Menöaosgabe tlr. 408 ❖ 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 201 Sfjugsbetineungm unb Snz«is«l?reis, knd in t*r Morgenausgab« ang«s«ben Bebatiion; SS). SS. Llnd-astras,« 3 Fernsprecher: VSnhoff 292—295 Zel.-AdresseiSoziiUdemorro« verlin VSMM Devlinev Volksblatt (iD Pfenasa' Sonnab�nö 29. August 1925 Lerlo« und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit S— S Uhr verlegerivorevörts-veelag äimbh. Berlin ZW. SS. Linvcnslrage Z Fernsprecher: Dönhoff 2500-2507 Zcntralorgan der dozialdemohratifcben Partei Deutfchlands 9er Osten in Bewegung. China-Konferenz der Mächte in Peking.— Syrien im Anfstand. »Offener. Kampf zwischen Chinesen und Fremden in Kanton," so lautete der englische Alarmruf, der Mittwoch spät nachts überall- hin gedrahtet und gesunkt wurde. Mhere Nachrichten sollten noch nicht vorliegen. Sie sind auch den ganzen Ipunerstag über nicht gekommen. Aber Freitag früh erhält man folgende Aufklärung: Tokio, 29. August.(WTB.) Die japanische Regierung hat in Kanton wegen des Angriffs auf drei japanische Matrosen, von denen einer getötet und die beiden anderen schwer verwundet wurden, Protest erhoben. Der Vorfall scheint sich so abgespielt zu haben, daß 15 japanische Matrosen zur Hilfeleistung für einen im Sinken begriffenen Dampfer abkommandiert waren, wobei ihr Motorboot durch Schüsse von der chinesischen Uferbefestigung aus zum Sinken gebracht wurde. Man weiß, daß die Kantoner Machthaber englischen und japani- schen Schiffen die Einfahrt verboten haben. Das ist wohl eine Kriegshandlung und so dürfte auch dieser Angriff zu werten sein. Eine andere Londoner Meldung stellt die Kantonregierung als fast ganz»kommunistisch" hin: bei der Machtübernahme durch die Kommunisten, die von allen chinesischen Parteien und dem größten Teil des Militärs unterstützt worden wären, sei es zu Schießereien mit englischen Wachtposten gekommen. Das ist wohl der„offene Krieg gegen die Fremden". Gemeinsame Beratung von Chinas Rechtsverhältnis. London. 29. August.(Eigener Drahtbericht.) Die in China interessierten Mächte erklären sich gegenüber der chinesischen Regie- rung in einer-Note bereit, am 26. Oktober in Peking zu einer Tariskonfcrenz zusammenzutreten sowie eine Kommission zu bilden zur Beratung der exterritorialen Rechte. Daneben erhält die Note eine Mahnung an die chinesische Regierung, Ruhe und Ordnung in China, aufrechtzuerhalten. Japan verspricht sich von Gewaltanwendung nichts. London. 29. Auglist.(WTB.)»Daily Mail" meldet aus Tokio: Die japanische Regierung nehme die Meldungen über angebliche Nor- bcrcitungen einer energischen Aktion Großbritanniens nicht ernst. Eine der hervorragendsten japanischen Persönlichkeiten erklärte dem Berichterstatter, in China könne die Lage nirgend durch Ge- w a l t geregelt werden. Japan sei überzeugt, daß ein Punkt erreicht sei, bei dem die einsichtigsten Staatsmänner mit den Staatsmännern Chinas bei der Lösung des augenblicklichen Problems, das nicht nur den Osten, sondern die ganz« Welt berühre, zusammen- wirken müßten. Ganz Sprien im �lufstanö? „Damaskus noch in unserem Besitz." Pari», 29. August.(Eigener Drahtbericht.) Der Aufstand der Drusen, den man zunächst als eine rein lokale Bewegung dargestellt hat. scheint zu einer allgemeinen Aufstandsbcwegung in ganz Syrien angewachsen zu sein. Die französischen Behörden haben in Damaskus eine Anzahl Verhaftungen vorgenommen. Die Bewegung, die in enger Verbindung mit den p a n i s l a m I t i- schen Bestrebungen in den Nachbarländern steht, sucht die Selb st- st ä n d I g k e i t Syriens zu erreichen. Die Dürftigkeit der in Paris vorliegenden Nachrichten erlaubt jedoch nicht, die genaue Ausdehnung der Bewegung anzugeben. Die französische Regierung be- streitet die Richtigkeit der englischen Meldungen, wonach Da- maskus bereit» in den Händen der Aufständischen sein soll. Diese Nachricht sei vollkommen aus der Luft gegriffen. Fliegerbomben auf die Kabylen. Madrid, 29. August.(Haoas.) Der amtliche Bericht besagt über die Lage in Spanisch-Marokko, daß bei der Beschießung von Aidir eine Fliegerbombe in einen Schützengraben eingeschlagen und dort explodiert sei. 4 8 Eingeborene, die sich dorthin ge- flüchtet hatten, seien getötet worden. Eine weitere Flieger- bombe habe in Tensana 8 Eingeborene getötet und 12 o e r- w u n d e t. Preisabbauaktion unü Lohnpolitik. Die Rechte sucht«ach Prügelknaben. Der wahre Sinn der sogenannten Preissenkungsaktion wird so recht offenbar, wenn man die reaktionäre Presse ver- folgt. Wie auf ein gemeinsames Zeichen ertönte gestern in der ganzen Rechtspresse der Ruf: Die Linke sabotiert den Preisabbau. Warum? Weil die Arbeiterschaft angeblich durch ihre Lohnpolitik Herrn Luther an seiner famosen Perbilligung der Preise behindert! Am tollsten macht es der»Tag" in seiner schwarzweißroten Nachtausgabe. Er brachte gestern sogar ein Bild, das den Reichskanzler Luther darstellt, der mit einer Leiter angerückt kommt, um von einem Baume die Preise herunterzuholen-, ein Arbeiter reißt ihm die Leiter fort. Im politischen Teil liefert er den Kommentar zu dieser Darstellung, indem er nach einer an Gehässigkeit nicht zu überbietenden Kritik der letzten Lohnverhandlungen schreibt: Unter diesen Umständen wächst natürlich die Berechtigung an einen endgültigen Erfolg der Preissenkungsaktion zu zweifeln, denn wenn überall der normale Gang der Wirtschaft unterbrochen wird, wenn Streikdrohungen, Teilstreiks und Er- Wartungen hinsichtlich eines Generalstreiks gezüchtet und genährt werden, dann muh natürlich in der deutschen Wirtschaft eine U n- s i ch e r h e i t entstehen, die bares Geld kostet, die die Ware eher verteuert als verbilligt. In der Inflationszeit war es üblich geworden, die erwartete Teuerung von vornherein im Lohn zum Ausdruck zu bringen.(!!) Heute treibt man mit dieser selbstverständlich überholten und ge- rade jetzt durchaus unberechtigt erscheinenden Methode partei- politische Geschäfte. Es ist also ein parteipolitisches Geschäft, wenn der Ar- beiter für seine Arbeit das Recht auf Nahrung und Leben fordett! Ob wohl der Redakteur, der das geschrieben hat, dieser Meinung auch Ausdruck verliehen hat als er seinen Kontrakt mit dem schwerindustriellen Arbeitgeber geschlossen hat? Wir bezweifeln es! Nein, die Hetze der Rechtsblätter gegen die Arbeiterschaft ist ebenso gemein wie verlogen. Die Anfänge der Lohn- bcwcgungen, de jetzt eingeleitet sind, liegen— z. B. im Bau- arbeiterstreik— Monate zurück, andere sind auf die tat- sächliche und nicht einmal von den Arbeitgebern bestrittene Teuerung zurückzuführen. Als es galt, mit der Z o l l t a r i f- gefetzaebung dieser drohenden neuen Teuerung ent- gegenzuwirken, die schuf man bewußt und e n t g e g e n a l le n Warnungen der Arbeiterschaft den Hochschutzzoll. trieb also absichtlich die Preise in die Höhe. Die Rechtsregie- rung hat auf jeden Rat und auf jeden Protest der Opposition verzichtet, sie hat sich zur Dienerin des hochfchutzzöllnerisch ge- richteten Großkapitals gemacht. Und diese Regierung will nun glauben machen, sie könne durch ein Kommandowort und durch ein paar Anordnungen die von ihr gewollte Entwicklung zurückschrauben? Rein, man sucht eben nur den Prügelknaben für das Scheitern einer Aktion, die von vornherein zur Aussichts- losigkeit oerurteilt war und an deren Erfolg nicht einmal ihre Urheber emfthast glauben. Einmal ist der jlleinhandel daran schuld, ein andermal sind es andere— niemals aber die Kreise, die mit ihrer Zollagitation und mit dem Gesetz selbst die Voraussetzungen der Teuerung schufen, die die Nutz- nießer der Zölle sind und die die Presse vom Schlage der Scherl-Blätter in der Hand haben! Man wußte, daß die Preise nicht sinken und daß die Unternehmer der Parole Luthers auch dann nicht folgen würden, wenn es der Regierung mit ihren Versprechungen ernst wäre. Weil man das wußte, darum ist man schon jetzt mit dem Geschrei bei der Hand, obwohl für große kämpfende Verussgruppen das Ergebnis der Lohnauseinandersetzungen noch g a r n i ch t f e st st e h t. Das ist echt reaktionäre Kanipfesweise. Man soll ruhig so fortfahren. Die Arbeiterschaft kann nur dabei lernen, w o ihre Freunde nicht sind, und sie werden sich diese Lehr« nicht hinter den Spiegel stecken! Neparations-Schieüsgericht. Im Haag. 29. August.(WTB.) Das Schiedsgericht im Haag, das auf Grund der Londoner Abmachungen vom 30. August 1924 und einer von der deutschen Regierung mit der Reparationskommission getroffenen Vereinbarung zur Entscheidung von allen Meinungsver- schiedenheiten.zwischen Deutschland und der Reparatioskommission über die Auslegung der Londoner Abmachungen, des Sachvcr- ständigenplanes und der zu seiner Ausführung erlassenen deutschen Gesetzgebung zu ernennen war, ist wie folgt zusammengesetzt: Walter P. C o o k e> Busfallo, Markus Wallenberg- Stockholm, A. G. P r ö l l e r- Haag, Mendelssohn- Bartholdy- Hamburg. Richard Rist- Paris. Der Schiedsvertrag zwischen der deutschen Regierung und der Reparationstommission vom 28. August 1925 bestimmt, daß das Schiedsgericht entscheiden soll, ob im Verhältnis zu der Reparations- tommission als Vertreterin der alliierten Regierungen, die das Schlußprotokoll der Londoner Konferenz unterzeichnet haben, auf der einen Seite, und Deutschland auf der anderen Seite die nach dem Sachverständigcnplane an den Generalagenten für Reparations- Zahlungen zu leistenden Jahreszahlungen, die folgenden Zahlungen und Uebertragungen umfasien: Die Uebertragungen Deutschlands an Frankreich, Belgien und Polen hinsichtlich der Rücklagen der Sozialversicherung und der in deutscher Zeit erdienten Zivil- und Militärpcnsionen in den betreffen- den abgetretenen Gebieten. Die Rücklieferung von belgischen Eisenbahn- wagen, die von Deutschland nach dem Restitutionsabkommen mit Belgien vom 6. September 1924 bewirkt wird. Die Naturalrestitution von Gegenständen aller Art und Wertpapieren gemäß Artikel 238. französische Industrielle gegen deutsche Tachlieferungen. Pari», 29. August.(TU.) Gegen den Vorschlag des Ministe- riums für öffentliche Arbeiten. 