Abendausgabe Nr. 314 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 154 = Vorwärts Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Volksblatt 5 Pfennig Montag 6. Juli 1925 Berlag und Anzeigenobteilungs Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Cindenffraße 3 Fernsprecher: Dongoff 2506-250% Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Kabylendurchbruch in Marokko. Die Regierung sucht Frankreich zu beruhigen. Paris, 6. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Ein amflicher Bericht des Kriegsminifteriums, dessen Zwed es ist, die öffentliche Meinung zu beruhigen, bestätigt den außerordentlich bedrohlichen Charakter, den die militärische Lage in Maroffo für Frankreich angenommen hat. Es geht daraus u. a. hervor, daß die Stämme der Gegend von Tafa, deren Abfall schon seit mehreren Tagen befürchtet worden war, nunmehr endgültig zu den Rifleuten übergegangen find. Infolgedeffen fah sich das französische Oberkommando gezwungen, einen Teil der bisher an der östlichen Front gehaltenen Stellungen aufzugeben. Der amfliche Bericht sagt darüber, daß der unter dem Druck des Gegners erfolgte Abfall mehrerer bisher freugebliebener Stämme in der Front eine Brejche verursacht habe, durch die die feindlichen Streiffräfte durch. gebrochen seien, um die regulären französischen Truppen anzugreifen. Diese feien im Begriffe, neue Stellungen zu beziehen, um die feindlichen Angriffe abweisen zu können. Die Oeffentlichkeit dürfe sich durch die in einem Kolonialkrieg unvermeidlichen Rüdfchläge nicht beunruhigen laffen. Man dürfe nicht vergessen, daß die gegenwärtigen militärischen Operationen in Maroffo auf Schwierigkeiten fließen, die sich sehr erheblich von denen der früheren Operationen in diesem Lande und auch von denen eines europäischen Krieges unterschieden. Der Gegner sei weit besser bewaffnet als vor 10 Jahren, und seine Angriffe verteilten sich über eine sehr ausgedehnte Front, wobei er sehr gefchickt das Gelände und die modernen Kampfmittel benutze. Heute Montag wird ein außerordentlicher Ministerrat fich mit der trifischen Lage in Maroffo befaffen. Zweck der Beratung foll fein, einen Oberbefehlshaber für Maroffo zu ernennen. Dafür soll der bisherige Oberkommandierende der Rheinarmee, General Guillaumat, in Aussicht genommen fein. Die vom Ministerpräsidenten Painlevé der Presse zugeftellte Erklärung, der obenstehende Ausführungen entstammen, fagt meiter: Die moderne Tattit, befonders die für einen entscheidenden Schlag erforderliche Konzentration der Streitkräfte hat, wenn Der deutsch- polnische Zollkrieg. Heute Montag Sperrung der polnischen Einfuhr. Am heutigen Montag find die deutschen Gegenmaßnahmen zur Ermiderung auf die polnischen Kampfzölle in Kraft getreten. Der beutsche Regierungsstandpunkt in dieser sehr unerfreulichen Angelegenheit ist folgender: Tonnen Als die seit Monaten sich hinschleppenden Berliner Berhand lungen schließlich zeigten, daß gegenwärtig ein deutsch- polnischer Handelsvertrag mit Meistbegünstigung, freier Einreise und Betätigung des Handels usw. nicht zu erlangen sei, wandte man sich dem Abschluß eines Provisoriums zu. Da Polen den größten Wert darauf legt, auch nach dem( inzwischen eingetretenen) Auf hören der freien Zwangseinfuhr von 500 000 Tonnen monatlich meiter Kohle nach Deutschland ausführen zu können, bot Deutsch land ein Kontingent von 60 000 Tonnen monatlich an. Bolen erPlärte das als ganz ungenügend; Deutschland ging bis auf 100 000 Bolen verlangt aber 350 000 Tonnen! Würde Polen einen Handelsvertrag mit Handelsfreiheit, Meistbegünstigung usw. zugestehen, so fönnte nach der Meinung der deutschen Unter händler das deutsche Angebot noch gesteigert werden, weil die Handelsfreiheit einen Ausgleich für solche Schädigung des deutschen Kohlenbergbaues geben würde; aber diese Boraussetzung fehlt. Da bei würde die Meistbegünstigung auch in einem Provisorium uns zunächst auch nur die gleichen Vorzugszölle bringen, die an= ders staatliche Einfuhren genießen( aber die hat Polen vor kurzem sehr stark erhöht), während die polnische Einfuhr dann, da Deutschland noch keine Zölle hat und seine Einfuhrverbote mit der Meistbegünstigung unverträglich wären, zu 99 Proz. frei einziehe, nur menige Artikel, darunter freilich Kohle, in tontingentierten Mengen! Ein weiteres Entgegenkommen an Polen, neben dem KohlenPontingent, war es nach offiziöser Darstellung, daß die deutschen Forderungen zur polnischen Liquidation" deutschen Besitzes zu= rüdgezogen wurden, da Polen erklärte, darüber nicht in Wirtschaftsverhandlungen reden zu können. Wenn Polen feine Kampfzölle gegen Deutschland u. a. damit begründet, daß Deutschland die Kohlenausfuhr aus Oftoberschlesien hindere, so ist das falsch, denn es ist lediglich eine in Versailles uns auferlegte, in Genf durch Vereinbarung noch verlängerte Frist abgelaufen und Deutschland hat, um eine solche Sperre zu verhindern, gestattet, daß das legte Zwangskontingent nicht bis zum 15. Juni, sondern bis zum 1. Juli erschöpft werden kann, und Deutschland hat ja auch ein weiteres Einfuhrkontingent angeboten. Die polnische Kampfverordnung ist mitten in die schwebenden Berhandlungen hineingeplagt und ohne daß Polen vorher den deutschen Provisionsentwurf beantwortet hatte. Die deutschen Gegenmaßnahmen aber mußten erst von den Ressorts vorberaten werden und kamen ja auch mehrere Tage später ein Beweis dafür, daß Deutschland diesen Wirtschaftsfrieg nicht gewollt hat. Es will ihn auch so rasch wie möglich beenden und hat die Verhandlungen mit Bolen feineswegs auch nur unterbrochen. Allerdings mußten wirtsame Gegenmaßnahmen ergriffen werden, sie treten heute Montag in Kraft und merden die polnische Einfuhr ebenso start drosseln, wie das Polen schon seit mehreren Tagen mit der deutschen Einfuhr tut. Als ein Beweis deutschen Entgegenkommens wird schließlich noch angeführt, daß troz Nichtvorhandenseins eines Beterinärab kommens und der Nichtanbahnung eines solchen, Deutschland sich bereit erklärt hat, bis zum Herbst die polnische Fleischeinfuhr, die im Vorjahr 20 Millionen Mart betragen hat, weiterzugestatten. | sie fyftematisch angewendet wird, den Abfall der treugebliebenen Stämme und infolgedeffen das Anwachsen der feindlichen Einbrüche zur Folge. Man darf sich also nicht beunruhigen laffen, wenn auf einer so ausgedehnten Front derartige Schwierigkeiten örtlicher Art einen Rüdzug oder eine Umgruppierung unserer Streitkräfte nach sich ziehen. Derartige Umgruppierungen find zur Vorbereitung starter Gegenstöße erforderlich. Ein weiterer Heeresbericht meldet, daß infolge französischer Gegenangriffe die vorgedrungenen Maroffaner zu weichen begännen. Oeffentliches Friedensangebot Abd el Krims? Paris, 6. Juli.( WTB.)" Journal" will erfahren haben, daß zurzeit über die Möglichkeit eines öffentlichen Friedens: angebots an Abd el Krim zwischen den französischen und ipanischen Delegierten verhandelt werde. Malpy habe bereits der spa nischen Regierung Borschläge unterbreitet, die jedoch nicht angenommen worden seien. Man verspreche sich von der Beröffentlichung des Friedensangebots, mit der die öffentliche Meinung in Spanien und Frankreich zu Zeugen für die friedlichen Absichten der beiden Länder angerufen werde, mehr, als von geheimen. Verhandlungen durch Mittelsleute. Man werde Abd el Krim und den Rifleuten ihre nolltommene Entwidlungsfreiheit auf wirtschaftlichem und administrativem Gebiet unter der nominellen Souveränität des Sultans und im Rahmen noch zu bestimmen der Grenzen zusichern. Die Grenzen der franzö fischen Zone sollen wahrscheinlich durch das Tal des 1ergha bestimmt werden. Man werde von Abd el Krim gewissermaßen sy mbolisch die Auslieferung von Waffen verlangen, aber nicht die Ablieferung seines gesamten Kriegsmaterials und namentlich nicht die Ablieferung der 50 000 Schnellfeuergewehre. über die er zumindest verfüge. Der Berichterstatter des Journa!" erflärt, daß die Bedingungen nicht denen entsprechen, die Abd e! Krim jüngst dem spanischen Bermittler E che varieta als bindend bezeichnet habe. Die deutsch- lettischen Verhandlungen. Erklärungen des Außenministers Meyerowitsch. Der lettländische Außenminister Meyerowitsch erklärte Berilner Pressevertretern: Eine formale Erweiterung des lettischestnischen Bündnisses durch Einbeziehungen weiterer Staaten ist in nächster Zeit nicht vorgesehen, um so meniger, als die Beziehungen zu Rußland eine solche Erweiterung der Front nicht erforderlich. erscheinen laffen. Diese optimistische Auffassung der Lage findet ihre Berechtigung in den inneren Berhältnisse Lettlands, die soweit fonsolidiert sind, daß von einer fommunistischen Gefahr ernstlich nicht gesprochen zu werden braucht. Die Beziehungen der lettischen Mehrheit zu der deutschen Minderheit werden ihre endgültige Regelung durch die Annahme der Vorlage der kulturellen Autonomie finden, die dem in diesem Herbst neu zu wählenden Barlament vorbehalten bleibt. Obgleich die Deutschen keine Koalitions. partei der gegenwärtigen Regierung find, unterstüßen sie sie. Die Durchführung der Agrarreform wird als inner staatliche An gelegenheit Lettlands angesehen. Nachdem aber die Klage der ent eigneten deutschen Grundbefizer dem Bölkerbund eingereicht worden ist, wird die Entscheidung in Genf erfolgen. Die Wirtschaftspolitik Lettlands ist auf einen Ausgleich der Handelsbilanz gerichtet, und dem dienen die Handelsverträge, die Lettland mit einer ganzen Reihe von Staaten abgeschlossen hat und abzuschließen im Begriff steht. Die lettländisch- deutschen Berhandlungen haben zu einem grundsäglichen Einvernehmen geführt und werden meiter fortgesetzt werden. Ausnahmezustand im Memelland. Kowno, 6. Juli.( TU.) Das vom litauischen Sejm ongenommene Gesetz über den verstärkten Schuß ist jetzt auch auf das Memelgebiet ausgedehnt worden. Das Gesetz gibt dem Innenminister außerordentlich weitgehende Befugnisse. Er fann Ber. eine und Bersammlungen verbieten, Aufenthaltsverbote erlaffen, sowie den Drud und die Verbreitung von Druckschriften untersagen. Der Gouverneur des Memelgebiets fann fortan Berstöße gegen dieses Gesetz bestrafen, obwohl nach dem Memelstatut die Ausübung der vollziehenden Gemalt im Memelgebiet ausschließlich dem Landesdirektorium zusteht, wie auch die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Das Memelland steht vor der Landtagswahl, und der Zusammenschluß aller deutschen Barteien bedreht die Litauer mit einer zerschmetternden Wahlniederlage; das mag diese Unterbrückungsmaßnahmen veranlaßt haben! 23 Todesurteile 2 Erschießungen. Bulgarischer Tagesbericht. Sofia, 6. Juli.( WTB.) Das Kriegsgericht von Dobritsch hat 23 Mitglieder der kommunistischen Bande von Streltscha z um Tode und zehn andere Kommunisten zu insgesamt 112 Jahren Kerker ver. urteilt. 18 Rommunisten wurden freigesprochen. Rechtsanwalt Popoff, Leiter des kommunistischen Aufstandes von Bratka, und der Kommunist Blagoeff wurden beim Ueber schreiten der füdsimischen Grenze auf bulgarischem Boden ersch of sen. Nach vorgefundenen Schriftstücken bezmeckte ihre Rückkehr nach Bulgarien die Organisation eines neuen Aufstandes, Schnaps und Profit. Wie Schieber und Großagrarier das Reich betrügen. Die Ablehnung der Erhöhung der Bier. und Tabafsteuer im Steuerausschuß des Reichstags hätte beinahe zu einer fleinen Regierungsfrise geführt. Die Reichsregierung verlangt unter allen Umständen, daß Bier nd Tabat fünftig für den Haushalt des Reiches noch höhere Erträge liefern als bisher. Der Ertrag von 700 Millionen aus diesen beiden Steuerquellen foll auf 1000 Millionen heraufgeschraubt merden. Dieser Drud der Regierung hat inzwischen dazu geführt, daß die Regierungsparteien einen Initiativantrag eingebracht haben, der an der höheren Belastung von Bier und Tabat festhält, wenn auch in etwas geringerem Ausmaß als es ursprünglich beabsich tigt war. Man mag zur Besteuerung von Bier und Tabak stehen wie man will. Niemals wird man bestreiten können, daß der Branntmein mindestens in demselben Maße ein Steuerobjeft fein fann, mie die Genußmittel" Bier und Labat. In der Vorfriegszeit war das ganz unbestritten. Damals bereits zog das Reich aus der Besteuerung des Brannts meins sehr erhebliche Erträge, die ein Vielfaches der Belastung des Tabats ausmachten, aber auch wesentlich höher waren als die Belastung des Bieres. In den legten Jahren hat sich dieses Verhältnis grundlegend umgekehrt. Wie aus der folgenden Aufstellung ersichtlich ist, die die Erträge des Jahres 1913 vergleicht mit dem Ertrag im Jahre 1924 und dem Voranschlag im Jahre 1924 in Millionen Mark: 1913 1924 1925 Branntwein Tabat Zucker 193 141 140 • • 11 513 750 173 217 231 Bier 130 126 • 325 . Der Ertrag der Besteuerung des Branntmeins ist alfo gegenwärtig viel niedriger als vor dem Kriege, während der Tabat jetzt die 70fache Last trägt, das Bier mehr als die doppelte Last und auch der 3uder eine fast eineinhalbfache Laft. Dieser Zustand ist um so aufreizender, weil er die Folge einer üblen Interessenwirtschaft ist, der die Reichsregierung bisher ohnmächtig zugefehen hat. Das Brannteinmonopol in seiner gegenwärtigen Gestalt steht unter dem ausschlaggebenden Einfluß der Großagrarier. Sie sehen in ihm lediglich eine Einrichtung, die der Bereiche= rung der landwirtschaftlichen Brenner zu dienen hat. Sie forgen deshalb dauernd für gesicherten Absatz und hohe Breise des Spiritus, ohne Rücksicht darauf, ob und zu welchem Breis das Monopolamt ihn abfezen tann. Dadurch haben sie dem Reich die Mittel entzogen, die es aus der Besteuerung des Branntweins für allgemeine 3wede zu gewinnen trachtete. Die Sozialdemokratie hat diese Entwicklung vorausge fehen. Als im Jahre 1922 das Branntweinmonopol eine neue Gestalt erhielt, ist ein zäher Kampf geführt worden um die 3usammensehung des Beirats, in dessen Hand die entscheidenden Befugniffe liegen. Er bestimmt nämlich die Höhe der Erzeugung und die Höhe des Abnahmepreises. Es ist den agrarischen Parteien damals gelungen, so viele Interessenten in den Beirat zu bringen, daß das Allgemeininteresse dort überhaupt nicht berücksichtigt wird, dafür aber um fo stärker das Intereffe des Geldbeutels der großen Agrarier. Ein Bericht der Monopolperwaltung, der dem Reichstag