Kr. 337 ♦ 42. �aheg. Ausgabe gk Nr. 173 BezugSvretS: SBSAenUid) 70 Pfennig,«onaNch 8,— Seidismoct notaus wtilMr. Unter«reu, band für Deutschland, Saiuia. Saar- und Memelaebiet. Delierreich. Litauen. Luiemdurg t.N Reichsmark, für das Übrig« Ziusland 5,50 Reichsmark uro Monat, Der.Sonsärts* mit der Sanntag*. beilaa».Soll und Seif mit»Sied. Inno und«leingarten* sowie der Beilage»Unterbaltung und Kissen* und israuenbeilage.Israueii stimme* erscheint wochentäalich tweimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm-Adresse: ,So»ialdemokr,t Berlin* j Smmwgsausgalte Vevlinev Volksblatt pksnnig� Anzetgenpretsc! Di« einspaltige Nonpareille. «eil« 80 Pfennig. Reklame, eile 5,— Reichsmark,„«leine Anzeigen* das fettgedruckte Wort Zö Pfennig (zulässig zwei fettgedruckte Worte), iedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erst« Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch- itaben zächlen für zwei Worie. ffamilienanzeigen für Abonnenten Seile 40 Pfennig. Anjeigen für die nächste Nummer müssen bis(lb Uhr nachmittags im Kauptgeschäft, Berlin SW 08, Linden- lirake 3. abgegeben werden Geöffnet son S Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zcntralorgan der Sozialdemokrat» feben parte» Deutfcblands Reöaktion und Verlag: öerlin EW. 66, Linöenstraße 3 �rerusvrelder: Red a trio» Tönhoff«««—«ss � Bering: Dönhoff!tZU«-LSU7 Sonntag, den 19. Juli 19ÄF Vonvärts-Verlag G. m.b.H., Verlin EW. 66, Linüenstr.Z Bostfcheikkouto: Berlin z?s»a— Bankkonto: Direktion der DiSkonto-Nesellschaft, Tehofltenkafse Lindenftrahe!i Taza gefallen. Heftige Angriffe der Rifkabylen auf Fez. Die franzöfifchen Verlufte. Paris. 18. Juli.(Eigener Drahlliericht.) Laut bisher noch un- bestätigten Prioatmeldungen soll sich T a z a seit Sonnabend früh in der chand der Rifkabylen befinden. Die amUichen Kriegs- berichte melden bisher lediglich, daß die Straße Fes— Taza— lltschda und die Verbindung zwischen Fes undAin Aicha unter- brachen und tilometerwetse von den feindlichen Stämmen besetzt sei. Die Angriffe gegen Fes selbst dauern in unverminderter Stärke an. In P a r i s herrscht wegen der Unklarheit der Lage be tröchtliche Aufregung. Drei Divisionen noch Marokko. Paris, 18. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Nach einer Halbamt- lichen Meldung aus Fes haben die neuerdings noch dem marokkanischen Kriegsschauplatz entsandten Truppen die Stärke von d r e i D i v i s i o n e n. Di« 11. und die marokkanisch« Division sollen m Casablanca ausgeschifft, die Z. von Algier aus auf dem Landwege nach Marokko transportiert werden. Die neuen Verstärkungen sollen in der Gegend von Fes zusammen- gezogen werden und mit den anderen bereits in Marokko befind- lichen Truppenverbänden die Heeresgruppe bilden, mit der das französische Hauptquartier, sobald die gegenwärtig« Hitzeperiode zu Ende ist. eine Gegenoffensive aus breiter Front zu untemehmcit gedenkt. „Keine rasche Beendigung der Kämpfe". Paris. 18. Juli.(Eigener Drahibericht.) Die Höhe der f r a n. z o f i s ch e n Verluste aus dem marokkanischen Kriegsschauplatz bis zum A). Juni wird amtlich auf 1473 Tote und Vermißt«, 2773 Verwundete und 30 Gefangene angegeben. Die Zahl der in Marokko zusammengezogenen Truppen beträgt noch einer Aeußerung des neuen Oberbefehlehabers Naulin 12 3 00 0 Mann. Raulm hat sich über die Lage in Marokko ziemliä) pesst- mistisch geäußert. Das französische Oberkommando befinde sich in einer sehr ernsten Lage. Die Oeffentlichkeit dürfe die Schwierig- keilen, auf die der Fcldzug gegen Abb el Krim stoße, nicht unter- schätzen. In N o r d a f r i k a sei gegenwärtig die Periode der größten Hitze. Dazu komme, daß die Transportmittel sich in einem kaum glaublichen Zustand befinden, es f e h l e fast völlig an benutzbaren Straßen und es fei ein Fehler, wenn man mit einer raschen Beendigung der Feindseligkeiten rechne. hMJreber&hi' "*-» Me Front- Nu Nme Front Neueste Karte vom marokkanischen Kriegsschauplatz. Die Note an Irankreich. Einstimmig beschlossen— am Montag zu sibergebeu! MTV. meldet amtlich: Die Schlußred attlou der Aal- mori aus die Ilole der stanzöfischen Regierung vom IS. Zuni. be- treffend den Abschluß eines Sicherheitspatt«», ist in einer Ministerbesprechung, die Sonnabend mittag in der Reichskanzlei stattfand, erfolgt. Der endgültige Wortlaut der Rote«st in dieser Sitzung einstimmig beschlossen worden. Die Rote wird, wie wir ersahreu. voraussichllich am Montag in Paris übergeben und am Mittwoch früh veröffentlicht werden.___ *" Die Räumung ües Ruhrgebiets. Westfalen bis zum«Ä. Juli frei. Münster. 18. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Nach einer Mit- teilung der Stadtverwaltung Gladbeck ist heute morgen 9 llhr d i e Besatzung aus Gladbeck abgerückt. Damit ist der Ab- schnitt Gladbeck, zu dem die Städte Buer, Dorsten, Bork, Marl, Wul- fen, Dahlen, Kirchhellen, Bottrop gehören, vollständig geräumt. Der Abzug geschah ohne jede Reibung. In einem Schreiben an die Stadt- Verwaltung Gladbeck erkannte der Kommandant das korrekte Ber- halten der deutschen DeHörden bei den Uebergabeverhandlungen an. Der Abmarsch der Truppen au» Recklinghausen ist heute morgen ohne jeden Zwischenfall erfolgt. Ein französischer Kommandant sprach am 17. Juli bei der Stadt- Verwaltung Hattingen vor und meldete, daß das Gebiet West- falen vom ZV. bis 22. Juli geräumt wird. Die deutschen Hoheitsrechte treten wieder in Kraft. Das Bureau für Zivilangelegen- heiten wird von Witten nach Esten verlegt. Das ZoUkompromiß. Das Zentrum für die Forderungen der Agrarier? Die Bechandlungen der Regierungsparteien über ein Zoll- kompramiß sind noch nicht abgeschlosten. Der F r a k t i o n s- v o rst a n d des Zentrums hat von feiner Fraktion den Auftrag erhalten, die Verhandlungen weiter zu führen. Die Zentrumsfraktion selbst hat noch keine verbindliche Entscheidung gefällt. Die„K r e u z z« i t u n g" behauptet jedoch: „Nach unseren Informationen stt die Einigung mit dem Zentrum durchaus gegeben» wenn auch darüber noch einige Tage vergehen werden." Es fragt sich, wer bei dieser Einigung nachgegeben hat. Don anderer Seite wird versichert, daß diese Einigung auf folgender Grundlage erfolgen solle: die Bindung der Getreide» zölle als Mindestzölle soll fallen, dafür sollen die V i e h z o l l« als M i n d e st z ö l l e gebunden weichen und der a u t o n o m e T a r i f für Getreidezolle— 7,50 M. für Weizen und 7,— M. für Roggen— soll bereits am 1. A u g u st d. I. in Kraft treten. Ein Zollkompromiß auf dieser Grundlage würde einen vollen Erfolg der Agrarier darstellen. Der Wegfall der Min» destjülle unter solchen Bedingungen ist nichts als eine Lugen» Verblendung für die- Zentrumsarbeiter, es wird nicht nur auf» gewogen, sondern überkompensiert durch das sofortige Inkrafttreten eines echten Hochschutzzolls für Ge- treibe. Daß es sich um einen reinen Schutzzoll han- delt. geht daraus hervor, daß bei den bisherigen Handelsver- tragsverhandlungen der Getreidezoll, soviel bisher bekannt ge- worden ist, überhaupt keine Rolle gespielt hat. Der Geist eines solchen Kompromisses ist nicht der Geist, der es verlangt, daß die autonomen Sätze des Zolltarifs als Berhandlungs- zölle behandelt werden sollen, sondern der Geist der Schutzzöllnerei. Ist die Einigung der Deutschnationalen mit dem Zentrum auf dieser Grundlage wirklich gegeben? Führt der Weg des Zentrums an die Seite der Brotwucherer? Konflikt um öen Finanzausgleich. Heids Einspruch ohne Erfolg. München. 18 Juli.(Eigener Drahibericht.) Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held ist am Sonnabendvormittag unoer- richteter Dinge aus Berlin nach München zurückgekehrt, da seine Verhandlungen mit dem Reichssinanzminister über den Finanz- ousgleich ohne Erfolg abgebrochen worden sind. Nach Er- klärungen Dr. Helds beharrt der Reichssinanzmintster nach wie vor auf seinem Standpunkt, den Wünschen der Länder keine Zuge- ständnissc machen zu können. Andererseits vertraten sämtliche Länder- rcgierungen in gemeinsamer Front die Ansicht, daß der vorgeschlagene Finanzausgleich für sie unannehmbar sei. Die Stellung des Herrn von Schlieben scheine jedoch unsicher zu werden, da die Stimmung unter den Parteien des Reichstags umzuschlagen beginne. Das sei vor allem auch bei der eigenen Partei des Minstter, der Deutsch- nationalenBolkspartei. der Fall, die infolge eindringlicher Vorstellungen einer Reche deutschnatioaler Landesorganisattooen in chrer Mehrheit ein Entgegenkommen des Reichs gegenüber den Ländern wünsche. Geschlossen hinter Schlieben stünde nach wie vor die von großindustriellen Einslüsten beherrschte Deutsche Volks- Partei und ebenso die Mehrheit des Zentrums. völkische Pleite. Eingehen der„Bayerischen Hochschukzeitung". München. 18. Juli.(Eigener Drahibericht.) Das Hauptorgan der völkischen Hetzer an den bayerischen Universitäten, die„Ba ye- r i s ch e H o ch s ch u l z e i t u n g", hat jetzt ihr Erscheinen eingestellt, nachdem ihr verantwortlicher Redakteur, stuä. phil. Franz Gengier, durch seine Beteiligung an einem inzwischen verkrachten völkischen Verlag in Nürnberg mit dem Staatsanwalt in Konflikt geraten ist. Berantwortlicher Mann für den Anzeigenteil war«in stuck, in«, namens E b e n b ö ck. der zur Leibgarde Hitlers zählte und bei besten Putsch«ine Sturmabteilung führte. Bezeich- nend für die Zustände in Bonern ist. daß dieses völkische Hetzblatt niemals unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu leiden hatte, weil durch eine Verordnung des b a n e r i f ch e n K u l t u s m i n i st e- riums zwangsweise alle Studierenden an bayerischen Hoch- schulen, auch wenn sie mit der Haltung dieses Blatttes nicht einver- standen waren, mit siner Kops st euer von 20 P j. für dieses Blatt belostet wurden._... Zum Geleit. Die deutsche Note auf dem Weg nach Paris. Bon einem klugen Mann stammt die Definition:„Fort- schritt ist— wenn man aufhört, etwas zu diskutieren." Bon diesem Fortschritt find wir in der europäischen Frage noch recht weit entfernt. Wird die deutsche Note, die sich setzt auf dem Wege nach Paris befindet, uns dem Punkt näher bringen, an dem das bloße Reden aufhört und die T a t beginnt, die auf große geschichtliche Entwicklungen den Schlußstein setzt? Es gehört sehr viel Optimismus dazu, dies anzunehmen. Es wäre ein wahrhaftiges Wunder, wenn dieses nach allem Hin und Her de? letzten Wochen mit Ach und Krach zustande gekommene Schriftstück den Geist der Entschlußfreudigkeit atmete und geeignet wäre, einem europäischen Gesamtwillen einheitliche Richtung zu geben. Für eine deutsche Politik, die nicht von Utopien, sondern von Realitäten bestimmt wird, gäbe es freilich kein schöneres nationales Ziel als dieses, bei der Schaffung einer friedlichen europäischen Völkergemeinschaft, ohne Aufdringlichkeit und ohne Reklame, die Führerrolle zu übernelzmen. Welcher Triuniph wäre es doch für das entwaffnete Deutschland, wenn es verstände, sich zum Träger einer neuenJdeezu machen und durch die Macht des Geistes einen gleichberechtigten, hoch- angesehenen Platz unter den Völkern zu gewinnen! Heute ist doch nicht die Fratze, ob der Satz„Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg" richtig oder falsch ist: auf alle Fälle ist er für Deutschland unpraktikabel. So erklärt es sich, daß auch von nationalistischer Seit« gelegentlich Ausslüge in das Gebiet einer wirklichen„nationalen Realpolitik" unter- nommen werden, die dann freilich in ihren Anfängen stecken bleiben. Die Bereitschaft zur Garantierung der Westgrenze, zum Verzicht auf Elsaß-Lothringen, ausgesprochen durch eine Regierimg, in der vier Deutfchnanonale sitzen und die von einem Volksparteiler außenpolitisch geführt wird, war ein solcher Ausslug in das Gebiet der„notionaben Realpolitik". Er hat in Frankreich nicht das Verständnis gefunden, das zu wünschen gewesen wäre. Wenigstens glaubt man auf deutscher Seite, in der französischen Antwort mehr Sorge um die Erhaltung bestehender Militärbündnisse mit unseren östlichen Nachbarn als revolutionären Willen zur außenpolitischen Neu- gestaltung erblicken zu müssen. Es ist die Schicksalsfrage der deutschen Rückantwort, ob sie sich darauf beschränkt, das ge- fährliche Gebiet mit juristischen Untersuchungen abzutasten, oder ob es ihr gelungen ist, durch Hervorhebung entscheidender, allen gleichermaßen einleuchtender Gesichtspunkte propagandistisch zu wirken. Einstweilen läßt es sich schwer vorstellen, daß einer Note, die vor den Augen der Deutschnationalen Gnade gesunden hat, eine solche Wirkung iimewohnen könnte. Man kann wohl die KraftdesFriedensgedankeus daran erkennen, daß selbst«ine vorwiegend deutschnationale Regierung ihm ihre Reverenz zu erweisen genötigt ist. man kann aber den neu und kaum Bekehrten gevcchterweise keine Apostelkraft zu- trauen für einen Gedanken, zu den» sie sich doch nur recht widerwillig bekennen. Darum wird die Welt gut tun, wenn sie mit ge- dämpften Erwartungen an die Lektüre der neuen Rote herangeht. Ein entscheidender Fortschritt ist«och nicht da, es wird eben noch weiter diskutiert. * Der entscheidende Fortschritt wird nicht durch die Bc- kehrung der reaktionären Parteien kommen, sondern erst durch ihren Zusammenbruch. Niemand oermag heute noch zu sagen. mit wie großen Verlusten die Deutschnationalen die Freude des Reaierens einmal bezahlen werden, und doch sieht jedermann, daß die Zerrüttung der„größten Regierungs- partei" rapide Fortschritte macht. Hier sieht man einen politi- schen Inflationsgewinn zerrinnen, der nicht minder skrupellos und verbrecherisch gewonnen war, als irgendein Wirtschaft- licher Inflationsgewinn. Der Versuch, die alte konservative Partei in eine deutschnattonale umzugründen, ist heute schon mißglückt. Diese alte konservative Partei hatte es unternommen, die im Zu- sammenbrnch verloren gegangenen Privilegien in der Demo- kratie zurückzuerobern: darum kostümierte sie sich um und ergab sich einem skrupellosen Demagogcntum. Aber sehr rasch hat sich gezeigt, daß die Aufpeitschung niedrigster Instinkte und die Häufung der unmöglichsten Versprechungen zwar vertzängliche Wahlerfolge einbringen, aber keinen Widerstands- fähigen Parteikörper schaffen kann. Heute knistert es in allen Fugen, und enttäuschte Wählermassen gebärden sich heute ebenso als leidenschaftliche Gegner der Partei, wie sie ihr noch vor kurzem sanatisch« Vorkämpfer gewesen sind. Sobald das betrogene Kleinbürgertum erkannt hat. daß es nur als Vor- spann großagrarischer Interessen mißbraucht worden ist— und der Kampfumden Zolltarif hämmert ihm diese Erkenntnis ein—, muß die stolze Deutschnationale Partei unvermeidlich zur parlamentarischen Stärke der weiland kon- servatioen Partei im Reichstag und weit darunter hmabstnDen. Das heißt, sie muß ihre politische Bedeutung verlieren, die ja bei der konservativen Partei nie in der zahlenmäßigen Stärke ihres Anhangs im Lande, sondern nur in den Porrechten, die ihr das alte System gewährte, ihre starken Wurzeln besaß. * Mit dem unvermeidlichen Absinken der Deutschnationalen wachsen die Aufgaben, wächst die Verantwortung der S o z i a l» demokratischen Partei. Auch das soll man im Aus» lend nicht übersehen, daß die Sozialdemokratie, indem sie sich konsolidiert und verlorene Position zurückerobert, auch für die auswärtig« Politik steigende Bedeutung gewinnt. Außenpolitisch gibt es ja in Deutschland heute eigentlich nur noch zwei Programme: dos kommunistische und das sozial- demokratische. Das kommunistische Programm predigt wenig- stens nicht, wie das abgetane nationalistische, die Gewalt ins Blaue hinein, sondern sucht die Lösung im Bündnis Deutsch- lands mit einer starken Militärmacht: Rußland. Das sozialdemokratische sucht sie in dem Zusammenschluß der Völker westlicher Kultur und hochkapitalistischer Entwicklung. Heute erlebe« wir, daß sich eine unter starkem deutschnatio- nalen Einfluß stehende Regierung, wenn auch nur zögernd und schwankend, in der Richtung des sozialdemokratischen Pro- gramms bewegen muß— aus dem einfachen Grunde, weil ihr jedes eigene fehlt. Denn das Sammelsurium von Phrasen und kindischen Hoffnungen, mit denen die Deutschnationalen vordem nach Hitlers Methoden ihre Versammlungen be- rauschten, kann nur so lang« als Programm betrachtet werden, als jeder Versuch unterlassen wird, es zur praktischen Aus- fiibrung zu bringen. » Die geschichtliche Bedeutung des Memorandums vom 2. Februar bestand darin, daß es der ganzen Welt den Bankerott der national! st ischen Phrase ver- kündete. An diesem Bankerott kann durch neue Roten nichts mehr geändert werden. Es mag fein, daß die neue Rote etwas von dem Schrecken erkennen läßt, der die„größte Re- gierungspartei" befiel, als sie erkannte, auf welchen Weg sie geraten war. Aber, wenn der„Temps" jetzt schon dahinter „neue taktisch« Manöver" vermutet, so möchten wir ihn be- ruhigen. Es heißt die deutsche Rechtsregierung schmählich ver- leumden, wenn man ihr geheime Gedanken zutraut, sie hat weder geheime noch sonstige, und wenn sie welche braucht, muß sie bei Sozialdemokraten und Pazifisten borgen gehen. Dies der Rote vorauszuschicken, ist vielleicht nützlich, um Mißverständnisse zu vermeiden. Mißverständnisie oermeiden heißt die Diskussion abkürzen. An dieser Diskussion ist uns wenig gelegen, desto mehr an ihrem Abschluß durch einen praktischen Fortschritt. Der ist erst gegeben, wenn in Europa ein gemeinsamer Boden geschaffen wird, auf dem die arbeitenden Menschen für eine bessere Zukunft kämpfen können. Künüiguag ües üeutsch-spanischen Vertrages Neue Verhandlungen? Der deutfch-spanische Handelsvertrag wurde, wie wir gestern bereits kurz gemeldet haben, zum 16. Oktober d. I. gekündigt. Die Regierung hat damit ein Versprechen eingelöst, das lediglich zur Beruhigung der Deutschnationalen abgegeben worden ist. Die Kündigung erfolgte deshalb so rasch, damit verhindert werden sollte, daß die im deutsch-spani- schen Verttag vorgesehenen Ermäßigungen der in der Jnsla- tionszeit stark heraufgesetzten Weinzölle nach der nächsten Ernte in Geltung bleiben. Da die gesamte Industrie immer wieder mit großem Nachdruck die Notwendigkeit des deutsch- spanischen Vertrages betont und seine Annahme gefordert hatte, ist die Kündigung nichts anderes als ein Zugeständnis an die parteidemagogischen Interessen der v e u t s ch n a t io nalen. Denn der deutsch-spanische Verttag yt bisher der einzige Handelsvertrag mit Zollbindungen: seine Zlug aus dem Grab. von Erwin Arche. Taufend Schmetterlinge schwebten in gerader Reihe, durchstochen und gehalten von feinen blanken Nadeln. Wenn sonst die Gefühle de» Grauens zu mir kamen beim Betrachten dieser ausgerichteten toten Körper, wenn der Schauder aufsprang vor diesem Totenmuseum unter Glas, so sah ich diesmal nicht das empfindungslose Tun des Tötenden, sondern war fasziniert von leuchtender Tönung, von Farben, die Kunde gaben von vergangenem Leben. Warum war ich geblendet? Die Flügel des indischen Falters bebten vor vielfarbigem Licht, das er in sich eingesogen hatte unter strahlender Sonne. Don, satten Braun schwoll es an zum lichten Grün, zum hellen Blau, hinüber zum flau, menden Rot, und fiel ab in fahles Gelb— Indien blickte auf. In Dschungeln schlich der beute- lüsterne Tiger, Elefanten trampelten unter blaueftem Azur auf unbe« grenzten Ebenen und aus dem Ganges stießen die Lotosblumen ihren himmelzugewendete!, Kelch, umspült von schmutziger Flut. In der Pagode glomm düsterer Schein, Buddha stürzte mit zeitlosem Lächeln in die Gesichter der Betenden, magisch umhüllt vom Rauche aus btanten Kupferschalen und Prozessionen de« Wunders und des Glaubens zogen vorüber mit den Reliquien der Heiligen— über Dunst, Geschrei und Gebet das heilige Antlitz Indiens.... Aus den Flügeldecken des brasilianischen Schmetterlings glänzte noch der Himmel der Pampas, da die wilden Pferde lustzitternd stampften vor unbändiger freudiger Erregung und die Füllen tänzelten vor trunkenem Lebensüberschwang. Bis an den Horizont das weite Grasmeer— und in den schwülen gigantischen Wäldern der Hauch der Urzeit, der Ruch des kraftstrotzenden Bodens, dem die lianenuniwundenen Baumriesen breit entwachsen. Schreie der Affen in weitästigen Urwaldkronen am lichten Tage und zornwütigen Ton der Raubhungrigen in schimmernd-strahlender Nacht— das ist der Grundton im unwegigen Wald Brasiliens, von dem ein paar Färb- flecken Kunde geben, die auf Schmetterling-flügeln selig ausgebreitet sind. Ein zartes, hellblaues Band lag über zerbrochenem Flügel: die Südsee tönte zur letzten Abendstunde, wenn die Nacht urplötzlich wie ein Schlagschatten heranwächst und die Bambushütten zusammen- rücken zum sichern Schlaf Dann kreischt wohl noch ein Tier nahe dem Dorfe, Sterne schaukeln greifbar und die See rauscht eintönig ihr ewiges Lied, in dem die Gesänge von Korallenbank, Kokoswsel und Eiland eingefchlassen sind. Der gute Gott hat den bösen ver- drängt und hält Wache in lauer Nacht, da Tehura, das braun« Weib, schlafend träumt vom gewalligen Geliebten, der zu ihr kommt über stille grüne See zum Festtanz, zum Tanz am Meere des Südens... Wenn jetzt in den quälenden Stunden der Arbeit lustlos die Tag« verrinnen, einer wie der ander«, dann gehe ich still durch einen indisch«, Tempel und blicke ins unbewegte Gesicht des Buddha. Oder so rasch erfolg!« Kündigung wird selbstverständlich zur Folge haben, daß das A u s l a n d sich bei Wirtfchaftsvercinbarungen mit Deutschland sich noch größere Zurückhaltung auf- erlegt als bisher, nachdem es sieht, daß auch fest abgeschlossene Verttäge bei dem geringsten Widerstand kleinerer Interessen» gruppen von der Regierung wieder preisgegeben werden. Die Regierung spricht in einem offiziellen Kommunique den Wunsch aus, daß man die Verhandlungen so bald als möglich wieder aufnehmen und noch vor dem Ablauf der Kündigungsfrist einen neuen Vertrag zustande brin- gen wolle. Bei den letzten Verständigungsversuchen hat sich die Aufrechterhaltung des Abkommens davon abhängig gemacht, daß die Weinzölle verdoppelt oder verdreifacht würden. Die Spanier lehnten das glatt ab. Deutschnationale sehen das als eine Anmaßung an, wenn ein anderes Land auf die Wah- rung seines Exportes mehr Gewicht legt als die Deutsch- nationalen auf die deutsche Warenausfuhr. Denn bekanntlich sind es gerade unsere Großagrarier, die mit ihrer Pro- paganda für den lückenlosen Hochschutzzoll und für Ablehnung aller Zollbindungen in Verträgen die wahren Feinde des deutschen Außenhandels find. Wir haben niemals Zweifel darüber gelaffen, daß den Winzern die notwendige Unterstützung zugewendet werden muß, wenn sie unverschuldet in Rot geraten. Die Zölle können aber den Winzern deswegen keine wesentliche Hilfe bringen, weil der schlechte Weinabsatz in der Hauptfache eine Folge der geringen Kaufkraft des Volkes ist. Wenn nun ttotz- dem der Handelsvertrag zu Fall gebracht wurde, fo wird die Folge eine Verringerung des deutschen Exportes nach Spanien fein und die deutsche Industtiearbeiterschaft wird das in geringerer Beschäftigung zu spüren bekommen. Ob es auf der Basis höherer Weinzölle zu einem neuen Verttag mtt Spanien kommt, muß nach dem bisherigen Verlauf der Be- ratungen stark bezweifelt werden. Die Deutschnationalen, die allein an dieser Entwicklung schuld ttagen, haben damit aufs neue ihre völlige Unfähigkeit zur Handelspolitik be- wiesen._ das Mörüernetz üer»Nationalkommuniften". Von Döberitz und Küstriu nach Mecklenburg. Im Anschluß an das Todesurteil im Schweriner Geheimverfahren erinnert das„Versiner Tageblatt" an eine ganze Reihe weiterer Mordtaten, die noch der Aufklärung harren. Es fei ein« ganze Liste von Morden bekannt: So wurde an der Chaussee vom Dorfe Mecklenburg nach Bad Kleinen im vorigen Jahre ein Unbekannter erschossen auf- gesunden. In der Nähe des Forts der Festung Küstrlu find erschossen ausgesunden worden ein gewisser G r ö s ch k e und Brauer. Im Tegeler Forst wurde der angebliche Oberleutnant Müller von dem anscheinend noch immer nicht ausgelieferten Grütte-Lehder erschossen.