Nr. 39742. Jabeg. Ausgabe A nr. 203 Bezugspreid: Böchentlich 70 Bfennig, monalit 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Gaar und Memelaebiet, Desterreich, Sitauen, Quremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Boll und Reit" mit„ Sied. lung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich ameimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: .Gozialdemokrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige NonpareilleBelle 80 Pfennig. Reklamezeile 5,- Retchsmart. Aleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 25 Pfennig ( auläffig zwei fettgedruckte Worte). fedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, iebes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. Straße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 8% Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 23. August 1925 Vorwärts- Verlag 6.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichecktonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstr. 3. Der Internationale zum Gruß! Unter diesem Gesichtspunkte muß die Tätigkeit der Sozialistischen Internationale im Gegensatz zu der tom munistischen, die sich in allen Ländern in hoffnungslosem Rückgang befindet als der Beginn einer verheißungsvollen Entwicklung gewertet werden. Die SAJ. lehnt es ab durch bombastische Aufrufe und lärmende Paradeaufführungen eine Macht vorzugaufeln, die dem Proletariat nur Enttäuschungen zu bereiten vermag. Sie wirkte vielmehr in den vorläufig gegebenen Grenzen der Koordinierung der Kräfte der einzelnen Länder. Sie gestaltete sich zu einer Internationale des täglichen Lebens", indem sie einerseits das Zufammenwirken der in Frage kommenden Parteien auf dem Gebiete der auswärtigen Politik( Reparationsfrage, Sicher fragen, Maroffofrieg, chinesische Frage) förderte und ander feits, Hand in Hand mit der Gewerschaftsinternationale, die sozialpolitischen Errungenschaften der Arbeiterklasse zu ververteidigen fuchte. Wenn es dem Proletariat im großen und ganzen gelungen ist, den Hauptteil der sozialpolitischen Er rungenschaften der Nachkriegszeit erfolgreich zu verteidigen und die wütende Attacke der kapitalistischen Reaktion auf den Achtstundentag abzuschlagen, so ist das in hohem Maße dem brüderlichen Zusammenwirken der in der Amsterdamer und Londoner Internationale vereinigten Gewerkschaften und Parteien zuzuschreiben. Als im Mai 1923 der Gründungistongreß der Sozialistischen Arbeiter- Internationale in Hamburg zusammentrat, hatte die internationale Reaktion, die nach den revo lutionären Stürmen der Nachkriegszeit einsetzte, ihren Höhe punkt fast überschritten. Zwar wirkten sich ihre Ausläufer noch in den nachfolgenden Jahren in Bulgarien, Spanien und vor allem in Deutschland aus, wo es den Rechtsparteien nach jahrelangem erbitterten Stellungskrieg gelang, einen großen Teil der politischen Macht wieder an sich zu reißen. Aber trotzdem datiert von diesem Zeitpunkt an der all. mähliche Aufstieg der internationalen Arbeiterbewegung, die nach den Stürmen des Weltkriegs und der Nach friegszeit wieder festen Boden unter den Füßen gewonnen hat. Die in Hamburg gegründete Sozialistische Arheitspakt) und der Bekämpfung der Kriegsgefahren( Balkan beiter Internationale war das Produkt der sich allgemein ausbreitenden Erkenntnis, daß nur eine Zufam menfassung der sozialistischen Kräfte in allen Ländern eine positive, aufbauende Politik der Arbeiterklasse sichern fönne. Die Vereinigung der sogenannten Londoner Internationale mit der Internationalen Arbeitsgemeinschaft So3. Parteien" schuf die Grundlage für die neue internationale Organisation, der sich in furzer Zeit zahlreiche, bisher fernstehende Parteien anschlossen. Mit Stolz fann die neue Internationale auf das organisatorische Werf, das seit dem Hamburger Kongreß vollbracht wurde, zurückblicken. 44 Parteien sind der SAJ. angeschlossen. Für mehr als 6% Millionen Mitglieder wurden Beiträge entrichtet, und zu diesen kommen noch die Mitglieder jener Parteien, denen es infolge der Unter drückung durch die Regierungen ihres Landes unmöglich ist, sich als öffentliche Organisationen zu betätigen. Die Zahl der Wähler, die für die der SAJ. angeschlossenen Parteien bei Parlamentswahlen ihre Stimme abgegeben haben, übersteigt 25 Millionen. 1022 Abgeordnete vertreten in den verschiedenen Parlamenten die Parteien, die der SAJ. angeschlossen sind. 312 Tageblätter werden von ihnen herausgegeben, zu denen noch tausende nicht täglich erscheinende Zeitungen und Zeitschriften kommen. # Auf dem Boden der erstarfenden Bewegung für die auch die Reichstags- und Präsidentenwahlen in Deutsch Iand Zeugnis ablegen vermochte der internationale Sozialismus vielfach vorzustoßen und oft entscheiden den Einfluß auf die Gestaltung der europäischen Politik auszuüben. Die Formen dieser Einwirkung wechselten je nach den Verhältnissen der betreffenden Länder, wesentlich war aber ihr Gesamtergebnis. War die Labour Regie rung in England nur von furzer Dauer, so vermochte sie doch. Hand in Hand mit der von den französischen Sozialisten unterstützten Regierung Herriot eine Entspannung in der internationalen Politik herbeizuführen und den Weg für eine Lösung der von den bürgerlichen Regierungen gründlich verfahrenen Reparations- und Sicherheitsfragen vorzubereiten. Auch innerpolitisch wirkte die Labour- Regierung ebenso wie jetzt die Arbeiterregierungen in Däne niart und Schweden anfeuernd auf das Proletariat aller Länder, dessen Selbstbewußtsein gestärkt und dessen Schaffensdrang gefördert wurde durch die Erkenntnis, daß es nach den vorübergehenden Siegen der Reaktion wieder verwärts ging auf allen Gebieten des politischen und wirtschaft lichen Kampfes. * Bei der Beurtellung des Werkes der neugeschaffenen Arbeiter- Internationale muß man von dem simplen, aber oft nicht genügend beachteten Erkenntnissatz ausgehen, daß der Gesamteffekt der Anstrengungen einer internationalen Organisation die Summe der Anstrengungen ihrer nationalen Bestandteile nicht übersteigen kann. Er wird sogar hinter dieser Summe zurückbleiben, wenn der Zusammenhang zwischen ihnen nicht genügend start ist. Geht man von dieser Erkennt nis aus, so wird man zu dem Wert von Hamburg, wie zu dem Problem der Internationale überhaupt erst die richtige Distanz finden. Man wird erkennen, daß es eine Utopie | Doch der erfolgreich begonnene Kampf geht weiter, und der jetzt in Marseille stattfindende Kongreß der Internationale hat die Aufgabe, die sozialistischen Kräfte der einzelnen Länder straffer zusammenzufassen und den Kämpfen auf inner- und außenpolitischem Gebiet Ziel und Richtung zu geben. An der Spitze der Tagesordnung steht der Punkt Die Internationale und die Probleme der Sicherheit und der Abrüstung." Durch die Ver handlungen über den Sicherheitspakt, die jetzt in eine entscheidende Phase treten, ebenso wie durch die Anfang September nach Genf einberufene Bölkerbundstagung gewinnen die Verhandlungen des Marseiller Kongresses über diese Frage attuellste Bedeutung. Nicht minder aktuell ist angesichts des sich verschärfenden Marokkokrieges und der Interventionsabsichten Englands in China der zweite Bunft der Tages ordnung" Der Kampf der Arbeiterklasse gegen die Kriegsgefahren." Hier wie bei den Erörterungen über den ersten Punkt wird sich erweisen, wie und in welchem Maße die sozialistische Internationale in die derzeit aktuellsten Probleme der europäischen Politik einzugreifen gedenft; wie sie sich zu dem Problem des Völkerbundes und den Aufgaben feiner inneren Umgestaltung stellt; und welche Methoden sie anzuwenden gedenkt, um durch Bekämpfung imperialistischer Kriegsabenteuer die erwachenden Nationen des Ostens in engere Verbindung mit dem Befreiungskampf des europaischen Proletariats zu bringen. die aus ihr hervorgegangenen wirtschaftlichen Erschütterungen in Deutschland, der unerhörte Sturz der Mart, schienen eine Stabilisierung der politischen Verhältnisse zur Unmöglichkeit zu machen. So war auch der Zweifel gerechtfertigt, ob es der Internationale gelingen würde, sich schnell zu fonfolidieren, daß man von vornherein das nächste Zusammentreten bis auf das Jahr 1926 hätte verschieben können. Internationale recht behalten. Die Organisation der sozialiErfreulicherweise haben die Optimisten in bezug auf die stischen Internationale ist heute so festgefügt, wie sie es nur jemals in der Vorfriegszeit war, und ihre innere Geschlossenheit sowie die Einheitlichkeit der Auffassungen trat bei allen wichtigen Anlässen start in die Erscheinung. Wir fönnen heute auch mit Stolz sagen, daß, in weit höherem Maße als es der Deffentlichkeit bewußt geworden, die Politik der soziastischen Internationale wegweisend für die europäische Politik geworden ist. Freilich ging diese den gewiesenen Weg, nachdem sie ihn nur zögernd betreten, nie bis zum Ende. Aber in der Frage der Reparationen, der wirtschaftlichen Befriedung und der politischen Beruhigung Europas setzt sich die Auffassung der Sozialistischen Arbeiterinternationale immer sicherer durch. Kampf zwischen Rußland und England um die Vorherrschaft Die Kriegsgefahren im fernen Often, in denen sich der in Asien spiegelt, das Erwachen des Islams, das durch die militärischen Erfolge Abd el Krims in Maroffo einen ungeheuren Antrieb erhalten hat, zeigen die Größe der Probleme, die zu behandeln sind. Ungemein aftuell werden angesichts der Verhandlungen zwischen Frankreich und England über das deutsche Sicherheitsangebot auch die Fragen der westlichen europäischen Politik sein. Es ist kein Geheimnis, daß hier zwischen der Auffassung der englischen Arbeiterpartei und fast der Gesamtheit der übrigen Parteien der Internationale eine Kluft gähnt. Arbeiterpartei doch jeden Sicherheitspaft ab, weil er die Frage Lehnt die englische der Abrüstung und der allgemeinen Schiedsgerichtsbarkeit nicht lösen fönne. Sie verharrt grundsäglich dabei, daß nur die Annahme des Genfer Protokolls eine befriedigende Lösung bringen könne. Der Internationale werden aber aus diesem Gegensatz Schwierigkeiten nicht erwachsen, denn Einmütigkeit besteht darüber, daß das Genfer Protokoll nicht im Gegensatz zu dem deutschen Sicherheitsangebot steht. Das Protokoll liegt vielmehr am Ende eines Weges, auf dem dieses Angebot als eine wichtige Etappe erscheint. Die Auffassungen der Internationale in dieser Frage werden durch eine Delegation, die der Kongreß bestimmen wird, dem Bölkerbund in feiner Septembertagung in Genf übermittelt werden. So wird die Internationale auch direkt von ihrem Kongreßort hinüberwirten in die Konferenz der Staatsmänner, die sich in Genf zusammenfindet. Vor allem aber wird der Kongreß in Marseille eine Stärtung des Gelbstbewußtseins der sozialdemokratischen Arbeiterschaft bringen, bie als geschlossenes Ganzes auf der politischen Weltbühne im Interesse der Demokratie und des internationalen Sozialismus wirft. Die SAJ. marschiert in diesem Kampfe nicht mehr gemeinsam mit den Gewerkschaften der einzelnen Länder auf. Ihre Heersäulen aber gehen auf Parallelstraßen im Gleichschritt mit den Millionenscharen der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale den gleichen großen Zielen zu, die sie erreichen werden, allen tapitalistischen Hemmungen und kommunistischen Quertreibereien zum Trotz. Neben diesen politischen Fragen stehen Lösung heischend die anderen Fragen der Tagesordnung: Die Lebens perhältnisse der Arbeiterklasse und die Arbeitslosigkeit" und die Konvention von Washington und der Achtstundentag." Alle diese Fragen fallen ebenso sehr in den Bereich der politischen Internationale wie der gewerkschaftlichen. Ihre Erörterung in Marseille wird das Band zwischen der politischen und der gewerkschaftlichen Bewegung, das die Grundlage der modernen Arbeiterbewegung bildet, noch mehr befefttigen und sicher. lich dazu beitragen, daß der Block der beiden Internationalen, der sozialistischen und der gewertschaftlichen, sich zu jener Internationale des täglichen Lebens" gestaltet, in der die Arbeiterklasse aller Länder, nach leberwindung ihrer jetzigen Zerrissenheit und Spaltung, fich zu einer mäch- alliierten Regierungen mit dem deutschen Außenminister in Genf zutigen Kampfarmee zusammenfindet. ift- und zwar, wie das Beiſpiel der Moskauer Internatio- Die Internationale in Marseille. nale zeigt, eine sehr gefährliche, wenn man sich die Internationale als einen militaristischen Apparat darstellt, der von einem bestimmten Punkte aus die einzelnen Bataillone der proletarischen Armee dirigiert. Man wird vielmehr, im Einflang mit den Grundauffaffungen des demokratischen Sozialismus, den eine Welt von dem despotischen Sozialismus der Kommunisten trennt, einsehen, daß die Stärke und die Wirkungsfähigkeit der Internationale in dem Maße wachsen werden, wie die sozialistischen Bewegungen in den einzelnen Ländern an Macht und Einfluß gewinnen und, ihre nationalen Begrenztheiten überwindend, sich zu einem einheitlichen großen Strome vereinigen. Von Otte Wels. Als in den Pfingsttagen des Jahres 1923 in Hamburg die Bereinigung der Londoner Internationale und der Wiener sozialistischen Arbeitsgemeinschaft sich vollzog, sah das Statut vor, daß der erste Kongreß der neu gegründeten sozialistischen Arbeiterinternationale schon in zwei Jahren stattfinden solle, während für die Folgezeit die Kongreffe nur in dreijährigen Intervallen abgehalten werden sollten. Der Grund für die Einsetzung dieser kürzeren Frist war in den damaligen Zeitverhältnissen zu suchen und schien nur allzu berechtigt. Die Ruhrbeseßung stand im Kernpunkt des europäischen Problems, Marseille und Genf. Bon Hermann Müller- Franken. In den ersten Septembertagen follen die Außenminister der fammen tommen. Zweck der Zusammenkunft ist eine Aussprache über die Art, wie Europa endlich zur Befriedung kommen fann. Für England erscheint diesmal nicht Macdonald in Genf, sondern der konservative Chamberlain, nachdem durch den Willen des englischen Volkes die tonservative Regierung Baldwin die sozialistische Minderheitsregierung Macdonald abgelöst hat. Für Frankreich erscheint nicht Herriot, sondern Briand, der einst auf dem Internationalen Sozialistentongreß in Amsterdam als radikalfter der Radikalen den Generalftreif propagierte. Briand steht längst im bürgerlichen Lager und ist nicht beschwert durch Grundsätze. Es scheint, als ob er es mit der Befriedung ernst meint, weil Frankreich schwere wirtschaftliche und finanzielle Gegenwarts sorgen hat, die sich in der Zukunft noch steigern könnten. Für Belgien zeichnet der Sozialist Bandervelde die Außenpolitit zur Zeit verantwortlich, Vandervelde, der seinerzeit für Belgien den Bersailler Bertrag unterzeichnete, sich aber in den darauffolgenden Sohren um die Erreichung einer wirtlichen Befrie- dung Europas bemühte wie nur irgend einer. Mt diesen dreien soll Stresemunn konferieren, dem die Führer des rechten Flügels der Deutschnationalen am liebsten vorher den Dolch in den Rücken stießen. Allein wollen sie ihn überhaupt nicht nach Genf fahren lassen. Die Aussprache in Genf wird zwar nur ein« vorbereitende sein. Aber Stresemann muß wissen, daß die größte politisch« Partei Deutschland», die Sozialdemokratie, die Zelt der Vorbereitung so genutzt wiflen will, daß rwch in diesem Herbst der Sicherheitspakt Wirklichkeit wird. Erst wenn da» Gefühl der Sicherheit, erst wenn der Geist der Verständigung Europa beherrscht. wird die deutsche Entwaffnung, wie der Versailler V«r>- rrag die» vorgesehen hat, der Vorläufer der allgemeinen Abrüstung sein. Die tausend Sozialisten, die in M a r s e i l l e zusammen kommen. sind darin einig, daß der Völkerbund zu einem wirtlichen Völker- bund umgestaltet werden muß, daß dos Genfer Protokoll als Mittel hierzu gedacht ist und daß, solange es nicht durchzusetzen ist. der Abschluß des Sicherheitspaktes und besonderer Schiedsverträge eben Etappen auf dem Wege zur Befriedung Europas durch einen wirk- lichen Völkerbund sein werden. Deshalb darf der Sicherheitspatt auch in keiner Bestimmung dem Geiste des Dölkerbundpaktes wide» sprechen. Wir müssen dahin kommen, daß alle Rationen, die kleinen wie die großen, sich unter dem Regime eine» wirklichen Völker- bundes stcher fühlen. Das wird um so eher eintreten, je mehr der Geist von Marseille in Genf eindringt- Wünsche für Marseille. Von I. 9t Macdonald. Ich bedauere ganz ungemein, daß es mir leider nicht mög- Urb sein wird, zum Internationalen Kongreß nach Marseille zu kommen. Ich hatte gehofft, am diesjährigen Kongreß teil- nehmen zu können, mußte aber— als Marseille zum Tagungsort bestimmt wurde— wegen dar Zeit, welche Hin- und Rückreise beanspruchen, die Hoffnung wieder aufgeben, persönlich an- wesend zu sein. Dje Internationale bedarf in diesen kritischen Jahren der vollsten Unterstützung eines jeden Sozialisten, der entschlossen ist, der Entartung des Sozialismus in den Kommunismus bzw. in ein unfruchtbares Kompromiß mit Kapitalismus und Reaktion mit allen Kräften entgegenzutreten. Rot und Glend, durch die so viele europäische Stationen gegenwärtig hindurch müssen, sind ein guter Mutterboden für Revolutionen. Aber solche Revolutionen können das Elend nur vergrößern, ohne irgend etwas zur Ueberwindung des Unglücks beitragen zu können. Wir können niemals Sozialismus , o h n e D e m o t ra t i e, De m o k ratie ohne Freiheit verwirklichen. Die Arbeiterregierung Großbritanniens hat, was in ihren Kräften lag, getan, um Hoffnung und Ver- trauen bei allen Arbeiterbewegungen der gesamten Welt zu erregen. Ob wir nun an die wirtschaftlichen oder die politischen Probleme denken, denen wir gegenübergestellt sind, so ist es heute deutlicher wie niemals zuvor, daß unsere Bewegung international sxin muß. Wir müssen alle insgesamt zusammenstehen, ohne das werden wir alle gemeinsam ge- schlagen werden. Wenn die Arbeiterschaft des einen Landes in Gegensätzlichkeiten zur Arbeiterschaft der anderen Rationen hineingetrieben werden sollte, so muß sich als Folge ein stän- diges Sinken der Lebenshaltung einstellen— und der Militarismus wird dann wieder fein Haupt erheben. Ich möchte dafür plädieren, daß sich die Internationale insbesondere zweier weltweiter Angelegenheiten mit ganzem Herzen annehme: des Werks des Internationalen Arbeitsamts und zweitens des Protokolls, das, im vorigen Jahre in Genf geschaffen, nunmehr von reaktionären Regierungen, die sich nicht vom militärischen Geiste lossagen können, zum Untergang verurteilt worden ist. Ich kenn« die besondere Stellung Deutsch. lands diesen beiden Fragen gegenüber und habe dafür Ber- Paragraph 21 S! Das Mädchen. Komm, Mutter, wir gehen zur Straßenbahn!— Hat dir der Doktor nicht weh getan?_ Ach Mutter, sieh nur die Polizisten! Mir ist, als ob sie es alle wüßten.— Kind, mach dir doch keine Sorgen mehr! Du bist wieder brav! Mutter, es kommt wer hinter uns her!— Wer? Der Paragraph! Der Arzt. Ich weiß nicht. Mann, was heut mit dir ist. daß du so schrecklich unruhig bist!— Di« alte Sache! Keimendes Leben. Das Mädchen in Arbeit. Ich mußt« eben!— Das tun ja so viele. Nimm» nicht schwer! Geh zu Bett und schlaf!— Es ist irgendeiner hinter mir her.— Wer? Der Paragraph! Der Richter. Sittliche Pflicht der Mutterschaft!— Das Gesetz ist ja noch nicht außer Kraft.— Von kalten Lippen gespenstert das Grauen. Das Zuchthaus reckt schon die Leichenklauen. Das legte Wort steht steinern und leer Wie ein Epitaph.— Nun hat er wieder drei Opfer mehr, Der Paragraph! I o d o c u s. Zum Toöe von Professor Merz. Aus einer Forschungsreise im Südatlantischen Ozean ist, wie wir schon mitteilten, Prof. Alfred Merz vor wenigen Tagen aus dem Leben geschieden. Er war nicht nur ein hervorragender Forscher auf seinem besonderen Gebiet, der Erforschung des Meeres und seines Lebens, sondern ein Mann, der weit über seine Wissenschast hinaus nicht nur Interessen, sondern auch Leistungen verkörperte. Im besonderen hat ihm die Berliner Volkshochschule in ihrer Gründung und in ihren Anfängen Unvergleichliches zu danken. Wer diese Gründung und diese Anfänge mitgemacht hat, der weiß, welche Schwierigkeiten nicht nur von der politischen Reaktion oft gemacht wurden, sondern welche großen Hemmnisse selbst in sogenannten demokratischen und volksfreundlichen Kreisen zu überwinden waren. Merz hat alle diese Widerstände mit nie versagendem Eifer und mit einer oftmals geradezu rührenden Geduld ertragen, in seiner feinen Art bekämpft und schließlich zur Strecke gebracht. Sein hoher Idealismus war in sellener Verbindung ständnis. Aber eine Verständigung hierin ist mögNch und müßte, in geduldiger Arbeit, erreicht werden. Ich wünschte, ich könnte mich mit euch in Marseille treffen und mit euch gemeinsam daran arbeiten, die Mittel und Wege zu jenem Frieden und jenem Wohlergehen für die Arbeiter- schaft zu finden, wie sie einzig und allein der Sozialismus schaffen kann. Ich werde aber in Gedanken bei eurer Arbeit fein und hoffe, daß sich der kommende Kongreß in Marseille zu einem der bedeutendsten in der ganzen Geschichte der Inter- nationale gestalten wird. Die Eröffnungssitzung. Das Sekretariat soll nach Wie« komme«. Marseille, 22. August.(Eigener Drahtbericht.) 3n dem großen Ansslellungspalast, der im vergangenen Zahre die sranzö- fische Solonialausstellung beherbergt hat. ist heute vormittag der zweite Kongreß der sozialistischen Arbeiler-Znternalionale zusammen- getreten. Wo noch vor wenigen Wonaten nationalistischer Imperialismus die Trophäen seiner überseeischen Eroberungen zur Schau gestellt hat, haben sich heute die Delegierten der Arbeiterschaft der gesamten zivilisierten Welt zur gemeinsamen Arbeit im Dienst des internationalen Proletariats, zu einem Werk des Ariedens und der Völkerversöhnung zusammengefunden. Von der langgestreckten leuchtend rot dekorierten Halle grüßen die Aahnen von 34 Ländern, deren Arbeiterparteien sich im Jahre l9?3 in Hamburg zu der neuen Znter- nationale zusammengeschlossen haben, die kein Krieg und kein Bruderzwist mehr auseinanderreiben soll. Das mit purpurnem Samt bekleidete Rednerpult trägt als ein- ztgen Schmuck das Bild Karl Marx'. Ans einem Hain von Palmen grüßt die Büste 3ean Innres'. Den Vorsitz der ersten Sitzung führt Henderson- England, unterstützt von Bracke- Frankreich und Friedrich Adler- Deutsch« österreich. Nach dem Vortrag der Marseiller Arbeiterkapelle betritt Henderson das Rednerpult und seine ersten Worte gelten dem Gedächtnisse der großen Toten, die die Internationale zu be- trauern hat: Friedrich Ebert, des ersten Arbeiters, der Staats- oberhaupt des Deutschen Reiches war. Brantings, des Vor- kämpfers der nordischen Arbeiterbewegung, M a t t e o t t i s. dem Märtyrer, der der blutigen Intrige des italienischen Faschismus zum Opfer gefallen ist. Henderson gibt sodann die am Freitag vom Exekutivkomitee gefaßten Beschlüsse bekannt. Er bedauert, daß es nicht möglich gewesen ist, die wertvollen Dienste Tom Shaws der Internationale zu erhalten und teilt mit besonderer Genugtuung mit, daß Friedrich Adler, dem einmütigen Wunsch der Inter- nationale sich beugend, seine Demission zurückgezogen hat und iünsttg die Geschäfte des Sekretariats weiter führen wird, das Adler zuliebe von London nach Wien verlegt werden soll. In groß an- gelegter programmatischer Rede gibt Herderson sodann einen Ueber- blick über die Entwicklung der Internationale in den beiden Jahren seit ihrer Neugrllndung, über das, was sie auf dem Wege zur Ver- wirklichung ihrer Forderungen und der Konsolidierung des Friedens bereits geleistet hat, sowie über die Aufgaben, die ihrer in Zukunft harren. Mit besonderer Befriedigung dürfe es die Internatonale erfüllen, daß in drei Ländern, England, Dänemark und Schweden reine Arbeiterregierungen bestanden haben oder noch bestehen und daß in einer ganen Reihe anderer Länder Genossen wichtige Posten in der Regierung innehaben. So groß die Schwierig- feiten sind, die der Uebersührung der kapitalistischen'm öie sozial!- stische Regierungsform entgegenstehen, es wäre doch, ein Fehler, die Frage der Uebernahme der Mitverantwortung.an der Regierung in das Gebiet des Prinzipiellen rücken zu wollen und sie statt als eine Frage der politischen Zweckmäßigkeit al» eine solche der sozialistischen Lehre und der Grundsätze zu behandeln. Henderson verbreitet sich sodann in Anlehnung an den Tätig- keitsbericht des Sekretariats über die Arbell auf dem Gebiet der internationalen Politik. Er nimmt für die International« als ein« ihrer größten Verdienste in Anspruch, den Anstoß dazu gegeben zu haben, daß an das Reparationsproblem endlich vom Standpunkt der Vernunft und nicht vom Standpunkt der Gewalt und des Zwanges herangetreten worden ist. gepaart mit einem starken Sinn für die Praxis und Organisation öfsentlicher Angelegenheiten. Es gab keine Einzelheit und keine kleine Nebensächlichkeit, die er außer acht gelassen hätte oder seiner Beurteilung und Ordnung nicht für wert befunden hätte. In allen Sorgen und Aergerlichkeiten solcher Gründung und Kämpfe hat er dabei nie die Munterkeit und Lebendigkeit seines Charakters und seines Geistes verloren. Es war oft nicht zu be- greifen, wie dieser Mann neben seiner wissenschaftlichen Arbeit und den Anforderungen seines Lehramts ganze Tage für allgemeine Interessen opfern tonnte. Es ist zweifellos, daß diese Ueberarbeit mit dazu beigetragen hat, seinen Körper zu schwächen und weniger widerstandsfähig gegen Krankheitskeime zu machen. In sachlicher Hinsicht wunderte man sich bei Merz immer wieder über sein Ein- arbeiten und Eindringen in Materien, die ihm bisher mindestens in der Systematik und im wissenschaftlichen Apparat fremd geblieben sein mußten. Wir haben oft gestaunt, wie er im wechselnden Rhyth- inus der Arbeit volkswirtschaftliche Lehrplöne revidierte und bis in ihre Einzelheiten besprach, um in der nächsten Sitzung mit gleichem umfassenden Blick literarische und juristische Probleme zu ordnen. Dieses Begreifen und dieses Eindringen war nur zu erklären durch die große Liebe, die er für den Lehrberuf hatte, und durch die große Freude, die ihm die Organisation und Arbeit für die Aus. bildung der ihm anvertrauten"Schüler und doch auch der Lehrer macht«. Alle, die ihm in dieser Arbeit nahe gestanden haben, werden seiner nie vergessen können, am wenigsten die Tausende von Schü- lern, die besonders in den ersten Iahren durch die Kurse der Berliner Bolkshochschule gewandert sind. Es erscheint uns als eine selbstver. ständliche Pflicht, daß über dos gegenwärtige Rudiment der Berliner Volkshochschule hinaus die alten Schüler und Lehrer seiner in einer besonderen Feier gedenken und der Oeffentlichkeit auch auf dies« Art zeigen, welchen Dank sie für den Toten empfinden, und wie sie sein Beispiel als Muster nehmen, das nach des Dichters Wort Nacheise. rung wecken und dem Urteil höhere Gesetze geben soll. Da» Theater am Rollendorsplah. das nach der Kinoepisod« unter neuer Direktion wieder seine Pforten der Operette öffnet, schlägt diesmal einen anderen Weg als den sonst üblichen ein. Während gewöhnlich die Musik der modernen Operette als ein Potpourri bekannter und daher bewährter Melodien aufgefaßt wird, versucht man es diesmal mit einem Textpotpourri. Die„roman- tische" Operette„Die' hellblauen Schwestern", von Albert Salseld und FranzRichthoff, ist aus den erfolg- sichersten Ideen des Inhalts der Operette des vorigen Jahrhunderts zusammengestellt. Die Musik Eduard Künnekes dagegen ver- zichtet vollständig auf Anklänge aus der Gegenwart und Vergangen- l)eit._ Herr Künneke liefert zu der Operette eine bemerkenswert un- persönliche, allgemeingehaltene, aus lauter Ornamenten bestehende Komposition, die melodiös klingt, aber nicht in einer einzigen Partie im Ohr haftet. Cr hat sich bemüht, einen opernhasten. schweren Stil zu schassen. Dabei ist ihm nur eine sentimentale Dekoration gelungen, der die Beschwingtheit des heutigen Genres fehlt. Das Originelle am Libretto der romantischen Operette besteht in der tödlichen Langeweile. Man spielt wieder einmal zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges Kürassiere brechen in die Nonnenkloster ein und suchen eine Spionin. Das wird mit so behaglicher Breite Henderson besprach sodann den Sicherheitspakt, wobei er bemerlenswerterweise die ursprüngliche Gegnerschaft der Labour Party deutlich fallen ließ. Er sprach die Hoffnung aus. daß der Pakt ähnliche Friedenssicherungen einleiten werde wie das Genfer Protokoll. Nach einem energischen Appell für die Räumung Triers, für die allgemeine Entwassnuug und einen allumfassenden Völkerbund sprach Henderson außerordentlich wir- kungsvoll gegen die Reaktion, namentlich gegen den F a s ch i e- m u s, der Italien entehre, während die kämpfende Arbeiterschaft allein die Ehre Italiens rette. Achnlich brandmarkte er die Gewalt- taten der reaktionären Machthaber Ungarns, Bulgarien». Rumä- mens, nicht zuletzt Sowjetrußlands. Henderson besprach auch die sozialen Probleme. Die Arbeitslosigkeit fei eine der Früchte der kapitalistischen Gesellschaft. Es gelte, durch intsrnationalen Kampf die Arbeiterklasse zu befreien.