Sr. 277 42. Jahrg. Ausgabe Afr. 143 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlich B, Reichsmart voraus zahlbar. Hnter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Reichsmart, filr bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwäris mit der Sonntags Beilage Bolt und Reit" mit„ Gied Tung und Kleingarten" sowie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenprette: Die einfpeitige Ronpareille. Beile 70 Pfennig. Reklamezeile 4- Reichsmart. Aleine Anzeiges bas fettgebrudte Wort 20 Pfennig ( zuläifia amei fettaedruckte Worte). febes meitere Bort 10 Bfennis. Stellengefuche das erfte Wort 10 Brennia. fedes weitere Bort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch. ftaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. 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Sie fand in der nachfolgenden Entschließung ihren Niederschlag: „ Der Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes billigt die Haltung seiner Vertreter im Vorläufigen Reichswirtschaftsrat, die in ihrer Stellungnahme zu einem Zolltarif für den Abschluß von Handelsverträgen bestrebt waren, den Massenverbrauch in Deutschland nicht zu belaften und dem zollfreien Waren= austausch unter den Völkern die Wege zu ebnen. Wo fie bei den Abstimmungen in der Minderheit blieben, haben sie ihren Gland punft duro ausführliche Erklärungen begründet. Die nunmehr veröffentlichte kleine 3ollvorlage der Regierung steht im Widerspruch zu dem Standpunkt, der von den Vertretern der freien Gewerkschaften im Zollausschuß des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats verfochten worden ist. Sie ist unvereinbar mit den Lebensintereffen der großen Volksmaffen. Sie geht nicht nur bei einer großen Anzahl industrieller Positionen - Eisenwaren, Holzwaren, Textilien über die vom Zollausschuß in feinen Gutachten an die Regierung vorgeschlagenen Zollfätzen weit hinaus, fie sieht auch ungemein hohe, die Lebenshaltung der Arbeiterschaft unmittelbar belastende Agrarzölle vor, Zölle of Bich, Fleisch und Mehl, besonders aber die Borfriegszölle auf Brotgetreide als Mindestfäße. Diese Zollvorlage, zum Gesetz erhoben, würde in ihren Auswirkungen zu einer unerträglichen Lebensverteuerung der Arbeiterschaft, in weiterer Folge zur Berminderung der Kauftraft des deutschen Volkes, zur Berhinderung eines aufnahmefähigen Inlandsmarktes, zur Beeinträchtigung der Exportfähigkeit Deutschlands führen. Zudem hat die Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände an Regierung und Arbeitsministerium das eindringliche Ersuchen gerichtet, den Drängen der Arbeiterschaft nach einem Ausgleich ihrer Lebensverteuerung mit Entschiedenheit entgegenzutreten. Der Ausschuß des Algemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes erhebt hiermit scharfften Einspruch gegen eine Wirtschaftspolitik, die auf der einen Seite durch Schutzölle die Lebensbedingungen der Arbeiterschaft verteuert, auf der anderen Seite einen Ausgleich in Form von Lohnerhöhungen ablehnen möchte. Verzögerung der Paktnote. Noch eine Inhaltsangabe. Paris, 13. Juni.( Eigener Drahfbericht) Das Außenministerium teilte joeben mit, daß die französische Antwort auf das deutsche Garantieangebot, der nunmehr alle Alliierten zugestimmt haben, aus technischen Gründen erst am Sonnabend nächster Wo dhe überreicht werden kann. Paris, 13. Juni.( WTB.) Matin" glaubt in der Lage zu fein, den Inhalt der von der französischen Regierung an die Reichsregierung zu richtenden Note, verglichen mit den deutschen Borschlägen, wie folgt charafferifieren zu können: 1. Garantiepakt zwischen den am Rhein inferessierten Mächten. Dieser Patt ist nicht mehr auf 30 Jahre beschränkt und die Möglichkeit eines Krieges durch Boltsabstimmung ausgefchloffen. Dadurch unterscheidet sich der jetzige Vorschlag von den ehemaligen Borschlägen des kabinetts Cuno. Dieser Gedanke mird refilos in der französischen Note aufgenommen. 2. Schiedsgerichtsvertrag zwischen Frankreich und Deutschland. Dieser Vorschlag wird angenommen und vervollftändigt durch den Vorschlag des Abschluffes eines deutschbelgischen Schiedsgerichtsvertrags. 3. Schiedsgerichtsvertrag mit verschiedenen Staaten. Frankreich erklärt, daß Berträge dieser Art mit Polen und der Tschechoslowakei unerläßlich sind. Es wünscht hier als Garant aufzutreten und betrachtet dies als die Vorbedingung selbst für den Abschluß eines Sicherheitspattes am Rhein. Er fordert insbesondere Zollfreiheit für alle induftriellen Rohffoffe, Halbzeuge und notwendigen Bedarfsgegenstände, ferner für Brofgetreide und alle wichtigen Lebensmittel, besonders Mehl und Kartoffeln, Schlachtvieh und Fleisch und für alle notwendigen Futtermittel. Er richtet an Regierung, Reichsrat und Reichstag das dringliche Ersuchen, die Zollvorlage in diesem Sinne umzugestalten und weiterhin Vorsorge zu treffen, daß in den Handelsverträgen nicht Induſtriölle festgesetzt werden, die zur Verteuerung der Lebenshaltung der arbeitenden Bevölkerung führen. Der Aufbau der Wirtschaft in Deutschland erfordert ge bieterisch eine Wirtschaftspolitik, die das höchste Gut des deutschen Boltes, die Arbeitstraft, schützt und stärkt." Bung einstimmig bereit erklärt, sich an der planmäßigen Die Zentralvorstände haben sich im Geist dieser EntschlieAbwehraktion gegen die schutzöllnerischen Bestrebungen von Regierung, Industrie und Landwirtschaft nachdrücklich zu beteiligen und für diese Zwecke zehn Pfennig pro Mitglied, insgesamt also 750 000 Mart, zu bewilligen. Reichswirtschaftsrat gegen Zolltarif. Ablehnung durch den zollpolitischen Ausschuß. Der zollpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats hat gestern feine Beratungen über die Zollvorlage der Regierung abgeschlossen. Dem Ausschuß lagen eine große Anzahl von Anträgen vor. Seine Entschließungen bedeuten eine glatte Ablehnung der zollpolitischen Pläne der Reichsregierung. Der Ausschuß hat erftens die 301lvorlage der Regierung als Ganzes glatt abgelehnt tein geeignetes handelspolitisches Jaffrument Er hat weiter ausgesprochen, daß die Vorlage der Regierung zur Herbeiführung langfristiger Handelsverträge sei Schließlich hat er erklärt, daß für die augenblickliche Situation freidebau nicht erbracht fei. der Nachweis der Notwendigkeit des Zollschutzes für den GeDie Regierung befindet sich mit ihrer Zollpolitik aljo nicht nur in Widerspruch mit der Wissenschaft, sondern auch mit der obersten gutachtenden wirtschaftlichen Körperschaft des Reichs. Kämpfe in Kanton. Vertreibung der Yunnantruppen. New York, 13. Juni.( WTB.- Funkspruch.) Wie die„ Asso3iated Expreß" aus Kanton meldet, haben Kwantung- und Kantontruppen unter bolfchewift ifchen Offizieren nach hartnädigem Kampf die Yunnanleute zur Uebergabe der Stadt kanton gezwungen und sind nach der Einnahme gegen Militär- und Zivilperfonen mit äußerst er Grausamkeit vorgegangen. Es ist schon vorher behauptet, auch photographisch dargestellt worden, daß Rotarmisten in chinesischen Truppen dienen". Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 37536 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkaffe Lindenstraße 3 Machtkampf der Unternehmer. Die Aussperrung in der Holzindustrie. In Dänemark ist der große Wahlkampf zwischen Unternehmertum und Arbeiterschaft dadurch beendet worden, daß die Unternehmer ihre mit seltener Energie und Rücksichtslosigkeit durchgeführte Aussperrungsparole selbst wieder aufheben mußten, weil sie auf Granit bissen". In Deutschland glaubt man jetzt die Zeit gekommen, überwundenen Zeiten angehören. mit Riefen aussperrungen die Arbeiter schrecken und fie in wirtschaftliche Zustände zurückwerfen zu können, die Einen Vorkampf dieser Art soll augenscheinlich der Aussperrungsbeschluß in der Holzindustrie einleiten. Am gestrigen Sonnabend sollte er nach dem Willen der Scharfmacher in ganz Deutschland durchgeführt sein. Der 13. Juni war also ein ,, fritischer Tag" für die gesamte deutsche Arbeiterschaft. Aber gerade in kritischen Zeiten gilt es, besonders ruhig die Lage zu überschauen, sich nicht durch Drohungen und Experimente der Gegenseite beirren zu lassen. der Holzindustrie nicht isoliert für sich betrachten. Man darf den jetzt begonnenen Arbeidskampf in Er ist ein Teil des großen Feldzuges, den das deutsche Unter Arbeitszeit und niedrige Löhne sind nach der Lehre, die die nehmerium führt, um die Arbeiter zu entrechten. Lange Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände mit unermüdlichem Eifer propagiert, die unumgäng liche Boraussetzung für das Gedeihen unserer Wirtschaft. Der Widersinn dieser Wirtschaftslehre, nach welcher die Blüte der Wirtschaft davon abhängig jei, daß ihr hauptsächlichster Träger, die Arbeiterschaft, im Elend vorkommt, ist schon so oft dargelegt worden, daß sich ein näheres Eingehen darauf in diesem Zusammenhang erübrigt. Wir müssen mit der fragen, sondern um jehrreale Forderungen handelt, Tatsache rechnen, daß es sich hier nicht um theoretische Streit< denen die in der Bereinigung der deutschen ArbeitgeberverGeltung zu verschaffen suchen. bände" zusammengeschlossenen Unternehmerorganisationen Mit der Aussperrung der Arbeiter in der Holzindustrie wird ein Kampf eröffnet, der möglicherweise dazu bestimmt ist, weitere Kreise zu ziehen, jedenfalls darf angenommen werden, daß die Unternehmer im Holzgewerbe nicht selbständig vorgehen, sondern daß sie in engem Einvernehmen mit dem gesamten Unternehmertum handein, das in der ,, Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände" zusammengeschlossen ist. Bei den Kennern der Berhältnisse mag es Verwunde rung erregen, daß gerade die Holzindustriellen dazu bestimmt wurden, den Vorkampf zu führen, denn ihre Organisation ist nichts weniger als mustergültig. Der ,, Arbeitgeberverband der deutschen Holzinduftrie" erhebt woh! den Anspruch, als die maßgebende Organisation der Unternehmer in der holzverarbeitenden Industrie angesehen zu werden, aber dieser Anspruch wird ihm von vielen Seiten beftritten. Für die Sägewerksindustrie kommt er überhaupt nicht in Betracht, dort gibt es andere Organisationen. Aber auch in der holzverarbeitenden Industrie ist sein beruflicher Herrschaftsbereich nicht genau zu umschreiben. Er erstreckt sich auf die Tischlerei, diesen Begriff im weiteren Sinne genommen, aber von der Musikinstrumentenindustrie gehört ihm nur ein kleiner Teil der Unternehmer an; die meisten Klavierfabrikanten sind anderKanton, 13. Juni.( WTB.) Die örtlichen Feindseligkeiten sind eingestellt. Sämtliche Bunnanesen haben die weiße Flagge gehißt und haben fluchtartig die Stadt in nördlicher Richtung verlassen, von tausenden der Kantonieute verweitig organisiert. folgt, die über den Fluß fehlen. In öftlichen Teilen der Stadt hatten noch heftige kämpfe stattgefunden, bei denen etwa 100 Ceute verletzt wurden. Die Entente fragt China um Rat. T London, 13. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Antwort der Entente auf die dritte chinesische Brotestnote enthält eine An frage an die chinesische Regierung, durch welche Mittel der Ron flift am schnellsten und besten zu lösen sei. Vor aktiver oder Faffiver Unterstügung der Aufstandsbewegung durch die chinefischen Behörden wird gewarnt. Regierung bleibe hart! 4. Deutschland hat verlangt, daß die Bereinigten Staa. Beting, 13. Juni.( WTB.) Vertreter aller Geschäftsten Schiedsrichter und Garanten dieser Pakte feien. Da Frank- meige zogen heute vor das Regierungsgebäude und forderten, reich weiß, daß diese Einmischung in die europäischen Angelegen- daß die Regierung bei den Verhandlungen über die Lage in heilen der amerikanischen Politik zuwiderläuft, begnügt es fich damilt in seiner Note darauf hinzuweisen, daß es mit Freuden fehen werde, wenn die große amerikanische Nation an dem Sicherheitspakt sich beteiligen würde. changhai eine feste Haltung bewahre. In Beting herrscht Ruhe. Englischer Glückwunsch an die chinesischen Arbeiter. Mafin" fügt diefer Inhaltsangabe noch hinzu, da Frankreich London, 13. Juni.( WTB.) Der Generalrat des britischen Gedas Recht erhalten werde, die ent militarisierte 3one bei merijchaftstongreifes fandte an das chinesische Arbeiter elner Berletzung des zwischen Deutschland und Bolen abzuschließen- tomitee in Befing ein Telegramm, worin die chinesischen den Schiedsgerichtsvertrags zu überschreiten, begreife man Arbeiter zu ihrer Entschloffenheit, den internationalen nicht die Erregung der polnischen Preise Das Blait ist der Ansicht, Rapitalismus zur Befferung der Arbeitsverhältniffe zu be daß es notwendig ist, in die Schiedsgerichtsverträge eine farge fämpfen beglüdwünscht und Abscheu liber die in den fältig abgewogene Begründung des Begriffes chinesischen Fabriten herrschenden furchtbaren Zustände aus des Angreifens einzufügen. gefprochen wird. Roch heftiger wie sein berufliches Herrschaftsbereich ist fein räumliches Ausbreitungsgebiet umstritten. In Berlin z. B. hat der Arbeitgeberverband herzlich wenig zu sagen. Hier arbeitet die Mehrzahl der Holzarbeiter in Betrieben, deren Inhaber den Bereinigten Verbänden der Berliner Holzindustrie" angeschlossen sind. In dieser unter der Leitung des Obermeisters Baeth stehenden Organisation ist seit einiger Zeit ein 3wift ausgebrochen. Eine Gruppe, die Freie Vereinigung Berliner Holzindustrieller", deren Mitglieder allerdings eine ansehnliche Zahl von Holzarbeitern beschäftigen, hat sich von Baeth losgesagt und Beziehungen zum Arbeitgeberverband angeknüpft. " In Ostpreußen hat der Arbeitgeberverband gar feinen Anhang, in ganz Bommern befigt er nur eine Ortsgruppe in Swinemünde. In Niedersachsen( hannover, Braunschweig und angrenzende Gebiete) ist er von anderen Organisationen verdrängt. In Rheinland- Westfalen dominiert der Rheinisch- Westfälische Tischlerinnungsverband; neben dieser Organisation spielt der Arbeitgeberverband im linfsrheinischen Gebiet nur eine bescheidene Rolle. Aber auch in den Landesteilen, in denen der Arbeitgeberverband start vertreten ist, ist er feineswegs Alleinherricher. Neben sehr vielen fleinen, felbitän digen Unternehmerverbänden gibt es insbesondere in Süddeutschland selbständige Schreinermeisterverbände, die, meist in fleineren Betrieben, doch eine ansehnliche Zahl von Arbeitem beschäftigen. Diese Schreinermeisterverbände werden mangmal vom Arbeitgeberverband zum Bertragsabschluß gleich berechtigt zugelassen, in manchen Gebieten aber brüsk zurück- gewiesen. Für die Beurteilung des Arbeitgeberverbandes kommt weiter in Betracht, daß seine Unterverbände eine weitgehende Anatomie besitzen, die dazu geführt hat. daß der Einfluß der Zentralleitung sehr stark zurückging. Die im Februar dieses Jahres vorgenommene Reorganisation des Verbandes dürfte unter dem Gesichtspunkt der Stärkung der Macht der Zentrale erfolgt fein, es ist aber kaum anzu- nehmen, daß die Landesverbände gar zu viel von ihrer Selbständigkeit preisgegeben haben. » Bei den Andeutungen über die Grenzen der Einfluß- sphäre des Arbeitgeberverbandes darf jedoch nicht übersehen werden, daß trotz der vielen Gegensätze, die zwischen den zahl- reichen Unternehmerorganisationen in der Holzindustrie be- stehen, doch e i n Moment vorhanden ist, dos alle Gegensätze im Unternehmerlager überbrückt, das ist der H a ß g e g e n d i e Arbeiter und besonders gegen ihre gewerkschaftliche Organisation. Dieser Haß gegen die Gewerkschaft ist verständlich. Der Deutsche Hvlzarbeiterverband hat seit reichlich 18 Jahren eine unausgesetzte Erziehungsarbeit an den Unternehmern geleistet. Ei; war es, der die Richtung bestimmt.hat, in der sich die Ber« tragspolitik in der Holzindustrie bewegt. Daß man in der Holzindustrie zum Reichstarif gekommen und daß, nachdem die . Unternehmer den Reichstarif zerschlagen hatten, Bezirkstarif- oerträge geschaffen wurden, die nach dem gleichen Schema ab- gefaßt sind, so daß die reichszentrale Zusammenfassung mit verhältnismäßig leichter Mühe zu vollziehen wäre, das ist das Werk des Deutschen Holzarbeiterverbandes, das er gegen den fortgesetzten Wider st and der Unterneh- m e r durchgesetzt hat. Daß für die Holzindustrie ein vor- bildliches Vertragsschema gilt und daß auch der I n h a l t der Verträge sich sehen lassen kann, darauf kann der Deutsche Holzarbeitervcrband stolz sein und das erklärt die Gefühle, die ihm das Unternehmertum entgegenbringt. Bei den jetzigen Differenzen handett es sich nicht um die Tarifverträge. Diese gelten weiter. Reben den Tarifverträgen bestehen aber Lohnabkommen und um diese dreht sich der Streit. Die Verträge schreiben vor, daß bei Meinungsverschiedenheiten alle Versuche für eine f r i e d- liche Beilegung erschöpft sein müssen, ehe zu Kampf» Handlungen geschritten werden darf. Ueber diese Ver- tragsbestimmungen haben sich die Unter- n« h m e r hinweggesetzt in der Annahme, daß dieser Vertragsbruch juristisch nicht faßbar ist. Das hindert sie ; allerdings nicht, eine mimosenhafte Empfindlichkeft an den Tag zu legen, wenn ihrer Meinung nach irgendwo Arbeiter gegen eine Vcrtragsbestimmung verstoßen haben sollen. • Ueber den Umfang, den die Aussperrung an- nehmen wird, läßt sich im Augenblick noch nichts sagen. Nachrichten über Aussperrungsbeschlüsse in einzel- nen Landestesten, die WTB. dienstwillig verbreitet, haben, wie aus dem Gesagten hervorgeht, keinerlei Bedeutung. Der Umfang der Aussperrung ist eine Kraftprobe für den Arbeitgeberverband. Dieser hat verlauten lassen, daß er mit etwa 90 000 Ausgesperrten rechnet: d. h. er rechnet von vorherein nicht damit, daß seine Parole auch nur in d e n Bezirken allgemeine Beachtung finden wird, auf die sich der Aussperrungsbeschluß erstreckt. Der Deutsche Holzarbeiterverbond, der den Dingen mit Ruhe entgegensieht, verfügt über eine kampferprobte Btitglieüschaft und feine Leitung hat in der Führung von Lohnkämpfen eine reiche Erfahrung. Der Verband ist nach Ueberwindung der Jnflationskrise wieder in kräftigem Auf- blühen begriffen und zählt jetzt etwa 320 000 Mitglieder. -i- Die Entwicklung der Aussperrung in der Holzindustrie wird aber nicht nur von den Holzarbeitern und ihrer Gewerk- schaft, sondern von der gesamten deutschen Arbesterschast ?m Gefängnis. Von C. Sirkes. Es war am Spätnachmittag. Durch das Gitterfenster sah man ein Stück grauer Mauer. Geduckt, stumpf brütend starrten die Gefangenen vor sich hin. Manche schliefen. Seit einigen Tagen war keine Neue gekommen. Die hier waren, hatten schon alles gesagt, zum Raufen und Keifen fehlte die Lust. Da ging die Türe auf, und Schwester Martha betrat die Zelle. E» war. als brachte sie«inen Lichtschimmer mit, st« scharten sich um sie, berührten ihre Kleider, in welchen noch der Dust der Straße lag. Sle kannten Schwester Martha schon lang«. Im Gefängnis, im Keller, in der Dachkammer, im Dunkel der Straße tauchte oft ihr stilles, gütiges Gesicht aus. Selten, sehr selten gelang es Schwester Martha, eine Seele dem Elend zu entreißen, aber ihre Nähe wirkt« beruhigend im tiessten Leid, auch dort, wo schon jedes Licht erloschen schien. Auch heute brachte sie in die dumpfe Feuchtigkeit der Zelle die glühende Inbrunst des Glaubens, die langsam die müden Seelen be» herrschte. Ihre Worte zauberten die Sonne hervor, duftende Gräser, Vogelgesang, Gottesnähe, die mit dem Leben versöhnt«... Armen und Unglücklichen hilfsbereit zur Seite stand... ... Schwester Marthas Worte waren wie Lebend« Mutter. Hände.. milde und sonst umfaßten sie die Im Leid versteinerten Herzen... Doch da... Gottes Allmacht rückte in die Ferne...«ine Brücke mußte gebaut werden in die leuchtende Welt, die sie gezeichnet hatte... Buße tun... einen endlos langen Weg gehen, in Mühsal, Schweiß, Entsagungen, die härteste Pflicht erfüllen, um Seiner würdig zu werden... Sie fordert«...gebieterisch, voll Leidenschaft forderte sie die Umkehr, das Anderswerden... Sie horchten still, versunken... weltentrückt... langsam kehrte auf die Gesichter, die das Laster gezeichnet hat, dumpfer Trotz. Schwester Martha sprach weiter, versuchte den stummen Widerstand, der wie eine undurchdringliche Mauer sie fetzt von den Frauen trennte, zu durchbrechen... Ein schrille Stiiftm« schrie gequält auf, Hände umklammerten hart ihre Schulter: ... Gatt... unser Leid sst ihm noch zu klein, zu wenig... Buße tun... sühnen, fasten, schuften... ha, was denn noch? Nur Unrat, nur Mist find wir... für die anderen, für die Behütet?« ist das Gute und Schöne... Sic ballte die Fäuste, kam ganz nahe an Martha heran. ... das kennen wir schon. Ich hatte ein kleines, süßes Mädel- che«. Ich lehrte sie beten und die Hände heben zum Heiland. Eines Tages wurde sie krank, lag im hohen Fieber in der ungeheizten Stube. Ich lief zum Arzt. Er verlangte Geld... bezahlt mußt« es werden, der feine Herr scheute sonst den Weg... bis ich e» beschafft«, mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt. Den Opfern der Aussperrungswut der Unternebmer wendet sich die S y m- pathis weite st er Kreise der Bevölkerung zu. Wir hoffen und wünschen, daß dieser Kampf zu einem Ergebnis führt, der dem Ubermut eines scharfmacherischen Unternehmer- tums einen Damm setzt. �Unmoralisch". Angriffe ans das Gemeindewahlrecht. Die Feindseligkeit gegen die Gemeinden, vor allen Dingen gegen die Entwicklung der Gemeindewirtschast, ist einer der hervorragendsten Züge der sogenannten„Wirtschaftskreise". Die Steuergesetzgebung der Reichsregierung ist ein deutlicher Beweis dafür, in wie starkem Maße der Wille, die Entwicklung der Gemeinden zu unterbinden, in den maßgebenden Kreisen der Schwerindustrie vorhanden ist. Emen der Anschläge auf die Gemeindebetriebe, der durch das Gesetz über die sogenannte „gegenseitige Besteuerung des Reiches, der Länder und der Gemeinden" ausgeübt werden sollte, hat man glücklicherweise im Reichsrat und auch im Steuerousschuß des Reichstags Wenigstens etwas abwehren können. Dafür vermehren sich jetzt die Angriffe aus dem volksparteilichen Lager auf das Gemeindewahlrecht. So hat der bekannte Reichstagsabgeordnete K a r d o r f f allen Ernstes die Befei- tigung des gleichen Wahlrechts in der Gemeinde gefordert. Diese Forderung wird ganz offiziell von einer volksparteilichen Kommunalkorrespvndenz, die als BeUage der Telegraphen- Union erscheint, aufgegriffen und in die Provinzpresse getragen. In einem Artikel dieser Korrespondenz, die sich„Das kom- munale Leben" nemit, wird unter dem Titel„Unmoralische Kommunalpolitik" gleichzeitig ein Beitrag zur Reform des Gemeindewahlrechts mit dem stärksten Geschütz gegen das gleiche Wahlrecht in den Gemeinden aufgefahren. Mit der unverschämtesten Verlogenheit wird darüber gezetert, daß die Gemeinden ihre Steuern überspannen. U. o. wird von den „Verhältnissen in Berlin" gesprochen, trotzdem in der Berliner Stadtverordnetenversammlung noch kein einziger bür- gerlicher Stadtverordneter bisher Vorschläge für Ersparnisse hat machen können. Im Gegenteil, all« diese.Herren stellen dauernd nur Anträge auf neue Ausgaben. Dann heißt es in dem Artikel: „Die kommunale Finanzpolitik... Ist unmoralisch, well die Rechte der Belasteten seit Einführung des gleichen Wahlrechts in den Gemeinden zu ihrer steuerlichen Belastung m umgekehrtem Derhälinis stehen. Haus- und Grundbesitzer, Handel- und Gewerbe- treibende sind durch die Einführung des gleichen Wahlrechts in den Gemeinden so gut wie ausgeschaltet. Tatsache Ist. daß in den Gemeinden 90 Proz. der Bevölkerung in den Stadivertretungen die Steuern beschließen und eine mehr oder weniger Verantwortung»- bewußte Ausgabewirtschast treiben und daß 10 Proz. der Bevölkerung die von den 90 Proz. beschlossenen Steuern zu tragen haben. Darin liegt eine große Gefahr.... Auf das Ungerechte des gleichen Wahlrechts in den Gemeinden hinzuweisen, hat weder mit Reaktion noch mit Revolution etwas zu tun. Gemeinde- Verwaltung sst Vermögensverwaltung, und die Reform des Gsmeindewahlrechts in dem angedeuteten Sinne würde für die Gemeindeverwaltung schon um deswillen außerordentlich heilsam sein, weil damit der Tinstuß der Parteipalltik auf die gemeindliche Bermögensverwaltung auf ein Mindestmaß beschränkt würde." Mit welcher Beschränktheit diese Kreise argumentieren, zeigt die weitere Bemerkung: .Di« Gleichgültigkeit sst das gefährlichste Mittel sozialistisch- kommunistischer Kommunalpolitik, da sie es besonders leicht ermöglicht, bestimmte politische Ideen durch die bequeme Er- höhung der Grund» und Gewerbesteuern und der Lohnfummenftsuer zu verwirklichen.... Die durch das gleich« Wahlrecht herbeigeführte Entrechtung der Hausbesitzer und Gewerbetreibenden in den Ge- meinden stellt ein Mittel dar, die Gewerbetreibenden an einem Strick aufzuhängen(durch Kommunalisierungen aus Mitteln der Gewerbesteuern), den sie selbst liefern müssen." I war die Kleine tot. Ich erschlug ihn mit seiner eigenen Tischlampe. ! Drei Monate suchten sie nach mir, dann kam ich von selbst. Ich bekam ein Jahr Zuchthaus, nur em Jahr, das tote Kind galt als mildernder Umstand... Nachher ging ich auf die Straße... stand an der Mauer im Regen, in langen, eiskalten Nächten... Ihre Augen rollten wild, das blasse Gesicht leuchtete im wachsen- den Dunkel wie ein Gespenst. ... Buße tun.. frage die anderen hier, wie es ihnen ergangen ist, bis sie den Weg hierher fanden... frage, ob wir hier wissen, ob es draußen Sommer oder Frühling sst, ob wir satt sind... Ihr heißer Atem umwehte Martha. Dein Gott verlangt noch Buße... er müßte vorher unsere Wunden in Seide und Samt hüllen und uns Bergessen bringen. damst wir wieder Menschen werden, und nicht immer das gehetzte, oogelfreie Wild,— sie keuchte. Das Zeichen ertonte. Die Zeit war um. Schwester Martha mußte die Zelle verlassen. Langsam, fast taumelnd ging sie zur Tür. Da... zwei Hände packten sie gewaltsam am Hals und würgten... würgten... ... Du... tu« Buße... für alles, das du ungehindert genießen darfst... bleibe hier... laß sehen, ob du es oermagst... Schleflsches Laodesthealer. Der Verband der deutschen V o lksbühnenvereine, der im letzten Winter zwei Wander. bühnen unterhielt, wird in der nächsten Spielzell noch ein drittes eigenes Wandertheater auf gemeinnütziger Grundlage betreiben. Die Ueberlastung des bisherigen Ostdeutschen Landestheators hat dazu geführt, ihm unter Beschränkung seines Spielbezirks auf die Mark und Pommern ein neues besonderes„S ch l e f i f ch e s Landestheater" zur Seite zu stellen, dem von den städtischen Behörden in B u n z l a u das dortige Stadttheater als Sitz zur Verfügung gestellt wurde. Es wird von hier aus die Bolksbühnen- gemeinden in einer großen Reihe schlesischcr Orte mll künstlerischen Darbietungen versorgen. Zum künstlerischen Letter des Unter- nehmens wurde der frühere Oberspielleiter des Mainz« Stadt- theaters, Albert Heinemann, zum geschäftlichen Leiter Hermann Zohr bestellt. Der Prozeß des heiligen Bruders. In Petersburg hat der Prozeß gegen den„Bruder" Anissim, die„Gottesmutter" Tutschenking u. a. Gehilfen dieses„Helligen" begonnen, der früher neben dem in Petersburg bekannten Bruder Tschurkow eine Hauptstütze der»Ge- sellschast der geistlich-sittlichen Anhänger der Nüchternheit" gewesen ist. Später aber hat er sich selbständig gemacht und«ine Gesellschaft unter demselben Namen, nur mit den? Zusatz„antireligiös" ge- gründet. Er widmete sich hauptsächlich der wundertätioen Heilung von Kranken und wurde von seinen Anhängern als Heiland und Christus verehrt. Zu Heilzwecken wurden Flaichchen mit Oel ver- kaust, und tm Versammlungslokal war ein Haufen von Krücken auf- gestapelt, die alle von gehellten Lahmen herstammen sollten. Beim Verhör erklärte Anissim vor Gericht, daß er an Christus nicht alaub«, wohl aber die Kranken durch Gebete gehellt habe. Das Oel fei nur Die Konsequenz dieser„Idee" ist selbstverständlich ein Angriff auf das gleiche Wahlrecht überhaupt, denn bei solcher Logik ist nicht einzusehen, warum man bei den Gemeinden hallmachen soll und warum man auch in den Ländern und dem Reiche den 10'Proz. der Bevölkerung, für die sich diese Herrschaften einsetzen, allein das Heft in die Hand geben soll. Für das offene Bekenntnis der Verachtung für die großen Massen des Volkes kann man diesen volksparteilichen Reaktiv- nären nur dankbar sein._ Ein Stmnes-Dementi. Wie hoch find die Verbindlichkeiten? Die„Kölnische Zeitung" meldet aus Berlin: Zu der Meldung eines Berliner Blattes, wonach sich die Verbindlichkeiten des Stinnes-Konzerns nachträglich als um 30 Millionen Mark höher herausg est ellt hätten, wird der„Kölnischen Zeitung" von maßgebender Seite erklärt, daß diese Nach- richt völlig unzutreffend ist. Die Verbindlichkeiten sind genau die gleichen, wie sie seinerzett der Reichsbank und den Kvnsorttalbanken gegenüber aufgesteM wurden. Die gebotenen Sicherheiten werden als weitaus genügend bezeichnet. Wir möchten wissen, wer die„maßgebende Seite" ist. Uebernimmt die Darmstädter und Nationalbank, die die Führung in dem Konsortium der führenden Banken hat, die Verantwortung für dieses Dementi? Wie hoch sind die Verpflichtungen—„genau die gleichen"— die dem Reichsburch angegeben worden sind? Will das Dementi nur besagen, daß die sanierenden Banken von Anfang an gewußt haben, daß es sich nicht um 90, sondern um 120 Millionen ungedeckter Verpflichtungen hau- delt? Werden sie der Oeffentlichkeff den Status des Stinnes- Konzerns mitteilen? Zweideutige Dementis sind keine Klarheit. Zollüebatte im Lanötag. Die Z?rage der Agrarzölle. Der Landtag setzte gestern die allgemeine Aussprache zum Landwirtschaftshaushalt fort. Abg. Dr. Hermes(Z.): Führende Nationalökonomen er- klären, daß ein Abbau der Industriezölle einem Aufbau der Ge- tteidezölle vorzuziehen sei. Der Professor Harms aus Kiel hat nach- drücklich darauf verwiesen, daß groß« Teile der Industrie Zölle genießen, die in normalen Verhältnissen als Prohibttivzölle gasten. An der starken Disparität der Zölle zwischen Industrie und Land- Wirtschaft ist die Oefsentlichkeit beinahe eindruckslo, vorübergegangen.