Nr. 40942. Jabeg. Ausgabe A nr. 209 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatio 8,- Reichsmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, file bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Vorwärts mit der Sonntags beilage Bolt und geit mit„ Gieb. lung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint mochentäglich aweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: -Sozialdemokrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 15 Pfennig Die Anzeigenpreise: tafpeltige Ranpareille actle 80 Bfennig. Reklamezeile 5- Reichsmart. Aleine Anzeigen" bas fettgebrudte Bort 25 Pfennig ( aulüffig amei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche bas erfte Wort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Bfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen file amet Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Summer miffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenfcafe 8, abgegeben werben. Geöffnet von 8% Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Am 16 மடு gata Sonntag, den 30. August 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boscheatonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank ber Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenfit. 3. Durch Einheit zum Sieg! Zum 12. deutschen Gewerkschaftskongreß. | Die drei Jahre, die seit dem Leipziger Gewerkschafts-| anerkannt werden, die dieser Forderung nicht gerecht wird.| hängige, zollgesicherte Grundlage zu ftellen. Die deutschen fongreß vergangen sind, maren eine Leidenszeit für die Die wirtschaftliche Freiheit ist die materielle Borauslegung für Unternehmer sahen sich am Ausgang der Inflation einer Abdeutsche Arbeiterschaft; sie waren in eben solchem Maße eine die Entfaltung der kulturellen Kräfte der Arbeiterschaft. So Probe auf die Lebenstraft der deutschen Gewerkschaften. wird der Erfolg der Wirksamkeit der Gewerkschaften zur un Im September 1922 erreichte der Allgemeine Deutsche erläßlichen Vorbedingung für die Durchführung der kulturGewerkschaftsbund seine höchste Mitgliederzahl. Ueber acht politischen Forderungen, die der sozialistischen Arbeiterbe Millionen Arbeiter gehörten seinen Organisationen an. Wenn wegung als Vollendung ihres weltgeschichtlichen Strebens vorMitgliederzahlen allein ein Beweis für die Macht wären, so schweben. wäre die Behauptung berechtigt, daß die Gewerkschaften da mals auf dem Höhepunkt ihrer Macht gewesen sind. Indessen hängt die Macht der Gewerkschaften nicht von der Zahl der organisierten, sondern von der Zahl der gewerkschaft lich geschulten Mitglieder ab, von den Arbeitern in ihren Reihen, die den Sinn und die Methoden des gewerf schaftlichen Kampfes begriffen haben, von den Arbeitern, die nicht nur Vorteile für sich erwarten, sondern auch bereit sind, in Zeiten der Krise Opfer für die Bewegung zu bringen. Tatsächlich war der Höhepunkt direkten Einflusses der Gewerkschaften auf die Gestaltung der Sozial- und Wirtschaftspolitik in der Zeit, als die Mitgliederzahl ihre im ponierendste Höhe erreichte, bereits überschritten. Seit Beginn des Jahres 1922, als der Währungsverfall, zunächst in langfamen Tempo, das über seine Unaufhaltsamkeit hinweg täuschte, sich gegen alle mit unzulänglichen Mitteln unter nommenen Stabilisierungsversuche durchsetzte, verengte sich der Aufgabenkreis der Gewerkschaften mehr und mehr auf den einen, in immer fürzeren Zeiträumen wiederholten Kampf, den Reallohn den steigenden Preisen anzupassen. Das Jahr der Ruhrbesehung beschleunigte und vollendete diese verhängnisvolle Entwicklung. Trotzdem die in den Gewerkschaften organisierte Arbeiterschaft in jenem Jahr den einzigen positiven Erfolg des Ruhrkampfes, den politischen Sieg über Poincaré in der Rheinlandfrage, durch den passiven Widerstand erstritt, haben