Nr. 130. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Naum 40 Pig., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist ar Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonna und Festtagen bis 9 1hr Vormittags geöffnet. fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Ehrlich währt am längsten. " Freitag, den 7. Juni 1895. " Expedition: SW. 19, 23enth- Straße 3. Banamino- Stimmen:" Gelobet sei die allein wahre Sittlichkeit, sei die Moral der bürgerlichen Gesellschaft zum schärfften und in ihm bete sie sich die ihre langen Finger steckt in die Taschen der Mitmenschen, vollendetsten Ausdruck gekommen die von dem Juden Cornelius Herz sich christliche Liebes- selbst an. gaben erbettelt, die mit ihren langen Armen die Freiheit Crispi hoch! Und die Crispi hoch! rufen in der So lautet ein Wort, in dem sich die Moral und zu- des Volkes erdrosselt, die Erde mit Leichen bedeckt und die frommen Kinderstube, sie verneigen sich auch hochachtungsgleich die Weltklugheit des Volkes ausdrückt, welches be- Gefängnisse mit Menschen füllt alles, um das Reich voll, ehrerbietig vor den Spitzbuben der französischen Südgriffen hat, daß ohne Treu und Glauben die menschliche Gottes auf Erden zu errichten, und die Dreieinigkeit: bahu. Ehrlich währt am längsten. Gesellschaft nicht im Frieden zusammenzuhalten ist, und daß Religion, Ordnung und Sitte auf den Weltenthron zu er jeder Widerspruch zwischen Reden und Handeln mit Noth- heben! wendigkeit zur Erschütterung des sozialen Zusammenhalts Und verflucht sei die unfittliche Opposition, die den führen muß. Zu teiner Zeit haben die herrschenden Klassen sittlichen Fälscher, den gebenedeiten Spizbuben, das zu und Parteien das Wort Ehrlichkeit mehr im Munde geführt, Meineid, Mord und Todtschlag auserwählte Werkzeug auf Erden all als in der Gegenwart. Auf Religion und Sitte" Gottes den Pranger zu stellen, worunter doch wohl Sittlichkeit gemeint ist soll die und durch schnöde Anfeindung des edlen Check- Mannes Staats- und Gesellschafts- Ordnung" sich gründen; alle Crispi die höchsten Kleinode: Religion, Sitte und Ordnung Unlauterkeit soll aus der Welt verbannt, Tugend und unter die Füße zu treten sich erkühnt! Keuschheit von Amts wegen bei Strafe zur Bürgerpflicht Anathema sit! gemacht, der Wandel eines jeden Staatsbürgers unter Ehrlich währt an längsten. Bolizei- Aufsicht gestellt werden und der Polizist theilt Und nun in die fromme Kinderstube in das Land mit dem Unteroffizier die Ehre, der Stellvertreter Gottes der Keuschheit, Tugend, Ehrlichkeit par excellence in auf Erden zu fein; aus dem Geschäftsleben soll der das Land, wo wälsche List und römischer Trug verbannt ,, unlautere Wettbewerb" verschwinden, die Börse soll sich sind, wo der Spruch noch gilt: Ein Wort ein Wort, ein aus einem Giftbaum" in das Blümlein Wunderhold ver Mann ein Mann! in das Land, wo am donnerndsten wandeln, dessen Duft Gesundheit des Leibes und der Seele der Donnerruf erbraust ist: Für Religion, Ordnung, Sitte! verleiht kurz das tausendjährige Reich ist uns verheißen, Auf nach Valencia: Deutschland. Und zunächst in oder wenigstens zugedacht- das tausendjährige Reich, das Allerheiligste der„ edelsten" Junker- und Priesterschaft, in dem für die Sünde tein Raum mehr ist und christlicher die Religion, Ordnung und Sitte pflegt, wie weiland die Geist alles durchdringt. Vestalinnen das ewige Feuer: in die Nedaktionsstube der 11 So wird geredet. Und gehandelt? Blicken wir um uns. Nicht in die Vergangenheit nur in der Gegenwart eine kurze Umschau, und ein Blick nur auf das, was gerade in die Augen springt. = Feuilleton. ( Nachbruck verboten.] Halt was sehen wir da? Das Organ des Frömmisten und Christlichsten der Frommen und Christlichen das Volk" des großen Vaters der Wahrheit: Stöcker. Was lefen wir da? Welche seltsame Sprache. Man höre: Was der Sozialdemokratie ihre agitatorische Kraft verleiht, das, womit sie nicht etwa nur den Egoismus der Massen födert, sondern sich auch deren innere Ueberzeugung, deren fanatische Nachfolge sichert, das sind Waffen, die sie dem Arsenal des Christenthums entlehnt hat. Es ist ihre Methode, an die heutigen Zustände rücksichtslos den Maßstab des Christenthums anzulegen und so jedem, der Augen hat zu sehen, die tiefe Kluft zwischen dem wahren Christenthum und dem der heutigen Gesellschaft aufzus weisen. Darin liegt die elektrisirende Kraft dieser Partei, das Geheimniß ihrer Erfolge. Es wird denjenigen, welchen an der Erhaltung der bestehenden Gesellschaftsordnung gelegen ist, schlechterdings nichts übrig bleiben, als das Schwert der christlichen Kritik den Händen der Sozialdemokratie zu entwinden und selbst in die Hand zu nehmen. Das ist freilich eine überaus schwere und fürs erste auch sehr undankbare Aufga be, eine doppelt undankbare, weil der, welcher sich stein feine Kollegen packen ihre Roffer; er aber sitzt fest, und dentfaulen Glementen im eigenen Lager und seine Hand spielt mit einem christlich germanischen allzu leicht in den wirklichen, oder auch nur Revolver, mit dem er nicht sich selbst eine Rugel vor vorgefchobenen Verdacht geräth, demagogischen und unkonservativen Bestrebungen zu huldigen. nein, das wäre den Kopf schießen will Dieses Odium aber dürfen wir im Bewußtsein der gerechten Sache nicht schenen. Es giebt kein anderes Mittel, der revolutionären Propaganda wirklich Herr zu werden. " Kreuz- Zeitung"! Da fißt Freiherr von und ßu Hammer ihr faulen bei den trägen, furzsichtigen ja -Und weiter führt der Verfasser aus, um nicht in den schnöden Verdacht der Heuchelei zu kommen, müsse die konservative Partei auch in Wirklichkeit christlich sein, auch im Handeln, nicht blos in Worten den Mammon be kämpfen. In Frankreich war vor wenigen Tagen die so- jüdisch gemein", nach Art der semitischen Lumpen, ein Schlemmerleben führen genannte Südbahn Affäre vor der Kammer. Die die auf Kosten anderer unsittlichen" Sozialdemokraten deckten gemeine Spitz- und dann, wenn es nicht mehr geht, ihren Gläubigern und bübereien und Justizskandale auf und verlangten betrogenen Opfern mit einem frivolen Pistolenschuß eine Bestrafung der Schuldigen. Da tamen sie aber bei den Nase drehen nein, der Revolver ist für das unfittliche Vertretern der Sittlichkeit"( Religion, Ordnung und Bolt, welches da meint, das Geld auderer Leute zu nehmen Sitte) schlecht an-- die Schuldigen bestrafen war un- sei nicht ehrenhaft, und ein Brasserleben zu führen, entOh gewiß, hier ist Ehrlichkeit, hier ist Wahrheit. fittlich", es ging gegen Religion, Ordnung und Sitte spreche nicht dem Evangelium der Liebe und Demuth, wie Doch was lesen wir dort? Hier auf der zweiten und und die Prediger und Wächter der Sittlichkeit( Religion, es verkündigt ist im Neuen Testament. Ordnung und Sitte) beschlossen mit Majorität, daß Herr von und ßu Hammerstein bleibt Redakteur der dritten Spalte: christliche Wahrheit, Demuth und Eutsagung. Stehlen, Bestechung, Durchstecherei, Rechtsbeugung die Kreuz- Zeitung" und die anderen Redakteure gehen. Und auf der ersten Spalte ein flammender Artikel für den wahre Sittlichkeit sind, und daß die Sozialdemokraten, Das ist mehr als ein Zeichen der Zeit das ist ein Antrag Kanit.( Siehe Nr. 126 des" Volf".) Bekämpfung die derartige Praktiken für verwerflich halten und sie Bild der Zeit, das klassischste Bild der Zeit des Neuesten des Mammon durch einen Milliardenraub am Bolt! Heuchelei, dein Name ist Stöcker! aus der Gesellschaft verbannen wollen, die Religion, Kurses. Ehrlich währt am längsten. Ordnung und Sitte bedrohen. Ehrlich währt am längsten. Ehrlich währt am längsten. Ein anderes Bild. Da liegen vor uns dußende, Weiter. In ciner großen, respektabelen und natürlich Gehen wir von Westen nach Süden! Im schönen hunderte von Zeitungen aus der frommen Kinderstube-sehr frommen Zeitung finden wir einen von sittlicher Ents Italien war eben eine Wahl. Auch ein Kampf zwischen allesammt triefend von Sittlichkeit. Und allesammt triefend rüstung diktirten Artikel gegen die Rölnische Zeitung", die Sittlichkeit und Unfittlichkeit zwischen den Engeln der von Begeisterung für Crispi, diesen Ausbund der sich in einem Anfalle von Philistermoral veranlaßt gesehen Religion, Ordnung und Sitte und den Teufeln des Um- Tugend und Ehrlichkeit, und von Entrüstung über hat, auf grund der Mittheilungen eines rheinischen Bürgersturzes. Die schwarzen und rothen Teufel des Umsturzes die unfittlichen Sozialdemokraten, welche die Tugenden meisters zu schreiben: behaupten, daß ein Fälscher ins Zuchthaus gehört, die des Tugendausbundes nicht anerkennen wollen, oder viel- ,, daß seitens der staatlichen Bergiverksverwaltung des Saarlilienreinen Engel aber, geführt von dem Erzengel Crispi, mehr, die seine Tugenden zu gut anerkennen, denn sie brüder Kohlenreviers alljährlich bezüglich eines jeden einzelnen der im Heiligenschein erstrahlt, sie fingen mit silbernen die bösen Sozialdemokraten sind der Meinung, in Crispi Bergarbeiters eine genaue Aufstellung des im abgelaufenen Jahre lang ein frostiges, unfreundliches Regenwetter die Ge- auch immer Euresgleichen als Wahrheit Euch predigen müther mürrisch gestimmt hatte. Aus den südlichen Breiten mögen: es ist Afterwahrheit und Irrwahn, wenn es auch war das Tagesgestirn siegreich heraufgezogen zu den Söhnen nur um Haaresbreite abweicht von der Wahrheit, die ich, des fühlen Nordens und sandte seine flammenden Strahlen- Eure Sonne, Eure Schöpferin, Eure allliebende Mutter und bündel als köstlichen Gruß in die Paläste der Vor- Lebensspenderin Euch verkünde. nehmen, in die wohnlichen Häuser der Bürger und Seht, wie ich meine Gaben gerecht und mit vollen die dürftigen Arbeiterquartiere der Vorstadt. Ueber Ge- Händen austheile: wie ich nicht das Würmchen im Schmutze Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. rechte und Ungerechte, über Unterdrücker und Unterdrückte, vergesse, sondern es erwecke zu neuem Sein, zum bescheidenen Wat,' n Trinkjeld? Na, denn kenn' Se uns Wernicke's über die satten, brutalen, in buntem Flitter prunkenden Schmaus, zu zärtlicher Liebesfreude, zur Mehrung seiner schlecht!" sagte der Knabe stolz. Doch halt, jeben Se Bekenner der Selbstsucht und die halbnackten, ausgehungerten, Art und stillem, schmerzlosem Ende. und noch eenen Und darum, wenn sie Euch sagen, daß Ihr zu Kummer vom angestammten Mutterboden losgerissenen Kinder des so... noch eenen man her. morjen hol Elends fluthete dieses unendliche, uferlose Meer von Licht und Leid, zu Schmerz und Entbehrung geboren seid, so da, Herr Plüddemann, for de Arbeitslosen ick mir de Quittung!" und Wärme gleichmäßig herab, Wonne und Glück schaffend rufet: Nein, nein, und tausendmal nein! und weifet auf Unter allgemeinem Lachen nahm er dem verdußten Edel- in den ausgewinterten, nach neuem Leben verlangenden mich, Eure Sonne, die da scheinet mit gleicher Liebe über alle und keine Vorrechte, keine Privilegien, teine Stände mann die Geldscheine ab. nnd reichte sie dem nicht minder Herzen. Wie eine Prophetin der Gleichheit, Liebe und Freiheit und Ränge kennt, sondern nur eine einzige, unterschiedslose, verdutzten Armenvorsteher. Nun wär's aber an der Zeit, daß wir gehen," meinte stand sie hoch oben an der blauen, wolkenlosen Wölbung, gleichberechtigte Klaffe von Kreaturen. Bruno Volkmuth,„ und den Nachtfrieden dieses Hauses nicht die ewige Urmutter all' des zappelnden Kleinzeugs, das sie auf der dünnen Kruste dieses merkwürdigen, Erde" geLänger stören." nannten Planeten aus dem Urschlamin zum Dasein erweckt hatte. Es war, als ob sie aus ihrer erhabenen Höhe den friechenden Wesen da unten die ehernen Gesetze der einen und einzigen Weltordnung mit lauter Stimme verkündete: Seht, ich steh' hier als die Sendbotin der fernen, Und wenn in Euren Herzen die Stimme der Habgier unendlichen Welten, daß ich Euch künde die eine unerschütter- fich regt und Euch antreibt, um einen Haufen irdischen liche Wahrheit, welche war, ist und sein wird zu allen, Schmutzes die Schwächeren zu verfolgen und vom Flecke zu allen Zeiten: die Wahrheit von der Zusammengehörigkeit drängen, so rufet: Nein, nein und tausendmal nein!" und Einheit der Dinge, für welche eine Satzung, ein Bügelt die Bestie in Euch, welche da giert nach Besitz und Recht, eine Ordnung nur gilt, die Wahrheit von der er nichts fieht als ihr eigenes Jch in der tausendfachen Ver Herrlich war der Sonnenball tags darauf am Himmels habenen, einfachen, schlichten Größe alles Seins, welche größerung der ihr innewohnenden Selbstsucht. " Fordert," ihr Armen und Elenden, ihr Entwurzelten zelt emporgestiegen, alles Gewölf schien durch die warmen feine Staffeln und Grade zuläßt unter den Wesen, außer Frühlingswinde hinweggeweht. Es war der erste schöne in der Vollkommenheit und Reinheit, in der sie die cwige, und Unterdrückten, denn Ihr habt ein Recht, zu fordern Lenzestag, den Berlin in jenem Jahre sah, nachdem wochen- unwiderlegliche Wahrheit selbst in sich wiederspiegeln. Was ein heiliges Recht, das Euch verbrieft und verbürgt Berliner Märztage. " 31 In gehobener Stimmung nahm man von einander Abschied selbst Herr Plüddemann, der mit dem Polen voraus schritt, war innerlich recht froh darüber, daß er so glimpflich davongekommen. Als Bruno Volkmuth Dora seine Hand reichte, war es ihm, als ob er wiederum jenes leise, elektrische Bucken in der ihrigen verspürte. Er blickte auf und suchte ihre Augen. Sie lächelte ihn an und sagte leise:" Auf Wiedersehen!" IX. " " " Und wenn sie Euch heißen, Eure Brüder zu bedrücken, zu knechten, zu tödten, damit sie selbst und Ihresgleichen Raum gewinnen für ihre anmaßenden, rücksichtslosen Be gierden, so rufet abermals: Nein, nein, und tausendmal nein!" und vergrabet das verruchte Eisen, das Ihr zum Brudermord emporhebt. " " Den verdienten Lohnes zum Zwecke der Einkommensteuer- Veranlagung Jin gegenwärtigen Stadium der Sache genügt der vorhandene, albern ist, dann überläßt man es ruhig seinem Schicksal; Veranlagungsbehörden übergeben und daß, dadurch| Verdacht, dem Beschlagnahme- Antrage der Staatsanwaltschaft wenn es aber boshaft ist, so muß man dem Waschweib auf im Gegensatze zum bisherigen Verfahren der einzelne zu entsprechen. Eventuell wäre die Beschlagnahme schon nach die Finger klopfen. Und boshaftes Gewäsch ist es, wenn Bergmann bis zum Iegten saner ver-§ 40 des R.-St.-G.-B. gerechtfertigt, da es sich um einen GegenEhrlich währt am längsten. Und unehrlich? irren. " dienten Pfennig zur staatlichen Gintommen- stand handelt, welcher zur Begehung eines vorsäglichen Ber- das Waschweib heute in der" Voffischen Zeitung" die alte Steuer herangezogen werde. Früher hatte man gebens bestimmt ist und dem Thäter oder einem Theilnehmer französische Ordnungsparteiler- Lüge aufwärmt, Blanqui, die Praxis beobachtet, das Einkommen der Bergleute nach gehört. Hiernach war der angefochtene Beschluß zu bestätigen der" Ritter ohne Furcht und Tadel", der Revolutionär, habe festen Sägen, je nach der Stellung, die sie im Betriebe einnahmen, und der Beschwerdeführer mit den Kosten dieser Instanz zu be- aus dem Gefängniß, das er die Hälfte seines Lebens bes einzusehen, sodaß für Tagearbeiter, Pferdefnechte, Schlepper, lasten." wohnte, der Regierung Louis Philipp's Mittheilungen über Hauer u. s. w. ein bestimmter Say maßgebend war, dem Wir haben hier ganz genau die Argumentation und sogar die republikanische Partei geliefert. Das ist eine infame Dann noch das Einkommen aus etwanigen Nebenquellen die Ausdrucksform des Reichsgerichts in seiner Auslegung vom Verleumdung, für die nie ein Tittelchen von Beweis bei hinzutrat. Jetzt liegt eine Einschäßung der Schicht- 7. Januar. Die gesperrten Stellen find wörtlich dem be- gebracht ward- eine Verleumdung, die von ehrlosen Buben meisterei vor, die intensiver wirkt als die treffenden Erkenntniß entnommen.