Nr. 349 42. Jahrg. tillid: Ausgabe A nr. 179 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 8.- Reichsmart Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gieb. lung und Kleingarten sowie der Beilage nterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenstimme" erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin* bidagi disin af sid im nobi and simptomid on and Sonntagsansgabe autostenibile auction( 15 Pfennig u mad magis maldut se aldut sie pistoleg bi noldusalam sind sd allestilina C gromsisedAnzeigenpreise: Noon and Die einfpaltige Nonpareille. Beile 80 Pfennig. Reflamezeile 5,- Reichsmart. ,, Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 23 Bfennig ( auläffa awei fettgedruckte Warte), fedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche das erite Wort Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen fite Abonnenten 8cile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummet milffen bis 4 Uhr nachmittags int Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden Straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr naam. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion Dönboff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 26. Juli 1925 Baldwin begrüßt die deutsche Antwort Deutschland foll in den Völkerbund London, 25. Juli.( WTB.) In einer Rede über die außenpolitische Lage, die der Premierminister Baldwin in einer fonfervativen Bersammlung in Knowsley hielt, jagte er u. a.: Das befriedigendite Merkmal der außenpolitischen Lage ist der offenbare Wunsch der Mehrheit des deutschen Bolkes, daß die Verhandlungen, die auf einen dauernden Frieden in Europa hinzielen, fortgefeht werden. Die deutsche Antwort auf die französische Note ist eingetroffen, und wenn ich auch nicht imftande bin, ihren Inhalt ausführlich zu erörtern, fo erkenne ich doch ihre versöhnliche Absicht an. Die Lage felbst enthält viele Schwierigteiten, aber der wesentliche Faktor ist wie immer der Wille, diese Schwierigkeiten zu überwinden, und ich glaube, daß dieser Wille in Deutschland und bei den Alliierten besteht und heute stärker ist als zu irgend einer Zeit seit dem Kriege. Aber es ist not wendig, daß keine 3eit verloren wird, und daß die Verhandlungen ohne Unterbrechung weitergehen. Die Stabilität in Europa ist nicht nur für das politische, sondern auch für das wirtschaftliche und industrielle Leben von Intereffe. Wir und Frankreich wünschen, daß Deutschland jobald wie möglich in den Bölferbund eintritt. Wenn es einmal Mitglied des Bundes auf der Grundlage völliger Gleichberechtigung ist, werden alle vor uns liegenden Probleme eine neue und klarere Gestalt gewinnen. Bon allen Streitigkeiten, internationalen wie inneren, hat man den Cindrud, daß man auf einem toten Bunft angekommen ist. Richt wenig von den scheinbar unlöslich verfetteten Verhältnissen fieht im Zusammenhang mit jenem sorgfältigen Berfahren, das man fein Geficht wahren" nennt. Der Sefretär des Auswärtigen hat in feinen Reden erklärt, daß wir den Sicherheitspatt nicht so auffassen, als ob er uns neue Verpflichtungen auferlegt, die zu den Verpflich tungen hinzutreten, die uns als Unterzeichner der Bölterbundsfagung obliegen. Die vorgeschlagenen Vereinbarungen sind im Geiste der Völkerbundsagung abgefaßt und befinden sich in Ueberein ftimmung mit dem Bunde. Ich begrüße es daher, daß in der deutschen Antwort diese beiden Probleme, die untrennbar mit dem Sicherheitspatt und Deutschlands Eintritt in den Bölferbund verbunden sind, in Verbindung gebracht werden. Es ist wahr, daß Deutschland noch immer mißtrauisch ist, wenn es von der Gefahr spricht, eine entwaffnete Nation in Mitten bewaffneter Nachbarn zu sein. Aber Deutschland hat recht, über diese Dinge gehört zu werden, wenn es Mitglied des Bölkerbundes ist. Es kann dann den Westmächten gegenübertreten, damit diese ohne unnötige Berzögerung dazu übergehen, die Frage der Abrüstung, die einen Teil der Bölferbundsfagung selbst bildet, zu erwägen. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir den Frieden Europas sichern können, aber wir machen Fortschritte und wir erkennen an wie dies auch die Franzosen tun daß es Frei Etappen zum Frieden gibt: Sicherheit, Schieds. gerichtsbarkeit und Abrüstung. Wir entwerfen jetzt die Maßnahmen für die Sicherheit, die auch bei der Einsegung der Echiedsgerichtsbarkeit helfen werden. | dann wird sich alles weitere lösen! werde hier nicht zur Vorbedingung des Paktes gemacht; was den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund angehe, so feien deffen Statuten durchaus flar. Man fönne nicht gleichzeitig seine Vorteile für sich beanspruchen und die von ihm auferlegten Verpflichtungen ablehnen. Die Information" weist darauf hin, daß man es Stresemann nicht zum Vorwurf machen könne, wenn er die deutsch- französischen Bakiverhandlungen als Mittel zur Besserung der diplo. matischen Lage Deutschlands benußen wolle. Auch die Note Briands vom 16. Juni fuche das gleiche für Frankreich zu erreichen. Die Reden Stresemanns und Luthers im Reichstage erreichen. Die Reden Stresemanns und Luthers im Reichstage hätten das diplomatische Ziel Deutschlands flargelegt. Stresemann riffe ganz genau, daß er im Laufe der Verhandlungen in gewissen Bunften werde nachgeben und sich mit einem Teilerfolg werde begnügen müssen. Für Frankreich sei das aber kein Grund, die Bekanntgabe der äußersten Wünsche Deutschlands mit einem Ab bruch der Verhandlungen zu beantworten: Im Gegenteil. Es jei für Frankreich ein Vorteil, die Ziele der deutschen Diplomatie genau But fennen. England im Besitz von Briands Kommentar. Paris, 25. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Die englische Antwort auf den Kommentar, den Briand zur legten deutschen Note in London überreichen ließ, ist am Sonnabend durch den englischen Botschafter in Paris überreicht worden. Ein Dementi Herr Stresemann läßt durch die amtlichen Stellen versichern, daß ihm von einer Abficht, im September nach Genf zu reisen, nichts befannt sei. Das Dementieren gehört Wenn bekanntlich zum zünftigen Diplomatenhandwerk. ihn aber der englische Botschafter Lord d'Abernon oder der französische Botschafter de Margerie fragen würden, ob er nicht Luft hätte, mit Chamberlain und Briand in Genf zusammenzutreffen, um die Pattverhandlungen zu erleichtern, dann würde Herr Stresemann sicherlich antworten: Aber gern! Und Herr von Schubert auch. Und Herr Geheimrat Gaus, unfer Justitiar, freut sich schon darauf, die Klinge mit Ihren Juristen, Hurst und Fromageot, tagelang zu freuzen. Aber, um Gottes willen, daß sich meine grundsägliche Bereitwilligkeit ja nicht herumspricht, sonst grundsägliche Bereitwilligkeit ja nicht herumspricht, sonst tommt es vorzeitig in die Bresse, und dann habe ich wieder die größten Scherereien mit Schiele und Luther. Vor allem warten Sie mit einer Berlautbarung über derartige Kon ferenzabsichten ab, bis das 3 olltompromiß unter Dach und Fach ist. Mit diesen verdammten Deutschnationalen fann man nicht vorsichtig genug fein." So ungefähr würde Herr Stresemann antworten, wenn man ihn fragen würde. Vielleicht hat man ihn sogar schon gefragt.. Die Räumung des Ruhrgebiets. Effen, 25. Juli.( Eig. Drahtbericht.) Am Sonntag vormittag wird vom Bahnhof Rüttenfeld das in BredenenEffen ftationierte französische Artillerieregiment 25 abfransporfiert und nach Landau verladen. Wendung in Marokko. Einschränkung der Rüstungen vorzubereiten, wozu die Mächte, die den Bersailler Bertrag unter3eichneten, sämtlich verpflichtet sind. Wir selbst haben einen be. Erfolgreiche französische Gegenoffensive. trächtlichen Anfang mit der Verminderung unserer Rüstun Paris, 25. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Nach den in Paris gen zur See auf der Washingtoner Konferenz gemacht. Wir haben unsere Rüstungen zu Lande unter Vorkriegsmaß vermindert und vorliegenden Meldungen vom maroffanifchen Kriegsschauplatz foll unsere Luftmacht ist nur gering im Vergleich mit der mancher es den französischen Truppen bei der Offensive, die zur Wiederanderer Länder. Das Problem ist ungemein schwierig, eroberung von Ain Aischa und Ain Mafuf geführt hat, gewie jeder gemerkt hat, der sich damit beschäftigte, aber wenn wir lungen sein, die Truppen des Rifs bis 75 kilometer norddie überwältigende Bürde des Mißtrauens und der Angst, die auflich von Fes zurüdzuwerfen. Dagegen leifteten die feindden Ländern Europas lastet, beseitigen können, dann können wir lidhen Streitkräfte bei dem nur etwa 15-20 kilometer nordöstlich auch dieſe letzte Etappe des Weges beschreiten mit der berechtigten hin häffen die in dieser Gegend ansässigen Stämme, die der erfolg. von 2 a 3 a gelegenen Bab Morudi heftigen wider st an d. 3mmerreiche Borstoß Abd el Krims zum Abfall gebracht hatte, wieder Berhhandlungen mit den Franzosen angeknüpft. Auch in der Gegend von Taunat sollen die Rifkabylen den Rüdzug angetreten haben und von franzöfifchen Flugzeugen verfolgt werden. Der„ Paris Soir" glaubt zu wissen, daß Frankreich und Spanien bereit feien, falls Abd el krim ihre Friedensbedingungen fennen zu lernen wünsche, zwei offizielle Bertreter zu ihm zu entfenden. Sollte Abd el Krim diese Friedensbedingungen ablehnen, so würden Frankreich und Spanien wahrscheinlich ein Ultimatum ftellen und bei deffen Ablehnung eine erneute gemeinfame Offensive unternehmen. Hoffnung, das Ziel zu erreichen. Ruhige französische Stimmen. Kein Grund zum Abbruch der Verhandlungen! Paris, 25. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Ein Teil der franzöfischen Bresse sucht nunmehr die für den Abschluß des Garantiepattes und das Zustandekommen einer deutsch- französischen Verständigung nötige günstige Atmosphäre zu schaffen. Das Deuvre" weist darauf hin, daß die Reden Stresemanns und Luthers durch innerpolitische Rüdfichten und die Notwendigkeit, den Deutschnatio nalen gewisse Zugeständnisse zu machen, diftiert worden seien. Man dürfe sich nicht daran stoßen, daß Luther die Räumung der nördlichen Zone des Rheinlandes zur Vorbedingung des Abschlusses des Garantiepaktes gemacht zu haben scheine, ebensowenig wie an den Bedingungen, die er für den Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund stellen zu müssen geglaubt habe. Nicht das gesprochene Bort sei maßgebend, sondern die deutsche Note, die in dieser Be ziehung durchaus eindeutig sei. Die Räumung des Rheinlandes gegenüber dem Lentichen Reich sind zum Abfalus gelangt. Die Danzig- polnischen Berhandlungen über Einfuhrverbote einem Elußprotokoll niedergelegt ist. Sie haben in allen Punkten zu einer Einigung geführt, die in Danach ist der Bezug der für die Einfuhr verbotenen deutschen Waren für den Eigenbedarf Danzigs im Rahmen von Kontingenten und auf Grund von Einfuhrbewilligungen der Danziger Außenhandelsstelle fichergestellt. Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Boftfchedkonto: Berlin 87536- Bankkonto: Sireftion, der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstraße 3 Politik der Unsicherheit. Die Verantwortung des Zentrums. Die außenpolitische Debatte ist sehr ruhig verlaufen. Sie bildete den Abschluß eines politischen Handels, den die Deutschnationalen und die übrigen Regierungsparteien vor der Debatte eingegangen sind. Die Deutschnationalen haben ihre Angriffe gegen die Außenpolitik des Außenministers und des Reichskanzlers eingestellt. Sie haben die deutsche Antwortnote gebilligt. Es wird ihnen schwer fallen, den Weg, den sie in der Frage der Außenpolitik verfolgt haben, in umgekehrter Richtung wieder einzuschlagen, und zurückzukehren zu jener verantwortungslosen hegerischen und demagogischen Agitation gegen die außenpolitische Linie, die seit dem Abschluß des Friedensvertrages in Deutschland verfolgt worden ist. In dieser erzwungenen Entwicklung der Deutschnationalen könnte man eine Erleichterung der innerpolitischen Situation in Deutschland erblicken. Gleichzeitig aber ist mit dieser Wendung der Deutschnationalen zu den Grundgedanken einer friedlichen Außenpolitik eine Zuspigung der wirtschaftspolitischen Gegensäge erfolgt, die diese Erleichterung bei weitem aufwiegt. Für die 3 uspigung der innerpolitischen Gegenfäße ist ein Borgang charakteristisch: In dem Intervall zwischen dem ersten und zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen unternahmen die deutschnationalen Minister Schiele und Schlieben den Berjuch, vom Reichsrat und vom Reichstag ein Ermächtigungsgejet zu erlangen, das es ihnen ermöglichen sollte, die fleine Bollvorlage auf dem Berordnungswege zum Gesetz zu erheben. Dieser Berjuch erschien damals mehr lächerlich als empörend. Damals hätten die deutschnationalen Minister, wenn fie mit diesem Borschlag vor den Reichstag getreten wären, fich eine glatte Niederlage geholt. heute erteilen die Mehrheitsparteien des Sieichstages einschließlich des Zentrums der Regierung, d. h. vor allem den drei deutschnationalen Ministern Kanig, Neuhaus und Schlieben eine weitgehende Ermächtigung, die die gesetzgeberische Arbeit des Reichstages in Bollfragen problematisch macht. Diese Entstehung einer Mehrheit für ein Ermächti gungsgefeß in 3ollfragen für eine Regierung, in der die entScheidenden wirtschaftlichen Aemter in der Hand der Deutschnationalen sind, fennzeichnet die Rechtsentwicklung, die sich seither in Deutschland vollzogen hat. Diese Rechtsentwicklung verbuchen die Deutschnationalen ais Aktivum. Sie erleichtert ihnen die Schwenkung in den Fragen der Außenpolitik und macht ihre Anhänger, soweit sie an der Rechtsentwicklung wirtschaftlich interessiert sind, geneigt, diese Schwenfung mitzumachen. Tröstend versichern die deutschnationalen Führer und die deutschnationale Presse ihren Anhängern, ein weiter 29. August jei nicht zu befürchten. Diese Tröftung geht von der Annahme aus, daß, wenn die endgültige Entscheidung über die Ratifizierung eines Sicherheitspaltes, auf den die Außenpolitik der Regierung abzielt, herannaht, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Zollund Steuergesetzgebung für die Intereffenten bereits so sichtbar geworden sein werden, daß der Widerstand gegen einen Sicherheitspakt, der in der deutschnationalen Reichstagsfrattion immer noch vorhanden ist, vor den wirtschaftlichen Tatsachen fapitulieren wird. Ein 29. Auguft wird für die deutschnationale Fraktion in so pointierter Form wie im Jahre 1924 sicherlich nicht wiedertehren. Vor der Annahme des Dawes- Gutachtens haben die Deutschnationalen versäumt, ihren limfall taktisch geschickt vorzubereiten. Sie haben bis zum letzten Augenblick die starken Männer gespielt, und noch zwei Tage vor der parlamentarischen Entscheidung schwur Herr Hergt: Hier stehe ich, ich fann nicht anders. Diesmal haben die Deutschnationalen das Anderskönnen sozusagen rationiert und auf längere Zeiträume verteilt. Was sie feit Wochen und Monaten betreiben, ist nicht ein afuter Umfall, sondern eine chronische Drehkrankheit, ein monatelanger Umfall, der nur von Zeit zu Zeit durch den Reichstagsfraktion unterbrochen wird und an dem sich des Theaterdonner der wilden Männer in der deutschnationalen befferen Eindrucks wegen manchmal auch die Führer des gouvernementalen Flügels der Deutschnationalen beteiligten. Herr Graf Westarp, der als Theaterdonnerer ab und zu mitzuwirken pflegt, hat vor Herrn Hergt das voraus, daß er nicht einmal, sondern mehrmals umfällt. Der wohldosierte Umfall wirkt nicht so fatastrophal, wie die Distanz zwischen dem Hier stehe ich, ich fann nicht anders" des Herrn Hergt und seinem Anderstönnen nach 48 Stunden. Die deutschnationalen Wähler werden dazu erzogen, die Umfälle des Grafen Weftarp als etwas Alltägliches, Gewohntes anzusehen, das ganz in der Ordnung ist. Auf diese Weise bauen die Deutschnationalen ihre Stellung in der Außenpolitik allmähFragen in den Hintergrund und schieben dafür ihre Taten lich ab. Sie drängen das Interesse an außenpolitischen für die großagrarischen Interessenten nach vorne. Die Bezahlung für den Abbau ihrer außenpolitischen Stellung haben die Deutschnationalen in der Tasche, Das Zollkompromiß gibt ihnen nach dem Zeugnis der Landbundvertreter in der deutschnationalen Reichstagsfraktion alles, was für sie unter den gegenwärtigen Umständen nur erreicht werden konnte. Sie fühlen sich gesättigt. Sie fühlen sich sicher in der Reichsregierung. Den Konfliktsstoff, der durch den Zwiespalt Mischen ihrer früheren außenpolitischen Haltung und der Politik des Sicherheitspaktes entstanden ist und noch entstehen könnte, schaffen sie durch Handel aus der Welt. Sie haben das Zentrum den agrarischen Wünschen ge» fügig gemacht, warum sollen sie nicht weiter regieren, so wie sie vor dem Kriege regiert haben? Die Bodenpreise steigen. Die Großgrundbesitzer verbuchen ihren Zuwachs an Reichtum und fordern, darauf pochend, größeren Anteil am Arbeits- ertrag der Gesamtheit. Sie haben in dieser schwierigsten Frage eine Mehrheit des Reichstags zusammengebracht, warum sollten sie nicht hoffen, daß diese Mehrheit auch für künftige, der Zollvorlage ebenbürtige Taten zusammenbleiben soll. Das ist die Stabilität des politischen Lebens, die sie wünschen. » Diese Stabilität beruht darauf, daß die Rechte, die regiert, eine Mehrheit des Reichstages hat. Aber eine Mehrheit des Reichtages haben, bedeutet noch nicht, sie behalten. Die Mclhoden, die von dem rechten wie von dem linken Flügel der Regierungsparteien angewandt worden sind, diese Mehr- heit zusammenzubekommen, wirken nach als eine ständige Be- drohung dieser Mehrheit. Weit entfernt davon, zur Stabili- sierung des politischen Lebens in Deutschland zu führen, be- gründen sie chronische Krisengefahr. Solange diese Mehrheit regiert, sind die politischen Der- Hältnisse in Deutschland absolut labil. Die Taten der Mehr- heitsparteien sind ein Mißbrauch des Mandats, das sie von ihren Wählern erhalten haben. Das gilt in erster Linie von den Deutschnationalen. Sie verdanken ihre Stellung im Parlament und In der Regierung ihrer verantwortungs- losen demagogischen Phraseologie in den Fragen der Außen- Eolitik, wie dem Aufwertungsbetrug, der den gröbsten Man- atsmißbrauch darstellt, der jemals vorgekommen ist. Es gilt nicht minder vom Zentrum. Das Zentrum stützt sich auf die Stimmen zahlreicher Arbeiterwähler. In den Reihen der Zentrumsfraktion sitzt eine Anzahl von aus- gesprochenen Arbeitervertretern, die als Führer von Arbeiter- organisationen an volitisch verantwortliche Stelle gehoben worden sind. Trotzoem ist das Zentrum mit den Deutsch- nationalen jenes Zollkompromiß eingegangen, das den Inter- essen seiner Arbeiterwähler ins Gesicht schlägt. Auch das ist Mandatsmißbrauch, vor allem durch jene Zentrumsarbeiter- Vertreter, die plötzlich zu begeisterteren Lobrednern de? Zoll- kompromisses geworden sind als die Interessenten in de? Zen» trumsfraktion, die sich mehr zurückholten. Es ist eine schlechte Sache, die die Arbeitervertreter des Zentrums vertreten, und sie finden deshalb dafür nur die schlechtesten Argumente. Was ioll man zu Herrn G i e s b e r t s sagen, der jetzt Programm«- tische Deklamationen für Schutzzölle erläßt, wahrend die Re- gierung selbst sich bemüht, die Dinge so darzustellen, als handele es sich nur um notwendige Kompensationszölle? Diese Haltung des Zentrums muß ebenso starte innere Spannung in der Zentrumspartei hervorrufen, wie der Aul- wcrtungsbetrug und der grandiose Umfall der Deutschnatio- nalen in Fragen der Außenpolitik Spannungen in der Deutsch- nationalen Partei hervorgerufen hat. Diese inneren Span- nungen sind Unsicherheitsmomente, die die heutige Regie- rungskoalition nicht zur Stabilität komnien lassen. Zu diesen inneren Spannungen innerhalb der Regie- rungsparteien gesellt sich die gerechte Entrüstung der Wähler- mossen, gegen die die Politik der Reichstagsmehrheit sich richtet. Die Regierungskoalition muß mit der Abrechnung iür ihre Politik bei kommenden Wahlen rechnen. Da ihre Staatskunst darin besteht, sich rücksichtslos, getrieben von den Interessentenvcrbänden, über die Opposition hinwegzu- setzen, muß sie damit rechnen, daß alles, was sie durchführt, nur für die Dauer ihre, Zusammenhaltes Schneidiger Setrieb. „Zwischen PorgiseNIen und Rachq�ordn-t-n soll»in»er- sraucnsnollos,«der Nin vortraulichcz«erhältni» l.eft»h«n. Do» dienstlich« Anseilen fordert, doli der Ro Willem Umfange eine Verteuerung der Lebenshaltung, besonders jetzt. 1002 handelt« es sich im wesentlichen darum, destehende Zölle zu erhöhen. Heul« stehen wir vor einer völligen Reu- - i n s ü h r u n g. Es ist ja an sich nchtig, wenn gesagt wird. es handelt sich vor ollem um die Herstellung des alten Zustande», wie er vor dem Kriege bestanden hat, ober die preistreibende Wirkung bleibt dabei bestehen, und zwar so, daß die Zollerhöhungen voll und plastisch im Preis zum Ausdruck kommen. E» muß ferner zugegeben werden, daß dies« Belastung de« Dolkskonsum» in einer Zeit eintritt, wo auch noch andere Moment« den Haushalt belasten, wie z. B. die Erhöhung der Mieten usw. In klarer Erkenntnis dieser schweren sozialen Gefahren tritt Gksberts, seines Zeichen» Vorstandsmitglied der Gesellschaft für soziale Reform, Dele- fierter der Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz !) und prominentes Mitglied einer Reih« anderer sozial«in- 5üe 20 Pfennig Sommertheater. Diese Sache begann damit, daß auf langem, staubigem, sonnigem Wege plötzlich ein bildhübsche, kleine, Mödelchen austaucht und fürchterlich schluchzt:„Sie, mich hat»in« Biene gestochen Muß ich da sterben?" Das schuf, was wir Großen, leider, leider, neuerding» brauchen, die richtige„Einstellung" nämlich. Und die Sache hört« auf mit einem schimpfenden Jungen, der mit seiner Meinung ge- miß nicht allein stand:„So wenig bloß für 20 Pfennig? Da leg ich doch lieber noch nen Groschen zu und geh ins Kinol" Do war man wieder sanft hinausgestellt. Was also lag dazwischen? Dazwischen lag das wunderbübsche städtischeFreilichttheaterimVolispartJungsern- Heide, gefüllt von dreihundert, fünfhundert, vielleicht bald tausend Proletarierkindern, die klassenweise, schulweise, ja wohl sogar stadtviertelweise eingetrossen waren. Dazwischen lag ferner ein richtiggehendes Theaterstück von Margarethe Eloesser, „B l u m e n m ä r ch e n" war es betitelt, die Musik dazu stammt von Johanne» Velden, Regie führt« Ernst Raden, für die Einzeltänze zeichnete Helo Holtereter, fürs Ballett Irma Kugel. Sehr schön, daß da» Märchen in Inhalt und Ausbau primitiv war. sehr schlimm, daß es außerdem weiter gar nichts gewesen ist. Daß eine Blumensee austritt, Blumenels und Blumen- elfin, Prinz und Prinzessin. Hosmarschall. Frühling und ein halbes Dutzend bunter Blumen, das ist gewiß alles recht hübsch, aber Kindern reicht es zum Erfolg doch nicht. Kinder wollen viel lachen, Kinder wollen viel hören und schauen, Kinder wollen im Theater. genau so wie im Leben,«inen lustigen Wechselwirbel, kurz und gut, ste wollen für ihr Geld auch etwas Ordentliches haben. Nichts gegen die Romantik eine» Llumcnmärchcns, nichts ober auch gegen unser« Kinder, weil eine harte und tcchnikbeherrschtc Zeit sie so erzog, daß ihr Interesse und ihre Liebe in ganz andere Gebiete weisen. Wonach sich unsere Jugend sehnt, sollte ein Erzieher eigentlich ganz leise spüren. Jedenfalls ist ein« gute halbe Stunde voller Musik und Tanz und blumiger Berse für die Kinder eine Enttäuschung schon au, rein quantitativen Gründen. Und für die Erwachsenen auch... Nein, wir Großen wollen in dieser Sache für uns still und be- scheiden sein, wollen ober den Kindern geben, wo» den Kindern gebärt: weniger Zärtlichkeit und mehr Verständnis, weniger Stil- volles und mehr Lebendiges, weniger Roniantik und mehr Hokuspokus. Erich Gottgetreu. wie die Zuchtbullen von Kennedy geehrt werden. Kennedy an der Südküste Englands ist bekannt iür seine vorzüglich gezogenen Zuchtbullen. Was Wunder, daß«in Farmer, als er in den afrita- nischcn Kolonien«ine neu« Zuchtsarm anlegen ließ, die Bullen hierzu in Kennedy tauft«? Bier der schönsten Tier« wurden erworben und sollten zur Bahn gebracht werden. Am Morgen dieses Tages erhob sich das ganze Dorf besonders frühzeitig, kleidete sich in festliche Ge- wänder und gab den Lullen das Geleit. Sämtliche Magistratsmit- glieder marschierten geschlossen im schwarzen Rock« hinter den mit Blumen bekränzten Bullen, und am Bahnhof hiett gar der Bürger- meistec eine Rede. Dann sang die Gemeinde vierstimmig das schöne Lied:„Weh, daß wir scheiden müssen", und unter den Klängen der Nationalhymne dampft« der Zug davon. Ja. die Leute in Kennedy wissen, wie sie ihr— Rindvieh zu ehren hoben. gestellter Organisationen, für die Schutzzölle ein! Freilich würde, so meint er, die Arbeiterschaft einen Lohnausgleich suchen müssen. Daß die Regierung dazu oerpflichtet werden soll, diesen Lohnausgleich herbeizufuhren oder auch nur zu fördern, davon redet er kein Wort. Entgegen den Tatsachen behauptet er, daß die Wirtschaftskonjunktur sich erheblich a e- bessert habe, und daß es daraus ankomme, diese Wirt» schaftslage zu erhalten. Her? Giesberts hätte sich bei seinem Koalitionssreunde, Herrn Wirtschaftsminister R e u h a u s, darüber vergewissern können, daß es nichts Schlimmeres geben kann, als die„Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Wirtschaftslage", und daß die bis vor kurzem noch günstigen Ber- Hältnisse am Arbeitsmarkt eine Folge fehlerhafter Ka- pitaloerwendung der Wirtschaft gewesen sind. Jetzt Zölle einführen, heißt die sehlerhaste Kapitalverwendung verewigen. heißt volkswirtschaftliche Verschwendung trci» den. Die Krise, die durch die konsumfeindlich« Politik der Unternehmer und ihre Kartelle heraufbeschworen worden ist, läßt sich durch Zölle nicht aufhalten, sie wird sogar nach dem Urteil namhafter Wissenschaftler verschärft und be- s ch l e u n i g t werden, weil Deutschland zur Erhaltung seiner Exportfähigkeit niedrige Preise braucht, während Giesberts zugibt, daß Zölle„preiserhaltend und preisstärkend" wirken. Kampf um üen Finanzausgleich. Die Regierungsparteien stimme» schweigend ab. Der Steuerausschuß des Reichstages setzt« am Sonn- abend die zweite Lesung des Gesetzentwurss über den Finanzausgleich fort. Als erster Reimer erklärte Genolse keil, daß die sozia.demo- tratischen Ausschlußmitgliedcr den Beschlüssen der ersten Lesung. soweit sie sich auf die Anteil« der Länder an der Einkommen- und »örperschaftssteuer bzw. der Umsatzsteuer beziehen, nur unter vier Loroussetzungen zuzustimmen ermächtigt seien. 1. Die Ermächtigung der Länder, die Anteile der(Bemeindm unter gewissen Boraussetzungen zu kürzen, müsse gestrichen" werden. 2. DI« Hauszinsstcuer für fiskalisch« Zwecke dürfe auf höchsten» 20 Proz. festgesetzt werden. Die Erhebung einer Wohnungsbauabgab« in Hähe von 20 Proz. sei vorzuschreiben. 