(Stürmischer Beifall.) Die An- wesenden erhoben sich und sangen die Internationale. Genosse Bracke- Frankreich spricht den Dank der französischen Partei dafür aus. daß die Internationale Frankreich für die Ab- Haltung ihres ersten Kongresses nach der Wiederaufnahme der internationalen Zusammenarbeit gewählt Hobe. Er gedenkt der historischen Bedeutung Marseilles in der Geschichte der internalio- nalen Arbeiterbewegung und erinnert daran, daß nach Marseille das Freihcitslied der französischen Revolution genannt ist. das im Kampfe die revolutionären Heere aus ihrem Siegeszuge gegen den Imperialismus und die Reaktion in Europa begleitet hat, inzwischen ober leider zur Nationalhymne des imperialistischen Frank» reich geworden ist. In einem kurzen Ueberblick über die Entwicklung der Sozialisti- schen Partei in Frankreich feierte er den Sieg der Partei in den Wahlen des letzten Jahres und den Triumph, den sie über die von den Kommunisten versuchte Spaltung der französischen Ar- beiterbewegung errungen hat. War nach dem Kongreß von Tours die Mitgliedcrzvhl der Partei so gefallen, daß man sie nicht mehr zu veröffentlichen wagte, hat sie bereits wieder die 100 000 überschritten. Der Parole des Bolschewismus, der die Arbeiter zu Werkzeugen einer Diktatur mißbrauchen wolle, die sie sonst nur durch Gewalt erhalten könne, setzt die sozialistische Internationale den Ruf zur Einigung und zum Zusammenschluß in, Dienste der Befreiung des Proletariats entgegen, das aus allen Fronten den Kampf in einer Welt führen mutz, in der der Frieden noch immer die Form de, Kriegsznstande» hat.(Lebhafter, anhaltender Beifall.) Dann begrützt Genosse L6on Blum den Kongreß. Ihm folgt der Vertreter der Gewerkschaftsinternationate, Oudegeeft, der aus die Bedeutung hinweist, die die Unterstützung der poli- tischen Partei für die wirtschaftlichen Kämpfe der Gewerkschaften hat. Oudegeest registriert mit besonderer Genugtuung die Erfolge der sozialistischen Internationale im Kampfe für den Frieden, die Abrüstung und die schiedsgerichtliche Lösung von Streitfragen zwischen den Rationen und gibt der Hoffnung Ausdruck, dah die Durchsührung der Beschlüsse des Kongresses die Macht des Prole- tariats stärken und dazu beitragen werde, die Einheit in den Reihen der Arbeiterschaft zu festigen. Der mit Begeisterung aufgenommenen Rede des Führers der Gewerkschaftsinternationale folgten kurze Ausführungen T u r a t i s über die gegenwärtigen Verhältnisse in Italien. Aus seinen Worten sprach, trotz aller Umerdrückung der italienischen Arbeiterschaft durch die Faschisten das S i e g e s b e w u tz t s e i n für die Zukunft. Als «x Mit den Worten endete, daß die italienisch« Arbeiterichast sich einst selbst wieder von dem -' Joch befreien werde. . erntete er stürmische Zustimmung. ' Mit Worten des Dantes an die englische Arbeiterpartei, deren Gastfreundschaft er als internationaler Sekretär zwei Jahre hindurch genossen hat, schloß Friedrich Adler die Sitzung. Am Abend traten die einzelnen Landsmannschaften zu kurzen Beratungen zusammen. Die linksgerichtete Stadtverwaltung tat alles, was in ihren Kräften steht, um die Arbeiten der Kongretzleitung zu erleichtern und den ausländischen Gästen angenehme Tage zu bereiten. Sie hat auf einstimmigen Beschlutz die Ausstattung des Tagungslokals auf ihre Rechnung genommen. auegesponnen, daß die anfängliche Spannung zum Teufel geht. Man arbeitet so lange mit Verkleidungen, Verwechselungen und tragischen Zwischenfällen, bis die Romantik zur Kindlichkeit wird. Aus diesem altmodischen Vorwurf konnten Darsteller wie Eduard L i ch t e n st e i n, heldenhafter Rittmeister, A r t u r Hell, stets vergnügter Mädchenjäger, die Spionin Hanna Gorina, deren wohlgesthulte Stimme auffiel, und H i l d e F a l k nicht viel machen. Nur Else Müller erfrischte als derbe Magd mit ihrem sonnigen Humor. Man hätte sich die Mühe der Inszenierung einer neuen Operette sparen können.„Mamzell Nitouche" spielt ebenfalls in einem Kloster, hat eine einprägsame Musik und eine lustigere Handlung. Dgr. „Die Volksbühne ruft!" Unter diesem Titel hat die Berliner Volksbühne E. V. soeben ein kleines Werbeheft herausgegeben. Es enthält u. a. eine Zusammenstellung der Darbietungen, die von der Volksbühne im neuen Spielwhr vern.iitelt werden sollen. Danach wird jedes Lolksbühnenmitgiied im neusn Jahre 12 Borstellungen erhalten, jeweils 4 bis 0 im Theater am Bülowplar,, zwei Opern in dem Hause am Königsplatz und je eine bis zwei Vorstellungen im Schillertheater, im Berliner Thea- ter, im Wallner. und im Zentraltheater. Außerdem ist eine große Reihe von Sonderveranstaltungen geplant. Für die 12 großen Konzerte, die vorgesehen sind, wnrden die Staatsopernkapelle mit Kleiber, das Philharmonische Orchester mit Klemperer. der Chor der Hochschule für Musik, der Krausesche Frauenchor sowie das Havemann-Ouartett verpflichtet, als Solisten u. a. Artur Schnabel. Heinrich S ch l u s n u s. Tilla D u r i e u x gewonnen. Vier Tanzmatineen, u. a. eine der Mary Wigman mit ihrer Gruppe, vervollständigen dieses Programm. Für die Autorenabende des Vereins sagten Thomas Mann. Max Halbe, Bertholt Brecht, Armin T. Wcgner und Artur Holitscherzu. Vortragsabend« werden von Ludwig Hardt, Al. Granach, Vilma Möncksberg und Käthe Hyan ange. kündigt. Vortragszyklen werden Prof. Oskar Fischet. Julius Bab, Prof. Leo Kestenberg. Dr. Max Den u. a. halten.— Die Volks- bühne nimmt für den Besuch ihrer Abendvorstellungen einschließlich freier Kleiderablage und Programmzettel im neuen Spieljahr bei Auslosung der Plätze einen Beitrag von 1,50 M., für den Besuch der Nachmittagsvorstellungen einen Beitrag von 1,10 M. M i t- glicderan Meldungen können jederzeit in den Geschäftsstellen und Zahlstellen des Vereins(Linienftr. 227, König-platz 7, Köpe- nicker Str. 68, Tietzfche Theaterkassen usw.) ersolgen. Staat» Iheak«. Die Reibe ber ErNaussübrunaen im Tchauspselbau? am Gendarmenmar.'t wird eröffnet mit Bernhard Shaws.Die Krofte ffa'ha- iina* mit Agnes Straub als Katbarina. Regie: Jürgen Febling. Da« Staatliche Schillcilhcaler wird am Montag, den 3l.. mit der Reueiniiudierung von Schillers„Jungfrau von Ctlenn«' eröffnet. Die Titelrolle spielt Gerda Müller. Bühnenbild: Emil Pirchan. Regie: Friedrich Neubauer. 0er Ursprung der Ungarn. Einer der hervorragendsten pariischen Ge. lehrten Dr. Jemiedji Modi. Rektor der Unioerstlät Bombav, hält jetzt an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften Vorträge über den Ursprung de» Magparentums. Er hat iich jahrzehntelang mit der Geschichte der bunnischen Völk-rschasten beschäftigt und verlritt den Standpunkt, daß die Ungarn die einzigen Abkömmlinge der mächtigen sthlbischen Völker jeien, die jahrhundertelang Indien und Borderasien beherrschten. Die Fabrik öer �öffentlichen Meinung Ein Rattenkönig kapitalistischer Pressegründung. ff Von unterrichteter Seite wird uns geschriel'sn: .Der Vertauf bar.Deutschen Allgemeinen Zeitung� gibt Ver. anlassung, die Rolle nachzuprüfen, die chugo Stinnes sen. als Verleger gespielt hat. Als er die.Deutsche Allgemeine Zeitung* mit dem Verlag Reimar Hobbing sich«inverleibt«, wird er wohl von demselben Motiv geleitet worden sein, wie bei dem Ankauf vieler anderer Unternehmungen: mit den letzten Endes von der Reichs- dank bereitwillig gewährten Krediten Sachwerte zu erwerben. Erst später hat sich Hugo Stinnes in den Gedanken verliebt., den Verleger zu spielen und durch sein Blatt die Regierung und die ösfentlich« Meinung politisch zu beeinflussen. Immerhin ist fein direkter Ein- flutz auf die.Deutsche Allgemein« Zeitung* nur zeitweilig zur Geltung gekommen. Und es ist Hugo Stinne» mit seiner Zeitung ergangen, wie mit vielen anderen seiner Unternehmungen, er hat die Kontrolle über sie verloren und seine Direktoren schallen und malten lassen. Sein Hauptfehler war, dag er sich vermaß, die Geistigkait, ohne die eine verlegerisch« Tätigtell undenkbar ist. zu organisieren, indem er an die leitenden Stellen des Verlages eine Reihe von Offizieren setzte, die zum Teil viel weiter rechts standen als Stinnes selbst, ihren politischen Grundsätzen treu blieben und ihnen durchaus Geltung verjchafsen wollten. Es Ist Stinnes vielleicht nicht ganz zum Bewußtsein gekommen, daß sein Blall ganz anderen Kreisen zur Verfügung gestellt wurde und daß der Einfluß des Mannes auch auf die.Deutsche Allgemeine Zeitung* am stärksten wurde, mit dem er jahrelang aus politischem Gebiet zusammenge- arbeitet hat, nämlich Hugenberge. Dieser Einfluß Hugenbergs auf das Stinnes-Blatt wirkt und wirkt sich zum Teil auch noch heut« aus, indem den Lesern die.Deutsche Allgemeine Zeitung* in Groß-Berlin— deren es freilich nicht allzu viele geben wird— durch den Botenapparat des»Berliner Lokal-Anzeigers* zugestellt wird. Die Folge davon dürste sein, daß jetzt, nachdem die Leitung der.Deutschen Allgemeinen Zeitung* gewechselt hat und diese einer gewissen Linksschwenkung verdächtig erscheint, von der Scherlselle der Versuch gemacht werden wird, die Berliner Abonnenten von der.Deutschen Allgemeinen Zeitung* weg auf Blätter von.zu- verlässigerer* Gesinnung zu überführen. Der Einfluß Hugenbergs auf das Skinnes-Vlall war beherrschend auch noch zu der Zeit, da da» persönliche Ver- hältnis zwischen Hugo Stinnes und Hugenberg bereits merklich er- kältet war. Hugenberg hotte seinen wirtschaftlichen Rückhalt in erster Linie dadurch, daß er nach seinem Ausscheiden aus dem Krupp- Direktorium in mehreren Sttnnes-Gesellschaften, so in Deutsch-Luxemburg, Gelsenkirchen, verblieb. Von Stinnes Gnaden hatte Hugenberg auch den Vorsitz im Wirtschaftsverband der Ruhr- industrie behalten. Schon vor dem Kriege hatte Hugenbero mit Unter st ützung von Stinnes und der Stinnes- Gesellschaften den Ausbau einer Auslands-Annoncen- Expedition begonnen. Aus ihr entwickell« sich die.Als*, die ihrerseits andere Annoncen-Expeditonen wie»Haasenftein u. Vogler* und»Daube* aufkaufte. An die»Ala* schloß sich die»Vera* an. die unter dem Vorgeben, der Prooinzpresse wirtschaftlich zu helfen und sie sachlich zu beraten, die Herrschaft über einen großen Teil der Zellungen im Reiche erlangte. Di« Führung der»Dero* und der >Ala* fiel dem Scherlhause zu. nachdem H u g e n b erg— zum Teil wohl auch wieder mll dem Geld« der Stinnes-Gesellschaften— die Mehrhell der Anteile des»Berliner Lokal-Anzeigers* an sich ge- bracht hatte. Wettere Gründungen dieser Gruppe waren zwei Ge- scllschaften:»Mutuum*(das lateinische Wort für Darlehen) und .Allerum*(auf Deutsch: Das Andere...). Aufgab« beider Gesell- ichaften war es. als (Baldmaschine für den Erwerb von Zeitungen zu dienen: dazu wurde während der Inflationszeit der von der Reichsbank unter dem Regime Havenstein so leicht erreichbare Akzept-Kredit benutzt. Aufsichsratsvorsitzender der„AUerum- Kredit-Aktiengesellschaft* ist heute noch Generaldirektor Vogler von der Deutsch-Luxemburg, der bekannte intime Mitarbeiter von Hugo Stinnes. Die»Mutuum-Darlehens-Aktiengesellschast* hat als Vorsitzenden den Geh. Rat Hugenberg. stellvertretender Vor- sitzender aber ist der Führer der Deutschnationalen. Abgeordneter Dr. Hergt. Der gleichen Zusammensetzung begegnee man in der»Vera-Verlags-Gesellschaft G. m. b. H.* Auch hier ist Hugenberg Vorsitzender des Aufsichtsrates und Staats- nunister a. D. Dr. Hergt sein Stellvertreter. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, daß Abgeordneter Dr. Hergt nachher der deutschnationale Borkämpfer für die Aufwertung jener Schäden gewesen ist, die dem deutschen Volte auch durch die Wirksamkeit dieser Gesellschaften, unter seiner eigenen Mitarbeit und Mitver- antwortung zugefügt worden sind. Bei all diesen Feststellungen über die Hergabe von Geldern zu politischen Zwecken, zum Ankauf von Zeitungs-Unternehmungen und deren Hilfsbetrieben, darf nicht außer acht gelösten wel�T.?, daß die Gelder niemal« aus den eigenen Taschen von Skinnes, hugenberg und Genossen gcflosten sind. Sie stammten ausnahmlos nur aus dem Vermögen der von diesen Persönlichkeiten beherrschten Gesellschaften, wurden also aus den Taschen der Aktionäre hingegeben� Das gilt auch von der Telegraphen-Union, die unter Führung von Hugenberg mit dem Geld« der Stinnes-Riebeck-Montan-Gcsellschaft finanziert worden ist. Allerdings ist Hugenberg dort noch bei Lebzeiten des allen Stinnes in den Hintergrund gedrängt worden. Diese Zusammenhänge zeigen ganz deutlich, wie hier mit öffentlichen Geldern— denn die Finanzierung der Stinnes- Unternehmungen während der Inflationszeit erfolgte durchweg im Wege der Kredite aus der Reichsbank, die mit entwerteter Papier- mark zurückgezahll, also auf Kosten der Allgemeinheit gegeben wurden— von Stinnes und Hugenberg Zellungen, also Lsfentliche Meinung, gekauft und damit in den Dienst dieser Gruppe und ihrer polllischen sowie wirtschaftlill)en Interessen gestellt wurden. Es wäre jetzt, da der Stinnes- Konzern auseinandergefallen ist und es an allen Ecken und Enden an Geld fehlt zur Einhaltung der dringendsten Verpflichtungen. an der Zeit, nachzuprüfen, welche Beträge von den Stinnes- Gesellschaften im Laufe der Jahre für gesellschaftsfremde Zwecke hergegeben worden sind, und ob diese Geldhergabe sich immer in satzungsgemäßer Form vollzogen hat. Es wäre wünschens- wert, wenn diese Untersuchung auch bei der S t i n n e s- R i e b e ck- Montan-Gesellschaft einsetzte, deren Generaldirektor der deutschnationale Abgeordnete Leopold ist, der vornehmlich als Finanzier der Barmat-Hetze in der Oeffentlichkeit bekannt geworden st. Im Zusammenhang mit dem Verkauf der»Deutschen Allge- meinen Zeitung* ist noch die Feststellung von Interesse, daß die zu dem Zeitungskonzern gehörenden Korrespondenzen— deren Vorhandensein im Stinnes-Portefeuille bis vor kurzem streitg geheimgehalten worden ist an eine dem Scherl- Konzern nahestehende Persönlichkeit übergegangen sind. Sie sind jetzt alle vereinigt in der»Deutschen Provinzialverlag G. m. b. H.*, die Hunderte von P r o v i n z'i a l b l ä t t« r n versorgt. Auch durch diese Korrespondenzen ist ein sehr starker Einfluß auf die Preste im Reich geübt worden. Ferner durch die»Wiprv* (Wirtschaftshilfe für deutsche Prooinzzcllungen), die Unabhängigkeit vortäuscht. Da aus dem Scherlhause auch die offizielleKorre- spondenz der deutschnationalen Partei hervorgeht, verfügt die Hugenberg-Gruppe auf diese Weise über den größten Einfluß aus die bürgerliche Presse. So wird öffentliche Meinung gemacht! Deutsche Zeppeliit-Spenöe. Ein Aufruf an das ganze deutsche Volt. Im Anschluß an die Jubiläumsfeier des Zeppelin-Luft- schiffdous wird der bereits angekündigte Aufruf zueiner Volksspende für den Bau eines neuen Zeppelin-Luft» schiffs verbreitet, das der Erforschung des Nordpol- g e b i e t e s dienen soll. Der Aufruf hat folgenden Wortlaut: Deutsche! Schon einmal hat ganz Deutschland von der Memel bis zum Bodensee in einmütiger Begeisterung das Wert Zeppelins, da» ein Wahrzeichen des Willens, der Sehnsucht und der Größe des Menschengeiste» ist, getragen und als Nation fortgeführt. Damals nach Echterdingen. Wieder ergeht der Ruf. dieses Werk, das G e- in eingut des deutschen Volkes, nicht untergehen zu lassen und die Schöpfung Zeppelins der wissenschaftlichen For- s ch u n g dauernd zu erhallen. Wir olle wissen, wie es vor einem Jahre war. als TR III, »das glückhaste Schiff*, über Deutschland flog und wie dann eine Well voll Spannung und Bewunderung die Fahrt nach Amerika durchlebte. Aus dem armen, bedrängten und gefesselten Deutsch- land stieg eine der größten Kullurtaten frei und leuchtend empor. Wir haben es erlebt. Das Echo der ungeheuren brüderlichen Be- geisterung Amerikas, als Z R III über New Park erschien, flog nach Deutschland zurück. Der Zeppelin und sein Führer, Dr. Cckener, hallen eine große, stolze Kulturaufgabe erfüllt. Zum erstenmal nach trüben und billeren Jahren erwarb sich der deutsche Name wieder Geltung und Ruhm. Deutschland halle eine Welt- l e i st u n g vollbracht, die klar und unbestechlich für seinen Willen zum Aufstieg und zur friedlichen Kullurarbeit sprach. Die Tat hat der Luftschiffbau Zeppelin, Dr. Eckener und die tapfere Besatzung vollbracht. An uns ist es zu danken. Die Werft in Friedrichshofen will ein neues tuflschiff bauen, das gewaltige wissenscheftliche Problem« lösen soll: Aufsuchen des Nordpols. Erforschung der Arktis. Da» Schiff soll aber auch den Widerstrebenden den Beweis bringen, den wir alle beim Flug des Z R III schon empfunden und gewußt haben, daß diese deutsche Erfindung das großartigste Verkehrsmittel unserer Zeit ist. Länder werden nähergerückt, Meere sind überbrückt. Zu. kunftsträume der Menschhell werden Wahrheit. Wenn wir die Energie ausbringen, das Werk in Friedrichshofen kortzuführen, werden deutsche Technik und deutscher Wagemut wieder Weltgeltung erringen Ein« »Zeppelin-Eck ener-Spende des deutschen Volke»* muh die erforderlichen Mittel schaffen! Es handelt sich um ein« An- gelegenheit Deutschlands ohne Unterschied der Partei oder der sozialen Stellung: es geht den geistigen Arbeiter ebenso an, wie den Mann an Ambos und Pflug. Wir wissen, daß Deutschland gegenwärtig schwere Zeiten durchlebt. Aber das Der- trauen auf den Idealismus des deutschen Polle» gibt uns die Zuversicht, daß kein Volksgenosse abseits stehen wird, wenn der Ruf an ihn ergeht. Gerade der Gedanke, daß jeder sein Scherf- lein gibt, muß die Bedeutung dieser Bolksspend« ausmachen. Wirklich arm ist nur ein Volk, das keinen Pfennig mehr für ideale und kullurell« Zwecke übrig hat. sein« geistigen und technischen Kräfte verfallen läßt. Wir haben den Willen und das Recht, als Kulturnation zu leben. Die Dolksspende soll diesen Willen und das Bewußtsein unserer geistigen Freiheit neu beleben. fei Es geht um das Erbe von Zeppelin, um eine große, leuchtende, iWksche Idee. Der Aufruf trägt unter vielen anderen die Unterschriften des Genossen L e i p a r t für den Allgemeinen Deut- Ichen Gewerkschaftsbund, des Reichstagsprösi- denten, Genossen Lobe, r.nd unseres Parteioorsitzenden, Genossen Hermann Müller-Franken. Die fimneftie. Verkündung der preußischen Amnestie. Die Verordnung über die Gewährung von Straffreiheit in Preußen ist mit dem Datum vom 21. August in der neuesten Nummer der Preußischen Gesetzsammlung(Nr. 23 vom 22. August 1923) veröffentlicht. Die Verordnung trill mll dem auf die Per- kündung folgenden Tage in Kraft. Mehrfachen Anfragen gegenüber sei darauf hingewiesen, daß Einzelnummern der Preußischen Gesetzsammlung durch die Post- anstallen oder unmittelbar vom Verlag des Gejetzsammlungsomtes, Berlin NW. 40, Scharnhorststr. 4, bezogen werden können. Amnestierte Kommunisten. Gestern. Sonnabend, gegen 6�4 Uhr abends trafen auf dem Görlitzer Bahnhos etwa 40 amnestierte politisch« Gefangene aus dem Zentralgefängnis in K o t t b u s«in. Aus dem Bahnhofsvorplatz hatten sich Kommunisten eingefunden, welche die Amnestierten mit der»Internationale* begrüßten. Amnestie in Lübeck. Lübeck. 22. August 1925.(TU.) Der Senator der Freien Hansestadt Lübeck hat der Bürgerschaft nun ebenfalls«in Gesetz über die Gewährung von Straffreiheit in Lübeck eingereicht. Bei den in dieser Richtung gepflogenen Verhandlungen hat der Senat den Standpunkt vertreten» daß einmal für die Länderamnestie tunlichst allgemeine Richtlinien aufgestellt werden müßten, und daß sodann die Länderamnestie sich nicht lediglich auf politisch« Straftaten be- ziehen dürften, sondern auch auf gewisse wirtschaftliche Delikte, besonders sogenannte Not- und Inflationsdelitt« zu er- strecken sei. Demgemäß steht das Lübecker Amnestiegesetz neben einer politischen Amnestie auch eine solch« für wirtschaftliche Delikte vor, und zwar nicht nur für sogenannte Not- und Inflationsdelitte allein, sondern ollgemein für Straftaten geringfügiger Art. Zortgang üer Gptantenaustreibung. WTB. meldet: Nach den in letzter Zeit getroffenen Feststellun- gen sind in etwa 30 Fällen Abschiebungen deutscher Optanten. die innerhalb der festgesetzten Frist nicht abgewandert waren, durch die polnischen Behörden erfolgt. Da überdies die polnisch« Re- gierung erklärt hat, daß eine Anweisung an die polnischen Behörden. die zwangsweise Abtransportierung zu unterlassen, im Gegensatz zu polnischen Pressemeldungen nicht ergangen sei, vielmehr die polni- Ich« Negierung der deutschen Gesandtschaft in Warschau erklärt hat. daß alle noch illegal in Polen verbliebenen Optanten Polen bis spätestens zum l. November d.I. verlassen müßten, hat auch die preußische Regierung im Einverständnis mst der Reichsregierung die zuständigen Regierungspräsidenten angewiesen, zunächst«ine gleiche Zahl polnischer Opt-inten in Deutschland, die der wiederholten Abwanderungsaufforderung nicht Folge geleistet haben, zum Ver- lassen des Reichsgebietes, u zwingen. Die übrigen noch m Deutschland verbliebenen polnischen Optanten werden Zug um Zug in demselben Tempo, in dem die polnische Regierung vor- geht, ausgewiesen werden. Polen abgewiesen. Das Karridorschiedsgericht gibt Teutschland Recht. Da Polen einer Weiterführung des Durchgangsverkehrs zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutschland nach Litauen und dem weiteren Osten Schwierigkeiten bereitet hatte, die nach deutscher Auffassung mit dem Deutsch-Polnisch-Danziger Abkommen über den Durchgangsverkehr(Korridor-Abtommen) unvereinbar waren, hatte die Reichsregierung gegen die Haltung Polens bei dem Internationalen Schiedsgericht in Danzig Klage erhoben. In seiner Sitzung vom 20. August hat das Korridorschiedsgericht unter dem Vorsitz des dänischen Generalkonsuls Koch im Sinne der deutschen Klage entschieden. volkischer Reinfall in Wien. Klägliches Fiasko des..Deutschen VolkstagS". Wien. 22. August(Eigener Drahtbericht). Die»Gegenaktion* der Völkischen anläßlich des hier tagenden ZionistenkongrcsseS und gegen die Zerstreuung der Radaumacher durch die Polizei ist klag- lich ausgefallen. Die Christlichsozialen hatten sich mit den nationali- stischen Organisationen znsammengetan, um einen recht wuchtigen Eindruck zu erzielen. Jndesien hatten sich am Sonnabend kaum 1000 D e m o n st r a n t en auf dem weiten Platz vor der Borivtirche eingesunden. Die Wiener Bevölkerung hat kaum Notiz von der Kundgebung genommen. Krise in Sulgarien? Sofia, 22. August.(Eigener Trahtbericht.) Die Sobranje wird am 3. September wieder zusammentreten. Vorher soll aber noch ein Wechsel im Finanz« und Ackerbauministerium vorgenommen werden. Man spricht sogar von einem unmittelbar bevotstehenden Rücktritt des Innen« und des Außenministers. Sofort bei Eröffnung des Parlaments soll ein Antrag auf Aufhebung des Belagerungszustandes eingebracht werden. Marokko. Tie Elsaß-Lothringer in Potains Armee. Paris, 22. August.(Eigener Drahtbericht.) Da« Kriegsmini. sterium läßt die Meldung einiger Blätter dementieren, wonach die weißen französischen Truppen in Marokko zu 80 bis 85 Proz. aus Eljäsjern und Lothringern zusammengesetzt sein sollen. Das Kriegsministerium betont, daß ein Dementi kaum nötig wäre, da die Unglaubwürdigkeit dieses Gerüchtes augenscheinlich sei. Tie Aktion der Kabylen. Madrid. 22. August.(EP.) Die Beschießung von Alhucemas wurde gestern von den Rifkabylen wieder aufgenommen und dauerte fünf Stunden. Ein spanisches Kanonenboot hat Ver« mundete abtransportiert. Der Kommandant des Forts. Oberst Monasterio, wurde so schwer verwundet, daß man an seinem Aufkommen zweifell. Aus südspanischen Häfen sind gestern mehrere spanischeKriegs schiffe nach Mhucemas ausgelaufen. Der syrische Frieden. Paris. 22. August.(EP.) Ein Telegramm des Generdls Sar- rail teilt mit, daß die Drusen 73 F r a n z o s e n, die im Verlaufe der letzten Ereignisse gefangen genommen wurden,'freigelassen haben. Metzelei im Kongo. Kapstadt. 22. August.(WTB.) Nach hier eingegangenen Telegrammen aus Elisabethville(Belgischer Kongo) haben ein- � geborene religiöse Fanatiker der Gegend von Sakania 50 Ein» geborene eines Dorfes niedergemetzelt. Eine Abteilung ein- geborener Polizei, die in die Gegend entsandt wurde, um Er- kundigungen einzuholen, wurde von den Aufständischen unter Per- lüften zurückgeschlagen. Die belgischen Behörden haben Truppen von Elisabethville entsandt, um die Ruhe wieder her- zustellen. Klu-Kiux-Klan macht Zremüenhetze. New Park, 22. August.