( S. den Vorwärts" vom in die Welt gesetzt worden ist, und nur noch von politischen gewissenhafteste Selbst einschäßung, wenigstens 1. Juni) und wenn wir bedenken, daß die„ Norddeutsche ist nach den Angaben unseres Gewähr mannes eine nicht un- Allgemeine Zeitung" diese Auslegung vor 8 Tagen hervorhob Waschweibern verbreitet werden kann. erhebliche Erhöhung der Einkommensteuer infolge deffen ein- und empfahl, so finden wir uns zu der Vermuthung gedrängt, Die Emser Depesche. Mit bezug auf unsere neuliche getreten." daß seitens der Regierung der ausgelegte Bemerkung, daß an der friedlichen Gesinnung des Königs Das Blatt führt auf zwei Spalten aus, daß diese Paragraph 130 den Staatsanwälten ein- Wilhelm um den 11. und 12. Juli 1870, furz vor Fälschung der stramme Heranziehung" ganz in der Ordnung ist, daß geschärft worden ist. Depesche, kein Zweifel sei, erinnert man uns an die Depesche, jeder Arbeiter die heilige Pflicht habe, auf Heller und Und wir glauben, uns mit dieser Vermuthung nicht zu welche zu jener Zeit der englische Gesandte in Berlin, Pfennig seine Einkommensteuer zu zahlen, und daß es die Lord Loftus, nach London schrieb. Es heißt da mit dürren Worten: abscheulichste Pflichtvergessenheit ist, dies nicht zu thun. Herrn Theodor Reuß scheint es doch nicht so ganz Und das Blatt, das dies in seiner Nummer 154 leicht zu sein, die Thatsachen zu widerlegen, die wir ihm seine Minister wollen den Krieg und werden Der König will den Frieden erhalten, schreibt, ist die„ Rheinisch- Westfälische Beitung", das Leib- in seinem Beleidigungsprozesse gegen unsern Redakteur ihn durchfeßen." organ des Königs der Steuerhinterzieher und Schienen Dierl vorgehalten haben. Obgleich Dierl's Vertheidiger, Bekanntlich wollte König Wilhelm auch 1866 nicht den flicker: des Kommerzienvath Baare! Rechtsanwalt Heine, schon vor fast einem Monate die Klage Krieg, und wurde erst durch die Lügen und Fälschungen beantwortung eingereicht. hatte, ist jetzt auf Antrag des Bismard's- über die feinerzeit der Kronprinz, spätere Kaiser Anwalts von Reuß der auf den 15. Juni anberaumte Friedrich empört war in den Bruderkrieg hineingerissen. Termin aufgehoben worden, weil sich der Privatkläger eine Die deutschen Orden sinken im Kurse. Nachdem eben dreimonatige Frist zur Entgegnung erbeten hat. erst der französische Gelehrte Pasteur die Verleihung des deutschen Ordens ,, Pour le mérite" dankend abgelehnt hat, der Geheimhaltung der polnischen Fraktionsfitungen. ihm allergnädigst verliehen werden sollte, ist jetzt der englische Die polnischen Blätter veröffentlichen den Bescheid, welchen Philosoph Herbert Spencer diesem Beispiel gefolgt. Gr Der ausgelegte§ 130. Das Reichsgericht hat mit seiner bie polnische Landtags- Fraktion dem polnischen erklärt in einer Mittheilung an mehrere Journale, er müffe famosen Auslegung nicht in den Wind und nicht zu tauben Wahlfomitee der Stadt Posen auf eine Anfrage ertheilt die Annahme des Ordens ,, Pour le mérite" ablehnen, da die Ohren gesprochen. In Braunschweig ist die Saat bereits hat. Die Fraktion sendet dem Komitee Abschrift der Reso- Annahme einer solchen Auszeichnung mit den von ihm bezüglich auf fruchtbaren Boden gefallen. Wie unseren Lesern bekannt, wurden die dort konfiszirten lution vom 27. November 1879 zum Beweise dafür, daß der Orden öffentlich ausgesprochenen Ansichten im Widerspruch Exemplare unserer Maifest Zeitung nach deren Freigabe in sie sich niemals vom„ Grundsatz der unbedingten Geheim- stehen würde. Deutsche patriotische" Professoren werden eine solche Berlin in Braunschweig nicht freigegeben; und an stelle der haltung der Beschlüsse" habe leiten lassen, und erklärt, daß Handlungsweise freilich unbegreiflich finden. Sie wissen nicht, polizeilichen wurde dort eine gerichtliche Beschlagnahme verfügt. Die Landtags- Fraktion nach allseitiger eingehender Prüfung wie ein Gelehrter seine Belohnung noch in anderen Dingen Und zwar ist diese nicht ans der Initiative des Braun- der Sache beschlossen habe, im Sinne der erwähnten Reso- finden kann, als in Fürstengunst und Ordensauszeichnungen. In schweiger Gerichts, sondern auf Antrag der Staatsanwalt lution auch fernerhin zu verfahren. diesem Punkt unterscheiden sie sich in nichts von Hoffchranzen und schaft erfolgt. Verlegt sein foll§ 130. Aus dem Wortlaut des Die Resolution vom Jahre 1879 lautet ihrem wesentlichen ordenshungrigen Kommerzienräthen. Beschlusses theilen wir nach unserem Braunschweiger Organ Inhalte nach, daß die vertraulichen Berathungen nicht folgendes mit: Gegenstand der Veröffentlichung durch die Blätter sein Die parlamentarische Behandlung der österreichischen Die Wiedergabe des Juhalts der beschlagnahmten Schrift fönnten, daß in den parlamentarischen Parteitämpfen gewöhnlich Wahlreform. Am Schlusse der gestrigen Sigung des öfterergiebt einen Verstoß gegen§ 180 des Reichs- Strafgesetzbuchs. die ftriftefte Diskretion sowohl in bezug auf die Beschlüsse wie reichischen Abgeordnetenhauses brachte der jungczechische AbJebe ernsthaft gemeinte aktuelle Anreizung verschiedener Be- die Motive unbedingt nothwendig sei, daß diese Diskretion, geordnete Herold einen Dringlichkeitsantrag ein, welcher lautete: völkerungsklassen zu gegenseitiger Bergewaltigung schließt welche fämmtliche Parteien genau beobachteten, umſomehr von Die Regierung sei aufzufordern, ihren Standin der Regel eine Gefährdung des öffentlichen Friedens der polnischen Landtags Frattion in ihrer schwierigen und Aus- puntt gegenüber dem Entwurfe des Subin sich. Es ist augenfällig, daß eine Situation, wie die des nahmestellung beobachtet werden müsse, daß die Fraktion so oft omitees des Wahlreform- Ausschusses dem Hauptbildes, wenn man sie sich ins Leben übertragen vorstellt, sie dies für nothwendig erachte, ihre Beschlüsse durch ihr Bureau Hause zu präzisiren und die Berathungen bei beiden Parteien eine leidenschaftliche Erregung vorausseßt. veröffentliche und ihren Mitgliedern nicht verwehre, Mit- des Hauses bis zur Abgabe einer solchen Er. Der§ 130 des St.-G.-B. erfordert nicht, daß die Gewaltthätig- theilungen über die gefaßten Beschlüsse unter eigener Verant- lärung zu vertagen. Die Dringlichkeit wurde nach keiten, zu denen in friedensgefährdender Weise angereizt wird, in wortlichkeit für Inhalt und Form zu machen, ferner daß die Motivirung des Antrags durch den Antragsteller mit 88 gegen ganz konkreter, nach Zeit und Ort und Anlaß bestimmter Form Landtags- Fraktion dieser Veröffentlichung der Berathungen und 30 Stimmen abgelehnt. Politische Lebersicht. " $ Berlin, 6. Juni. " Mandat = eine in der Anreizung kenntlich gemacht seien; es genügt, daß die Beschlüsse, welche möglich und den polnisch- nationalen Inter- Am gleichen Abende gab der Ministerpräsident Fürst Anreizung geeignet sei, eine zu Gewaltthätig- effen förderlich sei, kein Hinderniß in den Weg lege, ein amt- Windischgräß im Wahlreform- Ausschuffe die folgende Erklärung teiten geneigte Stimmung hervorzurufen, die liches Korrespondenzbureau aber weder bilden fönne noch wolle. ab: Ich erlaube mir den Entwurf dem Ausschusse unbestimmt, wann und auf welchen Anlaß hin Die poluische Presse wendet sich scharf gegen diesen auf das entschiedenste zu empfehlen. Was die sie früher oder später, den öffentlichen Frieden Bescheid. Stellung der Regierung betrifft, so wird dieselbe den Entwurf des Subkomitees, welcher mit ihrer Zustimmung zu unter den Bevölkerungstlassen zu erschüttern vermag.( Entscheidung des Reichsgerichts, in Strafsachen, Der Landrath und Abgeordnete von Kardorff, stande kam, vertreten, als ob es sich um Band 26, Seite 349 und folgende.) gegen deffen mit 43 Stimmen Majorität erfolgte Regierungsvorlage handelte. Eine Ausnahme hierDaß der Angeschuldigte in subjektiver Hinsicht des Bergehens Wahl zum Reichstage mehrfache Proteste eingelegt von bildet allerdings die Anzahl der Abgeordneten aus bis beabsichtigt und fein freiwillig gegen§ 130 als Urheber oder Theilnehmer dringend verdächtig waren, nieder der Wählerklasse A zwar in Konsequenz der fei, wird sich nicht leugnen laffen, wenn man erwägt, daß er der zulegen, um sich schon jetzt einer Neuwahl zu unterziehen. herigen Haltung der Regierung im Subfomitee, derzufolge fie Expedient eines sozialdemokratischen Verlags und jedes von der So berichtet die Lokomotive an der Oder", die Delser einer Vermehrung dieser Mandate um eine geringe Anzahl nicht Barteileitung zu Berlin ausgehende literarische Erzeugniß mit Beitung". Herr v. Kardorff glaubt jedenfalls, und mit entgegentreten würde. Mit diesen Erklärungen begnüge ich mich daß bei Interesse aufzunehmen gewohnt ist. Ob angesichts diefer als recht, der im ganzen Lande und auch vorläufig und empfehle Ihnen nochmals auf das entschiedenste notorisch anzunehmenden Thatsache seiner Versicherung, das Flug- in seinem Wahlkreis zunehmenden oppofitionellen Stimmung namens der Regierung die vom Subkomitee vorgelegten Gesetzblatt nicht vor der Versendung gelesen zu haben, Glauben zu bie Wahl für ihn leicht ungünstig ausfallen tönnte, entwürfe." An der Sitzung, in der in schärfster Weise der Entwurf des schenken sei, hat demnächst der über Eröffnung des Hauptver- und daß er immer noch die meisten Aussichten hat, wenn die fahrens, event. der im letzteren erkennende Richter zu entscheiden. Wahl so früh wie möglich vorgenommen wird. Subkomitees fritisirt wurde, ist ferner noch bemerkenswerth, daß Der frühere Reichstags- Abgeordnete Siegmund bas Subkomitee fich weigerte, über die Gesammtverhandlungen yt durch die Thatsache Eurer Existenz, die Ihr mir ver- Schott ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Er war eine der des Subkomitees Auskunft zu geben. Sozialistische Landtags Kandidaturen in Böhmen. dankt, mir, Gurer gerechten, allliebenden, ewigen Mutter. Stüßen der süddeutschen Boltspartei. Die czecho- slavischen Organisationen Böhmens haben, wie der Gebet, ihr Neichen und Mächtigen, die Ihr Euch Der Fall Pfizer. Der Fall des früheren württembergischen Wiener Arbeiter- Zeitung" gemeldet wird, die Theilnahme an eingemauert habt mit Euren mit Gewalt und Lift ergatterten andgerichtsraths und jetzigen Rechtsanwalts Pfiber ben fommenden Landtagswahlen beschlossen. In allen WahlHaufen todten Stoffes Ihr habt Unrecht, tausendmal hat dieser Tage die Petitionskommission der württembergischen Freifen sollen eigene Kandidaten, und zwar nur solche von entUnrecht vor mir, wenn auch nur ein einziger der Brüder Kammer beschäftigt und in nächster Zeit wird das Plenum des schiedener und erprobter Parteizugehörigkeit, aufgestellt werden. vor Euren Thoren Hunger leidet. Hauses über die Angelegenheit zu berathen haben. Pfizer hat n einigen aussichtsreichen Bezirken, zu denen in erster Linie " Ich bin das Licht, das Leben, das Gesetz und sich in einer Eingabe an die Ständekammer gewendet; er greift eladno- Schlan gehört, wird die Agitation mit allen verfügbaren darum. beugt Euch vor mir, alle im Verein, betet zu mir, barin auf die Vorgänge bei seiner Amtsentsetzung zurück und be. Kräften begonnen werden. Die Genossen gehen mit großen Hoffmerkt schließlich, daß er, wenn er auch aus dem Staatsdienste nungen ans Werk, da die Jungtczechen ihren Höhepunkt überseid wie ich, Gure Sonne, die ich Licht und Wärme spende ausgeschieden sei, doch eine lebhafte Empfindung für die Ehre schritten haben und das Fortschrittlerthum sein Geschick an das Euch allen, die ich über Euch schwebe, als ein ewiges feines engeren Vaterlandes habe. Er lenke daher die Aufmerk- jener geknüpft hat. Symbol der Wahrheit, Gerechtigkeit und Güte, unerreichbar famkeit der Volksvertreter auf die einzig dastehende Thatsache, daß Das österreichische Wahlrecht ist schon jetzt eine merkfür die Bosheit Eurer nachtgeborenen Lügenpropheten, Württemberg einen Ober- Landesgerichtspräsidenten befize, dem denen das lautere Gold meiner heiligen Sprache wie Feuer ungestraft öffentlich vorgeworfen worden sei, daß er ein mit würdig komplizirte Sache, würde aber nach den Entwürfen des Zuchthaus bedrohtes Verbrechen begangen habe, und einen Subkomitees völlig unentwirrbar werden. Der Wiener ArbeiterFreude und Sonne lag auf dem Antlitz der wieder Justizminister, der der Anstistung zu diesem Verbrechen be- Beitung" entnehmen wir das folgende hierüber: Folgende Grade werden: 1. fideikommissarische Großgrundbesitzer, 2. nichterwachten Spreeſtadt, und Freude und Sonne war in Sansichtigt sei und der zu dem ihm und dem obersten Justizbeamten des österreichischen Staatsbürgerrechtes sollen gefeßlich festgefeßt Hartung's Herzen, der gegen 12 Uhr mittags vom Drauien des Landes gemachten Vorwurf schweige. Der Justizminifter erschien, einer Ginladung der Petitions- fideikommissarische Großgrundbefizer, 3. Handels- und Gewerbeburger Thor her die Friedrichstraße herabschritt, um sich zu dem Kommission folgend, in deren Sigung und gab daselbst eine tammerwähler, 4. Städtewähler mit einem Zensus von 5 fl., 5. Landgemeindenwähler mit einem Zensus von 5 fl., 6. Städtewähler nuit Stelldichein mit Hermann Rechberg in dem Julius'schen Lese- längere Erklärung ab. Er stellte darin fest, daß die Mitglieder einer Steuerleistung unter 5 fl. und direktem Wahlrecht, 7. Städte kabinet zu begeben. Er hatte bereits tüchtig geschafft an diesem des Disziplinarhofs sich durch die Veröffentlichung Pfizer's wähler mit einer Steuerleistung unter 5 fl. und indirektem WahlMontag Morgen: unter Beihilfe Schnick's hatte er die in nicht ernstlich beleidigt fühlen. Pfizer wurde durch die recht, 8. Landgemeinden- Wähler mit einer Steuerleistung unter der Nacht verbreitete Proklamation auf den Stein gebracht Eröffnung des gerichtlichen Verfahrens die erwünschte Ge: 5 fl., 9. Arbeiterwähler aus Arbeitern mit zweijähriger Vers und zum Druck fertig gestellt. Dann war er zu Bruno legenheit gegeben, die ganze Rette seiner Beschuldigungen sicherung, 10. Anwärter auf dieses Wahlrecht, versicherte Araller Welt auf's neue aufzurollen beiter unter zwei Jahren unter zwei Jahren Karenzzeit, 11. vom Wahlin den Ohren brennt." Bolkmuth gegangen, um über die Verbreitung der Kund- und Anklagen vor und neue Aufregung in das Publikum und in die recht ausgeschlossene Arbeiter. Das ist die österreichische gebung zu berathschlagen, und endlich hatte er in Lotten's Bresse zu tragen, zugleich aber würden die peinlichen und be- Gleichheit vor dem Gesek, und das ist die Staatskunst, Begleitung den Weg zu seiner Schwester Elsbeth an- flagenswerthen Verirrungen eines höher gestellten vormaligen die aus einer organisch verbundenen Bevölkerung einen getreten. Richters von neuem vor aller Welt zur Schaut gestellt, was im Sie hatten alles über Erwarten günftig angetroffen. Jutereffe des Ansehens unseres Richterstandes vermieden werden der persönlichen Geltung im Staate sich ausdrückt und dadurch Interesse lofen Trümmerhaufen macht. Wenn im Wahlrecht die Summe Elsbeth war fieberfrei und empfing sie mit einem glücklichen sollte. Dieser Anschauung der Mitglieder des Disziplinarhofs die Anhänglichkeit an den Staat selbst, so haben wir in DesterLächeln, das den besten Beweis ihrer fortschreitenden Ge- fchloß sich der Minister nach gewissenhafter Prüfung der Und jetzt prüfe man den Inhalt dieser verschiedenen nesung lieferte. Die älteren Kinder- das älteste zählte für und gegen die Stellung eines Strafantrags sprechenden reich nunmehr elf fich deutlich abstufende Patriotismen. Gründe an, allerdings, wie er ausdrücklich hervorhob, Wahlrechte. Es hatten das Wahlrecht bei den Wahlen im noch nicht sieben Jahre und sollte von Ostern an die unter dem Vorbehalt und mit dem bestimmten Vorfah, Jahre 1891: Armenschule besuchen waren von einer Art dummen auf dem Landtag und damit vor dem ganzen Lande die BewegErstaunens ergriffen, als ob sie den plötzlichen Wechsel in gründe offen darzulegen, aus denen die Stellung eines Straf ihrem Schicksal noch nicht recht faffen könnten. Der kleine antrags unterlassen wurde. Schließlich erklärte der Minister, daß Hansel hatte seine erste Bekanntschaft mit Lotte, die ihn auf er für die Angriffe Pfizer's nur das Gefühl der vollsten Gleichdem Arme hielt und einmal über das andere auf seine giltigteit habe. Wer ihn in seiner langen Dienstlaufbahn verfrorenen dicken Bäckchen füßte, mit einem heimtückischen fennen gelernt habe, werde ihm wenigstens so viel zutrauen, daß er nicht den Abend seines Lebens mit den ihm zugeschriebenen Eulenspiegelstreich eingeleitet. Schändlichkeiten befleckt haben werde. 45 fideikommiffarische Großgrundbesitzer. 5 357 Großgrundbesitzer. mit 5 80 " 21 " 118 " Landgemeinden 129 583 Handelskammermitglieder 388 500 Wahlberechtigte der Städte 1 387 572 " Abgeordneten; und sollen noch erhalten: 1 300 000 Wähler der neuen Steuerzahlerkurie 700 000 versicherte Arbeiter Abgeordnete, und sollen bleiben: 34 13 1817 724 Männer über 24 Jahre, die ihre staatsbürgerlichen Pflichten in der gefeßlich vorgeschriebenen Weise erfüllt haben, ohne Wahlrecht und ohne Abgeordneten. Anton Kowalla ftrahlte über das ganze Gesicht vor Diese absolute Wurstigkeit des württembergischen JuftigGlück und Eifer. Er war, wie Elsbeth erklärte, noch nie ministers und jenes Ober- Landesgerichtspräsidenten den schwersten mals so rücksichtsvoll und zärtlich gegen sie gewesen wie Anklagen gegenüber erscheint doch aber sehr merkwürdig. heute. Er hatte dem kleinen Zimmer mit Hilfe von aller- Wir glauben, daß das" Ansehen des Richterstandes" am meisten hand gebrauchtem Hausrath, den er da und dort auf- dadurch leidet, daß über die höchsten Justizbeamten die schwersten getrieben, ein fast wohnliches Aussehen gegeben und war Anklagen unwiderlegt erhoben werden können und daß die besehr lebhaft mit dem Gedanken beschäftigt, wie er die heiligten Beamten sich dadurch gar nicht beleidigt fühlen, Das Attentat in Nimini hat mit der Sozialdemokratie immer noch in ihren Lumpen steckenden Kinder mit an- fondern in vollster Gleichgiltigkeit den Anklagen gegenüber ftändigeren Kleidern versehen könnte. In diesem Punkte verharren. Wirklich eine merkwürdige Toleranz der betr. Beamten, nicht das geringste zu schaffen. Der Mörder Salvador Gatti ist Mitglied des nationalen Vereins Guiseppe Mazzini. Die war rasch Abhilfe geschaffen: Lotte, die während ihrer Ab- und von dem„ Rampf ums Recht" teine Spur. Das alte politische Waschweib, Karl Blind Lügen hatten diesmal recht kurze Beine. Dies weiß auch die Das alte politische Waschweib, Karl Blind, Bosnische Zeitung", die sich der deutschen Umsturzbewegung" wesenheit Florian Schnick die Führung des väterlichen Haushalts übergeben hatte, machte sich sogleich daran, die lebt noch immer und findet auch noch immer für seinen gegenüber sehr gut bielt, jest aber, wo es sich um ihren Liebling staatsmännischen Selbstberäucherungs- Klatsch hier und da Crispi handelt, allen Verstand und allen Anstand verloren hat. nöthige Garderobe für die Kinder zu besorgen. das bei Leichtgläubigen Unterschlupf. Wenn das Gewäsch blos Heute fruttifizirt fie das Attentat auf Ferrari ganz ( Fortsetzung folgt.) Danach scheint die Republik bereits am Ende zu sein, und Japaner werden wenig Widerstand finden, wenn sie sich nun auch thatsächlich in den Besitz der Insel setzen. In Cuba mehren sich die Schwierigkeiten der spanischen Regierung. Der Höchstkommandirende verlangt ununterbrochen Verstärkungen. Weitere zehn Bataillone ein Korps fommandant sollen nach Cuba entfandt werden. Der Ausgang der Stichwahlen in Italien. In Italien ist alles, was noch freiheitlich denken kann, voll Jubel erfüllt über den Ausgang der Stichwahlen. Er bedeutet einen Sieg die über das infame System, das dies Land regiert, einen Sieg, so glänzend, wie man ihn nirgends erwartet hatte. Allen Städten voran leuchtet Mailand durch die Wahl aller drei Gegenkandidaten Crispi's, des Arbeiters und erklärten Republikaners 3avattari, des Republikaners de Andreis und des radikalen Demotraten de Cristoforis. Von Zavattari hatte am Sonntag in einer glänzenden öffentlichen Volksversammlung im Theater Alhambra Philippo Turati gefagt, er werde als Republikaner nach Rom gehen und als überzeugter Sozialdemokrat zurüdfehren. Bei der und Landesversammlung Hauptwahl vor 8 Tagen erhielt Zavattari 1874 St., sein crispiniſcher der Sozialdemokraten Sachsens. in der Weise der Norddeutschen Allgemeinen Seitung" und Und aus Hongtong liegt ebenfalls eine ähnliche Nach- Istein, Zanna, Saalburg, Wurzbach, Mühltroff, Beulenroda, bat fogar die Unverfrorenheit, es den Sozialisten in die richt vor: Gottliebsthal, Mielsdorf, Greiz und besonders zahlreich aus Schuhe zu schieben und zu schreiben: Die moralische Die chinesischen Streitkräfte von Nordformosa befinden sich