Abendausgabe fir. 336 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 165 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife sind in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295' Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Pfennig Sonnabend 18. Juli 1925 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die Räumung der drei Rheinhäfen. Grundsätzliche Einigung zwischen Paris und Brüssel. M Paris, 18. Juil.( Eigener Drahtbericht.) Die am Freitag ge-| Regierungspartei wurden, ganz artig jene Erfüllungs brachte Meldung, daß die Räumung der drei Städte Duisburg, politit mitmachten, derentwegen sie einst Erzberger und Düffeldorf und Ruhrort offiziell beschloffen worden sei, Rathenau zu Tode hezten. Das Angebot des Sicherheits. wird jetzt dahingehend richtiggestellt, daß eine formelle Ent- pattes, an dem sie beteiligt sind, geht sogar weit über das fcheidung zwar noch nicht gefallen sei, daß aber die französische hinaus, was die vielgeschmähten Erfüllungspolitiker der und belgische Regierung übereingekommen feien, den übrigen früheren Jahre getan haben. Dieses Angebot hat sicherlich ftimmung Italiens und Englands ist nicht einen Augenblid zu machungen zu erleichtern. Wenn nun, wie oben gemeldet alliierten kabinetten diese Räumung vorzuschlagen. An der Zu- dazu beigetragen, die Durchführung der Londoner Abwird, auch die drei Rheinhäfen Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort unmittelbar anschließend an das Ruhrgebiet geräumt werden, so wird damit mur allerdings erst nach mehr als vier Jahren der Schaden wieder gut gemacht, den bat. Auch die Räumung der Kölner Zone wird hoffentdie erste sozialistenreine" Reichsregierung einst angerichtet lich noch in diesem Sommer erfolgen, auch sie ist nur auf dem Wege der Erfüllungspolitik, durch Ausführung der Entwaff nungsnote zu erreichen. zweifeln. Recklinghausen, 18. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Der Abmarsch der französischen Truppen aus Redlinghausen( 18. Dragonerregiment) ift Samstag vormittag erfolgt. Der Abmarsch der Truppen erfolgte ohne Zwischenfall. Um 9½ Uhr vormittags war Redlinghaufen geräumt. Haffingen, 18. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Rach Mitteilung der Besagung wird der Abmarsch der in Hattingen liegenden Truppen am Montag vormittag erfolgen. Gelsenkirchen, 18. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Die Quartier übergabeverhandlungen in Gelsenkirchen sind beendet. Nach Mitteilung der Besagungsbehörde wird Gelsenkirchen am Montag Dormittag geräumt. Die in Gelsenkirchen liegenden Truppen, das 24. Infanterieregiment sowie die 36. Autokompagnie werden nach Alten- Essen abrücken und von dort auch nach Frankreich verladen werden. Ob alle diese Räumungen einschließlich der Befreiung der ersten Zone, nicht schon längst erreicht werden konnten, wenn nicht zu Beginn dieses Jahres die Bildung einer reaftionären Regierung in Deutschland neue Spannungen und neues Mißtrauen hervorgerufen hätte, ist eine Frage, die man allerdings mit gutem Gewissen bejahen kann. Neue Fortschritte der Kabylen. Sabotageversuche in Casablanca. Paris, 18. Juli.( Eigener Dratbericht.) Nach einer Meldung des Sonderkorrespondenten des„ Daily Mail", ist es den Truppen Abd el Krims gelungen, die strategisch außerordentlich wichtige Straße von Fez nach Ain Aischa in einer Breite von 6 Kilometer in ihren Besit zu bringen. Die Situation der französischen Garnison in Ain Aischa scheint dadurch sehr fritisch geworden zu sein. Aus Casablanca wird gemeldet, daß am Freitag abend ein neuer Anschlag entdeckt worden ist, dessen Ziel es war, das dortige Fliegerlager in Brand zu stecken. Dant der Vorsichtsmaßregeln, die infolge eines fürzlich entdeckten Anschlages getroffen waren, war es möglich, den Brand schnellstens zu löschen. Rein franzöfifches Friedensangebot. Nach mehr als zmeieinhalbjähriger vertragsmidriger Fremdherrschaft schlägt endlich für die Bevölkerung von Essen, Bochum, Gelsenkirchen, Recklinghausen und Umgebung die Stunde der Befreiung. Gewiß, die schlimmste Zeit der Bedrückung durch das fremdländische Militär ist schon lange vorüber gewesen. Bald nach dem Wahlerfolg der französischen Linken setzte der Abbau der ursprünglichen Unterdrückungsmaßnahmen ein und seit dem Infrafttreten des Dawes- Plans glich das zunächst rein willkürliche Besehungsregime des Ruhrgebietes im allgemeinen dem relativ geordneteren des vertraglich besetzten Rheinlandes. Immerhin bedeutete die Fortdauer der Beschung nahezu 11 Monate nach der Annahme des Sachverständigengutachtens eine Härte, die von allen Parteien des deutschen Volkes bitter empfunden wurde. Mögen auch einzelne Gewerbetreibende, Gastwirte und der- Paris, 18. Jufi.( TU.) Der Matin" erklärt sich zu der Fest gleichen aus der Anwesenheit franzöfifcher und belgischer ftellung ermächtigt, daß Frankreich und Spanien feine unter Garnisonen profitiert haben, so mußte die große Masse händler mit Friedensvorschlägen in das Hauptquartier Abd el der Bevölkerung moralisch und materiell unter dieser fort. Krims entfenden werden. Beide Mächte feien übereingekommen, Dauernden Besetzung erheblich leiden. Die im Industriegebiet Abd el trim wiffen zu lassen, daß es bei ihm stehe, sich durch besonders große Wohnungsnot wurde durch die Zehn- feinen Agenten in Tanger über die Friedensbedingungen der beiden tausende von französischen und belgischen Soldaten fatastrophal Staaten zu erfundigen. Die Entfendung spanisch- französischer Untergesteigert, zumal das Ruhrgebiet bekanntlich früher keine deut- händler tomme erst nach Eröffnung von Borbesprechungen in Beschen Garnisonen und folglich auch keine Kasernen betracht, zu denen die Anregungen von Abd el Krim aus. fag. Die Unterbringung einzelner Truppenteile in Schul gehen müsse. gebäuden führte zu einer völligen Desorganisation des Schulmesens in den meisten Städten. Mag auch seit einem Jahr das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Besatzung, besonders gemeffen an den ersten Monaten des passiven Widerstandes, ein erträgliches geworden sein, so wird dennoch der Abzug der Truppen von allen Teilen der Bevölkerung mit einem allgemeinen Aufatmen begrüßt werden. In dieser Stunde der Befreiung ist es durchaus am Blake, das deutsche Volt daran zu erinnern, me I chen Parteien und welcher Politit es diese Entwidlung verdantt. Darüber, daß die Schuld, an der Besetzung des Ruhrgebiets feineswegs ausschließlich auf feiten Poincarés zu suchen ist und daß auch deutsche politische und mirtschaftliche Kräfte einen schweren Anteil an Berantwortung tragen, braucht man heute taum mehr viele Worte zu verlieren. Über dieselben politischen und wirtschaftlichen Kräfte, die dieses nationale Un glüd mit verschuldet haben, hätten niemals die Befreiung Dieser neubefejten Gebiete zuwege gebracht. Wenn man ihren Ratschlägen gefolgt wäre, dann würde das Ruhrgebiet noch auf unabsehbare Zeit einer ebenso rüdsichtslosen Besegung wie in den ersten Monaten ausgeliefert sein. Ein einziges Wort genügt, um das auf friedlichem Wege Erreichte richtig zu werten: das Wort der Berjadungspolitit", jene wahnmigige Parole, die unter Beifall der Deutschnationalen vom Duisburger Oberbürgermeister Dr. Jarres aus gegeben wurde, der später der erste Kandidat des Rechtsblocs bei der Reichspräsidentenwahl wurde. Die Bersadungspolitik" hätte zu Mord und Totschlag, zu allgemeiner Verelendung und schrankenloser Unterdrückung, außerdem zur Zerstörung der Reichseinheit, niemals aber zum Abzug der französischen und belgischen Truppen geführt. Die Befreiung ist aber das Werf derer, die nicht allein den Wahnsinn der Bersackungstheorie verhindert haben, fondern auch die Unterzeichnung des Dawes Pattes durch gesetzt haben: in dem einen wie in dem anderen Falle war es die deutsche Sozialdemokratie, die in führender Weise die deutsche Politik in die richtigen Bahnen lenkte. Wenn nun urteilslofe Gemüter aus der Tatsache, daß die Räumung unter einer Rechtsregierung erfolgt, schließen sollten, daß die von der Sozialdemokratie. so oft geschilderten außenpolitischen Schwierigkeiten im Falle der Bildung eines Rechtsfabinetts in Deutschland ausgeblieben seien, so ist die Antwort darauf fehr einfach: die Räumung fonnte mur erreicht werden dadurch, baß die Deutschnationalen unter Berleugmung ihrer gesamten früheren Parolen zunächst die Abstimmungsfomöbie bes 29. Auguft 1924 aufführten und auch später, nachdem sie = Verwirrung im Zollblock. Noch keine Einigung über die Vorlage. Auch im Laufe des gestrigen Tages ist es zwischen den Regierungsparteien nicht zu einer Einigung über die 3011vor lage gekommen. Das Zentrum hat seine Entscheidung in dieser Frage immer noch nicht getroffen. Wie die Telegraphen- Union erfährt, hat sich die Zentrumsfraktion des Reichstages zwar gestern mit der 3ollvorlage beschäftigt, doch ist ein Beschluß nicht gefaßt worden. Die Zentrumsführer wurden vielmehr beauftragt, noch einmal mit den Führern der übrigen Barteien Fühlung zu nehmen. Das Zentrum selbst dürfte, da eine einheitliche Stellungnahme der Fraktion aus den gestrigen Beratun gen nicht hervorging, die zweite Lesung vorläufig ohne Entscheidung vorübergehen lassen und sich erst furz vor Beginn der dritten Lesung über ihre Stellungnahme schlüssig machen. Industriezölle im Reichsausschuß. Im Handelspolitischen Ausschuß des Reichstages murbe am Sonnabend mit dem Rest der Industriezölle begonnen. Bei den Zöllen auf Leber gelang es dem Genossen Brey, mit seinen guten Gründen das Zentrum zu bewegen, selbst einen vermittelnden Antrag auf Herabsehung des Zollfazes für Leber. abfälle zu stellen. Dieser Antrag wurde denn auch mit großer Mehrheit angenommen, trotzdem sich die Regierung wiederholt dagegen ausgesprochen und versprochen hatte, das im endgültigen 3olltarif nach dem Sinn der Antragsteller regeln zu wollen. Auch des Rautschuts und der Kautschufverarbeitung nahm sich Genosse Bren mit großer Wärme an, nur stieß er dabei auf so wenig Anteilnahme der Regierungsparteien, daß er