Nr. 10. Erscheint täglich außer Montage. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Ami 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Dienstag, den 13. Januar 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. An die Berliner Parteigenossen! der Spitze der Sozialreform marschire; wir werden ge- ein Vierteljahrhundert, es wurde überholt durch die deutsche Wie wir aus dem Berichte in Nummer 8, 2. Beilage des Vorwärts" über eine Versammlung in Joel's Lokal ersehen, brachten dort mehrere Parteigenoffen Beschwerden über die Leitung des Vorwärts" vor. denken der Erlasse des deutschen Kaisers vom 4. Fe- Gewerbe- Ordnung vom Jahre 1869 und die Arbeiterschutzbruar 1890 und werden erklären können, daß wir die Novelle vom Jahre 1878. Wir erwähnen dies haupteinzige Partei im deutschen Reiche sind, welche durch die sächlich deshalb, weil Anfangs der 70er Jahre in dem minimalen Ergebnisse der lange Zeit fleißig arbeitenden Unternehmer- Organe, der Concordia" und in den VerArbeiterschutz- Kommission nicht enttäuscht sind. sammlungen des Vereins für Sozialpolitik" seitens Ohne auf den Inhalt dieser Beschwerden hier weiter einzu- Wir werden konstatiren, daß ebenso wenig die Ver- sächsischer Unternehmer auf die österreichische Arbeiterschutzgehen, wollen wir hervorheben, daß seit der Konstituirung des sprechungen des Kaisers im neuen Arbeiterschutz- Gesetze Gesetzgebung hingewiesen wurde, als die Ursache der Parteivorstandes bis zum heutigen Tage von keiner Seite erfüllt werden, als das Wort der Offiziösen, daß wir an mangelhaften Durchführung der deutschen Arbeiterschutzauch nicht von den Beschwerde führenden Rednern der erwähnten der Spitze der Sozialreform marschiren. Als wir vor Bestimmungen in Sachsen. Damals verlangte man, daß Versammlung eine Klage oder Beschwerde über den Vor- zwei Wochen an der Hand des Buches vom Geheimrath Desterreich sich der deutschen Arbeiterschutz- Gesetzgebung Königs die Bedeutung der schweizerischen Fabrik Gesetz- akkomodire; heute aber, wo doch die Frage der interwärts" resp. das" Berliner Voltsblatt" an uns gelangte. In unserer in Halle beschlossenen Partei- Organisation ist nach gebung darlegten, wollten wir vergleichendes Material zur nationalen Arbeiterschutz- Gesetzgebung in einem ganz § 15 die Kontrole der Partei Organe ausdrücklich der Partei- Beurtheilung des Werthes unserer jetzigen und künftigen anderen Stadium steht, als im Jahre 1872, schweigen leitung übertragen. Daraus ergiebt sich von selbst, daß Beschwerden Arbeiterschutz- Gesetzgebung beschaffen. Der gleiche Zweck fich die sächsischen Fabrikanten vollständig darüber aus, der Parteigenossen über das offizielle Partei Organ zunächst bei leitet uns heute, wenn wir einen Ueberblick über die daß wir unsere Gesetzgebung der der Nachbarländer ander Parteileitung( Vorstand und Kontroleuren) anzubringen sind. Arbeiterschutz- Gesetzgebung Desterreichs geben. bequemen. Sind die Beschwerdeführer durch die von jenen getroffenen Entscheidung nicht zufriedengestellt, so bleibt ihnen die Berufung an den Parteitag offen. Das ist der Instanzenweg, den jeder Parteigenosse, der auf Disziplin hält und dem die Ehre der Partei am Herzen liegt, inne zu halten verpflichtet ist. Es entspricht nicht den Gepflogenheiten der Partei, wenn seitens einzelner Parteigenossen unter Beiseitesehung des durch die Partei Organisation vorgeschriebenen Instanzenganges Anklagen und Beschwerden in öffentlichen Versammlungen erhoben und erörtert werden. Ein solches Verfahren ist doppelt zu verurtheilen, wenn, wie in dem vorliegenden Falle, die Versammlung zu ganz andern Zwecken einberufen wurde und man nicht einmal für nöthig hielt, die Angegriffenen von den beabsichtigten Anklagen zu unterrichten. 0 Bevor wir aber auf diese näher eingehen, seien einige Wir grenzen heute nur an Länder mit Arbeitereinleitende Worte verstattet. schutz- Gesetzen, dabei ist unsere Industrie entwickelter, als Desterreichs ökonomische Bedeutung steht weit hinter die unserer Nachbarn. Desterreich und die Schweiz haben der Deutschlands und der Schweiz zurück. Das Klein- uns in der Regelung des Arbeiterschutzes überholt, in gewerbe ist dort noch lange nicht so sehr durch die Groß- Frankreich ist eben ein weitgehendes Arbeiterschutz- Gesetz industrie geschwächt, wie in Deutschland, der Akkumulations- in Berathung, das wir nächstens besprechen werden, prozeß ist noch nicht so vorgeschritten, die Leistungsfähigkeit Belgien, Holland, Luxemburg, Dänemark und Rußland der Großindustrie ist nach jeder Richtung geringer wie werden uns bald erreicht haben, wenn unsere Arbeiterin Deutschland. Während bei uns die Zahl der in der schutz- Politit sich weiter abwechselnd im Krebs- und Landwirthschaft Thätigen den in Gewerbe und Handel Schneckengange entwickelt. Thätigen gleichkommt, überwiegt in Desterreich noch die Gehen wir nun an die Betrachtung der österreichilandwirthschaftliche Bevölkerung und trotzdem konnte man ſchen Arbeiterschutz- Gesetzgebung selbst. Die parlamenschon vor fünf Jahren in Desterreich ein Arbeiterschutz- tarische Geschichte ihrer Entstehung, so hochinteressant sie Gesetz in Kraft treten lassen, das, wenn es auch keines- als Wiederholung ähnlicher Vorgänge in England ist, wegs das bietet, was wir von einem richtigen Arbeiter- müssen wir übergehen, uns kann heute nur der Inhalt schuß- Gesetz fordern müssen, doch weit mehr den Arbeitern derselben interessiren. entgegenkommt, als der Entwurf der deutschen ReichsWir sprechen die Erwartung aus, und sind überzeugt, daß alle einfichtigen Genossen mit uns derselben Ansicht sind, daß ähnliche Vorgänge sich nicht wiederholen dürfen, und daß, wer regierung und die Vorschläge der Arbeiterschutz- Desterreichs, die sieben Jahre nach der schweizerischen in glaubt Beschwerden und Anklagen gegen die Organe der Partei vorbringen zu müssen, sich nach den Bestimmungen der ParteiOrganisation richtet. sodo Berlin, den 11. Januar 1891. 1 Der Parteivorstand. Kommission. Charakteristisch an der Arbeiterschutz- Gesetzgebung Wirksamkeit trat, ist der Schutz der erwachsenen Arbeiter, Die Arbeiterschutz- Gesetzgebung Desterreichs gehört zu die Scheidung zwischen Handwerksgehilfen, Fabrikarbeitern den ältesten. Schon aus der Zeit Kaiser Joseph II. sind und Bergarbeitern. uns Kinderschutz Geseze überliefert und in den ersten Die Arbeiter der Hausindustrie entbehren in DesterJahren unseres Jahrhunderts gab es in Nieder- Oesterreich reich noch völlig jeden Schutzes. schon ein Fabriken- Inspektorat, das freilich nicht lange in Der Arbeiterschutz im Handwerke ist der geWirksamkeit geblieben ist. Diese Geseze galten nicht für ringste, obgleich wir doch immer mehr zur Ueberzeugung Der Arbeiterschuh in das ganze Reich, sondern nur für die einzelnen Provinzen. kommen müssen, daß die Arbeiter in handwerksmäßigen Oesterreich. Die erste für die ganze Monarchie erlassene Gewerbe- Betrieben und in der Hausindustrie mindestens so sehr Ordnung", welche ähnlich wie in Deutschland auch die des Schutzes bedürftig sind, wie die der Großindustrie. In wenigen Tagen wird der Bericht der Arbeiter Arbeiterschutz- Gesetze enthielt, datirt vom Jahre 1859. Trotzdem hat man, und dies vornehmlich aus politischen schutz- Kommission des deutschen Reichstags vorliegen und Die Arbeiterschutz- Bestimmungen in derselben waren ganz Gründen, unterlassen, für diese Arbeiterkategorien entzu interessanten Reflexionen Anlaß geben. Wir werden unbedeutend und ihre Durchführung nicht sicher gestellt, sprechende Arbeiterschutz- Maßregeln zu dekretiren. Während Gelegenheit haben, uns an die bis zum Ueberdruß ge- da man unterlassen hatte, Organe zur Ueberwachung ihrer den Kindern unter 14 Jahren das Arbeiten in hörten Worte zu erinnern, daß das deutsche Reich an Durchführung zu Jestellen. Das Gesetz von 1859 galt Fabriken von der Staatsgewalt untersagt wird, dürfen die Feuilleton. Nachdruck verboten.] Bei Mama. [ 10 " 1 fand sie auch den Onkel Solum daheim. Fanny wurde hieße dies zu viel hungern", meinte Mama. Angenehm von Mama ungewöhnlich freundlich empfangen, und vom war es auch, daß Buchbinder Lundström nicht mehr so oft Dufel ebenso; sie erhielt Kaffee und Kuchen, wurde ge- kam; Mama war strenger gegen ihn, als sie sonst gewesen. waschen, wechselte die Kleider und war bald wieder in Und wenn er kami, war er auch gewöhnlich voll Demuth; Ordnung. Als Onkel Solum gegangen war, sprach Mama: doch konnte er auch, wenn er betrunken war, lästig fallen. Jetzt, hoffe ich, bekommen wir Lea und Tom bald wieder heim; wird das nicht hübsch, Fanny?" " Ja", sagte Fanny. Gleich darauf fügte sie bei: Onkel Solum ist lieb, Mama." „ Meinst Du?" „ Ja." Roman von Arne Garborg. Das wurden luftige Weihnachten. Allerlei gute Speisen gab es in Ueberfluß, und Mama war in solcher Laune, daß Fanny hinaus durfte und mit den Knaben Schneeballen werfen, so viel sie wollte. Besonders froh und " Ach ja", sagte Mama mit zufriedenem Lächeln; munter war Mama an jenem Abend, den Onkel Solum er ist einer von Papa's alten Freunden, verstehst Du; bei ihnen zubrachte. Und das war ganz natürlich; denn barum hilft er uns auch darin. Ja, er ist lieb, wie Du Onkel Solum war ungemein lieb. Fanny saß fast fagft!" den ganzen Abend auf seinem Knie und plauderte. Er Jedoch nach einiger Zeit bekam Mama ihre schlechte erzählte von den lustigen Dingen, die er in Kristiania Laune wieder. Sie weinte und hatte Kopfschmerzen und besaß; unter anderem hatte er eine ganze Menge kleiner war langweilig. Mädchen, und dann hatte er einen Knaben, welcher Jens hieß; das war ein merkwürdiger Junge, und genau im sagte sie zu Fanny. gleichen Alter mit Fanny. Diesen Jungen sollte sie haben, wenn sie einmal groß ward. Du magst ihn doch!" " Ja freilich, wenn er lieb ist, so mag ich ihn schon!" Aber Du hast ja schon einen Bräutigam?" " Ja, der ist auch lieb; und denke Dir nur, Mama, dann habe ich zwei Bräutigame!" Ha- ha- ha, o Du Krauskopf, Du!" Er bildete sich wirklich ein, er könne Mama zur Frau haben. Er lockte sie mit dem Versprechen, nach Kristiania zu ziehen; dort würde sie sich einen gemüthlichen Winkel" einrichten und es gut haben," Französischbrot mit Butter und Käse essen und bayerisch Bier trinken." Jedoch Mama scheerte sich darum natürlich nicht. Manchmal that sie, als glaube sie, er habe Weib und Kind in Schweden ,,, wollen Sie noch welche, Lundström? Sind Sie denn ein Mormone?" Lundström legte die Hand auf's Herz und schwor auf Ehre; dann begann er aber zu fluchen und zu rasen und erbot sich schließlich, nach Schweden zu reisen und mit reinen Papieren" wiederzukehren. ,, Nehmen Sie mich dann, Frau Holmsen?" Aber Mama wollte ihn unter keinerlei Umständen nehmen. Sie beschäftigte sich mit Fanny's Erziehung, half ihr " D, schuld daran ist natürlich er, er, na, dieser bei den kleinen Katechismusaufgaben, erzählte ihr von Jesus, Dein Herr Papa!"- Und da weinte sie wieder. O, o! beantwortete ihre mannigfachen Fragen und suchte sie an Du mein Gott, daß man nichts erreichen kann!" Du bekommst Deine Geschwister doch nicht nach Hause," Warum nicht, Mama?" " sich zu knüpfen. Fanny hatte Anfälle kindlicher ZärtlichJedoch nach und nach wurde es besser und Fanny war keit; die alte Kari konnte, wenn sie gegen Abend lärmend im Ganzen genommen mit Mama völlig zufrieden. Von hereinkam, Mutter und Tochter im traulichsten EinverWassergrüße zu Mittag oder von Erdäpfeln mit Salz ständniß vorfinden. Es war einen Tag später; Fanny war bei den war niemals mehr die Rede; jedenfalls gab es nebenbei„ Wenn ich groß bin, Mama, kaufe ich Dir einen Knaben draußen gewesen und hatte Schneeballen geworfen Butterbrot; Brot mit Syrup war übrigens auch nicht Schaukelstuhl, Mama, so einen, wie ihn die Großmama und kam heulend nach Hause; sie war ganz mit Schnee schlecht. Ab und zu lebte man ganz nach Herrschaftsart Lehmann hat; und da sollst Du drinjizen und den überfäet und hatte einen Schneeball so fest und mitten von Braten, Bier und Süßigkeiten; sollten wir hungern, ganzen Tag Dich schaukein und kaffe trinken und Weizenin's Gesicht gekriegt, daß sie aus der Nase blutete. Da wenn wir etwas haben und wenn wir nichts haben, so brot essen...." Kinder in handwerksmaßigen Betrieben] Politische Uebersicht. gemeint find, welche in der That die Avantgarde ball schon vom 12. Jahre an thätig sein. Doch ist für die Kinder zwischen dem 12. und 14. Jahre eine Maximal- Arbeitszeit von acht Stunden festgesetzt. Beim Bergbau dürfen Kinder unter 14 Jahren nicht beschäftigt werden. fann. = Berlin, den 12. Januar. Herr Miquel hat seine erste Etatrede gehalten. Sie muß enttäuschen; keine großen Gedanken finden sich in ihr. Selbst Herr von Malyahn hätte keine gewöhnlichere Etatrede halten können. gewählt. der Proletarier bilden. Die Beobachtung kann man überall machen, daß grade die besser situirten, die gebildetsten, und aufgeklärtesten Arbeiter die Träger der Bewegung und ihre eifrigsten Förderer sind. Der beste Be Gegner ist: daß die Sozialdemokratie die Arbeiter in weis, wie unerhört lächerlich die Behauptung unserer möglichst schlechter Lage erhalten wolle, um sie desto leichter Für jugendliche Arbeiter, d. h. für Personen zwischen dem 14. und 16. Jahre und für Frauen ist das Verbot der Nachtarbeit ausgesprochen. Per- wurde, enthält neue Forderungen für die Regelung der Daß in der Herrschaft unserer Idee über die Parteigenossen Die preußische Gtatvorlage, die heute vertheilt beherrschen" und zur Unzufriedenheit aufstacheln zu können". sonen männlichen Geschlechts, welche das 16. und Frauens- Gewerbe- Inspektion. Wir bezweifeln vorerst, daß diese das„ Geheimniß" der Organisation liege, das haben in allen personen, welche das 18. Lebensjahr noch nicht über- Neuregelung eine besonders glückliche ist. Die Verbindung sogenannten„ Geheimbundsprozessen" die angeklagten Sozia schritten haben, dürfen beim Bergbau nur in einer der Dampfkessel- Revision mit dem Inspektorate erscheint listen geltend gemacht. Aber die Herren Staatsanwälte Weise beschäftigt werden, welche ihrer körperlichen Ent- uns ein wenig glücklicher Gedanke. Dadurch werden Aerzte, witterten hinter dem„ Geheimniß“ eine regelrechte Verschwörung wickelung nicht nachtheilig ist. Nationalökonomen 2c. vom Verufe der Gewerbe- Inspektoren mit unbedingtem Gehorsam gegen bekannte oder unbekannte Frauen und Mädchen jeden Alters dürfen Technikern, was wir für sehr schädlich halten und dem die par excellence erklärt: in der Herrschaft der Idee liegt ausgeschlossen, derselbe wird ein reines Kollegium ausgeschlossen, derselbe wird ein reines Kollegium von Obere". Und jetzt müssen sie erleben, daß das Ordnungsblatt nur über Tag verwendet werden. Für Wöchne- Erfahrungen Desterreichs und insbesondere der Schweiz das Geheimniß der Organisation. Für Leute mit ge rinnen ist eine Schonzeit von sechs Wochen widersprechen. Die Ursache der Verbindung zweier eigentlich wöhnlichem", mit nicht juristisch geschärftem Verstand" eingeführt, die aber auf Grund ärztlicher Konstatirung verschiedener Thätigkeiten liegt in einer übel angebrachten war das nie ein„ Geheimniß". Ueber die heutigen Ver der Arbeitsfähigkeit auf vier Wochen verkürzt werden Spasamkeit. Es wäre doch besser, einmal sich zu ent- trauensmänner" wird gesagt:" Sie werden zweifelsohne eine schließen, ein Paar Kanonen weniger auf den Manöver- bedeutende Rolle zu spielen berufen sein. Aus ihnen werden Ein Normal Arbeitstag existirt nur für die feldern schießen zu lassen, statt bei der Gewerbe- Inspektion, sich die Delegirten zu den Parteitagen und wohl auch die Arbeiter in der Großindustrie und im Bergbau. In der der Seele der Fabrik- Gesetzgebung, zu sparen. Auf die Abgeordneten in den parlamentarischen und städtischen Körper Großindustrie darf die effektive Arbeitszeit elf Stunden, im Einzelheiten der geplanten Neuregelung kommen wir noch schaften rekrutiren, sie werden die Wetterfahne bilden, nach Bergbau bei einer Schichtdauer von zwölf Stunden zehn zurück. unden zeh der man die Stimmung der Genossen beurtheilen kann. Und Stunden nicht überschreiten. wenn sie die Männer danach sind, werden sie sich eines Das amtliche Wahlresultat der am 8. d. Mts. statt größeren Einflusses erfreuen können als ihre Vorgänger. Diese Die Arbeitspausen müssen mindestens andert gehabten Reichstags- Stichwahl im 5. Wahlkreis des Re- waren nämlich nichts weniger als unabhängig. Traten doch halb Stunden betragen und sollen entsprechend in die gierungsbezirks Bochum( Stadt- und Landkreis Bochum, ihre Wähler, die einzelnen Bezirke oder Sektionen Arbeitszeit vertheilt werden. Kreis Gelsenkirchen und Hattingen) wird eben bekannt ge- allwöchentlich einmal zusammen. Vor diesem Forum nun Am Sonntage hat alle gewerbliche Arbeit zu macht. Es sind im Ganzen 52 945 St. abgegeben worden. hatte der den Bezirk im Komitee vertretende Genoffe Rechenruhen. Davon erhielten Fabrikbesizer Hermann Müllensiefen in schaft von dem Thun und Lassen des Komitees abzulegen Unfalls verhütung und Sorge die Unfalls verhütung und Sorge für die Erengeldanz( natl.) 27 304 St., Bürgermeister Vattmann in und Entlastung entgegenzunehmen; zugleich lag es ihm ob, Gesundheit der Arbeiter ist den Gewerbe- Unter- Gelsenkirchen( Zentrum) 25 641 St. Der erstere ist somit das Parteiorgan und die Flugblätter auszugeben, sowie die nehmern durch das Gesetz zur Pflicht gemacht. Parteisteuer und die von den einzelnen Bezirksmitgliedern Ueber die Wahl haben wir schon unser Urtheil aus in ihrem Bekanntenkreise gesammelten Gelder gegen Quittung Die Bezahlung der Arbeiter in Waaren gesprochen, den wir nichts hinzuzufügen haben. einzukassiren. Hier konnten auch Anträge gestellt werden, ( Truck) ist verboten. Zur Beaufsichtigung der Durchführung der Arbeiter fozialdemokratischen Partei Deutschlands äußert sich breitet werden. So war das Komitee mehr ein den Willen Ueber die alte und die neue Organisation der so mußten sie von dem Vertrauensmann dem Komitee unterund fanden sie den Beifall der Mehrzahl der Genossen, schutz- Gesetzgebung in Großindustrie, Binnen- Schifffahrt die Köln. 3tg." in einem langen Leitartikel. Derselbe hebt der Bezirksversammlungen ausführendes als ein sie beherrschenund Handwerk, nicht aber im Bergbau, ist ein Korps von an mit dem äußerst schmeichelhaften Zugeständniß: die Ordes Organ. Wird die Stelle jener das Herz der Bewegung bildenGewerbe Inspektoren( 16) und eine Anzahl Assistenten ganisation, welche die Sozialdemokratie sich auf ihrem jüngsten den Bezirkszusammenkünfte ausgefüllt werden durch die öffent eingesetzt, welche bisher in der Durchführung der Arbeiter- Parteitag in Halle a. S. gegeben habe, sei ein„ Meisterwerk schutz Gesetze für die Großindustrie sehr Verdienstliches der Kunst, zu organisiren". lichen, von allen Parteigenossen besuchten Volksversammlungen? Wird die Vertretung der sozialdemokratischen Interessen geleistet haben; im Handwerk konnten sie nicht Gleiches Die Ausführungen beziehen sich auf Verhältnisse, welche leisten, denn für die vielen Hunderttausende kleingewerb- alle unsern Lesern bekannt sind, so insbesondere auf die wirklich aus den Händen feſt erprobter, eingeschworener licher Betriebe in Desterreich reicht die Zahl der In- Organisationen unter der Herrschaft des Sozialistengesetzes. Genossen in die der breiten Volksmassen gelegt werden? Der Grundsatz des demokratischen Sozialismus erfordert spektoren nicht aus. Ueberall behielt die geheime Organisation ihr örtliches wirklichung unter den Menschen hat, so unmöglich ist es, Ein Mangel der österreichischen Gesetzgebung sind die Gepräge. Eine festgefügte gleichmäßige Organisation für daß die Zügel des Streitwagens, der eine feste staatliche das letztere. Aber so wenig als dieser je Aussicht auf Ver zahlreichen Ausnahme Bestimmungen, welche das Deutsche Reich hat es nie gegeben. Die in den folgen Ordnung über den Haufen rennen soll, auf die Dauer in Gestattung von Nachtarbeit, Arbeitszeit- Verlängerungen den Jahren hervortretenden und zum Theil durchgeführten den Händen der breiten Massen des Proletariats liegen." und Aehnliches den Behörden gestatten. Mag man auch Bestrebungen, größere Bezirke oder gar ganze Provinzen eindies beklagen, so muß doch anerkannt werden, daß die heitlich zu organisiren, haben sich nicht bewährt und wurden Sozialismus, daß die breiten Massen" die Leitung der Seit wann widerstrebt es denn dem sozialdemokratischen österreichischen Behörden von diesen Rechten von Jahr zu auch noch auf einer während des Osterfestes( 1885) am Bewegung, entsprechend" ihren eigenen Ansichten und AbJahr weniger Gebrauch gemacht haben; die Regierung Westfalen und der Rheinproving ausdrücklich als verfehlt des jederzeitigen Einspruchs, erprobten, vertrauenswerthen Rhein stattgehabten Zusammenkunft von Delegirten aus fichten und unter Wahrung des Rechtes der Kontrole und hat von den Ausnahmebestimmungen vornehmlich nur erklärt." Gebrauch gemacht, um die Industrie leichter an das Gesetz zu gewöhnen. Steht auch die Durchführung der wir diese Ausführungen entnehmen, etwas werth. Dieses Eingeständniß ist, wie das„ Echo" schreibt, dem Genossen übertragen?! In österreichischen Gesetzgebung nicht auf dem Niveau, der welchem Lichte erscheinen danach all die großen Geheimbund-" Soweit die geheime Organisation dem Geldsammeln schweizerischen und englischen, so steht sie doch auf einem prozesse, die von eifrigen Staatsanwälten gegen die Führer und der Schriftenverbreitung diente, wurde sie mit dem höheren, wie die deutsche. der Sozialdemokratie angestrengt worden sind? Einige der Aufhören des Ausnahmegesetzes für die Partei entbehrlich; Das Ergebnis eines Vergleiches der österreichischen selben, so insbesondere der berühmte" Chemnitz- Freiberger, ob sie auch als Mitträgerin der sozialdemokratischen Hierarchic Gesetzgebung mit der deutschen ist für uns nicht minder trug den Angeklagten bekanntlich schwere Gefängnißstrafen ein, ohne Schaden verschwinden kann, das wird von dem Maße beschämend, wie der Vergleich mit der schweizerischen. obwohl es auch damals schon genau so wie jetzt feststand, an Disziplin, das in der an ihre Stelle getretenen Menge der Desterreich, in politischer und wirthschaftlicher Entwickelung daß der behauptete„ Geheimbund" nur in der Einbildung Parteigenossen steckt, zumeist abhängen. Das Korps der alten gewisser Leute existirte. Es hat nie eine festgefügte gleich- organisirten Sozialdemokraten ist aber nicht ausgestorben, son weit hinter Deutschland zurückgeblieben, zerfressen vom mäßige geheime Organisation für das Deutsche Reich ge- dern nur zur Reserve entlassen. Sie werden ihre Thätigkeit Nationalitätenstreit, am meisten von allen europäischen geben," erklärt der Artikel der Kölnischen Zeitung", dessen wieder aufnehmen, sobald sich ein Bedürfniß danach zeigt. Die Staaten leidend unter der ökonomischen Krise der siebziger Verfasser offenbar ein Mitglied der politischen Polizei ist. Verwandlung der alten in die neue Organisation besteht Jahre, noch schwerer die Lasten des Militarismus tragend Also find alle Diejenigen, die unter der Beschuldigung, eben im Wesentlichen nur in einer Erweiterung der Grundals Deutschland, hat doch Zeit gefunden, uns in einer so einer derartigen Organisation anzugehören, resp. sie zu lage. Die Organisation der Sozialdemokratie ist einer wichtigen Kulturfrage, wie es der Arbeiterschutz ist, zu leiten, f. 3. bestraft worden sind,( Auer, Bebel, Diez, Frohme, Riesenschlange vergleichbar, die bei rauhem Wetter sich überholen. Dies ist tief beschämend. Aber noch beschämender Vollmar, Viereck 2c. 2c.), in der That unschuldig bestraft, zusammenzieht, unter den milden Strahlen der Sonne fich aber gern und behaglich ausstreckt. Sie ist und bleibt aber Muth und Initiative gebricht, diesen Schandflecken auszu- nach dem Verfasser in der Herrschaft der sozialdemokratischen und das„ behagliche" Ausstrecken. ist, daß es unseren herrschenden Klassen an Ehrgefühl, einem Irrthum der Justiz zum Opfer gefallen. Das Geheimniß der wunderbaren Organisation" liegt stets dieselbe.". wegen und Desterreich nachzukommen, es zu überholen. Idee über die„ oberen Zehntausend" der Proletarier." Giebt es etwas Niederdrückenderes für Deutschland, Auch das erkennen wir als richtig