Nr. 28942. Jahrg. Ausgabe A nr. 149 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Gonntags beilage Volt und Reit" mit„ Sied. lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin* Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareille. zeile 70 Pfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pfennig ( zuläffia zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das erfte Wort 10 Bfennig, jedes weitere Wort 5 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. 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Die Gesegesvorlage der Regierung ist nicht hervorgewachsen aus objektiven, rein sachlichen Erwägungen, sie ist nicht Ausfluß eines zwedbewußt auf das Gemeinwohl gerichteten Willens. Sie ist das Ergebnis parteipolitischen Machtwillens des Herrschaftswillens einer zahlenmäßig schwachen Klasse des Volkes. Sie stellt ein enges Gruppeninteresse über das Gemeinwohl. Es handelt sich bei den kom menden parlamentarischen Auseinandersehungen nicht nur darum, den Nachweis zu führen, daß die Zollpläne der Reichsregierung in entscheidenden Punkten unbegründet und gefährlich für die Zukunft der deutschen Volkswirtschaft sind, es handelt sich darum, mit Empörung und Leidenschaft den Versuch zurückzuweisen, die Interessen des ganzen Boltes dem Egoismus einer Gruppe unterzuordnen. Die sogenannte fleine 3ollnovelle, die in Wahrheit in der Fassung, wie die Regierung sie dem Reichstage vorlegt, von grundlegender Bedeutung für Deutschlands fünftige Handelspolitik ist, enthält industrielle und agrarische Schutzölle. Wird sie Gesez, so wird ihre Folge eine Verschiebung der Einkommensverhältnisse zwischen den Bevölkerungsflaffen sein. Eine Schwächung der verbrauchenden Massen, eine Stärkung der landwirtschaftlichen, Großbefizer, während die großen Industriefartelle sich durch hohe Industriezölle und monopolartige Beherrschung des inneren Marktes fich ihre in der Inflationszeit gewonnene Machtstellung sichern. Erhaltung der Kartellrente, Erhöhung der Grundrente das ist das Ziel der Zollvorlage der Reichsregierung. Teures Brot! Das Kernstück dieser Vorlage sind die Getreides zölle. Die Vorlage der Regierung sieht vor, daß sofort nach Infrafttreten des Gesetzes bis zum 31. Juli nächsten Jahres eine Mindestzollbelastung von 3 M. für den Doppelzentner Roggen, von 3,50 m. für den Doppelzentner Weizen, Don 2 M. für den Doppelzentner Gerste eintreten soll. Bom 1. August 1926 aber soll der Zoll mindestens betragen: bei Roggen 5 M. für einen Doppelzentner, bei Weizen 5,50 m. für einen Doppelzentner, bei Gerste 2,30 M. für einen Doppelgentner. Die Preise für Brotgetreide follen durch den vorgeschlagenen 3oll um ein Viertel bis ein Drittel des heutigen Preises erhöht werden. Diese Maßnahme würde die deutschen Getreidepreise über den Weltmarktpreis bringen. Das in einer Zeit, in der die Löhne der deutschen Arbeiterschaft hinter den in der Welt bezahlten Durchschnittslöhnen zurückbleiben. Die Aufnahme der Getreidemindestzölle in die kleine Bollnovelle ist erzwungen worden von jener reattionären Herenschicht in Deutschland, die von jeher die Massen des Boltes bedrückt hat. Ihr Vorstoß ist nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern im höchsten Maße ein politischer. Die Großagrarier bilden jene Herrenschicht, die in allen Ländern, die sich zur Demokratie entwickelt haben, oder noch auf dem Marsch zur Demokratie begriffen sind, am längsten und am zähesten an der autoritativen Staatsform festgehalten haben. Auf der Basis des Grundeigentums der stärksten Position des privatwirtschaftlichen Systems stehend, flammern sie sich zäh an überkommene Borrechte, die sie gegen jeden Fortschritt verteidigen. Sie fordern, daß das Bolt sich ihren Interessen unterordne. Herrenrechte vor Boltsrechte! Die reaktionäre Tendenz dieser Klasse bildet eine Gefahr für den Fortschritt, der sich in geordneten demokratischen Formen vollzieht. Die Ueberwindung ihres Herrenstandpunktes, die Befeitigung ihrer Sonderrechte, die Schwächung ihrer Macht durch den Willen des Volkes ist die Voraussetzung ruhiger fortschrittlicher Entwicklung in demokratischen Formen. So lange die Vormachtstellung dieser Klasse, ihre verhängnisvolle Rückwirkung auf die Formen des Fortschritts nicht gebrochen ist, solange ist die moderne Demokratie nicht stabilisiert. Indem die Rollvorlage der Reichsregierung diese Klasse auf Kosten des Volkes stärken und mit wirtschaftlichen Vorrechten ausstatten will, ist fie ein Angriff auf den demokratischen Gedanken. Der Kampf gegen die unter agrarischem Intereffentengesichtspunkt gefaßte Schutzzollvorlage der Reichsregierung ist deshalb Rampf für die Demofratie. Brot ist Freiheit, Freiheit Brot! Abbau der Zollmauern! Deutschland muß sein handelspolitisches System neu ordnen. Am 10. Januar 1925 find alle handelspolitischen Bindungen Deutschlands durch den Versailler Vertrag gefallen. Europa ist durch Zollmauern zerrissen. Das Hoch fchutzollsystem ist bis zu einer fast unerträglichen Grenze durchgeführt. Die deutsche Handelspolitik muß bei ihrer Neuorientierung dieser Tatsache gewiß Rechnung tragen, sie muß aber auch das Ziel ins Auge faffen, die Zollmauern abzubauen. Deutschland, das hohe Reparationslasten zu tragen hat, muß sich die Vorteile des internationalen Warenaustausches zunuze machen. Wenn Deutschland Handelsverträge abschließt, die zu einem Abbau der Zollmauern führen, so ist damit ein wichtiger Anfang zur Abkehr vom Schußzollsystem in Europa gemacht. Handelsvertragsver handlungen werden geführt unter dem Gesichtspunkt do ut des gib, daß auch dir gegeben werde. Deuts land muß deshalb die Möglichkeit haben, den Schutzöllen der anderen Kampfzölle entgegenzusehen, um zu erreichen, daß die anderen den Abbau der deutschen Kampfzölle mit dem Abbau der eigenen Schutzölle erkaufen. Diesem Zweck sollte ursprünglich die Zollvorlage der Reichsregierung dienen. Die Zölle dieser Borlage müssen deshalb beweglich fein. Die Regierung muß die Möglichkeit haben, sie bis Die Regierung muß die Möglichkeit haben, sie bis auf ein äußerstes Minimum herabzusehen. Die Reichsregierung hat, dem Drängen der Agrarier folgend, in die kleine Bollnovelle Getreidezollfäge hineingearbeitet, deren Höhe nach unten ein für allemal gebunden ist. Aus einem Instrument, das den Abbau der Zollmauern in Europa dienen soll, ist die Borlage der Regierung damit zu einem Instrument zur Errichtung neuer Schuzzollmauern, zur Verstärkung der alten Schuzzollmauern geworden.. Deutschlands Kampf um wirtschaftlichen Wiederaufstieg ist unvereinbar mit dieser Zollvorlage. Der erste Versuch. Bor einem Jahr unternahm der Bertreter der agrarischen Interessen in der Reichsregierung Graf Kanis den erſten Versuch, Getreidezölle im Interesse des landwirtschaftlichen Großbefizes wieder einzuführen. Eine Mehrheit der damaligen Reichsregierung stand hinter seiner Vorlage. Sie war ein Teil des Kaufpreises, den die Regierung von damals den Deutschnationalen für die Zustimmung zum Dames- Plan bezahlen wollte. Die Annahme der DamesGefeße war um des Lebens und des Sterbens des deutschen Voltes willen eine politische Notwendigkeit. Die Deutschnationalen, deren Führer immer wieder den Satz verkündet: Deutsch sein heißt eine Sache um ihrer selbst willen tun, weigerten sich um des deutschen Volkes willen, diese Notwendig feit zu vollziehen. Sie taten die Sache nicht um ihrer selbst willen, sondern gegen Bezahlung, die in Ministersißen und in der Wiedereinführung des Getreideschutzzolles bestehen sollte. Wenige Tage nach der Annahme der Dawes- Gesetze versuchte Graf Kaniß das Geschäft zu verwirklichen. Es gelang jedoch damals der sozialdemokratischen Reichstags fraktion durch einen gefchickten parlamentarischen Schachzug die Absichten des Ministers Ranig zu vereiteln. Der Erpressungsfeldzug. = um den fachlichen Erfolg. Sie will verhindern, daß der Zolltarif in dieser Form Gesetz wird. Gelingt ihr das, so werden auch viele, die rechts von ihr stehen, allen Grund haben, erleichtert aufzuatmen. Die bürgerliche Mitte wird dann von einer Verantwortung befreit sein, die sie vor ihren Wählern nicht tragen kann. Allein können es ja die Deutschnationalen nicht schaffen. Sie können es nur, wenn sich eine Mehrheit findet, die entschlossen ist, gegen den Willen einer starken Minderheit, gegen das Urteil der Wissenschaft, gegen das Votum des Reichswirtschaftsrats, gegen den Willen des größten deutschen Landes die Gesetzwerdung des Regierungsentwurfs zu erzwingen. Eine so umstrittene, so tief ins Leben jedes einzelnen einschneidende Vorlage binnen weniger Wochen Gefeß werden zu lassen, während zugleich viele andere wichtige Materien der Erledigung harren, das vermag nur ein brutaler, beutegieriger, alle fachlichen Bedenken, alle parlamentarischen Rechte der Minderheit niederstampfender Herrenmille! Findet sich im Reichstag eine Mehrheit, die sich diesem Herrenwillen beugt, desto gewisser wird das Volf gegen ihn rebellieren, desto gewisser wird es dafür sorgen, daß eine solche Mehrheit verschwindet! Wer dem Brotwucher dient, stirbt daran! Politik und Wirtschaft. Rechberg und die Kreuzzeitung". Rechberg, der den Gedanken des Abschlusses von InterDas internationale Eisenkartell ist perfett. Herr Arnold essengemeinschaften zwischen der deutschen und französischen Großindustrie vertritt und an der französisch- deutschen Kaliinteressengemeinschaft beteiligt ist, ist Teilhaber der Kreuz3eitung" geworden. Graf 2e starp veröffentlicht in der„ Kreuz- Zeitung" eine Erklärung, die, wenn auch unausgesprochen, diese Tatsache zugibt und mit höflicher Verbeugung vor den wirtschaftlichen Bestrebungen des Herrn Rech berg der Situation Rechnung trägt. Darin heißt es: Wenn die deutsche Raliindustrie mit der elsässichen eine Konvention über Preise und Absatzgebiete schließt, oder wenn zwischen der französischen und deutschen Indu strie wirtschaftiche Abmachungen über Kohle und Eisen wirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt werden mögen Interesse berührt wird, teine Einwendungen zu erheben sind. Den Gedanken aber, daß durch wirtschaftliche Interessen und Berhandlungen das politische Verhältnies zwischen Deutschland und Frankreich günstig zu beeinflussen sei, halten wir nach wie vor für unzutreffend. Frankreichs gegen Deutschland gerichtete Politik wird nicht ausschließlich oder auch nur vorwiegend durch die wirtschaftlichen Interessen der beiderseitigen Industrien bestimmt. zur Verhandlung stehen, so find das Vorgänge, die nach rein und gegen die, solange nicht im einzelnen das gesamte deutsche Sie beruht auf den Jahrhunderte alten politischen und historischen Beweggründen. des französischen Hasses und Vernichtungswillens, des Strebens der französischen Nation nach der Herrschaft über den Rhein und damit über den Kontinent. Uns erscheint es als eine Utopie, zu glauben, daß industrielle Kartelle oder Konventionen, die über die Rheingrenze hinausgehen, hieran etwas bessern können und wir halten es für eine politische Pflicht, dahin zu wirken, daß nicht durch solche Utopien der deutsche Abwehrwille geschwächt wird." Nach den Dezemberwahlen erfolgte die Regierungsbildung unter dem Gesichtspunkt, die Sozialdemokratie auszuschalten, damit eine bürgerliche Mehrheit unter deutsch nationaler Führung die Schutzollpläne der Deutschnationalen Derwirklichen könne. Die industriellen Kreise drängten auf eine beschleunigte Verabschiedung einer fleinen Zollnovelle, die in der Hauptsache nur Industriezölle enthalten sollte. Diese Für die Praxis die wirtschaftlichen Abmachungen mit Novelle war notwendig, um die schwebenden Handelsvertragsverhandlungen rasch zum Abschluß zu bringen. Die agrarischen Frankreich, für die Agitation nach innen die nationalistische Streife haben das Zustandekommen eines derartigen Entwurfs Phrase. Man weiß in Zukunft, wie man die Haltung der in der Reichsregierung so lange verhindert, bis ihre Sonder- Kreuz- Zeitung" zu bewerten hat. wünsche erfüllt waren und die Getreidemindestzölle in die fleine Bollnovelle aufgenommen waren. Wozu sind denn die Deutschnationalen in der Regierung? Drängt es sie, die Verantwortung für die außenpoliti chen Entscheidungen zu übernehmen, die in diesem Jahre getroffen werden müssen? Ihre bisherige Taktik zeigt, daß es ihnen in erster Linie darauf ankommt, materielle Interessen durchzusehen. Nicht die materiellen Intereffen der Millionen fleiner Leute, die bei den Wahlen hinter ihrer schwarzweißroten Fahne hergelaufen find, sondern die Interessen einer dünnen Herrenschicht. Jenen Massen hat man einen nationalen Idealismus vorgegaufelt, um einem scham lofen wirtschaftlichen Materialismus frönen. Der Kampf der Sozialdemokratie. zu = Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion tennt die Stärke ihrer Gegner, aber auch ihre eigene Stärke. Sie ist sich der ungeheuren Tragweite der bevorstehenden Entscheidung bewußt. Sie tämpft nicht um den agitatorischen Vorteil, sondern Herr Rechberg selbst nimmt im„ Börsen- Kurier" das Wort, um seine ,, Utopie" als realisierbar zu bezeichnen. Nachdem er wie Graf Westarp die Kaltinteressengemeinschaft als feines Geschäft bezeichnet hat, erklärt er: ,, Ebenso muß ich für mich selbst die Bezeichnung als franzofenfreundlich ablehnen. Das Ziel meiner Verhandlungen mit französi= fchen Staatsmännern zu Anfang des Jahres 1924 war, daß durch den Abschluß von Interessengemeinschaften zwischen den deutschen und den französischen Großindustrien politische Vorteile für Deutschland erreicht würden. Die französischen Staatsmänner waren damals durchaus bereit, in diese Richtlinien einzulenten, weil sie sich von einer solchen Lösung Vorteile auch für Frankreich versprachen. Mein Versuch scheiterte aber an 23iderständen auf deutscher Seite." Man nähert sich an. Graf West arp erklärt mit höflicher Verbeugung, feine Einwendung gegen den Abschluß wirtschaftlicher Interessengemeinschaften vorbringen zu können. Bon Landesverrat ist keine Rede mehr, nur noch von Utopien. Reichsbannertag in Sreslau. Beteiligung der republikanischen Parteien. Breslau. 20. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Breslau steht feit gestern im Zeichen der republikanischen Farben, die anläßlich eines Gautages des Reichsbanners das ganze Straßenbild de- herrschen. Ein Fackelzug der Reichshannerleute am gestrigen Abend vereinigte bereits 6000— 7000 Bundesmitglieder, die mehr als 100 000 Menschen als sympathisierende Zuschauer auf die Demonstra- tionsstraßen gelockt hatten. Ein großer Teil der auswärtigen Mit- glieder trifft ober erst heut« ein, so daß zur morgigen Kundgebung eine erheblich stärkere Beteiligung zu erwarten fft. Bei der Banner- weihe wird die Hauptansprache Genosse Schützinger halten, während in der öffentlichen Kundgebung Genosse Reichs tagspräsident Lobe, der demokratische Senotspräsident Großmann, der katho- lffche Bolksvereinsführer Dr. Kraneburg vom Zentrum zu den Massen sprechen werden. Der Ankläger als Rngeklagter. Das Ende einer völkische« Hetze. München, 20. Juni.(Eigener Drehtbericht.) Im Chiemgau sitzen nicht nur stramm organisiert die Hauptgetreuen der Wittels- bacher, sondern eine Reihe von nationalistischen Verbänden und Bünden betrachten seit Jahren diesen Landstrich als ihr Haupt- rekrutierungsgebiet. Es ist daher verständlich, daß die aufrichtigen Demokraten und Republikaner, die dort leben, vielen Schikanen und Belästigungen ausgesetzt sind. Einen der krassesten Fälle, nämlich der des Kunstmalers Wehrung in Seebruck, spielt seit langem in der Oeffentlichkeit eine besondere Rolle. W. war seit Jahren der Gegenstand einer systematischen Verhetzung, die zu zahl- reichen Drohbriefen, zum persönlichen Boykott und schließlich im Herbst 1923 zu verschiedenen Attentaten führt«. Dabei wurde stark geschossen und zuletzt die Villa Wehrungs durch Dynamitbomben furchtbar zugerichtet. Die Folge dieser Anschläge war die Verhaftung zweier Mitglieder des Bundes „Bayern und Reich" und eine Zeitungspolemik, in der auf den Präsidenten des Bayerischen Automobll-Klubs, des ehemaligen Majors C z e r m a k, der am Chiemsee ein Schloß bewohnt, als Anstifter der Hetze hingewiesen wurde. Czermat war bereits im vergangenen Jahr wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz zu sechsmonatlicher Gefängnis st rafe, natürlich mit Bewährungsfrist, verurteilt worden. Er verklagte nun Wehrung wegen Beleidigung bzw. übler Nachrede. Das Ergebnis der vier- tägigen Verhandlungen am Traunsteiner Amtsgericht war für den Kläger niederschmetternd. Er glaubte sich nur noch durch ein Der- gleichsangebot retten zu können, das abgewiesen wurde. Das unter großem Andrang des Publikums verkündete Urteil sprach nicht nur den Erstbeklagten Wehrung frei, sondern verurteilte gleichzeitig den Herrn Major und Führer der vaterländischen Bewegung des Chiem- gaues wegen fortgesetzten Vergehens der öffentlich verübten„üblen Nachrede" und der„Beleidigung" zu 3 00 0 Mark Geldstrafe, eventuell 60 Tage Gefängnis und Tragung sämtlicher Kosten. Die Steuerfabotage. Stinnes hat noch ketne Erbschaftssteuer gezahlt. Der Steuerausschuß des Reichstags beendete am Sonn- abend die Beratung des Bewerlnngsgesehes.§ 54 sieht vor, daß die Emheilswerle bei landwirtschaftlichen Grundstücke« osfcngelcgt wer- den. Ein soziatdbmokratischer Antrag will, daß diese'Offenlegung der Steuerlisten zwingend vorzunehmen ist und nicht von dem Ermessen des Reichsfinonzministeriums abhängt. Staatssekretär P o p i g erklärt, sich damit einverstanden, daß künftig die Offenlegung der Steuerlisten für die Vermögenssteuer der Landwirte eingeführt wird. Bei den S t ra ib e st i m m u n g e n entspinnt sich eine Debatte über den folgenden§ 77 Abs. 2: „Wer in dem Bewußtsein, daß infolge seines Verholtens eine Verkürzung von Einnahmen an Einheitswertsteuern eintreten kann, es unternimmt, die mit der Wertermittlung befaßten Be- Hörden irrezuführen, wird bestraft wie wenn er den Ver- such einer Hinterziehung von Reichssteuern begangen hätte." Abg. Dr. Herh(Soz.) bringt das vertrauliche Rundschreiben des Kreisverbandes P r.- H o l l a n d, des Landwirtschaftlichen Verbandes Ostpreußens, zur Sprache, in dem die Landwirte aufgefordert werden, die fälligen Vermögens- und Einkommensteuern nicht zu entrichten. Redner fragt, was die Regierung gegen den Kampf der Agrarier gegen die Steuerzahlung tun werde und fordert in einer Entschließung die sofortige Vorlegung einer Statistik über die Verstöße gegen die Verordnung des Reichspräsidenten. Staatssekretär Popih erklärt, er werde den Fall untersuchen lassen. Falls sich die Sabotageverordnung des Reichspräsidenten an- wenden lasse, werde die Strafverfolgung eintreten. Im vorigen Jahre habe die Verordnung in einer nicht geringen Zahl von Fällen der Steuersabotage angewendet werden müssen und zu hohen Strafen geführt. Es sei richtig, daß die vranntweinsteuerhinterziehungen zu einem Kriege der Schwarzbrenner mit den Zollbeamten geführt haben, bei dem die Beamten vielfach in Lebensgesahr geraten feien. Die Entschließung Hertz wird angenommen, nachdem der Staats» sekretär Popitz erklärt hat, daß sich die Verurteilungen durchweg gegen prominente Organisationen gerichtet haben. Der Ausschuß tritt dann in die Beratung der Erbschaftssteuer ein. Abg. Ströbel(Soz.) begründete den Antrag auf Besteuerung des Gattenerbes. Staatssekretär Popitz teilt mit, daß durch Erlaß der Ausfall an Erbschaftssteuern gering sei. Anders sei es mit den Stundungen. Da ständen sehr erhebliche Beträge aus, die aber nur gegen Sicherheiten gestundet worden seien und dem Reiche nicht verloren gehen. Die Außenstände betragen etwa 50 Proz. Zum Fall Slinnes erklärte der Staatssekretär, er könne detaillierte Aus- künste nicht geben, es bestehe das Steuergeheimnis, das auch für ihn gelte. Die Ermittlungen im Falle Stinnes sind eingeleitet, aber noch nicht abgeschlossen. Wahrscheinlich feien noch nicht einmal die Verträge über die Auseinandersetzungen zwischen den ver- ! biebenen Persönlichkeiten zum Abschluß gediehen. Die geforderte N a ch l a ß st e u e r sei nicht notwendig, da man jetzt die laufende Vermögenssteuer habe. Die Abstimmung ergibt die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags auf Besteuerung des Gatlenerbes gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten. Die weitere Beratung wird auf Montag vertagt._ Der pleitegeier im Rechtsblock. Uns wird geschrieben: Nachdem vi« Verhandlungen wegen Neufinanzierung der deutschnationalen Zeitungen„S ü d- W e st en" und„Schöne- berg er Morgenzeitung" im Sande verlaufen sind, werden die genannten Zeitungen ab Montag ihr Erscheinen einstellrn. Innerhalb vier Wochen hätten somit vier Zeitungen des Rechtsblocks: die„Zeit".Nationalpost",.Süd-DesteN", .Schöneberger Morgenzeitung" aufgehört zu existieren. Das Manöver-Unglück bei Veltheim. Prozeftbeginn Montag.— Tie Schnldfrage. Das große Manöverunglück der Reichswehr, dem am 31. März d. 2. anläßlich des Wefer-Ueberganges bei Nelt- heim 80 Soldaten und ein Zivilist zum Opfer fielen,, fft Gegen- stand der am 22. Juni vor dem erweiterten Schöffengericht in Minden beginnenden Verhandlung. Die Untersuchung der Staats- anwaltschaft ist zu dem Ergebnis gekommen, daß der den Weser» Uebergang leitende Oberleutnant Jordan durch Fahr»' l ä s s i g k e i t die Katastrophe verschuldet hat. Gegen ihn ist An- klage erhoben worden, die durch den Oberstaatsanwalt v. Schme- dersky und Staatsanwalt Dr. Spranken, Bielefeld, vertreten wird. Die Perhandlung leitet Amtsgerichtsrat Bagedeß. Als Schöffen fungieren zwei Möbelfqbrik-i"*-» namens Meyer und Rffrncke, Minden. Die Verteidigung von den Rechtsanwälten Dr.' Recken, Hörter, Und Dr. Müller II, Hannover, geführt.' JrilJof Nansen ist mit einer Kommission von Experten und Spezialisten für Baumwollbau über Tiflis in Eriwan einge- troffen, um die Möglichkeit zu untersuchen, die flüchtigen Armenier, hauplsächlich aus Griechenland, wo etwa 4? 000 in großem Elend leben, nach Sowjetarmenien überzuführen. Nun handelt»s sich um die Frage, ob durch Bewässerungsanlagen und Baumwoll- Plantagen den Armeniern Lebensmöglichkeiten geschaffen werden können. Aber die werden manchmal Wirklichkeit— und dann wird man ja sehen. Westarps betvustter Verrat. Indes GrafWestarp wohlwollend Kenntnis vom Ab- fchluß des deutsch-srllnzcsisch-belgischen Eisenkartells nimmt, tobt die halbvölkische„Deutsche Zeitung" über diesen „Verrat ander nationalen Wirtschaf t". Es fei schlimm, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft das Reich aus den Fugen bringe, aber: „Wenn die Schwerindustrie dasselbe tut um nacktes persön- liches Gewinnstvoben, so ist ihr Verrat am Volke bewußter Ver- r a t, ist bewußt bsgongener Verrat für Geld. Das Abkommen mit Frankreich wäre ein Todesstoß für alle Arbeiten, eine nationale deutsche Wirtschaft zu schaffen. Zoilmariern um die Wirtschaft zum Schutze und zur Aufführung einer nationalen Wirtschaft sind gut. Zollmauern, um einer bestimmten Wirffchafksgruppe private vorteile zu verschaffen, sind Verbrechen. Wir brauchen keinen Schutz der Eisenindustrie, wenn die Eisenindu- strie gleichzeitig durch Abkommen mit Frankreich die nationale Wirt- schaff verrät. Dann ist das Wort nationale Wirtschaft Heuchelei, Phrase, Betrug am Volk." Herr R e ch b e r g ist oft genug von der„Deutschen Zeitung" des Verrats bezichtigt worden. Daß Graf Westarp jetzt in Gemeinschaft mit ihm des bewußten Verrats beschuldigt wird, ist neu. Mit ihm wird sich Herr Reichert, Vorsitzen- der des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustriellen, der sich in Saarbrücken mit den höchsten Tönen für das Eisen- kortell eingesetzt hat, über die wirbelnden Anschuldigungen: „Phrase, Heuchelei, Volksbetrug, Verrat für G e l d" gewiß sehr interessieren. Und erst Herr H u g e n- b e r g, den eben erst der Minister Schiele als„nationalen Wirtschaftsführcr" beglückwünscht hat! wie sie verhandeln wollen. Teutschnationale Organisationen und Austcnpolitik. Während die Presse der Deutschnationalen in Berlin eine offene Ablehnung der stanzösischen Rote nicht forderte, legt sich die Provinzpresse der Deutschnationalen keine Zügel an. Die„M ünchen-Augsburger Abendzeitung" e'npfiehlt, die französische Rote kurzerhand in den Papierkorb zu werfen: die„P o m m e r s ch e T a g e s p o st" veröffentlicht unter der Ueberfchrift„Schluß mit der Erniedri- gungspolitik" eine Enffchließung des Landesverbands Hannover der Deutschnationalen Partei, in der es heißt: „Von Reichsregierung und unserer Reichstagsfraktion erwarten wir, daß sie der E n t w a f f n u n g s n o t e den Widerstand ern- gegensetzen werde, der der Würde des Reichs, unserer Sicherheit zur Verteidigung der Landesgrenzen, der Aufrechterhaltungsmöglichkeit ver Ruhe und Ordnung im Innern und den Belangen unserer Wirtschaft entspricht. Als selbstverständlich nehmen wir an, daß alle Forderungen a bg elehnt werden, welche über das Versailler Schmachdiktat hinausgehen. Bei dem kleinlichen Standpunkt, den der Feind bezüglich unserer Er- � ilung eingenommen hat. halten wir es für die höchste Zeit, daß nun auch endlich von unserer Seite öffentlich kundgegeben wird, wie immer der Feindbund den sogenannten Friedensvertrag seiner- seits verletzt hat. Schließlich fordern wir erneut den amtlichen Widerspruch der Schuldlüge. ...Mit banger Sorge sehen wir. den Verhandlungen über den Sicherheitspakt entgegen. Niemals darf niit deutschnationaler Zustimmung Unrecht für Recht erklärt werden. Ein, Eintritt in den Völkerbund kann für uns nicht in Frage kommen, solange der Versailler Vertrag besteht." Bei solchen Stimmen aus dem Lager der Negierungs- Parteien muß es für die Regierung ein Vergnügen sein, die Verhandlungen mit den Westmächten weiterzuführen. Die Rheinlandkommission hat die Auflösung deS deutsch» völkischen Jugendbundes und sämllicher Jugend« oder Propagandavereinigungen, die der deutichvölkiichcn FreiheitS- dewegung angeschlossen sind, im besetzten Gebiet angeordnet. Das wieöerfehen. Von Adolf Lau. Wie oft war nun die kleine Lehrersfrau zum Jugendamt ge- laufen. Die zwieschlächtige Besoldungspolitik der Regierung hatte auch für den Gatten, den armen Gemeindeschullehrer der Gruppe S, keine glänzenden Früchte heranreifen lassen. Und der Junge sollte doch eine gut vorbereitete Laufbahn vor sich sehen, wenn er ins rauhe Leben trat. Die ungesunde Großstadtluft zehrte auch an seinem Körper. Schmal und fast eingefallen waren die Wangen, blaß das Aussehen. Die Brust zeugte von der üblichen Entwicklung der Großstadtjugend. Run endlich aber sollte er hinaus aus diesem Getriebe, sollte frische Bergluft atmen, in der Sonne die Kräfte des Körpers spielen lassen und bei guter Kost und Pflege gesunden. * Vier Wochen waren bereits dahin. Auf den Matten des Schweizer Iura tummelte sich eine muntere Schar, Jungen und Mädel des Berliner Ostens. Ordentlich braun gebrannt hatte die Sonne die früher so blassen Gesichter. Die Sehnen der kleinen Körper waren gestrafft, die Augen blitzten. Und wie war das ganze jugendliche Leben hier schon bereichert worden. Die törper- liche Entwicklung blieb durch keinerlei Nahrungssorgen gehemmt. Eine muntere Helferin des Berliner Jugendamts aber sorgte für Unterhallung und Spiele. Schöne Lieder wurden eingeübt, daß es weithin zu den Bergen schallte. Und was gab es dort draußen olles zu sehen: der bunte Blumenflor auf den Wiesen, das Treiben der Bienen und Ameisen, die Blütenpracht der Obstgärten, die schneebedeckten Kuppen der Bergesriesen in der Ferne.. Und alles zeigte ihnen die„Tante Anni", lehrte ihnen, wie in der Natur das Leben sprießt und wie der Mensch sich zu alle diesem stellt. Wie schön war es hier, fast könnte man die Heimat vergessen.. �. * Acht Wochen waren nunmehr seit der Abfahrt ins Land ge- gangen. Die Heimfahrt mußte angetreten werden. Auf dem Bahn- Hof nehmen die Eltern stäupend ihre gut entwickellen Sprößlinge in Empfang, die manchmal kaum wiederzuerkennen sind. Freudig eilt alles heim. Nur eine Gruppe scheint sich nicht schlüssig zu sein: die Lehrerfamilie. Inmitten von Kisten und Kasten steht der Junge. Er hat sich gut herausgemacht, ist mindestens zehn Zentimeter ge- wachsen. Und was er alles gesammelt hat, ein richtiger Natur- forscher wurde aus ihm. Dennoch scheint Unzufriedenheit zu herrschen.„Was ist nur mit meinem Jungen los", fragt ratlos die Mutter. Silber ich bitte Sie, er sieht doch gut aus", lautet die Antwort.„Ja, aber er spricht ja nicht!"„Nun, er kann sich noch nicht von der Schweiz trennen." Und,„ich möchte lieber dort bleiben", läßt sich nun auch der Junge oernehmen.—???— „Ist das nun der Dank...?" Der Dank fiebert in allen Adern, leuchtet aus den Augen, wird sich in der inneren Entfaltung zeigen und zukünftiges Menschenglück gestalten! Das ist der Weg aller Jugend' vas Staatstheater ehrt öie �JugenS�. Max Halbe, der heute zur Verbitterung neigt, möge sich nicht beklagen. Regierte noch das, was ihm einigermaßen am Herzen zu liegen scheint, so würde man niemals am Staatstheater seine„Jugend gespielt haben. In unserer Republik wird nicht ver- gessen, daß diese Tragödie der Herzen immer noch wungerschön ist. Sie rührt durch Schlichtheit, sie bewegt duerch lyrische Zartheit. Die Dichter, die vor dreißig Jahren verdächtigt wurden, daß sie nur der Unzucht und Berderbnls dienen wollten, entpuppen sich heute als lautere Lyriker. Max Halbes„Jugend" ist die lyrischste Tragödie des Naturalismus geblieben. Aber dramatisch wirkt alles noch. was der junge Mann mit seinem Gefühle niederschrieb. Im Herbst werden wir den 60. Geburtstag Max Halbes begehen. Wir dürfen, wir müssen es mit einiger Feierlichkeit tun. Das verdient er. Heute werde nur festgestellt, daß der Regisseur Jürgen Fehling eine volkstümliche frühlingsoolle Borstellung schuf. Es atmete in dem westpreußischen Pfarrerhau» die glückliche Natur. Obwohl Herr F l o r a t h dem toleranten, gefühlsreichen, dem guten Leben noch keineswegs entfremdeten Pfarrer manches schuldig blieb, was diese wuchtige und imponierende Theaterfigur erfordert, strahlte die ganze Menschenfreundlichkeit dieses prächtigen Gottesmannes auf. Der Amandus des Herrn Stecket und der eifernde Kaplan des Herrn Volk waren nicht Leistungen des blü- henden Instinktes, sondern nur klug angelegte Rollen, und durch diesen Intellektualismus zerbröckelte viel von der Ursprünglichkeit dessen, was auf der Bühne stehen sollte. Herr Veit Harlan spielte den seligen unseligen Jüngling. Cr verschwendete zu viel Jugend. Aber er besitzt Jugend. So ließe sich gegen ihn nur ein- wenden, daß er seine Mittel mehr disziplinieren sollte. Alles erfüllte Fräulein Lucie Mannheim als Aennchen. Diese Künstlerin genügte nicht immer, wenn sie zu höhet Tragik aufbrausen wollte. Es schien, als ob sie sich zwingen müßte, dunk- lere Töne anzuschlagen. Nun schmilzt das Temperament des Aennchens und dessen Schicksal genau mit dem Temperament der Schauspielerin zusammen. Und es entsteht etwas sehr Liebliches. Jedes Wort der Heiterkeit, aber auch jed�r Seufzer werden so ge- tönt, daß sich nur die aufrichtigste Natur offenbart. Ja, das beste, was Fräulein. Mannheim bisher zeigen tonnte, war dieses süßeste Opfer der Jugend._ M. H. Hermann Kienzl begeht am Montag seinen 60. Geburtstag. Seine österreichischen Landsleute feiern ihn— er ist am 22. Juni 1865 als Sohn des Bürgermeisters in Graz geboren—. aber die Deutschen nicht minder. Allen, die mit Literatur und Theater, in Berlin zu tun haben, ist er seit 20 Iahren vertraut. Als Schauspiel- kritiker, der für große auswärtige Zeitungen schreibt, ist er in allen Premieren zu sehen.. Man hört ihn gern, nicht nur seines an- heimelnden steiermärkischen Dialekts wegen, sein unbefangenes, keinem Klüngel �und keiner Verstiegenheit dienstbares Urteil geht immer auf die Sache. Hermann Kienzl hat keine Feinde, mag er noch so scharf zupacken, man hat immer das Gefühl, daß ein warm- herziger Mensch am Werke fft. Neben seiner journalfftischen Tätig- keit.— er gab 1905— 1910 mit Jlgenstein die Wochenschrift„Das Blaubuch" heraus und leitet die Monatsschrift„Oesterreich-Deutsch- land"— geht sein dichterisches Schaffen einher. Eine Reih« Dramen, von denen das soziale Schauspiel„Der rote Leutnant" und die Komödie„Die Kammerwahl" starken Bühnenerfolg hatten, haben seinem Namen Achtung verschafft. Seine dramaturgischen und lite- rarischen Schriften zeugen von seinem gediegenen Urteil. Hermann Kienzl ist kein Stubenliterat, er nimmt an den Kämpfen der Zeit lebhaft Anteil, ols 2. Vorsitzender des Oesterrcichisch-Deutschen Volks- bundes hat er sich kräftig für den Anschluß seiner Heimat an das große Deutschland eingesetzt. Auch im„Schutzverband Deutscher Schriftsteller" ist er hervorragend tatig. Seine in seiner Stammes- ort wurzelnde Persönlichkeit ist der beste Beweis dafür, wie man der Heimat und der großen Volksgemeinschaft gleichzeitig dienen kann. Ein Reklungsbool, das nicht kentern kann. Die englische Ret» tungsboot-Gesellschaft, eine gemeinnützige Organisation, die über ganz Großbritannien verbreitet fft und ihren Hauptsitz in London hat, tellt mit, daß es einem ihrer Ingenieure gelungen ist, ein Rettungsboot zu konstruieren, bei dem die Gefahr des Kenterns vollständig ausgeschlossen ist. Bei Versuchen, die mit dem neuartigen Rettungsboot gemacht worden sind, wurde es mit Hilfe eines starken Krans derartig umgekippt, daß es zu mehr als 80 Proz. längsschiff unter Wasser stand. Trotzdem richtete es sich auf, und zwar überaus schnell, und kehrte automatisch in die Rormallage zurück. Unser neuer Roman. Man kennt das Leben der vormörzlichen schlesischen Leineweber, man kennt das Leben der modernen Textil- arbeiter, wer aber fragt nach denen, die dem Textilarbeiter das Roh- Material liefern, nach den Baumwollpflückern, noch den Arbeitern auf den Baumwollfarmen? Ein erheblicher Teil der in Mexiko geernteten Baumwolle geht in deutsche Spinnereien. Vom Leben und von den Lebensbedingungen der in jenen tropischen Gegenden tätigen Arbeiter erzählt uns der nicht umfang-, aber inhaltreiche. Roman„Die B a u m w o l l p f l ü ck« r", mit dessen Deröffent- lichung wir heute beginnen.