Abendausgabe Nr. 366 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 180 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise sind in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Mittwoch 5. August 1925 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmbh. Berlin SW. 68, Liabeaftraße 3 Jernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Rededuell Schlieben- Höpker- Aschoff. Sugenbergs Ablenkungsverfuch. Endkampf um den Finanzansgleich. Der Reichstag beendigt heute die zweite Lesung des Steuergejezzes. Das Haus bewilligt zunächst fünf Abgeordneten den nach gesuchten längeren Urlaub und seht dann die zweite Beratung des Entwurfs eines Gefeßes über die gegenfeiligen Befteuerungsrechte des Reiches, der Länder und Gemeinden fort. Abg. Koenen( Romm.) lehnt den Entwurf wegen seiner Tendenz ab, die durch Aufbürdung neuer Lasten auf die Versorgungsbetriebe dahin ziele, den Konsumenten die notwendigen Bedarfsartikel Gas, Wasser und Elektrizität zu verteuern. Regelung des Zuschlagsrechts beschaffen, wobei ihm nichts ferner liegt, als etwa eine Einmischung in die den Ländern obliegende Aufsicht über die Gemeinden. Zum Schluß betont der Minister erneut, daß es die Reichsregierung nach wie vor besonders begrüßen würde, wenn es gelänge, mit den Ländern auf der allgemeinen Grundlage der Beschlüsse des Steuerausschusses zu einer Berstände gung zu fommen.( Beifall rechts.) Bei den darauf folgenden Ausführungen des preußischen Finanzministers Höpker- Aschoff Abg. Dr. Fischer- Köln( Dem.) begrüßt die Berbefferung des Ausschusses, daß die Reichspost von den Gemeinden zu Wegeber rechten Seite ausgingen. Der preußische Finanzminister wandte fam es wiederholt zu lebhaften Unterbrechungen, die besonders von baufosten herangezogen werden kann. Der Redner begründet dann den demokratischen Antrag, der die Aufnahme folgender Be- fi gegen das Kompromiß, das den Ländern und Gemeinden 2,1 millionen geben will. Den Ländern würde dadurch jede Hoff ftimmung in das Gefeß fordert: nung auf das Mehreinkommen aus einer entwidlungsfähigen Steuer „ Das Steuerauftommen aus Betrieben und Bermalgenommen werden. Er mache den folgenden Gegenvorschlag: tungen, die lebenswichtigen Bedürfnissen der Bevölkerung dienen, zu bas Reich folle den Ländern 75 Prozent aus der Einkommen- und deren Befriedigung die Bevölkerung auf diese Betriebe und Berroaltungen angewiesen ist( Versorgungsbetriebe), wird den Gemein- Körperschaftssteuer geben, dafür würden die Länder auf die Gaden( Gemeindeverbänden) und Ländern, die diese Versorgungs- rantie verzichten, von der Umjahfteuer wünschten die Länder betriebe entweder felbft betreiben oder im Wege der Ronzessionierung 35 Brozent und hier müsse das Reich ein Auftommen von 500 Millionen garantieren. Die Länder haben den Wunsch, mit dem Reich zu einer Einigung zu fommen und die politischen Schwierig feiten zu beseitigen. Der jezige Vorschlag der Länder bedeute für fie ein großes Opfer, nachdem sie ihre früheren Steuern aufgegeben haben.( Cärmen rechts.) betreiben laffen, überwiesen." Damit schließt die Aussprache. Ein Antrag& ulentampff( D. Bp.), der auch die öffentfichen Versorgungsbetriebe, die lebenswichtigen Bedürfnissen der Bevölkerung dienen, der körperschaftsstener unterwerfen will, wird in namentlicher Abstimmung mit 224 gegen 146 Stimmen abgelehnt. Der Antrag Dr. Fischer( Dem.) wird dann mit 346 gegen 26 Stimmen abgelehnt. Die Vorlage wird unfer Ablehnung der übrigen Kenderungserbringen werde. Die vorige Regierung dürfe bas Berdienst für sich anträge in der Ausschußfaffung angenommen. Es folgt dann die zweite Beratung des Finanzausgleich- Gesehes. Das Gesetz bestimmt nach den Vorschlägen des Ausschusses, daß die Länder vom 1. Oftober 1925 ab von dem Aufkommen an EinFommen- und Körperschaftssteuer drei Viertel erhalten, von dem Auftommen an Umsatzsteuer bis zum 31. März 1926 35 Pro3, bann 30 Proz. Die Beteiligung der Gemeinden regelt die Landes gefeggebung. Nach einem Antrag der Regierungsparteien foll den Ländern und Gemeinden für ihre Anteile an den erwähnten drei Steuern in den Jahren 1925 und 1926 ein jährlicher Mindest= betrag von 2100 millionen garantiert werden. In der Borlage wird weiter bestimmt, daß der Mietzins fpätestens am 1. April 1926 die Höhe der Friedens miete erreicht haben muß. Die bisherige Hauszinssteuer wird nach der Vorlage als Steuer Dom bebauten Grund und Boden von den Ländern und Gemeinden erhoben. Ihr Ertrag wird nur zu einem Tell zur För derung der Wohnungsbautätigkeit verwandt und dient im übrigen den allgemeinen Bedürfnissen der Länder und Gemeinden. Nach den Ausschußbeschlüssen sollen Länder und Gemeinden nach Maßgabe eines besonderen Gesezes die Befugnis erhalten, vom 1. April 1927 ab felbftändig Anteile an der Einkommen- und Körperschaftssteuer festzusehen. Vor Erlaß des Gesezes sollen als Unterlagen für dieses u. a. vorliegen Aufstellungen über Einnahmen und Ausgaben der Länder und Gemeinden, insbesondere über die Berwaltungsausgaben im Jahre 1925 und im ersten Halbjahr 1926 sowie über die entsprechenden Einnahmen und Aus gaben im Rechnungsjahr 1913. Um einen Ausgleich der Schäden, die ihnen das Steuertompromiß zumute, zu erzielen, würden die Länder gezwungen lein( 3uruf rechts: 3u sparen!), die Realsteuern tart anzuspannen. Es sei nicht damit zu rechnen, daß die Hauszinssteuer eine Milliarde zur Deckung des Finanzbedarfs in Anspruch nehmen, durch ihre Sparmaßnahmen den Haushalt Janiert zu haben. Aber es bestehe doch ein Unterschied, bei der Möglichkeit zu sparen zwischen dem Reich und den Ländern. Das Reich habe die aufgebläten Verwaltungen besonders der Eisenbahn und der Post abgebaut. Es habe außerdem die verschiedenen Caffen besonders für die Schule auf die Länder und die Gemeinden abgeschoben. Die größten Posten der Ausgaben bei der preußischen Regierung würden durch bas Innenministe rium und der Schule beansprucht. Beim Innenministerium be. fonders durch die Schupo, die werden Sie doch nicht beseitigen wollen.( 3uruf liats: Doch Zuruf rechts: Nein.) Breußen habe jetzt 60 000 Strafgefangene gegenüber 40 000 in den Vortriegs. jahren. Die Schule erfordere höhere Ausgaben, trotzdem die Klaffenfrequenz von 45 auf 50 heraufgelegt worden sei. Insbeson bere habe das früher so fümmerliche Gehalt der Schullehrer erhöht werden müssen. Auch die Gemeinden haben viel größere Lasten als früher zu tragen. Die Kosten für Wegebau usw. feien jezt erheblich höher. Die Wohlfahrtspflege erfordere 25-30 Proz. der Gesamt einnahmen. Man dürfe nicht aus der günstigen Lage einiger Gemeinden den Schluß auf die Gesamtheit der Gemeinden ziehen. Es gibt wohl einige wohlhabende Gemeinden, aber auch fie zehren heute von den leberschüssen des vergangenen Jahres. Der preußische Finanzminister schließt seine mit allgemeiner Spannung aufgenommenen Ausführungen mit folgender Erklärung: Unser Vermittlungsvorschlag bedeutet die legte Grenze des möglichen. Ich habe nicht nur für Preußen gesprochen. Eine Konferenz der Finanzminister der Länder hat am Montag ein mütig den preußischen Vorschlägen zugestimmt. Wir würden es aufs tieffte bebauern, wenn wir vor die Notwendigkeit gestellt fein würden, vom Reichsrat aus gegen die Beschlüffe des Reichs tags Einspruch erheben zu müssen. Wir bitten Sie, uns das zu ersparen! Herr Hugenberg hat in feiner Breffe einen publi giftischen Feldzug begonnen, deffen Ziel es ist, die Frage der Verantwortung für die täglich wachsende Teuerung und die drohende wirtschaftliche Krise zu verdunkeln. Seit dem Beginn des Jahres regiert in Deutschland eine aus gesprochene Rechtsregierung, die unter dem Einfluß der Interessenten in Industrie und Landwirtschaft steht. Unter dieser Regierung hat sich die wirtschaftliche Lage verschlimmert. Die Preise steigen, die Lebenshaltung der Bevölkerung finft. Der Konsum wird eingeschränkt. Die Absatzmöglichkeiten für die Unternehmungen werden eingeengt. Eine ernste wirtschaftliche Krise scheint heraufzuziehen. Im wesentlichen gibt es für diese ungünstige wirtschaftliche Entwicklung zwei Ursachen: die mangelnde Kaufkraft der Massen der konsumierenden Bevölkerung in Deutschland und der Mangel der Wirtschaft an Betriebs apital. An beiden Umständen trägt die Industriegruppe, zu der Herr Hugenberg gehört, ein wohl gerüttelt Maß von Schuld. Die Einengung der Kauffraft der Bevölkerung ist die Nachwirkung jener großen Ausraubung des Volkes durch die Gewinner der Inflation in der Inflationszeit, die Folge der volkswirtschaftlich turzsichtigen Lohnpolitik des Unternehmertums. Der Mangel der deutschen Wirtschaft an Betriebskapital hat seine Ursache ebenfalls in der Inflationszeit. Die Spekulation auf die Entwertung der Mart, die Ausnutung der Inflation zur Bildung unorganischer Konzerne, die in der Entstehung des nunmehr verfrachten Stinnesschen Privatkonzerns ihren Höhepunkt erreichte, hat zur Zergeführt. Sie hat das Spartapital vernichtet, das ein inneres ftörung eines großen Teiles des deutschen Boltsvermögens Reservoir für das Betriebskapital der Wirtschaft darstellte. Die Verantwortung für die Ursachen in der Vergangenheit an dem frisenhaften wirtschaftlichen Zustand, in dem wir uns befinden, lastet auf den Wirtschaftskreisen, die die Stabilisierung zur rechten Zeit verhindert haben. Diese Wirtschaftskreise stehen hinter den Parteien, die die Rechtsregierung von heute stützen. Herr Hugenberg gehört zu diesen Kreisen. Abhilfe tann geschaffen werden nur durch Stärtung der Massenfauftraft, durch Zuführung des nötigen BetriebsPapitals an die Wirtschaft. Die Suführung von Betriebstapital darf nicht auf Kosten der Massenkauftraft erfolgen. Die Finanz- und Wirtschaftspolitit der Rechtsregierung jedoch gefährdet die Gefundung der Wirtschaft. Sie führt zur Teuerung, zur weiteren Einschränkung der Massentauftraft. Damit werden nicht nur die Abfagmöglichkeiten für die deutsche Produktion auf dem inneren Markt eingeengt, es wird vielmehr die Bildung von Spartapital unmöglich