an, unter der Vorausals sich von Ländern wie die Schweiz und Oesterreich in sezung, daß mit den oberen Zehntausend" speziell die- bringt die„ Kreuz- Zeitung" in ihrer gestrigen Nummer Unter der Ueberschrift: ,, Der Sieg der Bergarbeiter" Fragen der Kultur überholen zu lassen? jenigen sich auf etliche Hunderttausend beziffernden Genossen einen Artikel, welcher die Bochumer Stichwahl mit auffallender Unbefangenheit behandelt und in der Hauptsache entschieden den Nagel auf den Kopf trifft. Der Artikel verdient unseren Lesern mitgetheilt zu werden; er lautet: = Dante, lieber Krauskopf!" sagte Mama und küßte sie. " Und dann sollst Du nicht mehr nähen, sondern nur fizzen und Dich schaukeln und es gemüthlich haben." " Dank, mein Hühnchen; Du bist eben stets lieb gegen Mamia. Willst Du Mama nicht küssen?" Fanny nahm ihre Mutter um den Hals und gab ihr einen schallenden Kuß; das wurde der alten Kari doch zu start." Pfui", sagte fie, mich graust." Diesbezüglich heißt es: An einem strahlenden Morgen erwachte Fanny allein im großen Bett und nicht Mama, sondern die alte Kari trank dort beim Tische Kaffee. „ Na, bist Du endlich wach, Zwiebelschwanz?" fragte die Alte. " Für Dich bin ich kein Zwiebelschwanz", protestirte Fanny. Wo ist Mama?" Gegen den Frühling zu begann Jungfer Thorsen ins Haus zu kommen; sie hatte sich ein Delikatessengeschäft eingerichtet und behielt Zeit übrig. Jungfer Thorsen war sie einstens auf Fredheim Frau Holmsens Stubenmädchen ge- ein wesen; sie brachte also die alten Fredheimer Geschichten wieder aufs Tapet. Jungfer Thorsen benahm sich darin als eine wahre Autorität; war sie doch persönlich Holmsens Nachstellungen ausgesetzt gewesen. " Ja, dieser Lump!" wiederholte sie immerfort; in ihrem harten Dialett, ist es nicht merkwürdig, daß solche Menschen auch existiren dürfen!" ihre R knarrten wie neue Stiefel, dünfte es Fanny. " Mama ist fortgefahren." " Wohin ist sie denn gefahren?" " Nun, erinnerst Du Dich denn nicht mehr, Struwelkopf; sollte ja auf's Land, zum Lehnsmann Berg hinaus und Kleid nähen." Dit lägst, Kari!" Ach, diese Kinder, wenn sie schon wieder alles vergessen hat! O ja, sie mußte zum Lehnsmann Berg und ein neues Kleid nähen!" Wo wohnt denn der Lehnsmann Berg?" " D, so ein fünf, sechs Meilen von hier; was geht das werden!" Dich" au? Jetzt aber auf und schauen wir, daß wir fertig Das Gespräch endete zumeist mit den Kindern. Und „ Nein, Du sollst mir sagen, wann Mama heimkommt, Mama sagte so häufig, wenn sie nur jene hätte retten hörst Du, Kari, Haubenstock!" " Nun, sie kommt, wenn das Kleid fertig ist, morgen können, so würde sie ihr verpfuschtes Leben nicht beklagen. „ Und nun hätte ich die Kinder nach Hause nehmen können," oder übermorgen oder einen anderen Tag; kann Dir das erzählte sie. Mein Bruder Nils, der Lehrer an der Handels- nicht einerlei sein, wenn Du mich hast? Du wirst nicht schule in Kristiania, bot mir seine Hilfe an; er kennt die Noth leiden, Struwelpeter!" Jungfer Aaberg ein wenig; aber wollen Sie mir glauben, daß diese Bestie sich frech weigert, die Kinder auszuliefern! Kari?" Sie will ihnen Mutterſtelle vertreten, sagt sie... und so lange der Vater damit zufrieden sei, hätte ich nichts zu reden. Gerade als ob ich eine Fremde wäre! Natürlich steht er hinter ihr. D, wenn Gott ihm nur nicht einmal all' das Böse heimzahlt, das er mir angethan!" Nach und nach schien es aber, als geriethen die Kinder mehr in Vergessenheit. Lea begann Briefe nach Hause zu schreiben und nach diesen Briefen war alles in Ordnung draußen auf Elmerud." Reiste Mama den ganzen langen Weg allein, alte Ich denke, es fuhr sie jemand." " Wer fuhr sie, Du?" Das kann ich doch nicht wissen!" " Warum reifte sie denn so früh ab?" " Damit Du' was zu fragen hast, kleine Her' Du! geschwind, Mütterchen, daß wir in die Kleider fommen!" Nun ( Fortsetzung folgt.) Zum Schluß heißt es: 50 Das Bild ist so übel nicht, bis auf die" milde" Sonne Eine wahre Fundgrube an politischem Material bietet uns die Bochumer Reichstagswahl, besonders von konservativer Seite hat man allen Anlaß, dem Todtschweige- System" über die Bochumer Vorgänge, die uns ein ganzes Arsenal von Waffen darbieten, entgegenzutreten. Die Freis. 3tg." hat dem Zentrum und den Nationalliberalen ein Wettfriechen vor den Sozialdemokraten" vorgeworfen. Freisinnige Blätter sollten so etwas lieber nicht sagen, denn die Freisinnigen sind bei den Wahlen vor den Sozialdemokraten meilenweit gefrochen. Sachlich ist der Ausdruck ebenfalls nicht berechtigt, denn es liegt fein Wettkriechen vor den Sozialdemokraten, sondern vor den Bergleuten vor. Auch sind die Forderungen der Bergleute nicht derart, daß man sie nicht vertreten kann. Die Komit der Ereignisse liegt auf einem anderen Gebiet. Die Bergleute verlangten hauptsächlich achtstündige Schicht, steigenden Lohn mit steigendem Gewinn der Zechen, Verbot der Ueberschichten, Regelung des Wagennullens und Wiedereinstellung der seit dem Streit entlassenen Bergleute. Wir sind in der„ Kreuz- 3tg." diesen langbekannten Wünschen ziemlich weit entgegengekommen, haben uns aber dafür gefallen lassen müssen, daß die Rhein- Westf. 3tg." die volle Schale ihres Zornes über unser Haupt entlud. Das nationalliberale Zechenorgan hat dagegen init einer Leidenschaft gewüthet, die ihres Gleichen sucht, und der ganze Ingrimm gegen den Geh. Rath Hinzpeter beruht darauf, daß man ihn in dem bloßen Ver dacht habe, er stehe diesen Forderungen freundlich gegenüber und habe in diesem Sinne an Se. Majestät berichtet. " Da kommt der Wahltag, Vattmann unterschreibt die Forderungen, einen Tag später auch Müllenstefen und die Rhein- Westf. 8tg.", der ein Tag von Damastus gekommen, giebt ihren Segen dazu. " " " O quae mutatio rerum! Wo bisher Streit und Zwietracht war, herrscht eitel Freude und Einigkeit, Bergleute und„ Kohlens barone" gehen Arm in Arm, Fusangels Westfäl. Volfsztg.", das Verbandsorgan der Bergarbeiter und die Rhein.- Westf 3tg." alle drei ziehen an einem Strange. Der Pulver dampf hat sich verzogen, und die Bergleute, die Sieger des Schlachtfeldes, sehen keinen Feind mehr vor sich, die ganze Partei der Rugenbefizer und Grubendirektoren ist zu ihnen hat dagegen protestirt. übergegangen. Das ist kein orientalisches Wundermärchen, keine| kratie, daß man ruhig dieser Gründung nur ein sehr kurzes| der Pforte die Sache auf die Nase zu hängen. Eine Anzahl Dichtung, die auf der Bühne an uns vorüberzieht nein, es Dasein voraussagen kann. Schon vor Jahren, als unsere griechischer und armenischer Polizisten im Dienste der Pforte ist flare, nackte Wahrheit, Battmann und Müllenstefen haben österreichische Bruderpartei noch lange nicht so innerlich ge- waren allerdings im Geheimniß und halfen an dem Bubenalles unterschrieben, was die Bergleute wollten, teine Partei, feftigt war, wie heute, wurde von dem christlich- sozialen stück mit wie denn die russische Spizeldiplomatie feit feine Zeitung und fein Mensch im„ Riesen- Wahlkreis" Bochum Pfarrer Eichhorn ein Blättchen, das manches Verdienstliche 150 Jahren all ihre Erfolge in der Türkei solchen erkauften Die Kreuz- Zeitung" hat also doch Recht gehabt, als sie enthielt, unter dem gleichen Namen gegründet. Es wurde Griechen und Armeniern verdankt. früher den Zechenbesitzern entgegentrat. Wir sind nicht ein von den Arbeitern aber nicht gelesen und mußte ohne Jeht hat sie ganz besondere Anstrengungen gemacht, mal so weit gegangen, wie die Zechenbesitzer unter Müllen- Abonnentenschwindsucht eingehen, weil es nie Abonnenten um sich eine Partei in der Pforte zu sichern und dieselbe zu siefen's Führung heute selbst ihren Standpunkt markiren. Sie hatte. Die Arbeiter von der Sozialdemokratie abspenstig einem Bündniß mit Rußland zu bewegen. Die Stipen haben plöblich ihr Herz entdeckt", und wir sind völlig gefaßt machen zu wollen, ist heute vergebliche Liebesmühe.- diaten des russischen Rubels sind selbstverständlich bemüht, darauf, daß die Rhein.- Westf. 3tg." uns in den nächsten das jüngste Attentat auf's Völkerrecht zu beschönigen. Tagen gründlich- heruntermachen" wird, weil wir nicht ent- Im Kanton Tessin haben gestern die Wahlen Desto größer ist der Zorn der unabhängigen Türken, und schieden genug für die Bergleute eintreten. Bureau läßt sich über dieselben telegraphiren: zum Verfassungsrath stattgefunden. Das Wolff'sche der englischen Regierung, welche unter feinen Umständen dulden wird, daß die russische Spitzeldiplomatie Die heutigen Wahlen für den Verfassungsrath des Kantons Tessin sind, soweit Nachrichten bis jetzt vorliegen, am Bosporus ungehindert und ungestraft ihr Wesen treibe. vollständig ruhig verlaufen. Die Ultramontanen haben gestimmt, während die Liberalen sich der Waht enthalten haben. " einmal wieder belehren. Welch ein Schrecken mag dem guten„ Courier" in die Glieder gefahren sein, als er am anderen Tage hören mußte, daß seine Partei die Kernpunkte des sozialdemokratischen Programms" ebenfalls atzeptirt habe. Noch stärker als der Courier" ging die, Magdeb. 8tg." ins Zeug, doch wollen wir das übergehen, um folgenden Worten der Berliner Oberpriesterin des Nationalliberalismus, der Nat.- 8tg.", zu lauschen:„ Der mit so viel Reklame eingeleitete Feldzug des Zentrums gegen die Sozialdemokratie- Mainzer Verein, Breve des Papstes, Hirtenschreiben der Bischöfe u. s. w. - erhält durch das oben berichtete Abkommen eine äußerst drastische Beleuchtung, und sobald es sich um ein Zentrums Mandat handelt, wird mit der Sozialdemokratie gemeinsame Sache gemacht." Die Nationalliberalen sind also nichts beffer. Vergeblich sucht sich die Nat.- 3tg." damit herauszureden, Vattmann habe " 1 gemacht werden." " 1 Hm! Eigentlich doch nur kaiserliche Sozialreform in der Schweiz!" Dies die Notiz. Die nationalliberalen Rohlenbarone" des Bochumer Kreises hatten leider unterlassen, ihre auswärtigen Parteigenossen von ihrer Sinnesänderung rechtzeitig zu avisiren, Diese, welche nicht ahnten, daß ihre Freunde inzwischen. andere Götter anbeteten, fielen daher weidlich über das Zentrum her, das den Nationalliberalen mit dem bösen Beispiel vorangegangen war. Das Resultat wird voraussichtlich erst in einigen Tagen bekannt Die deutsche Sozialdemokratie im Lichte italieniSo schrieb der„ Hannov. Kour.", daß Bürgermeister Vattmann eine Reihe sehr weitscher Beurtheiler. In ihrer letzten Nummer bringt die gehender Forderungen Demnach scheinen die Liberalen sich mit den ihnen ge- in Rom erscheinende Beitschrift„ Nuova Antologia" einen Der fozialdemokratischen Bergleute augenommen und dafür die Zusicherung der Unter- machten Zugeſtändnissen nicht beruhigt zu haben. Daß ein beachtenswerthen Artikel über die deutsche Sozialdemokratie stützung derselben empfangen habe. Unter den von dem nur von einer Partei und nicht vom ganzen Volke ge- und die neue Phase, in welche sie seit dem Parteitag in Zentrums kandidaten angenommenen Forderungen finden sich wählter Verfassungsrath kein Friedenswerk schaffen kann, Halle getreten ist. Wir entnehmen dem genannten Aufsatze u. a. auch ein achtstündiger Maximal- Arbeitstag und steigender versteht sich von selbst und so kann von einer Be- folgende interessante Schilderung der Entwickelung der Partei: Lohn bei steigendem Gewinn. Das sind Kernpunkte des sozial- ruhigung in der italienischen Schweiz nicht die Rede sein. demokratischen Programms. Wer noch in Zweifel gewesen, Am 27. Januar 1867 schloß der Sozialdemokrat", voll daß die klerikale Bekämpfung der Sozialdemokratie Täuschung Freude über die endliche Bewilligung des allgemeinen StimmDer Schweizerische Sozialdemokrat", dessen Be- rechts, einen Artikel mit den Worten: Jezt haben wir ein oder Selbsttäuschung ist, der kann sich an dieser Wahlbündelei streben, die sozialdemokratische Bewegung prinzipienrein zu Heer zu unserer Verfügung und wir werden es zu gebrauchen erhalten, von Niemand mehr geschätzt wird als von uns, wissen." Die Rekruten dieses Heeres sind seitdem aus allen bringt in seiner vorletzten Nummer nachstehende Notiz: Theilen Deutschlands der gewaltigen Erhebung zugeströmt, Französischer Adjunkt des schweiz. Arbeitersekretärs wird wahrscheinlich Hr. Adhemar Schwizguebel in Biel, vorgeschlagen so daß sich schließlich ihr lauter Ruf nach sozialer Vergeltung von den Arbeiter Unionen Chaux- de- Fonds und Locle. deutlich hörbar gemacht hat. In den großstädtischen Wahl20 000 Fr. Bundesgeld stehen künftig dem Sekretariat zur Ver- freisen, in den Distrikten, in welchen das Gewerbe stark fügung. Andere schweizerische Berufs- resp. Standessekretariate blüht, in Orten mit überwiegender evangelischer Bevölkerung beziehen freilich mehr. Die Neue Zeit", das wissenschaftlich ist die Sozialdemokratie ein bedeutender und bedeutsamer theoretische Organ der deutschen Sozialdemokratie, bringt in Faktor. Aber die Bewegung greift auch auf die ländlichen ihrer legten, Nummer einen sehr anerkennenden Artikel über Distrikte und die Gegenden mit katholischer Bevölkerung, unser schweizerisches Arbeiterfeiretariat und über den hinter sichtlich über und wird allem Anscheine nach in nicht allzu demselben stehenden Arbeiterbund. langer Zeit eine allgemeine sein. Reine andere Voltsbewegung, von welcher die Geschichte meldet, kann sich mit jener an Intensität und Radikalismus der treibenden Ideen ver Nun, der Vorwurf trifft auch uns, denn- gleich der gleichen. Sie bedroht und ist zu vernichten bestrebt alle mit den Sozialdemokraten, Müllenfieren aber mit den Berg Neuen Beit" haben wir wiederholt der schweizerischen bestehenden sozialen Zustände, an deren Stelle sie einen arbeitern unterhandelt. Unter den fünf Bergarbeitern, mit Fabrikgesetzgebung und Sozialpolitik anerkennend gedacht neuen sehen will, der die Menschen, welche die Gesammtheit denen Battmann unterhandelte, war nur einer ein Sozial- und werden es wohl auch fernerhin noch thun. Wir wissen bilden, nur unter ihrem menschlichen Namen aufgenommen demokrat, der zugleich bei der Wahl eine der Parole entgegen zwar so gut, wie die Redaktion des Schweizerischen Sozial- haben will und betrachtet. Es ist das der einzige Weg, sefekte Saltung beobachtete, wer weiß aber, ob unter Müllen- demokrat", daß die schweizerische Fabrikgesetzgebung und auf welchem die Gesellschaft zu Recht und Geſetz als eine fiefens Unterhändlern nicht auch Sozialdemokraten gewesen find. Indessen sind das ja alles Nebensachen, von den beiden Sozialpolitik sehr bedeutende Mängel hat, aber wir wissen einige bestehen kann. So behaupten die deutschen ReformaStreitenden ist einer nicht beffer" als der andere, sie auch, daß die Fabrik- und Arbeitergesetzgebung der Schweiz toren und mit Wort und Schrift zielen sie darauf hin, haben sich wirklich nichts vorzuwerfen. Die National die beste ist, welche überhaupt besteht, und nament diese Gesichtspunkte in Deutschland volksthümlich zu machen. liberalen werden auch bei ihrer Gelentigkeit schon lernen, lich unsere deutsche an Tüchtigkeit thurmhoch überragt. Und diese Erhebung gegen die bestehenden Gesellschaftszufür die„ Kernpunkte des sozialdemokratischen Programms" ein- und während es die Pflicht des Schweizerischen stände ist um so erklärlicher, als tagtäglich vor aller Augen die Gewalt selbst sich ein nze Wahl- Sozialdemokrat" ist, für sein Land eine bessere Gesetzgebung greifbar fich zeigt, wie Was wir feststellen wollten, ist dieses: Der ganze Wahl zu fordern, als die, welche vorhanden ist, haben wir Gebäude errichtet, in welchem alle Uebergriffe, alle al Treis Bochum hat sich vor den Bergarbeitern gebeugt, und zwar Ser ver= ist das nur geschehen, um Wahlstimmen zu ergattern. Die deutsche Sozialdemokraten unserer Regierung gegenüber Ungerechtigkeiten und alle Bergarbeiter haben einen Sieg errungen, der viel größer ist, genau dieselbe Pflicht; und unser schweizer gangenen Jahrhunderte eine sichere Stätte einnehmen. als wenn sie einen eigenen Arbeiter- Kandidaten durchgebracht Kollege und Genosse wird doch gewiß nicht bestreiten wollen, Bis jetzt steht dies Gebäude noch auf fast festem Grunde hätten, denn diesen hätte immerhin nur eine Mehrheit vertreten, daß der Hinweis auf die weit bessere Gesetzgebung der durch die vereinigten Anstrengungen aller herrschenden jezt sind aber sämmtliche Stimmen des Wahlkreises, die Müllen Schweiz ein sehr wirksames Argument für uns bildet, Interessen, während die Massen, ausgesogen und erschöpft, fiefenschen wie die Wattmannschen, für die Arbeiterforderungen insofern dadurch der stereotype Einwand der Undurchführ noch fast ohne Kraft sind. Aber nach und nach fällt die abgegeben. Und sollte etwa Herr Hammacher noch geneigt barkeit aus dem Wege geräumt wird. Binde von den Augen der Unterdrückten. Das Proletariat, fein, im Reichstage die Interessen der Arbeitgeber zu vertreten, Und noch Eins! Wir halten es mit der guten dieser ungeheure Riese, zerbricht seine Ketten und bedroht dann wird Müllenstefen ihm schon vorher mit den Worten, die Bessing'schen Praxis: in Sachsen lobe ich die Preußen, die soziale Pyramide, unter deren Last es, ein armer Sklave, in„ Maria rufen: Daria Stuart" Burleigh an Leicester richtet, warnend zu in Preußen die Sachsen. Dem Inland, wo der nächste seufzt. In ihm wächst ein unbeſtimmtes und noch unerklär Dort trefft Ihr mich und ſehet zu, Mylord, Wirkungsfreis, gilt in erster Linie die scharfe, die unbarm- liches Gefühl seiner Macht; und der scharfe Stachel der Daß Ench dort die Beredsamkeit nicht fehle." herzige Kritik wobei das Ausland, wenn thunlich, als Noth, den das Bewußtsein des erlittenen Unrechtes noch lehrendes Beispiel gut zu verwerthen ist wie der Lehrer schärfer und stärker jmacht, kann nur von Tag zu Tag seinen Aus Berlin wird dem„ Pester Lloyd" gemeldet, es dem nachlässigen Schüler einen anderen Schüler zur Nach- Grimm unversöhnlicher, seinen Arm erbarmungsloser machen. fehe eine Umgestaltung der Munition des deutschen eiferung vorhält, der darum keineswegs ein vollkommenes Wahrlich, Bismarck war weit davon entfernt, vorausRepetirgewehres bevor. Statt randloser Patronenhülsen Muster zu sein braucht. Wir haben für die heimischen zusehen, daß das allgemeine Stimmrecht sich zum wirtwerden künftig solche mit Rand eingeführt. Hierdurch Fehler und Mißstände und deren haben wir ja über- samsten Vortheil der sozialistischen Partei gestalten würden weitere Veränderungen nöthig werden. reichlich- schärfere Augen und eine schärfere Kritik, als für würde und nicht in letzter Linie dieser mächtigsten ErNun, wir können sicher sein, daß wir und unsere Gegner die ausländischen- der chauvinistische Servilismus hat die hebung gegen die gesammte sozialpolitische Ordnung dienen nach dem höchsten Fortschritte der Technik im nächsten Kriege umgekehrte Praxis. Und unsere ist sicher die bessere das sollte, wie dies die Sozialisten vorausgesehen haben. Der erschossen werden und daß bis dahin die schönsten Fortschritte sei auch nach anderer Seite gesagt. Reichstag 67 hatte nur einen einzigen sozialistischen von zum Bankerott der Militärstaaten gemacht werden. Abgeordneten, der in Glauchau gewählt war, während Die französische Rente ist mindestens 162 Mal über- augenblicklich die sozialistische Partei im Reichstag durch Die Der Antisemitismus gerettet wenigstens in Freizeichnet worden, obgleich sie zu einem bedeutend höheren 35 Mitglieder vertreten ist und alle Wahrscheinlichkeit für berg( Sachsen). Ein antisemitisches Licht Name nicht ge- Kurse ausgegeben wurde als die preußischen Konsols und sich hat, in der Zukunft noch bedeutend zu wachsen. Liebnannt hatte dort unvorsichtiger Weise einen Vortrag mit obgleich die aufgelegte Summe 869 Millionen Franken be- necht versicherte auf dem Parteitag zu Halle, daß neun nachfolgender Debatte angekündigt. Als der arme Mann trug. Die Rente stieg sofort in Paris nach Bekanntwerden Zehntel der Bevölkerung an den Erfolgen des sozialistischen mit seinen Schimpfereien zu Ende war, und ihm gedient der Thatsache. Man darf die politische Tragweite diefer Programms interessirt sind. Augenblicklich hat die Partei werden sollte, erhob sich der überwachende Beamte und ver- Vorgänge nicht überschätzen, muß sie aber doch als eine erst ein Behntel) an sich gezogen; aber mit dem Fortbot im Namen des Stadtraths die Diskussion. So kam der Konsolidirung der französischen Verhältnisse betrachten und schritte der Verbreitung der Ideen, unterstützt durch die Antisemit ungerupst davon. als ein Zeichen, daß der franzöſiſche Bourgeois den Frieden Mittel der Propaganda, werden die übrigen auch in nicht Staatsretterische Justiz wird mit viel Eifer, wenn auch will und keine Revanchegelüfte hegt und von seiner Regie- allzu ferner Zukunft herangezogen werden. Und nicht mehr nicht mit viel Erfolg, im vernoſtigten Sachsen geübtrung keine abenteuerliche Politik verlangt. allzu lange wird es währen und die Sozialdemokratie hat wurde da z. B. neulich Jemand wegen Beleidigung eines nicht nur die Majorität im Reichstage, sondern sie wird Junungs- Schneidermeisters, der ein Kind etwas weniger hart einer der mächtigsten, einflußreichsten, bekanntesten Männer nicht mehr sein, d. h. es wird alles sein." Seinepräfekt Haußmann ist gestorben. Gr, früher auch das Land beherrschen. Das Proletariat wird dann geprügelt hatte, als von dem Beleidiger gesagt worden war, des Kaiserreiches Napoleons III., erinnert nur an sich durch autreten. herumdrehen. " " ein bie er auch absigen muß. In Preußen hätte der Mann mit der Börse sollen hier nur erwähnt werden. Was ihn Nummer seines Blattes die Zurückweisung ber seinen Tod. Seine Verschwendungssucht, seine Beziehungen Herr Engen Richter sucht in der letzten( Sonntags-) feine vier Mark Geldbuße bekommen. Freilich der Jemand war ein Oppoſitionsmann und Zeitungsrebatteur. zu einem berühmten Wann gemacht hat, das war die Annonze der Schrift Curt Falk's zu entschulbigen. 