Reichsregierung und Unternehmertum nach dem Abbruch des Kampfes die finanzielle Erschöpfung der Gewerkschaften ausgenutzt, um zum rücksichtslosen Abbau der Gozialpolitit auf der ganzen Linie vorzugehen. Der Dank der Regierung für die unter Führung der Gewerkschaf ten von den Arbeitern vollbrachte geschichtliche Großtat war die Preisgabe der Arbeiter im befekten wie im unbesetzten Deutschland an ihre sozialen Gegner. Nur innerhalb der fapitalistischen Wirtschaft läßt sich eine Absurdität wie der angebliche Gegensatz zwischen einer gefunden Sozialpolitik und den Intereffen der Wirtschaft konstruieren. Die Reichsregierung hat sich in ihrem Handeln seit jener Zeit, vor allem aber in den ersten sechs Monaten der Stabili ferungstrije, ganz im Bannkreis der Argumente der Unternehmer bewegt. So waren die Gewerkschaften gezwungen, in einer Zeit, die ihre Eristenz in Frage stellte und einen gewaltigen Mitgliederverlust im Gefolge hatte, den schweren Kampf um ein nicht völlig unerträgliches Existenzminimum und um die Wiederherstellung des Acht stundentags mit einem Mindestmaß organisatorischer Kraft zu beginnen. Die Regierung fann sich keinerlei Verdienst zu sprechen, wenn es gelungen ist, in den letzten anderthalb Jahren diesen scheinbar aussichtslosen Kampf mit wachsendem Erfolg zu führen. In dieser Periode erwies der gemertschaftliche Gedanke feine in jahrzehntelangem Ringen mit über mächtigen Gegnern erprobte Kraft. Im Kampf vollzog fich die Neubildung der Formationen des gewerkschaftlichen Heeres; durch die Erfolge, die die allein auf ihre Kraft angewiesenen Verbände auf dem Gebiete der Lohn- wie der Arbeitszeitpolitif erzielten, gelang es den Gewerkschaften, nicht nur ihre Widerstandskraft zu festigen, sondern in ihren Mit gliedern den Mut zum Angriff wieder zu beleben. Auf diesen Mut zum Angriff, dem die Gewerkschaften ihren Aufstieg verdanken, tommt es an. Die Gewerkschaften tönnen und wollen sich nicht auf die Verteidigung des ihren Gegnern abgerungenen Geländes beschränken. Sie sind gewohnt, auf lange Sicht zu arbeiten. Die Ueberwindung der wirtschaftlichen Unfreiheit aller, deren einziger Besitz ihre Arbeitskraft ist, ist ihr umfassendes Ziel. Eine gesunde, auch fulturellen Ansprüchen Rechnung tragende Gestaltung der Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft ist die Forderung, um deren Verwirklichung die Gewerkschaften als Borfämpfer und Bahnbrecher der wirtschaftlichen Freiheit des arbeitenden Boltes seit ihrem Bestehen gekämpft haben und auch in Bufunft tämpfen müssen. Belcher Auffassung über die befon deren Formen der sozialistischen Wirtschaft der einzelne zu neigen mag, feine Wirtschaftsordnung wird von den Gewerf schaften als mit ihrer Idee des Sozialismus übereinstimmend faktrise gegenüber, deren Dauer nicht abzusehen ist und aus der es nur einen Ausweg gibt: Qualitätssteigerung der deutschen Erzeugnisse, Intensivierung der Arbeitsleistung. Auf diesem Wege würden sie unter der Voraussetzung gleichbe rechtigter Mitwirkung auf die Hilfe der deutschen Gewertschaften rechnen können. Aber sie zogen einen anderen Beg Der zwölfte Gewerkschaftstongreß, der am vor. Sie versuchten zu einer unbeschränkten Herrschaft über 31. August in der Metropole des deutschen Oftens, in Bresden Inlandmarkt zu kommen, indem sie durch Kartelle, Konlau, eröffnet wird, steht vor der großen Aufgabe, den Weg gerne und schließlich durch Schutzölle fich eine Monopol zu dem unveränderlichen Ziel neu zu bestimmen, auf dem die stellung verschafften, die es ihnen ermöglicht, die Grenze der Gewerkschaften den Vormarsch antreten tönnen. Der Aus- Weltmarktpreise in Deutschland zu überschreiten. Um aber gangspunkt ist ein anderer, als ihn noch der Leipziger Kon- ihren Wettbewerbern auf den Weltmartt erfolgreich entgegengreß zu bestimmen zu