Schleiz besucht. Aus den Berichten ging hervor, daß obwohl die Verantwortlichkeit der sozialistischen Partei in vollkommener Auflösung. Beim Herannahen der Japaner Berhältnisse infolge der gedrückten Lage der Arbeiter äußerst für den Mordanschlag ist außer 3 weifel." begannen der Pöbel und die Soldaten zu plündern und zu schwierig, die oberländischen Parteigenoffen doch auf dem besten Pfui Tante! Wir rufeu Dich zur Scham und zum Bewußt- meutern. Die Regierungsgebäude in Tai- peh- fu und Hobe sind Wege sind, sich durch die Entwickelung eigener Agitationsmittel fein Deiner selbst! des Unterlandes der ausschließlichen Unterstützung niedergebrannt. Die Republik ist zusammengestürzt. Der Prä- vou fident Tang ist geflohen. Die Fremden find wohlbehalten, jedoch allmälig befreien und auf eigene Füße stellen zu können. Die voller Besorgniß. Genossen, die zur Agitation aufs Land gehen wollen, wurden gewarnt, dies in großen Trupps zu thun; das nuke nichts, der Bauer sage: das ist städtisches Bolt, und dem glaubt er nicht. Es sollen immer nur 2 oder 3 Parteigenossen, die gebildet find und feine Phrasen machen, hinausgehen, um das Landvolk auf zuklären. Beschlossen wurde, überall Agitationskomitee's und Vertrauensmänner einzusehen, deren Aufgabe es ist, die Agitation durch Wort und Schrift in fortwährendem Fluß zu erhalten und besonders die Organisation zur Schaffung der nöthigen Mittel zu pflegen. Die nächste Konferenz wird in Saalburg abgehalten. Den Hirschberger Parteigenossen sprach man wegen ihres Fernbleibens freundschaftlichen Tabel aus. Auf der Konferenz für den pommerfchen Wahlkreis Döbeln, 5. Mai 1895. die Randow Greifenhagen, ชิน Pfingsten in 2. Verhandlungstag. Fortsetzung der Generaldebatte über Grabow a. D. tagte, waren 9 Orte durch 14 Delegirte verPunkt 3 der Tagesordnung: Reichstags, Landtags- und Ge- treten. Wegen der Schwierigkeit der Agitation wurde bemeinderathswahlen. Die Delegirten Stöckel und Lorenz schlossen, den Parteivorstand um Zuschüsse zu den Kosten der verlangen, daß bei allen Gemeinderathswahlen Programme auf Agitation zu ersuchen, und weiter wurde erklärt, es solle künftig gestellt werden sollen, die den Gewählten dann als zeitfaden für hauptsächlich darauf Werth gelegt werden, daß man in allen ihre Thätigkeit zu dienen haben. Die verschiedenen schlimmen Orten Vertrauenspersonen gewinnt, mit deren Hilfe die Agitation Leonida Biffolati in Pescarolo. Erfahrungen, die man mit Gemeinderathsmitgliedern gemacht habe, zweckentsprechender betrieben werden könne. Diese Vertrauens Der Volksschullehrer Italo Salfi( eingeferfert in Porto seien nur darauf zurückzuführen, daß denselben von seiten der Wähler personen sollen den Stettiner Boltsboten" unentgeltlich zugestellt Ercole) gegenüber dem Millionär und Busenfreund Crispi's, feine Direktive. gegeben würde. Nach längerer Debatte, an der erhalten. Zum Kreisvertrauensmann wurde Bortmann, Levi, in Reggio Emilia glänzend gewählt. Er hatte 800 Stimmen fich noch die Delegirten Goldstein, Ermischer, Start, zum Reichstags- Kandidaten Alwin Rörsten aus Berlin be mehr als in der Hauptwahl. Die ganze Provinz Emilia, der Göye, Grünberg. Seifert und Schönfeld betheiligten, stimmt. Weiter wurde beschlossen, alljährliche Kreiskonferenzen Wirkungskreis Prampolini's, ift Don besonderer Freude wurde folgende, vom Genossen Stolle als Referenten gestellte abzuhalten; im Nothfall fann der Kreisvertrauensmann eine über diesen Sieg erfüllt. Der Eingeferferte ist gefeßlich Desolution angenommen:„ Jeder Parteigenosse im Lande ist ver- außerordentliche Konferenz einberufen. wählbar und muß sofort entlassen werden. pflichtet, bei allen vorkommenden Wahlen( Reichstags-, Landtagsund Gemeinderathswahlen) mit allen Kräften dafür zu wirken, daß in die betreffenden gesetzgebenden Körperschaften sozialdemo: fratische Kandidaten gewählt werden." Gegenkandidat aber 1558 Stimmen, gestern siegte der erstere mit 1785 Stimmen. Mailand hat durch seine Wahl in allen 5 Wahltreisen, die einzig dasteht in ganz Italien, der Welt bewiesen, daß es die geistige Hauptstadt dieses Landes ist und daß es verdient, sie zu sein. Glänzende Wahlfiege der Sozialisten aus den Stichwahlen werden gemeldet: Enrico Ferri in Gonzaga, In Mirandola Gregoria Agnini glänzend gewählt. In Ravenna erscheint der sozialistische Kandidat mit wenigen Stimmen offiziell unterlegen; aber die Wahl wird wegen der schmählichen Ungefeßlichkeit der crispinischen Wahlbehörden sicher angefochten und annullirt werden. Ueberaus glänzend und wild bewegt gestaltete sich die Wahl von Garibaldi Bosco in Palermo; hier hatte Crispi seine ganze noch heute in voller Herrschaft strahlende Macht der Korruption aufgeboten. So fchamlos wirkten seine Behörden und bezahlten Agenten mit und ohne Uniform, daß in der Via Lattrini( sehr bezeichnender Name) in dem Hotel Adler" seit des Morgens früh eine offene Bant gehalten wurde für den Ankauf von crispinischen Stimmen, bis zulegt das empörte Volksbewußtsein diese Bank zu stürmen begann; es mußten 2 Kompagnien des 87. Regimentes mit gefällten Bajonnetten das Hotel in der Bia Lattrina vor der Volkswuth schützen. In allen Straßen Palermo's schrie man: Nieder mit den Käufern der Stimmen!" 11 Troy allen Greueln einer verrückt gewordenen Regierungsund Polizeigewalt siegte Garibaldi Bosco, der im Zuchthause zu San Gemignano für 12 Jahre schmachtende Freiheitsheld und Mitbegründer der Fasci Siziliens mit einer überwältigenden Majorität. Eine unbeschreibliche Begeisterung und Erregung gab sich zumal in den Arbeiterquartieren fund, als das Wahl resultat von den Behörden nicht mehr verheimlicht werden konnte. Man zog vor das Haus, darin die Mutter Bosco's mit seiner Familie wohnt, und brachte den auf dem Balkon sich zeigenden beiden Frauen und Kindern unaufhörliche Ovationen dar. Noch während diese Nachrichten gemeldet werden, ist die ganze Stadt in Bewegung. Fast überall haben in den anderen, so zahlreichen Stich wahlen die Radikalen und Oppositionellen gegenüber den crispi. nischen Kandidaten gefiegt, so daß die vereinigte Linke, die sofort in den ersten Sigungen des neuen Parlamentes die Moralfrage erheben wird, gewaltig verstärkt zurückkehrt. Aus Italien schreibt man uns ferner: Ferner gelangte zur Annahme folgender vom Genossen Lorenz gestellter Antrag: Das Zentral- Agitationskomitee wird beauftragt, eine Petition in Sachsen in Umlauf zu setzen, in welcher die Unentgeltlichkeit des Schulunterrichts und der Lehrmittel gefordert werden", wie auch der von den Chemnitzer Genoffen gestellte Antrag, daß Doppelkandidaturen möglichst vermieden werden sollen. = Zum Lieberhallen Boykott in Stuttgart theilt die Schwäbische Tagwacht" mit: Die Steffung der hiesigen Gefangvereine hat nun doch bei dem Liederkranzausschuß die Neigung zu einem Ausgleich beschleunigt. Herr Oberbürgermeister Rümelin hat als Vermittlungsperson des Liederkranzes dem Abgeordneten der Stadt Stuttgart die Geneigtheit des Liederkranzes zur Beilegung des Streites zum Ausdruck gebracht. Die Boykottkommission hat in einer Sigung die gemachten Propofitionen entgegengenommen und einhellig beschlossen, dem Vorstand des Liederkranzes mitzutheilen, daß sie entweder einer mündeiner präzisen schriftlichen Er. Damit war Punkt 3 erledigt und die Versammlung trat in lichen Verhandlung oder um auf der Basis der gemachten den 4. Punkt der Tagesordnung ein: Aufstellung von Kandidaten lärung entgegensehe, um Propositionen einer einzuberufenden Versammlung die Anffür die Landtagswahlen: Es wurde normirt a) städtische Bezirke: für den 2. Dresdener Bezgirt Schönhebung des Boykotts empfehlen zu können. Infolge der feld Dresden; für den 8. Dresdener Bezirt Fräßdorf- burch die eingetretenen Unterhandlungen geänderten Situation Dresden; für den 2. Leipziger Bezirk Pinkau Leipzig; für den hat die Boykottkommission weiter beschlossen, die für Donnerstag 2. Chemnizer Bezirk Seifert Zwickau; in Aussicht gewesene öffentliche Versammlung, wo 0 0 0 neue b) Stadtkreise: Für den 1. Kreis( 3ittau- Löbau) Maßnahmen beschlossen werden sollten, bis auf weiteres zu ver3 ehl- Dresden; für den 3. Kreis( Bischofswerda- Großenhain) schieben. Ans Junsbruck wird berichtet: Da verschiedene Umstände schuck e Loschwiz; für den 5. Kreis( Dohna Rabenau) ger- Pietschen; für den 9. Kreis( Döbeln- Waldheim) Grün- darauf hindeuteten, daß in die Kasernen des Tyroler berg Dartha; für den 13. Kreis( Frohburg- Burgstädt) Land Raiser Jäger Regiments sozialistische Schriften eingraf- Burgstädt; für den 16. Kreis( Krimmitschau Werdau) gefchmuggelt werden, fab sich dieser Tage die Militärbehörde Goldiz- Crimmitschau; für den 20. Kreis( Eibenstock- Schnee- veranlaßt, gründliche Haussuchungen bei der Mannschaft vorberg) Neu- Reichenbach; nehmen zu lassen. Das Resultat war insofern ein überraschenc. ländliche Kreise: für den 1. Kreis( Gerichtsamts- des, als sozialistische Schriften und Zeitungen nicht bloß bei bezirk Bittau) Adé Leipzig; für den 2. Kreis( Gerichtsamtsbezirk Gemeinen, sondern auch bei Unteroffizieren gefunden wurden. Großschönau, Ebersbach) Stölzer- Dresden; für den 4. Kreis Die Strafen für diese Bergehen blieben natürlich nicht aus. ( Löbau, Bernstadt) Kluge- Dresden; für den 5. Kreis( Bauzen, Tobtenliste der Partei. In Erfurt ist der ParteiWeißenburg) Lange Dresden; für den 6. Kreis( Neusalze, Schirgiswalde) Welde Dresden; für den 9. Kreis( Radeburg, genoffe Julius Heßler gestorben. Er gehörte zu jenen Morigburg) Becker- Bieschen; für den 12. Kreis( Birna, Braven, die jederzeit bereit sind, für die Partei zu wirken. Polizeilich, Gerichtliches 2c. Rönigstein) Dreier Löbtau; für den 14. Kreis( Sayda, Brand) Reimer Hartha; für den 15. Kreis( FreiburgAus Breslau berichtet die Volkswacht": Die AufLand) Braune Dresden; für den 31. Kreis( Gerichts- lösung von Versammlungen scheint hier auf der Tagesordnung In Badia Polesine wurde der General Giacomo Sani als amtsbezirk Chemnitz und Simbach) Hofmann Chemnit; für zu stehen. Am Dienstag wurde wieder eine Versammlung( im gewählt proflamirt, obwohl er nicht die gesetzlich nothwendige den 82. Streis( Frankenberg, Auguftusburg) Lohr Euba; für Deutschen Kronprinzen") unserer Ansicht nach ohne stichhaltigen Anzahl von Stimmen hatte; fein Gegner war der frühere sozia- den 36. Streis( Stollberg) Stolle- Meerane; für den 41. Kreis Grund aufgelöst. Reichstags- Abgeordneter Legien hatte dort liftische Abgeordnete Badaloni. Aehnliche Schliche werden ans( Reichenbach, Schneeberg) Schmidt Zwickau; für den 42. Kreis einen Vortrag über, Die Entstehung der kapitalistischen Produktionsgewandt, um Cofta's Wahl in Budrio für ungiltig zu erklären,( Schwarzenberg, Gibenstod) 8eifig Chemnitz und für den weise" gehalten und zum Schluß seiner Rede die Anwesenden aufobwohl Costa 37 Stimmen mehr hat als sein Gegner, der famose 44. Kreis( Plauen, Elsterberg) Irmscher- Chemniz. gefordert, dafür zu sorgen, daß die Gewerkschaftsbewegung erstarte, General Mirri. Welche Mittel unsere faubere Regierung an ba nur eine straffe Organisation der deutschen Arbeiterschaft im ftande wandte, um Ferri's Wahl in Gonzaga zu verhindern, das läßt sein werde, beffere Arbeitsbedingungen zu erlangen. Der Vorsitzende, sich überhaupt nicht schildern. Drohungen, Versprechungen, Bes Bimmerer Schmidt, forderte etwaige Gegner auf, fich zum Wort zu melden. És meldete sich Schneidermeister Gewohn, der erbrückungsmaßregeln, Geldspenden alles wurde aufgeboten, um den verhaßten sozialistischen Gelehrten von der Rammer fernzuhalten. flärte, daß er mit den Ausführungen des Referenten nicht recht Selbst die Karabinieri traten als Stimmenhäufer auf. Aber nichts einverstanden sein könnte, wobei er Aeußerungen that, die seine wollte nügen: Enrico Ferri hat einen glänzenden Sieg davon volle Unkenntniß der politischen und gewerkschaftlichen Bewegung getragen; er bekam 1990 Stimmen, während sein Gegner, der verriethen. Das erregte den Unwillen der Versammelten, die vom Crispi'sche Anwalt Mantovani, nur 1500 erhielt. Die Stich Vorsitzenden verlangten, daß Gewohn das Wort entzogen werde. wahlen haben der Regierung überhaupt manche unangenehme Der Vorsitzende erfüllte den Willen der Versammlung. Als aber Ueberraschung gebracht. Höchft bedeutungsvoll ist vor allem das noch weiter darüber diskutirt wurde, löfte der überwachende Wahlergebniß in Mailand. In seiner Wahlrede hatte Crispi Polizeikommissarius die Bersammlung auf. Von einer Unruhe, den gefährlichen Ausspruch gethan, bei den diesmaligen Wahlen Nach längerer Debatte wurde diese Resolution mit großer die eine Auflösung rechtfertigen fönnte, fann, wie jeder Unlaute die Parole: Hie Monarchie, hie Anarchie und Republik! Mehrheit angenommen. parteiische hätte zugeben müssen, nicht die Rede sein. Wenn das wahr ist, dann hat sich Mailand, die moralische Eine längere und theilweise heftige Debatte zeitigte der Hauptstadt Italiens, ohne Bedenken für die Republit Antrag der Genossen des 7. Reichstags- Wahlkreises: entschieden; denn in den sechs Mailänder Wahlkreisen Die Landeskonferenz möge beschließen, daß der Meißener wurden bei der Hauptwahl ein Antiministerieller( Colombo), Voltsfreund" offiziell als Partei- Organ anerkannt wird." ein Sozialist( Barbato) und ein Den Meißener Genossen wurden von verschiedenen Rednern Radikaler( Mussi) gewählt und bei der Stichwahl der republikanische Arbeiter heftige Vorwürfe gemacht, daß sie, entgegen dem Beschlusse der ( Badträger) Bavattari und die Radikalen De Andreis und vorjährigen Landesversammlung ein eigenes Organ gegründet De Cristoforis. Nach Bekanntwerden des Ergebnisses der Stich haben. Für den Fall, daß bis zum Wahltag eine Aenderung in der Kandidatenliste eintritt, beauftragt die Landesversammlung bas Bentral- Agitationskomitee, alle weiteren Schritte behufs event. Neuaufstellung von Kandidaten zu veranlassen. Ueber Punkt 5 der Tagesordnung" Presse" berichtet fure Genoffe Geyer, am Schlusse seiner Ausführungen die Annahme folgender Resolution empfehlend: Die Landesversammlung erachtet die zwischen dem" Sächsischen Boltsblatt" und der Vogt ländischen Volkszeitung" entstandenen Differenzen durch die Be schlüsse der am 3. Juni in Zwickau stattgehabten Parteiverfammlung, sowie durch Absatz 2 des Beschlusses der Konferenz vom 24. Mai 1895 für beseitigt." - Sächsische s. Der jetzige Bächter des Parkes Reisewit bei Dresden ist mit seinem Gesuche um Abhaltung regulativmäßiger Tanzmusik vom Bezirksausschuß der königlichen Amtshauptmannschaft Dresden- Altstadt abschlägig beschieden worden, mit der Begründung, wenn der Saal auch bisher die Konzession zu dieser Art Tanz gehabt hätte, so sei er doch sehr oft anstatt zu Tanz zu Versammlungen benutzt worden. Soziale Ileberlicht. wahlen zu gunsten der drei radikal republikanischen Kandidaten Die Delegirten des 7. Reichstags- Wahlkreises zogen schließ zog am Abend des 2. Juni eine zahlreiche Boltsmenge in Belich den Antrag auf besondere Anerkennung des„ Meißener Volksgleitung mehrerer Musilbanden, welche die Marseillaise spielten, freundes" zurück. Ans Bayern wird berichtet: Im Auftrage des Staatsvor die Redaktionslokale der radikalen Blätter, wo leb: Mit großer Mehrheit gelangte hierauf folgende Tadelsbafte Kundgebungen stattfanden. Mehrfach ertönten Die Landesversammlung spricht den ministeriums werden in ganz Bayern statistische Gr die resolution zur Annahme: Rufe:„ Hoch das das republikanische Mailand!" Schließlich Genossen des 7. Reichstags- Wahlkreises über die bei Gründung eines bebungen über Arbeitsvermittelung veranstaltet zerstreuten sich die Theilnehmenden, ohne daß ein Eingreifen Preßorgans für diesen Wahlkreis betundete Mißachtung des in und es haben daher die Gemeindebehörden zu berichten, ob in der Sicherheitsbehörde nöthig geworden wäre. diefer Angelegenheit gefaßten Beschlusses der vorjährigen Landes der Gemeinde Vereine oder sonstige Unternehmungen mit Arbeitsund Stellennachweis Anstalten( ausgenommen gewerbsmäßige versammlung ihren Ladel aus." Der Anschlag gegen Calvignac, den den franzöfifchen Nuter Punkt 6 der Tagesordnung gelangte folgender von Vermiether und Stellenvermittler) vorhanden sind. Als solche Abgeordneten und Vorsitzenden des jetzt in Paris versammelten den Genossen des 12. und 18. Reichstags- Wahlkreises gestellter Nachweisstellen kommen in betracht: 1. die der HirschDuncker'schen und der sozialdemokratischen Fach- und Gewerkinternationalen Bergarbeiter Kongresses, ist vorerst mißlungen. Antrag zur Annahme: Die Kammer- Kommission, vor welche der Antrag auf Straf Ju aubetracht des Vorgehens der Militärbehörden, die den vereine, 2. der katholischen Gesellenvereine und der evangelischen verfolgung gewiesen ward, hat mit 8 gegen 2 Stimmen die Boykott über diejenigen Gaalbefizer verhängen, die ihre Herbergen zur Heimath, 3. der katholischen, evangelischen und Ablehnung des Antrages beschlossen. Und es unterliegt Botalitäten zu Bersammlungen der sozialdemokratischen Partei chriftlichen Arbeitervereine, die nicht unter Leitung von Geistfeinem Zweifel, daß das Plenum ebenso entscheiden wird, wie hergeben, fordert die Landesversammlung die Genoffen aller Orte lichen oder Mitgliedern der inneren Mission stehen, 4. der die Kommission. auf, eifrig dafür zu wirken, daß von seiten der Arbeiterschaft gemeinnüßigen und Wohlthätigkeitsvereine, der Armenvereine, Die englische Regierung, deren Schwäche sprichwörtlich bei Festlichkeiten u. f. w. die Wirthe unterstützt werden, die ohne der Naturalverpflegungs- Stationen für wandernde Arbeiter, geworden ist, wirft sich der Türkei gegenüber gewaltig in die Rücksichtnahme auf die Militärbehörden ihre Lotale unserer 5. der Gemeinden, Armenverwaltungen, Polizeibehörden. Durch Zählfarten werden die Verhältnisse der einzelnen Vereine ers Bruft. Da kann sie es ohne Gefahr thun. Mit Dicheddah ist Partei zu Versammlungen zur Verfügung stellen." nichts mehr zu machen und so hat Herr Rosebery sich jetzt auf Ein von den Genossen der gleichen Reichstags-Wahlkreise mittelt. Ein städtischer Arbeitsnachweis wird in Straßdie armenische Frage verlegt. Weil die Türkei nicht alle gestellter Antrag, über die Verhandlungen der Landesversammlung Borschläge der Mächte annehmen will, heißt es nun, unter ein gedrucktes Protokoll erscheinen zu lassen und zum Selbstkostenburg i. G. errichtet. Der Gemeinderath hat einen dahin ge= richteten Beschluß gefaßt, nachdem eine Kommission das Projekt Führung Englands solle eine internationale Flottendemonstration preis zum Verkauf zu bringen, wurde abgelehnt. einstimmig befürwortet hatte. an den Tardanellen gemacht werden. Das wäre ja prächtig, wenn die englischen Liberalen für die Herren Russen das Dardanellenschloß sprengten. Sie wären dann der höchsten Ehren gewiß in Stußland. Als Sig für das Zentral Agitationskomitee für das nächste Jahr wurde Dresden, und als Ort für die nächste LandesDie freireligiösen Gemeinden Dentschlands feiern am versammlung ebenfalls Dresden bestimmt. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Sozial 8., 9. und 10. Juni in Breslau in Verbindung mit der demokratie wurde hierauf von Genossen Kaden die Landes- 16. Bundesversammlung ihr goldenes Jubiläum. versammlung geschlossen. Parteinachrichten. Die nengegründete Republik Formosa" scheint in Wichtiger Gerichtsentscheid. Gin Gewerbetreibender Auflösung begriffen au sein. Es liegen mehrere der oder der von ihm mit der Zahlung der Arbeitslöhne an die Meldungen von wüsten Auftritten und Räubereien vor, die auf Arbeiter Beauftragte( Kassirer), welcher von dem gemäß der Insel durch die republikanischen"( chinesischen) Truppen §§ 115 ff. der Reichs Gewerbe Ordnung baar auszu= verübt worden sind. Man meldet aus Shanghai vom 5. Juni: Bei der Gemeinderathswahl in Klein Krogen- sablenden Arbeitslohn einen Betrag zur Tilgung seiner In Zai- peh- fu auf Formosa herrscht große Erregung. Soldaten und Eingeborene ziehen plündernd und brennend umber. burg in Hessen wurden die drei Kandidaten der Sozialdemokratie persönlichen Forderung an den Arbeiter zurückbehält, macht sich nach einem Urtheil des Reichsgerichts vom 17. November v. J. Der Gouverneur entfam nach seinem Palaste; die anderen fast einstimmig gewählt. Regierungsgebäude wurden zerstört. Die Fremden wurden nicht Die Parteikonferenz für das Oberland von Reußi. 2. Dadurch st ets strafbar. angegriffen. Auch in Hobe ist eine Meuterei vorgefallen. die zu Pfingsten in Schleiz tagte, war aus den Orten Loben Gewerkschaftliches. Im ift ihnen jede Viertel- oder Halbestunde, die sie an Regentagen] mit den Gefeßen halten. Sat 1 des§ 64 gewähre nun unarbeiten, zu bezahlen, der Verkauf alkoholischer Getränke bedingte Marktfreiheit,§ 69 mache einige Einschränkungen in An die Maurer und Puter Charlottenburgs! Sonn- auf den Baupläßen ist untersagt, ebenso der Genuß von bezug auf Tageszeit und Gattung der Waaren, nirgends aber tag, den 9. Juni, vormittags 10 Uhr, findet in Bismarckshöhe, solchen während der Arbeitszeit. Die von den Bauunter- fei der Markthallen- Verwaltung das Recht eingeräumt, Personen, Wilmersdorferstr. 39, eine öffentliche Bersammlung mit folgender nehmern gewünschte Ausnahme von geringeren Löhnen für ge- die in die Markthallen tommen, um die ihnen von Stand Tagesordnung ftatt: Vortrag über: Der wirthschaftliche Nieder- brechliche" Handlanger, sowie für ungeübte" und schwächliche" inhabern gemachten Bestellungen auszuführen, auszuweisen. gang im Baugewerbe. Referent Kollege Silberschmidt. Maurer wurde von Den Arbeitervertretern abgelehnt. Der Gerichtshof beschloß bei der Wichtigkeit der zu treffenden Alle Bauhandwerker Charlottenburgs werden ersucht, in dieser Die Die Dachdecker in Bern, insgesammt 60 bis Entscheidung, das Urtheil erst am Sonnabend zu verkünden. Versammlung zu erscheinen, insbesondere erwarten wir, daß die 70 Mann, wovon 50 in der Gewerkschaft sind, Um das bekannte Eisbeineffen zu Erfurt handelte es Maurer und Buzer vollzählig am Plaze sind, denn gerade die haben einen minimalen Tagelohn von 4,20 Franks( bisher sich in einem Prozesse, der gestern vor der 133. Abtheilung des Charlottenburger Bauhandwerker müßten es endlich einsehen, 3,50-4,20 Fr.), den Zehnstundentag, Zuschlag von 10 pet. Schöffengerichts stattfand. Schöffengerichts stattfand. Der Redakteur der Allgemeinen wie nothwendig eine Organisation am Orte ist. Kollegen und für bessere Arbeit und von 50 pct. für Sonntagsarbeit, Schluß Steinfeger- Zeitung", Wilhelm Knoll, war der Beleidigung der Berufsgenossen, erscheint alle in dieser Versammlung. Mit der Arbeit am Zahltags- Sonnabend um 5 Uhr, Schluß des Bahlfollegialischem Gruß: Der Vertrauensmann. tages eine Stunde nach Schluß der Arbeit und Freigabe des 1. Mai Garnisonbeamten zu Erfurt, sowie des Steinfegmeisters FleischLeipziger Maurerstreik. Bis jetzt erhalten 600 Maurer erreicht. Die Neuerungen sollen indessen nur für die Fachvereins- bauer daselbst beschuldigt. In der genannten Zeitung hatte ein aus Erfurt stammender Artikel Aufnahme gefunden, worin er. den verlangten Stundenlohn von 45 Pf. Die Arbeiter von drei mitglieder gelten. Die Seidenarbeiter von Basel und St. Ludwig im März v. J3. ein Liebesmahl gegeben hatte. Im Anschluß zählt wurde, Unternehmern haben sich dem Ausstand angeschlossen. daß Fleischhauer dortigen Garnisonbeamten ganzen streifen noch 1200 Mann. Ein beträchtlicher Theil der in der Schweiz beschlossen, an die Band fabrikanten folgende hieran ließ der Verfasser durchblicken, daß der Spender sich dabieran ließ der Verfasser durchblicken, daß der Spender sich da Ausständigen hat Leipzig verlassen, um den übrigen den Kampf Forderungen zu stellen: Jede am Bandstuhl beschäftigte Person durch bei den Beamten beliebt machen wollte, um bei der Vergebung zu erleichtern. Der Arbeitgeber" Bund will sämmtliche soll vom Abschaffen einer Rechnung bis wieder zum Abschaffen" Baupläge schließen lassen, laffen, falls die Arbeiter bis Mon- durchschnittlich 4 Franken pro Arbeitstag erhalten; an Stelle der von Steinfegerarbeiten bevorzugt zu werden. Der Angeklagte, tag den angebotenen Mindestlohn von 40 Pf. und elfstündigen soll die zehnstündige Arbeitszeit treten. Eine 24- der die volle Verantwortlichkeit für den in Rede stehenden Artikel übernahm, hatte in umfangreicher Weise den Wahrheits= den Maximallohn von 45 Pf. nicht annehmen. Da die gliedrige Kommission ist beauftragt, mit den Fabrikanten zu ver- beweis angetreten. Es war in Erfurt eine große Menge Ausständigen darauf am Donnerstag in einer Versammlung handeln, und bis zum 16. Juni Antwort zu verlangen. Zeugen kommissarisch vernommen worden. Es ging aus deren beschlossen haben, an dem 45 Pf. Stundenlohn unbedingt festzus In Riga in Kurland( Rußland) streiken die Droschten Aussagen hervor, daß der Zeuge Fleischhauer zu einem Eisbeinhalten, so haben die Unternehmer Gelegenheit, ihren Beschluß in futscher und Fuhrleute, Unternehmer und Bedienstete gemeinsam essen in einer dortigen Restauration verschiedene Beamte, die Praxis zu übertragen. Sie werden aber gut thun, sich die um die Aufhebung einer Polizeiverordnung durchzusehen. Der darunter auch den Kaserneninspektor G. eingeladen, sich für Sache noch einmal reiflich zu überlegen. Umsomehr aber besteht Ausstand hat in Rußland ungeheures Aufsehen erregt, weil man feine Gäste ein besonderes Zimmer bestellt und auch für jetzt für die auswärtigen Maurer die Verpflichtung, unter sich nicht erklären kann, wie er organisirt werden konnte. In Musik gesorgt hatte. Er hatte die Beche für mehrere Personen allen Umständen den Zuzug nach Leipzig zu ver- Rußland ist jede Versammlung, jede Besprechung zum Zwecke bezahlt. Auch für den Kaserneninspektor G. hatte er bezahlen eines Streits verboten, durch die polizeiliche Bewachung auch wollen, das war ihm aber nicht gelungen, weil dieser selbst für Ueber den Böttcherstreit bei Rudelt in Halle a. G. unmöglich gemacht. Nun gar ein Uebereinkommen, einer Ver- sich an den Wirth bezahlt hatte. Fleischhauer hatte sich mit berichtet das bortige Boltsblatt", daß, nachdem noch 6 Arbeiter ordnung der Polizei entgegenzutreten! Die Möglichkeit, einen Streit dem Wirthe deshalb erzürnt, weil dieser das Geld von dem die Arbeit niederlegen wollten, der Fabrikant sofort den zehn die Arbeit niederlegen wollten, der Fabrikant sofort den Zehn- unter russischen Fabrikarbeitern zu organisiren, erklärt sich wenigstens Inspektor genommen hatte. Einer der Zeugen hatte bekundet, stundentag bewilligte und auch hinsichtlich der Lohnforderung aus dem Zusammenarbeiten in einer Werkstatt, aus der Länge daß Fleischhauer auch einen anderen Lieferanten Soviel Entgegenkommen zeigte, daß die 6 Arbeiter vom Streit der Vorbereitungszeit, in der die heimlichen Anstalten und Be- der Garnisonverwaltung aufgefordert hatte, sich an den Unabstanden. Was er diesen bewilligte, hätte Herr Ruckelt doch Menschen in zwei Tagen, ohne daß eine Versammlung 2c. voraus weigert. Darüber hatte Fleischhauer sich dann beklagt Was er diesen bewilligte, hätte Herr Kuckelt doch sprechungen erfolgen können. Hier aber wurden dreitausend kosten zu betheiligen, dieser habe sich indessen geauch den anderen, die ihn vorher um Verbesserung ihrer Lage gehen konnte, zu einem Streit vereinigt, der organisirt ist wie und bemerkt, es sei doch allgemein Brauch, wenn einer ersuchten und nun deshalb streiken, bewilligen fönnen. nur in irgend einem Lande des uneingeschränkten Koalitionsrechtes. Garnisonarbeiten habe, daß er Veranstaltungen mußten vorangegangen sein. Wieso blieben sie steuere. zu solchem Zwecke bei der Polizei verborgen? Eine solche Heimlichkeit von Vorgängen, scheinen vom Gericht angeordnet worden war, erklärte, daß es ihm Der Zeuge Fleischhauer, dessen persönliches Er die unter mehr als 3000 Personen sich abspielen! Und wenn auch nie in den Sinn gekommen fei, auf die Beamten einwirken größerer Unternehmer sich befindet, die leichter heimlich sich besprechen Beche bezahlt habe, so sei dies aus anderen Gründen, wegen ein bedeutender Theil der Miethskutscher in den Händen einiger zu wollen; wenn er für den einen oder den anderen die fönnten, bleiben die hunderte kleiner Miethswagen- Unternehmer, langjährigen persönlichen Verkehrs oder dergleichen geschehen. bleibt die Verständigung und Organisirung der Fuhrleute selbst Der Staatsanwalt hielt die Beleidigung für eine so schwere, daß unerklärlich. Die Polizei ward auch durch den Streik so ton er gegen den Angeklagten eine Gefängnißstrafe von drei sternirt, daß sie zunächst dagegen keine Maßregel fand. An dem Monaten beantragte. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Streit sind 3000 Personen betheiligt. Die größeren Unternehmer eine, hielt den Beweis der Wahrheit im wesentlichen für und die Führer des Streifs vertheilen täglich an die einzelnen erbracht und dieser Ansicht trat der Gerichtshof Fuhrleute entsprechende Entschädigungen und an die kleinen bei. Der ganze Artikel laffe aber aus der Form die be Unternehmer( Befizer von einem oder zwei Miethswagen) leidigende Absicht erkennen und deshalb sei auf eine Geldstrafe fünf Rubel täglich. von 200 Mart erkannt worden. meiden. " Die Tischler in Heide( Holstein) sind im Streik, um folgende Forderungen durchzusetzen: Abschaffung von Kost und Logis beim Unternehmer, für Bautischler einen Wochenlohn von 18 M., für Möbeltischler einen solchen von 16,50 M. Die Mehrzahl der Unternehmer hat diese Forderungen nicht bewilligt, weshalb vor Zuzug dringend gewarnt wird. Gerichts- Beitung. 300 einem Der Verband der Steinseher( Pflasterer) und Berufsgenoffen Deutschlands, der zu Pfingsten in alle feinen 2. Verbandstag begann, war von 44 Delegirten besucht, die 53 Orte vertraten. Aus dem Geschäftsbericht ging hervor, daß die Organisation von 1866 Mitgliedern im Jahre 1892 bis 1. Juni d. J. auf rund 2630 gestiegen ist; die Filialen wuchsen von 28 auf 59. Ginnahmen hatte der Verband seit 1. Januar 1893 bis 1. Juni d. J. 10 881,02 m., Ausgaben 10 739,52 M., fonach blieben 141,50 M. Kassenbestand. Ein Antrag, den ZentralArbeitsnachweis nicht mehr im Namen des Verbandes, sondern Der Herr Pastor als Betrüger. Aus Flensburg wird privat weiterzuführen, wurde abgelehrt. Den Delegirten wurde berichtet: In der gestrigen Straftammer Sigung wurde zum zur Pflicht gemacht, in den von ihnen vertretenen Filialen in zweiten Male verhandelt in der Untersuchungsfache gegen den allererster Linie dahin zu wirken, daß möglichst bald eine einheit- Gine rohe That, welche derzeit in den Zeitungen als Pastor Jörgen Jörgensen aus Fohl wegen Betruges. Wie wir liche Arbeitszeit von höchstens 10 Stunden täglich eingeführt wird. To dtfchlag bezeichnet wurde, gelangte gestern vor der neunten schon früher berichtet haben, wird dem Pastor Jörgensen zur Last Der Anschluß an die Generalkommission der Gewerkschaften Straffammer des Landgerichts I zur Erörterung. Der erst gelegt, daß er, um seinem Schwiegervater, dem Tischler Dreffen, Deutschlands wurde bis zum nächsten allgemeinen Gewerkschafts- 17jährige Arbeitsbursche Max 3immermann war beschuldigt, eine Altersrente aus der Altersversorgungs- und Invaliditätsfongreß vertagt. Bei der Statutenberathung wurde in Beziehung seine 6ljährige leibliche Großmutter, die Händlerin Luise anstalt zu verschaffen, die unwahre Angabe gemacht hat, derselbe auf die Rammer, die man mehrfach des Berufsdünkels geziehen Graßnick, durch Fauftschläge gegen den Kopf derart mißhandelt habe in den Jahren 1888-1891 bei ihm als Arbeiter und Haus hatte, ein Antrag des Zentralvorstandes angenommen, der den zu haben, daß der Tod infolge der Verlegungen eingetreten fnecht gegen einen Tagelohn von 60 Pf. gearbeitet. Auf grund des Streit im Sinne eines solidarischen Zusammengehens entscheidet. ist. Der Angeklagte, der feineswegs den Eindruck eines von dem Pastor Jörgensen ausgestellten Arbeitsscheines hat der alte Beschlossen wurde dann, daß bei Neuaufnahmen in den Herbst- verwahrlosten Burschen machte, legte ein reniges Geständniß ab, 78 jährige Dreffen eine Altersrente von 108 m. bis zu seinem monaten neben der Aufnahmegebühr noch 13 Wochenbeiträge zu bestritt aber, daß er die schweren Folgen hätte voraussehen am 1. März 1893 erfolgten Tode bezogen. Der Schwiegervater entrichten find. Beschwerden wegen verweigerter Aufnahme find tönnen. Er sei früh vaterlos geworden und von seinen Groß- Dreffen hat von den drei Jahren, die er bei ihm als Haus. in Zukunft nicht mehr an den Verbandstag, sondern an den eltern erzogen worden. Besonders seine Großmutter habe häufig knecht und Arbeiter gewesen sein soll, 15 Monate in Haders Ausschuß zu richten. Die Beitragspflicht wurde von bisher 32 mit ihm gezankt und ihn auch in der letzten Zeit leben als Tischler gearbeitet. Die Staatsanwaltschaft nimmt auf 36 Wochen pro Jahr erweitert, der Beitrag auf 15 Pf. pro häufig geschlagen, er habe die Thätlichkeiten aber nicht daher an, daß der Arbeitsschein wissentlich falsch ausgestellt Woche belassen. erwidert. Am Morgen des 6. März habe sein Groß- und beantragt beantragt unter Bubilligung mildernder Umstände Geldstrafe Mart event. Den Delegirten wurde zur Pflicht gemacht, in ihren Filialen vater ihn beauftragt, bei einem entfernt wohnenden Be- eine 30 Tagen Ges dafür zu sorgen, daß möglichst sofort die Gründung von Streit- fannten einen Wagen zu borgen. Als er im Begriffe gefängniß. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Stemann plaidirt fonds in Angriff genommen wird. Zu§ 5 des Statuts wurde wesen sei, sich für den Gang anzukleiden, sei seine Groß für Freisprechung. Das Gericht ist der Ansicht, daß beschlossen, daß ausscheidende Mitglieder verpflichtet sind, die mutter in die Stube getreten, habe gesankt, daß er sich nicht der Angeflagte sich des Betruges schuldig gemacht hat, Beiträge bis zum Termine des Austrittes zu entrichten. In genügend beeile und ihm mit einem Handfeger, den sie gerade in weil D. während eines längeren Zeitraumes als selbständiger Konsequenz hiervon wurde zu§ 6 beschlossen, daß Mitglieder, der Hand gehabt, einen heftigen Stoß in den Rücken gegeben. Tischler in Hadersleben gearbeitet und nicht in die auf grund von Steuerrückständen über drei Monate aus Sierüber sei er so aufgebracht worden, daß er ihr mehrere festen Arbeitsverhältnisse zu ihm gestanden habe. Es ist dem geschlossen wurden, beim Wiedereintreten 13 Wochenbeiträge nach- Fauftschläge gegen den Kopf versetzt habe. Die Groß- Angeklagten von vornherein darum zu thun gewesen, eine wahrs zuzahlen haben. Bei§ 9 beschloß man, daß Mitgliedern, die mutter habe sich weinend in die Nebenstube begeben, heitswidrige Darstellung des Arbeitsverhältnisses seines Schwiegerdurch Aussperrung, Maßregelung oder Arbeitseinstellung er habe den Gang nach dem Wagen angetreten, ohne vaters zu ihm zu geben, um die Altersrente zu erlangen, er hat zur Abreise genöthigt find, mit Genehmigung des Zentral fich über den Vorfall Gedanken zu machen. Als er gegen dadurch sich einen Vermögensvortheil verschafft, weil er sonst vorstandes die Reise- Unterstügung erhöht und ohne Rücksicht auf Mittag nach Hause gekommen sei, habe er zu seinem feinen Schwiegervater hätte unterstützen müssen. Die Stellung die Dauer der Mitgliedschaft sofort gewährt werden fann. Schrecken gehört, daß seine Großmutter todt sei und daß er die des Angeklagten als evangelischer Prebiger wirit erschwerend, es Außerdem können auch Nichtmitglieder in solchen Fällen unter- Ursache sein sollte. Da sämmtliche Verwandte des Angeklagten werden daher dem Angeklagten feine mildernden Umstände be stützt werden. Bu§ 10, betreffend Hechtsschutz und Unterstützung ihre Aussage verweigerten, so beschränkte sich die Beweis willigt, sondern auf eine Gefängnißstrafe von acht Tagen in außerordentlichen Nothfällen wurde beschlossen, daß die bisher aufnahme auf die Vernehmung der beiden gerichtlichen Sach- erkannt. Zur Charakteristik der Handlungsweise des Herrn aus den Lokalkassen zu leistenden Unterstützungen in verständigen. Diefelben begutachteten übereinstimmend, daß an Pastor Jörgensen sei hinzugefügt, daß derselbe ein sehr anZukunft auch aus der Hauptkaffe geleistet werden dem Hinterkopfe der Verstorbenen eigentlich keine Verlegungen ständiges Einkommen hat. fönnen. Sofern es sich in solchem Falle um ein Mit zu sehen gewesen seien, aber unterhalb der Schädelhaut glieb einer Filiale handelt, hat der Vorstand derselben ein fich mehrere blutunterlaufene Eindrücke befunden hätten, Gutachten über das Gesuch beizufügen. Gesuch