Nr. 385 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 197 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelaebiet, Defterreich, Litauen, Buremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit Sieb. lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin* Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. aeile 80 Pfennig. Reklamezeile 5. Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( auläffia awei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig, Stellengesuche das erfte Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin GB 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion Tönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 16. August 1925 Die Optantenaustreibung. Unterbrechung der nackten Gewaltanwendung. Zu den widersprechenden Nachrichten über das Verfahren,| Ministerpräsident betonte, daß gute nachbarliche Beziehungen für welches die polnische Regierung in der Frage der weiteren Aus beide Teile von größter Wichtigkeit seien. Der europäische Friede sei weisung deutscher Optanten einzuschlagen gedenkt, wird Mtb. auf gefährdet, wenn dauernd ernste Gegensäze zwischen Deutschland Anfrage in Warschau folgendes mitgeteilt: und Bolen beständen. Die Untlarheiten sind dadurch entstanden, daß, wie es scheint, die Berfügung des polnischen Innenministers fich lediglich auf die zwangsweise Abschiebungen deutscher Optanten über die Grenze nicht aber, wie der Kurjer Boznansti" behauptet, auf die Ausweisungs verfügungen als solche. Seit dem 10. August find zwangsweise Abschiebung deutscher Optanten über die Grenze nicht mehr beobachtet werden. Dagegen konnten deutsche Amtsstellen bemerken, daß sowohl am 8. wie am 10. August noch zwangsweise Abschiebungen deutscher Optanten unter Anwendung ron Polizeigewalt erfolgten. Die Meldung, wonach auf die scharfen Angriffen des nationalistischen Kurjer Poznansti" hin der polnische Innenminister einer Abordnung erklärte, daß an eine Einstellung der Optantenausweisungen nicht gedacht werde, ist jedenfalls zutreffen d. Wenn man den Optanten das letzte Geld wegsteuert und ihnen die Wohnungen beschlagnahmt", ist das gerade 3wang genug auch ohne Handanlegung und Fußtritt über die Grenze! Ministerpräsident Grabski über die Optantenfrage. Warschau, 15. August.( TU.) Ministerpräsident Grabfti empfing den Bertreter der Associated Preß" und gewährte ihm eine Unterredung über die Optantenfrage. Grabski gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß es gelingen werde, eine Berständigung zwifchen Deutschland und Polen herbeizuführen, wenn beide Länder loyal ihre Pflichten und Rechte wahrnehmen würden. Die Gegensäge müßten im Inte fe beider Staaten sowohl auf politischem wie auf wirtschaftlichem Gebiete überbrückt werden. Der Interparlamentarische Union. Tagung in Washington. Am 1. Oktober wird die Internationale Barlamentarische Union in Washington einen Kongres abbalten, auf dem 39 Nationen bertreten sein werden. Der Kongreß wird sich mit der Entwicklung des internationalen Rechts, der Frage der nationalen Minder heiten, dem Handel mit Betäubungsmitteln und der Abrüstung beschäftigen. Eine Anzahl deutscher sozialdemokratischer Parlamen tarier, darunter Reichstagspräsident Genosse 2öɓe, nehmen an diesem Kongreẞ teil. Stinnes- Schenkung. Naheliegende Fragen. Der Schritt des Herrn Edmund Stinnes, dem Betriebsrat der Aga von dem Aktienbesitz der von ihm kontrollierten Aga- Werte nom. 2 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen, hat einiges Aufsehen erregt. Er hat mehr oder weniger törichte Kommentare hervorgerufen. Sensationsblätter sehen darin den Beginn einer neuen Aera, einen Beweis dafür, daß Herr Edmund Stinnes nicht um geschäftliche Werte, sondern um ideale Ziele fämpft. Sonderbar hat der Bluff auf die Bossische Zeitung" gewirkt, die in diesem Schachzug einen Akt der Sozialisierung" erblicken will. Das sind Worte, die nicht einmal passend angebracht sind. Wir halten uns an die Tatsachen. Die erste Tatsache ist der Stand des Unternehmens. Die Berpflichtungen der Aga betrugen im Dezember 1924 6,5 Millionen Mart, die Aktiven 5 Millionen, Heute stehen 12 Millionen Mart Schulden nur 91 Millionen Mart Forderungen und Waren gegenüber. Die Liquidität war im Dezember schlecht, heute ist sie noch schlechter. Die zweite Tatsache ist, daß Herr Stinnes der Belegschaft der Aga Löhne schuldet. Es ist immerhin eigenartig, daß anstatt fälliger Löhne Attienpatete geschenkweise angeboten werden. Waren die 2 Millionen nom. Aga- Aktien nicht verfäuflich? Hat Herr Stinnes etwa vergeblich den Bersuch gemacht, sie zu verkaufen? Warum wird das Unternehmen nicht durch den Verkauf dieser Aktien flott gemacht? Herr Edmund Stinnes begibt sich der Aktienmehrheit, er entledigt sich der Verantwortung. Will er etwa auch die Funktionen des Borsigenden des Aufsichtsrats, die er aus übt, auf den etriebsrat übertragen? Will er die Berant wortung für die Beschaffung von Betriebskrediten von sich auf den Betriebsrat abwälzen? Wir sehen in seinem Borgehen weder ,, ideale Ziele", noch die Absicht einer grundsäglichen Neukonstruktion der finanziellen Verfassung des Unternehmens, sondern lediglich ziellen Berfassung des Unternehmens, sondern lediglich einen Schachzug im Kampf um die geschäftliche Existenz. Die Belegschaft der Aga hat gar keinen Grund, sich mit der Annahme dieses Angebots zu beeilen. Es gibt Geschenke, Die gefährlich werden tönnen. Es sind eine ganze Reihe von Minderheiten-, Recht". Unterdrückung in allen Siegerstaaten. Der Führer der Siebenbürger Sachsen, Rudolf Brandsch, veröffentlichte in der in Hermannsstadt erscheinenden Deutschen Tagespoft einen Artikel, der mit Berufung auf das Beispiel der Siebenbürger Madjaren, die deutsche Bevölkerung Rumäniens auffordert, sich mit ihren Klagen auch an den Völkerbund zu wenden. Brandsch gibt in seinem Aufruf ein erschütterndes Bild der Lage der Siebenbürger Sachsen:" Unsere Schul autonomie ist in ihren Grundlagen eischüttert, das Maturitätsgefeß zeigt nach seiner praktischen Anwendung das Bild einer Ruine. Unsere Kirche ist infolge der Bedrängung unserer fonfeffionellen Schulen in eine schwierige Lage geraten. Unsere politischen Rechte bezüglich unferer Sprache, unsere politische Autonomie sind zu Trug bildern geworden. Die Gesetze, die die Regierung verlautbaren läßt, atmen sämtlich den Geist des Mißtrauens." Brandsch schließt den Artikel mit folgender Frage: Ist es noch immer nicht an der Zeit, daß die Sachsen sich auch nach Genf begeben?" Sie betont, Im Anschluß an diesen Artikel Brandschs fordert die„ Deutsche Tagespost" ein energisches Borgehen und den 3 usammenschluß sämtlicher Minderheiten Rumäniens. daß die Sachfen feine neue Autonomie verlangen, sondern nur ihre alte, seit Jahrhunderten bestandene Autonomie zurückfordern, die ihnen von den Rumänen geraubt worden ist. Borfragen zu flären, ehe man ein sicheres Urteil über die Wirkung einer Annahme abgeben fann. Man muß wissen, was man geschenkt erhalten soll. Man muß wissen, ob an die Schentung Bedingungen gefnüpft werden. Wenn Herr Stinnes es aus propagandistischen Gründen eilig mit der Schenkung hat, dann muß die Belegschaft es erst recht fühl abwägen, warum er schenken will Rechtsradikaler Jugendmißbrauch. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Postscheckkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Der Sprung ins Unheil. Das Hazardspiel der Rechtsparteien. Es besteht ein bemerkenswerter Unterschied in der Beurteilung der Ergebnisse der Sigungsperiode des Reichstages, die mit dem Eintritt der Sommerferien abgeschlossen worden ist, zwischen der großen deutschnationalen Bresse, die in Berlin erscheint, und der deutschnationalen Agitationspresse im Lande. Die große deutschnationale Presse in Berlin, die die Rückwirkung ihrer Aeußerungen auf die eigenen Bundesgenossen abwägen muß, hat am Ende dieser Sizungsperiode das Triumphgefühl der Deutschnationalen um einige Grade abgekühlt zum Ausdruck gebracht. Sie ist von dem Grundsatz ausgegangen, daß der in Mart und Pfennigen auszurech nende Erfolg dieser Parlamentstagung für die Zollintereffenten wichtiger ist als laute Triumphgefänge, die unter Umständen einen notwendigen Bundesgenossen vor den Kopf stoßen fönnten. Sie hat sich damit begnügt, ihre politischen Hoffnungen für die Zukunft anzudeuten. Diese Hoffnungen zielen darauf ab, das Zentrum immer fester in den Regierungsblod hineinzuziehen, die Allianz der Rechten gegen die Linke bei der Beratung des Reichsschulgesetzes noch fester zu gestalten und womöglich eine Rüdwirkung der Konstellation im Reiche auf die preußischen Regierungsverhältnisse herbeizuführen. Das alles geschieht mit einer gewissen Zurückhaltung. Man verzeichnet einen Erfolg, aber man versichert zugleich, wie die ,, Kreuzzeitung", er sei nicht überwältigend. Ganz anders flingt es aus der deutschnationalen Agitationspresse im Lande. Da jubelt man darüber, daß die Grundlagen für ein deutschnationales Deutschland gelegt seien. Da heißt es: Es geht vorwärts und aufmärts!" So fann man in der Pommerschen Tagespost", einer der am meisten auf demokratische Agitation eingestellten Zeitungen der Deutschnationalen. lesen. " In diesen agitatorischen Triumphgefängen der deutschnationalen Provinzpresse tommen die heimlichen Hoffnungen der Deutschnationalen ehrlicher zum Ausdruck als in den mehr zurückhaltenden Betrachtungen der in Berlin erscheinenden deutschnationalen Interessentenorgane. Sie glauben, daß es jetzt fein Zurück mehr auf dem Wege zur Diktatur des Bürgerblods in Deutschland gibt. Sie glauben, daß sie im Kampfe um die Zollvorlage das Zentrum so fest an sich gebunden haben, daß es ihnen auch weiter folgen muß, selbst menn sie Wege betreten, vor denen das Zentrum als Verfaffungspartei in diesem Zeitpunkte noch zurückschreden mag. Die deutschnationale Agitationspresse mag die Hoffnungen der Deutschnationalen vergröbert wiedergeben, es bleibt ihr das Verdienst, daß sie in aller Offenheit zeigt, wie die Deutschnationalen die Konsequenzen der Entwicklung sehen, die das Zentrum im Verlaufe der Zollfämpfe vollzogen hat. Es wäre immerhin wertvoll für die Leitung der Zentrumspartei, wenn sie nicht nur auf das Drängen der Intereffenten im eigenen Lager hören und sich nicht nur mit der Opposition in den eigenen Reihen auseinandersetzen wollte. Es wäre angebracht, daß sie ihre Blicke über die Grenzen der eigenen Partei hinaus lentt. Sie wird dann nicht nur die Wirkungen sehen, die ihre Haltung während der Zollfämpfe auf der Linken hervorgerufen hat, sondern auch die Hoffnungen, denen sich ihre deutschnationalen Bundesgenoffen hingeben. Die Stimmen der deutschnationalen Agitationspresse sollten für sie mindestens ebenso wichtig sein mie die Stimmen der eigenen Provinzpresse. Entführungsplan im Saargebiet. Saarbrüden, 15. Aug.( Eigener Drahtbericht). Saarländische Rechtsparteiler machen verzweifelte Anstrengungen, um die Verantwortung für den aufgedeckten Attentatsplan gegen den Separa tiftenführer Schöttler von den Rechtsorganisationen abzuwälzen und die Hauptschuld dem Lockspigeltum aufzubürden. Ein hiesiges Rechtsblatt hat ein Redaktionsmitglied nach München zu dem berüchtigten Hauptmann" Destreich geschickt, um ihn über seine Teilnahme an dem Attentat zu befragen. Destreich gibt zu, den Plan zur Verschleppung Schöttlers nach München gekannt und die jungen Leute in diesem Plan best ärtt zu haben. Doch sei die Abficht nicht gewesen, Schöttler vor ein Femegericht zu stellen, sondern ihn der Münchener Polizei auszuliefern. Der Bund„ Oberland" unterhalte keine Beziehungen zum Saargebiet, und die Attentäter seien nicht Mitglieder des Oberland". Vielmehr habe er die Leute an„ werwolf" und" Stahlhelm" verwiesen. Diese Auslaffungen Destreichs, für deren richtige Wiedergabe das saarländische Rechtsblatt die Verantwortung trägt, stehen im Widerspruch zu den Angaben der Verhafteten und zu den bei ihnen gefundenen Papieren und Ausweisen. Der Anführer Ebel trug das Abzeichen des Bundes Oberland". Auch wurden Werwolf- Fähnchen bei ihm beschlagnahmt und Mitgliederkarten der Deutsch natio. nalen Boltspartei, die auf die Namen der Verhafteten lauteten, vorgefunden. Selbst wenn man als wahrscheinlich annehmen will, daß Lockspitzel ihre Hand mit im Spiele haben, sozialen Entwicklung in Deutschland, die sich durch Finanz- und fönnen doch weder Deutschnationale noch Deutschvölkische bestreiten, daß die intellektuelle Urheberschaft zu solchen verbrecherischen Unternehmungen auf ihr Schuldkonto zu buchen ist. Parteijubiläum in Belgien. 40. Jahrestag der Gründung der sozialistischen Partei. Brüssel, 15. Auguft.( EP.) Der Generalrat der Sozia listischen Partei hat heute den 40. Jahrestag der Barteigründung festlich begangen. Am Vormittag eröffnete Camille Huymans mit einer Rebe eine Erinnerungsausstellung. Im Anschluß daran wurde eine Gedenktafel enthüllt, wobei die Mi nifter Anseele und Bertrand sprachen. Es wurde ein Festzug durch die Hauptstraßen der Stadt veranstaltet. Nach einem großen Arbeiterinternationale. Heute abend wird noch ein Konzert statt. Konzert sprach dann noch Bandervelde und ein Delegierter der Arbeiterpartei ihre Fahnen überreicht und Destrée im Namen der finden, bei dem de Broudère den vier Zentralorganisationen der sozialistischen parlamentarischen Gruppe reden wird. Wauters wird an die Gründer der Arbeiterpartei Gedenfzeichen überreichen. Das Zentrum teilt die Verantwortung für das, was geschehen ist, und für das, was fommt, mit den Rechtsparteien, als deren Bundesgenosse es gehandelt hat. Ueber den Verfuch, die Verantwortung den Oppositionsparteien aufzuwälzen, die man selbst von der verantwortlichen Mitarbeit ausgeschaltet hat, braucht kein Wort verloren zu werden. Das Streben nach Abwälzung der Verantwortung ist freilich be= greiflich, denn die Perspektiven der wirtschaftlichen und soWirtschaftsgesetzgebung der Rechtsparteien eröffnen, sind dunkel und ungewiß. Es war ein Rehner des Zentrums, der diese Gesetzgebung als einen Sprung ins ungewisse" bezeichnete. In diesen Worten lag viel mehr Furcht vor den Konsequenzen des eigenen' Tuns als verantwortungsfreudiger Wagemut. Es lag darin eine dunkle Vorahnung deffen, was tommt. Dies Wort vom Sprung ins ungewisse kontrastiert mit dem deutschnationalen Jubel, daß es nun vorwärts und aufwärts" gehen werde im Zeichen des Kampfes gegen den Inflationsschwindel. Kampf gegen den Inflationsschwindel vorwärts und aufwärts!? Daß Gott erbarm'! Die Wirtschaftsgesetzgebung der Rechtsparteien, weit davon entfernt, zu einer Stabilität der Preise und damit der Wirtschaft zu führen, dient in der Inflationszeit die Macht der Schwerindustrie und der dem 3mede, die Preisbewegung nach oben, auf der bringen. Sie hat einen verhängnisvollen Mechanismus, den Großagrarier beruhte, mit anderen Mitteln wieder in Gang zu man am Ende der Inflationsperiode für erledigt hielt, aufs neue in Gang gesetzt. Vorwärts und aufwärts! Wir sind in einer Wirtschaft- lichen Krise, und die Wirtschaftsgesetzgebung der Rechts- Parteien, weit entfernt davon, den Weg aus der Krise zu zeigen, wird sie verschärfen. Wenn erst das Wechselspiel zwischen Preiserhöhung und Lohnerhöhungen und nachfolgen- den Steuererhöhungen wieder in Betrieb kommt, so sind die Hoffnungen auf eine Ueberwindung der Krise in relativ kurzer Frist dahin. Das Gespenst einer wirtschaftlichen Ka- tastrophe ist durch diese Gesetzgebung heraufbeschworen worden. Das Wirtschaftsleben befindet sich in einem Zustand dauernder Nervosität. Es brennt unter der Decke. Den Vor- gängen, die sich um den Krach des Stinnes-Konzerns und die Versuche zu seiner Sanierung gruppieren, kommt sympto- matische Bedeutung zu. Eine Gesetzgebung, die in dieser Si- tuation nach dem eigenen Urteil der Gesetzgeber einen Sprung ins Ungewisse darstellt, zeugt von Abwesenheit jedes Verant- wortungsbewutztseins. Wir fürchten, daß dieser Sprung ins Ungewisse ein Sprung ins Unheil gewesen ist, und wir stellen von vornherein fest, daß die volle Verantwortuna dafür jene Parteien trifft, die als w i r t f ch a f t s p o l i t i f ch e H a f a r- d e u r e den Weg vorwärts und aufwärts mit einem Sprung ins Ungewisse zu erreichen glaubten. » Aber sie meinen ja gar nicht den Weg, der vorwärts und aufwärts führt. Sie denken nicht an die Interessen des ganzen Volkes, an den Aufstieg der ganzen deutschen Wirtschaft, an den Weg zu Kultur und Wohlfnbrt für die ganze Nation. Sie denken nur an die eigenen Interessen. Sie wollen die soziale Verschiebung, die in der Inflationszeit stattgefunden hat, verewigen und verschärfen. Sie haben sich den Umstand, zunutze gemacht, daß die Arbeiterschaft als Klaffe aus den Wirren der Inflation geschwächt hervorgegangen ist. Sie haben ihr neue Lasten auferlegt. Sie haben zugleich einen erfolgreichen Feldzug gegen die Interessen der Beoölkerungs- gruppe geführt, die ihre soziale Stellung am Ende der In- flationszeit behauptet hat: die Bevölkerungsgruppe des Be- amtentums in weitestem Sinne des Wortes. Diese Bevöl- kerungsgruppe und mit ihr die breiten Massen der Ver- braucher hat die Last des Tributs zu tragen, den die Zoll- und Steuergesetzgebung der Rechtsparteien dem Volke auf- erlegt hat. Vorwärts und aufwärts heißt für die Rechtsparteien: Von der Demokratie zum plutokratifchen Regiment. Der Weg dazu ist beschritten. Der Einfluß der Schwerindustrie hat den Einfluß der verarbeitenden Industrie und des ge- werblichen Mittelstandes beiseite geschoben. Die Großagrarier haben sich im Rcichslandbund ein Organ geschaffen, mit dessen Hilfe sie gegen die Interessen der arbeitenden landwirtschaft- lichen Bevölkerung ihre eigenen Interessen politisch durch- zusstzen vermögen. Der wahre Weg vorwärts und aufwärts erfordert den Kampf aller demokratischen Kräfte gegen die plutokratifchen Tendenzen, die die Rechtsparteien vertreten.- Die allgemeine Situation spiegelt sich im besonderen in der inneren Lage des Zentrums wider. Dort kämpfen agrarifch-kapitalistische Interessen gegen die demokratische Ge- sinnung der breiten Massen der Zentrumswähler. Dort haben in dem abgelaufenen Tagungsabschnitt des Reichstages die plutokratifchen Interessen über die demokratischen Tendenzen einen Erfolg davongetragen. Der wirtschaftspolitische ..Sprung ins Ungewisse" ist für das Zentrum selbst ein Sprung in ein ungewisses politisches Schicksal. Die Verant- wortung, die es zu tragen hat, wiegt schwer. Noch schwerer die Entscheidung, vor der es in der nächsten Zukunft steht. Will es niit den Deutfchnotionalen weiter vorwärts gehen zur Herrichaft des Plutokratismus, oder will es mit den Kräften der Demokratie um den Weg zur Gesundung kämpfen? Von der Haltung des Zentrums in der Zukunft wird es ab- hängen, ob bei der kommenden Sammlung aller demokra- tischen Kräfte gegen die plutokrallschen Tendenzen der ent- scheidende Kampf mit dem Zentrum oder gegen das Zentrum geführt werden muß. Heimwärts. von Walkher G. Ofchilewskl. Hannes, ich will kein« Geschichte erzählen. Doch was ist das Wort, zu einer kurzen Rede gedehnt, anderes als die Hinweisung auf das Ewige? Als ich vor einigen Wochen aus dem kleinen böhmischen Baworow kam, begegnete ich einem alten Holzhauer. Ich kroch miide und hungrig die vom Gewitter zerfetzte Straße hinan und wollte nach Budwaco, wo ich eine warme Suppe roch. Dieser alte Mann war seit Tagen wieder das erste menschliche Wesen, das ich in diesen tiefen und dunklen Wäldern sah. und das Herz war bereit, ihn wie einen nahen Verwandten zu begrüßen. Diese Heim- lichkeit des Gefühls In der Kürze des Entsagens wird nur der ver- stehen können, der selbst einmal ein Jüngling ohne Heimat war, und den monatelang auf der Landstraße und in den Bergen nur Regen. Bergfluch, Walddampf und der Teufel in den Händen hielt. Ich sog mich in die Gestalt hinein, als gäbe es keine Grenzen mehr zwischen alt und jung. Seine Augen schienen wie Bernstein zu glühen: als ich ober tiefer hineinschaute, dunkelte es unter der hohen Stirn wie im Garten von Gethsemane, und es war ein großes Kreuz darin. Meine Lippen zitterten und ein Name sprang darüber: es war das fromme Wort: Vater! Sollte ich rufen? Sollte ich schreien? Sollt« ich mich glauben machen, daß dieser Holzhauer auf der böhmischen Straße mein Voter sei?! Es war genug, daß mich diese magische Begegnung in die Heimat warf und ich wieder wußte, daß in den Steinfeldern des Nordens ein Haus steht, das mich einst der Welt gab, als ein Mensch, der ich nun bin. -» Ick, erinnere mich der Nacht, als unsere Mutter starb. Es war der 8. Juli— ich sah von meinem Bett die große schwarze Zahl im Mondlicht dunkeln— und es hätte noch 17S Tage bedurft, um wieder ein dürres Jahr beschließen zu können. Aber es gehört zu einer schönen oder vielleicht traurigen Freiheit des Menschen, in den Tod zu springen, wenn man will. Meine Müller, die die Schwere der Zeil wie eine eiserne Kette um den Hals trug, wollte das Ende, und als der Nachtwind durch das offene Fenster flog und eine kühl« Welle das Blatt des Kalenders auf den nächsten Tag warf, war sie tot. Ich, der ich damals noch ein Knabe war, empfand diese Mög- lichkeit, sterben zu wollen, als etwas Zauberisches. Und ich kann auch heute noch nicht leugnen, daß das Spiel mit dem Tod ein Spiel mit bunten Glaskugeln ist und sehr viel Freude macht. Aber mein Vater sprang empor wie eine Fontäne aus Blut und Schrei und lag dann wie ein zersplitterter Speer. Heute, ja erst heute, wird mir bewußt, daß der Zusammenbruch dieses starten, durch Arbeit und Kampf zu Stahl gewordenen Man- nes nicht sowohl der plötzlich überkommende Schmerz über den Tod war. als vielmehr der Gedanke der kommenden Einsamkeit seines Lebens, das nur durch die Verbindung mit der liebsten Kameradin die sinnvolle und vollendete Rundung erhielt. Diese Erschütterung war das Ende eines furchtbaren Wartens, das nun war. Ich höre Gunter unü Richter. Preußischer Verkehrston:„Hochachtung, die Jhueu zukommt. In Ostpreußen sind die ganz echten reinpreußischen Junker nach dem Herzen der„Kreazzeitung* zu Hause, denen Preußen notwendig ist, Deutschand nicht. Zu diesen Gestalten gehört augenscheinlich jener Herr v. Bull- lor auf Venedien im Kreise Mohrungen, von dem der„Ostpreußische Landbote�, das Gaumitteilungsblatt des Deutschen Landarbeiter- Verbandes, folgende nette Sache erzählt: Der Freiherr Halle mit einem seiner Arbeiter eine Klage aus- zufechten. Diese Klage des Arbellers lautete auf Zahlung der Um- zugskosten. Nach dem Tarifvertrag hat der Arbellgeber die Umzugskosten für Arbeiter zu zahlen, die ihm aber zurückzuerstatten sind, wenn das Arbeitsverhällnis durch Verschulden des Arbeiters rorzellig gelöst wird. Die Klage wurde vom Deutschen Landarbeiter- Verband vertreten. In vier Terminen erschien der Be- klagte nicht, sondern schickte seinen Oberinspektor, ohne ihm aber Dollmacht zu erteilen. Darauf erging am 23. Juni vom Mohrunger Amtsgericht das Versäumnisurteil gegen den Beklagten. Von seinem Einspruchsrecht machte dieser nun in folgendem Schreiben Gebrauch: „C. 50/25. Venedien, den 4. Juli 1925. An das Amtsgericht Mohrungen. In der Sache des fremdländischen Arbeiters Meier gegen mich Hot das Gericht— ich muß schon sagen„natürlich"— den Russen in Schuh genommen und gegen mich geurteilt. Zunächst habe ich von vornherein darauf hingewiesen, daß ich nie mit dem Kerl selbst verhandelt habe, er lediglich vorbehaltlich nieiner Bestätigung als Arbeiter angenommen wurde und also sich ausschließlich mit meinem Beamten zu streiten Anlaß Hot. Dies zu kopieren ist wirklich einfach. Die Klage gegen mich hätte abgewiesen werden müssen. Zur Sache selbst aber verweise ich nunmehr auf folgende L o- gik des Gerichts: 1. Ich werde wegen Vergehens bestraft, weil ich es unterlasse, in Erledigung unendlicher bureaukratifcher Arbeit deutsche Rück- wandercr' rechtzeitig beim Landesarbeitsamt zwecks Legitimations- karten anzumelden. Die Leute sind bereits acht Jahre hier In meinem Strafregister wird das geführt! Nachdem nun ein Mann verkommenster Art seine Herkunft nicht angibt und also Betrug übt, werde ich wieder bestraft. -wenn man schon keine Gerechligkeil erwarlel— gesunden Menschenverstand sollte man schon voraussehen können. 2. Die Hilfskräfte der Familie entivrachen ihren Lohnforderungen nach nicht den Leistungen, welche abmachungsgemäß an sie gestellt werden mußten. Das ist sogar indirekt von der Gegenpartei zugegeben. 3. Diese wilden Leute gehören überhaupt nicht zu der Arbeiterschaft, welche auf die Grundsätze im Tarif Anspruch haben. Also auch hiernach ist die Forderung aus Rück- Vergütung der Transportkosten unberechtigt. ' Alles in allem lege ich gegen das„Urtell" Berufung ein. Mit der Hochachkung, die Ihnen zukommt Frhr. von Buttlar." Das Schreiben zeigt den ganzen Herrendünkel, der einer ge- wissen Klasse von Bürgern der Republik eigen ist. Daß der Arbeiter ein„Kerl" ist— nun, darüber sind sich ja alle Großagrarier einig. Aber daß der Freiherr von Buttlar dem Amtsgericht gesunden Menschenverstand und Logik abspricht, daß er schließlich dem Amts- gericht die„Hochachtung" ausspricht, die„ihm zukommt", das ist doch so ausgeprägt borussisch, wie es nur im Umkreis des Land- bundes wachsen kann. Wenn jedoch ein Arbeiter etwa einen Ein- spruch oder eine Berufung bei Gericht mit einem ähnlichen Brief begründen wollte, wie der Freiherr— was meint man wohl, wie viele Monate Gefängnis der Staatsanwall beantragen würde? Ein internationaler demokratischer Friedenskongreß wird in Luxemburg vom 9. bis 14. September tagen. noch die Worte— es ist aber keine süße Musik—> die ich als Kind einmal auffing, als noch in einer der vielen Arbeitsnächt« die Näh Maschine durch meine Müdigkeit klirrte:„Ich kann dich nie sterben lassen, Weib, so brauche ich den Saft deiner Stimme." Daß dies«in Mann sprechen konnte, der aus Stein gemauert schien, hat noch heute meine Andacht. Aber er mußte sie doch sterben lassen. Drei Tage und drei Nächte lag er zusammengeworfen wie ein Sack, drei Tage und drei Nächte lag er unter dem Mondlicht und dem Kristall der Sonne. daß schon die Tränen das Gesicht zerfraßen und der Leib gespcnsttsch leuchtete wie ein Totenhaus. Bis ihn am vierten Tage der Hunger seiner Kinder zur Arbeit mahnte und die Leichenträger kamen Es sind jetzt sechs Jahre vergangen. Eine lange Zeit, die sich in den Schmerz schob und ihn dauern machte. Der Bruch in seiner Stimm««st geblieben. Die Augen sind dunkel wie«in Iesusgarten. Und die Stirn ist ein grauer Fabrikpwtz. Wenn die Müdigkell des Tages wie Ruß in den Sinnen liegt, wandert er hinauf auf den Kirchhof: Man glaubt, das Volk Israel zöge durch die Wüste, denn viele Schatter wandern mit. Staub lieg! >n seiner» Gebet, und wenn die Sonn« vergißt, daß es Tag war, kann man sehen, wie ein Mann sich über das Grab beugt und dann zuiammenglbrochen liegt in den Trimmern seines Schinerzes wie einst in der furchtbaren Nacht. « Ich lag im Hamburger Hafen zwischen Orangen und Reis und hiell das Herz wie eine Fahne: Wind sollte kommen und mich übers Meer tragen, ich lief durch Deutschland, Böhmen, und auch in Oesterreichs grünem Wälderkessel wohnte ich, sprang nach Italien. unruhigen Herzens, ein sehnsüchtiger Mensch— aber ich bin arm geblieben. Und das Segel ewigen Manderns steht in mir. So werde ich dem alten Mann kein Haus aus Glas und Wunder bauen können, denn alle goldenen Dinge fahren an mir vorüber. Aber die Sternnächte in Oesterreich, das goldene Vließ am Himmel, die Waldgewitter Böhmens und Venedigs Feuerstimmen gaben mir ein Herz, darin er wohnen soll. Wir alle hätten etwas Ehrfurcht nötig. Wenn die Väter alt werden, glauben wir gleich, die Well werde sterben gehen. Sie lebt aber noch immer und ist jung, schmerzbereit, glühend, groß. Hannes, sei nicht müde des ewigen Hinweises eines Sohnes, den der Dank offen macht, zu sogen, wen er liebt. Ich wollte lein« Geschichte erzählen. Ich wollte nur einige Aufzeichnungen machen, die das Anllitz eines Mannes zeigen, der mein Dater ist und auch dein Vater sein tonnte. Wir verlorenen Söhne in den Staubgruben der fremden Länder sind das Echo ihrer väterlichen Stimmen, das sie nicht hören wollen. va, längste relephoakabrl der welk, nämlich die Verbindung New Aort— Chikaga. wurde in diesen Tagen vollendet. Da» Kabel ist rund 1400 Kilometer lang, zu gleicher Zeit iännen darauf SSO Telcpbongespräche gcsilbrt und 500 Telegramme übrrmiltelt werden. Die Herstellungskosten belausen sich aus 25 Millionen Dollars. Soruch habo, er ks wkeöee öo. Ludendorff„zu die Taitscheu vüu Paulen". Der grroße General vom Münchener Büergerkeller, der Mann mit der blauen Brille, Erich Ludendorff-Lindström, hat vor wenigen Tagen von München sich nach Schneide- mühl begeben und dort gewaltige Töne geredet. Zu den aus Polen vertriebenen deutschen Optanten, die begreiflicher- weise wegen des Verlustes ihrer Heimat und ihrer Habe, wegen der Ungewißheit ihrer Zukunft ohnehin nicht in rosigster Stimmung sind. Ihnen hat Erich Lindström-Ludendorff, der Mann mit dem Reichstagsmandat, das er nicht ausübt, der Diäten und der Freifahrtskarte, in dieser Weise das Bater- land schmackhaft zu machen gesucht: Die fluchbeladene Revolution, die fluchbeladenen Volks beauftragten und ihre fluchbeladenen Gehilfen, z. B. Hello o. Gerlach. aber auch die Unfähigkeit militärischer Stellen in Posen und anderwärts und ihre Entschlußlosigkeit lieferten dieses alldeutsche Land... den Polen aus. Damit verzichlek Schwarz-Rot- Gold auf die große deuifche Kulturarbeit in jenen Gegenden und zer- störte das Werk des großen Preußenkönigs. Sie krönten ihr eigenes verderbliches Handeln, das schon lange darauf gerichtet war. die Macht Deutschlands und namenttich des von ihnen gehaßten Preußens in jenen Gegenden zu untergraben und fremdes Volkstum zu stärken. Hier wie überall arbeitete Schworz-Rot-Gold mit den staatlichen und namentlich überstaatlichen Felndmächten zusammen gegen das von ihnen unabhängige Deutschland-Preußen, unter der protestantischen Hohenzollerndynastie, ganz gleich, welches deutsche Volkstum, welche unendlichen Kulturwerte vernichtet wurden. Dieses Schwarz-Rot-Gold. mögen ihm immer auch Deutsche heute den schwarzweißroten Stempel geben, hat jetzt zu aller Schuld neue Schande getan... Die B a r m a t s erhalten Geld, der Feind erhält Geld, die deut- sche Wirtschaft leistet den Juden Frondienste, ober für Märtyrer deutschen Blutes und deutschen Volkstums fehll das Geld, um wirklich durchgreifende Hilfe zu leisten und große völkische Ausgaben in An- griff zu nehmen... Herr Slresemann soll gesagt haben, wir müssen alles hinnehmen. weil wir wehrlos wären. Fluch zunäch st denen, die uns wehr- los machten, statt zu kämpfen. Daß aber jenes wort gefallen ist. wird kaum zu bezweifeln fein, denn es entspricht ganz dem Denken jenes Mannes und dem Denken des Auswärtigen Amtes, da» ich schon im Kriege wohl als minderwertigste der vielen minderwertigen Behörden in verlin kennen lernen mußte... An Stelle ehr- und deutschwidriger Verträge und Sicherheitsparte mit dauernder Versklavung an alle Feind- mächte gehört eine Politik der Würde und dabei die A u f r o l l u n g der Schuldfrage, um endlich dem Lügeninstrument von Der- sailles die Grundlag« zu nehmen. Eine Regierung, die die Kräfte des Volkes hinter sich bringen will, muß an Stelle der überall herrschenden hin- kenden Korruption den sittlichen Staatsgedanken setzen, statt si ch s e l b st. wie bei der„Abwertung", der Behandlung des Korrup- tionsskandals an die Spitze der Entsittlichung zu stellen. An Stelle der schwarzrotgoldenen Gewaltherrschaft, der Juden und einer die Religion mißbrauchenden politi- s ch e n M a ch t hat die Herrschaft des Volkes oder die Herrschaft für das Volt zu treten, oerantworttich, selbstlos, stark genug, der Hydra im eigenen Lande Herr zu werden... Wir wissen, daß die h« u t i g e Reichsregierung und die Bundesstaatsregierungen im all- gsmeinen, namentlich die hier in Betracht kommenden preußischen, nicht zur Lösung großer deutscher Kulturaufgaben f ä h i g sind... In diesem Stil redet der„grauße General"„zu die lieben Dcritschen aus Paulen", wie er einst„zu die Iidden in Paulen" zu reden wußte! Man fragt sich wirklich, ob nicht den Anbetern des alten Systems em Gefühl der Scham überkommt bei dem Gedanken daran, daß dieser Ludendorff einmal mit fast un- Archäologische Funde in Rhodesien. Ein Fund von großer Wichtigkeit für die afrikanisch« Urgeschichte ist in den Ruinen des Injanga-Gebietes von Südrhodesien gemocht worden. In dem lon« gen, engen Landstreifen östlich von Salisbury, an Portugiesisch-Ost» afrika angrenzend, befindet sich eine Reihe interessanter Ruinen, die an Größe nur von den Ruinen von Zimbabiwe übertroffen werden. Es gibt hier gewaltige Terrassen und Aquädukte, die einstmals für eine große Bewässerungsanlage errichtet wurden. Aber bisher hatte man noch nicht den geringsten Gegenstand gefunden, der einen An- Haltspunkt für die Ervauer dieser Ruinen geboten hätte. Nun ist es dem Archäologen Edward Rossiter gelungen, in einer-Tiefe von 10 Fuß eine Urne zu finden, die fünf sehr dicke Kupferringe enthält. Man schätzt das Atter dieses Fundes auf 8000 bis lOOOO Jahre; sie sind die einzigen Kunstarbeiten, die man bisher hier ent- deckt hat, und dürsten einigen Aufschluß über die rätselhafte Ur- kultur Ostasritas geben. Seltsames Vermächtnis. Eine amerikanische Schriftstellerin, Helen Gardener, die sich viel mit Untersuchungen des menschlichen Hirns befaßt und über diesen Gegenstand eine Anzahl volkstümlich- wissenschaftlicher Schriften herausgegeben hat, ist dieser Tage im Alter von 72 Jahren unter Hinterlassung eines sellsamen Testa- mentes gestorben. In der Annahme, daß die Wissenschaft bisher wenig Gelegenheit gehabt habe, das Gehirn von Frauen zu studieren, die im Leben ihre wirtliche geistige Gleichwertigkeit mit Männern bewiesen haben, und daß sich bis heute die Behauptung von der geistigen Minderwertigkeit der Frau nur auf die Unter- suchung der Gehirne solcher Frauen gestützt habe, die im Leben irgendwie Schiffbruch gelitten hatten, erklärt die Verschiedene in ihrem Testament, daß sie es nur für gerecht halle, wenn nach ihrem Tod ihr Gehirn, daß sie immer nur zur Besserung der Lage der Frauen verwendet habe, durch Sachverständige untersucht werde, um zu beweisen, daß es den Vergleich mit den besten Männergehirnen der Well aushalle. Auf Grund dieses Testaments ist das Gehirn der Verstorbenen bereits in den Besitz der Cornell Unioersity über- gegangen. Man darf aus das Ergebnis der Untersuchung ge- spannt sein. Staotsoper. Jm Opernbause Unter den Linden wkd die neue Epielzeit am Donnerstag, den 20., mit einer Aufführunq der .Zauberflöle' eröffnet werden. Vorverkauf ab Sonnlag täglich an den üblitcn Vertaus�stellen.— Die Over am KönigSpIatz bleibt vom 17. bis SS. ilugnit wegen baulicher Arbeiten geschlossen. Am 30. August beginnt daS Pawlowa-Gasvpicl. Die grbßte Steniwarte der Welt soll jetzt auf dem Moni Taleve in Ober-Savoven errichtet werden. ES soll dort ein Fernrohr ausgestellt werden, das 105 Zoll im Durchmesser bat, serner«ine Anzahl von Fernrodren von SO und 60 Zoll Durchmesser. DI« isolierte Stellung dieses 1500 Meter Hoden VerggipselS, der die Stadt Genf überragt, und feine guten atmoiphärischen Bedingungen lassen die Lag« als besonder« günstig erscheinen. Auch eine grotze Funtstation soll hier eingerichtet werden. 