Nr. 31342. Jahrg. Ausgabe A nr. 161 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Sied. Tung und Kleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint mochentäglich Sonntags und Montags einmal. zweimal, Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. acile so Pfennig. Reklamezeile 5, Reichsmart. ,, Aleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 25 Pfennig ( zulässig zwei fettgedruckte Worte). jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Rummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nochm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion Dönhoff 292-295 Verlag: Tönhoff 2506-2507 Sonntag, den 5. Juli 1925 Zollkrieg ringsum. Scheitern der deutsch- französischen Verhandlungen. Paris, 4. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Zwischen Staats-| Verhandlungen sich auch noch zerschlagen. Der Abschluß eines fekretär Trendelenburg und dem französischen Handelsminister provisorischen Handelsabkommens mit England wird durch die Chaumet hai am Sonnabend eine neue Aussprache stattgefunden, Deutschnationalen immer mehr verzögert. Es fonnte bisher die zum Abbruch der Handelsvertragsverhandlun- nicht ratifiziert werden, und niemand in Deutschland weiß, ob gen zwischen Deutschland und Frankreich geführt hat. Die deutsche es ratifiziert werden wird, wenn der handelspolitische Kurs Delegation ist nämlich, wie erklärt wird, nach reiflicher Prüfung des Kabinetts Luther bleibt. So ist der Abbruch der Berder neuen französischen Gegenvorschläge zu der Ueberzeugung ge- tragsverhandlungen mit Frankreich nur ein neues Glied kommen, daß diefe feine Grundlage für eine Verständigung bilden. einer Rette, dem sich noch weitere anreihen werden, wenn Staatssekretär Trendelenburg hat infolgedeffen die Erklärung ab- nicht endlich Schluß gemacht wird mit jenem Kraftmeiertum, gegeben, daß er feine Möglichkeit mehr sehe, angesichts der vorhandenen Meinungsverschiedenheiten zum Abschluß eines Ab- Handelspolitik fennzeichnet. das die bisherige Haltung der deutschen Regierung in der tommens zu gelangen, das noch vor den Parlamentsferien ratifiziert werden könnte. Die beiden Delegationschefs werden am Montag dieser Lage noch geschehen kann. Diese wird dadurch erschwert, daß noch einmal zusammenkommen, um darüber zu beraten, was bei die französische Regierung beabsichtigt, von der Kammer sofort nach ihrem Wiederzusammentritt im November die Beratung der neuen 3ollgesetz- Novelle zu verlangen. Man rechnet damit, daß diese Debatte mehrere Monate in Anspruch nehmen wird, und es gilt als ausgeschlossen, daß in der Zwischenzeit die deutschfranzöfifchen Handelsvertragsverhandlungen fortgefeht werden Tönnen. Wenn auch noch fein endgültiger Beschluß vorliegt, fo wird man sich doch schon darauf einstellen müſſen, daß die neuen Verhandlungen kaum vor Frühjahr des nächsten Jahres wieder aufgenommen werden können und infolgedeffen der vertragslose Zustand einstweilen unbegrenzt fortdauern wird. Inwieweit die Haltung der deutschen Unterhändler durch werden fann, wird sich natürlich erst beurteilen lassen, menn fachliche Differenzen mit dem Gegner erklärt oder begründet die Einzelheiten hierzu vorliegen. Auch die Arbeiterschaft hat an folchen Handelsnerträgen fein Intereffe, die nicht zur Ueberbrückung der Schranken im gegenseitigen Verkehr der Länder beitragen. Eine derartige Formel hätte sich aber in den neun Monaten, in denen bereits mit Frankreich verhandelt wird, für ein furzfristiges. Provisorium unbedingt finden laffen müssen. Damit war um so mehr zu rechnen, als die Rechtsregierung fogar die deutsche Schwerindustrie vorgespannt hat, damit diese in privaten Verhandlungen den Boden für einen solchen Abschluß ebnet. Die Verhandlungen der Privatinteressenten sind noch nicht erledigt. Sollte die Ein deutsches Kommuniqué bestätigt inhaltlich unseren Haltung der deutschen Unterhändler in Paris vielleicht da obigen Bericht, ohne Einzelheiten dazu zu bringen. Dagegen verdurch bestimmt sein, daß für das Profitinteresse der deutschen breitet das französische Handelsminifterium über das Ergebnis der Schwerindustrie noch nicht genug herausgeholt, wurde? Die deutsche Regierung wird darüber Rede und Antwort zwischen dem Staatssekretär Dr. Trendelenburg und dem Handels- stehen müssen. Das um so mehr, als sie die Verhandlungen minister Chaumet geführten Verhandlungen folgende amtliche Mit- mit Frankreich bereits auf der Basis des bisher noch im ReichsNach dem Empfang der letzten französischen Vorschläge bezüg- tag umfämpften 3011tarifgefegentwürfes geführt Nach dem Empfang der letzten französischen Borschläge bezüg- und ihn trok der Zollerhöhungen, die dieser Tarif bringt, ihn lich der Tarififierungsbestimmungen wie der allgemeinen Klauseln nicht zu einem Bertragsabschluß voll ausnuten fonnte. des vorgeschlagenen Handelsabkommens, hat der Führer der deutschen Welche Bolksvertretung fann einer Regierung die gefährliche Delegation dem Handelsminister die Gründe auseinandergesetzt, Waffe hoher Zölle in die Hand geben, wenn diefe fie nicht zu aus denen es die Berliner Regierung für unmöglich erachtet, das gebrauchen versteht und wenn die gesamte Wirtschaft Abkommen so rechtzeitig abzuschließen, daß es die Belligung der Gefahr läuft, auf den hohen 3ollfäßen fißen zu deutschen und französischen Parlamente vor Schluß der Session erhalten könne. Deutschland fieht sich nicht in der Lage, den franzö- niveau ins ungemessene zu verfeuern? bleiben und so das gesamte inländische Warenpreis fifchen Weinen eine Meistbegünstigung zu gewähren, d. h. ermäßigte Zölle, wie es fie Spanien und Italien gewährt hat. Es fönne auf ihn nur eine höhere als die von Frankreich gejezte Ebenso könne fie nicht, obwohl die französische Regierung ihre teilungen: frühere Forderung bezüglich der Bewilligung einer großer Wahrscheinlichkeit den Handelskrieg. Er wird Ein vertragsloser Zustand mit Frankreich bedeutet mit die Haltung der Rechtsparteien stärken, die unter dem Vorwand der Kampfzölle den berüchtigten„ Schuß der nationalen Arbeit", in Wirklichkeit die Erhöhung der Boden und der Kartellrente, durchzusehen streben. Er wird. auf die Haltung des französischen Parlaments bei der noch ausstehenden Beratung der französischen Bolltarifnovelle ebenfalls in schutzöllnerischem Sinne einwirken. Beide Staaten werden ihre Grenzen gegeneinander sperren und sich handelspolitisch bekämpfen. Kann das eine deutsche Wirtschaft gestanden wird auf den Bezug billigen Eisens vom Saargebiet angewiesen ist und die in anderen Gewerbezweigen die fremde Konkurrenz braucht, um nicht ihr gegenüber noch mehr ins Hintertreffen zu geraten? Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Verantwortung. Geschäftsordnung debatten und tiefere Bedeutung. Die Oppositionsparteien haben gestern im Reichstag abermals gefordert, daß die Regierung ihre außenpolitischen Absichten vor dem Reichstag darlege, ehe fie die Antwortnote auf die französische Note in der Frage des Klarheit darüber, ob das Promungiamento der Volkspartei Sicherheitspattes überreiche. Die Oppositionsparteien wollen die Richtlinien der Regierung oder nur die Richtlinien einer Partei wiedergibt. Sie wollen Klarheit in der Frage der Berantwortlichkeit. Sie wollen, daß die Parteien, die in der Regierung vertreten sind, vor dem Parlament die Hinter der deutschen Antwortnote soll die volle Autorität einer Berantwortung für die Politik der Regierung übernehmen. Parlamentsmehrheit stehen, nicht die zweifelhafte Autorität einer Regierung, die von den sie tragenden Parteien nicht die uneingeschränkte Uebernahme der Verantwortung vor dem Parlament erreichen kann. Verlangen der Oppositionsparteien widersprechen lassen. Er Der Reichskanzler hat durch seinen Staatssekretär dem will die außenpolitische Erörterung im Reichstag erst herbeiführen, nach dem die deutsche Antwortnote überreicht sein wird. Eine Regierung, die der Forderung einer starten Opposition gegenüber so verfährt, muß sich entweder sehr stark oder sehr schwach fühlen. Entweder so start, daß fie im Beſiz einer unerschütterlichen und starken Mehrheit alle staatspolitischen Rücksichten auf die Opposition glaubt über Bord werfen zu können, oder so schwach, daß sie von einer offenen und freimütigen Aussprache im Plenum des Reichstags den Zu fammenbruch ihrer Parlamentsmehrheit fürchten muß. Die Regierung Luther muß mit dem mangelnden Mut der Deutschnationalen Volkspartei zur Uebernahme der Ber antwortung vor dem Plenum des Reichsiags rechnen. Sie fürchtet, daß die Stellungnahme der stärksten Regierungs partei in der außenpolitischen Aussprache jede außenpolitische Aftion, die sie in der Richtung ihrer bisherigen Bolitik nat der Aussprache im Plenum des Reichstages unternimmt, ent merten fönnte. Sie will deshalb als Regierung die Aktion führen, ohne nach innen wie nach außen Klarheit zu schaffen, welche Parteien die volle Berantwor tung für die Politik der Regierung übernehmen. Damit bleibt unflar, welche Kräfte die deutsche Außenpolitik bestimmen. Undefinierbaren und unverantwortlichen Einflüssen werden durch diese Haltung der Regierung MögParlament gegenüber, wie die kaiserlichen Regierungen vor lichkeiten eröffnet. Die Regierung Luther tritt damit dem der Parlamentisierung. Sie betreibt ein gefährliches Spiel, dessen Einsatz hoch ist: die außenpolitische Stellung Deutschlands. * Die Regierung Luther stellt die Rücksichtnahme auf den mangelnden Mut der Deutsch nationalen zur Verantwortung und auf die inneren Schwierigkeiten der Deutschen Volkspartei höher als die Rücksichtnahme auf das Ansehen der deutschen Außenpolitik. Es mag ihr als fall der Regierungstoalition und ein Wechsel der Mehrheit zur Aktionsunfähigkeit führen fönne. Aber die bisherige Koalition befit fein einheitliches außenpolitisches: Programm. Ihre Aktionen leiden darunter, daß hinter ihnen keine volle Autorität steht. Borzugsbehandlung der elsässischen Textilwaren aufgegeben habe, für diese Produkte die Tarife bewilligen, die die französische Regierung fordere, sondern nur 40-90 Pro3. höhere Zölle als die gegenwärtigen deutschen Zölle und um 150-200 Pro3. höhere als die französischen Zölle für die gleichen Produkte. Deutschland erwägt jedoch nicht, daß die lehten fran- vertragen, die wie selbst in dem bekannten Eisenpatt ein bestimmende staatspolitische Erwägung scheinen, daß ein 3erzöfifchen Angebote trotz der Konzeffionen, deren Bedeutung es nicht bestreitet, ihm auf dem franzöfifchen Markt einen gleichwertigen Platz zusichert, wie Deutschland auf dem feinigen. Es ist daher der Ansicht, daß es ihm unmöglich sei, vor Schluß der Session der beiden Parlamente zu einem Abschluß zu kommen und schlägt vor, die Berhandlungen aufzugeben, indem man jedoch im Hinblick auf die späteren Berhandlungen Fühlung behalte. Da Handelsminister Chaumet der Ansicht ist, daß bezüglich der allgemeinen Grundlagen des Abkommens feine Differenzen bestehen und sich die ftrittigen Tariffragen nur auf einige allerdings wichtige Punkte beschränken, hat er der deutschen Delegation Unzuträglichkeiten angedeutet, die fich durch einen im weiteren Aufschub des von ihm übrigens für kurz bevorstehend geglaubten Abfchlusses des Abkommens ergeben werden würden, das die beiden Länder seit vielen Monaten erwarteten; er hat mit Staatssekretär Trendelenburg für Montagabend eine Zusammenkunft vereinbart, um zu untersuchen, wie der Kontrakt im Hinblick auf spätere bart, um zu untersuchen, wie der Kontrakt im Hinblick auf ſpätere Regelungen aufrechterhalten werden könne. * Bis zum Ueberdruß haben wir gehört, daß Deutschlands Wirtschaft ohne eine Entfaltung seines darniederliegen den Warenexportes nicht wieder aufkommen könne. Mittel zur Belebung der Ausfuhr deutscher Baren sind die Handelsverträge, die eine Regelung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen bringen. Auf diesem Gebiete aber hat die Rechtsregierung bisher in einer Weise persagt, die felbst die kühnsten Erwartungen übertrifft. Mit Polen haben mir bereits einen 301! frieg. Beide Länder haben gegeneinander erhöhte Bolschranken errichtet und bemühen sich, der Einfuhr fremder Waren nach Möglich Leit Schmierigkeiten zu bereiten. Mit Spanien hatten wir einen Handelsvertrag, der den demagogischen Bedürfnissen der Deutschnationalen geopfert worden ist und in diesen Tagen gefündigt werden soll, wenn die inzwischen angebahnten Bielleicht ist es noch nicht zu spät, zu warnen. Es ist ein gefährlicher Weg, den das Kabinett Luther beichreitet, menn sie den Kampf sucht. Vor einigen Tagen sprachen wir bereits die Befürchtung aus, daß man im besten Begriff fei, in ein handelspolitisches 1914 hineinzuschlittern. Es scheint, als ob wir nicht mehr weit davon entfernt wären. Deutschland und Lettland. Aussichtsreiche Verhandlungen. BTB. meldet: Im Auswärtigen Amte fanden eingehende Befprechungen mit dem lettländischen Außenminister Meierowitsch über verschiedene die Beziehungen zwischen Deutschland und Lett land eng berührenbe, teils alte, teils neue Fragen statt. In erster lanb eng berührenbe, teils alte, teils neue Fragen statt. In erster Linie wurde die Berrechnung der beiderseitigen noch aus der Zeit des Weltkrieges stammenden Entschädigungsforde rungen behandelt. Im Zusammenhang hiermit wurden die durch die lettländische Agrarreform von 1920 aufgeworfenen Fragen durchgesprochen, auch das im Jahre 1922 unterzeichnete Birt fchaftsabkommen wird auf eine durch die inzwischen eingetretenen veränderten Verhältnisse vielleicht notwendige Umgestaltung tretenen veränderten Verhältnisse vielleicht notwendige Umgestaltung geprüft. Endlich bildete der Abschluß eines etwa auftauchende Streitigteit en regelnden Schiedsvertrags den Gegen stand der Besprechungen. Es muß mit Genugtuung begrüßt merden, daß es dem ernsten Billen beider Teile, mit jämtlichen zwischen ihnen bestehenden Fragen aufzuräumen, gelungen zu sein scheint, die beträchtlichen Echwierigkeiten zu überminden und über die wesentlichsten Buntte ein Einvernehmen herbeizuführen. Die Verhandlungen, die feinen endgültigen Charafter tragen, werden demnächst fortgeführt werden und berechtigen zu ber Hoffnung auf eine bald befriedigende Regelung. Die Deutschnationale Volkspartei wollte die Regierungsmacht aber ohne Verantwortung. Sie wollte Minister aber ihre Minister wollten von außenpolitischer Verantwort lichkeit nichts wissen. Sie haben um agitatorische Sicherungen zu erlangen gegen die große außenpolitische Aktion der Regierung Bedenken geäußert. Aber sie haben nicht den Mut gehabt, eine Aenderung des außenpolitischen Kurses zu fordern. Sie haben der Fortsetzung der eingeleiteten Aktion zugesehen, aber sie haben sie gefährdet dadurch, daß sie über ihr das Damoklesschwert ihres Austritts aus der Regierung hängen ließen. Ihre Minister waren in den Grundzügen wohl unterrichtet, aber sie haben sich mit beiden Fäusten fest die Augen zugedrückt, um nicht zu sehen, wofür sie von ihren Parteigenoffen und von den Wählern ihrer Partei verantwortlich gemacht werden könnten. Sie ließen die Regierung handeln, fie wußten, daß sie handelte, aber sie zogen eine bequeme fünstliche Unwissenheit einer flaren Uebernahme oder Ablehnung der Verantwortung vor. Sie wollen auch jetzt dies Spiel weiterführen. Die Regierung soll handeln, ehe fie öffentlich im Plenum des Reichstags Stellung nehmen müſſen. Sie wollen sich vorbehalten, nach erfolgter Attion mieder Bedenken vorzubringen und vielleicht auch wieder Unmiffenheit vorzuschüßen, die sie vor Berantwortung schützen soll. Eine außenpolitische Aktion, die die Regierung um den Preis der Duldung der deutschnationalen Zweideutigkeit er Lauft, ift entwertet. Nicht die Rücksicht auf den Bestand der jegigen Koalition, die Rücksicht auf die Stetigkeit der Außenpolitik und die Autorität einer deutschen außenpolitischen Aktion ist die höhere staatspolitische Erwägung. Äst die Regierung L u t k> e r. die angesichts der Furcht der Deutschnationalen zur Verantwortung für eine dem bisherigen Kurs vorhergehenden Regierungen entsprechende Außenpolitik nur mühsam zusammengehalten wird, nunmehr außenpoliitsch so erprobt, daß das Zentrum in ihr eine auf Dauer berechnete Regierung sieht und ihr Vollmacht gibt? Ist der Reichskanzler Luther gewillt, die Folgerichtig- keit des bisherigen außenpolitischen Kurses zu bejahen, ist er gewillt, sich durch keine Kräftegruppe abdrängen zu lassen? Das Zentrum steht vor einer grundsätzlichen materiellen Entscheidung. Billigt es die Verschiebung der Debatte, so billigt es zugleich den Schritt der Regierung, so deckt es die Außenpolitik des Kabinetts und übernimmt zugleich die Der- antwortung. Es ist keine Rede davon, daß die Regierung Luther den Reichstag vergewaltigen könne. Die Entscheidung liegt beim Reichstag, und es ist an den Parteien, die Verantwortung zu übernehmen. Dabei ist die Verantwortlichkeit des Zentrums ebenso groß, vielleicht noch größer, als die der Deutschnatio- nalen. Aus Rücksicht aufXden fehlenden Mut der Deutschnatio- nalen zur Verantwortung chat die Reichsregierung im Reichs- löge jene brüskierende, von ihrer Schwäche zeugende Er- klärung abgegeben, daß sie die außenpolitische Debatte vor der Ueberreichung der deutschen Antwortnote nicht wünsche. Die B e st i m m u n g des Termins der Aussprache liegt beim Reichstag. Fügt sich-eine Mehrheit des Reichstags dem Verlangen der Regierung, so nimmt sie der Regierung Die Verantwortung für ihre das außenpolitische Prestige Deutsch- lands schädigende Rücksichtnahme auf die Parteiverlegen- Heiken den Deutschnationalen ab. Ein Votum für den Termin und der Ueberreichung der Antwortnote begründet zugleich aber auch eine nr.a t e r i e l l e V sr a n t w o rt l i ch k e i t. Die Regierung mag die Debatte verschieben wollen, um den Deutschnationalen die Uebernahme der Verantwortung in voller Öeffentlichkeit zu'ersparen— die Parteien, die dieser Absicht zustimmen— einschließlich die Deutschnationalen—, übernehmen damit zugleich die Verantwortung für die Aktion der Regierung. Sie geben ihr damit nicht nur Handlungs- freiheit, sondern zugleich Vertrauen. Das gilt für alle Parteien, für die Deutschnationalen sowohl wie für das Z e n t r u m. Die Fraktion des Zentrums hat gestern einen Antrag, die Regierung an die außenpolitische Debatte vor der Ueberreichung der Antwortnote zu binden, abgelehnt. Der Sprecher des Zentrums, Herr F ehren- dach, erklärte, daß seine Partei der Regierung damit noch keine Vollmacht zur Absendung der Note gebe. Sie werde die Absichten und die Gründender Regierung im Aeltesten- ausschuß prüfen. Das Zentrum hat der Regierung Luther bisher noch kein ausdrückliches Vertrauensvotum gegeben. Es ist in der Reichsregierung nur durch einen Fachmiuister vertreten, dem vier deutschnationale Minister, darunter ein ausgesprochen politischer Parteiminister, gegenüberstehen. Es hat still- schweigend geduldet, daß es allmählich immer bestimmter als Regierungspartei bezeichnet worden ist. Seine Entscheidung wird über seine Stellung zur Regierung von grundsätz- licher Bedeutung sein. Billigt das Zentrum. die Verschiebung der außenpolitischen Debatte bis nach der Ueberreichung der deutschen AntworMote, so übernimmt es zugleich die matenielle Verantwor- k u n g für den Inhalt des Schrittes ider Regierung. Seine Stellung gegenüber der Reichsregierureg wird dann nicht mehr bestimmt durch die Erklärung, die Herr Fehrenbach am 20. Januar gegenüber der Regienprg. L u t h e r abgab, sondern durch ein klares Vertrauensvotum. Die Erklärung vom 20. Januar lautete: „Angesichts der Gefahren einer weiteren chmauszögerung der Krise hat die Fraktion jedoch aus staatspolrtischen Erwägungen her- aus sich den opfervollen Entschluß abgerungen, unter Vorbehalt aufmerksamster Prüfung der künftig.«» Politik und unter Ablehnung jeder fraktionellen Gebunden- h e i t in eine personal« und beschränkte Beteiligung im neuen Ka- binett einzuwilligen. Die im gegenwärtigen Kabinett verwirklicht« Rotlösung ent- spricht nicht den grundsätzlichen und tatsächlichen Anforderungen, die an eine aus Dauer berechnet« vi e g i'e r u n g gestellt werden müssen. Die Fraktion tritt in diese 'neue Regierungsperiode ein mit ernster S o r g e für die weiter« Gestaltung der Geschicke Deutschlands. Diese Sorge wird vermehrt durch die ernste außenpolitische Lage, der wir nun mit einer neuen, noch nicht erprobten Regierung gegenübertreten müssen. De? Amtsantritt dieser neuen Regierung wird in den weitesten Volks- kreisen, besonders im besetzten Gebiet mit wachsamer Sorge betrachtet. Diese Bevölkerung erwartet, daß der neue Reichskanzler gewillt ist, die Folgerichtigkeit de» bisherigen außenpolitischen Surfes zu bejahen und einzuhalten. Sie gibt der bestimmten Erwartung Ausdruck, daß die r« a l p o l i t i s ch« Gin ficht des neuen Konz- lers sich durch keine Kräftegruppe seines. Kabinetts nach einer Rich« tung abdrängen laffen wird, in der wir ihm sachlich nicht-mehr zu folgen vermöchten. Der heilige Seeg. Skizze von Franz Rothenfelder. Der Abt preßte die gedankenschwere�Stirne an die �Fensterscheibe, während seine Hände, ohne spielen zu wollen, um die Kette des goldenen Brusttreuzes auf und ab glitten, und sah in endlos weit verdämmernde Landschaft zu Füßen des Klosterberges hinaus. Weder auf dem See noch aus den Wäldern, Feldern, Dörfern und Schlössern ruhte sein Blick aus, es war das Wesen banger Erwar- tung, die sich in Unbestimmtes verlor, wobei es den Anschein hatte, al» sei er durch Irgendein Besonderes festgebannt. Auch der Bruder Pförtner, der in das Zimmer getreten war, obwohl er auf fein Klopfen kein« Antwort vernommen hatte, glaubte zunächst, nicht stören zu dürfen, erinnert« sich aber rasch, daß ein« recht ernste Zeit auch ein Abweichen von der strengen Regel er- lauben dürste, und sprach halblaut«inen religiösen Gruß. Der Abt wandte sich nicht gerade schnell und nicht eben n«u- gierig ihm zu. .Nun?" „Niemand weiß Bestimmtes. Alle Verbindungen find gelöst. Was in der Hauptstadt vorgeht, kann man nur oermuten. Es soll viel Blut geflosien sein." Der Abt fragte nicht weiter, der Druder begann unruhig zs werden. Nach langer Pause wagte er zu fragen: „Gnädiger Herr, was sollen wir tun?� „Genau dys, was ihr immer tut," lächelte der Prälat, legt« dem Pförtner, der doppelt so alt war wie er selbst, die Hand auf die Schulter und geleitete ihn zur Türe.„Vor allem gut, recht gut schlafen," fügte er noch hinzu. Der alte Mann schüttelte den Kopf, beugt« sich tief vor dem Vorgesetzten und ging. Dieser sah sich dem Pater Prior gegen- über, einem ansehnlichen schönen Mann in besten Jahren, nicht recht geschaffen für die bescheidene Mönchskutte. Er schien aufgeregt zu sein.„Mit uns wird man besonder» übel umgehen. Wir haben eine Schatzkammer, unsere Klosterkasse ist auch nicht gerade leer— wäre es denn nicht bester, wenn wir doch schon einmal auseinandergejagt werden, man teilt das Geld unter die Brüder, so daß jeder draußen wenigstens etwas für fein Fortkommen hat?" Mit einem unsagbar traurigen Blick sah der jüngere, ober in Würde höhere Mönch aus den anderen und wandte stch ab. So mußte einmal ein Jünger von einem Edleren angeblickt worden sein, ehe dieser sich anschickte, zum Sterben zu gehen. „Ich werde Sie rufen lassen. Pater Prior." sprach er leise und scttist, ohne sich indes nochmals umzuwenden. Dann versank er in langes Nachdenken, aus dem er erst durch ein leises Schluchzen ge- weckt wurde. Der Novize, dem er von Herzen geneigt war, lag nach Vor- Schieles Antwort. Bedenken geäußert und doch den Inhalt nicht gekannt? Die scharfe Erklärung der Volkspartei gegen die partei- offiziöse Erklärung der Deutschnationalen zum Schiele-Brief wird von den Deutschnationalen mit folgender Gegenerklärung beantwortet: „Einige Berliner Zeitungen vom 4. Juli d. I. bringen Zu- kchriften aus Kreisen der Deutschnationolen bzw. der Deutschen Volkspartei, die sich mit der Stellung des Herrn Reichswinisters Schiele zu den Schritten des Auswärtigen Amtes vom Februar d. I. zwecks Herbeiführung eines Sicherheitspakte« befasten. Es wird insbesondere die Frage erörtert, in welchem Umfange Herr Minister Schicke Kenntnis von dem Memorandum des Auswärtigen Amtes vom 9. Februar gehabt und ob und welche Bedenken er gegen diese Schritte geltend gemacht habe. Wir hoben Veranlastung genommen, uns an zuständiger Stelle über den tatsächlichen Hintergrund dieser Auseinander- sctzungen zu unterrichten, und können danach zunächst feststellen, daß Herr Minister Schiele dem Inhalt der deutschnattonalen Ver- öffentlichung fernsteht und die nicht von deutschnationaler Seite begonnenen öffentlichen Auseinandersetzungen be> dauert. Gegenüber irreführenden Angaben in den Mitteilungen aus volksparteilichen Kreisen, die offenbar von einer nur mangelhaft unterrichteten Seite stammen, sei nur folgendes festgestellt: Herr Reichsminister Schiele und die deutschnationale Reichstagsfraktion haben bereits am 20. März d. 3. ihre„ernsten und schwere« Bedenken", wie sie sich schon aus der Ihnen bis dahin gewordenen Kenntnis des Inhalts ergaben, mündlich und in einem Schreiben an den Herrn Relchsanßenminister zum Ausdruck gebracht. Sie haben dabei ins- besondere die Veröffentlichung des Wortlautes des Memorandums von dem Herrn Außenminister erbeten. Dieser Bitte ist damals nicht entsprochen worden. Ein Anlaß zu weiteren Schritten, solange die Antwort der Alliierten nicht eingegangen war. lag, nachdem der prinzipielle Standpunkt der Deutschnationolen gewahrt war, um so weniger vor. als der Herr Außenminister die Veröffentlichung des Memorandums bei Eingang der von ihm in kurzer Frist erwarteten Antwort in A u s- ficht stellte." Die Deutschnotionülen haben bereits am 20. März gegen die Politik des Sicherheitspaktes Bedenken geäußert. Um so berechtigter ist die Frage: Will die Regierung den bis- herigen Kurs verlassen oder weiterführen? Wenn Herr S ch i« l e am 20. März aus seiner Kennt- n i s des Inhalts heraus Bedenken äußerte, wie konnte er am 25. Mai keine Kenntnis des Inhalts haben? Hatte er ihn wieder vergessen? schrifi vor ihm auf dem Boden, so daß nichts zu sehen war wie die schwarze Kulte mit der Kapuze. „Frater Bernhard..?" „Vater, lassen Sie mich gehen, es sind mein« Brüder gewesen, die jetzt für die Freiheit kämpfen, ich bin ein Fahnenflüchtiger.. In tiefem Schmerz zog er den knabenhaft zarten Menschen zu stch empor. „Gehe! Gehe! Ich segne dich..." Da kam der Pförtner hereingestürmt und rief, ohne irgend welche heilige Rücksicht walten zu lassen: „Alle Gefahr ist vorbei, die Rebellen find erledigt, die Re- gierung hat die ganze Macht in den Händen. vec> Gratiasl" Aber der Abt antwortete nicht, er sah nur auf den jungen Menschen, der noch heftiger schluchzte. Dann störte ihn doch der Pförtner. „Ich komme heute nicht ins Refektorium, der Pater Prior soll mich ganz vertreten— hören Sie, Bruder, ich lasse ihn grüßen." Er lächelte.„Er wird wohl das De ä-um anstimmen." Der Novize sah tisftraurig seinen geistlichen Vater an. „Nun, Kind, was willst Du tun?" „Ich werde gehen. Jetzt muß ich doppelt meine Pflicht erfüllen." Da leuchtete es in den Augen des jungen Abtes, er sah den Jüngling, der ein Novize gewesen war, mit Stolz und Liebe an und segnete ihn. Und als er gegangen war, stand der Abt vom Kloster de« heiligen Berges noch lange am Fenster und schaute in die Lande hinaus. Die waren schon verdämmert, aber hoch. über dem Kloster strahlten die ewigen Sterne. Die Lanöpartie auf fietherwellen. Alter guter Adolf(Bloßbrenner, Muhme Nehlens und Eckensteher Nantes wüvdiger Papa, hast Du Dir das Anna Toback träumen lassen, nicht vergessen und auch nicht am Kamin vorge. lesen, sondern auf Welle 505 ab Boxhaus, Potsdamer Straße, in die Welt gefunkt zu werdsn? Sei ruhig in Deinem Grab«, dreh' Dich nicht um, die Technik geht um, und bemängele»ich so ville, denn Deiner„Landpartie" ist gestern abend kein Unrecht ge- schehen. Der Seifensieder und Lichtzieher Ferdinand Bläschen, Onkel Lerche, der Korbmacher, der galant« Herr Privotsekretär Schmidt, der Herr Handlungsgehilse Meyer vom Mühlendamm, das bunte Weibervolk, sie alle haben sehr brav gequasselt, gemeckert, ge. quietsch«, geschlürft und geschmaust, sie waren lustig, wir waren lustig, und der Wagen hat so schön gepoltert, 1925— hast Du das geahnt? Eine piekfeine Sache ist Radio, sag ich Dir, man hört mit den einem zustehenden und manchmal auch abstehenden wirklichen Ohren und sieht doch bloß mit seinem„geistigen Ooge", sozusagen. Also Adolf, wenn Du das noch nicht kennengelernt hättest, ohne schon seit dem Jahre 76 unterm sogenannten grünen Rasen begraben zu fein, Adotf, ich würde Dir sagen:„Mensch, laß Dir begraben!" ergo. MißtrauenSantrag der Völkischen gegen Dr. Ttresemann Die völkische Reichstagsfraktion hat im Reichstag folgenden Mißtrauensantrag gegen den Reichsauhcnminister Dr. S t r e s s« mann eingebracht: „Der Reichstag wolle beschließen: In Bubetracht der Tatsache, daß der Reichsminister des Aeußeren Dr. Etresemann das das An» gebot des Sicherheitspaltes enthaltende Memorandum eigen- mächtig und ohne Vorwissen des Kabinett s an aus- wärtige Regierungen gesandt hat, in Anbetracht der weite- ren Tatsache, daß er dann wachen- und monate- lang das Kabinett und den Reichstag ohne K e n n t n i s des Wortlauts und genauen Inhalts des Memorandums gelassen hat, und daß er so entgegen dem Artikel 58 der Reichsoer- fassung eigenmächtig eine neue außenpolitische Richtlinie inauguriert hat, welche der deutschen Zukunit gefährlich und abträglich erscheint, entzieht der Reichstag dem Mi- nister des Aeußeren Dr. Strcfemann das Vertrauen." Den Deutschnationalen wird die Stellungnahme zu diesem Antrag bitter ankommen. Strafanträge im wohnftättenprozeß. Politik und Geschäft. Im Prozeß Wohnftätten G. m. b. H.