28enn der selige Beust das erführe, er würde sich im Grabe Schaffung des neuen Paris. Er hat die Stadterweiterung Die Schrift sei nicht sachlich, sondern persönlich im großartigsten Stile angebahnt und es ermöglicht, daß lächerlicher Einwand( wo ist die Grenzlinie zwischen sachlich der rasche Bevölkerungszuwachs, die großen Ausstellungen und persönlich bei Streitschriften zu ziehen?), doppelt Die Vorbereitungen zur Feier des 1. Mai werden innerhalb der Stadt Raum hatten. lächerlich bei Herrn Eugen Nichter, der notorisch keine Zeile in Desterreich schon getroffen. Das leitende Organ der Triumphirend wurde in die Welt telegraphirt, daß Schon der Titel- sagt er sei beleidigend: Ferjinn schreiben, kein Wort reden kann, ohne persönlich zu werden. die Zeitung", veröffentlicht in ihrer letzten Nummer einen Leit Padlewski in Spanien verhaftet wurde. Zum des Herrn Eugen Richter." Wenn aber Herr Richter die artikel, Zum 1. Mai 1891." Sie weist in demselben auf Sache aber nicht, es war blos ein Frrsinniger, der im Fersinn nicht in dem psychiatrischen Sinn gemeint iſt, sich die daß das Wort die großartige Demonstration der österreichischen Arbeiter am Wabne lebte, den General Silberstoff getödtet zu haben, und was allerdings geschmackios und beleidigend wäre( jedoch legten 1. Mai hin, auf die Nothwendigkeit, den 1. Mai d. dies in die Welt hinausschrie, welchen die geschickte spanische auch kein Grund für die Rückweisung der Annonze bilden so großartig zu feiern, daß kein Rückschritt, sondern nur ein Polizei erwischte. großartiger Fortschritt konstatirt werden kann. Die„ Arbeiterwürde), sondern, daß es einen bestimmten Sinn" des Beitung" schlägt vor, nicht nur den Achtstundentag, sondern Die russische Spitzekdiplomatie führt gegenwärtig, Herrn Eugen Richter bezeichnen soll, den Sinn, sich zu auch das allgemeine Wahlrecht am nächsten 1. Mai zu nachdem sie in der Türkei ein brutales Verbrechen gegen irren, nationalökonomische Dinge mißzufordern, sie weist auf die bald nach dem 1. Mai statt- das Völkerrecht verübt hat, eine jener schamlosen Lügen verstehen oder nicht zu verstehen. Der Frrfinn findenden Wahlen hin. Sie schließt ihre Ausführungen mit komödien auf, die eine ihrer Spezialitäten bilden. Sie des Herrn Eugen Fichter wird übrigens, wie wir hören, den Worten: ht hat nämlich irgend einem ihrer Göldlinge in der türki um weiteren Mißdeutungen vorzubeugen, in der zweiten Der Erfolg des Vorjahres war überraschend, weil es sch en Regierung eine Rechtfertigung des Verhaltens der Auflage als Frr Sinn des Herrn Eugen Richter" sich ein erster Versuch war. Diesmal muß ein energischer Schritt Türkei in dieser Angelegenheit diktirt, welche angeb- präsentiren. nach Vorwärts gemacht werden. Bis in die letzte Hütte liche Rechtfertigung jetzt die Runde durch die europäische Wenn Herr Eugen Richter meint, der Vorwärts" sei im verborgensten Thale muß die Botschaft getragen werden Bresse macht. Nicht Rußland war angeklagt behüte, selber mit der Schrift Fall's nicht einverstanden, denn er von dem Tage, den das Proletariat der ganzen Welt feiert. es war ja wie immer lilienrein, allein die Türkei hat sich habe sie nicht erwähnt, so bitten wir Herrn Richter, die Und nun, Genossen, an die Arbeit! das Mißfallen Englands zugezogen, und sie handelte doch, Nummer des Berl. Volksblatt" vom 25. Dezember nach indem sie die Auslieferung Luzky's nicht ver- zulesen und er wird finden, daß wir die Schrift nicht bloß Die österreichischen Antisemiten haben sich den hinderte, nur streng gesetzlich. Nun war aber die Türkei erwähnt, sondern auch empfohlen haben. Scherz gemacht, ein Blatt, Der Arbeiter", zu gar nicht in der Lage, die Auslieferung zu verhindern, gründen. Die österreichische Arbeiterschaft ist heute so da das russische Spizelgesindel, das den schuftigen Menschendurchdrungen vom Geiste der internationalen Sozialdemo- fang à la Battenberger vollführte, sich natürlich wohl hütete, der Stimmen. pajaut " " Und weniger der Mandate; aber fast ein Fünftet Theater. Dienstag, den 13. Januar. Opernhaus. Oberon. Schauspielhaus. Der Kaufmann von Venedig. Leffing- Theater. Die Ehre. Berliner Theater. Kean. Deutsches Theater. Maria Stuart. Friedrich- Wilhelmstädt./ Theater. Die Gondoliere. Wallner- Theater. Talmi. Residenz- Theater. Der selige Tou pinell. BOO Viktoria Theater. Die sieben Raben. Bellealliance- Theater. Mein Freund Lehmann. Oftend- Theater. Vor Sonnenaufgang. Adolph Ernst- Theater. Unsere Don Juans. Thomas- Theater. Der Soldatenfreund. Kaufmann's Variété. Große Spe zialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Englischer Garten. straße 27c. Circus Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Heute Abend 71/2 Uhr: Unserm Kollegen Julius Koch zu seinem heutigen Geburtstage ein dreiSozialdemokratischer Wahlverein mal donnerndes Hoch! Seine Kollegen. des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Unserm Statbruder August Rowe zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donGroße Vorstellung nerndes Soch von seinen Skatbrüdern mit neuem, vorzüglich gewähltem Programm. Zum Schluß der Vorstellung: HERE Circus unter Wasser. Eine ländl. Hochzeit, Sensationelle Wasserpantomime. Spezialität: 4 Wassernymphen. Morgen Abend: Große Vorstellung mit neuem Programm. Eine ländliche Hochzeit. Sonntag, den 18. Januar 1891: Zwei große Vorstellungen. Nachmit In beiden Vorstellungen: Circus unter tags 3/2 Uhr und Abends 7/2 Uhr. Wasser. Null ouvert. Fachverein der Tischler. General- Versammlung Foam Mittwoch, den 14. Januar, Abds. 8 Uhr, 39 Lin ,, Joël's Salon( fr. Keller), Andreasstrasse No. 21. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 4. Quartal. 4. Wahl des gesammten Vorstandes. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Nachricht, daß das langjährige Mitslied, Kollege Den Mitgliedern des Vereins zur 339 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Franz Theis des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. am Freitag an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Januar, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen ApostelGroße öffentliche Versammlung am Dienstag, den 13. Januar, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Nürnberg, Schönhauser Allee No. 28. Tages- Ordnung: Kirchhofes statt. Um rege Betheiligung Siegesgewißheit und Begeisterung der Sozialdemokratie?" 2. Diskussion. 1. Vortrag des Herrn Peus über das Thema:" Woher stammt die erfucht Der Vorstand.[ 312 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. 341 Der Vorstand. Circus Renz. Fadv. der Buzer. Achtung! Arbeitslose! Karlstraße. Dienstag, den 13. Januar 1891, Abends 7 Uhr: Parade- Gala- Vorstellung mit besonders ausgewähltem Programni. Japan", oder: Die neckischen Frauen des Mikado. Großes Den Mitgliedern sowie dem Gesangverein Gemüthlichkeit zur Nachricht, 3wei große öffentliche Versammlungen der daß unser Kollege Hermann Köpen am 12. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donners Punft 3 Uhr, vom Trauerhause, Vetag, den 15. Januar, Nachmittags zahlreiche Betheiligung ersucht teranenstraße 5, aus statt. Um recht 246 Der Vorstand. Direktion: C. Andress, Alexander- equestrisches Ausstattungs- Divertiſſe Alexander- equestrisches Clara Conrad, Lieder- und Walzer- in 2 Abtheilungen. Vollständig neu ment nebst einer mimischen Handlung fängerin. arrangirt und in Szene gesetzt vom Direktor E. Renz. Ferner: Eine Schulquadrille, ger. v. 8 Herren. 6 irländ. Fr. Vereinig. der Kartonarbeiter. Jagdpferde( Non plus ultra der PferdeMittwoch, den 14. Januar, Abends dressur), zusammen dress. u. vorgeführt 81/2 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29: v. Hrn. Franz Renz. The gold bird, Generalversammlung. Tagesord ger. v. Frl. Clotilde Hager. Mr. J. F. nung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. Clarke, der phänomenale Reitfünstler. 2. Wie stellen sich die Mitglieder Die weltberühmten 4 Gebr. Briatore zur Auflösung des Vereins? als Afrobaten. Mr. Rodgers an seinem 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. von ihm erfundenen Luftapparat. Auf- 48 J treten der Reitkünstlerinnen Frls. Adele u. Briatore, des Jockeyreiters Mr. B. Jenny Reimann, Kostüm- Soubrette. Max Menzel, Gesangskomiter. Mr. Koberstein, Malabarist. Mc. Lean Brothers, Amerikan. Neger- Excentric. Gebr. Willmo, musikalische Clowns. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Gtablissement Buggenhagen jos on jämtlichen Klowns, er am Moritzplatz. Täglich: Grosses Concert. IDE Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Entrée Wochentags 10 Pfg., Sonn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. mezzos Morgen:" Japan." E. Renz, Direktor. Hiermit nehme ich die Beleidigung, Die ich gegen den Schlosser Herrn S. Flaum in dem Lokale des Herrn Anobel, Gitschinerstr. 94, am 18. Dez. v. J. geäuß. habe, zurück u. erfl. denf. für einen Ehrenm., da ich zu der VerTeumdung keine Urs. hatte. R. Schmid. Spiegel und Bratweil'sche Bierhallen Möbel, Posterwaren Kommandantenstr. Täglich: Grosses Concert mit Quartett- Sängern, ausgeführt von dem Musik Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei- Concert. Sonntags Entrée 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Castan's Panopticum. Prof. Dr. R. Koch im Labora torium. a. d. Leibwache des Königs von Dahomey. Amazonen- Truppe eu WeihnachtsAusstellung. Damen- Kapelle. 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Alle diejenigen, welche noch im Besize von Sammelbons sind, oder noch et für dieſelben haben, werden hier mit aufgefordert, alles sofort abzuliefern, da wir uns sonst veranlaßt sehen, die Namen derjenigen, die dieses unterlassen, zu veröffentlichen. 000 Arbeitslosen Berlins am Dienstag, den 13. Januar 1891, Vormittags 10 Uhr präz. 1. in der Brauerei Friedrichshain am Königsthor. Buchdrucker Wilhelm Werner. Tagesordnung: Die gegenwärtige wirthschaftliche Krise." Referent 2. In der Berliner Bockbrauerei( Tempelhofer Berg). Tagesordnung: Die gegenwärtige wirthschaftliche Krise". Referent Metallarbeiter A. Gerisch. 32 J Achtung, Stuckateure! Große öffentliche Versammlung am Mittwoch, den 14. Januar 1891, Abends 7/2 Uhr, im großen Saale des Hevru Feuerstein, Alte Jakobstraße No. 75. Tages Ordnung: 1. Der Beschluß der Gewerkschaftskonferenz. Referent Herr Otto Heindorf. 2. Diskussion: 3. Abrechnung der Vertauensleute. 4. Berichterstattung der Streit- Kontrolkommission. 5. Verschiedenes. NB. In dieser Versammlung werden die Protokolle vom zweiten deutschen Stuckateur- Kongreß vertheilt. J. A.: Die Vertrauensleute. 271 Große öffentliche Versammlung Die General- Versammlung des Det gewerblichen Hilfsarbeiter Lese- u. Diskutirvereins Herwegho findet heute Abend 81/2 Uhr im Lofale des Herrn Linke, Forsterstr. 45, statt. T.- D.: Abrechnung vom verflossenen Quartal u. Verschiedenes. Ein jedes Mitglied wird hiermit ersucht, zu er scheinen. Der Vorstand.[ 209 Achtung! Den Kollegen und Genossen zur Nachricht, daß der vom 1. Mai hier bei uns als politisch Gemaßregelter sich betrachtende Tischler Adolf Espig durch beim Meister Stapelberg Montag wieder angefangen hat. Die Kollegen der Stapelberg'schen Bautischlerei, jetzt Charlottenburg, SchillerBerlins und Umgegend am Mittwoch, den 14. Januar, Abends 81/2 Uhr, in Renz' Salon", Naunyn- Strasse No. 27. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Förster. 2. Diskussion. 3. Berichterstattung der Delegirten der Streik Kontrolkommission. 4. Verschiedenes. Alle Arbeiter sind hierzu eingeladen. 157 Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung der Töpfer Berlins und Umgegend am Mittwody, den 14. Januar, Abends 6 Uhr, in den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. straße 83. K. T. R. 2. B. N. 3.[ 47] dem letzten deutschen Töpferkongreß. 2. Bericht der Delegirten der Streit Tagesordnung: 1. Die Vorgänge in der Organisation der Töpfer seit Kontrolfommission. 3. Rechenschaftsbericht des Vertrauensmannes. 4. GewerkEin Vereinszimmerschaftliches. Uni zahlreiches Erscheinen der Kollegen ersucht Um C. Thieme. mit Piano ist Montags, Dienstags und 51 J Freitags zu vergeben. 4J F. Hahn, Rostizstr. 29( Schneekoppe). Große öffentliche Versammlung Zwei Vereinszimmer mit Pianinos d. Steindrucker, Lithographen u. Berufsg., Schleifer u. Präger, von 20-60 Personen sind zu vergeben. J. Jezierski, Zimmerstr. 37. Mittwoch Abend 37L frische Blut- und Leberwurst im bei H. Hoffmann, Raiserstraße 4. Rohtabake in größter Auswahl und zu den billigsten Preisen empfiehlt Otto Grepling, Wasserthorstr. 25 a.[ 12J Blumen und Kränzen. Robert Meyer, sowie der in der Branche beschäftigten Arbeiterinnen am Mittwoch, den 14. d. M., Abends 81/2 Uhr, Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee No. 11-13. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom Diätenfonds. 2. Bericht der Delegirten vom Kongreß. Referenten Kollegen Mescha und Rose. 3. Diskussion. 4. Bericht der Delegirten der Streif- Kontrolfommission. Referent Rollege Seidel. 5. Verschiedenes. 281 D Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Der wichtigen Tagesordnung halber bittet um zahlreiches Erscheinen Der Einberufer.in ,, Sozial", Empfehle mein Geschäft in friscдen eine Erzählung aus aus dem Stante der Sozialdemokratie, von 1866 G. Bolle, 1014 Bg., ist erschienen und durch Julius W. Braun, Berlin W. 62, Nürnbergerstr. 24, à M. 1,- pr. Ex.( u. 10 Pf. 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Jahrg. gezogen die Gefährlichkeit der dienstlichen Thätigkeit für Leben im Etat. So bringt der Etat für Domänen ein Plus von und Gesundheit, die Lage der Dienststelle, besondere Theuerungs- 300 000 M., die Forsten von 2 Millionen Mark. Bei den direkten verhältnisse, besondere Ansprüche an die Fähigkeit der Beamten. Steuern ergiebt sich ein Plus von 4 Millionen, ein Weniger findet Mit den bisherigen Mitteln hat das Bedürfniß nach sich bei der Grundsteuer. Im Jahre 1880/81 hat die direkte Steuer Stellungszulagen längst nicht befriedigt 150 Millionen ergeben, für den vorliegenden Etat 156 Millionen. werden können und es sind große Schwierigkeiten, ja ich sage Wenn wir nun den damaligen und jetzigen Standpunkt des allge= Am Ministertische sind die Minister Miquel, Herrfurth, es ganz offen, es ist eine gewisse Willkürlich feit ent- meinen Wohlstandes in Betracht ziehen, so ist sicher die Entwicke v. Schelling, v. Berlepsch und v. Heyden zugegen. standen. Man wird erwägen müssen, ob wir das System der lung der direkten Steuern diesem gegenüber zurückgeblieben. Präsident v. Köller eröffnet die Sigung um 11/4 Uhr. Stellenzulagen weiter entwickeln oder wie wir es anders ge- Die Mehreinnahmen des Staates feßen sich aus BetriebsDer Rechenschaftsbericht über die weitere Ausführung des stalten können. Diese Frage hängt mit derjenigen einer ander- Einnahmen und indirekten Steuern zusammen. Von einer zu Gesetzes vom 19. Dezember 1869, betreffend die Konsolidation weiten Organisation der Gehaltsverhältnisse überhaupt zusammen. starken Anspannung der direkten Steuern fann also nicht gepreußischer Staats- Anleihen wird durch Kenntnißnahme erledigt Der gegenwärtige Etat hat zu unserm großen Bedauern erhebliche sprochen werden, dies wird eklatant beleuchtet, wenn man da= und das Haus geht alsbald zum Hauptpunkte der Tagesordnung, Mittel nicht geboten, um in größerem Umfange Aufbesserungen von gegen hält, daß wir im Jahre 1880/81 797 Millionen, für das haben uns auf Etatsjahr 1890/91 1720 Millionen Schulden haben. Bei den der Entgegennahme von Vorlagen der Staatsregierung, über. Beamtengehältern vorzunehmen, und wir Das Wort nimmt das Allernothwendigste beschränken müssen. Wir haben uns indirekten Steuern ist eine Mehreinnahme von 4 600 900 m. vorFinanzminister Miguel: Ich habe die Ehre, dem hohen dabei innerhalb des Systems gehalten, welches die Regierung im gesehen; man hat dabei auf eine Steigerung der Stempel- und Haufe folgende Schriftstücke zu überreichen: 1. die allgemeine Einverständniß mit dem Hause befolgt, die Ausbesserung von der Erbschaftssteuer gerechnet. Bei der Bergwerksverwaltung ist Rechnung über den Staatshaushalt von 1887/88; 2. die Ueber- unten nach oben fortschreiten zu lassen. Eine Erhöhung ist vor- auf einen Gesammtüberschuß von 19 686 434 M. gerechnet, gegen sicht der Staatseinnahmen und Ausgaben von 1889/90; 3. den geschlagen für die Kassensekretäre, die den Kanzlisten gleichstehen. etwa 17 Millionen im Vorjahre. Die Eisenbahnen sollen im Staatshaushalts- Etat für das Jahr 1891/92. Der Etat schließt Ferner sind die Maximalgehälter erhöht worden und zwar um Ordinarium einen Mehrüberschuß von 42 374 960 m. ergeben, ohne Anleihe und ohne Verwendung von Ueberschüssen aus dem 500 Mt. bei der ersten, um 450 Mt. also auf 2700 mt. bei der im Extraordinarium ist dieser Ueberschuß auf 39 695 960 M. Vorjahr ab. Er balanzirt in sich. Eine Reihe von sehr nüßlichen zweiten, und auf 2200 Mt. bei der dritten Klasse. Diese Behand- berechnet, hiervon sind indeß 28 Millionen ersparter Zinsen in Forderungen mußte noch zurückgestellt werden. Aufgestellt ist der lung der Frage hängt zusammen mit dem Vorschlage der Re- Abzug zu bringen, welche beim Etat der allgemeinen SchuldenEs ergiebt sich also, Etat nach den bewährten Grundsägen langer Jahre. Seit dem gierung, das bisherige System des Aufrückens der Beamten im verwaltung in Rechnung gestellt sind. Jahre 1880 bewegen sich unsere Einnahmen derart in auf- und Gehalt durch feste Altersstufen zu ersetzen.( Beifall.) Das Auf- daß die Aufstellungen mit aller Vorsicht gemacht sind. Im absteigender Linie, daß der Etat im Voraus nicht mit Sicherheit rücken in Gehaltsklassen hing ab von den Vakanzen innerhalb Extraordinarium sind 15 Millionen zur Erweiterung und zum zu berechnen ist. Es beruht dies vor allem darauf, daß gegen dieser Klassen und hatte häufig das Nichterreichen der Mittelstufe Umbau von Bahnhöfen ausgeworfen, dagegen ist im Ordinarium Folge. Die Gehaltsgemeinschaft war verschiedener eine Summe von 46 178 000 m. für Erneuerung des Oberbaues, wärtig die Betriebsverwaltungen im Etat die Hauptrolle spielen. zur Der Ueberschuß unseres Etats von 1889/90 ergiebt sich vor der Natur und das Aufrücken hing von Zufälligkeiten ab, 9 Millionen mehr als im Vorjahre, ausgesetzt. Die Regierung ist hinter den Kol in ausgiebiger Weise bestrebt, den Klagen über Mangel an Be erforderlichen Schuldentilgung. Wir haben am 1. April 1891 eine viele Beamte blieben dauernd zurück Schuldenlast von 5843 Millionen Mark. In welcher Weise die legen Man hat triebsmitteln Abhilfe zu schaffen. Sie werden die übliche Eisenanderen entsprechenden Kategorien. Schulden getilgt werden, hängt von der Entschließung dieses Hauses sich bemüht, dies auszugleichen, aber bisher nicht viel erreichen bahn- Vorlage erhalten und in dem Anleihefond wird wiederum ab. Als die Schulden zum Theil konsolidirt wurden, lag es sicher können. Die Erfahrung lehrt, daß gleiche Dinge, ungleich be- ein erheblicher Betrag für Vermehrung der Betriebsmittel entnicht in der Absicht, die Schulden überhaupt nicht zu tilgen. handelt, am meisten Unzufriedenheit erregen. Deshalb war bisher halten sein. Es wird damit gleichzeitig die Frage gelöst sein, Nur wollte man nicht genöthigt sein, wenn neue Schulden mit den Aufbesserungen Vorsicht geboten. Wenn man nun an die meiner Ansicht nach eine Doktorfrage ist, ob die Vermehrung erforderlich wurden, auch sofort andere Schulden zu tilgen. Das Stelle des alten Systems das der Altersstufen setzt, so wird der der Betriebsmittel aus den laufenden Einnahmen oder aus AnJahr 1889/90 allerdings ein ausnahmsweise günstiges Jahr- tüchtige Beamte fortan in der Lage sein, seine eigene Zukunft zu leihen bestritten werden soll. Diese Frage ist meiner Ansicht nach ( Sehr hat in den Betriebsverwaltungen allein einen Ueberschuß von berechnen, seine Einnahmen und Ausgaben in das richtige Ver- auch nicht durch das Garantiegesetz aufgeklärt. lints.) Die Ueberschüsse werden thatsächlich 73 Millionen ergeben, von welchem auf die Eisenbahnen über hältniß besser als bisher zu setzen und eine richtigere Dekonomie wahr! 42 Millionen fallen. Bei den Dotationen kommt dagegen auf die in seiner Lebenseinrichtung zu führen. Das Gefühl der Be- zur Schuldentilgung verwandt; je geringer sie sind, desto allgemeine Finanzverwaltung ein Minus von 21 Millionen. Der ruhigung muß bei diesem System größer sein und gleichfalls das geringer ist die Schuldentilgung; ob wir also die Schuldendie Würde des Standes. Man befürchtet tilgung aufschieben oder unsere Schulden sogleich vermindern, Ertrag aus den Zöllen und der Tabakssteuer, welcher durch das Gefühl für Reich überwiesen wurde, zeigte ein Plus von 47 Millionen. Die von einer Seite eine Verschlechterung der Disziplin, aber das bedingt höchstens einen Zinsunterschied. Durch diese Art Mehrüberweisungen an die Kreise, welchen im Ganzen über 47 die Regierung hat Vertrauen zu dem Ehrgefühl der Beamten der Etatisirung wird es der Regierung möglich bei rasch anMillionen zuflossen, belaufen sich auf über 24 Millionen. Wie und kann gegen pflichtvergessene Elemente auch unter dem steigendem Bedürfniß schnell für Vermehrung der Betriebsmittel sich der Mehrüberschuß im laufenden Jahre stellen wird, darüber neuen System noch disziplinarisch einschreiten. Wir glauben, zu sorgen und nicht erst auf das Auskunftsmittel einer Anleihe fann ich nur unsichere Angaben machen, die mit allem Vorbehalt daß das neue System nicht zu große Mehrausgaben er zu warten. Wir haben in diesem Etat das Auskunftsmittel gezu geben sind. Sicher sind die Angaben nur für die ersten acht fordern wird, da das Verhältniß der jüngeren Beamten in allen funden, daß durch einen Vermerk dem Minister die Ermächtigung Monate, d. h. bis Ende November, die anderen vier Monate tann 3weigen im ganzen Staate gleich sein wird. Hiermit verknüpfen gegeben wird, die nothwendigen Gelder für Vermehrung der Be man nur nach der Wahrscheinlichkeit in die Rechnung ein- wir die Erfüllung eines anderen allgemeinen Wuusches, die triebsmittel aus dem laufenden Etat zu entnehmen. stellen. Die Ueberschüsse lassen sich in runden Zahlen etwa dahin diätarischen Stellen zu vermindern und die etatsmäßigen zu ver- diesem Vorgehen gleichzeitig eine Kontrebalanz gegen allzu hohe feststellen: bei den Domänen auf 150 000 m., bei den Forsten mehren.( Beifall.) Das bisherige gesetzliche Verhältniß der Mehreinnahmen gesunden, auch wird es dadurch der Eisenbahnauf 7 Millionen, bei den direkten Steuern 4 400 000 m., bei den etatsmäßigen zu den diätarischen Stellen ist vielfach in der Praxis Verwaltung ermöglicht, ihre Bestellungen organisch zu vertheilen indirekten Steuern 61/2 Millionen, bei der landwirthschaftlichen nicht festgehalten worden. Zunächst wird es nöthig sein, dies und dadurch billigere Anschaffungen zu machen. Was die öffent Verwaltung 10 Millionen, bei den Eisenbahnen 5 600 000 M. herzustellen, dann wird es Zeit sein, darüber hinauszugehen, so liche Schuld betrifft, so ist eine gemäßigte Schuldentilgung durchgegen 42 Millionen im Vorjahre( Hört, Hört!). Nun kommen daß in bestimmter Zeit allmälig bedeutende Mehrmittel er aus gerechtfertigt, diese Schuldentilgung auf längere Reihe Die ungünstigen Faktoren: Die Gesammtüberweisungen werden forderlich sein werden. Gehen wir über zu einem solchen System, von Jahren zu vertheilen, ist durchaus nicht bedenklich. Denn sich voraussichtlich auf 39 Millionen gegen 47 Millionen im so wird man die Minimalsäge z. B. der Kanzlisten herabsetzen wenn auch die für die Anleihen gemachten Anlagen die Zinsen Borjahre stellen. Die Matrikularbeiträge sind von 155 auf müssen, denn für einen Militäranwärter, der nach längerer durch den Betrieb nicht decken werden, so kommt der letztere doch 176 Millionen gestiegen. Dazu kommen die Ausfälle bei der Dienstzeit Kanzlist wird, ist ein Minimalſatz von 1650 M. nicht dem gesammten Wohlstande des Landes zu gute und die Staatsöffentlichen Schuld von 7 Millionen, bei der Landwirthschaft und zu hoch. Wenn aber ein Mann nach einjährigem Probe- tasse partizipirt daran wiederum durch ein Steigen der direkten bei der Gestütsverwaltung, so daß man die Gesammtsumme der dienst dies Gehalt erhalten sollte, so dürfte dies zu viel Steuererträge. Die allgemeine Finanzverwaltung weist einen MehrDaher haben wir uns gescheut, die Minimalsätze bedarf von 23 Millionen Mart auf, die Matrikularbeiträge einen ungünstigen Faktoren auf 44 610 000 m. veranschlagen darf. sein. Demgegenüber hat man die Ueberschüsse mit 78 250 000 m. zu jetzt heraus zu rücken. Die Vorbereitungen für dies System find Mehrbetrag von 32 Millionen Mark, die Ueberweisungen an die berücksichtigen, so daß sich ein vermuthlicher Reinüberschuß von ziemlich weit gediehen, aber es ist bei der großen Anzahl der Kreise einen solchen von 10 Millionen. Beim Finanzministerium etwa 33 Millionen ergeben wird, d. h. ein um 66 Millionen geringerer Ermittelungen und Berechnungen noch kein Abschluß gefunden findet sich augenblicklich ein Minus von 12 Millionen, da die Ueberschuß als im Vorjahr. Ob das Resultat dieser Rechnung aber ein worden. Ich habe die Absicht, wenn das Haus nicht Wider- Titel für die Gehaltsverbesserungen auf den ganzen Etat sind. Beim ficheres ist, kann die Staatsregierung nicht übersehen, das beruht spruch erhebt, schon im kommenden Etatsjahr für die Beamten, vertheilt Handelsministerium sind Mehr auf Faktoren, auf welche die Regierung feinen Einfluß hat. In deren Verhältnisse durch den Etat aufgebessert werden sollen, dies forderungen für die Gewerbe- Inspektion vorhanden. den acht Monaten, die zu übersehen sind, hat sich eine Mehr System einzuführen. Ob nicht Ausnahmen in einzelnen Dienst- die Gewerbe- Inspektoren sollen und müssen erhöhte Anfordeeinnahme von 35 399 800 m. ergeben, dazu kommt eine Miin er zweigen werden gemacht werden müssen, wird die Erfahrung rungen in Bezug auf ihre Thätigkeit gestellt werden, es würde sich ausgabe an Zinszahlungen von 11 987 400 M., so daß sich die lehren. Wir hoffen damit die Zufriedenheit da, wo sie nicht ist, auch empfehlen, wenn dieselben auch die Kesselrevisionen überEinnahmen um 47 387 200 M. beffer stehen, als im Anschlage; herzustellen, und meinen, daß dieser Schritt günstig wirkt. Frei- nehmen. Ein Anfang damit soll in den Bezirken Arensberg und dagegen stellen sich die Ausgaben um 41 Millionen höher, ein lich kann der Beamte seine Stellung in den Einnahmen nicht mit Düsseldorf gemacht werden. Beim Ministerium der Landwirther schaft findet sich eine Mehrausgabe, um einen Versuch dahin zu Verhältniß, welches durch höhere Kohlen- und andere Materialien- der