- Dieser Roman hat weder einen Helden noch eine Heldin.. Es kommt auch keine süße Liebesepisode in ihm vor. Wo um das nackte Leben gekämpft wird, hat man für Liebe und Sentimentalitäten keine Zeit. Die mitgeteilten Tatsachen sind brutale Wahrheit. Der Berfasser B. Traven spricht aus eigener bitterer Erfahrung und die von ihm eingestreuten humoristischen Szenen vertiefen nur den Eindruck der Tragödie. Der Held des Romans— denn es gibt doch einen— ist die arbeitende Klasse, sind die mexikanischen Landarbeiter, meist Indianer. Im Vergleich zu diesen führen die Landarbeiter in den osielbischen Gefilden das reinste Schlaraffenleben. Der Verfasser kennt das Proletarierleben in Mexiko, in Nordamerika, in Zentralamerika. Als Oelmann, als Farmarbeiter, Kakaoarbeiter, Fabrikarbeiter, Tomaten» und Apfel- finenpflücker, Urwaldroder, Maultiertreiber, Jäger, Handelsmann unter den wilden Indianerstämmen in der Sierra de Madrt, wo die„Wilden" noch mit Pfeil, Bogen und Keule jagen, fft er tätig gewesen. Roch heute liegt sein mexikanischer Wohnplatz— wie er uns schreibt— 35 Meilen von der nächsten Stelle entfernt, wo er „Tinte kaufen kann". Ein Bild in der heutigen Nummer von„Boll und Zeit" gibt unseren Lesern einen Begriff davon, wie es in diesen tropischen Einsiedeleien aussieht. Eine deulsch« w sseig�astliche und industrielle INiislon, die über. 100 Mit- glieder.umicitzt, trai im Veracruz ein. Präsident Calles stellte der Miision einen Sonderzug für die von der mexilanijchen Regierung veransialiete Fahrt durch Mexiko zur Versügung. Iswolski km Weltkrieg. Eine intereffante Tokumeuteusammlnng. Als Fortsetzung der fünf lehrreichen Bände, die Deheimrat Friedrich Stieoe im Auftrage des Auswärtigen Amtes über den diplomatischen Schriftwechsel Jswolstis vor dem Kriege heraus- gegeben hat, ist kürzlich ein neuer Band erschienen: ,3swolsti im Weltkriegs. Aus den Originaldokumenten, die in der ersten Samm- lang enthalten find, hatte man die systematische Minierarbeit des russischen Diplomaten im Sinne der Einkreisung der Zentralmächte imb' der Vorbereitung des Weltkrieges genau verfolgen können. Bald nach Serajewo entsteht nun eine Lücke, weil Iswolsti den Präsidenten Poincarä auf dessen schicksalsschweren Besuch beim Zarenhof begleitet hatte. Daß gerade in diesen Tagen die Tätigkeit Jswolskis besonders verhängnisvoll gewesen sein dürfte, läßt sich mit absoluter Gewißheit annehmen, aber die dokumetarischen Spuren seines damaligen Wirkens fehlen, da er alles an Ort und Stelle besprechen konnte. Als er am 31. Juli 1S14, etwa gleichzeitig mit Poincare, wieder in Paris eintraf, waren die Würfel faktisch schon gefallen: die Kriegserklärung Oesterreich-Ungarns lag schon vor, ebenso die osten- tative Solidaritätserklärung Rußlands für Serbien und vor allem der russische Befehl zur allgemeinen Mobil- m a ch u n g. Die Telegramme und Berichte Jswolskis und der anderen russischen Diplomaten gelten daher von diesem Tage an nicht mehr der Vorbereitung des Krieges, sondern der Führung des Krieges. Als Beitrag zur Erforschung der Kriegsursache kommen sie infolgedessen kaum mehr in Betracht, sondern als Beitrag zur Ergänzung der Kriegsgeschichte. Jedenfalls zeigt sich immer beut- licher, daß das eigentliche Zentrum der russischen Diplomatie nicht das Auswärtige Amt in Petersburg und der Minister Sasonow war, sondern die russische Botschaft in Paris und deren Leiter Iswolsti. Es gibt keinen wichtigen Bericht der russischen Botschafter in Lon- dsn, Rom, Nisch, Bukarest und Konstantinopel, der nicht entweder über Paris nach Petersburg oder in Abschrift von Petersburg nach Paris übermittelt wurde. Jswolski war vom ersten Tage des Krieges an mit geradezu be- wundernswürdiger Klarheit und Zähigkeit bestrebt, das Werk der Einkreisung durch chinüberziehung Italiens und Rumäniens auf 1>ie Seite der Entente zu vollenden. Die Entwürfe der Verträge, die mit diesen beiden Ländern erst viel später persekt werden sollten, werden von ihm schon in den ersten Tagen des Krieges ausgear- beitet. Ebenso fehlt es nicht an Bemühungen, Bulgarien zu einem Vorgehen gegen die Zentralmächte zu bewegen. In diesem letzten Punkt sollte sich allerdings Jswolskis Rechnung als falsch er- weisen. Aber auch in der Frage der Herüberziehung Italiens und Rumäniens in das Lager der Alliierten hatte sich der russische Bot- schafter die Dinge etwas einfacher vorgestellt, als sie sich erwiesen. Die anfänglichen Erfolge der Deutschen an der Westfront wirkten zunächst in Rom und Bukarest wie ein kalter Wasserstrahl. Man kann in den Telegrammen Jswolskis aus den letzten August» und den ersten Septembertagen 1314 deutlich die wachsende Sorge um den Ausgang.seines'' Krieges herauslesen. Seine Lage war inso- fern heikel, als die Enttäuschung über die Wirkung der russischen ..Dampfwalze" in den offiziellen Pariser Kreisen immer lauter und naturgemäß gerade er Gegenstand dringlicher und vorwurfsvoller Anfragen über die Fortschritte der russischen Offensive wurde. Jswolski machte die Flucht der Pariser Regierung nach Bor- dcnvr mit. Seine Telegramme in diesen Tagen der allgemeinen Panik beweisen, daß die französische Oberste Heeresleitung und Re- gierung die Einnahme von Paris durch die Deutschen für unvermeidlich, wenn auch nicht für entscheidend hielten. Dann kam die Marneschlacht, über deren Ausgang man sich in Bordeaux längere Zeit nicht im klaren war. Als aber der Sieg der Franzosen offenbar wurde, wurde er in seinen unmittelbaren Wir- kungen zunächst überschätzt: man glaubte ursprünglich an einen un- geheuren Gegenstoß Joffres, der die Deutschen bis an den Rhein zurückwerfen würde und erkannte nur allmählich, daß sich beide Armeen festgefahren hatten: der Bewegungskrieg war zu Ende, der Stellungskrieg begann. In einem längeren zusammenfassenden brieflichen Bericht gibt Jswolski eine Schilderung der bewegten Wochen, der sowohl politisch wie militärisch von hervorragendem geschichtlichen Interesse ist und durch seine Klarheit und Lebendigkeit heute noch fesselt, obwohl er eigentlich nur längst Bekanntes wiedergibt. Bis zum Eintritt Italiens in den Krieg, auf dem Jswolski nach der Wendung an der Marne mit verdoppeltem Eifer, aber zuweilen auch mit brutaler Ungeduld hinarbeitete, sind die Spuren der diplomatischen Tätigkeit Jswolskis noch sehr häufig. Später, im Jahre 1916, werden sie immer spärlicher, mit der russischen Revolution vom März 1917, die zugleich seine Absetzung bedeutete, hören sie gänzlich auf. Durch die Stieoeschen Veröffentlichungen gewinnt man ein abschließendes Bild von der Person Alexander Jslowskis, der sicherlich einer der größten, aber auch unheilvollsten Diplo- m a t e n seines Zeltalters gewesen ist. Cr hat zwar den Sieg der von ihm zusammengeschmiedeten Konstellation über die Zentralmächte noch gesehen— aber sein eigenes Land war dabei in Trümmer gegangen, sein Kaiserhaus abgesetzt, verbannt oder abgeschlachtet, sein Volk unter der Herrschast der verhaßten Revolutionäre. Daß er d o s noch erlebte, wäre ein« gerecht« Rache des Schicksals. China gegen England. Die Hochschulen verlangen Abbruch. Peking. 20. Juni.(Reuter.) Di« Delegierten von 48 Hoch- schulen sandten eine Abordnung zum Außenminister und zum Kriegsminister, die die Forderung erhob, daß die diplomatischen /Be- Ziehungen zu Großbritannien abgebrochen werden sollen. In K i uk i a n g haben die Streikenden einen Beschluß gefaßt, an Engländer und Japaner kein« Kohle zu verkaufen. In Fut- schau wurde ein Boykott gegen die Japaner beschlossen. Erklärung. Ich habe den in Nummer S91 des.Vorwärt«" vom 16. De- zember unter der Ueberschrift.Die anderen Lande«- Verräter" erschienenen Artikel lediglich deswegen verfabt, um gewille Angriffe gegen den damaligen Reichspräsidenten zurück- zuweisen. Eine persönliche Ehr-nkränkung de« Privatkläger« General v. Gebsattel hat mir jedoch ferngelegen, insbesondere will und kann ich nicht behaupten, daß etwa der Privatkläger persönlich als Landesverräter anzu'preche» ist. Die weitere kurze Notiz in Rummer 594 des.Vorwärts" vom 17. Dezember 1924 ist ohne mein Wissen veröffentlicht worden. Ich kann mir die fragliche Wendung»Landesverräter und noch feige" nicht zu eigen machen und bedauere daher diese Fasiung der Rotiz. Berlin, den 18. Juni 1925. Ernst Reuter. Der handeis. und Schisfahrlsverlrag zwischen Deuischlaud und Großbrilannien. der am 2. Dezember 1924 unterzeichnet wurde und einen Meistbegünstigungsvertrag darstellt, ist soeben dem Reichstag zur Ratifikation zugegangen, nachdem der Reichsrat ihm zugestimmt hat. Die bulgarischen Eefängnisgreuel. Eine Schande Europas. Turin. 20. Zoni.(Eigener Drahtbericht.) Der Turiner„Stampa" berichtet ihr nach Bulgarien entsandter Sonderberichterstatter unler Umgehung der bulgarischen Zensur auf Umwegen haarsträubende Ein- zelheileu über das wüten des weißen Terrors. Die Berhaftetcn werde« lo den Gefängnissen kurzerhand niedergeknallt und diese Morde werden nachträglich mit angeblichen Revollen begründet. In Sofia besteht eine Feme aus einem Duhend Offiziere, die sogenannte .Eskadron", die ein skandalöses ausschweifendes Leben führen: sie versetzen sich in wüsten Orgien mit stadlbekannten Dirnen niedrigster Gattung in eine Art Blutrausch, in dem sie über ihre wehrlosen Opfer herfallen. Einer dieser Offiziere wird von der öffentlichen Meinung als der Mörder des deuffchen Zoprnalisten herbst bezeichnet. der ebenfalls im Gefängnis durch Pistolenschüsse niedergestreckt wurde. Die Zahl der in den lehken Wochen auf diese weise Ermordelen wird bei vorsichtigster Schätzung auf zweihundert angegeben. Sogar ein Ministerialbeamler äußerte zum Korrespondenten, die heukige Regierung entehre Bulgarien in den Augen der ganzen zwilisierlen well. Der üeutsch-französische Handelsvertrag. Montag Plenarsitzung der Delegationen.' Paris, 29. Juni.(Eigener Drahtbericht.) In den deutsch- französifchenHandelsvertragsoerhandlungener- wartet man, nachdem es in Luxemburg zu einer Einigung der Schwerlndustriellen der beiden Länder gekommen ist, für Montag die definitive Entscheidung. Die beiden Delegationen werden an diesem Tage zu einer neuen Plenarsitzung zusammentreten, um zu versuchen, das in Aussicht genommene Provisorium endgültig festzulegen. Ob das gelingen wird, darüber gehen die Auffassungen der unterrichteten Kreise stark auseinander. Tatsache, ist jedenfalls, daß bei einer großen Anzahl von Tarifpositionen die beiderseitigen Zugeständnisse noch beträchtlich voneinander ent- fernt sind und daß es großen Entgegenkommens von beiden Seiten bedarf, um die noch vorhandenen Divergenzen innerhalb weniger Tage zu überbrücken. Wenn es nicht noch in der ersten Häffte der nächsten Woche zu einer definitiven Verständigung kommen sollte, kann nicht mehr darauf gerechnet werden, daß das ftanzöstfche Parlament die Abmachungen noch vyr dem Beginn der Ferien ratifizieren wird und daß in diesem Fall die Verhandlungen der beiden Delegationen auf später vertagt werden müssen. vor üer Entscheidung in Paris. Die Haltung der Sozialisien. Part», 29. Juni.(Eigener Drahtbericht.) In der Kammer haben die Sozialisten bis auf zwei, im Gegensatz zu ihrem Ver- halten am Dienstag, für den RegierungSantrog auf Vertagung der kommunistischen Marokko-Jnterpellation gestimmt. Die Fraktion schloß sich dem Genossen L6on Blum an, der ausgeführt hatte, solange ein entgegengesetzter Parteibeschluß nicht vorliegt, gelt» der frühere Beschluß, daß die Regierung des Linksblocks zu unter- stützen sei. �ranzösisch-spanischer Kriegserfolg. Part», 29. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Die franzostsch. spanischen Truppen brachten die V e r b i n d u n g s st r a ß e Tanger- Tetuan in ihre Hand. Damit ist den Rifkabylcn eine wichtige Zufabrtsstraße abgeschnitten worden.— Auf der spanisch- sran- zösischen Konferenz in Madrid sind bereits mehrere Punkte des aufgestellten Programms zur Zufriedenheit beider Teile erledigt worden. Deutscheu ist Französisch-Marokko verboten! Blogador, 29. Juni.(Havas.) Der Friedensrichter hat die Kapitäne der drei deutschen Fischerboote, von denen zwei vor etwa zwei Wochen und eines im Verlauf der letzten Woche in den französischen Küstengewässern von Marokko angehalten worden waren, zu je 1999 Frank Geldstrafe wegen Fischerei- Vergehens, sowie jedes Mitglied der Besatzung zu 299 Frank Geldstrafe und drei Monaten Gefängnis wegen Ver- gehen» gegen die A u f e n t h a lt s b e st i m m u n g e n unter Gewährung eines Strafaufschubs verurteilt. /lrbeiterpartei und paktfrage. Vor der Unterhausdebatte. Loadon. 29. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Da Ehamberkain entschlossen ist, den Sicherheitspakt unter keinen Umständen ohne die Zustimmung der Oppositionsparteien abzuschließen, betrachtet man die für Mittwoch erwartete Unterhausdebatte als für das Schicksal de« Paktes besonders bedeutsam. Hierüber erfährt unser Korre- spondent folgendes: Innerhalb der Arbeiterfraktion sind die Meinungen über den Pakt geteilt. Die Minderheit fft grund- sätzlich gegen den Pakt und ihr Sprecher wird das am Mittwoch zum Ausdruck bringen. Die Mehrheit wird durch Macdonald und Henderfon erklären lassen, daß sie die Aufgabe der Debatte darin erblickt, zunächst Aufklärung über verschiedene Un- tlarheiten in der französischen Rote, insbesondere der Punkte 2 und 4 zu erlangen. Sie will die Forderung vertreten, auf welche die Ar- beiterschaft nicht verzichten kann, daß sich keinerlei m I l I t ä- rische Abmachungen zwischen französischem und englischem Generafftab an den Pakt knüpfen dürfen, bzw. falls ähnliche Ab- machungen getroffen werden, diese in gleicher Weise mit Deutsch- land abzuschließen sind und die Regierung verpflichtet ist, das Parlament hiervon in Kenntnis zu fetzen. Ferner wird die Ar- beiterpartei die allgemeine Entwaffnung als wesentlichste Vor- aussetzung der im Rahmen der Gleichberechtigung zu treffenden Ab- machungen betonen. Montag wird in einer Sondersitzung des Kabinetts Chamber- lain über die Genfer Völkerbundratskonferenz berichten und die Stellung der englischen Regierung zum Sicherheitspatt festgestellt werden. Heute Arbeitslosensonntag. London. 29. Juni.(WTB.) Laut„Daily Herald" wird morgen die Arbeiterpartei im ganzen Lande Tau sende von Kungebungen veranstalten, um ein sofortiges Ein- greisen der Regierung in der Arbeitslosenfrage zu erreichen. Ferner werden Umzüge mit Fahnen und Musik veranstaltet. Sowjet-Freiheit. NeueS Konzentrationslager für Nichtkommunisien. Moskau. 29. Juni.(TU.) Die politische Hauptoerwallung hat oerfügt, unverzüglich neue Gebäude für politische Gefangene in der Stadt Kem im Gouvernement Archangelsk zu bauen. In dem neuen Konzentrationslager sollen zweitausend polt- tische Gefangene untergebracht werden. Ein Denkmal für wolodarski, den vor fünf Jahren in PeterS« bürg ermordeten führenden Bolschewik, wird heute, Sonntag, am Word tag, in Petertbnrg aus der Mordstelle enthüllt. Wien kopiert Serlin. In grausamem Misibrauch der Untersuchungshaft. Mien, 29. Juni(Eigener Trahtbericht). Der Gesundheitliche Zustand der Burgtheater- Altenlätcrin, der Mazedonierin Mencia Cernictu, gibt zur Besorgnis Anlaßt es heißt, daß sie kaum ihren Prozeß erleben dürfte. Ein hochgradiges Lungen- und Nierenleiden hat sie befallen. Ihr Rechtsanwalt hatte ihre Ueberführung aus dem Untersuchungsgefängnis in ein Sanatorium beantragt. Das Aerzte-Konsortium, das darüber zu entscheiden hatte, lehnte den Antrag am Sonnabend wegen»vorliegenden Flucht- verdachtes" ab. Dr. Zrank als Nachfolger Nieöls. Dr. Grünberger Gesandter in Paris. Men. 29. Juni.(WTB.) Die Großdeutsche Volkspartei stimmte heute einstimmig zu. daß Vizekanzler Dr. Frank den Berliner Gesandtenposten Übernehme. Der Ministerrat wird, wie in politischen Kreisen verlautet, bereits morgen die Ernennung voll- ziehen, worauf sich Dr. Frank alsbald nach Berlin begeben wird. Das Nationalratsmandat wird Dr. Frank beibehalten. Der Bundespräsident hat den früheren Minister für auswar- tige Angelegenheiten, Dr. Alfred Grünberger. zum österreichi- schen Gesandten in Paris ernannt. Mussolini beschimpft Sforza. Vor der Kammer. Rom, 29. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Die Freitagsitzung der Kammer endete spät nachts mit einem dipolmatischen Skan- dal, wie er im italienischen Parlamentarismus wohl kaum je vor- gekommen sein wird. Die extremen Faschisten hatten schon immer durchbllcken lassen, daß nicht Mussolini, sondern hohe Beamte des Ministeriums, besonders der Senator C o n t a r i n i die Außen- Politik machen. Abg. G i u n t a, ein enger Freund Mussolinis, hatte in der vorhergehenden Sitzung einen Zwischenruf bezüglich F i u m e gemacht und Mussolinis Politik den Verlust des an Südslawien ge- kommenen Fiumaner Hafenteils von Baros indirekt vorgeworfen. Als am Freitag nacht die Kammer auseinandergehen wollte, erhob sich plötzlich Mussolini und verlangte eine Erklärung von Giunta. Dieser behauptete, keine Disziplinwidrigkeit be- gangen zu haben. Außerdem könnte sich Contarini im Senat ver- teidigen. Schon während Giuntas Erklärung hatte Mussolini durch einen Zwischenruf behauptet, daß Perto Baros durch einen G e- h e i m b r i e f des damaligen Außenministers Graf Sforza an- läßlich des Rapallo-Vertraaes(natürlich des italienisch-südslawischen, nicht etwa des deutsch-russischen) an Südslawien abgetreten sei. Unter dem. Beifall seiner Leute erklärte sich Mussolini dann von der Antwort Giuntas nicht befriedigt: die Außenpolitik mache ausschlieh- lich er. Er habe sie aus einer fast verzweifelten Lage gerettet. aber er könne nicht dulden, daß man ihm die Politik eines Lügners und Verräters zuschiebe. Baros habe nicht den Faschismus abgetreten und auch für das schändliche Verlassen V a- lonas sei der frühere Außenminister Gras Sforza veraiit- wortlich. Die maßlosen Angriffe Mussolinis auf Sforza verursachten große Bewegung, zumal auch Sforza als Ritter des Ann Uli- ziaten-Ordens und damit„Vetter des Königs" besondere Vorrechte und Rücksichten genießt., Das Beamlea.ZNahrcgelungsgesetz Rocco, � das vor dieser Szene mit 274 gegen 42 Stimmen genehmigt wurde, hat auch bei den Faschisten stärkste Bedenken erregt. Eine bedeu- lende Zahl der Abgeordneten stimmte nur ans Disziplin dafür, o der frühere Iustizminister Ooiglio, der die Erwartung aus- prach, daß das Gesetz nicht mißbraucht werde. Die faschisti- chen Abgeordneten De N o b i l i und Benassi traten aus der Partei aus, weil sie nicht für das Gesetz stimmen wollten. Das Gesetz Rocco soll dazu dienen, nichtfaschistische, wenn auch in der Arbeit unantastbare Beamte ohne Begründung zu entlassen; es gill auch für Universitätsprofessoren! Sforzas Bruder unter nichtigem Vorwand verhaftet. Rom, 29. Juni.(Eigener Drahtbericht.) In Mossa bei Pffa wurde der ältere Bruder des Grafen Sforza verhaftet, weil er Majestätsbeleidigung durch den Besitz(I!) einiger verbotener Flugschriften begangen habe. Frellich— man fand bei ihm auch Bilder Matteottis, mit denen die Grabkapelle der Sforza jüngst am Gedenktag des Mordes geschmückt war. Noch den heftigen Angriffen Mussolinis auf Sforza in der Kammer erregt die Verhaftung seines Bruders großes Aufsehen. Der ehemalige Minister ist in Frankreich: sein Brnder soll gewiß Geisel sein. Faschistische Sturmtruppen von Neapel boten sich Mussolini für eine Strafexpedition nach Afghanistan an.(Gute Reise und verdient herzlichen Empfang! Red. d..V.".) Der Papst brandmarkt die ffaschistenroheit. Rom. 29. Juni.(WTB.) Der»Osservatore Romano" berichtet' aus Pisa, daß nach einer Sitzung des katholischen Studenten- Verbandes mit Stöcken und Revolvern bewaffnete Faschisten die katholischen Studenten verprügelten und dem Sekretär des Verbandes die Aktenmappe wegnahmen. Der»Osservatore Romano" weist auf die gestrige Papstrede hin, in welcher der Papst gegenüber Pilgern aus Perugia die Gewall- tättgkeiten beklagte, unter welchen die seinem Herzen sehr nahe- stehenden Institute und Einrichtungen zu leiden haben. Solche Ge- walttätigkeiten, ettlärte der Papst, wurden längst nicht mehr vorkommen, wenn sie pflichtgemäß verhindert und bestraft worden wären. Sie seien um so bedauerlicher im gegenwärtigen Augenblick, wo die Aufmerksamkeit der Welt auf Rom und Italien gerichtet sei und wo Pilger aus ollen Ländern Rom und Italien besuchen._ Ein vergeßlicher alter General. Der alle General Keim hat jüngst seine Memoiren erscheinen assen.(Erlebtes und Erstrebtes.) Ernst Letsch' Verlag, Hannover.) Am Schluß diese» interessanten Buches(Seite 269) ist zu lesen: Da ich am Lebensende steh«, so werde ich die Fahne schwarzweißrot nicht mehr lange hochhalten können, für die und unter der ich stets gekämpft habe. In seinen Iugenderinnerungen(S. 12) erzähll er aber selbst, daß er 1866 als junger hessischer Offizier unter schwarz- rotgoldenen Fahnen gefachten hat: Um die„großdeutsche" Richtung der Exekutionstruppen auch äußerlich in Erscheinung treten zu lassen, erhielten sie schwarz- rotgoldene Armbinden. Den älteren Offizieren, die noch 1849 gegen die Revolutionäre gekämpft hatten, deren Wahrzeichen in den gleichen Farben bestanden, wollte allerdings diese Trikolore nicht recht einleuchten. Jedenfalls war es ein eigenartiges Schauspiel, als vor dem Englischen Hose (dem bekannten Frankfurter Hotel. Red. d.»V.") die Gemahlin des Prinzen Alexander von Hessen schwarzrotgoldene Armbinden verteilen half. Farben haben ihre Schicksale, Generäle auch. Kleine Vergeh- lichkeiten sind bei so stürmischem Wechsel der Dinge und der Länge des Buches entschuldbar. Möge nun dem alten Herrn unter den schwarzrotgoldenen Farben der Republik, die freilich zu Prin- zessinnen und zu niilitärischen Eisenfressern immer schlecht gepaßt haben, ein langer gesegneter Lebensabend bejchieden sein! Gewerkschaften im Zollkampf. Die Lebensmittel- und Getränkearbeiter. wendet sich gegen den Hochschutzolltarif und gegen die Wirtschaftspolitik einflußreicher fapitalistischer Interessentengruppen, die sich auf Kosten der Arbeiterschaft und der wirtschaftlich Schwachen bereichern wollen. Augsburg, 20. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Aussprache zu dem mit großem Beifall aufgenommenen Referat abEin Referat von Robert Schmidt brachte interessante Fest- gesehen. Eine zur 3ollfrage angenommene Entschließung stellungen zur Frage der Getreidezölle. Wenn die Zollvorlage nach den Wünschen der Agrarier zustande käme, so würde das eine Mehrbelastung der einzelnen Familie von 45 M. im Durchschnitt bedeuten! Dieser Belastung der großen Allgemeinheit steht gegenüber, daß von den genannten Zöllen nur etwa 19 Proz. des deutschen Volkes einen Vorteil haben. Das Interesse der Mühlenindustriellen konzentriert sich natürlich auf die Mehl zölle. Dabei müsse gesagt werden, daß die technische Entwicklung der Mühlenindustrie in Deutschland hinter der Entwicklung in anderen Ländern nicht zurückstehe, daß erstere aber erheblich geringere Löhne bezahle als Amerika, und daß die steuerliche Belastung in Amerika nicht viel geringer sei. Der große volfswirtschaftliche Nachteil liege dagegen im Leerlauf der deutschen Mühlenindustrie. Der Auslandsabsag ist start zurückgegangen, außerdem tommen die hohen Zinsen für in Anspruch genommene Kredite verteuernd in Betracht. Deutschland müsse suchen, sich an Stelle der verloren gegangenen Kundenländer( Dänemark, England, Finnland, Schweiz, Niederlande und Aegypten) sich neue Ausfuhrgebiete zu erschließen, wozu bereits der Anfang gemacht sei( Rußland, Tschechoslowakei und Polen). Wenn andere Länder in bezug auf die Rohstoffmaterial preise einen Vorsprung haben, so wird dieser wieder wettgemacht durch die höheren Löhne, die in anderen Ländern bezahlt werden, und die z. B. in Amerika, am Kauffraftwert gemessen, mi n de st ens doppelt so hoch sind als in Deutschland. Ein weiteres Ausgleichsmoment bilden die erhöhten Frachtpreise für das fertige Probutt. Hochschutzölle brächten in Deutschland feine innere Be ruhigung, sondern eine neue schwere Störung des organischen Aufbaues unserer Wirtschaft. Auf Vorschlag des Vorsitzenden Hodapp wurde von einer Richtlinien für Notstandsarbeiten. Die Entlohnung den Tariflöhnen angepaßt. Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird aus dem Preu Bifchen Wohlfahrtsministerium geschrieben: Die mit dem Beschäftigungsverhältnis der Notstandsarbeiter und der Finanzierung der Notstandsarbeiten zusammenhängenden Fragen bedürfen, nach dem sich infolge der Stabilijfierung der Mark die Arbeitsmarktlage allmählich gebessert hat, einer grundlegenden Neuregelung. Was das Beschäftigungsverhältnis der Notstandsarbeiter betrifft, jo gingen die älteren Bestimmungen in der Frage der Vergütung von der Pflichtarbeit aus. Sie sahen die Beschäftigung der Notstandsarbeiter lediglich als eine andere Form der Erwerbslosenfürsorge an. Die Vergütung richtete sich daher auch nicht nach dem Lohn freier Arbeiter, sondern bestand hauptsächlich in der Gewährung der Hauptunterstüßung einschließlich von Brämien und Mehrarbeitszuschlagen an den bei einer Notstandsarbeit beschäftigten Erwerbslojen. Da diese Vergütung sehr niedrig war, mehrten sich mit der Zeit die Klagen der Träger der Notstandsarbeiten über schiechte Leistungen der Erwerbslosen, die bestrebt waren, ihre Leistungen dieser niedrigen Vergütung anzupassen. Demgegenüber betrachten die neuen Bestimmungen über öffent liche Notstandsarbeiten vom 30. April d. J. die Beschäftigung bei Eine weitere Entschließung zur Steuerreform wendet sich gegen die Nichtberücksichtigung der niederen Einkommen und die starte Rücksichtnahme auf die Interessen der befizenden Schichten. Sie protestiert gegen die indirekte Besteuerung der großen Masse der Minderbemittelten und gegen die Erhöhung der Bierund Tabatsteuer. In der nach sehr umfangreicher Aussprache zum Puntt ohn bewegungen, Streits und Lohnpolitit" angenommenen Entschließung heißt es: „ Die seit dem letzten Verbandstag veränderten Berhältnisse äußern sich in den Bestrebungen der Arbeitgeber und deren Verbände auf Abbau der Sozialpolitik. Die deutsche Arbeitgeber schaft will den im Dames- Gutachten niedergelegten Grundsatz nicht gelten lassen, wonach die deutschen Arbeiter nicht schlechter leben sollen als diejenigen der übrigen Welt. Das Bestreben der Arbeitgeber ist darauf gerichtet, den Arbeitern, die die Kriegs-, Inflationsund Stabilisierungstoften tragen mußten, auch die Reparations I aften aufzubürden durch Verlängerung der Arbeitszeit und durch Niedrighaltung der Arbeiterlöhne. Der Berlandstag billigt die Stellungnahme der Verbandsorgane zur Arbeitszeitverordnung vom 21. Dezember 1923 sowie die geübte Lohnpolitik. Der Verbandstag verpflichtet die Verbandsorgane, auch zukünftig für die Aufrechterhaltung des Achtſtundentages und, soweit er durchbrochen ist, für die Wiederherstellung desselben sowie für ausfömmliche Löhne sich nachdrücklichst einzusetzen." einer Rotstandsarbeit, ohne den Charakter als Erwerbslosenfürsorge zu leugnen, als Beschäftigung gegen Entgelt im Sinne der Reichsversicherung und als Beschäftigungsverhältnis im Sinne des Einkommensteuergesezes. Damit kann die Bergütung der tariflichen oder ortsüblichen Entlohnung angepakt werden, was die Leistungen der Erwerbslosen wieder steigern dürfte. Andererseits vermeidet diese Regelung die Nachteile eines reinen Arbeitsverhältnisses, die mit dem Charakter einer Notstands arbeit nicht vereinbar sind. Uebrigens erwirbt der Notstandsarbeiter nach einer Beschäftigungsdauer von drei Monaten auch einen er= ne uten Anspruch auf Erwerbslosenfürsorge, so daß sich die jetzt vorhandene große Zahl von Erwerbslosen, die aus der Ermerbslosenfürsorge ausgesteuert sind, allmählich verringern dürfte. Der zweite Unterschied gegenüber den früheren Bestimmungen besteht in der Finanzierung der Notstandsarbeiten. Fortan wird nicht mehr unterschieden zwischen großen" Notstandsarbeiten, die lediglich aus Reichs- und Staatsmitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge gefördert wurden, und„ fleinen" Notstandsarbeiten, für die aus dem Beitragsaufkommen in der unterstützenden Erwerbslosenfürsorge Mittel von den Vermaltungsausschüssen der zuständigen Arbeitsnachweise bewilligt wurden. Dafür haben die genannten Verwaltungsausschüsse für jede Notstandsarbeit mit geringen Ausnahmen die Grundförde= rung zu bewilligen. Auf ihr baut sich sodann in geeigneten Fällen und unter besonderen Voraussetzungen eine verstärkte För= derung aus den Reichs- und Landesmitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge auf. Durch diese Regelung ist zweierlei erreicht: 1. wird das Beitragsauffommen in der unterstützenden Er werbslosenfürsorge für sämtliche Notstandsarbeiten mit geringen Ausnahmen herangezogen, was um so mehr berechtigt ist, als gerade diese Mittel durch die Einleitung von Notstandsarbeiten entlastet werden, und 2. stehen die in den Haushaltsplänen von Reich und Land vorgesehenen Mittel der produktiven Erwerbslosenfürsorge für eine größere 3ahl von Notstandsarbeiten zur Verfügung gewährt wurde, nunmehr durch die Grundförderung ersetzt wird. als vorher, da ein Teil der Förderung, der früher aus diesen Mitteln So ist zu hoffen, daß die neuen Bestimmungen die Einleitung von Notstandsarbetten wesentlich erleichtern werden, zumal auch das Verfahren vielfach vereinfacht worden ist. Deutsch- polnische Gewerkschaftskonferenz. Breslau, 20. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Im Kattomizer Gewerkschaftshaus fand gestern eine Konferenz der polnischen und der deutschen freien Gewerkschaften unter dem Vorsitz des Genossen Sassenbach, als Vertreter der Amsterdamer Gewerfschaftsinternationale statt. Da die Sagungen des Internationalen Gewerkschaftsbundes festlegen, daß für jedes Land nur eine Landeszentrale anerkannt wird und alle gewerkschaftlichen Organisationen dieser einen Zentrale angeschlossen sein müssen, entsteht nach der Grenzänderung für die deutschen freien Gewerkschaften, insbesondere in Ostoberschlesien eine sagungsmäßige Pflicht gegenüber der Internationale, die ohne weiteres zu erfüllen ist, solange die polnischen Gewerkschaften sich nicht der Pflege der nationalen Minderheitsrechte als besondere Aufgabe widmen. Die Einigungsverhandlungen, die durch eine grundsägliche Rede von Saffenbach über die Aufgaben der Internationale eingeleitet wurden, brachten das Prinzip zur Anerkennung, daß in einer Landeszentrale eines national gemischten Landes die nationalen Minderheiten eine entsprechende Vertretung eingeräumt erhalten müssen. Die Gewertschaftszentrale übernimmt außerdem gegenüber der Internationale die Verpflich tung, die sprachliche und kulturelle Entwid lung der nationalen Minderheiten nicht zu hemmen, auch nicht aus Gründen der sogenannten Staatssicherheit. Dabei ist Voraussetzung, daß die Minderheiten sich bereitfinden, die auch gegen ihren Willen geschaffenen Staatsgrenzen anzuertennen. In einer ausführlichen Aussprache tam somohl von den polnischen freien Gewerkschaften, von von den deutschen Gewerkschaftsführern der Wille zu einer Einigung im wirtschaftlichen Kampf und seiner Organisation zum Ausdruck. Beschlüsse wurden aber noch nicht gefaßt und auch noch nicht vorgeschlagen. Die deutschen Vertreter machten den polnischen Kollegen ein scharfes Borgehen gegen jeden nationalistischen Terror zur Pflicht, die grundsäglich auch von den Polen im Gegensatz zu ihren nationalistisch eingestellten Landsleuten anerkannt wurde. Saffenbach schloß die bemerkenswerte Aussprache mit dem Wunsch, daß dem Gedankenaustausch auch praktische Schrifte folgen mögen. Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Beilage. Verantwortlich für Bolitik: Bictor Schiff; Wirtschaft: Arthur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruderet Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. und Berlagsanstalt Vaul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Hierzu 4 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". SK Gartenkleid aus einfarbigem Zephir in verschiedenen 7.50 Farben, wie Abbildung.. Verkauf in der Wäsche- Abteilung Kleiderstoffe Wollbatist elfenbein u. neue Sommerfarb. 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Kissenbezug dazu passend, 3.90 80X80 cm Überschlaglaken Linon, mit Hohlsäumen und Langetten, 150x260 cm.... 14.00 Kissenbezug 75x75 cm... mit Langette, 2.25 Frottierwäsche nur gezwirnte Qualitäten * Handtuch weiß, 50x 100 cm... 1.35 weiß, 55X110 " Handtuch 110cm 1.90 Laken weiß, 100x150 cm...... 5.35 weiß, weiß, 140 X 180 8.75 150 X 200 11.90 Bademantel weißer Frottierstoff mit farbigen Aufschlägen... 