fürzlich zugegangen ist, ist deshalb ein einziger Notschrei gegen diese Mißmirtschaft. In ihm wird heftig über den Rüdgang des Verbrauchs ge flagt, der sowohl beim Trinkbranntwein als auch beim technischen Spiritus eingetreten ift. Gleichzeitig aber wird be richtet, daß zahlreichen Effigfabriken die verlangte Mehr= lieferung von Spiritus aus gefeßlichen Gründen nicht zugeftanden werden kann. Bezeichnend ist auch die Bemerkung: ,, Die geltende Gesezgebung mutet die sehr erheblichen Opfer, die die Verbilligung des Branntweins erfordert, ausschließlich der Monopolverwaltung zu." Das heißt also, fie werden von der Allgemeinheit getragen. Ebenso läßt der Hinweis, daß der Preis für Maisbranntwein, der feinen höheren Wert hat als Kartoffelbranntwein, auf 80 m. ftatt 48 m. feftgefekt worden ist, die üble Inter effenwirtschaft erkennen. Und vergegenwärtigt man sich, daß der Riesenbestand an Branntwein in Höhe von 1,7 Millionen Hektolitern Berschleuderung eines Teils der Erzeugung an das Ausland geführt hat, so kann man sich nicht wundern, daß das Branntweinmonopol faft völlig unrentabel geworden ist. zur Es besteht geradezu eine Verschwörung gegen das Reich. Der Beirat des Monopolamts feßt sich aus 16 Bertretern der beteiligten Gewerbe- Erzeuger und Berbraucher und 17 Mitgliedern des Reichstages, des Reichsrats, des Reichswirtschaftsrats und der Monopolverwaltung zusammen. Bon diesen 17 Stimmen ist nach den bisherigen Erfahrungen nicht selten eni Teil zugunsten der ersteren Gruppen auch dann abgegeben worden, wenn diese Sfimmabgabe offensichtlich den berechtigten Intereffen der Monopolverwaltung widersprach. Besonders bedenklich ist es, menn, mie in letzter Zeit beobachtet wurde, die Vertreter der Brenner und der Branntweinabnehmer für die Abtimmung im Beirat über die Uebernahme und Berkaufspreise gewiffe Bereinbarungen über gegenseitige Unterffügung gegenüber den Anfragen der Monopolverwaltung treffen. Es liegt auf der Hand und die Erfahrung hat es bestätigt, daß der Monopolver waltung eine freie, kaufmännische Betätigung un- möglich ist, wenn sie sich Nach den BesäMssen eines derart zusammengesetzten Beirats richten muß." Die zweite wichtige Ursache für die Mißwirtschaft sind ungeheure Schiebungen, von deren Größe sich die Ocffentlichkeit bisher kein zutreffendes Bild machen konnte. Diese Schiebungen entstanden, weil der Preis für Branntwein zu Trink zwecken 480 M. für 100 Liter beträgt, während Branntwein zu technischen Zwecken zu 200 M. bzw. zu nur 30 M. abgegeben wird. Der technische Branntwein ist zwar vergällt, aber geschickte Schieber haben dieses Ver- güllungsmittel ausgeschieden und den Branntwein zur Trink- branntweinherstellung weitergegeben. Die Hauptschieber sind die Berliner Kausleute Franz Kopp und Hermann Weber, der von Herrn Stresemann in die Deutsche Bolkspartei einge- führte Gentleman. Kopp hat nahezu eine Million Literverbotswidrig der Herstellung von Trinkbrannt- wein zugeführt. Alle Maßnahmen dagegen waren wirkungs- los. Der Bericht der Monopolverwaltung erhebt schärfste Anklagen gegen Zoll- und Polizeibeamte. Er behauptet, daß Zollbeamte pflichtwidrig die vorgeschriebene Vergällung des Branntweins unterließen und Beamte des Polizeipräsidiums Verlin, die mit der Verfolgung von Sprit- schiebungen besonders vertraut waren, mit den Spritschiebern und anscheinend auch mit den Zollbeamten im Einverständnis arbeiteten: „Anzeigen gegen die Schieber, die bei der Monopol- Verwaltung schon seit längerer Zeit eingegangen und von dieser an das Polizeipräsidium zur Nachforschung weitergegeben worden waren, blieben erfolglos, da die mit den Nachforschungen be- faßten Polizeibeamten mit den Schiedern unter einer Decke steckten." Noch toller ist das Treiben der Geheimbrenne- reien. In mitteldeutschen Zuckerfabriken, also in großen Unternehmungen, wurden Geheimbrennereien entdeckt, die in raffinierter Weise eingebaut waren und aus Zucker, Melasse und sonstigen Rübenftoffen Bramitwein herstellten. Die interessanteste Stelle des Berichts aber ist die folgende: „Me tief fich das llcbel der Schwarzbrcnnerei bei den klein- brennern eingenistet hat. beweist auch ihr Verholten gegenüber den kontrollierenden Beamten. Wiederholt wurden Beamte bei Nach- schon in Zlbfindungsbrennereien mit Beschimpfungen und V e- lästigungcn empfangen, es wurde ihnen mit Schußwaffen. A exten und dergleichen entgegengetreten, vereinzelt wurde auch auf fie g e f ch o f f e n. In einzelnen Dörfern kam es zu Zusammen- rottungen, wobei Beamte verfolgt und mit Steinen beworfen wurden und ihnen das Weiterkommen mit dem Jahrrad durch über die Straße gelegte Stangen erschwert wurde. Pflichttreue Beamte. auch deren Jrauen. wurden teils mündlich, teils schristllch mit dem Tode bedroht." Von diesen skandalösen Zuständen erfährt man leider erst jetzt. Es ist ein Skandal, daß die Reichsfinanzver- waltung die Oeffentlichkeit nicht eher aufgerufen hat zum Kampf gegen dieses kapitalistische Banditentum, das aus nacktem Prositinteresse mit Aexten und Schuhwaffen gegen die Staatsgewalt ankämpft. Hier, wo es sich um gut bürger- liche Elemente und kapitalistische Interessen handelt, da schweigt die ganze bürgerliche Presse, da schweigen die bürgerlichen Parteien, da ist es einzig der Sozialdemokratie überlassen, für Ordnung und Aner- kennung der staatlichen Autorität zu sorgen. Ein politisches Ergebnis aber scheint uns ebenso wichtig zu sein. Eine ordentliche Wirtschaft könnte aus dem Brannsiveininonopol statt 140 Millionen Mark fast eine Mil- liarde jährlich erzielen, ohne daß die Abgabe erhöht oder der Verbrauch stärker belastet zu werden brauche. Dann brauchte man weder eine Erhöhung der Steuer auf Bier und Tabak vor- zunehmen noch Zucker und Salz zu besteuern. Man hat nur den Schiebern und Großagrariern im Beirat des Brannt- weinmonopols das Handwerk zu legen. Das soll aber nicht geschehen. Auch aus diesem Grunde wird deshalb die Sozial- demokratie die Erhöhung der Bier- und Tabak- Unsichtbare Kräfte. Von Willy M ö b U s. Schlanke Türme am Horizont, fein und zart wie Spinnweben. Fast verschwimmen sie im Sonnenglanz. Der Zug schiebt sich näher,. die Türme wachsen. Das Zarte fällt von ihnen ab, wenn man vor ihnen steht. Sie stoßen in den wolkenlosen Himmel wie erdgebun- dene Riesen. Funktürme, kraftgeladene Ungeheuer. Winzig die Arbeiter, die zu ihren Füßen mit Spaten in der Erde wühlen. Sie schaffen. Sie haben ihre Aufgabe, selten blicken sie empor, lleber ihnen das Drahtgewirr, das zu den Türmen steigt und ewig zittert von der Wucht der ungeheuren Spannung. Alles ist hier im Gleichgewicht, die Türme und die Drähte. Eines stützt dos andere. Die Arbeiter schassen, die Drähte zittern, die Sonne brennt. Es ist ruhig und schwül. Da, ein Donnergeköse, irgendetwas durchpfeift die Lust. Be- fesseneu gleich fliehen die Arbeiter. Das ausgedorrte Gras flammt auf, die Hölle ist los. Schreckensbleich starren die Menschen. Das Gleichgewicht der Drähte wurde gestört: einer der großen Isolatoren aus Porzellan hatte nachgegeben. Zerplatzt, zerstäubt liegt er am Boden und freigeworden stürzte das Antennenfeil zur Erde. 400 000 Volt überfluten es, 400 000 Teufel sind los. Sie springen über die Erde. Diese sendet die eigenen entgegen. Nun kämpfen sie. Und die Flammen jagen über das trockene Gras und fressen es auf. Em Hebeldruck in der Zentrale! Tot liegt das Seil am Boden. langsamer schwelen die Flammen. Jetzt erklettern Arbeiter die vom Gluthauch der Sonne geheizten Türnie. Eine Höllenfahrt hinauf in 2S0 Meter Höhe. Bon dort schicken sie ein Seil hinab. Andere packen es, fesseln, mit ihm die gestürzte Antenne. Eine Winde arbeitet. Langsam dreht sich das Seil über eine Rolle in die Höhe, langsam steigt die Antenne. Oben auf dem Mast sitzen die Arbeiter wie Schwalben am steilen Hang. Sie winden den schweren Draht empor. Mit gespannter Aufmerk- samkeit folgen sie dem Werk. Alles geht gut. Plötzlich strafft sich das Führungsseil. Der Mann, der seinen Lauf überwacht, erbleicht: Dos Seil ist festgeklemmt, fein Lauf gehemmt. Hurtig zieht die Winde..Es strafft sich, es strafst sich, es zerrt, es wird reißen. Noch einmal muß die Antenne stürzen. Dann ober zieht sie Leute aus der Höhe mit sich hinab in die Tiefe Der Mann sieht das Un- heil. Unmöglich, die Kameraden in der Höhe zu warnen. Er beißt die Zähne zusammen. Er schlingt das ungehorsame Seil um seineu Körper. Er wagt das eigene Leben. Mit ganzer Wucht stemmt er sich in die Erde, packt das Seil mit den Händen. Sie bluten. Ein stummes Ringen. Einen Augenblick, noch einen, dann zittert das Seil leise und nun gleitet es wieder sicher und gehorsam wie zuvor. Eilig arbeiten die Männer hoch oben aus den schwankenden Türmen. Sie zwingen die Antenne an ihren Platz. So schaffen sie, umlauert von unheilvollen, unsichtbaren Kräften. st euer auf das schärfste bekämpfen und alle An- strengungen machen, um die Belastung vonSalzund Zuckerzu beseitigen. Hoffnungen auf öen gerbst. Die vertagte„Prcußenkrise". Der preußische Landtag ist am Sonnabend bis zum 22. Septeniber in Ferien gegangen. Aus der viel bespräche- nen„Regierungsumbildung" ist einstweilen nichts geworden. Nachträglich erzählt die„Deutsche Tageszeitung", das Zentrum fei bereit gewesen, das Ministerium des Innern„auch weiter- hin der Sozialdemokratie auszuliefern, wenn diese nur auf die Person des Herrn S e v e r i n g verzichten wollte". Die „Deutsche Tageszeitung" irrt: die Sozialdemokratie ist nie- mals init einem derartigen Borschlag befaßt worden, ihre Antwort auf ihn hätte sich ja auch von selbst ergeben. Das Agrarierorgan jedoch schreibt: Daß die Deutschnationale Volkspartei Über derartige Pläne überhaupt nicht diskutieren wird, weiß jeder, der auch nur einigermaßen die Stimmung im Lande wie in den deutschnatio- nalen Fraktionen kennt. Die Mittclparteien werden sich hoffentlich bald.überzeugen, daß dieser ganze Weg nicht zum Ziele führen kann, daß neue Entschlüsse nötig sind, um Preußen von einer Re- gierung zu befreien, die nicht nur für den preußischen Staat selber, sondern auch für sein Wirken im Reich sich von Tag zu Tag schädlicher und unerträglicher erweist. Nach dieser Erkenntnis wird man endlich im Herb st handeln müssen. Die„Deutsche Tageszeitung" bleibt also stark im Glauben, daß es im Herbst gelingen werde, die preußische Regierung nach dem idealen Vorbild unserer herrlichen Reichs- regierung umzubilden. Das wird aber schwerlich gehen ohne eine neue Befragung des Volkes, das bei dieser Gelegen- heit auch sein Urteil über den Rechtskurs im Reiche abgeben könnte. Es braust ein Ruf«..! Ffort mit Stresemann! Deutschnationale Blätter veröffentlichen folgende vom Ausschuß des Alldeutschen Verbandes gefaßte Entschließung: Durch die Erklärung der Deutschen Reichsregierung vom 27. Juni d. I. ist amtlich klargestellt, daß der R e i ch s a u ß e n- mini st er Stresemann das sogen. Memorandum vom 9. Fe- bruar d. I. mit seiner Preisgabe deutscher Ehre, beut- fchen Landes und deutscher Zukunft den Feindstaaten ohne Zustimmung des Reichskabinetts hat überreichen lassen. Die französische Antwortnote von 16. Juni d. I.— so ungeheuerlich ihre weit über das Verfailler Diktat hinausgehenden Zu- mutungen auch ssnd— stellt nur de« folgerichtigen Ausbau der Strefemannfchen Angebote dar. Angesichts dieser das deutsche Volk und Reich tödlich bedrohenden Wirkung des Memorandums fordert der Gefchäflsführende Ausschuß des Alldeutschen Verbandes den sofortigen Rücktritt des Ministers Stresemann und oerlangt von der Reichsregierung, daß sie jede Verhandlung über die Rote vom 16. Juni ebenso o e r w e i- gert wie über die beiden sie ergänzenden Roten: die am 4. Juni dieses Jahres überreichte sogenannte Entwasfnungsnote und die Rote über die deutsche Luftfahrt vom 26. Juni d. I. Der Geschäftsführende Ausschuß ruft alle Volksgenossen, ins- besondere die vaterländischen Verbände und die na- tionalen Parteien, auf, ihn in diesen Forderungen zu unter- stützen und alles daranzusetzen, daß das deutsche Volt im Reich auf keinen Fußbreit deutschen Volksbodcns verzichtet und keinen Volks- genossen fremder Knechtschaft preisgibt. Nicht bloß die„Deutsche Zeitung", sondern auch die „Kreuz-Zeitung" macht sich diese Erklärung durch kommentar- losen Abdruck an hervorragender Stelle geistig zu eigen. Die „Deutsche Zeitung" glaubt darüber hinaus feststellen zu können: Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat sich... im März bereits ausdrücklich und unzweideutig für die Ablehnung der Nachruf auf einen Journalifteu. Vor kurzem starb im Krankenhaus in Posen der Re» dakteur Tadcusz Gudrynowirz, ein Mitarbeiter de» .Kurier Poznanski". Ja seinem Nachlaß fand man. wie dt« .Deutsche Presse" mitteilt, folgenden Nachruf auf einen Iournaiisien. den er aus dem Sterdebett neschrieden hat, den Tod bereits vor Augen. Der Rachrus sonnte für jeden Journalisten gelten und spiegelt die Tragik des Journalisten- lebenS Wider. .Ein Journalist ist gestorben.... Und wißt Ihr, wer dieser Journalist ist?... Ich will's Euch sagen: Es ist ein komischer Mensch, der sein ganzes Leben hindurch nicht an sich denkt, weil er keine Zeit für sich hat, da er an alles denkt....Der nicht schläft, damit der andere schlafen kann"... Ja, er schläst nicht, er darf es nicht, damit andere sich ausruhen können. Er muß für sie wachen, immer auf dem Posten, er achtel aus alles. Seine Wachsamkeit kann keine Erscheinung des Lebens, auf dessen Pulsschlag er ständig die Hand hält, übersehen. Es geschieht nichts ohne ihn. Unter seiner Teilnahme bilden sich neue Werte. Er zündet die Lichter auf den Altären an, und er sticht die Wundnadel in die widerlichsten Wunden. Er fördert und verteidigt Güter, demaskiert und bekämpft das Uebel nach bestem Wissen und Wollen, und während manchmal andere sein- Werte für sich fruchtbar machen, gibt er, der namenlose Arbeiter, im Dienste für die Allge- meinheit alles hin, ohne daß für ihn etwas bleibt..... Und habt Ihr jemals darübr nachgedacht, wenn Ihr die Zeitung in die Hand nimmt, wieviel aufopfernde Arbeit des Journalisten in diesen wenigen Druckseiten steckt, die für den Gebrauch eines Tages befttmmt find? Ist es Euch jemals in den Sinn gekommen,� daß