Abendausgabe Nr. 288 42. Jahrgang Ausgabe B fr. 141 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise Find in der Morgenausgabe angegeben Rebaftion: SW. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Sel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Pfennig Sonnabend 20. Juni 1925 Berlag und Angetgenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 63, Lindenstraße 3 Sernsprecher: Dönhoff 2508-250% Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Die Hetjagd auf Dr. Höfle. Wie das Meineidsverfahren zustande kam. Im Höfle- Ausschuß gab es heute wieder einige interessante Feststellungen. Zunächst wurde Ministerialdirektor Huber vom Justizministerium vernommen. Er hat auf die dringlichen Vorstellungen der Frau Höfle am 14. April, daß ihr Mann im Gefängnis st urbe, sofort den Generalstaatsanwalt Rhode antelephoniert und diesem die Sache dringend ans Herz gelegt. Rhode versprach, sofort mit seinen Staatsanwälten in dem Sinne zu sprechen, daß Höfle aus der Haft beurlaubt oder wenigstens als Inhaftierter in ein Sanatorium verlegt werde. Die Staatsanwälte Linde und Pelzer waren jedoch anderer Anficht, fie hielten ihren Widerspruch gegen den Haftenflaffungsantrag aufrecht, der dann von der Kammer verworfen wurde. Dann wurde durch die Vernehmung der Zeugen Sudau und Staatsanwalt Belger das berühmte Meineidsverfahren" gegen Höfle gründlich beleuchtet. Es ergab sich folgender Sach. verhalt: In einer Sitzung des Deutschen Seglerbundes", dem Sudau wie Beltzer als Mitglieder angehören, sprach Herr Subau mit einem britten Bekannten über Höfle. Sofort mischte sich Staatsanwalt Belger in das Gespräch: Bie, Sie tennen Höfle?" Darauf Sudau:„ Sehr wohl, er ist ja an meinem Berlag beteiligt. Pelzer sofort:„ Dann muß ich Sie unter vier Augen sprechen." Er zag nun Sudau beiseite und sagte ihm, daß Höfle einen Offen. barungseid geleistet, aber diese Beteiligung nicht angegeben habe. Er müsse daher gegen Höfle wegen meineids einfchreiten! Am nächsten Tage telephonierte der Staatsanwalt Belger noch mals bei Sudau an und wollte durchaus den Wert des Anteils Höfles, der ein Fünftel des Verlages betrug, wissen. Sudau er flärte, daß der Berlag ein ideales Unternehmen zur Förderung der Beamtenliteratur sei, dessen Wert sich sehr schwer schätzen ließe. Belger drängte aber immer weiter, bis Suday schließlich angab, baß fürzlich gelegentlich eines Brandschadens fein gesamtes 2ager auf 10 000 Goldmark tariert worden fei. Daraus folgerte Herr Pelzer er gehörte der Wirtschaftsabteilung der Staatsanwaltschaft an!, daß Höfles Anteil 2000 m. betragen müsse. Nach etwa vorhandenen Passiven hat sich dieser Wirtschaftler nicht erst erfundigt. Ebenso wenig nach dem wirklich eingezahlten Rapital und etwa ausgeschütteten Gewinen. In Birklichkeit betrug der Anteil Höfles, wie der Zeuge Gudau angab, im April 1923 ganze 500 000 Papiermark( zirta 30 Goldmart), bei der Umstellung auf ganze 300 Goldmart. Goldmert im Jahre 1924 Einen Geminn hat Höfle, der das Unternehmen vorwiegend aus idealen Gründen förderte, aus seiner Beteiligung nie be zogen. Der Revolver knackt...! Die Agrarier drohen der Industrie. Der Reichstanzler 2uther und der Minister Graf Kanis haben gestern abend, wie schon be richtet, die Vertreter der Regierungsparteien" empfangen und mit ihnen die Erledigung der Bollvorlage besprochen, deren Beratung em Montag im Reichstag beginnen soll. Ueber den Verlauf der gestrigen Besprechung verlautet nichts, als ein Symptom für ihn fann es aber vielleicht gewertet werden, wenn die Kreuzzeitung" heute morgen einen wüsten Erpressungsartitel losläßt, in dem fie rund herous erflärt: Solite wider Erwarten der Landwirtschaft ein lüdenloser, der Parität zu den Industriezöllen entsprechender Schuh versagt werden, so wäre die Landwirtschaft gezwungen, für die völlige 3o11 freiheit auf allen Gebieten einzutreten." Das scheint uns nicht die Sprache zu sein, die man führt, menn man einig ist und sich seiner Mehrheit sicher weiß. Interessant wird es nun sein, zu beobachten, ob sich die Industrievertreter und die bürgerlichen Mittelparteien dieser erprefferischen Drohung fügen werden. Sachlich entbehrt der Anspruch der Deutschnationalen, die fich jetzt froß ihrer zahlreichen städtischen Wähler rund und nett als die Landwirtschaft" deflarieren, jeder Begründung. Die Forderung, daß die Landwirtschaft" für die Be lastung, die sie durch Industriezölle erfährt, durch Agrarzölle entschädigt werden müsse, enthält zunächst das Eingeständnis, daß beide Arten von Zöllen preistreibend wirken. Fordert aber die Landwirtschaft eine solche Entschädigung, jo muß erst festgestellt werden, wie groß die Belastung ist, die sie durch die Industriezölle erfährt. Eine solche Feststellung ist aber bis auf weiteres in feiner Weise möglich, da ja die Industriezölle nur Berhandlungsölle ohne fefte Crenze nach unten find. Erst nach dem Abschluß der Handels rerträge wird sich einigermaßen übersehen lassen, in welchem Mah die Industriezölle die Landwirtschaft tatsächlich belaften. Es entspricht in feiner Weise der Barität, wenn der Landwirtschaft", oder richtiger, ihrem an hohen Getreide preisen intereffierten Teil, von vornherein Minde ft 3ölle gewährt werden, wie sie weder für die Industrie noch für den andern Teil der Landwirtschaft in Aussicht genommen sind. Die mit der Forderung der Barität" arbeitende Beweisführung der Kreuzzeitung" führt logischerweise entweder zu allgemeinen Mindestzöllen, d. h. zum Doppeltarif, oder aber zur Beseitigung der Mindestzölle aus dem vorgeschlagenen Zollsystem. Die Gewährung von Mindestzöllen on das Großagrariertum bedeutet nicht seine zollpolitische Gleichstellung mit den übrigen Wirtschaftszweigen, sondern seine Heraushebung und Privilegierung. Diese Privilegierung wird jetzt von den Deutschnationalen in ultimativer Form gefordert, für den Fall ihrer VerweigeHöfle hatte nun bei der Ablegung des Offenbarungseides ausdrücklich den Zusah gemacht, daß er infolge Untersuchungshaft und Krankheit sowie Fehlens aller Unterlagen möglicherweise einiges vergessen hätte. Staatsanwalt Belßer und Oberstaatsanwalt Linde hatten schon vor dem Gespräch mit Subau in einer Unterredung ihre Ansicht dahin geäußert, daß mit dieser Klausel der ganze Offenbarungseid ei gentich wirkungslos wäre. Troß dieser Ansicht und obwohl er nach seiner eigenen Aussage mit Gewißheit annahm, daß Höfle sich auf diese Klaufel beziehen würde, eröffnete Staatsanwalt Pelher gegen Höfle das Verfahren wegen Meineids. Auf die Frage des Genoffen Ruttner, ob er nicht wie bei seinem Telephongespräch mit Gudau durch eine einfache Unterhaltung mit höfle hätte flären können, gibt Staatsanwalt Pelzer die vielfagende Antwort: „ Das fonnte ich, aber das wollte ich nicht." Bie der Herr Staatsanwalt seine eigene Eidespflicht auffaßt, zeigt gleich darauf seine Antwort auf die Frage des Genossen Heil Ausschuß auf die Pflicht zur Bollständigkeit der Aussage mann, warum Belzer bei seiner ersten Bernehmung vor dem hingewiesen dieses Meineidsverfahren auch nicht mit einer Silbe erwähnt habe. Herr Beltzer erwiderte nämlich: er habe das nicht zur Sache gehörig gehalten. So ein Jurift! So ein Staatsanwalt, der dieses Meineidsverfahren gegen Höfle anstrengte! Wenn ich doch ein Askari wäre! Gedanken eines deutschen Sparers. DP Die Deutsche Allgemeine Zeitung" hat in jüngster Zeit zwei Auffäße über die Frage der Astarilöhnung" und" Die Ehrenschuld an unfere Astari" veröffentlicht. Beide Aufsäge führen übereinstimmend aus, daß die Askari in all den Jahren feit Beendigung des Krieges mit fester Zuversicht auf die Zahlung des vollen rüdständigen Soldes gerechnet haben, und erflären es für eine felbstverständ fiche Ehrenpflicht des deutschen Volkes, diesen Erwartungen in vollem Umfange zu entsprechen. Wenn das bisher noch nicht habe geschehen fönnen, so trage, dafür die Schuld einzig und allein England, das aus politischen Gründen, um das Bertrauen der Astari zu Deutschland zu erschüttern, die Auszahlung verhindert habe. Da die Mißwirtschaft der englischen Mandatverwaltung in den ersten Jahren und der geradezu unmenschlich harte Steuerdruck das Land aber in er schreckendem Maße ausgesogen haben, hätte England por einigen Monaten die Geneigtheit zu erkennen gegeben, die Zahlung der rückständigen Löhnung nunmehr zuzulassen. Diese Erlaubnis sei nicht aus Interesse an den verarmten Askari gegeben, sondern aus egoistischen Beweggründen, denn es sei für jeden Kenner der Verhältnisse klar, daß die Gesamtsummen nach erfolgter Bahlung in die englischen Steuerfaffen oder in der in das Land hineinströmenden Beträge binnen acht Tagen die englischen Stores fließen würde. Die deutsche Regierung habe aber richtig gehandelt, fich troh entgegenstehender Bedenken für die volle Auszahlung entschieden zu haben. Afrika wird von deutscher Ehre und Würde nicht gesprochen werden, solange Landsleute vor schwarzen Bettlern die Augen niederschlagen müssen." In Gleich darauf wird eine neue Schitane verhandelt: Die Staatsanwaltschaft, d. h. die Herren Belzer und Linde, hatte über Höfles Vermögen einen Arrest in Höhe von 62 000 M. zur Siche In dem dem Reichstag am 15. Mai 1925 zugegangenen rung fünftiger Roften" ausgebracht. Darin ist splendide Höfles Ergänzungsetat der allgemeinen Finanzverwaltung für 1924 Anteil an Sachverständigen gebühren nur sein Anteil in auf 30 000 m. eingefeßt, sein An- wird im außerordentlichen Haushalt aus Anlaß des Krieges Sachen Barmat und Genoffenteil an Borto und Telegrammen auf 5000 m., an Reisen usw. und der Demobilmachung eine Mehrforderung von 66 200 000 5000 m.