18.00 aus buntfarbigem 19.50 3.90 4.20 4.50 4.80 Badecape Frottierstoff Sonnenschirm 16 teilig, japanische Form, bunt bedruckt, .9.50 mit Stangenspitzen Schlafdecke Reinwolle. grau mit Streifenkante, 16.50 140x190 cm.... Neuheit! SR Wäsche- Complet bestehend aus Prinzeßrock u. angeschnittenem Beinkleid aus feinem Mako- Batist, mit Stickerei- Einsatz und-Ansatz reich garniert, wie Abbildung.. .18.00 Korsette Strumpfhalter- Gürtel1.75 mit 4 Haltern. Sportgürtel mit Gummi 2.30 und 2 Haltern.... Korsett naturfarbig. Drell 3.75 mit 2 Haltern. Hüfthalter mit waschbaren Einlagen u. 2 Haltern 4.75 tlr. 2SY> 42. �ohrgaag Sonntag, 21. Funk 1H2S In einem Buche„Berlin und die Berliner", das zu Großvaters Jugendzeiten neu war, schrieb der Verfasser Ludwig L ö f f l e r über die Drshorgclmönner und ähnliche„Hofleute" folgendes:»Die alten, «ruf den Höfen herumziehenden schlechten Harfenistinnen und Leier- kastendreher scheinen allmählich zur Mythe zu werden. Ihre Zahl scheint— Dank sei es der väterlichen Sorge der Polizei— in der letzten Zeit bedeutend abgenommen zu haben und noch täglich abzu- nehmen. Die Erlaubvis, in den Häusern zu vagabundieren, ist oft nur eine Aufmunterung zu Faulheit, Müßiggang und Umhertreiben. Da das einfache Betteln verboten ist, finden dergleichen Leute das Mittel, ihr Almosen unter Begleitung der Violine oder des Leier- kostens zu fordern. Nur zu oft spekulieren sie auch auf das Miß. vergnügen, das ste erregen, als auf den Genuß, den sie möglicherweise verschaffen könnten. Aber man ist jetzt so strenge, daß es in kurzem leichter fein wird, die Konzession zu einem Theater zu erhalten als die, eins Drehorgel herumzutragen.... Freilich:„Ich bin em Preuße, kennt ihr meine Farben" ist die einzige Ziviloersorgung des zusammengeschossenen Krüppels." Es hat sich seitdem— das Buch wurde 183ä geschrieben— nichts geändert: die allgemeine Abneigung gegen die Hofmusikanten wurde— besonders bei denen, die Beffere» gewöhnt sind, weil sie sich Besseres leisten können— nicht geringer, die Zahl der Leierkastenmönner hat nicht wesentlich abgenommen. obwohl die wesensverwandten Guckkäftner, die man 1856 noch konnte. längst von der Bildsläche verschwunden sind, die Polizei ist auch nicht gerade viel freundlicher geworden, die Not aber, die den Krüppeligen und den Hungernden die Kurbel drehen läßt, herrscht ebenso wie. früher. Bald dudelt's hier, bald dudelt'» dort: der eine freut sich, der ander« schimpft. Nur daß der Ohrenschmerz der Gestörten und die Freude der Erbauten von kurzer Dauer sind, während die Not der Straßenmusikanten ständig währt. Drum sollten sich die Menschen das Schimpfen abgewöhnen. Eine sterbenöe Jnöustrie. Fraki u. Vacigalupo! Das ist mehr als ein Zungenbrecher, das ist ein Nanu, der mit der Geschichte der deutschen kleinorgelfabrikation auss innigst« oerknüpft ist. Vor ungesähr Sl> Jahren, also nach 1670. wo die Leiertastentndustrie durch die plötzliche Existenz von zahllosen Kriegskrüppeln ihren Aufschwung nahm, beschäftigte G. Vacigalupo ungefähr hundert Arbeiter, während sein Enkel, der als Erbe einen Neine« Betrieb ans einem Hos In der Schönhauser Allee heute leitet. mit dem zehnten Teil der Arbeitskräfte auskommt. Aroll, der ein weitgereister und kluger Mann war, weshalb er im Volk allgemein als Professor bezeichnet wurde, kann als der Begründer der Berliner Drehorgelindustrie überhaupt angesprochen werden. Seine An» regungen empfing er teils in Paris, wo G a v i o l i wirkte, teils in Italien. Italien kennt heute, ebenso wie England, nur Drehklaviere. Drehorgeln sind noch üblich in Deutschland, Oesterreich, Skandinavien, Rußland und Amerika. Nach Amerika wurde früher auch sehr viel exportiert.„Ltmg. lang ist's her", sagt hierzu wehmütig Baetgalupo der Jüngere. Straß«»- tmS Schauftelleroegelu. „Indem ich mir erlaube, Ihnen meine» neuen illustr. Preis- kotalog zu überreichen, empfehle ich denselben einer genauen Durch- sicht. Die wirklich zweckmäßige Auswahl von Orgelwerken einer jeden Type und Größe ist in fachgemäßer Weise vorgenommen, so daß wohl jeder Käufer nach seinen Wünschen und zu seiner Zufrieden- heit bedient werden kann. Ich führe auch ein ständiges Lager von Die Baumwollpflücker. 1] Roman von 3. Travea. OopTrigfat 1925 bj B. Trarea, Columbna, Tamtnlipt«, Mexico. Nevolutionsgesang der Baumwollpflstcker in Mexiko. Es trägt der König meine Gabe, Der Millionär, der Präsident: Doch ich, der arme Pflücker, Hobe In meiner Tasche keinen Cent. Trab, trab, auf's FeldI Gleich geht di« Sonn« auf.!''■>1'. Häng um den Sock! Hörst Du die Wage rasiekn? Nur schwarze Bohnen sind mein Essen, Statt Fleisch ist roter Pfeffer drin: Mein Hemde hat der Busch gefressen, Seitdem ich Baumwollpflücker bin. Trab, trab, auf's Feld! Gleich geht di« Sonn« auf. Häng um den Sack! Hörst Du die Wag« kreischen? Die Baumwoll' stehet hoch im Preise, Ich Hab' nicht einen ganzen Schuh, Die Hof ging längst schon aus die Reise, Hot wohl verdient die sel'gc Ruh'. Trab, trab, auf's Feld! Gleich gehl di« Sonne auf. Häng um den Sack! Hörst Du die Wage brüllen? Und einen Hut Hab' ich,'nen alten, Kein Hälmchen Stroh ist hell daran: Doch diesen Hut muß ich behalten. Weil ich ja sonst nicht pflücken kann. Trab. trab, auf's Feld! Gleich geht die Sonne auf. Häng um den Sack! Siehst Du die Wage zittern? Ich bin verlaust, ein Dagabund, Und das ist gut. das muß so sein; Denn wär' ich nicht so'n armer Hund. Kam' keine Baumwoll rein. Im Schrift, im Schrift! Es geht die Sonne auf.( Füll in den Sack di« Ernte Dem? Die Wage schlag in Scherben! - WMM?'- Erster Teil.• j' K! .-»n. J. Äch stand auf der Station und sah mich um. wen von den zoemgen Eingeborenen, die dort herumlungerten oder aus dem nackten Erdboden saßen, ich hätte nach dem Weg« fragen können. i Da kam ein Mann ans mich z», den ich schon im Zuge gesehen hatte. Schokoladenbraun im Gesicht und am Körper. Vierzehn Tage nicht rasiert. Einen alten, breitrandigen Strohhut aus dem Kopfe: einen roten Daumwollsetzen am Leibe, der offenbar einmal ein richtiges Hemd gewesen war; eine, an fünfzig Stelle durchlöcherte gelbe Leinenhose an den Beinen und an den Füßen die landesüblichen Sandalen, die vorn und hinten offen sind. Er stellte sich vor mich hin und sah mich an. Eicher wußte er nicht, in welcher Form und Reihenfolge er die Worte bringen sollte für den Satz, den er mir sagen wollte. „Nun, was wünschen Sie?" fragte ich endlich als es mir zu lange dauerte. „Guten Tag," begann er. Dann gluckst« er ein paarmal und kam endlich heraus:„3ch möchte wissen, wo es nach Ixtilxochitchuatepec geht?" „Was wollen Sie denn da?" sagte ich. Die UnHöflichkeit, ihn nach seinen persönlichen Ange- legenheiten zu fragen in einem Lande, wo es taktlos, beinahe beleidigend ist, jemand nach Namen, Beruf, woher und wohin auszuforschen, kam mir sofort zum Bewußtsein. Deshalb fügte ich rasch hinzu: „Dort will ich nämlich auch hin!" „Dann sind Sie wohl Mr. Shine?" „Rein," sagte ich.„der bin ich nicht, aber ich will zu Mr. Shine, Baumwolle pflücken." „Ich will auch Baumwolle pflücken bei Mr. Shine." er- klärte er nun und heiterte ein wenig auft zweifellos weil er einen Kameraden gefunden hatte. In diesem Augenblick kam ein langer und stark gebauter Neger auf uns zu und platzte sofort heraus: „Seöors, wissen Sie den Weg, wie ich zu Mr. Shine komme?" „Baumwolle pflücken?" fragte ich. jawohl, ich habe seine Adresse bekommen von emem anderen schwarzen Kollegen in Oueretaro." Soweit waren wir, als ein kleiner Chinese auf uns zu getrippelt kam. Er lachte uns breit an und sagte:„Guten Tag, meine Herren, ich will dort hin, wo ist der Weg?" Umständlich brachte er ein Notizblättchen heraus, las und sagte dann:„Mr. Shine in Jxtilxo--." „Stop!" sagte ich lachend,„wir wissen schon, wohin Sie wollen, verrenken Sie sich nicht die Zunge. Wir wollen auch dort bin." „Auch Baumwolle pflücke?" fragte der Chink. „Ja," antwortete ich,„auch, sechs Centavos für ein Kilo." Durch diese meine Aeußerung war auch mit dem Chmk gebrauchten Orgel» und liefere für kleinere Orgeln leicht federnd« vierräderige Orgelwoge» zum Stoßen je nach Größe des Werks." Der Preiskatalog führt ein in die Wifsenschafk von der Drehorgel. Di« Straßendrehorgel ist stets eine Walzenorgel. während die große Tloienorgel mehr das große Orchester aus dem Rummelplatz bildet. Solch ein großes Dudelorchester ohne Dirigent und Mitglied- ichaft kostet Taufende, indes eine Straßenorgcl wenigstens von M. an erstanden werden kann. Am billigsten sind die M e l a- t o n s(mit Zungenstimmen), dann kommen die V i o l i n o s(Geigen- flötenorgeln), die H a r m n n i p a n s(mit sichtbaren Panstölen aus italienischem Rohr), Violinopans, die Panflöten und Geigen- pfeifen zusammen aufweisen, Biolia-Klariions(mit Rohrklcrrinetten und Pikkolos), und das Prachtstück der tragbaren Straßenorgeln, das in seiner idealsten Ausführung mit 44 Tasten 950 M. kostet, ist die Violin-Trompeten-Orgcl mit sichtbaren Pikkolos und Holztrompeten,(für Berlin find große Leierkästen besonders typisch. „Es hat überhaupt keine Stadt der Welt so schöne und große Dreh- orgeln wie Berlin", bemerkt Herr Vacigalupo voller Stolz.„W a l d- kirch im badischen Schwarzwald, das ebenfalls in unserer Branche fabriziert, hat sich mehr auf die großen Notcnorgeln für Schausteller gelegt." Ein äußerlicher, aber sehr wesentlicher Unterschied ist, daß auf einer Ivalzenorgel nur neun bis zehn Stücke„liegen" können. auf einer Rokenblalkorgel aber beliebig viel. Außerdem müsien für die„Kleinen" die Stücke aus platztechnifchcn Gründen in„Akkord- Arbeft eingerichtet" werden, während die„Großen" ihre Musik— theoretisch— im Sinne des Komponisten machen. Drehen wir selbst! Nein, in dem engen, vollgepfropften Lagerraum klingt das Gedudel wirklich nicht schön. Aber es ist wenigstens möglich, den iechnifchen Vorgang zu verstehen: Jede Walze trägt in den verschiedensten Ab- ständen Sftste aus Messing verschiedener Länge in senkrechter Richtung: 9 bis 10 Sttftgruppen liegen für 9 bis 10 Lieder ent- sprechend geschichtet nebeneinander. Die über der Walze angebrachte Tastatur»ritt während des Drehens in Tätigkeit, indem im Sinne der vorgezeichneten Melodie einzelne Tasten ihre Lage so verändern, daß dadurch Pfeifen zum Tönen gebracht werden: durch ein geöffnetes DeMil eniströnft dabei Luft dem Blasebalg. Wir entdecken also das- selbe Prinzip wie bei jeder großen Festorgel. Bei der Notenblatt- orgel ist die Tastatur durch eine komplizierte andere Vorrichtung «fetzt, und die Funktion der Walze mit den Mefsingstiften wird hier durch lang« bestanzie Papprollen versehen, die zwar an sich-nur je ein Lied trogen, aber mit Leichtigkeit bis in die Unendlichkeit anders- wirkend verlängert werden können. Die Walzen sind aus Pappel- holz, achtteilig verleimt, und ihre„Bestechung" mit neuen Liedern «fordert Fleiß und Routine. mit ö« Walze auf ö« Walze. Von Hof zu Hof zieht der Leiermann und spielt. Mancher Hausverwalter weist ihn hinweg. Und selbst wenn ein kleines Konzert zum Besten gegeben wird, ist damit noch lange nicht gesagt, daß es auch klingeird«ittlohrft wird. Häufig ist es doch so, daß der, der etwas geben will, nichts hat und daß der, der etwas hat, nichts geben will. „Fieranten der Landstraße" durchwandern die wette Welt und hoffen, daß ihnen irgendwo doch größeres materielles Glück zuteil werde. Unbedingt notwendig ist das Reifen natürlich für jene, die nicht nur spielen, sondern auch irgendeine Darbietung zur Schau stellen: auch ihnen geht es, selbst wenn sie im Besitz eines„luxuriösen" Wohnwagens sind, im allgemeinen nicht sonderlich gut. Wieviel Schwierigkeiten ste bei ihren Besuchen von Messen, Märkten, Volks und Schützenfesten stets zu übcrnnnden haben, lehrt ein Blick in ihre Fachzeitschristen„Der Anker" und„Der Komet". Von den„Nur- Leierkastenmännern" ist der Wandertrieb besonders stark bei den 3 kallenern, die sich besonders gern in Schweden aufhielten- Die Deutschen bleiben im Lande und hungern redlich. In Rußland gibt es sogar ganze Leierkastendörfer; ihre Bewohner gehen mit der walze aus die walze, spielen, sparen, kehren zurück, leben eine Weile vom das kameradschaftliche Band hergestellt. Die proletarische Klasse bildete sich, und wir hätten gleich nnt dem Organisieren anfangen können. Wir fühlten uns alle drei so wohl wie drei Brüder, die nach langer Trennung sich plötzlich unerwartet an irgendeinem fremden Ort der Erde getroffen haben. Ich könnte nun noch erzählen, in welcher Form ein zweiter Neger, nur halb so lang wie sein Stammcsvetter, aber ebenso pechschwarz wie jener, auf uns zuschlenderte und mit welcher Sorglosigkeit ein zweiter Mexikaner uns ansteuerte, beide mit dem gleichen Ziel der Reise: Mr. Shine in Ixtilxochitchuatepec, Baumwolle pflücken. Keiner von uns wußte, wo Jxtilxo-- lag.— Die Station war inzwischen so leer geworden, lag so ein- scm und verschlafen in der tropischen Hitze, wie. eben nur eine Statton in Zentralamerika zehn Minuten nach Abfahrt des Zuges daliegen kann. Dett Postfack, fünfmal wehr Quadratzoll Leinen als Quadratzoll Inhalt, selbst wenn man alle Briefe und Umschläge auseinanderfaltete, hatte irgendein Jemand, den kein ver- nünstiger Mensch für einen Postbeamten gehalten hätte, mit- genommen. Das Frachtgut: eine Kiste Büchsenmilch— in einem Erdstrich,»vv das ganze Jahr hindurch das Gras grünt und ein ganzer Erdteil mit Milch versorgt werden könnte— zwei Kannen Gasolin, fünf Rollen Stacheldraht und zwei Kisten Bonbons lagen herrenlos auf dem glühenden Bahnsteig. Die Bretterbude, wo die Fahrkarten verkauft und das Gepäck abgewogen wurde, war mit einem Vorhängeschloß ob- geschlossen. Der Mann, der alle die Amtshandlungen vor- zunehmen hatte, zu denen auf einer europäischen Bahnstation wenigstens zwölf gutgedrillte Leute notwendig sind, hatte die Statton schon verlassen, als der letzte Wogen des Zuges noch auf dem Bahnsteig war. Selbst die alte kleine Indianerin, die zu jedem Zuge er- schien mit zwei Bierflaschen voll kaltem Kaffee und in Zei- tungspapier eingewickelten Maiskuchen, was sie alles in einem Schilftorbe trug, schlich bereits durch das mannshohe Gras in ziemlicher Entfernung heimwärts. Sie hielt stets am längsten auf dem Bahnsteige aus. Obgleich sie nie etwas verkaufte, kam sie doch jeden Tag zum Zuge. Wahrscheinlich mar es vier Wochen lang immer derselbe Kaffee, den sie zur Bahn brachte. Und das wußten auch offenbar die Reisenden. Andernfalls hätten sie doch in der Hitze wenigstens hin und wieder einmal der Alten etwas zu verdienen gegeben. Aber das Eiswasser, das in den Zügen kostenlos gegeben wurde, war ein zu starker Konkurrent, gegen den ein so kleines Kaffee- geschäht nicht aufkommen konnte. Meine fünf proletarischen Klassengenossen hatten sich ge- mütlich auf den Erdboden an die Bretterbude gesetzt. In den Schatten.(Fortsetzung folgt.) Erdubelten dann beginnt die Wanderschaft von neuem. Große 3ähigkeit ist gerade den Russen zu eigen, solche 3ähigkeit, daß manchen von ihnen es in fernsten Erdteilen doch bisweilen gelungen ist, sich ein Bermögen zusammenzuspielen und zusammenzufchieben ganz solide mit dem Leierkasten auf dem Orgelwagen. Früher, als man in Deutschland die Bolksfeste in ganz bedeutenderem Umfang feierte, als auf der Münchener Dult, der Dresdener Bogelwiese und all den anderen Rummeleien wirklich noch ,, viel los" mar, da maren auch unsere Landsleute wanderlustig. Einiger Beliebtheit in der Rafte derer mit dem Leierkasten erfreut sich heute noch der Bremer Freimarli, der jedes Jahr vom 20. bis 31. Oktober stattfindet. Nur in dieser Zeit darf in Bremen gedrehorgelt werden. Zugelassen wird aber nur, wer neben anderen Eigenschaften sich im Befiz einer erst. tlaffigen Orgel befindet. Fachleute entscheiden unter der Regie cines Stadtkommandanten in emsiger Arbeit, wer mert ist, ein Bremer Stadtmusikant zu heißen. Die Berliner haben aber auch ihre Spezialität, die nur angesichts ihrer Seßhaftigkeit möglich ist sie haben den Leierfastenverleih. Die Aermsten der Armen fönnen sich keine Drehorgel faufen, sondern nur borgen, und weil es in Berlin ganz besonders viel Aermfte der Armen gibt, zählt man hier 8 Leiertastenverleiher; Bater Philipp ist der befannfefle von ihnen. 8 bis 9 m. muß so ein armer Drehorganist die Woche an Leihgebühr für sein Instrument bezahlen, und wenn er sich ein neues Lied münscht, dann fostet dessen spielfertige Herstellung 11,50 bis 15,00 2., die Orgel zu stimmen, was ebenfalls von Zeit zu Zeit nötig ist, wird mit 8 m. berechnet; das sind alles große Beträge, die der Leierkastenmann erlegen soll, obwohl der Berpächter mindestens ebenso hohen Rugen davon hat. Bor wenigen Tagen war es, als in dem rauchigen Lotal in der Dunderstraße die Tür überhaupt faum mehr geschlossen werden fonnte. Sämtliche standesbewußten Drehorganisten von Groß- Berlin gaben sich ein Stelldichein. 3wed der Zusammenfunft mit Prästdentenglocke, Oberleitung und Protokoll war der Plan einer wirtsamen Abwehraktion gegen die sich immer mehr steigernden Schwierigkeiten auf dem Bcbiet der Leierbranche. Durfte man doch, mie den Reden der Zünftigen zu entnehmen war, vor wenigen Jahren noch überall und täglich in Groß- Berlin spielen, wo man wollte, mährend heule jeder Bezirk nur einmal in der Woche abgeleiert werben fann; das ist nicht einmal für die Bewohner, falls sie die Leierfaften hassen das soll vorkommen, von Vorteil, weil sich ja nunmehr das Spiel in riesigen Ausmaßen fonzentriert. So zieht's Montags alle nach Steglig und Röpenid, Dienstags nach Wilmersdorf und Schöneberg, Mittwochs nach Spandau usw. Schnell ruft die Hausfrau bei fold) intensiver Hofmusit:„ Das geht ja heute den ganzen Tag", und gibt nichts mehr. Oftmals hat dann ein armer Schlucker Not, sich zu nähren, zu fleiden, zu betten, und erst recht schwer fällt es ihm, das Geld für die Einkommensteuer, die Umsatzsteuer und die Gewerbescheingebühren zurückzulegen. Meine Herren," formuliert einer das Ergebnis der nächtlichen Zusammenkunft in der Dunckerstraße ,,, so fann es nicht mehr weiter gehen! Wir spekulieren immer auf die erfolgreichen Freitage und Sonnabende, aber haben wir nicht auch hier schon harte Enttäuschungen erleben müssen? Wir wollen durchaus nicht mit den Gesetzen in Konflikt fommen, erstreben jedoch eine Aenderung insoweit, daß es jedermann in Groß- Berlin möglich ist, Leiertasten zu spielen, wo er mill. Heute ist es so, daß z. B. in den Bezirken Berlin- Mitte, Tiergarten, Kreuzberg nur spielen darf, mer dort wohnt. Also Hindernisse überall! Wir sind ja als Proletarier für den Fortschritt, diesmal wünschen wir jedoch, in bezug auf die Ausdehnung der Spielerlaubnis, den Stand vom Jahre 1883; von da an verfielen wir bei den Behörden in Ungnade. Wir leiden mirtlich große Not..." Wer kennt die Zettel. Das Dunkel um den Mord an Senta Edart. Bor acht Lagen wurde das Verbrechen an der zehnjährigen Schülerin Senta Edart entdeckt. Trogdem die Mordfommission jetzt acht Tage mit allen verfügbaren Mitteln nach dem Mörber fahndete, ist es noch nicht gelungen, eine Spur zu finden. Die vielen Angaben und Berdächtigungen, die von Bemohnern jener Gegend gemacht wurden, erwiesen sich bei genauer Nachprüfung jämtlich als unbegründet. Wie wir hierzu mitteilten, wurden in der Nähe der Leiche 3 mei 3ettel gefunden. Sie enthalten handschriftlich mit Bleistift gemachte Notizen über den Eintauf von Gemüsepflanzen. Die Aufzeichnungen find derart, daß fie möglicher. meise ein Laubenbefizer gemacht haben tann, um Pflanzen für sein Land zu besorgen. Da es bisher nicht gelungen ist, den Schreiber zu ermitteln, so hat sich die Mordfommission entschlossen, die Abbildung dieser Bettel auf der Bekanntmachung, die am Mon tag, den 22. Juni, an den Anschlagsäulen der Stadt erscheinen wird, zu veröffentlichen. Der eine der Bettel scheint von einem größeren Bogen mit der Schere zurechtgeschnitten worden zu fein und enthält folgende Aufstellung: 30 Stück Rotkohl, Weißtohl, Wirsingtohl, Blumentohl; je 10 Tomaten, Gurten und Radieschen. Der andere Bettel ist ein dreieckiges Stüd aus der Unterhaltungsbeilage der Morgenpost" vom 30. Juli 1924. Anscheinend von gleicher Hand sind auf diesem Bettel am Rande folgende Notizen gemacht: 25 Grammm Baumwolle, weiß, 50, ein Schreibheft 10 Pfennig und außerdem Hammeldünnung. Es besteht natürlich die Möglichkeit, daß die Herkunft dieser Zettel fich auf ganz harmlose Weise aufflären wird. Vielleicht hat sie jemand aus dem Zuge gemorjen, nachdem er seine Besorgungen erledigt hatte. Außer diesen Betteln werden auf den Mordplakaten das Bild der Genta Edart, das Körbchen, das Kleid, Strümpfe und Schuhe und die Haarschleife abgebildet setn. Gleichzeitig wird die Belohnung Don 3000 m. ausgelobt werden. Alle Mitteilungen, mo, wann und von wem die vorgefundenen Bettel geschrieben worden sind, erbittet die Mordkommission Werneburg- Albrecht im 3immer 80 des Polizeipräsidiums. Unverbefferlich? Wie oft in seinem Leben hat er schon auf dieser Bant gesessen, in der er beichten muß und doch teine Bergebung bekommt. Sein Auge tennt beinahe nichts anderes mehr wie Gefängnismauern und strenge Richterzüge. Nicht lange fann er die freie Luft atmen, immer wieder bleibt er in des Gesetzes Maschen hängen. So auch jeht. Das Gefängnis hatte ihn wieder einmal ins Leben zurüd Gefängnisarbeit sollen ihm der Grundstein sein für den Aufbau eines neuen, ehrlichen Lebens. Er sucht sich Arbeit und findet auch welche. Birds von Dauer jein? Ein Zag der Hoffnung vergeht, noch einer, moch mehrere, danach acht Tagen langen Hoffens wird er entlassen, denn seine Borstrafen find laut geworden. Er macht einen zweiten Versuch. Auf einer anderen Stelle soll er in einigen Tagen in Arbeit treten. Doch auch diese Hoffnung schlägt fehl. Man hat fich über ihn erkundigt und stellt ihn nicht ein. Aller Mittel entblößt, treibt es den Geächteten wieder zum Stehlen. Er geht wie jedesmal ins Warenhaus, entwendet einen Ballen Seide und wird gefaßt. Einen Monat hat er in der Freiheit gelitten, fünf Monate nimmt ihn jetzt wieder die Zelle auf. Und wenn diese Zeit dann um ist, geht er wieder ins Leben, um wieder So gibt es noch unsäglich viele, die immer und immer wieder gegen das Gesez verstoßen, weil sich ihnen feine schüßende Hand entgegenstreckt, die sie von ihrem abschüssigen Lebenswege auf ordentliche Bahnen lenft. Solange für diese haltlosen Menschen nicht eine wirklich soziale Entlassungsfürsorge vorhanden ist, werden sie nie zu nüzlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft werden. Der Säugling vor Gericht. Als„ Entlastungszeuge". Einen überraschenden Ausgang nahm ein Verfahren, das seit etma vier Jahren gegen den Inhaber eines Konfektionsgeschäfts, B., anhängig gewesen war und das jetzt vor dem Schöffengericht Witte zur Berhandlung fam. B. hatte sich im Jahre 1921 mit einer mohl habenden Witwe aus Leipzig verlobt. Um fich eine Existenz zu schaffen, faufte er von einem gewissen August K. dessen Konfettions: geschäft. Dem letzteren tat aber, als die Inflationszeit einsetzte, der Berkauf leid und er versuchte mit allen Mitteln, das Geschäft wieder in die Hände zu bekommen Um diesen Zweck zu erreichen, machte er gegen feinen früheren Freund B. eine Reihe von Strafanzeigen. Vier Strafverfahren endeten jedoch mit dessen Freisprechung. llebriggeblieben von allen Anzeigen war noch eine megen Heiratsschwindel s. S. hatte nämlich behauptet, daß B. zu gleicher Zeit, als er mit seiner Leipziger Mitme verlobt mar, dauernd Heiratsamoncen aufgegeben und einen lebhaften Briefwechsel mit den sich meldenden Damen geführt habe; auch sollte er geäußert haben, daß die Witme ihm nur gut genug zum Neppen". sei. Diese Anzeige führte auch zur Verhaftung des B., der vier Monate in Untersuchungshaft blieb. Dann gingen diese Aften verloren, da sie in die anderen Aften hineingeraten waren. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 21. Juni. Man hatte die Sache längst vergessen, und B. war überrascht, jetzt nach vier Jahren die Ladung zum Haupttermin zu bekommen. Die Witme aus Leipzig, Frau U., war als Belastungszeugini. geladen, wurde aber von R.-A. The mal gleichzeitig als eine Ent lastungszeugin Frau V., dem Gericht gestellt. Nebenher hatte jedoch die Verteidigung noch einen weiteren Entlastungszeugen in Gestalt eines vier Monate alten Säuglings geladen". Dieser Beuge" wurde in einem Kinderwagen in den Gerichtssaal gefahren; es war das das eheliche Kind der BeLaftungs- bzw. Entlastungszeugin. Frau B., wie sie jetzt hieß, war höchst entrüstet, daß man ihren Mann, mit dem sie schon seit Jahren glücklich verheiratet ist, des Heiratsschwindels an ihr selbst bezichtige. Auch der Säugling protestierte mit fräftigen Trompetentönen, daß er das Objekt eines Heiratsschwindels sei. Es ergab sich auch, daß die Heiratsannoncen von K. selbst aufgegeben worden waren, der das ganze Paket der das ganze Bafet Der eingelaufenen Schreiben seinem damaligen Freund als Weihnachtsbescherung übergeben hatte, damit er sich doch eine ganz andere Partie, als die mit der Witwe aussuche. Trogdem be antragte der Staatsanwalt fechs Wochen Ge fängnis, weil er der Meinung war, daß der Angeklagte nur aus Furcht vor dem Strafverfahren schließlich doch die Witwe geheiratet hätte. Unter großer Seiterfeit des Bublikums konnte das Gericht fich den überzeugenden Gegenbeweisen nicht verschließen und erfannte auf fostenlose Freisprechung. Stolzerhobenen Hauptes verließ der Bater, seinen Sprößling im Kinderwagen vor sich herschiebend, in Begleitung seiner Ehefrau, den Gerichtssaal. Der Mißhandlungsprozeß gegen Schupobeamte. Schärfere Berurteilungen durch die Berufungskammer. Der Prozeß gegen Schuhpolizeibeamte, denen zur Last gelegt murde, bei dem Scheunenvierteltramall im Novem ber 1923 mehrere von ihnen in Schußhaft genommene Mitglieder des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auf dem Transport zur Polizeifaserne und auch auf dem Kasernengrundstüd beschimpft und mißhandelt zu haben( vergl. Bericht von ersten Verhandlungstag im Vorwärts", Freitagabendausgabe), iſt nach zweitägiger Verhandlung am Sonnabend zu Ende gegangen. Nach Abschluß der Beweisaufnahme tam es zwischen den Berteidigern der Angeklagten und den Rechtsbeiständen der Nebenfläger noch zu einer Auseinandersetzung über die im Laufe des Prozesses schon mehrfach berührte Frage, ob in jenen Tagen die Polizei im Scheunenviertel und den benachbarten Stadtteilen zur Abwehr von Lädenplünderungen und Straßenüberfällen ausgereicht habe oder ob zum Schuß der bedrängten Juden die Selbsthilfe der jüdischen Frontfoldaten nötig gewesen sei. Der Staatsanwalt ſtellte feft, es sei ja gerichtsnotorisch, daß die Polizei nicht ausgereicht habe, das habe sich aus den vielen Strafprozeſſeri ergeben, die wegen der vorgekommenen Gewalttätigkeiten nachher gegen die Schuldigen geführt worden seien. 9 Uhr vorm. Morgenfeier. 1. A. Böhme: Frühlingsweisen( Dr. Artur Böhme. Harmonium). 2. P. Gerhardt: Geh' aus mein Herz und suche Freud'( Aus dem Gesangbuch: Johannes Schulzke, Bibelsprecher). 3. a) L. Reichardt: Hoffnung, b) Trunk: Getrost ( Karl Burckhardt, Gesang). 4. Psalm 19: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes!( Johannes Schulzke). 5. Ansprache des Herrn Pfarrer Lic. Ernst Bittlinger: Sonne. stehe still zu Gibeon" 6. Gluck: Andante( Alfred Fuchs. Violine). 7. Nicht sorgen: ( Evangelium Matth. 6: Johannes Schulzke). 8. a) K. v. Heeringen Die Passionsblume, b) K. v. Heeringen: Weißer Flieder( Karl Burckhardt. 3 Ubr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Artur Födisch: Landwirtschaftliche Bewässerung". 3.30 Uhr nachm.: Märchenstunde. Ida Orloff erzählt: Heiteres für die Kleinen. 5-6.30 Uhr abends: Nachführt seien. Es bestehe fein Zweifel, daß die Festgenommenen Mittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: KonzertMeister Ferdy Kauffman, unter Mitwirkung des Chors der KaiserFriedrich- Schule. Dirigent: Artur Müller- Buessow. 7 Uhr abends; Dr. Walter Nußbeck: Die Zisterzienser- Klöster der Mark. von nehmlich Lehnin, und ihre Bedeutung für die Entwicklung Brandenburgs". 7.25 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abt. Kunstwissenschaft. Dr. Berthold Daun: Große Meister der Kunst". 5. Vortrag. Böcklin. 7.50 Uhr abends: Geh. Regierungsrat Professor Dr. A. Miethe: Das Himmelsfernrohr und seine Meister. 4. Vortrag. Das Spiegelteleskop. Herschel, Foucault". 8.30 Uhr abends: Orchesterabend unter Mit wirkung von Celeste Chop- Groenevelt, Klavier. Dirigent: Georg Széll. 1. Liszt: Ungarische Fantasie( Celeste Chop- Groenevelt). 2. Tschaikowsky: Fünfte Sinfonie op. 64 E- Moll. Andante, Allegro con anima Andante cantabile Allegro moderato Finale. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 21. Juni. Andante 11.30-12.50 Uhr mittags: Konzert. Mitwirkende: Bläservereinigung der Berliner Staatsoper: Karl Waßmundt, Flöte; Otto Horn; Otto Brandt, Fagott. 1. Karl Klughardt: Quintett für Arnoldt. Oboe Adolf Mützelburg. Klarinette; Richard Matzik. Flöte, Oboe, Klarinette, Horn and Fagott( Allegro Scherzo Finale). 2. L. van Beethoven: Adagio für Flöte Klarinette, Fagott aus dem berühmten Trio. 3. Max Laurischkus: Quintett( aus" Litauen) für Flöte, Oboe, Klarinette. Horn und Fagott, a) Von Land und Leuten, b) Abendstimmung, c) Litauisches Volkslied, d) Dorfsenerade, e) Kirmes. 12 Uhr mittags: Esperantoeinlage. Montag, den 22. Juni. Außer dem üblichen Tagesprogramm: - Antonelli 4.40 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau(, Ein Kapitel von der Lebensart"). 5 Uhr nachm.: Dr. Lherman spricht über: Das europäische Drama von heute. 2. Vortrag: Italien. 1. Dynamik und Heroismus: Gabriele d'Annunzio Morselli Sem Benelli. 2. Dialektik und Antithese: Dante Signorini 3. Komik und Groteske: Fausto Maria Martini Luigi Pirandello. Massimos Bontempelli Luigi Chiarelli. 4. Romantik und Ueberrealismus: Vittorio Drazi Ricciardi Rosso di San Secondo. 5. Futurismus und Synthese: Marinetti Folgore Settimelli Ruggero Vasari. Anschließend: Beispiele aus italienischen Dramen von heute. u. a. Der Musikant. Komödie in einem Akt Bonavino, Musikant: Alfred Braun; von Luigi Pirandello, deutsch von Emma Hecht. Miccucio Martha Marnis: die Mutter der Sängerin: Jlka Grüning; Gina Marias, Sängerin: Charlotte Hagenbruch; Ferdinand, Diener: Wolfgang Zilzer Dorina, Jungfer: Sonja Bogs; außer den obengenannten Künstlern wirken noch mit: Edith Corten und Wilhelm Dieterle. 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 7.30 Uhr abends Dr.- Ing. Paul Zucker: Architektur unserer Zeit. 1. Vortrag. Die Wohnung". 7.55 Uhr abends: Dr.- Ing. Selter: Das Tailor System, seine Vorzüge und Nachteile, II. Teil". 8.30 Uhr abends: Danziger Abend. 1. Einleitende Worte zum Danziger Abend ( Hans Weber, Mitglied des Deutschen Heimatbundes Danzig). 2. a) Mendelssohn: Nachtlied Vergangen ist der lichte Tag" ( Eichendorff), b) Der frohe Wandersmann, Volkslied( Eichendorff), c) Das zerbrochene Ringlein, Volkslied( Eichendorff)( Theodor Heß van der Wyk, Baß; am Flügel: Werner Immelmann). 8. V. von Woikowsky- Bedau: Die Mette von Marienburg( Felix Dahn) Melodram mit Orchester. Dirigent: Dr. W. Buschkötter( Alfred dorff). b) Abendlied( O Täler weit)( Eichendorff), c) Schumann: Braun, Rezitation). 4. Mendelssohn: a) Morgengebet( EichenFrühlingsfahrt( Eichendorff)( Theedor Heß van der Wyk; am Flügel: Werner Immelmann). 5. Paul Enderling: a) Danziger Hymne, b) Vor den Wällen Danzigs; c) Danziger Spruch, d) Katarina Klinger: Der Dom zu Danzig; e) Joseph von Eichendorff: In Danzig, f) Herbert Selke: Danz met mi( Tanz mit mir). ein Danziger Hafenbild, g) Paul Enderling: Wächter im Turm, Danziger Historie( Hans Weber. Rezitation). 9.30-10 Uhr abends: Lustige Weisen. Berliner Funkorchester. Leitung: Ferdy Kauff Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tages nachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theaterund Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). man. Die Vorbedingung für Jhre Gesundheit ist: Er In seiner Anklagerede von bemerkenswerter Schärfe faßte Staatsanwaltschaftsrat Dr. Was mund das Ergebnis der Beweisaufnahme dahin zusammen, daß alle Angeklagten überauf der Straße, im Bolizeiauto, auf dem Kasernenhof, im Wachtlofal in gemeinster Weise mißhandelt wurden. Daran sei nicht zu rütteln, wenn auch zwanzig andere Polizeibeamte aufständen und versicherten, nichts gesehen zu haben. fönne sich diese die Mißhandlurgen bestreitenden Aussagen nur aus Suggestion erflären, sonst müßte er annehmen, daß hier ein Meineid nach dem anderen geleistet worden sei. Demgegenüber seien brutalste Mißhandlungen befundet worden, nicht nur durch die Festgenommenen, sondern auch durch Unbeteiligte, die als Zeugen mitgegangen waren. Unbegreiflich sei die Wirtschaft, Die auf dem Kasernenhof geherrscht habe, die vorschriftswidrige Be handlung der Festgenommenen, die man übertrieben lange mit era hobenen Händen dastehen ließ, ohne daß die anwesenden Offiziere einschritten. Die Beamten seien anscheinend angesteckt gewesen von dem Terror, der auf der Straße herrschte. Der Staatsanwalt beantragte gegen den vom Schöffengericht freigesprochenen Oberwachtmeister Marzietemiz wegen Mißhandlung 6 Monate Gefängnis, gegen Unterwachtmeister Bunte wegen Mißhandlung 9 Monate Ge fängnis statt der vom Schöffengericht festgesezten 3 Monate Gefängnis, gegen den der Mißhandlung überführten Oberwachtmeister Schreiber die Verwerfung seiner Berufung. so daß es bei dem auf 6 Monate Gefängnis lautenden Schöffengerichtsurteil bliebe, gegen Oberwachtmeister Domei wegen Beleidigung 300 Mart Geldstrafe statt der vom Schöffengericht festgesetzten 200 Mart, gegen den vom Schöffengericht freigesprochenen Hauptmann Dubbe wegen Beleidi gung 300 Mart Geldstrafe. Dubbes Aeußerung: 2 ufhängen müßte man die Judenbande, an die Wand stellen!" sei als zweifellos erwiesen, erklärte der Staatsanwalt. Für die als Nebenfläger zugelassenen jüdischen Frontsoldaten Dr. Bernhardt, Danziger und Hübner, die zu den Festgenommenen gehörten, führte Justizrat Davidjohn aus, daß durch jene Bor gänge die Ehre Berlins und die Ehre der Polizet geschändet worden sei. Die um Schutz gebetene Polizei habe versagt, Wehrlose seien von Polizeibeamten mißhandelt worden, ein Polizeibeamter habe es sogar fertig gebracht, einem der fest= genommenen Juden das Band des E. R. II herunterzureißen. Mit Recht habe Dr. Bernhardt hier vor Gericht erflärt, daß er einer Schuhhaft", in der man ihn beschimpfte, das Schicksal vorgezogen hätte, auf der Straße von der Menge totgeschlagen zu werden. Für Dr. Bernhardt, der als Kriegsfreiwilliger das E. K. I erhalten habe, sei es wie ein Beitschenhieb ins Geficht gewesen, daß Hauptmann Dubbe ihn und seine Begleiter mit dem Bort Judenbande" empfing. Die Verteidiger Rechtsanwälte Arras, Kitath, Schulz und Dr. Johanny beantragten für alle Angeklagten die Freisprechung, weil bei jenen Borgängen in der allgemeinen Erregung feine sichere Be= obachtung möglich gewesen sei, so daß die Aussagen der Zeugen, auch wenn der gute Glaube nicht angezweifelt werden dürfe, unzuverlässig seien. Dr. Johanny erkannte an, daß die jüdischen Frontsoldaten, die den bedrängten Juden zu Hilfe eilten und sich dabei schwerster Lebensgefahr aussetzten, mutig und fapfer gehandelt haben. Sie feien aber, fügte er hinzu, der Polizei Dant schuldig dafür, daß sie von ihr vor der Menge gerettet worden seien. Für die Nebenfläger antwortete Rechtsanwalt zomer, tatsächlich seien sie von der Polizei im Stich gelassen worden. Ein vorher von ihnen um Beistand gebetener Bolizeimajor, der im Auto durch das Scheunenviertel fuhr, habe ihnen feinen Schuß gemährt, sondern sei davongefahren, und dann erst sei die Menge gegen die Wehrlosen vorgegangen. Das Gericht tam nach langer Beratung zu einem Urteil, das für mehrere der Angeklagten eine Berschärfung gegenüber dem Schöffengerichtsurteil bedeutet. Berurteilt wurden Marzie femig zu 3 Monaten Gefängnis, Bunfe zu 6 Monaten Gefängnis, beide zu befristeter Aberkennung der Amtstätigkeit. Domei zu 300 Mart Geldstrafe. Gegen Schreiber wurde, wie vom Schöffengericht, wieder auf 6 Monate Gefängnis und Guter Schlaf im guten h Monopoldaunen, echt chines gesetzt gesch. Die ideale Bettenfüllung, per Pfd. M.8.50 Darum: Fabrik Bettfedern: Lustig Aufpassen! Man irrt sich- Lustig nurgundvierzig TURM- ECKE PrinzensicSebastians LUSTIG LUSTIG befristete Aberkennung der Amtstätigkeit ertannt. Sur Dubbelpreisgegeben. Es ist die allerhöchste Zeit, daß mit der Berwurde freigesprochen. In der Urteilsbegründung sagte der Borsigende Landgerichtsrat Böttcher scharfe Worte gegen die Ber urteilten, die durch die Beweisaufnahme hinreichend überführt seien. Nur zu Dubbes gunsten könne ein Irrtum der Beugen als möglich angenommen werden. Berliner Turn- und Sportwoche. Das heute, Sonntag, stattfindende Gartenfest im Gee papillon Tegel ist mit einer Fülle von Vorführungen ver bunden, da an der Veranstaltung sämtliche in den Tegeler Gemässern bestehenden Wassersportvereine( etwa 30) teilnehmen. Der im vergangenen Jahre ins Leben gerufene Reichsverband für Jiu- Jitsu beteiligt sich mit einem größeren Aufgebot seiner Berbandsvereine an den Darbietungen während der Turn- und Sport moche, und zwar am Montag, den 22., abends sieben Uhr, im Luftgarten und am Freitag, den 26 d. M., abends sieben Uhr, im Stadtpart Schöneberg. Außerdem wird der Deutsche Jiu- Jitsu- Meister Erich Rahn mit seinem Trainingspartner am Sonnabend, den 27. anläßlich des Gartenfestes in der Abtei auftreten. Im Rahmen der Berliner Turn- Sportwoche veranstaltet der Schwimmsportflub 1889, Berlin, am Sonntag, den 21. Juni, nachm. 