50 000.vslI.M-flersab«l.ver!,gorg durch dm S-ud. Die Tatsache, daß sich ein vor mebreren Fahren durch den Sund verlegtet Vasscrtabel von 35 000 Volt vorzüglich bewährt hat. gab Veranlassung, datz In diesen Tagen zwischen Helsinggcr(Tänrmarlj und Hclsingborg(Schwedens eine weitere Kabeioerbindung durch den Sund hergestellt wurde, die durch ibre Hobe ve- triebSspanming von 50 000 Boll und ihre Länge von 5400 Meter einzig- artig ist. öeschränkler� Machtvollkommenheit flßcr Heer nnS Hcuntri Hat verfügen dürfen! Ein Mann mit so beschränktem Wissen. solchem Mangel an politischem Bück hat durch Jahre als der Heros der»Deutschen Daterlandspartei" ausposaunt werden können!' � Es ist ein Verdienst der Demokratie, daß sie die Spreu vom Weizen, die Könner von den Schwätzern sondert. Sie hat Erich Ludendorff längst zur Spreu geworfen und zahlt ihm dafür Pension, gewährt ihm eine Freifahrtkarte als Reichstagsabgeordneter und die Diäten dazu! Im übrigen läßt sie den großen Mann reden. Er ist i ngefährlich und blamiert mit seinen Angriffen gegen die deutschnattonale Reichsregierung und gegen die Farben Schwarz-Rot-Gold vor allem sich selbst. Und in der Be- ziehung hat er wirklich nicht mehr viel zu verderben. Kommunisten und Ireiüenkergemeinsthast. Die neueste Spaltuugsaktiou. Aus dem Lager proletarischer Freidenker wird uns geschrieben: £ 49 der Satzungen der Kommunistischen Partei besagt: ,3» allen r überparteilichen Arbeiter- und Bauernorganisationen und Organen <3?werkschaften, Genossenschosten, Kultur- und Aufklärungs-, Sport- rnd andere Vereine, Kriegsteilnehmer-, Betriebsräten-, Erwerbs- losenverbänden, auf Kongressen und Konferenzen, in den Gemeinde- Verwaltungen, Gemeindevertretungen, Parlamenten usw.), in denen wenigstens zwei Kommunisten vorhanden sind, müssen zur Steigerung des Einflusses der Partei und zur Verwirklichung ihrer Politik in der außerparlamentarischen Bewegung kommunistische Frak- t i o n e n organisiert werden.' Danach sieht die Betätigung der kommunistischen Größen im Sinne ihrer„Einheitsfront' aus, die sie immer noch im Munde zu führen wagen. Jede Organisation, jeder Derein, jeder Kongreß von Arbeitern ist ihnen willkommen als Tummelplatz für ihre zer- störenden Kampfmethoden. Das hat in den letzten Monaten auch iie„Gemeinschaft proletarischer Freidenker' er- fahren müssen, eine kulturpolitische Bereinigung, in deren Reihen Sozialisten wie Kommunisten wirklich gemeinsame Ziele verfolgen könnten. Doch daran ist nicht zu denken. Weshalb? Der Borstand ist sozialdemokratisch, ganz einfach deshalb, weil die Mitglieder in überragender— in Leipzig z. B., dem Sitz des Hauptvorstandes, zu über 90 Prozent— der Sozialdemokratischen Partei und nicht der Koiymunistischen angehören. Das ist Grund genug für die kominunijti- schen Mitglieder der Vereinigung, ihre ganz widerwärtige Hetze zu entfalten, und zwar unter ausgiebiger Benutzung der staatlichen Mittel des angeblich von ihnen so bekämpften kapitalistischen Klassen- stoates. Zunächst wählten die Kommunisten mit dem Sekretär Wolf an der Spitze einen eigenen wilden Hauptvorstand. Dieser verhandelte mit dem statutengemäß gewählten Hauptvorstand über ein gemeinsames Zusammengehen. Gleichzeitig aber bemühten die- selben kommunistischen Unterhändler die sächsische I u st i z, die ihnen plötzlich als willkommene Stütze erschien; sie ließen die beiden Vorsitzenden Mayer und Knieh vor das Landgericht Leipzig laden, >:m einen Gerichtsbeschluß herbeizuführen, der den beiden Bor- sitzenden jede Tätigkeit in Wort und Schrift unterbinden sollte unter Androhung höchster Geldstrafen oder sechs Monaten Gefängnis in jedem Einzelfalle. Die Sache war zu fein gesponnen, das Land- aericht Leipzig tat den kommunistischen Drahtziehern den Gefallen nicht. Die Klage wurde vielmehr zurückgewiesen, die Kosten von rund 1990 M. haben die Kläger Wolf. Heinicke und Konsorten zu tragen. Diese Freidenker haben sich die Urteilsbegründung, die sie gegen sich heraufbeschworen haben, sicher nicht hinter den Spiegel gesteckt. Denn zunächst wurde festgestellt,„daß die sich provisorl. scher Hauptoorstand nennenden Herren überhaupt kein Recht haben, zu klagen', und dann erklärt das Urteil kurz und bündig:„Allein rechtmäßiger Hauptvorstand ist nach dem Statut nach wie vor der durch Mayer und Knieß vertretene Hauptvorstand!' Was nun? Jetzt war auf einmal den kommunistischen Frei- denken, das Urteil der von ihnen selbst angerufenen bürgerlichen Justiz nicht maßgebend. Also griffen sie zu einem radikaleren und lotsicheren Mittel. Sie mobilisiertenden„RotenFront- kämpferbund', ließen von besten Garde die Hauptgeschäfts- belle besetzen und das gesamte Inventar, wie Tische, Stühle, Kassetten. Bücher, Bnefordner usw. wegschleppen, und zwar in die Gejchästs- räume des Sekretärs Wolf. Als der Hauptoorstand diesem Bor- gehen ein Ziel setzen wollte, riefen die Kommuni st e� die von ihnen sonst so beschimpfte Polizei heran, die erst ihrerseits aufgeklärt werden mußte, bis sie das Spiel durchschaute, dos die kommunistischen Frontkämpfer hier im Sinne ihrer„Ein- heitssront' spielten. Inzwischen hat eine statutenmäßig einberufene Hauptversamm- lung endlich die nötige Klärung gebracht. Die kommunistischen Treiber hatten der Einladung allerdings keine Folge geleistet, sie scheuten anscheinend die Verantwortung. Die Hauptversammlung genehmigte ein neues Organisationsstatut, beschloß die Eintragung der Gemeinschaft in da» Lereinsregister und wählte den neuen Vorstand: Adolf Müller al» ersten, Theo Mayer als zweiten Vorsitzenden. Die weitere Auseinandersetzung mit den Kommunisten bleibt vorläufig abzuwarten. Welches ist die Lehre, die sich aus diesen jüngsten Erfahrungen der Gemeinschaft proletarischer Freidenker ergibt? Ganz einfach: Es gibt weder auf politischem noch auf Wirtschaft- lichem noch auf kulturpolitischem Gebiete die Mög- lichkeit einer Arbeitsgemeinschaft mit den Kommunisten, die nur zerstören und sprengen wollen, und zwar im Austrage ihrer höchsten Instanzen und nach Anweisung der Satzungen der KPD. Daraus gilt es für jeden Sozialdemokraten die einfachen Schluß- folgerungen zu ziehen.__ Noch immer Kriegsgerichtsurteile. Im besetzten Gebiet. Daudau(Pfalz). August.(MIß.) Das französische Kriegsgericht, das gestern zu seiner zweiten Sitzung zusammen- trat, verhandelte gegen die Brüder Karl und Robert Hymon aus Ludwigshafen, welche wegen Verteilung von antimili- taristischen Schriften, wegen Paßoergehens und wegen «aftenbesitzes unter Anklage standen. Beide waren im Besitz tom- munistischer Schriften betroffen worden, welch« an die französischen Besatzungstruppen gerichtet waren und diese zum Ungehorsam gegen ihre Vorgesetzten ausforderten. Beide Brüder waren außerdem ohne rechtmäßige Ausweispapiere und Karl Hymon im Besitz von Waffen betroffen worden. Der Gerichtshof verurteilte Robert Hymon zu 3 Sohren Gefängnis und 190 Mark Geldstrafe, seinen Bruder ebenfallszuZIahrenGefängnisund 1999 Mark Geldstrafe. Der Heizer Otto Bihy au« Kaiserslautern wurde vom Kriegsgericht zu einem Jahr Gefängnis verurtellt. well er in einer Wirtschaft in Kaiserslautern marokkanische Soldaten an- geblich�zum Ungehorsam aufreizte und gegenüber Vertretern der sranzopschen Lesatzungsarmee ungebührlich ausgetreten sein soll. �er Staatsanwalt hatte zwei Jahre Gefängnis beantragt._____ Der fmnMfthe Parteitag. Varenne ausgeschlossen. Paris, 15. August.(Eigener Drahtbericht.) Der außerordent- liche sozialistische Parteitag in Paris wurde vormittags 11 Uhr mit einer kurzen Begrüßungsansprache des Genossen Oslin eröffnet. Nach einer einstimmig angenommenen Entschließung, welche die streitenden Bankangestellten der vollen Solidarität der Partei versichert, trat der Parteitag in die Besprechung des Falles Varenne ein. Sie wurde eröffnet mit einer Verlesung des Briefs Varennes an den Parteivorstand, in dem er mitteilt, daß er weder sein Mandat niederlegen, noch die Partei zu verlassen ge- denke. Als erster sprach ein Delegierter au» dem Departement Puy de Dome, dem Wahlkreis Varennes, der bei aller Anerkennung der Verdienste Varennes um die Partei, dessen Handlungsweise als einen schweren Disziplinbruch bezeichnete. Da die gegenwär- tige innerpolitische Lage es Varenne nicht erlaub«, in der Verwaltung Indochinas das Programm des Sozialismus zur Anwendung zu bringen, hätte er diesen Posten vom Ministerium Painleoe nicht annehmen dürfen. Genosse Grumbach bezeichnete es als einen Verrat an der Partei, daß Varenne es nicht einmal für notwendig gefunden habe, sich vor dem Parteitag zu rechtfertigen. Für Varenne nahm lediglich Abg. Aulin Partei, der auf der gleichen Liste wie Varenne gewähll ist. Mit dessen Ausschluß, so führte er aus, würde der Parteitag im Hinblick auf die politische Ver- gangenheit Varennes einen ungeheuer schweren Fehler be- gehen. Ein Antrag auf Ueberweisung der Angelegenheit an die Re- solutionskommission wurde mit großer Mehrheit abgelehnt und die sofortige Abstimmung über die beiden vorliegenden Anträge be- schloffen. Der Antrag Bracke bezeichnet das Amt des Gouverneurs von Indochina als absolut unvereinbar mtt demjenigen eines sozialistischen Abgeordneten und macht sich die vom Dezirksparteitag des Departements Puy de Dome angenommene Formel zu eigen, die Varenne aus der Partei ausschließt. Der Antrag R e- naudel stellt Varenne nochmals vor die Wahl zwischen seinem Mandat und dem ihm von der Regierung angebotenen Posten. Die Abstimmung ergab eine starke Mehrheit für den Antrag Bracke. Varenne hat damit aufgehört, Mitglied der sozialistischen Partei zu sein. Die Sonnabcndnachmittagsitzung des Parteitages brachte zu- nächst die Feststellung des ziffernmäßigen Ergebnisses der Ab- stimmung vom Vormittag. Danach hat bei 899 Stimment» Haltungen der Antrag Bracke 2 1 1 Z, der Antrag R e n a u- del nur 381 Stimmen erhalten. Der angenommene Antrag hat folgenden Wortlaut:„Nachdem Genosse Varenne, von der Partei aufgefordert, zwischen seiner Zugehörigkeit zur Sozialistischen Partei und dem Posten des Generalgouverneurs von Indochina zu wählen, sich zugunsten des ihm von der Regierung gemachten Angebots entschieden hat, ist der Parteitag der Auffassung, daß Herr V a- renne seine Wahl getroffen und sich selbst außerhalb der Partei gestellt hat.' Der Parteitag trat sodann in die Aussprache über die inner- polttische Lage ein. Als erster Redner kam ein Vertreter der Min- d e r h e i t zu Wort, der in längeren Ausführungen über die poli- tische Lage und die Hallung der Fraktion zu dem Schluß kam, daß diese unter keinen Umständen die Verantwortung für den Bruch des Linkskartells übernehmen dürfe. Der nächste Redner, Z y r o m s t y, entwickelte die Argumente gegen die Fortsetzung der Unterstützung des Ministers Painleoe, dessen Politik er einer ein- gehenden Kritik unterzog. Auch die Beteiligung an einem anderen bürgerlichen Ministerium sei unter den gegebenen Umständen auf das entschiedendste abzulehnen. R e n a u d e l betonte, daß die Sozialisten sich noch dem 11. Mai 1924 entschlossen hätten, vorübergehend Kompromisse einzugehen, um der Kammer eine Linksmehrheit zu erhalten. Es handle sich nicht um eine Unterstützungspolitik, die, seitdem Painleoe ans Ruder gekommen sei, unmöglich geworden sei, sondern darum, ob man sich von anderen republikanischen Kräften leiten lassen und zulassen wolle, daß ein reaktionärer Block wieder zur Regierung gelange. Die Partei müsse, wie alle sozialistischen Par- teien der Welt, ihren Teil Verantwortung an der Re- gierung übernehmen. Renaudel fuhr fort: Bekämpfen wir also das Ministerium Painlevä, werfen wir ihm Zweideutigkeit vor, besonders in bezug aus die Marokkoangelegenheit und auf die lächerliche Verfolgung der Kommunisten, verpflichten wir es wieder nach links zu gehen! Aber wenn es gestürzt wird und ein and e- res Linksministerium ans Ruder kommt, so wollen wir doch nicht heute schon erklären, daß wir daran nicht teilnehmen wollen, da eine Teilnahme die Entwicklung des Sozialismus doch fördern würde. Wellerberatung Sonntag. Räumung Duisburgs. Duisburg, 15. August.(Eigener Drahtbericht.) Die aus Düssel- dors gemeldeten Vorbereitungen für die Räumung des von Fran- zoscn besetzten Sonktionsgebietes finden auch auf die belgisch besetzten Gebiete Duisburg- Ruhrort Anwendung. Für diesen Bezirk sind die Uebergabetermine auf den 17. bis 29. August festgesetzt. � Lpauthep geht— P6tain kommt. Und der Maroktokrieg geht weiter. Paris. 15. August(Eigener Drahtbericht). Offiziös wird mll- geteilt, daß sich Marschall Pätain am 29. August wieder nach Marokko begibt. Marschall Lyauthey wird Pttains Ausenthall in Marokko benutzen, um seine angegriffene Gesundheit in Frankreich wieder herzustellen. Nach der gleichen Darstellung soll Lyautheys Aufenthall in Frankreich nur von kurzer Dauer sein. In den polttischen Kreisen aber glaubt man, daß dieser Marschall nicht wieder nach Marokko zurückkehren, sondern nach Beendigung des Fcldzuges durch einen Zivilgouverneur ersetzt werden wird. Für diesen Posten soll der gegenwärtige Botschafter in Angora, Albert Sarraut, in Aussicht genommen sein. Potains Mission scheint es vor allem zu sein, die letzten Vorberettungen für die für Anfang September angesetzte Offensive gegen Abd el Krim zu überwachen. Im Gegensatz zu dem in den offiziösen Darstellungen bekundeten Optimismus sieht man in den militärischen Kreisen Frankreichs der Offensive mit großen Bedenken entgegen. Das Organ der französischen Osfiziere,.La France militaire', ver. öffentticht einen Artikel, in dem als Vorbedingung für einen Erfolg die Entsendung weiterer mindesten« 45 Bataillone Infanterie als unerläßlich bezeichnet wird. Der Korrespondent des„Pettt Journal' meldet aus Fes, daß der Gesundheitszustand des Marschalls Lyautey möglicherweise eir.en neuen chirurgischen Eingriff notwendig machen werde und daß er vielleicht einige Wochen in Frankreich verbringen müsse. Neue Angriffe der Kabyle«. Paris, 15. August. Einer Havasmeldung aus Madrid zufolge haben an der spanischen Marokkofront neue feindliche An- griffe gegen den Dschebel Amergu stattgefunden. Auch im Ab- schnitt von Taza sollen starke Rifabteilungen zusammengezogen werden. Aus Fes wird über die Lage gemeldet: Der gestrige Tag ist an der französischen Warokkofront ohne ein besonderes mili- tärisches Ereignis verlaufen. Im östlichen Frontabschnitt sollen verschiedene Stämme zur Unterwerfung bereit sein. Im mitt- leren Frontabschnitt hierüber bereits Verhandlungen stattfinden. Im Osten zeigen sich einige feindliche Ansammlungen. Die Abtellungen des Sultans von Pont du Tmine(eines„Der- kündeten' Frankreichs) führen ihre Säuberungsattion weller durch. der Prozeß in Georgien. Die Henker als Richter. In Georgien ist soeben der Prozeß gegen die Mitglieder des sogenannten„Paritätischen Komitees' beendet worden. Die Strafen lauteten gegen vier Angeklagte auf Todesstrafe, die jedoch in zehn- jähriges Gefängnis umgewandelt wurde, für die übrigen Ange- klagten auf drei- bis vierjährige Gefängnisstrafe. Dreißig Verurteilt« wurden nach der Urteilssällung begnadigt und in Freiheit gesetzt. Zur Charakterisierung des Prozesses teilt die Auslands- Vertretung der sozialdemokratischen Partei Ge- o r g i e n s folgende Einzelheiten mll: Die Vorbereitung und Der- anftaltung des Prozesses bedeuten geradezu eine zynische Miß- achtung der grundlegenden Voraussetzungen der Rechtspflege. Die drei von der kommunistischen Regierung ernannten Richter Dachadze, Tstntsadse und S t a u r o n a hatten sich vorher an den Exekutionen ohne Gerichtsverfahren von taufenden Personen beteiligt, gegen die dieselbe Anklage wie im vorliegenden Prozeß erhoben worden war. Das Protokoll der Voruntersuchung besteht aus Aussagen, die in den Kerkern der Tscheka halb wahnsinnigen, von den Martern erschöpften Personen erpreßt worden waren. Die Angeklagten konnten weder Perteidiger wählen, noch Zeugen bezeichnen, da sie im voraus wußten, daß jeder von ihnen Bezeich- nete nach dem Prozeß ein Opfer der Tscheka werden würde. Die Anklage bezieht sich aus den Aufstand im August. September 1924, der als Aktion kleiner Gruppen von Bandi- ten dargestellt wird, die von dem Komitee auf Befehl vom Ausland künstlich veranstaltet worden wäre. Aber seit September 1921 haben die Bolschewik! selbst in ihrer Presse reichliches Material ver- Lffentlicht, welches beweist, daß es sich um einen wahrhasten Volks- aufstand handelte. Es genügt, daran zu erinnern, daß nach den aus bolschewistischen Quellen selbst stammenden Angaben 3999 Personen(von drei Millionen Einwohnern), meistens Bauern und Arbeiter, im Laufe des Aufstandes erschossen wur- den. In Wirklichkeit war selbstverständlich die Anzahl der Opfer noch viel größer. Der Volkskommissar Stalin selbst hat in Erklärungen, die von der gesamten Sowjetpresse veröffentlicht wurden, über die Lehren des georgischen Aufstandes gesprochen und zu- gegeben, daß dieser eine Erhebung der Bauernmassen war, und er hat seine Parteigenossen aufgefordert, den Bedürfnissen der ländlichen Bevölkerung entgegenzukommen, damit die russischen Dauern nicht das Beispiel der georgischen nachahmen. Das hindert nicht, daß die Hauptanklage vor dem Sowjettribunal in Tiflis auf die absurde Behauptung gestützt wird, daß der georgische Aufstand von den imperialistischen Mächten Europas im Eilwer- nehmen mll der Sozialistischen Internationale angezettell und finanziert worden sei. Einer der öffentlichen Ankläger, der erste Gehilfe des General- staatSanwalls, Nikolaus O k u d j a v a, schreibt im»Kommunist' von Tiflis(8. Juli), daß dieser Prozeß„keine befondere Bedeutung für die georgischen Arbeiter' haben, aber„eine große Rolle vor allem im Hinblick auf das internationale Proletariat spielen wird'. Wenn die Bolschewisten ein ehrliches Interesse daran hätten, die Wahrheit über den Aufstand vor dem internationalen Proletariat zu enthüllen, hätten sie nicht erst tausend Sozialisten ohne Urteil oder Anklage hinrichten lassen. Internationaler Zreiöenkerkongreß. Pari«, 15. August.(WTB.) Der Internationale Kongreß der Freidenker, auf dem 13 Länder, darunter besonders Deutschland, Teutschösterreich, die Vereinigten Staaten. England, Frankreich, die Tschechoslowakei, die Schweiz, Holland. Italien, Argentinien, Ru- inänien und Belgien oertreten sind, hat heute in Paris begonnen. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende Fragen: Die Schule und die Glaubensbekenntnisse, die rechtlich anerkannte und staat- lich verbürgte Gewissensfreiheit, die Freidenker und die. Kriege, die Weltsprache. Der Kongreß wird bis zum 18. August tagen. Der internationale Kongreß der proletarischen Frei- denker hat vor einigen Monaten än Wien getagt. Der Maßhinensturm von Tientfin. Japanische Ersatzforderungen. Loado», 15. August.(Eigener Drahtvericht.) Tie japanisch« Regierung hat in Peking wegen des Maschinensturms von Tientsin ein scharf gehaltenes Protestschreiben überreichen lassen. ES wird Ersatz de« vollen Werte« der zerstörten Spinnereien gefordert- Weitere Schritte behält sich die japanische Regierung vor. Beruhigung in Schanghai. London. IL. August.(Eigener Drahtbericht.) In Schanghai tritt allmählich eine Beruhigung ein. Die Streikwelle ist zurück- gegangen, nur die Seeleute und Textilarbeiter befinden sich noch im Ausstand. Die japanischen Spinnereibesitzer haben sich bereiterklärt, diechinesischenGewerkschaften nach Ujrer Sanktionierung durch die Regierung als Verhandlungspa'rtei anzuerkennen. Der japanische Generalkonsul und der Kommissar des chinesischen Außen. amtes haben«in Memorandum ausgearbeitet, nach dem der Streik in den japanischen Spinnereien beigelegt werden soll. Den Arbeltern werden, einige kleinere Zugeständnisse tn der Lohnsrage und bezüglich der Stellung der Vorarbeiter gemacht, auch gewiss« E n t s ch ä d i g u n g e n für die während der Streikperiode erlittenen Verluste werden den Arbeitern angeboten. Ob die chinesischen Ge- werkschaften diesen Vorschlägen zustimmen werden, ist noch unge- wiß. Die Entscheidung darüber soll am Donnerstag gefällt werden. Dr. Lorsch bleibt Universikälslehrer. Der kommunistische Reichs- tagsabgeordnete Dr. Karl Korsch, ordentlicher Professor der Rechts- n issenschaft an der Universstät Jena, hat mit der Thüringer Re- gierung folgenden Vergleich geschlossen: Dr. Korsch verbleibt die ihm durch die Anstellungsurkunde vom 39. August 1923 übertragene Stellung, wonach er zum außerordentlichen Professor der Rechte und zum persönlichen ordentlichen Professor der thüringischen Landes- Universität ernannt worden ist. Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 3. Beilage.) Der Schiedsspruch im Baugewerbe. Die Zimmerer gehen zur Tagesordnung über. Am Sonnabend vermittag tagte im Gewerkschaftshaus eine Funktionärversammlung der Zimmerer, um zu dem am Freitag gefällten Schiedsspruch Stellung zu nehmen. Nachdem Rep= schläger den Bericht von den Verhandlungen gegeben hatte, beschläger den Bericht von den Verhandlungen gegeben hatte, beschloß die Versammlung einstimmig den Uebergang zur Tagesordnung. Die Zimmerer sind fest entschlossen, den Kampf bisher geschlossen weiterzuführen. Die Maschinisten und Heizer lehnen ab. Zur gleichen Zeit befaßten sich auch die Maschinisten und Heizer mit dem Schiedsspruch. Nachdem Schmidt von den Verhandlungen berichtet hatte, wurde der Schiedsspruch in geheimer Abstim mung abgelehnt. * Die Funktionäre der Berliner Bauarbeiter werden am Montag zu dem Schiedsspruch Stellung nehmen. Schon jetzt fann gesagt werden, daß auf die Annahme dieses Schiedsspruches nicht zu rechnen ist. Denn den Berliner Bauarbeitern, die dieser Schiedsspruch um 10 f. bzw. 2 Bf. schlechter stellen will, als der von ihnen abgelehnte Schiedsspruch, muß er wie Hohn erscheinen. Um so mehr, als das Lohnabkommen ausgerechnet bis zum 30. tovember gelten soll. Wird der Schiedsspruch abgelehnt und kommt es nicht etwa noch zu neuen Verhandlungen mit einem vernünftigen Ergebnis, dann werden die Unternehmer durch die angekündigte Aussperrung zu ihrem Ziel zu kommen suchen. Auf alle Fälle werden die Bauarbeiter sich auf einen lang anBauernden Kampf einrichten müssen. Nicht nur in Berlin. Der Solidaritätsbeschluß des Bundesausschusses des ADGB. gewinnt damit praktische Bedeutung. Die Sache der Bauarbeiter wird die Sache der gesamten Arbeitnehmerschaft! Die Bauunternehmer auch gegen die Augestellten. Eine äußerst gut besuchte Versammlung der Berliner Archi tetten, Bautechniker und Bauführer beschäftigte sich mit dem Verhalten der Arbeitgeber zu den Forderungen der Angestellten. Die Arbeitgeber haben die bisherigen Tarifverträge gekündigt, um die von ihnen beabsichtigte Verlängerung der Arbeitszeit, Kürzung des Urlaubs und Ausschaltung der Organisation bei der Gehaltsfest sezung durchzusetzen. Seit dem 1. Juli besteht bereits ein tarifloser Zustand. Die Angestellten sind nicht gewillt, ihre bisherigen Arbeitsbedingungen kampflos preiszugeben und beschlossen, für die notwendige Verbesserung der Manteltarifbestimmungen und eine Erhöhung der Gehälter nichts unversucht zu lassen. Die bei den Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß von einem Vertreter des Verbandes der Berliner Baugeschäfte abgegebene Erklärung, die Arbeitgeber würden in Zukunft überhaupt feine Angestelltentarifverträge mehr abschließen, läßt annehmen, daß auch für die Angestellten im Berliner Baugewerbe ein harter Kampf entbrennen wird. Die Verfammlung beauftragte ihre Organisation, den Bund der technischen Angestellten und Beamten, alle Borbereitun gen für eine erfolgreiche Durchführung auch dieses von den Bauunternehmern aufgezwungenen Kampfes zu treffen. Den streifenden Bauarbeitern sprachen die technischen Angestellten ihre Sympathie aus, in der Erkenntnis, daß dieser Kampf auch von den Angestellten in jeder Hinsicht unterstützt werden muß. Togal gegen Schmerzen ber Nerven, Rheuma, Gicht, Ischias, Ropfschmerzen, Grippe und Grfältungsfrantbeiten. Togal Tabletten stillen die Schmerzen und scheiden die Harnsäure aus. Hervorragend bewährt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apoth. erhältlich. 12,6% Lith., 0,46%, Chinin, 74,3%, Acid. acet. salic., ad 100 Amyl. Die Aussperrung in den Berliner Mühlen. Erft Teuerungszulagen, dann Wiederaufnahme der Arbeit! Am Sonnabend vormittag wurden im Schlichtungsausschuß unter Vorsiz des Gewerberats Rör ner Vergleichsverhandlungen ge= pflogen. Dabei fam es zu einem Vergleichsvorschlag dahingehend, daß die Arbeit am Montag in der Humboldtmühle wieder aufge nommen und in den übrigen Betrieben die Aussperrung aufgehoben werden soll. Ueber die Gewährung einer Teuerungszulage sollte am Montag nach Wiederaufnahme der Arbeit zwischen den Parteien verhandelt werden. Wenn es in diesen Verhandlungen zu keiner Ginigung kommen sollte, würde am Dienstag ein Schiedsgericht unter Borsig eines Unparteiischen tagen, deffen Spruch für beide Parteien bindend sei. Die am Sonnabend im Gewerkschaftshaus abgehaltene Verfammlung der Mühlenarbeiter, in der Schmit vom Verband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter über die Verhandlungen berichtete, lehnte nach einer furzen Diskussion in geheimer Abstimmung den Bergleichsvorschlag mit großer Mehrheit ab. Die Versammelten brachten zum Ausdruck, daß sie, die von den Unternehmern rüdfichtlos auf die Straße gefeßt wurden, jeßt nicht eher die Arbeit wieder aufnehmen, bis ihnen von den Mühlenbe= fizern Zugeständnisse gemacht werden. fich die Belegschaft durch passive Resistenz wehrte. Infolge dieses Konflikts hat die Direktion die gesamte Belegschaft in Höhe von 2000 Mann ausgesperrt. Daraufhin hatte der Deutsche Metallarbeiterverband eingegriffen. Auch in der Beleuchtungsindustrie fanden in den letzten Tage Lohnfonflikte statt. Bei der Firma Israel trat die Belegschaft infolge abgelehnter Lohnforderungen in den Streit. Nach Verhandlungen mit dem Deutschen Metallarbeiterverband wurde der Konflikt nach eineinhalbtägiger Dauer zugunsten der Belegschaft beigelegt. Einen ähnlichen Verlauf nahm die Bewegung bei der Schwesterfirma des vorgenannten Betriebes, bei der Frister A.-G. in Oberschöneweide. Auch dort wurde der Konflikt nach Verhandlungen mit dem Metallarbeiterverband zugunsten der Belegschaft beigelegt. Die Firma Schwarzkopff in Wildau hat beim Demobilmachungskommissar den Antrag auf Entlassung von 1000 Arbeitern gestellt. Die Verhandlungen darüber finden in der nächsten Woche statt. Der Lohnstreit in der Herrenkonfektion. Das Lohnabkommen zum Reichstarif in der Herrenfonfektion war von den beteiligten Arbeitnehmerverbänden zum 30. Juli gekündigt. Zugleich hatte der Arbeitgebervers band einen Teil des Reichstarifvertrages gekündigt, zwischen den Parteien zu feiner Verständigung führten, rief der um Verschlechterungen durchzuführen. Da die Verhandlungen Arbeitgeberverband das Reichsarbeitsministerium an, das ein Schiedsgericht einsetzte. Dieses Schiedsgericht gab einen Schiedsspruch ab, wonach die Löhne in der Zeit vom 5. Juli bis zum 31. Oftober um durchschnittlich 12% Proz. erhöht werden, die vertraglichen Verhältnisse jedoch unverändert bleiben sollen. Die Lohnerhöhung war bei der Rückständigkeit der Löhne in der Herrenfonfektion gegenüber den Löhnen in anderen Branchen sehr mäßig. Trozdem hat der Arbeitgeberverband den Schiedsspruch abgelehnt, während die Arbeitnehmerverbände roh schwerer Bedenken dem Schiedsspruch zustimmten und dessen Verbindlichkeitserklärung beantragten. Die Verbindlichkeitserklärung wurde jedoch abgelehnt. Ein Jubilar der Beamtenbewegung. Auch die Beamtengewerffchaftsbewegung hat zurzeit Bersonen in ihrer Mitte, die auf eine sehr lange gewerkschaftliche Arbeit im Dienste der Beamtenbewegung zurückblicken können, obwohl von einer Beamtengewerkschaft bis zur Staatsumwälzung im Jahre 1918 nicht gesprochen werden kann. Die Beamten durften sich im monarchischen Staat nur in harmlosen Vereinen betätigen und mußten sich vorschreiben lassen, welchem Verein sie angehören sollen, welche Zeitung sie zu halten haben und welcher Partei sie bei Wahlen ihre Stimme geben müßten. Wenn trotz dieser Beschränfung der staatsbürgerlichen Rechte sich lange vor dem Kriege Männer fanden, die die Anfäße für eine wirkliche Beamtengewerkschaftsbewegung schufen, so bewiesen sie einen großen Mut, denn die Folge war gewöhnlich ein Disziplinarverfahren mit dem Ziele der Dienstent- In weiteren Verhandlungen forderte der Arbeitgeberver= lassung. Zu den Pionieren dieser Art gehört der Redakteur band den Heimarbeiterzuschlag um 2½ Proz. zu fürzen und das Lohnabkommen bis zum 30. April 1926 auszuan der Allgemeinen Deutschen Beamtenzeitung", dem Organ des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes, Hugo Ra 17. August bis zum 31. Oftober, und 12% Proz. für den Rest der Radehnen. Die Lohnerhöhung sollte dann 8% Proz. betragen vom mossa. Er blickt in diesen Tagen auf eine 25jährige opferreiche Geltungsdauer. Einer Einigung unter diesen Voraussetzungen konnTätigkeit im Dienſte der Beamtenbewegung zurück. In ganz hervorten die Arbeitnehmervertreter unmöglich zustimmen. ragendem Maße hat er sich besonders der Beamten der unteren Besoldungsgruppen angenommen. Er ist auch der Gründer der Sozialen Arbeitsgemeinschaft der Besoldungsgruppen I bis VI, die nach der Gründung des ADB. zur Auflösung fam. Der Name Hugo kamossa bedeutet deshalb auch für die unteren Beamten ein Stück Programm. Wir wünschen ihm noch ein langes, erfolgreiches Wirken im Allgemeinen Deutschen Beamtenbund. Die Schuhmacher lehnen den Schiedsspruch ab. In der Funktionärversammlung der Schuhmacher am 13. August im Gewerkschaftshaus berichtete der Bezirksleiter ama cher über die Verhandlungen beim Reichsarbeitsministerium. Als er u. a. mitteilte, daß der Schiedsspruch für Arbeiter über 21 Jahre eine Lohnzulage von 4 Pf. pro Stunde vorsieht, erhob sich ein Sturm der Entrüstung. Wenn man bedenkt, daß diese 4 Pf. zentual verrechnet werden, so macht diese Zulage bei der bei weiblichen und jugendlichen Arbeitern proDiskussion lehnten sämtliche Sprecher dieses Angebot ab. Es wurde untersten Lohnstufe ungefähr 0,9 Pf. aus. In der folgender Antrag einstimmig angenommen: ,, Die Funktionäversammlung beschließt, den Schiedsspruch vom Arbeitsministerium, betreffend 4 Pf. Stundenzulage, a bzuleh nen und diesen Beschluß sofort dem Zentralvorstand in Nürnberg per Telegramm mitzuteilen. Weiter wurde einstimmig eine Resolution der jugendlichen Arbeiter angenommen, welche auf die schlechte Bezahlung der Jugendlichen in der Schuhindustrie hinweist und die alten Kollegen auffordert, Solidarität zu üben. Lohnkonflikte in der Berliner Metallindustrie. Bu einem schweren Konflitt ist es in dem Rabelwert in Oberschöne weide gekommen. Die Direktion versuchte in dem Drahtwalzwert einen 2 ohnabbau vorzunehmen, gegen den Vorteilhafte Damenkleidung aus gestreiftem WaschBluse stoff, offen oder geschlossen.. 2.50 Kleid aus bedrucktem Musselin m. weiß.Garit. 6.90 Kleid aus gestreifter Waschseide 16.50 Reise u. Staubmantel aus reinwoll. imprägn. 29.00 Gambia... aus WaschMorgenrock Crêpe mit farbiger Blende.... 5.90 Wirkwaren Unterhemdchen für Damen, mit Trägern O.95 Damen- Hemdhose Baumwolle gewirkt, weiß, mit 1.85 Trägern, Mittelgröße.. 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Auguft eine Reichskonferenz von Vertretern aus allen maßgebenden Konfektionsorten nach Berlin einberufen, die über die weiteren Maßnahmen zur Durchführung der Bewegung endgültig beschließen soll. Die Taktik des Arbeitgeberverbandes zur Verhinderung einer angemesse nen Lohnerhöhung unterscheidet sich in nichts von der der Scharfmacher in anderen Unternehmerverbänden. erkennen, daß es gilt, sich für die kommende Zeit zu rüsten. Die Arbeiterschaft der Herrenkonfettion wird hieraus Durch ihren Zusammenschluß im Deutschen Beklei dungsarbeiterverband schafft sie sich die nötige organi fatorische Macht, um durch geschlossenes, einheitliches Handeln dem Widerstand der Arbeitgeber erfolgreich zu begegnen. Berantwortlich für Bolitik: Ernft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Wr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Shifomsti; Lokales und Sonstiges: Frik Raritädt: Anzeinen Th. Glede: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Bormärts- Buchdruderet und Berlagsgnitalt Baul Ginger u. Co. Berlin EW 68 Lindenstraße 3. Hierzu Beilagen und Unterhaltung, und Wissen". Nollendorf 1120, 1121, 1122 Lammfromm& Vogel Potsdamer Str. 127 Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Angebote Zur Einsegnung Wollbatist schwarz, marine od. elfenb., Mtr. 2.50 Reinwoll. Cheviot schwarz ca. 130 cm breit.. Mtr. 2.95 Reinwoll. Popeline schwarz oder marine ca. 100 cm breit..Mtr. 3.30 Crêpe de Chine schwarz, weiß, farbig 5.50 ca. 100 cm breit..Mtr. Köper- Velvet schwarz oder farbig 5.90 ca. 70 cm breit... Mtr. 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Kleidung wie Haartracht sollen nicht nur modern, nicht nur Neidsam, sondern auch praktisch sein. ?m Vanüel der Zelten. Linige besonders mutige Propheten sehen zwar in dem kurz- geschorenen Haar der Frau den Beginn einer svtschreilenden Der- männlichung, die nach ihrer Ansicht in Kleidung und Lebensführung unaufhaltsam ist. Nun, das ist zumindest eine recht gewagte Be- hauptung, der man Gültigkeit eigentlich nur dann zusprechen kann, wenn man„Vermännlichung" mit„Sclbständigkeitsbestreben" übersetzt. Dem Manne nicht gleich, aber gleichgestellt will die Frau sein, nicht von Traditionen eingeengt, sondern von gesunder Bernunft vorwärtsgefllhrt. Daß aber das kurzgeschorene haar hierfür nur ein Symbol der Zeit und kein bleibendes ist, läßt sich auch geschichllich nachweisen. Auch nach der französischen Revo- lution wurde kurzes Haar, der sogenannte Titustopf, für die Frauen Mode, und wenn unter dem zweiten Kaiserreich gewissermaßen als Zeichen des veränderten Kurses in der Politik wieder langes Haar, besonders in der Form des an dem Scheitel befestigten Haarwulstes, des unschönen Chignons, getragen wurde, so war das keinesfalls nur ein Symbol der herrschenden Reaktion, sondern ein Beweis dafür, daß die Frau in ihrem Aeußeren, in Kleidung und Haartracht doch iinmer wieder nach Abwechslung verlangt. Ja. auch dem Mann ist dieser Wunsch nicht fremd i nur,' daß sich modische Wandlungen in den Männerteachten langsamer vollziehen. Indessen ist es keines- wegs gejagt, daß das kurzgejctznittenc Haar, das heute durchgängig bei den Kulturvölkern üblich ist, nicht eines Tages plötzlich durch längeres oder gar langes wieder verdrängt wird. Alles ist schon da- gewesen: bereits gegen Ende des fünfzehnten Jahrhunderts wurde die in Frankreich schon von Karl lV. eingeführte Mode allgemein, das Haar kurz zu scheren, und während der ganzen Renaissancezeit hielten die Männer es kurz verschnitten. Dann begannen sie ober plötzlich, das Haar wieder länger wachsen zu lassen und es in Locken �u ordnen. Wem es am eigenen fehlte, der behalf sick mit einer Perücke, die schließlich im siebzehnten Jahrhundert sich hls schwer- wallende Zlllongeperücke durchsetzte, an der die Geistlichst noch das aanze achtzehnte Jahrhundert festhielt, und die im konservativen England noch heute teilweise als Zeichen der Amtswürde getragen wird. Das nun folgende Rokoko bekannte sich zum zierlichen Zopf. das schließlich in dem häßlichen, steifen Haarbeutel ausartete. Den Freiheitskämpfern der französischen Revolution aber war dieses Zeichen des Zwanges verhaßt. Frei ließen sie ihr Haar herabwallen. Im Ansang des neunzehnten Jahrhunderts wurde es dann üblich, das Haar kurzgeschnitten zu hülten, ohne Frage für die nun folgende Zeit der Technik, des angespannten Arbeitskampfes die praktischste Tracht. Und es ist bezeichnend, daß der fleißige Chinese seinem durch jahrhundertelange Tradition geheiligten Zopf nur solange treu blieb, wie er die Maschinen und das Arbeitstempo, das in den gegenwärtigen kulturstaaten herrscht, noch nicht kannte. Wer aber will sagen, ob nicht eine ruhigere, besinnlichere Zeit auch dem Aeußeren des Mannes ihre Spur in einer kleinen Eitelkeit, in einer ver- änderten Haartracht aufprägen wird?— Vie arbeitenüe§rau und ihre Haartracht. Die Frau, die fleißig arbeiten muß, um ihr Tagewerk zu schaffen, hat nicht die Zeit, einen kunstvollen Haaraufbau mst Locken- wickel und Brennschere herzustellen oder sich mehrmals am Tage zu frisieren: trotzdem wird es ihr gelingen, ihr Haar nett und kleidsam zu ordnen und auch die Moden mitzumachen, soweit sie sich als prak- tisch erweisen. Allerdings ist es hier nicht immer ganz einfach, zum richtigen Entschluß zu kommen: das zeigt am besten die vielumstrittene Bubenkopstnode. wer soll, wer darf den Bubenkopf trogen, wer nicht? Seine Vorzüge sind nicht zu verkennen. Die Ostasiatiscne Frisuren. Frau, die in ihren Freistunden Sport treibt, gleich welcher Art, wird die Vorteile, die kurzgeschnittenes Haar bietet, häufig begeistert preisen. Es ist viel schneller zu ordnen als langes, sei es noch so schlicht aufgesteckt: die Reinigung und das Trocknen des Haares sind in kürzester Zeit beendet, und manche, die unter der Last allzu schwerer Zöpfe häufig über Kopfschmerzen seufzte, ist von ihnen be- freit, seitdem die Flechten der Schere zum Opfer fielen. Allen diesen Vorzügen steht eigentlich nur ein einziger Nachteil gegenüber: der Bubenkopf kann sehr häßlich wirken, und es zeugt von einem ge sunden Schönheitsempfinden, daß viele Frauen, die sonst mit jeder Minute kargen müssen, trotzdem keine Anhängerinnen des kurz- geschnittenen Haares wurden. Sinder und ganz junge Mädchen freilich werden ihn fast immer tragen können: Erwachjcne aber sollten. wenn nicht besonders unsaubere Arbeit eine sehr häufige, bequemere Reinigung des Haares wünschenswert macht, oder sie, wie etwa bei Medizinerinnen, aus hygienischen Gründen notwendig ist, es;; s reiflich überlegen, ehe sie sich die Haare abschneiden lassen. * Mal kurz, mal lang! Denn diese Mode, im Grunde zwar vernünftigen Motiven enl- sprungen, ist nur künstlich zu ihrer jetzigen Ausdehnung heran- gezüchtet worden, um die Taschen der Besitzer der großen„Frisier- salons" zu füllen. Denn da das schlicht gebürstete haar nur für besonders zierliche, schlanke Gestalten paßt, so ließen die meisten Frauen mit Bubenköpfen, denen naturkrauses Haar oersagt war, sich das Haar ondulieren, und daher stieg die Kundschaft der Friseure wie vielleicht nie zuvor seit der Einführung dieser Mode. In der letzten Zeit freilich wuchs die Vorliebe für glatte Bubiköpfe auch bei den Frauen, die fünfundsiebzig Kilo und noch mehr wiegen. Das mag Geschmacksache sein. Den Friseuren jedenfalls war es nicht recht, denn es bedeutete verhältnismäßige Ruhe in ihren Betrieben. Darum wurde plötzlich langes haar wieder modern, zwar nur für den Abend, für Gesellschaft und Theater, also nur für jene Frauen, die es bezahlen können. Denn das Haar— natürlich ist es falsches, denn wie sollte das eigene so schnell wachsen— ist sehr teuer. In mittleren Geschäften kosten die Ersatzteile sechs bis dl eitzig Mark, in großen mögen die Preise dafür wesentlich höher sein. Dabei ist die Herstellung recht billig, da ja das Rohmaterial den Friseuren meist umsonst zufiel. Zahllose Frauen ließen sich das Haar kürzen, ohne ihre wertvollen Flechten zurückzuverlangen: sogar das Abschneiden bezahlten sie noch extra. So sind die einzigen Kosten für die Anfertigung von Ersatzteilen der geringe Lohn für das Knüpfen, und der Verdienst der Friseure beim Verkauf von„falschen" Haaren ist also ganz beträchtlich. Außerdem werden eine große Anzahl seltsam geformter Spangen und Haarnadeln abgesetzt, die man benötigt, um die Ersatzteile an den tUrfm Haaren des Bubikopfes zu befestigen. Es ist demnach zu versteh«», daß die„Haarkünstler" vorläufig von einem völligen Aufhören i«r Bubenkopstnode noch nichts wissen wollen.