gemacht. Herr Hugenberg indessen vertritt diese Wirtschaftspolitik, nur wird sie ihm von der Rechtsregierung nicht entschieden und nicht brutal genug durchgeführt. Auf der Industrietagung in Düsseldorf führte Geheimrat Silverberg aus, daß die deutsche Wirtschaft auf lange Jahre hinaus das fehlende Betriebskapital durch rein finanz fonstruktive Maßnahmen ersehen müsse unter Heranziehung ausländischen Geldes. Die Industrie fönne nicht arbeiten ohne Borleistung. Herr Hugenberg will diese Borleistung mit Hilfe des Staates aus den massen der Verbraucher Die Landesregierungen und ihre Kommunalaufsichtsbehörden hera uspressen. Steuerliche Begünstigung der Industrie, haben zum 3med der Herstellung einer Uebersicht über Ein- Nach dem preußischen Finanzminister ergreift der bayerische Abbau der Sozialpolitit, künstliche Teuerung durch Hochschu nahmen der Länder und Gemeinden die Eingänge der überwiesenen Gesandte v. Preger das Wort. Er schließt sich der preußischen Er- zölle sind die Mittel, die er dafür angewandt wissen will. Reichssteuern, Landessteuern, Gemeindesteuern und sonstigen Abflärung an und unterstreicht fie fräftig. Dann nimmt der goben vierteljährlich aufzuzeichnen und dem Finanzminister mit fächsische Finanzminister Reinhold das Wort. zuteilen. Dieser ist berechtigt, von den Landesregierungen Ausfünfte über Einnahmen und Ausgaben der Länder, insbesondere die Beantwortung von Fragebogen sowie Einsicht in die Haushaltspläne und Jahresrechnungen alljährlich lediglich zu Zweden der statistischen Berarbeitung zu verlangen. Das gleiche Recht sollen Beauftragte des Finanzministers gegenüber den Gemeinden haben. Zur Begründung der Vorlage spricht Reichsfinanzminister v. Schlieben: Das Gesetz über Aenderungen des Finanzausgleichs bildet info. fern den Abschluß der Steuerreform, als es zum Ziel hat, das Steuerauffommen zwischen dem Reich, den Ländern und Ge meinden zu verteilen. Eine Berständigung zwischen dem Reich und den Ländern hat sich bisher nicht erzielen lassen. Die Reichs regierung ist nunmehr bereit, noch einen weiteren Schritt zu tun, indem sie den Ländern und Gemeinden bis zur Einführung der Zuſchläge zur Einkommensteuer und Körperschaftssteuer Ueber weisungen bis zur Höhe von 2100 Millionen Reichsmart garantiert Gegenüber der Kritif begründet der Minister die Richtigkeit der von ihm schon wiederholt gegebenen Zahlenaufstellungen und Schätzungen. Er weist den Vorwurf der Ueberschußpolitit zurüd und verfichert, daß er der erfte sein werde, der für eine weitere Steuerherabjegung eintreten würde, wenn tatsächlich wegen Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage höhere Steuerbeträge ein gehen würden als zur Balanzierung des Etats erforderlich sind. Die Länder wollten dem Reich Schritt für Schritt die Ein tommenbesteuerung wieder abnehmen. Diesem Ziel glaubt die Reichsregierung aus außenpolitischen sowie aus wirtschaftlichen und steuerpolitischen Gründen entgegentreten zu sollen. Die Basis der Gesetzgebung und Verwaltung des Reiches auf dem Gebiete der Steuern( Erzbergers Steuerreform) müffe unbedingt aufrechterhalten werden. Bei allebem fei zu bedenken, daß es sich gegenwärtig nur um eine porläufige Regelung handele. Die endgültige Lösung des Finanzausgleichs joll den Ländern und Gemeinden ein Zuschlags. recht zur Einkommen und Körperschaftssteuer bringen. In ber Bwischenzeit mird bas Reich sich Unterlagen für die endgültige Das Befinden Dr. Davids. Genoffe Dr. David verbrachte in ber Charité eine gute Nacht. Eine gründliche Untersuchung des Batienten wird erst nach einigen Tagen vorgenommen werden. Weitere Blutungen sind nicht ein getreten. Ein augenblicklicher Grund zur Besorgnis besteht nicht. Die Danziger Regierungsbildung. Die Wirkungen einer solchen Wirtschaftspolitik zeigen fich heute schon. Die ständig steigende Teurung, die Vorzeichen einer ernsten wirtschaftlichen Krise sind darauf zurückzuführen. Wird diese Wirtschaftspolitik im Sinne Hugenbergs verschärft fortgeführt, und die Reichstagsmehrheit ist drauf und dran ein Finanz- und Zollgesetzgebungswert zu schaffen, das in dieser Richtung liegt so wird eine schwere Krise unvermeidlich werden. Herr Hugenberg fürchtet diese Krise, noch mehr, daß die Berantwortung dafür vom Bolte mit Recht der BirtEr schaftspolitik der Rechtsregierung zugeschoben wird. Die Verhandlungen vor dem Abschluß. unternimmt eine Ablenkungsoffensive. Er möchte die Schuld Danzig. 5. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die Berhandlungen an den Ursachen der Krise, die in der Vergangenheit liegen, zwischen den Mittelparteien und der Sozialdemokratie zur Bildung der Sozialdemokratie zuschieben. Er behauptet fühn, die einer parlamentarischen Regierung stehen kurz vor dem Abschluß. Be. Bernichtung des Spartapitals sei die Folge der verheerenden Dor die eigentlichen Berhandlungen begannen, legten das 3entum, Jahre sozialistisch durchseuchter Wirtschaftspolitit" ,,, Sozia. bie Liberale Bartei und bie Sozialbemotratie ihre lismus fei gleichbedeutend mit Inflation. Nun haben die Er Regierungsprogramme vor, über die dann eine gemeinsame Bescheinungen der Inflationszeit weder mit Sozialismus noch fprechung erfolgte. Das Ergebnis dieser Besprechungen wurde in einem Brotokoll niebergelegt, das als Grundlage für das Regierungsprogramm dient. Sobald die beteiligten Fraktionen dazu Stellung genommen haben, soll die Bildung des neuen Senats offi ziell erfolgen. Es ist nach dem bisherigen Berlauf der Berhandlungen anzunehmen, daß die endgültige Einigung fehr schnell erfolgt, und die Bildung einer Regierungstoalition der Mitte ermöglicht wird. Judenverfolgung in Rumänien. Pogromiften an der Arbeit. Bukarest, 5. Auguft.( TU) Ueber jubenfeindliche Unruhen in Rumänien wird berichtet: In Jassi mogte gestern den ganzen Tag über eine große Menschenmenge auf den Straßen und griff die jüdischen Geschäfte an, so daß das Militär eingreifen mußte. In Butar est demonstrierten Studenten, doch sind die Demonstrationen hier big verlaufen, meil rechtzeitig Militär ausgerlidt maz, mit sozialistischer Wirtschaftspolitik das geringste zu tun. Herr Stinnes war so wenig Sozialist wie Herr Hugenberg und die Männer der Schwerindustrie, die aus der Inflation Nutzen gezogen haben und die fich leider mit Erfolg den von der Sozialdemokratie vorgeschlagenen Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation und zur Stabilisierung der Währung widerseht haben, zu einer Zeit, als das deutsche Spartapital noch nicht völlig vernichtet war. Herr Hugenberg fälscht Tatsachen der Bergangenheit, um die Aufmer? samteit von den Tatsachen der Gegenwart abzulenten. Die Tatsachen der Gegenwart find, daß eine Rechtsregierung am Ruder ist, deren Finanz- und Wirtschaftspolitik das Bolt in eine schmere wirtschaftliche Krise, in Teuerung, Arbeitslosigkeit und Not hineinführt. Eine Tatsache der Gegenwart ist, daß Herr Hugenberg diefe Rechts regierung auf diesem verhängnisvollen Bege vorwärts zu treiben versucht, Wäre in Deutschland nicht eine Rechtsregierung am Ruder, sanbern eine Regierung der Linken oder auch nur eine Regierung der Mitte, so würbe Herr Hugenberg in sein« Presse die ganze Verantwortung an der heutigen Wirtschaftslage auf diese Regierung wälzen. Dann würde er die Wirtschaftspolitik in der Gegenwart verantwortlich machen für die Teuerung von heute und die kommende Rot von morgen. Aber die Partei des Herrn Hugenberg sitzt in der Regierung. Sie ist die stärkste Partei in der Rechtsregierung. Sie trägt die Verantwortung für den Kurs dieser Regierung in der allgemeinen Politik wie in der Wirtschaftspolitik. Sie trägt die Verantwortung für die Teuerung und den krisenhaften Zu- stand der Wirtschast. Diese Tatsache wird kein Ablenkungs» manöver verdunkeln— selbst wenn Herr Hugenberg in eigen« Person sich um die Verdunkelung bemüht. Lanöwirtfchastliche Preispolitik. Ein Stück wirtschaftspolitischer Demagogie. Seit Wochen sind die politischen Parteien übereinge» kommen, daß die Ausfuhroerbote auf Getreide und Mehl aufgehoben werden müssen. Die Sozialdemokratie hat sich in ihrem programmatischen Antrag ausdrücklich für diesen Schritt, Abbau der letzten Reste der Zwangswirtschaft und zum Anschluß an den Weltmarkt ausgesprochen. Dem- gegenüber hat der Reichsernährungsminister erklärt, er werde die Ausfuhrverbote aufheben, sobald die neue Ernte an den Markt käme. Denn vorher würde nicht die Landwirtschast, sondern nur der spekulative Getreidehandel vom Anschluß an den Weltmarkt Nutzen ziehen. Inzwischen ist die neue Ernte seit mehr als einer Woche am Markt, aber die Ausfuhrverbote de- stehen noch immer. Dagegen teill eine Korrespondenz heute mit, daß sie„mit der Annahme der Zollvorlage oder bei Per» tagung des Reichstages" aufgehoben werden sollen. Also nicht nach sachlichen, sondern nach politischen Gesichts- punkten. Was sind die Motive hierfür? Sie liegen auf der Hand. Das � Reichslandwirtschaftsministerium hofft, durch das An- gebot der neuen Ernte am Inlandsmarkt die Getreidepreise zu drücken und so neue Scheinargumente für die Zollvorlage zu finden. Daß dieses Verfahren, wenn es im vollen Um« fange geglückt märe, dem spekulativen Getreidehandel- durch Oeffnung der Grenzen große Gewinne auf Kosten der Landwirtschaft in den Schoß werfen mußte, war dabei natürlich gleichgültig. Trotzdem sind bisher die Preisabschläge ziemlich gering geblieben. Sie betragen in den letzten acht Tagen immerhin 5 bis 10 Proz. Die Politik der Regierung. die zu Notverkäufen gedrängten ärmeren Landwirte zugmisten der Spekulationsgewinne des Handels und der späteren Zollgewinne der besser gestellten Landwirte zu enteignen, ist bisher also nur zu einem Teil geglückt. Trotzdem hofft man noch immer. Vielleicht kann die Kreditnot und der aus ihr sich ergebende Preisdruck auf dem Inlandsmarkt doch noch ein Zollargument in letzter Stunde abgeben. Darum bleiben die Ausfuhroerbote, bis das Schicksal der Zollvorlage entschieden ist. Das ist vielleicht das stärkste Stück wirtschaftspolitischer Demagogie, das die Regierung sich in diesem Zollkampf bisher erlaubt hat. Zentrum unü Zollpolitik. Fordenmgen katholischer Arbeiter. - v Düffeldors. 