können glaubte. Eine tiefgreifende treten zu können, bedienen sie sich des Mittels, die Löhne Wandlung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Macht und Gehälter auf einem Niveau festzuhalten, das die Arbeiter verhältnisse ist eingetreten. An der Spitze des Reichs steht eine und Angestellten in den tonfurrierenden Industrieländern weit ausgesprochene Rechtsregierung, mit deren hinter sich gelaffen haben. Es ist bekannt, daß die Unterweitgehender Unterstübung ihrer einseitigen Wirtschaftspolitik nehmer auf diesem Wege fich des Segens der Rgierung die Unternehmer in allen Sphären der deutschen Wirtschaft, Luther erfreuen tönnen. im Handel, Industrie und Landwirtschaft, rechnen können. Die Diese Wirtschaftspolitik der Unternehmer bestimmt die deutschen Unternehmer aber verfolgen mit rüdsichtsloser Linie der Front, auf der der Breslauer Kongreß die GemertKonsequenz seit Jahren das Ziel, auf dem für sie bequemften schaften sammeln muß. Die lohnpolitische Konsequenz, die er Wege die Versäumnisse der Inflationsjahre wieder einzuholen. aus dem Vorgehen von Regierung und Unternehmern zichen Damals fonnten sie dank der niedrigen Produktionskosten wird, wird der Beschluß sein, daß die Verbände alles daran ohne durchgreifende technische und organisatorische Neugestal- feßen müssen, die auftraft der breiten Massen tung ihrer Betriebe mühelos große Gewinne einheimfen. Sie zu heben, arbeitspolitisch wird er die Mahnung ausübersahen jedoch, daß diese Methode nur zu vorübergehenden sprechen, den Kampf um die tarifvertragliche Festlegung geschäftlichen Erfolgen führen fonnte, sie unterschätzten nicht des Achtstundentages fortzuführen, den sich über die nur die politischen Abwehrmöglichkeiten, die ihrer ausländischen Hälfte der deutschen Arbeiterschaft erhalten oder zurüderobert Konkurrenz zur Verfügung standen, sondern, was weitaus hat. Der Gewerkschaftsfongreß tagt in einem Zeitpunkt, wo bedeutsamer war, die gewaltige Erweiterung des Kreises ihrer die Ereignisse auf dem Arbeitsmarkt den Teilnehmern einen Konkurrenten, die Entstehung neuer Industrien in einer ganzen drastischen Anschauungsunterricht über die der Gesamtheit der Reihe von Ländern während des Krieges und nach seinem Ab- deutschen Arbeiterschaft drohenden Gefahren erteilen. Es wird schluß, die starke Tendenz in der Wirtschaftspolitik verschiedener feiner Ueberredung bedürfen, daß ihnen nur mit dem entStaaten, die Wirtschaft ihres eigenen Landes auf eine unabschiedenen Einsatz der bewährten gewerkschaftlichen Waffen Deutschösterreichs Anschlußwille. Neue Massenkundgebungen. Wien, 29. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Heute früh und im Laufe des Vormittags sind in Linz zwei größere Gruppen des Desterreichisch Deutschen Boltsbundes aus Deutsch land eingetroffen zuerst 83 Mitglieder aus Süddeutschland, dann mehr als 300 Teilnehmer aus Berlin, Nord- und Mitteldeutsch land. Nach einem ersten Empfang an der Grenze" in Bassau fand in Linz eine feierliche Begrüßung statt. Als erster sprach dabei der großdeutsche Landeshauptmann- Stellvertreter Langot in Vertretung des plöglich verhinderten Landeshauptmanns. Er schloß seine Ansprache mit dem Rufe: Heil Großdeutschland!" Nach ihm hielt der Linzer Bürgermeister, Genosse Damiz, die eigentliche Begrüßungsrede, in der er auf die geistigen, politischen und wirtschaft lichen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Desterreich hin wies. Wenn die Friedensverträge, so erflärte er, einmal torrigiert werden, dann wird ein deutsches Volt auf freiem Grunde stehen. von Hochrufen empfangen sprach dann Reichstagspräfident Genoffe Löbe, der für die Begrüßung dankte und u. a. ausführte: Wir find aus Deutschland gekommen, ohne Unterschied der Parteien Dom rechten bis zum linken Flügel, und uns alle erfüllt der