( wahrscheinlich für die berühmten Flugzeugfahrten und Mart erhoben. In den Erläuterungen hierzu heißt es u. a., Europa Autoreifen der Herren Caspary und Kußmann!) und daß für den rüdständigen Sold an zirka 20 000 farbige Landesschließlich auch noch die Kostenrechnung für eine etwaige fünfiährige bewohner Ostafritas, deffen Auszahlung bisher unterbleiben Freiheitsstrafe(!) mit 1,50 m. pro Tag, im ganzen etwa 2500 m. mußte, unter Aufwertung in der Landes= So hat man eine Apotheferrechnung von 62 000 m. gegenwährung sirta 600 000 englische Pfund, d. h. rund einen Mann zustande gebracht, gegen den noch nicht einmal die 12 millionen Reichsmart benötigt werden. Boruntersuchung labgeschlossen war. Meineidsverfahren 2rreft non 62 000 m. Inhaftbehaltung des Schwertranfen aber die Herren Linde und Pelzer werden carnicht fatt, vor dem Ausschuß ihrer eigenen humanität Selbstlob zu fpenden rung wird mit der Einführung des allgmeinen Freihandels, also mit einem sehr revolutionären Schritt, gedroht. Die Deutschnationalen bleiben bei ihrer Methode, die sich dank der Schwäche der bürgerlichen Mitte mur zu oft bemährt hat: fie drohen, alles furz und flein zu schlagen, wenn ihren Befehlen zuwider gehandelt wird. Dabei liegen die Dinge heute fo, daß ein unvermittelter, allgemeiner Uebergang zum abfoluten Freihandel selbst von den theoretischen Frei händlern gar nicht empfohlen wird. Diese Nachforderung wurde, in der Sihung des Haushaltsausschusses vom 25. Mai turz gestreift. Ganz in Uebereinstimmung mit den Artikeln der Deutschen Allgemeinen Zeitung" erflärte der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Cre mer, er fei der Meinung, daß Deutschland an dieser Ehrenpflicht der Nachzahlung der rädständigen Askarilöhne nicht Den ostafrikanischen Soldaten und vorübergehen tönne". Trägern fei ihr rüdständiger Sold und Lohn nicht mißgönnt, wenn sie auch nach dem Urteil der Mitarbeiter der Deutschen Allgemeinen Zeitung" nur acht Tage im Besitz desselben bleiben werden. fie erfolgt, in der riefigen Schar der kleinen deutschen Aber welche Empfindungen wird diese Bewilligung, wenn fie erfolgt, in der riesigen Schar der kleinen deutschen Frei- Sparer und Gläubiger auslösen?! Niemals find Die Deutschnationalen selbst halten ja auch diesen unver mittelten Uebergang zum absoluten Freihandel keineswegs für nüzilch oder erträglich, sie erwarten vielmehr von ihm eine tüchtige Schädigung der Bolkswirtschaft, und eben deswegen drohen sie mit ihm! Werden nun diejenigen Reichstagsabgeordneten der bürgerlichen Mitte, bie aus fachlicher Ueberzeugung Gegner der Mindestzölle find, vor einer solchen Drobung zurüdeichen? Man muß es abmarten, nur soviel ist sicher: Lente, die sich durch solche Methoden firremachen lassen, verdienen, mit einem Ring durch die Nafe durchs Land geführt zu werden! feierlichere, mehr bindende Versprechungen abgegeben, worden als diejenigen, mit denen man während des Krieges aus der Masse des Bolts auch den letzten Spar- und Notgroschen herauszuholen bestrebt gewesen ist: Sichere Anlagen gäbe es nicht. Niemals würde das Baterland diejenigen im Stich laffen, die ihm in schwerster Stunde beigeftanden hätten. Jeder andere Gedante fei geradezu ein Verbrechen an der Ehre des deutschen Bolkes. China- Konferenz ergebnislos abgebrochen. finanzieren, und man brauchte auf solche Weise den BeſizenUltimative Forderungen der Chinesen. Condon, 20. Jani.( Eigener Drahtbericht.) Die von den Bertretern der europäischen Mächte sowie von der chinesischen Regierung zur Wiederherstellung der Ordnung einberufene onferenz wurde abgebrochen, da die Chinesen die Borschläge der fremden Mächte als eine ungeeignete Verhandlungs bafis ablehnten. Es verlautet, daß die Chinesen neue Forderungen und für deren Erfüllung ein 21timatum geftellt haben. Die Situation hat also eine weitere Verschärfung erfahren und löft infolge der planmäßigen Organisierung des Boyfofts und des steigenden Bolfsunwillens schwere Gefahren aus. Das diplomatische Korps hat nach einer langen und schweren Debatte beschloffen, die an dem Konflikt nicht befeiligten Bertreter 3talens, Frankreichs und Ameritas zur Regierung zu entfenden, um die fofortige Aufnahme von Verhandlungen über die vffimativen Forderungen der chinesischen Regierung zu beftelben. Der Bertehrsminister foll offiziell alle Angestellten der Post, der Telegraphenämter und der Eisenbahn angewiesen haben, pre Monat einen Tageslohu in die Streitteffe abzuführen. Faschistische Ausnahmegesetze. Gegen nicht- faschistische Beamte. Rom, 20. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Rammer hat gestern das Gefeß Rocco gegen die nichtfaschistischen Beamten mit 274 gegen 42 Stimmen angenommen. Die Regierung hat nunmehr die Mög42 Stimmen angenommen. Die Regierung hat wmmehr die Möglichkeit, alle Beamten abzusehen, die ihr unbequem find. Gegen die Borlage protestierten sogar die faschistischentreuen Rechtsliberalen. Diese Versprechungen im Berein mit dem starten Drud, der auf die öffentlichen Körperschaften und alle Versicherungsträger zur Zeidmung von Kriegsanleihe ausgeübt wurde, führten zu dem erstrebten Biel. Man fonnte den Weltkrieg in der Hauptsache durch Ausschreibung von Kriegsanleihen den mit der Einführung scharfer Befigsteuern, wie sie von der Sozialdemokratie verlangt wurden, nicht mehe zu tun. Bozu denn auch neue Befigsteuern? Die Gegner würden ja doch nach der befannten Beissagung des damaligen Reichsfinanzminifters Dr. Helfferich das Bleigewicht der Kriegskosten für die fommenden Jahrzehnte mit sich zu schleppen haben. Für piele und verzweifelt, von den Deutschnationalen betrogen und ver Jeht stehen die deutschen Sparer und Gläubiger ruiniert laffen am Grabe ihrer legten Hoffnungen. Für 20 000 oftafrikanische Soldaten und Träger 12 millionen als 100 prozentige Aufwertung. Hunderttausende, wenn nicht millionen von Deutschen Sparern und Gläubigern 140 millionen als fünfprozentige Aufwertung! Und auch das erft durch das unaufhörliche Drängen der Sozialdemokratie. Dr. Luther, das jetzige Haupt der deutschnationalex Regierung, der sich rühmt, der Bater der 3. Steuernotserordnung zu sein, hatte mit diesem Gelek einen glatten Strich burd) alle Ansprüche aller Anleihebefizer gemacht. Die neue Re gierungsvorlage will für die Anleihebesiyer eine Aufwertung von ganzen 5 Brez. bringen, und diese Gabe glaubte der höchste Justizbeamte des Reichs, Reichsjuftigminister Fronten mit folgender Hymne einleiten zu dürfen: „ Die Reichsregierung ist sich bewußt, daß die Aufwertungsfrage weder eine reine Rechtsfrege, noch eine rein wirtschaftliche Frage ist. Sie geht vielmehr davon aus und ist davon überzeugt, daß es gilt, das Streben nach höchster Gerechtigkeit mit der Berantwortung für ben wirtschaftlichen Fortbestand und den wirtschaftlichen Aufstieg unferes Baterlandes zu verfähnen. Die Reichsregierung betrachtet tie Aufwertungsfrage vor allem aber auch als eine foziale Frage von höchster Bedeutung sowie als eine Frage der Ethit. Sie ist der Ueberzeugung. daß die Aufwertungsfrage zu einer Schicksalsfrage des deutschen Bolkes zu werden droht, wenn bei ihrer Lösung nicht alle Gesichtspunkte: Recht und Sittengeset, Wirtschafts- und Sozialpolitik in gleichem Maße Berücksichtigung finden." Demgegenüber werden die verzweifelten Sparer und Gläubiger es mit dem alten Sprichwort halten: Schöne Worte helfen nicht, wo von Werfen nichts geschicht." Und was die Werke betrifft, so wird sicher manch einer von den deutschen Sparern die Askarivorlage mit der Aufwertungsvorlage vergleichen und in den Stoßseufzer ausbrechen: Wenn ich doch ein Astari wäre! Notleidende Fürsten. Es gibt doch noch Richter! Koburg, 20. Juni.( TU.) Durch deutsche Reichsgerichtentscheidung hat der Herzog von Roburg- Gotha einen langjährigen Prozeß gegen den Staat Gotha gewonnen, wonach ihm u. a. wieder Schloß Reinhardsbrunn, Schloß Friedenstein in Gotha, das Museum, die Sternwarte in Gotha und fieben Oberförstereien zufallen. Diese Besitztümer waren dem Herzog auf Grund des Domänenteilungsgesetzes von 1905 als Hausfideikommiß zugesprochen. Nach der Revolution hatte jedoch der Staat Gotha durch ein Ratifikationsgefeß den Herzog enteignet. Die Aufwertung der Anleihen. Aus den Beratungen des Reichstagsausschusses. Am Donnerstag hat der Aufwertungsausschuß mit der Beratung des Gefeßentwurfes über die Ablösung der öffentlichen Anleihen begonnen. In der Generaldebatte erklärte der Reichsfinanzminister von Schlieben, daß angesichts der Finanzlage des Reiches es unmöglich sei, die Aufwertung der Anleihen für die Zukunft noch offen zu lassen. Es müsse jetzt eine endgültige Regelung getroffen werden. Abg. Best verlangt die Anerkennung der Reichsschuldenlast in voller Goldmarthöhe und Beschaffung der Mittel durch Be Steuerung der Geldentwertungs- und Spekulationsgewinne. Dr. Rademacher( Dnat.) verteidigt die Herabsegung der Anleihe nach den Vorschlägen des Entwurfes und verweist auf Frankreich und Italien, wo man sich auch mit einem 70-80prozentigen Verluft abfindet. Abg. Keil tritt für die energische Besteuerung der Nußnießer der Inflation und derjenigen Kreise ein, die trog Inflation ihr Vermögen erhalten fonnten. Am Freitag wurde der Reichsbantpräsident Dr. Schacht vernommen. Dr. Schacht erklärte, das Reichsbankdirektorium habe stets einstimmig jebe Aufmertung der privat- recht lichen wie ber öffentlich- rechtlichen Ansprüche, weil fie zu einer ungeheuerlichen Belastung der Wirtschaft führe, abgelehnt. Es habe aber nie verkannt, daß das Reich soziale Pflichten gegenüber den verarmten Gläubigern zu erfüllen habe. Wenn man von Treu und Glauben spreche, so sage er, der Arme sei zu schützen, nicht das Brinzip. Der Kredit des Reiches im Ausland würde durch die Nichtaufwertung in feiner Weise berührt. Was die Wirkung im Innern betreffe, so werde eine höhere Aufwertung der privatrechtlichen Forderungen wohl die Neigung stärfen, verfügbare Rapitalien lieber Brivaten als dem Reich zu geben. Hieraus ergäbe fich aber nicht die Erhöhung der Aufwertung der öffentlich- rechtlichen Ansprüche, sondern die Herabsehung der privaten. Wenn man schon aufwerten wolle, so dürfe nur der Dauerbesih berüdfichtigt werden, sonst bemächtige fich sofort die Spetulation der aufgewerteten Papiere. Die Regelung müsse auch auf lang Frist geschehen. Die Scheidung zwischen Alt- und Neubesig sei nicht gerade unmöglich, aber sehr schwer durchzuführen. Auf die Anfrage des Abgeordneten Freiherrn v. Richthofen, wie der Reichsbantpräsident den Vorschlag einer