(Sehr richtig, rechts.) Wenn die Induftrtezölle nicht abge- baut werden, muß auch die Landwirtschast einen höheren Zollschuh genießen, wenn die Reichsregierung einen Sah nach dem anderen bei den Zndustriezällen steigert, wer will es da der Landwirtschast verdenken, wenn sie ihrerseits ihre Forderungen stellt. Es muß objektiv geprüft werden, ob die Industrie den Zollschuh entbehren kann. Die steuerllche Belastung der deutschen Wirtschaft kann jeden- falls durch Zölle nicht ausgeglichen werden, weil sie zu einer Wechsel- seitigen Verteuerung der Erzeugnisse führen. Nach Ausführungen des Abg. Skjellerup(Komm.) erklärt Abg. Wachhorst de Wenle(Dem.), seine Partei lehne die Ketreidezölle als Mindestzölle ebenso einmütig ab wie sie den Abschluß von Handels- vertragen für eine deutsche Lebensnotwendigkclt betrachte. Ebenso werde seine Partei die Industriezölle in einer Höhe, die einem Ein- fuhrverbote gleichkomme, nicht genehmigen. Zölle auf Fullenntttel dürsten unter kein«: Umständen«ingefiibri werden. Abg. Biester(D.-Hann.) bezeichnet Kredtte für dt« Landwirt- schaft als erforderlich. Landwtrss chaftsm nnster Steige? gab«in« kurze Darstellung über die Benvendung der Kredite für die Londwirtschafl. Die inneren Verhältnisse zwingen uns, für die Landwirtschaft einen entsprechenden Zollschutz zu verlangen. Getreidezälle sind wohl berechtigt. Durch wohlüberlegtes Studium bin ich heute ein Freund der Einsuhrscheine geworden. Abg. Gieseler(Dvölk.) stellt als Hilfe für die Landwirtschaft verschiedene Forderungen auf. Das Haus vertagt darauf die Fortsetzung der Beratung auf Montag, 12 Uhr. Außerdem Anträge der Wirtschaftlichen Vereini- gung wegen Aushebung der Preistreibereiverordnung Schluß IlZ Uhr. Bluff gewesen, da das russische Volk ohne Oel nicht auskomme. Die Aussagen Arnssims erregten die in großer Zahl erschienenen An- Hänger seiner Sekte so sehr, daß sie ihn im GerichtssaSI überfielen. fürchterlich verprügellen, auf die Straße schleppten und in der Fon- tanka ertränken wollten. Mit Mühe gelang es, ihn zu retten. Doch hat sein Gesundhettszustand so gelitten, daß die Gerichtsverhandlungen aufgehoben werden mußte. Wie neues Leben aus Asche entsteht. Ein gewastiger Vulkan- ausbruch zerstörte 1883 die Inseln Krokatcu und Verlöten, die in der Sundastraße zwischen Java und Sumatra liegen. Alles Leben erstickte damals unter einer 50 bis 60 Meter hohen Aschenschicht, und die Inseln waren völlig öde und leer. Es bot sich nun die sestenc Gelegenheit, zu beobachten, wie neues Leben aus dieser Asche entsteht. Der Biologe Dr. Dammermann vom Museum zu Vuitenzorg auf Java hat sich dieser Aufgabe uitterzogen und einen genauen Bericht erstattet, der in der„Umschau" wiedergegeben wird. Zuerst er- schienen die Pflanzen, wie zu erwarten war: denn Tiere, die sich vor Auftreten der Pflanzenwelt auf den Inseln niedergelassen Hütten, wären ja verhungert. Den Pflanzen falgten dann flugfähig« Insekten, d!« der Wind von den benachbarten großen Inseln herbeigeführt haben mag. Fünfundzwanzig Jahre nach der Katastrophe, im Jahre 1908. befanden sich eine große Schlange und eine Eidechsenart auf der Insel Krakatau: die beiden Tierorten sind gute Schwimmer und werden durch Meeresströmungen auf die Insel getrieben worden sein. Sett 1921 tauchten auch Ratten auf, die mit Treibholz oder auf ähnliche Art die Inseln erreicht haben müssen. Im gleichen Jahre gab es zwei Arten von Geckos, gut kletternde«idechsenähnliche Rep- tilien, elf Arten flügelloser Insekten, vier Arten von Tausendfüßern und 73 Spinnenarten. Einige der Spinnen können vielleicht durch die Lust mit Hilf« der Fäden des Wtweiberfommers hinüber- gekommen fein: bei den andern Tieren ober muh man ähnliche Be- sörderungsmittel annehmen, wie sie den Ratten zur Einwanderung dienten. Iheater am Aalowplatz Alle Aufführungen von.Fietto' be» ginnen um 7ll, Uhr. Staat»«per. Mit Rücklicht aus anderweit« Verpflichtungen de» Herrn Paul Hanau, de» Vertreter» de«.Halm«» im„Renard-, kann der nZchste Sttavinslh-Adend erst am 25. Juni stattfinden. Ver erst« devlsckze Ralurfchuhtag findet vom Sfi— 80. Juni in München statt. Der Hauvtausichufi besteht au« einer Anzahl von Münchener Herren unter Vorsitz de« Ministerialdirettor« StaatZrat von Reuter und einer größere« Reihe von auswärtigen Vertretern dz« Raturichutze«. Sprechen werden u. a. Geheimrat von TuSeuf-München über.Ziel« und Klippe» deS Nalurschuhe«», Regierungirat Dr. H. Paul über.Schutz der Moore». Armin l. Dezner!n Spanien. Auf seiner svanlschen Reste la» Armin T. Weimer im Kreiie der Deutiche« in Madrid iowie aut Ewladung de« katatanllchen Verein« der.strennde der Dichtkunst- in Barcelona au« eigenen D-rken Er leitete seine Vorlciiing durch einen Vortrag über die jüngste Entwicklung der deuischen Dichtung ein..öa Pnblicltad-..So Remita-.»EI Äol- und andere Blätter widmeten ihm eingebende Berichte. Der dortig« Pen-Klub ehrte den Dichter und seine Tattin durch ein Felleisen. vi« Stadt Eher, Jon in.wladimtroivfk»«maetouft. Da» Präsidium de» Ulrainiichen Exekutivkomitee» hat den Beschluß geiaht, die Stadt Ch-rston zu Ehren de» srüheren ukrainischen Volkskommissar» iür Unter. richtsweccn Wladimirow umzutansen. Da» vundesexekutivkomitee mutz sein« Zustimmung erteilen. Grubenkatastrophen und ihre Verhütung. Sozialdemokratische Arbeit für die Bergarbeiter. Die erfte Helfte des Jahres 1925 brachte dem Preußischen Bergbau zwei große Grubentatastrophen. Zeche„ Minister Stein" 136 Tote, Zeche Dorstfeld" 46 Tote. Daneben die fleineren Unglüde auf den Zechen Hanibal" mit 10 Toten und Mathias Stinnes" mit 10 Toten. Das ist leider nicht alles. Tagtäglich ereignen sich Einzelunfälle im Bergbau. In der letzten Zeit in einem Ausmaße, daß alle bis dahin ereigneten Einzel. unfälle in den Schatten gestellt werden. Hier ist etwas nicht in Ordmmg. Hier muß nach dem Rechten gesehen werden. Anläßlich der Grubentatastrophe auf der Seche Minister Stein" sind im Breußischen Landtag von allen Parteien große An. fragen und Anträge gestellt worden. Die fozialdemokratische Landtagsfrattion marschierte mit ihren grundfäßlichen Anträgen im Landtage an der Spize: Einführung der Grubentontrolleure aus den. Reihen der Hauer. Berbot von Revier prämien. Berschärfung der Grubentontrolle durch die Bergpolizei. Einführung der Gesteinstaubperfahren Berbot des Schießens in tohlenstaub- und schlagwetterreichen Flögen. Beffere Ausbildung der Bergarbeiter um. Der Preußische Landtag überwies fämtliche Anträge dem Ausschuß für Handel und Gewerbe. Diefer segte wieder einen Unterausschuß ein, da die Materie für sein Plenum zu umfangreich mar. In fünf Sigun gen, die fast immer den ganzen Tag dauerten, brachte der Unter. ausschuß seine Arbeiten zum Abschluß. Mit der Borarbeit des Unterausschusses befaßte sich ber Ausschuß für Handel und Gewerbe des Preußischen Landtages am Freitag und Sonnabend. Die Er ledigung der Materie gestaltete sich deshalb so schwierig, weil die Bertreter der Deutschnationalen, der Deutschen Boltspartei und auch die der Wirtschaftlichen Bereinigung jedem Fortschritt schärfsten Widerstand entgegengestellt haben. Der Ausschuß hat am Sonnabend die Arbeit erledigt und eine Reihe von Beschlüssen gefaßt, die im Plenum die Mehrheit( Sozialdemokraten, Zentrum, Demokraten und Kommunisten) haben dürften. Die Gesamtheit diefer Anträge, bie zu einem großen Teile auf die sozialdemokratischen Vertreter zurückgehen, stellt einen erheblichen Fortschritt gegen den bisherigen Zustand dar. Wir werden diese Anträge noch veröffentlichen. Die Mecklenburger Tscheka. Aussagen Bozenhards. Ceipzig. 13. Junt.( Eigener Drahtbericht.) In der weiteren Berhandlung im Medlenburger Tscheta- Brozeß wurde am Sonnabend als Beuge und Sachverständiger Kriminalfommissar Weigel aus Berlin vernommen. Er hat die bei Zeutschel vorgefundenen Bomben, die aus Feldflaschen hergestellt waren. geprüft. Sie enthielten bis zu 2 Rilogramm Sprengmaterial. Die Wirkung einer Explosion wäre furchtbar gewesen und hätte viele Menschenleben gefährdet. Der aus der Untersuchungshaft vorgeführte Schloffer Mahlo erflärte, daß nach dem Hamburger Putsch feine Gefahr von lints mehr beftanden habe. Da aber die Faschisten in Mecklenburg immer weiter gerüstet hätten, so wären auch von der Kommu nistischen Partei Gegenmaßnahmen vorbereitet worden. Er selbst mar Leiter der Bartifangruppe in Lübtheen. Nähere Angaben zur Sache machte er nicht. Erst in seinem eigenen Prozeß mill er einen gewiffenfofen Menschen enthüllen, der vier Menschenleben, darunter auch Jonas, auf feinem Gewissen habe. Strafanftaltsgefangener Schimmel äußert sich über die Bartijanbewegung in Medienburg und mill wiederholt Spreng ife und Gifte an bie Bartijangruppe im Bande verjandi haben. Dann mird der Sekretär Bollmann nom Bolfsbund in Lübtheen, früher Funktionär der Kommunistischen Bartei, als Zeuge bernommen. Es wird ihm von der Verteidigung vorgeworfen, daß er mit rechtsraditalen Organisationen in Verbindung stände und auch damals nur als Spigel und Gewährsmann der Polizei in die Kommunistische Partei eingetreten fei. Das wird von Bollmann energisch bestritten. Mehrere Beugen, die von der Berteidigung geladen find, wollen in der Zeit, mo der Mord an Jonas verübt murde, Zeutschel in Hamburg gesehen haben. Auch die geschiedene Ehefrau erklärt, bas in der Zeit vom 11. bis 14. April 1924 ihr Mann zu Hause war. Die aus der Untersuchungshaft vorgeführte Lageriftin Selene Asmann aus Berlin mar längere Zeit im Geschäft des Bozen. hard in Stettin tätig und will Zeutschel wiederholt gesehen haben. Als nächster Zeuge wird der Untersuchungsgefangene Bozen hard vernommen. Er ist als Bezirksleiter der Kommunistischen Bartei nach Medienburg- Strelik berufen worden und fann fich nicht besinnen, daß der Angeklagte Landtagsabgeordneter Schmidt Leiter der Partisanbewegung war. Den Auftrag, nach Medlenburg zu gehen, befam er von Billy". Er sollte besonders die Tätigkeit der Faschisten dort beobachten, die sich in Pommern zu einem neuen Ueberfall gesammelt hatten. In seiner Wohnung habe er öfters Roffer mit Sprengstoffen und Giften, die von Willy ein gestellt waren, aufbewahrt. Von den Angeklagten ertennt er nur Zeutschel wieder, ber ihn im Auftrage der Sentrale Eine längere Debatte entspann sich über die Abfindung| Sicherungshypothet garantiert merden follie, fielen dieselben Zenfleiner Renten. In der ersten Lesung hatte der Ausschuß trumsabgeordneten wieder um und halfen den Antrag ablehnen. beschlossen, daß die Abfindungsmöglichkeit, wie bisher nur hei Ein Täuschungsmannover teine Renten von nicht mehr als 20 Broz. der Vollrente möglich ist. Bei Verschlimmerung des Zustandes folite nicht nur die neue Erwerbs- leistete fich die Mehrheit mit ihrem zum Beschluß erhobenen verminderung neu entschädigt werden, sondern es sollte auch die alte Antrag, den Rückwirtungszeitraum statt bis 15. DeRente wieder aufleben unter Abzug des bereits als Kapital erhal- zember bis 15. Juni 1922 zu erftreden. Das wäre zweifellos ein tenen Betrages. Jest verlangten nun die bürgerlichen Parteien, daß Geminn für die Gläubiger, die im zweiten Halbjahr 1922 aus Abfindungsmöglichkeiten gegeben werden sollten, wenn das Kapital Not oder Angst Zahlungen in Papiergeld angenommen haben. Aber zur Vermehrung oder Beschaffung von Grundbesitz verwendet diese Berbefferung ist eine hohle us. Nicht nur für ben werden soll. Der Arbeitsminister soll nähere Borschriften darüber erweiterten Zeitraum der Rüdwirtung, sondern selbst für die von erlaffen. Die Sozialdemokraten verlangten, daß auch der Regierung vorgeschlagene turzfristige Rüdwirtung wurde von ein Reichstagsausschuß bei der Festsetzung der Vorschriften gehört den Kompromißparteien die Klausel beschlossen, daß werden soll. Das wurde abgelehnt und der Antrag der Regierungs. Rüdwirtung ftattfindet: 1. soweit sie für den Eigentümer parteien gegen die Stimmen unserer Genossen angenommen. oder für den persönlichen Schuldner mit Rücksicht auf seine mirt. Beiter verlangten die Regierungsparteien die generelle Abfchaftliche Lage, insbesondere auch auf erhebliche auf den findungsmöglichkeit bei Renten bis einschließlich 25 Broz. Währungsverfall zurückzuführende Bermögensverlufte, oder 2. für der Bollrente und die Beseitigung der Bestimmung, daß den persönlichen Schuldner mit Rüdficht auf die Höhe des bei der bei Verschlimmerung des Zustandes auch die abgefundene Beräußerung des belasteten Gegenstandes erzielten Erlöses eine alte Rente wieder auflebt. Gegen die legte Forderung unbillige ärte bedeuten würde". Von unseren Vertretern wandte sich Genosse Karsten. Wenn die alte Bestimmung zum wurde diese zweite Härteflausel zugunsten des Schuldners abgeSchus der Verlegten nicht beftehen bleibt, so wäre die Abfindung lehnt mit der Begründung, daß sie nur dann tragbar mürbe, ein einseitiges Geschäft für die Berufsgenossenschaften. Die Ver- wenn eine ähnliche Härtetlaufel auch zugunsten letzten müßten dagegen geschützt werden, daß sie bei Verschlimme des Gläubigers eingeführt würde. Mit demselben Gesichtspunkt betämpfte Gen. Beil auch einen Antrag Dernburg, wonach der Eigentümer, der ein Grundstüd nach Tilgung einer Last verkauft hat, nicht über seine Bereicherung hinaus für die Aufwertung haftet. Eine solche Schuhvorschrift für den Schuldner enthalte einen berechtigten Kern, so führte unser Redner aus, aber sie müsse tompensiert werden, durch eine entsprechende Schutzvorschrift für den Bläubiger, Laubenkolonisten Es ist unser Bestreben, die Laubenkolonien Groß Berlins, soweit sie irgend durch Boten erreicht werden können, mit dem„ Vorwärts" zu beliefern. Wir bitten daher alle Leser unseres Blattes, welche die Zustellung der Zeitung in die Laubenkolonie wünschen, ihre genaue Adresse unter Angabe, wo die Kolonie liegt, der Spedition oder der Hauptexpedition mitzuteilen. Gleichzeitig werden diejenigen Leser, welche die Zeitung bereits umbestellt, aber nicht erhalten haben, um Angabe ihrer genauen Adresse gebeten. Vorwärts Verlag Berlin SW 68, Lindenstraße 3 rung ihres Leidens nur eine sehr geringe Rente erhalten. Die Regierungsparteien fegten mit fnapper Mehrheit ihren Willen durch und schufen dadurch eine wesentliche Berichlechterung gegenüber dem Beschlusse der ersten Lesung. Ein Antrag der Sozialdemokraten, einschränkende Bestimmungen im Rechts. wege aufzuheben, wurde, nachdem Genoffe Hoch nachgewiesen hatte, daß der durch Notverordnung geschaffene Zustand große Ungerech tigkeiten in fich birgt, angenommen. Die Regierungsparteien beschlossen dann weiter gegen den Billen der Sozialdemokraten, daß die Unfallversiche rung erst nach Beendigung der neunten Woche Heilbehandlung und Krankengeld zu gewähren hat. In erster Lesung war die Frist mit Beendigung der fünften Woche gefeßt. Durch diesen Beschluß find die Krantentassen, zu denen die Bersicherten bekanntlich zwei Drittel der Beiträge zu leisten haben, sehr start belastet. In einer Abendigung wurde dann die zweite Lesung des Ge fegentwurfes beendet. Zunächst murde ein Antrag angenommen, nach dem für Notstandsarbeiter der Tariflohn ihres Berufs als Grundlage der Rentenberechnung angenommen wird. Bur Feststellung der Jahresarbeitsverdienste in ber Landwirt. haft merden Ausschüsse gebildet, zu denen auch die Bertreter der Gewerkschaften gewählt werden fönnen. Diejenigen Altrentner, die im jugendlichen Alter verlegt wurden, erhalten jest eine Rente, die nach Jahresarbeitsverbiensten festgelegt wird, die gleichartige Die Arbeiter im 21. Lebensjahre bes Berlegten Derbient haben. Sozialdemokratische Frattion verlangt in einem Antrage, daß jest laufende Rentenbezüge auf Grund des neuen Gefeges nicht gefürzt werden dürfen. Den Antrag begründete Genoffe Sarften, der darauf hinwies, baß bei Ablehnung des fozialdemokratischen Antrages eine große Härte für einen Teil der Schwerbeschädigten eintreten würde, die auf Grund der alten Be stimmungen Renten befämen, die zum Teil höher find als die neufestgelegten Renten. Eine Kürzung gerade der Renten für Schmer beschädigte sei nicht zu verantworten und würde mit Recht eine scharfe Kritit hervorrufen. Prof. Moldenhauer( Dop.) erklärte, daß er im Prinzip zmar mit dem Antrage einverstanden sei, aber die finanziellen Auswirkungen fönne er nicht übersehen. Demgegenüber erklärte Genosse Hoch, daß auch bei den Beamten der Wechsel einer Stellung niemals zu einer Kürzung des Gehalts führe, dasselbe Recht hätten auch die Schwerbeschädigten. Der Antrag wurde schließlich gegen die Stimmen der Deutsch nationalen und einiger Zentrumsleute angenommen. Zu dem Beschlusse, der die Renten von 10 Broz. beseitigt, er flärte nachträglich André vom Zentrum und Schwarzer von der Bayerischen Boltspartei, daß ihnen nachträglich schmere Bedenken getommen seien und daß sie versuchen wollten, diese Härte zu befeitigen. die dem Grad feiner Berarmung Rechnung trage, wenn der Schuldner leistungsfähig sei. Nach diesen Einwand wurde der Antrag Dernburg zurüdgezogen Eine Reihe sonstiger Menderungen des umfangreichen Rüdwir fungsparagraphen, die beschlossen wurden, sind überwiegend juristi. schen Charakters. In einer Geschäftsordnungsdebatte wurde festgestellt, daß für die erste Lesung noch mindestens 2 Gizungen erforderlich sind. Hier auf foll die erste Beratung der Borlage über die Umwandlung der öffentlichen Anleihen stattfinden und dann die zweite Lesung des Gefeßes über die Aufwertung piroater Schuldtitel. Die Aussichten schwinden mehr und mehr, daß die Aufmertungsgeseze vor dem 1. Juli verabschiedet werben tönnen. Mussolini fordert Sühne. Für die Hinrichtung eines Mörders in Afghanistan. Rom, 13. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die italienische Regierung hat wegen ungefehmäßiger Hinrichtung des Italieners Biperno in Kabul( Afghanistan) bei der afghanischen Gesandtfchaft in Rom in scharfer Form Genugtuung und 7000 Pfund als Sühne verlangt. Piperno hatte einen afghanischen Polizisten erschossen. Er wurde dafür zum Tode verurteilt, faufte fich aber später durch die Zahlung eines Blutgeldes frei. Der italienischen Gesandtschaft in Rabul war die Freilassung Pipernos aus dem Gefängnis versprochen worden. Die Hinrichtung erfolgte trotzdem in aller Heimlichkeit in der Nacht zum 2. Juni. Vor dem Faschismus geflohen. Rom. 13. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Der Herausgeber einer Reihe oppofitioneller fatholischer Blätter, Dr. Donati, be= gab fich am Freitag in das Ausland, um für die Zukunft persönlichen Schwierigkeiten, bie ihm seit Jahren von der Regierung wegen seiner Haltung gemacht wurden, zu entgehen. Die tschechische Sozialdemokratie. Ein Manifest an die Wähler. Prag. 18. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die fozialdemokratischen Minister hatten megen der weitgehenden Zölle dem Eretutinausschuß ber Partei ihre Bortefeuilles zur Verfügung gestellt. Die Ent scheidung der Instanzen lautet dahin, daß die Bartei in der Koalition Derbleibt, fich aber gleichzeitig für balbige Neuwahlen ausspricht. Das Bolf soll über die Koalitionspolitit urteilen. Gleich zeitig verweist die tschechische Sozialdemokratie in einem Manifest an die Arbeiterschaft darauf, daß der jahrzehntelange Rampf um bte Sozialversicherung endlich dieses Gesetz erreicht und die tschechische Sozialdematratie durch diesen Sieg ben besten Be meis ihrer tonftruttiven und positiven Politit erbracht habe. In der Frage der Agrarzölle wird darauf verwiesen, daß es der Partei gelungen ist, die Einführung fester 3ölle zu verhindern und das Gleitzoll system durchzusehen; dieses werde seine praktische Bedeutung erst erlangen, wenn die Weltmartigetreidepreise start finten. Die sozialdemokratischen Minister hätten in der Bollfrage in der Minderheit bleiben müssen, weil das sozialistische Lager burch ben Abfall der Kommunisten in underantwortlicher Weise geschwächt ist. Die sozialistische Balkankonferenz. Hilferuf der bulgarischen Bauernpartei und der Kommunisten. Die Rückwirkung der Hypothekenaufwertung der Internationale hat nach Anhörung der Genoffen aus den Balkan Die Kompromißparteien gespalten. bespigelt hätte. Bozenhard bezeichnet Zeutschel als großen dioten und als leichtfertigen, unerfahrenen Menschen und erflärt, daß er fich schämen müffe, von einem fo jungen Menschen bespielt Der Aufwertungsausschuß führte am Sonnabend morden zu sein. Ueber 15 Jahre wäre er in der Arbeiterbewegung die Beratung des von der Rüdwirtung handelnden§ 11 zu täfig gewesen, und doch hätte ihm die Zentralleitung angedichtet, Ende. Dabei erlebte man das interessante Schauspiel, daß die er habe Barteigelder unterschlagen. Mirgends fönnte eine größere Rompromisparteien vorübergehend in zwei feinb. Korruption, Cumperei und Spigelei herrschen als in der Kommu- liche Lager gespalten waren. niffifchen Bartel, wo von 100 Mitgliedern 99 Spigel waren. As er erfuhr, daß Zeutschel den Jonas ermordet hatte, habe er sich usw. eine Rüdwirtung eintreten soll, wartete Abg. Emminger In der Frage, ob bei den Pfandbriefen, Rentenbriefen fofort gejagt, daß diefer nur von den Russen angeführt( B. Bp.) mit einem Antrag auf, monach Pfandbriefe, bie durch die murde, die die gesamte Leitung der Partei an fich ge riffen hatten. Es habe damals ausgesehen, als wenn überhaupt Ausgabebant zurüdgelangt sind, so weit rückwirkend aufgewertet werden, als die ihrer Dedung zugrunde liegenden Hypotheten rüdin der deutschen Sentralleitung der KPD. nur noch Ruffen zu be ftimmen hatten. In der Russischen Botschaft lernte er Andrae mirtend ber Aufwertung unterliegen. Die Mitglieber ber fennen. Dieser habe ihn wieder mit Willy in Berbindung gebracht. übrigen Rompromißparteien brachten einen Gegen Wiederholt habe letterer erflärt, daß gearbeitet werden müßte mit antrag ein, wonach die rückwirkende Aufwertung der Pfand Sprengstoffen und Giftampullen, aber er hielt es nicht für möglich, briefe nur dann erfolgen foll, wenn sich die Stüde noch im mittelbaren oder unmittelbaren Befit bes daß die Kommunisten mit so gefährlichen Mitteln arbeiten wollten. Gläubigers befinden, also noch nicht an die Ausgabebant zurüdgelangt find. Ein heftiger Redestreit entbrannte über bleje Differenz, wobei die Regierung gemeinsam mit ber Mehrheit der Rompromißparteien und bem Abg.Dernburg( Dem.) die Schwierig fetten der technischen Durchführung des Antrages Emminger geltend machte, die aber der Antragsteller nicht gelten ließ. Die Unfallversicherung. Weitere Verschlechterung durch die Regierungsparteien. Im Reichstagsausschus wurde zunächst ein gemeinsamer Antrag aller Parteien angenommen, der folgendes besagt: Ist ein Ber ficherter im jugendlichen Alter verlegt, so wird fein der Rentenberechnung zugrundegelegter Jahresarbeitsverdienst bei Boll endung des 21. Lebensjahres neu festgefeßt nach dem Lohne, ben zu dieser Zeit ein 21jähriger gleichartiger Bersicherter bezieht Bird aber in dem in Frage fommenden Beruf erst in späteren Jahren der Höchstlohn erreicht, fo wirb die Rente nach Erreichung diefes Alters wiederum umgerechnet. Nicht angenommen murde ein Antrag ber bürgerlichen Parteien, der die Berletzten zwingen wollte, gegen ihren Willen auf Verlangen der Berufsgenossenschaften ein anderes Krankenhaus aufzusuchen. Gegen diese Ausschaltung der freien Willensbestimmung wandte sich mit allem Radbrud Genosse Hoch. Auf Antrag der Sozial demokraten wurbe behloffen, daß die Kinder einer durch Unfall getöteten Cheiran ebenfalls Baisenrente erhalten, auch wenn der Bater noch erwerbsfähig ist. mit 12 gegen 13 Sfimmen verlor Herr Emminger die Schlacht, obgleich die ganze Cinfe, mit Ausnahme Dernburgs, fich in feinem Lager befand. Nach Ablehnung des Antrages Emminger stimmten auch unsere Genossen dem Antrag der Kompromißmehrheit zu. Im übrigen wurden eine Reihe vom Abg. Best gum§ 11 gestellte Berbesserungsanträge mit der üblichen Mehrheit ab. gelehnt. Nur in einem Falle murde ein Antrag Best angenommen, ber bestimmt, daß der Gläubiger einer Gesamthypothet, die erst nach Löschung einer jetzt wieder auflebenden Hypothet eingetragen wurde, dem Gläubiger der aufgewerteten Hypothet ben alten Rang einzuräumen hat. Die Mehrheit für diesen Antrag tam zustande durch einige Zentrumsabgeordnete, die für ihn ftimmten. Aber fchon beim nächsten Puntt, wo dem Gläubiger einer aufgewerteten Hypothet ihr alter Rang gegenüber einer neu eingetragenen Brag. 13. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Abordmmg ländern eine Zusammenfassung des Materials entgegengenommen, bas die fommunistische Rote Hilfe" ihr übergab und ebenso zwei Memoranden der Auslandsdelegation ber bulgarischen Bauernpartei, die sich um den ehemaligen Miniſter boff gruppiert. Die Rommission hörte in 2½stündiger Sizung mündliche Ergänzungen zu den vorgelegten Memoranden. Am Nachmittag beriet die Kommission durch mehr als 5 Stunden. Sonntag Fort fegung und voraussichtlich Abschluß. Generalratswahl in Paris. Paris, 13. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Im Seine- Departe ment finden Sonntag die Ergänzungswahlen zum Generalrat ftatt, von beffen 120 Mitgliedern der Pariser Gemeinderat 80 barstellt. die legten 40 find in direkter Wahl von den Gemeinden der Bariser Bammeile zu wählen. Auf Grund des Ausfalls der jüngsten Kommunalwahlen nimmt man in den Kreisen der Linten an, daß mindestens 30 Size den Parteien des Kartells zufallen werden, so daß der Generalrat eine Linksmehrheit erhalten wird. Die Knechtung des sargeblets. Die Regierungstommiffion des Bölterbundes in Saarbrüden hat den zur Jahr. tausendfeier der Rheinlande in Saarbrüden für den 20. Juni geplanten Fadelzug aus Gründen den öffentlichen Ord nung" perboten, ebenso den am Rathaus für den 21. Juni por gesehenen eft aft, um den Eindrud zu vermeiden, als ob die Jahrtausendfeier unter dem offiziellen Protettorat ber Stadt Saarbrüden gefeiert würde, was mit der von der Regie. rungstommission zu wahrenden Neutralität unvereinbar märe Das Arlegsgericht in Sofia verurteilte den früheren Leiter der Bionier- Wertstätten, Miltenoff, der Attentätern Sprengstoffe geliefert haben foll, zum Tode durch den Strang. Seine Helfershelfer Penischeff und Lutscheff mur ben zu 8 bzw. 4 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie Ber ft e de für die Verschwörer gebaut hatten(?). Grudoff wurde wegen Hinterziehung von Staatseigentum zu 2000 Leva Geldstrafe verurteilt. Zum 2. Afa- Gewerkschaftskongreß. Am 15. Juni beginnt der 2. AfA- Gewerkschaftstongreß in Mimchen. Er wird eine Heerschau der freigemerfschaftlich organisierten Angestellten sein. Mehr als 300 Delegierte ver treten die 16 bem Allgemeinen freien Angestelltenbund( AFBund) angeschloffenen Angestelltenorganisationen und damit die hinter ihnen stehenden 550 000 Mitglieder. Neben den Handlungsgehilfen, Bureau- und Banfangestellten sehen mir Techniker, Werkmeister, Schauspieler, Chorsänger, Artiften, Schiffsingenieure, Nautifer u. a. m. versammelt. Sie nerförpern in ihrer Geschlossenheit eine Macht, die nicht ohne Einfluß auf die sozial- und wirtschaftspolitische Entwicklung der fommenden Jahre sein wird. Schon allein die zahlenfchaften. Die Af- Bewegung steht heute bereits mieber in erfreulicher Aufmärtsenimidlung. Die Rückschläge der Inflationskrise sind überwunden, die Boraus fegungen für eine Erfolgspolitif auch bei den zurzeit vergewerkschaftlichen Organisationen gegründete Freie Veränderten Kräfteverhältnissen geschaffen. einigung für die staatliche Pensionsversicherung der Angestellten. Letztere trat im Gegensatz zu dem Hauptausschuß für den Ausbau der Invalidenversicherung, also für die Bereinheitlichung der Sozialversicherung ein, während die bürgerlichen Angestelltenverbände für die Sonderversicherung der Privatangestellten fämpften. In den folgenden Jahren waren es die Ausein anderlegungen über das einheitliche Arbeitsrecht, die den Achtung! Achtung! Der 2. Gewertschaftskongreß des Af- Bundes wird Beachtung finden in allen Kreifen der Wirtschaft. Er nimmt Stellung zu den aktuellsten Tagesfragen: zur Handels und Steuerpolitit, zur Fortführung der Rätegefeggebung und zum Acht stunden tag. Er wird eine Krafiquelle sein, die die Kampfesfreudigkeit der Angestellten in allen Gauen Deutschlands aufs neue stärkt. Er wird ausklingen in dem Bekenntnis der freigemerffchaftlich organifierten Angestellten für die deutsche demokratische Republik. Hunderttausende deutscher Angestellten und Millionen deutscher Arbeiter verfolgen vom 15. bis 17. Juni die Beratungen der Angestelltenvertreter in München. Sie mäßige Stärke der AfA- Bundes beweiſt, daß ein großer SPD.