beizufügen. Einzelmitglieder die ihrer Form nach wohl von Faustschlägen herhaben sich hierbei den vom Zentralvorstand angeordneten rührten. Ein Bluterguß ins Gehirn habe stattgefunden und Kontrollvorschriften zu unterwerfen. Voraussetzung für alle Fälle den Tod verursacht. Bei einer jüngeren und widerstandsfähigeren Wolff's Telegraphen- Bureau. ist jedoch, daß das betr. Mitglied dem Verbande mindestens Person würden die Folgen nicht so schwer gewesen sein. Belgrad, 6. Juni. Vor dem hiesigen Stadtgericht begann 3 Monate angehört und seine Beiträge für diese Beit entrichtet Staatsanwalt beantragte eine Gefängnißstraße von anderthalb heute die Schlußverhandlung über die Ehrenbeleidigungsklage des hat. Zu§ 22 beschloß man, daß jede Filiale in Zukunft pro Jahren, der Gerichtshof erkannte mit Rücksicht auf die Jugend Fürsten von Montenegro gegen den Autor der Broschüre„ MonteMitglied und Vierteljahr 55 Pf. anstatt bisher 40 Pf. an die und bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten auf eine negro am Ende des 19. Jahrhunderts". Zentralverwaltung zu senden hat. Die Reife Unterstüßung Gefängnißstrafe von einem Jahre. Paris, 5. Juni. Der Bergarbeiter Rongreß beschloß mit wurde so geregelt, daß nach dreimonatlicher, durch Zahlung von Beiträgen bethätigter Mitgliedschaft Die Frage, ob in den städtischen Markthallen ein 736 000 gegen 212 000 Stimmen die Berathung der Frage, bein jeder Filiale 1 M. Unterstützung gezahlt wird, wobei eine Erhöhung aus der Kadavergehorsam zu herrschen hat, bildete den Mittelpunkt treffend die Ueberproduktion, auf das folgende Jahr zu verLokaltasse gestattet ist; jedoch wird die Reiseunterstützung an ein einer Verhandlung, die gestern die Berufungs- Straftammer am schieben. Die englischen und deutschen Vertreter stimmten für und daffelbe Mitglied innerhalb eines halben Jahres nur einmal Landgericht I längere Zeit beschäftigte. Die städtische Markt die Bertagung. Hierauf begann die Berathung über den Acht. gewährt. Die Reifeunterstüßung wird aus der Verbandskasse ballen- Berwaltung führt schon seit Jahren einen lebhaften Krieg stundentag. gegen diejenigen Händler, die in der Nachbarschaft der Markt- Paris, 6. Juni. Der Bergarbeiter Rongreß nahm heute gezahlt, doch ist für den Fall, daß der Betrag von 500 M. im hallen wohnen und auf vorherige Bestellung der Standinhaber unter dem Vorsitz des deutschen Delegirten Bunte die Berathung Jahre üderschritten wird, der überschießende Betrag durch Um lageverfahren nach der Kopfzahl auf die Filialen zu übertragen. diesen Bier, Kaffee und andere Erfrischungen in die Markthallen der Frage des achtstündigen Arbeitstages wieder auf. Die EngWeiter wurde dem Statut ein§ 24 a eingefügt, wonach die ev. bineinbringen. Es giebt nämlich eine ganze Anzahl von Stand- länder Abraham und Houffe bekämpften die gefeßliche Anordeinen anderen nung des Achtstundentags. Der deutsche Vertreter Horn wandte infolge gesetzlicher Maßnahmen nothwendigen oder sonst im Inter- inhabern, die diesen Bedarf lieber durch Lieferanten, als durch den betreffenden Markthallen fich entschieden gegen die beiden englischen Redner und forderte effe des Verbandes rathsamen Statutenänderungen nach den Restaurateur decken. Die Markthallen- Berwaltung bestreitet die achistündige Tagesarbeit für die Arbeiter unter und auf der Anträgen vom Vorstand und Ausschuß durch Urabstimmung feft: diesen Lieferanten das Recht, zur Erledigung der ihnen Grde; er bemerkte, die deutschen Delegirten werden sich den zustellen sind. Von den weiteren Beschlüssen zum Statut sei gewordenen Aufträge in den Markthallen zu erscheinen, sie hat belgischen und französischen anschließen, und schloß unter heftiger erwähnt, daß nach§ 32 in Bufunft alle Kosten für Reise- Unter- bamit aber bisher kein Glück gehabt, denn es sind Erkenntnisse Berurtheilung der englischen Vertreter, deren Selbstfucht der Ver ftügung, Delegationen im Auftrage des Verbandes, Gehälter der verschiedener Instanzen bis hinauf zum Kammergericht ergangen, treter von Arbeitern nicht würdig sei. Die Berathung wird befoldeten Zentralvorstands- Mitglieder, sowie der Agitation und die Kosten des Fachorgans aus der Zentralfasse bestritten werden. Die zu gunsten jener Lieferanten von Kaffee 2c. lauteten. Die Nachmittag fortgesetzt. Markthallen Verwaltung giebt aber den Rampf nicht auf; fie Paris, 6. Juni. Der Bergarbeiter Rongreß nahm mit Die Errichtung einer Sterbe- Zuschußkaffe, was von Berlin 1 pocht jetzt auf§ 12 der Marktordnung, wonach das Publikum 870 000 gegen 96 000 Stimmen den gefeßlichen Achtſtundentag beantragt war, wurde abgelehnt. Echließlich gelangte noch ein Antrag ben Anordnungen der Aufsichtsbeamten Folge zu leisten hat und für die Arbeiter über und unter Tage an. Die Arbeiterpartei auf Einführung eines geregelten schriftlichen Verkehrs zwischen den sie läßt daraufhin die betr. Personen aus den Hallen weisen. Drei wird morgen für die Theilnehmer an dem Kongreß einen Punsch Filialen untereinander und mit dem Vorstand zur Annahme, um Angestellte von Schankwirthen, die in einem solchen Falle auf grund veranstalten. den Submissionen, sowie der Regie- und Unternehmerarbeit näher jener Kammergerichts- Entscheidung nicht nöthig zu haben glaubten, Nimes, 6. Juni. Durch eine Explosion in den Gruben zu treten. Das in Berlin erscheinende Fachorgan bleibt wie bisher diesem Befehle Folge zu leisten, waren vom Schöffengericht wegen von La Vernarède wurden sechs Arbeiter getödtet und drei schwer Eigenthum des Verbandes. Der Vorsitzende des Verbandes erhält Widerstandes bezw. wegen Hausfriedensbruches zu fleineren verwundet. jetzt 1000 Mart feste Besoldung für dieses Amt und 400 Mark Geldstrafen verurtheilt worden. Ihre eingelegte Berufung Florenz, 6. Juni, abends 7 Uhr 25 Min. Sämmtliche aus als Redakteur des Fachorgans. Der bisherige Vorsitzende Knoll brachte die Frage vor die sechste Strafkammer. Die Rechts den umgebenden Ortschaften hier eintreffenden Nachrichten bewurde wiedergewählt. Die Wahl des Kassirers soll durch die anwälte Gaffel, Dr. Schöp 3 und Leop. Meyer wiesen auf ftätigen, daß das Erdbeben feinen Schaden angerichtet hat. Nach Filiale des Verbandssizes ausgeführt und möglichst dieses Amt die grundsägliche Wichtigkeit dieser Angelegenheit hin. Wenn Eintreten des Naturereignisses herrschte eine allgemeine Panik, auf die Person des Vorsitzenden übertragen werden, da das Amt der§ 12 einen unbedingten Kadavergehorsam verlangte, dann die Bevölkerung verbrachte die Nacht im Freien; allmälig beginnt nicht besoldet ist. Der nächste Verbandstag soll Januar oder würde er der Willkür Thür und Thor öffnen und jeden diefelbe sich zu beruhigen. Das Wetter ist schlecht, es reguet in Februar 1898 in Magdeburg abgehalten werden. Besucher der Markthallen, sowie jeden Standinhaber in Strömen. Aus der Schweiz. Die Maurer und Handlanger die Gefahr bringen, auf den beliebigen Befehl der Auf- New- York, 6. Juni. Depeschen Guayaquil bestätigen die in Bern haben eine allgemeine durchschnittliche Lohnerhöhung sichtsbeamten die Markthallen verlassen zu müssen. Dadurch Nachrichten von dortigen Unruhen. Die Stadt ist im Besiz der von 5 resp. 4 Cts. per Stunde und eine Arbeitszeit von zehn würden die§§ 64, 69 und 70 der Gewerbe Ordnung verlegt Equadorianischen Aufständischen. Die Radikalen haben die ProStunden im Sommer und 8 Stunden im Winter erreicht; ferner werden; eine Markthallenordnung müsse sich aber im Einklange vinzen Manabi und Esmeraldas in ihrer Gewalt. # Der Depeschen. Verantwortlicher Redakteur: J. Tierl( Emil Roland) in Berlin. Truck und Verlag von May Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„Vorwärts" Berliuer Volksblatt. Pr. 130. Freitag, de»?. Inni 18SS. 12. Jahrg. Aas einer Katholischen Irren- Anstalt. Aus Aachen wird uns über den weiteren Verlauf des Prozesses Mellage unter dem S. Juni berichtet: Dem gestrigen Bericht ist noch folgendes nachzutragen: Der Zeuge Barbier Mewen bekundete: Es sei einmal im Alexianer- tloster die Frage gestellt worden: worin besteht der Unterschied zirischen dem Himmel und dem Alexianerkloster. Der Bruder Leonhard bemerkte darauf: In den Himmel ist schwer hinein-, aus dem Zllexianerkloster ist schwer heraus- zukommen. Gegen 9 Uhr vormittags eröffnet der Präsident, Land» gerichtsrath Dahmen wiederum die Sitzung. Nach knrzer Diskussion wird beschlossen, einige Briefe des Bischofs von Aberdeen übersetzen und dann verlesen zu lassen. Diese Briefe sollen bekunden, daß der Bischof Fordes als geistes- krank bezeichnet habe, aus welchem Grimde die Alexianerbrüder im gute» Glauben an dem für irrsinnig gehaltenen Priester gehandelt hätten. Es wird alsdann Bruder Paschalis, mit seinem bürgerlichen Namen Johann Theodor Gillifsen, vernommen. Dieser bekundet auf Befragen des Präsidenten: Er sei eines Tages vom Bruder JrenSus aufgefordert worden, einen Kranken, namens Borchelt (Kaufmann Borchelt aus Ostpreußen), der sehr krank war, „füttern zu Helsen". Er sei dieser Aufforderung nachgekommen. Am Nachmittage sei der Mann todt gewesen.— Verth. Rechtsanwall Lenzmann: War der Kranke bei Vernunft? — Zeuge: Nein, der Mann war tobsüchtig.— Es wird alsdann Bäcker Kaspar Kleinschmidt von hier als Zeuge vernommen. Dieser bekundet: Er sei eines Tages auf Veranlassung seiner trau, die ihn gern bei seite geschafft hätte, von der Polizei nach ltariaberg gebracht worden. Gefehlt habe ihm hier gar nichts, er sei damals ebenso gesund gewesen, als heule. Er sei 2 Monate in Mariaberg festgehalten worden. Als er Herrn Sanitätsrath Dr. Capellmann bat, ihn herauszulassen, habe dieser ihm geantwortet: Hier ist kein Gesängniß, sonder» eine Irrenanstalt. da kommen Sie nicht ohne weiteres heraus. Er habe Mißhandlungen in Mariaberg nicht beobachtet. Das Essen sei allerdings miserabel gewesen. Es gab gewöhnlich des Mittags Gerstenfuppe. ein Stückchen Leberwurst oder einen halben Hering. Er habe einmal eine Prügelei zwischen zwei Kranken gesehen, 14 Tage später habe er den einen dieser Kranken, der infolge der Prügelei keine Ver- letzung davongetragen halte, mit furchtbar verletztem Gesicht gesehen. Wer dem Kranken diese Verletzung beigebracht, wisse er nicht.— Sanitätsrath Dr. Capellmann: Soweit mir erinnerlich, litt der detreffende verletzte Kranke an Fallsucht; derartige Leute bringen sich häusig selbst Verletzungen bei.— Verth. R.-A. Lenzmann: Ich frage Herrn Sanitätsrath Dr. Capellmann, ob es wahr ist, daß er dem Zeugen, auf seine Bitte, ihn freizulassen, geantwortet hat: Es ist hier lein Gesängniß, sondern eine Irrenanstalt, da können Sie nicht so ohne weiteres heraus?— Dr. Capellmann: Das kann ich selbstverständlich nicht gesagt haben.— Verth. R.-A. Lenzmann: Herr Sanitätsrath, was gab Ihnen Veranlassung, den Zeugen in die Irrenanstalt aufzunehmen?— Dr. Capellmann: Der Mann litt an Ver- folgungswahnsinn.— Verth.: Woraus entnehmen Sie das?— Dr. Capellmann: Aus den Mittheilungen seiner Frau.— Ver- theidiger: Die Angaben seiner Frau genügten Ihnen, um den Mann in Ihrer Irrenanstalt zu internire»?— Dr. Capell- mann: Ich hatte auch ein Attest des Kreisphysikus Dr. Baum.— Vertheidiger: Ich bemerke Ihnen, daß Dr. Baum, deffen Amtseigenschaft aus dem Attest nicht aus- gedrückl ist, es ist blos mit„Dr. Baum" unterzeichnet, in dem Attest bemerkt: Er könne die Geisteskrankheit noch nicht fest- stellen. Haben Sie nun, wie es gesetzlich vorgeschrieben rst, vo» Herrn Dr. Baum wenigstens nachträglich ein niotivirtes Zeugniß verlangt?— Sanitätsrath Dr. Capellmann: Nein.— Ver- theidiger: Haben Sie sich serner um das Schicksal des Mannes bekümmert?— Zeuge: Nein.— Bertheidiger: Also die Angaben der Frau des Mannes genügten Ihnen, um de» Mann sestzu- halten?— Dr. Capellmann: Die müssen mir vorläufig genügen.— Verth.: Herr Sanitätsrath, es wird schon seit Jahren in allen Zeitungen darüber Klage geführt, daß Privat-Jrrenanstalten bequeme Stätten sind, in die böse Frauen ihre ihnen nnbequeme Männer mit Leichtigkeit schaffen lassen können. Nun hat Ihnen doch der Zeuge gesagt: Seine Einlieserunz in die Irrenanstalt sei auf Betreiben feiner Frau von dem hiesigen Polizeikommissar Zimmermann angeordnet worden, er(der Zeuge) hege den Ver- dacht, daß der Polizeikonimissar mit seiner Frau ein unerlaubtes Verhältniß unterhalte. Hat Ihnen diese Angabe des Mannes nicht Veranlassung gegeben, eine Untersuchung über die Wahrheit dieser Angaben anzustellen?— Dr. Capellmann: Nein, wie konnte ich das auch feststellen? (Bewegung im Zuhörerraum.) Der Präsident verliest eine vom Jahre 1383 datirte, von den Ministern des Jnnern, der Justiz und der Unterrichte- und Medizinal-Angelegenheiten erlassene Ver fügung, wonach in Privat-Jrrenanstalten Geisteskranke nur auf- genommen werden dürfen, wenn ein eingehend niotivirtes Attest über die Art der Geisteskrankheit». f. w. vorliegt. Medizinalrath Dr. Gerlach, Vorsteher der Provinzial-Landes- Irrenanstalt zu Münster i. W., und Sanitätsrath Dr. Ripping, Vo> sieher der Irrenanstalt zu Düren, bemerke» auf Befragen des Vertheidigers Rechtsanwalt Lenzmann, daß sie auf grund des vorliegenden Zeugnisses des Dr. Baum den Mann nicht aufgenommen hätten. Zum mindesten hätte die Mittheilung des Mannes über den Grund seiner Einbringung dem Anstaltsarzt Veranlassung gebe» müssen, nähere Nachforschungen vorzunehmen. ES wird hierauf der Geschäslsreisende Joseph Junior in den Saal gerufen. Dieser war früher Ausfeher in Mariaberg. Er bekundet auf Befragen des Präsidenten: Er habe gesehen, wie Bruder Heinrich einen Kranken mit einem Schlüsselbund in heftiger Weise in die Seite und mit einem Schuhabsatz auf den Kopf geschlagen. Der Zeuge bekundet im weitern auf Befragen: Er habe einmal gesehen, wie Bruder Ezechiel einen Kranken furchtbar geohrseigt und mit dem Fuß zur Erde gestoßen habe. Bruder Gregor »nd Bruder Heinrich haben einmal einein Kranken denn Waschen, um letzteren zum besten zu haben, eiskaltes Wasser in den Nacken gegossen. Bruder Casus habe einmal in der schmutzigen Station einen Kranken von hinten mit aller Gewalt zu Boden gestoßen.— Bruder Overbeck bekundet: Dieser Zeuge sei ans Mariaberg entlassen worden, weil er verdächtig war, sich über die von den Brüder» be- gaugenen Mißhandlungen zu beschweren, der Zeuge habe aber selbst einmal einen Kranken gestoßen.— Zeuge Junior: TaS ist nicht wahr.— Präs.: Herr Rektor Overbeck, ich kann es begreifen, daß Ihnen die Beschwerden des Zeuge» unbequem waren, wir haben gestern so manche Ungehörigkeilen ge- hört, die bei Ihnen vorgekommen sind.— Zeuge schweigt. Verth. Rechtsanivalt Leuzmann: Zeuge Junior, Sie sind fünf Jahre Wärter in Düren gewesen, wollen Sie uns über den Unterschied zwischen beiden Anstalten berichten?— Zeuge: Der Unterschied zwischen Düren und Mariaberg ist wie Tag und Nacht.- Im weiteren Verlauf bemerkt Bruder Overbeck: Es /eien in Mariaberg zu wenig Wärter und Brüder gewesen.— Sauilälsrath Dr. Ripping und Medizsnalralh Dr. Gerlach be- gutachten, daß in einer Irrenanstalt gewöhnlich aus 19 Kranke ein Wärter kommen müsse.— Präs.: Und wie war es in Maria- berg?— Zeuge: Da kam auf 20 Kranke ein Wärter.— Es werden alsdann die Zwangsjacke, ein Fußrieme», ein Hand- riemen, ein paar lederne Zwangshandschuhe und eine dicke, kurze eiserne Kette, die an zwei eisernen Armfessel» befestigt ist, vorgelegt. — Auf Befehl des Präsidenten zieht Bruder Provinzial Welter dem Bruder Overbeck die Zwangsjacke an.— Auf Be- fragen des Verth. R.-A. Lenzmann bemerkt der Zeuge Nellessen: Die Zwangsjacke sei den Kranken in viel festerer Weise angelegt worden.— Geh. Medizinalrath Prof. Dr. Finkelnburg: Wer hat wohl das Kranken-Journal über Fordes geführt?— Sanitäts- rath Dr. Capellmann: Das Journal hat Dr. Chantraine geführt.— Professor Dr. Finkelnburg: Haben Sie in das Journal die ärztliche Untersuchung über den Krankheitszustand des Fordes aufgenommen?— Dr. Chantraine: Nein.— Dr. Finkelnburg: Existirt sonst irgendwo eine Niederschrift über die ärztliche Untersuchung des Fordes?— Dr. Chantraine: Nein.— Dr. Finkelnburg: Dann konstatire ich, daß eine Nieder- schrist über die ärztliche Untersuchung des Fordes weder in dem über ihn gesührten Krankheits-Journal, noch sonstwie existirt.— Ter Zeuge Junior bekundet im weiteren ans Befragen: In Mariaberg seien zwei Kranke, Namens Schwalbach(Vater und Sohn) gewesen. Schwalbach(Vater) sei von Brüdern vielfach mißhandelt worden, so daß er einen Leistenbruch davon- getragen habe. Auf Befragen des Angeklagten Mellage bekundet der Zeuge noch: der alte Schwalbach habe ihm einmal einige Zähne gezeigt, die ihm von Brüdern ausgeschlagen wurden.— Auf Antrag des Staatsanwalts wird nun der Wärter Krings vernommen. Dieser war früher Müller. Er sei vo» 1883 bis 1391 und wiederum von 1893 Wärter in Mariaberg gewesen und bekleide diese Stellung noch jetzt. Er könne bekunden, daß Schwalbach bereits mit einem Leistenbruch in die Anstalt ge- kommen sei. Er(Zeuge) habe Mißhandlungen nie wahrgenommen. Nach einigen weniger bedeutungsvollen Vernehmungen, die ebenfalls die Brüder kompromittiren, bekundet R.-A.ILehinkühler-Essen, der alsdann als Zeuge erscheint, in der Hauptsache: Fordes sei ihin kurz nach seiner Befreiung von Mellage vorgesiclll worden. Er habe sich mit Fordes eine Zeit lang unterhalten und denselben als sehr ruhigen und intelligenten Mann kennen gelernt. Fordes habe ihm erzählt, wie schlecht es ihm in Mariaberg gegange» sei, er sei aber katholischer Geistlicher und verzeihe deshalb den Brüdern.— Zeuge Kaufmann Hildebrand-Jserlohn wird nochmals vorgerufen und bekundet aus Befragen zur nähereu Erklärung seiner früheren Aussagen; Fordes habe bei seinem Bruder mehrfach Schnaps gekauft, nu ganzen sei dies innerhalb 3 Monaten für etwa 29 M. gewesen.— Auf Befragen des R.-A. Oster bekundet der Zeuge weiter: Pfarrer Rheindorf habe ihm geschrieben, er habe Herrn Mellage keinerlei Auftrag ertheilt, über seinen ungezwungenen Aufenthall in Mariaberg der Staatsanwaltschaft Anzeige zu machen.— Verth. R.-A. Dr. Niemeyer: Dann beantrage ich. den Pfarrer Rheindorf zu fragen, was ihn veranlaßt hat, einen solchen Brief, wie den bewußten zu schreiben. Ich bemerke, daß es dem Pfarrer Rheindors sehr unangenehm war, hier als Zeuge austreten zu müssen, da er befürchte, dafür büssen zu müssen.