nicht einer Klique diente; diesem Uebelstande wurde für den fozialpolitischen aus geregelt fehen will. In dem genannten Auf- hundertmal eher geeignet, in religiöser Hinsicht Anstoß zu er heute im Brennpunkte des politischen und wissenschaftlichen faße übt er an der preußischen Reformpolitit sehr energische strahlen". Das Beste aber hat sich der Bezirksausschuß geleistet Interesses stehenden Zweig der nationalökonomischen und Kritik; seine flare Darstellung wird über die in Preußen im in Bezug auf die unter 4) aufgeführte Schrift:" Der Mensch Bordergrunde des Intereſſes ſtehenden Fragen viel Aufklärung und seine Rassen". In Ermangelung eines jeden, auch nur statistischen Wiſſenſchaft für die Sozialpolitik und Sozialstatistik verbreiten können. Ueber den zweiten Aufſay, den von Dr. Fr. Schuler scheinbar stichhaltigen Grundes, der aus dem Inhalt des Werkes durch die Gründung des Archivs für soziale Gesetzgebung und Der Normalarbeitstag in feinen Wirkungen auf die Produktion" Statistit" abgeholfen. Nicht nur steht der streng objektive nach baben wir in zwei Leitartikeln unseren Lesern referirt. An geschöpft werden könnte, hat man den Umschlag, die auf dentjeder schrift über allen Zweifel, sie dient auch in feiner Weise einer diesen Aufsatz schließt sich eine nach jeder Richtung hin vor dem Umschlag Schriften atheistischer Tendenz angezeigt sind, giebt ein ethnographisches Werk Anlaß zu ¡ Bedenken einseitigen Richtung oder Schule; unter ihren Mitarbeitern finden treffliche und flare Abhandlung des Professors Sombart über die Hausindustrie in Deutschland. wir alle heute in der Nationalökonomie wissenschaftlich anerkannte Die Rubrik Gesetzgebung enthält Besprechungen und die in religiöser Sinficht" und ist vom Verkauf im UmherRichtungen, ebenso wissenschaftliche Sozialisten als Robbertufianer, Terte des neuen Reichsgefeges über die Gewerbegerichte, des siehen ausgeschlossen! Gin Seitenstück zu den„ konkludenten Handdann Schüler Schmoller's, Brentano's, R. Menger's und anderer französischen Dekretes über den obersten Arbeitsrath und des lungen" des Reichsgerichts! Aber es kommt noch beffer. Mit beneidenswerther Sehergabe weiß der Bezirksausschuß im Voraus, als auch so eigenartige Individualitäten Reorganisation der preußischen Gewerbe Inspektion behandelt von Fach finden wir aber auch Männer der Praxis und ver- und der Wortlaut der bezüglichen Denkschrift mitgetheilt. Den sprechen dürften. Er ahnt also schon jetzt, daß z. B. der Buchhändler Dies in Stuttgart auf den Umschlägen der folgenden wandter Wissenszweige, wie den als Autorität in der Fabrik- Schluß bilden Bücherbesprechungen. inspektion anerkannten Dr. Fr. Schuler und den berühmten Aus dem bisher Gesagten folgt, daß das Archiv" Hefte wieder atheistische Schriften empfehlen wird, weshalb die schrift beschränkt sich, und dies ist ein weiterer Vorzug vor anderen eine Fundgrube für sozialpolitisches Wissen ist und daß ihre Kenntnisse auf dem Gebiete der Völkerkunde zu bereichern, die leider für Arbeiterbörsen theure Zeitschrift mit Nugen weshalb sie sich über die Sitten und Gebräuche der Botokuden auch von unseren Parteigenossen gelesen werden nationalökonomischen Zeitschriften, nicht auf deutsche Gelehrte; wir finden in den bis nun erschienenen Bänden neben deutschen, Leider wird das Material, welches im" Archiv" ausgehäuft ist oder Eskimos nicht unterrichten dürfen. Das sind die Konsehat. Selbstverständlich wird von Seiten der Betheiligten jedes Desterreichern und Schweizern Ungarn, Franzosen, Italiener, eben eine Zeitschrift durchaus internationalen Charakters, sowohl gleich wir darin sehr viel auch für uns Verwerthbares finden Rechtsmittel benußt werden, um diesen völlig unhaltbaren BeEchweben, Russen, Engländer, Amerikaner 2c. Das„ Archiv" ist und wird, fast ausschließlich von den Gegnern ausgenügt, ob- quenzen des Bescheides, den der Stader Bezirksausschuß ertheilt als würden. Den nach oben behandelten im gett, Whit annähernder Vollständigkeit, ben Bildungsvereinen ist das Abonnement des„ Archivs" aufs demfelben behandelten Fragen. Wiit annähernder Bollſtändigkeit ben busbesondere den gewerkschaftlichen Organisationen und werden in demselben alle sozialpolitisch wichtigen Gefeßentwürfe, Angelegentlichste zu empfehlen. Borschläge und Gesetze, sowie die sozialstatistisch bemerkenswerthen Thatsachen aller Länder behandelt. Daneben finden wir die Fabrit wie Anton Menger, Karl Bücher, Adolf Wagner. Außer den Nationalökonomen neuen russischen Arbeiterschutzgesetzes, ferner wird die beabsichtigte daß auch die späteren Hefte seinen Anforderungen nicht ent fönnte. Stader Bezirksausschusses Norm werden, dann könnte durch Rolportage überhaupt nichts mehr vertrieben werden, das von der scheid unwirksam zu machen, denn sollte die Auffassung de gewöhnlichen„ patriotischen" oder„ christlich frommen" Literatur Tabweicht. Theater. Freitag, den 29. Mai, Opernhaus. Coppelia. Schauspielhaus. Die Schauspieler des Kaifers. Zum Schluß: Kleine Mißverständnisse. Leffing- Theater. Derby. Berliner Theater. Der Hüttenbesitzer. Deutsches Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Nanon. Wallner- Theater. Der verlorene Sohn. Vorher: Das Modell. Residenz- Theater. Dr. Jojo. Bellealliance- Theater. Tricoche und Cacolet. Thomas- Theater. Der Zigeuner. Der liebe Onkel. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Oftend- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Eine vollkommene Frau. Saison- Theater. Vorstellung. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Bratweilige Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des MusikDirektor H. Sanftleben Chall Neu! unter Mitwirkung des Opernsängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Empfehle zugleich meinen Frühstücksund reichhaltigen Mittagstisch, sowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 659L F. Sodtke. Neue Walhalla. Sommer- Theater, Hasenhaide. Heute: Grosse Extra- Vorstellung. Letzte Woche: Mons. Loisset m. d. dress. Klapperstörchen. Ardel u. West, genannt die Zulu- Könige mit der Pantom. Meyer in Afrika, ferner Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Näheres die Säulen. Raffen- Eröffn. 4 Uhr. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Entree 30 Pf., Parquet 50 Pf., Sperrsitz 75 Pf., Loge 1 Mf. Avis: Sonntag, den 31. Mai, große Gala- Vorstellung. Berliner Hippodrom Kurfürstendamm u. JoachimsthalerStrassen- Ecke. Größter Vergnügungspark der Residenz Für die so rege Theilnahme bei der 1062b Danksagung. Beerdigung meines Mannes sage ich allen Freunden und Bekannten, ins Ww. Lang. besondere den Herren Roll., meinen tiefgefühlten Dank. Für Gesinnungsgenossen empf. mein großes Lager v. Schuhe u. Stiefeln mit Kontrollmarke. G.3erbe, Ritterstr.114. Mein Schuh- und Stiefel- Lager für Herren, Damen und Kinder bringe hiermit in empfehlende Erinnerung. 399L Albert Auerbach, Kottbuser Damm Nr. 7, nahe der Kottbuser Brücke, Massen- Ausverkauf von 168M Römischer Circus Steingutwaaren Wettrennen, Steeple Chase. Römisches Wettfahren. Sam Lockhart's 6 dress. Riesen- Elephanten. Ferner Auftreten des ges. KünstlerPersonals. 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Keine Bazar- Waare. 725 L Bekanntmachung. Invaliditätsund Alters- Versicherung. Infolge der Berichte unserer Kontrollbeamten sehen wir uns genöthigt, das betheiligte Publikum nochmals auf die genaue Beobachtung der für die Entwerthung der Beitragsmarken gegebenen Vorschriften hinzuweisen. Das nach ist eine Entwerthung der in die Quittungsfarten eingeflebten Marken überhaupt nicht nothwendig; erfolgt jedoch eine solche Entwerthung durch den Arbeitgeber oder den Versicherten, so darf dies nur mittelst eines schmalen schwarzen Striches in der aus der nachstehenden Abbildung ersichtlichen Weise geschehen: Bexin PF30 Die Anbringung jedes anderen Entwerthungszeichens, z. B. die Beifügung eines Datums, FirmenRempels, Namens oder einzelner Buchstaben, ist unzulässig und setzt den Zuwiderhandelnden der Gefahr aus, gemäß§ 151 des Invaliditätsund Altersversicherungs- Gesetzes empfindlich unter Umständen mit Gefängniß bis zu 6 Monaten bestraft 799L zu werden. Berlin, den 28. Mai 1891, Invaliditätsand Alters- Versicherungsanstalt Berlin. Der Vorstand. Eberty. Mugdan. Dr. Freund. Größtes Lager Berlins Kinderwagen. Andreasfr. 23,§.p. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Auf nachstehende Berlin SW., Beuthstraße 3. Neue Erscheinungen auf dem Gebiete der sozialistischen Literatur gestatten wir uns die Parteigenossen aufmerksam zu machen und halten wir uns zur Lieferung derselben bestens empfohlen: Geschichte der Kommune von 1871 Von Lissagaray. Zweite, vom Verfasser durchgesehene Auflage. 466 Seiten. 8. Preis eleg. brosch. 2,50 M., eleg. geb. 3 Mt. Das Werk bildet den zehnten Band der Internationalen Bibliothek und wird in der vorliegenden neuen Form sich des ungetheilten Beifalls erfreuen. Zwanzig Jahre sind seit jenen denkwürdigen Pariser Tagen verflossen, die Erinnerung an sie ist lebendig geblieben bei allen Denen, die jene Zeit mit durchlebt haben. Der inzwischen herangewachsenen Generation sei das Buch dringend zur Anschaffung empfohlen; es ist für sie von Bedeutung, zu erfahren, wie diese große Bewegung entstanden ist, welche Elemente sie gebildet, welche Leidenschaften bei ihr mitgespielt, welche Rolle die doktrinären Republikaner und die Bourgeois gespielt, mit wie viel oder wie wenig Fähigkeit die Aufständischen die öffentliche Gewalt gehandhabt, welchen Muth sie im Kampf und welche Grausamkeit die Sieger gezeigt haben. Möge das Buch, das bei seinem ersten Erscheinen, 1878, der Gegenstand der Besprechungen so vieler Vertreter des deutschen Sozialismus war, der neuen Generation zeigen, für welch große Sache Paris sich erhoben und bis zum Tod gelitten hat. Der Kaufmann und die Sozialdemokratie. Von Albert Auerbach. 3 Bogen gr. 8. Preis broschirt 50 Pfennig. Inhalts- Uebersicht: 1. Die Lage des selbständigen Kleinkaufmanns. 2. Die Lage der kaufmännischen Arbeiter: a) Gehilfen, b) Gehilfinnen, c) Lehrlinge. 3. Die Forderungen an die Gesetzgebung im Interesse der taufmännischen Angestellten. 4. Der Kaufmannsstand und die Parteien. Die mit großer Sachkenntniß geschriebene Broschüre füllt eine oft bemerkte Lücke der sozialistischen Literatur aus und dürfte geeignet sein, in kaufmännischen Kreisen für den Sozialismus Propaganda zu machen. Wir empfehlen deshalb den Parteigenossen, sich die Verbreitung der Broschüre angelegen sein zu lassen. In Sachen Brentano contra Marx wegen angeblicher Geschichtsfälschung. Geschichtserzählung und Dokumente. Von Friedrich Engels. 42 Bog. gr. 8. Preis eleg. brofdy. 1 Mk. Brentano versucht es seit zwei Dezennien, anonym und nichtanonym, das Ansehen von Mary dadurch zu schädigen, daß er ihn eines falschen Bitats beschuldigt. Engels weist an der Hand der Dokumente das Grundlose der Brentano'schen Verdächtigungen nach und giebt im Uebrigen ein in furgen Zügen entworfenes Bild der englischen Zustände im Anfang der sechsziger Jahre, das, an und für sich lehrreich, eine wichtige Stüße für die so sehr angefochtene Auffassung von Mary wird, wie sie in der Inauguraladresse der Internat. Arbeiter- Assoziation von 1864 zur Geltung fommt. Hochflut. Sozialistische Zeitgedichte. 6. Auflage. 80. Preis 20 Pf. Raketen und Leuchttugeln. Truhnachtigall. in der Nacht des Sozialistengesetzes von S. Kokosky. Preis broschirt 20 Pf. Von Karl Henckell. Preis elegant broschirt 1,50 M., elegant gebunden 2 M. Die vorstehenden poetischen Erscheinungen unserer Literatur werden bei den Parteigenossen die beifälligste Aufnahme finden. Sie spiegeln, was besonders bei„ Hochflut" und" Raketen" der Fall ist, getreu unsere Zeit wieder, und namentlich letzteres dürfte wegen seines satyrischen Inhalts ansprechen Das in Karl Henckell's Tragnachtigall" enthaltene Maifestspiel Glühende Gipfel" wird bei der nächst= jährigen Maifeier ersprießliche Dienste leisten. п Wiederverkäufern gewähren wir Rabatt. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. t D eröffne Mitthe V₁ dring 1. 2. trag bewill Hause verwi Stand 9 zum der Grun Pfle eines Prüfi Tetzter Berat P Vortr durch Jahr nochn jedock treide Anhä dem halter habe Hung Regi hebu versic brech von feiner die wie Brot Sus schaf Herr prei Das dem gege verst Das forn lang den tom fula Der zahl pent Suf Bu nal und Ber bitte felb wet We in abe fein fich aus wi nic die M ( Le der der 20. fo de 20 St na Ia u bi 10 th a 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 122. Kommunales. = Stadtverordneten Versammlung. Sigung vom Donnerstag, den 28. Ma i. Der stellvertretende Vorsitzende, Stadtv. Dr. Langerhans, eröffnet die Sigung um 5½½2 Uhr mit einer Reihe geschäftlicher Mittheilungen. Von den Stadtv. Singer und Genossen ist folgender dringlicher Antrag eingelaufen: Die Stadtverordneten- Versammlung wolle beschließen: 1. Den Herrn Reichskanzler und Präsidenten des königlich preußischen Staatsministeriums zu ersuchen, in Rücksicht auf den hohen Stand der Getreidepreise und in Anbetracht der ungünstigen Aussichten für die nächste Ernte die sofortige Suspension und demnächstige Aufhebung der Getreidezölle zu veranlassen. 2. Den Magistrat aufzufordern, sich dem an den Herrn Reichstanzler gerichteten Ersuchen anzuschließen. Berlin, den 28. Mai 1891. Singer. Gnadt. Heindorf. Herzfeldt. Klein. Stadthagen. Tempel. Tubauer. Vogtherr. 3ubeil. Nach Eintritt in die Tagesordnung wird ein weiterer Beitrag für das in Berlin zu errichtende Luther- Denkmal bewilligt. Die Vorlage, betreffend einen Erweiterungsbau des Hauses Poststraße 16 wird an einen Ausschuß von 10 Personen verwiesen. Die Einrichtung elektrischer Beleuchtung der Standesamt- Käften im Rathhause wird genehmigt. Nach kurzer Debatte stimmt die Versammlung dem Projekt zum Neubau der Volksbade- Anstalt Stralauerplatz 28 zu. Der unentgeltlichen Ueberlassung einer Parzelle von dem an der Landsberger Allee und der Straße 42 b belegenen städtischen Grundstücke an den Verein„ Viktoriahaus für Krankenpflege" und der Gewährung einer Beihilfe zu den Baukosten eines Pflegerinnenhauses wird im Prinzip zugestimmt. Einige Rechnungen werden dem Rechnungs- Ausschuß zur Prüfung überwiesen. Damit ist die ursprüngliche Tagesordnung erschöpft. Als Yetzter Punkt kommt der dringliche Antrag Singer zur Berathung. Freitag, den 29. Mai 1891. 8. Jahrg. über die gesetzlichen Schranken hinwegsehen. Ueber den Beschluß Immerhin wird die Kasse auch jetzt noch ca. 20 000 M., also vom 20. November dürfe die Versammlung nicht hinaus. Stadtv. Kalisch tritt für den Antrag Singer ein. Es handele sich um einen fräftigen Anstoß, sonst ruhe der Magistrat, der unverantwortlich gehandelt habe, weiter auf seinen Lorbeeren aus. Stadtv. Barth fürchtet, daß durch die Annahme des Antrages Singer die Angelegenheit nicht beschleunigt, sondern verzögert werden würde. Er erwarte von seinem Antrage eine raschere Erledigung der Angelegenheit und ersuche deshalb Herrn Singer seinen Antrag zurückzuziehen. 