(Nach unserer Kenntnis ist Grülle- Lehder gegen- wärtig in Moabit in Haft, also schon ausgeliefert. Red. des„Vorw.") Ein anderer Völkischer ArnoSchwenk« wurde am 30. Aprll dieses Jahres im Tegeler Forst erschossen. Der Fall, welcher aber am meisten Aufmerksamkeit neben dem Fall Holz hervorgerufen hat, war die Erschießung de« Leutnant» Sand, der mit zwei Kopfschüssen in vöberih aufgefunden worden ist. Dieser Fall, für dessen Aufklärung seinerzeit(im Herbst 1923)«Ine hohe Belohnung ausgesetzt worden war, ist deswegen so bedeutsam, weil gewisse Spuren von da zur Ermordung de» Höh führen. Alle diese Mordtaten fallen entweeder kurz vor oder nach dem mißglückten K ü st r i n e r Putsch des bekanntm früheren Majors Buchrucker. Cs scheint auch, daß der Kreis der Personen, die für die Ermordung der Genannten verantwortlich sind, ungefähr der gleich« i st, wie der des jetzt zum Tode verurteilten Oberleutnant« S ch o e l l e r und L i e z ko. Diese Leute hielten sich zur Zeit der Ermordung des Sand in Döbsritz auf und waren bereits da- mal« verdächtig, an der Ermordung des Sand mitgewirkt zu haben. Liczka führte von Döberitz aus einen Trupp von Ernte- ich jage auf schäumendem Pferde durch eine Grassteppe und freue mich des blaugewölbten Himmels. Der Abend findet mich am Strande der Südsee. Alle Strahlen des scheidenden Sonnenballs lenke ich auf meine Brust, und die Wellen umspülen meine Füße. — Groß soll die Welt sein— aber wenn der Torbogen der Fabrik Leib um Leib am Morgen an sich reißt, dann kann die Welt nach Ouodrotineiern ausgcmessen werden. Die Ferne ist ein Nichts; Gebirge und Meere gehören zu den Märchen, die nicht wahr sind. Der Abend erst läßt einen Pfad frei, den die Nacht wieder zuschüttet. Es liegt um uns alle eine Frage— o große Frage der Sehn- sucht. Irrende Augen, brechende Herzen und gequälte Glieder blicken zu dem ungekennzeichneten„Wann?". Jedoch aus allen heimischen Gebieten kommen einzelne, verloren« Töne, wandernd mit unbe- rechenbarem Winde, manchmal grausig zusammenschlagend, sich suchend und findend wie Verlorengegangene, furchtbar anschwellend zum Wahnflnnsschrci— Zuchthaus Europa! Du aber beschaust den funkelnden Glanz eines Falters und träumst auf einsamen Fahrten ein anderes Leben, um beim Erwachen Echo der Sinnlichkeit zu sein. kultursihaaüe. Der Afsenprozeß von Dayton wird von der europäischen Presse als Hundstogsulk gewertet. Ist er wirklich nicht mehr? Man schüttelt den Kopf, und etwas wie Empörung will sich regen. Kultur- schände! Rückfall ins Mittelalter. Man versucht zu begreifen. Schlechte Schulen, Hinterwald, Sektenwesen, einseitig„praktische Bildung". Bryan: unwürdige Reklame, gewissenlos angewandte Psychologie zur Massenbeherrschung. Trotz alledem bleibt ein Rest. Da glaubt man an Wissenschaft und ihre Ausbreitung, und nun schiebt der Glaube die Wissenschaft beiseite. Nicht nur das: man alaubt in einem Zeitalter zu leben, in dem der Grundsatz der Toleranz zum Allgemeingut geworden sst, soweit religiöse und wissenschaftliche Problem« in Frage kommen— und in Dayton wird die Intoleranz zum Staatsgesetz erhoben. Aber man ttöstet sich: im amerikanischen Hinterwakd sind sie eben ein wenig oerrückt, bei uns guten Europäern gibt es das Gott sei Dank nicht: denn wir sind aufgeklärt, tolerant, und wir überlassen die Kulturschande anderen. Doch indem wir uns trösten und den Afsenprozeß beiseite schieben, fällt uns ein: gibt es nicht in Europa, in Deutschland, in Bayern, so etwas wie das Konkordat? Wird dort nicht der Schul- Unterricht in welllichen Fächern auf die religiösen Glaubensartikel abgestimmt und von den kirchlichen Behörden beaufsichtigt, muß sich nicht dort die Wissenschaft dem Glauben, oder besser, dem Dogma beugen? Und besteht der Unterschied zwischen Dayton und Boyern nicht im wesentlichen darin, daß man'» in Amerika per Sensation macht, in Bayern aber stillschweigend, während wir als aufgeklärte Europäer vom Fortschritt des wissenschaftlichen Denkens deklamieren und uns als ausgetlärt« Nation, die es so herrlich weit gebracht hat, von der Kulturschande von Monkeyvill« abwenden? Kullurschande, Rückfall ins Mittelalter! Natürlich nur in Dayton, Tennessee USA., nicht bei uns. arbeitcrn nach Prrtzwalk, Oberleutnant Schoeller ging nach Bollen» hegen in Mecklenburg, wo er unter dem Namen Rolf lebte und sich auch verheiratete. Alle diese Personen haben seinerzeit tu der unmittelbaren Umgebung des Majors Buchrucker verkehrt. Der junge Holz scheint in seinen Reden unvorsichtig gewesen zu fei« und sich dadurch unter den Roßbach-Leuten starke Gegnerschaft zu- gezogen zu haben. Schon ein Jahr vor seinem Tod« wurde da» Wort aus ihn geprägt:„Man muß ihm«ins auf den Bräge» geben." Als der Küfttiner Putsch losbrach, hielt es der demokratische Reichswehrminister mit seinen außerordentliche» Vollmachten, die ihm der Ausnahmezustand verliehen hatte, für notwendig, dieselbe Geheimniskrämerei� an- zuwenden, wie das Schweriner Schwurgericht sie in diesen Tagen anwandte. In dem amtlichen„Heeresbericht" über den Anschlag Buchruckers prägte der Wehrminister das Herr» liche Wort von den„n a t i o n a l k o m m u n i st i f ch e n Haufen", die sich bei Küstrin gefammell hätten. Diese „nationalkommunistischen Haufen" stellen also die Mord- buben, von denen in Schwerin die Rede war. Jürgen von Ramin wird für sie nächstens wieder eine Rede im Reichs- tag halten und auch mit seiner„W a f f e i n d e r H a n d" für den anderen Morgen drohen! Das ist augenscheinlich völkische Gewohnheit. In Mecklenburg sind einige aller» dings zum Tode verurtellt. In Berlin aber wurde der Wikinger Rehnig freigesprochen, der am hellen Tag« den Rcichsbannermann Schulz erschoß! Lüneburger Justiz. Ein„objektiver" Gerichtsvorfitzender. Zu dem skandalösen Urteil im Lüneburger Reichsbonnerprozcß. über dos wir kurz berichteten, wird uns geschrieben: Die Berhand» lung dauerte vom 7. bis 17. Juli. Ihnen lag folgender Tot» bestand zugrunde: Am 13. und 14. September 1924 sst es in Lüneburg gelegentlich des Republikanischen Tage» des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gvld zu verhängnisvollen Unruhen gekommen, deren Ursachen in einem unglücklichen Zusammenfallen dieser Beranstal» tung mit einem Stiftungsfest der Feuerwehr zu suchen ist. Die ort- liche nationalistische Presse fühlte sich veranlaßt, für diesen lag in provozierender Weife zu einer Auseinauderfehung zwischen Schwarzweißrot vnd Schwarzrotgold auszurufen. In einer bereits ungesunden krftischen Atmosphäre mußte unter einem Wald schwarz- weißroter Fahnen dieses Fest der Republikaner abgehollen werden. Es ist mehrfach zu Zusammenstößen gekommen. Die Fahnen wurden heruntergerissen. Harburger Schutzpolizei mußte«ingesetzt werden und als nächste Folge verbüßten verschiedene Republikaner lang- wierige Untersuchungshaft. Jetzt hatten sich 20 Angeklagte aus Hamburg. Harburg, Wilhelmsburg, Celle und Lüneburg zu ver- antworten wegen teils leichten, teils schweren Landfriedensbruchs, Hausfriedensbruchs, Körperverletzung und anderer Delikt«. Don den Angeklagten war keiner vorbestraft. Die Verhandlung vor dem Schöffengericht in Lüneburg stand unter dem Vorsitz des Amts- gerichtsrats Gantz. die Staatsanwallschaft verttat der Staatsanwaltschaftsrot Stürenberg. die Nebenkläger Dr. v. Mangoldt, und die gesamte Verteidigung lag in den Händen der Rechtsanwälle Dr. Braun(Magdeburg). Dr. Pardow(Himburg) und Dr. Friedmann(Harburg). Der Gang der Verhandlung charakterisierte in eindeutiger Weise die Voreingenommenheit des Gerichtshofs, dessen Vorsitzender dauernd vom„Äokbcnnerkag" redete und ein auffallen. des llnvermögen an den Tag legte, die drei Silben fchwarzrokgald auszusprechen. Obwohl es der Verteidigung gelang, in einwand- freier Weise durch ein umfangreiches qualssiziertes Zeugenmaterial die meisten Angeklagten völlig zu entlasten, so daß die gegen sie er- hobenen Anschuldigungen in sich zusammenbrachen, hat der Gerichts» Hof ein Tendenzurteil gefällt. veröfsenllichung der Aufwertungsgesehe. In den Nummern 31 und 32 des R e i ch s g e s« tz b l a t t e s, die am Sonnabend erschienen sind, ist der Wortlaut der Aufwertungsgesetze veröffentlicht worden. Gemütvolle Berliner Bosse. Erdmann Graeser hat einen in einer Berliner Tageszeitung erschienenen Roman zu» ammen mit Georges Burghardt zu einem Berliner Volks. tück„Koblanks" zurecht gebogen, und die Sommerdirektion des Residenzthcaters führt es auf. Es soll..der Versuch gemacht werden, die altberühmte, gemütvoll-lustige Berliner Posse zu neuem Leben zu erwecken". In den acht Bildern, die das Berlin der Gründerzeit— in etwas matten Farben— zeichnen, wird das Schicksal einer ganzen Generatton gezeigt, ohne daß wir für die erste Eheirrung des Bierkusschers Nonte Koblank und feine glückliche Landung in den richtigen Ehehafen das rechte Interesse bekämen. Wenn schon Berliner Posse, dann wäre es einfacher gewesen, von vornherein..Hasemanns Töchter" oder..Mein Leopold""aufzuführen. Ich glaube kaum, daß auf die Weise die Berliner Posse auferstehen wird. Immerhin steckt in Graesers Posse eine ganze Menge Humor, so daß die Zuschauer trotz der sommerlichen Schwüle in Stimmung kamen. Am meisten trug dazu der Direktor Max S a m st bei. dessen vomadige Komik und trockener Witz Lochstürme«ntfessellen. Ueber die Musik von Dr. Richard Hirsch läßt sich nichts aus- sagen, da der Biolinist der etwas fadenscheinigen Sommerkapelle sich selbständig gemacht hatte und aus eiqene Faust spielte, so daß ein lieberblick über die beabsschttgte Wirkung des Orchesters unmöglich wurde. Dgr. ver römisch« Gruß. Der Präsident der Provinzbehörde von Manwa hat für seine Angestellten vor einiger Zeit«inen Erlaß heraus» gegeben, wonach die Vorgesetzten in Form des„römischen Grußes", d. h. mit erhobenem rechten Arm. zu grüßen seien. Dieser Gruß war bisher das Vorrecht der Faschisten. Mussolini Hot nun den Präsidenten durch seinen Prioatsekretär seine lebhafte Genugtuung aussprechen lassen.— � Wenn bei uns die Schupo den rechten Arm hebt, so heißt dos „Stillstand". Bedeutet der faschistische Gruß dasselbe? Also dann: Anerkennung des geistigen Stillstande«, der in den Faschisten- Häuptern herrscht, durch die Untergebenen. Imperator Mussolini. das ist gefährlich! Denn dann kann es geschehen, daß man dir bald ein anderes„Stillstand!" zuruft. Ver Maler freien und bei seiner Fraktion wieder in Gnaden ausgenommen zu werden, ergriff Dr. Steiniger in der zweiten Lesung des Aui- Wertungsgesetzes beim Abschnitt über die Aufwertung der Obli- gotionen zum ersten und einzigen Mal das Wort. Aber nicht um seiner großen Geste gemäß schroff Front zu machen gegen die un- geheuerlichen Ungerechtigkeiten, die unter der maßgeblichen Führung einer Fraktion gegen die betrogenen Sparer und Gläubiger inshe- sondere im Interesse der großen Industrieunternehmungen verübt wurden, sondern der frühere Stadtkämmerer von Berlin erachtete es für feine Ausgabe, unter Witzeleien auf die Selbstverwaltung eine wilde Attacke gegen dieÄvmmunen im allge- meinen und Berlin im besonderen zu reiten und zu behaupten, daß„die Großstädte durch die Bank Im Jahre 1924 ihre volle Schuld hätten aufwerten können, was Zinsleistungen anbc- langt". Er kam zu dem Ergebnis, wie er ausführte, sowohl„vom Standpunkt der Substanz aus" wie nach dem„Ertrage". Dabei mußte Herr Steiniger im gleichen Atemzug zugeben, daß solche Bar- zinsung der voll aufgewerteten Borkriegsschnlden mit 4 Proz. nur in 1924 möglich gewesen wäre.„Vor zwei Jahren", also in 1923, „waren wir in Berlin genau so dran, wie mancher andere, daß uns die Schlinge um den Hals lag". Und weiter mußte er erklären,:„Ich behaupte nicht, daß im Jahre 1925 die Sache ebenso glatt ohne Cr» höhung der Tarife ging." Wozu also der ganze Lärm, Herr Stadt- lännncrer a. D., wenn nicht aus angeborener Lust zur Intrige und der Sucht, Verlin eins auszuwischen? Wie kann ein«rsahrener Kommunalpolitiker es überhaupt oer- antwarten, die angeschnittenen Problem«„vom Standpunkt der Substanz" zu betrachten und die in der Hauptsache doch gänzlich un- verkäuflichen Wert« der Stadt zu behandeln, al» könnten sie aus dem privaten Grundstücksmarkt geworfen und umgesetzt werden?! Genau so falsch ist es. die Einnahmen der öffentlichen Betrieb« für die Zwecke der Aufwertung für sich gesondert zu behandeln. Man hat doch aus den städtischen Werken selbständige Rechts- und Wirtschaft?- körper nur deswegen gemacht, damit man ihre Wirtschaftlichkeit be- «weiner übersehen und ihre Arbeit von Hemmungen behördlicher Natur befreien kann. Trotzdem find und bleiben die Werke Ein- richtungen der Städte, die ihren Gesamtausgaben dienen. Es ist«ine grob« Verzerrung der Dinge, wenn man die Stellung nicht berück- sichtigt, welche die Werksüberschiiss« im Gesamthaushall der Ge- meindcn einnehmen. Wäre es übrigens nach Wunsch und Willen der bürgerlichen Fraktionen im Berliner Rathaus gegangen, und hätte die große sozialdemokraiische Fraktion im Berein mit dem Magistrat nicht un- beugsamen Widerstand geleistet, so wären allerdings die städtische» Werke heut« nicht mehr nur Einrichtungen der Stadt, sondern günstigstenfalls gemischtwirtschaftliche Betrieb«, in denen da» Privat- kapital da» große Wort führt, dl« Stadt wenig oder nicht» zu sogen hat. Das alles weiß Dr. Steiniger natürlich auch. Wenn er trotzdem und trotz seiner prononcicrten Stellung in der ganzen Aufwertung?- frage nur cinnial hervorgetreten ist. um gegen Berlin vom Leder zu ziehen, so ist diese Episode ein Pinsekstrich mehr zu dem Bilde, das von ihm feststeht. Soweit man Kleines mit Großem oergkeiihen darf, kann man von ihm nicht wie von Wallenstein sagen: Bon der Parteien Gunst und Haß verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte. Gewerkschaftsbewegung bandes der deutschen Industrie fategorisch erklärt hat: Die Lohnkampf, Inflation und Rentabilität, Rückzugsgefecht der Deutschen Arbeitgeberverbände. Die Gewerkschaften fämpfen mit allem Nachdrud um ein Lohnniveau, das für die Industrie das höchste Maß an Inlandsfauftraft schafft und sie gleichzeitig zum höchsten Wirtungsgrad der technischen und fauf männischen Betriebsorganisation zwingt. Das heißt: Die Lohnerhöhungen belasten zwar zunächst die Industrie, aber sie sind auch eine der entscheidenden Bedingungen, die Industrie zu einer produktionskostensenkenden Betriebseinstellung zu zwingen, ihre Konkurrenzfähigkeit nicht nur wiederherzustellen, sondern auch zu erhalten, und sie sichern ihr zugleich den Absah. Dieser von den Gewertschaften geführte Kampf ist eine absolute volts mirt schaftliche Notwendigkeit. deutsche Währung ist stabil und wird stabil bleiben." ber in feiner Rebe auf ber Rölner Zagung des Reichsner| ift, vor ber, Rentabilität ber Industrie nicht halt machen, wie die von Dr. Lemmer zitierte Berbindlichkeitserklärung eines Schiedsspruches mit Recht feststellt, weil die dauernde Rentabilität der Industrie erst das Ergebnis der Betriebstoftensentung sein fann, die das volkswirtschaftliche 3iel des Lohnfampfes der Gewerkschaften ist. Wenn dieses 3iel ereichbar sein soll, muß auf absehbare Zeit tatsächlich mandher Schornstein ohne Profit rauchen". Diese allseitige Abfertigung ist dem ,, Arbeit geber", dem Organ der Bereinigung der deutschen Arbeit geberverbände, in die Glieder gefahren. In seinem zweiten Juliheft bringt er außer einigen fehlgehenden Widerlegungsversuchen von Industriellen gegen die Kölnische Zeitung" einen offiziösen Artikel von Dr. Lemmer, Mitglied der Geschäftsführung der Bereinigung, der mit einigen Schein gefechten gegen Dr. Schacht den Rüdzug der Arbeitgeber verbände aus der unhaltbar gewordenen Situation zu verdeden fucht. le briggeblieben ist von den drohen ben Inflationsgefahren" jezt nur noch der äußerst bescheidene Einwand gegen die gewerkschaftliche Lohnpolitit, daß es sehr wohl dent bar ist, daß Lohnerhöhungen in einem folchen Ausmaß sich auswirken, daß sie wesentlich zur Berschärfung der an sich von der Kapitalfeite fommenden Wirt schaftstrife beitragen", daß Lohnerhöhungen ,, wirtschaft Diese Tatsachen haben denn auch zu einer vernichlich zu einer Deflation" führen müssen, und daß die enden Kritit der Eingabe der Deutschen Fortpflanzung der Lohnkampfwelle auf die Reichsbetriebe Arbeitgeberverbände an die Reichsregierung ge- und die Staats- und Gemeindebeamten unter Umständen führt, in denen die Gefahr der Inflation als Folge den Etat über den Haufen werfen können". Bir denten des gewerkschaftlichen Lohnkampfes an die Wand gemalt nicht daran, hier den Teufel( der Inflation. D. Red.) worden ist. Bon der Gewerkschaftszeitung" des ADGB. an die Wand zu malen und zu fragen, ob nicht dann eines über die Frankfurter Zeitung" bis hin zur Kölnischen Tages durch irgendwelche Zufälle die Reichsbank doch geZeitung", einem ausgesprochen unternehmerfreundlichen Blatt, zwungen würde, Schatzwechsel zu bistontieren wir sind dem führenden Organ der Deutschen Volkspartei im rheinisch überzeugt, daß die jetzige Leitung der Reichsbant fo etwas westfälischen Industriegebiet. In dem Artikel Lohnpolitif, nie tut Man sieht, der Rüdzug ist vollständig. Währung und Kapitalneubildung" der Kölnischen 3eitung" vom 22. Juni 1925 fehrt die Mehrzahl der Argumente wieder, die in der Gewerkschaftszeitung" Nr. 25 und 27 gegen die Irreführungsversuche der Deffentlichkeit burch die Arbeitgeberverbände vorgebracht worden sind. ,, Man hat den Eindruck, daß die Unternehmer auch in der Lohnpolitit wie überhaupt zu viel fiagen und zu wenig unternehmen, zu laut nach außen werben, anstatt still und zäh nach innen zu reformieren. Diese scharfe Zurechtweisung muß sich die Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände von der Kölnischen Zeitung" gefallen lassen. Die Diskussion endgültig geschlossen, und zwar in einer für die Arbeitgeber höchst unangenehmen Weise, hat der Reichsbantpräsident Dr. Schacht, Die Arbeiterschaft wird dieses unrühmliche Ende der unverantwortlichen Agitation der Arbeitgeberverbände gegen die Lohnpolitik der Gewerkschaften mit Genugtuung registrieren. Was der Arbeitgeber" darüber hinaus als Wirkungen des Lohnfampfes feststellt, stimmt durchaus mit den wohlüberlegten Zielen der Gemertschaften überein. Der Lohnsteigerungstampf mag fogar vorübergehend die Kapitaltrise verschärfen, weil anders eine dauernde Sentung der technischen und kaufmännischen Be triebs tosten und die dauernde Wiederherstellung der Konfurrenzfähigkeit ausgeschlossen ist. Er darf, wenn die Betriebsfostenfenfung eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit Diese unausweichlichen Notwendigkeiten sind es denn auch, die den Arbeitgebern die flare, zielbewußte Politik der Gewerkschaften so furchtbar erscheinen lassen. Aber die Gewerkschaften haben weder einen Grund, noch haben sie heute angesichts ihres Kampfes für die Sicherung der vollswirtschaftlichen Gesamtinteressen ein Recht, unternehmerfreundlicher zu sein als,& B. die Börse selbst. Diese spricht nämlich schon seit Wochen von der Notwendigkeit einer Kapitalzusammenlegung gerade zweiten weil es heute offenbar geworden ist, daß die Gesundung der Industrie nur auf Kosten der augenblicklich vorhandenen oder augenblicklich erstrebten Scheinrentabilität der Unternehmungen möglich ist. Coolidge greift in den Bergbaukonflikt ein. London, 18. Juli.( Eigener Drahtbericht). Präsident Coolidge hatte am Sonnabend den Gewerkschaftsführer Davis nach seiner Sommerrefidenz in Swamscott berufen. Die Besprechungen galten dem für September angefündigten Bergarbeiterftreit. hindern, fie werde aber mit allen Mitteln eine Einigung herbeiCoolidge fagte, die Regierung fönne zwar den Streit nicht vers zuführen versuchen. Wenn es notwendig würde, sollte ein gewisser Drud sowohl auf die Gewerkschaften als auch auf die Unternehmervereinigungen ausgeübt werden. Die Plenarversammlung des Ortsausfchuffes Berlin des ADGB. findet Mittwoch, den 22. Juli 1925, abends 6 Uhr, im Gewer! ihaftshaus, Saal 1, ftatt. Gewerkschaftliches siehe auch 3. Beilage. Berantwortlich für Bolitit: Bictoz Schiff; Birtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frizz Rasstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei Saison Ausverkauf Elegante Damenwäsche 2u. 3 teil. Garnituren aus Batist u. Crêpe de Chine sowie hand- ermäßigt gestickte leinene bis zu Bettwäsche 50% Nof Nur noch 2 vom 1.- 21. Juli Damenkleidung Tisch- und Hauswäsche Wirkwaren Waschkleider Damenstrümpfe st.12.50 bis 19.50 für 6.90 Günstig für Wäsche- Ausstattungen u.- Ergänzungen Seidenflor, farbig, mit 1.65 Posten: Reinleinen. 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Herrenzimmer Bibliothek, 180cm mit Facetteglas, Schreibtisch, I rund. Bach and 6 Stühle...... 990.00 Tisch, Schreibsessel, 825.00 Schlafzimmer Eiche gebeizt 1 Schrank 150cm, mit Spiegel, 2Bettstellen, Waschkommode m. Spiegelaufsatz, 2 Nachtschr. 2 Schlafzimmer weiß lackiert, 1 Schrank, 150 cm, m. Spiegel. 2 Bettstellen, IWaschkommode m.Spiegelaufsatz, But Apoth. 2 Stühle 585.00 featz 2 Nachtschr. 440.00 Küche weiß lackiert, 7 teilig Windjacken 9.50 Baumwollköp.imp. 12.00 Gummi- Mäntel weite Form, gute Verarbeitung... 14.75 Sakko- Anzüge 39.00 dunkelgrau gemustert: Sommer- Ulster und Schlüpfer vorzügliche Stoffe 48.00 Herren- Hut Haarfilz in modernen Farben 5.90 Gardinen 89.00 ca. 150 cm breit Mt. 0.95 Besonderes Möbelhaus 4Stockwerke Möbel Eiche gebeizt, Tisch 42 42 cm 9.75 Tischlampe elektz, Höhe 28 cm, Holzfuß 130cm 1.45 cm 0.85 Peddigrohrsessel 9.50 farben, mit Faltenschirm 3.90 Mtr... Mtr.. Bettsatin gestreift 130 cm. Mtr. 2.201.30 Wäschestickerei Stück 4 Mtr. 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M., jene Stadt, die von der unbeschwerten Heiterkeit des Rheinlandes zu- innerst befruchtet, die kühle Schwere norddeutscher Problematik in seltener Anpassungsfähigkeit aufzuarbeiten und zu oerwerten ver- stand. Bis vor die Mauern Frankfurts spülen die letzten Wellen französischer Expansion und jenes heiße, inner« Ringen, das seit Jahrzehnten den Westen durchtobt und ihn heute noch in Atem hält, zog auch hier seine krästebringenden Kreise. Diese Stadt mit den weltmännischen Allüren, die eine Altstadt hat, ein Wirrsal enger, verschnörkelter Gassen, durch die der beste Geist vergangener Jahr- hunderte(wenigstens architektonisch) weht, und eine Neustadt, die eingeschirrt ist in jenen ruhelosen Jazzbandrhytmus der physio- pnomielosen Großstadtzentren, wie ihn Berlin kennt, und London, Paris, und auch Chikago, ist dem Besucher vom ersten Augenblick an heimisch. Macht es das gemütreiche„Frankforterisch' des einheimischen Plattsprechers, ist es der.Aeppelwoi", der so ungehindert durch die Kehlen der Frankfurter läuft, wie da» Spreewasser durch den Schlund des Berliners, eine Krise des Mißtrauens, die Sehn- sucht, nach Distanz gibt es hier nicht. Diese Peripherie-Hessen-Nassauer, die offene Lebendigkeit der Sinne so gut mit geschäftlicher Kalkulation zu vereinigen verstehen, werden es Euch, Berliner Sportgenossen, nicht verdenken, daß Wilhelms l. absolutistisches„-mcien regime" die freie Stadt im Jahre 1866 durch Manteuffel« Soldatenscharen hart bedrücken und laut Dekret Preußen einverleiben lieh— sie werden Euch herzlich empfangen. Was kann auch schließlich der Arbeiter für die.Kulturpolitik" verflossener Hohcnzollerndynasten?! Die Mtstaüt Hier ist d a s Frankfurt, da« unverfälschten Atem ausstößt und dem die Struktur seiner Bewohner einen eigenen Stempel aufgedrückt hat. Wer dem Pulsschlag Alt-Frankfurts nachspüren will, darf nicht die Zeil oder die Kaiserstraße heruntergehen, ver muß sich durch die engen Gasten genießerisch hindurchwlnden. Der muß die M ü n z- gasse heruntergehen und die S ch ü p p e n g a s s e,' der muh den Holzgraben gesehen haben, die Dönges- und die Schnur- g a s s e, der muß die Neue K r ä m e entlang bis zum ehrwürdigen Römer gegangen sein. Ein mittelalterlicher Prosanbau, den Hand- werkerfleih und-tunst in den Jahren 146?