(Eigener Drahtberickt.) Die Organisation Klu-Klux-Klan, die wegen ihrer verbrecherischen Attentate aus Katholiken, Juden und Neger bekannt ist, läßt durch ihre Führer öffentlich bekanntmachen, daß sie ihre Hetze von jetzt ab auf all« eingewanderten Fremden ausdehne. Bei nächster Gelegenheit würde der Klub einen Gesetzentwurf im Parlament einbringen lassen, nach dem alle»unerwünschten Fremden* aus den Vereinigten Staaten abgeschoben werden sollen. Ausammenftoß in Schanghai. Angeblich zwischen Arbeitern. Schanghai. 22. August.(Reuter.) Vor dem Gewerks chaftsae-- bäude in der Chinesenstadt kam es heute zu Ansammlungen. Es handelte sich um eine Protestkundgebung gegen einige radikale Ar- beiterführer, denen vorgeworfen wird, daß sie die Arbeiter irre« geführt und ausgenutzt hätten. Im Berlaufe der Kundgebung kam es zu einem Zusammenstoß zwischen den Demonstranten, die mit Messern und Stöcken bewaffnet waren, und den Radikalen, von denen einig« getötet sein sollen. Auch sind mehrere Personen aus beiden Seiten verwundet worden. Der Ankläger der Somoghyi-INörder, ehemaliger ungarischer Innenminister Edmund V e n i c z k y ist, nachdem dl« Kaution von dreihundert Millionen Kronen erlegt worden war, auf freien Fuß gesetzt worden. Das Attentat auf den Gouverneur von Martinique. Der Täter ist der Sohn des Generolrats d e s E t a g e s, der bei den Zwischenfälleu anläßlich der Wahlen am 24. Mai getötet wurde. Er wurde verhastet und hat ein Geständnis abgelegt. Eine kapitalistische Machtprobe. Die tieferen Ursachen des Kampfes im Baugewerbe. Die am Freitag refultatios verlaufenen Verhandlungen müssen| Lohnerhöhung für die beiden Gruppen der Hilfsarbeiter und der im Zusammenhang mit den Plänen der Reichs. Tiefbauarbeiter nicht verzichten tönnen, war eine durchaus berechtigte regierung, der Agrarzöllner und der Gewalti. und selbstverständliche Handlung. Den Anlaß hierzu gaben die gen der Industrie behandelt werden. Arbeitgeber, die wiederum Den Unterhändlern der Arbeiter hielten die Bertreter der Arbeitgeber und die Beauftragten der Regierung die gleichen Argumente vor: im Einverständnis mit der Regierung und auf Befehl der Industriellen Nämlich:„ Die hohen Löhne der Bauarbeiter gefährden die Welt- handelten. Diese trifft die Berantwortung für die schweren Folgen. Sei es, daß Tausende von bewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Die Bauarbeiter find ohnungen nicht rechtzeitig fertiggestellt werden schuld an den hohen Löhnen aller anderen Industrien einschließlich können, oder bestimmte Produktionsstätten für Ener der öffentlichen Betriebe samt der Eisenbahn. gieerzeugung und Verkehr liegen bleiben; oder daß die unter Rapital- und Kreditmangel leidende Wirtschaft erfahren muß, daß ihre sogenannten Wirtschaftsführer Millionen unProduktiv, und in letter Linie nuglos vertun. Ein gewagtes Experiment! Die Bauarbeiter waren die Schrittmacher und es liegt im Interesse der Wirtschaft, daß den Bauarbeitern ein Halt geboten wird." Die Parole der Regierung unter Dr. Luther, eine Preis. sentung durch Berringerung der Produktionsfosten herbeizuführen, soll zunächst über eine Herabsehung der Bau arbeiterlöhne, und in weiterer Folge durch Festhaltung der Bezüge der übrigen Lohn- und Gehaltsempfänger auf der bisherigen Höhe ins Wert, trotz der Verteuerung der Lebenshaltung, gesetzt werden. Unter dieser Parole vollzogen sich die Berhandlungen im Batt gewerbe. Den sonst so selbstbewußten Baugeschäftsinhabern werden die Geseze des Handelns von außen dittiert. Sie empfangen die Befehle von der Indu strie. Diese übt durch Beauftragte strenge kontrolle, damit die Hörigen zu keiner Zeit und an teiner Stelle dem Willen der Gemaltigen widersprechende Handlungen begehen. Als Preis für die Aufgabe der Freiheit des Handwerks erhält die Organisation der Bauarbeitgeber außer der moralischen auch die materielle Unterstügung. Zu der moralischen Unterſtügung gehört die Presse. Durch die große und fleine Bresse wird zurzeit die gesamte öffentliche Meinung in dem Sinne beeinflußt, daß die Bekämpfung der Bauarbeiterforderung eine rettende Tat und eine soziale Pflicht sei. Bon vielen anderen eine Probe aus einem Artikel der Deutschen Tageszeitung" vom 19. August: "... Unter diesen Umständen muß man vielmehr die Frage aufwerfen, ob es nicht vielmehr im Interesse der Allgemeinheit und auch im Interesse einer Sentung der Preise, von der unsere Bettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmartte abhängt, angebracht ist, auf eine Herabsehung der Löhne in manchem Gewerbe, auch im Baugewerbe hinzuarbeiten. Nach dem gerade bei den Zoll- und Steuerdebatten dauernd von Brotund Agrarwucher geredet worden ist, sollte man auch nicht davor zurückschrecken, einmal von Lohnwucher zu reden. Zum wenigsten brauchen wir nicht nur auf dem Baumarkt stabile Berhältnisse, wie sie nur durch langfristige Lohnvereinbarungen erreicht werden können. Denn gegenwärtig ist der Unternehmer genötigt, bei der Kaltulation einen entsprechenden Posten für Lohnerhöhungen während des Baues einzusehen, einen Bosten, der in Zukunft zum Besten der Allgemeinheit in Fortfall tommen fönnte. Dor. Sie werden ihn Den Bauarbeitern steht gewiß ein schwerer Kampf bewohnter 3ähigkeit, Treue und Besonnenheit dessen sind wir gewiß in altge führen. Sie wissen jetzt ganz bestimmt, daß er nicht allein ihrer wirtschaftlichen Interessen wegen, sondern mit im Interesse aller Lohn- und Gehaltsempfänger geführt werden muß. Die gesamte deutsche Arbeitnehmerschaft muß diesen Anschlag auf ihre Lebensinteressen einmütig und mit aller Kraft zurüdweisen! Der vom Zaun gebrochene Kampf gegen die Bauarbeiter ist unser Kampf. Der Reichskanzler will vermitteln. Wie verlautet, beabsichtigt der Reichskanzler die Vertreter der Bauunternehmer und der Bauarbeiter zu Einigungsverhandlungen einzuladen, um die Aussperrung im Baugewerbe zu verhüten. Maschiniften und Heizer im Bauarbeiterftreit. In der Streifversammlung der Maschinisten und Heizer am Sonnabend vormittag im Gewerkschaftshaus berichtete Schmidt über die am Freitag im Reichsarbeitsministerium gepflogenen Berhandlungen. Ministerialrat Dr. Mewes habe sich redlich bemüht, eine Einigung in der Lohnfrage herbeizuführen. Nach langwierigen Berhandlungen machte er einen Einigungsvorschlag. Der Fach arbeiterlohn sollte gegen die Säge des lehten Schiedsspruchs für die Bezirke Halle a. S. und Berlin um 5 Pfennig und für die Bezirke Unter- und Oberbaden um 4 Pfennig je Stunde erhöht werden. Die Unternehmervertreter erklärten, diesem Vorschlag nur dann zuzustimmen, wenn die Dauer des Abkommens bis zum 30. Dezember festgesetzt würde. Die Arbeitervertreter beantragten, die Verhandlungen bis zum Sonnabend vormittag 9 Uhr auszusetzen, damit sie mit ihren Auftraggebern Rücksprache nehmen tönnten. Die Unternehmervertreter lehnten dies entrüstet ab, und erklärten, daß sie eine Unterbrechung der Verhandlungen als deren Abbruch auffassen würden. Trotzdem fam es in den weiteren Verhandlungen zu feiner Einigung. Die Vertreter der an den Verhandlungen beteiligten Organisationen nahmen dann zu dem Einigungsvorschlag Stellung und lehnten ihn aus dem Grunde einBei dieser typischen Einstellung und unter Berücksichtigung der inzwischen bekannt gewordenen Tatsachen wird es jedem Einsichtigen verständlich erscheinen, daß und weshalb die Berhand- stimmig ab, weil er für die Facharbeiter nur unwesentliche Zulagen, lungen ergebnislos perlaufen mußten. Die Arbeitgeber hatten zum friedlichen Ausgleich weder ben Willen noch die Freiheit. Sie hatten vielmehr den Befehl, teine für den friedlichen Ausgleich erforderliche Borausfegung zu erfüllen, d. h. für Tiefbau- Bauhilfsarbeiter eine Lohnerhöhung zu gewähren. Sie reizten vielmehr zur weiteren Erbitterung, indem sie der bedürftigsten Gruppe, den Tiefbau arbeitern für einzelne Bezirle fogar Lohntürzungen in Aussicht stellen ließen. Der Abbruch der Verhandlungen, der durch die strikte Erflärung der Arbeitervertreter herbeigeführt wurde, daß sie auf eine für die Bauhilfs- und Tiefbauarbeiter dagegen teine Zulagen enthält. Die Bersammelten zeigten sich der Schwere diefes Kampfes bewußt und sprachen der Zentralleitung sowie der Verhandlungstommiffion ihr vollstes Vertrauen aus. Die Baufirma Way& Fraytag. Firma Streitbrecher zu gewinnen. Sie verstand es, die Chauffeure, Schon am ersten Tage des Bauarbeiterstreits versuchte die Mitfahrer und Lehrlinge zur Streitbrecherarbeit heranzuziehen. Etwa 500 ftreitende Bauarbeiter zogen deshalb in früher Morgenstunde vor den Lagerplatz der Firma und ermahnten die Kollegen, teine Streitbrecherarbeit zu machen. Von Tag und Stunde an Vorteilhafte Damenkleidung Jumper- Bluse Kunstseide in viel. Farb. 2.90 Kleid aus Eollenne, schwarz oder hellfarb, in modAusführ. 34.00 Kleid a vorzig Wollstoff 39.00 mit apartor Ledergaraltur. Mantel aus vorzüglichem Flauschstoff mit Biberette- Kragen... Gummi- Mantel dauerhafte Qualität. 39.00 25.00 Herrenkleidung Sakko- Anzug mod. Form, dunkel gemustert 56.00 Sport- Anzug vierteilig mit Breeches und langem Beinkleid... Gummi- Mantel 58.00 weite Form, gute Gummierung 17.50 Windjacken 12.00 Imprägn. Baumwollköper. Hausjacken mit 3 Agraff. u. Verschnür. 23.00 Herrenstoffe Homespun- und Cheviotstoffe für Sportanzüge 140-145 cm breit. Mtr. 6.80 Pelzwaren Pelzkragen Fehkanin z. Aufheften 11.50 Pelzkragen aus Skunkskatze... 33.00 Pelzkragen Skunksfeh.... Pelzkragen 52.00 aus 130.00 echtem Skunks... Pelzjacke aus Sealkanin mit Damastfutter 198.00 Kleiderstoffe breit.. ..... Mtr. Reinwoll. Popeline in vielen Farben, doppelt 2.60 Reinw.Kammgarnstreifen vorzügl. Qual., in aparten Mustern, ca. 105 cm, Mtr. 3.40 Reinwoll. Gabardine in neuen modernen Farben, ca. 128 cm, Mtr. 4.50 Seiden- Marocain mit Wolle ca. 100 cm breit... Mtr. 5.60 in modernen Farben Seidenstoffe Damast Kunstseide m. Baumwolle für Jacken- und Mantelfutter, 85 cm breit Mtr. 3.40 Reinw.Anzugstoffemtr.9.60 Satin Richeglänz., kunstseld. Yachtklub- Serge Mr. 12.60 marine.......... Mtr. Reinw. Kammgarnstoffe in mod. Mustern., Mt. 24.00 beste Winterqualität Gewebe, In mod. Farb., 90cm, Mtr. 5.40 Kleider- Taft schottisch kar., 85 cm, Mtr.6.80 Lindener Köpersamt schwarz oder farbig, 70 cm.. Mtr. 9.25 N Ein Postem Mantel- Flauschstoffe sohwere, mollige Winterware, vorzügl.Qualität für DamenMäntel, ca. 130 cm, Mtr. 4.90 Ein Posteni Damen- Filzhüte In vielen Farben und Formen Serie I 3.25 Serie II 4.50 srael BERLINC KÖNIGSTR. * haben fich die auf dem Blak beschäftigten Bauarbeiter dem Bunsche der Streitenden gefügt. Der Arbeitswillige Schwertfeger, Berlin, Hallesche Straße 10, hat sich besonders unter den Streit brechern hervorgetan. Er wollte vom Magazin Werkzeug holen, betam aber von dem Lagerverwalter die Antwort:„ Es ist bedauerlich, daß man hier sein muß, um für Streitbrecher Werkzeug auszu geben." Schwertfeger hinterbrachte diese Aeußerung, worauf der Lagerverwalter ohne weiteres entlassen wurde. Die Firma hat hauptsächlich außerhalb Berlins Bauten auszuführen, wo teilweise noch gearbeitet wird. Ihr Lagerplay gilt als Zentrale für alles zu verladende Baumaterial. Weil die Platzarbeiter mit in den Streit traten, so hat die Firma Leute von der Transportfirma Relm, Friedenau, herangezogen, die mun die Streitarbeit verrichten und unter polizeilichem Schuh zu und von der Arbeitsstätte gebracht werden. Lohnregelung für das Dachdeckergewerbe. Für das Dachdeckergewerbe besteht ein Reichstarif. Darin ist vorgesehen, daß die Löhne für das Dachdeckergewerbe sich immer nach den tariflichen Borgängen des Maurergewerbes regeln sollen. Das Lohnabkommen im Baugewerbe ist seit dem 30. Juni beendet. Neue Löhne für das Baugewerbe sind noch nicht vereinbart. Die Dachdecker tamen dadurch in eine üble Lage, weil die Arbeitgeber nicht geneigt waren, ihnen Entgegenkommen zu zeigen. Der Zentralverband der Dachdecker ersuchte deshalb die Wirtschaftskommission lehnte ab, mit dem Hinweis auf den§ 4, Absatz 6 des Reichstarifes. der Arbeitgeber um Verhandlungen. Die Wirtschaftskommission Dieser Absatz besagt: In Fällen, wo infolge einer Lohnbewegung der tarifliche Lohn im Baugewerbe vorübergehend nicht feststeht, bleibt dieser finngemäß der vorangegangenen Bestimmungen im Dachdeckerhandwerk so lange in Geltung, bis im Baugewerbe ein neuer tariflicher Lohn feststeht. Eine gegenseitige Verständigung war nicht möglich. Der Zentralperband stellte darauf den Antrag bei dem tariflichen Gausi tungsausschuß, die Arbeitgeber zur Verhandlung einzuladen, um zu einer Lohnregelung zu kommen. Am 20. August fand die Berhandlung unter dem Vorsitz des Unparteiischen, Herrn Gewerberat Körner statt. Nach mehrstündiger Berhandlung wurde ein Einigungsvorschlag gemacht, der folgende Lahnhöhe ab 22. August Dorsieht: Für Dachdeckergesellen 1,41 m., für Hilfsarbeiter 0,99 m. einfchließlich des Fahrgeldes. Diese Regelung gilt bis zum 30. September d. J. Sie ist zu diesem Zeitpunkt mit 14tägiger Frist fündbar. Falls sie nicht gefündigt wird, verlängert sie sich jeweils um 4 Wochen. Sofern während der Vertragsdauer ein Tarifvertrag für das Baugewerbe zustande kommt, tritt dieses Abkommen mit dem gleichen Tage außer Kraft. Die Parteien haben sich bis zum 31. August d. I. zu erklären, ob sie diesen Vorschlag annehmen oder ablehnen. Der Vorschlag geht davon aus, daß der tariflose Zustand im Baugewerbe nicht mehr als vorübergehender Zustand anzusehen ist. Er steht deshalb nicht im Widerspruch zu dem§ 4, Absatz 6 des Reichstarifs. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; und Sonstiges: Frik Karstadt; anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Vaul Singer u. Co.. Berlin SW. 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen, Bücherwelt und Unterhaltung und Wiffen. Nollendorf 1120, 1121, 1122 Gewerkschaftsbewegung: Fr. Ekkorn Feuilleton: St. John Schilowski; Lokales Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin, M. 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Hier hat man sich mit dem Häßlichen und Gesundheitschädlichen arg herumgeschlagen, und, soweit nicht ein Mißstand zur Elendskata- strophe ward, darf man den Mut rühmen, mit dem tapferes Volk von der Spree dem Feind« zu Leibe rückte. Und der Berliner braucht sein Heim. Sind vielleicht die Theater, die Musik- hallen ernster künstlerischer Art für ihn da? Hätte das Volt sich nicht durch die Volksbühne selbst den Zugang zu künstlerischer Freude erkämpft und ihr den eigenen schönen Tempel geschaffen— was wüßte es viel von all den Offenbarungen, die in ihrer Vor- bildlichkeit das weite Reich nur wenigen erreichbar sind? �ls üas Naöio kam... Kein Wunder, als der Zaubername Radio zuletzt auch in Deutschland die dumpse Enge behördlicher Stuben zu besiegen wußte, als Kunst in Wort und Musik nicht mehr an Körperlichkeit und Eeldopser gefesselt schien, da griffen die Tausend« und aber Tausende nach dem köstlichen Geschenk der Technik und ungezählte Tausende sagten sich freudig: wenn wir von der Fabrik nach Hause kommen. dann erwartet uns zum erstenmal etwas anderes als das häßliche Raunen der Sorge. In den Augen der Kranken log hellste Lust— und was hatte die neue Erfindung menschlichen Geistesfluges erst denen zu sagen, die als armselige Krüppel an den engsten Winkel gekettet waren oder sich beglückt fühlten, zu hören, wo das Auge und mit ihm die Seele in unendlicher Dunkelheit weilten. Zur Kulturfrcudc, die überall erwachte, gesellte sich eine neue und edle Art von Äiulturpflicht: Wissen und Freude überall hinzukragen. wo wirtschaftliches Elend und seelische Rot der Zeit selbst das Wort Freude in sagenhafte Fernen verbannt hatten. Es galt Demokratie zu vollenden, auf geistigem Gebiete Ausgleich zu schaffen, aus dem ganzen Volke in Enge und Leere der Umwelt die gewaltige Familie der Suchenden und Lernenden zu gründen. Aus Arbeit und Familie heraus schien der Großstadtmensch zu Besitz an Wissen und Kunst, zur Teilnahme am großen Leben des Volkes heranreifen zu dürfen. Und ein Besonderes, ja ein besonderes Großes kam hinzu: die Schranken der Jahrhunderte waren zum Fallen gebracht, die den Arbeitsmenschen mit all seinen Werkleistungen und menschlichen Vor- zügeu nur einer minderwertigen Klassengemeinschaft einordneten, aufgehoben waren unwürdige und nichtswürdige Unterscheidungen. In der neuen Demokratie, im neuen Volke schien die unvergleichliche Erfindung das Beste vom begehrenswerten Guten leisten zu dürfen, schien dazu ersonnen zu sein, um zu einen und zu versöhnen und Zeit des Wartens und Mühens abzukürzen. So mußte das Volk die technische Kostbarkeit sehen und einschätzen: eine Waffe für sich, berufen an Stelle der eisernen Waffen zu treten, die unaussprech- liches Leid über Völker und Erdteile gebracht hatten. Es sah darin Symbol der Freiheit, Erleichterung auf dem Gemeinschaftswege zur Menschheit— und deren Ruf, nicht Kunst und Wissen allein, wollte es hören, wollte von»euer Zeit, von neuen Landen und neuem Recht erfahren, wollte aufatmen im Vernehmen beglückender Sprache der Schönheit und Freiheit, müde des Drohnens und Zer- stampfens, des Briillens der Mordwerkzeuge und erlöst vom Ent- sctzensschrei der Sterbenden. So dachte dos Berliner Volk, in diesem Glauben und Sehnen griff es nach dem Werkzeug der Freudenvennittluiig und wer nun immer freie Stunden hatte, der baute sich das Gehäuse für seine Welt der Schönheit und Wahrheit und opferte dem Edlen, das es zu hören gab, die Zeit zwischen Arbeit und Schlaf. Was Aas ftaöio brachte und was es verschweigt. Viel Schönes und Gutes traf mit Schwingen der Lust das an- dächt ig lauschende Gemüt. Endlich einmal vernahm man Musik, großartige, ergreifende und hinreißende Musik— und hatte sie im Hause. Komponisten schienen nochmals auf Erden zu kommen, um Mcnschenseclen zu beglücken. Viel Wissenswertes bahnte sich Weg zu Erkenntnis und Gedächtnis. Es war. als ginge man nochmals in die Schule, um mühelap spielend zu lernen— bi, der erste Rausch verslogen war und unter dem vielen Gebotenen so manches kleine und unzeitgemäß kleinliche erschien— was sollte man zum Beispiel mit Dinge», wie dem Siebenjähngen Krieg beginnen, die längst mit Glück und Erfolg von der armen Menschheit abgeschüttelt zu werden begannen'' Was sollte denn überhaupt die ganze vergangen- hei»— wo die Gegenwart fehlte, nicht die der oft seltsam ausge- wählten und zugeschnittenen Wirklichkeiten und Begebenheiten, die beseelte, lebendige, die Gegenwart des Volkes! Allmählich erkannte Berliner Volk— und während des Ertennens schwand die Hör- und Lernsreude. hinweqqezogen unter den Füßen gleich einem färben- berauschten Teppisch—. daß die neueste, die allerlebendigste der Er- findungen gehandhabt wurde von Leitenden, die in toter vergangen- heit süßten, und freie Gegenwart weder zu lieben noch in ihrer Sprache vermitteln zu wollen schienen. Was dem Volke heilig war. das kam nie in festlicher Stunde zu wort und Ausdruck der Kunst. Es gina Großes vm in der Republik-- aber der Rundfunk wußte nichts von dem Großen, weil er nicht die Republik und noch weniger ihre Größe kannte- Heimatempfinden, Liebe zu Land und Mit- burgern, Treue zum Reich und Verfasiung— Hüter des Volkes von selbstverständlicher Einfachheit und Echtheit, Grundlagen des Volks- glücke-— all dos verwechselte die Leitung des Rundfunks mit Polltik— und die wollte und durfte man doch— beim heiligen Funken— nicht treiben. Was dem Hörer aus dem Volk in Zorn die Muscheln aus der Hand legen und auf die Kunst verzichten ließ, um allgemeine Radiounlust herbeizuführen— nein, das hatte ganz gewiß nichts mit Politik zu tun, und mochte es aus Feldherrnbrüsten mit Die Dbticbe Jfuadfuakerziebuag zum Militarismus. dem Stern ensegcn alter Zeit hinausgeschmettert oder mit sanften Lispeln und seliger Volksfremdhcit von einem Katheder aus verkündet werden und so klingen, als gelte noch Verfassung der alten Zeit. Man wußte nichts vom Volk— und das Volk wollte davon nichts wissen. Von sich selbst, von seinen eigenen Hoffnungen, Rechten und Möglichkeiten wollle man etwas erfahren— und in der Gewährung wäre ein ausgezeichneter staatsbürgerlicher Sinn gelegen— der freilich zur Republik erzogen hätte. Auch der Rundfunk wird wohl seine Zeit brauchen, bis sich ihm das Volt verständlich machen kann, vorausgesetzt, daß man oben verstehen und auch— lernen will. Und lernen heißt es, ehe es zu spät ist, d. h. ehe die zerrissenen Volksteile Kleinkrieg des Ungeistigen zu verewigen beginnen. Und ehe kein Mensch in weiter Welt mehr Achtung hat vor deutscher Republik, die sich selbst nicht zu achten scheint. Der Kriegskrüppel: »Schon wieder die verdammte Kriegsmusike." Lehrgebot Üer Zeit. Das best« vermittelt dem Volk, wer aus dem Suchen des Volkes den Weg zu lehrender Hilfsleistung findet. Soziale Kunst in sozialer Republik! Nicht vermoderte Elendspoesie, Schauen und Besitzver- künden der Lebenden! In allem aber: Wirklichkeit des Lebens. Bringt nicht Schuberts göttliche Klangschönheit, ohne vorher em ernstes Wort über das aus dem Gesellschaftszwang oerhängte ver- kommender Begnadeten zu sprechen! Stellt Kunst mitten hinein ins Leben, greift sie aus dem Leben derer, die von euch Lösung und Erlösung begehren. Laßt auch einmal einen sehenden und wissenden Fabrikarbciler oder Bergmann in die unsichtbare Welt des Hörens sprechen und von seiner Welt erzählen. Was schadet's? Es braucht doch nicht immer wandelnde Goldwertung in Fleisch und Blut zu sein. Wie und was auch immer ihr lernt— stellt als Ergebnis statt eines Programmes ein Stück Wort gewordenen Lebens vor die geistigen Augen! Wissenschaft sammelt Erfahrung— die verwertet und wirkt sie in sinnender Stube. Macht es nicht umgekehrt! Eure Hörer sollen auch Erfahrung lehren und ihr sollt danken mit restloser Strömung des Wissens. Die freie Gesellschaft wird einst im Rund- funk weder Unterhaltung noch Tändelei der Kunst dulden, sie wird ihn in den Dienst der Menschheit stellen. Auf dem Wege hierzu sind wir wirklich noch nicht, wir arm seligen Großstadtmenschen. Im Gegenteil: man zwingt uns in ein» Welt hinein, von der wir gar nichts wissen wollen und— können. In den Dreivierteltakt. In Kastagnettenwirbel. In Kriegervereinsrhetorik. In totfohles Amtsantlitz, das man sieht, wenn man Worte hören muß. In Dialektkunstfertigkeiten. In Kochrezepte. Mumienkonservierung und Sonntagspredigt. Und dazwischen drin soll Schuberts H-�loII oder gar der Jubel des Liedes von der Freude verstreut liegen. Das versteht das Volk nicht. Radio muß einen Raum um sich haben, sonst entwischt Gehörtes ganz in Wesenloses.____ tzüter öes Privatkapitals. Der neueste Dreh, mit dem die Dividendenlieferanten der Charlottenburger Wasserwerke die Oeffcnllichkest zu übertölpeln hoffen, wirkt selbstverständlich auf die Rechtspresse prompt. Die„Deutsche Tageszeitung" entrüstet sich des langen und des breiten darüber, daß die Stadt Berlin„die Angelegenheit durch absichtliche oder fahrlässige Verzögerung auf die Spitze treibe". Die „Deutsche Tageszeitung" findet es offenbar ganz selbstverständlich, daß den Charlottenburger Wasserwerken ihr Vertrag von der Stadt verlängert wird und d aß sie weiter das Recht bekommen, zu Wucherpreisen in S ch ö n e b e r g und Steglitz ihr Wasser in Dividende zu verwandeln. Wenn die Rechtspresse in dieser dema- gogischen Weise sich schützend vor die volkswirtschastlich und sozial gleich unberechtigten Forderungen einer privaten Monopolgesell- jchaft stellt, dann sollte man mindestens von ihr verlangen, daß sie sich vorher an�die der Rechten angehörenden Mitglieder des Aus- sichtsrats der Städtischen-Wasserwerlsgesellschaft um Informationen wendet. Sie würden da sehr bald erfahren, daß über das Vor- gehen gegen die Eharlotten burger Werke im Auf- sichtsrat der städtischen Gesellschast bei den Mitgliedern aller Fraktionen volle Uebereinstimmung herrscht. Da, wo wirklich sachlich gearbeitet wird, läßt sich«ine solche Uebereinstimmung immer sehr leicht herstellen. Nur die Rechtspresse hält es dann für richtig, ohne eine Zlhnung von den Dingen zu hoben, in der demagogischsten Weise gegen den Magistrat und di«„sozialistische Mißwirtschaft" der im übrigen gut bürger- lichen Mehrheit herzuziehen. Ihre eigenen Leser halten sie anßerdem ossenbar für so dumm, daß sie glauben, das Geschimpfe auf die Charlottenburger Wasserwerke während der Sommernat mit der jetzigen Unterstützung dieser rein privaten Interessen ruhig verein- baren zu können. Das Privatkapital geht eben bei der Rechten über alles. Sie wird bei den Wahlen zur Berliner Stadtverordnetenversammlung die nötige Quittung erhalten. Der Gefrierfleischverkauf. Neue Vefchlüsse des Berliner ZUagisirals. Gestern fand eine Sondersitzung des Berliner Magistrats statt, in der die Frage der Verteilung des zollfreien Gefrierfleisches endgültig beraten wurde. Es wurde dos zum B e- ichluß erhoben, was Freitag zwischen Vertretern des Berliner Fleischergewerbes und den Magistratsvertretern verabredet worden war: Die Stadt Berlin will nur in ihren 17 Verkaufsstellen Gefrierfleisch verteilen, der Vertrieb wird der St a d t- güter G. m. b. H. unterstellt. Das Fleischcrgewerbe wird bei dem weiteren Vertrieb von zollfreiem Gefrierfleisch nicht ausgeschaltet, sondern am Vertrieb(zu erst festzusetzenden Richtlinienj beteiligt. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Läden und Verkaufsstellen der bisherigen Neuköllner Großhondelsgesellschaft an die Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend zu ver- kaufen. Die Höhe des Verkaufspreises ist noch nicht bekannt. Ucber das Ergebnis J)ei: heutigen außerordentlichen Magistratssitzung erhält die„Allg. Fleischerzcitung" von städtischer Seite weiter folgende Informationen: Bezüglich des Gefriersleischverkaufes in Berlin ist die Meinung des Magistrats die, daß das größtmögliche Kontingent bei der allgemeinen Verteilung erreicht werden soll. Bci dem Verkauf soll grundsätzlich das Fleischergcwerbe nicht ausge- schaltet werden. In welchem Umfang der Verkauf in Berlin stattfinden kann, hängt von den Richtlinien der Reichs- regicrung ab. Diese Mitteilungen sind, wie oben erwähnt, der„Allg. Fleischer- zeitung" entnommen. Wozu besitzt der Magistrat ein eigenes Nachrichteaamt? Messe Eröffnung. Zweite Berliner Bekleiduugsfachmefse. Dom 23. bis 27. August findet w den A u s st e l l u n g s» hallen am Kaiferdamm die zweite Berliner Bekleidungs- messe statt, vielleicht ist sie die größte Fachmesse dieser Art, die tn Deutschland gezeigt worden ist. Etwa einhundertundzwanzig Aus- steller kann diese Messe mehr aufweisen als die vorjährige. Die Zahl der Aussteller ist so groß, daß die alte AutoHalle noch zu den üblichen Gebäuden:.Haus der Funkindustrie"' und „Neue Auto halle" hinzugenommen werden muhte, dadurch wurde es allen Firmen ermöglicht, Standflächen ganz nach Wunsch zu erhalten. Diese Erweiterung macht die Messe zu der größten und bedeutendsten dieser im Wirtschaftsleben wichtigen Branche. In der Pressebesichtigung am Sonnabend wies der Leiter der Bekleidungs- messe, von Schmidt, darauf hin, daß diese Messe zeigen solle, was die deutsche Konfektion überhaupt leisten kann, und vor allem solle sie eine Belebung des Geschäftes bringen. Im �aus der Funkindustrie" stellt die Damenkonfektion aus. Neben Stapel- wäre kostbare Modelle in allen Stoffen und Farben: Kleider, Kom- pletts, Mäntel und Kostüme in vielen Variationen: in den anderen Gebäuden: Herrenkonfektion, Pelzwaren und Unterwäsche. Vor allem mteresiant ist die Demonstration moderner Schau- f e n st e r, die man mit dem Titel versehe» könnte:»Wie man es machen soll und wie man es nicht machen sollt" Immer werden zwei Schaufenster gegenübergestellt: Das eine ist in der Art längst vergangener Zeiten dekoriert: Waren, sinnlos aneinander gereiht, ermüdend in ihrer Fülle: das andere ist künstlerisch orientiert: wenig Gegenstände, aber diese zu stärkster Geltung gebracht. Die Messe gibt olles in allem einen umfassenden Ueberblick von dem künstlerischen Geschmack, von der Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Konsektionsbranche, sie zeigt, daß trotz der schlechten Geschäftszeiten die Hoffnung doch nicht zu Grabe getragen worden ist. 25. Berliner Papi ermesse. In der ,P h i l h a r m o n i e" in der Bernburger Straße hat die P a p i e r m e s s e, die 2S. ihrer Art, auf kurze Zeit ihr Heim aufgeschlagen. Die Messe, die gestern vormittag in Anwesenheit der Vertreter der Behörden, der Papierindustrie und der Presse eröffnet wurde, gibt einen interessanten Ueberblick über all die Dinge, die mit der Papierindustrie auf das engste verknüpft sind. Man hat die ?lusstellung in zwölf Gruppen eingeteilt und unterscheidet Papiererzeugung, Verarbeitung und Veredelung, Papierwaren und Papierausstattung. Sä�sibwarsn und Bureaubedarf, Bücher und Zeitschriften, Galairterte» und Lederwaren, Spielwaren und Sport- arllkel, Buchbinderei, Hilfsmaschinen, photographische Bedarfs- artikel, Reklame, Verpackungsmaterial und Einrichtungsgegenstände, Fachzeitungen, Literatur. Fachschul- und Lehrlingswesen und endlich Seilerwaren. Die Messe bleibt am Sonntag und Montag von 9 Uhr früh bis abends 8 Uhr geöffnet. Der schwarz weih rote Bahnhof Steglitz. Eine Provokation aller republikanischen Einwohner, wie sie schlimmer nicht gedacht werden kann, hat man sich offenbar im Einverständnis und mit Billigung des Bahnhofsvorstehers in Steglitz geleistet. Dort wird die Wannseebahn üuer einen Viadukt �geleitet, der die außerordentlich lebhafte Verkehrsader der Albrechtstraße überbrückt. Der Viadukt hat von der Straß« aus gesehen die bekannte Brückenform mit eisernem Geländer. Am Sonnabend nachmittag bereits prangten beide Seiten des Viadukts im schönen Flaggenschmuck und zwar waren neben weiß- grünen Fahnen 2li schwarzweiß rote Fahnen, darunter solche von erheblicher Größe angebrocht. Es gilt der Feier des SOjährigen Bestehens der Steglitzer Schützengilde. Wie crinnerlich hatte die Reichsbahndirektion, gez. Zander, unter dem 4. August d. I. u. o. in einem Erlaß bemerkt, daß es verboten wurde, Anträgen auf Ausschmückung der Bahnhöfe(!) und Vor- plätze zur Vermeidung von Berufungen und Störungen stattzugeben. Hier also hat zweifellos der Bahnhofsvorsteher, der ebenso wenig wie irgend eine andere Bahnamtsperson am Sonnabend nachmittag zn sprechen war, einen Erlaß der Reichsbahndirektion Berlin umgangen. Aber nicht genug damit, daß plötzlich bahnfiskalisches Eigentum, wie der Viadukt zur Schmückung für einen Schützenverein freigegeben wird, wird auch noch erlaubt, daß das Eigentum der Reichsbahn mit den Farben der Konterrevolution geschmückt wird. Ist es zuviel, wenn man verlangt, daß die schuldige Person der Steglitzer Bahnverwaltung nach einer Stelle oersetzt wird, wo sie nicht mehr in Versuchung kommt, bahnamtliches Eigentum mit Schwarz-Weiß-Rot»schmücken" zu lasten? » Kaum ein Tag vergeht, an dem sich nicht die Rowdietypen der Wehrwolfindianer, der Stahlhelmtiger und der Totenkopfsäug- linge provozierend und von Berufs wegen lümmelhaft durch die Steglitzer Sckraßen bewegen. Auch gestern wimmelte es wieder von verdächtigem Gesindel, das, einen Knüppel von un- Das unbegreifliche Ich. 18s GefchichteeinerIugend. Roman von Tom kristensen. (Berechtigte Ueberfetzung aus dem Dänischen von F. E. Bogel.) Willy kam herbeigelaufen und winkte mir zu. Klara nahm den letzten Bonbon aus ihrer Tüte, warf das Papier fort und ging ins Haus. Alles wickelte sich so selbstverständlich und alltäglich ab. Ich zog fort und das bedeutete eine lange Wagenfahrt. Aber ich begriff nicht, daß mein zu Haufe nun wo anders war. Nur das leere Schaufenster- beunruhigte mich. Hier war irgend etwas anders geworden und würde nie mehr zu dem werden, was es früher gewesen. Ein Gedanke packte Mick plötzlich: Hatte Harry in der Droschke gesessen? Doch im selben Augenblick fuhr ich durch Grönningen an der Oesterbrostation vorbei. Hier war mir alles neu. Die Häuser, die Beleuchtung, die Bäume, der Wind. Das drang alles zusammen auf mich ein und nahm mich ganz gefangen. Eine breite Allee mit dunklen, breiten Bäumen. Ein grünes Blitzen oben in den Zweigen, wenn ein Sonnen- strahl aus dem wolkigen Himmel wie ein langsames Pendel sich über uns und den Kirchhof und vielleicht wieder in den Himmel hinauf schwang. Gelbe und rote Häuser zwischen den Baumstämmen. Zwei Reiter auf dem Reitweg mit der schwarzen, weichen Erde, Alles war größer und weiter und frischer hier draußen. Unser Pferdchen vor der Ladung schlug mit den Hufen auf die Pflastersteine, die Räder knirschten, und im Takt mit all den Lauten und dem regelmäßigen Auf und Ab des schwarzen Pferdeschwanzes, fang ich ein Lied mit Hi-U-um-bum-bum und Da-da-dum von der neuen Welt, die ich eroberte. Die alte Welt war mir entglitten, ohne daß ich es merkte, und ich ahnte nicht, daß tief in mir von nun au eine neue Art Schmerz lag, der Erinnerungen hieß. Draußen an Fälleden*) bogen wir in eine der kalten Seiten- stoßen ein, wo der Wind vom Oerefund sich als eisiger Zug gefangen hatte. Der Wagen hielt vor einem hohen, grauen Haus. Unten war ein Gemüsegeschäft und ein breiter Mann in einer blauen Leinenjacke stand in der Tür und spuckte eine Ladung Kautabak über den Bürgersteig in den Rinnstein. *) Fälleden: Die Gemeindewiese, ein großer Dolkspark, ursprüiPlich riesiges Terrain im Nordwesten Kopenhagens, gewöhnlichen Dimensionen in der Hand, Händel suchend durch die Straßen pilgerte. Gegen 7.S0 Uhr abends bewegte sich ein etwa 159 Mann starker Zug vollständig militärisch organisierter und um- formierter Landsknechte, den Tornister auf der Schulter, mit mili- tärifch geschulterten Stöcken am Ringbahnhof vorbei. Dieser Zug wurde von etwa 3 bis 4 Schupoleuten(zu Fuß und zu Rad) be- gleitet, die unglaublicherweise nicht den geringsten Anstoß daran nahmen, daß die nationalistischen Jünglinge mit ihren phantastischen Kinderfähnchen, mit Knütteln bewaffnet, ihren Kriegspfad zogen. Es scheint dringend notwendig, diesen Polizisten klar zu machen, daß die Polizeibeamtenschaft nicht dazu da ist, Erlaste des Polizeipräsidenten zu sabotieren. Erst auf dem Hindenburgdamm wurde der völkische Zug vor einer Polizeiwache zum Halten ge- bracht und eine Anzahl der»geistigen" völkischen Waffen beschlag- nahmt. Auf wie lange, bleibt allerdings dahingestellt. Die Be- wohner standen in Gruppen vor den Häusern und empörten sich über das Gebaren der randalierenden Straßenpolitiker, die unter dem Gesang:»Dem Kaiser Wilhelm haben wir's geschworen..." die Gegend unsicher mackten. Jedenfalls muß gesagt werden, daß die Steglitzer es satt haben, sich von verhetzten Bengels unreife Haß- tiraden vorsetzen zu lassen._ Surgerliche Widersprüche. Das Fremdenverkehrsbureau in der Friedrich-Eberk- Straße. Das städtische Fremdenvertehrsbureou hat seine Tätigkeit in diesem Jahre erst so spät beginnen können, weil ein hart- nackiger Widerstand der Deutschnationolen gegen sein; Einrichtung zu überwinden war. Trotzdem seder Einsichtige wußte, daß im Interesse der Berliner Wirtschaft ein solches Organ längst hätte geschaffen werden müssen, verstanden es die Deutschnationalen, binter die sich der Hotelierverband gesteckt hatte, sehr gut, die Schaffung des Fremdenbureous monatelang hinzuziehen. Jetzt werden endlich in der Friedrich-Ebert-Strahe 5 in einem von der Straßenbahn auf 19 Jahre gepachteten Haufe die nötigen Räumlichkeiten frei. Der Aufsichtsrat der Straßenbahn wollte diese« Haus käuflich erwerben. Die städtische Finanzverwaltung hat leider dagegen ihr Veto eingelegt. Das hat nicht etwa zur Folge, daß von der bürgerlichen Presse die Sparsamkeit der städtischen Finanzver- waltung rühmend hervorgehoben wird, im Gegenteil dl« Rechtspresse verbreitet eine Notiz, wonach da» Verhalten der Finanz- Verwaltung zum Gegenstand einer Anfrage in der Stadtverordnetenversammlung gemacht werden soll. Preisfrage: Wie groß wäre das Geschrei gewesen, wenn die Finanzvsrwoltung dem Ankauf de» Hauses zugestimmt hätte? Die beliebte Redensart von der städtischen Verschwendungssucht wäre totsicher von denselben Leuten, die jetzt sich über den Nicktankauf entrüsten, zum Gegenstand einer genau so entrüsteten Anfrage in der Stadtoerordnetenoer- sammlung gemacht worden. Es muß eben unter allen Umständen auf die Stadtverwaltung geschimpft werden. Auf deutsch nennt man solches Treiben Demagogie oder Politik der Rechts- Parteien._ Kaffenpakkenten«nd ärztliches Berufsgeheimnis. NaS dem Paragraphen 399 des StrafgesehhuiieS allerdings.— In dem Institut des Herrn Prof. Adolf Gntmann, Spezialarzt llr Augenkrankheiten. Landsberger Straße 63/67 Ecke Kurzestraße, scheint da« aber nicht der Fall zu lein, da in einem Wochenblatt unter voller Namensnennung die Krankengeschichte eine» jungen Mädchens gegen deren ausdrücklichen Willen der- öffentlicht wurde. Wir sind auch neugierig, was die Aer,teknmmer, die Hüterin der ärztlichen StondeSebre, bei der die Geschädigte Anzeige erstattet hat, zu diesem Verstoß gegen den Paragraphen 399 sagen wird?_ Ein Tpielbetrieb ausgehoben. Nach langen Beobachtungen gelang es gestern abend den Be- amten des Spieldezernate« der Kriminalpolizei,«inen verbotenen Spielbetrieb in einem Lokal am Zlonstirchplotz auszuheben. An den letzten Tagen der Woche, an denen dl« Lohnauszahlungen zu erfolgen pflegen, veranstalteten in diesem Lokal In einem neben dem Schankraum liegenden Bereinszimmer mehrere g e w e r b»- mäßige Glücksspieler Partien, bei denen„Meine Tante— Deine Tante" gespielt wurde. Trotz der zahlreichen aufgestellten Spanner gelang es gestern den Beamten, sich Zutritt zu dem Ver- einszimmer zu verschaffen, wo sie 27 Personen, darunter mehrer« Frauen, bei dem verbotenen Spiel antrafen. All«, auch der Bank- Halter und seine Gehilfen, mußten zur Feststellung ihrer Persönlich. leiten den Weg nach der Wache antreten. Der Aufforderung der Beamten wurde erheblicher Widerstand entgegengesetzt, so daß das Ueberfallkommando zu Hilfe gerufen wurde. Auf der Straße war man auf die Borgänge aufmerksam geworden, und etwa 1999 Menschen hatten sich angesammelt, die zum Teil gegen die Beamten Stellung nahmen._ Detter für Berlin und Umgegend: Wollig, noch trocken«nd warm.— .TBr Deutschland- Im Süden und Weste» Regen, sonst trocken, aber nur im Nordosten heiter. Wir sollten oben im vierten Stock wohnen. Schnell sprang ich vom Wagen und machte einen Holz» schemel aus der Ladung los. Ich war jetzt voller Eifer und mußte durchaus noch etwas mehr zu schleppen haben als meine Gardinenstange. Samuelsen ging mit ein paar Stühlen voran, und als er die Türe zu unserer neuen Wohnung öffnete, hielt er mich zurück, blieb selber auch stehen und sah auf den frischgefirnißteu Korridorboden. „Warum gehst du nicht hinein?* fragte ich. „Ach, das ist bloß so'n verdammter Quatsch, an den ich denken sollte. Ach, nun habe ich's," brummte er und griff in feine Tasche. Im nächsten Augenblick hüpften und trudelten eine Menge Ein- und Zweiörestücke über den neuen Boden. „Warum schmeißt du mit dem Geld?* „Ach, das ist bloß so'ne Verrücktheit von deiner Mutter. Sie glaubt, das bringt Glück,* antwortete Samuelsen und ging hinein.„Gut, daß mir das noch einsiel, bevor ich m die Wohnung hineingegangen war.* .La, aber warum bringt das Glück?* „Frage deine Mutter danach. An so was glaubt sie nun: aber das eigentliche, die Wahrheit, die grade vor der Rase liegt, die will sie nicht sehen. Bilder, die herunterfallen, schwarze Katzen und Wahrsagerinnen, nach denen ist sie ganz wild. Und dann auf Jesus und all den christlichen Quatsch. Aber wenn man ihr die Wahrheit über Karma erzählt, grinst sie. Der Teufel soll das Frauenzimmer verstehen!" Er ging und brummte alle diese Worte vor sich hin, während er die Wohnung untersuchte. Es waren zwei Zimmer mit Küche. Ich lief ihm nach. „Karma? Was ist das?* Er hörte nicht auf mich. Er betrachtete die Zimmer, untersuchte die Haspen an den Fenstern, fluchte, daß man den Anstrich zu dick aufgetragen hatte, und gab einen ganzen Rattenkönig von Verwünschungen von sich. „Karma? Was ist Karma, Karma, was ist das?* Plötzlich drehte Samuelsen sich um und sah zu mir her- unter. „Donnerwetter, ist das merkwürdig! Willst du das wirk- sich wissen? Hm, hm, daß ich das nicht früher gesehen habe. Du hast ja etwas von der richtigen hellen Farbe. Er zeichnete mit der Hand einen Umriß um mich herum, als ob hinter mir eine höhere Gestalt stände. die Hermenöorfer Mörder gefaßt. Gestern nachmittag wurden in Oranienburg die Gelegen- heitsarbeiter Kurt Gase und Max Labs unter dem dringenden Verdacht des Mordes an dem 69 Jahre alten Kaufmann Emil Lohmeyer verhaftet. Nach anfänglichem Leugnen legten beide ein Geständnis ab. Nachdem die fortgesetzten Ermittlungen ergeben hatten, daß die Täter allem Anschein nach nicht in Germendors selbst zu suchen seien, wandte man Oranieburg besondere Aufmerksamkeit zu. Hier ver- dichteten sich die Verdachtsmomente gegen Gase und Labs im Laufe des gestrigen Tages so sehr, daß man zu ihrer Berhaftung schritt. Beide Burschen sind vorbestraft. Die beiden Verhafteten wurden in das Gefängnis eingeliefett und von Amtsgerichtsrat Vogel sofort einem Verhör unterzogen. Kurt Gose scheint der Haupttäter zu sein. Nach den bisherigen Fessstellungen haben sie die Tat wahr- scheinlich am Sonnabend schon geplant und am Sonntag ausgeführt. �Wallenfteias Lager" im Staöion. Um den Fremdenverkehr in Groh�Berlin ein bißchen zu heben, und den Fremden zu zeigen, was Berlin leisten kann, veranftaliete das Frembenoerkerhrsburcau der Stadt Berlin am Sonnabend abend im Grunewald-Stadion eine Aufführung von „Wallensteins Lager" von Friedrich von Schiller. Es schienen alle Vorbedingungen für ein gutes Gelingen des Werkes gegeben zu sein, dennoch kam man aber zu keinem besonderen Genuß. Das lag ganz offenkundig an der künstlerischen Leitung, die nicht imstande gewesen war, eine Filmausnahme von einer Freilichtaufführung zu unterscheiden. So hübsch in dem heraufdämmernden Sommerabend einzelne Szenen am Lagerfeuer und mit Fackelbeleuchtung sich machten, kam etwas Packendes und einheitlich Schönes nicht zustande. Es ist doch wohl ein unerhörtes Beginnen, wenn man in die Schillerschen Verse Reiterkavalkaden hineingaloppie- ren läßt, oder wenn man während der. ganzen Vorstellung rechts und links zwei Scheinwerfermotoren so gewaltig arbeiten läßt, daß das einzelne Wort der Darsteller vollständig verschlungen wurde. Man kann nur konstatieren, daß die Schauspieler sich ehrliche und verzweifelte Mühe gaben, aber daß alles vergebens war. Und wenn nun schon die Zuschauer in den Logen kaum ein einziges Wort verstehen konnten, so hatten dieZuschaueraufdenbilligen Plätzen überhaupt nichts, außer ein paar hübsche und icheinwerferbeleuchtete Lagerbilder. Das gute Vorhaben des fremdenverkehrsbureaus in Ehren, aber mit solchen Dingen kann man den Fremden nicht imponieren, allenfalls nur denen, die in ihrer heimatlichen Mittelstadt außer Schützenfesten nichts gesehen haben. Hinzu kommt auch, daß der Riesenraum nicht ollein die Töne der Sprechenden, sondern auch die Menschen selbst verschlang. Hoffenllich wird der heutige zweite Versuch des Fremdenverkehrs- bureaus von besserem Erfolg gekrönt. Das Wetter war jedenfalls dem Unternehmen sehr zu Willen und auch das Publikum von jener geradezu rührenden Berliner Engelsgeduld, die stch darin äußerte, daß man ein ReUerkorps, ein Trommler- und Pfeiferkorps und eine brave Eselsmutter, die sich mit ihrem Jungen in der Abend- kühle erging, auf das Begeistersste applaudierte. .Der deuijch« Scholkcnopf bei Sommerseode- heißt da» Tesamtthcma der öffentlichen verfammlnng am Dienstag, den 25. August, abd». 7'/, Uhr, w der Aula de» Werner-SiemenS-Realgymnasium», Hoh:n- staufenstr. 47/48, Untergrundbahnhof Bikloria-Luisc-PIas. mit der der»Bund Entschiedener Schuiresormer- seine Arbeit wieder auinimint. Der Bundcsoorsitzende, Professor Gen. Paul Oeft reich, spricht über .Schulreform— C b a o t i s i e r u n g oder g e o l« l t u r e I l er Aufbau?", dann Sludlenrat Dr. Heinrich Müller und Lebrer Hermann Kölling über»Der Stand de» deutschen Schultampirs: Höhere und Volksschule-, endlich Lehrer Richard Schroeter über das Thema»Berliner Schulreform". Aussprach« folgt. Jedermann ein- geladen. Angesichts der Reichsschulgesetzdrobung dürfen Erzieher, Ellern, Jugend, Arbeiter und Bürger nicht länger teilnahmslos bleiben. Dunapart. Am Sonnlag naiimlltag führt der bekannte Filmschau- spleler Luciano Alberttnt anläßlich der Filmaufnahme zu einem neue» Albertlni-Großstlm, der seinerzeit im Limaparl gedreht wird, eine Serie fetner artistischen Trick» vor. Ferner findet um Uhr ein Nachmittag»- gastfpiel de» Balletts Erna Offeneh statt. Zlrkus Krone wird vom 26. August bis zum 21. September mit einem neuen Programm, Berlin, Schönhauser Allee, Hoch- bahnstation Danziger Straße, gastieren. Sensation soll die alt- römische Rennbahn sein, die den Zirkus Maximus zu neuem Leben erweckt und die noch nie in einem Zirkus gezeigt wurde, lieber- raschungen werden auch die echten Sioux-Indianer bringen. Di« Tierschau Krones hat sich im Zeittaum eines Jahres um Dielfaches vergrößert. Ieogea gefacht. Am lS. d. M. abends gegen 6>/, Uhr wurde in Tempelhof an der Ecke Borussia- und Schöneberger Straße ein Motorradfahrer von einer Auiodroschke umgefahren. Der Motorradfahrer bittet Zeugen de« Zu- sammcnstoße» ihre Adressen an F. Baumann, Berlin-schöneberg, siedlunz Lindenhof, Friedhofstraße 34, mitteilen zu wollen. ,L)u Teufelsjungel" lachte er..Las meiste von dir find ja schmutzig-grüne Farben und eine ttübe rote Farbe ist auch dabei, eine rote Schmutzwolke. Du bist ja auch ziemlich bös- artig. Aber etwas Helles ist da. Das eine der Räder leuchtet überraschend klar. Ja, du verstehst noch nicht alles, was ich sage. Aber ich glaube doch, daß ich recht sehe oder ahne; denn sehe ich, sehe ich wirklich? Er kniff die Zügen zusammen und sah gespannt über meinen Kopf hin. Dann machte er sie ganz weit auf und sein Gesicht zeigte wieder den gleichen gutmütig erstaunten Aus- druck. „Ja, habe ich es denn eigentlich gesehen. Der Teufel soll das verstehen: aber jetzt kann ich überhaupt nichts mehr sehen." „Aber, was ist denn nun eigentlich Karma?* fragte ich verwirrt. „Das wirft du noch einmal erfahren,* brummte er,„aber wir müssen uns jetzt an die Arbeit machen.* Draußen auf der Treppe stöhnte sein Gehilfe unter einer schweren Last. Er kam mit einem Bett auf dem Rücken an- geschleppt. „Mach, daß du runter kommst und paß auf den Wagen auf, Waldemar!" sagte Samuelsen freundlich. Ich verstand seine ungewohnte Freundlichkeit nicht: aber plötzlich durchzuckte mich ein Gefühl, das ich von damals her kannte, als ich auf dem Sankt Annaplatz den Spatzen nach- lief. Jesus Christus hatte wohl auch solche Farben, herrliche rote und blaue Farben, die die Tiere und Menschen sehen konnten, und deshalb bekam auch niemand Angst vor ihm, und ich hatte auch solche Farben. � Ich lief die Treppe hinunter zum Wagen. Es standen einige Mädchen und Jungen um ihn herum. „Ihr dürft nichts anfassen!" sagte ich. „Was bildest du dir denn eigentlich ein?" sagte ein großer Milchjunge: doch Samuelsen kam aus der Haustüre heraus und es erfolgte nichts weiter. Das Rudel zog sich etwas zurück. „Da kommt deine Mutter!" sagte Samuelsen. Ich sah die Straße hinunter und bemerkte Mutters dunkle Gestalt. Sie schleppte sich mit einem Korb und ging langsam. War sie betrübt? „Guten Tag!" rief ich,„hier bin ich!* „Ra, da bist du, das ist ja gut," sagte sie tonlos. Sie sah auf und nieder an dem grauen Haus, als ob sie es nicht leiden könnte. Ihre Augen hatten einen sehr betrübten Ausdruck. Dann nahm sie sich zusammen und ging hinein. (Forlsetzung folgt.) Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Arbeitsgemeinschaft fozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutsch lands, Bezirksgruppe Berlin. Einladung zu einer Sigung am Donnerstag, den 27. August, 6 Uhr abends, im Gizungsfaal der Bezirksverordnetenver fammlung Kreuzberg, Dordstr. 11. Tagesordnung: 1. Die neuen Statuten der Arbeitsgemeinschaft. Referent Genoffe Marste. 2. Die Besoldungsordnung. Referent Genosse Bonig. 3. Die von dem Unterrichtsministerium geplanten pädagogischen Akademien. Referent Genosse Holk. 4. Die von den Bezirken zu dem Parteitag gestellten Anträge über Schulfragen. Referent Genoffe Witte. * 1. Areis Ritte. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Montag, den 24. August, pünktlich 7% Uhr, findet gemeinsam mit dem Kreisfrauenabend der Partei im Rathaus, 8immer 109, Eingang Jüdenstraße, die Bezirksmitgliederversammlung der Kinderfreunde ftatt. Thema: Was will die Kinderfreundebewegung?". Referentin Genossin Jrma Epstein. Alle Barteigenossen und Freunde der Bewegung find eingeladen. 5. Kreis Friedrichshain. Sonntag, den 30. August, gemeinsamer Ausflug nach Springeberg am Flatenfee. Treffpunkt Sonntag früh 9 Uhr Bahnhof Hahnsdorf( Nordfeite). Nachzügler von 1 Uhr ab im Restaurant Springeberg bei Woltersdorf. 6. Kreis Kreuzberg. Obleute der Elternbeiräte: Dienstag, den 25. August, 7% Uhr, bei Wolf, Gräfeftr. 26, wichtige Gigung. Jede Abteilung muß vertreten sein. Sozialdemokratische Lehrer und interessierte Genossen millkommen. 7. Kreis Charlottenburg. Am Montag, ben 24. Auguft, abends um 48 Uhr, erweiterte Borstandssigung im Rimmer I. Freie Schulgemeinde: Unterricht in der Lebenstunde und Vorbereitungsunterricht zur Jugendweihe jeden Montag und Freitag in der 32. Gemeindeschule, Oranienstr. 15a ( am Luisenplag), und jeden Dienstag im Arbeiterjugendheim, Rosinenftraße 4, von 4-6 Uhr. Anmeldung zur Jugendweihe daselbst. Kursus der Kinderfreunde: Montag, den 24. Auguft, 7% Uhr, im Jugendheim Rosinenstr. 9. Rreis Wilmersdorf. Montag, ben 24. Auguft, 8 Uhr, bei Andreas, Pfalzburger Str. 55, engere Kreisvorstandssigung mit den Abteilungsführern. 12. Kreis Cteglig. Montag abend 8 Uhr Kreisvorstandssigung an bekannter Stelle. 13. Abt. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe, Lichtenrade. 8u dem heute nachmittag ab 3 Uhr in Tempelhof, Birkenwäldchen, stattfindenden Sommer. fest ist zu berichten, daß der Eintrittspreis auch an der Raffe 50 Pf. be trägt. Die Tempelhofer Genossen, die die Karten für die Maifeier noch nicht abgerechnet haben, werden nunmehr dringend ersucht, das umgehend beim Genoffent Grabentin au tun. 14. Streis Reuföln. Dienstag, den 25. Auguft, pünktlich 7% Uhr, engere Rveisvorstandssigung im Barteibureau, Nectarstr. 3. 16. Streis Köpenid. Montag, den 24. Auguft, abends 7% Uhr, Kreisvor standsfizung bei Rabel, Freiheit 5. 17. Kreis Lichtenberg. Bildungsausschuß: Donnerstag, den 27. Auguft, 8 Uhr, in der Bibliothet Weichselstr. 28, Gigung. Wichtige Tagesordnung. Fraktion ber sozialdemokratischen Elternbeiräbe: Dienstag, ben 25. Auguft, 7 Uhr, wichtige Sigung in der Bibliothek Weichselftr. 28. Wichtige Tagesordnung. Ausgabe von Material. Alle sozialdemokratischen Elternbeiräte, Erfagleute und Lehrer müssen erscheinen. 18. Kreis Weißensee. Am Montag, den 24. August, abends 8 Uhr, bei Gallas, Sigung des Borstandes und der Kommunalen Rommiffion. 20. Kreis Reinidendorf. Montag, den 24. Auguft, abends 6% Uhr, im Kleinen Gigungsfaal des Rathauses Wittenau, Gigung des engeren Kreisvorstandes mit fämtlichen Funktionärinnen des Kreises, der Arbeiterwohlfahrt, Kinderschuh, Agitation. Aussprache über die legte Kreisfunktionärsigung. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten, da anschließend eine Sigung des erweiterten Rreisvorstandes stattfindet. Montag, den 24. August, 8 Uhr, im fleinen Sigungsfaal bes Rathauses Wittenau, Sigung des er weiterten Kreisvorstandes. Kreisbildungsausschus: Wichtige Gigung Montag abend 6% Uhr im Rathaus Wittenau. Die Obleute der Abteilungen milfen vertreten fein. Heute, Sonntag, den 23. August: 74. st. Reblenbort. Baut Beschluß der lekten Mitgliederversammlung findet im Parteilotal ein Rinderfest statt, zu dem wir unsere Genossen ersuchen, fich mit ihren Kindern und Freunden daran zu beteiligen, Eintritt wird nicht erhoben. 93. Abt. Reutölu. Ausflug nach Schmöckwik. Lokal Sur Balme". Treffpunkt 1 Uhr Pumpstation, Dammweg. 141. bt. Stofenthal. Meldungen für die Serbstjugendweihe erfolgen beim Genossen Mag Dehmel, Schillerfte. 13, 1 St. Morgen, Montag, den 24. Auguft: 36. 6. 7 Uhr bei Busch, Tilfiter Str. 27, Funktionärtonferenz. 38. bt. Die Bezirksführer werden gebeten, die Einladungszettel bei Bartusch, Friedenste. 88, abzuholen. 42. 6t. 7 Uhr bei Wiersdorf Funktionärkonferenz. Stellungnahme zu den Stadtverordnetenwahlen. 45. Abt. Pünktlich 7% Uhr Funktionärtonferenz bei Sommer, Wiener Str. 25. Vortrag des Genoffen Dr. Ollendorf: wed und Siele der Arbeiterwohl fährt Sämtliche Funktionäre sowie die in der Wohlfahrt Tätigen find eingeladen. 118. Abt. Bichtenberg. 8 Uhr Funktionärsigung bei Rothe, Frankfurter Allee. Stellungnahme aur Randidatenlifte file die Stadtverordnetenwahlen. Alle Funktionäre müssen erscheinen. 128./130. bt. Bantow, 7% Uhr Funktionärsigung im Jugendheim Breite Straße 32. Frauenveranstaltungen am Montag, den 24. Auguft: 1. Kreis Mitte. Pünktlich 7½ Uhr im Nathaus, Eingang Jüdenstraße, Bimmer 109, Kreisfrauenabend. Thema: Unsere Frauen und die Kinderfreundebewegung". Referent Genoffin Jrma Epstein. 2. Artis Tiergarten. 7% Uhr bei Krüger, Butligstr. 10, Bortrag des Genoffen Jubrian: ,, Was haben wir von den kommenden Stadt- und Beairtsverordnetenwahlen zu erwarten?" 8. Abt. 7 Uhr bei Ridert, Steinmeğftt. 86a, Bortrag des Genossen Kreffe: Boufragen" 38. Abt. 7% Uhr bei Bartusch, Friedenstr. 