2500 M. mehr als die gesetzlich erforderlichen 10 p& t. dem Reservefonds zu überweisen in der Lage sein. Angesichts dieser Zahlen, die für alle Berliner Kassen ziemlich gleichlauten dürften, fann von einem„ mit fabelhafter Sicherheit dem Bankerott in die Arme marschiren" füglich nicht die Rede sein. D Die zum Schluß seitens des Herrn Einsenders den Kassenmitgliedern gegebene Versicherung, daß sie auch nach Einführung der Freiwahl als Kranke zweiter Klasse behandelt werden würden, weil derjenige Arzt, der sich durch das Portemonnaie beſtimmen laffe, auch 50 und 75 Pf. nicht für voll ansehen würde", enthält Stadtv. Singer: Die glänzendste Rechtfertigung der Form eine Verschiebung der ganzen Frage, die nicht unberichtigt bleiben unseres Antrages ist durch die Debatte erfolgt, welche die That darf. Es handelt sich bei dem Streit zwischen freier Arztwahl sache, die mir unbekaunt war, ans Tageslicht gebracht hat, daß und Kassenarzt 3wang erst in zweiter Linie um die Höhe der der Magistrat während voller 6 Monate die Petition dilatorisch Honorirung. Viel wichtiger als die Geld- ist die Frage nach behandelt hat. Kann man sich etwas Krasseres denken? Viel der Vertheilung des Krantenmaterials. Bekanntlich kommen bei würdiger wäre es für den Magistrat gewesen, seinen gegenfäß- dem bisherigen System- darin liegt der Krebsschaden desselben lichen Standpunkt offen zum Ausdruck zu bringen. Die Aus- auf den einzelnen Gewertsarzt ca. 20 bis 25 000 Ronfultationen führungen des Herrn Horwitz sind nur juristische Tüfteleien. im Laufe eines Jahres, das macht 70-80 täglich oder bei zwei Der§ 56 der Städte- Ordnung behandelt mit keinem Wort das Sprechstunden 35-40 auf jede Sprechstunde, das ist viel zu viel. Petitionsrecht der Versammlung. Man muß wirklich Jurist sein, Wie soll der Kassenarzt diese Unsumme von Material bewältigen. um bei einer so wichtigen Frage, wie die Vertheuerung des Brot- Er braucht doch mindestens 10 Minuten für eine einigermaßen fornes ist, formelle Bedenken herauszuklauben, wie es Stadtv. gründliche Untersuchung und Behandlung. Wollte er diese Zeit Horwit gethan hat. Kommen Sie doch mit ihren juristischen auch für die Kaffenpatienten anwenden, so würden die letzten nach Tüfteleien in diese Dinge nicht hinein! Tritt der Magistrat der 5-6 Stunden an die Reihe kommen. Das ist ein Unding. Alle Petition nicht bei, so sendet die Versammlung allein die Petition arbeitsfähigen Kranken daraus besteht die Mehrzahl der in den würden nicht so lange warten, sondurch ihren Vorsteher ab. Bei dem Antrage vom 20. November Sprechstunden kommenden Der Kaffenarzt ist also schon wegen handelt es sich um Dinge, die heute nicht so sehr in Frage stehen dern einfach davonlaufen. ( Aufhebung der Biehsperre). Unser Antrag ist in dieser Beziehung des Zeitmangels seiner Patienten gar nicht in der Lage, gründlich durchaus nicht identisch mit dem Antrage Barth. Stadtv. Barth zu untersuchen, er ist durch die Fülle des Materials zur Massentönnte nach dem Winterschlaf des Magistrates doch eigentlich auch abfertigung geradezu gezwungen. Hierin würde auch nichts geän'bert auf einen Sommerschlaf gefaßt sein. Kollege Horwit glaubt, daß werden, wenn die Kassen den Arzt 10-20 Mal höher besolden wir den Antrag nur gestellt haben, um dann einen Angriffspunkt würden, als sie dies jetzt thun. Eine gründliche Besserung kann gegen ihn und seinen Opportunismus zu haben. Herr Horwiß nur durch außerordentlich starke Vermehrung der Kaffenärzte er bietet in seinen politischen und wirthschaftlichen Ansichten uns reicht werden. Da nun, um die Zahl der Sprechstundensoviel Angriffspunkte, daß wir dieses Angriffspunktes nicht be- Konsultationen wirksam, b. h. von 30-40 auf 3-4 herabzudürfen. In der Bevölkerung wird man fein Verständniß mindern, die Zahl der Rassenärzte verzehnfacht werden müßte, so dafür haben, daß die Versammlung aus formalen Gründen ist es für die Berliner Verhältnisse einfacher, für die Stassen billiger, für die Patienten bequemer und den Aerzten erwünschter, unseren Antrag abgelehnt. Es entspinnt sich eine längere Debatte über die Fragestellung, überhaupt Arztwahl frei zu geben. Vertheilung des Krantenin Verlauf deren der Vorsteher Langerhans erklärt, daß er ein materials wird sicher von selbst eintreten, sobald den Staffenpatienten statt der jezigen 131 die Gesammtheit der Berliner Anhänger des Petitionsrechtes der Versammlung sei. Dann wird zunächst über den Antrag Barth namentlich ab Aerzte( ca. 1800) zu Gebote stehen wird. Freilich wird dann gestimmt. Dafür stimmen: Alt, Bauke, Bulle, Barth, Baum- aber auch die einzelne Ronsultation nicht mehr für 8 Pfennige, garten, Dr. Bergmann, Deter, Diersch, Cassel, Gßmann, Franke, wie sie bisher von Seiten des Gewerks- Krankenvereins honorirt Dr. Friedemann, Gehrte, Gerstenberg, Gehrt, Giese, Halthoff, wurde, zu haben sein. Man wird sie einigermaßen angemessen Heller, Dr. Hermes, Dr. Horwit, Kyllmann, Dr. Langerhans, bezahlen müssen. Das wird gewiß Niemand beklagen. Denn Liebermann, Löwel, Lucae, Michelet, Meißner, Namslau, Nicolai, überall in der Welt unter allen Umständen unter allen Umständen Reichenow, Reiß, Rößler, Salge, Schem, Schmeißer, Seeger, Wie der Lohn, so die Arbeit." Seibert, Siebmann, Wagner, Wohlgemuth, und Wander, zusammen 41 Stimmen. Dagegen stimmen 42 Abgeordnete. Der Antrag Barth ist also mit einer Stimme Majorität abgelehnt. Die namentliche Abstimmung über den Antrag Singer er giebt nunmehr seine Annahme mit 73 gegen 5 Stimmen. Dagegen stimmen nur die Stadtverordneten Bailleu, Diersch, rante, Dr. Horwitz und Kyllmann. Schluß 7 Uhr. Lokales. " gilt das Wort: Die Besoldungen der höheren städtischen Beamten Berlins sind ganz ungemein günstige. Aus dem neuen Etat entnimmt die Kreuz- 3tg." die thatsächlichen Unterlagen zu folgenden zutreffenden Ausführungen: Stadtv. Singer: Ich habe nicht die Absicht, einen langen Vortrag zu halten, die Stellung der Versammlung ist ja bekannt durch die Annahme der Resolution vom 20. November vorigen Jahres, welche eine Aufhebung der Getreidezölle verlangte. Die nochmalige Erörterung der Frage nach einem halben Jahre wird jedoch durch die besonderen Umstände nothwendig. Als die Getreidezölle im Reichstage beschlossen wurden, ist es selbst den Anhängern dieser Zölle als verwerflich erschienen, bei eintretendem Nothstande den Zoll über eine gewisse Höhe aufrecht zu erhalten. In diesem Falle sind wir heute. Roggen und Weizen haben heute einen Preis, wie er höher nicht in berüchtigten Prüft man die Besoldungsverhältnisse der im Dienste der Hungerjahren war. Im Reichstage haben die verbündeten Stadt Berlin stehenden Personen, so fällt die ungleichartige Regierungen vor 3 Wochen Erhebungen zugesagt. Diese ErBehandlung auf, welche die verschiedenen Beamten erfahren hebungen könnten jetzt abgeschlossen sein. Herr von Bötticher haben. Es liegt nahe, hier einen Vergleich zu ziehen mit den versicherte, daß die Regierung keinen Nothstand herein jenigen Besoldungen, welche den Staatsbeamten in brechen lassen würde. Ich weiß weiß nicht, was Herr gleicher Stellung zugebilligt werden. Da zeigt sich denn von Bötticher unter Nothstand verstehe. Vielleicht ist für die unteren Beamten und den größeren Theil der Subaltern seiner Ansicht nach erst ein Nothstand vorhanden, wenn beamten beiderseits, d. h. seitens des Staates und der Stadt die Verhungerten zu Dußenden auf der Straße liegen. So Berlin, die gleiche Behandlung, während ein bevorzugter Augenblicklich tagt in Berlin ein evangelisch sozialer Theil der Subalternbeamten, sowie der weitaus wie die Verhältnisse heute liegen, giebt es nur ein Mittel, das Brot des armen Mannes zu verbilligen, das ist die sofortige Kongreß mit dem nothwendigen Augenverdrehen, Händefalten größte Theil der oberen Beamten von der Stadt Suspension der Getreidezölle und die demnächstige völlige Ab- und Augurenlächeln. Wir würden die Herren ganz hübsch unter Berlin erheblich besser befoldet ist, als die Staatsschaffung der Zölle auf dem Wege der Gesetzgebung. Im sich lassen, wenn nicht eine Stelle im Bericht des Reichs- beamten in gleichen Stellungen. Herrenhause sind andere Mittel für die Verbilligung der Getreide- anzeigers" die Wachsamkeit der Staatsbehörden geradezu herausJener Unterschied tritt am auffallendsten bei den Magistratspreise vorgeschlagen, man wollte die Eisenbahntarife herabfeßen. fordern müßte. Man höre selbst, was dort im evangelisch- sozialen Mitgliedern hervor. Der Oberbürgermeister bezieht Das Mittel wäre völlig zwecklos, denn das Getreide wird auf Kongreß vor sich geht: 30 000, die übrigen Magistratsmitglieder 7000 bis Der Generalsekretär des Kongresses, Cand. theol. Göhre 18 000 m. Jahres gehalt. Diesen Stand haben die Gedem Wasserwege eingeführt. Es wird weiter vorgeschlagen, gegen die Spekulation auf der Börse vorzugehen. Ich bin selbst( Berlin), vermochte bei Erstattung des Jahresberichts zu konsta- hälter der letzteren aber erst seit dem 1. April 1889, wo infolge verständlich ein grundsätzlicher Gegner der wüsten Preistreibereien. tiren, daß die Bewegung des evangelisch sozialen Kongresses im einer aus dem Schooße der Stadtverordneten hervorgegangenen Das durchgreifendste Mittel wäre, daß die Distribution des Brot- letztverflossenen Jahre große Erfolge zu verzeichnen habe. An Anregung, unter lebhafter Befürwortung seitens des Oberbürgerfornes dem Staat übertragen wird. Heute ist keine Zeit für Jahresbeiträgen habe der Kongres vereinnahmt 1169 M. 50 Pfmeisters, eine allgemeine Erhöhung der angeblich unzulänglichen langathmige Auseinandersetzungen darüber, wer Schuld hat an an einmaligen freiwilligen Beiträgen 1175 M. Der Ausschuß Gehälter der besoldeten Stadträthe beschlossen wurde. Bezeichnend den hohen Getreidepreisen; für die Nothleidenden ist das voll- babe beschlossen, außer dem jährlich einmal zu berufenden Kon- für den Freijinn war es übrigens, daß man damals mit den kommen gleichgiltig, es handelt sich um schnelle Hilfe. Die Spe- greß öffentliche Versammlungen zu veranstalten, in denen Vor- Gehaltsausbesserungen von oben ansing, daß heißt bei den am fulanten halten mit der Einfuhr zurück, weil sie auf Serabsetzung fräge sozialpolitischen, sozialethischen, sozialdemokrati beften und unserer Meinung nach ausreichend besoldeten Beamten, der Zölle rechnen und keine Lust haben, die höheren Bölle zu befchen Inhalts im evangelisch- sozialen Sinne gehalten werden und die zahlreichen unteren Beamten, die schon seit langer Zeit zahlen. Das einzige Mittel ist, wie gesagt, die sofortige Sus- follen. Sozialdemokratischen Inhalts! In diesem Falle ist es wirt. pension der Zölle. Ob das geschieht auf dem Wege der sofortigen Zusammenberufung des Reichstages, ob durch Initiative des lich zu bedauern, daß das Sozialistengesetz aufgehoben ist denn Bundesraths, ist gleichgiltig. Eine Ehrenpflicht für die kommu- eine aufgelöste Versammlung von evangelischen Pastoren wäre nale Vertretung der Stadt Berlin ist es, den Reigen zu eröffnen doch gewiß ein Anblick für Götter gewesen! V Bulagen erhofften, auf die Zukunft vertröstete. Will man zwischen den höheren Verwaltungsbeamten der Stadt Berlin und des Staates einen Bergleich ziehen, so liegt es nahe, die Reichshauptstadt mit einem Regierungsbezirk, wenn Stadt Berlin und des Staates einen Vergleich ziehen, so liegt es nicht mit einer Provinz zu vergleichen. Die obigen Zahlen zeiund die Regierung an ihre Pflicht zu erinnern. Die Bevölkerung Kaffenarzt oder freie Aerztewahl? Zur Berichtigung gen nun, daß der erste Bürgermeister Berlins mehr Berlins verspürt die Nothlage täglich am eigenen Leibe. Ich des Artikels in Nr. 118, dessen Verfasser seinerseits den Artikel als doppelt so viel Gehalt bezieht, wie ein bitte meinem Antrage zuzustimmen und ersuche den Magistrat, sich dem in Nr. 117 richtig stellen will" mögen zunächst folgende Daten Regierungs- Präsident und immer noch erheblich mehr, felben anzuschließen. Der Antrag ist als dringlich eingebracht worden, dienen: Der Fragebogen des ärztlichen Zentralausschusses ist als ein Oberpräsident, daß ferner die Gehälter der besoldeten weil bei der Gespanntheit der Lage jeder Tag von Bedeutung ist. nicht an 1700, sondern nur an 1453 Berliner Aerzte gelangt. Stadträthe diejenigen der Regierungsräthe, Ober- Regierungsräthe, Wenn Sie heut den Antrag annehmen und der Magistrat morgen Von diesen haben geantwortet 863= 59,3 pCt. Für Kassenarzt- Ober- Präsidialräthe, Provinzial- Schulräthe u. f. w. um etwa in seiner Sitzung sich demselben anschließt, so kann am Sonnabend bereits der Herr Reichskanzler im Besize des Antrages zwang haben sich erklärt 151, d. h. 10,3 pCt. der Gesammtzahl, 60 pt. durchschnittlich übersteigen. Noch größer sein. Stimmt die Versammlung unserm Antrage zu, so kann sie nicht ganz 20 pt. der Antworten. Darunter 100 festangestellte wird dieses Mißverhältniß, wenn man die Landräthe mit hineinsicher sein, der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung Zwangsärzte. Für freie Arztwahl find 685, d. h. 47 pt. der zieht. Denn selbst wenn man zu deren Gehalt noch den für aus der Seele gesprochen zu haben. In absehbarer Zeit können Gesamtzahl, 80 pCt. der Antworten, darunter sämmtliche Uni Berlin in Betracht kommenden Wohnungsgeld- Zuschuß hinzuwir unter Zustände gerathen, wo eine Ernährung des Volkes versitätsprofessoren und 34 Zwangsärzte. Weshalb 600 Aerzte nicht rechnet, so bleibt der Höchstbetrag des Landrathsgehalts hinter nicht mehr möglich ist. Das ist eine ernste Mahnung für alle, geantwortet haben, dürfte sich auch durch die ausführlichste Be- dem Mindestgehalt eines Berliner Stadtrathes immer noch um die öffentliche Angelegenheiten zu vertreten haben, eine ernste sprechung ebenso wenig aufklären, als sich fagen läßt, ob sie für 1300 M. zurück." Kaffenarzt- Zwang oder freie Arztwahl sind. Mit demselben Recht, mit Die Kreuz- Zeitung" sucht dann die angeführten Gründe für Mahnung für die Versammlung, unserem Antrage zuzustimmen. dem sie der Einsender für Freunde des Zwangssystems erklärt, kann diese ungewöhnlich hohen Gehälter zu widerlegen und sagt dann: ( Lebhafter Beifall.) man sie als Gegner desselben hinstellen. Niemand kann das entscheiden, Der Hauptgrund dürfte aber darin liegen, daß man sich seit Von den Stadtvv. Horwit, Barth und Genossen ist es sei denn, daß er ein Mittel besäße, sie nachträglich zur Ab einiger Zeit gewöhnt hat, die Stellen der Bürgermeister und der Antrag eingelaufen, den Antrag Singer abzulehnen und ſtimmung zu zwingen. Magistratsmitglieder in unseren großen Städten als Domänen den Magistrat zu ersuchen, die von der Versammlung am Die Fürsorge des Einsenders für die Finanzen der Kassen, für hervorragende" Freisinnige anzusehen. 20. November v. J. an den Reichskanzler beschlossene Petition wonach diese bei freier Arztwahl mit fabelhafter Sicherheit" Um diesen ein behagliches Dasein zu sichern, hat man die ihnen fofort abzuschicken. dem Bankerott in die Arme marschiren würden, erledigt vorbehaltenen Stellen mit einem Gehalt dotirt, welches höher ist, Zur Begründung theilt Stadtv. Barth mit, er habe unter sich kurz wie folgt: Die Berliner Krankenkassen sind, wie demnächst als nach unseren allgemeinen Begriffen für nöthig zu erachten ist. der Hand erfahren, der Magistrat habe die Petition vom ziffernmäßig nachwiesen werden wird, sammt und sonders in der Lage, Wenn man daneben hoffte, auf diesem Wege auch die Stellung 20. November v. J. noch gar nicht abgeschickt.( Bewegung. ohne Erhöhung des Beitrags die ihnen durch die freie Arztwahl zu heben, so mußte das natürlich ebenfalls der freisinnigen Partei Stadiv. Singer: Hört! Hört! Er hoffe, daß der Magistrat erwachsenden Mehrkosten tragen zu können. Sie werden nur zu gute kommen. Vor ihr sollte das Publikum Respekt bekommen, nach der heutigen Verhandlung und bei Annahme des Antrages die nicht mehr so riesige Summen wie bisher, aber freilich immerhin indem es wahrnimmt, daß zahlreiche Mitglieder derselben sich in Petition nunmehr unverzüglich( Große Heiterkeit) abschicken werde. noch mehr als die gesetzlich erforderlichen 10 pCt. dem Reserve-„ hohen und einflußreichen Aemtern" befinden. Außer den Magistratsmitgliedern erwähnt das genannte Sem Magistrat werde es jetzt viel leichter als damals fein, die fonds zu Gute schreiben. Die Anregung des Einsenders: man solle nur die einzige Blatt noch die bevorzugten Subalternbeamten, Petition abzuschicken. Humbug sei es, die Spekulation für die hohen Getreidepreise verantwortlich zu machen. Nicht die Spetus Berliner Orts Krankenkasse, welche seit Neujahr die Honorirung deren Einkommen das der betreffenden Staatsbeamten weit überlation, sondern der Mangel an Spekulation, veranlaßt durch die der Einzelleistung eingeführt hat, nach den Kosten diejes Experi- fteigt. Es sei zwar nicht unbillig, daß es einzelnen hervorragenden tann wie folgt beantwortet werden: Beamten dieser Klasse möglich gemacht wird, sich ein DienstUnsicherheit der Zustände, sei Schuld daran. Er hoffe, daß der mentes fragen," es dürfte die Orts- Krankenkasse der einkommen zu sichern, wie es nur die Subalternbeamten an staatMagistrat heute durch den Mund eines seiner Vertreter die bün- Die betreffende Kaffe dige Erklärung abgeben werde, daß er die Petition abschicken Buchdrucker gemeint sein hat im vorigen Jahre unter dem lichen Zentralbehörden haben. Aber in keiner Weise ist es zu Zwangssystem bei 175 000 M. Ginnahmen 6000 M. ärztliches billigen, wenn die Einkünfte dieser Beamten noch dadurch beStadtv. Horwitz kann die Hoffnung des Vorredners nicht Honorar ausgegeben, dagegen 40 000 M. gutgeschrieben. Die deutend erhöht werden, daß ihnen gut befoldete NebenVon der Höhe der hieraus theilen. Die Herren am Magistratstisch sehen mir nicht so aus, Klagen über ungenügende Zwangsarztbehandlung waren aber so ämter übertragen werden. als hätten sie die Absicht, eine solche Erklärung abzugeben. laut geworden, daß die Generalversammlung freie Arztwahl ein- fließenden Einnahmen bekam die Stadtverordneten- VersammDa seitdem erst 5 Monate verstrichen sind, lung erst kürzlich durch einen Zufall eine Ahnung, ( Große Heiterkeit.) In der Sache sei die Versammlung mit zuführen beschloß. Musnahme der vier Herren von der Bürgerpartei einig. Gegen fo läßt sich die finanzielle Wirkung des neuen Syſtems noch nicht Im Jahre 1889 beanspruchte der Magistrat für mehrere den Antrag Singer sprechen Bedenken aus§ 56 der Städte genau übersehen. Voraussichtlich werden allerdings 17 bis Bureauvorsteher, die bereits 6000 M. Gehalt hatten, Ordnung. Mit heiterer Unbefangenheit dürfe man sich nicht 20 000 M. mehr an ärztlichem Honorar verbraucht werden. eine Zulage von je 500 M. Die Stadtverordnete. Persauntima werde. Jeten." wäre wohl geneigt gewesen, auf diese Forderung einzugehen, Dasein ein gewaltsames Ende zu bereiten; wenigstens spricht| lichen, halten wir es für angebracht, den Berliner Parteigenoffen wenn nicht seitens eines Mitgliedes der Bürgerpartei die Frage dafür ein von dort an ihre Eltern gerichtetes Schreiben, in bei Ausflügen, Parthien zc., folgende Lokalitäten zu empfehlen an den Magistrat gerichtet worden wäre, ob die Betreffenden welchem fie erklärt, daß sie sich daselbst das Leben nehme. und zu ersuchen, daß diese Inhaber unbedingt berücksichtigt aus Nebenämtern Einnahmen bezögen. Die Frage wurde für Diesen Entschluß hat sie jedoch nicht ausgeführt, sich vielmehr nach werden, damit durch den Druck der Verhältnisse alle noch hartsämmtliche in Betracht kommenden Beamten bejaht, keiner der Grünau begeben und hier an der bezeichneten Stelle den Selbst- näckig sich weigernden Wirthe in Zukunft ihre Lokale den Arselben hatte unter 1000 M., einer über 4000 M. Nebeneinnahmen. mord begangen. Sie hat ihre schwarze Schürze in Streifen ge- beitern zu Versammlungen öffnen. Parteigenossen! Wir bitten Das veranlaßte denn allerdings die Stadtverordneten zur Strei- schnitten, aus diesen eine Schlinge gedreht und sich mittelst der Guch, von dieser alle 14 Tage in den Sommermonaten im chung der geforderten 500 M. und zu dem Beschlusse, daß selben an einem Baume erhängt. Die Last der Leiche muß auf Vorwärts" veröffentlichten Liste Notiz nehmen und dieselbe tünftig die