470 000 automatische Bremsen von Deutschland als Sachlieferung auf das Repara- tionskonto zu bestellen, hat der Verband der französischen Metall- industriellen Einspruch erhoben. I Die Kapp-Putschiften frei. Auch Ehrhardt darf»niederkommen. Leipzig, 29. August.(Eigener Drahtberlcht.) Wie aus zuver- lässiger Quelle mitgeteilt wird, sind die K a p p- P u t s ch i st e n Ehrhardt, Bauer und andere amnestiert worden. Der Oberreichsanwall hat gegen sämtliche Putschisten den Haftbefehl aufgehoben, auch gegen den seit langem flüchtigen Kapitän- leutnant Ehrhardt. Faschismus und Teuerung. Mnsiolinis Lnther-Experiment. (Von unserem Korrespondenten.) Rom, den 26. August 192ii. Das plötzliche Aufschnellen aller Preise zeitigt in Italien eine ganz eigenartige Situation. Normalerweise findet jede Teuerung in Zeiten industrieller Hochkonjunktur ziemlich schnell ihren Ausgleich durch Bewilligung höherer Löhne. Wo diese Bewilligung nicht unter der Drohung einer möglichen Arbeitseinstellung erfolgt, wird sie in der Regel durch Arbeitseinstellungen einfach erzwungen. Dieser normale Austrag des Mißverhältnisses zwischen den Kosten des Lebensunterhaltes und den Löhnen kann aber im heutigen Italien nicht erfolgen, wegen der politi- schen Haltung der Regierung gegenüber der Arbeiter- bewegung. Die faschistische Regierung rechnet es sich als großes Verdienst an, die Streiks fast aus der Welt geschafft zu haben. Dieses aus der Welt schaffen war ihr möglich, weil die Perioden des Abflauens einer Krise, in denen die Industrie allmählich die Arbeitslosen wieder an sich zieht, überhaupt den Lohnbewegungen nicht günstig sind. Heute hat aber die Industrie so ziemlich alle verfügbaren Ar- beitskräfte angestellt, kann nicht auf Reserven zu- rückgreifen und produziert intensiv und mit hohem Profit für den auswärtigen Markt, begünstigt durch die U n g u n st d e r italienischen Valuta. Dieser schlechte Stand der Lira treibt auf der einen Seite die Produktion an, während er auf der andern Seite notwendig die Preise auf den Innern Markt verteuert. Es liegt in der Natur der Dinge, ist eine typische Erscheinung des Klassenkampfes, daß die Arbeiterschaft sich in solcher Sachlage dagegen zur Wehr setzt, die Konkurrenz- sähigkeit der Unternehmer auf dem auswärtigen Markt durch dieNotlagederArbeiter aufrecht zu erhalten. Nun ist aber die italienische Arbeiterschaft e n t w a f f- net und wehrlos. Ihre Organisationen sind zersprengt, ihre Kassen sind leer. Trotzdem könnte sie, wenn man ihr Preßfreiheit, Versammlungsrecht und Vereinsrecht zurück- gäbe, ihre Lohnkämpfe führen, und siegreich führen, denn die Interessen der Produktion selbst drängen heute auf bessere Löhne, die auch die Krise des innern Marktes, des Detailhan- dels wesentlich abschwächen würden. Aber die faschistische Re- gierung kann nicht zurückgeben, was sie genommen hat, denn sie befindet sich dem Untrnehmertum gegenüber in einem Zustande der Abhängigkeit, der an Botmäßigkeit grenzt. Der Faschismus hat eine kindliche W e l t a u f f a s s u n g, die er selbst als„dynamisch" bezeichnet. Er denkt, wenn Musso- lini will, dann sprießt ein Olivenzweig auf dem mit Arbeiter- blut befleckten Knüppel und die mit der Möglichkeit zur Er- raffung hoher Profite ausgestatteten Unternehmer legen diese Möglichkeit dem Diktator opferwillig zu Füßen. Er bildet sich ein, es könne aus dem Regime der Gewalt und der Plutokratie ein friedliches und gerechtes Nebeneinanderleben der Klaffen folgen. Wie d.er unglückliche Friedrich Wilhelm I. von Preu- ßen die Liebe seiner Untertanen mit dem Rohrstock erzwingen wollte, so will Mussolini die Klassenharmonie durch ein eben- so ungeeignetes Mittel erzwingen: indem er zugunsten des Unternehmertums das Machtverhältnis der beiden Klassen verschiebt und dann von diesem Unterneh- mertum erwartet, daß es nun aus Vaterlandsliebe die Folgen der Verschiebung nicht ausnützen werde. Mussolini und die Seinen scheinen in dem Irrwahn bc- fangen zu sein, daß sich wirtschaftliche Verhältnisse durch Willensakte regeln. Mit wirklich Froebelfcher Methode be- lehren ihn nun die Dinge eines Bessern. Er bildete sich ein, er könne den K o r n z o l l einführen, ohne eine allgemeine Teuerung hervorzurufen, aber die Teuerung kam so- fort, sprang auf alle andern Lebensmittel und dann auf die industriellen Waren über, ihrer wirtschaftlichen Gesetzlichkeit folgend, wie ein Stein der Schwerkraft. Nun rollt der Stein weiter: die Löhne müssen erhöht werden. Und Mussolini denkt noch einmal, er kann den Stein von seiner Bahn ablenken: die Unternehmer sollen die Lohnzuschläge bewilligen, wie sie das in andern Ländern in gleichen Situationen tun. In gleicher Situation bewilligen aber die Unternehmer keine Lohnzu- schlüge, wenn sie nämlich wissen, daß die Regierung den Ar- beitern den Fuß auf dem Nacken hält. Die f a s ch i st i s ch e n Korporationen appellieren an den Patrio- tismus der Kapitalisten, die die gleitende Lohnskala bc- willigen sollen. Da können sie lange appellieren! Wenn nun aber die Regierung ihren Fuß vom Nacken der Arbeiterschaft zurückzöge? In der ganzen Haltung der faschistischen Korporationen blickt diese Drohung durch. Aber die Regierung kann diese Drohung nicht wahr machen, weil sie wirtschaftlich vom Unternehmertum abhängt. Ein fast dreijähriges inniges Zusammenarbeiten, während dessen ein vielfadiges Gewebe von Geben und Nehmen gewoben wurde, hat den Regierungsmechanismus und die Parteihier- archie mit kapitalistischen Elementen durchsetzt, in einer Weise, daß der ganze Zusammenhalt durch einen Konflikt zwischen Faschismus und Unternehmertum erschüttert, ja, zerstört wer- den würde. Die ganze Taktik der Regierung geht heute darauf aus, die Unternehmer zu kleinen Zugeständnissen zu bewegen. Diese Prozedur gelang unlängst bei einem Lohnvertrag der Fiat in Turin, wobei die Kommunisten der Betriebsräte der Fiatfabriken sich insofern um den Faschismus ver- dient machten, als sie die Arbestersck.ast durch Ueberrumpe- long zur Unterschrift eines bis zum November verbmdlcchen Vertrages bewogen, der ihnen nur minimale Zuschmge sichert, Findet man ble Unternehmer tollig, als Anzahlung auf fünf tige Begünstigung durch die Regierung fleine Zuschläge zu gewähren, dann werden die Korporationen fittive Lohnbewe gungen inszenieren, worauf der Patriotismus der Unternehmer die Harmonie der Klassen wiederherstellen wird. Bisher nehmen die faschistischen Korporationen bei ihren Errungenschaften" die Arbeiter aus, die nicht bei ihnen organisiert sind. Diese Taktik werden sie sicher fallen lassen müssen. Programmäßig fann sich die Sache überhaupt nur abwickeln, wenn die Unternehmer schnell das Bißchen zugestehen, was sie beabsichtigen, und wenn die Arbeiter bescheiden sind. Am 25. Auguft sind bereits die Marmorarbeiter in Turin in den Ausst and getreten und zahlreiche fleine Streits werden aus den kleineren Städten gemeldet. Einstweilen gibt Farinacci den Arbeitern den Rat, weniger zu fonsumieren! Die Welteroberung scheint eine elende Lebenshaltung des erobernden Bolles zur Voraussetzung zu haben. Nebenbei verbreitet ein Teil der faschistenfreundlicher Presse die Nachricht, daß die Regierung einen„ Ruck nach lints" plane und durch ein erfundenes Interview des Genossen D'Aragona, Generalsekretär der Konföderation der Arbeit, will man glauben machen, daß diese Umstellung bei den Gewerkschaften Entgegenkommen finden würde. Das find natürlich Seeschlangen. Die Gewerkschaften haben vielmehr bei der Konföderation der Industrie um eine Unterredung nachgesucht, um über die neuen Lohntarife schlüssig zu werden. Es naht sich offenbar ein historischer 3 ahlungster min für den Faschismus. Er hat den Unternehmern versprochen, die Arbeiter mehrlos zu erhalten, und hat für diese Dienstleistung reichliche Gegendienste angenommen. Gleichzeitig hat er sich das Verdienst dafür angerechnet, daß Italien die Periode der Wirtschaftskrise überwunden hat, was natürlich für die Masse der Arbeiterschaft eine Befferung bedeutet hat, da Arbeitslosigkeit viel schlimmer ist, als schlecht bezahlte Arbeit. Heute läßt sich aber mit der schlecht bezahlten Arbeit nicht mehr leben. Aus dieser Situation gibt es mit patriotischen Redensarten feinen Ausweg. Im Regime politischer Gleich berechtigung gebiert eine solche Lage eine Periode wirtschaftlicher Kämpfe, die zu neuen Arbeitsbedingungen führt. Nun soll der Faschismus zeigen, wie sich im Zeichen der" Harmonie von Arbeit und Kapital", gegenüber einer entrechteten und benormundeten Arbeiterschaft, die für die ganze Nation lebenswichtigen Forderungen der Massen durchsetzen. 1quedasdo Csid 1500 immer witfam war, it elne afte Sache, aber das jetzt von der offiziellen Fraktionsführung zugegeben wird, daß das Bentrum diesem Kreise zuliebe die Berbindung mit der 2inten gelöst hat, das von dieser Stelle zu hören ist uns völlig neu und ebenso völlig unbegreiflich. Bisher dachten wir in der Zentrumsfrattion gelte noch immer das prachtvolle Wort Adolf Gröber: Mag die Partei zu grunde gehen, wenn nur das Baterland erhalten bleibt." Nun aber werden wir in dem Schreiben Fehrenbachs darüber belehrt, daß außer den fachlichen Gründen auch die Stimmung der sogenannten Intellektuellen der Landwirtschaft und anderer Wähler des württembergischen Oberlandes und Bayerns für die Entscheidung der Graftion maßgebend waren. Wir verlangen gewiß nicht, daß die Frattion maßgebend waren. Wir verlangen gewiß nicht, daß die Fraktion die Meinung dieser Kreise ignorieren soll, aber wir meinen: Entweder haben diese Kreise recht und dann hätte das Zentrum nie mit der Linken gehen dürfen, oder sie haben( was Fehrenbach übrigens zugibt), nicht recht und dann darf ihnen zuliebe der einmal richtig ertannte Kurs nicht aufgegeben werden." Diese Andeutungen dürften Herrn Fehrenbach und vielleicht auch der Fraktionsleitung des Zentrums zu denken geben. Verständigungsversuche mit Wirth? Frankfurt a. M., 29. Auguft.