„Am Tage kurzes. Abend langes haar", ist ihre Parole für jene Frauen, deren einzige Beschäftigung ihr Dienst für die Königin Mode ist, der sie sich sklavisch unterwersen. Vermutlich wird auch wieder eine Zeit kommen, in der es für„chic" gilt, recht langes eigenes Haar zu haben, wenn auch nur aus dery Grunde, weil— die„Modeschöpfer" irgendeine neue Berdienstmöglichkeit darin entdeckt haben. Die arbestende Frau aber, wenn sie den Bubenkopf für sich als zweck- mäßig erkannt hat, wird ihm auch weiter treu bleiben: im anderen Falle aber hat sie sich das Haar vermutlich gar nicht erst kürzen lassen. Der vubenkopf im ftaslcrnö. Interessant ist es, zu beobachten, wie in anderen Ländern die Bubenkopfnwde sich ausgewirkt hat. Am begeistertsten wahrscheinlich hat Amerika, das Land des Sportes, sie aufgenommen. Die illustrierten Zeitschriften zeigen in Abbildungen der verschiedensten Frauengruppen immer wieder dieselbe Vorliebe dafür bei alt und jung, arm und reich, eben, weil man dort diese Mode als praktisch empfindet. Denselben Grund haben wahrscheinlich auch die Zapane- rinnen. unter denen namentlich viele studierende Frauen Bubcnköpsc trogen an Stelle des kunstvollen Haaraufbaucs, der sonst alle Iapane- rinnen lchmücktc und der herzustellen so mühsam war, daß man sich gewöhnlich nur einmal wöchentlich die Zeit dazu nehmen konnte. Um ihn in der Zwischenzeit nicht zu zerstören, wurde während des Schlafes der Kopf in— ein hölzernes Gestell gehängt, ein Zweifel- hafter Genuß.— In Frankreich, wo der Bubenkopf natürlich auch von der Mode diktiert wurde, erlaubt man es aber in großen Hotels den Angestellten nicht, ihn zu tragen: er blieb den Gästen vor- Das unbegreifliche Ich. Ös Geschichte einer Jugend. Roman von Tom Krislcnsen. (Berechtigte Uebersetzung aus dein Dänischen von F. E. Bogel.) Er sah mich wieder an. Tief drinnen in seinen wässerigen Augen spiegelte irgendein Tropfen das Licht wider, und ich begriff, dag er im Ernst redete. Er machte sich durchaus nicht über inich lustig. Er sprach bloß zu mir. wie sich die Er- wachsenen untereinander unterhalten. In meinem Hirn riefen seine Worte merkwürdig deutliche Bilder hervor. Die Kirchen- dienerin, wie sie in einer Wasserpfütze herumstapfte und böse dazu lachte, ist dasjenige, an welches ich mich am besten er- innere, sie liebte ja den Schmutz. Ich blieb lange dort. Wenn er was zu Unverständliches sagte, ruhten meine Augen auf den Bildern: doch als er mir Kaffee mit Zucker und Kuchen versprach, nickte ich eifrig. Das wollte ich gern haben: dahingegen wollte ich ihn nicht gern in den Laden herunter begleiten. Ich fürchtete das Lächeln der Madams. „Na, Waldemarchen," sagte Frau Remy, als er nach unten gegangen war,„hier hast du es gut. nicht?" „Ja!" sagte ich. Ich konnte sie nicht leiden, und sie hatte Läuse. „Wo ist dein Dater hin. Waldemarchen?" "Er ist tot und fort." Ach so. Kannst du dich gar nicht mehr an ihn erinnern?" "Er las viel in Büchern." antwortete ich mürrisch. Ich hatte" die Empfindung, als ob es besser wäre, nicht von ihm 3U �.Kannst du dich wirklich gar nicht mehr auf ihn be- sinnen?"....- ..Mutter saat. daß er klug war und in vielen Büchern. die bis oben zur Decke reichten, las." ..Aber Samuelsen kannst du doch Aut leiden, das ist Solch ein netter Mann, finde ich wenigstens. ilch gab keine Antwort., -.Und deine Mutter findet das auch. »Er küßt Mutter." � �_ ..Nein, sieh mal. er küßt deine Mutter. Das wird ihr aber Freude machen. Paß mal auf. Waldemarchen, du wirst bald einen neuen Vater bekommen." „Was für einen Vater?" fragte ich böse. „Den netten Samuelsen." Ich sehe sie noch vor mir, wie sie sich freundlich über mich beugte mit ihrem schwarzen Kleid und ihrem dunklen Schal. Sie wirkte wie ein Albdrücken auf mich, wie ein schwarzer Vogel, der auf meiner Brust lastete und zuweilen mir das eine Auge zukehrte, um mich mit neugierigem Wohlwollen anzu- sehen: aber ich ahnte Böses und kniff trotzig den Mund zu- sammen. „Würdest du dich freuen, wenn du einen neuen Dater bekämst?" fragte sie. Glücklicherweise kam Remy, ein Paket auf der wiegenden Hand balancierend, herein. „Rosenbrot, ein poetisches Brot!" und dann summte er: „Tralalala!" Recht widerwillig bereitete Frau Remy Kaffee. Sie konnte mich nicht leiden. Aber Remy zog mich auf seine Knie und sang mit steigen- den und fallenden Trillern, und dann fing er an, vom Theater zu erzählen. „Mein Junge, du müßtest einen Wassernöck machen, das wäre etwas für dich, ei, wenn du so auf- und abwogtest. Oder Tänzer! Immer rundrum, wie ein Kreisel, auf der äußersten Zehenspitze. Zusammen mit anderen Mädels und Jungen. Kind, Kind, das ist prachtvoll!" Dann sang er wieder und schlug mit den Hacken den Takt auf den Boden. „Meine Nerven!" brach Frau Remy aus und hielt sich die Ohren zu.' Aber ich fragte weiter nach all den Menschen, die als Prinzen und Zauberer verkleidet waren, nach den Kulissen, die Schlösser und Wälder vorstellten, nach dem blanken Boden und dein Mann, der in dem Kasten saß und flüsterte, und nach dem großen, schwarzen Loch, wo die bösen Menschen saßen. „Das Publikum," sagte er wieder, und Schreck erfüllte mich.« „Die sind so böse wie die Jungen, die Scheibelein necken." „Wir sind nicht böse!" flüsterte ich und wurde rot. „Doch, das seid ihr. Warum könnt ihr den Unglücklichen nicht zufrieden lassen." „Ja. aber er sieht so komisch aus." „Sehe ich denn nicht komisch aus? Siehst du denn nicht kontisch aus? Sieh dir mal deine lächerlichen Beine an, wes- halb hast du nicht drei Beine, mein lieber kleiner Freund? Und deine lächerliche kleine Nase, ein Klumpen mst zwei Löchern. Wir sehen alle komisch aus!" Ich schwieg. Konnte er mich denn auch nicht leiden? Ich schielte auf meine Nase, und mir kam es vor, als ob sie n-cht an der richtigen Stelle säße. Remy lachte und gab mfr einen Nasenstüber. „Eine lächerliche Nase, eine lächerliche Nase!" sang er, Und ich fing zu weinen an. Remy wurde unruhig, als er meine Tränen sah. „Ein empfindliches Gemüt!" flüsterte er vor sich hmu Dann machte er das Paket mit dem Rosenbrot auf und sttchic das beste Stück fiir mich heraus, während er summte: „Rosenbrot, ach Rosenbrot, ach Rosenbrot wir essen. Dann trinken wir Kaffee!' Dann trinken wir Kaffee! Dann tri— inten wir Kaffee!" Langsam beruhigte ich mich wieder, und den Mund voller Rosenbrot, hörte ich ihm zu, wie er vom Theater, wo er seine geliebte Anna kennengelernt, und von der Liebe erzählte. Ich war etwas betreten über all die Küsse, die es in seiner Erzählung setzte. Ich mochte das nicht besonders und fühlte mich deshalb ziemlich erleichtert, als ich endlich wieder nach unten ging. „Wo bist du denn so lange gewesen?" fragte Mutter. „Bei Remys, oben in der Mansarde." „Aber um Gottes willen, Junge, laß mich mal dein Haar sehen! Da darfst du nicht heraufgehen!" Und sie lies und holte einen Staubkamm. Meine Kopfhaut wurde ganz heiß von der Kämmerei, die jetzt mit mir vorgenommen wurde Es tat so weh. daß mir die j'ii.tn in die Augen stiegen. „Er sagte, daß die Kirchendienerin gern in Pfützen herum- trampelte." „Quatsch doch nicht. Junge!" „Doch, er sagte es. Ach, er hat soviel geredet. Und ein richtiger Prinz stand unten und sah zu Klara nach oben." „Was war da?" „Ein Prinz: aber es war nichts Besonderes an ihm. Er stand drüben bei Samuelsen, und sie sagte, daß Samuelsen mein Vater werden würde." Der Staubkamm wurde heftig auf meine Kopfham ge- stoßen. „Au!" schrie ich.� „Wenn du dich jemals wieder unterstehst und zu Remys gehst, bekommst du Haue, verstanden. Du bist wirklich ein ganz, ganz böser Junge." Da tönte die Ladenglocke, und ich wurde in Frieden gelassen. In der Nacht erwachte ich, weil ich eine fremde Stimme in der Schlafstube hörte. Ich lauschte. Das war Samuelsen, aber was wollte denn der hier in unserer Schlafstube? (Fortsetzung folgt.) i behalten. Die Folge ist, daß eine ganze Anzahl junger Mädchen, die| in Hotels tätig sind, fich während des Dienstes eine Perücke überstülpen, um in ihrer Freizeit in der verbotenen Haartracht sich zeigen zu können. * Die Frage, ob die Frau mit den furzen Haaren wieder gänzlich aus dem Straßenbild der Kulturländer verschwinden wird, fann man vermutlich verneinen. Dabei braucht man nicht an jene phantastischen Gestalten zu denken, die der Volksmund in die Gruppen Blaustrümpfe" oder„ Malweiber" einreiht. Denn die Frauen haben jetzt gelernt, daß der Bubifcpf durchaus das Geschmacoolle mit dem Praktischen vereinen und also ein Gewinn sein kann, auf den sie ficher nicht mehr völlig verzichten werden. „ Die Gefahren der Zugaben." Das Locmittel der Zugaben, die auf Gutscheine geschenkt" werden, ist im Grunde genommen mur ein Mittel zur Breisverschleierung und muß im Interesse aller Ron sumenten wie des reellen Handels aufs schärffte bekämpft werden. Und wenn auch bei uns in Deutschland der Zugabeunfug noch nicht wie in Desterreich bis zur Trust bildung„ gediehen" ist, so müssen auch unsere Konsumgenossenschaften den Kampf gegen die 3ugaben energisch führen. Die Gründe hierfür fezt sehr flar ein Flugblatt der schweizerischen Ronfumvereine, die erfolgreich gegen das Zugabe bei ihnen Prämien- Unwesen anfämpfen. Es heißt in diesem Flugblatt: Barum find wir Gegner der Geschenkartikel? Brämien und Geschente werden nur verabfolgt, um die Interessen der Lieferanten zu fördern. Durch die Geschenkbeilagen soll der Käufer an die betreffende Marte gefeffelt werden; er opfert also einen Teil feiner allfälligen Anständen mit den Lieferanten von Geschenkartikeln der Wechsel erschwert, weil die Konsumenten auf die Fortsetzung der Geschenfartitel rechnen. Da die Konsumentenvereinigungen zum Zwecke haben, den Mitgliedern das zum Leben Notwendige in guter Qualität zum gerechten Breise zu beschaffen, müssen sie sich aber jederzeit die Freiheit wahren, den Lieferanten zu wechseln, wenn dieser den gestellten Anforderungen nicht entspricht. Der Wert der Beigaben ist im Warenpreis gut faltuliert. Der Konsument muß demnach eine Ware bezahlen, die er nur in den seltensten Fällen nötig hat und die er bei Bedarf lieber nach seinem Geschmad aus lesen würde. Die Geschenlbeilagen veranlassen also die Konsumenten zu unnüßen Geldausgaben. Bei den Geschenfartifeln läuft man Gefahr, daß nicht die benötigte Ware, sondern das beigelegte Geschent bei der Auswahl ausschlaggebend wird. Das schließt die Gefahr der Qualitätsverschlechterung in sich. Eine Ware, die zu ihrer Empfehlung die Beigabe von Geschenken nötig hat, eignet sich nicht für forgfältig rechnende Haushaltungen." Die österreichische konsumpresse stimmt diesen schweizerischen Ausführungen durchaus zu. Die deutschen Ron um genossenschaften werden auch ihrerseits sich anschließen, da das Zugabewesen je länger, je mehr auch fie gefährdet. Es versteht sich übrigens von selbst, daß der reelle Handel, der den Zugabeunfug nicht oder höchstens unter dem Drucke der Kon furrenz mitmacht, von diesen Geschäftsmethoden ebenso geschädigt wird wie die Konjumvereine. Auch er sollte sich deshalb dagegen zur Wehr setzen. Wer hat denn keene Fahne nich? Ein sinniges altpreußisches Volkslied wirft die Frage auf, marum der Train denn teene Fahne nich habe. Wir wissen nicht und es intereffiert uns menig, ob diese Frage auch für den Train der zwangsmäßig verkleinerten neudeutschen Armee noch Berechtigung hat. Aber train heißt beflanntlich auch Eisenbahnzug, trains fahren auch auf der Wannseebahn, und wenn auch nicht verlangt wird, daß die Züge am Verfassungstag beflaggt feien, fo ist es doch für alle deutschen Bahnhöfe vorgeschrieben. Doch siehe da, der Wannseebahnhof Friedenau war auch in diesem Jahr, wie noch alle Jahre feit Bestehen der Republit, am Ber fassungstag nicht beflaggt. Auf Anfrage an zwar vielleicht nicht zuständiger", dafür aber eingeweihter Stelle fam der interessante Bescheid, daß der Friedenauer Bahnhofsvorsteher eben die dienstlich vorgeschriebene Reichsflagge nicht beschafft, obwohl er sie ja nicht aus eigener Tasche zu bezahlen brauchte. Es scheint sich auch feine seiner vorgesezten Behörden um die Nichtbeflaggung und den Flaggenmangel des Friedenauer Bahnhofs gefümmert zu haben. Dürfen wir erhoffen, daß dies jetzt geschehe? Im Bedarfsfalle und wenn die Reichsbahngesellschaft jo tnapp mit Geld ist, wären wir auch bereit, eine öffentliche Sammlung zur Beschaffung einer Reichsflagge für den Bahnhof Friedenau zu eröffnen. Susi gestorben. Die Adoptivtochter des Afrikaforschers Hans Schomburgt, die Schimpansin Susi, ist einer Lungenentzündung zum Opfer gefallen. Mit ihm trauern nicht nur viele Erwachsene, sondern vor allem die Kinder, denen die kleine Schimpansin durch ihr zutrauliches Wesen zur lieben Spielgefährtin wurde. Sufi wurde im Goleland mit Lianen gefangen und Schomburgt zugebracht, zu dem fie eine starke Butraulichkeit faßte. Sie ließ sich von keinem Neger anfassen, so daß der Forscher das verlassene Affenfind vom Urwald bis zur Rüfte selber tragen und betreuen mußte. Fast anderthalb Jahre war Susi sein Pflegekind, bis er sie dem 300 und somit der Kinderwelt schenkte. Leider traf sie nun das Schicksal fast aller Schimpansen, der baldige Tod durch Lungentrantheit. Das nordeuropäische Klima sagt den menschenähnlichen Affen der Tropen nicht zu, fo daß fie trotz aller Pflege früher oder später eingehen. So ist auch Susi, nachdem sie den Winter überstanden, im Sommer zu dem tropischen Paradies eingegangen, in dem ihre fleine Affenseele sich) wieser der für sie entschieden erfreulicheren Gesellschaft mit ihres gleichen erfreuen mag. Handgranatenwerfen in einer städtischen Turnhalle. Zur Ertüchtigung seiner Mitglieder bildet bekanntlich der Stahlhelm seine Mitglieder militärisch aus. So hält es auch die Stahlhelmjugend, die u, a. in einer städtischen Turnhalle im Südwesten fog. Sportabende veranstaltet. Dabei wird natürlich das Erhardt- Lied gesungen. Interessant ist, daß auch Handgranatenwerfen geübt wird, wozu Holzhandgranaten mit Stiel und Eisenbeschlag verwendet werden. Von den Parteien der Linten wird in der Bezirksversammlung Kreuzberg eine diesbezügliche Anfrage eingebracht werden, damit dieser Mißbrauch städtischer Einrichtungen aufhört, der offensichtlich dazu dient, den rechtsradikalen Böbel einzuegerzieren. Reichswehr feiert den Tag von St. Privat. In Potsdam und auch in einigen westlichen Vororten von Berlin ist ein Platat ausgehängt, das folgenden Tert trägt: tätigen Zwecken zu. Dienstag, den 18. August, Tag von St. Privat. Auf dem hiftorischen Boden des Luftgartens: Große Militärmufilaufführung und Zapfenstreich. Acht Musikkapellen und das Spielleutechor des gesamten 9. preußischen Infanterieregiments unter Leitung des Armee mufitinspizienten Prof. Hafenberg. Der Reinertrag fließt wohl Unter den Eintrittskartenausgabestellen ist auch die deutschnationale Botsdamer Tageszeitung" verzeichnet. Aus welchem Grunde die unserer heutigen Generation glücklicherweise bereits gänzlich unbekannte Schlacht von St. Privat ausgerechnet durch acht Reichswehrmusikkapellen unter Leitung des Armeemufil. inspizienten gefeiert werden soll, ift feineswegs ersichtlich, auf jeden Fall aber vollkommen überflüssig. Außerdem, was soll das heißen: Der Reinertrag fließt wohltätigen Zwecken zu? Es ist auf dem Plakat überhaupt feine Wohlfahrtsorganisation per merkt, und wir sehen uns deshalb veranlaßt, den Potsdamer Polizeipräsidenten zu ersuchen, sich um diese mert. würdige obiture Wohlfahrtsangelegenheit zu, pflichten, in furzer Zeit das geliehene Geld zurückzuzahlen. Auch befümmern, damit nicht etwa unter dem Deckmantel des beliebten volkstümlichen Wortes Wohlfahrt allerlei unbekannte Leute auf bequeme Art ihr Geschäft machen. Vollkommen unverständlich aber ist es, warum eine derartige höchst private Angelegenheit mit start nationalistischem militaristischem Anstrich auch noch wie wir feststellen fonnten in einem Bahnhofsvorraum der Reichsbahn ausgehängt werden konnte. Nebukadnezar und der knüppel. „ Jeder muß seine Gesinnung gesittet vertreten." Rechts vor dem Vorsitzenden des Potsdamer Amts. gerichts ein dicker Eichenfnüppel, links von ihm ein ähn liches Raliber, nur mit abgebrochener Spize. Mit einem dieser gefährlichen Werkzeuge soll der Angeklagte D., ein Mitglied der Kommunistischen Partei aus Potsdam, den Obergefreiten Nebu tadnezar Schulz vom Reichswehrregiment 9 mißhandelt haben. Am Abend des 28. April d. J. gingen vier Reichswehrsoldaten Straßen in Potsdam entlang, als sie von einem Trupp Kommu niften gehänselt wurden. In der Kaiser- Wilhelm- Straße fam es dann zu einem bösen Zusammenstoß. Wie auf Kommando stürzten dort aus einem Lokal etwa 40 Mitglieder vom Roten Jungbund heraus und beschimpften die Soldaten. Der Angeklagte verfette dem Nebukadnezar Schulz einen schweren Schlag über den Kopf und auf den Arm, als dieser blank gezogen hatte. Mit entrollter roter Fahne und Stöcken schlugen die Kommunisten drein. Nach der Schlacht" fand man die beiden Stöcke, die jetzt neben dem Vorsitzenden liegen. Es gelang nur, die Personalien von D. und eines anderen Kommunisten festzustellen, der aber jetzt unauffindlich ist. Die anderen waren vor den blanfgezogenen Seitenden seinen. Der andere Stod wurde von einem als Zeugen gegewehren ausgerückt. Der Angeklagte erkannte einen der Stöcke als ladenen Kommunisten anerkannt. Als das Gericht dem Zeugen den Stod übergab, meinte diefer:" Behalten Sie man den Ehrenfäbel für sich zum Andenken." Das Gericht erkannte wegen gemeinschaft licher Körperverlegung auf einen Monat Gefängnis und Ginziehung des zum Schlagen benutzten Stodes. Der Vorsitzende führte in der Urteilsbegründung aus, daß solchem Treiben energisch entgegengetreten werden müsse. Im deutschen Lande könne jeder eine Gesinnung haben wie er wolle, aber er müsse sie gesittet vertreten, denn wir leben hier nicht in Indien. Wort, das man von Gerichtswegen auch mal auf die völkischen Ein sehr wahres nüppelgarden angewendet sehen möchte. 80-100 Prozent Zinsen. Die Aermften der Armen bewuchert. nermeister 5a ßler, der sich vor dem Schöffengericht mitte megen Als ein Ausbeuter der Notlage seiner Nächsten erwies sich der Schreigewerbsmäßigen Wuchers zu verantworten hatte. Die Fälle, die dem Gericht zur Aburteilung vorlagen, zeigten eine erschreckende Habgier. Der Angeklagte hatte sich nicht gescheut, arme und alte Leute in magloser Weise auszubeuten. Eine alte Witwe, die sich einer Operation unterzogen hatte, war in große Geldverlegenheit geraten. Da sie nicht mehr das Notwendigste zum Lebensnterhalt hätte, wandte sie sich wegen eines Darlehns von 350 M. an den Angeklagten, der ein Geldvermittlungsgeschäft betrieb, und erhielt auch die verlangte Summe, jedoch mußte sie nicht nur 80 Proz. 3insen zahlen, von denen gleich vorweg ein Teil von der Darlehnssumme in Abzug gebracht wurde, sondern sie mußte sich auch noch verpflichten innerhalb vier Monate den ganzen Betrag nebst dem Rest der Zinsen zurückzahlen. Zur Sicherheit mußte sie die Einrichtung ihrer Wohnung dem Bucherer verpfänden. Als sie die letzte Ratenzahlung von 100 Mart nicht leisten konnte, drohte ihr der hartherzige Geldverleiher mit der Abholung der Möbel. unter Tränen schilderte die Zeugin dem Gericht wie unerbittlich der Angeklagte die Schuld eingetrieben hatte. In einem anderen Falle war ein Mann stellungslos geworden und brauchte ein Darlehen von 1000 Marf. Er erhielt 890 Mart ausgezahlt und mußte sich verDas Rundfunkprogramm. Sonntag, den 16. August. F 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. A. Böhme: Präludium( Dr. Artur Böhme, Harmonium). 2. Fr. Schubert: Ave Maria( Gina Götz, Alt). 3. Fr. Kreisler: Rondino( Heino Siede, Violine; Dr. A. Böhme, Harmonium). 4. Bibelrezitation( Bibelsprecher Johannes Zwingli- Kirche. 6. G. Tartini: Adagio cantabile( Heino Siede, Schulzke). 5. Ansprache des Herrn Pfarrer Dr. Horn von der Dr. Artur Böhme). 7. Fr. Händel: Arie: O hör mein Fleh'n, aus Samson"( Gina Götz). 4 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Dr. Julius Koch:" Die Herstellung alkoholfreier Obstgetränke im eigenen Haushalt". 5-6.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. Die italienische Oper. 7 Uhr abends: Humoristisches Funkallerlei( Georg Bamberger). 7.45 Uhr abends: Dr. Ernst Herrmann: Zur Geologie von Berlin". 8.30 Uhr abends: Populärer Abend. 1. a) Schubert- Berté: Zu jeder Zeit, wie mich's grad' freut, aus der Operette Dreimäderlhaus", b) Schubert- Berté: Nicht klagen, aus der Operette„ Dreimäderlhaus", c) Joh. Strauß: Als ich ward' ihr Mann, aus der Operette Wiener Blut". d) Bromme: Ihr Frauen, Ihr wollt ja belogen sein, aus der Operette Schäm dich Lotte( Franz Baumann, Tenor). 2. a) Mendelssohn- Bartholdy: Hochzeitsmarsch aus dem Sommernachtstraum", b) Ritter: Großmütterchen erzählt, Fantasie, c) Joh. Strauß: Rosen aus dem Süden, Walzer( Britzer Mandolinenklub 1920, Dirigent: Willi Schickgramm). 3. a) Nicolai Als Büblein klein, aus der Oper„ Die lustigen Weiber von Windsor", b) Altniederländisches Fuhrmannslied, c) Blasser: Lacrimae Christi( Erik Schubert, Baß). 4. a) Lange: Blumenlied, b) Translateur: Wiener Praterleben. Walzer, c) Seifert: Kärtner- Liedermarsch( Britzer Mandolinenklub 1920). 5. a) Fischer: Im tiefen Keller, b) Tod von Basel, Volkslied, c) Reißiger: Schlesische Zecher( Erik Schubert). 3. a) Granichstädten: Das Leben wär' so häßlich, aus der Operette Bacchusnacht", b) Fritz Redl: Der Geiger, c) Lob: Zu Heidelberg Student, d) Hoppe: Ein rheinisches Mädchen( Franz Baumann). Am Flügel: Ludwig Preiß. 10 Uhr abends: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 16. August. der 11.30-12.50 Uhr mittags: Konzert, veranstaltet von Konzert- und Opernsängerin Edith Bach, Berlin. Mitwirkende: Edith Bach, Sopran; Ilse Freimann- Wartenberg, Violine; am Flügel: Elsbeth Owert. 1. Drei Lieder, gesungen von E. Bach: a) Brahms: Ständchen, b) Taubert: Der Vogel im Walde, c) Ein kleines Negerlied. 2. a) Rubinstein: Melodie( Violine), b) Mathesen: Air auf der G- Saite( Violine und Harmonium). 8. a) Thomas: Kennst Du das Land, aus Mignon"( Gesang), b) Bizet: Arie der Lelia, aus Perlenfischer"( Gesang). 4. Drei Lieder mit Violinbegleitung. 5. Puccini: Arie der Tosca, aus Tosca". 6. Karl v. Dittershorf: Der deutsche Tanz( Violine). mittags: Esperantovortrag. Montag, den 17. August. 12 Uhr Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.40 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau( Die Frau mit dem, Aber"). 5-6.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 7-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7 Uhr abends: Abteilung Heilkunde. Professor Dr. Paul Sommerfeld: Vergiftungen Uebertragung von Krankheiten durch Nahrungsund Genußmittel". 4. Vortrag. 1.30 Uhr abends: Abteilung Handel. 8.30 Uhr abends: Wagner- Abend. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. Dipl.- Handelslehrer William Hesse:" Buchführung". 5. Vortrag. 1. Ouvertüre zu„ Tannhäuser"( Orchester). 2. Hallen- Arie aus Tannhäuser"( Hanna Gorina, Sopran). 3. Zug der Friedensboten, aus aus„ Rienzi"( Orchester). 4. Gebet, aus" Rienzi"( Kammersänger Hans Tänzler, Tenor). 5. Ein Schwert verhieß mir der Vater, ( Schluß des ersten Aktes) aus der, Walküre"( Hanna Gorina und Kammersänger Hans Tänzler). Berliner Funk orchester, 10 Uhr abends: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). 99 hier wurde die Wohnungseinrichtung verpfändet und der Schwiegervater mußte feine Pensionsansprüche abtreten. Diesem Zeugen wurden 96 Pro 3. 3insen berechnet. Ebenso lagen noch einige andere Fälle. Das Schöffengericht Mitte unter Borsiz von Amtsgerichtsrat Dr. Neumann war der Meinung, daß derartige traffe Fälle der Ausbeutung der Notlage eine außergewöhnlich strenge Strafe verdienten. Haßler wurde wegen gewerbsmäßigen Wuchers zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr Gefängnis, 500 Mart Geldstrafe und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt. Nicht Polizei um Hilfe rufen. Sonst Strafmandat. Ein Freund unferes Blattes schildert uns im folgenden seine Erlebnisse mit der Polizei in der Nacht nach den Verfassungsfeierlichkeiten am Sonntag: Belcher burlesken Tollheiten im 7. Jahre der deutschen Republif ein Staatsbürger gewärtig sein muß, sei an einem drastiIn der Nacht vom 10. zum schen Beispiel erläutert. 11. August, gegen 1 Uhr, tam ich auf dem Nachhausewege an erregten politischen Ansammlung in der einer sehr Uhlandstraße vorbei. Einige Reichsbannerleute waren hier dem Vernehmen nach von Mitgliedern des Frontbannes an gefallen worden. Schon waren die Gegner beruhigt beim Auseinandergehen, als plötzlich aus einem in der Nähe gelegenen Restau rant ein völlig unbeteiligter, allem Anschein nach total betrunkener Mana herausstürzte, der unter unglaublichen Beschimpfungen wie ein Berserker auf einzelne der Reichsbannerleute einzuschlagen begann. Als die Polizei zu dieser wüsten Szene tam, beschuldigte Ich hatte mich bisher rein beobachtend völlig im Hintergrunde gedieser Krakeeler die Republikaner der Urheberschaft des Krawalles. halten, ohne ein Wort zu sagen. Nun trat ich zu dem Polizeimann heran und sagte Folgendes: Herr Beamter, ich stelle mich als Beuge dafür zur Verfügung, daß dieser Herr soeben erst und daher über die Ursachen des Zuhinzugekommen sammenstoßes teine Auskunft geben kann." Das war für die entfesselte völlische Rotte das Signal, unter den wüftesten Schmäh rufen mit Knüppeln, Schlagringen und Fäusten über mich herzufallen und aufs schwerste zu mißschreitungen der Bölkischen waren, rührte fich fein Beamter, handeln. Trotzdem die Beamten Zeugen der brutalen Ausum mir beizustehen. Gestern aber, und das ist das Unglaublichste an der Sache, befomme ich als grundlos von Wegelagerern Weberfallener ein Strafmandat von 20 m. Dieses Mandat ging aus vom Polizeiamt in Wilmersdorf. Ich Polizeibeamten als Mitzeugen um feine Dienst hatte nach dem lleberfall einen der Hauptattentäter von der Polizei feststellen lassen, hatte den nummer ersucht, und war daraufhin freundschaftlich st um meine Adresse gebeten worden. Das wäre fo üblich, aber ich tönnte völlig unbesorgt sein. Dar aus resultiert das Strafmandat! Das bedeutet: , Wenn dich einmal jemand überfallen sollte, sei es ein Raufbold, ein Dieb, oder ein Mörder, rufe um Gotteswillen, teinen polizeiLeib und Leben bedroht." lichen Schuh herbei, denn du bist schuldig, nicht der, der dich an Feuer im staatlichen Schauspielhaus. Berliner Feuerwehr. Sie rückte sofort in großer Stärke dorthin aus. Dieser Ruf alarmierte am Sonnabend nachmittag die Ram aber nicht in Tätigkeit, weil Angestellte die Flammen inzwischen erfolgreich mit zwei Schlauchleitungen gelöscht hatten. Ueber den Brand, der das Theater in die größte Gefahr gebracht hat, wird uns berichtet: Das Schauspielhaus wird zurzeit von einer Privatfirma gründlich im Innern gereinigt. Gegen die feuerficherheitlichen Bestimmungen, die jede Berwendung von Benzin ausschließen, benugten die Arbeiter Benzinlösungen zum Reinigen der Vorhänge im Fayer und eine elektrische Lichtleitung, die transportabel war, um überall genügend Licht zu haben. Eine dieser transportablen Glühlampen fiel von einer Leiter und zerbrach. Die Benzindämpfe entzündeten sich an der Birne und im Nu standen die Wandbehänge im Foyer und im Orchester in Flammen. Da das Theater zurzeit gefchloffen ist, war teine Feuersicherheitswache anwesend. Die tungen vor und gaben damit tüchtig Waffer. So gelang es mit Angestellten nahmen zum Glüd gleich mehrere Schlauchlei der Hausleitung den Brand zu löschen und auf das Fayer zu beschränken. 125 Liter Benzin, die noch unverbraucht waren, fonnten gefchügt werden. Wären auch fie entstammt, hätte das Feuer wohl faum gelöscht werden können. den -O Beisehung mit Knüppeln. " Die Beisetzung des in der Notwehr erschossenen Frontbann mitglieds Dolle fand gestern auf dem Stegliger Friedhof statt. Auf dem Fehrbelliner Blag hatten sich Mitglieder der völkischen Berbände, wie Werwolf", Jungdo"," Frontbann" usw. eingefunden, um den Trauerzug zu begleiten. Wer die Munterfeit dieser„ Leidtragenden" beobachten konnte, glaubte, daß es eher zu einem Tanzvergnügen, als zu einer Trauerfeier gehen sollte. Trok des Polizeiverbotes wurden zahlreiche Knüppel mit geführt, und das Verbot wurde feils dadurch umgangen, daß Bölkische in Rivilkleidung die Stöcke der in Gruppen marschierenoft 10 bis 12 Stüd trugen. Die Passanten verhielten ich durchweg passiv und ließen den knapp 1000 Mann starken Zug ftumm vorüberziehen. Die Straßen, die durchzogen wurden, wiesen auch feinen schwarzweißroten Flaggenschmuck auf, wie es angefündigt worden war. Nach der Bestattung formierte sich das Gefolae, Schmählieder auf die Republik singend, zum 25marsch. Beim Rüdmarsch durch die Straßen des Westens Bahnhof 300 wurde der Zug dann von dem Offizier des Begleitautos wurden wie üblich jüdische Passanten mit Redensarten bedacht. Am aufgelöst. Den Befehlen folgten die Völkischen nur widerwillig. Kaum war der mit Schupo bemannte Lastwagen abgefahren, als wiederum die Passanten, die den 300 passierten, beschimpft und tätlich angegriffen wurden. Sofort zu Hilfe eilende Schupo fonnte die Angreifer, die sich in das berüchtigte Sammelquartier der feftftellen. Das Verhalten der Schupo war durchaus einwandfrei Bölkischen, in das Café Wilhelma", flüchteten, leider nicht mehr und fand überall den Beifall des Publikums. Falsche Rentenbankscheine. Neue Fälschungen von Rentenbandscheinen zu zehn und fünf Mart sind teils in Groß Berlin, teils in Hannover, Göttingen und Ostpreußen aufgetaucht. Die Merkmale der falschen Behnrentenmarfscheine sind folgende: Gewöhnliches, im Griff ziemlich lappiges Papier; durch Uebertünchen mit grünlicher Farbe vorgetäuschter Stoffauflauf; die Fasern fehlen; das Wasser. zeichen ist anscheinend durch Schabung unvoltommen nachgeabmt. Vorderseite: das Drudblb zeigt ein den echten Stücken ähnliches, aber ungenau narhnebildetes Untergrundmuster. Die zur Beschrif fung verwandten Typen weichen im Schnitt erheblich von benen der echten Scheine ab. Im Tert fallen besonders die Zahlen 5" zweiten Tertzeile ist das Wort„ Berlangen" mit einem fleinen„ D und 500" durch ihr abweichendes dünnes Aussehen auf. In der Ende das„ e". Rückseite: das Druckbild wirft unsauver. Im wiedergegeben. Beim vorlegten Wort Rentenbriefe" fehlt am Straffat fehlt in der dritten Zeile hinter Bucht" der Bindestrich, in der legten Beile am Worte nicht das" t". Herstellungsart Buchdrud, Umlaufsorte Hannover, Göttingen. Die Merkmale der falschen Fünfrentenmartscheine find: Gewöhnliches, im Griff lappiges Papier; der Stoffauflauf ist durch Ueberiünchen mit gelblicher Farbe vorgetäuscht; die Fajern sind wenig erkennbar auf " gedruckt; Wasserzeichen fehlt. Border und Rückseite: Das Drud bild weicht im Aussehen des Untergrundes, in der Zeichnung des Randes und in der Beschriftung so stark von den echten Stücken ab, daß eine Täschung nur bei völliger Unaufmerksamkeit möglich ist. Herstellungsart Steindrud, Umlaufsorte Ostpreußen und GroßBerlin. Eröffnung der Zugtelephonie. Das erste Konzert im fahrenden D- Zug. Anläßlich der Eröffnung der Eisenbahnzugtelephonie verkehrte gestern vormittag auf der Strede Hamburg- Hagenow- Land und zurück ein Sonderzug, in dem Vertretern des Hamburger Senats, der Hamburger Kaufmannschaft und Vertretern der Presse Gelegenheit gegeben wurde, diese neue Erfindung zu besichtigen und Probegespräche zu führen. Nachdem die ersten telephonisch aufgenommenen Mitteilungen Londoner Devisenfurse bekannt gegeben waren, begrüßte die Norag( Norddeutsche Rundfunt- Attiengesellschaft) die Teilnehmer durch ein mit Lautsprecher übertragenes Konzert. Nach kurzen Begrüßungsworten des Präsidenten der Reichsbahndirettion Altona, Dr. Schneider, für die der Präsi dent des Hamburger Senats, Dr. Petersen, dankte, erläuterte Reichsbahnoberrat Handle furz die Einrichtung. Probegespräche der Teilnehmer dieser denkwürdigen Fahrt bildeten den Abschluß. Der Schwant„ Der fühne Schwimmer", in dessen Titelrolle einst Guido Tielscher nicht endenwollende Lachfalven auslöfte, geht jetzt im Casino Theater über die Bretter und zeigt hier, daß er seine Fähigkeit, das Zwerchfell zu erschüttern, noch immer nicht verloren hat. Dieser kühne Schwimmer", der auf der Tischplatte hilflos- zapplige Trockenübungen macht, um, bereits von Gicht und Zipperlein geplagt, noch das Schwimmen zu erlernen, wirft aber auch überaus tomisch. Alle seine Angehörigen, seine zukünftige, sehr junge Frau, feiern ihn längst als den mutigen Helden, der das junge Mädchen, mit dem er sich jetzt verheiraten will, aus dem Wasser rettete und das nur darum, weil sie ihm ihr Leben verdankt, die Seine wird. Und dabei war ihr Lebensretter ein Bauernbursche, der fich längst entfernt hatte, als sie aus ihrer Bewußtlosigkeit er wachte. Man sieht: Stoff zu Berwicklungen, die natürlich auch nicht ausbleiben, sich aber selbstverständlich zum Schluß in Wohlgefallen auflösen. Ein ausgedehntes humoristisches Beiprogramm vervollständigt diefe Jubiläumsaufführung des Casino- Theaters. Der Berliner Schubert- Chor veranstaltet am Mittwoch, den 19. Auguft, abends 7 Uhr, einen öffentlichen Gesangsvortrag im Voltspark Bantom. Ein Jubilar. Genoffe Angust Pohl, Raunhnstr. 31, vor dem Kriege langjähriger Vorsitzender des 3. Berliner Reichstagswahlkreises, begeh heute seinen 70. Geburtstag. Die Laubenkolonie 3um fühlen Grunde Oft veranstaltet auf dem Sportplatz in der Boßlerstraße heute ein großes Erntefeft. Den Platz hat der Arbeiterfußballklub Stralau zur Berfügung gestellt. Anfang 2 Uhr. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin frets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts. zu richten. Achtung, Mieterobleute! Bersammlung am Dienstag, 18. Auguft, 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer, Gaal 5. Die Bevölkerungspolitik und bie Wohnungsfrage. Referent: Gen. Bittor Noat. Bei der Bedeutung des Themas wird un zahlreiche Beteiligung gebeten. 3. Kreis Wedding. Dienstag, 18. Auguft, 7 Uhr, Sigung des erweiterten Streisvorstandes an bekannter Stelle. 4. Recis Prenzlauer Berg( Abteilungen 24-81). Dienstag, 18. Auguft, Th Uhr, bei Rlug, Danziger Str. 71, Sigung der Bildungsausschußmitglieder. Jede Abteilung muß vertreten fein. 4. Rreis: Montag, 17. Auguft, 7 Uhr, im Bezirksamt, Rimmer 29, Fraktionssisung. Stellungnahme au den Bezirks- und Stadtverordnetenwahlen. 5. Rreis Friedrichshain. Kommunale Rommission, Arbeiterwohlfahrt, Rinder fchuk fowie fämtliche Bürgerdeputierten! Dienstag, 18. Auguft, 7% Uhr, bei Rofin, Gubener Str. 19, wichtige Gigung. Die Sigung am 2. September fällt aus. 6. Rreis Kreuzberg. Cinzeichnungslisten zu den Festkonzerten fowie Karten zure Lustigen Abendfeier am 5. Geptember im Deutschen Sof find bei den Bildungsobleuten der Abteilungen zu haben und bald au forbern, da rege Nachfrage herrscht.. 7. Areis Charlottenburg. Montag abend, pünktlich 7 Uhr, wichtige Sigung ber Frattion mit dem erweiterten Borstand im Rathaus Charlottenburg, Sigungszimmer 1. Die Mitglieder des Bücherkreises, welche das dritte Buch bis jest noch nicht erhalten haben, tönnen dasselbe am Montag, 17. Auguft, in der Parteispedition, Sesenheimer Str. 1, gegen 8ahlung der Reftbeiträge in Empfang nehmen. 