4. Die in der dritten Steuernot Verordnung vorgesehene sak'll- tatio« Geldentwenungssteuer für den unbebauten Grundbesitz müsse als obligatorische Ländersteuer festgelegt werden, damit d>e Länder au» dieser Quelle den Ausfall decken können, der ihnen durch die Kürzung der Anteile an der Einkommensteuer entstehe. * Abg. Dr. Zischer stimmte den sozialdemokratischen Forderungen zu. Da die materielle Differenz zwischen den Forde- rungen der Länder und den Zugeständnissen des Reiches gering sei, schlage er vor, eine Einigung aus der Grundlage von 80 Proz. Einkommen- und 30 Proz. Umsatzsteuer zu versuchen. Abg. Dr. horlacher(B. Dp.) schlägt als Grundlage für die Einigung 8S Proz. der ginkommcnsteiter vor, betont aber im übrigen, dag et den Ländern vor allen Dingen daraus ankomme, die Einkommen- steucr wieder als eigene Landessteucr zu erhalten. Staatssekretär Popih unterstreicht diese Ausführungen de» Abg. Dr. Horlacher. Di« Lander wollten die Einkommensteuer im wesenl- lichen für sich in Anspruch nehmen. Diesen Standpunkt könne die Reichsreglerung sich nicht zu eigen machen. Das Reich müsse e!» viertel der Einkommen- und Körperschaskssteacr behalten, das H die Konsequenz des Londoner Abkommens. Zu den Voraussetzungen der Sozialdemokratie äußerte sich der Staatssekretär überhaupt nicht. Der preußisch« Jinanzminister Dr. Höpker-Aschoss äußert Bedenken gegen die Geldentwertunasstouer beim unbebauten Grundbesitz. Dossekb« tun die Redner der Regierungsparteien, soweit sie sich überhaupt zu dieser Frage äußern. Dogegen stellen sie in Aussicht, die Bestimmung über die Kürzung der Anteil« der Ge- meindcn durch die Länder noch einmal nachzuprüfen. In einer Abendsitzurnj werden die Bestimmungen über Pia Haussinssteuer erörtert. Auch hier bestreiten dt« sozialdemokratischen Redner allein die Kosten der Debatte. Sowohl Genoss« Silber. lchmldt alt auch Genosse Llplneki weisen deshalb mit Recht darauf hin, daß die Ntchtbeteiligunfl der bürgerlichen Parteien an der Debatte frivol sei angesichts der Tatsache, daß die unaehrue- lichen Auswirkungen der Mietpreissteigerung für viele Millionen Menschen eine Erschütterung ihrer Existenz und ihrer Lebens- Haltung bedeuten werde. Die Alkoholpest in Frankreich. Die Pariser Akademie de? Medizin Hot in ihrer letzten Sitzung eine Studienkommission«in- gesetzt, die ein Sachverständigengutachten über das erschreckend« An- wachsen de« Alkoholismus auearbeiten soll, da, man seit»inigen Jahren in Frankreich feststellen muß, während im Weltkrieg«ine starte Verminderung des Altohollastcrs zu konstatieren war. Prof. Achard führte bei dieser Gelegenheit in einem bemerkenswerten Dortrag aus, daß er während des letzten Jahres in seiner Kranken- Hauspraxis bei IM Proz. der eingelieserien Männer und bei 6.3 Proz. der eingelieferten Frauen die charalteristischen Kravtheits- crscheinungen des Alkohollsmu» beobachtet habe. Dabei ist hervor- zuHeben, daß Leberentzündungen und Nicrenschrumpsungen als Begleiterscheinungen der Altoholoerglftungen bei Frauen doppelt so häufig als bei Männern festzustellen waren. Dem Anwachsen des Altohollaster» entspricht dt« enorm« Zunahme des Lerbrauch« an Alkohol in Frankreich. Er betrug im Jahre 1914 1 413 000 Hellaliter und war im Jahre 1918 bis auf 684 000 Hektoliter zurückgegangen. Seither ist er wieder in ständiger Steigerung begriffen. Im Jahre 1923 betrug der Alkoholverbrauch 1018 000 Hektoliter und im Jahre 1924 ungefähr ebensoviel. Ein serbischer Eulenspiegel. In Belgrad, das von der Wohnung»- not ebenfalls nicht verschont geblieben ist. gilt die sogenannte Terazije als die günstigste Geschästsgegend. Die dortigen Läden sind natürlich seit Iahren in festen Händen und all« Räume voll ausgenützt: immerhin fand sich kürzlich doch noch«in freier Bauplatz. Aus ihn hotte es ein gerissener, junger Photograph abgesehen, um sich dort sein Atelier einzurichten. Er pachtete also da» klein« Grundstück und reichte bei der Polizei ein Gesuch um die erforderliche Bau- gcnehmigung ein. Diese wurde ihm jedoch oeriagt mit der Be» gründung. die Terazije dürfe nicht durch ein« Photographenbud« verschandelt werden. Der junge Psifsiku, erkundigte sich nun bei der Baupolizei, ob die Verordnung noch in Kraft ser, wonach bereits vorhandene Gebäude nicht abgerissen werden dürfen. Als ihm die Frag« bejaht wurde, dankte er und verabschiedete sich lächelnd. Bei einem Tischler bestellte er nun sein« Bude, die in einigen Tagen fertig war. Der Bauplatz aber wurde ständigvon einem Schutzmann bewacht. da die Polizei von der Zlbsicht des Photographen Wind bekommen hatte. An dem kritischen Tage mietet« sich nun der Schlaukopf zwei Burschen, die vor dem wachsamen Auge des Gesetzes plötzlich eine gewaltige Schlägerei aufführen mußten, so daß der Gendarm sich gezwungen sah. die beiden Ruhestörer abzuführen. Inzwischen rollte wie von ungefähr ein Möbelwagen heran, das klein«, weiß« Häuschen des Photogrophen wurde herausgehoben und auf den Bau- platz gestellt. Als der Schutzmann wieder auf seinem Posten erschien. lächelte ihm das schon„vorhandene" Häuschen sauber und freundlich entgegen. Die Berordnung, wonach bestehende Gebäude nicht ab- gerissen werden dürfen, ist, wie gesagt, noch in Kraft. Karl Franke, der Schrisileiter der Münchener.Jugend», ist während sein«« Urlaub» einem Schlagansall erlegen. VI««alerte). ckaiper. Kursürstendamm 233. eröffnet eine Autstelluag von Aquarellen der verstorbenen Hedwig Weiß. Vt« Pest tn Vstrnßland. Yn der Stadt Z-rizyn. seht in Stalwgrad umbenannt, sind U Fälle von Pellerkrankungen seltgeltellt worden. Die Oiouo. Astrachan und Zarizyn sowie da» nordkaukasisch, Gebiet und da» «eilet der Kalmüten find alt bedroht von der Pest erklärt. Philipp Scheiöemann. Zu seinem KV. GeburtStag. Genosse Philipp Schcidemann begeht heute seinen 50. Geburtstag. Ein Leben, das stets der Sozialdemokratischen Partei gehörte, ein Leben, in dem sich die großen ge- schichtlichen Kämpfe unserer Zeit spiegeln, wie kaum in einem anderen, hat einen serner Gipfelpunkte erreicht. Der Mann, dessen Reden gegen das persönliche Regiment vor dem Kriege in Deutschland und der ganzen Welt den stärksten Widerhall fanden, der Vorkämpfer der nationalen Verteidigung in demokratischem Sinn, der Verfechter des Ver- srändigungssriedens, des„Scheidemann-Frieden s", der Mann, der am 9. November 1918 die Republik ausrief und der sein Amt als Reichsministerpräsident niederlegte, weil er den Frieden von Versailles nicht unterzeichnen wollte, mußte und muß auch heute noch eine umstrittene Persönlich» keit unter den Mitlebenden sein. Bemerkenswert aber bleibt, daß gerade Genosse Scheide« mann in einem Maße wie kein anderer Sozialdemokrat den stumpfsinnigen Haß aller Nationalisten und Reak- c i o n ä r e auf sich lud. Als den Schlimmsten aller„Vater- landslosen" werden sie gerade ihn schwerlich betrachten können. Wenn sie ihn so hassen, so tun sie es. weil sie in ihm chren gefährlich st en Gegner erblicken. Sie hassen ihn so, weil er eine Gefahr für sie ist und weil sie seine großen Fähigkeiten kennen. Scheidsmann ist nicht nur ein Mann der glänzenden Rede und der mutigen Tat. Er ist auch ein echter Führer, der ge- gebene Möglichkeiten vorsichtig abwägt und ,m Bewußtsein 'einer großen Verantwortlichkeit handelt. So haben wir ihn in sturmbewegten Zeiten gesehen, nicht auf sich selbst, sondern auf das Ganze dedacht. Einem Kampf auszu» weichen, den er im Interesse der Partei für notwendig hielt, war niemal« seine Sache. Dann hat er stets eine scharfe Klinge geführt, hat aber auch verstanden, persönliche Gegner- ichaft durch die echte Liebenswürdigkeit seines Wesens zu ver- söhnen. Es ist das Schicksal des kämpfenden Politikers, zumal des Sozialdemokraten, daß er viel mehr Schlechte« über sich zu hören bekommt, als Gutes und daß er am Alltag mehr Haß als Liebe erfährt. Schrankenlose Wut seiner Feinde hat Scheidemann moralisch und physisch zu vernichten gesucht: der Kampf, der gegen ihn geführt wurde, gehört zu den be- schämendsten Kapiteln der deutschen Geschichte. Aber in den Augen gerecht denkender Menschen hat er ihm nur Ehre gebracht. Und an einem Tag wie diesem ist es auch erlaubt, der Liebe und der Verehrung Ausdruck zu geben, die ihm Ungezählte entgegenbringen. Wir freuen uns, den Freund heute von ernster Krankheit wiederhergestellt, rüstig und tampfesfreudig in unserer Mitte zu wissen. Möge er denen, die ihn hassen, noch manch« bittere Stunde bereiten, möge er noch lange Führer sein im Kampf gegen alle Mächte des Stumpfsinns und der Finsternis für eine heitere, hellere, bester« Zukunft. Das ist unser Wunsch für ihn und für die Parte! l Dichtung uaü Wahrheit. Autwort an Jürgen v. Stamm. Wir erhalben folgend« Zuschrift: In Ihrer Morgenausgabe vom Sonnabend, den 18. Juli, lese ich Vi meinem Erstaunen von den maßlos übertriebenen Angrissen des Herrn v o n St a m t n. Ja, es kam zu bedauerlichen Vorfällen. Ilm ba» beurteilen zu tSnnen, muß man aber auch alles Vorhergehend« wissen. Das Rathaus Schöneberg war von 309 Mann sogenannter Einwohnerwehr besetzt, die beim Abzug der Kopp- Desperado» von diesen elend im Stich« gelassen wurden. Nachdem van einem Ofslzler mit Taillenweite 2 Meter(vom Dörrgemüse und Croupen mit Stockfisch im vordersten Graben) ein Mann und von einem unbekannten Schützen au» dem Rathaus eine Zrau erschossen worden waren, stieg die Erregung der Schöne- berger in» unermeßlich«. Das Rathau» wurde nach Abzug der Kappisten von einigen tausend Menschen belagert, die sich geschworen hatten, keine Mau» lebend herauszulasten. Unter Assistenz der Sipo wurde wegen freien Abzug» nach Abgabe der Waffen ver- handelt. Schließlich wurde man einig und gegen 8 Uhr abends setzte sich»in L a st a u t o m i t 2 0 M a n n in Vewegung. Alle» Offiziere, nur ein Zivilist darunter. Um nun den Abzug zu sichern. hatten wir alle, die wir noch den klaren Kopf behalten hatten, eine Kette gebildet und hielten die Straße frei. Dem Auto folgte zur Bedeckung ein Lastwagen der Sipa, der aus dem Verdeck mit einem schweren Maschinengewehr bestückt war. AI» sich die Wagen in Bewegung setzten, fing die Menge derartig an zu drücken, daß ich bei der Gelegenheit um«in Haar unter da» Sipoauto gekommen wäre. Wir stemmten un» mit der Kraft der Lerzweislung gegen die Meng«, denn es galt unser Wort zu holten. Es half nichts, d I e Kette zerriß und da» Sipoauto wrrde abgeschnitten. Wir riefen noch dem Ofsizierswogen zu, sie sollten um Gotteswillon fahren, ober in der.Kolonnenstraße, unmittelbar bei dem Kolonncn-Kino, war der Wagen festgekeilt und nun nahm die Menge die Besatzung unter die Leine. Mir war es im ersten Moment unmöglich, etwa» für die Leute zu tun. Ich ging nun durch die Feurigstraß« und versuchte van oben heranzukommen, wa» mir auch gelang. Da gelang e» mir dann mit Unterstützung einiger i'eherzter Genosten, eben diesen er- wähnten Z i v i li st e n. ein nicht ganz 18 Jahr« alter Jüngling, b« i der Sicherung seine» jungen Lebens behilflich zu sein. Ich brachte ihn zuerst in ein Lokal in der Monumentenstraße. ließ ihm zu essen und zu trinken geben und sorgte dafür, daß er sich waschen und säubern konnte und brachte ihn dann noch IVj Stunden weit in sein« Wohnung, da er fürchtete, er würde auf dem Wege erkannt und umgebracht werden. Ein mir bekannter Bankbeamter erkundigt« sich nach einigen Tagen im Auguste-Diktarja- Krankenhaus« in der Rubensstraße und erhielt dort den Bescheid, daß drei der Osfiziere tot seien. Ich gehör« zwar keiner politischen Partei an, bin aber meiner Gesinnung nach auch einer von den.revolutionären Feiglingen". Nun möchte ich gern mal hören, wieviel der tapfere oöl- kische Offizier Jürgen vanRamin herausgehauen bat. der hatte aber wohlweislich der Tapferkeit besteren Teil, die Vorsicht, gewählt, aus Angst, er könnt« vielleicht erkannt werden. Der von mir unterstützte junge Mann kam mit dem Schrecken und einer kleinen blutunterlaufenen Stelle an der Stirn davon. Er lebt, erfreut sich noch der besten Gesundheit und hat hoffentlich daraus die Lehre gezogen, daß er sich ij,.� 1uf tic Arbeiter verläßt als auf seine völkischen Freunde, denn dann ist er oerlassen genug... Soweit die Zuschrift. Nach dem kläglichen Rückzug des völllschen Abgeordneten ist sie ein weiterer Beweis für die Wahrheitsliebe gewisser Helden, die es lieben. Ossiziersrock und Offiziereehre spazieren zu führen. Man sieht, wa» sich darunter verbirgt. Schieles gelbe Schützlinge. Der Geheimbund mit Reichsmitteln unterstützt. Im„Hamburger Echo" lenkt Genosse Peter Graß- mann die Aufmerksamkeit der Oeffenllichkeit auf einen Skandal hin, der im Bereich des deutschnationalen Reichs- innenministers S ch i o l e sich abspielt. Graßmann schreibt unter anderem: Seit mehr als Jahresfrist unterstützt da« Kelch». innenmiuisterium aus dem Republtkschuhfand» ein« gelbe Gcheimorganisation, die der frühere Reicheminister des Innern, Zarre», im Mai 1324 selbst in» Leben gerufen hat. Da« Ziel dieser famosen Organisation„zum Schutz« der R«pu> Mit" ist die Bildung sogenannter weißer Betriebszellen in möglichst vielen Betrieben Deutschlands. Dies« weihen Betrieb»- zellen haben hauptsächlich die Aufgabe der Bespitzelung der Arbeiter- schaft und stehen im engsten Einoernehmen mit den Werksleitungen. Dies« Betriebsspionage, die amerikanischen Borbildern nach- strebt, hat schon manchen deutschen Arbeiter um Lahn und Brot gebracht. Auf solch« Methoden sind bisher weder die Gelben noch ihre Patrone gekommen. Es blieb Herrn I a r r e z vorbehalten, das gelegentlich geübte Angebertum der Gelben organisatorisch zusammzufassen und ausgerechnet au» dem Republikschuhfonds die Mittel zur Gründung und Weiter- sührung dieser Organisaliou zu eulnehmen. Herr Iarre» hat dann auch nach seinem Ausscheiden aus dein Reicheinnenministerium seinem Kinde sein Interesse nicht entzogen: Die finanzielle Fürsorg« übernahm zwar Herr Schiele zugleich mit seinem Amt als Reichs- Innenminister: Herr Zarre» aber gab noch am 2». April d. Z.<2 Tage nach der Wahl hindenburgs und unter dem frischen Eindruck diese» schwarzweißrotcn Sieges) neue Richtlinien für die Weiterarbeit der weißen Betriebszellen. Man versteht jetzt, warum die ver- einigten schwarzweißrotcn Scharsmacher aller Richtungen Herrn Iarre» zu ihrem Reichspräsidentschaftskandidaten erkoren hatten... hatte er doch seine Eignung durch seine Tätigkeil als Schutzpatron der Gelben hinlänglich erwiesen! Die Zähigkeit, mit der viele seiner Freund« auch für den zweiten Wahl- gang an seiner Kandidalur festhielten, war ebenfalls die Folg« dieser Tätigkeit, die in Rechtskreisen offenes Geheimnis ist. Diese Geheimorganisation de» Herrn Iarre» verbirgt sich unter dem absichtlich farblosen Namen.Zentraltommission". Zu ihrem Leiter hat Herr Iarres, dessen vortrefflich« Beziehungen zu rechte- radikalen Kreisen bekannt sind(vergleiche Killinger-Iarrcs), mit sicherem Griss den rechten Mann zu fassen gewußt. Der Leiter der deutschen Betriebsspionagc ist kein anderer als Oberleutnant ftienzl, der frühere Rachrichtenafftzier der Mörderzentral« au« Schloß Vielau, die bekanntlich von Oberländern im Jahre 15)21 in Oberschlesien eingerichtet wurde. Neben Kienzl bearbeitet„den wissen- schastlichen Teil" Unioersitätsprasessor Dr. Dunk- mann, der Leiter des Soziologischen Institute» der Berliner Uni- oersität..... Diese«rznalionalistischo Leitung der neuen gelben Bewegung von Regierung? Gnaden hat nun etwas getan, wo» wirklich kein Mensch von ihr erwartet hätte: sie hat es fertig bekommen, mit gleichgestimmten Seelen des Auslande» ein« gelb« International« einzugehen. Der Sitz dieser Organisation ist Paris, was gewiß da» Herz jede» hakenkreuzlerischen Franzosensresser» höher schlagen lößt. Ihr offizieller natürlich sranzösischer Titel heißt:»Entente uiternetionale*. Während man also den deutschen Gewerkschaften, insbesondere den �..marxistsschen", die Pflege internationaler Beziehungen mit gutgespielter Entrüstung als landesverröterisch ankreidet, sind diese Patentpatriotcn nun selbst der gleichen Sünde bloß! Mit Landesorganisationen dieser gelben Internationale steht übrigens auch die deutsche Technische Rokhilfc in Beziehung die ja ebenso wie die saubere Zentralkommission für Betriebsspionag«(wenn auch öffentlich) aus Reichsmitti�ln erhalten wird. Uebrigens beginnen sich nun auch die Technischen Nothilfen zu.internationalisieren"! Die Technische Nothilfe in Oesterreich arbeitet mit dem sogenannten Schweizer Werk. d t e n st zusammen. Dasselbe gilt von der deutschen.Teno" und Ihren„Bruderorganisationen" in Skandinavien. Zusammen- häng« solcher Art bestätigen erneut all« Besorgnisse der organisierten Arbeiterschaft, daß die Technische Rochilf« eine planmäßige Organisierung de» Streikbruchs erstrebt. Ich fasse also zusii vinen: Aus den Mitteln, die der Reichstag der jeweiligen Reichsre- gierung Im R e p u b t i t s ch v h f a n d» im Vertrauen auf ihr« Loyalität ohne Verpflichtung zur Abrechnung zur Verfügung stellt. schassen und erhalten die Herreu Zarres und Schlele die„Orgautsatlan Sicnzl". Diese Organilaltan hat in weißen Betriebszellen eine systematische Bespitzelung der deutschen Arbeiterschaft eingeleitet und sich mit andern gleichgerichteten Organisationen des Auslande« zu einer gelben Internationale zusammengeschlossen. Jedes weitere Wort zur Kennzeichnung dieser Vorgänge ist überflüssig. Nicht einmal die kaiserliche Regierung hat derartige« der deutschen Arbeiterschaft zu bieten gewagt! Zwei Fragen sind noch zu beantworten: 1. Wie verhält sich die Industrio und insbesondere ihr Reichsverband zu dieser gelben Geheimorganisat'sion? Die Antwort lautet: Der Reichsoerband der Industrie unterstützt bis weiße Zellenbildung der Zentralkommisstan mit Summen, die die Reichssubvenlian nach um ein vielfach«» über- steigen; zahlreiche Industrielle und Artieitgeberverbüade In der Provinz subventionieren die lokalen Anlerableilungen der weißen Zellenorgauisallon mit ebenfall» erheblichen Beträgen. Die Industriellen und ihr» Verbände haben also dt« Politik der Zentralarbeitsgemeinschoft restlos aufgegeben, die in ihrer Verein- baruug vom 1ö. November 1916 neben dem Achtstundentag, der Anertennung der Gewerkschaften usw. unter Ziffer 3 besagte:„die Arbeitgeber und Arbeitgcbervcrbände werden die(gelben! d. Verf.) Werkvereine(die sogenannten wirtschaftofrtedlichen Beretne) fort- an vollkommen sich selbst überlassen und sie weder mittelbar noch unmittelbar iinterstützen." 2. Und die andere Frage: Welche deutschon Organisationen arbeiten mit diesen weißen Betriebszellen in voller Kenntnis ihres arb«>tuf«>ndlichen Eharaktsrs zusammen? Niemand wird sich wundern. In der Gesellschaft dt» Herrn Kienzl und seiner weißen Betriebszellen die.Landarbeiter» o r g a n i s a t i o n" des Reichslandbundes. den Stahlhelm und natürlich die Reichsarganisatian der.nationalen' Arbeitervereine ZU sehen. Vielleicht wird aber doch mancher christlich organisiert« Kollege überrascht sein, zu erfahren, daß auch der Veulfchnakianal« Handlungsgehl lsenverband in der Person seine» Führers G( a tz e l in allerengstem Ausammenhang mit den weißen Betriebsspitzeln steht! Wir sehen in solchen Blamagen Pia Falg«n de» Zusammengehens mit deutschnatio. n a l e n und völkischen Momenten. Die deutschen Arbeiter werden dio Augen offen- halten müssen, da ihnen die Aussicht blüht, in jedem Nichtorganisierten Vetriebskollcgen einen Angeber vermuten zu müssen. Kommunistische Betriebszellen von links, weiße Bc- triebszellen von rechts— gleichviel! Die deutschen Gewerk- schaften sind schon mit anderen Gegnern fertig geworden. Sie werden'? auch weiter schaffen! Oer f>err Gberreichsanwalt. Wie er die Republik schützt. Im Reichstag hat am Freitag Genosse Dr. Rosenfeld die Anklage- bzw. Schutzschrift dos Oberreichsan- walt» Ebermoyer in Sachen Od. einer verdienten Kritik unterzogen. Wir können zur Tharakteristik der Art, wie Herr Ebermayer den Schutz der Republik auffaßt, noch ein weiteres Beispiel beisteuern. Bor einiger Zeit gaben wir Proben aus einer iii Broschürenform erschienenen öffentlichen Rede de» deutsch- völkischen Amtsgerichtsrats Dr. B e i n e r t in Wernigerode a. H., in der Beinert den ermordeten Erzberger als den größten Halunken bezeichnet, den je die Sonne beschienen habe, und in der ferner gesagt wurde:„Wir sehen Zucht- Häusler als Ministerpräsidenten, wir sehen be- stechliche Polizeipräsidenten und bestochene Minister." Gegen Herrn Beinert wurde Strafanzeige wegen Ver- letzung des Gesetzes zum Schutze der Republik erstattet. Der Herr Oberreichsanwalt jedoch lehnte ein Einschreiten mit folgender Begründung ab: 14 l 141/2S L e i p z i g, den 2. Mal 1925. Ihrer beim Oberstaatsanwalt In.Halberstadt eingereichten und von diesem an mich weitergegebenen Anzeige vom 18. April 19?? gegen den Amtsrichter Dr. Bcinert in Wernigerode wegen Vor- fehlungen gegen da» Gesetz zum Schutze der Republik eine Folge zu geben, sehe ich mich nicht In der Lage. Die in Frage stehende Rede enthält einen strafbaren Tatbestand nicht. Die von Ihnen beanstandete Stell« über den Abg. Erz- b e r g e r fällt nicht unter die Strasbestimmung de» z 7 Ziffer 2 de» genannten Gesetze», da Erzberger im Zeitpunkt seiner Tötung nicht mehr Mitglied der republikanischen Regie- rung de» Reiches war. Di« weiter von Ihnen angezogene Stelle auf Seit« 9 der be- treffenden Rede erfüllt nicht den Tatbestand de»§ 8, Ziffer 1 de» genannten Gesetzes. Denn soweit hier der Vorwurf der Bestechlich- keit gegen Minister erhoben wird, richtet er sich nicht gegen im Amte befindliche, sondern gegen gewesene Regienings- Mitglieder, die den Schutz des Gesetzes nicht genießen. Auch hier glaubt man nicht den Ankläger, sondern den Berteidiger reden zu hären. Weder zwingt 8 7. Ziffer 2 de» Republitschutzgesetzes zu der cinsäiränkenden Aue- legung, die der Herr Oberreichsanwalt dieser Bestimmung gibt, noch ergibt sich aus der Veinertschen Rede irgendwie. daß dieser Herr mit der zweiten beschimpfenden Lcußerung nur gewesene Regierungsinitglieder gemeint habe Aber für den Herrn Oberreichsanwalt sind alle möglichen Entlastungs» einwände des Angeschuldigten von vornherein unwider- legliche Tatsachen. Uebrigens können wir mitteilen, daß der preußische I u st i z m i n i st e r im Gegensatz zum Oberreichsanwolt gegen Herrn Beinert wegen seiner Rede ein Disziplinar- verfahren eingeleitet hat. Beinert, dieser objektive Musterrichter, war vor dem sckon m e h f a ch wegen politischer und antisemitischer Auefälle in seinen Urteils- degnjndungen gerügt worden. Jork mit öen Kerken! Bürgerverein Zingst gegen Zingster Badeverei«. Wir veröft'entlichten vor kurzem ein Schreiben des 1. Vorsitzen- den de» Zingster Badevereins, Kurt Kerlen, in dem er die Reich»flagge in pöbelhastcr Weise beschimpfte. Die Tevöllc- rung de» Ostseebades Hot sich diese» Verhalten erfreulicherweise nicht gefallen lassen. Der Neue Bürgerverein in Zingst rief eine gut besucht« Prot» st Versammlung ein, in der der Vorsitzende des Vereins v. R« i n f« l s energisch gegen das Benehmen des Kerlen Stellung nahm. Die auch au» den Kreisen der Badegäste gut besuchte Versammlung nahm eine Entschließung an, in der es heißt: „Die Versammlung spricht ihre Entrüstung darüber aus, daß Herr Kurt Kerlen als erste» Vorstandsmitglted des Zingster Bodevereins einem schon im dritten Sommer Zingst besuchenden Badegäste gegenüber aus die höfliche briefliche Bitte hin. auch di« o e r f a s s u n'g sgemäheReich, flagge bei der Ausschmückung des Strandes in Berücksichtigung zu ziehen, eine derartig beleldi- gende Zuschrift übersandte, daß sie jeglichen?l n st a n d e s sowie der bescheiden st en Pflichterfüllung des Gaftrechts bor ist und gleichzeitig mit dem Briefschreiber auch anderen Anhängern der Republik damit einen brüsken Ausweis aus Zingst erteill. Eine große Zahl durchaus im alten Sinne national denkender Gäste stellt sich einspruchslos hinter den Beleidigten, da sie gleiches Recht für alle beansprucht und sich nicht bei zufällig politisch umgekehrt«in. gestellten Vorstandsverhältnissen des Badevereine ähnlichen Insulten ausgesetzt sehen möchte. Sie nimmt deshalb mit Genugtuung Kennt- nis davon, daß die Regierungsbehörden, da» Londrotsamt in Franzburg und das Regierungspräsidium in Stralsund, zunächst unabhängig von dieser beleidigenden Provokation de» Herrn Kurt Kerlen, den Vertrag zwischen Gemeindevertretung und Dade- oerein wegen anderweitiger Ueberschreitung der Besugnisie und Verletzung de rGe setze schon vorher„beanstandet", d. h. für null und nichtig erklärt und verlangt haben, daß die Badeverwaltung von Zingst wieder in die Hände der Gemeindevertretung voll und ganz zurück- gelegt wird." Es nimmt nicht weiter wunder, zu hören, daß d«r von Kerlen geleitet« Badeverein mit den Behörden und Gesetzen in Konflikt ge- raten ist. Gewerkschaftsbewegung Ruhrkrise und Reichsregierung. Neue Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Effen, 25. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Nach Mitteilung des Reichsarbeitsministeriums werden am Mittwoch, den 29. Juli, in der Reichskanzlei neue Berhandlungen zwischen Vertretern der Re gierung, der Industrie und der Gewerkschaften über die Schwierig keiten, die sich aus der Wirtschaftslage ergeben haben, stattfinden. Am legten Freitag behandelten bekanntlich die Vertreter der Schwerindustrie aus dem Westen mit der Reichsregierung die Wirtschaftslage an der Ruhr. Daß der„ Notschrei" der Unternehmer schließlich mit ausflang in den Ruf nach verlängerter Arbeitszeit, nimmt angesichts der seit langem bekannten Einstellung der Unternehmer nicht wunder. War es Zufall, daß zur gleichen Zeit unter Führung des Genossen Dißmann eine Delegation von Vertretern des Deutschen Metallarbeiterverbandes aus dem Besten mit Bertretern des Reichsarbeits- und Reichswirtschaftsministeriums sowie des preußischen Wohlfahrts- und Handelsministeriums in 2½stün digen Berhandlungen ernsthafteste Beschwerde führen mußte über das rigorose Borgehen der nordwestlichen Gruppe der Metallindustriellen, die die Anfang Juli d. 3. erfolgte Verbindlichkeits: erflärung eines Lohnschiedsspruches mit dem Beschluß beantwortete: Sprozentige Lohnerhöhung bedeutet eben 5prozentige Arbeiterent laffung." Die Deutsche Berwerts- Zeitung" fündete in ihrer legten Dienstagnummer mit dürren Worten an, daß auch den Arbeitern anderer Industrien ähnliches bevorstehe, wenn sie mit weiteren Lohnerhöhungen kommen würden. Einem Antrag des DMV. entsprechend sind zum kommenden Mittwoch Vertreter der Bergarbeiter und Metallarbeiterverbände unter hinzuziehung der gemertschaftlichen Spitzenverbände in die Reichskanzlei geladen. Die Verhandlungen im Baugewerbe gescheitert. Die Unternehmer wollen feine Verständigung. Die Verhandlungen für das Berliner Baugewerbe, die gestern nachmittag vor dem Schlichter stattfanden, blieben ergebnislos. Die Unternehmer ließen sich durch ihre drei Syndici vertreten, da fie selber anscheinend schon ihre Wochenendreise angetreten hatten. Die Syndici erklärten, nicht in der Lage zu sein, für Berlin allein zu verhandeln. Alle Berliner Streitfragen müßten nunmehr mit denen in den übrigen Streit und Ausfperrungsgebieten des Reiches verbunden werden. Das heißt nichts anderes, als daß die Unternehmer nicht den Willen haben, den Kampf im Berliner Baugewerbe schnellstens zu beenden. Wenn also in Berlin der Streit noch Wochen hingehen wird, so trifft die Schuld dafür ausschließlich die Unternehmer. Die Berliner Bauarbeiterschaft wird sich darauf einzurichten wissen. Die zentrale Streifleitung der am Kampfe beteiligten Verbände ist nach eingehender Prüfung der geschaffenen Situation zu folgen dem einstimmigen Beschluß getommen: Der Kampf wird mit unveränderter Schärfe meitergeführt. Bei den Firmen, die die von der gemeinsamen Streifleitung aufgestellten Forderungen anerkennen, fann die Arbeit aufgenommen werden, Formulare zur Anerkennung der Forderungen find nur im Bureau der zentralen Streifleitung in Berlin, Engelufer 25, oder in den Bureaus der unterzeichneten Organisationen zu haben. Sie sind nur gültig, wenn sie von allen Organisationen unterzeichnet sind. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin, Zentralverband der Zimmerer, Berband der Maschinisten und Heizer, Verband christlicher Bauarbeiter. Wir haben von vornherein unsere Leser nicht im Zweifel darüber gelassen, daß die vom Schlichter veranlaßten Berhandlungen teine Aussicht auf Erfolg haben, und zwar mit Rücksicht auf die Einstellung der Unternehmer. Zum Beweise dafür brauchen wir nur die Unternehmer selbst sprechen zu lassen. In einem Rundschreiben des Verbandes der Baugeschäfte von Groß- Berlin, das die Nummer 23 trägt und vom 21. Juli datiert ist, werden die Mitglieder der Unternehmerorganisation scharfgemacht, auf keinen Fall die Forderungen der Gewerkschaften zu bewilligen. In diesem Rundschreiben wird auch gegen den Vorwärts" polemisiert, weil wir behauptet hatten, daß zuschläge von mehr als 100 Prozent zu den Tagelohnarbeiten gerechnet werden. Unsere Behauptung ftügte sich auf die offiziellen Säge, die in der Nummer vom 1. Juli der Baumwelt" veröffentlicht worden sind. Es heißt dann weiter in dem Rundschreiben: " " Darum dürfen feine Forderungen der Streifenden bewilligt werden. Es ist sehr wohl möglich, daß die Belegschaft oder Teile der felben fommen werden, um zu erklären, sie wären bereit, die Arbeit wieder aufzunehmen, wenn einige ihrer Forderungen bewilligt würden. Es ist auch möglich, daß die Forderungen zu diesem Zweck ermäßigt werden, und es tann sich dabei um Löhne über 1,15 Mt., Ferien, Lehrlingsentschädigungen, Werkzeuggelder usw. handeln. Das ist der Zeitpunkt, wo jede Firma zu beweisen hat, daß sie unbedingt Treue bewahrt | Mielenz fennen natürlich ihre BPappenheimer. Sie wissen auch, daß, wenn einmal in die Einheitsfront der Bauunternehmer Bresche geschlagen ist, es ihnen nicht gelingen wird, die Bauarbeiter durch Hunger zu bezwingen. Diese Taktik der Unternehmer ist so klar und eindeutig, daß sich aus ihr von selbst die Taftit der BauarbeiterDerbände ergibt. Deshalb müssen die folgenden Richtlinien unbedingt befolgt forderungen dürfen bewilligt werden. 2. Berhandlungen werden: 1. Keine Forderungen weder Lohn noch Tarif: mit den Streifenden sind abzulehnen und die Streifenden dahin zu bescheiden, daß Verhandlungen nur von Organisation zu Organi sation stattfinden fönnen. 3. Bon allen Vorgängen ist dem Verbande am besten schriftlich sofort Mitteilung zu machen. 