- Trianon-Film-Gef. beantragte Oberstaatsanwalt Dr. Linde gestern folgende Strafen: Gegen Gehcimrat Glas wegen gemeinschaftlichen Betruges und , Beihilfe 6 Monate Gefängnis und 600 Mark Geldstrafe. gegen Regierungsral Menzel wegen gemeinschaftlichen ve» lrnges und gemeinschaftlicher Untreue 5 Monake Gefängnis und 600 Mark Geldstrafe. gegen Regierungsrat Wenzel wegen gemeinschaftlichen ve- lruges und Untreue S Monate Gefängnis und 600 Mark Geldstrafe. Bei sämtlichen drei Beamten wurde weiterhin die A b e r k e n» n n n g der Fähigkeil zur Vekleiduog öffentlicher Acmler aus 5 3ahre gefordert. weiterhin wurde gegen die Direktoren der Trlanon-Film-Gcscll- schasi Bosch 6 Monate Gesäagnis und 1500 Mark Geld- strafe. David Schraller 10 Monate Gsfängnls und 5000 Mark Geldstrafe. 3gnaz Schraller 4 Monate Gefängnis und 600 Marl Geldstrafe. O t t o Z Monate Gefängnis und Z00 Mark Geldstrafe wegen gemeinschasllichcr Anstiftung der Beamten zu ihrem vor. gehen beankragl. Zur Begründung führte der Oberstaatsanwalt L i n d(l u. a. aus:. Wir sehen ein Hand-in-Hand-Arbeiten von Beamten, die kauf» männisch handeln und denken wollen, mit gewandten slrupel, losen Kaufleuten, die die kaufmännische Unkennt- nis der Beamten auszunützen oermochten. Der Nährboden für dieses gemeingefährliche Treiben bildete der unglückliche Aus- gang des Krieges. In das valutaarme Deutschland strömten ausländische Elemente, die ihre dortigen Ge- pflogenheiten hierher übertrugen und denen es gelang, dir Beamten für ihre Zwecke zu gewinnen, da diese der Gewandt- heit jener Elemente nicht gewachsen waren. Auf dies« Weise gelang«S in zahlreichen Fällen, öffentliche Gelder von Reick?, . Staat und Kommunen für Privatzwccke zu erholten und ihren öffentlichen Zwecken, zu entziehen. Es ist hier nicht der Ort zu prüfen, ob der Ruf nach kaufmännischer Durchbildung des Beamten st andes berechtigt ist. Daß die Umstellung g e- fährltch sein lann, Hot dieser Prozeß gezeigt. Ein Zeuge hat dl« Verbindung kaufmännischen und fiskalischen Geistes für«in Monstrum bezeichnet. So ist es gekommen, daß die drei hier angeklagten Beamten zu Handlungen gelangt sind, di< sich als Straftaten charokteristeren. Das in dieser Begründung zutage tretend« Bestreben, di« Beamten als arme Opfer gerissener Ausländer hinzustellen, ist nicht geeignet, den Ruhm des Beamtenstandes zu mehren. Die literarischen RIchlliaien der russischen kommunistenparlel Die bereits vor einiger Zeit angekündigten Vorschriften des Zentral- komitees der Russischen Kommunistischen Partei über die Beein« flussung der schönen Litevatur durch die Partei sind nunmehr aus- gearbeitet und werben in den Moskauer Sowjetblättern bekannt- gemacht. Die Mitglieder der Kommunistischen Partei werden darauf hingewiesen daß es noch nicht gelungen fei,„an der literarischen Front" die gleichen Erfolge zu erzielen, wie auf politischem Gebiet« und daß die Hegemonie der proletarischen Schriftsteller noch nicht gesichert sei. Dies« Vorherrschaft zu erkämpfen und sicherzustellen sei eine wichtige Aufgabe der KP. Dabei müsi« aber alles ver- mieden werden, was irgendwie der Entfaltung schriststellerlscher Talente Hemmschuhe anlegen könnte, die KP. soll« alles daran setzen, die materielle Lage strebender proletarischer Schriftsteller zu ver- bessern, und die Kritiker der kommunistischen Blätter sollten diesen Talenten helfend und fördernd zur Seite stehen, sich jedoch hüten, so etwa« wie„ein literarisches Generalkommando" enstehen zu lassen Ganz besonders wird davor gewarnt, die in langen Jahrhunderten gereifte künstlerische Form einfach über Bord zu werfen, es gelte, das ererbte Kulturgut zu erhalten aber mit neuem proletarisch«!, Geist« zu füllen. Von einer behördlichen Einmischung in literarische An- gclegenheiten dürfe leine Rede sein.— Diese Richtlinien des Zentral- tomitees der KP. sind in 16 Punkten festgelegt. Es bleibt die Frag- wie weit ein« derartige parteipolitische Kontrolle der Literatur, de, Entwicklung von Talenten sörderlich sein kann. Die kommende Funkwoche wird am Sonntag mit eine, Meistersinger- Uebertrogung aus der Staatsoper gran- dios eingeleitet. Von weiteren musikalischen Darbietungen ist aus den im Zeichen des Rokloko stehenden Zyklusbegmn„D a, deutsche Lied"(Montag) und aus den zweiten Kammermusik- abend des Roth- Quartetts(Dienstag) hinzuweisen. Der Mitt- wach bringt nachmittags das zweite Kinderfest und abend, „König Krause". Vollsstück mit Gesang von Keller und Herr- mann, Musik von Viktor Holländer. Sehr gespannt darf man aus die am Donnerstag stattfindende Uebertrogung aus Hagenbeck, Tierpark in Hamburg-Stellingen fein: der Abend bringt nebcr instruktiven Vorträgen von Heinrich Hagenbeck, von Tierfängern un> Dompteuren einen Gang durch die Anlagen in Stellingen, wobei die Stimmen aller möglichen Tiere übertragen werden sollen. Bs endet wird die Woche, die in ihrem Programm diesmal auch besirn ders interessante Vorträge ausweist, am Sonnabend mit ein« Rheinischen Iahrtausendfeier sehr zeitgemäß. Her Betfinet Archi«N Raberl Adolph ist im Aller von 38 Jabren a, den Folgen einer Ov-ration gestorben. Adolpd hat stch als Bon kämpfer der Gartenstadibcivequng und der Einküchen-HauSstedlun�cn Ver- Menste erworben, besonder« um die Künstlerfiedlung Äildenhall. die er MI zu seinem Tode al« Gcichäslsiührer leitete. Im wirlschasllichen Verbau! bildender Künstler arbeitete er bei der Schassung der Lbmännerorgani sation mit. Ein-ilginklle» Preisausschreiben. Der Londoner Nnlerhallungzrundsun veranstalte, demnächst«in originelle» Preisausschreiben. Einer der b« kanntesten Konzertsänger, dessen Name streng geheim gehatten wird unl nur zwei Beamten de» Unternehmen» bekannt ist, wird in den Send« apparat singen, und den Zuhörern fällt die Aufgabe zu, seinen Namen zl erraten. Die ersten zehn richtigen Lösungen werden mit einem Geldpreis in Höh« voo süns Pfund Sterling(100 N.) ausgezeichnet werde». Sozialistische Außenpolitik. Beschlüsse der Internationale. London, 4. Juli.(Eigener Drahtbericht.) In der er- wetterten Sitzung des Bureaus der Soziali st i- f ch e n I n t e r n a t i o n a l e, die am Sonnabend begann und an der Vertreter der deutschen, belgischen, französischen, deutsch- höhmischen, tschechischen, deutschösterreichischen und russischen Sozialdemokratie teilnehmen, faßte am Sonnabend ein« Ent- schließuyg zur internationalen Politik, in der es u. a. heißt: „Die Internationale bekräftigt von neuem ihren ent- shlassenen Willen, von allen Regierungen Europas und der ganzen Welt eine Politik des Friedens zu verlangen, g e st ü tz t auf einen weiter ausgebauten und demokratisierten Völkerbund. Die International« gibt nochmals der Auffassung Ausdruck, daß der Völkerbund alle Völker mit gleichen Rechten umfassen soll, und es für das Wohl Europas besonders wünschenswert ist, daß Deutschland und Rußland dem Völkerbund an- gehören. Die International« stellt fest, daß alle ihr angeschlossenen Parteien darin einig sind, die Annohme des Genfer Proto- k o l l s in allen Parlamenten und feine Durchfuhrung durch alle llegierungen zu fordern. Sie betrachtet das Genfer Protokoll als den A u s d r u ck und dieVerwirklichungdesVölkerbund- paktes und der Grmrdsatze allgemeiner Schiedsgerichtsbarkeit, die allen Völkern Sicherheit geben und der Welt die Abrüstimg bringen kann. Im Hinblick auf den Sicherheitspakt fordert die Inter- nationale, daß alle Anstrengungen gemocht werden, um die«nd- gültig« Durchführung des Genfer Protokolls zu erlangen. Die Inter- nationale fordert die angeschlossenen Parteien auf, solang« bis ein Ergebnis nicht erzielt werden kann, darüber zu wachen, daß kein Teilvertrag abgeschlossen wird, der im Widerspruch zu den oben niedergelegten Grundsätzen steht. Jene angeschlossenen Parteien, zwischen denen Uebereinstimmung darüber erzielt wird, einen solchen Vertrag ins Werk zu setzen, werden dar- über wachen, daß er im Rahmen und unter d er Kontrolle des Völkerbundes geschlossen wird, daß er nicht gegen die Schiedsgerichtsbarkeit und die Abrüstung aus- gespielt und nicht gegen ein« oder mehrere andere Mächte gerich. let wird. Mit Rücksicht auf die besonderen osteuropäischen Ge- fahren werden die angeschlossenen Parteien insbesondere erstreben, daß die zwischen D e u t s ch l a n d auf der«inen und Polen und der Tschechoslowakei auf der oitdcrcn Seite abzuschließenden Schiedsgerichtsverträge nicht unter ein« einseitige, son- dun unter eine wirklich internationale Garantie gestellt werden. Die angeschlossenen Parteien werden die Beratung des Sicherheitspaktes zum Anlaß nehmen, um ihre Vorschläge zu machen und in den Parlamenten ihr« Stellung gegenüber dem Genfer Protokoll zu betonen.'_ 63V4 Millionen Reichsbevölkerung. Borläufiges BolkszählungS-ErgebniS. Nach den Zusammenstellungen des Statistischen Reichsamts über die vorläufigen Ergebnisse der ReichsvoHszählung vom 16. Juni 1925 beträgt die Bevölkerung des Deutschen Reichs ohne Saargebiet 62'/t Millionen. Rechnet man auch nach das Saar- gebiet, in dem wegen seiner vorübergehenden Lostrennung von der deurfchsn Vevwaltung nicht gezählt werden tonnt«, mit seinen rund T'ÖOOOO Emwohncrn hinzu, so beziffert sich die Gesmntbeoölkerung des Deutschen Reiches heutigen Umfange s auf 63� Millionen Ein- w cchner. Dos ist etwa die gleiche Bevölkerungszahl, wie sie das Deutsche Reich früheren Umfange» bereits Ende 1998 aufzuweisen hatte. Bei Ausbruch des Weltkrieges zählte dos Deuffche Reich bereits 68 Mil- lionen Einwohner, Für das Reich mnerhalb seiner heutigen Gren- ?en(jedoch ohne Saargebiet) hat sich nach der Zählung vom 16. Juni 1926 gegenüber der Zählung vom S. Oktober 1919«ine Zunahme um rund Z.Z Millionen oder 5.6 Proz. ergeben. Im vorhergehenden Zählungszcitraum 1910/19 betrug in- folge der Kriegsverluste die Zunahme der Bevölkerung im Heuligen Reichsgebiet lediglich 1,4 Millionen oder 2,4 Proz. Gegen- über der letzten V 0 r triegszählung(1. Dezember 1910) hat sonach die Zählung vom 16. Juni 1925 eine Zunahme von rund 4,7 Millio- nen oder um 8,1 Proz. ergeben. Im heutigen Reichsgebiet(jedoch ohne Saarzebiet) wurden gezählt: Einwohner davon insgesamt männlich weiblich 1925(16. 6.) 62 463 762 30 168 033 32 100 729 1919 l 8. 10.) 59 178 185 28 171 980 31 006 205 1910(1. 12.) 57 798 369 28 489 817 29 303 552 Gegenüber dem Zeitraum zwischen den beiden vorigen Zäh- lungen ist in den letzten Iahren die Volksvcrmehrung stärker ge- mmdem sie wäre gewiß noch größer, wenn nicht die volksvcrwüstende Inflationszeit dazwischen läge. Der Seginn üer Ruhrräumung. Auch Bochum wird frei. Bochum, 4. Zull.(2313.) Der französische Kommandant hol der Stadtverwaltung Bochum offiziell mitgeteilt, daß er An- Weisung zur Räumung der Stadl Bochum erhalten habe. Er habe Maßnahmen zur Rückgabe der Wohnungen und Quartiere angeordnet. Den genauen Tag des Abzug» der Truppen würde er der Stadtverwaltung noch mitteilen. Außerdem hat der General angeordnet, daß vom 2. 3ull a b die Ouartlergeber ihre Wohnungen, ln denen aus Quartierschein wohnende Aranzosen sich aushalten, wieder betreten dürfen, um etwa angerichtete S ch ä- den festsiellca zu können. Der zuständigen Kommission sind auf Wunsch de» General» zwei Dolmetscher beigegeben. Die Kommission wird in deu nächsten Tagen ihre Tätigkeit beginnen. Lanüfcieüensbruch. Schwere Studentenausschreitungen in Tübingen. Tübingen, 4. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Anläßlich eines von» republikanischen Studentenbund in Tübingen veranstalteten Vor- träges von Professor G u m b e l- Heidelberg kam es zu einer schweren Ausschreitung nationalistischer Studenten. Sie wollten die Abhaltung des Vortrages verhindern. Schon vor Beginn der Veranstaltung wurde die zur Teilnahm« au der Der- sammlung eingeladene Ortsgruppe Reutlingen des Reichsbanners, als sie in Stärke von 40 Mann auf Lastkraftwagen ankam, von Hunderten radaulustiger Studenten mit Schmährufen empfangen. Im Saal kam es dann zu so heftigen Lärmszencn, daß die Poltzei den Saal mit Unterstützung des Reichsbanners räumte. Als dann die Versammlung auf Wunsch der Polizei in einem anderenSaal fortgeführt werden sollte, wurde da» Lokal von Hunderten von nachkommenden Studenten mit Pflastersteinen. Ziegelsteinen. Blei. kugeln, holzfchesteu und Flaschen bombardiert, so daß kein Fenster parteworftanö unö Zurncknahme der Attsschließnngen, dann Auflösuug des Landtags! Der Parteivorstand teilt mit: Der Parteivorstand hat sich am 3. Juli 1325 abermals mit der sächsischen Frage befaßt. Er ist der Auffassung, daß der Zustand, wie er sich im Laufe der Zeit in Sachsen leider herausgebildet hat, im Interesse der Gesamtpartei nicht länger fortbestehen kann. Es ist für die Partei untragbar, daß'sie an einer Regierung beteiligt ist und daß gleich- zeitig ihre Organisationen und ihre Presse sowohl gegen diese Reglerungsbeteiligung wie gegen die Politik der Regierung i n schärf st er Opposition stehen. Als im Jahre 1323 die Gefahr bestand, daß die sächsischen Parteiorganisationen und ihre Vertreter im sächsischen Landtag wie in der sächsischen Regierung ins Schlepptau der k 0 m- munistischen Putschpolitik geraten könnten, hat der Parteivorftand nicht gezögert, sofort und energisch einzu- greifen und zu verhindern, daß die Partei in die Katastrophe verstrickt würde, die die unfehlbare Folge der kommunistischen Taktik sein mußte. Durch das Eingreifen des Parteivorstandes wurde die Bildung der Regierung Fellisch und die Wieder- Herstellung der durch den Einmarsch der Reichswehr in Sachsen und die Einsetzung des Reichskommissars gefährdeten demo- kratisch-parlamentarischen Zustände ermöglicht. Der Partei- vorstand glaubte sich zu der Hoffnung berechtigt, daß auf dieser Grundlage die sächsischen Parteigenossen einen Weg finden würden, auf dem sie wieder in Einmütigkeit und Geschlossen- heit die Interessen der Partei und des sächsischen Proletariats frwohl in der Regierung und im Parlament wie in den Or- ganisationen und der Presse zu vertreten in der Lag« sein würden. Der Berliner Parteitag 1924 hat von ähnlichen Voraus- sctzungen aus versucht, eine Einigung in Sachsen an- zubahnen, und der Parteivorftand hat sich seitdem im gleichen Sinne weiter bemüht. Leider ist es ihm bisher nicht gelungen, das ersehnte Ziel zu erreichen. Den Hauptgegcnstand der Differenzen bildet nach wie vor die Frage der Auflösung des sächsischen Land- t a g e s. Die Konsequenzen eines solchen Schrittes sind von beiden Seiten in aller Ausführlichkeit erörtert worden. Es be- steht kein Zweifel darüber, daß sie von schwerwiegender Be- deutung für die Partei und ihren Einfluß auf die sächsische Landespolitik fein können. Der Paretivorstand muß sich ober die Frage vorlegen, ob es sowohl vom Standpunkt der sächsischen Partei wie vom Standpunkt der Gesvmtpartei nicht das kleinere Uebel ist, selbst die schlimmsten dieser Konsequenzen gegebenenfalls in Kauf zu nehmen, als den Zustand weiter fortbestehen zu lassen, daß Organisationen und Presse in dauerndem Gegen- sotz zu der Mehrheit der Parteivertreter im sächsischen Landtag und den parteigenössischen Mitgliedern der Landesregierung stehen. Der Parteioorstand ist der Auffassung, daß der gegen- wärtige Zustand, wenn kein Ausweg gesunden werden' kann, zur Desorganisation der Partei in Sachsen führen muß. E s ist daher die Pflicht der sächsischen Partei- Vertreter im Landtage, nunmehr ungesäumt die Auflösung des Landtages herbeizu- f ü h r e n, um damit die Grundlage zu schaffen für die Wieder- Herstellung der Einigkeit und Geschlossenheit der sächsischen Partei, die allen anderen Erwägungen vorangestellt werden muß und für einen erfolgreichen Wahltampf Voraussetzung ist. Dazu gehört die vorherige Erledigung der schwebenden Schiedsgerichtsverfahren: denn es dürfte für keinen Parteigenossen zweifelhaft sein, daß ein Wahlkampf für die Partei unter den ungünstigsten Umständen geführt werden müßte, wenn Parteigenossen in Heroorragenden Vertrauens- stellungen wegen ihrer politischen Tätigkeit unter Androhung des Ausschlusses aus der Partei stehen. Deshalb sind die sächsischen Organisationen verpflichtet, alles zu tun, damit die schwebenden Ausschlußverfahren end- lich erledigt werden. Schieösgerichtsentscheiüungen in Sachsen. Im Laufe der Auseinandersetzungen innerhalb der sächsischen Partei sind eine Anzahl Ausschlußverfahren von sächsischen Partei- instanzen gegen Parteigenossen anhängig gemacht worden. Da es sich um die gleichen sachlichen Vorgänge handelt, versuchte der Partei- vorstand, die sämtlichen Aussäilußverfahren vor ein Schiedsgericht zu bringen. Das ist leider nicht gelungen, so daß vier Schieds- gerichte— in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Zwickau— eingesetzt werden mußten. Die Schiedsgerichte in Leipzig und Dresden haben bereits getagt. Ja Dresden ist sestgeslelll worden, daß die sormalea Bestimmungen de» Organisationsstaluls nicht eingehalten worden sind. Die Ansicht der Schiedsrichter geht dahin, daß der Parteivorstand die Aufhebung de» aus Ausschluß lautenden Bezirksvorstands- beschlusses vornehmen möge,„weil die antragstellenden Organisa- tionen und die von ihnen benannten Beisitzer die Erledigung des Ausschlußverfahrens vor einem statutengemäß gebildeten Schiedsgericht un möglich gemacht haben'.— In Leipzig hat das aus den Genossen Deist als Vorsitzender und den Genossen Herre, Dietze, Frenzel, Höhme, Buhl und Siebold als Beisitzer zu- sammengesetzte Schiedsgericht den Beschluß des Bezirksvorstandes Leipzig vom 17. Januar 1925, nach welchem die Genossen Landtags- obg. Otto Berger, Roßwein, Anton Hagen, Leipzig, Hermann Müller, Leipzig und Friedrich Strube, Pegau, aus der Partei aus- gcschloossen werden, aufgehoben und die Genannten als Mit- glieder mit vollen Rechten erklärt. Diese Entscheidung wurde mit 4 gegen 3 Stimmen der Genossen Dietze, Frenzel und Herre ange- nommen. In der Begründung wird u. a. gesagt: Diese Genossen haben dem Beschluß der Sächsischen Landesversammlung vom 26. Oktober 1924, für die Auflösung des Landtags zu stimmen, damit gleichzeitig mit der Reichstagswahl am 7. Dezember der Landtag gewählt wird. nicht stattgegeben. Run hat der Reichsparleitaq in Berlin im Juni 1924 einstimmig, also auch mit den s ä ch s i s ch e n Stimmen, beschlossen, daß 1. die gesamte sächsische Landiagsfraktion zu oerhüten habe, daß während der kritischen Uebergangszeit, die sich an die Durchführung des Sachverständigengutachtens anschloß, die Re- gierung Sachsens in die Hände der Reaktion gerate: 2. bei der Auswahl der Landtagskandidaten die Stellung der einzelnen Parteigenossen in dem vergangenen Partei- streit nicht gewertet werde und daß, um dies sicherzustellen, die Aufstellung derjenigen Landtagskandidaten, die bereits beschlossen sei, den zuständigen Parteiorganisationen no ch m a l s zur Entscheidung vorgelegt werde. Hieraus ergibt sich, daß der Auslösung des sächsischen Landtags zugestimmt werden soll, sobald ein so günstiger Ausgang zu er- warten steht, daß das Bürgertum nicht in der Lage sein wird, die Regierung für sich allein zu stellen und sobald außerdem jene Einigkeit in der sächsischen Parteigenossenschaft hergestellt ist, die für einen erfolgreichen Wahlkamps Borbeoingung ist. Dem Parteivorstand obliegt es, über gewissenhafte und sinn- gemäße Durchführung von Reichsparteitagsbeschlüssen zu wachen. Er mußte also von sich aus prüfen, ob die sächsischen Instanzen und auch die sächsische Landesversammlung im Geiste des Beschlusses des Berliner Parteitags handelten oder nicht. Dieselbe selbständige Prüfung war aber auch Aufgabe der s ä ch s i- schen Abgeordneten, denn sie sind nach dem Reichspartei- tagsbeschluß neben den Landesparteiversammlungen auch dem Reichsparteitag verantwortlich. Es war, besonders nachdem mit Zustimmung der sächsischen'Genossen die Angelegenheit vor das Forum des Reichsparteitags gebracht worden war, nicht mehr das ausschließliche Recht der sächsischen Landesversammlung, den Zeitpunkt für die Auslösung des sächsischen Landtags zu be- stimmen. Auch die Landesoersammlungen müssen sich bei ihren Entschließungen innerhalb des Rahmens bewegen, der ihnen vom Reichs Parteitag gezogen ist. Der Parteivorstand sah die Voraussetzung für die Auflösung des Landtags nicht erfüllt, denn er empfahl der sächsischen Landtags- fraktion, den Antrag aus Auflösung des Landtags erst zu stellen und von anderen Seiten gestellten Anträgen auf Auflösung erst zu- zustimmen, nachdem die Dresdener Vereinbarungen durchgeführt und dadurch die Sicherheit für einen einheitlichen und geschlossenen Landtagswahlkampf gegeben sei. Die 23 Landtogsabgeoordneten. gegen welche sich das Ausschlußoerfähren richtet, waren der- selben Meinung, und zwar mit Recht. Die Voraussetzungen, die der Reichsparteitag ftir die Auflösung des sächsischen Landtags ge- stellt hatte, waren nicht erfüllt. Es liegt danach nicht ein offener Verstoß gegen klare und un- mißverständliche Beschlüsse des Reichspcrrteitages vor, was erste Boraussetzung für die Berechtigung des Borwurfs des Disziplin- bruchs ist, sondern es handelt sich lediglich um verschiedenartige Aussassungen in der Wahl des Zeitpunktes, an welchem der Landtag ausgelöst werden soll. Wegen andersartiger Auffassung der Angeschuldigten und dement- sprechenden Vorgehen kann man niemals 23 Mitglieder mit un- bestrittenen Verdiensten um die Partei hinauswerfen. Die Befürworter des Ausschusses haben geltend gemacht, der Parteivorstand habe, als er der Landtogsfraktion empfahl, den Antrag auf Auflösung des Landtags noch nicht zu stellen, den Beschluß des Landtaps in aller Form suspendieren müssen. Das war in diesem Falle nicht erforderlich. Es genügt nach Lage der Sache, daß der Parteivorstand, der die Rcichsparteitagsbeschlijsse auszuführen oder die Ausführung zu überwachen hat, zum Aus- druck brachte, daß die vom Parteitag aufgestellten Voraussetzungen nicht erfüllt seien. Es ist auf den Inhalt der Parteivorstandsstellung- nähme, nicht auf die Form das Hauptgewicht zu legen. Der Leipziger Bezirksvorstandsbeschluß aus Ausschluß war ein 3-hlgriff. Die Handlungsweise der vom Ausschluß bedachten Genossen ist nichl moralisch zu werten, und demzufolge zu bestrafen, sondern sie ist rein politisch zu beurteilen. Sie gehört nicht vor ein Schieds- gericht, sondern vor den Reichsparteitag. Um den Fehlgriff wieder gutzumachen, und die ganze Angelegenheit wieder auf das richtige Geleis zu bringen, muhte der Beschluß des Bezirksvorstandes au f g e h 0 b« n werden. Der Wille der Mehrheit muß zur Geltung gebracht werden. Das wird und kann auch in Sachsen geschehen. Es währe wahr- scheinlich längst geschehen, wenn die Zeit zum Handeln im Ein- vernehmen mit dem Parteivorftand festgestellt und damit die Autorität der G e s a m t p a r t e i in Sachsen eingesetzt worden wäre. ganz blieb. Schließlich mußte die Feuerwehr alarmiert werden. Sie ging mit zwei Schlauchleitungen gegen die Störenfriede vor. Ihr Rückzug ersolgte aber erst, nachdem eine Hundertschaft der Schupo und Landjäger den Platz geräumt hatten. Die Reichsbanner- leu te hatten z w e i V e r l e tz t e. die sich in ärztliche Behandlung begeben mußten. Die Tübinger Versammlungsteilnehmer waren, nachdem die Ruhe wiederhergestellt war, gezwungen, sich unter dem Schutz der Polizei nach ihren Wohnungen zu begeben. In der gestrigen Sitzung des Höfle-Ausschufses behauptete der ehemalige Unkerfuchungsgefangene Cäsar Bledow als Zeuge ,f)öfle sei schlecht behandelt und mit lächerlichen Ausdrücken belegt worden. Die zu dieser Aussage vernommenen Aussichtsbeamten weisen dos übereinstimmend zurück. Weiter wurde ein wegen D-Zug- und Hotel- diebstählen verurteilter Zeuge vernommen, der unvercidet blieb. Die Weiterberatung erfolgt am Mpntag. Die holländische Regierung ist bereits am 29. Juni zurückgetreten. Die Königin hat sich ihre Entscheidung diesbezüglich vorbehalten und das Ministerium ersucht, die lausenden Geschäft- weiterzuführen. Mariner dürfen nicht Faschistenbündlcr sein. Die britische Ad- miralität verbietet den Offizieren und Mannschaften dem englischen Faschistenbund anzugehören. Zur Freisprechung de Bonos beschloß der leitende Ausschuß der Oppositionsparteien ein Dokument vorzubereiten, in dem der Stand- plmlt der Opposition zum Fall de Bona dargelegt wich. Wir suchen die Wahrheit! Im Verlag von I. G. Cottas Nachf., Stuttgart und Berlin, er» scheint soeben ein Buch:„Ich suche die Wahrheit! Ein Buch zur 5kriegsschuldfrage von. Wilhelm Kronprinz". Die Suche. nach der Wahrheit ist eine gute Sache. Sie muß aber in diesem Fall mit der Suche noch dem wirklichen Ver- fasser des Buches beginnen. Vor ein paar Jahren erschien ein Buch:„Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm". Dieses Buch war aber nicht von Wilhelm Kronprinz, sondern von KarlRosner. Haben sich seitdem die Geistesgabcn von Wilhelm Kronprinz so vermehrt, daß er seine Bücher selber schreiben kann? Dann ist Gott sichtlich mit den Hohenzollern im Bunde. Da aber der Fall immerhin zweifelhaft ist, wird die Wahrheit- suche gleich beim Titelblatt des Buches beginnen müssen. Sagt dieses Titelblatt hie Wahrheit? Der Berfasser des Titelblatts wird höflichst ersucht, seinen Bckeitiieidrang auch auf die Frage auszudehnen, ob der Verfasser des Buches wirklich mit jenem jungen Mann identisch ist, der einst in der Hosloge des Reichstags Beifall klatschte, als Herr von Heyde- brand den Krieg mit England forderte. Und der dafür Herrn von Bethmann Hollweg um Derzeihung bitten mußte. Also, wer hat das Buch wirklich geschrieben? Wir suchen die Wahrheitl Gewerkschaftsbewegung Belgien für den Achtstundentag. Bedingungslose Ratifizierung des Abkommens von Washington. Brüffel, 4. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Der belgische Minister für Arbeit und Industrie, Genosse Wauters, erklärte dem Brüffeler Vertreter des„ S03. Preffedienstes" folgendes: Wir werden unverzüglich einen Gefeßentwurf zur Rafifizierung des Washingtoner Abkommens über den Achtffundentag in der Kammer einbringen. Seine Annahme ist gesichert. Ich hoffe, daß man die Bedeutung dieses Schrittes namentlich auch im Auslande anerkennen wird. Bisher wurde unferer Forderung auf Ratifizierung des Washingtoner Abkommens immer entgegengehalten, daß fie unsere Industrie gegenüber der anderer Länder, die den Achtstundentag nicht einhalten, in gefährlicher Weise schädigen würde. Es wurde deshalb fogar von Freunden des Achtstundentages eine bedingte Ratifizierung vorgeschlagen, d. h. die Ratifizierung follte erst dann in Kraft treten, wenn die hauptsächlichsten Konkurrenzländer das Abkommen gleichfalls ratifiziert haben würden. Die Erfahrung hat uns aber gezeigt, daß wir mit der Methode der bedingten Ratifizierung nicht vom Fled tommen. Jedes Cand möchte da dem anderen den Borrang gewähren und feines entschließt sich, den ersten Schritt zu tun. Wir haben uns deshalb entschlossen, zur unbedingten Ratifizierung zu schreiten, d. h. ohne Rüdsicht darauf, was andere Länder lun oder laffen mögen. Wir erfüllen damit in unserem Lande felber eine durchaus berechtigte Forderung unserer Arbeiter, die den Achtflundentag dauernd gegen jede Möglichkeit des Angriffs gesichert fchen wollen. Wir glauben allerdings, daß nun, wo der Achtftundentag für die Dauer von zehn Jahren gegen jede Anfechtung gefeit sein wird, auch unsere Arbeiter mit größerer Ruhe und Zuversicht die im Interesse der Produktion etwa nöfigen zeitweiligen Ausnahmen annehmen fönnen. Andererseits wollen wir mit der unbedingten Ratifizierung des Washingtoner Abkommens aber auch den anderen Ländern ein Beispiel geben, deffen Nachahmung wir von ihnen erwarten. Die franzöfifche Regierung hat sich bereits für die vom 1. 