alternativen Regelung beurteile, die dem Gläubiger die Wahl laffe zwischen der Aushändigung der Ablösungsanleihe mit Beteiligung an der regelmäßigen Auslosung und der Eintragung des verzinslichen An spruchs in Höhe von 25 Proz. ins Reichsschuldbuch, erflärte Dr. Schacht, daß er | mit ja, fügte aber hinzu, daß selbstverständlich für die Armen hätte gesorgt werden müssen. So gut wie zahllose Familien sich damit abfinden müssen, daß ihre Angehörigen im Krieg erschossen oder ihre Häuser zerstört worden seien, müsse man sich auch mit den Aus mirfungen der Inflation abfinden. Die Frage des Abg. Sergt ( Dnat.), ob Dr. Schacht glaube, daß man den Neubelih ganz ftreichen Fönne, beantwortet dieser im bejahenden Sinne. Finanzminister v. Schlieben machte dagegen gewisse Bedenten geltend in Rücksicht auf das Verhalten der Banten und des Auslandes. Im weiteren Verlauf der Debatte wandten sich die Bertreter des Finanzministeriums und die Abgg. Emminger und ergt gegen den vorliegenden Antrag des Abg. Dr. Best, der die unbeschränkte Anerkennung der Reichsanleihen in ihrem Goldmartbetrag verlangt und eine von Jahr zu Jahr festzusehende Berzinsung vorsieht, zu deren Gunsten verwendet werden sollen der Ertrag einer Vermögenszuwachssteuer, der Steuern auf Notgeld- und Holzverkauf gewinne und die Hälfte der dem Reich von der Reichsbahngesellschaft zufließenden Dividenden. Dr. Best verteidigte seine Borschläge ausführlich. Dr. Hergt( Dnat.) lehnt eine Bermögenszuwachssteuer ab. Etwa in zwei Jahren könne man sich mit der Sache wieder befassen. Keil( S03.) erklärte die Zustimmung seiner Freunde zu diesem Antrag und ihre Stimmenthaltung gegenüber dem Antrag Best. Die endgültige Entscheidung werde nach der Fraktionsberatung in der zweiten Lesung erfolgen. Die Ausschließung des Neubefizes von der Aufwertung unterstützte Kell. Für die Annullierung von 95 Proz. der Vermögensansprüche der Altbefizer sollten die Rechtsparteien als die eifrigen Berteidiger der Eigentumsrechte die Berantwortung tragen. Der Konkurs, in dem sich das Reich nach den Erklärungen verschiedener Borredner befindet, sei ein falscher Konkurs, folange man den Teil ungeschoren lasse, der in der Zeit der Not des Boltes für sich errafft habe, was nur möglich war. Bei der Abstimmung wurde der Antrag der Rommunisten gegen die Stimmen der Antragsteller und Sozialdemokraten abgelehnt, der Antrag Best gegen die Stimmen des Antragstellers gleichfalls abgelehnt. Bei der Abstimmung enthielten sich Sozialdemokraten und Kommunisten der Stimme. Sozialdemokratische Anträge. In der Sonnabendfizung des Aufwertungsausschusses brachten die sozialdemokratischen Bertreter grundlegende Anträge ein. Diese Anträge bezwecken: 1. den Ausschluß des faft durchweg im Wege der Spekulation erworbenen Neubefihes von der geplanten Umwandlung; 2. die Umwandlung der Reichsonleihen nicht auf 5, sondern auf 20 Pro3.; 3. Berzinsung der auf 20 Pro3. herabgefehten Schuld mit 5 Broz. Erhöhung des Zinssages auf 25 Broz, wenn das Eintommen des Gläubigers einschließlich seines Rentenbezugs 1600 m. nicht übersteigt. Berneinung des Rentenanspruchs, soweit das Einkommen einschließlich der Rente 10000 m. übersteigt. 4. Tilgung der umgewandelten Anleihe binnen 40 Jahren durch Auslosung. Der Gläubiger mit einem Einfommen unter 1600 m. tann auf sein Auslosungsrecht verzichten zur Erlangung einer um 5 Proz., wenn er über 60 Jahre alt ist, einer um zehn Prozent höheren Rente. 5. Dedung des zur Durchführung dieser Grundsäße erforderlichen Bedarfs durch eine Sondersteuer von den Bermögen, die in der Kriegs und Nachkriegszeit neu entstanden sind, einen 3uwachs erfahren oder sich nicht wesentlich vermindert haben, und von den Gewinnen aus Grundstüdsveräußerungen. Die Anträge wurden von den Abg. Reil und Dr. Beber begründet. Mit zur Debatte stand ein Antrag Freiherr von Right hofen( Dem.), der die Vorschläge der Kompromißparteien in der weise erweitern will, daß auf Antrag des Gläubigers ein Anspruch von 25 Proz. seiner Anleihe mit einer 2½ prozentigen Berzinsung in das Reichsschuldbuch einzutragen ist. Die Tilgung dieser Schuldbuchanlethe foll am 1. Januar 1926 mit 1 Broz. beginnen. Nach langer Debatte, in der sowohl die jozialdemo fratischen Anträge wie der Antrag Richthofen von den Ber tretern der Regierungsparteien und dem Minister v. Schlieben nisten, die Volksparteiler Gildemeister und Heine und der Zentrumsabg. Roß. Ueber die sozialdemokratischen Anträge wird im weiteren Verlauf der Beratungen, die am Dienstag fortgesetzt werden, abgestimmt werden. Bulgarische Schandwirtschaft. Kennzeichnung durch die britische Arbeiterpartei. Condon, 20. Junt.( Eigener Drahtbericht.) Der Fraktionsvor stand der Arbeiterpartei im Unterhaus hat folgende Resolution angenommen: Die britische Arbeiterpartei hat mit schmerer Besorg. nts Berichte, aus Bulgarien zur Kenntnis genommen, aus denen hervorgeht, daß sich die Verfolgungen und Anklagen nicht nur auf Bersonen erstrecken, die in einer wenn auch nur entfernter Verbindung mit Organisationen stehen, die gewaltsame Attionen propagieren, sondern daß auch gegen Personen vorgegangen wird, deren einziges Verbrechen es ist, daß fie andere Meinungen politischer Natur als die von der Regierung vertreten. Die Arbeiter. partei stellt fest, daß auf Grund einer Mitteilung General Boltoffs, des bulgarischen Kriegsministers, noch immer nicht weniger als 3194 Personen gefangen sind und auf ihre Aburteilung warten. Die strengen Urteile, die über politische Gefangene verhängt worden sind, und insbesondere die Einschüchterungspragis der bulgarischen Staatsanwaltschaft gegen politische Gegner hat in der Arbeiterschaft große Erregung hervorgerufen. Im Interesse des guten Rufes der bulgarischen Regierung und der Ermöglichung des„ guten Willens" bei deren politischen Gegnern, betont die britische Arbeiterpartei die dringende Notwendigkeit einer humaneren Behandlung und eines humaneren Gerichtsver. fahrens für politische Gefangene und spricht die Hoffnung aus, daß die gefeßliche 3ivil verwaltung in Bulgarien bald wieder hergestellt werden wird. Stresemann hat um Aufklärungen gebeten. Sie erfolgen schon hente. Mitteilung hat Herr Stresemann in ben beiben Unterredungen Paris, 20. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Nach einer offiziösen mit dem französischen Botschafter auf gewisse Untlarbeiten in der franzöfifchen Note hingewiesen und um Auftlärung darüber gebeten. Die deutschen Anfragen hätten bereits gestern im Quai d'Orsay Gegenstand einer aufmertfamen Prüfung gebildet und die französische Antwort darauf würde wahrscheinlich hon heute den Weg nach Berlin machen. Auch an den hiesigen zuständigen Stellen erklärt man die Aufnahme, die die französische Note in Deutschland gefunden habe, als nicht ungünstig und verweist dabei im besonderen darauf, daß troß der gemachten Reserven die Gesamtheit der deutschen Bresse der Fortsetzung der eingeleiteten Diskussion das Wort rede. Der Friede, wie ihn Polen auffaßt. Warschau, 20. Juni.( WTB.) Außenminister Strzynsti fegte in der auswärtigen Kommission des Sejm die Ansicht der polnischen Regierung über die französische Garantiepaftnote aus. einander. Für Bolen sei unabänderlicher Grundfaß die unbe. rührtheit der Fridensverträge, den gegenwärtigen Moment fönne man in der langen Periode der Sicherheitsver handlungen als günstigen Augenblid bezeichnen. Frankreich reiche die Hand zum Frieden. Sache Deutschlands sei es jetzt, dieselbe anzunehmen oder abzulehnen. Wenn es die Hand ergreife, tomme es aus der feindlichen moralischen Nachh friegsisolierung heraus und werde Mitarbeiter am Weltfrieden. Deutschland wolle, daß man den Krieg vergeffe, Bolen wünsche das selbe. Um jedoch Helfer und Wächter der allgemeinen Sicherheit und des Friedens zu sein, müsse man aufhören, ein Feind der Berträge zu sein. beurteile. Bielen Gläubigern würde der Spaß lieber sein als die scharf bekämpft wurden, wurde der Antrag Richthofen mit 12 plöglich einer Blinddarmoperation unterziehen. Sein Zustand ist Laube auf dem Dache. Die Frage des Abg. Dr. Wunderlich ( Bolkspartei), ob Herr Schacht die allgemeine Richtigerklärung der Anleihen 1923 für tragbar gehalten habe, beantwortet Dr. Schacht Wiener Musik- Tradition. Zum zweitenmal grüßt Berlin das Wiener Bhilharmonische Orchester. Während des Krieges trug gemeinsame Not, heute trägt gemeinsame Sehnsucht diese Desterreicher nach Deutschland. Der Reichstagspräsident 25 be feierte diesen Gemeinschaftswillen, diese Anschluß- und Berbindungsidee zweier gleichstämmiger Völker mit festen, herzlichen Worten. Dann erst sette Mufiit ein, tlaffische Mufiit, die allen begeistert Gefommenen ans Herz gewachsen ist: Sinfonien Haydns, Schuberts, Beethovens. Kleiber dirigierte ein Ensemble von Musikern, deren Wirten mit großen Namen aus Norddeutschland, mit allen Leistungen größter Rapellmeister verknüpft ist. Ritolai, Edert, Dessoff waren die ersten, die den Wiener Philharmonikern, dem Orchester des Wiener Staatstheaters feine Bedeutung gaben. Dann tam Hans Richter der berühmte Wagner- Dirigent, ans Pult, der zu dem Programm der Klassiker Brahms, Dvorat Strauß hin zufügte. Sein Nachfolger: Mahler, gleichzeitig sein Gegen pol. Dem objektiv ruhigen, doch mit dem Herzen musizierenden Richter, der Brudner zugleich mit Tschaltowsty in ihre Rechte ein. setzte, folgte der verantwortungsvollste und beredteste aller modernen Dirigenten, ein Führer und Meister. von deffen Geist und Stilgefühl noch heute die Philharmonifer zehren, von dem alle, die heute große Geltung haben, abzuftammen scheinen, Walter, Klemperer, Furtwängler, Kleiber. Das größte Wunder blieb dort, mie in Berlin, Ritisch, unerfeßlich, einzig. eingartner steht nun feit einem halben Menschenalter an ihrer Spize und wahrt die Dieses wundervolle Ensemble hat nun auch uns wieder in Begeisterung versezt: Man verkleinert unfere Berliner Philharmonifer, beren momentane Einstellung und fünstlerische Einfühlung in jed. wede Dirigiertechnik von der Welt bewundert wird, nicht, wenn man die Borzüge der Wiener preift. Es