— 1416 erbaute. Ueber- legenheit menschlicher Gestaltung, die aus dieser ganzen Stadt sprüht, ohne die der Römer undenkbar wäre, und die P a u l s k i r ch-e und die Gettos, die der junge Goethe sah, und die im erinnerungs- schweren Römer noch besondere, geklärtere Züge trägt, ist es, die hier unauslöschbar vertieft. O heiliges Franksurt! Diese Stadt ist heilt- ger Boden, trotz der geschäftig kuxeseiltanzenden Börsenjobber, trotz der Engros-Kaufleute, die um die Mittags- und Abendzeit die Zeil in lieblicher Fülle beleben, trotz der massenhaft importierten Shimmy- jllnglinge. In der Paulskirche, jener liebgewonnenen Er- innerungsstätte aller Republikaner, in der heute ein nationalistischer Pfarrer seines Amtes waltet, tagte in den Sturmtagen der 4Ser Jahre das erste schwarzrotgoldene Parlament. Eigene Entschluß- losigkeit und fürstliche Brutalität ließ hier ideales Beginnen mit einem Fiasko enden. Zwischen Dönges gasse und Bleib- st r a ß e liegt der Liebfrauenberg, einer der markantesten Plätze der alten Stadt. Die Neustadt. Ein seltsamer Kontrast ist es, wenn Du aus der erinnerungs- durchkreuzten Langsamkeit Alt-Frankfurts in den Trubel der neuen Stadt gerätst. Vor allem um die Mittagsstunden, einige Minuten nach Geschäftsschluß, herrscht hier ein Gewimmel, das mit dem Berliner Verkehr durchaus konkurrieren kann. Hier dominieren •- � C- •» Römerberg mit Römer. Industrie und Handel. Bankpalast an Bankpalast, Konfektions- Häuser engros und detail, Import- und Exportfirmen, Filmgesell- schaften, dazwischen sind Cafes eingestreut. Dieses Frankfurt macht einen prächtigen, allzuprächtigcn Eindruck. Die Eleganz ist um eine Nuance zu aufdringlich. Hier hat das schnelle Vordringen des Geschäftsgeistes mit der alten Kultur nicht Schritt halten können. Lebensgefährlich Ist das Gedränge an der historischen konstadler- Ivache aus der Zeil. Eines sei rühmend hervorgehoben: Die Frank- surter haben einen glänzend funktionierenden Straßenbahn-Verkehr, auch das Wagenmatcrial ist vorzüglich. Bon den Straßen und Plätzen der neuen Stadt, die Aufmerken verlangen, seien erwähnt: der Roßmarkt(Gutenbergdenkmal), Goethe- und Schillerplah, Goethes Geburtshaus am Großen Hirschgraben, ein schlichter Bürgerbau, mit schmalen, zurückgedrängten Fenstersronten, den eine Erinnerungs- tafel an den größten Sohn der Stadt schmückt. Sehr bekannte Straßen der äußeren Stadt sind die vockenheimer Landstraße, die sich vom Stadtinneren bis weit nach Westen erstreckt, die Eschersheimer Landstraße, die sich nach Nordosten wendet, die Mainzer und die Rödelheimcr Landstraße. Erwähnt seien noch das Goethe-Haus in der Goethestraße, der Palmen- garten, das Eldorado der Frankfurter, der Zoo(hiervon spricht die Mainstadt besonders gern), das Opernhaus an der Bocken- heimer Anlage, und das Schauspielhaus(am Schauspielhaus). Imposanten Eindruck auf den Besucher macht der Frankfurter Haupt- bahnhos. Eine hochgewölbte, glasbedachte Halle von konzentrierter Geschlossenheit in der Wirkung und auch ästhetisch gewertet, nicht übel. Hier liegen die Luxus-Hotels, reserviert für die großen Portemonnaies, die man den Arbeitersportlern wirklich nicht empfeh- len kann. Im Stadtinncrn, vornehmlich im alten Frankfurt, läßt sich für den Besucher anständig und einigermaßen erträglich wohnen. Für 3.56 bis 4 M. pro Nacht bekommt man hier eine Unter- kunftsstätte. Vas geistige Frankfurt. Das geistige Leben Frankfurts ist ein eminent vielseitiges und lebendiges. Eine starke Triebkraft ist hier am Werke, die aber weniger schürfend im Innern arbeitet, sondern sich vielmehr artistisch im Außenrahmen produziert. An Theatern seien genannt: das Opernhaus, dessen Ensemble und Repertoire auf sehr hohem Niveau stehen, das Franksurter Schauspielhaus, eine der fähigsten, mit mo- dernem Zeitgeist erfüllten Bühne Deutschlands, an dem der rührige Weichert alle Kräfte modern-ncrvöfer Dramatik einzuspannen ver- sucht. Das Neue Theater ist Kammerspielhaus. Im Sommer do- miniert hier, wie überall, das leichte Genre, Schwank und Lust- spiel. Die moderne Musik birgt einige der stärksten Köpfe in Frank- surts Mauern. Frankfurts Journalistik ist sehr gut entwickelt. Bon den Hauptblättern seien genannt: die weltbekannte„Frankfurter Zeitung"(das linksdemokratische Handelsblatt), die„F r a n k f u r- t e r B o l k s st i m m e", unser Bruderorgan, das eine sehr starke Verbreitungsziffer unter der Franksurter Arbeiterschaft hat, der „Generalanzeiger"(parteilos-„republikanisch"), die„Frankfurter Nachrichten"(ehemaliges Slinnesblatt, heute, in der Pleitesanierungs- zeit des Hauses Stinnes, ist der Eigentümer unbekannt). Dann er- scheint noch ein Kommunistenblatt. Die Arbeiterschaft Frankfurts. die infolge der ausgedehnten Industrie sehr zahlreich ist, ist Haupt- sächlich in der Sozialdemokratie organisiert. Das Gewerkschaftshaus der Frankfurter Arbeiterorganisationen Am Schwimmbad 8, ist ein großes, geräumiges Gebäude: hier werden übrigens die Sportler billig Unterkunst finden und preiswert eisen können— soweit der Platz reicht. Der Arbeitersport Frankfurts ist in lebendiger Ent- Wicklung begriffen: alle Sparten des Sportes werden gepflegt. Leicht- wie Schwerathletik, Jiu-Jitsu usw. werden in sportmäßiger Exaktheit regelmäßig trainiert. Indes diese Zeilen geschrieben werden, schmücken die Franksurter Genossen die Mainstadt, uin die befreundeten Gäste aus aller Welt würdig und auf Franksurter herzliche Art zu empfangen. Das Staöi'on. Sehr weit draußen, im südlichen Teil der Stadt, liegt das am 21. Mai 1925 eröffnete Frankfurter Stadion, auf dessen Boden sich die 1. internationale Slrbeiterolympiade abrollen wird. Es ist ein Stück Weg die lange F o r st h a u s st r a h e herunter, die dann von der Mörfelder Landstraße abgelöst wird, bis man zum Stadion kommt. Das Riesenterrain, das schätzungsweise 120 000 bis 130 000 Menschen saßt, ist nach den modernsten, technischen und sportlichen Prinzipien hergerichtet und zerfällt in eine Kampsspielbahn. die zirka 46 669 Personen saht, die sehr gut angelegte Radsportbahn. die aus 36 666 bis 37 666 Personen angelegt ist, die Schwimmbahn mit 5666 bis 6666 Gälten und die große Festwiese, ein Territorium sür ebenfalls rund 46 666 Menschen. Allerdings sind diese Berechnungen theoretisch, da das Stadion bis jetzt solche Massen noch nicht gesehen hat. Die 1. internationale Arbeiterolympiade wird die Probe aufs Exempel machen. Sinnenspiel. 3s Aus einen» Tagebuch. Mitgeteilt von Kurt Eisner. „Gewiß! Aber für den Fall, daß er dir gefährlich werden sollte, möchte ich doch aus meiner Kenntnis der Tatsachen heraus feststellen, das das Kind«in ziemlich mittelmäßiger Kopf und über- dies unnötig reichlich— liederlich ist. Sein« Reiseleidenschaft ent- spricht auch weniger einem dringenden Naturgefühl, als dem Be- dürfnis, mit Zimmermädchen. Kellnerinnen und sonstiger Weib- lichkeit ethnographisch möglichst zu wechseln." Ich hatte ganz unbefangen, in scherzendem Ton gesprochen: mir war das Wohlgefallen Klaras an dem„Kind" auf Kosten der anderen ein wenig verdrießlich, weil es in diesem Falle einen ober- slächlichen Geschmack verriet, der ihr sonst nicht eigen»st. Mich überraschte es um so mehr, daß sie übermäßig lebhast lacht« und daß in ihren Zügen sich deutlich eine g-wisse Verlegen. heit malte, als sie erwiderte: „Ei, du bist eifersüchtig!" Cs war das erstemal in unserer Ehe. daß diese» Wort aus- gesprochen wurde. Ich bin so wenig eifersüchtig, daß ich.für solch«., Zustand nicht einmal D-rständnis habe Jetzt aber meickte ich daß sich Klara in der Tat etwas an dem Feuer des„K.ndes erhitzt hatte und ich sagte deshalb emsthaft: „Du weißt, daß ich nie eifersüchtig werden kann, we.l tch nur unbedingtes Dertrauen oder Trennung für �er kenn« und du ««ißt nicht minder, daß'ch dir vertraue. Ich hatte meine Chw rakteristik ganz obsichtlos der Wahrheit gemäß entworfen. Durch deine Bemerkung hat st« freilich den Wert einer Warnung erhalten. »Tiner Wamung?"....____ . t'3q.«>n«r Wamung. Du bist in wunderlichen S'mmunget. sehnst dich nach irgend einem Unerhörten und formst d.r am Ende wirklich aus einem ganz gewöhnlichen Lehmttumpen einen Sott. Ich möchte dich vor Enttäuschungen bewahren. „Und wer ist schuld, wenn ich mit solchen � Enttäuschungen in der Tat spielen würde?"... „Gewiß, niemand anders als ich. Ich bekenne mich schuldig! „Ackj, ich wünsch»«, du wärst ein bißchen eifersüchtig. Ich wüßte Hann, daß du mich liebst."' � Dährend die letzten Dort« zwischen uns gewechselt worden, empfanden wir beide ganz besonders, als wir sprachen. Ich sah es deutlich: Klara hatte schnell eingesehen, daß chre Sympathien sür das„Kind" nicht Stand hielten. Von Auge zu Aug« züngelte die Begierde, unseren Zwiespalt in Küssen zu ertränken. Innerlich sagte sie:„Er ist«in dummer Junge, und dich lieb« heißer denn je." Mich aber trieb es, all den versteckten Hader der letzten Zeit an ihrem Herzen zu vergcsien. Doch unsere Worte gingen, wie so oft, ihren eigensinnigen Weg, und an ihnen zerrieb sich unser Gefühl, und jene unselige, vorwurfsvolle Bitterkeit drängte sich wieder zwischen uns und verscheuchte die einenden Geister. Wir gingen in das Schlafgemach. Als das Licht oerlöscht war, stand ich noch einmal auf, schlich durch die offene Tür in dos Nebenzimmer, wo die Kinder schlafen. Am Bettchen meines Knaben beugte ich mich nieder und küßte ihn leise auf die Stirn. „Reisest du schon ab. Papa?" flüsterte der Knabe aus dem Schlafe:«in ganz kleines Zipfelchen der Traumdeck« hatte ich in- folge meiner Berührung gelüstet. „Nein, morgen bleibe ich noch hier." „Dann ist's gut", sagt« der Knabe befriedigt und schlief weiter. ein glückliches Lächeln um fein« roten zierlichen Lippen, die halb geöffnet waren. Es war unendlich traulich in dem von einer Ampel matt beleuchteten Gemach. Als ich in unser Schlafzimmer zurückkehrte, fand ich Klara leise schluchzend: st« hatte stch die Decke über das Gesicht gezogen. damit ich es nicht hörte. Ich löste mir ihren Kopf hervor: „Was hast du nur, Schatz?" „Du liebst nur eins auf der Welt: deinen Jungen. Selbst das Mädchen ist dir gleichgültig!" Es klang wie ein lange verhallener Aufschrei tiefster Pein. Ich versuchte zu scherzen: „Wer ist nun eifersüchtig? Ich aus das Kind oder du auf den Jungen?" „Vielleicht bin ich's." „Welche Torheit! Nun soll aber der Junge zur Strafe eifer- süchtig werden." Ich umfing mein Weib mit stürmischen Küssen wie ein feurig Verliebter. Und es war keine Komödie! Klara aber wehrte mich ab: „Laß nur, es ist ja doch nur künstlich.._ Wir haben un» vor der Trennung nicht mehr gefunden, und auch die die uns»och bleiben, werde» fruchtlos verrinnen. Binsensee, 3. Juli, nachts. �Daheim in der Fremde! Das alte Gefühl durchdringt mich wieder, als ob hier meine Heimat fei. Anfangs schien alles ver- ändert, ungewohnt. Die Phantasiearbeit während meiner zehn- jährigen Abwesenheit hatte sacht mein Bild von diesem Eiland de» Friedens umgestaltet, und das, was ich jetzt wiedersah, stimmte nicht mit dem, was ich mir aus scheinbarer Erinnerung vorgestellt hatte. Dann aber, nach kurzer- Pause der Befremdung, erwachte j meine rechte Erinnerung und stehe, es war alles, als ob ich cs I gestern verlassen hätte. Die kleine freundliche' Stadt, die den End- punkt der Eisenbahnfahrt bildet, in ihrem Ringwall bunter Gärten. Dann die dreistündige Fahrt auf dem Boden, dessen breite Fläche «ine Vorahnung der See gewährt. An den Rändern neigt sich grüßend das Schilf, wenn das Schiff oorbsPleiiet, und die jagdlich gekleidet« Herrengesellschaft, die mit mir gen Binscnsee fährt, ver- rät, daß immer noch Schwänn? wilder Enten hier hausen, den Badejägern zum Trost. Der Boden verengt sich zum Strom. Die hohen weißen Dünen treten dicht heran, vorsichtig steuert das Schiff in der schmalen Fahrtrinne die Schlangenwindungen des seichten Wassers. Der biedere Kapitän, der bisher mit den Jägern aus dem Vorderdeck geplaudert, und die Leitung des Schiffes der- weile einer untergeordneten Persönlichkeit geruhigt überlasten, steigt nun aus die Brücke und kommandiert eifrig. Man muß an diesen Stellen verwünscht genau sein, wenn man nicht auf den Sand geraten will. Jetzt tauchen im Grünen ein paar oerstreut« Hütten aus, mit hohen moosübersponnenen Strohdachgiebeln. Zwischen den einzelnen Gehöften weiden braungefleckte Kühe. Di« rührend bescheidene Kirche, einsam zwischen Strom und Meer aus bcbuschter Anhöhe gelegen, erhebt ihren Tunn, der hölzern ist wie die schlichten Kreuze des benachbarten Friedhofes, der ergreifend schlicht von den Opfern erzählt, die das Meer gefordert. Jetzt sind wir in dem kleinen Hasen. Ein halb Dutzend Badegäste hat sich eingefunden, um den Zugang zu mustern. Zwei Leiterwagen — die Federn liegen im weichen Sande— harren, wie dereinst, jener verwöhnten Fremden, die eine Fahrgelegenheit beanspruchen. Etliche Dorfbuben angeln in dem beinahe fischlosen Gewässer. Ich habe den Eindruck, als ob sie noch immer säßen und seit den zehn Iahren ihre ebenso unterhaltende wie unfruchtbare Beschäftigung nicht unterbrochen hätten. Die vier„Hoteldiener", die sanften standen, haben sich um zwei vermehrt. Die Frequenz hat offenbar zugenommen oder der—— Unternehmungsgeist. _____________(Fortseßung folgt) In wenigen Tagen wird jenes große Spiel in diesem eben geschilderten Frankfurt beginnen, hinter dem ein ernster 3wed und eine große sozialistische Idee stecken. Hunderttausend Arbeitersportler werden in Dugenden von Sonderzügen an den Main kommen, um im riesigen Rahmen im gemeinsamen Ringen um Kraft und Gesundheit des Proletariats ihre brüderliche Solidarität zu befunden. Es wird ein sportliches Ereignis sein, es soll jedoch auch ein mensch liches Ereignis werden. Aber, Sport- und Arbeitsgenoffen, vergeßt auch die alte Stadt an den Ufern des Mainstromes nicht. Gönnt Euch täglich nur zwei Stunden Zeit und geht durch die schwerblütigen, nachdenklichen Gassen und Gäßchen des alten Frantjurts. Hier wurde viel gelitten und viel geblutet. Seht Euch die engen Häuser an, durch die ein schmaler, verwitterter Gang zu den verblindeten Scheiben der Hinterhäuser führt, geht auch durch die Bulse des modernen, industrialisierten Frankfurts, und an einem schönen, lauen Sommerabend an die Ufer des Mains. Ach, die Hizze! So arg uns die ungewohnte Hize auf die Sinne geht, so sehr niir dazu neigen, uns in Klagen darüber nicht genug tun zu fönnen, so rasch machen wir uns damit vertraut, wenn wir tiefer nach denten und mutig an die Herrschaft über die doch sonst dem Menschen untertane Natur wagen. Und das dürfte uns gar nicht schwer fallen ja, was uns im Hinblick auf die heranreifende Ernte Genugtuung sein soll, das wird auch uns eine Freude eigener Art. Nur heißt es vernünftig sein, gefährlich ist im Grunde ja alles, was schön ist and zu Genuß anregt. Freilich, wenn man arbeiten muß, wenn gar das Mühen in der Fabrit zu einem wahren Aufenthalt in Höllengluten wird, dann hat man die Pflicht, sich durch fluge Borsorge vor gesundheitlicher Echädigung zu bewahren. Fabriken tennen noch feine Higferien und die Leitungen bei uns lassen es daran fehlen, der Arbeiterschaft mit vorbeugenden Mitteln zur Hilfe zu fommen. So helfen wir uns also tapfer selbst und beherzigen dabei diese Hauptpunkte: Tagsüber am besten gar feinen Alkohol, dafür dies gilt als bestes Mittel gegen die Gefahr des Hihschlages reichlich fühlende Getränke, wie man fie in Amerika von der Leitung der Arbeitsstätte bereit hält. Vorsicht beim Eſſen. Keinen übertriebenen Fleischgenuß. Kein Wasser nach Obst! Das Herz, ohnehin durch die Glut zu vervielfachter Arbeit ge3rungen, hat dies alles zu verarbeiten; feine unnützschnelle Bewegung, bei Arbeit und Bewegung( Treppensteigen oder gar recht untagesgemäße Sportbetätigung). Inachtnahme vor zu rascher Abkühlung bekanntlich ist nie die Gefahr von Rheumatismus und ſelbſt Lungenentzündung so groß wie im Sommer; Einschränkung Bes Tabafgenuffes und fein unnötiger Aufenhalt außer des Schattens. Außer diesen Hauptregeln gibt es noch manches, was Erleichterung verschafft und sehr zweckmäßig ist: nicht jeder kann sich eine eigene Kleidung gegen die Hize anschaffen, aber er tann alles überflüssige weglassen. In überfüllten Eisenbahnwagen wird man auch die Redelust einschränken und als letzte das Wichtigste: peinlichste Vorsicht beim Baden, das erst einige Zeit nach einer Mahlzeit vorgenommen werden darf, und auch dann sehr sorgfältig zuwege gehen: Langsam Glied für Glied abkühlen, ganz gemächlich in die fühlende Flut steigen, erst solange plätschern, bis man nicht mehr den Tod statt genußreicher Labung zu fürchten hat. Bei Ausflügen feine Brapourleistungen! Bernünftiges Gehen, das ruhigen Naturge nuß gewährt. Beherzigt man dies, dann braucht man nicht mehr über die Size zu flagen, nein, man freut sich aus ganzem Herzen darüber und nimmt sie dankbar als Geschenk der Natur entgegen. Ein Elendshaus. Bergehen an der eigenen Tochter. Ein furchtbares Bild sozialen und sittlichen Elends bot eine Berhandlung vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte. Der Schloffer Karl H. hat sich wegen eines schweren Bergehens zu verantworten, als Bater hat er sich an seiner eigenen 16jährigen Tochter vergangen. Der Angeklagte ist ein arbeitsscheuer, dem Lafter des Truntes ergebener Mensch. Nicht eine Stelle weiß er anzugeben, wo er auch nur für furze Dauer hintereinander gearbeitet hat. Bon seiner Familie hat H. schon jahrelang getrennt gelebt, ist aber schließlich wieder zu ihr zurückgekehrt, denn seine Frau bezahlte ja die Wohnungsmiete und sorgte zum größten Teil für den Lebensunterhalt. In seinem Familienleben haben die schändlichsten sittlichen Zustände geherrscht. H., der als gewalttätig im ganzen Hause gefürchtet wurde, scheute sich nicht, fremde Mädchen mit in die Woh tung zu bringen, seine eigene Frau mußte dann in der Küche schlafen. Die 16jährige Tochter hat der Angeklagte schon vorher belästigt, als er dann eines Nachts wieder einmal betrunken nach Hause fam geschah die unnatürliche Tat. Die Frau vermeigert vor Gericht ihre Aussage, die Tochter aber jagt alles. Und wenn der Angeklagte in seiner Berteidigung das Mädchen als unwahr und liederlich hinstellte, dann hatte er wohl für den Moment vergessen, daß in seiner Umgebung tein anständiger Mensch aus seiner Tochter werden fonnte. Das Gericht vereidigte die Zeugin erst nach ihren Aussagen, hielt sie dann aber in der Hauptsache für durchaus glaubwürdig. Ihren Angaben, vergewaltigt worden zu sein, fonnte man aber nicht folgen, da für die erst Sechzehnjährige durch ihre eigenen Aussagen traurige Borfälle einer ziemlichen Sittenlosigkeit festgestellt wurden. Der Angeklagte wurde nach dem Antrag des Staatsanwalts zu einer 3uchthausstrafe pon drei Jahren verurteilt, die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf die Dauer von fünf Jahren abgesprochen. Der Strausberger Poftraub vor Gericht. Am fommenden Dienstag beginnt vor dem großen Schöffen gericht zu Lichtenberg ein Strafprozeß wegen Postraubes gegen die Gebrüder Heinrich und den Wachtmeister der Schußpolizei Stille. Jm Juli 1923 wurde bekanntlich in der Nähe von Strausberg ein gemeiner Raubüberfall auf ein Personen auto der Reichspost ausgeführt. Tie, Täter hielten die Bassanten mit vorgehaltener Pistole in Schach und ließen sich ihre Barschaft aushändigen. Als Hauptattentäter kommen die Gebrüder Heinrich in Frage, welche auch noch andere lleberfälle auf dem Gewissen haben. Der Beamte galt sonst als zuverlässig. ist aber empfänglich gewesen für die Zureden der beiden Räuber. Berliner Stadtverordnetenwahlen im Herbst Wegen det zu erwartenden Neugestaltung der Städteordnung war der Gedanke entstanden, die für Berlin im Herbst 1925 fälligen Neuwahlen zur Stadtverordnetenversammlung bis in das Frühjahr 1926 hinauszuschieben, wo auf Grund der neuen Städteordnung allgemeine Neuwahlen der Stadtparlamente vollzogen werden müßten. Inzwischen hat sich gezeigt, daß mit einem balbigen Abschluß der Beratungen über die neue Städte ordnung nicht mehr gerechnet werden darf, so daß ungewiß ist, wann die allgemeinen Neuwahlen werden stattfinden tönnen. Danach mußte für Berlin, wo das Mandat des Stadt, parlaments nur noch bis Mitte Ottober dieses Jahres gilt, nunmehr der Termin für die Neuwahlen festgeset werden. Die Wahlen sollen, wie aus dem Rathaus gemeldet wird, am 11. Oftober( Sonntag) stattfinden. Eine nationale Blüte. Neue Anklagen gegen ,, Ceufnant" Krull. Der angebliche Leutnant Ernst Krull wird in nächster Zeit noch mehrfach vor Gericht zu erscheinen haben. Rürzlich wurde er Dom Schöffengericht Schöneberg wegen Fälschung verurteilt, die er mit Hilfe von bei der Abteilung la des Polizeipräsidiums entwendeten Ausweisungsformularen verübt hatte. Das Gericht hatte damals angenommen, daß Krull in der Hauptsache aus politischer Bichtigtuerei gehandelt habe. Gegen das Urteil hatte Krull Berufung eingelegt, ſo daß zu erwarten ist, daß die Straffammer die Beziehungen Krulls zu der Abteilung Ia und dem Reichs tommissar für die öffentliche Sicherheit, die in der Schöffengerichtsverhandlung in ein mystisches Dunkel gehüllt blieben, etwas fräftiger beleuchtet. | mmper, Kafats. und wie die Kleidungsstüde sonst heißen mögen, mit Nr. 46 auszuzeichnen. Sie sind aber in der Tat viel weiter, und es heißt dann:„ Das Stück ist vollkommener" ausgefallen. Es ist für vollschlanke Figuren". Ueber die Ursachen dieser leider allzu sehr verbreiteten Erschei nung müssen sich die Volkswirtschaftler und Aerzte äußern, und es wäre wünschenswert, daß sie dies gründlich und mit Ernst täten, denn wir haben kein Interesse daran, zum Gespött des Auslandes zu werden. Fabrikbrand in Niederschöneweide. Ein großer Fabritbrand tam am Sonnabendabend in der zehnten Stunde aus noch nicht ermittelter Ursache in Niederschöne men waren weithin sichtbar. Die Feuerwehr wurde von verschiedenen meide, Berliner Straße 139, zum Ausbruch. Die FlamSeiten fast gleichzeitig alarmiert. Es rüdten sofort zehn Lösch züge zur Brandstelle aus. Als sie dort anfamen, stand ein großer Materialschuppen der Stod Motorpflug Attiengesellschaft vollständig in Flammen. Oberbranddirektor Gempp, der persönlich anwesend war, ließ sofort mit mehreren B und CRohren und Motorsprizen Wasser geben. Man hofft, die Flammen auf den Materialschuppen beschränken zu können. Bei Schluß der Redaktion war der Brand noch nicht gelöſcht. 1 Das Geheimnis des Juwelierkoffers. Ein Diebstahl wartet auf Aufklärung! An die mysteriösen Auüren Sherlod Holmesscher Diebstahlaffären erinnert ein rätselhafter Juwelendiebstahl, dessen Atteure bis jetzt unbekannt, allem, Anschein nach überaus geriffene Gauner sind. Dies Meisterstückchen der Kleptomanischen Bunft hat einem Juwelier Schmudsachen im Wert von 50 000 m. gefoftet und beschäftigt seit drei Wochen erfolglos die Kriminalpolizei zweier Städte. Ein Berliner Juwelengroßhändler wollte in der Jahrhundert halle in Breslau ausstellen und hatte bereits einen Stand gemietet. Mehrere Tage vor der Abreise packte er die Sachen, die er in Breslau zeigen wollte, in einen festen Koffer, der mit zwei Sicherheitsschlössern versehen war. Es waren Uhren, Ringe usw., im ganzen Waren für 50 000 m. Am Morgen des 26. Juni holte ein alter Dienstmann den Koffer aus dem Geschäft ab, brachte ihn nach dem Alexanderplatz und gab ihn hier auf dem Bahnhof für den Schnellzug 35 auf, der um 9,40 Uhr vormittags Berlin verläßt. Mit diesem Zuge kam der Koffer 5 Minuten nach 4 Uhr in Breslau an. Er wurde aus dem Badwagen ausgeladen und in der Verwahrungsstelle untergebracht, weil der Juwelier selbst erst mit einem Nachmittagszuge von Berlin abfahren tonnte. Fahrplanmäßig um 9.20 Uhr fam der Besizer des Koffers in Breslau an, holte in Begleitung eines Angestellten den Koffer ab, lud ihn auf eine Droschke und ließ das foſtbare But in das chrsame Hotel 3 ur goldenen Gans" fahren. Dieses Hotel, in dem die Juweliere abzusteigen pflegen, hat einen langen Gang mit einem einzigen Zugang, der zugleich auch der einzige Ausgang ist, und den dide Mauern umschließen. Auf diesem Gang werden die wertvollen Koffer untergebracht und Tag und Nacht bewacht. Er nahm auch den Koffer des Berliner Großhändlers auf. Der Juwelier nahm am Morgen wiederum in Begleitung des Ange der Ausstellungshalle. Als er ihn auf seinem Stande öffnete, fand er zu seinem unliebsamen Erstaunen darin st att seiner Ju melen nur noch einen gefüllten Sandsad. Mit diesem mog er die 96 kilogramm, die er bei der Aufgabe auf dem Bahnhof Alexanderplatz gewogen hatte. Die Breslauer Kriminalpolizei jezte sich auch mit der hiesigen Behörde in Verbindung. Kriminalfom miffar Lipit nahm hier die Ermittlungen auf und begab sich mit einem Beamten nach Breslau. Aber auch die gemeinsamen Be mühungen der beiden Behörden blieben völlig erfolglos. Trotz allen Bemühungen tappte man diesem raffinierten Gaunerstück gegenüber völlig im Dunkeln. Unertlärlich scheint auch die genaue Renntnis, die doch die Diebe von dem wertvollen Inhalt des Koffers gehabt haben müssen. Möglich wäre nur, daß die Absicht der Reise des Juweliers zur Kenntnis unlauterer Kreise gekommen wäre. Wo aber ist die Bertauschung mit dem Sandsad vorgenommen worden? In dem Backwagen des Eisenbahnzuges mar es unmöglich. Auf dem Bahnhof in Breslau tann es auch nicht ge= schehen sein. Man erinnert sich auf dem Bahnhof mohl des an den Rändern und einmal in der Mitte mit schwarzem Eisenblech beschlagenen Koffers. Der Inhalt bestand u. a. auch aus wertvollen Ihren verschiedener Fabriken, besonders Schweizer und Pforzheimer Werke. Es war in jener Berhandlung nämlich viel die Rede von einer geheimnisvollen politischen Mission Krulls, bei der Geheimrat Mühleisen die Mittelsperson spielte. Wie jetzt bekannt wird, handelte es sich dabei um ein Angebot Krulls, den Behörden die Mörder des Reichsministers Erzberger in die Hände zu spielen. Dabei scheint aber Krull ein doppeltes Spiel getrieben zu haben, denn es ist gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Begünstigung der Erzberger- Mörder vom Oberstaatsanwalt Binder eingeleitet worden. Krull war zu jener Zeit, als die Sache ihm übertragen wurde, gerade aus der Haft entlassen worden, in die er unter dem Berdacht geraten war, daß er die unbekannte Persönlichkeit gewesen fei, die auf das Trittbrett des Autos sprang und Rosa Luxemburg durch einen Schuß in die Schläfe ermordete. In diesen Berdacht war er geraten, nachdem man ihn im Besize der Taschenuhr von Frau Luxemburg gefunden hat. Er ist deshalb auch verurteilt worden. Das Ermittlungsverfahren in diesem Falle endete mit der Einstellung. Es ist aber neuerdings wieder aufgestellten den Koffer in Empfang und fuhr mit einer Droschte nach nommen worden. Krull war jedoch von Holland wegen all dieser politischen Vergehen nicht ausgeliefert worden, sondern nur wegen der Urkundenfälschungen. Inzwischen hat Krull aber frei willig auf die ihm gestellte Schutzfrist von 4 Wochen verzichtet, da er in Deutschland bleiben will, und hat sich den Gerichtsbehörden auch für die auf politischem Gebiet liegenden Vergehen zur Verfügung gestellt. Als erster Fall wird gegen ihn im Auguſt wegen des ge planten Bomben Attentates gegen die Villa des kürzlich verstorbenen Genossen Parvus Helph and auf Schwanen werder in Wannsee verhandelt werden. Krull ist zusammen an geflagt mit dem Hauptmann a. D. Müller von Haufen, dem Herausgeber der Weisen von Zior". Beide werden beschuldigt, im unerlaubten Besit von handgranaten gewesen zu sein, und Krull außerdem noch, geplant zu haben, mit diesen Handgranaten Gewalttätigkeiten gegen Personen und Wohnstätten zu verüben. = Verkehrspolitik und Fettleibigkeit. Hier ist die Prüfungsaufgabe für einen Dete? tiv, wie sie intereffanter und entwirrungsbedürftiger nicht gedacht werden kann. Wo ist der sagenhafte Held unzähliger Detektipromane? Gegen die Mieterhöhungen. Man schreibt uns: In einer lehrreichen und überzeugenden Notiz hat der„ Borwärts" vor einigen Tagen über den als Demonftrationsgegenstand erworbenen Autobus der Aboag dem Berliner Bublifum gezeigt, daß die Berliner menig Ursache hätten, sich über die Qualität dieses Verkehrsmittels bei uns zu beklagen. Er hat aber dabei ein Moment nicht berücksichtigt. Was