Gedanke, zu demonstrieren für die Zusammengehörigkeit nicht zweier Bölker, sondern eines Volkes, das auseinandergeriffen ist. Das Selbstbestimmungsrecht, das allen Nationen zuge. billigt wurde, wird dem deutschen Volte nicht vorenthalten werden tönnen. Es gibt Aengstliche, die da meinen, daß wir zu früh tommen. Die Zweifler sollen durch diese Reise wieder erfahren, daß das Volt Deutschlands und Desterreichs ohne Unterschied der Partei den Zusammenschluß fordert. Unsere Fahrt ist ein Schritt vorwärts auf dem Wege zur Großdeutschen Republit." Die Ankunft in Wien. Wien, 29. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Abends 6,50 Uhr traf der Dampfer Schubert" mit den deutschen Gäften im Wiener Donauhafen ein. Eine große Menschenmenge, die das Schiff auf der Reichsbrüde und am Ufer erwartet hatte, brach in stürmische Be grüßungsrufe aus. Der Republitanische Schußbund war in ansehnlicher Stärke aufmarschiert und seine Kapellen begrüßten die reichsdeutschen Gäste mit einem Maffentonzert. Stadtrat Genosse Baul Speiser begrüßte den öfterreichisch- deutschen Boltsbund im Namen der Stadt Wien, die sich als Schwefter der reichsdeutschen Städte fühle. Die Grenze, die amtlich" zwischen beiden Ländern noch vorhanden ist, besteht im Herzen der Deutschösterreicher und der Reichsdeutschen nicht mehr. Sie fühlen fich eins.( Jubelnder Beifall.) Reichstagspräsident 25 be erwiderte mit dem Hinweis darauf, daß die Gäste schon in Baffau herzlich begrüßt worden sind, und daß überall auf der ganzen Fahrt die Bevölkerung troß ihrer augenblidlichen schweren Hochwasserforgen in großer Bahl an das Donauufer geeilt war, um dem norbeifahrenden Dampfer zuzujubeln und zu zuwinten. Löbe schloß mit einem begeistert aufgenom menen hoch auf die zufünftige einige freie deutsche Republit Der kaifertreue Seipel. Ein Kanzler der Republik! Wien, 29. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die Wiener Rote Fahne" hatte am Freitag einen Brief veröffentlicht, den der chriftlich soziale Führer Dr. Seipel noch als Bundeskanzler an die ehemalige Raiserin 3ita gerichtet hat, worin er fie seiner unverbrüchlichen Treue versichert. Außerdem teilte das Blatt mit, daß die ehemalige Kaiserin dem Bundeskanzler der österreichischen Republit als 3eichen ihres Vertrauens eine Brillant nadel übermittelt habe! Diese Enthüllung des kommunistischen Blattes ift zunächst wenig beachtet worden, weil die„ Rote Fahne" in Wien nahezu inter Ausschluß der Deffentlichkeit erscheint und taum gelesen wird. Die Enthüllung gewinnt aber allmählich an Glaubwürdigkeit, fiz wird sogar geradezu zur Gewißheit, weil Dr. Seipel, obmohl er in Wien weilt, sich bis jetzt noch nicht zu der Enthüllung geäußert hat und auch sein Organ, die Reichspoft". felbst am Samstagabend nur ganz verlegen mit einigen Bhrajen über diese Enthüllung hin wegging. Diefe Kritit wird Dr. Serpel wenig helfen. Selbstverständ Itch werden die Sozialdemokraten schon am Dienstag, wo Nationalrat zusammentritt, diese Angelegenheit im Partament zur Sprache bringen. der begegnet werden kann. Indessen find die Gewerkschaften nicht gesonnen, es dabei bewenden zu lassen. Die Wirt» schaftskrise ist eine nicht zu leugnende Tat» s a ch e, es kommt darauf an, ihre Ursachen einwandfrei fest- zustellen. Die Reichsregicrung darf sich nicht damit begnügen, den Behauptungen der Unternehmer über die Ursachen der Krisis und die Mittel zu ihrer Ueberwindung unbesehen hinzunehmen. Sie muß selbst die Initiative er» greifen, eine wissenschaftliche Untersuchung dieses Fragenkomplexes herbeizuführen, eine Untersuchung, an der auch Vertreter der Gewerkschaften beteiligt werden müssen. Es wird den Unternehmern leicht gelingen, nach wie vor durch Wiederholung unbewiesener Argumente der breiten Oc'-cntlichkeit ihre Auffassung zu suggerieren, so- lange