Einnahmen aus Nebenämtern im Etat aufzuführen die Dauer zu groß geworden sein, denn man fand die Zeiche mit aufbewahren zu wollen, damit der Eigensinn der Wirthe durch der abgerissenen Schlinge am Halse am Fuße des betreffenden die Solidarität der Arbeiter gebrochen wird. So die Kreuz: Beitung." Wir brauchen kaum hinzu- Baumes liegen. In der Kleidertasche fand man bei der Leiche Wir laffen nunmehr die Lokale aus der Umgegend von zufügen, daß wir uns mit den positiven Vor- zwei Schlüssel und einen Zettel, welcher den Namen der Un- Berlin folgen: schlägen des Blattes in feiner Weise einverstanden glücklichen und deren Adresse zeigte. Sie hieß Isch und war erflären. Es kommt für die Besoldung eines Beamten gar nicht 25 Jahre alt. darauf an, ob derselbe Präsident, Bürgermeister, Regierungsrath oder Stadtrath heißt. Für die Besoldung müssen, auch schon unter den heutigen Verhältnissen, ganz andere, lediglich in den amtlichen Anforderungen an die Beamtenstellung liegende Gründe entscheidend sein. Warnung! Ein alter Gauner, der sich immer auf Reisen oder im Gefängniß befindet, hält sich gegenwärtig wieder in Berlin auf und brandschakt mit Vorliebe und meist mit gutem Erfolge vornehme Familien. Der Alte, in ziemlich abgetragener Aber interessant ist die politische Kliquenwirthschaft, wie sie Kleidung, weiß gut und gewandt zu reden und gewinnt nur zu die„ Kreuzztg." schildert und noch interessanter wird der ganze leicht Vertrauen; er kennt Verwandte von denen, die er heim Artikel, wenn man sich die Ablehnung aller derjenigen Anträge sucht, und bringt Grüße und Bestellungen. Freilich hat er erst vergegenwärtigt, die auf Besoldungsverbesserungen der zuvor Nachrichten gesammelt und benutzt diese nun betrügerisch, städtisch en Arbeiter gerichtet waren; wir erinnern an die für die Geld zu erschwindeln; er bittet selten um ein Geschenk, sondern Straßenreinigungsarbeiter und für die Laternenanzünder um einen Vorschuß" in seiner zufälligen und augenblicklichen beantragten Besoldungserhöhungen, die von der Stadtverordneten- Geldverlegenheit. Von sich erzählt er, daß er früher diese oder Versammlung abgelehnt wurden. Diese Arbeiter werden nun jene höhere Lebens- oder Berufsstellung eingenommen habe, aus vermuthlich den Trost für diese Ablehnung in dem beruhigenden diesen aber seiner politischen Richtung wegen, oder aus anderen 23ewußtsein suchen, daß wenigstens ihre hohen und höchsten Vor- glaublichen oder unglaublichen Gründen verdrängt worden sei. gesetzten mit auskömmlichen Gehältern ausgestattet sind. Hier- Sein Geschäft wird ihm dadurch sehr erleichtert, daß die von gegen fagt auch die fromme ,, Kreuz- 3tg." nichts; vielleicht ist ihm betrogenen Personen meist lieber schweigen als gegen ihn dies Berhältniß ganz nach ihrem Geschmack, um das bekannte tlagen. Erst gestern saß der alte Herr" in einem feinen Lokale ,, patriarchalische Verhältniß" zu festigen. und wartete auf ein neues Opfer, auf einen Maler; als er aber erkannt und begrüßt wurde, verduftete er schleunigst. Freilich, mit den Frömmigkeits- Verhältnissen" in Berlin ist Die Kreuz- 3tg." gar nicht zufrieden. Sie schreibt zunächst im Anschluß an die Besoldungen bevorzugter Subalternbeamten: Kreis Teltow- Beeskow- Charlottenburg. Adlershof:( Saal nicht vorhanden) zu empfehlen: Miferra ( Restaurant). Kuhle( Restaurant). = Brik: Gebr. Walter's Rosen Seeterrasse, Chausseestraße 69/70. Rudolf's Restaurant( Ww. Müller), Chauffeestraße 89. Chymert's Restaurant( Bum alten Gasthof), Chausseestr. 18. Adam's Restaurant( Buschkrug). Güldner's Restaurant, Rudower Chauffee 66. Charlottenburg: Bismarckhöhe, Wilmersdorferstraße, Ecke Bismarckstraße. Gambrinus Brauerei, Wallstraße. BärenBrauerei, Spreeftr. 3. Brauerei Spandauer Berg. Gerischow's Salon, Rosinenstr. 3. Friedenau: Kurhaus Restaurant. Frenkel, Gesellschaftshaus, Rheinstr. 14. Grünau: Rob. Schmidt, Röpenickerstr. 108( Grünauer Volksgarten). Zu empfehlen: G. Karger, Zigarrenhändler, Friedrichstr. 7. Johannisthal: Senftleben's Restaurant. Friz Mielenz, Bigarrenhandlung. " Köpenick: Kaiserhof( Kautsch), Grünstraße. Zu empfehlen auf dem Wege von hier nach Grünau oder Glienicke folgende Lokale: Jante, Berlinerstr. Gabriel, Schmidt, Laute Hilferufe erschollen aus einem Rünzel'schen Kranken- Babel, Grünauerstraße. Lebrecht, Glienickerstraße. Auf " Wir sind gewiß für eine angemessene Besoldung aller wagen, welcher vorgestern gegen 11 Uhr Vormittags, aus der dem Wege nach Müggelschloß oder Müggelsberge: Marian, Beamten. Dieselbe darf aber nicht höher sein, als eine solche, dem erkrankten Assessor K. der Charitee zufuhr. Während des haus. Tauchert, Müggelsheimerstraße. Enger's Restau Modernstraße tommend, den Belle- Allianceplatz passirte und mit Grünauerstr. Schulz, Amtsstraßen- Ecke, gegenüber dem Schuldie der Lebensstellung des Einzelnen entspricht. Verstößt man gegen diesen Grundsay, so setzt man ihn der Versuchung aus, in Geschreis wurden zugleich sämmtliche Fensterscheiben des Gefährts rant Waldhaus", an der Straße nach Friedrichshagen, der halbe feinem„ Auftreten" denjenigen nachzueifern, die noch mehr haben, von innen zertrümmert. Der Fuhrherr sprang furg entschlossen Weg, und 3ibolsky, Müggelschloß. An der Chaussee, halbund durch äußeren Prunk sich das„ Ansehen" zu erringen, auf vom Bock, übergab einem Schuhmann, welcher den Kutschersiz wegs nach Friedrichshagen: Tabbert's Hirschgarten". Am wel hes andere vermöge ihrer amtlichen Stellung oder ihrer einnehmen mußte, die Zügel und begab sich zu dem Kranken. Kaulsdorfer Weg über der Bahn: Hoffmann's Restaurant, wissenschaftlichen Qualifikation Anspruch haben. Gerade die Ehe das Publikum noch erfahren konnte, um was es sich handele, Pferdebuchte. Innerhalb der Stadt: Stuh, Schloßstraße. Stait Berlin hat nach dieser Richtung die trübsten Er- war der Wagen bereits den Blicken entschwunden. Wie wir jetzt Troppens, Rosenstraße. Briz, Alter Martt. fahrungen gemacht. Die Veruntreuungen seitens städtischer erfahren, war der Affeffor infolge übereifrigen Studirens erkrankt Beamter, die neuerdings die Gerichte beschäftigt haben, sind aus- und auf dem Transport nach der Charitee plötzlich in Tobsucht schließlich solchen Personen zur Last gefallen, die neben hohem verfallen. Der Geistesgegenwart Bünzel's ist es zu danken, daß Gehalte noch recht beträchtliche Nebeneinkünfte bezogen haben. sein Insasse sich und Anderen fein Unheil zufügen konnte. Wir erinnern nur an den Fall des Rendanten Arendt, der aagenblicklich die ihm wegen Unterschlagung zuerkannte Buchthausstrafe verbüßt." Der Genannte war, wie erinnerlich, Kirchenkaffen- Rendant der Georgenkirche und veruntreute der Kirchenkasse zirka 60 000 Mart, bie feine Familie im Laufe der Jahre neben dem reich: lichen Gehalt verbrauchte. Man sieht daraus, daß auch die Frommen vor dem Hoffahrtenfel nicht sicher sind. Die„ KreuzZeitung" verlangt natürlich auch Besserstellung der im Dienste der Stadt thätigen Pastoren, die mit 4200 bis 5000 M. Jahresgehalt zu schlecht besoldet sein sollen und glaubt durch ihre Andeutungen zur Genüge nachgewiesen zu haben, daß die Art und Weise, wie die Gehälter der städtischen Beamten geregelt sind, den Forderungen der Gerechtigkeit noch lange nicht entspricht. Das Lettere mag richtig sein; die Ungerechtigkeit der Besoldungsverhältnisse tritt aber noch viel trasser hervor, wenn man die 2öhnungen der städtischen Arbeiter mit in Betracht zieht und das ist der Punkt, auf den wir im Anschluß an die Ausführungen der Kreuz- Zeitung" besonders hinweisen möchten. Von dem Vorstand des Vereins Freie Volksbühne" werden wir um Aufnahme des Folgenden ersucht: Sehr geehrte Redaktion! Unmittelbar nachdem am letzten Sonntag Kein Hüsung" ohne den vierten Att von uns aufgeführt war, haben wir blos auf Herrn Jahnke's dringliche Vorstellungen, daß ihm infolge unferer bisherigen Erklärungen eine Disziplinar- Untersuchung drohe also in Rücksicht auf Herrn Jahnke's Existenz als Boltsschullehrer unsere absichtlich milde gehaltene Erflärung in Anwesenheit und unter redaktioneller Beihilfe der Herren Jahnke und Schirmer abgefaßt. Im Interesse dieser Herren gaben wir darin auf ihre Bitten die Möglichkeit eines Mißverständnisses seitens des Herrn Jahnke zu. Es war hierbei aber ausdrücklich ausgemacht, daß Herr Jahnke nichts thun dürfe, um sich in Widerspruch zu den Thatsachen auf unsere Kosten öffentlich rein zu waschen. Wenn jetzt Herr Jahnke trotzdem diesen Versuch macht, fo bleibt uns leider nichts übrig, als die angeführten Umstände hiermit zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Die andauernd zweideutige Haltung der Herren veranlaßt uns jetzt auch, einmal: den Gedanken an eine aus Rücksichten der Duldsamkeit zu veranstaltende öffentliche Vorstellung des betr. Stückes mit dem 4. Att fallen zu lassen, und ferner: dem Herrn Schirmer, dem Mitverfasser und Darsteller der Hauptrolle, diese Rolle für die weiteren Aufführungen des Stüdes in unserem Verein zu entziehen. Der Vorstand des Vereins Freie Voltsbühne". Wille. Hartleben. Wildberger. " Bom Risiko der Arbeit. Gestern Nachmittag kurz nach 1 Uhr ereignete sich in der Ludw. Löwe'schen Gewehrfabrik in Martinikenfelde ein entsetzliches Unglück. Nachdem eben die Arbeit nach der Mittagspause wieder aufgenommen war, explodirten zwei Stück Glasgebläse, welche zum Auflöthen der Viftere benutzt werden, mit solcher Gewalt, daß leider dabei 7 Menschen verunglückten und 4 davon lebensgefährliche Verlegungen erlitten. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht aufgeklärt. Ein Unglücksfall ereignete sich am Mittwoch Nachmittag auf einem Neubau in der Rostockerstraße. Mit einem 60 bis 70 Zentner Kalkladung enthaltenden zweispännigen Wagen fuhr der Kutscher der Firma Bach u. Co. im raschen Tempo die zu dem tiefer belegenen Baugrund führende Rampe hinunter. Das Vorderrad des Wagens stieß dabei an einen im Wege liegenden Stein und durch die Wucht des Anpralls ward der Kutscher von feinem Siz herabgeschleudert. Er fiel vor den Wagen und wurde im nächsten Augenblick überfahren. Mit zweifachem Armbruch und mehrfachen Rippenbrüchen wurde der Verunglückte nach dem Moabiter Krankenhause gebracht, wo er bis jetzt hoffnungslos darniederliegt. Arbeiter Schurig am Friedrichshain, gegenüber der GeorgenkirchPolizeibericht. Am 27. d. M. Vormittags versuchte der linken Hand zu öffnen. Er brachte sich jedoch nur leichte Verstraße, sich mittelst eines Taschenmessers die Pulsader an der legungen bei und wurde nach dem Krankenhause am Friedrichs hain gebracht. Im Laufe des Tages fanden acht kleine Brände ſtatt. Lokal- Lifte. Die Lokalkommission veröffentlicht nachstehend die Liste der Wirthe, die ihre Lotale zu Versammlungen unentgeltlich her geben und bemerkt hierzu, daß diefelbe mit event. Abänderungen abgedruckt wird, ferner, daß Veröffentlichungen in Bezug auf die Lokalfrage nur von den Herren Wilhelm Werner, ElisabethUfer 55, 28 ilelm Lock, Friedrichsbergerstr. 11, und Otto 3abel, Frankfurter Allee 90, auszugehen haben. Alle event. Unregelmäßigkeiten sind an die genannten Herren zu berichten. Die Lokalliste ist bis auf Weiteres die folgende: Aftienbraueret Moabit. Albrecht, Schönhauser Allee Mr. 103. ( Jäger- Haus.) Arminhallen, Kommandantenftr. 17. E. Bachmann, Dresdenerstr. 45. Bergschloßbraueret, Rirdorf. Beyer, Neue Grünftr. 14. Bielefeld, Hafenhaide( Neuer Spreewald). Boctbraueret, Tempelhofer Berg. Böhmisches Brauhaus. Bözow's Brauerei. Bolzmann, Andreasstr. 26. Brauerei Tivoli, Kreuzberg. Brauerei Königfladt. Braueret Friedrichshöhe( Payenhofer). Brauerei Friedrichshain( Sips). Braueret Pfefferberg. Bräuer, Gr. Frankfurterstr. 74 Bus Salon, Gr. Frankfurterstr. 37. Buggenhagen, Morigplay. Bürgerfäle, Dresdenerstr. 96. Stonzertpart Oftend, Frankfurter Allee. Deutsches Boltstheater, Schönhauser Detgmüller's Salon, Alte Jakobftr. 48a. Allee. Gisteller- Etablissement, Chauffeestraße. Elysium, Landsberger Allee. Feen- Palast, Wolfgangstraße. Feldschlößchen( Müller), Müllerftr. 142. Feind, Weinstr. 11. Feuerstein's Salon, Alte Jakobftr. 75. Freischüß", Fruchtstr. 36a. Gaillard, Prinzenſtr. 87. Gehrandt, Gerichtsstr. 10. Gratwell's Bierhallen, Kommandanten firaße 79. Gnadt, Brunnenstr. 38. Grünbel, Dresdenerstr. 116. Gründer's Salon, Schwerinstr. 13. Sabermann's Insel- Restaurant, Plößenfee. Sabel's Braueret, Bergmannstr. 5-7. Heise, Lichtenbergerſtr. 21. Hensel, Brunnenstr. 129. Berzog, Memelerstraße, Kaifer". Herzog, Stromstr. 28. straße 18-21. Deutscher . Seyfe, Staligerstr. 54. Sendrich's( Norbert) Säle, BeuthFrig Stges, Wilsnaderstr. 63. Industrte- Hallen, Mariannenſtr. 31-32. Kastanien- Wäldchen, Alt- Moabit 89/90. Keller's Sofiäger, Jnh. A. Fröhlich, Joel( früher Keller), Andreasstr. 21. Hasenhatde. Keller, Bergstr. 68. Königshof, Bülowstraße. selein's Festfäle, Orantenstr. 180. ltem, Hafenhaide. nebet, Babstr. 68( neben Weimann's Boltsgarten). Königsbant, Gr. Frankfurterstr. 117, Krieger's Salon, Wasserthorstr. 68. Krüger's Bierhallen, Frankfurterstr.102. Kuhlmey's Gesellschaftshaus, Köslinerstraße 17. Meißner, Gartenstr. 162. A. Möwes' Gesellschaftshaus, Fichte: firaße 29. Müller, Johannisstr. 20. Nebelin, Langeftr. 108. „ Neues Gesellschaftshaus"( Reinhardt), Hafenhaide 57. Mariendorf: Schensch( Reichsgarten). Groß Lichterfelde: Weichert's Salon. Ferner zu empfehlen: A. Hamm, Restaur. A. Abraham, Restaur. Mittenwalde: Benedet's Salon. Nowawes: Turnhallen- Restaurant. Beelighof, H. Bathe, Friedrichstr. 1. Siebenbaum, Restaurant. Kurth, Restaurant. Nieder- Schönweide: Kein Saal vorhanden. Zu empfehlen: brauerei, Jägerstraße. Maue's Variété Theater, HermannRixdorf: Bergschloß Brauerei, Hasenhaide, Vereinsstraße 18. Rummer's Salon, Berlinerstr. 136. offmann's Festfäle, Bergstr. 133. Niesegt's Salon, Bergstraße 129. Barta, Deutsches Wirthshaus, Bergstraße 120. Stolzenburg's Kaiser Wilhelmsbad, Canner Chaussee. Wiersing's Salon, Knesebeckstr. 77. Würschmidt's Salon, Knesebeckstr. 16. Rudow: Kein Lokal. Schmöckwitz: Restaurant Seglerschlößchen". Schmargendorf: Friedrichs- Garten( P. Kübler). Steglitz: Restaurant Zur Börse", Schloßstr. 66a. Schöneberg: Schloßbrauerei Schöneberg, Hauptstr. 64-65. Tempelhof: Kein Lokal. Treptow: 3ornow's Restaurant. Bender's Restaurant. Jacob's Restaurant. Nitsch's Restaurant. Henze, Restaurant zum Karpfenteich. Bade's Voltsgarten. Wannsee: Wirthshaus Wannsee( Beelitzhof.) Wilmersdorf: Gräz, Brandenburgische Straße. Landhaus, Berlinerstraße und Kaiser- Allee- Ecke. Zehlendorf: Kein Saal vorhanden. Bu empfehlen: Warnike, Teltowerstr. 23. Kähte, Hauptstraße. Haupt, Potsdamerstraße. Kreis Nieder- Barnim. Bernau: R. Böhre, Kaiserstr. 82. Richter, Elysium. Iunter, Schüßenhaus. Bu empfehlen: Feder, Berlinerstraße zum Krenzing. Sluge, Kronenstraße. 3ernikow, TuchNeustädtischer Boltsgarten, Prostauer- macherstraße. A. Gary, Wallstraße. Hering, Mühlenstraße. Beeger, Weinbergstraße. G. Schöder, Bigarrengeschäft, Brüderstr. 142. straße 11-12. Norddeutsche Brauerei, Chausseestr. 58. Drschel, Sebastianstr. 39. Nürnberg, Schönhauser Allee 28. Parlamentshalle, Landsbergerstr. 35. Byrtet, Gipsstr. 3. Rau's Salon, Stalizer. 125( Wolf u. Krüger). Ausschant Reichert, Müllerstr. 7. Reischach' scher Brauerei= W. Nehliz, Bergstr. 12. ( Stralau- Rummelsburg). Renz' Salon, Naunynstr. 27. Rennefahrt's Salon, Dennewigstr. 13. Reyer, Alte Jakobstr. 83. Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Roll, Abalbertfir. 21. Ruhland, Moabiter Schüßenhaus, Sachow, Müllerstr. 136. Saeger, Grüner Weg 29. Eahm's Klubhaus, Annenstr. 16. Sanssouci, Rottbuserstr. 4 a. Scheffer's Salon, Inselstr. 10. Schloßbraueret Schöneberg. Schmiedel's Salon( Orpheum), Alte Jafobstr. 32. Schnegelsberg's Salon, Jahnstr. 8. Schneider, Belforterstr. 15. Schröder, Müllerftr. 178( Weddingpart). Schwarzmüller, Kolbergerstr. 23, N. Seefeld, Grenadierstr. 33. Silber's Salon Schwedterstr. 24. Specht( Brauerei- Ausschant), Neue Jakobfir. 26. Süd- Ost, Waldemarstr. 75. Thalia, Lichtenbergerstr. 16. Unionsbraueret, Hasenhaide. Vereinsbrauerei,( Rirdorf). Bittoria- Salon, Perlebergerstr. 13. Bittortabraueret, Süßorstraße. Boltsbraueret( Moabit). Wedding- Kafino, Schulstr. 29. Weigt, Markgrafenftr. 87. Wilte Hochstr. 82 a. Wollschläger, Blumenstr. 78. Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9, Wuttte, Friedrichsbergerst. 20, Bemter, Münzstr. 11. Da verschiedene Veränderungen vorgekommen, ersuchen wir die Parteigenoffen, genau auf dieſe Liste zu achten, besonders machen wir noch darauf aufmerksam, bei Festsetzung von Vergnügungen auf diese Lifte Bezug zu nehmen. Friedrichsberg: Spizig's Ballsalon, Franks. Allee 198. Müller's Kronprinzen- Garten, Chaussee Nr. 3. We st= Phahl's Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee. Susott's Salon, Frantf. Allee 176. Friedrichsfelde: Kein Saal. Zu empfehlen: Momber, Wilhelmstraße. Kamerun, Frankfurter Chaussee. Müller, Berlinerstraße, Ecke Schloßstraße. Friedrichshagen: Waldhaus( E. Schmidt). Gesellschaftshaus( F. Rest in). Restaurant A. Blante. Eiskeller( R. Richter. Restaurant C. Conrad. Brauerei Ausschank J. Wolf. Bad Bellevue( F. Wulff). Seeschlößchen( E. Schulze). Fischerhütte( Kemperling). Restaurant G. Wöhlert. Restaurant Bandelow. Müggelschlößchen( 3ibolsky). Restaurant„ Waldfater"( Kautsch). Raiserhof( W. Schmidt). Wilhelmsbad( Schönknecht und 3immermann). Friz Lerche, Am Rundtheil. Bertha Schulze. C. Böttcher. A. Röstel. E. Peznick. E. Wandrey. C. Magde W. Berenstecher. W. Kurfis. A. Rakow. Damis. E. Jones( Ravenstein). Ferner zu empfehlen: May wald, Scharnweberstr.; und Wartmann, Friedrichstraße( Bigarrengeschäfte). burg. Lichtenberg: Schwarz' Ronzert- Garten. Kirchbach, Prinzen- Allee 9. Hohen- Schönhausen: Jaenice, Restaurant. Zu em pfehlen: Weber, Kuß, Großmann, Sommer. Malchow: Lindecke. Nieder- Schönhausen:" Elysium"( Großjean), Lindenstraße 25. Noch zu empfehlen: Hempel, Restaurant, Buchholzerstraße 8. Oranienburg: Restaurant Waldhaus". Pankow: Hermann Sander, Kaiser Friedrichstr. 