( Mtb.) Wie die Frankfurter Beitung" aus Freiburg erfährt, ist der Reichstagsabgeordnete Dr. Wirth, der mit Weihbischof Burger und Prälat Dr. Schofer auf dem Ratholitentag in Stuttgart zusammengetroffen war, mit diesen beiden Herren nach Freiburg gereist zwecks Anbahnung eines Berständigungsweges. Das zuckersüße Brüderchen". Deserteur, Spion, Wechselreiter und deutschnationaler Vertrauensmann. " Bon unterrichteter Seite wird uns geschrieben: Herr Wolfgang Breithaupt, der Eideshelfer Knoll- Kluge- Klausings, hat noch über den Inhalt ihrer Mitteilungen in Nr. 208 hinaus eine beacht liche Bergangenheit. Nachdem Breithaupt, der Sohn des national liberalen Generalsekretärs, sich als Deserteur in Holland, je nach 3ahlung, im Spionagedienst der Entente und der Sentralmächte betätigt hatte, gründete er Ende 1918 eine Weltfriedensunion" mit dem Size in Amsterdam. Tatsächlich ge= lang es ihm, hierfür eine beträchtliche Summe mobil zu machen. Nachdem er das Geld, ohne daß die geringste pratiische Arbeit geleistet war, vornehmlich bei nächtlichen Festen in seiner luguriösen Billa verpulvert, hat, verließ er die Niederlande. Die holländischen Justizbehörden hatten auf ihn wegen verschiedener dunkler Angelegenheiten ein scharfes Auge geworfen. Darauf verweilte er ein Jahr in Estland, um dann plötzlich in Deutschland, angeblich als Kurier des Auswärtigen Amtes", Aus dem Zentrum. dihafeine Beit mit Geftgelagen zu verbringen. Die Herrlichkeit dauerte wieder aufzutauchen und teils gegen Barzahlung, teils auf Kredit, Stimmen gegen die Antwort Fehrenbachs. indessen nicht lange, da er plöhlich in einer dunklen Wechselaffäre Frankfurt a. M., 29. Auguft.( SK.) Die Rhein- Mainische verhaftet und wegen Befruges zu neun Monaten Gefängnis verurteilt Bolfzeitung" gibt den Briefwechsel zwischen dem Reichskanzler wurde. Aus dem Gefängnis entlassen, machte er noch eine Weile auf a. D. Dr. Wirth und dem Reichskanzler a. D. Fehrenbach im Wort den Redaktionen der Linkspresse, namentlich bei der„ Berliner Volkslaut wieder und knüpft daran einige Bemerkungen, die deutlich Zeitung" Schnorrbesuche, trotzdem er inzwischen fein deutschnatiogenug sind, um Herrn Fehrenbach flar zu machen, wie man in süd- nales Herz entdeckt hate. Eines Tages entpuppte er sich dann in der deutschen Kreisen der Partei über seine gefchickte Führung der Täglichen Rundschau", die damals noch von Hussong Frattion denft. Das Zentrumsblatt schreibt, nachdem es den Bor- geleitet wurde, als„ Enthüller". Und seitdem ist der Ehrenmann wurf, Wirth habe in Erregung gehandelt, entschieden zurückgewiesen weiter im Dienste der Deutschnationalen geblieben. Auch Steinhat: Die Argumente, mit denen Fehrenbach dann im einzelnen Rumpelstilzchen steht mit ihm in Verbindung. die Haltung der Fraktion zu rechtfertigen sucht, beziehen sich auf zwei Fragen, einmal auf die Beteiligung an der Regierung Luther überhaupt, sodann auf das Verhalten der Fraktionsmehrheit gegenüber der Oppofition am 8. und 10. August. Was Fehrenbach zu der ersten Frage zu sagen hat, ist eine große Ueberraschung. Denn wir erfahren da zum ersten Male, daß für die Beteiligung des Zentrums an einer Rechtsregierung nicht nur den 3wang der parlamentarischen Machtver hältnisse und die Obstruktion der Deutschen Volkspartei maßgebend war, sondern auch die Rücksicht auf bestimmte Wähler kreise, die von einer Verbindung mit der Linken nichts wissen wollen. Daß der Einfluß solcher Wählerkreise in der Fraktion schon Fahndungsdienst der Finanzverwaltung. Der Kampf gegen Steuerhinterzieher und Schmuggler gehört zu den umfangreichsten und schwierigsten Aufgaben der Staatsbehörden. Nur selten dringen in die Deffentlichkeit Nachrichten über die Tätigkeit der Organe, die diesen Kampf zu führen haben. So berichtete die Preffe vor einiger Zeit über das Schmuggelunwejen an der deutsch- holländischen Grenze, dessen Hauptgegenstände Tee, Kaffee, Tabat usw. bilden. Die Schmuggler finden sich oft zu ganzen Banden zusammen, haben Geheimschriften und Wahrzeichen, um einander zu erkennen, mißbrauchen Kinder zu ihren Zweden und find schier unerschöpflich im Erfinden immer neuer Schmuggelmethoden. Bald statten sie den ganzen Menschen mit Blechgefäßen, mit Puis, Knie- und Brustwärmern aus, bald täuschen sie mit Blechgefäßen eine schwangere Frau vor, bald verwenden sie Winden, Sägen, Spazierstöcke aus Blech, Radfahrertaschen, Bücher mit teilweise ausgeschnittenen Blättern, Kannen, Koffer mit Doppelböden, Kleidungsstücke, Stoffbehälter für den Sacharinschmuggel usw. Bürsten dienen zum Brillantenschmuggel, und in Räfeverpackungen werden Damenuhren über die Grenze gebracht. An der holländischen Grenze werden Hunde zu Schmuggelzwecken abgerichtet, die den ganzen Tag ohne Nahrung eingesperrt bleiben und abends stracks über die Grenze dorthin laufen, wo, wie sie wissen, fie etwas zu fressen erhalten. Sogar Möbelwagen mit Doppelwänden werden hergerichtet, Verbindungstüren, Wände und Klosetts in den Klosetts in den D- Bügen, Führerstände und Lehnen der Bänke in den Straßenbahnwagen müssen herhalten. Besondere Wege geht der Schmuggel zu Wasser. In den Bartassen befinden sich verborgene Hohlräume; an Stelle von Sand dient Ware in den Schiffen als Ballast, Tonnen werden unter dem Schiff oder an Flößen untergebracht, die unter der Wasseroberfläche nachgeschleppt werden. Manche Schmuggler find sogar so schlan, daß sie beim Herannahen der Zollkontrolle die Tonnen mit Schmuggelwaren, mit Salzsäcken beschwert, ins Wasser werfen. Das Salz löst sich allmählich im Wasser auf und die Tonnen erscheinen, nachdem die Kontrolle vorbei ist, wieder an der Oberfläche. Besonders raffiniert find die Steuerhinterzieher bei der Entnahme von Branntwein aus versiegelten Räumen. Auch die Tabatsteuerhinterziehung und die Fälschung von Banderolen stehen in hoher Blüte. Sie haben Recht:„ Ein zuckersüßes Brüderchen in der Tat!" Lehrbücher nicht Hehäriften! Weltkirchenkonferenz und Geschichtsunterricht. Stocholm, 29. Auguft.( WTB.) Die Weltfirchenkonferenz beriet über eine Reform der Schulbücher des Geschichtsunterrichts im Sinne des Sich verstehens der Völker. Professor Nor denstjoeld. Gotenburg erflärte u. a.: Bieles ist namentlich an denskjoeld- Gotenburg find. Ganze Völker dürfen hierin nicht als minderwertig, den Geschichtslehrbüchern auszusehen, die zu einseitig befadent und barbarisch bezeichnet werden. Als Abhilfe hierfür gibt es zwei Wege: Beeinflussung der Lehrer und Aenderung fenntnisse. der Lehrbücher. Der Redner schlägt neben nationalen Kommissionen die Gründung einer internationalen Rommission für Schulbücherfragen mit je einem oder mehreren Mitgliedern aus möglichst vielen Ländern vor, die den Auftrag erhalten soll, die erstatten, die veröffentlicht werden sollen. Die Frage sei im erscheinenden Lehrbücher zu prüfen und regelmäßige Berichte zu Hinblick auf die nationalen tonservativen Kräfte schwierig, es dürfte deshalb keine ooreitige Maßnahme getroffen werden. Dr. Ainslie- Amerita verlangte, daß der Einheitsgedanke durch die Welt getragen werden soll. Von den vier deutschen Sprechern stimmte Oberkonsistorialrat Scholz- Berlin dem Kommissionsbericht im allgemeinen zu, protestierte jedoch gegen die geschichtlich unwahre Behauptung des Ergänzungsberichtes, daß der deutsche Geschichtsunterricht wie die deutsche Politit seit langem bynastisch und militaristisch gewesen sei.( Ein Blick in die Lese- und Geschichtsbücher, wenigstens bis vor einigen Jahren, aber auch in allzuviele neue genügt! Red.) Der Redner stellte dem Antrage Bedenken entgegen und schloß: Bon unseren Helden lernen wir den Willen zur Lebenshingabe für das Vaterland." Oberlehrerin Barth, die darauf das Wort ergriff, verwies auf die preußische Schulreform, die ein inneres Berstehen fremder Boltsfulturen betont und beantragte einen Austausch pädagogischer Literatur unter den einzelnen Arbeitsgemeinschaften der Länder und den Austausch von Lehrern. Der Saarskandal. England kennt ihn wird es ihn abschaffen? London, 29. August.( WTB.) Times" veröffentlicht eine scharfe Kritik Robert Donalds an der vom Völkerbund ernann= ten Regierungstommission für das Saargebiet. Donald schreibt, der farblose Bericht der Kommission für die nächstwöchige Tagung des Völkerbundes enthalte keinen Hinweis auf die wirkliche Stimmung im Saargebiet. Während des letzten Jahres habe die die Einwohner mit der Regierung durch den Bölkerbund zu ver Mehrheit der Kommission einen Fortschritt gemacht, um der Kommission während der Jahrtausendfeiern im Rheinföhnen oder um ihr Bertrauen zu gewinnen. Die Handlungsweise land habe im Gegenteil Mißtrauen erzeugt und einen seltsamen Mangel an Urteilstraft bewiesen. Donald geht dann im einzelnen tausendfeier ein und bemertt: Das Saarvolt zeigte durch sein auf die einschränkenden Verfügungen der Kommission bei der Jahrruhiges und friedliches Benehmen bei der Feier, daß es Vertrauen verdiene, obwohl seine augenblicklichen Beherrscher es ihm verweigern. Donald weist darauf hin, daß der Präsident der Kommission, Rault, bas belgische Mitglied Lambert und das tschechische Mitglied Bezensty in amtlicher Eigenschaft an der Parade der französischen Truppen, die längst durch eine Saargendarmerie ersetzt sein müßten, am 14. Juli teilnahmen und beim Borbeimarsch der französischen Garnison deren Salut entgegennahmen. Er geht sodann auf die fortgesette unter. drückung der Presse ein. Die Kommission schreite jedoch nicht widelt find, pon Saarblättern aufgededt werden. Donald betont ein, wenn grobe Skandale, in die führende Beamte veteffiert sind, nach den augenblicklichen Interessen Frankreichs zum Schluß, daß die Mitglieder der Kommission mehr daran interftimmung mit dem Geist und dem Buchstaben des Vertrags. zu schauen und dessen fünftige Interessen zu sichern, als in Uebereinund der Verfassung die Wohlfahrt der Einwohner zu fördern. 