er in diesen Spalten das Beste gibt, was er in sich hat, die Höchst- anstrengung seines Geistes, seiner Gefühle und Nerven?.... Für den Gebrauch eines Tages.... Er. der Diener des Tages, der mit seinen Gedanken unendlich hinter diesen Tag reicht, weit in die Zukunft, deren Mitschöpfer er ist.... Ein Journalist ist gestorben.... Er starb zu früh, denn er hatte nicht einmal Zeit, an sich zu denken, als es den sich nach ihm ausstreckenden Freund Hein abzu- wehren galt. Und bevor er starb, hotte er zum ersten Male im Leben einen Augenblick Zeit für sich und schrieb diesen Nekrolog, um den Kollegen, die so wie er das ganze Leben hindurch keine Zeit haben, eine Sorge zu ersparen. Er hieß?.... Das ist gleichgültig.... Einer von vielen, ein namenloser Arbeiter, den der morgige Tag schon ver- gessen hat.... Und übrigens der journalistifchen Genauigkeit halber: Er hieß Tadeufz Gubrynowicz. Er starb im Alter von 47 Jahren nach 25jähriger journalistischer Tätigkeit. Ein Journalist ist gestorben.... Und Ihr, die Ihr diesen Nachruf lest, wenn Ihr bedenkt, daß .er sich abmühte und also in Frieden ruhen soll"—, dann sprecht für den Frieden seiner Seele ein.Ave Maria".... Aber viele von Euch, sehr viele sogar, werden sicherlich so denken: — Oho, ein geistreicher Journalist will wohl nach dem Tode die Verbreitung seines Blattes ausnutzen, um sich gratis und franko Zehntoufende von„Segenswünschen" zu sichern. Verträge ausgesprochen, die sich aus der eigenmächtigen Politik des Herrn Stresemann ergeben könnten, so daß ein Zweifel über die Haltung, die die deutschnationale Reichstags- fraktion in einer Reichstagsaussprache über diese Frage einnehmen wird, als nichts anders als eine Verdächtigung gewertet werden muß. Auf der einen Seite versichert man uns, im Lager der Regierungsparteien fei alles wieder in bester Ordnung und es lzerrsche volle Einmütigkeit, auf der anderen Seite wird uns erklärt, es fei eine Verdächtigung, zu behaupten, die größte Regierungspartei fei mit der Politik des Außenministers einverstanden, es fei vielmehr das zielbewußte Streben dieser größten Regierungspartei, die Politik der Regierung fo folgerichtig wie möglich zu durchkreuzen und so gründlich wie möglich kaputtzumachen. Fordert aber die Opposition eine offene Aussprache über die auswärtige Politik, so schreit die Rechtspresse über„Krisen- mache". Das ist doch einZustandderVerlogenheit, den kein Staat auf die Dauer ohne schwersten Schaden er- tragen kann. Morgen soll sich der Reichskanzler Dr. Luther im Aeltsstenrat des Reichstags darüber äußern, warum er sich einer offenen Aussprache über die auswärtig« Politik so ent- schieden widersetzt. Seine Gründe sind aber setzt schon bekannt. Er widersetzt sich der Debatte aus Verzweiflung, weil er mit dem wirren, disziplinlosen Haufen, den er als feine Regie- rungskoalition bezeichnet, nicht vor den Reichstag treten kann. Aber was und wer steckt dann hinter der Antwort, die die deutsche Regieruug Herrn Briand zu erteilen beabsichtigt? Wie kann mit dieser„Koalition" von Alldeutschen und Volks- parteilern, VAkifch-Deutschnationalen und Zentrumsleuten eine auswärtige Politik getrieben werden, die im Inland und Aus- land Vertrauen findet? Je hartnäckiger die Antwort auf diese Frage verweigert wird, desto brennender wird sie. Zum sächsischen Konflikt. Eine Entschließung des Bezirksparteitags Ostsachse». Dresden, 6. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Der Bezirks- Parteitag Ostsachjen, der hier am Sonntag tagte, nahm sol- gende Resolution an: 1. Der Bezirksparteitag Ostsachsen billigt die Haltung des Bezirksvorstandes, die daraus gerichtet war, alle politischen Fragen vom Standpunkte des sozialistischen Klassen- kampfes aus zu behandeln.. 2. Der Bezirksparteitag nimmt Kenntnis von der Entschließung des Parteivorstandes zum sächsischen Konflikt, wo- nach sich der Parteioorstand der Auffassung der sächsischen Partei- genossen anschließt, daß es die Pflicht der sächsischen Parteivertreter im Landtage ist, ungesäumt die Auflösung des Landtages herbeizuführen, um damit die Grundlage zu schaffen für die Wieder- Herstellung der Einigkeit und Geschlossenheit der sächsischen Partei, die allen anderen Erwägungen voran- gestellt werden muß und für einen erfolgreichen Wahlkampf Voraus- setzung ist. Der Bezirksparlettag verpflichtet daher nochmals entschieden die sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten, ungesäumt die no:- wendigen Schritte zur Auslösung des Landtags zu tun. 3. Der Bezirksparteitag läßt unerörtert, ob zur Lösung des Sachsenkonflikts die Erledig,':"' de? Schiedsgerichtsverfahren Voraussetzung ist. Er ist icdoaz aurchaus gewillt, an einer schnellen Beendigung de? Schiedsgerichtsver- fahren mitzuarbeiten, erwartet jedoch, daß diese Verfahren auf Grund objektiver Behandlung elementarer Rechtsgrundsuge durchgeführt werden und schließt sich daher der Resolution der sächsischen Bezirksvorstände vom 3. Juli an. Ruth-Isscher- Thealer. Di«„Rote Fahne" veröfsentllcht«inen Brief von Ruth Fischer an Genossen E r i s p i e n, worin dieser aui- gefordert wird, sich in einer kommunistischen Versammlung als„Kor- rfferent" zu betätigen. Genosse Crispien denkt natürlich nicht daran, diesen lächerlichen Brief zu beantworten oder sich sonst irgendwie an dem kommunistischen Theater zu beteiligen. Vielleicht auch dos... aber dann tritt er in dieser Rolle des Ausbeuters für sich gewiß zum ersten Mal« auf. und mit noch größerer Gewißheit zum letzten Male... Neues vom Buschmann. Eine Forschungsreise zum Studium der wegen ihrer Zeichenkunst weit bekannten Buschmänner, die aber in ihrer Rasse und Kultur noch große Geheimnisse bieten, hat der Professor an der Johannisburger Universität Dr. C. M. Dole unternommen und festgestellt, daß die Buschmänner durchaus nicht so sehr zusammengeschmolzen sind, wie man bisher annahm: sie finden sich im Nordostteil des südwestasrilanischen Protektorats in größerer Zahl, und es macht keine besonderen Schwierigkeiten, sie aufzusuchen. Dr. Dole fuhr mit dem Zuge bis nach Windhoek, dann auf einer Nebenlinie nach Groot Fontem, reiste dann im Ochsen- wagen etwa 100 Kilometer östlich und erreichte ein Gebiet, in dem es noch wenigstens 2000 Buschmänner gibt. Er stieß auf eine An- siedlung von 200 Vertretern dieser Rasse und machte von ihnen zahlreiche photographische Aufnahmen, die viel zur bessern Kenntnis dieses Voltes beitragen werden. Nicht minder wertvoll sind die Aufnahmen, die er von ihrer Spache und von ihren Tanzliedern erlangte. Dole führte ein Diktaphon mit sich und es glückte ihm, einige Männer und Frauen zu überreden, hinein zu sprechen und zu singen. Nach seiner Anschauung stehen die Buschmänner auf keiner primitiven Stufe der Entwicklung, sondern der heutige Ties- stand ihres Geistes ist eine Verfallserscheinung, während viele An- zeichen darauf hindeuten, daß sie in vergangenen Zeiten eine be- deutend höhere Kultur erreicht hatten. Heute sind sie außerorden! lich scheu, und ihr Intellekt ist so gering, daß sie z. B. kein Wo: für eine Zahl über drei haben und nur wenige von ihnen weite als bis drei zählen können. Es gibt aber unter ihnen verschiedene Schichten der Rückbildung, und bei dem Stamm, den er beobachtete, tonnte er zwei Typen unterscheiden, von denen der eine durchaus bildungsfähig ist. Diese„höher stehenden' Buschmänner lassen sich als Arbeiter auf den Farmen der Europäer verwenden, ober, wenn sie den„Ruf der Wildnis" verspüren, dann hält sie nichts zurück. und sie flüchten zu ihren Stammesgenossen, warten nicht einmal den Zahltag ab, an dem sie ihren Lohn erhalten. Der Tod eines Schweizer Jorschungsreisenden. Aus Aden wird der Tod eines bekannten Schweizer Geographen, Alpinisten und Forschungsreisenden Dr. Iacot Guillarmod, gemeldet. Der Gelehrte, der 57 Jahre alt war, befand sich auf einer neuen For. schungsreise nach den Seengebiet von Mittelasrito. In den Jahren 1902 und 1905 machte er aufsehenerregende Reisen im Himalaja und versuchte als erster den Kangschenjunga zu besteigen. Als sich die Gesellschaft bereits dem Gipfel näherte, wurde sie von einer Lawine verschüttet und dabei einer der Träger getötet. Jahre hindurch konnte ober Guillarmod den Rekord der höchsten Bergbesteigung mit 21210 Fuß halten, der erst durch die letzten Mount Eoerest- Expeditionen übertroffen wurde. Er hat verschiedene Bücher über den Himalaja veröffentlicht. Auf der Zuli-Ausstellung de».5wrm» werden zum erstenmal expresfio. nistüche Gemälde von Wi-derhold gezeigt, ferner Gobelin» von L i S D c i n h a r d. bemalte ScidenfchalS von Ursula Scherz und kubiltifche Gemälde der Franzosen Sllbert G l e i z e», Loui» Mareoussi», Tour DonaS und Duchamp Villon. Das �ZufWertungsgefetz. Tie Anträge des Rcichstags-Ausschnsses. Der Aufwertungsausschuß des Reichstags hat die Be- ratung des Gesetzes über die Auswertung der Hypotheken und anderer privatrechtlicher Schuldforderungen am Freitag abgeschlossen. Das Gesetz über die Ablösung der ösfent- lichen Anleihen ist noch der Zweiten Beratung zu unter- Ziehen, die bis um die Mitte nächstes Woche beendet sein dürfte. Gegen Ende der nächsten Woche ist mit dem Beginn der Einzelberatung der Aufwertungsgesetze in der Vollsitzung des Reichstags zu rechnen. Im Augenblick ist das Interesse der Oeffentlichkeit vor allem auf die Frage gerichtet, in welcher Gestalt das Auf- wertungsgesetz aus dem Ausschuß herauskommt. Die grund- legenden Bestimmungen der Ausschußbeschlüsse sollen daher hier kurz und ohne eingehende Kritik dargestellt werden. Rur so viel sei vorweg bemerkt, daß der deutschnationale Graf Posadowsky in einem in den letzten Tagen veröffent- lichten Zeitungsartikel ein geradezu vernichtendes Ur- teil über das Kompromiß der Regierungsparteien fällt, das nunmehr in Gesetzesparagraphen gekleidet worden ist. Der ehemalige kaiserliche Minister und deutschnationale Abgeord- nete in der Nationalversammlung spricht von der Aufwer- tungsgesetzgebung als„einem dunklen Blatt in der deutschen Rechts- und Sittengeschichte" und bezeichnet es als „politisch unmöglich, daß die deutschnationale Fraktion jetzt für das Kompromiß stimmt, das im schärfften Gegensatz zu ihren bisherigen Forderungen und Versprechungen steht". Der Herr Graf wird sich bald davon überzeugen können, daß bei seinen Parteigenossen im Reichstag kein Ding un- möglich ist. Der äußeren Form nach erkennt man in den Ausschuß- antrügen den Regierungsentwurf nicht wieder. War dieser nur 20 Paragraphen zählende Entwurf in die Form einer Abänderung der 3. Steuernotvcrordnung gekleidet, so er- scheinen die Anträge des Ausschusses in der Gestalt eines ganz selbständigen Gesetzes, das nicht weniger als 88 Pa- ragraphen umfaßt. Der Aufbau und die Gliederung des Ge- setzes ist von Grund aus umgestaltet. Inhaltlich weichen die Beschlüsse nicht so erheblich von den Regierungsvorschlägen ab. Die wesentlichste Aenderung ist wohl die, daß die Auf- werlung der Hypotheken und ähnlichen Forderungen nicht in zwei Teile zerlegt ist, wie die Reichsregierung vor- schlug(15 Proz. und 10 Proz. Zuschlag— 25 Proz.), auch nicht einheitlich auf 20 Proz. bemessen ist, wie der R e i ch s r a t es wollte, sondern einheitlich 25 Proz. betragen soll. Die Rückwirkung bereits gelöschter Hypotheken reicht nicht bis zum 15. Dezember 1922, wie die Regierung vorschlug, sondern bis 15. Juni 1922. Die Erhöhung der Aufwertung der Industrieobligationen von 15 auf 25 Proz. ist nicht völlig ausgeschlossen, wie die Regiening wollte, son- dern für die sogenannten A l t b e s i tz e r in Form eines sehr anfechtbaren Genußscheinsystems zugestanden worden. Das find die beträchtlichsten Verbesserungen, welche die Regierungsvorlage erfahren hat. So ungenügend sie sind, so wären sie doch nicht erreicht worden, ohne den scharfen Kampf, den die Sozialdemokratie gegen die wortbrüchigen Deutsch- nationalen geführt hat. Nimmermehr hätten sich die Re- gierungsparteien zu diesen Zugeständnissen herbeigelassen, wenn nicht die Sozialdemokraten ihnen dauernd auf den Nähten gesessen und immer wieder auf das himmelschreiende Unrecht hingewiesen hätten, das in ungezählten Fällen an unschuldig Verarmten durch die eng begrenzte Aufwertung verübt wird. Aber diesen wenigen Verbesserungen, die hinter den be- rechtigten Forderungen der Gläubiger ebensoweit zurückbleiben wie hinter den Wahloersprechungen der Deutschnationalen, stehen selbst Verschlechterungen des Regierungsentwurfs gegenüber. Eine solche Verschlechterung ist es beispielsweise, daß die persönliche Kaufgeldforderung, die bisher der unbegrenzten individuellen Aufwertung unterlag, woran auch der Entwurf nichts ändern wollte, nunmehr auf 75 Proz. beschränkt ist, wenn sie aus der Zeit vom 31. De- zember 1908 bis 1. Januar 1912 stammt. Forderungen dieser Art, die in der Zeit vom 1. Januar 1912 bis 1. Januar 1922 begründet worden sind, dürfen nur bis zu 100 Proz. aufge- wertet werden. Daraus kann sich ergeben, daß eine in der Inflationszeit entstandene Forderung, die zur Zeit ihrer Ent- stehung 50 Proz. des Kaufpreises ausmachte, mit 1 Proz. des gegenwärtigen Grundstückswertes zurückzuzahlen ist.