21. Juli Rafifizierung des Abkommens ausgesprochen. Wir hoffen, daß England und Deutschland nunmehr nicht zögern werden, den gleichen Schrift zu tun. Wir möchten annehmen, daß unser praktischer Schritt es den Arbeitern in Deutschland, England und anderen Ländern erleichtern wird, die Widerstände gegen die Ratifitation des Washingtoner Abkommens zu überwinden. Zur Lohnfrage in den städtischen Werken. Ein Entgegenkommen ist notwendig. Gegenwärtig find die Löhne in den städtischen Werken sowie die der Gemeindearbeiter der Kämmereibetriebe neu zu regeln. Es ist eine Tatsache, auf die mir gewiß weder die Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, noch die Direk tionen der städtischen Werke hinzuweisen brauchen, daß diese Löhne nicht unerheblich hinter den Löhnen zurüdstehen, die in der Privatindustrie gezahlt werden. Wir brauchen auch gegenüber den Vertretern der Stadt Berlin und den Direktionen der städtischen Werte nicht den Nachweis anzutreten, daß die Löhne, die selbst in der Privatindustrie gezahlt werden, durchaus unzulänglich sind und daß also die Löhne der städtischen Arbeiter um so dringender einer Aufbesserung bedürfen. Alle diese Tatsachen können wir als gegeben betrachten. Um so mehr muß es überraschen, menn somohl der Magistrat der Stadt Berlin, von dem man annehmen müßte, daß er in den Fragen der Bohnpolitik foziales Berständnis hat, als auch die Direktionen der städtischen Werke in der afuten Frage der Neuregelung der Löhne bisher eine Haltung beobachtet haben, die unverständlich erscheint. Wir wollen dem Magistrat der Stadt Berlin die beleidigende Unterstellung ersparen, als gelte für ihn die jetzt von der Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände heraus gegebene Parole: Unter feinen Umständen Lohnerhöhung. Weshalb also die ummachgiebige Haltung gegenüber den an sich bescheidenen Forderungen der städtischen Arbeiter auf Neuregelung der Löhne, die der Teuerung angemessen ist? " Es fann weder dem Magistrat noch der Direktion der städtischen Werte verborgen sein, daß infolge dieser ablehnenden Haltung unter den Belegschaften sich eine in jeder Beziehung berechtigte MiB stimmung geltend macht. Auch das ausgezeichnete Organisations: verhältnis der städtischen Arbeiter ist dem Magistrat und den Direk tionen der städtischen Werke sehr gut bekannt. Unter diesen Umständen Wasdistoffe Baumwoll- Musselin vorzügl. Qualität, hübsche 0.65 Muster..... Mr. Kleiderstoffe schwarz- weiß kariert 90 cm breit....... Mtr. 0.85 Crêpe Marocain bedruckt, erstklassiges Fabrikat in 1.20 aparten Mustern... Mtr. Frotté Vorzügl. Qual 1.15,1.45 100 cm breit, Mtr.. Reise- Artikel Kupeekoffer wetterfeste Hartplatte mit Deckelschiene und Vulkanfiber- Ecken cm cm 50.55.7.75 65.70.8.75 Rucksäcke forstgrün, imprägniert mit Lederriemen u. Regenhaube für Kinder für Damen für Herren 40x40 50x45 60x50 1.85 4.90 5.90 Hängematte dreifach Bindfaden Kinder 3.45 Erwachsene 4.95 für Großer für Seidenstoffe Bastseide reine Seide für Kleider u.Wäsche 2.90 80 cm breit, Mtr. Foulard- Twill schwarz- weiß, marine- weiß und heller Grund 4.60 90 cm breit. Mtr. 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Wir stellen demgegenüber fest, daß 1. den Angestelltenverbänden nach Fällung des Schiedsspruches vom VBMI. ein Vergleichsvorschlag nicht unterbreitet worden ist und 2. die Vor- und Nachverhandlungen im Reichsarbeitsministerium gescheitert sind, weil die Vertreter des BBMI. jeden vorgeschlagenen Bergleich des RAM. rundweg ablehnten. Da der BBM. für die Nicht durchführung des vom RAM. für verbindlich erklärten Schiedsspruches Rechtsgründe" geltend macht und diese vorerwähnten Bekanntmachungen nicht nur im Siemens- Konzern, sondern u. a. auch in den Betrieben der Firma Orenstein u. Koppel herausgegeben sind, ist es sicherlich nicht uninteressant, die Rechtsgründe einer gewiß maßgebenden Verbandsfirma in einer anderen Angestelltenangelegenheit zu beleuchten. Bei der Firma D. u. R. find deshalb wieder Massenfündi. gungen erfolgt, weil die Angestellten sich begreiflicherweise nicht Mitte Juni mit einem erheblichen Gehaltsabbau mit Wirfung ab 1. Juni einverstanden erklärten, zumal in fast allen Fällen Einzelarbeitsverträge mit einer Geltungsdauer bis zum 1. Of= tober bzw. 1. März 1926 bestehen. Wenn darüber hinaus in Rundschreiben der Werfsleitungen versucht wird, die Angestellten der oberen und unteren Gruppen gegeneinander auszuspielen, so überlassen wir die Beurteilung dieser Handlungsweise des BBMI. in aller Ruhe den Angestellten in den Betrieben und der gesamten Deffentlichkeit. AfA- Metallfartell: Günther, Lange, Rothe. Gewerkschaftliches siehe auch 3. Beilage. Berantwortlich für Bolitik: Bictor Schiff: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gemertichaftsbewegung: 3. Steiner; feuilleton: Dr. John Shikowski; Lofales und Sonstiges: Fris Raritädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin S. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 4 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". Kleiderstoffe Wollmusselin, Wollcrêpe bedruckt.... 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Juli 1925 reich HOFISCHE DENKMALER DENIMALER DER ARBEIT Es ist schwer, in Deutschland aus hauptstädtischem Gemand fich ein Bilde von der Kulturbeschaffenheit des ganzen Landes zu entwerfen, wie man das sonst im allgemeinen fann, vom Mittelpunkt mit seiner Anhäufung und Zusammendrängung auf die gesamten Kreisflächen schließend. New York ist Amerika und Paris ist Frantaber Berlin ist nicht Deutschland, sondern kulturell die Hauptstadt Preußens wie München die Kapitole Bayerns ist. Eine Reichshauptstadt mar im Werden und ist es jetzt wieder, nur ging es erst überſtürzt, man hatte ja wenig Zeit und jetzt hätte man Zeit, aber alles andere fehlt. Die werdende Reichshauptstadt hat vielfach die erste Stadt Breußens zurückgedrängt, ihr das Geficht genommen und beide wurden wieder aus dem Gleichgewicht gehoben durch das Entstehen eines Weltstadtgebildes. Heute ist ein Neues geworden, wo man wirklich von Einheitlichkeit und besonderem Ausdrud sprechen tann: die Arbeitsstadt Berlin, das natürliche Gesicht einer republikanischen Hauptstadt, bekommt Fulturelles Gepräge und gestattet es, in Rückblicken die Fremdförper wahrzunehmen, die jetzt Geschichte gewordene Zeiten in das steinerne Labyrinth der Millionen gefügt. Will man rascheste Geschichte und Zeitgeist eines Boltes tennen lernen, dann sieht man sich die Dent mäler der Hauptstadt an. Nationaldenkmäler. Wer den Riefenbau des römischen Königsdenkmals gesehen hat, ber mit einem Aufwand von 50 Millionen, das Fünffache der Berliner Dom- Kosten, errichtet wurde und vorher Paläste als Schutt meg. tragen ließ, der begreift das chauvinistische Italien. Wer vor dem Nationalheiligtum Frankreichs, dem Pariser Pantheon, Rodius " Denker" sah, das ergreifende Bildwerk aus Menschheitssinnen, der ahnt die innere Erneuerung dieses freiheitsbegehrenden, auf die Dauer nicht militaristisch niederzuhaltenden Bolkes. In den großen Städten, den Hauptstädten der einzelnen Länder, stehen die Denkmäler der Nation. Paris hat ein prachtvolles Denkmal der Republik. Das fleine München, der Gernegroß mit der Gediegenheit von Wollen und Können, hat seine beiden schönsten Denkmäler dem Bolte geweiht. Hinter dem Riesenstandbild der ehernen Bavaria, in deren Kopf zwölf Personen Platz haben, steht die Ruhmeshalle für die verdienten Bayern. Der 30 Meter hohe bronzene Obelist, eine Kostbarkeit auch in materieller Hinsicht, ist den 30 000 unter Napoleon in Rußland gefallenen Bayern gewidmet. Das sind im guten Sinn Nationaldenkmäler und was merkwürdig daran ist: ein funstsinniger Fürst, der nicht an seines eigenen Hauses Berherrlichung dachte, schenkte sie dem Bolt. Wir fragen uns: wo ist das Berliner Nationaldenkmal, wo chrt die Hauptstadt deutsches und preußisches Volk? Um die Frage zu beantworten, die rein sachlich ein: Es steht nirgends, herausfordert, muß man an den Urgrund Berliner Denkmalsgeistes herantreten, muß die Formel finden, auf die sich die Denkmalstadt Berlin mühelos bringen läßt. Preußischer Denkmalsgeist. -Es ist eine einfache Formel: das Haus Hohenzollern setzte, seit Macht und Boltsgelder dazu hatte, sich selbst und seiner eigenen Berherrlichung Denkmäler und hatte die Unglaublichkeit, von Nationaldenkmälern zu sprechen, wenn es wieder einmal einen der Seinen in Stein ausgehauen oder in Erz gegossen hatte. Dabei ist aber zu beachten: der Selbstverherrlichungswille traf auf das 13] Die Baumwollpflücker. Roman von B. Traven. Copyright 1925 by B. Traven, Columbus, Tamaulipas, Mexico, 11. Ich wanderte also am nächsten Morgen wieder rauf zu Mr. Shine und fragte ihn, ob ich in dem Unterstande, in dem ich seinerzeit gehaust hätte, ein paar Tage wohnen dürfe. ,, Natürlich, Mr. Gale," sagte der Farmer, solange Sie mollen." Ich erklärte ihm warum und fragte ihn dann nach den Leuten, mit denen ich da gewohnt hatte. ,, Ach," antwortete er, der lange Nigger ist gleich den Tag nach Ihnen gegangen, ich glaube rauf nach Florida. Das geht mich nichts an. Der fleine Nigger, Abraham heißt er, scheint ein ganz geriebener Schlingel zu sein." Wieso?" fragte ich. Er hat mir da Hühner verkauft, gute Leghühner, wie er mir versicherte. Er hatte sie bei Indianern für einen Peso das Stück getauft, wie ich inzwischen erfahren habe. Mir hat er anderthalb Besos dafür abverlangt. Ich habe sie ihm auch bezahlt dafür, denn die Hühner waren gut genährt. Aber mit den guten Leghühnern hat er mich reingelegt, der schwarze Teufel. Mit dem Legen ist nicht viel los bei ihnen. Aber na, das Fleisch ist es ja wert." 4 ,, Und was ist mit dem Chink und den beiden Meri fanern?" Die sind am Montag sehr früh hier vorbeigefommen. Ich habe sie vom Fenster aus gehen sehen. Soviel ich weiß, find sie nach Pozos gegangen. Diese Station ist nicht ganz so weit als die, von der Ihr gekommen seid. Der Weg ist auch beffer, weil wir jetzt diese Station selbst benutzen, während wir in früheren Jahren immer zu der anderen gingen. Aber Pozos liegt bequemer für uns; früher hatten wir nur feinen Weg. Seitdem aber die Delleute gekommen find, haben die einen Weg geschaffen. Ich empfehle Ihnen, wenn Sie wieder zurückgehen, auch diesen Weg, da fönnen Sie ab und zu fchon einmal ein Auto antreffen, wo Sie jumpen fönnen. Nebenbei bemerkt, warum wollen Sie denn in dem Unterstand hausen, Sie können doch in dem Hause wohnen, | Rönnen von Künstlern, bereicherte die Hauptstadt mit Runstwerten, bis er zuletzt, hemmungslos und völlig geistlos unter dem Cäsaren Bahn des Lehtgekrönten geworden, fünstlerische Tat im Reim ersticte. Da steht auf der Brüde ein altes Dentmal, das des Großen Kurfürsten, das man unbedenklich als Deutschlands schönstes Fürstenin seinem Meisterwahn den Gedanken behandelte: in den vier prachtdenkmal bezeichnen fann. Aber man sehe sich an, wie Schlüter vollen Gestalten des Sockels ist es der menschliche Ausdrud in Ge sicht und Gebärde, der ergreift und hinreißt. Es ist ein Kunstwert im besten Sinne. Gehen wir über den Schloßplay, wir sehen edte Werke der Bildhauerkunft, die Roffebändiger, die Diosturen, in Mitte des Blazes wieder ein stattliches Fürstendentmal, auch von starter Künstlerhand geschaffen, aber schon angetränkelt von Berherrlichungswillen, schon ein Berzicht auf den menschlichen Ausdrud, etwas wie byzantinische Deflamation. Ueber die Brücke das andere große Wert Das Virchow- Denkmal. Rauchs, das Denkmal Friedrichs des Großen, meisterhaft in der Behandlung von Pferd und Figur, den Sockel aber umtleistert mit Geschichtsanschauung. Lehrhaftes beginnt Kunst zu zerstören. Wir gehen über die Puppenbrüde" zurüd, deren weiße Marmorplastiken, Leben und Sterben eines Helden darstellend, Kunstwerte genannt werden dürfen, weil der Künstler es vorzog, mit flassischer Splitternadtheit zu arbeiten, statt seine tapferen Jünglinge und Männer in preußischen Kommis zu stecken. Befriedigt nähern wir uns dem Ich lachte. ,, Nein, Mr. Shine, das Haus tenne ich zur Genüge. Ich betrete es nicht mit einer Zehenspize. Das ist die reine Moskitohölle." ,, Na, wie Sie wollen. Ich habe mit meiner Familie fünfzehn Jahre drin gewohnt. Wir sind von den Mostitos nicht merklich geplagt worden. Aber Sie können schon recht haben. Wenn so ein Haus lange nicht bewohnt wird, nicht genügend Luft reinkommt, sammelt sich schon allerhand von diesem Zeug an. Ich bin übrigens seit einem Vierteljahr nicht oben gewesen, weiß gar nicht, wie es da herum augenblicklich aussieht. Und wahrscheinlich fomme ich im ganzen nächsten Vierteljahr auch nicht rauf. Ich habe ja da oben nichts verloren. Ab und zu lasse ich mal die Pferde und die Mules rauftreiben, weil sie da herum genügend Gras finden und ein Tränkepfuhl oben ist. Aber, wie gesagt, es ist mir gleichgültig, wo Sie Ihre Wohnung aufmachen. Mich stören gleichgültig, wo Sie Ihre Wohnung aufmachen. Mich stören Sie nicht, und Sonntags fönnen Sie schon mal runter fommen und eine Tasse Kaffee mit uns trinken und ein Stück Kuchen effen." Ich richtete mich oben in meinem Unterstande wieder ein. Mein Feuer machte ich mir jetzt gleich vor dem Unterstand, Mein Feuer machte ich mir jetzt gleich vor dem Unterstand, meil dort in der Nähe des Hauses, wo sonst unser gemein schaftliches Feuer gewesen war, ja doch keine Unterhaltung schaftliches Feuer gewesen war, ja doch keine Unterhaltung gepflogen werden konnte, denn es war ja niemand da. Ich lebte jetzt in schönster Einsamkeit. Als einzige Gefährten hatte ich nur Eidechsen, von denen zwei sich in drei Tagen so an mich gewöhnt hatten, daß fie all ihre angeborene Scheuheit vergaßen und mir an und auf meinen Füßen die Fliegen megfingen, die dort nach Krümelchen von meinen Mahlzeiten fuchten. Tags über kroch ich in dem nahen Busch herum oder beobachtete die Tiere bei ihren Handlungen oder las in den Zeitschriften, die ich vom Camp mitgebracht hatte. In Wasser konnte ich schmelgen, so reichlich hatte ich es, weil es inzwischen einige Male gut geregnet hatte und der Tant beim Hause zu einem Drittel gefüllt war. Wir hatten ja derzeit die Auffänge in Ordnung gebracht. Ich konnte mich sogar waschen und mir den Lurus leisten, mich fogar zweimal des Tages zu waschen. Kaffee tochte ich in Riesenmengen, teils um die Zeit zu vertreiben, teils um so viel Borrat in mich hineinzutrinken, daß ich gut wieder einmal einen Tramp von einigen Tagen durch wasserlosen Busch aushalten fonnte. Da ich im Store hatte tüchtig ein WALNELY PF CROSSE Schloß und dem, was als Nationaldenkmal Wilhelms des Großen" in deutsche Lande hinauspofaunt und zum größten Teil in die Spree hineingebaut wurde, und unsere heitere Miene erstaunt in grenzenlosem Erstaunen. Das„ Nationaldenkmal". Welch ein Gegensatz zu Eosander von Goethes herrlichem Schloßportal! Dort edle Reinheit der Linie und selbst in der Bracht noch etwas wie schlichte Größe hier alles aufgelöst in nichtssagende Vielheit mit verwirrender Ueberladung. Uebelster Barof, Häufung von Fahnen und Mordwaffen, ein Arsenal für sich, die Löwen ohne Wirkung, die Hauptfigur selbst, reitende Majestät, geführt von einem Ballettmädchen, eindruckslos, ohne Größe, ohne jede menschliche Wirkung und damit auch der Kunst bar. Und so sind fie fast alle, die fündhaft teuren wilhelminischen Bildwerke. Dies Denkmal müßte als Abschluß der Siegesallee stehen, wenngleich hier die Siegessäule faum zu entbehren ist mit dem schandhaften Frauenzimmer in schwindelnder Höhe, dem der Volksmund nachrühmt, daß es kein Verhältnis hat". So entwickelt sich preußischer Geist: von den Puppen der Generäle, mit denen die Gegend um das Opernhaus und der Wilhelmplak übersät sind, bis zum Brozenhaften des wilhelminischen Imperialismus, das in den drei Denkmälern des Rönigsplates allein Anflug von Künstlerischem gestattete, aber auch diesen durch Materialverschwendung und die Starrheit des imperialistischen Ausdrucks hemmte und erstickte. Unerfreuliches, Hinweggeschmemmtes war das, leider Stein und Erz bleiben. Höfische Kunst, wertvoll als Material für den Anschauungsunterricht, aber alles eher als Denkmäler für das Volt. Da steht die junge Majestät, als sie noch nicht stubenrein war, ein Marmorhündchen zur Seite und an anderer Stelle, am Charlottenburger Ausgang des Tiergartens, vergeuden Reifrod, Perücken und allerhand unzeitgemäß Gemordenes teures Material. Wir wenden uns ab aber wohin? Den Denk mälern der Arbeit zu, um sogleich zu entdecken, daß hier der Auf mand gering im Vergleich zum anderen, schmählich vertanen, 35 nennen ist. Denkmäler der Arbeit. Wo ist auch nur für einen der großen verdienstvollen Deutschen, für Männer geistiger Arbeit, ein Nationaldenkmal zustande ge tommen? Goethe, Schiller, Lessing haben hübsche Dent. malchen für Berlin genügen sie nicht. Das große österreichische Dreigestirn der Musik hat im Tiergarten eine Art Marmormederhaus erhalten, ein gebührendes Erinnerungsmal ist es nicht geworden. Dazu langten dynastische Mittel nicht. Schön sind die HumboldtDenkmäler vor der liniversität, erschreckend häßlich die neuen Standbilder vor der alten Bibliothek( an welchem Platze man übrigens, verteilt auf die Gesimse und Brüstungen an fünfzig Figuren in allen Stellungen: schwebend, tänzelnd und starrend zu Gesicht bekommt). Darüber hinaus sind Ansätze zu schönen Gelehrtendenkmälern vorhanden, so das Schulze- Delitzsch- Denkmal an der Köpenicker Straße. Vergessen wollen wir nicht, auf das LutherDenkmal hinzuweisen, dessen theatralische Unmöglichkeit wohl nie mehr übertroffen werden kann. Und wir sehen, ermüdet und fast hoffnungslos, ein Denkmal, das in Gedanken und Ausdruck volts= fümlich genannt werden darf. Es ist das Virchow- Denkmal vor der Charité. Vorbildliches Erinnerungsmal an Arbeit für das Volk: auf hohem Sockel, der von dorischen Säulen flankiert ist und das Bruftbild des Gefeierten trägt, der Kampf eines heldenhaften Bezwingers mit der Seuche es fönnte ebenso gut den Kampf der neuen mit der alten Zeit darstellen. Und hier drängt sich uns eine | taufen können, Geld hatte ich jetzt reichlich, so lebte ich wirklich einen guten Tag. Sorgenfrei, weder durstig noch hungrig, ein freier Mann im freien tropischen Busch, Siesta haltend nach Belieben, herumstreifen wo und wann und solange ich wollte. Es ging mir gut. Und dieses Gefühl lebte ich auch voll bewußt. | Der Tant, aus dem ich mein Wasser holte, war dicht an dem alten Hause. Und zu diesem Hause hatte ich jedesmal etwa 250 Schritte von meinem Unterstand aus zu gehen. Das Wasser holte und schöpfte ich mit einer von diesen Konservenbüchsen, die 40 Liter Inhalt haben. Mit Konserven in fleinen Büchsen gibt man sich hier nicht viel ab, höchstens wenn es sich um schnell verderbliche Ware handelt. Das Haus, das man überall, nur nicht in Zentralamerika, eine ganz elende Bretterbude nennen würde, faum gut genug, um auf einem Bauplah als Lagerschuppen zu dienen, stand auf Pfählen. Die meisten Häuser hier, besonders außerhalb der größeren Städte, werden auf Pfählen errichtet. Stünden fie auf flacher Erde, wären sie vielleicht gar noch unterkellert, so würden sie in der Regenzeit jeden Tag zweimal überflutet. Das ist aber nicht der einzige Grund. Bei einem auf Pfählen ruhenden Haus kann der Wind von allen Seiten unter dem Fußboden hin- und herfegen und so das Innere des Hauses kühl halten. Außerdem bekommt ein Haus, das in dieser Art gebaut ist, nicht so viel unerwünschte Gäste, wie Schlangen, Eidechsen, Storpione, Spinnen, Milliarden von Ameisen, Grashoppern, Grillen und tausenden anderen unangenehmen lleberläufern aus dem nahen Busch. Alle diese mehr oder meniger erfreulichen Bewohner des tropischen Busches flettern natürlich auch an den Pfählen hoch, fönnen aber doch nicht in solchen Mengen und so leicht ins Haus gelangen, als wenn das Haus auf ebener Erde errichtet wäre. Alle die Gründe, die den Menschen hier veranlassen, sein Haus in dieser Form zu erbauen, find die gleichen geblieben, die unsere Urvorväter zwangen, sich eine Behausung in den Wipfeln der Bäume zu bauen. Ein Holzhaus, so errichtet, erbebt, erzittert und schwankt oft beim Sturm so, daß man glauben fönnte, es sei in der Tat auf einem Baume errichtet. Die Indianer freilich haben ihre Hütten zu ebener, Erde. So zu ebener Erde war ja auch mein Unterstand, wo das Buschgetier aus- und einging, als wäre es sein gutes Recht. ( Fortjehung folgt.) Frage auf Wo bleibt das Denkmal des Boltes für Bebel? Gemiß, Sozialisten schwelgen nicht in steinernen oder ehernen Ehrungen. Aber ein Bebel- Denkmal zu schaffen, wäre eine Ehrenrettung für das von monarchistischer Kunstverständnislosigkeit verunzierte Berlin. Es würde uns selbst im Auslande Achtung schaffen, es wäre das Nationaldenkmal der Republik, und wie es geschaffen werden müßte, dafür gibt uns das Virchow- Denkmal Anhalt. Und es wäre das Denkmal der Arbeitsstadt Berlin. * Solange nicht mittel vorhanden sind für die einfachsten Bedürf nisse natleidenden Bolkes, wird auch die Kunst ruhen müssen, je früher sie aber wiedererweckt wird, desto erfreulicher ist es, denn auch sie ist Arbeit und vermittelt Brot. Berlin muß erneuert werden, die republikanische Hauptstadt muß ihr schöneres und ebleres Gewand bekommen. Bis dahin freilich müssen wir vorlieb nehmen mit dem tum gerettet hat. 0130 Jm Zeitalter des Radio. Eine Zeugin gesucht. lisa Ein im Gerichtsverfahren wohl noch nicht dagewesener Fall, eine Zeugin durch Radio herbeischaffen zu wollen, ist vor dem Potsdamer Schwurgericht zur Tatsache geworden. Seit Tagen wird vor diesem Gericht ein Indizienprozeß mit etwa 300 3eugen gegen die Mörder des Bierkutschers Haufe geführt. Als ho ch= wichtige Entlastungszeugin für den Angeklagten Tischler Karl Simon wird die am 3. Januar 1900 in Luckenwalde geborene Arbeiterin Anna Müller gesucht. Sie ist seit Pfingsten von Wannsee Noch keine Geister vor Gericht. Bertagung der spiritistischen Tragikomödie. In Fortsetzung der Verhandlung im Beleidigungsprozeß Rudloff gegen Geheimrat moll jagten Universitätsprofessor Sinner und Sanitätsrat Dr. Brud aus. Sie waren mit in der fraglichen Sizung und haben sowohl das„ Reifenphänomen" wie den aus dem Nichts entstehenden Buchsbaum miterlebt. Kaum daß das Musifzimmer verdunkelt worden war, hatten sich die Hände zur Sette gebildet( nach einer Aussage schon vor dem Lichtausmachen). Und so geschehen die Wunderlichkeiten und das Protokoll darüber, das wieder Geheimrat Moll Anlaß zu seinen Angriffen gab. wenigen, was Kunſt aus Byzantinismus und monarchischem Gönner. Oeffentl. Versammlung im Reichsadler, Königstr. 26 Beerräume, und jedes einzelne Altom wäre. Dann ſputt es wieder 7½ Mittwoch, 8. Juli, abends 7 Uhr „ Der Farbe in die Schule! Wir alle tennen aus eigener Anschauung die öden Schul. Thema:" Der deutschnationale Aufwertungsbetrng." beistände. Auf die Feststellung, daß doch so manche namhafte Bewar, als ob mit der Freudlosigkeit des äußeren und inneren An. Referent: Ministerialrat a. D. Albert Faltenberg möglich felen. Sei doch selbst ein Wissenschaftler wie Lombroso von fasernen, an denen die Reichshauptstadt besonders reich war. Es blics dieser Häuser der Jugend der Geist der Erziehung dokumentiert werden sollte. Mag in den letzten Jahren manches besser geworden sein, so fehlt doch noch vieles. Es ist daher mit Freuden zu begrüßen, daß das Provinzialschulfollegium ber Provinz Brandenburg und von Berlin jezt in einem Erlaß unter dem Motto„ Farbe in die Schule" den Berwaltungen Anordnung gibt, das Aeußere und vor allem die Innenräume der Schulen lebendiger zu gestalten. Die Behörde legt Wert darauf, daß auch die Eltern von diesem Erlasse unterrichtet werden und daß die Sachverständigen zur Mitarbeit veranlaßt werden. Es wird die Hoffnung ausgesprochen, daß die Verwaltungen in Erfenntnis der Wichtigkeit der Ausführungen der Behörde fich deren Anregungen nicht entziehen. Die Arbeiterschaft teilt diese Hoffnung aus der Erfahrung heraus, daß an vielen Stellen die Verwaltungsbureaukratie fich bis jetzt allen Anregungen aus der Elternschaft und Lehrerschaft heraus hartnäckig widersetzt hat und eine Grau- in- Grau Bemalung der Gemeindeschulen für zweckmäßig und notwendig er. achtet hat. Es gibt jetzt schon eine Schule, die als ein Musterbeispiel farbenfroher Innenbemalung mit einfachsten Mitteln gelten fann. Die weltliche Schule in der Gotenburger Straße ist im vergangenen Jahre nach den Anregungen des Rollegiums durch das Bezirksamt Wedding zum Teil erneuert worden und wird nach Vollendung der Arbeiten den Namen einer frohen Schule mit Recht tragen können. Es tann mit Genugtuung festgestellt werden, daß wieder eine weltliche Schule den anderen voraus ist. Den parteigenöffischen Eltern sei ein Besuch der Schule in der Gotenburger Straße, die auch sonst manches Gehenswerte geschaffen hat, empfohlen. Der Massenmörder. Zum Beginn des Angerstein- Prozesses. Am 2. Dezember v. J. ging durch die Presse die Aufsehen erreg nde Meldung: Mordüberfall im Ruhrgebiet. Acht Personen von einer Räuberbande überfallen. Im fleinen hessen- nassauischen Orte Haiger im Westerwald waren die Angehörigen des Pro furisten der Firma ran der 3ypen, Friz Angerstein, Frau, Schwiegermutter und Schwägerin und fünf seiner Angestellten Dienstmädchen, Buchhalter, Hilfsgärtner ermordet im Hause und ermordet im Hause und er selbst, ein am Drte angesehener und beliebter Mann, mit schweren Berlegungen im Garten aufgefunden worden. Der Dachstuhl des Hauses stand in Flammen. Die Telephondrähte waren zerschnitten, die Wasserleitung zerstört; der Schäferhund lag tot mit eingeschlage. nem Schädel. Angerstein erzählte, er und die Seinigen seien Don einer Bande überfallen worden, die schleunigst die Flucht ergriffen habe. Große Polizeiaufgebote murden in Bewegung gesetzt. Kriminal- und Schußpolizei, ausgerüstet mit zehn Spürhunden, erschien aus Gießen und Frankfurt a. M. am Tatort. Ein Mordkommando wurde gebildet, die umliegenden Wälder abgesucht, etwa acht Ber. fonen verhaftet. Die amtliche Pressekorrespondenz stellte fest, daß die Verfolgung der Verbrecher mit aller Energie aufgenommen sei. Bon den Tätern fehlte jedoch jede Spur. Aber schon zwei Tage nach der Tat entdeckte man den Täter in der Person des schwerverlegten Angersteins felbst. Die Verdachtsmomente hatten sich derartig verdichtet, daß der Untersuchungsrichter ihm auf den Kopf die Tat zufagte. Weshalb hatte Angerstein gemordet? Das war die Frage und ist sie noch heute. Der Prozeß, der am 6. Juli vor dem Schwurgericht in Limburg a. d. Lahn seinen Anfang nimmt, soll darüber Klarheit bringen. 150 3eugen und 27 Sachverständige sollen mithelfen, die Motive dieser einzig da stehenden Tat aufzuhellen. So unglaublich erscheint die Tat, so ipannend der Kriminalfall an und für sich, daß man fast vergißt, daß hier mehr vielleicht als irgendsonst es auch darum geht: Mord oder Totschlag, Tod oder Leben für den Angeklagten. Das ganze Interesse spißt sich aber auf die Frage zu: Geistes gesund oder trant? Angerstein ist selbstverständlich psychiatrisch unter sucht worden und war in einer Anstalt untergebracht. Der Umstand, daß er nun vor seine Richter fommt, besagt nichts. Wie das Guts achten gelautet hat, ist unbekannt. Es mag sein, daß das Gericht den oußergewöhnlichen Fall in aller Deffentlichkeit hat austragen wollen. Man sprach von einem Anfangsstadium der progressiven Bara. 19se. Die Tat felbst mutet an wie die eines an Berfolgungswahn Leidenden. Die psychiatrischen Sachverständigen werden die Ent. scheidung bringen. So erscheint es im Augenblic zwecklos, fich darüber den Kopf zu zerbrechen, welchen bewußten und unbewußten Motiven die grauenhafte Tat entsprungen ist. Eins ist jedoch flar: Weber die Beruntreuungen, die in den Zeitungsberichten eine so große Rolle gespielt haben, noch das Mitleid mit seiner franten Frau reichen zur Motivierung aus. Inwieweit angeftaute seelische Energien, die explosionsartig zum Plazen gekommen find, ihre verheerende Rolle gespielt haben, wird abzuwarten sein. Was verlangt die Sozialdemokratie? Luckenwalde mit einem Johannes Boycitowsky nach Berlin verschwunden, foll dort mit diesem über die Höfe gezogen sein und durch Singen ihren Lebensunterhalt erworben haben. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat jeßt, nachdem alle Be mühungen gescheitert sind, die Zeugin aufzufinden, die Hilfe des Radios in Anspruch genommen. Aus dem Radio werden die Bersonalien der Anna Müller heraustönen. Sie ist 1,68 bis 1,70 Meter groß, dunkelblond, fchlant, hat blaue Augen, hohe Stirn, schmales, glattes Gesicht und gute Zähne. Deutsche in der spanischen Fremdenlegion. Berschiedentlich ist in der letzten Zeit gemeldet worden, daß sich in der spanischen Fremdenlegion zurzeit ein bis zweitausend deutsche Fremdenlegio näre befänden. Nach amtlichen Feststellungen sind diese Angaben bei weitem übertrieben. Das deutsche Konsulat in Madrid hat nunmehr festgestellt, daß bis zum April d. 3. nur 626 Deutsche in die spanische Fremdenlegion eingetreten sind. Die deutsche Botschaft in Madrid hat sich eingehend mit dieser Frage befaßt und nunmehr von der spanischen Regierung die Zusage erlangt, daß die minder jährigen Deutschen aus der Frembenlegion sofort entlassen werden. Die Entlassung der übrigen Deutschen wird von der Botschaft weiter betrieben. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 5. Juli. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. a) Liszt: Consolation Nr. 3, b) Beethoven: Variationen aus der Sonate op. 26, c) Bach: Toccata Fuge D- Moll( Rudolf Pokorny, Klavier). 2. a) Sonnengesang des hl. Franziskus von Assisi. b) Das Lächeln des Narren, Legende von Holland( Marie Weißleder, Rezitation). 3. Zatta: Neukomponierte Messe( Italienischer Kirchenchor, Dir.: Adolfo Zatta, Solisten: Eva Fischer- Treleani und Adolfo Zatta). Am Flügel: Ernst Fischer. 3 Ubr nachm.: Hans- Bredow- Schule ( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Dr. Böhmer: Der Futterbau, II. Teil". Es erhob sich nun ein Streit: Kettenbildung? Kettenbereitschaft? ein Mühlrad drehte sich einem im Kopfe herum. Der Phyfiter Professor Plant als Sachverständiger sprach über die Durch dringlichkeit der Materie". 