erklärte, er müsse sich bei einem solchen Verhalten dem Urteil derjenigen anschließen, die ständig in diesem Ausschuß sind, daß nämlich die Regierungsparteien gar teine Verhandlungen wollten, weil ihre Beschlüsse schon längst festständen. Davon werde er aber der verarbeitenden Industrie eine entsprechende Mitteilung machen, damit sie sehe, wie und von wem ihre Interessen vertreten würden. Im übrigen mar bemerkenswert, daß bei dieser Gelegenheit die Regierung erflärte, es folle in Deutschland zu tun ftlicher Kautschutherstellung über gegangen werden. Gegen die Zölle auf Holz und alle Arten von Holzmaren sprach Genosse Bogel in ausführlicher Weise, unterstützt im einzelnen von einer Reihe anderer Genossen. Darauf folgte die Gruppe Celluloid, an der Genoffe Bissel sprach. Am Montag wird mit den letzten Industriezölfen auf geräumt, dann soll die Agrarbebatte beginnen. Warum Mietsteigerung? Für Hausagrarier und Besitzentlastung. Die Beschlüsse des Steuerausschusses zur Höhe der Miete und der Mietsteuer beruhen auf einem Romaller Stille vereinbart worden, aber nicht nur unter diesen promiß der Regierungsparteien. Es ist seit vielen Wochen in Parteien selbst, sondern auch mit den Organisationen der ausbesizer. Die nicht zur Regierung gehörenden Barteien wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, ja sogar zu überrumpeln versucht. Noch schlimmer aber ist es den handelten, aber nicht mit ihnen oder den Mietern. Es ist Mieterorganisationen gegangen, deren angebliche Freunde in deshalb kein Wunder, daß bei den Hausbesikern über das Errungene ebenso große Freude herrscht, wie bei den deshalb kein Wunder, daß bei den Hausbesizern über Mietern Enttäuschung und Erregung. wichtigsten ihrer Ziele durchzusehen, läßt sich aus einer& inIn welchem Maße es den Hausbesigern gelungen ist, die gabe erkennen, die der Zentralverband deutscher Haus- und Grundbefizervereine" an den Reichstag gerichtet hat. Hier find ganz offen die Ziele dargelegt, die man zu erreichen sucht und die Wirkungen geschildert, die der Hausbesitz einheimsen wird. Manches wird da vollkommen flar, was die sehr vorsichtige Begründung zu den Anträgen der Regierungsparteien schamhaft zu verschleiern sucht. Das gilt erstens von dem Anteil, den der Hausbesizer an der Miete erhalten soll und zweitens von der Mindest miete, die fünftig von der Reichsregierung einheitlich für das ganze Reich festgesetzt werden soll. Die ursprüngliche Vorlage der Reichsregierung rechnete mit einem Anteil von 40 Proz. von der Friedensmiete für den Hausbefizer. Dazu sollten ihm gewährt werden 5 Proz für Hypothetenzinsen, insgesamt also 45 Broz Für die pätere Zeit, wo die volle Binslast für die aufgewerteten Hypotheken zu zahlen ist, sollten weitere 15 Broz. zugestanden werden. Man war also noch vor einigen Wochen der Meinung, daß der Anteil des Hausbesizers an der Friedensmiete gegenwärtig auf etwa 45 und erst der fünftige Anteil auf 60 Proz. zu bemessen wäre. Die Beschlüsse des Steuerausschuffes gehen weit darüber hinaus. Sie beruhen auf der Absicht, bereits gegenwärtig mindestens 60 Pro 3 jajogar 70 Proz der Friedensmiete an den Hausbesitzer zu geben. Man fürchtet sich aber, das in dieser offenen Form zu fagen. Es ist aber die Absicht der Borschrift, daß fünftig die Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrats die Mindesthöhe der gesetzlichen Miete im Reihe einheitlich festsetzt, und daß die Mieten am 1. April 1926 mindestens 100 Broz. der Friedensmiete betragen müssen. Die ursprüngliche Regierungsvorlage überließ die Mietzinsbildung den einzelnen Ländern. In der Begründung wurde das ausdrücklich mit der Rücksicht auf die verschiedenartige Gestaltung der Mieten in den einzelnen Ländern gerechtfertigt, die eine reichsgefeßliche Mietfestsetzung nicht angebracht erscheinen lasse. Demgegenüber betont die Eingabe der Hausagrarier, daß der Hausbesiz durch reichsgesehliche Festseßung einer Mindest miete sichergestellt werden muß, da naturgemäß das Bestreben der Länder dahin geht, zur Ausgleichung ihres Haushaltes einen möglichst hohen Be trag an Mietziessteuer auch innerhalb der hundertprozentigen Friedensmiete herauszuholen". Es ist aber nicht nur das Bestreben, auf Kosten der Länder den Hausbesitzeranteil zu steigern, sondern auch die Absicht, durch zugrundelegung der allerungünstigsten Berhältnisse eine große Sonderrente für den Hausbesig zu erzielen. Der Mindeſtmietfag muß von Reichs wegen so bemessen werden, daß auch im Falle unverhältnismäßig niedriger Friedens. miete Deckung für sämtliche Kosten vorhanden ist." Mit anderen Worten: Es sollen die Verhältnisse zu grunde gelegt werden, die dem Hausbesitzer ftets die hochste Rente sichern. Geschieht das aber, dann wird durch diese einheit fiche Festsetzung der Miete für das ganze Reich die Laft für pie Mieter am höchsten, die bisher die niedrigsten Mieten hatten. Die Eingabe forbert aber meiter, daß die dem Hausbesiz zuzubilligende Miete schon jetzt mindestens zwischen 75 unb 80 Prozent der Friedensmiete festgesetzt werde. Man fann sich danach vorstellen, umter welchem Drud die Reichsregierung stehen wird, und wie ungeheuer groß die Gefahr ist, daß diesen Forderungen der Hausagrarier entsprochen wird. 3weifellos wird angesichts der gegenwärtigen Wirtfchaftsverhältnisse die sprunghafte und unbeschränkte Erhöhung der Miete bis zur freien Miete verhängnisvoll wirken. noch größer aber ist die Gefahr, daß damit zugleich der Schuß unterhöhlt wird, den die Gesezgebung gegenwärtig den Mietern gewährt. Das Mieterschutzgesetz läuft am 30. Juni 1926 ab, sofern es nicht verlängert wird. Gegen diese Verlängerung fträuben fich die Hausbefizer. Aber auch die Reichsregierung. Ihre Absicht ist es, durch die schnellste Herauftreibung der Mieten, denen entsprechende Lohnerhöhungen nicht folgen werden, einen 3wang zum 3usammenrüden der BeDölferung auszuüben. Und da die Mietpreiserhöhung allein diesen Druck wohl nicht ausüben wird, so soll dem Mieter auch der Schuh entzogen werden, der ihn gegenwärtig vor der Ermiffion schüßt. Die Eingabe des Zentralverbandes der deutschen Hansund Grundbefizervereine läßt daran feinen Zweifel. Es wird nicht nur gefordert daß mit der Regelung der Miete auch Aenderungen des Reichsmietengesetzes und des Mieter- schutzes vorgenommen werden, sondern man will gleichzeitig den Abbau der Zwangswirtschaft vornehmen. So wird gesagt: »Je höher die Miete, desto mehr Zahlungsunwillige und desto mehr Zahlungsunfähige. Die Mietfrage ist wie aller anderer Bedarf eine reine Finanzfrage. Seinem Gewerbetreibenden wird zugemutet, dem Säufer mehr an Lebensmittel oder Sloidung zu geben, als er bezahlen kann. Nur im Wohnwesen soll der Mieter monatelang die Miete schuldig bleiben dürfen, ohne daß ein Kündigungsrecht besteht.' Wenn auch die Folgerungen— völliges freies Der- fügungsrecht des Hausbesitzers— nicht ausdrücklich gezogen werden, so läßt die zynische Formulierung der Hausbesitzer- forderungen doch keinen Zweifel daran, welche Absichten ge- hegt werden. Von der Denkungsart der Hausbesitzer hat übrigens einer ihrer Häuptlinge, der preußische Landtags- abgeordnete Ladendorf offen Kenntnis gegeben, als er erklärte, es sei nicht die Sorge der Hausbesitzer, ob und wie die Mieter die Miete aufbringen können. Mit ungeheuerer Schnelligkeit will also die Rechtsregie- rung der völlig freien Wirtschaft im Woh- nun gs wesen zusteuern. In voller Uebereinstimmung mit den Hausbesitzern stellt auch sie sich auf den Standpunkt Wohnraum darf nur der haben, der ihn be- zahlen kann. Daß das zur Folge hat daß die Masse der enteigneten Rentner, der Erwerbsunfähigen, der gering be- zahlten Arbeiter, Angestellten und Beamten, künftig keine Wohnung mehr haben wird oder nur Löcher, in denen sie mit ihren Familien verkümmern, scheint weder Sorge der Reichsregierung, noch der Rechtsparteien zu fein. Sie kennen nur das eine Ziel: hohe Rente für die Haus- agrarier und Entlastung des Besitzes, mögen dabei auch Millionen von Menschen ihre Arbeitsfähigkeit und ihr Lebensglück einbüßen. Achtung, Manöver! Das Ende des kommunistische« Parteitags. Bis zum Nachmittag zog sich am Freitag die Debatte über die Taktik der Partei hin. Draußen flutet das Leben, arbeiten und ringen, leiden und kämpfen die Menschen.' Hier drinnen aber streitet man sich, abseits vom Wege der Totsachen, um»Bolschewi- sierung' und.Einheitsfronttaktik', um.Manöver' und.Eni- laroungspolitik', um.Ultralinke',.Zentristen' und ähnliche stumpf- sinnige Formeln. Ernst Meyer tritt auf, noch einer von der alten Garde des Spartakusbundes, jetzt auf den Schutthaufen der.Rechten' geworfen. Er spricht von der Niederlagen- st i m m u n g, die im kommunistischen Lager herrsche, er wünscht freie Diskussion in der Partei, aber nicht.im demokratischen Sinne', sondern zur Bekämpfung der.ultralinken' Gefahr. Heute sei die' wirtschaftliche und politische Situation durchsichtiger als 1913 bis 191 t. Wieso komme es, daß diese Situation nur von der SPD. aus- genützt werde? Das komme davon, erstens weil die neue Zentrale noch nicht die notwendige Erfahrung habe, um Im.leninistischen' Sinne wirken zu können: zweitens, weil die Kommunistische Partei bisher nur ihre Schwäche gezeigt habe und dritten», weil manche Leute in der Zentrale, wie Schneller ihren Mangel an Mssen durch renegatenhaflen Elfer zu ersetzen suchen. P i e ck, der so erfolgreiche Stratege aus dem preußischen Land- tag, verbreitet sich ausführlich über die kommunistischen.Manöver'. Und nun konnte man einige sehr bemerkenswerte Geständnisse hören. Eine Menge Formulierungen habe die Kommunistische Landtag». fraktion über die Gründe aufgesetzt, die sie an die Seite der Deutsch- nationalen geführt hätten. Aber die Arbeiter haben nur die eine Tatsache gesehen, daß die Kommunisten stet» zusammen mit den Deutschnationalen gegen da» Kabinett Braun-Severing gestimmt hätten. Am Ende der Sache Lovis Corinth. Aus dem holländische» Badeorte Zandvoort kommt die Meldung, daß Lovi» Eorinlh an de» Folgen einer Lungenentzündung zeflorbe» ist. Eine