50/51 ( nahe der Brauerei E. Willmer). Noch zu empfehlen: W. Borchardt, Schulzestr. 27, an der Nordbahn. Kunert, Schönholzerstr. 10. Milte, Raiser Friedrichstr. 70/71. Probrock, Streuzstr. 7. Blauermel, Mühlenstraße( Ecke Flora ftraße). Ww. Spörer, Berlinerstr. 15. Nummelsburg: Weigel's Ballsalon, Thürschmidtstraße. Noch zu empfehlen: Bigarrengeschäft von Ritter, Krautstraße 6. Rahnsdorf: Restaurant zum großen Hecht." Rüdersdorf( Kaltberge):" Gasthof Zur Berghalle." Reinickendorf: Böttcher's Seeschlößchen, Markstr. 1/2. Budewiß, Hausotterstraße 4. Die Leiche eines Berliner Selbstmörders wurde am gestrigen Morgen auf dem Bahnkörper der Görlizer Bahn zwischen Adlershof und Nieder- Schönweide von einem Streden Gleichzeitig weisen wir nochmals darauf hin, daß Veröffentwärter aufgefunden. Beim Durchsuchen der Kleider des Todten fand man einen Bettel, auf welchem stand:" Heute hat mein lichungen, Streitigkeiten mit Wirthen 2c., welche die Lokalfrage Leben ein Ende! Robert Schmager, Metallarbeiter, Berlin." betreffen, immer nur von der Lokalkommission unterzeichnet üdicke, Amendestraße 1. Die Zeiche des Selbsimörders, der 19 Jahr alt war, ist entsetzlich werden; alle anderen Veröffentlichungen erfuchen wir unbedingt Wenzelau, Hausotterstr. 81. Bente, Nordbahnstraße 1. verstümmelt, die Ursache zur That ist unbekannt. Ob der Un- zu unterlassen, da die Kommission erst alle Streitfragen prüfen glückliche aus einem Zug herausgesprungen ist oder sich vor dem muß, um die Verantwortung übernehmen zu können. Auch die Caro, Residenzstr. 101. Gebeter, Provinzstr. 45. Teichert, herannahenden Train auf die Schienen geworfen hat, ist bis jetzt Berichterstatter ersuchen wir, in Zukunft Veröffentlichungen über Bentral- Schüßenhaus, Scharnweberstr. 4. Mart's Restaurant Streitigkeiten mit Wirthen erst der Kommission mitzutheilen. 8um Feuerwerker, Scharnweberstraße. Gorde's WaldschlößDie Leiche einer anderen Lebensmüden Person aus Berlin, Wir lassen infolge deffen das Lokal von Jakobs( Treptow) noch chen, Wald- und Eichhornstraßen- Ede. Stralan: Gräfl. Reischach'sche Brauerei. With. Gaster die eines Dienstmädchens, wurde in dem hinter Grünau belegenen mit auf der Liste, da die Rixdorfer Lokalkommission erst Rüd jun., Restaurant. Balde, im Jagen 67, von einer dort auf einem Spaziergange sprache mit J. nehmen muß. begriffenen Berliner Familie aufgefunden. Das betreffende Mädchen hatte bei einer Herrschaft in der Rosenthalerstraße gedient und fich heimlich aus dem Hause entfernt; die Lebensmüde scheint zunächst die Absicht gehabt zu haben, in Charlottenburg ihrem und Werner. Loc. 3abel Lokallifte für die Umgegend Berlins. Um den Parteigenossen der Umgegend Berlins eine leichtere bessere Agitation für unsere Partei- Intereffen zu ermögStrausberg: Restaurant Fr. Krüger. Schönholz: Schloß Schönholz. Schöneiche: C. Pedal. Tasdorf( 15 Minuten vom Bahnhof Rüdersdorf): Gasthof 3um deutschen Hause." Wilhelmsberg: Restaurant ,, Wilhelmsberg"( Trinkau 3). Schölzel's Seeschlößchen( früher Zum Fürsten Wolfgang") in der Landsberger Chauffee. Ferner zu empfehlen: Franz, Restaurant. Wolf, Restaurant. M Weißensee: Hohenzollern- Restaurant( Hähling), Lang- I einfach fagten:„ Wenn Schmidt tommt, fagen Sie ihm doch, er besteht, aufgelöst werde. Vorher aber möge ein Vertrauensmann, hansstraße. Kaiser Wilhelms- Restaurant( eng beil), Königs- möchte' mal zu uns tommen!" Es mußte somit als erwiesen welcher dieser neuen Kommission vorzustehen hat, gewählt werden. Chauffee. Bur Flora( Döpke) Gustav Adolphstraße. Schloß angesehen werden, daß Schmidt nicht seine Dienste angeboten hat, Der Antrag wird angenommen. Ehe nun zur Wahl eines BerWeißenfee( Sterneder). Irrgang, Heinersdorferweg. fondern nur auf Bitten die Betreffenden besucht hat, also eine trauensmannes geschritten wird, liest Kollege Plagens die ReRettig, Berlinerstraße. Dewein's Restaurant, Königs- Uebertretung des§ 56 der Gewerbe- Ordnung nicht vorlag. Es folutionen der Streit- Kontrollkommission vor, sowie den Artikel Chaussee. Du sedann, Charlottenburgerstraße 151. erfolgt daher kostenlose Freisprechung, trotzdem ebenfalls erwiesen in Nummer 108 des Vorwärts", der an sämmtliche in der Streit Kontrollkommission durch Delegirte verwar, daß Schmidt die Dörfer Mariendorf, Marienfelde, Mahlow Berliner und so weiter in einem Wagen bereist hat, um seine Heilfunft tretenen Gewerkschaften gerichtet ist. Plagens betont, daß auszuüben. die Kollegen sich streng hiernach zu richten hätten, wenn fie noch ferner in der Streit Kontrollkommission vertreten sein wollten; ohne eine Vertretung jedoch dürften sie bekanntlich auf Unterstüßung nicht rechnen. Alsdann stellt Plagens, mit Bezugnahme auf den Stein'schen, folgenden Antrag: Die Lohntommission der Holzdrechsler aufzulösen und eine Neuwahl aller Branchen in der nächsten öffentlichen Versammlung vorzunehmen. Der Antrag wird ebenfalls angenommen. Bei der nunmehr vorgenommenen Delegirtenwahl zur Streik- Kontrollkommission wird Kollege Thiem als Delegirter ernannt, die Wahl eines Vertrauensmannes fällt auf Plagens. Hierauf hält Kollege Tost Abrechnung über die Friedrichshagener Maifeier; auch ihm wird Entlastung ertheilt. Kreis Ober- Barnim. Eberswalde: Restaurant Bur Mühle". Freienwalde: Gasthof Zum goldenen Anker". Biesenthal: Restaurant 23 ernigt. " Wir ersuchen die Mitglieder der verschiedenen Lokalkomnissionen, falls in dieser Liste Neuerungen und Veränderungen nissionen, falls in dieser Liste Neuerungen und Veränderungen gewünscht werden, dieselben den Unterzeichneten sofort mittheilen zu J. A.: Der Lokalkommission. Werner. Loc. Babel. pollen. Gerichts- Beitung. Für Besitzer kleiner Lohnfuhrgeschäfte von Interesse ist eine Entscheidung, welche gestern die zweite Straffammer des Landgerichts II gefällt hat. Ein Droschtenbesitzer hatte im Jahre 1885 in Spandau seinen Geschäftsbetrieb mit einer Droschte und zwei Pferden vorschriftsmäßig angemeldet, sich jedoch im Jahre 1887 noch eine Droschte und noch zwei Pferde zugelegt, diese Erweiterung feines Geschäftsbetriebes aber nicht angemeldet. Er befam nun ein Strafmandat, trug jedoch auf richterliche Entscheidung an; das Schöffengericht zu Spandau sprach ihn jedoch kostenlos frei. Hiergegen legte der Amtsanwalt Berufung ein, welche jedoch vom Landgericht verworfen wurde, oa die Auffassung des ersten Richters, daß wohl eine Ver änderung, nicht aber eine Erweiterung anzeigepflichtig sei, den Gesetzen durchaus entspreche. Boziale Uebersicht. Auch eine Empfehlung. Wir veröffentlichten neulich den Abgangsschein eines Arbeiters, auf welchem am Schluß zu lesen war, daß das Betragen des Arbeiters allerdings manchmal recht zeitgemäß gewesen sei"! Wenn die Kühnemänner es sehr gut verstehen, jedem ihrer Arbeiter, dem sie nicht grün sind, das Erlangen von Arbeit dadurch schwer zu machen, daß sie dem Arbeiter das Rainszeichen zwar nicht auf die Stirn, aber ebenso erfolgreich auf den Arbeitsschein drücken, so thut man ihnen Kollege Grunow: Ich stelle den Antrag, die Sperre über doch bitter unrecht, wenn man annimmt, daß sie die Tugend die Perlmutterfabrik Paul Sinke aufzuheben. Dieser Werkstatt nicht zu belohnen wüßten. Wem es auf eine Stunde mehr oder kehrt doch jeder Arbeiter den Rücken. Gegen diesen Antrag weniger Arbeitszeit nicht ankommt und wer des Sonnabends mit wird von verschiedenen Rednern folgendes ausgeführt: Durch, zugeknöpften Augen seinen Lohn in Empfang nimmt, und wenn eigentlich grundlose Aufhebung der Sperre wird das Prinzi Außerdem würden dann mit den Verhältnissen er zu gering ist, denkt:„ Des Herrn Wille geschehe" der be- verlegt. kommt bei seinem Abgange einen anderen, besseren Schein; man unbekannte Kollegen doch wieder nach der Fabrik waalese den folgenden: dern. Kollege Plagens: Gestehen Gestehen wir es, die UnterDer Arbeiter G. R. hat seit dem 18. März 1889 bis legenen in diesem Kampf sind wir einmal. Der Streik hat am zum 12. April 1890 im Tiefbau bei H. Janice ununterbrochen 18. Oktober vorigen Jahres begannen und große Summen vergearbeitet und hat sich während dieser Zeit als ein fleißiger und schlungen. Es war überhaupt thöricht und im Hinblick auf die nüchterner Mann betragen und hat nach demokratischem( sic! Verhältnisse unbedachtsam. Ich bin gegen die Sperre, Koll. Red.) Wandel nicht gewandelt noch gehandelt; um es sich zu Holý: Ich ebenfalls. Die Sperre ist zwecklos; denn trotz der verbessern, ist er auf seinen Wunsch entlassen worden, worüber Sperre ist stets die Werkstatt besetzt. Kollege Thiem: Die jetzt ( sic! Red.) bescheinigt dort beschäftigten Arbeiter, abgesehen, daß sie nicht zur Orgomisation gehören, sind nicht etwa gelernte, sondern kaum nothdürftig angelernte. Infolge dessen wird die Waare stets schlechter, die Fabrik sintt, erwiesenermaßen ist sie schon jest kaum noch im Stande, der Konkurrenz die Spitze zu bieten. Darum bleibe die Sperre! Nach diesen Ausführungen ward der Antrag Grunow abgelehnt. Die Sperre ist nicht aufgehoben. Hierauf fand noch unter Verschiedenem eine lebhafte Debatte über die Abrechnung vom Stockarbeiterstreit statt. Schließlich kam man überein, daß bie seiner Beit gewählte Revisionstommission diese Abrechnung in die Hand nehmen soll. Alsdann ward die Versammlung geschlossen. Berlin, den 12. 4. 90, Otto Sell mig, Schachtmeister. Jm Kohlen- Bergbau sind beschäftigt in England 534 945 Arbeiter Nordamerika. 283 125 . . Deutschland. 258 388 " Frankreich 104 955 • 糖 Belgien 108 477 • Desterreich- Ungarn 97 200 Н 33 000 " " Rußland Verschiedene Länder 60 000 " . " 199 . 156 Die Opfer, welche der Betrieb 41 " U Versammlungen. Stellmacher. Der ehemalige Student der Medizin Ernst Frank wurde gestern der zweiten Strafkammer des Landgerichts I vorgeführt, um sich wegen verschiedener Betrügereien zu verantworten. Der vermögenslose Angeklagte erhielt von einem hochstehenden Gönner eine monatliche Unterstützung von 50 M. Um Die weiteren Mittel zu seinem Unterhalte zu erschwingen, war er auf Stundengeben angewiesen. Zu Neujahr war er nicht in der Lage, so viel Geld aufzutreiben, um irgend ein Kolleg zu belegen. Unter Vorsitz des Kollegen Hense fand am Dienstag Abend Er fümmerte sich auch nicht darum, einen Aufschub zu erlangen, Ueber die Anzahl der in den Kohlenbergwerken durch Be- eine öffentliche Versammlung der Stellmacher Berlins statt. wie er mittellofen Studenten gewährt zu werden pflegt und somit triebsunfälle getödteten Arbeiter theilt das Buch von Zum ersten Punkt erstattete Kollege Hering den Bericht über die mußte er, wie die Anklage annimmt, im Februar, als er die Be Couriot über die Bergwerks- Industrie Folgendes mit. Es trafen Thätigkeit des Gesellenausschusses. Referent weist zunächst darauf trugsfälle beging, auch wissen, daß sein Ausschluß von der Universität auf 100 000 Arbeiter in hin, daß die Mitglieder des Ausschusses sich von vornherein keine erfolgt war. Dies ist denn auch thatsächlich durch Aushang am Sachsen( 10 jähr. Durchschnitt) 389 Getödtete großen Hoffnungen auf Erfolg ihrer Thätigkeit gemacht hätten, schwarzen Brett geschehen. Die Geldverlegenheiten des AnPreußen( 21 ) 273 und daß sie mit diesem Pessimismus auch Recht gehabt hätten, geflagten wurden immer brückender, worauf er, um denselben Belgien( 1878-1887) 232 • denn ihre Thätigkeit habe absolut gar kein Erfolg gehabt in Beabzuhelfen, zu dem gewagten Mittel schritt, welches ihn auf die England( 1881-1887) zug auf die Aenderung des§ 35 des Innungsstatuts,( betr. Ge= Anklagebank führte. Von drei verschiedenen Buchhändlern entFrankreich( 1879-1886) werbe- Schiedsgerichte), welche der Gesellenausschuß beantragt nahm er werthvolle Bücher auf Kredit, der ihm gewährt wurde, der Kohlengruben habe. Bekanntlich laute der§ 35 dahin, daß zu den Gewerbeweil er sich als Student der Medizin vorstellte. Die Bücher fordert, sind groß. Eine schärfere Minen Inspektion, eine gerichten nur diejenigen Gesellen wählbar und wahlberechtigt wanderten sofort nach der medizinischen Antiquariats- Buchhand- gefeßliche Durchführung straffer Sicherheits Maßregeln, find, die bei einem Innungsmeister in Arbeit stehen und das auch lung von Davidsohn, wo sie für die Hälfte des Kaufpreises ein Arbeiterschutz, der nicht blos auf dem Papier steht, würden entsprechende Alter erreicht haben. Der Antrag des Gesellenausveräußert wurden. Denselben Weg nahmen verschiedene Wunder wirken. Aber während die Technik in diesem Gewerk schusses lautete nun dahin, daß alle in Berlin seit einem Jahre arInstrumente, die dem Angeklagten von dem Mechaniter Staunenswerthes leistet, sobald es sich um Erhöhung und Ver- beitenden Gesellen wählbar und wahlberechtigt sein sollen. Blumenfeld auf Kredit anvertraut wurden. Dem An- billigung der Produktion handelt, kostet es, wie die Geschichte In Bezug auf die festgesetzten Altersgrenzen habe man eine geflagten will jede betrügerische Absicht fern gelegen und er des rheinisch- westfälischen Bergbaues z. B. flipp und flar er- enderung, da dieselbe doch gar keine Aussicht auf Erfolg habe, will die Hoffnung gehegt haben, seinen Verpflichtungen in Betreff wiesen hat, die größte Mühe, die Grubenlords zur Einführung gar nicht verlangt. Die Stellung der Meister zu diesem Antrag der versprochenen Abzahlungen pünktlich nachkommen zu können. Der allerprimitivsten Verbesserungen, wie erträglicher Vorrich- ist überaus charakteristisch. Zunächst wurde der Vortheil, den Der Gerichtshof war aber der Ansicht, daß der Angeklagte doch tungen zur Wetterführung, Ventilation u. dergl. zu veranlassen. Die Gesellen von der Aenderung hätten, in starte 3 weifel von einer unreellen Absicht geleitet worden sei und verurtheilte Es giebt ja so viel Arbeiter! gezogen! Als aber der Ausschuß bei seinem Antrag troz ihn zu einer Gefängnißstrafe von zwei Monaten, wovon ein Monat durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet Der Quecksilbermarkt wird durch das Haus Roth- dieser innungsmeisterlichen Zweifel blieb, wurden vom Obermeister nicht etwa Schritte eingeleitet, um die Annahme wurde. schild, das ein Familienmonopol auch auf diesem Gesondern einfach eine Anbiete ausübt, tontrollirt. Die Gruben von Almaden in Spanien, durchführbar zu machen Eine Anklage wegen fahrlässiger Körperverlegung, die mächtigsten der Welt, werden von ihm ausgebeutet, und der frage an die hochwohllöbliche Polizeibehörde gestellt, ob der welche gestern vor vor der zweiten Strafkammer des Land- Wettbewerb des russischen und österreichischen Quecksilbers ist Antrag die Zustimmung derselben bekommen würde! gerichts I. verhandelt wurde, ließ durch die Beweisaufnahme faft ohne Einfluß auf die von Rothschild bestimmter Breisnotirungen Stellete, Menzel, Wutter, Brüst, Singer, Steinide, Bachau und In der hierauf folgenden Diskussion wurde von den Kollegen annehmen, daß der Beschuldigte mit Vorfäglichkeit gehandelt. dieses Metalls. Die Gesammtproduktion betrug 1889: Ressin dieses Vorgehen der Stellmacher- Innung auf das EntDer auf der Anklagebank befindliche Kutscher Theod. Dierdorf 101 236 Flaschen. schiedenste gemißbilligt und von den Genannten, welche zum fuhr am Nachmittage des 6. Januar mit einem schwer beTheil ebenfalls dem Gesellenausschuß angehören, der Bericht labenen Kohlenwagen durch die Schönebergerstraße. Vor ihm noch dahin erweitert, daß man den Ausschuß bis zu der am fuhr eine Droschte zweiter Klaffe in langsamer Gangart, so daß nächsten Freitag stattfindenden Sigung vertröstet habe. Alle Redner auch der Angeklagte genöthigt war, seine Pferde zu zügeln. Er find sich darin einig, daß der Ausschuß diese Sitzung noch berief dem Droschkentutscher zu, auszubiegen, dieser bedeutete ihm suchen solle, sodann in öffentlicher Versammlung Bericht erstatten, aber, daß er hierzu wegen eines gerade vorüberfahrenden PferdeDer Fachverein sämmtlicher in der Musikindustrie und wenn dieser Bericht wieder so zu Ungunsten der Gesellen bahn- Wagens außer Stande sei. Der Angeklagte ließ eine Drohung fallen, daß er die Droschke über den Haufen fahren beschäftigten Arbeiter( Klavierarbeiter 2c.) hielt am 23. de. ausfallen würde, die übernommenen Aemter niedergelegt werden werde und als der Droschkenkutscher jetzt im Stande war, nach seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Der angekündigte sollen. Weiter kommt in der Diskussion noch die mangelhafte lints auszubiegen, trieb der Angeklagte seine Pferde so scharf an, Referent, Genosse Türk, hatte in legter Stunde abgeschrieben und Ausbildung der Lehrlinge, die gerade vielen Innungsmeisters daß die Deichsel seines Wagens in das rechte Rad der Kollege Sparfeld trat an seine Stelle. Derselbe referirte über nur Ausbeutungsobjekte seien, zur Sprache. Ebenso wird er Droschte fuhr. Der Zusammenstoß war ein so heftiger, daß Sibirien". Nach einer kurzen geographischen Stizze führte er wähnt, daß die Mehrzahl der Meister der Innung gar nicht nicht nur die Droschke, sondern auch das Pferd umfiel. Der in recht spannender Weise alle die Leiden und Qualen der Ver- angehören würden, wenn derselben nicht das Recht der Kutscher fiel so unglüdlich, daß er unter dem Pferde lag. Der sammlung vor Augen, welche die politisch Verbannten im" hei- Lehrlingsausbildung als Privilegium übertragen worden wäre. Wagen wurde zertrümmert und der