von Privatpersonen vergleichen, aber dafür hat preise, höhere Löhne und Verbesserung der Beamtengehälter eine feste Anstellung, Aussicht auf Pension und Versorgung der machen, Flußbette zu erweitern und dadurch die Hochfluthgefahren hervorgerufen ist. Bevor ich auf den Etat von 1891/92 über- Wittive und der Waisen. Eine Neu Organisation zu vermindern. Es sind für diesen Versuch bestimmte Niederungen Es kommen zu diesen Aufgehe, möchte ich Sie insbesondere daran erinnern, daß bei einer wird außerdem im Handelsministerium be- bereits in Aussicht genommen. und zwar hinsichtlich der Vergleichung die fünfzig Millionen nicht außer Acht gelassen absichtigt Gewendungen für wirthschaftliche Meliorationen zahlreiche Be Daß die Zahl der Gewilligungen für wissenschaftliche und Kunstzwecke. Eine derselben werden dürfen, welche für das lausende Jahr in einem Nachtrags- werbe- Inspektion. Etat zur Verbesserung von Beamtengehältern bewilligt worden werbe- Inspektoren zu gering ist, ist längst betrifft die Nutzbarmachung des Koch'schen Heilmittels gegen die Ich sind, und nun in den einzelnen Titeln erscheinen, so daß die anerkannt und es wird Ihnen in dieser Richtung von dem Tuberkulose. erwähne hierbei, daß sehr bald die selben eine erhebliche scheinbare Vergrößerung erfahren Ministerium für Handel und Gewerbe ein durchgreifender Plan Zusammensetzung und Herstellung des vom haben. Die Staatsregierung ist überzeugt, bei der Ge- vorgelegt werden. Der erste Anlauf hierzu ist in diesem Etat Herrn Geheimrath Koch erfundenen Heilmittels währung von Einkommens- Verbesserungen im Sinne dieses enthalten, das Nähere wird Ihnen später zur Begutachtung vor- publizirt werden wird. Die Staatsregierung trägt fein Hauses gehandelt zu haben. Sie hat für die Zulagen in Betracht gelegt werden. Ich komme nun zu einzelnen Veränderungen Bedenken, dies zu thun, da angenommen wird, daß dies Mittel Rothenburger Tage. ,, Und jetzt?" " Jetzt will er noch dem Doktor hinaus helfen; dann Roman aus der Zeit des großen Bauernkrieges von 1525. wird er mit seiner Eva, des Haldenbauern von Detwang Töchterlein, nach der Schweiz fliehen." ,, Wenn's ihm nur gelingt!" Von Wilhelm Blo3. ( 34. Fortsetzung.) Wie umsichtig Ihr seid!" sprach Spelt. Aber Ihr habt auch Recht. Es eilt und der Doktor soll nicht um Nebensachen die Zeit verzetteln, wie Stefan von Menzingen um eine Predigt." " Ich wünsch' ihm alles Glück," sagte Agnes trübe. Und nun gehabt Euch wohl; heut Abend beim Dunkelwerden werd' ich Eurer harren am bewußten Drte." Es wird in An Wohl," meinte der Schäferhans. Wenn wir den verdammten Doktor nur erst hätten. Aber der macht sich unsichtbar, wie wenn die Tarnkappe sein eigen wäre. Martin. Er sitzt jetzt wohl in einer Dachkammer und schreibt ein tiefsinnig Büchlein." Das wird der Henker verbrennen", sagte der GalgenIn diesem Augenblick kam der Thürmer vom Straf thurm; er meldete, daß er in der Nähe der alten Burg, jenseits des Grabens, mehrfach ein verdächtiges Licht habe auftauchen und wieder verschwinden sehen. " Was mag's sein, alte Nachteule?" sprach der SchäferSie schieden, entschlossen, den Freund zu befreien. Der Abend sant herab und es ward ruhig auf den Er sollte erst durch das Franziskanerkloster entweichen; Straßen von Rothenburg; gespenstisch ragten im hellen von dort kommt man leicht über die Stadtmauer. Aber Mondenschein die Thürme und Thürmlein, die spitzen seitdem Valentin Fckelsheimer, der lateinische Schulmeister, Giebel der Häuser mit den Erkern aus der Häusermasse hans zum Thürmer, vielleicht ist's die Seele Deiner abgehinaus in die Landwehr zu den Bauern geflohen, passen empor. Von Stunde zu Stunde erscholl der Wächterruf vom schiedenen Hausfrau," deren Zunge die Ruhe im Grabe nicht sie dort zu scharf auf. Es kommt keiner dort mehr durch, Thurm. Während Stefan von Menzingen, das Racheopfer finden kann und Dich aufsucht." wenn auch die Brüder für uns find." Und was soll zunächst geschehen?" frug Spelt. Kann schmachtete und ich Euch behilflich sein?" „ Gewiß," erwiderte Agnes. Lasset nur bis heute Abend, wenn es dunkel wird, einen großen geflochtenen Korb in das Haus meines Betters schaffen; ich bin dort und nehme dem Boten den Korb ab. Dazu brauch ich ein langes und starkes Seil." " Ah, Ihr wollt den Doktor in den Graben hinablassen, ich versteh," sagte Spelt. Aber wie tommt er aus dem Graben wieder heraus und hinüber?" Dafür ist gesorgt," sprach Agnes.„ Unten über dem Graben ist der große Lienhart von Schwarzenbronn heut Abend des Doktors gewärtig; der wird das Weitere wohl besorgen." Der Lienhart!" sagte Spelt. Ich dachte schon, er sei nicht mehr am Leben." Doch," erwiderte sie, er ist mit Florian Geyer aus dem Schlößlein von Ingolstatt davon gekommen." eines hochwohlweisen Raths, im engen Verließ mit Bangen der Stunde entgegen sah, da ihn seine Feinde peinlich befragen würden, saßen die Stadtknechte, die ihn ergriffen, in der Wachtstube im Hause des Brunnenmeisters beisammen. Sie befanden sich in ausgelassener Stimmung und hatten mächtige zinnerne Weinkannen vor sich stehen; ihre gerötheten Gesichter und funkelnden Augen bewiesen, daß sie dem fränkischen Gewächs gar tapfer zugesprochen. " Juhu!" rief der Galgen- Martin- man hieß ihn so, weil er wegen Mordes gehenkt worden; man hatt' ihn zu früh abgeschnitten und er war wieder lebendig geworden, dann hatt ihn der Rath in seine Dienste genommen juhu!" Das ist ein fürtrefflicher Trunk! Wenn wir den Karlstadt greifen, wird ein hoher Rath sich auch nicht karg zeigen und uns ein Zettelchen an den Rathskellermeister mitgeben." Er schnitt eine Grimasse, die sein Wohlbehagen ausdrücken sollte, aber sein wüstes und rohes Gesicht nur noch mehr entstellte. Die Knechte lachten, der Thürmer lachte mit. " Ihr könntet mir bange machen", rief er. " Da set' Dich her und thu' Bescheid; die arme Seele mag" draußen umflattern", sagte der Schäferhans. Der Thürmer setzte sich, aber kaum hatte er den ersten Bug gethan, so kam der Spion des Raths herein, der den Menzinger angezeigt hatte. Er that, als sei ihm Alles gleichgiltig, als die Knechte ihn frugen, ob er was Neues entdeckt habe; schier schüchtern heischte er einen Schluck Wein." Der wird Dir nicht eher zu Theil, als bist Du den Karlstadt ausgeschnüffelt haft und das Loch, da er sich auf hält", sagte der Schäferhans. Da wird er noch lange dürften müssen", sprach einer der Knechte. Der Spion aber schlug die Augen empor und sagte Langsam: " Ich weiß den Doktor Karlstadt und sein Versteck." Alle die Häscher sprangen empor. ( Fortsetzung folgt.) Parlamentarisches. ausmacht. Von den einmaligen und außerordentlichen Ausgaben von zusammen 50 382 572 Mt. entfallen auf die Betriebsverwaltungen 24 228 200 Mt. auf die allgemeine Finanzverwaltung 364 664 Mit., auf die eigentliche Staatsverwaltung 25 789 708 Mt. Lokales. nicht zu einer Einnahmequelle für den Staat, sondern der ge-[ Remunerirung der Vorsitzenden der Schiedsgerichte für die In- 1 geschlechtlichen Verirrungen unseres Jugend ist, dann begreifen sammten Menschheit zum Heile werden soll.( Beifall.) Hiermit validitäts- und Altersversicherung, 144 812 M. für das gewerb- wir gar nicht, warum immer noch über Verwahrlosung und Ent tann ich schließen. Wenn auch manche nüßliche Unternehmung liche Unterrichtswesen); bei der Justizverwaltung 2432 400 M. fittlichung geklagt wird. An Bibelsprüchen und anderem religiöjen hat zurückstehen müssen, so enthält doch der Etat eine ganze An-( wovon 54 922 M. bei den Ober- Landes- und 623 012 M. bei Lernstoff hat es der Schuljugend bisher doch nicht gefehlt. Frei zahl Aufwendungen für Landeskultur, Wasserbauten, Eisenbahnen, den Land- und Amtsgerichten zur Verstärkung des Personals); lich will es eine eigenthümliche Ironie des Zufalls, daß gerade Kunst und Wissenschaft. Wenn wir die Grundsätze der soliden bei der Verwaltung des Innern 3 529 455 M.( wovon 511 259 der Religionsunterricht und die Bibel für die Kinder eine Verpreußischen Finanzverwaltung festhalten, so werden wir diejenigen Mark für die landräthlichen Behörden zur Bestreitung der anlassung werden, ihre Phantasie mit schmutzigen Bildern zu bes Bestrebungen mit Erfolg zurückweisen, welche darauf gerichtet Kosten der Ausführung des Invaliditäts- und Altersversiche- flecken. Jeder Erwachsene weiß, daß er seine erste Kenntniß der find, Alles vom Staate zu verlangen, aber ihm nichts zu rungsgesetzes, 447 311 M. für die Polizeiverwaltung in geschlechtlichen Verhältnisse zum allergrößten Theil aus der Bibel opfern.( Beifall.) den Provinzen und 89 095 M. in Berlin, 396 148 M. für die geschöpft hat, deren„ pifante" Stellen ihm von älteren Kindern Damit ist die Tagesordnung erledigt. Landgendarmerie); bei der landwirthschaftlichen Verwaltung gezeigt wurden. Da es sich hierbei um etwas Ge wurde die ger Nächste Sigung: Montag, den 19. d. M. Tagesordnung: 481 822 M., bei der Gestütverwaltung 74 876 M.; bei dem heimnisvolles, Verbotenes handelte, so Etat. Schluß nach 3 Uhr. Ministerium der geistlichen zc. Angelegenheiten 1508 532 M. ftörende Wirkung noch erhöht. Bezeichnend ist, daß ( wovon 66 165 M. für evangelische Geistliche und Kirchen, ein Kind von dissidentischen Eltern, welches am Religions60 000 M. für den Fonds zu Vikariatseinrichtungen in der unterrichte nicht theilnahm, trotzdem von anderen Kindern evangelischen Kirche, 226 972 M. für die Universitäten, 145 095 M. in die Geheimnisse der Bibel eingeweiht wurde. In dieser Befür die höheren Lehranstalten, 615 894 M. für das Elementar ziehung thut sich etwas", um Berlinisch zu reden, und zwar Unterrichtswesen, 97 444 M. für Kunst und Wissenschaft, nicht bloß in den Volksschulen, sondern ebenso gut auch auf den 177 308 M. für das Medizinalwesen); von letterer Position ent- höheren Lehranstalten, einschließlich der höheren Töchterschulen Die Wahlprüfungs- Kommission hielt gestern Mittag fallen 165 000 m. in dauernden Ausgaben für ein in Berlin zu Wie es in den Jünglingsvereinen, deren Mitglieder ja in ordnung stand u. A.: Prüfung der Wahl des Zentrums- gründendes Institut für Infektionskrankheiten. Ferner ist bei die Sonntagsschulen als„ Lehrer" und in die„ Männerbund" ordnung stand u. A.: Prüfung der Wahl des Zentrums: sämmtlichen Staatsverwaltungen die Besoldung der etatsmäßigen Bersammlungen als„ Schüler" gehen, mit der Sittlichkeit beſtellt abgeordneten Dr. Porsch, Reichenbach- Neurode. Der genannte Abgeordnete wurde erst in der Stichwahl gegen den Sozial- Ranzleibeamten erhöht worden, was insgesammt 437 750. ist, dafür wollen wir nur ein, allerdings nicht sehr appetitliches demokraten Th. Metzner mit geringer Mehrheit, 10 122 gegen Beispiel anführen. Als der„ Chriftliche Verein junger Männer" Fassen wir die Mehreinnahmen des ordentlichen Etats noch in der Friedrichstraße hauste, war das Innere der auf dem 9748 Stimmen gewählt. Gegen die Wahl liegt ein Protest vorzusammen, so ergeben fich 110 977 901 f. bei den Betriebs Hose befindlichen Retirade, die von Bewohnern des Hauses höchst worin Stimmenkauf durch katholische Geistliche und grobe verwaltungen, 19 111 148 Mt. bei den Dotationen und der all- selten und von Passanten vielleicht nie, aber von Gästen des Drohungen von Unternehmern gegen ihre Arbeiter für den Fall, gemeinen Finanzverwaltung und 2521 385 Mt. bei den Staats- Vereins sehr fleißig benutzt wurde, mit Zeichnungen und Inschriften daß Mehner gewählt werden sollte, behauptet werden. Die Kommission beschloß Aussehung der Entscheidung und Erhebungen verwaltungen, in Summa 132 610 434 Mt. Die Mehrausgaben befudelt, wie wir sie unfläthiger und gemeiner faum jemals gesetzen sich zusammen: 55 112 484 Mr. bei den Betriebsverwaltungen, funden haben. über die behaupteten Unregelmäßigkeiten. 73 394 514 f. bei den Dotationen 2c., wogegen bei den Staats- Unsere sittsamen Gegner werden sich vielleicht ob des gänz Der„ Reichsanzeiger" veröffentlicht den preußischen Staats- verwaltungen eine Minderausgabe von 2 834 965[ Mt. veran- lichen Mangels an Prüderie, mit dem wir diesen Gegenstand hanshafts für 1891/92. Der Gtat, welcher heute von dem Finanz- schlagt ist; im Ganzen also ist eine Mehrausgabe von behandeln, entjeßen. Aber wenn man die Tiefe einer Rothlache minister im Hause der Abgeordneten eingebracht worden 125 672 033 Mt. veranschlagt. Der Mehrbedarf beträgt also ausmessen will, dann muß man mitten hineinspringen. Der Ge ist, veranschlagt die Einnahmen auf 1 720 834 749 W., die Ausgaben 6 938 401 Mt. sellschaft eines Stöcker und Konsorten kann es mit der Beauf denselben Betrag, und zwar im Ordinarium auf 1 670 452 177 fämpfung der Unfittlichkeit unmöglich Ernst sein. Daß die fitt Mart, im Extraordinarium auf 50 382 572 M. Gegenüber den liche Verwahrlosung der unbeaufsichtigten Jugend und das UeberVeranschlagungen für das laufende Etatsjahr ergeben, wenn der Handnehmen der Prostitution in den sozialen Verhältnissen bein den Etat für das letztere als außerordentliche Ginnahme eingründet ist, fangen unsere Gegner nun doch allmälig an einzus gestellte Verwaltungsüberschuß aus dem Jahre 1888/89 von sehen, und von diesem oder jenem wird es auch zugegeben. Da 4869 198 m., welchem eine gleich hohe, zur außerordentlichen fie aber nach wie vor das Heil von der Religion oder von der Schuldentilgung bestimmte einmalige Ausgabe gegenüberstand, Polizei erwarten, oder besser: zu erwarten vorgeben, obwohl ste außer Betracht gelassen wird, die Veranschlagungen der Einlängst aus Erfahrung wissen, daß diese Mittel wirkungslos find, nahmen für 1891/92 ein Mehr von 132 610 434 W., diejenigen so ist es klar, daß es ihnen um eine wirkliche Beseitigung der der Ausgaben im Ordinarium ein solches von 125 672 033 M., Das sechste Gebot. Anknüpfend an eine Gerichtsverhand- Uebelstände gar nicht zu thun ist. Das würde ja auch eine vollim Extraordinarium 2069 203 M. mehr. lung, in welcher eine Kupplerin für die Verleitung zweier Mädständige Umgestaltung der sozialen Verhältnisse erfordern, von Bei den staatlichen Betriebsverwaltungen ist in dem chen von 14 und 9 Jahren zu unsittlichem Lebenswandel den der unsere, auf ihrem Besitz festeingesessene Gesellschaft nun einOrdinarium gegen das laufende Jahr ein Mehrüberschuß gebührenden Denkzettel erhielt, jammert der Reichsbote" darüber, mal nichts wissen will. von 55 865 417 m. veranschlagt. Hiervon ist die Eisenbahn- daß die Kinder, deren Eltern den Tag über beschäftigt sind, Eine wirksame Bekämpfung der Unfittlichkeit ist allein von Verwaltung, für welche bei einer Mehrausgabe von 35 717 399 M. meist der Obhut und Fürsorge entbehren und sich selbst über der Sozialdemokratie zu erwarten. Wenn ihre Ziele ereine Mehreinnahme von 78 092 359 M. ausgeworfen ist, mit einem lassen sind, so daß sie dem Lafter anheimfallen müssen. Zwischen reicht sind, dann werden alle Kinder genügende Aufsicht haben, Betrage von 42 374 960 m. betheiligt; ferner die Verwaltung der den Zeilen des beweglichen Artikels ist deutlich der Hintergedanke und fein Mädchen wird sich aus Noth der Prostitution direkten Steuern mit einem Mehrüberschuß von 4 818 300 m. und geheime Wunsch des frommen Blattes zu erkennen, daß sich zu ergeben brauchen. Die Kinder werden über das Geschlechts ( und zwar 2 611 000 m. bei der klassifizirten Einkommensteuer, die Kirche der unbeaufsichtigten Kinder annehmen und Eltern leben belehrt, also mit allen Gefahren früh vertraut gemacht 2 160 000 M. bei der Klassensteuer, 1 238 000 bei der Gebäude- stelle an ihnen vertreten möge. Kinderhort, Sonntagsschule, werden. Die Ghen werden heiliger" fein als jetzt, denn sie wer fteuer und 482 000 M. bet der Gewerbesteuer); die Verwaltung Jünglings- und Jungfrauen Vereine sollen vermuthlich die Faben aus freier, d. h. durch feine äußeren Rücksichten eingeengter der indirekten Steuern mit einem Mehrüberschuß von 4,071 100 m.; milie ersetzen und der Verwahrlosung und Entſittlichung vor: Liebe geschloffen werden. Dann erst wird das Unfittliche, d. h. die Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung mit einem Mehr- beugen. Hat doch erst fürzlich Prediger Dr. Wachsmann von der Widernatürliche, das gegenwärtig im Geschlechtsleben besteht, überschuß von 2737 147 M., die Forstverwaltung mit einem Bionsgemeinde, der obendrein noch nicht einmal zu den ver beseitigt und, was gut ist am sechsten Gebot, wahrhaft erfüllt Mehrüberschuß von 1418 000 m., die Domänenverwaltung mit ranntesten Pastoren gehört, in einer zur Förderung der Sonntags- werden. einem Mehrüberschuß von 180 650 M., das Seehandlungsschulen und Jünglingsvereine veranstalteten Gebetsversammlung Institut mit einem Mehrüberschuß von 298 000 M. geklagt, daß sich aus den Berliner Gemeindeschulen immer noch Die armen Unternehmer haben fürwahr unter einer allzu Bei den Dotationen und der allgemeinen Finanzverwaltung etwa 100 000 evangelische Kinder allsonntäglich ohne Erbauung schweren Last zu seufzen und immer noch werden ihnen neue ist ein Mehrbedarf von 54 283 366 m. veranschlagt. Hiervon ge- zu Hause und auf den Straßen umhertreiben“. Laften aufgebürdet. Da kann ein rechtlich denkender Mann es hören 30 519 276 M. zur öffentlichen Schuld infolge der Um- Wir stimmen dem Reichsboten" darin bei, daß zahllose nur ganz natürlich finden, wenn die Kapitalistenblätter mannhaft wandlung bezw. Kündigung von Eisenbahn- Prioritätsanleihen Eltern im harten Kampf ums Dasein gezwungen sind, ihre Kinder für die gequälten Herren Arbeitgeber" eintreten, ihre Aufgabe und Uebertragung solcher Anleihen auf den Etat der Staats- sich selbst zu füberlassen. Wir haben oft genug auf diese Zu- ist es ja ohnehin, für diese Stimmung zu machen. Und wenn schulden- Verwaltung. Ferner ist ein Mehrbedarf von 23 744 440 m. flände, welche allein durch die kapitalistische Produktionsweise und man es genau bei Licht betrachtet, so muß man allerdings bei bei der allgemeinen Finanzverwaltung veranschlagt. Lettere die damit verbundene übermäßig lange Arbeitszeit verursacht pflichten, daß dem Kapital heute schon zu viel aufgebürdet iſt. weist zwar eine Mehreinnahme von 19 128 128 M. infolge werden, mit Entrüstung hingewiesen. Aber das Mittel, welches man bedente nur zunächst, mit welcher Mühe der Kapitalist den höherer Ueberweisungen des Reichs( Bölle, Tabacksteuer, Reichs- der Reichsbote" anwenden möchte, um die üblen Folgen dieser Mehrwerth aus dem Schweiße und der schweren Arbeit seiner stempelabgaben) auf; es steht ihr aber eine Mehrausgabe von schreienden Mißstände, nämlich die Verwahrlosung der Jugend, Arbeit ,, nehmer" herauspressen muß, welche Anstrengungen e 42 872 568 m.( z. B. Erhöhung des Matrikularbeitrags Preußens vieder gut zu machen, fönnen wir nicht billigen. Durch fostet gegenüber der Begehrlichkeit der Arbeiter und gegenüber um 32 857 456. und Mehrüberweisung an die Kommunal- Sonntagsschulen und Jünglingsvereine werden sicherlich sehr deren Ünverstand für das Wachsen des Unternehmergewinns, für verbände aus den Erträgen der landwirthschaftlichen Zölle im wenige von unseren heranwachsenden Kindern vor geheimen ein angemessenes Sinken der Arbeitslöhne zu sorgen, und dann Betrage von 10 Millionen Mart) gegenüber. Jugendfünden und geschlechtlichen Ausschweifungen bewahrt. In aber vor allen Dingen vergegenwärtige man sich, daß der Ka Bei den eigentlichen Staatsverwaltungen ist die Einnahme den meisten Fällen macht gerade die Verquickung dieser Frage pitalist sich einem ungeheuren Risito" aussetzt, wie leicht kann um 2 521 385 M. erhöht, wovon 1760 000 M. an Kosten bei mit der Religion eine erfolgreiche Bekämpfung des Lasters un- ihm das, was für jeden vollblütigen Bourgeois der nervus rerum, Justizverwaltung; die Ausgaben dieser Verwaltungen ermäßigen möglich. Der Lehrer, welcher die Frage nicht vom naturwissen die Hauptsache ist, sein Geld verloren gehen oder im günstigerent sich um 2 834 965 M., da ihren Mehrausgaben von insgesammt schaftlichen Standpunkte aus behandeln darf, ist gezwungen, sich Falle, schlecht angelegt, einen geringeren Ertrag abwerfen, als 9 784 200 M. eine Minderausgabe bei dem Finanzministerium mit halb oder ganz unverständlichen Andeutungen um die Sache für den behaglichen Lebensunterhalt unumgänglich nothwendig ist. von 12 619 165 M. gegenübersteht, welche wesentlich daher rührt, herumzudrücken. In einer vom Männerbund zur Bekämpfung Der Arbeiter hingegen ist einer solchen Schreckniß nicht ausgeseht, er daß die Beträge für Besoldungsverbesserungen, welche in dem der Unsittlichkeit" einberufenen Versammlung gab fürzlich der fann zwar einmal einige Zeit arbeitslos werden, dann muß er aber, laufenden Jahre im Etat des Finanzministeriums stehen, in dem Wirkt. Geh. Ober- Regierungsrath Dr. Schneider eine Anleitung, wenn anders er ein ,, ordentlicher" und" sparsamer" Mensch gewesen neuen Etat den Spezialetats der übrigen Verwaltungen über wie das sechste Gebot in der Schule zu behandeln sei. Er gestand, ist, soviel zurückgelegt haben, um einen solchen Fall leicht er tragen find. daß ihm selbst dieses Gebot niemals in der Schule wirklich ertragen zu können und dann bekommt ein ,, tüchtiger" Arbeiter, Von den Mehrausgaben( 9 784 200 M., fiehe oben) klärt worden sei. Dieses Schicksal theilt er übrigens mit Hundert der Lust und Liebe zur Arbeit hat, zu der er ja geboren ist, be feien hervorgehoben: beim Finanzministerium 1 600 000. tausenden und Millionen anderer Menschen, denen es ebenso geErhöhung des Zivil- Pensionsfonds und 700 000 M. Wittwen- gangen ist. Trotzdem bot auch er in seiner Anleitung" nicht das und Waifengelder; bei der Bauverwaltung 655 511 M. Geringste von einer wirklichen Erklärung. Mit sittlichem Ernst" ( wovon 58 000 m. für Schaffung neuer Dienststellen, 43 915 M. und in strafendem Ton" vorgetragene Bibelsprüche genügen zur Unterhaltung der Binnenhäfen und 27 530 M. zur Unter- nicht, um einem Kinde, das seinen Geschlechtstrieb erwachen fühlt, haltung der Seehäfen); bei der Verwaltung für Handel und klar zu machen, warum es dies oder das lassen und sich vor Gewerbe 856 774 M.