Künsllerpersönlichkeit, die auf dem Gebiete der zeit- genössischen Malerei nicht ihresgleichen hotte, ist mit ihm dahin- gegangen. Ein Kerl von urwüchsiger Kraft und derber Lebens- sreude, als Mensch und als Schaffender. Darüber hinaus der größte Virtuose des Pinsels, den unsere Zeit hervorgebracht hat. Eine Kämpfernatur, die schon in junge» Jahren gegen den Pseudoidealis- mus, die ängstliche Mache und die verlogene Schönfärberei des Herr- schenden Akademikertums revoltierte. In der Pariser Akademie Julian hatte der ungeschlachte Ostpreuße beim süßlichsten aller fron- zdstschen Publikumsliebling«, bei Bouguerau, die handwerMche Grund- läge gelegt. Seine geistigen Nährväter waren, wie er selber zu be- tonen pflegte, Michelangelo und die Altmeister Hollands. Sein eige- nes Ich aber fand er erst als in München der Geist des damals modernen Naturalismus in ihm lebendig ward. Da wurden die Augen aufgetan. Sie erlebten Farbenwunder im schlichtesten Natur- bilde und die Schönheit der Nuance. Entdeckung verschwiegener malerischer Reize und linearische und koloristische Fixierung des Mo- ments galten als letzte Ziele und Ideale. Und eine Bravour der Pinsel- und Spachtelführung, die man vorher nicht gekannt hatte. Mit unerhörter Wucht flogen die Farben auf die Leinwand. Haar- scharf saß jeder Wurf am rechten Platze. Was in der Nähe»ne eine ausgeftürzte Palette wirkte, formte sich, aus der Entfernung be- trachtet zu minutiös durchgeführten Gebilden von plastischer Le- benswahrheit. Im unermüdlichen täglichen Training wurde da» können des Pinsels geübt und vervollkommnet Die Farbe war Eorinths Elemente, die Schöpfungen seiner Grisfelkunst bleiben proble- m»tisch. Gemälde wie„Perseus und Andromeda',.Harem",.Tan- zender Derwisch',„Sieger", stehen, was technische Braoour anbelangt unerreicht in der Malerei aller Zeiten. Corinth wurde am 21. Juli 1858 in dem ostpreußischen Städtchen Tapiau geboren. Seine Vorfahren, die er bis ins 17. Jahr- hundert hinein verfolgen konnte, waren Bauern. Loois aber sollte lein.Studierter' werden. Und e» kostete Kämpfe, ehe der Vater die Zustimmung zum Künstlerberus gab. Bon Königsberg, wo nichts zu lernen war, ging es nach München, dann über Antwerpen nach Part». Hier erhiell er die erste öffentliche Anerkennung für eine» seiner Bilder. 1887 kehrte er nach Königsberg zurück. Au» dieser Ftühzeit stammt das bekannte Porträt feine» Baters, der prächtige „Snapsriecher" und die„Pieta". 1890 kam er aufs neue nach München, um hier für die nächsten zehn Jahre fein Ateller aufzu- schlagen. Während dieses für seine Entwicklung entscheidenden zweiten Miinchener Aufenthalts ist der.Diogenes', da» Leistikow- P ort rät und die.Kreuzigung' entstanden, die feinen Namen über die Grenze« Deutschland» berühmt machte. Mit dem Beginn de» habe man erst das«Manöver' gemacht, daß eigentlich schon am Anfang im Januar hätte stehen müssen. Am 29. April habe die Kommunistische Fraktion«ine Erklärung an die Sozialdemokratie gerichtet wonach sie ein Kabinett Braun unterstützen wollten, wenn es bestimmte Forderungen erfüllen würde..Wer diese Erklärung Nest, tonnte unmöglich zu der Auf- fassung kommen, daß die Kommunisten wirklich ein Kabinett Braun unterstützen wollten. Die Formulierung sollte nur dazu dienen. um die SPD. zu.entlarven' und die Kommunistische Fraktion hat über ihre eigentliche Absicht gar keinen Zweifel gelassen.' Die Sozialdemokraten haben sich allerdings durch dieses.Manöver' nicht täuschen lassen. Aber das.Manöver' hatte noch einen anderen Sinn. Die Sozialdemokraten wollten damals die Auflösung des Landtages, die Kommunisten hätten, so führte Pieck dazu aus. mit einem starken Stimmenverlust rechnen müssen, während dre Situation für die SPD. außerordentlich günstig war. Man sieht, wie weit die Kommunistische Partei schon im parlamenta- rischen Kretinismus versunken ist. Au» der Angst um ihre Mandate wird sie zu.Manövern' getrieben, die sie nicht nur in den Augen der Masse der Arbeiter, sondern auch vor ihren eigenen Anhängern lächerstch machen. Pieck wandte sich dann noch gegen die Meinung, daß eine förmliche Verabredung zwischen Kommunisten und Deutschnationalen bestanden habe. wohl hätte» sich die venkschnalionale»«ra die Kommunisten gewandt, sie möchten doch dafür sorgen, daß alle Fraktion». kollegen bei den Abstimmungen gegen Braun-Severing zur Stelle seien. Aber, so rief Pieck au,, dieser Ermahnung habe e, gar nicht bedurft unsere Genossen waren stets pünktlich da. Sie waren also da, wenn es galt, mit den Deutschnationalen zusammen gegen Braun-Severing zu stimmen. Kann es eine schlimmere Selbst- schändung einer.Arbeiterpartei' geben, als sie in diesem zynischen Geständnis zum Ausdruck kommt? Herr.Müller" vom Bezirk Erzgebirge gab wieder einmal eine tiefgründige« Analyse von Bosschewismus und Menschewismu». Was Rosenberg wolle, sei eine Revision der Beschlüsse des 8. Weltkongresses. Wisse er nicht, was diese Beschlüsse für Sowjet- ruhland zu bedeuten haben? Wer sie angreift der richtet zugleich den schärfften Angriff auf den Bestand Sowjetrußlands, das heißt also, daß die deutschen Kommunisten chre Ansichten nicht nach deutschen Berhältnissen sich bilden dürfen, die doch immerhin von den russischen verschieden sind: entscheidend ist für sie der Befehl von Moskau, das politische Interesse der Sowjetregierung. Der Delegierte Gall. der sich als Gewerkschaftsangestellter vorstellte, beschwerte sich bitter darüber, daß man nicht das Wort von den 75 Pro;., die der Gewerkschaftsarbeit gewidmet fein sollen, beherzige, sondern sich hier tagelang um die unwichtigsten Formulierungen herumstreite. Totsache sei, daß die Kommunistische Partei bisher in den Gewerkschaften noch keine praktische Arbeil geleistet habe. Es fei eine weitere Tatsache, daß der Einfluß der Kommu- nisten in den Gewerkschaften ständig abnehme, in den meisten Bezirken sei er auf den Nullpunkt zurückgegangen. Man solle nicht immer so stark betonen, daß man nur.Manöver' machen wolle, denn dann sagten sich doch die Arbeiter mit Recht, man wolle sie nur als Hilfstruppen für diese.Manöver' mißbrauchen. Wenn schon ein.Manöver" ausgeführt werde, dann solle der oberste Kommandeur nicht ausschreien:.Achtung, Manöver!" Die Gleich- gültigkeit gegenüber de? Gewerkschaftsarbeit zeige sich auch darin, daß man auf diesem Parteitag wohl für olle möglichen Dinge ellenlange Resolutionen vorher fertiggestellt habe, die Resolution zur Gewerkschaftsfrage aber sei nur so nebenbei an» dem Aermel geschültekl worden, der Referent T h ä l m a u n habe zu dieser Resolution über- Haupt nicht geredet Bei solchen Methoden müsse ja die Partei zu- gründe gehen. Es habe keinen Sinn, immerwährend zu schreien. wir befänden un» unmittelbar vor der Revolution, denn die Massen glauben uns das doch nicht Die neu zu bildende Gewerkschafts- leitung der KPD. solle nicht wie bisher mit Parolen und Superlativen arbeiten, sondern praktische Arbeit leisten. Vogt au» Westsachsen stellt mit Bedauern fest, daß die Zahl derer, die sich noch aktiv beteiligen, zurückgegangen sei, in Berlin neuen Jahrhundert übersiedelte Corinth nach Berlin. Hier er- reichte seine künstlerische Kraft und seine Schöpferfreudigkeit ihren Höhepunkt Eine unübersehbare Zahl von Werken ging aus seinem Atelier hervor. Daneben entstanden schriftstellerische Arbeiten, wie .Das Erlernen der Malerei',.Das Leben Walter Leistikows', .Legenden aus dem Künstlerleben' u. o. Als Corinth die Sechzig überschritten hatte, setzte fein.Alters- sttt" ein. Die Form lockerte sich. Die koloristischen Nüancen, die die Natur bot, erwachten zu selbständigem Leben. Das rein Gegen- ständliche der Bilder wurde mehr und mehr von der inneren Sprache der Farbe übertönt Der Meister des Naturalismus näherte sich expressionistischer Auffassung. Wie im Traum oder im Rausch geschaffen erscheinen die Werke dieser letzten Zeit von denen unsere Nationalgalerie tm Kronprinzenpalai» wertvolle Proben besitzt Blumenstilleben. Bildnisse und Landschaften vom Walchen- fee geben die äußeren Motive. Au» der Gestaltung aber sprechen Seelentiefe«. Dokumente einer ernsten, reifen und unerschöpflich reichen Menschennatur, die von ihrem Lieben und Hassen, ihrem Wissen und Glauben, von Leid und Freud«, Hosten und Zweifeln in organischen Gebilden rhythmisch geordneter Farben ergreisende Kunde gibt John Schikowskt Das Land der Blbsiokheke». Man hat Deutschland das„Land der Bibliotheken' genannt, und da» mit Recht, denn die Zahl der großen deutschen Bibliotheken beläuft sich nach dem jetzt neu er- jchienenen„Jahrbuch der deutschen Bibliotheken' insgesamt auf 323 Anstalten mit über 37 Millionen Bänden. Fast ein Drittel dieser Büchereien, nämlich 97, weist Bestände von über IM 000 Bänden aus: 34 unserer Bibliotheken verfügen über mehr als 3M M0 und nicht weniger als 10 über mehr als 6M M0 Bände. An der Spitze stehen die Staatsbibliotheken zu Berlin und München, von denen die Berliner fast 2 Millionen Bände, die Münchner izh Millionen umfaßt Abnahme der tvell-Epidemien. Die wichtigsten Epidemien, die noch immer die Well heimsuchen, haben in der letzten Zeit eine er- freuliche Einschränkung erfahren. So waren die Zahlen für Cholera, Pest und Pocken in den ersten Monaten von 1925 verhält- nismäßig niedrig. Die Sterbefälle an Pest betrugen in Indien vom 15. Februar bis 18. April zwar noch immer 36 000, immerhin weniger als die Hälfte gegenüber dem gleichen Zeitraum 1924: auch die Cholera war in Indien gegenüber dem Vorjahr auf die Hälfte der Todesfälle herabgesunken. Pocken kamen in Europa nur in England vor, und zwar in geringerer Anzahl als in den entsprechenden Monaten des vorigen Jahres. Auch Diphtherie und Scharlach zeigten in Europa im Mai 1925 sinkende Zahlen, und zwar die Diphtherie m stärkerem Maße: bei Scharlach hat die An- zahl der Todesfälle abgenommen. Die Verteilung des englischen Nationalvermögen». Bon dem englischen Nationalvermögen befindet sich ein Bettag von 4555 Millio- nen Pfd. Sterling in Beträgen von unter 50M Pfd. in Händen