ist ein Glanz in ben Streichern, der in aller Fülle und Helligkeit nie übertrieben wirft. Ein Klagen, ein Seufzen, eine Schwingfreudigkeit offenbart fich in Geigen und Bratschen, und die frappierende Gleichförmigkeit der Striche verbeut ficht folche Stimmungen unentwegt. Eleganz ist nicht Oberfläche, schwebende Töne materbrüden nicht die Kraft, die aus dem fatten Rang ber Streicher strahlt. Das Melos ffingt lange nach, es gibt fein Abreißen, faft sind die Pausen selber erfüllt von lebendiger Mufit. Die Instrumente scheinen zu atmen. Wie wenig vordring lic fingen die Celli ihr berühmtes Solo in der Unvollendeten", wie leis und raumend fehen sie alle den Beginn des ersten Sages ein, wie fieghaft, und dennoch wie flingend, ohne Druck steigert fich bas alles! Der Taumel fehlt, die Sinnlichkeit bleibt fraulich, edel, ein Stil der Meifter. Die Bogentechnit ist vorbildlich, so in den Bor fchlägen eines Handnschen Andante, so im tonleitermäßigen Anstieg des Allegro bei Beethoven( 7. Sinfonie). Ein endloser Gesang, felbft in der Dramatit no wesentlicher als die 2tzente. Holz und Btäfer von der gleichen Ammut, doch schon deutlicher in ihren folifti schen Phrasen das Besondere betonend, herrlich Oboe, Klarinette, Baufe( die in der Eleganz unvergleichlich scheint). Ein muster haftes Orchester, dem alle Grade der Dynamit zur Verfügung stehen, die von allen nur im Gefühl stilistischer Verantwortung Gebrauch machen. Ein Piano- Orchester. Biener Tradition: Sanftheit, Schmeicheln, Singen, Bel canto, " gegen 7 Stimmen bei 6 Stimmenthaltungen abgelehnt. Dafür stimmten neben dem Antragsteller die Sozialdemokraten und der Abg. Best, der Stimme enthielten sich die KommuErich Kleiber, unser brillanter Operndireftor, hat nicht das Urempfinden für diese Schlichtheit. Obzwar ein Biener, scheint er zugleich norddeutsche Kraft und norddeutschen Geist in die Partituren einzudrängen. Wenn es wahr ist, daß Nitisch am vollendetften Schubert Unvollendete dirigierte, wenn das der Stil Wiens war, Schubert Unvollendete dirigierte, wenn das der Stil Biens war, so hat Kleiber hier in Dynamit und Klangdifferenzierung, in Tempo und Ausdrud versagt. Vor allem ber zweite Satz lift an unerträglicher Dehnung und an Bointen, die sich mit dem ebenmäßigen Fluß der Melodie schlecht vertrugen. Der Bortrag der Haydnschen Sinfonie und auch Beethovens dagegen ließ neben einer Wohlüberlegtheit den hervorragenden Mufiter neben dem Techniter der Hand den innerlich bewegten Künstler erkennen. Im Menuett Haydns, im Vivace Beethovens trafen sich die Gefühlsschwingungen bes Dirigenten mit der unverrüdbaren Tradition des Meisterorchesters. Rapelle und Kapellmeister wurden stürmisch gefeiert. Rurt Singer. Was hat Amundsen erreicht? Der ungarische Ministerpräsident Graf Bethlen mußte fich befriedigend. Hingegen wird der Zuftand bes greifen serbifchen Ministerpräsidenten Batshits, ber plößlich schwer ertranft ist, als ernst bezeichnet. Doppelfelbft mord", die Jeßner gestern im Shiller. Theater herausbrachte, tft fein sommerlicher Lüdenbüßer, sondern ein Bauernvoltsstüd, eine erfrischende Komödie also, in der es teine Literatenprobleme zu tnaden gibt, sondern wo alles wundervoll unkompliziert abläuft. Im Doppelfelbstmord" behandelt Anzengruber den uralten Zwift zweier Bauerndidschädel, der durch die Dearndl entfacht und durch ein Dearnbl wieder beigelegt wird. Er zeichnet mit dicen Binselstrichen originelle Typen aus dem Gebirgsmilieu. Der Regiffeur Ernst Neubauer, beffen Blanzleistung bei der Methusalem Inszenierung im verflossenen Dramatischen Theater unvergessen bleibt, stellte gestern ein Stüd handfesten Lebens voller Urwüchsigkeit auf die Bühne. Die Wirtshausfzene mit der obligaten Rauferei hatte wirbelndes Tempo. Mar Bohl gab den Hauderer als Griesgrämling, bem nichts recht zu machen ist. Es war eine man tönnte fagen erschütternde Charatter zeichnung eines Menschen, der mit bem Leben abgeschlossen hat. Ihm und der brallen Maria Baubler galt ber reiche Beifall, ber ber Inszenierung gespendet wurde, Dgr. Mönchtragödie. Die Spetulation ber Goethe- Bühne stimmte. Bor 25 Jahren spielte man Die Brüder von Santt Bernhard von Anton Ohorn mit großem Erfolg. Die faiferlich- töniglichen Benfurbehörden von Defterreich legten fogar Wert darauf, fich an dem Stück zu blamieren. Einige beutsche Benforen fanden teine Ruhe und verboten in bundesbrüderlicher Einigteit genau fo wie die Wiener Zenfur. Das Stück des nun schon verstorbenen und beinahe vergeffenen Berfaffers ist natürlich ganz harmlos, durchaus nicht gotteslästernb, sondern im Gegenteil voll von Frömmigkeit. Es wird nur ein wenig in die Gewiffensbiffe des jungen Mannes hineingeleuchtet, der das ewig bindende Mongs gelübte ablegen foll. Das Stid hat schon seine Berbienfte, Bieles ist in Ausdruck und Auffassung veraltet oder gar tot, aber der naive Mann sieht immer noch gern, unter welchen Qualen der Jüngling zu Kreuze friecht. So blieb der Erfolg auch nicht aus. Roald Amundsens Polarflug wäre in geographifcher Hinsicht nur dann ein Erfolg geworden, wenn es ihm gelungen wäre, mit dem Flugzeug jo nahe an den Pol heranzukommen, daß er ihn zu Fuß hätte erreichen tönnen. Das ift, wie man nunmehr weiß, nicht der Fall gewefen. Amundsen ist bis zu 87 Grad 44 Minuten nörd Milicher Breite und 10 Grad westlicher Länge gelangt, also nur 38 mi. nuten weiter nach Norden als Beary bereits im Jahre 1906. Der Bersuch, beim Wiederaufstieg noch weiter gegen den Bol hin vorzu. bringen, war schon dadurch unmöglich geworden, daß bie Hälfte bes Benzinvorrats bereits verbraucht war, und es fonnte fich bei der Wiederflottmachung der Flugzeuge oder eines von ihnen nabes wie auch aus Amundsens Funtbericht hervorgeht, barum handeln, ungefährdet Spitzbergen wieder zu erreichen. Das ist den fühnen Polarfliegern glücklicherweise gelungen. Aber der Zwed des Unternehmens, der bahin ging, ben Nordpol zu erreichen, wurde verfehlt. Wenn Amundsen berichtet, daß er beim Ueberblick über ein Ge. biet von rund 150 000 Quadratkilometer nirgends eine Spur von Land gesehen habe, so bestätigt das eben nur alle bisherigen Erfahrungen und Ergebnisse früherer Nordpolerpeditionen. Im übrigen ist ein Gebiet von 150 000 Quadratkilometern noch nicht ein Drittel von der Größe Deutschlands, alfo feineswegs ein Areal von besonders imposanter Ausdehnung. Doch auch weiter nach Dften und Westen pon feiner Flugroute würde Amundsen gewiß fein Land gefichtet baben. Unflar in dieser Beziehung sind die Berhältnisse in der Arttis lediglich in deren östlichem, übrigens weit größerem Teil, dem Gebiet des Eismeeres zwischen Nordamerika und Sibirien. Dorthin vorzubringen, gehörte aber überhaupt nicht zu Amundsens Absichten bei diesem Polarflug. Man tann zufammen also sagen: was Amundsen gelungen ift, war eine bewundernswerte sportliche Leistung. Was er hat fefiftellen fönnen, wenigstens in geographischer Beziehung, war mit einer fast an Gewißheit grenzenden Wahrscheinlichkeit bereits bekannt. Jeden falls hat er aber bewiesen, daß man mit dem Flugzeug in die Arktis vorbringen tann, wen auch seine Erlebnisse gezeigt haben, daß das einstweilen noch ein recht gefährliches Unternehmen ist. Bauernkomödie im Schiller- Theater. Leopold Jeßner, der Intendant der Staatstheater, legt auch im Sommer nicht die Hände in den Schoß. Budwig Anaengenders pollenhafte Romödie D. 5. Erftaufführung der Woche. Montag Nenaissancetheater: Attaf". In der Bolfsbühne, Theater am Bülowplah, gelangen als nächste Neueinstubierung Die deutschen Kleinfabter, Rustspiel von stobebue, in bollkommen neuer Zegtbear Jeitung zur Aufführung. Regie: Baul Hendels. Das Sommerfest der Gesellschaft der Sturmfreunde findet am 26., abends 7 Uhr, im Stennbahn Restaurant Grunewald( in den Sälen und im Freien) statt. Auskunft durch den Sturm, Lütom 4443. zeigt Gemälde von Salomon Ruisbal, Besne, Neufchatel, Dienbrant u. a. Die Galerie Dr. Goldschmidt- Dr. Wallerstein, Schöneberger Ufer 36a, sowie gotische Holzstulpturen und Renaissance- Brongen; in der Abteilung für moderne Stunft Berte von Camoin, Czobel, Qedel, Rotojala, Nolde, Schmidt- Rottluff und Stüdemann. Ein tühnes Meliorafionsprojeff für Palästina. Das Tote Meer unb bas al bes Jordan liegen, wote befannt, 394 Meter unter dem Spiegel des mittelländischen Meeres und find von diesem burd eine Gebirgslette ge trennt. An diefen Umstand knüpft der Franzose 3mbeaug einen Blan von Er will das Baffer des Mittelländischen außergewöhnlicher Sühnheit. Meeres bis zur Baghöhe des trennenden Gebirges heben und es dann in das Zote Meer stürzen lassen; dadurch soll nicht nur eine Kraftquelle ersten Ranges gewonnen, sondern auch der Bewässerung des Landes gedient, ja vielleicht die Schaffung eines Binnenhafens ermöglicht werben. Der Ses Genezareth t babel ole Wafferreferoate gebadj Weltkapital und Marokko-Krieg. Eisenerz und Petroleum als wahre Ursachen. Heber die Borgeschichte des Marokkokrieges schreibt der bekannte sronzösische Schriftsteller Professor FrancisDelaisiin einem Pariser Beamtenfachblatt einen Artikel, der von.Europa-Preß" auszugsweise wiedergegeben wird: England hat einst den Rif in die spanisch« Einfluhzone ein- gliedern lassen. Es wollte nicht, daß die französische Regierung, die offizielle Schutzherrin des Sultans von Fez. in der Nähe von Gibraltar eine Basis für Flugzeug« und Unterseeboote anlegen könnte. die fähig wäre, die Meereng« zu schließen und demzufolge den Weg noch Indien zu versperren. Die Spanler haben das Gefchen angenommen, da in der Nähe von Melilla ein mächtiges Erzlager entdeckt wurde, das vor allem den Grafen von Romonone«, den Präsidenten der liberalen Partei, interessierte, den Chef der großen Metallfabrit „Figuerva*. den spanischen Ereusot. Unglücklicherweise interessiert« sich für dieses Eisenerz«benfall» eine mächtige französische Finanzgruppe, die einst von dem verstor- denen Kriegsminister E t i e n n e gegründet wurde. Und jedesmal, wenn die spanischen Soldaten Miene machten, nach dem Innern des Landes vorzudringen, erhiellen die Eingeborenen über die algerische