� Die Differenz steckt der Schuldner ein, der bei städtischen Gebäuden oft ein Ausländer ist. Festgehalten hat die Mehrheit an dem ungerechten Um- rechnungsverfahren. Die Umrechnung von Forderungen, die nach dem 1. Januar 1918 entstanden sind, geschieht nach einer Meßzahl, die den Durchschnitt von Dollarkurs und Groß- handelsindex bildet. Die Kaufkraft der Papiermark war bis gegen das Ende der Inflationszeit aber viel größer, als es nach dieser Meßzahl scheint. Festgehalten hat die Mehr- heit auch an der e i n s e i t i g e n H ä r t e k l a u s e l, die nur der Schuldner, der in der Regel um 75 Proz. seiner Schuld entlastet wird, nie aber der Gläubiger für sich in Anspruch nehmen kann. Neu hinzugekommen ist noch eine zweite Härte- klausel, die wiederum nur dem Schuldner zugute kommt, der durch die Nückwirkungsbestimmungen in Anspruch genommen wird. Abgelehnt ist die Ausdehnung der Rückwirkung bis 1. Juli 1921. Auch eine von den Sozialdemokraten beantragte bewegliche Schutzvorschrist zugunsten der Gläubiger, die vor dem 15. August 1922 mit lächerlichen Beträgen abgefunden worden sind, verfiel der Ablehnung. Rückzahlung des aufgewerteten Betrages kann vom Gläu- bigcr nicht vor dem 1. Januar 193„ verlangt werden, der Schuldner kann sogar Stundung bis zum 1. Januar 1938 verlangen. Nur wenn die Verhältnisse des Schuldners als g ü n- st i g anerkannt werden und die wirtschaftliche Lage des Gläu- b'gcrs es dringend erfordert, können von diesem vorzeitige Zahlungen, aber nicht mehr als 10 Proz. im Jahr(!) verlangt werden. Die Verzinsung des Aufwertungsbetrages hat vom 1. Januar 1925 bis 1. Juli 1925 mit 1,2 Proz., vom 1. Juli 1925 bis 1. Januar 1926 mit 2,5 Proz., vom 1. Janimr 1926 bis 1. Januar 1928 mit 3 Proz., von da ab mit 5 Proz. zu ge- schehcn. Diese Zinssätze aeltcn auch für die 15prozentige Aufwertung der Industrieobligationen. Die lOprozentige zusätz- liehe Aufwertung in Gestalt von Genußscheinen tritt erst in Kraft, wenn die Aktionäre zuvor 6 Proz. Dividende bezogen haben. Was die Aufwertung von Pfandbriefen betrifft, so ist am Entwurf nichts wesentliches geändert. Die Höhe der Auswertung richtet sich hier nach der Größe der Teilungsmasse. die aus den aufgewerteten Hypothekenansprüchen der Pfand- Limburg a. d. Lahn, 6. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Unter großer Spannung der Limburger Bevölkerung begann heute der Angerstein-Prozeh. Seit zwei Monaten wurde seine Anberaumung erwartet. Die Vorbereitungen verlangten aber zu viel Zeit. Die verschiedenen psychiatrischen, gerichtlich-medizinischen, Buchhalter- und Schreibsachverständigen-Gutachten mußten mit entsprechender Gründlichkeit ausgearbeitet werden. Daß die Stadt Limburg, die nur 150 000 Einwohner zählt, sich ganz aus den Prozeß umgestellt hat— in erster Linie natürlich die Hotels, die 30 Pressevertreter und eine Anzahl von Sachoer- ständigen und Zeugen zu beherbergen haben— bedarf keiner besonderen Erwähnung. Bon einer Aufregung jedoch, wie dieses in Hannover beim Haarmann-Prozeß der Fall war, ist selbstverständ- lich nichts zu merken. Die Fälle sind ja auch ganz verschieden ge- artet. Die öffentliche Meinung jedoch, sofern man von einer solchen hier in Limburg sprechen kann, ist gegen Angerstein. Während es den einen doch nicht einleuchten will, daß seine Taten die eines ge- sunden Menschen sein könnten, würden die anderen ihn gern wegen Mordes verurteilt sehen, lieber sein Befinden und Verhalten im Gefängnis— bei den kleinen Verhältnissen im Orte ist man hier natürlich über alles, was im Gefängnis geschieht, gut orientiert— hält man sich am meisten auf. Man kann nicht die ihn erfüllende Ruhe oerstehen— eine Gewichtszunahme von 12 Pfund wird ihm zur Last gelegt— und schließt daraus, daß er absolut keine Reue empfände. Man behauptet auch, daß er in erster Linie seine Ver- teidigung so aufzubauen gedenke, daß ihm nur Totschlag, nicht aber Mord zur Last gelegt werde. Auch will man wissen, daß er im Gefängnis sehr scharf bewacht werde, damit er sich ja nicht der irdischen Gerechtigkeit entziehe. Schließlich soll Angerstein, dem Beispiel aller berühmten Verbrecher der letzten Zeit folgend, seine Memoiren schreiben. Die Schwierigkeiten, die der B e r i ch t e r- st a t t u n g in den Weg gelegt wurden, sind dank Intervention des Justizministers glücklicherweise behoben worden. Allerdings haben 60 Zuhörer ihre Karten einbüßen müssen— sie sollen übrigens äußerst gerecht verteilt worden sein—, denn ein Teil des Zuhörer- raumes ist nun für die Presse reserviert. Der Gerichtssaal ist wirklich nicht besonders groß und für solch einen Monsterprozeß nicht ge- dacht. Ängerstein befindet sich schon seit einigen Tagen im Lim- burger Gefängnis, das dicht am Gerichtsgebäude steht. Bis vor kurzem war er in der Strafanstalt Freiendietz untergebracht, die etwa drei oder vier Kilometer von Limburg entfernt ist und zu den modernsten Strafanstalten Deutschlands gehört. verhanölungsberlcht. Kurz vor 9X Uhr wurde Angerstein, der Zivilkleidung, aber ohne Kragen, trägt, von zwei Gefängnisbeamten vorgeführt Seine Hände waren g e s e s s e l t und wurden erst freigemacht, als er auf der Anklagebank Platz genommen hatte. Dann blieb er mit gesenk- tem Haupte sitzen, ohne zunächst auch nur einen Blick zu heben und seiner Umgebung Aufmerksamkeit zu schenken. Kurz nach'A10 Uhr eröffnete Landgerichtsrat Roth die Sitzung, der zunächst die Geschworenen vereidigte. Dann gab Angerstein zu- nächst mit leiser, dann aber mit kräftigerer Stimme in ziemlich unverfälschtem rheinischen Dialekt Auskunft über feine Personalien. Er ist jetzt 34 Jahre alt, als Sohn eines Hüttenarbeiters in Dillen- bürg geboren, hat eine Mittelschule besucht und war in einem Land- messerbureau tätig. Dann ging er als technischer Angestellter zur Nassauischen Bergbau-Gesellschaft, bei der er 1917 Prokurist wurde und seit 1919 wurde die Gesellschaft von der Firma van der Zypen übernommen. Diese Firma errichtete in Haiger ein Verwaltungs- gebäude, in das Angerstein 1919 einzog. 1911 hatte er sich verheira- tet. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie sich sein Eheleben ge- staltete, erklärte der Angeklagte zunächst stockend, daß seine Frau be- reits kurz nach der Heirat eine Fehlgeburt gehabt habe, der in den nächsten Jahren weitere vier Fehlgeburten folgten. Vors.: Lebten Sie glücklich mit Ihrer Frau? Angekl.(leise): Ja.— Dann briefanstalten gebildet wird. Aehnlich ist die Aufwertung der Versicherungsansprüche gestaltet. Besonderen Wert haben die sozialdemokratischen Vertreter auf eine gerechte Behandlung der Sparkassengut- haben gelegt. Sie haben auch einige Verbesserungen er- reicht. Die Regelung im Einzelnen bleibt aber den Ländern überlassen, denen mir Richtlinien gegeben werden. Einige Bedeutung kommt der Bestimmung zu, daß die Aufwertung der Sparkassenguthaben mindestens 12!4 Proz. betragen„soll". Wichtig ist. daß Ansprüche an Fabrik- und Werkspar- lassen, sowie an Betriebspensionskassen, desgleichen Kau- tionen, der unbegrenzten Auswertung unterliegen, während Sparkasseneinlagen bei Konsumvereinen zwangsweise nur bis 25 Proz. aufzuwerten sind. Wird hier freiwillig Häher aus- gewerte, so fällt die Schenkungssteuer, die bisher verlangt wurde, weg. In Kraft treten soll das Gesetz am 5. Juli. Steine unü Eröen. Tie Zollberatungen im handelspolitischen Ausschnh. In der Vormitagssitzung des handelspolitischen Ausschusses kam es zu einem kurzen aber heftigen, dramatisch zugespitzten Zusammen- stoß zwischen dem deutsch-volksparteilichen Abg. Schneider und den sozialdemokratischen Mitgliedern des Ausschusses. Abg. Schnei- der reizt der Widerspruch der Linken gegen den beabsichtigten Zoll- wucher der Regierung und der Industrie- und Agrargewaltigen. Für ihn, den Unternehmersyndikus, haben die anderen, denen der Profitwillen dieser Herren nicht unantastbar ist. zu kuschen. Heute paßte es Herrn Schneider nicht, daß Genosse W i s s e l l sich gegen einen Antrag Horlacher(Bayer. Vp.) wendete, der eine ganz unmögliche Bestimmung bei einer Position eingefügt haben wollte. Seinen Widerspruch machte er in einer so zugespitzten Weise geltend. daß sich die sozialdemokratischen Vertreter spontan und geschlossen zur Wehr setzten.. � � Die Regierungsparteien schwiegen im großen und ganzen auch heute. Sie rafften sich höchstens zu kurzen Bemerkungen auf oder brachten irgend ein Monitum zur Geschäftsordnung vor. Die Besprechung nahm ihren Fortgang beim Kapitel Steine und Erden. Dabei wurde vom Vorsitzenden der Vorschlag ge- macht, die gesamte Materie in Bausch und Bogen zu erledigen. Genosse Silberschmidt wies darauf hin, daß es sich bei diesen Positionen um so verschiedenartige Gegenstände handele, daß eine differenzierte Behandlung unumgänglich notwendig ist. Der Ausschuß beschloß schließlich die zusammenpassenden Positionen zur gemeinsamen Beratung und Be- schlußfasfung zu stellen. Bei den Gruppen Marmor und ähnlichen Artikeln wies Silber- schmidt im einzelnen nach, daß die Erhöhung der Zollsätze eine Schädigung der verarbeitenden Industrien mit sich bringen müsse und daß dadurch die in Deutschland hervorragend entwickelten Veredelungsgewerbe in Nachteil gegenüber dem Ausland geraten müßten. ,,...., Bei Porzellan und Steingut wies Genosse Frölich auf die nachteiligen Wirkungen des Zollsatzes für die gesamte thürin- gische Industrie hin. Schon die alten Zollsätze haben außer- ordenllich hemmend gewirkt. Eine Erhöhung müsse die kata- strophalsten Folgen für das ganze Thüringer Land zeitigen. D,e zu diesen Positionen von den Sozialdemokraten gestellten Antrage auf Z o l l f r e i h e i t wurden von der geschlossenen Rcgierungs- Mehrheit abgelehnt. Um 1 Uhr unterbrach der Ausschuß seine Beratungen. Fortsetzung nachmittags Uhr. äußerte sich der Angeklagte weiter über seine Dermögensverhältnisse. Er habe 1924 ein Gehalt von 300 M. gehabt, außerdem freie Woh- nung und Gartenbenutzung, so daß er sein gutes Auskommen gehabt habe. Seine weiteren Angaben über ein Konto bei einer Dillenburger Bank und über Forderungen an seine Gesellschaft wegen rückständigen Gehalts, veranlaßten den Vorsitzenden zu der Beinerkung, daß das Konto schon seit 1923 gelöscht sei und daß er über die Fordetungen an seine Gesellschaft früher andere Angaben gemacht habe. Ueber feinen Gesundheitszustand äußert sich der An- geklagte, daß er früher ganz gesund, später aber k e h l k o p s- leidend geworden sei. Im Verlauf dieser Krankheit sei er mehr- fach operiert worden, sei auch in einer Heilanstalt gewesen und habe sich schließlich auch ein Nervenleiden zugezogen, so daß er dauernd in ärztlicher Behandlung war. 1915 wurde er Soldat, wurde aber von seiner Firma reklamiert. Dann wurde die Anklage verlesen, die auf Unterschlagung in Verbindung mit Urkunden- fälschung, Alord in acht Fällen. Brandstiftung und Meineid lautet. Aus die Frage des Vorsitzenden, ob er sich zu dieser Anklage bekenne, antwortet Ängerstein: Jawohl, aber ich habe keine Unterschlagungen begangen. Vors.: Ich möchte Sie zuerst über diesen Punkt vernehmen. Sie sollen in der ersten Hälfte des Jahres 1924 20 bis 30 000 M. unter- schlagen und diesen Fehlbetrag durch unrichtige Buchungen und gefälschte Quittungen verschleiert haben.— Angekl.: Ich habe nur fingierte Belege ausgefüllt.— Vors.: Sie hatten also Fehl- betrüge in der Kasse?— Ängerstein: Nein, es handelte sich um Gelder, die von der Firma ausgegeben worden waren. Dem Angeklagten wurden dann die einzelnen von ihm gefälschten Quit- tungen vorgehalten, wobei er die Fälschungen nach Einsichtnahme in die Schriftstücke auch zugibt. Vors.: Warum haben Sie Quittungen gefälscht? Angerstein: Ich hatte für diee Firma Zahlungen zu leisten, für die ich kein Belege hatte, für Beamtenbestechung und Schmiergelder. Vors.: Wen haben Sie bestochen oder geschmiert? A n g e r st e i n: Das möchte ich nicht sagen, es handelt sich dabei um eine Angelegenheit der Firma. Ich bin dann deswegen erpreßt worden. Vors: Welche Helfershelfer haben Sie bei diesen Fäl- schungen gehabt, und wer soll Sie damit erpreßt haben? Anger- stein: Das will ich nicht angeben. Vors.: Das klingt aber sehr unglaubwürdig. Trotz aller Vorhalte bleibt Ängerstein bei seiner Darstellung und erläutert dann noch im einzelnen, wie er erpreßt worden sei. Dann wurden die Unterschlagungen Anger- st eins in der zweiten Hälfte des Jahres 1924 erörtert, und zwar im Oktober 1924 4500 M. Vors.: Die großen Beträge der letzten Kassenbestandsaufnahme sollen sich nicht im Kassenschrank sondern im Wandschrank Ihres Herrenzimmers befunden haben? Angekl.: Nein, sie lagen im Kassenschrank. Irgendwelche Ent- nähme für seinen eigenen Bedarf bestreitet der Angeklagte, ebenso behauptet er, daß er für die Grundstücksankaufe auch anderes Geld zur Verfügung gehabt habe, und zwar fei ihm ein Freund größere Beträge schuldig gewesen, doch wollte er den Namen des Be- treffenden nicht nennen. Dabei blieb er auch, trotzdem ihn der Vor- sitzende darauf aufmerksam machte, daß das Gericht aus einem solchen Verhalten eventuell ungünstige Schlüsse für ihn ziehen könne. Dann wurde zur Erörterung der Akordanklage übergegangen, und zwar wurde zunächst die Lage des Anger- st einschen Hauses gegenüber dem Bahnhof Haiger, sowie die Anordnung der einzelnen Räumlichkeiten erörtert. In dem Unter- geschah befanden sich fünf Bureaus, im Obergeschoß die Anger- ft e i n s ch e n P r i v a t rä u m e. Die Wohnung selbst bestand aus Wohn-, Herren-, Eß- und Schlafzi nmer, nebst Küche. Im Dach- geschah waren dann noch mehrere Räume, in dem einem Zimmer schlief die Schwiegermutter, Frau Barth und ihre Tochter, Ella Barth, die Schwester der Frau Angerstein. Außerdem befand sich dort noch das Badezimmer und die Dienftbotcnkammer. fius üem Königreich Sapern. Tc. Kgl. Hoheit, Kronprinz Rupprecht Ehrendoktor. München, 6. Juli.(Eig. Drahtb.) Die Teilnahme des Exkronprinzen Rupprecht an der Wieder- sehensfeier des 19. Jnfanterie-Regiments in Erlangen am gestrigen Sonntag gestaltete sich zu einer selbst für die bayerischen Verhältnisse außergewöhnlichen monarchistischen Kundgebung. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand die Verleihung des philo- logischen Ehrendoktortitels der Erlanger Universität an den Exkronprinzen Rupprecht. In der Begründung der durch ein- stimmigen Beschluß ersolgten Ernennung heißt es:„Seiner kgl. Hoheit, dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern, dem ausge.zeich- neten Kenner der morgenländischcn Kultur, dem eifrigen, verdienst- reichen Förderer von Wissenschast und Kunst, dem Verfasser wert- voller Werte, die als Früchte weiter Reisen, ernster Wissen- schaft und glänzendster Darstellungsgabe zu bezeichnen sind." Die niorgenländischen Kenntnisse hat der Kronprinz vor dem Krieg auf einer Jndienreise erworben! Seine damaligen Erlebnisse und Ein- drücke legte er in einem kleinen Buch nieder, das seinerzeit im Buchhandel erschienen ist, ohne aber weiteren Kreisen bekannt zu werden.... Die Internationale üer völkerbunüligen. Der Weltverbond der Dölkerbundgesellschoften umfaßt Ver- einigungen aus mehr als 30 verschiedenen Ländern. Sie stehen in ihrer Mehrzahl den Regierungen nahe. Die jährlich abgehaltenen Kongresse sind deshalb eine Art Vorspiel der alljährlich im September zusammentretenden Versammlungen des Völkerbundes. Auf der vor- jährigen Tagung in Lyon wurde mit Frankreichs Stimme(gegen Polen und.Rumänien), der Antrag angenommen, Deutschland sofort einen ständigen Ratssitz im Völkerbunde zu gewähren. An der dies- jährigen Tagung, die ursprünglich in Deutschland stattfinden sollte. aber verlegt wurde, well für eine aktive Beteiligung der Reichs- regierung keine Gewähr geboten schien, ist Deutschland wie im Vor- jähre durch den demokratischen Reichstagsabgeordneten Graf Vernstorss, durch Prof. Iäckh u. a. vertreten. Di« Verhandlungen werden außer im Plenum vor allem in vier Kommissionen geführt werden. Die p o l i t i f ch e K o m- Mission wird sich mit dem Genfer Protokoll befassen. zu dem von der Deutschen. Englischen. Japanischen und Französischen Liga Gutachten ausgearbeitet sind, die die verschiedenen Probleme des Protokolls vom nationalen Gesichtspunkte beleuchten. In War- schau werden zum erstenmal Deutsche vor einem internationalen Forum zum Genfer Protokoll Stellung nehmen. Ferner wird sich die politische Kommission befassen mit dem Problem der gleich. mäßigen Behandlung von Fremden und unter anderem außerdem mit der Frag«, wie die nichtständigen Sitze im Völkerbundsrate unter Berücksichtigung der geographischen Lage der einzelnen Mitglieds- staaten zweckmäßig zu verteilen wären. Auf der Tagesordnung der Minder heitenkommifsion steht die Frage der Univerfalisation und Kodifikation des Rechtes der Minderheiten. Deutsche Interessen werden wahrzunehmen sein bei der Behandlung der Lage der deutsch-dänischen Minderheiten und derjenigen in Südtirol. In der juristischen Kommission wird verhandelt werden über die Verantwortlichkeit von Staaten für politische Ver- brechen, die auf ihrem Gebiete an Ausländern begangen werden. Ferner sieht die Tagesordnung die Erörterung der Möglichkeit einer Univerfalisation des Zivilrechtes vor. Andere Verhandlungsfragen sind die der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit und die der Ver- Hinderung von Repressalien in Friedenszeiten. Gewerkschaftsbewegung Die Erwerbsarbeit der Schwangeren. Eine Große Anfrage unserer Landtagsfraktion. Die Abgeordneten Lang, Fritsch, Frau Hanna und die übrigen Mitglieder der sozialdemokratischen Frattion haben im Preußischen Landtag folgende Große Anfrage eingebracht: Die Erwerbsarbeit der schwangeren Frauen und Mädchen, insbesondere in der Textilindustrie, richtet in gesundheitlicher Beziehung fchweren Schaden, sowohl unter diesen Schwangeren selbst, als auch unter den sich neu entwickelnden Lebewesen an. Wir fragen das Staatsministerium: I. Sind dem Staatsministerium diese schweren gesundheits: zerstörenden Wirkungen bekannt? Hat es Kenntnis von den diese zerstörenden Wirkungen belegenden Nachweisungen, Statistiken, Ur teilen von wirtschaftlichen Organisationen, Krankenkassen, Aerzten usm? II. Ist das Staatsministerium bereit, auf die Reichsregierung einzuwirken, daß durch Reichsgesetz allmählich die Erwerbsarbeit der schwangeren Frauen beseitigt wird, und daß bis zur vollständigen Loslösung von der Erwerbsarbeit 1. die Erwerbsarbeit der schwangeren Personen im 5. und 6. Monat der Schwangerschaft auf höchstens vier Stunden pro Tag beschränkt; 2. die Erwerbsarbeit der schwangeren Personen für die letzten drei Monate der Schwangerschaft verboten wird; 3. dem Verlangen der gesundheitlich wieder hergestellten Entbundenen nach wiederbeschäftigung vom Arbeitgeber Rechnung getragen werden muß; 4. der entgangene Arbeitsverdienst aus Mitteln des Staates oder einer zu schaffenden obligatorischen Kollektivversicherung pergütet wird, und die schon vorhandenen Einrichtungen bzw. Wochengelder, Stillgelder usw. erhöht und ausgedehnt werden. Es werden dann eine Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen, insbesondere Schaffung von Siz gelegenheit am Arbeitsplatz für die schwangeren Arbeiterinnen, Bereitstellung freundlich eingerichteter 3immer für schwangere Arbeiterinnen in Großbetrieben mit zahlreichem weiblichen Personal, wo während der Baufen sowie bei aus der Schwangerschaft herrührenden Anfällen Gelegenheit zu bequemem Liegen gegeben ist; Bereit. stellung von Medikamenten, die im Zustand der Schwangerschaft erforderlich sind; Einrichtung auter Kantinen in Großbetrieben und Bereitstellung von Speisen und Getränken, welche den besonderen Bedürfnissen der schwangeren Arbeiterinnen entsprechen; Einstellung von Fabritärzten; Einrichtung Don ärztlichen Sprechstunden für Schwangere in Großbetrieben; Einstellung weiblicher Aerzte als Gewerbe. aufsichtsbeamtinnen; Berpflichtung der weiblichen Gewerbeaufsichtsbeamten zur besonderen fürsorgenden Beaufsichtigung der Schwangeren im Arbeitsprozeß; Einrichtung ärztlicher Be ratungsstellen für Schwangere in den Gemeinden; Anerfennung der Schwangerschaftsbeschwerden und der Entbindungsfolgen, die eine Erwerbsunfähigkeit herbeiführen, als Krankheiten im Sinne der Reichsversicherungsordnung durch die Krantenfassen. Streik im Kohlengroßhandel. Die Berliner Brennstoffgesellschaft Notstandsbetrieb. Wie uns vom Deutschen Verkehrsbund mitgeteilt wird, sind die Arbeiter im Berliner Kohlengroßhandel heute vormittag voll zählig in den Streit getreten. Der Deutsche Verkehrsbund hat es von vornherein übernommen, alle Notstandsarbeiten aus. zuführen. Infolgedessen ist die Berliner Brennstoff A.-G., die der Stadt Berlin gehört und über 30 Lagerplätze in allen Stadt teilen besitzt, als Notstandsbetrieb anerkannt worden. Außer den 320 dort beschäftigten Arbeitern hält der Deutsche Verkehrsbund so viel Arbeiter zur Verfügung, als notwendig sind, um allen Anforderungen zu entsprechen. Es werden auch Private beliefert, jedoch werden lebenswichtige Betriebe bevorzugt. Im übrigen haben bereits eine Anzahl Firmen die Forderuengen bemilligt, so daß ein wirklicher Rotstand faum eintreten dürfte. Für diesen gegenwärtig unwahrscheinlichen Fall ist bereits ein zweiter Betrieb als Notstandsbetrieb in Aussicht genommen. In den Kleinbetrieben wird gearbeitet. Der Schlichter hatte die Parteien für heute abend 27 Uhr zu Vergleichsverhandlungen geladen, um, wenn irgend möglich, eine Einigung der Parteien herbeizuführen. Verbandstag der Fabrikarbeiter. Leipzig, 6. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag abend traten in Leipzig die Delegierten des Deutschen Fabritarbeiterver. bandes zum 15. außerordentlichen Verbandstag zusammen. Von ausländischen Bruderverbänden sind Vertreter aus Schweden, Dänemark, Desterreich und der Tschechoslowakei erschienen, aus an deren Ländern treffen Vertreter noch ein. Die Eröffnungsfizung im festlich geschmückten Saale des Boltshauses leitete der Vorsitzende, Genosse Brey Hannover, mit einer Begrüßungsansprache ein, wobei er auch der Opfer der Arbeit gedachte, zu deren Ehren sich die Delegierten erhoben. Breŋ gab einen furzen Rückblick auf die wirtschaftliche Entwicklung. Die schweren Krisen hat der Verband überwunden und befindet sich wieder im Aufstieg. Er zählt gegen märtig 400 000 Fabritarbeiter in seinen Reihen. Zum 1. Borsigen den des Verbandstages wurde Brey, zum 2. Vorsitzenden SchumannLeipzig bestimmt. Die eigentlichen Beratungen beginnen am Montag früh. Zur Lohnbewegnng im Baugewerbe. In einer gutbesuchten Versammlung der Feuerungs und Schornsteinmaurer. die am Sonntag vormittag im Gewerkschafts: haus tagte, berichtete Branchenleiter Schindler über das Ergebnis der Berhandlungen im Baugewerbe. Wie bereits hinreichend bekannt ist, haben sich die Unternehmer den Forderungen der Arbeiter gegenüber ablehnend verhalten, so daß die Bauarbeiter in ihrer Generalversammlung am Freitag beschloffen haben, am Diens. I tag eine Streitabstimmung vorzunehmen. Da sich die Löhne der Feuerungs- und Schornsteinmaurer durch Abkommen automatisch nach den Bauarbeiterlöhnen regeln, machen sich die ersteren die For derungen der Bauarbeiter zu eigen und schließen sich ihrer Bewegung an. Nach einer regen Diskussion beschloß die Bersammlung, die Beschlüsse der Bauarbeiter abzuwarten und dann ebenso geschlossen wie diese die Arbeit einzustellen. Lohnbewegung der Maler. Achtung! Mitglieder des Denfica Baugewerksbundes! Die Generalversammlung hat beschlossen, die Urabstimmung nicht am Sonntag, 5. Juli, sondern am Dienstag, 7. Juli, abends, im Anschluk an alich Bersammlungslokale feitmachen und die Abstimung vorbereiten. Die die Bezirksversammlungen vorzunehmen. Die Bezirksobleute müssen unver Abstimmung erfolgt durch Stimmaettel. Das Ergebnis der Abstimmung mus bis Mittwochmittag in Sänden des Vereinsvorstandes sein. Mahnahmen bürfen vor Feststellung des Abstimmungsergebnises nicht vorgenommen wer ben. In jedem Fall ist mit dem Bereinsvorstand vorher Rüdsprache au nchmen. Am Mittwoch, 8. Juli, abends 6½ Uhr, nimmt die Generalversamm lung au bem Abstimmungsergebnis Stellung. Die Generalversammlung findet ftatt in den Musikerfälen, Börsenjaal. Der Vorstand. Dienstag, 7. Juli, adends 17 Uhr, finden in folgenden Bezirken Mitgliederversammlungen ftatt: Neukölln I bei Wolff: Kirchhofstraße; Neuto In II Oranienburger Borstadt Colibrisäle. Gartenstr. 6. Mittwoch, 8. Juli, abbs. 6, Uhr: Bezirt Often I, Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. Tagesordnung in allen Bersammlungen: Bericht von den Tarif- und Lohnverhandlungen und Urabstimmungen. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt. Der Vereinsvorstand. In einer start besuchten Versammlung am Sonntag gab der Bevollmächtigte Schiemann den Bericht über die in der Vorwoche stattgefundene Lohnverhandlung. Redner geißelte den furz- Rinblbrauerei, Großer Saal; steigernden Teuerung es ablehnen, zeitgemäßen Lohn zu zahlen. Es fichtigen Profitstandpunkt der Arbeitgeber, die trotz der sich täglich hältnis zur Verkriegszeit bekanntzugeben, weil ständig über schlechte wäre angebracht, die Verdienste der Arbeitgeber im VerAbschlüsse geklagt werde. Im Gegensag hierzu betonen alle Betriebsräte, daß, gelinde gesagt, gute Aufträge getätigt werden. Stür mische Entrüstung machte sich bemerkbar, als bekannt wurde, daß die Innungsstrategen statt Erhöhung der Löhne Verlängerung der Arbeitszeit forderten. In äußerst scharfer Diskussion wurden sofortige Rampfmaßnahmen verlangt. Die Organisationsleitung wies auf die hin und forderte erst Beendigung der Berhandlungen. von den Berliner Kollegen stets geübte Verbandsdisziplin stand vollstes Vertrauen aussprach, somie Beschleunigung der VerEin von den Betriebsräten eingebrachter Antrag, der dem Vorhandlungen forderte, wurde ein mütig angenommen. An den Arbeitgebern der Malereigeschäfte liegt es nunmehr, ob der Wirt schaftsfriede im Gewerbe erhalten oder erst durch Kampf zeitgemäße Entlohnung erreicht wird. Erfolgreicher Streik der Leipziger Straßenbahner. Leipzig. 6. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Die Streitbewegung der Arbeiter der Leipziger Straßenbahn endigte damit, daß das Schiedsgericht einen Spruch fällte, wonach für das technische Berfonal eine Ausgleichszulage von 15 M. für die Zeit vom 23. mai bis 30. Juni bezahlt wird. Am 1. Juli erhöhen sich die Stundenlöhne um 8 Pf. Die technische Zulage bleibt bestehen. Die Arbeit wurde sofort wieder aufgenommen. Ausdehnung des Leipziger Bauarbeiterftreiks. Leipzig. 6. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Den streifenden Bauarbeitern in Leipzig schließen sich am Montag etwa 2500 3immer leute an. Diese verlangen einen Spizenlohn von 1,32 m. bei einer möchentlichen Arbeitszeit von 45% Stunden. Die paffive Resistenz der Saargrubenarbeiter. Saarbrüden, 4. Juli.( Mtb.) Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, ist auf die Eingabe der Bergarbeiterorganisation an das Minifterium für öffentliche Arbeiten in Paris eine Antwort eingelaufen. Nach dieser Antwort wird ein Vertreter des französischen Arbeitsministeriums nächste Woche nach Saarbrücken tommen, um die Verhältnisse an Ort und Stelle zu studieren. Dabei sollen die Teuerungsverhältnisse einer eingehenden Brüfung unterzogen werden. Man hört meiter, daß die Bergleute, die bisher pflodlos" gefördert haben, am Montag im Interesse einer glatten Durch führung der zu erwartenden Berhandlungen davon Abftand nehmen merden. Generalftreiksbeschluß der belgischen Metallarbeiter. Brüssel, 6. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Der belgische Metallarbeiterfongreß, der nach Brüssel einberufen worden war, um zu dem Streif in der belgischen Metallindustrie Stellung zu nehmen, beschloß nach langer Debatte, die einen ganzen Tag in Anspruch nahm und sich in der Hauptsache darum drehte, ob der Generalstreit sofort proflamiert oder erst noch eine Urabstimmung vorgenommen werden soll, mit allen gegen wenige Stimmen den General streif für all die Betriebe, in denen die Unternehmer 2ohn fürzungen vornehmen. Der Streit wird spätestens am 16. Juli im ganzen Lande allgemein sein. Angestellte der Geldschrankfabriken und Bauschloffereien. Donnerstag abend 7% in Haverlands Festfälen, Neue Friedrichstraße Ede Rochstr., allgemeine Branchenversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tarif. verhandlungen; 2. Verschiedenes. Wir erwarten vollzähliges und pünktliches erscheinen. Butab, DWB., ZDA. Wirtschaft bilanz. Da Abschreibungen in der außergewöhnlichen Höhe Die Kopenhagener Arbeiterbank veröffentlicht soeben ihre Jahresvon 666 000 kronen vorgenommen wurden, ergibt sich ein buchmäßiges Defizit von 12 000 kronen, das auf das nächste Jahr vorgetragen wird. Das Jahr 1924 brachte der Bank eine wesentliche Bergrößerung; sie erhöhte ihr Aktienkapital pon 2 Millionen auf 2 980 000 kronen. Antitrustbewegung in den Bereinigten Staaten. Gegen die Fleischkonservenfabrikanten von Chicago, die durch Bereinbarungen die monopolartige Beherrschung des Marktes beftreben, wurde ein großangelegter Prozeß, zu dessen Führung sich Hunderttausende von Verbrauchern zusammengeschlossen haben, in die Wege geleitet. Dieser Prozeß gibt den Auftakt zu einer neuen Antitrustbewegung, die in der Bevölkerung immer größere Wellen schlägt. Bekanntlich wurden die Antitrustgeseze, vor allem das fo= genannte Sherman- Gefeß, auf Anregung des verstorbenen Präsi denten Wilson verschärft. Nach Wilsons Abschied aber wurden diese Die trustartige Organisation Geseze immer milder gehandhabt. der Landwirtschaft zur gemeinsamen Verwertung der Produkte wurde infolge der großen Krise der Landwirtschaft nicht nur geduldet, sondern sogar gefördert. Auch wurden später monopol artige Organisationen zur Förderung des Außenhandels durch fartellartiges Vorgehen erlaubt. Das Berhalten der Gemertschaften war in den vergangenen Jahren für die Abschaffung der Antitrust gefezze günstig. Diese Geseze beschränken nämlich auch die Rechte der vielfach hindern, während sie den großen Trusts nicht beizukommen Gewerkschaften. Sie fonnten legztere in ihrer Bewegungsfreiheit vermochten. Vor allem nicht den großen Dach gesellschaften( foge= nannten Holding- Gesellschaften), die die Unternehmungen bantmäßig zusammenfassen und zum Umgehen der Antitrustgesetze vorzüglich ges eignet sind. Es ist noch nicht vorauszusehen, zu welchen Folgen die neu entflammte Antitrustbewegung führen wird. Anzunehmen ist aber, daß die neu zu schaffenden Geseze gegen die Mißbräuche der Truste ebenso auf dem Papier bleiben merden wie die bisherigen. Die japanische Währungsfrage. Die Aufschwungszeit der Kriegsjahre, die fieberhafte industrielle und spekulative Tätigkeit führte auch in Japan zu einer starken Inflation. Der Notenumlauf ftieg vom Dezember 1914 bis zum Dezember 1919 von 385 Millionen Yen auf 1555 Millionen, das Tofioter Preisniveau auf etwas mehr als das Dreifache, das Lohnnireau auf das Zweidreiviertelfache. Die neue mährungspolitische Drientierung war in Japan mit großen Schwierigkeiten verbunden. Es wurde trotzdem mit der Politik der Inflation aufgeräumt. Der Budgetvoranschlag für das Finanzjahr 1925/26 fteht Gleichgewicht bei 1524 millio nen Den vor, wovon 229 für Wiederaufbauarbeiten bestimmt find. Much erklärte der Finanzminister feierlich, feine Schaßfcheine mehr In den Knorr- Werken in Heilbronn befinden sich bie Arbeiter ausgeben zu wollen. Mit allen Mitteln, darunter auch Golderport, wegen Lohndifferenzen im Streif. Abwehrkampf bei Kasper Cohn a. Sohn, Berlin, Mühlenstr. 57. In dieser Knopffabrit sind ungefähr 40 Arbeitnehmer beschäftigt. Die nachlaffende Konjunktur in der Knopfindustrie glaubt der Arbeitgeber ausnüßen zu fönnen, den bei ihm Deschäftigten einen Lohnabzug von 15 bis 20 Proz zu diktieren. Der Abzug follte bei Verdiensten vor sich gehen, die noch unter den Tariflöhnen der übrigen Holzarbeiter liegen. Der Betrieb gilt als gesperrt. Wir ersuchen, jeden Zuzug streng fernzuhalten. " Deutscher Holzarbeiterverband, Verwaltungsstelle Berlin. Achtung, Bauarbeiter! Der Verband der ausgeschlossenen Bauarbeiter veröffentlicht in der Roten Fahne" vom Sonntag eine Resolution, in der es heißt, die Generalversammlung des Baugewerksbundes habe den Generalstreit für das Baugewerbe beschlossen. Weiter heißt es in dieser Resolution, Kollege Drügemüller habe sich für fofortiges Zusammenarbeiten mit dem Berband der ausgeschlossenen Bauarbeiter" erklärt. Beide Behauptungen find glatt aus den Fingern gefogen. Wir verweisen hinsichtlich der ersten Behauptung auf die Mitteilungen im Vormärts", wonach die Urabftimumng am Dienstag, den 7. Juli, stattfindet. Die Generalversammlung hat also feinen Generalstreit beschlossen. Ueber ein Zusammenarbeiten mit dem Verband der ausgeschlossenen Bauarbeiter ist überhaupt nicht geredet, geschweige denn ist es vom Kollegen Drügemüller empfohlen worden. Nachdem selbst die Kommunisten zu der Erkenntnis gekommen sind, daß es sich bei den Machern der Müllerstraße um syndikalistische Phraseure handelt, liegt noch viel weniger Ber anlaffung zu gemeinsamer Arbeit vor als bisher. Was hinsichtlich der Wahl etwaiger Streitleitungen notwendig ist, darüber entscheidet am Mittwoch die Generalversammlung. Der Borstand. wurde der Den auf 0,1 Pfund Sterling gehalten. Das ist mehr als feiner inneren Rauffraft entspricht und eine Ursache gesteigerter Einfuhr und verminderter Ausfuhr. Berantwortlich für Bolitik: Bictor Schiff: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Rarftädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co Berlin SM. 68, Lindenstraße 3. Sieran 1 Bellage. Sinalco! die echte Bilzbrause zuckergesüßt. Nur nebensteh. Schutzmarke bürgt für echte, gute Ware Lieferanten: Generalvertrieb: Starick& Krüger, G. m. b. H., Landsberger Allee 6--7 F. Fünning, SO, Wiener Str. 57 a| A. Bethge, N, Rügener Straße 26 A. Riemer, SO, Kottb. Ufer 39-40 H. Salm, SO, Naunynstraße 61 C. Evers, SO, Reichenberg. Str. 56 C. Petri, N, Gartenstraße 51 F. Schettler, SO, Reichenberger Str. 33 W. Schimke, N, Schönhoiz. Str. 15 G. Steiger, S, Schönleinstr. 23 E. Sichting, N, Lychener Str. 131 E. Rauch, SW, Neuenburg. Str. 28 F. Voß Nachflg., N, Ackerstr. 19 J. Bartsch, C, Steinstraße 28 W.Gürtler, Steglitz, Körnerstr.16 P. Heinze, C, Fischerbrücke 15 G. Hoffmann, Charl., Krommestr. 69 R. Kluger, 0, Tasdorfer Str. 52 A Liebig, Charl., Grolmannstr. 60 H. Fanselow, Charlottenburg, Röntgenstraße H. Tiek. Chariottenburg, Wilmersdorfer Straße 146 M. Köhler, Wilmersdorf, Brandenburgische Straße 77 Golysse& Co., Zeuthen W. Kröhnke, Tempelhof, Berliner Straße 97 Gebr. Schönefeld, Friedrichshagen, Seestr. 118 C. Mügge, Spandau, Weißenburger Straße 16 a F. Müggenburg, Potsdam, Alte Louisenstraße 22-23 W. Kastner, Köpenick, Kaiser Wilhelm- Straße 107 Starick& Krüger, G. m. b. H., Hermsdorf, Lindenstraße 15 Vorwärts"-Ausgabestellen u. Inseraten- Annahme Sauptexpedition: Berlin, Lindenstraße 8. Laben. hoff 2506/2507. Staaten: BöItel, Eichenwinkel 16. Dön- Charlottenburg III: 3o a chi mi, Raiserdamm 95, Eingang Lichterfelbe Oft, Lankwik: S. Wenzel, Santwis, Stethen- Siemensstadt: Stenzel, Brunnenste. 6, à. L Rognikstraße. ftraße 15. Tel.: Lichterfelde 5103. Zentrum: Aderstr. 174. am Roppenplak. Rord. 121 35. Charlottenburg IV: Bufenia!. Augsburger Straße 47, Lichterfelde- Beft: Berndt, Stegliger Str. 49. Lichterf. 3193. Steglik: Frost, Schadenrute 2. Portier. Besten: Stegliger Str. 37, Ede Magdeburger Straße. Cüben: Bärwaldstr. 47, an der Gneisenaustraße. Mpi. 9538. Charlottenburg V: Schulz, Dronfenftr. 12, 1. Garth. III. Mariendorf: Auguft Leip, Chauffeeftr. 29. Brinzenstr. 31, Sof rechts parterre. * Diten: Markusstr. 36. Aler 9735. Petersburger Plak 4. Aler. 9734. * Nordoften: Immanuelkirchstr. 24. Aler. 9736. Carmen- Sylva- Str. 57, Gillmann. * Südosten: Laufher Plaz 14/15. pl. 894. Moabit: Wilhelmshavener Str. 48. Hania 4095. Suttenstr. 67 bei Bitterling. " Wattstr. 9. Wedding: Mullerstr. 34, Ede Utrechter Str. Hanfa 4094. * Rosenthaler und Dranienburger Vorstadt: Humboldt 7875. Gesundbrunnen: Bastianfte. 7. Humboldt 7874. Schönhauser Borstadt: Greifenhagener Str. 22. Humb. 7805. Ablershof: Frl. Walter. Genossenschaftsftr. 6, parterre. Alt- Glienice: Stowronski, Grünauer Str. 68. Baumschulenweg: Frau Röpe, Ricjholzitr. 180, Laden. Bernan, Röntgental, Repernid, Echönbrüd, Karow und Buch: Heinrich Brofe, Bernau, Mühlenstr. 5. Diesdorf- Rord: W. Danneberg, Biftoriaftr. 11. Biesborf- Süb: Georg Wintler, Fortuna Allee 40. Birkenwerder: Fran oor. Berkfelder Str. 6. Bohnsdorf: Rarl Ruste, Eichbuschstr. 9. Borgsborf: Sans Toppel, Giebluma IV. Borfigwalbe: Gebauer, Schubertstr. 32, v. 3 Tr. Buchholz- Blankenburg: Wagner. Blantenburg, Burgwallstraße 63. Baputh: Otto Dau, Rrughofftr. 22. Charlottenburg I: Gefenheimer Str. 1. Steinpl. 4156. Charlottenburg II: Eisfeld, Sauroggener Str. 11. Bilhelm 7796 Ren Gübende: 2 u bmig, Salsteftr. 36. Tegel, Tegelort: Spiek. Tegel, Schlieperftr. 52. Zeltow: SafeI, Ritterftr. 29. Tempelhof: Sarsdorf. Werderfte. 31 v. pt. tempelhof: Randler, Hohenzollernforfo 5. Trebbin: Göring, Bahnhofftr. 62. Treptow: Rekler, Graekfir. 50. Waidmannsluft: Rohde, Oraniendamm 10. Wannsee: Schmidt, Aleine Geeftr. 16. Weißenfce: Reintnecht, Röldeste, 175, v. I. Beißenfee 978 Rud. Lettow. Hoherlehme, Bilbau, Heberlehme: Chauffeeftr. 66. Mahlstorf: Wilhelm Aura, Sönomer Str. 177. Marienfelde: Greulich, Berliner Str. 143. Döberig: Dittfeld, Buchhandlung am Bahnhof. Crfner: Boite, latenftr. 9. Neuenhagen: Wenzte, Bilite. 71. * Reukölln I: Nedarftr. 2. Neukölln 5707. Fichtenau: Kraeßte, Bismardstr. 1. Faltenberg: Salzmann, Falkenberg, Gatenstadtstr. 10. Neukölln II: Siegfriedite, 28/29. Neukölln 5706. Fredersdorf- Petershagen: Otto Wilinski. Freders- Neukölln III: Wintler, Sobrechtstr. 40, D. I. dorf, Arndtstraße. Neukölln- Brik: Mittag. Brik, Chauffeeftr. 82. Reut. 2550. Friebenan: Betermann, Rheinstr. 28, Ede Rönneberg- Rieberschöneweide: Friedrich Stantewig. Gpree. straße. Rheingau 9054. ftaße 4, D. III. Friedrichshagen: Mittenawei, Linden- Allee 14. Grünau: Bfiner, Röpenicker Str. 105. Halensee, Grunewalb, Eichlamp: Frau Road, Riost Henriettenplag. Privatwohnung: Ratharinenftr. 4. Heinersdorf: Frau Goldbach. Niederschönhausen, Rahnsborf: Urbaniat, Rahnsdorf Mühle, Hohen- Bilmersdorf II: Gubert, Wilhelmsaue 27, Sof I. Schloßallee 45. Hennigsdorf: Frau Rozbalinili, Rathenauftr. 3. Hermsdorf: uit av den, Moltkestr. 11. Sohenneuendorf: Wehlik, Oranienburger Str. 2. Sohenschönhausen: Martha Thiele, Berliner Str. 133. Soppegarten: Raufch. Soppegarten- Birkenstein, Barzelle Nr. 119. Johannisthal: 2ehmann. Raifer- Wilhelm- Str. 6. Rarlshort: Berndt, Riost, Bahnhofplak. Kaulsdorf: Vogt, Bredereaftr. 19. niassusterhausen: E. Meyer, Botsdamer Str. 9. Köpenick, Hirschgarten: Schlag. Ricker Str. 6( Saden). * 2ichtenberg I: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. Lichtbg. 1536. Bittenberg II, Rummelsburg, Stralau: Borhagener Straße 62. Mer. 9737. Bichtenberg ni, riebrichsfelbe: Frankfurter le 185, Baben. Nowawes: Karl Rrohnberg, Eisenbahnfte. 10. Oranienburg: Seint. Loenhardt, Stralsunder Str. 6. Oberschöneweibe: Robert Paul, Wilhelminenhofstr. 44a. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulze, Wilhelmshagen, Bankow: Rikmann, Mühlenstr. 70. zollernstr. 136. Wilhelmstr. 31. Wilmersdorf I: Buhle, Ludwigkirch- Plak 9. Wittenau: 8ibell. Sauptflr. 65. Reinidendorf- Oft, Schönbola: Albert Wahle, Brovinz Woltersdorf: rik Erdmann, Eichendamm 22. Straße 56( Laden). haus. Reinidendorf- Weft: Bendt, Scharnweberstr. 114, Bolts. Behlendorf, Schlachtenfee, Rikolassee: Zehlendorf, Teltower Straße 3. Sehlendorf 1853 Reuthen, Miersdorf: Alb. Behling. Bahnstr. 2. Rosenthal: Mar Dehmel, Schillerstr. 13. Roffen: Bitt, Bahnhofstr. 25. Rubow: Otto Railer, Waltersdorfer Chauffee. Rübersdorf, Ralfberge, Tasdorf: Adolf Goerte, Ralfberge, Gämtliche Literature fowie alle milfenschaftlichen Berke Rhebenftr. 15. Sadowa, Raulsdorf- Säb, Mahlsdorf- Süb: Senfchle, werden geliefert. Sonntags find die Geschäftsstellen geschloffen. Raulsdorf- Süd, Waldstr. 66. Smargendorf I: Blista, Breite Str. 14. Schmargenderf II: Frau Schröder, Cunoftr. 60. Die mit einem versehenen Ausgabestellen find nach Schöneberg: Belziger Str. 27. Stephan, 7409. Senaig. Rieberlebme, Neue Mühle, gernsdorf, Cablow: mittags von 2-6 Uhr unter der angegebenen Rummer Friedewald, Senzia, Chauffeeftt. 54 telephonisch zu erreichen. Nr. 314+ 42. Jahrgang Das Falkenberger Volksfest. Beilage des Vorwärts Die Siedler der Kolonie Falkenberg fonnten von Glüd sagen. Bis Sonntag mittag noch goß es in Strömen, bei Beginn des Festes aber tlärte sich der Himmel auf und die Sonne lachte auf den farbenfrohen Festplatz mit seinen bunten Wimpeln, bunten Zelten und Mädchenkleidern herunter. Der erst abgesagte Festzug fand mun natürlich statt. Ganz vorn der dirigierende Schuhmann mit flimpernden Blechorden, dann ein Zug Mädchen mit Blumen, darauf die politische Berliner Preffe, eine burleske Satire, bei der jeder etwas ins Fettnäpfchen friegte, dann die Modezeitungen, mit denen etwas glimpflicher umgegangen wurde. Den Schluß dieser Abteilung machte der letzte politische Journalist, den frei nach E. T. A. Hoffmann der Teufel holte. Dann kamen die verschiedenen Gewerke, die mehr oder weniger verdeutlicht ihre Eigenarten zum besten gaben und so manchmal an mittelalterliche Bilder gemahnten. Ganz wundervoll waren die Buchdrucker mit dem Druckfehlerteufel pornweg, den Trägern der bunten Buchstaben hinterher und in der Mitte einen riesigen Zwiebelfisch. Doch auch die Bäcker, die Schneider und all die anderen wetteiferten in gleicher Weise, um das Bild froher zu gestalten. Der Sprechchor der Volksbühne und der Junge Chor machten den Beschluß. Das Fest hielt zum größten Teil, was es an Entweder Oder versprochen hatte. Nur eines muß ernstlich bemängelt werden. Den Kindern war viel zu wenig Plageingeräumt worden. Neben einem Glücksrad mußte sich der arme Kasperle abquälen, so daß man direkt in Versuchung fam, Rasperle mit seinem Knüppel aufzufordern, den Kindern eine Spielwiese zu erobern. Ein Boltsfest jollte vor allem ein Kinderfest sein, dann gibt es erst die richtige Fröhlichkeit. Vielleicht geht das nächste Falkenberger Fest unter der Devffe:„ Blaz den Kindern". Auch der Festplatz wird sich weiter ausdehnen müssen, die Festwiese für Darstellungen und Chöre müßte so gelegt werden, daß der freudige Feftrummel nur ferne herantoft. Diese Hinweise sollen aber die Freude an dem Gelingen des Festes selbst nicht verfleinern, es ist wirklich ein Volksfest gewesen mit zukunftsfrohen Anfägen. Erfreulich ist, daß auch Teile der Boltsbühne einmal unter das Bolt gingen, was freilich noch viel mehr geschehen müßte, um eine starke Wechselwirkung zu er zielen. Das Fest felbft hatte Faltenberger Gepräge. Man fühlte fich zwischen den bunten Häusern der Genossenschaft unter Genossen und all die viele Liebe und Arbeit der Festbereiter strahlte auf die Festgeladenen aus. Der Abend schloß mit einem flarfen feierlichen Afford: ein Fest zug durch die märchenhaft beleuchtete Rolonie. Auf der einen Seite grüne, auf der anderen rote Lampions. Aus Bechpfannen loderten helle Brände. Dazu der Fackelzug. Ein unvergeßlicher Anblick ebenso wie später die für den Holzstoß erwählte Festmiese. Duntle Gemitterwolfen bedeckten einen Teil des nächtlichen Himmels. Der volle Mond schien und um den Holzstoß gingen rit weißen Gewändern die Fadelträger. Der Gesang des Jungen Chors und der Sprechchor erzielten so fultische Wirkungen einer prien Gemeinschaft. Zum Schluß mit dem Entzünden des Holz oßes und dem gemeinsamen