88, Bortrag der Genoffin Dr. Wygodzinski: Unsere Arbeit in der Rommune". 42. 26t. 7% Uhr bei Höhlke, Bergmannstr. 69, Bortrag der Genoffin Schmiz: Unsere Arbeit in der Kommune". Uebermorgen, Dienstag, den 25. August: 11. t. 8 Uhr Funktionärtonferenz bei Ranfer, Gottomsinftr. 84. 30. bt. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Ledigenheim, Pappelallee 15. Aufstellung der Kandidaten zur Stadt- und Bezirksverordnetenwahl. 46. t. 7% Uhr im Lokal Baih, Schlesische Str. 28, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Unsere Tätigkeit in der Rommune. Referenten Dr. Lohmann und Liesbeth Riedger. 2. Randidatenvorschläge zur Stadtverord netenwahl. 74. bt. Zehlendorf. 8 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung im ParteiTotal. Tagesordnung: Aufstellung der Kandidaten zu den Stadt- und Bezirksverordnetenwahlen. Weitere Einladungen ergehen nicht. Bericht von der Tätigkeit der Stadtverordnetenversammlung. Referent Genoffe Draemert, 80. Abt. Schöneberg. Die noch im Umlauf befindlichen Sammelliften file bie Ferienkolonie 1925 milffen umgehend beim Genossen Wegel, Cranachstr. 42, abgerechnet werden. 96. Abt. Neuköln. 7% Uhr Abteilungsversammlung bei Ostar Wolf, Kirchhoffte. 41. Tagesordnung: Die Stadtverordnetenwahl. Jungfozialisten. Gruppe Berlin: Bon noch fast allen Gruppen stehen die Abrechnungen der Jungsozialistischen Blätter", des Unkostenbeitrages und der Commerfestbarten aus. Alle Gruppen müssen spätestens 25. August mit dem Genoffen Baul Sandelmann, D. 112, Weichselstr. 9, abrechnen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 25. August: 40. bt. 7% Uhr bei Schmidt, Seltower Str. 18, Bortrag ber Genoffin Carmen Sola: Wirtschaft und Sozialismus". 85. Abt. Tempelhof. 7½ Uhr bei Buse, Berber-, Ede Raifer- Wilhelm- Straße, Vortrag des Genoffen Stadtrat Ewald. 106. Abt. Johannisthal. Tagesausflug der Genoffinnen nach Nauchfangwerder. Treffpunkt früh 8% Uhr am Bürgergarten. Mundvorrat mitbringen. Die Niederschöneweider Genoffinnen find eingeladen. * 92. Abt. Neukölln. Mittwoch, ben 26. b. M., abends 7% Uhr, bel Klein, Wildenbruchstr. 15, Ede Röllnisches Ufer, Abteilungsmitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Landtagsabgeordneten Genoffen Hermann Har nisar: Die Bedeutung der Stadt- und Bezirksverordnetenwahlen". 2. Ausfprache. 3. Aufstellung der Kandidaten. 4. Berfchiedenes. Pflicht aller Mitalieder der Abteilungen ist es, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Die Funktionäre Laben ein. Togal gegen Schmerzen ber Nerven, Rheuma, Gicht, Ischias, Kopfschmerzen, Grippe und Crtaltungsfrantbeiten. Tegal Tabletten Hilfen die Schmerzen und scheiden tie Harnsäure aus. Hervorragend bewährt! Sragen Sie Ihren Arzt. In allen Apoth. erhältlich. 12,6% Lith., 0,46% Chinin, 74,3%, Acid, acet. salic., ad 100 Amyl. Whf. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 23. August: Warschauer Viertel: Fahrt Ertner- Möllenfee. Treffpunkt 6 Uhr Schles. Lankwig: Fahrt nach der Löcknik. Treffpunkt 6 Uhr Gendlik, Ede Charlottenstraße. Treptow: Fahrt nach dem Hellsee. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Treptow. Werbebezirk Neukölln: Treffpunkt zur Beranstaltung des Landarbeiterverbandes in Gelchow vormittags 9 Uhr Ringbhf. Nachailgler 1 Uhr Gelchow. Morgen, Montag, den 24. August, abends 7½ Uhr: Der Jugendchor übt Montag, 7% Uhr, wieder im Jugendheim LindenStraße 3. Südost( Görliger Biertel): Schule Waldemarste. 77, Bortrag: KörperKultur". Sermsdorf: Jugendheim Roonstvake, Aussprache über unsere Zeitung. Werbebezirk Reutölln: Werbebesirtsvorstandssigung bei Lange, WiffmannStraße 10. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14, Gebaftianftr. 87/88, Sof 2 Tr. Rameradschaft Wedding. Montag, den 24. 6. M., abends 7 Uhr, Turnabend, Gothenburger Str. 4. Mittwoch, den 26. d. M., abends 6 Uhr, Sportabend auf der Wiese, Wiesenstraße. Kameradschaft Prenzlauer Berg. Montag, den 24. b. M., abends 8 Uhr, Turnen in der Turnhalle Greifenhagener Str. 59. Dienstag, den 25. d. M., abends 8 Uhr, Zusammenkunft bei Grohn, Milaftr. 5. Alle aktiven sowie passiven Rameraben haben au erscheinen. Ein Fernbleiben muß unbedingt ben zuständigen Gruppenführern gemeldet werden. Mittwoch, den 26. b. M., abends 8 Uhr, Turnen in der Turnhalle Heinersdorfer Straße. Teilnehmer zur Fahrt nach Fürstenwalde an der Spree am 30. Auguft haben sich baldmöglichst beim Rameraden Dankowski, Schönhauser Allee 128, v. 3 Tr., zu melden. Sammelpunkt zur Abfahrt Ringbahnhof Schönhauser Allee und Bahnhof Prenzlauer Allee. Abfahrt Sonnabend nachmittag 5.41 Uhr Schönhauser Allee, 5.46 Uhr Bahnhof Prenzlauer Allee. Vorortkarten lösen bis Ertner, dort bis Fürstenwalde lösen. Sonntag morgen Abfahrt Stralau- Rummelsburg 7.12 Uhr. Kamerabschaft Schöneberg- Friedenau. Die Rameradschaft beteiligt fich gefchloffen an der Fahnenweihe in Neustrelit am 29. und 30. Auguft. Sonntagsrückfahrkarte 4,20 M. Abfahrt Sonnabend 6.55 Uhr Stettiner Bahnhof. Meldungen bei den Zugführern am Turnabend in der Wartburgschule am Montag, den 24. Auguft. Kameradschaft Neukölln- Brig. Die Dampferfahrt am 6. Sep. tember findet bestimmt statt. Teilnehmer haben sich umgehend bei ihren Bugführern zu melden. Kamerabschaft Treptow und Untergruppen. Alle Rame raden, welche an der Autofahrt nach Fürstenwalde am 30. Auguft teilnehmen wollen, müssen sich bis spätestens Montag, den 24. d. M., im Lokal von Borgmann, Baumschulenweg, Baumschulen str. 89, anmelden. Fahrpreis 2 M. Kameradschaft Baumsaulenweg. Montag, pünktlich 7 Uhr, Spielabend im Blänterwald. Nach dem Spielen, um 29 Uhr, Sigung des Borstandes und der Gruppenführer bei Borgmann. Die Gruppenführer haben in dieser Gigung die Beiträge abzurechnen. Kameradschaft Reinickendorf. Montag, den 24. b. M., abends 6 Uhr, Turnen der Kameraden aller Untergruppen auf dem Städtischen Sportplan, Reinickendorf- Weft, Scharnweberstraße. Rame. rabschaft Röntgental. Sonntag, den 23. d. M., Republikanisches Volksfest. Alle Kameraden find herzlichst dazu eingeladen. Kameradschaft Wedding. Das Tambourkorps ibt jeden Dienstag und Freitag um 6 Uhr bei Müller, Uferstraße 12. Kameradschaft Ober, Niederschöneweibe unb Johannisthal Am Dienstag, den 25. d. M., abends 8 Uhr, findet im Lotal Räthel in Nieder Schöneweibe eine außerordentliche Gigung statt. Wegen der Wichtigkeit ber Tagesordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Vorstand und Gruppenführer treffen fich bereits schon um 7 Uhr dafelbft. Kameradschaft Bankow. Montag, den 24. b. M., abends 8 Uhr, Turnen Wollantstraße. Gämt liche Kameraden müssen erscheinen. Ramerabschaft Reinickendorf. Dienstag, den 25. d. M., abends 7 Uhr, im Jugendheim, Außenstüble, ReinickendorfDas Rundfunkprogramm. Sonntag, den 23. August. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Ferdinand Hiller: Gebet( Pfarrer Siebert). 2. Bibelvorlesung( Eph. 6, 10-17)( Pfarrer Siebert). 3. Händel: Sonate A- Dur, Andante Allegro( Fugato) Adagio - Allegro( Gerda Reichert, Violine; Herta Mack- Reichert, Klavier). 4. a) Luise Reichardt: Hoffnung, b) Dvorák: Herr, nun sing' ich dir ein neues Lied( Johanna Heyder, Sopran). 5. Ansprache des Herrn Pfarrer Siebert von der Luther- Kirche, Berlin- Neukölln: „ Der kämpferische Christus und das kämpferische Christentum". 6. a) Krebs: Vaterunser, b) Paul Neumann: Segensgruß( Pfarrer Siebert). 7. a) Martini: Chanson favorite, b) Dittersdorf- Kreisler: Scheizo( Gerda Reichert, Herta Mack- Reichert). 4 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Direkter Dickopp: Landwirtschaftlicher Obstbau". III. Teil. 5 bis Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. 7 Uhr abends: Humoristisches Funkallerlei( Georg Bamberger). 7.45 Uhr abends: Forschungsreisender Dr. Artur Berger:„ Eine Elefantenjagd am Blauen Nil". 8.30 Uhr abends: Konzert. 1. a) Mozart: Rondo A- Moll, b) Beethoven: Polonäse C- Dur( Gisela Springer, Klavier). 2. C. M. v. Weber: Rezitativ und Arie der Agathe aus der Oper „ Der Freischütz": Wie nahte mir der Schlummer( Anna Paulsen, Sopran). 3. a) J. Suk: Un poco triste, b) J. Hubay: Variationen über ein ungarisches Thema( Maurits v. d. Berg. Violine). 4. L. v. Beethoven: Rezitativ und Arie aus der Oper„ Fidelio": Abscheulicher, wo eilst du hin( Anna Paulsen). 5. F. Schubert: Duo für Geige und Klavier, A- Dar, op. 162( Maurits v. d. Berg und Gisela Springer). 6. Casella: 11 pezzi infantili( Kinderstücke) ( Gisela Springer). Am Flügel: Bruno Seidler- Winkler. 10 Uhr abends: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 23. August. 11.30-12.50 Uhr mittags: Konzert. Mitwirkende: Edith Bach, ( Gesang) und die Herren W. Lucas( Tenor) Dr. Schleimer( Flöte). Am Klavier: Klara Bach. 1. a) Grieg: Solveiga Lied, b) Eugen d'Albert: Zur Drossel sprach der Fink, c) Richard Strauß: Ständchen( gesungen von Edith Bach). 2. a) Bizet: Menuett, b) Sanden: Strigetto( Dr. Schleimer, Flöte). 3. a) Schubert: An die Musik, b) Schubert: Am Meer( gesungen von Herrn W. Lucas). 4. Donizetti: Die Wahnsinnsarie der„ Lucia von Lammermoor"( Flöte und Gesang). 5. Johann Andersen: Zwei schwedische Polskalieder( Dr. Schleimer, Flöte). 7. a) Hoffmanns Erzählungen: Arie der Antonia, b) Rigoletta: Gilda- Arie( gesungen von Edith Bach). 12 Uhr mittags: Esperantovortrag. Montag, den 24. August. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.40 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau(, Hausfrau und Berufsfrau"). 5-5.45 Uhr abends: Wanderungen durch die Mark Theodor Fontane, vorgetragen von Georg Paeschke. 5.50-6.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 7 Uhr abends: Werbevortrag der National- Film- Aktiengesellschaft. Regisseur Lamprecht spricht über das Thema:" Wie ich Zille im Film sehe". 7.25 Uhr abends: Dr. Richter- Wilmersdorf:„ Das Haar". I. Teil. „ Das gesunde Haar und seine Pflege". 7.50 Uhr abends: HansBredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Handel. Dipl.- Handelslehrer William Hesse:" Buchführung". 6. Vortrag. 8.30 Uhr abends: Bunter Abend. 1. a) Joh. Strauß: O habet acht, aus der Operette „ Der Zigeunerbaron", b) Joh. Strauß: Als ich ein Backfisch war, aus der Operette Fürstin Ninetta"( Lucie Bredschneider, Sopran). 2. Walther Schütt: Löns- Lieder: a) Der Grenadier. b) Der Dragoner, c) Leonore, d) Denn nicht!( Franz Baumann, Tenor). 3. Russische Volkslieder: a) Ssama ssadite ja ssadila, b) Notschenka, c) Dwe gitarij( Kapelle Davydoff). 4. a) Kálmán: Walzerlied aus der Operette„ Die Faschingsfee", b) Kálmán: b) Einmal möcht' ich wieder tanzen, aus der Operette„ Gräfin Mariza", c) Kálmán: Behüt' dich Gott, komm gut nach Haus, aus der Operette, Gräfin Mariza"( Lucie Bredschneider). 5. a) Wolf: Rattenfänger, b) Wolf: Gesellenlied( Franz Baumann). 6. a) Luvis, Young und Donaldson: Auf dem Z. R. 3, Foxtrot, b) John Openshaw June brought the roses, Waltz, c) B. G. de Sylva: Susie. Like know Susie( Kapelle Davydoff). 7. a) Bredschneider: Die beiden Nachtigallen, b) Fröhliche Kinder sind sie gewesen, c) Das Lied von der Extrapost( Lucie Bredschneider und Franz Baumann). Am Flügel: Ludwig Preiß. 10 Uhr abends: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Weft, Scharnweberftoake, Neben ber Spielleube familicher Untergruppen. Kameraden, die im Besik von Instrumenten find, milffen beftimmt erscheinen. Kamerabschaft Charlottenburg. Die Abrechnung von der Berfassungsfeier hat spätestens Montag abend 7 Uhr im Restaurant Wilhelmshof, Spreeftr. 8, au erfolgen. Nach diesem Termin werden Plaketten, Festschriften und Programme fowie andere Sachen nicht mehr zurückgenommen. Die Freie Arbeiter- Stenographen- Bereinigung eröffnet wieder ihre Anfängerkurse in den Systemen Stolze- Schren und Reichskursschrift in folgenden Bezirken: Often und Nordosten: Ab Dienstag, den 1. September, Gemeindeschule Frankfurter Allee 37; Süben und Südosten: Ab Donnerstag, den 3. Geptember, Gemeindeschule Reichenberger Str. 67-70; Neukölln: Ab Dienstag, den 1. Sep tember, Gemeindeschule Boddinstr. 52-56; Norben und Rentrum: Ab Montag, den 31. August, Gemeindeschule Gipsstr. 23a; Marienborf: Ab Donnerstag, den 3. September, im Jugendheim Dorfftr. 7; Sichtenberg: Ab Dienstag, ben 1. September, Gemeindeschule Scharnweberstraße; Oberschöneweibe: Ab Diens tag, den 1. Geptember, Gymnasium Reppelinstraße; Segel( nur Stolze. Schren): Ab Montag, den 31. Auguft, im Jugendheim Schöneberger Str. 3. Sämtliche Rurse beginnen abends 8 Uhr. Die Anmeldung erfolgt am ersten, resp. zweiten Unterrichtsabend. Das Unterrichtsgelb beträgt einschl. Behr mittel 10 M., für Jugendliche 7,50 M. Evtl. Ratenzahlung gestattet. Schrift liche Anfragen beantwortet der Borfihende W. Riedel, Pankow, Serthastr. 3 I. Die Arbeitsgemeinschaft entschiedener Republikanez hält ihren 1. republiTanischen Abend am nächsten Montag, ben 24. Auguft, 8 Uhr, im Cafe Burt hardt, Belle- Alliance- Plaz 4, ab. Republikaner aller Parteien als Gäste will tommen. Freie Sochschule. Dienstag, den 25. Auguft, 84 Uhr, Neue Schönhaufer Straße 10, 1 Tt., im Vegetarischen Speisebaus, fpricht Dr. Stalbe über Die neue deutsche Geistesgeschichte als Schidfalsweg aire menschlichen Freiheit. Mittwoch, den 26. Auguft, 8 Uhr, Sophienschule, Weinmeisterfte. 16-17, spricht Dr. med. fur. phil. dent. Sammer über Raffenfrage und Mischehenproblem". Gäfte haben Butritt. Arbeiter- Radio- Klub Deutschlands, e. B., Sendebezirk Berlin. Am 25. b. M., abends 28 Uhr, findet in den Schinkel- Feftfälen, Brüdenftr. 2, eine ordentliche Mitgliederverfammlung ftatt, in der Reichsvorfihender Soff mann ein Referat über Was bedeutet der Rundfunk für die Arbeiterklasse?" halten wird. fammlung am Dienstag, den 25. Auguft, abends 8 Uhr, in der Schule Plan Arbeiter- Samariter- Band, e. 3., Abt. Steglik. Nächte Mitgliedervertagenftraße. In der alten Bischofsstabt Wittstod( Doffe) findet am 26, unb 27. Geptember ein Heimatfest statt. Der Verein der Wittstoder zu Berlin veranstaltet aus diesem Anlaß eine Heimatfahrt zu ermäßigtem Fahrpreis. Anmeldungen zur Teilnahme an E. Bord, Danziger Str. 89. Arbeitersport. Freie Schwimmer Charlottenburg 04. Am Dienstag, ben 25. Auguft, 128 Uhr, bei Schellbach, Königin- Elisabeth- Str. 6, Fortfehung der Quartals verfammlung. Tagesordnung: 1. Bericht von der Olympiabe; 2. Berschiebenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Arbeitersportfest in Echöneberg. Die Sportabteilung der Freien Turnerfchaft Schöneberg" veranstaltet heute nachmittag ab 2 Uhr auf dem Dominicusplag am Gachfenbamm ein größeres leichtathletisches Sport feft, wozu alle Intereffenten eingeladen find. Ueber 200 Wettkämpfer find gemeldet, so daß guter Sport au erwarten ist. Anschließend Fußballwettspiel: FT. Schöneberg- Concordia- Treptow. Sport- Club Oberfpree 1913. Derberschöneweibe, veranstaltet am Sonntag, ben 23. Auguft, auf eigenem Blag in der Wuhlheide mit allen 6 Mannschaften Wettkämpfe. Gegner der Männermannschaften: Stern- Marienfelte I. und II., und Sadowa I. unb II. Spielanfang der 4. Männermannschaft 12 Uhr, anschließend die folgenden Mannschaften. 1. und 2. Jugendmannschaft fpielt gegen Freie Turnerschaft Lichtenberg I und VFB. Cöpenid II. Anfang der Jugendspiele 9½ Uhr vormittags. Aufruf an alle Arbeitersportfreunde! Die Rentraltommiffion" ruft alle Arbeiterfpottler fomie bie Arbeiterfchaft Groß- Berlins zur Teilnahme an der Aufnahme eines Arbeiterfportfilms auf. Eine Maffenbeteiligunng ist unbedingt notwendig, da sonst eine propagandistische Wirkung nicht zu erzielen ift. Gebraucht werden 500 Sportler und 1000 Rivilpersonen! Die Aufnahme findet in der Scharnweberstraße, Ede der Berliner Straße, statt, in der Nähe des Sportplates Reinidendorf. Fahrverbindung: StraßenbahnSinien 25, 27, 28, 29, 41, 68, 99, 128. Treffpunkt 11 Uhr Scharnweber, Edhe Berliner Straße. Die Aufstellung muß spätestens 12 Uhr beendet fein. Kleidung der Sportler: Beiße Sose. 75 große und Präftige Sportler in roter Badehose oder schwarzer Sofe. Auf die Teilnahme von Sportlerinnen, Jugend. lichen und Kindern wird ebenfalls großer Wert gelegt. Arbeitereltern, bringt eure Turnkinder in Zurntleibung au obigem Treffpunkt. Nur bei a IIfeitiger Teilnahme fann das geplante große Berk gelingen, * heute auf dem Sportplak Reinidendorf, Scharnweberstraße, gegenüber Eich Sportfest in Reinickendorf. Im Anschluß an die Filmaufnahme findet bornstraße, ein Sportfest der Freien Turnerfhaft GroßBerlin mit qutem Programm ftatt. De Arbeiterfportler fomie freunde des Arbeiterfports find zu dieser Beranstaltung freundlichst eingeladen. Sport. Rennen zu Ruhleben am Sonnabend, den 22. Auguft. berger), 3. Andante(. Grube). Toto: 39: 10. Blab: 12, 18, 12: 10. 1. Rennen: 1. Baron Rushaga( L. Weiß), 2. Sylvia Stout( Lauten erner liefen: Florida, Kletterrose, Augenstern B., Erane, Schüler Teddy, Armenier, Dilemma, Notula, Orientale, Modern, Draga Watts, Christl. 2. Rennen: 1. Frechheit(. Grube), 2. Lybia Watts( J. Mills), 3. Paula A.( P. Finn). Zoto: 39: 10. Blak: 10, 11, 10: 10. Ferner liefen: Bovan, Importeur, Blane Adria, Prinzeß Fortuna, Klud, Alpengeier. 3. Rennen: 1. Kopele( B. Schuller), 2. Magowan jr.( Großmann), 3. Dele Marion( 2. Weiß). Toto: 62: 10, Blaz: 30, 18, 22: 10. Ferner liefen: Gerhard, Edelreis, Constanz, Gitelfried, Die Lezte, Erbpring jr., Weinbrand, Sphing I, Möglich, Lebemann, Gifi. 4. Rennen: 1. Colonel Bosworth( Broßmann), 2. Aland( Ch.Mills), 3. Doritha( Jauß jr.). Toto: 25: 10. Plat: 16, 15, 18:10. Ferner liefen: Erdmann, Johannisiäfer, Michelangelo, Florentiner. 5. Rennen: 1. Abteilung: 1. Wainsca( Korzenid), 2. Höhen. fonne( b. Gokohl), 3. Mädel( F. Brandt). Toto: 189: 10. Blaz: 65, 21, 23:10. Ferner liefen: Zeitgeist, Heidebring, Salome, Lehter Mohilaner, Fenelon, Coriolanus, Beinminze, Duera. 2. Abteilung: 1. Flora Bingen( E. Nieke), 2 Heiderose B.( Frömming), 3. Qump( M. Bauer). Zoto: 81: 10. Blab: 28, 23, 15: 10. Ferner liefen: Belvedere, Erster olfersomar, Etatshöferin, Charlotte Mathilde, Jeffries jr., Linsto, Ludmill I. 6. Rennen: 1. Fels( J. Mills), 2. Hetman( Sauß jr.), 8. Prinzeß Berta( H. Mills). Toto: 46: 10. Blaz: 21, 24, 40: 10. Ferner liefen: Clematis blau, Bechfackel, Cleo Watts, Handfest, Sybill, Fürft, Aitgold, 7. Rennen: 1. Coeur Maid( Jauß jr.), 2. Good Boy( H. Grube), 3. Natalis( Herm. Schleusener). Toto: 14:10. Blat: 12, 18, 21: 10. Ferner liefen: Altmart, Kapitän Halle, Katharina, Divisionär, Mantua, Mocuna, Tudora, Kartenspieler, Hochfels, Anider, Mailuft, Benedict, Parillia D., Crispa, Delos. 8. Rennen: 1. Baron Selatatoah( J. Mills). 2. Copal( F. Schmidt), 3. Prinzessin Etawah( H. Grube). Toto: 56:10. Blag: 88, 28, 40: 10. 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Doch eins verabscheue ich gleich eklem Drachengetier. Drachenaugen- nicht Hühneraugen sollte man sie nennen, diese klotzig auf die Zehen gesetzten Ungeheuer. Es ist eine Schande, daß sich im Fuße eines Menschen solche Parasiten breit machen dürfen. Aber Menschengeist ersann den Tod für diese Schmarotzer. Lebewohl"-Hühneraugenpflaster steht einzig da, es läßt nicht mit sich spaßen und bringt Tod und Verderben allen Hühneraugen. Hühneraugen- Lebewohl für die Zehen und Lebewohl- Ballen- Scheiben für die Fußsohle, von vielen Aerzten empfohlen, Blechdose ( 8 Pflaster) 75 Pf. Lebewohl- Fußbad gegen empfindliche Füße u. Fußschweiß, Schachtel( 2 Bäder) 50 Pf., erhältlich in Apotheken und Drogerien. Nr. 397 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Rec Die Rohstoffversorgung der Welt. Weltwirtschaftliche Umschan. Bor einigen Jahren laftete noch die große Sorge der Rohwefentlichen Befferung der russischen Ernte, aus ftoffvertnappung auf der Weltwirtschaft. Ueberblicken wir reichender fein, als ein Jahr zuvor. die gegenwärtige Lage, so finden wir uns nicht mehr einer Knappheit an Rohstoffen gegenüber, wenigstens was die Möglich feiten der Rohstoffgewinnung anbelangt. Bon dem relativen Kohlenüberfluß, der in einer Belttohlentrise zum Ausdrud tommt, war an dieser Stelle schon oft die Rede. Insofern sich eine gewisse Bertnappung einzelner Rohstoffe feststellen läßt, ist diese beab. fichtigte Produktionseinschräntung der Erzielung höherer Preise zuzuschreiben. In Folgendem soll die Lage in bezug höherer Breise zuzuschreiben. In Folgendem soll die Lage in bezug auf einzelne Rohstoffe beleuchtet werden. Textilrohstoffe. Gummi. Dieser Rohstoff stand in den letzten Monaten im Mittelpuntt des Interesses unter sämtlichen Rohstoffen. Die unerhörte Steigerung der Preise für Gummi und damit zugleich der Kurswerte für Gummiattien hat auf der einen Seite riesige Profite, auf der anderen Seite große Verwirrung herbeigeführt. Ja bezug auf Gummi besteht eine geschliche Regelung der malaischen Ausfuhr, die auf die Erzielung höherer Breife hinwirkt. Indeffen war mit Hilfe dieses Systems nur eine Preissteigerung auf 1 Schilling 6 Bence geplant, während zeitweilig die Preise bis über 5 Schilling in die Höhe gingen. Sie find inzwischen auf 3 Schilling 4 Pence gefallen. Gegenwärtig dürfen mur 65-70 Broz. der herstellbaren Mengen ohne Ausfuhrzoll ausgeführt werden, und wenn auch später weitere Mengen freigegeben werden, wie es von der Gummiindustrie stürmisch gefordert wird, so wird es noch lange Zeit dauern, bis diese Mengen auf den Martt tommen. Den eigentlichen Grund für die Preiserhöhung bildet nicht der Rüdgang der Produftion, sondern die Erhöhung des Verbrauchs infolge der andauernden Konjunktur in der internationalen Automobilindustrie. Das Exportfyftem hat nur diese Tatfache für riesige Breissteigerungen auszunüßen vermocht. Durch die gegenwärtige Lage werden vor allem die amerikanischen Fabrikanten betroffen. Wird doch drei Viertel der Weltproduktion an Gummi in den Vereinigten Staaten verarbeitet. Bei diesem Rohstoff tann mur von einer relativen und fünftlichen Bertnappung die Rebe in, wie schen der Preisrückschlag der letzten Zeit beweist. Kupfer.. Sonntag, 23. August 1925 banes libertroffen wird und daß die Dames- Laft für den Ruhrbergbau ebenso groß sei wie für andere Industrien. Busammenfaffend legt die Denkschrift dar, daß die Hilfsmaßnahmen, die von den Unternehmerverbänden des Ruhrbergbaues angeregt worden find, in keiner Weise die erforderliche Anpaffung des Bergbaues an den für dauernd verknappten Weltkohlenbedarf erwarten lassen. Der geforderte Abbau der Sozialversiche. rung, die ferner geforderte Verlängerung der Arbeits. zett und die Beseitigung des Schlichtungsverfahrens werden von den Bergarbeitern mit aller Entschiedenheit abgelehnt, wie sie sich auch jeder Arbeitszeitverlängerung mit allen Mitteln widersehen werden. Dagegen regt der Bergarbeitereines Umstellungsprogramms für den gesamten Kohlenverband an: Ein Sachverständigen- Gremium mit der Aufstellung bergbau zu beauftragen, was eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Bergbaues in wissenschaftlicher, technischer und organisatorischer Hinsicht zum Ziele hat. Auf dieses Programm ist der Bergbau entmeder gefeßlich oder vertraglich( bei Gewährung von Kredithilfen usw.) zu verpflichten. Arbeitnehmervertretern als Erhebungspersonen eine umfaffende Für den gesamten Bergbau wird alsbald unter Beteiligung von Selbstt often statistit eingerichtet und der Deffentlichkeit aus. züglich zugänglich gemacht. Die Ueberführung der durch Stillegungen und Einschränkung fretwerdenden Arbeitskräfte in andere Berufe und Wirtschaftsgebiete ift planmäßig zu betreiben, wobei auch der Ausbau und die Schaffung neuer Bertehrswege im Ruhrbezirt Arbeitsmöglichkeiten erschließen könnte. Zur Erhaltung der Leiftungsmöglichkeit der Bergarbeiter in der ihrer organisatorischen Vertretungen wirksam zu unterstützen. Zeit anziehender Teuerung sind die ausgleichenden Bemühungen Die Darlegungen des alten Bergarbeiterverbandes find gerade tn der gegenwärtigen Zeit, wo die Attacken der Unternehmer gegen bie soziale Bosition der Arbeiterschaft schärffte Formen anzunehmen beginnen, von größter Wichtigkeit. Sie beweisen, daß die Behaup tungen des Unternehmertums zur Irreführung der Deffentlichkeit erfundene Unrichtigkeiten sind. Darüber hinaus enthält die DentSchrift in den Grundzügen ein Umstellungs- und Produktionsprogramm für den rheinisch- westfälischen Kohlenbergban, das die veränderten Verhältnisse berücksichtigt und wirkliche Wege zur Neberwindung der Krise weift. Der Arbeitsmarkt in Berlin. Zunehmende Arbeitslosigkeit. Für die Baumwollversorgung ber Welt ist die ameritanische Baumwollernte maßgebend. Die Borräte aus der letzten Ernte find bereits zur Neige gegangen, was sich an einem sehr verminderten Baumwollverbrauch in den Bereinigten Staaten, England und Deutschland fundgibt. Die neue Ernte wird voraussichtlich gut ausfallen. Die leßten amtlichen Schäzungen berichten zwar über einen Rückgang infolge der Dürre der letzten Wochen; privaten Ansichten zufolge wird aber dieser Rückgang durch verminderte Wurmplage wettgemacht. Die amtlichen Schäzungen prophezeien eine Ernte ungefähr im Umfang des vergangenen Jahres, 13,5 Millionen Ballen, indeffen pflegt die Ernte in der Birtlichkeit höher zu sein und in Privattreisen wirb mit 15 millionen Ballen gerechnet. Neben der amerikanischen spielt die indische Baumwolle eine große Rolle. Dort soll die Baumwollernte im laufenden Jahre erheblich höher sein als im vergangenen Ernte jahr; fie foll über 6 Millionen Ballen fast eine million mehr als im vergangenen Jahr betragen. Die deutsche Textil industrie bebient sich zunehmend ber indischen Baumwolle. Die ägyptische Baumwolle tft weniger der Menge als der Qualität nach wichtig für ble Baumwollversorgung der Welt. Es soll noch die Baumwollfultur im Sudan, die in großem Maßstab aufgenommen wurde, erwähnt werden. Große Werte für Die Berschlechterung auf dem Arbeitsmartt ift die Berieselung wurden hier in Angriff genommen, wofür das auch in der Berichtswoche vorherrschend geblieben. Die alljährlich britische Reich die hohe Summe von 13 millionen Pfund erfahrungsgemäß um diese Seit eintretende Saisonarbeit in einzelnen beisteuert. Im nächsten Jahr werden schon ungefähr 100 000 Acres Branchen, wie im Bekleidungsgewerbe, in der Süßwarenindustrie bepflanzt fein, von denen 80 000 Ballen erwartet werden. Die und anderen, setzt mit Rücksicht auf die augenblickliche Unsicherheit der Kultur fann aber mit der Zeit auf drei Millionen Acres ausgedehnt Wirtschaft nur sehr zögernd ein. Ein hervorstehender Rüdgang der Beschäftigungsmöglichkeiten ist festzuwerden. Es steht noch in Erinnerung, daß der Konflikt zwischen Trust in Montana vor furzem die Verbindung mit den afri. ftellen für die Metall- und teilweise Holzindustrie, die England und Aegypten zum Tell wegen diefer Bewässerungsanlagen, tanischen Produzenten zur Einschränkung der Erzeugung berzu- tung, das