9. Kreis Wilmersdorf. Arbeiterwohlfahrtskonferens! Dienstag, 18. Auguft, 8 Uhr, bei Stroihs, Holsteinische Str. 60. 1. Beratung der Ermittlung über Kinderbettelei und Kinderstraßenhandel. 2. Besprechungen aus der praktischen Wohlfahrtspflege. Erscheinen aller in der Wohlfahrt Tätigen und Interessenten erwünscht. 13. Kreis Tempelhof. Montag, 17. Auguft, pünktlich 8 Uhr, Busammenkunft aller Elternbeiräte bei Niendorf, Mariendorf, Chauffee Ede Strehlikftraße. Tagesordnung: Wahl des Obmanns. Dienstag, 18. Auguft, pünktlich 7½ Uhr, Rufammenkunft aller in der kommunalen Bohlfahrt tätigen Genoffinnen und Genossen. Tagesordnung: Wahl des Borstandes ber Arbeiterwohlfahrt. Muftaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin O 27. Andreasstr. 21( Sönigftadt 4310, 4048), Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbefuch. 14. Rreis Renfalln. Montag, 17. Auguft, 7% Uhr, Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes an der bekannten Stelle. 20. Rreis Reinickendorf. Dienstag, 18. August, 8 Uhr, im Verwaltungsgebäude Reinidendorf- Oft, Hauptstr. 46, Rimmer 60, KreisfunktionärinnenGigung.( Arbeiterwohlfahrt, Rinderschußtommiſſion, Agitation.) Heute, Sonntag, den 16. August. 82. Abt. Stealth. Waldfest im Grunewald. Abmarsch 2 The Marktplak Düppelstraße Freunde und Bekannte sind eingeladen. Für Nachzügler Linie 43 Endstation, dann Kronprinzenallee links, Wegweiser beachten. 85. Abt. Tempelhof. Die Urliste der zu Schöffen und Geschworenen geeigne ten Bersonen für das Jahr 1926 liegt in der Zeit vom 16. bis einschließlich 22. August an den Wochentagen von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, am Sonntag, 16. August, von vormittags 10 Uhr bis mittags 12 Uhr in Mariendorf, Rathausftr. 69/72, Berwaltungsdienst gebäude 2 Treppen, Rimmer 17, aus. Die Genossen, die in den Straßen mit den Anfangsbuchstaben und wohnen, werden ersucht, die Ür. lifte einzusehen und gleichzeitig aufgefordert, sich bei ihren Bezirksführern zu melden. Morgen, Montag, den 17. Auguft. 1. t. 7% Uye FunktionärЛigung bei 8schiefing. Aderftr. 1. Die Stadtund Bezirksverordneten find eingeladen. 19. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung graue Schule, Gothenburger Straße. 27. bt. 7% Uhr bei Bogdanowik, Sonnenburger Str. 1. Sigung ber Bartei- und Betriebsfunktionäre. Stellungnahme an den Stadtverord netenwahlen. 21. Abt. 8 Uhr Funktionärversammlung bei Kroll, Utrechter Str. 21. 28. Abt. 7 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Gigung der Funktionäre. Die Abteilungsleitung ½ Stunde früher. 33. Abt. Die Bezirtsführer geben ihr Rassierbuch spätestens Montag 6 Thr bei Lojad, Beymeftr. 8, ab. Die Bezirksführer 34. Abt. 8 Uhr Funktionärkonferenz Rabiner Str. 10. werden ersucht, die Mitgliederlisten mitzubringen. 38. Abt. 7% Uhr bei Bartusch, Friedenstr. 88, Funktionärversammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zu ben Stadt und Bezirksverordnetenwahlen. Die Bezirke 189b und e Extrazahlabend Dienstag, 18. Auguft, bei Tinius, Rochhann- Ede Wilhelm- Stolze- Straße. Tagesordnung: Aufftellung der Randidaten zur Stadt- und Bezirksverordnetenwahl. 40. Abt. 8 Uhr bei Reufner, Sagelberger Gir. 20a, Funktionärversammlung. Thema: Die Stadt- und Bezirksverordnetenwahl. Sunasozialisten. Berfammlung fämtlicher Gruppen T½ he im toten Goat, Belle- Alliance- Str. 7/10. 1. Lichtbildervortrag: Eine Reife burch Stalien. Ref.: Gen. Gottfurcht vom RDA. 2. Bericht vom Bezirksparteitag. 7 Uhr Arbeitsausfaußigung dortfelbft. Frauenveranstaltungen am Montag, den 17. Auguft. 15. bt. 7 Uhr bei Goldbach, Binetaplah 7, Sichtbildervortrag ber: Frauenleiden. Ref.: Gen. Schreiber. 29. Abt. 7 Uhr bei Burg, Brenzlauer Allee 189, Borfrog ber Genosin Dr. Wygodzinski: Rommunalpolitit. 37. Abt. Der Frauenabend fällt wegen einer wichtigen Mitgliederversamm lung aus. Alle Genoffinnen beteiligen fich an der Abteilungsversammlung am 20. August bei Schneider, Petersburger Str. 57. 45. bt. 7 Uhr bei Joneleit, Reichenberger Str. 73a, Bortrag der Gensfin Riedger über: Erziehungfragen. 108. Abt. Ropenid. 7% Uhr bei Schulz, Bahnhofstr. 34, Bortong ber Genoffin Runert, M. d. 2.: Die Frau in der Kommune. Uebermorgen, Dienstag, den 18. Auguft. 7. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung in Röblers eftfäle, Tiedste. 24. Tagesordnung: 1. Aufstellung der Randidaten zure Stadt- und Bezirks verordnetenwahl. 2. Wahl ber Delegierten zum Kreisoertretertag. 82. bt. 7% Uhr Sigung mit den Gruppenleitern bei Kromphardt, Grüner Beg 87. bt 7% The Funktionärßigung bei Bfeifer, Sausburgftr. 2. Stellung nahme zure Aufstellung der Ranbibaten aur Stadtverordnetenmahl. 43. bt. 7 Uhr Borstandsfigung bei Reim, Urbanftr. 29. 45, 16t. 7 Uhr bei Bensti, Natibor Ede Wiener Straße, außerordentliche Funktionärsigung. Aufstellung ber Randidaten aur Stabb und Bezirts verordnetenwahl. Ref.: Gen. Litke. 55. Abt. Charlottenburg. T½ Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21, 5teilungsversammlung. Tagesordnung: Stellungnahme au ben Stadtverordnetenwahlen und zur Aufstellung der Kandidaten. 84. Abt. Lantwig. 7% Uhr Funktionärfigung 8% Uhr Mitgliederversamm lung bei Lehmann, Raifer- Wilhelm- Str. 29/31. Wichtige Tagesordnung. 101. Abt. Treptow. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Reichensaal der Schule Wildenbruchstraße. Bortrag über: ,, Das Programm der Partei und ber Seibelberger Barteitag. 2. Stellungnahme zu den Stadtverordneten mahlen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 18. August. 7. Kreis Charlottenburg. 7 Uhr Kreisfrauenabend( Gefelliges Beisammen fein) bei Bogel, Spreeftt. 8. Die Funktionärinnen laben bazu ein. 11. Kreis Schöneberg. Kreisfrauenkonferenz 7 Uhr bei Rosenthal, Ebers ftraße 66. Bortrag über: Rommunalpolitik und Wahlen. 21. bt. 7% Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21. Bortrag des Genossen Bartel über Biteratur 33. Abt. 7% Uhr Schule Sohenlohefte. 10. Bortrag ber Genoffin Lucie Döre: Die Auswirkung ber Rollpolitit auf bie Arbeiterfchaft. 53. Abt. Charlottenburg. Die Genoffen treffen sich um 7 Uhr bei Bug, SuttenStraße 26 zum gemeinsamen Besuch des Kreisfrauenabends im Würzburger Sof. Spreestraße. 24. Abt. Mittwoch, 19. Auguft, 7% Uhr, außerordentliche MitgliederverfammTung Gefangsfaal des Engeums, Greifswalder Str. 24/25, Tagesordnung: Die Stadtverordnetenwahlen. Ref.: Genosse Rosemann. Stellungnahme zu den Kandidaten. 78. bt. Schöneberg. Mittwoch, 19. Auguft, Gemütliches Beisammensein mit Raffeekochen im Reftaurant Müller, Südenbe. Näheres wird noch belannt gegeben. Die Genoffinnen der 78. Abt. Schöneberg find eingeladen. Jugendveranstaltungen. Der Jugend- Choe nimmt Morgen, Montag, 17. Auguft, 7% pr. im Jugendheim, Lindenstr. 3, feine Uebungen wieder auf. Heute, Sonntag, den 16. Auguft. Dafür Moabit I: Der angefekte eenft- heitere Abenb wirb verschoben. Treffpunkt zum Spaziergang 48 Uhr im Städtischen Jugendheim, Biclefstraße. Morgen, Montag, den 17. Auguft, abends 7 Uhr: Rorbring: Jugendheim Borwärts- Spedition, Greifenhagener Str. 21. Boo trag: Demokratie oder Diktatur?" Süboft G.- B.: Schule Waldemarstr. 77. Bortrag: Gerhart Sauptmann". Baumschmlenweg: Jugendheim Ernststr. 16. Samburger Allerlei". Hermsdorf: Jugendheim Noonftraße. Bortrag: ,, Bie follen wir wandern?" Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, den 15. August. 1. Stennen: 1. Abteilung: 1. Mandarine Br. Benzel, 2. Ponte( H. Wenzel), 3. Benezianerin( Kaiser). Toto: 53: 10. Blag: 15, 14, 14: 10. Ferner liefen: Duselkop, Walla Walla, Lord Clifden, Ezel, Trianon. 2. Abteilung: 1. Maifahrt( Balle), 2. Silberfasan ( Staudinger), 3. Schneewittchen( Olejnit). Toto: 89: 10. Plat: 19, 13, 16: 10. Ferner liefen: Rückfahrt, Nicoletta, Dhne Sorge, Nektar, Jilderim, Polizei 2. Rennen: 1. Cardinal II( Hr. Staudinger), 2. Sogull( v. Borte), 3. Dtus gef.( 2t. Jah). Zoto: 14:10. Plat: 12, 15: 10. Ferner liefen: Mero, Naseweis, Madi. 3. Rennen: 1. Sandaron( b. Keller), 2. Ama( S. Edler), 3. Eulalia ( Willi Heuer). Toto: 34:10. Blaz: 16, 35, 24:10. Ferner liefen: Latai, Schwertlilie, Kurfürst, Sport- Welt, Goldjunge, Hebe, Lemmel 4. Rennen: 1. Eichwald( Mate), 2. Erzbalunte( Schuller), 3. Jmmelmann( Sukulies). Toto: 20: 10. Blag: 11, 12: 10. Ferner liefen: Brimavera, Waldfrieden. 5. Rennen: 1. Rubel( Hauser), 2. Cleopatra( Dertel), 3. Cutandcartem( Blobig). Toto: 60: 10. Plag: 21, 32, 30: 10. Ferner liefen: Danabourg, Spicey, Minenhof, Luftpost, Girant, Efto. 6. Rennen: 1. Pescaro( b.Steller), 2. Liefurt( Lt.Sah), 3. Tauenzien ( Schnizer). Toto: 15: 10. Plat: 11, 14: 10. Ferner lief: Notung. 7. Rennen: 1. Fippa( E. Eichhorn), 2. Coran( Einfinger), 3. Ktorn blume( Schuller). Toto: 30: 10. Blak: 13, 13, 18:10. Ferner liefen: Friedchen, Fanal, Siegl. Wiefelburg, Prometheus, Laurin. Trainingsrennen am beufigen Sonntag auf der Olympia- Radrennbahn. Diese Rennen, bie wöchentlich auf der Olympia Radrennbabn stattfinden, erleben am heutigen Sonntag, den 16. August, ihre dritte Wiederholung. Am heutigen Sonntag trifft wieder Dobe mit Ergleben und Bouhours zusammen. Allein dies abermalige Zusammentreffen verspricht gute Kämpfe. Bei dem Trainingsrennen war bisher der Neu ling Do be hinter dem neuen Schrittmacher Schmidt am erfolgreichsten. Dobe entwidelt sich immer mehr zu einem vielversprechenden Dauerfahrer. Aber auch Ergleben und Bouhours haben bei den bisherigen Rennen durch ihre Angriffsfreudigkeit viel zur Belebung der Rennen beigetragen. Noch zwei weitere Dauerfahrer werden am Start erscheinen. Zum Austrag gelangen 10 Berfolgungsrennen über je 10 km und Endlauf über 30 km. Mäßige Eintrittspreise: Erwachsene 50 Pfg. und Kinder 25 Pfg. Die Rennen beginnen um 4 Uhr. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14. Sebaftianstr. 87/88. Sof 2 Tr. Kamerabschaft Friebrichshain. Am Montag, 17. Auguft, 7% br, Kameradschaftsversammlung im Bereinshaus, fruchtstr. 362. Ramerabschaft Brenzlauer Berg. 8.8g Busammenkunft am Freitag, 21. Auguft, 8 Uhr, bei Gachetti, Schivelbeiner Str. 10, Ede Arnimplas. Er scheinen aller ist unbedingte Bflicht. 4.8ua. Dienstag, 25. August, 8 Uhr. Rufammentunft bei Grohn, Milastr. 5. Alle attiven wie paffinen Rameraden haben zu erscheinen. Ein Fernbleiben muß unbedingt den zuständigen Gruppenführern gemeldet werden. Ramerabschaft Webbing. Montag 7 Uhr Turnabend Gothenburger Str. 2.- Donnerstag 7 Uhr Treffen der Jugend. Bameraden in der Turnhalle Lütticher Str. 4. Ramerabſchaft Weißensee, Donnerstag, 20. August, Mitgliederversammlung Grüner Baum. Kamerab fchaft Reinidenborf. Montag 6 Uhr Turnen der Rameraben aller Unter gruppen auf dem Städtischen Sportplat, Reinidendorf- West, Scharnweberstraße. Kamerabschaft Lichtenberg nebft Untergruppen. Mittwoch, 19. Auguft, 7% Uhr, Sigung fämtlicher Gruppen- und Rugführer bei Krüger. Untergruppe Friebrichsfelbe. Dienstag, 18. Auguft, 7% Uhr, Mitgliederversammlung bei Schwara, Capriviallee. * Ganvorfland. Wir machen schon jekt auf bie Sonntag. 23. Auguft, ftatt findende Fahnenweihe in Lübben aufmerksam. Fahrpreis: Sonntags- Rüd fahrtkarten IV. Rlaffe ab Görlizer Bahnhof 3,10 m. Es find die 8lge 7 Uhr und 7,50 Uhr morgens zu benutzen. Freie Sochschule. Donnerstag, 20. Auguft. 8 Uhr, Sophienschule. Bein meisterftr. 16/17. Dr. jur., meb, phil bent. Sammer, Thema: Jugendfünden und Geheimlafter beider Geschlechter". Gäste haben Butritt. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Berlin- Rorb, hält am Donnerstag. 20. Auguft, in ben Sophienfälen um 8 Uhr feine Bezirksversammlung ab, in ber Bolizeioberft Sange und Rapitän a. 6. Berfius fprechen. Gemeinschaft proletarischer Freibenker, Bezirk Groß- Berlin. Mitglieder verfammlung Montag, 17. August, 18 Uhr, im Gymnafium Hallesche Str. 24/28 ( Nähe Anhalter Bahnhof). Bericht: Dr. Paul Roische über die Sauptversammlung in Leipzig. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung unbedingtes Erscheinen aller notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. Deutschösterreichische Liebertafel zu Berlin, gegründet 1910, übt jeben Diens tag um 8 Uhr im Bereinsheim City- Sotel, Dresdener Str. 52. Gäste will. tommen. Briefkasten der Redaktion. Gented. Wegen des Gängerfestes wenden Sie fich an Mer Railer, Berlin, Elbinger Str. 4. Ersatzlose und Rauflose zur jetzigen Hauptziehung der Preußischen Staatslotterie find noch zu haben in der Lotterie- Einnahme von Karl Gehrle Berlin W., Potsdamer Str. 3, am Potsdamer Platz Rollendorf 428, 429. Bestellungen auf Lose erster Klasse werben schon jegt entgegen genommen. 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Der Parteitag wolle beschließen, den Vorstand zu beauftragen, baldigst einen Reichsbeirat für Landwirt- schaft und Agrarreform(landwirtschaftlichen Beirat) zu bilden, zu welchem aus dem ganzen Reiche zwecks planmäßiger Bearbeitung laufender und anderer Fragen parteigenössische Mitglieder der Or- ganisationen der Kleinbauern, Pächter und Heuerlinge hinzugezogen werden. Gleichzeitig soll die Einrichtung einer besonderen Abteilung innerhalb des Parteivorstandes für diese Fragen in Erwägung ge- zogen werden. Franken. Der Parteivorstand wird ersucht, statt der Reden ein- zelner Parteigenossen in den Parlamenten Broschüren, enthaltend die Kerngedanken sozialistischer Weltanschauung und sozialistischer Wirt- schaftsbetrachtung, herauszugeben und möglichst jedem Parteigenossen unentgeltlich zu verabfolgen und durch ein Preisausschreiben für Filmdichter Filme mit sozialistischer Grundanschauung zu schaffen. Groß-Leipzig. Die sozialistischen Frauen verlangen, neben der als Organ zur Gewinnung politisch indifferenter Frauen dienenden .Frauenwelt" eine Frauenzeitung, die den Charakter der „Kämpferiii" oder der„Gleichheit" trägt. Außerdem verlangen wir zur Gewinnung und politischen Schulung der Massen leicht faßliches Agitationsmaterial in Form von kleinen Broschüren und Flug- fchriften, die eine schnelle Aufklärung über alle aktuellen Tagessragen ermöglichen und die Wählermassen"ständig mit der Volksvertretung und insbesondere mit der Tätigkeit der sozialdemokratischen Reichs- tagsfrnktion und anderer Parlamente in Verbindung hält. Göppingen. Der Parteivorstand wird ersucht, zur Förderung der Bildungsarbelt Wanderlehrer anzustellen und Wanderkurse abzuhalten. Chemnitz. Der Reichsparteitag wolle beschließen, wieder die „Reue Zeit" als wissenschaftliche Zeitung der Partei herauszugeben. Vurgsteinfurt(West f.). Der Parteilag wolle den Parteivorstand beauftragen, dahin zu wirken, daß die Parlamentsberichte des So- zialdemokratischsn Pressedienstes, die für die Provinzpresse der Partei neraueoegeben werden, ausführlicher gestaltet werden. Es soll auch mehr PZert darauf gelegt werden, die Ausführungen der Abgeord- neten aus der Provinz in den Ausschüssen und im Plenum ausführ. l'cher zu bringen, da in den Wahlkreisen dieser Abgeordneten dafür naturgemäß ein verstärktes Interesse vorliegt. Bezirk verlin. Der Parteivorstand wird ersucht, sich mehr als bisher mit den Zielen und der Arbeit der jungsoziolistischen Bewegung zu befassen, die in letzter Zeit mehrfach den Parteiorganisationen zu schärfster Kritik Anlaß bot. Verlin. Bei Aufstellung der Reichs- und Landeslisten ist der Parteivorstand gehalten, gegen den ausgesprochenen Willen der Be- Zirkeorganisation keine Entscheidung zu treffen. Berlin. Bei Wahlen zum Reichs- und Landtag ist die beabsich- tigte Reichs- und Landesliste so rechtzeitig zu veröffentlichen, daß den Bezirksorganisationen Gelegenbeit zum Einspruch gegeben ist. Erst nach Prüfung etwaiger Einsprüche sind die Listen endgültig fest- zustellen und dem Wahlleiter einzureichen. Bezirk Berlin. Der Parteivorstand soll im Einvernehmen mit den freien Gewerkschaften die Möglichkeiten einer gesetzlichen Ver« einfachung und Vereinheitlichung der Vermögensverwaltungen aller Sozialverstcherungsträger und ihre Zusammenlegung auf bank- mäßiger Grundlage untersuchen und einen entsprechenden Gesetz- entwurf vorbereiten. Zwickau. Der Parteitag beauftragt alle in überparteilichen Or- ganisationen vertretenen Parteimitglieder, die Zusammenarbeit mit denjenigen Parteien, die in den letzten Kämpfen ihre republikanische und soziale Unzuverläfiigkeit erwiesen haben, zu lösen. Da» Reichs- banner ist zu einer sozialistlsch-republikanischen Schutztruppe auszubauen. Göppingen. Das vom Parteivorstand herausgegebene SPD.- Material soll in höherer Auflage als bisher erscheinen, damit das- selbe einem größeren Kreis tätiger Genossen, insbesondere den Be- triebsoertrauensleuten zugestellt werden kann. Breslau. Alle Parteiinstanzen und dl« gesamte Parteigenossen- schaft werden aufgefordert, sich gegen eine weitere Erhöhung des Mietzinses zugunsten des entschuldeten Hausbesitzes zur Wehr zu setzen. Köln. Die Mitgliedschaft in AufsichtsrSten privatwirtschaftlicher Unternehmungen, sosern es sich nicht um gesetzlich« oder parlamen- tarische Funktionen und Vertretungen von Organisationen handelt. ist unvereinbar mit der Bekleidung parlamentarischer Aemter. Altenburg i. Thür. Es ist den Mitgliedern der SPD. jedes Srivat« Wirken In Vorständen und Aufsichtsräten kapitalistischer nternehmungen.verboten, mit Ausnahme der Betriebsräte. So- weit Parteimitglieder als Vertreter von Staaten und Gemeinden in den genannten Institutionen tätig sind, haben sie eventuelle Tan- tiemen restlos den in Frage kommenden öffenUichen Kassen zu über- �'�Bezirk Berlin. Genossen, die höhere politische Stellungen be- kleiden"wie Reichs-, Landtagsabgeordnete. Minister usw. dürfen in rein privatkapitalistischen Betrieben ohne Eenehniigung der zustän- dig-n Parteiorganisation keine Aufsichtsrat-posten einnehmen llnterbezirk Hagem Schwelm. Der Parteitag wolle beschließen. die zuständigen Instanzen zu beaustragen. ,n der Frage des Acht- stundentages einen Volksentscheid zu erzwingen._ Hannover. Der Parteivorstand wird für den Fall der Annahme der Zollvorlag« im Reichstag beauftragt, den Volksentscheid über die Frage der Zollerhöhuna auf Lebensmittel und notwendige Rohstoffe für die Industrie herbeizuführen. r». xi« Bad Satzungen. Zur Bekämpfung der Agrarzolle sind dif Bor- arbeiten zu einem Volksentscheid zu treffen._„ v Frankfurt a. M. Der Parteitag beauftragt den Parteivorstand, sich mit dem Bundesvorstand des ADGB. ins Benehinen zu setzen zwecks sofortiger Einleitung des zum letzten Parteitag von zahl- reichen Parteimitgliedschaften geforderten und vom Paicke.vorstand an den Bundesvorstand des ADGB. weitergeleiteten Volksentscheids zur gesetzlichen Festlegung des achtstündigen Arbeitstages bzw. der Motivierung des sogenannten Washingtoner Abkommens. Sroß.Leivzig. Der Parteitag möge beschließen, den Partelvor- stand zu beauftragen, zur Unterstützung unserer Reickstagsforderung auf Reform der Paragraphen?1S und 2lg des Strafgesetzbuches eine einheitliche außerparlamentarische Aktion einzuleiten, durch welche die öffentliche Meinung nachdrücklich beeinflußt werden kann. llnterbezirk Groß-Leipzlg. Der Parteitag möge beschließen, daß der Forderung eines internationalen Frauentages entsprechend in Deutschland ein Frauentag abgehalten wird, an dem für die Inter- essen der werktätigen Frauen demonstriert werden soll. Münster. Der Parteivorstand wird ersucht, mit allem Nachdruck und mit aller erforderlichen Schärfe auf Beendigung des sächsischen Porteikonfliktes zu drängen. Bautzen. Die Ortsgruppe Bautzen der SPD. verlangt vom Parteitage, daß die 23 Genossen, die im sächsischen Landtag« vertreten sind, wegen ihres disziplinlosen und parteischädigenden Verhaltens endgültig von der Panelliste als Mitglieder gestrichen werden. Zwickau. Der Parteivorstand bestätigt den Ausschluß der 23 sächsischen Landtagsabgeordneten aus der Partei, nachdem diese dem ausdrücklichen Votum des Parteivorstandes entgegengehandelt haben. Breslau. Die 23 sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten w Sachsen, die zu wiederholten Malen die Parteidisziplin durchbrochen und proletarisch« Interessen schwer gefährdet haben, sind aus der Partei auszuschließen. Frankfurt a. M. Der Parteitag mißbilligt da» verhalten der 23 Abgeordneten des sächsischen Landtags, die entgegen dem Be- schluß ihrer eigenen Landesinstanzen als auch des Parteivorstandes gehandelt haben.. Bautzen. Der Parteitag heißt den Ausschluß der 23 sächsischen Landtagsabgeordneten aus der Partei gut. Breslau. Der Parteitag möge feststellen, aus welchen Gründen Genosse Bauer aus der Partei ausgeschlossen und später wieder auf- genommen wurde. Frankfurt a. M. Der Parteitag möge beschließen, den Partei- Haupworstand zu beauftragen, für die Folge diejenigen sozialdemo- kratischen Reichstags- und Landtagsabgeordneten, die an wichtigen Abstimmungen(Mißtrauensvoten usw.) aus nichtigen Gründen nicht teilnehmen, in der Partelpresse zu veröffentlichen. Groß-Lelpzig. Der Parteitag möge beschließen, die Reichs- frauenkonferenz zukünftig vor dem Parteitage abzuhalten. Die tätigen Genossinnen betrachten es im Interesse der Frauenbewegung für wesentlich, daß die auf der Frauenkonferenz geleistete Arbeit auf dem Parteitage besprochen und erledigt werden kann. Bautzen. Di« Frauenkonferenz künftig vor dem Reichsparteitag stattfinden zu lassen. Steltin. Die Generalversammlung de, Parteivereins Groß- Stettin steht grundsätzlich aus dem Standpunkt, daß- die mit dem Parteitage parallel laufenden Frauenkonserenzen nicht notwendig sind. Sollte der Parteitag sich diesem Antrag« nicht anschließen können, dann muß diese Konferenz vor dem Parteitage abgehalten werden, wenn sie ihren Zweck nicht ganz verfehlen soll. Frankfurt a. IN. Der Parteitag verurteitt auf das entschiedenst«, die früher bewährte und sieggekrdnte, auf dem Klassenkampf be- ruhend« Taktik in dem Sinne zu ändern, daß an Stelle der Er- oberung der politischen Macht durch Ueberwindung unserer Gegner eine Politik des Entgegenkommens an die jetzt bestehende Ordnung der Dinge tritt. Die Folge einer derarttgen Taktik der Partei wäre, daß aus ihr eine Partei würde, die sich mit der Neuformierung der bürgerlichen Gefellschaft begnügt, während sie im Sinn« ihrer Gründer und ihres ursprünglichen und bewährten Programms auf die möglichst rasche Umwandlung der bestehenden bürgerlichen Gesellschaftsordnung in eine sozialistische hinarbeiten soll. Der Parteitag ist der Ueberzeugung, daß die Klassengegensätze sich nicht abschwächen, sondern sich stetig verschärfen, und erklärt: daß die Partei die Verantwortlichkeit ablehnt für die auf der kapitalistischen Produktionsweise beruhenden politischen und wlrt- schaftlichen Zustände: daß die Partei deshalb«inen Anteil an der Regierungsgewalt der bürgerlichen Gesellschaft nicht voraussetzungslos erstreben kann: daß Presse und Allst' ärungsvrgane der Partei auf die vorhandenen und stets wachsenden Klassengegensätze hinzuweisen haben, um den Kampfesgeist der breiten Schichten der werktätigen Bevölkerung zu stärken. Berlin. Die seit der Umwälzung des November 1918 verflösse- nen sieben Jahre haben den Wert der Zusammenarbeit von Mann und Frau im Parlament bewiesen und damit die Berechtigung des jahrzehntelangen Kampfes der Sozialdemokratie für das aktive und passive Wahlrecht der Frauen bekräftigt. Der am 2. August tagende Parteitag des Bezirksverbandes Beilin bedauert deshalb, daß bei der Ausstellung der Kandidaten zum Reichs- tag und zu den Gemeindeparlamcnten dieser Tatsache nicht überoll Rechnung getragen zourde. Er fordert die Genossinnen auf, durch regste Mitarbeit im politischen Leben den Boden dafür zu schaffen, daß in Zukunft durch stärkeren Eintritt der Frauen in die parla- mentarische Tätigkeft die Interessen von Mann und Frau und damil des Lolksganzen gewahrt werden. Der Dezirksporteitag protestiert gegen die Aufrechterhaltung des K 14 der Beamlenabbauverordnung, der die verfassungsmäßige Gleichberechtigung der weiblichen Beamten und Angestellten aufhebt. Er ersucht den Parteivorstand und die Reichstagsfraktion, die Be- strebungen, die Ausnahmebestimmungen gegen weibliche Beamte auch für die Zukunft ausrechterhallen, als Bruch der Reichsverfassung zu brandmarken und ihnen auf dos energischste entgegenzuwirken. Der Bezirkstag fordert von der Partei, daß sie ihrem alten programmatischen Grundsatz„Gleiches Recht der Frauen auf Er- werbsarbett" theoretisch und praktisch energisch zum Durchbruch verHilst. Unsere Aufgabe als Kulturpartei liegt in der Förderung der Volkswohlfahrt wie der Bekämpfung aller Voltsschäden, unter denen der Alkoholismus in Deutschland mit an erster Stelle steht. Es ist eine der sozialen Aufgaben der Frauen, ihren Einfluß gegen das verheerende Dolksgift einzusetzen und deshalb Aufgabe aller Der- antwortlichen, alle Kräfte einzusetzen, um den Alkoholismus zum Wohle des arbeitenden Volkes zu bekämpfen. Bremen. Die Parteiversammluna mißbilligt die Art der Vor- bereitung zur Präsidentenwahl durch den Parteivorstand, besonders die Nichtbefragung der Parteigenossen durch Versamm- lung oder einen Parteitag für den zweiten Wahlgang. Bremen. Die Parteiversammlung hält die e r st e Stellung des Parteivorstandes im Sachfenkonslikt nicht für geeignet, die Partei zu fördern. München. Der Parteitag wolle beschließen, nachdem die Reichs- rcgierung die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens bis heute nicht vollzogen hat, wird der Parteitag beauftragt, unverzüglich mit dem ADGB. und den übrigen Spitzenorganisationen der Lnge- stellten und Beamten die Schritte einzuleiten, um über die Frage des Achtstundentages den Volksentscheid herbeizuführen. München. Der Parteitag wolle beschließen: In Anbetracht der gegenwärtigen und bereits stattgefundenen Verhandlungen im Reichstag über Aufwertung, Steuer, Schutzzölle usw. soll, um dem gesamten Volte Aufklärung über da» Arbeiten und Dirken der So- zialdemokratischen Fraktion im Gegensatz zu den Deutschnationalen zu geben, ein ausführliches Flugblatt vom Parteivorstand heraus- gegeben werden. Ganz besonders soll dabei aus das Verhalten des neuen Reichspräsidenten in diesen wichtigen Fragen hingewiesen, und das GeHall desselben im Gegensatz zu Friedrich Ebert nicht vergessen werden. München. Die Wahrung und Förderung der polstischen und wirtschaftlichen Interessen der deutschen Arbellnehmer, sowell sie sich zur sozialistischen Wellanschauung bekennen, ist vordringlichste Aufgabe der Sozialdemokratischen Partei und der freien Gewerkschaften. Das Ziel, die Umwandlung des kapitalistischen Wirtschaftssystems in das sozialistische und damit die Befreiung der Arbeiterklasse von Unterdrückung und Ausbeutung, kann nur mit Hilfe machtvoller Organisationen erreicht werden. Deshalb ist der Ausbau und die Stärkung derselben erstes Gebot für jeden klassenbewußten Arbeit- nehmer. Diese Stärkung wird jedoch zurzeit vielfach ungünstig be- einflußt durch die vielen Uebcrorganisationen, die für verschiedene Zwecke in den letzten Iahren innerhalb der modernen Arbeiterbe- wegung entstanden sind. Der Parteitag beaustragt deshalb den Parteivorstand, alsbald mit den Spitzen der verschiedenen Ueberorganisationen in Verbin- dung zu treten, um eine bessere Einheitlichkeit der gesamten modernen Arbellerbewegung herbeizuführen und womöglich alle überflüssigen Ueberorganisationen aus das für die Arbeitnebmer erträgliche Maß zurückzuführen und damit die eigentliche Schlagkraft der Arbeit- nehmerschast für ihren obersten Zweck zu stär.ken. llnterbezirk Nordhausen. Der Parteitag beschließt, den Partei- vorstand zu beauftragen, die Gesetze über Unfall- und Invaliden- Versicherung, sowie die Gesetze für Mutterschutz und Säuglingsfür- sorge mit kurzen Kommentaren in Broschürenform in Kürze heraus- zugeben. Fum(drganisationsftatut. Gera-Reuß. Der Parteivorstand wird beauftragt, mit dem Parteiausschuß das Statut einer Nachprüfung zu unterziehen, in dem Sinne, daß die Grundsätze der inneren Parteidemokratie weitgehender als bisher berücksichtigt werden. Bezirk Franken. Zur Partei darf nur aufgenommen werden, wer nicht Mitglied eines Veteranen- oder Kriegervcreins ist. Eylhra. Sllle bei uns organisierten Mitglieder dürfen keinen bürgerlichen Vereinen angehören. Dortmund-West. Mitglieder der Partei dürfen nicht auch zugleich Mitglieder eines Kriegervereins oder sonst eine» politischen. Vereins sein. Hamburg. Der Parteitag möge beschließen, daß alle Orts- verein« mit Energie dafür zu wirken haben, daß alle Parteimit- glieder gleichzeitig auch Mitglieder der Konsumgenossenschast werden. Altenburg-Kauerndorf. Die parteigenössilchen Reichs-, Staats- und Gemcindebeamten sind von aslen Parteiinstanzen zum Beitritt in eine freigewerkschaftliche Berufsorganisation anzuhalten. Partei- genössische Reichs-, Staats- und Gemetndebeamte in führenden Partei st ellungen müssen unbedingt freigewerk- schastlich organisiert sein. Chemnitz. Alle Arbeiter, Angestellten und Beamten, welche Mit- gsted der Partei sind, haben die Verpflichtung, sich einer frei- gewerkschaftlichen Organisation anzuschließen, sofern solche für ihren Beruf gebildet sind. Als freigewerkschoftliche Orgaal- sationen kommen nur solche Gewerkschaften in Betracht, die dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Allgemeinen Angestelltcnbnnd und dem Allgemeinen Deutschen Bcamtenbund an- geschlossen sind. Die Parteioersammlung des IS. Unterbezirks erwartet vom Parteitag in Heidelberg, daß er in dieser Frage eine klare Eni- scheidung fällt. Bezirk Berlin. Parteigenossen, die als Lohn- und Gehalts- empfänger arbeiten(alle Arbeitnehmer), müssen Mitglied einer freien Gewerkschaft sein. Bautzen. Der Parteitag wolle beschließen, daß die Beamten. die der SPD. angehören, sich freigewerkschafUj.ch organisieren. Oldenburg. Der Parteitag wolle beschließen, Z 3 des Organisationsstatuts zu ändern durch Hinzufügung des Satzes:„Den Unterbezirken kann seitens des Bezirksverbandes eine gewisse finanzielle Selbständigkeit durch Gewährung eines bestimmten Anteils an den eingehenden Beiträgen zur Förderung der Agitation eingeräumt werden."(Hinter„in Unterbezirke zusammengeiegl werden können") Bezirk Franken. Das Organisationsstawt der Partei soll dahin abgeändert werden, daß für die Behörden keine Möglichkeit besteht, den§ 1 des Dereinsgesetzcs auf die Orisvercine der Partei onzu- wenden. Anstatt.Ortsverein" soll es künftig„Ortsgruppe" heißen. Rheinhausen. Die Bezirks- und Unterbezirkssekretpre ber Partei haben sich auf ihr Tätigkeitsgebiet zu beschränken. In den Fällen, wo sie Inhaber von parlamentarischen Mandaten sind. müssen sie für Ersatz sorgen. Emden. Parteivorstand upd Bezirksvorstand haben in schärferer Weise wie bisher darauf zu achten, daß die Häufung öffentlicher Aemter bei Genossen, insbesondere bei Parlamentariern, vermieden wird. Hägen-Schwelm. Der Parteitag möge beschließen, daß im Parteistatut festgelegt wird, daß in Zukunft die Aufstellung des Reichspräfidentenkandidaten nur auf einem Parteitag zu erfolgen hat. Aachen. Das Eintrittsgeld, das voll den Bezirken verbleibt, beträgt mindestens die Höhe von zwei Wochcnbeiträgen. Bezirk Riederrhein. Das Eintrittsgeld für Männer und Frauen ist gleichmäßig auf 9,39 M. festzusetzen. Köln. Der ss 7 des Organifalionsstatuts erhält folgende Fassung: Das Eintrittsgeld, das voll den Bezirken verbleibt, beträgt für männliche Mitglieder 39 Pf., für weibliche 23 Pf. Göppingen. Die Höhe des Eintrittsgeldes, das voll den Be- zirken verbleibt, wird von den Bezirksvorständen festgesetzt. Hanau. Die Mitgliederversammlung der Sozialdemokratischen Partei Hanau beantragt: Der Parteitag möge beschließen, in länd- lichen Gegenden mit besonders geringen Löhnen ist der Parteibeitrag auf die Hälfte des jeweils geltenden Beitrages herabzusetzen. Hemelingen. Der Parteitag wolle beschließen: Der monatliche Beitrag wird von den Bezirken festgesetzt, derselbe muh den Stunden- löhnen in den Unterbezirkcn angepaßt sein. Varkelvorstand. 8 8 letzter Absaß soll lauten: Zur Deckung der Werbeunkosten zentraler Einrichtungen- hoben alle Partei- Unternehmungen geschäftlicher Art einen monatlich an die Partei- kass« abzuführenden Werbebeitrag zu leisten, dessen Höhe jährlich vom Parteivorstand festgesetzt wird. Barteivorfland. Den,§. 8 zweiter Absatz ist anzufügen:„wovon 19 Pf. pro Marke und Mitglied an die Parteikasse abzuführen sind Käslin. Im Organisationsstatut der SPD. ist im 5 8 hinter Absatz 3 folgender Satz einzufügen:„Erwerbslose sind während der Zeit ihrer Erwerbslosigkeit voin Beitrag befreit." Hannover. Stettin. Magdeburg, Bezirk Franken, Göppi-men. Bezirk Württemberg. Das Geschäftsjahr der Sozialdemokratie, en Partei Deutschlands beginnt und endet mit dem Kalenderjahr. Hagen. Die Wabl der Delegierten zum Parteitag hat durch ll r w a h l zu erfolgen. Frankfurt n. Main. Die Delegierten zu den Kongressen der Internationale sind künftig in jedem Bezirk durch Urwahlen zu wählen. Groß-teipzig. Es wird beantragt, den 8 22 des Parteistatuts in der Weife zu andern, daß anstatt auf 19 909 weibliche Mit- glieder auf 3999 ücrauen eines Bezirks ein weibliches Mitglied In den Parteiausschuß gewählt wird. Bezirk Riederrhein Der Parteivorstand wird verpflichtet, vom Beginn des neuen Geschäftsjahres ob für olle Bezirke und Orts» vereine einheitliche Abrechnungsformulare. Kassenbücher, Bericht»« formidare über Organffatton und Agitation und sonstiges Ber waltungsmaterial herauszugeben und Ortsvereine und Bezirte zu Derpflichten, dieses Material zu benußen. Grünstadt. Zu§ 28. Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei, welche fich in einer monarchistisch- patr.- nationalen Sport organisation als Mitglied befinden, oder sich betätigen und dieses ganz besonders an Orten, wo Gelegenheit gegeben ist, sich in einer eigenen Standesorganisation des Sportes betätigen zu können, fchließen sich aus der Sozialdemokratischen Partei aus. Bei An nahme dieses Antrages ist sofort eine entsprechende Bestimmung in das Parteistatut einzusehen. Zwidau. Der Barteitag wolle beschließen: Sonderfonferenzen, Sonderveranstaltungen, wie sie von den 23 sächsischen Landtagsabge ordneten wiederholt abgehalten worden sind, find wegen ihrer parteischädigenden Wirkung( im Sinne des§ 28 des Organisations statuts) verboten. Koburg. Der Parteitag wolle beschließen, daß für gewisse wirt. schaftliche Motstandsgebiete, wie z. B. den Spielwarenbezirk NeustadtSonneberg, den Korbmacherbezirk Lichtenfels- Michelau, u. a. durch den Parteivorstand für die Dauer eines solchen Notstandes der Parteibeitrag auf die Hälfte ermäßigt wird. Für die in erträglichen Lohnverhältnissen sich befindlichen Mit glieder unserer Partei dieser Notstandsbezirke ist es selbstverständliche Pflicht, von dieser Bergünstigung feinen Gebrauch zu machen. Darmstadt. Der Parteitag wolle beschließen: Der Beschluß des Berliner Barteitages 1924, der jedes Mitglied verpflichtet, vierteljährlich eine internationale Marke zu 15 Pf. zu fleben, wird aufgehoben. Der Beitrag, den die Sozialdemokratische Partei Deutschlands an die Sozialistische Arbeiterinternationale abzuführen hat, wird wieder wie früher aus dem Beitragsanteil, der dem Partei. Dorftand aus den Bezirken zufließt, entnommen. Bezirk Hamburg- Nordwest, Unterbezirk Achim- Berden- Rofenburg. Zeven und Hemelingen. Der Parteitag wolle beschließen: Der monatliche Beitrag wird von den Bezirken festgesetzt, derselbe muß den Stundenlöhnen in den Unterbezirken angepaßt sein. St. Gangloff( Thüringen). Die Ortsgruppe St. Gangloff hält die Beiträge für zu hoch und ersucht den Parteitag, dieselben zu reduzieren. Die Tätigkeit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Hamburg. Parteileitung und Reichstagsfraktion find zu beauf. tragen, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln darauf hinzu mirken, daß das Washingtoner Abkommen über den achtstündigen Arbeitstag von Deutschland ratifiziert wird. Barteileitung und Reichstagsfraktion find zu beauftragen, unter allen Umständen dahin zu wirken, daß die Technische Nothilfe durch Gesetz aufgehoben wird. Breslau. Der Parteitag beauftragt die preußische Landtags frattion, gegen die vom preußischen Rabinett beschloffenen Kon fessionellen Lehrakademien Stellung zu nehmen. Wir vermissen die Berücksichtigung der Interessen der weltlichen Schulen und erblicken in der Neuordnung eine Verlegung der Reichs. verfassung, welche die weltliche Schule festlegt. Breslau. Der Parteitag beauftragt die Abgeordneten aller Landtage, besonders die preußische Landtagsfraktion, dafür zu for. gen, daß die notwendigen Ausführungsbestimmungen zum§ 137 der deutschen Reichsverfassung vom 11. August 1919 geschaffen wer den. Alle Verträge zwischen Religionsgemeinschaften jeder Art und den einzelnen Ländern müssen abgelehnt werden. Hamburg. Der Parteitag verlangt für die Lehrerbildung Reifeprüfung und ordentliches akademisches Studium. Er bekämpft jede fonfeffionelle Gestaltung der Lehrerbildung und fordert besonders die preußische Landtagsfrattion auf, mit aller Energie zu erhindern, daß in Preußen konfessionelle pädagogische Akademien errichtet werden. Hamburg. Der Parteitag fordert nach wie vor eine mindestens vierjährige Dauer der Grundschule. Da durch das neue GrundSchulgejez ein Uebertritt in die höhere Schule nach drei Jahren ermöglicht wird, so fordert der Parteitag die Parteigenossen in den Barlamenten und in den Schulverwaltungen auf, dafür zu wirken, daß dieser Uebertritt nach drei Jahren nur als Ausnahme zugelassen wird. Dieser Grundsaz muß auch bei den Bereinbarungen der Länder untereinander Geltung haben. Breslau. Der Parteitag wolle beschließen, die preußische Landtagsfraktion hat für die Aenderung des Feuerbestattungsgesetzes zu forgen, dergestalt, daß a)§ 3 Abs. 7 betreffende Mehrheitsverhältnisse Erleichterungen bringen hat, b)§ 6 beseitigt wird, zu behörde des Verbrennungsortes fallengelaffen wird. c)§ 7 Abs. 1 betreffend die Genehmigung der OrtspolizeiStolzenau. Die Reichstagsfrattion möge darauf hinwirken, daß durch Reichsgesetz in allen Schultlaffen die Reichsfarben in Bannerform zur Aufstellung fommen. Täglich vor Beginn des Unterrichts soll ihre Bedeutung den Schülern nahegebracht werden. Hamburg- Nordwest. Die Reichstagsfraktion ist zu ersuchen, mit allen Mitteln für eine baldige Beratung der von der Reichstagsfraktion bereits im April 1923 aufgestellten Richtlinien zur Bodenpolitik( Antrag Müller- Franten) einzutreten, die bislang durch den von eigennützigen Rücksichten diftierten Widerstand der Rechtsparteien nicht zur Verhandlung gekommen sind. Hamburg- Nordwest. Der Parteitag wolle beschließen, die Reichstagsfraktion zu beauftragen, im Reichstage den Antrag zu stellen, daß die Reichsregierung baldigst eine eingehende Statistit über die Verteilung und Nutzung des Grundeigentums im Deutschen Breslau. Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, dafür zu hinaus verlängert werden. Reiche vornehmen müsse. | stehenden Zwangsfartellen die Wünsche einzelner Arbettergrup nach Sicherung von Mindestpreisen für ihre Erzeugnisse unbedingt abzulehnen, da ihre Erfüllung die Gesamtheit der Arbeitertlaffe schädigen und letzten Endes nur Monopolprofiten einzelner Unternehmergruppen zugute tommen fann. Kaiserslautern. Für eine vollständige Amnestie aller politischen Gefangenen, sowie aller wegen Streifvergehens abgeurteilten ist einzutreten, soweit es sich um Abwehrfämpfe gegen die bei Aufgabe des Ruhrkampfes zutage getretene Willkür des Arbeitgebertums, gegen den Bruch von Tarifverträgen handelt und soweit ihre Bergehen im direkten Zusammenhang mit den gewerkschaftlichen Attionen standen oder besonderer Notlage entsprungen find. Zwidau. Der Parteitag beauftragt die Reichstagsfraktion, für die völlige Amnestierung der proletarischen politischen Gefangenen einzutreten. Kaiserslautern. Die beschleunigte Borlegung eines neuen Strafgesetzbuches ist zu verlangen und bei der Neugestaltung des Strafrechts ganz besonders für die Beseitigung der sogenannten Abtreibungsparagraphen einzutreten. Zwidau. Der Parteitag beauftragt die Reichstagsfraktion, mit größter Energie auf eine freiheitliche Neugestaltung des Strafgesetzbuches Einfluß zu nehmen, um insbesondere alle diejenigen Paragraphen auszumerzen, die die freie Willensbestimmung des Menschen über seinen Körper ausschalteten( Abtreibungsparagraphen usw.). Hannover. Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, die Gefängnisreform und Gefängnisfürsorge in Angriff zu nehmen. Hamburg. Im Interesse einer dem Willen des Volfes ent sprechenden Rechtspflege fordert die Sozialdemokratie die Möglichfeit, Richter abzusehen durch Organe, die dem Parlament verant wortlich sind Kaiserslautern. Alle Mittel für Reichswehr und Reichsmarine find abzulehnen und für die völlige Abschaffung der Reichsmarine einzutreten. Zwidau. Der Parteitag beschließt, daß die Reichstagsfraktion für die Abschaffung der Reichsmehr einzutreten und demgemäß alle Mittel für Reichswehr- und Reichsmarinezwecke abzulehnen hat. Frankfurt a. M. Die Reichstagsfraktion ist verpflichtet, solange die Reichswehr in ihrer heutigen Form besteht, den Etat des Reichswehrministeriums vollkommen abzulehnen. Es genügt nicht, den Etat des Ministers abzulehnen. Bezirk Thüringen. Der Etat der Reichswehr ist abzulehnen. Breslau. Die Reichstagsfraktion wird ersucht, den Haushalts. plan für Reichswehr und Reichsmarine abzulehnen. Frankfurt a. M. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands lehnt den Sicherheitspakt, wie er von dem Außenminister Stresemann geplant wird, ab und verlangt gemeinsam mit den Führern der englischen Arbeiterpartei die Durchführung des Genfer Battes, der alle Völker umschließt, nicht nur Frankreich und Deutschland. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands und alle Instanzen sind ver pflichtet, jeder Außenpolitif ihre Unterstügung zu versagen, die die effen einerseits, sich mit Frankreich oder dessen Verbündeten oder französischen andererseits gegen Rußland und Polen, in friegerische Unternehmungen verwidelt zu werden. Da in absehbarer Zeit die Verabschiedung des Reichsgeseßes gut forgen, daß die Wohnungswirtschaftsgesetze über den 30. Juni 1926 deutsche Republik in die Gefahr bringt, sei es für englische Inter Bekämpfung in ift, die den Landesregierungen breitesten Spielraum bei der Durch führung des Geseges läßt, wird der Parteivorstand ersucht, schon jetzt ein einheitliches Borgehen der Partei in den einzelnen Ländern vorzubereiten. Es find Richtlinien herauszugeben, nach denen die Genossen in Ländern, Städten und Gemeinden zu handeln haben. Nur so wird es möglich sein, die grundsätzliche Ablehnung der polizeilichen Reglementierung, Kasernierung und Bordellierung der Prostitution, die das Reichsgesez vorsieht, tatsächlich durchzuführen und zu ver hindern, daß reaktionäre Oberbeamte im Polizei- und Gesundheitswesen die sortschrittlichen Forderungen des Reichsgesetzes sabotieren. Hannover Stadt. Die Abgeordneten der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion werden ersucht, mit allen Mitteln darauf hinzuarbeiten, daß die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens über den Achtstundentag erfolgt. Bei etwaigen Widerständen der Regierung ist in Verbindung mit den Gewerkschaften der geplante Volksentscheid baldigit durchzuführen. Frankfurt a. M. Der Parteitag beauftragt die Reichstagsfrattion, fofort einen Gefeßesantrag einzubringen zweds gefeglicher Festlegung der Ferien für alle Arbeitnehmer. Richtschnur für diese gefegliche Regelung soll sein eine Feriendauer von mindestens 14 Tagen für alle Arbeitnehmer unter 30 Jahren und 3 Wochen für alle über 30 Jahre. Offenburg. Der Entwurf eines Arbeitsgerichtsgesehes ist auch in seiner neuen Fassung für die Partei und die gesamte Arbeit nehmerschaft unannehmbar. Seine Annahme würde die arbeitsrechtliche Rechtsprechung in die Hände von dafür in feiner Weise vorgebildeten Richtern legen, die noch dazu in ihrer großen Mehrzahl eine dem Grundgedanken unserer arbeitsrechtlichen Gejeßgebung ausgesprochen feindliche Haltung einnehmen. Die Durchführung des Entwurfes würde die für die Arbeitnehmerschaft günstigen Bestim mungen unseres Arbeitsrechts praktisch auf ablehbare Zeit außer Kraft jetzen. Die SPD. fordert darum die Beibehaltung und den Ausbau der kommunalen Arbeitsgerichte und ist entschlossen, den Regierungsentwurf aufs äußerste zu bekämpfen. Hamburg. Der Parteitag fordert die Parteifraktion des Reiches und die der Länder auf, mit allem Nachdruck dahin zu wirken, daß die verfassungsmäßige Gleichstellung. der Geschlechter überall aus. nahmslos verwirklicht werde. insbesondere die Ausnahmebestim. mungen gegen weibliche Angestellte und Beamte( siehe Artikel 14 der Reichspersonalabbauverordnung) verschwinden. Frankfurt a. M. Die Reichstagsfraktion ist zu beauftragen, binnen fürzester Frist eine entscheidende Erklärung der Reichsregie rung zu einem Arbeitsgefez zu verlangen. Ist die Regierung nicht bereit, bis zu einem bestimmten Termin einen die Arbeiterschaft zu friedenstellenden Gesezentwurf einzubringen, dann hat der ParteiDorstand unverzüglich alle Schritte in Gemeinschaft des Bundesvors standes des ADGB. zu unternehmen, um den Volksentscheid noch vor der in Aussicht stehenden drohenden Wirtschaftskrise durchzuführen. Hamburg. Angesichts der drohenden fulturellen Reaktion for dert der Parteitag vom Parteivorstand und der Reichstagsfraktion erhöhte Wachsamfeit und verstärkte Energie im Abwehrkampfe und ein positives Herausstellen der sozialistischen Kulturforderungen in einer großzügigen Agitation und in dem Einbringen entsprechender Anträge und Gefeßentwürfe in den Parlamenten. Rheinhausen. Der Parteitag fordert von Reichs- und Landtags fraktion, daß die loyale Stellung gegenüber den bürgerlichen Bar teien aufgegeben wird und an deren Stelle eine zielbewußte Politit, fußend auf dem Boden des alten traditionellen Klassentampfes tritt. Altenburg i. Thür. Der Parteitag wolle beschließen: Es wird den sozialdemokratischen Fraktionen des Reichstages und des bayerischen Landtages zur Pflicht gemacht, alle Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, das verfassungswidrige und kulturschädigende bayerische Kontordat aufzuheben. Der Parteitag beauftragt die Reichstagsfraktion, energisch dafür einzutreten, daß das versprochene Reichsschulgesetz nunmehr endlich zur Erledigung fommt, damit die bestehenden weltlichen Schulen die notwendige gesetzliche Grundlage erhalten und die Möglichkeit ihres großzügigen Ausbaues, ihrer Erweiterung nach dem Wunsche zahlloser Parteigenossen geschaffen wird. Bei der Gestaltung des Gefeßes ist vor allem darauf zu achten, daß 1. in den weltlichen Schulen auf keinen Fall fonfessioneller Religionsunterricht erteilt werden darf, 2. daß Lehrer oder Lehrerinnen, welche erwiesenermaßen nicht auf dem Boden der weltlichen Schule stehen, an solchen Schulen nicht unterrichten dürfen, 3. gemäß dem Görliger Parteiprogramm, in Ermangelung eines offiziellen Brogramms der Gesamtpartei, hat die Partei die Gemeinschaftsschule, die Bekenntnisschule und die Weltanschauungsschule entschieden abzulehnen. Der Reichstagsfraftion wird empfohlen, dem Gesezentwurf betr. weltliche Schulen, der vom Bunde der Freien Schulgesellschaften beim Ministerium des Innern eingereicht wurde und der Fraktion ficherlich befannt ist, zuzuftimmen. Breslau. Die Fraktionen in Reich und Ländern werden be. auftragt, dafür zu sorgen, daß die Erträgnisse aus der Hauszinssteuer nicht zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs, sondern ausschließlich für die Neubautätigkeit verwendet werden. Berlin. Der Bezirtstag hat von dem neuesten Angriff der arbeiterfeindlichen Parteien auf die wirtschaftliche und sittliche Lebens: haltung der Arbeiterschaft durch maßlose Erhöhung der Miete und stärkeren Abbau der Zwangswirtschaft im Wohnungswesen mit Empörung Kenntnis genommen. Er ist sich bewußt, daß die Sozialdemokratische Partei die Führerin im Kampfe gegen diese erneute Bewucherung der lebendigen Arbeitskraft der Arbeitnehmer ist. Er ersucht daher den Bezirkstag, folgenden Antrag an den Parteitag zu beschließen: 1. Die Reichstagsfraktion aufzufordern, unter Ausnutzung der ganzen Macht einer 8- Millionen- Partei den Kampf gegen Woh nungswucher und Wohnungsetend, gegen Wohnungslosigkeit und für eine soziale Wohnungspolitik zu führen.. 2. Den Parteivorstand aufzufordern, dafür Sorge zu tragen, daß auch die parteigenössischen Fraktionen in den Ländern und Bemeinden sich geschlossen dieser Parole fügen, und zu diesem 3wede dafür Sorge tragen, daß in allen Parteibezirken, insbe sondere in den großen Städten, die Mieterbewegung tatkräftig unterſtügt wird, erforderlichenfalls durch Schaffung von partei genössischen Mieterausschüssen nach dem Vorbilde des Groß- Berliner Bezirks. Hannover. Der Parteitag beauftragt die Reichstagsfraktion als auch die Fraktionen der Länder, mit aller Entschiedenheit dagegen einzuschreiten, daß die Mieterschußgesetzgebung in irgend ciner Beziehung gelockert wird, noch Mietbeträge auf Grund des Reichsmietengesetzes zugesichert werden, die nicht dazu dienen, die Verwaltung des Hauses zu gewährleisten, sondern den Eigentümern eine ungemollte Rente zuzusprechen. Der Parteitag beauftragt ferner die Reichstagsfraktion, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dafür einzutreten, daß der Artikel 155 der Reichsverfas sung in der Weise berücksichtigt wird, daß endlich eine den sozialen Berhältnissen gerecht werdende Wohnungswirtschaft geschaffen wird, die spätestens zu dem Zeitpunkt in Kraft zu treten hat, an dem tie Mieterschutzgesetzgebung infolge Befristung automatisch außer Kraft tritt. Ferner richtet der Parteitag an die Bertreter des wesen ihre besondere Beachtung zu schenken. Insbesondere erReiches, der Länder und Gemeinden das Ersuchen, dem Siedlungswartet der Parteitag, daß der Verschleuderung von Grundeigen tum dadurch vorgebeugt wird, daß das Erbbaurecht den Vorrang genießt vor allen denjenigen Verkäufen von Grundeigentum, welches der Bebauung freigegeben ist. Erforderlichenfalls hat die Reichs tagsfraktion, gegebenenfalls haben die Frattionen der einzelnen zuständig sein sollte, auf dem Wege der Landesgefeßgebung alles Länder dafür einzutreten, daß, soweit die Reichsgefeggebung nicht gefchicht, der Berschleuderung des deutschen Grundbefizes entgegen. zuwirken. Die Bertreter der Gemeinden fordert der Barteltag auf, Mittel zur Verfügung zu stellen, die einmal zur Behebung der alles Denkbare zu unternehmen, um in der Wohnungsfrage die Wohnungsnot, andererseits aber auch zur rationellen Bauweise erforderlich find. und Durchführung eines großzügigen Wohnungsbauprogramms geben, soweit es in ihrer Macht steht, für den gesetzlich festgelegten Hannover. Unseren Reichstagsabgeordneten wird anheimgeMieterschuh noch mehr als bisher einzutreten; denn die Anzeichen beginnen sich zu mehren, daß der Rechtskurs alles daran sezt, die Bestimmungen der Wohnungsmangelverordnungen, der Zwangswirtschaft, die zum Schuße der Mieter dienten, bis zur Bedeutungslofigkeit zu lockern, das Kündigungsrecht noch vor Ablauf des Jahres 1925 wieder einzuführen. Um ihre Hausrechte wiederzugeminnen, merden die Hausagrarier nichts unversucht lassen, den wenigen Schuß für die Mieter ganz zu beseitigen. Sulingen. Die Reichstagsfraktion soll darauf hinwirken, daß so schnell wie möglich ein Gesetz geschaffen wird, nach dem Staat und Großgrundbesig, gleichmäßig verteilt, soviel Holz unentgeltlich abzugeben haben, als zum Wohnungsbau der minderbemittelten Bevölkerung nötig ist. Bad Salzungen. Der Reichsparteitag beauftragt die Reichstags. frattion: Mit allen möglichen Mitteln ist ein Reichstagsbeschluß zur Aufhebung des Impfzwanges herbeizuführen. Der Reichsparteitag stellt sich auf den Standpunkt, daß der Impfzwang einem Gewissenszwang gleichkommt und dieserhalb die Aufhebung des Impfzwanges herbeigeführt werden muß. Baußen. Um die Zahl der Reichstagsabgeordneten zu vermin. dern, ist die notwendige Stimmenzahl auf 80.000 zu erhöhen; für die Parlamente der einzelnen Länder ist die Zahl der Abgeordneten um ein Drittel zu vermindern. Entsprechende Anträge sind in den einzelnen Barlamenten einzubringen. Breslau Der. Parteitag fordert die Reichstagsfraktion auf, in der Stellungnahme zur Handelsvertragspolitik und auch zu den betution eine verabscheuungswürdige Kulturschande, die einen Teil der Groß- Leipzig. Wir sozialistischen Frauen sehen in der Profli Frauen der niedrigsten Sklaverei und der Ausbeutung ausliefert. heitsschädlichen Folgen kann nur durch Ueberwindung des kapitali Die gewerbsmäßige Unzucht mit ihren demoralisierenden und gesundstischen Systems im sozialistischen Sinne und durch eine Erziehung der Jugend im Gedanken höherer Menschenachtung beseitigt werden. Inzwischen erwarten wir tatkräftiges Eintreten aller Genossen in den schärfsten Kampf gegen die Kasernierung der Prostituierten und die einseitige Reglementierung, die wir ersetzt wissen wollen durch wirkungsvolle, für beide Geschlechter geltende gejegliche Maßnahmen gegen die Geschlechtsfrankheiten. örtlichen Wohlfahrtspolizei eine Abteilung weiblicher Beamten ange Zur Bekämpfung der Prostitution schlagen wir vor, daß jeder gliedert wird, die die ersten Hilfsmaßnahmen für die füttlich Gefähr beten übernimmt. In England und Amerika besteht bereits seit langem eine derartige Einrichtung, wobei die Beamtinnen sich durch Tattgefühl und Verständnis für ihre schwierige Aufgabe die volle Anerkennung der Behörden und des Publikums erworben haben. Remscheid- Cennepp. Die von der Partei geübte Bündnis.. politif mit den Parteien der Weimarer Koalition, ohne die notwendige Rücksicht auf den eigenen Charakter der Partei als Klassenfampforganisation, hat sich bisher immer mehr als ein großer poli tischer Fehler erwiesen. Die daraus entsprungene rückhaltlose Unterftügung der Reichspräsidentschaftskandidatur Marg war für die Mitgliedschaft eine derartige Belastung, daß die Werbekraft stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Niederlage im Wahlkampf trop sein, uns auf unsere ureigensten Klasseninteressen zu befinnen. unserer größten Anstrengungen soll für uns die ernste Mahnung Die Mitgliedschaft des Unterbezirts verlangt, daß die Politit der Bartei fich ausschließlich und eindeutig nach den berechtigten sozialen Interessen der Arbeiterschaft orientiert, in der Erkenntnis, daß das proletarische Klasseninteresse die Kraftquelle unserer Organisation und die Auslösung dieser Kräfte die Voraussetzung jedes weiteren Aufstiegs und politischen Erfolges ift. Die Befreiung der Arbeiterklasse Don politischer Reaktion und fapitalistischer Ausbeutung tann auch in der deutschen Republik nur durch die Sozialdemokraten allein erreicht werden! Chemnik. Der Parteitag beauftragt die Reichstagsfraktion, ein geordneten bzw. Ministerfunktion und der Funktion als Aufsichtsrat Reichsgesetz zu beantragen, das die gleichzeitige Ausübung von Abin privatkapitalistischen Unternehmungen aller Art für unvereinbar erklärt und deshalb grundsätzlich verbietet. mit aller Energie die sofortige Ratification des Washingtoner AbChemnih. Der Parteitag beauftragt die Reichstagsfraktion, ab, so wird die Partei im Verein mit den Gewerkschaften einen tommens zu betreiben. Lehnen Regierung und Reichstagsmehrheit Boltsentscheid herbeiführen. Mitteln für eine baldige Beratung der von der Reichstagsfraktion Hannover. 1. Die Reichstagsfraktion ist zu ersuchen, mit allen ( Antrag Müller- Franken) einzutreten, die bislang durch den von bereits im April 1923 aufgestellten Richtlinien zur Bodenpolitik eigennüßigen Rücksichten diftierten Widerstand der Rechtsparteien Länder darauf hinzuwirken, daß nicht zur Berhandlung gekommen sind. 2. Die Bertreter der Partei haben in den Parlamenten aller a) die verheirateten Landarbeiter auf den staatlichen Domänen, Arbeitsverhältnis eine Arbeiterstelle in Erbpacht bzw. Erbbaurecht die 10 Jahre als Landarbeiter tätig gewesen sind, unabhängig vom oder als Reichsheimstätte( RHG. vom 10. Mai 1920 S. 962) erhalten, die ihnen die Kuhhaltung ermöglicht. RGBL. -Wirtschaftsräumen auf den ihnen überlassenen Stellen durch staatb) den vorgenannten Landarbeitern der Bau von Wohn- und Verzinjung erleichtert wird. liche Tilgungsdarlehen bis zu 90 Proz. des Bauwertes gegen mäßige tag ein Reichsgesetz zu beantragen, wonach 3. Die Reichstagsfraktion der SPD. ist zu ersuchen, im Reichsa) den Landarbeitern, die in Betrieben von mehr als 20 Heftar Erwerb einer Arbeiterstelle, unabhängig vom Arbeitsverhältnis, in länger als 10 Jahre tätig gewesen sind, einen Rechtsanspruch auf Erbpact bzw. Erbbaurecht oder als Reichsheimstätte( RHG. vom 20. Mai 1920 Haltung einer Stuh ermöglicht. RGBI. S. 962) verliehen wird, die ihnen die b) Der Bau von Wohn- und Wirtschaftsrämen auf den vorDarlehen aus den Erträgen der nach der dritten Steuernotverordnung genannten Stellen durch die Gewährung von ausreichenden Bauzu erhebenden besonderen Abgabe zum Ausgleich der Geldentwertung( in Preußen Hauszinssteuer) bis zu 90 roz. des Bauwertes gegen mäßige Berzinsung erleichtert wird. 4. Die Reichstagsfraktion ist zu beauftragen, im Reichstage ben Statistit über die Berteilung und Nugung des Grundeigentums im Antrag zu stellen, daß die Reichsregierung baldigft eine eingehende Deutschen Reiche vornehmen müsse. München. Die Sozialdemokratische Bartel häft feft an berlehen berfaffen werben, jeboch mur gegen eine Berginfung und Gegnerschaft gegen die Rafernierung der Prostituierten und begrüßt, Amortisation von je 5 Brog daß der neue Strafgefeßentwurf die Bordellierung strafrechtlich erfaßt. München. Der Parteitag molle beschließen: Der Antrag der Sozialdemokratischen Frattion des Reichstages zu§§ 218 und 219 ist unbeschadet der kommenden Strafrechtsreform zur gefeßlichen Wirksamkeit zu bringen. München. Die verschiedenen großen und Heinen Prozesse, welche in letzter Beit unter der Anklage, Berbrechen wider das feimende Leben, basierend auf§§ 218 und 219 des Reichsstrafgesetz buches durchgeführt wurden, haben in der Urteilssprechung die Härten dieser Baragraphen wieder flar bewiesen. Die Angeklagten maren meistens Angehörige der unteren Boltsschichten. Der Sozialdemokratie als Vertreterin des schaffenden Volkes erwächst hiermit die Aufgabe, die Ungeheuerlichkeiten dieser Gesetzespara. graphen zu beseitigen. Der Parteitag beauftragt deshalb die Reichs. tagsfraktion erneut, im Reichstag auf Beseitigung der Härten dieser Baragraphen zu bringen und nichts unversucht zu lassen, bei der fommenden Neugestaltung dieser Gesezesparagraphen diese ungeheuren Härten aus dem Gesetze zu streichen. München. Die gesetzliche Regelung der Ausführungsbestimmungen des§ 48 der Reichsverfassung steht bis heute noch aus. Die jetzige Reichsregierung, in welcher die Deutschnationalen tonanaebend find, birgt eine ungeheure Gefahr in sich, bei einer eventuelen Handhabung des§ 48 der Reichsverfassung ohne gesetzliche Ausführungsbestimmungen. Der Parteitag der SPD. wolle deshalb zu beauftragen, baldmöglichst dem Reichstag eine Gesegesvorlage au unterbreiten, in der die Ausführungsbestimmungen flar festzulegen sind. Schleswig. Der Anschluß Groß- Desterreichs an Deutschland ist mit allen Mitteln zu erstreben. Schleswig. Heruntersehung der Altersgrenze auf 60 Jahre, Ausbau einer vernünftigen Erwerbslosenversicherung. Schleswig. Die Beseitigung der Baragraphen 218 und 219 ift mit aller Macht zu erstreben. St. Gangloff( Thüringen). Der Reichsparteitag wird beauftragt, darauf hin zu wirken, daß die Mietsteuer für Arbeiter, Beamte und Gewerbetreibenden genau in derselben Weise wie für die Landwirtschaft ermäßigt wird. Der Parteitag der SPD. erkennt die Unmöglichkeit, auf dem bisherigen Wege dem Recht zum Siege zu verhelfen, weil im jezigen Barlament die Parteien in der Mehrzahl vertreten sind, welche die Beraubung des Bolfes entweder direkt begünstigt oder gedeckt haben. Auch in einem späteren Reichstag wird das nicht viel anders lein, denn die volksfeindlichen Parteien marden es abermals verstehen, durch allerlei Betrugsmanöver, durch Verwendung von monarchisti fchen, nationalen und religiösen Aushängeschildern Millionen von Dummen einzufangen. Als einzig aussichtsreichen Weg sehen wir daher den Volksentscheid oder das Voltsbegehren an, weil hierbei die vorerwähnten Momente nicht zur Irreführung benutzt werden fönnen. Wir verlangen die Generalabrechnung mit Kriegs- und Snflationsgewinnlern. In einer Zeit, in der Millionen von Bolts genossen Gut, Blut und Leben fürs Vaterland eingesetzt haben, darf es teine Menschen geben, die ihr Vermögen ins Ungeheure vermehrten und als Belohnung für ihre Strupellosigkeit heute aufgefor: dert werden, sich weiter zu bereichern, damit neues Rapital gebildet wird. Wenn aus volkswirtschaftlichen Gründen Kapitalneubildung stattfinden muß, so soll es gemeinnügiges Kapital sein, das nicht der Ausbeutung, sondern dem Boltsganzen dient und das durch die Art feiner Verwendung nicht wieder neue imperialistische Katastrophen heraufbeschwört. Wir verlangen: 1. Beibehaltung der Wohnungszwangswirtschaft bis zum 1. Januar 1935 unter Begrenzung der Miete auf Vorkriegshöhe und an Stelle der Mietzinssteuer die Belastung sämtlicher Miethausgrund stücke mit einer Reichshypothet i Höhe von 50 Broz. des Wertes nom 1. Januar 1914 bei einer Verzinsung von 6 roz. 2. Aller Landbesig über 1000 Morgen, der sich in den Händen einer Familie befindet, wird von Reichs wegen enteignet. Die prozentual auf die abgetretenen Geländeteile entfallende hypothetarische Belastung wird vom Reich übernommen, soweit sie vor dem 1. Ja muar 1926 eingetragen war. Für den übrigen Boden Annahme des Bodenreformgefehentwurfes des Bundes Deutscher Bodenreformer und Durchführung des sozialdemokratischen Agrarprogramms, beschleunigte und preiswerte Beschaffung von Siedfungsland, verbesserter Pachtschutz, Eindämmung der BodenspetuTation, Grundwertsteuer nach dem nackten Bodenwert mit Staffelung wie in Anhalt, Schonung der fieinen und mittleren Befizer, scharfe Erfassung des Großgrundbesizes. Einziehung aller Schlösser und größeren Landhäuser, someit sich mehr als eins im Besige einer Familie befindet. Ueberweisung derselben an die Träger der deuthen Sozialversicherung zur Errichtung von Kinder- Erholungs- und Wöchnerinnenheimen. Für Preußen außerdem Einziehung des gesamten Hohenzollernbefizes einschließlich des Lehens Dels und Zahlung einer mäßigen Rente bis zum Ableben der heute lebenden Hohenzollern. 3. Alle von industriellen Werten, Banten, Bersicherungs- und enderen Gesellschaften durch Geldentwertung gemachten Gewinne werden für das Reich; erfaßt. Von dem gesamten Wert aller Aftien gesellschaften werden 25 Broz. dem Reiche durch Aushändigung von neuen Aktien übertragen, die mit den älteren gleichwertig sind. Bei allen Neugründungen und Kapitalvermehrungen sind dem Reiche 25 Broz. zum Kaufe anzubieten einschließlich aller Borzugsaltien. Sinngemäß gleichartige Bestimmungen für Kommanditgesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Einzelfirmen mit größerem Kapital usw. Erforderlichenfalls 3wang zur Körperschaftsbildung. Bermögensabgabe. Alle Personen, welche nach Durchführung obiger Maßnahmen noch über ein Vermögen von mehr als 30 000 Goldmart perfügen, reichen eine genaue Aufstellung ihres gesamten Vermögens ein, in der restlos alle Vermögensteile aufzuführen sind. Im Auslande angelegtes Bermögen und der gesamte Bean ausländischen Effekten. Wertpapieren und Geldern sind getrennt aufzuführen. Auf Berlangen müssen alle Gegenstände zum selbst eingeschäßten Werte abgegeben werden. Da die Mehrheit des deutschen Volkes ungeheure Opfer gebracht hat und weiter bringt, sollen diejenigen, die verhältnismäßig gunstig abgeschnitten haben, durch eine Ausgleichsabgabe herangezogen werden. Die Bermögensteile bis zu 40 000 Goldmart bleiben abgabefrei. Bon dem überschießenden Teil verbleibt dem Besizer ein bestimmter Hundertjazz des am 1. Januar 1914 versteuerten Vermögens. Als solches werden auch die Vermögensteile behandelt, die seit diesem Zage ererbt werden. vom Erblasser aber am 1. Januar 1914 der= Steuert worden sind, wenn dieselben zur Erbschaftssteuer angemeldet waren. Von dem Bermögensteil von 40 000 bis 200 000 Goldmark verbleiben dem Besizer 50 Proz. des am 1. Januar 1914 versteuerien Bermögens. Bon dem Vermögensteil von 200 000 bis 1 000 000 Goldmart verbleiben dem Besizer 10 Proz. des am 1. Januar 1914 versteuerten Bermögens. Bersonen, die am 1. Januar 1914 mehr als 1000 000 Mart verfreuerten, behalten 20 Broz. des damals versteuerten Betrages. Der überschießende Teil muß innerhalb eines Jahres an das Reich abgeführt werden. Können Vermögensteile, die auf Grund dieses Gesezes abzuliefern sind, zur Weiterführung eines Gewerbes oder Berufes nicht entbehrt werden, so verbleiben sie dem bisherigen Gigentümer auf Antrag und nach Prüfung als ein Darlehen des Reiches. das mit 3 Proz. zu verzinsen und mit 2 Proz. zu amorti fieren ist. Nach dem Tode des Schuldners kann die Restsumme den Erben nötigenfalls zur Weiterführung eines Betriebes ais Dar Hamburg. Unter Finanzen und Steuern im BartelprogrammEntwurf ist einzufügen der Absatz: Möglichste Vereinfachung und Beschleunigung des Einziehungsund Veranlagungsverfahrens. verfassung paritätische Mitwirkung der Arbeitnehmer bei ben Die Sozialdemokratie verlangt auf Grund§ 165 der Reichs. Handelskammern, Gewerbe- und Industriekammern sowie Landwirtschaftskammern. Die Sozialdemokratie verlangt, daß die Schulzeit der Jugendlichen( Berufsschule) in die Arbeitszeit verlegt wird und vom Arbeit. geber beim Lohn nicht abgezogen werden darf. Abschnitt Kultur- und Schulpolitik: Förderung der freien Jugendbewegung. Absaz 7 ist„ Genossenschaften" einzufügen. * Berwaltung: Ist zu setzen statt Initiative Boltsbeget" Justiz: Zusatz nach ehelichen„ Dor allem im Erbrecht". Nach Todesstrafe" ist einzufügen: Wohlfahrtspflege und Sozialversicherung Die öffentliche Wohlfahrtspflege wird mit Erwerbslofenfürsorge, Kriegsopferversorgung und der zu vereinheitlichenden Sozialversiche rung zufammengefaßt. Alle Personen mit weniger als 3000 Goldmark Jahreseinkommen zahlen an Stelle der bisherigen Einkommensteuer und der Kranken-, Invaliden- und Angestelltenversicherungsbeiträge eine Sozialsteuer, die 10 Proz. vom gesamten Einkommen des Arbeitnehmers beträgt. Der Arbeitgeberbeitrag ist ebenso hoch, dafür fallen die Beiträge zur Unfallversicherung fort, mit Ausnahme eines Zuschlages für Betriebe mit besonders hohen Unfallziffern. Personen mit mehr als 3000 Mart Jahreseintommen, die der Sczialversicherung nicht freiwillig als berechtigte Mitglieder beitreten, zahlen 5 Proz. ihres Einkommens als Sozialsteuer ohne Gegenleistungen. Berwendung der jährlich eintommenden Gelder. 1. Zur Zahlung von Renten an diejenigen Inflationsopser, die nicht ein menschenwürdiges Dasein führen fönnen. bei der bisherigen Aufwertung so wenig erhielten, daß sie davon 2. Zur Durchführung Wohnungsbau eines großzügigen programms. 100 000 neue Wohnungen im Jahre 1927, steigend um jährlich 10 000 bis zu 200 000 im Jahre 1937. Familien mit zwei und mehr Kindern und mit weniger als 300 Mart MonatsHöhe von 10 000 Mart, die bei regelmäßiger monatlicher Rückzahlung einkommen erhalten für Heimstättenbauten Tilgungshypotheken in zinsensei sind. Das gleiche gilt für Familien mit einem Kind bei Sozialpolitik: Nach„ Volksfürsorge" hinzuzufügen:„ in der Richtung, daß allen gegen Lohn oder Gehalt Beschäftigten aus. weniger als 250 Mart Monatseinkommen und bei Kinderlosen Ehe- reichende Alters- und Hinterbliebenenversorgung gesichert ist. Nach Arbeitsunfähige": sowie Erwerbslose ausreichende Ber Unter Wirtschaftspolitit ift speziell die Wohnungsfrage aufleuten mit weniger als 200 Mart Einkommen. 3. Produktionskredite für Landwirtschaft und Industrie zu Private statthaft, wenn angemessene Löhne gezahlt werden und der billigen Zinssägen. Genossenschaften bevorzugt. Bergebung an Nachweis niedrigster Preisbildung ohne Kartellbeeinflussung erbracht wird. 4. Später große Urbarmachungen von Dedland, Eindeichungen, Ranalanlagen, Ausbau von Wasserkraftwerken, planmäßige Elettri fizierung Deutschlands, Uebernahme oder Finanzierung gemeinnügiger Werte ujm. 5. Durch ihre Gewerkschaften, Berufsvertretungen und sonstigen Verbände erhalten diejenigen Arbeitnehmer, welche durch lange Arbeitslosigkeit oder schlechte Entlohnung heruntergekommen find, zinslose Darlehen in Form von Gutscheinen auf Bekleidungs- und Wirtschaftsgegenstände. Das gleiche gilt für bedürftige Kriegs- und Inflationsopfer. Die Gutscheine werden vom Reiche eingelöst. Annahmeberechtigt sind solche Genossenschaften, gemeinnüßige Geschäfte und Firmen, die den verlangten Nachweis erbracht haben. Oberster Grundsatz ist allgemeine Kreditverbilligung und Preisherabsehung. Durch Arbeit aller Volksgenossen hebt sich die natürliche Kauftraft und der Nationalreichtum nimmt zu. Dadurch wird dann dauernde Arbeitsmöglichkeit geschaffen. Vorläufig aber müssen die bisher Erwerbslosen so ernährt und bekleidet werden, daß sie produf tive Arbeit leisten fönnen. Ergebnis: erweiterter Produktionsprozeß, größerer Umsatz und größere Stabilität der Wirtschaft. Das Reich, das schon durch die Befizübertragung wirtschaftlich erstarkt ist, wird durch dauernde Neuschaffung von Werten wirtschaftlich immer mächtiger. Die Kontrolle über Aufkommen und Verwendung der Zinsen und Abzahlungen der Reichshypotheken wird von einer Körperschaft ausgeübt, die von den Mietern nebst wahlberechtigten Angehörigen gewählt wird, die durch Zahlung der Friedensiniete die Berzinsung aufbringen. Dieser Körperschaft obliegt auch die Durchführung des Wohnungsbauprogramms. Sie hat das Recht, bei Sabotage und Preisübersetzungen der Unternehmerschaft Enteignungen von Ziegeleien, Steinbrüchen und ähnlichen Werken vorzunehmen, wenn das zur ungestörten Durchführung des Programms erforderlich ist. Der Parteitag ersucht die Reichstagsfraktion der Sozialdemofratischen Partei Deutschlands um baldige Einbringung eines Geſetzentwurfs mit vorstehenden Forderungen und um sofortige Volksbefragung nach erfolgter Ablehnung im Parlament. Das Parteiprogramm. Mahlow. Der Parteitag wolle an Stelle des von der Pro. grammfommission ausgearbeiteten Programmentwurfs das fulgende Programm als Parteiprogramm beschließen oder dieses so aus arbeiten, daß es dem Sinne nach leicht und unzweideutig zu ertennen ist. Programm der SPD. 1. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands betrachtet als das Ziel ihrer Politik die Errichtung der sozialistischen Gesellschaft. Die Bartei wird die Berwirklichung derselben durchführen, wenn drei Viertel der Wähler ihre Stimme für die SPD. abgeben und 90 Broz. der Wahlberechtigten an der Wahl teilgenommen haben. 2. In der sozialistischen Gesellschaft ist jeder Mensch verpflichtet, zur Erhaltung oder zum Genießen des Lebens beizutragen. 3. Er erhält dafür eine vpn der Regierung festgesetzte Summe, die nicht übertragbar und an eine bestimmte Beit gebunden ist. 4. Die Höhe dieser Summe richtet sich nach dem Wohlstand der Gesellschaft, nach dem Lebensalter des Betreffenden, und für die ersten dreißig Jahre nach dem Beschluß der sozialistischen Gesellschaft nach der letzten Einkommensteuerleistung. Zur Berücksichtigung der Einkommensteuerleistung werden Einkommensstufen festgelegt, in die die Familien oder Einzelpersonen eingruppiert werden. Die Unterschiede der einzelnen Stufen sind vom vierten Jahre an in jedem Jahre so zu verringern, daß mit Ablauf von 30 Jahren ( einer Generation) die finanzielle Gleichstellung aller erreicht ist. 5. Alljährlich erhält jeder einen Erholungsurlaub von gleicher Dauer. Im Untersuchungsverfahren stärksten Schutz des Inhaftierten gegen Uebergriffe der Untersuchungsrichter, Staatsanwälte, ihrer Hilfsorgane sowie mit der Ueberwachung betrauter Beamter und Angestellter. Erlaß eines Reichsgefeges, das dieses Gebiet allgemein regelt. Dem letzten Absah hinzuzufügen: Beitreibung der Haftkosten nur im Bermögensfalle des Bestraften. sicherung. zunehmen. Unter Wirtschaftspolitik ist das Wort Bodenreform" aufzunehmen. Finanzen und Steuern: nach„ Buchführung" hinzuzufügen: und angemessene Bestrafung". Internationale Politit: Nach Abrüftung" zu sehen: Sie fordert daher Ersatz der Heere durch nationale und internationale Bolizeitruppen." Im Parteiprogramm muß der Gedante des Klaffentampfes fchärfer ausgeprägt werden. In das Parteiprogramm ist ein Abschnitt über das Agrarprogramm aufzunehmen. politik einzufügen: Nach Sozialpolitik ist folgender Abschnitt unter Gesundheits. ordentlich starken Erwerbslosigkeit bedingen eine planmäßige GeDie Folgen des Krieges, des Wohnungsmangels, der außerfundheitsfürsorge. Ausgehend von dem Grundsaz, daß nur in Arbeitskraft das wertvollste Vermögen darstellt, fordern wir: einem gefunden Körper ein gesunder Geist wohnen tann und die Fürsorge von frühester Kindheit an regeln. Mutterschaftsfürsorge, Erlaß von Reichsgesehen, die den Gesundheitsschutz und die Säuglingsfürsorge, Kleinkinderfürsorge, ärztliche Ueberwachung der Schulen und Fortbildungsschulen durch beamtete Aerzte. Unentgeltlichkeit der ärztlichen Hilfeleistung, einschließlich der Geburtshilfe und der Heilmittel. Beseitigung der Abtreibungsstrafen, die die Frau unter ein Ausnahmegesez stellen. Ersatz dieser durch Rechtsbestimmungen, gesunden Nachwuchs sichern. die sowohl die Frau schützen, als auch der Gesellschaft genügend und Reichsgefeßliche Regelung der Bekämpfung der Geschlechts. Weib. frankheiten für beide Geschlechter, der Prostitution für Mann und Berbot der Rasernierung und Bordellierung in irgend einer Form. Aufhebung der Bestimmungen, die die homosexuelle Betätigung zwischen Erwachsenen unter Strafe stellen. Einführung des gemeinnüßigen Bestattungswesens auf reichs. gefeßlicher Grundlage mit dem Ziele, diesen Zweig der Gesundheitspflege zu öffentlich- rechtlicher Angelegenheit zu machen. Bekenntnis zum Klassenkampf vermißt. Es fehlt die flare Klaffen. Stettin. In dem Entwurf des Parteiprogramms wird das flare scheidung. Im Görlizer Programm wurde noch gesagt, der Rapita lismus mache den Klassentampf für die Befreiung der Arbeitertlaſſe zur geschichtlichen Notwendigkeit und zur sittlichen Forderung. Wir fordern, daß dieses Versäumnis nachgeholt wird. Chemnih. Absatz 5 der Gruppe Verfassung ist umzumandeln in die Forderung Aufhebung des Artifels 48 der Reichsverfassung". hebung des Landesverratsparagraphen aufzunehmen. Chemnih. In die Gruppen Justiz ist die Forderung nach AufBrogrammes aufzunehmen: Unbedingte Entschädigung unschuldig Chemnik. In die Gruppen Justiz ist der Sazz des Erfurter Angeklagter, Verhafteter und Verurteilter. Chemnitz. In die Gruppen Sozialpolitik ist zu Abs. 12 der Satz des Erfurter Programmes einzufügen: Unentgeltlichkeit der ärztlichen Hilfeleistung einschließlich der Geburtshilfe und der Heilmittel. Chemnih. In der Gruppe Internotionale Politik ist hinter Absatz 10 einzufügen: Sie wird jeder Kriegserklärung der natio nalen Staatsgewalten durch Aufruf zur Arbeitsverweigerung in der Kriegsindustrie bzw. durch Proklamierung des Generalstreiks im Berein mit den Gewerkschaften entgegen wirfen. die Feststellung der Klassenscheidung und ein flares Bekenntnis zur Idee des Klaffenkampfes zu enthalten. Chemnitz. Der grundsätzliche Teil des Parteiprogramms hot Chemnitz. Der lette Abjak der Gruppe Finanzen und Steuern hinter den dritten Absatz der Gruppe Wirtschaftspolitik zu stellen und zwar in folgender umgeänderter Fofjung: 6. Berufskleidung wird von der Gesellschaft geliefert und geist reinigt, ebenso Werkzeuge und Apparate zur Ausübung des Berufs und Arbeitsräume. Beteiligung des Reichs an allen privatfapitalistischen Größ unternehmungen, einschließlich der agrarischen durch lebertragung eines bestimmten unablöslichen Befizanteils, der das Mitbestim mungsrecht des Reichs bei der Führung der Unternehmungen 7. Die Arbeitszeit ift gleichmäßig festzuseßen. Bei Berufsgruppen, die besonders anstrengende, gefahrvolle oder gesundheits schädliche Arbeiten auszuführen haben, ist die Arbeitszeit entsprechend zu verkürzen. Sonntags- und Nachtarbeit ist etwas fürzer zu besichert. messen und, menn möglich, abzuschaffen. 