für das Londoner Bublifum ausreicht, ist für das Berliner Publikum leider nicht geräumig genug. Es ist allerdings zuzugeben, daß der Londoner Autobus nicht geräumiger ist als der Berliner, ja er ist sogar enger. Troßdem fißt und steht man in London bei den Omnibussen be quemer. Aber eben auch nur in London. Nicht in Berlin. Der Unterschied liegt nämlich nicht so sehr in der Bauteilungsmietero bleute Groß- Berlins find durch ein MigIn dem gestrigen Bericht über die Konferenz der Abart der Omnibusse als in derjenigen der Baffagiere. Wer einmal Gelegenheit gehabt hat, in den letzten Jahren, besonders in den letzten Monaten nach dem Ausland zu reisen, wird, wenn er wieder nach Deutschland zurückkehrte, erschroden, viel leicht auch ehrlich entrüstet gewesen sein über die geradezu erschreckende Neigung zur Fettleibigteit, die Männer und Frauen in gleichem Maße die Frauen vielleicht noch mehr bei bei uns unvorteilhaft auszeichnet. Diese Fettleibigkeit steht in merkwür digem Gegensatz zu der doch ganz sicher und einwandfrei festgestellten Notlage eines großen Teiles der Bevölkerung. Im Ausland bildet diese Fettleibigkeit schon ein sehr beliebtes Gesprächsthema. Man amüsiert sich darüber. So brachte fürzlich die„ Daily Mail" einen Artikel mit der Ueberschrift: Moden für die Fetten". Darin beschrieb der Berliner Korrespondent dieses Blattes recht humori stisch die vergeblichen Bemühungen eines Pariser Schneiders, die deutschen Frauen mit eleganter Kleidung zu beglüden. Die Bemühungen nämlich scheiterten alle daran, daß die Modelle zwar bei lichen Bariserinnen in der Tat gut aussahen, aber sowie die deutschen den Mannequins ausgezeichnet aussahen, daß fie auch auf den wirtKundinnnen fie anzuziehen versuchten, verschwand auf einmal die berühmte Linie". Ich bin fest überzeugt, daß hier ein großer Teil der Ursachen für die Unbequemlichkeit auf unseren Verkehrsmittteln zu fuchen ist. Aus den Schneiderstuben und Warenhäusern verschwinden nach und nach die Modelle 44 und 45. Die meisten Artikel fangen bei 46 an und gehen in phantastische Ziffern. Man hat sich im Schneidergewerbe der neuen Situation schon so weit angepaßt, um die Eitelkeit der Kunden nicht zu verlegen, Blusen, verständnis einige Säge aus dem Referat und aus den Diskussions reden durcheinandergeraten. Genosse Ruben hat selbstverständlich nicht von der Schaffung einer Organisation gesprochen, die sich in Abteilungen und Unterabteilungen gliedern sollte, sondern es mar in der Diskussion auf die Mieterobleute hingewiesen worden, die nach dem Parteistatut in den einzelnen Kreisen und Abteilungen bestehen. Diese Funktionäre haben zurzeit eine wichtige Aufgabe zu erfüllen und treten den Ausschüssen für Arbeiterwohlfahrt und den Bildungsausschussen in ihrer Bedeutung zur Seite. Genosse Ruben hat ferner darauf hingewiesen, in welcher großzügigen Weise unsere Fraktion im Reichstag den Kampf gegen den Ueber. umpelungsversuch der bürgerlichen Parteien aufgenommen hat. Er mies auf die Bedeutung der Wohnungsfrage für die tommenden Stadtverordnetenwahlen in Berlin hin und hat lediglich in diesem Zusammenhang von dem erfolgreichen Bu fammenarbeiten zwischen Partei und Mieterbewegung in der Schweiz lution nach der Richtung hin an, daß die Bartei den Kampf und in Desterreich gesprochen. Die Bersammlung nahm eine Rejogegen den Mietwucher geschlossen aufnehmen müffe. Die Erregung über die Beschlüsse des Steuerausschusses spiegelte sich in der sehr lebhaften Diskussion wider, an der die Vertreter der verfchiedenen Kreise und Abteilungen teilnahmen. lebrigens ist in der zweiten Beile des Berichts eine Berwechslung zwischen dem durch ten Bauarbeiterstreit in Anspruch genommenen Genossen Silberschmidt und dem Genossen Lipinifi erfolgt, was gleichfalls hiermit berichtigt sei. Nehmen Sie die letzten 2 Jage meines Saison- Ausverkaufs wahr! 1 Posten 1 Posten 1 Posten 1 Posten Steppdecken Ramelbaardecken Ramelbaardecken Diwandecken Daunendecken Oberbettbezüge schwere Qualität, rot und grün ge- Daunensatin mit Ia feinfädiger Linen 1 Posten Satin Oberseite mit geringen Fehlern 12.45 M. mit Bordüre 17.75 M. mustert, m. Fransen 9.75 M. weißen Daunen 59.-M. 130 X 200 7.25 M 1 Posten Reinleinener div. 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So fezte sie sich denn mit mehreren Sicherheitsschlösser firmen in Verbindung( eine canze Industrie blühte durch die Aengstliche auf) und bald glich ihre Bohnungstür von innen einem Berjuchslaboratorium für die neuesten technischen Errungenschaften im Festungs- und Barrikadenbau. 3mei Stunden operierte die vorsichtige Frau an dem komplizierten Mechanismus, und nach zwei Stunden waren die 32 Lärm-, Patent- und Klingelapparate im Lot. Eines Tages nahm Frau B. ein Bad. Bon diesem Bad wurde erstaunlicherweise die breitere Deffentlichkeit in Kenntnis gesetzt. Vormittags gegen 11 1hr erschallte aus der Bohnung der B. gräßliches, markerschütterndes Geschrei. Um Himmelswillen, was ist los? Das ganze Haus gerät in Aufregung, aus den Wohnungen tommen im Sturmschritt entsetzte Gesichter. Bald ist man an der Tür, man flopft, man bohrt, drei Feinmechaniker sind fieberhaft in Arbeit, umsonst, die 32 Sicherheits apparate bestehen glänzend ihre Feuerprobe. Indessen tobt im Innern die unglückliche mit unverminderter Heftigkeit weiter. Was war geschehen? Frau B. war im Wasser von einer Muskellähmung befallen worden und hielt sich nur noch mit äußerster Anstrengung über dem Wasser. Draußen raft eine Welt von Bertzeugen gegen diese gefahrvolle gesicherte Höllentür. Alles sergeblich. Dann alamiert man die Feuerwehr. Die rückt auf einer Leiter der mit dem Tode Kämpfenden zu Hilfe. Sehr sefolletiert zog man Frau B. im legten Augenblick aus dem Wasser. Jezt soll sie dabei sein, die 32 Zimmerschlösser wieder abzumontieren. Daß es da nicht sicher ist, hat sich gezeigt. Zoll- und Paßkontrolle. Angenehmes auf der Fahrt von Danzig nach Berlin. Mit Eintritt der Reisezeit hat sich der Wechselverkehr zwischen dem losgetrennten Danzig und dem Stammnlande wieder außer ordentlich belebt. Zugleich mehren sich die Klagen über die fast [ hitanöje Baß- und Zollbehandlung der Reisenden auf der Fahrt durch den polnischen Korridor, von denen die folgende eine anschauliche Schilderung gibt. Gleich hinter 3oppot beginnt der polnische Korridor. Der Zug fährt eine Weile in gut bürgerlichem Tempo, und dann hält cr; er hält sogar unwahrscheinlich lange. Wieder erscheint ein Herr, der die Fahrkarten( zum drittenmal seit der Abfahrt aus Danzig) mit einem blauen Strich dekoriert. Dann kommt ein uniformierter Irgendjemand mit Schleppjäbel und Tschako, der eine sehr höfliche und tiefe Berbeugung unternimmt und etwas ganz linverständliches murmelt. Da alle ihre Bässe zücken, folgt man diesem aufmunternden Beispiel, der uniformierte Herr drückt irgend wohin einen riesigen Stempel. Dann verschwindet er unter tiefer Berbeugung. Sofort erscheint ein anderer Herr, ebenfalls mit ichako und Säbel versehen, und stellt sich in einem merkwürdigen Deutsch als polnischer 3ollfontrolleur vor. Er buchstabiert zujammen, ob etwas Berzollbares im Gepäck märe. Man verneint mit schöner Bestimmtheit. Sofort verschwindet er; er prüft nicht nach, cr glaubt allein den treuen Augen. Nun steigt man aus und geht um Padmagen. Auf dem unwahrscheinlich engen Bahnsteig ist ein reges Leben inszeniert worden. Die Leute gehen spazieren und fofettieren mit ihren bedeutenden Profilen. Im Badwagen zeigt man nur auf den Koffer und darf dann wieder verschwinden. Das Ganze eine merkwürdige llebung. Nach einer halbstündigen Erholungspause setzt der Zug sind endlich in Bewegung, um nach fünf Minuten wieder zu halten. Gofort erscheint, ein Schaffner, diesmal deutscher Konfession, und wünscht die Fahr farten zu sehen. Nachdem er darauf den vierten Blaustrich unter9 gebracht hat, verschwindet er mit stiller Anspruchslosigkeit. Der Zug hält noch immer, Und nun beginnt es entschieden ungemütlich zu werden. Einige deutsche 30llbeamte laufen auf dem Korridor aufgeregt hin und her, in ihrer Begleitschaft einige Herren mit Klubmüßen, deren das Hafenkreuz aus den Augen fiebert, alle in ungewohnter Betulichkeit. Schließlich brüllt jemand in das Abteil: 30tontrolle!" Jeder Zoll ein Hindenburg- Schnurrbart. Man sucht ihm auseinanderzusehen, daß der Schlüssel nicht recht ichließe und daß man tatsächlich im Koffer nichts Berzollbares habe. Tut nichts, der Koffer wird erbrochen. Enttäuschung auf den martialischen Zügen, als nichts Gefahrbringendes dort entdeckt wird. Ohne Gruß verschwindet die wichtige Staatspersönlichkeit; gleich darauf erscheint eine Klubmüße, die unwiderstehliches Verlangen nach den Pässen äußert. Ohne Gruß ab. Im Padwagen geht es gemüthafter zu. Der Zollbeamte bluft nur einmal furchtbar ernst mit Argus augen in den Koffer hinein und läßt ihn wieder verschließen. Und dann ist auch diese Schwierigkeit überwunden. Man trinft noch verschiedene Getränke zu märchenhaften Preisen und sieht mit Befriedi gung, wie der Speisewagen an den Zug gehängt wird. Alle beamteten Bersönlichkeiten stehen mit ernsten Blicken, die den Untergang des Abendlandes prophezeien, auf dem Bahnsteig. Und nachdem man zum fünftenmal seine Fahrkarte vorgezeigt hat, jetzt der Zug sich langsam in Bewegung. Jezt ist alles überstanden. Mit Tintenstift geschriebene Patetaufschriften müssen auf vorher angefeuchteter Schreibfläche hergestellt sein, weil andernfalls die mattglänzende Schrift, namentlich bei fünstlicher Beleuchtung, schwer zu lesen ist und das Verteilungsgeschäft bei den Post: anstalten und in den Bahnposten erschwert. Bafete mit Aufschriften, die dieser Bestimmung nicht entsprechen, werden von den Paketannahmen zur Beseitigung des Mangels zurückgegeben. Die Treptow- Sternwarte feilt mit: Der schon längst verloren geglaubte Wolff'iche Stomet ist jetzt entbedt worden; er leuchtet nur wie ein Stern 15. G: öße, fann daber nur in mittleren und großen Fernrohren beobachtet werden. Man darf erwarten, daß die Verfolgung dieses Kometen uns wert. volle Ausschlüsse geben wird. Die Venus strahlt jezt im größten Glanze, Jupiter ist eine auffallende Erscheinung am Himmel, Saturn ist auch noch zu sehen, so daß ein Besuch der Treptow- Sternwarte jegt sehr lohnend ist. Im Vortragsprogramm werden folgende Filmvorträge gebracht: Reise mit Dr. Colin Roß um die Erde am 19.( Sonntag) um 4, 6 und 8 Uhr. Am 21.( Dienstag) spricht abends 8 Uhr Direktor Dr. Archenbold über Weltanschauung und Himmelstunde", sowie über den neuen Rometen und andere, den Laien interessierende Entdedungen. Am 22.( Mittwoch) 8 Uhr spricht Herr Professor Dr. Ludwig Brühl, Rustos am Institut und Muſeum für Meerestunde, über Mit dem Taucher zum Meeresgrund". Am 25.( Sonnabend) um 8 Uhr wird auf vielfachen Wunsch der Film„ Das große weiße Schweigen", Todesfahrt Kapitän Scotts zum Südpol, vorgeführt. Bejirtsbildungsaus fchuß Groß- Berlin. Bier Große Fest longerte 1925/26. Internationale Boltstänze und Volkslieder. Steppe und BußtaJm Orient Aus der Neuen Belt Der deutsche Tanz. Mit wirkende: Das Ballett und erste Solisten der Staatsoper. Künstlerische Leitung: Mar Terpis. Ballettmeister der Staatsoper. Brof. Schünemann, Dir. der Hochschule für Mufit. Abonnementspreis für alle vier Beranstal190 tungen 4 M. Alle wichtigen Bestimmungen enthalten die Zeichnungslisten Liften liegen aus: Bet den Mitgliedern der Kreis und Abteilungs Bildungsausschüsse, Bigarrengeschäft Horsch, Engelufer, Tabatvertrieb F., Inselstr. 6, Berband der Graph. Hilsearbeiter, Alte Jakobstr. 5, W. Schmidt, N 39, Tegeler Str. 31, Joh. Moranz, Danziger Str. 46, Buchhandlung Norwärts, Lindenstr. 2, und im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. of 2. Tr. r., Bimmerftr. 8/9. Ebert Reliefs nach dem Entwurf des Stünstlers Gerstenberg, elfenbein getönt, 1.60 M. pro Stud, dunkel getönt 1,80. pro Stüd, zu haben im Bezirksbildungausschuß, Ferner Radierungen von Strommer, Defterle und Sela Hasse. Lindenstr. 3, 2. Hof II. Sommerfest der Rundfunkfeilnehmer am Sonnabend, den 1. Auguft d. J. im Lunapart. Starten sind im Vorverkauf in allen einschlägigen Radiogeschäften Berlins zu haben. Zu diesen Vorverkaufstarten wird ein Gutschein für die von namhaften Firmen ausgestattete Tombola gratis abgegeben, der bis abends 9 lbr seine Gültigkeit behält und den Inhabern Anspruch auf heimgebliebenen Rundfuntfreunden eine ausgiebige Erholung zu bieten. ein Los gibt. Das Fest beginnt bereits nachmittags 4 Uhr, um allen daIn Die neuen Zeppelinpläne. Berhandlungen in Moskau und Tokio. dieser Woche sollen in Moskau Verhandlungen zwischen dem bisher im Auftrage des Bölkerbundes im Rautajur tätig gewesenen Professor Frithjof Nansen und Hauptmann Bruns von der Internationalen Studiengesellschaft zur Exforschung der Arktis" stattgefunden haben. Es soll sich dabei in erster Linie darum handeln, Nansen über den bisherigen Verlauf der Berliner Berhandlungen hinsichtlich dieses Projekts zu informieren und seine Stellungnahme hierzu einzuholen. Bon der Internatio nalen Studiengesellschaft wird dabei besonders betont, daß es für fie feinen anderen Führer der Nordpol- Zeppelinexpedition geben könne, als Professor Nansen, der oberster Leiter des ganzen Unternehmens sein müsse, Gleichzeitig wird man in Moskau auch mit der russischen Regierung, die ja in der Internationalen Studiengesellschaft ebenfalls vertreten ist, über die geplante Nordpolexpedition perhandeln. Völlig getrennt hiervon laufen Besprechungen, die Hauptmann Bruns mit den russischen Behörden über ein von ihm entworfenes Projekt eines Luftschiffverkehrs Europa- Ostasien haben wird. Bon der russischen Regierung sind für dieses Projekt, das eine Linienführung hauptsächlich durch russisches Gebiet vorsieht, bereits gewisse Borbereitungen getroffen worden, und zwar hat man in den wichtigsten Städten, die von dieser Luftschiffroute berührt werden sollen, Kommissionen gebildet, denen die Durchführung der ersten Vorarbeiten obliegt. Hauptmann Bruns wird dann von Moskau aus die in Aussicht genommene Linie entlangreisen, um sie in allen Einzelheiten politisch, wirtschaftlich und luftfahrtechnisch zu studieren. Endpunkt dieser Luftschifflinie soll Sapan sein, wohin sich Bruns am Ende feiner Oftafienreise begeben wird, um auch dort Berhandlungen mit der japanischen Regierung über dieses Projekt zu führen. Der Stand der Typhus- Epidemien. unverändert. Neue schwere Fälle sind nicht zu verzeichnen. Auch in In Antlam ist der Stand der Epidemie im wesentlichen Ottersleben ist die Epidemie zum Stillstand gekommen. Solingen berichtet über eine unerhebliche Zunahme der Erfrankungen. In Mannheim und Durlach Aue sind teine neuen Bodenfälle aufgetreten. Typbusfälle epidemischen Charakters werden aus weißmeiler bei Aachen berichtet. Es find über 60 Erkrankungen gemeldet. A.Wertheim Saison- Verkauf Außergewöhnlich herabgesetzte Preise für viele Artikel in fast allen Abteilungen 1. bis 21. Juli Besonders billige Gelegenheitsposten: Damen- Wäsche Taghemd mit Stickerei...... 160 Beinkleid mit Stickerei...... 195 Nachthemd 360 mit mit st 360 Klöppel- 475 Stick. Ein- u. Ans. Prinzeßrock mit breiter Stickerei 475 Kinderkleider Baumwoll- Musselin, Länge 60-100, Lg. 60 210 ( Jede weitere Größe 30 Pfennig mehr) In aparten Stellungen..Meter Wasch- u. 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Das Gesetz über die Aufwertung von Hypotheken und anderen Ansprüchen(Aufwertungsgesetz) regeU die Aufwertung von privaten Ansprüchen, die durch den Währungsverfall betroffen sind. Die Aufwertung von An- sprüchen an das Reich, an die Länder oder an Gemeinden ist Gegenstand eines zweiten Gesetzes, des„Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen". Im Aufwertungsgesetz sind Bestimmungen ge» troffen über die Aufwertung 1. der siypocheken, 2. der Grundschulden, 3. der Jndustrieobligotionen, 4. der Pfandbriefe, 5. der Schuldoerschreibungen von Unternehmungen öffentlich- rechtlicher Körperschoften, 6. der Sparkassenguthaben, 7. der Versicherungen, 8. anderer Ansprüche. Grundlage und Mittelpunkt des Gesetzes ist die H y p o- thekenaufwcrtung. Hypocheken werden auf 25 Proz. ihres Goldmarkwertes aufgewertet. Die aufgewertete Hy- pothek behäll ihren bisherigen Rang. Gelöschte Hypotheken werden nur dann aufgewertet, wenn sich der Gläubiger bei der Annahme seine Rechte vorbehalten hat, oder wenn die Löschung nach dem 13. Juni 1922 stattfand. Der Hypothekenschuldner kann eine Herabsetzung der Aufwertung bis auf 15 Pro.?, verlangen, wenn seine Wirtschaftslage dies unabweisbar nötig macht. Die Tilgung der Hypothek kann nicht vor 1932 ge- fordert werden. Die Aufwertungsstelle kann bestimmen, daß dann die Tilgung in Teilbeträgen zu zahlen ist, jedoch spätestens bis 1. Januar 1938. Auch kann die Aufwertung?- stelle in besonderen Fällen eine Tilgung schon vor 1932 fest- setzen. Solche vorzeitigen Tilgungsraten dürfen jährlich höchstens 10 Proz. des Auswertungsbetrages ausmachen und nicht mehr als 1000 M. betragen. Der Zins der aufgewerteten Hypochek beträgt vom 1. Januar 1925 ab 1.2 Proz.. vom 1. Juli 1923 ab 2,3 Proz., vom 1. Januar 1926 ab 3 Proz., vom 1. Januar 1928 ab 5 Proz. Ist die hypothekarische Forderung das Ergebnis einer Erbabfindung oder eines Unterhaltsanspruches oder ist sie aus dem Kaufgeld selbst entstanden, so kann sie höher als 23 Proz. aufgewertet werden. Bei Kaufgeldhypotheken darf aber die Aufwertung 73 Proz. nicht überschreiten, wenn die Forderung vor 1912 entstanden ist, und sie darf 100 Proz. nicht überschreiten, wenn der Entstehungstag noch vor 1922 liegt. Nach dieser Zeit ist eine Beschränkung nicht mehr vor- gesehen. Grundschulden sind nach denselben Grundsätzen zu behandeln wie Hypotheken. Jndustrieobligabionen und ähnliche Schuldverschreibungen werden mit 13 Proz. aufgewertet." „Schon ausbezahlte Obligationen werden nur dann auf- gewertet, wenn sich der Gläubiger seine Rechte, vorbehielt. Solche Besitzer, die ihre Obligationen vor dem 1. Juli 1920 erworben haben, können eine Zusatzaufwertung verlangen in Höhe von 10 Proz.(also insgesamt 25 Proz.). Diese Zu- satzaufwertung hat die Form eines sogenannten Genuß- rechtes, womit eine Beteiligung am Reingewinn verbunden ist, natürlich bis zur tatsächlichen Auszahlung dieser 10 Proz. Das Genußrecht wird aus einem Fonds verzinst Vd getilgt. Diesem Fonds sind für jedes Prozent, um das die aus- bezahlte Dividende 6 Proz. übersteigt. 2 Proz. zuzuweisen. Pfandbriese, Rentenbriefe usw. werden in der Weise aufgewertet, daß aus dem aufgewerteten Bermögen der Herausgeber eine Teilnngsmafse gebildet wird, die dann nach dem Verhältnis der Ansprüche zu verteilen ist. Schuldverschreibungen von Kö-r perschaf- ten des öffentlichen Rechts(kommunale Betriebe usw.) werden mit 15 Proz. aufgewertet. Der Schuldner kann darüber hinaus beantragen, daß der Satz noch herabgesetzt wird. Dann muß er allerdings nachweisen, daß ein« un- billige Härte vorliegt. Einer der für weite Kreise des Volkes, besonders der Ar- Heiterschaft, wichtigsten Abschnitte des Gesetzes regelt die Aufwertung von Sparkassenguthaben. Die Sparkassen haben aus ihrem gesamten aufgewerteten Vermögen eine Teilungsmasse zu bilden. Diese Teilungs- masie wird durch«inen Treuhänder an die Gläubiger ver- teilt. Nach dem Gesetz„soll" der Aufwertungssatz der Spar- kassen mindestens 12'A Proz. betragen, möglichst aber dem Satz entsprechen, der sich ergibt für die Anleihen der Ge- mcinde oder der Körperschaft, die hinter der Sparkasse steht. Der Teilungsmasse„können" zur Verstärkung Zuschüsse aus dem übrigen Vermögen der Kasse überwiesen werden. Außerdem„kann" der Garant(die dahinterstehende Gemeinde usw.) noch etwas beisteuern.(Also allerlei sehr trostreiche Vorschriften!) Kleine und kleinste Beträge können bis zu einer gewissen Grenze, die von der Landesbehörde feftzu- legen ilt. unberücksichtigt bleiben. Außerdem besteht für die Landesbchörde die Möglichkeit, zu bestimmen, daß von einem gewissen Termin ab olle Ein- und Auszahlungen unberück- sichtigt bleiben. Dieser Termin darf nicht vor den, 15. Juni 1922 liegen..„ Lebensversicherungen, sowie Versicherungen aller Art, die einen Reservefonds zu bilden hatten, müssen in ähnlicher Weise wie Sparkassen aufwerten. Sie haben eine Teilungsmasse zu bilden, der Zuschüsse aus dem übrigen Vermögen der Versicherung zugeführt werden. Diese Teilungsmasse wird anteilsgemäß verteilt. Als letzten Gegenstand behandelt das Gesetz alle anderen Ansprüche. Diese anderen Ansprüche, die also in dem Gesetz nicht geregelt sind, werden nach den allgemeinen Vor- schritten aufgewertet, d. h. aus dem Prozeßwege nach dem Ermesien des Richters. Stellt der Richter fest, daß es sich bei einem solchen Anspruch um eine„Dermögensanlage" handelt, so kann sein Urteil auf höchstens 23 Vroz. lauten. anderniolls unterliegt das Urteil einer solchen Beschränkung nicht. Allerdings sind im Gesetz auch eine Reihe von Der- moaensanlagen angegeben, bei denen die Beschränkung auf 25 Proz. nicht durchschlagen soll. Zum Beispiel bei Forde- rulfgen aus Erbschaftsauseinandersetzungen: bei Ansprüchen an Werkssparkassen oder Betriebspenfionskassen: bei Erbbau- zinfen, Alimentenforderung usw. Bei diesen Ausnahmen ist also das Ermessen des Richters in keiner Weife an einen Höchstsatz gebunden oder beschränkt. Entsteht bei der Frage über die Aufwertung der in dem Gesetz geregelten Materien ein Rechtsstreit, so entscheidet darüber ausschließlich die Aufwertungsstelle. Ausgenommen von dieser Bestimmung ist das letzte Kapitel: Die Aufwertung anderer Ansprüche ist Sache der ordentlichen Gerichte. Jedoch gibt es auch hier eine Ausnahme. Die Werkspar- Parteitag und Zrauenkonferenz. Parteigenossen! Auf Grund des Organisationsstatuts der Partei beruft der Partsivorstand den nächsten Parteitag auf Sonntag, den 13. September, abends K Uhr. nach Heidelberg, Stadthalle, ein. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Bericht des Parteivorstandes. a) Allgemeines. Berichterstatter Johannes Stelling. b) Agitation, Organisation und Kasse. Berichterstatter: Fr. Bartels und Konr. Ludwig. 2. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: Fr. Vrühne. 3. Die Tätigkeit der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstag. Berichterstatter: Wilhelm Keil. 4. Problem der europäischen Politik(Bericht vom Kongreß der Sozialistischen Arbeiter-Jnternationale). Berichterstatter: Arthur C r i s p i e n. 5. Das Parteiprogramm. Berichterstatter: Dr. Hilferding. 6. Wahl des Parteivorstandes, der Kontrollkommission und des Ortes, an dem der nächste Parteitag stattfinden soll. 7. Anträge, soweit sie durch die vorstehende Tagesordnung noch nicht erledigt sind. * Im Anschluß an den Parteitag findet in Heidelberg eine Fraueukonferenz statt. Vorläufige Tagesordnung: 1. Frauenbewegung und Sozialdemokratie. Referentin: Frau Marie I u ch a c z. 2. Die Frau im zukünftigen Strafrecht. Der Parteitag setzt sich zusammen aus den in Bezirks- verbänden gewählten Delegierten, der Vertretung der Reichs- tagsfraktion, den Mitgliedern des Parteivorstandes, des Partei- ausfchusies und der Kontrollkommission. An der Frauenkonferenz sind zur Teilnahme berechtigt: ein bis zwei Delegierte aus jedem Bezirksverband, die wcib- lichen Delegierten zum Parteitag, die weiblichen Mitglieder des Reichstags, je � ein weibliches Mitglied der Landtage und männliche Genösseii, die von der Bezirksleitung mit Mandaten versehen werden. n:< v■ 53 v An trä g e f ü r d ie T ag e So rdnün gd es Parteitages können nur behandelt werden, wenn sie von Parteiorganisationen gestellt und spätestens bis zum 12. A u g u st 1925 beim Partcivorstand eingereicht find, damit sie laut Or- ganisationsstatut§ 13 Abs. 2 spätestens am 16. August im «Vorwärts" veröffentlicht werden können. Zum Parteitag gestellte Anträge müssen jeder für sich auf ein besonderes Blatt Papier einseitig beschrieben und mit der Angabe, zu welchem Punkt der Tagesordnung gehörig, ver- sehen sein. * Wegen Wohnungsbeschaffung unter Angabe, ob Hotel oder Privatwohnung, müssen sich die Delegierten rechtzeitig beim Lokalkomitee melden. Adresse: Parteisekretär I. Amann, Heidelberg, Rohrbacher Str. 13. Berlin, den 24. Juni 1923. Der parteivorstanü. kassen und Betriebspenfionskassen gehören wieder zum Gebiet der Aufwertungsstelle. Die Aufwertungsstellen werden von der Landesbehörde benannt. Gegen die Entscheidung der Aufwertungsstellen ist sofortige Beschwerde möglich. Darüber entscheidet dann das Landgericht. Darüber hinaus gibt es nur noch die Revision beim Oberlandesgericht. Bei der Berechnung des Aufwertung?