- Betriebsvertrauensleute alle und auch wir wünschen dem Kongreß vollen Erfolg. hat und entschloſſen ist, gemeinsam mit den Bruder und Gewerkschaftsfunktionäre! Teil der deutschen Privatangestellten seine Aufgabe erkannt # organisationen der Arbeiter den Kampf für den Fortschrift zu führen. Die Bedeutung dieses Umschich fungsprozesses innerhalb der Angestelltenschaft tritt für den einzelnen um so deutlicher in Erscheinung, wenn man auf die Entwicklungsgeschichte der Angestelltenbewegung zuridblidt. Die ersten Anfänge der deutschen Angestelltenbewegung reichen bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurüd. Diese ersten Handlungsgehilfenvereine waren ursprünglich paritätische Gebilde, die den 3wed hatten, Stellen zu rermitteln und Geselligkeit zu pflegen. Die Techniker nerfügten über fachwissenschaftliche Bereinigungen. Eine eigentliche gewertschaftliche Bewegung der Angestellten machte sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts bemerkbar. Der Zentralverband der Handlungsgehilfen und der Berband der Bureauangestellten waren die erften Vorfämpfer des freigemertschaftlichen Gedankens unter den Privatangestellten. Beide Organisationen waren der damaligen Generalfommission der deutschen Gemert fchaften angeschlossen. Wir sehen sie heute im Zentralverband der Angeftellien vereinigt. Für die Ingenieure und Techniker, Architekten und Chemifer haben der Bund der technisch industriellen Beamten und der Deutsche Tech nifer Verband die erste gewerkschaftliche Pionierarbeit geleistet. Heute sind beide Berbände im Bund der technischen Angestellten und Beamten( Butab) zusammengefaßt. Die foziale Bewegung der Werfmeister nahm ihren Anfang mit der Gründung des Deutschen Werkmeister- Berbandes im Jahre 1884. ㄓ Diese eben genannten Organisationen marschierten eine Reihe von Jahren nebeneinander. Die ersten Versuche, die gewertschaftlich eingestellten Verbände der Angestellten zu Partellieren, fallen mit dem Kampf um die Schaffung einer ftaatlichen Benfionsversicherung für die Angestellten zu jammen. Dieser Kampf wird im Jahre 1907 die Ursache zur Trennung der Geifter. Auf der einen Seite standen der fogenannte Hauptausschuß für die staatliche Bensions versicherung der Privatangestellten, dem die bürgerlichen Ver. bände angeschlossen waren, auf der anderen Seite die von den Sport- und Reise- Anzug wie Abbildung oder ähnlich. 3- teilig, aus modern gemustert. Stoff mit Golfhoseod. Breeches 66.00 Langes Beinkleid, dazu passend... Herren- Sportstrümpfe *** 18.00 49 Am Montag, den 15. Juni, abends 7 Uhr, in den Musifersälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31: Die Aussperrung der Holzarbeiter. Nach den uns zugegangenen Nachrichten ist die Aussperrung in der Holzinduftrie gestern verfügt worden in Schleswig- Holstein, Sachsen, Württemberg, Provinz Brandenburg, Köln, ThüGroße Funktionärkonferenzringen, Baden. In Schlesien dauert die Aussperrung bereits feit Zagesordnung: 1. Die neuen Steuern und die Zollvorlage. Referent: Dr. Paul Sers, M. d. 2. Aussprache. 3. Bahl von drei Vertretern in den Bezirksborstand. 4. Verschiedenes. N Einlaß nur gegen Borzeigung des Barteiausweises. Das Betriebssekretariat. engeren Zusammenschluß der gewerkschaftlichen Angestelltenverbände förderten. Im Jahre 1914 treten die Borläufer der heutigen AF- Berbände in einer großen Rundgebung in Berlin für den Gedanken des einheitlichen Arbeitsrechtes als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Berwirklichung der Arbeitnehmersolidarität ein. Die damals begründete Arbeitsgemeinschaft für das einheitliche Angestellten recht erweiterte im Berlauf des Krieges ihr Aufgabengebiet und führte im September 1917 zur Arbeitsgemein schaft freier Angestelltenverbände. Diese Arbeitsgemeinschaft wurde nach dem Kriege zu einem festen Bunde, dem Allgemeinen freien Angestellten bund( AFA- Bund) ausgebaut. Im Oftober 1921 fand der 1. Af- Gemerfschaftstongreß in Düsseldorf statt, der die formelle Gründung vornahm. = T In enger Gemeinschaft mit dem Allgemeinen Deutschen Gemerschaftsbunde( ADGB.) und dem Allgemeinen Deutschen Beamtenbund( ADB.) auf Grund der abgeschlossenen Organi fationsverträge begann nunmehr eine schwierige, aber doch erfolgreiche Arbeit. Die Entwicklung des Afl- Bundes mies vorwärts trog aller immer wieder in die Erscheinung tretenden politischen und wirtschaftspolitischen Erschütterungen der deutschen Republik. Selbst das Inflationsjahr 1923 vermochte den AfA- Bund und seine Verbände in ihren Grundfesten nicht zu lodern. Unter Anspannung aller Kräfte wurde diese Feuerprobe überstanden. Der Stabilisierung der deutschen Währung folgte 1924 die Stabilisierung der freien Gewerkacht Wochen, desgleichen in Hamburg, wo die Arbeiter seit einer Woche ausgesperrt sind. Nicht verfügt ist die Aussperrung im Rheinland rechts des Rheins, im Bezirk Halle, in Sachsen- Anhalt, in Hessen- Nassau, in Pommern mit Ausnahme von Stolp, wo die Urbeiter seit mehreren Wochen im Kampf stehen, in Offpreußen, Berlin, in der Rheinpfalz, in Westfalen, in der Provinz Hannover, in Medlenburg und in Bremen- Oldenburg. Wie aus dieser Aufstellung hervorgeht, fann von einer Generalaussperrung in der Holzindustrie teine Rede fein. Aber selbst da, wo die Aussperrung verfügt wurde, wird fie feineswegs überall vollständig durchgeführt werden. Wenn diese Aussperrung also der Arbeiterschaft und der Wirtschaft im allgemeinen schwere Opfer auferlegen wird, so fann jezt schon feftgestellt werden, daß die Unternehmer, die der Parole des Unternehmerverbandes Folge leiften, sich bei diesem Kampfe verbluten werden. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Politik: Victor Schift: Wirtschaft: Arthur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frig Raritäbt; Anzeigen Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwäris- Buchdruderet und Verlagsanstalt Boul Singer u. Co. Berlin GB 68 Lindenstraße 3. Sieran 4 Beilagen und Unterhaltung und Biffen. Togal gegen Schmerzen der Nerven, Rheuma, Gicht, Jschias, Herenschuß, Kopfschmerzen. Togal stillt die Schmerzen und saeidet die Harnsäure aus. Klinisch erprobt! Hervorragend bewährt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken erhältlich. 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Im Gegensatz zu den Obstbäumen, die„ mal tragen, mal auch nicht," fast das ganze Jahr über der Pflege bedürfen, will man sie von dem schädlichen Ungeziefer freihalten, stellen Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren verhältnismäßig geringe Ansprüche an die Arbeit ihres Besitzers, zudem liefern sie im frühen Sommer ihre Erträge, denen nur die Kirche Konkurrenz macht. Man wird es daher begreifen, daß viele Leute, die in einer„ leichtern und einträglichen Landwirtschaft" ihr Jdeal sehen, sich diesem Zweige der Gartenwirtschaft gewidmet haben meist auch wohl mit Erfolg, nämlich wenn die Absazmöglichkeiten günstig sind, da es natürlich gilt, die geernteten Beeren so schnell als möglich auf den Markt zu werfen. Gerade die föstlichsten Früchte, Himbeeren und Erdbeeren, werden sehr rasch unansehnlich und sind dann fast unverfäuflich. Während das andere Beerenobst- sei es in Hochstämmen oder Busch sich ziemlich hoch über der Erde dem Erntenden darbietet, hängen die Beeren der Erdbeere oft dicht über dem Boden und regnerisches Wetter ist leicht geeignet, die Güte der Ernte zu beeinträchtigen. Zu diesem einen sehr zu beachtenden Kulturmoment treten aber noch einige andere Umstände, so daß es schließlich auch hier heißt: ohne Arbeit feine Erfolge. Die schnelle Erschöpfung der Tragfähigkeit der Erdbeerpflanze spielt da eine große Rolle. Die Kultur der Erdbeere. Es ist wohl allgemein befannt, daß die Erdbeere im ersten Jahre wenig, im zweiten am reichsten, im dritten schon wieder nachlassend, trägt und nach dem dritten Jahre am zweckmäßigsten entfernt wird. Man muß also in jedem Jahre ein neues Beet anlegen. Glücklichermeife liefert uns der eigene Befiz die dazu notwendigen Pflanzen. Die Erdbeere bildet zahlreiche Ausläufer: an diesen, Schnüren ähnlichen Ranken erscheinen Stecklinge, die sich zum Teil selbst bewurzeln. Erfahrungsgemäß sind die der Mutterpflanze zunächst stehenden Ausläufer, da sie am besten ernährt werden, diejenigen, die später den größten Ertrag liefern man wird daher die entfernteren Ausläufer abschneiden. Sind die stehen gebliebenen Pflänzchen einigermaßen bewurzelt, so trennt man sie ab und verpflanzt sie auf ein nicht zu sonnig gelegenes Beet, damit sie in den nächsten vier Wochen sich zu fleinen, gut bewurzelten Pflanzen ausbilden. Diese pflanzt man dann es wird inzwischen Ende August, Anfang September geworden sein zu dreien auf das für die Neuanlage bestimmte Beet. Nimmt man, was häufig geschieht, die Pflänzchen von der Rante, um sie gleich auf die neuen Beete zu sehen, so erspart man wohl Arbeit, gefährdet aber auch die Zukunft der Kultur, da so perfette Bilanzen gegen Frost feinen zu großen Widerstand befizen. Daß die alten Pflanzen späterhin ganz abgerankt werden müssen, ist selbstverständlich; übrigens laffen sich die Ranken sehr gut zu Bindezweden verwenden, etwa zum Anbinden der Tomaten. Je früher man die gut bewurzelten jungen Pflanzen auf das Beet bringt, desto vorteilhafter ist es für die Ernte im nächsten( ersten) Jahre. Borteilhafter als ein spätes Pflanzen ist eine frühe Früh 25] Schnook. Ein Roman von See und Sümpfen. Bon Svend Fleuron. Im ersten Augenblick glaubt sie, das Opfer irgendeines fchuppenbekleideten Widersachers zu sein und schüttelt sich und windet sich, wild um sich schnappend. Aber sie vermag nichts zu paden. Die Wasserfläche scheint sie beständig an sich zu fetten.. Der Adler schreit und schlägt mit den Flügeln, daß hohe Schaumsprißer rings umher den Kampfplay anzeigen. Wie alle seiner Art ist er gewohnt, selbst die größte Beute zu meistern... er nährt noch immer die beste Hoffnung und will nicht nachgeben. Da mit einem Male wird die Gefahr dringend! Der dummdreiste Fänger metft, wie die tragende Luftmenge sich verringert... jetzt schlagen die Flügel ins Wasser er will die Beute fahren lassen, kann aber die Krallen nicht schnell genug herausziehen und in der nächsten Sekunde ist er herabgezerrt und fühlt zu feinem Schrecken was er niemals so recht hat glauben wollen- daß mohl schwerlich das nasse Element für hin das rechte ist. • Schnell verläßt das Leben den bisher immer siegreichen Vogel... dieser mutige Flieger, der im Sturz wohl an die hunderte von Malen das Wasser sich über seinem leichten, Bligen Kleide hat schließen lassen, um einen Augenblick darauf, inmitten eines Schauers von Tropfen und Strahlen, sich stolz in schwindelnde Höhe zu erheben, taumelt nun erstickt, zerzaust und schlotternd auf seinen fraftlofen Klauen, deren Krallen im Fischförper wie festgewachsen sigen. Schnock brachte den ganzen Winter mit dem Adler auf dem Rücken zu und fühlte sich merkwürdig unfrei in ihren Bewegungen. Der Bogel löfte sich allmählich auf, und schließlich blieb nur noch ein Sfelett, das mitunter auf unheimliche Weise an der Oberfläche sichtbar wurde. Gegen Frühling faulte auch das weg! | jahrspflanzung, die namentlich da vorgenommen wird, wo man ein Auswintern der Neuanlagen durch den Frost fürchtet. Im Winter folien die Erdbeerbeete mit furzem verrotteten Mist gedeckt werden, doch muß das Herz der Pflanze möglichst freibleiben. Eine solche Winterdecke hat noch den Vorteil, das Untraut fernzuhalten, alierdings ist sie anderseits oft der Tummelplaz schädlicher Infekten, Schnecken, Affeln usw. Der Mist wird im Frühjahr eingeharft; im Sommer müffen die Beete offen stehen. Sie verlangen ausreichende Bewässerung. Von fünstlichem Dünger sind vornehmlich phosphorhaltige Gaben zweckmäßig. Die reifen Früchte. Die beste Art, Obst zu ernten, ist unzweifelhaft: vom Stengel in den Mund. Wenn es gilt, auf diese Weise Erdbeeren zu pflücken, verstehen sich alle auf das Bücken. Anders ist es, wenn für den Falsch gepflückt. Richtig gepflückt. späteren eigenen Gebrauch oder gar für den Verkauf geerntet werden muß. Da die Erdbeere bei voller Reife dann schmeckt sie eben am besten gepflückt wird, so ist ein Berühren der Beere mit der Hand zu vermeiden, denn jedes noch so leichte Anfassen beenträchtigt das Aussehen. Der Pflüdende muß vielmehr mit dem Nagel des Daumens und Zeigefingers den Stiel abfneifen; bei größerem Betrieb bedient man sich der Erdbeerscheere, die den Stiel festklemmt, so daß die Frucht nicht herabfällt. Erdbeeren sollen nicht gewaschen werden, das Aroma leidet darunter sehr. Aber wo es gilt, anhaftende Erdteilchen zu entfernen, muß man doch zum Waschen, d. h. Abschwenken im Siebe greifen; gewaschene Beeren sollten aber möglichst sofort verzehrt werden. Ist nun das sommerliche Wetter regnerisch und fühl, so daß die Sonne nur wenig scheint, so sorgt die Natur in unliebſamer Weise für ein Waschen", das das Gegenteil der Sauberkeit bedeutet. Die Beeren liegen am schlammigen Boden und nehmen reichlich Erde auf, fangen auch schnell zu faulen an. Diesem Uebelstand sucht man dadurch zu begegnen, daß man unter die hängenden Beeren eine Unterlage von Holzwolle( auch Stroh, Tannenzweige) legt. Ferner hat man aus Draht gefertigte Stützen. Sonntag, 14. Juni 1925 die dem gleichen Zwecke dienen und namentlich bei der Erdbeertreiberei sich bewährt haben. Aber solche Hilfsmittel versagen im Großbetriebe, und diese Einsicht führt, uns dazu, den Gefahren ins Auge zu sehen, denen die Kultur der Erdbeere ausgesetzt ist. Schädliche Einflüsse. Wenn im August- September die Sonne heiß herniederbrennt, teilt die junge Erdbeeranlage das Geschick aller Neuanpflanzungen: fie fann leicht vertrocknen". Dann kommt der Winter, schneelos, mit schneidendem Ostwind: jetzt herrscht die Gefahr, daß sie„ ausfriert". Aber alles ist gut überstanden, der Mat ist da und die Beete schimmern in weißer Blütenpracht: eine einzige Frostnacht vernichtet die Hoffnung auf die Ernte. Die Früchte reifen scheinbar in der schönen Sommerwärme, aber will man sie pflücken, so hat sie der Sonnenbrand blasig" und damit wertlos gemacht. Auch wenn alle Früchte zugleich reifen, ist dies meist ein Nachteil, da es dann oft an pflückenden Helfern und vor allem an Absatz fehlt. Auf die sich leicht einstellende Fäule der Erdbeerfrucht bei anhaltendem Regenwetter wurde schon hingewiesen: der Schimmelpilz, richtet dann arge Berheerungen an. Erdbeerschädlinge sind ferner:: der Erdbeerstecher, die Schnecken, Drahtwürmer usw. Natürlich ist es mein nicht so schlimm bestellt, wie hier angegeben, aber es heißt- namentlich bei Trockenheit und bei Frost in der Zeit der Blüte aufpassen und entsprechende Abwehrmaßregeln treffen. Gerade, weil viele landhungrige Leute in der Erdbeerkultur eine leichte Einnahmequelle sehen, mußie auf die Schädigungen hingewiesen werden, die auch diesen Zweig bedrohen. * Welches ist die schönste Erdbeere? Welches die beste großfrüchtige Sorte? Welches die am frühesten reifende? Und so könnte man mit Fragen fortfahren und an der Hand der so häufig auftauchenden„ Neuheiten" Antwort geben. Aber besser ist es, für den fleinen Züchter zumal, sich an die alten bewährten Sorten zu halten, die wie„ Lartons Noble"," Deutsch- Edern"," König Albert von Sachfen",„ Weiße Anannas" Weltruf haben. Die Hauptsache bleibt doch die gute, verständige Kultur bei forgjamer Pflege ist stets auf einen so großen Ertrag zu rechnen, daß der einzige wirkliche Uebelstand, der mit der Erdbeerfultur verbunden ist: die nur einmolige Ausnutzung des Bodens im Jahre dagegen verschwindet. Kinderfahrt nach Ostpreußen. Auf dem weiten Platz vor dem Bahnhof ist ein mogendes, farbiges Durcheinander. Groß und flein schiebt und drängt sich hin und her, die Menschen stehen verwundert und schauen von Ferne auf das seltsame Getriebe. Straßenbahnschaffner hängen erstaunt aus ihrem Wagen, Kutscher wuchteln mit ihren Beitschen, schieben die Müze in den Naden und pluſtern die Backen auf was ist da los? Großes und feines Gepäck, Schachteln, Körbe, Riſten türmen fich zwischen den Leuten, Kinder rennen erregt von einem zum anderen, und endlich rufen laute Stimmen Namen, rufen wie Marktschreier und mit einem Male wird das Gesumme und Getreische still, und um Stangen mit Plakaten schammeln sich die Haufen: Gerdauen"," Goldap"," Stallupönen"," Stuhm" das steht auf den Plakaten und danach richten sich die Kinder während oben auf dem Bahnsteig die letzten Vorbereitungen für die Abfahrt des Kinderzuges nach Ostpreußen getroffen werden. Wie viele Herzen hängen an diesem Zuge, wieviele Köpfe wälzen Gedanken, die sich alle darum drehen, ob nichts paffiert, ob alles richtig wird. Und wieviele Sefunden fönnte man aneinanderreihen zu einer endlosen Rette, in wievielen Sefunden haben Kinder und und Eltern auf diesen einen Augenblid gewartet! Jetzt ist er da die Traumgedanken sind zur Wirklichkeit geworden, haben Form und Gestalt angenommen und reifen ihrer Erfüllung entgegen. Jeder Wagen ist besetzt, alle Fenster sind gefüllt, drei, vier Röpfe schweben neben- und übereinander, rufen, jauchzen, sprudeln Worte, Schreie heraus und die Mütter und Bäter sind nicht weniger aufgeregt soll es doch vier lange Monate dauern, bis die Kleinen wieder nach Berlin zurückkommen. Ostpreußen ist weit, weit und es fließen die Tränen und Schnurrbärte sträuben sich, bis mit einem Rud der Zug in Bewegung tommt und aus den entschwindenden Fenstern der helle Gesang der Kinder über die Halle verflattert und sich in die Winde hochhebt:.. lieb Heimatland ade!" Aber oben auf dem Schlesischen Bahnhof geht noch einmal der Trubel los da stehen die Eltern auf dem Bahnsteig der Stadtbahn und rufen und winken, und die Kinder des Berliner Oftens schwenken ihre Tücher und schreien hinüber zu den vom Elend Gebeugten und mit Mühsal Beladenen aus den proletarischen Mietskasernen des Bezirks Friedrichshain Bezirks Friedrichshain hinaus geht es in das Ungewiffe, Unbekannte, zu fremden Leuten, auf das Feld zu weißen, schnatternden Gänsen und zu vollen Tischen und Kasten. 600 Kinder, die sich seit Monaten auf ihre Ferien freuen, die nirgends sonst hinkommen, die niemand auf dem Lande haben, die sich feinen Urlaub an der dort im fernen Landstrich See oder im Gebirge gönnen fönnen 11... Die Krallen aber wurde Schnod nimmer.los: die faßen| lodernden Blaus schwammen herum. Und dazwischen schoben bis in ihren Tod auf ihrem Rücken eingekapselt. fich fupfergrüne und violette Spiegel, in denen die dämme= Und jetzt zeigten sich gefährlichere Feinde! rungsdunklen Birkenkronen sich selbst erblickten. Ihre verschiedenartigen llebergriffe, die nicht unbeachtet geblieben waren, lenkten in steigendem Maße die Aufmerkfamkeit auf sie. In den umliegenden Dörfern, wo sie unter der Maske eines Lindwurms oder Drachens umging, begangen sich Mythen zu verbreiten und so mußte sie denn wieder darauf bedacht sein, sich vor den Menschen zu hüten. Man schoß auf sie und einmal bekam sie so auch einen Streifhagel in die Seite, kam aber mit dem Schrecken davon. Reusen, mit schimmernden Eierschalen angefüllt, legte man aus; aber sie waren glücklicherweise viel zu klein, ols daß fie hineinzuschlüpfen vermochte. Eines Tages wühlte sie so tief im Schlamme, daß nicht ein Fältchen der Wellenbewegung die Oberfläche erreichte. Und trobem erhielt der Himmel ein Zeichen! Nach kurzer Zeit schossen grünüberzogene, schleimige Schilfftoppeln senkrecht durch das Wasser empor und legten sich auf die Seite, sobald sie die Oberfläche erreichten. Nach diesen zielte ein fischeifriger Bauernjunge mit seinem Aalstecher... Bor wenigen Augenblicken noch umfing die Sonne alle Randhügel des Moores; sie lag leuchtend auf den Blütenschirmen des Wildkerbels und über einem schmalen Streifen rotgoldenen Kieses, der aus einem der Hügel herausgebrochen war. Nun aber war sie weg der voll ausgesprungene Weißdorn ließ zögernd die rote Sonne fahren und bleichte schaudernd dem Dämmerungsdunkel entgegen. -Plötzlich verstummt die Nachtigall droben im Dorngehänge... hält mitten in ihrem höchsten Triller inne und beginnt zu schnarren... Ein großer Otter mit furzen Ohren läßt behutsam seinen Kopf hinter dem Streifen Kies sichtbar werden. Er schnuppert lange und ausdauernd- seinen runden, wolligen Hals über dem Haufen witternd emporstreckend... Ueber fernen Wällen jenseits des Moores guckt das erste Rot des Vollmonds hervor. Wie ein gewaltiger Fliegenpilz wächst er am Horizont herauf, eine violette Wolke in die Lüfte spritzend. Der Bursche stach, wie er schoß-: daneben! Und als der Mond höher steigt und die Größe einer Aber eines Tages im Borsommer hätte sie auf Haar ihren Halbfugel erreicht, verwandelt er eine Gruppe hoher TannenMeister gefunden. fronen, die sich vor ihm erheben, in eine Riefenmohnblüte, die im Aufspringen begriffen ist. Im Kampf mit einem Diter. Der Feldweih hatte sich auf seine jüngst ausgebrüteten Jungen gelegt und das Krähenpaar fütterte zum legtenmale; jetzt tam die Zeit der Eulen- und der Nachtigall! Stumm und müde strich der Kuckuck von den Wiesen ins Moor, wo das Halbdunkel ihn aufnahm und auf einem Zweige verbarg. In allen Weidenbüschen und im Rohrdickicht wurde es nach und nach dunkel und fühl; nur an Tümpeln und Ufern, wo die Wafferjungfern jagten, hielt der Sonnenschimmer des Mittsommers noch stand. Die Wasserfläche begann in starken spanischen Farben zu schillern: Flächen voll flammenden Gelbs, Feuerrots und Einen Augenblick thront die Blüte vollendet, groß und rund auf der Spige ihres schlanken, schwarzen Stengels dann zerfließt die Erscheinung: Aus einem Fliegenpilz wird die Mohnblume zum Mond! Do reckt der Otter sich völlig vom Erdboden auf, bekommt und schlürft einen Körper und Schwanz und vier Beine auf seinen Füßen die Böschung hinab. Ein fischendes Reiherpaar am Rande des Sumpfes trümmt den Hals und gibt mit heiseren, gellenden Trompetenstößen Fersengeld, eine Herde watender Färsen, die ebenfalls das Raubtier spüren, be= ginnen laut zu brummen und zu schnüffeln. ( Fortsetzung folgt.) jenseits des polnischen Korridors tommen diefe Jungen zu ihrem Recht, dort machen sie ihren Anspruch auf Leben, Bewegung und Freiheit, dort vergessen sie, daß dem Vater Arbeitslosigkeit droht und daß die Mutter des Abends seufzt, weil das Geld für die vielen Kinder nicht ausreichen will. Dort drüben liegt für viele das gelobte Land, dort gibt es Milch und Butter und Gänse und Obst und alles, was man in Berlin nur in den Auslagen der Läden sieht: Effen, Effen! " Herr Lehrer, Fräulein wann tommt denn der Korridor?" Hundertmal wird diese Frage gestellt, schon bei Rüstrin ist der einzige interessante Puntt der Korridor"." Wann sind wir denn dort, wielange fahren wir durch, warum kommt er denn nicht, wie sehen denn die Polen aus, ist da ein Tor zum Durchfahren?" Immer der Korridor, der Rorridor. Aber vor Marienburg hörten wir etliche sprechen und sie hatten die Köpfe eifrig zusammengesteckt, als die Fenster wieder geöffnet werden durften:" Du, aber hör mal, da war es ja janz helle im Korridor! Schon um 3 Uhr in der Frühe! Und id bachte...!" Dabei ein gang erstauntes Gesicht und ein offener Mund, der in Erwartung auf die Antwort offen blieb. Etwa 160 Kinder steigen aus in Marienburg, der Bahnhof steht voll Gepäck, die Begleiter rennen hin und her, geben Anordnungen, hasten den Zug entlang die einen sind froh, daß sie schon bald am Ziel sind, die anderen steigen wieder ein Königsberg, Goldap, Gerdauen noch weit und fern, und die Kinder haben gemischte Gefühle nach der durchwachten oder durchschlafenen Nacht im Zuge; aber allen schwebt das Ziel, das ferne Biel vor Augen. Ein legtes Abschiedsrufen, Tücherschwenken auf den schon ausfahrenden Zug springt noch einer auf, gibt noch eine Tasche ab ein Zugfchaffner mischt sich den Schweiß von der Stirne und durch den hellen Morgen verflingt das Stampfen der Räder, Königsberg entgegen. 600 Kinder, die sich nach Sonne und Licht sehnen, sind aus gefahren in die Welt und denken kaum an Berlin, das halb ver gessen dahinten liegt auf der anderen Seite des Korridors"! Glückliche Kinder! Und in den Schulklassen im Friedrichshain wird manche Lüde flaffen, und manche Lehrkraft wird wünschen, auch verschickt zu werden und sei es zum Gänsehüten! Das Verbrechen an der Zehnjährigen. Bom Täter noch feine Spur. Das furchtbare Verbrechen an der zehnjährigen Senta Eckert, über das wir im gestrigen Abendblatt berichteten, hat noch teine Aufklärung gefunden. Das unglückliche Opfer wurde durch Dr. Straßmann einer vorläufigen Besichtigung unterzogen. Wahrscheinlich ist das Kind erwürgt worden, auf jeden Fall liegt ein schweres Sittlichkeitsverbrechen vor. cine Das Mädchen muß von dem Lüstling in der Rudelsburger Straße angesprochen worden sein, jener breiten Straße, die fich vom Bahnhof Karow rechts vom Bahnförper hinzieht. Der große Roggenslag, in dem das Mädchen gefunden wurde, wird durch einen Feldrain in zwei Teile geteilt. Wie aus Spuren ersichtlich, ist der Mörder mit dem Mädchen diesen Feldrain etwa 50 Schritte hinaufgegangen und dann 16 Schritte rechts in das Spuren, das Getreide ist im Umkreis von etwa 2 Metern niederbrusthohe Roggenfeld eingebogen. Deutlich sieht man hier die den Feldrain zurück, eine Strecke den Rain entlang und zum zweiten getreten. Von hier aus führt die Spur im Getreide wieder auf Male in das Korn hinein. An dieser zweiten Stelle fand der Hund heute früh die kleine Leiche. Bei der Dürre des Bodens ist eine Schleifipur nicht zu erkennen, es läßt sich also nicht feststellen, ob der Mörder sein Opfer bereits an der ersten oder später an der zweiten Stelle im Korn umgebracht hat. In dem aufgefunbenen Korb fand man noch die Butterbrote, einige Kleinigkeiten und das Bortemonnaie des Kindes. Die Eltern hatten ihm mehrere Groschen mitgegeben, die jetzt fehlen. Ob das Kind sich für das Geld etwas gekauft und das Gekaufte verzehrt hat oder ob der Mörder Das Geld an sich genommen hat, steht noch nicht fest. Unter den Laubenfolonisten hat das furchtbare Berbrechen große Aufregung hervorgerufen und viele Menschen umstehen in weitem Umkreis das abgesperrte Kornfeld. Trotz der großen Patrouillenschar, die von der Mordkommission ausgesandt wurde, sind bisher noch feine Nach richten eingelaufen, daß das Kind, nachdem es sich aus der Wohnung der Eltern entfernt hatte, gesehen worden ist. Es sei noch einmal genaue Beschreibung des fleinen Mädchens und feiner Kleidung gegeben. Das Kind ist etwa 1,26 Meter groß, von zierlicher Gestalt, hat ein ovales Gesicht, braune Augen, dunkelDie Wassernot noch nicht behoben. braunes Haar, das in Schnecken aufgesteckt ist und mit einer Die Frage der Vereinheitlichung der Wasserversorgung. schwarzen Haarschleife geschmückt war. Bekleidet mar es mit einem fchwarzweißfarrierten Kleide mit rotem Kragen und roter Schärpe, Nachdem das Berbindungsrohr zwischen den Bererdfarbenen Badenstrümpfen und braunen Halbschuhen. In der liner Wasserwerfen und dem Charlottenburger and trug es ein naturfarbenes fleines entel förbchen mit Wassermerk 2.-G. nunmehr fast einen Tag in Betrieb ist, roter Schleife. Das Körbchen war mit einer fleinen Dede zugedeckt, fann man schon ruhig sagen, daß der Erfolg nur als sehr ge Alle Personen, die am Montag um 9 Uhr das kleine Mädchen auf ring bezeichnet werden muß. Eine geringe Besserung ist nur in dem Bahnhof Gesundbrunnen oder im 3uge nach fleinen Teilen des neuen Westens eingetreten. In Neukölln z. B. Karom oder auf dem Bahnsteig in Rarom gesehen haben, werden dringend ersucht, sich unverzüglich bei der Mordfommission, hat sich die neue Wasserzufuhr überhaupt nicht bemerkbar ge den Kommissaren Werneburg und Albrecht im Zimmer 80 des Polizeimacht. Do diese sicherlich sehr gut gemeinte Berzweiflungsaktion präsidiums zu melden. Die Mordkommission ist vorläufig im im ganzen genommen als gescheitert zu betrachten ist, bleibt der Be Revier 284 stationiert. Das Revier befindet sich in Buchholz, pöfferung nichts anderes übrig, als gute, beffer, böfefte Miene zum Berliner Straße 24. bösen Spiel zu machen und mit mehr oder weniger Ungeduld ab. zuwarten, bis die neuen Brunnenanlagen des Wassermerts ihre Tätigkeit aufnehmen fönnen, und die hinterher hintende Betriebserweiterung durchgeführt ist. Auch die Hoffnungen auf Regen, die gestern hier und da faut wurden, find eitet. Mit irgendwelchen stärkeren Niederschlägen ist in nächster Zeit faum zu rechnen. Die Bevölkerung fann sich für die ausgeftandenen Möte bei der Direktion der Charlottenburger Wasserwerte schönstens bebanken. Die fommunalpolitischen Folgerungen aber aus biefem Die kommunalpolitischen Folgerungen aber aus diesem Schildbürgerstreich des privaten Werts zu ziehen, ist Sache der verantwortlichen Stellen der Stadt. 容 Der Charlottenburger Wasserstandal wird am Donnerstag die Stadtverordnetenverfammlung beschäftigen. Wie mir schon mitteilten, hat die Sozialdemokratische Frattion einen Antrag gestellt, in dem der Magistrat ersucht wird, mit allen Mitteln auf Abstellung der Mängel der Wasserversorgung im Gebiet der privaten Charlottenburger Wasserwerke A.