8. Die Ausbildungskosten der Jugend vom Kindergarten bis zum vollendeten Studium übernimmt die Gesellschaft und liefert die Lehrmittel. 9. Der Grund und Boden, einschließlich ar auf ihm befind. lichen Gebäude und Anlagen und in ihm befindlichen Anlagen und Berte, sowie der dazugehörigen Produktionsmittel und Konsumtions. artikel sind auf Beschluß der sozialistischen Gesellschaft als Eigentum der Gesellschaft zu erklären. 10. Eine Zentralftelle regelt die Produktion und setzt die Preise für jeden Umsatz fest. Diese sind in jedem Drte gleich. 11. Die Wohnungen und Gärten werden vermietet. Das Wohnen in Gartenstädten wird ermöglicht werden. Dazu wird jedem die freie Fahrt nach seiner Arbeitsstätte bei Entfernungen von über 3 Kilometer gewährt. 12. Wer arbeitsunfähig wird, ein bestimmtes Alter erreicht hai oder frank wird, erhält eine Rente. 13. Geburtshilfe, ärztliche Behandlung und Medikamente sind frei. Bei Krantenhaus- oder Anstaltsbehandlung tritt eine entsprechende Kürzung der Rente ein. 14. Die Beerdigung oder Feuerbestattung übernimmt die Gesell schaft. 15. Wer seine Pflicht gegen die Allgemeinheit vernachlässigt oder sich ein Bergehen gegen die Allgemeinheit oder einzelne zu schulden tommen läßt, wird während einer nach der Größe des Vergehens festgesetzten Zeit nach einem zweiten oder, menn nötig, nach einem dritten von der Regierung festgesezten niedrigeren Tarif vergütet. Gera( Reuß). Bom Heidelberger Parteitag wird erwartet, daß hinsichtlich der Schaffung eines neuen Parteiprogramms schneller gearbeitet wird, wobei besonders die Frage der Stellung der Partei zum Staat geklärt werden muß. Frankfurt a. M. Nach Absatz 1 wird eingefügt:„ Immer größer wird die Zahl der Proletarier, immer schroffer der Gegensatz zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten, immer erbitterter der Klaffenkampf zwischen Bourgeoific und Proletariat, der die moderne Gesellschaft in zwei Heeriager trennt und das gemeinsame Merkmal aller Industrieländer ist. Der Abgrund zwischen Besitzenden und Befiglofen wird noch erweitert durch die im Wesen der kapitalistischen Produktionsweise begründeten Krisen, die den Beweis liefern, daß die Produktivkräfte der heutigen Gesellschaft über den Kopf gewachsen sind, daß das Privateigentum an den Produktionsmitteln unvereinbar geworden ist mit deren zweckentsprechender Anwendung und voller Entwicklung." Der in dem Entwurf als Absag 2 vorgesehene Bassus erhält folgende Fassung:„ Mit dem Vordringen der Großbetriebe in die Wirtschaft, mit der Zunahme der Verwaltungs- und Erziehungstätigkeit im Staat und in der Gemeinde wächst Zahl und Bedeutung der Angestellten und Beaniten jeder Art. Längst verloren sie mit Ausnahme einer winzigen Minderheit werdender Kapitalisten ihre einseitige privilegierte Stellung; ihre Interessen stimmen mit denen der übrigen Arbeiterschaft daher überein." Der im Entwurf als Abaz 10 vorgesehene Passus erhält folgende Fassung:„ Die Interessen der Arbeiterklasse sind in allen Ländern mit kapitalistischer Produktionsweise die gleichen. Mit der Ausdehnung des Weltverkehrs und der Produktion für den Welt. markt wird die Lage der Arbeiter eines jeden Landes immer ab. hängiger von der Lage der Arbeiter in den anderen Ländern, Die Befreiung der Arbeitertlaffe ist also ein Wert, an dem die Arbeiter aller Stulturstaaten gleichmäßig beteiligt find. Die Sozialdemokra tische Partei Deutschlands ist sich der internationalen Solidarität des Broletariats wohl bewußt und entschlossen, alle Pflichten zu erfüller, die ihr daraus erwachsen. Dauernde Wohlfahrt der Nationen ist heute mur erreichbar durch ihr solidarisches Zusammenwirken. In dieser Erkenntnis fühlt und erklärt die Sozialdemokratisch« Partei Deutschlands sich eins mit den klassenbewuhteu Arbeitern aller übrigen Länder."'_... Königsberg i. pr. Absatz 4 Satz 2 soll nach Erniedrigung eingesetzt werden«und Ausbeutung*. Königsberg L pr. Absatz 8 Satz 2 soll nach.Produttwnskräste eingesetzt werden:»aus einer Quelle des Elends und der Unter- drückung*. Königsberg l. pr. Im Absatz S soll der S ch l u ß s a tz gestrichen werden. Königsberg l. pr. Absatz 9 Satz 2 soll nach.kann* eingesetzt werden:.ihre ökonomischen Kräfte nicht führen und*. Königsberg i. pr. Es soll ein Abschnitt.Gesundheitspflege* (vergl. Beschluß des Augsburger Parteitages) eingefügt werden. ".Uebernahme des gesamten Heil- und Gesundheitswesens in den Gemeindebetrieb nach reichsgesetzlicher Vorschrift. Vereinheitlichung des sozialen Versicherungswesens und dessen Ausdehnung auf alle Dolksangehörige. Planmäßig« Verteilung aller der Gesundheits- pflege dienenden Einrichtungen auf Stadt und Land. Ausbau der Krankenanstalten und aller anderen gesundheitlichen Heil- und Für- sorgeeinrichtungen. Elternbcratungsstellen zwecks Heranbildung eines an Körper und Geist gesunden Nachwuchses. Eingliederung der Aerzte, Hebammen und des übrigen Heil- und Krankenpflege- Personals in die Gesamtorganisation des Heil- und Gesundheits- wesens. Gemeinwirtschaftlicher Betrieb der Apotheken und aller Stätten der Herstellung, des Handel» und des Vertriebes von Heil- Mitteln und Sanitätswaren. Durchgreifende Gewerbehygiene und Unfallverhütung unter Erweiterung der ärztlichen Mitarbeit. Rege» lung der Irren- und Minderwertigenfürsorge. Sorgfältiger Gesund- heitsdienst in Stadt und Land durch von den Selbstoerwaltungs- körpern gewählte Amtsärzte. Gipfelung des gesamten Gesundheits- dienstes in einer Reichszentralbehörd« für Volksgesundheit, soziale Versicherung und Bevölkerungspolitik.* Königsberg i. pr. Verwaltung:») Zu Ziffer 2 soll nach Satz 3 eingefügt werden:.Beschränkung de» staatlichen Aufsichtsrecht» auf Beanstandungen ungesetzlicher Venvoltungsakte. Beseitigung des staatlichen Bcstäiigungsrechts für Gemeindeorgan«.* b) In Ziffer 4 soll das Wort.unbeschränkte* gestrichen werden. Königsberg i. pr. Kultur- und Schulpolitik: In Absatz 3 sollen die Worte.Trennung von Staat und Kirche* gestrichen werden und als Schlußsatz zugesetzt werden:.Trennung von Staat und Kirche. Keine öffentlichen Mittel für kirchliche und religiöse Zwecke.* Königsberg i. pr. Finanzen und Steuern: Im vorletzten Ab- latz soll der Zusatz gemacht werden:.Wohnungssteuern*(Hauszins- steucr) nur für Wohnungszwecke.* Königsberg i. pr. Wirtschaftspolitik: Im letzten Absatz soll der Zusatz gemacht werden:„Mieterschutz*. Königsberg i. pr. Der Parteitag wolle dafür sorgen, daß da» Parteiprogramm auch sprachlich einwandfrei gestaltet wird und Fremdwörter möglichst oermieden werden. Schwerin in Mecklenburg. In da, Sgrarprogramm P fol- gende Bestimmung aufzunehmen: Staatlicher Grund und Boden ist nicht an Privat« als Eigen- tum abzugeben. Der Grund und Boden zur Neu- und Anstegersiedlung ist vom privaten Großgrundbesitz zu nehmen. Die Parteigenossen haben in den Ländern darauf hinzuwirken, daß der Grund und Boden, der sich in Händen des Großgrund- befitzes befindet, als Staatseigentum übergeführt wird. Bedürfnisse der kleinen Landwirte zur Schaffung einer eigenen Acker- nahrung hat der Staat dadurch zu befriedigen, daß er Land lang- fristig zu billig-mäßigen Bedingungen(Kompstenzland, Erbpacht) zur Verfügung stellt. Ortsvsrein Eylhra. Unterbezirk Groh-Leipzig. Klare Entfchei- dung über Religionsfragen, daß Religion keine Privatsache mehr sein darf. Alleaburg in Thüringen. Der Satz de« Parteiprogramm«: .Religion ist P r i v o t s a ch*«. ist zu streichen. Breslau. Di« Breslauer Pnrteiverfammlung mißbilligt die Weglassung des Wortes.Klassenkampf* im ersten prinzipiellen Teil des Parteiprogramms und wünscht seine Wiedereinführung. Im Programmentwurf wird unter den Vsrfassungsforderungen eingefügt:„Abschaffung der Reichsmorine*. Vurgsleinfurl(Meslfaleu). Wir beantragen, in den Entwurf zu einem neuen Parteiprogramm im grundsätzlichen(theoretischen) Teil in dem Satz:.Der Siegeszug des Kapital« hat die Massen der Produzenten von dem Eigentum an ihren Produktionsmitteln getrennt und den Arbeiter in einen besitzlosen Proletarier ver- wandelt*— die Worte.der Siegeszug* ,u streichen und dafllr zu setzen.der ins Ungeheure gewachsene Einfluß* oder.der gewaltige Aufschwung der kapitalistischen Kräfte* oder.die ständig gestiegene Macht des Kapitals* oder einen ähnlichen Ausdruck. Zwickau. In das Programm ist unter Internationale Po- litik* aufzunehmen, daß die Partei im Falle eine» Krieges den Generalstreik gegen den Krieg proklamieren werd« und da« Pro- lctariat oller Länder zu gleichem aufrufe. Reinhavsrn. Unter Abschnitt Kultur- und Schulpolitik ist einzufügen:„Erklärung der Religion zur Privatsache*.(Erfurter Programm.) Rheinhausen. Ist. Absatz, den internationalen Eharakter der Partei betreffend: Der Satz:.Diese Pflichten sind auf» innigst« osrknüpft* bis .gegenüber dem eigenen Volke*. Hierfür ist zu setzen: „In dieser Erkenntnis fühlt und erklärt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands sich eins mit den klassenbewußten Arbeitern oller übrigen Länder.*(Erfurter Programm.) Kaiserslautern. Beseitigung der Absätze 2 bis S des Artikels 48 der Reichsverfassung ist zu fordern. Kaiserslautern. Für die Wahl aller Rlckster durch das Volk und die Beseitigung des Einzelrichtertum« in den erkennenden Strafgerichten ist einzutreten. Schmalkalden. In den theoretischen Teil de» Parteiprogramms sind aus dem Erfurter Programm die Absätze 3, 4 und S wörtlich zu übernehmen. Im Kapstel Verfassung erhält Absatz 3 die folgende Fassung: .Auf dem Unterbau von nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zusammengefaßten Gemeinden und Wirtschaftsprooinzen erhebt sich ein» starke Reichsgcwalt, die in Gesetz und Verwaltung alle staat- lichen Befugnisse besitzt.* In. Kapitel Justiz ist zu fordern: .Unentgeltlichkeit der Rechtspflege und des Rechtsdeistandes, Wahl der Richter durch das Volk.* Im Kapitel Kultur und Schulpolitik ist zu fordern: .Abschaffung aller Aufwendungen au» öffentlichen Mitteln zu kirchlichen und religiösen Zwecken.* Im Kapitel Finanzen und Steuern ist der Satz zu streichen: .Stärkste Schonung des Massenverbrauchs.* Es ist hier zu fordern. .Abschaffung aller indirekten Steuern, Zölle und sonstiger wirtschaftepolitischer Maßnahmen, welche den Massenverbrauch be« lasten.* Frankfurt a. Al. In den Einzelforderungen zur Verfassung sind die Worte zu streichen:.Für die Sicherheitspolizei sind iin Weg« der Gesetzgebung einhestliche Grundsätze aufzustellen.* An Stelle der Worte:„Erlaß des zum Arttkel 4L der Reichsoersassung vorgesehenen Ausführungsgesetzes mit der Maßgabe, daß die Voll- zugsgewalt nicht auf einen Militärbefehlshaber übertragen werden darf* ist zu fetzen:.Aufhebung de« Artikels 48 der Reichsoerfassung.* Den Forderungen zur Verfassung ist hinzuzufügen: Recht des Volkes zur Auflösung des Reichstags. fsrankfurl a. DL Beim Abschnitt Kultur, und Schulpolitik ist hinzuzufügen: Ablchaffung-n aller Aufwendungen aus öffentlichen Mitteln zu kirchlichen und religiösen Zwecken. Frankfurt a. Ist. Bei den Forderungen zur Verwaltung ist unter Rr. 2 vor dem letzten Satze einzufügen: Das allgemeine Wahlrecht unter Fortfall jeder Aufenthaltsklausel ist einzuführen, jedes Bestätigungsrecht für kommunale Aemter ist aufzuheben. Frankfurt a. Ist. Dem ersten Satz in den Forderungen zur Justiz ist anzufügen:.Die Schöffen und Geschworenen sind un- mittelbar vom Volk zu wählen.* Dem Absatz, der im Entwurf mit den Worten.Im Strafprozeß* beginnt, ist hinzuzufügen:.Entlassung aller Staatsanwälte, die Klassenjustiz treiben.* Frankfurt a.Rl. BcidenForderungenzudenFinan- zen und Steuern ist nach den Worten.Sie fordert deshalb* einzufügen:»Unmittelbare und unoblösbare Beteiligung des Reiches an den industriellen Großbetrieben? unablösbare Beteiligung des Reiches am Großgrundbesitz.* Bautzen. In dem Kapitel.Sozialpolitik* ist als Forderung auf- zustellen: Das Reich führt für all« Personen über<50 Jahr«, die produktiv tätig für die Gesellschaft waren, ein Relchspenfionsrecht ein. Bremen. In dem Programm entwurf ist die K o m m u- n a l p o l i t i k in ihrer Bedeutung zur Gcsamtpolitit zu würdtgeu und die Forderungen der Partei gesondert darzustellen. Bremen. Die Parteigenossenschast Bremens fordert für das Parteiprogramm«ine schärfere Betonung der ökonomischen Entwicklungstendenzen des Hochkapitalismus. Sie verlangt eine bessere Zusammenfassung der inneren Widersprüche der kapitalisti- schen Entwicklung, die die ökonomische Vergänglichkeit des kapitalisti- fchen Systems nachweisen und dem Proletariat die Gewißheit geben, daß es siegen kann, wenn es sich zum Trüger des Sozialismus macht. Die Versammlung fordert weiter, daß das Programm sich in eindeutiger Klarheit über den Begriff des Klassenkampfes ausspricht. Delmenhorst. Zum neuen Parteiprogramm wird beantragt: 1. Schaffung eines Mindestlohngcsetzes. 2. Schaffung einer Alters-, Invaliden- und Krankenversicherung nach gleichem Rechte. Ferner wurde der Wunsch ausgesprochen, den Satz:„Die Sozialdemokratische Partei erstrebt die Verwirklichung der Weimarer Verfassung* in da» Parteiprogramm mit auszunehmen Heidelberg. Di« Sozialdemokratische Partei hält sich für ver- pflichtet, die Kleinbauern vor der Uebermacht der Großagrarier zu schützen und sieht in der Bildung kleinbäuerlicher Produktiogenossen- schaften das beste Mittel, den kleinbäuerlichen Stand zu erhalten. llnterbezirt Zwickan. Zum Parteivrogramm wird beantragt: Absatz 7 soll lauten: Mit Zunahme seines Einflusses benutzt das Finanzkapital die Staatsmacht zur Beherrschung auswärtiger Ge- biete als Absatzmärkte, Rohstoffauellen und Stätten für Kapital- anlagen. Dieses imperialistische Machistreben bedroht die Gesellschaft ständig mit Konflikten und Kriegsgefahr. Doch mit dem Druck und den Gefahren des Hochkapitalismus steigt auch der Widerstand der stets wachsenden Arbeiterklasse, die durch den Mechanismus des wirtschaftlichen Produktionsprozesses selbst, durch die stet« Arbett der Gewerkschaften wie der Sozialdemokratischen Partei ge- schutt und vereint wird, und an Schutzzollpolitik, wachsendem Steuer. druck und zunehmender politischer Entrechtung die Verderbt, chkcit imperialistischer Politik erkennt. Die demokratische Republik ist kein Schutz gegen diese Gefahren? sse ist nur der Boden, auf dem das Proletariat machtvoller sich zum Kampf gegen jene Politik organi- sieren kann. Absatz 9 soll lauten: V o r den Worten„ihre ökonomische Orao- nisation* einfügen die Worte:„ihre ökonomischen Kämpfe mcht führen und...* Absatz 10 soll lauten: Die Interessen der Arbesterklaffe sind in allen Ländern die gleichen. Mit dem Umschwung des Weltverkehrs, mit der fortschreitenden Kavitalisterung der Produktion in allen Län- dern, mtt der Steigerung der imperialfftifchen Kriegsgefahr sind die Arbeiter oller Länder in steigendem Maße bedroht von kapitalisti- scher Unterdrückung und Entrechtung, und so immer abhängiger von der Lag« der Arbeiter in anderen Ländern. Die Befreiung der Arbeiterklasse ist also«in Werk, an dem die Arbeiter aller Lander gleichmäßig beteiligt sind. In dieser Erkenntnis fühlt und erklärt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands sich eins mit den Arbei- tern aller Länder und sie ist sich bewußt, daß die oereinigte Aktion des Proletariats aller Länder gegen Ausbeutung und tmpenalisttsch« Kriege eme der ersten Bedingungen feiner Befreiung ist. Zwijchen Absatz 11 und 12 einschalten: Indem die Arbeiterklasse so für ihre eigene Befreiung kämpft, oertritt sie das Gefamtinteresse der Gesellschaft gegenüber dem kapitalistischen Monopol. Der Im- perialismuv, anfangs von ollen anderen Klassen als der proletari- fchen unterstützt, schlägt schließlich seine eigenen Anhänger in die Flucht und tteibt sie in die Reihen des kämpfenden Proletariats. Je gewaltiger und brutaler der Kapitalismus zu neuen Kriegen treibt, je eisriger er nüt Schutzzöllen, mit Steuerraub sich vorbereitet, mit Gasen und mit anderen technischen Mttteln, mit neuartigen Organisationen sich rüstet, um so mochtvoller stellt sich die Arbeiter» schaft, erstarkt durch die opferreiche Arbett von Generationen, geschust durch die grausamen Lehren des letzten Krieges dem Kapitalismus als ebenbürtiger Gegner gegenüber.— Die von der Arbeiterschaft zu erkämpfend« gesellschaftlich« Umwandlung bedeutet die Befreiung nicht nur de» Proletariat», sondern der gesamten Menschheit, die unter den gegenwärtigen Zuständen leidet. Sie kann aber nur da« Werk der Arbeiterklasse sein, weil alle anderen Klassen, trotz der Interessenstreitlgkclten unter ssch, auf dem Boden des Privateigen- tums an Prrduktionsmitteln stehen und die Erhaltung der Grund- lagen der heutigen Gesellschaft zum gemeinsamen Ziele haben. Der letzte Absatz� lautet: Die Sozialdemokratische Partei Deutsch- lands kann diese Ziel« nicht erreichen ohne Umsturz der gegenwärti- fien Staats- und Gesellschaftsordnung. Ausgehend von diesen Grund- ätzen fordert die Sozialdemokratisch« Partei Deutschlands zunächst: Dos Problem der europäistben Politik. Münster l. w. Der Parteitag begrüßt die Bestrebungen, die darauf hinzielen. Deutschland» Eintritt in den Völkerbund auf der Grundlage der Gleichberechtigung zu erreichen. Er billigt die setteas anlassen sollen, für die kapitalistischen Interessen der westeuropäischen Länder Vorspanndienste gegen Rußland und den fernen Osten zu leisten. Deutschlands Aufgabe im Völkerbund muß sein, zu ver- hindern, daß er ein Bund der Kapitalisten aller Länder gegen Ruß- land und Asien wird. Dagegen muh die friedliche polinsch« und wirtschaftlich« Berständigung mit dem Osten angebahnt werden im Sinn« einer wahren Gemeinschaft der Völker zum Austausche ihrer Güter und Erzeugnisse. Der Parteitag erwartet von der Partei, daß sse sowohl Innen- politisch, als aus dem Wege über die Sozialistische Arbeiterinter- nationale auch außenpolitisch olles tut, was diesen Forderungen voronbelfen kann. Er bedauert die Entgleisungen, die in der dem- jchen Presse, auch im»Vorwärts*, sowie in der französischen sozio- lfstischen Partei in letzter Zett vorgekon,men sind, und sieht darin letzten Endes die Anfänge der Vorbereitung einer außenpolitischen Atmosphäre, die geeignet ist, Europa und die übrige Welt erneut in schwere Erschütterungen zu bringen. Der Frieden der Well ruht.n den Händen der Proletarier aller Länder. Sie haben die Der- pslichtung, einig und qeschlossen ollen auf kriegerische Verwicklungen binzielenden kapitalistischen Gelüsten entgegenzutreten und damit die Basis für ein« friedliche politische und wirtschaftliche Zukunft zu legen. Chemnitz. Der Parteitag bekräftigt erneut den Willen de: sozialdemokratischen Partei, mit aller Energie den Eintritt Deutsch- lands in den Völkerbund zu betreiben. Osnabrück. Intensive Aufklärungsarbeit für die Friedensziele und den Völkerbund. Gemeinsame Veranstaltung eines Antikriegs- tages durch die SPD. und den Gewerkschaften. Schleswig. Abschassung der Heere. Ersetzung durch Polizei- truppen. Wahlen ües parteivorftanöes, öer Kontroll- kommWon usw. Münster l. W. Der Parteitag wolle als nächstjährigen Tagungsort Münster, die Hauptstadt Westsalens, bestimmen. Hamburg. Der Parteitag wird ersucht, als Tagungsort für den nächsten Parteitag Hamburg zu wählen. Fronkfurl a. M. Der Reichsparteitag wolle beschließen, den nächsten Parteitag in Frankfu-tt am Main abzuhalten. Frankfurt a. M. Um die Grundlage für einen erneuten Aufstieg und Ausbau der Partei zu schaffen, insbesondere die Mttglieder- zahlen in Einklang mtt den bei der letzten Wahl für die Sozial- demokratie abgegebenen Stimmen bringen zu können, erwarten wir van den Teilnehmern des Parteitages, mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß in den Parteivorstand nur Genossen gewählt werden, die noch Fühlung mit den Arbeitermassen haben, und deren Per- trauen besitzen. Bei der Mehrzahl der bisherigen Borstandmitglieder ist die» nicht mehr der Fall. Sonstige Anträge. Rhelahausea. Der Parteitag nimmt Stellung zur cheinischen Iahrtausendseier und verurteill entschieden, daß namhafte Führer der Partei die Aufruf« hierzu unterschrieben haben. Der Partettag sieht die Aufgaben der führenden Genossen darin, die Ideen des Sozialismus zu propagieren und nicht den nattonallstifch-bürgerlichen Rummel der Iahrtausendseier zu unter- stützen. Berlin. Der internationale Frauentag, beschlossen auf der Internationalen Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910t findet, wie in anderen Ländern, fortab auch in Deutschland statt. Alleaburg(Thür.). Der Parteioorstand wird beauftragt, alle Maßnahmen zu ergreifen, um Esperanto im internationalen Der- kehr einzuführen und aus dem Internationalen Kongreß in Marseille zur Annahme zu verhelfen.. Blankenese. Wir fordern den Parteitag auf, den Parteioorstand zu beauftragen: zur Anstellung eines esperantokundigen Genossen beim Zentral- vorstand, zur Einladung an alle sozialistischen Parteien der Well zur Korrespondenz in Esperanto, . zur Herausgabe eines Mitteilungsblattes in Esperanto an alle sozialistischen Parteien und die gesamte Arbeiterpresse der Welt, zwecks Aufklärung über die innere und äußere Polttik der VSPD. und über deutsche Verhältnisse im allgemeinen, zur Stellung eines Antrages an die sozialistisch« Internattonale für die gleichen Maßnahmen, zur Verpflichtung aller Angestellten der Partei zur Erlernung de» Esperanto innerhalb einer gewissen Frist(1 Jahr, normale Lernzeit«in Vierteljahr), zur Einwirkung auf die deutschen und internationalen Spitzen- oeganifaiionen der Gewerkschaften und Genossenschaften in der unter 1 bis S geforderten Richtung. Breslau. Schon mehrfach hat dl« Sozialdemokratische Partei Deutschland» aus ihren Parteitagen und bei anderen Gelegenhelten durch entsprechende Beschlüsse ihr Interesse für die Alkoholfrage öffentlich bekundet. Die wieder ansteigend« Altoholflut fordert unzählige Opfer au» den Reihen de« Proletariat». Als Vertreterin der besitzlosen Klasse erfüllt die Partei nur ihr« Pflicht, wenn sie krneut dafür eintritt, daß durch geeignete Maßnahmen dem steigenden Alkohol- konsum ein wirksamer Damm entgegengesetzt wird. Deshalb beschließt die Partei, durch Aufklärung mtt Unter- stutzung ihrer Press« In dem Sinn« zu wirken? wie sie sich auch weiter dafür einsetzen wird, daß neben einem ausreick.enden Iugendschutz auch die Bestrebungen, die beifpielsweife im Gemeinde- bestimmungsrecht zum Ausdruck kommen, in jeder Weise gefördert werden. _ Der Parteitag in Heidelberg beschließt, den nächsten Parteitag in Essen abzuhalten. „ Welberg. Der Parteitag wolle beschließen: E» ist Pflicht aller der SPD. angehoriaen Beamten, sich einer freigewerkschaftlichen Organisation anzuschließen, sofern eine solche für ihre Sporte besteht. Rlüuchen. Um die Bereitstellung von Geldmitteln für Schaffung von.Jugendheimen herbeizuführen und sicher zu stellen, beauftragt der Partettag den Parteivorstond. baldmöglicbtt mtt der Spi'Nen- organisation der freien Gewerkschaften, dem ADGB. und dem AfA- Bund in Verbindung zu treten, um die segensreiche Wirkung des Kinderpfennlgs in Deutschland in die Tat umzusetzen. Die Ein- Hebung de« Kinderpsennig» hätte durch da» Umlageoerfahren wie bei den freien Gewerkschaften zu geschehen. Di« Erstellung von Jugendheimen wäre durch Einführung des allgemeinen Kinder- Pfennigs sichergestellt und eine Kutturangelegenheit der deutschen Arbeiterschaft der Verwirklichung näher gebracht. an Lieferwagen mit Kasten- n. Pritschen-Aufbauten von 200— 400— 700— 1000 und 1500 kg Nutzlast Vertreter der Fabriken; Adler— Fafnlr—Opel— Protos THEODOP RAATZ AUTOMOBIL A.-Q. Femsprecher: Nollendorf 56-59 Berlin W 35, Potsdamer Straße 112 Telegr.-Adr.« Autoraata Berlin Nr. 385 42. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Regelung der interalliierten Schulden. Weltwirtschaftliche Umschan. Die Bereinigten Steaten von Amerika machen endlich mit der Cintreibung ihrer Kriegsschuldforderungen an Frankreich und Italien Ernst. Sie forderten diese Länder auf, Delegationen zur Regelung dieser Schulden nach Amerifa zu entsenden und die Besprechungen sind bereits im Gange. Es handelt sich hier um Entscheidungen von größter Tragweite nicht nur für die betreffen den Länder, sondern für die ganze Weltwirtschaft. Müssen Frantreich und Italien jährlich riesige Summen an die Vereinigten Staaten bzw. England abführen, so würde daraus eine ebenso große Umwälzung der wirtschaftlichen Verhältnisse dieser Länder sich ergeben, wie von der Regelung der deutschen Reparationslaften. Auch diese Länder müßten dann nicht nur große steuerliche Ueberschüsse bereitstellen, sondern auch für die llebertragung dieser Summen an die Gläubiger sorgen, d. h. sie müßten gleich Deutschland riesige Ausfuhr überschüsse zu erzielen Ausfuhrüberschüsse suchen, die vor allem von den Vereinigten Staaten aufgenommen werden müßten. Die Bereinigten Staaten verteidigen sich jedoch durch unüberwindliche Schutzollmauern gegen das Einströmen französischer und italienischer Luruswaren. Rohstoffe fönnen aber weder Frankreich noch Italien liefern. Diese wenigen Andeutungen sollen auf die weltwirtschaftliche Bedeu, tung des Problems hinweisen. Der Druck der Vereinigten Staaten. Die Schulden der Siegerländer England, Frankreich und Italien an die Bereinigten Staaten und der beiden letzteren an England wurden, mit Ausnahme der englischen Schuld an Amerika, bisher nicht geregelt, ja es haben Frankreich und Italien bisher nicht einmal die Zinsen ihrer Schulden bezahlt. Nur England hat aus Prestigegründen, um sein Ansehen als leitende Geldmacht der Welt nicht einzubüßen, eine Vereinbarung mit den Bereinigten Welt nicht einzubüßen, eine Vereinbarung mit den Bereinigten 160 Millioner Dollar an diese abführt. Diese Zahlungen stellen für das englische Budget eine große Belastung dar, und so wird z. B. der Protest der amerikanischen Gurimiindustrie gegen das englische System der Einschränkung der Gummierzeugnisse zum 3wed von Preissteigerungen mit dem Hinweis auf diese Lasten erledigt. Die englische Wirtschaft braucht die Gummigewinne zu Lasten Ameritas um die jährliche Zahlungslast ertragen zu können. Frankreich und Italien wurden zwar wiederholt, vor allem seitens Englands, aufgefordert, ihre Schulden zu regeln; ein Drud aber wurde bisher nicht ausgeübt. Die Anregungen Bonar Laws, Anfang 1923 in Paris, wurden infolge der Streitigkeiten über die deutsche Reparationsfrage von Frankreich und Italien nicht angenommen, was heute als ein schwerer Fehler angesehen wird. Waren doch diese viel günstiger als was heute erreicht werden kann. Der jezt von den Bereinigten Staaten ausgeübte Drudt ist aber ernstzunehmen. Amerifa hat eine starke Waffe in der Hand: die Drohung mit Kreditverweigerung. Frankreich und Italien brauchen Kredite, nicht nur für ihre Wirt schaft, sondern auch für die Stabilisierung ihrer Wäh rung. Lettere fann bis zur Regelung der internationalen Schulden nicht erreicht werden. Da für diese Länder, vor allem für Frantreich, der Zeitpunkt gekommen zu sein scheint, wo die schädlichen Wirkungen der Inflation nicht für die Arbeitnehmer, sondern auch für die Kapitalisten sich fühlbar machen, müssen sie ernstlich an die Stabilisierung der Währung denten, was jedoch ohne amerikanische Hilfe nicht möglich ist. Freilich fann eine übergroße Belastung dieser Länder mit Zahlungsverpflichtungen an Amerita ihre Währungen wieder in Unordnung bringen. Dies ist jedoch die Sorge späterer Zeiten und Caillaur scheint große Opfer bringen zu wollen, um sich nur eine Atempause für die nächsten Jahre zu verfchaffen. Die Frage, warum die Bereinigten Staaten auf der Regelung dieser Schulden bestehen, tann schwer beantwortet werden, zumal das Budgetjahr in den Vereinigten Staaten mit einem großen Ueberschuß endete und, wie eben er: wähnt wurde, Amerita schwerlich geneigt ist, die in Rede stehenden Forderungen in Form von Warensendungen oder Sachlieferungen aufzunehmen. Man muß hier politische bzw. machtpolitische Gründe annehmen. Amerifa streicht die Schulden nicht, sondern besteht auf seinem Schein, um dadurch der Herr Europas zu werden, ungeachtet der Tatsache, daß es Situationen gibt, wo nicht der Gläubiger, sondern der Schuldner die Trümpfe in der Hand hat. Die franzöfifchen und italienischen Schulden. Der Hauptgläubiger Frankreichs ist Amerifa, der Italiens aber England. Frankreich schuldet an die Bereinigten Auch die Braunkohle meldet sich. Die vom Zechenverband in Essen über die Lage im Ruhrberg bau an den Reichskanzler gerichtete Denkschrift enthält bekanntlich einige Angriffe gegen den deutschen Braunkohlenbergbau. Wie die„ Konjunktur- Korrespondenz" erfährt, wird die Spißenorga nisation des Brauntohlenbergbaus diese Angriffe zum Anlaß nehmen, ihrerseits die Lage des Braunfohlenbergbaus in einer Denkschrift an den Reichskanzler darzustellen. Aus dem Inhalt teilt die genannte Korrespondenz folgendes mit: ,, Die Ruhrdentschrift begeht vor allen Dingen den Fehler, daß fie die außergewöhnlich günstigen Verhältnisse des rheinischen Braunkohlenbergbaus auf den gesamten übrigen deutschen Braunfohlenbergbau überträgt, der mit 73 Proz. an der Gesamtproduktion beteiligt ist. Ferner ist die Auffassung unzutreffend, daß der Ruhr bergbau sich allein in mißlicher Lage befindet. Die Dentschrift meist ziffernmäßig nach, daß die Rüdgänge in der Pro duktion, im Absah und in der Belegschaft, seit Januar d. J. im mitteldeutschen Brauntohlenbergbau stärker gewesen sind als an der Ruhr. So fiel der Brikettabsatz von 2 026 000 Tonnen im Januar auf 1373 000 Tonnen im Mai, also mithin ein Rückgang von 32,2 Proz. Ein Fehler der Denkschrift liegt weiter darin, daß die Förderanteilziffer je Mann und Schicht im Ruhrbergbau ohne weiteres verglichen wird mit der entsprechen den ffer aus dem rheinischen Braunkohlenbergbau. Es ist unterlassen worden, auf Heizwertbafis umzurechnen. Nimmt man diese Umrechnung nach dem Schlüssel, den die Ruhrdenkschrift selbst gibt, vor, so errechnet sich für den mitteldeutschen Braunkohlenbergbau für das Jahr 1924 ein Förderanteil je Mann und Schicht von 0,71 Tonnen. Die Ruhr hat in derselben Zeit 0,902 Tonnen erarbeitet. Ferner wird dargetan, daß von einer tariflichen Begünstigung des Braunkohlenbergbaus gegenüber dem Steinkohlen: bergbau keine Rede sein kann. Der Steinkohlenbergbau ist ganz allgemein begünstigt gegenüber dem Braunkohlenbergbau durch die gleichmäßige Behandlung beider Brennstoffe im Kohlenaus nahmetarif ohne Rücksicht auf den Heizwertinhalt. Ferner ist die Ruhrkohle bevorzugt durch die Verschiebung in den Staffeln des Tarifes und ganz besonders durch die Umschlag- und Küstentarife. Die Dentschrift weist den Vorwurf zurüd, daß die Ruhrkohle In den Zeiten der Rohlennot durch Maßnahmen des Reichstohlen tommiffars zugunsten der Braunkohle zurückgedrängt worden sei. Sie macht darauf aufmertiam, daß die leistungsfähigere Braun tohle zur Dedung des Ausfalles herangezogen worden sei, den die G Staaten beinahe 3 Milliarden Dollar, ohne die rückstän digen Zinsen, die sich Ende 1925 af nicht weniger als 800 mil lionen Dollar belaufen werden. Gegenüber Großbritannien besteht cine franzöfifche Schuld von 619 millionen Pfund, wovon Juli 1924 174 Millionen auf Zinsen entfielen. Neben diesen Frankreichs her, die jetzt schon regelmäßig verzinst und amortisiert Schulden laufen aber andere, sogenannte„ wirtschaftliche" Schulden werden. Diese wirtschaftlichen Schulden belaufen sich gegenüber den Bereinigten Staaten auf über 600 Millionen Dollar, gegenüber England auf mehr als 50 Millionen Pfund. Im laufenden Jahr muß Frankreich für diese wirtschafltichen Schulden" fast 50 mil llionen Dollar verwenden, im Jahre 1929 werden auf diese Schulden mehr als 400 Millionen Dollar fällig sein der Gegenwert der Frankreich überlassenen amerikanischen Kriegsvorräte nach 1930 machen. Bon diesen Schulden ist aber gegenwärtig nicht die Rede, werden diese Verbindlichkeiten noch 163 Millionen Dollar aussondern nur von den obenerwähnten politischen Schulden. Italien schuldete England Ende März 1925 14 691 Millionen Lire, den Bereinigten Staaten aber im gleichen Zeitpunkt 8537 Millionen Lire, die bisher fälligen Zinsen für beide Schulden inbegriffen. Nach der Lage vom März 1925 belief sich der Zinsen betrag auf jährlich 735 Millionen Lire für die englische Schuld und 427 Millionen für die amerikanische. Würde die Regelung dieser Schulden auf derselben Grundlage erfolgen, wie die der englischen, und würde die bisherige ZinsenSchuld erlassen, so müßte Frankreich jährlich 65 Jahre lang eine Summe von mindestens 250 Millionen Dollar an seine beiden Hauptgläubiger abführen; d. h. es müßte jährlich mit den mirischaftlichen Staatsschulden 6 Milliarden Papierfrant mehr Steuereinnahmen erzielen. Da gegenwärtig aus den Einnahmen von 33 Milliarden Frank 19 Milliarden für den öffentlichen Schuldendienst im Inland bestimmt sind, müßten 6 neue Milliarden für die Zahlung der interalliierten Schulden jährlich hinzu kommen. Aus Italien liegen Berechnungen vor, denen zufolge bei der Herabsehung der Verpflichtung auf die Hälfte Italien außer den Beträgen, die es von Deutschland auf Reparationskonto empfängt 10 Proz. der gesamten Reparationsleistungen iähr lich 250 millionen Goldlire für die Bezahlung der interallierten Schulden aufbringen müßte. Dies wäre budgetmäßig feine besonders schwere Aufgabe, jedenfalls leichter als für Frankreich die Aufbringung des erwähnten und viel größeren Betrages. Doch bleiben die Möglichkeiten der Uebertragung an die Gläubiger Transfer auch für Italien problematisch. Interalliierte Schulden und Reparationszahlungen. Englands Jahreszahlungen an die Vereinigten Staaten betragen 160 Millionen Dollar. Würden die anderen interalliierten Schulden auf gleicher Basis geregelt werden, so würde dies weitere 290 Millionen Dollar ausmachen, zusammen 450 Millionen Dollar, nahezu zwei Milliarden Goldmart. Es wurde nun der Plan aufgeworfen, die Reparations- und die interalliierten Schulden miteinander in Verbindung zu bringen. Eine Berrechnung dieser Schulden würde ergeben, daß sämtliche Reparationszahlungen Deutschlands unmittelbar an Amerifa abgeführt werden müßten. Eine folche Lösung hätte große Vorteile und brächte die Vereinfachung des ganzen Tilgungssystems mit sich, würde aber Deutschlands Abhängigkeit von den Bereinigten Staaten zu einer vollkommenen machen, während es heute in bezug auf seine Reparationsleistungen von einer Anzahl von Ländern abhängig iſt. Wir wissen nicht, ob der hier erwähnte Plan Aussichten auf Berwirklichung hat. Rußlands Schulden an Frankreich. Bisher unkontrollierbare Gerüchte besagen, daß Rußland den Schuldendienst für die russischen Vorfriegsanleihen Frankreichs wieder aufnehmen wird. Die ausländischen Schulden des ehemaligen Rußlands betragen 13 Milliarden Rubel und entfallen zum großen Teil auf Frankreich. Wir wissen nicht, in welchem Um fange Rußland die Schulden anerkennen bzw. verzinsen und tilgen soll. Mit Rücksicht auf die politische Gesamtlage scheint eine Regelung der russischen Schulden zugunsten Frankreichs nicht aus= geschloffen zu sein, weil sich Rußland gegenüber der neuen Cintreifungspolitik Englands politisch Frankreich nähern möchte. Indessen könnte eine russische Schuldenregelung nur bei gleich zeitiger umfangreicher Kreditgewährung an Rußland zustandekommen und es ist zu bezweifeln, daß Frankreich, das foeben die Regelung seiner eigenen Schulden an die Vereinigten Staaten und England in Angriff genommen hat, namhafte Rapita lien Rußland zur Verfügung stellen könnte. 