nicht regelmäßigeProduktionsstatistiten die Möglichkeit dauernder Kontrolle gewährleisten. Schon in diesen Forderungen, mit denen sich der Kongreß beschästigen wird, ist der Grundsatz einer Mitwirkung der Gewerkschasten angedeutet. Aber der Kongreß wird weit über diese bescheidenen Forderungen hinausgehen. Gerade der Umstand, daß eine mit denUnternehmern verbün- dete Rechtsregierung den Gang der deutschen Wirt- schastspolitik bestimmt, zwingt die Gewerkschaften dazu, sich aus ihre eigenen wirtschaftlichen Ziele zu besinnen. Der Stabilisierung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, die ihre Gegner erstreben, werden sie die Forderung nach ihrer grundsätzlichen Umgestaltung entgegensetzen. Die Wirtschaftsdemokratie in dem von den Gewerk- schaften erstrebten Ausmaß ist erst auf dieser Grundlage zu verwirklichen. Sie sind aber mtt Recht skeptisch gegen die choss- uung, daß sich diese Umgestaltung zwangsläufig aus der kapitalistischen Wirtschaft oder nur durch Eroberung der poli- tischen Macht ergeben werde. Sie wollen daher auch inner- halb der kapitalistischen Wirtschaft gleichberechtigt mit den Unternehmern am Ausbau und an derFührungder Wirtschaft beteiligt werden, sie sind der Ueberzeugung, daß dieser in der Rcichsversassung gewiesene Weg neben und in Ergänzung der Aufgabe, die von der politischen Arbeiterver- tretung in den Parlamenten zu leisten ist, am ehesten dazu führen wird, die herrschende Wirtschaftsordnung mit g e- meinwirtschaftlichem Geist zu durchdringen. Sie geben sich gewiß keinem Zweifel darüber hin, daß ihr unmtttel- bare? Einfluß, auch wenn er im Geist der Verfassung weit- gehender gesetzlich gesichert würde, innerhalb der kapitalistischen Wirtschaft immer nur soweit reichen wird, als ihre auf der Einheit der Gesamtinteressen der Arbeiterschaft gegründete Machtpolltik zu erzwingen vermag Aber da sie nicht gewillt sind, diese einheitliche Intcressengrundlage preiszugeben, werden sie weder in die Gefahr geraten, mit den Unter- nehmern dieser oder jener Industrie gemeinsam Jnteresien- Politik zu treiben, sondern die großen volkswirtschaftlichen Gesichtspunkte fest im Auge behalten, noch im Vertrauen auf die in gewissen Grenzen erreichbare Mitwirkung die Ver- solgung des weitergestectten Zieles vernachlässigen: die Ueber- Windung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Der Gewerkschaftskongreß wird daher die p r i n z i pie lle Auffassung der Gewerkschaften über die Gestaltung der Wirtschast zum Ausdruck bringen und Forderungen aufstellen, wie der gesetzliche Rahmen für die Wirtschaftsdemokratie zu schaffen und durch ein umfassen- des Erziehungswesen die intellektuelle Vorbereitung für die künstig« Wirtschaftsdemokratie durchzuführen ist. Er wird Forderungen an das Reich, die Länder und die G e- ut e l n d e n zu stellen haben, aber ebenso an die Gewerk» schaften selbst. Sie sind durch organisierte Selbsthilfe groß geworden� organisierte Selbsthilft wird auch die festest« Grundlage für die Erweiterung ihrer Macht, für die geistige Schulung ihrer Mitglieder sein müssen. Eine Zeit lang schien es so, als oh die Vorbedingung gewerkschaftlicher Machtentfaltung, die organisatorische Ge» schlossenhÄr gefährdet fti. Der Gegensatz der Meinungen, der Der /lbsihieö. Von Hardy Worm. Der Rege» rauschte. Dicker Nebel lag vor de» Yenstern de» Wartercmms. Und immer, wenn sich die kreischende Tür öffnete, schauerten die an den Tischen sitzenden Menschen zusammen. E» roch nach kalten Zigarren und Bierresten. Ein Reisender schimpfte über das schlechte Wetter. Die anderen Leute nickten und bounmetten vor sich hin. Sie alle hatten müde und graue Gesichter. Ja einer Ecke des Warteraumes sah ein junger, blasiert aus- sehscher Mann mit einem Mädchen. Ihr Haar war feucht und ihre Nase leicht gerötet. Sie blickte starr auf den schmutzigen Boden. Der junge Maun hiell ihre Hand und sprach gedämpft auf fie ein. Er sagten fie habe doch wissen müssen, dah er nicht ewig bei ihr bleiben könue. Er müsse doch jetzt zurück in die Stadt. Wenn er sein Examen gemacht habe, käme er wieder. Er faßte über ihren Kopf und zuckte zurück, als er merkte, daß ihr Haar naß war. Er be- trachtete fie lauernd. Was für grobe Züge fie hat, dachte er. Diese ttefen Falten um die Nase. Wenn doch bloß der Zug käme...