Grenze im Ueberfluß gute französisch« Gewehr« und au»- reichende Munitionssendungen, mit Hilf« deren sie den Eindringling siegreich zurückschlugen. Schließlich hatte der Diktator Primo de Rivera beschlossen, auf die friedliche Durchdringung zu verzichten. Aber im Interesse der Sicherheit Spaniens— und besonder, England»— dursten die Franzosen den geräumten Platz nicht einnehmen. Als es dann hieß, die Kampffront zu räumen, Neßen die fpanifchea Truppen, auf ausdrücklichen Befehl hin. in guter Ordnung ihr ganze» Kriegsmaterial, einschließlich der Munition, den Feldlager- beständen und gewissen Teilen der Uaisormen am Platz. Abd el Krim brauchte sich nur die Müh« zu geben, dies« reich« Beut« auf» zulesen: er fügte diese spanischen Gewehr« seinen französischen Ge- wehren hinzu und bediente sich ihrer, um wirkliche Regimenter zu bilden. Sein Erfolg verschaffte Ihm große» Ansehen in der muselmanischen Well: es wurden Opfersammlungen für ihn in allen Moscheen veranstaltet. Indessen hätte er sich vielleicht damit zufrieden gestellt, Sultan des Rifs zu sein, wenn nicht die Petroleumkönige«in- gegriffen hätten. Seit zwei Iahren habe« die Austundfchaster der verschiedenen Trust» auf dem Südobhang de« Rif», im Norden der Straße von Fez nach Taza, zahlreich« Petroleumquellen«nt- deckt. Daraufhin ließ zu Beginn de» Jahre» 1324 der Marschall L y a u t e y. mit der Genehmigung de» Herrn Poincarä, dies« ganz« Gegend besetzen und er stellte eine Postenkette auf, unter deren Schutz die Bohrungen unternommen werden konnten. Kürzlich erst noch hat ein Pariser Bankier, der Bertreterr der Royal Dutch ist, in Begleitung eines amerikanischen Finanzmannes ein« Reis« nach 'Marokko unternommen. Diese Gegend liegt in der Frankreich durch Verträge zugesicherten Zone. Die Eingeborenen, die noch nie auf den Sultan von Fez hörten, wurden nicht vorher um ihre Meinung befragt. Daraufhin wandten sie sich an Abd el Krim, der sich seiner Spanler entledigt hatte. Auf sein Signal erhoben sich die unterdrückten Stämme im Rücken der französischen Posten. Man sprach vom ersten Schlag. Aber seit Sll Tagen steten Gefechts dauert der Kampf immer noch an. Er wäre bereit» be- endet, wenn Abd«l Krim nicht in überreichem Maße mit Waffen und Munition beliefert würde. Werihm dasalle» liefert? Geschäftemacher aller Nationen, die in den Manufakturen Europa» Gewehre alten Modells zu niedrigem Prei» einkaufen und zu Gold- preisen weiter verkaufen. So fand man im Rifgebiet zahlreich« verbesserte Gras-Gewehr«, die von einer französischen Firma au» der Avenue de l'Opära in Pari« dorthin geliefert, wurden. Diese Tatsach« ist bekannt; aber man konnte gegen niemand eine Strafverfolgung einleiten, denn die Lieferungen erfolgten mit der Erlaubnis der französischen Regierung, und zwar unter Poincart, zur Zeit, da es sich darum handelte, die Spanier zu vertreiben. Wer streckt aber die Geldmittel für derartige«akäufe vor? Es sind große europäische Gefellschaften, die Abd el Krim große vor- schüsse gewähren ans spätere Konzessionen aus die Eisenerzlager und Petroleumquellen hin. Auf diese Weise gelangen Waffen und Munition aus vollbeladenen Schiffen in die Häfen der Küste nördlich von Lorach«. Einig« französische Torpedoboote genügten, um diesem ganzen Schleichhandel ein Ende zu bereiten. Frankreich hat aber an den Küsten der spanischen Zone keine Polizeigewolt. Es muß daher mit der Regierung von Madrid verhandelt werden, die natürlich nicht verfehlen wird, als Gegenleistung einig« Borteile in Marokko oder sonstwo zu fordern. Man wandte sich an den Völkerbund. Da ereignet« sich ober etwa» Eigenartiges: Auf der kürzlich in Genf staUgefundenen Konferenz für die Einschränkung de» Waffenhandel, forder- ten die englischen Delegierten, daß der Waffenhandel für ge- wisse Küsten Indiens verboten würde, weil man dort«in« Volk»- erhebung fürchtete. Die Vertreter Frankreich» hießen die« so» fort gut, aber sie verlangten, daß die gleich« Maßnahm« für dt« Küsten Marokkos getroffen würde. Die Engländer antworteten, daß dies nicht das gleiche sei. Es genügt aber nicht, Abd el Krim am Uergha im Zaum zu halten, denn der Kampf könnte auf diese Weis« ewig weiter dauern. Gleichfalls wäre es falsch. Ihn in sein Gebirge zu verfolgen, bi» er sich ergibt, denn dies hieße die Verträge übertreten und England vor den Kopf stoßen. Das einfachste ist. ihn zu entwaffnen und sich zu diesem Zweck« an seine Geldmänner und seine Waffenlieftranten zu wenden. Frankreich benötigt da» Eisenerz de» Rif» nicht; es besitzt dessen genug in Lothringen und in Algerien, ja mehr sogar, als es verbrauchen kann. Es benötigt gewiß des Petroleums: da es aber kein Speziolwerkzeug zu dessen Ausarbeitung, noch Techniker und Kapikal besitzt, ist es unnütz, daß e» einen kostspieligen Krieg für die großen Petroleumgesellschasten. die Royal Dutch und die Standard Oil. führt. Es muß das Recht auf Verhinderung des Waffenhandel» an der marokkanischen Küste erreicht werden: für den Rest gill e». sich von den Einflüssen der Petroleum- und Eisenerzjäger freizumachen. Dem französischen Volke wird pathetisch«ingeredet, die Ehre Frankreichs und die Zukunft ganz Nordafrikas stehen auf dem Spiele. Die Wahrheit ist viel einfacher und marxi» stifcher._ Der deukfchösterreichisch« Gesandte Riedl überreichte gestern dem Reichspräsidenten sein Abberufungsschreiben. E» wurden beiderseits herzlich« Ansprachen gewechselt. Gesandter Riedl wies auf die Stammesgleichheil, Kulturgemeinschaft und die 1000jährige gemeinsame Geschichte beider Länder hin und schloß mit dem Wunsche, daß e» seinem Nachfolger vergönnt sein werde, daß zu vollenden, was er nur vorbereiten konnte.— Der Reichspräsident dankte ihm und sprach sein Bedauern über das Scheiden diese» zu- verläjjigen Freunde» Deutschland» von seinem Posten au«. Wen gehört das Stadion? Dom Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen, Generalsekretär D i e m, wirb uns geschrieben: Auf die Notiz,„Wem gehört das Stadion?', in der ersten Bei- lag« der Nummer 285, vom 19. Juni, erlauben wir uns mitzuteilen, daß der Besitzer des Grundstücks die preußische Forst« v e r w a l t u n g ist, die die Gesamtfläche des Rennbahngeländes an den Berliner Rennverein auf dreißig Jahre verpachtet hat. Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen übernahm als Unter- Pächter des Rennvercins den Teil des vom Stadion bedeckten Geländes für die Vertragsdauer und errichtete dort das Deutsche Stadion. Die Mittel zum Bau wurden in Höhe von 214 Millionen Goldmart in privaten Kreisen aufgebracht und diese sind vom DRA. zurückgezahlt worden. Irgendwelche öffentliche Mittel von Reich, Staat oder Stadt sind zum Bau des Stadions nicht v e r- wendet, dagegen sind vor dem Kriege dem Deutschen Reichsaus- schuß für Leibesübungen aus dem Dispositionsfonds des früheren Kaisers und aus den Mitteln des preußischen Staates nach Fertig- stellung des Baus Beiträge für die Unterhaltung des Stadions ge- zahlt worden, die zweimal zusammen 25 000 M. betrugen und später geringer wurden. Im vergangenen Jahre hat das Reich 3000 DIL, der preußische Staat 2000 M., die Stadt Berlin 500 M. für die Unterhaltung des Stadions gezahlt. Als Gegenleistung wurde das Stadion in entsprechendem Umfange unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Unterhaltungskosten des Stadions betrugen inz Geschäftsjahr« 1324 im ganzen 123124 M., die Einnahmen nur 83 338 M. Zuschuß des DRA. 39 725 M. Danach wird man im ganzen sagen können, daß der DRA. das Stadion aus privaten Mit- teln erbaut hat und es auch privatim unter erheblichen Iahreszu- fchüffen erhält. Dessen ungeachtet betrachtet er diese feine Einrich- tung als eine gemeinnützige Anstalt, die allen Kreisen des Volkes, nicht nur seinen Mitgliedern, zur Verfügung steht. Infolgedessen gibt er es in jedem Jahr« unter den gleichen Bedingungen, die er auch seinen Mit- gliedern auferlegt, den Berliner Arbeiter-Zurn- und Sportvereinen für ihre Veranstaltungen und auck für die wochentägllchen Uebungen. Da» Arbeitersportfest am 28. Juni im Stadion ist die fünfzehnte der dort im Laufe des Be- stehen» abgehaltenen Arbeiteroeranstaltungen. Die im Stadion ent- ttandene Deutsche Hochschule für Leibesübungen und auch deren Boltshochschulkurse stehen aleicyfalls der unbeschränkten Oeffentlich- keit zur Verfügung, ebenso wie eine Reihe von Gemeinde- und höheren Schulen das Stadion unentgeltlich benutzen dürfen. In gleichem Sinne wird auch die Verwendung des Erweiterungsge- lände», für das der Reichstag dankenswerterweise eine Million Mark Baukojtenzuschuß bewilligt hat. vor sich gehen.