-G. hinzumirten". Entgegen den Mitteilungen bürgerlicher Zeitungen ist bie Sozialdemokratische Fraktion bie einzige, die sich um den Wastersfandal befümmert hat. Unsere Bahlen über die skandalöse Dividendenpolitik der privaten Attiengesellschaft find bezeichnenderweise von der ganzen Rechtspreffe totgeschmiegen worden. Die Deutsche Zeitung" hat die Stirn, von maßlojen Angriffen der Sozialdemokratie zu reden, trozdem fie heute felber zugeben muß, daß die Schuld der privaten Gesellschaft unbestritten ist. Es ist der Rechtspresse eben außerordentlich peinlich, daß hier an einem Musterbeispiel einmal volitommen unwiderleglich nachgewiesen werden kann, mie die Dipi dendenpolitit diefes Privatunternehmens in einen unlöslichen Widerspruch mit den Inter effen der Gesamtwirtschaft gerät. Die fommunalen Monopolbetriebe gehören in die Hand der Gemeinde und nicht in die Hand der Dividendenquetscher. Inzwischen haben auch bereits bei den Städtischen Wasserwerfen Beratungen darüber eingesetzt, wie eine Bereinheitlichung der Wasserversorgung Groß- Berlins herbeigeführt werden könnte. Auch diese Frage wird durch den Vorstoß unserer Stadtverordnetenfraftion einen starten Antrieb erhalten. Das städtische Stadtreinigungs- und Fuhramt teilt mit: Der Wassermangel im Bereiche der Charlottenburger Wasserwerke hat den Magistrat veranlaßt, zur Entlastung des Leitungsnezes die Straßenbesprengung fowie das Waschen der asphaltierten Straßen mit Waschmaschinen in den in Betracht kommenden Stadteilen einzustellen. Eine Besprengung wird nur noch in den dringendsten Fällen vorgenommen werden. Mit dem Fortfall des Wassermangels wird die Einschränkung wieder aufgehoben werden. Das stillgelegte Niederschönhausener Wasserwerk. Bon unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß die in unserer gestrigen Abendausgabe gegebene Darstellung der überschwem'nten Keller und Gärten in Niederschönhausen sich nicht bewahr. heitet. In diesem Frühjahr und auch schon früher nach Stillegung des Niederschönhauser Wasserwertes ist in einige Keller der Uhlandstraße und Waldstraße Grundwasser ein= gedrungen. Dieser Zustand hat sich aber mit der zunehmenden Trockenheit ganz erheblich gebeffert und gegenwärtig ist in feinem Reller mehr Grundwasser vorhanden. Dieser Zustand hätte nicht eintreten fönnen, wenn die Stillegung des Waffermertes nicht nach Eingemeindung von Niederschönhausen mit Berlin er. folgt wäre. Auch die Tatsache, daß der den nördlichen Teil von Niederschönhausen durchziehende Kreuzgraben an verschiedenen Stellen recht flach geworden ist, und daß er im Zuge der Bismardstraße in zu hoher Lage eingerohrt ist, läßt den llebelftand des Einbringens von Grundwasser in die Keller in jedem Frühjahr wieder erscheinen. Die zuständige Tiefbauverwaltung Bantow sollte sich endlich der Abstellung dieses Uebelstandes annehmen. in Ein Großdeutscher Tag in Berlin. Anfäßlich der Wiederkehr des Verfassungstages veranstaltet bie. Berliner Ortsgruppe des Reichsbanners Schwarz Rot. Golb am 8. unb 9. August einen Großdeutschen Tag, der zu einem gewaltigen Bekenntnis der republikanischen Massen werden soll. Hunderttausende republikanische Frontfämpfer werden nach Berlin tommen, um an den Veranstaltungen, die die Berliner Drtsgruppe organisiert, teilzunehmen Reben einer Riesentund gebung im Ausstellungspark( Ulap) und einer gewaltigen Fest meihe auf der Treptower Spielwiese ist ein imposantes Boltsfest in sämtlichen Gartenrestaurants Treptows geplant. Unübersehbare republikanische Massen werden am 8. und 9. August den Marsch auf Berlin" antreten. Auf die Ergreifung des Täters ist eine Belohnung von 1500 m. ausgelegt worden. Nochmals sei darauf hingewiesen, michtig erscheinen, im Gesamtbilde einen großen Fortfritt bedeuten daß alle Mitteilungen, mögen sie auch noch jo geringfügig und un Bei den ,, Agoiften". Am Sonnabend wurde die vom 13. bis 15. Juni in der Phil. harmonie stattfindende" go", Fachausstellung des fort hrittlichen Schuhmacher handwerts, eröffnet. 2us allen Gauen Deutschlands waren Abgeordnete herbeigeeilt, um die Grüße ihrer Settionen zu überbringen. Einer der Redner betonte, daß das Agoverfahren feine Konkurrenz sein soll; es will eine Er. leichterung im Herstellungsverfahren bedeuten, die frumme, sigende Lebensweise verhüten. Im Anschluß daran forderte der Obermeister Eckerlein den Willen zur einheitlichen Arbeit, gemeinsames Streben und verbundenes Können. Das Schuhmacherhandwerk finde nicht die ihm gebührende Anerkennung; jeder Schmied müsse eine staat. liche Prüfung ablegen; sei der menschliche Fuß aber nicht ebenso ordnungsmäßig zu beschuhen? Die Ausstellung selbst im Oberlichtfaal zeigte Werkzeuge, Maschinen, Leder, Buzmittel und hauptsäch lich praktisches sowie elegantes Echuhzeug. Was ist nun Ago? Ago ist die moderne Schuhherstellung, die erstklassige Schuhreparatur ohne Naht und Nagel, im Gegensatz zur früheren Besph lung, die normalerweise ungefähr 200 Durchbohrungen notwendig machte. Nach dem neuzeitlichen Klebesystem werden die brüchigsten Schuhe fast neu hergestellt. Die Agoisten" wollen nicht Schuster, sondern Schuhkünstler und fortschrittliche Arbeiter sein. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Brenzlauer Berg. Die Trauer feier für den auf der Pfingstreile verunglüdten zehnjährigen Sohn unserer Abteilungsleiterin Römbild findet am Dienstag, den 16. Juni, abends 6, Uhr, im Krematorium in der Gerichtstraße statt. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 14. Juni. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Schubert: Andante poco piu mosso aus dem Trio op. 99( Gorda Reichert, Violine; Herta MackReichert, Klavier; Heinrich Kramer, Cello). 2. Haydn: Es bringe die Erde hervor lebende Geschöpfe, Rezitativ und Arie aus der Schöpfung"( Gustav Polzin, Baß). 3. Bibelrezitation( Bibelsprecher Schulzke). 4. Ansprache des Hearn Pfarrer Struckmeier von der Osterkirche, Berlin. 5. Schubert: Pax vobiscum( Gustav Polzin). 6. Beethoven: Trio B- Dur( Allegretto) Oevre posth( Gerda Reichert. Herta Mack- Reichert, Heinrich Kramer), 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft, Dr. Karl Ludwigs: Pflanzenkrankheiten in der Landwirtschaft, II. Teil"( Getreidekrankheiten). 3.30 Uhr nachm.: Märchenstunde. Fritz Delius spricht Märchen von Kopisch und Baumbach. 4.30 bis 6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman, unter Mitwirkung des Berliner Funkchors. Leitung: Ludwig Preiß. 7.15 Uhr abends: Einführung zu der Uebertragung Hoffmanns Erzählungen". 7.30 Uhr abends: X. Uebertragung aus der Staatsoper, Unter den Linden: Hoffmanns Erzählungen", phantastische Oper in drei Akten, einem Prolog und einem Epilog von Jules Barbier. Musik Pitichinaccio; Antonia; Franz; Niklaus; von Jacques Offenbach. Personen: Olympia; Cochenille: Giulietta; Coppelius; Eine Nathanael; Hermann; Crespel; Schlemihl. Stimme; Dapertutto; Hoffmann; Mirakel; Spalanzani; Luther; Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 14. Juni. " 11.30-12.50 Uhr mittags: Konzert Mitwirkende: Tambouraschenchor Wellebit", Berlin. Dirigent: Hermann Meier. 1. H. O. Blankenburg: Einzug der Hellebardiere, 2. O. Kahnt: Romanze in C. 3. Cehetner: U Pecini( Kroatische Ouvertüre). 4. Nesvadba: Loreley- Paraphrase. 5. C. M. v. Weber: Motive aus der Oper Der Freischütz". 6. S. Dicker: Aschenbrödels Brautzug. 7. Fucik: Traumideale, 8. Smetana: Marsch aus der Oper„ Die verkaufte Braut". 12 Uhr mittags: Esperantoeinlage. Montag, den 15. Juni. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.40 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau(, Ferien der Hausfrau") 5-8.30 Uhr abends: Konzert. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. 6.35 Uhr abends: Werbevortrag: Nördlingen, die alte Reichsstadt im Schwabenland". 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 7.30 Uhr abends: Geh. Ministerialrat Dr. Karstedt: Die Bedeutung der Grundschule. 7.50 Uhr abends: HansBredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Theologie. Dr. Hugo Greßmann:„ Das alte Israel und der alte Orient. 6. Vortrag. " Der Genius Israels". 8.30 Uhr abends: Tilla Durieux spricht: 1. Oskar Wilde: Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading. 2. Rainer abends: Lautenlieder, Maria Rilke: Aus den Geschichten vom lieben Gott. 9.30 Uhr vorgetragen von Emil Kühne. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Opfer der Arbeit. Zwei Arbeiter in einer Baugrube verschüttet. 0 Auf dem Gelände des Beamten Wirtschaftsvereing in Tempelhof wurden beim Ausheben eines etwa zwei Metér tiefen Schachtes zwei Bauarbeiter verschüttet. Der eine vollständig, der andere bis zum Kopfe. Die Feuerwehr wurde alarmiert und sowohl die Tempelhofer wie die Mariendorfer trafen rafch ein und befreiten die beiden Unglücklichen. Sie wurden in das Brizer Krankenhaus übergeführt. Besonders einer von ihnen soll schwere innere Berlegungen davongetragen haben. Die Opfer find der 36 Jahre alte Arbeiter he in rich Peters aus Adlershof und der 62 Jahre alte Arbeiter Johann Knepp aus Tempelhof. Es ergibt sich die dringende Frage an die dortige Baufirma, ob alle Borsichtsmaßregeln getroffen worden waren oder ob die Schutzvorschriften nicht genügend beachtet wurden. In letzterem Falle wäre ein energisches Eingreifen um so mehr dringend nötig, da die Unglücsfälle im Baugewerbe sich in bedentlicher Weise häufen. Silberkunst. Bei Hermann Rothe im Adlon ist vom 15. Juni auf 2 Wochen eine Ausstellung von silbernen Geräten von Emil Lettré, dabei vieles für die dekorative Ausstellung in Paris gearbeitetes Tafelsilber, Kannen, Schüffeln, Service in neuem Ausdruck. Der Verband sozialistischer Studentengruppen Deutschlands und Desterreichs, der zurzeit 23 Ortsgruppen und rund 2500 Mitglieder zählt, hat seinen Sig von Leipzig nach Berlin verlegt. Zu schriften sind zu richten an den Geschäftsführenden Vorstand z. H. von Dr. Otto Friedlaender, Berlin M. 30, Landshuter Str. 37. Ein amffiches Luftfursbuch ist soeben vom Reichsverkehrsministerium ( Abteilung für Luft und Kraftfahrweien) herausgegeben worden und im Berlag Gebrüder Radetti, Berlin SW 48, erschienen. Es enthält 40 Luft linien, die insgesamt 23 000 km, einschließlich der im Auslande liegenden Etreden, überfliegen. Die Notwendigkeit der Herausgabe des Kursbuches ergab sich aus der Entwicklung des deutschen Luftverkehrs, und diese Entwidlung wieder ist zwangsläufig gegeben durch die Lage Deutschlands als zentrales Land Europas. Das Reichs- Luftkursbuch enthält noch die Eisen. bahnanschlüsse für eilige Reisende, die Abfahrtstellen der Subringer- Straft wagen, Konsulate für Auslandsreisende, Auskunftstellen usw. Es fann durch jede Buchhandlung für 25 Pf. bezogen werden. . findet in Friedrich bagen unter Führung der Kunstgemeinde wieder Heute Gemeinde- Kinderfeit in Friedrichshagen. Am heutigen Sonntag eines der belannten und wegen ihrer fünstlerischen Eigenart weit über Groß- Berlin hinaus beachteten Stinderfeste statt. Die Leitung liegt wie früber in handen von Bilhelm Spohr. Das Feft findet unter dem Zeichen: Bonfremden 2ändern und Menschen" statt und wird in der Bildung von Gruppen wie in der Bekleidung diesem Charatter Rechnung tragen. Im Mittelpunkt steht bereft zug, der sich um 2 Uhr von den Wassermerten am Müggelsee aus durch die Sees und Friedrichftraße nach dem Sturpart hinter dem Bahnhof Friedrichshagen bewegt. Jm Sturpart und angrenzenden Wald von 8 Uhr ab: Jest wiese( Bölterpark). Begietsbildungsausichuß Groß- Berlin. Am 20. und 21. Juni Sonnen. mendjeier des Arbeiterkulturfartells in den Gosener Bergen. Starten Afa- Drts: à 50 1. bei der Gewerkschaftskommission, Engelujer 24/25 im fartell, Engelufer 24/25 in den Zahlstellen der Freien Bollsbühne Jugendsekretariat Lindenstr. 3, 2. of II Erziehungsverein der Kinderfreunde Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold, Sebastianstr. 37/38 bei den Obleuten der Kreis und bieilungsbildungsausschüsse in den Vorwärtsspeditionen im Bureau des Begirlsbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. of II, Zimmer 8. Die Blafate zur Sonnenmenbfeier fichtbar und wirtungsvoll aushängen. Bücherfreis. Die Sunthefte find Ebert Reliefs von Gerstenberg à 1,60 erschienen. Neue Blafate abholen. und 1,80, Radierungen von Sela Haffe, Strommer. Ausstellung und Berlauf im Bureau des Bildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. of II. 199 Jugendveranstaltungen. Alle Achtung, Matchen! Am Dienstag, den 16. b. M., abends 7 Uhr, im Jugendheim Lindenste. 8, Mädchentonferena. Bortrag der Genoisin Gener über Frauenerwerbsarbeit". Mädchen, erscheint alle! Fragen eures Berufs- und Erwerbslebens werden von der Genoffin Gener, bie eine außerordentlich gute Rennerin dieses Gebietes ist, cr örtert werden. Bringt eure Mütter mit. Alle Parteigenossinnen find ebenfalls eingeladen. Achtung, Abteilungen Charlottenburg, Moabit I und II! Beteiligt euch az ber Brabe für bas eftfpiel, das am Sonntag zur Sonnen wende aufgeführt werden soll, am Montag, den 15. d. M., abends pünktlich Senoffen Ernst Zastowski und Erust Reden. 8 Uhr, im Bollspart( Jungfernheide). Die Zeitung liegt in den Sänben ber Werbebegiz! Reeusberg: Alle Abteilungen stellen fich bis nächsten Freitag der Arbeiterwohlfahrt zum Straßendienst für die Erhebung über ben Rinder bettel aur Verfügung. Achtung, Mufiler unb Chor! Montag, ben 15. b. 9., abenbs pünktlich Th Uhr, Ueben im Jugenbheim Lindenstr. 3. Bringt noch intereffierte Ge noffen und Genoffinnen mit. Heute, Sonntag, den 14. Juni: Moabit II: Fahrt Birkenwerder- Bernau. Treffpunkt 26 Uhr Butlikfirake. Often( Stralauer Biertel): Wanderung. Treffpunkt 6 Uhr StralauRummelsburg. Charlottenburg, Jungsozialisten und Rinderfreundel Waldfeft nachmittags 3 Uhr auf der Möckerihwiefe in der Jungfernheide, Proavamm: Mufit, Resitationen, eispiel usw. Treffpunkt 9 Uhr vormittags und Nachzügler 1 Uhr nachmittags Luifenplag. Nachzügler werden abgeholt. Werbebezirk Neufölu: Treffwanderung nach Klein- Röris. Treffpunkt 11 Uhr Serberge. Die Zurüdgebliebenen beteiligen sich am Rinderfest in der Aönigsheide. Berbebezirk Besten: Wandertag auf dem Reiherberg bei Golm ( Wildpark). Treffpunkte: Weften: Frith 6 Uhr Billombogen, Bots. Damer Straße: Schöneberg II: 6 Uhr früh Kirchplah, Grunem Thftrake: Schöneberg I: 6 Uhr früh Raifer- Wilhelm- Blaz: Friedenau: 6 Uhr früh Bahnhof Wilmersdorf- Friedenau. Abfahrt 7,25 Uhr ab Potsdamer Bahnhof bis Wildpark. Charlottenburg, Halensee, Schmargendorf, Wilmersdorf treffen sich früh 7 Uhr Bhf.- Charlottenburg( Bahnsteig). Fahren bis Wildpark. Werbebezirk Teltowkanal: Werbebezirkstreffen in Wannsee. Alle Ab. teilungen müssen um 10 Uhr am Bhf. Wannsee eintreffen. Alle Mitglieder müssen zu den Treffpunkten ihrer Abteilung erfcheinen. Sieglin 1: 49 Uhr vormittags Bhf. Steglis aur Fahrt nach Wannsee. Morgen, Montag, den 15. Juni, abends 7% Uhr: Gibost( Garliner Blertel): Schule Waldemarstr. A, Bortrag: Entstehung einer Moabit I: Schule Waldenserstr. 21, Bortrag: Jugend und Gemertfchaft", Beitung". Friedenau: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Unfere Jugendschusforderungen". Arbeitersport. Schachspieler. Die Abt. Often bes Berliner Arbeiter Sdad Rlubs beginnt am Dienstag, den 16. Juni, mit ihrem Commerturnier. Auin.thnte neuer Mitglieder. Anfänger werden im Schadspiel unterwiefen. Spieltag Dienstags 7 Uhr bei Ernst Rauten, Große Frankfurter Str. 10. Arbeiter Sportfartell Charlottenburg. Am Dienstag 8 Uhr Rartellsigna auf dem Sportplan Bestenb am Luftbad. Tagesordnung: Unsere WerbenerAusgabe des Materials. anstaltung". Alle in Frage tommenden Sportgenoffen müffen anwefend fein. Rebelter- Sportfattell, 2. Bezirk( tergarten) veranstaltet in der Seit pom 15. bis 21. Juni eine Werbewoche, verbunden mit öffentlichen sportlichen Aufführungen, und zwar am Dienstag, ben 16. Juni, im Aleinen Tiergarten; Mittwoch, den 17. Suni, auf dem Tiergarten- Sportplan am Bahnhof Roo; Donnerstag, ben 18. Juni, auf dem Wasserfportplak Böhensee: Freitag, den 10. Juni, im Aleinen Tiergarten und Ottopart und Sonnabend, ben 20. Suni, im Beuffelgrund am Bahnhof Beuffelstraße. Da die bürgerlichen Sport organisationen alles baran fehen, die Arbeiterfchaft für ibre Bewegung au intereffieren, foute feber Arbeiter und lebe Arbeiterin durch Besuch dieser Beranstaltungen die Arbeitersportler unterfüßen. Zur Mittwochveranstaltung treffen fich fämtliche Arbeiterfportler nadmittoas 5 Uhr am Rriegerbenfmal im Aleinen Tiergarten zum gemeinsamen Abmarsch zum Tiergarten- Sport plak. Reiner barf fehlen. Rartell für Sport und Körperpflege, 4. Bezirk( Brenzlauer Berg). Bie alljährlich, findet auch in diesem Jahre von Montag, den 15. Juni, bis Sonnabend, ben 20. Juni, abends von 7 bis 9 Uhr, auf dem Ezeraierplag an der Schönhauser Alice eine Werbewodye statt. Sämtliche dem Bezirk an gefchloffenen Sportvereine werden mit Borführungen aufwarten. Weffer für Berlin und Umgegend. Meist stark bewölft, im Bergleich zu den Vortagen fühl. Zunächst noch troden. Für Deutschland. Bielfach bewölkt, an der Stüfte stellenweise Regen. In Süddeutschland Gewitter. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten Anläßlich der fat strophalen Zustände in der Wasserversorgung Berlins gibt der Bezirksvorstand für die davon betroffenen Ortsteile ein Flugblatt heraus, in welchem die wahren Ursachen dieses Notstandes aufgezeigt werden. Die in Frage kommenden Parteiabteilungen müffen diefe Flugblätter am Dienstag, den 16. Juni, in der Zeit von 4 bis 6 Uhr nachmittags und Mittwoch, den 17. Juni, von 9 bis 5 Uhr im Sekretariat, Lindenstraße 3, abholen und schnellstens zur Verbreitung bringen. Keine Abteilung darf fehlen. Der Bezirksvorstand. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag, den 16. Juni, 6½ Uhr, Sigung des engeren, 7% Uhr des erweiterten Streisvorstandes bei Klug, Danziger Straße 71. Anträge zum Statut mitbringen. Donnerstag, den 18. Juni, 72 Uhr, bei Alug, Danaiger Str. 71, Gigung der Abteilungsmieter. vertreter und beren Stellvertreter der Abteilungen 24-31. Die Stadt und Bezirksverordneten, soweit fie im Bau- und Wohnungswesen tätig find, müssen erscheinen. 6. Kreis Kreuzberg. Dienstag, den 16. Juni, abends 7 Uhr, Sigung des Kreisbildungsausschusses bei Reim, Urbanftr. 29. Materialausgabe zum Bücherkreis- Heftausgabe. Jede Abteilung muß berSommerfeft. treten sein. 7. Areis Charlottenburg. Dienstag, den 16. Juni, 7% Uhr, Susammen. funft der Abteilungsleiterinnen bei der Genoffin Aühn, Raminer 31. bt. 7% Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Bortrag der Genoffin Dr. Hanna Rohn. Gäste willkommen, 32. bt. 8 Uhr Frauenabend bei Biehle, Rönigsberger Str. 5/6. 40. Abt. 7% Uhr bei Schmidt, Teltomer Str. 18, Bortrag:„ Gesundheitsleben". 43. Abt. 7% Uhr bei Wolf, Gräfeftr. 26, Bortrag des Genoffen Oppen. heimer über Wohlfahrtspflege" Gäste willkommen. 45. Abt. 7% Uhr im Lokal Jonneteit, Reichenberger Str. 73, Bortrag des Genoffen Miette über Geschlechtsleiden der Menschen". 48. Abt. 7% Uhr im Graphischen Vereinshaus, Alegandrinenstr. 44, Bortrag des Genoffen Dr. Fabian: Eine Reise durch bas Riefengebirge". 74. Abt. Reblendorf. Ausflug. Pünktlich 3 Uhr Abmarsch zum Großen Fenster, am Markt, Botsdamer Straße. 106. 92. Abt. Neukölln. 7 Uhr Frauenmitgliederversammlung bei Wolf, Raiferbt. Johannisthal 7½ Uhr bei Gobin, Roonstr. 2, Vortrag des Ge Friedrich, Ede Rofeggerstraße, Bortrag der Genoffin Anned. noffen Weimann: Rmed und Ziele der Kinderfreundebewegung". bt. Tegel. 8 Uhr im Jugendheim Bahnhofstr. 15, Bortrag des Genossen Stadtrat A. Mener: Rommunale Fragen". 139. Uebermorgen, Dienstag, den 16. Juni: 13. t. 7 Uhr Funktionärfonferenz bei Lausch, Bredomstraße. 32. bt. 7 Uhr Abteilungsvorstandssitung bei Kromphard, Grüner Weg 49. Revisoren und Gruppenleiter nehmen an der Gigung teil. 45. bt. 7% Uhr Sigung aller an der Rinderenquete beteiligten Selfer bei Winczier, Reichenberger Str. 104. Die Mitglieder der Wohlfahrts. und Jugendkommission und der Arbeiterjugend follen ebenfalls erscheinen. Referat des Genoffen Dr. Henriques. 93, bt. 8 Uhr bei Warnstebt, Thüringer Str. 22, Gigung der Funktionäre. Die Bezirke laden hierzu ein. Der Vorstand trifft sich eine Stunde früher im gleichen Lokal. Jungsozialisten. Gruppe Lichtenberg: 7½ Uhr im Jugendheim Vortrag des Genoffen Lipinski: Arbeiterschaft und Runit". 4. Rennen. 1. Interpellant( Ch. mins), 2. Flamingo( Swizer) 3. Primus( E. Ringius). Toto: 29:10. BL.: 25, 170, 26:10. Ferner liefen: Lodung, Dley B., Coriolanus, Flatterrose, Wildlaze, Michel Angelo, Altgold, Klud, Native Forbes. 5. Nennen. 1. Frettchen( D. Jürgens), 2. Ddessa( Storting), 3. Apfelblüte( F. Brand). Toto: 268: 10. I.: 69, 33, 35: 10. Ferner liefen: Linsko, Ballat. Zeitgeist, Unheil, Paula Bingen, Baron Klatawah, Daniel, Baren Watts, Jodi( Jauß jun.), 2. Arworthy J.( M. Ringius), 6. Rennent. 3. Progreß( F. Schulz). Toto: 75: 10. PL.: 15, 12, 15: 10. Ferner liefen: Trotteur, Leverage, Carleta, Doritha. 7. Rennen: 1. Starlata( Ch. Mills), 2. Rönigsabler( G. Lauten Berger), 3. My Darling( J. Mills). Toto: 14:10. BI.: 12, 12, 17: 10 Ferner liefen: Freibeuter, Notula, Lindenwirtin I, Drelise Anv., Kazbach, Küraffier. 8. Rennen. 1. Soubrette( Ch. Mills), 2. Margot I( Hm. Schleußner), 3. Franzisko( J. Mills), Toto: 12: 10. BL: 11, 18, 11: 10. Ferner liefen: Cadiac Upworthy, Handfest, Long Alfa,@bonit. 9. Rennen. 1. Importeur( Sauz jun.), 2. Bunier( 5. Grube), 3. Schmetterling( J. Mills). Toto: 77: 10. 31. 38, 24, 37: 10. Ferner liefen Leuchtturm, Livius, Benedift, Cirano, Arion S., Zerrazzo, Atas. höferin, Lott. Anvil, Gladiator, Kronpring I. Hahn, Rüff, Spears und der Neger Hedspath starten am heutigen Sonntag in den Fliegerrennen des Stadions. Mit der Teilnahme von Hahn und Rütt allein würde das Rennen nach der Niederlage des Weltmeisters in Treptom an Bedeutung gewinnen, aber der Start von Spears gestaltet es zu einem internationalen Ereignis. Spears ist in Treptom gegen Rütt Straße 36. Dienstag, den 16. Juni, T½ Uhr, Gigung aller Obleute der Frauenveranstaltungen übermorgen, Dienstag, den 16. Juni: unterlegen, der wiederum von Hahn geschlagen worden ist. Diese doppelte Beamtenwerbeausfchuffes ober deren Stellvertreter im 2otal Engelhardt, Solhendorffitr. 20. Tagesordnung: 1. Wahl eines Bertreters in ben Kreisvorstand. 2. Bezirksbeamtentag am 19. Juni( Anträge sind mit aubringen). 3. Wie bauen wir den Ausschuß im Orte aus? Parteigenöffische Beamte, Rreis- und Abteilungsvorstände milltommen. 11. Kreis Schöneberg- Friebenau, Dienstag, den 16. Juni, pünktlich nach mittags 5 Uhr, Gigung des Fraktionsvorstandes im Simmer 65 bes Rathauses. 12. Kreis Steglis, Bidterfelbe, 2ankwis. Montag, den 15. Juni, 8 Uhr, Kreisvorstandsfihung an bekannter Stelle. 14. Kreis Neukölln. Montag, ben 15. Juni, 7 Uhr, Fraktionsfigung im Rat. haus Neukölln. 17. Strels Lichtenberg. Arbeitsgemeinfchaft der Rinderfreunde: Dienstag, ben 16. Juni, abends 8 Uhr, wichtige Selferfikung, Rathausstraße, Barade 5, Eingang von Bapade 2. Erscheinen aller Selfer unbedingt notwendig. 19. Rreis Bankow. Montag, ben 15, Juni, 6% Uhr, Fraktionsfigung im Rathaus, Rimmer 17, mit ben Bürgerbeputierten, 20. Areis Reinidendorf. Monbag, ben 15. Juni, abends 6% Uhr, im einen Sigungsfaal des Rathauses Bittenau, Gigung des engeren Kreisvor ftandes. Erscheinen dringend notwendig. Heute, Sonntag, den 14. Juni: 90. Abt. Menfön. Seube Waldfeft in der Rönigsheide. Abmarsch 10% Uhr Raiser- Friedrich, Ede Beichfelstraße. Morgen, Montag, den 15. Juni: 3. bi, Rommunale Rommiffion: 7% Uhr Gigung bei Reiger, Engelufer 23. 9. Abt. 7 Uhr bei Sübner, Wilsnader Str. 34, migtige Funktionär fikung. 14. Abt. 8 Uhr wichtige Abteilungsmitgliederversammlung in der Säule Butbufer Str. 3. 31. 6. 7 Uhr Funktionärkung bei Goldfahmidt, Stolpische Str. 86. 83. Abt. Lichterfelbe. Bünktlich 8 Uhr bei Quandt, Molteffe. 81, Funktionär. fonferens. Frauenveranstaltungen morgen, Montag, den 15. Juni: 2. Areis Tiergarten. 7% Uhr bei Seliger, Butlistr. 10, rosenabend. Boz frag ber Genoffin Dr. Wegscheiber: Das Gemeindebeftimmungsrecht". Eine Stunde früher Funktionärinnentonferenz ebenda. Stellungnahme aur Neuwahl. 11. Areis. 8 Uhr Funktionärinnenzonferens bei Rofenthal, Ebersftr. 66. 17. Areis Richtenberg 7½ Uhr in der Aula der Schule Martistraße, Boz trag der Genoffin Burm. 24./25. bt. Der Frauenabenb im Juni fällt aus. Die Genoffinnen be teiligen fich an der Sonnenwendfeier in den Gofener Bergen am 20./21. Suni. 29. Abt. Ausflug der Genoffinnen mit Rindern nach Sabome. Treffpunkt Bahnhof Brenzlauer Allee Dormittags 10 Uhr vülni. Raffoetochen nachmittags 3 bis 5 Uhr in Gaboma, Sobal linis an ber Bahn. Nach sügler finden sich befelbft ein. 15. Kreis. Alle Funktionäre treffen sich am Dienstag, den 16. Juni, nachmittags 5 Uhr, im Waldhaus Niederschöneweide, Berliner Str. 80/81. 20, Areis. Funktionärinnen: Gigung abends 7 Uhr, in Reinidendorf- Oft, Sauptstr. 46, 8immer 60, Berwaltungsgebäude. Jeder Drt muß vertreten fein. 20. Abt. 7% Uhr Lichtbildervortrag bei Bose, Rolonieftr. 15. Vortrag des Genoffen Schreiber Geelische Triebstörung". 21. bt. 7% Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21, Bortrag des Genossen Dr. Brie: Religion und Freibenfertum". 33. Abt. 7 Uhr im Ronferenssimmer der Schule Sohenloheftr. 10, Bortrag über„ Gefangenenfileforge". * 8. st. Mittwoch, ben 17. Suni, 7½ Uhr, Mitgliederversammlung bei Gründer, Schwerinftr. 13. Tagesordnung: Bortrag der Genofsin Burm, M. D. R., Statutenberatung, Wahl der Delegierten aum Kreis- und Bezirkstag. Die Bezirksführer Taben ein. 139. Abt. Zegel. Die Anmeldungen zur Serbstjugendweihe für Tegel, Borfigmalde, Waidmannsluft- Lübars, Schulzendorf, Seiligenfee und Tegelort merben bei Rudolf Genk, Tegel( Giedlung), Rosensteg 8, und Frau Schröder, Tegel, Salieperftr. 19, v. part., entgegengenommen. * Sozialistische Studenten. Dienstag, ben 16. Juni, 8 Uhr, fpricht im Särfaal 41 ber Universität Genoffe Eduard Bernstein über Die Möglichkeiten ber Berwirklichung bes Sozialismus". Gäfte, insbesondere Jugendliche und Altatabemiter, willkommen. Bereinigung sozialdemokratischer Stubenten. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 27. 6. Auf ber Bfingftreife perunglüldte ber 10jährige Sohn unferer Abteilungsleiterin Röm hilb. Die Einäfcherung findet Dienstag 6% Uhr im Arematorium Gerichtstraße ftatt. Sport. Rennen zu Ruhleben am Sonnabend, den 13. Juni. 2. Rennent. Revanche steht also bevor. Der Reger Hedspath ist in Berlin nicht unbekannt. In Treptow hat er 1909 das 24- Stunden- Rennen mit Stubela als Partner bestritten, und nach diesem Rennen ist er im Auslande vielfach erfolgreich getvejen. Der Sieger des Steher- Derbys dürfte mit der zu erwartenden Befezung der deutschen Meisterschaft identisch sein. Sawall, Rewanow, Rosellen, weiß und wittig find Anwärter auf den in Breslau zur Ausgabe gelangenden Meistertitel. Die Rennen beginnen um 3, Uhr. Hoch- und Untergrundbahn, sowie die Aboag werden verstärkt verkehren. Geschäftliche Mitteilungen. Beranden und Ballon- Teppiche und-Matten bringt bas belanate Teppichhaus Emil Lefevre, nur Berlin, Oranienstr. 158, biefe Boche zu Sonderpreisen zum Berkauf, worauf mir die Lefer unferes Blattes hierdurch besonders aufmerksam machen. Als bewährtes Rüchenhilfsmittel haben sich bie Erzeugnisse der MonbaminGesellschaft erwiesen. 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Juni 1925 Bayerische Volkspartei und Wirtschaftliche Vereinigung gegen Flaggenwechsel.- Eine Rückzugsrede Schieles. Der Reichstag jezte gestern die Aussprache über den Haushalt des Reichsministeriums des Innern fort. Abg. Koch- Weser( Dem.) bespricht zunächst die Pläne einer Verfassungsreform. Ich bin, so führt er aus, der Meinung, daß die Weimarer Verfassung sich bewährt hat. Von der Bismarckschen Verfassung, die jetzt von der Rechten als Musterverfassung hingestellt wird, hat der konservative Kriegsminister v. Roon bald nach ihrer Einführung gesagt:„ Wenn Bismard sich von seinem Wert zurüdzöge, würde es unter dem Hohngelächter der Welt zusammenbrechen." Der Weimarer Verfassung haben wir es zu verdanken, wenn das Volk in den letzten Jahren nicht untergegangen, die Wirtschaft aufrechterhalten und die Einheit des Voltes besser gewahrt worden ist, als es sonst in Seiten der Not unter der Herrschaft der Fürsten der Fall gewesen ist. ( Beifall links.) Jezt ist es notwendig, die Berfassung nicht ab. zubauen, sondern auszubauen. Wir brauchen jegt nicht eine Verfassungsreform, sondern eine Verwaltungsreform größten Stils. So mangelhaft vorbereitet ist uns noch nie eine Reform vorlage zugegangen wie diese. Der Minister empfiehlt einen Richtung die Reform gehen soll. Nicht einmal darüber wird etwas gefagt, wie das Verhältnis des Reiches zu den än bern geändert werden soll. Will man mit der Berfaffungsreform etwa die Volts souveränität aufheben? Das fann auch die Rechte nicht mehr verantworten, nachdem der Reichspräsident v Hindenburg von sich gesagt hat, er vertörpere die Vollsjouveränität, die die Grundlage des deutschen Verfassungslebens bildet. Wir müssen mindestens verlangen, daß uns in einer Denkschrift gesagt wird, welche Verfassungsreformen eigentlich erstrebt werden. Die Pläne des Herrn v. Kardorff auf Abschaffung des gleichen Gemeindewahlrechts zeugen von einer mertwürdigen Ritterromantik und find geradezu utopisch. Wir können eine solche Verfassungsreform nicht mitmachen. Der Reichsminister des Innern hätte in schärffter Form die bayerische Zu mutung zurüdweisen müssen, daß der Landes- Ausnahmezustand dem Reichs- Ausnahmezustand vorangeht, oder daß das bayerische Kontingent der Reichswehr nicht ohne Bayerns Zustimmung außer halb Bayerns verwandt werden dürfe. Soll das auch eine Rücktehr zur Bismarckschen Verfassung sein? Gerade Bismard scheiterte mit feinen mehr unitaristischen Plänen an dem Widerstand der württembergischen Königin, einer ruffischen Prinzessin. ( Hört, hört! links.) Unter feinen Umständen darf unser Bolt jetzt burch eine Neucufrollung der Flaggenfrage wieder in neue heftige Rämpfe gestürzt werden. Wenn die Parteien der Rechten einmal aufhören, die Republik und ihre schwarzrotgoldenen Farben zu schmähen, die Republikaner ehrloser oder vaterlandsverräterischer Gesinnung zu verdächtigen, die wertvollen Kräfte, die in der Sozial bemokratie steden, abzustoßen, dann wird auch der Weg frei sein für eine Einigung des ganzen deutschen Volkes.( Lebh. Beif. links.) Abg. Pehold( Wirtsch. Bgg.) hält eine Herauffegung des Wah! alters für eine unumgängliche Notwendigkeit. Der Streit um die Flaggenfrage habe leider sehr üble Formen angenommen und ver gifte schon die Jugend. Es war ein Fehler, nach dem Kriege die Flagge zu wechseln. Es wäre aber eine Wiederholung dieses Fehlers, wenn jegt fchon wieder die schwarzrot. goldene Flagge abgefchafft werden follte. Wir sind dagegen, daß durch eine Boltsabstimmung über die Flaggenfrage neue Erregung ins Bolt getragen wird. Abg. Nolte( Wirtsch. Vgg.- Dt.- hannov.) wendet sich gegen eine etmaige Aufhebung des Artifels 18 der Reichsverfassung. Reichstag müffe dem verfassungsmäßigen Selbstbestimmungsrecht der Länder, das im Artifel 18 angedeutet sei, seinen Schutz ge währen. Der Abg. Leicht( Bayer. Bp.) erflärt, gerade weil die gewaltsame Menderung der Berfassung so unerwünscht sei, müsse man die Ein fegung eines Berfajfungsausschuffes als notwendig und erwünscht bezeichnen.