( insbesondere 256 708 Wt. in Veranlassung diesem oder jenem hüten soll. der Organisation der Gewerbe- Inspektion, 228 000 M. zur Theater. Wenn die Religion wirklich ein Mittel zur Berhütung der und es bedurfte nicht erst der Hand des Sozialisten Loth, die mit unsicheren, knabenhaften Zügen ein Menetekel an die Wand Freie Bühne. Sonntag, den 11. Januar. Einsame Menschen. schreibt, un das Stück vor diesem zahlungsfähigen Publikum unmöglich zu machen. Drama in fünf Aften von Gerhart Hauptmann. den fanntlich immer Arbeit, wenn er nur welche annehmen will. Außerdem bedenke man, wie gering das„ Risiko" des Arbeiters gegenüber dem des Arbeitgebers" ist. Letzterer fann sein ganzes kapital verlieren, der Arbeiter hat hingegen höchstens seine Ge sundheit und sein Leben aufs Spiel zu sehen, wenn ihn ein Ver lust trifft, dann ist es höchstens der Verlust eines Armes oder eines Beines oder beider. Das ist heutigen Tages jedoch nicht mehr so schlimm, Arbeiter giebt es genügend und es kommt da 100 trauen lassen. Seine Freunde betrachten ihn als einen Abtrünnigen, einen Kompromißler, und haben sich von ihm zurückgezogen. Nur einer ist ihm treu geblieben, der Maler Braun, der Mann der ansteckenden Unzulänglichkeit und Unzufriedenheit, Ich bin weit ab davon, gegen Gerhart Hauptmann den Vor- der nie dazu kommt, die Bilder, die er im Kopfe entwirft, zu Wer hätte an jenem denkwürdigen Sonntage, an welchem wurf zu richten, er habe in Hinblick auf dieses Publikum den malen. Johannes arbeitet an einem großen Werke. Nur langsam Vor Sonnenaufgang" zum ersten Male über die Bühne ging, Stofftreis aus fluger Berechnung verlassen, den er mit seinem die Arbeit von der Stelle; ungewiß ist ihr angesichts jener heulenden und tobenden Menge, die den jungen ersten Stück betreten hatte. Was ist natürlicher, als das Verrückt Dichter niederzischen, niederbrüllen wollte, wer hätte in den langen eines Dichters nachzuweisen, daß er nicht nur mit fräf- Ausfall: er hat neue Bahnen mit ihr eingeschlagen. Ohne alle Tagen nachher, als mit verschwindenden Ausnahmen die gesammte tiger Hand soziale Bilder zu malen, daß er eine bestimmte Ge- Anregung, ganz auf sich angewiesen, lebt er dahin. Er liebt seine Frau und sie ihn, aber sie kann ihm kein bürgerliche Presse Namens der beleidigten Kunst und Moral fellſchaftsschicht in greifbarer Anschaultchkeit vorzuführen vermöge, das unreife"," schmutzige" Stück verdammte, von dem nur eine sondern daß er es auch verstände, in seiner Seelenzergliederung Freund, kein Kamerad sein, denn ihr fehlt das volle Verständniß Szene, die Liebesszene zwifchen Loth und Helenen, eine halb- seltenen Problemen seltener Menschen nachzugehen. Das soziale für seine Arbeit. So ist er unruhig und launenhaft; er ist heftig spöttische Gnade fand, wer hätte da den Muth der Prophezeitung Moment ist in beiden letzten Stücken Hauptmann's zu dem zarten Wesen und hat, ohne daß er es wollte, das arme, nicht ausgelöscht, sondern nur zurückgetreten. füße Geschöpf so eingeschüchtert, so von seinem Unwerth überzeugt, gehabt, daß sich Gerhart Hauptmann binnen Jahresfrist bei der- ja auch felben Kritik fast allgemeine Anerkennung erringen, daß sein Freilich wird nur ein geübtes Ohr in den Einsamen fogeduckt", daß Frau Käthe sich selbst verkleinert und sich jedes brittes Drama„ Einsame Menschen" in der Freien Bühne" Menschen" das ferne Murmeln der unterirdischen Wasser sozialer eigene Wollen glücklich abgewöhnt hat. Wenn er diesen Mangel Das Publikum hörte es an Initiative bei ihr bemerkt, wird er von Neuem zornig, zornig jubelnde Aufnahme finden und, was in diesem Fall am meisten Unzufriedenheit und Anklage hören. bedeuten will ,. von dem geschäftskundigen Leiter eines ersten nicht; es brauchte sich nicht über eines der Gespenster zu ent- auf sich und auf sie. Dann aber rührt ihn wieder ihre sanfte HinNicht die gebung, ihr goldreines Gemüth, ihr„ Märchenherz". Doch diese Berliner Theaters zur öffentlichen Aufführung angenommen seyen, die jetzt schon am lichten Tage umhergehen. Armuth und das Elend erhoben ihr Gorgonenhaupt und ver- Stunden, sich die beiden guten Menschen wieder werden würde? Wie ist diese Aenderung des Urtheils zu erklären? Hat der darben den Herrschaften das Mittagessen: was man fah, war finden, sind mit der Zeit seltener geworden. Die Ungleichheit in Dichter oder die Kritik nachgegeben? die geistreiche Behandlung eines packenden Problems, war ein Wissen und Wollen zwischen Mann und Frau, die sich immer Es fann feinem Zweifel unterliegen, daß der Realismus als interessanter Mensch in glücklicher Lebenslage, der zwischen zwei mehr herausstellt und vertieft und die soziale Erniedrigung des Kunstform auf allen Gebieten dichterischen Schaffens den Sieg Frauen steht und dessen Ueberkultur seine Tragit ist. Und ge- Weibes und seine traditionelle Erziehung zur Ursache hat, ist die bereits errungen hat. Die Anerkennung der großen russischen, wonnen von dem Zauber intimer Beobachtung, einer fast voll- Ursache des Unglücks in dieser Ehe. Die Geburt des ersten französischen und norwegischen Romanziers, die Schäßung, ja fast endeten Meisterschaft in der Technik und dem sanft melancho- Kindes bringt die beiden Gatten einander nicht näher; im Gegenschon Ueberschätzung Ibsen's, das allseitige Gefühl, daß Deutsch- lischen Pathos des Vortrages jubelten die Zuschauer dem theil, auf der Frau liegt die ganze Last der beschwerlichen Pflege und bannt sie in die Kinderstube. land den gewaltigen Ausländern nichts Ebenbürtiges an die Seite Dichter zu. zu stellen habe, der sehnsüchtige Ruf nach neuer deutscher Kunst, die Erfolge Sudermanns mit seiner„ Ehre" Ludwig Fuldas mit dem Verlorenen Paradiese", in gewissem Sinne auch Wildenbruchs mit der Haubenlerche" und nun der Triumph HauptMit der Taufe des Erstgeborenen in dem stillen Hause am manns sind die äußeren Anzeichen dieses Sieges. " Vor Sonnenaufgang" wurde nicht seiner Form, sondern Müggelsee, das Johannes Vockerath, der einfame junge Privat- feinem Freunde viel erzählt hat. Sie will auf der Durchreise feines Inhaltes wegen abgelehnt. In der Sittenschilderung der gelehrte, bewohnt, hebt das Drama an; mit der Taufe, ob- Berlin fennen lernen und sucht den ihr im Uebrigen gleichgiltigen im Reichthum verthierten oberschlesischen Kohlenbauer, in der wohl Johannes, der begeisterte Darwinist und Schüler Häckels, Braun als einzigen Bekannten auf, um von ihm einige Dienste liebevollen Zeichnung der Erniedrigten und Beleidigten, der alle äußerlichen Religionsformen für sich längst überwunden zu erbitten. Knechte und Mägde des Bauernhofes, in der Figur des Lumpens hat. Doch er will seine gläubigen alten Eltern, die bei ihm zum Sat und Strebers Hoffmann witterte der Instinkt der bürgerlichen Besuch und zur Pflege der Wöchnerin sind, nicht betrüben. Zuhörerschaft eine vernichtende Anklage gegen die Gesellschaft, er sich doch auch seiner fromm erzogenen Braut zu Liebe kirchlich Es ist das Problem der bürgerlichen Ehe, der glücklichen, aus einer Liebesheirath hervorgegangenen bürgerlichen Ghe, das zum Vorwurf dient. Dazu tritt in zweiter Linie das Problem findlicher Liebe und Gehorsams gegen die Eltern. In diesem kritischen Augenblick ihrer Ehe, deren Wesen in der wundervollen Exposition des ersten Aftes angedeutet und in den folgenden Aften immer deutlicher entfaltet wird, tritt eine Fremde in das Haus ein, Anna Mahr, eine russisch- deutsche Studentin, die Braun in Paris kennen gelernt und von der er Johannes nöthigt sie zum Bleiben. Ihr Geist, ihr Ver ständniß für seine Arbeit, ihre Selbstständigkeit im Denten und Leben, worin sie das wahre Widerspiel seiner Frau ist, nimmt 63 gar nicht mehr darauf an, ob aus der Fülle des Arbeitsmaterials| Fußboden des einen Zimmers ein Loch, durch welches sich| Uhr und Kette rühren höchst wahrscheinlich aus einem Diebstahl einige Hände" verschwinden. Ueberdies ist ja auch für einen Grant mittelst einer noch vorhandenen Strickleiter in die her. Eigenthümer kann sich im Polizeigebäude, Kriminalauf dem„ Schlachtfeld der Arbeit" invalide gewordenen Arbeiter unter dem Zimmer befindlichen Geschäftsräume der Abtheilung, Zimmer Nr. 86, in den Vormittagsstunden von noch immer in unserer sehr humanen Zeit Fürsorge getroffen, da Niedersächsischen Bank hinabgelassen hatte. Von hier 9-11 Uhr, melden. Abends giebt es die herrlichen Armenkassen und die sonstigen Armen ,, ver- führte eine Wendeltreppe in das Gewölbe der Bank, das durch sorgungen". In Zukunft wird es ja noch besser werden, da wird der festverschlossene doppelte eiserne Thüren geschützt ist und in dem Polizeibericht. Am 9. d. Nachmittags stürzte eine Frau Urbeiter sogar Reichsrentner. Was fehlt ihm da noch? Sehen sich damals fieben Millionen Mark befanden. In die vordere im Hause Calvinstr. 47 von der Treppe und erfitt hierbei einen wir uns nun aber nach unseren abgequälten und abgehezten Thür hatte der verwegene Einbrecher ein Loch gemacht, indem er Schädelbruch, an dessen Folgen sie wenige Stunden nachher verUnternehmern um. Welche ungeheuren Belastungen ruhen nicht einen mit Sauerstoff gefüllten eisernen Ballon mittelst eines starb. An demfelben Tage Abends sprang ein 17 jähriger auf ihren Schultern, wir erinnern vor der Hand nur an die Gummischlauches mit der Gasleitung verbunden und so das Hausdiener aus dem Fenster der im ersten Stock Madaistr. 2 Krankenkassen- Beiträge. Damit der in Wohlbehagen schwel- Eisen der Thür zum Schmelzen gebracht hatte. Das gleiche Vor- belegenen elterlichen Wohnung auf den Hof hinab und verstarb gende Arbeiter bei Krankheitsfällen versichert ist, muß der Unter- gehen war allem Anschein nach auch an der zweiten, inneren auf der Stelle. Die Veranlassung zur That ist noch nicht festnehmer einen Theil des Beitrages mit leisten. Ist das nicht un- Thür versucht worden, doch gelang es dem Thäter nicht, dieselbe gestellt. Am 10. d. Morgens wurde im Thiergarten, in der erhört! Und nun gar der neue Beitrag zur Alters- und Inva- zu öffnen; wahrscheinlich hat trotz der von dem Gauner mit allem Nähe des Denkmals König Friedrich Wilhelms III. die Leiche lidenversicherung. Wer hat davon einen„ ungeheuren" Nutzen, Vorbedacht gewählten Feiertage, während deren die Räume der eines Mannes an einem eisernen Ständer erhängt vorgefunden. doch Niemand anders als der Arbeiter," dem hier eine ver- Bank nicht betreten wurden, die Zeit nicht ausgereicht. Grant mußte Nachmittags wurde auf dem Grundstück Monbijouplatz 10 ein besserte und verblümte Armenunterstützung zu Theil wird, nur daher seinen Plan der Beraubung der Niedersächsischen Bank auf unbekannter, etwa 40 Jahre alter Mann erfroren aufgefunden. mit dem unwesentlichen Unterschied, daß früher alles vom Staat geben und verschwand. Es ist nun festgestellt worden, daß Ende Beide Leichen wurden nach dem Schauhause geschafft. oder der Kommune geleistet wurde, während jeder Arbeiter jetzt Oktober in einer Berliner chemischen Fabrik ein Engländer, angeblich glitt ein Mann vor dem Grundstück Alexanderstr. 22 A infolge selbst von seinen„ hohen" Löhnen für seine wenigen Arbeitsge- im Auftrage eines in Dresden wohnenden Mr. Brown, zu„ wiffen- der eingetretenen Glätte aus und erlitt hierbei einen Bruch des nossen, welche das für einen Arbeiter außerordentlich seltene, hohe schaftlichen" Zwecken eiserne Ballons mit Sauerstoff" gefüllt rechten Unterschenkels. Er wurde mittelst Droschke nach seiner Alter erreichen oder für die, welche arbeitsunfähig, vollständig kaufte und vier solche leere Ballons aus einer Pariser Fabrik, Wohnung gebracht. Am 11. d. Nachmittags wurde ein Mann arbeits- und verdienstunfähig werden, sein Leben lang zahlt. Zu welche bei Ueberschreitung der Grenze geöffnet worden seien, in seiner Wohnung, in der Zimmerstraße, erhängt vorgefunden. dieser wohlthätigen, humansten Einrichtung muß aber auch wie zurückließ. Der Käufer bezahlte die Ballons unter andern Geld- Abends wurde der Kutscher Beyer auf dem Flur des Hauses der der arme Unternehmer von seinem farg bemessenen Unterstücken auffallenderweise auch mit einem Zwanzig- Franksstück, Marienburgerstr. 17 von dem Arbeiter Heise überfallen und nehmerprofit beisteuern. Immer neue Lasten auf seine Schul- das außerordentlich selten ist und daher wahrscheinlich aus einer mittelst eines Messers so schwer im Gesicht verlegt, daß er nach tern, Lasten auf Lasten; wenn da nicht endlich einmal der Staat Sammlung gestohlen ist. Dasselbe trägt auf der Vorderseite das dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. ein Ginsehen haben wird und diesen Bedrängten zu Hilfe kommt, Bild Napoleons, auf der Rückseite die Jahreszahl 1808 und die Am 10. und 11. d. fanden 12 kleine Brände statt. dann können noch große Unannehmlichkeiten für die Menschheit Umschrift: République Française. Dieser Käufer der Sauerstoffentstehen. Ballons, welcher sich ebenfalls Grant nannte und dessen hier gegebene Personalbeschreibung mit der aus Hannover übereinstimmt, ist etwa 30 Jahre alt, hat volles, aber blasses Gesicht, blondes Haar, starken dunklen Schnurrbart und halben Backenbart, spricht das Deutsche gebrochen, etwas besser französisch und natürlich geläufig englisch. Es wird die Vermuthung gehegt, daß dieser Grant mit dem Wallace des Berliner Diebstahls identisch ist. Nach den Kapitalistenblättern soll auch schon in industriellen Kreisen die größte Mißstimmung über die moderne, Sozialreform" vorherrschen. Man soll sich daselbst mit der großen Hoffnung tragen, daß in Rücksicht auf die schwere Belastung, die den Gewerbetreibenden durch Invaliditäts- und Alterversicherungs Beiträge auferlegt ist, die Einschätzungskommissionen in diesem Jahre mit ganz besonderer Vorsicht bei den Einschähungen zur Einkommensteuer vorgehen werden. Abgesehen von dem Rückgange der Produktion, der Versteifung des Geldmarkts und den Ronkurrenzschwierigkeiten, die das obige Gesetz nicht erleichtert, betrachten die Gewerbetreibenden durch dasselbe sich in ihrer Steuerpflicht schon derartig erhöht, daß ohnehin zahlreiche Reklamationen zu Tage treten werden. 11 In dem benachbarten Nieder Schönweide sind jetzt Hundert Mark Belohnung auf die Ergreifung des Unbekannten ausgesetzt, der am 2. d. W., Abends 834 Uhr, auf dem Wege nach Johannisthal auf den dort wohnenden Rittergutsbesitzer Baron von Jhenplitz mit einer vollen Ladung Rehposten geschossen hat. Ueberfahren wurde gestern Nachmittag auf dem Platz vor der Werderschen Kirche ein Arbeiter May R. von einem Privat: fuhrwerk. Die Räder des Wagens gingen dem R. über die Brust, so daß er sich nicht wieder zu erheben vermochte. R. mußte in einer Droschte nach einem Krankenhause überführt werden. Also steht eine Verwirklichung des Wunsches zur erneuten Aushilfe des Unternehmerthums sehr nahe bevor. Es ist eben nichts anderes zu erwarten gewesen, als daß die Unternehmer Elaffe gegen jede Erhöhung energisch und selbstredend mit Erfolg protestiren wird. Das Schönste an der ganzen Sache ist aber, daß die Arbeitgeber" aus dem Gesetz, wie immer, für sich Kapital herausschlagen. Erstens streben sie danach die direkten Ein anscheinend geist esschwaches Dienstmädchen, welches Steuern noch mehr auf den Arbeiter abzuwälzen- denn ein 2 Tage vorher fremd von Oranienburg hierher gekommen war, kommen müssen doch die Summen auf alle Fälle, was sollte sonst wurde am 4. Januar bewußtlos auf der Straße gefunden und aus dem Heere, aus den Kirchenbauten zc. werden, und dann nach der Charitee gebracht. Das Mädchen hat angegeben, daß werden ja die meisten Kapitalisten die Beiträge zum Alters- und sie einen mit Wäsche und Kleidungsstücken gefüllten ReiseInvalidenversicherungs- Gesez einfach durch Lohnreduktionen zum forb von Oranienburg mitgebracht habe, will sich aber nicht mehr zweiten Male dem Arbeiter auferlegen. Man sieht auch hier erinnern können, ob sie den Korb auf dem Stettiner Bahnhof gewieder, wie sich stets Alles zum Vortheil des Unternehmerthums lassen oder zu einer Miethsfrau mitgenommen hat. wenden muß. Den Segen der Krone der Sozialreformen" wird Jeder somit hinreichend nach allen Seiten zu würdigen wissen, mehr Steuern, dafür weniger Lohn und die Beiträge dazu noch extra, nebenbei nicht zu vergessen die erhöhten Wohnungsmiethen, die vertheuerten Lebensmittel und die wachsende ArbeitsLosigkeit. 201 Gerichts- Beitung. Die bekannte Privatklage des Fel. von Schabelsky gegen den Direktor Barnay und Dr. Paul Lindau tam am Montag in der Berufungsinstanz zur nochmaligen Verhandlung vor der Strafkammer Vla. Das Schöffengericht hatte f. 3. nur den Schriftsteller Otto Brahin wegen einer in der Zeitschrift " Freie Bühne" begangenen Beleidigung der Klägerin zu einer fleinen Geldbuße verurtheilt, den Direktor Barnay und Dr. Paul Lindau dagegen freigesprochen. Der Vertheidiger des verurtheilten Dr. Brahm, Rechtsanwalt Jonas, hatte die gegen das erste Urtheil eingelegte Berufung zurückgezogen, dagegen hatte Rechtsanwalt Munckel jun. als Vertreter des Fräulein von Schabelsky Berufung gegen das freisprechende Erkennt niß eingelegt und infolge dessen fam die Angelegenheit nochmals vor das Forum des Gerichtes. Zu demselben waren sowohl Frl. v. Sch., wie Direktor Barnay und Dr. Paul Lindau persönlich erschienen. Vor Eintritt in die Verhandlungen giebt der Vorsitzende, Landgerichtsrath Funke, den Parteien anheim, die Sache im Wege des Vergleichs zu erledigen, da nach seiner Meinung das Wort„ Züge", welches in dem Briefe Barnay's an Dr. Lindau vorkommt, nach Lage der Sache doch ein wenig zu scharf erscheine. Die Klägerin erklärte sich bereit, die Klage zurückzunehmen, wenn Direktor Barnay das Wort„ Lüge" zurücknehme und erklärte, daß er sie nicht habe beleidigen wollen. Demgegenüber erklären Lindau und Barnay Ein vor kurzer Zeit nach Berlin versetter Eisenbahn sich außer Stande, auf den Vergleich einzugehen. Lindau beamter hat am 9. d. Mts. in der Zeit von 7 bis 8½ Uhr habe den Brief Barnay's, in welchem das Wort„ Lüge" Abends eine in der Nähe des Görlizer Bahnhofes belegene vorkomme, lediglich als einen integrirenden Theil des Urtheils Destillation besucht und daselbst, da er kein Geld bei sich hatte, des Vereins Berliner Presse" angesehen. Barnay erklärt, das zur Bezahlung seiner Zeche seine goldene Anker- Remontoir- Uhr Wort„ Lüge" höchstens durch unwahrheit ersetzen zu können. Er Nr. 56 680 als Unterpfand zurückgelassen. Als er beim Verlassen habe in dem Augenblick, als die Klägerin ihm ihr Stück einZur Warnung für Baukgeschäfte, namentlich für große des Lokals sich nicht zurechtfinden konnte, begleitete ihn die gereicht, gewußt, daß dasselbe vom Direktor Blumenthal abgelehnt Banten, wird von amtlicher Stelle folgende Schilderung eines Tochter des Wirths bis zum Görlizer Bahnhof, von wo aus er gewesen sei, trotzdem habe ihm die Klägerin aber versichert, daß höchst verwegenen Einbruchsversuches mitgetheilt, der kürzlich sich nach Hause begab. Er kann jetzt die Destillation nicht wieder er der erste Direttor sei, welchem sie dasselbe anbiete.- Fri. von einem englischen Fachmann" in Hannover verübt wurde. finden und hat daher die verpfändete Uhr noch nicht einlösen v. Sch. bestritt diese Behauptung durchaus. Derselbe hat in der Art der Ausführung, welche durch die aus- können. Direktor Barnan bei jener Unterredung gesagt, daß sie halb und gezeichneten Instrumente, in deren Besitz gerade englische Einhalb wegen des Stückes mit einem Theaterdirektor in Unterhandlung brecher stets zu sein pflegen, unterstützt wurde, frappante Aehn Ein Sturmwind seite gestern früh gegen 3 Uhr aus Nord- ftehe. Dir. Barnay bestritt auch dies, und die R.-U. Michaelis lichkeit mit einem erfolgreichen Einbruch, der vor etwa zwei west ein und bald darauf machte sich ein starkes Steigen der und Dr. Friedmann suchten nachzuweisen, daß die Darstellung Jahren bei dem Bantier Paasch in Berlin ausgeführt worden Temperatur bemerkbar, so daß mit Tagesanbruch bereits einige des Frl. v. Sch., welche dieselbe heute gegeben, wieder ganz ist. Der Thäter, welcher damals von der ersten Etage aus in Grad Wärme konstatirt werden konnten. Die im Erdreich, anders laute, wie diejenige in der ersten Instanz und diejenige, das Komtor von Paasch eindrang, indem er in den Fußboden namentlich aber im Straßenpflaster enthaltene Kälte und das welche in der Mehring'schen Broschüre gegeben worden sei. des von ihm bewohnten Zimmers ein Loch schnitt und sich Thauwetter von Außen brachten ein Glatteis hervor, welches Nach längeren Plaidoyers der Vertheidiger erkannte der Gerichtsdurch dasselbe hinabließ, wurde als der Engländer Wallace namentlich den Fußgängern in den Morgenstunden verhängniß- hof dahin, daß beiden Angeklagten der Schutz des§ 193 unbefestgestellt, doch war nicht zu ermitteln, ob der freche Dieb voll wurde. Senklich zur Seite stehe, daß die Absicht der Beleidigung aber aus wirklich so hieß oder sich unter einem falschen Namen Der Eigenthümer eines Bernhardiners gesucht. Am dem Gebrauche des Wortes Lüge" herausleuchte. Der Gerichtshier aufgehalten hatte. Der uns heute mitgetheilte Fall hat Nachmittag des 11. Januar sind an der Ecke der Neuen König- hof ist der Meinung gewesen, daß nicht hinreichend aufgeklärt sich in Hannover und zwar in folgender Weise abgespielt: straße und Liegmanngasse zwei wohnungslose Arbeiter fest worden, welche Worte bei der Ueberreichung des Stückes der Ende September vorigen Jahres logirte während einiger Tage in genommen worden, weil sie einen schwarzweißen Bernhardiner Klägerin an Direktor Barnay gefallen sind ganz abgesehen einem Hotel ein Fremder, welcher sich mit dem Namen Kaufmann ohne Maultorb und Marte an sich gelockt hatten und fortführten. davon, daß der letztere nicht ganz loyal der Klägerin gegenüber Grant aus Antwerpen in das Fremdenbuch eintrug. Anfangs Der Hund, dessen Eigenthümer bisher nicht ermittelt werden gehandelt, wenn er damals schon gewußt hat, daß das Stück Dezember wiederholte er seinen Besuch, wobei er die gleichen konnte, ist dem Thierschutzverein übergeben worden. von Blumenthal abgelehnt sei. Reinesfalls habe es sich Zimmer in der ersten Etage bewohnte, und am 20. Dezember beum eine wissentliche unwahrheit, das heißt Lüge der ftellte er von Köln aus telegraphisch dieselben Räume. Am Eine goldene Uhr nebst Kette hat am 24. Oftober 1890 Klägerin handeln können, sondern höchstens um ein„ Ver22. Dezember traf er mit zwei großen Koffern ein, bezog die für in Bremerhaven ein Mann in Zahlung gegeben und sie nicht schweigen". Die beleidigende Absicht erweise sich auch daraus, ihn refervirten Zimmer und gab an, sein Vater und seine wieder abgeholt. Die Uhr ist eine goldene Remontoir- Savonnette- daß ohne hinreichenden Grund das dramatische Talent der Schwester würden nachkommen. Am 26. Dezember früh gegen Uhr. Die obere Rapsel ist sehr reich gravirt, oben und unten Klägerin herabgewürdigt, daß dieselbe in höhnischer Weise als 2 Uhr verließ er plötzlich das Hotel unter Zurücklaffung seines Blumen, zu beiden Seiten Arabesten. In der einen Kapfel be: harmloses, unschuldiges Geschöpf" bezeichnet worden und auch Gepäcks und erklärte, er müsse mit dem Schnellzug nach Köln findet sich die Inschrift: Balancier Compensé Zirkel Spiral von schlecht angewandtem Edelmuth" der Klägerin gegenüber fahren und werde anderen Tages zurückkehren, was er aber unter Bregner Ancre Remontoire ligne droite 15 rubis Pateck die Rede sei. Was das Strafmaß anlangt, so habe der Ge ließ. Am nächsten Vormittag nämlich, als Hotelbedienstete die Geneve No. 166 102. Die Rette ist eine massiv goldene Panzer- richtshof erwogen, daß Lindau durch die maßlofen Angriffe, von ihm bewohnt gewesenen Räume betraten, entdeckten sie in dem tette. An verschiedenen Gliedern befindet sich der Stempel 585. welche gegen ihn in der Presse erhoben worden, wohl gereizt sein ihn gefangen. Sie sträubt sich zunächst gegen seine Gastfreund die Mutter hoffnungslos zum Gehen, da stürzt ihnen der Sohn schaft, aber sie bleibt, denn auch sie nimmt Antheil an dem nach, fintt an ihr Herz, und sie glauben, er sei gerettet. jungen Gelehrten. Ihre Natur ist der seinigen verwandt. Sie Doch es ist keine Rettung. Als Anna, die der Mutter gebelebt ihn, regt ihn zur Arbeit an, stärkt sein Selbstgefühl, scheucht lobt zu gehen, nachdem sie Braun, der ihr auch hatte in's Gefeine bangen Zweifel, ob er das werde leisten können, was ihm wissen reden wollen, mit stolzer Ruhe abgewiesen, von Johannes vorschwebt:„ es ist ihm zu Muthe, als falle Regen auf eine ver- Abschieb nehmen kommt, bricht in dem letzten und ersten Kuß, trocknete Haide." " einmal, bald zu Anfang, eine Unterredung. Sollten sie die ganze übrige Zeit stumm nebeneinander hergeschritten sein? Anna Mahr ist mir nicht ganz vergegenwärtigt worden. Hauptmann hat sie, wie mir scheint, nicht so genau gesehen und beobachtet, wie die anderen. Ihre Bedeutung und ihr Werth muß mehr nach den Worten Vockerath's gemessen werden, als an den ste tauschen, bligartig die Geschlechtsliebe hervor, die ihnen ihren eignen. Vielleicht wird sich dieses Urtheil nach der Lekture Unmerklich kommen sich die Beiden so nahe, daß sie nicht bisher nur wie Freundschaft erschienen war. Anna flieht; Johannes des Stückes, das leider noch nicht gedruckt vorliegt, etwas mehr von einander lassen können. Wohl macht Anna den aber, der jeden inneren Halt verloren hat und des Konfliktes nicht mildern. Manches Wort geht, wenn der Platz des Zuschauers Versuch, fortzugehen, sie merkt, wohin die Dinge treiben, aber Meister zu werden vermag, löst in halbem Wahnsinn das ungünstig ist, verloren, und das ist bei einem Stücke, wo jedes Johannes hält sie als seine Hoffnung und seine Zukunft zurück. Boot und fährt hinaus auf den Müggelsee. Er wird Wort von Bedeutung ist, ein wirklicher Verlust. Und in demselben Moße wird die Entfernung zwischen Johannes nicht wiederkehren. Und während Vater, Mutter und und Käthe immer offenbarer. Wohl versucht sie mitzukommen, Freund in die Nacht hinausstürmen und seinen Stamen rufen, unglückte Musterschüler, der immer zu den besten Hoffnungen An Johannes Bockerath ist alles echt. Ja, das ist der vernachzukommen; aber das schwache Vögelchen kann nicht gleich den findet Käthe auf dem Tisch seine Abschiedsworte von ihr und berechtigte und diese Hoffnungen nie erfüllte. Beständig streckt er Adlern und Falken fliegen. Langsam fiecht sie dahin, eine Blume, dem Leben. Sie stürzt bewußtlos zusammen. die den Sonnenschein seiner Liebe nicht entbehren kann. die Hände nach den goldenen