« Er zog seine Uhr und räusperte sich. ,3ch schreibe dir jeden Tag. Ich schreibe dir, so oft ich Zeit habe. Ich werde oft an dich zurückdenken.� Und er bückte gelang» wellt auf die Scheiben und die alte Bauernfrau, die auf einer Kiep« hockte und eingeschlafen war. Genau wie die Alle wird fie später aussehen, dachte er. .Wie schnell die vier Wochen vergangen find. Wie im Fluge. Wirft du oft an mich denken?" Das Mädchen nickte mechanksch. .Sag doch wasi" Als er merkte, daß seh, Ton grob und hart war und sie ihn befremdet anschaute, hustete er laut und murmelle etwas von Heiserkeit nud Erkältung. Und als er ihren kräftigen Oberarm streithelle, schlang sie sehr heftig beide Arme um seinen Hals und weinte lautlos. .Sei doch stllll Sieh mal die Leute l" Er riß sich los..Mach doch kein Theater." Er spähte im Wartesaal umher. Der am Aus. schank stehende Reffende sah ihu stech an, kniff ein Auge zu und grinste. Das Mädchen weinte. Tief sank ihr Kopf. Ihre Finger legten sich wie Gitterstangeu vor ihr Gesicht. Der Student tastete nach Mortem Der Gefühlsausbruch des Mädchens war ihm lästig. Zum Ersticken heiß war ihm. Noch fünf Mi7mtev, dann mußte der Zug kommen. Bald würde alles vorüber sein.... .Sei lleb, sei ruhig! Mir fällt es ja auch nicht leicht." Er wurde wütend. Mußte ich sie auch noch zum Bahnhof mitnehmen, dacht« er. Wenn mich jetzt meine Korpsbrüder sehen würden. Er nestelte an seiner Uhr herum. Do packte das Mädchen wieder seine Hand. Ihre Bluse hotte sich bei der eingehenden Diskussion des gewerkschaftlichen Organisationsproblems sich ergab, schien unüber» brückbar. Tatsächlich hat die klare und von allen Seiten mft dem Nachdruck der Ueberzeugung geführte Aussprache die er- freuliche Folge gehabt, daß alle Berbandsvorstände sich von neuem bewußt wurden, daß die einheitliche Stoßkraft der gesamten deutschen Gewerkschaftsbewegung wichtiger ist als der Sieg in einem innergewerkschaftlichen Prinzipienstreit. Der Wandel der Organisattonsform wird sich, soweit er in der Linie der historischen Entwicklung liegt, ohne Majorisierung des einen Teils durch den anderen unter Führung des Bundes auf dem Wege von Teilkartellierungen und Zusammenschlüsien durchsetzen. Reben der Förderung der Jnduftrieorganisation, die ohne Zweifel für die Vereinheitlichung der Gesamtorgani» sation wesentlich sein wird, kommt es vor allem auf die Stärkung der Gesamtmacht des Bundes an, auch im Hinblick auf das ivirtschastliche Ziel. Denn die Umgestaltung der Wirt- schaftsordnung, die einer einheitlichen Wirtschaftsführung den Weg ebnen soll, setzt auch ehre einheitliche Gewerkschafts- sührung voraus, um in Wirksamkeit steten zu können. Durch Einheit zum Sieg— unter diesem Zeichen möge der zwölfte Gewerkschaftskongreß in der ehrwürdigen Haupt- stadt der deutschen Ostmark fruchtbare Arbett leisten, Wege weisend, die gleichzeitig der Stärkung der gewerkschaftlichen Macht wie der Entfaltung der geisttgen und materiellen Wirt- schastskräste Deutschlands dienen. Th. Seipart. Der /lDGD. an Sie flrbeitgeberverbänöe. Aussprechen, was ist. Die Vereinigung der deuffchen Arbettgeberoerbänd« be- antwortete die am 1. August von den Spitzenoerbänden der deutschen Gewerkschaften an die Reichsregierung gerichtete Denkschrift, in der sich die Gewerkschaften gegen die Forderung der Arbeitgeberverbände