5. August.(Mtb.) Eine B e zkr k, k o n fer e n z der katholischen Arbeitervereine Düsseldorfs richtete an die Reichstag-froktion des Zentrums eine Kundgebung. in der u. a. gesagt wild: .Die katholische Arbeiterschaft hält eine weitereBekastung de? täglichen Bedarfs durch Zölle für untragbar. Sie begrüßt den Schritt der Arbeiter-Zentrumsobgeordneten Hinsicht- lrch Aufhebung der iimsagsteueraof Lebensmittel." Staatlicher Spielklub. Jedes Bad, das nur etwas auf sich hält, hat neben seiner selbst- verständlich prachtvollen Umgebung irgendeine Attraktion, sei e» eine Burgruine, ein mondänes Leben oder ein vorbildliches Kur- orchester. Z o p p o t, der Stolz des Freistaats Danzig, verfügt über einen staatlichen Spicltlub. Man kennt diese Einrichtung genau aus dem Sittenfilm, in de» vielleicht ein Bruno Kastner mit eingeknisfenen Kummerfalten sein Vermögen verliert oder ein Johannes Riemann mit würdigem Lcbensernst es seinerseits gewinnt: ferner schrieben anständige Zeitungen vor einigen Iahren unentwegt lokale Leitartikel über geheime Spielhöllen, in denen einige Leute nach allen Regeln senti- mentaler Hintertreppenromane um den letzten Rest ihrer Baluta- oder Kokainspekulation gebracht, schließlich auf ein Auto verladen Mrden und auf dem Polizeipräsidium landeten. Auch in Zoppot gab es einmal Zeiten, in denen man vom Spielklub mit schauernden Gönschöliten sprach. Sie find lang« dahin. Zuerst wollte man den Spielklub als unmoralische Angelegen- heit schließen, sämtliche Parteien traten dafür ein, aber ein nüchter- ner Geschäftsniann siegte über altjüngferliche Bescheidenheit, man kh Gewinnmöglichkeiten, der Staat beteiligte sich an der bisheriaen Unmoral, und die ganze Einrichtung erglänzte plötzlich in hellster Sittlichkeitsbeleuchtung. Keine Ungenauigkeiten kamen vor, jeder verlor auf völlig loyale Weise sein Geld. Aber ach, dieser staatlich sanktionierte Spielklub gleicht gar nicht dem Bild, den Film oder Eourths-Mahler-Roman davon entwarfen: Die wenigen Fracks >'nd Smokings, die hier spazieren geführt werden, gehören Kellner» oder Croupiers. Eigentlich haben diese Herren die intelligentesten "nd die besten Manieren zum größten Verdruß der anderen; die sogenannten feinen Leute tragen bescheidene Straßenanzüge, manche Gesichter sind sogar unrasiert. Aber auf den Fußboden zu spucken ist verboten. Manchmal sieht man auch ein gütiges Großkaufmanns- sesicht, dessen Inhaocr gerne am Roulette oder am Baccarat dem Staat einen beträchtlichen aber gerechten Zuschuß zu seiner Ein- kommensteuer auf den Tisch legt. Der Spielklub übt ausgleichende Gerechtigkeit. Unterdrückte Vermögen bringen hier dem Staat größere Einkünfte als auf legalem Wege: sonst wimmelt«» von Kmisleuten verschiedenster Branche und Rationalität, hin und wieder �rlichter ein heimlicher Beamter oder Oberlehrer äm Roulette vor- über. Gutsbesitzer mit frischen, roten Knallbacken, Frauen in neuen und alten Auslagen und scharf intellektuelle Hornbrillen erfreuen durch ihre Gegenwart»nd beleben anmutig das Panorama, Rüsten und Polen vertragen sich wunderbar, Hakenkreuzler und Zioniften trinken Brüderschaft: zwischenein verschiebt man noch schnell eine» Waggon Tabak oder ähnliches, man hört all« Sprachen und amüsiert sich ausgezeichnet, wenn man gewinnt. Das Spiel auf dem Roulette ist kindlich einfach. Man soll immer die Nummer setzen, die gewinnt, damit es einem wohlergehe und man üppig lebe auf Erden. Tut man das nicht, verliert man. was bei hartnäckiger Konsequenz sehr unochgenehm werden kann. Im Baccarat muß man sich bemühen, immer mehr zu haben ol, der Gegner, schließlich ist man sich selbst der nächste. Das rft der rategorifche Imperativ des Hasardspiels. Am Roulette drängen sich die Rebbichexiftenzen, Vacacrat Weiter wird gefordert, noch«neu Schritt weit« zu gehen, indem die che Forderung, die Hauszinssteuer ausschließlich dem Wohnungsneubau dienstbar zu machen, mit ollem Rachdruck vertreten wird. Die Parteifreunde werden gebeten, d i e Steueroorlage der Regierung abzulehnen, weil sie der steuerlichen Gerechtigkeit widerspricht. Schließlich wird in der Entschließung auf das erschreckende Ausmaß der Rot in der Arbeiterschaft des rheinisch-westfälischen Industriebezirks hingewiesen, die vorwiegend durch die Arbeitslosigkeit infolge Massenbetriebsstill- legungen hervorgerufen ist. Man vermisse seitens der Regierung Maßnahmen zur Linderung dieser Rot. Der(dptantenkn'eg. Die Herreuhäuser dürfe« nicht augetastet werden! Die Rechtspresse überschlägt sich förmlich. Das traurige Schicksal der aus Polen vertriebenen Deutschen dient ihnen lediglich als Anlaß zur innerpolitischen Hetze. Damit werden sie freilich kein Glück haben. Wo auf deutscher Seite die ä ch u l d an Versäumnissen liegt, das ist zu klar, als daß darüber ernsthaft gestritten werden könnte. Der Revanchekrieg gegen Polen wird mit dem Munde intensiv vorbereitet. Das Mundwerk ist um so größer, je sicherer man weiß, daß dieses Maulaufreißen zu gar nichts führt. Nur einen Vor- schlag werden die Deutschnationalen ganz bestimmt nicht durch- führen» trotzdem er eigentlich von ihrem Standpunkt aus außerordentlich naheliegen müßte. Das ist der Vorschlag der „Täglichen Rundschau, die verlangt, daß in Zukunft polnische Arbeiter in den landwirtschaftlichen Be- zirken der Grxnzmark Pommerns und Brandenburgs nament- lich während der Erntezeit keine Beschäftigung mehr finden sollen. Ausgerechnet hier nationale Gesinnung von den Deutschnationalen zu verlangen, ist nur möglich, wenn man die Herrschaften nicht kennt. Solange wie die Junker auf ihren Klitschen hausen, haben sie immer noch polnische Arbeiter und Arbeiterinnen hundertmal lieber als deutsche beschäftigt. Die nationalen Redensarten in der deutschnationalen Presse sind schön und gut, aber viel wich- tiger ist es für sie, billige Arbeitsträste zu behalten. Und dazu sind die Polen trotz des Optantenkrieges immer noch sehr gut zu gebrauchen. Maßlos erregt sich heute schon die ,�k r e u z- Z e i t u n g' über unsere Anregung, die aus Polen vertriebenen Optanten m den westpreußischen Gutshöfen und Herrenhäusern ein- zuquartieren. Sie erhebt jetzt schon„schärfften Protest dagegen, daß ausschließlich die ohnehin durch die Kurzsichtigkeit der Machthaber im neuen Deutschland(!) mit Lasten überbürdete Landwirtschaft etwas zur Wiedergut- machung der Versäumnisse des sozialistischen Innernministers herangezogen wird". Mit Verlaub? Wer am meisten den Mund aufreißt, muß auch am meisten lessten. Da brauchen sich die Herrschasten nicht wundern, wenn man an ihre.natio- nole Opferwilligkeit" ganz besonders appelliert. Spricht die .Lreuz-Zeitung" wirtlich im Nomen der Von und Zu, der Grafen und Barone, die hinter ihr stehen? Lehnen diese es wirklich ab, ihre geräumigen Gutshäuser und Herren- sitze für die Vertriebenen freizumachen, die nicht zuletzt wegen d« Politik gerade dieser Kreis« zu leiden haben? « Im Reichstage ist ein sozialdemokratischer Antrag«ingegangen, der die Reichsregierung ersucht" im Einvernehmen mit den Re- gierungen der Länder dafür zll sorgen, daß») den aus Polen fluch- � tigen Optanten'angemessene Wohnräume und Arbeitsgelegenheit angewiesen werden, d) den Optanten, die Land- Wirtschaft betrieben haben, in ausreichendem Maße Gelegen- heit zur Siedlung gegeben wirtu Belm preußischen tandkag ist«in Gesetzentwurf über das Ber- fahren bei Volksbegehren und bei Bollsentscheiden eingegangen, der nur für Preußen Geltung hat. spielen die gesamten Briestaschen. Dort herrscht wild« Wichtigkeit, hier kühle, wohldisziplinierte Ruhe bei hohen Einsätzen, die mit einem helleren und einem nassen Auge verloren werden. Die alte Wahrheit bestätigt sich: Viel Geld schafft Rückgrat, verleiht Anmut und Würde. Wie gelassen sitzen die Leute um ihre Boccaratgulden und wieviel Lärm und Geseires um weniges. Im Roulellefaal ist auch das Rauchen verboten. Da» ist ungerecht gegen die kleinen Existenzen. Di« Zigarre verleiht dem Menschen Hallung. Der Mensch läßt sich dann nicht so gehen, er saugt aus dem Tobak neue Energie, hat imir.« einen Gegenstand, an den er sich halten kann. Am Roulette gibt es außer der Tischkante nichts zu halten. Die Croupiers spielen, man fitzt unbeschäftigt herum, weiß genau, daß die andere Farbe und Nummer gewinnt, wird darüber selbst- verständlich aufgeregt und beginnt Streit mll dem gewinnenden Nachbar, behauptet, es sei das eigene Geld, schreit nach Staatshilfe und läßt sich nur schwer beruhigen. Der Spielklub hat Achnlichkeit mit einem Seminar für experi- mentelle Psychologie. Besonders anziehend wird hier der psychische Unterschied der Geschlechter demonstriert. Die Frau ist von Natur aus gefühlshoster als der Mann. Das ist ganz hübsch, aber im Spielklub weniger angenehm. Am schllmmsten die ollen Frauen. die am Roulette oft eme bezwingende Tragikomit entwickeln. Zu- erst verschreiben sie eine unmenge Papier. Jede herauskommende Nummer wird gewissenhaft notiert, dann erfolgen tiefsinnige Bc- rechnungen noch kabbalistischer Methode mll Kreuz- und Querstrichen. bis dos richtige System gefunden ist, und dann verliert man weiter oder der böse Nachbar behauptet, der Gewinn gehöre ihm. Dies ist der wundeste Punkt. Die Stimme überschlägt sich, das Gebiß rutscht, die Härchen auf der Oberlippe sträuben sich, die Finger wollen den entfernten Croupiers erdrosseln: Rosa Valetti oder Adele Sandrock können es nicht besser machen. Die Männer entstammen gemäßigteren Zonen, erleiden höchstens Schlaganfälle oder pilgern in das Land, aus des Bezirk kein Wanderer wiederkehrt. Und alle die da sind, hoffen zu gewinen. trotz gegenteiliger Versicherung, spielen, um sich zu bereeichern, oder um Sensationen zu erregen. Manche spielen auch nicht, suchen etwa» anderes, Flirt, Liebesangagements oder gehen hin, um