Bervielfältigungsgewerbe, die tech. Bellstoff- und Papierherstellung und verarbeidie vom Nilwaffer abgeleitet werden, entstand. stellen. Trotzdem ist es wahrscheinlich, daß ble Rupferpreise aus nischen Berufe und für ungelernte Arbeit. Nach wie einem andern Grunde im Steigen begriffen find, nämlich infolge vor ungünstig bleiben auch die Aussichten für das Handelsgewerbe. des zunehmenden Kupferverbrauchs der Welt. Dieser Die Zahlen der Unterſtügungsempfänger und Arbeitsuchenden beist wieder folgenden Tatsachen zuzuschreiben: Die Errichtung von wegen sich weiter in auffteigender Linie. großen lettrizitätsmerten schreitet in fämtlichen wichtigen Ländern mit Riesenschritten vorwärts. Sie wird vorwiegend aus amerikanischen Anleihen durchgeführt, die sich mit Vorliebe ausländischen Elektrizitätsmerten zuwenden. Eine jebe solche Anleihe ist aber mit Lieferung von erheblichen Kupfermengen verbunden. Aus ähnlichen Gründen ist eine gewisse Ber nappung für andere Metalle: Blet, Sinn und Sint mit steigender Preistendenz festzustellen. Wolle In bezug auf die Versorgung der Produktion mit Wolle fönnen wir eher von einem Ueberfluß als von einer Knapphelt reden. Große Borräte find in Australien und Neuseeland, die mehr als zwei Drittel der Weltproduktion liefern, unverfauft. Die Verkäufe wurden infolge des Preissturzes in den Monaten Mat und Juni eingestellt. Bei der Juliversteigerung in London fonnten in der Tat etwas höhere Preise erzielt werden, wodurch aber die Wollfrage nicht gelöst wird. Auch fann die Krise der Ballproduktion nicht dadurch behoben werden, daß in Auftralien das frühere System ber zentralen Bollverwertung mit staatlicher Hilfe wieder eingeführt wird, wie viele Wollproduzenten es wünschen. Diesem Plan zufolge foll der Wollvertauf von zentraler Stelle aus erfolgen, die Produzenten aber mit Borschüssen aus Staatstrebiten unterstützt werden. Die Unverkäuflichkeit der Bolle beruht auf zwei Umständen: auf dem Rüdgang ber Kauftraft der Welt und auf dem zunehmenden Berbrauch von Baumwoll. und Kunstseideftoffen Vor allem hat das Vordringen der Kunstseide die Herstellung von Wollstoffen in den Hintergrund geschoben. Jute und Hanf. Das gfeldje wie vom Gummi fann vom Rupfer gefagt werben. Hier besteht zwar tein gefeßlich unterstütztes Ausfuhrfyftem, dagegen sind die Rupferbergwerte hochgrabig vertruftet und können daher durch Produktionseinschränkung oder durch Zurückhaltung der Warenvorräte die Preise beeinflussen. Detteres war im vorigen Jahr der Fall, als erhebliche Mengen Kupfer zu fammengekauft und zurückget, alten wurden. Der Produktionseinichränkung der amerikanischen Trufts stand aber die Ronkurrenz des afrikanischen Kupfers im Wege. Angeblich gelang es jedoch den Robol " Auch für Rohol ist eine relative Bertnappung mit steigenden Preisen festzustellen. Die Gründe hierfür find ebenfalls nicht eindeutig. Das Bestehen riesiger Trusts ermöglicht es, Bereinbarungen zur Einschränkung der Produktion zu treffen und in diesem Punkt können sich sogar die zwei größten Konkurrenten, die einander in der Jagd nach Delfeldern und im Breistampf oft in den Haaren liegen, Standard Dil und der Shell- Trust, verständigen. Angeblich ist eine solche Bereinbarung zurzeit vorhanden. Auf der anderen Seite wird der Produktionsrüdgang auf die ver minderte Produktion in Kalifornien zurüdgeführt. Die fieberhafte Ausbeutung falifornischer Delquellen lieferte in den ver gangenen Jahren ungeheure Mengen Rohöl. Da diese Quellen zum Teil versiegten, müssen andere, noch unausgebeutete Delfelder in Mittel und Südamerika wie in Asien und auch in Europa Standard Dil hat z. B. vor kurzem die Delfonzeffion für Albanien erhalten in Angriff genommen werden. Die Ausbeute dieser Delfelder fann aber erst nach längerer Zeit auf dem Weltmarkt erA. H. Die Bersorgung der Textilindustrie mit Jute war während der ganzen Nachkriegszeit fnapp. Die diesjährige Ernte wird vorcussichtlich hinter der vorjährigen etwas zurüdbleiben. Den Schäßungen zufolge werden 8 Millionen Ballen aus der neuen Ernte zur Berfügung stehen, 5 Broz weniger als ein Jahr zuvor. Der Preis für Jute steht dagegen sehr erheblich 60 Proz höher als vor einem Jahr. Die Versorgung mit Hanf wird in diesem Jahr, dank der scheinen. um Das Produktionsprogramm der Bergarbeiter. Eine Antwort auf die Deutschrift des Zechenverbandes. Der Berband der Bergarbeiter Deutschlands hat als Antwort auf die bekannte Dentschrift des Zechenverbandes an den Reichstanzler eine Dentschrift gerichtet, die sich mit der Um stellung des Ruhrbergbaues beschäftigt. Einleitend heißt es in dieser Deutschrift: Mit den Unternehmerverbänden gehen wir in der Ansicht g, daß die Krisenerscheinung, von der der rheinisch astfälische Steinfohlenbergbau seit geraumer Zeit heimgesucht wird, In einem Mißverhältnis zwischen gesteigerten Probuftionsmöglichteiten und Derminderter Aufnahmefähigkeit des Welttohlenmarktes wur zelt. Wir unterstreichen die Gemeinsamkeit der Beurteilung der frisenerzeugenden Ursache, um so Anknüpfungspunkte für gemein fame Wege der Abhilfe zu finden. Mit bitterer Enttäuschung haben wir aber feſtſtellen müſſen, daß in der Denkschrift des Bechen verbandes von einer solchen Mitwirtung der Arbei. ter teine Rede ist, ja, daß die wesentlichsten imperativen Forderungen, die der Zechenverband erhebt, sich schroff gegen das Lebensinteresse der Bergarbeiter wenden. 3udem begründet die Dentschrift ihre Forderungen mehrfach mit einfeitigen Sachbarstellungen und mit höchst anfechtbaren 3ahlen angaben." " Die Dentschrift des Deutschen Bergarbeiterverbandes beweift dann in längeren Ausführungen diese Behauptung u. a. wie folgt: Seit Kriegsende hat sich die Kohlenförderung, im Bergleich des ersten Halbjahres 1925 mit 1919, um 45,5 Bro3. er höht. Damit ist im Jahre 1925 die bisher höchste Produktionszahl feit Kriegsausbruch zu verzeichnen. Im Januar 1925 ist sogar der Friedensstand überschritten worden. Der Schichtförderanteil machte für die bergmännische Belegschaft im Mai 1925( die letzte bisher peröffentlichte Baht) mit 908 Rilo 97,22 Broz. aus( gegenwärtig liegt sie viel höher). Wenn man aber das Leistungsergebnis der Hauer und Gebingeslepper berüdsichtigt, wurde im Mai 1925 das Friedensergebnis fogar um 3,56 Broz. über schritten." Daraus folgert die Denkschrift, daß der Ruhrbergbau nicht an einer mangelnden Ergiebigkeit des Arbeitsaufwandes der Berg arbeiter trantt. Vielmehr sind von seiten des Leistungseffekts der bergmännischen Belegschaft alle Borauslegungen für eine wirtbergmännischen Belegschaft alle Voraussetzungen für eine wirt schaftliche Aufbesserung des Reviers als gegeben zu betrachten. Auf die Darstellung der Denkschrift des Bergbauvereins, die die Montantrise mit der steuerlichen Belastung, ber Tarif tohle, den sozialen Lasten, den Arbeitstoften, der politit der Eisenbahn, dem Wettbewerb der BraunBertürzung der Arbeitszeit und den Dawes Lasten erklären will, legt die Denkschrift des Deutschen Bergarbeiter verbandes folgendes dar: ,, Gegenüber der Errechnung der Unternehmer, wonach die Steuerliche Belastung je Fördertonne 1-1,30 mt, beträgt, hat eine Selbstfoftenprüfung des Reichswirtschaftsministeriums Ende 1924 nur eine Steuerlast pon 37 Pf. je Abfahtonne fest gestellt, was sich gelegentlich einer Nachprüfung durch den Reichs tohlenrat als richtig erwiesen hat. Der Frachtenverteuerung fann nur durch Ausbau des afferweges entgegengetreten werden. 3. B. tönne die Fracht Gelsenkirchen- Hamburg, die vor dem Kriege 5,60 mt. pro Tonne toftete und heute 8,20 Mr. beträgt, durch Anlage des Hanjatanals auf 3,50 mt. gefenft werden." festgestellt, daß die Beiträge der Arbeitgeber zur tnappschaftlichen Zu den Ausgaben für die foziale Bersicherung wird Versicherung nach amtlicher Unterlage im ersten Quartal 1925 nur 66 f. ie verfahrene Schicht betragen haben. Um möglichst hohe 3iffern zu erhalten, fummiert die Bechendentfchrift unzuläffigerweise die Arbeitgeber und die Arbeitnehmerbeiträge und fegt diese Summe dann noch zu einer Absatztonne und zu dem Lohn eines Arbeiters in Beziehung. Ein solches Verfahren ist in forrekt und verträgt sich nicht mit einer eraften Statistit. 3 Soweit die Berufung auf die verkürzte Arbeitszeit und die Dames Belastung in Betracht tommt, betont die Dentschrift des Deutschen Bergarbeiterverbandes, daß in feinem bergbautreibenden Lande die Schichtdauer von der des RuhrbergEs waren 44 743 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 43 742 der Borwoche. Darunter befanden fich 33 275 ( 32 034) männliche und 11 468( 11 708) weibliche Bersonen. Unter ftüßung bezogen 11 827( 10 875) männliche und 2398( 2413) peibfiche, insgesamt 14 225( 13 288) Bersonen, davon bei Notstands arbetten beschäftigt 2216. Die Zahl der zu gemeinnützigen Pflichtarbeiten Heberwiesenen betrug 8 gegen 37 der Borwoche, Amerikanische Schiffahrtspleite. Im neuen Jahrbuch des Norddeutschen Lloyd verstärkt Ge hemrat Stimming den Chor der deutschen Flotten- Sub. ventionäre, die mit Staatsmitteln die deutsche Handelsflotte vergrößern möchten. Deren Forderungen bieten erneut die jüngsten Berichte von der Lage der Bereinigte Staaten- Handelsflotte ein Gegengewicht. Die Vereinigten Staaten besaßen vor dem Kriege ( Ende Juni 1914) eine Handelsflotte mit einem Fassungsvermögen Don 1837 000 Brutto- Register- Tonnen. Zur Ausmuzung der Kriegs- und Nachkriegstonjunktur wurde diese Flotte enorm vergrößert. Ende Juni 1924 betrug ihr Fassungsvermögen 11 823 000 BRT. und Ende Juni 1925 etwas weniger, nämlich 11 605,000 BRT. Nach einer Meldung der United Preß war die Bereinigte- Staaten- Tonnage bis zum 1. August d. I. weiter auf 11 062 000 BRT. zurückgegangen. Diese Verminderung wird mit dem Verkauf von 200 Regierungsschiffen zum Abwraden an Ford zusammenhängen. Ford hat für diese Schiffe, die ein Fassungsvermögen von 817 130 BRI. besaßen, also nicht viel weniger ausmachten, als die gesamte Handelsflotte Dänemarks, für den billigen Preis von 17 Millionen Dollar erworben. Dieser Schleuderverkauf ist charakteristisch für bte Lage der Schiffahrt der Bereinigten Staaten. Gleicher weise charakteristisch ist dafür der große Prozentjag arbeitsloser" Schiffe. Am. 1. Jamuar d. 3. waren von der Handelsflotte der Bereinigten Staaten nicht weniger als 4 223 000 BRT. ohne Befchäftigung. Am 1. Auguft d. 3. war die Beschäftigungslosigkeit noch etwas größer, obwohl die Regierung die thr gehörigen Schiffe unter den Selbstkosten Aufträge ausführen läßt. Das internationale Ueberangebot an Schiffsraum hat demnach die Handelsflotte der Vereinigten Staaten in eine Dauertrise von fatastrophalem Ausmaß gestürzt. Die Wirkungen dieser Krise verspüren übrigens auch andere Schiffahrtsländer. Die rund 750 000 BRT. beschäftigungsloser Schiffe, die im Juli in der Gegend des La Blata( Argentinien und Uruguay) lagen, fuhren ficher nur zum Kleinsten Teile unter den„ Sternen und Streifen". Aus England wird mitgeteilt, daß von dessen Handelsflotte am 1. Jufi d. J. 777 000 BRT. auflagen, gegenüber mur 393 000 BRT. am 1. April d. 3. Krife als Folge einer ausgesprochenen Uebersteigerung des SchiffsMan tann nicht oft genug betonen, daß diese internationale baues jede fünstlich geförderte Bergrößerung der deutschen Handelsflotte zum Berluftgeschäft werben laffen mird. Eine Mitteleuropäische Wirtschaftsfagung in Wien. Am 8. eine mitteleuropäische Wirtschaftstagung stattfinden, die im Zeichen und 9. September wird in Wien, gleichzeitig mit der Herbstmeffe, der Freihandelsidee stehen wird. Die Tagung wird fich im einzelnen mit der Wirkung des Wirtschaftstrieges auf die Erzeugungskosten, Lebensmittelpreise, Löhne und Gehälter, Arbeits martt, Unternehmereinfommen, Güterverbrauch, Rapitalsbildung, Kredite, Zinsfuß, Konkurrenzfähigkeit und dergleichen mehr be schäftigen. Jede Art politischer Kundgebung ist ausgeschlossen. Dem norbereitenden Komitee der Tagung gehören eine ganze Reihe hervorragender Kaufleute, Finanziers, Nationalötonomen und Großindustrieller an, aus Deutschland u. a. Prof. Lujo BrentanoMünchen, Prof. Arndt- Frankfurt, der Deutsche Freihandelsbund und der Berliner Außenhandelsverband, Arbeiterschaft und Berufsgefahr. Bon Simon Rabenstein. Im Jahre 1921, dem legten, über das im Statistischen Jahrbuch berichtet wird, sind 670 268 Betriebsunfälle angemeldet worden. Es ist anzunehmen, daß die Zahlen in Wirt lichkeit etwas höher sind." Davon hatten 103 953 die Zahlung von Entschädigungen, also eine länger andauernde Erwerbsverhinderung, darunter 554 völlige und 33 111 teilweise Erwerbsunfähigkeit auf Lebenszeit, und 9404 den Tod zur Folge. Die Zahl der Hinterbliebenen war 15 200. Insgesamt wur den an 899 229 Verletzte Entschädigungen bezahlt. Man sieht, es ist kein kleiner Kriegsschauplatz, dessen Opfer so hoch angeschwollen sind. Wirtschaftliche Erwägungen wie Rückfichten der Menschlichkeit erfordern die Anwendung jedes Mittels, das geeignet ist, diesen Blutstrom zu schließen oder Doch einzudämmen. Welche Arbeit hier noch zu leisten ist, weiß jeder, der diese Dinge verfolgt. Neben den Schwierigkeiten, die fich notwendig ergeben, den Gefahren, die von der Arbeit unzertrennlich sind, wirken hier zwei Kräfte, deren Niederwerfung im Laufe der Zeit erreicht werden kann und muß: der Eigennug einsichts- und herzloser Unternehmer, die jeden Pfennig, der nicht dem unmittelbar zutage liegenden Profit gewidmet ist, für verloren, jede Rücksicht auf ihre Arbeiter für weichlichen Humanitätsdusel halten nicht minder aber die teils auf Gewöhnung, teils auf Leichtfertigkeit beruhende Gleichgültigkeit vieler Arbeiter, deren Ueberwindung eine besonders wichtige Aufgabe der beruflichen Bildung und gewerkschaftlichen Erziehung ist. Hier ist eine Aufgabe, an der, unbeschadet aller Klassenund sonstigen Gegenfäße, alle Beteiligten zusammenwirken fönnen und sollen. Es ist daher dankenswert, daß die Deutsche Gesellschaft für Gemerbehygiene auf ihrer ersten Jahreshauptversammlung diesem Gegenstand einen Verhandlungstag gewidmet hat, dessen Bericht*) eine Fülle von Belehrung und brauchbaren Anregungen bietet. Nicht nur für die Verhütung der Betriebsunfälle: noch wichtiger vielleicht ist der Schutz vor den schleichenden Krankheiten, die innerhalb und außerhalb des Betriebs en der Lebenskraft der Arbeiterklasse zehren. Sehr zutreffend hebt der ärztliche Berichterstatter, Genosse Professor Chajes, hervor, daß Gewerbehygiene nicht als Gegenstand für sich, sondern nur im Rahmen der gesamten Lebens- und Arbeitsbedingungen betrachtet werden darf. Allein die Aufzählung der in Betracht kommenden Forschungsgebiete zeigt, welchen Umfang heute die Wissenschaft von der Arbeit gewonnen hat. Da ist die Renntnis des Arbeitsvorganges selbst mit den Fragen der Arbeitsdauer, Ermüdung, llebung, Ueberarbeit, des Urlaubs, der Benutzung der Freizeiten, der Alkoholwirkung, des Arbeitswegs u. a.- die Berufskunde und Psychotechnik als Grundlage sachgemäßer Berufswahl schließlich die Kunde von den Berufsschädigungen. Hinzu kommt die Kenntnis der Arbeiterschutzgesetz gebung. Bertvolle Ergänzung erfahren diefe übersichtlichen und den Gegenstand im Kern erfassenden Ausführungen durch die Darlegungen des Syndikus des Verbandes der Berufsge nossenschaften Dr. Meesmann und des Potsdamer Ge werberats Dr. Bender. Ersterer behandelte speziell die von den Berufsgenossenschaften geschaffenen Unfallverhütungsvorschriften und die Mittel zu ihrer Durch führung. Danach wird von dieser Seite eine strenge Aufsicht über die Betriebe geübt und die Haftpflicht für schuldhaft herbeigeführte Betriebsunfälle rücksichtslos zur Geltung gebracht. 1912 famen Normalunfallverhütungsvorschriften des Geschließung zusammen, sie bejagt: famtverbandes zustande. Auch die Spezialfragen der BG. gleicher Art, z. B. der acht Eisen- und Stahl- BG., find viel fach einheitlich geregelt. Die technischen Aufsichtsbeamten der BG. ergänzen die Tätigkeit der staatlichen Gewerbeaufsichtsbeamten durch Behandlung der Spezialgebiete, die jenen vielseitig beanspruchten Behörden im einzelnen nicht so geläufig jein fönnen. Der Berband hat eine 3entralstelle für Unfallverhütung geschaffen, die durch Zusammenwirken mit den Behörden, den Arbeitern und dem Verein deutscher Maschinenbauanstalten zu einer Arbeitsge meinschaft ausgedehnt worden ist. Für die verschiedenen Industrien bestehen Fachausschüsse.Gegen die Verelendung der Angestellten. Eine wichtige Konferenz des Zda Die Ortsgruppe Groß- Berlin des Zentralverbandes ber Ange ftellten hatte zum 21. Auguft zu den Tariffragen Stellung zu nehmen. In einer außerordentlich fachlichen und ausführlichen Diskussion wurden alle die Fragen erörtert, die sich aus der Berab schiedung der Zoll- und Steuergesetze, aus dem gegenwärtigen Stand der Tarifverträge und aus den Bestrebungen der Unternehmer, die Tarifverträge zu beseitigen, ergeben. Die Konferenz faßte thre Auffassung in einer einstimmig angenommenen EntDie Aufklärung der Arbeiter erfolgt neuerdings, da die trockenen Baragraphen der Vorschriften erfahrungsgemäß nicht gelesen werden, in steigendem Maße nach dem Borbild Ameritas durch packende Bildplakate. Dafür ist eine eigene ,, Unfallbild G. m. b. 5." gegründet worden, die ihre Erzeugnisse in Massen vertreibt. Auch die ReichsarbeitsPostabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für September noch nicht vorgenommen haben, müssen sofort das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H, verwaltung hat bekanntlich eine Reihe solcher, teilweise sehr wirksamer Plakate herausgegeben. In gleicher Richtung wirkt der Unfallverhütungs film, der die mündliche Belehrung an Wirkung noch übertrifft. Wird die Aufklärungsarbeit für bestimmte Betriebe geleistet, so können deren besondere Berhältnisse in Rede und Darstellung berücksichtigt werden. Die Erfolge dieser Arbeit schildert der Verfasser als günstig. Ganze Gruppen von Unfällen sind durch geeignete Schutzvorrichtungen verschwunden. " „ Die Gehälter der Angestellten sind im Vergleich zu den GeBestimmungen haben sich in den neu abgeschlossenen Tarifverträgen hältern in anderen Ländern außerordentlich gering. Die sozialen zum großen Teil durch die den Unternehmern. zuteil gewordene Unterstützung der staatlichen Schlichtungsinstanzen verschlechtert. Die neu beschlossenen Zoll- und Steuergeseze mirten bereits auf die Preisgestaltung im Handel und insbesondere auf dem Lebensmittelmartt. Das unmittelbar bevorstehende Infrafttreten des Zollgesetzes wird eine weitere erhebliche Preissteigerung zur Folge haben. Konsequenzen zu ziehen, damit sich die Lebenslage der Angestellten Die Ortsgruppe ist fest entschlossen, die sich hieraus ergebenden nicht weiter verschlechtert und der Reallohn weiter sinkt. In allen Fällen wird in Gehaltsverhandlungen der Versuch unternommen werden, die Teuerung auszugleichen und darüber hinaus das Lebensniveau der Angestellten auf ein erträgliches Maß zu heben. Der Sentralverband der Angestellten will den Weg der Verſtändigung gehen, ist jedoch entschlossen, entschiedene Kampfmaßnahmen zu ergreifen, sofern sie unvermeidlich sind, um eine erträgliche Lebenshaltung zu erzielen. und annehmbarer Arbeitsbedingungen ist im Abschluß von TarifDas geeignetste Mittel zur Erreichung austömmlicher Gehälter verträgen zu suchen. Die Konferenz appelliert an alle Mitglieder des Verbandes und an alle unorganisierten oder falsch organi fierten Angestellten, sich zu den bevorstehenden schweren wirtschaftlichen Auseinandersetzungen geschlossen hinter den Zentralverband der Angestellten zu stellen. ,, Streif der Zeitungshändler." Man schreibt uns: dzia Die„ Rote Fahne" brachte vor einigen Tagen eine Notiz mit der Ueberschrift„ Streit der Zeitungshändler". Dabei sprach fie von einem eigenartigen Ronflitt beim Berliner Presseamt usw. Der Lohnstreit bestand nicht zwischen den Zeitungshändlern und dem Berliner Preffeamt, einer Institution, von deren Dafein außer der ,, Roten Fahne" niemand was weiß, sondern zwischen den Zeitungshändlern der Zeitung Berlin" und dem Berliner Messeamt( Bertriebsabteilung). " " Wenn die ,, Rote Fahne" es mit Freuden begrüßt, daß die Zeitungshändler die Tätigkeit der Redaktion zenfieren, so möge fie bei ihrem eigenen Blatt und der Welt am Abend" beginnen. Die Händler klagen nicht wenig über die Unverfäuflichkeit gerade diefer beiden die so notwendige geistige Gesundung im Redaktionsstab der„ Roten 3eitungen. Vielleicht zeitigte die Zenjur der Händler endlich Fahne". Im übrigen empfehlen wir den beiden tommunistischen Blättern ihren Beitungshändlern die gleichen Löhne zu gewähren, wie sie tariflich zwischen dem Berliner Meſſe amt und dem Deutschen Verkehrsbund vereinbart find. Diese Tatfache würde bei den Zeitungshändlern größere Freude auslösen und mehr Verständnis finden, als billige Redensarten. Umstellung von Glashütten. St. Ingberf, 22. Auguft.( M15.) Nachdem die im französischen Befis befindliche Aktien- Glashütte( Klassenbütte) erst fürzlich wegen Betriebsumstellung über 100 rbeiter entlaffen hat, trifft Dr. Bender behandelt die Frage als Gewerbeaufsichtsbeamter. Auch er fordert strengere Gewissenhaftigkeit auf der Unternehmer-, vor allem aber größeren Ernit in dieser Richtung auf der Arbeiter feite. Wie ein roter Faden zieht dasselbe Los nunmehr weitere 25 Arbeiter, die 40 und mehr Jahre im Betriebe tätig waren. Auch über die Bopelius- Glashütte, fich durch die Berichte der Aufsichtsbeamten die Klage, daß die erst einige Jahre in Betrieb ist, wird berichtet, daß fie die Umzahlreiche Unfälle vermieden und manche Krankheiten verstellung vom Handbetrieb in Maidinenbetrieb beab hütet würden, wenn die Arbeiter sich mehr als bisher der fichtigt, wodurch eine starte Verminderung im Arbeiterbestand notGefahren des Betriebes bewußt wären und nicht wendig wird. die bestehenden Schußeinrichtungen unbeachtet ließen. Auch wird immer von neuem über Leichtsinn und Uebermut geflagt, der Anlaß zu schweren Körperschädigungen gibt... begründet an erster Stelle durch Unkenntnis der Gefahren oder ihre Unterschäzung infolge mangelnder Erfahrung, d. i. fehlender Anschauung. Er begrüßt es, daß jetzt auch in den Tarifverträgen gesundheitliche Forderungen gestellt werden, die erhöhtes Interesse beweisen und den Weg zur Selbsthilfe zeigen. Wie die Arbeiter, bedürfen auch ArbeitHier liegt noch ein weites Ackerfeld, das der Bestellung harrt. Sind doch wie bei den Arbeitgebern auch bei den Arbeitern und vielen ihrer Bertreter die Kenntnisse sowohl der gesetzlichen Borschriften als der gesundheitlichen Ere fordernisse noch sehr mangelhaft. Ueberhaupt läßt es Chajes an Kritik nach allen Seiten hin nicht fehlen. Beschwert er sich, daß es dem Arzt ohne besondere Beziehungen vielfach sehr schwer gemacht wird, ein Werk zu besichtigen, um die Berufsgefahren an der Quelle zu erforschen, so bemängelt er auf der anderen Seite die Unzulänglichkeit der bisher im allgemeinen von den Krankenkassen auf unserem Gebiete geleisteten Aufflärungsarbeit. Er fordert eine planmäßig von örtlichen Ausschüssen unter Oberleitung und Förderung einer Reichszentrale betriebene gewerbehygienische Er ziehung, an der neben den Aerzten die Beamten der Gewerbeaufsicht, der berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütung, Lehrer und Vertreter der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer mitwirken sollen. Und er zeigt, wie Bolksschule und Fachschulen auch auf die Gleichgültigkeit der Masse der Hochschulstudenten fällt ein scharfes Streiflicht den Grund zu legen haben, auf dem die weitere, mehr in die Einzelheiten der vergeber und Betriebsbeamte der Belehrung. schiedenen Betriebe eindringende Weiterarbeit fußen soll. Bon besonderer Wichtigkeit ist die Ausbildung der Be triebsräte. Im Berichtsjahr 1922/23 find an etwa 25 deutschen Orten von Betriebsräteorganisationen, Gewerkschaftskartellen oder im Einvernehmen mit örtlichen Volkshochschulfurfen Einzelvorträge oder Lehrgänge über gewerbehygienische Fragen gehalten worden. So namentlich Lehrgänge an der Hamburger Betriebsräteschule und in Altenburg. Am zweck mäßigsten ist die Verteilung des Stoffes unter verschiedene Fachleute, so daß der Arzt, der Techniker und der Sozialpolitifer zu Bort tommen. Nachahmenswert ist es auch, wenn Chajes selbst einer größeren 3ahl ausgewählter Mitglieder der Berliner Gewerkschaftsschule und Krankenkassenbeamter die Teilnahme an seinen Hochschulvorlesungen über soziale und Gewerbehygiene, die in die Abendstunden gelegt wurden, fostenlos ermöglichte. Die Erfahrungen waren durchaus gute. Ein Aufklärungsmittel ersten Ranges ist natürlich auch die ihrer Pflichten bewußte Presse. Hier wird die vom ,, Textilarbeiter" durch geeignete bildliche Darstellungen geleistete Aufklärung über die Gefahren der Berufsarbeit für schwangere Frauen als Vorbild erwähnt. Die Borschläge gipfeln in der Forderung einer gewerbe- und sozial hygienischen Zentralstelle beim Allgemei nen Deutschen Gemertschaftsbund. *) Die Belehrung der Arbeiterschaft über die Berufsgefahren und ihre Mitwirkung bei der Be= fämpfung derselben.( Beihefte zum Zentralblatt für Gewerbe hygiene und Unfallverhütung. Bd. I, Heft 1.) Verlag: Chemie, Leipzig- Berlin. Die neue Wissenschaft der Arbeitskunde und Arbeitsgesundheitslehre hängt auf allen Seiten mit den Erfahrungen des Lebens zusammen und übt ihre Wirkungen auf seine Ausgestaltung. Unter der Unzulänglichkeit ihrer Anwendung leidet am meisten die Arbeiterklasse. Ihre Aufgabe ist es darum in erster Linie, sich ihre Ergebnisse zu eigen zu machen und durch Selbst erziehung die Kraft zu gewinnen, die erst die schönen Worte zur Wahrheit machen kann, mit denen diese Vorträge eröffnet wurden. Oder sind es heute mehr als schöne Worte, wenn der Ministerialdirektor Prof. Dietrich aus dem Wohlfahrtsministerium uns erzählt, wie nötig es ist, daß alle Kräfte der Nation, die helfen können und wollen, fest zusammenstehen, um dieser gewaltigen Zerrüttung der Boltsgesundheit entgegenzuarbeiten. Die Parlamente, die Staats- und Gemeindebehörden wetteifern... in dem Willen, zu helfen, wo geholfen werden fann, Mangel und Ueberfluß auszugleichen, soweit es über haupt nur möglich ist". Viele merden solche Worte angesichts der heutigen Gesetzmacherei und Regierungspraris eher als Sohn empfinden. Und auch die schönen Worte von dem Arbeiter, der nicht nur mit Hand und Sinnen, sondern auch mit dem Kopf und mit innerer Neigung bei seiner Arbeit sein soll, erhalten ihre eigenartige Beleuchtung durch die Taten der Unternehmerverbände und ihrer politischen Sachwalter. Nein, hier stehen gewaltige Wirtschaftsmächte der VerDie Arbeiter aber werden ihrer um so eher Herr werden, wirklichung deffen, was notwendig und menschlich ist, entgegen. je rascher und ernster sie sich die Ergebnisse der Betriebswissen fchaften zu eigen machen, je ernster sie ihre eigenen Lebenserfordernisse zur Geltung bringen. Persil Beendeter Streik in der Spielwarenindustrie. Sonneberg, 22. Auguft.