3 Uhr, im Span dauer Schiffahrtstanal ein Staffelwettschwimmen. Start und Ziel sind an der Plößenseer Schleuse, mit Wende hinter der Charlottenburger Brücke. Die Gesamtstrede beträgt 4500 Meter. Die vom Berliner Motorradsportklub( ADAC.) geplante Mär= fische Rundfahrt findet nicht statt. In der Uebersicht aller Beranstaltungen der Berliner Turn- und Sportwoche" ist unterm 28. Juni ein Geländehindernisspringen im Geländehindernispark Onkel Toms Hütte verzeichnet. Das geplante Springen findet am Dienstag, den 30. Juni im Geländehindernispart Onkel Toms Hütte statt. Zahlreiche Meldungen von bekannten Turnierreitern sind eingegangen. Das Bezirksamt Tempelhof veranstaltet am 21. Juni, nachmittags 2 Uhr, einen Werbelauf mit Start Mariendorf, Lankwizer Straße und Ziel Tempel: hof, Neuer Bart. Um 3 Uhr ist vom Bezirksamt Tempelhof ein Werbesportfest in Aussicht genommen, Am Mittwoch, den 24. Juni findet im Zoologischen Garten ein Konzert der Berliner Liedertafel statt. Bezirksamt Weißenfee teilt mit: Infolge des ungünstigen Wetters findet das für den 21. d. M. in Aussicht genommene Turn- und Sportfest im Stadion des Sport- und Bolksparts am Faulen See nicht statt. Die Abhaltung dieses Festes wird vorläufig auf Sonntag, den 28. b. M., verlegt. Zu dem Gartenfest im 3oologischen Garten am Freis tag, den 26. Juni, abends von 8 bis 11 Uhr, wird der Erfsche Männergesangverein unter Leitung seines Chormeisters, Prof. Stange, mitwirken, und fernerhin der Koßlecksche Bläserbund unter Leitung seines durch seine Tätigkeit als Erischer Mufifinspizient hervorragend bekanntgewordenen Prof. Grabert. W . Ausstellung aus der Geschichte der Leibesübungen. Im Rahmen der 3. Großen Berliner Turn- und Sportwoche findet augenblicklich im Kunstgewerbe Museum, Prinz Albrecht- Straße, eine Ausstellung der Geschichte der Leibesübungen statt, die aus der Sammlung des Museums für Leibesübungen und aus Stücken der Staatlichen Museen zusammengesetzt ist. Die interessante Schau gewährt einen Ueberblick auf die Entwicklung des Sportes und ist wissenschaftlich und fulturell von großem Reiz. Besondere Berücksichtigung haben die Sportarten der Naturvöller gefunden, die in den verschiedensten Darstellungen zu sehen find. Die Indianer nehmen hierbei wiederum einen Hauptplatz ein, für deren Spiele Religion und Magie von höchster Bedeutung waren. In Merito hatte jeder Tempelplag einen eigenen Ballspiel play, und zwar wurde der Ball hier mit der Hüfte geworfen. Originell ist andererseits die Haube der afrikanischen Borer, der Sieger würde vor Unfruchtbarkeit bewahrt bleiben. Man sieht ferner chinesische und persische Bogen mit teils vergifteten Pfeilen. Ringergruppen aus dem mittleren, Stodfechter aus dem neuen und Kinderspiele aus dem alten Reich entstammenden ägyptischen Grab stätten. Brachtvolle Statuen, Statuetten, Basen, Münzen und schließlich Reliefs bereichern die Ausstellung. Besondere Beachtung verdienen auf diesem Gebiete auch die mittelalterlichen Haus büchsen und alten Handschriften( Dürer- Originale) entnommenen Darstellungen, ebenfalls von unschäzbarem Wert. Modelle der Grunewald- Stischanze und des Wassersportplatzes in Plößensee geben Anlaß zu interessanten Bergleichen. = Wo bleibt die Beihilfe für das Opernhauspersonal? Aus Kreisen des Bersonals des Deutschen Opernhauses wird uns mitgeteilt: Eine immer mehr wachsende Erregung er greift das Personal des Deutschen Opernhauses. Von der 175000 Marf Beihilfe, die den Angehörigen der Städtischen Oper A.-G. aus sozialen und fünstlerischen Rücksichten für die Monate Juni und Juli vom Magiftrat zugebilligt waren, ist noch fein Pfennig ausgezahlt worden. Das Personal wartete die ganze Woche umsonst auf die Verteilung und wurde von einem Tag auf den anderen vertröstet. Jegt heißt es: Wahrscheinlich nächste Woche." Ein Teil der Künstler ist schon der bittersten Not Sommer kleid Vollvoile eleg. Stickereistoff, Valenc.garnierung 28M teilung der Beihilfe begonnen wird, soll sie ihren Zweck erfüllen und nicht zu einer Quelle der Erbitterung werden. Die betreffenden Stellen müssen die Angelegenheit so beschleunigen, daß diesen berech tigten Klagen ein sofortiges Ende gemacht wird. Aufhebung der Hundesperre. Erhöhung der Stenern? Eine erfreuliche Tatsache ist, daß am 25. Juni die seit Jahren bestehende Hundefperre aufgehoben werden soll, falls bis dahin nicht wieder ein neuer Fall von Tollmut festgestellt wird. Diese be grüßenswerte Mitteilung erfährt zugleich schon wieder einen Dämpfer durch die Nachricht, daß die Hundesteuer von 30 auf 40 m. erhöht worden, ist. Wie sich die Hundebesitzer hierzu stellen werden, bleibt abzuwarten. Jedenfalls fließen durch diese Erhöhung dem Stadtsäckel rund 2 Millionen Mark zu. Begründet wird die Steuererhöhung damit, daß andere Reichsstädte schon jetzt weit höhere Hundesteuern erheben, als die Stadt Berlin. Erneute Hundesperre in Potsdam. Nachdem in voriger Woche bei einem Hund in Potsdam einwandfrei Tollwut festgestellt worden ist, hat der Polizeipräsident von Montag, den 22. Juni ab die Hundesperre für den Polizeibezirk Potsdam auf drei Monate angeordnet. Achtung! Genossinnen! Große Funktionärinnen Konferenz Dienstag, den 23. Juni, abends 7 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Hof III. Tagesordnung: 1. Zölle und Außenpolitit". Referentin: Genoffin Mathilde Wurm. 2. Aussprache. 3. Wahl der Delegierten zum Parteitag und zum internationalen Sozialisten ongreß in Marseille. Türkontrolle 6. Kreis. „ Berlin", die Wochenzeitung des Messe- Amfes. Am 20. Juni ist die erste, 20 Seiten starke Nummer der vom Berliner Messeamt angekündigten Wochenschrift für Leben, Wirtschaft und Verkehr" erschienen. Die erste Nummer des mit zahlreichen Illustrationen erschienenen Blattes ist sowohl tertlich wie inhaltlich geschickt und großzügig aufgemacht. Sie enthält u. a. Beiträge von Oberbürgermeister Böß, dem Direktor des Fremdenverkehrsbureaus, S. Kolanowsky, dem Stadtverordnetenvorsteher Genossen Haß, Obermagistratsrat Dr. Häußler. Willkommensgrüße von Herbert Eulenberg und Kapitän Edener, einen Theaterartikel von Leopold Jeßner und Plauderei von Peter Sachse u. a. m. Chefredakteur des unterhaltenden und kommunalpolitischen Blattes ist Karl Better. Der Preis für das auf gutem Papier gedruckte Blatt beträgt 10 Pfennig. Ein netter Sohn. Der Tischler Leopold H. wurde in seiner Wohnung von seinem 26 Jahre alten Sohne und dessen Freunde, einem Rohrleger, überfallen. Vater und Sohn lagen im Streite miteinander, weil der erstere sich wieder verheiratet hatte und der Sohn glaubte, bei der Bermögensauseinandersetzung betrogen zu sein. Die beiden Angreifer traten die Türfüllung ein und versuchten mit Gewalt in die Wohnung einzubringen. Sie wurden von herbeigerufenen Polizeibeamten verhaftet. Inzwischen hatte sich vor dem Hause eine Menschenmenge von etwa 100 Per fonen angesammelt, die Miene machten, auf die Polizeibeamten einzubringen. Rheinland- Jahrtausendfeier in der Universität. Es war ein psychologisch sehr interessantes Terrain, auf dem diese Festkundgebung Zwischen heroisch unserer afademischen Zeitgenossen stattfand. ziselierten Physiognomien schlagender und geschlagener Studenten, zwischen den vergilbten Bannern einstiger; besserer Kommilitonen, die für die Freiheit, die die verflachten Nachfahren tommentmäßig maltraitieren, auf den Barrikaden standen, hielt Geheimrat Professor Mards feine mit Sorgfalt präparierte und mit rednerischer Delikatesse zu Gehör gebrachte Festrede. Und, menn auch das bewegte Bathos um eine Nuance zu voll flang, um ganz echt zu sein, er sprach manches flug geprägte, aber auch manches unfluge Wort. Schlimm, da er die wohltemperierte Haßpropaganda der Interessenten hüben und drüben als Haß und Kampf, den man uns ins Blut gezwungen", definierte. Gefährliche Worte einer solch entnüchterten Jugend gegenüber, für die das leicht hingeworfene Schlagwort im Handumdrehen verwirrendes Programm wird. Ben dieser( und anderen) Entgleisungen abgesehen, wahrte Professor Mards die Ueberparteilichfeit, deren diese Kundgebung, dringender als irgendeine andere bedarf. Die Ziselierten aber, für die der schneidig gewekte Schmiß geistige Werte und die akademische Freiheit die ungehinderte Perspettive einer schlechten Kinderstube bedeutet, hielten die 1% Stunden nur mit größter Mühe stand. Bon oben blizte Fichtes dialektisches Feuer herunter, Ja, die Zeiten ändern sich. K. BI. unten aber Der Kampf um die Grundschule wird in einer Versammlung der Freunde der vierjährigen Grundschule am Dienstag, den 23. Junie, abends 8 Uhr, im Großen Schauspielhaus behandelt. Herr Georg Wolff, Berlin, und Herr Stolle, Magdeburg, sprechen über dieses aktuelle Thema. Die Bersammlung bezweckt, die Streitprobleme der Grundschule zu öffentlicher sachlicher Aussprache zu stellen im Gegensatz zu der Methode, nur bestimmte, einseitig eingestellte Interessentreife sprechen zu lassen. Die Einladung zu dieser Versammlung ist unterzeichnet von Hans Baluschef, Kunstmaler; Prof. Dr. W. Goez, M. d. R.; Löbe, Reichstagspräsident; Koch, Reichsminister a. D., M. d. R.; 5. Rönneburg, M. d. R.; Friedrich Wendel, Schriftsteller; Hans Würz, Erziehungsdirektor; G. Wolff, 1. Borsigender des Deutschen Lehrervereins; Schwärzel, 1. Vorsitzender des preu Bischen Lehrervereins; Tsch entscher, 1. Vorsitzender des Lehrerverbandes Berlin. Die Stadtverordnetenversammlung hat in der nächsten Woche eine Sigung am Dienstag um 6 1hr und eine Slzung am Donnerstag um 6 Uhr. Ausweiszwang für Reifen ins besetzte Gebiet. Wie von zus ständiger Seite mitgeteilt wird, find neuerdings wieder eine große Anzahl von Reisenden aus dem unbesetzten Gebiet, darunter auch solche aus Berlin, die ihre Verwandten im Rheinland besuchen wollten, von den Franzosen bestraft worden. Es muß erneut daran erinnert werden, daß jeder Reisende über 16 Jahre, ob männlich oder weiblich, einen für diesen Zwed geschaffenen Bersonalaus weis oder einen deutschen Reisepaß befizen muß. Beide Papiere müssen bei der Polizeibehörden( in Berlin beim Polizeiamt rechtzeitig beantragt werden, falls den Reisenden keine Nach teile entstehen sollen. Die Herbstjugendweihen des 17. Bezirks Lichtenberg finden am Sonntag, den 20. und am Sonntag, den 27, September, vormittags 10 Uhr, in der Aula des Cäcilien- Lyzeums, Rathausstraße, statt. Anmeldungen werden in den weltlichen Schulen Scharnweberstraße, Pfarrstraße, Lüdstraße, Friedrichstraße, Marktstraße und Holteistraße entgegen genommen. Außerdem bei folgenden Genossen: Brosch e, Bürgerheimstr. 5, Seitenflügel I, Milde, Mozartitr. 7 III, Rafe wiz, Gärtnerstr. 6 III. Einschreibegebühr 50 f. Die Elternbeiräte und alle übrigen Parteigenossen beteiligen fich am Dienstag, den 23. d. M., 8 Uhr, im Großen Schauspielhaus, an der Kundgebung zur Sicherung der Grundschule. Die Anmeldungen zur Herbfijugendweihe für Tegel, Borsigwalde, Ribars Frohnan, Heiligensee, Tegelort und Schulzendorf werden bei Frau Schröder Tegel, Schlieberstr. 19, v. part., und bei Rudolf Genz, Tegel, Eiedlung, Rosensteg 8, entgegen genommen. Rathenau- Gedächtnisfeier am 23. Juni. Die Demoratije Jugend Groß Berlin veranstaltet anläßlich des dritten Todes tages Balter Nathenaus am Dienstag, den 23. Juni, abends. pünktlich 8%, br, in der Aula des Friedrich Wilhelm- Gymnasiums, Stochstr. 13, eine Ratbenau Gedächtnisfeier. Es werden sprechen: Landtags: abgeordneter Studienrat Dr. Theodor Bohner und der Geschäftsführende Borsigende des Reichsbundes Deutscher Demokratischer Jugend HansBerner Gyling. Die Feier wird durch musikalische Darbietungen umrahmt werden. Alle Republikaner sind dazu herzlichst eingeladen. Eintrittskarten find foftenlos in der Geschäftsstelle der Demokratischen, Jugend, Zimmerstr. 7-8, zu haben. Beiterhin fühl, umbeständig mit Für Deutschland. Ueberall fühl, bewölkt mit Wetter für Berlin und Umgegend. zeitweisen Regenschauern. Auftreten von Regenschauern. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, Areisvertretertag. für Groß- Berlin fiets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten. 2. Kreis Tiergarten. Mittwoch, den 24. Juni, 7% Uhr, im Artushof, Perleberger Straße, Tagesordnung: Jahresbericht, Neuwahlen des Kreisvorstandes, Stellungnahme zum Bezirks. und Reichs. parteitag. 5. Kreis Friebrichshain. Am Sonnabend, den 27. Juni, nachm. 5 Uhr, Bannerweihe der 36. Abteilung im Steuerhaus, Landsberger Allce, ver. bunden mit Gommerfeft. Gäste willkommen. 7. Areis Charlottenburg. Donnerstag, den 25. Juni, Kreisvertreterversamm lung 7 Uhr in der Aula des Schillerrealgymnasiums, Schillerstr. 25/27. 1. Stafutenberatung; 2. Anträge; 3. Stellungnahme zum Bezirtstag ( Neuwahl des Bezirksvorstandes, der Revisoren, der Frauen, Breßtommiffion), Vorschläge zum Reichsparteitag und zum Internationalen Ron. greß in Marseille. Delegierte müssen Mandate haben. Stadträte, Stadtund Bezirksverordnete müssen anwesend sein. 9. Kreis Wilmersdorf. Abteilungsleiter, die Handzettel für die Bersamm Iung am Mittwoch, den 24. Juni, am Montag nachmittag bei Kroiß ab. holen. 13. Rreis Tempelhof- Marienborf. Fraktionsfißung Montag, den 22. Juni, in Mariendorf, Feuerwehrdienstgebäude, Rathausstr. 69.73, 8immer 10. 14. Kreis Reutöllu. Fortsetzung der erweiterten Kreisvorstandssigung Diens. tag, 28. Juni, 7% Uhr, an der bekannten Stelle. 17. Kreis Lichtenberg. Dittwoch, den 24. Juni, 7 Uhr, in der Aula der Mittelschule Marktstraße. Areisvertreterversammlung. Bericht und Neuwahlen des Borstandes. Die Abteilungsleiter werden ersucht, am Montag in der Spedition Richter den Jahresbericht abzuholen. 18. Kreis Weißensee. Montag, den 22. Juni, pünktlich 7 Uhr abends, Frak. tionsfigung Rathaus, Simmer 21. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Zehrer. Dienstag, den 23. Juni, 8 Uhr, Kundgebung im Gr. Schauspielhaus. Thema:" Der Kampf um die Grundschule." ExtraA.Wertheim Preise Leipziger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Kleider- Stoffe Krepp- Streif. Indangefärbi f.prakt. Sommerkleid. 98 PL, Baumw.- Musselin 95 PL neue Druckmuster. 4 Meter Frotté gute Qualität, aparte 195 Karos, ca. 100 cm br. Crêpe matelassé Sommerneuheit, ca. 100 cm, Mtr. f. 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Kunstseide farbig:..:... 350 Hemdhosen... 165 325 2650 sportfarbiger Wollstoff imprägn, Herrenform Vollvoile, viele Farben 1175 jugendliche Form, mit Handarbeiten Vorgezeichnet Taschentücher Valenciennespitzen 30 Pl. mit Hohlsaum, weiß Batist mit Rückwand, weiß Kissen Haustuch, ca 40/50 cm Kissen Rückwand, schwarz Rips, ca. 40/60 cm schwarz 1 M 115 3150 1750 Bade- Wäsche Badetrikots für Herren, schwarz für Kinder, schwarz Größe 60 für Damen, schwarz u. farb. Besap, Gr. 90 85 90 95 180 195 210 Sport150 3M Größe 70 Größe 95 180 kleid 320 gestreifter Kreppstaff Faltenrock Lackgürtel Kaffeewärmer Rips 150 Frottierhandtücher welß Halb Mittendecken einen mit 170 Hohlsaum Küchenkante wein HausStücken von 10 Metern. tuch in 190 Tischdecken schwarz 130 cm rund. Rips 590 welß und farbig.. 180 weld 220 weiß, schwere Qualität, mit 240 Buchstaben. Frottierlaken Größe 130/130 625 11.50 Größe 100/150 cm.. 2350 b berdi. Befuche fablet ble ng ber Grumblchule im Gr. Schauspiehaufe Dienstag, ben 23. Sunt, 8 The Platfarten werden unentgeltlich im Theatervorraum ausgegeben. Heute, Sonntag, den 21. Juni: 52. bt. Charlottenburg. 8ur Flugblattverbreitung treffen fich die Genoffen Sonntag frith 8 Uhr bei Babe, Raiserin- Augusta.Alee 52. 2. Abt. Renföln. Besichtigung des Botanischen Gartens. Treffpunkt 84 The Sermannplag, Ede Raiser- Friedrich- Straße. Nachzügler% 10 Uhr Eingang Unter den Eichen. 101. Abt. Treptow. Die Flugblattverbreitung findet erst am Montag abend um 6 Uhr von der Borwärts"-Spedition aus statt. 141. st. Rosenthal. Der Familienausflug fällt der ungünstigen Witterung regen aus. Morgen, Montag, den 22. Juni: 32. Abt. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Valentin, Arautstr. 36a. 42. Abt. Bezirksführer! Abrechnung wie bisher bei Höhlte, Bergmannstraße, pünktlich 8 Uhr bei Wiersdorf, Urbanstr. 6, Funktionärversammlung. 45. Abt. 712 Uhr pünktlich Funktionärversammlung bei Benzig, Wiener Straße 55. Tagesordnung: Wirtschaftskrisis." Abteilungsangelegenheiten. 56. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Liersch, Rantftraße 62. 108. 26t. 7½ Uhr Zusamenkunft der Obleute der Röpenider Schulen bei Babel, Freiheit 5. Wegen der dringenden Tagesordnung ist vollzähliges Erscheinen erbeten. Sunglozialisten. Gesamtveranstaltung. Genoffe Dr. Mar Sobann spricht über: Staat und Kirche 71 Uhr im Preußischen Landtag, Prinz- Albrecht. Straße 5. Die Gruppenleiter treffen fich bereits um 48 Uhr zu einer Besprechung ebenda.. Gruppe Mitte: Treffpunkt zur zentralen Beranstal. tung 7 Uhr Hackescher Markt. Frauenveranstaltungen am Montag, den 22. Juni: 1. Rreis mitte. 7 Uhr Bubijale, Reue Rönigstr. 26, Lichtbildervortrag bes Jugendveranstaltungen. Gelang bulabenb für Burscher zub Mabel am Montag, den 22. Juni, abends 7 Uhr, im Jugendheim Sindenftr. 3. Abteilungsleiter! * Rechnet schnenftens die Sonnenmenbfarten ab! Morgen, Montag, den 22. Junt, abends 7% Uhr: Moabit I: Jugendheim Waldenfer Str. 21, Vortrag: Die Jugendinternationale." Baltenplag: Funktionärversammlung bei Klug, Löme. froaße 20. Cüboft, G.- B.: Sthule Waldemarstr. 77, Bortrag: ,, Gerhart Sauptmann." Friedenau: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Aussprache: ,, Unfere Samburgfahrt." Baumschulenweg: Jugendheim Ernststr. 16, Bortrag: Jugend und Erziehungsfragen." Große öffentliche Versammlung Mittwoch, den 24. Juni, abends 8 Uhr, im Viktoriagarten, Wilmersdorf, Wilhelmsaue. Tagesordnung: Die Lebensmittelberteuerung und die Ausbeutung des arbeitenden Voltes. Ref.: Reichstagsabgeordnete Clara Bohm- Schuch. Genoffen Schreiber: Segual- und Gesundheitswesen der Frau." Eintritt Alle, die Ihr darunter leidet, besonders Hausfrauen, nur für Frauen. Gäste willkommen. 14. Rreis Reutöllu. 7% Uhr Funktionärinnenfigung im Barteiburean, Redar. ftraße 8. 14. bt 7 Uhr bei Gillwalb, Butbufer Straße 24, Bortrag des Genoffer Sainte: Jugend und Sozialismus." 22/23. bt. 71 Uhr Literarischer Abend bei Radzan, Brüffeler Straße 43. Referent: Genosse Bartels. 35. Abt. 7 Uhr bei Peter, Schreinerstr. 36, Vortrag: Die Frau auf dem Arbeitsmarkt." 42. Abt. 71 Uhr bei Höhle, Bergmannstr. 69, Bortrag der Genoffin Trapp: Seimarbeiterinnenschutz." 57. Abt. Charlottenburg. Pünktlich 7% Uhr bei Thunad, Wielandstraße 4, Frauenabend. Uebermorgen, Dienstag, den 23. Juni: 36. 96t. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Lotal Fr. Biebermann, Borndorfer Str. 9, Bortrag. 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Stuhlmann, Dortftraße 50. 88. Abt. Marienbort. 7% Uhr im Reichensaal ber Baradenfchule, Rönigstraße, Mitgliederversammlung. Referent: Genoffe Karl Litte 108. Abt. Röpenid. 7% Uhr Borstandsfizung bei Maschke, Rubomer Str. 21. 108-111. bt. Die Elternbeiräte des 16. Kreises werden ersucht, fich zu der am Dienstag abends 7% Uhr im Großen Schauspielhaus stattfindenden Rundgebung für die Grundschule zu beteiligen. Jede Schule muß vertreten fein. Bei Behinderung ist ein Bertreter zu entsenden. Rarten find am Eingang erhältlich; Eintritt frei, teine Tellersammlung. 116. Abt. Ettenberg. 7 Uhr Lokal Morr, Neue Bahnhofftr. 28, Funktionär. fizung mit den Betriebsvertrauensleuten. Jungfozialistengruppe Gruppe Güben. 8 Uhr Juristische Sprechstunde, Binden. ftraße 3, Bortrag des Genossen Dr. Kawerau:" Das fozialbiologische Broblem der Jugend." Arbeiterjugend und Gäste willkommer. Sch. Wollen Sie frühzeitig alfern? Nein, sicher nicht! Also schüßen Sie sich vor Haarausfall. Das Absterben de rhaare und Ausgehen ist der erste Beginn des Alterns. Die beste Gewähr, fein Haupthaar zu behalten und damit jung zu bleiben, ist der ftändige Gebrauch von Scherings flüssiger Teerfeife. Eine wöchentliche Baschung mit Scherings flüffiger Teerseife mit laumarmem Waffer reinigt die Kopfhaut, beseitigt Schinnen und Schuppen, regt bas Haarwachstum an und beseitigt alle Krankheitsfeime für das Haar. 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Am Donnerstag, den 25., treffen fich alle Sportgenoffen 6½ Uhr in Baumschulenweg, Ede Neue Rrug- Allee, zum Propagandalauf. Sportgenoffen, forgt für Maffenbeteiligung. Veranstaltungen des 6. Bezirks in der NAST- Werbewoche. Montag, den 22. Juni, auf dem Mariannenplag: Freiübungen, Turnen. Spiele und Boltstänze. Sprechchor und Mufit. Arb. Radf.- Bund Solidarität", 3. Abt. ( Umkleidelotal: Leibniz- Gymnafium. Wrangelftraße, am Mariannenplak.) Dienstag, den 23. Juni, Propaganda- Straßenlauf der Arbeitsaemeinschaft der Süd- Oft- Sporbabteilungen von der Turnhalle Görliger Str. 51. Auf dem Marheinefeplak: Heben. Ringen, Jiu- Jitsu und Boren. Freiübungen, Turnen und Spiele.( Umkleidelokal: Turnhalle, Bergmannstr. 60/62.) Mittwoch, den 24. Juni, im Landwehrkanal amifchen Sobrecht- und Thielen- Brüde: Schwimmund Rettungsvorführungen. Ronzert. Sprechchor.( Umkleidelotal: Altes Studentenbad, Ratiborstraße). Auf dem städtischen Sportplak am Urban: Handballspiel. Spielwiese am Rarpfenteich in Trentow: Turnspiele. Donnerstag, 25. Juni, auf dem städtischen Sportplak am Urban: Turnen, Leicht. athletik und Spiele. Fußballspiele. Arb.- Radfahrer- Bund Solidarität", 2. Abt. ( Umkleidelokal: Turnhalle Boechstraße.) Auf der großen Spielwiese in Treptom( gegenüber dem Denkmal des Gartendirettors): Gemeinsames Training der Arbeitsgemeinschaft der Eid- Oft- Sport- Abteilungen.( Umkleidelotal: BittoriaGarten. Inh. Nitschke, Am Treptower Part 25/26.) Freitag, den 26. Juni, auf dem Mariannenplak: Ringen, Jiu- Jitin und Boren. Gpredchor und Mufit. Arbeiter- Radfahrer- Bund ,, Solidarität", 3. Abt.( Umkleidelokal: Turnhalle Brangelftr. 128, gegenüber dem Rino.) Sämtliche Beranstaltungen beginnen abends 7 Uhr. Bei anhaltendem schlechten Better oder sonstigen midrigen Umständen finden die Beranstaltungen in den angeführten einge flammerten Umkleidelokalen ftatt. Ale Gruppen in der Woche nom 22. bis 27. Juni fallen aus oder find nach MögUebungsabende der Bereine und lichkeit als Werbeabende auszubauen. Berbe- Umzug am Sonnabend, den 27. Juni. Treffpunkt fämtlicher Vereine und Gruppen abends 6 Uhr auf dem Städtischen Sportplak am Urban. Dortfelbft( event. noch Turnhalle Boechftrake) Umtleiden aller Teilnehmer. Um 17 Uhr antreten zum Abmarsch.. Arbeiter- Sport- Rartell Charlottenburg. In der Woche Dom 22. bis 28. Juni, finden an mehreren Whenden Werbeveranstaltungen ftatt. Diens tagabend 7 Uhr Wafferballspiele im Liegenfee. Auf der Spielmiefe Ringund Jiu- Jitfu- Rämpfe. Donnerstagabend 8 Uhr turnerische und athletische Borführungen am Luisen- und Friedrich- Karl- Plak. Sonnabend Vorführngen am Luisenplas, fomie Reigenfahren der Paddelabteilung in der Spree, Schloßbrüde. Reigenfahren der Radfahrer an mehreren Bläken. Das Er fcheinen fämtlicher Sportgenoffen zur Aufrechterhaltung der Ordnung ist Bflicht. Dorträge, Dereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". " Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 87/38, Sof 2 22. Rameradschaft Wedding. Montag, den 22. Juni, abends 7% Uhr, Turnabend Gotenburger Str. 2. Kameradschaft Brenzlauer Berg. 4., 6., 7., 8. Rug Montag, den 22. Juni, abends 8 Uhr, Turnhalle Greifenhagener Str. 59, Turnen. Kameradschaft Friedrichshain. Montag, den 22. Juni, abends 7 Uhr, Trommler- und Pfeifertorps, Rönigsbank, Große Frankfurter Straße 117. Dienstag, den 23. Juni, abends 7 Uhr, Treffen sämtlicher Kameraden, die gewillt find, dem Bläserkorps beizutreten im Bereinshaus Fruchtstr. 36a. Blasinstrumente find mitzubringen. Kameradschaft Kreuzberg, Abt. Südost, Blod 10, 11, 12, 13, 14. Montag den 21. Juni, abends 7½ Uhr, Versammlung bei Ewald, Stalizer Str. 126. Wichtige Tagesordnung. Blodführer laden ein. Die Quartierlisten find fo. fort an Ramerad Heubecker, Röpenider Str. 160, einzureichen. Dienstag, den 23. Juni, abends 7 Uhr. Turnen Mariannenufer la. Kamerabschaft Bankow mit Untergruppen. Montag, den 22. Juni, abends 8 Uhr, Turnhalle Bollankstraße Turnabend. Erscheinen sämtlicher Mitglieder Pflicht. da wichtige Mitteilungen. Preffenotiz für Rathenau- Feier beachten. Kamerabschaft Reinidendorf. Montag, den 22. Juni, abends 6 Uhr, Turnen der Kameraben aller Untergruppen auf dem Städtischen Sportplay, Reiniden dorf- West, Scharnweberstraße. Privat- Theater- Gesellschaft ,, Brandenburgia", gegr. 1901. Dienstag, der 24. Juni, 8 Uhr, Gigung Röpenider Str. 62. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäfte willkommen. Rarten zur Dampferfahrt. Freie Hochschule. Mittwoch, 24. Juni, 8 Uhr, Sophienschule, Beinmeifter. ftraße 16/17, Dr. med., jur., phil., dent. Sammer. Thema: D Armenfnect schaft in der amtlichen deutschen Wohlfahrtspflege." Geschäftliche Mitteilungen. Das Einweichen der Wäsche. Gutes Einweichen ist halbes Baschen!" jagt mit Recht das Sprichwort. Die seit Jahrzehnten unter dem Namen Sentel's Bleich- Soda bekannte und beliebte Sento ist das gegebene Mittel dafür. Die hochwertige Zusammensehung von Sento fichert zunächst schonendste Behand. Tung der Wäsche. Hento hat die Eigenschaft, Edmuß und Fleden zu lösen, wodurch das nachfolgende Waschen natürlich erheblich vereinfacht und ver türzt wird. Im übrigen läßt sich Senko vorzüglich auch für Scheuerzwede verwenden: besonders Solafachen bekommen ein schönes, schneeweißes und appetitliches Aussehen. Schleften- Breslau. Eines der schönsten Länder Deutschlands ist une ftreitig Schlesien. Gemaltig ragen feine Hochgebirge auf, die fich 200 Rilometer lang erstreden. Von ihnen ist in der Hauptfache nur das Riefene gebirge bekannt, das über 1600 Meter hoch alpine Formen aufweist. Aber auch die anderen Gebirge find von außerordentlichem Reize, so das 3fergebirge, das Waldenburger Gebirge, bas Eutengebirge, das Glaser Gebirge, fchließlich das Altnater- Ge birge. Dazu kommt das weite Borgebirgsland, das sich von Görlig bis Reiße erftredt. Ueberall, namentlich in den Hochgebirgen, find Auch das TiefBäder und Luftturorte großen Rufes verftreut. Laubwälder, Fichten und Iand befikt ur malbähnliche Riefernwälder. Die interessanteste Stadt Schlesiens ist Breslau, eine Stadt von faft 600 000 Einwohnern. Sie ist außerordentlich reich an altertümlichen Bauten aus der gotischen, Renaissance- und Barod zeit. Herrliche Parks, gute Theater und Museen vervollständigen die Reize und Annehmlichkeiten der schlesischen Hauptstadt. Nähere Auskünfte gibt das Berkehrsbureau, Breslau, am Hauptbahnhof 1. SCHUTZ- MARKE DE THOMPSON'S SEIFF SCHUTZ- MARK Dr. Thompson's Seifenpulver macht die Wäsche blendend weiss. Vohin? R Fesches Aeußere lieben und erhalten auch Sie in diesem herrengemäß- sport. 50 lichen Kostüm. Das Beste 29" Stadt u. Reise. Imprägn. Wollstoff Modern. Geschmack verlangt für Stadt und Reise den „ Herren" mantel mit Rückenfate und Riegel. Auch Sie dürfen sich ihm nicht entziehen. Mouliné Ihre Jugend gewinnt in diesem taufrisch19" feschen Garçonnekleid, bellebt m für Beruf, Strand und Spiel 40 Wollstoff, letztmod. Garnitur Reizvoll gekleidet sind auch Sie in diesem entzückend- hauchleichten Wollmusselin- Kleid für die Sommertage. Moderne Muster 10 00 nur. 1250 Schriftliche Bestellungen können nicht Das ist die Frage, wenn Sie sich das Ziel Ihrer Reise überlegen. Das ist keine Frage, wenn es darum geht, die Reisekleidung so billig zu besorgen, daß Ihre Reiseersparnisse nicht fühlbar gemindert werden. Bei uns können Sie's! Des halb, vor Antritt der Reise erst zu C& A BRENNINKMEYER Königstr. 33 Chausseestr. 113 Am Bhf. Alexanderpl. Beim Stettiner Bahnhof berücksichtigt werden! Nr. 42. Jahrgang 2. Seilage öes vorwärts Sonntag, 2?. Jan! 1925 Schutzzoll unö Volkswohlfahrt. Der Reichstag setzte gestern die Beratung über den Etat des Innern beim Kapitel Tesundheitswesen sort. Mbg. Dr. Moses(Soz.): Im chaushattausschuß hat der Vertreter der Regierung auf Grund amtlichen Zahlenmaterials eine so starte Besserung unserer Volks- gesundheit festzustellen geglaubt, daß es mir nötig erschien, vor zu großem Optimismus zu warnen. Auf keinem Gebiet kann die Stoti- stik größere Verwirrung anrichten als auf dem der Gesundheits- Politik. Wir sehen das ja auch aus den Berichten der Schulärzte. Der eine bezeichnet die Kinder einer Klasse oder einer Schul« als unterernährt, die ein anderer in derselben Stadt bei Kindern aus den- selben Schichten der Bevölkerung als durchaus normal darstellt. Bei drei Aerzten hoben Sie immer vier verschieden« Meinungen.(Zu- ruf: Wie bei den Juristen. Heiterkeit.) Wenn der Regierungsver- treter mitgeteilt hat, daß die allgemeine Sterblichkeit von lS pro Tausend vor dem Kriege, im Jahre 1924 auf l2�S zurückgegangen sei, wenn auch die Säuglings st erblichkeit, immer rein zahlenmäßig betrachtet, von 20,7 Proz. im Jahre 1919 auf 10,8 im Jahre 1924 zurückgegangen ist, so erfüllt uns das allerdings mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft, gibt ober noch lange keinen alleinigen Maßstab für die totsächlichen Gesundheitsverhältnisse im deutschen Volke. Rein zahlenmäßig betrachtet ist die Säuglings- ftevblichkeit in anderen Ländern noch viel geringer als in Deutsch- land. In dieses Kapitel gehört aber auch die Mittellung des Mini- sters, daß die Zahl der Todesfälle an Kindbettfieber ge- waltig zugenommen hat, von 21,9 Proz. im Jahre 1913 auf 46 Proz. im Jahre 1921, also weit über das Doppelte, trotz aller Fortschritte der Hygiene und der Wissenschaft. Dies« Mitteilung hat mich auf das allerliefste erschüttert. Die Schuld an diesen furchtbaren Zahlen ist wohl neben der Zunahme der künstlichen Fehlgeburten aus die traurigen Wohnungsverhältnisfc bei uns in Deutschland zurückzuführen.