( Sehr richtig.) Es genüge nicht, die Länder mit Klammern zusammenzuhalten; vielmehr müsse das Fundament des Reichs befestigt werden, damit der Bau des Deutschen Reiches feststehe. Die bayerische Denkschrift ftelle nur ein Dofument dar, das zeigen folle, wie besorgt die banerische Regierung um die Selbftändigkeit Bayerns fei. Der Redner seht sich dafür ein, daß, ebenso wie es mit dem Antrag auf Abschaffung des Artikels 18 geschehen ift, auch der Antrag zurüdgezogen werde, der fich mif der Flaggenfrage befaßt. Innere Gegenfäße müßten heute zurücktreten im Interesse einer notwendigen Zusammenarbeit nach außen.( Beifall.) Minifter des Innern Schiele: über alles und im Unglüd nun erst recht.( Beifall rechts.) Diese Betonung der Reichseinheit hindert uns nicht, im födera liftischen Sinne das Eigenleben der Länder zu sichern. Ich bin im Ausschuß über meine persönliche Stellung zur Verfassung gefragt worden und will darauf ganz offen antworten: Dadurch, daß ich den Eid auf die Verfassung geleistet und das Amt des Ministers übernommen habe, ist eigentlich schon diese Frage dahin beantwortet, daß ich die geltende Verfassung als bindendes Recht und als verfassungsrechtliche Grundlage meiner amtlichen Tätigkeit ansehe. Ich will aber feinen Zweifel darüber laffen, daß ich für meine persönliche Auffassung diejenige Freiheit beanspruche, die Artikel 118 und 130 der Verfassung jedem Deutschen einräumt. Danach ist kein Beamter gehindert, die Intereffen der Partei, der er zugehört und deren Einfluß er vielleicht fein Amt verdankt, wahrzunehmen. Der Beamte ist aber selbstverständlich vor allem Organ des Gemeinwesens. Darin liegt die natürliche Schranke der politischen Meinungs- und Betätigungsfreiheit des Beamten. In der jegigen schweren Zeit steht im Vordergrunde nicht die Frage der wesen wollen wir gesund erhalten und verteidigen gegen alle Schädlinge, von welchem Lager sie auch fommen mögen. Wenn ich hiernach als meine Pflicht auffaffe, die Reichsverfassung gegen Gefährdung jeder Art zu schützen, fo bin ich doch davon durch drungen, daß eine Verfassung fein ewiges Recht ist, auch nicht die geltende. Dem Ausschuß hat jetzt eine Anzahl zum Teil wichtiger Anträge vorgelegen, die eine Abänderung der Ber faffung bezwecken. Ich halte es für notwendig, daß diese Anträge einer Ausschußberatung unterzogen werden. Dabei schließe ich mich der Auffassung des Abg. Dr. Schreiber an, der die Ueberweisung an den Rechtsausschuß in Aussicht nahm, nachdem der Ausschuß aus 3wed mäßigkeitsgründen die Bildung eines Berfaffungsausschuffes abgelehnt hatte. Es fommt uns weniger auf die Form eines ständigen Berfassungsausschusses an, sondern darauf, daß die an unserem Herzen liegenden Dinge nicht in der Schwebe bleiben. Ich verwahre mich gegen die Annahme, daß ich Experimentalpolitif mit der Verfassung treiben wollte. An der bane rischen Dentschrift fönnen wir nicht achtlos vorbeigehen, auch wenn wir nicht jedes Wort darin deden wollen. Benn wir im Sinne dieser Vorschläge zu einer Dezentralisation der Verwaltung fommen, jo bedeutet das nicht eine Schwächung, sondern eine Stärkung des Reichsgedankens. Wir wollen durch ein verständnisvolles Busammenwirken der Länder mit dem Reich zu einem wirklich einigen Deutschland tommen. Auch unter der ihre Bestimmungen fo auszulegen und praktisch zu handhaben, daß jezigen Reichsverfaffung wird es schon möglich fein, ein Teil der berechtigten Wünsche der Länder auf Rückkehr zu einem gefunden und historisch begründeten Föderalismus erfüllt wird. Die Praris hat sich dieser Auffassung in der letzten Zeit mehr und mehr geneigt, und ich bin meinerseits gewillt, diefe Bragis fortzujegen. Nach Artikel 3 der Reichsverfaffung find die Reichsfarben Schwarz- Rot- Gold. Daraus ergibt sich von selbst, daß diese Farben als Reichsfarben Anspruch auf den Schuh des Staates haben, den ihnen zu gewähren ich durchaus gesonnen bin. Soweit fie als Hoheitszeichen verwendet werden, sind sie außerdem durch das Straf. gefegbuch gegen böswillige Wegnahme und beschimpfenden Unfug geschützt. Weite Kreise unseres Boltes erstreben eine Wiederkehr der alten Reichsfarben Schwarz- Weiß- Rot, und im Rampf gegen diese Bestrebungen ist ein Streit um die Reichsfarben entbrannt, der jedem, der den inneren Frieden unseres Boltes will, tiefbedauerlich erscheinen muß. Diesen Streit aus der Welt zu räumen, ist eine der dringendften uns obliegenden Aufgaben. Ich bin der letzte, der dabei vergißt, daß auch dem schwarzweißrofen Deutschland die Farben Schwarz- Rot- Gold ein Gegenstand der Berehrung gewesen find. Bildeten doch diese Farben, in denen eine allerdings nicht völlig sichere Ueberlieferung die Farben des alten, heiligen römischen Reiches deutscher Nation fah, das Symbol jener Bewegung, die seit dem zweiten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts, ausgehend von der deutschen Burschenschaft, Deutschlands Freiheit und Einheit ersehnte. Durch fast 50 Jahre war Schwarz- Rot- Gold der Ausdrud eines romantischen Sehnens und Träumens, das den Weg zur Wirklichkeit nicht fand. Erst unter schwarzweißroter Fahne sind diese Träume zur Wirklichkeit geworden. Es war die charzweißrote Fahne, unter der ein starkes Deutsches Reich durch fast 50 Jahre hindurch Bürge des Weltfriedens war. Das lebt im Gebächtnis unseres Boltes unauslöschlich eingeprägt und in den Herzen aller berer, die Treue und Dankbarkeit tennen. Achtung gegen Achtung, sollte auch nicht ver Es ist nicht richtig, wenn in der Nationalversammlung der damalige Minister des Innern, Dr. David, gesagt hat, die schwarzweißroten Farben seien das Symbol der Vorherrschaft Preußens, und noch schärfer muß die Behauptung des Abg. Sollmann zurückgewiesen werden, daß unter der schwarzweißroten Farbe Bestrebungen verfolgt würden, unser Volf zu flassifizieren, es in Subjekte und Objekte im Staate zu zerspalten, Herrengelüfte und Knechtsseligkeiten zu erneuern, Herrenrecht und Knechtespflicht herzustellen. Durch nichts wird gerade nach außen hin die parteiliche Jerriffenheit so deutlich bekundet, als durch den Streit um die Reichsfarben, und es muß daher jedem, dem die Geltung unseres Voltes wie fein innerer Friede am Herzen liegt, als das dringendste Gebot erscheinen, daß dieser Streit zum Abschluß gebracht wird. Dabei scheint mir folgender Gedanke entscheidend: Die Flaggenfrage ist für unser Volt nicht bloß eine Frage geschichtlicher Betrachtung, sie ist auch nicht nur eine 3wedmäßigfeits- oder Konstruktionsfrage, die der Berfstand allein entscheide; vielmehr ist sie eine Frage des Herzens, eine Frage des Nationalempfindens, in der sich alles das vereinigt, was unserem Bolte lebt. Deshalb hege ich die feste Hoffnung, daß es gelingen wird, eine Lösung zu finden, die dem innersten Empfinden unferes Boltes Rechnung trägt und die zum Herzen unseres Volkes spricht.( Beifall.) Der Minister wendet sich dann den kulturellen Aufgaben feiner Verwaltung zu und bezeichnet es als sein Streben, bie sittliche und förperliche Ertüchtigung der Jugend mit allen Kräften zu fördern. Im Sinne des Turnvaters Jahn müßten gesunde Körperpflege und die hebung der nationalen sittlichen Kräfte eine Einheit bilden. In fulturellen Fragen muß den Ländern ihr Eigenleben gesichert sein, aber das Reich muß auch hier entscheidend mitreden können, ohne zu reglementieren. Die Erhaltung der törperlichen und fiftlichen Gesundheit unferes Volkes wird uns nötigen, den übermäßigen Zuftrom von Ausländern aus dem Often einzudämmen.( Beifall rechts.) Die Notlage unserer geistigen Arbeiter erfüllt uns mit großer Sorge. Die Freiheit und innere Unabhängigkeit der Preffe ist für die Erfüllung ihrer großen Aufgabe unerläßlich. Infolge der Neigung zur Eigenbrödelei, der Trennung der Stämme, des Auseinanderfallens der Konfeffionen und des langen Fehlens eines gemeinsamen ausgeprägten Nationalbewußtseins find dem Deutschtum im Auslande schwere Berlufte nicht erspart geblieben, aber ich meife entschieden den Gedanken zurüd, als ob der Deutsche weniger als andere Bölfer willens wäre, im Auslande seine mit Genugtuung auf die Treue der Auslandsdeutschen hin und Stammeszugehörigkeit zu erhalten. Der Minister weist zum Schlußz knüpft daran den Wunsch, daß auch im Innern das deutsche Volk das Trennende zurüdstellen und sich einig zusammenfinden möge im Glauben an die deutsche Nation.( Lebhafter Beifall rechts. Abg. Kube( Bött.) stellt feft, daß seiner Partei der Minister des Innern eine fympathische Persönlichkeit sei. ( Hört! hört links.) Die deutschnationalen Mitglieder des Kabinetts hätten nach der Wahl des Reichspräsidenten v. Hindenburg den Staatssekretär des Reichspräsidenten Meißner in Pension fchiden sollen. Man fönne von dem Staatssekretär des Herrn Ebert nicht die erforderliche Objektivität erwarten. Auch in der politischen Beamtenschaft sollte eine Reinigung erfolgen. Denn Politit sei der Rampf um die Macht, und die Sozialdemokraten haben es doch genau so gemacht. 3m völkischen Staat, fo fährt der Redner fort, wird für Thresgleichen, Herr Dr. Rosenfeld, fein Plah sein.( Lärm links.) Ihr( 3. d. Soz.)[ chwarzrotgelber Patriotismus ist deshalb fo etelhaft, weil er fich mit der Maste der Heuchelei bekleidet.( Lärm und Zurufe lints.) Bebauerlich war, daß nicht schon im Juli 1917, als ein Mitglied dieses Hauses mit dem Hochverrat begann, man diesen an den höchsten Mastbaum der deutschen Flotte gehängt hat.( Lärm links.) Abg. Dr. Rosenfeld( Soz.): Ich glaube, wir werden in der nächsten Zeit, wo sich die polis geffen, daß unter den Farben Schwarz- Weiß- Rot das Bolt der Bayerische Kontorbat, die ihm von meinem Freunde Soll tischen Bogen vielleicht von außen mit einem ft árferen Drud gegen uns heranwälzen werden, zu Taten gezwungen merden und brauchen deshalb unsere ganze Seele, unfere ganze innere Kraft. Das drängt uns ganz von selbst dahin, daß wir nicht ablassen von dem, was man gemeinhin den Glauben an die Nation nennt. Es liegt mir alles andere ferner als mich einzulassen auf eine Bolemit gegenüber allen Angriffen derart, daß dabei die Sache selbst zu furz tommen würde. Darum werde ich auch nicht auf alles eingehen, was mir gegenüber von den Vorrednern zum Ausdrud gebracht worden ist. Das Reichsinnenministerium hat in erster Linie die Aufgabe der Wahrung der Reichseinheit, der Volkseinheit und der sozialen Einheit. Ich werde es als meine schönste Aufgabe betrachten, diese soziale Einheit gegenüber allen Spaltungs- und Sonderbestre bungen zu hüten. Am allerwenigsten darf diese Einheit durch tonfessionelle Fragen gestört werden. Die Reichseinheit, das große Erbe Wilhelms I. und Bismards, ist das foftbarste Gut, das wir aus dem Zusammenbruch gerettet haben. Das Reich Dichter und Denker zu dem Bolt der Erfinder und Ingenieure wurde, welches sich eine starke Wirtschaft sucht und neue Formen der Sozialpolitik begründete, die vorbildlich für die ganze Welt wurden. Und man sollte vor allem, wo man auch immer steht, nicht vergessen, daß unter der schwarzweißroten Kokarde geeint Reihen deutscher Männer aller Stämme der Uebermacht fast der ganzen Welt trohten und den Feind fast vier Jahre hindurch von den deutschen Grenzen fernhielten. Auch die Verfassung von Weimar hat ja die staatspolitische Bedeutung der alten Reichsfarben dadurch anerkannt, daß fie fie als Handelsfarben beibehielt, weil man dem deutschen Ueberseehandel die imponderablen Werte dieser Farben erhalten wollte. Besonders befrüblich erscheint es mir, daß der Streit um die Reichsfarben geradezu zu einem Parteisfreit geführt hat und infofern als ein Ausdrud unserer Zerriffenheit, als ein Ausdrud jener Uebersteigerung des Parteiwefens in unserem Bolte erscheint, unter dem wir seit dem Umfturz leiden. Rede unseres Parteifreundes Sollmann nichts anderes als Antwort Wir sind erstaunt darüber, daß der Minister auf die inhaltsreiche hatte, als eine Reihe von Plattheiten vorzulesen. Wir sind erstaunt über die Dürftigkeit seiner Rede, in der nur eine Anzahl Redensarten aneinandergereiht waren. Er ist sich nicht dessen bewußt, daß ihm bestimmte Aufgaben gestellt sind, die er zu lösen hat. Er läßt sich von den Dingen treiben, eine felbständige Stellungnahme hat er wohlweislich vermieden, und wohl nur aus dem Grunde, weil er die Verfassung rückwärts revidieren will, statt Bahn für die Entwicklung nach vorwärts zu schaffen. Geschwiegen hat der Minister auf die bestimmten Fragen, über das mann ebenso wie von meinem Freunde Saenger im Ausschuß vorgelegt worden sind. Aber vielleicht hat er nur vergessen, die betreffende Stelle in seinem Manuskript vorzulesen.( Heiterkeit.) Auch die Antworten der Redner von rechts auf die Ausführungen meines Freundes Sollmann haben uns enttäuscht. Herr Berndt hat sich erlaubt zu sagen, daß die Rede Sollmanns von Anfang bis zu Ende eine Schimpftanonade gewesen sei. Ich fordere Herrn Berndt auf, zu zeigen, an welcher Stelle dieser Rede auch nur ein einziges Schimpfwort enthalten ist. Herr von Kardorff hat erklärt, daß die preußischen Professoren zu hoch ständen, als daß er sie gegen die Angriffe Sollmanns schützen müßte. Was hat aber Sollmann gesagt? Manche Profefforen der Geschichtswissenschaft üben an den deutschen Hochschulen eine Tätigkeit aus, die weder mit der Geschichte noch mit Wissenschaft etwas zu tun hat. Unser leider zu früh verstorbener Parteifreund Leo Arons hat unmittelbar nach der Revolution einen offenen Brief an die Bertreter der Wissenschaft gerichtet, in der er zur Konzentration aller geistigen Kräfte aufforderte, um zu einem zielbewußten Aufbau der neuen Ordnung zu fommen. Einer Günstige Angebote Oberbettbezug 4,75 starkfädig. 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Diese Antwort war viel schärfer als das, was Sollmann gestern ausgeführt hat. Zu den Angriffen des Abgeordneten Rube auf uns brauche ich mich nicht zu äußern. Wenn er von einem Mitglied des Hauses behauptete, er habe während des Krieges hochverräterische Handlungen verübt, wofür er verdiente an den höchsten Mast gefnüpft zu werden, so will ich meinem Freunde Dittmann, den er damit gemeint hat und der heute leider nicht hier fein kann, nicht vorgreifen. Ich bin davon überzeugt, daß Herr Kube von Dittmann die gebührende Antwort erhalten wird. Das Gesez zum Schuße der Republi? spielt heute nicht mehr die große Rolle wie nach dem Rathenau- Mord. Dagegen werden wir an dem Gesetz, das den Beamten der Republik die Achtung vor der republikanischen Berfaffung auferlegt, nicht rütteln laffen. Anders steht es mit dem Republikgesetz. nicht mehr das, was er nach dem Rathenau- Mord war. Damals | hat behauptet, daß fein Auslandsdeutscher auf die schwarzweißrote| fchlagenen Abänderungen wird endgültig erft in der nächsten Aus. Fahne verzichten wolle. Soll der Wunsch der Auslandsdeutschen schußfizung entschieden werden. etwa stärkere Bedeutung haben als der Willensausdruck von über 60 Millionen Reichsdeutscher? Herr von Kardorff, von dem wir sonst vernünftigere Ausführungen hören, hat sich leider dann zum Wortführer derer ge macht, die damit beginnen wollen, das Wahlrecht zu durch löchern. Mit ihrer Agitation gegen das Gemeindewahl. recht rufen sie zu allem übrigen Klassenhaß noch den besonderen Haß bei denjenigen wach, die nicht vermögend genug sind, um nach ihrer Meinung gleichberechtigt sein zu dürfen. Diesen Angriff erheben sie zu einer Zeit, wo die Schaffung eines Klassenwahlrechts noch unerträglicher wäre als vor dem Kriege. Zu gleicher Zeit aber propagieren sie das Ideal der Volksgemeinschaft. Was hat ihre Boltsgemeinschaft übrig für die Befihlosen, wenn Sie ihnen das Wahlrecht nehmen wollen? Es liegt noch ein anderer Antrag vor, wonach das Wahlalter auf 25 Jahre erhöht werden soll. Sie sehen also hier schon die Borschläge zur Verschlechterung des Wahlrechts. Das macht uns nicht nervös, wie Herr von Kardorff Soweit der Staatsgerichtshof in Betracht kommt, hat es sich erwiesen, meint, sondern das macht uns energisch zur Zurückweisung jedes daß die Praxis dieses Gerichts seine schleunige Abschaffung notwendig Versuchs der Durchlöcherung des Wahlrechts. Ich erinnere daran, macht. Der Staatsgerichtshof zum Schuße der Republik ist heute daß eine Verfassungsänderung unter dem Kaiserreich viel schwerer saßen in ihm noch zuverlässige Republifaner, heute war als jetzt, besonders wenn es galt, die Rechte des Kaisertums sehen wir unter seinen Beifizern Mitglieder aller Parteien auch der einzuschränken. Wir wenden uns mit größter Energie gegen alle von rechts. Es ist erklärlich, daß ein so ganz anders zusammen- Versuche, die Verfaſſung im Sinne monarchistischer Bestrebungen gesetzter Gerichtshof nicht mehr in der Lage ist, seine Aufgabe zum Schutze der Republit zu erfüllen. Der Tschetaprozeß hat gezeigt, daß man Unparteilichkeit von diesem Gericht, das einen Rechtsanwalt hinauswirft und Entlastungszeugen ablehnt, nicht erwarten kann. Der Staatsgerichtshof geht schonungslos gegen lints vor, dagegen mit größter Schonung gegen rechts. Ein besonderer Fall erweist, daß der Staatsgerichtshof als unparteiliche Instanz zum Schutze der Republik nicht mehr angesprochen werden tann. Der Kommunist Maslow, der über ein Jahr im Gefängnis sitzt, hat eine Broschüre verfaßt, die durch die Zensur gegangen und zum Teil von ihr beanstandet wurde. Nachdem die Broschüre wochenlang vertrieben worden ist, wurde gegen Maslow eine neue Anflage erhoben. Maslow teilt in der Schrift mit, was in der russischen Revolution von 1917 geschah. Aus dieser historischen Darstellung entnimmt die Anflage die Behauptung, daß er zur Revolution in Deutschland aufgefordert habe. Noch nie ist mir eine so liederlich verfaßte Anklage zu Geficht gekommen, und ich war erschüttert, als ich darunter den Namen des Reichsgerichtsrats Ebermayer las.. Wir haben nunmehr den Antrag eingebracht, die Bestimmungen über den Staatsgerichtshof aufzuheben, soweit er in der Praris der Republik nicht mehr dienen kann. Wir fordern weiter eine umfassende Amnestie für politische Gefangene. Gerade jeht, wo eine Amnestie in der Schwebe ist, halten wir es für notwendig, unseren ganzen Einfluß aufzubieten, um alle politischen Gefangenen, die nie anders als ehrenhaft gehandelt haben, aus den Gefängnisfen, Festungen und auch aus den Zuchthäusern zu befreien. Wenn schon die Kappistenführer frei herumlaufen dürfen, so muß man erst recht denjenigen die Freiheit wiedergeben, die feinen Hochverrat vollbracht, sondern höchstens bei seiner Vorbereitung untergeordnete Dienste geleistet haben.( Sehr richtig bei den Sozialdemokraten.) abzuändern. Allerdings scheint es, daß fie jetzt in der Verfaffungsfrage ebenso den Rückzug antreten wie in der Aufwertungsfrage. Herr Hergt hat in Görlitz ausgerufen, er habe eine Schlacht verloren, und er sei der Berzweiflung nahe.( Hört, hört!) Das gleiche wird er wohl bald für die Berfaffungsfrage aussprechen, auch hier wird er bekennen müssen, daß er eine Schlacht verloren hat. wir stehen nicht auf dem Standpunkt, daß eine Verfassung Ewigfeitswert haben muß. Aber wir wären nicht Sozialdemokraten, wenn wir nicht aussprechen würden, daß wir die Verfassung ausbauen müssen, daß es unsere heiligste Aufgabe ist, aus der kapitalistischen eine sozialistische Republik zu machen. In diesem Sinne arbeiten wir an den Verfassungsänderungen, wir wollen, daß auch der Artikel 48 unserem Willen gemäß ausgeführt wird. Unsere Arbeit geht in der Richtung von der tapitalistischen Staatsform zur sozialen, zur sozialistischen Republit.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Schlange( Dnat.) meint, der gerade jetzt besonders starte Drud der Entente übe seinen Einfluß auf die Innenpolitit. In einer Zeit, in der Deutschland vielleicht vor die schwerste Schicksalsentscheidung gestellt wird, dürfe man der Belt nicht das Schauspiel inneren Haders bieten. Jetzt dürfe nicht der Streit um die Staatsform ausgetragen werden. Der 18. Januar sei der gegebene deutsche Nationalfeiertag nicht als Tag der Kaiser proflamation, sondern als Tag der deutschen Einigung, die auch die alten Demokraten unter der schwarzrotgoldenen Fahne angestrebt hatten. Mit dem Verfassungsausschuß sei nicht ein Umsturz beabfichtigt, sondern eine Konsolidierung. Abg. v. Kardorff( DBp.) weist die Angriffe zurüd, die gegen ihn wegen seiner Stellung zum Gemeindewahlrecht gerichtet worden sind. Gegen 27 Uhr bezweifelt Abg. Eichhorn( Romm.) mit Erfolg die Beschlußfähigkeit des Hauses. Die Weiterberatung wird auf Montag 2 Uhr nachmittags pertagt. Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Bundesausschußfihung des ADGB. Der bisherigen Debatte war der Stempel aufgedrückt worden durch die von rechts aufgerollten Fragen. Der Minister hat gemeint, es sei nicht notwendig, weitere Erflärungen dazu zu geben, aber im selben Augenblick hat er Anspruch darauf erhoben, seine persönliche Meinung dazu vorzutragen. Wir wissen, daß der Minister ein Deutschnationaler ist und sich zu Scharz- WeißRot bekennt. Er hat als sein Lebens3 ie I bezeichnet die Wiederaufrichtung des Kaisertums auf föderalistischer Grundlage. Was nüht dann der Eid eines Ministers auf die In der gestrigen Sitzung wurde nach der eingehenden Erörterung Republit, der selbst Monarchist ist. Er hat gemeint, daß die Entwick- der entgegenstehenden Anschauungen einstimmig beschloffen, die lung weitergehe. Aber sie darf nicht rückwärts gehen, fondern vor- Verhandlungen über das gewerkschaftliche Organisationsproblem wärts. Wenn das Zentrum den Ausführungen des Abg. Schreiber auszusetzen, um den Vorständen der Verbände Gelegenheit zu folgen würde, dann wäre die Krise in Preußen zu Ende, dann geben, die dem Ausschuß unterbreiteten Vorschläge noch einmal zu würden auch alle nationalistischen Bestrebungen vorüber sein, ebenso der Ruf nach dem Nationalfeiertag, am 18. Januar und die Gehn- prüfen. Die endgültige Entscheidung über die Vorlagen wird in sucht nach Wiederherstellung der Monarchie. Leider hat das Zentrum der nächsten Bundesausschußfizung vorgenommen werden. nicht immer die Stellung eingenommen, die wir bei Herrn Schreiber Die gestrige Sigung begann mit der Diskussion der Schuh gesehen haben, und gerade in der Flaggenfrage haben fichollvorlage der Regierung. Die Entschließung des Ausschusses die Zentrumsvertreter im Ausschuß mit einer rühmlichen Ausnahme veröffentlichen wir auf der. ersten Seite. der Stimme enthalten. Wenn Herr Schiele meint, der Streit um die Der Bundesvorstand beabsichtigt, im Bundesbureau eine 25. Flagge sei nicht notwendig, so frage ich: Wer hat diese Frage aufteilung für Gewerbehygiene zu errichten. Von der weit gerollt? Er hat feinen Grund, sich darüber zu beflagen, daß er jetzt überwiegenden Mehrheit der Mitglieder wurde anerkannt, daß durch die notwendige Antwort von uns darauf erhält.( Sehr wahr bei diese Erweiterung des Bundesbureaus nicht nur einem dringenden den Sozialdemokraten.) und häufig empfundenen Mangel abgeholfen wird, sondern daß es fich hier um einen Aufgabentreis handelt, der wirksam nur von der Bundesleitung in Angriff genommen werden fann. Aus den Berhandlungen ergab sich, daß die Delegierten sich für die aus diesen Gründen notwendige Erhöhung der Bundesbeiträge bei ihren Borständen einsetzen werden. Unter der Flagge Schwarz- Weiß- Rot find 3 wei Millionen Deutscher zwecklos geopfert worden, auch noch zu einer Zeit, wo die Fortführung des Krieges nuklos und finnlos war. Unter Schwarz- Weiß- Rot find die Kappisten in Berlin eingezogen, unter Schwarz- Weiß- Rot ist Rathenau ermordet worden, unter Schwarz- Weiß- Rot hat Hitler seinen Putsch versucht. Glauben Sie, daß Sie damit noch moralische Eroberungen in Deutschland machen können? Herr Schiele sprach von einer Lösung der Flaggenfrage, aber er sagte nicht, in welchem Sinne fie erfolgen folle. Meinte er etwa die Hinzufügung des Hafenkreuzes oder welche andere Lösung ist von ihm beabsichtigt? Herr von Kardorff Der Ausschuß wandte sich sodann der Erörterung der Anträge zu, die der Bundesvorstand zur Aenderung der Bundes fagungen eingebracht hat. Zum Teil handelte es sich um rein redaktionelle Aenderungen; zum Teil um Vorschläge, die eine Ber= einfachung der Verwaltung bezwecken. Ueber die vorge Am Schluß der Tagung beschäftigte sich der Ausschuß mit einer von der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten eingebrachten Vorlage zur Einrichtung eines Sparperfehrs zunächst im Kreise der Gewertschaftsmitglieder. Die Vorlage wurde vorläufig zur Kenntnis genommen. Die nächste Bundesausschußfizung wird am 3. und 4. Juli stattfinden. Verbandstag der Justizbureaubeamten. Bekenntnis zum ADB. Die mit einiger Spannung erwarteten Auseinandersehungen über die weitere Zugehörigkeit des Reichsverbandes der Justizbureaubeamten zum Allgemeinen Deutschen Beamtenbund sind auf, den beiden letzten Verhandlungstagen nicht mehr in die Erscheinung getreten. Statt dessen fonnte vom Berichterstatter der betreffenden Kommission Tube mitgeteilt werden, daß sich in den Kommissionsberatungen nichts ergeben hätte, was zur Begründung der Anträge der Bezirksvereine Hannover und Königsberg hätte dienen können. Die Delegierten waren im allgemeinen mit der Gewerkschaftspolitik des ADB. einverstanden. Ein Uebertritt zum Deutschen Beamtenbund lam nach einmütiger Auffassung nicht in Frage. Der Austritt aus dem ADB. wurde gegen die zwei Stimmen der Antragsteller bei zwei Stimmenthaltungen abgelehnt. Der Berichterstatter einer anderen Kommission, Mehlberg, behandelte insbesondere die Anwärterfrage und die auch die Allgemeinheit interessierende Frage der Bereinfachung des Geschäftsbetriebes. Die allgemeine Einführung technischer Neuerungen, wie die Anschaffung genügender Schreibmaschinen, Die überalterten tue in manchen Behördenbetrieben bitter not. Diätare müßten endlich verschwinden und genügend planmäßige Stellen für sie geschaffen werden. Ebenso müßten den viel zu zahlreich im Kanzleidienst beschäftigten Angestellten Erleichterungen für den Uebertritt ins Beamtenverhältnis gewährt werden. Eine der vordringlichsten Forderungen sei die der Anrechnung der Militärdienstzeit und der sonstigen Ausbildungszeit auf das Besoldungsdienstalter. Der jegige Zustand bedeute eine große ungerechtigkeit. Eine lebhafte Auseinanderseßung entspann fich um die Frage des organisatorischen Ausbaus des Reichsverbandes. Die Vorstandswahlen ergaben die meist einstimmige ieder mahl der bisherigen Vorstandsmitglieder. Die Hauptforderung des Berbandstages, die Höherstufung entsprechend dem früheren Zustand, wurde in einer einstimmig angenommenen Entschließung zum Ausdrud gebracht. Schließlich sei noch nachzutragen, daß unter den vertretenen Körperschaften sich auch der Republikanische Richterbund befand. Die Entrechtung des Reichsbahnpersonals. Der Erweiterte Borstand der Reichsgemertfchaft Deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter hat in seiner Tagung am vorigen Sonnabend, die von 53 Delegierten aus allen Teilen des Reiches besucht war, zur Personalpolitit der Reichsbahngesellschaft Stellung genommen. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft hat durch das Reichsbahngefet die Machtbefugnis erhalten, die Dienst- und Rechtsverhältnisse der Reichsbahnbeamten einseitig von sich aus zu regeln, ohne daß der Reichstag und die Regierung daran mitzuwirken haben. Damit sind die vormaligen Eisenbahnbeamten einem Zustande der volltom= menen Rechtlosigteit ausgeliefert worden, so daß sie schon deshalb zur gewerkschaftlichen Selbsthilfe greifen müssen. Dieser Zustand wird unhaltbar durch den Mißbrauch, den die Reichsbahngesellschaft mit ihrer weitgehenden Machtbefugnis treibt. Obwohl fich der Reichstag in einer besonderen Entschließung zum Reichsbahngefeg für die Erhaltung des Beamtentums bei der Reichsbahn unzweideutig ausgesprochen hatte, geht die Reichsbahn- Hauptverwaltung dazu über, die aus dem Reichsbeamtenverhältnis übernommenen sozialen Rechte bei den unteren und mittleren Beamten rüdsichtslos abzubauen. Go werden gegenwärtig massenweise fündbare Beamte das sind die Beamten bis zu den Besoldungsgruppen IV und V zwangsweise ins Arbeiterverhältnis übergeführt Für jeden zurüdüber geführten Beamten wird ein Arbeiter entlassen. Der im bisherigen Beamtendienst erworbene Anspruch an Bension und Hinterbliebenenversorgung wird für diese Beamten dadurch so gut wie beseitigt, obwohl nach§ 20 des Reichsbahngesetzes die bis zum Tage der Gründung der Reichsbahngefellschaft( 11. Ottober 1924) im Reichsdienste erworbenen Ansprüche an Einkommen und Sozialversorgung gewährleistet sein sollen. Sogar Beamte von mehr als 50 Jahren mit 20 und 30 Dienstjahren sehen dadurch ihre wohlverdiente Altersversorgung in Frage gestellt. Bekanntlich mußten die unteren Beamten bei der Eisenbahn einen langen Leidensweg bei färglichster Entlohnung und größter dienstlicher Ausbeutung durchmachen, ehe fie im vorgeschrittenen Alter endlich eine schlechtbezahlte Beamtenstellung erhielten. Die Maßnahme der Reichsbahn ist außerdem un sozial, weil sie den Abbau lediglich auf die unteren und mittleren Gruppen und die Arbeiter abwälzt. Hand in Hand mit dieser fortschreitenden Entrechtung geht eine empfindliche Benachteiligung der Reichsbahnbeamten in der UrWas sagen Sie hierzu Turn- und Bootsschuhe weiss und braun mit angegoss. Gummisohle, für Herren, Damen und Kinder 43/47 5.50, 36/42 4.50, 29/35 3.90, 27/28 3,25, 25/26 2,95, 22/24.... Haferlschuhe braun. echt Boxcalf, fur Kinder, 33/35 8.25, 30132 7.50, 27/29 6.90, 25126 5.90, 23/24 5,50, 21/22... Sandalen braun Rindleder, pa. 