( WTB.) Der Streit der Spielwarenindustrie ist nach dreiwöchiger Dauer nunmehr beendet. Die Arbeit wurde gestern nachmittag wieder aufgenommen. Die Einigung ist auf Grund einer gegenseitigen Vereinbarung erfolgt, die einen Stundenlohn von 65% Pfennig vorfieht. Maßregelungen sind nicht erfolgt. Verhandlungen im belgischen Metallarbeiterstreit. Brüssel, 21. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeitgeber der Metallindustrie Belgiene haben ihren Austritt aus der paritätischen Kommission zur Beilegung des großen Streits angekündigt Der Arbeitsminister hat daraufhin die beiden Parteien von neuem zu Verhandlungen eingeladen, um durch sein persönliches Eingreifen eine Lösung des schweren Konflikts zu versuchen. Der Vorstand des Metallarbeiterverbandes hat sich bereit erklärt, der Anregung Folge zu leisten, um damit auch nach außen hin einen Beweis des die Arbeitgeber diese Gelegenheit ergreifen werden, um die BerEntgegenkommens zu geben. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Arbeitgeber diese Gelegenheit ergreifen werden, um die Berhandlungen aufzunehmen. Die Gewerkschaftsbewegung in Australien. ( JGB.) Die Vierteljabrsübersicht des Commonwealth Bureau of Census and Statistics" enthält folgende Angaben über den Stand der Gewerkschaftsbewegung in Australien in den Jahren 1919-1923: Anzahl der Drganisationen in den einzelnen fünf Jahren: 394, 388 382, 387, 388; Gesamtmitgliederzahl: 627 685, 684 450, 708 009, 702988, 699743. Aus den Angaben der Uebersicht geht hervor, daß die Bewegung in Australien noch 75 Broz. der Organisationen je weniger als 500 Mitglieder. ziemlich zersplittert ist. In den fünf Jahren zählten 60, 57, 57, 59 und M. SCHULMEISTER MSchulmeister Kaation Hochbahnstation Kottbuser Tor Cinsegnungs- Anzüge ET 29, 32, 36, 40, 45, 50 Mark Prüfungs- Anzüge in großer Auswahl für Krankenwäfche Krankenwäsche muß desinfiziert werden. Krankheitsübertragung durch Kleidung und Wäschestücke ist keine Seltenheit. Persil tötet schon in handwarmer Lauge jeden Krankheitskeim! Eine Erfahrung der franzöfifchen Bankangestellten. Danijagung Für Me vielen Demelie herzer TellSinscheidens meines unferes guten Baters lieben Mannes, Oswald Förster Paris 22. Auguft.( EP.) Das Streitfomitee der Bantnahme und Aranzfpenden anläßlich bes angeftellten hat gestern nach Anhören einiger Redner über die 3 medmäßigteit eines 24 stündigen Generalstreits in Paris beschlossen, auf eine solche Sympathie fundgebung zu perzichten. Das Komitee ist der Ansicht, daß es wirt. samer wäre, wenn die Pariser Gewertschaften cinen Tageslohn den streitenden Bantangestell. ten abtreten. würden. Das Streiffomitee hat erneut den Willen zum Ausdruck gebracht, den Streit ohne Schwäche bis zur vollständigen Erfüllung der Forderungen durchzusehen. Die streitenden Bantangestellten zeigen damit, daß fie rechnen gelernt haben. Bei den Kommunisten aber werden sie infolge dieser ,, unrevolutionären und gewerkschaftsbureaukratischen Auffassung den Kredit verlieren. Derbandstag der Holzarbeiter. Stuttgart, 22. Auguft.( Eigener Drahtbericht). Der Berbanbsfpreche ich hiermit allen Freunden und Be teilung meinen herzlichsten Dant aus. tannten sowie dem Wahlverein ber 91. AbBerlin, 22. 8. 1925. Berta Förster u. Kinder. Die Theater- Restaurationen des Theater des Westens und des Residenz- Theaters in Berlin sind zu verpachten. Nur solvente erstkl. kautionsfähige Reflektanten kommen in Frage. Offerten unter R. G. 100" an Annonc- Expedition Littauer, Berlin NW 7. Von der Reise zurück Professor A. Pinkuss Augsburger Str. 68. tag der Holzarbeiter wählte als Delegierte zum Gewertihaftstongreß in Breslau die Kollegen Tarnowo, Kleiststr. 2. Schneegaß, Dammer, Schleicher und Kaiser. Durch Zurück Dr. Th. Hess Attlamation wurden die bisherigen Mitglieder Facharzt f. Magen-, Darm- u. Innere Kr. und Weisiger des Vorstandes wiedergewählt, ebenso die vorgeschlagenen Mitglieder des Verbandsausschusses und die Gauvorsteher. Der Bericht der Mandatsprüfungstommiffion San.- Rat Dr. J. Feildenfeld verzeichnet 199 Delegierte, 9 Borstandsmitglieder, 29 Gaubor ſteher, einen Vertreter des ADGB. und 6 Vertreter ausländischer Friedenau, Niedstraße 22. Von der Reise zurück C. 2, Königstr. 30. ES Zurück Verbände. Die Freitagnachmittagsfizung war der Beratung der Dr. Hugo Bernhardt Statuten gewidmet. " " Gesperrte Gastwirtsbetriebe! Wie uns der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten mitteilt, find die folgenden Gastwirtsbetriebe gesperrt: Palais des Ostens", Inhaber Pfeilstifter, Warschauer Str. 34/35( die Sperre ist nicht aufgehoben); Frankfurter Prälaten", Frankfurter Str. 16; Bräpelit ube", Rosenthaler Straße Ede Gormannstraße; BöhmischBrauhaus", Landsberger Allee 11; Jordans Bier. stuben", Inhaber Stockflet, Rosenthaler Platz; Münzflauje", Münzstraße, Inhaber Flid; Gastwirtschaft Franz Wiezschnewsfi, Faldensteinstr. 47. Achtung, SPD.- Metallarbeiter! Am Montag, ben 24. Auguft, abends 7 Uhr, im Gardekasino, Sophienstr. 34, Versammlung aller SPD.Metallarbeiter. Sehr wichtige Tagesordnung. Jeder Betrieb muß vertreten fein. D. Fraktionsvorstand. Achtung, Schwarzkopff, Scheringstraße! Mon. 19, den 24. August, nachmittags 3% Uhr, bei Krüger, Huffitenftr. 34, Ede Scheringstraße, wichtige Versammlung aller SPD. Genossen. Tagesordnung: Die Wirkungen der neuen Rölle und Steuern. Referent Genosse Land richter E. Ruben. Regen Besuch erwartet Der Fraktionsvorstand. gba.- Funktionäre der Metallindustrie. Montag, den 24. Auguft, abends 7½ Uhr, im 8dA.- Ortsbureau, Belle- Alliance- Str. 7-10, wichtige Funktionär nerfammlung aller unter dem BBMJ. Zarif fallenden Betriebe. Die Situation in der Metallindustrie und Aufstellung der Gehaltsforderung. Bei der Wichtigkeit der zu fassenden Beschlüsse wird restlose Beteiligung aller Funttionäre be stimmt erwartet. Bekleidungsarbeiterverband. Herrenkonfektion: Mitgliederversammlung morgen, Montag, abend 7 Uhr in den Residenz- Festfälen, Landsberger Str. 31. Bericht von der Reichskonferenz. Nur Mitglieder haben Zutritt. Die 30. Beitragswoche muß bezahlt fein! Die Branchenkommission. 1. Preis Arcona Rader Hundert I., II. und III. Preise die Lieblingsmaschinen der Rennfahrer und Tourenfahrer. Das Rad für jedermann! Elegant, leichtlaufend und unbedingt zuverlässig, eine Qualitätsmaschine von höchster Billig im Preis! Vollendang! 5 Jahre Garantie! 100 000de im Gebrauch! Die bedeutendsten Rennfahrer der Welt benutzten zu den längsten und schwierigsten Rennen nur Arcona das beste Rad Der 1., 2., 3., 4., 5. und 2., 4., 5., 6. Preis wurden im Zweiten Dresdener bzw. Fünften Berliner Sechstage- Rennen auf ,, Arcona"-Rädern gewonnen. Nene Spezial- Fahrräder M. 50,- 55,- 60.- 65.- 70,- 75, Neue Damen- Fahrräder M. 75.-, 80.Hochelegante Damenräder eleganter Ausführung, mit in erstklass. 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Wo das Schaf per Dampf gefchoren, und zwecks Ausfuhr steif gefroren, hin zur Schlachtbank wird geführt; auf, den Wanderstab geschnürt!" heißt es in einem Studenten liede. Dr. Unblutig, den die Reiseluft gepackt hat, wird zwar nicht nach Australien reisen, aber immerhin wird er, nachdem er Deutschland mit seiner Weltreise Dilla, dem viel bewunderten Wohnauto durchquert hat, eine Anzahl Weltstädte besuchen. Nach Moskau tommt er vorläufig noch nicht, denn der russische Staatsmann Radek hat in Rußland durch einen kürzlich in der Drawda erschienenen, auch von mehreren deutschen und ausländischen Zeitungen schon auszugsweise veröffentlichten Artikel eine begeisterte Propaganda für Kukirol gemacht. Darüber das nächste Mal mehr. In allen Weltstädten, die Dr. Enblutig besucht, wird er die Botschaft verkünden: Kufirolen Sie! Kein Hühnerauge widersteht dem ausgezeichneten Kukirol- Hühneraugen- Pflaster ( Schachtel 75 Pfg.). 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August, abends Bergmann, Rabelwert Rosenthal, die zu heute, Gonntag, ins Berbandshaus einberufen war, findet nicht statt. Sophienftr. 17/18: Versammlung aller Berhauensleute und BetriebsratsAchtung! Fellenarbeitetbranche! Delegierten aus den Betrieben, welche Dienstag, den 25.Auguft, nachmittags 5 Ahr. im Zimmer 28 des Berbandshanses, Linienfit.$ 3/ 85: dem BBMJ. angeschlossen find. Tagesordnung: Stellungnahme zum Rahmentarifvertrag. 8ntritt nur gegen Borzeigung ber Branchenversammlung mit bem BBM3. Stempel perfehenen notwendig. Leichtmotorräder aut Teilzahlung ZETTHA Erscheinen aller Kollegen unbedingt Legitimationstarte und bes Mitglieds Oranienburger Str. 65, buches einer dem Metalfartell an gefchloffenen Gemertschaft Das Metallfarfell. Achtung! Gold- u. Silberschmiede! 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Bach, Berlin, Potsdamer Straße 21, Fernsprecher: Lützow 3366; Geschäftsstelle des Meßamts, Berlin W 57, Kurfürstenstraße 23, Fernsprecher: Oliva 1783, Verkehrsbüro der Industrie- und Handelskammer, Berlin C 2, Klosterstr. 41, Fernspr.: Merkur Nr. 2033/38, Deutsches Verkehrsbüro, Potsdamer Bahnhof, Erdgeschoß links, Berlin W 9, Fernspr.: Nollendorf Nr. 8550/54 und die Vertretung des Norddeutschen Lloyd, Agentur Berlin G. m. b. H., Hotel Adlon, Unter den Linden 1. Sonderzug IV. Klasse am 3. September ab Berlin. Fahrkarten und Auskunft N. D. L.- Agentur Berlin, G. m. b. H., Hotel Adlon, Unter den Linden 1, N. D. L.- Reisebüro Wertheim, Berlin, Leipziger Str. 132/137. Gewinn- Auszug 5. Klasse 25. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lofferie 11. Bichungstag 22. August 1925 Auf jede gezogene Nummer find atvel gleich bobe Ge winne gefallen, und war je einer auf die Soie gleicher Nummer in den beiden Abteilungen 1 and 3 Ohne Gewähr Nachdruck verboten In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 m. gezogen 6 Gewinne zu 5000 m. 29448 91506 160454 14 Gewinne zu 3000 m. 184060 242001 14 Gewinne zu 2000 m. 219160 260284 59499 91567 138779 143727 161925 20541 24634 31433 31455 133813 26 Gewinne zu 1000 m. 30702 80787 78742 126087 149662 155124 160964 162321 178159 208778 224275 231278 269495 90 Gewinne au 500. 8359 8870 9234 11948 15666 25777 30066 42858 44622 46766 66308 76028 80681 83603 88757 97058 97593 97763 107582 110546 115987 119296 126070 131604 132846 147257 149526 150613 157616 167861 178663 205439 214742 226241 230156 231340 244069 244639 249147 253099 255482 260223 267611 272148 273678 176 Gewinne zu 300 m. 8855 9625 10666 14392 14542 15570 17188 23814 29277 29374 82304 37436 39965 44145 47052 51180 64051 65185 65389 67238 67356 69246 72466 73330 75222 75544 76732 80464 82437 82575 84358 85373 85908 93618 101029 102132 103915 105028 105132 108662 110995 112743 114168 119110 122806 123655 129845 137043 147281 148384 149651 152191 153080 154629 155163 164462 175874 178308 180516 181356 181877 181908 185130 186694 188911 189268 192792 192881 195090 205835 207448 208783 211209 211854 212039 214229 221904 223678 227244 229760 232481 232925 233302 237886 244228 249557 273781 274653 In der Rachmiffagsziehung wurden Gewinne fiber 150 Mk. gezogen 2 Gewinne zu 10000 2. 218300 2 Gewinne zu 5000 22 11775 6 Gewinne zu 3000 21. 40175 228620 271794 12 Gewinne zu 2000 m. 22120 43366 46786 171127 176402 256193 36 Gewinne zu 1000. 10937 13697 38512 46937 56840 61284 69248 81665 82010 96263 101318 115452 118900 123316 153209 165640 239420 241159 88 Gewinne zu 500 m. 1201 8119 16075 20141 28012 28674 30703 82544 45072 47348 47658 50639 67834 75665 8019 83320 95296 101166 102494 103357 111859 113947 121609 126090 131892 134559 151844 152104 152684 155136 160776 161139 163677 166378 169478 178299 186431 199505 213179 240171 244810 256268 261406 262773 156 Gewinne zu 300 2. 13415 16544 17005 17177 19591 MESSAMT FÜR DIE MUSTERMESSEN IN LEIPZIG 21810 22694 30768 82869 33013 33780 35624 40452 46963 47191 Nordstern J. F. Brunswig, Seifenfabrik, Malchin, 48948 56051 66311 69309 73138 75246 84430 87599 87629 88462 90461 92729 93216 99451 106361 116154 117613 124166 124992 126150 128864 131214 134633 134714 146291 147611 150085 160054 160377 163572 167195 170394 172394 175295 175297 178581 181043 183807 188806 191668 193245 197540 199412 203453 206597 206952 207899 208745 216693 218478 226277 234451 228197 242124 243723 244579 252983 254482 258371 259832 264175 269656 271632 Schnitzelseifenpulver mit geschnitzelter Kernseife Das Vollkommenste für die Wäsche General- Vertreter für Gross- Berlin Gottlob Meissner, Berlin 0112 Ami Alexander 2480 Fernruf Mordsler LF. Bruenig Makes Sonntag 23. August 1925 Unterhaltung unö Ä9ijfen Seilage ües Vorwärts Mariechen Kublich. Von C. C. haedicke. (Schluß.) Enzian Meierte heißt der Kommis. Er ist weder schwarz noch blond: die Locke ist von echtem Schweineschmalz. Auf seiner Nase kann ein Däumling sitzen und sich eingelassen wie in einen Tragkorb seinen Ritt in die Well machen. Enzian Weierle hat einen Buckel, jedoch ist es nicht sicher, ob es ein wirklicher Buckel ist. Seine Hände sind rotblau vom Frost und vom ätzenden Saft des Gurkenfasses, seine Augen sind wie kleine Rosinen. Und Enzian Weierle wiegt Graupen, Wehl, Reis und geriebenen Wohn mit einer Genauigkeit, als ob es Feingold wäre: man muß sich gedulden bis er fertig ist. Mariechen Kublich ist geduldig. Die kleinen Rosinen hüpfen über die Warze an ihrem Finger, hüpfen über ihr glattes rotes Haar.—— Enzian Weierle zählt die Sommersprossen auf Mariechens Nase, er zählt die weißen Punkte in Mariechens blauer Bluse.-- Die kleinen Rosinen bleiben an Mariechens Busen hängen; da geraten die rotblauen Hände ins Zittern und Enzian Weierle wiegt nicht für einen, sondern für zwei Groschen grüne Drops in die Tüte. Am Abend steht Mariechen Kublich vorm Kino, sieht die Bilder an und kaut. Der rote Kinomann ist da wie sonst. Und der rote Kinomann tippt mit seinem langen Stab an Mariechens Tüte: da kreischt Mariechen auf, läßt die Tüte zu Boden fallen und läuft da- von. Im Hausflur und auf der Treppe ist es heute dunkler als sonst. Auf jedem Absatz sitzen unheimliche Gestalten und aus den Türen fahren lange polierte Stäbe mit roten Troddeln auf Mariechens Herzseite zu. Aber schließlich ist sie oben. Sie schließt das Dach- fenster und stellt sich das Kästchen mit dem ausgefallenen Zahn, der ihr einmal Glück gebracht hat, vors Bett, denn sie fürchtet sich sehr. Sie zieht das rot und blaugewürfelte Bett weit über den Kopf: nun fühlt sie sich sicher, schläft ein und träumt: der bucklige Kommis hat sich die Locke abgeschnitten, aber er hat einen steif in die Höhe ge- richteten Schnurrbart und steht in einem roten Ueberrock mit goldenen Knöpfen hinter dem Schaufenster und klebt grüne Bonbons an die Scheiben.--- Schon feit sechs Monaten»geht' Mariechen Kublich mit Enzian Meierte. Jetzt kaut fast immer Zuckerdrops, aber auch Schokolade und gebrannte Mandeln. Sie hat auch einen Alllagshut, aber sie sagt niemals»mein Mann' und tritt die Nähmaschine wie zuvor. Des Sonntags geht Mariechen mit Enzian Meierte in den Luna- park. Dort fährt sie Karussell und Rutschbahn, die ins Wasser saust und geht ins Hippedrom. Mariechen kreischt nicht, wenn sie auf der Rutschbahn sitzt. Sie hält sich ganz still. Nur ihre wasserblauen Augen sind groß aufgerissen. Ihre Beine baumeln unter dem roten Plüschsitz, und ihre Fußspitzen nicken einander in freudiger Er- regung zu. Einmal hat Mariechen Geburtstag. Sie steht um fünf Uhr auf, steckt frische Gardinen an das Waschküchenfenster und zackt mehrere Bogen Zeitungspapier aus für den Herd. Am Abend bringt ihr Enzian Weierle einen Fuchsientopf, eine Leberwurst, zwei Tafeln allerfeinste Schokolade, ein Sülzkotelett und einen Taschenkamm. Mariechen legt alles in Reihe und Glied auf den Tisch: den Taschen- komm legt sie quer über die beiden Schokoladentafeln, daß er eine Brücke bildet. Und heute führt Enzian Weierle Mariechen Kublich ins Kino. Es ist ein ganz neues Stück. Mariechen hat die Bilder noch nicht im Kasten gesehen. Enzian bezahlt l.60 Mark an der Kasse und er- hält zwei braune Billetts. Wie im Traum geht Mariechen an dem roten Kinomann vorbei: ihr Aermel oerhakt sich an einem seiner goldenen Knöpfe, der rote Kinomann lacht und kitzelt Mariechen heimlich in der Taille. Im Kino ist es dunkel. Auf einem grünlichbeleuchteten Podium spielt ein Geiger gedämpft eine Serenade. Mariechen denkt an ihre Einsegnung. Sie sitzt gewaltsam gerade, als hätte sie das schwarze Einscgnungskleid an und in Zuckerwasser gewelltes Haar. Zwei Kerzen schweben zwischen den Reihen der Zuschauer hin und her. Jetzt kommt eine direkt auf Mariechens Platz zu, und sie sieht, daß es eine elektrische Taschenlampe ist. Der Geiger spielt jetzt das Lied von den Bananen und auf der Leinwand erscheinen die Namen der Schauspieler. Das Stück heißt:„Das Berhängnis am Amorsee.' Mariechen versteht nichts von dem was vorgeht. Alles ist ungewöhnlich, das genügt. Was geschieht, geschieht furchtbar flink— bsitzartig schnell— wupp, wupp--. vor allem wird unendlich viel gerannt, wohin weiß man nicht.-- Gleich nach Mariechens Einsegnung war einmal ein Mann durchs Dorf gekommen, der hatte einen Helm auf dem Kopfe gehabt, an dem lauter Glöckchen hingen, und wenn der Mann den Kopf schüttelte, spielten die Glöckchen eine Melodie. Und eine Pauke hatre der Mann, und eine Trompete und einen Affen, der konnte die Mütze abnehmen und das Gewehr präsentieren, auch blitzartig— flink— wupp. wupp.-- Ein Leichenzug zieht— wupp— wiipp'- über die Filmleinwand. Enzian Weierle hat Mariechens Hand gefaßt. Der Geiger spielt etwas sehr Trauriges: in der vordersten Reihe fängt ein alter Herr an zu schluchzen und hinter Mariechen knistert einer mit Pergamentpapier. Als alles zu Ende ist, scheint Mariechen 5hiblich die Straße seltsam unwirklich. Die Autos, die Lichter in den Eafes, die heim- wärtsgehenden Theaterbesucher, die Damen der Straße— alles ist eine Fortsetzung des Kinos. Mariechen würde sich nicht wundern, wenn die Autos, die Häuser, alles plötzlich verschwinden und statt dessen nichts mehr da sein würde als eine große glatte weihe Lein- wand.--- In den kommenden Wochen surrt i�ie Nähmaschine ständig die traurige Leichenzugmclodie aus dem Kino. Enzian Weierle ist garnisondienstverwendungssähig und hat fortgemußt. Beim Abschied hat er Mariechen einen Kasten rosa Briefpapier gegeben und hat ihr zu schreiben versprochen. Mariechen steht des Abends wieder allein vorm Kino und sieht die Bilder draußen an. aber sie weiß jetzt, daß die Bilder eigenttich lebendig sind, wenn man ein Billett kauft, und daß zu jedem einzelnen Musik gehört. Aber allein hineingehen tut Mariechen Kublich nicht. Eines Tages ist auch der rote Kinomann fort. Im Schaufenster des Papierladens hängt eine Postkarte, darauf Soldaten mit be- kränzten Mützen und geschmückten Gewehren. Und die Soldaten marschieren und darunter st»h»- JDtorgen muß ich fort von hier Umwertung aller Unwerte. lvarch ihre» ollgemeivea Dalle» gezwungen, bemühen sich die.Völkischen', sich durch sogeoaoule ehrliche Arbeit ihre» deutscheu Seiauge» zn erhalten.) Der Rotzbachcr nützt seine angeborenen Talente. fischt— natürlich im Trüben. Adolf Hitler geht znr Landwirtschaft. Er zieht ans seinen früheren Reden de» schönsten Kohl. Ehrhardt verwendet seine Kenntnisse im Ausbrechen aus Gefängnissen und produziert fich als Entfesselungs- künstler auf Schützenfesten und Rummelplätzen. Was wird aus unserem Erich Lndendorff? R«— selbstverständlich Kinoportier. Immer noch„jeder Zoll ein Denkmal". Mariechen Kublich kaust die Karte und stellt sie auf den Herd zu den Bildern der Matrosen. Im Schneideratelier ist viel Arbeit. Mariechen näht ein Unter- kleid aus schwarzem Satin. Die Nähte sind endlos wie die Straßen der großen Stadt. Mariechen hat Heimweh, sie weih nicht wohin. Die Maschine näht heute so schwer. Sie muß geölt werden. Mariechen holt das Maschinenöl. Ihre Knie zittern. Die Kolleginnen kichern. Mariechen öll die Maschine. Dann näht sie wieder. Es geht alles so langsam, und Mariechen nimmt sich vor, auch allein einmal ins Kino zu gehen, wo alles so blitzschnell vonstatten geht.— Eine Dame kommt heremgettippelt und bestellt zwei schwarze Kleider, sie drückt ein weißes Seidentüchlein niit schwarzem Rand an die Augen. Irgendjemand sagt etwas von Beerdigung. Mariechen will aufstehen. Sic will das Plätteisen heiß machen. Aber sie kann sich nicht erheben. Sie muß sitzen bleiben und die traurige Melodie auf der Nähmaschine spielen, der— rote Kinomann— ist— tot.-- „Haben sie das Leichentuch noch nicht fertig, Fräulein Kublich?' fragt die Direktice, aber die Stimme klingt hohl und kommt aus weiter Ferne—»Noch nicht', gibt Mariechen zur Antwort, aber sie weiß nicht, ob sie es wirtlich selber ist. ihr Oberkörper sinkt auf das polierte Holz der Nähmaschine und Mariechen Kublich fühlt, daß sie gestorben ist. Als sie zu sich kommt, liegt Mariechen in einem weißen Bett. Das weiße Bett steht in einem großen Saal. In dem großen Saal stehen viele weiße Betten, große und winzig kleine. Zwischen den großen Betten hindurch führt eine lange Straße, und die lange Straße entlang kommen und gehen Schwestern in weißen Hauben und Schürzen. Eine davon kommt dicht an Mariechen Kublichs Bett. Sie sogt. Mariechen habe ein Siebenmonots-Zknäblein zur Well ge- bracht. Aber Martechen Kublich schließt die Augen, sie weiß ja nicht, daß alles Wirklichkeit ist. Was soll sie auch mit einem Sieben- monats-Knäblein, sie tnuß doch die traurige Melodie auf der Näh- moschine spielen.--- „Das Fieber geht nicht herunter', sagt eine Stimme, Mariechen kennt sie nicht. Jemand greist nach ihrem Puls— es ist Enzian Meierte. Er hält ihre Hand und sie sitzen im Kino, und die weißen Betten ziehen in langem Zuge an ihnen vorbei. Aber es ist kein Leichenzug. Es sind lauter weiße Kutschen. Irgendwo erklingt Musik, aber es ist keine traurige Melodie— Mariechen streicht ihre Bettdecke glatt— ganz glatt--- ihre weiße Kutsche ist die letzte Kutsche— es ist die allcrschönste— mit rosa Rosen und Myrthen geschmückt-- Mariechen richtet sich halb auf, sie greist nach dem Handtuch, das an ihrem Kopfende hängt: mit einer Haarnadel be- festigt sie es auf ihrem roten Haar und läßt es nach hinten fallen, denn sie muß ja einen Schleier haben: der rote Kinomann wartet. Er steht am anderen Ende der Sttahe und hat einen schwarzen An- zug an und einen Blumenstrauß in der Hand-- die Glocken läuten-- ein roter Kakadu schwebt über Mar-echens Kopse— es ist der Heilige Geist aus der Biiderbibel--- Mariechen Kublich atmet schwer-- sie lächett selig-- und lehnt sich weit in die Kissen zurück.