(Sehr richtig bei den Soz.) Wir begrüßen jede Maßnahme, die der„Ertüchtigung" unseres Volkes, die der Volks- aufklärung auf fozialhygienifchem Gebiete dient. Mit besonderer Freude begrüße ich es, daß ein« größere Summe zur Einrichtung der Reichsgesundheitswoch« bewilligt wurde, die als ftän- dige Einrichtung auf dem Gebiete der Volksaus klörung gedacht ist, und deren. Einfuhrung nach englischem und amerikanischen Vorbild ich in den Etat eingestellt worden sind. Ein großes Verdienst an den Rück� gong der Säuglingssterblichkeit darf die Reichsanstollt zur Bekämpf ftrng der Säuglingssterblichkeit für sich in Anspruch nehmen und es ist bedauerlich, daß gerade diese Reichsonstall die einzig in der ganzen Welt dasteht, in der letzten Zeit in einem Abendblatt geradezu unglaublichen Angriffen auegesetzt wurde. Ich möchte das Reichs- gesundheitsamt bitten, die durch die Angliederung der Kaiser-Wilhelm- Akademie hinzugekommenen Forschungsstätten mehr dett arbeite- und gewerbehygienischen Zwecken dienstbar zu machen. Bedauern muß ich es. daß man in diesem Etat das Hygiene- mufeum in Dresden gar nicht bedacht hat. Bei dieser Gelegen- heit muß ich das Gesuch der Laboratoriumsgehilfen um Einstufung in eine höhere Gehallsstufe befürworten. Aus keinem Gebiet richtet die Zersplitterung mehr Unheil an als auf dem der Gesundheitspolitik. Erst vorgestern hat der preußische Ministerpräsident Otto Braun bei der Tausendjahrseier der Rheinlande besonders der gefahrvollen und hingebenden Arbeit der Bergarbeiter gedacht. Diese Men- schen, die für fast alle Industriezweige die notwendige Nahrung her- beischaffen, stehen jetzt auch in gesundheitlicher Beziehung in scharfem Kampfe mit dem Unternehmertum. Durch das Reichsknapp. s ch a f t s g e s e tz ist die bis dahin vorhanden gewesene Mehrleistung in der Krankenversicherung der Pensionskasien den Bergarbeitern ent- zogen worden, weil die Unternehmer dadurch«inen Druck auf die Bergarbeiter zum Nachgeben in Knappschastspensionsfragen ausüben wollten. Die Versuche der Arbeitervertreter im Knappschaftsvorstand, die Familienhilf« wieder zu erlangen, sind gescheitert, da man sich auch an den Regierungsstellen über den Ernst der Lage anscheinend nicht klar war. Nunmehr sehen sich die Bergarbeiter gezwungen, durch Selbsthilfe diese notwendige Familienhilse zu erreichen. Die Notwendigkeit dieser Selbsthilse ergibt sich aus dem erschreckenden Gesundheitszustand in den Berga vbeitersamilien, wie er durch«in« Reihe von ärzttichen Berichten bestätigt wird. Der Redner verliest mehrere dieser Berichte, die alle darin übereinstimmen, daß die schleunige Wiedereinführung der Familien Hilfe dringend notwendig sei. Die Lösung dieser Frag« und die Beaniwortimg der Interpellation, die wir«ingereicht haben, obliegt dem Arbeitsministerium. Dieses hat aber bis letzt nicht eingegriffen, es erklärt, daß es nicht zuständig sei, es steht also in Fragen, von denen die Gesundheit von Tausenden von Bergarbeitersratten und -Kindern abhängt, Gewehr bei Fuß. Wenn Ressortstrettigkeiten und Prestigefragen bei den einzelnen Ministerien gerade auf dem Gebiet der Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik in die Erscheinung treten, dann wird das Unheil noch größer, als es ohnehin namentlich schon in diesen Gegenden ist. Wir müssen verlangen, daß derartige Nein- Gesundheitsdebatte im Reichstag. liche Dinge beiseite zu stehen haben, wenn es sich um die Lösung so großer Probleme handelt.(Sehr wahr bei den Soz.) Im Mittelpunkt unserer ganzen Gesundhetts- und Bevölkerungs- Politik soll das Problem des Geburtenrückganges stehen. Der Minister S ch i e l e hat im Ausschuß gesagt, daß uns der Geburtenrückgang besonders in den Großstädten mit ernster Sorge erfüllen müsft: zu einem großen Teile sei dies auf die schweren wirt- schafllichen Verhältnisse zurückzuführen, das wichtigste aber sei, daß man in unserem Volke den Willen zur Selbstbehauptung wecken müsse, ohne den eine Nation verloren sei. Der Geburtenrückgang ist in der Tat ein ernstes Problem. Es schneidet tief ein in oll« Fragen des sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesundheitlichen Lebens. Unser« gesamte Innen- und Außenpolitik ist von ihm in starkem Maße beeinflußt. In Frankreich mit seinem Zweikindersystem sind die entvölkerungspolitischen Besorgnisse nichts Neues. Daß auch bei uns in Deutschland nach dem gewattigen Aderlaß des Krieges, der uns 2 055 000 Tote im Felde und ein« weitere Million der ZivilbevA- kerung gekostet, der ein so gewaltiges Heer von Krüppeln. Siechen, Kranken, Blinden, Invaliden, Witwen und Waisen hinterlassen hat, bei vielen Politikern Anlaß zur Besorgnis gibt, darf niemand Wunder nehmen'. Aber dieser stark« Geburtenrückgang ist keine besonder« deutsch«, sondern«ine internationale Erscheinung. In Berlin betrug im Jahr« 1870 die Geburtenziffer 47,2 Proz., im Jahre 1923 nur noch 10,4 Proz.(Hört! hört!), also nur noch knapp ein Viertel der Ziffer von 1870. Der Geburtenrückgang zeigt sich aber nicht nur in den großen Städten, er zeigt sich auch in starkem Maße auf dem Lande, er zeigt sich in allen Schichten der Bevölkerung. Mit der sogenannten Moral hat dieses Problem nichts zu tun, schon deshalb nicht, weil es eine absolute Moral noch niemals gegeben hat. Eine Besserung werden Sie(nach rechts) nur erzielen können, wenn Sie die Aenderuno der schweren wirtschaftlichen Verhältnisse als Ihre Aufgabe ansehen. Verlangt der Staat von den ausgemergelten Frauen und Müttern des Proletariats die Gebärpsllcht, dann obliegt ihn auch die Nährpflicht. (Sehr richtig bei den Soz.) wie Sie aber mit einer Schuhzollvorlage, einer Verteuerung der notwendigsten Lebensmittel und den dadurch hervorgerufenen Niedergang unserer Voltsgesundheit den Kamps gegen den Ge- burleurückgang aufnehmen wollen, erscheint mir schleierhast. In Frankreich sehen wir jetzt einen gewaltigen Aufschwung auf sozialpolitischem und sozialhygicnischem Gebiet. Frankreich hat geradezu einen Feldzug gegen die Säuglings- und Kindersterblichkeit, gegen einen vorzeitigen Verbrauch seines M« llenfchenmaterials. Kein Geringerer als Rudolf V i r ch o w, der Schöpfer modernen medizinischen Wissenschaft, hat die Aerzte auf den Plan gerufen zur Verbreitung der Kenntnis, wie das Volk gesund und lücklich gemocht werden könne. In der Tat hat die medizinische Wisscnschüsi die Pflicht, überall da ihre warnende Stimme zu erheben, wo die Volksgesundheit durch gesetzgeberisch« Maßnahmen in Gefahr kommen kann.(Sehr wahr! bei de» Soz.) In einer Zeit, in der die breit« Masse des Proletariats noch immer in so ungeheuerlicher Weise an den Folgen der Unterernährung, der Hungerblockade in gesundheitlicher Beziehung zu leiden haben, in der seine Reserve- kräfte»ollständig aufgezehrt sind, bringt die Regierung die Schutz- zollvorlage ein, die nicht nur«das Brot, sondern alle zur Er- hallung der Korperkräfte eines Volkes notwendigen Lebensmittel ver- steuert und ruft die Gefahr hervor, daß das Volk wieder zurück- geworfen und in der Ausrechterhaltung seiner körperlichen und geistigen Kräfte bedroht wird.(Sehr wahr bei den Soz.) Und das nennen Sie Gesundheitspolitik, und das nennen Sie Bevölkerungspolitik treiben! Nicht parteipolitische Erwägungen, sondern mein ärztliches Gewissen treibt mich dazü, auf die Ungeheuerlichkeit einer solchen Gesundheits- und Bevölkerungs- politik hinzuweisen. Diese Vorloge in einem solchen Augenblick, nach einem solchen Krieg und seinen Auswirkungen eingebracht bedeutet nichts anderes äls ein Attentat auf die Voltsgesundheil.(Lebhafte Zu- stimmung bei den Soz.) Glaubt der Minister Schiele wirklich, den hohen Stand der leib- lichen Gesundheit, von dem er im Ausschutz gesprochen hat, mit einer Schutzzolloorlage fördern zu können? Hat das Reichsgesund- heitsamt, das berufen ist, der Regierung in allen Fragen der der Volksgesundheit mit Rat zur Seite zu stehen, es nicht für seine Pflicht die Volksgesundheit einschneidender Bedeutung ist? gehalten, in eine Prüfung der Vorlage einzutreten, die von so tief in Wir freuen uns, wenn wir für die Bekämpfung der Tuberkulose über die im Etat gesetzten Positionen hinausgehen tonnen, wir fordern ein Reichstuberkulosegcsetz, wir sind stolz darauf, daß kein Land der Welt so viel zur Bekämpfung der Tuberkulose getan hat und schlagen gleichzeitig alles kaputt durch eine Gesetzge- bung, die die Grundlagen jeder Tuberkulosebekämpfung zunichte macht.(Sehr wahr bei den Soz.) Als 1902 in diesem Harsse die Kämpfe um die Schutzzollvorlage tobten, sagte Friedrich Nau- mann:„Der Tubertelbazillus weicht dem besseren Brot«, bei billigerem Brote werden die Lunge» freier und stärker". Es wäre eine gierung W>W Zeit über die gesundheitlichen Befahren der Verteuerung des Brotes geliefert hat. Eine Schrift, die den Lehren eines Virchow, Ocjterle, Pettenkofer, Deich, bis aus Rubener, Grotjahn u. a. als Zeugen dafür anführen könnte, in welcher Weise die Verteuerung der aller- notwendigsten Lebensmittel die Volksgesundheit und die Beoöl- kerungspolitit eines Landes beeinflußt. Der Redner verliest eine Reihe von Zeugnissen dieser Gelehrten, die immer wieder nachweisen, daß„je teurer das Brot, um so mehr Erkrankung und Sterben." Auf einen noch, auf 1902 geschrieben j, muß ich zu sprel das ist charokteristisl kommen, der für seine Ent- WM. hat. ui wicklung:„Ich sehe die Industrie vor mir in Gesiait eines wirk lichen lebendigen Indusirlearbeiters, dem das Zentnergewicht der Lebensmittelzölle auf den Rücken gelegt ist."(Hört! hört! bei den Soz.) Die schweren Schäden an der VolksgesunAhest, die diese den Grundforderungen der Gesundheitspolitik zuwiderhandelnde Lorlage zeitigen wird, lassen sich jetzt schon voraussagen. Mein« Ausführungen sollten ein Warnungssignal noch in letzter Stunde sein. Sie sollten zeigen, wie wenig Kenntnis in der Regierung vorhanden ist von den Ergebnissen der Forschungen auf dem Gebiete der Menschenökonomie! Aber so ist es nun einmal bei uns: Zwei Pferde spannt man vor den Wagen und vier dahinter.(Sehr gut bei den Soz.) Was auf der einen Sette gut ist und notwendig ist, gerade auf dem Gebiet>der Gesundheits- und Bevölkerungspolitik geleistet werden könnte, das wird auf der andern Seite durch Maßnahmen sabotiert, wie sie die Brot- Verteuerung darstellt. Das oerträgt sich nicht miteinander. Arbeiterschutz, Arbeiterversicherung, Wöchnerinnenschutz, Wochenhilse, Wochensürsorge, Bekämpsung der Tuberkulose, Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit aus der einen Seite, Verschlechterung der Er- nährung durch Lebensmittelzölle auf der anderen Seite. was nützt es, der Mutter Schuh und den kindero das Recht auf eine ausreichende körperliche Erziehung zu geben, wenn man den Alten wie den Iungen die Lebcnsniöglichkeiten durch Lebens- miitelzölle erschwert!(Sehr wcchr bei den Soz.) Wird dies« Vorloge Gesetz und wird das Volk die Wirkungen dieses Gesetzes zu spüren bekommen, dann wird«s Rechenschaft fordern von jenen, die berufen waren, die Hüter und Schützer der Lolksgesund- heit zu sein und'dennoth durch ihre volksfeindlich« und gesunDheits- schädigende Politik diesem schwergeprüften Volke die tiefften Wunden schlagen. Mag sich die Regierung nach dieser Richtung hin ihrer hohen Verantwortung endlich bewußt lein!(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Staatssekretär Zweigert erklärt: Heute seien bedauerlicherweise die Gesundheiteverhältnisse unter den Erwerbslosen und den kinderreichen Familien noch keine guten.(Zuruf links: Deshalb die Getreidezölle!) Die Regierung wird an besonderen Maßnahmen für die Volksgesundheit für ihre Gesetzentwürfe gegen den Alkohlmihbrauch, die Geschlechtskrankheiten und den Tuber- kuloseentwurf eintreten und bittet auch die im Ausschuß vorgeschla- genen Etatserhöhungen für die Volksgesundheit zu genehmigen. Abä. Dr. haedentamp(Dnat.) begründet dann einen Antrag seiner Fraktion, der in allen Schulen Gesundheits- Unterricht obligatorisch einführen will. Abg. Dr. Schreiber(Z.) sprach über die Medizinalpolitik des Deutschen Reiches. Mit Rücksicht auf die Länder könne allerdings ein Reichsgesundheitsministerium nicht gebildet werden. Im Etat müsse ein eigener Titel fiirAuslands-Kranken- Häuser geschaffen werden. Bezüglich des Alkohols für Desinfek- tionszwecke, den die Branntwcin-Monopolverwaltung liefere, müsse gesogt werden, daß er den hygienischen Zwecken nicht genüge. Be- dauerlich sei auch die starke Tuberkulose-Erkrankung des Kranken- Pflegepersonals. Abg. Lickes(D. Vp.) bezeichnet es auch künftig als dringliche Pflicht der Regierung, gegen die Ausbreitung der Geschlcchtskrank- heilen sich mit allen Mitteln zu wenden und fordert ein Bcwah- rungsgesetz für'die Jugend. Geheimrat Hömel vom Innenministerium: Eine auf Veran- lassung des Zentralausschusses für die Auslandshilfe bei den Ge- meindcn veranstaltete Rundfrage hat ergeben, daß 21 Proz. der Schulkinder speisukigsbedürstig, 25 Proz. erholungsbedürftig und 18 Proz. unterernährt waren. Besonders ausfällig sei, daß jetzt viele Kinder kropjbehaftet sind. Beratungen über Abhilfe würden hier gepslogen. Was den Geburtenrückgang betresse, so müsse betont werden, daß bei einem gesunden, vorwärtsslrebenden Volke vier Kinder den Grundstock der Familie bilden müßten.(Zuruf links: Wenn in an sie xrnähren kann!) Bezüglich der breitester Volksschichten über gesundheitliche Probleme durch große Veranstaltungen und Vorträge erklärt der Regierungsvertreter, daß der Verband der deutschen Krankenkassen diesen Gedanken mit Be- vom Abg. Moses(Soz.) angeregten Aufklärung MW~ efiM geisterung aufgegriffen habe und in seiner Durchführung von der| Regierung unterstützt werde. Abg. Frau Arendsee( Komm.) erklärt, das Volk habe von der Etatsberatungen nichts zu erwarten Abg. Sparrer( Dem.) wendet sich gegen die schlechte Besoldung und die zu geringen Befugnisse des Reichsgesundheitsamts. Der Redner begründet einen Antrag, der die reichsgefeßliche Regelung des Apothekenwesens zum Ziele hat. Die Regierung müsse den Arzneimittelverkehr strenger überwachen. Der hätten also auch die Frachtenverteuerung bei den Goldbilanzen gehen von Unternehmern und Arbeitern, der höchsten Not", | berücksichtigen und durch gründliche Verbilligung der Betriebs- und was solcher Demagogie mehr ist. vorgänge den Mehraufwand für Frachten herauswirtschaften müssen. Da sie das unterlassen haben, haben sie fein Recht 34 flagen. Wie steht es mit der Cohn- und Gehaltspolifit der Gewertschaften? zu Nun finden die Unternehmer damit bei den Arbeitern, Angestellten und Beamten natürlich nicht die geringste Gegenliebe; denn zweimal gebranntes Kind scheut das Feuer noch mehr als ein einmal gebranntes. Um so mehr aber noch, als das volkswirtschaftliche Gesamtinteresse die Gegenliebe der Unternehmer für die Gewerkschaftspolitik Fall Höfle habe gezeigt, wie schweres Unheil durch fahrläffige Unternehmer zugrunde gerichtet wurde, haben die Gemert- nicht nur nicht nötig hat, sondern geradezu fürchten Behandlung von Arzneimitteln entstehen könne. Auf Antrag des Abg. Dittmann( S03.), der sich dagegen wendet, daß eine so wichtige Materie vor leerem Hause verhandelt werde, vertagt sich das Haus um 6 Uhr auf Montag 2½ Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Etatsberatung. Als die Währung wesentlich durch die Steuerscheu der schaften fämpfen fönnen, so viel sie wollten. ohne das Notwendigste für die Mitgliedschaften zu erreichen. Die Unternehmer hatten es leicht. Als die Erhöhung der Preise nicht mehr genug fruchtete, führten sie die Goldrechnung ein, überall, wo sie zu fordern, nicht aber, wo sie zu zahlen hatten. Die Arbeiter, Angestellten und Beamten hatten Nachsehen. Heute ist die Währung stabil, die Preise werden wieder muß. Nerven behalten, flaren Blick und Disziplin! Das wissen die Unternehmer auch, und weil ihr Locken nichts nügt, drohen sie heute mit dem Kampf. Bergbau, Eisen und Hütten, Holzgewerbe, Werften, überall, Für die Arbeiter, Angestellten- und Beamtenschaft hat es aber nie so gegolten, Nerven zu behalten, besonnen Lage und Sanierungskrise und Arbeiter. en bas en upper Dom Weltmartt her beſtimmt, und die Ge- Sträfte zu prüfen und Disziplin zu üben, wie heute. Nicht Lohnabbau sondern Lohnerhöhung. Daß mit der Sanierung der Währung auch eine Ganierung der Wirtschaft einhergehen mußte, das wußten in der rung der Wirtschaft einhergehen mußte, das wußten in der Zeit, als man allgemein um das Gelingen des Rentenmarkexperiments in Deutschland besorgt war, auch die deutschen Unternehmer. Als die Dawes- Gesetze angenommen waren und das Auslandskapital ins Land strömte, schien diese Sanierung der Wirtschaft einen vielversprechenden Anfang zu machen. Nach knapp einem Jahre ist sie durch das Versagen machen. Nach knapp einem Jahre ist sie durch das Versagen der deutschen Unternehmerschaft nicht nur auf einem toten Gleise angelangt, sondern auf diesem toten Gleise heillos festgefahren. Die Unternehmer fuchen Sündenböde. Natürlich suchen die deutschen Unternehmer heute nach einem Sündenbod; denn an die eigene Brust zu schlagen fällt den deutschen Unternehmern ganz besonders schwer. Für die herrschende Industrie- und Kreditkrise machen sie hauptsächlich drei Faktoren verantwortlich: die Steuerpolitik des Reichs und der anderen öffentlichen Körper, die Frachten politik der Reichsbahngesellschaft und die Lohnpolitit der Gewerkschaften. Das ist im höchsten Maße furzsichtig. Natür Während der Inflation haben die Unternehmer feine Steuern bezahlt. Ihre Geschäftspolitik und ihre Kalkulationen maren darauf eingerichtet. Als die Staatsausgaben wieder aus Steuern fließen mußten, war es selbstverständlich, daß die Steuern scheinbar aus der Substanz genommen werden mußten. Als die Unternehmer die Goldbilanzen aufgestellt haben, hätten sie von vornherein große Reserven zur Steuerzahlung bereitstellen und ihr Betriebsvermögen entsprechend niedriger einschätzen müssen. Denn Steuern find genau so notwendige Betriebskosten wie Maschinenabnuzung, Materialverbrauch, Löhne, Gehälter und Frachten. lich rächt sich das heute. Soweit aber scheinbar zuviel Steuern erhoben wurden, waren diese den Unternehmern nicht verloren. Entweder haben sie selbst aus den lleber schüssen Kredite erhalten, und dann waren diese Kredite so gut mie eigenes Kapital, denn das muß ja auch verzinst werden, oder die Landwirtschaft und der Mittelstand haben Kredite erhalten; dann konnten diese von der Industrie um so mehr faufen. Soweit die Steuerpolitik an der Industriekrise schuld sein soll, beschuldigen also die Unternehmer entweder sich selbst oder sie haben keinen Grund zu flagen. Mit der Frachtenpolitit der Reichsbahngesellschaft steht es ähnlich. Daß die Frachten hoch sind, hängt zunächst nicht mit der Reparationspolitik zusammen. Allein die preußisch- hessischen Eisenbahnen hatten in der Borfriegszeit jährlich 700 Millionen Mark Ueberschuß. Könnte in Deutschfand heute im Verhältnis noch so viel verbraucht, werden wie damals, so hätte die Reichsbahn leicht die 950 Millionen jährliche Reparationszahlung aufbringen fönnen, ohne die Frachten über die Geldentwertung seit 1913 hinaus zu er höhen. Nun ist der Apparat der deutschen Eisenbahnen seit der Borkriegszeit im Verhältnis nicht kleiner geworden. Es werben aber viel weniger Güter und Personen be fördert, es wird auch durch die industrielle Ueberorgani fation unproduktiver befördert und gereist. Die Folge sind die hohen Frachten, die auch schlecht ermäßigt werden können, weil der Vorkriegsüberschuß dennoch herausgewirtschaftet werden muß. Daß weniger und unproduktiver von der Reichsbahn gefahren und befördert wird, liegt an den Unternehmern, bei denen sich die zerstörte Rauftraft in totem Sachwertreichtum angesammelt hat. Sie Togal gegen Schmerzen der Nerven, Rheuma, Gicht, Ischias, Herenschuß, Kopfschmerzen. Zogal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure qus. Klinisch erprobt! Hervorragend bewährt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 12,6% Lith., 0,46% Chinin, 74,3% Acid. acet. salic., ad 100 Amylum. # werkschaften fönnen mit Erfolg fämpfen. Damit tun fie mur Zweifellos, es fommt zu einer Anzahl von Still. das Selbstverständlichste von der Welt. Denn jeder Preis legungen. Eine Anzahl von leerlaufenden oder unterist im fapitalistischen System der richtige und gerechte, den beschäftigten Betriebsteilen und auch Betriebsgruppen ist nicht der Marktkampf der Parteien feststellt. Das unter Betrieb zu halten, wo fällige Löhne, die sich nicht reichgilt auch für den Preis der Arbeitskraft. Aber die Unterlich rentieren, gebraucht werden, um fällige Schulden zu bes nehmer sind nicht mehr gewöhnt, wie für das Schmieröl, zahlen, deren Zwangsvollstreckung zum Konkurs führen würde. das sie zur Kühlung der Lager brauchen, so auch für die Ar Im Bergbau werden Stillegungen darüber hinaus erfolgen, beitskraft den Kaufpreis des Marktes zu weil der Kohlenbergbau durch die Fortschritte der Wärmezahlen. Sie, denen eine ganze Bolkswirtschaft zu ruinieren technik und durch die Konkurrenz des Dels auf absehbare Zeit teine Beschwerden bereitete, beklagen sich heute über den Lohn- ins Hintertreffen geraten ist. Aber, mehr als das jeweils im Augenblick absolut Notwendige werden und können die Unternehmer nicht stillegen, weil die meisten Industriezweige, gerade weil sie so mit Anlagen und toten Kosten übersetzt find, arbeiten müssen. Soweit die Kampfandrohung der Unternehmer- und Arbeitgeberverbände daher von Maffenaussperrungen spricht, ist sie zunächst ein politischer Bluff. Der größete Teil der Arbeitgeber wird unter den heutigen Verhältnissen, wo das Stillegen des Betriebes zum sofortigen Bankerott in vielen Fällen führt, der Berbandsparole einfach nicht folgen, wenn sie aus= gegeben würde. Das ist das erste. Post- Abonnenten D amit die regelmäßige Zustellung des Vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Abonnement für den kommenden Monat bei dem zuständigen Postamt sofort zu erneuern. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. kampf der Arbeiter, Angestellten und Beamten, die nur das tun, was im Raufmannsleben doch das Alltäglich ste ist, sich den höchstmöglichen Preis zahlen zu lassen. Es gehört sehr viel Kurzsichtigkeit dazu, sich darüber zu beschweren. Aber die Sache hat noch eine Rehrseite. Wie die Dinge seit der Stabilisierung der Währung liegen, ist dieser Kampf der Gewerkschaften um den höchstmöglichen Preis der Arbeitskraft das einzige wahrhaft Produktive, was für die Sanierung der deutschen Wirtschaft bisher geschehen ist. Wäre dieser Kampf nicht mit Erfolg geführt wor den, so wäre die Wirtschaftsfanierung noch viel früher und viel stärker festgefahren worden. Es wäre dann über haupt feine Kraft dagewesen, die die Unternehmer zur Rationalisierung der Betriebe gezwungen hätte. Soweit man in Deutschland überhaupt der endgültigen Sanierung hoffnungsvoll entgegensehen darf, soweit ist das der Lohnfampfpolitik der Gewerkschaften zu danken, von der sich heute höchstens sagen läßt, daß sie ihr Ziel noch lange nicht gründlich genug erreich hat. Wären die Unternehmer nicht ebenso schlechte Rolkswirte als sie schlechte Kaufleute sind, so hätten sie für die Goldbilanzen vorausberechnen müssen, daß sie nicht mit den niedrigen Löhnen der Inflationszeit rechnen dürfen, sondern mit den höchstmöglichen Löhnen, wie sie der Kampf mir hergibt, falfulieren müssen. Sie hätten ihr Kapital tiefer an fetzen müssen. Gleichzeitig hätten fie fich sagen müssen, daß ihnen höhere Löhne um so weniger schaden, je höher sie sind, wenn sie nur nicht die von der Konkurrenz gezahlten Löhne übersteigen, weil die höheren Löhne ihnen später zu höheren Umfäßen und Gewinnen wieder zugute tommen müssen. Der Verständigungswille der Unternehmer. Heute allerdings, nachdem sie in ihren Betrieben alles versäumt und verdorben haben, mas nur zu versäumen und zu verderben war, heute fommen fie und jammern. Und wie es Unternehmerart ist, man dente nur, mie eilig es Stinnes 1918 hatte mit der von den Unternehmern während der Inflation so geschäftig beerdigten Arbeitsgemeinschaft, so wollen sie heute, nachdem sie die Freiheit der Wirt= schaft" wieder zu neuem Glanze verholfen haben, Werksgemeinschaft, Interessensolidarität, Zusammenstehen und = Aber die heutige Lage der Industrié gibt der Arbeiter. schaft noch stärkere Waffen. Die Lage der Industrie ist aus der flar nachweisbaren Schuld und Saumseligkeit der Unternehmer so wie sie ist. Jede Demobilmachungsstelle ist bei jeder Stillegung, wo sie noch mitzureden hat, und jeder Schlichter ist bei jeder Lohnverhandlung darauf hinzuweisen, daß die schwierige Lage der Industrie sich aus der falschen Aufmachung der Goldbilanzen erklärt, daß die Kapitalherabsetzung sofort den Status der Unternehmungen verbessert und auch Kredite leichter erreichbar macht. Die Erfahrungen des letzten Jahres beweisen, daß die erfolgten Lohn erhöhun find, was sich aus den gestiegenen Umfägen bei den Konsumgen der Industrie absolut förderlich gewesen industrien und den gestiegenen Einlagen in allen Banken ergibt, und es noch mehr gewesen wären, wenn die Industrie fich die erhöhten Umfagmöglichkeiten für die Senfung ihrer Produktionskosten nu bar zu machen gewußt hätte. Das Abbremsen des Lohnfampfes der Gewerkschaften oder gar der Abbau der Löhne müßte heute, wo die Unternehmer wegen der allgemeinen Kapitalnot von sich aus fast nichts zur Steigerung der Ronkurrenzfähigkeit gegenüber dem Ausland beitragen fönnen, den letzten 3 mangs hebel zur Sentung der Produktionskosten und zur Steigerung der Export fähigkeit ausschalten. So hat die Arbeiterschaft aus der Sanierungskrise, menn fie die Dinge sieht, wie sie sind, im ganzen nichts zu fürchten. Ihre Position ist start, weil die der Unter nehmer schwa ch ist, die einfache Kehrseite der Inflationszeit. Bo Stillegungen erfolgen, müssen die Unternehmer bald danach trachten, die Betriebe wieder in Schwung zu bringen. Je grundsäglicher und schärfer der Kampf geführt wird, desto schneller wird die Sanierungskrise zu einem guten Ende geführt. Selbstverständlich erfordert der Kampf auch vorübergehende Opfer. Niemals aber waren Opfer fruchtbarer angebracht als heute, wo durch das vollständige Bersagen der Unternehmer die Verantwortung für das Gelingen der Wirtschaftssanierung noch mehr als bisher auf der Arbeiterschaft lastet. Nollendorf 1120, 1121, 1122 M. Lammiromm& Vogel Potsdamer Str. 127 Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Mufifaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin O 27, Andreasstr. 21( Königstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch Billige Reise Angebote Leinen Schuhe 295 390 Extra billig! 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Es gibt zwar Pferde, die rechnen und Quadratwurzeln meistern können, aber für die Laufbahn als Mathematikprofeffor eignen sie sich nicht so recht, weil sie ihre Kenntnisse nicht nach der vom Kultusministerium vorgeschriebenen und von den Universitäten eifersüchtig gehüteten Studienmethode erworben haben, denn ebenso wichtig wie die Kenntnisse selbst ist eine Bescheinigung darüber, daß sie nicht etwa nur durch eigenes Denken gewonnen, sondern hübsch vorschriftsmäßig eingetrichtert worden sind. Guf, wenn ich denn als Proletarier enden und nicht einmal mehr als Rinderbraten geehrt werden soll, so sollen doch wenigstens meine Nachkommen wieder zu Ehren kommen, fagte der berühmte Steeplecheaser Abdullah II. Sie sollen unter die Flieger gehen, fie follen Pegafuffe werden, und Gänsebraten ist auch was Gutes. Das Resultat feiner Erwägungen sieht man hier. Auch der alte Grieche Dädalos hatte den Ehrgeiz, feinen Sprößling Jkaros als Storch auszubilden, aber das Experiment nahm einen unliebfamen Ausgang, und vorläufig werden wir unsere wohlgeschaffenen Füße noch lange nicht entbehren können. Um so sorgfältiger werden wir sie pflegen. Kuticolen Sie! Sie werden dann nicht mehr mit schmerzenden, schwitzenden, wunden und brennenden Füßen durch die Weltgeschichte humpeln, sondern tukirolluftig und kukirollachend über Berg und Tal flitzen. Zum Rufirolen gehören natürlich die echten Kukirol- Präparate, nicht irgendwelche minderwertige Ersatzmittel. Am vorteilhafteften kaufen Sie die Kukirol- Präparate in der vollständigen Kurpackung, die alle dret enthält: das wohltuende Kukirol- Fußbad, den Kukirol- Streupuder, das millionenfach bewährte Kutirol Hühneraugen- Pflaster. Sie kommen bei der Kurpackung 25 Pfennig billiger weg, als wenn Sie die Präparate einzeln kaufen. 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Ausgehend von den Verhältnissen der Weltgetreideproduktion stellte er fest:„ Das augenblickliche Preisverhältnis von Agrar- und Industrieprodukten wird sich im Sinne einer Erhöhung der Agrarpreise umkehren. Und es besteht alle Wahrscheinlichkeit, daß diese Umkehrung in nicht zu langer Zeit beginnen wird." Ganz anderer Ansicht war die damalige Reichsregierung, deren Minister Luther, Hamm und Graf Kanig eine 3ollvorlage unterzeichneten, die am 22. August 1924 dem Reichstage zugeleitet wurde. Die Begründung dieser Vorlage, deren auf die Agrarzölle bezüglicher Teil dem Grafen Kaniß zuzuschreiben ist, erklärte: " Die derzeitigen Verhältnisse haben sich gegenüber der Bor. friegszeit insofern geändert, als auf Jahre hinaus noch mit einem Ueberangebot von Weizen auf dem Weltmarkt zu rechnen ist, dem auf der anderen Seite eine verminderte Nachfrage durch den Minderverbrauch in Mitteleuropa gegenübersteht. Der Ueber. Ichuß an Weizen und Roggen auf dem Weltmarkte beläuft sich zurzeit auf etwa 6 bis 7 Millionen Tonnen." Der letzte Schuljunge, der für seine Mutter ein Brot holt und dafür mehr bezahlen muß, als im vorigen Jahre, weiß heute, daß die Voraussage des Grafen kanih vorbeigelungen war. Denn die Brotverteuerung feit porigem Sommer ist sicherlich nicht einem leberfluß, sondern im Gegenteil einem Mangel an Getreide zuzuschreiben. Die Feststellungen der Wissenschaft bestätigen, daß solche Erfahrungstatsachen eines jeden Verbrauchers Folge einer Allgemeinerscheinung sind, hervorgerufen durch das Mißverhältnis von Weltgetreideproduktion und Welfverbrauch. Dieses Mißverhältnis ist inzwischen sicherlich auch dem Grafen Kanig klar geworden. Aber er hatte deshalb am 12 Juni d. J. doch den Mut, vor dem Reichswirtschaftrat( nach dem WTB.. Bericht) u. a. zu erklären: ,, Ein Teil der Freihändler auf dem Getreidegebiet, wenn auch nicht die Mehrzahl, rechnet nur mit einem Steigen der Getreide preise und hält deshalb Getreidezölle nicht für ratsam. Die Reichs. regierung fann sich diesem Standpuntt nicht anschließen, da mindestens ebensoviele Gründe gegen ein Steigen der Preise sprechen, als dafür, abgesehen von vorübergehenden Schwankungen. ist jedenfalls meines Erachtens eher mit einer Bermehrung der Weltproduktion, also mit einem Ueberangebot und einem fintenden Preisstand zu rechnen als mit einer umgekehrten Eventualität." Es Graf Kanig gehört demnach nicht zu den flugen Leuten, die, menn fie einmal voreilig und falsch prophezeit und sich eine Weltblamage zugezogen haben, nachher vorsichtig den Mund halten. Der Graf Kanig macht es im Gegenteil wie jene unheilbaren Lotterie ratten, die immer wieder Nieten gezogen und trotzdem hoffen,„ das nächste Mal" sicher den Treffer zu machen. Immerhin: vorsichtiger ist der Herr Graf schon geworden. Klüglich argumentiert er nicht von den augenblidlichen sehr hohen Getreide. preisen aus, sondern von einer angeblichen Erwartung noch höherer Preise. Was aber der Reichsernährungsminister dann über ein fünftiges Deberangebot am Weltgetreidemarkt sagt, das genügt, um ihm eine neue Weltblamage zu verschaffen. Nach einer Zusammenfassung des produktions- statistischen Ma terials über Weizen und Roggen durch Hans Hirschstein Berlin im Weltwirtschaftlichen Archiv"( April- Heft 1925, Die weltwirtschaftlichen Voraussetzungen der Getreidezölle") ist eine starte Einschränkung der Weltgetreideerzeugung im Berhältnis zur Bevölkerungsvermehrung Tatsache. Die Welteinte ist wie folgt festgestellt: Weizen( Millionen Tonnen) Roggen 1894 1909/13 1920/22 . 67,9 102,0 38.6 44.8 90,1 31,2 Brotgetreide zus.( Mill. Tonnen) 106,5 146,8 121,3 Es hat also von 1894 bis 1909/13 eine Bermehrung der Welternte von Weizen und Roggen um 38 Prozent stattgefunden. Nach einer Schätzung, die Hirschstein wiedergibt, betrug die Bevölkerung der Erde 1890 insgesamt 1467 Millionen. Nach Hübner- Juraschets „ Geographisch- Statistischen Tabellen 1914" war vor 1914 die Mensch heit auf 1657 Millionen Köpfe zu schätzen. Vergleicht man die beiden Schäzungen, so hatte sich die Bevölkerung der Erde um 13 Prozent vermehrt. So unsicher dieses Resultat auch ist, so stellt es doch die wichtige Tatsache klar, daß bis zum Weltkriege die Brotgetreideproduktion der Erde in einem viel stärkeren Maße vermehrt wurde, als die Bevölkerung zunahm, so daß eine kräftige Ausweitung des Bedarfs möglich war. Wesentlich anders verlief die Entwicklung während des Krieges bis in die jüngste Vergangenheit. Die Welternten der Jahre 1920/22 blieben ganz bedeutend, um mehr als 17 Prozent, hinter dem Durch schnittsergebnis der Jahre 1909/13 zurück. Die Bevölkerung der Erde hat sich in dieser Zeit aber trotz aller Kriegsverluste nicht etma vermindert. Hirschstein gibt sie für die Gegenwart mit 1840 Millionen an; Otto Hübners Geographisch- Statistische Tabellen", Ausgabe 1924, lassen auf rund 1800 Millionen schließen. Auf alle Fälle steht nach dem Kriege einer ganz erheblich größeren Erdbevölkerung eine wesentlich fleinere Weizen- und Roggenmenge zur Verfügung. Am stärksten hat zu diesem Resultat der Rückgang der Bro. duttion in Rußland beigetragen. Europäisches und asiatisches Rußland erzeugten im Durchschnitt der Jahre 1909/13 22.1 Millionen Tonnen Weizen und 23, Millionen Tonnen Roggen: 22 Broz. der Weltweizen und gar 52 Broz. der Weltroggenproduktion. Da gegen wurde die russische Produktion im Durchschnitt der Jahre 1920/22 nur auf 6,9 Millionen Tonnen Beizen und 10,3 Millionen Tonnen Roggen, 8 bzw. 33 Broz. der Welterzeugung, geschäßt. Das Manto der Weltproduktion beider Kornfrüchte in den Jahren 1920/22 fällt ganz auf das Konto Rußlands. Rußland hatte damit feine ehemals bedeutende Rolle als Getreideerportland eingebüßt. Die volle Auswirkung dieses veränderten Verhältnisses ist nach bem Kriege lange Zeit nicht eingetreten, weil das erschöpfte Europaseinen Konsum startermäßigen mußte. Für diesen Minderkonsum im Brotopfverhältnis gegenüber Borkriegs zeiten sind im einzelnen zuverlässige Bemeise beigebracht worden. Infolgedeffen find die Weltmarktpreise nicht in dem Maße gestiegen, wie es dem Verhältnis zwischen Bevölkerung und Brotfornmenge entsprochen hätte, wenn dieses Verhältnis noch durch die relative Verbrauchshöhe der Vorfriegszeit bestimmt worden wäre. Nach einer Uebersteigerung der Getreidepreise im Kriege und bis 1920 ist pan Weltmarkt ein raditaler Rückschlag erfolgt, ber aber die Brot getreidepreise immerhin meist beträchtlich über Borkriegshöhe hat liegen laffen. Es ist mit aller Entschiedenheit immer wieder darauf hinzuEs ist mit aller Entschiedenheit immer wieder darauf hinzu weisen, daß die Nachkriegsuntertonsumtion die rela= tive Preistrise( im Verhältnis zum Preisstand der Industrieprodufte) der leztvergangenen Jahre erzeugte, daß keine absolute Ueberproduktion sie verursacht hatte. Im vergangenen Jahre sind nun verschiedene Ursachen zusammengekommen, deren Wirkung eine starte Aufwärtsbewegung der Ge treibepreise war. Diese Bewegung begann an den internationalen Getreidemärkten im Mai/ Juni, um dann im Juli in ein flottes Tempo überzugehen. Eine dieser Ursachen war die Erwartung einer geringeren Welternte, die dann für Weizen( ohne Berücksichtigung Rußlands) auch tatsächlich etwa'10 Broz. fleiner gewesen ist, als im Jahre zuvor. Die Hälfte dieses Mantos deckte aber der Mitte vorigen Jahres vorhandene Weltvorrat. Keinesfalls reichte diese Ursache allein aus, um die Preise, mie geschehen, in die Höhe zu treiben. Es kam hinzu, daß Rußland, das 1923 Getreide exportiert hatte, in der zweiten Hälfte des Jahres 1924 gezwungen war, große Getreidefäufe im Auslande zu machen. Entscheidend war, daß etwa seit der Markstabilisierung( die außerordentlich stark in die gesamteuropäische Wirtschaft weiterge wirft hat) eine Ausweitung des Brottornbedarfs in Europa eingetreten ist, in deren Folge das Verhältnis zwischen Belternte und Weltverbrauch sich langsam normalisierte. Die aus diefen( und anderen, geringfügigeren) Ursachen resultierende Belt. marktpreisbewegung bringt die graphische Tabelle zur Darstellung.