einer unbekannten Anzahl von Personen: 19 498 Millionen in Beträgen von mehr als je 5000 Pfd. verteilen sich auf 392 256 Personen und ebenso wie anderswo. Heckert häll einen schwer gekehrten Bortraz über das Wesen der Gewerkschaften und des Kapttalismu«: e» bringt dazu eine Menge Zitate bei, von Karl Marx angefangen bis Stalin. Eberlein, der auch zu den.Rechten" gehört, stellt fest daß der Tiefstand der wirtschaftlichen und polllischen Verhältnisse überwunden sei, das zeige sich an dem Erstarken der Gewertschafleu und am Aufstreben der Sozialdemokratie. Auf der Tribüne erscheint jetzt eine Delegation von Frauen, deren Männer im Ge, fängnis sitzen. Ihre Führerin richtet einen Appell an den Parteitag, für die Freilassung der kommunistischen Gefangenen zu sorgen. Für einen solchen Appell war allerdings dieser Parteitag ein wenig geeigneter Ort. Wenn mir immer noch auf eine A m n e st i« warten, so liegt das vor allem an der für die polltischen Gefangenen so verhängnisvollen Politik der Komnnmistischen Partei; hat sie doch durch die von ihr geförderte Wahl Hindenburgs zum Reichs- Präsidenten geradezu verhindert, daß eine umfassende politische Amnestie erfolge. Bis um>43 Uhr wurde auf solche Weste diskutiert; mau ver- tagte sich schließlich auf abends 7 Uhr, dann sollen die Schlußworte und die Wahlen zu den Parteikörperschasteu folgen. » Am Abend war großes Aufräumen. Erst hielt Thälmann sein Schlußwort. Er bedauerte, daß nicht genug Anregungen und politische Winke zur Gewerkschaftsarbeit gegeben worden feien. In der Zentrale herrsche keineswegs Niederlagenstimmung. Den Ge- nassen, die da meinen, die Situation verändere sich nicht, rufe er zu: Die Situation ändere sich jeden Tag. Dieser ganz neuen Weisheit folgte gleich eine zweite: vor der Präsidentenwahl Hab« man von einer fchwarzweißroten Front noch nichts gemerkt diese habe sich erst nach der Wahl Hindenburgs gebildet Ein Mann von solcher Begabung steht an der Spitze einer politischen Partei! Hernach kam Ruth Fischer mit ihrem Schlußwort. Bei ihrem Er- scheinen entfernten sich Rosenberg und K a tz demonstratk aus dem Saale. Ruth Fischer wiederHolle ungefähr da», was sie in ihrem Referat gesagt hatte, verbrämt mll einigen Ausfällen gegen die„Ulttalinken". Eine Massenbewegung, so rief sie Werner Schalem zu, erzeuge man dadurch, daß man die Massen der Kom- munistischen Partei zuführe. Und dann wiederholte sie einen ihrer früheren Aussprüche: die Kommunisten dürften sich nicht an die Massen binden, sondern die Massen müßten sich an die Kom- munisten binden. Wenn der Parteitag zu Ende fet müsse der Kamps gegen die Zölle aufgenommen werden. Es wird allerdings höchste Zell, daß die Kommunisten mll diesem Kampfe beginnen. Bisher haben sie davon noch nichts merken lassen, in der gestrigen Beratung des Zollausschusses des Reichstags war nicht ein einziges Mitglied ihrer Fraktion zugegen. Während die Kommunisten noch über„Formulierungen" brüteten, mußten die Sozialdemokraten die Interessen der werktätigen Bevölkerung gegen die maßlosen Forderungen des agrarischen und industriellen Kapitals verteidigen. Zum Schluß nahm der Portritag einstimmig eine von den einzelnen Delegationen zusammengestellte Liste für die Neuwahl der Zentrale an. Eine öffentliche Bekanntmachung, wer in die Zentrale gewählt ist, soll nicht erfolgen. Pieck erklärte, das mit Rücksicht auf die Abteilung 1a und andere(!) Interessenten nicht für zweckmäßig. Weswegen es die Abteilung la höchst wahrschein- lich doch sehr bald erfahren wird, wenn sie es nicht schon weiß. Der vnoerständstche Druckfehlerteufel hat im Leitartikel im heutigen Morgenblatt wieder einen seiner bösartigsten Streiche Sespielt Er hat den Satz:»Ganz unverständlich stt der Vor- hlag der Regierung, daß nach dem 1. Oktober 1923 begangene Handlungen nicht amnestiert werden sollen", umgesälscht in die Worte:.Ganz selbstverständlich ist..." Aus den nachfolgenden erläuternden Sätzen aber hoben die Leser sicher schon selbst entnommen, daß eine üble Verdrehung durch den Setzerkobold erfolgt war. ver deustch-spanstche Handelsvertrag ist für den 16. August gekündigt worden. Die in Madrid weilende deutsche Delegation ersuchte um die Eröffnung neuer Verhandlungen. Der Friedenskongreß in Paris. Ministerpräsident Painlevö hat den Vorsitz der Eröffnungstagung übernommen. Kammerpräsident Herriot und Reichstagspräsident Löhe werden das Wort nehmen. davon ist ein Dettag von 5348 Millionen im Besitze von nur 35 946 Personen. Daraus ergibt sich, daß zwei Drittel des Nattonalver- mögens sich im Besitze von nicht ganz 400 000 Personen befindet und. ein Drittel im Besitze von nicht ganz 36000 Menschen. Und in Deutschland? Eine kostenlose FreNufl-Garage. Die Londoner Verkehrspolizei hat beschlossen, eine Einrichtung zu schaffen, die es in Zukunft jedem Autobesitzer, der nach London kommt, ermöglichen wird, seinen Wagen unbeaufsichtigt beliebig lange Zeit hindurch auf den Straßen und Plätzen der Riesenstadt stehen zu lassen. Zu diesem Zweck wer- den an Punkten, die hierzu geeignet sind, besondere Schutzmanns- posten aufgestellt werden, deren Aufgabe es sein wird, die ihrer Obhut anvertrauten Automobile zu bewachen. Die ganze Einrich- hing wird vollständig kostenlos sein.. Das Wichtigste. In unserem schönen Vaterland herrschte von jeher ein Mangel an Titeln. Der beste Beweis dafür ist, daß sich noch immer neue erfinden lassen, auf die die bedauernswerten Menschen der vergangenen Generationen also noch verzichten muß- ten. So hat die schöne Stadt Leipzig jetzt auch dazu beigetragen, unsere Muttersprache um einige klangvolle Wortverbindungen zu bereichern. Sie hat ihre städttschen Musiker mi dem Titel.Stadtkam- mermusikont'— klingt da» Wort nicht schon wie Musik?— beglückt Und jene Wackeren, die sich durch besondere Leistungen auszeichnen, dürfen sich gar.Stadtkammervirtuosen' nennen. Ja, es gibt doch in unserer materiellen Zeit noch edle Menschen, die wissen, welche Ehren einem Künstler gebühren! Eine Schule mft einem einzigen Schüler. In Forestburg. einem kleinen Städtchen der Vereinigten Staaten, das ganze 620 Einwohner zählt, stellte sich kürzlich bei dem Abschlußexamen der erstaunten Prüfungskommission ein einziger Schüler vor. Der Prüfling war der einzige Schüler, den die Schule von Forestburg während der letzten 8 Jahre ausgebildet hatte. Die kommende Funkwoche bringt viel und gute Musik: Schubert ist im Cyclus.Das deutsche Lied' am M I t t w o ch zu hören, M e n- delsiohn und Schumann durch das Roth-Ouartett am Dann ers» tag,. Richard-Strauß-Lieder von Agnes Senbach gesungen, am Dienstag. Große und kleine Kinder mögen am Sonntag- nachmittag die Ohren spitzen, wenn Charlotte Hogenbruch-Busch rezitiert, und nur die kleinen am Mittwoch, wenn wieder ein Kinderfest rundgefunkt wird. Schließlich gibt es noch eine ganze Reihe interessanter Vorträge und am S o n n a b e n d ein Hörbild .In der Laubenkolonie': darauf darf man gespannt sein. Eivhettskvrz'christ. Ein Erlaß des MWIlier« für vissenfchast. Kunst nn» Volksbildung bestimmt, daß in dem Kurztchrillunterrtcht an den der ver- waltung de» KuItuZministerium» unterstehenden Schulen vom zweiten Halbjahre de» lausenden Schuljahre» ab neue Lehrgänge nur noch in der Einbeitskurzschrist begonnen werden dürfen. In einem anderen Kurz. schrlstsystem dürfen nur bereit» im Gange befindliche Lehrgänge zu End« geführt werden, im allgemeinen aber nicht über Ostern lg2S hinau«. «eine helle»«leider jür die wvlelmavilch»» Zeauen. Die Väter de, muselmanifchen Kirche haben eine offizielle SrlISrung veröffentlicht, worin sie da» Tragen von hellen Kleidern durch die umjelmauilchen Zrauen anst strengste verdammen. Ein neues Haßurteil. Gegen Lüneburger Reichsbannerleute. Lüneburg, 18. Juli.( IU) 3m Prozeß gegen die Reichsbannerleute, die im September v. 3. in Lüneburg mit den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zusammenfließen, wurde gestern nacht um zwölf Uhr das Urteil verkündet. Von den 17 Angeklagten wurden 13 wegen einfachen und schweren Candfriedensbruches und Nöfigung zu drei Monaten bis ein Jahr Gefängnis verurteilt, drei weitere wegen Beleidigung und Körperverlegung und Sachbeschädigung zu Geldstrafen von 200 bis 400 Mart. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. Die Angeklagten haben gegen das Urteil Berufung eingelegt. Landesverrat? Hagen, 17. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Gegen den Heraus geber der Wochenschrift Das andere Deutschland und Führer der westdeutschen Friedensbewegung, Küster Hagen, ist wegen eines Artikels: Das Beitfreiwilligen Grab in der Wefer" ein Landesverratsverfahren angestrengt worden. Küsters Antrag, den Wahrheitsbeweis anzutreten, wurde zurüdgewiesen. Ein französischer Faschist schwer verurteilt. 2 Jahre Gefängnis für den Royalistenführer Maurras, Der royalistische Schriftsteller und Mitherausgeber der, Action française", Charles Maurras, der im Juni in einem von seinem Blatte veröffentlichten Aufruf zur Ermordung des französischen Innenministers aufgefordert hatte, wurde am Freitag von einer Pariser Straffammer zu 2 Jahren Gefängnis und 1000 M. Geldstrafe verurteilt. In der Begründung des Urteils wird ausgeführt, daß der Offene Brief, der den Gegen stand des von der Regierung gestellten Strafantrages bildet, fo unerhört ausfällig in seiner Form und so unverantwort lich in seinem moralischen Liefstand sei, daß dem An getlagten mildernde Umstände hätten verweigert werden müssen. Das Gericht habe es für seine Pflicht gehalten, gegen Rundgebungen dieser Art, gleichgültig von welcher Bartei fie ausgingen, mit der ganzen Schärfe der Geseze einzuschreiten. China und die Weltmächte. Berschärfung der Streiklage. Grundsäglicher Abbau der Fremdenvorrechte. Die Meldungen aus China find unzusammenhängendes Stüdmert. Jedoch läßt sich aus den, vornehmlich aus New York und richtung der chinesischen Krise ertennen. Studentenfahrten. Der schlimmste Hort der Reaktion waren in den letzten Jahren vor allem unsere Universitäten.