4. Es ist fest zustellen, wo und zu welchen Bedingungen im Tarifgebiet noch ge: arbeitet wird und sofort mitteilung an den Berband zu machen. 5. Die Bauherren sind über die Ursachen des Streits aufzuklären, drängende Bauherren sind dem Verbandsofort zu melden. 6. Auf Gerüchte und Erzählungen ist nicht das geringste zu geben. Wir sind nicht allein! Streits und Aussperrungen bestehen im Freistaat Sachsen, in der Provinz Sachsen- Anhalt, in Mecklenburg, in Baden und Oberschlesien, in der Provinz Brandenburg, in Kassel usw. Mehr als 100000 Bauarbeiter stehen im Streit und Aussperrung. Es ist, wie der Führer der Berliner Zimmerer kürzlich erklärte, der schwerste Kampf, den die Bauarbeiter jemals zu führen hatten. Also- tue jeder feine Pflicht!" Dieses Rundschreiben ist nach zwei Richtungen bemerkenswert. Es geht daraus zunächst mit einer Deutlichkeit, die nichts zu wünschen übrigläßt, hervor, daß die Unternehmer feinerlei Ronzef= sionen machen wollen, auch nicht einen Teil der Forderungen der Streifenden zu bewilligen bereit sind. Ihr Streben geht darauf hin, die Kampffront zu verbreitern und die Bauarbeiter durch Hunger unterzufriegen. Ob durch diese Haltung die öffentlichen Interessen geschädigt werden, ist den Bauunternehmern herzlich gleichgültig. Weiter geht aus dem Rundschreiben aber ebenso deutlich hervor, daß die Unternehmer große Angst haben, es fönnten sich unter den Bauunternehmern Einsichtige finden, die die Forderungen der Bauarbeiterverbände bewilligen. Die Herren Heuer und Die Reichsbahn als Lohndrücker. Wir fönnnen nicht: so lautet auch diesmal wieder die Antwort der Reichsbahnverwaltung auf die kündigung des ohnabkommens der Eisenbahner. Bir können die Tarife nicht erhöhen, also können wir auch keine höheren Löhne bezahlen das ist die fimple, allmählich nun schon an Stupidität grenzende Schlußfolgerung der Leiter und Organisatoren der Deutschen Reichsbahn. Die Reichsregierung baut Schutzölle gegen die Ver billigung der Lebenshaltung und die Reichsbahnverwal tung baut für die Industrie Schußwälle gegen Lohn- und Gehaltserhöhung. Herr von Siemens, einer der Hauptgewaltigen im Berwaltungsrat, zahlt in feinen Betrieben schlechte Löhne, warum soll er das Lohnniveau bei der Reichsbahn steigen lassen? Die Industrie will niedrige Löhne und niedrige Gütertarife, also hat der Verwaltungsrat dafür zu sorgen, daß die Löhne der Eisenbahner unter denen der Industrie liegen. Die Reichsregierung sorgt für die Teuerung und die Reichsbahnverwaltung für den Lohndrud, hat man es auf eine Explosion des Dampftessels abgesehen? Die finanzielle Lage der Reichsbahn ist nicht großartig; das ist ein Geheimnis. Die Einnahmen betrugen im Mai 1925 aus Berjonenverkehr, Güterverkehr und sonstigen Einnahmen 390 012 000 Mart und die Ausgaben( persönliche und fachliche) sowie die für den Binsendienst 289 541 000 mt.; dozu kommen noch 25 015 000 mt. außerordentliche Ausgaben. Der Mai ist ein Durchschnittsmonat für zeit und die Ferien erst später beginnen, er hat auch nicht den größten den Verkehr; er hat nicht den größten Personenverfehr, da die Reisemonatlichen Rohüberschuß von 100 Millionen rechnen, von denen Güterverkehr, der erst im Herbst einsetzt. Man kann also mit einen allerdings die Repartionslasten zu zahlen find. Don Ab 1. Mai erfolgte eine Personentariferhöhung um 10 Proz., dadurch stieg die Einnahme aus dem Personenverkehr 118 316 000 mt. im April auf 127 963 000 mt. im Mai oder um 9 647 000 mt. Die Lohnerhöhung um 3 Pf. bedeutete eine Mehrausgabe von 2 823 954 Mt., bleibt also noch ein Gewinn von 6 823 046 Mt. Eine weitere Erhöhung der Löhne um 5 Pf. pro Stunde würde unter den gleichen Voraussetzungen eine Neuausgabe Don 4711 290 m. betragen, es verbliebe also noch ein leberschuß von 2111 756 M., den man für Gedinge- und Sozialzulagen verwenden könnte. Die Reichsbahnverwaltung wird aber trotzdem nicht mit sich reden laffen, solange der Verwaltungsrat sein jeziges Gesicht trägt. Nur eine Reform an Haupt und Gliedern fann hier heifen. Die Personalunion zwischen Verwaltungsräten in der Reichs bahn und Aufsichtsräten in der Privatindustrie, die mit der Reichsbahn nicht nur lohn politisch, sondern auch aufmännisch ein Geschäft machen will, muß verschwinden. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Bolitik: Bietor Schiff; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lokales und Sonstiges: Fri Rarstädt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Sierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen" Berlag: Borwärts- Berlag G. m. 6. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei Mujifaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Mufiferverbandes, Berlin O 27, Andreasstr. 21( Sönigstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5. Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch In dieser Woche: Resten. Abschnitte Seldene Damenwäsche aus Orêpe de Chine In vielen Farben Garnitur, 2tellig.... 29.00 Reinleinene Überschlaglaken mit Hohls.u.eingesticktem 36.00 Muster, 150 X 260 om dazu passend; Kissen- 16.00 bezüge, 80X80 om srael u von Seiden-, Wasch- u. Kleiderstoffen Damenkleidung Haus- u. Servierkleid schwarz Satin 6.90...... 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Trotz der unfreundlichen Witterung waren aber die Sportler und Sportlerinnen und die Taufende von Zuschauern guten Mutes. Der Gesamteindrud der vielen Männer und Frauen, Jünglinge und Mädchen in ihrer außerordentlich fleldsamen Sporttracht, ist ein ganz außerordentlich überraschender und erfreulicher. Das bürgerliche Bublikum beteiligt sich teilweise mit regem Interesse an den Aufzügen und Darbietungen. Die Arbeiterschaft Frankfurts erweist ihren Gästen eine überaus freund liche und herzliche Aufnahme. Es waren diesmal vor allem die Freiübungen der nacheinander aufmarschierenden Nordwestdeutschen, Ostdeutschen, mitteldeutschen und füddeutschen Turnverbände. Die von hoher Barte aus geleiteten llebungen zeugten von sicherer und guter Schulung und flappten tabellos. Auch die Auf- und Abmärsche der Turner und Turnerinnen gewährten einen sportlichen Genuß ersten Ranges, da Promptheit und Erattheit auch diese Darbietungen auszeichneten. Im weiteren Berlauf des Tages gab es Sondervorführungen der Tschechen, Keulenübungen der Turnerinnen des 9. Kreises, Ringerfreiübungen der Schwerathleten und nachmittags die szenisch ein effektvolles Bild darstellenden Hauptproben der Turner und Turnerinnen aller Länder und Kreise: Alle Leistungen wurden lebhaft applaudiert. Auf den übrigen Sportpläßen fam Geräteturnen und Leichtathletik zur Geltung, Schwimmfünfte wurden gezeigt, Radsport und Fußballsport famen zu ihrem Recht. Im Ostpartgelände gab es Turnspiele, auf dem Main eine starkem Interesse begegnende Regatta, im Tivoli garten begann das Wettschießen der Schützen, die Radler fochten auf der Landstraße nach Möllerfelden Wettkämpfe aus. Die Stadt. verwaltung wird die Vertreter der Olympiade- Ausschüsse, die am Sonnabend bekannt werden, am Montag offiziell empfangen. Für den Umfang eines solch großzügigen Festes bilden Zahlen stets den besten sprechenden Beweis. Nicht weniger als 2000 Arbeiter- Sanitäter sind auf 25 Rettungsstationen und 40 Hilfsstationen verteilt. 45 Aerzte versehen den Dienst. Die räumlich noch nicht ausgebaute Küche wird am Sonntag 10 000 Mittageffen bereit halten. Die Frankfurter Schultinderspeisung wird an diesem Tage, nachdem der Magistrat die Genehmigung hierzu erteilt hat, für 12 000 Portionen sorgen. Insgesamt hat sie für das Fest 27 000 Effenporfionen gerichtet. Sportärztlich- wissenschaftliche Untersuchungen. Die Aerate tommission, die während der feftlichen Beranstaltung Dienste ausübt, lud die Pressevertreter zu einer Be sprechung und einem Rundgang im sportärztlichen Laboratorium ein. Es wurde von dem Leiter darauf hingewiesen, daß zum ersten Male iportärztliche Untersuchungen in größerem Stil ausgeführt werden. Sie gehen nach verschiedenen Richtungen hin. Antropromethische Meffungen, die Dr. Schwarz vornimmt, dienen dem Studium des Einflusses der verschiedenen Sportarten auf die Konstitution, und man wird aus den Resultaten Rückschlüsse ziehen, ob für bestimmte Raffen eine Umstellung des Sports notwendig wird. Die von Professor David geleiteten röntgenologischen Untersuchungen prüfen den Blutkreislauf und die Atmungsveränderungen, die ferologischen Unterfuchungen, von Dr. Barmer und Dr. Schneider ausgeführt, stellen u. a. fest, wie die Blutzusammenfeßung ist und wie sich die schweren Blutförper vor und nach der sportlichen Betätigung zu setzen pflegen. Endlich find auch physiologische Kraftmeffungen durch Profeffor Bethe por gesehen, wobei sich 3. B. in einem Falle bas erstaunliche Resultat ergeben hat, daß die Körpertraft einer Hand des demonstrierenden Profeffors weit größer als die der Hand eines Athleten war, trotzdem ein Schlag mit der hand des Sportlers den Profeffor- ficher zu Boden ftreden fonnte. Bei den Unterschungen fällt hauptsächlich ins Gewicht, daß man es hier nicht mit reinen Sportsleuten zu tun hat, sondern, daß es sich eben um Sportler dreht, die im Hauptberuf schwere und schwerste Arbeit leisten müssen. Mittels eines Orthodiagraph werden Herzmeffungen aufgenommen, die ergeben, ob die Ronſtitution des einzelnen derart ist, daß er sich überhaupt sportlich betätigen foll. In Defterreich ist man heute soweit vorgeschritten, daß solche Herzmeſſungen obligatorisch find, und von dem Resultat ber Messungen ist die Aufnahme in den Sportverein abhängig gemacht. Man verhindert dadurch, daß Herzfranfe unflugerweise das Opfer ihrer Sportlichen Leidenschaft werden. Den Olympiadetämpfern wird die sportärztliche Untersuchung auf einer Starte burch befonderen Stempel bestätigt, die Die Begrüßungsreden. Am Sonnabend mittag fand im festlich geschmüdten Saal des Balmengartens eine akademische Feier für die Delegierten statt. Genosse Niemann begrüßte dabei die Gäfte im Namen des Hauptausschusses der ersten Internationalen Arbeiter- Olympiade, sprach den Delegierten den besonderen Dank des Ausschusses aus und wies auf die schweren Opfer an Geld hin, die die Genoffen des Auslandes für die Teilnahme an der Olympiade aufwenden mußten. Als man vor drei Jahren in Leipzig beschloß, die Olympiade Wagnis gewesen. Wenn die bürgerliche Sportmelt, fo erin Frankfurt abzuhalten, sei das in Anbetracht der Inflation ein flärte der Redner, darüber gespottet hat, daß die Arbeiter sich ertühnen, ein Olympia zu veranstalten, so werden ihre Bertreter, soweit sie jetzt in Frankfurt weilen, erkennen, daß der Arbeiter [ port nicht minder ein Recht hat zu solchen Beran staltungen wie der bürgerliche Sport. Wir legen nicht den Wert auf Höchstleistungen, wie die andere Seite; unser Ziel ist es, die breiten Maffen der jungen Arbeiterschaft zu Leibesübungen zu erziehen und sie dadurch widerstandsfähiger im jozialen und im Lebenstampfe zu machen. Nicht um für fünftige Kriege tüchtige Soldaten zu erziehen, treiben mir Leibesübungen, sondern um ein starkes und gesundes Bolt heranzubilden. Bölferfrieden, Bölkerverbrüderung, das find die Stichworte, die uns in unserem Tun leiten. Nicht Nationen ringen hier gegeneinander um den Sieg, sondern Arbeitsbrüder unserer Sportinternationale ringen um die Ehre, bester Teil des Ganzen zu sein. So wird aus dieser ersten großen internationalen Veranstaltung ein mächtiger Antrieb für unsere Bewegung erstehen und in allen Ländern wird der Arbeitersport fich fräftig entwickeln. In diesem Sinne heiße ich die Delegierten herzlich willkommen, Niemann verlas dann einen Willkommensgruß des in ber Schweiz weilenden Frankfurter Oberbürgermeisters an die Olympiade und brachte herzliche Grüße des Arbeiter- Turn- und Sportfartells der Vereinigten Staaten zur Kenntnis, das nicht vertreten ist, weil sein Vorstand erst in diesen Tagen den Beschluß faßt, der Luzerner Internationale beizutreten. Von den Sportgenossen in Porto Alegri in Brasilien tam ein Begrüßungsgedicht zur Berlesung. 3m Namen des Internationalen Bureaus sprach Sefretär De vlieger, der preifend erwähnte, daß der 1913 in Gent entworfene Plan endlich seine Berwirklichung in der heutigen Beranstaltung erlangt habe. Der Krieg habe die Bewegung wohl aufgehalten, aber nicht zu erstiden vermocht. Die bürgerlichen Sportler feien zahlenmäßig noch überlegen, aber man fei auf dem besten Wege sie zu überholen, weil man die Leibespflege auf moderne wissenschaftliche Grundlage ftelle. Daß man durch Opfer zu dem Fest gekommen sei, ermutige zum Gelingen, der sozialen Gefellschaft eine neue Welt zu schaffen. Grüße der preußischen Staatsregierung und des Ministers für Bolts wohlfahrt überbrachte Oberregierungsrat Richter Berlin. Der Minister sei in der Anschauung, daß es viel wichtiger sei, ftatt Krante zu heilen, zu verhindern, daß es franke Menschen gebe, einig mit der Leitung der Olympiade. Die Pflege der Leibesübung diene nicht nur der Rörpertraft des einzelnen und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Voltes, fondern sie enthalte auch geistige und fittliche Werte. Deshalb habe der Minister schon seit langem die Ausbreitung der Arbeiterfports in Preußen und Deutschland mit großem Intereffe verfolgt. Das Bundesfest in Leipzig sei zwar ein großer Erfolg gewesen, aber daß man rüftig fortgeschritten sei in der gestellten Aufgabe, beweise das jezige Fest. Diesem falle aber noch die große Bedeutung zu, die Bölfer einander näherzubringen. 3 Genosse Bürgermeister Gräf gab seiner Freude darüber Ausdrud, daß der Arbeitersport heute fast alle Zweige des bürger lichen Sports umfasse. Der Redner gedachte des ersten Reichspräsidenten, der der Jugendbewegung so großes Intereffe entgegen brachte. Bei der Nennung des Namens des verstorbenen Reichspräsidenten erhoben fich die Teilnehmer von ihren Sihen. Mit einem herzlichen Willkommensgruß des Magistrats beschloß BürgerEs sprachen dann noch meister Gräf seine Ausführungen. Hummel hans Drag namens der tschechischen Genossen. Hilbig Frankreich betonte, daß gerade jetzt, wo wieder dunkle Wolfen am politischen Horizont emporgezogen, ein enges Zusammenarbeiten zwischen Deutschland und Frankreich erwünschter sei denn je. Aus diesem Grunde habe Frankreich auch eine sehr zahlreiche Bertretung gefandt. Für die Deutsch, Defterreicher sprach Czerny Wien, für Jugoslawien Botschulet Außig und fchließlich entbot auch ein inne die Grüße seiner Sportgenossen. Abends füllte sich die Festhalle, wo die allgemeine Begrüßungs feier stattfand und die Genossen Hermann Wendel und Oskar Quint Ansprachen hielten. Die Feier wurde durch musikalische, gefangliche und sportliche Ausführungen verschönt. Die ersten Hauptkämpfe. Zur Regatta auf dem Main hatte sich eine gewaltige Menschenmaffe eingefunden. Die Resultate der Regatta find folgende: 1 Rennen( Doppelzweier): 1, Berliner Ruderverein Borwärts" | 8.50 min., 2. Vereinigung Ruderfreunde Berlins 8.53 min., 3. Berliner Ruderverein Freiheit" 9.21 min. 2. Rennen( Doppelajak): 1. Freie Wassersportvereinigung Köln 5.48 Min., 2. ArbeiterRuderverein Leipzig 5,52 min., 3. Freie KanufahrerRuderverein„ Kollegia" 7,562 min., 2. Freie Rudervereinigung Berlin 6,03 min. 3. Rennen( Riemenvierer): 1. Berliner Breslau 8,02 min., 3. Freie Rudervereinigung 1913 Berlin 8,10 min. 4. Rennen( Einerkajat): Ruderverein Donau- Linz 3,334 min., 2. Ruderverein Donau- Linz Mannschaft R. Pohl 3,37 min., 3. Freie Wassersportvereinigung Frankfurt a. Main 3,42 Min. 5. Rennen( Doppelpierer): 1. Berliner Ruderverein Borwärts" 7,432 min., 2. Berliner Ruderverein Kollegia" 7,456 minuten, 3. Vereinigung der Ruderfreunde Berlins 7,49 Min. 6. Rennen( Leichter Bierer): 1. Berliner Ruderverein„ Kollegia" 8,044 min., 2. Ruderverein„ Saronia"-Wurzen 8,092 min., Düsseltorf schied wegen Kollifion aus. 7. Rennen( Doppelkajat): 1. Abtlg.: 1. Wassersportverein Groß- Hamborn 7,35 min., 2. Kanuabteilung Schwimmflub Schweinfurt 5,40 min., 3. Wassersportverein Kassel 5,52 min.; 2. Abtlg.: 1. Ranuabteilung Turn- und Sportverein Fortschritt"-Dresden- Laubegast 6,03 min., 2. Kanuabteilung Schwimtlub- Schweinfurt 6,04 min., 3. Wassersportverein Groß- Hamborn 6,07 Min. 8. Rennen( Rennoierer): 1. Ruderverein Saronia"-Wurzen 7,34 8/10 min., Ruderverein Linden 7,35 min.( Im Ziel nach scharfem Kampf um Handbreite.) 9. Rennen( 3weisiger): 1. Freie Kanufahrer Berlin 5,27 min., 2. Freier Ruderverein Breslau 5,40 Min. 10. Rennen: 1. Freier Wassersportverein Frankfurt a. Main 5,37 min., 2. Ruder und Kanuabteilung Schwimmverein- Düsseldorf 5,41 min., 3. Freier Wassersportverein Frankfurt 5,48 min. 11. Rennen( Achter): 1. Berliner Ruderverein Vorwärts" 7,15 min., 2. Berliner Ruder perein Freiheit" 7,15 2/10 min.( Im Ziel gewonnen.) Radfahren 50 Kilometer internationaler Stra= Benwettbewerb: 1. Pierson- Belgien: 1 Stunde 23 Min. 1 Set. 2. May- England Radlänge später. 3. Frot- Frankreich Radlänge später. 4. Diebel- Frankreich desgl. 5. Friedrich- Deutschland Desgl. Freier Straßenwettbewerb 50 Kilometer: 1. Rau- Düsseldorf 2 Stunden 30 min. 2. Apel- Minden 2 Handbreiten später. 3. Kotz- Augsburg desgl. Die übrigen in furzen Abständen. Sechsmaltausend Meter Straßenwettfahren: 1. Desterreich. 2. England 4 Min. fpäter. TY = = 1. Laiho- Finnland 15,59 Meter. 2. Silino- Finnland 15,11 meter. Leichtathletik: Gewichtwerfen, 12% Kilo( Sportler): Viermalhundert Meter Stafette( Sportlerinnen): 1. Deutschland: 51: 3 Get. 2. Finnland 56:56 Set. 3. Frankreich 57: 2 Gef. Rugelstoßen, 5 Kilo( Sportlerinnen): 1. Drivin Lettland 8,07 Meter. 2. Mattal- Finnland 7,79 meter. 3. BiertanenFinnland 7,78 Meter. Finnland 7,78 Meter. Rugelstoßen, 7% Rilo( Sportler): 1. Rotipallo- Finnland 12,98 Meter. 2. Laiho- Finnland 12,72 meter. 3. Lindberg- Finnland 12,57 Meter. Dreifampf für SportIerinnen: 1. Jäskeläinen- Finnland 284 Punkte. 2. HochholzerNürnberg 268 Punkte. 3. Suderson- Lettland 261 Punkte. Biermalvierhundert Meter Stafette( Sportler): 1. Fimmland 3:34 min. 2. Deutschland 3: 37: 5 min. Ringen( 5) albschwergewicht): 1. Sallonen- Finnland vier Siege, vier unentschieden, Mertel- Planit vier Siege, vter unentschieden. 2. Jern- Finnland drei Siege drei Niederlagen, ein unentschieden. 3. Ala- Finnland zmei Siege, ein unentschieden, zwei Niederlagen. Reguläre Klaffe: 1. Roffigto- Finnland drei Siege, zwei unentschieden. 2. Kämpfer- Dresden drei Siege, zwei unentschieden, eine Niederlage. 3. Sattel- Schifferstadt zwei Siege, zwei unentschieden, eine Niederlage. Tauziehen: Belgien: Deutschland( 14. Kreis Schriesheim): 0: 2. Boren: Fliegengewicht. 1. Motitainen- Finnland Sieger über Müller- Schweiz nach Buntten. 2. Gutsche- Halle. BantamGewicht. 1. Beskoli- Schweiz gegen Jottonon- Finnland( Sieger nach Buntten), 2. Klöppel- Leipzig gegen Rautianen- Finnland ( Sieger nach Bunkten). Federgewicht. 1. Berger- Krimmitschau ( Sieger nach Punkten) gegen Lufimo- Finnland. 2. Rappin- Effen gegen Möjeberg- Magdeburg( Sieger Rappin). Leichtgewicht. 1. Scherm- Chemnih( Sieger nach zwei Zufahrunden) gegen Kalermo- Finnland. Weltgewichte. 1. Lotter- Augsburg gegen Wilenius- Finnland( Sieger nach Puntten). 2. Hölzel- Essen gegen Andersin- Finnland( Sieger nach Bunften). Mittelgewicht. 1. Weiß- Schweiz gegen Bränäs- Finnland( Sieger nach zwei Zusatzrunden). 2. Bannen- Düsseldorf( Sieger nach Punkten) gegen Urbanit- Gleiwik. 3. Bauer- Eisenberg( Sieger nach Punkten) gegen Arndt- Essen. Federgewicht Lohinno- Finnland gegen RappinEffen( Sieger nach Buntten). Möseberg- Magdeburg gegen BergerKrimmitschau( Sieger Möseberg nach Buntten). Leichtgewicht Scherm- Chemnitz gegen Hartwig- Düsseldorf( Sieger durch Disqualifitation). Calermo- Finnland( Sieger nach Buntten) gegen Gideifen- Worms. Weltergewicht. Bilenius- Finnland Hölzel- Essen( Sieger Hölzel), Andersen- Finnland( Sieger nach Bunften) gegen Blotter- Augsburg. Mittelgemo i cht. PannenDüsseldorf gegen Weiß- Schweiz( Sieger nach Punkten). Arndt- Essen ( Sieger nach Buntten) gegen Urtwiz. Bananan- Finnland gegen Bauer- Eisenberg( Sieger nach Buntten), gegen Ein kleiner Kämpfer ging öahin... Ihr kleinen Freund« und jungen Genossen, die ihr den kleinen, blonden Dieirich aus Lichterselde kanntet, liebe kleine Freunde, er ist tot!— Ihr besinnt euch auf den schlanken Kameraden, dessen blaue Augen unter seinem lichten Haarschopf so klar und sicher in die Welt blickten. Ach, aus diesen klaren Augen eines erst Elsjührigen leuchtete bereits die Begeisterung für Befreiung der Menschheit. Ihr, die ihr mit ihm wandertet, schwammt und spieltet, ihr reifen Jugendlichen, denen er sich anschloß mit leidenschaftlicher Hin- gäbe, zu denen er aufsah, deren Lieder er sang, deren Worten er nachsonn, ihr, denen er half in eurer Arbeit, um unsere Presse und damit Wissen zu verbreiten, die er stundenlang begleitete, unermüd- lich treppauf treppab, senket die Fahne für den toten Freund. Ihr wißt, er war euer. Er, der ein Freund war der allerärmsten der Kameraden. Sie traten für ihn ein mit ihren Körperkrästen! er regte sie an im Spiel und in der Unterhaltung..Ich muh frei sein/ hat er mehr als einmal gesogt.„Ich könnt« nicht in einem Garten mit einem Gitter leben, wie so viele reiche Kinder, und wenn es der schönste und herrlichste wäre mit Obst und Blumen und allem, was ich mir wünsche. Frei muß ich sein, ich muß spielen können mit jedem Kind, ob es gut oder schlecht angezogen ist, ob es richtig spricht oder falsch, das macht mir nichts aus." Nie hat er ein Kriegsgedicht gelernt, und es gab kein Mittel, ihn dazu zu bringen. Er blieb tapfer bei seiner Weigerung. Manchaml hatte er's nicht leicht unter seinen Klassenkameraden in der höheren Schule, wenn er frei und offen seine Meinung bekonnte. Wenige Wochen vor feinem Tode fielen verhetzte Kinder, größere-, stärkere, über ihn her, rissen ihm dos schwarzrotgolden« Bändchen ab und schlugen ihn. Man hat nicht noch ihren Namen fragen dürfen..Ich will sie gar nicht wissen". Er schien zu verstehen, daß sie nicht verantwortlich zu machen waren. Unser Freund ist voller Glück und sonniger Freude in die Ferien gegangen, die er mit seinen Eltern in Dänemark, aus Born- Holm, zubringen durste. Am zweiten Tage war die Freundschaft mit den Dänenkindern schon geschlossen. Sie verstanden einander nicht, da ja die Sprache anders war, doch sie wußten sich doch so viel zu sagen durch Zeichen. Kinder lernen sich in der ganzen Welt schnell verstehen! Ihnen voran lief er ins Wasser, um mit ihnen zu baden. Ein tiefes Loch hatte sich gebildet, ein Strudel erfaßt« den kleinen Körper und zog ihn hinab. Sein Dater sprang hinzu und faßte ihn, dann wurde auch der Vater in den Strudel gezogen, und er verlor die Besinnung. Jetzt sprangen Dänen in die Flut, eine Dänin rettete den Vater, um unseren kleinen Freund ließen ein dänischer Jung- ling und ein ISjShriges Mädchen das Leben. Erst noch einer Stund« warfen die Wellen die Verunglückten ans Land. Unser klemer Freund war nicht wieder zu beleben, freundlich strahlte sein Gesicht noch im Tode. Ist es nicht sonderbar! Er, der keinen Haß gekonnt hatte, der nie ein schlechtes Wort auf andere Völker sagen wollte. für ihn waren zwei Jugendliche eines fremden Volkes in den Tod gegongen. Solidarität! Dietrich, der kleine Freiheitskämpfer liegt auf der schönen Däneninfel Bornholm begraben. Sein Bild ober bleibt lebendig in den jungproletarischen Herzen. Freunde, die ihr noch der schönen Dänenins-l fahrt, denkt an das Grob des kleinen stillen Schläfers. Und denkt auch an die jungen Dänen, die ihr Leben für den deutschen Knaben hingaben. Endlich Rege«! So wie der Seemann, wenn er in stürmischer Brandung in letzter Stunde das rettende. Land erblickt, den jubelnden Schrei der Erlösung und der Geborgenheit hell über die tückischen Wasser schmettern läßt: Land ahoi!, so aus innerstem Herzen hat gestern � W Berliner die schwärzen Wolkeubänke. begrüßt, die sich schon in sechster Abendstunde am Himmel zusammenballten Werden wir, wiederum genasführt, umsonst auf die ersehnte Abkühlung warten? Es schien ratsächlich schon so, als ob es dieser erbarmungslose Himmel justement darauf abgesehen hätte, uns zum Narren zu halten. Kommt die Abkühlung oder kommt sie nicht? Das war die große Frage, die gestern in den Nachmittagsstunden schier uner- träglicher Schwüle uns alle beschäftigte. Und die va bangue-spielenden Wasserpropheten hoben dieses Mal doch recht behalten. Kurz nach Uhr ging's in Furioso los und die feuchten Demonstrationen, die aus abendlicher Höhe auf unsere ausgedörrte Erde niederkamen, waren nicht übel. Nur die Gewitterentladung, die stärkere Abkühlung bringen sollte, ist wiederum ausgeblieben, wenn auch der Regen einen merklichen Temperoturrückgang im Gefolge hatte. Wie aber wird es heute am Sonntag sein? Wird das Thermometer seine Sinnenspiel. 