*) 205 195 185 Weizen Roggen 175 Die Bewegung der Weltmarktpreise für Weizen und Roggen vom Januar 1923 bis Juni 1925. 165 153 145 135 J 125 115 105 95 Weizen 1913 85 75 63 1. 2. 3. Quartal 1924 Roggen 1943 1. 2. 3. 4. 4. 1. 2. Quartal 1923 Quartal 1925 Hat, wie nachgewiesen, die tatsächliche Entwicklung die Prophezeiungen des Grafen Kanig vom vorigen Jahre als Schall und Rauch erwiesen, jo liegen bereits nicht wenige Anzeichen dafür vor, daß auch des Grafen Kaniz erneute Boraus schäzung vom 12. Juni d. 3. mehr falsch als richtig sein wird. Entscheidende Veränderungen in der Weltproduktion liegen nicht vor, find auch kaum noch zu erwarten. Die in Aussicht stehende größere Europaernte gleicht bestenfalls den zu erwartenden Ausfall in den Bereinigten Staaten aus. Rußland wird, wenn man aus dem Hin und Her der Meldungen einen Wahrscheinlichkeitsschluß zieht, besten falls sich selbst genügen. Hoffnungen auf mehrerträge in anderen Produktionsgebieten sind unsichere Faktoren einer Getreidebilanzverschäzung, in der aber ein durchaus sicherer Faktor eine bedeutende Rolle spielen muß: die Aufzehrung der Weltvorräte nämlich. Auf alle Fälle bleibt die Getreidedede fnapp; mit einem Heberangebot ist normalerweise nicht zu rechnen. Normalerweise! Graf Raniz ist mit seinen agrarischen Freunden allerdings dabei, die Normalität ins Gegenteil zu verfehren. Getreidezölle bedeuten in dem„ geschütten Lande" Getreidefeuerung. Und Getreideteuerung bedeutet unter den obwaltenden wirtschaftlichen Verhältnissen in Deutschland Verbrauchsrüd gang. Ein Leberangebot von Brotgetreide kann bei Verwirtlichung der Zollabsichten erzielt werden durch erneuten 3wang zur Unterfonsumtion. In der Folge drückt jede Unterkonsumtion natürlich auch auf die Preise, und zwar so lange, bis die richtige" Relation zwischen Produktion und Konsum erreicht ist. Der fintende Breisstand des Grafen Kanig fann demnach international Tatsache werden, wenn in Deutschland Unterfonsumtion durch Getreidezölle trotzdem ein Ertraprofitchen einbringen. eintritt. Das heißt, dann werden die Zölle den deutschen Agrariern Eine Regierung aber, die nicht nur ihre Politif den Intereffenten für die Erzielung von Buchergerinnen zur Verfügung fiellen will, darf nur eins mollen: Stärtung der Konsum. fraft, dadurch Normalisierung des Berhältnisses von Produktion und Berbrauch und eine Preisentwicklung, die als objektives Refultat aus diesem Verhältnis entsteht. Die deutsche Landwirtschaft, die in der Gegenwart nicht teurer produziert, als die übrige Landwirtschaft, fann recht wohl mit diesen Preisen auskommen. Ihre Begünstigung auf Kosten der breiten Massen des Volfes, deren Lebenshaltung notwendig durch den Agrarprotektionismus start herabgebrüdt werden würde, ist unbedingt abzulehnen. Wichtiger als die nationalen Belange der Ernährung von eigener Scholle" find die sozialen Interessen. Joh. Kregen. " *) Der Tabelle liegt je eine Notierng pro Woche in Chicago nach den Jahrgängen 1923-25 des Hamburger Wirtschafsdienst" zugrunde. Die Preiszahlen am Rande bezeichnen Cents und gelten pro Bushel Der Zolltarifkampf um die Automobile. In diesen Tagen entscheidet sich die Entwidlung des deut schen Automobilverkehrs für die nächsten vier Jahre. Wenn die Forderungen der deutschen Automobilindustrie durch die Reichsregierung erfüllt werden, dann wird der deutsche Verkehr sich darauf einstellen müssen, daß ihm jährlich nur etwa 50 000 gestellt werden, der eine Rentabilität der Neuanschaffung eines deutsche Kraftfahrzeuge zu einem Preise zur Verfügung Kraftwagens nur bedingt erfüllt. Wir Berufskraftfahrer, die wir an dieser Frage nur indirekt interessiert sind, haben bis heute in den Sigungen, wo wir Gelegenheit hatten, unsere Meinung zu äußern, ihr dahingehend Ausdruck gegeben, daß wir ein großes haben, um einmal die Arbeitsmöglichkeit für uns zu erweitern; zum Interesse an der Verbilligung der Automobile anderen aber erachten wir es im Interesse der deutschen Volkswirthaft für notwendig, daß die Verbilligung des Automobils endlich, den Weltmarktpreisen entsprechend, auch bei uns erfolgt. Die deutsche Automobilindustrie verlangt von der Reichsregierung segenannte" Deszendenzzölle, die im Verlauf der nächsten Jahre abgebaut werden sollen. Die Höhe soll zunächst auf 350 bzm. 250 m. pro 100 Kilogramm Gewicht festgelegt werden. Wenn man die Zölle von 1914 hiermit vergleicht, die 25 m. bis 15 M. pro 100 Kilogramm betragen, so ist zu ersehen, daß hier eine 14- bis 17fache Erhöhung gefordert wird. Der Zoll würde also etwa 60 bis 100 Proz. des Wagenwertes betragen, mit anderen Worten, die deutsche Industrie hätte dadurch Gelegenheit, ihre Fabrikate doppelt so teuer, als der Weltmarktpreis iſt, den deutschen Käufern anzubieten. Diese Zustände sind unhaltbar. Die Gründe, die die deutschen Industriellen anführen, sind nicht durch die deutschen Verhältnisse entstanden, sondern, das muß einmal rüdfichtslos ausgesprochen werden, durch die Sabotage aller und ieder Umstellung ihrer Betriebe von der Individualfabrikation auf Serien- und damit Massenfabitation. Im Jahre 1919 hatten die Betriebsräte der deutschen Auto. mobilwerke auf einer Reichskonferenz in Frankfurt a. M. nach langen Verhandlungen und technischen Erwägungen Richtlinien aus. gearbeitet, die folgende grundsätzliche Forderungen an den Reichsverband der deutschen Motorfahrzeugindustriellen enthielten: 1. Sofortige Inangriffnahme der Normalisierung und Typisierung der deutschen Automobilindustrie. 2. Aufstellung eines Lieferungsprogramms, in dem den einzelnen Firmen auf Grund ihrer bisherigen maschi. nellen Einrichtung bestimmte Typen überwiesen werden. 3. Umstellung der kleinen unproduktiven Werte in Ersatzteilfabriken. 4. Errichtung von 3entralpertaufsstellen in allen größeren Städten. Außer diesen vier Hauptpunkten wurden noch eine Reihe weiterer zur Durchführung obiger Forderungen notwendiger Ausführungs. bestimmungen festgelegt und das Ganze als Verhandlungsobjekt an die Industriellen übermittelt. Eine Antwort ist bis heute den Betriebsräten nicht zugestellt worden. Nach wie vor wurde systemlos durch Verschwendung unge heuer wertvoller, durch Devisen zu bezahlender Rohstoffe auf Kosten des deutschen Boltes in 91 Autofirmen, wovon nach unserer Meimung höchstens 25 leistungsfähig sind, weiter gemurſtelt. Im Verlauf der Zeit haben dann einzelne Firmen eingesehen, daß diese Zustände unhaltbar sind, und die Werke haben sich foaliert, so die GDA. und in letzter Zeit Mercedes- Benz. Nun, nachdem das Ausland im Sinne der Forderungen der deutschen Betriebsräte gearbeitet hat und tatsächlich hierdurch in der Lage ist, für die Hälfte der deutschen Preise zu fabrizieren, tommt die deutsche Industrie und fordert, daß um Deutschland und seinen Verkehr eine 3011mauer aufgerichtet werden soll, die sie und ihre Nachlässig. feit noch auf Jahre hinaus weiter fanftioniert. Der Notruf, daß 100 000 Arbeiter in Gefahr kommen, eristenzlos zu merden, ist nicht ernst zu nehmen. England, das in ähnlicher Lage wie Deutschland in der Automobilfabrikation sich befand, hat seine 3cllmauer niedergelegt und der Erfolg war, daß die englische Induftrie sich in furzer Zeit umgestellt hat und in der Lage war, einmal wesentlich billiger zu fabrizieren und noch mehr Arbeiter zu beschäftigen als dies vordem der Fall war. Eine einfache Rechnung zeigt uns, daß, wenn in Deutschland bei Abbau der Zollmauer statt 50 000 deutsche Wagen eigener Fabritation noch 40 000 ausländische Wagen dazu auf den Markt kommen, eine Riesenzahl von neuer Arbeitsmöglichkeiten für die Zubehörindustrie und den Verkehr selbst neu entstehen würde, ungeachtet der Vorteile, die die gesamte Boltswirtschaft durch die Intensivierung der gesamten Ver fehrsmittel erzielen würde. All diese Gründe veranlassen mich, gegen die 3ollwünsche der Automobilindustrie und auch der deutschen Regierung aufzutreten und der Deffentlichkeit zu zeigen, daß nicht die allgemeinen durch Inflation oder Nachkriegswirkung in Deutschland entstandenen Berhältnisse die deutsche Industrie gehemmt haben, sondern die Nachlässigkeit und privatfapitalistisch e, ohne Rücksicht auf das Bolkswohl eigennütige Einstellung ihrer faufmännischen Leiter, Schuld daran trägt, daß das deutsche Bolt heute für seine notwendigsten Verkehrsmittel Preise zu zahlen hat, die im Berhältnis zu dem Ausland unerschwinglich sind. Soll dies in Zukunft anders werden, so darf in der Zollvorlage meder der Vorschlag der deutschen Industrie noch der der deutschen Regierung berücksichtigt werden, sondern der Deutsche Reichstag muß die 3ollsäge einsetzen, die 1914, selbstverständlich unter Berüc fichtigung der heutigen Geldentwertung, maßgebend waren. Die Berufskraftfahrer Deutschlands stehen restlos auf dem Standpunkt der ungehemmten freien Entwicklung des Automobilverkehrs. 2. Reiz, Mitglied des vorl. RWR. Zunahme der Arbeitsuchenden. zahl der Arbeitsuchenden in Berlin auch in der BerichtsBei allgemein günstiger Arbeitsmarktlage hat die Gesamt woche eine weitere 3unahme erfahren. Bemerkenswert ist, daß der in der Vorwoche gemeldete Rückgang in der Vermittlungstätigkeit der Metallindustrie wieder durch erneute umfangreiche Aufträge zweds Gestellung von Arbeitskräften behoben ist. Es waren 34 768 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetra gen, gegen 33 626 der Vorwoche. Darunter befanden sich 24 045 ( 23 332) männliche und 10 723( 10 294) meibliche Personen. Unterstützung bezogen 10 263( 10 606) männliche und 2386( 2456) weibliche, insgesamt 12 649( 13 062) Personen. Die Zahl der zu gemeinnügigen Pflichtarbeiten leberwiesenen betrug 18 gegen 23 der Vormoche. Von den insgesamt beschäftigten 4280 Motstandsarbeitern entfielen auf fleine Notstandsarbeit 1460, auf große Rotstandsarbeit 2820 Berfonen. Die Schutzzollwelle in der Weltwirtschaft. Weltwirtschaftliche Umschau. Die Industrieländer segeln immer flotter auf der Flut der Hochjajugzölle. Die jüngsten Berichte reden von immer neuen Schuh 8ollmaßnahmen. Diese Woche nahm das englische Unterhaus eine Resolution an, durch die auf Grund des Industries schutzgesetzes ein Wertzoll von 331/, Broz. für Spigen und Stide reien aller Art festgesezt wurde. Durch diesen Zoll wird vor allem die französische und schweizerische Industrie berührt, und es ist anzunehmen, daß diefe Gegenmaßnahmen treffen, d. h. ebenfalls einige Zölle, die die englische Ausfuhr treffen, erhöhen werden. Bekanntlich treibt die englische Regierung eine energische Schußzzollpolitif. Die sogenannten Mac- Kenna- 3ölle murden wieder hergestellt und der Finanzminister Churchill hat eine neue und ertragsreiche Reichseinnahme in der Einführung des Bolles auf Seide und Kunstseide entdeckt. Wurden zwar später die geplanten Bollfätze herabgefeßt, so bleiben sie immer noch auf beträchtlicher Höhe. Die englischen Dominions sollen bei den Zöllen bevorzugt werden, was in der Form von Zollvergütungen auf Zucker, Tabat, Wein und getrodnete Früchte geschieht und deshalb einstweilen feine 3oll erhöhungen für die Einfuhr aus anderen Ländern bedeutet. Die unterschiedliche Behandlung der Dominions und anderer Länder öffnet aber den Weg für die fünftige Schutzollpolitik, da der weitere Ausbau der Borzugsbehandlung nur durch Schutzölle möglich ist. England möchte durch Vorzugszölle für seine Dominions neue Begünstigungen für seine Ausfuhr nach denselben erreichen. Es fcheint aber, daß weder die südafrikanische Union, noch Britisch Indien oder Auftralien gewillt find, neue Begünstigungen für eng lische Waren zu gewähren, teils aus finanziellen Gründen, in Südafrika soll das Budgetdefizit aus der Erhöhung der Zölle für englische Maren gebedt werden teils deshalb, weil sich in den eng lischen Dominions große Industrien entwickelten, welche die englische Konturrenz sich gern fernhalten wollen. In der Tschechoslowakei wurden vor turzem gleis fende Getreidezölle eingeführt, die bei der Steigerung der Weltmarktpreise finten, bezw. sich mit der Senfung erhöhen. Für pätere Zeiten sind auch feste Getreidezölle vorgesehen, die corerst noch nicht in Wirffamfeit treten. Man geht eben bei der Einführung von Getreidezöllen dort im Gegensatz zu Deutschland behutsam vor, in der Annahme, daß die Getreidezölle, einmal ein geführt, fpäter nicht mehr abgeschafft werden können, vielmehr weiter ausgebaut werden. In Polen wurden mit Verordnung vom 27 Mai ungeheure 3ollerhöhungen vorgenommen mit der Absicht der Einfuhrbroffelung, damit die andauernde Passivität der Handelsbilanz aufhört. Einige Beispiele sollen das Ausmaß der Zollerhöhungen zeigen: es erfolgte eine Erhöhung von 100 Pro3. für gewebte und geflochtene Wollerzeugniffe, Spizen, Stickereien, Ratao, Bonbons und Konfitüren. 200 Broz. für Papier und Papiererzeugnisse, wie auch bei Teppichen, 300 Broz, für Heringe, für Filz- und Strohhüte, 500 Broz. bei Marmeladen. Für filberne und goldene Uhren das Hierdurch allen Freunden und Be jannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Bater, der Schuhmacher Paul Scholz im 56. Lebensjahre nach schwerem Leiden fanft entschlafen ist. Klara und Otto Die Einäscherung findet Mittwoch, den 24. Juni, nachmittags 4 Uhr, im Möbel Engros- Lager Max Dalz Krematorium Gerichtstr. ftatt. 1008b Berl.- Charlottenbg. Am Freitag, den 19. Juni, verstarb unser langjähriger Rassierer Paul Scholz im Alter von 56 Jahren. Wir werden ihm ein ehrendes Anbenken bewahren. Die Ortsverwaltung der ZentralKranken- und Sterbekasse der Schuhmacher. J. A: W. Fabig.[ 1007b Die Einäscherung findet am Mitt mach. 24. Juni, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Danksagung. Für die Teilnahme an der Einäscherung unseres unvergeßlichen Reinhard fagen wir hiermit der Klasse der weltlichen Schule, den Leitern und Leiterinnen der Kinderfreunde, dem Sprechchor, den Genoffinnen und Genoffen der 27 Abteilung sowie allen Bekannten und dem Sprecher der Spreestr. 6-7 direkt a. Wilhelmpl Verk. eta.Private Speise zimmer Eiche, Büfett, 1,60 m lang, m. wundervoll. Glasvitrine, innen Mahagoni, Kredenz, Zweizugtisch, prima Rindlederstühle zusammen M. 380 Speise zimmer Eiche, Büfett, 2 m, m. schwer. 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Ein Handelsvertrag zwischen Deutschland und Polen ist aber nicht vorhanden; ein Zustand, wodurch der gegenseitige Handelsverkehr unter bunden wird. Auch Italien hat vor einiger Zeit Zallerhöhungen vorgenommen bezw. neue Zölle eingeführt. In Bezug auf Italien ist die interessante Tatsache zu verzeichnen, daß in Australien Dumpingzölle gegen italienische Waren eingeführt werden. Die italienischen Löhne sind die niedrigsten unter jämt. lichen europäischen Industrieländern und Australien möchte sich die mit Hilfe der Schmitarbeit hergestellten billigen Waren fernhalten. An dieser Stelle möchten wir daran erinnern, daß auch der neue österreichische Zolltarif auf Veranlassung der sozialdemokratischen Partei eine Klausel enthält, derzufolge Waren aus Ländern mit Schundlöhnen mit einem Sonderzoll belegt werden dürfen. Gelegentlich der gegenwärtigen Zollbebatten in England hatte sich auch die Mehrheit der englischen Arbeiterpartei für Zölle gegen die Schwizarbeit ausgesprochen. nahmen des Auslandes uns wenigstens die Versorgung des inneren Marktes zu sichern. Indessen ist dieser Weg ganz falsch. Ein Land, das, wie Deutschland, auf die Einfuhr von Getreide und Lebensmitteln und die Ausfuhr seiner Fertigprodukte angewiesen ist und bleiben wird, fann sich die Absperrung gegen das Ausland nicht leisten. Die Hochschutzzölle müssen mit der wachsenden Einsicht in die Bedeutung der Arbeitsteilung überall abgebaut werden und es wurde mit Recht behauptet, daß es Deutschlands historische Aufgabe sei, in der Verbreitung dieser Ansicht bahnbrechend zu wirken und entsprechend seinen wahren Lebensintereffen den Anfang mit dem Abbau des hoch= A. H. fchu3011 wahnsinns zu machen. Der Wahnsinn der Zollabschnürung. Der Verein Berliner Raufleute und Indus strieller hat zu den aktuellen Fragen der Zollpolitik mit folgen. der Entschließung Stellung genommen: Die 3ollpolitit der europäischen Staaten bes droht durch das Schwergewicht der auf den Schuß der nationalen Arbeit gerichteten Tendenzen Europa mit einer gegenseitigen Abschnürung und Unterbindung des wirtschaftlichen Blutkreislaufs. Der Verein ist überzeugt, daß eine hemmungslose Auswirkung dieser Tendenzen die wirtschaftliche Lahmlegung Europas und eine wirtschaftliche Ratastrophe größten Ausmaßes im Gefolge haben müßte. Das Interesse aller europäischen Staaten geht gegenüber dem in sich selbst ruhenDie Vereinigten Staaten haben nach der Erklärung ihres den, nach außen durch hohe Zollmauern abgeschlossenen, im Innern Staatssekretärs die Absicht, in ihrer Zollpolitik einen neuen Weg eins einen einheitlichen Organismus bildenden nordamerikanischen Konzuschlagen. Sie hatten früher im Verkehr mit anderen Ländern tinent auf die Bildung einer europäischen 3ollunion. Europa ist Gegenseitigkeitsverträge abgeschlossen, d. h. Zollerleichterungen nur heute in der Lage, in der sich Deutschland vor Bildung des deutschen gegen gleichwertige Zugeständnisse anderer Länder gewährt, wobei Bollvereins befand. Die Zollfämpfe, die sich heute abspielen, entfür die 3ollermäßigung einer jeden Ware eine Gegenleistung erhan- pringen einer fleinstaatlichen Auffassung des europäi delt werden mußte. Es wird nun zugegeben, daß sich dieses System schen Schicksals und einem furzsichtigen Egoismus der einzelnen Wirtschaftsgruppen; es erscheint dringend genicht bewährte und so möchten nun die Bereinigten Staaten zu dem boten, daß sich all diejenigen, die diese Gefahr erkennen, zusammenSystem der Meistbegünstigungs verträge, denen zufolge fchließen, um ihr zu begegnen, bevor es zu spät ist. Amerika dem Vertragspartner fämtliche Vorteile zubilligt, die irgend einem Lande gewährt worden sind, übergehen. Mit Deutschland und der Türkei wurden Handelsverträge bereits auf Grund der Meistbegünstigung abgeschlossen und die zufünftigen Handelsverträge sollen auf der gleichen Grumblage erfolgen. Man fönnte hier von einem erfreulichen Fortschritt zur Erleichterung der internationalen Beziehungen reden, wenn sonst das amerikanische 3ollsystem nicht unerträglich wäre. Die Zollfäße sind nämlich enorm hoch, die Verzollung wird absichtlich mit den größten Schikanen ver bunden und der Präsident hat fast unbeschränkte Befugnisse, die Zölle nach seinem Ermessen beliebig zu erhöhen. Auch in der letzten Beit machte er von diesem Recht Gebrauch. Wird aber den Ver einigten Staaten in Zukunft mehr an dem Außenhandel liegen, als es in den letzten Jahren der Fall war, so fönnen die Handelsverträge auf Grund der Meistbegünstigung den Warenverkehr wohltätig erleichtern. Was folgt aus der Verstärkung der ausländischen Schutzzollbeme gung für Deutschland? Die Großgrundbesitzer und Großunternehmer sind schnell mit der Antwort fertig und sagen: auch wir müssen hohe Zölle erheben, um angesichts der Absperrungsmaß 易 Meine Herrn im Druckerkittel! Glauben Sie mir, es gibt ein Mittel Gegen Bleistaub, Schmutz zugleich Ihre Haut wird glatt und weich: Wachsmarmorseife schont die Hand, drum gilt nur sie als anerkannt! Prof. Dr. Schleich's Wachsmarmorseife in blauer Blech dose, Frisch gespachtelt ist in jedem einschlägigen Geschaft zu haben. CHEMISCHE FABRIK SCHLEICH GMBH BERLIN NW6 ficheze Hilfe durch Myrobalanum. 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Bor einigen Tagen mußte der wertvolle Trabrennstall des Bantiers wegen einer Forderung von 6 Milliarden Kronen gepfändet werden. Cyprut ist ein gebürtiger Rumäne. Er machte viel von sich reden, als er vor zwei Jahren, zur Zeit der deutschen Markinflation, nad) Berlin fam, einen großen Bosten Aktien der Berliner Handelsgesellschaft zusammenkaufte und diesen dann hinter dem Rücken des Präsidenten der Bank an Hugo Stinnes meitergab. Cyprut kehrte dann nach Wien zurück und unternahm nichts Ge ringeres als die Verdrängung der Rothschild- Gruppe aus der Desterreichischen Kreditanstalt für Handel und Gewerbe. Cyprut taufte über eine Million Stück Kreditaftien zusammen und wollte in den Verwaltungs- und Aufsichtsrat der Kreditanstalt gewählt werden. Durch eine rechtzeitige Statutenänderung dieses Institutes mißendeten überaus verluftreich, und schon seit Monaten war es in lang schließlich sein Plan. Cypruts spätere Finanztransaktionen Wiener Finanzkreisen fein Geheimnis mehr, das Cyprut sein enor mes zur Zeit der Geldentwertung in Defterreich und Deutschland erworbenes Vermögen verloren hatte. 1. Preis Arcona- Räder Hundert I., II. und III. Preise die Lieblingsmaschinen der Rennfahrer und Tourenfahrer. Das Rad für jedermann! Elegant, leichtlaufend u. unbedingt zuverlässig, eine Qualitätsmaschine von höchster Vollendung! Billig im Preis! 5 Jahre Garantie! 100 000 de im Gebrauch! Die bedeutendsten Rennfahrer der Welt benutzten zu den längsten und schwierigsten Rennen nur Arcons das beste Rad Der 1., 2., 3., 4., 5. und 2., 4., 5., 6. Preis wurden im Zweiten Dresdener bzw. Fünften Berliner Sedi'stage- Rennen auf ,, Arcona"-Rädern gewonnen Neue Spezial- Fahrräder M 50,- 55,-60,- 65,-70,-75, Verlangen Sie Katalog gratis und franko BERLIN C 54 Ernst Machnow weinmeisterstraße 14 Stottern heilt ra bital gang neues umwälzb. Sy ftem!! Bon stotternd. Aerzten ufm. ange wandt u begutachtet. 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Wieder einmal hat sich eine Gesellschaft gebildet, die endgültig bie Lösung eines Film- Problems bringen will. In dem Namen " Symphon- Gesellschaft" ist der Wunsch verankert, von der Musik aus einen Film fünstlerisch zu gestalten. Marc Roland, der die Oberleitung hat, schrieb eine Musik zu Terten von Harry Roberts; diese Couplets, Lieder und Duette sind von einer Brimitivität und sind so wenig originell, dabei so süß und fitschig, baß man sie von ähnlichen Erzeugnissen der legtjährigen Operettenfunft nicht unterscheiden kann. Beispiel: die Hauptnummer ist folgendermaßen gedichtet: Sch tu's, weil Du es bist, ich weiß, wozu es ist, weil feiner besser füßt als Du! Und wenn's was Dummes war, weiß ich warum es war, denn so was braucht man ab und zu." Die Mufit geht diesen dichterischen Tapfigkeiten nicht ungeschickt, aber mit der typischen Einstellung auf Klischee nach. Die Handlung ist so wenig zusammengefaßt und deutlich, daß man sich nur an ein paar landschaftlichen Bildern erfreut, dem Zusammenhang taum folgt und den Sinn faum ohne Führer versteht. Das Ganze ist sehr lustig gedacht als Darstellung der Nöte eines Filmdirektors. Heraus tommt, wie gesagt, nur ein holdes Durcheinander von Bildern, die photographisch gestellt, aber nicht erlebt scheinen. Vielleicht ist aber der ganze Film nur Vorwand für die Lösung des technischen Problems, daß nämlich Bild und Musil vollendet zusammenpassen. Wir haben ofter derartige Versuche gesehen, zulegt in ganz vorzüglicher Technik im Marmorhaus vor zwei Jahren. Dort hatte man auf besonderem Bege Grammophon und Film in einheitlicher Aufnahme zusammengebracht. Wenn auch die menschliche Stimme noch nicht in ihren Klangvariationen vollendet erfaßt war, so fonnte man doch an der Naturhaftigkeit der Tierstimmen und elementaren Geräusche seine helle Freude haben. Dieser Rolandsche Film aber versucht das Pferd wieder am Schwanz aufzuzäumen. Es ist ein Rückschritt statt eines Fortschrittes, wenn zu Bildern, die mehr als lebensgroß auf der Leinwand erscheinen, aus dem Orchester heraus lebende Stimmen fingen. Man ist dauernd fern von aller Illusion, man hört Stimmen aus der Tiefe und sieht Bilder in der Höhe. Gesang und Mimit gehen ganz und gar nicht zusammen, ja es ist meistens so, daß die offenen und lauten Töne gerade dann bewußt werden, wenn das fingende Individuum auf der Leinwand den Mund geschlossen hält ( und umgekehrt). Auch die entsprechenden Handbewegungen können diese Des- illusionierung nicht ändern. Vielleicht hätte ein etwas geschickterer Kapellmeister, der, den Blick auf die Mundeinstellung der Agierenden gerichtet, die Sänger minutiös leitete, einen besseren Eindrud erzielen fönnen. Im ganzen würde aber auch dies nichts an der Tatsache ändern, daß mit dieser alten Methode tein Weg zu einer Filmoperette gefunden werden kann. K.S. Kulturfilme der Deulig. Kulturfilme find Neuland. Das ist eine Gefahr und ein Glück für den, der es beadfert. Kulturfilme liegen noch in dem Reich, in dem man experimentieren muß und darf. So war Dr. Ulrich Kayser als Regisseur beauftragt, Propaganda zu machen, Ideen in das Bublifum zu tragen. Diese Aufgabe löste er in drei Filmen recht geschickt und jedesmal auf eine andere Art.„ Die Liebe und die Waschfrau macht Reflame für die Dampfmäscherei. Sobald die Betriebsbilder gezeigt werden, erweckt der Film ein außerordent liches Interesse. Um einen leichtflüssigen Blauderstil zu haben, läßt man ein junges Ehepaar durch die Hauswäsche beinahe unglücklich werden. Dieses junge Ehepaar ist aber in einen übertrieben eleganten Rahmen gespannt worden. Unerschöpflich ist man allgemein in den Klagen über Geldmangel, scheut sich aber nicht, unentwegt verlogene Eleganz zu verfilmen." Sonne ist Leben", ist ein Film straffer Einheit. Er preist die Wohltaten der Sonne, deckt lehrreich die Schäden des Lichtmangels auf. Er zeigt die unglücklichen Opfer der Rachitis. Ueber allen Elendsbildern jedoch leuchtet ein Trost, die Wissenschaft hat die Höhensonne entdeckt. Kommt die Sonne nicht zu den Menschen, kommt der Mensch zu der Sonne." Biele Bilder, unterstützt durch anschauliche Trickzeichnungen, geben von der Heilmethode und überdies von der Heilkraft der Höhensonne Kunde. Ohne jede Ermüdung folgt man gerne den anregenden Schilderungen. Hans Hudebein, der Unglüdstabe" zeigt drastisch- humoristisch, mie man sich nicht auf der Straßenbahn zu benehmen hat. Es wird Dabei gar mancher Nasenstüber ausgeteilt, doch bleiben selbst die, die es angeht, in vergnügter Laune. e. b. Unter Javas Glutensonne. Primus- Palast. Regenfluten strömen vom Himmel, ein Orfan peitscht die Wogen auf, die mit verheerender But fich über alles ergießen, Häuser zertrümmern, Bäume entwurzeln... furzum ein Taifun wütet. Und bazwifchen find die Menschen, die Spielbälle der Elemente, selber Don wilden Leidenschaften gepeitscht, auch sie rasen. Diese Schlußfenfation des amerikanischen Films wird teuer ertauft: die ganze Borgeschichte ist Kitsch. Wie faft immer im amerikanischen Film find die Menschen nach der Schwarzweißmanier gezeichnet: Edelnaturen oder Schurfen. Warum der junge Mann, der sich eben am Silberhochzeitstage seiner Eltern verlobt hat, die Betrügerei eines diebischen Rechtsanwalts auf sich nimmt und nach Java flieht, ist nicht ersichtlich. Denn schon bald wird seine Unschuld offenbar, aber inzwischen verdirbt er unter Javas Glutensonne törperlich und geistig, ein Opfer des Alkohols, des Fiebers und einer Kokoite. Getne Braut tommt noch gerade zur rechten Zeit, um unter Einsatz ihrer ganzen Berson ihn und fich vor den Verfolgungen eines Plantagenbefizers zu retten, der als purer Bösewicht sein Leben bedroht, um sie zu gewinnen. Die Taifunnacht bringt die Entscheidung: Die Böjen befommen ihre Strafe und das junge Baar tehrt D Wunder am nächsten Morgen, da aufs neue die Sonne lacht, in die Heimat zurück. Die Sonne scheint nicht heiß genug bei uns, um uns durch Hißschläge für solche Rost vorzubereiten. Die landschaftlichen Szenerien, die in Amerika gestellten Tanzbilder usw. fönnen über das Defizit nicht hinweghelfen. Gespielt wurde fehr gut. Lieber ließ man sich die vorangehende Grotesfe„ Fatty weiß alles" gefallen, in der der dide Fatty mit seinem derben Humor einen heillosen Ult als Amateurdetektiv und Prinzenretter in Szene sezte. Ein richtiges Spufhaus wirkt dabei mit, und die Sucht der Amerikaner, Prinzen zu bewundern, wird dabei sehr charatteristisch geprangert. D. Der König und die kleinen Mädchen. Alhambra, Kurfürstendamm. Da in diesem Film Luciano Albertini die Hauptrolle spielt, weiß man von vornherein, daß allerlei Unmöglichkeiten in das Bereich des Möglichen gezwungen werden. Albertini, den Kopf voller Sensationsideen, spielt den Prinzen von Seeland, der zur Erholung seiner Angehörigen auf Reisen geschickt wird. Er soll ins Kaffernland abgeschoben werden, aber er fommt nur bis Paris. Das ist gerade der richtige Ort, wo er die tollsten Abenteuer, als da Der Silberkönig von Nevada Sprudelnder Humor! Atembeklemmende Spannung! Herzschreckende Sensationen 200 Kilometer- Tempo! Uraufführung: Montag, 22. Juni, im Mozartsaal Gleichzeitig ein freudiges Wiedersehen mit Harold Lloyd der auf vielfachen Wunsch noch einmal als Dr. Jack Lachstürme erregen wird Beginn: 7 Uhr und 915 SÜDFILM& A. G. im Emelka- Konzern Frankfurt a. M. Berlin Leipzig Düsseldorf München Hamburg Breslau Königsberg Beilage des Vorwärts find: Berhaftung und Flucht, Borfämpfe und Apachen- Erlebnisse, durchkosten kann. Es gibt schier endlose Berwicklungen, Prügeleien, Stürze, Raubüberfälle und dergleichen mehr, ohne daß auch nur einer der Beteiligten verlegt wird oder eine Nervenkrisis erleidet. Regiffeur Nunzio Malasomma und der Hauptdarsteller er lauben sich verblüffende Willkürlichkeiten. Schließlich wird der Prinz König und eine Amerikanerin Königin. Als Zuschauer dieser Vorkommnisse fann man Albertinis Kraft und Gelenkigkeit und hin und wieder manch' eigenartiges Karnevalsbild bewundern, so die Automobile mit Giraffe, Elefant und Kamel. Evi Eva war ein nettes Mädchen aus dem Dollarland, Hermann Picha ein ur fomischer Brinzenerzieher und Hans Albers ein sehr eleganter und diskreter Hoteldieb und Mörder. Willy Großstüd photographierte gut. Das Publikum mird nicht enttäuscht, denn wer sich Sensationsfilme ansieht, will ja eben eine derartige Kost vorgesezt bekommen. Das Kino im Rundfunk. .