6 Dr. Zeigner freigelaffen. Der frühere fächsische Ministerpräsident Dr. 3eigner ist nach seiner Begnadigung gestern aus dem Gefängnis entlassen worden. Eine Wagenladung von 500 000 Unterschriften ist im Londoner Auswärtigen Amt angekommen. Der sozialistische Abg. Hudson hat sie für eine Petition gesammelt, in der die Regierung ersucht wird, das Prinzip der schiebsgerichtlichen Entscheidung für alle internationalen Streitigkeiten anzunehmen. Sowjethandelsgefandte ertrunken. Der Leiter der Handelsstelle für den Handel mit Amerita, C churgin, und der Vorsitzende des Moskauer Tegtiltrusts, Stliansty, find während eines unwetters in einem See in der Nähe New Yorts ertrunten. Beitung" aus Roblenz meldet, hat die Rheinlandkommission dom Zeitungsverbote im besetzten Gebiete. Wie die„ Kölnische 5. September bis zum 5. Dezember das Hamburger Fremdenblatt" und ,, Die junge Garde" im besezten Gebiet verboten. Schieberpläge u. a. m. Die Bekämpfung des Schmuggels erfordert lich au Sie beobachten Lurusbäder, Nepp- und Nachtlokale, Grenze, um zu erfahren, welche Waren hauptsächlich als SchmuggelBeobachtung der wirtschaftlichen Vorgänge diesseits und jenseits der objekte in Betracht kommen. Es gilt auch, die Schmuggelware vom Ausgangspunkt bis zum Empfänger zu verfolgen. Die beste Rechtfertigung für den besonderen Fahndungsdienst der Reichsfinanzverwaltung bilden die hohen Summen, die dem Staate daraus zufließen. So wurden allein in Berlin im Jahre 1924 8514 Steuervergehen aufgedeckt, die dem Staate 4 458 000 m. 1924 8514 Steuervergehen aufgedeckt, die dem Staate 4 458 000. an Mehrsteuern und Geldstrafen einbrachten. Das ganze Reich Das ganze Reich einbrachten. Die Eingänge an Zöllen, um die der Staat geprellt zählte im gleichen Zeitraum 11 712 solcher Fälle, die 26 799 000 m. werden sollte, beliefen sich für Berlin auf 6 975 000 und für das Reich auf 36 226 000 m. Der große Erfolg ist natürlich nur daraus zu erklären, daß der Fahndungsdienst des Reichsfinanzministeriums zu erklären, daß der Fahndungsdienst des Reichsfinanzministeriums Hand in Hand mit den übrigen Polizeibehörden arbeitet. D Willen von der Liebe eingefangen und in der Furcht, lächerwerden, unsicher wurde. Sie traf ganz prächtig fchaft und Verzogenheit Kälte der Manieren zu zeigen und den Wunsch des Autors, stets im Konflikt zwischen Leidendabei doch leidenschaftliches Temperament vermuten zu lassen. Hans Herrmann Schaufuß hatte die schwere Rolle des welterfahrenen diensteifrigen Kellners und entzückte durch die tastende Bescheidenheit, mit der er aus dem Born seiner Erfahrungen schöpfte und Lebensweisheiten zum Besten gab. In der Rolle des Dr. Balentine überzeugte Rudolf Fernau nicht ganz. Man glaubte ihm nicht, daß er mit seiner Jungenhaftigteit ein gefärstart. Ticher Mädchenjäger sein könnte. Der Beifall war außerordentlich Ernst Degner. Die Teilnehmer am 7. Infernationalen Kongreß der höheren Schulen, der in Belgrad stattfand, nahmen einstimmig folgende Entschließung an: 1. Das Programm der verschiedenen Arten des Gymnasialunterrichts soll so weit wie möglich eingeschränkt werden, schulen; 2. die Anzahl der Examina soll auf ein Mindestmaß zurüc Ginhum es den Lehrern zu ermöglichen, an der Ausbildung der Intelligenz ihrer Schüler zu arbeiten und nicht nur deren Gedächtnis zu darin, eine Allgemeinbildung zu vermitteln und nicht ausschließlich geführt werden; 3. die Aufgabe des Gymnasialunterrichts besteht eine Vorbereitung für die Universität zu sein; 4. der Gymnasialunterricht muß entsprechend den Grundfäßen Daltons gestaltet werden in der Richtung auf eine Berminderung der Klaffenstunden und auf eine Bermehrung der Arbeitsstunden der Lehrer mit den Schülern, entsprechend dem von dem Genfer Professor Ferriere befürworteten Berfahren, 5. von den Gymnasialunterricht erteilenden Lehrern ist eine genaue psychologische Kenntnis der Jugend zu fordern, und zwar in dem Sinne desselben Verfahrens. Dem Kongreß ging eine große Anzahl von Sympathiekundgebungen zu, vor allem von der italienischen Lehrervereinigung, deren Abordnung im. legten Augenblick verhindert worden war, nach Belgrad zu kommen. Nachdem der Kongreß geschlossen war, hielt der Vorstand eine Sigung ab, in der Professor Beltette über die Tätigkeit des Internationalen Bureaus im. legten Jahre berichtete. Der ewig junge Bernard Shaw. Das Deutsche Theater hat gestern seine Winterspielzeit mit einer sehr gelungenen Aufführung von Bernard Shaws Man tann nie wissen" eingeleitet. Die Komödie ist schon drei Jahrzehnte alt, aber noch nicht ein bißchen angestaubt. Jetzt ist es der alte Shaw, dessen ewig junger Geist uns entgegensprüht, der sich ein von jeder Tradition befreites, nur nach vernünftigen Grundfäßen geordnetes Weltbild geschaffen hat. Der bezwingende Reiz Shawscher Dialektik besteht darin, daß diese Anschauungen der Vernunft parador erscheinen. Hier handelt es sich um den Anspruch eines Vaters auf Kindesliebe, der 18 Jahre von seiner Familie getrennt gelebt hat und voller Entfeßen die Unmöglichkeit sieht, seinen in freimütigen Erziehungsprinzipien aufgewachsenen Kindern sein vermeintliches Recht flar zu machen. An Fröhlichkeit übertrifft die alte Komödie die modernsten landesüblichen Lustspiele und an tiefem Sinn die ernstgemeintesten Dramen. Die unerwartet und offenherzig ausgesprochenen Selbstverständlichkeiten wirken heute noch wie eine Offenbarung. Da, wie die Erfahrung zeigt, die Welt noch wie eine Offenbarung. Da, wie die Erfahrung zeigt, die Welt immer noch an ihren wurmstichigen Ueberkommenheiten mit Bähig feit festhält, wird Bernard Shaw voraussichtlich noch lange jung bleiben. Das Reichsfinanzministerium bedarf zur Betämpfung dieses Die von Erich Engel mit aller Sorgfalt einstudierte AuffühUnmelens eines besonderen Fahndungsdienstes. Die Boll- und rung war leicht beschwingt und wurde offenbar den Intentionen des Berbrauchsabgabenverwaltung einerseits und die Steuerverwaltung Dichters vollkommen gerecht. Man fann sich nicht vorstellen, daß andererseits haben die Verhütung, Aufdeckung und Verfolgung der die Rollen hätten besser besetzt werden können als es geschehen ist. Zoll und Steuerhinterziehungen zur Aufgabe. Neben der UeberNeben der Ueber- Den veralteten Vater gab Hermann Vallentin in der Maste wachung der Befolgung der Steuergesetze untersteht ihnen beson- eines alten Seebären, in dessen Gesicht es stets vor innerer Erregung, ders die Kontrolle der Spiritusherfstellung, der Ein- und Ausfuhr verzweifelten unverständnisses mit der neuen Zeit wetterleuchtete. überhaupt, der Sprengstoffe, der Betäubungsmittel, der Phosphor- Es war eine tragische, bemitleidenswerte und fast lächerliche Figur. fabrikate, die Durchführung des Glühstoffgefeßes usw. Dafür müssen Die beiden Kinder fanden in Hans Brausewetter und Grete die Beamten, besonders die der Bollverwaltung, weitreichende Be- Mosheim die reizendste Bertörperung; ein Zwillingspaar von fugnisse haben, selbst das Recht der törperlichen Durchsuchung und dem Uebermut, der Gutmütigkeit und der Albernheit eines TerBeschlagnahme von Waren. Sie find gewiffermaßen Hilfsorgane tianers und einer höheren Tochter. Sie überboten sich beide an der Staatsanwaltschaft. Der Kampf mit dem modernen Schieber- mißigen Einfällen, die die Zuschauer zu Beifall auf offener Szene tum, das sich auch der modernen Technik bedient und bei der Steuer- hinriffen. Anni M ewis war die verwöhnte, moderne junge Dame hinterziehung nicht vor den raffiniertesten Kniffen der Buchführung voller Ueberheblichkeit und geistigen Hochmuts. Ihr hübsches, trogi zurückschreckt, erfordert auch von den Steueraufsichtsorganen Spezial- ges Gesichtchen war am bezaubermoften, wenn fie, gegen ihren O Erftaufführungen der Woche. Monfag: Thalia Theater: Annemarie; Dienstag: Komödie: Herz ist Trumpf; Theater in der Königgräger Straße: Wie es euch gefällt; Großes Schantspielhaus Für Dich; Nesidenz beater: Jugendfreunde; Trianon Theater: Frau Lohengrin; Nelson Theater: Wiener Romiter- Theater; Donnerstag: Neues Theater am 300: Duly- Bolly; Freitag: o modienhaus: Margarine; Sonnabend: Staatstheater: Der Bär: Die große Katharina; Berliner Theater: Gine Nacht in Venedig; Kleines Theater: Bessor als früher. Grofius- Feier in Delft. In Delft fand am 28. August in der festlich geschmüdten Neuen Kirche eine Gebentfeier für uig van Groot statt, an der sich zahlreiche Regierungsvertreter und Wissenschaftler beteiligten. Huig van Groot, oder wie er fich lateinifiert schrieb, ugo Grotius, wurde gefeiert als der Bater des Völkerrechts, das er in seinem Berte Ueber bas Kriegs- und Friedensrecht begründet hat, das 1625 zum ersten Male auf der Frankfurter Messe erschien und in dem alle Gedanken vom Völkerbund, von Abrüstungsbestrebungen und Schiedsgerichtsverträgen gewissermaßen ihren Ursprung haben. Die holländischen Abendblätter erschienen am 28. Auguft zum großen Teil als Grotius- Feftausgabe. Der tote General. Zur Beisetzung Conrads vou Hötzeudorff. Während das Bürgertum Deutschlands und Oesterreichs die Beisetzung General Conrads auf Staatskosten und die feierliche Ein- holung des Ritters vom Orden„paar le- Merite* durch Offiziere der bsterreichischen und deutschen Republik mit großen Worten feiert, oerharrt die Arbeiterklasse, die mit Bauern und Kleinbürgern dem österreichischen wie dem deutschen Heer das„Menschenmaterial' für den großen Krieg gestellt hat, in ernstem Schweigen, angesichts dieser Entfaltung von Pomp und militärischen Ehren für den toten Ge- neral. General Conrad o. Hötzendorff war kein Durchschnittsmensch wie manche deutsche„Feldwebelgesichter' im Generalrang, um im Jargon Wilhelms II. zu reden. Er hat sich in einer geradezu frap- pierend schnellen Laufbahn über den Typ des österreichischen Ge> neralstäblers erhoben. Er war jederzeit nicht nur ein belesener, sondern auch ein politisch und allgemein wissenschaftlich denkender Soldat, trotz seines bis zu einem gewissen Grad fachlichbeschränkten militärischen Blicks. Philosophisches Sinnieren in Schopenhauerscher Weltanschauung, Conrads Lieblingsbeschäftigung in seiner Mußezeit, war zum minde- sten keine gangbare Ware im deutschen Generalstab, trotz Moltke, Schlieffen und FreytaghLoringhovem Blendende Höslingsart und glatte Kaoaliermäßigkeit war nicht General Conrads Sache. Als Divisionär in Trieft erhielt er 1906 die Berufung zum Chef des General st abes der Armee und räumte dann mit hartem Griff in der zur Zeit Beck allmählich versumpften In- stitution auf. So wurde er in den weichen und arbeitsscheuen Hof- fähigen Kreisen des kaiserlichen Wien ein Element der Un- ruhe und des ständigen Alarms vor dem Krieg. Aus Arbeitstrieb und Refsortsanatismus wurde er einer der gefährlichsten Hetzer zum Krieg. Er hat sein gerüttelt Maß Mitschuld an dem Aus- bruch der Weltkatastrophe. Nicht als ob er allein sie frivol herauf- beschworen hätte, sondern dadurch, daß er im Juli 1914 mit seinem