— Pfarrer Rheindorf: Ich habe geschrieben und bin aus blindem Ge- horsam nach Mariaberg gegangen, ich konnte infolge deffen selbstverständlich niemals von einem ungezwungenen Aufenthalt fprcchen, ich habe auch so etwas niemals geschrieben.— Vertreter der Nebenkläger, R.-A. Oster: Haben Sie dem Herrn Generalvikar geschrieben, Sie gehen sehr gerne in Be- gleitung der Brüder aus.— Rheindorf: Ich schrieb an den Generalvikar: ich erkläre mich auch bereit, in Begleitung der Brüder auszugehen, weil ich hoffte, dadurch öfters ausgehen zu können.— Kaufmann Joseph Jannes, der hierauf als Zeuge er- scheint, sagt aus: Fordes sei einmal in Begleitung eines Bruders in das Geschäft seiner Mutter gekonimen, um etwas zu kaufen. Er habe mit Fordes französisch gesprochen. Letzterer habe ihn gefragt, was die Aufschrist eines Schildes im Laden„Feste Preise" bedeute. Infolge seiner Antwort habe Fordes aus de» Ladentisch geschlagen und sei sehr erregt gewesen.— Fordes, der de» Zeugen wiedererkennt, befragt, erklärt durch Ver- Mittelung des Dolmetschers, er sei erregt gewesen, weil er in dem Geschäft nur alte Sachen, jedenfalls nicht das gefunden habe, was er suchte.— Geh. Medizinalrath Prof. Dr. Finkeln- bürg: Für die Sachverständigen wäre es doch sehr interessant, wenn der Herr Dolmetscher die vollständige Antwort des Fordes übersetzte. Ich bin auch des Englische» mächtig und kann bekunden, Fordes sagte: er war hauptsächlich erregt, weil man ihn zwingen wollte, in einem Laden zu kaufen, in dem die Brüder kaufen und er nichts für sich Passendes finde.— Präs.: Herr Dolmetscher, ist das richtig?— Dolmetscher: Jawohl, ich habe mit anderen Worten dasselbe gesagt.— Präs.: Weshalb übersetzen Sie dann nicht wörtlich?— Dolmetscher: Ich wollte ab- kürzen.— Präs.: Herr Dolmetscher, Sie sind verpflichtet,>» ö g l i chst wortgetreu zu übersetze» und dürfen keinerlei Abkürzungen mache n.— Präs.: Zeuge Jannes. ist das richtig, was Fordes sagt, kaufe» bei Ihnen die Brüder?— Zeuge: Jawohl.— Frau Adele Jannes, die Mutter des Vor- zeugen und Inhaberin des Geschäftes, bestätigt dessen Be- kunoung.— Es werde» alsdann die heute morgen erwähnten Briese der geistlichen Behörden von Aberdcc» an den General- Oberen Bank verlesen und alsdann gegen 1 Uhr mittags eine längere Pause gemacht. In der um 4 Uhr eröffneten Nachmiitagssitzung beginnt die Vernehmung der Sachverständigen, welche ihr Urthcil über den Geisteszustand Fordes' abzugeben haben. Auf Antrag des Staatsnnwalts werden noch der Sanitätsrath Kreisphysikus Dr. Kribben aus Aachen und Dr. Rose, Menden, als Sach- verständige hinzugezogen. Dr. Kribben wiederholt im wesent- lichen seine bereits als Zeuge gemachten Beobachtungen. Fordes leide auch heute noch an chronischem AlkoholiSmus und es er- scheine sehr zweifelhaft, ob er, zumal er erblich belastet sein soll, jemals von dieser Krankheit werde wieder geheilt werden können. Seine Willenskraft sei keine normale, er sei nicht im stände, dein Alkoholgenuß zu widerstehen. Sei» Gedächtniß sei zweifellos ge- schwächt, den» er habe ihn, den Zeugen, nachdem er ihn vor drei Jahren drei Monaten gesehen, nicht wieder erkannt.(Lautes Gelächter im Zuhörerraum.)— Präsident: Ich muß das Publikum dringend auffordern, sich jeder Beifalls- und Mißfallsbezeugung zu enthalten.— Verth. Rechtsanwalt Lenzmann: Ich war willens, an de» Herrn Sachverständigen, der hier ja bereits in ausführlichster Weise als Zeuge vernommen worden ist, keine weiteren Frage» zu stellen. Wenn ich nun trotzdem dazu gcnöthigt bin, dann bitte ich den hohen Gerichtshof um Entschuldigung. Ich bin dazu genöthigt, da es sich hier um die Zukunft des Herrn Fordes handelt. Der Herr Sachverständige sagte: Fordes leidet an einem sittlichen Defekt; stützt der Herr Sachverständige dies sei» Urtheil darauf, daß Fordes im Jahre 1874, also vor 21 Jahren, einen Konflikt mit einem Offizier gehabt hat? Ich betone aus- drücklich, daß Fordes von dem Osfizier gereizt worden ist, weil dieser aus den Papst und die katholische Kirche schinipfte. Ist lediglich dieses 21 Jahre zurückliegende Borkommniß für den Herrn Sachverständigen maßgebend und ist der Herr Sach- verständige der Meinung, daß eine sittliche Sanirung seit diesen 21 Jahren ausgeschlossen ist?— Sachverständiger: Mein Urtheil bezüglich des ethischen Defekts stützt sich auch aus das Verhalten des Fordes als katholischer Geistlicher der katholischen Kirche gegenüber.— Verth.: Wollen Sie das gefälligst näher erklären? — Sachverständiger; Fordes hat doch das Ziel, das er erstrebte, erreicht und hat als katholischer Geistlicher Bestrebungen unterstützt, die katholische Einrichtungen diskreditiren.— Vertheidiger: Einmal bemerke ich Ihnen, daß Fordes keine Bestrebungen unterstützt hat, die katholische Einrichtungen diskreditiren konnten. Fordes hat in keiner Weise dazu bei- getragen, daß dieser Prozeß eingeleitet wurde. Der Angeklagte ist lediglich hier als Zeuge geladen worden. Nun bitte ich, mir zu sagen: Halten Sie es für eine» sittlichen Defekt des Fordes, daß dieser hier im Interesse der katholischen Kirche nicht meineidig wird, sondern nachdem er Gott als Zeugen der Wahrheit und a l s Rächer der Unwahrheit angerufen, bei der Wahrheit bleibt? — Staatsanwalt: Ich halte es für nicht zulässig, daß der Herr Vertheidiger hier direkte Fragen an den Herrn Sachverständigen stellt. Ich beantrage daher, daß der Herr Vertheidiger seine Fragen dein Herrn Präsidenten vorlegt und dieser den Sachver- ständigen fragt.— Verth.: Gesetzlich hat der Präsident die Ver- Handlungen zu leite» und nicht der Staatsanwalt. Laut Straf- Prozeß-Ordnung steht mir das Recht zu, direkte Fragen an Zeugen und Sachverständige zu stellen, so lange mir dies der Herr Präsident gestattet. Die Erlaubniß des Herrn Präsidenten ist mir bedeutend maßgebender als der Einspruch des Herrn Staatsanwalts.(Lautes Bravo im Zuhörerraum.)— Präs.: Ich muß wiederholt dringend um Ruhe bitten, die Sache ist hier sehr ernst. Nur bemerke ich, Herr Vertheidiger, ich will Ihnen die Fragestellung nicht beschränken, ich ersuche Sie aber, sich etwas kurz zu fassen.— Verth.: Nun, ich will dies Thema verlassen und eine ander« Frage stellen. Sie sagten: Fordes leidet an Gedächtnißschwäche, da er Sie, nachdem er Sie vor drei Jahren drei Monaten einmal einige Minuten gesehen und Ihrem Zeugnisse nach obendrein betrunken war, nicht wieder erkannt hat. Ich frage Sie nun, haben Sie außer diesem Momente»och andere anzuführen, worauf Sie Ihr Urtheil stützen, daß Fordes an Gedächtniß- schwäche leidet?— Sachverständiger: Fordes wußte sich zunächst überhaupt nicht auf den Ternn» zu erinnern. Später war er der Meinung, daß auch Dr. Chantraine dem Termine beigewohnt habe.— Verth.: Haben Sie noch weitere Moniente anzuführen, die die Gedächtniß- schwäche des Fordes begründen?— Sachverständiger: Nein.— Der Vertheidiger sucht ferner gegenüber dem Urtheil des Sach- verständigen, daß Fordes heute noch Alkoholiker sei, zu kon- statiren, daß kein Zeuge bekunden könne, Fordes sei seit der Zeit seines Aufenthalts in Iserlohn jemals betrunken gewesen.— Sachverst. Kreiswundarzl Dr. Rose(Menden) giebt sein Urtheil dahin ab, daß Fordes an„moralischem Irrsinn" leide; Medizinalrath Dr. G e r l a ch(Münster i. W.) ist entfernt davon zu erklären, Fordes sei ein gemeingefährlicher Geisteskranker, doch sei er durch de» Alkoholgenuß geschwächt. Einen „moralischen Irrsinn" kennt die psychiatrische Wissenschaft nach Ansicht dieses Sachverständige» nicht. Entgegen dem Protest der Vertheidiger gestattet der Gerichtshof dem Staatsanwalt, dem Sach- verständigen die Frage vorzulegen, ob die Aerzte und die Alexianerbrüder der Ueberzeugung sein mußten: Fordes befindet sich in einem Zustande, der seine Jnternirung in der Anstalt er- forderlich machte, oder ist Fordes in Mariaberg wider besseres Wissen festgehalten worden?— Medizinalrath Dr. Gerlach be- merkt nun: Die Brüder waren jedenfalls nicht befähigt, den Geisteszustand des Fordes zu bcurtheilen, eine Entscheidung hierüber können lediglich Aerzte treffen. Daß den Brüdern die Entscheidung über die Jnternirung der Kranken anheimgegeben war, ist ein arger Mißstand. Man kann hier das Dichterivort anwenden:„Es erben sich Gesetz und Siechte, wie eine ewige Krankheit fort". Die Brüder haben sich aus alter Gewohnheit für besähigt erachtet, den Gcsundheits- zustand der Insassen der Anstalt zu beurtheilen und über die Nothweudigkeit der Jnternirung zu entscheiden, obwohl ihnen jedes Verständniß dafür fehlte. Wen» der Prozeß einen guten Zweck haben wird, so wird es der sein, daß dieser Mißstand hier aufgedeckt worden ist, und daß der Mangel- hasten ärztliche» Pflege in Mariaberg abgeholfen werden wird. — Präs.: Waren die Anstaltsärzte, die Herren Sanitätsrath Dr. Capellmann und Dr. Chantraine, befähigt, den Zustand des Fordes zu erkennen und mußten diese die Ueberzeugung haben, daß seine Jnternirung nothwendig war?— Sachverständiger: Ich kenne die Herren zu wenig.— Präs.: Sie könne» die Beantwortung dieser Frage ablehnen.— Sachverständiger: Ich lehne die Beantwortung ab.— Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Niemeyer: Herr Sachverständiger, nachdem Mellage er» fahren hatte, daß Fordes lediglich von den Anstaltsbrüdern festgehalten worden sei und die Aerzte sich um Fordes überhaupt nicht gekümmert haben, mußte da nicht Mellage zu der Ueberzeugung gelangen, daß Fordes in der Anstalt wider- rechtlich festgehalten worden sei?— Sachverständiger: Jawohl. — Geh. Medizinalrath Prof. Dr. Finkelnburg(Bonn) saßt sein Urlheil dahin zusammen, daß Fordes kein Epileptiker, sondern durch seine alkoholischen Excesse geistig geschwächt ist. Aus Befragen der Vertheidiger bemerkt der Sachverständige: Der Zustand des Fordes erheischte vielleicht eine provisorische Jnternirung zum Zwecke ärztlicher Beobachtung. Danach wird die Sitzung gegen 8 Uhr abends auf morgen(Donnerstag) vor» mittags 9 Uhr vertagt. Lokales. Zur Loknlliste. In Beelitzhof steht das Restaurant Hensel (Inhaber Carl Ulrich) der Arbeiterschaft zur Verfügung. Der Kartoffelbau durch Arme, den die Armenverivaltung alljährlich auf zu diescnr Zwecke gepachteten Ländereien an der nördlichen, nordöstlichen und östlichen Weichbildgrenze Berlins veranstaltet, hat nach dein in der letzten Armenkommissions- Vorsteher- Versammlung erstatteten Bericht 1894 einmal ein ver- hältnißmäßig günstiges Ergebnis gehabt. Es wurde das rund neunfache der Aussaat, also eine gute Miltelerute erzielt. Ge- erntet wurden 1 761 149 Kilogramm Zkartoffeln, die, wen» man den amtlichen Berliner Martini- Marktpreis von 5 Marl pro 199 Kilogramm zu gründe legt, 88 957 Mark werth waren. Zieht man 18S32 Mark Beiträge der Theilnehmer ab, so fällt aus letztere ein Gewinn von 69 525 Mark oder durchschnittlich 27,98 M. pro Parzelle. Zieht man dagegen die gcsnmmtc» Kosten des Unternehmens, von denen die Hälfte von der Stadt aufgebracht wird, mit 36 5941/2 M. ab. so giebt das einen eigentlichen Reingewinn von 51 4621/2 M. Das ist nicht viel. wenn man bedenkt, daß er durch die Arbeit von 2492 Parteien erzielt worden ist, die sich aus 15 542 Personen(nämlich 2217 Ehemännern. 2217 Ehefrauen.; 275 Wittwen, 1849 Kindern über 14 Jahr und 6993 Kindern unter 14 Jahr) zusammensetzte». Wie viele davon miigearbeitet haben, wird natürlich nicht amtlich ermittelt, aber meist murksen wohl ziemlich alle Familieugliedcr in ihren kurze» Mußestunden auf dem rhnen zugewiesenen Acker umher. Der Armenverwaltung ist es freilich mehr um de»„moralischen" Gewinn zu tbu», der für arme Leute darin liegen fall,»venu sie ans diese Weise durch Dersammlungen. eigene Arbeit noch ein paar Groschen dazu verdienen und eine An einem verschluckten Glasstück ist am Montag ein Verdacht auf einen anderen gelenkt habe. Hennig gestand tie Erhöhung des Armengeldes überflüssig machen. Ja, wenn sich fleines Kind in Pankow erstickt. Der erst ein Jahr alte Franz That denn auch bei der ersten Vernehmung ein. Er wiederholte diese Arbeit nur besser bezahlt machte. Aber knapp 41/2 M. pro Knop aus der Kreuzstraße 5 hatte beim Spielen ein Glasstückchen sein reuiges Geständniß gestern vor der zweiten Strafkammer des Kopf, den städtischen Zuschuß miteingerechnet, das ist doch wohl gefunden und nach Kinderart in den Mund gestedt. Bevor die Landgerichts I und erzielte dadurch, daß er unter Zubilligung ein bischen wenig. Mutter, die den Vorgang gesehen hatte und gleich herbeieilte, von mildernden Umständen mit einer Gefängnißstrafe Eine Säule der heute noch bestehenden Ordnung ist dem kleinen das gefährliche Spielzeug abnehmen konnte, hatte von vier Monaten davonkam. geborsten: Freiherr von Richthofen, der Polizei- er es bereits verschluckt, so daß es nicht mehr zu erreichen war. präsident von Berlin, ist am Donnerstag früh 4 Uhr, Man brachte das Kind sofort in das Kaiser und Kaiserin 59 Jahre alt, in der Universitätsklinik zu Bonn an Gehirn die Mittel der ärztlichen Kunst wurden ohne Erfolg angewendet. Friedrich- Krankenhaus in der Reinickendorferstraße. Aber auch lähmung gestorben. Herr v. Richthofen war kein in der allerersten Reihe stehender Held in der für Ordnung, Religion Das Kind starb noch denselben Tag den Erstickungstod. Der Berliner Arbeitervertreter- Werein war am Mittund Sitte fechtenden Kampfgenossenschaft. Aus Stolp im Entführt scheinen zwei kleine Kinder zu sein, die seit dem woch, den 5. Juni, in seinem Vereinslokale versammelt. Mangels Bommerland WD er Landrath war, im Jahre 1885 1. d. Mts. aus der elterlichen Wohnung spurlos verschwunden genügender Betheiligung mußte von einer Besprechung der hierher berufen, führte er prompt die Befehle aus, die find. Es handelt sich um die 8 und 6 Jahre alten Kinder Martha neuesten Rekursentscheidungen für diesmal abgesehen werden; ihm je nach dem Geist und den Gaben seiner Vorgesetzten und Alfred der Eheleute Gebhart aus der Ruppinerstr. 1. Die man will in der nächsten Sigung diesen Punkt erledigen. Als gegeben wurden; anscheinend nur wenig bekümmert darum, beiden Kleinen sind seit Sonnabend Vormittag gegen 11 Uhr Revisoren für die Jahresrechnung wurden gewählt Buchholz, wie sie gerade wirkten. Während seiner Amtsthätigkeit nicht mehr gesehen worden. Da sie bisher niemals vom Hause Seidel und Guse. ist bekanntlich die Sozialdemokratie zu ganz ausgezeichneter Ent- weggeblieben sind und gar keine Neigung zum Umhertreiben gewickelung in Berlin gediehen; namentlich die organisatorischen zeigt haben, so vermuthet man, daß sie zu unlauteren Zwecken Fortschritte, die in unserer Partei allen Verfolgungen zum verschleppt worden find. Zur Auffindung der Kinder ist die Troß gemacht worden find, sind unverkennbar. Wir Hilfe der Polizei von Berlin und den Vororten in Anspruch geüberschätzen den Einfluß Des Verstorbenen in diefer nommen worden. Martha hat dunkelblondes Haar und trägt Beziehung allerdings in teiner Weise, wie wir schon vorhin an ein weiß und grau farrirtes Kleid, Alfred hat eine blaue leinene gedeutet haben, daß seine Funktionen mehr ausführender als Hose, aber feinen Rock an. Beide Kinder gingen barfuß. anordnender Art waren. Die Auffassungen, die unter Herrn v. Richthofen im Zeitalter des Verkehrs von bürgerlicher Freiheit und von Handel und Wandel maßgebend waren, bekundeten fich n. a. in der Gummischlauch- Affäre und in den rigorosen Straßenabsperrungen, die wegen irgendwelcher Hoffeste oder Militäraufzüge alle Augenblicke angeordnet wurden. Das Verständniß des Freiherrn v. Nichthofen für Wissenschaft und Kunst trat im Verbot der„ Weber" und in Polizeithaten ähnlicher Art zu tage. ertrant. Filiale II des Textilarbeiter- Verbandes hielt Genoffe Saffenbach Posamentenbranche. In der letzten Versammlung der einen Vortrag über das Freimaurerthum". Seine Ausführungen gipfelten in dem Schlußsay, daß diese Institution zu ihrer Zeit nicht ohne kulturelle Bedeutung gewesen sei, sich aber heute vollständig überlebt habe. Der hierauf folgende Bericht des Kassirers Schein ergab, daß im I. Quartal d. J. die Filiale eine Einnahme von 56,38 M. von 19,09 m. verblieb. und eine Ausgabe von 37,29 M. hatte, so daß ein Kassenbestand Kollege Schubert beantragt, für nächste Versammlung eine Besprechung über Gründung einer Arbeitslofen- Unterstüßungstaffe auf die Tagesordnung zu setzen, was die Zustimmung der Versammlung findet.- Ebenfalls wird ein Borschlag angenommen, am Sonntag, den 16. Juni, einen Familienausflug nach Hantel's Ablage zu veranstalten. " Neubau Graunstr. 130 ein Arbeiter infolge eines Fehltritts vom Polizeibericht. Am 5. d. M. vormittags fiel auf dem Gerüst und erlitt anscheinend erhebliche innere Verletzungen. An der von der Heydtstraße wurde die Zeiche einer Frauensperson aus dem Landwehrkanal gezogen. Ein obdachloser früherer Versicherungsbeamter verursachte mittags an der Belle alliancebrücke einen größeren Auflauf, indem er sich in den Kanal stürzen wollte. Er wurde zu seiner Sicherheit festgenommen. Nachmittags fiel ein fünfjähriger Knabe am EngelIn Nr. 120 des Vorwärts" berichteten wir über eine ufer von der zum Wasser führenden Treppe in den Kanal und Bersammlung von" Metallschleifern und Galvaniseuren". In ein mit Reparaturen in einem Fahrstuhl- Schachte beschäftigter Rosenow als Ursache für eine über die gefeßliche Grenze Auf einem Grundstück in der Hollmannstraße fiel diesem Berichte wird der Fabrikant und Stadtverordnete mehrere Knochenbrüche. Gegen bend wurde in der König- in der Werkstatt von Wolter Nachf., Puttendörfer u. Kienast, Arbeiter vom fünften Stock ins Erdgeschoß hinunter und erlitt hinaus geschehene Beschäftigung von Arbeitern und Arbeiterinnen straße eine Frau, als sie an der Haltestelle einen Pferdebahn Ritterstr. 