---- Ein Lettschirm wird um das Bett gestellt. Die Oberschwester benachrichtigt de» Stationsarzt. Es werde» Anorduungen getroffen. Der Staub. Don Otto Grünessen. Auf der Landstraße, die vom Bergwald in das Dorf hinab- führte, schleppten zwei Jungen eine Last Holz Sie waren armer Leute Kinder und mutzten jetzt in den Sommerferien fleißig für den Winter sorgen. Heule war die Ernte gut gewesen, denn es hatte gestern tüchtig geweht, und die dürren Aeste und Zweige waren Massen- hast zur Erde gefallen. Gebückt unter der schweren Last, die hinter ihnen aus dem Weg nachschleppte, trotteten die beiden durch das Dorf. Der Straßenstaub, von dem streifenden Holze aufgewirbelt, tanzte im Wind und ließ sich von ihm wegtragen. Auf der Terrasse vor„Villa Irene", wo in jedem Sommer die vielen Kurgäste wohnten, saß man beim Morgenkaffee und las dabei die neuesten Zeitungen. Respektlos, wie Staub nun einmal ist, hüpfte er über die Zeitungen, sprang über die Kaffeetassen und ließ sich nieder auf die frischen Kuchen und Semmeln, die so lecker auf den weiß- gedeckten Tischen standen. Frau Großkaufmann Schmidt verspürte den Staub zuerst. Dann merkte ihn Herr Reichseisenbahnbctriebsoberinspektor Lohmann und bald die ganze Gesellschaft. Im Augenblick sahen sich die beiden Holzsammler entdeckt und im Handumdrehen standen sie mitten in einem Trommelfeuer von entrüsteten Zurufen und empörten Schimpfreden. .Unerhört!' .Unglaublich!' „So eine Frechheit!' „Könnt ihr Bauernlümmel denn eure Bündel nicht hoch nehmen?' „Hinter die Ohren müßtet Ihr was haben!' Herr Obersteuersetretär Ouetschky meinte zu seiner Frau, daß die beiden Bengel das Holz sicher gestohlen hätten. Entsetzt drehten die jungen Sünder sich um. Da war allerdings eine Menge Staub in der Luft. Staub war sicher unangenehm, das sahen sie ein, und hilflos warteten sie der Dinge, die da kommen sollten. Die kainen denn auch und zwar in der Gestalt des Orts- polizeidieners Mackedanz. Die Polizei ist ja immer zur Stelle. wenn sie gebraucht wird, wenigstens bei solchen ganz unglaub- lichen Staatsverbrechen. „Na ja, Ihr beilxm seid's natürlich!' Umständlich holte Macksdanz seinen Kneifer aus der Rocktasche und klemmte ihn aus die Widerspenstige dicke Nase. Und nun ging das Donnerwetter lss. Es prasselte nur s» auf die Jungen hernieder, die immer kleiner und ängstlicher wurde», bis ihnen die dicken Tränen die Backen herunterliefen. Davon war man auf der Terrasse recht befriedigt. Hier die schnell und nachdrücklich eingreifende Ordnungspoli>ei und da die zerknirschten, reumütigen Sünder. Das pasttt gewohnten Gedankengänge hinein. Das etwas geftörte Gleichgewicht war schnell wieder her geftellt. Da saufte von der Höhe ein Auto daher. Eben, daß die hohe Ortspolizei noch an die Seite springen fonnte, sonst wäre sie sicher überfahren worden! Raum, daß sie noch rechtzeitig die Hand zum schnellen Gruß an die Müze bringen konnte! Denn in dem Auto saß der Rittergutsbesizer und Amtsporftèher Baron von Taubadel; ein großer Herr, ein Mann von Ansehen und von Einfluß. Im Saus war das Auto vorüber gerast. Der Mann der Ordnung hatte in feiner Strafpredigt inne gehalten. Er machte auch jetzt den Mund nicht auf, sondern schnaufte nur gefährlich. Das Auto hatte nämlich eine mächtige Staubwolte aufgewirbelt, die eilig ihrem Erzeuger nachfolgte. Die ganze Breite der Dorfstraße nahm sie ein und luftig ritt der Staub in ihr durch die Luft und stieg durch die offenen Fenſter in die Wohnun gen hinein. Die Gänse steckten verzweifelt die Köpfe in die Luft und vergaßen das Trompeten. Sattler Hofmanns Hund kniff den Schwanz zwischen die Beine und ging ab. Mutter Harms, die gerade den Brotteig zum Bäder hatte bringen wollen, lief so schnell bei Schuster Lange in die Diele, die Haustür hinter sich zuschlagend, daß ihr niemand die vierundsiebzig Jahre angemerkt hätte, die sie auf dem Rücken trug. Mittlerweile hatte die Staubwolte sich etwas verzogen. Mackedanz hustete und versuchte feinen Kneifer abzuwischen. Die beiden Jungen hatten aufgehört zu heulen. Mit beiden Fäusten rieben sie sich die Augen und bald hatten sie aus Schmutz und Tränen eine schaurige Kriegsbemalung auf ihren Gesichtern zustande gebracht. Das Auge des Gesetzes zuckte ordentlich zusammen, als es sich auf die beiden Verbrecher richtete. Noch immer spuckend, schnauzte Mackedanz plöhlich: Schert Euch weg!" Das ließen die sich nicht zweimal sagen. Im Handumdrehen hatten sie die schweren Bündel aufgehudt und gebückt unter ihrer Last, die hinter ihnen auf dem Weg nachschleppte trotteten die beiden weiter durch das Dorf. Der Straßenstaub, vom streifenden Holz aufgewirbelt, tanzte im Wind und ließ sich von ihm wegtragen. Madedanz fah hinter ihnen her, spudte noch einmal aus und schneuzte sich mit seinem großen gelben Taschentuch die ftaubige Nase. Dann ging er seinen Weg zurück. minAls er vor der„ Billa Irene" angekommen war, tamen die Sommergäste gerade wieder aus dem Speisesaal heraus, in den sie fich, vor der alles verschlingenden Staubwolfe gerettet hatten. Mackedanz hörte, wie Herr Quetschty eben fogte: destens dreitausend Morgen Land, und feine Schulden sollen darauf fein und wie Herr Lohmann der Frau Schmidt erzählte, daß das Auto mindestens 50 PS. hätte und unter achtzehntausend Mart nicht zu haben set. Der Kellner Stäubte mit der Serviette die Stühle ab und tehrte die Tischtücher um. Frau Schmidt feuchtete ihr Spitentaschentuch mit Lavendel| wasser an und rieb sich damit das Gesicht und die molligen Hände ab. Dann sagte sie zu ihrem Manne, der sich soeben beim Kellner erfundigt hatte, was es heute zu Mittag geben würde, indem sie sich auf ihren Korbstuhl niederließ:" Du, Männe, solchen Wagen solltest Du uns bald mal anschaffen." In der Mandschurei. ( Sonderbericht des Borwärts".) Bon Richard Hülsenbed. In Dalny, dem größten Hafen der Mandschurei, sind die Japaner die Herren. Sie haben im Jahre 1905 die Stadt den Russen abgenommen. " viel zu tun hat. Was man hier fennen lernt, ist Sibirien- Ostsibirien. Man begreift gleich, daß dieses Land mit den Japanern nicht Dalny soll im Russischen weit fort" heißen. Ganz weit fort von allem, was man im Westen der Welt sinnvoll, lebenswert und zivilisiert nennt. Das, was man unter Far East, fernem und fernstem Osten versteht, ist hier in einem Städtchen zusammengedrängt. päischen Sprache verstehen. Sie gurgeln nur unverständliche Laute und bringen einem nach langer vergeblicher Zeichensprache toificher irgendwohin, wo man nichts zu tun und zu suchen hat. Die Droschfenfutscher find Chinesen, die kein Wort einer euroIhr Gesicht ist frustig und gelb, von einer undurchdringlichen mastenDie Kulis waschen sich nur einmal im Jahr an hohen Feiertagen. haften Starrheit. Ihre Kleider sind so zerfetzt und zerrissen, daß sich bei uns der letzte Bettler schämen würde, jo herumzulaufen. An einem Band um den Hals tragen sie ein Holzschild, auf dem ihre Nummer und das Wort„ Cooli" steht. Sie sind wie das Bich, sie lausen sich wie die Affen und stinten wie die Baldesel. Es ist einen 3opf, schönes langes Weiberhaar, das sich in der Auslage jedes wahrhaft eine sympathische Gesellschaft. Einige tragen jogar noch europäischen Haarkünstlers mit Ehren sehen lassen könnte. Sie übereilen sich nie. Hier gibts feine Eile. Wenn ein Gaul auf dem eisigen Pflaster gefallen ist, stehen Dutzende von gelben Gesellen schwazend und spudend herum aber keiner denkt daran, etwas Entscheidendes zu unternehmen. Es gibt hier ein gutes Hotel, das Damats- Hotel. In dem fizen die Engländer mit ausgemergelten Whisky- Gefichtern. Auch Damen gibt es. Neben solchen, die unverkennbar mit amerikanischem EisEleganz deutlich an das Tivoli erinnert. Nach dem Grundsatz, viel maffer getauft sind, glänzen seltsame Far- East- Gestalten, deren hilft viel, suchen sie den falschen Schmuck zahlreicher Bijouterieläden auf ihrem Körper zu vereinigen. Hier trägt man den Buder mit Schaufeln auf. Die Bubiköpfe sind herausfordernde Gloriolen müster Haarbüsche. Im Grill- Room servieren niedliche kleine Japanerinnen. Die Musik spielt zum Essen einen Walzer aus irgendeiner deutschen Oper, deren Namen mir nicht einfällt. des roten Kaviars. Wer etwas vom guten Essen versteht, fann Das ist hier das Land der gebackenen Austern, des Lachses und hier auf seine Kosten kommen. Vom Fenster aus läßt sich ein seltsamer Aufzug beobachten. Weißgekleidete, flattergewandige Menschen schleppen einen Schrein, mie er auch in einer Prozession im Rheinland vorkommen tönnte. Andere tragen Fahnen mit seltsam verschnörkelten Inschriften. Wieder andere feuchen unter mannshohen fünfilichen Lilienstengeln. Sie leuchten grün und gold in dem fahlen Licht des sibirischen HimHeulen bringen könnte. mels. Dazu gibts eine dudelsackartige Musit, die Steine zum Das Ganze nennt sich eine chinesische Beerdigung. Mein Gott, haben diese Leute es eilig, mit ihrem Klimbim fertig zu werden. Gie springen wie die Baumaffen. Dazu pfeist ein Wind, der minus 10 Grad Kälte aus den Bergen bringt. Diese Städte des fernen Ostens sind das Aeußerste, was man fich an ngemütlichem und Nüchternem vorstellen kann. Nicht asiatisch, nicht europäisch nur nüchtern. Und melancholisch. Wenn man hier nicht bis über die Ohren in eine schöne Frau ( und mo gäbe es hier solche?) verliebt ist, denkt man daran, sich mit seinem Hosenträger aufzuhängen. Mit melancholisch gesenkter Žigatette figt man im Hotel Foyer und liest die Manschuria Daily News". Irgendwo hat irgendein englischer Staatsmann gesagt, sich hier im Foyer des Namats- Hotels an Deutschland zu erinnern. Deutschland müsse zahlen, bis es schwarz werde. Deutschland! Ich lächle schmerzlich. Es ist etwas merkwürdiges, Auf der Speisefarte sah ich einen German Pantafe guter deutscher Pfannkuchen ist? ob das ein Ich beschließe, eine patriotische Tat zu tun. Ich werde heute ( mag es fosten, was es wolle) einen German Pantate essen und dabei der Heimat gedenken. " Russische Theateranekdote. In den achtziger Jahren war die Aussprache der Sänger der Kaiserlichen Oper in Petersburg so schlecht, daß man bei ihnen fein Wort vom Tert verstehen konnte. begnügte sich mit schönem Singen. Als ein damals berühmter Lenor Das Publikum legte aber auf den Tert feinen besonderen Wert und plöglich den Text in Gounods Liebesduett" Romeo und Julie" ver gaß, sang er ruhig weiter: Ach, zum Teufel, mir entfiel der Text; den verfluchten Text, ich habe ihn vergessen!" Das Publikum be. merkte jedoch gar nichts davon, denn der Gute fang genau so un eines italienischen Opernensembles, daß dem Darsteller des St. Brie, deutlich wie sonst! Ein andermal geschah es bei einem Gastspiel im vierten Aft der Hugenotten", das Trikot platte. Als der Darsteller des Grafen Newers ihm die berühmten Vorwürfe wegen der negativen Makellosigkeit seiner Tochter ins Gesicht zu schleudern hatte, sang er anstatt des pathetischen Originaltertes:" Dreh Dich nicht um. Dein Trifot ist geplatzt!" Der italienische Botschafter, der der Aufführung beiwohnte und als einziger im ganzen Hause die italienisch gesungenen Worte verstand, konnte sich nicht beherrschen und lachte laut auf, was allgemeine Entrüstung erregte. Taufende von Fischen für eine Mahlzeit. Der fleinste eßbare Fisch Fisch im Sinne der Naturgeschichte ist ungefähr einen halben Daumen lang und fo dünn, daß fein anderer Fisch damit verglichen werden kann. Sein Name allein ist groß: Mistichthys Luconensis; er gehört zu der Familie der Grünlinge und lebt in einem See bei Süd- Lucon( Philippinen). Da das Fischchen dort in unsäglich großen Mengen vorhanden ist, stellt es im lokalen Handel einen wesentlichen Artikel dar. Der Fang erfolgt mittels Leinwandnehen, die schon Lucon genannt, sind sehr schmackhaft, sie werden gebacken oder mehr einem Sack gleichen. Die Labios, so werden die Fische in zu Kuchen gepreßt und getrocknet, auch für den Export. Ein Arbeitsmann mit gewöhnlichem Appetit verzehrt bei einer Mahlzeit viele Tausend der Fischchen. Mengenabgabe vorbehalten Mengenabgabe vorbehalten PUTZ AUSSTELLUNG Filzglocke mit Filzgarnierung, schwarz und farbig 4.90 Wirbringen für die kommende Herbst- u. Wintersaison eine grosse Auswahl eleganter schwarzeru. farbig. Modellhüte, französische Kopien sowie unsere eigenen Genres, in den Preislagen v. 30-60 M. Filzhut mit Bandgarnitur, schwarz and farbig 625 But- Garnituren Federpose mit Gold.... 75PL Phantasiefedern kleine, mit Gold...... .1,35 Straussfederphantasies.2,25 Gold, ***** Rat 95PL. Silkinacaplinesteppter Silkinahut Kokardangarnit Rand, 6 teil. Kopf, Ziernadet 1025 schwarz und farbig. 1275 95PL. 3.90 Filzhut Herrenform, Bandgarnitar a. Einfassung, schwarz u. farb. 725 40*** an Filzcapline weiche Form, schwarz und farbig 575 Frauenform ans kunstseidenem Zylinder, schwarz Kleiderstoffe Mod. Schotten ca. 100 cm breit, in 290390 grosser Auswahl... 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Darum heiratet er die Braut seines Freundes, damit sie, weil laut Testament sein Geld in der Familie bleiben muß, sein Vermögen erben fann. Natürlich bleibt er am Leben und die Frau behält er, zumal beide fich wirklich liebgewonnen haben. Die deutsche Bear beitung des Films ist nicht glücklich, denn sie bringt zu viel Text, der den Gang der spannungslosen Handlung noch verschleppt. Dabei werden die ersten Atte schon unglaublich langweilig gespielt. Die Darsteller laufen nur in den Zimmern aufgeregt hin und her und Douglas Mc. Leans dunkle Augen, die sich vorzüglich zum Photo graphieren eignen, tommen attelang nicht aus dem Staunen heraus. Man bemerft es so oft, wenn die Amerikaner nicht auf Tempo spielen können, sind sie völlig hilflos. Im legten Att jezt in diesem Film endlich das Tempo ein. Und die sausende Fahrt mit der Droschte, die erst den Kutscher und nachher das Pferd verliert, ist typisch amerikanisch, das heißt in diesem Falle unnachahmlich gut gemacht. " Des Lebens Würfelspiel"( Uraufführung ufa Friedrichstraße) ist ein typisch deutscher Film. Das Manuskript iſt ſentimental und voller Tendenz, Technit, Darstellung und Regie sind auf der Höhe. Der Oberleutnant Hans Frhr. von Rhoden hat sehr viele Schulden und hätte beinahe eine steinreiche Kommerzienratstochter geheiratet, wenn der Krieg nicht gefommen wäre. Doch so beglich er nicht seine Schulden und zog mit der Liebe zu einem einfachen Mädchen im Herzen ins Feld, was unbedingt rührend wirkt. In der Inflationszeit wurde er Kellner, das Mädchen Tänzerin. Ein Industriellgewaltiger, ganz Stinnes- Typ, macht den Freiherrn zum zweiten Direktor, nun hat er wieder eine Eristenz und kann die Tänzerin heiraten. Das hätte er freilich nicht gefonnt, wenn er noch des Königs Rod getragen hätte. Doch fo fommt als Abschluß der meterlange Dauerhandfuß, eine füßliche Bildtönung und der Tert:„ Die Zukunft wird unser sein.' Na, hoffentlich nicht auf Kosten gewöhnlicher Sterblicher. Ohne Zweifel hat mancher früherer Offizier schwer gelitten, aber das ewige Bejammern dieses Standes wird nachgerade zur unerträglichen Tendenz, weil man die Nöte aller anderen Volksgenossen geflissentlich übersieht. Heinz Baul nutzte als Regisseur sein eigenes Manuskript zur guten Typenschilderung aus. Das fiel ihm nicht schwer, zumal er ausgerechnet für diese 3wede in Hans Brausewetter, Diegelmann, Jlfa Grüning, Ferd v. Alten und Paul Hartmann ganz hervorragende Darsteller hatte. -g. Der Roman einer Krankenschwester. S Im Primus Palast erlebte ein neuer amerikanischer Film seine deutsche Uraufführung,„ Der Roman einer Krantenschwester". Diese Irrungen des Herzens", wie der sentimentale Untertitel lautet, sind so unlogisch, unglaubwürdig, ja, unvorstellbar, wie das eben nur bei amerikanischen Filmen möglich ist: aber dafür werden sie auch so gut gespielt, wie man nur in Amerika solche Filme spielen tann. Film tunst zeigen gute deutsche Filme; menn man von guten amerikanischen spricht( wobei das Wort„ gut" natürlich ganz etwas anderes bedeutet), so muß man Film tunst sagen. Darin liegt der Unterschied und der Kassenerfolg der Icgteren, die die große Masse ohne sozialen Unterschied für sich haben. Neunundneunzig von: Hundert, die sich heute einen Jum ansehen, suchen darin mühelose Unterhaltung, Möglichkeit zu restlejer geistiger Entspannung; nichts weiter. Ob das richtig oder falsch, bestreitbar. Damit erklärt sich der begeisterte, von feinem Wider gut oder schlecht ist, gehört nicht hierher; die Tatsache an sich ist unschwester" wie alle ähnlichen vorangegangenen Filme auslöfte. spruch getrübte Beifall, den auch„ Der Roman einer Krantenpathische Schauspielerin, wie sie gewöhnlich die Hauptrollen folcher Virginia Valli in der Hauptrolle war eine so hübsche, symFilme trägt; auch für die anderen Darsteller scheinen nur die Adjek tiven hübsch und sympathisch" die treffendsten; mit Ausnahme gab als Tradition, dessen Kummer gerade in seiner Komit an das von Maurice Ryan, der als abgewiesener Liebhaber mehr echt Menschliche rührte. Eine hervorragende Filmtechnik aber faßte das alles zusammen, gab eine( photographisch) einheitliche Handlung, machte aus dem unbedeutenden Stoff einen beachtenswerten Film. Zu wünschen wäre es allerdings doch, daß sie sich einmal an einem wertvolleren Manuskript versuchen würde! 5-3. Heinrich fille den Zeichner des Berliner Proletariats sehen Sie in dem Zille Grossfilm der National- Film A.-G. Die Verrufenen ( Der fünfte Stand) Regie: Gerhard Lamprecht Manuskr.: L. Heilborn- Körbitz URAUFFÜHRUNG: Freitag, den 28. d. M., 7 Uhr abends: Ufatheater Turmstrasse und Ufatheater Tauentzienpalast Beilage des Vorwärts dürfen, weil ihm die fehlerhafte Lichtquelle Unruhe und Verschwom. menheit in die Bilder brachte. Die tragenden Rollen wurden von Jenny Hasselquist und Matheson Lang gespielt. Die Darstellung und der Filminhalt gefielen dem Publikum, das bei der Urauf führung in der Alhambra mit seinem Beifall nicht zurückhielt. e.. Heinrich Zille im Film. 3illes Alben Kinder der Straße" und Mein Milljöh" find so ziemlich jedem Deutschen, sicher aber jedem giffeur wie Gerhard Lamprecht, diese Kunst des Zeichenstiftes und Berliner bekannt. Es war eine reizvolle Aufgabe für einen Re( Der fünfte Stand)" der National- Film A.-G. in die Sprache des des scharfen Berliner Wizes in dem Zille- Großfilm ,, Die Verrufenen Handlung verwob die Verfasserin, Frau L. Heilborn- Körbig, eine bewegten Bildes zu übersetzen. In dem Rahmen einer spannenden Fülle echter Zille- Typen". Heinrich Zille selbst sorgte dafür, daß eine besten Modelle bei den Aufnahmen mitspielten. Der Film palast. läuft von Freitag ab in den Ufa- Theatern Turmstraße und Tauenhienschreibens der ägyptischen Regierung ist der Ufa der Auftrag erteilt Schultinoausrüftungen für Aegypten. Anläßlich eines Ausworden, alle höheren Lehranstalten des Landes mit Schullinoausrüstungen zu beliefern. „ Der elektrische Schwiegerjohn". Die Aufnahmen zu dem neuen Deulig Film„ Der elettrische Schwiegersohn" haben unter der Regie von Dr. Ulrich Kanser begonnen. Als Hauptdarsteller wurde verpflichtet Angelo Ferrari, statt der erfranften Hanni Reinwald Marion Balft, Cara Cluyhl, Henri Peters- Arnolds, Hans Senius. Aufnahmeleitung Mag Paul Erbé, Photographie Herbert Baech. " Cippenstift und Bubitopf". Die Filmhaus Brudmann u. Co. 2.-G. hat ein sechsaftiges Drama aus dem modernen Wiener Leben mit Maria Corda und Michael Bartonyi in den Hauptrollen erworben, das im Laufe der fommenden Saison unter dem Titel Lippenstift und Bubitops" herausgebracht wird. Uraufführung von Sumpf und Moral". Am 28. August fommt der große deutsche Sittenfilm von Henrik Orel, den die Alaja- FilmAttiengesellschaft drehen ließ, in den Richard- Oswald- Lichtspielen zur Uraufführung. Die Hauptrollen liegen in den Händen von Wilhelm Dieterle, Mary Kid, Walter Slezat, Wilhelm Diegelmann, Emil Rameau und Sigrid Kara. Die Titelbearbeitung besorgte Knud Frederit. Der„ Stramme Hund" im Film. Jeder, der vor dem Kriege in Berlin Student war, enisinnt sich des Lotals„ Strammer Sund". Der„ Stramme Hund" war für viele Studenten das Stammlokal. In dem großen Film„ Das alte Ballhaus", den die Firma Althoff u. Co. demnächst herausbringt, wird der„ Stramme Hund" in historischer Treue gezeigt, wie ihn viele alte Berliner in Erinnerung haben. Der Mary- Pidford- Film„ Der fleine Cord", der am 7. Septem. ber in den Richard- Oswald- Lichtspielen heraustommt, wurde für Deutschland von Richard Hutter bearbeitet. Die Phoebus in Kiel. Die Phoebus- Film- 2.- G. eröffnet am Montag, den 31. Auguft, ihr neues Theater in Kiel mit der reich s= deutschen Uraufführung des neuesten Henny- BortenFilms ,, Das Abenteuer der Sybille Brant". SchmidtGentner wird die Eröffnungsvorstellung persönlich dirigieren. In 12 Berliner Kinos läuft diese Woche der Terra- Film Dis 3 Partiarmadre 1. Albrechtshof Steglitz 2.HohenzollernLichtspiele Friedenau 8. Turma- Palast Schöneberg Die 3 Portiarmidel 4. Beba- Lichtspiele Die 3 Partiarmidel Die 3 Portiarmádul Dia 3 Partiermüdel 5.Korso- Lichtspiele Bismarckstraße 84 6. Lichtspielhaus Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 55 Film- und 7. Alhambra Bannenschau Koppenstraße 29 Film- und 8. Alhambra Bahnenschau Badstraße 58 9.B. T. L. Turmstraße 12 10. Filmpalast Puhlmann, Schönhauser Allee 148 11.Seala- Theater Schönhauser Allee 80 Dia 3 Partiakidul 12. Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40-41 Brandung des Lebens. Der Mozart Saal brachte einen start angestaubten Ameri faner heraus, der sich an die Geschichte eines sterbenden Königsge. schlechts heranmagte. Die Filmleute haben sich den Namen Tudor ausgesucht, der nebenbei bemerkt einem Geschlecht angehört, -das fünfmal den englischen Königsthron innehatte und 1603 mit Elisabeth erlosch. Im Film fann der alte Tudor das verschuldete Schloß nicht halten und muß es einem Neureichen überlassen. Doch die Enkelin Evelyne, die als Tänzerin sich und den Großvater ernährt, bringt das große Opfer und heiratet den neuen Eigentümer des Schlosses, damit der Großvater auf den Siz seiner Ahnen zurückkehren tann. Die schwere Ueberwindung ist umsonst geschehen, denn der Großvater verachtet die Gattin des Neureichen, und Owen, der Cousin und Berlobte Evelynes, fehrt heim. Natürlich hat er, Evelyne hielt ihn für tot, in afrikanischen Minen ungeheure Schäße gesammelt. Nun tönnten wirkliche Konflitte eintreten, aber der zentnerschwere Kronleuchter des Schlosses erschlägt den Neureichen. Das junge Paar wird sich heiraten also die Tudors werden durch die Inzucht gerettet. Der Film spielt an dem wahren Leben vorbei. In England hat man einen Hof, der auf Repräsentation den nur erdenkbar größten Bert legt. Und die englischen Großen, die sich um den Thron scharen, haben die Allüren der vollendeten Großlaufleute. Die lassen, Familienfinn und Gefühl brauchen dabei gar keine Rolle zu spielen, aus nüchterner taufmännischer Berechnung heraus, teinen Träger eines großen Namens verkommen. Es gibt im wahren Leben andere Abstürze, über die man sich auch filmisch unterhalten fönnte. Die Hauptdarstellerin Mary Philbin war ziemlich matt, man hat sie schon weit besser gesehen. Die Titelzeichnungen, sobald man von der Liebe des jungen Paares redet, erscheinen z. B. als Illustration Rose und Schmetterling, waren allertiefste Provinz. Feuer an Bord! e. b. Dieser nordische Film hat ein willkürlich, jedoch filmwirksam zusammengesettes Manuftript. Der Ehemann und der abgewiesene Freier der Frau, von Beruf beide Seeleute, ftehen sich feindlich gegenüber. Sie fügen sich gegenseitig schreiendes Unrecht zu, bis es schließ lich zur Meuterei an Bord tommt und zuguterlegt das ganze Schiff in die Luft fliegt. Die großen, durchaus nicht unverschuldeten Tragödien ergeben dann sonderbarermeise einen rührenden Friedens. und Filmschluß. Man mollte vor allen Dingen die Meutereiszenen, sowie das untergehende, brennende Schiff perfilmen. Und diese Absichten sind so spannunggetragen und photographisch vollendet herausgearbeitet, daß einem beim bloßen Zuschauen die Widersprüche des Manuskripts taum auffallen. Bittor Sjöström führt die Regie und spielt zugleich den Steuermann. Etliche Grroßaufnahmen hätte er bei einer seitlich stehenden brennenden Lampe nicht drehen lassen MARCCO DER BEZWINGER DES TODES 17 Ein neuer Erfolg des ,, lächelnden Kolosses" der in der Schauburg Königgrätzer Straße jeden Abend stürmischen Beifall hervorruft Anfang: 6.00 und 8.30 Un das hochverehrte Publikum von Groß- Berlinu. Umgegend Wie meine Ankündigungen lauten, treffe ich mit unter allein 24 Elefanten und viele zoologische meinem Riesen- Circus am 25. Auguft, morgens, Seltenheiten. Neu für Europa ist meine große mittels drei Sonderzügen in Berlin am Nordbahn- Circus- Rennbahn, in der römische Arenaspiele hof ein. Meine Schaustellung ist das gewaltigste und tollkühne altrömische Wagenrennen zum AusUnternehmen dieser Art in ganz Europa. Seit trag gelangen. Weitere Sensationen find die mit dem dem letzten Berliner Gastspiel im Herbst 1924 hat Dampfer Deutschland" feinerzeit gekommenen fich der Umfang meiner Schau vervielfacht. Mein echten Siouxindianer und die außer in Rußland Tierpart umfaßt nahezu 500 exotische Tiere, bar- I noch nirgends in der Welt gezeigten phänomenalen Luftakrobatenkünfte der 8 Leotartis. Bei meinen| 26. August bis 21. September bitte ich, gleich die diesjährigen Gastspielen in Karlsruhe, Mannheim, ersten Borstellungen zahlreich zu besuchen. Köln, Bremen, Aachen, Elberfeld, Barmen, Han- G8 ist mir infolge des anschließenden Gastspiels in nover, Braunschweig, Halberstadt und Deffau Hamburg nicht möglich, mein Gastspiel in Berlin mußten dort in den letzten Tagen Taufende um- auch nur um einen Tag zu verlängern. Ueber kehren, die wegen Ueberfüllung keinen Einlaß mehr zeugen Sie sich bitte bei der Anfunft meines Untererhalten fonnten. Um dem vorzubeugen und nehmens von dem Riefenumfang desselben und Sie wegen des turzen Gastspieles in Berlin vom werden einstimmig das Urteil fällen: Das bat Berlin noch nicht gesehen!" Hochachtungsvoll Carl Arone, Direktor und alleiniger Eigentümer des Riefen- Circus Krone, der größten Schauffellung Europas. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Th. Opernhaus Täglich 8 Uhr: 62 U.: Lohengrin Die neue Revue Opernhaus Regenbogen am Königsplatz Geschlossen Bois, Herrnfeld, Serak, Sikla, UnterSchauspielhaus kircher, Ury, Sister, 8 Uhr.: Peer Gynt Bitter LosAndaluses Schiller- Theat. Kleines Th. Operettenspielzeit 8 Uhr Annemarie Täglich 8 Uhr: Die schöne Melusine Operette von Jean Komödie v. Lothar Gilbert u. Robert Anni Mewes, Scherk Gilbert mit DoraLeffler Maaß, Sanden Nymgau Schröder- Schrom Spira Baselt Heidemann Die Trianon- Th. gelmann- HiHer Kuthan- Ledebour Täglich 8 Uhr SCALA 8 Uhr Internat. Der große Lustspielerfolg Am Teetisch von Kurt Sloboda Varicié Operettenhaus Heute 330 zu ermäß. Preisen am Schiffbauerdamm 8 Uhr: das volle Progr. Der kleine Kuppler VOM 23.- 27. AUGUST 1925 AUSSTELLUNGSHALLEN AM KAISERDAMM * 2. Fachmesse der deutschen Bekleidungs- Industrie Größte Musterschau der Branche * Der Zutritt ist nur Fach- Interessenten möglich Geöffnet von 9-6 Uhr Berliner Prater Tagl. 8 Uhr Kastanien- Allee 7-9 Täglich: Gr.Varieté- Vorstellg. Kaffeeküche ab 3 Uhr geöffnet. Anfang 42 Uhr Jeden Mittwoch: Eintritt 50 Pf. Gr. Kinderfest Olivaer Lichtspiele Olivaer Platz 7 Ein deutsches Meisterwerk: Die frendlose Gasse Der Film der großen Besetzung Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40-41 Des großen Erfolges wegen HALLER REVUE F9-25/ 26 ACHTUNG! WELLE 505!" THEATER IM ADMIRALS PALAST Mark 2,- bis 16, Heute Sonntag 2 Vorstellungen 2 3 u. 8 Uhr Nachm. die ganze Vorstellung zu halben Preisen Metropol Theat. 812 Uhr: Tausend süße Beinchen Thalia- Theater Letzt. Vorstellung. bis Donnerstag verlängert: 8 Uhr: Uschi Die drei Portiermädels Ab Freitag, den 28. August: Wege zur Kraft u. Schönheit LUNAPARK Ab 3° voller Betrieb Konzert e Feuerwerk Erna Offeney. Ballett Sonnt.nchm. Luc. Albertini Erna Offeney ion WINTO 12.0 6 ORIEN 5 Heute 2 Vorsteilungen 2 Wiederbegima der Nachmittags- Vorstellungen Nachm. 3 Uhr- Halbe Preise! Abends Anfang 8 Uhr Rauchen gestattet Reichshallen Theater Allabendlich 8 Uhr: Stettiner Sänger Sonnt. 30.8.: Erste Nachm. Vorst. zu halben Preisen m. vellem Abend- Progr Dönhoff- Brett'!: Saal u.wundervoll. Garten Großes Varieté! U. a.; D. urkomische Sums Catersanger Kotibuser Str. G- Tel. Mpl 160 77. Täglich& Ehr die konkurrenzlese Revue: Berlin... da kiekste! 12 Bilder Sichern Sie sich im Vorverkauf gute Plätze Rennen zu Karlshorst Sonntag, 23. August, nachm. 3 Uhr Berolina- Jagdrennen Th. in d. Kommandantenstr. Letzt.Vorstellung. 8: Vetter a. Dingsda Theat. d. Westens Das große Operettenhaus Tägl. 8 Uhr: Wiener Blut Operette v.Johann Strauß Heute nachm. 34: Wiener Blut Halbe Preise Abendbesetzung Komödienhaus 7.45 Uhr: Der letzte Kuß van der Straaten Schaufuß, Hainisch ULAP Heute das grosse Ganz Berlin fragt: Wann ist SPIELPLAN Ufa- Palast am Zoo Kurfürstendamm 图 Turmstraße Tauentzienpalast Friedrichstraße Kammerlichtspiele 图 Alexanderplatz Weinbergsweg Ufa- Theater Hollendorfplatz Wenen Renovierung geschlosser Liebe und Trompetenblasen Wochent, 7 a. 9 Sonnt. 5, 7, 9 Wege zu Kraft und Schönheit Auf der Bühne: Kraft und Schönheit Wochent, 7 u. 9 Sonat, 5, 7, 9 Der blinde Passagier mit Ossi Oswalda Wochent. 7 u. 9 Sonnt, 5, 7, 9 Des Lebens Würfelspiel Wochen, 7 u. 9 Sonnt, 5, 7, 9 Wege zu Kraft und Schönheit Ab Sonntag: Siegfried I. Teil: Die Nibelungen Wochent. 7 u. 9 Sonn' 5, 7, 9 Rose Bernd Wochent, 7 u. 9 Sonnt. b, 7, Cleo, das Mädchen der Straße mit Pola Negri Wochent. 7 u. 9 Sonnt. 5, 7, 9 Wegen Renovierung geschlossen Für Dich! Wallensteins Lager" die Premiere der neuen Charellrovuce im Grossen Schauspielhaus?? Virginia Vall! und Buster Keaton 2 beliebte Darsteller haben die Hauptrollen i Der Roman ciner Krankenschwester ( Irrungen des Herzens) In der Hauptrolle: Virginia Valli Regie führte Harry A. Poliard, bekannt durch seinen bel Publikum und Presse glänzend aufgenommenen Film ,, Der Blitzschofför" " Seines Glückes Schmied Phänomenale Groteske m. dem unübertrefflichen Buster Keaton Hierzu Die neueste Deulig- Woche Täglich 5, 7, 9 Uhr Vorverkauf 11 bis 1 Uhr Primus- DPP Palast STRANDFEST! Das Programm Eine Leistung für sich! Eintritt 60 Pfg. ULAP DIE WENTER 109 108 STEER LORAINO TEUFEL AUF IHRER SOMETER HOHE Eintritt 60 Pfg. Anzüge 29,-, Sofen 3,50. Arbeitsftube: Brinzenstraße 62 II. Deutsches 8 Uhr PRIMUS PALASTY Potsdamer Straße Theater am 18 U. Residenz- Th. Künstler- Theater Nollendorfplatz Täglich 7% Uhr Die Koblanks Die hellblauen Volksstck. m.Musik Schwestern Vorzeig. d. 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