nach Verzicht aus weitere Lohner- höhung und Einwilligung in eine Verlängerung der Arbeits- zeit usw. wenden, mit einem Rundschreiben an die deutsche Presse. In diesem Bericht wurde behauptet, daß die Gewerk- schaftsdenkschrift das Ziel der Arbeitgeberverbände falsch dar- gestellt habe. Der Vorstand des Mgemeinen Deutschen Ge- werkschastsbundes hat nun eine Erwiderung an die Ver- einigung der Deutschen Arbeitgeberverbänd« gerichtet in der er u. a. sagt: .Wenn die Gewerkschaften aus den für die deuffche Wirtschast gegebenen Boraussetzungen heraus und unter ernster Würdigung der derzeitigen Grundlagen zu Forderungen gelangen, die die Ver- einigung glaubt ablehnen zu sollen, so bedeutet diese» nicht, daß die Gewerkschaften es ablehnen, aus den bestehenden Berhältnisien dringend notwendige Forderungen zu ziehen. Es bedeutet nicht, daß die Gewerkschaften auf den Appell der Unternehmer schwelgen, sondern es bedeutet, daß die Gewerkschaften die Schlußfolgerungen der Unternehmer nicht anerkennen können und daher den den Arbeitern zugemuteten Weg als d u r ch a u s f a l s ch, für die Arbeiter ungangbar und zugleich auch für die Zukunft der deutschen Wirtschast verhängnisvoll entschieden ablehnen müssen." Weiter wird an Hand von Veffpielen ausgeführt, dah die Gewerkschaften die Forderungen der Arbeitgeberverbänd« durchaus richtig dargelegt haben und daß es keines weiteren Beweises dafür bedarf» daß das Ziel der Arbeitgeberverbände auf ein„Tiefhalten der Arbeitsbedingungen" hinausläuft. Demgegenüber wird folgendes festgestellt: .Die von den Gewerkschaften im Kampf um die Lebenslage der deutschen Arbeiter erhobenen Forderungen bewegen sich im Rah- men gegebener Möglichkeiten, wenn die Unternehmer endlich gewillt sind, die für sie aus den gegebenen Verhältnissen entspringenden volkswirtschaftlichen Konsequenzen zu ziehen. Dazu gehört, daß sie endlich durch rücksichtslose Au»- merzung aller preistreibenden und verteuernden GUeder ihrer- setts die Voraussetzungen für die verbilligende verschoben. Einige Haarsträhnen hatten sich gelöst. Sie erschien ihm abschreckend häßlich. .Ich Hab so entsetzlich« Angst k" Sie legte ihre» Kopf aus den schmierigen Tisch und wimmerte in sich hinein. Der Student lächelte. Er hörte ganz fern ein Rollen. Die Tür wurde aufgerissen. Ein Bahnbeamter schrie:.Fertig machen!" Die Leute regten sich, polterten. Kisten knarrten. Es roch nach Obst. Der Reisende summte: JS.s wär so schön gewesen..." „Anna, der Zug kommt." Der Student erhob sich, knöpft« setneu Mantel zu. Er griff zur Reisetasche. Rasselnd fuhr der Zug in den Bahnhof. Die Leute drängten sich zur Tür hinaus. .Na, Anna, leb wohll" Er streckte ihr die Hand hm. Roch eine Minute, dachte er, dann sitze ich im Zuge. Das Mädchen rührte sich nicht. Er faßte ste grob beim Arm. „Mach doch keine Geschichten. Ich war doch nicht der erste...." Da richtete sie sich hoch. Sah ihn ganz fremd an. Und stieß ihn vor die Brust, daß er zurücktaumelte. Schrie: �Du.., Schuft!" Spie ihn an. Spie ihm mitten ins Gesicht. Er wurde leichenblaß. Fuhr sich mit der Hand über die Augen. Lachte mißtönend. Und rannte zur Tür hinaus. Der Zug fuhr quietschend aus der Halle. Im Wartesaal lagen Papier und ZigarettenstummÄ umher. Fliegen schwirrten um die Bierreste. In einer Ecke saß das Mädchen. Tränenlo». Aber mit Augen, die gestorben zu sein schienen. Ganz fern pfiff die Lokomotive. Revue im Dalhalla-Theaker. Da draußen vor dem Rosenthaler Tor gibt's nun auch eine Revue. Das Walhalla-Theater zeigte gestern zum erstenmal die 25 Bilder einer lustigen Aus- ftattungsrevue von Alfred Berg und Karl Bretschneider, die es.Mal was anderes" nennt. Das andere besteht darin, dah man nicht nur mit Ausstattungspracht die Sinne bestechen, son- dern auch was für den Geist tun will, indem man der