„ Universität"! Erst wenn wir wieder Hochschulen haben, in denen ein fulturelles Leben gepflegt und eine Wissenschaft gelehrt wird im Dienste des Ganzen, im Dienste der Menschheit, eben im Sinne wirklicher Universitas litterarum, dann erst hat dieses herrliche Wort seinen häßlichen Beitlang, den wir heute stets hören, verloren. Nationalismus und Geistigkeit sind unvereinbar, und ein Alademiker fann daher nur zweierlei sein: ein freier Beltbürger oder eine bornierte Jammergestalt ein Drittes gibt es nicht! Noch sind die Jammergestalten in der Ueberzahl, vielleicht noch auf Jahrzehnte. Und trotzdem dürfen wir es als ein gutes Beichen ansehen, wenn jetzt die studentischen Auslandsreisen von den Leitungen der Hochschulen wieder tatkräftig vermittelt und unterstützt werden. So ist es z. B. einem Studenten der Berliner Univerfität, wenn er sich zeitig genug angemeldet hat, in diesem Sommer möglich, eine Reise nach Standinavien, nach England, nach Spanien, Desterreich, Ungarn oder Italien für nicht allzu hohe Kosten zu unternehmen. Hier helfen Akademiter, dort helfen Alademiter, und zu den Feinden" selbst fahren deutsche Studenten, bei den Feinden" werden sie wohnen, bei den Feinden" werden sie schöne Wochen verleben, bei den Feinden werden manche wohl lernen, daß Menschen nicht Feinde sein müssen. Man darf die Wirkung dieser Reifen, die teilweise in Form eines Austausches vor sich gehen, nicht überschätzen. Aber eine erste Vorbedingung des Friedens ist es doch mun einmal, daß die Parteien sich überhaupt fennen. Mißtrauen, Berleumdung wachsen mur dort, wo der eine Dom anderen nichts weiß. Die Erbauung des Hauses Europa ist eine Sache der Praxis und, wie wir sehen, eine Sache der Reiseprogis nicht zuletzt. Unter dem Brückenbogen. Schwerer Unfall durch einen Straßenbahnfurmwagen. Ein sehr schwerer Unfall, der zwei Opfer forderte, ereig nete sich in den heutigen Vormittagsstunden in Charlottenburg. Dort find unter der Bahnüberführung in der Holzendorffstraße zwei Arbeiter an einem Hängegerüft tätig, um Ausbesse rungsarbeiten vorzunehmen. Es ist die 66- Pfeiler- Brüde, die in der Holzendorffstraße sehr niedrig über dem Straßendamm liegt. Der Fahrer eines Turmwagens der Straßenbahn, der in überaus schneller Fahrt die Holzendorffstraße passierte, gewahrte das Hindernis erst, als es zu spät war. Ein Ausweichen. war nicht mehr möglich, und so raste der Wagen mit voller Wucht gegen einen der Brückenquerbalten, an dem das Arbeitsgerüft an gebracht war. Der Zusammenstoß war von einer solchen Heftigkeit, daß die belden Arbeiter, der 45jährige Otto Stengel aus der Jägerstraße 41 zu Potsdam und der 64 Jahre alte Paul Schönfisch aus der Christstraße 30 zu Charlottenburg in weitem Bogen pom Gerüft auf die Straße geschleudert wurden, wo sie mit schweren inneren und äußeren Verlegungen bewußtlos auf dem Pflaster liegen blieben. Hinzueilende Passanten alarmierten sogleich das bie beiden lebensgefährlich Berlegten in das Westender Krankenhaus Rettungsamt, das nach furzer Zeit mit einem Wagen eintraf und brachte. Sogleich am Unglücksort angestellte Unterfuchung belaften den Chauffeur des Turmwagens. Baffanten fagten aus, daß er viel zu schnell gefahren sei und dadurch die Katastrophe heraufbeschworen habe. Er wurde von der Schutzpolizei festgenommen und zur Bernehmung nach dem nächsten Polizeirevier gebracht. London, kommenden Nachrichten immerhin die Entwidlungs Streiflage verschärft sich immer weiter. In Tsingtau legten die Kulis die Arbeit nieder. Die Lage in Kanton wird zunehmend ernster; Zehntausende von Streifenden sind von dem benachbarten Honkong herübergekommen. Die Gefahr für Leben und Eigentum der Fremden nimmt zu. In honan ist die Wasserversorgung be reits zum größten Teil eingestellt. In Shanghai steht dem Europäer- Biertel das gleiche Schicksal bevor. Die fremdländische Stadtverwaltung hat dafür die Absperrung des chinesischen Stadtteiles von den Elektrizitäts- und Wasserwerken begonnen. Das Streiftomitee fordert die Mitglieder der chinesischen Handelsfommer zur finanziellen Streitunterstützung auf. Die Schanghaier Lager häuser sind mit Ein- und Ausfuhrwaren überfüllt. 3wei von den dreizehn Forderungen der chinesischen Bevölkerung sind bereits bewilligt. Die fremdländische Stadtverwaltung stimmte dem Eintritt von Chinesen in die Stadtverwaltung und der Wiedereinführung der internationalen gemischten Gerichtsbarkeit unter chinesischer Kontrolle zu. Ueber die weiteren chinesischen Forde rungen wird am Montag weiterverhandelt. In Kanton hat sich eine Arbeiter und Bauernregierung aufgetan, die mit Befing nur dann zusammengehen will, wenn die nationale Einheitsfront gegenüber den Mächten gewahrt wird. Auch die Zentralregierung betont die russisch- chinesische Freundschaft; für den feier lichen Empfang der russischen Flieger in Befing wurden 20 000 Dollar bewilligt. Das russische Zentralkomitee der Gemertschaften überwies durch den russischen Generalfonful in Schangschaften überwies durch den russischen Generalfonful in Schanghai über 60 000 Dollar Streitunterstützung. Die Streit- ahmen bewegung griff über China hinaus; in Niederländisch Indien find unter den Chinesen erneut Unruhen ausgebrochen. Die chinesische Regierung hat am 25. Juni in einer Note an die Mächte erklärt, daß die unbegrenzte Fortdauer der außer ordentlichen politischen und wirtschaftlichen Borrechte und die durch die Berträge den Ausländern zugestandene 3m munität mit der augenblicklichen Lage nur schwer in Eintlang zu sehen seien. Die chinesische Regierung hat infolgedeffen die Revision dieser Berträge gefordert. Die Bereinigten Staaten find, getreu ihrer alten Chinapolitit, vorangegangen und haben den Vertragsmächten eine Zolltonferenz und eine Konferenz über den Abbau der Borrechte der Fremden nahegelegt. Daraufhin haben die Mächte grund. fäßlich der Aufhebung der Vorrechte zugestimmt. Jedoch wird für die Durchführung der Aufhebung die Voraus sehung gemacht, daß die chinesische Regierung start ist, die Ordnung wiederherzustellen und aufrecht zu erhalten. Eng. ist, die Ordnung wiederherzustellen und aufrecht zu erhalten. Eng land ist nur sehr zögernd diefer Politik gefolgt. Wegen der Bor fälle in Kanton hat es zwei Noten an China gerichtet, deren Beröffentlichung es verlangt. Im ganzen hat gegenüber den Mächten die chinesische Fretheitsbewegung mit der grundsäglichen Zustimmung zur Aufhebung der Erterritorialitätsrechte einen Erfolg erzielt. Der Papst an China. Papft Pius XI. hat an die Belinger Universitätsprofessoren gedrahtet. Er bedauert das Blutvergießen und hofft, Freiheit und Ordnung werden in Uebereinstimmung mit der driftlichen Liebe wiederhergestellt werden. Gegen die Mieterhöhungen. Gestern abend sprach an Stelle des nach Dresden in Barteigeschäften gereiften Gen. Silberschmidt, in einer Bersammlung ber Barteifunttionäre Groß- Berlins, Landgerichts. rat Gen. Ruben, gegen die Erhöhung der Mieten. Er führte aus, daß nach Erledigung der Zollvorlage das Mieterproblem im Zentral punft der Interessen stehen werde. Ausländische Organisationen, wie die der Schweiz und Desterreichs, hätten dank ihrer Geschlossenheit große Erfolge in dieser Frage zu verzeichnen gehabt, dort werde der Kampf gegen den Mietwucher großzügig geführt, während er hier in Deutschland nur ein Kleinfrieg sei. Die meisten Genossen nähmen das Mieterproblem noch nicht so wichtig, wie es tatsächlich Hier müſſe eine großangelegte Propaganda und Organisation einsetzen. In allen Bezirken und Teilen Deutschlands und Berlins müßte hierauf gewirtt werden. Der Redner führte dann aus, daß eine neue Organisation geschaffen werden müsse, die fich speziell mit diesen Fragen beschäftige. Sie müsse sich in Abteilungen und Unterabteilungen gliedern, an deren Spize Bertrauensleute stehen müßten, die in der Wohnungsfrage absolut versiert seien. Aber alles müsse schnell geschehen, sonst wäre es zu spät. Gen. Rubens wies auch die Einwendungen zurück, daß diese neue Organisation Widerstand in der Partei hervorrufen fönnte. Sie müsse sich natürlich völlig im Rahmen der SBD. bewegen und dort eine Stellung einehmen, etwa wie der Arbeits- oder der Bildungsausschuß. Vor allem aber sei es notwendig, daß auf dem kommenden Parteitag in Heidelberg die außerordentliche Wichtigkeit dieser Frage erkannt werde und darin absolute Einigkeit herrsche. Gen. Ruben schloß seine Ausführungen mit eine Stritit über die letzten Beschlüsse des Steuerausschusses. Er sagte noch, daß die Erhöhung der Mieten auf 100 Proz. in gar keinem Verhältnis Stände zur Aufwertung der Hypotheten. Vor allem aber müsse bei der Mietsteigerung eine definitive Grenze feftgelegt werden, denn fonft sei sie eine Schraube ohne Ende. Ein weißhaariger Unhold. Gestern nachmittag wurde im Plänterwald eine 28 Jahre alte Kontoriftin Dora Warner, die nach Berlin gekommen war, um hier ihren Bräutigam zu besuchen, von einem älteren Mann angefallen. Sie hatte sich mit ihrem Bräutigam entzweit, ging nach dem Blänterwald und sehte sich dort weinend auf eine Bant. Ein Mann von etwa 50 Jahren gefellte sich zu ihr, fragte fie, meshalb fie meine und tat, nachdem er die Ursache erfahren hatte, Bereinigte Staaten und Bölkerbund. Der Generalsekretär des fo, als ob er fie trösten wollte. Dann aber machte er ihr einen Völkerbundes forderte Präsident Coolidge auf, die Bereinigten unfittlichen Antrag und bot ihr 20 m. an. 2s fie entrüftet aufsprang Staaten durch einen ständigen Beobachter in Genf pertreten zu und wegging, folgte er ihr und verfekte ihr plötzlich einen so muchlassen. Coolidge lehnte das ab; die amerikanische Regierung feitigen Faustschlag in das Kreuz, daß sie zusammen über die Arbeiten des Völferbundes ausreichend im Bilde. brach. Der Hieb schmerzte sie um so mehr, als sie erst fürzlich eine Operation am Rüden überstanden hatte. Sie erlitt einen Krampfanfall und schrie laut auf. Spaziergänger hörten es, nahmen sich ihrer an und ließen sie nach dem Krankenhaus bringen. Der Unhold war unterdessen verschwunden. Er hat fast weißes Saar, ist schiant