3wischen den Atomen befänden sich wieder eine Welt von vielen Welten. Also ein wenig Physikstunde. von verschiedenen medialen Entbindungen. Sachverständiger Geheimrat Straßmann steht diesen Dingen mit Steptizismus gegenüber. Dann beginnt wieder die Kazbalgerei der Rechtslehrten sich zum wissenschaftlichen Offultismus bekennen, erklärte eher einem Medium getäuscht worden. Die Gegenfeite wirft wieder die Frage des Hypnotismus auf, um die Entwicklung eines erst als Betrug gehaltenen Wissenszweiges zur anerkannten Wissenschaft zu beweisen. Und so fort und so fort. Das Bublifum, das sich in Erwartung mystischer und medialer Sensationen sogar mit Operngudern bewaffnet hatte, entwich teilweise. Die geträulich Ausharrenden wurden schmählich ent täuscht, denn weder wurde das Medium mit Trance oder ohne Trance fichtbar. Die Stimmung wurde müder und müder trotz aller mehr oder weniger fünftlichen Erregungen. Ein Sachverständiger nach dem anderen entschuldigte sich wegen lebermüdung. Den ganzen Spiritismus für ein Gläschen Spiritus!" Denn bei der Size solange Advokaten- oder Gelehrtendisput hält schwerlich ein normaler Mensch aus. So war auch das vorläufige Ergebnis die Bertagung der Sigung auf Mittwoch im Saale 303 zu Moabit. BorausAnmarschieren werden neue Sachverständige. fichtliches Auftreten des Mediums als Zeugin ohne Berpflichtung zu Phänomenen ist zu erwarten. Wer zwölf Stunden Zeit zu ver schwenden hat und die spiritistischen Fachausdrüde lernen will, der finde fich dort ein. Für die Nacht braucht er aber dann sicher keine Schlafmittel mehr. Jugendfest im Schillerpark. Die Sozialistische Arbeiterjugend ganz Deutschlands rüstet zu einem großen Jugendtreffen. Am 8. und 9. August findet in Hamburg der 4. Deutsche Arbeiterjugendtag statt. Mindestens 50 000 Jugendtagsgäste ermartet Hamburg. Nach Besichtigungen der Stadt und Hafenrundfahrten finden am Sonnabend, den 8. August, in den größten Sälen Hamburgs Beranstal tungen statt, wo führende Genossen zur Jugend sprechen werden. Im Mittelpunkt der Sonntagsveranstaltungen steht eine große Kundgebung Für Jugendschuß und Jugendrecht" im Hamburger Stadtpark sowie eine Schlußfeier im Stadion. Am Montag finden Seefahrten nach Curhaven und Helgoland statt. Die Berliner Arbeiterjugend rüstet und spart bereits seit Monaten für den Jugendtag. Mindestens tausend Berliner werden mit nach Hamburg tommen. Als Auftakt für den Hamburger Jugendtag veranstaltet 5.30 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung 12. Juli, ein großes Jugendfest im Schillerpart( Wedding) 5 Uhr nachm.: Ratschläge fürs Haus. andie Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin am Sonntag, den Musikwissenschaft. Dr. Rich. H. Stein:„ Das Wagner- Orchester". 6.15 Uhr abends: Einführung zu der Uebertragung„ Die Meister- mit anschließender Jugendschußfundgebung. Um 3 Uhr singer von Nürnberg". 6.30 Uhr abends: XII. Uehertragung aus werden die einzelnen Werbebezirke geschlossen anrüden. Um 4 Uhr aus der Staatsoper Unter den Linden. Die Meistersinger von beginnt eine Jugendfeier im Freien, anschließend Spiel und Sport. Nürnberg", von Richard Wagner. Personen: Hans Sachs, Schuster, Um 8 Uhr Rundgebung für Jugendschutz und Jugendrecht, dann Nachtigall, Spengler, Sixtus Beckmesser, Stadtschreiber, Fritz genossen mit Kindern recht herzlich ein und hofft auf eine ſtarte Veit Pogner, Goldschmied, Kunz Vogelgesang, Kürschner, Konrad Fadelzug zum Humboldthain.- Die Jugend ladet hierzu die Partei. Kothner, Bäcker, Balthasar Zorn, Zinngießer, Ulrich Eiẞlinger, Würzkrämer, Augustin Moser, Schneider, Hermann Ortel, Seifen Anteilnahme der erwachsenen Arbeiterschaft. sieder. Hans Schwarz, Strumpfwirker, Hans Foltz, Kupferschmied, Schwartin sämtlich Meistersinger: Walter von Stolzing, ein junger Ritter aus Franken: David, Sachsens Lehrbube; Eva. Pogners Tochter; Magdalena, Evas Amme; ein Nachtwächter; Bürger und Frauen aller Zünfte; Gesellen; Lehrbuben; Mädchen; Volk. Schauplatz: Nürnberg, um die Mitte des 16. Jahrhunderts. 1. Aufzug: Im Innern der Katharinenkirche; 2. Aufzug: In den Straßen vor den Häusern Pogners und Sachsens; 3. Aufzug: a) Sachsens Werkstatt, b) ein freier Wiesenplan an der Pegnitz. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 5. Jull. 11.30-12.50 Uhr mittags: Konzert. Mitwirkende: Künstlerkapelle Jenö Fesca mit freundlicher Genehmigung der Homophon Co., Berlin. 1. Violine: Jeno Fesca, 2. Violine: Otto Teubner, Cello: Fritz Buchwitz, am Flügel: O. A. Evans. 1. L. Spier L. Schloß: Haunting Melody, Waltz. 2. Saint Saëns: Fantasie aus„ Samson und Dalila". 3. Micheli: Jl baccio, Kurzserenade. 4. Mozart: Kleine Nachtmusik. 5. Lanner: Romantika, Walzer. 6. Henderson: Foxtrot. 12 Uhr mittags: Esperantoeinlage. Montag, den 6. Juli. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30 Uhr nachm.: Dr. Fabian: Das Salz". 5-8.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 7 Uhr abends: Paul Markwald- Caro: Die Reichsbank vor und nach dem Londoner Abkommen". 7.30 Uhr abends: Reichsbahnoberrat Dr. Ing. Jähnicke: Wie reist der Berliner?" 7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( HochschulSchmitt: Der Siebenjährige Krieg. 1. Vortrag. 8.30 Uhr abends. kurse). Abteilung Geschichte. Gen. Regierungsrat Dr. Richard Das deutsche Lied. Eine Vortragsreihe von Dr. Felix Günther, unter gesanglicher Mitwirkung von Karin Lindholm, Alfred Wilde, Maria Basca, Wilbelm Guttmann, Nora Pisling- Boas, Kammersänger Cornelis Bronsgeest. Erster Abend. Die galante Zeit, deutsches Rokoko. Karin Lindholm singt 20 dem Vortrage: 1. a) Augsburger Tafelconfect: Von der edlen Music( 1733), b) Jos. Haydn: Pastorale( 1732-1809), c) F. L. Benda: Ariette aus der Oper,„ Der Barbier von Sevilla" ( 1744-1792), d) Leop. Kozeluch: An eine kleine Schöne( 1752 bis 1792). 2.) H: G. Nägeli: Nachtlied( 1768-1836), b) Luise Reichard: Hoffnung( 1778-1825), c) Fr. H. Himmel( 1765-1814): Felix Günther. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Die Sendung( An Alexis), d) Der Rosenstock. Am Flügel: Dr. Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Die dicke runde Für unsere Herbffjugendweihen im Monat September müffen die Anmeldungen unter gleichzeitiger Bezahlung der EinSchreibegebühr von 50 Bf. in den nachstehenden Annahmestellen vorgenommen werden. Die Jugendweihe für Berlin findet voraussichtlich im Großen Schauspielhaus statt. Sugendfekretariat Groß- Berlin, G. 68, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Treppen, geöffnet von 9 bis 4 Uhr, Mittwochs und Freitags von 9 bis 7 Uhr; G. Joseph, NW. 21, Wilhelmshavener Str. 48; A. Sänisch, N. 65, Müller- und Utrechter Straße: B. Kroll, N. 65, Utrechter Str. 21;. Soffmann, N. 58, 2nchener Str. 8( Neft.); A. Lorena, S. 58, Geimftr. 56; D. Obft, N. 39, Aderstr. 174; R. Andersson, N. 81, Stralsunder Str. 19: S. Fischer, N. 20, Bastianstr. 7; B. Dölz, NO. 55, Immanueltirchstr. 24; W. Güde, NO. 18, Landsberger Allee 45 1; R. Melle, D. 34, Petersburger Blak 4; Borwärts"-Spedition, D., Martusstr. 36: M. Wartmann, D. 34, Rönigsberger Str. 37( Bhotolaben): L. Wittschuk, O. 34, Petersburger Str. 5( Reft.): 3. Bette, GO. 36, Glogauer Str. 30, von 4 Tr.; B. Lier, 60. 26, Naunynstr. 9( Rest.); Borwärts"-Spe bition Laufiger Blak 14/15; Gerth, N. 113, Greifenhagener Str. 22 File Charlottenburg: 3. Sinrichsen, Charlottenburg, Bayreuther Str. 25a, D. Sorftig, N. 87, Gidingenstr. 58: F. Schmidt, Charlottenburg. Rosinenftr. 4( Laden); S. Rakenstein, Charlottenburg, Niebuhrstr. 61; Bore wärts"-Spedition, Charlottenburg, Raiserdamm 102, Gartenhaus I. Für Treptow- Baumschulen meg: W. Gallas, Baumschulen weg, Schraderstr. 16 III; B. Sak, Treptow, Sarzer Str. 117 III; A. Kekler, Treptow, Riefholaftr. 18b. Für Lantwis, Lichterfelbe, Stealik: E. Riege, Lichterfelde. burg, Stealik, Schloßite. 103; S. Krüger, Steglik, Siemensftr. 76: B. Stubich, Oft, Lorenafte. 15; R. Schönwetter, Lichterfelde- W., Händelplak 5; F. Sam Steglit, Ringstr. 7( Grth. III): G. Felgentreu, Bankwis, Charlottenstr. 34; B. Rönsch, Lantwik, Kaifer- Wilhelm- Str. 122a: Frau Ungerer, Wilmersdorf, Sanauer Str. 43( Giedlung). Für Schöneberg, Friedenau: Frau Alawitter, Schöneberg, Apostel Paulus- Straße 7; 2. Betrie, Schöneberg, Ebersstr. 70; Baul Rath. mann, Echoneberg, Feurigstr. 37. Für Pantom und 19. Rreis: Ronfum- Verkaufsstelle Bankow, Ber. liner Str. 47; Ronfum- Berkaufsstelle Bantow, Bollantstr. 102: RonfumVerkaufsstelle Niederschönhausen, Kaiser- Wilhelm- Straße 79; Konsum- Berkaufs ftelle Rieberschönhausen, Raiferweg 60. Alle Anmeldeftellen, außer Charlottenburg und Pankow, werden gebeten, die bis jekt aufgenommenen Anmeldungen für Berlin bis Mittwoch, den 8. Juli, dem Jugendfekretariat einzusenden. Die Herbstjugendweihen des 17. Bezirks Lichtenberg finden am Sonntag, den 20., und am Sonntag, den 27. September, vormittags 10 Uhr, in der Aula des Cäcilien- Lyzeums, Rathausstraße, ftatt. Anmeldungen werden in ben weltlichen Schulen Scharnweberstraße, Pfarrstraße, Lüdstraße, Friedrichftraße, Marktstraße und Solteistraße entgegengenommen. Außerdem bei folgenden Genossen: Grofche, Bürgerheimftr. 5, Seitenfflinet I, Mirbe, Mozartstr. 7 III, Ratemi, Gärtnerftraße. Einschreibegebühr 50 Pfennig. 17. Rreis Lichtenberg. Jugendweihen der weltlichen Schulen. Infolge tech nischer Schwierigteiten macht es fich nötig, die Jugendweihen am 20. und 27. September nicht im Cäcilien- Lyaeum, fondern im Reform- Gymnafium an ber Barkaue abzuhalten. Am 20. Geptember 10 Uhr die 35. weltl. Schule, am 20. September 1 Uhr die 36a und 36b weltl. Schule, am 27. September 10 Uhr bie 34. und 87, weltl. Schule, am 27. September 1 Uhr die 88. welt liche Schule. WENESTI KIBARI 3 SCHERIF PFENNIGE Faches modernes Format ohne Mundstück. WENESTI * Gold-& Stroh* Korkaching Grothall and Die Anmeldungen zur Serbstjugendweihe für Tegel, Borfigwalde, Bilbars, Frohnau, Heiligenfee, Tegefort und Schulzendorf werden bei Frau Schröder, Tegel, Schlieperftr. 19, v. part., und bei Rudolf Gens, Siedlung Rofenfteg 8, entgegengenommen. Friedrichshagen. Die Jugendweihe der sozialistischen Elternbeiräte findet am Sonntag, den 27. September, in der Aula des Realanm nafiums statt. Anmeldungen bei Frau Mahling. Friedrichstr. 57, erbeten. Der Zug nach den Bahnhöfen. Jetzt sind Reisetage. Ein Ansturm ohnegleichen sette gestern auf allen Bahnhöfen ein. Lehrter, Stettiner, Anhalter Bahnhof: Ueberall das gleiche Bild dichtbesetzter Züge. Die Eisenbahndirektion hatte eine Fülle von Sonderzügen eingelegt. Trogdem ließen sich Stockungen nicht vermeiden. Die Situation schien zeitweise recht fritisch, da sich die Maffen der Fahrenden zeitweilig bedrohlich stauten. Ein Riesenbetrieb herrschte insbesondere am Anhalter Bahnhof. Von hier aus gingen am Donnerstag fieben Sonder= Am zur Auf zum Arbeitersportfest in Plökensee. Am 4. und 5. Juli finden auf dem Wassersportplatz in Plötzen. see die Ausscheidungsfämpfe der Schwimmer 1. Internationalen Arbeiterolympiade statt. Die besten Schwimmer des Bundes aus allen Gegenden des Reiches treffen in Blößensee zusammen, so daß Berlins Arbeiterschaft Beranlassung hat, für einen Massenbesuch zu sorgen. Der Wassersportplag eignet sich auch sonst vorzüglich zum Aufenhalt für Erholungsuchende. Neben allen erdenklichen Sporteinrichtungen hat er einen herrlichen Badestrand, der von der Arbeiterschaft besonders während der Urlaubs. zeit viel und gern benutzt wird. Heute steht die Schwimmbahn den Arbeiterschwimmern zur Verfügung; sie werden mit Unterftützung der Berliner werftätigen Bevölkerung zeigen, daß der Arbeitersport dem„ bürgerlichen" Sport durchaus ebenbürtig ist. Große Dampferfahrt 9 Uhr vormittags ab Oberbaumbrüde( Schlesisches Tor). Für die Teil. nehmer aus den Stadtfreisen Hallesches Tor, Lichtenberg und dem Borort Treptow ( Dampfer„ Siegesfürst" der Reederei Ried). Cafpar die 825 Kilometer lange Strede Karlshamn- Warnemünde bei ungünstiger Witterung in 88 Minuten mit einer für diefe: Dienst eingelegten Junkers- Wassermaschine Thp A 20 zurüdgeleg Insgesamt wurden seit Eröffnung dieser Strede bis jetzt bereit: über 100 000 Kilometer im flugplanmäßigen Verkehr zurückgelegt. Neues Erdbeben in Japan. Nach einer Meldung aus Tofio ist im Süden Japans ein heftiges Erdbeben verspürt worden. Einzelheiten fehlen noch. Es ist nur befannt, daß ein Eisenbahnzug völlig zerstört worden ist und daß zahlreiche Tote zu beklagen find. Sport. Rennen zu Hoppegarten am Sonnabend, den 4. Juli. 1. Rennen. 1. Kudlich( 2. Wolf), 2. Stattliche( Sturzawa), 3. Ne. bolutionär( Schlichting). Tot.: 17:10. L: 12, 48, 18:10. Ferner liefen: Shgull, Entel, Bones, Gio, Drplib, Porta Westfalica, geralbit, Hojotobo, Aspafia, Tibia, Tranfuse, Arwela, Pandora, Heid. 2. Rennen. 1. Löwenbera II( B. Tarras), 2. Indigo( Barga), am Freitag, den 10. Juli, nach Wolfersdorfer Schleufe 3. Schwalberich( Bregner). Toto: 27:10. BI.: 18, 22, 36: 10. Ferner Etabliffement Wolfersdorfer Mühle. liefen: Pillar, Gegenwart, Polizei, Heirat, Chriftian, Nuzilo, Nicoletta, Mimose, Opponent. 3. Rennen. 1. Lump( W. Tarras), 2. Frechdachs( D. Schmidt), 3. Boldenes Horn( Huguenin). BI.: 162: 10. Toto: 19, 12, 14: 10. Ferner liefen: Rönigliche Hoheit, Barnaz, Lelia, Morgenpracht, Paladin, Rotoro, Plutarch. 1. Ludwig Thoma( Haynes), 2. Halca( B. Tarras), 3. Dlive( Barga). Toto: 26: 10. BI. 13, 19, 13: 10. Ferner liefen: Horo, Clothilde, Nina, Farmerin, Gytha. 5. Rennen. 1. Tod und Leben( Haynes), 2. Hornbori( H. Blume), Falfum, Ban Robert, Bildame, Eigilbert, Katchine, Estorial. 3. Bellac( Bregner). Toto: 149: 10. Pl.: 19, 12, 12:10. Ferner liefen: 9%, Uhr vormittags ab Oberschöneweide. Städtische Anlegestelle in ber Bafferstraße für die Teilnehmer aus Baumschulenweg, Niederschöneweibe, Johannis thal, Adlershof, Alt- Glienice, Oberschöneweide( Dampfer der Reederei Robiling.) 10 Uhr ab openid. Dampferanlegebrüde Luifenhain für die Teilnehmer des Stadtkreises Röpenid( Dampfer der Reederei Nobiling). 9 uhr ab Jannowihbrüde für die Teilnehmer aus den Stadttreifen Mitte Tiergarten, Webbing, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Charlottenburg, Spandau Tempelhof, Neukölln, Weißenjee, Reinidendorf, Pankow( Dampfer d. Reed. Nobiling), 3üge ab. Davon vier nach München, zwei nach Basel- Konstanz Leserinnen und Freunde der Frauenwelt"! und zwei nach Schwarzburg. Die Züge waren sämtlich überfüllt. Gestern sind sechs Züge abgegangen, von denen vier bis München gingen. Die Züge weisen durchschnittlich eine Besetzung von etwa 700 bis 800 Personen auf. Anhalter Bahnhof verkaufte man gestern rund 10000 Bahn= steigtarten, ein vollgültiger Beweis für den Refordverkehr, der sich hier abgewickelt hat. Anerkennung muß vor allem dem Be triebspersonal des Bahnhofs gezollt werden, das unter schwersten Berhältnissen trotz allem für die ordnurgsgemäße Abwicklung des Massenverkehrs Sorge trug. Bom Stettiner Bahnhof fuhren die D- Rüge Bug an Zug in die Ostseebäder. Borher wurde noch eine große Anzahl Kinderfonderzüge, es handelte sich insgesamt um 1200 bis 1300 Rinder am gestrigen Tage abgelassen. Die Züge waren mit je etwa 350 Kindern besetzt. Die vergangene Nacht hat nun den Ansturm auf den Gipfel geführt. Vornehmlich die Züge nach Köln und Frankfurt a. M. und dem Osten wiesen eine unglaublich starte Beseßung auf. Am gestrigen Tage find insgesamt 240 Fernzüge von Berlin abgefahren. Die Reichsbahndirektion hat festgestellt, daß der Reiseverkehr in diesem Jahre um etwa 9 bis 10 Broz. ftärfer ist als im vorigen Jahre. Gleichzeitig mit dem Abstrom in die Sommerfrischen macht sich auch der Zugang aus der Provinz bemerkbar. Natürlich kommt er nicht im entferntesten an die Abgangsziffern heran. Denn insgesamt 100 000 bis 150 000 Personen dürften wohl an diesen beiden Tagen Berlin verlaffen haben. Der vergangene Tag und die darauffolgende Nacht bildeten wohl den Höhepunkt des Verkehrs. Am heutigen Tage ist schon mit einem erheblichen Rückgang zu rechnen, bis in wenigen Tagen der Verkehr sich wieder so ziemlich in normalen Bahnen abspielen wird. Schwarz- Rot- Gold auch auf Bahnhöfen verboten? Am Sonntag, den 28. Juni, morgens 7% Uhr, fuhr, wie uns erst jetzt mitgeteilt wird, ein Trupp von etwa 40 Mann Reichsbannerfameraden mit zwei eingerollten Fahnen und einem Wimpel Schwarz- Rot- Gold vom Stettiner Borortbahnhof nach Heiligensee. Bei der Sperre wurde der Wimpelträger pon dem diensttuenden Beamten aufgefordert, den Wimpel einzurollen. Dem wurde nicht Folge geleistet. Kurz vor Einfahrt des Zuges tam der Bahnhofsvorsteher und forderte die Fest stellung des Wimpelträgers. Der Wimpel wurde ihm von den anderen Kameraden abgenommen und er ging in Begleitung des Bahnhofsvorstehers zur Bache. Am Bahnhof herrschte große Aufregung. Leute aus dem Publikum gaben den Reichs bannerleuten ihre Adresse, um als Zeugen vernommen zu werden. Mittlerweile fuhr der Zug ein. Kurz vor Abgang erschien der be treffende Bahnbeamte wieder mit fünf Schupobeamten, jedoch fuhr der Zug unbehindert ab. * Radfahrt abends 7 Uhr, Teilnehmerausweise zum Preise von 1. flir ben Erwachsenen und 25 Pf. für das Rind für Hin- und Rüdfahrt find zu haben im Bureau des Bezirksausschusses für Arbeiterwohlfahrt, Lindenstr. 3, 2 Hof, II. rechts, Simmer 1. Bezirtsbildungsausschuß Groß- Berlin. Bier Große Festtonzerte 1925/26. Internationale Boltstänge und Volkslieder. Steppe und Bußta. Im Orient Aus der neuen Welt. Der deutsche Tanz. Mitwirkende: Das Ballett und erste Soliften der Staatsoper. Künstlerische Rettung: Mag Terpis, Ballettmeister der Staatsoper. Prof. Schünemann, Dir. der Hoch schule für Mufit. Abonnementspreis für alle vier Veranstaltungen 4 M. Alle wichtigen Bestimmungen enthalten die Zeichnungslisten. Liften liegen Bigarrengeschäft Horsch, Engelufer, Tabakvertrieb GFG., Inselstr. 6, Beraus: Bei den Mitgliedern der Kreis und Abteilungs- Bildungsausschüsse, band der Graph. Hilfsarbeiter, Alte Jakobstr. 5, 2. Schmidt, N. 39, Tegeler Str. 31, Joh. Moranz. Danziger Str. 46, Buchhandlung Borwärts, Linden straße 2, und im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Tr. r., Zimmer 8/9. Ebert Reliefs nach dem Entwurf des Stünstlers Gerstenberg, elfenbein getönt, 1,60 M. bro Stüd, dunkel getönt 1,80 m. pro Stüd, zu haben im Bezirksbildungsausschuß. Lindenstr. 3, 2. of II. Ferner Rabierungen von Strommer, Defterle und Sela Haffe. Schwere Einsturzkatastrophe in Boston. 200 Personen verletzt. 4. Rennen. 6. Rennen. 1. Brinzeß Friesel( Brezner), 2. Hochftapler( Haynes), 3. Tibet( H. Blume). Toto: 82: 10. BL: 19, 26, 15: 10. Rita, Dfifels, Nova, Dorns Bruder, Opferstein, Rebus, Tarl Ferdinand, Ferner liefen: Lemmel, Lichtstrahl, Feuertaufe. 7. Rennen. 1. Marquis( Hahnes), 2. Primas( Vincenz), 3. Erb schleicher( Schönfisch). Tot.: 35: 10. 31. 16, 23, 44: 10. Ferner liefen: Calderon, Minenhof, Eichwald, Licht Alberich, Stasbet. Graffin fommt nach Berlin and startet Dienstag abend in Treptow! Der langerfehnte Start des französischen Dauerfahrers Grassin in Berlin wird nunmehr zur Tatsache. Der Direktion der Rennbahn Treptow ist es gelungen, ben zurzeit ausgezeichneten französischen stattfindet, zu verpflichten. Um den Start Graffins möglich zu machen Steber für das nächste Abendrennen, das am Dienstag fommender Woche war eine Berlegung des für Mittwoch geplanten Rennens auf Dienstag, notwendig, da Graffin bereits am Donnerstag in Amsterdam an den Start geht. Die Gegner Graffins werden teine geringeren sein, als die beiden Ersten des legten Treptower Abendrennens: Samall und Lewanow, benen der große Wurf, den Weltmeister Linart zu schlagen, gelang. Als bierter Teilnehmer ist auf Grund seiner hervorragenden Fahr weise in den letten Wochen der junge Hannoveraner Möller gewonnen worden. Ein besonders interessant zusammengestelltes Fliegerpro gramm wird neben den Dauerrennen zur Abhaltung gebracht werden. Ueber die Einsendung der Cohnzettel an die Finanzamter durch die New York, 4. Juli.( EP.) Das fünfstödige Gebäude des Bidnid. Arbeitgeber gibt ein Inserat in diefer Nummer des Vorwärts" Aufschluß. Clubs in Boston ist heute früh 4 Uhr eingestürzt, und zwar in dem Augenblid, als 200 Tänzer frog der frühen Morgenstunde im Begriff waren, das Unabhängigkeitsfest mit Tänzen zu feiern. Sämtliche Personen wurden verlegt, 40 von ihnen sind ihren Verlegungen bereits erlegen. Die Ursache des Einsturzes führt man auf Erdarbeiten zurüd, die in der Nähe aus geführt wurden und die das Gebäude anscheinend untermühlt haben. Berlin- Stockholm in 88 Minuten. Es wäre wohl die Frage berechtigt, mer den Auftrag zum Ein Auf der von der Junkers- Luft- Berkehrs A.-G. am 18. Mai in rollen der Reichsfarben auf den Bahnhöfen der Deutschen Reichs. Betrieb genommenen Nachtpostluftstrede Berlin- Warnemündebahngesellschaft gegeben haben mag. Rarls amn- Stodholm hat borgestern nacht der Flugzeugführer Togal gegen Schmerzen der Nerven, Rheuma, Gicht, Jschias, Herenschuß, Kopfschmerzen. Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Alinisch erprobt! Hervorragend bewährt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 126% Lith., 0,46% Chinin, 74,3% Acid. acet. sallc., ad 100 Amylum. Beginn 1. Jull A.Wertheim Saison- Verkauf Außergewöhnlich herabgesetzte Preise in fast allen Abteilungen Ein Posten Serie I Unterkleider Kunstseid. 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Der Gaspreis ist in unserem Berfergungsgebiete entsprechend dem int Gebiete der Berliner Städt. Gaswerfe H.-G. allgemein gültigen Preise für das von der Standaufnahme im Jult d. J. entnommene Gas auf 16 Pfennige fir ein Rubikmeter festgelegt worden. Der neue Gespreis wird alfa eritmalig filt den bei der Standaufnahme im Auguft d. J festgestellten Verbrauch erhoben. Dieser Preis gilt auch für das durch Markenmesser bezogene Gas. Infolgedessen wird ab 1. Juli die auf 500 Liter lautende Warke zum Preise von 8 Pf. in den bekannten Verkaufsstellen abgegeben Großabnehmer, die monatlich mehr als 500 cbm verbrauchen, erhalten auf den Gaspreis von 16 Pfg. einen Staffelrabatt und zwar für d, Berbrauch über 500 cbm im Monat bis zu 2000 cbm 10 Bro32000 " " " " 5000 " " " " " " 10000 " " 20000 " " " " " " " 17 37 "" 5000 10000 20000 40000 12 " 13 14 " " 16 " " 18 " 40000 " " ” " " 60000 20 Bei einem monatlichen Berbrauche von mehr als 60000 cbm merden auf Antrag Sonderverträge abgefchloffen werden. Swed's Berechnung des zu gewährenden Rabattes wird der Gasverbrauch eincs privaten bnehmers an feinen sämtlichen Berbrauchsstellen im Bezjorgungsgebiete der Gesellschaft zu fammengerechnet Die Berrechnung des Rabattes erfolgt ausschließlich monatlich. Reben dem Gaspreis werden vom gleichen Zeitpunkt ab auch für Marfenmesser nachstehende monatliche Gäge für Gasmeffermiete erhoben: Für 3. Gasmesjer 0.40 W. Für 150 fl. Gasmesser 750 M 5 0.40 200 " " " 10." " 10 0.75 250 " " " " " 12. " " 15 1 " 300 " " 14. " " " 20 " P " 400 " 9 " 16. " " 30 " 500 " " " 18. " H 50 600 " " " " " " 20. " 60 " " 800 " " 25. " 80 " 4. 1000 " " 39 30. 100 5. " " 1200/5000 f. 40. Berlin, den 1. Juli 1925. 1929p M Persil bleibt Persil daw ร Dies Wort, von überzeugten Verbrauchern geprägt, zeigt, wie sehr das ausgezeichnete Waschmittel sich die Zuneigung der Hausfrau errungen hat. Wirklich, die Beliebtheit, die es genießt, ist ohnegleichen. Die Hausfrau, die Persil kennt. weiß, was sie daran hat: Persil schont und pflegt die Wäsche und macht das Waschen angenehm und billig! Henko, Henkel's Wasch- u. Bleich- Soda das Einweichmittel. Unübertroffen für Wäsche und Hausputz! P. 30° werden! Ortskrankenkasse für die Gewerbe der Tischler und Pianofortearbeiter zu Berlin Bekanntmachung. § 30( Familienhilfe) 8iffer 3, Nr. 2 des 16. Nachtrags zur Gazung, beschlossen in der Ausschußigung am 18. Dezember 1924, ift unter dem 25. Juni 1925 vom Oberversicherungsamt Berlin nachträglich genehmigt worden Die Gagungsänderung tritt am Montag, den 6. Juli 1925, in Kraft. Druckstüde find im Kaffenlotal erhältlich. Berlin, den 3. Juli 1925. 51/12 Der Vorstand: Fr. Meersbach, Borsigender. Radio auf Miete Berliner Städt. Gaswerke G. m. b. H. Deutscher Metallarbeiter- Verband Inferieren Verwaltungsstelle Berlin. Dienstag, 7. Juli, nahm. 5 hr, im Parterrefaal des Derbandshauses, Linienste. 83/85: Branchenversammlung der Bau-, Geldschrant- u. Möbelschloffer Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Gewerkschaftstongreß. 2. Aussprache. 3. Branchenangelegenheiten. Bflicht eines jeden Kollegen ist es, in Der Bersammlung zu erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. Graveure! Giseleure! Mittwoch, den 3. Juli, nadm. 5 Uhr, in Ewalds Gesellschaftshaus, Staliger Str. 126: bringt ERFOLG: Am 2. Juli verschied nach furzem schweren Leiben meine liebe Gattin Laura Schmidt geb. Radle Dies zeigt tiefbetrübt an Emil Schmidt Gastwirt, Utrechter Str. 3. Die Beerdigung findet am Montag, den 6. Juli, 4 Uhr nacm., von der Rapelle des alten Razarethfriedhofs, Geeftraße, aus statt. 4/7 Bilanz der Möbelfabrik „ Osten" Deffentliche Bekanntmachung. Die gemäß§ 40 des Einkommensteuergefeges und den dritten Durchführungseingetr.Genossenschaft m. beschr Haftpfl. beftimmungen über Borauszahlungen vom 31. Dezember 1924, Aktiva. Raffa- Ronto Bant Debitoren- Ronto Waren- Ronto Rautions- Ronto • seitens der Arbeitgeber den Finanzämtern vierteljährlich einzusendenden Lohnzettel 368,68 R. find nur noch fir folche Arbeitnehmer cin 2 309.22 zureichen, beren Arbeitslohn nach Ablegung 5070,10 des steuerfreien Lohnbetrages ben Betrag 14 954, von 3000 R. im legten Ralenberviertel jahr überftiegen hat. Die nächste EinsenMaschinen- u.Wertzeug- Ronto 3288, bung der Lohnzettel nach dem vorgeschrie benen Muster hat bis zum 10. Juli zu er folgen. Arbeiter- Baugenossenschaft, Paradies" Berlin Darlehn- Konto E. G. m. b. H. " " " 1, 25 991, Baffina. Kreditoren Konto 4682,20. 12 000, 210, " " 8157,40 27 400, 541,40 " " Anteil- Ronto Refervefonde- Ronto. Branchenversammlung Geschäftsstelle Berlin Bohnsdorf. Rüdlage Konto " Berlin, den 2. Juli 1925. Der Präsident bes Landesfinanzamts Berlin. wwww 25 991, Stiftzähne D. Mark au, Zähne v.2 vorzüglich Jeder Rollege muß in dieser Bersamm. Freitag, den 17. Juli 1925, abends Gewinn- und Berluft- Ronto 6 Uhr, i. Gewertschaftshaus, Engelufer 24/25: 23. ordentl. Generalversammlung. Die Anzahl der Genoffen ist unverändert 7. Tagesordnung: 1 Geschäftsbericht: BorSigungsfaal des Verbandshavies, legung ber Bilang nebst Gewinn- und Ber- Die Haftpflichtfumme aller Genossen be- Schonendes Plombieren von 2 Mart an Iuftrechnung. 2. Bericht der Revisoren und trägt 210 m. 82/4 Genehmigung der Bilanz, sowie Beschlußlung anmesend fein. Mittwoch, 8. Juli, abends 7 Uhr, im Linienfte. 83/85: Möbelfabrik„ Osten" Reparatur in 3 Stunden. Kronen bon 3 Mart an Zahnziehen mit Betäubung. Günftige Zahlungsbedingung. Garantie. Sprechzeit 9-7, Gonntags 9-12 Uhr Prinzenstr. Branchenversammlung faffung über die Berteilung des Gewinnes eingetragene Genossenschaft mit be- M. Müller, 17 Ritersirage 17 der Schwarzblechschloffer oder Berlustes. 3 Neuwahlen: a) des BorTagesordnung: 1. Stellungnahme 1. Beschlußfaffung über event. Ausführung standes. b) Erfagwahlen zum Aufsichtsrat. zum Tarifvertrag. 2. Branchenangelegen weiterer Bauobjette. 5. Verschiedenes. 6. Ev. beiten. 3. Verschiedenes. schränkter Haftpflicht. Aug. Tatsch. F. Fallesen. Ren eingetroffen große Bollen TepRuffischer Auslandspaß Küchen roh emaillier Küche Lotichen 35 68 Mk. Küche Hermine 68 120 Mk. Riesenausw.rober, lackiert., lasiert. Küchen u. einzelner Sehränke jetzt enorm billig. Kleiderschränke 90 cm 120 cm rob 35 M. 45 M. Weiß 55 M. 70 M. Austellung westfälischer Küchen von 175-700 M. frei Haus Berlin. Küchenmöbel- Fabrik Joseph Himmel Norden 10822 Lothringer Straße 22 ( Schönhauser Tor) Anträge der Genoffen. Anträge müssen bis pidhe, Tisch und Chaiselonguededen auf verloren. Stame: Nikolai Georgiewitsch Es ist Pflicht aller Kollegen, zu dieser 12 Juli beim Borstand eingegangen sein. bequeme An- und Abzahlung. Möbel- Almasow, Nr. 40251 ober 40253. Gegen britate, neue und gebrauchte, Repara Abzahlung. Nähmaschinen aller Fa Bersammlung zu erscheinen. 81/18 Der Vorstand: Lechner, Brunnenstraße 7, Rabe Rosen- Belohn. abzugeb. Lindenstr. 20/25, Ruffice turen schnell, billig. Neue Rönig. Die Detsverwaltung. Dorner. P- Schiffke, G, Pfeiffer, boter Blok gandelsvertretung, bt, Rosanefdatorgfrese 36, Sonight E MONAT MIETE 5. MARK Nach einem Jahr Jhr Eigentum! Besuchen Sie unsere Vorführungsräume Ritterstr. 11/ Uhlandstr. 27 Hören Sie unsere Sabo- Hörer Verlangen Sie Vertreterbesuch oder Prospekte! Deutsche FunktelefonVermietungs- G. m.b. H. Berlin S 42, Ritterstr.11 Fernsprech.: Moritzplatz 2989-2993 Nr. 313+ 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Kampf um die Auswärtige Debatte. Sozialfragen im Reichstag. Reichstag. Der Der Ausbau der Angestelltenversicherung. -Im weiteren Verlauf der Debatte im Reichstag behauptet| außenpolitischen Debatte Rede und Antwort zu stehen. Wir dürfen die Abg. Fra u Arendsee( Komm.), daß es sich bei allen Maß- annehmen, daß der Außenminister in den Angelegenheiten seines nahmen dieser Regierung nicht um Maßnahmen für die Jugend, Ressorts bewandert genug ist, um in der Lage zu sein, die Gründe sondern um solche zum Schutz gegen die heranwachsende Jugend dafür anzugeben. Wenn wir nichts darüber hören, müssen wir anhandele. Wenn die Jugend verwahrlose, so sei das die Schuld der nehmen, daß es sehr fadenscheinige Gründe sind.