Früchten aus, er tann sie nicht erDie„ Einsamen Menschen" stellen technisch gesehen das Beste greifen, und den Spalt zwischen Wollen und Vollbringen nicht Immer düsterer wird die Stimmung im Hause Vockeraths. dar, was Gerhart Hauptmann bisher geschaffen hat. Die Auf- fchließen. Wie er die Hoffnungen seiner Eltern nicht erfüllte, Seine Mutter, die beste und beschränkteste aller Mütter, mischt gabe, eine beim Schluß des ersten Attes bereits völlig abzusehende läßt er die Hoffnungen seiner Freunde in Stich. Er entfernt sich sich hinein. Ihre unkundigen Finger zerren an dem zarten Ge- unere Entwicklung in ihren einzelnen Phasen aufzuweisen, ohne von ihnen und kann doch nicht allein sein. In ihm lebt nicht webe, das ihren Sohn und Anna Mahr verbindet. Das Ver- daß sich die Theilnahme der Zuschauer verliert, wird unter Ver- der titanenhafte Trotz des Stirnerschen hältniß vergröbert sich für ihr Auge zum Ghebruch; schon sprechen zicht auf die Kunstgriffe der alten Schule völlig gelöst. Die Niete'schen" Barathustra", sondern tranthaste Nervosität, und so Einzigen", und des die Nachbarn darüber. Gedanken werden in Johannes mosailartige Zusaminensehung des ganzen Bildes aus kleinen, bricht er schließlich zusammen. Er wollte die Ketten brechen, in wach, die ihm bis dahin fern geblieben waren. wirklichkeitsgetreuen Zügen und Szenen, die Herausarbeitung des die ihn Natur und Gewöhnung geschlagen, die sozialen Bande Er, der gute Sohn, der troz mancher Eigenart noch immer zu Wesentlichen, ohne daß der Eindruck der Konstruktion hervor- abstreifen, aber er ist dieser Aufgabe nicht gewachsen. So lenfen war, troßt der Mutter, die in ihrer Herzensangst ihren gerufen wird, die planvolle, die Bedingungen der Löhne nie außer löscht er sich aus; er bringt nicht den Keim auf die Zukunft. Mann kommen läßt, der den Jungen zur Vernunft und die Acht laffende Leitung lassende Leitung der Vorgänge lassen nicht nur Die Einsamen Menschen" können sich von der Zeit nicht " Person" aus dem Hause bringen soll. erfennen, wie viel Hauptmann von Ibsen gelernt hat, loslösen, in der sie leben. " Aber Anna Mahr geht selbst. Das Unhaltbare der Lage sondern auch daß der Schüler auf dem Wege ist, den Meister zu wird ihr klar. Menschen, die sie liebt und verehrt, wie Käthe übertreffen. Die Marmorglätte der Ibsenschen Technik, wo die Die Zeit ist mächtiger, als die Ginsamen Menschen". Sie glauben wohl das gelobte Land der Zukunft zu schauen, und die alte Frau Bockerath gehen an ihr zu Grunde. Sie muß Politur der Lebenswahrheit Abbruch thut, ist bereits glücklich aber an dem harten Muß der Gegenwart, in den zähen fich von Johannes, so unmöglich es ihm erscheint, trennen. Das vermieden. ist das Gesetz der einsamen Menschen, daß sie nur die Keime auf Schlingen der Vergangenheit, die in ihnen selber noch liegen, Vielleicht vertrüge der Schlußakt eine nochmalige Durch gehen sie zu Grunde. eine Zukunft bringen dürfen, die eine freiere und höhere Auf- arbeitung. Johannes stürzt in die Nacht hinaus, fehrt aber faffung von dem Verhältniß der Geschlechter zu einander wieder um, weil er noch Abschiedsworte an Räthe niederschreiben habe. Gin gutes Stück ist so vieldeutig, wie das Leben. Es läßt Ich weiß nicht, ob ich den Sinn Hauptmann's getroffen haben wird. will. Diese Rückkehr erscheint mir bei der Verwirrung, in der mehrere Erklärungen zu. Der alte Vockerath findet seinen Sohn in voller Verzweiflung. sich Johannes befindet ihm ist ,, wüst und leer im Kopfe" Anna darf nicht fort! Wie der alte Afim in Tolstois„ Macht nicht ganz wahrscheinlich. Er kommt ungesehen davon, obwohl Mann der neuen Richtung erblicke, in seinem nächsten Stücke Hoffentlich wendet sich der Dichter, in welchem ich den ersten der Finsterniß" fordert der gläubige Greis den Sohn auf, er bereits gesucht wird. Ich hätte den blöden Zufall hierbei wieder einem breiteren Theile des Lebens zu. Unsere Hoffnung in sich zu gehen, seine Schuld zu bekennen und umzukehren. lieber ganz außer Spiele gesehen. ruht nicht auf dem einsamen Menschen, sondern auf der Bergebens! Vater und Sohn stehen auf verschiedenem Boden. Ungewiß ist es mir auch, ob das Verhältniß zwischen Käthe großen Masse. Er versteht ihn nicht mehr. Schon wenden sich der Alte und und Anna zum völligen Ausdruck gekommen ist. Sie haben nur Curt Baate konnte, und der Gerichtshof habe ihn deshalb nur zu 50 M., Direktor Barnay dagegen zu 80 M. Geldbuße verurtheilt und der Klägerin die Publikationsbefugniß zugesprochen. Soziale Ueberlicht. Arbeiter, gedenkt der Ausgesperrten! Eurer hungernden Brüder! Gedenkt Sammel- Marten tönnen alle Diejenigen an unten bezeichneten Stellen empfangen, welche sich genügend legitimiren: 1. Bei Wilh. Börner, Ritterstr. 108, im Zigarrenladen. " 2. Aug. Motes, Zigarrenarbeiter, Poſenerstr. 11. 3. Karl Butry, Zigarrenarbeiter, Stralsunderstr. 15, 11. Und in den Zahlstellen: " Restaurant. 4. Sonnabend Abends von 7-9 Uhr Elisabethstr. 29 im 5. Freitag Abends von 7-9 Uhr und Sonntag Vormittags Rheinsbergerstr. 19 im Restaurant. 6. Montag Abends von 7-9 Uhr Adalbertstraße 4 im Restaurant. Um Irrthum zu vermeiden, theilen wir mit, daß diese gesammelten Gelder an die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands( Daminann- Hamburg), wie ja auch die Quittungen desselben beweisen, gehen, also nicht nur für die Tabakarbeiter verwendet werden. Die Kommission für öffentliche Angelegenheiten der Tabakarbeiter Berlins. Also Vorsicht! In solchen oder ähnlichen Fällen ertheilt gern Auskunft: Diekommission der Tabatarbeiter Berlins. J. A.: Wilh. Boerner, Zigarrenfabrikant, Ritterstr. 108( im Laden). Versammlungen. Der Fachverein der Tischler hielt am 8. d. M. eine Mit- Jeingebrachte Resolution einstimmig angenommen, welche lautete: gliederversammlung ab. In derselben hielt Herr Dr. Lütgenau Die Theilnehmer der heutigen Versammlung erklären sich mit den einen beifällig aufgenommenen Vortrag über: Ibsen und der Ausführungen des Referenten einverstanden; erklären von den Sozialismus". Eine Diskussion fand nicht statt. Kollege Wiede- heutigen Regierungsvertretern keine Besserung ihrer Lage zu er mann, welcher den Vorsitz führte, spricht die Erwartung aus, daß warten, wissend, daß die Emanzipation nur Sache der Arbeiter die Mitglieder auch im neuen Jahre trotz der schlechten Geschäfts- ist; in Erwägung dieser Umstände, erklären die Anwesenden dem bestehenden Arbeiter Bildungsverein zeit treu zur Organisation stehen werden, so daß der Aufschwung, entweder zu den der Verein im alten Jahre genommen, nicht verloren gehe. Weißensee beizutreten oder selbst einen solchen zu gründen. Ferner wird bekannt gegeben, daß am 17. Januar ein vom Ehe man zum dritten Punkt der Tagesordnung, überging, Verein arrangirter Maskenball stattfindet; obwohl der Termin wurde eine Pause von zehn Minuten angenommen. Das Reein etwas früher, so möchten doch Alle für rege Betheiligung fultat war ein erfreuliches, 32 Genossen ließen sich einzeichnen. sorgen, weil, wie bekannt, der aus den Vergnügungen erzielte Sodann wurde ein Antrag des Genossen Neubauer( Hohen- SchönUeberschuß unterstützungsbedürftigen Mitgliedern zu Gute kommt. hausen), eine Kommission zu wählen, welche die Angelegenheit Nach Erledigung einiger Unterstützungsangelegenheiten wird die der Gründung eines Vereins für Hohen- Schönhausen und Wilhelmsberg in die Hand nimmt, angenommen. Zur Kommission Versammlung geschlossen. wurden gewählt die Genossen Kreuz, Neubauer, Höpfner und Die Mitgliederversammlung der Freien Vereinigung Eduard Wengler. Hierauf schloß der Vorsitzende mit einem Hoch der Bauarbeiter Berlins, welche am Sonntag, den 11. d. M., auf die internationale Sozialdemokratie die Versammlung. Die Ursache mag wohl einestheils in der Arbeitslosigkeit, welche den 13. Januar, Abends 8 Uhr, bei Bößow, Prenzlauer Allee, stattfindenbe stattfinden sollte, konnte wegen zu schwachen Besuchs nicht tagen. der strengen Kälte wegen schon an vier Wochen im Baugewerbe große öffentliche Versammlung aufmerksam gemacht. Tagesordnung: 1. Be vorherrschend ist, zu suchen sein, weil dadurch die Bauarbeiter richt über den Stand der ausgesperrten Tabafarbeiter. Referent Reichstags nicht im Stande sind, einen Nickel für ein Glas Bier auszugeben, Abgeordneter Moltenbuhr. 2. Abrechnung der Kommission. 3. Antrag des anderntheils mag aber auch bei verschiedenen Mitgliedern die hiesigen Fabrikantenvereins auf Errichtung eines Einigungsamtes. 4. BerInteresselosigkeit an der guten Sache Schuld sein, was allerdings sehr zu bedauern iſt. Hiermit sei noch bekannt gemacht, daß die Zahlstelle für SüdWest sich von jetzt ab Arndt- und Friesenstraßen- Ecke bei Löwendorf befindet. Zahltag jeden Sonntag nach dem 15. des Monats. Beitrag: Sammler Johann Engelhardt. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 15. Februar statt. " Die Tabakarbeiter und Arbeiterinnen werden auf die am Dienstag, schiedenes. Oeffentliche Versammlung der Zylographen Berlins am Freitag, den 16. Januar, Abends präzise 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: 1. Welche Bedeutung hat der Anschluß an die moderne Arbeiterbewegung für die Xylographen Referent Herr Generalsekretär Dr. Mar Hirsch, Reichstags- Abgeordneter. Korreferent Herr Lithograph Wilh. Schmidt, Reichstags- Abgeordneter. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Vereinigung der Drechsler Deutschlands, Ortsverwaltung Berlin 3. Bersammlung am Mittwoch, den 14. b. M., Abends 8½ Uhr, bei Bolzmann, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Vortrag über das Alters- und Invalidenversicherungs- Gefeß. 2. Distussion. 3. Wahl eines Beisigers. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Versammlung der Bäcker am Dienstag, den 13. Januar, Nachmittags, 3 uhr, Andreasstr. 21. Tagesordnung: Der Stand der Arbeiterschutz- Gesezgebung. Referent Herr Peus. Freie Vereinigung der Kartonarbeiter Berlins. Generalversamm Weg 29. lung am Mittwoch, den 14. Januar, Abends 8 Uhr, bet Säger, Grüner Dresdenerstraße 15: schiedenes. Demokratischer Verein. Donnerstag, den 15. d. M., Abends 8 Uhr, Versammlung. Tagesordnung: Rechenschaftsbericht, Ausschußwahl, Petitionen, Partet und Vereinsangelegenheiten. Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 13. Januar, bei Feuer ftein, Alte Jafobitr. 75: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts liches 2. Rechenschaftsbericht. 3. Neuwahl des gesammten Vorstandes. 4. BerVerband deutscher Mechaniker und verw. Berufsgenossen, Zahl stelle Berlin. Mittwoch, den 14. Januar Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kaffen3. Neuwahl des Vorstandes und der Kommissionen. 4. Wie stellen wir uns bericht vom 4. Quartal 1890. 2. Bericht des Vorsiandes und der Kommiſſionen. zur Errichtung von Bahlstellen. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahl reiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder wird ersucht. Neue MitDie Versammlung wird pünktlich glieder werden aufgenommen. eröffnet. Mitgliedsbuch legitimirt. tommen. " Freie Bolksbühne. Am Donnerstag, den 15. Januar, Abends 8 Uhr, findet im Saale des Böhmischen Brauhauses, Landsberger Allee 11-13, eine außerordentliche General- Versammlung statt, in der eine Aenderung der Statuten vorgenommen werden soll. In der Versammlung wird Herr Dr. D Brahm einen Vortrag über das Drama Kabale und Liebe" haiten. Das ge nannte Drama wird am 25. Januar für die erste Abtheilung( rothe Karten) und am 1. Februar für die zweite Abtheilung( grune Karten) zu Aufführung Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Abends s uhr, Uebung stunde, Aufnahme von Mitgliedern.- Gefangverein„ Steine ich e"( Böttcher), Lichtenbergerstr. 21 bei Heife. Gesangverein ,, Norddeutsche Schleife", Arbeiter- Gesangverein or Restaurant Kaiser Franz Grenadierplay 7. wärts( Süd- Ost)" bet 8temer, Cuvryftr. 16. Gefangverein Allegro" Gefangverein„ Olympia", Prinzenstr. 106 bei Staligerftr. 142 bet Greifer. Gerth. Gesangverein Kreuzberg", Tempelhofer- Ufer 15 bei Kranz. Moabiter Gesangverein Fidelitas", Acterstraße 18 bei Summer. Gesangverein mais siedertafel", Wilhelmshavnerfir. 23 bet Brosch. Männerchor„ Süd- Ost", Köpnider glöckchen", Hochstr. 32 a bei Wilfe. Straße 191 bei Folge. Männer- Gesangverein Harmonia", Abends 9 Uhr bei Benim, Steinmeistr. 76. Gesangverein, Bruderherz" bei Birko, Straußbergerstr. 3. Männer- Gefangverein Schildhorn", Usedomstr. 3 Gesangverein Waldtapelle" in Friedrichs bet Miete, Abends 9 Uhr. Lese- und Diskutirklubs. Derweg h". Abends 8 Uhr im Lokale des bagen, Restaurant Blant, Friedrichstraße, Abends 9 Uhr. Herrn Otto Linke, Forsterstr. 45. Gäste willkommen. Feuerbach 8 Uhr bet Schröder, Meichenbergerstr. 24. Sumanität", Abends Gäfte wiltommen. Agitationsverein afsalle", Abends 8 Uhr, Martannenstr. 31 b uhr im Botale des Herrn Steuer, Weinstraße 22. Doberstein. Gäste haben Zutritt." Proletarier",( Pantow), bet Borchardt, Schulzenstr. 28. Johannes Wedde", Abends 9 Uhr im totale von Schüße, Urbanfiraße 61. Männer und Frauen als Gatechols, Hafensclever", Abends 8% Uhr, im Restaurant Saftanien Allee 35. Gäſte willkommen. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein„ Anacreon", Männer- Gefangverein Abends von 9-11 Uhr bet Reßner, Annenstr. 16. Unverzagt",( Moabit), Abends 8% Uhr, bet Hermerschmidt, Berle Gefangverein Bruderherz", Straußbergerfiraße bergerstraße 28. Theaters Gäste willkommen. bei Birte, Abends 9 Uhr.- Privat- Theaterverein„ Acacie", Abends ater im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 44. Selmerbing", Abends 9 Uhr in Sanf's Restaurant, Tempel tlub Bergnügungs- und Theaters Bäfte bofer Ufer 13, Ecke der Großbeerenstraße. vrrein Romeo", Abends 9 Uhr bei Säger, Grüner Weg 29. Vergnügungs- Verein Nordlicht", Abends 8-11 Uhr, Berein ehmaliger 37er, Abends 9 uhr, im bei G. Lautner, Wrangelfir. 65. Rauchflub Rosenblätter, Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 72. Abends 8½ Uhr bei Leopoldt, Yort- und Mannsteinstraßen Ece. Gäfte wi fommen. Der Gesellige Verein der Wachstuch- und Linoleumbruder Berlins" hält seine Sigung jeden Montag nach dem 15. im Restaurant Fischer firaße 25 ab. Kollegen willkommen. # J. A.: Wilhelm Börner, Zigarrenfabr., Ritterstraße 108. Warnung! In der letzten Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Gast- und Schankwirthe Berlins und Umgegend" drängte sich ein angeblicher Zigarrenarbeiter an Eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen den Vorsitzenden mit einem Antrage heran, aus welchem hervor- fand am 3. d. M. anf dem Bock statt, einberufen vom Leseklub ging, daß die Unterzeichner einer hier bestehenden Genossenschaft Karl Mary". Auch hier war der geräumige Saal bis auf den fogar von gemaßregelten Tabakarbeitern angehören, daß sie fällige letten Platz gefüllt, ein Beweis gegen die„ VersammlungsmüdigWechselschulden zu begleichen hätten und deshalb es jedem Mitgliede feit" der Berliner. Herr Kendziora, der das Referat überdes Vereins zur Pflicht machten, je 500 Stück Bigarren abzu- nommen hatte, hielt einen Vortrag über das Thema:„ Was ist faufen. Da nun die Sigung geschlossen und deshalb die Wahrheit?" Er berührte im Verlauf seiner Rede die" bekannte Anträge vertagt wurden, war der Besagte sehr ungehalten. Aeußerung, ohne Mary und Engels wäre die Sozialdemokratie Der Borsigende bestellte ihn zur einige Tage später statt- heute eben so weit, wie mit Hilfe dieser Männer, und wies diefindenden Vorstands Sigung. Wer nicht erschien, war selbe als vage( unbewiesene) Hypothese zurück. Auch die BeDer gemaßregelte Genossenschafter." Die Unterzeichneten, denen hauptung, daß die Schristen dieser Theoretiker für die große Masse Vorstehendes von Herrn Nürnberg mitgetheilt wurde, erklären, des Volkes völlig unverständlich seien, erkannte Redner nicht als daß es 1) eine Produktivgenossenschaft Berliner Tabatarbeiter begründet an. Das„ Kapital",„ Die Umwälzung der Wissenschaft" nicht giebt, sie müßte denn aus 2-3 Mitgliedern bestehen, aber, u. s. w. sind vom Geiste echter Wissenschaft erfüllt und stellen und das ist der Kernpunkt, 2) eine solche von gemaßregelten daher keine weiteren Anforderungen an den Leser, als Bemühung, Tabakarbeitern bestimmt nicht eristirt. Ausdauer und gesunden Menschenverstand. Unter diesen Voraussetzungen sind diese Bücher für den Schlichtesten und„ UnIm weiteren Verlauf feines gebildetsten" verständlich. Vortrages kam der Referent auch auf die Altersversicherung zu sprechen, mit deren Rente ein Mensch nicht aus kommen könne, selbst wenn sie um das Dreifache erhöht würde. An diesen, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine rege Diskussion. Während Genosse Treuherz dem Referenten in Bezug auf die leichte Verständlichkeit der Mary'schen Schriften widersprach, schloß sich Herr Peus demselben darin an. Eine gutbesuchte Versammlung der polnischen Sozialisten Berlins Auch das„ Kapital" sei ein wichtiges Mittel, sich Erkenntniß zu tagte am 8. d. Mts. unter Vorsitz des Genossen Morawsti. verschaffen. Darum müsse man es tennen lernen, und nicht blos Nach Wahl des Vorstandes schritt man zum zweiten Punkt der aus furzen Auszügen und Inhaltsangaben, sondern die Quelle Tagesordnung: Besprechung der Statuten. Herr Waliszewski, selbst studiren und sich nicht durch einige schwierige Stellen zurückerster Vorsitzender des katholischen Handwerkervereins, protestirte schrecken lassen. Gerade diese legteren wären für die Erkenntniß energisch gegen die Agitation und die Grundsätze der Sozialisten. der Wahrheit besonders wichtig, denn gerade sie regten zum Diese Ausführungen wurden durch Genossen Er gab zu, daß Mißstände herrschten, verwies aber auf andere Denken an. Wege" zu ihrer Beseitigung, als die vorgeschlagenen seien.( Redner Mats chewsky bestätigt nnd durch einige Beispiele ergänzt; meinte wahrscheinlich den Weg zur„ allein seeligmachenden" Kirche.) dann schloß der Vorsitzende mit einem Hoch die Versammlung. Die Bestrebungen, die hier vertreten würden, fönnten nur Unheil Herr Franz Kiging, Steinmetz, schreibt uns: Bezug anrichten.( Oho! Unruhe.) Diesen Ausführungen entgegnete schlagfertig Herr Przytulski, der betonte, daß nur auf dem Wege nehmend auf den Bericht von der Versammlung der Steinmeyen des Sozialismus ein völliger Umschwung und eine dauernde vom 4. d. M., in Nr. 8 des„ Vorwärts" finde ich es nicht hübsch, wenn in Versammlungen über Handlungen von Personen zu Befferung der Verhältnisse zu erwarten fei. Leider wären gerade Bericht gesessen wird die nicht auweſend ſind. Eine kleine Mitdie Polen noch weit zurück. Um so mehr aber müsse es jeder ziel- theilung hiervon hätte zu meinem Erscheinen geführt. Betreffs bewußte Pole als seine heiligste Pflicht betrachten, unter den Landsleuten Aufklärung zu verbreiten. Im Anschluß an diese der Sache selbst bin ich mir nichts ungerechtes bewußt. Franz Worte schilderte Genosse Majewski die ungeheueren Erfolge der Deutschen Sozialdemokratie, die trotz aller Verfolgungen und Unterdrückungen so stark gewesen sei, daß sie sogar den großen Bismarck habe stürzen können. Redner forderte daher die Anwesenden auf, nicht den Muth zu verlieren, wenn der Sieg manchmal auch in weite Ferne gerückt erscheine; die gerechte So zog sich die Sache müsse doch schließlich durchdringen. Diskussion fast zivei Stunden hin; dann wurden die Statuten mit großer Majorität unverändert angenommen. Nach einer viertelstündigen Pause verlas dann Genosse Kurowski unter lebhaftem Beifall eine Uebersetzung der Broschüre:„ Nieder mit der Sozialdemokratie". Darauf sprach Genosse Jagodzinski, Eine Versammlung der vereinigten Maurer von der ausführte, daß die einzige Parole in Zukunft sein dürfe: Steglitz, Friedenau und Umgegend fand am Sonntag, den Vorwärts mit den Waffen der Wahrheit, vorwärts, damit die Menschheit an ihr Ziel gelange; in Bezug auf einen Artikel des 11.46. M., Nachmittags 1 Uhr, im Kurhause zu Friedenau statt. Kollege Scheel sprach über Vereinigung und Organisation und " Posner Kuryer" betonte Redner, daß durchaus nichts gegen den bemerkte hauptsächlich, daß es jedes Kollegen Pflicht und SchuldigAdel und die Pfannen geschehen solle, sobald dieselben nur ihren feit sei, sich der Vereinigung anzuschließen. An der Diskussion Von der ,, Nenen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diek' Verlag) Verpflichtungen gegen das Bolt gewissenhaft nachkämen Bon und die Moral zu ihrem Grundsaye machten, was bis- betheiligte sich Niemand, da sämmtliche Kollegen mit dem ist soeben das 15. Heft des 9. Jahrgangs erschienen. Aus dem Referenten einverstanden waren. Bei Verschiedenem wurden Inhalt heben wir hervor: Zu Grillparzer's Gedächtniß. her noch keineswegs der Fall sei. Der ländliche Arbeiter einige Vereinsangelegenheiten festgestellt und sodann schloß der Robert Schweichel. Zur Frage der Taktik. Von G. Deville. Ein Wort der Erwiderung an Herrn Dr. May Bylo. Kasprowicz schildert des Weiteren das erbärmliche Leben Vorsitzende die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch. G. Bunge. Zur Alkoholfrage. Von Dr. Ferdinand Simon. In Wilmersdorf tagte am Sonntag, den 11. Januar, eine Literarische Rundschau. Feuilleton: Töchter unserer Zeit frank wird und stirbt, so verliert der Besizer so und so viel Geld öffentliche Volksversammlung, welche behuss Wahl eines Ver- Roman aus dem modernen Gefillschaftsleben von F. v. dadurch; stirbt ein Arbeiter, nun, dann hat das gar nichts auf trauensmannes einberufen war. Das einleitende Referat über Fortsetzung.) sich, dann bekommt der Herr zehn für einen". Nach ihm ergriff Partei- Organisation" hielt Herr Birch. Derselbe legte die wiederum Herr Waliszewski das Wort und führte aus, Gründe für die Nothwendigkeit einer Organisation dar und erdaß man durch Fleiß und Sparsamkeit es auch unter den jezigen läuterte die Form derselben, welche so gestaltet sein müsse, daß Verhältnissen zu etwas bringen tönne, wie sein( des Redners) man durch die Maschen der verschiedenartigen reaktionären Beispiel beweise. Seine Worte wurden durch Jagodzinski Vereinsgesetze hindurchschlüpfen könne. Redner schildert die ausführlich widerlegt; dann theilte der Vorsitzende noch die Tages- Wirkungen des§ 5 des sächsischen Vereinsgefeßes, welcher ein ordnung der nächsten Sizung mit und schloß gegen 1 Uhr die Ersatz für den§ 9 des Sozialistengesetzes ist, und kritisirt die Versammlung. werde mit Füßen getreten. " Kizing. Schöneberg. Eine öffentliche Versammlung tagte am 6. Januar in der Schloßbrauerei zu Schöneberg unter Vorsitz des Genossen Freitag. Den Vortrag hatte W. Werner übernommen, der über die Organisation der Partei sprach. Nach der Diskussion, an der sich zwei Redner betheiligten, wurde zur Wahl eines Vertrauensmannes für Schöneberg geschritten, für welchen Posten einstimmig Genosse A. Buchholz gewählt wurde. Auch die Lokalkommission wurde neu gewählt und zum Schluß die Anwesenden aufgefordert, nur die von der Kommission empfohlenen Lokale zu besuchen. fommen. " willkommen. " Literarisches. Von Brietkaffen der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefi Die Rubrik Parteinachrichten und Korrespondenz Antwort wird nicht ertheilt. Den Sie ale verschiedenartige Auslegung des§ 8 des preußischen Vereins mußte des Stoffandrangs wegen zurückgestellt werden Der Fachverein der Lithographen hielt am 6. Januar gesetzes der Sozialdemokratie und anderen Parteien gegenüber. nicht statt, und die Versamm 100. Wesleregel. Es genügt, wenn Sie in dem, feine regelmäßige Mitglieder- Versammlung ab, in welcher zunächst Eine Diskussion fand schritt zur Wahl je eines der erste Vorsitzende, Kollege Hildebrandt, einen Rückblick auf das lung Vertrauensmannes Amtsgerichte Ihres Wohnortes auf Ihren einfachen schriftliche und Schmargendorf. Gewählt verflossene Jahr gab mit besonderer Berücksichtigung der für die für Wilmersdorf wurden Antrag auberaumten Termin die Vorladung und eine Steuer Arbeiterwelt denkwürdigen Tage: 20. Februar, 1. Mai und 1. Df die Genossen Ferdinand Piezker für Wilmersdorf und Paul quittung vorzeigen. tober. Er forderte im Anschluß hieran die Kollegen auf, fest und Peters für Schmargendorf. Unter Verschiedenes" erregte es K. H. 27. Es kommt darauf an, welchen Inhalt h treu mitarbeiten zu helfen an dem Ausbau unserer Sache. Zum Heiterkeit, als Genosse Nimmich mittheilte, daß ihm ein Straf- Bürgschaftserklärung gehabt hat. Wenn Sie sich nur auf Schluß gedachte er noch des Andenkens zweier jüngst verstorbener mandat wegen Vergehens gegen die Sozialdemo- Ankauf des bestimmten Instrumentes bezogen hat, so brauchen Kollegen und bat die Anwesenden sich von den Pläßen zu erheben.tratie zugestellt worden sei. Dem Verlangen der Versamm- nicht zu zahlen. Jedenfalls dürften Sie nicht für mehr Für ein vom Vorstande zurückgetretenes Mitglied wurde Kollege lung, diese Kuriosität( welche auf einem Schreibfehler des Ge- 48 M. im Ganzen haften. Bd. 1. Wenn im Miethstontrakt dreimonatliche Kündigung Thele gewählt. Hierauf sprach Kollege Defterlein über:" Alloys richtsschreibers beruhte) vorzulesen, wurde stattgegeben. Hierauf Sennefelder" zu aufeitiger Zufriedenheit. Kollege Dehlschläger gab wies Herr Pirch noch auf die Verurtheilungen unterm neuen ausgemacht ist, so muß das Kündigungsschreiben 3 Monat den Bericht vom letzten Bergnügen, welches einen Ueberschuß von Kurs hin und bat die Genossen, stets alles Persönliche bei Seite Ablauf des Kontraktes in Händen des anderen Theils sein, 43,50 M. ergab. Zum Schluß machte der Vorsitzende noch be- zu lassen, sondern nur immer die Sache im Auge zu haben.