- b« t r a g e s wird der Goldmarkbetrag zugrunde gelegt. Als Goldmarkbetrag gilt bei Forderungen aus der Zeit vor dem 1. Januar 1918 der Nennbetrag. Bei später erworbenen An- sprüchen wird der Goldmarkbetrag dadurch festgestellt, daß der Nennbetrag nach dem sogenannten Mittelindex umgerechnet wird. Der Mittelinder ist ein Kompromiß zwischen Dollar- kurs und Großhandelsindex. Die Umrechnung geschieht tech- mich nach einem dem Gesetz als Anlage beigefügten Schema. Reform öer Sozialversicherung. Bon S. Aufhäuser. Seit Anfang 1924 sst die Stabilisierung der Währung vorgenommen, und das organisierte Unternehmertum ist eifrig am Werke, um bei der Neuordnung der Wirtschast die in der Uebergaugszeit errungenen Machlpositionen zu sichern. Die neudeutsche"Wirtschaftspolitik der Rcchtsregierung � wird wirksam unterstützt durch den systematischen Kamps der Rechtsparteien gegen einen Ausbau der Sozialpolitik. Man hatte angeblich zur Festigung der Währung Ende 1923 einen völligen Abbau der sozialen Arbeiterschutzgesetzgebung vor- genommen und bemüht sich jetzt, dieses Niveau vollkommen unzulänglicher Sozialpolitik und damit das heutige Elend der Arbeiter und Angestellten überhaupt zu„stabilisieren". Dieser rückläufige Kurs in der sozialen Gesetz- gebung tritt in der Sozialversicherung besonders in die Erscheinung. Der Reichstag wird etwa in jedem Quartal einmal mit irgendeiner Teilvorlage zur Invaliden-, Unfall- oder Angestelltenversicherung befaßt, erhöht dann(nach dem Muster der Inflationszeit) notdürftig die Renten, ohne organisatorisch einen wirklichen Wiederaufbau der durch die letzten Jahre erschütterten Sozialversicherung vorzunehmen. So ist auch bei der letzten Novelle zur Unsallversiche- rung die dringliche Neuregelung des Personenkreises unter- blieben. In besonders markanter Weise aber zeigte sich die soziale Reaktion bei der soeben verabschiedeten Novelle zur Angestelltenversicherung, die unter der stolzen Ueberschrift„Ausbau" weiteres Flickwerk darstellt. Der ent- schiedene Kampf der Sozialdemokratie um eine grundsätzliche Neuregelung in der Aufbringung der Mittel war inso- fern von einem Erfolg begleitet, als der Reichstag im Gegen- satz zum Reichsrat beschlossen hat, daß künftig der Arbeit- geber für Versicherte, deren monatliches Entgelt 30 M. nicht übersteigt, sowie für Lehrlinge die vollen Beiträge zu ent- richten hat. Wenn auch die Grenze für die Beitragsfreiheit des Angestellten hier noch zu niedrig bemessen ist, so bedeutet es doch einen Fortschritt, daß überhaupt einmal Bresche gelegt ist in die bisherige unsoziale Halbierung der Beiträge zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Novelle bringt auch Verbesserungen, soweit es sich um die freiwillige Selbst- Versicherung der Angestellten handelt. Der Versicherte hat außerdem auch jetzt die Möglichkeit, weitere als die vorge- scheuen Steigerungsbeträge zu erlangen, wenn er freiwillig höhere Beiträge bezahlt oder Beitragsmonate einkauft. Schließ- sich sind auch noch Verbesserungen hinsichtlich der Hinter- bllebenenrenten in der Uebergangszeit beschlossen worden. Dagegen muß die Erhöhung des Grundbetrages und des normalen Steigerungssatzes um nur ein Drittel der bis- herigen Sätze als ungenügend angesehen werden, während die gleichzeitig beschlossene schematische Beitragserhöhung um ein Drittel für sämtliche Gehaltsklassen eine unerträgliche und in der Abstufung äußerst unsoziale Belastung der Versicher- ten darstellt. Die Neuregelung der Beiträge in der Angestelltenver- sicherung ist von grundsätzlicher Bedeutung. Es wird ver- sucht, das Umlagsverfohren der letzten Jahre wieder überzu- leiten zum Kapitaldeckungsverfahren. Nur so ist es zu er- klären, daß jetzt den Angestellten in ihrer Sonderverfiche- rung, die allein für 1924 und 1923 über 200 Millionen Ka- pitalreferven ansammelt, trotz des günstigen finanziellen Standes neue Beitragslasten zugemutet werden. Wie man auch prinzipiell zum Kapitaldeckungsverfahren stehen mag (es entspricht den rein privatkapitalistischen Grundsätzen der Lebensversicherungsgesellschaften), so ist es mindestens in der heutigen Zeit für die oersicherten Angestellten und Arbeiter untragbar. Diese von der Reichstagsmehrheit beschlossenen Beitragserhöhungen sind für den sozialen Kurs der Regierung um so bezeichnender, als dieselbe Reichstagsmehrheit es abgelehnt hat, der Reichsversicherung durch Erweiterung der Ber- sscherungspflichtgrenze, d. h. durch Einbeziehung der quali- fizierten und gehobenen Angestellten, Mehreinnahmen zu verschaffen. Das deutsche Unternehmertum sträubt sich da- gegen, Angestellte mit mehr als 500 M. Monatseinkommen in die staatliche Versicherung einzugliedern. Der Reichstag ist auch diesmal über all diese sozialen Er- wägungen hinweggegangen. Er handelt sozialpolitisch nach dem Diktat der Unternehmer, die allerdings-im Parlament die Annehmlichkeit haben, ihre Forderungen nicht selbst ver- treten zu müssen, sondern sie durch einige Abgeordnete.be- gründen lassen zu können, die der Deutschnationale Hand- lungsgehilfenvcrband im Reichstag— verteilt auf die Deutschnationale Partei, die Deutsche Volkspartei und das Zentrum— sitzen hat. Es ist geradezu der organisierte Verrat, der hier im Deutschen Reichstag ständig an den Angestellten- und Arbeiterintercssen in den bürgerlichen Re- gienmgsparteien von„Angestelltenvertretern" verübt wird. Die durch übermäßig hohe Beiträge eingeleitete Ka- piialansammlung in der voziaiversicherung wird auch durch- gerührt, ohne wenigstens ein Mindestmaß von Gegenwart?- leistungen für den Leitragszahlsr zu sichern. Die sozial- demokratischen Anträge, durch die den sogenannten..Wander- versicherten", die aus der Invaliden- in die Angestelltenver- sicherung übergehen, eine Anrechnung der Beitragswochen aus der JB. auf die Wartezeit in der AB. gewährleistet wer- den sollte, um insbesondere den aus den Arbeiterberufen hervorgegangenen Llngestcllten, Werkmeistern usw. eine wirk- liche Alters- und Jnvaliditätssürsorge zu geben, sind abge- lehnt worden. Die wichtigste Gegenwartsleistung der Angestelltenver- sicherung, nämlich das Heilverfahren, soll der Wahl überlassen bleiben. Der sozialdemokratische Antrag, auch sür das Heilverfahren einen Rechtsanspruch zu schaffen, ist in namentlicher Abstimmung abgelehnt worden. Wenn der Reichstag gleichzeitig beschlossen hat, daß künftig die Reichs- Versicherung der Arbeiter und Angestellten in Maßnahmen zur Förderung der allgemeinen Volksgesundheit(Bekämpfung von Volksseuchen usw.) zusammenwirken und Mittel auf- wenden soll, so entspricht diese Regelung unserem wiederholt gestellten Verlangen. Der hier mögliche Fortschritt wird indes beeinträchtigt, wenn nach der Fassung des Reichstags- beschlusses staatliche Sozialversicherung und private Wohl- sahrtspflege, allgemein soziolhngienische Maßnahmen und individuelles Heilverfahren der Bcrsicherten miteinander ver- koppelt werden. Es liegt schließlich auf der Linie des angedeuteten Kurses, daß der heutige Reichstag immer noch.zögert, die Verfassung in der Sozialversicherung den Bedürfnissen einer wirklichen Selb st Verwaltung anzupassen. Der Kon- flikt. den die Sozialdemokratie zuletzt mit den bürgerlichen Parteien im Reichstag hinsichllich einer Wahlreform in der Angestelltenversicherung gehabt hat, hat immerhin das Er- gebnis gezeitigt, daß vor den nächsten Wahlen zur Sozial- versiäierung eine Revision des noch bestehenden indirekten Wahlversahrens zugunsten von Ilrwahlen der Versicherten zu erwarten ist. So haben die letzten Reichstagsberatungen doch dazu geführt, daß die großen grundsätzlichen Organisationsfragen der Soüalversicherung aufgerollt, wenn auch noch nicht gelöst sind. Es muß die Aufgabe der Angestellten und Arbeiter in den Gewerkschaften und den Betrieben sein, der neueren sozialpolitischen Entwicklung ihre ganze Aufmerksamkeit.zu- zuwenden. Unser Kampf gegen neues Steuerunrecht und Zollwucher würde keinen vollen Erfolg haben können, �.mn wir es etwa verabsäumen.� uns auch rechtzeitig gegen die sozialpolitische Reaktion zur Wehr zu setzen. Die Internationale der Schwerinöustrie Die Ergebnisse der bisherigen Verhandlungen Nach der Vertagung der deutsch-franzö fischen chandelsvertrags- nerhandlungen ist es notwendig, einmal einen Ueberfchlag zu machen. mas in der schwierigen Frage der internationalen Eisenverträge tatsächlich erreicht ist. Die Düsseldorfer Verhandlungen der deutschen und sranzästschen Schwereisenindustrie, denen die Auf- gäbe zufiel, das Luxemburger Abkommen vollständig unter Dach und Fach zu bringen, haben ein endgültiges Ergebnis nicht erbracht. 'Sie sollen im cherbst fortgesetzt werden. Es ist somit eine Pause entstanden, die dazu benutzt werden sollte, dieses schwierige Wirt- sckxaftrproblem von allen Seiten zu behandeln. Die deutsche Schwerindustrie hatte sich bekanntlich bereit erklärt, von der Eisenindustrie Frankreichs bzw. Lothringens, dem Saar- gebiet und Luxemburgs eine Höchst meng« von 1 750 000 Tonnen Roheisen, Halbzeug und Fertigwaren pro Jahr abzunehmen. Diese Menge sollte sich folgendermaßen verteilen: 742 400 Tonnen auf das Saargebiet, 530 300 Tonnen auf Lothringen und 477 300 �Tonnen auf Luxemburg. Die Einfuhr aus dem Saargebiet sollte zollfrei fein, die übrigen Mengen mit dem halben Zollsatz belastet werden. Die Ueber nähme und der Vertrieb ersolgt von den Syn- dikaten der Schwereisenindustri«. Ms man im Dezember vorigen Jahres die Verhandlungen einleitete, war nur die Rede von einer Einfuhrmenge von zusammen 1 Millionen Tonnen. Es ist bisher nicht bekannt geworden, aus welchem Grunds die Einfuhrmenge auf 1,75 Millionen Tonnen erhöht wurde, zumal die im Jahre 1024, to. h. unter vollständiger Einfuhrfreihcit aus den oben ge- nannten Ländern eingeführten Eisen- und Stahlerzeugnisse, einschließ. lich Eisenbahnmaterial, Kleineisenwaren und Maschinenteilen nur insgesamt 1324011 Tonnen ausmachten. ExxorttndufErie imd Eisenkartell. Doch noch ein anderes Moment illustriert die veränderte Sach- läge gegvirüber vor einem halben Jahr. Seinerzeit sollten die privaten Abmachungen nur unter der Voraussetzung geführt werden, daß hon deutschen Exportindustrien wesentliche Zoll- erleichterungen von Frankreich zugestanden würden. In den späteren Verhandlungen der beiden Wirtschaftsgruppen war hier, von nur noch wenig die Rede. Die französischen Unterhändler haben erklärt, daß es Sache ihrer Regierung sei, der deutschen Cxportindustrie Zugeständnisse zu machen. Sie haben sich schließlich bereit erklärt, bei ihrer Regierung in dieser Beziehung vorstellig zu werden. Die deutsche Schwerindustrie hinwiederum machte den end- gültigen Abschluß von der Zustimmung der deutschen Regierung ab- hängig. Es ergibt sich somit der paradox« Zustand, daß die Wahrung der Interessen der weit wichtigeren Fertig- indu st riederde utschenRegierung obliegt, deren Position aber in weitem Maße dadurch geschwächt wurde, daß die mäch- tige französische Schwer indu st rie bereits vorher „abgefunden", ihr Interesse am Handelsvertrag gemindert wurde. Dos Versprechen der Franzosen, aus ihre Regierung ein- wirken zu wollen, der deutschen Fertigindustrie entgegenzukommen, ist doch sehr problematisch, zumal dann, wenn sie ihre Wünsche im großen und ganzen befriedigt sehen. Bindende Zusagen haben die deutschen Unterhändler in Luxemburg jedenfalls nicht erlangt. Es war hierüber ein Streit entstanden, der aber durch Herrn Peter K l ö ck n e r, einer der deutschen Unterhändler, auf eine Anfrage der„Frankfurter Zeitung" aufgeklärt wurde. Herr Klöckner schreibt der genannten Zeitung: „Bei den Verhandlungen haben die deutschen Industriellen kmmer wieder hervorgehoben, daß sür die Einfuhr von Erzeug. Nissen der deutschen verarbeitenden Industrie der Minimaltarif «ernährt werden müsse. Bestimmte Verhandlungen oieserhalb sind aber nicht geführt worden, weil diese Materie nur durch die beiden Staatsregierungen behandelt «erden konnte.", Damit dürfte erwiesen sein, daß die Schwerindustrie bei den Verhandlungen nur ihre eigenen Interessen verfolgt« und der deutschen Regierung die gegenüber Frankreich so wichtige Waffe, in der Eisenfrage Zugeständnisse zu machen, aus der Hand genommen wurde. Daran ändert auch eine beruhigende C r k l ä- rung des Reichswirtschaftsmini kters Neuhaus nichts, daß Frankreich dieses Vorteils nur teilhaftig werden könne, wenn der Handelsvertrag endgültig abgeschlossen sein würde; solange liles nicht geschehen sei, wären die Vorteile für Frankreich nur von bedingtem Wert. Und doch wird es sich bei den Verhandlungen um einen Handelsvertrag nur darum handeln, für Frankreich direkte Zugeständnisse geben zu können, die die deutsche Regierung doch nicht zu geben vermag, wenn es in der Hand der beiden Schwer- industrien liegt, wie und in welcher Form sie sich zu einigen ver- mögen. Eine sehr verwickelte Sache also, bei der nur eins klar ist, daß nämlich die deutsche Schwerindustrie mit ihren Abmachungen allgemein« Dorteile für die große deutsche Exportindustrie nicht zu erringen vermocht«. Das Saarabkommen. Inzwischen ist nun das Saarabkommen zwischen den beiden Regierungen abgeschlossen worden. Mit dem Inkrafttreten dieses Vertrages wird auch derjenige Teil der Eisenkontingente in K r a f t g e s e tz t. der sich auf das Saargebiet bezieht. Damit kommen alljährlich 742 000 Tonnen Eisen zollfrei nach Deutschland. Die französische Kammer und der Senat haben das Saarabkommen bereits genehmigt. Auch aus deutscher Seite wird die Annahme als- bald im Parlament erfolgen. Damit wäre für das Saar- gebiet eine staatsrechtliche Grundlage hergestellt. Das Eisenkontingent für das dortige Gebiet ist mit 742 000 Tonnen sehr reichlich bemessen. Es besteht der Verdacht, daß überdies« m Umweg auch lothringische? Eisen nach Deutschland hereinkommt. Entsprechend» Zlbmachungen zwischen den Industriellen des Saargebiets und Lothringens sollen bereits vor dem Abschluß stehen. Somit ist das Luxemburger Abkommen der Schwerindustrie zu einem nicht geringen Teil in Kraft gesetzt. Die französische Eisen- industrie erhält durch den Saaroertrag eine ziemliche Ent- lastung, sie ist ein Eisenüberschuhgebiet los geworden. So be- grüßenswert der Saaroertrog auch für Deutschland war, so läßt es sich nicht von der Hand weisen, daß die Schwerindustrie, namentlich die Frankreichs, dadurch noch mehr an dem endgültigen Handels- abkommen mit Frankreich desinteressiert worden ist. Mechanische oder organische Rationalisierung der Produktion? Es erhebt sich nun die Frage, was bis zum endgültigen Ab- kommen einesteils der Regierungen, anderntsils der Eisenindustriellen aeschehen wird. Und da lenkt sich naturgemäß der Blick auf die Lage der eisenschaffenden Industrie. Diese ist gewiß nicht rosig zu nennen. Aus die Besserung durch internationale Ab- mcchungen ist vorläufig nicht zu rechnen, da auch die D e r h a n d- langen über da sinternationale Schienenkartell bis zum September vertagt wurden. Deshalb wird man den Ver- such machen,' die deutschen Kartelle schleunigst aus allen Gebieten zustande zu bringen. Ein weiteres wird mit gebieterischer Not- wendigkeit in Angriff genommen werden müssen, das ist die R a t i o- nalisierung der Produktion. Im Kohlenbergbau geht man mit aller Strenge vor. Vorerst geschieht dies durch rück- sichtslose Stillegungen der minderergiebigen Zechen. Es liegen Anzeichen vor. auch in der Eisenindustrie ähnliches zu unter- nehmen. Das rohe Mittel, minderergiebige Produktionsbetriebe einfach stillzusetzen, ist zwar sehr einfach, läßt aber die viel- gerühmte Privatinitiative des Unternehmertums in einem eigentüm» lichen Licht erscheinen. Man sollte demgegenüber versuchen, die ganze Kraft darauf zu verwenden, durch Ausbau der Betriebe zu einer billigeren Produttion zu kommen. Rückständig ist die deutsche Industrie vor allem auf dem Gebiete der Walzwerke. Hier soll ein Ausbau sofort vorgenommen werden, vor allem in der Richtung, daß der Wechsel des Walzprogramms wesentlich eingeschränkt wird, damit die Walzwerke auf lange Zeit nur mit je einem Pro- bukt beschäftigt werden. Hier wird das Mittel der Konzen- t r a t I o n in Erscheinung treten, sei es, daß die Aufsaugung noch weitere Fortschritte macht, sei es, daß die Syndikate die Verteilung der Aufträge nach den einzelnen Produkten spezialisieren. So oder so. die deutsch« Volkswirtschaft muß von der Schwer- industrie verlangen, auf die rohen Mittel der Preis- « r h ö h u n g e n, die unter dem Schutze monopolistischer Syndikate und der Zölle zustande kommen, zu verzichten. Der Stabeisen. preis ließ sich bereits auf der Höhe von 136 M. nicht mehr halten. lind trotzdem liegt er noch über dem Weltmarktpreis. Hier gilt es, den Hebel anzusetzen. Die deutsche Schwerindustrie muh in die Lage kommen, mindestens so billig wie dieWerke des Auslandes zu produzieren. Ist dies der Fall, dann dürfte sich ein Schutzzoll für die eisenschaffende Industrie erübrigen. Der Weg zu alledem geht über die Rationali sie- rung der Produktion.— n. Die tommenöe Wettgetreiöeernte. Weltwirtschaftliche Umschau. Die neue Ernte wird vielfach schon geschnitten und gedroschen. »iinstweilen müssen wir jedoch noch aus den allen Vorräten leben, die zurzell außerordentlich knapp sind. In Deutschland werden gegenwärtig überwiegend amerikanisch« Eetreidesorten oermahlen. In den übrigen Zuschußländern wurde der Mangel durch Verschiffung ungeheurer Mengen australischen Getreides, die noch verfüg- bar waren, behoben. Aus Argentinien wurden in den vorigen Monaten nicht weniger als eine Million Tonnen Ausfuhrgetreid« »erschifft, wodurch die dort vorhandenen Ausfuhrüberschüsse beinah« völlig aufgebraucht wurden. Das knapp gewordene Getreide wird freilich zu hohen Preisen verkauft. Der Bushel amerikanischer Weizen kostet heute ungefähr einen halben Dollar mehr als vor einem Jahr. Die gegenwärtigen Getreidepreise find schwankend, was auf pie Tätigkell der Spekulation zurückzuführen ist. Es gibt kaum eine andere Ware, deren Preisbildung von der Spekulation so well beeinflußt würde, als Getreide. Amerikanische Spekulanten haben vor kurzem durch große Vorverkäufe künstlich«inen Preis» druck herbeigeführt, um den Boden für eine neue Haussespekulation zu ebnen. Der europäische Getreidehandel ist angesichts der Un- übersichtlichkell der Lage mit seinen Käufen zurückhaltend. Die neue Ernte. Für die neue Ernte kommt die nordliche Hemisphäre: Nord- amerika und die europäischen Länder in Betracht. Die übrigen großen Getreideausfuhrländer: Argentinien, Australien und Indien erscheinen mit ihren Ueberschussen erst später auf dem Wellmartt. In Nordamerika gibt es zwei große Getreideländer: die Ver- einigten Staaten und Kanada. Die allgemeine Entwick- lang geht dahin, daß als Getreideausfuhrland die Bereinigten Staaten immer weniger. Kanada dagegen immer erheblicher in Frage kommt. Die wachsend« Industrialisierung der Dereinigten Staaten in Verbindung mit dem Zusammenbruch von Zehntausenden von Farmern, der erhöhte Lebensstandard der Bevölkerung— das alle» hat dazu geführt, daß das Getreide der Bereinigten Staaten in Zutunst dort auch verbraucht werden kann. In Kanada dagegen. wo noch neuer fruchtbarer Boden unter Bearbeitung genommen werden kann, sind die Möglichkeiten der Produktionserweiterung sehr groß. In den: jetzt abgelaufenen Erntcjahr war dos noch ander». Infolge der außerordentlich günstigen Ernte in den Dereinigten Staaten auf der einen, der sehr ungünstigen in Kanada auf der onderen Selle entfiel in diesem Jahr da« Hauptgewicht der Getreide- ausfuhr noch auf die Dereinigten Staaten. Bei der neuen Ernte kehrt sich aber berells das Verhältnis um; weil die neue Ernte in den Vereinigten Staaten voraussichtlich schlecht, in Kanada aber außerordentlich g ü n st i g sein wird. In den Vereinigten Staaten wird die Weizenernte auf ungefähr 400 Millionen Bushel geschätzt, d h. um ein Drillel weniger als im jetzt beendeten Erntejahr. Wenn dieses Ergebnis auch etwas besser ist als in den vergangenen Mona- ten geschätzt wurde, so wird jedoch aus der neuen Ernte für die Ausfuhr nicht viel übrig bleiben. Dagegen wird die Ernte Kanadas bei der gleichen bebauten Bodenfläche wie im vorigen Jahr erheblich größer sein. Die Berichte über die kanadische Ernte von 500 Millionen Bushel haben sich aber als übertrieben und wahrscheinlich von der Spekulation erfunden berausgestellt. Gegenwärtig wird die kanadische Ernte auf 350 Millionen Bushel geschätzt. Di« europäisch« Ernte wird, wenn das Wetter einiger- maßen gut bleibt, im allgemeinen sehr g ü n st i g ausfallen. Die Länder, in denen ein« ausgezeichnete Ernte zu erwarten steht, sind Polen. Ungarn und Rumänien. Diese drei Länder sind sonst Ueberschußgebiete, vermochten aber in den letzten Iahren wenig auszusühren. ja sie waren im laufenden Jahr infolge der Mißernte von 1924 gezwungen, Getreide einzuführen. Be- sonders hoch war die Getreideeinsuhr Ungarns. In Runiänien wurde infolge de» Getreidemangels sogar ein Ausfuhrverbot er- lassen. Diese beiden Länder werden wahrscheinlich au» der neuen Ernte Ausfuhrüberschüsse haben. Desgleichen auch Polen, wo der Wert des neuen Getreides nach Schätzungen von 4 Milliarden Zloty 1924 auf 5 Milliarden 1925 gestiegen ist und aus den Aus- fuhren«in Erlös von 600 Millionen erwartet wird. Diese Länder erhoffen von der Gctreideausflchr die Aktivierung oder wenigstens die wesentliche Verbesserung ihrer Handelsbilanzen. Unter die Länder, die früher Getreide im großen Maßstab ausführten, gehörte Rußland. Die russische Ernte wird in diesem Jahr mindestens eine mittelmäßige, vielleicht eine gute sein. Den lttzten Berichten zufolge verschlechterten sich die Aussichten. Ob in der Tat der erhoffte Ausfuhrüberschuß von 350 Millionen Pud vorhanden sein wird, steht dahin. Im übrigen hängt die Menge der russischen Ausfuhr oielsach davon ab, ob sie vom Staat mittel- bar— durch hohe Steuern und Verteuerung der Jndustrieprodukte— erzwungen wird, um den gesteigerten Einsuhrbedarf Rußland» aus dem Erlös des Getreideexport« zu bezahlen. Sonst kann man es sich ober gut vorstellen, daß der Mehrertrag au» der diesjährigen Ernte zum großen Teil von den Bauern selbst oder der städtischen Bevölkerung im Inland verzehrt wird. Die europäischen Zuschuijläuter. die in der Regel Getreide einsühren, werden ebenfalls bessere Ernten haben wie im oergangenen Jahr. Dies trifft in gleicher Weise für Deutschland, England. Frankreich, Italien zu. In Schweden wird eine ausgezeichnete Ernte erwartet. Diese Länder werden demnach weniger Getreide einsühren müssen als in diesem Jahr. In Frankreich, das eine Erhöhung des Ertrags um 10 Proz. erwartet, kann der Getreidebedarf, oller Voraussicht nach, sogar ganz von der inländischen Produktion gedeckt werden. Die italie- Nische Handelsbilanz wurde in diesem Jahr durch umfangreich« Getreidekäuf« infolge der Mißernte erheblich verschlechtert, was u. a. zur weiteren Entwertung der Lira führte. Mussolini hat die Führung der— wie er sagt—„G e t r e i d e s ch l a ch t" in die Hand genommen, wobei ihm die Natur durch die gute Ernte Italiens behilflich sein wird. Die Prrilcutwicklung und die Landwirte. Die Getreideoersorgung der Wett wird, wie aus den obigen Darstellungen hervorgeht, im neuen Erntejahr ausgiebiger fem. als in dem jetzt abgeschlossenen. Wird diese Tatsache zu einem Preis- stürz de» Getreides führen und wie werden die Landwirte durch eine,«vetuelle Preissenkung betroffen? Um zuerst die letztere Frage zu beantworten, so werden die Landwirte die eventuelle Senkung des Getreidepreises durch die Steigerung der gewonnenen Mengen an Getreide mehr als ausgleichen können. Im übrigen sind bei den Landwirten auch die Preise anderer landwirt- schaftticher Produkte zu berücksichtigen. Durch diese kann eine eventuelle Preissenkung des Getreides aufgewogen werden. Es ist aber eine erhebliche Preissenkung oder sogar ein Preissturz aus dem Wellgetreidemarkt gar nicht wahrscheinlich. Vor allem ist es noch unsicher, ob wirklichgroße Ausfuhrüberschüsse zur Verfügung stehen werden. Denn es ist in jedem Falle mit einer erhöhten Verbrauchsfähigkeit der Bevölkerung der Welt zu rechnen. Konnte die verarmte Bevölkerung der Welt die Getreide- Überschüsse sogar bei schlechter Ernte nicht aufnehmen, so kann bei etwas erhöhter Kaufkraft selbst ein erheblicher Mehrertrag zu den allen Preisen leicht verbraucht werden. Hierzu kommt noch, daß die Landwirte in manchen Ländern, vor allem in Amerika, viel mehr ol» bisher in der Lage sein werden, ihre Vorräte zurückzuhalten und erst langsam auf den Markt zu dingen. Ihre sehr verbesserten Verkaufsorganisationen werden hierzu wesenttich beitragen. Der Getreidetermin Handel in Chikago rechnet in der Tat mit keinen erhebsichen Preislenkungen. Der Preis für Dezemberweizen war auf der Getreidebörse von Chikago vor kurzem noch kaum etwas geringer als der Preis für sofort lieferbaren Iuliweizen. Es kostet« z. B. Anfang Juli Juli- Welzen 146 Cents pro Bushel, Dezembsrweizen 141 Cents. Seitdem haben üch aber die Preise im Terminhandel weiter kräftig erHoll. A. H. Hohe Mehlprekse. Die Klagen des deutichen MüllereigewerbeS über seine „schleckte Lage" sind bekannt. S» ist richtig, daß der Beschäfiigungs« grab der Mühlen au« den verschiedensten Gründen stark nachge« lassen hat. Andererseits scheint ei aber doch wirklich, daß die Mühlen eZ verstanden haben, sich dafür durch wesentlich überteuerte Preise schadlos zu halten. Im Durchschnitt der einzelnen Monate diese« Jahre» stellte sich Weizen- bzw. Koggenmehl per 1000 Kilo an der Berliner Börse auf Mark: Weizenmehl Aoggenmehl 1S2Z Januar.. 354.90 852.50 Februar... 858,65 856,45 März...»43 35 387.10 «pril...»33.40 810 05 Mai.... 347.20 810.70 Juni.... 350,50 803,30 1. bi, 15. Juli 347,70 818,65 Im Durchschnitt de« Jahre» 1918 kosteten die 1000 Kilo Weizen- mehl an der Berliner Börse nur 269 M. und Roggenmehl 208 50 M. Da aber jetzt auch die Getreidepreise ständig weit über Borkrieg»- prsi» liegen, so beweist der Vergleich zwischen Borkriegs- und GsgenwariS-Mehlpreisen zunächst nichts. Dagegen ist die iolgends Zusammenslellunz außerordentlich aufschlußreich. ES kostete Riehl mehr als Korn(pro 1000 Kilo): Weizenmehl Roggenmehl 1913...... 