21. 5. Ruhrkohle nicht decken konnte. Im übrigen wird angegeben, daß der größte Teil dieser Ersaglieferung heute bereits wieder an die Ruhr abgegeben worden sei. Ein Wettbewerb für Agrarmaschinen. Das Reichsverkehrs. minifterium und das Reichsministerium für Ernährung haben zur Förderung der heimischen Landwirtschaft einen Wettbewerb für Kleintraftschlepper durchgeführt. Auf Grund einer mehrmonatigen Brüfung im nraftischen Betriebe unter der Leitung der Herren Geheimrat Prof. Dr. Fischer und Oberamtmann Schurig in Markee bei Nauen und einer anschließenden eingehenden Untersuchung in der Versuchsanstalt für Kraftfahrzeuge Technische HochSchule Charlottenburg unter Leitung des Herrn Prof. Dr. ing. Becker hat das Preisgericht folgende Schlepper ausgezeichnet: 1. Preis von 100 000 m. für den Felddant" der Firma Heinrich Lanz, Mannheim, zwei 2. Preise von je 30 000 m. für den WD- Rad fchlepper der. Firma Deutsche Kraftpflug- Gesellschaft, Berlin, und den Böhl Benzolschlepper" der Firma Böhl- Werke, Gößniz. " welche seit 3% Jahren die ausschließliche Repräsentantin der Die Firma Karl Saade v. Co., Berlin, Potsdamer Straße 75, Stinnesschen Metallintereffen in Berlin, Mittel- und Ostdeutschland war, hat ihr Vertreterverhältnis mit den Hause Stinnes in freundschaftlicher Weise gelöst. Großhandelsinder. Das Reichsstatistische Amt berechnet den Großhandelsinder für den Stichtag des 12. Auguft mit 134,2 gegen über 133,8 am 5. Auguft. Die Steigerung beträgt 0,3 Prozent. Konzentrationsbestrebungen machen sich im schweizerischen BankDie Konzentrationsbeftrebungen im schweizerischen Banfwefen. wesen, wie dies Rychner in der Schweizerischen Zeitschrift für Volkswirtschaft und Sozialpolitik" feststellt, immer in den Kriegs. zeiten bemerkbar. In den Kriegsjahren, 1140 eine An ahl Bantzusammenbrüche aufgetreten sind, war der Höhepunkt der Konzentrationsbestrebungen zu verzeichnen. Die Berschmelzungsvor gänge wurden dann nach Kriegsschluß, besonders in der zweiten Hälfte des Aahres 1929 Patres hieroitetauerit be inflict. Landwirtschaft. Sie Gründung von Revisionsverbänden der Klein. Die Verbesserung der wirtschaftlichen Zustände, der gute Gang der banten und Sparkassen haben die Konzentrationsbewegung zum Stillstand gebracht. Troßdem kann die durch die Krisen verstärkte Tendenz zur Konzentration in Bufunft die Weiterbildung zur Monopolftellung eines Banffartells ermöglichen. Sonntag, 16. August 1925 Betriebswohlfahrtspflege. Gründungskongreß der Internationalen Bereinigung für Betriebswohlfahrtspflege. Ende Juni tagte in Blissingen ein internationaler Kongreß für Betriebsmohlfahrtspflege. Einer holländischen Anregung folgend, tamen Fabrikwohlfahrtspflegerinnen, höhere Beamte von Gewerbeinspektionen, Betriebsingenieure, Mitglieder psychologischer Institute, Leiter großer Wohlfahrtsorganifationen und sozialer Frauenschulen und auch Vertreter großer Fir men aus 18 verschiedenen Ländern zusammen, um über die Wohleingeleitet durch Berichte über die soziale Gesezgebung und über den fahrtspflege in den Betrieben zu beraten. Die Verhandlungen wurden Stand der Wohlfahrtspflege in den verschiedenen Ländern. Die günstigsten Berichte tamen aus England und Amerika. In England wurde die Betriebsfürsorge ähnlich wie in Deutschland während des Krieges und im Kriegsinteresse eingeführt. Heute sind dort etwa 800 Fürsorgerinnen und zum Teil auch Fürsorger in den Betrieben tätig. Große Betriebe haben eigene Wohlfahrtsabteilungen fräfte( Sekretärinnen, Krankenschwestern, Hauspflegerinnen) fätig eingerichtet, in denen manchmal außer der Leiterin auch noch Hilfs sind. Kleinere Betriebe beschäftigen oft gemeinsam eine Fürsorgerin. Das Arbeitsgebiet ist ähnlich dem der deutschen Fabritpflegerinnen während des Krieges. Es erstreckt sich auf die Kontrolle der hygie nischen Einrichtungen in der Fabrik, die Durchführung der Arbeiterschutzgesetze, auf die Verwaltung evtl. Wohlfahrtseinrichtungen, auf die Beratung der Arbeiterschaft bei persönlicher Notlage, oder in Angelegenheiten, die ihr Arbeitsverhältnis betreffen. In Amerika ist die Einrichtung einer besonderen Abteilung für Wohlfahrtspflege in den Betrieben noch viel allgemeiner üblich als in England. Die Leitung dieser Abteilungen liegt meistens in den Händen von Betriebstechnikern, die besonders sozialpolitisch geschult find. Häufig ist mit ihrer Tätigkeit die Einstellung der Arbeitskräfte verbunden. Nach den Berichten ist offenbar in Amerika die Einsicht am weitesten verbreitet, daß die Beachtung des förperlichen und feelischen Wohlergehens der Arbeiterschaft erst die Voraussetzungen schafft für eine produktive Führung der Betriebe. Die In Italien besteht ein besonderes Institut für soziale Für forge" zur Ausbildung von Betriebswohlfahrtspflegerinnen. Kosten der kurzen Ausbildung werden zum Teil von Großfirmen gerinnen tätig. Sie sind nicht Angestellte der Firma, sondern des tragen. In 25 Fabriken, darunter 20 in Mailand, find PflegeInstituts für soziale Fürsorge", an das die Firma ihr Gehalt überweist. Die Tätigkeit ist ähnlich wie in den anderen Ländern, nur sind durch das Anstellungsverhältnis zu dem Institut, die Beziehungen zu der einzelnen Fabrit, in der sie tätig sind, freier. Eine, 1923 an 2500 Firmen gerichtete und von 981 beantwortete Anfrage ergab, daß 673 Betriebe frankenfürsorgerische Einrichtungen hatten, 32 Bibliotheken, 43 Erholungseinrichtungen, 427 Kantinen und 321 Unterstügungsfonds. Nach den Berichten aus Deutschösterreich, der Schweiz, Belgien, Schweden, Finnland, Indien, Japan und Australien sind in diesen Ländern überall mehr oder weniger bescheidene Anfänge einer besonderen Fabrikpflege vorhanden. In Deutschland wurden während des Krieges auf Anregung der Kriegsamtsstellen zirka 1000 Fabritpflegerinnen beschäftigt, die aber leider nahezu alle wieder bei Kriegsende entlassen wurden. In letzter Zeit erst haben wieder einige deutsche Unterneh mungen Fabritpflegerinnen angestellt, die zum großen Teil auch bei der Auslese der Arbeiterschaft mitzuwirken haben. Es leber gute Erfahrungen bei der Mitwirkung der Arbeitervertretungen beim Aufbau einer zweckvollen Be triebsorganisation wurde besonders aus Amerika berichtet. scheint überhaupt, daß mit dem Fortschritt der industriellen Methoden auch die Erkenntnis wächst, daß eine gute Durchorganisicrung der Betriebe nach modernen Grundsäßen nur möglich ist. wenn dabei durch günstige soziale Verhältnisse und anständige Löhne die freudige Mithilfe der Arbeiterschaft gesichert wird. Der Standpunkt, von dem heute die meisten deutschen Unternehmer ausgehen, daß die Arbeiterschaft ale millenloses Objekt bei der Betriebsorgani sation zu funktionieren habe, wird in Ländern mit besserer Betriebsorganisation immer mehr verlassen. Der Unterschied zwischen amerikanischen und deutschen Arbeiterverhältnissen ist deshalb fein Bufall. Die niedrigen Löhne und die Behandlung der deutschen Arbeiterschaft im Betriebe entsprechen dem Unterschied beider Länder in ihren Produktionsmethoden. Der holländische Betriebsingenieur Dr. Hymans wies in cinem Referat über Auslese und Ausbildung der Arbeiterschaft auf die Erfolge der Psychotechnik hin. Auch auf diesem Gebiet scheinen ihm weitere Fortschritte von der Mitwirkung der Arbeiterschaft abzuhängen. Das Mißtrauen der Arbeiterschaft gegen solche Untersuchungen muß beseitigt werden. Werden psychotechnische Untersuchungen( wie zum großen Teil auch, in Deutschland) von den einzelnen Unternehmungen vorgenommen, so besteht die Gefahr einer rücksichtslosen Aussonderung der„ Untauglichen", trährend die Anwendung psychotechnischer Methoden im Interesse der Allgemeinheit darauf gerichtet sein muß, für jeden einzelnen Menschen die seiner Begabung am meisten entsprechende Tätigkeit ausfindig zu machen. Die Eingruppierung des Arbeiters an der für ihn besonders geeigneten Stelle wird ihm selbst und zugleich auch dem Betrieb und der Allgemeinheit zugute fommen. Miß behagen, Hemmungen und Unfähigkeit bei der Erledigung der Arbeit tönnen so in vielen Fällen ausgeschaltet werden. Aehnliche Gedanken lagen einem Vortrag von Prof. Fried. rich von der Technischen Hochschule in Karlsruhe über Berufsausleje zugrunde. Er forderte eine gründliche individuelle Angelösten Lehrwerkstätten. lernung jedes Arbeiters in besonderen, von den Betrieben[ 05einzelnen Arbeiters sollen dort nach Möglichkeit ausgeglichen Besondere Stärfen und Schwächen des werden, fehlende Fähigkeiten heranzubilden. Jeder Arbeiter soil ein möglichst flares Bild seiner, Fähigkeiten bekommen. Bei der Ronstruktion von Maschinen muß mehr Rücksicht auf die Menschen genommen werden, die an ihnen arbeiten. Im Anschluß an den Kongreß wurde eine Internatio pflege gegründet, deren Zweck sein soll, für die Verbesserung der nale Vereinigung für Betriebsmohlfahrts. Arbeitsbedingungen und Arbeitsbeziehungen im Betrieb zu wirken. In spätestens drei Jahren soll wieder ein Kongreß stattfinden. Es liegt im Interesse der deutschen Arbeiterschaft, daß es ihr bis dahin gelungen ist, die Arbeitsverhältnisse im Sinne dieser Beftrebungs se umzugeftelten, daß der Bericht über Deutschland nicht mies so beschämend ausfällt wie auf dem diesjährigen Kongref Wetter für Berfin und Umgeburg. ilmeile beiter bei menig er. Deutschland. Im Eiben und Nordosten fired inweise leichte Regenta änderten Ten peiaturen. Steine nennenswerten Niederschläge Für Temperaturen im ganzen menig geändert. Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) fann". mit von der Lösung dieser Frage die Rampffähigkeit und| Griffon bearbeitete die Mitglieder des Generalrates Schlagtraft der Gewerkschaften ab. glühenden Zangen"." Ihr habt uns nichts Neues gefagt", erflärte er, alles was ihr sagen fönnt, ist, daß die Frage der Arbeitslosigkeit unter dem Kapitalismus nicht gelöst werden Zum Schluß heißt es dann: Der Generalrat hat trog seiner Bemühungen für die internationale Gewerkschaftseinheit, frog seiner Arbeit zur Sammlung von Hilfe für die Bergarbeiter in der Frage der Arbeitslosigkeit, die mit jedem Tag größer wird, elend verlagt". Wenn wir nach den Erfahrungen in anderen Ländern forschen, dann stellen wir fest, daß auch im Auslande die Lösung dieser Frage in einer möglichst umfassenden Gruppierung der Die Umbildung der Organisationen. verschiedenen Berufe gesucht wird. Auch in den Ländern, Eine der vielumstrittensten Fragen, die auf dem Breslauer wo bisher die Berufsorganisation die fast absolute Regel mar, geht Gewerkschaftsfongreß zur Verhandlung kommen werden, ist die man in wachsendem Maße dazu über, die verschiedenen Berufe in der Umbildung der Organisationen. Diese Frage ist eine Organisation zusammenzufassen. Am weitesten ist man in so alt wie die Gewerkschaftsbewegung selbst. Es handelt sich dabei diesem Puntte in Australien gegangen, wo sämtliche Berufsnicht um eine besondere deutsche Gewerkschaftsfrage. In allen angehörigen einer einzigen Einheitsorganisation anLändern der Welt ist die Frage der Organisationszugehörigkeit der gehören, innerhalb der es eine Reihe von Unterabteilungen gibt verschiedenen Berufe ein Streitpunkt, der nie von der Tagesordnung Aber in Australien liegen die Verhältnisse besonders gelagert, die verschwindet. Es handelt sich nicht um die vorgefaßte Meinung besich nicht ohne weiteres auf Europa übertragen lassen. ftimmter Gewertschaftler, noch um die doktrinäre Einstellung über die Führung des Gewerkschaftstampfes. Die Organisationsformen der Gewerkschaften sind in demselben Ausmaß im Fluß, in dem auch bie industrielle Gntwidlung sich im Fluß befindet. In allen Ländern der Belt ging die Gewerkschaftsbewegung aus vom Beruf, und zwar vom Beruf im engsten Sinne des Wortes. Das erklärt sich ganz natürlich aus der Tatsache, daß die Anfänge der Gewerkschaften zurückreichen bis in die Zeit des Zunft wefens. Das erklärt sich weiter aus der Tatsache, daß die Gemertschaften die Berufsinteressen der Arbeiterschaft wahrnehmen, indem fle für eine höhere Bewertung der Arbeit den Kampf führen. Durch dte industrielle Entwicklung find jedoch Berufe, die früher zusammengehörten, getrennt worden, neue Berufe und Industrien entstanden, andere Berufe wieder miteinander in direkte wirtschaftliche Berührung gefommen. Man braucht nur auf die Entwicklung der Flugzeug und Radioindustrie hinzuweisen, auf die fortgesetzte Ummälzung, die insbesondere in der Maschinenindustrie stattfindet, auf die Industrialisierung der Landwirtschaft, um ein Bild zu bekommen von der fortgefeßten Umwälzung in den beruflichen und industriellen Zusammenhängen. In den letzten Jahrzehnten sind die Betriebe außerdem dazu übergegangen, bei Herstellung von irgendwelchen Erzeugnissen sich möglichst unabhängig von anderen Betrieben zu machen. Hilfs produkte und Halbfabrikate werden in wachsendem Maße im eigenen Betrieb hergestellt. Dazu kommt die Kommunalisierung und Berstaatlichung der Betriebe. Diese Entwidlung hat es mit sich ge bracht, daß zur Führung eines Lohnfampfes in einem einzelnen Betriebe oft 4, 5 und mehr Berufsorganisationen zuständig sind. Es ist deshalb von Gewerkschaftlern die Ansicht vertreten worden, daß die Grundlage der Gewertschaftsorganisation der Betrieb sein müsse. Da aber die Betriebszugehörigkeit insbesondere in der Privatindustrie der unsicherste Gradmesser für die Organisationszugehörigkeit ist, fann im allgemeinen die Betriebszugehörigkeit am allerwenigsten als Grundlage zur Gewerkschaftsorganisation dienen. Auch die Zusammenfassung nach Industrien bietet eine Fülle von Schwierigkeiten. Wir weisen z. B. nur auf die Film. industrie hin, die Angehörige aller möglichen Berufe umfaßt, die aber heute ebensogut in der Filmindustrie und morgen in der Holz oder Metallindustrie tätig sein fönnen. Andererseits gibt es Berufe, wie den der Maschinisten und Heizer, deren Angehörige sich auf die gesamte Industrie, den Handel und die Landwirtschaft verteilen, ohne fich mit der Industriegruppe, in der sie gerade beschäf tigt sind, irgendwie zu verschmelzen. Diese turzen Andeutungen allein zeigen, wie schwierig jede Lösung ist und wie jede Lösung, die heute gefunden wird, morgen von der Entwicklung mieder über den Haufen gerannt sein fann. Und doch muß eine Lösung gefunden werden, weil von ihr nicht allein abhängt die Anziehungstraft gegenüber den Unorgani. sierten, die sich am leichtesten für die Organisation gewinnen laffen, in der fie thre Berufskollegen finden. Es hängt vor allen Dingen auch Bir warten vergeblich, daß die Rote Fahne" nun gegen die Internationale Presseforrespondenz zu Felde zieht. Denn diese tommt von Moskau. Das ist natürlich ganz was anderes. Neue Unzufriedenheit der Saarbergarbeiter. Saarbrüden, 15. Auguft.( Mtb.) Obwohl der Streit der Saarheftigsten Klagen laut über erneute Gedingereduzierungen und Schichtenfürzungen, so daß die Arbeiterschaft den Eindrud gewinnt, daß burch diese Kürzungen die 5prozentige Lohnerhöhung wieder Arbeiter vielfach entlassen werden, wenn sie von ihrem durch die wettgemacht werden soll. Besondere Erbitterung erregt es, daß Arbeitsordnung festgelegten Rechte der Gedingefündigung Gebrauch machen. Die Klagen über schlechte und unwürdige Behandlung im Dienst wollen ebenfalls fein Ende nehmen. Am nächsten find in gewiffer Beziehung die standina. pischen Gewerkschaften dem Ziele der Einheitsorganisation gebergarbeiter erst vor furzem beendet wurde, werden schon wieder die fommen, obwohl gerade in den skandinavischen Ländern die Berufsorganisation auch heute noch die Regel bildet. Der Einfluß und die Macht, vor allem auch in finanzieller Beziehung, die die Gewerf. schaftszentralen dort besigen, ist wohl ebenso groß wie der Einfluß der eigentlichen Berufsorganisationen. Zum guten Teil erklärt sich dieser scheinbar innere Widerspruch aus der Tatsache, daß bei der geringen Bevölkerungszahl der standinavischen Länder ein fester Busammenschluß fämtlicher Arbeiter ein Gebot der Selbsterhaltung ist. Wie auch der Beschluß des Gewerkschaftstongresses in Breslau ausfallen mag, auch er wird und kann keine definitive Lösung. bringen. Es wird in Breslau vor allem darauf ankommen, die Gewertschaften im Fluß der Entwidlung zu halten, die Angleichung der Organisationsbedingungen zu erstreben und die Macht und den Einfluß des ADGB. zu stärken. Päpstlicher als der Papst. Rürzlich veröffentlichte der Vorwärts" einen Bericht über den am 24. Juli abgehaltenen außerordentlichen britischen Gewerkschaftstongreß und bezeichnete diesen ganz richtig als eine verfehlte Operation und einen Schlag ins Wasser. Die Rote Fahne" glaubte die englischen Kameraden verteidigen zu müssen, gleichviel ob der Kongreß wirklich ein Fehlschlag war oder nicht. Denn darüber war die Rote Fahne" ja eigentlich gar nicht unterrichtet und brauchte es bei ihrer schablonenhaften Berichterstattung auch nicht zu sein. Diesmal scheint die Rote Fahne" aber tüchtig daneben gegriffen zu haben. Denn das offiziöse Organ der Kom munistischen Internationale, die in brei Sprachen er. scheinende Internationale Breffetorrespondenz", peröffentlicht einen aus London datierten Artikel von R. E. Bond, in dem dieser ebenfalls als Kronzeuge der Kommunisten ganz offen zugibt, daß der Kongreß wirklich eine verfehlte Operation war. In den Ausführungen heißt es u. a.: Der Rongreß war ganz und gar wertlos, soweit es sich um das Anzeichen irgendeiner Richtlinie für die Massen in der Arbeitslosenfrage handelte. Sein einziger Gegenstand von wirklichem Interesse war die schwache und rüdgratlose Führung wenn man dies überhaupt eine Führung nennen fonnte durch die Führer des Generalrates, sowie die von einer großen Anzahl der Delegierten an dieser Schwachheit geübte Kritik und aufgestellte Forderung eines flar umschriebenen Kampf programmes". Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Wie uns der Zentralverband der otel, Restaurant- und Caféangestellten mitteilt, sind die folgender Gastwirtsbetriebe nach wie vor für organisierte Arbeiter gesperrt: Bräpel stube, Rosenthaler Straße, Ede Gormannstraße, BöhFrankfurter Prälaten, Große Frankfurter Str. 16, misch Brauhaus, Landsberger Affee 11, Jordans Bier ft u ben, Inhaber Stockfleth, Rosenthaler Plaz, Münzflause, Münzstraße, Inhaber Flick, und Gastwirtschaft Franz Wiecz schnewsti, Faldensteinstraße 47. Nach viermonafiger Dauer ist der Seeleutestreit in Larochelle beendet worden. Die Forderungen der Streifenden sind von den Arbeitgebern bewilligt worden. Achtung, Siemenswerte! Am Dienstag, 18. Auguft, nachmittags 4 Uhr, bei Lange, Siemensstadt, Nonnendamm- Allee 88, Berfammlung aller G. P. D. Arbeiter und Angefte II t'e n. 1. Die Iegten Borgänge im Reichstag. Ref.: Landrichter Ernst Ruben. 2. Aus Sprache. Rahlreiches Erscheinen erwartet Der Fraktionsvorstand. Achtung, Daimler, Marienfelde! Alle GPD. Genoffen treffen sich am Dienstag nachmittag 4 Uhr bei Rnauer. Wichtige Besprechung. Der Fraktionsvorstand. Achtung, AEG.- Rabelwert! Die ausgefperrten Rollegen und Rol Ieginnen treffen sich am Dienstag vormittag 10 Uhr im Bürgerpark, Oberschöneweide. Der Betriebstat. Bergmanns Elektrizitäts- Werke, Berlin. Fraktionssikuna morgen, Montag, nachmittags 5 Uhr, bei Kroll, Utrechter Str. 21. Erscheinen aller Arbeiter und Angestellten unbedingt Pflicht. Der Fraktionsvorstand.. Achtung, SPD.- Schuhmacher! Am Dienstag, 18. Auguft, nachmittags 5 Uhr, bei Blawert, Weberftr. 24, Versammlung aller SPD.- Genossen. Wichtige Tagesordnung. Bahlreiches Erscheinen erwartet Der Werbeausschuß. Vergolder und Rahmenmacher. Morgen, Montag, 5 Uhr, Andreas- Feftfäle. Andreasstr. 21, Bersammlung aller in der Industrie Beschäftigten. Stellungnahme zur Ründigung des Lohnablommens. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Deutscher Bekleidungsarbeiterverband, Berlin, Sebaftianfte. 37/38. MitFestfäle, Sandsberger Str. 31. Bericht von der Verhandlung mit den. Arbeit. gliederversammlung für die Herrenkonfettion morgen, Montag, 7 Uhr, Residenz gebern, Diskussion, Berschiedenes. Nur Mitglieder haben Zutritt! Mit gliebsausweis legitimiert, die 29. Betragswoche muß bezahlt fen! Die Branchentommission. Betriebsversammlung ter Firma Selb. Frante am Montag nachmittag 2 Uhr im Steuerhaus, Sandsberger Allee, 5 Minuten vom Bahnhof. Alle Der Obmann: Sempel. Rentralverband bee, Gdahu: acher. Allgemeine Mitgliederperfanimlung one Dienstag, 18. Auguft, nechmittags. 5 Uhr. bei Bocker, Weberftr. 17, aroğer Gaal. Unsere Lohnbethandlungen. Die Ortsverwaltung. solution betr. die Wirtschaftslage sagt Bond dann: In der In bezug auf die Ausführungen Purcells zur ersten Re anschließenden Diskussion tritisierten verschiedene Delegierte fräftig die Bemerkungen Purcells über das Blagen der Regie allegen, bie vor dem Streif bei Selbu Franke beschäftigt maren, müffen erscheinen. Die Betriebsräfe um 1 Uhr bafelbft. „ Die Regierung wird jegliches Maß von Plagen" oder Rigeln aushalten," erflärte ein Delegierter, die einzige Sache, die irgendeine Wirkung auf sie haben wird, ist Massenaktion und fonfrete Forderungen der Arbeiter." rung. " Die zweite Resolution, die Aenderungen bei ber Arbeitslosenunterstüßung verurteilt, murde vom Abgeordneten Pfarrer Heumanns. Handan begründet und Ben Turner von den Textilarbeitern unterstützte ihn. Turner sprach davon die Seelen der Leute zu retten, die mehr Geld hätten, als daß sie wüßten, mas damit anzufangen. Er führte dann Stellen aus dem alten Testament an, um zu beweisen, daß die Frage Arbeit oder volle Unterftügung" so alt ist wie die Welt." Heilmittel stets auch vorrätig im Alleindepot Zions- Apotheke Homöopath. Zentral- Officin Beriin N. 31, Anklamer Straße 39/40, an der Ecke Brunnenstr., 5 Min. v. Rosen hal. Tor. Tel. Amt Humboldt 1022. Adler- Apotheke ( Paul und W. Sadée), Berlin- Friedenau, Rheinstr. 16. 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Unsere Lohn bewegung. 2. Verbands- und Branchen. angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Jn Anbetracht der wichtigen Tagesordnung merden die Kollegen ersucht, restlos in dieser Versammlung zu scheinen. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. erBau-, Geldschrank- und Möbelschlosser! Mittwoch, den 19.Auguft, abbs.7 Uhr. im Bartercefaal des Verbandshauses, Cinienste. 83/85: Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Bericht über die Lohnverhandlungen. 2. Stellung nahme dazu. Jeder Rollege ist verpflichtet, zu dieser Bersammlung zu erschemen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Vertrauensleute und Betriebsräte treffen sich am selben Tage um 5 Uhr im Gigungsfaal, Linienftr. 83/85. Die Ortsverwaltung. Bekanntmachung Auf unser Wahlausschreiben vom 28. Juni 1925 find von den Bersicherten und Arbeitgebern nur je ein Wahlvorschlag eingereicht worden, welche gemäß§ 9 der Wahlordnung vom Vorstand als gültig anerkannt worden sind. Die vorgeschla genen Bewerber auf der Liste der Arbeit geber, beginnend mit dem Namen Emil Nicolas und endigend mit Bin Sorge, und der Versicherten, anfangend mit Karl Röder und endigend mit Richard Matthes, gelten daher gemäß§ 10 a. a. D. als gewählt. Die file Sonntag, den 6. September, und Montag, den 7. Geptember 1925 angefegten Wahltermine werden hiermit aufgehoben. Berlin, den 16. August 1925. Der Vorstand der Ortsfrankenkasse der Gürtler zu Berlin. Karl Röder, Borsigender. Oskar Kuntschke, Schriftführer. Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Berliner Tik- Trio Neukölln. 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Diſtrikt bes Boltsfeuer Pianos die so überaus reiche Teilnahme und Offo Jacobi Rranzspenden, sowie den Herren Rednern für die troftreichen Worte am Sarge sage ich allen Berwandten, Frennden. Benferes lieben Entschlafenen herzlichen tannten, den Roflegen der Allgem. Orts Dant. frantentasse der Stadt Berlin, dem GeWitwe Joh. Reim nebst Kindern. fangverein der Kolonie Selbetal und den Mietern Railer- Friedrich- Straße 120/121 meinen herzlichsten Dank Frau Martha Jacobl geb. Kubicke. Dantiagung. Für die vielen Beweise herzlich. Teilnahme anfäßlich d.Sinfcheidens meines lieben Mannes, unferes guten Baters Julius Großkreutz sprechen wir hiermit unseren aufrichtigen und innigften Dant aus. Frau Emma Großkreuz nebst Kindern. Anzüge 29, Sofen 3,50. Arbeitsftube: Bringenstraße 62 II. Wer den echten zur Ansbacher Str. 1, Miete Edke Kurfürstenstraße Sie brauchen einen neuen Anzug! Mantel, Kostüm, Kleid, Ulster, Paletot, Schlüpfer, Regenmantel! Besuchen Wie? Das Geld reicht nicht? Sie uns! 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Die Wahl der Arbeitgebervertreter findet in demselben Lokal am Dienstag, ben 29. Geptember 1925, Don 2-5 Uhr ftatt. Die Wahl ist geheim und wird durch den Borstand geleitet. Gewählt wird nach den Grundfäßen der Berhältnis. wahl nach Maßgabe der Wahlordnung. Das Wahlrecht ist in Berfon auszuüben. Wahlberechtigt find alle volljährigen ( über 21 Jahre alten) Berfonen männlichen und weiblichen Geschlechtes, welche bei der Ortskrankenkasse Lichtenberg versichert find. Die Wähler tönnen die Arbeitgeber. und Mitgliederverzeichnisse während der Rassenstunden von 8-1 Uhr im RaffenTotal einsehen. Einsprüche gegen die Richtigkeit dieser Berzeichnisse sind bei Vermeidung des Ausschluffies spätestens bis zum 30. August 1925 unter Beifilgung der Beweismittel bei dem Barfrde der Renbeino n. Die Wahlberechtigten merden biermit aufgefordert, Bahlvorschläge aufzustel Ten und dem unterzeichneten Borstand fräteffens bis zum 30. August 1925 einaureichen. Die Stimmabgabe ist an diese Bahlvorschläge gebunden. Die Wahlvorschläne milffen von mindestens 10 Wahlberechtigten der betreffenden Gruppe mit zusammen 30 Stimmen unterzeichnet fein. Die zugelaffenen Wahlvorschläge wer den 2 Wochen vor dem Wahltage im Raffenlotal während der Dienststunden von 81 Uhr zur Einsicht auslienen. Der Stimmzettel enthält die Namen derjenigen Bewerber, welchen der Wäh Ter feine Stimme geben will. Er darf höchftens dreimal foviel Namen ent halten, als Bertreter zu wählen find. An Stelle der Aufzählung der Namen genligt der Hinweis auf die Ordnungs nummer des Wahlvorschlages. Der Wahlausfchuß ist befugt, die Wahl- und Stimmberechtigung jedes Wählers bei der Wahlhandlung zu prü fen. Jeder Wahlberentiate hat sich da her mit einer Legitimation zu ersehen. Es ist dies für die Arbeitgeber die Tekte fällige Rrahlenteffen- Beitragsauittung bzw. der Bosticherabschnitt, fite die Versicherten eine Bescheinigung bes Arbeitgebers, daß der betreffende Berficherte am Tage bee nhl noch in Beschäftigung steht, für freiwillige Mitalieber der legte Rahlungsabschnitt. Die Stimmaettel müffen 10 mal 8 Rentimeter groß* Farbe fein. von weißer Im übrigen gelten fire bie Bahr bie entsprechenden Bestimmungen der Gakung und der Wahlordnung. Berlin- Lichtenbern. 15. August 1925. D. Seifel, Borskender. 6. Bubbe, Schriftführer. Küchen roh emailliert Küche Loftchen 42 80 Mk. Küche Hermine 85 135 Mk. Riesenausw.roher, Tackiert.. Jasiert. Küchen u. einzelner Sehränke jetzt enorm billig. Kapitän- Kautabak Für Sommerfeste! Kleiderschränke 90-120 euch nur einmal versucht hat, wird ihn nicht mehr entbehren wollen. Der Kapitän hat einen eigenartigen feinen Geschmack ist nach dänischer Art aus reinem Kentucky hergestellt. 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In undurchlässiges Leder eingezwängt, von der Luft abgeschlossen, mit schmerzenden Hühneraugen behaftet, müssen sie vorzeitig dienstuntauglich werden. Aber die Einsicht gewinnt Boden, und was viele Taufende Aerzte mit ihren gutgemeinten Belehrungen nicht erreicht haben, das erreichen wir durch unfere guten und bequem anzuwendenden Kukirol- Präparate. Millionen fufizolen schon! Millionen werden folgen, sobald sie den ersten Verfuch gemacht haben, denn Fußpflege mit Rufirol ist eine Wohltat nicht nur für die Füße, sondern für den ganzen Menschen. Daher die große Beliebheit der Kukiro!-Präparate bei Sportsleuten, Touristen, Militars, wie überhaupt bei Allen, die Wert auf leistungsfähige Füße legen müffen. Sie bekommen die echten Kukirol- Präparate in allen Apotheken und Drogerien. Sind fie in einer ausverkauft, dann hat fie sicher die nächste. Die Kukirol- Präparate find die am meisten getauften Fußpflege- Präparate. Zahlreiche Aerzte empfehlen und verordnen diefe. Verlangen Sie von uns aufklärende Literatur über Kukirol- Fußpflege. Die Zusendung erfolgt tostenlos und portofrei. Kutirol Sabrit Kurt Krisp, Groß Salze bei Mingdeburg $ Verwaltungsgebäude: Reitbahnstraße. Fabrik: Kutirolstraße. Bertaufsbüro: Berlin W 62, kleiftstraße 23, I. Telephon: Stephan 5471. Sonntag 16. August 1925 Unterhaltung und Wissen Ich will es wagen! Bon Heinrich Lersch. Mein Vater und seine Ahnen waren Schmiede und Knechte von altersher mit wilden, unwiffenden Augen, von allen Qualen schwer. Jm Schmiedfeuerlicht schwangen fie die Hämmer gleich Fahnen der kraft, zu wehren dem Hunger. Und die Söhne folgten in gleichen Bahnen, sind Schmiede und Knechte wie fie. Doch nach Freiheit flammt unser Begehr. Wir schleppen die tausendjahr Schmiedwert wie eine Bette hinter uns her Und vor uns wie tausend Jahre höllischer Knechtschaft ahnen... O mein Junger, mein Sohn, mein lichthelles Kind! füßlachender Bube aus freudequellendem Liebesschoß. O solltest du die Ketten deines Geschlechts in das neue Jahrtaufend fragen? . Den Hammer her! Ich schlag auf die Ketten, bis sie zerschlagen find! Der blutigen Knöcheln lach ich, lache der Wunden bloß, die selbst ich mir schlage. Mensch, hör mich schrei'n: 3ch will es wagen! Das Storchnest. Bon Hans Blund- Oldemaren. Ja, das war nun so, Jakob Huje war heimgekehrt, mit dem Studieren war's nichts geworden. Die Pächtersleute, die nun seit undentbaren Zeiten in seinem alten Hof faßen, waren in großer Not. Denn Jakob Huje gehörte das Land, das hatte sein Bater einmal fo festgemacht. Und Jakob Huje schien nicht daran zu denken, wieder abzuziehen. Nein, der lange Student machte sich richtig breit auf dem kleinen Hof. Er hielt Mite Tovoren Tovoren hießen die Pächtersleute schon am ersten Tage eine Stunde mit seinem Gerede auf, und das arme Ding wagte doch nicht wegzulaufen, weil Jakob Huje der Hof doch zu eigen war. Sie hatte auch feine Ausreden, warum sie meglaufen sollte, sie hätte sich im Gegenteil noch lange mit ihm unterhalten tönnen, so viel hatten sie einander zu erzählen. har nicht nur, daß Jakob Huje die Menschen in ihrer Arbeit aufhielt, er ärgerte fie auch. Drei Tage muffelte er jegt auf dem Hof herum, flapperte bald hier, hämmerte bald da oder starrte sogar wie ein Unvernünftiger in den blauen Himmel hinein. Das fam wohl davon, daß er so lange studiert hatte. Richtstun und Schürzenjagen, was war anders dabei herausgekommen? -www Mein Jakob Huje selbst war gar nicht so unnütz zumute, wie andere es ihm zubachten. Er fand es ganz berechtigt, daß er nach dem vielen Herumstudieren sich einmal gründlich verpütscherte- fo nennt man das in seinem Land. Just nur steigt er mit einem riesengroßen alten Wagenrad die Leiter zum Dachfirst hinauf. Gott, was will der Mensch mit dem großen Rad da oben! Write macht sich halb neugierig auf dem Hof zu schaffen. Sie tut, als hätte sie fein Auge für andere, fährt eine ganze Karre Sand an und wirft alle Wege fonntäglich aus. Ihre flinken Holz pantoffeln flappen über die Kopfsteine bis in die große Diele. Bis zu Mutters brodelnden Tänfeu fliegt der weiße Sand hinein, fein soll's ja aussehen. Er Jakob Huje fikt nun rittings oben auf dem Dachsirst. miegt das Rad aus, stüßt es mit ein paar alten Spieren im Stroh und hat zwei riesige Nägel im Mund, von denen er einen gemächlich herausnimmt und durch die Radreifen in den First treibt. Klapp, flapp, laufen die Holzschuhe drüben über den Hof. Brutwarm scheint die Sonne drüben vom flaren Himmel. Kein Lüftchen rührt sich, selig still und schön ist der Tag. Der Student fneift die Augen ein wenig zu. Gott sei Dant, nie wird er wieder in die große Stadt fahren müssen, wo er in leimriechende Hefte Weisheit frizeln muß, wenn draußen die schönsten Tage sind und seine riesigen, schweren Fäuste nach Arbeit verlangen. Nie wieder wird er diese Rate verlassen, so lange solch Wetter auf der Welt sein kann und das Land rundum sich so duftend und blühend bis in die fernsten Weiten streckt. Warum follte er auch wieder fort? Jakob Huje hat die Stadt mit ihrer Not und mit ihrer Unruhe so unfagbar jatt. Er wird 6] Marina. ( Schluß.) Bon Gabriela Preissová. ( Autorisierte Ueberfezung aus dem Tschechischen von A. Berchtold.) Cr 30g fie an sich und küßte sie leidenschaftlich. Wie schwer du atmest," flüsterte er. Warte, bis der Zug vorüber ist, dann werde ich dich auf meinen Armen tragen, wie ein Kind. Glaub' mir, ich bin imstande, dich bis ans Ende der Welt zu tragen." Er faßte sie um und trug sie in das Gärtchen. Dort bei der Laube ließ er sie zu Boden gleiten und öffnete mit einem Schlüssel die Laubentüre. Ich bin doch zur Zeit gefommen, jegt muß der Sug gleich vorbeifahren," sprach sie ziemlich laut. „ Ich bitte dich, Kindchen, sprich leise, der Vater hat ein feines Gehör. Ich möchte nicht, daß er mich fragt, mit wem ich hier redete." Ach was," entgegnete sie, mit den Zähnen flappernd, das ist jetzt schon ganz gleich. Wird der Zug bald tommen? Ich dachte, es ist an der Zeit." Romm dich mur niedersetzen, Marina, hier ist eine Bant, hier ist eine Bant, auch ein Tischchen war da, das habe ich aber dem Vater ans Bett gestellt. Se dich hübsch nieder." Sie lehnte sich müde an den Türpfosten und faltete ihre Hände ineinander. Ich möchte mit allem ein Ende machen, mit dir gemeinschaft lich," sprach fie tlagend.„ Du hast es mir ja gesagt, wie du es machen willst. Aber ich lasse dich nicht allein, mit dir gemeinsam will ich mich auf die Schienen legen. Nur meinen Kopf möchte ich an deine Bruft legen, und du mußt mich fest an dich drücken. Du kannst deinem Vater zum Abschied einen Bettel hinterlassen. Schreibe ihn gleich und lege ihn in der Stube auf den Tisch. Schreibe ihin, daß er dir verzeihen und daß man uns zusammen in ein Grab legen möge. Im Himmel werden wir uns alle wieder begegnen. Ich weiß, Gott wird uns eher in Gnaden aufnehmen, als wenn wir hier in der Sünde leben würden." TOREROLAS Shiele: Geld für die Optanfen?? Aber ich fann doch diesem Herrn Severing feine Konfurrenz machen." & anik:„ Aber biffe, das Brot sowohl wie das Fleisch wird doch durch den Zoll feineswegs schlechter, mein Herr, nur feurer, nur teurer." d: Retter in Ferien. Stresemann:„ Selbstverständlich haben die Deutschnationalen große außenpolifische Erfolge, Graf Westarp, der spanische Handelsvertrag eriffiert nicht mehr, mit Polen stehen wir im schönsten Wirtschaftsfrieg und wenn sich erst die Zölle auswirken, gehen wir wieder mal herrlichen Zeiten entgegen!" Beilage des Vorwärts Schlieben:„ Stundung der Lohnsteuer wegen Krankheit usw. ist selbstverständlich abzulehnen. Den Industriekonzernen find die Steuern nur zu ffunden, wenn es sich um größere Summen handelt." 99 Frenten: Wie biffe?- Aufwerfung Gerechtigkeit Amnestie Menschlichkeit??- Ach hängen Sie doch noch einmal an."- Fräulein, der Herr ift falsch verbunden. Hier ist doch der Justizminister." zÝx Dr. Luther:„ Jst da die Zentrale?