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Ausschuß des Reichstags, der zur Brüfung der Rechtsverhältnisse der Reichsbahn am 31. März d. J. eingesetzt worden ist, mit der Personalpolitit der Reichsbahngesellchaft beschäftigt. Leider hat dieser Ausschuß genau ein Bierteljahr untätig verstreichen lassen, ehe er am 10. Juni zufammentrat. Dazu hatte es erst eines energischen Vorstoßes der sozialdemokratischen Fraktion bedurft, die durch Abg. Genossen Steintopf die Einberufung des Ausschusses verlangte. Leider hat es sich in dieser Sigung gezeigt, daß das Reichsverkehrsministerium als Eisenbahnaufsichtsministerium vollkommen von einer Einwirtung auf das Reichsbahn unternehmen ausgeschaltet wird. Der Ausschuß beauftragte einen besonderen Unterausschuß mit der genauen Nach prüfung der rechtlichen Seite der Abbaumaßnahme der Reichsbahngesellschaft. Abgeordneter Steintopf verlangte genaue Austunft über die Wahrung der Pensions- und Hinterbliebenenverfor Jung bei den zwangsüberführten Beamten, wenn sie dem Dienst in ber Rotte törperlich nicht mehr gewachsen sind oder sterben und ob Das Einspruchsrecht der Beamten bei Rüdüberführung gewahrt bleibe. Bon den anwesenden Vertretern des Reichsverkehrsminijteriums fonnten darüber keine Angaben gemacht werden. Streit im Dunggroßhandel. In den Kreisen des Handelsgewerbes ist der Berliner Arbeit geberverband des Großhandels rühmlichst bekannt durch sein rüdfichtsloses und rigoroses Vorgehen gegen die elementarsten Lebensintereffen der Arbeitnehmerschaft. Der Profit geht ihnen über alles; mit der Arbeiterschaft glaubt er Schindluder treiben zu können. Ihm liegt vor allen Dingen daran. die tariflichen Löhne so tief wie nur denkbar zu halten, unbefümmert um die Existenzbedingungen her Arbeitnehmer, ohne aber auch die Wirtschaftslage der einzelnen Bruppen zu berücksichtigen. Bu direkten Verhandlungen bequemen jich die Herren überhaupt nicht mehr, Schiedssprüche des Schlichtungsausschusses wurden turzerhand abgelehnt, Berhandlungen vor dem Schlichter wurden nur der Form halber wahr. genommen. Selbst Empfehlungen, einem Vorschlag des Schlichtungsausschusses entsprechend, den verheirateten Arbeitnehmern als Ausgleich der letzten Mietserhöhung 1 Mt. pro Woche mehr zu zahlen, wurde trog Bersprechens nicht weitergegeben. Für den Dung großhandel lag ebenfalls ein Schiedsspruch vor, nach welchem die Löhne ab 2. Mai um 2 Mt. erhöht werden sollten, er wurde ebenfalls einstimmig abgelehnt, trohdem die| Stablinbußrie Glas- und Bapierfabritation. Löhne noch unter dem Friedensstand liegen. Ein Ultimatum Nach den Angaben beträgt der Brozentsag der Fabritarbeiter nur wurde unbeachtet gelassen, so daß den mit Recht empörten Arbeitern% der Gesamtbevolterung. nichts anders übrig blieb, als in den Streit zu treten. Dem Streifbeschluß haben die Arbeiter am Sonnabend früh restlos Folge geleistet, vor Arbeitswilligen sind die Streifenden durch die schwere und unangenehme Arbeit geschüßt. Die Solidarität aller Handelsund Verkehrsarbeiter ist ihnen gewiß. Sentralverband ber Schuhmacher. Montag nachmittag 5% Uhr Branchen. verfammlung ber Ballschuhmacher im Goal 3 des Gewertschaftshauses, Engel. ufer 25; für die Seimstepperei und Benderei obends 6% Uhr im Saal 5 bes Gewerkschaftshauses. Die übrigen dort angeschlossenen Fachgruppen: Kurz, Galanterie- und Spielwaren nehmen am Donnerstag abend zum weiteren Verfolg der Lohnbewegung Stellung.( Siehe Versammlungs- mitgeteilt haben, besonders eingeladen. anzeigen.) 8. Erfolgreicher Abwehrkampf in den Efha- Werken. Ein von den Parteien eingesetztes Schiedsgericht fällte am Juni einen Schiedsspruch, der von den Parteien an= genommen wurde. Sämtliche Streifenden werden wieder eingestellt. Das Arbeitsverhältnis gilt durch den Streit als nicht unterbrochen. Die Belegschaft tritt also wieder in ihre alten Rechte ein. Die Einführung der generellen Sonntags'arbeit und die beabsichtigte Urlaubstürzung ist abgewehrt. Die paritätischen Facharbeiternachweise find aner tannt. 2b 24. Mai wurden die Löhne der Fleischergesellen und Handwerker um 5 Proz. erhöht. Streit der Möbeltransporteure. Seit geftem befinden sich die Arbeiter der Möbeltransportbranche Berlins im Streit. Seit dem 1. Mai schweben die Lohnverhandlungen mit den Berliner Möbelspediteuren, die von deren Geite in einer herausfordernden Art geführt werden, die für eine Kategorie Schwerarbeiter, wie sie hier in Frage tommen, bireft be schämend ist. Sämtliche gesetzmäßigen Instanzen sind von den Arbeitnehmern angerufen worden, mit dem Ergebnis, daß die Unternehmer den Schiedsspruch verwarfen und fich bis dato zu irgendwelchen Zugeständnissen nicht herbeiließen. Die Möbeltransportarbeiter beschlossen in einer start besuchten Bersammlung einstimmig den fofortigen Streit, weil fie der Ansicht sind, daß die Beigerung der Berliner Möbelspediteure, ihre Löhne auszubeffern, diese Maßnahme erfordert. Profetarier, übt Solidarität! Berufszählung in Japan. Das Ergebnis der im vorigen Herbst stattgefundenen Berufszählung in Japan wird jetzt der Deffentlichkeit zugänglich gemacht. Danach belief fich die Anzahl der japanischen Fabritarbeiter Ende 1924 auf über 4 200 000, einschließlich der Bergarbeiter. Auf Korea, Formosa und Sachalin erstreckte sich die Zählung nicht. Den größten Prozentsaz an Fabritarbeitern stellt die Textil industrie( Baumwolle und Seide), dann tommen Eisen- und Muffinstrumentenarbeiter, Am Dienstag nadmiting 5 Uhr Branchenverfammlung im Orpheum, Gräfeftr. 47. Tagesordnung: Bericht von den Lobnverhandlungen. Zu dieser Bersammlung find alle Kollegen, welche 25 Jahre dem Holzarbeiterverband angehören und ihren Namen der Branchenleitung Berband der Maler, Ladierer usw. Die Stichwahlen zum Berbandstag finden in den bekannten Lobalen am Montag, den 15. Juni, in der Reit Don 6 bis 9 Uhr statt. Um regste Beteiligung ersucht die Ortsverwaltung. Achtung, Jungzimmerer! Die Lehrlingsversammlung findet nicht, wie irrtümlich im Simmerer aufgenommen, am Dienstag, den 16., fondern am Mittwoch, den 17. Juni, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Gaal 5, ftatt. Tagesordnung: 1. Das Ford- System und die deutsche Arbeiterschaft. Referent Otto Seßler, Sekretär der Freien Arbeiterjugend. 2. Beteiligen fich die Jungkameraden an der vom Arbeiter- Rulturfartell arrangierten Sonnenwendfeier, die vom 20. zum 21. Juni in den Gosenet Bergen stattfindet? Deutscher Berkehrsbund, Fachgruppen Textil, Leder und Schuhe, ChemiBalien, Dele und Fette, Fomage, Altmetall, Eisenwaren, Glas und Keramit, Kurz, Galanterie- und Spielwaren: Donnerstag abend 6 Uhr im Gemertfchaftshaus, Engelufer 24/25, allgemeine Funktionärtonferenz. Beschlußfaffung zur Lohnbewegung. Berband der Buchbinder und Bapierverarbeiter. Buchbinberbranche: Alle Betriebsräte und Bertrauenspersonen der BDB.- und Api- Betriebe werben eingeladen zu Donnerstag 5% Uhr in unserem Bureau, großer Raum, Ge wertschaftshaus, Engelufer 24/25. Tagesordnung: Bericht von den Tarif- und Lohnverhandlungen. Die außerordentliche Wichtigkeit der Tagesordnung er fordert das Erscheinen fämtlicher Funktionäre. Die im Mitteilungsblatt angekündigten Spartenversammlungen der Falzerinnen vom 18. Juni und der Sefterinnen vom 19. Juni fallen aus. Am Freitag, ben 19. Juni, nach mittags 5% Uhr, findet bei Rathmann, Wilhelmstr. 118, eine Breffer- Bet fammlung ftatt. Tagesordnung: Stellungnahme zu den Verschlechterungsanträgen der Arbeitgeber in der Belegung der Schnellpressen. Das Erscheinen aller Breffer ist unbedingt erforderlich. Sch. Die moderne Lebensweise und Lebensart bringt jeden in tägliche Berührung mit Staub, sei's beim Gehen auf der Straße, beim Radeln, beim Autofahren, sei's bei der Arbeit in geschlossenen Räumen, beim Tanzen usw. An den Kleidern sieht man den Schmuß, diese reinigt man täglich, um wieviel mehr sollte man es mit den beften Staubfängern, den Haaren, tun. Scherings flüffige Teerseife ist hier das gegebene Mittel. Eine Baschung mit Scherings flüssiger Teerseife entfernt alle Unreinheiten, ohne irgendeine Reizung auf die Kopfhaut auszuüben, und damit alle Gefahr zur Bildung von Haarkrankheiten. Scherings flüssige Teerseife ist das hygienische Mittel und zugleich beste Rosmetitum, das augenblicklich cgiftiert. 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Gur Beleuchtung des gegenwärtigen Standes der Weltwirtschaft cine Schilderung der allgemeinen Lage einiger wichtiger Induniezweige, der Eisen und Stahlindustrie, des Kohlenbergbaus und Ueber die Lage der Textilindustrie lauten die Berichte aus der Textilindustrie beitragen. An die Spize ähnlicher Betrachtungen den Vereinigten Staaten und aus England günstiger pflegt man die Eisen und Stahlindustrie zu sehen, und wie bisher. Bekanntlich befand sich die Textilindustrie in diesen zwar mit gutem Recht, da diese Industrie als empfindlichster Grad- beiden Ländern in einer argen Krise, die noch nicht überwunden ist. messer der Konjunktur dient. Nimmt man die Lage der Eisen- und Der Sturz der Wollpreise hat zunächst mur die Verschlechterung Stahlindustrie, wie sie sich in den lezten Wochen entwickelt hat, zur der Konjunktur nach sich gezogen, da sich der Handel in Erwartung Grundlage, so fann von einer Verschlechterung der wirtschaft weiteren Preisrückgangs zurüchielt, auch bestanden die Vorräte aus lichen Verhältisse gesprochen werden. Il e berall in den Eisen- mit teuren Rohstoffen hergestellten Waren. Indessen geht in der ländern ist sowohl Produktion wie Ausfuhr erheblich zurück legten Zeit eine fortschreitende Anpassung mit steigender Gegegangen. Was die Vereinigten Staaten anbelangt, so schäftskonjunktur vor sich. Die Baumwollpreise sind sehr waren dort vor einigen Monaten noch 95 Proz. der Leistungsfähig schwankend. Nach erheblicher Erhöhung im Mai trat im Juni ein teit ausgenützt; dieser Prozentsatz fant von Woche zu Woche bis fleiner Umschwung ein; die Preisentwicklung ist angesichts der günauf 70 roz. im Mai. Allerdings ist seitdem eine verhältnis ftigen Ernteschätzungen unsicher. Im Falle eines dauernden Rüdmäßige Stabilisierung eingetreten. Die eingelaufenen Bestellungen gangs ist jedoch mit einer Steigerung der Produktion und der Ausdeuten darauf hin, daß die Produktion auf dieser Höhe gehalten fuhr zu rechnen. Allerdings hängt die Ausfuhr von Baumwollwaren werden fann. Da der Durchschnittsprozentjazz der beiden letzten auch eng mit der politischen Entwidlung der asiatischen usw. Jahre bei der Ausnüßung der Leistungsfähigkeit 74 Proz. betrug, Einfuhrländer zusammen. Außerordentlich günstig ist die Lage der nn der gegewärtige Zustand nicht als Krise, sondern als Verlang italienischen Textilindustrie somohl im Inland wie in famung der Produktion bezeichnet werde. Unverändert schwer blieb bezug auf die Ausfuhr. Für die Ansprüche der armen asiatischen und die Lage der Eisenindustrie Englands, Belgiens und Ballanbevölkerung find bie billigen, mit außerordentlich niedrigen Bolens. In England ist die Erzeugung im Mai gegenüber den Löhnen hergestellten Qualitäten der italienischen Baren sehr gevorhergehenden Monaten erheblich zurückgegangen( die Zahl der eignet. Im Gegensatz zu diesen Ländern wird eine erhebliche BerHochöfen unter Feuer ist im April um 11 auf 158 zurücgegangen) schlechterung der Woll und Baumwollproduttion und Ausfuhr aus Frankreich gemeldet, mo im übrigen diefe Industriezweige, und die Juniberichte lauten bei stabileren Preisen wenig günstig. Als neue Erscheinung tritt aber die Krise der französischen vor allem die Mollindustrie, seit längerer Zeit im Argen liegen. Auch Eisen und Stahlindustrie auf. Betanntlich befand sich die Schweiz bellagt sich über den Rüdgang der Ausfuhr wichtiger diese Industrie wie im übrigen die ganze franzöfifche Wirtschaft seit Textilprodukte. Die Baummollmeberei, die Wollindustrie, Kammdem Krieg in dem glücklichen Zustand einer Konjunktur. Die garnspinnerei der Schmeiz haben große Schwierigkeiten. Auch ist Biederaufbautonjunktur und des weiteren die infolge der dauernden die Ausfuhr der Seiden- und Stickereiindustrie erheblich zurückgegan Geftentwertung eingetretene Ausfuhrfonjunttur hielten die franzögen. Für die französische, schweizerische und italienische Textilindu fische Eisen und Schwerindustrie die ganze Zeit hoch. Jetzt erst stie, besonders die Kunstseidenindustrie, bedeuten die neuen engcrfolgte die Bendung zum Ungünstigen, die im übrigen ihre Schatten lischen Textilzölle eine große Gefahr. In bezug auf die bereits seit langem vorauswarf. Die große Kapitalfnappheit Kunstseidenindustrie soll deren ständiger Fortschritt vernerteuert in Frankreich den Kredit, die ungünstige Lage der meiterzeichnet werden. Die Brodukte dieser Industrie sind im Begriff, nicht. nerarbeitenden Industrien der meisten Länder, vor allem nur die Stoffe aus natürlicher Seide zu verdrängen, sondern machen Deutschlands verschlechtert die Ausfuhr. So steht die franzöfifche auch den Bauwollwaren eine sehr empfindliche Konturrenz. Schwerindustrie vor Produktionseinschränkungen. Die Bendung der Ronjunttur wird wahrscheinlich den Plan der Schaf fung eines französischen Eisenfartells der Verwirklichung näher bringen. Gegenwärtig besteht nur ein loses Preisfartell, das zu einem Produktionskartell mit Aufteilung der Produktionsquoten auf die einzelnen Unternehmungen ausgebaut werden foll. Erst nach Schaffung dieses Kartells fann das geplante internationale deutsch französisch- belgische Eisenfartell zustande kommen. In PolnischSchlesien murde vor kurzem ein straffes Eisenkartell mit einer gemeinsamen Berkaufsorganisation gegründet. Sur richtigen Be- Bereinigten Staaten, Kanadas und Argentiniens Berlust preise. urteilung der Tragweite der Krise der Eisen- und Stahlindustrie muß noch daran erinnert werden, daß in der Sommerzeit diese von dem Aufschwung der Bautätigfeit wichtige Anregung zu erhalten pflegt, und die Krise somit ohne diefen Ansporn noch größer wäre. Allerdings ist auch die Bautätigkeit im laufenden Jahr in faft sämtlichen Industrieländern infolge der Kapitalknappheit schwächer als in den früheren Jahren. Die Welttohlentrise scheint in den vergangenen Monaten eimas von ihrer Schärfe eingebüßt zu haben, wobei freilich von einer leberwindung dieser Krise noch nicht gesprochen werden fann. Die Haldenbestände sind in Deutschland, Belgien und Bolen etwas( in Deutschland um fast 2 Millionen Sonnen, in Bolen um 900 000 Tonnen) zurückgegangen, was an sich freilich nicht viel befagt, da dieser Rückgang z. B. in Deutschland mit gleich zeitiger Einschränkung der Produktion einhergeht. Indessen wird B. aus Belgien die Ueberwindung des Tiefstandes berichtet. In England hat sich die Produktion dank der Erhöhung des inländischen Konfums gesteigert, die Ausfuhr jedoch geht ständig weiter zurüd. Dem entspricht der Rückgang der Kohleneinfuhr in Frantreich. Frankreich verspürt die Kohlenfiise einstweilen nur in der Form der verminderten Einfuhr; die eigene Produktion, die 21. 5. 3ft eine Periode niedriger Getreidepreise in Aussicht? Diese schon viel erörterte Frage beantwortet der ehemalige. Reichsminister Gothein in feiner von ihm in diesen Tagen her ausgebrachten Broschüre Brauchen wir Getreidezölle?". Der Ginn feiner Ausführungen ist umgefähr der: Die vom Frühsommer 1924 her befannten niedrigen Getreidepreise auf dem Weltmarkte waren für die großen Getreidefarmer der man fühlte sich genötigt, den Anbau wesentlich einzuschränken. In Kanada fei das bekanntlich in einem folchen Umfange geschehen, daß hierin eine der Hauptursachen für die große Getreideinappheit der Gegenwart gesucht werden müsse. Die Produktionstoften in den großen Getreideausfuhrländern feien eben start gestiegen. Das liege in Nordamerifa ganz wesentlich in der Beschränfiheit der Einwanderung, insbesondere der aus Osteuropa und aus den Ländern der gelben Raffe, fobann an der gewaltig zunehmenden Industri. alifierung Nordamerifas. Durch alle diese Dinge habe sich ein Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitern ergeben, wodurch eine gemaltige Steigerung der Arbeitslöhne verursacht wurde. Argentinien fei nicht imftande, viele Einwanderer ver. dauen zu fönnen. Auch da fönne man eine starte Steigerung ber Löhne und eine noch stärkere Anziehung der Probuftionstoften fonftatieren. Die Bevölkerung des Landes habe sich in den letzten 11 Jahren um tnapp 2½ Millionen vermehrt. In Australien schränke man die Einwanderung noch weit rigoroser ein als in Nordamerita. Der Ausdehung des Getreidebaues und der Getreideausfuhr feien damit enge Grenzen gezogen. Der Ernteausfall weise sehr starte Sdywanfungen auf. In British Indien werde der Ernteausfall fehr vom Wetter beinflußt. Je nach Einfegen des bekannten Monfums reiche die Getreidernte nicht einmal für den eigenen Bedarf, viel weniger Für das Gebirge Reiseschuhe braan Krokoleder, mit biegsamer Ledersohle und feintarbigem Pompon, Satinfatter, Grösse 43-46 4,50..... Grösse 86-42 Haferlschuhe braun Rindbox, moderne Form, Original Goodyear- Welt, vorzügliches Fabrikat, zweisoblig, tür Herren 16,50.. für Damen 75 1450 Aussergewöhnliche Gelegenheit im Preise bedeutend herabgeselzi, da kleine Schönheitsfehler Tourenstiefel prima Rindbox, in Braun u. 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Rumänien, ein Land mit beachtenswerter Getreideausfuhr in der Borkriegszeit, fei durch die Agrarreform" in seiner land wirtschaftlichen Erzeugung derartig geschwächt, daß es trotz der Berdreifachung seiner Fläche durch fruchtbarste landwirtschaftliche Gebiete aus der Reihe der großen Agrarerportländer für lange Zeit ausscheidet. Vor furzem habe man fogar ein Getreideausfuhrverbot erlassen müffen. H Bon Kongres Bolen sei ebenfalls nichts Schlimmes für die deutsche Landwirtschaft zu erwarten. Das Land hede bei normaler Ernte gerade seinen eigenen Bedarf, oder es fann nur so geringe Mengen zur Ausfuhr bringen, daß der Weltmarit dusch sie nicht wesentlich beeinflußt werden kann. Zudem führe Kapitalmangel und Steuerbrud zu einem Ridgang der landwirtschaftlichen Intensität. Rückgang Sind so der Produktionssteigerung von Getreide Grenzen gezogen, find auf der anderen Seite Länder, die früher feine Getreideeinfuhr. hatten, als Importeure neu hinzugetreten. Zu nennen seien hier Japan und China. 19444 Nach diesen Darlegungen schlußfolgert Gothein u. E. mit Recht: ... daß einige der früher wichtigsten Getreideausfuhrländer für gar nicht absehbare Zeit ausgeschieden sind, andere als Brot getretbeverbraucher neu hinzugekommen und daß die Steigerung des Anbaues und der Ausfuhrtätigkeit der heutigen großen Ueberfchußstaaten sehr begrenzt und jedenfalls an die Bedingung Lohnender Getreidepreise getnüpft iſt." Ausgeschlossen sei selbstverständlich nicht, daß ausreichende Belfernte den Weltbedarf übersteige und damit einen Drud entstehen laffe, der das Preisniveau einmal vorübergehend unter die Broduftionskosten fente. Bie aber feststeht, daß selbst nach der Reford ernte des Jahres 1923 das Preisniveau auf dem Weltmarft erheblich über dem von 1913 blieb, brauche man auch für die Zukunft teine anderen Erscheinungen ermarien. Aehnliche Auffassungen, wie die vorstehende fiinngemäß wiedergegebenen, sind von Gothein schon vor Monaten an anderer Stelle vertreten worden. Sogar Wissenschaftler haben sie zum Teil zu den ihrigen gemacht. Trotzdem war bisher nicht zu entdecken, daß fich die Scuzzollfreunde mit ihnen beschäftigten und den Bersuch unternahmen, fie zu entfräften. Sie gehen wie der Landbundminister Kanit mit Redensarten darüber hinweg. Die Arbeitsmarfilage in Berlin. Das Landesarbeitsamt Berlin teilt mit: In der Berichtswoche hat die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden bei einem gleichzeitigen Rückgang in der Anforderung von Arbeitskräften in einigen Berufen eine nicht unerhebliche Steigerung er fahren. Ungünstige Rückschlüffe hieraus zu ziehen, würde jedoch verfehrt, zum mindesten verfrüht fein. Die Arbeitsmaritlage ist im allgemeinen fernerhin noch als günstig anzusehen. Bei dieser Beurteilung sollen jedoch keineswegs die bestehenden Schwierigkeiten für Handel und Wandel außer acht gelassen werden. Es ist ohne weiteres als feststehend anzusehen. daß diese Umstände, bestehend hauptsächlich in der Kapitalbeschaffung. Kreditnot, hohem Zinsfuß u. a., feineswegs als gering zu betrachten find. Fernerhin ist die Möglichkeit nicht non der Hand zu weisen, daß die Schwierigkeiten durch die letzten Umstände auf dem Birt schaftsmarkt sich verstärkt haben, aber immerhin darf doch nicht außer Betrachtung bleiben, daß der Arbeitsmarkt mit Perioden des Auf- und Abstieges ständig zu rechnen hat und deffen Organifation demgemäß eingestellt ist. Es waren 33 626 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 31 148 der Vormoche. Darunter befanden sich 23 332 ( 21 482) männliche und 10 294( 9666) weibliche Personen. Unterfrügung bezogen 10 606( 11 018) männliche und 2456( 2755) weib liche, insgesamt 13 062( 13 773) Personen. Die Zahl der zu gemeinnüzigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 28 gegen 44 der Vorwoche. Von den insgesamt beschäftigten 4324 totstandsarbeitern entfielen auf fleine Notstandsarbeit 1515, auf große Notstandarbeit 2809 Personen. den Strand Herren- Schnürschuhe braon Rindbox, sandfarb. Nubuk- Kombination, Orig. Goody.- Welt, unser Schlager Spangenschuhe bram Boxcalf, mod. abgerundete 1650 1450 550 Form, mit Louis XV.- Absatz u. schöner Steppereiverzierung 50 Bootsschuhe weiss Leinen, mit prima angegossener Gummisohle, sportgerecht............. Grösse 43-46 6,50, 36-42 Gummi- Badeschuhe in verschiedenen Farben und farbiger Paspelierung....... Grösse 31-40 Badeschuhe schwarz Leinen, weiss gepaspelt, überzogene Gummisohle. ...... Grösse 43-46 1,95, 36-42 Welss Leinen- Spangenschuhe mit Louis XV.- Absatz, in entzückenden Formen und Kombinationen, hervorragend billig. Weiss Leinen Schnürschuhe in modernen Formon 19 4,80, 3,90, 2.95 95 750 95 175 Petser Kreditversicherung: 127 Proz. Gewinn. pratis und die Ronditionen der Strebitversicherungsgesellschaften besettigt worden. Doch soll auch die Sowjetregierung gewisse Zn Es gibt nicht nur Kreditsorgen, Kreditsfandale und Krebit. etwas näher anzusehen. Es wäre natürlich ein abfolut uner geständnisse gemacht haben. Harriman hat sich, wie berichtet wird, frisen, es gibt auch Kreditversicherungen. Das sind Verträglicher Zustand, so sehr es eigentlich Sache der Unternehmer bereit erflärt, als Garantiefonds für jene 4 Millionen Dolar sofort ficherungsgesellschaften, die sich hauptsächlich mit der Versicherung wäre, fich dagegen zu wehren, wenn aus der herrschenden Krisis in 1 Million Dollar in bar bei der Russischen Staatsbant zu hinter. von Außenständen befassen und die für Schäden und Verluste aus solcher Weise von den Kreditversicherungsgesellschaften Rapital ge- legen. folchen Außenständen gutstehen, wenn der sie Erleidende fich gegen schlagen würde. Solange die Versicherungsgesellschaften nicht unter biese Möglichkeit versichert hat. So einfach und selbstverständlich der genügendem Ronkurrenzdruck stehen, ist nämlich der Versicherungs nehmer den Gesellschaften gegenüber absolut machtlos. Gebante ist, so mußte er doch in Amerita geboren werden; in Deutschland ist er erft feit ganz wenigen Jahren prattisch geworden. Er hat aber besonders seit der Stabilisierung und feitdem durch die Stabilisierungstrife die Kreditgewährung ein so unsicheres Geschäft geworden ist, gang beträchtlich an Boden gewonnen. Für die Kapitalisten, die sich damit befaffen, ist er aber auch ein äußerst einträgliches Gewerbe. Das zeigt sehr deutlich der Geschäftsbericht der er mes" rebitperficherungsbant.- G. Berlin, die zu dem großen Allianz Berfiche rungsfonzern gehört und sich fürzlich die Mertur" Kreditversiche rungsbant A.-G. Stuttgart angegliedert hat. Schon das Jahr 1924, als die heutige Kreditkrise noch in ihren Kinderschuhen steckte, brachte glänzende Geminne. Bei der rapiden Ausbreitung des Kreditver ficherungsgedankens und der gleichzeitigen Verschärfung des frisen haften Zustandes der Wirtschaft muß das Jahr 1925 ein Reford gewinnjahr werden, und zwar um so mehr, als die weniger por: handenen Kreditversicherungsgesellschaften zunächst noch ein Monopol haben und die Methode der Rückversicherung große Verluste aus fchließt. An Versicherungsprämien hat die Hermes" 4,7 mill. Mart eingenommen. Zur Rüdversicherung brauchte sie da. von 3,2 mill. Mt. Man sieht schon an den Rückversicherungsprämien, wie start das Risiko zurückgewälzt ist. An tatsächlichen Schäden ist im ganzen gezahlt worden die verschwindende Summe von rund 182 000 Mt. Allerdings find noch rund 151 000 Mart Schäden vorhanden. Obwohl diese erst im nächsten Jahr gezahlt werden müssen, sind sie schon für das Jahr 1924 abge bucht. Das Geschäft war so glänzend( es werden noch Nebenzweige der Kreditversicherung betrieben: Rautions, Finanztredit. und Beruntreuungsversicherung), daß die gesamten Brämien einnahmen aus der eigentlichen Kreditversicherung mit über 1 Mill Mt. als Einnahme, d. h. Gewinn, ins nächste Jahr übertragen werden konnte, so daß rein aus ben e ben geschäften der ausgewiesene Reingewinn von 274 000 Mart fließen fonnte. Der tatsächliche Reingewinn des Jahres 1924 beträgt also 1274 000 Mr. Mun arbeitet die Hermes" mit einem eingezahlten Kapital von 1 Mill. M. Es ergibt sich also die überaus groteste, aber absolut richtige Tatsache, daß die Hermes" im Jahre 1924 auf ihr kapital von 1 mill. mf. einen Reingewinn von 1.27 mill. Mt. erzielt hat oder 127 Brozent Natürlich werden nicht 127 oder 110 Broz, sondern mur 10 Pro 3. Dividende verteilt; 110 Proz. Dividende wären auch eine allzubeutliche Einladung zur Konkurrenz gewesen, die der Hermes" natürlich nicht passen würde. " P fammlung des Gasingenieurvereins in London teilte ein Mitglied Eine Aufsehen erregende Erfindung. Auf der Jahresver mit, daß es ein Berfahren entdeckt habe, wonach Kohle ohne Rauchbildung in Gas bermandelt werden könne. Es fei ihm möglich, als Nebenprodukt Petroleum zu gewinnen, das mit Leichtigkeit in Benzin umgewandelt werden fönne. Sowohl das Petroleum als auch das Benzin würden ganz hervor. ragender Qualität sein. Die Mitteilung des Ingenieurs hat großes Aufsehen erregt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Statistische Bierteljahrshefte. Bor furzem ist das erfte Heft des neuen Jahrgangs der vom Statistischen Reichsamt heraus gegebenen Bierteljahrshefte zur Statistit des Deutschen Reichs" erschienen. Als Einleitung enthält das Heft eine eingehende Ueber sicht über das Arbeitsgebiet des Statistischen Reichsamts, in dem die vielfältigen Arbeiten, die dieses Amt durchführt, ausführlich bargestellt werden. Außerdem sind in diesem Heft Abhandlungen und Zahlenübersichten über die verschiedensten Gebiete enthalten. Besonders find hervorzuheben die Abhandlungen über die Ernte erträge 1924, über den deutschen Seeschiffbau, über Salz gewinnung und besteuerung, Bierbrauerei und be. fteuerung, Justiz statistit, Rontursstatistit, Bau. tätigteit sowie über die Preise. Die Statistik der Breise ist gegenüber den früheren Beröffentlichungen durch Aufnahme der Breise für Industrieftoffe und industrielle Erzeugniffe( Erze, Eisen, Montag den 15. Juni, abends 8 Uhr, im Botal von Berger, Levekom, Ede Metall, fünstliche Düngemittel, Kohlen, Baustoffe, Rohfalz, Baufoften, Bapierroh- und Halbftoffe und Papier) bedeutend erweitert worden. Bildung des Walzdrahtverbandes. In der geftrigen Berfammlung der deutschen Balzdrahtmerte, in der einzelne Firmen nicht vertreten fein fonnten, ist durch Unterzeichnung des Bertrages der Balzbrahtverband gegründet worden. Die Bertaufstätigkeit bes Verbandes beginnt am 1. Juli d. 3. Bis dahin erfolgt der Bertauf noch durch die Werte, aber für Rechnung des Berbandes. Wiederaufnahme der deutsch- italienischen Handelsvertragsver. handlungen. Die deutsch- italienischen Handelsvertragsverhandlungen find gestern wieder aufgenommen worden. Deutsch- lettländische Handelsvertragsverhandlungen. Die lettische Regierung beabsichtigt, wie der Ost- Expreß erfährt, die schon so lange immer wieder hinausgeschobenen Berhandlungen über den Abschluß eines Handelsvertrages mit Deutschland wieder aufzu nehmen. Die Frage ist im Zusammenhange mit dem neuen Zolltarif atut geworden. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefääftstelle: Berlin S. 14, Sebaftianftr. 37/38, Sof 2 Tz. Rameradschaft Rehlendorf: Sonntag, den 14. Juni, 8 Uhr vormittags, Antreten bei Schnorre, Botsdamer Straße, zur Badefahrt nach dem Wannsee. Ramerabschaft Tiergarten: Sämtliche Rameraden, welche sich Aur Ausbildung als Trommler und Pfeifer gemeldet haben, treffen fich am Jagomstraße. Sug 3: Montag, den 15. Juni, abends 7 Uhr, Turnen, Derff Tingerstr. 18. Kamerabschaft Webbing: Montag, den 15. Juni, abends 7% Uhr, Turnabend, Gothenburger Str. 2. Kamerabschaft Brenzlauer Berg: 4., 6., 7., 8. Rug: Montag, den 15. Juni, abends 8 Uhr, Turnhalle Greifenbagener Str. 59, Turnen. 4. Rug: Dienstag, den 16. Juni, abends 8 Uhr, bei Grohn, Milafte. 5, 8ugversammlung. Es ist Pflicht aller Kameraden, zu erscheinen, da wichtige Tagesordnung. Kameradschaft Friedrichshain: Montag, den 15. Juni, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung im Bereinshaus, Fruchtstr. 36a Sämtliche attiven und paffiven Mitglieder haben au er. fcheinen. Bortrag über Berfassung. Referent Ramerab v. Buttkamer. Ramerabſchaft Reuföln- Deig: Montag, den 15. Juni, abends 7½ Uhr, Monats. perfammlung. 1. Sug bei Bähle, Bildenbruch, Ede Weserstraße; 2. Rug in der Jbealpaffage, Beichfelftr. 