- g. Freitag abend sollte im Rundfunk offenbar wieder einmal etwas Besonderes geboten werden, aber man hat sich bei dieser Gelegenheit so besonders blamiert, daß entschiedener Brotest am Platze ift. Das Thema des Abends hieß: 3m Rintopp". Behandelt werden sollte die musikalische Untermalung des Filmwerks. Die Angelegenheit ist noch durchaus problematisch, eigene Kompositionen zu Filmen find noch verhältnismäßig felten, und nur die allerersten Fachleute dürften gerade gut genug jein, hier vor der Deffentlichkeit Meinung und Forderung fundzutun. Man hat jedoch darauf ver zichtet, irgendwie ernstlich auf das Thema einzugehen und vorge zogen, den Hörern eine billige, sogar äußerst billige Abendunterhaltung zu bieten. Historisch" fing man an, indem man mit unzu länglichen Mitteln und unter Abwesenheit jeglichen Volkshumors eine Szene in einem Rintopp vor zehn Jahren aufführte, ein Harmonium, ein Klavier, ein Musiker bildeten das Orchester an der Idee nett war, fiel nicht auf, da unerträgliche Längen und der merkwürdige Einfall, eine Bühnenschau einzulegen, die Hörer Deranlaßten, überhaupt nur hin und wieder aufzupaffen. Der zweite Teil war, modern", man spielte die Musik zu den„ Nibelungen", die allerdings recht gut ist, und ein paar flotte Tanzweisen, weil das Bublifum sonst nicht weiß, wie beim Lustspiel die Begleitung üblich ist. was Und es wäre wirklich nicht schwer gewesen, gerade diesmal Wertvolles, Belehrendes und doch zugleich Unterhaltendes zu geben. Bor allem wäre dringend notwendig gewesen, daß ein paar furze ein. leitende Worte auf das Wesentliche hingewiesen hätten. Wesentlic) ist die Frage, ob die Mufit mehr Bestandteil, also ästhetisch mirfsamer Faktor des Filmkunstwerfs, oder ob sie lediglich hilfsmittel sein soll. Wesentlich wäre gewesen, auszusprechen, daß die Musik im Film, da sie nur neben dem optischen Erlebnis herläuft, weder angenehm noch unangenehm auffallen darf. Man hätte dem Publifum sagen müssen, daß ohne fünstlerische Musik der Film teine fünstlerische Angelegenheit ist; man hätte Klaus Bringsheim zitieren fönnen, der einmal richtig schrieb:" Unzulängliche Mufit enttäuscht nicht das Ohr, sondern verstimmt das Auge." Man hätte, man hätte, man hätte... Aber man par bequem, langweilig, uninteressant. Und gerade weil der Rundfunk eine jo eminent wichtige Angelegenheit ist, wird der Dilettantismus in ihm von uns stets mit entsprechender Schärfe bekämpft werden. G. Die Oswald- Lichtspiele in der Kantstraße amüsieren ihr Bubli fum durch ein paar Harold Lloyd Szenen, die nicht mehr neu sind, die man aber schließlich immer wieder gerne sieht, weil ein mit natürlichem Humor begabter Darsteller die gleichgültigsten Dinge munter auf den Kopf zu stellen weiß. Nachher wirds tragisch bei einem gewaltigen Wild- West- Schmarren Dammbruch" in dem selbst die fümmerliche Handlung- offenbar veranlaßt durch unverständliche Streichungen-soviel Berworrenheiten aufweist, daß nur noch eine groteste Aneinanderreihung von Szenen übrig bleibt. Bis auf das Technische, das die Amerikaner wieder glänzend gelöst haben, ist alles von einer faum glaublichen Naivität. Danif aber brichts los, dann kracht der Damm und die Wasser springen Ios. Aber um dieses einzig Interessante zu sehen, muß man eine Stunde amerikanische Gefühlssauce über sich ergehen laffen. Das Opfer ist zu groß. K. Der Streif um die Erfindung des Kinematographen. In einem vor der Pariser Akadémie des Sciences fürzlich gehaltenen Bortrags. der sich mit der Erfindung des Kinematographen beschäftigte, war das Berdienst dieser Erfindung den bekannten, im Jahre 1904 gestorbenen Physiologen Etienne Jules Maren zugesprochen worden. Daraufhin hat Louis Lumière, der eine der beiden Brüder Lumière, fich an die Akademie gewandt und hat, geftüßt auf offizielle Dokumente und auf Zeugnisse des französischen Astrophysikers Janssen und Marens selbst, dargelegt, daß, wie es die Deffentlichkeit bisher getan hat, auch die genannten Gelehrten selbst seine und feines Bruders Priorität bei der Erfindung anerkannt hätten. Der ständige Sekretär der Akademie, Lacroig, erklärte die Nachweise Lumières für zwingend und die Diskussion über die Frage damit für beendet. Anerkannte Lehrfilme. Bom Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Boltsbildung wird soeben eine weitere Lifte von 114 Lehrfilmen veröffentlicht, die von der Bildstelle anerkannt sind. Die Filme umfassen die Gebiete des Sportes, der Tuberkuloje. befämpfung, landwirtschaftliche Fragen, Hygienemesen, anatomische und chemische Probleme, wissenschaftliche Expeditionen, die Grundlagen der Relativitätstheorie usw. Die vollständige Liste ist in Heft 11 des Zentralblattes füe die gesamte Unterrichtsverwaltung in Breußen" abgedruckt. Hanns Brodnik wird mit Beendigung dieser Spielzeit die Direktion des Mozart- Saales niederlegen, um den gesamten Theaterpark der Phoebos des zweitgrößten deutschen Filmtheater- Konzerns. Reiche und in Berlin( Capitol, Marmorhaus) zu übernehmen. im Dr. Ludwig Berger hat mit den Aufnahmen zu dem Uja- Film Balzertraum"( nach der Dscar Straus'schen Operette) begonnen. In den weiblichen Hauptrollen find Madh Christians als Prinzeffin Alig und Xenia Desni als die Geigerin Franzi tätig. Im Rahmen ihres fulturellen Programms hatte die Stulturabteilung der Ufa es unternommen, eine Expedition in das ehemalige Deutsch Ostafrita zu entsenden. Sie hat jest wieder deutschen Boden betreten. Den Höhepunkt der Expedition bildete die Besteigung des 6000 Meter hohen, schneegekrönten Kilimandscharo, dessen bereifter Strater zum erstenmal vor der Stamera feine geheimnisvolle Schönheit enthüllen mußte. Bad Wildungen für niereu. Blase Zur Haus- Trinkkur: bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiss Zucker Helenenquelle Badeschriffen sowie Angabe billigster Bezugs. quellen für das Mineralwasser durch die Kurverwaltung 0000 0000000 Fader Morgenstunde gsgesch Strickwesten eine Wolle, 1. Hemen 5.50| Damenröcke, verschiedene Dessins. Dam, in schön. Farb. 2.50 5,50 3.60 0.70 Damen- Reisemäntel Breeches aus Homespune. Manchester- Anzüge, mit Breeches, 25.aus Homespune ..6.Sportform, Jackett ganz gefüttert.. Sportwesten für Herren und Damen. Wäschestoffe 80 cm breit... Mtr. 0.60 Hemdenflanelle- Zephir. 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Tägl. 8 Uhr: Die blaue Stunde Lustspiel von Felix Josky Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Berlins erfolgreichste Revue: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Sommerpreise! Berliner Prater Kastanienallee 7-9 Täglich: Gr.Varieté- Vorstellg. Kaffeeküche ab 3 Uhr geöffnet. Anfang 42 Uhr. Eintritt 50 Pf. Metropol- Theater 8% Größter Erfolg 84 Tausend süße Beinchen Massenchor schöner Frauen 2, 3, 4, 5, 6 M. etc. Reichshallen- Theater 8 Uhr: Steffiner Sänger ,, Das Deutsche Meer. Lebende Lieder von Ferdinand Meysel Dönhoff- Brett'l: Saal und Garten Der be rühmte Komponisten- Darsteller Karl Braun Das große Programm » Ouvertüre zur Oper„ Zampa". Herold 2) Kinder der Straße. Gesangs- und Tanz- Szene 3) nach der Operette: Die Königin der Straße." Doris Kuntz, Ida Windsor, Willl Windsor. Hans Grosser Tragödie der Liebe. ( III. und IV. Tell.) Ein Film von Leo Birinski und Adolf Lantz Gräfin Moreau Musette Ombrade Rabatin. Regie: Joe May. Mia May Erika Gläßner Emil Jannings Wiadimir Gaidarow Vorverkauf ohne Aufschlag täglich mittags 12-2 Uhr Ufa Theater TURMSTRASSE ( Turmstrasse, Ecke Stromstrasse) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Straßenbahnlinien: 3, 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 56, 113. Autobuslinien: Nr. 11, 28. Stadtbahn: Bahnhof Bellevue 12 000 ULAP WINTERTEN Vergnügungspark am Lehrt. Bhf. Heute das Sensations- Programm. Eintritt 50 Pt. 32 Neue Welf- Berliner lk- Trio Arnold Scholz, Hasenheide 108/114 Sonntag, den 21. Juni: Neukölln, Lahnstr. 74/751 6 Der glänz. Juni- Spielplan( R) I gestatt.) Trabrennen Ruhleben UA Theater im Admiralspalast Tägl. 8% Uhr: Chocolate SPIELPLAN Ufa- Palast am Zoo Kurfürstendamm Turmstraße fe Tauentzienpalast Friedrichstraße 图 Nollendorfplatz Kammer nichtspiele Alexanderplatz Weinbergsweg Fridericus Rex Dritter und vierter Teil Wocht, 7 u.9/ Sonnt, 4, 7, 9 Lieblinge der Menschen Jugendliche haben Zutritt. Wochent, 7 u. 9 Sonnt. 5. 7. 9 Tragödie der Liebe Dritter und vierter Teil Auf der Bühne: ,, Kinder der Straße" Wochent. 7 u. 9/ Sonnt. 5, 7, 9 Sumurun. Auf der Bühne: Orientalische Tänze. Wochent. 7 u. 9/ Sonnt. 5, 7, 9 Die Mädchenhändler von New York. Wochentags 7 u. 9 Sonntags 5, 7, 9 Shakletons Todesiahrt zum Südpol Die Liebe des gelben Mannes. Wochent. 7 u. 9/ Sonnt. 5, 7, 9 Wege zu Kraft and Schönbeit Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 Tragödie der Liebe L. und II. Teil Wochent. 7 u. 9, Sonnt. 5, 7, 9 Die Unschuld von New York Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 SLC Kleines Th. Komödienhaus Täglich 8 Uhr: Angele 71 Uhr: Komod. Hartleben Der letzte Kub DerArzt seiner Kiddies Ehre Amerikas größte farbige Künstler Heute 2 Vorstellg. 312 und 812 Uhr Groteske v. MongréMETROPOL Deutsch. Künstlert heat. Tägl. 8 Uhr: D. Nachm- Vorst Monsieur Trulala zu halben Preisen Central Theater 3 Uhr: MORAL 8: Hilfe, ein Kind ist Musik von Hugo Hirsch Operettenhaus am Schiffbauerdamm Heute 8 Uhr: v. Himmel gefallen! Der klein.Rappler MK. 1, 2, 3, 4, 5, 61 Th. d. Westens Steinpl.931 8U: USCHI v. Jean Gilbert Uschi Elleot, Fr. Schulz Gertrude Berliner Wegen d.großen Andrangs an d. Abend k. bitte d. Vorverkauf zu benutzen. Th.i.Komm.- Str. hỡnh.5080,5083 810. 0. stürmische Lacher folg Durch den Rundfunk! Berliner Theater 7.45 Uhr: Sommerpreise Anneliese v. Dessau ( Le chien qui rapporte) Wallner- Theat. Tägl. 8 Uhr Meiseken Rose- Theater 814: D.blaueHeinrich Gartenbühne: 734 U.: Rund um die Berolina Zoologisch. Garten Aquarium Affen- Sonderschau Tierkunstausstellg. Tägl. ab 4 Uhr: Gr. Konzert 8 Uhr: Die weltberühmte Hellseherin Mam. Karoly und der lustige Juni- Spielplan Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Achtung! Werkzeugmacher! Montag, den 22. Juni, abends 7 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelu er 24/25: Branchenversammlung der Werkzeugmacher, Scharfschleifer und Härter. Tagesordnung: Vortrag des Kollegen Eggert vom ADGB. über: Handelspolitit. 2. Unsere Lohn- und Arbeitsverhältnisse. 3.Branchenangelegen heiten. 4. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt. Die Kollegen der Kleinbetriebe find be sonders eingeladen. Achtung! Betriebsräte! Achtung! Montag, 22. Juni, abends 7 Uhr, im Jugendheim des Verbandshauses, Linienftr. 83/85( Portal I, 2 Trepp.): Hauptgruppen- Bersammlung Gruppe III der Untergruppen 5, 6, 7 des Orfsftatuts Maschinen- u. Werkzeugindustrie Tagesordnung: 1. Neuwahl der Gruppenleitung. 2. Betriebsräteangelegen heiten. Bollzähliges Erscheinen erforderlich. Montag, den 22, Juni, nachm. 5 Uhr, bei Döring, Naunynfte. 27: Versammlung aller Metallformer und Berufsgenoffen, die in den Betrieben der Bereinigung Berliner Metallgießereien beschäftigt find. Tagesordnung: Bericht über unsere Lohnverhandlungen. Dienstag, 23. Juni, abds. 7 Uhr, im Jugendheim des Berbandshauses, Linienftr. 83/85: Betriebsräte- Versammlung der Gruppe II, Untergruppe 3 u. 4 ( Lokomotiv-, Waggon- u. AutobauIndustrie). Tag 8 Uhr: penleitungen. 2. Berſchiedenes. Theater a. Kottb. Tor Tagesordnung: 1. Wahl der GrupTägl Elite- metallorüder und polierer! Sänger Dienstag, 23. Juni, nachm. 4 Uhr, Konkurrenz im Gewerkschaftshause, Engelufer 24/25: loses Juni- Branchenversammlung Programm. Trauerfpenden der Metalldrücker u. Polierer Gr.- Berlins jeder Art Tagesordnung: 1. Bortrag über die Frage: 3ft schon der legte BerufsHefert preiswert tollege im DMB. organisiert? 2. Bericht Paul Golletz, über die Arbeit der Branche. 3.Verschiedenes. Dormals Robert Meyer, Zu dieser außerordentlich wichtigen Ber Mariannenstr. 3. jammlung bitten wir um das Erscheinen Amt Morigpl. 103 03 aller unserer Kollegen. Die Ortsverwaltung. Von 2 Mark an wöchentliche Teilzahlung lielere bei kleiner Anzahlung eleg. 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Juli 1925, vorm. 9 Uhr, in unserem Bureau ein Termin anberaumt. zu dem die Unternehmerin fowie die Widersprechenden unter der Er öffnung geladen werden, daß auch bei ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin, den 16. Juni 1925. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. I Schneider. Ernst Hess Nachf., Kingenthal Sa. Nr. 129. Gegr. 1872Alle Musikinstrumente, Harmon., Sprechapparate! Fabrikation! Gr. Jub.- Katalog gratis. Fabrikpr. Reell. Schallplatten pr.St. 2.30 Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Küchen roh emailliert Küche Loftchen 35 68 Mk. Küche Hermine 68 120 Mk. Riesenausw.roher, lackiert., lasiert. Küchen u. einzelner Schränke jetzt enorm billig. Kleiderschränke 90 cm 120 cm roh Weiß 35 M. 45 M. 55 M. 70 M. Austellung westfälischer Küchen von 175-700 M. frei Haus Berlin. 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Das Infrafttreten des Gesetzes scheiterte damals an dem Einspruch des Reichsrates wegen der Höhe der mit seiner Durchführung verbundenen Kosten, die die Länder tragen sollten. Zu einer nochmaligen Beschlußfassung im Reichstag, die nach der Verfassung notwendig war, ist es nicht mehr gekommen. Der seitdem zum zweitenmal neu gewählte Reichstag wird nun über das Gesetz zu entscheiden haben und hoffentlich den Regierungsent wurf bald und ohne wesentliche Aenderungen annehmen. Warum ist zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten ein besonderes Gesetz notwendig? Warum überläßt man den Kampf gegen diese Krankheiten nicht einfach den Aerzten, ebenso wie das bei den meisten anderen Infektionskrankheiten der Fall ist? Das find Fragen, die sich dem unbefangenen aufdrängen müssen, wenn er sich diesen Problemen zuwendet. Geschlechtskrankheiten unterscheiden sich von allen anderen Krankheiten dadurch, daß die Uebertragung in der Regel( nicht immer) beim Geschlechtsverkehr erfolgt. Jeder vernünftige Mensch wird eine Ansteckung mit anderen Infektionskrankheiten zu vermeiden suchen, indem er der Berührung mit erfrankten Personen aus dem Wege geht. Bei der Uebertragung von Geschlechtskrankheiten durch den Geschlechtsverkehr wird diese vernünftige Ueberlegung ausgeschaltet oder gehemmt durch den Geschlechtstrieb. Es wird schon nichts passieren!" Mit dieser Hoffnung werden alle Hemmungen, die Verstand und Wissen errichtet haben, beiseite geschoben, wenn hinter ihr die Macht des Geschlechtstriebes steht. Gesunde steden fich mit Geschlechtsfrankheiten an, Krante übertragen ihre eigene Krankheit auf bisher Gefunde. Auch bei ihnen ist die Macht des Geschlechtstriebes oft stärker als alles Verantwortungsgefühl. Häufig hilft auch der Alkohol, alle Angst und ruhige Ueberlegung zu überrumpelu. Alkoholgenuß und Prostitution sind deshalb so eng miteinander verknüpft. Alle Geschlechtstrantheiten sind heilbar, menn gleich nach der Ansteckung eine gründliche Behandlung durch einen Arzt erfolgt. Zur Inanspruchnahme ärztlicher Behandlung fann sich aber gerade der Geschlechtskranke oft nur schwer entschließen, weil mit ihr das Eingeständnis des( meist außerehelichen) Geschlechtsverkehrs verbunden ist und weil er häufig auch keine Ahnung von den möglichen schweren Folgen seiner Erkrankung hat. Die Befangenhelt und Unaufrichtigkeit, die bei uns faft allgemein in geschlechtlichen Dingen herrscht, macht den außerehelichen Geschlechtsverkehr zu einer stillschweigend vorousgesetzten Tatsache, die sogar im Kreise vieler Männer als eine Art Ehrensache angesehen wird. Erfolgt bei dem angerchelichen Geschlechtsverkehr aber eine Anstedung mit Gefchlechtskrankheit, so wird daraus sofort eine recht blamaile Ange legenheit, die der Betroffene nach Möglichkeit zu verbergen fucht und die ihn den notwendigen Gang zum Arzt immer wieder zögern läßt. naus. Die Folge davon ist ein häufig recht langwieriger und schwerer Berlauf der Krankheit. Mit der langen Dauer der Krankheit vergrößert sich zugleich die Ansteckungsgefahr. Der von Geschlechtskrant. heiten betroffene Personenfreis wird immer größer. Es wird vom Reichsgesundheitsamt angenommen, daß eine Million Deutsche der ärztlichen Behandlung wegen einer bestehenden Geschlechtskrankheit bedürfen. Auch auf dem Lande sind die Geschlechtskrankheiten heute. sehr verbreitet. Die traurigen Wohnungsverhältnisse mit der großen Bahl eng beieinander wohnender Menschen führen häufig zu leber tragungen von Geschlechtskrankheiten, ohne daß Geschlechtsperfehr stattfand. Wir lesen erschüttert die Berichte aus großen Kranten häusern, nach denen allmonatlich eine größere Anzahl angesteckter Kinder eingeliefert werden, bei denen die Uebertragung erfolgte durch gemeinsame Benutzung von Handtüchern, Schwämmen, Gläsern usw. mit dem erkrankten Bater, der Mutter oder dem Untermieter. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß mit Warnungen und Belehrungen dieses Uebel nicht ausreichend eingedämmt werden fann. Bereits 1906 wurde in Dänemark ein Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtsfrankheiten geschaffen. 1917 folgte Groß= britannien diesem Vorgehen. 1918 wurde in Schweden und noch im gleichen Jahr in Desterreich ein solches Gesetz beschlossen. Dem deutschen Bundesrat lag im Jahre 1917, dem Reichstag 1918 ein Gesezentwurf vor. Erledigt wurde das Gesetz im Kriegsreichstag nicht mehr. Eine Notverordnung vom Dezember 1918 suchte die Berbreitung der Geschlechtskrankheiten bei dem Zurückströmen der zu einem großen Teil erkrankten Soldaten einzudämmen. 1920 wurde dem Reichsrat ein neuer Gesetzentwurf vorgelegt, der 1922 dem Reichstage zuging, 1923 angenommen wurde und megen des Einspruchs des Reichsrats feine Gesetzestraft erlangte. Die Grundgedanken des jetzt vorliegenden Gesezentwurfs sind: 1. Alle geschlechtskranten Personen sind recht bald nach der Anftedung einer möglichst gründlichen ärztlichen Behandlung zuzuführen. Im Weigerungsfalle können sie dazu gezwungen werden. 2. Allen Nichtärzten ist die Behandlung von Geschlechtstrantheiten und von Leiden der Geschlechtsorgane( Frauenleiden) verboten. 3. Wer an einer ansteckenden Geschlechtskrankheit leidet und unter Berheimlichung dieses Umstandes heiratet, wird mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft, ebenso jeder Geschlechtstrante, der durch Geschlechtsverkehr andere Personen gefährdet. Ein Antrag auf Strafverfolgung tann auch von Ehegatten und Verlobten gestellt werden. 4. Die gleichen Bestimmungen gelten auch für die Prostituierten. Die bisherige polizeiliche Kontrolle der Prostitution, wird aufgehoben, ebenso der Kuppeleiparagraph des Strafgesetzbuches. 5. Die Durchführung des Gefezes liegt in der Hand der Gesundheitsbehörden, die mit den Beratungsstellen für Geschlechtsfranfe, den Bilegeämtern und ähnlichen Stellen zusammenwirken foden. Gegen alle Straf- und Zwangsmaßnahmen finden sich in dem Gesetz weitgehende Sicherheiten. Wer dem Bestreben des Gefeßes auf Heilung aller Erkrankten und auf Bermeidung weiterer Injektionen entgegentommt, wird von den 3wangs- und Strafbestimmungen nichts merten. Die Prostituierten werden den mit der polizeilichen Kontrolle und Listenführung häufig verbundenen Schifanen nicht mehr ausgefeßt sein. Der Rückweg zu einem anderen Erwerb wird ihnen nicht mehr so schwer gemacht. Schwierigkeiten begegnen sie nur, wenn sie frant sind und fich der ärztlichen Behandlung zu entziehen suchen. Das Gesetz ist also in erster Linie als ein hygienisches Gesch zu betrachten. Die schwere Belastung und Bedrohung der Allgemeinheit durch die weite Verbreitung der Geschlechtstrankheiten machen die baldige Durchführung des Gesetzes zu einer zwingenden Notwendigkeit. Möge sich die daran gefirüpfte Hoffnung erfüllen, daß es der Menschheit bald gelingt, sich von der Geißel der Geschlechtsfrankheiten zu befreien. Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Die Aussperrung in der Holzindustrie. Der Arbeitgeberverband der Holzindustrie sucht durch Ber breitung fügenhafter Behauptungen und durch einen großzügig angelegten Terror seine widerstrebenden Mitglieder zur Aussperrung zu zwingen. So läßt er verbreiten, daß in Pommern die Holzarbeiter ausgesperrt sind. Wir haben bereits festgestellt, daß der Arbeitgeberverband nur in Swinemünde Mitglieder hat. Aber selbst die haben nicht ausgesperrt. Bezeichnend für die Aussperrung ist die Lage in der Provinz Brandenburg. Hier wird die Aussperrung geleitet vom Generalsekretär des Arbeitgeberverbandes, von 3 astrow. Von etwa 6000 Holzarbeitern der Provinz Brandenburg sind jedoch nur 1300 ausgesperrt worden. Diese Zahl hat sich inzwischen vermindert, weil eine Reihe von Betrieben ihre Arbeiter wieder zur Aufnahme der Arbeit aufgefordert haben. In Ludenwalde, wo der Borsigende des Provinzialver. bandes der Provinz Brandenburg seinen Betrieb und der Verband selbst seinen Siz hat, ist überhaupt nicht ausgesperrt worden. Derselbe Borsigende des Arbeitgeberperbandes, der das Ultimatum zur Aussperrung verschickte, hat selbst nicht aus gesperrt. Man kann wohl sagen, daß die Arbeitgeber der Holzindustrie von ihren eigenen Führern belogen und betrogen werden. Wie lange unter diesen Umständen die Arbeitgeber, die der Barole ihrer Organisation gefolgt find, noch die Dummen sein werden, fann man ruhig abwarten. Durch die Teilaussperrung im linksrheinischen Gebiet und im bergischen Land ist die Anzahl der ausgesperrten Holzarbeiter auf 32 000 gestiegen. Das ist ein Drittel der angekündigten 100.000. Die Stimmung der Holzarbeiter ist durchaus zuversichtlich. Man hat sich trotz der wenig einheitlichen Haltung der Unternehmer auf eine längere Dauer der Aussperrung eingerichtet. Da 300 000 Mit glieder des Holzarbeiterverbandes in Arbeit stehen, ist es nicht schwer, durch die Erhebung eines Extrabeitrages die notwendigen Mittel für die erfolgreiche Durchführung des Kampfes bereitzustellen. . Weniger siegesbemußt ist man bei den Unternehmern. In den Bezirken wird von den einzelnen Arbeitgebern, aber auch von ihren Organisationen alles versucht, um sich der Aussperrung zu entziehen. Man drängt außerordentlich heftig auf zentrale Berhandlungen hin. Dieser Druck ist auf die Zentralleitung der Arbeitgeber Organisationen nicht ganz ohne Wirkung geblieben, aber die in dieser Richtung in Berlin unternommenen Schritte haben noch keinen Erfolg gehabt. Interessant ist übrigens, daß die Unternehmerorganisation nicht nur durch hohe Konventionalstrafen ihre Mitglieder zur Durchführung der Aussperrung anhält, sondern daß sie sogar regelrechte Rolltommandos gebildet hat. Die Herren Syndici fahren im Auto von einem Betrieb zum anderen, um ihn zu räumen. Aber auch diese Methode hat nicht zum Ziele geführt. Der Verbandstag des DEV. Die dritte ordentliche Generalversammlung des Deutschen Eisenbahnerverbandes, die in der Woche vom 21. bis 28. Juni in Köln stattfindet, wird unter den großen Tagungen, welche die Organisation der Staatseisenbahner während der Dauer ihres Bestehens abgehalten hat, eine bedeutsame Stellung einnehmen. In die Jahre seit der letzten Generalversammlung fielen die Ruhrbefeßung, der Zusammenbruch der Reichswährung, die Wirtschaftsfrise mit ihrer großen Arbeitslosigkeit, der Personalabbau, die Umwandlung der Reichsbahn, und schließlich der Verlust des gesetzlichen Achtstundentages, sowie die schleppende, wirtschaftliche Depreffion der Stabilisierungszeit mit ihren Lohnbewegungen zur Wiederherstellung einer erträglichen Lohnbasis. Während des Ruhrkampfes standen die Eisenbahner sowohl als Staatsbedienstete wie infolge der Natur ihrer besonderen Stellung innerhalb des Wirtschaftslebens im Vordergrunde der Abwehr. Daher traf sie auch am Ende des Ringens der„ Dant des Baterlandes" am schwersten, denn er wurde abgestattet in Geſtalt eines rück. fichtslosen Abbaues der nun überflüssig gewordenen nun überflüssig gewordenen Kämpfer. Mitten in diesen Erschütterungen traf die Massenarbeits Iosigkeit auch die Eisenbahner und ihren Verband. Sie traf sie härter als andere Arbeitnehmerschichten, weil bei der Reichsbahn nicht nur, wie in der Privatindustrie, rein wirtschaftliche, sondern daneben noch etasmäßig- rechnerische Erwägungen zu zahlreichen Ent lassungen führten, und weil außerdem das Gespenst des Abbaues nunmehr seit länger als Jahresfrist dauernd im Reichsbahnbetriebe umgeht wie eine ewige, nimmer endenwollende Bedrohung der wirtschaftlichen Eristenz der Beamten und Arbeiter eines Staatsbetriebes. Und als im Frühjahr des vorigen Jahres die Arbeitslosenziffern in der Industrie abzunehmen begannen, da stiegen noch immer die Zahlen der entlassenen Eisenbahner. Troß dieser äußersten Ungunst der Berhältnisse gelang es dem Verbande, im Laufe des vorigen Jahres durch eine Reihe von Lohn bewegungen die dank der Inflation und der Arbeitslosigkeit zerstörte Basis der Entlohnung wieder herzustellen. Anknüpfend an diese Basis ging der DEV. im Frühjahr 1925 zu neuen Rämpfen vor, um abermals die Löhne zu verbessern und einen Borstoß gegen die Berlängerung der Arbeitszeit durchzuführen. Dieses Ringen führte zu einer ausgedehnten Streitbemegung in Sachsen und Berlin. Es rief den Reichstag und die Reichsregierung und schließlich die Schlichtungsbehörde auf den Plan, die dem Kampfe mit Hilfe eines verbindlich erklärten Schiedsspruches ein Ziel fezte. In beiden Puntten war ein Erfolg zu buchen: Die Löhne murdén erhöht, und der hartnäckige Widerstand der Herren der Reichsbahn gesellschaft in der Frage der Arbeitszeit wurde start erschüttert. Sonntag, 21. Juni 1925. Das Dienstverhältnis der Reichsbahnbeamten ist durch die Reichs. bahngefege jeglicher Rechtsgarantien beraubt, und auch für die Arbeiter ist das Ziel der Wünsche der Bureautratea und Kapitalisten auf die Schaffung eines sozialen Ausnahmerechts schlimmster Art gerichtet. Auf schwierigem Terrain fämpft also der DEB. gegen einen mächtigen und übermütigen Gegner. Daß diese Verhältnisse zur Sentung seiner Mitgliederzahlen führen mußten, ist nicht zu verwundern. Im Jahresdurchschnitt 1923 hatte der Berband 404 714, im nächsten Jahre nur noch 224 895 Mitglieder. Aber in all dieser Bedrängnis gelang es dem DEB., das Feld zu behaupten. Die Mitgliederzahlen steigen wieder, und neben der Ueberwindung aller dieser Schwierigkeiten war es dem DEB. möglich, einen Kern zuverlässiger Funktionäre und treuer Mitglieder auszubilden und zugleich die zerstörenden Wirkungen der tommunistischen Propaganda, die aus allen Schwierigkeiten dieser bewegten Zeit Nahrung zu ziehen suchte, abzuwehren. Bei den Be triebsrätemahlen im Mai dieses Jahres verloren die Kommunisten mehr als 50 Pro 3. ihrer Stimmen des Vorjahres. Der Verbandstag in Köln wird nur noch festzustellen haben, daß dieser Gegner nicht mehr existiert In Köln wird der Zukunfts wille der freigewerkschaftlich organisierten Eisenbahner zum Ausdrud fommen. Am stärksten wird er fich dokumentieren in der Verschmelzung des DEV. mit der Reichsgewerkschaft der Reichsbahnbeamten, die inzwischen vorbereitet wurde und in Köln besiegelt werden wird. Truzig bewehrt, stärker und zukunftssicherer als zuvor wird die freigewerkschaftliche Organisation der Eisenbahner nach Köln vor ihre Gegner hintreten, zu neuen Rämpfen bereit, neuer Erfolge gemiß. Vor einem Lohnkampf in der Hutindustrie. Die überreichlichen Löhne der Hutarbeiter. Berliner Boll- und Haarhutbetrieben beschäftigten Hutarbeiter und Am Freitag abend waren in den Residenzfestsälen die in den -arbeiterinnen versammelt, um zu dem Ergebnis der Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband der Hutindustrie Stellung zu nehmen. Aus dem Bericht der Verhandlungskommission ersah man, daß die Arbeitgeber es ablehnten, irgendwelche Lohnerhöhungen zu gewähren, weil die Löhne angeblich überreichlich seien und die Industrie eine höhere Belastung nicht tragen" fönne. Fabrikanten sollten es sich mal zur Aufgabe machen und versuchen, Ein Proteststurm erscholl aus der Versammlung. Die Herren mit den überreichlichen" Löhnen von 61 Pfennigen für Männer und 47 Pfennigen für Frauen pro Stunde auszukommen. Diese Löhne find Spizenlöhne der Facharbeiter, während ein großer Brozentsaz jüngerer und Hilfskräfte wesentlich niedrigere Löhne erhalten. Die Arbeitgeber stüßen sich in der Hauptsache auf die hohen Atford verdienste. Doch wie sieht es mit diesen aus? Erstens sind es nur wenige Monate, wo solche Vers dienste erzielt werden und dann ist es auch nur ein verschwindend fleiner Bruchteil, der in den Genuß derartiger Atfordverdienste fommt. Fest steht zweifellos, daß hier einer hochqualifizierten Arbeitera gruppe die niedrigsten Löhne in Berlin gezahlt werden. Die Industrie ist infolge des Wechsels der Mode sehr gut beschäftigt. Trogdem flagen die Herren Fabrikanten. Aber all ihre Cinmände, höhere Löhne bedeuten erneute Inflation usw., sind nichts weiter als Befolgung der Barole, die die Arbeitgeberverbände in ihrer Eingabe an die Regierung niedergelegt haben. Troßdem gibt es einzelne Arbeitgeber, die ganz gut einsehen, daß ihre Gründe fadenscheinig sind, aber die Disziplin hält sie bei der Fahne. Dies sollten sich die Hutarbeiter zur Lehre nehmen und dementsprechend handeln. Die Erbitterung in den Betrieben ist eine gewaltige, zumal durch den Widerstand der Arbeitgeber die Ferienfrage noch ungelöst ist. Die Aussprache ergab, daß die Belegschaften nicht länger gewillt sind, für derartig niedrige Löhne zu arbeiten und alles daran sehen werden, um ihre Forderung, Erhöhung der Löhne um 20 Proz. zum Durchbruch zu bringen. Strömungen in den englischen Gewerkschaften. Wie bereits gemeldet, ist vor einiger Zeit auf Anregung des auf dem linken Flügel der britischen Gewerkschaftsbewegung stehenden Sekretärs der bedeutendsten britischen Gewerkschaften Coof, Dom Bergarbeiterverband, eine Reihe von Gewerkschaften zusammen. getreten, um die Möglichkeiten einer Offensiv- und Defensivallianz zu besprechen. Den Grundstod dieser Kombination foll der im Jahre 1921 zusammengebrochene sogenannte Dreibund der Bergarbeiter, Eisenbahner und Transportarbeiter bilden. Das vor einer Woche von den in Betracht kommenden Gewerkschaften gewählte Komitee ist am 16. Juni zu einer ersten Sizung zusammengetreten, als deren Ergebnis guter Fortschritt" von seiten der beteiligten Bergarbeiterführer bezeichnet wird. Von einer sehr gut unterrichteter Seite werden unserem Londoner Korrespondenten der Charakter und die Aussichten dieser Allianz wie folgt gefennzeichnet: Die Möglichkeit eines solchen halben Privatunternehmens des Bergarbeiterführers Cook liegt zweifellos in dem traditionellen Eigenleben der einzelnen britischen Gewerkschaften einenseits, die den Versuch der Bildung einer solchen Allianz an und für sich gar nicht als eine Aktion gegen die Gewerkschaftsexekutive erscheinen läßt. Die Zentralisierung der gewerkschaftlichen Attion war niemals eine Stärke der britischen Gewerkschaften, und deshalb nimmt auch die bestehende Erefutive feineswegs jene Rolle ein, wie der Bundesvorstand der fontinentalen Gewerkschaften. Sie wirb deshalb auch von denjenigen Gewerkschaftsführern, die der Politit Coots fernstehen, nicht grundsäglich abgelehnt. Die Aussichten dieser geplanten Allianz werden allerdings als sehr gering bezeichnet. Die Persönlichkeit des Einberufers Cook, der mit der halb kommunistischen Minderheitsbewegung zu sehr verknüpft ist, genießt in den führenden Kreisen der britischen Gewertschaften nur geringes Vertrauen, und außerdem wird immer wieder betont, daß auch seine Stellung in seinem eigenen Verband nicht die allerbeste ist. Der Versuch einer Allianzbildung, der schon an dem sogenannten schwarzen Freitag" des Jahres 1921 gescheitert ist, wird also nicht optimistisch beurteilt. Hingegen ist man sich in allen führenden Kreisen der britischen Gewerkschaftsbewegung immer flarer, daß die gegenwärtige 3er. splitterung der Gewerkschaften in Hunderte und aber Hunderte einzelner fleiner Gewerkschaften angesichts der gegenwärtigen Entwicklung des Kapitalismus eine außerordentliche Schwäche der britischen Gewerkschaften darstellt, und daß abgesehen DON der Zusammenlegung der fleineren, heute unabhängig von. einander vorgehenden Gewerkschaften eine Stärtung der Befugnisse der Gewerkschaftszentrale nach fontinentalen Borbildern für den Fall größerer Lohnfämpfe dis wichtigste Gegenwartsaufgabe der britischen Gewerkschaften darstellt. Die starten, beinahe noch zünstlerischen Eigenbröteleien der kleinen selbständigen Gewerkschaften, die inneren Widerstände gegen große, zeitgemäße Industrieverbände und eine traditionelle Abneigung gegen In Gestalt der Reichsbahngesellschaft war dem DEB. inzwischen ein ganz anderer Gegner erstanden. In dieser Gesellschaft mischt sich der grenzenlose Hochmut einer eingefeffenen Bureaukratie mit der ganzen Brutalität des privaten Kapitals, und in den Reichsbahngesehen hat sich die Gesellschaft ein Fun dament der Macht geschaffen, das bei den Bureaukraten den Hochstraffe Bentralorganisation, die sich in allen Zweigen des englischen mut, bet den Profitgeiern die Rücksichtslosigkeit noch steigert. Lebens so deutlich zeigt, macht allerdings die Umformung der britischen Gemertschaftsorganisation in der von den führenden Bers sönlichkeiten längst als notwendig anerkannten Weise zu einer Frage, die im hartnäckigen Ringen mit vielen Widerständen erst im Laufe vieler Jahre zustande kommen dürfte. Die Wahlen zum Verbandstag der Buchbinder. Schwere Niederlage der Opposition. Borläufiges Wahlresultat: Abgegebene Stimmen 2287; gewählt find Freihart 1176, Bytomski 1258, Herzog 1145, Rostielniat 934, Lippold 974, Raffa 971, Uebscher 957, Primer 865, Imhoff 820. Der Spizenkandidat der Oppofi ion, Rothe, fonnte es nur auf 636 Stimmen bringen. Die Unabdingbarkeit der Tarifverträge. 3mei Chauffeure und zwei Mitfahrer der Zigarettenfabrit Rarmitri" hatten auf Berlangen der Firma seit Anfang März 1925 Taufend.Ueber stunden geleistet, ohne daß ihnen der dafür nach dem Tarifvertrage zustehende Lohn gezahlt wurde. Der Forde rung nach Bezahlung der Ueberstunden gegenüber berief fich die Firma vielmehr auf eine mit dem Betriebsrats6= Dorfizenden getroffene, dem Tarifvertrag zuwider Taufende Vereinbarung, wonach die Ueberstunden nach einem gewissen Beitraum pauschal abgegolten werden follten. Diese Vereinbarung hatte die Firma nach den Ausführungen ihres Vertreters vor dem Gewerbegericht zu dem Zweck getroffen, um die Chauffeure und Mitfahrer an der Leistung nicht erforderlicher, künstlicher" Ueberstunden zu verhindern. Die Chauffeure und Mitfahrer wider Sprachen dieser Vereinbarung und forderten wiederholt Bezahlung der Ueberstunden entsprechend dem Tarifvertrage, der Bezahlung jeder geleisteten Ueberstunde am Schluß der jeweiligen Lohnwoche vorfieht. Nachdem die Firma wiederholt bei ihrer Weigerung der Bezahlung der Ueberstunden verblieb, wandten sich die Arbeitnehmer schließlich beschwerdeführend an den Betriebsrat mit dem Ersuchen, die Firma zur Lohnzahlung für die geleisteten Ueberstunden entsprechend dem Tarifvertrage zu veranlassen, da sie sonst die Leistung weiterer Ueberstunden ablehnen müßten. Nachdem die Firma auch in dieser Berhandlung mit dem Betriebsrat die tarifvertragliche Bezahlung der Ueberstunden abgelehnt hatte und vom Betriebsrat darauf hin gewiesen worden, daß die Chauffeure und Mitfahrer munmehr Leistung von Ueberstunden für die Folge verweigern mürben, verlangte sie an dem der Verhandlung folgenden Tage erneut die Leistung von Ueberstunden. Zu deren Leistung erflärten sich die Chauffeure und Mitfahrer nur unter der Zusicherung der tarifvertraglichen Lohnzahlung für die bereits geleisteten und noch zu leistenden Ueberstunden bereit. Da die Firma diese Zusicherung ablehnte, verweigerten nunmehr die Arbeitnehmer die Leistung der Ueberstunden und wurden daraufhin von der Firma fristlos entlaffen. Die Entlassenen erhoben gegen ihre Entlassung beim Betriebsrat Einspruch und, nachdem der Betriebsrat ihrem Einspruch als begründet stattgegeben hatte, Einspruchsflage wegen unbilliger Härte vor dem Gewerbegericht. Das Gewerbegericht wies die Kläger mit der REISEKOFFER LEDERWAREN zu besonders billigen Preisen Coupékoffer aus braun longraingenarbter, wetterfest lackierter Platte, mit 8 Schutzecken, soliden Metallgriffen und 2 Schlössern 55 cm 350 450 550 60 cm 65 cm 70 cm 650 Coupékoffer aus echten Valkanfibreplatten, genarbt, mit zwei messingplattierten Vexierschlössern, lederbezogenen Metallgriffen. Im Unterkoffer Packgurte. 