( Sehr Gesellschaft. Namentlich die Wohnungsfrage spiele hier eine richtig! bei den Sozialdemokraten.) große Rolle, und die Frage der Löhne der Arbeitnehmer. Wenn da nicht eine bessere Lage geschaffen werde, würde die Verwahrlosung der Jugend weiter um sich greifen. Auch die Schande der heutigen Gesellschaft, die Kinderarbeit, müsse verschwinden. Die Rednerin lehnt aber 3wangsgefeße, und als solches betrachtet sie diese Vorlage auch, für die Jugend ab. Abg. Schwarzer- Oberb.( Bayr. Bp.) bemängelt, daß bei Beratung der Kinderarbeit bei Filmaufnahmen eine sacherständige Beratung nicht stattgefunden habe. So allgemein, wie bas Verbot in der Borlage der Regierung enthalten sei, sei es unannehmbar. Der Redner beantragt nochmalige Zurückverweisung des Gesetzentwurfes an den sozialen Ausschuß. Abg. Frau Lüders( Dem.) wendet sich gegen die Ausführungen des Vorredners. Die Rednerin verweist auf eine Stellungnahme des Berliner Polizeipräsidenten. Ausnahmsweise fönnten zwar Aufnahmen von Kindergärten und Kinderheimen gestattet werden, aber weiter fönne man nicht gehen.( Beifall links.) Abg. Frau Schröder( Soz.) 1 weist gegenüber den Ausführungen des Abg. Schwarzer( Bayr. Bp.) darauf hin, daß die Möglichkeit einer Beratung durch Sachverständige sehr wohl bestanden habe, da der Antrag Müller Franten ( 603) schon sechs Monate vorliege. Der Schutz der sogenannten Filmfinder sei nur deshalb nicht im Gesetz von 1903 enthalten, weil es damals noch keine Filmfinder gab. Dieser Schutz müffe nun nachgeholt werden.( Beifall links.) Die Regierungsvorlage wird dann einem besonderen Ausschuß überwiesen, der Antrag Müller- Franken( S03.) wird in 2. Lesung angenommen. Reichsregierung und außenpolitische Debatte. Dann teilt Präsident Löbe dem Hause mit, daß er gemäß den gestrigen Beschlüssen des Hauses mit dem Reichskanzler die Frage besprochen habe, ob und wann die außenpolitische Debatte stattfinden könne. Der Reichstanzler habe erklärt, daß es gegenwärtig nicht wünschenswert wäre, in die außenpolitische Debatte einzutreten, weil wichtige diplomatische Ber handlungen, die gegenwärtig schweben, dadurch gestört würden. Dann hätte aber, wie Präsident Löbe weiter mitteilt, das Haus sehr wenig Beratungsstoff, weil alles noch in den Ausschüssen liegt. Es sei daher zu erwägen, den Montag und Dienstag plenar= figungsfrei zu lassen Abg. Diffmann( Soz.): Wir haben gehört, daß die Regierung nicht wünscht, daß der Reichstag eine außenpolitische Debatte führt, bevor die Note abgefandt ist. Unsere gestrigen Befürchtungen waren also begründet, Daß die Regierung vor der Absendung der Note nicht Sprechen mill. Wir erheben den schärfften Einspruch dagegen, daß der Reichs tag in diefer wichtigen Frage ausgeschaltet werden soll.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Bir find ferner der Meinung, daß das Plenum feine Beratungen am Montag und Dienstag nicht aussehen soll. Es sind eine ganze Anzahl michtiger Fragen, die an diesen Tagen behandelt werden fönnen. Alle Fraktionen haben Anträge und Interpellationen eingebracht, an denen sie start interessiert sind und deren Erledigung bisher zurüdgestellt worden ist. Im 2 eltestenrat tann heute noch festgestellt werden, welche Gegenstände am Montag und Dienstag behandelt werden sollen. im Abg. v. Graefe( Bölt.) bemängelt die laue Erklärung des Abgeordneten Dittmann und ersucht, heute noch einmal eltestenrat darüber mit dem Außenminister zu verhandeln, daß die außenpolitische Debatte am Anfang der nächsten Woche erfolge. Die Böllischen wünschten unter allen Umständen die fofortige außenpolitische Debatte. Staatssekretär Kempner: Im Auftrage des Reichskanzlers habe ich zu erklären, daß die Debatte über die außenpolitische Lage noch vor den Sommerferien stattfinden wird, und zwar jobald die Antwortnote überreicht sein wird.( Lebhaftes: Hört, hört! links.) Abg. Dr. Rosenberg( Komm.): Das würde sich fein Barla ment Europas gefallen lassen. Es handelt sich aber hier gar nicht um die außenpolitische Diplomatie, sondern um eine innenpolitische Diplomatie, darum, daß der Regierungsblod wieder zusammengetittet werden soll Darum will die Regierung eine Atempause haben. Abg. Breitscheid( Soz.): Wir sind bereit, dem Antrag Graefe zuzustimmen. wir sind doppelt bereit dazu, nachdem die Regierung ihre Erflär. rung abgegeben hat. Wir verlangen, daß die Regierung ihre Gründe darlegt, aus denen sie nicht in der Lage sei, hier in einer Wir legen den allergrößten Wert darauf, daß die Debatte über den Sicherheitspakt und die anderen damit zusammenhängenden Gegenstände erfolgt, bevor die Note herausgegangen ist. was die Richtlinien der Volkspartei darüber sagen, ist feine bündige Antwort, wir verlangen fie aus autorisiertem Munde. Das parlamentarische System erfordert es, daß der Reichstag vor Beendigung der Verhandlungen seinen Einfluß darauf auszuüben imftande ist. Wir müssen sagen können, ob uns die Note gefällt oder ob sie uns nicht gefällt. Das ist teine Politit, nachträge lich die Mißbilligung auszusprechen. Der Reichstag muß wissen, was gespielt wird. Das ist um so notwendiger, als wir doch oft genug gehört haben, daß nach dem Kriege der Geheimdiplomatie ein Ende bereitet werden soll.( Stürmische 3wischenrufe rechts.) Wir fordern also mit aller Energie, daß der Reichstag seinen Einfluß auf die auswärtige Politik und besonders in einer so wichtigen Frage ausübt. Es ist uns unverständlich, daß Boltsvertreter sich selbst davon ausschalten wollen, ihren Einfluß auszuüben.( Lachen rechts.) Nun hat zwar die Bolkspartei ihre Richtlinien herausgegeben, wir haben aber das Recht, zu erfahren, ob das die Richtlinien der Volkspartei oder die Richtlinien der Regierung sind. Wir müssen wiffen, ob diese Richtlinien Herr Stresemann der Deutschen Volkspartei oder die Deutsche Volkspartei Herrn Stresemann vorgeschrieben hat.( Sehr richtig! bei den Soz.) Wir müssen wissen, nach welchen Richtlinien die Regierung vorDie Tatsache, daß das der Volkspartei bekannt ist, enthebt die Re. zugehen gedenkt. gierung nicht der Notwendigkeit, auch die anderen Parteten darüber zu unterrichten. Die deutschnationale Bresse hat ja den Richtlinien nicht zugestimmt, es ist also immer noch zweifelhaft, ob das die Richtlinien der Regierung find. Im Plenum des Reichstags muß darüber Auskunft gegeben werden. Die Voraus. fegung des internationalen Eingreifens der Regierung und der Regierungsparteien ist doch das Angebot vom Februar. Wir haben die Gewißheit, daß sich in einer der Regierungsparteien ein einflußreicher Kreis von politischen Führern an dieses Angebot nicht gebunden hält. Wenn das der Fall ist, dann müssen wir wissen, wie die Regierung dazu steht.( Großer Lärm rechts.) Eines der Regierungsmitglieder, der Innenminiffer Schiele, hat noch am 25. Mai erklärt, daß ihm das Angebot der Regierung nicht bekannt fel.( Stürmisches: Hört, hört! lints.) Nach alledem verlangen wir, daß die Regierung in einer Aussprache Rede und Antwort steht, wir wollen Klarheit haben. ( Stürmische Zustimmung links, Lärm rechts.) Eizungen stattfinden, damit die Ausschüsse ihre wichtigen Be Abg. Fehrenbach( 3.): Montag und Dienstag sollten feine ratungen für das Plenum reif machen können. Bezüglich der Debatte über die außenpolitische Lage hat der Reichstanzler im eltestenrat nichts davon gejagt, daß die Debatte erst nach Absendung der Note erfolgen folle. Der Reichstanzler hat aber den Wunsch geäußert, im Aeltestenrat Auskunft über die Gründe zu geben, welche es geboten erscheinen ließen, die außenpolitische Debatte zurückzustellen. Vielleicht tönnte der Reichstanzler auch im us martigen Ausschuß diese Gründe am nächsten Mittwoch auseinandersetzen. Bis dahin geht die Note ja noch nicht heraus. Zuerst müssen wir den Kanzler hören und dann wird noch immer Zeit sein, darüber zu sprechen, wann die außenpolitische Debatte stattfinden soll.( Beifall rechts.) Präsident Löbe: Der Reichskanzler hat sich bereit erflärt, die Gründe gegen die sofortige Außendebatte darzulegen; aus der foden 3eitpunkt der außenpolitischen Aussprache flar sein sollen. eben gegebenen Erklärung geht aber hervor, daß wir uns über Staatsjefretär Kempner: Auf die Ausführungen des Herrn Fehrenbach möchte ich turz erwidern, daß meine Mitteilung, die ich im Auftrage des Reichstanzlers machte, in feiner Weise das nämlich der Reichskanzler bereit sei, in den nächsten Tagen hindert, was der Reichstagspräsident im Aeltestenrat mitteilte, daß Mitteilung zu machen.( 3urufe links: Das haben wir auch be griffen!) Fehrenbach würden nur dann zutreffen, wenn der Reichskanzler Abg. v. Graefe( Bölt.) führt aus, die Ausführungen des Abg. hätte mitteilen laffen: Ich will euch Rede stehen, nicht am Montag oder Dienstag, aber ehe die Note abgeht. Abg. Fehrenbach: Montag und Dienstag geht die Note noch micht ab! Abg. Haas( Dem.): Es ist nicht verständlich, warum der Reichstanzler feine Erklärung durch den Staatssekretär abgegeben hat. Wir wünschen auch eine außenpolitische Debatte vor Absendung der Note, haben aber auch in der Opposition die Pflicht der Verantwortung und müssen daher den Reichstanzler hören. Sonntag, 5. Juli 1925 Die Bayern gegen Filmkinderschuh. Mit dem Außenminifter fönnten wir nus nur begnügen, wenn wir wüßten, daß beide einer Meinung sind. Mir scheint aber das Durcheinander der Regierungsparteien so groß zu sein, daß ich die Auffassung habe, durch den Reichsfanzler vielleicht besser informiert zu werden. Die Aussprache muß so schnell wie möglich mit dem Reichskanzler erfolgen. hören. bg. Stoeder( Romm.) beantragt, den Reichsaußenminister Stresemann sofort vor den Reichstag zu rufen, um die Gründe der Regierung für die Hinauszögerung der Debatte zu Abg. Fehrenbach( 3) fragt den im Saale befindlichen Reichsarbeitsminister, ob nach feiner Ansicht eine Absendung der Note über den Sicherheitspalt in Frage tame, bevor der Reichskanzler Auswärtigen Ausschuß abgegeben habe. mit dem Kabinett einig sei, und seine Erklärungen vielleicht dem Außenminister find augenblicklich nicht in Berlin anwesend. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns: Der Reichstanzler wie der ( Buruf links: Sie haben sich gedrückt!) Ich habe gar kein Bedenken, auf die Frage des Abg. Fehrenbach sofort zu antworten und bin überzeugt, daß ich damit auch durchaus die Meinung des Reichsfanzlers treffe. Ich bin fest davon überzeugt, daß der Reichskanzler bereit ist, mit den Fraktionen des Reichstags in den allernächsten Tagen Fühlung zu nehmen und es ihm abfolut fernliegt, daß die Antwort auf die franzöfifche Note auch nur im kabinett beschlossen werden soll, ehe eine folche Fühlungnahme stattgefunden hat. ( Lärm und Zurufe links.) Präsident Löbe: Der Abg. Fehrenbach hatte nur gefragt, ob die Möglichkeit besteht, daß die Note vor dem Erscheinen des Reichsfanzlers vor dem Aeltestenrat abgehen wird, das hat der Armeldungen vor.( Große Unruhe und Schlußrufe.) Zwei Vorschläge beitsminister verneint. Es liegen noch eine Menge Wortsind gemacht: Ob am Montag und Dienstag die außenpolitische Debatte stattfinden soll, oder ob entschieden wird, daß wir die Entscheidung über den Termin der außenpoolitischen Debatte aussehen, bis der Reichstanzler, sei es vor dem Aeltestenrat oder vor dem Auswärtigen Ausschuß nähere Ausfunft gegeben hat. Zweitens ist mir ein Antrag Henning zugegangen: „ Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung zu erfuchen, feinesfalls eine Note in der Frage des Sicherheitspattes abzusenden, bevor die Aussprache im Reichstag stattgefunden hat. Che ich erst das Wort weiter erteile, mache ich darauf aufmerksam, daß ich non jetzt ab genau auf die fünf Minuten achten werde. Abg. Dr. Breitscheid( Soz.): Ich möchte an den Arbeitsminister die Frage richten, ob er uns jagen fann, ob diese Note auch dann abgeschickt wird, wenn sich bei der Fühlungnahme mit den Partelen ergibt, daß ihr Inhalt nicht gebilligt wird.( Lärm und Lachen rechts.) Abg. v. Graefe( Völk.): Der Arbeitsminister hat von einer Fühlung mit den Frattionen gesprochen. Ich möchte ihn darüber befragen, ob das nicht etwa die berühmte Fühlungnahme hinter den Kulissen ist. Arbeitsminister Dr. Brauns: Die Sache ist im Reichs= fabinett vom Reichskanzler noch nicht erörtert worden, als diese Mitteilung heute an den Reichstag erging. Ich bin also als Arbeitsminister nicht in der Lage, hier zu erffären, wie im einzelnen die Fühlungnahme vor fich gehen wird. Jedenfalls trifft das eine zu, daß wir nach meiner Erinnerung schon oft Noten abgeschickt haben, ohne daß vorher das Plenum des Reichsfags feine Zustimmung erklärt hat. Rach weiteren Bemerkungen der Abgg. Stoeder( Komm.) und Fehrenbach( 3.), der nochmals betont, daß davon selbstverständlich feine Rede sein könne, daß die Note vor der zugefagten Unterredung mit dem Reichstanzler abgehe, wird der Antrag, am Mongegen die Stimmen der Kommunisten, Sozialdemokraten und Völtag mit der außenpolitischen Besprechung zu beginnen, fischen abgelehnt. Ebenso wird der Antrag Henning abgelehnt, für den auch die Demokraten flimmten. Gegen die Stimmen der Sozialdemofraten, Kommunisten und Bölkischen wird beschlossen, daß die nächste Plenarsihung am Mittwoch stattfinden solle. Es folgt die erste Lesung der Vorlage betr. Der wesentlichste Inhalt der Vorlage ist die Erhöhung der Leistungen Ausbau der Angestelltenversicherung. der Versicherung um ein Drittel. Dementsprechend werden auch die Beiträge erhöht. Arbeitsminister Dr. Brauns leitet die Beratung ein mit einer Darlegung der Neuerungen, die die Borlage zugunsten der Berficherten bringt. Besonders soll auch das Heilverfahren er. weitert werden, wofür in den Etat der Bersicherungsanstalt für 1926 allein 12 Millionen eingestellt sind. Was den Antrag der Sozialdemokraten auf Er. höhung der Renten aus der Invalidenversicherung betrifft, so ist die Regierung bereit, auch die Invalidenversicherung auszu60 JAHRE LOESER& WOLFF! Am 1. Juli blickten wir auf unser 60 jähriges Bestehen zurück. Der treffendste Beweis für die Güte unserer Zigarren und Zigarillos ist mit der Tatsache gebracht, daß eine ganze Reihe von Sorten schon 30 Jahre und länger bestehen. So führen wir beispielsweise neben anderen: Paraiso Cayetano Ceballos Holl. 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Der Aufwand des Reiches dafür hat aber schon die halbe Milliarde überschritten. Neue Lasten werden sorgfältig geprüft werden müssen, aber die Regierung hofft, dem Reichstag im Herbst eine neue Vorlage über die Invalidenrenten machen zu können. Abg. Aufhäuser( Soz.): Preisentwicklung auf dem Weltmarkt. Weltwirtschaftliche Umschau. Auf dem Weltfrachtenmarkt erfolgte ein weiterer Rückgang der Frachtenraten, und damit ist der Weltfrachteninder des„ Economist" zum ersten mal feit zehn Jahren unter den Vorfriegsstand gesunken. Die rückgängige Entwicklung der Frachtraten spiegelt die Krise der Schiffahrt, die teils infolge der zu großen Ausdehnung der Handelsflotte, teils infolge des Rüdgangs des A. H. Welthandels einsetzte, wieder. Seit 1924 haben wir zwar eine Stabilisierung der Währung, aber wir sehen noch keinen Aufbau der Sozialpolitik. Die Regierung Die Preisentwidlung in den verschiedenen Ländern, wie| fich die Preise für Gummi fast verdoppelt etwas schwankend ge worden, doch haben die hohen Preise taum nachgelassen. Auf läßt die sozialen Notstände immer an sich herankommen und sucht auch für die wichtigsten Waren war durchaus nicht einheitlich, blieb Die kleineren Uebel durch kleine Vorlagen zu beseitigen, statt nach im großen und ganzen rückläufig. Die Erhöhung des alldem Metallmartt erfolgte eine Preiserhöhung für Kupfer. cinem großzügigen Sozialprogramm zu arbeiten. Sobald es sich gemeinen Preisniveaus in Frankreich, Belgien und Die Vorräte haben sich vermindert, und angeblich bestand auch eine um die Interessen der Agrarier und der Industriellen handelt, sehen Stalien war nur die Folge der fortschreitenden Geldentwertung, planmäßig durchgeführte Einschränkung der amerikanischen Prowir eine außerordentliche Aktivität der Regierung, gegenüber der duktion zur Erzielung höherer Preise. Das Kupfer gehört zu den Lage der Arbeiter, Angestellten und Beamten und Sozialrentner und in Goldpreisen ausgedrückt ist auch in diesen Ländern eher ein zeigt die Regierung dagegen eine unerhörte Bassivität. Preisrückgang festzustellen. Erst in den letzten Tagen dürfte in wenigen Waren, deren Preis noch bis vor kurzem unter deni Auch der uns jetzt vorliegende Gesetzentwurf zeigt, daß von der auch Frankreich eine erhebliche Preissteigerung eingesetzt haben, um die Vorkriegsstand blieben. bei der Hindenburg- Wahl versprochenen Rettung" nichts verwirt Anpassung der Preise an die Valuta durchzuführen. In den Ländern licht wird. Die Vorlage flickt nur ein wenig an der Angestellten mit stabiler Baluta hat sich aber der allgemeine Preisstand für versicherung herum, fie bringt teine wesentliche Verbesse den Großhandel nur in den Vereinigten Staaten, aber auch dort rung. Was für sie angeführt wird, ist keine Begründung für die nicht sehr erheblich, außerdem in Kanada und in Rußland erhöht. Erhöhung der Beiträge um ein Drittel. Die sozialdemokratische In den Bereinigten Staaten ging den letzten PreiserhöhunGraftion hat nun einen Antrag gestellt, wonach mit sofortiger Für die Beurteilung der Wirkung eine Erhöhung der Renten aus der Invalidenversicherung gen ein dauernder Rückgang voraus. um monatlich mindestens 10 Mark für den Empfänger einer In Konjunktur hat die gegenwärtige geringe Preissteigerung feine validen, Witwen- oder Witwerrente und um monatlich mindestens Bedeutung. Die Preise in Rußland sind seit Januar in hef5 Mark für den Empfänger einer Waisenrente erfolgen soll. Die tigem Steigen begriffen, wofür die außerordentlich große BeMittel dafür sind in erster Linie durch Reichszuschuß zu decken lebung der wirtschaftlichen Konjunktur auf dem inneren Markt und und nur der dann noch etwa verbleibende Fehlbetrag durch Er- wahrscheinlich auch der teuere Kredit verantwortlich sind. Auch in höhung der Beiträge. Die Regierung hat versprochen, daß sie Deutschland war im Juni eine Steigerung der Großhandelsfraten werden aber nicht bis dahin warten. Auch bei dieser Vorlage tung" betrug Ende Juni 142,63 gegen 140,62 Ende Mai.) Diese diejem Antrage im Herbst entgegenkommen wolle, die Sozialdemo- preise festzustellen.( Der Großhandelsinder der„ Frankfurter 3eisehen wir, daß die Regierung die Einnahmen dadurch erhöhen will, Steigerung ist auf die Erhöhung der Lebensmittelpreise zurückzudaß sie die Lasten auf die schwächsten Schultern zu Tegen sucht. Wer das Elend unter den Angestellten kennt, der wird führen. In den meisten europäischen Ländern ist jedoch das weitere Vor allem in Eng fich dagegen wenden müssen, daß ihre Beitragslast in unerträglicher Sinken des Preisniveaus zu beobachten. Weise gesteigert wird. Für die Arbeitsweise der Regierung ist fenn land, wo die Preise besonders für Kohle, Eisen und Stahl gezeichnend, daß ursprünglich die Angestellten und Lehrlinge mit einem funken sind, in Holland mit stark fallenden Preisen, in der Einkommen von unter 25 Mark monatlich von der Beitragszahlung Schweiz, in Norwegen, wo der Großhandelsinder von 273 befreit waren. Selbst diese bescheidene Verbesserung glaubte das im April auf 262 im Mai fant, in Polen und Desterreich, foziale Gewissen des Reichsrats nicht tragen zu können, er hat diesen wo das Preisniveau leicht zurückging. Desgleichen ging der GroßAngestellten noch die Hälfte der Beiträge aufgebürdet. Uns ist die handelsinder in Australien und Britisch- Indien mäßig zurüd. Grenze von 25 Mark noch zu gering, wir verlangen eine Was die Entwicklung der Weltmarktpreise der einzelnen wesentliche Erhöhung der Grenze für die Beitragsbefreiung. Waren anbelangt, so ist vor allem der Preisrüdgang auf dem Wenn die Unternehmer über die schweren sozialen Lasten flagen, Getreidemarkt für Weizen und Roggen zu verzeichnen. Die Ernte die im übrigen gar nicht so hoch sind, wie sie es immer darstellen, aussichten aus den Vereinigten Staaten lauteten ungünstig, was im so muß man doch auf der anderen Seite berücksichtigen, daß der Mai zu Preiserhöhungen führte. Indessen wird aber die kanaNominallohn der Arbeiter und Angestellten nicht höher, der Real- dische Ernte außerordentlich gut beurteilt, ja es wird eine Rekord lohn geringer ist als vor dem Kriege, dagegen müssen sie höhere ernte erwartet, wodurch der eventuelle Ernteausfall in den Bereinig Beiträge zahlen.( Sehr richtig! bei den S03.) Wo bleibt der Aufbau in der Versicherung in bezug auf das Heilverfahren? ten Staaten mehr als ausgeglichen sein wird. In den europäischen Es ist noch immer der Willkür der Instanzen ausgeliefert. Wir ver- Ländern, vor allem in Frankreich, Italien, Deutschland, Bolen, in langen weiter die Regelung der Sonderversicherung den nordischen Ländern, in Rumänien, Bulgarien und Rußland, wird für solche Angestellte, die vorher als Arbeiter tätig waren. Es gibt eine außerordentlich gute Ernte erwartet. Die ruffische fast einen ganzen Beruf, den der deutschen Werkmeister, die, Ernte soll im nächsten Jahr sehr beträchtliche Ausfuhrüberschüsse erwie in der Textilindustrie, in der Metallindustrie aus Arbeiterkreisen geben. Unter der Wirkung dieser Nachrichten sind die Weltgetreidehervorgegangen sind, und bei denen die Angestelltenversicherung preise gesunken. Sie blieben aber dennoch auf einer beträchtlichen auf ihre frühere Beitragszahlung keine Rücksicht nimmt. Berhand- Höhe. Von einem Preissturz kann nicht die Rede sein. Die Preise lungen und Erwägungen genügen jezt nicht mehr, wir müssen endlich anfangen, nicht nur die Beiträge zu erhöhen, sondern auch für Fleisch und Schmalz sind dagegen erheblich gestiegen. organische Verbesserungen an der Angestelltenversicherung vorzu- Desgleichen auch für Zucker, dessen Preisentwicklung den seit nehmen. Die Angestelltengewerkschaften haben nicht ohne Erfolg lange anhaltenden Tiefstand überwunden hat. Der Verbrauch an für bessere Verhältnisse in der Verwendung der Versicherungsgelder Bucker hat sich erheblich gesteigert. Damit sind die Lebensim Geldverkehr und Kreditwesen der Versicherungsanstalten gesorgt. mittelpreise in ihrer Gesamtheit trotz Rückgangs der GetreideWir hoffen, daß hierin die Gesundung fortschreitet. Dabei muß auch preise gegenüber dem Bormonat erhöht. ein Wort über die Verfassung der Angestelltenverficherung gesprochen werden. Wir brauchen hier die Selbst= perwaltung, vor allem fürzere Fristen für die Wahlen, zum mindesten die vierjährige Wahlfrist, wie sie schon in anderen Zweigen Der Sozialversicherung besteht. Für die oberen Aemter haben Bahlen überhaupt noch nicht stattgefunden, trogdem die Novelle schon im Jahre 1922 verabschiedet worden ist. Die letzte Wahl ist von Vertrauensmännern vorgenommen worden, die unter ganz anderen Voraussetzungen gewählt worden waren.( Hört, hört!) Wir ersuchen das Reichsarbeitsministerium, möglichst noch in diesem Jahre den Zeitpunkt für die Neuwahl anzusetzen, dann aber auch in einer Form, die das doppelf indirekte System beseitigt. Wir können uns nicht damit begnügen, daß einige Paragraphen verbessert werden, sondern wir verlangen in der Angestelltenversicherung ganze Arbeit. Die Stabilisierung der Wirtschaft, die seit 1924 verjucht wird, muß auch endlich in der Sozialgesetzgebung festen Fuß fassen. In dieser Linie werden wir im Ausschuß arbeiten und durch eine Verbesserung der Vorlage einen wirklichen Ausbau der Angestelltenversicherung zu ereichen suchen.( Lebh. Beifall b. d. Soz.) Die Sigung muß wegen Beschlußunfähigkeit abgebrochen werden. Nuchste Sigung: Mittwoch, 8. Juli, 2.20 Uhr: Kleinere Vorlagen, Haushalte der besetzten Gebiete und des Reichstags. Schluß 4,30 Uhr. Schlußfihung des Landtags. Ferien bis zum 22. September. Der Landtag beschäftigte sich gestern mit der Frage, ob in einem Untersuchungsausschuß ein Abgeordneter, der vor diesem Ausschuß als 3euge vernommen worden ist, als Mitglied diefes Ausschusses tätig sein darf. Der Geschäftsordnungsausschuß hat festgestellt, daß die bezüglichen Vorschriften der Strafprozeßordnung auf Untersuchungsausschüsse teine Anwendung finden. Nach kurzer Debatte beschließt das Haus gegen Sozialdemokraten und Kommunisten auf Ueberweisung an den Rechtsausschuß. Nach Erledigung von Eingaben verabschiedete das Haus die vom Hauptausschuß angenommenen Entwürfe, die Staatsmittel anfordern zur Ausführung von Bodenverbesserungen auf staatlichen Domänenvorwerfen, zur Urbarmachung von staatlichen Mooren, zur Vermehrung der Arbeiterwohnungen auf den Domänen und für Landgewinnungsarbeiten im Regierungsbezirk Schleswig. Ferner gelangte der Gesezentwurf über Bereitstellung von Mitteln zur weiteren Förderung des Baues von Kleinbahnen zur Verabschiedung. Der Landtag wiederholt hierauf die namentliche Ab= stimmung über den Ausschußantrag hinsichtlich der Einführung von Grubentontrolleuren, bei der sich bereits zweimal die Beschlußunfähigkeit des Hauses herausgestellt hatte, da die Rechtsparteien und die Wirtschaftspartei feine Stimmzettel abgegeben hatten. Die Abstimmung ergab, daß nur 147 Stimmen abgegeben wurden. Das Haus war wiederum beschlußunfähig. Der Gegenstand war damit für gestern erledigt. In der für sofort anberaumten neuen Sigung stand als einziger Punkt auf der Tagesordnung der Ausschußbericht über den kommunistischen Urantrag über die gerichtliche Untersuchung der Vorgänge am 13. März 1925 im Voltspart zu halle. Der Antrag der Kommunisten, darauf zu wirken, daß das Hallesche Verfahren unter Hinzuziehung Was die Tertilrohstoffe anbelangt, so erfuhren die Baumwollpreife in der letzten Zeit nach einem scharfen Rückgang im Vormonat eine Befestigung. Die zu erwartende amerikanische Baumwollernte wird sehr günstig beurteilt. Trotzdem wurde die einige Zeit andauernde Dürre in den Vereinigten Staaten von der Spekulation zu Preissteigerungen ausgenügt, obwohl sie den Baumwollpflanzen nicht viel geschadet, ja durch die Vernichtung des Rüsselkäfers eher genügt haben dürfte. Allerdings sind die vorhandenen Baumwollvorräte gering. Der Baumwollverbrauch ist vor allem in den Vereinigten Staaten in startem Maße gestiegen. Im Mai betrug dort der Verbrauch 600 000 Ballen, 120 000 mehr als im Vorjahr. Die Wollpreise blieben weiter gedrückt, der vor einigen Monaten eingesetzte Rückgang dauerte an Da ein weiterer Preis rüdgang erwartet wird, hält man mit den Käufen zurüd, was die Konjunktur ungüftig beeinflußt. Die Preise für Rohfeide sind ge= stiegen, was der japanischen Handelsbilanz zugute kommt; für Italien wurde die Preissteigerung durch den neuerlichen Liresturz wettgemacht. Die Preise für Kohle, Eisen und Stahl sind vor allem bei den Ausfuhrwaren in fast sämtlichen Kohlen- und Eisenländern im weiteren Sinten begriffen. Die allgemeine Konjunkturlosigkeit dieser Industriezweige führt die Tendenz zur Herabsetzung der Preise mit fich. Trotz belebter Konjunktur bewegen sich die Preise für die verschiedenen Holzsorten in Schweden bzw. den nordischen Ländern rückläufig. Die Preise für Gummi sind nach der stürmischen Aufwärtsbewegung in den letzten Monaten seit Januar haben SEIT 1872 GRUMACH Qualitäten Ausverkaufs Kleider, Wolle preisess Westerlandschuhe, Strümpfe, Handschuhe, Trikotagen Strick- Westen- Jacken In allen Abteilungen von Halleschen Abgeordneten und Bertretern der Arbeiter aus ben aussergewöhnliche Vorteile! Betrieben schleunigst durchgeführt werde, wird gegen die Antragfteller abgelehnt. Hierauf vertagt sich das Haus auf Dienstag, den 22. September. KrauseMarten- Zigaretten Pianos kaufen Sie am billigsten Berlin, Kaiser- Wilhelm- Str. 32 Teppe Versand nach auswärts franko. zur Miete Ansbacher Str. 1, Strick- Wee Kleider Jacken für Damen und Kinder alle Herren- Artikel Oberhemden, Krawatten, Kragen usw. extra billig! Ecke Kurfürstenstraße Königstr., Ecke Spandauer Str. Wiederaufrichtung des infernationalen Schienenfartells? Nach der Indépendance Belgique" findet kommenden Mittwoch in Brüssel eine Beratung über die Wiederaufrichtung des internationalen Schienenkartells statt, an welcher Vertreter Frankreichs, vertreten sein, da die amerikanische Trustgesetzgebung eine offizielle werden. Die amerikanischen Interessen werden durch die Engländer Belgiens, Deutschlands, Englands und Luxemburgs teilnehmen Teilnahme ausschließt. Bolens Kohlenfonfum. Im Zusammenhang mit der zurzeit aktuellen Kohlenerportfrage in Polen und den Bemühungen der polnischen Regierung, einen Erfaz für den Ausfall der Sohlenausfuhr nach Deutschland durch Gewinnung anderer Auslands. märkte und Hebung des Inlandskonsums zu finden, dürften die Bahlen über den Verbrauch ber koble im Innern Polens besonderes Interesse beanspruchen. Nach den vorliegenden amtlichen Angaben stellt sich der Inlandskonsum in Polen in nur sehr bescheidenem Umfange dar, und zwar betrug er im Jahre 1924 16 108 000 Tonnen, im Jahre 1923 bagegen 18 884 000 Tonnen. Auf die einzelnen Wirtschaftszweige entfallen hiervon folgende Mengen( in Klammern die Zahlen für 1923): Eisenbahnen 3124000 ( 5 122,000), Industrie 6 238 000( 6 712 000), Militär und andere staatliche Inftitutionen 379000( 307000), Schiffahrt 169 000( 66000), Stofswerte 1 299 000( 1 679 000), städtische Institutionen 1075 000 ( 1158 000), Landwirtschaft 483 000( 400 000), Privatverbrauch 4 353 000( 3 401 000). Polen konsumiert gegenwärtig 660 kg Kohle pro Kopf der Bevölkerung, Deutschland dagegen 2712 kg und sehr bescheidenem l'mfange dar, und zwar betrug er im Jahr England 4 140 kg. Gegenüber dem tatsächlichen Verbrauch von 16,2 bzw. 18,1 Mill. Tonnen ist die Förderfähigkeit des polnischen Bergbaues unverhältnismäßig viel größer. So wurden 1923 insgesamt 37,4 Mill. Tonnen Kohle zutage geschafft. Bei voller Ausnügung der vorhandenen Anlagen ist eine Förderung von 45 Mill. Tonnen durchaus möglich. Der gewaltige Ueberschuß über den Eigenverbrauch drängt zum Export und führte zu dem deutschpolnischen Konflikt in der Frage der Kohleneinfuhrkontingente. Er ist aber auch ein Beweis dafür, wie falsch die Grenzzichung bei der Leilung Oberschlesiens war. 1 Die englische Teglilfrise und Indien. Der Hauptgrund für die seit Jahren dauernde englische Textilkrise ist die Abnahme der Ausfuhr von Textilwaren nach Indien. Diese betrug 1924 nicht mehr als 55 Prozent der Bortriegsausfuhr. Die haupt fächlichste Ursache für den Rückgang der Ausfuhr ist die Berarmung der indischen Bevölkerung, was die Berringerung des Verbrauchs zur Folge hatte. Betrug der Verbrauch von Baumwollstoffen vor dem Kriege in Indien 3670 Millionen Yard, so fant er trotz der Vermehrung der Bevölkerung 1924 auf 3299 Millionen; auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet von 11,6 auf 10,3 Yards. In diese Ziffer sind die durch die Hausindustrie hergestellten Stoffe nicht eingerechnet; diese werden für das Jahr 1924 auf 3,2 Yards pro Kopf der Bevölkerung geschätzt, gegen 3,5 vor dem Kriege. Gelänge es fo hoffen viele in England den Vorkriegsverbrauch in Indien wieder herzustellen, so tönnte England seine Vorkriegsausfuhr wieder er reichen. Indessen wird diese Folgerung von Sachverständigen stark bezweifelt. Die Abnahme der englischen Tertilausfuhr beruht nicht nur auf dem Rückgang des Verbrauchs, sondern auch auf zwei anderen Tatsachen. Die indische Bevölkerung ist zum Verbrauch von haupt nicht, sondern in Indien und Japan hergestellt werden. Es minderen Qualitäten übergegangen, die in England überwird daher befürwortet, daß auch England auf die Fabrikation dieser minderwertigen Qualitäten übergehe. Es wird aber bezweifelt, daß die technischen Möglichkeiten hierzu vorliegen. Auch sonst ist aber die Konkurrenz der neu entstandenen indischen und japanischen Baumwollindustrie eine außerordentlich große. Japans us. fuhr nach Indien ist seit dem Kriege im selben Verhältnis gestiegen wie die Englands gesunken. England hat seit dem Krieg ein Fünftel seiner Ausfuhr an Baumwollstoffen zugunsten seiner asiatischen Konkurrenten eingebüßt. Deshalb würde die englische Tertilindustrie selbst bei der Wiederherstellung des Vorfriegsverbrauchs die alte Ausfuhrhöhe faum wieder erreichen. Kronen:: Plomben Sommersprossen Zähne Brücken:: Gebisse Creme foli, 31 Jahre fich. bewährt M. 1.50 und 3.