ernsthafte Geschäft« abzuschließen. Die Luft ist aufregend, geladen mll Leidenschaft. Zigorottenrauch und nicht immer eimvandsreien Parfüms. Die Ge- staltung des Lebens hat hier etwas Schieberhaftes, Abenteuerliches und Unvornehmes, so etwa, wie der kleine Moritz sich die oroße Well vorstellt. Aber im Film ist olles eleganter. Schade, daß die Bretter und die Leinwand nicht mehr die Well bedeuten, sehr zum Nachteil der Welt. Felix Scherret. Sieg der Frauenstimme. In London hat man in letzt« Zell Versuche angestellt, um festzustellen, ob die Stimm« der Frau oder die des Mannes im Lautsprecher deutlich« hörbar ist. Auf Grund der Ergebnisse dieser Versuche sind jetzt im Londoner St. Pancras- Bahnhof Frauen zum Ausrufen der abfahrenden Züge angestellt worden. Durch Lautsprecher werden diese Ankündigungen"in den Wartesälen dem Publikum vermittele Man hat nämlich festgestellt. daß die Frauenstimme trotz ihrer geringeren Tragfähigkell und Klangkraft heller und deutlich« ist und deshalb im Lautsprech« bess« zur Geltung kommt als die Männerstimme. Sacmeister unö Leopolö erkläre«... Geständnisse und falsche eidesstattliche Berfichernngeu. Die deutschnattonalen Herren Bacmesst« und Leopold veröffent« lichen in der heutigen deutschnationolen Morgenpresse die b«eits am Dienstag morgen von uns angekündigte Erklärung. Sie über- rascht durch die sachliche Dürftigkeit, die sich hint« geschwollenem Pathos verbirgt. Die beiden Ehrenmann«««sichern, nicht an» patteipolittschen Zielen, sondern im Interesse einer»geordneten Rechtspflege" zu handeln. Dabei beginnen diese Recht-Hüter ihre Erklärung mit dem glatten Geständnis, ein Bureau slturnziell ausgehalten zu haben, dessen Zweck die Verarbeitung ans den»Deutschen werten" gc- stöhlen« Akten war. Für Kämpf« ums Recht eine ganz ansehnliche Leistung! Im weiteren wird die Bekanntschaft der Herren mll Assessor Kußmann zugestanden, sowie auch»zwei bis drei Besprechungen". Dies Geständnis läßt sich nicht mll der Erklärung Kußmanns ver- einbaren, er hätte niemals mll»Stellen d« Deutschnattonalen Bollspartei" gearbeitet. Daß in diesen Besprechungen über die Barmat-Sachc, die Herr Kußmann diensttich bearbeitete, oerhandelt worden ist, stellen die Herren nicht in Abrede. Sie bestrellen nur. daß ihnen Kuß mann Dinge mitgeteill hätte,»die ihm in seiner Eigenschaft als untersuchend« Staatsanwall zur Kenntnis ge- kommen waren". Daß Herr Kußmann hingegen dem von beiden Herren finanziell ausgehollenen Bureau Snoll und dessen An. gestellten derartige Angaben gemacht hat, bestretten die Herren nicht. Die Herren greifen dann weiter das Vorgehe» des Berliner Polizeipräsidiums an, ein recht v«gebllch«s Bemühen, nach- dem selbst der deutschnationale»Lokal-Anzeiger" seufzend hat zu- gestehen müssen, daß dessen Handlungsweise durchaus in Ordnung war. In diesem Zusammenhang kommen die Herren Leopold-Vac- meist« dann auch auf den.Vorwärts" zu sprechen und sagen hier wörtlich folgendes: »Lag aber das Material den Behörde» noch nicht längere Zeit vor, was ollein dem Polizeipräsidium zur Abwendung du Ber- dunkelungsgefahr das Recht gab,«inen schnellen Schritt zu tun. dorm sst die Frage aufzuwerfen, auf welchem Weg« der»Vor. wärts" am Tage der Haussuchungen Kenntnis von den beschlagnahmten Schriftstücken und dem I n- halt der Vernehmungen«halten hat. D«»Vorwärts" kannte nämlich in d« gegen 3 Uhr nachmittags«scheinenden Aus- gab« berells den wesentlichen Inhalt der Berueh- mungen wiedergeben, obwohl diese bis gegen 2 Uhr gedauert hatten. Die beiden Staatsanwälte und die beschuldigten An« aestellten des Bureaus oersichern an Eidesstatt, daß die Angaben des Amtlichen Preußischen Pressedienstes, wonach die Nachrichten übe? den Inhalt der polizeilichen Vernehmungen lediglich auf Angaben der Vernommenen beruhen, soweit ihre Personen in Betracht kommen, unwahr sind und daß die vom»Bormärts" v«öffent- lichten Schriftstücke erst am Tage der Veröffentlichung in dem Bureau des Herrn Knoll beschlagnahmt wurden."_________. Wir können hierzu folgendes«klären: 1. Es ist unwahr— wovon sich jeder durch Nachlesen über. zeugen kann—, daß der„Vorwärts" in sein« Dienstagnachmittag. ausgab« od« überhaupt irgendwann etwas über den Inhalt der Vernehmungen und bei den Haussuchungen d« b e s ch l a g> »ahmten Schriftstücke veröffentlicht hat mll Ausnahme deessn, was die B. S.-Korrespondenz auf Grund uns nicht bekaimtcr Quellen hierüber der gesamten Presse mitgeteill hat. 2. Der Inhalt der Vernehmungen und der be. schlagnahmten Schriftstücke ist uns bis heute nicht bekannt. Alle», wo« wir zu dem Skandal der Staatsanwallschaft veröffentlichten, beruht entweder auf jenem Material, das zu uns«« Kenntnis gelangte— worauf wir schon mehrfach hingewiesen— bevor es den Behörden zugeleitet wurde, teils auf Material, dos üb«haupt nicht in Besitz d« Behörden sich befindet sondern uns direkt zuging. Z. Sollten die beiden Staatsanwälte Kußmann und Easpary wirklich, wie die Herren Bacmeist« und Leopold behaupten, in einer gültigen eidesstattlichen Erklärung oersichett haben, daß die vom.Vorwärts" veröffentlichten Schriftstücke erst am Tage de? Veröffentlichung im Büro des Herrn Knoll beschlagnahmt worden Die Netzhaut als photographisihe platte! Kurz nach d« Verhaftung des Massenmörders Angerstein, die. wie ja«innerlich sein wird, am Tage nach der Entdeckung des Ber- brechen? erfolgte, brachten einige Zcllungen die aufsehenerregende Mitteilung, daß man in den Augen eines der Ermordeten das photo. graphische Bild Angerstein» entdeckt Hab«, d« ein Beil in der erhobenen Hand hält. Amtlich wurde diese Nachricht weder bestätigt noch bestritten. Die Aufnahme von Bildern geht im Luge ähnlich vor sich wie in der Kamera. Deshalb sst die oben ausgesprochene Vermutung nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Eine so bedeutende Autorität wie Professor G r« e f in Berlin stellt jedoch die Möglich- keit, wie sie beim Fall Angerstein in Erwägung gezogen wurde, ol» unmöglich dar. Der.Blitz", eine illustrierte Zeitschrist, brachte vor einiger Zeit ein« Darstellung der Aussassung Greefs, der wir folgen. des entnehmen: Im Jahre 1876 macht« der ilalienische Augenarzt B o l l die Ent. deckung, daß die Netzhaut von Mensch und Tier von einem rosenroten Farbstoff durchzogen sei, den man später das Sehpurpur nannte. Aus dem Borhondensein dieses Sehpurpurs schloß der verstorbene Heidelberger Psychologe Ä ü h n e dann, daß es möglich fein müsse. Lichteindrücke auf der Netzhaut sestzuhollen und nach dem Tode durch Photogramm den letzten Eindruck des Auge» zu fixieren. Da» gelang ihm auch durch Experimente an einem Jta' inchen mit erweiterter Pupille, dem« einen einfachen weißen Gegenstand dicht vor dos Auge hielt. Nach 1,5 Minuten wurde das Auge rasch geschlossen und dos Tier sofort getötet. Das Auge wurde nun wie eine photo- graphische Platte fixiert. In dem roten Sehpurpur konnten dann die hellen Konturen des Gegenstandes erkannt und von dem so gewonnenen Bilde ein photogrcphischer Abzug gemacht werden. Damit war«wiesen, daß die Netzhaut sich wie eine photographische Platte oerhält. Professor Dr. Greef behauptet nun, daß nur ganz einfach« Gegenstände, wie z. B. ein weißes Kreuz od« ein weißer Buchstabe auf schwarzem Hintergrund, auf diese Weis« im Auge photographiert werden könne, und auch dann nur, wenn sie mindesten» 1.5 Minuten lang regungslos exponiert würden. Ferner müsse das Auge sofort geschlossen und ins Dunkle gebrocht werden. Schon nach einer Verzögerung von 1 bis 2 Minuten fei das Bild verschwunden. Professor Grees meint, daß solche Bedingungen wohl niemals bei einem Derbrechen zusammentreffen würden. Es sei sicherlich nicht anzunehmen, daß d« Mörd« Angerstein 1,5 Minuten regungslos mit dem Beil in der Hand vor seinem Opfer gestanden habe, und selbst dann müsse da» Bild längst wieder aus dem Auge v«schwunden sein, da man die Leichen«st nach vielen Stunden auffand. Dagegen wird allerdings eingewandt, daß es unmöglich sei, nach- zuprüfen, welche geheimnisvollen Kräfte in einem so katastrophalen Moment am Werk sind. Es wird nie gelingen, die mechanischen und chemischen Vorgänge, die den plötzlichen Tod eines Menschen od« eines Tieres begleiten, in allen Teilen zu erforschen. Es«scheint deshalb wünschenswert, wenn die Behörden noch nachträglich zu d« im Falle Angerstein aufgestellten Behauptung Stellung nehmen und den wahren Sachverhalt der Oeffentlichkeit mitteilen. Pierre Holl, fcfat, s o würden sich die beiden cherren durch Abgabe einer falsche» eidesstattlichen Versicherung aus das Schwerste strafbar gemacht haben. Wir glauben indessen, daß Bacmeister-Leopold diese»eidesstattliche Versicherung" nur erfinden, um ihre eigenen Behauptungen etwas glaubwürdiger ei scheinen zu lassen. Der chauptteil der Angriff« richtet sich gegen das preußisch« Justizministerium, gelungenerweise in erster Linie gegen den der Rechten nahestehenden Ministerialdirektor ch u b« r. Es verlohnt kaum, auf jene Angriffe einzugehen, die sich im wesentlichen auf die Abberufung der Staatsanwälte beziehen, aus deren Reihen schwere amtliche Verfehlungen begangen wurden. Wenn aber die Herren Bacmeister— Leopold mit gemimtem Pathos immer wieder so tun, als sollte eine zum Himmel schreiende Korruption gegen die strafrechtliche Verfolgung in Schutz genommen werden, so erklären wir: eine wirkliche Korruption wird der»Vorwärts" oder die sozial. demokratische Partei niemals in Schutz nehmen. Unser Kampf richtete und richtet sich dagegen, daß der ganze sogenannte Barmat« Skandal aus rein politischen Gründen ohne sachliche Unter. lagen in Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Rechts- Parteien inszeniert wurde, um die republikanischen Parteien bei der Reichspräsidentenwahl zu schädigen. Wir verweisen insbesondere auf folgende Dinge, die nach den amtlichen Stenogrammen des preußischen Untersuchungsausschusses feststehen, aber bis heut« von der Rechtspresse ihren Lesern ängstlich verschwiegen werden: Der als