9] Aus einem Tagebvch. Mitgeteilt von Kurt Eisner. Als es ziemlich finster geworden war, unterbrach sie das Ge- sprach, klettert« auf einen Stuhl und zündet« die Hängelampe an. Ich hatte gerade Zeit zu bewundern, daß sie winzige, wenn auch nicht ganz neue Tanzschuhe trug und blauseiden« Strümpfe. Dann, bei dem Lampenschein, schaue ich mir das Mädchen aufmerksam an. und fragte mich fast pedantisch, ob wohl der Reiz, der von ihr ausging, stark genug sei, um meinem Gedankenspiel der nächsten Wochen ausreichende Anregung zu gewähren, denn ich würde selbst- verständlich niemals wieder in dieses Weibernest kommen. Der einmalige Reiz muhte also kräftig genug sein, um die Phantasie wochenlang nicht ermatten zu lassen. Ich sah in ihre Augen, diese suchenden, wissenden, wenn nicht gar erfahrenen Augen, in denen eine reife Sommernacht glühte, die sich in den Frühling oerirrt hat— und ich wußte: es war wieder nicht das rechte. Und plötzlich kam es über mich, was ich eigentlich K all dem frivolen Taften und Proben wollte. Jenen wilden Liebesfrühling wollte ich noch einmal genießen, im Geiste durchkosten, von Anfang an in ollen Wirbeln und Sturmhöhen, durch all die herrlichen Steigerungen, vom scheuen Ahnen bis zum Geniehen, das wie ein Sichauflösen scheint. Nach der langen Krankheit war meine Jugend wieder ausgeblüht, und sie heischte ihr Recht, noch einmal zu er- leben, was ihr einst beschieden. Freilich nur eine Jugend des Gefühls, und darum auch nur eine Wiederholung in Gefühlen, ohne körperliches Handeln! Ich erschrak. War das etwas anderes, als was mein Weib verlangte? Was sie von mir verlangte, daß ich ihr gewähren müßte? Nein, dos war nicht möglich. Wir beide tonnten uns nicht wiederholen, gerode, weil kein Geheimnis mehr zwischen uns war, in dessen Enträtseln wir lebten. Darum ober auch vermochte mir dieses Mädchen nichts zu bieten, mit seinen erfahrenen Augen. Eine junge, frische, ahnungslose Unschuld ist's, nach der ich sehne, weil ich selbst von dem tollen Durst gepackt bin, mich zu vergessen, unschuldig zu sein wie damals, und mit der Unschuld selbandcr in das alte ewige Rätselland zu schweifen. Ich hatte oll mein Fühlen und Begehren für jenen Menschen aufgespart, dem ich einst für immer gehören würde: ich hatte nie geliebt, nie der Ge- meinheit. die sie für notwendig holten, geopfert'— und hatte mein ganzes Selbst ungeteilt hingegeben. Und nun peinigte es mich. das mir einmal Mögliche zu wiederholen, nicht wirklich zwar. aber mit dem phantastischen Schein des WirNichen. Jetzt verstehe Hochgebkrgstourm vorerst einstellen und sich im Tiefland de« Queck- filberplateaus ergehen? Oder müssen wir erneut mit der kochenden Wetterseele rechnen? Wir armen hitzeverfolgten Mitteleuropäcr sind, durch allerlei Schicksalsschläge stutzig gemacht, sehr skeptisch. Aber wir hoffen._ Der Lustmord auf dem flruswalöer Platz. vor der Aufklärung? Die Ermittlungen zur Aufklärung des Kapitaloerbrechens, dem in der Nacht zum 25. Januar d. I. auf dem Arnswalder Platz im Nordosten Berlins die l8 Jahre alte Hausangestellte Elisabeth Stongierski aus der Elbinger Straße 34 zum Opfer fiel, sind durch eine Verhaftung in Radebeul bei Dresden in ein neues Stadium eingetreten. Im Laufe der Nachforschungen wurden mehrere Personen als verdächtig angehalten, ober wieder entlassen, weil sie ihre Unschuld nachweisen konnten. Ein Verdacht siel dann auf einen 24 Jahre alten aus Küftrin gebürtigen Erwin W i l f k y. der seit dem 9. März d. I. aus Berlin verschwunden war. Die E> mittlungen der Mordkommission ergaben, daß sich Wilsky, der wegen Betruges und Unterschlagung v o r b e st r a s t ist und von dem deshalb die Kriminalpolizei auch ein Lichtbild und Finger- Sportgenosten in Neukölln! Zu dem am Sonnlag. den 2. August, nachmittag« 2 Uhr. in den Straßen Neuköllns stattfindenden Propaganda- Umzug für die Sozialdemokratische Partei laden wir die sozialdemokratischen Sportgenossen zur vetriliguug ein. Schwimmer, Turner, Radfahrer usw. treten in ge- schlosseuea Gruppen an und sorgen für ihre eeitung. Starke De- teiligung der Sportler bedeutet Propaganda für den Arbeitersport. vesondere wünsche find zn melden wochentäglich von 5—7 Uhr im Sekretariat der SPD. Reukölln. Reckarstr. Z. vi- Srel»leitung. abdrücke besitzt,«ine Zeitlang in Berlin-Köpenick aufgehalten hatte. Er hatte sich hier den Namen eines früheren Schulkameraden beige- legt. Unter diesem Namen ttat nun an verschiedenen Orten«in Mann auf, der sich für ein Mitglied d e s„S t a h l h e l m- b u n d e s" ausgab und unter dieser Flagge Schwindeleien verübte. Er erzählte jedesmal, daß er bei einem Schäferstündchen von einem unbekannten Mädchen um seine Borschaft bestohlen worden sei. Die Vorsitzenden mehrerer Ortsgruppen des Stahlhelms unter- ft ü g t e n ihn daraufhin, ohne zunächst erst seine Angaben zu prüfen. Diesen Schwindel versuchte jetzt der junge Mann auch in Radebeul bei Dresden, wieder unter dem Namen des Kaufmanns. In Radebeul ober wurde er f e ft g e n o m m e n. Di« dortige Be- Hörde wandte sich, weil man glaubte, es mit einem politischen Schwindler zu tun zu haben, zur Feststellung der Persönlichkeit an die Abteilung I. A. des Berliner Polizeipräsidium». Hier stellt« der Erkennungsdienst fest, daß der Verhaftete nicht der gleichaltrige Kaufmann, dessen Namen er führte, sondern der des Mordes o«r> dächtige Erwin Wilsky war, den die Berliner Kriminalpolizei schon lange suchte. Wilsky ist niemals Mitglied des Stahlhelm- bundes gewesen, ebensowenig sein Schulfreund, dessen Namen er mißbrauchte. Ob er der Mörder der Elisabeth Stangierski ist, läßt sich natürlich noch nicht sagen. Mitteilungen, die zur Aufklärung dienen können, werden in den Zimmern 55 und 56 des Polizeipräsidiums entgegengenommen. vor üem Enüe ües Raubmorüprozestes Haufe. Bisherige Dauer ZK Wochen— 280 vernommene Zeugen. Seit 3�4 Wochen wird vor dem Potsdamer Schwurgericht gegen die beiden Raubmörder des Bierkutschers Haufe aus Jüterbog ver- handelt. Ueber 280 Zeugen sind vernommen, ein Kriminalstab au» Berlin hat tagelang unter den Zeugen gesessen, denn die Anflog« ist auf die Geständnisse aufgebaut, welche die Angeklagten in der Fürsorgeanstalt Strausberg, bzw. auf dem Berliner Polizeipräsidium gemacht haben. Unter dem Druck unmenschlicher Behandlung in Strausberg als auch im Berliner Polizeipräsidium wollen die An- geklagten L ö n n i ch und Simon die Geständnisse gemacht haben. Die Vorwürfe gegen die Berliner Kriminalbeamten, die hier erhoben worden sind, waren ungeheuer. Als der Lorsitzend« den Angeklagten Simon danach fragt, was die Grundlage seines Ge- ständnisses war, ruft Simon in den Gcrichtssaol:„Erpressung" und als der Vorfitzende ihm vorhält, weshalb er fein Geständnis auch bei der richterlichen Vernehmung aufrecht erhalten hat, da meint Simon:„W eil ich Angst vor dem Kriminalaffistenten L ö f f n e r hatte. Herr Direktor, lassen Sie sich mal so quälen. ich dich ganz, arme Klara: gerade weil wir so rein und glücklich waren, wie nur selten die Auserwählten der Menschheit, darum möchten wir das all« Glück wieker auferstehen lassen in dem jun- gen vollen Glanz, und dos vc:n wir miteinander niemals. Während mir die Gedar.lsn im Kopf brandeten, hatte Erna in ihrer sprudelnden Art wciier erzählt: sie saß jetzt dicht bei mir, unbehaglich dicht. War der Vierzigjährige wirklich begehrenswert für ein blutjunges Dirnlein? Ich stand hastig auf und trat an dos Fenster. „Es ist ganz finster geworden, kein Mond scheint, ich bin hier fremd, ich fürchte, ich werde den Weg nicht heimwärt» finden. Er führt zwischen Sümpfen, und in solcher Dunkelheit verliert man leicht jedes Richtungsgefühl." „Zur Not könnten Sie hier übernachten," meinte Erna,.wir haben ein Zimmer frei." .Nein, daß geht nicht," erwiderte ich, ohne einen besonderen Grund anzugeben, der mich nach Binsense« noch heute abend zurück- zukehren zwinge: es fiel mir auch kein Grund ein. »Dann werden wir Ihnen eine Laterne mitgeben: der Weg führt, wenn Sie einmal aus dem Dorse heraus sind, geradeaus. Wenn es Ihnen recht ist, begleit« ich Sie bis zum Anfang der Chaussee, dann können Sie nicht mehr fehlen. Ich bin ohnedies heute noch nicht aus dem Zimmer gekommen und gehe noch gerne ein bißchen ins Freie," fügte Erna ihrem Anerbieten, wie entschul- digend, hinzu. „Ich werde Ihnen sehr dankbor sein, mein Fräulein." „Was tut man nicht für einen Landsmann," sagte si«:„Gäste sind außerdem um dies« Z«jt nicht mehr zu erwarten. Auch sind ja die Mutter, die Schwsteern und das Mädchen da." Sie oerschwand, sprach drinnen einige Motte mit den Ihttgen und brachte dann eine bereits angezündete Stall-Laterne. Den Zehrsold hatte ich inzwischen auf den Tisch niedergelegt. Es war draußen die schwärzeste Nacht, ich taumelte förmlich in dem Dunkel. Die Laterne trug ich in der linken Hand. „Wenn Sie sich vor Räuber fürchten sollten," schwatzte Erna, „können Sic ober auch den Spieß mitnehmen, der über dem Sofa zur Dekoration im Salon hängt: dann werden die Herren Sic für einen hiesigen Nachtwächter hallen und entsetzt Reißaus nehmen." Ich ging auf ihren. Ton nicht ein, sondern fragte nur:„Wie stelle ich Ihnen aber Ihre Laterne wieder zurück?" „Sie können sie ja gelegentlich mitbringen, wenn es Sie wie- der einmal hcttrcibt, sonst geben Sie das Ding dem Postillon mit. Wenn er nicht gerode mit seinem Karren im Graben liegen bleibt, wird er sie uns wohl zustellen." Schlimmer kann auch die Folter fin MfitelaLer nicht zeweiett sein, al« auf dem Präsidium." Die gleichen Vorwürfe er» hebt der Angeklagte Lönnich, der sich des Mordes be- zichtigt haben will, um aus der verhaßten Anstalt in Strausberg herauszukommen. Als die als Zeugen geladenen Kriminalbeamten darüber vernommen werden, ob sie die Angeklagten geschlagen hoben, verneinen sie dieses ganz energisch. Aber die Angeklagten wiederholen ihre Beschuldigungen nochmals. Gefragt, woher si- denn die Einzelheiten der Mordtat so genau kennen konnten, er- klären die Angeklagten, daß sie diese aus den Zeitungen� und aus den Mordplakaten entnommen hätten. Im übrigen seien die Fragen der Polizeibeamten so gewesen, daß sie schon daraus alles ein- nehmen konnten.— Vor einigen Tagen begab sich das ganz- Schwurgericht nach Luckenwalde, um dort einen kranken Zeugen zu vernehmen. Seit Donnerstag aber ist die ganze Ver- Handlung auf ein totes Gleis gekommen und mußte bis Montag vertagt werden. Am Montag will die Vettcidigung den Ver- tagungsantrag einbringen, da durch die ständigen Lettogiingen die Geschworenen ganz aus dem Zusammenhang kommen. Die Ver- teidigung könne diese Art der Prozeßführung im Interesse ihrer Klienten nicht mehr mitmachen. (ine Hiobspost für Sieülongslustige. Sperre für Antröge attf hauszinssteverhypokheken. Der Wohnnngsmangel, der als Hinterlassen- schaft der Kriegszeit über uns kam und seit nun sieben Jahren aus dem deutschen Volk lastet, kann nur durch umfangreiche Bautätigkeit wirksam bekämpft werden. Daß in Berlin die Bau- tätigkeit immer noch sehr weit hinter dem Be- dürfnis zurückbleibt, dos wissen aus trüber Erfahrung die Wohnungsuchenden, die seit Iahren vergeblich auf Zuweisung von Wohnungen warten, und das ist auch den Wohnungsämtern bekannt, die natürlich nur Wohnungen zuweisen können, wenn sie si« haben. Wer von der Verwendung der Hauszinssteuerhy- potheken zur Förderung der Bautätigkeit eine durchgreisende Besserung ermattet hatte, der hat sehr bald«ine Enttäuschung erlebt und einsehen müssen, daß das nur„ein Tropfen auf dem heißen Stein" ist. Jetzt kommt«ine neue Hiobspost, die geeignet ist, die Hoffnungen auf Mehrung der Wohnungsbauten noch weiter herabzudrücken. Das Rachttchtenamt des Berliner Magistrats verbreitet folgend« Mitteilung der.Wohnungsfürforge- gcsellschaft Berlin": Der zur Forderung de» Wohnungsneubane» bestimmte Anteil aus dem Hauszinssteueroufkommen wird in diesem Jahr« voraus- sichtlich nicht ganz den Betrag erreichen, welcher im vorigen Jahrs für den Wohmingsneubou zur Verfügung gestanden hat. Iniolge der gestiegenen Baupreise mußten außerdem die Beträge der einzel« nen Hauszinssteuerhypotheken erhöht werden, so daß in diesem Jahre nur ein« geringere Anzahl von Wohnungen mit diesen Mitteln beliehen werden kann. Voraussichtlich wird sich das Verhältnis so ergeben, daß in diesem Jahre im günstigsten Falle 8000 Wohnungen beliehen werden können, gegen 10 000 im oergangen Jahr«. Di« Woh- nungsfürsorgegesellschast Berlin Hot bi» jetzt Anträge auf Haus- zinssteuerhypotheken für über 8000 Wohnungen bearbeitet und bewilligt, so daß nicht nur über die voraussichtlich aufkommenden Mittel verfügt ist, sondern ein Teil davon aus das Etatsjahr 192�1 wird zurückgestellt werden müsien. Es kann demnach b i« auf weiteres«ine Berücksichtigung neu eingebender Anträge nicht mehr erfolgen, so daß sich die Wohnung-- fürsorgegesellschoft Bettin gezwungen sieht, zunächst b i s zum 1. November dt« Annahme von Anträgen auf Hauszins st euerhypotheken zu sperren. Erst noch diesem Zeitpunkt kann vorgesteellt werden, ob durch Ausfall bereits bewilligter Anträge Mittet frei werden, um die jetzt zurückgestellten oder später eingehenden Anträge berücksichtigen zu können. Diese Mitteilung bedeutet, daß für Siedlungslustige, deren Anträge auf Gewährung von Hauszinssteuerhypotheken nicht schon bewilligt sind, und sogar für einen Teil der Glücklichen, die schon die Bewilligung erreicht haben, die Hypothekengewährung mindestens bis zum nächsten Baujahr und vielleicht noch um mehrere Jahre aufgeschoben werden muß. Die Aus- fälle schon bewilligter Anträge, werden gewiß nicht so häusig sein, daß eine nennenswette Zahl Nachbewilligungen Mötzlich werden könnte. Das sind trübe Aussichten für Siedlungslustige und für die Gesamtheit der wattenden Wohnungssucher. lki« großer Waldbrand entstand am Freitag gegen 9'/, Uhr vormittag« im Jagen 86 der städtifcben Forste» zwischen Adler«- hos und Grünau. Da« Feuer dehnte sich infolge der Trocken- beit schnell au» und verbreitete sich über etwa 3500 Quadratmeter. Die Grünauer Feuerwehr tonnte erst nach 1'/, stündiger Tätigkeit wieder abrücken. Ich hatte in der Finsternis jedes Bewußtsein de» Weges ver- loren, den ich in der Helle gegangen war. Da» Dorf schien mir «ildsremd. Da die Fußpfad«, die da» Mädchen mich sühtte, recht unvollkommen waren, strauchelte ich wiederholt. „Geben Si« mir Ihren Arm." meinte sie„sonst vettiere ich Sie noch irgendwo am Boden, ich weiß Bescheid/ Ich tat es—. der Lorgang war mir das selbstverständlichste Ding der Welt. Luch unsere Unterhaltung war, wie die ganze Zeit über im Salon, lebhaft und gleichgültig: wa» sie sagte. zeigte nichts von dem Wesen, da» ich au» ihrem Gesicht zu lesen glaubte. Sie redete wie ein selbständige» Geschöpf, da» ge- wohnt ist, sich auch im Verkehr mit Männern unbefangen zu geben und ohne Arg al, guten Kameraden selbst den Fremden xu be- trachten, der ihr sympathisch geworden. Da» Mädchen mochte sich in dem Nest genug langweilen, daß ihr die Nein« Abwechslung un> serer raschen Annäherung willkommen war. Nur zuletzt nahm da, Gespräch«in« leise, sinnlich« Mrbung an.„Wenn zwei sich lieben." sagte sie.„dle pch nicht Lebe» sollen, in dieser Nacht würde sie niemand finden." ü■'■J&Jeaa' •0, wenn sie eine Laterne bei sich habend" r< Ich hatte da» leichthin wider meinen Wille»«G»»V» 9f fähi gesagt, wie unter einem äußettichen Zwang: den» da» ltLd> chen hatte keinen Zauber mehr für meine Phantasie. „Die würden sie wohl hübsch auslöschen." ßd ttxm ensch mst unverkennbar lockendem Uebermut ein. Beinah« hätte ich eine UnversichflgkeA� begangen, wm na den Dialog folgerichtig fottzusptnnen. ich möchte stiHea: am» Ate» rarischer Logik, nicht au» innerem Empfinden. Aber waäm guter Stent beschützte mich vor einer vielleicht verhängnisvolle» Torheit, Ich frage nicht, wa» mir auf den Appen lag:„Solltch an taaT", sondern schwieg eine Weile und sagte dann in- schroffer» Wethstt: /ich bereue wirtlich, Sie so weit mitgeschleppt g» habe». Da» Dorf ist entsetzlich weitläufig und Sie«erde» eine g»t» halb« Stunde brauchen, eh« Sie wieder daheim sind, lind Pr hadeg dann kein Geleit." .Dir sind gleich an der Stelle, wo die Ehauffee beofant. können Sie nicht mehr irren." erwiderte Erna einfach. Ich glaube, eine Nein« Aenderung in ihrem Tan jtn mm nehmen, aber ich war meiner Sache ncht sicher. Je densoll» sprach sie nichts Verfängliches mehr und wir waren auch noch wenige� Minuten am Ziel. „So, nun geradeaus. Herr Nachtwandler, immer der Latern» nach. Eigentlich hoben Sie meine Begleitung nicht verdieut: SiK' sind ungezogen gewesen." � �4-.,•«. Mihhandlung eines Ausländers durch Polizeibeamte. Der Polizeioberwachtmeister Schumacher war am Abend des 23. August vorigen Jahres zusammen mit dem Wachtmeister Kauligti und der Kassiererin Alice Neumann in einem Café in der Bismardstraße mit einem Inder, der sich mit seiner Braut ebenfalls in dem Café befand, in Streit geraten. Trodem der Inder, um dem provozierten Streit aus dem Wege zu gehen, das Lofal verließ, ließ Schumacher, unterjiüzt von den beiden Mitangeklagten, den Inder mit seiner Braut auch auf der Straße nicht in Ruhe und alle drei fielen mit Faust und Stodhieben über die beiden Behr losen her. Als die beiden Opfer flüchteten, wurden sie von an deren Passanten aufgehalten und jetzt von Schumacher und Raulizki zmangsweise zur Bache gebracht, wo der Inder, mie festgestellt murde, meiteren Mißhandlungen ausgest mar, so haß er später mit einem Auto nach Hause fahren mußte. Der Borsitzende erklärte, daß er feinerlei Interesse daran hätte, die Sache eines Ausländers zu verfechten, aber auf deutschem Boden müßte im Interesse der Wertschägung deutschen Rechtes auch ein Ausländer vor llebergriffen geschüßt werden. Das Urteil lautete gegen Schumacher auf ein Jahr Gefängnis, gegen Kaulikti auf 4 Monate, während die Kassiererin unter Zubilligung mildernder Umstände mit 100 Mart Geldstrafe davonkam. 0 Mark Gelby apontam Stadtaffiftent Becker. " Gestern, in der Mittagsstunde, ereignete sich in der Leipziger Straße ein fleiner Borfall, der für die mit Feigheit und Dummheit gepaarte Dreiftigkeit unserer Nationalunten typisch ist. Ein Parteigenosse, der das Reichsbannerabzeichen trägt, wird im Vorbeigehen von einem Menschen mit dem Kosenamen„ Knoblauchjunge!" bedacht. Sofort gestellt, spielt er den Entrüsteten, der nicht wisse, was man von ihm wolle. Und obwohl er sich durch den frechen und zugleich hilflosen Ausruf: Wo find Ihre Zeugen?" selbst verrät, mußte er schon der Aufforderung eines herbeigerufenen Schuhpolizisten nachfommen und sich legitimieren. Das tat er mit Hilfe eines Waffenfcheins, auf den Namen Mag Beder, Stadtassistent, Refselstraße 13a. Der Mann war mit feiner antisemitischen Provokation in jeder Beziehung auf den Falschen gestoßen; denn der Angerempelte war ein Landtags= abgeordneter, der sicherlich rassereiner" ist als mancher Quaaz und Graefe- Schüler, nämlich unser Genoffe Otto Meier. Ohne das gerichtliche Nachspiel dieses antisemitischen Reinfalls abzuwarten, follte das Polizeipräsidium unverzüg lich nach den Gründen forschen, weshalb herr Beder im Besitz eines Waffenscheins ist. Ein Mensch, der so offenkundig darauf ausgeht, feine Mitbürger zu provozieren und anz: rempeln, follte am allermenigsten im Besitz eines Revolvers sein. Der Fall Rehning sollte als abschreckendes Beispiel tienen. Bezirksbildungsausfchuß Groß- Berlin. Bier Große Feftongerte 1925/26. Internationale Boltstänge und Boltslieber. Eteppe und Bukta Im Drient Aus der neuen Welt Der deutsche Tanz. Mitwirkende: Das Ballett und erfte Coliften der Staatsoper. Künstlerische Leitung: Mar Terpis, Ballettmeister der Staatsoper. Prof. Schünemann, Dir. der Hoch schule für Mufit. Abonnementspreis für alle vier Veranstaltungen 4 M. Alle wichtigen Bestimmungen enthalten die Zeichnungslisten. Listen liegen aus: Bei den Mitgliedern der Kreis und Abteilungs- Bildungsausschüsse, Zigarrengeschäft Horfch, Engelufer, Tabofvertrieb G., Inselstr. 6. Ber band der Graph. Hilfsarbeiter, Alte Jakobftr. 5, 2. Schmidt, N. 39, Tegeler Str. 31, Sob. Moranz, Danziger Str. 46, Bachhandlung Vorwärts, Linden. ftrage 2, und im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. of 2 r. r., Zimmer 8,9. Ebert Reliefs nach dem Entwurf des Künstlers Gerstenberg, elfenbein getönt, 1.60 M. pro Stüd, dunkel getönt 1,80 m. bro Stud, zu haben im Bezirksbildungsausschuß, Lindenstr. 3, 2. Hof II. Ferner Radierungen von Rrommer, Defterle und Sela baffe... Ab Ende August werden die Abonnementsfarten für die feit fonzerte ausgegeben. Wir bitten um rechtzeitige Rüdgabe der Sammel liften. Die Juli- Zeitschriften des Büchertreises find erschienen. Die Moorbrände wüten weiter. Der nun schon fünf Tage wütende Brand in den hannoverschen Mooren erstreckt sich auf einen Gesamt flächenraum von 80. Quadratkilometern. Wenn es auch zunächst gelungen war, das mit unerhörter Geschwindigkeit sich ausbreitende Feuer start einzudämmen, bestehen doch noch über= all zahlreiche Brandherde, die infolge des am Freitag aufgefommenen Windes wieder gefährlich aufflammten, so besonders im Bissendorfer Moor. Der Regen hat an der Lage nichts geändert. An der Bekämpfung des Feuers find eine Kompagnie Reichswehr im Abschnitt von Öhrenbostel bis südlich von Regenborn, eine andere am Wege Brelingen- Scharrel bis zum Helstorfer Moor beteiligt. Der staatliche Hochwald und die Höfe sowie die Ernte fonnten bisher gerettet werden. Geschädigt sind vor allem die Torf bauern und auch die Gemeinden, deren Wald- und Buschbestände in weitem Umfange vernichtet sind. Wie aus Stade gemeldet wird, ist in dem großen Moor gelände bei medelstedt ein Moorbrand ausgebrochen. Das Feuer breitete fich mit rajender Geschwindigkeit nach Östen aus und fonnte nur unter großen Schwierigkeiten aufgehalten werden. Da außer fertigem Torf auch Getreidefelder abgebrannt sind, ist der Schaden beträchtlich. Ein Friedrich- Ebert- Plah in Godesberg. Der Gemeinderat von Godesberg am Rhein beschloß, einen Teil der Königstraße in Friedrich- Ebert- Blag umzubenennen. Wetter für Berlin und Umgegend: Meist bewölft mit Gewitterregen. Abkühlung. Für Deutschland. Im Nordosten zunächst noch heiter und warm. Const überall Gewitterregen. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Tres. rechts, zu richten. Bezirksvorstand. Die Genoffin Baader wird am Dienstag nachmittag 3,30 Uhr im Krematorium Gerichtstraße eingeäschert. Einlaßtarten find zu haben am Montag nachm. von 4 bis 7 Uhr und Dienstag vorm. bis 12 Uhr im Frauensekretariat. Ohne Karten fein Zutritt. Eine besondere Trauerfeier findet demnächst statt. Nähere Befanntmachung folgt. 12... Res. bends 7 the Sufammenkunft bet Rinder, bie am Umzug beim Sommerfekt teilnehmen, bei Wolf, Raiser- Friedrich- Straße Ede Rofeggerstraße. 141. Abt. Rofenthal. Fahnen zur Verfassungsfeier für den 20. Bezirk find beim Gen. Dehmel, Rosenthal, Echillerstr. 13, zu haben. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 12. Abt. Genoffe Richard Reinmann, Beuffelstr. 33, ist verstorben. Die Einäscherung findet am Montag, 9% Uhr, Krematorium Gerichtstraße flatt. 21. bt. Unfere Genoffin Frieda Lehmann ist am 28. setstorben. Ein äscherung am Dienstag, den 28., nadm. 4½ Uhr, Krematorium Gerichtstraße. Beteiligung erwartet der Borstand. 33. bt. Unfer Genoffe Vaul Stilte, Stralauer Ace 29, verfchied am 23. Einäfcherung am Dienstag, den 28., 2½ Uhr, im Krematorium m fchulenweg. 6. Kreis Kreuzberg. Morgen, Montag, abends 7 Uhr, Sihung des Streis lov Jugendveranstaltungen. bildungsausschusses bei Biehler, Dieffenbachstr. 75. Abholung der Bücher. freishefte. Mitteilungen. 7. Areis Charlottenburg. Dienstag, 28., 18 Uhr, erweiterte Borstands. figung, Rimmer 1. 12. Areis Steglis, Lichterfelbe, Lankwiz. Morgen, Montag, abends 8 Uhr, Rathaus Steglig: außerordentliche Fraktionssigung. Sämtliche Stadt und Bezirksverordnete sowie Bürgerdeputierte müssen erscheinen. Vortrag des Gen. Fuß über Bentralisation oder Dezentralisation der Bezirke". Abens 7 Uhr( pünktlich) Kreisvorstandsßigung an bekannter Stelle. 14. Kreis Reukölln. Morgen, Montag, abends 7% Uhr, Gigung des erweiterten Borstandes mit dem Bildungsausschus an bekannter Stelle. Morgen, Montag, den 27. Juli: 16. Kreis Ropenid. Areisvorstandssigung am Montag, den 7. Juli, abends 7 Uhr, beim Gen. Rabel, Röpenid, Freiheit 5. 17. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Dose, Nordbafen 6. 20. Areis. Reinidendorf. Montag, den 27. Juli, abends 7 Uhr, im Heinen Sigungssaal des Rathauses Wittenau, Gigung des erweiterten AreisDorstandes. 29. Abt. 8 Uhr bei Burg Funktionärsizung, wichtige Tagesordnung. Es fcheinen aller ist Pflicht. Bartei- und Gewerkschaftsbuch mitbringen. 45. Abt. Abends 7% Uhr Funktionärfonferenz bei Bertsch, Wiener Str. 39. 85. Abt. Tempelhof. Abends pünktlich 7½ Uhr Gigung des engeren Bor. standes. Wegen der wichtigen Tagesordnung Erscheinen Pflicht. Frauenveranstaltungen am Montag, den 27. Juli: 38. t. 18 Uhr Frauenabend bei Bartusch, Friedenftr. 88. Bortrag. 74. Abt. Rehlendorf. 8 Uhr bei Schnorre, Botsdamer Straße. Gehr wichtige Bersammmlung in Bannerangelegenheit. Erscheinen aller unbedingt er forderlich. 82. Abt. Steglig. Der Frauenabend findet nicht statt, defire Ausflug. Treff punkt: 2 Uhr, Straßenbahnhaltestelle Steglis für bie, die zum Grunemald fahren wollen, 3. Uhr, Endhaltestelle der Straßenbahn Grunewald für folche Genoffinnen, die nach dem Grunewald laufen. 5. Kreis. Die Leseabende in diesem Monat fallen aus. Mittwoch, den 5. Auguft, findet in Sadoma, Waldfchänke, gleich am Bahnhof, ein Raffeetochen ftatt. Rahlreiche Beteiligung erbeten. Uebermorgen, Dienstag, den 28. Juli: se 123a Raulsdorf- Süd. Motorbootfahrt nach Grünheide. Treffpunkt 10 thr beim Gen. Richter. Abfahrt 10,50 Uhr nach Siegenhaim und Röpenid. Sin- und Rüdfahrt 1,50 mt. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 26. Juli. -9 Uhr vorm. Morgenfeier. 1. Durante: Arie( Alfred Fuchs, Violine).- 2. Edward Schewe: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte ( Erika Goerisch, Sopran). 3. Ansprache des Herrn Pastor Engelmann vom Zentralausschuß für Innenmission. 4. Ernst Böttcher: Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr( Erika Goerisch). 5. Philipp Scharwenka: Arie( Alfred Fuchs). Am Flügel Erwin. Kriesch. 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Dr. Ludwigs, Direktor der Hauptstelle für Pflanzenschutz: Pflanzenkrankheiten in der Landwirtschaft. III. Teil. Krankheiten der Hackfrüchte. 5-6.30 Uhr abends: Wagner- Nachmittag. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. 7 Uhr abends: Kurt Hueck, Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen: Vortragsreihe Naturschutz; 5. Vortrag: Die Blumen und ihr Schutz. 7.30 Uhr abends: Geh Finanzrat Dr. jur. Ewald Moll: Der Reisefilm und das Reisen in volkswirtschaftlicher und weltwirtschaftlicher Bedeutung. 8.30 Uhr abends: Bunter Abend. Programm nach Ansage. 10 Uhr abends: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 26. Juli. 11.30-12.50 Uhr mittags: Konzert. Veranstaltet von der OpernKlara Bach am Flügel und der Trio- Vereinigung von Frau Annie und Konzertsängerin Edith Bach, Berlin, unter Mitwirkung von Schildberger- Luxemburg. 1. Violine: Annie Schildberger- Luxemburg; Cello: Crzelitzer; 2. Violine: Marie Badt. 1. Lieder gesungen von Edith Bach. 2. Johann Matthießen- Burmester( Annie Schildberger- Luxemburg). 3. Mozart: Il re pastore. 4. Allabief: Nachtigall. 5. Beethoven: Trio B- Dur, op. 11. 6. Opernarien gesungen von Edith Bach. 7. Schubert: Der Hirt auf dem Felsen. 12 Uhr mittags: Esperanto- Vortrag. Montag, den 27. Juli. Außer dem üblichen Tagesprogramm: der Fahnenmeihe in Steglik. Gemeinsamer Treffpunkt 110 Uhr Stealik, Dippelplas( am Bahnhof). 11 Uhr Fahnenmeibe auf dem Carmerplak, an. fchließend Umzug. Bringt alle verfügbaren toten Fahnen, Banner, Wimpel und Instrumente mit.. aloxnjobs Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Gebaftianfte. 37/38, Sof 2 Tr. Gauvorstand. Baffersport- Abt. Die Fragebogen find noch nicht wieder vollzählig eingegangen. Sofortige Rüdsendung ist dringend erforderlich. Die Reichsbannerwimpel find beim Warenvertrieb zu haben. 1. Mitgliederversammlung Freitag, den 31. Juli, abends 8 Uhr, im Berliner Alubhaus, Ohmstr. 2. Gäste willfommen.-Kameradschaft Weißenfee. Sonntag mittag 1 Uhr Treffpunkt Grüner Baum, in Bannerkleidung. Abmarsch arm Uebungsabend in Blankenburg. Erscheinen sämtlicher Kameraden Pflicht. Quartiergettel find bei dem Kameraden Schulz, Weißensee, Berliner Allee 75, abzuliefern. Ramerabschaft Neuenhagen, Hoppegarten, Birkenstein. Sonntag, 26. Juli, Abfahrt nachmittags 1,52 Uhr ab Soppegarten, 1,56 Uhr Neuenhagen. Erscheinen sämtlicher Rameraben Pflicht. Fahnen mitbringen. Kamerabschaft Webbing. Montag, abends 7 Uhr, Turnabend Gothen burger Str. 2. Ramerabschaft Prenzlauer Berg. 4., 6., 7., 8. Bug jeden Montag abend 8 Uhr Turnhalle Greifenhagener Str. 59 Turnen. 7. Bug. Dienstag an bekannter Stelle Rugversammlung 7% Uhr. Erscheinen jämt. licher Rameraden ift Pflicht. 1., 2., 3., 5 Rug Mittwoch abend 8 Uhr Turnhalle Seinersdorfer Straße Turnen. Ramerabschaft Wilmersdorf. Am Montag, den 27. Juli, abends 8 Uhr, im Bittoriagarten, Wilhelmsauc, Ramerabschaftsabend. Wegen der wichtigen Organisationsfragen zum 8. und 9. Auguft ist das Erscheinen fämtlicher Mitglieder, auch der paffiven, unbedingt erforderlich. Ramerabschaft Schöneberg- Friedenau. Am Montag, den 27. Juli, abends 8 Uhr, findet unser Turnabend in der Turnhalle der Wartburgfchule statt. Es ift dringend erwünscht, daß sich alle Kameraden baran beteiligen. Kamerabschaft Reinidendorf. Montag, abends 6 Uhr, Turnen der Kameraden aller Untergruppen auf dem Städtischen Sportpics. Reiniden. dorf- West, Echarnweberstraße. Kameradschaft Petershegen- Fredersdorf. Dienstag, den 28. Juli, abends 8 Uhr, Turnabend Schule Fredersdorf. Bezirksverein Eichwalbe Röniesmusterhausen Bildan Reuthen. Donnerstag, den 30. Juli, abends 8 Uhr, Bollversammlung bei Lindner, Eichmalde. Das Erscheinen aller Romeraden ift dringend geboten.. Kamerabschaft Rehlendorf einschl. Wannsee und Dahlem. Die Kameraden merden aufgefordert, fich mit ihren Familien an der Bannerweihe der SPD. am Sonntag, den 2. Auguft, in Rehlendorf au beteiligen. Kamerabschaft Kreuzberg. Wichtige Sigung der Rug, Blod und Gruppenführer Dienstag abens 7 hr pünktlich bei Ewald, Staliger Str. 126. Die Uebungsstunden des Tambourforps finden bis zur Ver. faffungsfeier Montags und Freitags in Spindlersfeld und Mittwochs im Gewerkschaftshaus ftati. Treffpunkt zur Fahrt nach Svindlersfeld 7 Uhr Gör. liber Bahnhof und Gewerkschaftshaus 7 Uhr. Es ist dringend Pflicht eines jeben Rameraden, an den Uebungsabenden teilzunehmen. B Freie Socfdule. Mittwoch, 29. Juli. 8 Uhr, Sophienfile, Beinmeister. ftroke 16/17: Dr. med., jur., phil., dent. Hammer, Thema: Mohammeds Familienleben." Gäfte haben Rutritt. Arbeitersport. Morb- D- Rampfaberb. Am Freitag, den 31. Juli, abends 8. Uhr, tritt bie Sportliche Bereinigung Roth- Oft" in ihrer bekannten Freiluft- Kampfstätte, Chriftburger Str. 7( bei ungünstiger Witterung ebendort in der Sporthalle), wiederum mit einem intereffanten Programm an die Deffentlichkeit. Nach einer einleitenden Jiu- Jitsu Vorführung der bekannten Technifer Buhlmann und Angermüller tommen je drei Rämpfe im Bogen, Jiu- Jitsu und Ringen zur Durchführung. Im Mittelpunkt der Borfämpfe fteht die Begegnung im Reicht gewicht zwifchen Winkler( Siegfried) und Rappelt( NO.), die beide der Sportgemeinde ein hochwertiges Treffen liefern werden. Im Feder, und Mittelgewicht werden vom Veranstalter Edent und Lademann gegen Bertreter des Borffub Buch" durch die Geile lettern. Im Jiu- Jitsu ist die Gensation des Abends das Zusammentreffen der beften Leichtgewichtler, Berlins: Reimann ( Libertas). Meister des Jiu- Jitsu Turniers, gegen Rrawozat:( ND.) deutscher Meifter. Weiter werden in den Siing fteigen: Omene( Libertas) gegen Stirnemann( NO.) und Liebich( Adler) cegen Riewe( ND.), Auch die Baarungen int Ringen laffen wiederum frisches, hershoftes Rämpfen erwarten. Es ftarten: Felelse( 5. C. Concordia), Gemirsti.( D.). Sd merglatt( Concordia), Neuhaus( NO.), Wenzel( Berolina), Aneblauch( NO.). Sport. Rennen zu Hoppegarten am Sonnabend, den 25. Juli. 1. ennen. 1. Barde( D. Schmidt), 2. Abgott(. Larras), 3. Rojenieich( 5. Blume). Toto: 22:10. B.: 11, 12: 10. Ferner liefen: Hedenstrauch. Prinz Chriftian. 