— Wir hoffen, hiermit die erbetene Antwort gegeben zu haben. Großfeuer in öer Nitterstraße. Zwei Feuerwehrleute verletzt. Ein Großseuer, dessen Löschung mit erheblichen Schwierigkeiten und befonderea Umständen verbunden war. beschäftigte heute früh lange Zei« die Berliner Feuerwehr in der Ritkerstraße 4» an der Alken Zakobstraß«. Die Feuerwehr wurde um 4 Uhr alarmiert. Als die Haupt- wache an der Brandstelle ankam, fand sie schon einen ausgedehnten Brandherd vor. Die Flammen schlugen bereits hell und mächtig aus dem zweiten Stock des Ouergebäudes bis zum Dach des d r e i- stöckigen Geschäftshauses empor. Sämtlich« eisernen Türen waren fest verschlossen und zum Teil mit dicken eisernen Stangen oerriegelt. Ueber drei mechanische Leitern und mehrere Haken- und Steckleitergänge wurde von außen, und zwar vom Vorderhause Nr. 45 und vom Seitenflügel des Nachbargrundstück» Nr. 44 sowie vom zweiten Hofe des Grundstücks Nr. 45 vorgegangen, bi» es mit vieler Müh« gelang, die eisernen Türen mit Brecheisen und Aexten zu erbrechen. Das Feuer wütete unter erstickender Oualmentwicklung im 2. und 3. Stock des Ouergebäudes und dem an- schließenden linken Seitenflügel auf dem ersten Hofe und dem rechten Seitenflügel auf dem zweiten Hofe. Mit 3 L- und 12 C-Rohren wurde unausgesetzt gelöscht. Das wirkte. Das Feuer war voll- ständig eingekreist. In Strömen ergoß sich das Wasser bis um ß Uhr in die brennenden Geschosse. Die Aufgänge und Höf« standen unter Wasser. Trotzdem konnte bei der Ausdehnung und Größe des Brandes nicht verhindert werden, daß der Dachstuhl de» Ouergebäudes von den Flammen ergriffen wurde und die H o l z- decke« des fönst ganz modernen Geschäftshauses an mehreren Stellen vollständig durchbrannte». Wären massive Zwischendecken vorhanden gewesen, hätte die Feuerwehr das entfesselte Elemente zweifellos auf ein Stockwerk beschränken können. Das Fehlen der Schlüssel zu den vielen eisernen Türen erschwerte das Vorgehen der Feuerwehr ungemein. Auch b e i anderen Bränden hat die Feuerwehr nicht sofort mit allen Kräften löschen können, weil fest verschlossene eiserne Türen erst aufgebrochen werden mußten. Solchen Schwierigkeiten müßte in Zukunft begegnet werden. Ausgekommen ist der Brand vermutlich schon am Freitag abend in der Germaniadruckerei und Papierwarenfabrik von Otto Scholz aus nicht zu ermittelnder Ursache. Während des Brandes entdeckten die Feuerwehrmänner im 3. Stock des rechten Seitenflügels, unmittelbar über dem Brandherd von Flammen schon bedroht, ein eisen, es Faß mit 200 Liter Inhalt. Sofort wurde es dauernd unter Wasser ge- halten und dadurch großes Unheil verhütet. Um 6 Uhr war die Macht de« gierigen Elements gebrochen. Langsam gingen die Flammen zurück. Zwei Stunden später konnten die sieben Züge durch andere abgelöst werden. Bei der Ablöschuna des Fobrikbrandes in der Ritterstraße 45 ereigneten sich gegen 8 Uhr noch zwei Anfälle an verschiedenen Stelleu hintereinander. Der Feuerwehrmann Z i e r a ch, v am 1. Zuge, stürzte durch das brennende Teerpappdach des Unken Seiten- flügris in ein Atelier und mußt« nach dem Urban-Krankenhaus ge- bracht werden, wo man Verletzungen an den Händen und am Kopfe feststellt«. Der Feuerwehrmann Schmidt, vom 11. Zuge, erlitt durch kochende» Wasser Brandwunden und mußte sich schleunigst in ärztlich« Behandlung begeben. DaS Wetter in de« nächsten Tagen. Die gestern nachmittag«insetzende Erwärmung und Aufheite- rung hat«in schnelles Ende genommen Bereit» in den Nachtstun- den setzten wieder Regenschauer ein, die sich bei abwechselnder B«> wölkung und Aufheiterung heut« forffetzen werden. Auch von den Küstengebieten wird regnerisches Wetter gemeldet. An einigen Stellen soll der fett Tagen herrschende Wsnd zu orkan- artigen Stürmen übergegangen sein. In den Ceblrgsorten ist die noch vor acht Tagen herrschende Hitze gleichfalls einer Temperatur gewichen, die alles andere als sommerlich bezeichnet werden kann. Während in Berlin die Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad schwankten, waren dort solche von 1 und 0 Grad zu verzeichnen. Der amtliche Wetterdienst teilt noch folgendes mit: Für Berlin und Umgegend ist für den morgigen Sonntag weiter unbeständiges Wetter mit leichten Regenfällen zu erwarten. Auch die Wetterausstchten für das übrige Deutschland besagen, daß das über un» lagernde Tief nur langsam südwärt» zieht und da» kühle un- freundlich« Wetter bei weiterer Neigung zu Niederschläge» andauern wird.___ „Fest der Schulen" in Wilmersdorf. Dieses„Fest der Schulen', das am 15. Juni mit Der- anstoltungen der Volksschulen 8 und 9, und der Mittelschule I des Bezirke, Wilmersdorf begonnen, und am Sonntagnachmittag durch ein gemeinsames Sport- und Spielfest auf dem Sportplatz in der Retnerzstraß« beendigt wurde, ist eine gute pädagogische Leistung gewesen. Ob dies Gebotene geschmackvoll, die Regie des Ganzen zu gedehnt und zu wenig konzentriert war oder nicht, Ist im Hinblick auf eines von nebensächlicher Bedeutung. Sämtliche Wilmersdorfer Schulen: Volksschulen, Realschulen, Lyzeen und Gymnasien haben sich hier zu gemeinsamem Wirken zusammengefunden. Erwähnt seien: der Unterhaltungsabend(Prolog, Chöre, Orchester, Della- mation, Reigen, Theaterdarbietungen) der Volksschule 15 und des Grunewaldgymnastums. Im Bismarcklyzeum fand am Dienstag ein S o m m e r j e st des Lyzeums, der Voltsschule 15 und des Grunewaldgymnastums statt. Hier war das Programm etwas zu vielseitig. Volkstänze, Chöre, Kabarett. Kino und Jazz gaben ein etwas buntgewürfeltes Mosaik. Immerhin war der Versuch inter- essant und insofern durchaus bearüßenswert, als er die Jugend aus der verlogenen Sentimentalität der in der Schulliteratur leider nur zu oft gepflegten Tränendrüsenlyrik in das starte Wesen modernen Zeitempfindens und den Rhythmus unserer Tage Überleitete. Die Mittelschule II veranstaltet« am Dienstag die Aufführung der „Gänsehirtin am Brunnen' von Emma Sauerland. Da» schön« Grimm-Motiv von dem perlenweinenden Königskind, das der rauh« König verstieß, war hier zu einem Märchenspiel verwandt worden. Da» Sportfest am heutigen Nachmittag, das den Abschluß der Festwoche bildet, wird der Jugend Gelegenheit geben, sowohl ihre sportliche Tüchtigkeit als vor allem ihr« Geschicklichkeit und da» Gefühl für Rhythmus zu erweisen. Der Ucberschuß der Festwoche Soll zur Schaffung eines gemeinsamen Sportplatzes der Wilmers- wrser Schulen verwandt werden. Der Siebeoftaateafiug öer deutschen presse. Da» große Iunkers-Berkehrsslugzeug ist heute morgen mit allen vorgesehenen Teilnehmern an Bord zum Siebenstaatenslug der Deutschen Presse ge st artet. Auf dem Tempelhofer Feld hatte sich trotz des leicht einsetzenden Regen» eine Anzahl Zuschauer eingefunden. Um 8.50 Uhr hob sich da» Flugzeug, da, von einem der besten deutschen Lertehrsflieger. Horn, gefahren wird, in die Lüfte. Außer dem Flugzeugführer befindet sich noch ein Obermonteur an Bord. Sowohl Fachleute wie Teilnehmer sind der Ueberzeugung, daß der 4000.Kilometer-Flug ohne Störung von- statten gehen werde. Der Fwg wird in der Geschichte des Deutsche» Verkehrswesen» einen wetteren Markstein bilden. DaS Recht auf die Dachantenne! E» ist immer noch die falsch« Ansicht in den Bermietertreisen verbreitet, daß die Anlegung einer Dach- oder Hochantenne von der Genehmigung des Hauswirt» abhängig zu machen sei. Um in der Ausbreitung des Radios Störungen und Ungelegenheiien zu vermeiden, und insbesondere, um dl« Hauswirte vor unnötigen Kosten und vor Rechtsstreiten zu bewahren, wird ausdrücklich daraus hin- gewiesen, daß u. a. das Amtsgericht Berit n-Weißensee und in Bautzen als auch das Kammergericht Berlin bereits Entscheidungen dahin getroffen haben, daß der Mieter auf die Dachantenne ein Recht hat, und daß er nur ver- pflichtet fft, dem Hauswirt da» Anbringen einer Dach- bzw. Hoch- antenne mitzuteilen. Die Erteilung einer ausdrücklichen Ge- nehmigung des Hauseigentümer» erachtet das Gericht nicht für erforderlich._ Der kaufmännische Einkäufer der Schnpo. Ein technischer Beamter der Schutzpolizei, der Polizeileutnant Georg Mehlhaase, stand vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte unter der Anklage der passiven Bestechung. Staatsanwalt:.Wenn Sie, Angeklagter, in einer leitenden Stellung bei der Schutzpolizei tätig sind und Automobile für deren Kraftwagenp<"-k einkaufen sollen, so dürfen Sie doch von der Lieferfirma keine Schmiergelder annehmen.'— Angeklagter:.Ich Hab« mich eigentlich gar nicht al» Beamter, sondern mehr al» den kaufmännischen Ein- käufer der Schutzpolizei betrachtet.' Hierzu bemerkt der Vorsitzende, daß der AngeNagte niemals«ine Zuwendung v»n etwa 3000 Mark erhalten hätte, wenn man ihn nicht als Beamten ange- sehen halte. Ein als Zeuge geladener Angestellter der Lieferfirma .Jnkra' verweigert« die Aussage, weil er sich selbst schuldig fühlte. Da» Gericht ließ in der Sache größte Mild« walten und erkannt« gegen Mehlhaase aus eine Geldstrafe von 1500 Mark bzw. für je 50 Mark einen Tag Gefängnis. ver Mord an der Seaka Eckert. Immer noch harrt der Mord an der 10 jährigen Schülerin Senta Eckert seiner Aufklärung. Auf die Ergreifung deS Täters ist. wie wir jetzt erfahren, eine Belohnung von 8 000 M. ausgesetzt. In den nächsten Tagen werden an den Anschlagsäulen die roten Mordplakat« er« scheinen und der Oeffentlichkeit nochmal» die Fragen vorlegen: Wer hat die Genta Eckert am Montag, den 8. Juni, gesehen? Ist sie in Begleitung eine» Manne« gewesen? Wo hat sie die weiß« Spitztfit« mit Bonbon« getauft? All« Mitteilungen nimmt die Mordkommission C. T. SSerneburg-Slbrecht im Zimmer 80 de« Polizeipräsidium« entgegen. Sommer-Sond«rzug Berlin-Ostsee auch am S. Zull. Wie die Reichszentrale sür Deutsche Verkehrswerbung mitteilen kann, ver- kehrt der bisher nur für den 6. Juli vorgesehene Sommer-Sonderzug von Berlin, Stettiner Bahnhof ab 1.50 nachmittags nach Saßnitz und Bergen-Putbu» wegen starker Nachfrage auch noch am Montag. den 8. Juli. Es bietet sich also Gelegenheit, für diesen Zug bei schleunigster Bestellung der Fahrkarten sich noch Plätze zu sichern. Ein Greis vermißt. Seit einigen Tagen wird der 84 Jahre alt« Pensionär Friedrich Qu an dt aus Charlottenburg, Schillerstr. 90, von der Vermißtenzentrale gesucht. Ouandt ist trotz seines hohen Alter» körperlich noch sehr rüstig, leidet aber zuweilen an geistiger Verwirrung. So ist er am 10. Juni, Mittags um 1 Uhr, von zuhause fortgegangen, ohne zu sagen, wohin. Es kam öfter vor, daß er erst nach mehreren Stunden wiederkehrte, da er weite Spaziergänge liebt«. Alle zweckdienlichen Mitteilungen nimmt die Vermtßten- zentrale, Krinmttnalkommiflar Gahmig im Polizeipräsidium, entgegen._ Revoi veranschlag aus den polnischen Konsul ln Essen. Im polnischen Konsulat zu Wen wurde gestern nachmittag von dem Polen Schaskel Bergier auf den polnischen Vizekonsul Beschowskl ein Revokveranschlag versucht. Bergier, der die polnische Staatsangehörigkeit verloren hat, wurde von dem Vize- konsul in dieser Angelegenheit«mpfangxn und gab im Verlauf« der Unterredung drei Schüsse auf den Bizetonsul ab. Eine Kugel traf diesen in der Bauchaegend. Der Täter versuchte zu entfliehen, wurde aber von herbeigeeilten Bureauangestellten festgehalten und später durch die Polizei verhastet. Der Vizekonsul wurde in» Krankenhau» gebracht. Sein Befinden hat sich inzwischen so gebessert, daß heute Vormittag seine Vernehmung erfolgten konnte. Groß-Serliuer parteinachrtchten. M. Abt. ficute«chmtttao Bft Uhr iftiiabMttwttocituna von Sftofin, Sttoft« U, Hs« Uhr holen Me»öftfsleitet Mc fflUgMStUe von Wiersdorf, Urbansir. 