& B. am 31. März zum 1. Juli. 2. Der Taufschein genügt. noch zur 7. Februar, stattfindet. Vorwärts" geschilderten Vorgänge welchen auch die Kurkosten und Beerdigungskosten zählen. A. K. Treu. DOT alfo kannt, daß das nächste Vergnügen im Zelt 1. am Sonnabend, den Sprache fam, wobei einer der Betheiligten troß der Berichtigung gesetzliche Erbin und haftet als solche für die Nachlaßschulden, 2. B. Die Mutter ist, da der Sohn kinderlos gestorben des genannten Herrn die im schlossen. Der Betreffende möge weiter in Berlin der Ethischen Gesellschaft statt. Der Kassirer, Herr Panten, gab dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie ge- bleiben und sich polizeilich melden. Falls dann auf Grund der früheren Ausweisung noch etwas gegen ihn veranlaßt werden soll, so wird ihm sicher soviel Aufschub gewährt werden, daß er den Kassenbericht. Es ergab sich ein Bestand von 254,83 Mart. Die Revisoren bestätigten die Richtigkeit. Dann wurde die Neuwahl des Vorstandes vorgenommen und folgende Herren gewählt: Eine Wanderversammlung des Arbeiter- Bildungsvereins ein Gnadengefuch einreichen kann, welches ja unter den mit G. W., Ackerstr. 150. Wenden Sie sich an eine Buchstaben 1. Vorsitzender G. Jochim, Keibelstr. 5, 2. Vorsitzender W. Cantius, für Weißensee und Umgegend fand am 11. Januar in Hohen getheilten Umständen Aussicht auf Erfolg bietet. Adferstr. 132, 1. Schriftführer E. Baumann, Brunnenstr. 93, Schönhausen im Saale des Herrn Schiele statt. Genosse Grünen2. Schriftführer Albert Neumann, Pappel- Allee 34, 1. Raffirer berg, welcher das Referat über die Ziele der Sozialdemokratie fabrik. A. Panten, Brunnenstr. 93, 2. Kassirer Krause, Rathenowerstr. 52, übernommen hatte, entledigte sich seines Vortrages, indem er unser als Ordner: Strether, Brunnenstr. 90, Buggenhagen, Saar- Parteiprogramm in sachlicher Weise erläuterte. An der DisE. Th. F., Prenzlauer Allee. Jit uns unbekannt. Köpenick 1890. Sie werden gefeßlich als Vater des am brückerstr. 27 und Bergmann, Blumenthalstr. 13. Außerdem fussion betheiligten sich die Genossen Kreuz( Hohen Schönhausen), 18. August geborenen Kindes angesehen, wenn Sie nicht nach wurde beschlossen, alle Versammlungen im Vorwärts" zu Bergel und Neumann( Berlin), welche sich im Sinne des Re- weisen, daß die Mutter in der kritischen Zeit noch mit einem annonziren. " ferenten aussprachen; alsdann wurde eine vom Genossen Beliz Anderen zu thun gehabt hat. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 10. etwas bedeuten. Lokales. " Dienstag, den 13. Januar 1891. 11 " an die von 8. Jahrg. sache und die kapitalistische Produktionsweise thut das Ihrige, die Fruchtstraße entlang, als ein gut gekleideter Mann herantrat, die Frau immer mehr zur werkthätigen Arbeit heranzuziehen. höflich grüßte und fragte, ob seine Begleitung gestattet sei. Als Dadurch wird zur Naturnothwendigkeit, daß die Fürsorge das Mädchen eine ablehnende Antwort gab, fam ein zweiter, Die Gesellschaft wächst immer mehr in den sozialistischen und die Erziehung der Kinder Anderen übertragen werden ebenfalls anständig gekleideter Herr hinzu, so daß sie nun geZukunftsstaat hinein. Es ist dies eine unbestreitbare Thatsache, muß, indem die arbeitenden Eltern hierzu außer Stande zwungen war, zwischen den Beiden weiter zu geben. Plötzlich erdie Jedem, der die Entwickelung der Verhältnisse scharf beobachtet, find. Daß hierzu kommunale Einrichtungen unter Voraus- hielt sie einen Schlag gegen den Kopf, so daß sie hinfiel und die flar vor Augen steht. Ganz unabsichtlich, fast unbewußt vollzieht fegung der Erfüllung gewisser Vorbedingungen besser geeignet Besinnung verlor. Beim Wiedererwachen bemerkte fie, daß sie von sich dieses Hineinwachsen, und von einer Seite her, woher man find, als Wohlthätigkeitsanstalten, ist einleuchtend. Ebenso hin- einer Frau, die bisher nicht ermittelt werden konnte, aufgerichtet es am wenigsten erwartet hätte, wird mitunter hierzu der Anstoßfällig wie der Vorwurf, der der Sozialdemokratie gemacht wird, wurde. Die Frau machte die Ueberfallene darauf aufmerksam, gegeben. So will es denn fast lächerlich, im höchsten Grade je indem man sagt, sie wolle die Familie zerstören, ebenso hinfällig daß ihr der Zopf fehle, und es stellte sich in der That heraus, doch aber verwunderlich erscheinen, daß gerade der Moniteur aus ist der Vorwurf, sie wolle den Eltern die Kinder, nehmen" und daß der letztere abgeschnitten war. der Jerusalemerstraße, das Organ des Herrn Mosse, die Brut diefelben in Erziehungsanstalten unterbringen. Ebenso wenig, Auf dem Maskenball verstorben. Eine tragische Szene stätte von Brillanttauben und Kasernenhofgeschichten, der Tummel- wie die Zerstörung der Familie hat die Sozialdemokratie gar plaz ödesten Manchesterthums, das„ Berliner Tageblatt" es ist, Kinderraub im Sinne. Die Forderungen der Sozialdemokratie hat sich Sonnabend Abend auf dem in einem Saale der Großen welches in einem lichten Augenblicke ganz vernünftige Gedanken sind nur die Konsequenzen der sich entwickelnden Verhältnisse Frankfurterstraße veranstalteten Maskenball ereignet. Von einem zu Tage fördert und eine Forderung aufstellt, die einen und wenn schon heute von jener Seite, welcher der Mitglieder desselben wat der 26 jährige Hausdiener Emil fleinen zukunftsstaatlichen Beigeschmack hat und einen kleinen bisher am lautesten die Sozialdemokratie verfezzert wor- Freyer eingeführt worden; der junge Man. tanzte sehr flott und ist, die Forderung Schritt vorwärts in das sehr geschmähte und gefürchtete den Kommune gestellt trank start erhigt außergewöhnlich viel faltes Bier. Plöglich Das in ,, Berliner Tage- wird, Sozialdemokratische Paradies bedeutet. Verbindung mit der Schule die Erziehung gegen 2 Uhr Nachts es wurde gerade eine Quadrille getanzt, blatt" veröffentlicht nämlich in einer seiner letzten Nummern der unbeaufsichtigten Kinder zu übernehmen, so ist dies ein Be an welcher sich auch F. betheiligte fiel derselbe neben seiner eine soziale Betrachtung, welcher eine Gerichtsverhandlung zu weis dafür, daß die Sozialdemokratie wieder einmal Recht hat Tänzerin nieder und blieb bewußtlos liegen. Der Sterbende Grunde gelegt ist, die ein recht trübes Sittenbild aus der Welt- und daß die heutige Gesellschaft immer mehr in den sozialistischen wurde sofort mittelst Droschke nach der in der Linienstraße bestadt entrollte und die ja auch den Lesern dieses Blattes bekannt Zukunftsstaat hineinwächst, denn die Verwirklichung der Forde legenen Wohnung seiner Mutter gefahren, leider brachte man ist. Es handelte sich im besagten Falle um eine Erbärmliche, rung des Berl. Igbl." ist ein weiterer Schritt in diesen Zukunfts- nur noch eine Leiche ins Haus. F. war auf dem Wege dorthin ein Lungenschlag hatte seinem Leben ein Ende welche ihre Vertrauensstellung als Hausfreundin dazu benutzte, die staat hinein, denn gleichwie auf anderen Gebieten sich immer verstorben: fünfzehnjährige Tochter von Handelsleuten, welche vielfach in mehr und mehr die Verhältnisse im sozialistischen Sinne ent- gemacht. Geschäften von Hause abwesend sein und ihre Kinder unbeauf wickeln bezw. dieser Entwickelung zustreben, so werden sich schließSelbstmord durch Erhängen verübte in der Nacht zum sichtigt zurücklassen mußten, in die Friedrichstraße auf den Strich" lich auch aus den fakultativen kommunalen Erziehungsanstalten Sonntag der im fünften Stock des Hauses Zimmerstr. 45 wohnende wünschte Aufmerksamkeit erregte und Anziehungskraft ausübte, Gemeinwesen bedingt. Möge daher das„ Berl. Tagbl." zum Besten bekleidete den gedachten Posten bei einem Geschäftshause in der besonders auf einen„ ältlichen Herrn", welcher die Unerfahrene seiner Leser noch öfter solche lichte Momente haben! Markgrafenstraße und soll in ganz geordneten Verhältnissen gemit Näschereien traktirte, schließlich in ein Restaurant ver,, Alt- Telephonhandel!" Daß mit den abgenügten, ge- lebt haben. Als er vorgestern seinen Dienst nicht zur gewohnten schleppte, dort mit Champagner trunken machte und dann nun, das Mädchen fand, als es mit seiner Beschüzerin" brauchten Materialien unserer Fernsprech- Leitung noch ein leb Stunde antrat, begab man sich nach seiner Wohnung und öffnete, den Heimweg antrat, ein Geldstück in seiner Tasche; hafter Handel getrieben wird und jene Buthaten noch einen nam da auf mehrfaches Klingeln Niemand erschien, die Thür mit Gedie Begleiterin gewiß deren mehrere! Dieses saubere haften Werth repräsentiren, dürfte wohl den meisten unserer Leser walt. Beim Gintreten fand man Schleier in bereits völlig erund einträgliche Geschäft fand Wiederholung und schließlich wurde unbekannt sein. Einzelne Unternehmer kaufen von Zeit zu Zeit starrtem Zustande erhängt vor. Die Leiche wurde noch im Laufe auch noch das neunjährige Töchterchen für die vorgedachten Zwecke das alte Gifen" auf und es sind Posten von mehr denn des Sonntags auf polizeiliche Anordnung nach dem Schauhaufe benutzt. Wir haben in einer früheren Nummer eine Betrachtung 30 000 m., die die Ober- Postdirektion dafür erhält. Die Drähte geschafft. über„ fittliche Entrüftung" gebracht und gemeint, daß gerade der- werden in Eisen- und Kupferdraht" sortirt, der erstere wird zu Selbstmordstatistik. Auch der Weihnachts Monat hatte artige Fälle geeignet wären zur„ sittlichen Entrüstung der Ge- Drahtgittern, der lettere für elektrotechnische Zwecke verwendet. eine ziemlich bedeutende Anzahl Selbstmorde und derartige Verſellſchaft." Auch hatten wir der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, Die Isolatoren, aus dem besten Porzellan gearbeitet, werden suche zu verzeichnen; in dieser Zeit gelangten nicht weniger als daß solche Lüft- und Wüstlinge anderswo als in den Kreisen der eingestoßen und verschmolzen und die schadhaft gewordenen 42 folcher Fälle zur Kenntniß unserer Behörde. Von den Lebensunteren" Klassen zu suchen seien, und diese Ueberzeugung wird Rohlenstifte werden als Brennmaterial verkauft. Recht müden fanden 27 Personen den gewünschter. Tod, während 15 burch die gedachte Gerichtsverhandlung wiederum bestätigt. Das interessant ist ein Gang durch die Materialienkammer der Ober- dem Leben erhalten blieben. Nach den Geschlechtern geordnet „ Berl. Tagebl." nimmt nun allerdings keine Veranlassung, fich post- Direktion für die Fernsprech- Zeitung auf dem Terrain des waren es 29 Männer, 5 Frauen, 6 Mädchen und ein Kind, " fittlich zu entrüsten", wohl aber erkennt es die Gefahren an, Berliner Lagerhofes in der Usedomstraße. Hier finden wir zu welche den Tod suchten und theilweise auch fanden; 11 Personen benen derartige unbeaufsichtigte Kinder überlassen sind, und diese mächtigen Stapeln geordnet viele Tausende von Isolatoren, da- erhängten sich, 18 Selbstmörder griffen zur Schußwaffe, 4 derAnerkennung will bei einem solchen Blatte immerhin schon neben die gewaltigen Träger und Eisenstangen derselben, welche selben versuchten durch Gift zu enden, 6 weitere Lebensmüde Man glaubt thatsächlich nicht, das„ Berl. doppelt so groß und start sind, als sie oben auf den Dächern sprangen ins Wasser; der Rest der Unglücklichen endete durch Tagebl." in der Hand zu haben, wenn man ferner" ganz erscheinen. Dann finden wir die großen Läger der Kohlen- Sprung aus dem Fenster, durch Erstickung, Aufschneiden der Pulsfreimüthig ausgesprochen findet, daß die reichen Leute da stangen und ihnen folgen die Stapel der Büchsen mit Salmiak, adern u. s. w. Der jüngste der Selbstmorder war ein noch nicht besser ihre Kinder zu behüten vermöchten und zu bewahren, weit der zur Herstellung des elektrischen Stromes erforderlich ist. Auf 14jähriges Mädchen( Motiv zur That: Liebesgram), der mit sie nicht straucheln, als die armen Leute, und daß diejenigen dem Hofe befinden sich die mächtigen Holzrollen, auf denen die älteste derselben ein 78jähriger Greis, der sich aus Eifersucht Eltern kein Verschulden trifft, die des Broterwerbes wegen außer Drähte und Kabel aufgewickelt sind, deren jede einzelne Rolle das Leben zu nehmen versuchte! In den vorigen Monat fällt dem Hause zu weilen gezwungen sind, wenn ihre unbeaufsichtigten das Gewicht von mehreren hundert Zentnern repräsentirt. Die auch der Mord und Selbstmord in Straße Nr. V am Wedding, Kinder auf Abwege gerathen. Gegenüber dem stetigen Geschrei in diesem Schuppen untergebrachten Materialien werden auf 2 woselbst der Rentier Lischewski fein 16jähriges Dienstmädchen erüber mangelhafte Kinderbeaufsichtigung, Verwahrlosung und Ver- bis 3 Millionen Mark im Werth geschäßt. schlug und sich dann erschoß. rohung der Kinder des Proletariats nimmt sich diese richtige AufDie zerbrochene Achse eines Viehtransportwagens faffung der Verhältnisse gerade von jener Seite recht sonderbar aus. Der befagte Artikel des Mosse'schen Organes kommt des richtete am Freitag Nachmittag auf dem Kottbuser Damm große weiteren auch zur Besprechung der Frage, wie den Gefahren, Verwirrung an. In dem vergitterten Hintertheil des Wagens, Denen unbeaufsichtigte Kinder schlechterdings ausgesetzt sind, dessen Hinterachse gebrochen war, befanden sich fieben fette am zweckdienlichsten vorgebeugt werden könne und fördert hierbei Schweine, die bald nach dem Achsenbruch ein so lebhaftes Gewieder so vernünftige Anschauungen zu Tage- wenngleich auch der quietsche begannen, daß die Umstehenden dem Kutscher sehr ernstDie entschlichen Leiden, die ein uneheliches Kind von seiner Weizen von der Spreu durchaus nicht gesondert ist, wie man es vom lich riethen, die Thiere aus dem schräg liegenden Behälter herausB. T." durchaus nicht gewöhnt ist. Zunächst wird also dargelegt, zulaffen, da es sonst sehr leicht geschehen könnte, daß eines oder leiblichen Mutter hat erdulden müffen, tamen in einer Verhandlung daß die beste Hüterin ihrer Kinder die Mutter sei was ja vom einige von ihnen durch die anderen erdrückt würden. Der Be- zur Sprache, die am Sonnabend vor der ersten Strajkammer am allgemeinen menschlichen Standpunkte aus betrachtet richtig sein hälter des Wagens wurde also geöffnet und die widerstrebenden Landgericht II. stattfand. Auf der Anklagebank stand Frau mag und daß es demzufolge das beste wäre, die Mutter dem Thiere an den Ohren und bei den Beinen herausgezogen. Auf Paschutka, die selbst eine Polin, das Deutsche nur mühsam radeHause, dem häuslichen Wirkungskreise zurückzugeben. Die Un- dem Straßendamm begannen die Borstenthiere sich vergnügt herum- brecht und deshalb während der Verhandlung eines Dolmetscher? möglichkeit der Verwirklichung dieses Jdeals wird aber gleich autummeln, doch wurde der Kutscher von Polizeibeamten genöthigt, bedurfte. Die noch junge und erst seit Jahresfrist verheirathete hinterher zugegeben, inden anerkannt wird, daß die Frauenarbeit die Thiere auf eins der nächsten Gehöste zu treiben, wo einer der Frau brachte ein uneheliches Kind in die Ehe, das an der engnicht entbehrt werden könne, sowohl im Interesse vieler In- anwesenden Arbeiter den Aufenthalt der Schweine für einige lischen Krankheit gelitten hatte und daher an den Beinen dustrien, als auch im Interesse vieler Arbeiterfamilien. Nun, Stunden gestatten wollte. Nach Verlauf von etwa zwei Stunden verkrüppelt war. Wegen Mißhandlung dieses Kindes war die Charauch die Arbeiterschaft ist von der Nothwendigkeit der Frauen- tam ein anderer Wagen, der die Thiere weiter befördern sollte; Angeklagte von dem Schöffengerichte ihres Wohnortes zu acht Monaten Gefängniß verurtheil: arbeit vollständig überzeugt, wenngleich auch aus anderen als man diese auf dem Gehöft zufammentrieb, fehlte aber eins. Tottenburg Gründen, als das„ Berl. Tagebl." Dasselbe verspricht sich indessen Schon wollte der Kutscher mit sechs Schweinen davonfahren, als worden. Gegen dieses Urtheil hatte die Angeklagte Berufung schon eine bedeutende Besserung der Verhältnisse im Hause, wenn der auf dem Grundstücke anwesende Arbeiter nochmals das ganze eingelegt. Die Reproduktion der Beweisaufnahme, die vor der die Arbeitszeit der verheiratheten Frauen außer dem Hause auf Terrain absuchte und das vermiste Schwein in einer Grube fand, Straffammer stattfand, entrollte ein entsegliches Bild von den acht Stunden gesetzlich beschränkt würde und zwar von 8-12 Uhr in der man eben nur ein Schwein finden kann. Das Thier be- Leiden, die das ohnehin schon unglückliche Geschöpf zu erdulden Vormittags und von 2-6 Uhr Nachmittags. Das heißt also, die Frau fand sich in einer Verfassung, die seine Verladung recht unbequem gehabt hat. Allerdings ist die Angeklagte so vorsichtig gewesen, foll vor 8 Uhr Morgens, vielleicht von 5 Uhr an, das Haus, die Kinder, machte und die, als sie dennoch bewirkt werden mußte, auf dem ihr Kind meist ohne Zeugen bei verschlossener Thüre 3: die Familie besorgen, dann von 8-12 Uhr auf Arbeit gehen, Rottbuser Damm einen Geruch verbreitete, wie man ihn sonst nur prügeln, immerhin hatten die Zeugen gesehen, theils auch von dem Kinde erfahren, daß die Mutter das schwächliche, halb lahme von 12-2 Uhr wieder nach Hause rennen, Mittag fochen und ausnahmsweise kennen lernt. und in der Entwickelung stark zurückgebliebene Kind mit starken die Familie besorgen, von 2-6 Uhr wieder auf Arbeit geben, Ein durchgegangener Bräutigam. Gine recht fatale Störung Stöcken, Schruppern, mit dem Schnallenende des Leibriemens und nach 6 Uhr ihre Kräfte wiederum, vielleicht bis 11 Uhr erlitt vor einigen Tagen eine Hochzeitsfeier, welche im Norden ihres Mannes und anderen Gegenständen geschlagen, auch mit Abends oder noch länger dem Hause, der Familie widmen. Ganz der Stadt abgehalten werden sollte. Die einzige Tochter des in Töpfen an den Kopf geworfen hat. Zuweilen stutte" fie auch abgesehen davon, daß ein solches Leben für Arbeiterfrauen ebenso der Chauffeestraße wohnenden Agenten E. war mit dem Buch das Kind mit dem Kopfe auf die Dielen, oder stellte es mit so wenig Verlockendes hat, wie ihr jetziges Dasein, so wird dadurch halter einer hiesigen Zuruspapierfabrik, Max Budach, verlobt und fest gebundenen Händen, daß die Fesseln in das Fleisch einschnitten, Zucht und Ordnung, deren Kinder bedürfen, noch lange nicht für einen Vormittag der lezten Woche war die standesamtliche auf den Flur. Täglich hörten die Nachbarn fürchterliche ermöglicht, von einer ausreichenden Beaufsichtigung der Kinder und für Nachmittag die kirchliche Trauung angefeßt, woran sich Schläge fallen, dazu das entfeßliche Geschrei des Kindes, baß feitens der Eltern kann auch in diesem Falle keine Rede sein, die Hochzeitsfeier in einem Lokale der Friedrichstraße schließen anzunehmen war, die entmenschte Mutter halte dem Kinde den geschweige denn von einer Erziehung" der Kinder. Der in Rede follte. Als am Vormittag zur festgesetzten Zeit Herr B. nicht Mund zu, um dasselbe am weiteren Schreien zu verhindern. stehende Artikel kommt schließlich zu einem Vorschlage, bezw. zu einer Anregung, die den Kernpunkt des Ganzen bildet und der erschien, um seine Braut zur Trauung auf dem Standesamte ab- Wenn die Nachbarn der Mutter Vorhaltungen machten wegen dem Berliner Tageblati" alle Ghre macht. Bezeichnender zuholen, glaubte Herr E., daß seinem Schwiegersohn irgend etwas der unmenschlichen Behandlung des Kindes, erwiderte fie:„ Rann Weise sind es wieder einmal die„ verkommenen Franzosen", sugestoßen sei und fuhr sofort nach der Wohnung deffelben, ich Balg nicht leiden, hat sich krumme Beine und dickes Bauch!" einem Chambregarni in der Alten Schönhauserstraße. Hier und machten die Nachbarn dem Ehemanne der ingeklagten Vorwelche als nachahmenswerthes Vorbild angeführt werden, indem darauf hingewiesen wird, daß die Stadt Baris erfuhr der Schwiegervater zu feinem Schrecken, daß Budach am würfe, daß er nicht einschreite, dann erwiderte derselbe:„ Thut es den Volksschul- Unterricht so organisirt habe, daß die schulpflich- Freitag Abend nach Hause gekommen, seine Sachen gepackt und Ihnen weh, wenn meine Frau das Balg schlägt" Als endlich tigen Kinder von Morgens 8 1hr bis Abends 7 Uhr in der die für mehrere Dionate restirende Miethe gezahlt habe, auf Intervention der Nachbarn die Polizei einschritt, konstatirte um dann mittelst Droschke fortzufahren. Da Budach Dr. Schäfer, daß der Körper des Kindes von oben bis unten Schule verbleiben können. Dort nehmen die Kinder gemeinsam auch in seiner neu gemietheten Wohnung in der braun und blau geschlagen war, daß sich am Kopfe desselben zahl. ihre Mahlzeiten ein, zu deren Kosten die Eltern beizutragen Brunnenstraße nicht war, ihm auch haben, machen bortselbst ihre Schularbeiten, veranstalten Spiele, Birthin feines Schwiegerfohnes mitgetheilt worden, daß in den geringe Entwickelung des Seörpers auf fortgesette Mißhandlungen der früheren reiche Beulen und auch offene Wunden befanden und daß die in denen Ernst und Scherz abwechselt u. s. w., natürlich unter letzten Tagen eine frühere Geliebte des B., eine übelbeleumundete zurückzuführen war. Da nun die geladenen Entlastungszeugen geeigneter Leitung und Beaufsichtigung. Das" Berl. Tageblatt" Person, öfters bei demselben gewesen, so fuhr der Schwiegervater absolut nichts zur Entschuldigung der Angeklagten anführer ist nun der Meinung, daß die Eltern mit einer solchen Einrichtung wohl zufrieden fein würden, indem die etwaigen materiellen su der letzteren, erfuhr hier aber von der Mutter derselben, daß konnten, wurde die Berufung nach sehr kurzer Berathung kosten Mehrkosten, welche die Kinder dadurch verursachen, reichlich auf- ihre Tochter mit ihrem„ Bräutigam" Herrn Budach seit Freitag pflichtig verworfen. Abend verreist sei, wohin, wisse sie nicht. Das Schlimmste an von Gerichts- Beitung. gewogen würden durch den Gewinn, welcher den Kindern in mo- der Sache ist aber, daß der Doppelbräutigam von Herrn G. am Die sechste Straffammer des Landgerichts 1 hatte sich ralischer, sittlicher und erzieherischer Wirkung erwachse, und daß Freitag Abend auf seinen Wunsch bereits einen Theil der Mit- gestern mit einer Auflage wegen Sach beschädigung zu bedie Kommunen verpflichtet seien, für derartige Einrichtungen einzutreten. Die gedachte Einrichtung der Stadt Paris gift, etwa 4500 Mark, erhalten hat, deren Wiedergabe, selbst schäftigen, die sich gegen den Kaufmann Heinrich Hahn richtete. spricht für sich selber genug, so daß es erübrigt, die Vortheile venn es gelingen sollte, das flüchtige Baar zu ermitteln, höchst Bahn hatte im Juli v. J. feine Stellung und deshalb Beberselben noch näher zu beleuchten. Und daß eine derartige zweifelhaft sein dürfte. Die für Nachmittag eingeladenen Gäste schäftigung bei der Packetfahrt Gesellschaft nachgesucht und erwurden telegraphisch wieder ausgeladen"; Fräulein E., welche halten. Er wurde zum Austragen der Briefschaften verwendet. Einrichtung auch bei uns geboten erscheint, ist ebenso flar, mit großer Liebe an ihrem Zukünftigen hing, liegt infolge der Eines Tages besuchte ein fremder Gast ein Schanklokal in der wird einfach durch die Verhältnisse bedingt. Bisher hat man gehabten Aufregung schwerkrank darnieder. Die Spur