2. Nenne it. 1. Bersephone( D. Schmidt), 2. Mariza( Varga), 3. Note( Huguenin). Toto: 16:10. 31: 10, 13, 10:10. Ferner liejen: Eiccola, Rabensteinerin, Haarschleife, Dhne Sorge, Ardoritin, Joda, Morgenfonne. 4.40 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau.( Sommerwohnung im Stadthaushalt, von Dorothee Goebeler). 5-6.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 7 Uhr abends: Reichsbahn- Chiemgauerin, Kamischatta, Antoinette. direktor Dr. Spieß: Welche Vergünstigungen und Erleichterungen gewährt die Reichsbahn im Reise- und Frachtenverkehr? 7.30 Uhr Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Geschichte. Geheimer Regierungsrat Dr. Richard Schmitt, Professor an Universität Berlin: Der Siebenjährige Krieg. 4. Vortrag. 8,30 Uhr abends: 6 Kammermusikabende des Roth- Quartetts in chronoStromfeld logischer Reihenfolge( Roth Spitz Lutz). Fünfter Abend. 1. Brahms: Streichquartett C- Moll op. 51. Allegro. Romanze Poco adagio Allegretto molto moderato e. commodo Allegro. 2. Reger: Suite für Violoncellosolo D- Moll op. 131. Preludium Gavotte Largo Gigue( Walter Lutz). 3. Busoni: Andante MeStreichquartett in C op. 19. Allegro moderato nuetto Leggiero e grazioso Finale Alla Marzia. 10 Uhr abends: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst; Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). 3. Rennen. 1. Roskva( 5. Blume), 2. Vielfieben( Haynes), 3. Peri mede( W. Esch). Toto: 42: 10. BI.: 16, 15, 34:10. Ferner liesen: Dirndl, 4. Rennen.. 1. Siinphus( D'Neill). Tolo: 8:10. BI: 14: 10. 1. Lanfjunge( Varga), 3. Elea ar( Haynes). Toto: 21:10. PL: 17:10. Ferner liefen: Marcellus, Blad Bridge, Wienclaus. 5. Nennen. 1. Ondina( nguenin), 2. Marienburg( Barga), 3. Rüstung(. Braun). Toto: 83: 10. PL: 24, 35, 76: 10. Feiner liefen: Baronesse, Barnaß, Bipbizo, Vily I. Olifant, Roft, Palamedes. 1 1 6. Rennen. 1. Orlandus( Haynes), 2. Enzian( Huguenin), 3. Mars ( Brezner). Toto: 25:10. BL: 12, 11, 20:10. Ferner liefen: Nom, Hungaria, Ingo, Stalliebling. 7. Rennen. 1. Abt.: 1. Geldulf( M. Jentsch), Toto: 21:10. L: 21:10. 1. Geib( B. Zarras), 3. Liebesgedante( D. Schmidt). Toto: 11:10. BL: 15: 10. Ferner liejen: Glüdsqnelle, Rodenstein, Licht Alberich, Stigmaria, Erbichleicher, Heraldit, Fellenqnelie, Stieglib. 2. Abt.: 1. Jojo( Haynes), 2. leg( Varga), 3. Felsenrose( Huquenin), Toto: 196: 10. 1.: 42, 28, 18:10. Ferrer liefen: Gaurijentar, Dofior, Seewarte, Hoboe, Becherklang, Barus, Dde, Morgenröte, Habanera. 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Juli, nachmittags 41/2 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung erwartet Der Borstand, 88 Stottern in verschied. Farben, Mir. 92Pt. Karierter Frotté 140 ca. 100 cm breit, Meter Bedruckt. Musselin 110 mit neuen Mustern, Meter Crêpe Marocain 195 einfarbig, doppeltbreit, Meter aid Extra- Preise dor Soweit Vorrat Seidenstoffe Waschseide welf 390 schwere Ware, ca. 80 cm, Mtr. Bastseide naturfarbig 350 ca. 85 cm breit, Meter Helvetia großes Farbensortiment, ca. 90 cm, Meter Armure- Natté Kunstscide m.Wolle, 100 cm, Mtr. Sommerkleider weißer und farbiger Volvoile, Crêpe und Wollmusselin 1675 Wollmusselin und Vollvoile, weiß und farbig 2150 Vollvoile, farbig bestickt, elegant verarbeitet 26M 340 3.90 weiße und farbige Stickereikleider aus Vollvoile 32M Kasaks, Jumper u. Blusen Baumwoll- Musselin oder Vollvoile 3.90 Baumwoll- Musselin Vollvoile, Crêpe 5M Vollvoile Kunstirikot 625 Volvoile mit Jabot eleg. 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Beilage des Vorwärts Militärfragen im Reichstag. Die Versorgung der Militäranwärter. Der Reichstag verwies gestern zunächst die Novelle zur Verordnung über den Verkehr mit Bieh und Fleisch ohne Debatte an den Volkswirtschaftlichen Ausschuß zurüd. Dann kommt die Novelle zum Wehrmachtversorgungsgesez zur zweiten Beratung. Im Ausschuß ist das Gefeß im§ 11 dahin geändert worden, daß die Inhaber des Zivildienstscheines Anwartschaft haben sollen auf Anstellung als Beamte oder Angestellte im Privatdienstvertrag bei den Reichs-, Landes- und Kommunalbehörden und bei sonstigen öffentlichen Körperschaften. Den Militäranwärtern sollen höchstens 50 Proz. der zu besehenden Stellen vorbehalten werden. Abg. Brüninghaus( D. Vp.) erklärt, die Regierungsparteien würden selbst einen Antrag einbringen, wonach die Krankenfassen nach wie vor von der Verpflichtung zur Ein stellung von Zivilanwärtern entbunden bleiben. Abg. Passehl( Soz.): Die zuständige Interessenvertretung, der Bund der Zivildienstberechtigten, hat in einer Eingabe mit Recht die Frage auf geworfen, ob es nicht besser wäre, an Stelle der Abänderung der Bersorgungsgesetzes eine gründliche Durchberatung des ganzen Gesezes vorzunehmen. Schon bei Beratung des Haushalts des Reichswehrministeriums hat mein Parteifreund Stücklen davor gewarnt, bei der Reichswehr unerfüllbare Hoffnungen zu crwecken, und daß es wichtig sei, die ausscheidenden Soldaten auch in das freie Wirtschaftsleben zu überführen. Erfahrungsgemäß geben ja jetzt schon ein Drittel der Zivilversorgungsberechtigten ihre Zivilversorgungsscheine ab, zwei Drittel behalten fie. Ein größerer Wert muß auf die technische und landwirtschaft liche Ausbildung der Versorgungsberechtigten gelegt werden. Meine Fraktion hat es nicht daran fehlen lassen, bei allen Beschlüssen tatkräftig mitzuwirken, die eine soziale Besserung zur Folge haben konnten. Es ist aber durchaus nicht so, daß es notwendig wäre, für die Versorgung der Anwärter auch die Angestelltenposten in Anspruch zu nehmen. Der Redner weist auf eine Eingabe des Bundes der Zivildienstberechtigten hin, worin ausgeführt wird, daß es möglich sei, alle Versorgungsberechtigten in Beamtenstellungen unterzubringen. Wir menden uns nicht dagegen, wenn die Versorgungsberechtigten auf dem freien Arbeitsmarkt mit den Angestellten auf Privatdienstvertrag in Wettbewerb treten. Wir müssen es aber ablehnen, sie von vornherein auf Kosten der Dauerangestellten zu bevorzugen. In viel höherem Maße als die Beamten sind ja die Angestellten vom Personalabbau betroffen worden, und in einer Schrift, die uns fürzlich zuging, wird das furchtbare Elend der älteren Angestellten besonders an schaulich geschildert. Der Personalabbau ist ja überhaupt auf dem Rücken dieser älteren Angestellten und Beamten erfolgt. Wir haben also triftige Gründe, daß auch die Stellen der Dauerangestellten zu einem gewissen Prozentsaz den Versorgungsberechtigten überlassen werden sollen, besonders nachdem das thüringische Ministerium das Verlangen stellt, eine Anzahl der Angestellten zu entlassen, um Zivilanwärtern Blaz zu machen. Wir sind bemüht, die sozialen Gesichtspunkte auch bei der Versorgung der Soldaten zu berücksichtigen, wehren uns aber dagegen, daß das auf Kosten der Angestellten geschehen soll. Der Redner wendet sich dann dagegen, daß die einmalige leber gangsbeihilfe erst mit dem 1. September 1924 in Kraft treten soll, es würden dadurch gerade diejenigen leer ausgehen, die in der Zeit des Zusammenbruchs am meisten gelitten haben. Die sozialdemokratische Fraktion wird sich bemühen, daß ein billiger sozialer Ausgleich zwischen den Interessen der Beamten und der Angestellten geschaffen wird.( Beifall bei den Soz.) Abg. Rädel( Komm.) sieht in der Vorlage den politischen Zwed der Regierung und der Regierungsparteien, die Behörden und die Beamtenschaft zu militarisieren. Abg. Schuldt- Steglik( Dem.): Der Antrag, daß Angestellte nicht entlassen werden dürfen, um ihre Stellen mit Versorgungsanwärtern zu bejegen, fönnte die bedenkliche Wirkung haben, daß ein aus sachlichen Gründen entlassener Angestellter sich zum Einforuch berechtigt glaubt, wenn später seine Stelle durch einen Verforgungsanwärter besetzt wird. Die demokratische Frattion werde dem Gefeß zustimmen. Das ,, Recht" auf die Uniform. Abg. Eulenburg, daß die Rede des Abg. Kuhnt auf einem selbst für dieses Haus erstaunlich niedrigen Niveau gestanden habe, erklärt Abg. Saenger, es sei sehr unflug von dem Vertreter der zweitstärksten Partei des Reichstags, eine solche Behauptung aufzustellen. Dos Niveau dieses Hauses werde von allen Parteien hergestellt, nicht zuletzt auch von der zweitstärksten Partei. Diese Bemerkung nicht zuletzt auch von der zweitstärksten Partei. Diese Bemerkung mar um so unversichtiger, als durch die hemmungslose Agi= tation der Deutschnationalen außerhalb dieses Hauses das Niveau des Reichstags nicht gesteigert worden sei. Der Abg. Eulenburg hat weiter zu verstehen gegeben, daß das, was Kuhnt über die Offiziere gesagt habe, ihn der Berachtung aller anständigen Menschen ausliefere. Auch das war außerordentlich unflug und tesonders von einem früheren Offizier. Als Musterbeispiel des deutschen Offiziers und der deutschen Männlichkeit wird ja der General Erich Ludendorff gepriesen. Diefer Ludendorff ist wegen feines Verhaltens aus der Standesgemeinschaft des deutschen Offizerstorps ausgefchloffen worden. Die Auseinandersetzungen im Offizierforps der letzten Monate hätten doch Herrn von Eulenburg veranlassen sollen, etwas vorsichtiger mit dem Ausdruck der Verachtung zu sein. Der Redner zitiert aus einer Münchener Wochenschrift einen Artikel, in dem von einem ungeahnten Tiefstand der fittlichen Auffassung, von Unehre, gesprochen wird. So urteilen deutsche Offiziere über ihre eigenen Unwahrhaftigteit bei bayerischen Offizieren Standesgenossen. Der Abg. Jürgen v. Ramin hat in seiner Rede behauptet, daß er Augen- und Ohrenzeuge der gegen 30 Offiziere ver übten Mordtaten gewesen sei und er hat es dann so darzustellen versucht, als ob die Sozialdemokraten eine subjektive personstellen versucht, als ob die Sozialdemokraten eine subjektive person liche Schuld daran trügen. Er hat mit fühnem Mut den Zusatz daran geschlossen, es sei auch noch an anderen Stellen jo gewesen. Bei seiner jüngsten Retirade war Herr Jürgen v. Ramin nicht so mutig, zu erflären, daß er sich bei seinen Behauptungen nach jeder Richtung hin geirrt habe. Es bleibt davon nur übrig, daß bei einer Straßenattion Menschen zugrunde gegangen sein sollen. Wann aber war das? Es war beim Rapp Putsch, es war zu einer Zeit, als um das Leben und die Eristenz der Republik gekämpft wurde.( Sehr richtig! b. d. Soz.) Dann hat Herr v. Ramin den Fall Friedrich Adler herangezogen. Adler hat aber erstens diese Tat ganz allein auf seine eigene Kappe genommen, zweitens und das ist ein wesentlicher Unterschied gegenüber den Mordtaten, die von Ihrer Seite verübt worden sind, er hat den = ut gehabt, für seine Tat auch einzustehen. Die sozialdemokratische Bresse hat damals geschrieben, daß fie zwar politisches Verständnis für diese Tat habe, als Partei lehne fie aber grundsätzlich jeden politischen Mord als eine politische Unmöglichkeit ab. Es bleibt eine Bermessenheit von Ihnen, die Tat eines Mannes wie Friedrich Adler, der für sie eingestanden ist, mit den Mordtaten Ihrer Anhänger in Vergleich zu stellen. Ich will demgegenüber an den Grafen Arco erinnern, Sonntag, 26. Juli 1925 politische Mord in Deutschland durch Offiziere zur lebung gebracht sei. Er stehe nach wie vor zu seinen Aus führungen und habe keine Veranlassung, etwas davon zurückzus nehmen.( Buruf: Noske!) Auf die gegen mich gerichteten Ausführungen Nostes, die hier zitiert worden sind, habe ich schon vor 5 Jahren einmal geantwortet. Nostes Werturteil sei in einer Zeit gefällt worden, in der die Partei gespalten gewesen ist und durch zahlreiche Werturteile über Noste fompensiert worden.( Heiterfeit.) Abg. v. Ramin( Bölf.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Saenger. Den Völkischen könnte man feinen einzigen Fall nachweisen, in denen sie einen politischen Mörder in ihren Reihen gehabt hätten. Mit Ehrhardt und Arco hätten die Völkischen nichts zu fun gehabt.( Gelächter links. Zuruf des Abg. Hoch( Soz.): So ein Feigling! Präsident Löbe ruft den Abg. Hoch zur Ordnung.) Die Sozialdemokratie zeige nicht einmal Revolution. den Bekennermut zur Abg. Saenger( S03.): Das Recht, andere den Bekennermut zu bestreiten, hat niemals eine Fraktion, an deren Spize Ludendorff steht, der Mann, der im Münchener Hitler- Prozeß sagte, er habe von den politischen Vorgängen, die sich um ihn abspielten, nichts gemußt. Wenn die Völkischen jeht jede Gemeinschaft mit dem RathenauMord ableugnen, fo erinnere ich daran, daß der jetzige völlische Abgeordnete Graf Reventlow am Tage dieses Mordes schrieb, ,, Unsere Gedanken sind heute bei den beiden Deutschen, die Rathenau das Leben genommen haben!" ( Hört! hört! und Pfui- Rufe links.) Damit schließt die Aussprache. Die Vorlage geht an den Rechtsausschuß. Es folgt die Beratung des Berichts des Sozialpolitischen Aus. schusses über die Sozialversicherung im Saargebiet. Der Ausschuß ersucht in einer Entschließung die Reichsregierung, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln auf eine Besserung der Lage der Rentenempfänger im Saargebiet hinzumirfen. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns erklärt dazu, die Reichsregierung habe auf die Rentengestaltung im Saargebiet unmittelbar teinen Einfluß. Sie werde aber mit der Regierungstommiffion des Saargebiets in Verbindung treten. Sollte diese damit einverstanden sein, die Versicherten des Saargebiets in engere Berbindung mit der jezt wieder geordneten deutschen Sozialversicherung treten zu lassen, so sei die Reichsregierung jederzeit dazu bereit. Um 5 Uhr vertagt sich das Haus auf Montag, 2 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung der Steuer. gefege. Unfallrente bei Gewerbekrankheiten. Die Verordnung des Reichsarbeitsministeriums. Seit 1. Jult dieses Jahres beschränken sich die Leistungen der deutschen Unfallversicherung nicht mehr ausschließlich auf Betriebs unfälle. Es trat an diesem Tag eine Verordnung des Reichsarbeits ministeriums in Kraft, nach der auch bei gewerblichen Berufstrant, heiten die Unfallversicherung Entschädigungen zu leisten hat. Das ist für Arbeiter, die durch ihren Beruf Gesundheitsschädi gungen ausgesetzt sind, deshalb von besonderer Wichtigkeit, weil die Leistungen der Unfallversicherung höher find als die der Kranten. versicherung. Nicht nur der Satz des täglichen Krankengeldes ist höher. Die Leistungen find auch nicht auf 26 Wochen beschränft, wie in der Regel bei der Krantenversicherung. Bei teilweiser Beschrän fung der Erwerbsfähigkeit merden entsprechende Renten gewährt Stirbt ein Versicherter an einer Berufskrankheit, so erhalten die nachdem er ein paar Jahre Festungshaft abgesessen hatte, ist er heute einer der gefeiertsten Männer in Bayern. Er murde mit Fadeln auf sein Schloß geleitet, ein. Domkapitular hat ihn als jugendlichen Nationalhelden gefeiert, von den Deutsch- Hinterbliebenen Sterbegeld und Rente. nationalen fonnte man hören, es sei ein Mensch, der den verlorenen del wiederhergestellt, in einer Bezirksversammlung der Bayerischen Bolfspartei in München sollte er fogar als Redner auftreten, Oswald eingefprungen.( hört, hört! b. d. Soz.) Ich erinnere weiter für ihn ist dann ein affiver Staatsminister, der Sozialminister an den Ihnen nahestehenden Kapitän Ehrhardt, der eine bann im Stiche gelassen hat. Boher nehmen Sie das Recht, unschuldige Frau ins Gefängnis gebracht und fie über angebliche Gewalttaten zu flagen, die gegen Ihre Anhänger gerichtet sind, wo alles, was in den letzten Jahren an Gewalttaten und feigem Mord geschehen ist, direkt oder indirekt von Leuten ausgegangen ist, die Ihre Weltanschauung befizen? Erst in diesen Tagen sind in dem medlenburgischen Femepro 3 eß abermals zwei Offiziere wegen feigen Totschlags verurteilt werden. Der Redner erinnert an die blutrünstigen Ausführungen in dem Buche mit Ehrhardt durch Deutschland". An die feige Behandlung der Geifeln in München während des No. vemberputsches, der General Ludendorff ruhig zugesehen hat. Er stellt fest, daß am 1. Mai 1923 die Bölkischen in München auf wehrlose Arbeiter schießen wollten und daß sie nur durch die Reichswehr daran verhindert worden sind. Weiter zitiert der Redner aus dem Gästebuch des Fürstenfellers in Weimar zwei Geistesblize völkischer Führer. Der eine stammt von dem Oberleutnant v. Buttfamer. Er wünscht, daß der Revolutionsfezen" von der Stange heruntergenommen werde, um daran die Nonember- Verbrecher zu hängen. Der zweite Spruch von dem früheren völtischen Reichstagsabgeordneten Fah= Ebert, Noste und Severing ihr Ende am Galgen gefunden.( Stürfort- renhorst schließt, Deutschland kann erst wieder gefunden, wenn mische Zurufe links.) Abg. Dietrich- Franken( Bölf.) erklärt kurz die Zuftimmung seiner Fraktion. Damit schließt die Aussprache. Einstimmig wird ein Antrag der Regierungsparteien angenommen, wonach die Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung durch das Gesetz nicht berührt werden, daß also die Krankenfaffen zur Einstellung von Militäranwärtern nicht verpflichtet sind. Im übrigen wird die Vorlage in der Ausschußfassung in zweiter und dritter Lasung endgültig angenommen. Hierauf wird die erste Beratung des Uniformschutzgesetzes fort: gejezt. Abg. Dr. Haas( Dem.) ist grundsätzlich mit der Vorlage einverstanden. Es müsse aber dafür gesorgt werden, daß die Uniform nicht getragen wird bei Veranstaltungen, die sich gegen den Staat, gegen die deutsche Republik richten. Sie dürfte also nicht getragen werden bei Veranstaltungen des Deutschen Offiziersbundes und des Kyffhäuserbundes der Kriegervereine. Abg. Saenger( Soz.): Es ist wohl nur in Deutschland möglich, daß dem Reichstag eine folche Vorlage zugeht, in der man das Tragen der alten taiser lichen Uniformen und Orden fordert. In anderen Ländern wäre man froh gewesen, daß alles noch jo glimpflich abgelaufen ift. In der Begründung der Borlage jagt der Reichswehrminister, daß die Uniform der Ausdruck der Staatsautorität sei. Aber die alte Uniform ist doch das Symbol des faiserlichen Reiches. Bas hat der heutige Staat noch damit zu tun?( Sehr richtig! b. d. Soz.) Wir werden mit aller Sachlichkeit, aber ebenso mit aller sachlichen Schärfe dagegen arbeiten, daß die Symbole des alten Kaiserreichs noch in den Straßen zu sehen sind. Ich habe die Hoffnung, daß auch bei den alten Offizieren die Einsicht wächst, daß es ein höheres Ziel ist, ein Diener des Volkes als ein Diener eines taiserlichen Herrn zu sein. Gegenüber der Behauptung des deutschnationalen denn eigentlich getan? Was haben Sie für den nationalen Wiederaufstieg Deutschlands Hundert Arbeiter an der Ruhr haben während des Ruhrtampfes das Tausendfache von dem getan, was alle ihre Geiffesgrößen zusammen getan haben.( Lärm rechts.) Wo haben Sie denn bisher Ihre Staatskunst gezeigt? Einer Ihrer Führer hat an dem Tage, an dem die Franzosen das Ruhrgebiet befehlen, erklärt:„ Unser Kampf richtet sich nicht gegen die Franzosen, sondern gegen die November- Verbrecher.( Stürmisches Hört, hört! links.) Der Bölkische Kurier" hat einmal geschrieben:„ Diesem Bolf kann nur die Peifsche helfen." Sie sprechen immer so viel von dem Patriotismus der Franzosen. Sie sollten erst selbst von den Franzosen patriotische Gesinnung lernen. Zum Schluß will ich erklären. Ich bin stolz darauf, einem Volke anzugehören, dem Sie die Peitsche wünschen. Ich bin stolz darauf, einem Volfe anzugehören, das trop der unjagbaren Qual, die es erlitten hat, noch so gesund geblieben ist, und das dafür gesorgt hat, daß Ihre Bewegung so schnell und so erbärmlich zusammengebrochen ist.( Stürmischer Beifall b. d. Soz.) Abg. Kuhnt( Soz.) weist die Angriffe der Rechten gegen seine Ausführungen zurüd. Die Tatsache sei unbestreitbar, daß der Persil bleibt Als besonders wichtige Leistung wurde eingeführt, daß Ar beitern der Ucbergang in einen anderen Beruf erleichtert werden soll, wenn ihre Widerstandsfähigkeit gegen die Gesundheitsschädi gungen ihres seitherigen Berufs besonders gering ist. Sie erhalten im Falle des Berufswechsels eine Uebergangsrente, die nicht an den Nachweis ihrer Erwerbsunfähigkeit geknüpft ist. Diese Uebergangs. rente wird gezahlt bei geringerem Berdienst in dem neuen Beruf, oder wenn durch den Berufswechsel besondere Kosten entstehen ( Umzug). Die Uebergangsrente ist zeitlich durch die Verordnung nicht begrenzt und sie fann bis zur halben Höhe der Vollrente festgesetzt werden. Bei Erwerbsunfähigkeit wird sie unter Umständen auch neben der Bollrente geleistet. Der Begriff„ Gewerbliche Berufsfrankheiten" ist nicht schr scharf umgrenzt. Man fann ihn sehr weit und sehr eng fassen. In der neuen Berordnung wird nur ein sehr fleiner Kreis von Berufsfrankheiten als unfallentschädigungspflichtig bezeichnet. Es sind das: 1. Erkrankungen durch Blei oder seine Verbindungen, 2. Erkrankungen durch Phosphor, 3. Erfrankungen durch Quecksilber oder seine Verbindungen, 4. Erfrankungen durch Arsen oder seine Verbindungen, 5. Erkrankungen durch Benzol oder seine Homoiogen, Ertran. fungen durch Nitro- und Amidoverbindungen der aromatis hen Reihe, 6. Erfranfungen durch Schwefelfohlenstoff, 7. Erfranfungen an Hautkrebs durch Ruß, Paraffin, Jeer, Anthrazen, Pech und verwandte Ctoffe, 8. Grauer Star bei Glasiachern, 9. Erkrankungen durch Röntgenstrahlen und andere strahlende Energie, 10. Burmfranfheit der Bergleute, 11. Schneeberger Lungenkrankheit. Außer diesen Krankheiten wurden bisher schon von der Unfall. rersicherung erfaßt: 1. Milzbrand, 2. Rauschbrand, 3. Rogkrankheit, 4. Strahlenpilztrankheit, 5. Caissonfrankheit( entsteht durch die Einwirkung hohen Luft druckes oder durch den Wechsel des Luftdruckes bei und nach der Arbeit in Tauchergloden usw.). 6. Infektionskrankheiten( 3. B. bei Syphilisübertragung durch Benugung des gleichen Mundstüces in der Glasbläserei). 7. Gasvergiftungen( z. B. Kioatengasvergiftung). Aus der großen Zahl der Krankheiten, die durch ungünstige Ar beitsbedingungen hervorgerufen oder verschlimmert werden, ist also nur eine fleine Zahl von vorwiegend Vergiftungsfrankheiten heraus. gegriffen. Die Zahl der Arbeiter, denen diese neue Leistung unserer Sozialversicherung zugute kommt, wird deshalb nicht sehr groß sein. Persil Dies Wort aus Hausfrauenmund geprägt zeugt von der unerschütterlichen Beliebtheit des einzigartigen Waschmittels Aber es ist ein Anfang gemacht, an dem es weiter zu arbeiten gilt. Ueberdies wird die in der Verordnung vorgesehene Meldepflicht für alle Gewerbefrankheiten einen besseren Ueberblick über den Umfang der Schädigungen geben. Nach der Reichsversicherungsordnung sind zwar die Gewerbefrankheiten bereits meldepflichtig, doch wird diese Bestimmung nicht sehr eraft durchgeführt, so daß die in den Stutistiken der Gewerbeaufsichtsbehörden enthaltenen Zahlen über Blei. frankheit usw. ficher meit hinter der Wirklichkeit zurüdbleiben. Auf Grund der neuen Berordnung werden die Meldungen erfolgen, weil die Arbeiter bei der Geltendmachung ihrer Ansprüche sie fordern müssen. Die Feststellung der Fälle von gewerblichen Berufstrantheiten erfolgt also genauer. In den lezten Jahren ist in unferer Sozialversicherung und Die ,, Da wurde der Gegner ganz still und entfernte sich schweigfam unter dem Gelächter der Umstehenden." Nun weiß der Unorganisierte Bescheid. Die da oben, die Bonzen, sind bestochen. Wozu sich also organisieren? Da aber die Rußlandfahrer hauptsächlich kommunisten und Sympathisierende" sind, muß der Direkt- aus- dem- Betrieb- Gekommene die da„ oben" in der KPD. gemeint haben. Man begreift also, warum der Unorganisierte" ganz still und schweigfam" sich entfernte und die Umstehenden gelacht haben. Sie hatten begriffen. Bei der Roten Fahne" ist die Leitung offenbar erheblich länger. Weshalb wir sie hiermit aufklären. Die Wasserbauarbeiter fündigen den Tarif. Der Deutsche Berkehrsbund hat den mit dem Reichsverkehrs. Wasserbauarbeiter mit der Pfennigpolitik der Regierung des Zollmuchers die Dämme bricht. In allen Versammlungen haben die Wasserbauarbeiter gelobt, die gewöhnliche Pfennigzulage der Regie rung als Aufforderung zum Streit zu betrachten. Es wäre zu wünschen, daß die Regierung, die alles tut, um die Preise hoch zu treiben, nun endlich auch die Konsequenzen ihrer Haltung zieht und ihren Arbeitern einen Lohn gewährt, der ein halbwegs menschenwürdiges Dasein ermöglicht. Mitglieder arbeitslos, gegen 8,5 Proz. im Bormonat und 5 Broz. Ende April 1924. Lettland: Die Zahl der bei den Arbeitsnachweisen der 7 größten Städte eingetragenen Arbeitslosen betrug am 1. Mai 3168( 1663 Männer und 1505 Frauen) gegen 4314 im Bormonat und 4475 am 1. Februar. Norwegen: Am 10. Juni wurde die Zahl der Arbeitslosen im ganzen Lande auf 15 200 beredynet, gegen 18 000 im Vormonat und 11 700 im Juni 1924. In diesen Zahlen sind nicht eingeredmet die bei Notstandsarbeiten beschäftigten Berfonen, deren Anzahl auf 3000 geschätzt wird, gegen 6000 im Juni 1924. Desterreich: Nach den amtlichen Angaben betrug die Zahl der unterstützten Arbeitslofen am 15. Juni 119 000 gegen 148 503 Ende April und 92 805 im Juni 1924. In Wirklichkeit ist die Zahl der unterstützten Arbeitslosen etwas größer, da die Zählung die ausArbeiter solche Beihilfe. Polen: Nach den amtlichen Angaben betrug die Zahl der eingetragenen Arbeitslosen Ende Mai 173 140 gegen 180 720 im Vormonat und 138 000 im Juni 1924. ipeziell in der Unfallversicherung eine starke Tendenz zur Berhütung fündigt. Es steht zu befürchten, daß die Unzufriedenheit der gesteuerten Arbeitslosen, die 90 Proz. der Arbeitslosenunterstügung Krantenfassen geben Mittel für vorbeugende Maßnahmen aus. Die Unfallversicherung treibt seit einigen Monaten eine weitgehende Propaganda zur Unfallverhütung. Die in der neuen Berordnung vorgesehenen Uebergangsrenten liegen in der gleichen Richtung. Eie verfolgen den Zwed, den Ausbruch oder die Wiederkehr von Berufs. frankheiten zu verhindern. Der Zwang zu höheren Leistungen für diese Krankheiten verstärkt die Tendenz zu ihrer Berhütung. Der Wert dieser indirekten Wirkung der neuen Verordnung ist also unter limständen höher einzuschäßen als die Vorteile, die sie den bereits erfrankten Arbeitern bringt. Erfolgreiche Landarbeiterstreifs im Kreise Striegau. Gewerkschaftsbewegung landwirtschaftlichen Unternehmer scheiterte. Die Arbeitgeber wollten Die Folgen der Zechenstillegungen. Der Staat muß einschreiten. Uns wird geschrieben: Die Macht des Rohlensyndikats, das eine rücksichtslose Rentabilitätswirtschaft treibt, wirtt fich immer schärfer zum Nachteil der Arbeiter aus. Die Zahl der Stillegungen und Einschränkungen von Zechen, sowie die Einlegung von Feierschichten wächst von Monat zu Monat. Ohne Rücksicht auf die für die Arbeiter entstehenden untragbaren Folgen werden diejenigen Werke, die weniger rentabel als der Durchschnitt sind, aber ohne 3ufu arbeiten, einfach stillgelegt. Bon 270 3echen wurden bisher 35 ganz und 50 teilweise stillgelegt. Diese Bewegung zeigt sich nicht nur bei den südlichen Randzechen, sondern dehnt sich auch auf die westlich und östlich, ja sogar auf die nördlich gelegenen Zechen und Belegschaften der Staatszechen aus. Abgesehen von den ungeheuren volkswirtschaftlichen und fom munalpolitischen Schäden wird hierdurch für die Bergarbeiter eine geradezu troftlose Lage geschaffen. Infolge der eingelegten Feier schichten ist der Verdienst der Arbeiter auf ein Minimum herabge funken, so daß es besonders für finderreiche Arbeiterfamilien noch nicht einmal möglich ist, die allernotwendigsten Lebensbedürfnisse zu befriedigen, noch viel weniger ist an die Befriedigung tultureller Bedürfnisse zu denken. In dem Hauptgebiet der Zechenstillegungen handelt es sich meistens um Arbeiter, die schon seit Jahren ansässig sind und nun feine Möglichkeit haben, sich eine andere Arbeitsstätte zu suchen Diejenigen Arbeiter, die auf anderen Zechen der Umgebung unter gekommen sind, müssen infolge der schlechten Verkehrsverhältnisse große förperliche Anstrengungen ertragen, um zur Arbeitsstätte zu gelangen. Ein Teil insbesondere der verheirateten Arbeiter, der auf weiter nördlich gelegenen Zechen Arbeit gefunden hat, muß in Ledigenheimen wohnen. Der Verdienst dieser Arbeiter ist so gering, daß die Familien ohne Unterstützung nur unter den größten Ent behrungen leben können. Die Gemeinden find nicht in der Lage, eine hinreichende Unter. ftügung zu bieten, da sie sich zum großen Teil nur aus Arbeiter familien zusammenfeßen, und der Steuerausfall sowohl durch das Begfallen des Steuerzahlens der stillgelegten Zechen an sich als auch durch die Arbeitslosigkeit der Bergarbeiter äußerst groß ist. Sehr häufig bedeuten die Arbeiterentlaffungen nur eine Schifane, da bald darauf trotz der Kündigungen Arbeiter aus anderen Gegen den gesucht werden. Es scheint also, als wenn sich manche Werte derjenigen Arbeiter, die ihnen nicht genehm sind, auf diese Weise entledigen wollen, ohne Rücksicht darauf, daß besonders die finder reichen und von Krankheit betroffenen Familien in eine geradezu fatastrophale Lage tommen. Es gilt daher bei dem gegenmärtigen Vorgehen der großen Konzerne zunächst dafür Sorge zu tragen, daß von den Bestimmungen des allgemeinen Berggefeges Gebrauch gemacht wird, damit nicht unnötig und rüdsichtslos Gruben stillgelegt, fondern gegebenenfalls vom Staate an sich gezogen und ausgebeutet werden, so lange das noch volfswirtschaftlich und produktiv geschehen kann. Ist schließlich die Stillegung einer Beche aus triftigen Gründen zur traurigen Wirklichkeit geworden, so darf kein Mittel unversucht bleiben, den betroffenen Arbeiter massen und Landgemeinden zu helfen. Das fann jedoch nur geschehen auf dem Wege der 11msiedlung oder durch Heranziehung einer neuen Industrie. Für lezteres fommen nur die Tertil. und die Kleineisenindustrie in möglichst zahlreichen Kleinbetrieben in Frage. Diese Hilfe ist jedoch eine Angelegenheit der Zukunft, augenblicklich ist Eile geboten, daß die staatlichen Organe eine möglichst schnelle und durchgreifende Notaktion einleiten, damit die Vernichtung ungeheurer Berte an Bodenschäßen und Arbeitskräften verhindert wird. Aufklärung. Eine Geschichte für große Rinder läßt sich die Rote Fahne" von einem ,, Arbeiterforrespondenten" erzählen. Befagter Arbeiter forrespondent fam mit einem unorganisierten Arbeiter ins Gespräch,„ der aber der SPD. nahezustehen schien".