Sachverständiger vernommene Reichsbankdirektor Schacht hat erklärt, daß im Gegensatz zu den Kutisksr- und Michael-Krediten die Barmat-Kredite der Seehandlung an sich volkswirtschaftlich gerechtfertigt, nur seiner Ansicht nach zu hoch waren. Der ehemalige Seehandlungspräsident, Exzellenz von D o m b o i s, ein vollkommen altpreußischer Herr, erklärt die unter seinem Regime gegebenen Barmat-Kredite für Volkswirt- schaftlich absolut gerechtfertigt. Sein Nachfolger, der jetzige Seehandlungspräsident Dr. Schröder, erklärt, während seiner Amtsperiode niemals das Gefühl gehabt zu haben, daß Barmat die Seehandlung habe be- trügen oder durch falsch« Angaben täuschen wollen. Wenn die Herren Bacmeister und Leopold von der Derschleude- rung»riesiger Millionenbeträge" auch im Fall« Barmat reden, s o steht bis heute überhaupt noch nicht fest, ob«in Schaden und welcher«ntstand/n ist. Sämtliche Beteiligten haben dem Ausschuß gegenüber bis heute eine präzise Beant- wortung dieser Frage abgelehnt. Der von der Staatsanwaltschaft als Sachverständiger hinzugezogene Professor Leitner hat sein Gutachten dahin erstattet, daß bis zum 31. Dezember 1S24 die Barmat-Kredite in voller oder nahezu voll«? Höhe gedeckt waren und daß die Deckungen erst durch das Vorgehen der Staatsanwaltschaft stark entwertet worden sind. All das zeigt, daß es sich hier nicht um ein Vorgehen gegvr irgendwelche Korruption, sondern um einen politischen Schlag gegen die Linkeparteien gehandelt hat. Cosparp bei hoste. Assessor Dr. T a s p a r y schickt uns folgendes Schreiben, das er eine.Berichtigung" nennt: Wahr ist, daß ich— wie Rechtsanwalt Themal im»Berliner Tageblatt" vom 30. Juli 1925 auf meine Information hin be- hauptet hat—»weder mit der Verhaftung des Herrn Dr. Höfle noch überhaupt mit der Entscheidung gegen ihn befaßt, vielmehr im ganzen Barmat- Komplex niemals Dezernent war". Sie zitieren dagegen einige Angaben, die der Staatsanwalt- schaftsrat Peltzer vor dem Untersuchungsausschuß gemacht hat. Der scheinbare Widerspruch erklärt sich aus folgender Tatsache: Als Herr Peltzer nach Lichterfelde zu Herrn Dr. Höfle fahren wollte, bat er im letzten Augenblick Herrn Ober- ftaatsanwalt Dr. Linde, einen Zeugen mitnehmen zu dürfen, da die Beamten der Staatsanwaltschaft in der damaligen Zeit allerlei Verdächtigungen in bezug auf die Ausübung ihrer Amts- pflichten ausgesetzt gewesen seien. Zu seiner Begleitung wurde ich bestimmt. Bon der Fahrt nach Lichterselde kehrten wir ohne Herrn Dr. Höste zurück. Irgendeinen materiellen oder formellen Einfluß aus diese ganze Angelegenheit hatte ich nicht und durfte ich entsprechend der mir zugeteilten Ausgabe als Zeuge nicht be- anspruchen." Assessor Caspary muß in diesem Schreiben selbst zugeben, daß er bestimmt war, den Staatsanwalt Peltzer auf der Fahrt nach Lichterfelds zur Haussuchung bei Höfle und bei dessen eventueller Verhaftung zu begleiten. Er war also»dienstlich damit befaßt" und die Abslreitung dieser Totsache durch Rechtsanwalt Themal war demnach zumindest leichtfertig, wenn es sich nicht gar um gewollt« Buchstabenklauberei handelt. Die marokkanischen Zrleüensbeüingungen. Das spanisch-frauzöfische Programm. Pari». 5. August. sEigener Drohtbericht.) Der Sonder- bcrichlerstatler des„Matin" in Tetuau behauptet auf Grund voa offiziellen Ünformalioaen die F riedensbedrngungen. auf die sich Frankreich und Spanlea geeinigt hätten und die Abd et Krim durch Vermittlung der beiden uach Tetuau eutfaodteu Emissäre zur Seout- nis gebracht wordeu seieu. wie folgt präzisieren zu käuueu: 1) Abd el Srim verpflichtet sich, die religiöse Souveränität de« Sultan» von Zstarokko anzuerkennen: 2) Frankreich uad Spanien erkeuaea di« admioistralive Autonomie de» Riss au: 3) die beiden Mächte ge- flatteo dem Bis die Unterbringung einer ausreichenden Polizelmacht. um die Ordnung und Ruh« aufrechtzuerhalten. Frankreich ver- pflichtet sich, die Eadres für diese Organisation zu stellen: 4) di- ver- größerleu Zonen oov Ceuta und M-lilla bleiben in»ollem Besitz Spaniens: 5) die Grenzen de» autoaomen Staate» de« Riss«erden gebildet im Westen durch ein« Liule zo Silometer östlich der Eise». bahnstrecke Tanger— Fe«, im Süden durch elae Liaie, die durch die Flüsse Ouergha und eoukko, bestimmt wird: v) die kleine Süsi-astr-cke zwischen der westlichen Grenze de, Rif» und dem«klaakischea Ozean soll entweder der Zone von langer augegliedert werde« oder in da« französische Protektorat aufgeteilt werden: 7) der Vertrag zwischea dem Bis einerseits uad Spanien und Frankreich andererseits soll uater die Soatrolle des völkerbuude» gestellt werden. Srianö— Chamberlain. Tie Gründe der Verschiebung der Loudouer Besprechuug. pari», S. August.(Eigener Drahtbericht.) Nach d«n Mel- düngen aus englischer Quell« soll Briand entgegen den am Dienstag vom französischen Auswärtigen Amt verbreiteten Dementi tatsächlich die Absicht gehabt haben, schon am Mittwoch zu einer persönlichen Aussprach« mit Chamberlain nach London zu kommen, dies« Reise aber auf ausdrücklichen Wunsch des englischen Außenminister» ver- schoben haben. Briand Hobe am Montag telephomsch anfragen lassen, ab Chamberlain in dieser Wache zwei Tag« zu einer Aus- spräche über die Sicherheitsfrage Zeit habe. Der englisch« Außen- minister habe jedoch teils aus persönlichen, teil» aus sachlichen Gründen Briand um den Aufschub seiner Reise gebeten unter Hin- Zveis auf di- o« Donnerstag im Unt«rhaus stattfindend« D«batte. Stehen verboten...! Tu« ionde» wird gemeldet: Die UeberWluug der Aatolmtze. die auch t» Landen-ine» schwer« Iledelftwtd bildete, hat jetzt die Polizei der englischen Hauptstadt zu einer strenge« Aatznahw« veranlagt Vom t. August ab dürfen dort nicht mehr Fahrgäste defSrdert werden, alt Sitzgelegenheiten in den Vage» vorhanden sind; in allen iiffentlichen Fahrzeugen ist daher von diesem Tage ab dar Liehen von Fahrgäste» nicht mehr erlaubt. Rur siir gewisse Tageszeiten find einjg« Ausnahmen gestattet. Da» Stehe» von Fahrgästen ift eoentuell erlaubt an den Bochentagen vor S'i, Uhr morgen», dann von Montag bi, Freitag zwischen 4'/, und Slle Uhr nachmittag» sowie an Sonnabenden zwischen 1?/,und 2»/, Uhr nachmittag». S» dars aber dann die Anzahl der stehenden Personen sstni aus dem unteren Deck de» Omnibusse« oder ei» Drittel der fitzenden Fahrgäste in einer Straßenbahn nicht übersteige». Dies« einschneidend« Maßnahme des Londoner Polizeipräfekten berührt einen sehr wunden Punkt des Londoner und auch— des Berliner Verkehrs. Es ist schon so: di« überfüllten Autobusse und Straßenbahnwagen find zu einer Gefahr für Leib und Leben der Fahrgäste geworden. Es hört sich so nett und ordentlich an: 35 Sitz, und 12 Stehplätze. Wie aber sieht die Praxis aus?! Im Handumdrehen sieht sich der ohnmächtige Schaffner einer dreifachen Ueberlafwng gegenüber, und auf dem Perron ist es so schreckenerregend eng, daß sich der Aus- steigende mit den Ellbogen di« Freiheit der Straße erkämpfen muß. Da» dauert nun. je nach Beschaffenheit der ersteren. mehr oder minder lang«. Dies Hindurchwinden, di« Eingepferchtheit, die muffige Atmosphäre, das alles schafft Gewitterstimmung, und so vergeht kein Tag ohne Krakeel. Auf den Omnibussen ist es womöglich noch schlimmer. Eine Regelung der Besetzungsstärke gibt es nicht, da wird hineingeschoben, ol» ob«s Pökelware zu verstauen gäbe. Was hilft gegen dies Sodom und Gomorrha der Verkehrs- ordnung? Leider muß es gesagt werden: Verordnungen, nur Der- ordnungen. Mit väterlichen Mahnungen zu Disziplin und Vernunft ist nichts zu machen. Vor allem: der Wagenpark muß erweitert werden. Di« doppelte, die dreifache Zahl an Wagen, und all diese Unerträglichkesteu, die so zermürbend wirken und doch so überaus leicht vermieden werden können, sind weggeblasen. Allerdings wäre es ei» Schildbürgerstreich, das Stehen zu verbieten, ohne die zwang»« läufig in den Gängen Aufgepflanzt«» mit Sitzen zu versorgen. Man stell« sich vor. das Verbot träte ab morgen in Kraft. D i« Wut de» Berliner» möchte man sehen, dem, um Mittagspaus« und innere Balance geprellt, vom Trittbrett der Autobusse, Zug um Zug, das Machtwort«ntgegentönt: Achtung— besetzt! An den Haltestellen gäbe es tagtäglich wilde Sturmszenen, und die Ueberfallkommondos der Schutzpolizei wären ohne Unterbrechung in Tätigkeit. Um jeden freigewordenen Platz würden Schlachten entbrennen:.Mann gegen Mann. Deib gegen Weib..." Wenn, nehmen wir an, 20 000 Leute mit dem Autobus fahren wollen, kommt man nicht mit 15 000 Sitzen aus.