Kutscher erlitt Verletzungen, ligen" russischen Reiche zu ertragen haben. Referent hielt sich Ohne dieses Recht wäre die Innung schon lange aus dem Leim die ihn für einige Tage arbeitsunfähig machten, das Pferd kam bei seinen Ausführungen an das in der ganzen zivilisirten Welt gegangen. Es wird hierauf an den Gesellenausschuß noch das Erunversehrt davon. Der Gerichtshof nahm zu Gunsten des An- Aufsehen erregende Buch von Mr. Kennan und empfahl den geflagten an, daß derselbe in seiner Ungeduld nur die nöthige Kollegen das Studium dieses im Besitz unserer Bibliothek befindlichen fordern gestellt, mit allen Mitteln, die ihm zu Gebote stehen, Vorsicht außer Acht gelassen hatte, er kam deshalb mit einer Buches. An der Diskussion betheiligte sich Rollege J. Meyer. dahin zu wirken, daß die Arbeitsausgabe für die Gesellen auch Zu Punkt 2 der Tagesordnung giebt Kollege Scholz die Ab- in die Hände der Gesellen komme. Nach einer Kritik des Gefängnißstrafe von sechs Wochen davon. rechnung vom ersten Maskenball bei Buggenhagen. Einnahme Herbergswesens, insbesondere des Verhaltens des Herbergswirthes Der große Prozeß gegen den berüchtigten Einbrecher, 371,50 M., Ausgabe 176,30 M., Ueberschuß 195,20 M. Die Re- wird folgende Resolution zur Abstimmung gebracht, welche einKellner Ewald Bessert, sowie gegen die der gewerbsmäßigen viforen haben die Abrechnung für richtig befunden, und die stimmige Annahme findet. Hehlerei beschuldigten Fahnert'schen Gheleute, über den Versammlung ertheilt dem Kassirer Decharge. An Stelle des von Die heute am 26. Mai tagende öffentliche Versammlung der wir bereits am Dienstag eingehend berichteten, wurde gestern vor der Berlin abgereisten zweiten Kassirers, Kollegen Otto Dreyer, wird Stellmacher Berlins fordert den Gesellenausschuß auf, einseitig zweiten Straftammer des Landgerichts I zu Ende geführt. Die An- Kollege Winfler gewählt. Ein Antrag, den streikenden Buch- die Interessen der Gesellen bei der Innung zu vertreten und für getlagten beharrten trog der erdrückenden Belastungsmomente brucern in Wien und den Bergarbeitern je 100 M. Unter den Fall, daß durch ihre Wirksamkeit nichts für die Gesellen erbis zum letzten Augenblicke bei ihrem Leugnen. Staats- ftügung zu bewilligen, wird angenommen. Ferner werden zielt wird, ihr Amt niederzulegen". anwalt v. Rheinbaben hielt auch einige Fälle gegen Bessert nicht noch zwei Unterstügungsangelegenheiten für Mitglieder Beim zweiten Punkt wird Kollege Brüst als Mitglied der für hinreichend erwiesen, bei der großen Gemeingefährlichkeit des erledigt. Kollege Köppen wünscht, daß der Verein Streit- Kontrollkommission gewählt und fordert derfelbe die AnAngeklagten es aber immerhin für angebracht, gegen ihn wegen Abonnementsbillets zur" Urania" für Mitglieder be- wesenden auf sich recht rege an der Zuführung von Geldern zum der erwiesenen Fälle das höchste zulässige Strafmaß, 15 Jahre forgen möchte. Der Vorsitzende verspricht dies und sollen sich Fonds der Kommission zu betheiligen. Buch thans, zu beantragen. Gegen den Angeklagten Fahnert be- Mitglieder, welche abonniren wollen, auf einer Lifte einzeichnen. Beim dritten Punkt wird der gesellige Verein" der antragte der Staatsanwalt se ch 3 Jahre Zuchthaus, gegen die Bei der Aufnahme neuer Mitglieder drückt Kollege Riediger seine Stellmacher einer scharfen Kritik unterzogen, da derselbe seine Vervon ihrem Manne beeinflußte Ehefrau wegen einfacher Hehlerei Freude darüber aus, daß die Blech- Blase- Instrumenten- Arbeiter gnügungen in Lokalen abhält, deren Säle den Arbeitern nicht zu ein Jahr Gefängniß. Der Gerichtshof verurtheilte den anfangen, unserer Organisation sich anzuschließen. Kollege Bersammlungen zur Verfügung stehen. Angeklagten Bessert zu 15 Jahren Zuchthaus und den Sparfeld erfucht die Kollegen, welche mai bons von der Mit der Aufforderung des Vorsitzenden zur Agitation zum üblichen Nebenstrafen, den Ehemann Fahnert zu fünf Jahren Agitationstommission entnommen haben, sie bis regen Besuch der Versammlungen und mit einem Hoch auf die Zuchthaus und die Ehefrau Fahnert zu 9 Monate Ge- spätestens zum 1. Juni abzurechnen, widrigenfalls Organisation wird die Versammlung gefchloffen. fängniß, wovon 3 Monate für verbüßt erachtet wurden. ihre Namen bekannt gemacht würden. Die Kollegen Köppen und Bloszis find nicht für zu schroffes Vorgehen. Sparfeld meint, Die Konkurrenz, der die praktischen Aerzte ausgesetzt sind daß er sich nach der Vorschrift der Generalfommission richten durch die Praxis" der Heilkundigen" wird durch die Gewerbe- muß, da er am 1. Juni abrechnen muß. ordnung( 56) in bestimmte Schranken gehalten. Diese Schranken werden aber vielfach mit Erfolg zu umgehen gesucht. Die Heil zweiten Maskenball und der Maifeier abkundigen dürfen ihre Praxis nicht im Herumziehen anbieten und zurechnen. Die Vergnügungskommission hat die Billets zum so haben sie, wie eine gestrige Verhandlung vor dem Schöffen- Sommerfest in der„ Neuen Welt" am 22. Juni zur Ausgabe gericht beim Landgericht Il beweist, den Mittelweg gefunden, daß gebracht. die Bestellungen in irgend einer Restauration angenommen wer den, wenigstens, soweit sich die Praxis auf dem Lande befindet. Rommt nun noch hinzu, daß in einem Ort, wie beispielsweise seiner Zeit in Mariendorf, ein praktischer Arzt nicht ansässig ist, fand am 25. Mai eine öffentliche Versammlung statt. Nach Bil- felben zu befagter Angelegenheit zu vertreten. Nach seinen Ausso hat der Heilkundige leichtes Spiel. Dem Heilkundigen bung eines Bureaus, welchem die Kollegen Dost, Thiem, Stein führungen hat sich der Vorstand nicht mit der in der öffentlichen Schmidt war wegen eines Verstoßes gegen den erwähnten angehörten, wurde Abrechnung gehalten über Sohnsonds der Versammlung angenommenen Resolution einverstanden erklärt. Paragraphen der Gewerbe- Ordnung eine Anklage zugestellt wor- Holzbrechsler, über Sammlungen vom Rathenower Streit, vom Es lägen genug Gründe vor, die gegen eine Auflösung des Verben. Er trat jedoch in der Hauptverhandlung den Beweis an, Streit der Kammmacher am Rüstriner Platz und von dem der eins sprächen. Mit Annahme der Resolution Freudenreich würde daß er seine Hilfe nicht angeboten hat, sondern daß der Gast- Perlmutterarbeiter der Firma Paul Hinze. Sämmtlichen Kassirern man eher rückwärts wie vorwärts kommen, weil man dann die wirth Blodsdorf zu Mariendorf die Bestellungen nur in der wird Entlastung ertheilt. Kollege Plagens legt sein Amt als Bentralorganisation( Vereinsgesetz) aufgeben müßte. Es sei überForm entgegengenommen hat, daß die Betreffenden, die die Hilfe Delegieter der Streit- Kontrollkommiffion nieder. Kollege Stein: haupt vorläufig praktischer, wenn die Arbeiterinnen erſt ſelbſtändig orSchmidt's in Anspruch nehmen wollten, bei dem genannten Wirth Ich stelle den Antrag, daß die Lohnkommission, die schon 1/2 Jahr ganifirt würden. Redner bringt hierauf eine Resolution des Vorstandes " " Der Fachverein der in Buchbindereien und ver wandten Betrieben beschäftigten Arbeiter hielt am 25. Mai eine sehr gut besuchte außerordentliche General- VerDie Kollegen werden noch ersucht, die Billets vom sammlung ab, um zu der in der letzten allgemeinen öffentlichen Versammlung angenommenen Resolution( Freudenreich), betreffs Vereinigung sämmtlicher in den verwandten Branchen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in einem Verein, bea ziehungsweise zur Umgestaltung oder Auflösung des Fach- Vereins, Stellung zu nehmen. Einige Vertreter der anderen Branchenvereine waren anwesend. Als Vertreter des Vorstandes nahm zunächst Herr Haß das Wort, um den Standpunkt desFür sämmtliche im Drechslergewerk beschäftigten Arbeiter Gründen: Sprechlaal. zur Berlefung und empfiehlt sie zur Annahme. Es sprachen nun den Standpunkt vertrete, wenn ein Kongreß stattgefunden hat, u. A. die Herren Mohrbach, Eichhorn, Schneider, welcher die Interessen der Gesammtheit vertreten soll und zum Jost, Marwig, Schlegen, Wittrisch, Tilgner, Ausgleich aller vorherrschenden Zwiftigkeiten dienen soll, eine Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzus Schulz, Fischer, Reutemeier, Schneider, John, derartige Resolution, wie sie dort gestellt ist, noch mehr zu. geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Marquard, Sillier( Steindrucker) und Bäster. Die Feindseligkeiten beiträgt. Wilhelm Grube, Mariendorferstr. 10. Interesses zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem meisten Redner waren sich darin einig, daß vor Allem die zenInhalt desselben identifiziert zu werden. trale Organisation festgehalten werden müsse. Ebenso stellten sie Berichtigung. Im Versammlungsbericht des Allgemeinen Dem Verein der Plätterinnen Berlins und verwandten Befich in Bezug auf:" Aufnahme der Arbeiterinnen in den Verein, deutschen Sattlervereins" muß es heißen: Die Dampferparthie rufsgenossen mache die Mittheilung, daß ich den Vorsitz geoder selbständige Vereinigung derselben?" auf den Standpunti verbunden mit Sommernachts- Ball findet am 20. Juni, Abends dachten Vereins hiermit niederlege, und zwar aus folgenden des Vorstandes, wie er durch Haß vertreten worden. Für eine 9 Uhr, statt. allgemeine Vereinigung in Berlin mit Einschluß der Frauen Schon seit Jannar find Streitigkeiten im Vorstand vorsprachen Wittrisch und Eichhorn, welch' letzterer eine der Frau Gubela befindet sich der Name Scholz als Mit- Unter- Möhring anmaßte, der alleinige Leiter zu sein; obwohl M. nur Im gestrigen Volksversammlungs- Bericht in Sachen gekommen, und zwar dadurch, daß sich das Ehrenmitglied Emil dahingehende Resolution der Versammlung unterbreitet hat. Iost spricht sich für die Beibehaltung der jetzigen Vereinigung zeichner des Urtheils des Schiedsgerichts. Wir stellen hiermit gewählt wurde, um rathend zur Seite zu stehen. Am Stiftungsaus, ist aber dafür, daß die Arbeiterinnen mit in dieselbe hinein- fest, daß mit ihm Herr Karl Scholz, Wrangelstr. 32, nicht fest gefiel sich M. in Selbstverherrlichung, indem er erklärte, er allein gezogen werden. Bei der Abstimmung wurde die Resolution identisch ist. Eichhorn, sowie eine solche des Herrn Reutemeier mit allen gegen 3 bezw. 5 Stimmen abgelehnt und die Resolution Haß, beziehungsweise die des Vorstandes mit 230 Stiment gegen ca. 3 angenommen. Dieselbe lautet: Die heutige Generalversammlung des Vereins erklärt sich mit dem Punkt der Freudenreich'schen Resolution, welcher sich mit der Anbahnung einer alle verwandten Branchen umfassenden Organisation befaßt, einverstanden. Da aber die zentrale Form der Organisation von maßgebenden Arbeitervertretungen aller Nationen als die beste anerkannt wor= den ist, um den Unternehmerverbänden erfolgreich entgegenarbeiten zu können; da ferner auch die Agitation in den Provinzen durch Schaffung von Lokalverbänden zum Stillstand gebracht werden würde, erklärt die heutige Versammlung, an der Zentralorganisation unentwegt festhalten zu wollen." " Die eventuellen Beschlüsse der in einer von 40 Personen befucht gewesenen Versammlung der Album- und Kartonarbeiter und Arbeiterinnen am 26. April ds. Js. gewählten Kommission kann die Versammlung nicht anerkennen." nur ist die Person, die Alles leitet, und Alles ins Leben gerufen hat. Die übrigen Vorstandsmitglieder beschimpften mich sowohl Schneider und Schneiderinnen- Verband am Montag, den 1. Juni, Abends 9 Uhr, große Versammlung in den Arminhallen, Rommandanten am Stiftungsfest als auch in der Delegirtenversammlung, welche Bubeil. Um zahlreiches Erscheinen aller Schneider und Schneiderinnen wird Wissen einberufen, ebenso die Abrechnung vor dem Termin, ftraße 20, unterer Gaal. Tagesordnung: Bortrag des Herrn Stadtverordneten ich einberufen. Eine Mitgliederversammlung ist ohne mein ersucht. Arbeiter- Bildungsschule. Die naturwissenschaftliche Klasse der beiden welchen ich angesetzt hatte, vorgenommen und nur von Revisoren, Nordschulen unternimmt am Sonntag, den 31. Mai, eine Erfurfion nach welche sich vom M. am Gängelband führen lassen. Ich lehne präzise 3 Uhr. Fußtour über Rosenthal nach dem Bielort. Blankenfeld. Die Theilnehmer versammeln sich in Bantow, Kirchplay um daher jede Verantwortlichkeit für die Richtigkeit der Revision Freireligiöse Gemeinde. Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 31. mai, ab, und wende mich an die Deffentlichkeit. Siehe Inferat. Vormittags 10 thr: Herr H. Peus. Konfession und Religion. Aug. Sydow, Bersammlung im Vereinslokal, Grüner Weg 58. Bühnenverband Normania. Sonnabend, den 30. Mai: Mitglieder: Lichtenbergerstraße 5, v. III. Sonntag, den 31. Mai: Herren- Parthie nach Grunewald. Abfahrt früh 6% Uhr vom Schlesischen Bahnhof. Gäſte willkommen. Abends von 9-11 Uhr bei Roll, Adalbertstr. 21. Genoffen, welche gewillt sind, Der Arbeiter- Gesangverein Vorwärts( SD) tagt jetzt jeden Freitag dem Verein beizutreten, stets willkommen. Lese- und Diskutirklub Westen". Jeden Freitag, Abends 8% Uhr, geführt haben Zutritt. Sung im Restaurant Böhland, Bülowſtr. 52. Gäfte durch Mitglieder einAchtung! Charlottenburg. Große öffentliche Versammlung der Freien Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Paris, 28. Mai. In der heutigen Sitzung der DeputirtenDissidenten- Gemeinde Charlottenburgs am Montag, den 1. Juni, Abends 8 Uhr, im großen Saal Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39. Tagesordnung: fammer wurde von einer Anzahl Deputirten ein Gesetzentwurf In fernerer Erwägung, daß der Fachverein der in Buch- 2. Distusfion. 3. Anfragen. Um zahlreichen Besuch von Damen und Herren eines staatlichen Industrie- Unternehmens nach dreijähriger Dienst1. Vortrag des Herrn Th. Megner aus Berlin, über: Religion der Zukunft. vorgelegt, demzufolge jeder Arbeiter oder sonstiger Angestellter bindereien zc. 2c." die Arbeiterinnen aus praktischen Gründen wird gebeten. nicht aufnehmen darf, dieselben aber laut Verbandsbeschluß inner- Bismardshöhe eine beschließende Gemeinde- Bersammlung statt. Die Mitglieder Ferner findet am Dienstag, den 2. Juni, Abends 8 Uhr, im fleinen Gaal zeit an dem Gewinn theilnehmen soll. halb des Verbandes organisirt werden sollen, beauftragt die werden dringend ersucht zahlreich zu erscheinen, da verschiedene Anfragen an heutige Versammlung den Vorstand, unverdie Gemeinde auf der Tagesordnung stehen. züglich die nöthigen Schritte zur Gründung eines selbständigen Arbeiterinnen: bands) Vereins zu thun. Die Versammlung appellirt an das Pflichtgefühl der Kollegen, gleichviel welcher Branche, sich Demach verein der in Buchbindereien und verwandten Betrieben beschäftigten Arbeiter" anauschließen." bei Grube, Mariendorferstr. 10. Gäste haben Zutritt. Bese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr", Abends 9 Uhr, " Süden", Abends ( Ver Uhr bei Schwarzkopf, Staligerstr. 11. Gäste, Damen und Herren, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. stunde, Aufnahme von Mitgliedern Männer- Gesangverein" Collegia", Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend Abends 9 Uhr, UebungsRestaurant Reichenbergerstr. 16. Gefangverein des Fachvereins der Buser Berlins und umgegend"" Gemüthlich feit", Gendelstraße 30 bei Preußer. Buchbindet- Männerchor" Berlin, Alte Jakobstr. 75 bet Feuerstein. Männer- Gesangverein der Berliner Ein Antrag des Herrn Klizke zwecks Aenderung des Schmiede", bei Tempel, Breslauerstr. 27.- Arbeiter- Gefangverein„ Nord", Arbeitsnachweis- Reglements wurde dem Vorstande der Nachweis- Brunnenstr. 38, b. Gnadt.- Gefangv., orbeertrana", Restaur. Weinſtr. 11tommission überwiesen, welcher nach Erledigung desselben Bericht arbeiter- Gefangverein„ offnung", Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 34 aiser'scher Männerchor", Schönhauser Allee 28 bei Nürnberg. zat erstatten hat. Dann wurde der soeben bekannt gewordene bei Schulze. summer'scher Gesangserein", Elisabethstr. 11 bei Rüth. Tod des Kollegen Ibscher durch Erheben von den Plätzen helm" Seeger'sche Liebertafel", Abends 9 Uhr bei Trucks, Gesangverein Esmeralda", Roppenstraße 35 bet Keller, Abends 8 Uhr. geehrt. Die Kollegen wurden noch aufgefordert, ihren Verpflich- eichenbergerstraße 83.- Gesangverein„ Zonblüthe", Görligerstr. 58 bei tungen gegenüber dem Maifonds, und im Allgemeinen der Zoltsdorf. Karthanscher" Gesangverein, Große Frankfurterstr, 99 bet Organisation gegenüber nach allen Richtungen hin nachzukommen, Krüger, Frankfurter Bierhallen.- Gefangverein Jugendfreuden" bei Keller, Bergftr. 68. Arbeiter Gesangverein, ai bund", Nowawes, bei und dann die Versammlung geschlossen. Gärtner, Wallstraße. Arbeiter- Gesangverein Matglödfchen", Hochstraße 32a, bei Wilke. Gefang-, Turn- und gefellige Vereine. Männnerchor Waldes rauschen", Markgrafenftr. 87 bei Weigt. Männer- Gefang- Verein ,, Union" Abends 9 Uhr, in der Berliner Bock- Brauerei. Musikdilettanten- Verein Glode" 9-11, Uebungsstunde. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Vergnügungsverein Glück auf", Abends 8% Uhr, Sigung bei Möwes, Fichtestr. 29. Nach der Sigung Tanz. Gäste willtommen. Vergnügungs eülow." Gäste wiltommen. Derein ,, e il chen", Sigung mit Damen von 9 Uhr ab, Admiralstr. 38 bei Geselliger Verein Immergrün" Abends 9 Uhr, im Restaurant Heinide, Dranienſtr. 36. Verein ehem. chitler der 38. Gemeinde- Schule, Sigung, Abends 9 Uhr, im Grand Restaurant Kornblume"( Inh. Otto Noll), Andreasstr, 3. Gäste willkommen. Rauchflub Dhne 8wang", Abends 8% Uhr, bei W. Spaeth, Weinstraße 28, Statflub Tournee", Abends 8½ Uhr, beim Genoffen Berichtigung. Zu dem in Nr. 119 des Vorwärts" abge- art ulrich, Wrangelstr. 84. Gäste durch Mitglieder eingeführt willkommen. druckten Versammlungsbericht der Maurer vom Sonntag, den Gimede. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Rauchklub Rothe Du a fte". Jeben Freitag Köpnickerstr. 130 bet 24. D. M., in der Brauerei Friedrichshain habe ich in Bezug auf Sund der geselligen Arbeiter- Vereine Berlins und Umgegend. Ueber die letzte Versammlung der Graveure und Siseleure haben wir einen Bericht schon gebracht, dem nur noch wachzutragen ist, daß der Redakteur des„ Gewerkvereins", Herr Goldschmidt, die Irrlehren" Eugen Richter's mit einigen ironischen Wendungen preisgab. Er meinte, daß es über: Süssig sei, dieses Buch zu lesen. Nun wird Eugen Richter sich den Mann wohl kaufen. Wegen ungehöriger Ausfälle gegen bestimmte Personen mußte Herr Goldschmidt sich in derselben Versammlung vom Referenten ordentlich zurechtweisen lassen. " " " die Resolution von Schulz und Grube zu erklären: 1. War ich Freitag: Beret Grüne Zanne" 9 Uhr bei Teßner, Markusstr. 8. in dieser Versammlung nicht anwesend, habe auch die betreffende Resolution nicht unterzeichnet; 2. habe ich zu erklären, daß ich Briefkaffen der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Antwort wird nicht ertheilt. F. E. Granfeestraße. Sie sind versicherungspflichtig und haben Anspruch auf Rente. Frage. 5 Eskadrons; jede zu zwei Rompagnien. Briefkaffen der Expedition. uns ein: Notabene Billard 0,75. Schulz 1,-. F. G. in Für den Maifonds gingen ferner folgende Beiträge bei Staaten 3,-. Von den Berliner Wirkern und Wirkerinnen durch Jang 30,-. Summa 34,75. Bereits quittirt 989,90. Summa 1024,65. Weitere Beiträge nimmt gern entgegen die Expedition Beuthstr. 3. = 11 Für die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands( Hamburg)[ Maifonds] gingen ferner ein: Lese- und Diskutir Klub Zukunft" 8,- Maschinenfabrik Berger, Schillingstraße, durch Bolz 9,-. D. S., Bernauerstr. 74 1,-. Aus Ober- Podolien" 4,40. Tapezirer aus der Möbelfabrik von Groschkus, Landsbergerstr. 25 8,50. " Für die Wiener Buchdrucker durch N. St. in Schmargendorf( an den Vorsitzenden Ph. Schmitt abgeführt) 3,95. Für die gemaßregelten Bergarbeiter gingen ein: Gravir- Anstalt Fr. Dönniger 3,25. Bon orei rothen Giftmischern 2,-. Ges. d. C. Lubach, Berichtigung. In der letzten Quittung muß es heißen: Tischlerei von Liebnitz und Reese, Belle- Alliancestraße 82. Fachverein sämmtlicher in der Musik- Instrumenten- Industrie| Außerordentliche Mitglieder- Versammlung beschäftigten Arbeiter der Zentral- Krankenkasse der ( Verein zur Wahrung d. Interessen d. Klavierarb. u. verw. Berufss.) Maurer, Steinhauer, Studateure 2c.( Grundstein zur Einigkeit) Vereins- Versammlung am Sonnabend, den 30. Mai, Abends 82 Uhr, in Keller's Salon, Bergstr. 68. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Peus über: Beitlohn und Stücklohn". 2. Disfussion. 3. Vereins angelegenheit. 4. Verschiedenes. 375/4 Der Vorstand. Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 30. Mai, Abends 8½ Uhr, in ,, Norbert's" beiden Sälen, Beuthstraße Nr. 21-22: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 314/53 Der Vorstand. Achtung! Sattler! am Sonntag, den 31. Mai, Vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Scheffer, Insel Strasse No. 10. Zages Ordnung: Nachruf. Am 26. Mai verschied an der Proletarierkrankheit nach schwerem Leiden unser Kollege nnd Mitglied Arthur Rose stattgefundenen außerordentlichen General- Versammlung. 2. Diskussion. im Alter von 19 Jahren. 1. Berichterstattung der Delegirten von der am 4. und 5. Mai hier 3. Verschiedenes. Tischler- Verein.| Sonnabend, den 30. Mai, Abends 9 Uhr, Adalbertstr. 21, ausserordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: Endgiltige Beschließung über die am 5. Juli stattfindende Landpartie. Das Quittungsbuch legitimirt. 1058b Der Vorstand. Rauchklub Rosenblätter" löst" fich auf. löst sich auf. Rauchutensilien, wie Spinden, Fahnen 2c. sind zu verkaufen. Die örtliche Verwaltung. 229/4 Achtung! Schmiede! Die zum Dienstag, den 26. Mai, bekannt gemachte Versammlung konnte. Umstände halber nicht stattfinden. Diefelbe findet am Sonnabend, d. 30. Mai, bei 3emter, Münzftr. 11, mit gleicher Tagesordnung statt. 279/8 Die Ortsverwaltung. Achtung! Ehre seinem Andenken. Zentral- Kranken1053b und Sterbe- Kasse der Maler und verw. Berufsgenossen Deutschlands. Moabit, Filiale VI. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. Ganze Ausstattungen empfiehlt Moritz Gläser, 614 L 167. Reichenbergerstr. 167. Gesangdirigent wünscht noch 2 Vereine Verein der Parquetbodenleger au leiten. Friedrichsbergerſtr. 27, part. Berlins! Schlafstelle, mbl., f. Herrn, sep. Eing. Naunynstr. 52, v. IV. Wwe. Gloh. Ansprüche an denselben sind geltend zu die Kollegen in der Firma Parino Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß Am Sonnabend, den 6. Junt, findet im Eiskeller, Chauffee- machen bei. Henke, Dennewig die Arbeit wegen Lohndifferenzen nieder: Jede Uhr straße 1, im Posamentiergeschäft. 1054b Sommer- Felt Braße 88, ein statt, verbunden mit einem von den Mitgliedern der Zentral- Krankenkasse der Sattler arrangirten Sommernachts- Ball 289/2 Bürstenmacher! Unterstützungsverein nebst großer Fackel- Polonaise. Die Mitglieder mit ihren Familien und der Bürsten- und Pinselmacher Bekannten find hierzu freundl. eingeladen. Billets sind in den Zahlstellen zu haben. NB.: Das Raffenlokal, sowie die Zahlstellen sind für den Abend geschlossen. Das Komitee. Grosse öffentliche Bersammlung für Männer u. Frauen vom Leseklub ,, Emancipation" am Sonnabend, den 30. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Seefeldt, Grenadierstraße Nr. 33. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Goldberg über:" Die Schäden der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung gemüthliches Beilsammensein und Tan. Sur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Um zahlreichen Besuch bittet 1057b verbr. Glühlampen, t. ſtets Der Einberufer. Deutschlands( Filiale Berlin). Sonntag, den 31. Mai, Vormittags 10/2 Uhr, Bergstr. 12, gelegt haben. 250/8 Der Vorstand. zu repariren unter Garantie fostet bei mir ( außer Bruch) 1,50 Mk. Allen Genoffen z.Nachricht, daß ich die Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Tischlerei für Balt, Uhren, Gold- u. Silberwaaren Ladeneinrichtung u. Reparatur- Werk- C. Wunsch, 38, statt von W. Rebsch, Walferthordie Genossen, bei Bedarf von TischlerStraße 14, übernommen habe und bitte arbeiten mich gütigst unterstütz. 3. wollen. Versammlung. W. Fest, Waſſerthorſtr. 14. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder und Schankwirthschaft 1055b n. d. Dranienplay, Arbeitsmarkt. Ein Familien vater von 5 Kindern bittet um irgend eine Beschäftigung langjährige Zeugnisse ehen zur als Hausdiener, Sote etc. Gute Seite. Gefl. Offerten erbittet Paul Rupprecht, Oderbergerſtr. 41. 1056gr Anleger an der Steindruck- Schnell2. Miesler, Louisen- Ufer 44. Entrichtung der Beiträge. 2. Bericht mit voller Konzession, Gesellschafts- u. der Arbeitsnachweis- Kommission und Billardzimmer weg. 2 Gesch. sof. billig zu Neuwahl derselben. 3. Verschiedenes. verf. Miethe 800 M. Näh. b. C. Glaser, 120/13 Der Bevollmächtigte. Perlebergerstr. 23c. Achtung! Achtung! Stereotypeure und Galvanoplastiker! Betten Theilzahlung. F. R. Retzlaff, preffe wird verlangt. Bettfedern Spezialgeschäft, Am Sonntag, den 31. d. M., Abds. Brückenstraße 5( Jannowißbrücke). 676L 7 Uhr, findet im Saale Dresdener195/ M straße 45, eine Mitgliedervers. statt, Wirthschaft, Zigarrenutensilien, zwei Bimmermann bevorzugt, Antonftr.31/ 32. wozit Gäste willkommen sind. paar gesucht, 1066b Der Vorstand. Waagen u. Gew. Adolfstr. 22b b. Churitz. Auswanderungshalber verk. d. ganze Zur Hausreinigung Zur Hausreinigung finderloſes EhcEine 1. Schlosserwerkstatt ist zu vert, Kartonarbeiterinnen Hartwig, Beuth Platinabfälle, nets( auch wenn nicht| Kollegen, Freunden u. Genossen annouzirt) zu den höchſten Breiſen nur empfehle mein Weiß- und Bairisch- Rind- und Schweineschlächterci, Strausbergerstr. 12, 1015b Robert Linke, Reinickendorferstr. 23. 1060b straße 4. 1064b Stein, Adalbertstr. 22. 1058b bier- Lotal. Billard zur Verfügung. Zentral- Markthalle, Stand 148. Schlafft. f. 2 anft. Hrn. Brunnenstr.122a, Mamfells auf Knabenanzüge verl. Silberbach, Pallifadenstr. 98, Reller 759b Carl Aurin. Hof 3 Tr. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 191M 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 122. Gerichts- Beitung. Freitag, den 29. Mai 1891. Soziale Uebersicht. M zahlt." 8. Jahrg. den Lohn der bis Donnerstag Abends, den 9. April, eingeDie Beklagte führte sodann aus, Kläger habe am 14. April d. J. lieferten Stücke erhalten. lieferten Stücke erhalten. befindlichen 11,80 meter nicht prüfen können, daher den Stuhl Sie, Beklagte, habe bei Austritt des Klägers die im Stuhl befindlichen 11,30 Meter nicht prüfen können, daher den Stuhl sofort mit einem anderen Weber besetzt und sei das Stück am ordnung am 21. April erfolgt und zwar zum vollen Lohn ohne 18. April eingeliefert worden; dessen Löhnung set nach der Fabrikihm auch für jene 11,30 Meter am Entlassungstage die Zahlung daß der vom Kläger gefertigte Theil fehlerhaft gearbeitet war. Stläger behauptete in der Sigung vom 30. April 1891, daß ihm auch für jene 11,30 Meter am Entlassungstage die Zahlung stritt diese Behauptung des Klägers und bat um kostenfällige des Lohnes zum 14. April versprochen worden sei. Beklagte beAbweisung der Klage. Entscheidungsgründe. an welchem Tage er in Crefeld anderweitige Arbeitsstelle erhalten habe, zu bezahlen. Ueber einen merkwürdigen Polizisten in Spandau be Der 5. deutsche Steinmetzen Kongres in Stuttgart. Kläger bat um Verurtheilung der Beklagten gemäß Antrag. richtet der„ Anz. f. d. Havell." wie folgt: Gine auch für weitere Derselbe fand in der Zeit vom 17. bis 19. Mai statt. Vertreten Kläger das Arbeitsverhältniß infolge früherer wiederholt mangelBeklagte bestritt den Klageanspruch, sie behauptete dem Kreise, namentlich aber für Gastwirthe interessante Verhandlung waren 40 Orte durch 37 Delegirte, welche aus allen Theilen hafter Arbeit bereits am 23. März d. J. gekündigt zu haben; sie fand gestern vor dem hiesigen Schöffengericht statt. Es handelte Deutschlands herbeigekommen waren. Nachdem der Kongreß Vor- legte einen Abdruck der bei ihr eingeführten, ordnungsmäßig befich um eine angebliche Uebertretung der Polizeistunde, deren der mittags 11 Uhr durch Kollege Schmohl mit einer Ansprache er- fannt gegebenen Fabrikordnung vor, deren§ 11 Abs. 1, Gastwirth Häckel, Besitzer des Lokals„ Zum Abgebrannten" in öffnet und die zahlreichen Begrüßungs- Telegramme aus allen der Jüdenstraße, beschuldigt war. Da den Inhabern von Theilen Deutschlands und sogar aus Desterreich zur Kenntniß worauf sich Beklagte zur Rechtfertigung der Vorenthaltung des Restaurants mit Damenbedienung die Veranstaltung von Fest- gebracht worden waren, trat man sofort in die Tagesordnung ein. vom Kläger verdienten Weblohnes bis zum 14. bez. 21. April d. J. Ueber Punkt 1, Bericht über die Thätigkeit des Verbandes und stützte, lautet: lichkeiten, welche über die festgesetzte Polizeistunde hinaus gehen, Der Lohn der bis Donnerstag Abends einin der Regel nicht gestattet werden, so hatte Herr Häckel zum der Kontrollkommission, erstattet der Verbandsvorstand, J. Jeschky 26. November v. J. eine Matinee arrangirt, d. h. er ließ die( Berlin), Bericht. Derfelbe betonte, daß der Verband von Jahr zu Jahr gelieferten Stücke, sowie die am Sonnabend fälligen WochenTafel, welche sonst erst in den späteren Abendstunden vor sich zunimmt, so daß es fast nicht mehr möglich sei, die Arbeit nach Löhne werden an dem darauf folgenden Dienstag ausbegeht, schon am Tage stattfinden, um am Abend rechtzeitig sein Feierabend zu bewältigen und es nöthig wäre, den Verbandsvorstand Lokal schließen zu können. Wir wollen hier einschalten, daß fest anzustellen. Die Beiträge mußten von 10 auf 15 Pf. erhöht werden, ordnung kenne, hat Kläger zugegeben, auch seine Unterschrift derDie Behauptung der Beklagten, daß Kläger die FabrikHerr Häckel, was wohl eine Seltenheit ist, noch niemals um dadurch mehr Mittel zur Agitation zu bekommen, denn nur wegen Uebertretung der Polizeistunde bestraft bestraft worden durch anhaltende und strenge Agitation kann der Indifferentis- felben anerkannt. ist, daß er sonst in jeder Beziehung sein Geschäft in mus beseitigt werden. Das Hauptaugenmerk sei auf die Bruch oorwurfsfreier Weise führt und er nicht allein in Spandau, distrikte zu werfen, denn dort herrschen wahre Hungerlöhne bei sondern vielleicht weit und breit in Norddeutschland überlanger Arbeitszeit. Den Leuten in Bruch distrikten ist leider der einzige Gastwirth ist, der seinen Kellnerinnen ein Gehalt ge- fchwer beizukommen, indem sie den Agitatoren feindlich gegen währt. Bekanntlich lassen andere Wirthe dieser Art ihre weib- übertreten und hierin durch die Behörden, Gendarmerie u. s. w. liche Bedienung fast ausschließlich von den Gästen ernähren. unterstützt werden. Betreffs der Stellungnahme zu Streits wurde beschlossen, Auch an dem bezeichneten Tage handelte Herr Häckel vollständig ach den Vorschriften des Gesetzes. Ein paar Minuten vor blos solche zu unterstützen, welche vom Verbandsvorstand ge 10 Uhr der Wirth hatte soeben Feierabend geboten und die nehmigt werden. Der dieses Jahr in Oppach in Sachsen statt- Abzug, obgleich bei der Einlieferung sich herausgestellt hatte, laffen des Lokals fertig erschien in demselben Herr Polizei- Streifenden viele zu Streitbrechern wurden und gerade die noch anwesenden 5 oder 6 Gäste machten sich soeben zum Ver- gefundene Streit ging deshalb verloren, weil aus der Reihe der tommiffarius Hartleb, welcher zum 1. Oktober des vorigen jenigen, die die zahlreichsten Familien hatten, hielten am Jahres zur Probedienstleistung bei der hiesigen Polizeiverwaltung tapfersten aus. Geldmittel wären genügend vorhanden gewesen. eingetreten war. Die Restauration wurde nun nicht um zehn Die Niederlage ist also der Unzuverlässigkeit der großen Masse Uhr, sondern erst eine halbe Stunde später geschlossen. Auf die zuzuschreiben. Denunziation des Polizeikommissars Hartleb wurde der Wirth mit Was die Organisation betrifft, so wurde beschlossen, den einer Polizeistrafe von 5 Mart belegt; da er sich aber nicht für Verband in seiner bisherigen Form mit dem Vertrauensmänner- Kläger hat in der Fabrit der Betlagten Aufnahme gefunden, fchuldig hielt, so trug er auf richterliche Entscheidung an, welche, System zu belassen, und an dem Ausbau desselben immer mehr nachdem er dem Erforderniß des§ 1 der Fabrikordnung entsprechend, tachdem der erste Termin im März wegen Ausbleibens des Be- zu arbeiten. Als Organ wurde der in Berlin erscheinende, Bau- feine Unterwerfung unter die Bestimmungen derselben durch die laftungszeugen hatte vertagt werden müssen, gestern vom Gerichts- handwerker" anerkannt und wurde hauptsächlich den Delegirten von ihm anerkannte Namensunterschrift bekundet hatte. Die hof gefällt wurde. Ueber die Vorgänge nach dem Eintritt des anempfohlen, dieses geistige Band festzuhalten und immer mehr Entlassung des Klägers ist am Sonnabend, den 11. April 1891, Herrn Hartleb folgen wir nunmehr dem Ergebniß der Verhand- neue Abonnenten zu gewinnen. Seit dem letzten Kongreß in erfolgt und hatte derselbe nach§ 11 Abs. 1 der Fabrikordnung lung vor dem Schöffengericht. Der Angeklagte gab folgende Aus- Heilbronn( 1889) wurde eine Statistik über Lohnverhältnisse, an jenem Tage teinen Anspruch auf Zahlung des Lohnes fage ab. Er habe einige Minuten vor 10 Uhr Feierabend ge- Krankheiten und Sterbefälle aufgestellt und zeigte sich das er- der von ihm bis zur Entlassungszeit verfertigten Waare. Nach boten, und die noch anwesenden Gäste, welche jeder eine Tasse schreckende Bild, daß das Durchschnittsalter der Steinhauer den Behauptungen beider Parteien hat Beklagte den Kläger am Kaffee tranten, waren im Begriff sich zu verabschieden. Da trat nicht mehr als 32 Jahre beträgt. Es wurde von verschiedenen Dienstag, den 14. April, den Lohn der bis Donnerstag der Polizeikommissar herein und bestellte eine Tasse Kaffee. Er, Delegirten der Antrag gestellt, eine Petition an den Reichstag Abend, den 9. April, durch Kläger eingelieferten Stücke der Wirth, habe dem Beamten erklärt, daß er schon Feierabend zu richten wegen Befreiung von den Beiträgen zur Alters- ohne jeglichen Abzug ausbezahlt, während sie den Lohn für den geboten hätte; er könnte daher Kaffee nicht mehr zubereiten, er versicherung, da ja kein einziger Steinmetz in den Genuß inzwischen von dem Kläger gefertigten Theil eines weiteren, bitte ihn aber, eine bereitstehende Tasse Kaffee, welche er für sich derselben kommt. Der Antrag wurde aber nicht angenommen, am 18. April eingelieferten Stückes nach Vorschrift der elbst habe herbeibringen lassen, anzunehmen. Herr Hartleb weil von dem heutigen Reichstag doch nichts Gutes für die Fabrikordnung am darauffolgenden 3 ahltage, nämlich am habe sich dann zu einem Freunde gesetzt, mit dem er schon Arbeiter zu erwarten. 