der Kurfürstenstraße und bat um den Schlüssel zum Abort. Hier diesen Mangel zu ersetzen gesucht durch private Wohlthätigkeit, Flüchtigen weist auf Süddeutschland hin, wenigstens ist B. von wurden bald darauf eine Menge Briefe und Karten der vereinen, Jugendhorten und wie sonst diese Wohlthätigteits einem Bekannten auf dem Anhalter Bahnhof am Freitag Abend Der Wirth machte der Gesellschaft Anzeige und diese erfah aus Anstalten noch betitelt sein mögen. Alles dieses ist aber nur den Briefschaften, daß sie sämmtlich an Leute adressirt waren, Stück- und Flickwerk! Sache der Kommunen wäre es allerdings, Die Zopfabschneider scheinen wieder einmal, wie die, Post" welche in dem Bestellbezirk des Angeklagten wohnten. Da der derartige Organisationen zu schaffen. Der sozialdemokratische berichtet, ihr Unwesen treiben zu wollen. Die 15jährige Tochter Letztere nicht Beamten= nicht Beamten Eigenschaft besaß, so fonnte Grundsay, daß die Frau gleich dem Manne arbeiten solle, und eines Klempnermeisters, gegen deren Glaubwürdigkeit keinerlei nur wegen Sachbeschädigung Antlage erhoben werden. fich nicht von ihm ernähren lasse, wird durch die Noth Bedenken vorliegen, hat folgenden Fall zur Anzeige gebracht. Am Vor Dent Schöffengerichte bekundete der Wirth, daß wenigstens in seinem ersten Theile heute immer mehr zur That| Abend des 7. Januar zwischen 8 und 9 Uhr ging das Mädchen der Mann. welcher ben Abort besucht hatte, mit dem Angeklagten nicht identisch sei und deshalb hielt der Ge-| leichter überwunden, als vom Hausindustriellen Habenichts, und| letzten Halbjahr; es bleibt Bestand: 44,98 Mark. Ebenso be richtshof die Verdachtsgründe nicht für ausreichend, um ihn ver- die in zahlreichen Zwergunternehmungen zersplitterte Betriebs- richtet Kollege Rähmer über den Stand der Unterſtüßungskasse: urtheilen zu können. Gegen das freisprechende Erkenntniß legte form wird durch die fabrikmäßige Betriebsform allmälig ver- Einnahme 495,52 M., Ausgabe 348,60 M., Bestand 146,92 m. der Vertreter der Staatsanwaltschaft Berufung ein. Im gestrigen drängt. Man sieht dies auch bei der Stofffabrikation, welche Der Revisor, Kollege Hochbaunt, erklärt die Kassen für richtig Termine wurde noch ein weiteres Verdachtsmoment gegen den günstigere Geschäftsergebnisse aufweist. Die Zahl der in Stoffen und es wird Decharge ertheilt. Hierauf folgen die Berichte des Angeklagten zu Tage gefördert. Es ist nachträglich noch eine angewendeten Handstühle erhob sich von 11 056 im Jahre 1886 Bibliothekars, Vergnügungsfomitees und Arbeitsnachweis- Bureaus. bedeutende Anzahl Briefe in seinem Bett gefunden worden, die auf 15 118 im Jahre 1889, wuchs also um 36,7 pCt., die Gewählt wird als erster Vorsitzender Kollege Wolter, als der Angeklagte ebenfalls zu bestellen hatte. Der Staatsanwalt Rahl der mechanischen Stühle, deren jeder die Arbeit zahlreicher zweiter Vorsitzender Kollege Bommer; als erster Kassirer Kollege hielt den Angeklagten für schuldig, selbst wenn er sich einer andern Handstühle besorgt, erhob sich von 1190 in 1886 auf 2270 in utti ch; als zweiter Kassirer Urbach; als erster Schriftführer Person bedient haben sollte, die die Briefschaften in der erwähnten 1889, erhöhte sich demnach um mehr als 90 pet. Das amtliche Kollege Petersen, als zweiter Schriftführer Kollege WunderWeise beseitigen mußte. Bei der groben Pflichtverletzung, die Handels- Archiv", welchem wir die mitgetheilten Ziffern entlich; als Sekretär Kollege Tiete; als Beisitzer die Kollegen der Angeklagte an den Tag gelegt und bei dem Schaden, der nommen haben, fommt troß seines schwächlichen Versuchs, die Siebert, Krause, Seiffart und Schymansky. dem Publikum durch seine Handlungsweise erwachsen fönne, Dinge sanft rosenfarbig zu malen, doch zu dem Zugeständniß: Kollege Urbach erstattet Bericht für die Kommission und empfiehlt beantrage er vier Wochen Gefängniß. Der Gerichtshof erkannte„ Allerdings wird die Handweberei immer mehr zurückgedrängt die monatliche Beitragszahlung fallen zu lassen und dafür die auf eine Gefängnißstrafe von drei Wochen. werden, nachdem der Maschinensammet im Laufe der letzten zwei wöchentliche einzuführen. Er ist der Ansicht, daß dadurch 10 bis Jahre so erhebliche Fortschritte gemacht hat". Die nachtheiligen 15 pet. Beiträge mehr bezahlt werden. Hierzu sind verschiedene Wegen Beleidigung eines Rechtsanwalts im Gerichts- Wirkungen des neuen Zolltarifs, den die Vereinigten Staaten Anträge bezüglich der Höhe gestellt. Die Kollegen Bommer und faale wurde gestern der Pferdehändler Julius Winter vor fürzlich eingeführt, werden vom" Handels- Archiv" des Näheren Futtich sind gegentheiliger Meinung, während sich die Kollegen dem Schöffengericht zur Verantwortung gezogen. Derfelbe wurde dargelegt; die Ausfuhr in Seiden- und Sammetfabrikaten nach Guttmann und Blühmke für den wöchentlichen Zahlungsmodus bei der Verhandlung einer Privatklagefache von dem gegnerischen Nordamerika betrug vom 1. Januar bis 30. September 1890 nicht aussprechen. Kollege Kröbel stellt den Antrag, der vorgeschrittenen Rechtsanwalt Dr. Schöps durch verschiedene, wenig zur Sache weniger als 5 437 219 Dollars, also über 21 Millionen Mart. Beit halber der nächsten Sitzung das Recht einer Generalversammgehörige Fragen über sein Vorleben sehr gereizt und als sich der Daß aber der richtige Schluß gezogen und die Verwerflichkeit der lung zu geben, in der die heutige Tagesordnung erledigt werden Gerichtshof zur Berathung zurückgezogen hatte, beschwerte er sich Schutzzollpolitik anerkannt würde, daran ist vorläufig nicht zu fann. Dieser Antrag wird angenommen. in lauten Monologen über dieses Verfahren und erklärte u. A.: denken. Wenn mir ein Mensch so etwas auf der Straße gesagt hätte, Der Verein zur Regelung der gewerblichen Verhält dann hätte ich ihn zu Boden geschlagen. Das ist ja eine Gemein- Ueber die Zunahme der Trunksucht in Wien enthalten nisse der Töpfer Berlins und Umgegend hielt am Sonntag, heit". Darauf hin wurde die Anklage wegen öffentlicher Beleidigung die Berichte der Polizeiverwaltung Wiens beachtenswerthe den 4. Januar, Vormittags 11 Uhr, die erste diesjährige Wandererhoben. Der Staatsanwalt beantragt eine empfindliche Strafe, Biffern. Es wurden von der Sicherheitswache wegen Trunken- versammlung ab, in welcher Regierungs- Baumeister Reßler über da die an der Rechtspflege betheiligten Faktoren vor solchen An- heit beanstandet": griffen energisch geschützt werden müssen. Er schlug deshalb 300 M. Geldbuße vor. Der Gerichtshof erkannte aber nur auf 100 M., da nach der Beweisaufnahme der Rechtsanwalt die ihm zustehenden Grenzen des§ 193 St.-G.-B. sehr weit ausgedehnt hatte. " P. 1871... 4644 Personen 1881... 5985 1883... 5878 1884... 6555 1885... 7487 1886... 7460 1887... 7346 " " " " " " Eine mehr als ungestüme Mahnung führte gestern den Schankwirth Friedr. Brandstetter unter der Anklage der versuchten " Beanstandet" werden solche Personen, die die öffentliche Nöthigung vor die zweite Strafkammer des Landgerichts I. Der Ruhe störten oder unfähig waren, allein in ihre Wohnung zu Rohrleger P. war dem Angeklagten seit längerer Zeit 4,50 Mart gelangen." Das sind also nur schwerere Fälle. Der Altoschuldig. Als P. sich am Abend des 18. Oktobers im Schant- holismus ist nur eine Folge Erscheinung der Verelendung des lokale des Angeklagten blicken ließ und dabei Geld zeigte, ver- Volkes. langte der Lettere, daß die alte Schuld beglichen werde. weigerte sich und nun faßte der Angeklagte ihn an der Brust, schüttelte ihn und drohte, daß er ihm die Knochen im Leibe zerschlagen werde. P. zahlte dennoch nicht und kam auch ohne weitere Belästigung zum Lokale hinaus. Er erstattete Anzeige. Den Inhalt der Anklage gab der Beschuldigte zu, er entschuldigte sich aber mit der Erregung, in die er durch die Böswilligkeit Der Unterstützungsbund der Hausdiener Berlins hielt des Schuldners versetzt worden war. Staatsanwalt und Gerichts- am 6. Januar die zweite ordentliche Generalversammlung mit hof sahen die Sache milde an, das Urtheil lautete auf 30 Mart folgender Tagesordnung ab: 1. Mittheilung und Bericht vom Geldstrafe. Soziale Uebersicht. nicht von den Arbeitern. Versammlungen. 4 den wer: Abeiterschuß" referirte. Herr Keßler führte aus: Noch vor zehn Jahren habe man geleugnet, daß der Arbeiterschuh für die deutschen Arbeiter nothwendig wäre, und wir sehen, daß noch heute die von der Regierung vorgelegten Geseze zum Schutz des Arbeiters, die schon von dem, was derselbe berechtigt ist zu forden, an Qualität das Geringste bieten, noch von sogenannten Ordnungsparteien derart zerpflückt den, daß man sie eigentlich Arbeitertrutz- Gesetze nennen könnte. Der Ruf nach Schutz der Industrie ist in Permanenz erklärt. Der Arbeiter lasse einen Wochenlohn als Kaution, der ohne weiteres bei Kontraktbruch dem Arbeitgeber verfällt, die aus der Arbeit hinauschikanirten Arbeiter trifft man dadurch doppelt: keine Arbeit und Verlust dee Kaution. Man spricht nicht davon, daß bei einem etwaigen Bankerott des Arbeitgebers diese gezwungen geleistete Raution verloren ist oder mit einem geringen Bruchtheile aus der Konkursmasse abgefunden wird. Die sonstigen Geseze garantiren dem Kapital die Ausbeutung der Massen. Der Vortag wurde mit vielem Beifall aufgenommen und hierauf folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Versammlung der Töpfer Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Die Ver sammelten sind sich bewußt, daß nur der Zusammenschluß aller Arbeiter der heutigen uns ausbeutenden Produktionsweise einen Damm entgegenfeßen kann. Die Töpfer insbesondere beschließen, ich Mann für Mann dem Verein Berliner Töpfer anzuschließen. Ferner erklären wir, daß das dem Reichstage vorliegende Gesetz auf Arbeiterschuh keineswegs die von den Arbeitern berechtigter Weise erwartete Besserung bringt. Nur der von der sozialdemofratischen Fraktion eingebrachte Entwurf eines ArbeiterschutzGesetzes kann Abhilfe bringen. 1 berichte. 3. Neuwahl des Stellenvermittlers und der zwei Vorsitzenden. 4. Anträge und Bundesangelegenheiten, Fragefaiten. Ehe in die Tagesordnung eingetreten wurde, wünschte der Vorsigende im Namen des Vorstandes den Mitgliedern ein fröhliches, gesundes neues Jahr und knüpfte hieran den Wunsch, noch recht lange zusammen arbeiten zu können. Zu Punkt 1 theilte Kollege Achtung! An die Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins! Reßler mit, daß vier Kollegen frank sind und zwei ExtraUm alle Arbeiter und Arbeiterinnen, welche bis jetzt ihr Scherflein Unterstützungen bewilligt wurden. Hierauf erstattete Kollege zur Unterstützung der ausgesperrten Schuhmacher in Erfurt bei- Grauer Bericht vom Weihnachtsfest, woraus ersichtlich war, daß Eine sozialdemokratische Volks Versammlung für getragen haben, über den Stand der Aussperrung zu unterrichten, das Fest zur Zufriedenheit Aller ausgefallen, jedoch ein Ueber Reinickendorf, die von Männern und Frauen recht zahlreich fei ihnen folgendes mitgetheilt: Auf Grund eines in einer öffent- schuß nicht erzielt worden sei. Es wurde nun der Ausschluß besucht war, tagte am Sonntag Nachmittag unter Vorsiz des lichen Versammlung gefaßten Beschusses wurde die Kommission der Kollegen Mayhöjer und Wolf verhandelt. Nach längerem Herrn Duchateau im Restaurant„ Seeschlößchen" zu Reinicken der Erfurter Schuhmacher beauftragt, am 29. Dezember v. Is. Hin- und Herdebattiren wurden dieselben einstimmig ausgeschlossen. dorf. Auf der Tagesordnung stand zunächst ein Vortrag des bei den Fabrikanten vorzusprechen und anzufragen, ob eine Ver- Sodann wurde ein Brief des Kollegen Lambrecht verlesen, worin Herrn Dr. Völkel- Magdeburg über Segnungen des Unstärdigung herbeigeführt werden könnte. Sie erbaten einen dies- derselbe ersucht, das angebliche Mißverständniß flarzustellen und glaubens." In der sich anschließenden Diskussion sprachen sich bezüglichen Bescheid bis zum 2. Januar Vormittags. Mit großer ihn als Bundesmitglied weiterzuführen. Es entspann sich hierüber die sämmtlichen Redner in dem Sinne wie der Referent aus Spannung wurde dieser Tag erwartet, die Fabrikanten verharrten je- eine lebhafte Debatte und wurde nach Abstimmung Kollege und es gelangte schließlich mit Ginstimmigkeit eine Resolution doch auf ihren Standpunkt und ließen sich auf keine Verhandlung ein. Lambrecht als Bundesmitglied wieder aufgenommen. Eine Pause zur Annahme, in welcher die Versammlung sich mit den AusZieht man nun in Betracht, daß jeht um diese Zeit die Früh- von 5 Minuten zur Aufnahme neuer Mitglieder wurde an- führungen des Referenten einverstanden erklärte und sich zum jahrs- Saisonarbeiten angefangen werden, so ist wohl die An- genommen und verlas der Kassirer nach Beendigung derfelben Austritt aus der Landeskirche verpflichtete. Ein Theil der Annahme gerechtfertigt, daß sich die Fabrikanten in dem Glauben 43 neuaufgenommene Mitglieder und sodann folgenden Viertel- wesenden meldete sich denn auch zu dem Zwecke gleich am Vorwiegten, die Arbeiter müßten jezt zu Kreuze kriechen, denn durch jahrsbericht: Einnahmen: Oktober 1149,93 M., November standstische. In der nächsten Zeit foll nach einem weiteren die vielen Feiertage würde die Unterstützung ausbleiben. Daß 591,20 M., Dezember 1163,60 M. Summa: 2904,73 M. Aus- angenommenen Antrage- eine neue Versammlung einberufen sie sich aber getäuscht haben, beweist das einmüthige Zusammen- gaben: 1010,86 m., 610,74 W., 841,18 M., Summa 2482,78 M. werden, die sich mit der Frage einer freireligiösen Gemeinde stehen der Arbeiter, denn seitdem die erste Reinigung von zag- Bleibt ein Baarbestand von 441,95 M. Dazu Vermögen 1400 M. für Reinickendorf beschäftigen wird.- Herr Knauff em haften Elementen stattgefunden hat, ist keiner mehr fahnenflüchtig Summa 1841,95 M. pfiehlt sodann die Gründung eines Arbeiter- Bildungsvereins geworden. Den kapitalistischen Zeitungen, welche immer von Bei- Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. Es wurde nun zur für Reinickendorf und Umgebung und bringt einen von legung der Aussperrung berichten, ist kein Glauben zu schenken; Wahl des Stellenvermittlers geschritten und stellten sich zu der ihm aufgestellten Statutenentwurf zur Verlesung. Dem Antrage so hat erst in dieser Woche wieder die Volts- 3tg." berichtet, die selben die Kollegen Grauer, Barthels und Lambrecht; es erhielt des Herrn Knauff gemäß wird die Gründung eines Arbeiter- BilAussperrung sei so gut wie beendet. Diese Nachrichten stammen Grauer 162, Barthels 10 und Lambrecht 9 Stimmen, somit war dungsvereins unter dem Namen„ Zukunft" beschlossen und der Grauer wiedergewählt. Derselbe dankte für das ihm entgegen verlesene Statutenentwurf mit geringen Aenderungen augenom Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins! Wie schon oben an- gebrachte Vertrauen. Ein Antrag von Seiten des Vorstandes, men. Es melden sich gegen 40 der Anwesenden zum Beitritt zu geführt, beginnt die Frühjahrssaison in den Fabriken. Die dahingehend, die Zeitung„ Einigkeit" wegen zu großer Unkosten dem neuen Verein, als dessen provisorischer Vorstand die Herren Herren Kapitalisten müssen jetzt jeden Tag tapituliren. Denn die nicht mehr obligatorisch weiterzuführen, wurde einstimmig an- Knauff( 1. Vorsitzender), Hartwig( 2. Vorsitzender). Bokowski Erfurter Schuhmacher stehen fest, vertrauend auf die Solidarität genommen. Inzwischen ging ein Antrag ein, dem Stellenver-( Kassirer) und Arndt( Schriftführer) gewählt werden. Die erste der deutschen Kollegen. Arbeiter und Arbeiterinnen! Die mittler das Gehalt von 100 auf 110 M. zu erhöhen, welcher ein- Bersammlung des neugegründeten Arbeiter- Bildungsvereins wird Agitationskommission der Schuhmacher Berlins richtet deshalb stimmig angenommen wurde. Wegen vorgerücter Zeit wurde die am Sonntag vor dem 15. Februar, Nachmittags, im Lokal Amende an alle, welche sich mit den Ausgesperrten solidarisch fühlen, die Wahl der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder zur nächsten Verstraße 2, stattfinden. Bei der Gelegenheit wurde auch die GrünBitte, ihre Unterstützung in dem Maße weiter fließen zu lassen, sammlung vertagt. Der Fragekasten wurde zur Zufriedenheit gedung eines Arbeiterinnenvereins für Reinickendorf in Anregung wie bisher. Wenn man bedenkt, daß die Schuhmacher es find, leert und die Versammlung um 22 Uhr geschlossen. gebracht, Beschlüsse indessen nicht gefaßt. Nachdem sodann noch welche mit am schlechtesten in ihren wirthschaftlichen Verhältnissen dastehen, so wäre eine Niederlage eine doppelte zu Eine Versammlung sämmtlicher Hutdetaillisten fand am die Wahl eines Vertrauensmannes für Reinickendorf vorgenom nennen! Thue daher jeder seine Schuldigkeit, und der 6. d. M. statt, zu welcher an alle Geschäftsinhaber Einladungen men war, die auf Genossen Hütte fiel, schloß der Vorsitzende die Sieg ist unser. Wir wollen zeigen, daß wir auch mit dem ergangen waren. Nur die Besizer von Schleudergeschäften und Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Fabrikantenring fertig werden, ohne Rapital zu besitzen. Jene fog. Bazaren waren übergangen worden. Nur gegen Vorzeigung Herren pochen auf ihren Geldbeutel und verlangen von uns der Einladungskarte war der Eintritt gestattet. Das Referat des Unterwürfigkeit. Wir pochen auf unsere Solidarität und er- Herrn P. Zucht vertrat die Ansicht, daß nur ein Zusammentämpfen uns Selbstständigkeit und eine menschenwürdige Existenz. gehen der Innung mit den Detaillisten eine Aenderung der VerWir haben uns schon oft unser Recht ertrozt und werden auch hältnisse bewirken könne. Dem widerspricht G. Hasse, der die diesmal siegen. Die Agitationskommission der Schuhmacher Ber- Bazare und Schwindelgeschäfte als die Ursache des Darniederlins. J. A.: Jos. Süßmeier. N.B. Listen sind zu haben bei liegens der Branche bezeichnet. Er empfiehlt, nur von solchen Kollegen Niederauer, Lothringerstr. 52; Fischer, Lottumstr. 4; Fabrikanten Waaren zu beziehen, die sich verpflichten, an SchwindelGermer, Wrangelstr. 108 v. 4 Tr.; Jos. Süßmeier, Kleine Mauer- geschäfte nicht zu liefern, wie schon der Leipziger Kongreß bestraße 2 v. 3 Tr., sowie in allen öffentlichen und Vereinsversamm- schlossen habe. Herr Noack drückt sein Bedauern aus, daß sich lungen der Schuhmacher. so viele große Geschäfte an der Versammlung nicht betheiligt hätten. Nur durch einiges Zusammengehen aller Detaillisten sei Achtung, Schuhmacher! Da in den Versammlungen nicht eine Beseitigung der herrschenden Mißstände zu erhoffen. Es wurden alle Kollegen erscheinen, so sei ihnen hierdurch mitgetheilt, daß noch mehrere Vorschläge gemacht, so empfahl Herr Rasenack die Agitationstommission beschlossen hat, in Berlin in allen Veranstaltung einer Enquete bei den Fabrikanten, Herr Lucht Stadttheilen Verkehrslokale einzurichten, in welchen auch das eine Vereinbarung der Preise aller Geschäfte, Herr Neubauer Schuhmacher- Fachblatt ausliegt. Diese Lokale sollen zu folle- Aufstellung einer schwarzen" Liste derjenigen Fabrikanten, die an gialischem Verkehr sowie zur Unterrichtung über die Verhältnisse Schleudergeschäfte verkauften, nur der Kontrol marke in unserem Gewerbe in Berlin durch die Kommiffionsmitglieder deutscher Hutmacher, die doch die Schäden radikal be= dienen, welche alle Donnerstage, Abends von 8-10 Uhr, an- seitigt, wurde teine Erwähnung gethan. Es gelangte noch ein wesend sind, sowie von außerhalb durch das Fachblatt. Es sei gedrucktes Formular zur Vertheilung, welches bei der Bestellung der Verkehr den Kollegen empfohlen. Die Lokale befinden sich dem Fabrikanten oder seinem Vertreter zur Unterschrift vorgelegt Norden, bei Raabe, Schönholzer- und Ruppinerstraßen- Ecke; werden soll, und wodurch sich derselbe verpflichtet, an Bazare 2c. Often, Wuttke, Friedrichsbergerstr. 20; Süd- Ost, Hugo feine Waaren zu liefern. Im Schlußwort sprach Herr 2ucht Kühn, Naunynftr. 83; Süden, Schayer, Schleiermacherstr. 10; seine Befriedigung über den guten Besuch der Versammlung aus, Westen, Miland, Flottwellstr. 6, Keller; Zentrum, Becker, kündigt die baldige Einberufung einer neuen an und fordert die Neustädtische Kirchstr. 11; Moabit, Fiect, Birkenstr. 24. Die Anwesenden auf, möglichst zahlreich sich dem Verein an Agitationskommission der Schuhmacher Berlins. zuschließen. In unserem Bericht über die letzte Volksversammlung war die Resolution über die Lebensmittelzölle durch unangenehme Druckfehler entstellt; wir wiederholen dieselbe deshalb wieder: In Erwägung, daß die Zölle auf Lebensmittel die Wirkung einer Kopf steuer haben, weil dieselben nicht das Einkommen treffen, sondern auf den Konsum der nothwendigen Ernährungs gegenstände gelegt sind; in fernerer Erwägung, daß die Zölle auf Lebensmittel sich dadurch, daß sie die besiglose Bevölkerung am härtesten treffen, als ein Aft einseitiger die wirthschaftlich Schwachen zu Gunsten der materiellen Interessen des Großgrundbesizes unerträglich belastenden Klassengesetzgebung fennzeichnen; in weiterer Erwägung, daß die Zölle auf Lebensmittel das Volk an der Befrie digung höherer Lbensbedürfnisse hindern und somit fultur seindlich wirken; und in schließlicher Erwägung, daß die Zölle auf Lebensmittel mit der von der Regierung und den herrschenden Klassen angeblich geplanten Sozial reformen im schärfsten Widerspruche stehen, erklärt die heutige Versammlung die Beseitigung der Zölle auf Lebens mittel für unbedingt geboten und fordert den Reichstag auf, den Antrag der sozialdemokratischen Fraktion auf gänzliche Aufhebung der Bölle auf Lebensmittel anzunehmen. Sprechlaal.. die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechjaals, soweit Raum dafür ed geben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeine Intereffes zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit de Inhalt desselben identifizirt zu werden. welche Die Zustände in der Krefelder Textilindustrie sind noch Freie Vereinigung der Graveure und Ziseleure. Am immer sehr trübe. Besonders die Heimarbeiter, deren Thätigkeit Montag, den 5. Januar, hielt die Vereinigung eine Generalin diesem Bezirke von hervorragender Bedeutung ist, haben unter versammlung ab. Der Vorsitzende, Kollege Halbig, bringt in dem Drucke des schlechten Geschäftsganges schwer zu leiden. Der ausführlicher Weise den Bericht über die Thätigkeit des Vereins; Nothstand ist ein chronischer, die Arbeitslosigkeit macht sich mit es fanden achtzehn Versammlungen mit neun Vorträgen, zwei all ihren Schrecken fühlbar. Die durchschnittliche Zahl der in Generalversammlungen nebst einer außerordentlichen General- An die Arbeiter und Genossen Berlins und Umgegend. Sammet und Sammetwebereien beschäftigten Handstühle betrug versammlung statt. Außerdem hatten wir am 1. Mai eine Ver- Hierdurch ersuchen wir freundlichst alle Diejenigen, 1886: 16 026, 1887: 14 438, 1888: 8568, 1889 nur noch 7448 Stück; fammlung und zwar war dies die am zahlreichsten besuchte. vom Mitgliede der Lokalkommission Scheck Arbeiter- Almanach in festkantigem Sammetband arbeiteten 1886: 669, 1887: 329, Weiter giebt Redner einen kurzen Rückblick über den Stand der erhalten, Unterzeichnetem mitzutheilen, wieviel sie erhalten, welche 1888: 238, 1889: 558 Handstühle. Das mit mechanischen Stühlen Mitgliederzahl. Während sich diese seit dem Bestehen des Vereins Gelder sie abgeliefert haben 2c. und die nicht abgeholten Almanac schaffende Fabrikgewerbe hat keine solchen Einbußen zu ver- 1883 bis 1889 auf einem gleichen Niveau hielt, eher verringerte, an uns abzuliefern, da Herr Scheck sich nicht veranlaßt gefühlt zeichnen. In der erstgenannten Branche stieg die Zahl der kan im letzten Jahre ein erfreulicher Aufschwung, welcher die hat, mit uns abzurechnen. Gleichzeitig ersuchen wir zum leyten Kraftstühle von 2026 im Jahre 1886 auf 2214 im Jahre 1889; 3ahl der Mitglieder mehr als verdoppelte, und wir stehen nach Male, die noch ausstehenden Almanachs bis zum 15. Januar in festkantigem Sammetband arbeiteten 1886: 38, 1889: 84 Streichung der fäumigen Zahler auf 214 Mitglieder. Der erste abzuliefern, widrigenfalls wir die Namen öffentlich bekannt machen. mechanische Stühle. Die Krisis wird von der Großindustrie| Kassirer, Kollege Futtich, berichtet über die Kassenverhältnisse vom J. A.: Otto Heindorf. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.