( Sichste woll!) Gespräch: Rußlanddelegation. Sagt der Nahestehende":" Die da hinfahren, sind ja doch alle bestochen." Mischt sich ein älterer Arbeiter, der noch schmutzig und schmierig direkt aus dem Betriebe gekommen war"( ein dealmensch also), ins Gespräch: Bis jetzt habe ich das auch geglaubt. Nun sehe ich flar. Bestochen? Eine ganze Reihe gibt's ja aber hauptsächlich, oben" und nicht unten!" Bergeffen Sie nicht, r Los zu der Haupt- und Schlußziehung der 25./251. Breußisch- Süddeutschen Klaffenlotterie fofort zu er neuern, falls Sie es nicht fchon getan baben follten. Sie bewahren sich dadurch Dor Merger und Beruft, wenn auf Ihre Nummer ein Gewinn fallen follte. Schon am Dienstag, den 4. Auguft, abends 6 Uhr, läuft die planmäßige Erneuerungs. frift ab. In der Haupt- und Schlußaiehung fommen außer dem großen Los von 500 000 m. noch Gewinne von 300 000 m., 200 000 m. und 100 000. fomie mittlere Gewinne von 10 000 2, 5000 20, 3000., 2000 m. und 1000 m. in großer Anzahl zur Ausspielung. Die Siehung beginnt bereits am 11. Auguft. Wie wir hören, foll eine sehr ft arte Nachfrage nach Losen der Haupt- und Schlußklaffe herrschen. mas in Anbetracht der augenblicklichen Geld/ nappheit nur zu erklärlich erscheint, THEODOR RAATZ AUTOMOBIL A.G. BERLIN W35 19 Fernsprecher: Nollendorf 56, 57, 58, 59 Telegramm- Adresse: AUTORAATZ Für die Erntezeit wurde im Vorjahr in Schlesien den Landarbeitern eine tariflich vereinbarte Erntezulage gezahlt. In diesem Jahre bemühte sich der Deutsche Landarbeiter- Berband um eine ähnliche Regelung, die aber an dem Starrsinn der für die ganze Erntezeit ein sogenanntes„ Erntegeschent von 25 Kilo Roggen für die Arbeiter über 17 Jahre und 15 Kilo unter 17 Jahre geben. Das war selbst dem Deutschnationalen Zentralverband zu menig, weshalb er gemeinsam mit dem Deutschen Landarbeiter- Berband eine derartige tarifliche Regelung" ablehnte. Die Arbeit geber wünschten, daß betriebsmeile die Bezahlung der Ernte. arbeiter- Berbandes haben rechtzeitig auf die Folgen dieser betriebs. Beit vereinbart werden sollte. Die Vertrerer des Deutschen Landweisen Regelung aufmerksam gemacht, sie haben damit recht behalten. Am 20. Juni wurden von Landarbeitern verschiedener Güter im Kreise Striegau Forderungen gestellt und bei Nichtbewilligung in den Streit getreten. Die Gauleitung war sofort zur Stelle und um Beilegung bemüht. Diese wurde erreicht, weil die Besizer sich zu Bugeständnissen erklärten, die erheblich über das Maß hinaus gingen, das von der Arbeitgeberorganisation zur tariflichen Regelung angeboten war. Schweden: Von den 208 330 Mitgliedern derjenigen Gewerf. schaften, die über Arbeitslosigkeit berichten, waren Ende April 22 437 oder 10.8 Broz. arbeitslos, gegen 12 Proz. im Vormonat und 7,4 Proz. im Juni 1924. Schweiz: Die Zahl der eingetragenen Arbeitsuchenden betrug Ende April 8591 gegen 10 185 im Bormonat und 10 938 im Juni 1924. Ungarn: Ende März waren von den Mitgliedern der Gewerf= fchaften 36 873 oder 20,5 Broz. arbeitslos, gegen 36 764 oder 20,3 Prozent im Vormonat und 22 436 oder 13,6 Proz. Ende März 1924. Bereinigte Staaten: Nach dem vom Arbeitsdepartament peröffentlichten Bericht, der auf Grundlage einer 9039 Unternehmungen in 52 Industrien mit 2835 491 beschäftigten Personen umfassenden Statistit zufammengestellt ist, hat die Zahl der beschäftigten Arbeiter im April um 0,1 Broz. zugenommen. Die Inderzahl des Beschäftigungs grades( April 1923= 100) war im April 1925: 92,1 Proz., im April 1924: 94,5. Landarbeiterstreit in Württemberg. Stuttgart, 25. Jult.( Eigener Drahtberidt.) Der auf den Gütern der Buderfabriken Heilbronn in Württemberg und Waghäufel in Baden ausgebrochene Landarbeiterstreit wurde für Bürttemberg nach dem Eingreifen der Landarbeiterorganisation durch Berhandlungen beigelegt. Es wurde eine Lohnzulage von 5 Bf. pro Stunde erreicht. In Baden geht der Streit weiter. Der Streit brach aus wegen Ablehnung eines Schiedsspruches der Schlichtungsstelle Stuttgart durch die Arbeitgeber. Wir freuen uns über diesen Erfolg. Es wäre im Interesse aller Kreise jedoch viel besser, wenn die verantwortlichen Stellen im Pro- Bergarbeiterstreik im Saargebiet ab Montag. vinzialarbeitgeberverband etwas mehr Verständnis für die Bedürf Saarbrüden, 25. Juli.( WTB.) Der alte Bergarbeiter- Berband nisse der Landarbeiter während der Erntezeit gehabt hätten. Durch hat seine Mitglieder für Montag, den 27. Juli, zum Streit aufs eine den Verhältnissen angepaßte Lohnregelung, die für alle Tarifgerufen. Da auch die christlichen Bergarbeiter den Streit für den gebiete Geltung haben muß, werden Streitigkeiten in den einzelnen 27. Juli beschlossen haben und eine Einigung bis morgen faum Betrieben vermieden und damit der Landwirtschaft allgemein gerade in ihrer wichtigsten Arbeitsperiode der beste Dienst geleistet. möglich erscheint, so ist mit dem Beginn eines großen Bergarbeiterausstandes im Saargebiet zu rechnen. Dazu wird uns vom Kreisleiter des deutschen Landarbeiter verbandes im Kreise Striegau geschrieben, daß die Depesche des Wolff- Bureaus, die wir in unserer Morgennummer vom 22. Juli veröffentlichten, insofern unrichtig ist, als dort behauptet murde, daß Arbeitswillige in der Arbeit behindert worden seien. Es sei wohl vorgekommen, daß auf einem Gute der Inspektor die Streifenden fortschickte, als sie bie Notstandsarbeiten verrichten wollten. Das fei aber die einzige Behinderung Arbeitswilliger gewesen. mibbe Die Arbeitslosigkeit im Auslande. ( JGB.) In den Monaten März- April- Mai find in den meisten Ländern teine großen Berschiebungen in den Arbeitslofenziffern zu perzeichnen. Gegenüber dem Stand um die Jahreswende läßt sich wohl ein Rüdgang feststellen, aber ein Vergleich mit denselben Monaten des Jahres 1924 zeigt für die Mehrzahl der Länder eine wenn auch nur geringe Steigerung der Arbeits= losigkeit, die fich demnach auch zu stabilisieren scheint. Die fapitalistische Produktionsordnung erweist sich jest wie vor dem Kriege unfähig, alle arbeitswilligen Hände zu beschäftigen. Nach den uns vorliegenden Angaben geben wir nachstehende Uebersicht über den Umfang der Arbeitslosigkeit in verschiedenen Bändern: Belgien: Nach den Berichten von den anerkannten Arbeitslosentassen mit insgesamt 604 827 Mitgliedern waren am 2. Mai 9817 oder 1,6 Broz. gänzlich und 33 133 oder 5,5 Proz. teilmeise arbeitslos, gegen 9414 oder 1,5 Proz. bezm. 33 509 oder 5,5 Broz. im Vormonat und 1 Prog. im Mai 1924. Dänemark: Wegen der großen Arbeitskämpfe war die Arbeitslosigkeit in den Monaten März April Mai weit größer als normal, sodaß ein Bergleich mit dem Jahre 1924 fein wahrheitgetreues Bild Dom wirklichen Stand der Arbeitslosigkeit gibt. Nach den Angaben der Gewerkschaften und der öffentlichen Arbeitsnachweise betrug der Prozentsaz der Arbeitslosen Ende Mai 11,2 gegen 15,1 im April und 5,8 im Mai 1924. Mitte Juni wurden im ganzen Bande 27 923 Arbeitslose gezählt gegen 31 228 in der Borwoche und 14 200 Mitte Juni 1924. Frankreich: Die Zahl der bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen eingetragenn Arbeitsuchenden betrug am 30. Mai 10 023( 6813 Männer und 3210 Frauen) gegen 12 188 im Bormonat und 7917 Ende Mai 1924. In der letzten Woche des Monats Mai vermittelten die Arbeitsnachweise 24 478 Stellen und verschafften außerdem 1973 eingewanderten Arbeitern Beschäftigung. Finnland: Nach den Berichten der Arbeitsnachweise in den größeren Städten betrug. die Zahl der eingetragenen Arbeitslosen am 30. Mai 1398, gegen 1882 am 2. Mai und 3834 Ende Januar. Großbritannien: Von den ungefähr 11 500 000 gegen Arbeitslofigteit Bersicherten waren am 25. Mai 11,2 Proz. arbeitslos, gegen 11,2 Proz. im Bormonat und 9,5 Proz. am 26. Mai 1924. Die Zahl der eingetragenen Arbeitslofen betrug am 1. Juni 1247 300, das ist beinahe eine Viertelmillion mehr als um dieselbe Zeit im Jahre 1924. Holland: Bei den Arbeitsnachweisen der Gemeinden mit über 5000 Einwohnern waren am 30. Mai 25 740 gelernte männliche und 25 300 ungelernte männliche Arbeitsuchende eingetragen. Die entsprechenden Zahlen waren am 11. April 30 840 und 31 890. Ende Mai 1924 25 180 und 27 500. Bei diesen Zahlen muß jedoch berücksichtigt werden, daß die eingetragenen Arbeitsuchenden nicht immer arbeitslos sind und daß von den ungelernten Arbeitern ein Teil zu den Kurzarbeitern gerechnet werden muß. Im Italien: Die Zahl der eingetragenen gänzlich Arbeitslosen betrug Ende März 142 552, die der teilmeise Arbeitslosen 14.282. Bormonat waren die entsprechenden Zahlen 156 959 umd 11 702, März 1924 218 740 und 21 749. Kanada: Nach Angaben von Gewerkschaften mit einer Gesamtmitgliederzahl von rund 155 000 waren am 1. Mai 8,7 Proz. der Ausdehnung des englischen Textilftreiks. London, 25. Juli.( WTB.) In Bradford traten 50 000 Legtilarbeiter in den Ausstand, und zwar entgegen den von ihren Führern herabfegung vornehmen, die Fortseßung der Arbeit gestattet werden erteilten Weisungen, wonach denjenigen Firmen, die feine Lohnfollte. Die Streifenden drangen in die Fabriten, wo gearbeitet murde, ein und erzwangen die Einstellung der Arbeit. Schließlich mußte die Polizei eingreifen. Zahlreiche Fenster find durch Steinmürfe zertrümmert morden. 3wei Bolizisten wurden verlegt. Die englischen Bergarbeiter rüften zum Streik. London, 25. Juli.( Eigener Drahtbericht) Der Gewertichaftsfongreß bat befchloffen, den Bergarbeitern im Fall eines Streits ede mögliche Unterstützung zukommen zu lassen. Der Bergarbeiterverband trifft alle Vorbereitungen für den Ausstand am 81. Juli. Heute sind die Verhandlungen mit dem Transport arbeiterverband angefegt, in denen beraten werden soll, wie So blentransporte unterbunden werden lönnen. Die Besprechungen bei dem offiziellen Vermittler Lord Bridgeman, an benen am Freitag sowohl Arbeiter wie Unternehmer teilnahmen, find an der hartnädigen Haltung der Grubenbesiger gescheitert. Man wird zwar am Mittwoch noch einmal verhandeln, mit großer Wahrscheinlichkeit aber ohne Erfolg. Tariftreue Reedereien. Auf Grund verschiedener Anfragen gewertschaftlicher Abteilungen der Arbeiter, Angestellten und Beamten teilen wir mit, daß mit der Sterngesellschaft seit Jahren weder Verhandlungen über einen Tarifvertrag stattgefunden haben, noch ein Tarifvertrag mit dieser Gesellschaft besteht. Wir verweisen noch einmal auf die bereits im Vorwärts ergangene Information, mit welchen Reedereien ein Tarifvertrag abgeschloffen ist. Deutscher Verkehrsbund. Achtung, Bergmann Elektrizitätswerke, Berlin! Montag nachmittag 5 Uhr findet für alle Genoffinnen und Genossen bei Kroll, Hennigs dorfer Ede Utrechter Straße, eine wichtige Fraktionsfigung statt. Barteibuch legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Berband der Maler, Ladierer usw. Dienstag abend 7% Uhr Sigung fämtlicher Betriebs- und Bertrauensleute im Gewerkschaftshaus, Gaal 1. Tagesordnung: Stellungnahme aur Lohnfrage. Die Betriebsobleute haben dafür zu sorgen, daß von jeder Arbeitstelle ein Rollege vertreten ist. Baugewerksbund, Fachgruppe Stud. unb Gipsbau. Den Mitgliedern der Fachgruppe zur Kenntnis, baß die im Mitteilungsblatt befanntgegebene Bersammlung, die am 28. Juli stattfinden follte, ausfällt. Die Bezirksobleute werden gebeten, dieses den Rollegen in den Streiflotalen befanntzugeben. Die Fachgruppenleitung. Deutscher Holzarbeiterverband, Mitglieder der erweiterten Verwaltung: Am Dienstag, den 28. Juli, nachmittags 54 Uhr, Sigung der erweiterten Berwaltung Andreasfeftfäle, Andreasstr. 21, im Bereinszimmer. Die Ortsverwaltung. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Logal deden Schmerzen Der Nerven, Rheuma, Gicht, Ischias, Kopfschmerzen, Grippe und Erfältungstrantbeiten. 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Dann drehte sich Theodor Rossalius bedächtig um nach dem(Beföngnistor und spuckte dreimal symbolisch in dies« Richtung— ein abergläubischer Gebrauch, den zu befolgen er nicht unterließ: und der den, der aus jener Pforte herausgetreten war, davor bewahren sollte, dort j« wieder einzutreten. Dabei rechnet« Rossalius nach, wie oft er das-H-fhaus schon angespien hatte, und kam zu dem Resultat, daß es beinahe zu einem zehnmaligen Zu- biläum langen könnte. So stand er noch immer und ließ den Arbeitsaufseher Meier, der eben herauskam und der ihn jetzt zweiundeinhalbes Jahr beschäftigt hatte, kaltlächelnd, ohne auch nur mit den Augen zu grüßen, an sich vorbeigehen. Dann fing er an, langsam vor dem Gefängnis auf und nieder zu wandeln. Er wartete hier auf jemand, wenngleich er selber noch nicht wußte, auf wen. Da tot sich abermals die schwere Eicheniür auf, und Johann Kawnulski trat heraus, der wegen Körperverletzung mit dem Er- folge des Ablebens der Gegenpartei drei Jahre hiergewesen war. Johann, gebürtig aus Rosfulken. d. h. von der ostöstlichen Grenze des Vaterlandes herstammend, war gleichfalls nicht das erstemal hier- gewesen und spie deshalb seinerseits auch nach dem roten Gebäude zu, aber nicht nur symbolisch, aus. Der Unterschied im Bildungsgrad der beider Männer war unoerkennbar. Kawnulski eröffnete die Verhandlungen:„host du Priem?' Rossalius lächelte: Selbstverständlich. Er hätte sich ja vor sich selber geschämt, wenn er nicht während seiner ganzen Strafzeit „'n lütten Swatten" gehabt hätte! Und er gab dem Kameroden ein ansehnliches Ende der„schwarzen Strippe", die er im Gefängnis um ein Sechzehntel Schweineschmalz und«in Ende Bleistift eingehandelt hatte. „Kumm!' sagte Kawnulski, und ging voran. Mit einem nachsichtigen Lächeln folgte ihm Rossalius. Diese Polacken sind nicht erzogen, aber oft recht brauchbar. Sie gingen ein Weilchen schweigend. Dann lachte der Pole mit witternd breiten Nasenflügeln,„hob'ch Durscht!" Das könnt.» Theodor Rossalius für sich auch nicht leugnen. Sie verschwanden im„Willkommen, Wanderer"! Dieses Wirts- Haus lag an der großen Heerstraße derer, die den Weg meist in der Magistratsequipage machten und deshalb erst auf dem Rückweg« Zeit und Muße fanden, bei dein alten Plätzenseer Kollegen«inzukehren. der sich und seinen Nachfolgern im Zellenstaat der helligen Justitia hier eine bescheiden« Erholungsstation geschaffe hatte. »Na, da seid Ihr ja wieder!" begrüßte der„olle Lehmann' seine langjährigen Bekannten, deren er sich zwar persönlich absolut nicht erinnerte, die er aber mit geschultem Aug« richtig einschätzte.„Ihr warst ja lange nicht hier!" „Ja, wir haben uns'n bißchen länger da drüben aufgehalten, als wir eigentlich wollten!" bemerkt« Rossalius. der bei seinen Scherzen ernst blieb und andere lachen ließ. Der Pole wieherte. „Vafluchtija Hund!.. hoho!.. Reiß dir'n Schlung uff!" Dank ihrer längeren Abgeschlossenheit von der Außenwelt war das Vermögen der beiden Zecher hinreichend, um nicht allein ihr« L�dürfnissc nach Alkoholicis zu befriedigen,— sie aßen auch, vor- nehmlich der Pole, die ganze Speisekarte rauf und runter. Rossalius trank mehr und wurde bald sehr mutig. Dann b«i der Zigarre legte sich Rossalius, dessen„Dessin" die ..Wechselfalle", d. h. die Einwechselung der bereit» in Zahlung ge- gcbenen Münzen in geringwertigere Stücke war, weltmännisch in seinen Stuhl zurück, sah den Rauchringeln nach und meint« leichthin: „Zwei Leute sind mehr wie einer." Das begriff selbst der Pole ohne weiteres, weswegen er denn auch herzlich lachte.„Psia krew!" Rossalius nickte und neigt« sich dem Komplimente anerkennend. Dann redete er bedächtig weiter. Er hätte da einen Zellennachbar gehabt, einen ganz kessen Lal- dower! Und der hatte es ihm mitgeteilt!... Der Pole lachte. Wenn er das nicht tat, konnte es leicht sein, daß et zustach oder doch wenigstens mit den Fäusten dreinhieb. Theodor nickte bedächtig. „Wir sollen drei Teile machen, wenn wir'» haben. Du«inen. ich einen und d«r da drin einen.-- Aber ich lehne die..Kippe" ab!" setzte er in Gedanken hinzu,„und ich brauche dich, du polnisches Hornvieh, nur, weil ich mich allein« nicht an das Ding'rantraue... Oder meinst du.«in Gent wie ich geht aus Vergnügen mit solchem Wasscrpolacken auf die Fahrt?" Der Pole lachte und trank und trank und lacht«. Einer der Anwesenden, seines Zeichens Leichenwoscher» und auch fortgewesen, sechs Jahre, weil er außerdem der Ansicht gehuldigt hatte. Tot« würden in ihrer Grabesruhe durch weltliche Gegenstände, besonder» durch Pretiosen, nur beeinträchtigt,— der richtete an Kawnulski die Frage, ob vielleicht seine Eltern in dem Moment, dem Johann seine Entstehung oerdankt, auch so heiter gewesen seien? „holt' Fresse!" Weiter sagte Kawnulski darauf nichts; er hatte ja nicht die Absicht, den Leichenwäscher zu beleidigen. Dann gingen die beiden ungleichen Gesellen. Und Theodor Rossalius gedachte der Zeit, da er noch andauernder Student der Rechte war: da er noch nicht Objekt, sondern Subjekt der Recht». pflege zu werden hoffte. Er sah nämlich ein« Dame, die Ihm gefiel. di: ihm aber in d«r augenblicklichen Aufmachung seine» äußeren Menschen nicht leicht erreichbar dünkte......Geld." murrte er,„viel Geld!" Der Pole nickte. Er fragte:„Wo host du?" Und nun berichtete Rossalius ausführlich. Jener andere— sein« Freunde nannten ihn„den Halblongen"—. der hatte zur Zeit seiner letzten„Fahrt" bei einem Ehepaar in der Petersburger Straß- ge. wohnt. Der Mann war Athlet: die Frau sogenannter„Untermann" bei einer dreiteiligen Parterreakrobatengnippe, die auf den Rummel- platzen arbeitete. Sie schlug ihn, den Gasten, obgleich er zwei Fünjzigpfünder ein dutzenmol streckte, braun und blau, wenn er auch nur da» kleinste Aesfchen mit nach Hause brachte. Sie war b, könnt und gefurcht«« in der ganzen Petersburger Straß« wegen ihrer Kraft, Gerechtigkeit und Streng«. Selbst der Wachtmeister des Revier», ehemaliger Flügelmann bei den Pasewolker Kürassieren, legt« vor ihr die Hand an die Mütze. Da» hatte Th-odar RossaNu« alle» erfahren. Und vlell«icht Höst« es ihn nicht einmal interessiert, wenn nicht gerade hinter dem Küchen- spind dieser Frau, angeklebt an dessen Rückwand mit Fischleim, da» Den Veteranen von l8k0 ist ein Ehren- sold von drei Mark bewilligt worden ,Wat willfte Senn mit üen daler Ehrenfolü anfangen, Justav!" .Na, öafor laß ick mir mein tzolzbeen sthwarzweißrvt anstreichen unö loofe für Sie„Netterregierung" Reklame. Kuvert mit den vier Tausend- und sechs Hundertmarkscheinen gesessen hätte, die der.�zatblange", wie er angab, bei seinen letzten Mose- mosten gemacht und da kabore gelegt hatte. Sie standen vor dem Haus. Vier Treppen. Hof, zweiter Seltenflügel, rechts!..." murmeste der einstige Jurist und sah zweifelnd an seinem mageren, spacken Körperchen hinab. „Komm ruff!" sagte der Pole. Oben öffnete sie. er war nicht zu Hause. „Wat winschen Sie?" Der Plan war: Johann Kawnulski sollt« Frau Amalie Pupper beschäftigen, womöglich aus der Küche in die Wohnung locken, wenn auch nur für«inen Augenblick: den würde dann Rossalius schon richtig ausnutzen! „Wir möchten die Schlafstelle besichtigen... Sie haben doch eine Schlafstelle zu vermieten, nicht wahr?" „Jo! Schlofstelle!" echote der Pole. Frau Pupper sah mißtrauisch auf das Paar. Sie konnte di« Sorte vom abendlichen Zudrang der Rummelplätze. „Kost' suffzig Mark de Woche," sagt« sie, absichtlich ein wenig übertreibend. Den beiden Männern gefiel der Preis dennoch. Sie wollten da» Logis sehen! Frau Amalie ging voraus, ohne Bangen. Drin guckte Theodor in all« Ecken, aus dem Fenster, an di« Decke. Er sprach:„Die miet' ich sofort!" Und zähste zehn Mark an. Frau Pupper spuckte an den Geldschein und steckte ihn dann«in. Dabei lachte sie: „Wenn man det von früher her so jewehnt is! Rich wahr? ... Ra, det macht nischt, ick Hab' mir noch immer jut vadragen mit meine Mieter! Bloß stänkern, det kann ick nich leiden! Und teen« Damens nich, det bist' ick mir aus! Wenigsten» nich in meine Bleibe! Draußen, da kennt Ihr machen, wat'a wollt.'.." „Und das da ist die Küche?" meinte Rossalius und schlängest« sich, wie traumverloren, über den Korridor nach dem Ziele seiner sehn- siüchtigen Wünsche hin. Einen Augenblick blieb Frau Pupper bei dem kräftigen Polen, der sie so nest anlachte. Das Weib in ihr besiegte für kurz« Zeit ihr« Wachsamkeit und Stärke. Und schäkernd ersah Kawnulski seinen Vorteil. Er hiest die noch recht respektabel aussehende Frau bei den Armen sest, deren nackter Drall ihn allerding« hätte warnen sollen. In der Küche raschelte etwas. „Wat macht'n der da brausen?... Siel!" Der Pole bekam einen Stoß. Aber der war auch kein Mann der blassen Furcht und besaß Mu»keln— wie hätten sonst seine Körperverletzungen immer gleich so schwer sein können! Kawnulski hielt die Frau fest— sie war wohl überrascht und besann sich erst einen Moment auf ihre Rechte und Pflichten. Der ehemalige Rechtsgclehrt« stellte unterdessen in der Küche die Untersuchung nach dem bewußten Kuvert an. Jetzt aber Höste er Lärm und suchte das Freie zu gewinnen. Aber die Sekunden, die doch vergingen, ehe er den Ausgang hatte, waren genug, um Frau Pupper so auslangen zu lassen, daß Kawnulski unter einem schreck- lichen Linkser wie ein Ochs zusammenstürzte. Rossalius griff si«. gleich einem Hähnchen. Und ihre Stimme gellt«: „Frau Müllerin!... Müllerin!... Holen S« ma janz schnell'n Schutzmann!" Mit dem brachte sie die beiden auf» Polizeirevier. Die Beamten lächelten: zu lachen erschien ihnen riskant. Aber Kawnulski meinte anerkennend:„Is sich stärker wie Mann!" Gestohlen hasten sie nicht, denn ein Kuvert hatte gar nicht hinter dem Schrank geklebt, der„Halblange", draußen in der„Plätze", haste sich einen Neinen launigen Scherz geleistet damit. So mußt« der Unt«rsuchung»richter die beiden wieder freigeben. Theodor Rossalius kam zuerst heraus, er spuckt« symbolisch nach dem Torflügel hin. Da erschien Kawnulski. Er ging auf den g«. wesenen Juristen zu und schlug ihm den Hut über di« Lugen: der stand zitternd. Darauf gab ihm der Pole noch«inen Hieb und sagte: „Kumm!... Du Schwein!... Hob' Durscht!" Si« verschwanden in der nächsten Budike. Schlemmereien im alten Spanien. Die Schlemmereien der Hosgesellschaften im Mittelalter sind uns ebenso bekannt geworden, wie die Bacchanal« im alten Rom. Zeichneten sich die römischen Gelage, wie Petronius in seiner Bc- schreibung des.Gastmahl des T r i m a l ch i o" nachweist, durch ungeheuren Luxus der Speisen aus, so setzen uns z. B. die Fest- mahle eines August des Starken durch di« großen Ouantitäteu der verzehrten Speisen in Erstaunen. Nicht minder anschaulich für die Gegensätze zwischen Luxus und Völlerei bei Hof und bei dem hohen Adel und der Genügsamkeit, den Entbehrungen und dem Hunger bei den Mistel- und Unterschichten des Volkes sind die Ueberliefe- rungen aus der Geseicht« des spanischen Volkes. Was und wie die Zeitgenossen eines Cervantes, des Verfassers des.Don Ouichote, aßen, darüber berichtet in ausführlicher Weife Ludwig Pfand l, korrespondierendes Mitglied der spanischen Akademie in Madstd. in seinem Werk über.Spanische Kullur und Siste des l(5. und 17. Jahrhunderts". Um die Miste des 17. Jahrhundests konnte man nach der Per- sicherung eines Hofchronisten mit den gedruckten Kochbüchern für die vornehme Welt berests ganze Schränke füllen. Als der Herzog von M a y c n n e 1612 in Madrid weilte, um wegen der französisch» spanischen Doppelheirat zu verhandeln, wurde ihm für den Unterhast seiner Person und seines Gefolges tagtäglich folgender Mund- vorrat aus den Hofkammern zur Verfügung gestellt: an Fleisch- tagen: 8 Enten, 26 Kapaune, 76 Hühner, 166 Paar Tauben, 50 Rebhühner, 166 Hasen, 24 Hammel, 2 Rinderviertcl, 46 Pfund Rindermark, 12 Rinderzungen, 12 Schinken, 3 gepökelte Schweine, 4 Arrabas(1 Arraba»— 16 Liter) Schweinefett, 4 Dutzend Brötchen. 8 Arrabas gemischte Früchte, sechserlei Wein, von jedem 1 Schlauch zu S Arrabas. An Festtagen: 166 Pfund Forellen, 13 Pfund Aal, 166 Pfund Barben, viererlei Salzfische, von jedem 56 Pfund, 50 Pfund Thunfisch, 166 Pfund Sardellen, 166 Pfund Stockfisch, 1666 Eier, 24 gemischte Fischpastcten. 166 Pfund frische Butter, 1 Schlauch Oel, dazu Wein, Frücht« und Brot wie an Fleischtagcn. Diesem Aufwand entsprach auch der Luxus, der bei Hof und hohem Adel heruntergetajclten Bankett«. Im Herbst 1659 gab der Alrni- rante d e C a st i l l a dem französischen Zwischenhändler Herzog von Agramont ein Festmahl, von dem erzählt wird, daß es von H2 Uhr mittags bis in die sinkende Nacht dauerte. Dabei wurden 866 Platten an Hauptgerichten und 266 an Nebengerichtcn serviert. Daran habe sich eine Komödie angeschlossen, während der soviel an Erfrischungen und Süßigkeiten herumgereicht wurde», daß sie die Gäste durch die Fenster unter die gaffende, sich darum balgende Menge geworfen hätten. Im schreienden Gegensatz« dazu steht, was uns die Quellen über die elende Lebenshallung der unteren Volksschichten zu berichten wissen. Bürger und Soldaten aßen im Verein mit Bettlern und Tagedleben die freiwillig gespendete Klostersnppe. Das Hungerleidcn der Studenten war sprichwörtlich und der Hidalgo lEdelmann), der sich auf der Straße eifrig de» Zahnstochers bedient«, um den Anschein zu erwecken, als habe er eben ein reichliches Mittagessen hinter sich, war zu einer stehenden Spottfigur geworden. In der gleichen Zeit. in der di« oben geschilderten Schlemmereien stastfanden, mehren sich di« Berichte über Mißernten und Hungertodfälle aus dem ganzen Land«. Rur die es sich leisten konnten, hatten ein warnies Mittagmohl, des Abends gab es nur Käse und Brot oder gar nur srisch« oder getrocknete Trauben. Auf dem Tische des spa- nischen Mittelstandes jener Zeit spielten die größte Rolle die Ra- ttonalsuppe. dann Kose, Wein und Brot mit Knoblauch als Würze und schließlich die Kochschokolade. Zur richtigen Nationalsuppe ge- hören Kohl. Mohrrüben. Lauch, Zwiebel, Kürbis. Knoblauch. Pfeffer, Oel. Essig, sowie Fleisch von Schwein, Kalb und Hammel nebst reichlichem Speck. Arm und reich. Luxus. Schlemmerei auf der einen, Not und Elend auf der anderen Seite: die gleichen Gegensätze im Feudolis- mus, wie im Zeitalter des Kapitalismus. H. P. wann wächst der Mensch? Das Wachstum des Menschen geht in einzelnen Wachstumsabschnitten vor sich, während dazwischen Zellen liegen, in denen überhaupt kein Wachstum erfolgt. Man hat nun durch Beobachtungen festzustellen versucht, ob diese Wachstums- obfchnirte wst den Jahreszeiten zusammenhängen, und«» hat sich ergeben, daß der Mensch in den Monaten Rooember bis April so gist wie gar nicht wächst, vom April bis zum Juli ist das Längen- Wachstum am stärksten, vom Juli bis November ist da» Längenwachs- tum schwach, dagegen di« Gewichtszunahme groß. Di- Erklärung kür diese Tatsache liegt natürlich in den günstigeren Bedingungen, die die warme Jahreszeit mit sich bringt. Der park um Mittag. Von Arthur Tobias. Eine grüne, kaum Schatten spendende Oase inmitten staubiger, glühender«trnszen. chier ruht das Leben für eine kleine Weile, schließt die müden, vom Sonnenlichte geblendeten Augen, verschließt die Ohren dem nicht cnd.mwollende» Lärm. Wenn es ein wenig nur mit sich allein sein könnte und nicht hasten müßte. Auf dieser wahnsinnigen Flucht von Nacht zu Nacht nur einen Augenblick stillestehen und rasten... Und so icheint es, als würde der Part mit seinen fast reglosen Wipfeln schlafen und ebenso die Menschen, die sich in ihn gefluchtet haben. Ein paar Soniienstrahlsn irren durch die Blätterkronen, zarte zitternde Nester« spielen im glißernden Sande... als könnten die gepeitschten Nerven nicht zur Nahe kommen. Aber es ist still hier— kaum daß ein Laut, ein Räderrasscln sich hineinverirrl. Als käme es aus einer anderen, fernen Welt. Genau so hört es sich an. Hat man den Park betreten, so umfängt einem schläfrige Müdig- keit. Man muß auf einer der Bänke sich niederlassen, als zöge eine unsichtbare Macht einen»ahm. Eine starke, zwingende Macht, gegen die zu kämpfen, der Wille fehlt. Lässig hingelehnt sitzen ein paar Menschen auf den Bänken, die Beine von sich gestreckt oder krampfhaft eingezogen. Ich glaube kaum, daß sie mit sich und der Welt zufrieden sind. Kaum einer dieser Art dürfte unter ihnen sein, denn unter den halbgeschlossenen Lidern blicken ihre Augen müde und resigniert oder mit nervösem Flackern vor sich hin. Etliche lesen— wenigstens sieht es so aus. Langsam kommen sie vorwärts, in schier endlosen Intervallen wenden sie ein Blatt. Oester auch blättern sie zurück und beginnen von neuem... einen Absatz, eine Seite, ein Kapitel. Wie beharrlich sind doch diese Menschen,— wer weiß, wie ost schon sie in ihrem Leben zurückgeblättert und von vorne angefangen haben. Wahrscheinlich hat dies jene stumpfe Resignation in ihre Blicke gesät Und sie so müde gemacht. Und dieser Park ist nichts anderes als der leere weiße Streifen zwischen zwei Absätzen, in welchem Gedanken und Leben für eine Weile ruhen. Nichts anderes als der Endpunkt eines Kapitels, einer grauen Fläche, durch welche sie— dem Inhalt fremd und seiner nicht bewußt— sich mühevoll hindurchgefrettet haben. Der tote Punkt, an dem sie für einen Augenblick innehalten und ihre legten Kräfte sammeln, che sie zurück- blättern. Wie scheinbar bloß ist die Ruhe, die Erholung in diesem Garten— verdorrt ist dieser Menschen Seele und nicht mehr im- stände, den Frieden in sich zu trinken. So wie aus den Lippen eines Verdurstenden der rettende Tropfen zerquillt und nutzlos versiegt. Ein Hund liegt im Sande, trocken hängt die Zunge aus seinem Maule. Den Kops zwischen den Pfoten vorgestreckt, mit geschlossenen, zuckenden Lidern liegt er da und wehrt kaum den Fliegen, die um ihn suinmen. Sein Herr hält einen Stock in den Händen und zeichnet mit diesem lange Figuren in den Sand, über ein Dreieck kommt er nie hinaus. Nicht weit davon einer, der verstohlen seine Barschofi zählt. Er scheint nicht viel zu hallen, denn verlegen kratzt er sich hinterm Ohr, bohrt die Hand tief hinein ins Portefeuille, das— wahrsäieinlich von früheren ähnlichen Uebungen— schon ganz zermürbt ist. und zieht sie leer wieder heraus.