gewachsen und trug einen Steifen Hut, grauen Rod und Wefte, eine schwarze gestreifte Hose und hohe schwarze Schnürschuhe. Das Abkommen von Nettuno. Mussolini unterzeichnete in Nettuno ein umfangreiches Grenzabkommen mit Südflawien. Es besteht aus 32 Einzelverträgen, die den vielgestaltigen Stoff des Durchgangsverkehrs und des großen und fleinen Grenzverfehrs regeln. Die Opfantenausweisungen. Am Freitag paffierte ein 500 Berfonen umfassender Transport polnischer Optanten Berlin auf der Reise von Essen nach Polen. In Ausführung des Wiener Abkommens vom 30. August 1924 find etwa fünftausend deutsche Optanten aus Bolen in den legten Monaten ausgewandert und haben in Deutschland ein Unterkommen gefunden. Das Stargarder Eisenbahnunglüd. Die Reichsregierung er flärt in einer Note bom 10. Juli die polnische Regierung für haftpflichtig und fündigt ihr die Uebermittlung der Ersatzansprüche der Geschädigten an. Ruffische Nervosität. Nach einer Mostauer Meldung hat der Stat der Boltstommiffare Probemobilisation angeordnet. Jm Moskauer Militärbezirk werden alle Wehrpflichtigen in Stammrollen eingetragen. Das verräterische ,, Au"! Ungewöhnliches Bech hatte gestern nachmittag ein Taschen. bieb auf der Straßenbahnlinie 11. Er hatte es auf die Brieftasche abgesehen, die ein Fahrgast in der Gefäßtasche trug. Die Brieftasche, eine zusammenklappbare Doppeltasche, enthielt aber nicht nur Gelb, sondern auch Stoffproben, die der Mann zwischen die Klappen gelegt und mit Stednadeln befestigt hatte. Als der Dieb nun zufaßte, griff er in die Nadeln und stach sich in die Finger. Er Das tonnte ein lautes Au!" nicht unterbrüden. Opfer wurde aufmerksam, faßte gleich zu und hielt den Dieb fest, bis er ihn der Polizei übergeben konnte. Es ist ein Schneider Rost aus Barschau, ein 34 Jahre alter Spezialist. Der Ertappte legte gleich ein Geständnis ab, was bisher in Berlin noch fein einziger Taschendieb getan hat. Von heute ab Friedrich- Ebert- Straße. Wer heute die frühere Budapester und Sommerstraße durchfährt oder durchschreitet, tann an allen Straßeneden Fried. rich Ebert- Straße" lesen. Seit den frühesten Morgen. stunden war eine Arbeiterfolonne damit beschäftigt, die Straßenschilder der früheren Budapester und Sommerstraße durch neueschilder mit der Aufschrift Friedrich- Ebert- Straße auszuwechseln. Ledig. lich an der Ede Bosstraße somie am Balafthotel stehen noch die alten Schilder. Wie aber von dem ausführenden Unternehmer mitgeteilt wurde, werden auch diese Anfang nächster Woche verschwinden. Bisher sind 12 Straßenschilder ausgewechselt worden. Nächtliches Berlin. Aushebung zweier Bergnügungsstätten. Zwei Schmugnester wurden in der gestrigen Nacht von der Kriminalpolizei ausgehoben. Das eine ist das„ Café National" in der Friedrichstraße, das die Behörden schon oft beschäftigt hat. Hier luden die Mädchen, die unten verkehrten, männliche Gäfte nach dem oberen Raume ein, wo ihnen angeblich besondere Genüsse geboten wurden. Diese Genüffe waren in Birklichkeit Gemeinheiten niedrigster Art. Der Eintritt fostete 20 M. Den Gästen wurden dann zwei Skizzenbücher mit Schmuzbildern herumgereicht. Der Einblic in jedes foftete 5 M. Für Getränke wurden Bucherpreise verlangt und bezahlt. Nach den erforderlichen Beobachtungen hoben Kriminal polizei und Schutzpolizei das Nest aus und brachten fünf Gäste, zwei Kellner und acht Mädchen zur Feststellung nach der Wache. Das Café wurde gefchloffen, gegen den Wirt beim Bezirksamt der Antrag auf Konzeffionsentziehung gestellt. Wochenlange Beobachtungen überzeugten die Kriminalpolizei, daß in dem Hause Gneisenaustraße 89 im 2. Stod in den Räumen einer Witme H. Nadttänze veranstaltet wurden. Um 3 Uhr nachts ging die Polizei vor. An der Ecke der Gneisenau- und Yordstraße erkannte ein Spanner einen der Beamten und gab ein verabredetes Barmungszeichen, indem er feinen steifen ut abnahm und ihn über die Straße rollen lassen wollte. Bevor jedoch die Spannertette das Zeichen jah, ergriff der Beamte den Hut, brückte ihn dem Spanner wieder auf den Kopf und vereitelte dadurch die warmung. So gelang es, Eintritt zu bekommen, um die Ge.. fellschaft zu überraschen. Es wurden 12 Gäste angetroffen und einige Radttänzerinnen. Die ganze Gesellschaft mußte den Weg zum Polizeipräsidium antreten. Pferdeegel. Einen sonderbaren Unfall beim Baden an nicht freigegebener Stelle erlitt der 13 Jahre alte Schüler Paul L. aus der gleichinterfeldtstraße Der Stabe batte mit mehreren sich und sie wollten in der Krummen Lante ein Bad nehmen. alterigen Kameraden eine Bartie nach dem Grunewald gemacht. 2. war der erste, der sich entkleidet hatte und in das Wasser ging, fam aber bei dem Weiterschreiten in eine etwas fumpfige Stelle. Blößlich fing er furchtbar an zu schreien. Seine Rameraden eilten zu Hilfe und holten ihn aus dem Wasser. An beiden Beinen hatten sich etwa 30 Pferdeegel festgebissen und begannen Blut da jedoch die Blutungen nicht aufhörten, brachten fie ben Berun zu saugen. Gewaltsam entferneten die Knaben die etelhaften Tiere; glüdten nach Hause. Der herbeigeholte Arzt forgte zwar für fachgemäße Hilfe, jedoch hatte der Knabe vor allem infolge des Schrecks Schaber an seiner Gesundheit erlitten. Um 5000 Mart. Der Stadttassierer einer Berliner Versicheund versuchte, nach Desterreich zu flüchten. Beim Grenzübertritt wurde er jedoch angehalten und verhaftet. 3000 mart wurden ihm abgenommen, den Reft hatte er zwischen den Stiefel. fohlen verfte dt. Auf dem Transport nach Berlin entsprang er mieder, fuhr nach Köln und ließ fich zur Fremdenlegion anwerben. Im Frühjahr dieses Jahres floh er und fehrte nach einer abenteuerlichen Flucht über Italien und die Tschechoslowakei nach Deutschland zurück. Auf Grund des feinerzeit erlaffenen Haftbefehls nahm ihn die Polizei in Breslau feft. So erhielt er doch noch die verdiente Strafe, das Schöffengericht Schöneberg erkannte megen Unterschlagung auf 2 Monate Gefängnis bei Strafaussehung. rungsgesellschaft brannte im Mai 1924 mit 5000 Mart durch Raubüberfall. Auf der Hamburger Chauffee wurde gestern nachmittag ein junger Mann der Bornemannichen Flugschule in Staaten von Räubern überfallen, indem sie ihm feffer in die Augen streuten und ihm 600 Mart Lohngelder raubten. Das Ueberfalltommando von Staaten nahm sofort die Verfolgung der Verbrecher auf. Deutsch- schwedischer Kinderaustausch. Auf schwedische An regung hin erfolgt in diefem Sommer ein Austausch deutscher und schwedischer Schulkinder unter Gegenseitigkeit in den betreffenden schwedischen beziehungsweise deutschen Familien für die Dauer von jeweils sechs Wochen. Der Zwed ist außer gesundheitlicher Erholung die Förderung der gegenseitigen Kenntnis von Angehörigen der beiden Böller, ihrer Sprache und Kultur. Aus Schweden find bereits zwei Transporte in Deutschland unter persönlicher Führung des schwedischen Leiters Dr. Ragnar Stigen eingetroffen. Gleichzeitig hat der zweite deutsche Transport unter Führung des deutschen Leiters, Studienrate Dr. Gerloff. Berlin verlassen. Ein Verkehrshaus" der Stadt Berlin. Das Haus Budapester Straße 5( jekt Friedrich- Ebert- Straße) wird zurzeit zu einem„ Berund soll nach Fertigstellung außer dem Berkehrsdezernat im Erdebrshaus für den Berliner Magiftrat umgebaut geschoß zwei Läten des Fremdenverkehrsbureaus der Stadt Berlin aufnehmen. Der Entwurf liegt in den Händen des Architekturbureaus " Bau und Einrichtung". Amerikanische Apotheker in Berlin. Am Dienstag, den 21. Juli, treffen in Berlin etwa 100 deutsch- amerikanische Apo ther unter Führung des Schriftleiters der Nem Dorter Apotheterzeitung", Hugo Kantromig, zum Besuche der Reichshauptstadt ein. Von Berlin werden die Besucher ihre Reise nach Süddeutschland fortsetzen, und auch dort wie in Berlin eines herzlichen Empfanges sicher sein. Die Verwaltung des Zoologischen Gartens hat sich entschlossen, um den Wünschen vieler Besucher entgegenzukommen, den Abendeintritt an Wochentagen von 7 Uhr ab auf 75 Pf. für Erwachsene zu ermäßigen. Die amerikanische Anleihe in Höhe von 6% Millionen Dollar ist am heutigen Sonnabend durch die Deutsche Bank der Berliner Stadt taffe ausgezahlt worden. Jubiläum. Seine golbene ozeit feiert hente das Ehepaar 40 Jahren Vorwärtsleser. Seinrich Bod, Mariendorf, Chauffeestraße 301. Die Subilare fino feit Der gemeinnütige Verein heimafireuer Offpreußen, Drtsgruppe Streuzberg, beranſtaltet am Sonntag, 19. Suli, nachmittags 4 Uhr, im Garten der Bodbrauerei, Fidizinstraße, eine schlichte Gedenkseier, anläßlich der fünfjährigen Wiederkehr der Abstimmung in Dst- und Westpreußen. Eintritt 50 Pf. Das bentige Kinderfest im Bunapark beginnt um 3 Uhr nachmittags. Die Bettspiele für Kinder find in 3 Gruppen eingeteilt: die Kleinsten bis zu 6 Jahren, je eine Mädchen- und Anabengruppe im Alter von 7-10 Jahren und eine Gruppe für Kinder über 11 Jahre, filr beren beste Leistung ie ein Rinderfahrrad als Preis gewonnen wird. Eine Berlinerin tödlich abgestürzt. Beim Abstieg vom Schmalz topf in den Neuderer Bergen ift Fräulein Erna Jatob, Kassiererin im Warenhaus Wertheim, abgestürzt. Sie ist drei Stunden nachher gestorben. Gewerkschaftsbewegung Die Arbeitsverhältnisse in Bayern. tretende bis mindestens Ende Mai geltende Lohnerhöhung von 10 Broz. und außerdem die Aufbefferung der unangemessenen Posttionen angeboten worden war, wobei beide Lohnerhöhungen in den Tarif bis Ende Mal hineingearbeitet werden sollten. Die Aufbefferung der unangemessenen Positionen mußte man mit 5 Proz bewerten. Bei neuen Lohnforderungen ab Ende Mai würden die Töpfer zweifellos mindestens zu den gleichen Löhnen gelangt sein wie jetzt nach Streif und Aussperrung. Zudem haben die Töpfer in acht Wochen Aussperrungszeit etwa 360 m., unter Berücksich tigung der Streifgelder etwa 240 M., Verdienstverlust erlitten, zu dessen Nachholung bei einem faum erreichbaren Mehrverdienst von 20 Broz. 6 Monate erforderlich find. Von einem Erfolg des Baugewerksbundes und von einer Niederlage des Kachelofen- Fabritantenverbandes kann demnach keine Rede sein. # Arbeitersport. Die Einheitsfront im Arbeitersport. Konflikt im ARB. Solidarität“. Zum 20. Bezirkssportfest, das der Arbeiterradfahrerbund„ Soli darität" morgen in Neukölln abhält, erhalten wir von der Beairfsleitung ein Schreiben, das der Gausportausschuß der Bezirks, leitung übergab. Dem Gausportausschuß war bekannt geworden, daß auf dem Bezirksfest. der„ Rote Fronttämpferbund" die Musik stellen soll. Er hat sich damit nicht einverstanden erklären Tätigteit enthoben. tönnen und hat die Bezirksleitung für den Sonntag jeglicher Auf einem früher nie gefannten Tiefstand. München, 18. Juli.