70,10 44,20 1925 Januar... 101,10 104,90 Februar.. 106,25 106.45 Mär,... 96.20 99.65 April... 86,25 84,65 Mai.... 84,55»8.65 Juni.... 83,75 86,50 1. bi« 15. Juli 83.40 91,16 Da« Müllereigewerbe erhält also gegenwärtig in der Preis« spann« zwischen Getreide- und Mehlprci» einen„Mabllohn", der weit über dem BorkrlegSverdienst liegt. Insbesondere gilt da« vom Roggenmebl. Die Weizenmehlpreise sind durch auS- ländiiche Konkurrenz beschnitten, während die geringere Konkurrenz auf dem Mar!:« sür Roggenmehl eine weit stärkere Berteuerung zugelassen hat. Unter solchen Berbältnisien ist die Forderung nach hohen Mehlzöllen nur auS den Profitinicressc de! MüllereigewerbeS zn erklären._ versthlechteruag ües Serline? flcbeitsmarkts. Die Arbeitsmarktlage im Berliner Bezirk hat sich gegen die Bor- wache etwas verschlechtert. Der Druck, der seit einiger Zeit aus der Wirtschaft lastet, insbesondere die Geldknappheit, führte vor- nehinlich im Handelsgewerbe zu zahlreichen Entlassungen. Die in dieser Beziehung noch onhallenden ungeklärten Lerbällnisse in der Metallindustrie sowie die Streiks im Baugewerbe hallen auf hiervon abhängige Berufsgruppen eine ungünstige Rückwirkung. Insbesondere wurden die Arbeitsmöglichkeiten iür Ingenieure, Tech- niker und Werkmeister stark beeinträchtigt. Auch zahlenmäßig ist eine Verschlechterung in der Steigerung der Arbeitslosig- k e i t zu bemerken, an der Facharbeiter einschließlich Angestellte mit rund 60 Proz. beteiligt sind. Es waren 39 994 Personen bei den Arbeitsnachweisen cinge- tragen, gegen 38 576 der Vorwoche. Darunter befanden sich 28 550 (27 410) männliche und 11 444(11 166) weibliche Personen. Unter- stützung bezoaen 94 76(9435) männlich« und 2853(2779) weibliche, insgesamt 12 335(12 214) Personen, davon bei Notstands�. betten 2179(2319). Die Zahl der zu gemeinnützigen Pflichtarbellca Ueber- wiesenen betrug 14 gegen 34 der Vorwoche. Ein Grobblechverbaad. Die in Remagen versammelten Oer- treter sämtlicher deutscher Grobblech-Walzirerke haben in zwei- tägigen Verhandlungen die Grundlagen«rncS den Inland«- und Auslandsabsatz umfassenden Verbandes vereinbart. Stinncs baut in Sowjeirußland ad. Nach der Kölnischen Zeitung preist der Abbau im StinneS-Konzerir nunmehr auch auf die-russischen Unternehmungen von Stinnct über. Di« Firma ist damit beschäftigt, ihre Siigogtment« in Rufelend aufzulösen. Auch die Stinnessche Generoldireluon iür russische Angelegenheiten in Berlin wird zum 1. September abgebaut. -M- Söiueneii ver Nerven. RbenÄv. Gicht, gschlae. Xopffärnttm, Grippe und . Srtälluuasreaatdeiten. ttejat-laMetU« ftw«" M« Schmerz«, an» Ich-idr» tl» IJarn|äut» erat. Fetvorrasenv Jtcgoi Sl« Uchtrii firzt 3» ak!«!,«ijatllÖi 12JJS Lith., 0,46-;, Chinin. 74,3'� Neid.«ccl. salie., ad 100 flmyl. " KAW210% 1380M Sonntag 19. Juli 1925 3D/ 997 Bühne und Film. Aus der Film- Welt Berlin ist um einen Verein reicher. Vor einigen Tagen wurde n reicher. der Deutsche Filmbund" gegründet, sein Borstand ist ganz gut gewählt, seine Mitglieder sind bis jetzt scheinbar nur alte Tunten reden wir nicht davon feine ziele find jedenfalls ausgezeichnet: man will eine Bolfslichtspielbühne, man will für eine staatliche Filmschule agitieren, man denkt an eine Bibliothet des Films, vielleicht auch an ein Archiv fürs Beste, man will das Publikum zum Film führen. Tatsächlich fehlt dem Film von Anfang an eine ordnende Instanz. Die Hochschulen fennen das Kino nicht. Sie denken Gott weiß was geleistet zu haben, seitdem sie der Theaterwissenschaft eine bescheidene Heimstätte gewährten. Leider tommt der Deutsche Filmbund" brei, vier Jahre zu spät. Es bleibt ihm genug noch zu tun, indes die Konjunktur" ist vobei, seitdem der Radio um Interesse warb und Liebe fand. Der Filmbund muß nun wenigstens unbedingt modern sein, will er sich halten, will er etwas erreichen. Und soweit er theoretisiert, muß er schon etwas zu fünftiger, entschiedener und wegweisender sein, als bei seiner ersten Beranstaltung am Mittwoch abend im Meistersaal Curt Wesse sprach über Bühne und Film", ohne das Problem zu Ende gedacht zu haben. Damit soll nicht gesagt sein, daß Weffe im einzelnen unrichtig oder verwischt formuliert hätte: In vierzig Jahren hat sich der Film die ganze Welt erobert. Gelang ihm das, meil er an die sogenannten ,, niederen Instinkte" appelliert? Das tat das Theater bei Gott( marum nicht bei Rotters"?) doch auch. Gelang ihm das, weil er inhaltlich meistens so leicht zu ver stehen ist? Nein; Feststellungen ergaben vielmehr, daß selbst durch Schmittliche Menschen bei voller Aufmerksamkeit im Kino nur 50 bis 75 Prozent des Gebotenen aufnehmen und verstehen. Das aber ist ein Grund des Interesses: Wir sind wortmüde. Der Krieg, der die Büge züchtete, machte uns mißtrauisch gegen alle Versuche, Wirklich teit durch Sprache zu vermitteln. Wir glauben an die Heiligkeit des Bortes, aber mir missen um seinen Mißbrauch. Selbst das ent. fesselte Wort, das so ethisch gemeinte Schreibrama, vermochte nur mentgen etwas zu geben. Und weiter ist es, so grotest fürs erste das erscheinen mag, die Technit, die Mechanit, die den Film unseren Impulsen so nahe bringt. Technit ist eine Manifestation des menschlichen Geistes wie jede andere. Sie ist nicht Bauber, nicht höhere Gewalt, sondern nur unserer Zeit gemäße Ausdrudsform. Sie läuft durch unser tägliches Dasein, und ihre Vibration stellt eine innere Verbindung her zu unferem Herzen. Unferes Daseins Wesen, vielleicht sogar Sim, ist Bewegung. Der Film gibt Bilder bewegten Lebens. Ist er somit nicht Kunst? Nicht von der Ablösung des Theaters ift bie Rede, nur von der Feststellung der Unterschiebe. Durch Rebe und Gegenrede erleben wir im Drama eine Spannung motorischer Art. Film hingegen ist Bildkunst; es tommt also auf den bewegten Körper an, gar nicht auf das Wort. Auf der Bühne sehen wir den Menschen als Träger der Sprache, im Film als Träger der Bewegung. Ein Minus für den Film ergibt sich dadurch, daß die Wirkung von der Bühne persönlich, direkt, unmittelbar geschieht, die Wirkung von der Beinwand jedoch mittelbar. Aber der Film hat dafür viel größere Möglichkeiten. Tausendfältige Szenerien, Wahl des Aufnahmetempos, Zeitraffer, Zeitlupe, Panorama, Total, Nah- und Groß aufnahmen, verschiedene Vorführungsmöglichkeiten bei der Projettion, alles in allem und vor allem: größere Möglichkeit der Be wegungs-, b. h. also siener Wesensbeherrschung. So weit, so gut. Und gut auch, was die Distuffion er gänzte: der Film erhält die Gegenwart, das fann die Bühne nichtder Schauspieler sieht, was er ſouf, auf der Bühne fann er das nicht ein guter Film fann zu Millionen sprechen, gut bleibt er auch bei der tausendsten Wiederholung, die Bühne fann da, wenn es ginge, in ihrer eigenen Bersentung verschwinden. Was aber die Massen ins Kino zieht, ist mirflich etwas anderes und non Beffe Unerwähntes: das ist das Bathoslofe, das Ehrliche, das unmittelbar menschliche. Mit der Bequemlichkeit und Annehmlichkeit tommen und gehen zu fönnen, wenn man mill, fängt das an, mif dem Lachquietscher im Lustspiel, das nicht belehrt, sondern nur" unterhält, hört das auf. Die Bühne ist doch nun einmal eine moralische Anstalt. Sie braucht den Rothurn der hohen Absichten und Borte, das Einfache mirft auf ihr, wenn nicht gerade durch Schauspieler vermittelt, wie wir außer Ballenberg, Baffermann und einigen mehr nur wenige haben, langweilig, banal, oft sogar gefünftelt. Slaffit ist etwas für die Bühne, aber Klaffit, lauter Klaffit, ist nichts mehr für uns. Warum sind trotz ihrer dämlichen Handlungen die ameri tanischen Filme so beliebt? Weil sie mit dem, was uns am Tage bewegt, nichts zu tun haben. Weil sie die Wirklichkeit parodieren, perullen. Beil sie den Menschen am idealften in Chaplin zeigen wie er ift: nicht als Helden mit Kraft und Orben im Kampf gegen das All, sondern als Zwerg, als einen Rebbich( ein typisches. leider unübersehbares Wort, das auch schon vor Carl Sternheim eristierte). Beil sie nie in Tragit machen, wie die deutschen Filme noch oft und die Theater fast immer. Ein Film ist gut, wenn er eben mur ein Film, nicht aber, wenn er perfilmte Literatur ift. Die Unterschiede zwischen Film und Bühne beftehen also nicht nur im Technischen, sondern schon im Wesentlichen, im Eigengefeßlichen. Und ich glaube, ein nicht minder wichtiges Gesetz bes Films als Bewegung" heißt Phrafenlosigkeit, Echtheit, Menschlichkeit! Und follte nicht die Theatermacherei eines Tages doch abgelöst werden? Erich Gottgetreu. " Einen Werbefilm für die Herabsehung der Cuffbarkeitsffeuer hat die Werbefilm G. m. b. H. geschaffen. Der unter fünft. lerischer Leitung von Julius Binschemer entstandene Film wird in allen Lichtspieltheatern Deutschlands zur Aufführung gebracht werben. Frauen, die nicht lieben dürfen. ( Marmorhaus.) „ Die schöne Frau stirbt zweimal, das erstemal am ersten weißen Haar," sagt Dumas. Lydia Dufors aber will nicht sterben, will nicht in Bergessenheit geraten, und um weiter in ihrem Hause rauschende, gernbesuchte Feste feiern zu können, nimmt sie eine blutjunge, schöne Buhmacherin zu sich. Das kleine Ding, lebens. hungrig und gefallsüchtig, findet sich schnell ein. Bald wird es als Halbweltdame von vielen Berehrern umschwärmt. Lydia rät dem jungen Mädchen, nur zu lächeln, nie zu lieben. Die Kleine aber hat ihre eigene Ansicht und reist mit einem Verehrer an die Riviera. Er kann die Hotelrechnungen schließlich nicht mehr bezahlen, fie gibt ihm ihren Schmud, er fälscht Schecks, sie bleibt ihm in ihrer Liebe treu. Als sie seinetmegen beinahe ur Mörderin wird, geht er mit seiner neuen Liebe auf und davon. Das Herz SPIELPLAN Ota- Palast am Zon 图 Kurfürstendamm Termstraße 图 Tauen z.enpalast Friedrichstraße Kammerachtspiele Alexanderplatz Weinherrsweg Ula- Theater Nollendoriplatz Wegen Renovierung geschlossen Die Bacchantin Ehefreuden Wochent, 7 u, 9 Sonnt, 5, 7, 9 Alles für Geld Aut der Bühne: 1) Werner Bernhardy Origl nal- Coup at Alles für Geld" 2) Ballet gruppe des Deutschen Opernhauses, Charlottenburg Wochent 7. sonn 5.9 Die Geliebte Roswo skys Auf d. Bühne: Ellen Elliot mit threa Eliot- Girls Wechent 7.9 ennt. 7. 9 Die Bergkatze Wochent. 7 u. 9 Sonnt. 5, 7, 9 Wege zu Kraft und Schönheit Wochent. 7 u. 9 Sonnt. 6, 7, 9 Der letzte Mann In d. Hauptrolle Email Jannings Wochent. u. 9 Somnt, 5, 7, 9 Junker Hinrichs verbotene Liebe Sonnt. 5, 7, 9 Wechent. 7 8. 9 Wegen Renovierung geschlossen Das große Programm 1) Ouvertüre zur Oper Wenn ich König wär' von Adam 2) Werner Bernhardy Original- Couplet Alles für Geld". 3) Ballettgruppe d. Deutsch, Opernhauses Charlottenburg a) An der schönen blauen Donau.... Joh. Strauß b) Danse harlekin Zogbaum getanzt von Ruth Lochmann c) Matrosontanz Byron Gay Alles für Geld. Tragikomödle in 6 Akten von Hans Kräly und Rudolph Stratz Regie: Reinhold Schünzel In den Hauptrollen: Emil Jannings Reinhold Schanzel Dagny Servses. Vorverkauf ohne Autschlag täglich mittags 12-2 Uhr Ufa Theater TURMSTRASSE ( Turmstrasse, Ecke Stromstrasse) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Straßenbahnlinien: 3, 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 56, 113. Autobuslinien: Nr. 11, 28. Stadtbahn: Bahnhof Bellevue Sturm 1 Beilage des Vorwärts mit dieser Enttäuschung beschwert, fehrt die Kleine in Lydias Haus zurüd. Das Leben in Saus und Braus widert sie an. In Verzweiflung unternimmt sie einen Selbstmordversuch, indem sie sich ins Wasser stürzt. Da jedoch die Gesellschaftsfilme unbedingt einen guten Abschluß haben müssen, tut die kleine sich keinen Schaden, fondern landet in einem friedlichen Heim bei ihrem Jugendfreund, der selbstverständlich inzwischen eine glänzende Anstellung bekam, so daß er die Vielumschwärmte heiraten kann. Géza von Bolvary- 3ahns Regie versteht sich aufs Geschäft. Der Film ist sehr verständlich gemacht, er ist vollständig auf Mitempfinden eingestellt und wird dabei niemals Kitsch. Bildlich ist er ganz hervorragend ausgenugt. Die tollen Feste mit ihrem raffinier fen und übertriebenen Gepräge und die Landschaftsaufnahmen von der Riviera boten auch wirklich gute Vorwände, um Geschmack und photographisches Können zu zeigen. Ellen Kürti, tadellos gewachsen und sehr schön in der Bewegung, spielte die kleine Bukmacherin. Helene von Bolvary hatte als alternde Halbweltdame oft recht gute Momente, Olaf Fjord, gewinnend in seinem ganzen Auftreten, hatte für einen Schedfälscher und gewissenlosen Liebhaber doch wohl z ehrliche Augen. Baul Otto wirtte als hartnäckiger Liebhaber recr lebenswahr, und Georg Henrid brachte als abgeflapperter Lebemann das Publikum mehr als einmal zum Lachen. c. b. Die Filmhaus Brudmann u. Co. A.-G. bringt in den nächsten Bochen bereits zwei Sensations- Großfilme der Üniversal- PicturesCorporation, Nem Vort, heraus, und zwar findet am 20. Juli im Mozartsaal die Uraufführung des Films„ Der Blizchauffeur" mit Reginald Deny in der Hauptrolle statt, während der neueste Großfilm mit Virginia Bally, betitelt Das rote Signal" am 27. Juli im Mozartsaal uraufgeführt wird. 3 Unser täglich Brof." Einen großen landwirtschaftlichen Stulturfilm, der die Brotgewinnung von der Aussaat bis zur Herstellung des fertigen Brotes in der Bäckerei zeigt, stellt die Bundesfilm 2. G. Berlin, Filmstelle des Reichsbundes Deutscher Technik, her. Die fachwissenschaftliche Bearbeitung und Manuscriptver fassung liegt in den Händen von Herrn Diplom- Landwirt 2. v. Hunnius, Referent der Landwirtschaftskammer für BerlinBrandenburg. Die Aufnahmeleitung führt Dr. Pasch. Die Aufnahmen über den industriellen Teil des Films find bereits beendet. Die landwirtschaftlichen Aufnahmen finden zurzeit auf bekannten Mustergütern in Brandenburg und Pommern statt. Die Alhambra, Kurfürstendamm, wird am 31. Juli nach vollständiger Renovierung mit dem Paramount Film der National Cleo, das Mädchen der Straße" Hauptrolle Pola Negri wieder eröffnet. Die Aufnahmen zu dem Film„ Der Baffard", nach dem Roman Transatlantic" Don Urville, haben unter der Regie Gennaro Rhigellis begonnen. Maria Jacobini spielt die weibliche Hauptrolle, ihr Partner ist Erich Kaiser- Tiez. Aufnahmeoperateure find Biragh immb Arata. Der Film erscheint für Deutschland im Berleih der Phoebus Film A.- G.. 3 Film und Verkehrsprobleme. Nach dem Beispiel der Berliner Straßenbahngesellschaft läßt jegt auch die Hamburger Hochbahn 21.-G., fämtliche Verkehrsmittel Hamburgs betreibt( Hoch- und Untergrundbahn, Straßenbahn, Autobus, Alsterdampfer), von der Deulig Film 2.-G. einen Propagandajpielfilm, der wichtige Dertehrstechnische Hinweise für die Masse enthält, herstelien. x Die Ufa engagiert May Murray. Die seit längerer Zeit für hie Ufa in Amerifa geführten Berhandlungen, die dahin zielen, der deutschen Filmproduktion die Mitwirtung beliebter amerikanischer Filmgrößen zu sichern, haben nunmehr das erste Resultat gezeitigt. Durch Berständigung mit dem betaunten Filmunternehmer Sam Bachmann ist Man Murray der Ufa für eine Reihe von Filmen fest verpflichtet worden und wird bereits im September unter der Regie von Jon Man in einem neuen Großfilm der Ufa in Berlin tätig sein. „ Das Mädchen mit der Proteftion. Mag Mad hat seinen neuen Ufa- Spielfilm, der nunmehr den Titel trägt:„ Das Mädchen mit der Broteftion", fertiggestellt. Für Ossi Oswalda bietet fich darin Gelegenheit, ihre Stunft als Darstellerin mie als Tänzerin zu erproben. In der Rolle ihrer Nebenbuhlerin ist Nora Gregor tätig. Die Photographie stammt von Günther Krampf, die Bauten be forgte Kahle und Radtke. Otto Urad im Film. Otto Urad, durch seine Tätigkeit für den Rundfunt und auch als Komponist mehrerer Operetten befannt, wird für den Sternheim Film der Ufa,„ Die Liebe und das Telephon", Manuskript Henrif Galeen und Adolf Bank, Regie Hanns Schwarz, eine Orginalmusit schreiben. Hanns Schwarz, der Regisseur des Sternheim- Films der Ulfa Die Liebe und das Telephon", wurde nach Fertigstellung dieses Films von dem Ufa- Stonzern für die Dauer eines Jahres feft ver pflichtet. Die Sing- Film G. m. b. S. ist seit längerer Zeit mit den Borbereitungen zu einem neuen Film beschäftigt, der auf neuen, bisher. nicht angewandten Grundsäßen jowohl in Handlung wie in Mufik aufgebaut werden fall. Der Film betitelt sich:" Das gepfändete Giud" mufifalisches Filmlustspiel in 6 Aften von Frand Rauch. Die Musik hat Hugo Moesgèn geschrieben, in dessen Händen zuglsich die musikalische Aufnahmeleitung liegen wird. Die Regie wird ger Autor selbst führen. Mit den Aufnahmen, die zum großen el an den für die Handlung eigens ausgewählten Städten ausgeführt merden follen, wird in Kürze begonnen. Die Illumination des Heidelberger Schlosses im Film. Guido Seeber, der für die afa" die Aufnahmen für ihren Rheinfilm Die vom Niederrhein" machte, hat für diesen Film, der zum Teil in Heidelberg spielt, Nachtaufnahmen des illuminierten Heidelberger Schlosses und des großen Feuermerts auf der Redarbrüde gedreht. In einem von ihm erprobten Berfahren ist es gelungen, das aus der Nacht märchenhaft aufglühende Schloß naturgetreu im Film festzuhalten. „ Das Mädchen mit dem Löwenhaupt", der Roman von Wilhelm Spener, wird im Laufe dieser Saison von der Ilfa verfilmt werden. Die Bearbeitung des Drehbuches liegt in den Händen von Thea Don Harbou. 7 gelaufen wurde auf unsere Geschäfte!-Denn fabelhaft billig sind unsere Schuhpreise Nochmal heruntergesetzt bietet unsere letzte Woche des Ausverkaufs geradezu Banerhörte Vorteile! Leiser Viele 1000 haben gekauft! Kommen Sie auch noch ist's Zeit! Und warum einmal das Geld nicht reicht, kauft man bei Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Schauspielhaus Sommergastsp. 1925 Leitung: Leo Walther Stein. Täglich 8 Uhr: Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Kreuzfeuer Berlins erfolgreichste Revne: Lustspiel von R. Presber und L. W. Stein Schiller- Theat. Operettenspielzeit 8 Uhr Annemarie Operette von Jean Gilbert u. Robert Gilbert mit Dora Leffler Nymgaa Spira- Baselt Das hat die Welt noch nicht geseh'n Sommerpreise! WINT BARTEN Rauchen Heidemann Dic- Der auserlesene Jali- Spielplan sta gelmann-Hiller Kuthan- Ledebour Volksbühne Reichshallen- Theater Nachm 3 u. ab. 8 U. Gastspiel der berühmt Die deutschen Kleinstädter Theater im Admiralspalast Tägl. 8, Uhr: Chocolate Kiddies Amerikas größte farbige Künstler. Sonntag 2 Vorst 3 und 8% Mkr. Die Nachm. Verst. zu halben Preisen. Metropol Theat. 81 Uhr: Tausend süße Beinchen Th. d. Westens Steinpl.931 8U.: USCHI v. Jean Gilbert Uschi Elleat, Fr. Scholz Gertrude Berliner Th.i.Komm.- Str. bis 31. Juli geschlossen Sommerpreise Deutsches Künstler- Theater 8 Uhr: Meiseken Operettenhaus am Schiffbanerdamm 8 Uhr: Der kleine Kuppler Zoologisch. 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Die verlagte Nacht Spreestr. 6-7 der Bestellung. Sierzu Druckfachen oder Gartenbühne: Batetgebühr. Nachruf. Am Freitag, den 17., verstarb nach längerem, schwerem Leiden unser lieber Rollege Georg Hoffmann. In langjähriger, gemeinschaftlicher Tätigkeit haben wir ihn immer nur als einen treuen, zuverläffigen Kol legen fennen und schäßen gelernt. Wir werden ihm ein ehrenbes Anbenten bewahren. [ 1067b Die Goldwerksfaft der Firma Optiter C. Ruhnte. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Achtung! Betriebsräte der Maschinenund Werkzeug- Juduſtrie! Die Gruppenversammlung der Haupt gruppe III. Untergruppe 5, 6, 7 fallt am Montag, den 20. d., aus und findet am Montag, den 27. Juli, statt. Achtung! Metalldrücker und Polierer Groß- Berlins! Dienstag, den 21. Juli, nachm. 4 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer( Saal 1): Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Be richt. 3. Branchenangelegenheiten und Berichiedenes. Pflicht eines eden Kollegen ist es, pünkt lich zu erscheinen. Achtung! Bananschläger!' ung! Dienstag, ben 21. Juli, abends 7 Uhr, im Berbandshaus, Linienftr. 83/85 ( Sigungstaal): Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Bortrag des Berbandskollegen Reichstagsabg. Emil Höllein über Zölle und Steuern. 2. Dis. tuffion. 3. Unsere Lohnbewegung. 4. Ber schiedenes. Die Kollegen werden ersucht, restlos die Bersammlung zu besuchen, da wichtige Beschliffe gefaßt werden. Auch gelangen die neuen Tarife zur Ausgabe Ohne Mitgliedsbuch keinen Zutritt. Achtung! Gold- u. Silberschmiede! Mittwoch, den 22. Juli, nach. 4 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdener Str. 45: Branchenversammlung Tagesordnung: 1 Bericht von der Generalversammlung. 2. Branchenange legenheiten. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Gelegenheitskauf 5 Uhr: Bunter Teli direkt a. Wilhelmp! 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Frank Hodges, der Sekretär der Bergarbeiterinternationale, hielt auf dem englischen Bergarbeiterfongreß in Scarborough eine Rede, in der er die gegenwärtige Krise unter dem internationalen Gesichtswintel beleuchtete. Nach einer Schilderung des Weltkohlenproblems, die sich mit den fürzlich unserem Londoner Korrespondenten gegenüber gemachten Ausführungen deckten, fuhr Hodges fort: Würde die Bergarbeiterschaft Großbritanniens in diesem Augenblid einer Herabdrudung ihrer Löhne und Arbeitsbedingungen zustimmen, in der Hoffnung, dadurch die britische Kohlenproduktion anzuspornen, so würden sich nach sechs Monaten die gleichen Probleme, denen England heute gegenübersteht, überdies in verschärfter Form, wieder einstellen. Den Arbeitern der mit England konkurrierenden Länder würden nur noch ungünstigere Bedingungen aufgezwungen und damit die Lage schließlich schlimmer sein, als sie heute ist. Die Unternehmer in Frankreich, Belgien und Deutschland wie Amerita beten geradezu zum Himmel um eine solche Berringerung der Löhne in Großbritannien. Hodges verlas dann einen Brief der ameritanischen Bergarbeiter, die sich gegen jede Konzeffion der britischen Bergarbeiter wenden, und stellte fest, daß sich die Haltung der Amerifaner mit der aller übrigen Bergarbeiter begegne. Er hoffe, daß auch die deutschen Bergarbeiter schließlich den gleichen Stand punkt einnehmen würden. Die wichtigste Stelle der Rede von Hodges bezog fich auf Frankreich bzw. Belgien und die Möglichkeiten einer internationalen Attion. Die Tarifverträge Frankreichs und Belgiens Itefen gleichzeitig mit den britischen ab, jedoch sei eine Entscheidung über das Schicksal noch nicht gefallen. Der Präsident des britischen Bergarbeiterverbandes Smith habe den französischen und belgischen Bergarbeitern unzweideutig erklärt, daß Großbritannien für den Fall, daß sie am Ende dieses Monats mit in den internationalen Kampf eintreten würden, die englischen Arbeiter bis zu einer erfolgreichen Beendigung ihres Rampfes bei ihnen stehen würden. Ich fann heute nicht versprechen und niemand anders könnte das in diesem Seit punkt, daß es am Ende dieses Monats zu einem internatio. nalen Streit in allen fohlenproduzierenden Ländern kommen wird. Aber wir nähern uns dem Bunft, wo wir ein Magimum an, internationaler Artion zustandebringen können und werden. Es mag aber als sicher gelten, daß die Bergarbeiter einzelner Länder während eines Streits der britischen Bergarbeiter noch weiter arbeiten werden und umgekehrt, britische Bergarbeiter in Zeiten des Rampfes einer nationalen Bergarbeitergewerkschaft. Wesentlich aber ist, daß feine Rohlen, die in den verschiedenen Ländern aufgestapelt worden sind, von einem Land in ein anderes geschafft und damit die Gewinnchancen der Berg arbeiter vernichtet werden. Das bringt uns in Verbindung mit der Internationale der Transportarbeiter, und ich glaube, daß fie uns helfen wird." ad Hodges beendete seine Ausführungen mit einem Hinweis auf die Notwendigkeit des gleichzeitigen Ablaufens der follettiven Abmachungen der einzelnen Länder und zeichnete unter dem lebhaften Beifall der Bergarbeiterdelegierten das Bild einer Welt, in der die Kohlenproduktion aus dem gegenwärtigen Stand der Anarchie befreit, in einem inneren Zusammenhang zur Nachfrage nach Kohle stehen würde. Der Kampf der Bauarbeiter. Gestern vormittag tagte im Gewerkschaftshaus eine Generalversammlung des Baugewertsbundes, in der Druge müller einen Bericht über die Besprechungen der Zentralstreilleitung gob. Er betonte, daß in der Zentralstreifleitung, der alle am bisherigen Bertrag beteiligten Organisationen angehören, völlige Einmütigkeit herrsche über die eingeschlagene Kampftaftit. Sämtliche Disfuifionsredner brachten zum Ausdruck, daß dem geschlossenen Widerstand der Unternehmer, den sie auf der ganzen Front angekündigt haben, der schärfste Widerstand der Streifenden entgegengesetzt werden wird. Die Bauarbeiter wissen, daß hinter den Bauunternehmern die gesamte Industrie steht, die ein Interesse an dem Mißlingen dieses Kampfes hat. Sie wissen darum auch ebenso gut, daß ihr gerechter Kampf im Interesse der sozialen Hebung der gesamten deutschen Arbeiterschaft bis zum Erfolge durchgeführt werden muß. Im Vertrauen auf die von ihnen gewählte Streifleitung wurde von der Generalversammlung eine Entschließung angenommen, die die von der Zentralstreifleitung getroffenen Maßnahmen billigt. * Die Bauunternehmer geben täglich unwahre Berichte in die bürgerliche Presse, sowie Rundschreiben mit unwahrem Inhalt an ihre Mitglieder. So behauptete z. B. der Syndikus Dr. Hein rich vom Reichsverband des Deutschen Tiefbaugewerbes", Bezirk Berlin, in einem Rundschreiben vom 