— Ein altes Mütterchen sitzt mit krummem Rücken über eine Arbeit gebeugt und strickt mit seinen zitternden, knochigen Fingern Masche um Masche, als hätte es in feinem Leben noch nicht genug Maschen gestrickt. Diese Maschen sind wie seine Jahre, die es aneinanderreiht. Nun geht? dem Ende zu und der Strumpf wird bald iertig fein. Vielleicht schon übermorgen. Was wird die alte Frau dann machen? Einen neuen beginnen? Oder wird sie die Dallendung dieses einen nicht mehr erleben?... Es ist ja noch so weit bis übermorgen. Und ihre müden Hände haben schon so viel« Matchen gestrickt. u Auch ein Kind ist da. Es bockt Kuchen aus Sand und stürzt sie aus den Formsn, dann zerstört es sie und bäckt neue... immer wieder. Es weiß nicht, warum es dies tut, es muß wohl so sein Und wenn es schließlich müde sein wird vom vielen Bocken, wird es wohl weinen. Weil es von einer unbestimmten, quälenden Traurig- keit erfüllt sein wird, deren Grund es nicht kennt. Vielleicht ist es der, daß ein Kuchen dem anderen so täuschend ähnlich sieht und das Kind doch einen ganz besonderen backen möchte. Nun wemt es, da ihm dies nicht gelingen will und es mit sich, mit allem so unzu- frieden ist. Wie ein Fluch lastet dieses vergebliche Sichabmühen, dieses Jmmerwiedervonvornebcginnen auf uns Menschen— von frühester Kindheit an bis zum Tode. Auf allen diesen Menschen.--- Mit langsamen Schritten, wie im Schlafe, geht ein Sandwich- mann vorüber. Sein Körper verschwindet fast in einem langen engen Rohre, auf dem in grellroten Buchstaben irgendeine Reklame schreit. gurgelt, wütet. Lautlos sind diese Schreie, sie kehren sich nach innen ins Herz dieses Mannes,— niemand hört sie, niemand achtet darauf. Das Robr schnürt sich um seine Kehle, drückt wie ein Alb auf seine Brust und� umschnürt leine Arme. Vielleicht auch ist es innen mit eisernen Stacheln besät, die sich ihm ins Fleisch bohren?(Wie eigentlich— man würde sich nicht wundern, wenn dem so wäre.) Kaum daß unten die Füße l>crvorschaucn, die in zerrissenen Schuhen stecken. So wankt er, taumelt er in seinem Käsig dahin, tcilnahmlos und mechanisch, fast leblos. Wie ein somnambule. Der graue Kopf mit de», papierenen Zylinder darauf ist vornübergesunken, aus dein runzeligen alten Gesichte stieren die Augen müde und stumpf vor sich hin auf den glitzernden Kies. Stall daß der Pflichtvergessene das Haupt aufrecht trüge, damit ein jeder die große Nummer auf seinem Zylinder sähe, die bestgt, daß inan„nur dort, nur bei N. N., xte Straße nur Nummer 8", der irdischen Glückseligkeit teilhast werde. Wie traurig, wie beschämend für alle Welt ist diese lebende Litfaßsäule. Diese Maskerade um die Schullern e«nes Greises, der für einen Bissen Brot sich seiner Menschenwürde entäußern muß. Längst ist der Mann vorüber, aber die roten Buchstaben zittern noch in der Luft wie ein blutiger Streifen. Müde, init motten Schwingen hüpft eine Amsel im Gesträuch. Weit sperrt sie den Schnabel auf und späht mit den goldgeränderten Augen nach einen, Schlückchcn Wasser auf der vertrockneten Erde. Abseits und ganz im Dunkel der Büsche verborgen lauert regungs- los, in sich gekauert, eine Katze. Ein kaum sichtbares, sprunghaftes Zucken geht durch die Muskeln ihres geschmeidigen Körpers, unoer- wandt starrt sie auf de» die Gefahr nicht ahnenden Bogel, mit einem endlosen, unsagbar gierigen Blick. Lautlos schleicht sie heran aus den samtweichen Pfoten, ganz nahe. Ein jäher Sprung... ein leiser erstickter Schrei... und mit blutender Kehle, den Schnabel weit geöffnet, liegt der kleine Körper im Sande, indeß sein Mörder das Wette sucht. Warum bin ich und sind die anderen, die dies initangesehen, nicht rechtzeitig aufgesprungen, um den kleinen Bogel zu retten? Ist's deshalb,'weil die Glieder so lahm geworden sind in dieser scheinbaren Ruhe, daß sie uns nicht mehr gehorchten? Oder weil auch wir das Unheil nicht ahntey, das au.»" gierigen Katzenaugen dem hilslosen Eeschöpfle drohte? Oder waren wir zu gleichgültig geworden gegen- über den, Schicksal eines einzelnen so unscheinbaren Gliedes in der endlosen Kette des Seins, weil wir unser eigenes nicht kannten? Tausendfacher Tod lauert in den Büschen, in den Schatten des Lebens auf jeden einzelnen von uns und wir blicken gar nicht hin, sind gleichgültig geworden in der stumpfen Resignation unserer Seele und lcilnahinsws an unseren eigenen, um wieviel mehr erst an fremdem Schicksal. Bleierne Müdigkeit liegt über dem Part, lastet auf Körper und Sinnen. Der leise Wunsch, von hier fortzugehen, regt sich— ganz schwach und hilflos. Und ein anderer wieder, zu bleiben und feine Sinne ins Endlose weiter schlafen zu lassen, bis sie— es könnte ia sein— ersterben. Das tut der Seele, die vor der Geißel des Alltags geilohen ist, unendlich wohl— wie ein Aetherraufch dein wunden Leibe..Aber es kann nicht fein und so muß man gewaltsam sich losreißen aus dieser Lethargie, die Körper- und Willenskrast lähmt. Der Mittag ist längst vorüber. Hier und dort fährt eine Hand müde über die Augen, gleitet mit starren, wie im Krampf gekrümmten Fingern über ein verzerrtes Anlitz. Einer noch dem anderen recken iie sich empor von den Bänken wie greisenhafte zitternde Krüppel und schleppen sich aus dem Parke. Um wieder von vorne anzufangen... Die Zigarette. Wenn man alle Zigaretten, die in den Bereinig- ten Staaten Nordamerikas in einem Jahre geraucht werden, hinter- einander legen würde, könnte man damit den Aequator 126mal um- spannen. Seim Schlangenhänöler. Der Handel mit Schlangen ist ein Geschäft, das nicht jeder gern ausüben würde. Wer sich diesem Beruf widmet, muß jedenfalls olle die Vorurteile überwunden haben, die die Mehrzahl der Menschen diesen gefährlichen und unheimlichen Reptilien entgegenbringt. In London gibt es eine große Firma, die sich nur mit dem Ankauf und Verkauf von Schlange» beschäftigt. Einen Besuch bei dem Leiter dieser Firma schildert Edmund Grimley in einem englischen Blatt. Der wchlangenhändler hat„Reisende" über die ganze Welt verstreut, die ihm seine Ware aus Indien, Afrika, Australien sowie Nord- und Südamerika herbeischaffen. Aus dem reichen Loger werden dann die Bestellungen ausgeführt, die von de» verschiedensten Zoologischen Gärten der Welt einlaufen. Die Preise für die Schlangen sind nach ihrer Scllenheit und Wichtigkeit sehr verschieden und schwanken im allgemeinen zwischen ZOO und 60 M. Für besonders schöne oder wertvolle Exemplare werden auch bedeutend höhere Preise gezahlt. „Der Schlangenhändler führte inich in sein Lager," erzähl! Grimley.„Wir betraten einen großen käfigorligen Raum, der aus den ersten Blick nichts anderes zu enthalten schien als verschiedene Strohlager. Dann aber mochte der Händler ein Loch in das Stroh und lenkte meine Aufmerksamkeit auf eine dunkle, sich langsam be- wegende Masse darunter.„Es sind 95 Riesenschlangen in diesem Raum," sagte er,„sie stammen alle aus Indien. Die meisten von ihnen sind noch nicht ausgewachsen und etwa 16 Fuß lang." Er trat näher, und indem er eines der Reptilien hinter den Kopf anz Hals faßte, begann er das Tier in seiner ganzen Länge aus dem Stroh herauszuziehen. Indem er dann die Riesenschlange emporhob, so hoch er konnte, wollte er mir durch den Augenschein beweisen, daß es sich um ein verhältnismäßig kleines Exemplar handelle. Mir war es aber groß genug und ich fragte ihn. ob er denn nicht Angst Hobe, mit den Schlangen so intim zu verkehren.„Wir halten die Schlangen stets gut genährt," erwiderte er,„und bei der Verdauung sind sie ungefährlich. Gibt man ihnen einmal die Woche eine tüchtige Mahlzeit, so find sie befriedigt und liegen träge und reglos herum. Lebende Kaninchen, Frösche und Kröten sind ihre Haupt- nahrung: eine Schlange muß schon sehr hungrig sein, wenn sie sich entschließen soll, ein bereits totes Tier zu verspeisen. Es gibt natür- lich auch Schlangen, die gefährlicher sind als die meisten, vor allem die sehr giftigen Arten. Diese Tiere müssen mit größter Sorgfalt behandelt werden, hauptsächlich bei heißem Wetter, bei dem alle Reptilien unruhiger und lebhafter sind. Um zu verhindern, daß die einzelnen Schlangenarten miteinander kämpfen oder sogar sich gegen- seitig verschlingen, werden sie in getrennten Räumen gehalten. Dauerregen bei wolkenlosem Himmel. In der„Revue de l'Universite de Bruxelles" veröffentlicht Dr. Paul Heger unter dem Titel„Bieux Papier" eine Reihe von unbekannten Briefen des her- vorragenden Naturwissenschastlers I. C. Houzeau, dessen„Natur- studien" und„Studien über die geistigen Fähigkeiten der Tiere" sich vor fünfzig Jahren allgemeiner Wertschätzung erfreuten. In einem dieser an belgische Freunde gerichteten Briefe, der im Jahre 1873 aus Jamaika geschrieben wurde, kommt Hnuzeau auf ein merkwürdiges Roturphänomen zu sprechen, das er während seiner langjährigen Anwesenheit aus Jamaika zu beobachten Gelegenheit hatte. Er be- sand sich damals auf einem in 1000 Meter Höhe gelegenen Orte. Unter seinen Füßen breitete sich eine Wolke aus, die ihm den Anblick des am Fuße des Berges gelegenen Tals entzog. Ueber ihr sah er in der Ferne das Meer und den Sonnenuntergang.„Das merk- würdigste aber war", schreibt der belgische Gelehrte,„ein Platzregen, ein richtiger Wolkenbruch, der aus uns niederging. Wir befanden uns wohlgemerkt oberhalb der Wolke. Das Blau des Himmels war fast ohne jede Trübung, und die Sonne brannte in normaler Weise auf uns herab. Während der ganzen Nacht, die ich dort oben oer- bracht«, regnet« es in Strömen, dabei sah ich aber die Sterne in ihrem vollen Glcmze übe c dem Riesen Horizont des Meeres strahlen. Das Phänomen eines Dauerregens bei wolkenlosem Himmel ist überaus selten. Ich glaube nicht, daß ein Regen, der bei hellem Himmel zwölf Stunden lang andauerte, bisher irgendwo beobachtet worden ist." Der Fall ist in der Tat bemerkenswert und verdient deshalb der Hervorhebung. Seltsam ist nebe» der langen Dauer des Noturfchauspiels insbesondere die Tatsache, daß sich Houzeau er- sichtlich an der Grenze befand, wo die Regenbildung erfolgte, und daß die den Regen auslösenden Bedingungen so lange auf einer Stell« vecharrten. REICHSAUjmLLDNG DEUTSCHER WEIH WEINBAU, WEINHANOEL UND VERWANDTE GEWERBE KOBLENZ 1025 DAUERKARTE 5RM 8. AUGUST BIS I5.SEPTEMBER TAGESKARTE 1RM. mit geschnitzeUer Kernseife MW II ii?NI fTI Das Vollkommenst für die. Wasche k'Cekiekal-VedTefepfur'.Cposs-öcrliO J. F. Brunswig, Seifenfahrit», Malchin. ÖoHlob IV!(?issn0r, Berlin 0 112 Am« Afexonderziso alissa ni tistgholetista snagins Nr. 34942.Jahrgang 520 d 3. Beilage des Vorwärts Um die deutsche Nahrungsmittelerzeugung! Das sozialdemokratische Produktionsprogramm.ditions # app Das vorgeschlagene Berfahren ist daher nicht nur wissenschaftlich gründlicher als eine fofortige Entscheidung über die Zölle, es ist auch politisch radikaler und verheißt dem Konsumenten und dem deutschen Wirtschaftsleben Das Kompromiß, das die Regierungsparteien untereinander in| gültige Entscheidung über die Agrarzölle gekommen. Es tann tein der Zollfrage geschlossen haben, ist nicht ein Produft eines wirklich weifel darüber bestehen, daß, wenn man den vorgeschlagenen fruchtbaren, die großen Zusammenhänge überschauenden wirtschafts. Weg geht und dann gegen Ende des nächsten Jahres die von der politischen Gestaltungswillens, sondern eine geistlose 3u Sozialdemokratie geforderte gründliche wissenschaftliche Untersuchung fammenstellung von Interessentenwünschen. Nicht stattfindet, die Forderung nach Agrarzöllen für alle anders ist es zu verstehen, daß der logische Unsinn des lüden definitiv aus unserer wirtschaftlichen Diskussion verschwindet. Beiten erledigt ist und dieses Beunruhigungsmoment dann losen Zollschutes, der von der Wissenschaft längst und tausendmal erledigt ist, in der gefeßgeberischen Bragis immer wieder auftaucht. Ueber die allereinfachste Grundtatsache, daß man dem einen nicht etwas geben fann, ohne dem anderen etwas zu nehmen, sucht sich die wirtschaftspolitische Staatsweisheit der fapitalistisch regierten Länder immer wieder hinwegzutäuschen, so zieht die Begünstigung eines Wirtschaftszweiges, den man als besonders schutzbedürftig erfannt hat, ganz automatisch die Forderung der anderen Wirtschaftszweige nach gleicher Bevorzugung nach fich, wodurch das ganze System sich selbst aufheben müßte, wenn es wirklich lückenlos wäre. Aber die fapitalistische Staatsweisheit, die diesen Unsinn hervorgebracht hat, weiß nur zu genau, daß irgendwo eine solche Lüde, ein solches Sicherheitsventil des von allen Seiten überlasteten Refsels sich doch öffnen wird. Dieser schwächste Bunft im ganzen System des Wirtschaftslebens, an dem der ganze Unsinn des lückenlosen Zollschutzes wieder furiert werden soll, ist die Rauf des lückenlosen Zollschutzes wieder furiert werden foll, ist die Kauftraft der Konsumenten. Auf dem Rüden des Konsumenten soll sich der Ausgleich vollziehen zwischen den an sich unvereinbarenden wirtschaftspolitischen Wünschen der Industrie und der Landwirtschaft; die Zollvorteile, die In dustrie und Landwirtschaft sich gegenseitig bewilligt haben, sollen aus der Tasche des Konsumenten gezahlt werden. Das handelspolitische System soll auch jetzt wieder das Heil mittel sein, vor allem der Brotzoll und der Eisenzoll zu einer planoollen Gestaltung auf Grund der veränderten Weltlage wird nicht einmal ein Anlauf genommen. Wir haben den vollständigen Bankerott der Wirtschaftspolitik vor uns, und es ist nicht ohne politisches Intereffe, festzustellen, daß es gerade die Parteien des Bürgerblods" find, die diese Banterotterklärung in die Welt gehen lassen. Es ist dieser Bürgerblodpolitik endlich ge lungen, die Sozialdemokratie von der Mitwirtung an den wichtigen politischen Entscheidungen im wesentlichen auszuschließen. Es muß ein hoher Triumph für diese Politit sein, wenn sie jest feststellen fann, daß es ihr gleichzeitig gelungen ist, auch den legten Rest von wirklich aufbauenden Gebanten, von planvoller Gestaltung und von wissenschaftlicher Begründung der Politit aus. zuschalten. Der Sozialdemokratie fonnte daher kein günstigerer Augenblid für die Proklamafion eines eigenen wirtschaftspolifischen Aufbauprogramms die denkbar größte Garantie gegen die Wiederholung von Intereffentenraubzügend i wie der jetzt geplante es ift. Der sozialdemokratische Antrag stützt Wissenschaft, er fann fich bis in viele Einzelheiten hinein mit den sich jedoch nicht nur in seinen Grundzügen auf die Feststellungen der Feststellungen und Borschlägen der Wissenschaftler solidarisch ers flären. Unter den Mitteln, wie der Landwirtschaft ohne Lebensmittelzölle zu helfen ist, stellt er den Abbau der Industriezölle, die direkt oder indirekt landwirtschaftliche Produktionsmittel verfeuern, stif an erfte Stelle. Das vorgeschlagene Verfahren, das Prinzip der " Degression", des stufenweisen Abbaues ist das gleiche, wie es auch der Agrarenquete- Ausschuß einmütig empfohlen hat. Dadurch soll dem Umstande Rechnung getragen werden, daß infolge des Krieges und während der Inflationszeit viele Zweige der deutschen Industrie überkapitalisiert und gegenüber dem Auslande technisch rückständig geworden sind. Man muß diesen Industriezweigen eine gewiffe Uebergangszeit laffen, um den Vorsprung des Auslandes einzuholen. Damit diese Uebergangszeit aber auch wirklich zur Ausgestaltung des Produktionsprozesses und nicht zur Einheimsung bequemer Gewinne benutzt wird, ist es notwendig, schon jetzt unzweideutig im Gefeß zu verkünden, daß diese Zölle nur Uebergangszölle sind und daß sie stufenförmig von Jahr zu Jahr abgebaut werden. In gleicher Weise befindet sich das sozialdemokratische Produktionsprogramm in Uebereinstimmung mit den Empfehlungen der Wissenschaft, wenn es die Aufhebung der Ausfuhrverbote und die Abschaffung der Umsatzsteuer auf Lebensmittel fordert. Allein durch diese Maßnahmen würde der Landwirtschaft eine wirksamere Förderung zuteil, als durch das ganze Zollprogramm der Regierung. Es ist anzunehmen, daß bereits durch diese Maß nahmen: Abbau der Industriezölle, Angleichung der Preise der Agrarprodukte an die Weltmarttspreise und Abbau der Umsatz steuer, die Notlage der Landwirtschaft im wesentlichen behoben wird, ist doch von der Agrarquete- Kommission festgestellt worden, daß die Landwirtschaft in anderen europäischen Ländern, vor allen Dingen in den Freihandelsländern England und Dänemart, sich in einer durchaus günstigen Lage befindet und daß die Preisschere dort vollkommen geminin dos e Sonntag, 26. Juli 1925 ist. Einen besonderen Charakter erhält die Verbesserung des land wirtschaftlichen Unterrichtswesens dadurch, daß sie vor allem den bäuerlichen Betrieben zugute kommt. Der sozialdemokratische Antrag stüßt sich auf das Gutachten der Mitglieder des Agrarenquete- Ausschusses, Aereboe und Sering, daß der Schwerpunkt der deutschen Agrarverfassung im bäuerlichen Familienbetriebe liegt und daß hierin ein besonderer Borzug der Antrag, der gewissermaßen in fürzester Form ein grundlegendes deutschen Agrarverfassung zu erblicken ist. Der sozialdemokratische Produktions- und Intensivierungsprogramm für die Landwirtschaft enthält, erhebt die Forderung, den bäuerlichen Familienbetrieb bei allen Maßnahmen besonders zu berüdsichtigen. Er fann sich dabei auf den schon im Januar eingeder Sozialdemokratie zur Reform der Bodenverteilung brachten Antrag Müller( Franten) stüßen, in dem die Forderungen und Bodennutzung niedergelegt find. Es ist ein eigenartiger Zustand, der sich in dem Kampf um die Agrarzölle herausgebildet hat. Auf der einen Seite sehen wir die Regierungsparteien, die bekanntlich, folange sie noch in Opposition standen, nicht laut genug die Forderung nach fachlicher, von Parteischlagworten befreiter und von Fachmännern geleiteter Politit erheben fonnten. Diese Barteien, die jetzt infolge ihrer Uebermacht die Gesetzgebungsmaschinerie noch immer in der verantwortungslosen Oppofitionsstellung in die Hand bekommen haben, gehen damit um, als ob sie sich befänden. Die Gesetze, die von diesem Bürgerblock geschaffen werden, gehen völlig unbefümmert über die Forderungen des Wirtschaftslebens und über die Gutachten der fachfundigen Wissenschaft hinweg; sie sind nur an einem einzigen Gefichtspuntt orientiert: an den agitatorischen Be= dürfnissen der regierenden Parteien. Auf der anderen Seite rechtlich und den Machtverhältnissen nach in Oppositionsstellung steht die Sozialdemokratie. Sie tut das, was die Parteien, die an der Regierung sind und die die Verantwortung tragen, eigentlich tun müßten. In dem Bewußtsein, welche ungeheure Berantwortung die Gestaltung unserer zukünftigen Wirtschaftspolitik und die Rücksichtnahme auf die ungeheure Notlage der großen Massen bedeutet, ist von der Sozialdemo fratie im Zollkampfe von allen Parteien weitaus die ernsteste sachliche Arbeit geleistet worden. Die Gozialdemokratie war es in erster Linie, die immer wieder darauf bestanden hat, der Zolldiskussion durch eingehende und wissenschaftlich geleitete Bernehmung von Sachverständigen eine sachliche Unterlage zu geben. nur gegen den Widerstand der Regierungsparteien und daher in völlig unzureichender Weise hat diese Forderung verwirklicht werden fönnen. Die Abgeordneten der Sozialdemokratie sind es, die in den Berhandlungen des handelspolitischen Ausschusses die Diskussion fast allein bestreiten, die Sozialdemokratie wiederum ist es, die als einzige Partei auf Grund des Gutachtens des Agrarenquete- Ausschusses einen Gesezesvorschlag für die planvolle Neugestaltung unserer Handelspolitik und ein Programm zur Intensivierung der Landwirtschaft ausgearbeitet hat. Während die Oppositionspartei alles das tut, was eigentlich die Regierung tun müßte, fißen die Vertreter der Regierungsparteien im Ausschuß schweigend da. Es ist für fie wie eine Erlösung aus einer peinlichen Situation, wenn die Abstimmung ihnen endlich Gelegenheit gibt, alle Anträge dieser so unbequem fachlichen Oppofition ohne Prüfung niederzustim men. Diese Lattik wird sich jedoch an ihren Urhebern rächen. nur die besonderen Mißstände, unter denen die deutsche Landwirtschaft Rückgang der internationalen Produktion. Der sozialdemokratische Antrag begnügt sich jedoch nicht damit, leidet, zu beseitigen; er entwickelt darüber hinaus auch ein ganz neues pofitives Programm zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktion. 2 Eine der schwierigsten Fragen auf diesem Gebiet ist das landwirtschaftliche Kreditwesen. Es wird auch hier der Versuch gemacht, aus den alten Gleisen herauszukommen und neue Wege aufzuzeigen. in den 1½ Jahren seit der Stabilisierung foft it bie Rotlage nach den Feststellungen der Sachverständigen sind der Landwirtschaft Krebite zugeflossen, und trotz dieser Kredite vieler Betriebe nicht erleichtert, sondern nur verschärft worden. Es tann gar kein Zweifel darüber sein, daß ein sehr wesentlicher Teil dieser Kredite zu ungeeigneten Zweden verwandt worden ist, besonders auch zu solchen Zwecken, zu denen bei dem heutigen Zins Biel Unheil für die einzelnen Betriebe und eine gewaltige volts. wirtschaftliche Berschwendung ist daraus entstanden. Der sozialdemokratische Antrag macht nun den Vorschlag, die Kreditgewährung in Zukunft in organisatorischer Weise mit der Be triebsberatung zu verbinden. Nur solche Betriebe sollen Kredit erhalten, die sich der Betriebsberatung unterstellen, und nur folche Kredite sollen gegeben werden, bei denen es sicher ist, daß fie produttiven Zwecken dienen und daß die nötige Rentabi lität gegeben ist. Das andere Gebiet, auf dem nach dem sozialbemotratischen Vorschlag ganz entscheidende neue Anstrengungen zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktion unternommen werden sollen, ift geboten werden, als der Moment dieses Bersagens der bürgerlichen Wirtschaftspolitit gegenüber den ihr geschlossen ist. stellten Aufgaben. Die Sozialdemokratie hatte weiter nichts nötig, als die Ergebnisse der wissenschaftlichen Dis= fussion über die Zollfrage und die Feststellungen der hervorragendsten wissenschaftlichen Sachverständigen sich zu eigen zu machen. Aus diesen Feststellungen und aus einem nicht von Intereffentenmünschen getrübten Ueberblick über die Gesamtlage ergab sich wie als ſelbſtverſtändlich das Programm zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion, das die Sozialdemokratie in diesen Tagen in Form eines Antrages an den handelspu mürbigen, müffen wir in der gleichen Weise, wie das Programm politischen Ausschuß des Reichstages eingebracht hat. Um es richtig selbst es tut, von von den Feststellungen des Agrar enquête Ausschusses ausgehen. Dieser hat einmütig festgestellt, daß die deutsche Landwirtschaft zurzeit weniger unter dem Drucke der Preisverhältnisse auf dem Weltmarkte leidet. Die Schwierigkeiten, in denen sie sich befindet, werden vielmehr durch die ( Kreditnot, Mängel des Steuersystems, Ausfuhrverbote und fünstliche Breiserhöhung bei den Industrieprodukten durch Hochschutzzoll.) Nachdem diese grundlegende Feststellung einmal getroffen war, und fie ist von dem Agrarenquête- Ausschuß einmütig, d. h. ein schließlich der Zollanhänger in der Kommission, getroffen worden, liegen für denjenigen, der sich eine wirkliche planpolle Ge staltung der Wirtschaftspolitit zum Ziele gefeßt hat, die Folgerungen offen zutage. Da nicht die ausländische Konturrenz die wesentliche Ursache für die Schwierigkeiten der Landwirtschaft bildet, so fönnen offenbar 3ölle tein geeignetes Heil mittel fein. Da die Schwierigkeiten durch andere Umstände her. vorgerufen sind, so ist jest nicht der Augenblic, über Agrarzölle überhaupt zu reden, ehe nicht der Verfuch gemacht worden ist, diese besonderen Schwierigkeiten durch geeignete Mittel direkt zu be seitigen. Erst wenn das geschehen ist und wenn man eine genügende Zeit hat verstreichen lassen, damit diese Erleichterungen sich auswirten fönnen, erst dann ist der Zeitpunkt gekommen, zu der Frage der Agrarzölle Stellung zu nehmen. Die Sozialdemokratie beginnt ihr Produktionsprogramm daher mit der Forderung, daß die llebel, an denen die Landwirtschaft leidet, unverzüglich an der Wurzel gepackt werden sollen und daß die Entscheidung über die etwaige Einführung irgendwelcher Agrar3ölle zunächst um ein weiteres Jahr ausgefeht wird. 11 Jahre find es jetzt, seit in Deutschland die Agrarzölle durch eine Berordnung beseitigt worden find. 11 Jahre hat die land wirtschaftliche Produktion fich also ohne die Zölle entwickelt, und trotz der Zollfreiheit haben nach den Feststellungen des Agrarenquête Ausschusses seit 1919 bie Roberträge der Landwirtschaft sich in einer start aufsteigenden Richtung bewegt. 