21. April d. J. ausbezahlt hat. Am 14. April hatte Kläger noch vom Vormittage her eine Zusammenkunft für den Abend verab- Der demnächst stattfindende Gewerkschaftskongreß wird auch einen Anspruch auf Auszahlung des für diesen Theil verredet, und es sei eine allgemeine Unterhaltung zwischen den an- beschickt werden. dienten Lohnes. Den Anspruch konnte Kläger nach dem§ 11, wesenden Personen entstanden. Er, der Angeklagte, habe wieder- Wander- Unterstützung wird nur an organisirte Kollegen aus- Abs. 1 der angezogenen Fabrifordnung zu Recht frühestens holt daran erinnert, da ja schon Feierabend sei; er sei aber am 21. April, dem auf den Tag der Einlieferung des Don den Gästen mit dem Hinweis darauf, daß der Herr Es muß konstatirt werden, daß die Frauenarbeit auch im ganzen Stück es folgenden 3 a bltage geltend machen, und Kommissarius zugegen sei und daher nichts passieren könnte, vom Steinmeßgewerbe ihren Einzug gehalten hat; im Fichtelgebirge an diesem Tage ist, wie bereits erwähnt, die Auszahlung des Schließen des Lokals abgebracht worden. Zur allgemeinen Ueber- werden dieselben in den Granit- und Syenitbrüchen zum Schleifen Lohnes erfolgt. caschung habe sich etwa um 1012 Uhr der Herr Polizeikommissar und Poliren verwendet. erhoben und in streng amtlicher Form daran erinnert, daß es Bu bedauern war, daß der letzte Kongreßort Heilbronn sich nun endlich Zeit sei, das Lokal zu räumen. Das geschah denn nicht auf dem diesmaligen Kongreß vertreten ließ, da es doch dort auch sofort. Die Aussage des Angellagten ging im ganzen also und in der Umgegend eine große Zahl Steinhauer giebt. Die oahin, daß allein der Polizeikommissar Hartleb durch sein Er- Kongresse finden deshalb immer in Süddeutschland statt, um eine scheinen im Lokal die nicht rechtzeitige Schließung desselben her- träftigere Organisation zu entfalten, und wenn die Kollegen von beigeführt habe. Hierauf wurde dieser Beamte, nachdem er den Bremen und Bunzlau in Schlesien die Mittel zur Beschickung Sid geleistet, vernommen. Er bekundete: er sei um ausgebracht haben, dann wären es die Heilbronner auch im Stande 104 Uhr an dem Hause des Angeklagten vorübergegangen und gewesen. habe zu seiner Entrüstung wahrgenommen, daß in dem Der Rongreß hat gezeigt, daß es nothwendig ist, daß wir Restaurant noch Verkehr herrscht; besonders sei ihm das laute mehr und mehr eintreten in den Kampf, der allen Arbeitern nicht Gebahren von Frauenzimmern aufgefallen. Er habe noch fünf erspart bleibt, wenn sie ihre Lage verbessern wollen. Mit einem Minuten draußen gewartet, sei dann aber eingetreten, um der Hoch auf die internationale Arbeitervereinigung und Absingung Strenge des Gesetzes Geltung zu verschaffen. Er habe sofort mit des ersten Verses der Marseillaise wurde der 5. deutsche Steinaller Entschiedenheit und wiederholt Feierabend bieten müssen, megenkongreß geschlossen. bis es ihm gelungen sei, die Gäfte zum Verlassen des Lokals und den Wirth zum Schließen des Geschäfts zu bestimmen. Er be stritt, irgend etwas bestellt zu haben. Vielmehr habe der Wirth ihm in der aufdringlichsten Weise Wein, Bier zc. angeboten und ihn zum ferneren Verbleiben im Lokal genöthigt. Er, der Zeuge, habe aber alle Zumuthungen streng zurückgewiesen. Es sei un wahr, daß er verabredet habe, mit einem Bekannten in dem Lokal Abends zusammenzutreffen; er habe allerdings Vormittags bei seiner Anwesenheit im Lokal über eine Zusammenkunft mit einem Herrn gesprochen; er habe aber als Beamter nicht viel Zeit übrig und habe von vornherein gewußt, daß wohl So schwerlich die festgesetzte Stunde innegehalten würde. In Sachen des Paul Walle, Fabritarbeiter( mech. Sammt der Herr Polizeikommissarius. Als Entlastungszeugen waren aus der Zahl der an jenem Abend noch im Lofal weber) zu Grefeld, Kläger, gegen die Handelsgesellschaft und weilenden Gäste drei geladen. Einer, der Bierverleger Bohm, mech. Sammtweberei S. v. Bruck Söhne zu Crefeld, Beklagte, war zum Termin nicht erschienen und wurde wegen ungehorsamen vertreten durch den Fabrikleiter J. Dollbaum von hier, wegen daß die Eisen- und Stahlarbeiter derjenigen Werke, welche den Ausbleibens sofort zu 10 M. Geldbuße verurtheilt. Es blieb Entschädigungsforderung Weile Sie be gezahlt. Die durch Kläger schließlich aufgestellte Behauptung*), es sei ihm beklagtischerseits versprochen worden, daß der Lohn für jenen Theil der von ihm verfertigten Waare ebenfalls am 14. April ausbezahlt werde, ist nach dem Bestreiten seitens der Beklagten beweislos geblieben. M wie geschehen abzuweisen. Die Entscheidung über die Kosten Die Klage entbehrt somit des Klagegrundes und war daher wie geschehen abzuweisen. Die Entscheidung über die Kosten war nach§ 87 der Zivil- Prozeßordnung zu treffen und die vorläufige Bollstreckbarteits Erklärung des Urtheils erfolgte nach § 10 des Ausf.- Ges. zur Zivil- Prozeßordnung. gez. G. H. Meyer. Storck. Buschmann. Leendert. Büschgens. Für gleichlautende Ausfertigung: Thiesen, Sekretär des königlichen Gewerbegerichts. Aus der Pfalz, 19. Mai. Die Krists in der Schuhwaarens Industrie in Pirmasens nimmt nach und nach ungeheure Dimen Lohnzahlung und Fabrifordnung. Wir geben nach fionen an und zieht langsam das Ergehen der ganzen Stadt in stehend ein Urtheil des königlichen Gewerbegerichts in Crefeld ihre Kreise. Bis jetzt sind 36 Konkurse eingetreten; die Reihe wieder. Dasselbe wirst ein Schlaglicht auf die Art und Weise, scheint aber noch nicht abgeschlossen zu sein. Es sind nahezu wie durch einzelne Fabrik- Ordnungen die Interessen der 2500 Arbeiter brotlos geworden. Wer wegziehen konnte, hat die Arbeiter in gröbster Weise verlegt und Zustände geschaffen wer- Stadt verlassen; die übrigen Schuhmacher trifft man laut Pf. den, welche den Arbeiter zwingen, entweder auf die freie Ber- M." bei allen möglichen Beschäftigungen an. Ein Theil verwerthung seiner Arbeitskraft oder auf den wohlverdienten Lohn richtet Straßen- und Chausseearbeiten, ein anderer geht den sich zu verzichten. im Feld bietenden Beschäftigungen nach, während die Uebrig bleibenden heute das, morgen jenes ergreifen, um nur das kahle Leben zu fristen. Die Arbeiter, die an der ganzen Entwicklung schuldlos find, bezahlen die Hauptkosten. Das Urtheil ist datirt vom 30. April 1891 und lautet: Im Namen des Königs! 1. Meyer, Präsident, als Vorsitzender 2. Stord 3. Buschmann 4. Leenderg Gerichtsmitglieder 5. Büschgens, stellv. Gerichtsmitglied Kläger wird mit der erhobenen Klage kostenfällig abgewiesen. Dieses Urtheil wird für vorläufig vollstreckbar und stempelfrei erklärt. Thatbestand. " In der pennsylvanischen Koks- Region ist noch keine entscheidende Wendung eingetreten. Es war erwartet worden, Rots aus jener Gegend beziehen, mit dem von„ Scabs" her aber getäuscht. gestellten Produkt nicht arbeiten würden; darin hat man sich In der letzten Woche ist Professor De Leon in dem Revier gewesen und hat an mehreren Stellen gut be suchte Versammlungen abgehalten. Die Herren Ausbeuter scheinen von einer wahren Blutgier gegen diejenigen Arbeiter beseffen zu sein, welche von den„ Segnungen der industriellen Entwicklung" einen wenigstens einigermaßen befriedigenden Antheil beanspruchen. In Denver, Colorado, schoß ein Bigelei besitzer auf eine Anzahl streifender Arbeiter, welche mit den in seiner Begleitung befindlichen„ Scabs"( von ihm aufgegabelte Neger) sprechen wollten; letztere waren bewaffnet und schossen zum Theil ebenfalls. Einer der Arbeiter war sofort todi, zwei wurden tödtlich und eine Anzahl Anderer schwer verwundet. Diesmal waren die Massakrirten keine verhaßten Ausländer, sondern eingeborene Amerikaner. Ob das Fischblut der amerinoch die Bernehmung der anderen beiden Zeugen, des Kauf- erkennt das tönigl. Gewerbegericht zu Crefeld unter Mitwirkung manns Robain und des Amtsdieners Schirrmann, übrig. Beide folgender Gerichtsmitglieder hatten von dem, was der Polizeikommissar eidlich bekundet, nicht das Gerirgste wahrgenommen. Ihre Aussagen stimmten mit den Ausführungen des Angeklagten vollständig überein. ftätigten, daß der Wirth rechtzeitig Feierabend geboten hatte. Sie feien im Begriff gewesen, sich zu entfernen, da wäre Herr Hartleb gekommen, aber nicht um 10% Uhr, sondern ein paar Minuten für Recht: vor 10 Uhr, und habe den Wunsch ausgesprochen, daß er auch noch eine Tasse Kaffee trinken möchte. Da habe der Wirth ihm feine eigene Taffe in höflicher Weise angeboten. Herr Hartleb habe bei seinem Eintritt nicht Feierabend geboten, sondern sich zu den Gästen gesezt und mit denselben unterhalten. Hierdurch hätten auch sie sich bewegen lassen, noch eine Kläger erhob nach fruchtlosem Vergleichsversuche gegen die im Lokal zu verbleiben, bis Herr Hartleb mit Beklagte Klage zur hiesigen Stelle mit dem Antrage, die Beeinemmal in dienstlicher Eigenschaft aufgetreten wäre. Die lagte fostenfällig zu verurtheilen, an Kläger eine Entschädigung Beweisaufnahme wurde hierauf geschlossen. Der Herr Amts- von 9 M. dafür zu zahlen, daß Beklagte sich geweigert habe, an*) Das amtliche Protokoll enthält auf diesen Punkt be anwalt beantragt selbst die Freisprechung des Angeklagten, welcher Kläger, nachdem derselbe am 11. April 1891 seinen Losschein erzüglich folgende charakteristische Darstellung.„ Kläger behauptete rechtzeitig Feierabend geboten und auch seine Schuldigkeit gethan halten, den ihm schuldigen Weblohn sofort auszuzahlen, wodurch weiter, daß, nachdem er am Entlassungstage um Ausmessung der habe. Der Gerichtshof erkannte nach kurzer Berathung dem An- ihm- Kläger die Verpflichtung auferlegt worden sei, bis zum Waare und Lohnauszahlung gebeten hätte, die Waare austrage des Amtsanwalts entsprechend und legte die Kosten des 14. April 5. J.- dem bei der Beklagten eingeführten Bahl- gemessen und die Lohnauszahlung zum 14. April durch den beVerfahrens der Staatskasse zur Last. Der Herr Vorsitzende tage- in hiesiger Stadt sich aufzuhalten." flagtischen Prozeßbevollmächtigten versprochen worden wäre. führte aus, daß sich allerdings die Aussagen der Zeugen direkt In dem zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreites auf Wider Erwarten sei ihm der Lohn für die ausgemessene Waare widersprächen. Es müsse jedoch als erwiesen angenommen den 23. April 1891 anberaumten Termine erhöhte Stläger den erst am 21. April ausbezahlt worden. Der Vertreter des Bewerden, daß der Wirth außer Schuld sei; durch das Verhalten Klageanspruch auf 30 M., weil Beklagte ihm den Rest des bis klagten gab zu, daß Kläger jene Bitten ausgesprochen habe, be des Polizeikommissars sei die Verzögerung des Geschäftsschluſſes zum 11. April d. J. verdienten Weblohnes erst am 21. April aus- ftritt jedoch, das behauptete Versprechen gemacht zu haben. Er wohl herbeigeführt worden. Wir enthalten uns eines Urtheils bezahlt habe. Kläger begrfindete den Klageanspruch damit, daß er habe dem Kläger auf die Bitte um Zohnzahlung erwidert, über diesen Beamten, der berufen ist, im Interesse der öffent- die Behauptung aufstellte, daß einem entlassenen Arbeiter am Dienstag bekomme er seinen Lohn, soweit er fällig sei und als lichen Ordnung und Sicherheit dem Geseze Geltung zu ver- Entlassungstage der bis zur Entlassungsstunde verdiente Lohn Kläger in nicht geziemen der Tonart entgegnet habe: schaffen. Der Verhandlung wohnte der Chef der Polizei- Ver- ausbezahlt werden müsse, und daß durch dessen Vorent-" Ich verlange mein Geld, ich will aus der Stadt!" habe er waltung, Herr Bürgermeister Kölße, bei. haltung bei seiner sonstigen Mittellosigkeit er gezwungen gewesen Dollbaum dem Kläger durch einen Meister sagen lassen, daß sei, in hiesiger Stadt sich aufzuhalten, obgleich er fest ent- er die im Stuhl noch befindlichen Meter Sammt, welche auf schloffen gewesen sei, Crefeld zu verlassen, um anderwärts 11,30 Meter abgemessen waren, erst am 21. April 1891 ausArbeit zu finden. Da es ihm in der Zeit vom 12. bis zum bezahlt erhalte. Letztere Nachricht habe er dem Kläger zugehen 20. April nicht gelungen sei, neue Arbeit zu finden, sei Beklagte lassen, um ihn von dem etwaigen Irrthum zu befreien, daß er verpflichtet, ihm die beanspruchte Entschädigung von 3 M. tag- den Lohn für jene Waare bereits am 14. April ausbezahlt erlich für die Zeit vom 12. bis zum 21. April d. J. einschließlich, halte." d. dinschen Arbeiter nun in Wallung geräth— das Mafsakre � Morewood ließ sie höchst gleichgiltig— ist noch sehr die Vovfmmnlmraen. m 1. Wahlkreis. Der sozialdemokratische Wahlverein für den I. Berliner �te,chstags-Wahlkreis hielt am 26. Mai eine Generalversammlung m„Zunächst hielt Genosse Gründe! einen Vortrag über ,, Volksernährung und Sozialismus". Derselbe wurde mit Beifall aufgenommen. Eine Diskussion darüber fand nicht statt. Eine am Vorstandstisch eingegangene Frage:„Wie sich die Sozial Demokratie zur Vivisektion stelle?" wurde vom Genossen beantwortet, daß sich die Sozialdemokratie gar iicht zur Vivisektion stelle, und daß diese ein bis zu gewisser Grenze nothwendigeS Mittel der wissenschaftlichen Forschung bilde. Taruber, wo diese Grenze sei, entscheide das humane Fuhlen. Vor allen Dingen strebe die Sozialdemokratie nicht nach Beseitigung kleinlicher Uebelstände; sie strebe dahin, daß der Vivisektion an dem Körper lebender Arbeiter ein Ende gemacht werde.(Beifall.) . Hierauf gab Genosse Metzner den Bericht über die Thätig- reit des Vereins, bezw. des Vorstandes, vom November vorigen A�res bis letzt. Er bedauert am Schlüsse desselben, daß die Mitgliederzahl 56 nicht viel übersteige; weiter bedauert er, daß die Lokalkonimission sich bis dato noch nicht be- mußigt gefühlt habe. Schritte irgend welcher Art gegen die Adlerbrauerei zu thun, welche Besitzerin des Zelt 1 ist, das zur Zeit nicht mehr zu Versammlungen zu haben ist. Es war dies noch das einzige vernünftige Lokal im 1. Wahlkreis. Der Wahl- verem muffe nun wieder in der Umgegend des ersten Kreises seine Versammlungen abhalten, da ein Lokal im ersten Kreise, das in letzter Zeit benutzt worden, nur an sehr ungünstigen Tagen frer war, so daß der Besuch ein äußerst schwacher war. Hierauf erstattete der Kassirer, Genosse Peter mann, den Kassenbericht. Darnach war im Oktober ein Bestand von 16,83 M. vorhanden. Inklusive dieses Bestandes betrugen die Einnahmen 176,41 M., die Ausgaben betrugen 120,65 M., so daß ein Bestand von 56,36 M. blieb. Im letzten Monat, welcher n i ch t in die Abrechnung eingeschlossen ist, wurden an alten Annonzen und an Säulen anschlag ca. 35,66 M. bezahlt so daß sich zur Zeit in der Kasse 26,76 M. befinden. Nachdem Genosse Kubat als Revisor die Richtigkeit der Abrechnung bestätigt hatte, wurde dem Kassirer Entlastung er- theilt. Die nun vorgenommene Neuwahl des Vorstandes ergab folgende Zusammensetzung desselben: 1. Vorsitzender: Genosse Th. Mehner; 2. Vorsitzender: Genosse Keßler; 1. Kassirer: Genosse Petermann; 2. Kassirer: Genosse Salzwedel; 1. Schrittführer: Genosse Schellwath; 2. Schriftführer: Genosse K l e e m a n n; Beisitzer: Genosse K o h l in a n n. Als Revisoren wurden die Genossen Kubat und Axt gewählt. Somit war die Tagesordnung erledigt. Nach einem Appell des Genossen Metzner an die Anwesenden, sie sollten eiftig für die Stärkung des Vereins eintreten, wurde die Versanimlung ge- schlössen.— Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei Exner, Fischerstraße ö und bei Salz- wedel, Klosterstraße 83. Die Genosssen des I.Wahlkreises werden hierauf besonders aufmerksam gemacht und zum Anschluß an den Verein aufgefordert.— Vierter Wahlkreis. Der Wahlverein des vierten Berliner Reichstags-Wahlkreises hielt am 26. Mai eine große Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand das Thema:„Ferdinand Lassalle und die heutige Sozialdemokratie." Nachdem der Vorsitzende erklärt hatte, daß der Reichstags- Abgeordnete Paul Singer, der das Referat eigentlich zugesagt, am Erscheinen verhindert sei, wurde das Wort dem Genossen Äilhelni Werner ertheilt, der in letzter Stunde als Ersatzreferent von dem Vorstand gewonnen war. Der ungefähre Gedankengang in der Rede Werner's war folgender: Die Anerkennung von Ferdinand Lassalle's gewaltiger Be- deutung ist mit dem stetigen Fortschritt der internationalen Sozialdemokratie immer mehr und mehr angewachsen. Heut streiten sich schon die gegensätzlichsten Parteien um' das große Geisteserbtheil des großen Agitators. So nehmen z. B. die Konservativen ihn wegen seines damals durch die Ver- Hältnisse gebotenen eng geschnürten Staatssozialismus als einen der ihrigen in Anspruch. Selbst die Anti- semiten erklären sich für ihn. Beide mit Unrecht. Wie fing denn eigentlich die sozialistische Bewegung in Deutschland an? Angeregt durch das französische Proletariat wie durch die Vor- gänge in England, zeigten sich auch in Deutschland gegen Mitte der vierziger Jahre die schüchternen Anfänge der großen Be- freiungsidee. Es wurden sogenannte Arbeiter-Bildungsvereine ins Leben gerufen, die bescheiden dahin vegetirten und sich des gütigen Wohlwollens der oberen Klassen erfreuten. Kredit- Spar- und Konsumvereine wurden von den Besitzenden für die Nichtbesitzenden geschaffen und von diesen demüthig entgeaenqe- nommen: denn noch war der Arbeiter nicht erwacht zum Klassen- bewußtsem, noch sah er die Kluft nicht, die ihn trennt von der übrigen Welt. Das unsterbliche Verdienst Ferdinand Lassalles ist es, daß er diesen Schleier hinw egriß, daß der Arbeiter s a h Weg mit den Gnadengeschenken, rief er, weg mit den, Kredit- Konsum- und Sparkassenwesen, fort mit aller Harmonieduselei' gründet einen allgemeinen deutschen Arbeiter- Verein' Zwischen Arbeit und Kapital ist eine Versöhnung un- denkbar, ich beweise es Euch durch mein ehernes, ökonomisches Lohngesetz! Da fing endlich die Menge an. sich die Augen zu reiben. Wenn auch die sozialistischen Lehren schon vorher be- standen, Lassalle erst verkündete sie mit all' jenem zündenden, mit jenem hinreißenden Feuer, das nothwendig ist, um eine stumpfe Masse in Bewegung zu bringen. Noch stand er aller- dings auf dem heut längst überwundenen nationalen Standpunkt. Heut hat man begriffen, daß nur die internationale Sozialdemokratie zu verwirklichen, daß die nationale aber ein hohles Phantom ist. Wo ist der Patriotismus des Kapitals? Wenn an der russischen Staatsanleihe ein halbes Prozent mehr zu verdienen ist, entzieht der deutsche Kapitalist der deutschen Staatsanleihe das Geld, giebt es dem feindlichen Nachbar, der mit ihm das deutsche Vaterland doch zu bekämpfen, womöglich zu vernichten beabsichtigt. Das Kapital mit seiner Profitwuth tödtet Leib, wie Geist, vergiftet durch Ausbeutung der Eltern das Kind im Mutterleibe. Gegen diesen internationalen Feind gilt es, international zusammen- zustehen und wir wollen es thun mit all' der entschlossenen Kraft, mit der Kühnheit und Energie, die Ferdinand Lassalle's wahre geistige Hinterlassenschaft bilden. Wir, seine Erben, wollen dies flammende Erbtheil ewig in unseren Herzen be- wahren. Unter lebhaftem Beifall schloß der Redner. Nachdem noch verschiedene Redner gesprochen, ergriff Werner das Schlußwort: Lesen Sie nicht nur die neuesten Broschüren, schaffen Sie sich die Schriften Lassalle's an, Sie lernen aus ihnen die Anfänge unserer Bewegung kennen.