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Ab gesehen von der Weigerung der, ja auch auf Arbeiterfundschaft angewiesenen Firma„ Karmitri", ihre doch nur selbstverständliche Verpflichtung tariflicher Bezahlung ihrer Arbeitnehmer zu erfüllen, ist bas Urteil nicht nur ein Fehlurteil, sondern muß deswegen zu schärfftem Widerspruch herausfordern, da durch das Urteil das Ge= richt als die zur Hüterin der Rechtsgrundsätze zu allererst berufene Stelle den bedeutsamsten und wichtigsten Rechtsgrundsatz des Arbeitsrechts, die Unabdingbarkeit der Tarifverträge, einfach beiseite schiebt. Keine Humanität nur ein Versehen. Eine Aufseherin in der Schokoladenfabrik von Gebr. Stoll= werd war vom 23. Februar bis 15. März frank. Von dem Recht, das Krankengeld, welches die Angestellte erhalten hatte, vom Gehalt abzuziehen, hatte die Firma feinen. Gebrauch gemacht, sondern sowohl das Februar- wie das Märzgehalt voll ausgezahlt. Die Angestellte hielt das für eine humane Handlungsweise der Firma, die ihr sehr willkommen war, denn sie hatte ja als Witwe mit zwei Kindern bei einem Monatsgehalt von 175 M. brutto ohnehin nur ihr fnappes Auskommen. Aber es zeigte sich bald, daß die Angestellte die Handlungsweise der Firma falsch beurteilt hatte. Im April kündigte nämlich die Angestellte infolge eines Konflikts mit dem Inspektor Ring, einem ehemaligen Offizier, der in der Stollwerdschen Fabrik mit militärischer Schneidigkeit seines Amtes waltet. Nach der Kündigung wurde die Angestellte sogleich entlassen, die Firma zahlte ihr das Gehalt für die Kündigungszeit, zog aber hiervon das Krantengeld ab, welches die Angestellte im Februar und März bezogen hatte. Es handelt sich um den Betrag von 55 M. Wegen der Zahlung dieses Betrages flagte die Angestellte beim Gewerbegericht. Hier erklärte der Vertreter der Firma, wenn der Klägerin das Krankengeld nicht vom Februar- und Märzgehalt abgezogen sei, fo beruhe das lediglich auf einem Versehen im Lohnbureau. Der Vertreter der Klägerin führte dagegen aus, von einer ungerechtfertigten Bereicherung fönne. feine Rede sein, denn die Klägerin habe im guten Glauben annehmen können, daß ihr die Firma durch Nichtabzug des Krankengeldes eine freiwillige Zu mendung habe machen wollen, denn in früheren Krantheitsfällen sei der Klägerin auch fein Abzug gemacht worden. Eine Pflicht zur Herausgabe der Zuwendung bestehe deshalb nicht, weil die Klägerin den streitigen Betrag für ihren und ihrer Kinder Lebensunterhalt längst ausgegeben habe. Das Gericht folgte den Darlegungen des Bertreters der Klägerin und verurteilte die Firma, ihr die geforderten 55 M. zu zahlen. Angestellte der Berliner Metallindustrie! Trozdem die Bergleichsverhandlungen am 8. Juni über unseren Schiedsspruch vom 23. Mai ergebnislos verlaufen sind, hatte das Reichsarbeitsministerium die Parteien nochmals zu Rachverhandlungen am Donnerstag, den Achtung, SPD..Metallarbeiter! Am Montag, den 22. Juni, abends 7 Uhr, in den Gardesälen, Sophiensstr. 37, Bersammlung aller SPD.. Metallarbeiter. Tagesordnung: Stellungnahme zum Gewerkschaftstongreß. Bollzähliges Erscheinen dringend notwendig. Partei ausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Achtung, SPD.- Schuhmacher! Morgen, Montag, abends 5 Uhr, Bersammlung aller Genoffen und Sympathisierender bei Blowert, Weberstr. 24a, Baugewerksbund, Fachgruppe der Glaser. Der Lohn filt Glafer beträgt ab 19. Juni 1,25 M. pro Stunde. Freitag, 26. Juni, nadym. 25 Uhr, Bet fammlung im Gewerkschaftshaus. Baugewerksbund, Fachgruppe Stud- und Gipsban. Dienstag abend 7 Uhr im Dresdener Rafino", Dresdener Straße 96, Mitgliederversammlung. Da wichtige Angelegenheiten erörtert werden, ist es Pflicht jedes Mitglieder, an dieser Bersammlung teilzunehmen. Ohne Mitgliedsbuch feinen Zutritt. Die Gruppenleitung. Baugewerks- Bund, Baugewerkschaft Berlin, Fachgruppe der Buger. Diens tag, den 23 ,, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung, Residenz- Festfäle, Lands. berger Straße 31. Tagesordnung: 1. Die leßten Borgänge in unserem Beruf und welche Maßnahmen haben wir dagegen zu treffen? 2. Unsere Stellung. nahme zum Tarif. 3. Unsere Bücherkontrolle. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Pusers und Trägers zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Fachgruppenleitung. Zentralverband ber Schuhmacher. Allgemeine Mitgliederversammlung Dienstag abend 62 Uhr in Böders Festfälen, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Aufstellung der Randidaten für die Delegiertenwahlen zum Gewerkschafts. tongreß und Internationalen Rongreß der Schuh- und Lederarbeiter. 2. Lohn und Ferienfragen. Keine Reise ohne Gosh Schuhputx Gebrüder Kroner, Berlin 017 FÜR DIE REISE! Bahnkoffer mit angehenden Bügeln and soliden Beschlägen, mit Stoff bezogen und Oelfarbenanstrich, Metalldeckelhaltern, vermessingten Schlössern und mit Einsatz Kabinenkoffer 100cm 110cm 22% 252900 3300 2600 3000 34° Herren- Koffer etwas höher 80 cm 90 00 Japan- Reisetaschen mit Stalpdeckel u. aufgenähten Bindleder- Schutzecken, mit starken Rindleder- Doppel100 riemen aus starker, krokodilgenarbter Hartplatte, wasserfest and farbecht, mit vermessingten Deckelschienen, 2 Patentschlössern, lederbezogenen Patentgriffen u. 8 echten Vulkanfibreecken 60 cm 75066 cm 850 Stadtkoffer 70 cm 950 1050 75 cm aus genarbter Platte, wetterfest und farbecht, mit Metallund 2 Schlössern griff, echten Vulkanfibreecken 35 cm 250 40 am 295 45 cm 95 395 4.⁹ 50 c cm Stadtkoffer aus echten Vulkanfibreplatten, sehr dauerhaft und wetterfest, mit lederbezogenen Griffen, 8 Schutzecken, gut. Stoffutter u.2 Patentschlössern 35 cm 550 40 cm 690 45 cm 82550 cm 975 Schrankkoffer Abre, Pappelholz, echt, Rohrlichen Ausführung ,, je nach Qualität u.Grösse von 75 an Bügelkoffer aus Sperrplatten. Vulkan00 platten u. massiv. Rindleder, in allen nur erdenkaus prima Hartplatte, strohhalmartig genarbt, schokoladenfarbig wasserdicht lackiert, mit 2 rings um den Koffer herumgehenden Schutzbügeln, lackierten Metall- Patentgriffen, 2 Springschlössern, echten Vulkanfibreecken, Metallscharnieren, Einsatz mit Stoffgurten 85 cm 1450m 155 cm 1650 70 Damen- Bekleidung Kunstseidenkleid neuester Druck, aparte 1975 Ripskleid reine Wolle, schwere Qualität, zum 2950 Form, waschbar Reisekostüm Gabardine, Burbury- Art, imprägniert, und Knopfgarnitur, Jacke ganz auf reiner Beide 6900 Lodenmantel in verschieden, Farben, auch 2550 Reisemantel aus imprägniert. Gabardine, BurburyArt, Herren- Fasson, mit ein- 4950 gelegter Falte, in allen Sportfarben ganze gross. Weiten, m.Kappe Blusen Kasak 245 guter, baumwollener Musselin, schöne Dessins. Hemdbluse aus gutem Panama, mit Täschchen, in guter Verarbeitung... Kasak Konfettimuster, mit Sammetband und Knöpfen reich garniert, in vielen Farben Hemdbluse aus gutem Opal, mit Falten reich Bluse ausgeführt gutem Kragen, 450 4 90 650 hohlsaum u. Handstickerei, leggen Hand, 975 • 75 Griff, 55 50 cm.. cm 25 750cm 92cm 110 cm 1275 60 Rindleder- Reisetaschen mit Aufspannbügel, aus echt Vollrindleder in Krokodilnarbe 40 cm Mengenabgabe vorbehalten Badebekleidung und Wäsche 1. a. 50 Badelaken Kinder, a gutem FrottierStrandkostüme vorzügl. Trikotst m.Röckchengarn 850 Badekostüm eleg. Schürzengarnietur u. doppelter weisser Blende, alle Grössen bis 50 rung und Blenden, aus prima Trikot, alle Grössen... für Schwimmtrikots Herren prima Qualität, schwarz 85-110 975 95 395 295 Badetrikot für Kinder, aus gut. 145 Trikot, m. dopp.weisser Blende, Länge 50 Grösse 45 Jede weitere Grösse 15 Pf mehr. 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PL 225 35-42 Badehaube für Kinder, a für Kinder, aus Gummi, 125 Badehaube mit Blumengarnierung.. mit Blumen Naturgummi, 25 Badeschuhe ene 24-35 36-42 43-46 Form 95 195250270 250 Badeschuhe far Kinder, aus gutem 195 für Kinder, aus gutem 195 Badestiefel aus prima Satin, mit Leinen, schwarz und weiss Leinen, mit Gummisohle, zum Binden. schwz. Satin 95 Gummisohle, hoch, zum Schntren, von Gr. 36 bls 42 35 Handtücher aus prima Frottierstoff, Grösse ca. 50x112, in verschiedenen bunten Farben und Kanten........ buntfarb., breite BlumenHandtücher as prima Frottierstoff, bordüre, Gr. ca. 53X110......... Herren- Bekleidung farbigen ....... mit Stoffbezug, mit Gürtel..... 295 335 Wasch- Sportanzüge Baumwollstoffen 2250 Gummimäntel ohne Gürtel 39.00 2900 Herren- Sportanzüge 48.00 3500 Sommermäntel form... 45.60, 32.00 2900 aus Loden, imprägniert, i. 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Sportstrümpfe für Herren, reine Wolle 595 aus Panama.....**** HERMANN für 153 Paar stoff, Jacquardmuster, mit schmaler bunter Kante, Gr. ca. 100x100 395 Badelaken für Erwachsene, Is weiss. gesäumt, Gr. ca. 140x175 Frottierstoff, brt. Kante, 125 cm 1350 160 cra Weisse Stoffe c.100cm für Mäntel, vorzüglicher 490 650 790 Frottierstoff Meter form, Eleg. Hemdhose amerikanische Windel 6990-52775 sehr reich mit feinen Spitzen ausgestattet, weiss u. viele Modefarben... Grösse 42-48 Prinzessrock hochelegant, aus vorzüglichem Spitzen sehr reich ausgestattet, 195 Gr. 50-52 Crêpe de Chine, mit feinen 50 weiss u. viele Modetarb. 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Wenn man Chemnitz nach Süden verläßt, so wird man rasch in das von Bergwelle zu Bergwelle sich türmende Erzgebirge getragen. Am Fuße des Fichtelberges liegt der Sportplag Oberriesenthal, Deutschlands höchste Stadt. Und gleich dahinter, zwischen den Gipfeln des Fichtelberges und des Keilberges, läuft die sächsichböhmische Grenze, von der man erst bei Einsetzen des sogenannten Friedens entdeckte, daß sie überhaupt vorhanden war. Und gleich jenseits jener Grenze, ärmlich und schiefergrau, wie von Stürmen gegen den Abhang des Berges geweht, stehen schüchtern die Häuslein des böhmischen Städtchens Gottesgab, von dem ein Lied ausgegangen ist, dessen Existenz doch ungewöhnlich viel zu denken gibt. Die Bevölkerung des Erzgebirges spricht natürlich hüben wie drüben deutsch, und zwar bedient fie fich untereinander eines Dialekts, der mit der Weichheit ihres Wesens und der Herbheit der dortigen Lebensbedingungen seltsam in Berbindung steht. es Der Dichter und Sänger Anthon Günther aus Gottesgab, mit dem ich hier bekanntmache, wurde 1876 als Sohn eines armen Musterzeichners geboren. Er wuchs mit neun Geschwistern bei einer Armut und Entbehrung heran, von der man sich nur schwer eine, Borstellung machen fann, die aber von den Erzgebirgern auch heute noch mit Laute und Ziehharmonika lächelnd und zäh ertragen wird. Schon mit fünf Jahren jaßen die Kinder, am Klöppeljac, damit irgendwo in der weiten Welt schöne Damen sich mit duftigen Spizen schmüden tonnten. Und wenn am Sonnabend die Mutter aus Joachimsthal ein Stückchen Wurst mitbrachte, dann gabs am Sonntag einen großen Topf Erdäpfelbrei und obendrauf bekam jedes Kind einen dünnen Schnitt Wurst. Der Junge geht hinaus in die Fremde und lernt in Prag Lithographie. Und hier ist es, wo er seinen Landsleuten sein erstes Lied vorsingt:„ Drham is drham" ( oder to Hus is to Hus" würden wir Ostpreußen sagen.) Text und Melodie sind ihm zu gleicher Zeit aus der Brust gesprungen war ein neues deutsches Volkslied geboren, das mit hellem Jubel aufgenommen wurde. Er ließ 1000 Liederpoftfarten drucken, die er seinem inzwischen Haufierer gewordenen Bater schenkt, der damit wenigstens eine Kleinigkeit verdiente. Seinen Namen traute er sich nicht unter das Lied zu sehen, weil es ja nur mundartlich war. Und nun entsteht Lied auf Lied, wie wir sie volkstümlicher, ursprünglicher in deutschen Gauen taum antreffen. Es bilden fich fleine Kapellen, die durch die Großstädte ziehen und mit Günthers Liedern ihren Lebensunterhalt verdienen. Der Sänger aber blieb arm, wie er mar. Mehr Freude, als diejenige am eigenen Werk ( und das ist die höchste!), wurde ihm selten zuteil Er fauft sich eine Zither, erlernt fie, gibt Zitherstunden; nimmt seine Brüder zu sich, um sie zu versorgen, und schickt den einen gar aufs Gymnafium. Der Bater stirbt, die große Familie unversorgt zurüd laffend. Anthon fehrt heim, nimmt seine Boftfarten und seine Laute und geht fingend auf die Straße. Und das wurde seine Rettung, sein Ruhm. Günthers Lieder waren in fürzester Frist im ganzen Erzgebirge in aller Munde. Und so ist es geblieben. Jedes Kind fennt dort die schlichten, innigen Lieder Günthers. Man singt sie in den Gaststätten und Herbergen. Man tanzt zu ihrer Melodie auf den Bällen. Und die Straßenjungen pfeifen einen mit eben Diesen Liedern an nicht mit den neuesten Operetten. Und wenn irgendwo im Erzgebirge ein besonderes Volksfest stattfindet, dann holt man sich als Krone der Feier Anthon Günther aus Gottesgab. Um den Jubelsturm würde ihn wohl so mancher Boltstribun beneiten. Doch am schönsten wird es nach des Festes Austlang, wenn im engsten Kreise der Becher heller schäumt und die blizende Morgensonne angesungen wird herab von Bergeshöh, indes in den schlummernden Tälern die grauen Rebel zu fließen beginnen. Der Renner fragt: Was wäre aus dem Erzgebirge ohne Anthon Günther geworden?" Die Erledigung dieser Frage müßte den Wert des Boltsbarden ins rechte Licht sehen. In den Jugendjahren Gnüthers war das Erzgebirge noch ein weltfernes und namentlich im Winter unwegsames Gebirge. Einen Fremdenverkehr gab es nicht. Die Erwerbsmöglichkeit ist für die Bevölkerung in allen Jahrhunderten außergewöhnlich bescheiden gewesen. Nach dem Eingehen des Bergbaus rettete Barbara Uttmann in Annaberg durch die Erfindung des Klöppelns die Bevölkerung vor dem sicheren Untergang. Und wiederum stand das Erzgebirgsvolk vor einem Abgrund, als die Klöppelmaschine den Klöppeljac verdrängte und den Heimarbeitern den Wurstzipfel noch höher zog. In diese Zeit fielen Günthers Volkslieder. Nicht allein, daß zahllose Männer und Frauen den Klöppelsack mit der Laute vertauschten oder doch jenen durch diese ergänzten, der Sänger ging mit seinen Liedern direkt auf das Herz seiner Landsleute zu, er erfüllte sie mit Stolz und Liebe vor der Schönheit ihrer Heimat. Er selber lebte ein echt deutsches Leben und sang es seinen Brüdern zu. Und er sang es so fest und innig, sang es in jeden Berg und Wald und in jeden Beruf hinein, daß dieses Bolt und dieses Gebirge merkwürdigerweise eine ganz neue Färbung befamen. Und eben diese seltsame Färbung war es, auf welche die Touristen aufmerksam wurden und Das Erzgebirge zu einem der beliebtesten deutschen Mittelgebirge machten. Das Erzgebirge ist jetzt ohne das Günthersche Lied nicht mehr denkbar. Es hat sich hier etwas ganz Geheimnisvolles ereignet. Während in anderen Boltsstämmen und Böltern das Volkslied der Bergangenheit entrissen werden soll, ist hier plöglich ein neues Bolkslied entstanden in einem Boltsstamm, der bisher nachweis lich noch fein einziges Volkslied gehabt hat. Und es ist mit einer unbegreiflichen Macht in jedes Haus und jedes Herz gegangen, die vermutlich ohne Beispiel sein wird.( Hermann Löns ist bei aller Berehrung nur eine vorübergehende Erscheinung. Sein Schicksal geht tiefer als sein Werk.) Aus der großen Zahl seiner Lieder eins herauszunehmen, fällt schwer. Jedes ist anders, und jedes ist schön, und jedes ist ganz Erzgebirge. Und den Tert zu lesen, ohne die Melodie zu hören, ist auch nichts Rechtes. Denn beide sind zugleich aus einer Brust gesprungen. Auch sind sie nicht ins Hochdeutsche zu übersetzen. Man muß diese Früchte genießen, wie sie vom Baum tommen, und am besten dort, wo sie gewachsen sind. Doch nimmt dieses Anthon Günther aus Gottesgab teineswegs seine Größe. Im Gegenteil: wir sollten vielleicht weniger emfig nach verschütteten Wegen und Formen suchen, als uns mehr nach neuen Fahrten umtun; es fönnte sonst tommen, daß wir an Herzen, die für uns schlagen, wieder einmal vorübergehen und' s Harz muß verschtandn warn" fingt Anthon Günther: Es blüht wuhl mannichs Blüml schu, verstedt on ganz allaa, es blüht su lieblich zart on fei, en. Hermist¹) gieht dos Blüml ei, on ta Mensch hot's gefah. で Die harte Hand der Junker greift Nach Saat, die nicht den Armen reift, Die Sorge bangt, Gespenst geht um Das Bild am Kreuz bleibt starr und stumm. Es sengt wuhl mannichs Böchela set Liedl uhgestärt, es sengt en Wald en guter Ruh, en Herwist fliecht's noch Südn zu on fa Mensch hat's gehärt. Es schleecht in mannicher Menschnbrust a Herz vull Sorch on Müh, es schleecht su racht, su fromm on trei. Doch fömmt dr Tud, nort?) is verbei on fa Mensch fonnt's verschtieh. Drem war a Harz gefondn hat, dar sell net meh begarn, a Harz, wos schleecht vull Lieb on Trei, werd of dr Walt wuhl's Besta sei, doch' s muß verschtandn warn. hervorzubringen," sagt Anthon Günther. Wer von den Dichtern " Meine Lieder entstehen, ohne daß ich die Absicht habe, solche unserer peinvollen Gegenwart fann ein gleiches von sich glaubend behaupten?? 1) Herbst.) nachher. Wie ich Tisch rückte. Bon Karl Ettlinger. Schuld an der ganzen Geschichte ist meine Braut, die Resi; sie wollte durchaus den Napoleon I. sprechen. Sie hat ihn was Wichtiges zu fragen. Nämlich, sie wohnte neulich einer spiritistischen Sigung bei, und da erschienen der Reihe nach Friedrich der Große, Julius Cäsar, Plato, das Mädchen aus der Fremde, Schopenhauer, Till Eulenspiegel, Mohammed und der Affe, von dem die Menschen abstammen, und seitdem hat die Resi einen Tisch im Kopf, der rückt beständig hin und her. Gut", sagte ich schließlich, der Schönere gibt nach!" Und ich veranstaltete eine spiritistische Sitzung, oder wie man auf deutsch fagt, eine Séance. Vorher sah ich noch schnell in der Grammatik nach, wie bon jour auf französisch heißt, damit ich mich nicht blamiere, falls der Napoleon wirklich fommt. Hoffentlich ist er gerade anderswo beschäftigt, denn ich habe da kürzlich ein Buch gelesen " Napoleon und die Frauen", und ich muß jagen: er ist fein Berkehr für meine Refi. Aber vielleicht hat er sich nach seinem Tod gebessert. Ich habe ja auch die Absicht, das zu tun. Also die Resi, mein Freund Marl und sein Dackl Lumpl tamen abends zu mir. Ich befahl dem Lumpl, sobald er den Napoleon riecht, soll er ein Zeichen geben. Durch Heben seines linken Hinterbeines. Dann rückte ich den Tisch in die Zimmermitte, machte dunkel, und die Rest schreit Au!", weil ich sie gezwickt hatte. Denn, wie das Sprichwort sagt: je dunkler, oefto muntler. Und weil mich die Naje so juckte, flüsterte ich:" Refi, ich spür' schon was! Ich glaub er fommt!" Und richtig, auf einmal fängt der Tisch an sich zu bewegen. Mir lief's eiskalt über den Rücken, denn mein Tisch ist sonst ein wohlerzogenes Möbel, und ich wünsche nicht, daß er sich das Spazierengehen angewöhnt. Denn wenn ich einmal einen Brief zu schreiben hätte, und mein Tisch machte derweil einen Tagesausflug, nein, dazu habe ich ihn nicht gekauft! Brr!" machte ich, damit der Malefiztisch einhielte, und ärgerte mich, daß ich nicht wußte, wie„ Brr" auf französisch heißt. Aber der Tisch schlepperte meiter, und plötzlich wispert der Tisch mit einer Grabesstimme, als ob der Geist im Hamlet Beilage des Vorwärts W.STEINERT unpäßlich geworden wäre und sie ihn vertreten müßte:„ Wir fühlen deine Nähe, seliger Geist! Wer bist du?" Und nach einer Weile, in der der Tisch den reinsten Fortrott getanzt hat:„ Es ist der Sokrates!" Sokrates dort?" rief ich. Falsch verbunden! Läuten Sie ab!" Jetzt wurde die Resi sehr böse. Sie behauptete, ich verscheuc die Geister. Aber ich erwiderte falt:„ Solange ich die Miete zahle und nicht der Sokrates, bestimme ich, wer hier erscheinen darf!" Wir unterhielten uns eine Stunde über diesen Punkt, und wie ich wieder zu Wort fam, sagte ich: Versuchen wir's noch einmal!" Wir saßen also wiederum da wie die Delgößen- es war wirklich schade um die schöne Dunkelheit- und auf einmal das Haar sträubte sich mir hebt der Lumpl das linke Hinterbein: Gesehen habe ich's nicht, aber gehört. Und schon jaust der Tisch im Zimmer herum, von einer Ecke in die andere, holterdipolter, und ich nahm mir vor: beim nächsten Pferderennen lasse ich ihn mitlaufen! Die Resi aber stöhnte:" Diesmal ist es der Napoleon!!" Da nahm ich all mein Französisch zusammen und redete ihn an: Bon jour, madame, Eau de Cologne, rien ne va plus, Chambre séparé Louis quatorze!" Und weil der Tisch gar nicht aufhörte, in meinem Zimmer Karussell zu fahren, drehte ich kurz entschlossen das Licht an, und da sahen wir die Bescherung: der Lumpl war mit seiner Leine an das eine Tischbein angebunden und zog den Tisch im Zimmer umher. Das linke Hinterbein hatte er nicht aus Spiritismus gehoben, sondern nur weil er so stubenrein ist, der gute Hund. Mein Zimmer aber ist seit dieser spiritistischen Sigung wie verhert. Gestern zum Beispiel, wie ich von dem feuchtfröhlichen Junggesellenabend nach Hause kam und mich auf das Sofa legte, ritt das Sofa mit mir im ganzen Zimmer herum. Fünfmal bin ich heruntergefallen und wie ich aufwachte, saß ich angezogen im Kleiderschrank. Und da kann nur der Spiritismus dran schuld sein oder die Spirituosen?! Die Erde dreht sich langsamer! Der Tag oder die Periode, während welcher die Erde eine Drehung um ihre Achse ausführt, finsternisse gewonnene Entdeckung wurde fürzlich von Ernest W. wird allmählich länger. Diese, durch das Studium früherer SonnenBrown, Professor der Mathematit und Aftronomie an der YaleUniversität, eingehend dargelegt. Wir brauchen nun nicht zu beErde zu wackeln anfangen wird und schließlich ganz sich zu drehen fürchten," bemerkt dazu das Science News Bulletin",„ daß die aufhören könnte, wie ein abgelaufener Kreifel. Wenn das geschähe, dann jedenfalls erst in äußerst fernen Zeiten, denn Brown tröstet uns, daß die Verlangsamung und daraus entspringende Tagesverlängerung nur ungefähr eine Sehntel Sefunde in tausend Jahren beträgt. Aber die Entdeckung einer, über eine so lange Zeitspanne ausgedehnten, so winzig fleinen Veränderung ist schon an sich ein Triumph der mathematischen Astronomie. Das erste Anzeichen dafür, daß bei der Erdrotation etwas nicht stimmte, wurde vor über zweihundert Jahren durch den großen englischen Astronomen Ballen wahrgenommen, der fand, daß die zu seiner Zeit bekannte Mondbewegung nicht mit der früherer Jahrhunderte in lebereinstimmnug zu bringen war. In der nachfolgenden Zeit wurden zwei Theorien zur Erklärung dieser Unstimmigkeit aufgestellt: die eine, daß die, wenn auch geringe, Anziehungskraft anderer Planeten dafür verantwortlich sei; die andere, daß die Reibung der Meeresgezeiten die Erdbewegung verlangsame. Während der letzten zehn Jahre haben genaue Berechnungen erwiesen, daß die ozeanische Reibung tatsächlich diese Erscheinung erklärt. Seltsamerweise sind zwei Drittel der gesamten hemmenden Wirkung des Wassers auf die Erdrotation in einer einzigen Wassermenge, dem Behrings- Meer, vereinigt." Wie Amundsen Polarfahrer wurde. Der Name Roald Amundsen gelangte zu internationaler Berühmtheit, als es dem großen Polarforscher im Jahre 1905 gelang, die sogenannte Nordweftpaffage zu bewältigen, indem er sein Expeditionsschiff, Gjäa" glücklich zwischen dem King- Williams- und Bittoria- Land einerseits und dem nordamerikanischen Festland andererseits hindurchfteuerte, was vorher noch niemandem gelungen war. Schon vor dieser Expedition hatte sich Amundsen aber bereits mehrfach als Polarforscher betätigt. Seine Sporen verdiente er sich bei einer Südpolarexpedition in den Jahren 1897/98. Im Jahre 1901 erforschte er ferner Nordostgrönland, um im Jahre 1903 die große Expedition anzutreten, die zur Erforschung der Nordwestpassage führte und von der er erst im Oktober 1906 nach drei schwie rigen Ueberwinterungen im Polargebiet zurückkehrte. Im Herbst 1911 gelang ihm endlich seine zweite Großtat, die Bezwingung des Südpols. Schon in frühester Kindheit kannte Roald Amundsen keinen heißeren Wunsch, als sein Leben der Eroberung der unbekannten Bolargegenden zu weihen, angezogen von dem Reiz des Unbefannten, dem Wissensdrang des geborenen Forschers und der geheimnisvollen Lockung romantischer Gefahren und Abenteuer. Ins besondere das Problem der Nordwestpassage hatte es ihm schon früh zeitig angetan. In dem wundervollen Werf, das er hierüber veröffentlicht hat( Die Nordwestpassage", Verlag von J. F. Lehmann, München), schildert er felbst seinen Werdegang wie folgt: Bohl feine Tragödie des Polareises hat die Menschheit so tief ergriffen wie die von John Franklin und seinen Leuten. Keine hat fie so erschüttert, aber auch keine zu einer so erbitterten Wiederaufnahme des Kampfes angespornt. Man wußte: es gab einen Seeweg nördlich von Amerifa; aber man wußte nicht, ob Schiffe hindurchkommen fonnten. Diese ungelöste Frage ließ die Sache nicht zur Ruhe fommen, hauptsächlich aber mich nicht, seit die Berichte über John Franklin zum erstenmal meine acht- bis neunjährige Phantasie gefangennahmen." Der 30. Mai 1889 brachte vollends das entscheidende Erlebnis für den Knaben. Es war der Tag, an dem Frithjof Nansen von seiner Grönlandreise zurückkehrte. Ich ging an jenem Tag," so erzählt Amundsen weiter, mit flopfendem Herzen zwischen Flaggen und Hurrarufen dahin. Alle meine jahrelangen Knabenträume waren zu stürmischem Leben erwacht. Und zum erstenmal ging es wie ein flares bebendes Flüstern durch meine tiefsten Gedanken: Wenn du die Nordwestpassage zustande bringen würdest!" Dann kam das Jahr 1893, und Nansen zog aufs neue hinaus. Mir war, als müßte ich mit! Aber ich war zu jung. Meine Mutter bat mich, daheim und bei meinen Studien zu bleiben. Und so blieb ich. Dann starb meine Mutter. Eine Zeitlang fämpfte meine Liebe zu ihr einen schweren Kampf, ob ich ihrem Wunsche treu bleiben sollte. Aber dann konnte ich nicht anders. Nichts fonnte meinen Drang, dem Ziel meiner alten und einzigen Sehnsucht nachzujagen, unterdrücken; ich warf mein Studium über Bord und beschloß, die notwendigen langen vorbereitenden Studien in Angriff zu nehmen, die für den Polar forscher durchaus unerläßlich sind. Im Jahre 1894 fuhr ich mit der alten Magdalene" als Leicht matrose von Lönsberg aus auf den Seehundsfang im Eismeer. Das war meine erste Begegnung mit dem Eise und sie geftelt mir! Die Zett verging, und meine Ausbildung machte Fortschritte. In den Jahren 1897/99 fuhr ich als Steuermann mit der belgischen Verkäufe Sohlleber, Schäfte, Leiften usw. preiswert, Lederhandlung P. Nühl, BerlinSchöneberg, Bahnstraße 43. • 4 im ältesten Stredit- Geschäft des Westens, Rutraun, Goebenstraße 9. Teppich- Schrager verkauft Teppiche au Geschäftsverkäufe schichten übereinander in verschiedener Stärke beobachtet, ein Beweis dafür, daß die Lößbildung während der Anwesenheit der Mammutjäger fortschritt. Es dürfte sich also um eine größere Zahl von Lagerplägen handeln, die mehr oder weniger zusammenhängend waren und im jüngeren Löß eingebettet erhalten sind. Bayer hat die Station nach den gefundenen Werkzeugen als eine Siedlung bestimmt, die der Periode der oberen Aurignacien angehört. Unter den Werkzeugen finden sich vor allem Gravettespizen und Stichelformen, während Rielfrager und Steilretusche fehlen. Am auffälligsten ist das Vorkommen richtiger Sägen aus Stein, deren einer Rand abgestumpft ist, während der andere sehr regelmäßig gezähnt ist. Bisher fannte man diese Form erst aus dem Magdalénien Westeuropas, also aus einer späteren Periode der Steinzeit, und man kann daher annehmen, daß diese, Werkzeugform im Osten entstanden ist. Unter den zahlreichen Tierfnochen fand sich bis jetzt fein einziges Knochengerät, dagegen lieferte die Kulturschicht mehrere foffile Konchylien, die die Eiszeitjäger wohl an einer der vielen in der Nähe befindlichen Fundstellen der Tertiär zeit sammelten, um fie als Schmuck zu verwenden. antarttischen Expedition unter Andrien de Gerlaches Leftung nach| mehreren Dezimetern hat; vielfach wurden auch mehrere Stultur. den füdlichen Eisregionen. Und während dieser Zeit reifte mein Plan: ich wollte den Traum meiner Kindheit von der Nordwest pallage mit dem wissenschaftlich an und für sich viel wichtigeren Biel verbinden, die gegenwärtige Lage des magnetischen Nordpols festzustellen. Sogleich nach meiner Rückkehr vertraute ich meinen Blan meinem Freunde Arel Steen an, dem zweiten Direktor am Meteoro logischen Institut. Mit einem Empfehlungsbrief von ihm reiste ich nach Hamburg, um meinen Plan dort der größten zeitgenössischen Autorität in Fragen des Erdmagnetismus vorzulegen, nämlich dem Geheimrat Profeffor Dr. G. von Neumayer, damals Direktor der Deutschen Seewarte. Unter seiner persönlichen Leitung erhielt ich dann auch eine Zeitlang Unterricht an der Deutschen Seemarte. Und dann kam endlich der große Tag, wo der Plan Frithjof Nansen vorgelegt werden sollte. Ich glaube, Mark Twain ist es, der einmal von einem Menschen erzählt, der so winzig war, daß er zweimal durch eine Tür gehen mußte, bis man ihn sehen fonnte. Aber die lebedeutendheit jenes Menschen ist gleich Null im Vergleich mit dem Gefühl, das mich an jenem Morgen beherrschte, als ich in Nansens Villa an die Tür seines Arbeitszimmers flopfte. Herein!" rief eine Stimme von innen. Und dann befand ich mich von Angesicht zu Angesicht dem Manne gegenüber, der seit einer Reihe von Jahren Uebermenschliches hätte ich beinahe gejagt vor mir gestanden hatte, dem Manne, der Taten vollbracht hatte, die jede Fiber in mir erzittern ließen." als etwas • Und erst als Ransen dann seinen Plänen Beifall zollte, hatte Amundsen das Gefühl, fich für voll nehmen zu dürfen. Sein Werdegang als Polarfahrer war zu Ende die Meisterjahre hatten angefangen. Eine Station von Mammutjägern. Eine der größten menschlichen Lagerstätten der Borzeit in Europa ist in der Lößstation Poll au in Südmähren aufgefunden worden, über deren außerordentliche Bedeutung für die allgemeine Borgeschichte der Direktor des Wiener Naturhistorischen Staatsmuseums, Dr. J. Bayer, in der Zeitschrift des Wiener Instituts für Eiszeitforschung„ Die Eiszeit" Näheres mitteilt. Im Norden der füdmährischen Stadt Nitolsburg erheben sich die sogenannten Pollauer Berge bis zu Höhen über 500 Meter und bieten einen ungehinderten Ausblick über die weiten Ebenen, zugleich Schuh vor Stürmen und Wetterunbilden durch ihre mächtigen Felsmände. Diese günstige Lage lockte den Menschen der Vorzeit zu längerem und fürzerem Aufenthalt an dieser Stelle, denn er konnte von der Höhe die weite, mit großen Mammutherden, Wildpferden, Renntieren usw. bevölkerte Ebene der Thaya überblicken und die wichtige Frage der Wasserversorgung war dadurch gelöst, daß die Thaya ganz nahe am Abhang vorüberfließt. Nun stieß man vor einiger Zeit bei der Ausbesserung eines Weges am Nordabhang der Pollauer Berge auf große Knochen und weiße Feuersteine, und weitere Nachforschungen lieferten überraschende Resultate. Bayer erfannte, daß es sich hier um eine größere Anzahl von Lagerplägen handelt, die von Mammutjägern der Eiszeit bevölkert gewesen sein müssen. Grabungen, die vom Mährischen Landesmuseum in Brünn durch geführt wurden, lieferten eine große Ausbeute an überaus wichtigen Funden. Die Stellen zeigen eine Kulturschicht, aus Asche, Feuersteinen und Tierknochenstücken bestehend, die oft eine Dice von dreizehn. Musikinstrumente Bei den Grabungen sind einige Kunstwerte zutage ge treten, von denen das wichtigste eine kleine Mammut plaftit ist. Das Werfchen, das nur 2,6 Zentimeter lang, 2,1 Zentimeter hoch und 1,1 Zentimeter breit ist, scheint als Spielzeug oder viel leicht als Schmuckanhänger gedient zu haben, gehört aber in seiner feinen Ausführung zu den besten Schöpfungen der diluvialen Kunst. Die Darstellung ist start stilisiert; es dürfte vielleicht ein Mammuttalb wiedergegeben sein. Außerdem wurde neben zahl reichen Steinartefatten ein sehr fein ausgearbeiteter Bärentopf sowie das Bruchstück einer menschlichen Figur gefunden. Wie man aus der großen Menge der Knochen schließen kann, muß das Mammut das Hauptjagdtier der Eiszeitjäger gewesen sein, die sich hier niederließen. Die außerdem gefundenen Knochen von Renn fieren, Wildpferden, Wölfen und Füchsen vervollständigen das be kannte Bilder der Tierwelt der jüngeren Lößftationen. Die besondere Bedeutung dieses mährischen Vorzeitlagers liegt nach Bayer darin, daß die Wichtigkeit des europäischen Ostens für die Kultur des Diluviums dadurch erwiesen wird. Man war früher der Ansicht, daß alle Befruchtung unseres Kontinents während dieser Zeit aus dem Westen Europas stammte, und daß die Kulturhöhe abnehme, je weiter man nach Osten tomme. Zahlreiche neue Funde haben aber gelehrt, daß der Osten Europas mit seinen zahlreichen Kunstwerken und selbständigen Werkzeug- Schöpfungen für die AurignacSolutré- Zeit ein in mancher Beziehung selbständiges Kulturzentrum darstellt, und die Mammutjägerstation von Pollau beweist dies von neuem. • Die letzte füdafrikanische Elefantenherde. Die einzige Herbe milder Elefanten, die es noch in Südafrika gibt, ift in Gefahr, aus. gerottet zu werden. Die Herde, die auf 40 Stüd zufammengeschmolzen ist, lebt in einem Schutzgebiet in dem Addo- Busch bei Port Elizabet. Die Tiere verlassen aber in der Nacht das Schutzgebiet, um Wasser aufzusuchen, und da die umwohnenden Farmer das Recht haben, die Elefanten auf ihrem Grund und Boden zu schießen, so werden immer mehr Tiere getötet. Die füdafrikanische Regierung will daher, wie aus Kapstadt gemeldet wird, noch Land zu dem Schutzgebiet zulaufen, um den Tieren den ungehinderten Zugang zu dem Sunday- River zu ermöglichen. 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