3war sind noch nicht sämtliche Kriegsschäden wieder geheilt und noch nicht überall die Roherträge und der Intensitätsgrad der Vorkriegszeit wieder erreicht worden. Aber gerade das letzte Jahr, das Jahr nach der Stabilisierung, hat troß vieler besonders ungünstiger Umstände, die zum Teil jetzt überwunden find, ganz besonders große Fortschritte bei diesem landwirtschaftlichen Wiederaufbau gebracht. In diesem Jahre der angeblichen Agrarfrisis und der angeblichen Ueberschwemmung durch ausländische Lebensmittel hat sich der Biehbestand der deutschen Landwirtschaft, die Milchleiffung je kuh und die Intensität der Fütterung in einem Tempo gehoben, wie in keinem der vorangegangenen Jahre. Der Kunst düngerverbrauch hat eine Steigerung von einem Ausmaß und in einem Tempo genommen, wie es in der Geschichte der deutschen Landwirtschaft überhaupt beispiellos basteht. Noch bestehen die von den Sachverständi gen festgestellten besonderen und zum Teil ganz unnötigen Erschwerniffe für die landwirtschaftliche Produktion. Es sprechen daher alle Anzeichen bafür, daß die landwirtschaftliche Produktion einen noch ganz anderen Aufschwung nehmen wird, wenn man erst einmal den ernsthaften Verfuch gemacht hat, diese besonderen Erschwerniffe zu beseitigen. Die Sozialdemokratie tann daher mit dem allerbesten Ge wiffen beantragen, die Frage der Agrarzölle nicht jetzt end gültig von der Tagesordnung zu streichen. Erst wenn der Verfuch, der Landwirtschaft mit den richtigen Mitteln zu helfen, jeine Erfolge hat zeitigen fönnen, ift der Augenblid für eine end # Weltwirtschaftliche Umschau. In den wichtigsten Industriezweigen der Weltproduktion ist für die letzten Monate ein Rückgang der Weltproduktion festzustellen. Für den Produktionsrückgang sind je nach der Lage der betreffenden Länder oder Industriezweige verschiedene Gründe verfolge der fehlenden Kauftraft der großen Massen im Inantwortlich. Vor allem: die Wirtschaftstrife als Spiegel bild der mangelnden Absaßfähigteit für die Waren inland oder im Exportgeschäft. Die Verlangsamung der Produktion in den Vereinigten Staaten ist weniger eine Krise, als eher einer beeinigen Fällen erfolgte der Produktionsrückgang aus rein spefulativen Gründen um eine Erhöhung der Preise für die betreffenden Produkte herbeizuführen. zuzuschreiben. In Die bekannte Tatsache der Weltfohlenkrise spiegelt fich in dem erheblichen Rückgang der Kohlenproduktion wieder. Vor allem geht die englische Kohlenförderung zurück. In dem Ende Mai abgeschloffenen Wirtschaftsjahr war die Kohlenproduktion erheblich geringer als ein Jahr zuvor. Die monatliche Kohlenförderung dieses Jahres bleibt tief unter dem an sich nicht besonders günstigen Monatsdurchschnitt des Jahres 1924. Die deutsche Ruhrkohlenförderung liegt schwer darnieder. In Frankreich war die Rohlenerzeugung in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres erheblich höher, als im Jahr zuvor, dagegen war die Kohleneinfuhr bedeutend gesunken. Die im Krieg zerstörten Rohlenbergwerke sind bereits wieder völlig hergestellt und fördern mehr als vor dem Krieg. Im Monat Mai hat die Kokserzeugung Frankreichs sogar die Vorkriegsproduktion zum erstenmal übertroffen. Indessen blieb die innerfranzösische Wirtschaftsfrise nicht ohne Einfluß auf die Kohlengewinnung. Bei einstweilen noch hoher Produktion bleiben sehr erhebliche Mengen unverkauft auf den Halden. Ungefähr die gleiche Lage ist in Belgien zu beobachten. Bei verhältnismäßig hoher Produktion, die allerdings bereits im Mai mit gleich viel Arbeitstagen gegen April etwas zurüdging, liegen auch in Belgien große Rohlenvorräte auf den Halden. Berschärft wird diese Lage durch den großen Metallarbeiterstreit. Die a meritanische Weich( Braun) fohlenförderung ist seit Februar sehr erheblich zurückgegangen. Dieser Rückgang hing teils mit der Berlangsamung der Eisen- und Stahlproduktion, teils aber mit Arbeitskonflikten im Weichlohlendas landwirtschaftliche Unterrichtswesen. Die deutsche Landwirtschaft könnte schon längst den gesamten Bedarf des deutschen Voltes an Lebensmitteln decken, wenn die große Masse der Betriebe dieselben rationellen Verfahren anwendete und auf diesem Wege dieselben Erträge erzielte wie die fortschrittlichen Das landwirtschaftliche Unterrichts Betriebe. und Beratungswesen ist in Deutschland, obwohl bas von landwirtschaftlicher Seite nie zugege ben wird, im Vergleich zu anderen Ländern geradezu rückständig. In Holland und Dänemart ist das ganze Land mit einem dichten Neg von landwirtschaftlichen Schulen, von Versuchsfeldern und von Betriebsberatern überzogen. Es wird gefordert, das deutsche landwirtschaftliche Schulwesen auf den gleichen Stand zu bringen. Zu diesem Zwede soll das Reichsernährungsminifterium positive Unterlagen beschaffen, damit zunächst einmal die Rückständigkeit des deutschen Unterrichtswesens in ein wandfreier Weise und vor aller Augen dargelegt wird. Erst wenn die völlig ungerechtfertigte Selbst überhebung auf diesem Gebiete zerstört ist, kann man darangehen, in Deutschland eine Unterrichtsorganisation aufzubauen, die jenen anderer Länder gleichbergbau zusammen. Der Rückgang der Eifen- und Stahlproduktion, ebenso wie der mertig ist. leber die Notwendigkeit, das landwirtschaftliche Unters richtswesen in Deutschland zu verbessern und die rückständigen Be- Rohlenerzeugung ist am schärfften in England zu beobachten. Im triebe zu einer besseren Anwendung der modernen Technik zu Juni wurden dort wieder neun Hochöfen ausgeblasen. Die Zahl der bringen, ist sehr viel geredet und gefchrieben worden. Der jozial noch unter Feuer stehenden Hochöfen beträgt 148; im Dezember demokratische Antrag bezweckt, daß endlich mit dieser Forderung legten Jahres waren noch 167, im Januar 172 Hochöfen im Betrieb. Ernst gemacht wird und daß man von den Worten zu den Taten Im Juni betrug die Roheisenproduktion Englands 510 000 Tonnen, Der erste Schritt zur Berwirklichung soll darin be- der niedrigste Stand seit 1920. Im Mai belief sich die Erübergeht. stehen, daß wenigstens die Kostenfrage geflärt wird. Benn das Reichsernährungsministerium der in dem sozialdemokratischen zeugung noch auf 574 000 Tonnen. Die Stahlerzeugung ging von Antrage gegebenen Aufforderung nachkommt und einen Boranschlag 651 000 Tonnen im Mai auf 585 000 im Juni zurück. In der ersten darüber beibringt, was ein Ausbau des deutschen Unterrichts- und Hälfte 1925 fant die Roheisenproduktion um 11 Proz., die StahlIn Deutschland kann man von den Beratungswesens nach dem Vorbilde Hollands und Dänemarts erzeugung um 15 Broz. fosten würde, so wird das Ergebnis großen Eindruck hervorrufen. Einschränkungen der Betriebe der Hüttenwerke, die zum Teil noch Es wird sich dabei nämlich zeigen, daß diefe Roften in gar bevorstehen, auf den Rückgang der Produktion schließen. In Frant. ermar freich, Belgien und Luxemburg war in der ersten Hälfte 1925 die feinem Berhältnis zu dem dadurch zu tenden Mehrertrage stehen und daß feine Ausgaben für Eisen- und Stahlerzeugung erheblich größer als im Vorjahr, dank die deutsche Bolkswirtschaft fich beffer rentieren würden als ein den niedrigen Produktionskosten dieser Industriezweige, die ihnen derartiger Ausbau des landwirtschaftlichen Unterrichtswesens. Nach dieser Erkenntnis hat die Sozialdemokrtie in der parlamen- eine Ausfuhr großen Stils ermöglichten. Die jüngst erfolgte Geldtarischen Bragis übrigens schon immer gehandelt. Sie ist stets entwertung dürfte der Eisen- und Stahlproduktion neue Anregung diejenige Bartei gewesen, die am großzügigsten für die Begeben. Allerdings wird dieser Vorsprung durch den belgischen willigung von Mitteln für diese höchft wichtige Aufgabe eingetreten Metallarbeiterstreit beeinträchtigt. In den Bereinigten 1500 Staaten war die Roheisenproduktion im Juni um 7 Broz. geringer| Wollwarenfabritation wurde durch den in den letzten als im Mai. Sieben Hochöfen wurden ausgeblasen. Trotzdem blieb die Eisen- und Stahlerzeugung der Bereinigten Staaten auf einer beträchtlichen Höhe. Die Produktion des ersten Halbjahres stand jedenfalls weit über der des ersten Halbjahres 1924. Es wird ein weiterer Rückgang der amerikanischen Produktion bis zum Herbst vorhergesagt. Bon einer Krise fann jedoch nicht gesprochen werden, es liegt nur eine, zum Teil bewußt herbeigeführte Verlangsamung der Produktion vor. Monaten erfolgten Preissturz der Wolle eingeschränkt, da die Unternehmer in der Hoffnung auf weitere Preissenfung sich nicht mit dem Rohstoff eindecken wollten. Erst die Juliversteigerung in London zeigte eine Neubelebung der Kauflust seitens der Fabrikanten. Die Produktion von Seide und Kunstseide war in den letzten Wochen sehr belebt, vor allem infolge der bevorstehenden Einführung von 3öllen auf Seide und Kunstseide in England. Riesige Mengen von Seidenstoffen wurden vor kurzem nach England eingeführt, um noch die Zollfreiheit zu genießen. Abgesehen von dieser fünstlichen Anregung der Produktion mar die Lage der Seidenproduktion in diesem Jahr ziemlich gedrückt im Gegensatz zur Kunstseide, deren Verwendung auf Kosten anderer Textilfabrikate ständig zunimmt. Produktionseinschränkungen erfolgten für eine Anzahl von Rohstoffen aus rein fpefulativen Gründen, um deren Preise künstlich zu steigern. Die erheblichen Preiserhöhungen für Gummi, Kupfer und Petroleum find auf bewußte Einschrän fung der Produktion zurückzuführen. In bezug auf Gummi be steht die Produktionseinschränkung bereits seit langer Zeit und wird durch das sogenannte Stevensen- System von Ausfuhrprämien bewerkstelligt. Indessen hat sich die Wirkung dieses Systems noch nie so traß gezeigt, als in den letzten Wochen, wo eine un= erhörte Preissteigerung für Gummi einfegte. Es wurden Preise erzielt, die drei bis fünfmal so hoch sind, wie die Preise im Nollendorf 1120, 1121, 1122 vorigen Jahr. Die amerikanische Nachfrage der Automobilindustrie scheint immer noch ungebrochen zu sein, daher konnte die ProWas die Produktion von Terfilmaren anbelangt, so ist die Beltproduktion für Baumwollwaren ebenfalls im Rüdgang. Die Baumwallwarenproduktion Lancashires, mo gegenwärtig wöchentlich nur 36-40 Stunden gearbeitet wird, soll bald weiter eingeschränkt werden. Der Baumwollverbrauch in den Vereinigten Staaten ging seit Mai sehr erheblich zurück. Produktionseinschränfungen wurden auch in der Schweiz und in der Tschechoslowakei vorgenommen. Für den Produktionsrückgang find verschiedene Ursachen verantwortlich: Bertnappung der Baummollvorräte, außer ordentlich hohe Preise für die Baumwolle, die Unsicherheit der Preisbildung für Baumwolle aus der neuen amerikanischen Ernte, vor allem aber die geringe Ronfumfraft der Bevölkerung. Es wäre ein außerordentlich großer Bedarf nach Baum wollwaren vorhanden, indessen fehlen die Mittel zum Kauf. Die M. Lammfromm& Vogel Potsdamer Str. 127 buftionseinschränkung eine enorme Breiserhöhung zur Folge haben. Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Auch wurde die Kupferproduktion in der letzten Zeit tünstlich niedrig gehalten. Die Erzeugung im März betrug 81 000 Tonnen gegenüber 122 000 Tonnen im Jahre zuvor. In der Petroleumindustrie erfolgte die Einschränkung der Produktion seitens der englischen Gesellschaften. int A. H. Steigende Arbeitslosigkeit in Berlin. Auf dem Berliner Arbeitsmarkt zeigt sich ein weiterer wenn auch minimaler Rückgang der Beschäftigungsverhält. nisse. Im allgemeinen ist festzustellen, daß ein großer Wechsel unter den Arbeitskräften vorhanden ist. Steigende Nachfrage wird häufig durch erhöhte Zugänge Arbeitsuchender wieder ausgeglichen. Jugendliche können überall sehr leicht in Beschäftigung gebracht werden und reichen längst nicht aus, dem Bedarf zu entsprechen. Gegen die Vorwoche zeigt sich eine weitere zahlenmäßige Steigerung der Arbeitslosigkeit. Es waren 40 350 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 39 994 der Vorwoche. Darunter befanden sich 29 001 ( 28 550) männliche und 11 349( 11 444) meibliche Personen. Unterftügung bezogen 10 164( 9 476) männliche und 2796( 2859) meibliche, insgesamt 12 960( 12 335) Berfonen, davon bei Notstandsarbeiten 2180( 2179). Die Zahl der zu gemeinnüßigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 10 gegen 14 der Borwoche. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig im Alleindepot Zions- Apotheke Homöopath. Zentral- Officin Berlin N. 31, Ankiamer Straße 39/40, an der Ecke Brunnenstr., 5 Min. v. Rosenthal Tor. Tel. Amt Humboldt 1022. Adler- Apotheke ( Paul und W. Sadée), Berlin- Friedenau, Rheinstr. 16. Tel: Rheingau 2029, Friedrich WilhelmApotheke. Apotheker Georg Seelenbinder, Charlottenburg 2, Leibnizstraße 106. Ielephon 121, Schweizer- Apotheke. Apotheker Max Riedel Berlin W8, Friedrichstr.173. Heege's Apotheke. Berlin O. Gubener Str. 33, Ecke Warschauer Str. 2 Min. entf.v.Stadt-, Hochbahnstat. 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[ 10856 Sonntag 26. Juli 1925 Filmtexte. Bon Erna Büsing. Aus der Film- Welt menn Beilage des Vorwärts „ Der Film ist eine rein optische Angelegenheit," so sagen wir; hielem im wird ſo zuſammenhanglos gespielt. Ueberdies begeht in Afrika verbringt, nur an zivilifierte Gegenden. Das war sehr die Filmpioniere waren freilich anderer Meinung. Sie wollten das gesprochene Wort nicht entbehren und ließen den Filmerklärer amtieren. Er starb an seiner eigenen Unzulänglichkeit. " Dann kam die Aera der Briefe. Alle Filmdarsteller schrieben Briefe. Der Mann teilte seiner im Nebenzimmer weilenden Frau brieflich mit, daß er am Abend ausgehen werde, dem Dienstmädchen wurden die Aufträge brieflich gegeben. Briefe murden verloren, Briefe wurden gefunden, Briefe wurden gestohlen. Die aller intimsten und die allerunpersönlichsten Angelegenheiten behandelte man schriftlich. Dabei schrieben alle Firmdarsteller die gleiche Handschrift. Später gab man sich zwar die Mühe, wenigstens einen Unterschied zwischen der Herren- und der Damenhandschrift zu machen. Durch die Verwendung der Briefe hatte man in jedem Film viele sich ziemlich gleichbleibende Szenen, die mit Brief Schreiben" und Brief öffnen" ausgefüllt murden. Sie waren, da die ersten Filme nur Bewegung brachten, die einzig langausgespielten, ruhigen Szenen, die nicht nur uninterssant blieben, sondern darüber hinaus sich noch als regelrechter Ballast ermiesen. Vom Brief ging man zum Telegramm über, dessen Abfassung man nicht Jah. Es plagte in die Handlung mit einem für gewöhnlich schick falsschwerem Inhalt. Hierdurch trat meistens eine Wendung oder zumindest eine Aenderung in den Lebensgewohnheiten des Adressaten ein. Er mußte eine Reise machen, damit man filmisch Landschaftsbilder ausnutzen konnte usm. Der Trick mit dem Telegramm mar an und für sich nicht so ungeschickt, doch ließ man oft den Zuschauer den Tert mehr als einmal lesen. Die schwedischen Spielfilme, die zum Erlebnis murden, machten in ihren Terten zumeilen einen Abstecher in die Literatur. Man hatte Stimmung in der Handlung, in der Landschaft, im Tert. Der Inhalt der Schmedenfilme mird gefennzeichnet durch die Worte: ,, Herz und Gemüt". Was aber bei den Nordländern ob ihrer eigenen Beranlagung recht ist, ist anderen noch lange nicht billig. Im Gegenteil, tertliche Stimmung in deutschen Filmen kann einem stillen Genießer leicht unangenehm werden, fie fann vergröbern. Das Lichtspieltheater bietet Bare aus aller Welt dar. Das Bublikum wird zu Ansprüchen erzogen. Darum tam man, in dem Bestreben, zu verschönern, auf die Idee der gezeichneten Filmtitel. Sie können in munterer Art und Weise unterstreichen und mitige Einfälle recht föstlich würzen. Sie fommen nur für Spielfilme mit vielem Zegt in Frage. Jede Wirkung verlieren sie jedoch, menn eine Reichnung wiederholt Berwendung findet. Die Amerikaner moralisieren nicht nur in der Handlung, fie moralisieren auch im Text. Unentmegt wird Sonntagsschulunter richt erteilt. Und wenn philosophische Abhandlungen über die Engel Gottes auf der Filmleinwand erscheinen, so mag das im amerikanischen Wildwest sehr angebracht sein, in Berlin hat man dafür feineswegs das richtige Verständnis. Bei Lustspielen fann der Text von ausschlaggebender Be deutung sein. Dieser Fall fann auch bei Grotesfen eintreten. Bes rade in der legten Zeit wurden in der Bearbeitung für Deutschland piele amerikanische Grotesten mit recht ultigem Tert versehen. Er perfehlte seine Wirkung nicht, doch wurde durch ihn fein Gebot des Films erfüllt, fondern einzig der Versuch gemacht, die unbeliebte amerikanische Lagerware an den Mann zu bringen. Der fontinuierliche Film schwebt manchem als Ideal vor. Es murden Kunstwerfe geschaffen; aber nicht jeder Filmmanuskriptfchreiber hat die Fähigkeit, einen lückenlosen mortlosen oder fast mortlosen Film zu schaffen. Ebensowenig trifft diese Art des Films den Allgemeingeschmack des Bublikums. Im Anfang der Filmkunst waren die Darsteller schnaubende Kulissenreißer. Heute mirten sie mit knappften Mitteln. Es murde her Weg zum verinnerlichten Film gefunden. Man läßt sich feine Stimmung mehr durch eine aufdringliche Gebärde zerreißen. Die Aufdringlichkeit des toten, unfilmischen Wortes befämpft man jedoch noch nicht genügend. Wie ulfig fann man beispielsweise im Lust spiel, wenn es einer sehr eilig hat, durch die Einschaltung einer Zeit: Tupenaufnahme mirten. Umgefehrt fann man, falls eine Sache fich mirklich Zeit lassen muß, den Zeitraffer verwenden. So fann der Film durch Hineinfopieren, Triczeichnungen usm. tausend Möglichfeiten belustigender wirken lassen als der beste Text. Heutzutage harf im Film ein Buch mir noch aufgeschlagen werden, wenn das Bublifum tatsächlich an seinem Inhalt interessiert ist, und ein Brief Der darf nicht mehr als Tertübermittlung in Frage fommen. Schauspieler erlernte die Gefte, die das Wort ersetzt; nun darf man das Wort nicht erfünftelt in den Filmtegt wieder einschmuggeln. Die Filme der Woche. Der Blizchauffeur. Theater am Nollendorfplatz. Ein einfacher Chauffeur wird, infolge der Großfprechereien eines lieben, fleinen Mädels, für einen berühmten Rennfahrer gehalten. Aber man braucht trok der schwierigsten Situationen teine Angst zu haben, in Amerika löft man alle Mißverständnisse liebenswürdig und unterhaltend. Der Chauffeur wird ein berühmter Rennfahrer und das fleine Mädel, die Tochter des siegreichen Automobilfabrikanten, befommt er noch obendrein. Auf diese Weise wird man Zuschauer eines fabelhaft aufgenommenen Automobilrennens und sieht überdies den sehr sympathischen Reginald Deny am Steuerrad. Der Film hat Tempo, Tempo und nochmals Tempo. Bei der Uraufführung wurde das Publikum angestedt, es rafte Beifall Graf Greif. g. Die Julihige treibt die Besucher gerade nicht scharenweise in die Lichtspieltheater hinein. Die Richard Oswald- Lichtspiele versuchen durch einen Detektivschlager mit Frau Sonne in Kontur renz zu treten. Einst waren die Detektivfilme große Mode, heute nimmt man sie nicht einmal mehr bei den Uraufführungen ernst, fie weden nur noch Erinnerungen. Und ausgerechnet der ,, Graf Greif" ist nach verstaubter, früher bewährter Schablone gearbeitet. Graf Greif, ein Hochstapler, begeht im Hotel einen Diebstahl nach dem anderen und der Detektiv, ein Teufelsferl, entlarvt den Uebeltäter zulegt. Reinhold Eichader, ein guter Detektivdarsteller, schrieb sich selbst ein schlechtes Manuskript. Der Regisseur Wenter spielt einen tomischen Detektivgehilfen. Es ist meist immer angebracht, Regisseure nicht spielen. Sie sollen lieber darauf bedacht sein, ihr Schauspielerensemble fest in die Hand zu bekommen. In Film man noch den schweren Fehler, ein Ehepaar, das erst eine große Rolle spielt, später ganz verschwinden zu lassen. Das ist unflug, denn im Film will das Publikum die zu Ende geführte Handlung. Es bleibt unbefriedigt, wenn es über das fernere Schicksal der lebenslustigen Frau( die bestohlen ist), und des biederen Gatten ( der unbewußt in den Besiz falscher Banknoten fam), nichts erfährt. Bern Aldor war der Darsteller des Grafen Greif. Man hat schon liebenswürdigere Hochstapler gesehen. Nicht unerwähnt soll die erfreuliche Tatsache bleiben, daß man, trotzdem der vorgehaltene Revolver des öfteren die Situation entschied, alle wüften Szenen vermieden hat. e. b. Hat Darwin recht? Marmorhaus. For ist ein derartig einfallsreicher Geschäftsmann, daß für ihn das Geld immer auf der Straße liegt. Diesmal ist es der Affen: prozeß, der es ihm ermöglicht, alte Filme unterzubringen. Drei Schauspieler läßt er in möglichst affenähnlicher Maske, als Gelehrter, Sekretär und Diener ihre Experimente mit einem Affeneligier machen. Die Drei wollen sich zurückverwandeln und da gerade drei Schimpansen ausgebrochen und in die Wohnung des Gelehrten geraten sind, glaubt man allgemein, das Experiment fei geglückt, bis nach vielen Berwickelungen die Aufklärung kommt. Sie läßt lange auf sich warten, denn For wollte eine ganze Vorstellung bestreiten und hat darum einfach zwei früher einzeln gezeigte Affenfilme zwischen Anfang und Schluß des neuen Einafters geschoben. Wie immer, so lachte man auch diesmal wieder herzlich über die Affen. Beichte") gezeigt wird, mußte das Manuskript für 13 Atte Berwidlungen ergeben. Man erzwang fie, indem man alle Menschen unverständlich handeln ließ. Rhotographisch hielt man sich, obwohl der im Mittelpunkt stehende Graf den größten Teil seines Lebens gut, denn Afrika wäre Louis Mercantons Regie gefährlich gemorden. Er läßt Araber auftreten, die aussehen, als ob sie vom preußischen Kommiß fämen. Schauspielerisch wird Die Beichte" durch zwei Kinder gerettet. Sie gefielen, aber nicht durch ihre Natürlichkeit, sondern durch ihre blendende Technik. Marjorie Hume hat sehr schöne, ausdrucksvolle Augen, man glaubte ihr die gequälte Mutter. e. b. Das Programm der Kulturabteilung der Ufa. Die Erfahrungen, die die Kulturabteilung der Ufa in den legten Jahren gemacht hat, haben sie veranlaßt, dem Spielfilm in ihrem Programm eine größeren Raum zu gewähren als es bisher der Fall war. Freilich nicht dem üblichen Spielfilm, sondern einem Film, der durch den Rahmen gefennzeichnet wird, in den die Spiel: handlungen eingefügt find; sei es, daß der Hintergrund ein bestimmtes landschaftliches oder fulturelles Gepräge trägt, sei es, daß das Problem der Handlung selbst einem Gebiete entnommen ist, das dem gangbaren Spielfilm ferner steht, wie etwa die großen Probleme der Wissenschaft und der Technik. Viele Versuche mußten gemacht werden, ehe die klare Linie gefunden war. Vor allem ergab sich, daß neben dem wissenschaftlichen Zweck der Produktion das eigentliche Wesen der filmischen Darstellung stärker berücksichtigt werden mußte, einmal, um die wissenschaftlichen Vorgänge eindrucksvoller in das bewegte Bild umzusetzen, andererseits um das Interesse des Beschauers durch mannigfaltige Abwechslung zu erregen und wachzuhalten. So wurden die Filme schon ihrem Umfange nach größer und mit den gesteigerten Aufgaben wuchs entsprechend die Kulturabteilung selbst. Heute ist sie ein abgeschlossenes Fabrikationsunternehmen größten Ausmaßes. Nach wie vor ist ihr Hauptsiz in den Stegliger Anlagen verblieben, die im lezten Jahre äußerlich und innerlich stark ausgebaut und völlig Benn in einem Roman die geschilderten Charaktere der modernisiert worden sind. Eine weitere Gruppe wirkt in der Birklichkeit nicht entsprechen, so fann immerhin das Wort manche Lindenstraße. Für die großen Spielfilme werden die Ateliers der Unebenheit mildern. Im Film aber, der aus dem Roman mur die fa oder Mietateliers benutzt. Ein eigenes biologisches Aufnahme= Handlung nimmt, wirft alles knallig. Und da der Film„ Die Vergelände ist in den letzten Wochen in Südende fertiggestellt worden. stoßenen" sogar in zwei Teilen(„ Der Eifersüchtige" und„ Die Zudem sind ständig eine große Reihe von Expeditionen nach affer Die Verstoßenen. Mozart- Saal. H.S15. HARRY PIEL DARY HOLM/ OLGA LIMBURG/ DENISE LEGEAY FRITZ GREINER/ KARLETLINGR/ ALBERT PAULIG JOSÉ DAVERT/ R. VAN RIEL/ CONTE APOLONI IN ZIGANO DER BRIGANT VOM MONTE DIAVOLO BAYERN- FILMS URAUFFÜHRUNG HEUTE MOZART SAAL BAYERN FILMS g. BAYERN- FILMS Hat Darwin Recht? Herren Länder unterwegs. Das Produktionsprogramm selbst gibt Zeugnis von der Entwicklung, die die Kulturabteilung seit ihrem Bestehen genommen hat. Wir finden neben den ein- und zweiaftigen Lehrfilmen aus allen Gebieten der Wissenschaft und Technik eine Reihe ähnlicher Filme, denen zwangslos eine Spielhandlung eingefügt worden ist und die zum Teil als Trickfilme durchgeführt sind. Wir sehen weiter eine Anzahl großer Expeditionsfilme mit geographischem, ethnographischem und zoologischem Inhalt. Auch hiervon find einige durch spannende Handlung dem Spielfilm angenähert. W erfahren ferner, daß eine Reihe von fleineren und größeren Werken sich mit Entdeckungsreisen in die Heimat befaßt oder aufklärende Arbeit für die Volksgesundheit leistet. Das letzte Glied in der Entmidlung bildet jene Art von Filmen, die den großen Spielfilmen an die Seite zu sehen ist und sich nur dadurch von ihnen unterscheidet, daß Landschaften oder Kulturstätten nicht nur eine zu= fällige Staffage bilden, sondern mit der Handlung eng permoben einen unentbehrlichen Bestandteil des Films selbst darstellen. Die National- Film A.-G. bringt schon vor Eröffnung der neuen Berleihsaison vier Filme heraus. Außer dem Bille- Film, einen einen weiteren Paramount- Film ,, Ein Gesellschaftsffandal", in der Hauptrolle Gloria Swanson, sowie einen Roman- Film Wege des Schicksals", in dessen Hauptrollen Grete Reinwald und Karl Auen beschäftigt find. Bola Negri Film ,, Cleo, das Mädchen der Strabe der Hauptrolle " Der Zille- Film der National- Film A.-G., dessen Titel in„ Die Berrufenen"( Der fünfte Stand")- 8 Afte nach Erlebnissen von Heinrich Zille geändert worden ist, ist ohne jeden Ausschnitt pon der Filmprüfungsstelle Berlin zur Vorführung freigegeben worden. Die Elektrizität auf dem Lande. Die Deulig ist mit der Vorbereitung zu einem Kulturfilm beschäftigt, der die Anwendung der Elektrizität auf dem Lande veranschaulichen soll. Auftraggeberin ist die Reichshauptstelle für Kultur- und Wirtschaftspropaganda, die den Film für die ihr angeschlossenen Bereinigungen der Elektrizitätsmerte herstellen läßt. Berfilmung von Selma Lagerlöfs Roman Jerufalem". Eine Gruppe Filmfünftler aus Kopenhagen hat sich, wie die Reichshauptstelle für Kultur- und Wirtschaftspropaganda e. B. mitteilt, nach Balästina begeben, um dort Selma Lagerlöfs Roman Jerusalem" zu verfilmen. In einem an die Künstler gerichteten Schreiben betont Selma Lagerlöf u. a., daß Palästina so viel Kultur auf die Menschheit ausgestrahlt habe und so viel Schönheit befize, daß sie glücklich wäre, das Land besuchen zu können. Der Kulturfilm als Wegbereiter für Berfehrsprobleme. Im Auftrage des Weserbundes e. V. in Bremen stellt die DeuligFilm Aktiengesellschaft zurzeit einen Film von der Landschaft an der Weser und Werra her. Das Manuskript fertigte der Geschäftsführer des Weserbundes Dr. Flügel. Der Weserbund will mit diesem Kulturfilm die Bedeutung der Weser und Werra als Wasserstraße und Hauptverbindungsweg zwischen Nordsee und Donau propagieren. Das Marmorhaus, Kurfürstendamm, eröffnet in den ersten Tagen des August die neue Saison mit dem Terra- Film„ Die drei Bortiermädel", der ein Berliner Milieu behandelt und mit Maly Delschaft, Margarete, Kupfer, Helga Molander, Hanni Weiße, Harry Halm, Bruno Kastner, Fischer- Köppe, Hermann Bicha und Jakob Liedtke besetzt ist. Carl Boese hat diesen Terra- Film inszeniert. Die Filmhaus Brudmann u. Co., A.-G. erwarb von der RannegFilm G. m. b. H. den unter der Regie von Rolf Randolf gedrehten Großfilm: Was Steine erzählen". Der Film erscheint im Monat August im Primus- Palast, Potsdamer Straße. „ Ein Gesellschaftsstandal"( Paramount- Film der NationalFilm A.-G.) mit Gloria Swanson in der Hauptrolle, gelangt am 7. August in den Richard- Oswald- Lichtspielen zur Uraufführung. Die Darwin- Woche im MARMORHAUS Der neue Weltschlager der FOX FILM CORPORATION PREISWERTE ANGEBOTE Kleiderstoffe Meter Mengenabgabe vorbehalten Musselineine Wolle, bedrackt, in grosser Reinw.Streifen 3° 4° Gabardine Bafthstoffe ca. Mengenabgabe vorbehalten 95PL. 190650 Crêpe marocain Voile doppeltbrett, moderne Druckmuster........... Meter Foulardine d Trikot( Kunstseide), ca. 140 cm breit, schwarz und 25 Baumw.- Musseline Meter Seidenstoffe Meter 325 moderne Muster, Meter 145 175 Meter 210 a.Schotten, ca. 100 em 90 reine Wolle, ca. 130 cm breit, in solid. Farben, Meter Wollcrêpe ca. 100 cm breit, in den neuesten Farben, Meter Fritstagen 3.90 Damen- Schlüpfer Baumwolle, fein gewebt, farbig... 145 Kunstseide, grosse Farbenaus375 Damen- Schlüpfer wahl, Grösse 42 bis 45......... Damen und Herren 7.90 Serie 1975 Sportwestenine Wolle.... 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The Kid Chaplin will zum Film Chaplin als Pfandleiher Wochent. 7 B. 9/ Sonnt, 5, 7, 9 Madame Dubarry Auf der Bühne: Bilder aus dem Rokoko" Wochent. 7 u. 9 Sonnt. 5, 7, 9 Tragödie der Liebe 1. und II. Teil Auf d. Bühne: Windsors Wechent. 7 u. 9 Sonnt. 5, 7, 9 Stenermann Holk Ehefrenden Wochent. 7. 9 Sonat. 5, 7, 9 Wege zu Kraft und Schönheit Wochent. 7 u. 9 Sonat. 5, 7, 9 Blitzug der Liebe Wochent, 7 u. 9 Sonat, 5, 7, 9 Die Marquise Yorisaka Mania Wochent. 7 u. 9 Sonat. 5, 7, 9 Wegen Renovierang geschlossen Selbstaufstll Filtersanger, Gertenspritzen, Pumpen, Schläuche Krüger & Lathan Pumpenfabr. Alexanderstraße 14, 2 Min v. B. Jann,-Br. Albert Rosenhain's Fruchtpressen IgAusführung Ok.15, 13,50 12,50 11; Cherryman Eisbomben,& is. maschinen, Gisschränke stets in reicher Auswahl am Sager Katalog m.üb. 1000 Abb.versch. Waren wird auf Wunsch kostenl. zugesandt. Rosenhain Das Haus für Geschenke. Leipziger Str. 72-74, ad.Colonnad Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. 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