( Eigener Bericht.) Nach zweijähriger Bause, die verursacht wurde durch das Chaos, bas die unjelige Cuno- Bolitik in die ganze deutsche Wirtschaft gebracht hat, ist jetzt endlich wieder ein amtlicher Bericht der bayerischen Gewerbeaufsichtsbeamten erschienen. Eine Reihe der in diesem Bericht gemachten Feststellungen ist zur Beurteilung der wirt. Aus diesem Schreiben geht zweifelsfrei hervor, daß das BezirksSchaftlichen und sozialen Lage der bayerischen Arbeiterschaft von be. besonderem Interesse. Die Zahl der im Jahre 1924 durchgeführten sportfest unter dem Namen des Radfahrerbundes Solidarität“ zu Obwohl sich der Verband Deutscher Kachelofen- Fabritanten einer tommunistischen Veranstaltung gemacht werden Revisionen fonnte im Vergleich zu 1922 mit rund 2000 auf 46 414 gesteigert werden. Das erstemal wurden auch reine Ange- reichlich Zeit gelassen hat, hebt sich seine Berichtigung selbst auf. fell. Der Gausportausschuß hat recht daran getan, daß er durch #elltenbetriebe statistisch erfaßt und zwar insgesamt 7350. Wir gehen auf die Nebenfragen der Daten nicht ein. Die Berichti fein Eingreifen verhindern wollte, Sportfestlichkeiten der ArbeiterDie seit Erlaß der Arbeitszeitverordnung vom 21. Dezember 1923 gung jagt zunächst, daß der alte Tarif beibehalten wurde, der Bau- chaft zu tommunistischen Parteivergnügen degradieren zu lassen. Auf gebotene Möglichkeit der Arbeitszeitverlängerung hat gewerksbund seine Forderungen nicht durchgesezt habe. Weiter alle Fälle werden unsere Genossen und Anhänger im Bezirk Neuunten gibt sie jedoch zu, daß Lohnerhöhungen von durch fölln jest wissen, moran sie sind, wenn sie etwa noch die Absicht bie wirtschaftlichen Rämpfe vorwiegend auf das Gebiet der Arbeits unten gibt fie jedoch zu, daß Lohnerhöhungen von durchEtwas anderes haben sollten, das Bezirkssportfest zu besuchen. Nachdem der Turnzeit gedrängt. Der Bericht sagt darüber:„ Unter dem 3mang der schnittlich 20 Broz erzielt wurden. wirtschaftlichen Lage fand sich der Großteil der Arbeiterschaft mit haben wir nicht gesagt. Mit der Ferienfrage und der Handwerk verein Fichte" in seinem Mitteilungsblatt bei der Reichspräfieiner tariflichen Ausdehnung der Arbeitszeit ab, ohne das grundsätzeugentschädigung liegen die Dinge praktisch so, daß früher in den dentenwahl in aller Form für Thälmann eingetreten ist, scheint sich liche Festhalten am Achtstundentag aufzugeben. Die von den Gewerbe- meisten Fällen diese Bestimmungen nicht eingehalten wurden. Was nunmehr auch der II. Bezirk des Radfahrerbundes Solidarität" die Lehrlingsfrage betrifft, so begeht die Berichtigung Wort zu einer fommunistischen Organisation zu entwickeln. Wie lange räten veranstaltete Erhebung über die tatsächlichen Arbeits. flauberei. Im übrigen: Wenn die Kachelofen- Fabrikanten den wollen sich die wirklichen Arbeitersportler das noch bieten lassen? zeiten mährend des Jahres 1924 ergab folgendes: von 2083 Münchener Betrieben haben 63 Proz. die 48stün. Ausgang der Aussperrung für sich als einen Erfolg buchen, bige Arbeitswoche eingehalten; in Oberbayern- Land so ist das für die Zukunft sehr erfreulich. Wenn eine Lohnerhöhung Don 20 Broz. ein Erfolg der Unternehmer ist. dann wünschen wir maren es 52 Broz. Im Industriegebiet Nürnberg Fürth arbeiteten von den erfaßten 58 056 Arbeitern im ersten Bierteljahr ihnen recht viele solche Erfolge. 7,6 Proz., im zweiten 31,6 Proz., im dritten. 31,1 Proz. und im vierten 49,6 Broz. Iänger als 48 Stunden wöchentlich! Konferenz des Einheitsverbandes der Eisenbahner. Am Donnerstag tagte eine gut besuchte Konferenz der Funkgruppe Berlin) in den Comeniusfälen, die sich mit Organisa tions- und Lohnfragen beschäftigte. Berschwunden ist nahezu die Beschäftigung von Rindern, mogegen die Beanstandungen verbotener Beschäftigung weibtionäre des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands( Ortslicher und jugendlicher Arbeiter mit dem Transport Don Eteinen, Beschäftigung an Brenn- und Glasöfen, Schotterschlagen ufw. zugenommen haben. In vielen Fällen wurde das Bers haltnis der Lehrlingszahl zu den Gehilfen in einer für die Ausbildung der ersteren nachteiligen Weise beeinflußt. Bemerkenswert ift in diesem Zusammenhang folgende Feitstellung des Berichts: lleber den angeblichen schädlichen Einfluß der 48stündigen Wochenarbeitszeit auf die Ausbildungsmöglichkeit wurde anfangs viel geflagt. In Wirklichkeit bildet die 48- Stunden- Woche kaum ein Hinder nis für die Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses, wenn nur bei dem Lehrling Eignung für den Beruf und bei dem Meister der Wille, die zur Verfügung stehende Zeit ausschließlich zur Ausbildung des Lehrlings zu verwenden, vorhanden find." Am Schluß betont der Bericht die Verschlechterung der Erwerbsverhältnisse der Arbeitnehmer. Löhne und Gehälter hätten zwar die Friedenshöhe erreicht, teilweise sogar überSchritten, hinsichtlich der Kauffraft stehen fie jedoch noch weit gegen die Vortriegslöhne zurüd. Eine empfindliche Pürzung der Einnahmen stellen ferner die 2ohnabzüge für Steuern und all die Borkriegsbeiträge beträchlich übersteigenden Beiträge für die Sozialversicherung dar." Rechnet man dazu noch Rurzarbeit und Erwerbslosigkeit sowie den Fortfall der aus den zusammengebrochenen Fabrittassen früher bezogenen Unterstügungen, so fann jeder Einsichtige wohl den Worten des Berichtes zustimmen, die lauten: In vielen Arbeiterfamilien Jont die Lebenshaltung auf einen früher nie getannten Tiefstand." Wieder eine gescheiterte Aussperrung. In der Kachelofenindustrie. Zu dem in Nr. 299 des„ Borwärts" vom 27. Juni schickt uns der Verband Deutscher Kachelofen- Fabritanten folgende Berichtigung: 1. Tatsache ist, daß der Streit der Töpfer in Meißen nicht Anfang April, sondern am 20. April begann. 2. Tatsache ist, daß der Baugewerksbund die Aussperrung nicht mit Lohnforderungen in den einzelnen Orten beantwortete, fondern mit der Einreichung seiner Forderungen in der Form eines neuen Tarifentmurfs überfandt am 10. März die Streitigkeiten begann. 3. Tatsache ist, daß bei der Schiedsgerichtsfihung, die Anfang der betreffenden Woche( am 22. Juni) stattfand, ein Schiedsspruch von den Arbeitnehmern nicht abgelehnt wurde. Der einzige von dem Schiedsgericht gefällte Spruch war von vornherein für beide Parteien bindend, da er mit qualifizierter Mehrheit( 8 zu 1) zustande fam und für diesen Fall diese sofortige Verbindlichkeit von den Parteien vereinbart war. 4. Tatsache ist, daß der Baugewertsbund seine Forderungen im wesentlichen nicht durchsetzte. Die eingereichte Tarifvorlage wurde meder angenommen noch auch nur dem Schiedsspruch zugrunde gelegt. Der Schiedsspruch erkennt mit den Eingangsworten: Bur Berpollständigung des Mantel- und Lohntarifvertrages den bisherigen Tarif mit bestimmten Ergänzungen und Lohnerhöhungen als weiter bestehend an. mar. 26 5. Die Regelung der Ferien ist genau fo geblieben wie sie bisher 6. Die Bezahlung des Handwertszeugs ist ebenfalls genau fo geblieben wie sie bisher war. 7. Der Schiedsspruch zwingt die Fabrikanten nicht, die LehrKingsfrage zu regeln. Vielmehr haben die Bertragsparteien selbst fich lediglich verpflichtet, über Lehrlingsentschädigungen und Lehrlingsausbildung miteinander in Berbindung zu treten". 8. Die Arbeitszeit murde dahin geregelt, daß unter Beibehaltung der bisherigen Arbeitszeit von 48 Stunden der bisherige einheit. liche Ueberstundenzuschlag von 20 Pf. beseitigt und ein Zuschlag Don 10 Proz. für die ersten fünf Ueberstunden eingeführt wurde, der fich für weitere Ueberstunden auf 25 Broz. erhöht. 9. Lohnerhöhungen find insofern eingetreten, als Unebenheiten der Tarife ausgemerzt wurden, durch Zuschläge von 3 bzw. 5 Proz hei Schamotte und 6 Broz bei Schmelz. Auf diese und alle übrigen Bofitionen erfolgt ein allgemeiner Zuschlag von 14 Proz. bei Schamotte und 15 Broz. bei Schmelz. 10. Der Erfolg des Baugemertsbundes ist durchaus bestreitbar, da den Töpfern vor dem Streit( am 6. April) eine sofort einDer gute Kapitän- Reederei Kantabak ist in den maisten Zigarrengeschäften erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Falekensteinstr.48 Er Winkler führt als Berichterstatter aus, daß infolge der in Köln vollzogenen Vereinigung zwischen DEV. und RG. möglichst bald der organisatorische Umund Aufbau vollzogen werden muß. Neben diesen vom Berbandstag in Köln beschlossenen und durchzuführenden Aufgaben laufen die der Ortsgruppe. schilderte dann die günstige Entwicklung der Ortsgruppe bis zum Märzstreit und den danach eingetretenen Beharrungszustand. In der Werbetätigkeit muß mehr als bisher getan werden, vor allen Dingen in engster Fühlungnahme mit den Beamtenkollegen. In der Stellung nahme gegenüber dem FEB. betreffend Uebertrittsbedin gungen zum Einheitsverbande ist laut Verbandsbeschluß feine Benderung eingetreten. Dies ist aber fein Hinderungsgrund, auch wieder mit den FEB.- Kollegen zusammenzukommen, die ernstlich und aufrichtig gewillt sind, sachliche Gewerkschaftsarbeit zu leisten. # Arbeiter- Turn- und Sportverein Frisch- Frei, Rieberschönemetbe. Am Sonntag, den 19. Juli, findet eine Motorbootfahrt statt. Abfahrt Sonntag frith 7 Uhr Sannomißbrüde( Robiling). 