6, ab. Sunnfazialttten.»nenne«iedeeschlnewetbe! Steffen»ur eaunenwenbfeter tan 715 Uhr om flöntfloplosi. Rote Fahnen und Znstrmnente mitbringen. Spott. Lincrrk gewinnt das Internationole Sicher-Derby. Am gestrigen Abend tonnte nun endlich das Interna tlo- nale Steher- D er by im Grunewald-Stadton ausgefahren werden. Linart hotte sich beim fliegenden Start wieder den ersten Platz. Im Verlauf de« Rennens zog Sa wall tapfer los und überrundete noch und nach das aanz« Feld— bis er den Motor infolge Rahmenbruchs verlossen wußte. Auch die anderen Fahrer wurden mit Defetten gesegnet, so daß der Belgier, der hiervon ver- schont blieb, leichte» Spiel hatte. D« Ergebnis de» ZotervaNonolen«cher-verbv. Stundenrennen: l. Linart 70.680 Km. 2. Leivanow 70.190 Km. 8. Wegmann 69.600 Km. 4. SrreS 68.230 Km. 8. Welk 68.210 Km. 6. Sicjell«««7.790 Km. 7. Wütig 65.980 Km. t. Sawnll<6010 Km. gesnhren. Gewerkschaftsbewegung Potemkinsche Dörfer in Sowjet- Rußland. Was Fremden gezeigt wird. Unser belgisches Bruderorgan Peuple" veröffentlicht einen Brief des ehemaligen Mitgliedes des Zentralfomitees der Sozialrevolutionären Bartei, Gog, an den früheren Sefretär der Amfterbamer Gemertschaftsinternationole immen. Fimmen hatte nämlich im Herbst 1924 nach seiner Rückkehr aus Sowjetrußland Bunderdinge über die dortigen Verhältnisse zum besten gegeben. Die Kommunisten gingen damals mit diesen Mitteilungen trebsen und brachten sie immer wieder vor, wenn fie Schilderungen, die den wirklichen Tatsachen entsprachen, widerlegen wollten. U. a. hatte er auch von einem angeblichen Besuch bei dem Sozial revolutionär Goz berichtet, den er auf einem wundervollen Gut in der Nähe von Moskau gefunden haben wollte. Bezugnehmend auf einen entsprechenden Artifel vom 15. Januar 1925 im offiziellen Organ der GSowjetregierung Isweftija" richtet nun Gotz einen Offenen Brief an Fimmen, in dem er bestreitet, je dessen Besuch empfangen zu haben. Er nimmt an, daß Fimmen wohl ein falscher Gog gezeigt worden sei, ganz so, wie man seinerzeit Purcell turz nach den Massenhinrichtungen in Georgien das fröhlich tanzende georgische Bolt ge zeigt habe. Gog bestreitet auch, zusammen mit seinen Berwandten je auf einer Billa bei Moskau gelebt zu haben. In Wirklichkeit habe er nur einmal 14 Tage auf einem in ein Gefängnis verwandelten tleinen Gut hinter Gittern und Stacheldraht verbringen dürfen, nach dem seine Gesundheit wie auch die seiner Kameraden durch die unmöglichen Bedingungen des Innengefängnisses der Tscheta fast völlig zugrunde gerichtet worden war. Goß stellt fest, daß die Gruppe der zum Tode verurteilten Sozialrevolutionäre im Laufe von 2½ Jahren 18 Hungerstreits durchgemacht hatten von einer Gesamtdauer von 366 Tagen. Ein jeder von den Berurteilten habe in bolfchemistischen Gefängnissen im ganzen je vier Jahre verbracht und in Gefängnissen überhaupt einschließlich der zaristischen je 12 Jahre. Aus diesen Mitteilungen geht hervor, wie regsam die Bolsche wisten die Tradition des Barismus bewahren. Aber während Botemkin blühende Dörfer vortäuschte, zeigen die Bolschewisten dem staunenden Besucher ein ganzes Bolt, das über seine blutige Unterbrüdung lacht, und einen ausgehungerten Gefangenen, der dabei dick wird. Immerhin also ein Fortschritt" gegenüber dem Barismus. Die Aussperrung der Holzarbeiter. Köln, 20. Juni.( Eigener Drahtbericht.). Nun haben auch die Kölner Arbeitgeber der Holzindustrie nach dem frivolen Beschluß ihrer Zentrale einen Teil der Holzarbeiter auf die Straße geworfen. Die Arbeitgeber von Köln sind nach den Berichten, die der Ber waltungsstelle des Deutschen Holzarbeiterverbandes zugegangen sind, mit sehr gemischten Gefühlen in diese Bewegung hineingeschliddert. Namentlich unter den Tischlermeistern sind zahlreiche Unternehmer über den Aussperrungsbeschluß ihrer Zentrale zur Tagesordnung übergegangen; denn bis zur Stunde find nur etwa 600 Holzarbeiter, also ein Fünftel der in diesem Gewerbe in Köln beschäftigten Arbeiter, ausgesperrt worden. Diese Ziffer wird vielleicht noch eine fleine Aenderung erfahren, aber es steht bereits jetzt fest, daß die Kölner Arbeitgeber der Holzindustrie zum größeren Teil die wirtschaftsschädigende Parole ihrer Zentrale nicht befolgen. Bonn, 20. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Auch hier find die Arbeitgeber nun doch zur Aussperrung geschritten. Allerdings scheint die Aussperrung, die sich auf das gesamte linksrheinische Gebiet er. Strecken foll, nur eine sehr partielle zu sein. In Bonn selbst sind insgesamt 800 Arbeiter ausgesperrt. Elberfeld, 20. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeitgeber haben nunmehr die Aussperrung für das bergische Land vollzogen. Bisher sind nicht ganz 1000 Holzarbeiter ausgesperrt worden. Der Abbauskandal bei der Reichsbahn. Mit der Reichsbahnverwaltung sich noch sachlich über die Notwendigkeit des immer wieder einseßenden Berjonalabbaues auseinanderzulegen, ist fast zmedlos, benn alle bisher vorgebrachten Argumente und der in vielen Dienststellen herrschende chronische Personalmangel vermochten die Berwaltungsjuristen nicht von threr betriebsgefährdenden Handlungsweise abzubringen. Eine Sache für sich ist es dabei, daß die unteren Dienststellenleiter nicht den Mut haben, auf die Beschäftigung des dienstlich notwen digen Personals zu bestehen, sondern aus Furcht vor eigenem Abbau, oder vielleicht um eine Prämie zu bekommen, alles Erdentliche anstellen, um den Dienstanforderungen mit den vorhandenen Kräften gerecht zu werden. Die Folgen der betriebenen Bersonalpolitik zeigen sich ja schon deutlich, werden doch schon innerhalb der Werf ftätten Unternehmer beschäftigt, weil man selbst teine Arbeiter mehr hat. Oder sollte diese talte methode der Brivatisierung überhaupt 3wed des Abbaues sein? Was uns zwingt, wieder Stellung gegen den Berfonalabbau zu nehmen, sind die Gefahren, die bei dem jezigen Gebaren den noch im Cisenbahnbetrieb befindlichen Beschäftigten drohen. Bei dem Bahnbetriebsmert Lichtenberg Fried richsfelde wurde trog Personalmangels mehreren Bediensteten das Arbeitsverhältnis gekündigt. Auf Einspruch der Betriebsver. tretung stellte sich die eigentümliche Tatsache heraus, daß weber Dienststelle noch Direktion die Entlassung wellte. sondern das Be triebs amt(?) aus sich heraus die Kündigung veranlaßt hatte. Acht Tage später sah sich die gleiche Dienststelle entgegen der ersten Maßnahme des Betriebsamtes gezwungen, noch Neuein stellungen vorzunehmen. Man wird den Eindruck nicht los, daß das Betriebsamt die Kündigung im ersteren Falle nur versuchte, um die eingearbeiteten Kräfte durch andere zu ersehen. Bahrschein lich wohl solche, die auf Stichworte Schlange. ufm. reagieren, denn Hafenkreuzscheint zurzeit Trumpf. Bon den sechs Neueingestellten erflärten zwei fofort, daß fie erft um 7 Uhr die Arbeit aufnehmen tönnen, da sie im Asyl für Obdachlose wohnen. Man stellte sie aber ein und händigte ihnen auch sofort Freifahrifarten aus. Diese Freifahrtkarten versuchten die Betreffenden am gleichen Abend am Fahrkartenschalter für eine andere Fahrtrichtung u mzutauschen. Das wurde natür Berliner ElektrikerGenossenschaft engesch. dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str. 86-88 Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4 el. Pialzburg 9831 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller elektrischer Bedarfsartikel Ausführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit Zähne Don 2 Mar?. an vorzüglich. Gebig Reparaturen in 3 Stunden. HUNDE Katzen, Papageien und alle Tierärztliche Poliklinik Haustiere werden behandelt. Chausseestraße 93 neben Krie ervereinshaus Sprechstunden: 11-1 u. 4-6 Uhr Berliner fich nach Rückfrage verweigert, schließlich zog man die eine Karte ein, während der andere Inhaber sich nicht mehr sehen ließ; natürlich unter Mitnahme der Karte. Das Beschämendste ereignete sich aber am vergangenen Montag. Beim Schichtwechsel mußten sechs der dort beschäftigten Arbeiter feststellen, daß ihre Aufbewahrungsspinden erbrochen und sie ihrer Wertsachen beraubt waren. Die Verwaltung wird bei ihrer bekannten Einstellung zu Ersatz nicht bereit sein, so daß die Bediensteten mit ihrem schon niedrigen Einkommen für die Personalpolitik der Berwaltung noch ihre Groschen hergeben müffen. des Arbeitsnachweises ein. Das Einwirken des DEB. auf die Reichsbahngesellschaft hatte bisher wenig Erfolg, denn die Verwaltung baut ja auf den ihr bekannten Zustand der gewerkschaftlichen Indifferenz des Personals. Hier hilft auch nicht das fluchtartige Berlassen des Eisenbahnbetriebes, wie es jetzt durch aufrechte Kollegen geschieht. Sondern es heißt für das gesamte Personal, fich aufzuraffen, den gewertschaft lichen Zusammenschluß zu suchen und der sich überschlagenden Reattion im Eisenbahnbetrieb durch die Macht der Organisation einen Riegel vorzuschieben. Berliner Bezirksbeamtentag. Jm Saal 12 des Preußischen Landtages fand gestern unter Borsiz des Genoffen Liedte der Bezirksbeamtentag von GroßBerlin statt. Das Hauptreferat des Abends hielt der Reichstagsabgeordnete Genoffe Stelling. Er sprach über die Arbeiten der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstag für die Beamten. Er betonte, daß die Sozialdemofratie Beamten politit nur im Rahmen der allge meinen Politit treiben tönne. Die Beamten hätten natürlich fein Vorrecht gegenüber anderen Staatsbürgern und anderen Aber sie dürften auch nicht Angestellten und Arbeitern. chlechter behandelt werden als diefe. Es sei notwendig, daß der Busammenhang zwischen Arbeiter, Angestellten und Beamten ein viel innigerer werde als es bisher gewesen ist. Der Redner schilderte dann im einzelnen die Bemühungen der Sozialdemokratie um eine materielle Befferstellung der Beamten und auch die Bemühungen um eine freiere Gestaltung des Beamtentums. Viel sei auf diesem Gebiete von den Sozialdemokraten erreicht worden. Wenn nicht alles erfüllt worden wäre, was die Partei wünschte, so liege das an den allgemeinen politischen Berhältnissen. Man