-. Jn Drogerien fonft bet Otto Reichel, Berlin43 SO, Eisenbahnstr. 4.| gegen günstige Zahlungsbedingungen sorgfältigste, gewissenhafteste Behandlung Zahn- Praxis med Wolf, Potsdamer Str. 55 dent. Sprechst. 9-7, Sonnt. 9-12-1 Min. Hochb. Bülowstr. Hühneraugen auszumerzen hilft Euch„ Lebewohl allein. Außerdem wird von den Schmerzen dieser Filzring Euch befrei'n. 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Falls diese Spannung anhält, dürfte mit einer weiteren Verschlechterung des Arbeitsmarktes für die nächste Zeit zu rechnen sein. Auch zahlenmäßig iſt eine merkliche Verschlechte rung festzustellen, Es waren 39 883 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 36 318 der Vorwoche. Darunter befanden sich 27 923 ( 24 913) männliche und 11 960( 11 405) weibliche Personen. Unterfügung bezogen 8857( 8440) männliche und 2655( 2477) weibliche, insgesamt 11 512( 10 917) Personen. Die Zahl der zu gemeinnügigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 2 gegen 21 der Borwoche. Bei Notstandsarbeiten wurden 2530 Personen beschäftigt. Der deutsche Arbeitsmarkt im Mai. Im Reichsarbeitsblatt" ist der nachstehende Gesamtüber. slick über den Arbeitsmarttim Mai 1925 nach den statt. ftschen Erhebungen enthalten: Die Aufwärtsentwidlung des Arbeitsmarktes mäßigte sich im Berichtsmonat etwas, war jedoch an sich günstig. Wie im Vormonat erstreckten sich die Abschwächungen nur auf bestimmte Industrien: Schiffbau, Bergbau, oder blieben, wie die Zunahme der Kurzarbeit in der Spinnstoff- und Metallindustrie, im ganzen geringfügig. Die Zunahme im Bestand der versicherungspflichtigen Mitglieder der reichsgesehlichen Krankenkassen fegte sich in nur wenig verringer tem Maße den Berichtsmonat hindurch fort. In den 5813 Kassen, deren Berichte vorlagen, betrug die Zahl der versicherungspflichtigen Mitglieder( ohne Erwerbslose und arbeitsunfähige Kranke) am 1. Mai 13 902 307, am 1. Juni 14 195 128; das ist eine Zunahme um 292 821 oder 2,1 Proz.( im Vormonat 3,7 Proz.). Bei den Arbeitsnachweisen verringerte sich die Zahl der Arbeits: gesuche bei noch immer steigendem Angebot offener Stellen, so daß die Arbeitsmarttlage weiter ein günstiges Bild bot. Insgesamt standen 1,18 Millionen Arbeitsgesuchen( 1,31 im Vormonat) 675 736 offene Stellen( 658 577) gegenüber. Bei ersteren machte somit die Abnahme rund 10 Proz., bei letzteren die Zunahme 2,6 Proz. aus. Die Gesamtandrangsziffer wurde dadurch von 199 auf 175 herabgedrückt. 44 Proz. aller Arbeitsgesuche und 77,5 Proz aller Stellenangebote wurden vermittelt. Damit blieb die Zahl der insgesamt erzielten Bermittlungen dem Bormonat gegenüber nahezu unverändert.( 523 903 im gegen 517 584 im Bormonat.) Die Arbeitslosigkeit unter den Mitgliedern der Arbeiter fachverbände zeigt weiteren Rüd gang. Bei den 39 Verbänden, deren Berichte vom 30. mai vorlagen, waren von 3,66 Millionen Mitgliedern 129 933, d. h 3,6 Proz., ohne Arbeit( im April 4,3 Prozent). Die bisher günstige Entwicklung in Zahl und Maß der Arbeitszeitverkürzungen ist zum Stillstand gekommen. Im ganzen ergibt sich bereits fogar eine vorerst allerdings ganz geringe Zunahme, insbesondere bei der Metall- und Textilindustrie. Unter den 3,11 Millionen Mitgliedern der 34 berichtenden Verbände arbeiteten 155 033 oder 5 Proz.( im Bormonat 4,9 Proz.) mit verfürzter Arbeitszeit. Die Erwerbslofenfürforge zählte am 15. Mai 274 762, am 1. Juni 233 700, am 15. Juni 214 092 unterstügte vollerwerbs= tofe Personen. Das bedeutet eine Besserung um 14,9 Proz. für die Beit vom 15. Mai bis 1. Juni und 8,4 Broz für die Zeit vom 1. Juni bis 15. Juni. Die Besserung hielt also weiter an. wenn sie auch nicht mehr ben gleichen Umfang wie im Vormonat erreichte. Die gemeindlichen Steuerlasten. Der Reichstag berät gegenwärtig den Finanzausgleich. Bei der ausgesprochen gemeindefeindlichen Stimmung der Rechtsparteien und der für sie maßgebenden großen Industrie- und Wirtschaftsführer wird das Gerede von der Verschwendungssucht der Kommunalverwaltungen eine ganz erhebliche Rolle spielen. Im allgemeinen hat dieses Gerede den Vorzug, nicht auf Tatsachen, sondern auf allgemeinen Phrafen aufgebaut zu sein. Jede Ausgabe, die sich die Nollendorf 1120, 1121, 1122 Potsdamer Str. 127 M. Lammfromm& Vogel Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Jugendveranstaltungen. Gemeinben leiften, wirb von den Börsen und Industrietreffen in der oft laienhaftesten Weise tritifiert und als überflüffig hingestellt. Eine ernsthafte Unterfuchung über den wirklichen Finanzbedarf Morgen, Montag Mulb und Chorabenb im Jugendbeim Stauft. 3, der Gemeinden liegt zurzeit noch gar nicht vor und tann auch gar abends 7 Uhr. Dienstag Volfsbanzabend für Mädel und Burschen im Jugendheim Lindennicht vorliegen. Die Städte haben deshalb nicht unrecht, wenn fie ftraße 3, 7% Uhr. sich gegen diese einseitige Darstellung von sich aus wehren und wenn Heute, Sonntag, den 5. Juli: sie darauf hinweisen, daß im Verhältnis zu den ihnen durch Reichs Halensee: Fahrt Strausberg- Tiefensee. Treffpunkt 7 the Bahnhof gesetzgebung in der Kriegs- und Nachkriegszeit neu überwiesenen Salenfee. Tempelhof: Elternwanderung nach Birkenwerder. Treffpunkt 28 Uhr Bahnhof. Buchholz: Wanderung: Bäger Bordersee. Treffpunkt Aufgaben ihr Finanzbedarf feineswegs unbillig 7 Uhr Bahnhof Blankenburg. Riederschöneweide und Johannisthal: Treff. gestiegen ist. Aus einer Darstellung, die der Synditus der Essener punkt zur Teilnahme am Falkenberger Boltsfeft 41 Uhr Bahnhof Rieder. Industrie- und Handelskammer, Dr. Jessen, also eine gewiß un- schöneweide. Südwest: Treffpunkt zur Teilnahme am Falkenberger Boltsverdächtige Persönlichkeit, in der Beitschrift für Kommunalwirtfeft vorm. 9 Uhr Bahnhof Friedrichstraße. Fahrgeld bis Grünau 55 f. Abteilung Wilmersdorf: Abends 7½ Uhr im Jugendheim Hildecard. schaft über die Gemeindefteuerlaften im Handelstammerbezirt Essen gibt, geht deutlich hervor, daß die Steigerung der gemeindlichen Belaftung feineswegs übertrieben ist. Diese Uebersicht umfaßt alle großen Städte und Gemeinden des Handelskammerbezirks und vergleicht die steuerliche Belastung des borf: Jugendheim Roonſtraße, Mitgliederversammlung. Jahres 1914 und 1924 sowohl pro Kopf, wie auch nach der einzelnen Steuerart miteinander. Nach dieser Tabelle betragen die Gemeindelasten je Kopf der Bevölkerung: Gemeinbe Essen( Stadt) Oberhausen, nh. Kray Werden( Land) Steele Kettwig( Stadt) Supferdreh. Stoppenberg. Frillendorf. Staternberg Ueberruhr Schonnebed Mülheim Gesamt feuerliche Belastung je Ropf 1914 1924 CintommenSteuer je Kopf GrundSteuern Gewerbe- u Betriebs Steuern je Kopf Sonstige Steuern je Ropf 1914 1924 je Kopf 1914| 1924| 1914| 1924 1914 1924 51,46 56,47 32,37 20,56 8,21 8,57 7,31 15,84 3,17 11,50 42,53 47,62 25,80 15,98 7,16 7,19 6,23 8,39 3,34 5,57 6,78 21,29 1,98 12,29 8,64 12,95 1,86 4,95 5,06 9,28 1,37 3,80 31,46 52,38 16,84 11,45 5,91 7,35 32,17 30,88 17,05 6,95 4,62 6,03 22,86 26,6 11,86 6,85 4,57 6,67 27,3 33,6 13,4 10,3 6,2 9,4 5,5 11,4 2,2 2,5 32,77 46,12 21,68 15,12 5,50 7,38 3,85 10,91 1,73 10,14 27,1 40,1 16,8 16,4 4,25 6,7 4,6 12,6 1,45 4,4 29,2 48,8 15,7 13,3 4,3 4,5 1,2 29,8 2,0 1,3 39,3 71,9 15,3 17,2 5,2 6,5 17,3 47,2 1,4 1,2 35,4 47,2 21,0 12,9 4,3 3,5 8,7 30,1 1,4 0,9 26,7 43,1 13,8 13,1 3,8 3,6 6,8 30,1 1,0 0,9 29,6 29,5 18,0 11,6 4,8 4,8 5,3 11,8 1,4 1,2 werden( Stadt) 22,0 33,6 12,2 7,1 4,7 6,7 1,5 9,7 3,6 10,1 erhöht, weil in ihnen die Reichsanteile an der UmfazDie sonstigen Steuern sind nur deshalb zu einem Teile so start steuer enthalten sind. Die auffallende Erhöhung der Gewerbeund Betriebssteuer ist auf Konto der neueingeführten fleinen Steuern, wie Vergnügungssteuer usw., in erster Linie zu jetzen. Die Gesamtbelastung hat sich jedenfalls feineswegs prozentual mehr gesteigert, als das etwa bei anderen Verwaltungsorganisationen der Fall ist. Würde man aber die sehr start gestiegenen Wohl. fahrtslasten der Städte abrechnen, dann würde sich die gesamtsteuerliche Belastung im Durchschnitt fogar etwas geringer als in der Borkriegszeit stellen. ftraße 4, Lightbildervortrag: Unser Hamburger Jugendtag." Morgen, Montag, den 6. Juli, abends 7% Uhr: Moabit II: Gemeindeschule am Stephansplah, Mitgliederversammlung. Güboft G.- V.: Schule Waldemarstraße 77, Mitgliederversammlung. Achtung, Hamburgfahrer! Herms Am Mittwoch, den 8. d. M., 72 Uhr abends, findet im Jugend heim Charlottenburg. Rosinenstr. 4. die erste Probe für die Feier in Samburg statt. Erscheint alle zu dieser Probe. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchaftsstelle: Berlin G. 14. Gebastianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Kameradschaft Kreuzberg Blod 12. Montag, den 6. Juli, 7% Uhr bei Pflug, Mustauer Str. 1: Sigung. Juhend Südost. 28 Uhr Naunynstraße bei Lier. Kameradschaft Bankow mit Untergruppen. Montag, ben 6. Juli abends 8 Uhr: Pünktliches Antreten sämtlicher Mitglieder Turnhalle Wollantstraße. Spielleiter- Uebungsabend. Ausmarsch. Feftabzeichen find abzuholen. Kameradschaft Wedding. Montag abend 7% Uhr: Turnabend, Gothenburger Str. 2. Kameradschaft Reinickendorf. Montag abend 6 Uhr: Turnen der Kameraden aller Untergruppen auf dem Städtischen Sportplak. Reinickendorf- Weft, Scharnweberstraße. Rameradschaft Brenzlauer Berg. Montag abend 8 Uhr: Turnen der gesamten Rameradschaft. Turnhalle Greiten hagener Str. 59. Die Mitgliedskarten find als Ausweis mitzubringen. 1. Rug. Dienstag, den 7. Juli, abends 7% Uhr, Sikung bei Rösner, Immanueltirchstr. 25. 4. Rug. Dienstag abend 8 Uhr Bollversammlung bei Grohn, Milasstr. 5. Erscheinen aller Kameraden Pflicht. Wichtige Tagesordnung. 1, 2, 3, 5. Rug. Mittwoch abend 8 Uhr Turnhalle Heinersdorfer Straße" Turnen. Kameradschaft Wilmersdorf. Antreten der Spielleute( Trommler und Pfeifer) zum gemeinsamen Ueben am Dienstag und Donnerstagabend 7% Uhr vollzählig bei Kroihs. Niemand darf fehlen. Kamerabschaft Lichten. berg nebst Untergruppen. Mittwoch abend 7 Uhr: Ueben der Spielleute der gesamten Rameradschaft bei Albrecht, Neue Bahnhof- Ede Borhagener Straße. Kameradschaft Neukölln- Brig. Jungmannschaft am Montag, den 6. Juli, abends 7 Uhr: Mitgliederversammlung in der Jdealpaffage, Weichselftr. 8. Gesichtspunkt von den Neuköllner religiösen Sozialisten veranstaltete Abend Sertafte. 9, ftatt. Schriftsteller Genosse Erich Böppel spricht einleitend über Gegenwartskultur und religiöser Sozialismus. Der vierbe unter diesem findet am Mittwoch, den 8. Juli, abends 8 Uhr, im Gemeindefodl, Neukölln, das Thema: Schule und Jugendbewegung." Freie Aussprache. Geschäftliche Mitteilungen. bandstagung des Reichsverbandes des deutschen NahrungsmittelDer Rückgang der Kaufkraft der Bevölkerung. Auf der Vergroßhandels wies der Präsident des Statistischen Reichsamtes, Pro- Baren Blak zu schaffen, ganz radikale Preisermäßigungen vorgenommen. Gine feffor wagemann, darauf hin, daß die zurzeit hohen Preise für Brot und Nahrungsmittel den Konsum herabgedrüdt und damit die Lage des Nahrungsmittelgewerbes sehr erschwert haben. Die in diesem Gewerbezweig mit dem Steigen der Nahrungsmittelpreise finfende Beschäftigungsziffer sei ein deutlicher Beweis dafür, daß die Kauftraft der Bevölkerung dicht bei der Grenze des Existenzminimums liege. Auch in der Zunahme der Einfuhr von Fleisch, Schmalz und Fetten kommt der Rückgang der Rauftraft der Bevölkerung zum Ausdrud, indem diese Einfuhr auf den Bedarf an billigem Fleisch, insbesondere an Gefrierfleisch und an billigen Fetten zurückzuführen ist. Und dann noch Zölle?! Chemische Fabrit auf Affien( vorm. E. Schering). In der Generalversammlung der Chemischen Fabrit auf Aktien( vorm. E. Schering) gedachte der Vorsitzende, Generaldirektor Buckemeyer, der Verunglückten bei der Explosion. Das Unglück treffe die Gesellschaft nur in geringem Ausmaße. In den Gebäuden, die relativ flein. seien und nur etwa ein Tausendstel der bebauten Fläche des Scheringschen Befizes darstellten, unterhalte eine Tochtergesellschaft, an der Schering mit 30 Broz. beteiligt sei, ihren Betrieb. Der Schaden an Maschinen und Gebäuden sei durch Versicherung gedeckt. Ueber die Geschäftslage sei zu sagen, daß bei den gegenüber dem Vorjahr erheblich gesteigerten Umfäßen infolge der hohen Steuerlaften nicht entsprechende Gewinne zu verzeichnen seien. Das Exportgeschäft, auf dessen Ausbau man den größten Wert lege, werde durch Errichtung eigener Berkaufsstellen in den einzelnen Ländern gefördert.( Dividende 9,6 Proz.). Der deutsch- schweizerische Kapitalverkehr. Bor furzem wurde eine umfangreiche Untersuchung über den deutsch- schweizerischen Kapitalverkehr von der Borkriegszeit bis zum Jahre 1924 veröffent licht. Bor dem Krieg waren schäßungsweise anderthalb Milliarden Schweizer Anlagen in Deutschland und eine halbe Milliarde deutscher Anlagen in der Schweiz. Diese Anlagen waren anfangs 1924 auf 476 Millionen, beziehungsweise 300 Millionen zusammengeschmolzen. Heute fann man die deutschen Guthaben in der Schweiz auf 250 Millionen und die schweizerischen Guthaben in Deutschland auf 575 Millionen schäzen. Saison SW, Friedrichstr. 240/41 W, Potsdamer Str. 50 W, Schillstr. 16 Wer gewöhnt ist, gutes Qualitätsschuhwerk au tragen, hat jest Gelegenheit, folches zu erstaunlich billigen Preisen zu erstehen. Die bekannte Schuhfirma Conrad Tack u. Cie., A.-G., die auch in Berlin 18 Verkaufsstellen unterhält, hat anläßlich des jest veranstalteten Saison- Ausverkaufes, um für neue bevartig günstige Raufgelegenheit sollte sich niemand entgehen laffen. Die Ferienfonderfahrten der Stern- und Kreisschiffahrt von Botsdam nach Parez, Brandenburg und Schildhorn beginnen am Montag, den 6. Juli 1925. Von Berlin und Tegel fahren die Dampfer nach Nedlig und Potsdam, von Plögenfee( Bahnhof Beuffelstraße) Mittwochs nach Oranienburg. Ebenso finden die Extrafahrten nach Teupih außer Sonntag und Montag und nach Grünheide täglich statt. Bei den Fahrten Montags und Freitags nach den Rüdersdorfer Ralfbergen ist eine Führung durch das Bergwert und nach dem Seinitsee mit eingeschloffen. Neu aufgenommen find billige Fahrten nach Neu- Helgoland, die täglich zweimal, morgens um 10 Uhr und nachmittags um 3. Uhr, ausgeführt werden. Auf der Linie Spandau- Pfaueninsel findet ab Sonntag ein zweistündiger Berkehr statt. Kauf ohne Gorge bei Korge" war eine Reitlang in den Reitungen ver farwunden. Die schweren wirtschaftlichen Gorgen waren auch an der Schwelle biefes bekannten Spezialtaufhauses nicht vorbeigegangen. Der zähen Energie der Geschäftsleitung ist es aber gelungen, aller Schwierigkeiten Herr zu werden. Dies beweist der ungeheure Erfolg des geftrigen ersten Saisonausverkaufs. preiswert fein, hat sie doch ihr Unternehmen auf eine ganz neuartige Basis gestellt, die in Wirklichkeit eine wahrhaft glüdliche Jdee bedeutet. Serr Artur Rorge, welcher alleiniger, haftender Inhaber des Unternehmens ist, hat girta 30 der bedeutendsten deutschen Fabitanten als Kommanditisten an feinem Unternehmen beteiligt Sierdurch wird mancher die Ware verteuernder Awischenhandel ausgeschaltet. Die Firma bringt durch dieses System tatsächlich erstklassige Fabritmarken zu den denkbar niedrigsten Breisen. Eine Besichti gung der billigen ungeheuren Warenvorräte kann deshalb nur empfohlen werden. tages. Die firma fann aber auch heute ganz besonders leistungsfähig und Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig im Alleindepot Zions- Apotheke Homöopath. Zentral- Officin Berlin N. 31, Anklamer Straße 39/40, an der Ecke Brunnenstr., 5 Min. v. Rosenthal. Tor. Tel. Amt Humboldt 1022. Adler- Apotheke ( Paul und W. Sadée), Berlin- Friedenau, Rheinstr. 16. Tel: Rheingau 2029, Friedrich WilhelmApotheke. Apotheker Georg Seelenbinder, Charlottenburg 2, Leibnizstraße 106. Telephon 121, Schweizer- Apotheke. Apotheker Max Riedel Berlin W 8, Friedrichstr.173. Heege's Apotheke. Berlin O, Gubener Str. 33, Ecke Warschauer Str. 2 Min. entf. v.Stadt-, Hochbahnstat. 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Anschließend wurde von der Kommission für die materiellen Anträge Bericht erstattet. Dem Verbandstag wurden entsprechende Vorschläge unterbreitet, die darauf hinauslaufen, daß eine Erhöhung der bisherigen Beiträge von 10 bis 40 Pfennig, verteilt auf sechs Gruppen, eintreten soll. In der Debatte wurde meniger zu den Unterstügungssägen gesprochen als vielmehr zu den Beitragssägen, gegen die sich eine heftige Oppofition bemertbar machte. Die Kommiffionsanträge über die Beiträge wurden vom Verbandstag abgelehnt, der sich dann für die Einführung der Staffelbeiträge nach den Löhnen erflärte. Damit waren selbstverständlich die hohen Unterstügungssäge gleichfalls zu Fall gebracht. Angenommen wurde u. a. eine Entschließung des Verbands. vorstandes über Agitations und Bildungsfragen, die den Inhalt eines Referats des Verbandsredakteurs Schulze bildete. Außerdem erfolgte die einstimmige Annahme einer Protestresolution gegen die Schutzollvorlage. Abgelehnt wurden die Anträge auf Wiederaufnahme von zwei be fannten Berliner Kommunisten( Kraaß und Krumrey). Die Wahl des Verbandsvorstandes ergab sodann die fast einstimmige Wiederwahl der alten Leitung mit Ausnahme von Otto Bleich, Luise Krapp, Dito Rahn und Martha Merfer, die an Stelle von vier ausgeschiedenen Mitgliedern neu gewählt wurden. Die neue Kommission für die materiellen Anträge unterbreitete darauf die inzwischen ausgearbeiteten Vorschläge zur Beitrags- und Unterstügungsfrage. Die Beiträge sollen bei einem Tarif wochenlohn von 10 Mart mit 30 Pf. beginnen und für jede weiteren 5 Mart um 10 Pf. steigen. Die Erwerbslosenunterstügung soll dementsprechend auf das 5- bis 9fache der Beiträge und die Maßregelungsund Streifunterſtügung auf das 1½fache der Arbeitslosenunterstügung festgesetzt werden. Der lezte Berhandlungstag begann am Sonnabend morgen mit der Abstimmung über die von der neu eingesezten Kommission ausgearbeiteten Vorschläge zur Beitrags- und Unter stügungsfrage. Sämtliche Anträge der Kommission wurden einstimmig angenommen. auf Unterſtügungen hat, der niedrigere Beiträge zahlt, als es feinem Lohn entspricht. Ueber einen Antrag alle, der verlangt, daß der Verband der Internationalen Roten Hilfe als forporatives Mitglied beitreten soll, wurde zur Tagesord nung übergegangen. Als nächster Tagungsort des Berbandstags wurde Röin bestimmt. Damit war die Tangesordnung erschöpft. Streitbeschluß im Kohlenhandel. In einer start besuchten Bersammlung im Gewerkschaftshaus nahmen am Sonnabend die Berliner Kohlenarbeiter und Kutscher Stellung zu der Lohnbewegung. lleber die Entwicklung der Dinge berichtete Branchenleiter Dilge. Von den Arbeitnehmern ist der bestehende Lohnvertrag zum 19. Juni gefündigt und eine 20prozentige Lohnerhöhung gefordert worden. Die Unternehmer lehnten Verhandlungen zum Abschluß eines neuen Lohrabkommens rundweg ab mit der Begründung, sie könnten wegen ihrer überaus schwierigen Lage teine höheren Löhne zahlen. Es wurde darauf der Schlichtungsausschuß angerufen, der am 25. Juni einen Schiedsspruch fällte. Nach dem Schiedsspruch sollte der Lohn für ständige Arbeiter vom 26. Juni bis 30. Juli 88 Pfennige, vom 31. Juli bis 27. August 90 Pfennig und vom 28. August bis 15. Oftober 92 Pfennig betragen. Die übrigen Löhne sollten sich prozentual erhöhen. Eine Vollversammlung am 3. Juli hat diesen Schiedsspruch wegen der ungenügenden Zugeständnisse und der langen Geltungsdauer einstimmig abgelehnt. Ebenso haben die Unternehmer den Schiedsspruch abgelehnt. Sonntag, 5. Juli 1925 Achtung, Mitglieder des Zentralverbandes der Fleischer straße 17, unsere ordentliche Generalversammlung Am Dienstag abend 7% Uhr findet in Böters Festfälen, Weberstatt. Die Wahlen zum Hauptporstand werden vorgenommen. Alle Mitglieder, die wollen, daß die Borstandsfizungen und Ber sammlungen nicht zum Tummelplag tommunistischer Parolen werden, sondern Stätten wahrer gewertschaft. licher Arbeit sind, fommen am 7. Juli in die Generalversamm lung und wählen die Liste III( Langner) als Beisiger in den Hauptvorstand. Wer für die Einigkeit der Ar beiterschaft, für gemertschaftlichen Kampf ist, der mählt die Kollegen: Gustav Langner, Kurt Lasch, Martin Nigdorf, Josef Pöhul, Almin Träger, Richard Frase, Erich Rhan, Josef Schnaubelt, Willi Reh berg. der Attionstätigkeit unserer Organisation, darf in der Versammlung Rein gewertschaftlich geschultes Mitglied, dem es ernst ist mit fehlen! Achtung, SPD. Musikinstrumentenarbeiter! Dienstag nadmittag 5 Uhr im Reichenberger Hof" Reichenberger Str. 147, Bersammlung aller SPD.- Generalversammlungsdelegierten und Funktionäre. Tagesordnung: Die Wirkung der Roll- und Steuervorlagen auf die Klavier industrie. Sahlreiches Erscheinen erwartet Der Werbeausschuß. Achtung! Firma Dr. Paul Meyer, Drontheimer Straße. Montag, madym. 4 Uhr, bei Fritsche, Drontheimer Str. 5, Sufammenkunft aller EPD.- Kollegen. Bollzähliges Erscheinen erwartet Der Fraktionsvorstand. Nach einer regen Diskussion vertrat noch der zweite Bevoll mächtigte des Borstandes, Klose, den Standpunkt der Verwaltung. Die Versammelten brachten zum Ausdrud, daß es für die Arbeiter nichts anderes mehr gebe, als durch einen Kampf den Unter- Str. 31, Mitgliederversammlung für alle in der Serrenkonfektion Beschäftigten, nehmern die Erfüllung der gestellten Forderungen abzutrogen. Die durch Stimmzettel vorgenommene Abstimmung ergab den Beschluß des Streifs, der am Montag aufgenommen werden soll. Bolschewiftische Gewerkschaftspolitik. Bollte man alle Hansmurstereien und oft mehr als dummen Lügen des Berliner Bolschewistenblattes berichtigen, dann müßten wir eine eigene Rubrif dazu einrichten. Schon aus Raumgründen müssen wir uns begnügen, von Zeit zu Zeit den angeblichen Einheitsfrontlern auf die Finger zu flopfen. Zunächst eine Feststellung: Soweit die ,, Rote Fahne" nicht ohne Quellenangabe mörtlich Artitel des Vorwärts" nachdruckt( manchmal behauptet sie, diese Artikel seien offizielle Mitteilungen der Gewerkschaften) veröffentlicht fie von allen möglichen zweifelhaften Leuten, zum guten Teil von Unorganisier ten, Artitel gegen die Gewerkschaften. So veröffentlicht sie in ihrer gestrigen Nummer eine Notiz, in der der Deutsche Verkehrsbund als„ Streitbrecher" hingestellt wird. Es wird da behauptet, daß bei der Firma Labischin die Arbeiter fürzlich Lohnfragen gestellt hätten, die von dem Firmenvertreter, der ein befannter SPD. Mann fei, abgelehnt worden wären, worauf die Belegschaft in den Streif trat. Auf dem Arbeitsnachweis habe fich niemand gefunden, der bei 2. Arbeit angenommen hätte, bis der Berfehrsbund eingegriffen, den Streit als wild erklärt und 50 Streiftbrecher gesandt habe. Dann hatte im weiteren Verlauf der Tagesordnung der Bericht erstatter der Kommission für die ideellen Anträge das Wort. Entsprechend seinen Begründungen wurde u. a. beschlossen, daß der Verband die Förderung der geistigen und materiellen Intereffen seiner Mitglieder unter Ausscheidung aller parteipolitischen und religiösen Fragen bezweckt und alle Berufskollegen unter der Vorausfegung aufnimmt, daß sie die Grundsäge und Richtlinien des ADGB. und des JGB.( Amsterdam) anerkennen. Durch Beschluß festgelegt wurde ferner, daß zwar teine eigene Jugendabteilung eingerichtet werden soll, aber der Verbandsvorstand fich nach besten Kräften der Förderung der Jugendbewegung anzu nehmen hat. Ferner wurde beichtoffen, daß der Berbandsschin bestehende Tarifvertrag für beide Teile rechtlich bin beirat aus fieben nicht besoldeten Mitgliedern bestehen soll, die in den Orten Köln, Frankfurt a. M., München, Dresden, Leipzig, Berlin und Hamburg gewählt werden. Ein Beschluß, der die Mit glieder zur Beachtung ihrer gewerfschaftlichen Pflichten erziehen foll, wurde angenommen. Er besagt u. a., daß niemand Anspruch In der Notiz wird allerdings selbst gesagt, daß die jetzigen Löhne durch Tarif festgelegt sind. Damit bricht der ganze Schwindel schon von vornherein in fich zusammen. Wir möchten einmal sehen, wie man in Rußland mit Arbeitern umspringen mürde, die in einem Betriebe, wo ein rechtlicher Tarifvertrag besteht, die Arbeit niederlegten. Wir fügen hinzu, daß der bei Labidend ist und daß die Zuschrist an die Rote Fahne" von 11n: organisierten stammt. Im übrigen hat der Deutsche Berkehrsbund einzugreifen nicht nötig gehabt, da der Arbeitsnachweis Arbeitskräfte vermittelte, und zwar gerade mit Rücksicht auf das Bestehen des Tarifpertrags. Deutscher Bekleidungsarbeiter.Berband, Filiale Berlin, Gebastianstr. 37/38. Montag abend 7 Uhr in den Musiker- Sälen, großer Gaal, Raifer- Wilhelmfowie für die Auschneider und Ruschneiderinnen. Tagesordung: 1. Bericht por den Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern in München. Referet: Kollege Rukebad. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. Die Werkstattsigungen, die an diesem Tage fällig sind, fallen aus. Die Kollegen und Rolleginnen beteiligen fich an der Mitgliederversammlung. Mitgliedsbuch und farte legitimieren. Ohne dies oder mit mehr als 4 reftierenden Wochenbeiträgen tein Zutritt. Die Filialleitung. Achtung Mitglieber bes Baugemerkebunbes! beg und Neukölln III: Versammlungen Dienstag, den 7. Juli, abends 7 2hr, Bezirk Norboften, Schöne bei Böler, Beberstr. 17, resp. Hauptstr. 13, und Neukölln, Reuter- Ede verhandlungen und Urobstimmung. Lenaustraße bei Rern. In allen Bersammlungen: Bericht von den LohnAchtung, Fliesenleger! Montag abend 7 Uhr in den Residenafestfälen, Landsberger Straße 31, gemeinsame Versammlung. Tagesordnung: Bericht von unseren Lohnverhandlungen. Berbandshans, Rungestr. 30, Branchenversammlung der in den Innungs. betrieben beschäftigten Modelltischler. Tagesordnung: Bericht von der Lohnverhandlung. Bollzähliges Erscheinen dringend notwendig. Brande ber Modell- und Fabrittischler. Montag nachmittag 4% Uhr im Af- Betriebs. und Angestelltenräte der Berliner Metallindustrie! Donnerstag abend 7 Uhr, Sophienfäle, wichtige Betriebsrätekonferenz gemeinjam mit den Betriebsräten der freien Arbeitergewerkschaften. Alle müffen an. wefend fein. Legitimation AF- Betriebsrätekarte mit Jahresstempel 25. Angestellte der Gelbfchrantfabriken und Bauschloffereien. Donnerstag abend ½ in Saverlands Feftiälen, Neue Friebrichstraße Ede Roditt., allgemeine Branchenversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tarif. perhandlungen; 2. Verschiedenes. Wir erwarten vollzähliges und pünktliches Erscheinen. Butab, DBV., ZDA. 8b.- Bezirksversammlungen. Montag: Beißensee. Restaurant Ja. hamn, Berliner Allee, Ede Lehderstraße, Beginn 8 Uhr. 1. Kulturfragen der Gegenwart. Referent; Lehrer Robert Dinse; 2. Berbandsangelegenheiten; B. Berschiedenes. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Restaurant Ringler, Tempelhof, Berliner Straße 100, Be. ginn 8 Uhr. 1. Die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung des Radios Ronftruttion); 2. wichtige Bezirksangelegenheiten; 3. Verschiedenes. ( Bortrag, Darbietungen des Berliner Genders durch einen Lautsprecher neuester Dienstag: Nordwesten: Nord- West- Rafino, Alt- Moabit 55, Beginn 8 Uhr. 1. Kultur und Gesellschaft, Referent: Roll. Franz Lepinsti; 2. Berbandsangelegenheiten; 3. Berschiedenes. Oberschönemeide, Nic. derschöne weide, Johannisthal, Baumfhulenweg, Rarlshorst: Restaurant Räthel, Niederschöneweide, Bridenstr. 15, Beginn 8 Uhr. 1. Geschlecht und Beruf, Referentin: Roll. Gertrud Ellert; 2. Ber. bandsangelegenheiten, 3. Berſchiedenes. Donnerstag: Schöneberg, Friedenau, Berlin W. 30, M. 35, B. 57: Restaurant Rosenthal, Ebersftraße 66, Beginn 8 Uhr. 1. Die Ange. stellten und die Zollvorlage, Referent: Roll. Richard Gerstenberger; 2. Berfchiedenes. Freitag: Spandau: Roter Abler, Potsdamer Straße, Beginn 7% Uhr. 1. Rrieg oder Frieden? Referent: Roll. Otto Lamm; 2. Gesellige Unterhaltung; 8. Berschiedenes. Saison Ausverkauf Betten, Bettstellen, Bett- Wäsche,-Inlette, Daunen-, Stepp- u. Schlafdecken, Handtücher, Damen- Wäsche Ganz besondere Kaufgelegenheit für Schlafzimmer- Aussteuern. All den Tausenden denen ich am letzten Leopold Bettfedern Gustav Fabrik Ab 1. Juli TURM- ECKE Prinzens Ssa AUSTIC LUSTIC Lustig Prinzenstr Aufpassen! Man irrt sich- Lustignur Gundvierzig Sadiel Königstr. 22-26 1 Treppe Beginn 1. Jull Nur hochwertige Waren ( nicht extra für diesen Zweck angefertigt) gelangen zum Verkauf. Mittwoch infolge der dauernden Ueberfüllung keine aufmerksame Bedienung zuteil werden lassen konnte, biete ich hiermit eine noch nie dagewesene Gelegenheit in meinem großen Voile- WaschseidenKleider Kleider farbig, selten schöne Macharten 10.- 15.WollKleider elegante, viele Farb. 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Gar mancher Teil, der ganz besonders Freude am Schönen auslöst oder aus wissenschaftlichen Gründen ein ge. steigertes Interesse wachrief, er raste gleich allen übrigen Teilen des Films unaufhaltsam über die Leinwand. Doch das war einmal. Heutzutage genügt ein Druck auf den Knopf und das Filmband wird am Beiterabrollen gehindert. Denten wir uns z. B. einen Film, der ein in voller Karriere galoppierendens Pferd zeigt. Ein druck auf den Knopf und urplöglich präsentiert sich uns das eben eine Hürde nehmende Tier mit gewaltfam in der Luft festgehaltenen Beinen. Oder aber wir sehen einen scheuen Bogel, den man nach leberwindung größter Schwierigkeiten in dem Augenblid gefilmt hat, als er gerade feine Jungen fütterte. Eine ganze Serie reizvoller der Stillstandsvorrichtung Augenblice festhalten, die selbst dem Bilder ist die Ausbeute. Aus dieser können wir nun mit Hilfe Wissenschaftler eine Fülle von bisher unbekannten Tatsachen bieten. Was ist die„ Zeitlupe"? " Sie stellt eine Erfindung der Ernemann- Werfe" in Dresben bezw. des verstorbenen Dr. Hans Lehmann dar. Bekanntlich beträgt die Zahl der Bilder bei der normalen Aufnahme sechzehn innerhalb einer einzigen Gefunde. Mit Hilfe der Zeitlupe dagegen lassen sich in gleicher Zeit nicht weniger als 400, ja fogar bis 500 Aufnahmen herstellen. Berden diese Bilder dann mittels des Projektionsapparates auf die Leinwand geworfen und geschieht dies in der fich stets gleichbleibenden Geschwindigkeit von 16 Bildern in der Sefunde, so erscheinen sonst flint hintereinander folgende Borgänge in einem erstaunlich verlangsamten, ja geradezu schleichenden Tempo. Da sieht man also z. B. auf der„ zappelnden Leinwand" zwei zunächst wütend aufeinander losschlagende Borer. Ihre Fäuste fuchteln scheinbar regellos und im wilden Durcheinander in der Luft umber. Dem Anschein nach blitzschnell geführte Hiebe laffen den einen oder andern von Stößen getroffen taumeln. Aber an welcher Stelle der dann von den Sachkennern bejubelte Fauftschlag figt, ist bei einem mie üblich aufgenommenen Film( sechzehn Bilder in der Sekunde) faum, meistens jedoch überhaupt nicht festzustellen. Anders dagegen, wenn es sich um eine Zeitlupe handelt: Statt jener noch soeben scheinbar ebenso wahllos wie gewalttätig herum schlagenden Fäuste sieht man diese tommste heute nicht, tommste morgen!. fich ganz ganz langfam erheben und spürt, wie jebe, auch die unscheinbarste Bewegung einem durchaus tonfequenten Bielbewußtsein zugrunde liegt. Wir erleben gewissermaßen die Entftehung des entscheidenden Hiebes, der den Gegner fnod- out schlägt. Dieser doch offenbar mit größter Kraftentfaltung geführte Fauft fchlag, er mutet uns jegt an wie ein fanftes Stricheln oder ein unendlich zartes Berühren. Dber nehmen wir ein anderes Beispiel: Eine Meisterin des Tanzes führt uns ihre Kunst vor. Die gewöhnliche Filmaufnahme gibt wohl den Tanz als Ganzes wieder, nicht aber auch, wie fich bei den blizschnellen Bewegungen des Körpers die einzelnen Muskeln betätigen. Das aber zeigt die Zeitlupenaufnahme und läßt ahnen welche intensive Gedantenarbeit mit jedem Tanzfchritt verbunden ist. Neuerdings wendet man Zeitlupenaufnahmen bei Traumphantafien an. Ein Traummotin lähmt alle Glieder. Irgend etwas fürchterliches naht langsam, aber sicher dem Schläfer, ber es willenlos über sich ergehen lassen muß. Schließlich fei noch darauf hingewiesen, daß die Anwendung der Zeitlupe bei der Ber filmung von Gefchoffen im Fluge, der Mirfung von Exploſiotörpern, furz, der feinsten chemischen und physikalischen Borgänge der Wissenfchaft taum geahnte Perspektiven eröffnet. Was ist der Zeitraffer"? Scherzweife fagt man mohl von dem einen oder anderen Zeitgenoffen, daß er das Gras machsen höre". Hören? Nein, bazu Dermochte uns bisher selbst der erstaunlichste Fortschritt der Technit nicht zu verhelfen. Immerhin aber fönnen wir mit Hilfe des„ Zeit. raffers" in der Tat sehen, wie das Gras wächst". Wir leben, mie eine Blume ihre Augen öffnet... Freilich, eine solche Aufnahme dauert Tage und Nächte, oft fogar ganze Wochen hindurch. Mit Hilfe des Beitraffers" öffnet und schließt sich auf automatischem Bege in bestimmten Zeitabständen das Objektiv des finomatogra phischen Aufnahmeapparates. Der Zeitraffer" rafft alfo gemiffer. maßen die Gefchehnisse einer Zeitdauer zusammen. So schauen wir also nicht nur zu, mie tatsächlich ein Grashafm emporfprießt, lang und immer länger wird, sondern werden beispielweise auch mit dem Munder einer aufblühenden Victoria regia befannt gemacht. Die Filme der Woche. A Kokain. ( Theater am Nollendorfplatz.) Im Robertsohn- Cole- Film der Phoebus A.-G., ber jetzt im Theater am Nollendorfplag läuft, werden beinahe alle Menschen morphiumfüchtig, falls fie es nicht schon sind; daher sein Titel Rotain". Einer schnupft es mirtlich, aber das ist vermut. lich ein Versehen der Regie, das im Filmtert, den das Programmheft gibt, auch bereits berichtigt wurde. Diese Geschichte, die sich da auf der Leinwand abrollt, ist höchst tragisch. Ich zählte nicht weniger als acht Tote; es fönnen aber auch mehr sein. Der junge Jimmy Brown( fotoinschnupfend) und der Opiate- Schmuggler( morphiumsprigend) verunglüden mit dem Auto; ein anderer Morphinist er Schießt fünf Polizisten; die schöne junge Witwe stirbt ob an ber Morphiumentziehungsfur, ist nicht deutlich zu ersehen. Diese Witwe, von Bessie Love vertörpert, ist mimisch die einzig erfreuliche Gestalt mit ihrem rührenden Gefichtsausdruck und den hilflosen Bemegungen. Soweit es dem Regiffeur John Griffith Bran allerdings möglich war, hat er auch sie dem Stil des Ganzen ange= paßt. Beispielsweise wenn sie von Morphium sprechen hört, so muß fie, um ihr Verlangen danach fundzutun, eindringlich mit den Augen rollen. Es gab früher einmal eine Reflame, Negerföpfe mit bes meglichen Glasaugen; der Film erinnert lebhaft daran. Auch Befümmernis, Trauer wie zeigt man fie besser als durch rotierende Bewegung der Augapfel?! Der Regiffeur fommandiert dann: " Großaufnahme!" Handelt es sich um eine Gruppe, so wird jeber Ropf mit Augenmechanismus einzeln vorgeführt. Die Geschichte des jungen Advokaten Mag Farland und seiner jungen Gattin, die fich wie ein roter Faden durch die Fülle der Ereignisse hindurchzieht, ist füßester Amerikanismus. Die Schauspieler und SchauSpielerinnen spielen sie und sind entsprechend. Und die Moral von der Geschicht: Nimm Rofain und Morphium nicht! Das geheimnisvolle Haus. II. Teil: Bergeltung. S- z. Iman Mosjutin ist auf jeden Fall ein großer Gewinn für den Film, bas bemerkte man wiederum in der Alhambra, wo Bergeltung", der zweite Teil des Films„ Das geheimnisvolle Haus", zur Uraufführung gelangte. Der zu Unrecht verurteilte Sträfling hat nach seiner Flucht noch schwere Leiden durchzukosten. Nach langen Irrfahrten findet er als Clown ein Unterkommen in einem Wanderzirkus. Der Spaßmacher mit der totwunden Seele ist benutzt wurde. Doch war dank der bewunderungswürdigen Dar: ein Problem, das schon sehr oft als Stoff künstlerischer Behandlung stellung die Verwendung dieser nicht neuen Idee vollauf berechtigt. In der Maske eines Invaliden schleicht der Unglückliche sich in sein eigenes Haus ein. Seine Tochter, in der Sehnsucht nach dem Vater und der Hoffnung auf seine Heimkehr großgeworden, erkennt ihn zuerst. Der Schwergeprüfte aber hat noch harte Kämpfe zu bestehen, bevor der Schuldige entlarnt ist. Jedoch wurde auch für diesen Film der gute Abschluß gesichert. Reine Szene wird, obwohl dann und wann Gefahr im Verzuge ist, Kitsch. Iwan Mosjukin und der Regisseur Alexander Wolfoff haben die erfreuliche Eigenart, stets lebhafteste Anteilnahme zu erringen und unter dem Schutz ihres guten Geschmads führten fie den Film durch alle Fährnisse. Die Photographen steuerten eigene Einfälle bei. Die Deulig Woche Nr. 27 bringt Interessantes aus aller Welt. Bon Berliner Begebenheiten wurden das Eintreffen Dr. J. G. Schurmans, des neuen amerikanischen Botschafters für Deutschland, sowie Aufnahmen der Berliner Turn- und Sportwoche im Bildstreifen festgehalten. Afrika- Film. Beilage des Vorwärts die Kunst des Maßhaltens zu eigen, und gerade das muß im Hinblick auf die gigantische Größe des Objekts besonders anerkannt merden. Das große Bublifum und dafür muß auch ein Lehrfilm gedreht werden und nicht nur für Wissenschaftler oder feinfinnige Kunstkenner-, dieses große Bublifum liebt weder im Buch, noch im Film das leberwältigende. Wo man unterhalten, allenfalls belehrt und angeregt sein möchte, sehnt man sich gern nach dem Feuilletonistischen, dem Lustigen und Leichten. Kein Landschaftsfilm wird als schön empfunden werden, wenn er einer Sammlung von Künstlerpostkarten gleicht: er wird aber begeistern, menn die Bewegung durch die Welt mit kleinen und größeren Begebenheiten aus dem Leben des Reisenden und aus dem Dasein der Besucher verknüpft ist. Diesmal ist es des Beiwerks eher noch zu menig als zu viel; aber weil es umgekehrt viel schlimmer wäre, wollen wir uns des Gebotenen freuen: Kilimandſcharolandſchaften, Urwalddickicht, Wasserfälle, Steppenöde, Blantagenwerk, Siedlerleben, Männer und Frauen mit herrlichen Körpern, Wege zu Kraft und Schönheit bei den Massais. Ueberflüssig war der etwas sentimentale Schluß: Abendstimmung, Mann pflügt, seine Frau, voller Roebel Kulturfilms einen musikalischen Begleiter gewonSonne im Herzen, begleitet ihn, und es wäre doch viel besser gewesen, wenn man am Donnerstag bei der Pressevorführung des bares anbot, denn erstens ist das im Kino nicht gerade sehr vornen hätte. Und überflüssig war, daß man den Anwesenden Rauchfichtig und zweitens bestechend liebenswürdig. = Amerikanischer Humor. ergo. Das Marmorhaus" wartet mit einer amerikanischen Luftspielwoche auf, in der Ham, Buster Keaton und Jack Dempsey in einer etwas gewalttätigen Art beliebt gemacht werden sollen. Jeder spielt seine erprobte Note, und zwar so, daß man unbedingt lachen muß. Doch begegnet man unter den frausen, wirren Einfällen vielen Amerikaner, obwohl sie ständig außerhalb europäischer EinfallsBekannten. Durch die steten Wiederholungen nehmen sich die möglichkeiten arbeiten, den Reiz der Originalität. Diese Grotesken sind nur dem gelegentlichen Lichtspieltheaterbesucher noch ein Ergötzen. sind nur dem gelegentlichen Lichtspieltheaterbesucher noch ein Ergögen. Beim„ Humorexpreß", der im Mozart Saal" dahinrast, paßt der Titel nicht zum Film, und im Film selbst reiht sich kaum Szene auf Szene folgerichtig aneinander. Wenn auch dann und wann Lachsalven erdröhnen, so war man zum Schluß nicht befriedigt. Der vierte Aft war der beste, da in ihm sehr gut dressierte Tiere, vornehmlich nach Cowboyart zugerittene Pferde, zur Berwendung famen. Der deutsche Tert war von Walter Jonas schlau, äußerst belustigend, verfaßt. Er rettete etwas aber natürlich nicht alles. Es wird sich beim Humorexpreß wohl auch um eine Lagerware handeln, die abgespielt werden muß. Wie man politisch auch denken und mo man auch stehen mag, mie der Imperialismus der Siegermächte, der um nichts beffer ist als der deutsche, die Kolonialfrage gelöst, fann feinem Gerechten gefallen. Behandelt man bei uns die" Rolonialfrage", so wie in dem neuen Film Bom Kilimandscharo zum Nil 1924 1925 durch's verbotene Afrika", dann ist nichts dagegen einzuwenden. Es war nämlich diesesmal nicht so, daß ein Herr von der Regierung, ein Fachmann", ein Offizier und ein Photograph sich zu einer nationalen Sache zusammentaten, sondern man hickte ganz einfach den Maler H. A. Aschenborn hinaus und filmung erworben. Die Regie wird Karl Wilhelm führen. der blieb was er war: ein Künstler. Aschenborn bemies sein Künstlertum, indem er zwischen Filmhaftem und Malerischem stets den ästhetischen Mittelweg fand, d. h. dem furbelnden Autor war Das große Programm Ouvertüre zur Oper„ Der Vampyr" v. Heinrich Marschner 2) Ballett Gérard „ Das Mabuse- Plakat"( Die Vision des Spielers) Der Spieler Hanns Gérard/ Erste Vision Kyra Gurskaja Zweite Vis. Rita Mitschiner Dritte Vis. Mady Charles Vierte Vision Ruth Wille 3) Dr. Mabuse, der Spieler 1. Teil. 6 Akte nach dem Roman der ,, Berliner Illustrirten Zeitung" von Norbert Jaques. Manuskript von Thea von Harbou. Regie: Fritz Lang Hauptdarsteller: Rudolf Klein- Rogge Aud Egede Nissen, Gertrude Welcker, Alfred Abel, Bernhard Goetzke. Paul Richter, ForsterLarrinaga, Hans Adalbert v. Schlettow, Vorverkaut ohne Aufschlag täglich mittags 12-2 Uhr Ufa- Theater TURMSTRASSE ( Turmstrasse, Ecke Stromstrasse) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Straßenbahnlinien 3, 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 55, 113. Autobuslinien: Nr. 11. 28. Stadtbahn: Bahnhof Bellevue -g. Die Phöbus- Film A.-G. hat ein von Richard Array und Norbert Garay verfaßtes Manuskript„ Die vertauschte Braut" zur Ver3m Terra- Atelier haben die Aufnahmen zu dem neuen Terra Film„ Der Mann, der sich verkauft" nach dem gleichnamigen Roman von Hanns Schulze unter der Regie von Hans Steinhoff begonnen. Die Erdbebentatastrophe in Kalifornien wurde für die Deulig. moche gefurbelt. Die Aufnahmen befinden sich auf dem Schnellwege nach Deutschland und werden sofort nach Einireffen vorgeführt. " Neues von Paramount. Die jugendliche Künstlerin Beity Bronson, die durch den Film Peter Ban" berühmt geworden ist, wird die Hauptrolle in einem neuen Film Die goldene Prinzessin" spielen. Mit ihr zusammen wird zum erstenmal ein neuer Paramount- Slar, Neil Hamilton, in einer männlichen Hauptrolie zu sehen sein. Bola Negri befindet sich zurzeit in New York, wo sie in den Long Island Ateliers der Paramount arbeitet. Es ist das erstemal, daß die Künstlerin außerhalb Hollywoods einen Film dreht. Die Borbereitungen zu ihrem neuen Film" Blumen der Nacht"( Flower of the Night) find in vollem Gange. Der berühmte amerikanische Schriftsteller Joseph Hergesheimer hat das Manuskript für Pola Negri geschrieben. Die Handlung spielt in Merifo und die Aufnahmen werden auch teilweise dort gedreht werden. Douglas Fairbanks jun. hat einen langjährigen Kontraft mit Paramount abgeschlossen und wird in dem Film Wild Horse Mosa" eine führende Rolle spielen. " Mary Pickford in einer Hofenrolle. Der amerikanische Filmliebling Mary Pickford hat sich die schwierige Aufgabe gestelt, als fleiner blondlodiger Junge die populäre Gestalt des fleinen Lord" nach dem gleichnamigen Roman von F. H. Burnett im Film zu verförpern. Ihr jugendlicher Anmut und ihre spizbübische Schelmerei fommen ihr bei der Meisterung der gewiß nicht leichten Hosenrolle eines fleinen Knaben zu Hilfe. Der Film fommt durch die Terra im September im Deutschland heraus. Tom Mig wieder daheim. Der berühmte Cowboy- Darsteller des For Film ist von seiner. Europareise wieder in Amerifa ein. getroffen. Die Flottenmanöver im Film. Die Manöver der deutschen Flotte, die kürzlich in der Nordsee stattfanden, wurden finematographisch aufgenommen. Der Film foll auch landschaftlich schöne Bunfte Norwegens bringen. Die Aufnahmen erfolgten durch die von Julius Binschewer geleitete Industriefilm Attiengesellschaft, Berlin. De- Ba- No." Unter dem Schlagwort De- Ba- No" ist mit dem Sig in Berlin ein neues Filmunternehmen, die Deutsch- Baltisch Nordische Film- Produktion, gegründet worden. Ihr Programm fieht die„ Debano" in der Herstellung von Spielfilmen und aller Art Reklame- und Werbefilmen für Industrie, Handel, Gewerbe und Sport. Sie beabsichtigt neben ihrer deutschen Produktion die landschaftlichen Schönheiten der nordischen Länderspeziell Finnlands- zu zeigen. Die Direktion liegt in den Händen Erich Unterwaldts und des nordischen Filmregiffeurs Felig Felar Kersten. Als Dramaturgin wurde die baltische Schriftstellerin Lur Dena verpflichtet. Mufifaufträge Aus dem lokalen Teil des Kyritzer Anzeigers: übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin O 27, Andreasstr. 21( Sönigstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch. Auf dem Kurfürstendamm in Berlin ereignete sich gestern in der neunten Abendstunde ein sonderbarer Vorfall. Vorübergehende Passanten hörten aus dem Hause Kurfürstendamm 236 sonderbare Geräusche und unerklärliches Stöhnen. Ueberängstliche sprachen von einem Erdbeben und wurden sehr nervös. Schließlich stellte es sich heraus, das die Erschütterung von Zuschauera des 56 ausging, in dem ,, MARMORHAUSES" das Publikum der ,, LUSTIGEN WOCHE" in Lachorgien verfiel. Die von anderer Seite gebrachte Nachricht, daß sich die Balken des ,, Marmorhauses" vor Gelächter gebogen hätten, war bis Redaktionsschluß nicht nachzuprüfen. SAISON Ausverkauf vom 1. bis 21. Juli 1925 Unsere Schlager: ATK DER Wh CHUHHO LST Einsatz- Halbschuhe Braune Spangen Mode- Leinenschuhe Kinder- Spangenschuhe für Herren, braun echt Boxcalf, mit grau Nubuk, in vorzügl. Verarb., halbspitz, der eleg. 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Bühne: Bob Mc. Hatton u. Kitty in ihren phant. Tänzen Wochent. 7 u. 9 Sonnt. 5, 7, 9 Sumurun mit Pola Negri Wochent. 7 u. 9/ Sonnt. 5, 7, 9 Wege zu Kraft und Schönheit Wochent. 7 u. 9/ Sonnt. 5, 79 Die Liebe d. gelben Mannes Shakletons Todesfahrt zum Südpol Wochent. 7 u. 9/ Sonnt. 5, 7, 9 Der junge Medardus Wochent.7.9/ Sonnt. 5, 7, 9 Wegen Renovierung geschlossen 018 UA Bernhard Schwartz Berlin C, Wallstraße 13 Saison- Ausverkauf vom 1. bis 11. Juil H Gardinen- Teppiche- Diwandecken Prima Velour- Teppiche 200/300 102 M Axminster- Teppiche 200/300. Madras, dunkelgrund. 84 M Diwandecken 11.75 m 2.90 Etamin- Halbstores. 1.95 Künstler- Garnitur, gewebt 4.50 Etamin- Garnitur, bunt 5.75 Bettdecken, 2bettig 8.75 " Reste, Einzelfenster, angestaubte Gardinen zu rücksichtslos herabgesetzten Räumungspreisen Serie 13 M. Serie 5 M. Serie M 10 M. Serie IV 15 M. Für Sommerfeste! 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Juli ab Ab Jannowitz- Brücke( Belvedere) und Schlesisches Tor Jeden Werktag( außer Montags) 7,45 nach Teupitz ( Freitags Teupitz- Stadt, alle and Tage Tornows Idyll) Dienstag, Donnerstag, Sonnabend m. ,, Kronprinz Priedr. Wilhelm". 5 M. hin und zurück, Mittwoch, Freitag mit ,, Hertha", 4 M. hin und zurück. Jed. Werktg.( auß. Montags) 7.45 nach Neue Mühle 2.50 M. hin und zurück. Täglich 8 und 2 nach Woltersdorfer Schleuse Wochentags 1,50 M., Sonntags 2 M. hin u. zurück. Täglich 9 und 2.30 nach Grünau- Schmöckwitz Wochentags 1,50 M. hin und zurück Sonntags 2 M. Jeden Werktag 8.30 durch die Löcknitz nach Grünheide. Wochentags 2 M. hin und zurück. Sonntags 1.30 und 2.30, 2 M einfach Jeden Montag, Freitag 8 nach Kalkberge. Rüdersdorft mit Führung nach dem Heinitzsee 2 M. hin und zurück. Jeden Werktag( außer Sonnabends) 10 und 3 nach Neu- Helgoland( Idyll an der kleinen Müggel). 1 M. hin und zurück. Ab Potsdam, Kaiser- Wilhelm- Brücke, Havelhof Jeden Montag, Mittwoch, Freitag, 2.30 nach Paretz ( Rundfahrt um Potsdam) Rückfahrt 7.00. 3 M. hin und zurück. Kind 1,50 M. Jeden Dienstag 2.30 nach Schildhorn( Ritzhaupt) Rückfahrt 7.00. 2 M. hin und zurück Kind 1 M. Jeden Donnerstag 9.15 nach Brandenburg a, H. Rückfahrt 5.30. 5 M. hin und zurück. Kind 2,50 M. Ab Plötzensee, Bhf. Beusselstraße Jed. Mittwoch 10 nach Oranienburg- Lehnitzsee ( Seelöwen). 1,50 M. hin und zurück. Ab Berlin, Café Gärtner of Bellevue) 9.15, Charlottenburg, Schloßbr., 9.40, Spandau 10.45 Jeden Donnerstag nach Nedlitz- Schweizerhaus 2 M. hin und zurück. Jeden Freitag nach Potsdam- Havelhof 2 M. hin und zurück. Ab Tegel 9.15, mit Anlegen in Spandau, Charlottenbrücke, 10.45 Jeden Montag nach Potsdam- Havelhof 2 M. hin und zurück. Jeden Dienstag nach Nedlitz Schweizorhaus 2 M. hin und zurück. Rückfahrt von Oranienburg, Potsdam. Nedlitz 5.30 Taschenfahrpläne gratis. 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Die Kampfstätte war bei gutem Besuch und prachinoliem Wetter mit den Fahnen des Arbeiter- Turn- und Sportbundes sowie der der Vereine festlich geschmückt. Bereits in den ersten Kämpfen trat in Erscheinung, daß unsere Arbeiterschwimmer über einen guten Nachwuchs verfügen, denn neben den guten Leistungen ließ der Sport- und Kampfgeist einen Eifer und eine Begeisterung erkennen, der die Gewähr bietet, daß auch auf sport. lichem Gebiete die Arbeiterbewegung in den letzten Jahren ganz bedeutend vorwärts- und aufwärtsgegangen ist. Besonders zu erwähnen ist Schulz- Nürnberg, der im Männer- Rückenschwimmen, ohne sich auszugeben, 1,19 schwamm. Henschte Lichtenberg und Gräbert Vorwärts schwam men im Jugend- Rückenschwimmen die gute Zeit von 1:25. 3u erwähnen sind weiter noch das kraft- und energievolle Schwimmen des Steglizers Krause, der die Strede von 1500 Meter auch diesmal gegen seinen alten Rivalen Dahle mit weitem Worsprung beenden fonnte, sowie das gute Schwimmen Kan. nenbergs, der in der Zeit von 6,56 das 400- Meter- Bruft schwimmen gewann. Hervorgehoben werden muß auch das gute Brustschwimmen über 200 Meter für Frauen, das die Genossin Quitschalle Breslau in der Zeit von 3,28 ebenfalls gewann, jowie das Knabenschwimmen beliebig über 100 Meter, in dem Töbis- Norden in der Zeit von 1:27 Erster wurde. Alle Schwim men zeigten geschlossene Felder und erweckten das lebhaftefte Inter effe bei allen Zuschauern. Ganz besonders großen Beifall fand das Frauen und Männer- Kunstspringen. In ersterem gingen die Genoffin Beier Leipzig, in lezterem der Genosse PillarschSena als Sieger hervor. Aber auch die anderen Springer zeigten, daß sie die Sprungtechnik gut beherrschen. Auch in den Wasserballspielen wurde hart gerungen. Ronnten sich in den Vorfämpfen Berlin und Nürnberg herausschälen, so wird heute um die endgültige Ländermannschaft für die Olympiade Frankfurt a. M. das Spiel zwischen beiden ausgetragen werden. War auf der gestrigen Beranstaltung nur ein Teil der Ausscheidungen zum Austrag gelangt, so werden heute die weiteren Ausscheidungstämpfe ihren Höhepunkt erreichen. Nochmals sei darauf hingewiesen, daß alle Arbeitersportler und Sportsfreunde sowie die gesamte Berliner Arbeiterschaft durch die heutige Veranstaltung einen tiefen Einblick in die Tätigkeit der Arbeiterwassersportbewegung erhalten fönnen, wenn sie dieses Fest besuchen. Der niedrige Eintrittspreis von 30 Pf. sowie die zu erwartenden scharfen Kämpfe zwischen den von den einzelnen Kreisen entsandten Teilnehmern werden die noch Fernstehenden auf das hohe fulturelle Ideal der Arbeitersportbewegung hinweisen und jedem die Veranlassung geben, dieselbe zu besuchen. Resultate: Männliche Jugend- Lagenftafette 4 x 100 m. 1. Bormäris- Berlin 5.44 min. 2. Neukölln 6.01 Min. Männer- Rüdenschwimmen( Olympia) 100 m. 1. Schulz, Mitrnberg 1.19% Min. 2. Gen. Leipzig 1.22% Min. 3. Lorer, Darmstadt 1.24 Min. Knabenschwimmen 100 m. 1. Thobes, Norden- Berlin 1.27 Min. 2. Gnas, Norden- Berlin 1.30 Min. Frauenbrustschwimmen( Olympia) 200 m. 1. Quitfchalle, Breslau 3 Min. 28,4 Gef. 2. Boer, Neukölln 3.40 Min. Knabenbruststafette X 50 m. 1. Vorwärts I 3 Min. 13% Get. 2. Neukölln I 3 Min. 22% Sct. Männerschwimmen, Freistil( Olympia) 1500 m. 1. Rraufe, Stegliz 25 Min. 12 Set. 2. Dahle, Neukölln 25 Min. 51 Gef. Jugendbruft. Schwimmen( weiblich) 100 m. a) 14 bis 16 Jahre. 1. Wagner, Neufölln 1 Min. 50% Get. 2. Löwenstein, Belle- Berlin 1 min. 551/ s Gef. b) 16 bis 18 Jahre. 1. Bandelt, Vorwärts- Berlin 1 Min. 47 Gef. Männerbrustschwimmen( Olym Damen pia) 400 m. 1. Rannenberg, Flatensee 6 min. 56% Gel. 2. Lehmann, Vorwärts. Berlin 7 Min. 2% Gel. Frauenschwimmen, Freistil( Olympia) 100 m. 1. Mentrup, Osnabrid 1 Min. 34% Get. 2. Ende, Welle- Berlin 1 Min. 45 Get. Jugend- Seiteschwimmen 100 m. 1. Giefe, Norden- Berlin 1 Min. 24% Get. 2. Roffuta, Borwärts- Berlin 1 Min. 25% Get. Jugend- Rüdenschwimmen 100 m. 1. Hänschte, Lichtenberg 1 Min. 25% Get. 2. M. Silbreit, Neukölln 1 Min. 2. Alawitta, Düffeldorf 33 Punkte. Kunftspringen( Olympia) Männer. 1. Bil36% Get. Runstspringen( Olympia) für Frauen. 1. Beier, Lepzig 42% Punkte. larsch, Jena 44% Bunkte. 2. Lehmann, Leipzig 362/ s Bunkte. 3. Nachtigall, Berlin- Hannover 7: 2. Borwärts- Berlin 352/5 Punkte. Wasserballspiel. Nürnberg- Leipzig 4: 3, Arbeiter- Sport- Kartell Reukölln. Am Montag, 6. Jult, findet in der deal- Alaufe Mareschstraße eine Kartellsikuna statt. Es ist notwendig, daß alle Delegierten aller Vereine erscheinen. Großes Arbeiter- Fußball- Bettspiel. Alemania 1922, vorjähriger KreisGonntag, den 5. Juli, auf dem Sportplah des 1. F.-C. Neukölln 1895 in Neumeister, 1. Mannschaft, gegen Rüstig- Borwärts Neukölln, 1. Mannschaft, am tölln, Raiser- Friedrich- Straße, am Herzbergplak. Anfang 5 Uhr. Borher treffen sich die 2. Mannschaften beider Bereine. fammlung am Dienstag, den 7. Juli, abends 7 Uhr, bei Schellbach, Rönigin Freie Schwimmer Charlottenburg 04, E. B. Achtung! Bierteljahresver Elisabeth- Str. 6. Tagesordnung: 1. Berichte. 2 Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Erscheinen ist Pflicht. Badeabende: Abteilung Charlottenburg: Montags und Donnerstags von 6-8 Uhr im Boffsbab Jungfernheide. Dauerkarten find noch zu haben. Abt. Westen: Der Badeabend in der Badeanstalt Dennewigstraße ist von Montag auf Freitag Don 8 bis 9 Uhr verlegt. Ranu- und Gegetabteilung: Jeden Freitag im Bootshaus Arbeitsdienft. Samriften- Berein Die Naturfreunde"( Rentrale Wien), Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, den 15. Juli, in der Aula des Sophien- Luzeums, Weinmeisterfte. 16/17, ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht 4. Wahlen. 5. Berschiedenes. Beginn 7 Uhr. Mitgliedstarte mit Jahresmarte von der Sauptversammlung. 2. Bericht der Ortsgruppenleitung. 3. Anträge. legitimiert. Werbebezirk Norden. Montag, den 6. Juli, Führersikung, 7% Ubr, Sonnenburger Str. 20. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Sindenstraße 3, für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 rep. rechts, au richten. Die Vereinigung sozialdemokratischer Juristen tagt am Montag, ben 6. Juli 1925, abends 7% Uhr, im Reichstagsgebäude, Gaal 25. Tagesordnung: Rechtsanwälte. Ref.: Gen. Ernst Ruben. 1. Besprechung des Ergebnisses der Umfrage über die Simultanzulassung der 2. Die dringendsten Forderungen ber Strafjustizreform. Ref.: Alfred Oberniker. * 2. Kreis Tiergarten. Montag, den 6., abends 7 Uhr, erweiterte Rreis. vorstandssigung bei Krüger, Putligstr. 16. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Gigung des erweiterten Rreisvorstandes am Montag, den 6., abends 7% Uhr, bei Klug, Danziger Str. 71. 7. Areis Charlottenburg. Achtung! Karten zur Dampferfahrt am 10. Jult find noch bei der Genoffin Kühn, Ramminer Str. 36, v. III, zu haben. 9. Kreis Wilmersborf. Dienstag, den 7. Juli, abends 8 Uhr, Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes bei Kroihs, Holsteinische Straße 60. 11. Kreis Schöneberg- Friebenan. Dienstag, den 7., abends 8 Uhr, Sigung der Zeitungskommission, Spedition, Belziger Str. 17. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. Arbeitsgemeinschaft der Rinder. freunde. Beginn der Ferienkolonie am Montag, den 6. Juli. Treffpunkt und Abfahrt der Teilnehmer unter Leitung der Helferinnen um 9 Uhr an den Haltestellen der Linie 43 am Raiser- Wilhelm- Plaz( Mühlenstraße, Ede Hauptstraße und Kaiserallee). Becher, Eßnapf und Löffel find mitzubringen. 12. Kreis Steglig- Lichterfelbe- Lantwig. Dienstag, den 7., abends 8 Uhr, bet Rattun, Lichterfelde, Baedeftr. 7, Kreisdelegiertenversammlung. Kreis vorstand eine halbe Stunde früher. 