Singen der Internationale fand die schöne Feier ihr Ende. Der genoffenschaftliche Werbetag. Am Sonnabend fanden in den verschiedensten Stadtteilen Bere anstaltungen der Konfumgen offenschaft als Internationaler Genossenschaftstag" statt. Bereits im vorigen Jahre, in welchem die Genossenschaft auf ein 25jähriges Bestehen auf eine Epoche härtester Arbeit zurückbliden fonnte, fanden ähnliche fest. liche Zusammenfünfte, bei ricfiger Beteiligung der Berliner werktätigen Bevölkerung statt. Der Besuch auch am Sonnabend war überall sehr gut. In Pankow hatten sich auf der Strauch miese viele Genoffenschaftler mit ihren Kleinen und mit zahlreichen Gästen eingefunden, um an den Darbietungen des Festtags teilzunehmen. Jeder ob groß oder flein fam auf seine Kosten. Musit, Gesang und turnerische Vorführungen unterhielten aufs Allerbeste. Im Laufe des Abends nahm Genoffe Gröpler Gelegen heit, über die Bedeutung des Tages mit einem furzen Rückblick auf die Genossenschaftsbewegung zu sprechen. Mit der Aufforderung, für den Gedanken und das Gedeihen der Genossenschaft weiter zu werben und mitzuarbeiten, schloß der Redner. In den Abendstunden formierte sich die Jugend zu einem Fackelzug. Dem reihte fich ein Feuerwerk an. Bis in die späten Abendstunden hinein waren die Teilnehmer bei Spiel und Tanz noch fröhlich beisammen. Aehnlich gut gelungene Veranstaltungen farben in Weißenfee, Steglit und in der neuen Welt", Hafenheide, statt. In der Hafenheide war ein guter Befuch zu verzeichnen. Mufit und humoristische. Bor träge bereiteten den Erwachsenen einen Genuß während sich die vielen hundert Kinder auf dem Rummelplas en miniature nach Kräften beluftigten. Alles in allem es war nicht nur ein Festtag für die Erwachsenen, fondern auch eine gute propagandistische Leiftung für das Genossenschaftsziel. --Reichsbannerweihe in Brandenburg a. H. Unter ungeheurer Beteiligung beging am Sonntag die Drtsgruppe Brandenburg des Reichsbanners Schwarz Rot Gold ihre Bannerweihe. Schon die Begrüßungsfeiern in den drei größten Lokalen der Stadt, die am Sonnabendabend stattfanden, wiesen stärkste Beteiligung auf. Eine Fülle schwarzrotgoldener Fahnen gab dem Stadtbild festliches Gepräge. Auf dem herrlich gelegenen Festplaz im Stadion waren vieltausende Republifaner versammelt. Aus allen Gauen des Reichsbanners hatten die Kameradschaften Deputationen gefchidt. So maren u. a. Rameraden aus Berlin, Halle, Rathenow erschienen. Bei der Feier im Stadion wurde das von einem Republifaner gestiftete Banner durch den demokratischen Reichstagsabgeordneten Brof. Berg ftraber geweiht. Kamerad Stelling rief in einer zündenden Festrede alle untätig beiseite stehenden Republikaner zu intenfiofter Mitarbeit auf. Der Gaunerfigende, Kamerad och, brachte das Hoch auf die deutsche Republit aus. An die Feier schloß fich ein riefiger Umzug die Zahl der Teilnehmer wird auf zirfa 15 000 gefchäßt durch die im reichsten Flaggenschmud prangenden Straßen von Brandenburg. Es gab Straßenzüge, in denen auch nicht ein Haus ohne den Schmud der schwarzrotgoldenen Flagge geblieben war. Selbst die Straßenbahnen waren zum Gruß mit den Wimpeln der Stadt geschmückt. Die in den Hauptstraßen befindlichen öffentlichen Gebäude der Stadt Brandenburg hatten ebenfalls geflaggt. Bom Bruder im Bett erschlagen. der furchtbaren Bluttat war er so leise zu werfe gegangen, daß feine im Nebenzimmer schlafenden Eltern nichts gehört hatten. Friedrich Zielke wurde verhaftet. Ein Londoner Autobus in Berlin. Als Musterbeispiel. Die„ Aboag hat in London einen Autobus mit den dort gebräuchlichen Maßen gekauft, der bereits in Berlin eingetroffen ist und in den nächsten Tagen in den Verkehr gestellt werden wird, und zwar auf der Linie 5, die zwischen Rathaus Steglig und Stettiner Bahnhof verfehrt. Die Allgemeine Berliner OmnibusAktiengesellschaft will durch diesen Autobus, der genau dem Londoner Typ entspricht, den Berlinern vor Augen führen, daß in London tatsächlich die Maße der Autobuffe geringer find als in den Wagen der deutschen Reichshaupstadt, und daß das Berliner Bublifum feinen Grund hat, über die neuen Autobuffe mit ihren schmalen Sigflächen zu flagen. Der Londoner Musterautobus ift ben bereits im Verkehr befindlichen neuen Autobussen mit dem Seiteneingang ähnlich. Die Size, die sowohl im Innern wie auf dem Berded in Fahrtrichtung angeordnet/ find, find als Doppelfthe für 2 Personen eingerichtet und meffen 820 Millimeter. Als Befonderheit ist hervorzuheben, daß der Londoner Autobus auf der Plattform feine Stehpläge aufweist. Außerdem hat die 2bong" aber 200 Autobusse in Auftrag gegeben, deren Sihflächen den Anfprüchen der Berliner Bevölkerung mehr entsprechen und 900 Millimeter pro Doppelsig breit sind. Die ersten Wagen dieses Typs werden voraussichtlich im Laufe des Monats August eingestellt werden. Abonnements der österreichischen Bundesbahnen. Die österreichischen Bundesbahnen geben für ihr Gesamtnetz und für bestimmte Teilgebiete ihres Netzes Abonnements aus, die die Gelegenheit bieten, die prächtigen Alpenlandschaften Desterreichs auf bequeme und billige Weise zu bereisen. Die Abonnements gelten 30 Tage, von einem gewählten Zeitpunkte an, und berechtigen zur beliebig oftmaligen Fahrt in allen Zügen innerhalb der Gültigkeitsdauer und des Geltungsgebietes. Das Generalabonnement, das für das Gesamtn eg von über 5000 Kilometer Gültigkeit befigt, foftet 375 Schilling in der 1., 250 Schilling in der 2. und 125 Schilling in der 3. Wagenklasse.( Ein Schilling etwa 65 bis 70 Pf.) Der Preis entspricht dem neunfachen Fahrpreis für eine Strede von 300 Rifometer, d. i. eine Entfernung, die der von Salzburg nach Wien gleich tommt und um einige Kilometer fürzer ist als die Hälfte des Arlbergweges von Buchs nach Wien. Die Abonnements für die Teilgebiete dienen den Bedürfnissen jener Reisenden, die fich nur für die Alpengebiete, nicht auch für Wien, das in die Teilgebiete nicht aufgenommen ist, intereffieren. Ein Abonnenment umfaßt das Salzkammergut und die Tauernbahn mit den Grenzstationen Salzburg, Wörgl und Innichen( 750 Kilometer) zum Preise von 180, 120 und 60 Schilling, ein größeres Abonnement mit 1284 Kilo. meter Streckenlänge zum Preise von 240, 160 und 80 Schilling um( Arlbergbahn) mit dem Brenner- und Mittenwaldbahngebiet und faßt außerdem die ganzen Tiroler und Vorarlberger Streden samtlichen Schweizer Uebergangsstationen. Das größte Gebietsabonnement mit 2224 Kilometer Streckenlänge bildet den Uebergang zum Generalabonnement und umfaßt außer den genannten Gebieten auch noch das Kärntner Geengebiet, das steierische Gefäuse und die schöne Erzbergbahn. Montag, 6. Juli 1925 bewohnten Oberftodwerte und Teile des zmeiten Stodwerts durch. Der ganze Tanzboden gab nach und stürzte in das Erdgeschoß hinab, wobei er die Mehrzahl der Anwesenden unter den Trümmern begrub. Die ersten geretteten Perfonen, etwa 18, find zum Teil schwer verletzt. Da die Gefahr bestand, daß auch die anderen Wände einstürzten, murde das Rettungsmert ernstlich behindert und zog sich durch mehrere Stunden hin. Einem Manne mußten die Finger amputiert werden, da er nicht anders befreit werden konnte. Die Werzte frochen in den Trümmer haufen hinein und gaben den schwerverletzten in die Trümmter eingeteilten Personen schmerzlindernde Einspritzungen. ertönen. Amundsens Empfang in Oslo. Die heutige Ankunft der Polarflieger in Oslo erfolgte bei strahlendem Sonnenschein. Oslo war reich beflaggt. Längs der Straßen, die die Polarflieger passieren sollten, hatten sich mehrere Stunden vor ihrer Ankunft zahllose Menschen versammelt. Etmas später sah man sechs Flugzeuge über den Fjord und Akerhus näher fommen, unter denen man N 25 ertennen fonnte. Als N 25 über den Hafen flog, ertönten Salutſchüsse von Akershus und von dem englischen Geschwader. Alle Schiffe im Hafen ließen die Sirenen An der Hobnörbrücke bestiegen die Polarflieger eine Schaluppe, in der sie aus Ufer gerudert wurden. Die Begeisterung der Zuschauer war groß. Ueberall wurden Hüte und Tücher geschwenkt. Storthingpräsident Lyfte hieß die Polarflieger mit einer Ansprache willkommen. Amundsen erwiderte auf die Rede des Storthingpräsidenten mit einer Ansprache, in der er im Namen seiner Gefährten und im eigenen Namen seinen Dank für die Willtommensworte aussprach. Er schloß mit einem Hoch auf Norwegen. Nach einem zu Ehren der Polarflieger gegebenen Frühstück des Luftfahrtvereins sprach Amundsen, der begeistert begrüßt murte, in einer von der Osloer Arbeiterpartei veranstalteten großen Urbeiferversammlung. Thüringer Sängertag in Erfurt. Gestern fand in Erfurt unter stärtster Beteiligung der 12. Gaufängertag der thüringischen Arbeiterfänger statt. In zahlreichen Sonderzügen und auf Rastautos warent am Sonnabend abend und Sonntag früh 15000 Sänger mit Angehörigen nach Erfurt gekommen. Am Sonnabend fanden in den drei größten Sälen der Stadt überfüllte Volksliederabende statt. Am Sonntag gab es 12 Platfonzerte in der ganzen Stadt, die dem Arbeiterliede gewidmet waren. Nachmittags 4 Uhr erreichte der Gautag seinen Höhepunkt in einem einstündigen Maffengefang aller Sänger. Rund zehntausend aktive Sänger des Gaues Thüringen sangen zugleich vor dem Erfurter Dom. Eine außer ordentlich große Zuhörermenge, die auf 40 000 Röpfe eingeschäzt wurde, hatte sich eingefunden und half damit den Gautag zu einer Rundgebung zu gestalten, wie sie Erfurt taum je erlebt hat. Die Veranstaltung lieferte den Beweis, daß die Arbeiterfache in Thüringen marschiert trotz alledem. Schwedischer Flottenbesuch in Kiel. Kiel, 6. Juli.( Eigener. Drahtbericht.) Ein Teil der schwedischen Flotte unter der Führung des Linienschiffes Gustav V." und in Begleitung von 10 Untersee booten und einem FlugzeugMutterschiff traf am Sonntag vormittag zum Besuch Kiels und der deutschen Marine im Kieler Hafen ein. Die schwedische BeBusch, sondern bei Deifert, Matternstr. 1, statt. 36. Abteilung. Die heutige Funktionärtonferenz findet nicht bei fagung, die an diesem Besuche teilnimmt, beträgt rund 2300 Manu, Ein fotgefahrenes Schulfind. In Stralau graffiert feit langem der Unfug, daß Schulkinder auf die Trittbretter der Wagen der Straßenbahnlinie 82 springen, um ein Stückchen mitzufahren, bis der Schaffner aus dem Wageninnern herausfommt. Hierbei fam am Sonnabend mittag ein neunjähriger Knabe vom Martgrafendamm so unglücklich zu Fall, daß der mittlere Teil des fleinen Rörpers schwer verstümmelt wurde. Das Kind war infolge des großen Blutverlustes nicht mehr zu retten und starb den Aerzten unter den Händen. Bantett für die amerikanischen Zahnärzte. Der Landesverband Berlin im Reichsverband der Zahnärzte Deutschlands veranstaltete for Europe am Sonnabend im Bankettsaal des Zoologischen Gartens zu Ehren des American Stomatological Educational Committee unter den zahlreichen Toasten, die von den Vertretern des Parlaeinen offiziellen Empfang, der einen glänzenden Verlauf nahm. ments und der Aerzteschaft ausgebracht wurden, fiel besonders der in glänzendem Deutsch gehaltene des amerikanischen Professors Alfred 3. Aagis, New York, auf, der die geistige Brüde betonte, die Amerita mit Deutschland verbindet. Badeunfall im Grunewaldsee. Beim Baden im Grunewaldsee ertrant gestern abend der 28 Jahre alte Bergolder Alfred Stenschle aus der Miquelstraße 2. Die Leiche ist noch nicht geborgen. Haus am Tiergarten." Die Widag", Aftiengesellschaft für Errichtung von Hochbauten, hat an der Ede der Bellevue und Bittoriastraße das Haus am Tiergarten" errichtet. Das stattliche Aus ftellungshaus, ursprünglich als Meßpalajt gedacht, jedoch ein wenig zu fururiös für diese 3mede, faßt in vier Stodmerten 3300 Quadratmeter. Der ganze Bau besteht nur aus echtem Material. Die Säulen zum Beispiel find wie der Fußboden und die Treppen aus griechischem Marmor, die künstlerischen Beleuchtungskörper aus getriebenem Meffing. Die Telephonzellen find in Rußbaum gehalten. Die Terrasse im ersten Stodmerf ist mit einem funstvollen Gitter versehen; im dritten Stod befindet sich ein fleiner Oberlichtfaal mit einer Galerie, zu der man vom vierten Stod gelangt. Das Dach schließlich ist fupfern und erwartet von der Zeit die grüne Patina, Der Fahrstuhl befördert zehn Per. fonen und fann zugleich als Lastenaufzug dienen. Birkt das Ganze auch etwas zu fostbar, es muß anerfannt werden, daß sich die Erbauer doch vornehmer Einfachheit befleißigt haben, die wenigstens nicht den Gedanken an überladenen Brunt aufkommen läßt. „ Arbeiter- Samariter Band e. V. Kolonne Reinidendorf. Alfen Arbeitervereinen zur Miteilung, daß Julius Ralt, Reinickendorf- Ost, Hauptstr. 51, nicht berechtigt ist, für die Arbeiter- Samariter- Rolonne Gelder in Empfang zu nehmen, da er nicht mehr Mitglied ist. Deutsche Ferienfinder in Cifauen. Sechsundsechzig deutsche Schullinder find in Kowno zum Ferienaufenthalt eingetroffen. Davon bleiben neun in Kowno, während die anderen auf andere litauische Städte verteilt werden. Einsturzkatastrophe in Boston. Zahlreiche Tofe. Bon Reue getrieben, meldete sich gestern früh um 7 Uhr bei einer Schupopatrouille in der Nähe der Mirbachstraße ein junger Mann, der angab, seinen Bruder ermordet zu haben. Es war der 17 Jahre alte Arbeiter Friedrich Zielte aus der Mirbachstr. 5. Die Beamten nahmen ihn fest und eilten sofort in Boston, 6. Juli.