misse ja, daß die Sozialdemokratie im Reichstag nicht die Mehrheit habe und daß sie pielfach genötigt sei, um etwas durchzusehen, Kompromisse abzuschließen. In der Diskussion betonte der Genosse Ernst Ruben die Rüd. ständigkeit der Justiz in Beamtenfragen. Ein großer Teil der Redner wies darauf hin, daß es unmöglich sei, daß die Sozialdemokratie im Beamtenkörper Fortschritte macht, solange das Damokles. schwert des Abbau es über den Häuptern der Beamten schwebt. Es sei notwendig, daß die Abbauverordnung verschwinde, daß mit dem Abbau Schluß gemacht werde. In vorgerückter Stunde wurden dann noch die Wahlen zum Beamtenbeirat und die Beisigerwahlen für den Bezirks vorstand vorgenommen. Unter den vielen Resolutionen, die angenommen wurden, befand sich eine, die den Bezirksvorstand mit der Herausgabe einer Agitationsbroschüre beauftragt, eine weitere, bie das Reichsrahmengesez für die Schutzpolizei abge schafft sehen will. Der Schiedsspruch bei Bolle verbindlich. Rachdem der Schlichter am Donnerstag zu neuen Berhandlungen geladen hatte, ist der Schiedsspruch heute für verbindlich erklärt worden. Die Löhne erhöhen sich damit wöchentlich um 2,50 m. bis 3,50 m. Damit ist die Gefahr eines Streits beseitigt, troß des propofatorischen Verhaltes der Direktion der Meierei Bolle, die alles tat, um das Personal zu einer vorzeitigen Arbeitsniederlegung zu be wegen. Ihre Taftit ist mißglüdt. Hoffentlich begreift die Direktion endlich, daß die Scharfmacherallüren wohl böses Blut er zeugen, aber nicht zum Ziele führen. Wirtschaft Kapitalserhöhung der GEG. In der 31. Generalversammlung der Großeinfaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine, die gleichzeitig mit dem 22. Genossenschaftstag stattfand, berichtete Berger Hamburg über das Geschäftsjahr 1924. Bericht ging hervor, daß die GEG. wieder festen Boden unter den Füßen hat, auf dem die Vereine mit ihr gemeinsam arbeiten können. Der Redner begründete einen Antrag auf Erhöhung des Stammtapitals auf 10 Millionen Goldmart. Nach turzer Diskussion wurde die Jahresrechnung genehmigt, der Ge schäftsleitung Entlastung erteilt und die Erhöhung des Stammtapitals beschlossen. Als Revisor wurde Junger, Hamburg, wiedergewählt. In den Aufsichtsrat wurden gewählt: Liebmann, Frankfurt a. M.; Röth und Mendel, Hamburg; Maurer, Gotha; Funk, Meuselwig; Hentschel, Dresden; Drescher, Barmen; Gruschte, Nürnberg; Bleuel, Eglingen; Pape, Königsberg; Friedrich, Bochum, und Fischer, Leipzig. In der 13. Generalversammlung der Berlagsgesellschaft deutscher Konsumvereine erstattete Bäst lein Hamburg den Geschäftsbericht, der eine stetige Besserung des Ge häftsgangs feststellen fonnte. Unter Genehmigung der Jahresrechnung wurde dem Geschäftsführer Entlastung erteilt. In den Aufsichtsrat wurden Klepzig, Dresden, und Remmele, Karlsruhe, gewählt. # Stillegungen bel Krupp. Wie von der Firma Krupp mitgeteilt wird, beabsichtigt diese, nachdem sie sich bereits vor einiger Zeit gezwungen fah, zwei Maschinenbaumertstätten, den Tender- und Signalbau, wegen ihrer Unrentabilität still zulegen, weitere zwei kleinbau und eine der vier Feldbahnmerf= stätten zu schließen. Zurückgeführt wird die Stillegung auf die allgemeine Absagtrife und die schlechten Bertaufs. preise. Gleichzeitig glaubt man den Metallarbeitern eins verseßen zu können, indem man erklärt, duß die auf Lohnerhöhungen im Baugewerbe sich stüzenden Lohnforderungen der Metallarbeiter zur Beschleunigung dieser Abbaumaßnahmen beigetragen haben. Demgegenüber ist doch der Hinweis am Blaze, daß der Abbau der Kruppwerfe bereits beschlossene Sache war, ehe die Lohnforderungen der Metallarbeiter vorlagen. Es ist also eine Irreführung der Deffentlichteit, wenn man diese beiden Dinge miteinander in Zusammenhang bringt. Zur Liquidafion der dänischen Genossenschaftsbank wird uns Abwicklung der Andelsbank ist nunmehr zusammengesetzt. Außer Re aus Kopenhagen geschrieben: Das Liquidationstomitee für die gierungsvertretern gehören ihm Vertreter der Bauern genossenschaft gibt ihren Berlust durch die Bant auf 4% Millionen und Arbeitergenossenschaften an. Die Großeinkaufs genossenschaft gibt ihren Verlust durch die Bant auf 4% Millionen Einlagen der Bant als verloren zu betrachten sind. Es wird z. B. Kronen an. Die Zahl ist nicht genau, da noch nicht feststeht, welche fönnen, jedoch wird vielleicht ein noch größerer Berlust für die bekannt, daß nur 80 Proz. der Einlagen später zurüdgezahlt werden Depofiteninhaber eintreten. Von den Einlagen der Bant, 90,2 Mill., gehören nur 6,6 Millionen Genossenschaften, die übrigen 83,5 verteilen fich auf 59 000 Konti, von denen eine große Anahl die Spargelder der kleinen Leute darstellt. Landwirtschaftliche Genossenschaften in Amerifa. Die Landwirtschaftlichen Berkaufsgenossenschaften gehören in den Bereinigten Staaten zu den umfassendsten Unternehmungen auf fooperativer Grundlage. Sie verförpern den Protest der Farmer gegen das herrschende System des 3 mischenhandels und stellen den Zwischenhändler unter die Kontrolle des Produzenten. Man unterscheidet brei Haupttypen: die örtlichen. Genossenschaften( locals), die Bereinigungen mehrerer locals und die großen Verbände, die einen ganzen Staat umfassen. Von den ersteren bestehen zurzeit mindestens 9000 mit einer Mitgliederzahl von rund 350 000; 1600 locals find zu 25 Vereinigungen zusammengeschlossen, und etwa 100 staat tommt es auch in den Bereinigten Staaten häufig zu Differenzent zwischen den Konsumgenoffenschaften der Städter und den Bertaufsgenossenschaften der Farmer, und nur selten gelingt eine Zusammenarbeit zwischen ihnen; andererseits geraten beide zuweilen in ernste Konflikte mit dem organisierten Großhandel Schiedsspruch im Möbeltransportarbeiter- Streit. Im Streif der Möbeltransportarbeiter wurde gestern nach längeren Berhandlungen ein Schiedsfpruch gefällt, der eine Aufliche Verbände umfaffen insgesamt 900 000 Mitglieder. Natürlich befferung der Wochenlöhne der ständigen Arbeiter von 45 M. auf 48,50 m. vorfieht, der Tageslöhne der nichtständigen Arbeiter von 8 auf 9 M. und der übrigen Löhne entsprechend. Da beide Barteien ich dem Schiedsspruch von vornherein unterworfen haben, wird die Arbeit am Montag wieder aufgenommen. Beigelegter Straßenbahnerftreit. Frankfurt a. M., 20. Juni.( BTB.) Die in dem Lohnstreit der Frantfurter Straßenbahner auf Beranlassung des Reichsarbeits ministers eingeleiteten Berhandlungen führten zu einer Einigung. Der von dem Schlichter für Heffen gefällte Schiedsspruch wurde von beiden Parteien angenommen. Die Arbeit wird am 20. Juni morgens miederaufgenommen. Maßregelungen aus Anlaß des Streite finden nicht statt. Metallarbeiterkampf im Rheinland. Theater der Woche. Bom 21. Juni bis 29. Juni 1925. Bolfsbühne: 21., 2., 26., 27., 28. und 30. Fiesto. 22. Wer meint une Judenad. 28. Samlet. 25. und 29. Datterich. Oper Unter den Linden: 21. und 26. Die tote Stadt. 22. Ring der Ribelungen, 1. Teil. Walküre. 23. a. dame Butterfin. 24. Ning der Nibelungen, 2. Teil. Gienfried. 25. Straminsti Abend: Goldat. Buccinella, Renard. 27. Götterdämmerung. 28. Intermezzo. 29. Der ferne Rlang. Schauspielhaus: 21., 22., 24., 26., 28. und 29. Jugend. 23. Rheinische Rebellen. 25. und 27. Brand im Opernhaus. Aroll- Oper: 21. Fledermans. 22. Boheme. 23, Der fliegende Solländer. 24. Evangelimann. 26. Cavalleria rusticana. Bajazzi. 25. Die Tuftigen Weiber. 27. Tosca. 28. Madame Butterfly. 29. Tiefland. Gailler- Theater: 21., 22, 24. 26., 27. und 29. Doppelfelbstmord. 23., 25. und 28. Der Olildspila. Leffing Theater: Die Göttin auf der Balz. Große Bollsoper im Theater bes Beffens: ..Uschi". Renaissance Theater: Attaf". Dentsches Künstler- Theater: Monliefe von Deffau. Trianon- Theater: Die Blaue Stunde. Rentral- Theater: Silfe, ein Kind ist vom Himmel gefallen! Theater in der Kommandanten ftraße: Durch den Rundfunt". Romische Oper: Das hat die Welt nad) nicht gefchen.- Metropol- Theater: Taufend füße Beinden.- Operettenhaus ain Schiffbauerdamm: Der fleine Ruppler. Kleines Theater: Angele und Arzt feiner Ehre. Wallner- Theater: Meileten. Rose- Theater: Der blaue Hein. Schloßpart Theater Stenlik: 20., 21., 22., 23., 24. Die Milble von Sanssouci. 25., 26., 27., 28., 29. Schäm' Dich, Lotte. Theater im Abmiralspalast: Chocolate Riddies. Rachmittagsvorstellungen. Bollsbühne: 21. Bet weint um Judenad. Kroll- Oper: 21. Alt- Wiener Boffenabend. Schloßvark- Theater Steglig: 21. Der wahre Jakob. Köln, 20. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Im Kölner Wirtschaftsgebiet bereitet sich ein großer Kampf der Metallarbeiter vor. Der Arbeitgeberverband hat bekanntlich jede Lohnerhöhung abgelehnt. Zurzeit bemüht sich der Schlichter vom Rheinland seit fieur Trulala. Romödienhaus: Der letzte Kuk. Berliner Theater: AnneWochen um einen Ausgleich, doch sind seine Bemühungen angesichts der starrföpfigen Haltung der Arbeitgeber bisher vollkommen fruchtlos geblieben und auch weiterhin ohne Aussicht auf irgend einen positiven Erfolg. Den Arbeitern wird schließlich nichts anderes übrig bleiben, als zum legten gewerkschaftlichen Mittel zu greifen. In der Kölner Rabelindustrie ist der Kampif bereits ausgebrochen. Das größte Rabelwert Kölns, das Karlsmert, wird in wenigen Tagen durch einen Streif in seinem Balzwert und den Anschluß der für die Aufrechterhaltung der Betriebe entscheidenden Arbeitergruppen an diese Bewegung vollkommen zum Still. liegen tommen. Das Wert beschäftigt etwa 5000 Arbeiter. Auch in den übrigen Kabelwerfen des Kölner Wirtschaftsgebietes haben die entscheidenden Gruppen der Arbeiterschaft durch Abstimmung ihre Solidarität mit den streitenden Kollegen im Karlsmert befundet und sind ebenfalls in die Bewegung eingetreten. Photoapparate, Feldstecher Photo- Spezialhaus Haller, Kotibuser Damm 98 Z kaufen sie gut und preiswert im ähne 1.2M Teilzahlung G.- M au restattet b. 1. Anza 1 u. wöcnenti. Abzahlung vor 1 G.-M. an. Echte Golakronen v 8 G.-M. an. rsatz kronen v. 3 G.-M. an. Zähne ohne Gaumenplatte v 3 G.-M. an. 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