- Eher immerhin umgekehrt. Aber man könnt« ja zur Stimmungsausprobe«ine Ab- stimmung unter den Interessenten veranstalten lassen. Stehen oder Nichtstehen, das ist hier die Frage... « vi« neue» wagen der Aboag. Gest Sonntag läuft auf der Linie 5(Stettiner Bahnhof— Sieglitz) auch der zwette Londoner Probeautobus mit offenem Verdeck. Dieser Wagen wird gleichfalls, wie die beiden anderen Probetypen, vom Publtkum auffallend be- vorzugt. Wie die Direktion der Aboag mitteilt, sind fest Dienstag auf der Autobuslinie 29(Pankow— Neukölln) zwei neue Wagen mst offenem Verdeck und auf Linie 11(Neukölln— Moabit) ein neuer Wagen, deren Karosserien sämtlich aus sogenannte Niederfahrgestell« montiert sind, in den Verkehr gestellt worden. Dies« Wagen, die ein deutsches Fabrikat darstellen, sind etwas brester und bieten dadurch im Innern bequemere Sitz- gelegenhesten. Geheunaisvolle Schüsse. Elve Liebestragödie uad ein Racheakt. I» tiefe» Dunkel gehüllt ist noch ein Mord an einer Frau in der Kolonie Ruhleben, dem«in Selbstmordversuch de» Täter» folgte. Es wird uns darüber folgendes mitgeteilt: Die Kolonie Ruhleben liegt zwischen Ruhleben und Spandau. In den späten Rachmsttagsstunden kam ein Mann blutüber- strömt aus dem bewaldeten Teil heraus und näherte sich einer Laube. Der Besitzer sah den schwerverwundeten Mann heran- kommen und eiste ihm entgegen. Stammelnd berichtete dieser, daß er «ine Frau erschossen und dann versucht habe, sich selbst zu töten. Sofort wurde die Kriminalpolizei alarmiert, und bei dem schleunigen Absuchen des Geländes fand man etwa 400 Meter west von der Stelle, wo der Mann zusammengebrochen war,« i n e F r a u mit einem Kopfschuß tot auf. Allem Anschein nach ist die Frau von jenem Mann vorher erschossen worden, und dann hat er versucht, sich selbst zu erschießen. Die Ermittlungen ergaben bald den Nomen de» Täters. Es ist der 29 Jahre alle Kaufmann Kurt Lerch aus der Sigmoringenstraß« 25. Er selbst hat sich einen Kopfschuß beigebracht, der ihn schwer verletzte. Die Kugel steckt noch im Gehirn, und der Schwerkrank«, der noch nicht vernehinungs- iähig ist, wurde in da« Staotskrankenhau» transportiert. Die tote Frau wurde als eine 48 Jahre alt« Witwe Betty H a a ck festgestellt. * Eine ander« geheimnisvolle Schießaffäre, die ebenfalls ein Opfer forderte, beschäftigt auch die Kriminalpolizei. In der ver- gangenen Nacht fanden in der Andrea» st roß« vor dem Haus« Nr. 29 Polizeibeamte und Publikum einen Mann auf dem Fahr- dämm liegen, der aus einer Brust wunde stark blutete. Er wurde sofort in dos Krankenhaus am Friedsrichshain gebracht, und di« Aerzt« stellten fest, daß er eine Schuhverletzung hatte, bei der die Kugel recht» unter den falschen Rippen«ingedrungen und im Magen stecken geblieben war. Der ziemlich schwer Verletzte ist ei» 25 Jahre aller Techniker Heinrich Fischer au» der Petersburger Straße. Er gibt an. im Flur de» Hauses Grüner Weg 34 gestanden zu haben. Plötzlich sei«in S ch u ß g e f a l l e n, der ihn getroffen habe. Trotz seiner Wunde habe er sich bis zur Andreosstraß« ge- schleppt, wo er vor dem Hause Nr. 29 zusammengebrochen fei Er behauptet, daß sein« Frau, die Grüner Weg 77 wohnt und mst ihm in Scheidung liegt, den Schuß auf ihn abgegeben habe. Ob seine Angaben auf Wahrheit beruhen, werden erst die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben._ Der hunüefang in Serlm. Reue Bestimmungen. Für den Hundefong im Gebiet der Stadt Berlin hat der Polizeipräsident»ach Zustimmung des Magistrats neue Bestimmungen. betreffend Maulkorbzwang, erlassen, die am 1. August in Kraft treten. Danach müssen olle Hunde, mit Ausnahme der Blindenführer-, Polizei- und H-ereshund« im Dienst? auf öffentlichen Straßen, Plätzen oder an Orten, wo Menschen zu verkehren pflegen, mit einem beißsicheren Maulkorb und, soweit sie frei umher. laufen, mll einem Halsband versehen sein, das gemäß der vieh. feuchenpolizellichen Anordnung vom 13. September 1921 die g«- nau« Adress« des Besitzer, des Tiere« oder«ine gültige Steuermark« trägt. Hund«, di« entgegen diesen Bestimmungen ohne Maulkorb oder mit einem nicht beißstcheren Maulkorb oder ohne di« vorgeschriebene Kennzeichnung am Halsband betroffen werden, werden von den Fangbeamten weggefangen. Es werden also auch diejenigen Hunde, die ohne Maulkorb oder mll eniem nicht vorschriftsmäßigen Maulkorb ausgerüstet an der Leine geführt oder auf dem Arm getragen werden,«eggesangen bzw. beschlag- nahmt. Di« Tier« können an Ort und Stelle durch Zahlung einer LeistungsaebShr(Auelösungsgebüh.� in Höhevon3M. je Tier an den Fangbeamtsn, der darüber stets eine Quittung nach Formular auszustellen hat. wieder ausgelöst werden. Weggefangene und nicht sofort ausgelöste Hunde werden durch die Fangbeamten im Tierhort des Deutschen Tierschutzoercin-, Schicklerstraß« 4. Fernsprecher Kömgstodt 2216, abgeliefert. Port können sie binnen vier Tagen gegen Erlegung der Leistungsgebühr von 3 M. und der entstandenen Futterkosten durch den Besitzer wieder in Empfang genommen werden. Nach Ablauf dieser Frist werden nicht ausgelöste Hund« als„herrenlos" oder als«Fund- fache" behandell. Die für den Sperrbezirk, der Nikolassee, Wann- se«, Kohlhasenbrück, Potsdamer Forst, Klein-Glienicke-Forft, Pfauen- msel und Kladow umfaßt, getroffenen Maßnahmen werden durcki d'e vorstehenden Bestimmungen nicht berührt. Ruhrkunügebuug des Reichsbanners. Bei der Ruhrkundgebung, die morgen, Donnerstag abend, um 8 Uhr vom Reichsbanner auf dem Gendarmenmarkt veraru staltet wird, werden Reichskanzler a. D. Marx. Reichsminister a. D. Erich Koch und Staatsminister a. D. Lüdemann sprechen. Di« Feier findet mit einem Fackelzug ihren Abschluß. Alle Republikaner sind zur Teilnahme an der Veranstaltung eingeladen. Mit 12«««« Mark geflüchtet. Mit 12 0 00 0 Mark ist der 27 Jahre alle Buchhaller Fritz Masch geflüchtet, der schon seit 3 Iahren bei einer Bank im tentrum der Stadt angestellt war. Seine Führung und seine rbeit waren so zufriedenstellend, daß er sich im Laufe der Zell eines großen Vertrauens erfreute. Man hatte ihm den zweiten Tresorjchlüssel anvertraut. Dieses Berttauen mißbrauchte er zu einer großen Unterschlagung. Am Sonnabend abend, als der Betrieb geschlossen wurde, schloß Masch, wie immer, den Tresor ob und entfernte sich. Als er am Montag nicht wiederkam, erkundigte man sich bei seiner Familie und erfuhr, daß er weder am Sonn- abend noch am Sonntag nach Hause gekommen war. Der Tresor wurde sosort geöffnet, und eine genaue Revision ergab, daß der Ungetreu« Effekten im Wert« von 120 000 Mark an sich genommen hatte. Wahrscheinlich hat er die Papiere schon einige Tag« vorher oerkauft oder lombardiert. Auf dem amtlichen Wege wurde da» Verzeichnis der gestohlenen Effekten veröffentlicht. Der Desraudant. der eine Frau und ein Kind zurückgelassen hat, ist 1,70 Meter groß, dunkelblond, Hot ein schmales Gesicht und eine schlanke Gestalt. Aus seine Ergreifung ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. Mit- teilungen nimmt Kriminalkommissar Linnemann und die groß« Streife der Kriminalpolizei entgegen. Saar- und Hesse«- Kinder i» Berlin. Heute morgen ttaf«in Ferienkindertransport von über 700 Kindern aus dem Saargebiet und dem besetzten Rheinhessen auf dem Anhaller Bahnhas ein, um noch kurzem Aufenthall noch verschiedenen Kurorten der Ost- und Nordsee weiterzufahren. Nach einer Begrüßung auf dem Bahnhof wurden die Kinder in die Germaniosäle in der Chausseestraße geleitet, wo sie ausgiebig verpflegt wurden. Im Cafe Excelsior fand ein Früh- stück der Begleiter, sowie der Vertreter der Verbände und Behörden statt, bei dem u. a. der hessische Landtagspräsident Adelung da» Wort ergriff, um den Behörden seinen Dank für den herzlichen Empfang in der Reichshauptstadt auszusprechen. Zum Schluß sprach der preußische Wohlfahrtsminister Hirtsiefer, der einige freundliche Worte an die Kinderschar richtete. Später wurden die Kinder dann auf den S t e t t i n e r Bahnhof gelettet, von wo aus sie ihre Reif« weiter fortsetzten.. Ei» neue» Ränlgenivstilut. Der Arzt und Röntgenologe Dr. Manfred Fraenkel hatte zu Sonntag Vertreter der Presse zu einer Besichtigung seine« neuen Röntgeninstitut« eingeladen. da« in den Räumen Kurfürstendamm 31 nach dem neuesten Stand« der Wissenschaft und Technik eingerichtet worden ist und so zu den modernsten Instituten dieser Art gehören dürste. Dr. Fraenkel betonte bei dieser Gelegenheit, daß in der neuen Anstalt vor allen Dingen eine vorsichtige Röntgenbehandlung, die er„biopofitive" nennt, vorgenommen werden soll. Der Gedanke, eine Heilung über den Weg einer Gesundheit«schädigung herbeizuführen, sei zu ver- werfen. Der neue Weg der Strahlenanwendung solle den ge- schwächten Körper in seiner Funktionstätigkeit stärken. Neben der Heilbehandlung in diesem Sinne soll da« Institut aber auch der Röntgenfprschung dienen. Verlängerung der Cinlc 113. Am 1. August wurh« die Linie 113— Gotzkowsky- Ecke Turmstroße bis Lichtenberg'— im Osten über den jetzigen Endpunkt Lücksttoße hinaus bis Rosenfelder Straße westergeführt. 3a einer städtischen vadeanstalk ertrunken. Am Dienstag abend 8 Uhr ertrank in der Städt. Schwimmbadeanstalt in der Dennewitz- straße ein ISjähriger Mann, der angeblich im Hauie Friedriche straß« 114 wohnt. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche waren vergeblich. VI« Ausstellung.Korbe und Raum- in der Schul« in der Fürbringer« straße erfreut fich nach wie vor de« größten Interesses. An der letzte» Woche haben über 10000 Besucher die Ausstellung besichtigt. Mit Rücksicht auf den großen Andrang ist der Donnerstag als Sondertag eingerichtet, an welchem Tage im Garte» von 4 Uhr ab Konzert stattfindet. Der Ein- ttittSprei« beträgt an diesem Tage 1 M. vi« im Zahr« 1775 königs. prlv. Elefaoleu-Apelheke, Berlin. Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz, sab am 2. August auf ihr ISOjährige« ve- stehen zurück. Die Apotheke befand sich ursprünglich im Hause Leipziger. Ecke Kommantantenftraße und wurde erst in späteren Jahren nach dem Hause Leipziger Str. 74 verlegt. Seit dem Jahre 1305 ist sie im Besitz deS Herrn Dr. Richard H o> s b a u e r. ver Bund der Auslaodsdeutsche» E.?, Berlin T 2, Kloster straß« 75, teilt mit, daß er eine Rachlaß-Abteilung errichtet bat, deren Zweck e« ist. inIandSdeuIlchen Erben bei der Einziehung von im AgSland angesastenen Erbschaften aus geuicinnütziger Basis behilflich zu sein. Mittel« geeigneter Vertrauensleute im Autlande sollen die Interessen der Erben gegenüber auSIändilchen.Rachlaßgerichtcn, Testamentsvollstreckern usw. vertrete» werden. ver Reichsbuod der SrieasbeichSdigleu, kriegsteiluehwer vud strteaer- h'atrrbllebroen, Ortsgruppe Reotöllo, neranstallet am 3. August sei» die«- läärige» Hommersesl im Etablissement Karl«garten, Neukölln, Karlsgarten- straße«— 11. verbunden mit Konzert. Gesang, turnerischen und Tanz- Vorführungen sowie Kinderbelustigungen. Z« lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Im Januar 1S25 wurde auf der Strecke Berlin— Schneidemühl bei Stöwen ein E i s e n b a h n a t t e n tä t, bei dem 18 Per- tonen zu Tode kamen, verübt. Der Hauptschuldige Perle- berg wurde seinerzeit hingerichtet. Gegen den flüchtig gewordenen 31 jährigen russischen Arbeiter Tastelski konnte erst im März 1925 verhandelt werden. Er wurde wegen vorsätzlichen Morde« und Gefährdung eine« Eisenbahvttan«port« gleichfall« zum Tode ver« nrteilt. jetzt aber durch Erlaß de« preußischen Justizminister« zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt. Vorträge, vereine unö Versammlungen. £%ji Reichsbanner.Schwarz- Rot�vold". EefibSktsRell«! Berlin S. 14.