7 Uhr Café Sedan, Riederschöneweide. Fahrt nach der Berliner Schweiz. Fahrpreis: Erwachsene 2,50 M., Rinder ab 8 Jahre 1,25 m. Sport. Borkämpfe in der Bodbrauerei. Der„ Qualitätsring Bunching" veranstaltete gestern seinen 4. Großkampftag. Es gab teilweise recht harte und technisch gute Kämpfe. Als erstes Paar stieg Kohler und Striedl in den Ring. Kohler war der bessere Mann und siegte überlegen nach Puntten. Das mit großer Spannung erwartete Treffen Boldi Steinbach- Aler Kiausch fam leider nicht zustande, da K. An feine Stelle trat wegen Furunfulose nicht antreten fonnte. Voigt, der für Steinbach aber ein zu leichter Gegner mar. Bis zur 5. Runde hielt er sich tapfer, mußte dann aber soviel einsteden, daß er dreimal zu Boden ging und den Kampf aufgab. Im Hauptfampf des Abends stieg Hermann Hesse und Walter Funke durch die Setle. Es ging um die Weltergewichtsmeisterschaft. Der Kampf wurde mit besonderer Härte geführt. Bedauerlicherweise ließen sich beide Gegner zu wiederholten unfairen Handlungen ver leiten, so daß die Qualität des Treffens sehr darunter litt. Der Rampf endete unentschieden. Als legtes Baar standen sich Baul der schönste und fairste Kampf der Veranstaltung. Ziemdorf hat sich start verbessert und machte Road, der auch in Form ist, viel zu schaffen. Noads Anstrengungen, in der letzten Runde wenigstens einen Punftsieg herbeizuführen, reichten nicht mehr aus, und so trennten sich die Segner unentschieden. In längeren Ausführungen behandelt Binfler die Gleich gültigteit unter den Eisenbahnern und die in verschiedenen Be- Noad und Erich Biemdorf gegenüber. Es war unzweifelhaft trieben sich bemerkbar machenden national- sozialistischen limbimschüßen und Kriegervereine. An Hand von Tatsachen wies er nach, daß diefe Irregeführten auch die größten ezer gegen die freien Gewerkschaften sind. Sie schreien Tag für Tag nach befferen Löhnen und Gehältern, befizen aber dennoch viel überflüssiges Geld für den national- fozialistischen Rummel und die damit verbundene Bettelei für Denkmalsbauten usw. Diese Schmarogerpflanze muß rüdfichtslos bekämpft werden. Die Diskussionsredner waren mit den Ausführungen Winklers einverstanden. Von den Beamtenkollegen erwarten die Funktionäre, daß auch sie nun mit vereinten Kräften ihre Pflicht erfüllen. In der Lohnfrage fonnte Winkler nachweisen, daß die Eisenbahnerlöhne nicht nur völlig unzureichend find, sondern daß diese gegenüber den Löhnen der Privatindustrie in gar keinem Verhältnis mehr stehen. Die Folge davon ist Verminderung der Arbeitsleistung, eintretende Arbeitsunluft und Flucht der qualifizierten Arbeiter aus dem Eisenbahnbetrieb in die Privatindustrie. Die Funktionäre erwarten von den Verbandsinstanzen, möglichst bald mit der Reichsbahnhauptverwaltung Berhandlungen anzubeahnen. Beschlossen wurde, eine in diesem Sinne gehaltene Resolution sofort dem Reichstage zu übersenden. Die Funktionäre gelobten, die Unorganisierten und Irregeführten in diesem Sinne aufzuklären und aufzurütteln. Lohnbewegung der Kämmereiarbeiter. Im Rathause fanden heute neue Verhandlungen über die Neuregelung der Löhne der Kämmereiarbeiter statt. Bekanntlich hatte die Bezirksschiedsstelle und in der Folge auch der Zentralausschuß eine Erhöhung der Löhne abgelehnt. Die heutigen Verhandlungen, die vom Verbande der Gemeinde- und Staatsarbeiter geführt wurden, führten zu dem Ergebnisse, daß dem Magistrat eine Erhöhung 5 Pf. pro der Löhne der männlichen Bollarbeiter um Stunde vorgeschlagen werden soll. Die Löhne der jugendlichen und weiblichen Arbeiter sollen im Verhältnis geregelt werden. Der Magistrat wird in seiner Sizung am fommenden Mittwoch zum Berhandlungsergebnis Stellung nehmen. Wir fügen hinzu, daß uns die Zustimmung des Magistrats unumgänglich und unvermeidbar erfcheint. Immer wieder Stillegungen. Duisburg, 18. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Infolge weiterer Verschärfung der Kohlenabsaktrise hat die Gemertschaft Friedrich Thyffen wieder 1200 Mann der Belegschaft zum 1. Auguft gekündigt. Die Entlassungen verteilen fich auf alle Schachtanlagen; in Hamborn, Wehhofen und Lohberg. Danach werden die Belegschaften der beiden legtgenannten Zechen, sowie die Hamborner Zeche III/ IVund I/ VI besonders betroffen da diese Gasflamm- Kohlenzechen unter der Ab. fagtrife befonders zu leiden haben. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Gebaftianftr. 37/38, Sof 2 Er. Achtung, Brikwall- Fahrer! Dos Laftauto nach Brigmalt fährt am Sonntag, den 10., morgens 5 Uhr, ab Lehrter Sauptbahnhof. Adolf Hoffmann Kieck Episoden und Zwischenrufe Moritzpl. 8197 Ab Oberbaumbrücke täglich außer Sonnabends reizvolle Ferien- Dampfer- Extrafahrten nach Nen- Heringsdorf und Woltersdorfer Schleuse Abfahrt: Sonntags 12 u. 2 Uhr mittags, Wochentags 9 Uhr vorm. Fahrpreise für Hin- und Rückfahrt: Berliner Elektriker- Sonchte Neu- Heringsdorf| 30 M., Woltersdort. Schieuse 2.50 M Genossenschaft angeschl. dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str. 86-88 Ferns recher: Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4- Tel. Pfalzburg 9831 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller elektrischer Bedarfsartikel. Ausführung sämtl Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit • 1.Kinder die Hälfte. 19 99 Jeden Montag und Freitag Neue Mühle 9 Uhr vormittags nach Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt: 2 Mark, Kinder 1 Mark Tel. 9 Uhr vorm.( auß. Grünheide Fahrin- a Rück 2 M, Kinder 1 M aus der Parlaments- und Minifterzeit. Preis 1 Mart. Porto 5 Pfennig. Borräfig in allen VorwärfsAusgabestellen. HUNDE Sonnabd. u. Sonnt.) n. Ferner: Täglich( außer Sonnabend und Sonntag) reizvolle Dampferfahrten über Pfaueninsel, Potsdam, Caputh, nach Ferch am Schwielowsee. Abfahrt: 81% vorm. ab Katzen, Papageien und alle Marschallbrücke( nahe Bhf. Friedrichstraße) und 9, vorm ab Charlottenburg Tegeler Weg( uane Bhf. Jungfernheide). Haustiere werden behandelt. Fahrpreis hin und zurück 3 M.. Kinder die Hälfte. Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und trotzdem 12 3/2 billig! Tierärztliche Poliklinik Chausseestraße 93 nenen Krie ervereinshaus Sprechstunden: 11-1 u. 16 Uhr Bogfämpfe in Neukölln. Der Bogfportflub Besten und die Neuköllner Sportfreunde hatten gestern abend zu einem nationalen Borkampfabend geladen, und es sei vorausgeschickt, daß dieser Abend wie die meisten Berliner Amateurveranstaltungen bei gutem Besuch eine gute Organisation bewies. Einen schönen Rampf lieferten die Leichtgewichte Repmann 119 gegen Fromm( NSF.) 116%. Fromm ist ein fabelhaft schneller Kämpfer, so daß er, nachdem er durch drei Runden geführt hat, Sieger bleibt. Die Weltergewichte Nispe( BC. Westen) 133 und Regel( NSF.) 134% gehen mit großer Behemenz aneinander heran, Nispel Sieger. Die Mittelgewichte Till( Teutonia) 148 gegen Luich ( Weften) 141 fämpften unentschieden bis zur dritten Runde; eine Bujagrunde sicherte Till den Sieg. Die Federgewichte Wachowiak II 110 und Nemad 109 zeigten einen sehr unreinen Kampf, in dem Bachowiat Punttsieger blieb. Im Fliegen- Gewicht trafen sich der deutsche Meister von 1925 Schulz, Magdeburg 101 und Walter ( BC. Westen) 103. Schulz zeigt seinen alten, feinen und be. fonnenen Kampfftil. Diesem ruhigen, fein distanzierten Figther ist der gut borende Walter nicht gewachsen. Schulz einstimmig Sieger nach Bunften. Rebelsti( Maccabi) 124 und Wilfch( Westen) 127 zeigen guten Sport. Sieger Wilsch nach Punkten. Meier( Aftoria) 127 und Weiß( NSF.) 132 bringen interessanten Sport. Beide erweisen sich als Nehmer härtester Art, jedoch reißt in der dritten Runde Weiß die Führung so an sich, daß er zum Sieger erflärt wird. Ein offenkundiges Fehlurteil unterlief den Bunftrichtern in dem folgenden Kampf Ahlgrimm 103% gegen Tesch 103. Der Sieg wurde Lesch zugesprochen, was den unbedingt berechtigten Zorn der Menge hervorrief. Zum Schluß entwickelten die Schwer gewichte Habermann( Teutonia) 165 gegen Wegener( Westen) 163% ein für ihre Gewichte folloffales Tempo. Habermann muß in der ersten Runde zweimal zu Boden. Auch in der zweiten und dritten Runde führt Wegener und bleibt Buntisieger. Theater der Woche. 1 Große Komödien Bom 19. Juli bis 27. Juli 1925. Echauspielhans: Areuafeuer. Schiller- Theater: Annemarie. Boltsoper im Theater bes Wefters: Ufait. Renaissance- Theater: 20. bis 26. Die Pfarrhausiomödie. Deutsches Künstler- Theater: Meijeten. Berliner Theater: Anneliese von Dessau. Trianon haus: Der Tekte Kuk. Theater: Die Tugend der Prinzessin. Romische Oper: Das hat die Welt nod nicht gefeb'n. Metropol- Theater: Taufend fülke Beinchen. Operetten Theater am Rollendorfplah: haus am Schiffbauerdamm: Der Heine Ruppler. Madame Revue. Kleines Theater: Rofen. Goethe- Bühne: Mohrenwäsche. Rose- Theater: Die vertagte Nacht. Schloßpark- Theater Stenlik: Das Mufi Bantenmöbel. Theater im Admiralpalaft: Chocolate Ribbies. Rachmittagsportellung Schloßparf- Theater Steglit: 9. Anna Biefe. Berantwortlich für Bolitik: Bictor Schiff: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewertschaftsbewegung: 3. Steinez; Feuilleton: Dr. John Schilomsti; Lofales und Sonstiges: Frik Raritäbt: Anzeigen: Th. Glade; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Fritz Ronuar Neukölln, Routerstraße 53 die billige Lezugsquelle für Laib Les- Wäsche Wäschestoffe jeder Art. 2. Geschäft: Anzengraber- Straße 27 Tapeten 25 Pf. 30 Pf. 35 Pf. Riefenauswahl in allen Preislagen herrliche Muster Tapeten- Magazin Humboldt Brunnenstraße 112, Ecke Voltastraße nur 1. Etage, fein Laden. ( Ninafrei, daher fonkurrenzins billig.) Borge ger erhält 5, Rabatt w Erfinder Vorwärts strebende gute Berdienstmöglichkeit! Auflärung und Anregung gebb. Broschüre Ein neuer Geift gratis burch: Erdmann& Co., Berlin, Königgräger Straße 71. Spazial behandl. Aur für Lampions von 5 Pf. an. Stocklaternen m.Stock a. Licht& Pf. Fackeln, Luftballons, alle Festartikel sehr billig. Feuerwerk jed. Art, Sortimente von 1.- M. an. Bengalfeuer Kilo M. 2.Papiermützen Dtz. 20 Pf. an. A. Maas& Co., Markgrafenstraße 84 an der Lindenstraße. Gegründet 1890. in Häft., Gesä und Bein, wen Erzil. festgestellt, In 15 Tagen sind schwere Fälle beseitigt warden. Unantastbare Hellerfolge Bestätigeng and Paierenren, ärzti. empfohlen. avalidenstraße 100. 9-11. 1-4. Seaalaj 10-12. Jacoby. Ischias