deutschen Kollegen Moltke die militärpolitische Ber- ftrickung der Kriegsgefahr so eng mit dem Aufmarsch- Problem verkoppelte, daß den von ihren Militärs abhängigen Monarchen nicht anderes übrig blieb als die Mobilmachung und die Kriegserklärung— um der militärischen„Patentlösung' und Aufmarschdoktrin willen. Die Führung der österreichisch-ungarischen Armee im Welt- kriege ist größtenteils sein Werk: ja über den Rahmen seines eigent- lichen Kontingents hinaus hat er, der als theoretische Autorität und als der Träger ausgezeichneter Entwürfe und Operationspläne von der Militärkritik anerkannt wird, die deutsche Führung im O st e n beeinflußt und die geistige Führung besessen, so z. B. bei der großen Durchbruchsschlacht bei Gorlice-Tarnow und bei den Operationen in Polen wie am italienischen Kriegsschauplatz. Leider hatte der operativ fruchtbar« und höchst befähigte Kopf bei der Durchführung seiner Schlachtenpläne keine gute Hand, kein Glück, keine den Anforderungen seiner Strategie gewachsene Armee und keine Unterführer, sondern Nullen im General- rang und mit dem Titel„Erzherzog'. So schreibt unser Wiener Bruderblatt mit Recht: .Weil er unter den Nullen, die damals regierten, unter den LumpenundSchurken, die damals die Macht besaßen, doch, alles in allem genommen, der einzige Mann war, und sogar einer, den man persönlich nicht angreifen muß, um seine geschichtliche Unzulänglichkeit darzutun, eben deshalb fällt die Verantwortung, oas Oesterreich-Ungarn auf den Krieg nicht verzichten wollte, aus oen Krieg, der schnurgerade zum Weltkrieg führt, auf Conrad mit mhemmbarer Wucht... Nicht daß Conrad den Weltkrieg verloren hat, sondern daß er in ihn gezogen ist, obwohl er sich, dazu waren seine mllitärt- schen Kenntnisse sicherlich ausreichend, darüber durchaus im klaren sein mußte, dieser Krieg sei nicht zu gewinnen, er müsse mit einer Katastrophe enden..., das ist es, was Conrad als Staatsmann und Militär disqualifiziert. Schon wenn er diese vielen verlotterten Erzherzoge betrachtet hätte, die man ihm als Generale und Führer aufgedrängt, schon da hätte er die Aussichtslosigkeit, einen durch schlechte Politik marastisch gewordenen Staat mittels eines Krieges neu zusammenleimen zu können, wahrnehmen müssen.' Das schwankende Bild, das Conrads Strategie mit ihren himmelstürmenden Plänen und mit ihren zwangsläufigen Rückschlä- gen bot, erschütterte allmählich Conrads Autorität und löste seine Entlassung durch den Kaiser Karl aus. Seinem Charakter macht es allerdings alle Ehre, daß der 70jährige General als einfacher Korpstommandant an die Jsonzo-Front ging, ohne Groll und ohne die Pose eines zu Unrecht seines Postens enthobenen Marschalls. Nach dem Tod« Moltkes, Lütows und Klucks bedeutet General o. Conrads Ende den Schlußstrich unter eine deutschösterreichische militärische Führer». Garnitur'. Ganz gleich, wie ihre strategischen Leistungen gewesen sind, ihre Namen sind verbunden mit der Einleitung des grauenvollsten Gemetzels der Weltge- schichte, dieser viereinhalbjährigen Massenschlacht. Und danach wird ihr Andenken gestaltet werden._ Die warschauer Erschießungen. Bor kaum einer Woche sind in Warschau drei Kommunisten standrechtlich erschossen worden. Der Präsident der Republik hatte sie trotz dringender Bitten der Berteidiger nicht begnadigt. Die Beiden hatten bei einer Straßenkundgebung auf Poll- zisten, die sie verfolgten, geschossen und sie tödlich getroffen. Das dürfte immerhin nicht unbedingt als(vorbedachter) Mord zu be- strafen gewesen sein. Da kurz vorher auch In Lemberg— wo Polen noch immer nicht„rechtmäßig' herrscht, sondern.nur' tatsächlich— standgericht- liche Hinrichtungen erfolgt waren, veranstaltet die Mostauer Inter- nationale nun überall, wo sie das kann, Protestkundgebungen. So z B gestern, Freitag, abends in P a r t s trotz polizeilichen Ber- botes Es kam zu Z u s a m m e n st ö h« n. Es wurden 200 V e r. Haftungen vorgenommen: es hat auf beiden Seiten zahl- reiche Verwundete gegeben.— In Warschau verlautet. daß der sowjetrussische Gesandte Wojtow von seinem Posten ab- berufen worden ist. Es soll ihm vorgeworfen worden sein. während des Prozesses der dann erschossenen drei Kommunisten, Huebner und Genossen, sehr ungeschickt gehandelt zu haben. Der Prozch Muraszko verschoben. Warschau, 29. Auaust.(TU.) Der Prozeh in Nowogrodek gegen den Polizisten Muraszko. der die zum Austausch mtt Sowjetrußland bestimmten, zum Tode verurteilten polnischen Kom- munisten. Leutnant Ba a in s ki und W i e c z o r k i e w i c z kurz vor d« Grenz« im Eisenbahnzug ermordet hat, ist auf lange Zeit verschoben worden. Gleich nach der Eröffnung der Derhand- lung stellten die verteidiaer den Antrag, den M i n i st e r p r ä s i- denken, den Chef de» General st ab e», den Erzbischof sowie etwa 120 Sejmabqeordnete als Zeugen zu laden. Der Staatsanwalt erklärte sich gegen di»se Forderungen. Das Gericht beschloß jedoch nach zweistündiger Beratung, dem Gesuch der Verteidigung stattzugeben, die Zeugen z» toben, und die Ver- hondlung zu vertagen. Rauchers Klage. Der Hochbahnzug hält. An den Coupötüren entspinnt sich ein stummer und dafür um so heftigerer Guerillakrieg. Bornehme Leute mit einer Fahrkarte zweiter Klasse gelangen nach einem unersorsch- lichen Ratschluß in ein Abtell der dritten und quetschen sich wieder hinaus. Damen, die vorgeben, keinen Tabaksrauch vertragen zu können, sehen sich plötzlich in Rauchwolken ertrinken, während leiden- schaftliche Raucher mit mathematischer Sicherheit ihr Heim auf denz Bahnsteig dort eingerichtet haben, wo waggonweit kein Raucher- abteil sichtbar ist. Man läuft also wild durcheinander, bis man sich schließlich doch in einem falschen Abteil untergebracht sieht. Der Zug fährt selbstoerständlich mit Verspätung ab. Raucherabteile erfreuen sich überall, wo sie in die Erscheinung treten, großer Beliebtheit, besonders bei den— Nichtrauchern. Jeder Nichtraucher, der nur etwas auf sich hält, logiert mit betonter Ent- fchiedenheit in Raucherabteilen und beglückt den Raucher mit gram- durchwühlten Blicken. Aeltere Damen entwickeln bei diesen Gelegen- Helten besonders zartes Taktgefühl, indem sie immer wieder in scharfem Bühnenton behaupten, sie könnten bestimmt keinen Rauch vertragen, und in früheren Zeiten seien die Männer ritterlicher ge- wesen. Daß daneben unentwegt Hustenarien durch das Abteil trcmo- lieren, ist eine Selbstverständlichkeit. Jüngere Damen wirken weniger störend, sie begnügen sich mit ihrem mehr oder minder reizenden Dasein und nehmen den Rauchern höchstens die Plätze fort. Doch in irgendeinem Nichtraucherabteil steht ein Raucher ver- stört und bedrückt in einer Ecke und lutscht verstohlen an seiner kostbaren Zigarre, die keineswegs auf dem Transport ausgehen darf. Natürlich ficht das ein zufällig vorhandener Ordnungsfanatiker, wilde Orgien in Meinungsverschiedenheiten brechen plötzlich aus, dem er- tappten Raucher erscheint das Leben von neuem aschgrau onge- strichen. Ueberall leiden die Raucher. In der Straßenbahn sind sie auf dem hinteren Perron untergebracht oder in dem Anhängewagen, der manchmal noch recht klein ist und in Zeiten des stärksten Verkehrs auch noch ausfällt. Die Stadtbahn bestraft sogar das Rauchen in Nichtrauchercoupes mit zwanzig Mark, trotzdem doppell so viel Nicht- raucher- als Raucherwagen vorhanden sind. Es gibt für Raucher eben nur Hindernisse in der modernen Derkehrstechnik. Aber sind denn Raucherabteile im Stadtverkehr überhaupt notwendig? Ist diese Einteilung in Raucher- und Nichtraucherabteile nicht über- flüssig? Auch ein leidenschaftlicher Raucher kann sich für eine kurze Zell beherrschen. Vielleicht wäre es gut, wenn alle Raucherabteile im Stadtverkehr abgeschafft werden würden. Dann gäbe es kein wildes Durchcinauderrennen mehr, der Raucher hätte nicht mehr das niederdrückende Gefühl, als lästiger Eindringling betrachtet zu werden und der Verkehr würde sich entschieden schneller abwickeln. «180 putschijlengewehre/ Der raffinierte Trick eines Wohnungsdiebes. Aus dem Leben des Museumsdiebes und angeblichen Kunst- Maklers Walter W o h l g e m u t h bot die Verhandlung, die gegen ihn und die Modistin Else B. vor dem Schöffengericht Charlottenburg stattfand, einen interessanten Ausschnitt. Wohlgemuth ist bekannt- lich der Mann, der aus dem Königsberger Museum zwei sehr wert- volle alle Meister entwendete, indem er die Bilder aus dem Rahmen schnitt. Der Tatbestand der vorliegenden Anklage wegen Diebstahls war die Borgeschichte dazu. Als die Angeklagte B., die als Schneiderin tätig war und bei einer Gräfin Westarp als Untermieterin wohnte, eines Abends aus dem Kino kam, hatte Wohlgemuth als Kunstmaler Baron v. Eckard mll ihr angebandelt, und schließlich entstand zwischen beiden ein Liebesverhältnis. Da klingelte eines Mittags der Baron auf ihrer Arbeitsstelle plötzlich an und bat um eine schleunigst« Zusammen- kunft. Ganz aufgeregt erzählte er ihr dann, daß in feinem Atelier 180 Gewehre, die für eine Recktsorganisation b e st i m m t gewesen seien und die er dort als oeren Mitglied versteckt habe, gefunden worden seien. Er müsse sich daher bei ihr einige Tage verbergen. In ihrer großen Verliebtheit gewährte die B. ihm auch nach einigem Widerstreben den gewünschten Unterschlupf in ihrer Wohnung, deren Besitzerin gerade verreist war und ihr die Obhut ihrer Wohnung anvertraut hatte. Wohlgemuth hatte damit seinen Zweck erreicht, denn er sing sogleich an. die Wohnung der Gräfin gehörig auszuplündern und Schmucksachen und Bilder zu stehlen, was nach Angabe der Bestohlenen ihr einen Schaden von 20 000 M. verursachte. Die B. hatte zwar an dem Verschwinden eines kleinen Bildes sofort gemerkt, was vorging, aber sie will in ihrer Verliebtheit es nicht vermocht haben, ihrem Geliebten Lorhaltungen zu machen und ihn von seinem Tun abzu- halten. Kurz vor der Rückkehr der Gräfin veranlahte Wohlgemuth dann die B., mit ihm nach Königsberg zu fahren, wo sie ein sorgen- loses freies Leben haben sollte. Dort beging er dann den erwähnten Bilderdiebstnhl. Hierauf wurde das Paar verhaftet. In der Ber- Handlung unterstützte nun Wohlgemuth die Schilderungen der 55., indem er eine aufgeschlagene Bibel in den Händen hielt und salbungsvoll erklärte:„Dieser Mensch ist die verkörperte Wahrheit.' Die Verhandlung gegen beide verfiel schließlich der Ver- tagung, da erst Klarheit über den Geisteszustand des Wohlgemuth, der schon einmal aus Grund des§ 51 freigesprochen worden ist, ge- schassen werden müßte und dies gerade für die B. rechtlich von aus- schlaggebender Bedeutung werden könnte. Verhängnisvoller Berufsunfall. Durch einen sonderbaren Unfall hat der Tischler Aloi» Schleicher, der in einer Holzbearbeitungsfabrik beschäftigt war, seinen Tod gefunden. Während Schl. an der Säaemaschine beschäftigt war. flog ihm ein spitzer kleiner Holzsplitter in das rechte Auge. Statt zum Arzt oder zur Unfallstelle zu gehen, entfernte er selbst den Fremdkörper au» dem Auge und muß wohl dabei mit unsauberen Fingern die kleine blutende Wunde berührt haben. Nachmittags schwoll das Gesicht des Mannes, der heftig« Schmerzen auszustehen hatte, stark an: so daß man ihn nach der Klinik transportieren mußte. Dort starb er nach einigen Stunden unter entsetzlichen Qualen. Denkmalsschänder. In letzter Zeit häufen sich die Fälle, In denen Denkmäler auf öffentlichen Plätzen und Anlagen von böswilligen Händen beschädigt werden. Erst kürzlich berichteten wir, daß derBogenderDiana auf dem Iohannaplatz im Grunewald zerbrochen worden war. Gestern nacht wurde von der Statue des Speerwerfers im Schöne- berger Stadtpart, dicht an der Kaiserallee, der S v e e r s ch a f t ab- gebrochen und entwendet. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. Ein Bahnhofswirt als Hoflieferant. Nachdem die Durchhaltehelden im November 1918 gesehen hatten, daß das betrogene Volk ihnen nicht an den Kragen ging, kamen sie nach und nach wieder„mutig" aus ihren Mauselöchern hervor. Im ganzen Reiche, insbesondere in Thüringen und dem gesamten Mitteldeutschland holten die Herren.Hoflieferanten' ihre verstaubten Plaketten in dem Augenblicke wieder hervor, als die Aktion der im Herbst 1923 gegen die bayerischen Hiller-Bonden eingesetzte Reichs« wehr den Erfolg hatte, daß die mitteldeutschen Hakentreuzler obenauf kamen. So hat der B a h n h o f s w i r t i n H a l l e a. d. S.. E m i l Naumann, seit dieser Zeit auf die Speisekarten seinen Hof. lieferantentitel in Fettdruck gesetzt. Für welchen.Hof' mag dieser Speisewitt eines republikanischen Unternehmens wohl liefern? Roch interessanter ist eine Betrachtung der Anol-ageu i a der Lahnhofsbuchhandlung in Halle. Neben den „Leipziger Neuesten Nachrichten' sieht man an hervorragender Stelle den„F r i e d e r i k u s' im trauten Verein mit„W e r w o l f', .Stahlhelm',„Wahrheit' usw. Man sieht kein republjfa- nisches Blatt, keinen.Vorwärts', keine.Reichsbannerzeitung" usw. Fragt man danach, sind sie angeblich„gerade immer ausgegangen". Man hat jedoch noch nienials, weder hier noch anderer Stelle, fest- stellen können, daß man sich angesichts der sehr regen Nachfrage dazu aufgeschwungen hat, bei den Verlegern eine größere Bclieforung zu verlangen.__ Veruntreuungen im Zmt. Ein geschäftstüchtiger Gemeindevorsteher. Wegen mehrerer Vergehen im Amt hatte sich der frühere Ge- meindevorsteher des Ortes Senzig bei KLnigswufterhausen, Johannes F r i e d e w a l d, vor dem Großen Schöffengericht Neu- kölln zu verantwotten. Am 22. Oktober v. I. wurde der Gemeindevorsteher in Senzig seines Amtes enthob-"', weil Gerüchte über ihn im Umlauf waren, die mit dem Amt, das er bekleidete, nicht in Einklang zu bttngen waren. An seiner Stelle wurde der Polizeiwachtmeister Schmidt zum Gemeindevorsteher ernannt, der auch schon früher diesen Posten bekleidet hatte. Kurz nach der Wahl Schmidts liefen beim Kreisausschuß des Kreises Teltow ein Wahl einspruch ein, der die Unterschriften Krüger und Hellwig trug. Zwei Tage später erschien dann Friedewald persönlich beim Kreisausschuß und ver- langte den Einspruch zurück, weil dieser einige Fehler enthielt. Dem zuständigen Beamten kam die Angelegenheit verdächtig vor, er be- hielt das Schreiben zurück und stellte nach dem Ursprung des Ein- spruches nähere Nachforschungen an. Dabei ergab sich, daß die an- geblichen Unterzeichner Krüger und Hellwig von der Absendung des Briefes keine Ahnung hatten, und daß mit ihren Unterschriften Mißbrauch getrieben worden war. Nunmehr wurden auch innerhalb der Gemeinde über die Geschäftsführung Nachforschungen angestellt. Dabei ermittelt« man, daß Friedewald fortgesetzt Amts- Unterschlagungen begangen habe. Die von ihm geführten Bücher waren nicht korrekt geführt, so daß sich Feststellungen über geleistete Steuerzahlungen nicht ermitteln ließen. Es stellte sich ferner heraus, daß Friedewald an einen gewissen Hutzmann, der Armenunterstützung bezog, anstatt der ihm zustehenden 16,50 M. nur 6,50 M. im Monat gezahlt hatte. In einem anderen Falle hatte Friedewald einem Ünterstützungsberechtigten 30 M. unter- schlagen. Im Herbst 1923 kaufte die Gemeinde Kattoffeln, die Friedewald dann an die Einwohner weitergab. Hierbei erzielle der Gemeindevorsteher einen Nutzen von 200 M., der jedoch nicht in die Gemeindetasse, sondern in seine eigene Tasche floß. Weiter- hin zweigte er von den 200 Zentnern etwa 30 Zentner für den eigenen Bedarf ab, deren Bezahlung Fttedewald der Gemeinde gegenüber schuldig blieb. Ebenso geschäftstüchtig erwies er sich bei einem größeren Mehleinkauf der Gemeinde. Friedewald ging sogar soweit, daß er Erwerbslosenlisten fälschte und auf diese Art und Weise namhafte Beträge sich in die Tasche st eckte. Weiter fässchte er die Kirchensteuerllsten und erhob selbständig«inen Zuschlag von 10 Prozent auf die rechtmäßig zu zahlenden Beträge, die er für sich verbrauchte. In ähnlicher Weise schädigte er die Krankenkassen, denen er Beiträge in Höh« von einigen Hundert Mark unterschlug. Schließlich gab sich der tüchtige Gemeindevorsteher mit Wohnungsschiebungen ab und ver- schaffte einem Freunde innerhalb seines Bezirkes eine größere Wohnung. Kurz daraus erhielt Fttedewald ein Darlehen von 50 000 Papiermark im Jahre 1923, das nicht zurückgezahlt worden ist. Friedewald hatte sich vor dem Großen Schöfsengericht wegen Unterschlagung, Urkundenfälschung, passiver Bestechung, falscher Be« urkundung und versuchten Betruges zu verantwotten. Der Ber- treter der Anklage beantragte gegen den ungetreuen Eemeindevor- steher eine Gesamtstrafe von zwei Iahren Gefängnis. Das Gettcht erkannte gegen Friedewald wegen Urkundenfälschung, falscher Be- urkundung und schwerer Amtsunterfchlaggung auf ein Jahr zwei Monat« Gefängnis. Vier Monate und 27 Tage wurden durch dl« erlittene Untettuchungshaft als verbüßt erachtet. Dem An- geklagten wurde für den Strafrest eine dreijähttge Strafau«- setzung mtt Aussicht auf spätere Begnadigung gewährt. „Unser Heer". 55on einer Derlagsgesellschaft.Kameradschaft' wird an die „Herren Letter der deutschen Schulen' ein Prospekt versandt, der ein Buch über den Befreiungskrieg 1813/15 anpreist.„Deutscher Geist, deutsche Männer blicken uns ins Auge,' heißt es in dem Aufruf. Es wird weiter festgestellt und offenbar als selbst- verständlich hingenommen, daß das Bestreben der Leiter der beut- schen Schulen und der Lehrerkollegien dahin gebt, die Jugend mit echt vaterländischem Geists(!) zu erfüllen.„Auf die jungen Leute, die jetzt unter Ihrer Obhut stehen, wird es ankommen, wie schnell sich Deutschland wieder aus dem jetzigen Elend erhebt. D i e höheren Schüler sind jetzt unser Heer, die Leiter der Bildunosinstitute unsere Heerführer.' Der Reklamechcf der Verlagsgesellschaft weiß scheinbar sehr gut, worauf es ankommt, wenn er an den h ö h e r e n Schulen sein Buch absetzen will. Interessant ist aber die Feststellung des Prospektes, daß das Buch als Schulprämie sehr beliebt ist und seinerzett vom p r e u- ßtschen Kultuemini st er angekauft und empfohlen wurde. Wir können uns nicht recht vorstellen, daß ein Werk, das mit solchen Reklamemitteln angepriesen wird, wirtlichen kuttur- historischen Wert haben kann. Es wird die Verherrlichung alt- preußischen Gamaschengetstes zum Gegenstand haben. Deshalb müssen die Schulauffichtsbehörden ein wachsames Auge darauf haben, daß die Etatsmittel der Schulen, so wie es in dem Prospekt verlangt wird, nicht für solche Machwerke ausgegeben werden. Premiere i« der„Rakete". Der erste Abend der„Rakete' in der Kantstraße war vielver- sprechend. Kutt R o b i t s ch e k war der Ansager, witzig wie immer. ein unerreichter Meister der Situationskomik. Man stilisierte sich auf die nicht fertig gewordene Vorstellung, und zog hieraus feine stärk- sten Wirkungen. Besonders die Ausführung der parodistischen Operette „A s p a s i a' war noch weniger als Ceneralvrobe und gerade des- halb um so witziger und mitreißender. Es bedeutet schon ein großes Vergnügen» zu sehen, wie Paul Morgan absichtlich stecken bleibt. Robitschek und Morgan sind die Verfasser dieser geistreichen ANge- legenhett, zu der Willy Rosen eine sprühende Musik gemacht hat! Vorher ein guter Kabaretteil. Iuliette B o u l a n ist reizvoll in spanischen Tänzen, Hanni Rosen stellt Zille-Bilder und spiest das Kind der Goss«. Die zwölf Tiller. Glrls verfügen über gut geschnittene Pagenköpfe. Der Haupterfolg des Abends bleiben aber Robitschek, Morgan und Rosa Baletti. Konzerl in Luch. Eine große veberraschung bereitete der Schubertchor kürzlich den Insassen der Fürsorgeanstallen in Buch mtt einem Freikonzert. Der dem Arbeitersänoerbund angehörende Verein hat schon öfters in uneigennütziger Weis« seine Kunst in den Dienst der Fürsorge für Alle und Kranke gestellt; er erntete auch in Buch reichen, dankbaren Bestall. Sezlrksverboud der«leiagättver Preuzlaner Berg m>d Zttedttchihato«.». Mrohe öffentliche Kundgebung aller Kleingärtner und der sympathisierenden Bevölkerung de» Bezirk» Prenzlauer Berg und FttedttchShain am Sonntag, den 30. Auaust.'/,0 Uhr. aus dem großen Spottplay im Fttedttchshain. Zweck der Bersammlung: Wert und Zweck de» Dauerkolonte- gelände« und der Hetmstättengebtttc für die Volksmaffeu der Groß- stadtd-dSIkerimg. pfleg« und urnamung oe» saug,««,«m DemnerStaa. den n.