( Darch Funkspruch.) die Wohnung. Hier fanden sie seine Angaben bestätigt. In den Etwa 100 Personen nahmen an einer Vorfeier des 4. Juli( ameri gemeinsamen Schlafzimmer lag fein 19 Jahre alter Bruder Baul fanischer Rationalfeiertag) teil, den der hiesige Bid wid- Club in blutüberströmt im Bett und gab noch schwache Lebenszeichen seinem Gebäude veranstaltete. Durch den Einsturz einer Don fich. Der Schwerverwundete wurde in das Krankenhaus am Seitenwand des fünfstödigen Hauses, der in der frühen Friedrichshain gebracht, wo er in bedenklichem Zustand danieder Morgenstunde erfolgte, wurden die Festgäste verschüttet. Man fürchtet, liegt. Die Brüder waren am Sonnabendabend in Streit geraten. daß a cht Menschen umgefommen find, etwa 30 follen Der ältere hatte sich dann zu Bett gelegt und war eingeschlafen. noch unter den Trümmermassen begraben liegen. Zahl Als er feft fchlief, erhob sich Friedrich und verfekte ihm drei Beilreiche Personen wurden verlegt. Die eingestürzte Band mar burch biete mit der Schneide auf den Kopf. Er glaubte feinen Bruder Ausgrabungen einer nebenan gelegenen Baustelle bereits gefchwächt, getötet zu haben. Dann zog er sich an, irrte in den Straßen umher, und der Einsturz erfolgte, als das Orchester gerade zum Tanz auf bis die Reue ihn padte und er sich selbst der Polizei stellte. Bei spielte. Infolge des Cingurzes der Band brachen bie drei un Schweres Autonnglüd bei Misdroy. Der Stettiner Generalftaatsanwalt Dr. Spelthahn war gestern morgen mit seiner Frau und seinem Bruder, einem Großfaufmann aus Chemnig, von Stettin im Auto nach Swinemünde gefahren. In dem Wagen befanden sich auch die Gattin des Großlaufmanns und sein Sohn. In der Nähe von Misdron geriet der Wagen infolge des Sommerweges von der Bahn ab und fuhr gegen einen Ba u m. Der Generalstaatsanwalt erfitt einen Schädelbruch, seine Gattin schwere Berlegungen am Kopf. Der Großfaufmann, der das Auto selbst lenkte und dem es gehörte, ist mit Hautabschürfungen davongefommen; seine Frau wurde schwer verlegt, während fein Sohn unverlegt blieb. Das Befinden des Generalitaatsanmalts ift besorgniserregend, während die anderen mit dem Leben davon. fommen dürften. Sport. Rennen zu Hoppegarien am Sonntag, den. 5. Juli. 1. Rennen. 1. Eleazar( W. Tairas), 2. Graburg( Stailer), 3. Dirndl ( Barga). Tot.: 51:10. I. 18, 22, 13:10. Ferner liesen: Altcjeld, Galantuomo, Angulimala, Winterweide, Gauller, Hermes. 2. Renne 11. 1. Heidestein( Haynes), 2. Twostep( D. Echmidt), 3. Dioscur( M. Schmidt). Toto: 39:10. I.: 20, 15, 20:10. Ferner liefen: Aufflörung, Baronesse, Eanguiniter, Sternschnuppe, Dunst, Ristil. 3. Rennen. 1. Rheinmein( W. Terras), 2. Enzion( Quçuenin), 3. Traunegg( Barga). Toto: 19: 10. I. 13, 18, 21: 10. Gerner Hefen: Role Marie, Dipheus, Griff, Lagenburg, Reif. Frucht, Bujdos, Ponte, Quilon. 4. Stennen. 1. Dlympier( D. Edhmidt), 2. Eennerblümchen( G. Esch), 3. Caprivi( Haynes). Toto: 23:10. I.: 14, 121, 19:10. Ferner liesen: Gralsritter, Nicolin, Saturn, Malatesta. Bardes Brud. 5. Rennen. 1. Aurelius( D. Schmidt), 2 Sonnenwende( Barga), 3. Die Königin( M. Schmidt). Toto: 15: 10. B: 11, 12, 20:10. Ferner liefen: Norman King, Ausbau, Loblied, Schneewittchen, Silf d. f. 6. Rennen. 1. Maid( Huguenin), 2. Maravedis( D. Schmidt), 3. Laufjunge( H. Blume). Toto: 74: 10. Pl.: 23, 20, 15:10. Ferner liesen: Pring Chriflian, 3jonzo, Domalode. Qattenbeim, Marienburg. 7. Rennen. 1. Lebenslauf( Torfe), 2. Valant( Butter), 3. Glasbåger ( Mannchen). Toto: 62:10. PL.: 22, 90, 21:10. Ferner liefen: Balma, Märchenzauberin, Dran, Eros, Dojan, Earnot, salter, Rüstung, Habanera. Die Rennen auf der Olympiabahn. Bor gut befezien Tribünen gingen om geftrigen Tage die Rennen auf der Olympiabahn vor fch. Der Preis der Ertrallafje über 75 km brachte zunächst Sawall, Rosellen, Weiß, den Franzosen Catudal und den Holländer Snoch an den Start. Der flinte Sawall führte das ganze Rennen hindurch und verleidigte in äußerst geschickter Weise seinen Plaz, als furz vor Schluß der an zweiter Etelle liegende Rojellen Anstalten machte, energisch aufzu den. Rosellen ging 10 m hinter dem Sieger durchs Ziel Dritter wurde eig( 200), vierter Catudal( 3550) fünfter Snoeb( 4400 m zurüd), Sawall fuhr die 75 km in einer Stunde, 8 Minuten, 87,1 Sef. Auf dem 25 km Dauerrennen fiegte Savall, der in der 28. Runde den führenden Rosellen slatt verdrängte. Hierbei gab sich Gawall berart aus, daß er vom Motor fiel und die Spike wieder an Rosellen geben lassen mußte. Doch Walter ließ nicht loder. Einige Runden vor Schluß zog er log und hoite fich den ersten Blaz. Rosellen folgte 340, Snoeb 510, Caludal 1090 m zurüd. Fünfter wurde Weiß( Motorschaden). Lorenz fiegte bei den Fliegern im Malfahren, während der holländer den Harod das Punktefahren gewann. Das Ausscheidungsfahren sicherte sich Otto Tiez. Berliner Hochschulmeisterschaften. Der Sportplat inmitten des Berliner Tiergartens muß fräftig ber balten. Rein Zag vergeht, wo nicht zwei oder gar drei Veranstaltungen auf ihm stattfinden. Am Sonnabend nachmittag ibaren es die Berliner Hochschulen, die um 2 Uhr auf dem Plaz antraten. Es ging um die Berliner Hochschulmeisterschaften in der Leichtathletik. Die in den Borjahren ging die Berliner Universität als Sieger aus den Kämpfen hervor. Ihr folgte die Technische Hochschule und dann als letzte die Berliner Handels. hochschule. Die Mannschaften der Handelsbochschule werden noch viel rach holen müssen, um in Zukunft etivas beiler abichneiden zu fönnen. Gs wut den einige recht gute sportliche Leistungen geboten. Aussehen erregte nur das Cliquensystem der„ Buntbedeckelten". Hier gelb, bort grün, dort bleu Haltung möglichst steif den andern gegenüber affettiertes Benchen es war bezeichnend für dieje Sänger Seat Reichshallen Theater Gastspiel der berühmten Dresdn. Viktoria- Sänger Anfang 8 Uhr 1. August: Wiederauftreten der Stettiner Sänger Dönhoff- Brett'l: Saal und Garten Das entzückende Juli- Programm! WINT BRTEN ( Rauchen) Der auserlesene Juli- Spielplan sta Staats- Theater AbessinierAdolf Hoffmann Episoden und Zwischenrufe aus der Parlaments- und Ministerzeit. Preis 1 Mart. Porto 5 Pfennig. Borrätig in allen VorwärtsAusgabestellen. HUNDE Schauspielhaus Pumpen, Katzen, Papageien und alle Sommergastsp. 1925 Leitung: Leo Walther Stein. Montag, den 6. Juli 71 Uhr Erstaufführung Kreuzfeuer Lustspiel von R. Presber und L. W. Stein Theater im Admiralspalast Täglich 2 Uhr: Chocolate Kiddies Amerikas größte farbige Künstler! Heute 2 Vorstellgen. 31/2 und 812 Uhr Die NachmittagsVorstellung zu halben Preisen! Theat. am Kottb.Tor Kottbuser Str. 6/7 Tägi. 8 Uhr: He Sänger. Neues Progr. Unser Haus erdronat unter den Lacnsalven des begeistert. Publikums. Täglich ausver kaufte Häuser! Th. d. Westens Steinpl.931 8U: USCHI v. Jean Gilbert Uschi Elleot, Fr. Scholz 9 Gertrude Berliner Wegen d.großen Andrangs an d Abena k. bitte d. Vorverkauf zu benutzen. Th.i.Komm.- Str. D. stürmische Lacher folg Sommerpreise Röhren, Filter, Haustiere werden behandelt. Ersatzteile. Preisliste gratis Tierärztliche Poliklinik Koblank& Co., Pumpenfabrik. Berlin N 65. Reinickendorfer Str. 95. Chausseestraße 93 neben Kriegervereinshaus Sprechstunden: 11-1 u. 4-6 Uhr Tapeten 25 Pf. 30 Pf. 35 Pf. Riesenauswahl in allen Pretslagen herrliche Muster Tapeten- Magazin Humboldt Brunnenstraße 112, Ecke Voltastraße nur 1. Etage, fein Laden. ( Ringfrei, daher fonkurrenzlos billig.) 44 Borzeiger erhält 5% Rabatt. Lachen Links Das affuelle republikanische Wizzblatt erscheint jetzt in neuem Gewand und foflet frotz der befferen Ausstattung statt bisher 25, nur noch 20 Pfg.pro Nummer. Bu beziehen durch fämtliche Ausgabestellen und Botenfrauen des„ Borwärts" Durch den Rundfunk! Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und trotzdem Bastseide 985 ... Meter reine Seide, naturfarbig, 80 cm breit 99 Waschfeide 145 .... Meter neue Dessins.... Golienne 445 neue Farben, Wolle mit Seide, ca. 100 cm breit Mtr. Linger billig! Drum prüfe, wer sich ewig bindet Ich liefere als Selbsthersteller Ges. geschützt Preisliste Trauringe zu billigsten Preisen in den gediegensten Ausführungen :: Ständig ca. 3000 St. auf Lager:: gratis! Hermann Wiese, Berlin W. Passauerstraße 12 .24, Artilleriestr. 30 Bei Umtausch werden die von mir gekauften Ringe innerhalb eines Jahres zam vollen Preise zurückgenommen globwish woln das richtije BORG ORIENTRAUSCH Eine neun DICK U.RUND 39 enorm 180000000000 Küchen Berliner Elektrikerroh emaillier Küche Lottchen 35 68 Mk. Küche Hermine 68 120 Mk. Riesenausw.roher, lackiert., lasiert. Küchen u. einzelner Schränke jetzt enorm billig. Kleiderschränke 90 cm 120 cm roh 35 M. 45 M. Weiß 55 M. 70 M. Austellung westfälischer Küchen von 175-700 M. frei Haus Berlin. Küchenmöbel- Fabrik Joseph Himmel Norden 10822 Lothringer Straße 22 ( Schönhauser Tor) Genossenschaft ingeschl, dem Verb, sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Ferns recher: Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4 Tel. Pfalzburg 9831 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller elektrischer Bedarfsartikel. Ausführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit 9 Verkäufe Naumann- Nähmaschinen für Hausge brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re paratur- Werkstatt für alle Gnfteme Emil Halbarth, G. m. b. S., Friedric Straße 55a. Merkur 6268. Reißzeuge( Richter- Präzision), Gimer heits- Goldfüllfederhalter. Bureaubedarfs Lindner, Neukölln, Kaiser Zähne haus von 2 Mart an vorzüglich. Friedrich- Straße 36/37. Linoleum, Linoleumläufer, 90 Renti meter, 3.50, Linoleumteppiche, Linoleum Gebiß- Reparaturen in 3 Stunden. legerei, Brinzenstraße 101, Morik Stiftzähne Krenen von 3 Mart an. plak 168 88. Zahnziehen mit Betäubung. Schonendes Plombieren von 2 Mt. an. Günftige Zahlungsbedingung. Garantie. Gorechzeit 9-7 Uhr, Sonntag 9-12 Uhr Bekleidungsstücke. Wäsche usw. Getragene Herrengarderoben, tadel 17 Ritterstraße 17 los erhalten, große Auswahl, billige M. Müller, nahe Brinzenstraße. Breife. Leibhaus Spiegel. Chauffes Auf Teilzahlung HerrenKnaben Garderobe Gummi- Mäntel Damen f. u. Herren Geringe Wochen- oder Monatsraten Bettwäsche, Gardinen, Teppiche, Korbmöbel, Metallbetten. Antel, Gr.Frankfurter Str.34 Strausberger Platz Gegründet 1901 Von 2 Mark an wöchentliche Teilzahlung liefere bai kleiner Anzahlung eleg. Herren- Meden fertig und nach Maß nur Qualitätsware In großer An wahl. Garantie f. tadellos. Sitz D. verarbeitung, Maßschneiderei J. Kurzberg Oranienstraße 160, I. Chausseestraße 1, I. Eingang Elsässer Straße Straße 7. Geschäftsverkäufe 80 Restaurants, Cafés, Tanzfäle, von 1800.- bis 45 000.-, fowie 300 Existenzgeschäfte von 1000.- aufwärts. Nachweis tostenlos. Wilhelm- Straße 38. Pfeffer, Kaiser Königstadt 3031 anrufen, wenn Sie Ihr Geschäft, Restaurant, Konditorei, faufen wollen. Bertreterbefuch kostenlos Cafe, Fabritlager, Bureauräume ver unverbindlich. Nachweisbar schneller Erfolg. Bfeffer Co., Raiser- Wilhelm Straße 38. Möbel Ankleideschränke 110.-, englische Bett ftellen 48.-, Plüschfofas, Einzelmöbel. Rahlungserleichterung. Stein, nur An Flamerftraße 20. Patentmatragen, Auflegematragen, Metallbetten, Chaiselongues. Stargarderstraße achtzehn. Musikinstrumente Walter, Klaviermacher Bianos preiswert. Lint. Brunnenstraße 35. Flügel, Pianos, 275,- an. Raben ftein, Münzstraße 10. Fahrräder Linienstraße 651 Herrenräder, Damenräder, Rennmaschinen zu Einführungspreisen. Kleine Anzahlung, bequemfte Teilzahlung. Schachmann, Linienstr. 65. Kaufgesuche Fahrräder tauft Linienftraße 19 INGERS SAISON- AUSVERKAUF mit 100 cm breit. billiger Meter Kleiderstoffe Blusen- u.Rodisfrcifenesin 85 PL Aparte Streifen für Kleider und Röcke, 1.25 Reinwollene Musseline Master, Meter neueste 1.90 Reinwollene Popeline doppelte 2.45 Reinwollene Cheviots 180 cm 2.85 Wäsche Meter Baumwollwaren Hemdeniuch......... Meter 52 Pf. Kissen fortig genäht, zum Knöpfen... 1.25 Kissen fertig genäht, zum Knöpfen... Laken ohne Naht, volle Bettbreite.... 2.75 Inieff Kissenbreite, rot und gestreift, Meter 1.45 Bellbezug fortig genäht, zum Knöpfen 3.75 Inlet Deckbettbreite, rot und ge- 2.45 streift Meter Waschstoffe Wasch- Musseline neue Muster, Meter 58 PL Meider- Frotté o cm breit... neue Farben, .. Meter 95PL Kicider- Frotic 100 cm breit... Meter Crepe- Marocain 100 cm breit. Meter 95 PL neue Streifen und Karos, 1.25 Frisé moderne neueste Gewebe: 1.45 Meter Strümpfe Damenhend 95P Sensation erregend Zum Selbstaussuchen Damensimple mit Trägern und Langette saum Kniebeinkleid mit Hohl- 95 Pf. Untertaille elegant mit 95 Pt. Große Posten Crêpe- Marocain- Roben Lade 2.45 enthaltend 3 Meter 100 cm breiten Stoff Große Posten Frotté- Roben jede Robe Jede Robe 2.65 18PL 35 PL Große Posten Voile- Roben Jede Robe enthaltend 3 Meter 110 cm breiten Stoff, neueste Muster 2.75 000 reicher Stickerei Prinzesrock ticker 285 Stickerei.. Garnitur Hemd und Beinkleid 285 Stickerel Stickerei Serie I bis ca. 6 cm breit. Meter Serie II bis ca. 8 cm breit Meter 9 enthaltend 3 Meter 110 cm breiten Stoff, neue Farben Damenkleider Welßwaren ca.6cm Musseline- Kleider hell und dunkel... 2.75 Zwirnspitzen bis ca. 5 cm breit Mtr. 9 PI. Frottékleider jugendliche Form 2.95 Vollckicider bedruckt 3.95 Waschseidenkleider neueste Karos 12.75 Ripskleider reine Wolle, allerbeste Qualit. 15.75 Bedarfsartikel was angest St. Streif., best. Qual. Taschentücher Host: 10 Pr m.Hohlsaum etEinz. Kragen angest, nur mod. 18 Pt. Oberhemd Herr, neueste Streif., 485 Faltenr Klappm Wirtschaftsschürzen.Trägern 145 Einsatzhemden mit Ripeeinsatz Prinzefunterröcke Trikotseide 375 aus prima Trikot 245 aus prima Lockennadeln Zwirn. Stecknadeln. Klöppelspitzen bis ca. 5 cm br. Mtr. 13 Pt. Valenciennesplizen bitr. 18 PL. Fileispitzen bis ca. 7 cm breit. Mtr. 38 Pt Med. Bubikragen w 98 Pf. a. Ia Opal Kurzwaren Pack. 1 Pf. Stern 1 Pf. Brief 2 Pf. Pack. 2 Pf. 3 Dtz. 3 Pf. Haarnadeln Reißnägel. Nähnadeln Baumwollband Sicherheitsnadeln Brief 3 Pf. · Meter 3 Pf. 9 Mappe 4 Pf. weiß und farbig verstärkt, chwarz, 38 PL Bamenstrümple Doppelmit Naht, sohle u. Hochferse, schw. tbg. 85 PL Damenstrümple grit, mit Ia SeidenNaht, Doppelsohle u. Hochferse 95 PL Damenstrümple pelsohle und 110 Mako, DopHochferse, moderne Straßenfarben Ia Seidenflor, DoppelDamenstr.sohle und Hochferse 125 Bamenstr.side mit Naht, 125 guteQual, neueste Fb. Blusen und Röcke Kasaks in hübschen hellen Dessins..... 1.65 Flanellhemdblusen gestr.imit.Wolle 2.95 Sporiröcke gestreift und meliert. .1.65 Damenrödie kariert Waschunterrücke pa. Qualität.... 1.95 Pryms Druckknöpfe. Dtz. 4 Pf. Mako- Senkel 100 cm 4 Pf. • Twist. 5 gr. Knäuel 4 Pf. Wäscheknöpfe 1 cm groß, Dtz. 5 Pf. Metermaße Stück 8 Pf. Strumpf- Gummiband, Meter 12 Pf. Strumpfbänder, garniert, Paar 23 Pf. Obergarn, 1000 Mtr... Rolle 58 Pf. 2.45 eng.Tull Scheibengardinen 35PL Gardinen Meter ..Paar .. Scheibenschleier gl. Tall 68 Pt. Etamine fur Gardinen, Meter 78 PL Einsätzen 2 Schals u 345 Halbstores Etamine mit breiten 175 Künstlergardineni Querboh. Bettdecken engl. Tall.... Berlin N, Chausseestr. 61-62 395 Ecke Liesenstr. Untergrundbahnhf. Schwartzkopffstr. <