«ebastianstr. S7IU. tat t tt- ■yjJVVO. ftmrjrftanb. All« Kameraden stehen Donneretag odend vuntt»Ahr tzkl-z» am Sendarmenutarkt. Auenahmen nur sur die Kameradschaften Paulaw. Deißense». tzehlendorf und Reinickendorf»ulSsfig. Etwaige für diesen Tag enge- fetzte KusammenNinft« haben nach Beendigung der Kundgebung stattzufinden.— Kameradschaft Friedrichehai». Morgen abend 7 Uhr. Tressen der gesamten Kam»- radschast vor dem Bereiaelokal Frucht str. 36,, zum gem« nsamen Marsch nach de« «endormenmarN. Sämtlich« Fahnen find mitzubringen. Trammleelo v» tritt an, — Kameradschaft Mitte. Donner» taa. den 6. August abend» 7 Uhr Antreten»et Zahne» am Reuen Markt. 7,30 Uhr Abmarsch nach dem chendormenmarN. Gewerkschaftsbewegung Die tieftrauernden Hinterbliebenen. 21 Sobald es zu irgendeinem größeren gemerfschaftlichen Lohn fampf fommt, greift die KPD. danach, wie der Ertrinkende nach einem Strohhalm. Die jungen Leute in der KPD.- Zentrale schreien bann sofort über die Gewerkschaftsbureaukratie", die den Streit nicht so„ verbreitern", daß sie ihn als erfolgverheißenden Anlauf zur Weltrevolution" nach Moskau melden fönnen. Ein Streit, der den beteiligten Arbeitern auch nur den geringsten materiellen Borteil bringt, hat nach der Auffassung in der Berliner bolschemistischen Zentrale seinen 3wed verfehlt, denn er lähmt die revolutionäre Energie". Der Gewerkschaftsbureautratie" und den Gewerkschaftsmit. gliedern ist der Streif lebiglich Mittel zum 3med der Erlangung günstigerer Arbeitsbedingungen. Der fommunistischen Bureaufratie bagegen erscheint der Streit als Mittel zu ihren parteipolitischen Zweden. Ginge es nach ihnen, dann, dürfte ein Streit 3 Ende gehen, wenigstens nicht eher, als bis er für die Arbeiter schaft verloren ist und fie der Verzweiflungsstimmung rerfallen. Die gemerffchaftlichen Kämpfe verlaufen nun aber glücklicherweise nicht nach den Wünschen der KPD- Zentrale. Eie werden beendet, sobald ein annehmbar erscheinender Erfolg erzielt ist. So groß die Freude in der Kommunistenbureaufratie über den Ausbruch eines großen Streits ist, so groß ist der Schmerz am Ende des Streits. Dann treten jeweils die Klageweiber der KPD. in Aftion, jammern über den„ ab gemürgten Streif und machen ihren gepreßten Herzen gründlich Luft in den wohlgeübten Litaneien über die streifabmürgende Ge. mertschaftsbureautratie. So auch jetzt wieder bei der So auch jezt wieder bei der Beendigung des Streifs der 74 000 Saarbergarbeiter, ber abgemürgt" worden sei aus Furcht vor der Ein. heitsfront". Dieses Argument ist geboren unter dem echten verstandraubenden Schmerz, der sich der KPD. ob des Endes dieses Streits bemächtigt hat. Die Streifenden an der Saar haben nicht einmal solange im Streif ausgehalten, bis die Rote Hilfe" einen Wagen voll Brote für sie baden laffen und sie unter Mitwirtung eines Photographen an ihre Frauen verteilen konnte. Dennoch erachten wir den Schmerz in der KBD.- Zentrale über die„ Abmürgung" des Saarbergarbeiterstreits als das fleinere Uebel, gemessen an der Not, in die bei längerer Streifdauer die Saarbevölkerung geraten mußte. Gewiß, die Aussicht auf eine Einheitsfront" unter der Leitung der KPD.- 3entrale hat ihre Schrecken. Allein sie ist viel weiter entfernt, als der Hunger von den Saarbergarbeitern bei längerer Streifdauer entfernt geweſen wäre. Lohukampf der Berliner Fuhrleute. In einer start befuchten Versammlung nahmen gestern die in dem Schwer. und Leichtfuhrwert Beschäftigten zu dem gefällten Schiedsspruch Stellung, der eine Lohnerhöhung von 41 auf 47 m. pro Woche vorsieht, und beschlossen nach eingehender Debatte, den Schiedsspruch abzulehnen. Begründet wurde die Ablehnung damit, daß die Lohnfäße für Fuhrleute in anderen Betrieben um 4 M. pro Woche höher sind, abgleich die im Schmerfuhrbetriebe Tätigen bisher ftets höhere Löhne als alle übrigen Fuhrleute zu verzeichnen hatten. Die Bersammlung verlangte die sofortige Einstellung der Arbeit. Die Organisationsleitung widersprach diesem Berlangen mit der Be gründung, daß die Erklärungsfrist erst am Abend des 5. Auguft abgelaufen fei. Es müffe ein nochmaliger Bersuch unternommen werden, durch Verhandlungen zur Berständigung zu ge langen. Beschlossen wurde, der Fuhrherreninnung mitzuteilen, daß die Arbeitnehmer eine nochmalige Berhandlung for dern und deshalb am Freitag abend erneut zu der Lage Stellung nehmen. Zeigen die Unternehmer fein Entgegenkommen, ist mit der Arbeitseinstellung zu rechnen. Gewerkschaftsfeindlicher Wäscheverleiher. Zu der Berichtigung des Herrn Albert Grundei, Swine. münder Straße 50, in Nr. 351 des ,, Borwärts", wird uns von der zuständigen Organisation mitgeteilt: 1. Herr Albert Grundei hat unserem Gemährsmann, als dieser sich bei ihm um Stellung bewarb, erklärt, daß er einen Revers unterschreiben müsse, daß er nicht organisiert sei und daß er sich auch nicht gemertschaftlich organi fieren würde. In mehreren Betriebssigungen wurde von den Teilnehmern die Befürchtung ausgesprochen, daß fie entla ſen würden, wenn Herr Grundei erfahre, daß fie fich organi fieren. 2. Die Arbeitszeit der Fahrer beginnt um 8 Uhr morgens und endet des Abends um 8 bezm. 9 Uhr und auch später. Aber jelbft wenn die Arbeitszeit das in der Berichtigung angegebene Maß( 50 bis 55 Stunden) nicht überschreiten sollte, so geht sie meit über die im Tarif vorgesehene 48stündige Arbeitszeit hinaus und der Rohn, der bei der Firma Grundei 20 M. unter dem Tarif liegt, steht mit der verlangten Arbeitsleistung in teinem Einklang. 3. Für die von uns mitgeteilten Aeußerungen des Herrn Grundei find wir jederzeit in der Lage, die entsprechenden Zeugen zu bringen. Daß Herr Grundei persönlich feine Arbeiterfundschaft sucht, bestätigen wir ohne weiteres, andererseits müffen wir jedoch nach den Mitteilungen unserer Gewährsleute feftftellen, daß auch die Firma Albert Grundei einen großen Teil Don Betrieben und Arbeiter mit Wäsche beliefert. Die Branchenleitung der Handtuchfahrer, Mitgliedschaft der Sektion I des Deutschen Verkehrsbundes. Adolf Hoffmann Episoden und Zwischenrufe aus der Parlaments- und Ministerzeit. Breis 1 Mart. Borto 5 Pfennig. Vorrätig HopfAleiber FilzTiet in allen VorwärtsAusgabestellen. Läuse Friedrich- Ebert- Medaille Soeben erschienen Blatatte aus egter Dolltlingenber Glodenbronce, 9 cm Durchm, garantiert hervorragende Runftbildhauer arbeit, Brachtftüd für jedes Simmer. Ber Einschreiben oder Boten Mart 8.50. Bar enfendung oder Nachnahme. Miederver täufer in ganz Deutschland gesucht. Agra G. m. b. S., Berlin Beißenfee 5. Berliner ElektrikerGenossenschaft angeschl, dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Wanzen Fernsnrecher: Norden 1198 Schwaben Filiale Westen, Wilmersdorf Heimchen Landhausstr. 4- Tel. Pfalzburg 9831 Ratten Herstellung elektr. Licht-, Krafttefeitigt nur sofort unter Garantie und Signalanlagen Verkauf aller Eckolda ,, A" ,,"„ C“„ D“„ E elektrischer Bedarfsartikel. Ausführung sämtl. Reparaturen Paul Bremer, Berlin NO 35 Preiswerte, gediegene Arbeit Christburger Str. 3. Tel. Humboldt 1568. 2 zu haben in Avotheken und Drogerien Generalvertreter C freigewerkschaftlichen Gedanken, Berschärfung des Lohnkampfes in der Textilinduftric. Iganisationen in ber bamaligen Zeit, an benen die Schiffsingenieure München- Gladbach, 5. Auguft.( Eigener Drahtbericht-) Der hervorragenden Anteil hatten. Er betonte dann meiter den Lohnkampf in der Textilindustrie des M.- Gladbacher Bezirfes hat in den lezten Tagen eine weitere Verschärfung erfahren. Ein vom Staatlichen Schlichter gefällter Schiedsspruch, der eine Lohnerhöhung von 6 Broz porfieht, wurde von den Arbeitgeber. perbanben abgelehnt, aber nach zweimaligen Berhandlungen vom Reichsarbeitsministerium für Derbindlich erlart. Die Arbeitgeber haben jetzt beschlossen, am Ründiflart. Die Arbeitgeber haben jetzt beschlossen, am Kündigungstage Ende dieser Woche jämtlichen Arbeitern zu fündigen, soweit sie nicht zu den alten Bedingungen weiter arbeiten wollen. Bon dieser Maßnahme, die einer Aussperrung gleichfommt, merden über 40000 Arbeiter betroffen. Lohnkampf der Bremer Ziegeleiarbeiter. Bremen, 5. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die Siegeletarbeiter in Bremen und Umgegend ftehen in einem Lohnfampf. Da bei Be in Bremen und Umgegend stehen in einem Lohntampf. Da bei Beginn der diesjährigen Ziegeleifampagne den Arbeitern nur ein ginn ber diesjährigen Ziegeleifampagne den Arbeitern nur ein Spigen lohn von 70 f. gezahlt wurde, waren die Arbeiter, zumal da es fich um ein Saisongewerbe handelt, zu leberstunden und Attordarbeit gezwungen, um so zu einem einigermaßen annehm baren Lohn zu tommen. Bei Ablauf des bisherigen Lohn abfommens am 15. Juli forderten die Arbeiter eine wesentliche Auf befferung der Löhne. Die Ziegeleibefizer erklärten jedoch, auch nicht einen Pfennig mehr bewilligen zu fönnen. Als der Bremer Schlichtungsausschuß dann für die Zeit vom 20. Juli bis 31. Oftober eine Zulage auf den Spizenlohn von 5 Bf. pro Stunde festsegte, lehnten die Ziegeleiarbeiter ben Schiedsspruch als vollkommen un genügend ab, während nunmehr die Arbeitgeber, die ur prünglich feinen Pfennig Zulage geben wollten, ben Schieds. pruch anerkannten. Daraufhin stellten die Arbeiter ihre Tätigkeit in den Ziegeleien ein. Nur eine Ziegelei, die einen Stundenlohn von 78 Bf. bezahlt, ist in Betrieb. Im Bremer Baumesen macht sich schon der Mangel an Siegeln start bemertbar. Die Ziegeleibefizer haben jezt den Schlichter um eine Berbindlich feitserklärung des Schiedsspruches ersucht. Bon der Stillegungsepidemic. Dortmund, 5. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die Berwaltung des Baroper Balzwertes gibt bekannt, daß sie sich ge zwungen sieht, das ganze Wert stillzulegen. Rund 500 Arbeiter werden durch die Stillegung, die angeblich megen Stohlenmangel erfolgt, erwerbslos. Am Mittwoch, den 5. Auguft hat das Kohlensyndifat, wie verlautet, megen Zahlungsschwierig, feiten des Boroper Walzwertes die Kohlenlieferungen eingestellt. Der Achtstundentag in den Vereinigten Staaten. ( 3GB.) Im American Federationist", dem Organ des Ameritanischen Gewerkschaftsbundes( 2. F. of 2.) veröffentlicht William Green, der Präsident der A. F. of L., einen Artikel über die Frage des Achtstundentages in den Vereinigten Staaten, in dem es u. a. beißt: 3n teinem Lande nahm der Prozeß der Einführung des " In Achtstundentages einen schnelleren Verlauf als in den Bereinigten Staaten. Bon den im Jahre 1909 vom Fabriksregister erfaßten 6 615 046 Lohnarbeitern arbeiteten nur 523 652 oder 7,9 Broz. 48 oder weniger Stunden. Im Jahre 1919 hatten von 9 096 372 Arbeitern bereits 4 418 393 Arbeiter ober 48,6 Proz. diesen Standard er reicht. Im Jahre 1921 veröffentlichte eine Industriekommiffion von Mem Dort einen Bericht, in dem die größten Firmen des Staates New York berücksichtigt wurden und demzufolge 60,2 Proz. der New York berücksichtigt wurden und demzufolge 60,2 Proz. der Männer und 61,9 Proz. der Frauen 48 oder weniger Stunden arbeiteten. Im Staate Massachusetts war der Prozentsaz in diesem Jahre für Männer 85,7, in Ohio 75 und in Kalifornien sogar 91 Proz." der die Organisation veranlaßte, nicht mir dem AfA Bund an zugehören, sondern auch dessen wirtschafts- und sozialpolitische Bestrebungen nach Kräften zu unterstügen. Besonders unterstrichen wurde von dem Referenten auch die Bichtigkeit des Ausbaues der internationalen Beziehungen, an denen gegenwärtig start gearbeitet wird. Den Berichten schloß sich eine furze Aus sprache an, die sich im gleichen Rahmen bewegte. Dem Verbandsvorstand wurde darauf einstimmig Entlastung erteilt. Am Sonntagmorgen wurden verschiedene Abänderungsanträge zum Statut beraten. Die Abstimmung über diese Anträge ergab eine erhebliche Umstellung des inneren Organisationsumbaues, durch die im wesentlichen eine Verselbständigung des Verbandsvorstandes erreicht werden soll, der früher start an die größte Zahlstelle des Berbandes( Hamburg) gebunden mar. Diese innere Reuorientierung des Verbandes fonnte erst nach langen und zum Teil heftigen Des batten durchgeführt werden. Weiter wurde sehr eingehend über die Frage eines Ausbaues des Unterstügungswesens gesprochen. Da der Delegiertentag die Berantwortung für berartig weitgehende Unterstügungseinrichtungen, wie Sterbefaffe, ErwerbsLosenunterstügung, Krantenunterstügung und Erweiterung der Hinterbliebenenunterftügung, womit gleichzeitig eine wesentliche Erhöhung des Beitrages verbunden wäre, ohne Befragung der gefamten Mitgliedschaft nicht auf sich nehmen will, wurde beschloffen, daß über dieje Fragen eine Urabstimmung durchgeführt werden soll. Auf Grund eines Antrages der Ortsgruppe Bremerhaven fam es dann zu einer lebhaften Auseinandersehung über das Berhältnis des Verbandes zum AfA- Bund. Die Ortsgruppe Bremerhaven warf dem AfA- Bund und auch dem Berband selbst vor, daß sie. parteipolitisch nicht neutral seien und sich zu start den Linkspar. teien angelehnt hätten. Dieser Auffassung trat der Bertreter des AfA- Bundes ganz entschieden entgegen. Den gleichen Standergab außerdem als Meinung der Mehrheit des Delegiertentages ein punkt nahmen auch die übrigen Debatteredner ein. Die Aussprache flartes Bekenntnis zur Republic. Faft einstimmig wurde dann eine Entschließung angenommen, in der fich der Verband deutscher Schiffsingenieure und Seemaschinisten zu den Grundfäßen des AfA- Bundes und des ADGB. bekennt und fie auch fernerhin zu unterstützen bereit ift. Dann wurde beschlossen, den Namen in Berband deutscher Schiffsingenieure" zu fürzen. In dieser Abkürzung liegt eine programmatische Forderung, durch die zum Ausdrud gebracht werden foll, daß die Bezeichnung Schiffsingenieure" amtliche Anerkennung für sämtliche technischen Schiffsoffiziere finden und insbesondere auch in der neuen Seemannsordnung verantert werden möge. Alsdann hielt Freese ein Referat über das Verbands. programm, das sich eng an das Brogramm des AfA- Bundes anlehnt und von dem Delegiertentag einmütig gebilligt wurde. Ein weiteres Referat von Petritomify über das Seeunfall. gefeh wurde mit der einstimmigen Annahme einer Resolution geschlossen, in der baldige Fertigstellung eines neuen Entwurfs zum Seeunfallgefeß unter Berücksichtigung der von den feemännischen Organisationen beantragten Aenderungen gefordert wird. Ferner beschäftigte sich der Delegiertentag mit zwei gewertschafts. politischen Referaten, und zwar von Garbers über Tarif, Rechtsschuh und Tariffchiedsgericht fomie von Warnede über das Betriebsrätegefeß, die beide die einstimmige Anerkennung des Delegiertentages fanden. Es wurde gefordert, mit allen Mitteln auf eine Berwirklichung des Gefeßes über die Arbeitsgerichte bei Zuständigkeit auch für die Seeleute hinzuarbeiten. Ebenso follen die Spikenorganisationen ersucht werden, darauf zu brängen, daß der Betriebsrätegebante auch endlich in der See. Schiffahrt Geltung erlangt. Dann murben noch die Wahlen des Verbandsvorstandes vorgenommen. Mit einer Stimme Mehrheit wurde Freese, Borsigender der Hamburger Ortsgruppe, gegen über dem bisherigen Berbandsporfihenden Barnede zum 1. Bor figenben gemählt Freese nahm bas Amt vorbehaltlich der 3uftim. mung feiner Hamburger Drisgruppe an. Sum 2. Borsigenden Damit war die murde einstimmig Garbers- Hamburg gewählt. Tagesordnung erledigt, Der nächste Berbanbstag soll in Bremen stattfinden. Obwohl feine genauen gahlemmäßigen Angaben vorliegen, fann gesagt merden, daß seit dem Jahre 1921 weitere erfreuliche FortSchritte erzielt wurden. Dies beweift neuerdings die Meldung, daß eine der größten Feften des Unternehmertums in Amerita gefallen ist: Die Stadard Dil Company hat jezt den Achtstundentag für alle ihre Betriebe eingeführt. Bis jet bestand noch immer in den Be trieben dieses gewaltigen Trufts seit seiner Gründung im Jahre 1859 ber 3meischichtenbetrieb mit einem zwölfftündigen Arbeitstag Die Rompanie hat außerdem, damit die Löhne der Arbeiter burch ihre 10 Uhr am Bahnhof Fürstenbrunn Bersammlung. Gamifiche Rollegen müſen es Neuerung nicht reduziert werden, alle 2ohnanfäße erhöht. Zur Berzweiflung getrieben. Baris, 4 August( MTB.) Nach einer Mitteilung des Journal" aus Rem Dort find 13 Seeleute, die zur Besatzung des Betroleumdampfers Chilton gehören und die von den Offizieren an Borb besonders flecht behandelt wurden, in dem Augenblid, als das Schiff nach England in See ging, ins Meer gefprungen. Sechs von ihnen sind ertrunken Drohender Bergarbeiterftreit in Amerika. New Yort,& Auguft. In Atlantic City( Philadelphia) haben die Bergarbeitergewertschaften am Montag beschlossen, a b 1. September in den Ausstand zu treten. Da riesige Kohlenvorräte, bie bis zum Januar ausreichen, auf den Halden liegen, wird mit einem langen Streit gerechnet. Siemens- Bannion bteilung Gerätehot Donnerstag normittag fcheinen! Der Betriebsrat Aus der Partei. Neuanmeldungen zum Jufernationalen Kongres Die Liste der Anmeldungen zum Internationalen Rongreß der Sozialistischen Arbeiter- Internationale in Marseille wird immer umfangreicher. Aus der Zahl der neuangemeldeten Delegationen greifen wir noch die folgenden heraus. Die sozialistische Partei Spaniens entfenbet 4 Delegierte, barunter Julian Besteiro und Fernando de los Rios. Die ameritanische fozialistische Partei hat gmei meitere Delegierte und zwei Gastdelegierte fomie drei Bertreterinnen zur internationalen Frauentonferenz angemeldet, so daß die amerikanische Delegation aus insgesamt 13 Mitgliedern bestehen wird. Balaftina( Boale 3ion) entfendet 11 Delegierte unter Führung bes Berbandssekretärs B. Loder, Ein italienisches Informationsbureau in London. Unter der Leitung des ehemaligen sozialistischen Abgeordneten Dino Rondani ift in London ein italienisches Informations bureau( Italian Labour Research Bureau) gegründet worden, das in Berbindung mit der italienischen Arbeiterbewegung steht und auch als Vertretung des neu zu gründenden Studieninftituts der italieni schen Arbeiterbewegung, des Jiftituto Giacomo Matteotti" fungieren soll. Das Bureau gibt ein Bressebulletin heraus, das wahr. fheitsgetreue heitsgetreue Nachrichten über die Zustände in Italien unter der foschistischen Herrschaft verbreitet. Die breffe des Bureaus ist London, 4/5 Barmid Court, High Holborn, B.& L Delegiertentag der Schiffsingenieure. Hamburg.&. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) In Hamburg tagte am Sonnabend und Sonntag der 16. ordentliche Delegierten tag des Berbandes der Schiffsingenieure und Seemaschinisten, eines der wichtigsten Glieder im Kreise der seemännischen Berufsverbände. Außer den Delegierten und dem Verbandsvorstand nahmen eine ganze Reihe Gäfte an der Tagung teil, so u. a. Bertreter des AfaBundes und Abgesandte der holländischen und dänischen Berufsorganisationen. Der Berbandsvorsitzende Barne de erstattete den Geschäfts: und Raffenbericht. Er gab ein anschauliches Bild über die Entmidlung der Organisation seit dem legten Berbandstag im Jahre 1923, schilderte die Schwierigkeiten während der Inflationszeit und die Beteiligung des Berbandes an den Kämpfen der seemännischen OrRadio auf Miete! Nur erstklassige Apparate nach Original- TelefunkenPatenten gebaut und von der Reichspost genehmigt. Miete der kompletten Anlage inkl. Antenne und Original Saba- Kopfbarer monatlich 5 Mark Fachmännische Anbringung der Anlage ist in dem Mietpreis einbegriffen. 11/1 Nach einjährigem Abonnement geht die Gesamtanlage in das Eigentum des Abonnenten ohne weitere Vergütung über. Besuchen Sie unverbindlich unsere Vorführungsräume: 1. Berlin S 42, Ritterstr. 11- 2. Charlottenburg, Uhlandstr. 27, nahe Kurfürstendamm( Laden) oder verlangen Sie kostenlos Vertreterbesuch Deutsche Funktelefon- Vermietungs- G.m.b.H. Berlin S 42, Ritterstr. 11. Moritzplatz 2989, 2990, 2991, 2992, 2993. 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