«ep. tember beginnt tm Kaffenn-Augnffe-vlctoria.Sau? Eborlotteuburg Frank. ffraße 3 fstraßenbabnhos Westend) ein Kursus fllr Mütter und Mädchen in dem alles da» theoretisch und praktisch gelehrt wird, wa» eine Frau von der Pflege und Ernabrung de» SSugltug» wissen muß. Der Kursu» nmsaßt 4 Doppel stunden. leweU» DonuerStaa von 3—6 Uhr. Dt««u- ichretbegedtchr Den M. L,— ist im Büro der«nstatt gu entttchten. ««od Srnähnmg de» Säug Gewerkschaftsbewegung „ Leider!" Abgewürgt!" Zur Einigung im Baugewerbe. Leider muß festgestellt werden sagte der Reichs. verband des deutschen Baugewerbes daß diese Einigung durch die Arbeitgeberverbände des Hoch- und Betonbaugewerbes mit schweren Opfern erkauft wurde. Nicht mur die Facharbeiterlöhne in den strittigen Gebieten wurden erhöht, sondern auch die Löhne der Hilfsarbeiter erfuhren teilweise eine Erhöhung bis 5 Pfennig pro Stunde. " Der Kampf der Bauarbeiter abgewürgt. Ein elendes glieder arbeitslos waren. Bon der Kurzarbeit betroffen wurden 214 Betriebe mit 8543 Kurzarbeitern gegenüber 109 Betrieben mit 3636 Kurzarbeitern Ende Juni. Auf den Geschäftsgang find offenbar die Kämpfe im Baugewerbe nicht ohne nachhaltigen Einfluß geblieben. Aus den Mehlabfuhrbetrieben. In den Berliner Mehlabfuhrbetrieben herrschen besonders seit Beendigung der Inflation geradezu unglaubliche Zustände, die verdienen, einmal in der Deffentlichkeit beleuchtet zu werden. Die Verhältnisse bei vielen Fuhrherren sind derart unhaltbare, daß selbst in der Nummer 28 der Unternehmerzeitschrift für das Fuhrgewerbe ein Fuhrunternehmer mit diesen unsauberen Praktiken scharf ins Gericht geht. In Berlin gibt es ungefähr 30 Mehlabfuhrunternehmer, die zum Verein Berliner Mehlfuhrherren zusammengeschlossen sind, der wiederum der Berliner | unterstrich im allgemeinen nur die Darlegungen der sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen des Referenten. Die Braunkohlen- Bergarbeiter fündigen den Lohntarif Köln, 29. Auguſt.( WTB.) Sämtliche Bergarbeiterverbände des rheinischen Braunkohlenreviers haben den zurzeit gültigen Lohntarif zum 30. September gekündigt. Sie fordern mit Wirkung vom 1. Oktober ab eine Lohnerhöhung von 39 Prozent. Die Forderung wird mit den niedrigen Löhnen und der schwierigen Wirtschaftslage der Bergarbeiter begründet. Der Streik der Bankangestellten in Frankreich. Paris, 29. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) In der Streif bewegung der französischen Bankangestellten ist noch immer feine Wendung zur Lösung des Konfliktes zu verzeichnen, obwohl die Regierung alle Anstrengungen macht, zu einer Einigung der beiden und dem Ministerpräsidenten, dem Finanzminister und dem Arbeitsminister, die am Freitag von 5 bis 9 Uhr gedauert hat, scheint aber auch ohne Ergebnis geblieben zu sein. Trauerbotschaft, obwohl ihre Freunde im Verband der Aus Berliner Mehlfuhrherren hat durch Versammlungsbeschluß den Parteien zu gelangen. Eine Besprechung zwischen den Bankdirektoren geschlossenen" schon seit Wochen den Klingelbeutel schwingen mußten und selbst den Berliner Magistrat um Hilfe ersuchten. Daß das Bolschemiſtenblatt feinen Schmerz über die abgewürgte" Aussperrung und die damit wiederum vorübergegangene Gelegenheit zu einem Generalstreit, burch Beschimpfung des„ Borwärts" aus zutoben sucht, ist bei seiner Gewohnheit eigentlich selbstverständlid). In einer Zusammenstellung werden die Erfolge" gezeigt, woraus sich ergibt, daß die Löhne der Hilfsarbeiter um 2 bis 6 Pfennige erhöht wurden und die der Facharbeiter um 5 bis 13 Pfennige pre Stunde. asd Die Tiefbauarbeiter sind leer ausgegangen, gewiß! Die Tief. bauarbeiter werden trotzdem eine entsprechende Aufbesserung ihrer Löhne zu erzielen wissen. Der Weg steht ihnen offen. Aus rein taktischen Gründen gehen wir darauf nicht näher ein. Es kommt hier lediglich darauf an, die tiefe Trauer anzuzeigen, von der die Leute in der KPD.- Zentrale ob der abgewürgten" Aussperrung von 600 000 Bauarbeitern betroffen wurden. el Zur Wirtschaftlichkeit der Reichsbahn! Man schreibt uns: In dem jeßigen Kampfe um höhere Löhne, der augenblicklich bei der Reichsbahn vor sich geht, argumentiert die Hauptverwaltung immer wieder mit der Behauptung, daß die per fönlichen Ausgaben im Verhältnis zu den sachlichen Ausgaben seit 1913 prozentual start angeschwollen seien und deshalb an eine Lohnerhöhung nicht zu denten sei. Soweit die leitenden und allgemein die höheren Beamten in Frage tommen, hat allein der„ Borwärts" den Mut gehabt, den Sachverhalt richtig darzulegen. Es beziehen etwa 1000 Angehörige dieser Gruppen Einkommen, die das vielfache der Summe ausmachen, welche sie 1913 bezogen. Die große Masse der Beamten und die gefamte Arbeiterschaft steht aber weit schlechter da als damals. wen Während also im allgemeinen die persönlichen Ausgaben prozentual start gesunken sind, zeigen die sä ch lichen Ausgaben eine immer stärker ansteigende Tendenz. Dabei muß noch beachtet werden, daß die Reichsbahnverwaltung in die persönlichen Ausgaben solche mit einbezieht, die bei genauem Zusehen gar nicht in diesen Titel hineingehören. Durch die Inflation und sonstigen Umstände ist der Schuldendienst der Reichsbahn von 16,9 Proz. im Jahre 1913 auf 0,7 Pro3. gesunten. Der unsinnig durchgeführte Abbau hat den Pensionsaufwand folgendermaßen gestaltet: 1913 114 Millionen Mart. 1925 487 Millionen Mart. Das entspricht einer prozentualen Eteigerung von 327 Broz., wuhrend die persönlichen Ausgaben nur eine Steige rung von insgesamt 127 Broz. aufweisen. In dieser Steigerung fteden aber auch die Pensionszahlungen für Kriegsbe chädigte, Kriegermitmen und waisen. Für Kriegerhinterbliebene höherer Beamten find offenbar so gut wie feine Ausgaben zu leisten, um so mehr aber für die Masse der Beamten und der Arbeiter. Die persönlichen Ausgaben der Reichsbahn veranschaulicht Beutlich folgendes Schema, bas auch sehr deutlich die Irreführung der Deffentlichkeit durch die Hauptverwaltung der Reichsbahn erweist: 1913 1925 1913 1925 in Millionen Mark in% .. 2655,5 4649,7 1236,2 2575,0 114 487 1. Gesamtausgaben. 2. Beriönliche Ausgaben ohne Pensionen . 46,5 55 4.8 10,4 8. Benfionen und Hinterbliebenenbezüge Mit diesen Zahlen läßt sich die Niedrighaltung der Löhne nicht begründen. Die Blusmacherei, abgesehen von mehr persönlichen Momenten, bildet einzig und allein das Leitmotiv der Verwaltung. Zunehmende Arbeitslosigkeit in der Holzindustrie. Die monatliche Erhebung des Deutschen Holzarbeiterverbandes meist für den Monat Juli 1925 eine fortschreitende Ab. brödelung des Geschäftsganges in der Holzindustrie nach. Die Entwicklung ist aus folgender Zusammenstellung zu er. fennen. Bon je 100 Beschäftigten entfallen auf: Betriebe a) gut beschäftigte • 69,2 27,2 Abfuhrpreis für den Sad Mehl auf 60 Pf. festgesezt. Die Fuhrherren halten sich jedoch nicht an diesen Beschluß und unterbieten fich gegenseitig, so daß der Sad Mehr innerhalb Berlins für 30 bis 40 Pf. abgefahren wird. Um bei diesen Preisen noch einen ange= meffenen Berdienst zu erzielen, müssen am Tag mit einem Gespann 100 Sad abgefahren werden. Diese Menge fann ein Rutscher nicht allein abfahren, sondern bedarf dazu eines Mitfahrers. Nun iſt es bei den meisten Fuhrherren ein ungeschriebenes Gefeß, daß diese Mitfahrer nicht bezahlt werden. Wovon leben nun diese Leute? Sie müssen Mehltraßen", d. h. fie entwenden aus jedem Sad Mehl einige Pfund, schütten das gefragte" Mehl in Säcke und verkaufen es selbst an bestimmte Abnehmer. Die Fuhrherren tennen dieses Gebaren ganz gut, da es ihnen ja auffällt, wenn fast auf jedem Lieferschein der Vermerk steht, es fehlen fünf oder noch mehr Pfund Mehl. Ebenso gut wissen das die Bäcker, die meist das gelieferte Mehl nachwiegen und trog unversehrter PlombenverDie Mehlfutscher und Mitfahrer schlüsse Fehlmengen feststellen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 36. Abt. Die Fahrtarten zum Sonntag müffen nicht nach Mahlsdorf sondern nach Rahnsdorf gelöst werden. Jungsozialisten Neukölln. Treffpunkt Sonntag früh nicht 9 Uhr sondern 5½ Uhr кон Jugendveranstaltungen. Morgen, Sonntag, den 30. August: Falkenberg: Am Faltenberg 117. Lichtbildervortrag, Jugendwandern. Beginn Werbebezirk Teltowlanal: Waldfeft in Rehlendorf( Fischtalgrund). Südwest: 10 Uhr. Nachzügler 143 Uhr am Bahnhof zur Kundgebung. Lindenstr. 3. Fahrt ins Blaue: Treffpunkt 27 Uhr Blüchervlak. Das Jugendheim ist abends aeöffnet. Sübost( Reichenberger Biertel): Wanderung. Treff 79 Sport. Miquel gewinnt das„ Große Goldene Rad". Die gestrigen Rennen der fleinen Bahn im Osten waren nur mäßig besucht. Der gebotene Sport hatte jedenfalls ein volles Haus verdient. Hauptpunkt des Programms bildete der Kampf um das Große Goldene Rad", das in zwei Läufen( 30 Kilometer und haben es darin oft zu einer derartigen Fertigteit gebracht, daß sie punkt 7 Uhr früh Rottbuser Tor. durch geschicktes Auffeßen auf die Wage und dergleichen den Fehled loata. nialia betrag verdecken. Alles dies ist eine Folge dessen, daß die Unternehmer wegen des Konkurrenzneides die Abfuhrpreisegegen feitig brüden, fie somit zwei Fuhren am Tage fahren müssen und infolgedessen ihre Kutscher nur schlecht und die Mitfahrer gar nicht entlohnen können. Wenn die Fuhrunternehmer sich an die Abfuhrpreise halten würden, die sie in ihrem Verein selbst beschlossen haben, brauchten sie nicht schlechtbezahlte Kutscher und nichtbezahlte Mitfahrer beschäftigen, um zwei Fuhren am Tage abzufahren. Jedenfalls ist es eine Schande, Leute zu beschäftigen, die man nicht entlohnt, bei feiner Krantentaffe und Berufsgenossenschaft, trog der Gefahren der Straße, anmeldet und sie vor allem zum Diebstahl zwingt. Ebenso bedauerlich ist es aber auch, daß die meisten dieser Arbeiter nicht den Weg zu ihrer Organisation finden, damit diefen menschenunwürdigen Zuständen endlich ein Ende gemacht werden könnte. Die Organisation, der Deutsche Verkehrsbund, gibt sich redlich Mühe, hier einmal Wandel zu schaffen. Da die Unternehmer auf feine Lohn- oder sonstigen Berhandlungen eingehen wollen, hat der Verkehrsbund den Schlichtungsausschuß angerufen. Ueber diese Verhandlungen soll in einer öffentlichen Verfammlung berichtet werden. 