- Frollein, meine Herren gehen in Ferien. Falls die Herren Generaldirefforen oder Dekonomieräte etwas gerettet haben wollen: unsere Adressen stehen zur Verfügung." immer hier draußen bleiben in seinem Selbsteigenen, bei den Tieren, dem alten Bächter, und bei Mike auch. Was Gott für einen bestimmt hat, soll man nicht umkommen lassen, meint Jakob, und wenn zehnmal der alte Bauer einen Bastor aus ihn hatte machen wollen. Jura blieb wie versteinert stehen. Was sagst du da, Kindchen," entrang es sich endlich seiner Kehle, ich will ja nicht sterben, ich mill mit dir hier glücklich leben." Er umfaßte frampfhaft das nahe Fliedergebüsch, und in der Faust blieben ihm einige Blüten. Er reichte diese dem jungen Weibe: Hier, Marina, wie diese Blüten soll unser Leben froh sein!" Sie starrte gedankenlos auf die Blumen, dann antwortete sie mit gepreßter Stimme: Was für ein Leben sollte hier für uns sein? Auf deinen Vorschlag fann ich nicht eingehen. Du kennst mich nicht. Ich habe meinem Manne Treue bis in den Tod geschworen, und nur im Tode kann ich die deine sein. An dieser Welt liegt mir nichts mehr, nimm mich mit dir auf die Schienen. Es wird ein furzer, leichter Tod sein. Nicht einmal aufschreien werde ich, denn ich habe den Trost, daß wir gemeinsam sterben." Was haft du dir in den Kopf gefeßt," erwiderte Jura, so findisch fann doch nur ein Weib sprechen. Dent' nicht an ein so trauriges Ende, gerade auf dieser Welt werden wir jetzt glücklich sein." Er wollte sie wieder mit seinen Armen umfangen, aber sie stieß ihn stürmisch zurüd: So, du willst nicht? Du hast also gelogen, als du von deiner großen Liebe sprachst?" sagte sie mit gereizter Stimme. Du willst nicht mit mir sterben und im selben Grabe ruhen, über uns die gepflanzten Blumen und Gottes Barmherzigkeit?" Nein, Marina, man muß lachen über das, was so ein fleiner Frauentopf ersinnt. Ich als Mann muß aber Verstand für beide haben. Du sprichst ja wie im Traum. Ich habe dich aufrichtig lieb, wie ich noch niemand auf der Welt liebte, und deshalb müssen wir hier glücklich werden." " Nun, da du mich nicht begreifen fannst, werde ich allein auf das Gleise gehen, damit ich dir ein Beispiel gebe," sagte düster Marina. ,, Oh, du mein Gott, du närrisches Frauenzimmer! Du hast den Berstand verloren. Jetzt bleibst du ruhig hier in der Laube und rührst dich nicht. Ich höre schon den Zug tommen, er muß gleich da sein." Marina glitt auf den Boden und umfaßte seine Knie:„ Um Gottes willen, mein Jura, ich bitte dich, nimm mich mit dir auf die Schienen! Jakob Huje beginnt zu schmunzeln. Er hat noch Zeit, sich umzu drehen, ehe er den zweiten Nagel hämmert. Er legt sich über den Giebel und sieht, wie dem Mädchen unten die gelben Locken um die Ohren flattern. Er sieht ihre dehnenden Schritte und hört die Stimme, die so warm und hell zur Diele hereinschallt. Ach, Mike, ,, Da du närrisch geworden bist," sagte er nun mit fester Stimme, muß ich handeln." Er hob das Weib auf, drängte sie mit ganzer Kraft in die Laube hinein und verschloß die Türe wieder mit dem Schlüffel. Man hörte schon deutlich den feuchenden Laftzug herannahen. Als er am Wachthäuschen vorbeigefahren war, dachte Jura bange:„ Mein Lebtag habe ich eine solche Rede von einem Weibe nicht gehört. Was das für Einfälle sind. Ich muß sie zu beruhigen suchen, wie ein unvernünftiges Kind. Der Mond ist aus den Wolfen gefrochen, vielleicht wird Marina jetzt ruhiger sein. Seltsam ist sie, aber um so mehr gefällt sie mir." Er öffnete die Tür zur Laube und begann sanft zu sprechen: Sieh, Marina, der Mond steht am Himmel, schau mich freundlicher an, mein Kindchen." Aber Marina sprang vom Boden in der Ede der Laube auf, wo sie zusammengetauert gefessen hatte, schlüpfte rasch wie ein Wiesel aus der Türe und entfloh. Er begann ihr nachzulaufen, sie aber war schneller, entkam ihm und verschwand schließlich in der Tür ihres Hauses. Er blieb bestürzt vor dem Hause stehen. Durch das verhüllte Fenster fonnte er sehen, wie Marina das Tuch vom Kopfe riß und die Jacke abstreifte, nachdem sie die Kerze angezündet hatte. Dann nahm sie aus dem Buche, das auf dem Tische lag, einen Zettel, zündete ihn an der Rerze an und warf ihn in den Ofen. Sie wendete sich dann wieder, den Kopf in beide Hände pressend, zum Tische und löschte das Licht. Tiefes Dunkel herrschte ringsherum und eine unendliche Stille. Nur Juras Herz hämmerte zum Bersten. Eine Kahe näherte sich ihm, dann aber, vor seiner Gestalt erschreckend, floh sie eilig davon. ,, But, daß hier kein Wachhund ist, da könnte man noch als Dieb gefaßt werden," dachte Jura, zur Vernunft kommend. „ Wie die Wolken weiß am Himmel ziehen! Schade um diese munderhübsche Nacht, schade um das unvernünftige Weib, schade hundertmal schade." Und er biß sich auf die trocken gewordene Unterlippe und bedeckte mit der Hand seine Augen, gerabe, wie er es als Kind machte, wenn er von einem stärkeren Kameraden überwältigt und zu Boden geworfen wurde. wüßtest du, was du für eh Brachtding beft! Aber es fat, ats wüßte fie es. Jakob Huje sieht ganz deutlich, wie ab und an ein flinter Blick nach oben streift. Was fag' ich, ab und zu? Der Blid fliegt alle Augenblick nach oben, was foll das arme Ding auch sonst in seiner Neugier tun? Wo doch fein Mensch weiß, was ber verrückte Student oben auf dem Giebel herumhämmert. Jakob Huje aber sieht zum andermal Mites gelben Schopf. Gerade von oben sieht er ihn, und die Schultern auch, ja, die ganze Deern. Er muß fich ordentlich über den Giebel beugen, folch Bergnügen hat er daran, dem Mädchen zuzusehen. Dieser lange Flegel möchte fingen vor Bergnügen über die neue Freiheit, und er fummt auch hell in sich hinein, alles mögliche durcheinander. Nie mieber wird er von seinem Hof heruntergehen, nein, nie! Die Fruchtbarkeit der Felder duftet zu ihm hinauf. Der starte Dunst der feimenden Sommererde, die Nähe der reifenden Aeder, die Fülle des Lebens in Tier und Bruch und überall. Er denkt an die fleine Telephonistin, mit der er sich mitunter in der Stadt traf, es war schließlich eine Art Freundschaft geworden. Ihm graut hier draußen, wenn er an ihre schmalen, immer etwas überlegen lächelnden Lippen denkt, an die Arme, die sich allzu schlant um seinen Hals legten. Wahrhaftig, den Burschen fröstelt auf einmal inmitten dieser starten Erde. Jakob Huje hat sich umgedreht und hämmert den zweiten Nagel mit ein paar Schlägen ins Holz, so gewaltig, als müßte er sich der neuen Umwelt mürdig weisen. Wenn er jetzt noch ein paar Stöcke querüber holte, fann hier sein Nest bauen, wer will. Krähen oder Raben werden nicht über ihn fommen. Was machst du da eigentlich?" Kyoto. ( Sonberbericht des Borwärts.) Bon Richard Huelsenbed. Ryoto ift ble alte Hauptstadt Japans. Man fann fie von Djata in fünfpiertel Stunde mit der elet. trischen Schnellbahn erreichen. menn man nach den halbeuropäiſierten Hafenstädten etwas echt Kyoto ist das Zentrum der alten japanischen Kultur und Kunst. Japanisches" sehen will, muß man nach Kyoto fahren. Die Fahrt ist sehr reizvoll. Eine wechselnde Fluß- und Berglandschaft von typisch japanischer Bildung. Die Berge sind fahl, dunkel, von zerflüfteter Form. Ueberall wächst die charakteristische japanische Kiefer, die man auch in Europa auf allen japanischen Bildern und Kunstgegenständen sehen kann. Es gibt Leute, die Sehenswürdigkeiten tausendmal wertvoller finden, wenn sie sehr alt find. Hier in Kyoto würden diese Herr schaften außer sich vor Entzüden sein, denn in Japan gab es schon eine hohe Kultur, als wir in Deutschland noch auf der Auerochfen jagd waren. Hunderte von Jahren vor Chrifti Geburt saßen die Herrscher dieses seltsamen Boltes schon in ihren Palästen, die nach Bränden und Zerstörungen immer wieder erstanden. Ich bin fein Kunsthistorifer und kann nicht gut fagen, worin das ungemein Eindrucksvolle dieser Balastbauten besteht. Vielleicht ist es gerade die große Einfachheit. Sie find von hohen Mauern umgeben. Man fommt in Höfe und wieder in Höfe. Man steht vor riesigen fensterlosen Mauern, die wie die Wand einer Scheune gende Bronzelöwen flankieren die fahlen Wege. Das klingt so heftig und entschieden, der Bursche muß wohl anmuten, im Schatten der doppelt geschwungenen Dächer. Sprindarauf antworten. Schmunzelnd legt er sich wieder über und legt den Hals just ins Giebeltor zwischen die beiden Pferdetöpfe. Mite hat sich unten herausfordernd aufgestellt, sie ist sehr erbost, daß man ihrer Neugier nicht längst Genüge tat. Richtig 3orn rot ist fie im Geficht, fie weiß ja gar nicht, wie gut es ihr steht unter dem gelben Stirnbusch. Was lachst du noch, dummer Kerl?" Habt ihr gesehen, jetzt stampft sie mit dem Fuß, aber so sind die Weibsleute, wenn sie ihre Neugier nicht bändigen können. „ Ein Adebarnest, Mite, willst' mal rauffommen?" „ Was soll das nun bloß heißen?" Ja. das weiß ich nicht, da sollen wohl zwei Adebare drin „ Go!" mohnen." Man ist am Ende froh, wenn man wieder draußen ist und in seiner Ritscha fizzt. Wie oft find von hier Defrete zur blutigen Abschlachtung der weißen Fremdlinge ergangen, die sich unerwünschterweise immer wieder im Lande festzusehen suchten. Das ist das Interessante, das Asiatische an Kyoto und seinen alten Kunstwerfen. daß der Daibutsu eine Höhe von 25 meter hat. Man toumut fich recht flein vor in Gegenwart diefer Roloffalgoftheit. Vor dem Daibutsu steht ein fünftlicher Lotos von Mannesgröße. Daneben ist ein Gebetpult, an dem man seine Andacht verrichten fann. Unter besonderem Dach hängt eine Glocke aus Era, fo groß mie eine Lokomotive, graugrün und alt. Sie hat einen großen Teil der Geschichte Kyotos mitgemacht. Sie läutete vor einigen hundert Jahren den Untergang der mächtigen Familie Toyotomi, wie die perToyotomi, die vielleicht soviel Macht befaß wie die Medicäer der waschene Inschrift auf ihrem Rücken verkünden soll. Wir glatten Europäer wissen nichts mehr von der Familie Renaissance. Aber ihre Bernichtung wird nicht harmlos gewesen sein. Da ist viel Blut geflossen und es gab viel asiatische Grausamkeit. Aus der Geschichte der Uhren. Wenn wir heute eine Sonnenuhr oder Sanduhr betrachten, so fönnen wir uns taum noch vorstellen, wie man mit diesen Uhren früher die eit bestimmen und sich danach richten konnte. In den ältesten Zeiten war die Sonne der einzige Beitmesser. Im Tempel zu Jerusalem ließ Ahas bereits im Jahre 742 v. Chr. einen Sonnenzeiger aufrichten, doch ist die Beschreibung, die das zweite Buch der Könige davon gibt, so unklar, daß man sich kein Bild davon machen fann. Bei den römischen Gerichtsverfahren hat man sich besonders der Wasseruhr bedient. Dabei hatte, wie Cicero berichtet, ein Beamter die Zeit zu fontrollieren, die den einzelnen Prozeßparteien in den Verhandlungen zur Verfügung stand. Die Parteien, denen oft an der Verlängerung der ihnen gewährten Zeit lag, haben vielfach die Beamten bestochen, entweder die Deffnung, durch die das Wasser lief, zu verstopfen oder das Wasser durch irgendein Mittel dickflüssiger zu machen, damit es langsamer lief. Die Wasseruhren bestanden ursprünglich aus einem tönernen Gefäß, das an der Unterseite eine Deffnung hatte, durch die das Waffer hineinlief. Einzelne Striche, die an dem Gefäß angebracht waren, bezeichneten die Zeitspannen. In Aegypten wurde freilich schon im Jahre 94 v. Chr. eine Wasseruhr hergestellt, die durch ein Räderwerk getrieben wurde und Monate, Lage und Stunden anzeigen fonnte. Heute radebrechen die Portiers der japanischen Kaiserschlösser Erst der Papst Sylvester II. erfand im Jahre 990 n. Chr. eine englisch und die jüngste amerikanische Miß kann gefahrlos durch Uhr, die durch ein Gewicht in Bewegung gesezt wurde. Zugleich wandern, was ihr der Führer als greatest sensation" anzeigt. erfand er auch die Hemmung, durch die der ungleichmäßige Ablauf Und doch etwas unheimliches ist diesen Dingen und Menschen des Gewichts gehindert und der regelmäßige Gang der Uhr hervor geblieben. Etwas Undurchdringliches, von feiner Zivilisation Aufgerufen wurde. Die heute bei den Wanduhren gebräuchlichen Schlaglösbares. merte find bereits um das Jahr 1120 nachweisbar, denn die Ordensregel der Zisterziensermönche aus diesem Jahre schreibt vor, daß der Safristan des Klosters dafür zu sorgen habe, daß die Uhr zur Frühmesse schlage und wede. Seit dem 14. Jahrhundert tauchen dann immer fompliziertere Uhrwerte auf, die zum Teil mit fünstlichen Glodenipielen. verbunden sind. Prag, Jena, München, Straßburg, Paris, Mey, Dijon, Lund in Schweden und viele andere Städte befaßen solche Uhren, doch hatten sie meist teine lange Lebensdauer, weil man damals noch teine feineren Räder herstellen und später nicht die Kosten für eine Ausbcfferung aufbringen fonnte. Manche diefer Uhren hatten sehr furstreiche Figurenspiele, wie die Uhr des Münchener Rathauses, der große Trunt in Rotenburg o. T., die Uhr der Sebaldustirche in Nürnberg u. a. Ich möchte die Leute, die Berlin mit protestantischen Backstein„ Ja, das ist doch beffer, als daß sie allein in der Welt herum firchen verseucht haben, einmal folonnenweise in den Chion- in- Tem pel in Kyoto führen. Sie müßten, wenn fie anständigen und ein fliegen." fichtigen Charakters wären, ihre jämmerliche, fulturlose, flohartige Kleinheit erschüttert eingestehen. 3wei, drei Schaufeln Sand fliegen wieder den Weg bis zum Garten hinüber, wo der Buchsbaumrand um den großen Klatsch mohn steht. ..Willst dir's nicht mal anguden, Mite?" " Die stüßt sich altflug auf die Schaufel. Da geht nur das Dach stroh von entzwei, Jafob, und man wird die Spazen nicht wieder Ins." ,, Dh, Mike, so'n Unsinn!" Warum müssen die denn just hierher fommen?" Da schweigt der Lange und hält den Kopf schief nach rechts und schief nach linis und schmunzelt und antwortet immer noch nicht, bis das Mädchen dunkelrot wird und aufs Haus zuläuft. Warum die just hierher sollen? Ja, da hab' ich rein noch gar nicht drüber nachgedacht, mite." Ein buddhistisches Kloster liegt auf einem Berg. Inmitten einer herrlichen landschaftlichen Umgebung. Man geht durch ein Tor mit dem typischen doppelten Dach und vielfach geschnigtem schweren Gebält. Man steigt eine feierliche Treppe hinauf. Zur Rechten steht eine Kwannon aus Bronze, mit undurchdringlichem Gesicht. Man tommt auf einen riesigen Platz, auf dem zahlreiche Gebäude stehen. Auf den Treppenstufen liegen die Gläubigen und beten. Mütter, die ihre Kinder in ihrem Kimono auf dem Rüden tragen, falten sam im Schmutz und ist tief in sich versunken. fromm die Hände. Ein Kuli mit einem breiten Stoffhut tniet ein Da gibt es in dem Ho- Koji- Tempel den Daibutsu, das ist eine Roloffalbüste des Buddha aus vergoldetem Holz. Eigentlich ist es nur ein riesiger Kopf mit starr blidenden emaillierten Augen. Für Amerikaner und solche, die es werden wollen, jei bemerkt, Unsere Die eigentliche Taschenuhr ist bekanntlich die Erfindung des Nürnbergers Beter Henlein. Von ihm heißt es in einem zeitgenöffischen Bericht: Aus Eisen machte er fleine Räderuhren, die in jeder Lage die Stunde zeigten und schlugen, selbst dann, wenn man sie in den Busen oder in die Tasche stedte." Wie so viele Erfinder hat auch Beter Henlein nicht das Glüd gehabt, den Erfolg seiner„ Nürnberger Gierlein selbst noch ganz genießen zu können, denn eine böse Erfrankung riß ihn schon bald, nachdem er seine Erfindung gemacht hatte, aus dem Leben. Dr. Mittler. Herbstneuheiten sind zum Teil bereits eingetroffen Kleiderstoffe Mengenabgabe vorbehalten! gen Schotten ca. 100 cm breit, aparte Stellun- 195 Flausch for Mäntel, ca. 130 cm breit, solide 490 verse Meter mod.Dess. 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Neulich erzählte er sie mir mit folgenden Worten: Als ich zum ersten Male zum Film tam, handelte es sich selbstredend um Tut- anch- Amon. In den Gosener Bergen mimten wir ägyptisches Königreich. Alles war stilecht und wirkungsvoll, nur der gelehrte Beirat, ein Aegyptologe, schrie:„ Aber, aber, die alten Aegypter hatten damals doch noch gar keine Pferde, die bedienten fich der Ochsen als Zugtiere. Ochsen, Ochsen!" sagte der Regisseur, reden Sie doch keinen Stuß, zum guten Großfilm gehören Pferde." Na, schließlich wurde mir der Oberbefehlshaberposten anvertraut. Als wir hoch oben auf dem Sandberg standen und drei Großaufnahmen gemacht waren, wurde plöglich zum Ueberfall auf das Lager unserer Feinde im Tal geblasen. Das war so meine Sache. Nach pferdenatürlicher Art setzte ich mich auf mein Hinterteil und rutschte wie ein geölter Blig den ganzen Berg runter. Ein Kavalle rift gudte mich an und sagte:„ Der ist italienisch eingeritten, sowas macht die italienische Kavallerie." Der Oberbefehlshaber aber rang schwer nach Atem, fieberte wie eine englische Bulldogge vor dem zweiten Frühstück und teuchte:„ Das Biest macht noch mal' n Mann tot. Ein Hilfsregisseur schwenfte eine große, rote Fahne, das bedeutete:„ Das Ganze halt!" und der Regisseur schrie durch's Sprachrohr:„ Schmeißt den Schimmel' raus!" Da tamen zwei Mann und führten mich ab. Das zweitemal spielte ich Befreiungsfrieg. Meil ich solche gute Figur abgab, padte man mir Major von Lühow auf. Er wollte mich zum Galopp anspringen lassen, anstatt mir den Kopf zu ſtellen, tigelte er mich mit den Sporen. Da nahm ich das erste Bein, das mir zur Verfügung stand, und sprang Galopp an. Das war links Galopp, mein Reiter jedoch tonnte nur rechts Galopp. a, dachte ich, das ist deine Schuld, ich schrummte los, wie die Feuerwehr und alle meine Pferdekollegen hinterher. Doch, was hatte ich angerichtet, Major von Lützow hatte Herzklopfen befommen, ein Menschenfreund schenkte ihm ein Abonnement auf einen Reilfurfus im Tattersall und Lühows wilde, verwegene Jagd hatte ich aus den Kleidern galoppiert. Das ganze Gelände war mit Ausrüftungs gegenständen überjät. Da nahm mich jemand am Kopf und sagte: Mit dir ist Schluß am Bosporus." Nun hatte ich Anwartschaft auf eine Berliner Droschte und drei taputte Beine. Aber Fridericus Reg wurde mein Erretter. Ich habe nämlich viel Auffah, einen großen Schritt und Schwung, folglich bin ich gut zu gebrauchen. Und nun ging's los: Schimmel vorne Parademarsch, Schimmel vorweg Parade marsch, Schimmel vorne Barademarsch. Man wurde ganz brägenflöterig davon. Wenn man eben dachte, man wäre fertig, dann hieß es: Großaufnahme, de Beene alleene". Der Parademarsch fiegte. Der Film wurde ein gutes Geschäft. Die Kinos riffen sich um den Film und alle Prominenten wurden auf die einzelnen Theater als Anziehungspunkte verteilt. So manderte auch ich in das luguriöse Bestibül eines höchst vornehmen Lichtspieltheaters. Ich murde in eine Bog gestellt, die blau ausgepolstert war, wegen der Pünstlerischen Lichteffekte. Es war ein Beifall und ein Leben, ein Flugzeug hätte wild werden fönnen. Und was das Unangenehmste mar, obgleich ich tüchtig apfelte, duftete es dennoch so unanständig nach Batschuli und Parfüm ,, Weiße Rose". Ich friegte Kopfschmerzen und tam mir vor, als ob ich heliotrop gefressen hätte. Biel Juder erhielt ich ja, das muß ich eingestehen, ich war vollgestopft bis obenhin. Aber was hat man letzten Endes von all' diesem Hurrafrafeel Man schlabbert im Maul und es säuert einem im Magen. So nach und nach bin ich völlig ruhig geworden. Ich durch querte mit Siegfried das Nebelmeer und den Feuersee, ich wurde Napoleon achtzehnmal unterm Leib totgeschossen und ich rettete unter Froben den Großen Kurfürsten bei Fehrbellin. Jetzt bin ich eine Filmtanone. Ein Berliner Pferdefenner aber sagt nun von mir: ,, Det is ja jar feen Pferd, det is ja' ne Ruh!" Die Filme der Woche. Verlorenes Land. Im Mozart Saal murde ein großer Expeditionsfilm uraufgeführt, der vorerst unter dem Titel Berlorenes Land" lief, jezt aber den Namen ,, unter unbekannten Rannibalen" erhalten hat. Es handelt sich hierbei um die bildlich hervorragende Ausbeute, die Kapitän Frant Hurley von seinen in den Jahren 1923/24 unternommenen zwei Expeditionen nach Neu- Guinea mitbrachte. Auf den Inseln der Perlen, den Donnerstag- Inseln, errichtete die Expedition ihr Hauptdepot. Dabei wurde nicht versäumt, von einem Taucher, der auf der Suche nach Perlen in die Tiefe ging, eine Aufnahme zu machen. Doch nicht jede Muschel enthält eine Perle und leben will man überall, daher betreibt man auf Diesen Insein hauptsächlich den Export von Perlmutter. Die erste Landung der Expedition geschah auf einer fleinen Insel zwischen den Donnerstag- Inseln und Neu- Guinea. Von der riesigen 1800 Meter langen Korallenformation, die sich bis zur australischen Küste erstreckt, ist auch diese Infel umgeben. Ein aufmertfamer Beobachter ließ sich feine Mühe verdrießen, Photographien von dem eigen artigen Leben der Seetiere zu machen. Tausend Wunder find in den Karallenfelsen erschlossen worden. Von Neu- Guinea felbft erblickt man nicht nur schöne Landschaften( u. a. von dem gebirgigen Innern), sondern auch prächtige Aufnahmen von den Sitten und Gebräuchen der dortigen Bewohner. Beim zweiten Teil der Reise werden wir Zeugen der Fahrten des Expeditionsschiffes Eureka und der schwierigen Streifen zweier Flugzeuge. Sie überflogen das Sumpf gebiet Neu- Guineas. Aus der Vogelperspettive erblickte man AnSiedlungen, die im Moraste nahezu versanten. Zuguterlegt wurde ein bislang noch unbekannter Rannibalenstamm entdeckt, der sich Menschenfleisch recht gut schmecken und bekommen läßt. Sogar der langgestreckte Tempel, dessen Boden gesättigt ist von Menschenblut, fonnte seine grotesken, unheimlichen Götterbilder nicht vor dem Kurbelmann verbergen. Sie erscheinen jetzt auf der Leinwand, ebenso wie die Schädel der Aufgefressenen, die in einer gewissen dekorativen Wirkung mit bunten Saattörnern geschmückt sind. Jeder Boltsstamm hat seine ihm lieben Erinnerungen. Für die Kannibalen sind die Schädel ihrer Opfer die Siegestrophäen. Das gefährliche Völlchen lebt in Hütten, die ihrer Form nach an aufgeSperrte Krofodilsrachen errinern. Stehende, bunte Lichtbilder gaben einen Borgeschmad von der märchenhaften Farbenpracht, die einen Wovon man in dem Paradies der Südsee erwarten würde falls man dorthin reifen tönnte. Kapitän Frank Hurley, von der feindlichen Begleiterin Sonne nie aus den Augen gelassen, hat eine tüchtige Arbeit geleistet. Die Ergebnisse aber waren einen derartigen Wagemut wert. e. b. Fox- Grotesken. Beilage des Vorwärts der Langeweile tüchtig trinken, ergeben sich immer neue Zufälle, die das Publikum in stets vergnüglicher Stimmung halten. Zum Schluß ist alles in bester Ordnung. Der Rittmeister bekommt seine Frau, der Erzherzog, was ihm zutommt, und der Major einen Orden. Gespielt wurde hinreißend. Harry Liedtke war der schneidige Rittmeister, und Lisian Harvey war liebwert und glaubhaft als Komteffe. Sie holte sich einen ehrlichen Erfolg. Mary Kid war fesch, Die Alhambra lockte mit neuen For Grotesten, aber und der Erzherzog Leopold, von Friz Spira tadellos dargestellt, For will feine neuen Wege gehen. Es ist stets das übliche Durch bewies wirklich feinen schlechten Geschmack. Hans Junkermann einander, in das dann und wann mal eine neue Idee gemengt wird. war ein Major, dessen Tolpatschigkeit, um höflicherweise nicht DämErwähnenswert bleibt nur der Versuch, Freiherr von Münch- lichkeit zu sagen, tatsächlich prämiert werden mußte. Die hervor hausens Erzählungen zu verfilmen. Man hätte sie ruhig weiter ausragende photographische Arbeit ist das Verdienst von Willi Hameister spinnen fönnen, denn die Amerikaner haben das Zeug in fich, und Erich Grimmler. Münchhausens Worte in Filmtaten umzusehen. Alles in allem sieht man es aber sehr deutlich, die Zahl der For- Berehrer schrumpft zusammen. So leer war die Alhambra wohl noch nie, obwohl das übrige Programm allererste Baritékräfte aufweist. Zudem sei die Deulig- Woche genannt, die gute Aufnahmen vom Reichsbanner- und Verfassungstag bringt. Bei den Sportberichten aus aller Welt sieht einer Ruderregatta. man als anftaunenswerte Neuheit fahrbare Zuschauertribünen bei Liebe und Trompetenblasen. U. T. Kurfürstendamm. -9. Unter Richard Eichbergs Regie ist in Liebe und Trompetenblajen" ein Film entstanden, der von allerföstlichster Frohlaune erfüllt ist. Diese luftige Begebenheit aus dem heiteren Wien vergangener Tage ist so leichtbeschwingt verarbeitet, daß sogar die waschechten Wiener vollauf befriedigt sein dürften. Niemals wurde meister Ottokar Reichsgraf von Eppenstein ist der schneidigste Mann man im Spiel plump, niemals grob in den Einfällen. Der Rittim ganzen Regiment, so denten alle Damen. Er wird verim ganzen Regiment, heiratet, weil er ein dummes Mädel, das zufällig Romtefte ist, füßte. So sieht er sich sehr gegen seinen Willen in den Ehetäfig gesperrt. Na, zur Ehe tann man ihn zwingen, zur Liebe aber nicht. Er hält sich schadlos. Doch da er dem Erzherzog ins Handwerk pfuscht, hat dieser ein begreifliches Interesse daran, das junge Ehepaar fleine Garnison, und die Frau Gemahlin wird ihm zur Gesellschaft zusammenzuführen. Der Rittmeister wird strafverfeht in eine nachgeschickt. Da außerdem noch eine echte und eine falsche Kammer30fe auf der Bildfläche erscheinen und die Herren zur Bekämpfung Ufa- Theater Kurfürstendamm Ab heute: Der neue große Eichbergfilm der Südfilm A. G. Liebe and Trompetenblasen Regie: Richard Elchberg Der Film, der alle Lieblinge des Berliner Publikums in seiner Besetzung vereinigt! • Lilian Harvey. als entzückende kleine Komtesse Harry Liedtke genau wie im Leben ,,, erklärt. Favorit d. Damen" Mary Kid. als reizendes ,, ungarisches Haser!" Paul Morgan. als k. und k. Offiziersbursche Fliegenbein Hans Junkermann. als Major Frosch von Fröschen Fritz Spira..also- ich muß schon bitten.." als Erzherzog Leopold usw. O • B usw. usw. Der Film des goldenen alten Wien, mit seinem leuchtenden Humor, seinem herzbezwingenden Frohsinn, seiner unter Tränen schon wieder lächelnden Heiterkeit! Südfilm A. G. nicht spricht e. b. „ Das schleichende Gift". Für ihr im Entstehen begriffenes Wert, den modernen Propagandagroßfilm zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten:„ Das schleichende Gift", arbeitet gegenwärtig die Kulturabteilung der Ufa. Sie schuf sich zur Versorgung ihres Films mit Material eine eigene Organisation, um alle in Deutschland zerstreuten, interessanten und feltenen Krankheitserscheinungen auf diesem Gebiete zu erfassen und für ihre Arbeit nukbar zu machen. In der letzten Woche fanden Aufnahmen hierzu an den Universitätsfliniken in Jena und Kiel statt; in anderen Städten, Freiburg und Hamburg, find sie noch in Vorbereitung. Die Bearbeitung des Films liegt in den Händen von Dr. C. Thomalla und Dr. N. Kaufmann. Das Wert wird voraussichtlich im Spätherbst d. J. seine Uraufführung erleben. Mary Johnson, bie bekannte schwedische Darstellerin, spielt„ Das Fräulein vom Amt in dem demnächst erscheinenden Sternheimfilm der Ufa. Regie: Hanns Schwarz. film mit Birginia Bally auf den Markt, betitelt„ Der Roman einer Das Filmhaus Bruckmann u. Co. bringt demnächst einen GroßKrankenschwester"( Irrungen des Herzens). Die Regie führt Harry 2. Pollard, der Regisseur des fürzlich erschienenen Films„ Der Blizchauffeur". „ Das alte Ballhaus zensiert. Der große Film Das alte Ballhaus", welcher von der Firma Althoff u. Co. soeben beendet wurde, hat die Zenfur passiert. tragende Rolle in dem neuen Roman- Film„ Die Aßmanns" nach Bruno Kastner wurde von der National- Film- 2.- G. für eine Hedwig Courths Mahler verpflichtet. Ein Film der Taubsfumm- Blinden. Unter dem Titel Sprechende hände hat der Gervid Film( Regie: Gertrud David) im Auftrage des Evangelischen Presseverbandes für Deutschland einen Film hergestellt, der das Leben, den Unterricht, die Arbeit, die Erholung der Taubstumm- Blinden im Oberlinhaus zu Nowawes schildert. Der dreiattige Bildstreifen wurde von der Bildstelle Berlin als Lehrfilm anerkannt. Das Abenteuer" mit 3mogen Robertson. Die Phoebus- FilmA.-G. hat das Verfilmungsrecht des Romans Das Abenteuer" von Emil Scholl erworben. Für die Hauptrolle ist Imogen Robertson vorgesehen, während Robert Dinesen die Regie führen wird. Wenn du eine Tante haft. ist der Titel des neuesten Terra- Films, den Karl Boese, der Regisseur des Films„ Die drei Portiermädel" in Kürze drehen wird. Nebengeräusche, die Komödie des Herzens". Die Uraufführung der im Berleih der Phoebus- Film A.- Gerscheinenden Douglas Mac Lean- Romödie Never Say Die" findet unter dem Titel„ Nebengeräusche, die Komödie des Herzens" demnächst im Marmorhaus ftatt. Die deutsche Bearbeitung stammt von Hanns Brodnik. Aus den Tolentammern eines Klosters. Daß man Tote einbalsamiert, dürfte in weitesten Kreisen bekannt sein, daß aber in Palermo ein Kloster existiert, in dessen Bleitammern jahrhundertealte Leichen durch die konservierende Eigenschaft der Luft noch heute völlig erhalten sind, bleibt der Deulig- Woche Nr. 33 in interessanten Bildern zu zeigen, vorbehalten. Man sieht da einen rabenschmarzen, fechzehnjährigen, fleinen König aus dem Inneren Afrikas, der mit Würde die Huldigungen seiner Untertanen entgegennimmt, dann das große Autorennen in Indianapolis in Amerita von der Tribüne und vom Flugzeug aus und lacht dann herzlich über die Aufnahmen von jungen Löwen und Enten beim gemeinsamen Frühstück in einer Löwenschule. Der moderne Schutzpolizist ist ein gewandter Sports. mann, den man auf seinen Uebungswegen zu Kraft und Schönheit bewundern fann. " De Dithmarscher Buren." Wie wir hören, sind die in Wesselburen in Holstein gedrehten historischen Szenen aus dem Leben Hebbels ein Teil des neuen großen Kulturfilms der Deulig- FilmAktiengesellschaft De Dithmarscher Buren", Manuskript und Regie Dr. Ulrich Kanser. Der Film handelt von Land und Leuten einst und jetzt, von alten und neuen Sitten. Berlin- Grunewald filmt. Die National- Film macht für ihren Film„ Die Aßmanns" in dieser Woche Aufnahmen in der Villa des Staatsministers a. D. Preuß in der Billenkolonie Grunewald. Die Aufnahmen, unter der Regie Arthur Bergens, mit Grete Reinwald und Bruno Kastner in den Hauptrollen finden sämtlich in dem Part des Grundstücks statt. Hans Salomonski hat die Leitung der Propagandaabteilung für die Firma Althoff u. Co. übernommen. Filmaufnahmen in Kiel. Carl Boese ist am 8. d. m. mit den Darstellern des ersten Eifo- Films der National Die eiserne Braut" nach Kiel abgereift, um dort eine Reihe Außenaufnahmen zu machen. Giovanni Vifroffi hat soeben im Phoebus- Atelier die ersten Schlachtszenen für den Aldinifilm„ Der Kampf gegen Berlin" ( Manuskript: Kurt J. Braun, Regie: Mar Reichmann) gefurbelt. Für die Herstellung jämtlicher Befestigungswerte wird der Architekt Alfred Junge verantwortlich zeichnen. Normalverfrag für die Einzeldarsteller in der Filmindustrie. Nachdem die Bühnengenossenschaft sich der Interessen der bei ihr organisierten, in der Filmindustrie tötigen Einzeldarsteller angenommen hat, find Verhandlungen mit dem Verband der Filmindustriellen" und dem Wirtschaftsverband Bayerischer Filmfabritanten" über die Schaffung eines Normalvertrages eingeleitet worden. Sie haben einen befriedigenden Verlauf genommen und werden nach Beendigung der Ferien fortgesetzt werden. " ,, DAS SCHWARZE BUCH" Im Lloyd- Film- Verleih Berlin Der sehenswerte Sittenfilm täglich: 5.40 7.20 9.10 Uhr Richard Oswald Lichtspiele Kantstrasse 163 Paul Hanke's Brotbäckereien Paul Hanke liefern von jetzt ab Brot von neuem Roggen Dasselbe zeichnet sich durch seinen lieblichen, schönen Geschmack aus, ist kräftig und hält sich lange frisch. Das neue Roggenbrot. Im Sommer, sei es auch noch so warm, Sieht auf dem Lande man stehn, Die Schnitter, die Sense fest im Arm, Um das frische Korn zu mäh'n. Wie herrlich es duftet, man wird so froh, Daß man erleidet nicht Not, Weil es nun gibt aus neuem Mehl Ein gutes, nahrhaftes Brot Paul Hanke bäckt es für billiges Geld Im Geschmack so lieblich und frisch, So findet man es überall, Bei jedermann auf dem Tisch. Wer's einmal gekauft, wohl immer es lobt, Die Wangen sie werden rot, Wenn täglich man ißt mit großem Genuß Paul Hankes Roggenbrot. . befinden sich wie Paul Hanke's Brotbäckereien in allen Stadtteilen Berlins und Umgegend folgt: 54 Alte Schöuhauser Str. 39/40 N Invalibenstraße 156 . Schererstraße 12 Buttbuser Straße 20 . Bankstraße 91 Bellermannstraße 84 , Freienwalber Straße 28 • Müllerstraße 166 a NO Landsberger Allee 123 0 Straßmannstraße 2 99 Gärtnerstraße 23 Boghagener Straße 119 SO Röpenicker Straße 23 99 Laufiger Straße 16 S Stallschreiberstraße 32 a 99 Dresdener Straße 36 Gräfestraße 12 W Stegliger Straße 78 OP Große Frankfurter Straße 38 Balifabenstraße 2 " 50 Rollendorfstraße 40 Nürnberger Straße 23 NW Wilsnacker Straße 45 . Bandelstraße 38 . Waldstraße 17 Neukölln: Hermannstraße 228 Rottbuser Damm 69 Friebelstraße 24/25 Pankow: Wollankstraße 63 Theater, Lichtspiele usw. Schiller- Theat. Lessing- Th. Operettenspielzeit 8 Uhr Täglich 8 Uhr: Die neue Revue Annemarie Regenbogen Bois, Herrnfeld, Operette von Jean Serak, Sikla, UnterGilbert u. Robert kircher, Ury, Sister, Gilbert mit Dora Bitter LosAndaluses Leffler Nymgau Spira- Baselt- Kleines Th. Heidemann Diegelmann- Hiller Täglich x Uhr: Kuthan Ledebour Die schöne Melusine Komödie v. Lothar SCALA Anni Mewes, Scherk & Uhr Internat. Varicié 330 zu ermäßigt. Preisen das volle Programm! Komödienhaus 7.45 Uhr: Der letzte Kuß van der Straaten Maaß, Sanden Schröder- Schrom Trianon- Th. Täglich 8 Uhr Der große Lustspielerfolg Am Teefisch von Kurt Sloboda Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Schaufuß, Hainisch Der kleine Kuppler Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Europas meist gespielte u. somit erfolgr. Revue: × 400 X Das hat die Welt noch nicht geseh'n Sommerpreise! Für Ruhr, Rhein, Saar! Wallner Theater Gastspiel d. Altenaer Burgfestspieler 300 „ Der Zöger v. Alfena" von Ernst Bittlinger Nur Montag, den 17., und Dienstag, den 18. August, 7/2 Uhr Olivaer Lichtspicle Olivaer Platz 7 Der große Erfolg: Der Blitzchauffeur mit Reginald Denny mit Bildern aus aufsehenerregenden Autowettfahrten Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40-41 Harry Picl in ZIGANO Der Brigant von Montediavolo Ab Freitag, den 21. August: Die drei Portiermädels Film Puhlmann und Bühne Berlin, Schönhauser Allee 148 Heute: CARLO ALDINI in seinem größt u. neuest. Sens.- Film, Nick, der König d. Chauffeure Buster Keaton bekämpft den Mädchenhandel und die große Bühnenschau Ab Dienstag 2 große Schlager! Unter d. Sonne Mexikos Orlacs Hände mit Conrad Veidt Das große Programm 1) Ouvertüre zu der Oper„ Das Nachtlager von Granada" 2) Tintenmännchen als Schneidergeselle von Kreutzer 3) in der südöstlichen oder heißen Zone Spaniens 4) Auf der Bühne: 5) ,, In der Schenke zu Olivera" Gesangs- und Tanzszenen unter Mitwirkung von Richard Röckner, Opernsänger, Irma Kugel mit ihrem Ballett a) Marketendertanz. b) Bombardon- Lied aus der Oper Das goldene Kreuz" c) Tanzlied des Sebastiano aus der Oper Tiefland" d) Bolero Nr. 5 von Kienzi von Brüll von d'Albert von Moszkowsky Der Stier von Olivera Drama in 5 Akten von Erich Schönfelder und Dr. Ludwig Tell. Nach dem gleichnamigen Schauspiel von Heinrich Lilienfein Hauptdarsteller: Hanna Ralph, Emil Jannings, Ferdinand v. Alten, Fritz Schultz, Karl Ebert, Désidor Zador. Regie: Erich Schönfelder. Vorverkauf ohne Aufschlag täglich mittags 12-2 Uhr Ufa Theater TURMSTRASSE ( Turmstrasse, Ecke Stromstrasse) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Straßenbahnlinien: 3, 4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 56, 113, 119. Autobuslinien: Nr. 11, 28. Stadtbahn: Bahnhof Bellevue CA SPIELPLAN Ufa- Palast am Zoo Kurfürstendamm Turmstraße Tauentzienpalast Friedrichstraße 图 Kammerlichtspiele Alexanderplatz Weinbergswen Ufa- Theater Nollendorfplatz Wegen Renovierung geschlossen Liebe und Trompetenblasen Wochent, 7 u. 9/ Sonat. 5, 7, 9 Der Stier von Olivera Auf der Bühne: In der Sohenke zu Olivera Wochent, 7 u. 9/ Sonnt. 5, 7, 9 Rose Bernd mit Henny Porten Wochent. 7 n. 9/ Sonnt. 5, 7, 9 Cleo, das Mädchen der Straße mit Pola Negri Wochent, 7 u. 9 Sennt. 5, 7, 9 Wege zu Kraft und Schönheit Wochent. 7 u. 9/ Sonnt. 5, 7, 9 Jackie, der kleine Robinson Rin- Tin- Tin, der Hund von Karibu Wochent. 7 n. 9 Sonnt, b. 7.9 Pietro, der Korsar Wochent. 7 u. 9 Sonnt. 5, 7, 9 Wegen Renovierung geschlossen Berliner Prater Kastanien- Allee 7-9 Täglich: Gr.Varieté- Vorstellg. Kaffeeküche ab 3 Uhr geöffnet. Anfang 42 Uhr Jeden Mittwoch: Eintritt 50 Pf. Gr. Kinderfest Elite Sänger Trabrennen Kottbuser Str. 6- Tel. Mpl. 160 77, Täglich 8 Uhr die konkurrenzlose Revue: Berlin... da kiekste! 12 Bilder. sich im Vorverkauf gute Plätze Ruhleben Sonntag, den 16. August nachmittags 2 Uhr Metropol Theat. Deutsches Berliner Theater Uhr: Tausend Künstler- Theater Gastspiel Frl. Lotte Ferry v. Deutsch. Landestheater Prag 7.45 Uhr: süße Beinchen Thalia- Th. Unwiderruflich letzter Monat 8 Uhr Fauteuil 47. Lustspiel von Louis Verneuil Anneliese v. Dessau 8: Uschi Rose- Theater 814: Der gr. Betrug Theat. d. Westens Th. in d. Kommand. Str. Gartenbühne 8: Vettera. Dingsda 5 Uhr: Bunter Tei! Das große Operettenhaus Tägl. 8 Uhr: Wiener Blut Operette v. Johann Strauß Theater am Nollendorfplatz Eröffnung: Sonnabend, 22 Aug, Die hellblauen Schwestern Operette von Ed. Künnecke 8 U. Residenz- Th. Die Koblanks Volksstck. m.Musik Vorzeig. d. 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