8; 3. Rug bei Rusti, Leine, Ede Hermannstraße: 4. Rug bei Schünemann, Brik, Franz- Körner- Str. 13a. Ramerabschaft Bilmersdorf: Dienstag, den 16. Juni, abends 8 Uhr, Bersammlung der Zug und Gruppenführer unter Leitung des Vorstandes bei Aroiß, Solsteinische Straße 60. Der Borstand tagt ab 7 Uhr daselbst. Bolls- Feuerbestattungs- Berein. Am Sonntag, den 21. Juni, veranstalten die Diftritte 2, 9, 10 und 12 des Bolls- Feuerbestattungs- Vereins Groß- Berlin einen Ausflug mit Sonderaug nach Biefenthal i. b. Mark zur Besichtigung des Sägewerts. Alles Rähere in den Rahlstellen der obengenannten Distrikte. versammlung Moning, ben 15. Sunt, abends 7½ Uhr, im Astanischen GymnaGemeinschaft proletarischer fium, Sallesdje Str. 26( am Anhalter Bahnhof). MitgliederDas deutsch- fpanische Handelsabkommen. Der spanische Birt fchaftsrat hat dem deutsch- spanischen Handelsabkommen, das vor furzem im Reichstage angenommen worden ist, munmehr gleichfalls große Brotestversammlung. Redner Dr. Enk, Sauptschriftleiter bes Ber zugestimmt. Der ruffische Konzeffionsvertrag mit Harriman. Bei den abDieser toloffale Monopolgewinn zwingt zu einer schließenden Verhandlungen, die von den Bertretern Harrimans ernsten Ueberlegung. Der Geschäftsbericht der Hermes" tut mit der Sowjetregierung wegen der Manganerzfon sich seinen Aktionären gegenüber viel darauf zugute, daß er so wenig geffion in Tschiatury geführt worden sind, wurden im Kon Schäden zu tragen hatte, weil er bei der Hereinnahme von Ber- geffionsvertrag noch einige Aenderungen vorgenommen. wie von ficherungen so überaus vorsichtig gewesen sei. Man fann Harriman naheftehender Seite erklärt wird, find die Interessen die Sache aber auch anders ansehen. Bei der allgemeinen Furcht vor der deutschen Grubenbeiiber gewahrt worden, auch sei faulen Kunden und unsicher werdenden Krediten, die die Kreditgeber die Ausfuhr georgischer Manganerze nach zur Bersicherung amingt, liegt in dieser überaus großen Vorsicht Deutschland gesichert. Die Unterzeichnung des u. a. eine geradezu strafmürdige Ausnügung einer allgemeinen Bertrages hat am 12. Juni stattgefunden. Die Schwierig. Notlage. Das Reichsaufsichtsamt für Bersicherungsfeiten, die sich befanntlich daraus ergeben hatten, daß Harriman im wesen würde daher wohl gut daran tun, fich einmal die Geschäfts- Falle der Unrentabilität des Unternehmens auf dem Rechte eines übergibt man nur dem Nachweis des jederzeitigen Rücktritts vom Vertrage bestand, die Somietregierung Deutsch. Mufiterverbandes, Berlin O 27, hierauf aber nur dann eingehen wollte, wenn die Verpflichtung Andreasstr. 21( Rönigstadt 4310, 4048). Harrimans zu Investierungen in Höhe von rund 4 Millionen Dollar Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis für die Mechanisierung der Mangangruben, den Bahnbau nach 2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbesuch. Boti usw. bestehen blieb, sind durch Entgegenkommen Harrimans Mujifaufträge Der Sypotheken- Gläubiger- und Sparer- Saugverband füz bas Deutsche Reich, Ortsgruppe Brenzlauer Berg, veranstaltet am Montag, ben 15. Juni, 8 Uhr, im Ruppellaal der Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Alee 176, eine bandsorgans„ Die Aufwertung". Thema:„ Die Entrechtung und Bergewalti gung der Sparer durch das Abwertungstonpromiß". Arbeitsgemeinschaft freigeistiger Berbände der Republi, Begin 2. Unter ridt aur Jugendweihe jeden Mittwoch von 4 bis 6 Uhr in der Schule Quikomft. 115, Simmer 7. Freie Hochschule für Geisteswissenschaften( Berlin, Monftr. 90 D. Diens tag, den 16. Juni, 8 Uhr, wird ein Vortrag über„ Eubiotik( Gesundheitspflege) und eubiotische Aftrologie" von der Dozentin J. P. Reimann ge halten. Gäste willkommen. Rurfus: Charakterforschung und Eubiotit Diagnosti", anfließend. Anmeldungen am Vortragsabend. Nollendorf 1120, 1121, 1122 M. 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J5n dem an furchtbaren Erlebnissen und gewaltsamen Erschütte- nmgen so reichen Leben Dostojewskis bedeutet die Zeit zwischen .einem 40. und seinem 50. Lebensjahre eine der schwersten und| nichtigsten Krisen, in der der russische Erzähler zu einem Weltdichter> zrößteu Stils heranreifte und deren Frucht seine großen Romane, .Der Idiot", der„Raskolnikoff" und die.Brüder Karamasosf". wurden. Sein von Anfang an tief tragisches Leben wird hier in -iuem wilden Rausch bis nahe ans Zerbrechen erschüttert, und zwar ist es seine Spielerleidenschaft, die ihn von Spielhölle zu Spielhölle hetzt und in die qualvollsten Konflikte, in die heftigsten Erregungen oerstrickt. Von dem Einslutz des Spiellasters auf sein Leben und lein Werk mutzte man bisher nur sehr wenig, kannte nur die Spiegelungen dieser inneren Seelenstürme in seinen Dichtungen, unter denen die genial« Darstellung dieser Leidenschaft in de n Roman.Der Spieler" die erste Stelle einnimmt. Erst jetzt erhalten wir ausführliche und authentische Mitteilungen über dieses.Spieler- juhrzehnt" in dem soeben bei R. Piper u. Co. in München er- scheinenden Bande der Ausgabe von Dostojewskis Nachlatz.Dosts- jewski am Roulette". Aus den bisher zum großen Teil unbekannten Briefen und Aufzeichnungen des Dichters sowie aus dem eingehen- den Tagebuch seiner zwetten Gattin, die hier zum erstenmal oer- öffentlicht werden, offenbart sich uns das unmittelbarste Erlebnis dieser grandiosen und zugleich unheimlichen Traumwell. Dostojewski, der nach den Entbehrungen der Sträflingszeit in Sibirien in der neuen Freihett sofort in dunkle Wirren des Herzens oerstrickt war und stets unter bitterem Geldmangel seufzte, wurde durch de».Traum, reich zu werden", an den Spieltisch getrieben. Nachdem er die Schuldenlast seines geliebten Bruders übernommen hatte, erschien ihm dieser Weg als der einzig mögliche, um aus der furchtbaren Not herauszukommen. Daneben freilich spricht auch der unwiderstehliche Drang des Künstlers und Abenteurers mit, sein Glück aus eine Karte zu setzen, das Geschick herauszufordern und den Kampf mit dem Zufall, dem.arötzten Tyrannen des Lebens", aufzunehmen. Gewinn und Verlust bedeuten für chn in gleicher Weife einen Zwang zum Wellerspielen. Gewinnt er, so ist ihm das ein Zeichen, daß die geheimen Möchte ihm hold sind; verliert er. so quäll ihn das Verlangen, das Verlorene wiederzugewinnen. Ist olles Hab und Gut, selbst der Schmuck und die Wäsche seiner Frau ins Versatzamt gewandert, dann glaubt er, die einzige Rettung seiner Ehre und seines Daseins sei der.große Gewinn", durch den er olles wiedergutmachen wird. Er erkannte selbst das Krankhafte dieser Lcidenschast und nannte sie eine.Selbstvergiftung durch die eigene Phantasie". Manchmal überkam ihn sogar nach dem Spiel die Empfindung, er sei von einer seelischen Pest besollen, und er eille in voller Verzweiflung unmittelbar vom Roulette zu einem Geistlichen, um sich durch die Beichte von der.Verunreinigung" zu befreien. Stand er am Spiellisch in einem der deutschen Bäder, in Homburg und Wiesbaden, wo er feinem Laster frönte, so horchte er, am ganzen Leibe zitternd, auf den Ruf des Croupiers? er wurde dann von einer sonderbaren Schwäche befallen, und es erfaßten ihn krampfartige Zustände, wie bei seinen epileptischen Anfällen. Immer wieder glaubt« er. wenn es ihm nur einmal gelänge, ruhig zu bleiben und nach seinem..System" zu spielen, dann könne sich in einer Stunde sein ganze» Schicksal wenden. Wer niemals war er imstande, länger als ein« Hache Stund« beim Spiel jene Ruh« zu bewahren, die zum Erfolg nötig gewesen wäre. Es fehlte ihm die Kaltblütigkeit und die nüchterne Rechenkunst, um das Glück an sich zu fesseln. Verlasien von all seinen„Systemen", furchtbar enttäuscht und verzweifelt, irrte er dann von Spiellisch zu Spiellisch, und nun wurde alles Belanglose, die Gegenstände ringsum, Worte und Tages- zeiten, für ihn zu mystischen Zeichen; er sah sich ganz in da» sinn- lose Gewebe des Aufalls verstrickt, wo nur der Aberglaube zu Recht besteht, und er lebt« Tage und Wochen in qualvollster seelischer Er» regung. Wer gerade diese furchtbaren Erschütterungen weckten in ihm die künstlerischz Dision. Nach einem großen Verluste m Wies� baden stieg ihm, als er in der All« umherirrte, der Gedanke zu' dem„Raskolnikoff" auf, ebenso beschäftigte chn in dieser Zell beretts der Bekenntnisroman»Der Jüngliim", und er plante ein Werk mit dem Titel.Leben eines großen Sünders", au» dem dann sein« beiden genialsten Dichtungen, die.Dämonen" und.Brüder Kara- masoss' entstanden sind. Endlich, endlich aber ward der auf ihm lastende„Traum" von chm genommen,.das Trugbild" die.Be- sessenheit", wie er den Zustand seiner Spielraserei nannte, wich von ihm, und nun erst kam er zum Schaffen. Nach dieser Wanderung durch die Höllenqualen des Spielerlel'ens sammelle er sich zu dem ersten grotzen Werke seiner Reifezeit, dem Roman.Der Kdiot". Sonntag 14. Juni 1925 Unterhaltung unö Seilage öes vorwärts ,*•" X k � tR? ikf W-.9f Der Scherl-König. Der reitet so spät durch Rocht und Diud? Der Hiudenburg ist es mit seinem Sind. Er HLll die Republik fest im Arm: Er halt sie sicher, er hält sie wurm. Dein Sind, was birgst du so bang dein Gesicht? .Den Scheri-Sönig. Dater. siehst du ihu nicht? Den Scherl-Sönig dort mit dem Siegerkraaz?" ZIlelu Sind, das ist nur die wonaegans! DMst. roter Snabe. du mit mir zehn. wo in Reih und Glied die Soldaten stehu? Die deutfchnatlonale« Grohmülterlein, Die lullen dich ein mit der Dacht am Rhein! »Dein Vater, mein Vater, und hörest du nicht. Das Schert-Sönig mir so leise verspricht?"— hier ist Ruhe und Ordnung, wein liebes Sind! Zu Hugenberg-Llättern sausest der wind. „ZRela Vater, mein Vater, und flehst du«ich! dort Scherl-Söulgs Atlialen am düstren Ort?"— Nein Sind, mein Sind, ich seh es genau. Es schimmern die alten Sasemeu so grau! »Dein Vater, mein Vater, mir wird so bang. Hörst du nicht den Alkeweibergesong? Sie singen das blutige Ehrhardt-Lied!" vleia Sind, das ist nur das deutsche Gemüt! Ich liebe dich, sei nicht so reultenl! Ich werte dich auf um hundert Prozent!— »Mein Vater, mein Vater, jetzt ist es zu spät! Scherl-König hat mir den Kops verdreht."— Den hiudenburg grausets. er reitet nach vorn. Vlit Mühe erreicht er den Hof in Doorn. Da ward's ihm vor Augen schwarzweißrol: Zu seineu Armen das Sind war tot. Die Segegnung. 6s von Max Herrmauu-Reiße. (Copyright 1928 Elena EettschaN Seifo«, Berlin.) (Schluß.) Er ging übrigens in der Dunkelheit der Allee ziemlich unsicher, rannt« gegen einen Baum, später gegen«inen Briefkasten und hatte Angst vor einem Licht, das auf ihn zukam, sich in der Nähe aber als die friedlich« Laterne eines zum Dienst gehenden Eisenbahners ent- puppte. In ihm jubelte trotzdem das Bewußtsein, daß er«inen Freund hatte. Einen, dem er gerade das sagen konnte, was er vor den anderen Freuenden immer hatte verheimlichen müsien. Ms er wieder auf die Brück« kam, blieb er eine Welle am Geländer stehen und starrte hinab in die Fluten, die über das Wehr flössen. Da» hell erleuchtete Wasserwerk spiegell« sich wie«in Märchenschwß im Flusse, Word» wollt« sich schon in eine Phantasie verlieren, die ihm ein zauberhafte» Dasein mll der unbekannten Geliebten m dieser Fabelwohnung vorgaukell«, da brachte ihn das surrende Geräusch der arbeitenden Turbinen zur unliebsamen Wirk- lichkett zurück. Und es hatte sogar etwas Humoristisches für ihn, daß er an den Wasserwerksinspektor denken mußte, einen schweren Mkoholiker, dem jüngst die Gattin mll einem blutjungen Pharma- zeuten durchgegangen war. Das Grinsen, da» hierbei in des Klemp- ners Gesicht kam. wurde noch toller, als er ein Liebespaar eng umschlungen in die dunklen Anlagen der Flutzpromenade taumeln sah. Bor einem Hause der Kochstraß- pfiff ein Monstrum hart- näckig immer wieder dasselbe Signal, klopfte auf das Regenblech der Parterrewohnung und jaulte zwischendurch langgezogen„Ma.-. thil.... de...!", ohne Gehör und Einlaß zu finden. Word» ver. gewisierte sich schadenfroh, daß er seine Schlüsiel in der Tasche trug. Mit einem Male ernüchterte ihn da» Schuldgefühl, über dem ganzen Gerede in.Weidmanns Hell" den eigentlichen Zweck feines Besuches, die Erledigung der Wechselangelegenheit, vergesien zu haben. Kleinlaut geworden, wagte er nicht einmal, sich in die „Goldene Wiege", aus der eben verstohlen ein Häuflein Nacht- schwärm« entlassen wurde. Einschlupf zu verschaffen, obwohl er gerade einen brennenden Durst auf ein abschließendes Glas Pilsner verspürt«. Er wußte nun gar nickst, was er den Vorwürfen seiner Frau entgegnen sollte— daß er sie ja überhaupt in die Wechselsache nicht eingeweiht hatte, konnte er sich setzt nickst vorstellen. Wer als er das gemeinsame Schlafzimmer betrat, blieb der erwartete peinliche Empfang aus. Seine Therese lag ganz friedlich im Bett und las in einem Buche. Sein schüchterner Gruß wurde voll« Gleichgilltigkell erwidert, so verschlug es ihm die weiter« Rede. Dieses Nichtbeochtetwerden tränkte ihn tief« als je ein« zornige Beschuldigung vermocht hätte; er kam sich aus der Well verstoßen, wie tot vor. Der noch nicht sichere Wert dessen, was er heute so unerwartet geschenkt erhallen hatte, sank nun vor dem bekannten Wert« des Besitzes, den er eben jetzt als völlig verloren glaubte buchen zu müsien. Er hätte weinen mögen, zog sich schweigend aus, in feiner Nervosität verheddert« er sich dabei, und es dauert« länger als gewöhnlich. Die Frau klappt« das Buch zu, löschte das Licht und drehte sich auf die andere Seite. Sein„Gute Nacht" gab sie ihm tonlos zurück und schnarchte schon mit regelmäßigen geruhigen Takten. Er hätte gerade jetzt furchtbar zärtlich werden wollen, getraute sich aber nicht, sie zu stören. Er verglich seinen jetzigen Zustand mit einer schlaf- losen Nacht seiner Kindheit-, damals hatte er gebangt, durch«In schlechtes Schulzeugnis, das er am anderen Morgen unterschreiben lasien mußte, seines Vaters Obhut zu verlieren. Er bemitleidete sich selbst unbändig, kam dabei ganz von seinem zärtlichen Betätigungs. drang« ab. erschöpfte sich an der eigenen Wehleidigkeir, ent. schlummert« und hatte bis zum Morgen einen ununterbrochenen gesunden und traumlosen Schlaf. Am Frühstückstlsch kramte er seine Begegnung mll der Friseurstochter aus, ohne damll Anklang zu finden. Da unterließ er es, von dem übrigen auch nur andeutung». weise etwas verlauten zu lasien. Er lebte nun so automatisch dahin, war noch eifrig« als früher im Geschäft tätig, so daß er abends immer wie tot ins Bett sank. An die Entscheidung über seinen Sohn zu rühren, vermied er geflissenllich. Lange nachher fiel ihm zufällig einmal die Disitenkarte des fremden Herrn au, der Tasche. Der Sohn hob sie aus, las sie und fragt« schroff:.Wie kommst du zu dieser Karte?" Worbs behandelte den Fall ganz nebensächlich:„Eine gelegentliche Wirtshausbekannt- schaft." Da brauste der Jüngling unerwartetermatzen auf:„Und das. sagst du mir erst heute? Hermann Karst war also. hier in unserer Stadt! Und du hast ihn sogar persönlich kennengelernt. Und hast mir nicht einmal wa» erzählt! Konntest du mich ihm denn nicht vorstellen? Sagen, was für ein begeisterter Verehrer von ihm ich bin!" Und er schrie erbost:„Mutti, Mutth Papa hat Hermann Karst kennengelernt, Karst war hier, und Papa hat's uns verschwiegen!" Die Mutter kam erregt dazu. Worbs hatte keine Wrning, was er davon hallen sollte..Wer ist denn dos eigenllich?„Das weißt du nicht? Wo wir sämtliche Werke von Karst besitzen, gerade vor der Nase stehen st« dir! Gott, hätte ich das bloß geahnt! So eine Gelegenheit kommt nie wieder!„Mit so was verheiratet zu sein, ist doch wahrhaftig ein Unglück! Hast du denn nie in der Zeittmg von Karst was gelesen?.Ich habe doch wirklich anderes zu tun." „Wann war er denn da? Vielleicht blieb er noch—"„Er ist gleich am nächsten Tag wcllergesahren. Mittwoch vor sieben Wochen war es.".Aha, als du so bockig heimkamst und nicht ein Wort über die Lippen brachtest! Deine Hinterhälligteit kennen wir ja." .Wie soll man denn zu etwas kommen, wenn man so einen Vetter hat!" Worbs hatte sich damit rechtfertigen können, daß er den Karst gebeten hatte, sie zu besuchen: aber nach der Ausklärung, die er nun über den Fremden empfangen hatte, war ihm der ganze Mann ver- dächtig. die Begegnung mll ihm entweiht und alles, was er sich damals daraus gefolgert hatte, hinfällig. Nach vier Jahren setzte des Klempnermeisters Sohn ohne Kampf durch, daß er weder Jura noch Theologie zu studieren brauchte. sondern in die Deutsche Bank als Volontär eintrat. Er verachtete Vat« wie Mutter gründlich, wurde ober jeden Sonntagabend von den beiden als der Stolz der Familie ins Stadthauscasä mitgenommen, wo er so viel Courtoisie für die alten Herrschaften an den Tag legte, daß man sie allgemein um den wohlerzogenen Sprößling beneidete. Aus Mädchen machte er sich nichts, sondern hatte kost- spielige Sportleidenschasten. Die Mutter brachte den ganzen Tag in Kirchen und Klöster« zu, nahm an jeder Wallfahrt teil und ging jede Vesp« hinaus auf den Rochuskirchhof zum Grobe der kurz nach der Geburt gestorbenen Tochter Elfe. Der Klempnermeister Worbs hotte feit geraumer Zell nun ein steidtbekanntes Verhältnis mll der Blumenladnerin Kutsche, der er im besten Viertel ein Geschäft eingerichiet hatte, war als stets fideler Stammtlfchkumpan allenthalben beliebt und als unübertrefslicher Erfinder neuer Vergnügungsmöglichketten und Festarangeur ange- fehenes Mitglied fast all der vielen Vereine, die seine Vaterstadt auf- wies. Als er zum Stadtverordneten gewählt wurde, besaß er nicht einen einzigen Gegner und erhiell das Theaterdezernat anvertraut. Nun beneidet er auch den toten Direktor nicht mehr, und wenn er mll den Schauspielern zusammenkommt, verfehll er nicht v<><■, wähnen, daß er mit dem großen Dramatiker Hermann � freundet sei. der Rebeiienftaat. 2lbd el Krim und sein Reich. Von PeterAuer. In geradezu vulkanischem Ausbruch, zwischen den Bergen und Küsten Marokkos, erstand der Rifstaat. Die wenigsten ahnen, daß es sich um ein wirkliches, geordnetes, wen» auch primitives Staats- wesen handelt. Die Mächte zwar haben es nicht anerkannt, n.-ärlich: aber zwei von ihnen haben seine Realität zu spüren bekommen, mehr als ihnen lieb ist. Das afrikanische Slaatenabenteuer ist eine urwüchsige moham inedanische Despotie, ein Staat immerhin mit allen Attributen eines solchen: Macht zur Selbstbehauptung, Macht zur Aufrechterhaltung der Ordnung, Macht zur Steuererhebung. Sein absolutes Haupt ist Sultan Abd el Krim, dessen staatsmännischc Fähigkeit ihn organisierte und von dessen Ersolg sein Bestand einstweilen abhängt. Abd el Krim ist ein„Barbar" von ungewöhnlichen! Ausmaß. Er ist ein untersejzter, ansehnlicher Mann mit rundem Gesicht und milden Augen, 43 Jahre alt, Sohn eines Kadi in Adschdir, dem weitverstreuten Dörfchen, das jetzt stolz die Hauptstadt des Rif- reiches genannt wird, an der Küste der Alhucemas Bai), im Lande der„Den! Uriaghel". Abd el Krim studierte an der Medresse, der theologischen Hochschule Fes und amtierte gleichfalls als Kadk im spanischen Melilla an der nordafrikanischen Küste. Sein persönliches Scklicksal entschied der Weltkrieg. Die seelische Umwälzung, die dieser in Millionen hervorrief, war? ihre Wellen auch ins neutrale Spanien und wirkten auf den jungen maurischen Kadi. Er begann, von marokkanischer Freiheit nicht bloß zu träumen, sondern auch zu sprechen. Die Spanier glaubten, weise zu handeln, indem sie ihn dafür in den Kerker steckten, der ihn vier Jahre lang einschloß. Sein inneres Berhältnis zu den Unterdrückern hat diese Kur nicht oerbessert, veine Freiheitsgelüste hellte sie ebensowenig. Freigelassen und auf kurze Zeit in Malaga, warnt er die Spanier vor einem afrikanischen Kuba, aber man hörte nicht oui ihn— selbstverständlich. Abd el Krim wußte, was er prophezeite. 1920 in Rif zurück- gekehrt, glichenderer Patriot als jemals, aber nun vollkommen ver- traut mit spanischer Arr und europäischer Technik und Methode, findet er die Heimat in Gärung und greift ein init leidenschaftlicher Entschlossenheit. Seine Europakenntnis und überraschenden Ideen verschaffen ihm Ansehen und Borrang. Er organisiert den noch unterirdisch schleichenden, bald aber losbrechenden Aufstand. Er ist es, der den stlrchtbaren Hinterhall von Annal vorbereitet, dein der General Siloestre mit zwanzigtausend Spaniern zum Opfer fällt. Annal bezeichnet Abd el Krims metcorglcichen Aufstieg und zugleüh die Geburisstunde des Rifrcichcs. Die Tai erscheint als Wunder Allahs. Der Führer selbst,:n frommer, doch�selbstbewußter Bescheidenheit, sagt darüber:„Gott plante diesen Sieg, aber ich bin dabei gewesen." Er, der dabei war, weiß den Sieg jedenfalls wohl auszunützen. Sein Borgehen ist ganz gegen Landesfitte. Anstatt, wie üblich, die ungeheure Beute sofort zu verteilen, zu verschwenden und zu verzerteln, läßt er alles, bis zum letzten Stück, sammeln und aufbewahren: Gewehre, Munition, Kanonen, Montagen, Transporttiere und Gelder. Alles wird zum Kriegs- schätz des jetzt entstehenden Staates. Abd el Krim handelt ganz wie in einer der Großen der Ge- schichte. Ein maderner Bereingetorix, ruft und schließt er die bisher zerstreuien und uneinigen Stämme des Riss um seinen, die„Ben« Uriaghel", zusammen, erst zu loscrem Bunde auf Krieg und Kriegs- beute, dann zum Staatsaefüge. Gerechte und strenge Ordnung wird aufgerichtet, mit dem heiligen Koran als Gesetzbuch. Die Steuern, die derselbe Koran erlaubt und vorschreibt, werden eingeführt und gewissenhaft erhoben. Leben, Eigentum, Bewegungsfreiheit und innerer Friede stehen unter des Herrschers Bürgschaft. 1923 endlich, nach dem Sturz und der Gefangennahme Raisulis, macht sich dieser Herrscher zum Sultan. Cr beruft sich auf seine Abkunft aus der Familie des großen Ali und auf seine Taleu. Er wird widerspruchslos und begeistert anerkannt, der erste, wirklich machthabende Sultan von Marokko feit Abdul Asis' Regierung vor Ankunft der Franzosen. Sein Staat hat noch keine festen Grenzen, sein und seiner Krieger Schwerter sollen sie ihm schaffen. Es ist viel darüber phantasiert worden, wo die Rifarmee ihre erstaunliche Ausrüstung her hat. Wie für alles rätselhaft Unbequeme, hat Moskau zur Erklärung herhalten inüsien, und die eigentliche Führung sollte gar in deutschen Offiziershänden liegen. Die Wahrheit ist viel weniger kompliziert als dieser Unsinn: das Kriegsmaterial stammt aus Spanien, dessen geschlagenen Heeren es nach und nach abgenommen wurde, und, wie man aus den famosen Enthüllungen in der französischen Kammer mm weiß, von den dunklen Lieferungen eines fronzösifch-englifchen Konsortiums, das Spanien treffen wollte, aber Frankreich selber schlug. Zahl- reiche Kanonen und Maschinengewehre sind dabei, aber sie werden — oder wurden, bis zum Franzosenkriege— wenig aktiv ver. wendet. Die Kanonen waren der Küste längs aufgestellt als «trandschutz gegen Landungsversuche, das Hantieren mit den Maschinengewehren hingegen wurde von den Eingeborenen, die alle Meisterschützen sind, als Munitionsverschwendung verachtet. Die Haupttruppc ist leichte Infanterie, in losen Banden.zu 23, 50, 100, 200 und 800 Kämpfern. Alle sind bewaffnet mit guten spanischen Gewehren und spanischen Kartuschen, tragen aber nationale Kleidung: die braune Dschellabaa mit zurückgeschlagener Kapuze, die als Rucksack verwandt wird. Die Beine bleiben nackt, nackt oder mit Sandalen bekleidet sind die Füße, das Haupt ist unbedeckt oder beturbani. An Kriegern fehlt es dem Rifstaate nicht. Alle männlichen Wesen in kampffähigem Alter sind Soldaten. Eine interessante Milizordnung sorgt gegen Erschöpfung der Kampfbestände: immer ist nur eine Hälfte, außer Ausnahmefällen, im aktiven Dienste. Nack) drei oder vier Wochen geht sie nach Haufe, um der anderen Hälfte Platz zu machen. Die Ordnung im Heere ist ausgezeichnet, die Disziplin eine strenge. Erst kürzlich hat?lbd el Krim einen Drillkoder schreiben lasten. Wie Beobachter berichten, ist er das Entzücken der jungen Krieger, die sich in den Drill stürzen nicht anders als zum Tanze. Bielleicht fft dos Vergnügen so groß, weil es zugleich Ersatz für den wirklichen Tanz ist. der, wie die Musik, für die Dauer des Dschehaad. des heiligen Krieges, verboten wurde. Die Kriegskunst Abd el Krims besteht in Umzingelung und Aushungerung vorgeschobener europäischer Posten, in Ueberfällen auf ungedeckte Städte. Deiachcments und Loger, in Belästigimg femdlichsr Truppen-, Munition-- und Prooianttransporie. Die Rif- leitte balten sich zumeist oben auf den Hügeln. Schnell wie zum Ueberfall, sind sie im Rückzug. Nach und nach wurden sie auch im Grabenkriegs Meffter, wie die gegenwärtigen Erfahrungen der Franzosen beweisen. Was sie am meisten zu fürchten haben, sind die europäischen Flieger und Bomben, gegen die ihre Lager und Dörfer natürlich wehrlos sind. Aber der Rif hat sich erstaunlich schnell an sie gewöhnt. Ihre materielle und moralische Wirkung ist nicht mehr bedeutend. Taucht ein Flugzeug auf, so verschwindet alles Lebendige in die Erde, in und unier die primitiven Hütten, die ja selbst kaum mehr als Lehm- und Erdlöcher sind, und wartet, bis das Unheil vorbei ist. Die zerstörten„Bauten" werden am nächsten Tage wieder„aufgerichtet". Sogar die schönen spanischen Feldtelephonanlagen hat die Rif- armec nicht ungenutzt gelassen. Sechs oder sieben Hauptlinien zwischen den Aktionsbezirken und der Haupfftadt sind eingerichtet. Die Rifleute gehen mit dem Fernsprecher um wie mit einem neuen geliebten Spielzeug,«ie telephonieren ohne Ende, gravitätisch, wie echte Europäer, an Tischchen sitzend und in Büchlein eifrigst Notizen machend. Sie sind überhaupt affenartig gelehrig in Nachahmung und Benutzung moderner Technik. Sultan Abd«l Krim hat sogar zwei Autos. Mehr noch: er hat ein Motorboot, mit dem er nachts die Meeresküste entlang fährt, zu innigstem Kaiserlichen Gaudium unter den Nasen der Spanier. Abd el Krim ist überhaupt überzeugter Anhänger der Moderne. Sein bekanntes Wort ist, der Koran habe das Moderne nirgend verboten. Darum zieht er nun eine moderne Straße quer durchs Land, solange ihm der Krieg dazu Zeit läßt. Darum plant er— nach siegreichem Frieden, inschallah!— sogar eine modern« Haupt- stadt mit festen Bauten, Hafen und Straßenbahnen... Dieser Hang und diese Fähigkeit zur Moderne sind es nicht zum Wenigsten, die in geradezu mystischer Weise Abd el Krüns Ansehen erhöhen, das feine Taten ihm geschaffen und das er, echt orientalisch, durch Strenge und Gerechtigkeit, vor allem aber durch weise Schweig- samkett und Zurückgezogenheit bis zur Ausichtbarkert, dl» Majestätische steigert. Ob Zlbd el Krim und sein Rebellenreich dauern werden, ob afrikanische Moderne sich gegen europäische behaupten kann, das werden in Bälde die Ftanzojenkämpfe entscheiden, die ganz anderer Ernst sind als das erste spanische Abenteuer. „Knacker" und„Schärfer". Die Sprache der modernen Gauner. Kürzlich hat sich in Amerika eine Organisation von Arinnnaltsten gebildet, die sich die Schaffung eines Lexikons der modernen Gauner- spräche zur Aufgabe gemacht hat. Wenn ein solches Werk auch keine absolute Neuheit bildet, so ist es doch schon darum notwendig, well sich die Sprach« der Verbrecher durch Aufnahme neuer Ausdrücke und wechselnde Aussprache der Worte dauernd verändert. Die Gaunersprache ist uralt und entstand aus dem Bedürsius der Verbrechergemeinschaft, ein internationales Verständigungsmittel zu haben, dos allen Unemgeweihten verborgen blieb. Die Ausdrücke sind daher meistenteils aus verschiedenen Sprachen zusammengesetzt. Sehr stark vertreten sind hebräische Sprochelememe. Was unsere deutschen Gauner anbetrifft, so verwenden sie ihre Sprache, das Rotwelsch, schon seit langem nicht mehr in dem Maße wie früher. Der Gebrauch beschränkt sich in der Regel auf die Ein- streuung von Worten und Sägen der eigentlichen Gaunersprache in den sonst üblichen Dialekt. Besonders reich ist die Gaunersprache an Zlusdrücken, die sich mit der Tätigkeit und dem Handwerkzeug der Verbrecher beschäftigen. Jede einzelne Kategorie der Zünftigen oder, wie sie sich selbst nennen. der„Ganoven" hat da ihre eigene Terminologie. � Die Einbrecher heißen..Knacker", das Ziel ihrer Sehnsucht „Moskoppen" lGeldschranO. 3te arbeiten mit.Krumkopf",„Elle" und„Haken"(Brecheisen, Stemincisen und Dietrich). Bevor sie aus die„Fahrt" gehen, kundschaften„Baldoverer" aus,„ob die Sache lang steht", d. h. ob sich das Unternehmen lohnt. Ist alles gut ge- gangen, dann gibt es neue schwere„Sore"(Beute), für deren Heber- nahm« schon der„Macher" oder„Schärfer"(Hehler) bereit steht. lltzehe aber, wenn die Sache„oerpsiffen". d. h. verraten ist! Daun gibt es oft einen schweren Kampf mit den„Bullen" lGeheimpoii- zisten), in dem gar oft auch„Röthel"(Blut) fließt. Ist man..alt- geworden" oder„vcrschütt gegangen"(verhostet worden), dann heißt es in Tegel oder in der Plötze.Knast" schieben. Andere Kategorien stellen die„Paddendrücker"(Taschendiebe). „Jlotterfahrer"(Badend lebe) und„Zocker"(Spieler) dar. Der „Leichenfledderer" pflegt als Spezialität das Bestehlen solcher Leute, die an eiusameu Örteji eingeschlafen sind.