— Alsdann, nach Erledigung des„Verschiedenen", wobei unter Anderein der u n- entgeltliche Austritt aus der Landeskirche bezweifelt wurde, schloß der Vorsitzende mit einem dreifachen Hoch auf die völker- befreiende, internationale Sozialdemokratie die Versammlung. Fünfter Wahlkreis. >ut besuchte öffentliche er« Ein« sehr„........., sammlung der Sozialdemokraten des fünften Berliner Reichstags-Wahlkreises fand am 25. Mai unter dem Vorsitz des Genossen Niederauer statt. Genosse A. Auerbach hielt einen Vortrag über:„Deutschland nach dem Sturze Bismarck's." Ehe Redner zum eigentlichen Thema überging, unterwarf er das Verhalten der Firma Nauck und Hartmann ihren Auftraggebern gegenüber einer mißfälligen Kritik. Ein Vertreter besagter Firma ließ sich mit dem Einberufer der Versammlung, als dieser das Manuskript zum Säulenanschlag brachte, in eine Diskussion ein darüber, ob Bismarck„abgegangen" oder„gestürzt" worden sei, wie es im Manuskript heiße, und vertrat den Standpunkt, daß B. von selbst sein Amt niedergelegt habe. Als man nun den fertigen Säulenanschlag durchlas, da fand man, daß das Wort„Sturz" von der Firma willkür- lich in„Abgang" umgewandelt worden war. Diese Hand lung mögen sich die Genossen merken und von der Firma unveränderten Abdruck der von ihnen einzureichenden An zeigen verlangen. Nun zum eigentlichen Vortrage über gehend, gab Redner ein ausgiebiges Bild dessen, was auf sozialeni wie politischem Gebiet in Deutschland unter der Regie Bismarck geschaffen worden ist. Bismarck habe, das müsse zugegeben wer den, einen großen, aber nicht heilsamen, sondern unheilvollen Ein fluß auf die Gestaltung der sozialpolitischen Verhältnisse Deutsch- lands gehabt. Redner giebt eine übersichtliche Darstellung der Wirkungen der von Bismarck beliebten Schacherpolitik und zeigt ihren verderblichen Charakter für die Klasse der Besitzlosen. Als nun Bismarck kurz nach der vom Kaiser einberufenen internatio nalen Konferenz zur Berathung von Ärbeiterschutz-Maßregeln ge stürzt worden, nicht abgegangen— uns ist bekannt, daß er ver- schiedentlich, ehe er seine Demission gab, darum aufs Energischste angegangen worden—, da glaubten Alle, mit Ausnahme der zielbewußten Arbeiter, es werde Alles anders werden. Doch, die dies geglaubt, sehen sich getäuscht, und wie sollte es anders sein. Man kann das Staatswesen mit einer Werkstatt vergleichen. So lauge, wie man in letzterer mit den althergebrachten Werkzeugen und nach hergebrachter Methode hantirt, sich nicht um den Fortschritt der Technik kümmert, so- lange wird man nicht weiter kommen, und ivenn man den besten Werkführcr der Welt engagirt; er kann sich blos den, alten System anpassen. Gerade so geht es in der menschlichen Gesell- schaft im Allgemeinen, so geht es im Staate zu. Setze man den besten Menschen als Leiter des Staatsgetriebes ein und behalte die bisherige Staatsform, das bisherige System bei, und Alles bleibt beim Alten. So ist es in Deutschland nach dem Sturze Bismarcks bis nun. Redner belegt diese Behauptung mit Bei- spielen aus der„neuen Aera". Zum Schluß kommt er auf die Siegesaussichten der Sozialdemokratie gegenüber allen anderen, sich zur Bekämpfung derselben vereinigenden Parteien und Institutionen(Militär, Schule zc.) zu sprechen. Er zeigt, wie alle die, welche vermeinen, aus eignem Interesse gegen die Sozial- deinokratie ge in ein schaftlich ankänipfen zu müssen, sich zu- sammensetzen aus Leuten lhatsächlich verschiedenartiger Interessen- gruppen, eben darum sich gegenseitig selbst zerfleischen und zum großen Kampfe sich waffen- und wehrlos machen. Ihnen steht auf der anderen Seite die Sozialdemokratie als geschlossene Masse gegenüber; in ihr ist es gleich, ob der eine mit der Hand, der andere mit Geist und Feder arbeitet, ob der eine„Handwerker", der andere Fabrik- oder Feldarbeiter ist; sie hält zusammen das Band einer Klasse, die sich durch Äesitzlosigkeit ihrer Mitglieder charakterisirt, und darum wird sie siegen.(Stürmischer Beifall.) Eine Diskussion fand nicht statt und eine Resolution wurde angenommen, die sich init den Ausführungen des Redners einverstanden erklärt und die Anwesenden verpflichtet, dem Wahl- verein beizutreten, lieber den zweiten Punkt der Tagesordnung: Wahl eines Vertrauensmannes, entwickelte sich eine längere De- batte, an deren Schluß beschlossen wurde, die Wahl aufzuschieben und eine viergliedrige Kommission zu wählen, die die Bücher des bisherigen Vertrauensmannes, Genossen Gabbert, nochmals revi- diren soll, wozu die Revisoren heranzuziehen sind. Tie 3!evi- soren haben nämlich die Bücher wegen angeblich nachlässiger Buchführung beschlagnahint. Es wird sich dann herausstellen, ob Gabbert besähigt ist, den Posten, veiter zu verwalten oder ob in einer nächsten Versammlung ein neuer Vertrauensmann ge- wählt werden muß. Gewählt wurden die Genossen Granz ow, Hermann Lesser. Gajewski und H. Tamm. Nach- dem»och in die Lokalkommission die Genossen Tamm und Müller gewählt worden, wurde die Versammlung ge- schlössen. Eine zweite öffentliche Maurerversammlung, zu welcher ausdrücklich alle Kollegen, welche die Einigkeit der deutschen Maurer herbeiführen wollen, eingeladen waren, tagte am 26. d. M. bei vollbesetztem Saale in der Habel'schen Brauerei. Einberufen war die Versammlung vom Kollegen G r ö p p l e r. Aus der Bureauwahl gingen als gewählt die Kollegen Blau- rock, Schiegelski und Roll hervor. Vor Eintritt in die Verhandlungen ließ der Vorsitzende, Kollege Blaurock, über folgenden Geschäftsordnungs-Antrag abstimmen:„Die heutige Versammlung beschließt, über die beiden ersten Punkte der Tages- ordnung zur Tagesordnung überzugehen, erklärt sich mit den am Sonntag, den 24. Mai, in der Lips'schen Brauerei gefaßten Be- schlüssen und Resolutionen einverstanden und prolestirt gegen die Einberufung der heutigen Versammlung, indem nur die Vertrauensmänner befugt sind, öffentliche Versammlungen einzuberufen." Dieser Antrag wurde mit zweifelhafter Majorität abgelehnt. Tie Versammlung trat nunmehr in die Verhandlungen ein. Als Referenten zum ersten Punkte der Tagesordnung:„Der achte deutsche Maurerkongreß und dessen Beschlüsse" gab der Vorsitzende den Kollegen Meyer- Hamburg bekannt. Hiergegen erhob sich ein stürmischer Protest, doch einigte sich die Versammlung ausi Fürsprache des Kollegen Wernau dahin, den angekündigten Referenten sprechen zu lassen. Der- selbe entledigte sich seiner sich gestellten Aufgabe, die Möglichkeit und die Nothwendigkeit eines Zentralverbandes unter Ausschluß der Politik, gestützt auf ein Erlenntniß des Reichsgerichts, be- treffend die Auslegung des§ 153 des R.-G.-O., nach welchem die„Politik" erst beginnt in dem Augenblicke, wo ein Verein durch Petitionen:c. Einfluß auf die Gesetzgebung zu gewinnen sucht, welche Aufgabe Reserent den politischen Bereinen zuwies, nachzuweisen, unter vielfachem Widerspruche seitens eines großen Theiles der Anivesenden. Am Schlüsse seiner Ausführungen be- tonte Redner besonders, daß, wenn Berlin sich dem Zentral- verbände anschließen würde, es sich den Dank der deutschen Maurer und die Anerkennung der ganzen deutschen Arbeiterschaft erwerben würde. Den« Referats folgte eine lange, äußerst lebhafte und außer- ordentlich gründliche Aussprache. Gegen den Referenten wandten sich die Kollegen B e n d i n. Wernau und Wilke. Ersterer suchte, auf seine praktischen Erfahrungen fußend, nachzuweisen, daß der Zentralverband den Selbstmord der Maurerbewegung bedeute; die Ausführungen W c r n a u' s beleuchteten die Politik als nothwendigen und wesentlichen Faktor in der Gewerkschaftsbewegung, während Wilke dem Referenten darin entgegentrat, daß nach dem Falle des Sozialistengesetzes die Arbeiter größere Bewegungsfreiheit gewonnen hätten, auch dem angezogenen Reichsgerichts-Erkenntnisse ein solches des preußischen Kammergerichts entgegenstellte, welches geradezu Alles für Politik erklärt, und demzufolge den Zentral- verband verwarf. Für diesen erklärte sich Kollege Silber- schmidt, während der Referent die gegentheiligen Meinungen zu widerlegen trachtete. Alle Redner befleißigten sich der größtmöglichsten Sachlichkeit und das Persönliche blieb fast gänz- lich aus den Debatten verbannt. Als sich nach dem Referenten Wernau nochmals zum Reden anschickte, rüstete sich ein großer Theil der Anwesenden demonstrativ zum Ausbruche, theil- iveife den Saal verlassend, so daß die Versammlung aus zehn Minuten vertagt werden mußte. Nach Ablauf dieser Pause war die Situation eine derartige, daß keine Steigung zu», weiteren Verhandeln vorhanden war, und so wurde denn die Versamm- lung kurzer.Hand geschlossen, ohne daß es bezüglich des zweiten Punktes der Tagesordnung:„Stellungnahme zu den Beschlüssen des Kongresses" zu einem Beschlüsse gekommen war. Im Anschlüsse hieran sei bemerkt, daß die nach dieser Nich« tung hin in der am Sonntag vorher in der Brauerei Friedrichs- Hain stattgehabten Versammlung einstimmig gefaßte Resolution nicht von W. Schulz-Gru be, sondern von W. Schulz-Karbe beantragt worden ist. Dieser Jrrthum ist dein Berichterstatter, verursacht durch die etwas undeutliche Namensunterschrift, ab- sichtslos unterlaufen. Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Fenster- Putzer von Berlin und Umgegend fand am Dienstag, den 26. Mai, unter den, Vorsitz des Kollegen Dreusecke statt. Da der Referent bei Eröffnung der Versammlung noch nicht er- schienen war, so erledigte man zuerst den dritten Punkt der Tagesordnung„Verschiedenes." Kollege Luhm las einen von einem selbständigen Kollegen Lüdicke unterzeichneten Aufruf des „Zentral- Glas- Reinigungs- Instituts vereinigter selbständiger Arbeiter Berlins" vor und wies das Vorgehen des Herrn ohne die gesammte Kollegenschaft scharf zurück. Eine Anfrage von Seiten des Vorsitzenden ergab, daß keiner der in der Versammlung anwesenden Kollegen bei diesem Unternehmen betheiligt war. Es sprachen über diesen Punkt noch die Kollegen Messer, Kurniker, Luhm und Strunk. Der Antrag, eine Kommission zur Untersuchung dieser Angelegenheit zu wählen, wurde einstimmig angenommen und gleichzeitig beschlossen, die Kommission in der ersten Sitzung des zu gründenden Fachvereins zu erwählen. Bis dahin sei es die Pflicht eines jeden Kollegen, die Interessenten darauf aufmerksam zu machen, daß die Berliner Fensterputzer mit dem„Zentral-Jnstitut" nichts zu schaffen hätten. Da von den Kollegen, die infolge der ersten öffentlichen Versammlung von der Firma Maussie gemaßregelt wurden, immer noch einige außer Arbeit sind, so beschloß die Versamm- lung mit großer Stimmenmehrzahl, diese Kollegen durch freiwillige Beiträge zu unterstützen; jedoch sollen nur die Kollegen Unter- stützin, g bekommen, die auch diese Versammlung besucht hätten. Kollege Dix krilisirt das Geschäftsgebahren verschiedener Institute. Kollege Dreusecke schilderte drastisch das Thun der Firma Martens, die den Angestellten wöchentlich 76 Pfg. abzieht, und zivar 48 Psg. für Kranken- und Jnvalidenkasse und 22 Pfg. für Kleidung. Ein derartiges Geschäft sei ganz schlimm, denn obgleich man die Kleidung gewissermaßen abbezahle, werde dieselbe doch nie Eigenthum. Nachdem von den Kollegen Strunk und Köhler über eine Firma gesprochen war, die einige Kollegen ain Sonntag arbeiten und andere ruhen läßt, erklärte der Vorsitzende, daß die Berliner Fensterputzer sich der modernen Arbeiterbewegung angeschlossen hätten und demgemäß gegen jede Sonntagsarbeir wären. Auf die Bemerkung eines Kollegen, dem Arbeitsnachweis des Fach- Vereins«vürden zweifelsohne durch die Kollegen keine Adressen zugebracht werden, da dieselben alsdann der Provision verlustig gingen, erwiderte der Vorsitzende, daß eine derarttge Gleich- gilligkeit zu beklagen wäre; denn der Verein wollte nicht für k>as Unternehnierthum eintreten, sondern für die Kollegen durch die Kollegen. Inzwischen war der Referent, Stadtv. Heindorf, er- chienen und hielt einen Vortrag über„Organi- ätion." Redner betonte ausdrücklich, daß kein Beruf seinem Ziele, das Zwischending„Unternehinerthuni" überflüssig zu machen, so nahe stehe, wie gerade die Fensterputzer; dieselben würden, wenn auch nicht sofort, so doch in absehbarer Zeit alle ihre Bestrebungen durchsetzen, wenn sie einiger wären. Genosse Heindorf las ferner den Entwurf eines Statuts für den zu grün- denden Fachverein vor. Die Versammlung nahm das Statut ein- stimmig an.— Als provisorischer Vorstand ivurden gewählt: Kollegen Dreusecke und Stahl zu Vorsitzenden, Kumiker und Struck zu Schriftführern, Luhm und Kammrad zu Kassirern. Die Kollegen Linna, Gesche und Dämel wurden einstimmig zu Revi- oren gewählt. Der Kassirer des Fachivereins, Kollege Luhm, wohnt Dresdenerstr. 37, Hof II, 2 Tr.(Der Fachverein zählt augenblicklich gegen 166 Mitglieder. Hieraus wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Ter Berliner Berein für Feuerbestattung hielt am Sonnabend, den 23. Mai, im Bürgersaale des Rathhauses eine öffentliche Versammlung ab, bei welcher der Vorsitzende, Herr Stadtv. Matterne, zunächst ausführte, daß das Interesse für die Feuerbestattting der Leichen von Jahr zu Jahr sich gesteigert habe. Die Stimmung für die Förderung der Sache sei eine sehr günstige, zumal in Berlin, wo sich sowohl bei dem Magistrats- kollegium wie auch besonders bei der Versammlung der Stadt- verordneten eine starke Majorität zu Gunsten der Leichenver- brennung geltend mache. Er(Redner) sei überzeugt, daß im Falle der Genehmigung zum Bau eines Krematoriums von der Sladt- Verwaltung nicht nur der Bauplatz kostenlos hergegeben, sondern zweifelsohne auch noch ein Betrag an Geld zugesteuert werde. Rit Freuden müsse es begrüßt iverden, daß in Hamburg der Bau des Verbrennungsofens bald vollendet sei; die Einweihung und gleichzeitige erste Verbrennung sei auf den 18. Juni er. fest- gesetzt. Ferner habe die Badische Regierung den Bau eines Ofens in Heidelberg genehmigt. Der frühere Kultusminister Goßler habe unter nichtssagenden Motiven ein.Gesuch um Ge- nehniigung zum Bau eines Ofens abgelehnt, der neue Kultus- minister zeige sich vielleicht zugänglicher. Sollte jedoch auch jetzt wieder das Gesuch abschlägig bcschieden werden, so sähe man sich gezwungen, den Kaiser anzuruse». Zwar besitze ja der Kaiser auch wohl weniger Macht, als es den Anschein habe, da er auf viele Persönlichkeiten Rücksicht zu nehme» hätte; dazu würde er jedoch unzweifelhaft die Erlaubniß ertheilen, daß zunächst ein Ofen nur für Mitglieder des Vereins für Feuerbestattung erbaut werden dürfe. Sei das erreicht, so werde auch mehr erreicht. Sodann ergriff Herr Professor Hanke das Wort zu einem Vortrage über„die Feuerbestattung". In dem ersten Theile des- elben hielt sich der Redner wenigstens einigermaßen am Thema, ndem er über die Hindernisse sprach, welche den Anhängern der Feuerbestattung entgegenständen, und als Haupthindernisse, die altgewohnte Art der Bestattung in die Erde, eine Furcht vor dem Feuer, das religiöse Prinzip und endlich die allgemeine Gleich- 'iigkeit bezeichnete. Als der Redner aber zum zweiten Theile des Vortrages ran, und über die„Hoffnungen" der Feuerbestat- tung sprach, verließ er jählings die häuslichen Penaten und ließ in langen Tiraden seinen Patriotismus sehen und hören. In wirrem Durcheinander sprach er über die kaiserlichen Erlasse, die Reise des Kaisers nach Bonn, seine Frenndschaft für das Stn- dentenleben; dann las er etwas aus Scheffel's„Trompeter" und Hauff's„Phantasien im Bremer Rathskeller" vor, sagte, daß Minister von Maybach bürgerlicher Abkunft sei und der Reichs- kanzler einen Onkel habe, der dem Bürgerstande angehöre und chloß mit den tröstlichen Worten, daß der Feuerbestattung die Zukunft gehöre. Die Zuhörer mußten auch wohl der Ansicht sein, daß der allzugroße Patriotismus dem Herrn Professor bei seinem Ge- dankengange einen schlimmen Streich gespielt habe, denn der Bei- all wurde nur sehr dürftig gespendet. Tagegen nahm Herr Friderici Gelegenheit, einiges über die Feuerbestattung zu sagen und war am Schlüsse seiner Ausführungen der Ansicht, man brauche sich nicht an de» Kaiser mit der Bitte um Genehmigung zum Bau eines Krematoriums zu wende«, sondern dazu sei der Reichstag da. Ein anderer Redner schloß sich dem an, während der Vorsitzende der Ansicht war, eine Petition an den Reichstag würde erfolglos sein, da bereits vor einigen Jahren eine Petition als nicht geeignet zur Erörterung im Plenum zurück- gewiesen sei. Während der Versammlung wurden die in einem Glase ver- schlossene» Uebcrreste eines verbrannten älteren Mannes herum- gereicht, desgleichen war das Modell einer Urne zum Aufbewahre» der Asche zur Ansicht ausgestellt. Berantwortlicker Redakteur: R. Cronbeim in Berlin. Druck und Verlaa von Mar Badina in Berlin SW» Beuthstraße 2.