1 Stunde) ausgefahren wurde. Im Lauf über 30 Kilometer hatte Sawall zuerst Anschluß vor Alerts, Miquel und Bauer. Bald geht der Franzose an Aerts vorbei und zieht recht tapfer gegen Sawall los, der aber seine führende Stelle troy hartnäckiger Angriffe Miquels zu verteidigen weiß. Inzwischen hat auch Bauer begonnen zu fahren" und Alerts vom 3. Platz verdrängt. So bleibt der Stand des Rennens bis zum Schluß. Im 2. Lauf über 1 Stunde übernimmt Sawall ebenfalls die Führung vor Bauer, Aerts und Miquel. Aerts fällt auf Platz 4 zurück. Der an dritter Stelle liegende Miquel unternimmt nun einen siegenden Angriff auf Bauer, der troz größter Kraftanstrengung den Franzosen passieren lassen muß. Das Tempo wird schärfer, so daß zunächst Aerts von Sawall und Miquel, über rundet wird. Später muß auch der Charlot= tenburger daran glauben. Miquel wendet alles auf, um an Sawall vorbeizutommen. Endlich, 20 Minuten vor Schluß, ist der Angriff von Erfolg gekrönt. In einwandfreier Weise übernimmt der Franzose die Führung bis zum Schluß der Stunde. Das ,, Kleine Goldene Rad", das zwei Läufe über 10 und 20 Kilometer für die Klasse B vorsah, gewann der Holländer Ver meer, der im 10- und 20- Kilometer- Lauf den ersten Plaz belegte. Im Armbinde Rennen der Rütt- Schüler verteidigte der Inhaber H. Streubühr die Binde erfolgreich gegen Reichelt und Buls. Resulfate. 15 m, " rofes W oldenes Nad bon Treptow". Löhne und Preise im Ladenfleischergewerbe. In einer vom Zentralverband der Fleischer nach den Residenzfeftfälen einberufenen gut besuchten Versammlung begründete Schulz eingehend die Notwendigkeit, für die Ladenfleischerge. sellen und für die Verkäuferinnen Lohner. höhungen durchzusehen. Die Löhne in diesem Gewerbe seien lange nicht im Vergleich zu den Borfriegszeiten entsprechend den Fleischund Wurstpreisen gestiegen. Wenn für die Gesellen eine wöchent liche Zulage von 6 M., für die Verkäuferinnen eine monatliche Zulage von 30 m., für die Aushilfen eine tägliche Zulage von 2 M. verlangt werde, so rechtfertige dies allein schon die Tatsache, daß die Gesellen seit dem 12. Dezember 1924, die Berkäuferinnen sogar seit dem 1. Oktober 1924 teine Lohnerhöhung erhalten haben. Die Meister haben die Verhandlungen abgebrochen. Sie erklärten, daß sie zwar die Notwendigkeit einsehen, daß fie aber der Deffent. lichteit gegenüber, die sie ja für die Teuerung des Fleisches verantwortlich mache, im jezigen Augenblick eine derartige Lohnerhöhung nicht rechtfertigen fönnen. Die Fleischermeister seien bereit, wenn die mittlere Preisprüfungsstelle ihren Spruch über die Ursachen der Fleischteuerung gefällt hätte, von neuem in Berleben 29,260 km, Suby 28,600 km, Stolz 26,900 km gefahren. handlungen wegen der Lohnerhöhung einzutreten. Da aber die Gesellen und Verkäuferinnen nicht so lange warten fönnen, haben die Organisationen den Schlichtungsausschuß angerufen, der am 1. September verhandeln wird. was die Schuld an den hohen Preisen anbetrifft, so seien die Ladenfleischer nicht ganz unschuldig daran. Es sei daran zu erinnern, daß auf dem Fleischerverbandstag in Gotha die Innungen für mäßige 3ölle eingetreten seien. Bei dem Einkauf fauften fie viel zu eilig, ohne die Entwicklung der Martilage abzuwarten. Wenn sie ihre Einkäufe bei den Engros. fchlächtern furz vor Toresschluß machen würden, wären diese viel eher geneigt, in der Preisberechnung nicht so rigoros vorzugehen, wie sie es jetzt tun. Selbstverständlich sei das über mäßige Anschwellen des Verteilungsapparates im Fleischhandel eine der wesentlichsten Ursachen Juni 1925 Juli 1925 Juli 1924 habe sich, um nur ein Beispiel anzuführen, die Zahl der für die Berteuerung des Fleisches. Seit Kriegsende Berliner Engrosschlächter um 400 Pro3. vermehrt. Auch die Zahl der Biehtommissionäre sei mindestens um 100 Broz gestiegen. Bu fordern sei auch eine Nachprüfung der Spanne, welche zwischen den Auffäuferpreisen und der Marktnotiz bestehe. Hier würden sich für die Deffentlichkeit sehr gewaltige Ueberraschungen ergeben. Wenn die Ladenschlächter an einem Einzelbeispiel einen Bruttoverdienst von 12 M. an einem Schmein von 160 Pfund herausfaltulieren, so ist diese Kalkulation so lächerlich niedrig, daß sie ihnen selbst nicht der Laie glaubt. Denn daß von einem Bruttoverdienst von 12 M. nicht die Lasten und Unkosten und außerdem der Unterhelt für die Familie der Ladenfleischer herauskommen tann, dazu bedarf es feines Beweises. Wenn die Ladenschlächter den Anspruch machen wollen, von der Deffentlichkeit ernst genommen zu werden. so müssen fie auch schon ernsthafte Kaltulationen aufstellen. Die sehr rege Diskussion, die sich anschloß, 66,8 23,2 7 10 b) befriedigend beschäftigte.. 28,8 c) schlecht beschäftigte. Bon je 100 Mitgliedern waren a) arbeitslos. b) Kurzarbeiter 3,17 1,2 3,88 2,89 81,1 41,7 Bei der Feststellung des Beschäftigungsgrades in den Großbetrieben der Holzindustrie wurden 622 Betriebe mit 101 218 Bes schäftigten erfaßt. Ueber den Stand der Arbeitslosigkeit berichte ten 1194 Verwaltungsstellen mit 295 250 Mitgliedern. Bemerkens wert ist, daß in den Bezirken Nürnberg, München, Frankfurt und Stuttgart die Arbeitslosigkeit gegen Juni abgenommen hat, da gegen ist sie in allen anderen Bezirfen gestiegen. Am stärksten war fie in Berlin, wo am Schluß des Monats Juli 8,35 Proz. der Mit 0000000 A Berliner Elektriker- Reederei Kieck Genossenschaft angeschl. dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str. 86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Falekensteinstr.48 Moritzpl. 8197 Sonntag, d. 30. August, Dienstag, d. 1. September, Donnerstag, d. 3. Septemb. u. Sonntag. d. 6. Septemb reizvolle Dampferfahrten über Plaueninsel, Potsdam, Caputh, Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4- Tel. Pfalzburg 9831 nach Ferch am Schwielowsee Herstellung elektr. Licht-, Kraft- Abfahrt: 8% vorm. ab Marschallbr.( nahe Reichstagsgeb.) und 94 vorm. ab Charlottenbg, Tegeler Weg( nahe Bhf. Jungfernund Signalanlagen Verkauf aller heide). Fahrpreis f. Hin- u. Rückfahrt 3 M., Kinder die Hälfte. elektrischer BedarfsartikelAusführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit Der gute KapitänKautabak ist in den meisten Zigarresgeschäften erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22. Kgst. 3861 Bären- Stiefel haltbarster Qualitätsstiefel für Strasse und Sport nur bei SpittelH. Bähr, markt 1 7 Janze and awes Ungeziefer vernichtet mit Brut restlos Ungezieferkerze ATLAS auch wissenschaftlich anerkannt! Zu haben in Drogerien Auslieferungslager für Wiederverkäufer Karl Frick m.b.H. Berlin S 42 Tel.: Dönh 5013 Brandenburgstr. 58 A. Plöttner- Theißen Chemische Fabrik Eriter auf, 30 km: 1. a wall, 27 min., 40%, Scf., 2. Miquel 3. Bauer 160 m, 4. Aerts 270 m zurüď. 8 weiter Lauf ( 1 Stunde): 1. Miquel 62,840 km, 2. Sawall 62,590 km, 3. Aer's 61,030 km, 4. Bauer 60,670 km gefahren. Gesamttlassement: 1. Miquel 92,825 km, 2. Sawall 92,590 km, 3. Aerts 90,870 km, 4. Bauer 90,400 km gefahren, steine olen aby Er fter auf, 10 km: 1. Vermeer, 10 min., 15%, Set., 2. Juby 4. Dobe 325 m, 5. Stolz 730 m zurück. 290 m, 3. Errleben 300 m, 8 weiter auf, 20 km: 1. Vermeer 20 min., 424, Sef., 2. Dobe 300 m, 3. Grrleben 440 m, 4. Juby 1110 m, 5. Stolz 2370 m zurüď. Besamt! lassement: Vermeer 30 km, Dobe 29,375 km, Erg Rennbahn Treptow: Nächstes Rennen am Mittwoch, den 2. September, abends 7 Uhr. Theater der Woche. Boltsbühne: 1. Samlet. 2., 4., 5., 6. u. 7. Fiesto. 3. Schluck und Jau. Vom 30. August bis 7. September 1925. Deutsches Theater: Man bann nie wissen. Kammerspiele: 31., 5. u. 7. Gechs Berfonen fuchen einen Autor. 1., 2., 3., 4. t. 6. Wollust der Anständigkeit. Die Komödie: Bis 31. Madame Bouivard. Ab 1. Herz ist Trumpf. Leffing Theater: Regenbogen. Theater in der Röniggräger Straße: Wie es Euch ge fällt.- Große Boltsoper im Theater des Westens: Wiener Blut. Renaissance Theater: Totentanz. Deutsches Künstler- Theater: Fauteuil 47. Komödien Berliner Theater: 30. bis 4. Anneliese von Dessau. haus: Ab 4. Margarine. Ab 5. Eine Nacht in Benedia. Neues Theater am Roo: Glüd im Winkel. Ab 3. Olly- Bolly. Trianon Theater: Bis 31. Am Teetisch. Ab 1. Frau Lohengrin. Residenz- Theater: Ab 1. Jugendfreunde. Rentral- Theater: Theater in der StommandantenKomische Oper: Das hat die Welt noch nicht gefeh'n. Silfe, ein Kind ist vom Simmel gefallen! ftraße: 30. bis 4. Der Better aus Dingsda. Ab 5. Anneliese von Deffau. Metropol- Theater: Mamfell Angot. Operettenhaus am Schiffbauerdamm: Der kleine Ruppler. Thalia- Theater: 30. Uschi. Ab 31. Annemarie. Theater am Rollendorfplaß: Kleines Theater: Bis 2. Die schöne Melusine. Die hellblauen Schwestern. ab 3. Beffer als früher. Wallner- Theater: Ab 1. Meiseken. Walhalla Rose- Theater: Der große Betrug. Rafino Theater: Mal was anderes. Schloßpark Theater Steglig: Bis 31. Wie Theater: Der Kühne Schwimmer. die Alten fungen. Ab 1. Pension Schöller. Theater im Admiralspalast: Achtung, Welle 505! Scala: Internationales Varieté. Wintergarten: Internationales Varieté. Nelson- Theater: Genfationsgaftspiel des Wiener Romiter- Theaters( Armin Berg, Armin Springer. Adolf Glinger). 1 Rachmittagsvorstellungen. Bollsbühne: 6. Schlud und Jau. Große Bolksoper im Theater des Westens: 30. und 6. Wiener Blut. Rentral Theater: Silfe, ein Kind ist vom Simmel gefallen! Theater am Rollendorfplak: 6. Der lekte Ruk. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Ekkorn: Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Fri Karstadt: Anzeigen Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68, Lindenstrake 3. HatvanolZahnpulver speziell für natürliche sowie künstliche Zähne, Go d- und Ersatzbrücken, Kronen. Preis 0.15, 0.50, 0.75 M. ( Gesetzl. geschützt) In Apotheken und Drogerien zu verlangen. Tapeten 25 Pf. 30 Pf. 35 Pf. Riesenauswahl in allen Preislagen- herrliche Muster Tapeten- Magazin Humboldt Brunnenstraße 112, Ecke Voltastraße nur 1. Etage, fein Baden ( Ringfrei, baber tonturrerzlos billig.) Borzeiger erhält 5% Rabatt. Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suh! Thür. Auf Teilzahlung Möbel einz. Schränke, Bettstellen usw. komplette Zimmereinrichtungen zu billigsten Kassapreisen. Riesenauswahl. Tischler- Julius Apelt meister Mein Name birgt für gute Arbeit Berlin SO, Adalbertstraße 6. Besonders wirksam sind die Kleinen Anzeigen in der Gesamt. 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