„Nepper" drehen un- kundigen„«tubben"(Provinzlern) Talmischmucksachen als echte an. Gehaßt wird besonders der„Achler"(Polizeivigilant). Der .Penner"(gewerbsmäßige Bettler) gilt nicht als voll. Seine Tätig- keit nennt man„Klopfen". Bür eine kräftige„Achelei"(Essen) ist er stets zu hoben, doch verachtet er auch„Zimmt",„Asche",„Kies" oder„Platten"(Geld) nicht. Der jugendliche, noch nicht ganz zünftige Dcrbrecher wird„Rabe" genannt. Er ist noch nicht„ausgekocht" gemig, um schon als„tesser" (ausgelernter, schneidiger, erfahrener) Ganove zu gelten. Hat der Verbrecher kein Geld, so ist er„tot". Er mich dann «st wieder..den Bock umstoßen", um in„Schale"(Kleidung) und zu einer„Bleibe"(Wohnung) zu kommen. Ist das„Ding'' aber glücklich„gedreht", dann ist auch„Hcljoland"(Rettung, große Freud«) wieder da. verbilligtes Reisen für Kinderreiche in Frankreich. In Frank- reich bezahlen kinderreiche Familien bei Reisen aus der Staatsbechn Presse, die sich, je nach der Kiitderzohr, um 30 bis 70 Proz. niedriger stellen als gewöhnliche Fahrkarten. Als Ausweis dient ein« Er- kennungskane mit Lichtbild. Aehnliche Verziinstiaungeri gewähren (in Frankreich') auch die prwaten Essenbahnen. sie Danipfer, die Autobusse, die elektrischen Bahnen usw. Das Ganze stellt eine de- achtenswerte Erleichterung des Haushaltes der Kinderreichen Frankreich!) dar. lin meine vereiixten Damen, wenn es eine nur irgendwie waschechte Farbe hat, können Sie vertrauensvoll mit Persil waschen. Sie bereiten sfch clätür eine kalte Lauge in der Temperatur des Leitungswassers; die wunderbare Reinigungswirkung dieses Waschmittels sichert schon hierin vollkommene Säuberung. Sie haben aufrichtige Freude an dem Erfolg;, seien es Blusen, Strickjacken, Unterröcke, Zierdecken oder was es sei, immer werden Sie sehen, daß Persil den Sachen ein schönes, farbenfrisches Aussehen gibt. Ein Auslaufen der Farben kann nicht eintreten. Farben, denen klares Wasser nicht schadet, werden auch durch kalte Persiliauge nicht beeinträchtigt. Sonntag 14. Juni 1925 Filmgefängnisse. Aus der Film- Welt Kritische Betrachtungen eines„ Sihredakteurs". Ganz offenbar besteht die Filmindustrie aus überaus ehrenwerten Leuten. Noch keiner von ihren Repräsentanten ist anscheinend jemals mit dem Gesetz derart in Konflift gekommen, daß er mit Polizei, Gericht oder gar Gefängnis nähere Bekanntschaft hätte machen fönnen. Mir selbst ist es leider anders gegangen. Wenn auch unschuldig( das kann jeder sagen!), so habe ich doch drei schöne Frühlingstage hinter wohlvergitterten Fenstern des" Alex" und daran an fchließend als informatorische Zugabe noch drei weitere im Hotel Moabit" zubringen dürfen. Meine Absicht, mich von dieser Zeit an auf Grund der eingehen den Studien als Sachverständigen für deutsches Gerichts- und Gefängniswesen in der Filmbranche zu habilitieren, mußte ich leider aufgeben. Gegen die blühende Phantasie der Herren Filmarchitekten fonnte ich nicht aufkommen. Da also meine fachmännischen Kenntnisse auf diese Art nicht in die Deffentlichkeit dringen fonnten, so will ich versuchen, sie hier an den Mann zu bringen. Der schönste Kriminalfilm" würde seinen Zweck verfehlen, wenn der Angeklagte nicht verinadt" würde( unschuldig natürlich, vonwegen der Rührung), denn dann kommt er in die Zelle, jenen mysteriösen Raum, den feiner unserer Filmarchitekten bisher aus cigener Anschauumg fennen lernen durfte, und in den sie doch alle hineingesperrt gehörten für die Sünden, die sie in diesem Punkte auf ihr Haupt geladen haben. In ihrer Phantasie sputen alle die Räuberromane umher, die sie vom Schmöter aus der Schulzeit her über den Casanova, Dumas, Friz Reuter bis zum Ernst Toller unserer Zeit gelesen und.nicht verdaut haben. Was sie da errichten, ist halb ein Alt- Nürnberger Lochgefängnis, halb Festungstasematte, mit einem fräftigen Schuß Venezianer Bleidächer, Gummizelle und möblierter Studentenbude in Berlin NW. 7. ... " Natürlich muß das Mauerwerk selbst aus Quadersteinen bestehen, wie sie zu des seligen Pharao Zeiten zur Freude aller Antisemiten die Juden zu den Pyramiden türmen mußten. Man hört förmlich das Gras zwischen den Steinrizen wachsen und die Wanzen darin bellen! Ohne Ratten num gar ist ein fomfortables Filmgefängnis überhaupt nicht auszudenken. Wer wird sich daran stoßen wollen, daß es immer zufällig weiße find? Gewöhnliche graue haben nun einmal die leidige Gewohnheit, nicht im Bildfeld" bleiben zu wollen; und seitdem bei dem schüchternen Versuch, so einem Albino mit Nigrofinfarbe zu milderem Aussehen zu verheffen, dem armen Ateliermaler die Nasenspite beinahe abgebissen worden ist, streifen die Pinselschinder" bei derartigen Anfinnen realistitmütiger Regisseure. Oftmals habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, warum der arme Gefangene ausgerechnet in monatelanger Arbeit mit dem Koch löffelstiel sich durch die Quadermauern in die Freiheit bohren mußte, wo er es durch die Gitterstäbe doch so viel bequemer gehabt hätte. Denn die waren erstens einmal in so prachtvoll geringer Höhe, wie nie in Wirklichkeit.( Der Beleuchter hätte nämlich sonst zuviel Kletterei mit dem Scheinwerfer für den stimmungsvollen Mondenstrahl ins Zellenduntel!), zweitens aber stehen doch diese Eisen( sprich: Besenstiel-) Gittertraillen derart weit auseinander, daß selbst zwei zusammengebundene Fattys noch wie der Zwirnsfaden durch Gebot bleibt oberstes Gesetz; also„ nicht drüber weg, sondern unfen durch!" Viel Spielraum für feine Charakterisierung ergibt dann die Bettenfrage. Ist der Gefangene recht bemitleidenswert, so hat er nur einen Strohfad auf blanker Diele. Luxuriöser ist schon die Holzpritsche aus der militärischen Wachtstube, die dann zumeist fast die ganze Zelle einnimmt. Aber der gütige Architekt fennt in seiner großen Menschlichkeit Gott sei Dant ja auch noch richtiggehende Bettftellen, ja fogar Federbetten, und wie ein mir vorliegendes Photo beweist, gönnt er dem armen Zuchthäusler selbst einen luftigen Bal fon, von dem aus er dann wohl nach des Tages Mühen sein Pfeifchen rauchend über Felder und Wälder schauen darf. Was find dagegen die sauber geweißten Wände, die blankgescheuerten Klapp fize und Klapptische der nüchternen Wirklichkeit, die ja auch nur das hochklappbare Gurtenbett und das Wandbrett für Eßgeschirr und Buggerät tenni! An eines nur wird im Film nie bei der Ausstattung der Zelle gedacht, daß nämlich der Häftling ja nicht nur effen, sondern auch einmal das Gegenteil davon tun muß. Alle Winkel der Zelle haben wir schon gesehen, aber noch in teiner dasjenige, was eine Brille A DEIN BEGEHREN IST SUNDE... MARIA MINZENTY JACK MYLONG- MUNZ Regie: FRANZ SEITZ MONCHENER LICHTSPIELKUNST A.- G, * DER GROSSE ERFOLG DER SCHAUBURG 321 KONIGORATZER STRASSE 121 trägt und doch nicht... sehen kann! Ich weiß aber auch, warum das Bewußte unmöglich in der Filmzelle stehen darf! Man bedente doch, daß dort ja der Gefangene alle Besuche empfängt, bei denen es bisher leider nur immer noch verabsäumt wurde, Kaffee und Kuchen zu fervieren. Wie fönnte da also solch ein Requifit im Raume wirken! Der Sträffing muß zur Enthaltsamkeit erzogen werden? Oder foll ihn etwa der Schließer in jedem Einzelfalle aus der Zelle heraus: holen? Garnicht auszudenken! Bis der gute Alte aus seinen 596 Schlüsseln den passenden herausgefunden hätte, wäre es längst ohnehin 3u spät. Lassen wir also schon lieber alles beim Alten, es wirkt so hübsch romantisch und bildhaft". Wer wirklich dereinst noch mit Polizei, Gericht und„ Kittchen" direkte Bekanntschaft machen sollte, erlebt dann wenigstens nette Ueberraschungen. Und wenn er dann von seiner langen„ Reife" zurückgefehrt ist, fann er wirklich was erzählen. Kann er fagen, wie grundfalsch das alles im Film dargestellt wird, fann grabezu progen mit seiner gründlichen Sach- und Lofalfenntnis. Er tut's leider nur nicht, weil er eben wieder mal flüger ist, als... ich, der viel zu offenherzige Dr. Gg. Victor Mendel. Die Filme der Woche. Lieblinge der Menschen. UT. Kurfürstendamm. Beilage des Vorwärts Im Schatten der Sünde". Alhambra am Kurfürstendamm. Ein altes Thema, das realistisch und etwas schwerfällig mit Diana Karenne in der Hauptrolle gespielt wird. Die Handlung ist nach Spanien verlegt, was Anlaß zu schönen Landschafts bildern und Vorführung von interessanten Trachten gibt. Durch den Einberufungsbefehl wird ein junges Ehepaar auseinandergerissen. Die heißblütige Frau bleibt daheim, unter den Schutz des Schwagers gestellt, der sie liebt und begehrt. Da ist es gerade nicht meiter verwunderlich, daß nach der Weinlese der Rausch die beiden Menschen zusammenführt. Der Schwager, falt und egoistisch, übertreibt diesen Vorfall, als der Bruder heimkehrt. Das führt zu Lätlichkeiten unter den beiden Brüdern und dem Hinauswurf des Schuldigen und der jungen Frau. Der Schwager hofft, sie jetzt in seinen Besiz zu bringen. Die Frau aber stürzt sich vom Felsen, da fie lieber sterben will als dem Verfolger gehören. Da holt der Schuldige seinen Bruder, und Mann und Kind eilen an das Krantenlager der Frau, die über Gebühr Leid erlitten hat. Das Programm gibt sich nicht einmal die Mühe, Regisseur und Darsteller zu nennen. Der Regisseur hat z. B. beim Auszug der Refruten aus dem Dorf etwas altmodische Filmmethoden, überdies bringt er Diana Karenne übermäßig oft in Großaufnahmen. Die werden nicht nur ihrem Geficht gefährlich, sondern zerreißen auch den Eindruck des Spiels. Edles Blut". Ufa- Lichtspiele Tauentzienpalast. Das Beiprogramm war die Hauptsache. Gerade in diesen heißen Sommertagen tut ein Film, der den Titel führt Alpine Majestäten", mit seinen weiten weißen Schneeflächen und Gletscherbrüchen besonders wohl. Es weht geradezu Kühlung aus diesem Film. Die Freude am Alpensport wirkt direkt ansteckend. Man möchte auch hinaus, und wenn's nicht bis zu den Zermatter Eisriesen langt, die den Hintergrund dieses Films abgeben, so wird die Sehnsucht doch an irgendeinem märkischen See befriedigt werden können. Immer wieder sieht man die scharf markierten Züge des Matterhorns, das einzigartig in seiner Form sich jedem einprägt, der es einmal gesehen hat. Aber das Ziel der Tour geht nicht auf diesen Berg, sondern auf den Monte Rosa los. Prachtroll werden alle Arten der Bergbewältigung zur Anschauung gebracht. Man erlebt förmlich mit, wie die Schwierigkeiten der schneebedeckten Gletscherspalten durch Umsicht überwunden werden, mie an steilen Graten empor in mühseliger Stufenarbeit geflommen wird. Die Herrlichkeiten der Aussicht erschließen sich durch Wolkengewoge hindurch, aber die schönste und reinste Freude gewährt der Abstieg auf Stiern. Es ist ein Hochgenuß auch für den Zuschauer dieses Gleiten und Sausen über die weißen Felder, dieses Springen in fühnem Bogen, diese scharfen Windungen und diese ergöglichen Purzelbäume. Die Tiere spielten und spielen im Leben der Menschen eine hochbedeutsame Rolle, und es ist interessant, verdienstvoll und lehr reich zugleich, den Eigenschaften der Tiere nachzuspüren. Ein Kulturwerf, das ernsthafte Beachtung verdient, bringt die Ufa unter Eberhard Fangauf- Bush' Regie als Bilder aus dem Hundeleben heraus. Diesmal wird der Mensch nur als Staffage verwandt. Der Hund spielt die Hauptrolle, und der ganze Film ist auf einen nicht zu unterschätzenden Erklärungswert zugeschnitten. Wir sehen sehr viele Rassen, beispielsweise die ulfigen französischen Bulldoggen, grotest häßlich, die Pudel, so graziös und so fofett wie die großen Damen von Welt, die Rehpinscher, allerliebste Spielzeuge, die russischen Windhunde, schön und treulos, die Schnauzer. eifrig fläffend und wachsam, eine Größe aus dem Raritäten fabinett, den unmodern gewordenen Mops. Gewahren wir zuerst die Prominenten unter den Hunden, die Verwöhnten, so wird hernach recht angeregend der Wert des Gebrauchshundes demonstriert. Wir erblicken den Hofhund, deffen unendlich feiner Instinkt sofort weiß, wann dem Gehöft eine Gefahr droht. Die Jagdhunde be weisen, daß bei ihnen Dressur und natürliche Veranlagung vereint stets das beabsichtigte Ziel ergeben; mag man nun auf Barforce jagd ein Wildschwein stellen, der Förster Reineke auf den Leib rüden, einen Dachsgraben ausheben, oder mögen Jäger aller Art auf Hühner- und Entenjagd gehen. Selbst als Schauspieler leisten die Hunde etwas, und geschickt kostümiert bestreiten sie ein ganzes Varietéprogramm und stellen über dieses hinaus noch die ZuDer amerikanische Film Edles Blut", der im Anschluß ichauer selbst. Wissenswert ist es, wie man nach erprobten Grund- daran geboten wird, verblaßt daneben, obwohl er auch in die fäßen die Dressur des deutschen Schäferhundes vornimmt. welcher Leistungsfähigkeit er gelangen fann, beobachtet man, wenn Zu Wildnis führt, in die amerikanischen Wälder, aber die sehr ge fuchte, moralisch zugespitzte Handlung kann uns wenig interessieren: die berühmte Here" auf die Spur gesetzt wird. Die Zeitlupe er- Ein Tunichtgut, der als Sohn eines Obersten ein liederliches Lebent möglicht bei einem fabelhaft aufgenommenen Hunderennen Beführt, wird nach seiner Verstoßzung mit Hilfe des an seiner Statt wegungsstudien eigener Art. Auf jedem Spezialgebiet hatten Fach- als Adoptivjohn angenommenen Wildlings zur Arbeit und zu leute maßgebenden Einfluß. So wurde alles in allem ein Film einem tüchtigen Menschen erzogen. Das Milieu ist wild genug: der geschaffen, der, auch ohne alten Friz als Abschluß, Beifall finden Revolver regiert, Lynchjuftiz, Mord, Waldbrand sind die Senfationen. Der Sprößling der Cajans, in die Wildnis verdrängter Franzosen, bewährt als Adoptinsohn das„ edle Blut" seiner Herfunft. Es scheint den Amerikanern sehr zu imponieren, daß er von einem vom Hofe Ludwigs XIV. stammenden Aristokraten stammt. Die Darstellung war bemerkenswert gut, besonders M. de la motte in der weiblichen Hauptrolle. würde. Frau von Corlands Vergangenheit". e. b. Der neue Metro- Goldwyn- Film der Phoebus- Film- Gesellschaft im Marmorhaus stellt sich die Darstellung zweier meiblicher Hauptrollen durch dieselbe Schauspielerin zum Broblem, aber nicht in der Art des„ Studenten von Prag", mo Wegener den Stu denten und sein Spiegelbild spielte, zur Erregung abgründiger Gefühle des Grufelns, sondern vielmehr etwa nach dem Beispiel Kainzens oder Mitterwurzers, die bisweilen Franz und Karl Moor gleichzeitig darstellten, um die ganze Stufenleiter ihres Könnens herauszustellen. Dieser Film, in dem eine russische Schauspielerin einen Krösus aus einer der alten amerikanischen Knickerbockerfamilien heiratet und daran zugrunde geht, daß sie sich als Prinzessin ausgibt, während sie einer Bauernfamilie entstammt und sich zu ihrer fleinen bäuerlichen Schwester nicht zu bekennen wagt, gibt May Murran Gelegenheit, sich nebeneinander als elegante, überfeinerte Frau von Welt und als russisches, mie aus einem Jfon geschnittenes Bauernmädchen zu präsentieren. Sehr gut find neben ihr Warle For und Elmo Lincoln. Das Tempo des Films, der wie die Mädchenhändler von New York" beweist, daß den Amerikanern die Masseneinwanderung von Russen durch den Kopf geht, ist ziemlich schleppend, einzelne Straßenbilder von New York sehr hübsch. Was diesem Film an Schnelligfeit fehlt, ersetzt aber das vorangehende sehr drollige Lustspiel Tip und Tops schlimmste Tage", das in Flugzeuggeschwindigkeit die unglaublichsten und ergöglichsten Geschehnisse aneinanderreiht. Die Phantasie der Amerikaner in dieser Hinsicht ist transzendental. F. H. C. „ Die Tochter der Frau Larfac". Primus- Palast. Die Sommersaison fängt an, sich in der Auswahl der Filmnovitäten bedeutend geltend zu machen. Es werden jetzt vielfach Filme herausgesucht, die auf alle Fälle gespielt werden müssen und von denen man sich doch nicht einen Dauererfolg in der guten Saison verspricht. Mir scheint das eine falsche Taktik zu sein. Man sollte gerade jetzt, wo das Publikum den Lockungen des Films nicht mehr im gleichen Maße folgt wie in den nichtsommerlichen Jahreszeiten, fich anstrengen, etwas besonders Gutes zu bringen. Immerhin, dieser Wiener Film, der zum Teil in Paris geturbelt wurde und durch die Verhaftung und Prozesse, die sich daran fnüpften, seinerzeit Aufsehen erregte, ist noch lange nicht der schlechteste. Die Handlung ist zwar sehr fonstruiert und auch nicht immer auf die filmwirkſamſte Beise in Spannung umgesetzt, aber dafür gibt es sehr schöne Bilder aus Paris und Benedig, eine große französische Revue, die im Versailler Park spielt und an abenteuerlichen Kostümen das Höchstmögliche bietet. Der gräfliche Frauenrerführer, ein moderner Don Juan, der jeder Frau versichert, sie fei seine einzige mahre Liebe, die durch ihn unschuldigerweise ins Unglüd gebrachte Frau, die darüber ihren Gatten verlor und von ihrer einzigen Tochter verachtet wird, die Tochter selbst, die spät die Unschuld der Mutter erfährt, sich an dem Grafen durch ein Attentat rächt und in der Aufregung darüber stirbt, endlich thre Freundin, die zur Mutter zurückkehren und sich als ihre Tochter ausgeben muß, das ergibt den Knäuel der Handlung. Die glüdliche Lösung erfolgt dadurch, daß der wahre Sachverhalt in dem Moment aufgeflärt wird, als die Freundin wegen Mordverdachts verhaftet worden ist und nun die Mutter der Verstorbenen erfährt, daß sie zwar ihre Tochter verloren, aber dafür eine Braut ihres Sohnes gewonnen hat. Die Freundin wurde von Marie Mas= cotte mit natürlicher Anmut und schöner Hingabe an ihre Rolle dargestellt. Biscot Meyer bewährt sich wieder in einer, menn auch furzen, Nebenrolle. Dem Film voran ging eine sehr ausgelassene amerikanische Groteske, Die Verwandten meiner Frau", in der Buster Reaton feine tolle Lorme aufs luftigite spielen liek D. мя 11 KAMMERLICHTSPIEL O Wer Unterhaltung sucht, besuche die Vorführung des Films ,, Wege zu Kraft und Schönheit" im Ufa- Theater Kammerlichtspiele am Potsdamer Platz Dieser Ufa- Film zeigt die berühmten Tänzerinnen Karsavina Hasselquist Impekoven Wochentags: 7 und 9 Uhr/ Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen Sonntags: 5, 7 und 9 Uhr Jugendliche haben Zutritt f. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 7 Uhr: Hoffmanns Erzählungen Opernhaus Tägl. 8 Uhr: Die Göttin am Königsplatz auf der Balz 22 U.: Alt- Berliner Possen Lustspiel von 8 U.: Evangelimann Hans Bachwitz Schauspielhaus 7 Uhr: Faust. 1. Kleines Th. Schiller Theater 7% U. Glückspilz Täglich 8 Uhr: Angele Volksbühne Komöd. v.Hartleben 2 Uhr: Datterich DerArzt seiner 72 Uhr: Wer weint um Juckenack? Ehre Groteske v Mongré Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Berlins erfolgreichste Revue: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Sommerpreise! Berliner Prater Kastanienallee 7-9 Täglich: Gr.Varieté- Vorstellg. Kaffeeküche ab 3 Uhr geöffnet. Anfang 4 Uhr. Eintritt 50 Pf. WIR UCHEN DEN SCHÖNSTEN BU BIKOPF DES ULAP 100 Preise Beteiligungsscheine und Bedingungen an der Kasse. 12 Eintritt 50 Pig. WINTO CORTEN Der glänz. Jani- Spielplan C gestatt. Heute Hochbetrieb im LUNAPARK Eintritt 1 Mark Salge's Marmor- Skulptur. Borries in inren phänom Tanzdarbietungen Metropol- Theater 8% Größter Erfolg 84 Tausend süße Beinchen Massenehor schöner Frauen 2,3,4,5,6 M. etc. Reichshallen- Theater 8 Uhr Steffimer Sänger ,, Das Deutsche Meer" Lebande Lieder von Ferdinand Meyse! Dönhoff- Brett'l: Saal und Garten Der berühmte Romponisten- Darsteller Karl Braun Neue Welf Arnold Schoiz, Hasenheide 108/114 Sonntag, den 14. Juni: Großes Konzert Spezialitäten- Vorstellung außer BALL d m Die Kaffeeküche ist eröffnet Volksbelustigungen aller Art, Puppentheater usw. Sinia 2 Uhr Anfang 4 Uhr Rennen zu Grunewald Sonntag, den 14. Juni nachmittags 3 Uhr SPIELPLAN Uta Polast am Zoo Karfürstendamm Turmstraße Tauentzienpelast Friedrichstraße Wolfendorfplatz Kammerlichtspiele Alexanderplatz Weinbergsweg Rex Fridericus Erster und Zweiter Teil Wecht. 47 s. X9 Senat, 4, 7, 9 Lieblinge der Menschen Wochent. 7 u. 9/ Sonat, 5, 7, 9 Tragödie der Liebe Auf 6.80hse:, D.Apaches v.Paris' Weebent. 7 u. 9/ Senat. 5, 7, 9 Edles Blut Alpine Majestäten Wechent. 7 u. 9/ Sennt. 5, 7, 9 Der Junge Medardus Wochentags 7.9 Sonntags 5, 7, 9 Herrn Arnes Schatz Wochentags 7 u. 9 Sonntags 5, 7, 9 Wege zu Kraft und Schönhelt Wochentags 7, 9 Sonntags 5. 79 Kohlhiesels Töchter Klub der Unterirdischen Wechest, 7 u. 9 Seant. 7, 9 Blitzzug der Liebe Skifahrt ins Giac Wochentags 7,9 Sonntags 5, 7, 9 Das große Programm 1) Ouvertüre: Phaedra".... von Massenet 2) Die Apachen von Paris, Tanzszenen aus der holländischen Operette Die Königin von Montmartre", ausgeführt von den 8 Windsors" von der Komischen Oper" Amsterdam. 3) Tragödie der Liebe. Ein Film von Leo Birinski und Adolf Lantz Regie: Joe May. In den Hauptrollen: Mia May, Emil Jannings, Erika Gläßner, W. Galdarow. Vorverkaut ohne Aufschlag täglich mittags 12-2 Uhr Ufa Theater TURMSTRASSE ( Turmstrasse, Ecke Stromstrasse) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Straßenbahnlinien: 3, 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 56, 113. Autobuslinien: Nr. 11, 28. Stadtbahn: Bahnhof Bellevue Forderney Das Nordseebad Die Insel des Sports.Die Stätte klassischer Musik Seeweg über Bremen- Bremerbaren- Helgoland- Direkte Schnellzugs- n. Dampferverbindung Norddeich- Norderney Fahrer durch die Badeverwaltung 1. Preis Arcona- Räder Hundert I., II. und III. Preise die Lieblingsmaschinen der Rennfahrer und Tourenfahrer. Das Rad für jedermann! Elegant, leichtlaufend u. unbedingt zuverlässig, eine Qualitätsmaschine von höchster Vollendung! Billig im Preis! 5 Jahre Garaalle! 100 000 de im Gebrauch! Die bedeutendsten Rennfahrer der Welt benutzten z den längsten und schwierigsten Rennen nur Arcona das beste Rad Der 1., 2., 3., 4., 5. und 2., 4., 5., 6. Preis wurden im Zwelten Dresdener bzw. 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Heute, Sonnabend, nachmittags 4Uhr, entschlief sanft nach kurzem, schwerem Krankenlager mein lieber Mann, Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel, der Schankwirt Max Bollmann In tiefer Trauer Minna Bollmann. Halberstadt a. Harz, den 13. Juni 1925. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. Juni, nachmittags statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme am Garge meines lieben Mannes, unferes Baters, Schwieger oaters, Brubers, Schwagers, des Werk meisters Emil Kliemke fpreche ich auf diesem Wege allen Berwandten, Freunden, Bekannten, dem Berkmeisterverband und allen Mitarbeitern, sowie Herrn Pfarrer Ungnab meinen tiefften Dant aus. Im Namen aller Hinterbliebenen Ww. Luise Kliemke, geb. Lemke, 9866] Chriftianiaftr. 117. Trotz Teilzahlung bei geringster Anzahlung und bequemster Abzahlung Herren- Anzüge prima Stoffe. 68 58 48 Herren- Mantel Schied Ausf., eleg. 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Juli Kunstausstellung moderner religiöser Malerei:„ Bibel und Bild" Juni- Jull Festaufführungen im Stadttheater und Konzerthaus Kurveranstaltungen Auskünfte durch das Verkehrsbureau der Ausstellung ELBERFELD Die Jahrtausendfeler hat vom 20. bis 25. Mai stattgefunden. Elberfeld wurde im Jahre 1610 zur Stadt er hoben. Sie besitzt bedeutsame Spezialindustrie de Weberei, Bleicherei und Färberei, der Fabrikation der Bänder, Kordeln, Litzen und Spitzen, dazu neuerdings der Kunstseide und des Glan stoffs, der chem Industrie der Farbstoff, Bekleidung und Konfektion. Außerdem bedeutsamen Textilgroßhandel. Dem raschen Verkeh in der Stadt und nach den Nachbar orten dient das einzigartige Verkehrsmittel: die Schwebebahn. Auf dem Gebiete des Wohltahrtswesens ist Elberieid weltbekannt geworden, ebenso auf dem Gebiete des Theaterund Konzertwesens Neuerdings bietet das Stadion mit seinen reichhaltigen Vorstellungen besonderes Interesse, sowie zur Zeit die Ausstellung der Bergischen Kunstgenossens halt und des städt. Museums. Die schöne Umgebung Elberfelds in ihrer Durchdringung der Natur mit der Werktätigkeit der Bevölkerung wird auch dem verwöhntesten gerecht. Der Besuch wird daher allgemein empfohlen. Auskunft erteilt der Elberfelder Verkehrsverein, Schöne Gasse vom 16.- 27. Mai stattgefunden Den Besuchern des Rheinlandes bietet die alte Universitäts- und Gartenstadt mit ihrer reizvollen Umgebung unweit des Siebengebirges ruhigen und angenehmen Aufenthalt. Nach Köln und dem Siebengebirge einhalbstündlicher elektrischer Schnellbahnverkehr. Auskunft: Städtisches Verkehrsamt Poststraße 27 Fernruf 3575. ESSEN Gold-* StrohJahrtausend Feier der Rheinlande Ausstellungen und feftliche Veranstaltungen Aachen+ Gonn Dusseldorf+ Duisburg Elberfeld Essen Roblenz toln Trier Auskunft in den Verkehrsvereinen Verkehrsamtern und Efebres KOBLENZ # Korkruft Euch zur Jahrtausendfeier! Deutsche, besucht die Ausstellungen und festlichen Veranstaltungen, den Rhein, seine Städte, Bäder, Berge, Burgen und Dome die Großstadt im Herzen des Industriegebiets, 8. August 13. September ist gleichbedeutend als Kohlenstadt, Industriestadt und Siedlungsstadt. Sitz zahlreicher. großer Verbände der Industrie sowie bedeutender industrieller Werke, wie auch einer großen Anzahl von Behörden. Neben einer Anzahl von Fachmessen und Fachausstellungen, wie Rheinisch- Westfälische Lebens- und Genußmittel- Ausstellung, Rhei nisch- Westfälische Tabakmesse. Chemie im Alltag, Bureauausstellung, finden in der Stadt Essen anläßlich der Jahrtausendfeier folgende große Ausstellungen statt: im Juni ,, Jahrtausendfelern" 18. 7.- 16. 8. Bau- Ausstellung" 13.- 25.9. Ausstellung: Gesundheit und Arbeit" veranstaltet unter Mitwirkung der Deutschen Gesellschaft für Gewerbehygiene Auskunft ertellen das Städtische Verkehrsamt( Rathaus) und der Verkehrsverein( Handelshot am Hauptbahnhof) Reichsausstellung ,, Deutscher Wein" Weinbau, Weinhandel und verwandte Gewerbe 1. Auskunft: Rheinischer Verkehrsverband E.V. Sitz Bad Godesberg. Die Verkehrsämter der Städte und die Verkehrsvereine. Der Wein und die deutsche Wissenschaft 2. Der Wein und die deutsche Wirtschaft 8. Der Wein und die deutsche Kultur Auskünfte: DUISBURG DÜSSELDORF Festwoche vom 6.- 14. Juni 1925 Jubiläumsausstellungen 1925 Schiffsschau auf dem Rhein im Zeichen Duisburg als größter Binnenhafen der Welt Pestaufführungen im Stadttheater: ( Intendant Dr. Saladin Schmitt) Oberon, Lohengrin". Die Meistersinger", Traumspiel von Weismann,„ Alles um Geld" von H. Eulenberg, Der verlorene Sohn von Schmidtbonn, „ Nibelungen" von Fr. Hebbel Reit- und Springturnier, Tennis- Turnier, Kaiserbergturnfest, Städtefußballspiel Amsterdam Duisburg im Stadion, 40 000 Besucher fassend, zahlreiche weitere Veranstaltungen Musikfest vom 15.- 20. Juli 1925 ( Leitung: Gen.- Musikdirektor Scheinpflug) Namhafte Solisten, 120 Musiker, Chor 800 Mitwirkende 9 Sinfonie von Beethoven, 8. Sinfonie von Mahler, Das iunge Rheinland, Werke von Busch, Eidens, Henrich, Hindemith, Stephan, Stürmer Heimatliche Kunstausstellungen bis 3. September 1925 Ausfübri. Programme durch d. Stadtverwaltung KÖLN Jahrtausendausstellung der Rheinlande 15. Mai bis 15. August Eine Schau über 1000 Jahre rhein.- deutsch. Kultur Handwerksausstellung der Kölner Handwerkskammer vom 19. Juli bis 23. August Ausstellung d. Edeka- Verband. v. 6. b. 14. Juni Landwirtschaftliche Ausstellung( Grüne Messe) vom 4. bis 12. Juli Theaterfestwochen und Musikfeste Erstaufführungen im Opern- und Schauspielhaus im Mai und Juni Im Jull Gastspielwochen der Wiener Staatsoper und des Wiener Staatsopernballetts Das Niederrheinische Musikfest vom 11. bis 14. Juni Festkonzert der Wiener Philharmoniker am 25. Juni Das Sängerfest d. Rheinischen Sängerbundes vom 27. bis 29. Juni Zahlreiche sportl. Veranstaltung. Etwa 100 Kongresse u. Vortragswochen Rheindampferfahrten Städt. Verkehrsamt, Goebenplatz 20 Auskunft durch das städtische Verkehrsamt, unter Fettenhennen 19. Große Kunstausstellung 30. Mai bis 4. Oktober a) die letzten 100 Jahre rheinischer Malerei b) modernes deutsches Kunstschaffen c) modernes Düsseldorfer Kunstschaffen Jagd- u. Fischerei- Ausstellung unter dem Protektorat des Generalfeldmarschalls von Hindenburg 30. Mai bis 15. Juli Gießerei- Ausstellung 20. Aug. bis 30. Sept. Große Allgem. Gartenbau- u. Bindekunst- Ausstellung 19. bis 27 Sept. Obst- u. Gemüse- Ausstellung 2. bis 4. Oktober Gr. Festspiel d. Künstlervereins ,, Malkasten" am Vorabend der Festsitzung des Rhein. Provinziallandtages in Anwesenheit der Reichsund Staatsbehörden am Mittwoch, den 17. Juni Werden und Wirken", Bilder aus der Geschichte des Rheinlands Wirtschafts- wissenschaftl. Woche vom 8. bis 12. Juni FESTKONZERTE unter Leitung von Pfitzner, Schillings und Schneevoigt, Festopern und Festschauspiele in der Woche vom 8. bis 14. Juni. TRIER Jahrtausendfeier der Rheinlande An allen Sonntagen im Juli bis September: Aufführungen des Heimatspieles von Dr. Leo Weißmantel " Der Kurfürst" Freilichtspiele in d. Kaiserthermen Monat Juni: Sportveranstaltungen 6. und 7. Juni: Ruderregatta des Moselund Saarregatta- Verbandes. 10. bis 19. Juli: Gesangsfest der vereinigt. Gesangvereine der Stadt und des Bezirks. 2. August bis 13. September: Gewerbeschau auf dem Gelände zwischen Paulusplatz u. Deutschherrenstraße mit Schaufenster- Wettbewerb. 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Juni, abends 7 Ahr, im Jugendheim des Berbandshauses, Linienffr. 83/85, Bortal I, 2 Treppen: Gruppenversammlung Tagesordnung: 1. Bericht der Gruppenleitung. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Gruppenleitung. 4. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen wird ersucht. Die Gruppenleitung. Rur Ausweistarten mit dem Stempel 1925 berechtigen zum Jufritt. Dies gilt für alle Gruppenversammlungen Betriebsräte der Hauptgruppe VI, Metall! ( Untergruppen 19 und 20) Dienstag, 16. Jani, nachm. 5 Uhr, im Berbandshause, Cinienfte. 83/85, Portal 1, Zimmer 28, III: Gruppenversammlung Tagesordnung: Gruppenleitung. 1. Neuwahl der Achtung Bauanichläger! Achtung! Dienstag, den 16. Juni, abds. 7 Uhr, imSigungsscal des Berbandshauses, Linienste. 83/85: Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Berbands- und Franchenangelegenheiten. 2 Diskussion. Begen der Wichtigkeit der Tagesordnung iit cs Pflicht eines jeden Kollegen, in der Bersammlung zu erscheinen. Dienstag, den 16. Juni, abds. 7 Uhr: im Restaurant Boweleit, Joftyfte. 7 Vollversammlung aller Autoreparaturschlosser Gr.- Berlins Tagesordnung: Bericht von der Lohnverhandlung mit dem Schlichter GroßBerlins. Das Erscheinen aller Kollegen ift un hedingt erforderlich. Die Ortsverwaltung. Metall- Bettstellen Betffedern, Jalette, Daunenund Steppdeden Bettchaiselongues WEISSE MOBEL Jahlungserleichterung S. KALISKI Nürnberger Straße 64. Verkäufe Sohlleber, Schäfte, Leisten ufm. preismett, Sederhandlung B. Rühi, Berlin Goöneberg, Bahnstraße 43. 0000 In der Morgenstunde in vielen Farben für Herren und Damen. Strickwesten Wolle, für Herren u. Damen 5.50 Sportwesten 3,60 Wäschestoffe 80 cm breit.... 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