74, bezeichnet. Und abermals eine empfindliche Verkehrsstörung. Der wagen besteigen wollte, durch einen Geschäftswagen umgestoßen Polizeipräsident i. V. Friedheim erläßt folgende Bekanntmachung: und überfabren. Im Laufe des Tages fanden sieben unAnläßlich der am 11. d. M. vormittags stattfindenden Ent- bedeutende Feuer statt. hüllung des Luther- Denkmals auf dem Neuen Markte werden die Kaiser Wilhelmstraße zwischen der Spandauer- und Klosterstraße, sowie die den Denkmalsplatz begrenzenden Straßenzüge des Nenen Marktes im Bedarfsfalle von 912 Uhr vormittags ab bis Unter einem Regime, das Herrn v. Köller zu seinen hervor ragenden Intelligenzen zählt, fann man annehmen, daß an stelle des nach außen hin nicht allzu schroffen, und im persön lichen Umgange fogar recht höflichen Mannes ein Herr von möglichster Forsche und Schneidigkeit zum neuen Polizeipräsidenten möglichster Forsche und Schneidigkeit zum neuen Polizeipräsidenten von Berlin ernannt werden wird. Witterungsübersicht vom 6. Juni 1895. nach beendeter Feier für den gewöhnlichen Fahrverkehr polizeilich Stationen. gesperrt werden." Es versteht sich, daß dem maßgebenden Geschmack entsprechend gleich den neuen Kirchen auch das LutherDenkmal unter Militärmusik und sonstigem kriegerischen Pomp enthüllt wird. Swinemünde Hamburg. Berlin Militärchriftliches. Eine drollige Gruppirung war in den Pfingstfeiertagen am Denkmal Friedrich II. Unter den Linden zu schauen. Man hatte dort fünf Glocken postirt, welche dieser Tage Wiesbaden. in der Aegirkirche aufgehängt werden sollen, damit sie die von München Tag zu Tag mehr vom preußischen Christenthum sich abwendende Wien Menschheit an die Bergänglichkeit und den Verfall aller Dinge Haparanda gemahnen. Es versteht sich, daß das Publikum sich in mancherlei Petersburg Gloffen erging über den Einfall, am Denkmal des atheistischen Cort. aufgetlärten Despoten Sachen zu postiren, welche als Sinnbild Aberdin. orthodoxer Gläubigkeit gelten sollen. Eine weitere Freude giebt es noch für die Militärchristen. Ein Hofuhrmacher hat, wie so manche andere Geschäftsmänner, zu Ehren der oben so sehr beliebten und bekanntlich selbst durch Sonntagsschändungen forcirten Kirchenbauerei tief in den Geldbeutel gegriffen und für die Aegirtirche eine Uhr gespendet, an der gerühmt wird, daß sie an Größe nur noch von der Westminster- Uhr in London übertroffen werde. Das sind so einige der kleinen Tröstungen, die den modernen Kämpfern für Ordnung, Religion und Sitte wenigstens für Augenblicke über den Kummer hinweghelfen, daß das arbeitende Bolt unwiederbringlich ihrem, an seinen bekannten Früchten schon von weitem her erkenntlichen Christenthum verloren ist. Paris. • Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. OS Windrichtung Windstärke (-24LBL( 21121 Wetter Temperatur ( 50 6. 4° R.) Snach Celsius 768 NND heiter 14 768 NO . heiter 16 766 . heiter 18 762 M 3 bedeckt 15 762 bedeckt 16 763 Still bedeckt 16 767 N bedeckt 15 • 764 M wollig 8 773 NND heiter 17 774 764 GO N heiter 17 woltig 14 Wetter- Prognose für Freitag, 7. Juni 1895. Warmes, vorwiegend heiteres Wetter mit ziemlich frischen östlichen Winden; Gewitter nicht ausgeschlossen, sonst trocken. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Ein parteigenössischer Skat unter Auflage. Urtheil des Schöffengerichts waren der Former Krause, der Durch Schankwirth Bolz und die Schloffer Schäfer und Beyer Herr Rosenow ersucht uns nun mitzutheilen, daß er niemals mit dieser genannten Firma in Verbindung gestanden habe, noch jezt stehe, daß er sie nicht einmal dem Namen nach kenne, also auch die ihm imputirte Schuld an einer Gesezwidrigkeit nicht begangen haben könne. Er beschäftige überhaupt weder im Hause noch außerhalb desselben Metallschleifer oder Galvaniseure. Bentral- Verein der Bureau- Angestellten Deutschlands. Freitag, den 7. Juni. abends 8% Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstraße 44: Sigung. Vortrag. Gäste willkommen. Freie Vereinigung der Händler und Bändlerinnen Berlins und Umgegend. Jeden Freitag nach dem 1. d. M., bei Wigel, Ackerstr. 145, und nach dem 15. d. M. bei Lorenz, Koppenstr. 47, Bersammlung. Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 7-8% Uhr: Lektüre. 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179 a: Geschichte( neueſte). Südost Schule, Waldemarstr. 14: Deutsch( Literatur.) Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Vermischtes. Ein Wolkenbruch ging in der Nacht zum Donnerstag in Balingen( Württemberg) und dessen Umgebung nieder. Durch die hochgeschwollene Eyach wurde in Balingen ein Wohnhaus fammt seinen Bewohnern fortgeriffen; neun Personen werden vermißt. In Frommern wurden vier Häuser weggeriffen; es werden ebenfalls neun Personen vermißt. Auch in Dürrwangen wurde ein Haus weggeschwemmt; in Laufen beträgt die Zahl der Vermißten 15. Der Minister Pischek hat Techniker zur Unterstützung der betroffenen Gemeinden entfandt und die Ermächtigung ertheilt, Pioniere auf Staatstoften heranzuziehen. Der Staatsanzeiger für Württemberg" fagt, es sei eine Ratastrophe, wie sie unter den flimatischen Verhältnissen stützung der Betroffenen werde das möglichste geschehen. Württembergs taum erhört fei. Bu staatlicher UnterIn der Beleidigungsklage des Dr. Edel gegen unseren wegen Uebertretung der§§ 1 und 12 des Vereinsgesetzes zu Geld Wasserkatastrophe im Bezirk Balingen besagen, daß am 4. d. M. " 1 Amtliche Berichte an das Ministerium des Innern über die von 5 bis 7 Uhr abends, und sodann am 5. nachts gegen 11 Uhr " wärts" vor mehr als einem Jahre mit den Mi bandlungen ammlung theilgenommen haben, welche, obwohl sie bezweckte, starke Wolkenbrüche im Gyachthale niebergingen. In der Stadt Kranter in der E.'schen Anstalt beschäftigt hatte, war auf den öffentliche Angelegenheiten zu erörtern, nicht polizeilich an- Balingen wurden mehrere Häuser, Brücken, Kanäle und Waffer7. Juni Termin angesetzt worden. Der Vertheidiger Rechts- gemeldet war. Gegen dieses Urtheil hatten sämmtliche Anwerke theils völlig zerstört, theils schwer beschädigt; anwalt Heine hatte aber so umfangreiche Beweisanträge genstanz ergab folgendes Sachverhältniß. Der sozialdemokratische Frommern sind 7 Häuser ganz oder theilweise, die Brücken völlig getlagte Berufung eingelegt. Die Verhandlung in der zweiten 10 Personen sind getödtet oder fortgeschwemmt. Im Pfarrdorf stellt, daß der Termin aufgehoben wurde. Die Staatsanwalt Bahlverein des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises hat behufs schaft hatte damals ein Ermittelungsverfahren gegen Dr. Edel eröffnet, das natürlich mit Einstellung endete. Wie zu erwarten gewesen Saffirer eingeführt, welche von den Mitgliedern des Bezirks die beklagen, auch 15 Thiere wurden getödtet. Der Friedhof wurde öffnet, das natürlich mit Einstellung endete. Wie zu erwarten gewesen Erleichterung der Kassengeschäfte für seine einzelnen Bezirke zerstört; auch hier sind 7 Todte und 9 Vermißte zu verzeichnen. In Laufen sind 7 Häufer eingestürzt; 15 Menschenleben sind zu ments bestehen, und daß Dr. E. von Ungehörigkeiten nichts ge- Angeklagte Krause, welcher die Stellung eines Bezirkskassirers Der Schaden der Gemeinde Laufen beziffert sich auf eine Viertelwar, ergab sich, daß in der Edel'schen Anstalt vorzügliche Regle- Beiträge einziehen. Es war bekannt gemacht worden, daß der beklagen, auch 15 Thiere wurden getödtet. Der Friedhof wurde von den Fluthen aufgerissen, sodaß die Särge umberschwimmen. wußt hatte. Für unsere Angelegenheit ist das aber sehr gleich hat, von den Mitgliedern seines Bezirks in den Räumen des Million. In Dürrwangen wurde ein Gebäude fortgeschwemmt, giltig, da wir nie Herrn Dr. E. persönlich der Mißhandlungen Schankwirths Bolz die Beiträge erheben würde. Aus Anlaß 4 andere sind zerstört, 2 Brücken und 2 Stege wurden wegbezichtigt hatten. Wie das wärterpersonal in Abwesenheit des dessen hatten sich eine Anzahl Personen bei Bolz eingefunden, geriffen, 10 Thiere ertranten, doch ist kein Verlust an MenschenChefs verfuhr, das ist eine andere Sache, und in dieser Richtung die ihre Zahlungen leisteten. Ein Theil derfelben entfernte fich, leben zu beklagen. In den oberhalb der Stadt Ebingen liegenden haben wir eine Menge Thatsachen erfahren, die beweisen, daß ein anderer Theil, etwa 30 Personen, blieb zurück. Nach Eintritt Dörfern Thailfingen und Truchtelfingen ist ebenfalls bedeutender leben zu beklagen. In den oberhalb der Stadt Ebingen liegenden gute Reglements noch nicht ausreichen, um Dinge zu vermeiden, der Polizeistunde hörte der Schuhmann Schreiber, daß die in dem Dörfern Thailfingen und Truchtelfingen ist ebenfalls bedeutender die nicht anders denn als Mißhandlungen bezeichnet werden Lokale Anwesenden in parlamentarischer Form debattirten. Es Schaden angerichtet. Alle Gemeinden haben telegraphiſch StaatsSchaden angerichtet. Alle Gemeinden haben telegraphisch Staatstönnen. Wir würden aber auch für weitere Mit hilfe erbeten. theilungen bantbar sein, wenn sie so belegt wären, Erfahrungen, welche einzelne Wirthe mit dem Boykott gemacht Bolizei unternahm gestern Vormittag einen Rundgang in den wurde von der Spedition des Vorwärts", auch über üble Im Vaterlande des Militarismus. Die Stuttgarter daß sie als Material verwendet werden könnten. hätten, gesprochen. Der Angeflagte Krause sprach unter anderem Buchhandlungen, um die eventuell vorhandenen Exemplare der Aus den Reihen der Sachsengänger ertönen immer davon, er habe genau gewußt, daß er auf Opposition stoßen im Verlag von R. Lutz erschienenen Broschüre Militärische lauter die Klagen über die viehische Behandlung, die ihnen die würde, aber er lasse sich nicht von seiner Thätigkeit für die Schreckenbilder in Friedenszeiten, von Hermann Schöler", zut beim Verlag von R. Lutz erschienenen Broschüre Militärische Rübenbarone im Magdeburgischen angedeihen laffen. So find Partei abbringen. Die sonstigen Angeklagten gaben zu, mit Schreckenbilder in Friedenszeiten, von Hermann Schöler", zu be gestern 150 dieser Armen frühzeitig zurückgekehrt, welche aus ihren Nachbarn gesprochen und gelegentliche Bemerkungen ge- geordnet worden sein, wo der Verfaffer der Broschüre lebt und schlagnahmen. Die Beschlagnahme soll von Hannover aus an Schlesien zum Rübenbau nach Magdeburg gezogen waren, aber macht zu haben, bestritten aber alles weitere. bort so schlechten Verdienst und so mangelhaftes Unterkommen Auf Antrag des Vertheidigers, Rechtsanwalt Freuden- auch der Druck besorgt worden ist. batten, daß sie sich schleunigst nach der Heimath zurückbegaben. that, wurde festgestellt, daß von den Anwesenden ein Theil Stat fchiff. Im Kohlenraum des Panzerschiffs Württemberg" ents Abermals eine Explosion auf einem deutschen Krieg 3Bei einem Tagelohn von 1,50 bis 1,75 t. mußten sie sich selbst gespielt und getrudelt hat und sich um diese eine Korona gestandene Gafe explodirten, wie die„ Voss." 3tg." meldet, am beköstigen; ihr Nachtlager war eine große offene Scheune, wo bildet hatte. Rechtsanwalt Freudenthal führte aus: G3 sei an Dienstag auf der Fahrt nach Helgoland. auch die Kinder der verheiratheten Leute untergebracht wurden, sich schon rechtlich fraglich, ob die in dem Bolz'schen Lokale An- Gehrmann wurde leicht, der Oberfeuermeistermaat Ulrich und Der Ingenieur weshalb vielfache Krankheiten eintraten. Die Leute tamen in wesenden eine Versammlung gebildet haben. Was nach allem übrig der Heizer Andrä wurden schwer verletzt. Die Verletzten wurden sehr jämmerlichem Zustande auf dem Lehrter Bahnhofe an und geblieben sei, sei nur eine kleine Anzahl von Personen gewesen. Der wurden sofort nach ihrer Heimath weiter befördert. Möge Begriff der Versammlung erfordere aber eine nicht allzu flein be- nach Wilhelmshaven ausgeschifft. auch unter diesen Proletariern bald das Licht sozialistischer Ermessene Anzahl von Theilnehmern. Abgesehen hiervon sei aber sich, wie das Voltsblatt für Anhalt" meldet, in Hergisdorf der Ein deutscher Volksschullehrer. Am Donnerstag erhängte fenntniß aufdämmern. Unsere Parteigen offen werden es nicht teineswegs ersichtlich, daß öffentliche Angelegenheiten in Frage fich, wie das Volksblatt für Anhalt" meldet, in Hergisdorf der Hauptlehrer B. Lange. Er war Inhaber des eisernen Kreuzes, an der nöthigen Vorarbeit fehlen lassen. gekommen seien. Darunter falle weder die Spedition daß er sich 1870 auf dem Schlachtfelde geholt hatte. Aber Die Sammelgaben, welche der Redegreis in Friedrichsruh üble Erfahrung einzelner Serantheit und Nahrung sorgen trieben ihn zu dem unglücklichen Die Neußerung des Krause Schritte. Er hinterläßt Frau und acht Rinder. Wie hoffnungsfich am 1. April von freiwilligen und unfreiwilligen Spendern Wirthe mit dem Boytott. der hinsichtlich hat offeriren lassen, werden bekanntlich zur Zeit im Konzerthause sei nach dieser Richtung auch nicht von Belang. Selbst wenn Umständen Hand an sich selbst legen konnte. Opposition, die ihm gemacht wurde, los muß seine Lage gewesen sein, ehe der Mann unter solchen in der Leipzigerstraße ausgestellt. Mit ziemlich schlechtem Kaffen- von einzelnen Rednern öffentliche Angelegenheiten berührt wären, erfolge jedoch. Wenigstens läßt der Umstand, daß das zu Anfang so genüge dieses nicht. Derartige Angelegenheiten müßten der bei Thorn großes Unglück angerichtet. Der Arbeiter Thober aus Leichtfertiges Umgehen mit einem Artilleriegeschoß hat fünfzig Pfennige herabgefekt ist, darauf schließen, daß die Zahl artig besprochen sein, daß eine Grörterung derfelben erfolgt Podgorez fand auf dem Artilleriefchießplage eine blindgegangene auf zwei Mark bemessene Entree nunmehr bereits bis auf derjenigen, welche in ihrer Begeisterung für den Millionenzüchter Freudenthal beantragte die Freisprechung, auf welche versuchte, das Geschoß zu entleeren, explodirte bie Granate mit ist. Das verlange§ 1 des Vereinsgesetzes. Rechtsanwalt Granate. Zu Hause zerklopfte er deren Mantel; als er hierbei nicht alle werden, in der Hauptstadt der deutschen Sozial das Gericht auch, sich seinen Ausführungen anschließend, erschrecklicher Wirkung. Fünf der umstehenden Personen wurden demokratie nur mäßig ist. Was nicht anders zu erwarten tannte. war. Auf solchem Kalmus piepen die Berliner denn doch nicht. des Vorwärts", noch die verletzt, davon drei schwer, dem Thober wurde die linke Hand ,, Da Du mir nicht geholfen haft, helfe ich mir selbst." abgerissen und die rechte verstümmelt und sein Kopf so schwer Krank aufgefunden wurde am zweiten Feiertage der Einen Bettel dieses Inhalts mit dem Namen„ König" unter verwundet, daß an dem Aufkommen des Mannes gezweifelt wird. Droschtentutscher Franz Schultz aus der Thaerfir. 33. Ein schrieben, fand die Wittwe K. eines Tages in ihrer von un- Aus Madrid wird vom Donnerstag berichtet: Jufolge von Schuhmann des 2. Polizeireviers fand ihn vormittags gegen befugter Hand gewaltsam erbrochenen Kommode. Zugleich ent- Bergstürzen in der Nähe von Tolosa ist der Verkehr auf 10 Uhr vor dem Hause Unter den Linden Nr. 30 und brachte bedte sie das Fehlen ihrer Grsparnisse, insgesammt 160 M. Der der Nordbahn unterbrochen; die Freimachung der Geleise dürfte ihn mit einer Droschte in ein Krafenhaus. Hier ist Schultz faum Sachverhalt mußte ihr sofort klar werden. Sie hatte zwei 4 Zage in Anspruch nehmen. eine Stunde später gestorben. Der Verstorbene soll vom Bock In Florenz wurden am Donnerstag früh um 1 Uhr 36 Min. gefallen sein und sich dabei innere Verletzungen zugezogen haben. Schlafburschen. Einer von diesen, namens König, hatte sie vor einiger Zeit um ein Darlehn gebeten, das ihm ab- ein starker Grd stoß und darauf drei leichtere verspürt. Die Etwas Näheres und Bestimmtes hat sich jedoch über den Vorgang geschlagen worden war. Er mußte nach seiner eigenen Bevölkerung wurde von einer Panit ergriffen und eilte aus den bisher nicht feststellen lassen. Angabe der Thäter ſein. Auffallenderweise fam er Häusern auf die Straßen und Pläge. Es scheint jedoch, daß in zur gewohnten Beit nach Hause. Er war aufs höchste der Stadt keinerlei Schaden angerichtet wurde. Auch in entrüftet, als er hörte, weffen man ihn beschuldigte. Er be- Leoben und Eisenerz wurden am Mittwoch Nachmittag hauptete, daß nur sein Mitbewohner, der Mechaniker Max zwei vertikale, ziemlich heftige, von unterirdischem Getöse be= Hennig, der Dieb sein könnte, der in so schnöder Weise den gleitete Erdstöße verspürt. Arbeiterrifiko. Von der Transmissionswelle wurde am Dienstag der in den Elektrizitätswerken zu Charlottenburg beschäftigt gewesene Arbeiter Kleinert so unglücklich erfaßt, daß er auf der Stelle getödtet wurde. Eingelaufene Druckschriften. Der Sozialdemokrat, Zentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Partei Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 3). 1 Nr. 23 vom 6. Juni hat folgenden| Inhalt: Internationaler 2c. Rongreb. Wochenschau. Bwet bayerisches Reichstags- Erfahwahlen. Crispi's Fiasto. Gegen das Sweating- Sy stent. Aus alter Beit. Parteinachrichten. Vermischtes. Dr. Rudolph Meyer. Aus dem Notizentheil heben wir hervor: Sachsen| gängeret und slavische Arbeiter in Ostelbien. Die Bühnenangehörigen in der Gewerbefommission. Mangelhaftigkeit der Berichte über die Städtetage. Kommunale Grundbestz- und Wohnungs- Gefeßgebung in England. Die Zwangseintritt städtischer Arbeiter in Örts Krantentaffen. Arbeitslosen- Fürsorge in den deutschen Berufsvereinen. Bon Dr. Mar Hirsch. Die Gewertschaftsbewegung in Ost- und Westpreußen. Von B. Poersch. Der Krebs Erster Kongreß der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in gang in der Sozialreform. Arbeiterorganisationen. Wie man uns be= Holland. Christlich- soziale Arbeiterpartet in Belgien. Streit und handelt. Todtenlifte. Lockout in Rottbus. unentgeltlichkeit der Lehrmittel im Kanton Zürich. Gasheizung in Schulhäusern. Raumverhältnisse in den Schulen. Die Erschöpfung des preußischen Schulbaufonds. Bon J. Tews. Bildungsvereine und Sozialdemokratie. Die Agrarier. 1 Literarisches. Soziale Pravis, Zentralblatt für Sozialpolitik, enthalten in ihrer neuesten Nr. 36 folgende leitende Auffäge: Die doppelte Ronkurrenz. Von Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 7. Juni. Berliner Theater. Das Bild der Signorelli. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Spezialitäten Vorstellung. Neues Theater. Tata- Toto. Schiller- Thenter. Gin Diener zweier Herren. . Alexanderplatz Theater. Modell. Heinrich Heine. Ein National Theater. Napoleon und seine Frauen oder Eine kaiserliche Ehescheidung. Theater Unter den Linden. Miß Helyett. Apollo Theater. im Harem. Ein Abenteuer Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Die Neuvermählten. Ein Biener zweier Sonnabend: abends 8 Uhr: Die Herren. Nenvermählten. Ein zweier Herren. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Bopf und Schwert. Abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten. Ein Strat rapport. Central- Theater Alte Jakobtraße Nr. 30. Novität! Bum 34. Male: Novität! Unter artistischer Leitung des Herrn Adolf Brahl vom fönigl. GärtnerplayTheater in München: Figaro bei Hof. ( Roccoco.) Operette in 3 Atten( nach Beaumarchais' Memoiren) von Bohrmann- Riegen. Musit von Alfred Müller- Norden. Aufang: 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direttion: Mar Samst. Heute u. folgende Tage, abds. 71/2 Uhr: Napoleon und seine Frauen oder Eine kaiserliche Ehescheidung. Großes Sensations Ausstattungsstück mit Melodramen u. Ballet in 5 Atten Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Passage- Panopticum. Täglich: Nettung aus Feuersgefahr durch die Feuerwehr Castan's Panoptikum. Das Bärenweib. Am 3. d. M., abends 9 Uhr, verstarb unser lieber Kollege, der Schriftseter Herr Otto Hadelka im Alter von 49 Jahren. Seinen vielen Freunden und Bekannten dies zur Nachricht. Die Beerdigung findet Freitag, 7. d., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen St. MichaelKirchhofes( Mariendorf) aus statt. Das Personal des ,, Berliner Börsen- Courier". 14916 Am 3. Juni cr., abends 81/2 Uhr, verstarb im hiesigen Augusta Hospital = unser guter Bruder, Schwager u. Onfel, der Schriftsetzer Von der Neuen Beit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist soeben das 36. Heft des 13. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Allerlei aus der bürgerlichen Presse.- Zur Beweisführung unserer Agrarier. Bon Dr. Eduard David. Die Arbeiterbewegung in den Vereinigten Pithecanthropus Von F. A. Sorge.( Fortsetzung.) Staaten, 1886-1892. erectus. Eine menschenähnliche Uebergangsform aus Java. Von A. Jacobi. Notizen: Der Drang nach Berbreitung von Boltsbildung in Rußland. Feuilleton: Germinie Lacerteur. Von Edmond und Jules de Goncourt. Einzig autorisirte Uebersetzung von Emma Adler.( Fortsetzung.) Illustrirte Volksausgaben von Meisterwerken deutscher und ausländischer Klassiker. Lieferung 66-67. Verlag der Literaturwerte ,, Minerva," Berlin W., Corneliusstr. 5. Volks- Vorstellung arrangirt von Julius Türk im National- Theater, Große Frankfurterstraße 132. Sonntag, den 9. Juni, nachmittags 2, Uhr: Maria Magdalene. Ein bürgerliches Trauerspiel in drei Atten von Fr. Hebbel. Mitwirkende: Klara Drucker( Lessing Theater), Agnes Werner ( Schiller- Theater), Klaudius Merten( Lessing- Theater), Schmidt- Hakler ( Deutsches Volkstheater in München), Oskar Wagner( Berliner Theater), Julius Weffels( Deutsches Theater). Kafeneröffnung 1 hr.- Preis jedes Plates 75 f. Die Mitglieder der Freien Volksbühne und ihre Angehörigen erhalten in allen Zahlstellen des Vereins Billets à 60 Pf. Otto Hadelka. Die Beerdigung findet am Freitag, den 7. d., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen St. MichaelKirchhofes( Mariendorf) aus statt. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Im Auftrage derselben: Bruno Gorella, als Neffe. Berlin, 6. Juni 1895. Ein Flug durch die Luft! 4. Wahlkreis( Süd- Ost). Bestrafte weibliche Eitelkeit. Kaufmann's Variété. Königstr., Kolonnaden. Sommerbühne. ( Bei ungünstigem Wetter int Theatersaal). Täglich: Humoristischer Abend der NeumannBliemchen's Leipziger Sänger. Neumann, Wilh. Wolff, Horváth, Gipner, Lemke, Feldow und Ledermann. Anf. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Neu! Der Neu! Floh! ( La Puce.) Posse von Wilh. Wolff. Et is zum piepen Reichshallen. v. W. G. Wills und Gracé Hamthoren. Die neuen Dekorationen sind aus dem Atelier von Hensel, die neuen Kostüme( bei von der Firma Paul Hildebrandt. Nationaltheater- Garten: Großes Konzert Jm prachtvollen Garten ungünstiger Witterung im Saal): Täglich: Humoristische Soiree der u. Spezialitäten- Vorstellung. Nord Die Theaterbesucher haben freien Zutritt zum Garten. Durchgegangene Weiber. Poffe in 5 Akten von Ed. Jakobsohn. Nanny. Frl. Henny Schmid. Fettweiß. Martin Kettner. Raffenöffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtischer Concert- Park 25/26 Chauffeestraße 25/26. Artist. Direktor: R. Quarg. Koloffaler Erfolg des fomischen Programms, 16 Elite- Nummern. 1. A. Der jüngste Favorit Edi Blum! Laura! Wer lacht da! Die Kanarienhähne. Montag, den 10. Juni: Die Pariser Favoritin, die bildhübsche Nini Diva. Auf. d. Concerts 6 Uhr| Entree Vorstell. 7 " " 30 f. Volksgarten ( ehem. Weimann's Volksgarten) Gesundbrunnen. Badftr. 56. Direktion: Max Samst.Heute: deutschen Quartettu. Couplet- Sänger Hoffmann, Wolff, Führmann, Walde, Horst, Bez u. Frische. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirter Platz 50 Bf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf., ab 9 Uhr 30 Pf. Todes- Anzeige. Allen Parteigen offen hiermit die Nachricht, daß am Montag, den 8. Juni, Die Frau unferes Genoſſen Streit, Klara Streit verstorben. Wir verlieren in der Verstorbenen eine treue Mitkämpferin. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heut Nachmittag 7 Uhr von der Leichenhalle des Michael- Kirchhofes in Mariendorf statt und ersuchen um rege Betheiligung Die Vertrauenspersonen. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unsere liebe Mutter Mathilde Schmidt, geb. Müller, Eisenbahnstr. 38, gestorben ist. Die Beerdigung findet Sonnabend, 8. Juni, nachmittags 7 Uhr, auf dem EmmausKirchhof statt. 14956 Arthur Schmidt nebst Geschwistern. Danksagung. 1487b Für die überaus herzl. Theilnahme an dem Dahinscheiden meines lieben, unvergeßlichen Mannes, unseres guten Baters sagen wir allen Freunden, Verwandten und Bekannten unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Wwe. E. Herold nebst Kindern. Danksagung. Für die starke Betheiligung und der reichen Kranzspende bei der Beerdigung unserer unvergeßlichen Gattin u. lieben Ausstellung Italien in Berlin. Station Zoologischer Garten. 301/14 Täglich, nachm. 42 Uhr: die Bersaglieri: Maestro Gatti. 5 Uhr: Musiktruppen: Liberti, Angeli, Penna, Tribuni, della Rosa. 6 Uhr: Tarantella- Tänzertruppen: Marano, Grieco, Lorenzo. mit seinem weltberühmten 7 Uhr: Voltsszenen aus dem italienischen Leben. 71 Uhr: Maestro Gialdini Emphonie- Orchester aus Mailand. 8 Uhr: Opernchor des teatro filodramatico aus Mailand. Maestro Donizetti. 8 Uhr: Teatro americano mit Urcomico Bendixio. 11 Uhr: Finale: Grosser Umzug der Bersaglieri. Während des ganzen Tages Vorführung der ital. Seidenspinnerei, Glasbläserei, florentinischer Strohflechterei, Mofaiffabrikation, Holzschnitzerei u. s. w. Entree 50 Pf. Schweizer- Garten Am Königsthor. Haltestelle der Ringbahn.- Am Friedrichshain. Täglich: Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Auftreten der Geschw. Valkoni, Gesangsduettisten. Mila Hermance, Bravoursängerin. Two Forlays, Kuokabauts u. Grentrics. Münch, Mäge u. Wuttke, sächs. Romifer- Trio. Mr. Banola, tom. Jntermezzo am dreifachen Rect. Schulte und Berner, Humoristen. Gebr. Gray, Groteskouettisten. Lebende Bilder der Gesellsch. Renaud( 8 Personen). Theater- Vorstellung des 16 Personen starten Theater- Ensembles. Volksbelustigungen. Ball. 5 Uhr. Anfang Sonntags 4 Uhr. Entree 30 Pf. Ostbahn- Park Rüdersdorferstr. 71. Am Küstriner Platz, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Regie: R. Hintsche. Garten- Concert von der 24 Mann starten Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors W. Carloné. Kaffeeküche 3 bis 5 hr.- Entree 20 Pf. Volksbeluftigungen jeder Art. 4 egelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu foliden Preisen. guten Mutter seitens der Kollegen und C. Freund's Inselgarten schaften zc. mein idyllisch gelegenes Kolleginnen der Kontobuch- Fabrik von F. Ashelm, Freunden, Freundinnen, auf Empfehle allen Vereinen, GesellLokal zu Sommerausflügen. Dampferfern wird Brückenzurückgang vergütet Bekannten u. Verwandten, fowie dem Pichelswerder. Frühstücks- Haltestelle. Bei KremGesangverein" Brezelschluß" sagen hiermit ihren herzlichsten Dank 14926 Franz Tenber u. Sohn. Sie geht los, die Badezeit! Victoria- Brauerei Volks- Badeanstalt Lühowßraße 111-112. Garten resp. Saal. Täglich außer Sonnabends Soiree der altbeliebten Stettiner Rixdorf, Canner Chaussee. Restaurant Sanssouci, Schmargendorf Ruhlaerstr. 20/21( neben dem Schützenhaus), direkt am Wald, mit großem schattigen Naturgarten und angrenzender Wiese als Spielplay. Vorzügliche Speisen und Getränke zu zivilen Preisen; große Kaffeeküche, gute Kegelbahnen, Volksbeluftigungen aller Art. 400 Personen fassender Parquetsaal zu Versammlungen und Festlichkeiten. unter Leitung des Zanzl. Herrn Goldschmidt und Sonntag: Der Unterzeichnete empfiehlt den ge- Jeden Mittwoch) Großer Ball,( Mitgl. d. Zanzlehrervereins„ Solidarität“). ehrten Einwohnern von Rigdorf und Umgegend feine renovirte Badeanstalt Um regen Besuch bittet Alfred Malitz( früher Berlin, Annenstraße 37) für Herren und Damen mit Schwimmbaffin. Man kann billig abonniren, auch werden Schwimmschüler ange= nommen. Schöner Aufenthalt im Hanekel's Ablage, Käppel's Restaurant. Großer Garten und Saal an Sänger fattigen Garten. Vier Kegelbahnen, 28 a Id, 23 af fer und dicht an der Station gelegen, empfiehlt sich zu Aus( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader.) Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Billets im Vorverkauf à 40 Pf. und Familienbillets à 1 M.( für 3 Personen giltig)( siehe Plakate). Schießbude, Kraftmesser und Schaufel stehen zur Verfügung. Jeden Sonntag im Garten: Große Spezialitätenund Theater- Vorstellung von renommirten Künstlern. Jm Saale: Großer Ball. Auch können Familien Kaffee fochen. Mein Lokal steht den geehrten Innungen sowie den Vereinen unent2560L geltlich zur Verfügung. Hochachtungsvoll A. Stolzenburg. Heute nach Lanzkränzchen. Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal Soiree: W. Noack's Grosses Concert, Theater- Sommer- Theater, u. Spezialitäten- Vorstellung. Entree 25 Pf. Anfang 5 Uhr. Morgen: Auftreten der Brunnenstr. 16. Täglich: Concert, TheaterOriginal- Texas- Cowboy- Troupe. u. Spezialitäten- Vorstellung. Szenen aus dem wilden Westen NordAmerikas. Die besten Reiter und Lassowerfer der Prairie mit ihren wilden Pferden Baccking Brouchos. Auftreten um 9 Uhr bei elektrischer Beleuchtung. mit geräumigem Vereinszimmer, besonders bei Beerdigungen zum Aufenthalt für größere Gesellschaften. Für gute Speisen u. Getränke ist stets gesorgt. 2462L* J. Raumann, Blücherftr. 42, unmittelbar an der Hasenhaide. Die goldene Jusel. Neues Club- Haus Ausstattungs- Operette v. Anton Arno. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag 3m Saale: Grosser Ball. 72. Kommandantenstr. 72. Jeden Sonntag: BALL. flügen 2c. Kaffeküche. Gute Speisen und Getränke. Ausspannung. Jubiläums- 25 Rusgabe. Soeben erschien die fünfundzwanzigste Auflage von August Bebel: Die Frau und der Sozialismus. Heft- Ausgabe. Komplet in 10 Heften à 20 Pfennig. Bu beziehen durch alle Kolporteure. Maitrank frisch, ausgezeichnet à Flasche 60 r. intt., 10 Ft. Mt. 5,50. Johannisherrwein, herb, Fl. 60 Pf. Desertwein, süß, Fl. 75 Pf. Stachelbeerwein, ganz vorzüglich, Flasche M. 1,-. Echt Stonsdorfer Tikör, à 2tr. 1,20, 5 Str. 5,50, 10 Str. 10,-, 50 2tr. 472, 100 Str. 90,-. Echten alten Nordhäuser Strfl. Mt.1,10, 5 Liter à Mt. 0,90. Berliner Getreide- Kümmel Strft. Mt. 1,10, 5 Liter à Mt. 0,90. Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeersaft, vorzüglich, Strfl. 1.30. Medizin. Ungarwein, beste Qualität, à Literflasche Mt. 2,10. Empfehlen und senden einzelne Fiaschen frei Haus Berlin. 6a, Belle- Allianceplatz Sumpf. mung& Fils zu Feſtlichteten Eugen Neumann& Co., S1, Belle Airplas Ga, u. Berfammlungen gratis. H. Ebert. Oranienstr. 8, Genthinerstr. 29. Potsdam, Waisenstr. 27. Deutscher Holzarbeiter- Verband.| Typographia.| Lederarbeiter Berlins! Zahlstelle Berlin. Morgen Abend punkt 9 Uhr: Am Sonnabend, den 8. Juni 1895, abends 8 Uhr, im Viktoria- Garten, Badstraße 12: Eke Schönhauser und Rosenthaler Vorstadt. Waſſerthorplak, The GiftſchinerMontag, den 10. Juni, abends 812 Uhr: Bezirks- Versammlung bei Mörschel, Schönhauser Allee 28. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. angelegenheit, Verschiedenes. 3. Vereins Zu dieser Versammlung find die Kollegen der Werkstellen: Bösner ( Pianofabrik), Schönhauser Allee 157; Müller, Schönhauser Allee 161; Stobbert, Prenzlauer Allee 26; Rahn, Brunnenstr. 196; Grohmann, Svinemünderstr. 74; Lahert& Kreuzer, Pappel Allee 109; Henkel, Anklamerstr. 34; Fischer, Linienstraße; Otto, Frankfurterstr. 6, eingeladen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Vertrauensmänner- Versammlung für Wedding und Gesundbrunnen Vorstand. Oeffentliche Versammlung Orts- Krankenkaffe aller in der Lederfabrikation beſchäftigten Arbeiter( als: der Stellmacher. Sonntag, 16. Juni, vorm. 10 Uhr, findet im Lokal des Hrn. Gründel, Brunnenstr. 188, eine ausserordentliche General- Versammlung der Kasse statt. Tagesordnung: Weißgerber, Lohgerber, Färber u. s. w.). Zages Ordnung: 1. Vortrag( Referent und Thema wird in der Versammlung bekannt gemacht). 2. Diskussion. 3. Abrechnung und Neuwahl eines Vertrauensmannes. 4. Gewerkschaftliches. Der Vertrauensmann. 161/18 Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. 1. Beschlußfassung über den Erlaß Am Sonntag, den 9. Juni, vormittags 11 Uhr, in des Herrn Ober Präsidenten vom 1. Mai 1895. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes( zwei Arbeitgeber). 14976 Der Vorstand. P. Howe. Mittwoch, den 12. Juni i shendo si hr, im Kolberger Salon, Zentral- Kranken- u. Sterbekasse 12/5 Kolbergerstraße 23. Heute Abend bei Schöning, Stallschreiberstraße 29: Sigung der Ortsverwaltung. Die Ortsverwaltung. Verein zur Wahrung der Interessen aller in Berlin und Umgegend auf Holz- und Kohlenpläßen beschäftigten Arbeiter u. Kutscher. der Tischler Eing. Hilfskaffe Nr. 3 in Hamburg Filiale Berlin C. Mitgliederversammlung am Montag, den 10. Juni, Wilke's Lokal, Audreasstraße 26: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Wilke über:" Werth und Nuhen der Organiſation". 2. Discuffion 8. Stellungnahme zum Stiftungsfeste. 4. Vereinsangelegenheiten Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. bringend ersucht, zu erscheinen. Die Mitglieder werden Der Vorstand. 80/14 Verein der Schäftebranche. Am Sonnabend, den 8. d. M., abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn abends 8 Uhr, bei Werner, Bulowftr. 59. Wernau, Roſenthalerstraße 57: Tages- Ordnung: 1. Neuwahl der gesammten Drtsverwaltung. 2. Andere wichtige RassenSonntag, den 9. Juni, nachmittags 2 Uhr, bei Herrn Gründel, angelegenheiten. Brunnenstraße 188: Versammlung. Tages- Ordnung: 89/9 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. 235/11 Die Ortsverwaltung. Zwecks Einführung der freien Aerztewahl bei der hiesigen Orts- Krankenkasse Versammlung E NB.: Ausgabe der Billets zur Dampferpartie. Achtung! Maurer. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Derjenigen Kaffen, bei welchen diese bittet der Unterzeichnete Mitglieder der Sonnabend, den 8. Juni, abends 82 Uhr, Einrichtung besteht, um gütige Ueberbei Herrn Schulz, Oranienstraße Nr. 51, 1. Etage( großer Saal): laffung der Statuten gegen Vergütung Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Dr. med. G. Heymann: ,, Die freie Arztwahl." 205/8 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen zu der Versammlung ersucht Der Vorstand. Allgemeine Arbeiter und Arbeiterinnen. Sonnabend, den 8. Juni, abends 8 Uhr, im Botale ,, Königsbank", Große Frankfurterstraße 117: Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag über: Lohnarbeit und Kapital und die Zustände in der Berliner Velvet- Fabrik." Referent: P. Jahn. 2. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Bitte bringend darum, daß alle Arbeiter und Arbeiterinnen, insbesondere diejenigen aus der Velvet- Fabrit, in dieser Versammlung erscheinen. 70/8 Der Vertrauensmann. D. Schüler, Tresckomstr. 30. Bimmerer. 3weite General- Versammlung des Verbandes Deutscher Zimmerleute( Lokalverband Berlin) am Sonntag, den 9. Juni 1895, vormittags 101/2 Uhr, im Lokale des Herrn Bergner, Aunenftr. 16. Tages- Ordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes. 2. Wahl des Ausschusses. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Wu dieser Versammlung werden besanders die Bimmerer von Friedrichsberg und Umgegend eingeladen. 290/20 Der Vorstand. der Rosten. A. Schubert, Bunzlau, Oberstraße 3, II. Charlottenburg! Der Gesangverein ,, Maiglöckchen" erfucht Sangesfreunde, welche gewillt sind, dem Verein beizutreten, sich im Restaurant Bismarckshöhe" melden zu wollen. Gleichzeitig wird ein Dirigent verlangt; bitte Adresse mit Honorar98/8 Achtung! Große öffentliche Versammlung Maurer Berlins und Umgegend am Sonntag, den 9. Juni, vormittags 10 Uhr, in Cohn's Fostsälen, Beuthstr. 20/21( gr. Saal, I.), Eingang Beuthstr. 0 Zages Ordnung: 1. Der Streit der Leipziger Maurer. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes. 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet 196/7 Der Vertrauensmann: Aug. Berndt. 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Rep Künstl.Zähne Theilz. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. Werkzeuge. Spezialität für Bauhandwerker, Zimmerer, Tischler, Schlosser, Schmiede, Klempner. 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Inni d. I., abends 9 Uhr: Centrum: Bei Herrn Paschen, Alte Jakobstraße 83( King'scher Ausschant). Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über:" Die Naturheilmethode". 2. Bericht des Arbeitsvermittlers und Festsetzung der Höhe seiner Entschädigung. 3. Verschiedenes. In Flaschen und in Fässern. Fabriken und Werkstätten erhalter Wiederverkäufer- Preise. al RinderwagenBazar Max Brinner, Jerufalemerstr. 42 am Dönhoffplatz und Brunnenstraße 6. Großartig. Auswahl von Kinderwagen, Puppenwag., Sports wagen billigst. Viele Anerkennungen, Jedem Genossen, der seinen Bedarf bestes Fabrikat. Mufterbuch gratis Anzügen, Theilzahlung gestattet. Bitte lesen Sie! Sommer- Paletots, einzelnen Berl. Export- Weissbier- öken, Inquets, Hofen, Westen, Meine reelle Restauration Brauerei A. Seidler Schöneberg Berlin W. 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