14. Kreis Neukölln. Erweiterte Kreisvorstandssigung Montag 7 Uhr Getretariat. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. 16. Kreis Röpenid. Montag, den 6., abends 7% Uhr, Kreisvorstandssitzung beim Genossen 8abel, Freiheit 5. 17. Areis Lichtenberg. Montag, den 6., abends 7 Uhr, Funktionärsizung im Arbeitsamt, Schreiberhauer Straße. 18. Kreis Beißensee. Montag, den 6. Juli, abends 8 Uhr, bei Gallas, Lehrter Str. 122, Funktionärtonferenz. 20. Kreis Reinidendorf. Montag, den 6. Juli, abends 8 Uhr, im feinen Sigungsfaal des Rathauses Bittenan, Sigung des erweiterten Kreisvor standes. Borher um 7 Uhr im gleichen Raum Gigung des engeren Kreisvorstandes. Pünktliches Erscheinen dringend notwendig. Heute, Sonntag, den 5. Juli: 46. Abt. Heute Sonntag Beteiligung der Mitglieder an dem Kreis- Gommee fest in der Bodbrauerei. FAST GESCHENKT 100 Strümpfe in Seidenfior, Flor u. Makko, nur Ia Qualitäten, in vielen Farben, z. T. m. kleinen Fehlern, Son- 65P derangebot.......... Paar Pf. Damen Strümpfe pa. Seidenflor, Kunstseide, teilweise auch Tramaseide, in nur Ia Qualitäten, mit leichten Fehlern, soweit Vorrat... ....... Paar 10 Damen Strümpfe pa. Seidenflor, in vielen teingemuextra billig............. Paar 17 75 Damen Strümpfe in allerbest. Seidenfior, v. Seide nicht zu unterscheid., grosse Farbenauswahl, ganz bes. billig, Paar 95 Damen- Strümpfe 95 in entzück.Fantasiemustern, sehrgeeignet f. Sportzwecke, solange Voriat.... Paar 2.95, 2.75, Damen- Strümpfe Ia Seide, auch Trama- Seide mit kleinen Fehlern, obne Rücksicht auf den früheren Preis, nur solange Vorrat.... ........ Paar 2 Herren Socken pa. Baumwolle, in vorzüglicher Qualität, doppelte Sohle und 95 Hochferse, extra billig, Paar 55 PL. 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Abends 7% Uhr Funktionärkonferenz bei Benseritt. Karten für die Dampferfahrt nach Woltersdorfer Schleuse find bet ber Genossin Friedrich, Uckermünder Str. 13, v. II, zu haben. 32. Abt. Abends 7% Uhr Funktionärsigung bei Kremphard, Grüner eg 49. 35. Abt. Funktionärkonferenz mit Elternbeiräten und Referenten abends 7% Uhr bei Peter, Schreinerstr. 36. 36. Abt. Abends 7 Uhr bei Busch, Tilsiter Str. 27, Funktionärsigung. 37. Abt. Abends 7 Uhr bei Jerasch, Ebertyftr. 10, Gigung sämtlicher Funt tionäre, Betriebsvertrauensleute und Bezirksverordneten. 39. Abt. Die Funktionärsigung findet am Mittwoch statt. 40. Abt. Abends 7% Uhr bei Raufner Funktionärversammlung. 41. Abt. Abends 8 Uhr bei Schulz, Mariendorfer Str. 5, Sigung sämtlicher Funktionäre. 13. Abt. Abends 7% Uhr bei Menzler, Dieffenbachstr. 54, wichtige Funktio närsigung. Sämtliche Funktionäre müssen erscheinen. 44. Abt. Abends 7 Uhr bei Nagel, Manteuffelstr. 47, Funktionärtonferens. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Bezirksführer, Betriebsver trauenslente und Elternbeiräte notwendig. 45. Abt. Abends 7 Uhr bei Wienjicas, Reichenberger Str. 104, Gigung fämtlicher Funktionäre. Theoretischer und praktischer Sozialismus. 46. Abt. Abends 7% Uhr bei Eichholz, Cuornstr. 23, Funktionär- und Be zirksführersigung. Die Bezirksführer laden zu der Abteilungsversamm lung am Mittwoch, 8. Juli, bei Baig, Schlesische Str. 28, ein. Referent: Genosse Felig. Fechenbach. 48. Abt. Abends 8 Uhr Funktionärkonferenz bei Redling, Wassertorftr. 7L Die Bezirksführer laden zu der am Mittwoch, den 8. Juli, stattfindenden Mitgliederversammlung ein. 51. Abt. Charlottenburg. Abends 7% Uhr bei Lehmann, Rönigsweg 8, Funt tionärsigung. 81. Abt. Friebenan. Abends 8 Uhr erweiterte Borstandsfigung bei Klabe, Handjernstr. 60/61. 1. Kreis, Mitte. Montag, den 6. Sult, abends 7½ Uhr, bei Dobrohlam, Swinemünder Straße, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes. Reukölln. 96. Abt. Abends 7% Uhr bei Brandt, Thüringer Str. 38, Funktion närsigung. Sämtliche Gewerkschafts- und Parteifunktionäre müssen er. fcheinen. 98. Abt. Abends 7 Uhr wichtige Funktionärversammlung bei Teich, Bezirksführer laden ein. 128./130. Abt. Bankow und Heinersdorf. Abends 8 Uhr Funktionärsigung in Jugendheim, Pankow, Breite Str. 22. Besprechung wichtiger Partei. angelegenheiten. Frauenveranstaltung am Montag, den 6. Juli: 85. Abt. Tempelhof. Abends 8 Uhr Funktionärinnen sigung in der Rinde" Werder, Ecke Friedrich- Karl- Straße. Uebermorgen, Dienstag, den 7. Juli: 11. Abt. Abends 8 Uhr bei Raiser, Gozłowskystraße, Funktionärkonferenz. 16. Яbt. Abends 7 Uhr Sigung der Funktionäre bei Döhling, Brunnens ftraße 79. 28. Abt. Abends 7% Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Sigung det Funktionäre. 80. Abt. Schöneberg. Abends 7% Uhr erweiterte Borstandssitzung bei Güte lich, Begasstraße. 106. Ant. Johannisthal. Abends, 8 Uhr Gigung sämtlicher Funktionäre bef Gobin, Roonstr. 2. 123. Abt. Rauisdorf. Abends 7% Uhr im Jugendheim, Adolfstr. 26, Rezitation Bortragender: Genoffe Beer Loot. 136. Abt. Reinickendorf- Ost. Abends 7½ Uhr Neft. Uhlig, Residenz-, Ede Ropens hagener Straße, Funktionärkonferenz. Jeder Bezirk muß vertreten feina Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 7. Juli: 3. Kreis Wedding. Der für heute geplante Frauenausflug fällt aus. Dafür Karten bei der Kreiss Beteiligung an der Dampferfahrt am 10. Juli. Iciterin. 20. Kreis Reinidendorf. Abends 8 Uhr Gigung der Funktionärinnen in Reinidendorf- Ost, Hauptstr. 46, Verwaltungsgebäude, Zimmer 60, Ausgabe der Dampferfahrkarten. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 123. Abt. Kaulsdorf. Unser Mitglied Friedrich Kramer ist verstorben. Die Beifegung der Urne findet am Dienstag, 7. Juli, nachmittags 3 Uhr, anf dem Friedhof in Raulsdorf statt. Bahlreiche Beteiligung erbeten. 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Die Halme neigen segenschwer Ihr Aehrenhaupt, Dann zieh'n die Tage lebensleer— Vorüber, die Zeit geraubt. Die Tage, da im Samenkorn Das Leben sprach, Als in der Erde Leib der Keim Die Schale brach. Und dann das große Aufersteh'n, Als über Feld und Wald Des neuen Frühlings heil'ges Weh'n Als Weckruf schallt. Die Zeit, da jede Aehr« reich Voll Blüten hing, Durch die der laue Sommerwind Als Liebesbote ging. Und dann die Werdezeit der Frucht Im lichten Sonnenschein, Und alles liegt so weit, so weit Und heut der Frllhrotschein. Vom Dengeln zieht ein leiser Klang Durchs Halmenmeer, Die Halme lauschen todesbana, Die Lehren sind so schwer, so schwer. Vom Dorf tönt klagend durch die Nacht Ein Wächterhorn, Und wenn der neue Tag erwacht, Dann geht der Tod durchs reife Korn. F r i ß M u ch e, Metallarbeiter. Gib und Sab. Don Ren6 Bizet. (Berechtigte llebertragung von Joh. Kunde.) Ich hatte Demonello im Zirkus Orlande» kennengelernt. Er war schon alt und doch eine seiner Attraktionen. Dos Publikum der ganzen Welt hatte diesem„ExcentrU' und seinen beiden Puppen— Bib und Bab— Beifall gespendet. Er pflegt sie aus zwei Stühle zu placieren und mit ihnen ein stummes Gespräch zu führen, dessen Inhalt man nur aus den Testen des Artisten erraten konnte. Dem weiblichen Mannequin.Bab" machte er ungeschickt, schüchtere den Hof. während sein« Hände und Füsz« dem männlichen„Blb" unaufhörlich drohten: das endet« mit einem komischen, regelrechten Faustkampf, der Gelächter und Bravos weckte. Bib und Bab wirkten nicht abstoßend. h wie Demonello selbst. Sie waren ungefähr Der Holzkopf der Frau war mit überzogen. Augen und Mund etwas derb aufgemalt; sie trug eine struppige rot« Perücke, Kleider der Armut. Der Mann sah aus wie ein Saufer in abgenutzter trübseliger Karneoalstracht. Kurz, es waren zwei banale Marionetten, deren Rückseite einige Illusion erwecken konnte, die aber ohne Zweifel auf Jahrmärkten jedem Schießbudenbcsiger Ehre gemacht hätten. Wie ich Demonello zum erstenmal auf�rhalb seines Wirkung?- treises begegnete, versagte ich mir die Bemerkung nicht, daß er— ohne seinem Renommee zu schaden— diesen passiven Mitspielern vielleicht ein gefälligeres Aussehen verleihen könne. Er sah mich verächtlich an. Nopste auf sein rundes Bäuchlein, psiff stch eins, kehrte mir den Rücken und schnitt so das Gespräch ab. Ich weiß, wie� über- empfindlich gewisse Artisten sind, und verzichtete auf weitere Bemer- kungen. Run ja, er hatte mit den häßlichen Popanzen Erfolg, warum sollt« er ihr Exterieur verändern? Diese zwei Hanswurste aus Holz und Kleie waren Demonello» ganze Familie, seine einzige Gesellschaft. Er hotte einst Enttäuschun- gen erlitten, und seit seinem dreißigsten Jahre lebte er mit Bib und Bab. Wenn ein Verehrer in seine Garderobe kam. so hörte er ihn laut sprechen, diskutieren, ernsthaft Fragen stellen,— er fürchtete zu stören, und entfernte sich. Kannte man ihn näher, trat man ohne zu klopfen ein, fand unseren Mann in einem Selbstgespräch. Das hinter ihm an der Mauer postierte Paar schien eher in einen und«- kannten Himmel hineinzuträumen, als auf seinen Herrn zu hören. Aber das störte ihn gar nicht. Für sein Ohr waren sie nicht stumm, für sein Auge nicht bewegungslos— und wenn er im Begriff war auszutreten— den Mann und die Frau unter seinen Arm nahm—, sagte er zornig zu jenem:„Zum Teufel! Vorwärt», du Schafekopsl" — Und der Frau schmeichelte er:„Kindchen, beeilen Sie sich ein bißchen l" Er wahrte auch außerhalb der Szene die volle Illusion... Wenn er„gearbeitet" hatte, so war sein« erst« Sorge, noch eh« er den Schweiß von der Stirn trocknete oder sich abschminkt«—. die Kostüme seiner Partner in Ordnung zu bringen und sie mit einigen Koinplimenten zu belohnen. Hatte er Blumen, so schmückte eine Rol« Bobs Korsage, und unterhielten sich die Journalistcn mit ihm, dann zeigte er auf Bab und Bib:„Meine Kameraden und ich sind von dem Publikum sehr befriedigt." Aber es kam die Zeit, wo er den bunten Kulissen Lebewohl sagen mußte, auch Herrn Orlandes, dessen Aug- sich feuchtete, den Clowns, die heranwuchsen, dem schönen«irius, der so groß war wie ein Ozeandampfer und den eine besondere Atmosphäre erfüllte. Demonello war zu alt geworden, um weiter den Naiven zu spielen und da» Publikum zu überzeugen, daß er noch an seine Farcen glaube. Darin liegt alle». Man muß Vertrauen zu sich haben....,. Er zog sich in ein kleines Landhaus zurück: dort besuchte ich ihn alle Jahre. Man traf ihn sicher an. Er dehnte sein« Promenaden niemals über sein Kärtchen au». Im Sommer saßen Bib und Bab auf einer Bant, während er umgrub und latete. Om Winter be- kamen sie im kleinen Salon den besten Platz: am Kamin. Den ganzen Tag hörten sie Demonellos nie versiegendes Geplauder, der ihnen alle seme Eindrücke erzählte.„Aber warum gehen«i« nicht rnts?* fragte ich ihn eine» Tages„Weil ich meine Kameraden nicht mitnehmen kann: man würde mich für närrisch halten. Ich brauche keinen Verkehr, sie genügen mir. Ei« haben wenigsten» ihr Kostüm au» guten Zeiten behalten können. Ich bin in Zivil, aber wenn ich sie ansehe, sind« ich mich selbst wieder. Sie sind Ursache, wenn ich seelisch nicht altere. Sie haben noch ihr glückliche» Lachen, ihr« erlumpte Tracht. Daß da, Ende uns bedroht, wissen sie nicht, und .ja ich nur sie sehe, weiß ich e» ebensowenig."— Der Kluge hatte recht. Nch war der einzige Zeuge, der merkte, daß es mit ihm bergab ging- IG erlaubte mir häusiger zu kommen, und jedesmal fand ich Demonello magerer und hinfälliger. Das blieb bis zu dem Tage, wo ich an dem niederen Gitter klingelt« und man nicht ant» «ortete... Der Besitzer hatte«inen zweiten Schlüssel, den tx mir Anvertraute. Ich betrat die Wohnung de»„Excentric", Stille t verfolgte Unfthulü. »Sie siitö beschulöigt öes Verrats sämtlicher völkischer velange öurch geheimes Einvernehmen mit öem 5einüe Stresemann. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung anzuführen N Mein Name ist Schiele. Ich weiß von nichts!" herrschte dort. Zwei leere Stuben, ein Korridor, wo meine Schritte düster widerhallten, eine Treppe, die zum ersten Stock hinau>sührts: ich war in der Kammer. Ein schwaches Licht stahl sich durch die Läden bis zum Bett. Ihm zu Seiten zwei Personen. Aus dem Linnen jah man dos wachssarbene Gesicht meines Freundes. Zuerst glaubte ich, daß von Ihm benachrichtigte Verwandte die letzten Liebesdienste an seiner Sterbestätte erwiesen. Aber dann erkannte ich die rote Perücke Babs, die zinnobersarbige Nase Bibs. Demonello hatte dieses letzte Tableau sinnig inszeniert. Bib und Bab saßen in ihren Fauteuils, ihre schlaffen Hände berührten die ihres alten Ge- fährten. Er hatte sich bis zur letzten Sekunde der Illusion hin- gegeben, daß das Paar über sein friedliches Hinüberschluinmcrn wachte: das war sein letztes Glück, das ein Lächeln aus sein Gesicht zauberte. Die bizarre Vision erschien so echt, daß ich mich bei der Frage an Bab überraschte:„Er hat nicht zu leiden gehabt?" Gewiß, sie antwortete nicht. Ich weiß nicht, wie es kam, aber die beiden Puppen glichen in meinen Augen bereits zwei Engeln, die die Seele und den elenden Leib eines Clowns in ein lindltches Paradies trugen... in den wunderbaren Zirkus des Himmels... Sabang. Sonderberichk für den.vorwärts" von Richard Huekfenbeck. Sumatra, im Frühjahr. Tagelang Himmel und Wasicr. Keine Wolke, das Meer ist qlatl und flach wie ein Tischtuch. Man läßt sich einlullen von dem Rhythmus der ungeheuren Weite. Man sitzt aus der Back des Schisfes und beobachtet die fliegenden Fische, die aus dem Wasser schnellen und wieder versinken. Nacht» brennt der Hinimel von Millionen Blinkfeuern. Die Lust ist weich wie die Hand der geliebten Frau. Dann kommen kleine Inseln. Sie sind von dichtem Urwald bewachsen. Auf der Insel Wey an der Spitze Sumatras liegt Sabang. Man fühlt sich neugeboren, wenn man nach wochenlangem Marsch um das schmale Laufdeck den Fuß zum erstenmal wieder ans Land setzt. Eine schmale Straße von chinesischen Händlerbuden. Die Männer feilschen und schnattern hinter rohgebauten Ladentische». Die Frauen in bunten 5)osen verschwinden scheu im Hintergrund. Die Malaien sind ernster und würdiger. Großgewachsene und schöne Mensche». Sie sind fast unbekleidet. Manche tragen einen gewaltigen Strohhut. Die hollandischen Herren haben hier«ine spärliche Zivilisation »Ingeführt. Bis vor kurzem muhten sie mit den Attjes, den Ur. einwohnern des Landes, einen bösen Kampf führen, und noch heute ist es nicht ratsam, sich allein allzuweit von dem bewohnten Ort zu entfernen. Die Attjes tragen ein gebogenes Mesier als Masse und Hand- werkszeug. Wenn man die muskulösen Gestalten ansieht, kann man begreifen, daß sie mit diesem sichelartigen Instrument sehr gewandt umgehen können. Die Füll« der Vegetation ist verwirrend. Die Palm« kann jede Form annehmen. Sie läßt riesige fächer- artige Blätter direkt aus dem Boden kommen und blldet undurch- dringliche endlose Dschungel. An anderen Stellen, besonders in der Nähe des Meeres, sind ihre Stämme 15 Meter hoch und nur von einer kleinen Laubkrane bedeckt, unter der man die mächtigen Früchte fleht. Das sind die Palmenhaine. Dann wieder sindet man allein- tehende Exemplare, die die ganze Großartigkeit ihrer Art in sich vereinigt zu haben scheinen. Im dichten Gewirr des Urwaldes sieht man goldrotc Mandarine» reifen. Die Bananen wachse» in meterhohen Trauben. Das Laub der Brotbäums ist weit und hoch wie das Dach eines großen Hauses. Ein kleiner See liegt zwischen den bewaldeten Bergen. Auf einein zerbrechlichen Kahn rudern wir unter greller Sonne bis in die Mitte des Wassers, Man hört keine» Laut. Dann Schreie aus dem Wald: die Affen. Im Wasser eine Fülle seltsamen Lebens. Fingerlange Gold- fische huschen kaum einige Handbreit unter dem Wasser dahin. Leguane, eine Art großer Eidechsen heben ihre Rücken aus dem Wasserspiegel heraus. Die Häuser der Eingeborenen find ans hohen Psählen gebaut. Zum Schutz gegen Schlangen. Die Wände sind Lastmatten, die man nach Belieben entsernen sann. In einem größeren Haus wohnt ein 5)äuptllng. Er hat, seitdem die Fremden hier sind, nichts mehr zu sagen, aber die szolländer haben ihm aus Klugheit eine Art unverbindlicher Gerichtsbarkeit über seine alten Untertanen gelassen. Nun sitzt er da im Kreise seiner Weiber und läßt sich die Sonne auf den Rücken brennen. Die Holländer sind schlaue Kolonisatoren. Sie haben nur den einen Wunsch, möglichst viel Geld aus Ihren Kolonien zu ziehen. Wenn sich die Eingeborenen dem nicht widersetzen, geschieht ihnen nichts. Man läßt ihre Gewohnheiten möglichst unangetastet. Der Holländer ist hierin weniger prüde als der Engländer. Während des Krieges flüchteten sich eine Anzahl von deutschen Schiffen nach Sabang. Die Holländer sind den Deutschen nicht sehr rosig gesonnen, aber die Besagungen dieser Schisse hatten hier immerhin ein erträgliches Leben. Aus dieser Zeit stammt der Deutsche Klub von Sabang. Heute sind nur noch fünf Deutsche hier und diese sind bis auf einen in ganz untergeordneten Stellungen. Im holländischen Klub trifft sich die gute Gesellschast von Sabang. Man sitzt a ufeiner Terrasse mit dem unvergleichlichen Blick auf die bewaldete Bucht. Man trinkt eisgekühlte Limonaden unld plaudert unter dem sternenhellen Himmel. Unvergeßlich sind die Nächte von Sumatra. Neue Berechnungen über das Alter der Erde. In den letzten Iahren ist zur Berechnung des mutmaßlichen Alters der Erde die Radioaktivität bestimmter Erdschichten herangezogen worden. Nach einer von Prol. Eitel in Königsberg herausgegebenen Tabelle, die auf eingehenden und exakten Forschungen beruht, ist da? Alter der präkambrischen Gesteine, bekanntlich der ältesten Gestdnsmassen, aus etwa 1100 bis 1200 Millionen Jahre zu schätzen. Für devonische Mineralien fand sich ein Alter von rund 400 Millionen Iahren. Die Zahlen schwanken allerdings sehr, so haben z. B. auch gewiss« prä- kambrische Gesteine, die vielleicht erst durch spätere gewaltige Ausbrüche an die Erdobersläche geworfen sind, nur em Alter von etwa 200 Millionen Iahren. Verbotenes Brot. Die feine ** Von Albert Dandifiel. Morgendämmerung liegt in der weiten Ebene. Cijentür in der ehemaligen Klostermauer, welche das Gefängnis einschließt, öffnet fich. Sechs Sträffinge tappen ftill ins Gelände. Ihr Wärter folgt. Drüben am Weideplatz liegt Holz. Bald ächzen die Sägen. Menschen feuchen. Der Gefangenenauffeher schlägt seinen Mantelfragen hoch und reibt sich die Hände. Der erste Klotz fällt. Es wird helle. Ostwind reinigt das Firmament von grauen Wolfenfegen. Schwerfällig überfliegt ein Schwarm Krähen die Strafanstalt und den Holzplay. Sie freischen. Die Gefangenen schauen zum Himmel. Alle horchen dem verrauschenden Flügelschlag der Raben. Und die Aprilsonne lacht in die bleichen Gesichter. Sie ist warm. ,, Weiter arbeiten!!" Und wieder ächzen die Sägen, gleichmäßig in einem fort. Ein Gefangener packt die Art und schüttelt sich: Brr!" Dann holt er aus. Seine Schläge faufen wütig. Endlich fällt der knorrige Klot gespaltet. Der Sträfling stöhnt:„ Aah!" und fmurrt:" Bäre es bloß schon Abend!" Allmählich wird die milde Sonne Qual. Denn Hunger fiebert in den Schädeln der Gefangenen. Immer lafcher fallen die Arthiebe. Immer lauter stöhnen die Menschen. Brot, Brot, nur Brot! Hunger ist Gier geworden. Die Uhr der Gefängniskirche schlägt. Der Aufseher befiehlt: Frühstückspause!" " Die Sträflinge wenden der Sonne den Rücken, hoden sich auf Holzflätze und stieren regungslos zu Boden, sie lauschen dem Schmayen ihres Wärters. Ünd geifern. Hunger peinigt mehr als Reue! Ein Gefangener räuspert sich und flucht. Der Aufseher beißt in sein Brot und mahnt: Sprechen ist verboten!" Wieder schlägt die Kirchenuhr. die Weiter... Müde erheben sich die Sträflinge. Sie wischen ihre Stirne. Und arbeiten. Stunde um Stunde vergeht. Qual steigt. Die Menschen zittern. Dann endlich ist's Mittag. * Frühlingswarm scheint die Sonne. Mit gesenftem Haupt, Achseln hochgezogen, latschen die Gefangenen wieder nach dem Holzplatz. Mürrisch stehen sie am Hacklog und Sägebock. Stumm schauen sie zum Horizont. Der Aufseher schlüpft aus seinem Mantel.„ Anfangen, los! Grübeln fönnt ihr nachts!" Die Sträflinge folgen, seufzen und denken nicht an ihre Arbeit. Denn sie hungern nach Freiheit. Erinnerungen spielen in ihrem Hirn, aber immer wieder, wenn ein Kloz fällt, erschrifft sie die Gegenwart. Bab ächzen wieder bie Sagen. Die fehle Stunde des Tages| Straße endlich werden zwei endlose Bänder in entgegengesetzter nähert sich ihrem Ende. Susammenräumen!" Leben durchzuckt die Ausgemergelten. Denn brüben am Wege deigt irgend ein Mensch, der Kummer tennt, Brot Die Sträffinge raffen das Holz zufammen und schielen lauernd nach der Nahrung. Der Mensch an der Straße wirft. Wie vom Teufel gepeitscht, Schnellen die Gefangenen hoch und rennen. Ein wüfter Knäuel entsteht. Die Sträffinge liegen aufeinander und raufen um die Beute. Im Nu faßt sich der Auffeher. Erregt schreit er:„ Salt, halt halt!!" Die Heißhungrigen springen auf. Der Aufseher steht das Brot. Barsch winft er:„ Her!!" Baghaft leistet der Gefangene Folge. Seine Augen find feucht, das Geficht und die Hände zerschunden. Er bittet:„ Ich habe Hunger!" Auch die anderen betteln. Der Aufseher schaut nachdenkend. Plötzlich befiehlt er:„ Weg!! Das Brot ist ver...! Einrücken!" Dann taumeln die Sträflinge nach der fleinen Eisentür in der Gefängnismauer. welt. Der letzte Gefangene sendet noch schnell einen Blick zur Außen Er murmelt: Berbotenes Brot!" Und tritt ein. Die Gefängnispforte schließt sich. Riegel fnarren. Die Nacht beginnt! Die Welt im Jahre 2925. Als der Amerikaner Bellamy im Jahre 1888 feine berühmte Utopie„ Ein Rückblid aus dem Jahre 2000" schrieb, befand sich die moderne Technik erst in ihren Anfängen. So fühn für die damaligen Verhältnisse Bellamys Phantasie auch ausgriff, so find feine Schilderungen dank den Fortschritten, die auf technischem Gebiet inzwischen gemacht worden sind, heute vielfach nicht mehr utopistisch zu nennen. Die Wirklichkeit hat in weitem Umfang den Vorsprung eingeholt, den die Einbildungskraft des Dichters vor ihr voraus hatte. Jetzt hat Professor A. K. Low, ein hervorragender englischer Techniker, der selbst durch mehr als hundert Erfindungen zum Ausbau unserer Zivilisation zahlreiche wertvolle Beiträge beigesteuert hat, ein umfangreiches Buch veröffentlicht, in dem er den Versuch unternimmt, den Zustand, den die Welt in tausend Jahren erreicht haben dürfte, zu schildern. Er tut es jedoch nicht in der Weise Bellamys, der, als er seine Zukunftsbilder zeichnete, wenig Rücksicht darauf nahm, inwiefern sie geeignet waren, Berwirklichung zu finden, sondern Professor Low begnügt sich damit, die Konsequen zen aus den heute bereits gegebenen Voraussetzungen zu ziehen. Nichtsdestoweniger ist die Vision, die er von 2925 entwirft, von geradezu atemversehender Kühnheit. Wenn man ihm glauben darf, werden unsere Nachfahren in tausend Jahren so wenig Schlaf brauchen, daß sie höchstens drei Nächte in jeder Woche im Bett verbringen werden. Das Frühstück werden sie durch eine von mächtigen städtischen Werken gespeiste Röhrenleitung fertig auf den Tisch geliefert erhalten. Radio und Fernseher werden dem Geschäftsmann erlauben, seine Tätigkeit in aller Bequemlichkeit auch in jenen Fällen, in denen persönliche Interventionen nötig sind, von seinem Schreibtisch aus zu erledigen. Der Sportfreund wird es ebensowenig notwendig haben, seinen Fuß vor die Tür zu setzen, denn sein HeimFerntino wird ihm alles naturgetreu im Bilde vorführen, mas auf den Sportplägen aller Länder vorgeht. Das Straßenbild wird ein gonz anderes sein als heute. Es wird besonders Straßen für den Fußgängerverkehr geben, die Arfadencharakter haben werden. Hier werden sich die großen Geschäfte und Warenhäuser befinden. Ein Die Gefangenen sinten auf den Haufen gespaltetes Holz. Und aufklappbares Glasdach wird Regen und Kälte fernhalten. Ueberfrieren. dies wird elektrische Heizung vorhanden sein. In der Mitte der Der Aufseher patrouliert hin und her. Scheu beobachtet ihn ein Gefangener. Dann, als ihm der Wärter den Rücken zudreht, fragt er verstohlen seinen Leidens genossen, der ein frisches Scheit Holz auf den Sägebock geworfen: " Wie spät mag's sein?" Der Einbrecher antwortet ärgerlich:„ Warum erinnerst du mich Beide fezen die Säge an. Der am Holzflotz fnirscht: Wie an die Zeit?" Etein... " Berschmitt raunt der Schleichhändler:" Not ist hart!" Der Dieb warnt: Gst!" Der Gefangenenaufseher nähert sich. Smmer tiefer sinkt die Sonne. Immer höher wird der Haufen Kleinholz. Der Wächter raucht. Die Sträflinge dampfen. Denn die Luft ist falt. Wieder schlägt die Uhr der Gefängniskirche. „ Besper!" Sohlleder, Schäfte, Leisten usw. preismert, Sederhandlung B. Rühl, BerlinEchöneberg, Bahnstraße 43. Drehrollen- Teschke, Bagmannstraße 3, nahe Landsbergerstraße. Elektrorollen, Liefere sofort Rinderwagen. Rinderwagen spottbillig. Stores, Ede Brüdenstraße. Anzüge, Paletots- Anfertigung Auf Teilzahlung Kinderklappwagen. nehmen Montag, Donnerstag 6-8. Ball. Große Frankfurterstraße 47. * Geschäftsverkäufe * 0 Musikinstrumente • Richtung laufen, mit deren Hilfe jeder sich automatisch fortbewegen fann. Auf den Fahrstraßen werden teine Benzinautos mehr ver fehren, sondern nur noch elektrische Fahrzeuge, denen der benötigte Strom auf drahtlosem Wege zugeführt werden wird. Es wird so billig sein zu fahren, daß das Gehen mehr und mehr aus der Mode fommen wird. Vielleicht werden die Beine dadurch verkümmern, aber es ist eher anzunehmen, daß dies nicht der Fall sein wird, denn die Hochschäzung des Sports und einer rationellen Körperkultur wird dem entgegenwirken. Aber in vielen anderen Beziehungen wird sich die Konstitution des Menschen außerordentlich verändern. Der Mensch von 2925 mird sich von dem Menschen unserer Tage faum weniger unterscheiden als dieser von dem Menschen der Steinzeit. So weit Professor Low. Schade, daß man nicht in der angenehmen" Lage ist, die Richtigkeit seiner Darlegungen nachzuprüfen! Gesamtauflage: 1 Exemplar. Kurz bevor Lord Curzon starb, wurde für ihn eine Sonderausgabe der„ Times" veranstaltet, die nur in einem einzigen Exemplar gedruckt wurde. Es entsprach seinem Inhalt nach vollkommen der zur allgemeinen Ausgabe gelangten Nummer des betreffenden Tages, enthielt jedoch nicht das sehr ungünstige Bulletin vom Krantenlager Curzons, sondern ein eigens zur Täuschung Curzons verfaßtes, das sehr zuversichtlich gehalten war. Diese Art von Täuschung war aber schon damals feineswegs neu. Der Abonnent eines anderen englischen Blattes erhielt sogar fünf Tage hintereinander Ausgaben seiner Zeitung, die nur für ihn gedruckt wurden. Es handelte sich um einen alten Herrn, dessen Sohn in einen Standalprozeß vermidelt war. Um ihn durch die Prozeßberichte nicht aufzuregen, ließ die Redaktion der betreffenden Zeitung auf Wunsch der Angehörigen den Prozeßbericht aus den für ihn bestimmten Nummern fort und ersetzte ihn durch ein anderes Leftſtück. Der alte Herr starb 6 Monate später, ohne von der Affäre feines Sohnes etwas erfahren zu haben. In einem anderen Fall wurde einer fleinen Novelle zuliebe, die die Verfasserin, eine auf den Tod erkrankte schriftstellerische Dilettantin, vor ihrem Ende noch gedruckt sehen wollte, eine Beitung in nur einem Exemplar gedruckt. Die Novelle war spottschlecht und eignete sich nicht zur Veröffent lichung. Die Nummer, die sie enthielt, mußte deshalb unter Aus▾ schluß der Oeffentlichkeit erscheinen. von den Zu einem weniger einwandfreien Zweck wurde einst sogar ein ganzes Buch in der Gesamtauflage von einem einzigen Eremplar herausgebracht. Es handelte sich um einen Mordprozeß, bei dem dem Angeklagten die Gefahr drohte, auf Grund von Zeugenaussagen verurteilt zu werden. Die Aussagen gingen dahin, daß er die ihm zur Last gelegte Bluttat in einer hellen Mondscheinnacht begangen habe und dabei eben infolge des hellen Mondscheines 3eugen beobachtet worden sei. Der Mond schien so hell, daß wir alles genau sehen konnten," erklärten die Zeugen übereinstimmend. Daraufhin überreichte der Berteidiger dem Gerichtshof ein Exemplar von Ryders Almanach", dem maßgebenden englischen Kalender, aus dem hervorging, daß in der betreffenden Nacht der Mond erst 3% Stunden später aufgegangen war, als es nach den Aussagen der Zeugen hätte der Fall sein müssen. Der Angeklagte, der sonst unfehlbar gehängt worden wäre, wurde freigesprochen. Erst viele Jahre später entdeckte man, daß der Verteidiger die unverantwortliche Dreistigkeit besessen hatte, dem Gerichtshof nicht ein Exemplar der regulären Ausgabe des Almanachs, sondern eine eigens zu diesem 3wede angefertigte Fälschung vorzulegen. Weiße Indianer. An der Küste von Panama leben die Sans Blas- Indianer, ein überaus volfreicher Stamm, der an 30 000 Seelen zählt. Mit den typischen Rothäuten der Indianergeschichten haben sie, wenigstens äußerlich, nicht das mindeste gemein. Ihre Hautfarbe ist nämlich weiß. Sie sind geschickte Schiffer und magen sich mit ihren primitiven Fahrzeugen, die fast ohne Berwendung von Werkzeugen aus mit Feuer ausgehöhlten Baumstämmen gearbeitet sind, selbst bei rauhesiem Wetter aufs offene Meer hinaus. 2 Verschiedenes Prospekte gratis und 80, Auslandsredakteur für große sozialdemokratische Zeitung gesucht. Längere Bar teizugehörigkeit, Kenntnis des Auslands u. fremder Sprachen fowie journalistische Erfahrung Borbedingung. Zuschriftenunt. Auslandsredalteur" R. 43 an die Expedition d. Blattes. Lichtbrudphotograph Lagerkarte 23, Berlin SW 68 Kettenmeister 10366 Angebote an Hornstein, Berlin, Kantstraße 27 f. M. 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