9. Juli, daß die Erhaltung der seit sieben Jahren in Groß- Berlin bestehenden 46%-Stunden- Woche eine faum glaubliche Forderung sei, die nicht bemilligt werden könnte. Demgegenüber steht aber fest, daß alle Berliner Baufirmen fich bei dieser Arbeitszeit sehr gut stehen, denn von den Berliner Baugeschäften ist in den sieben Jahren nicht ein einziges Plette gegangen. Im Gegenteil! Dugende von deutschen Baufirmen haben in den letzten sieben Jahren in Berlin Filialen errichtet oder sich neu gegründet. Sonntag, 19. Juli 1925 (§ 320 BGB. u. f.) hingewiesen, die den Gewerkschaften die Führung von Streits nach einem verbindlich erklärten Schiedsspruche zu einer heiflen und riskanten Sache macht. Zum Beispiel hat gegenwärtig der Deutsche Metallarbeiterverband eine Schadenersazklage von 350 000 m. für einen Streit in Thüringen auf dem Hals. Die Hize scheint auch sonst arge Verwüstungen in dem Bolschewistenblatt anzurichten. Es wird da gegen einen Herrn Bollmerhaus, Sekretär des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes, Berlin- Brandenburg und früher Vorsitzender des AfA. Ortsfartells Berlin" polemisiert. Einen solchen Herrn Vollmerhaus gibt es nicht. Der Verfasser der von uns veröffentlichten Zuschrift war weder Borsitzender des AfA- Ortskartells noch ist er Sekretär des ADB. für Berlin- Brandenburg. Das hindert das Bolschewistenblatt natürlich nicht, gegen den ihr offenbar ganz unbefannten Genossen Vollmerhaus die knotigsten persönlichen Anrempelungen zu begehen. Allerdings ohne den Versuch zu machen, die von B. angeführten Tatsachen zu leugnen oder sie seinen Lesern mitzuteilen. Auch wird wider besseres Wissen behauptet, daß durch die geforderten Löhne usw. die Bauwirtschaft zum Stocken gebracht wird. Bauarbeiter glatt bewilligt würden, noch nicht einmal der Demgegenüber sei nochmals betont, daß, wenn die Forderungen der Reallohn pon 1914 herausfäme. Dagegen sind es die Lohnzuschläge der Unternehmer und die Bucherpreise für alle Baustoffe, die das Bauen faft unmöglich machen. Erwähnt sei noch, daß der Tiefbauverband auch großzügig ist, An die Mitglieder des Zentralverbandes der Schuhmacher! indem er sich bereit erflärt, die Bauarbeiterschaft zu den alten Am Montag, den 20. d. M., findet in den befanntgegebenen Bedingungen weiterarbeiten zu lassen. Das Lügengewebe, Lokalen die Wahl eines Delegierten zum 12. Kongreß der mit der Unterschrift 3iegler als Borsigender, ist, wie zum Schluß Gewerkschaften Deutschlands statt. Die Bedeutung dieses Kongresses gesagt wird, an die bauvergebenden Behörden versandt für die allgemeine deutsche Gewerkschaftsbewegung ist bekannt. Dieser Dasselbe Spiel treibt Dr. Mielenz, Syndikus vom„ Verband Kongreß muß gegenüber dem immer fühlbarer werdenden An= sturm der Unternehmer auf die Lebensrechte der Arbeiterder Baugeschäfte Groß- Berlin". Auch er behauptet, daß die gelasse ein Bild der Geschlossenheit und Einheit der spickten" Forderungen der Bauarbeiterschaft von der Bauwirtschaft gewerkschaftlich organisierten Arbeiter bieten. Für fommuni nicht tragbar sind. Auch wird den Unternehmern erzählt, daß nochitische Quertreibereien darf dieser Kongreß fein Tummel46 Tarifftreitpunkte bestehen. Auch hier wird verschwiegen, daß die plaz werden. Unternehmer fich weigern, Dinge in den neuen Tarif aufzunehmen, die seit 25 Jahren im Tarifvertrag eine glatte Selbstverständlichkeit waren. worden. Brofite eingeheimst, wie jetzt durch das Bauen mittels der Haus Das Unternehmertum des Baugewerbes hat noch nie so hohe Profite eingeheimst, wie jetzt durch das Bauen mittels der Haus zinssteuerhypothefen. Auch die Bauarbeiterschaft als Saisonarbeiter haben ein Recht, bei ihrer gefahrvollen Arbeit einen Lohn zu erhalten, mit dem sie ihre Familien anständig ernähren tönnen. Die Rohrleger zum Kampf der Bauarbeiter. In der Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer, die am Freitag in den Sophiensälen tagte, referierte Schilf vom Berband der Zimmerer über den Streik im Baugewerbe. Nachdem er noch einmal die Ursachen des Streifs flargelegt hatte, über die von gewisser Seite die verlogensten Gerüchte verbreitet wurden, ging er auf die Stellungnahme der Rohrleg und Helfer ein. Als Kandidat der SPD.- Mitglieder der Zahlstelle Berlin kommt nur der Kollege Peter Hamacher in Betracht. Seine jahrzehntelange Tätigkeit für den Verband gibt die Gewähr, daß er auf dem Gewerkschaftstongreß für die Förderung der Kampffähigkeit der Gewerkschaften wirfen wird. Alle auf dem Boden der Amsterdamer Richtung stehenden Mitglieder müssen ihre Stimmen auf Peter Hamacher vereinigen, damit er den Sieg erringt. Werbt für seine Wahl! Bersäume niemand zu wählen! Keine Stimmenzersplitterung! Der zum Gewerkschaftsfongreß gewählte Kandidat gilt zugleich als Delegierter zum Internationalen Kon greß der Schuh- und Lederindustriearbeiter. Es ist deshalb doppelt notwendig, unserem Kameraden, Kollegen Hamacher, zum Siege zu verhelfen. Der Werbeausschuß der SPD.- Mitglieder. An die abgebauten Magistratsangestellten Berlins! Im Sinne der von der Stadtverordneten- Bersammlung geSchilf sowie der ihm nachfolgende Diskussionsredner, Branchenleiter Niederkirchner, betonten, daß der Kampf der Bau- gebenen Anregung und auf der Grundlage der einstimmigen Bearbeiter auch im Interesse dieser Branchenangehörigen geführt wird. schlüsse einer besonderen Deputation hat der Magistrat jetzt beDie Löhne der Rohrleger und besonders die der Helfer sind aufs fchloffen, abgebauten nichtständigen Angestellten engste mit den Löhnen der Bauarbeiter verknüpft. Die Rohrleger eine einmalige Unterstügung zu gewähren. Vorauss haben stets den Bauarbeitern gegenüber strengste Solidarität geübt fegung hierfür ist, daß die abgebauten Magistratsangestellten das und üben diese auch in diesem Kampf. Die Bersammelten der. 40. Lebensjahr vollendet haben, nachweisbar bis zum 15. April 1925 sicherten, den streitenden Bauarbeitern gegenüber vollste Solidarität mindestens ½ Jahr lang beschäftigungslos waren und sich in mirt zu wahren und auf den Bauten dafür zu sorgen, daß jede Streitschaftlicher Notlage befinden. In Fällen besonderer Not ins fann die Unterſtükung arbeit unterbunden wird. Sie werden sich in jedem Zweifelsfalle besondere bei finderreichen Familien auch an Angestellte, die das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet mit den Streifleitungen in Verbindung setzen. haben, gezahlt werden. Der einmalige Unterstützungsbetrag staffelt fich von 100 bis 300 Mart unter Berücksichtigung der Lebensjahre und der Anzahl der Kinder. Genauere Auskünfte werden von den örtlichen Berwaltungsstellen der Gewerkschaften erteilt, bei denen die in Betracht kommenden abgebauten Angestellten organisiert sind; auch die zuständigen Arbeitsnachweise machen weitere Angaben. Notwendig ist, daß diejenigen, die die Unterstügung erhalten wollen, einen entsprechenden Antrag stellen, und zwar an die Anstellungsbehörde, von der fie feinerzeit abgebaut worden sind. Als Stichtag für die Errechnung des Lebensjahres tommt der 15. April 1925 in Betracht. Im Anschluß an diese Ausführungen gab Niederfirchner be fannt, daß den Unternehmern eine Forderung von 50 Pfennig Lohnzulage je Stunde für Rohrleger und Helfer unterbreitet werden soll. Ueber das Ergebnis der Berhandlungen wird eine erneute Branchenversammlung zu entscheiden haben. Lohnabkommen in der Zigarettenindustrie. Am Freitag tagte im Rosenthaler Hof" eine außerordentliche Branchenversammlung der Zigarettenmaschinenführer und Betriebshandwerker, in der Branchenleiter Koch über das Ergebnis der Lohnverhandlungen berichtete. Schon zweimal hatten Verhandlungen über eine Lohnerhöhung stattgefunden, die aber vertragt wurden, weil die Unternehmer an gesichts der schwebenden Verhandlungen über die Tabatsteuer im Steuerausschuß des Reichstages tein Angebot machen wollten. Am 13. und 15. Juli haben nun nochmals Berhandlungen stattgefunden, in denen nach langwierigen Beratungen die Unternehmer gefunden, in denen nach langwierigen Beratungen die Unternehmer ein Angebot machten, das rückwirkend vom 9. Juli eine allgemeine Erhöhung der Löhne der Maschinenführer und Betriebshandwerker um 6 Mart die Woche vorsieht. Dieses Abkommen wurde von der Versammlung gegen eine erhebliche Minderheit angenommen. Daß die Unternehmer sich zu diesem verhältnismäßig günstigen Angebot herbeilassen mußten, ist allein darauf zurückzuführen, daß die Verhandlungsfommission eine bis auf den letzten Mann organisierte Arbeiterschaft hinter sich hat. Es ist auch zu berücksichtigen, daß die Zigarettenindustrie ein Saisongewerbe ist und gegenüber der Borkriegszeit eine erhebliche Produk tionssteigerung aufzuweisen hat. Es wurden vor dem Kriege zirka 60-80 000 3igaretten an einer Maschine in einem Tag hergestellt, während jetzt die ungefähr dreifache Tagesleistung zu verzeichnen ist. tests Die Size. bne eine& Unter dem Einfluß der Hize hat die ,, Rote Fahne" eine Entdeckung gemacht: Der Vorwärts" will den Arbeitern das Streitrecht nehmen. Wir hatten nämlich auf Tatsachen Allgemeiner freier Angestelltenbund Ortstartell Berlin. Reichelt. Flatau. Musikinstrumentenarbeiter! Die Rommiffionssikung am Montag, ben 20. Juli, fällt aus. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Dienstag vormittag 11 Uhr Bersammlung aller Feuerungs- und Schornsteinmaurer des Baugewerksbundes, auch derjenigen Kollegen, die bei Ausbruch des Streits auf buch kein Zutritt. Die Fachgruppenleitung Fachgruppe der Puker. Mittwoch abend 7 Uhr MitgliederversammlungResidenz- Festfäle, Landsberger Str. 31. Tagesordnung wird in der Berfammlung bekanntgegeben. Feuerung gearbeitet haben, im Gewerkschaftshaus, Gaal 5. Ohne MitgliedsAfA- Funktionäre der Metallindustrie! Bekanntlich hat der BBMJ. die Laut verbindlich erklärtem Schiedsspruch festgefekten Gehälter gekündigt. Die Angestelltenverbände find nunmehr zu einer Sigung zum 21. Juli vom Arbeitgeberverband eingeladen worden, in welcher derselbe die Vorschläge zum neuen Gehaltstarif unterbreiten wird. Am Mittwoch 7% Uhr findet in Saverlands Festfälen, Neue Friedrichstraße Ede Rochstraße, eine APAFunktionärversammlung ftatt. Tagesordnung:„ Die Vorschläge des BVBMJ. zum neuen Gehaltstarif". Bei der Wichtigkeit der zu fassenden Beschlüsse erwarten wir bestimmt das Erscheinen aller.AFA- Funktionäre. AfA- Metallfartell. Günther. Lange. Rothe. Achtung, Fabritarbeiter! Funktionäre und Generalversammlungsdelegierte! Dienstag 7 Uhr im Gewerkschaftshaus; Gaal 4, Engelufer 24/25, Allgemeine Ronferenz. Bericht vom Berbandstag. Mufitaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin O 27. Andreasstr. 21( Königstadt 4310, 4048), Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch. CAST GESCHENKT NUR NOCH KURZE ZEIT dauert unser Saison- Ausverkauf! Kinder- Spangenschuhe prima Chrom- Leder mit Spange, Bohlen bequeme Form mit Leder: 140 ************ 5180 Kinder- Turnschuhe pa. grau Segeltuch mit la Chromledersohlen 83-35 2.90, 30-32 2.75, 27-29 2.50, 25-26 2.25... 21-24 Kinder- Strandschuhe braun Segeltuch mit angegos 20 Gummisohle 29-85 3.45... 22-28 90 Kinder Sandalen pa. braun Rindled., mit durchgen. starker Leders., sol. 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Juli, 8 Uhr, Gigung des er peiterten Areisvorstandes bei Kroiß, Solsteinische Str. 60. Erscheinen Bflicht! 13. Areis Tempelhof, Marienbarf, Marienfelbe, Sichten zabe, Dienstag, den 21. Juli,& Uhr, Gigung des Bildungsausschusses im Simmer 10 des Bolizeidienstgebäudes, Mariendorf, Rathausstraße. 17. Areis Lichtenberg. Dienstag, den 21. Juli, Ausflug der Frauen mit Rindern nach Raulsdorf- Gid, Jägerheim. Abfahrt von Stralau- Rummels burg nachmittags 1 Uhr 16 min., Lichtenberg 1 Uhr, 20 min., Friedrichs felde 1 hr 24 Min. Rege Beteiligung auch aus anderen Areifen erwünscht. Heute, Sonntag, den 19. Juli: 6. Abt. Charlottenburg. Borm. 9 Uhr. Flugblattverbreitung. 18. Gruppe bei Liersch, Rantstr. 62, 2. Gruppe bei Jostowiat, Solkendorfitt., 20. Bünktliches Erscheinen erforderlich. Morgen, Montag, den 20. Juli: 23. bt. 7 Uhr bei Grunwald Funktionärfisung. 42. Abt. Funtionantonferenz 8 Uhr bei Biersdorf, Urbanftr. 6. Anwesen heit aller Funktionäre, befonders der Frauen, unbedingt erforderlich. Die Bezirksleiter bben die Adressen der Konsummitglieder mitaubringen. 83. Abt. Sichterfelbe. 8 Uhr bei Quandt, moltleftr. 31, Funktionärtonferens. Bezirksleiter haben die Adressen der Ronfummitglieder mitzubringen. 85. bt. Tempelhof. Die Mitglieder werben erfucht, die Quarterfragebogen des Reichsbanners umgehend ausgefüllt beim Gen. Friedrich Montag, Albrechtstr. 123, abauliefern. Spätefter Termin Dienstag. Sungjozialisten. Groß- Berlin: 7% Uhr Gesamtveranstaltung im Breußischen Landtag, Rimmer 12. Gen. Landgerichtsrat Ruben fpricht über Rechtfprechung und Bolitit". 6½ Uhr Gruppentonferenz ebenda. 6 Uhr Arbeitsausschußfizung. Gruppe Mitte: Beteiligung an der Gesamtneranstaltung. Erscheinen Pflicht Die Abrechnung des Untoftenbeitrages unb ber Jungsozialistischen Blätter muß auf bee abends ftattfindenden Gruppentonferenz erfolgen. Dortfelbft auch Ausgabe der Juliblätter. Frauenveranstaltungen morgen, Montag, den 20. Juli:' 29. ABE 7 Uhr bef Burg, Brenzlauer Allee 189. Die Rollvorlage". Refer.: Genoffin Areffe. 45. br. 7% Uhr bei Joneleit, Reichenberger Str. 73a. Refer.: Gen. Miethle ilber 218 bes Strafgefekbuches 57. Abt. Charlottenburg. Bei Thunad, Bielandstr. 4, Frauenabenb. 74. bt. Frauengruppe nachmittags Buntt 2 Uhr Abfahrt vom Bahnhof Schlendorf- Mitte nach, Ritolasfee. 33. Abt. Neukölln. Ausflug nach Schmetterlingshorst. Abfahrt 1 Uhr Bahnhof Raiser- Friedrich- Straße 110. bt. Grünau. Frauenausflug( Raffeekochen) bei Seimann, Bohnsdorf. Gäfte willkommen. Uebermorgen, Dienstag, den 21. Juli: 24. Abt. 7 Uhr bei Schließ, Chrirftburger Str: 36, wichtige Sigung aller Mitglieder der Wohlfahrtstommiffion, Fürforger und Fürsorgerinnen des Jugend und Bohlfahrtsamtes. Alle Genoffen und Genoffinnen, die sich zur Mitarbeit bereitfinden, find eingeladen. 14. bt Mittwoch, ben 22. Juli, nadm. 2 Uhr, Raffetochen bei Senne Sajenheide, Ede Fichteftraße. Die Genoffinnen treffen fich an dez Abmiralbride. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 45. bt. Gen. Otto Kretschmer, Grünauer Str. 28, ift, 63 Jahre alt, vet. torben. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung hat am Sonnabend ftatt. gefunden... Jugendveranstaltungen. Morgen, Montag, den 20. Juli: Jugenbehor: 48 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3. vedo choc Uebermorgen, Dienstag, den 21. Juli: Arbeitersport. Eine Fürther Fußballmannschaft in Berlin. Den Bemühungen der Kreisleitung ist es gelungen, vor Beginn der eigentlichen Spielzeit noch eine gute, auswärtige Mannschaft nach Berlin zu, berpflichten. Fürth, die Hochburg der Fußballbewegung, fendet zum Montag, den 20. Juli, eine Stadiemannjhajt nach Berlin. Db Berlin mit ihrer Spielstärke an diese Mannschaft heranreichen wird, ist sehr fraglich. Fürth ftellte den ersten Bundesfußballmeister im Jahre 1920. Puatione de RebelterfparHartells News Towing, M. Suff, 8 Uhr, in der beelflaufe Marefcftrake Allgemeine Funktiondefizung. Die Lage in der Arbeitersportbewegung." Es ist Pflicht eines jeden Funktionärs, au erscheinen. Atung. Arbeitersportler! Der Berliner Sportverein Borwärts 1920", Mitglied des A. T. 1. Sp. B. und der Märkischen Spielvereinigung, ist wiede neu gegründet worden. Gikung jeden Freitag abend 29 Uhr bei Rosenberg. Langenbedfr. 1. Borsigender: Georg Schneider, Immanuelfirchstr. 22. Mitglieder werden gern aufgenommen. Gine Aufstellung der Fürther Rannſchaft zu bringen, ift uns leider nightSport. möglich. Die Berliner Mannschaft spielt in folgender Aufstellung: Geelinger ( Alemannia) Dehring Burczit ( Rowames) Reblich ( Reulon) Gallasch ( ReutöДn) Wolf Mona K. Puble ( Neuköln) Kuchenbäder ( Adler 12) Bergemann Benglow ( Memannia) ( Adler 08).( Steglit)( Adier 08) In dieser Mannschaft fieht man viele alle Belannte, die son des öfteren für Berlin gefämpft haben. Bir wollen hoffen, daß es ihr gelingen wird, endlich wieder einmal einen Sieg in Berlin zu erspielen. Das Zeug dazu hat fie. Das Spiel beginnt um 17 Uhr und findet auf dem Sport plag in der Kynaststraße am Bahnhof Stralau- Rummelsburg statt. Weitere Spiele. 2. B. Bentow I gegen Rüftig- Borwärts L Am Sontag, ben 19. Juli 1925 I auf dem Städtischen Sportplak Raiser- Friedrich- Straße, Ede Snnstraße.. An fang 5,30 Uhr. Bother 3,45 Uhr 2. Mannschaft. Um 2 Uhr Oberfpree III gegen Sportverein Bormärts 20 gegen Brandenburg 02. Rüffig- Borwärts III. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 19. Juli. 9 Uhr vorm:: Morgenfeier. 1. a)-C. H. Rinck: Vater unser, der du bist im Himmel, b) J. Erde: Das Kreuz von Golgaths ( Kirchenchor der Luisen- Gemeinde, Charlottenburg, Dirigent: Sasse). 2. a) Johann Adolf Hasse: Andantino( bearbeitet von Th. Veidl), b) Georg Philipp Telemann: Menuett( bearb. von Rudolf Malzer)( Marga Bandow- Hecht. Violine). 3. Ansprache des Herrn Pastor Tombers vom Ev: Preßverband für Deutschland, BerlinSteglitz. 4. Karl Emanuel Bach: Lob Gottes( Chor des kirchlichen Gemeindevereins von Gustav- Adolf. Dir.: Sasse). 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Landforstmeister a. D. Dr. König: Die Pflege des Waldes". 5-6 Uhr nacbm.: Wilhelm- Busch- Nachmittag. Charlotte Hagenbruch- Dieterle, Rezitation. 6-6.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Ferdy Kauffman. 7 Uhr abends: Kriminalkommissar Ernst Engelbrecht: Reiseschilde rungen 2. Vortrag. Kriminalistische Streifzüge durch Wien und Budapest". 8.30 Uhr abends: Konzertabend. Dirigent: Dr.. W. Buschkötter! 1. Haydn: Sinfonie D- Dur( Mirakel). 2. Mozart:" Klavierkonzert D- Dur, Köchelverzeichnis Nr. 467, Allegro maestoso Andante Allegro vivace assai, Kadenzen von Busoni ( Theophil Demetriescu, Klavier). 3. Mendelssohn: Hochzeit des Camacho, Ouvertüre. 4. Schubert: Sinfonie B- Dur( Berliner Funkorchester).. 10 Uhr abends: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterund Filmdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 19. Juli. 11.30-12.50 Uhr mittags: Musikalische Matinee, veranstaltet von der Opern- und Konzertsängerin Edith Bach, Berlin. Programm nach Ansage. 12 Uhr mittags: Esperantoeinlage. Montag, den 20. Juli. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Ronferenz der Hamburgvertrauensmänner Uhr im Gefangstaal ber Der Siebenjährige Krieg. 3. Vortrag. 8.30 Uhr abends: Lustiger Schule SB., Rochftr. 13. Alle Abteilungen milffen Bertteten Teint Berbebezirle Steuzberg und Reutons. Dienstag ben 21. Salt, 8 Uhr im Sigungsfoal des Bezirksamtes Kreuzberg, Dorfftr. 11, Filmabenb:„ Der Samburger Safen". Eintritt 30 Bf. 4.40 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau.( Von Gewitterfurcht und anderen Aengsten, von Dorothee Goebeler). 5-6.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 7 Uhr abends: Dr. med. Theodor Meyer: Von gesunder und kranker Haut. 7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Geschichte Geb. Regierungsrat Dr. Richard Schmitt: Abend. 1. a) Fucik: Florentiner Marsch, by Waldteufel: Ganz allerliebst, Walzer, e) Pressel: An der Weser, Lied( Mandolinen klub Napoli Leitung; Willi Rosenthal) 2 a) Hermann Kromes So lang ich lebe, leb' ich für dich, b) Fritz Lehner: Im Monden Schein, c) Paul Lincke: Leporello- Album( Willi Weiß, Tenor. am Flügel: Miezi Peery). 8. Holländische Kinderlieder: a) Cath v. Rennes: Eeen Wandeling in't Zonnetje( Spazierfahrt im Sonnenschein), b) Cath. v. Rennes: Kijk zoo'n lustig Spannetje( So zwei lustige Mädchen), c) Cath. v. Rennes: n' gewichtige Vergadering ( Wie die wichtig tun), d) Cath. v. Rennes: Holländisches WiegenFantasie, b) Suppé: Ouvertüre zu Pique Dame"( Mandolinenklub " Napoli"), 5. a) Brahms: Ach Moder, ich well en Ding han Nollendorf 1120, 1121, 1122 b) Brahms: We kumm ich denn de Poots eren, c) Kölner Volkslied: Karussellied, d) Kölner Volkslied: De Mosch( Der Spatz), 6. a) E. Meyer- Helmuth: Die Schönste von allen, b) Fred Gollnow: Miezeken, c) Wilh. Lindemann: Hoch die Liebe, hoch der Wein, d) H. Krome: Zu Rüdesheim in der Brosselgass'( Willi Mittwoch, den 22., und Mittwoch, den 29. Juli: Achtung, Samburgfahrer! Btobe für die Feier in Sambura Th Ubr lied( Ilse Noack- Herrings, Alt). 4. a) Zeller: VogelhändlerLindenstr. 3, Jugendheim. Erscheint zahlreich!. M. Lammfromm& Vogel Potsdamer Str. 127) Kölner Volkslied: De De Kinderziek( Ilse Noack- Herrings). Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Weiß, am Flügel: Miezi Peery). Am Flügel: Dr. R. E. Lapini. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Rennen zu Hoppegarten am Sonnabend, den 18. Juli. 1. Sennen. Malepartus( Jadel), 2. Rüdgrat( E. Hoffmann), 3. Heih ( Beichaus). Tot.: 17:10. BL 11, 20, 15:10. Ferner liefen: Louisiana, Depreffton, Binnetou, Lemmel, Türmerin. 2. Rennen. 1. Traunegg( Barga), 2. Mutatis mutundis( Tarras), 3. Diftator( Bregner). Tot.: 31:10. BI: 14, 29, 17:10. Ferner liefen: Berbehen, Tirano, Thalafia, Siegreich, Georgiritter. Sonnengott, Billa. 3. Rennen 1. Patrizier( D. Müller), 2. Blad Bridge(. Stalper), 3. Stardinal II( Huguenin). Tot.: 79:10. L: 28, 40, 23:10. Ferner liefen: Katchine, Ban Robert, Bellejus, Isonzo, Berifles, Ellebard, Narses. 4. Rennen. 1. Adana( Huguenin), 2. Rheinwein( B. Tarras), 3. Margarethe( Barga). Tot.: 75:10. BL: 18, 15, 34:10. Ferner liefen: Refels, Die Königin, Hagen, Amersfoort, Periboia, Gilf Dir selbst, Drlandus, Langmut, Sigtuna 5. Rennen. 1. Tibia( Haynes), 2 Chiemgauerin( Thielemann), 3. Dirndl( Barga). 2ot.: 42: 10. L.: 14, 50, 13:10. Ferner liefen: Edelreis, Goldenes Horn, Aspafia, Lenor, Rheintochter, Livadia, Graburg. 6. Rennen. 1. Kudlich( Brezner), 2. Barde( D. Schmidt), 3. Grals. ritter( Dlejnity: Tot.: 24:10. BL: 11, 13, 11:10. Ferner liefen: Traumdeuter, Houlgate, Countinfide, Antoinette. 7. Rennen 1. Firn( Bregner), 2. Dzema( H. Blume), 3. Eros ( Suguenin). Tot.: 35:10. BL: 15, 21, 18:10. Raba, Beige Dame, Jojo, Katastrophal, Maipring, Ulster, Lichtung, Mutwillig, Gauller, Melia, Balma 4 Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gef& aftstelle: Berlin G. 14. Sebaftianfte. 87/38. Sot 2£ 2. Ramerabithaft zenzberg. Die Spielleute treffen fich am Montag, Bagong Richtung Riederschönemeibe. Fahrtrten Löfen bis Spindlersfeld. Erscheinen fämtlicher Rameraden Bflicht. Dienstag 7 Uhr Bersammlung fämtlicher Blodvorstände, Aug- und Gruppenführer bei Ewald, Staliger Str. 126. Berliner Esperanto- Bereinigung. Dienstag, den 21. 5. M., 8 Uhr, findet in ben oberen Räumen bes Cafe: Softy am- Botsdamer Blag ein Bortrag( in Esperanto) des Herrn Jna. Conrad über Erlebnisse in der Kriegsgefangenenfchaft" flatt: es folgt ein Meinungsaustausch über die Berwendung der Esperantofprache im Ariege und im Frieden. Rein Eintrittsgeld. Intereffenten find als Gäste eingeladen. Geschäftliche Mitteilungen. Am Dienstag, ben 21 Juli, abends 7 Uhr, endigt ber diesjährige beispiel. los billige Saisonausverlauf der Kleiberwerte Boer Sohn A.-G., bie nur in der Chauffeeftr. 29/30 Berkaufsräume unterhalten. Für den Schluß des fehr beachtenswerten Ansverlaufs hat die Leitung dieses Aftienunternehmens noch ganz besonders schöne Barenposten bereitgestellt. Einzelheiten der billigen Angebote befinden fich in bem Inferat der Baer Gohn A.-G. Weiter für Berlin und Umgegend: Heiler und sehr warm, nachmittags trichweise Gewitter. Für Deutschland: Im Besten zahlreiche, im Dften mehr vereinzelte Gewitter, überall warm. Hühneraugen zu behandeln anders als mit Lebewohl heißt die Füße sich verschandeln! 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Juli Jackett- Anzüge aus haltbaren Stoffen in modernen Mustern, 2500 ein großer Bolen Anzüge aus Homespun und gemustertem Bolcheviot, gute Ber- 3900 arbeitung und Zutaten Anzüge, Erias für Maß, aus guten bis beften Stoffen, Breis nach Qualität, vou 5400 Cuts- und Westen aus. marengs Cheviot, in Heinen Größen, 3000 aus marengo und schwarzem Cheviot und 4600 Molton, anfangenb mit Sport- Anzüge Sport- Jadett und Breeches aus modern ge 2200 mustertem Stoff Bafchlord- Anzüge mit Breeches oder langer 2750 Hofe, äußerst haltbar Gabardineanzüge, stellig mit Breeches un 2900 Tanger Hofe 47,-, sweiteilig Anzüge, breiteilig, aus Stoffen verfchtebener Art in den neuesten Mustern, baffenbe 4200 lange Hosen vorrätig. bon Manchesteranzüge, Jadett, ganz gefüttert, box 2400 ཌ Herren- Hosen aus lammgarnartigen Stoffen Cut.- hofen in vielen schönen Streifenmustern 1050 bon 410 bon 290 Breeches aus Stoffen verschiebener Art, vox Tennishofen aus grauem Bollchebtet mit Streifenumftern Mancheßerhalen, Breeches aber lange Hofe, in guter Qualität, anfangend mit Lüster, Waschkleidung und Windjacken Waschioppen, anfangenb mit 4,40 M., Jadetts in feinen Größen Efterjadetts box Shan- ngige, lange Sole, vou Schiffleinen Anzüge, anfangenb att Zafoz- Kusige, imit., breiteilig sou Winbjuden für Damen," anfangenb wit 11,50, für Herren wit Pelze 4.50 1450 975 275 7.00 . 800 1050 2100 750 Jünglingsanzüge Gr. 38/43 Jadett- Anzüge aus Stoffen mannigfaltigfter 1800 Art, in modernen Mustern, anfangend mit Einsegnungsanzüge in reicher Auswahl, 2350 enfangenb mit Sport- Anzüge, Steifig, mit Breedes, 1950 anfangend sit Ulster, Raglans, Paletots biberfe Mäntel in verschiebener Art 2500 Schwebenmäntel und Raglans in mobernen 3800 gefchmadbollen Muftern, guter Giz, bou Baletots in marengo unb Coberesat, Erfas für Mat anfangenb mit 4800 Baschanzüge aus Stoffen, verschiebener in vielen Formen, 0/3 box bib. einzelne Gummimantel, unfortiert 1275 Knaben- u. 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Dieser Frage mutz man nSherireien. Venn sie scheint henk überall akut. Sryan selbst Hai von der Affenschande (flehe nebenstehend!) keine Spur. varnm geht er seht, im freisten Lande. Mi dem Neben Herrgott ans die Tonr. Aber wir sind eiwas stepKzisNsch: Venn Herr Darwin nnd der Nebe Gott Scheinen nn« doch beide etwa» mystisty Nnd mli ihrer Schöpferei bankrott. Haben w i r anch einen Wald voll Affen. wie der Vottsnmnd sagt, und nicht ,n knapp. Diese haben damit nicht» zu schaffen. Venn d i e stammen ganz wo ander» ab. Und Kapital. Justiz und MlitSr: Da» erste stammt vielleicht von Beulelratten. Doch ist hent mehr die Ansicht populSr. Daß wir sie leider selbst erschaffen hatten. wenn auch der Kronprinz und diverse Knaben Ein bißchen viel für Darwin für sich haben. Die stammen nicht von Gott nnd nicht vom Affen: Die Kreaturen haben wir geschaffen! /iliostha, öer Topf. Bon Leo Tolstoi.') W&fcho war der jüngst« Bruder. Er hotte den Zunamen »Gorschok", der.Topf", erhalten, weil er mit dem Milchtopf, mit dem ihn die Mutter zur Diakonssrau geschickt hatte, gestolpert war und ihn zerschlagen hatte. Die Mutter prügelt« ihn dafür, und die Kinder begannen ihm mit dem Topfe zu necken. So blieb der Name„Alioscha©orfchof,.Zllioscha der Topf" an ihm hasten. Alioscha war klein, mager, tölpelhaft: die Ohren standen ihm wie zwei Flügel vom Kopf« ab, und die Nase war ungewöhnlich groß. Di« Kinder neckten:.Mioscha hat eine Nase wie eine Gurte." Das Dorf hotte eine Schule, aber das Lesen machte Alioscha Mühe, und er hatte«rnch keine Zeit zum Lernen. Der älter« Bruder diente bei einem Kaufmann in der Stadt, und Alioscha mußte von klein auf dem Vater Helsen. Er war sechs Jahr« alt, als er schon mit den Mädchen zusammen die Schaf« und Kühe auf die Weide trieb: als er größer wurde, hütete er Tag und Nacht die Pferd«. Mst zwölf Jahren pflügte er das Feld und lenkte den Wagen. Diel Kraft besah er nicht, aber die Handgriffe hatte er sich wohl angeeignet. Lllezsit war er lustig und wohlgemut dazu. Wenn der Dater ihn schalt, schwieg er gleichfalls und hört« zu. Sobald das Geschimpfe zu End« war, lächelte er und setzte sein« Arbeit fort. Alioscha war neunzehn Jahr« alt, als sein Bruder zum Militär ausgehoben wurde. Der Vater bestimmte ihn statt seiner für die chausknechtstell« beim Kaufmann. Alioscha erhielt die alten Stiefel des Bruders, des Laters Mütze und wurde in die Stadt gebracht. Er tonnte sich nicht satt sehen an der Pracht seiner Kleider, der Kaufmann jedoch war mit feinem Aussehen nicht zufrieden. „Ich dachte," sprach er, Alioscha musternd,„du würdest mir an Semions Stelle einen Menschen bringen, und du bringst mir solch einen Rotzbuben her! Was soll ich mit ihm anfangen?" „Er kann ober alles: anspannen und fahren, wohin er soll. und er arbeitet für sein Leben gern. Er sieht mrr so mager aus, hat aber Kraft und ist vor allem willig nud still." .Na, schon gut. ich will zusehen, was ich mit ihm anfange. Laß ihn hier." So trat denn Alioscha beim Kaufmann in Dienst. Die Familie des Kaufmanns war nicht groß: sie bestand au» her Hausfrau, ihrer alten Mutter, dem ältesten verheirateten Sohn. der«ine einfache Erziehung genosien hatte und dem Loter im Ge- schäst hlckf, und dem zweiten gelehrten Sohn, der das Gymnasium durchgemacht und die Universität besucht haste, jedoch voei dort fortgejagt worden war und jetzt zu Haus« lebte: endlich war noch eine Tochter da, die die höhere Schul« besuchte. Anfangs gefiel es Alioscha nicht besonders— er war zu sehr Bauer: feine Kleider waren schlecht, er hotte kein« Manieren, sagt« zu allen„du". Bold aber gewöhnt« man sich an ihn. Er ver- richtet« seine Arbeit noch besser al» sein Bruder und tot olles stumm und willig. Man übertrug ihm alle möglichen Arbeiten, und er »errichtete sie gern und rasch und ging ununterbrochen von einer Arbeit zu andern. Wie srührr zu Haus«, so bürdete man jetzt auch beim Kausmann Alioscha all« Arbeiten aus. I« mehr er arbeitete, desto mehr Arbeiten wies man ihm zu. Di« Hausfrau. die Tochter, die Söhne, der Kommis, die Köchin— olle schickten ihn bald dahin, bald dorthin und packten ihr« die verschiedenartigsten Arbeiten auf. In einem fort hieß es:„Lauf mal dorthin, Bruder! oder:„Alioscha tu dos!"-„Alioscha. host du das vergeflen. wie?"— „Sieh nur zu, Alioscha, daß du nichts oergißt!" Und Alioscha lies hin und her. tat olles, was man ihm befahl, vergaß nichts, fand zu ollem Zeit und lächelte fortwährend. Des Bruders Stiefel hatte er bald zerrissen: der Herr schalt ihn, daß er mst durchlöcherten Stieseln und nackten Zehen umherlief und ließ auf dem Markte neue Stiesel für ihn kaufen. Di« neuen Stiefel machten nun zwar Alioscha Freud«, aber die Füße waren die alten geblieben, und am Abend schmerzten sie von dem ewigen Herumlaufen, und er ärgerte sich über sie. Alioscha fürchtete auch. daß der Vater, wenn er in die Stadt käme, um seinen Lohn ab- zuholen, darüber erbost sein könnt«, daß der Kaufmann die Stiefel von feinem Lohn angeschafft hatte. Mascha stand im Winter vor Tagesanbruch auf, zerkleinert« Holz, fegte den Hof, füttert« und tränkt« dos Pfevd und die Kuh. Dann heizte er den Ofen, putzt« die Stiefel, stellte die Samowar« auf und putzt« sie. bis der Kommis ihn rief, er soll« die.Warenballen meglragen, oder die Köchin ihm befohl, den Teig zu kneten oder die Kasierollen zu scheuern. Dann schickte man ihn in die vtad?, bald mit einem Brief«, bald um die Tochter au» der Schule ab- zuholen ober Baumöl für die Alte zu besorgen.„Wo warst du denn so lange, verdammter Kerl?" schrie ihn bald dieser, bald l«n«r an. Warum sollte man auch selbst gehen? Mioscha wirb schon hin- laufen'..„Alioscha, h«. Alioscha!" Und Mioscha lies. Er frühstückte im Gehen und fand selten Zeit, mit den andern zugleich Mittag zu essen. Die Köchin schimpfte ihn au,, weil er nicht zur rechten Zeit kam, er tot ihr aber doch leid, und hob stet» für ihn etwas Warme» zu Mittag und zum Abend auf. In den Feiertagen, und zumal in dm T.'.gen vor den Festen, war rech' viel zu tun. Alioscha freute sich jedoch auf die Feiertage, weil er dann Trinkgeld bekam. Es war zwar nicht viel, sechzig Kopeken etwa kamen zusammen, es war ober doch sein Geld. Seinen Lohn bekam er nicht einmal zu sehen. Der vuer kam in die Stadt. hob den Lohn beim Kaufmann ab und schalt Alioscha nur au», weil er die Stiefel so schnell zerrissen hatte.>- Ms er von dut Trinkgeldern zwei Rubel zusammengespart hatte, kaust« er sich aus den Rat der Köchin eine gestrickte rote Jacke, und als er sie anzog, konnte er vor lauter Frnck»« den Mund nicht schließen. Mioscha sprach wenig, und wenn er etwa» sagte, tot er e» halb zur Seite geehrt, mit kurzen, knappen Worten. Besohl man ihm etwas, oder fragt« chn, ob er die» oder jenes verstehe, so ent> gegneie er stet», ohne zu zögern:„Man muß alle» verstehen", und machte sich sogleich an die Arbeit. Gebete kannte er nicht: was die Mutter ihn gelehrt, hott« er vergessen. Dennoch betet««r am Morgen wie am Abend— und zwar mit den Händen, indem er sich bekreuzte. So hatte er anderthalb Jahr« gelebt, als sich in der zweiten Hälft« de? zweiten Jahres ein ungewöhnliche» Ereignis in seinem Leben abspielte. Diese» Ereignis bestand darin, daß er zu sein« Verwunderung erfuhr, daß es zwischen den Menschen außer dem Abhängigkeitsverhältnis auch noch Beziehungen von ganz besonderer Art gab: Beziehungen, bei denen es nicht daraus ankam, dem andern hie Stiesel zu putzen, oder«in Paket für ihn wegzutragen» oder den Wogen für ihn anzuspannen, sondern Veziehungen, be» denen einer ') Au» der im Verlag von Ladyschnitow, Berlin, soeben«- schienen«« Gesamtausgab« von Tolstoi« poetischen Werken. Betrachken wir die Genealogie Bon nnsern großen dentschen Snltnrellen: Zum Beispiel Laverrenzen» Physiognomie; Darüber läßt sich schwer ein Urteil fällen. Herr Stresemann stammt vom Ehamäleon. Herr Hergt bestimmt von einer hohlen Phrase. Herr Westarp vom fossilen Biafiodon, Und wolle stammt von einer Seifenblase. dem andern ganz aus eignem Antrieb gefällig war und ihn freundlich behandelte,— und da» auch er, Alioscha, von einer solchen Behandlung nicht ausgeschlosien sei. Er sollte dies durch die Köchin erfahren, Ustinja war«in« Waise, jung und ebenso orbestsam wie Alioscha/ und Alioscha sollt« nun zum erstenmal empfinden, daß er— er selbst und nicht seine Dienstteistungen— einem andern Menschen teuer war. Als sein« Mutter gut zu ihm war, sühtte er das nicht: es schien ihm. daß dg� so, sein müsse,.es war nicht anders, als wenn er selbst gut zu sich wäre. Nun sah er plötzlich, daß Ustinja, obschon sie ihm völlig fremd � war. doch Mitgefühl für ihn empfand, sie steh für ihn Grütze mit Butter im Topf, und wenn er aß. stützte sie das Kinn auf die Hand und sah ihn unverwandt an. Und blickt« er dann auf, so lachte sie, und auch er begann zu lachen. Das war so neu und settsam, daß Alioscha erschrak. Er hatte das Gefühl, daß ihn das hindern würde, so weiterzudienen, wie er bisher gedient hatte. Er war aber dennoch froh, und wenn er seine Hosen betrachtet«, die von Ustinja geflickt worden waren, schüttelte er den Kops und löchelle. Gar oft. während der Arbeit oder während einer Besorgung, dachte er an Ustinja und sprach zu sich:„Ja das ist «in Mädchen, die Ustinja!" Ustinja half ihm, wo sie konnte, und tr half ihr seinerseits. Sie erzählle ihm ihr Schicksal, wie sie eine Waise geworden, wie die Tonte sie zu sich genommen und in die Stadt gebracht hatte, wie der Kaufmannssohn sie zu einer Dummheit hatte verleiten wollen, und wie sie ihn abgetrumpft hatte. Sie sprach sehr gern, und er hörte chr gern zu. Er hatte davon gehört, daß es in der Stadt oft vor- komm«, daß die dort arbettenden Bauern sich mit den Köchinnen oerheiraten. Einmal fragt« ihn Ustinja, ob man ihn bald verheiroten würde. Er sagt«, er wisi« e» nicht, er Hobe aber kein« Lust, ein« aus dem Dorf« zu nehmen. Hast dir wohl schon«in« ausgesucht?" fragt« sie ihn. „Ich würde dich gern heiraten. Willst du?" „Sieh mal an— so ein Topf, und wie fein er das gesagt hat!" rief sie, ihn mit dem Handtuch über den Rücken schlagend.„Warum soll ich nicht wollen?" In der Butterwoch« kam der Alle in die Stadt, um den Lohn ab- zuholen. Des Kaufmann« Frau hatte erfahren, daß Alioscha die Absicht habe, Ustinja zu heiraten, was ihr ganz und gar nicht gefiel. „Sie wird schwanger werden, wird«in Kind kriegen, wozu taugt sie dann?" Und sie sagte es ihrem Manne. Der Kaufmann zahlt« Alioschas Dater den Lohn au». „Ra wie führt sich denn mein Junge auf?" fragt« der Bauer. „Ich sagte Ihnen ja, er ist willig und still." ./Da» ist er wohl, er will ober«ine Dummhest begehen. Er will die Köchin heiraten— aber verheiratete Leute will ich nicht hoben. Do» taugt für uns nicht." „So«in Dummkopf, so«in Dummkopf! Da» ihm da«ingesollen ist!" sagt« der Bater.„Glaub' das nur nicht, ich treib'» ihm schon au» dem Kopfe." Ms der Alt« in die Küche kam, setzt« er sich an den Tisch und «artet« auf den Soho. Mioscha hatte Besorgungen zu machen und kam. ganz atemlas vom Laufen, zurück. „Ich dachte doch, du führst dich hier anständig auf", sagt« der Boter.„Dos ist dir denn eingefallen?" „Mir? Gar nichts!" „Wieso nicht»? Du willst ja heiraten! Denn die Zeil kommt, werde ich dich verheiraten, und zwar mtt einer, die ich dir aussuch«, und nicht mtt einer solchen Schlump« au» der Stadt." ver Vater sprach noch lange aus ihn«in. Mioscha stand da und seufzte. M» der Bater geendet hatte, lächett« Alioscha. „Wie du willst, ich kann'» auch lasten", sagt« er. „Ra siehst du!" Als der Bater fortgegangen war, und er mit Ustinja allein blieb— sie hatte während der Gespräch» hinter der Tür gehorcht— sogt« er ihr:„Unsere Sache ist nicht zustand« gekommen, hast du gehört? Er ist bös« geworden, er nerbietet es mir!" Sie weinte still in ihre Schürze �hinein. Mioscha schnalzte mtt der Zunge. „Ich muß ihm wohl gehorchen. Wir werden«» wohl lasten müsten." Ms die Kaufmannsfrau ihm am Abend befahl, die Fensterläden zu schließen, fragt« sie ihn: „Na wollt ihr dem Dater gehorchen und euch die Dummheit aus dem Kopf« schlagen?" „Gewiß doch", sägte Alioscha, Er löchette, brach ober gleich darauf in Tränen aus. .'......•.„.-v.: ... Alioscha sprach, fortan mit Ustinja nicht mehr von der Heirot und lebte ganz so wie früher. In der Fastenzeit schickte ihn der Kommis aufs Dach, er soll« den Schnee herunterschaufelir. Alioscha stieg aufs Dach, reinigte es vom Schnee ynd begann, den. an der Dachrinne angefrorenen Schnee abzukratzen. Dabei verlor er dos Gleichgewicht und stürzte mit der Schaufel hinunter. Zu seinem Un- glück fiel er nicht auf den Schnee im Hofe, sondern auf das eiserne Flurdach. Ustinja lief hinzu und hinter her die Tochter des Kauf- mann». „Hast du dir Schaden getan, Alioscha?" „Wie soll ich mir denn Schaden tun? Es ist nichts." Er wollte aufstehen, vermochte es jedoch nicht und lächett« nur. Man trug ihn in die Portierstube. Der Feldscher kam, untersuchte ihn und fragt«, wo es ihm weh tue. „Ueberall tut es weh, aber das schadet nichts, wenn nur der Herr nicht böse wird. Ihr müßt auch dem Battuschka Nachricht geben."? Alioscha log zwei Tage, und am dritten Tage holte man den« Popen. „Wie. mußt du wirklich sterben?" fragt« ihn Ustinja. „Wie denn sonst? Können wir denn ewig leben? Einmal kommt man eben dran", sagte Alioscha rasch, wie immer,„flafr Dank, Ustiuscho, daß du gut zu mir gewesen bist. Siehst du, es ist doch bester, daß man un» verboten hat zu heiraten. Jetzt wäre dos Unglück da— und so ist alle» in Ordnung." Als der Pope mit ihm betete, folgte er ihm nur mit den Händen und dem Herzen. In seinem Herzen aber lebte der Gedanke: wenn hier olles gut war, wenn man folgsam war und niemand ein Leid antat, dann wird auch im Jenseits alles gut sein. Er sprach nur wenig. Nur zu trinken verlangte er und staunte immerfort über irgend etwas. Staunen lag auf seinem Gesicht, als er sich ausstreckte und starb. Eisen bahnkuriasa. Di« Eröffnung der ersten Eijenbahnstrecke in England zeitigt« auch vor nahezu 100 Jahren die ersten Verkehrs- Polizisten. Es wurden je 1)4 englische Meilen voneinander entfernt, Konstabler ausgestellt, die tagsüber mit weißen und roten Flaggen nachts mit weißen, grünen und roten Lampen Signaldienst tun mußten.— Die Reisenden selbst interessierten sich fürs erste weniger für den Signaldienst, ol« dafür, möglichst weit ab von dem seuer- speienden Ungetüm, das den Zug zog, plaziert zu sein, und zwar aus folgenden Gründen, wie es in dem ersten Kurshuch„The Iron Road Book and Railway Companien" von 1836 heißt:„Sollte die Mo- schin« explodieren, so können die Passagier« der letzten Wagen de? Zuge» hassen, mit dem Verlust«ine» Arme» oder Leines daoonzu- kommen, während die Pastagier« der ersten Waggons hinter oer Maschin« zweifellos zu Momen zersetzt werden.?luberdem sind am End« de» Zuge» die Erschütterungen weniger heftig, und endlich be- steht weniger Gefahr, daß man dort durch die Funken de» Schorn. stein» seines Augenlichte» beraubt würde." � Man sieht, die ersten Eisenbohnpastogier« mußten schon Nein« Helden sein, um sich diesem neuorttgen Teuselszug anzuvertrauen. Teure» Wndsleisch. Be! Beginn der Völkerwanderung iroch Alaska, die das Goldfieber ausgelöst hatte, herrschte dort«ine durch die Berhältnisse bedingte Fleischnot. Das erste Stück frischen Fleisches. das noch Circl« City, dem Mittelpunkt des Goldlandes von Alaska, gelangte, wurde daher als setten« Kostbarkeit in ossrtttlicher Auktion versteigert. Es Hondelle sich um«in Rindervilet im Gewichte von 10 Pfund, das dem Meistbietenden schließlich für 480 Dollar zu- gesprochen wurde. Das Pfund kostete demnach 48 Dollar, also an 200 Mark. is Sommertag. Du schürst in Fiebern die Höllenglut Und wagst ans Feuer die tapfre Hand. Auf roten Schultern der Werkstatt ruht Das schwers. sengende Sommerland. Stahlhart t Himmel und totenweiß Hängt über Aecker geballte Last. Berhaltner Atem geht matt und heiß Und schleicht durch schleppende Mittagraft. Sei stark und warte auf hartem Stand, Dem Zorn der Eisen in Not gesellt, Bald weht und wirbelt ein Feuerbrand Durch franke Stille verschlafner Welt. Das flammt in Wettern und sprüht im Flug Der fühlen Quellen aus Wolfenwand, Das springt und rüttelt und schüttelt furz Und jubelt Freiheit in Menschenland. Nur eine Weile und träge Zeit Wird hoch von peitschendem Sturm entführt. Du Starter, halte dein Herz bereit, Wenn Hand an brennenden Qualen schürt! Franz Rothenfelder. Der Brecher. Bon Hans Blund- Oldemaren. Wieder hob fich ein böser Brecher über das Ruder des Brautschiffes. Die alte Stürfen, die Brautmutter, schrie leise auf, sie war abergläubisch und hatte in der Nacht Gesichter gehabt. Diert Möller, der Bräutigam, lachte und suchte nach einem derben Worte gegen ihre Angst. Aber die Seen hoben das Boot und warfen es von Rand zu Rand. Er hatte genug mit sich und dem Ruder zu tun. Einmal blickte er noch aufmunternd zu seiner Braut hinüber, die steif unter dem großen Delrocke am Mast saß, einmal sah er auch rüdwärts, wo ein zerriffenes Wetter unterm West aufzog und noch vor seinem Ausbruche die Dünung langgestreckt und schaumig dahinfahren ließ. Ein seltsames Wetter! Fast unheimlich war es, in dem lautlosen Gewölf die Wogen wie unterm Sturm brausen zu hören. Dierk Möller hatte diese Fahrt nun schon vielhundertmal gemacht, diesmal hätte er verdient, daß es ihm leichter würde. Mit Blumen geschmüdt war das Brautboot von der Hallig aufgebrochen, um zur Kirche feiner Heimat zu fahren. Die Blumen waren zerriffen, die Sträuße an den Masten hingen zerzauft und topfüber an Fall und Topp. Der Bursche lächelte wieder zu Braut und Brautmutter hinüber, die unruhig und etwas verzagt zu ihm hinüber sahen und den Blick nicht von ihm abwandten. Die alte Stürken sprach mitunter scheu ein paar Worte, aber niemand antwortete ihr. Für sie war die Fahrt von der Hallig zur großen Insel immer eine gewaltige, fast bedrohliche Begebenheit. Sie Verkäufe hatte ihr Leben auf dem fleinen Meereiland verbracht, heiße Sommer und böse Sturmwinter. Mitunter nur, zur Rindtaufe oder zum Be gräbnis, fuhr sie den Weg zwischen den Inseln entlang bis zum hohen Kirchturm, den man an flaren Tagen gerade über der braunen Jerne aufblicken sah. Die alte Stürfen wartete auch jetzt ängstlich, wann der Turm auftauchen würde. Gern fuhr sie nicht zur großen Insel. Es war immer etwas unheimliches von der Wurt der Hallig fortzumüssen. Es war nicht gut davon zu reden, aber sie wußte noch, daß einer im Watt mißtrauisch war und seine Leute auf der Hallig behalten wollte. Nein, sie durften nicht viel fort, er tat ja auch gut an ihr, nur solange sie da draußen wohnten, er schützte die Menschen, vier, fünf Häuser, die auf der Insel standen. Aber er litt nicht, daß man viel nach dem Ostland fuhr. Die alte Stürken sprach selten davon. Es war auch nur selten, daß man den Haffriesen mal in der Ferne des Watts glitzern sah, aber sie wußte, daß er oft am Rande der Briele lauerte, zwischen Himmel und See oder daß er in dem dünnen weißen Schaumstreif war, den die Flut vor sich herschob. Sie träumte auch von ihm. Gestern abend war er da gewesen und hatte sie nach ihrer Tochter Deite gefragt. Er hatte bös an den Fenstern gerüttelt und geschüttelt, aber sie hatte ihn beschwichtigt und von einem Besuch drüben auf der Insel geredet. Hätte sie die Wahrheit gesagt, daß ihr Kind für immer nach Osten oder gar zum Fest lande fahren wollte, was wäre ihr wohl geschehen! Die Böen fuhren härter, die Dünung schwoll und hob sich mit riefigen grünweißen Häuptern am Boot entlang. Die alte Stürfen fröstelte. Ob er doch etwas wußte? Das mit den Blumen am ganzen Schiff war dumm von Dierk gewesen. Jeder merkt, was es bedeutet. Sie hätte warnen sollen, sie wollte den Kindern nur nicht die Freude verderben. Die Frau sah sich ängstlich um; es war, als fragten die Seen hinter ihr drein. Es war auch, als hätten die anderen das Rufen gehört, und horchten auf, aber sie taten, als sei es nur ein ferner Sturz des Weststurms, der rollend über die Seen schoß. Eine böse Brautfahrt! Der. Bräutigam faß im Delrod, den Südwester tief in die Stirn gezogen und unterm Kinn verschnürt. Auch die Frauen mußten jetzt zufassen und Wasser schaufeln, die Braut fleider unter dem dicken Bersennig waren gewiß schon feucht, was war das für eine Hochzeit! Nein, sie hätten heute daheim bleiben sollen. Nur weil des Bräutigams Gäste vor der Kirche warteten, hätte man niemals bei solchem Wetter fahren dürfen! Der Himmel wurde- dick und grau, eine helle gespaltene Wolte stand noch hoch über dem Boot, dahinter zog es in dichten Bällen und Klumpen auf. Unfichtig war die See, eine schaumige Weite rundum, von Westen durch die dunklen Schatten der Dünung und von grellweiß zerstiebenden Brechern durchfurcht. Von den Blumen, o, den schönen blauen und roten Halligblumen, hingen nur noch armselige Fezen über Dollbord und Fall. Bielleicht war es gut. Gewiß war der Haffkerl unterwegs und schäumte neben ihnen her und sah mit bösen Augen, wohin die Fahrt ging. Die alte Stürken schrat zusammen. Wieder war es, als schrie er hinter ihr mitten im dröhnenden Braus der Dünung. Sie hatte Furcht und hätte doch gern erklärt, wie alles gekommen war. Nordstern J. F. Brunswig, Seifenfabrik, Malchin. Don dreizehn.. Oder beffer, fie fagte nichts, beffer, fie trug die Schulb, wenn Dee Haffterl fragte. Was sollte solch' junges Blut leiden! Ihre Deite tochter mußte ja nichts von dem Zorne dessen von unten. Die hatte den Jungen lieb, ach, das war ja nun einmal so. Hätte fie, Mutter Stürfen, da nein fagen dürfen? Die Frau fah sich ängstlich um. Ich," murmelte sie ,,, ich hab' ja selbst schuld!" In der Ferne, da wo der Regen jetzt in grauen Schäften niederschlug, hob sich eine riesige Woge, höher als die andern. Ihr Kopf war hell, von dunkler Flut durchzeichnet. Wie ein Gesicht sah sie aus, das Fragen fam. Die Alte wandte rasch den Kopf und sprach einen Gegen oder ein Gebet. Nein, sie wollte nichts sehen, aber sie fühlte, wie der graue Kopf näher fam. Die Böen waren jetzt zum Sturm ausgewachsen, der hart und härter um die Jolle lag. Das Mädchen saß schon mit am Steuer, der Bursch suchte das Großsegel zu reffen. Vor der Fock zu fahren bedeutet, daß eine böse Not um sie liegt! Aber dieser Dierk ist ein Kerl! Sieh, fowild alles ineinander schießt, so frumm die Wogen über Bord zischen und der Sturm an ihnen entlang braust, er schafft noch alles im rechten Augenblic. Es wird aber auch die höchste Zeit. Wie er das Ruder wieder in der Hand hat und die Frauen beide um's Leben Wasser schöpfen und das Brautboot unter der Fock nur so dahin tanzt, kommt der Regen näher. Und er mengt sich mit der gischtigen Luft, sie stehen bald wie in einem wilden brodelnden Kessel: Eisfalt peitscht der Sturm, flamm sind ihre Glieder. Und die eine wilde Woge mit der weißen Gischt, irgendwo fommt sie hoch und kommt näher.dor Die alte Stürfen sieht dem Bursch ins Gesicht und sie sieht an feiner gespannten Eiskälte, daß er alles einsetzt und sie sieht an seinen Augen, wie er sie streift, daß die Not so hoch ist, wie der Himmel selbst. Wenn jetzt der Alte kommt, ach, tönnte sie ihm doch sagen, daß sie schuldig ist, wollte er nur genug an ihr haben! Sie, sie hat's gewußt, nicht die Kinder, hör! Einen Atem lang SUD Ein Dröhnen und Brechen kommt näher. sieht auch der Bursche sich um, so hart kommt es hinter ihm auf. Seine Lippen öffnen sich zu einem warnenden Schrei, er dreht sich, packt die Braut mit der Linken. Dann hebt sich riesenhoch eine Boge unterm Ruder auf, als würde sie das Schiff mit einem einzigen Satz kopfa über stürzen. Als würde sie, die alte Stürften hat sich jäh mit beiden Händen angeflammert, sie wendet sich halb nach draußen, starrt mit verglastem Blick in den einprallenden Sturz. Ich," schreit ste, ich bin schuld!" Es ist, als habe das Wunder die Jolle im letzten Augenblick von unten aufgehoben. Ein brausender Sturz, der sie alle überschüttet, dann hebt das Boot sich hoch auf den Rücken des Riesen. Aber die alte Stürfen fehlt. Das Mädchen weint laut auf und weist auf den leeren Platz. Der Busche sieht mit entsetzten, leeren Augen um sich, dann packt er Diefe, weist zur Schaufel und sie be ginnt um ihr Leben aus dem halbgefüllten Boot zu schöpfen. Die Fock hält und die Jolle hält noch. Die Bö lichtet sich. Langsam sinken sie von dem Rücken der wilden Wogen zurüd, langsam, als habe sie sich eine Antwort geholt. Schnitzelseifenpulver mit geschnitzelter Kernseife Das Vollkommenste für die Wäsche General- Vertreter für Gross- Berlin Gottlob Meissner, Berlin 0112 Ami Alexander 2480 Fernruf: Nordiler e LE Brunwig Mo Berleih Teilhaber, arbeitsfreudig und grund Gesellschafts- Anzügen. Gelegenheit. Kleiderschrank 18.-. Ber- Möbel wirklich auffallend billig auf Linienstraße 65! Serrenräder, DamenRofenthalerstraße 4. tito 15.- Waschtoiletten 15.- Bett allerbequemfte Teilzahlung nut im räder, Rennmaschinen zu Einführungs- reell mit 5000,-für einzurichtende Leibhaus Friedrichstrake 2. Gelegen- ftellen, Lomplett, 14.- Blufchfofa 15. Möbelhaus Humboldt, An der Janno- preisen. 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