Gegenweuts- Beschichte satirische Seitenhiebe versetzt. Also ein Versuch, die alten Metropol-Theater-Revuen des seligen Julius Freund lustig wieder auferstehen zu lassen..Mal was anderes" bedeutet hier somit eigent- lich nichts anderes, sondern etwas längst Bekanntes. Ich würde den Versuch fröhlich begrüßen, wenn er gelungen wäre. Aber die Glossen zu den Zeitereignissen sind nur mühselig aus dem Faß zähflüssiger Tinte gezogen. Es fehlt der Schwung befreienden Humors, Akiuaü- täten aufzuspüren und mit spritzigem Geist zu würzen. Dennoch aber kann es die Waihallo-Revue getrost mit Revuetheatern der inneren Stadt aufnehmen. Die Bilder, verschwenderisch mit kostbarer Seide, schönen Mädchenbeinen und ein wenig Witz ausgestattet, sind voller Geschmack zusammengestellt— auch wo es sich um Reklame für be- kannte Firmen handelt. Der quirlige Harry Lamb-rtz- P a u l s e n, die kesse Lotte Werkmeister, die reizende A g n y Wille und der unverwüstliche RobertSteidel sorgten für gute Laune und Paul Hühn brockte die Zuschauer mit seiner etwas aufdringlichen, aber volkstümlichen und schlagerhosteu Musik in Produktionssteigerung der Wirtschaft schaffen, statt daß sie einen durch Krieg und Inflation in der Industrie und besonders im Handel und Geldverkehr unnatürlich aufgeblähten und wirt- schaftsschädlichen Produktionsapparat durch preistreibende Maß- nahmen der wirtschaftlichen Unternehmervereinigungen entgegen allen Interessen des Voltes aufrechterhalten. Der Druck auf den Lebensstandard eines großen Industrievolkes löst naturnotwendig gleichen Druck in allen anderen Wirtschaften aus und läßt die ohne- hin gestörte Kaufkraft aller Völker weiter sinken. Es werden die Voraussetzungen für den internationalen Güteraustausch und die Beschäftigungsmöglichkeit der Arbeiter zerstört. Auch unter diesem Gesichtspunkt sind die Gewerkschaftsforderungen geradezu Vor- aussetzung für die endliche Gesundung der deut» schen Wirtschaft." Es ist nicht zu erwarten, daß die Vereinigung der Deut- schen Arbeitgeberverbänd« auch durch die handgreiflichsten Be- weise und durchschlagendsten Gründe eines Besseren belehrt wird. Die Herren sind zu sehr oerrannt in ihre kurzsichtige Machtpolitik. Es ist aber gut, daß der Oeffentlichkeit gegenüber die innere Verlogenheit und Verkehrtheit dieser verhängnisvollen Polittk klargestellt wird. Gleiches Recht. Der amnestierte Hochverräter. Auch das Wolffsche Telegraphenbureau bestätigt jetzt die Meldung, wonach der Oberreichsanwalt den Haftbefehl gegen Kapitänleutnant Ehrhardt sowie gegen alle anderen am Kapp-Putsch Beteiligten aufgehoben hat. Merkwürdigerweise teilt das offiziöse Telegraphenbureau nicht mit, welche Gründe für die Aufhebung der Haftbefehle maßgebend ge- wesen sind oder auf wessen Veranlassung der Ober- reichsanwalt die Aufhebung verfügt hat. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß die Reichsregierung selbst hinter dieser Aufhebung steht und dah sie gewissermaßen als Ergänzung der vom Reichstag beschlossenen kümmerlichen A m n e st i e zu betrachten ist. Die deuffche Rechtspflege hat in vergangenen Iahren solche Proben ihrer parteiisch einseitigen Einstellung gegeben, daß starke Worte angesichts dieses Tatbestandes kaum noch Eindruck machen können. Trotzdem muß folgendes fest- gestellt werden: Kapitänleutnant Ehrhardt und Oberst Bauer— denn um diese beiden handelt es sich natürlich in erster Linie— sind des vollendeten Hochverrats ange- klagt und zweifellos auch schuldig. Der Tatbestand liegt vor, und keine noch so parteiisch beeinflußte Gerichtsverhand- lung könnte ihn mit irgendwelchen Paragraphen aus der Welt schaffen. Der Hochverrat dieser beiden Rebellen gegen die Re- publik hat Hunderten das Leben gekostet, hat die deutsche Republik schwer geschädigt, hat die verhängnisvolle Cntwick- lung der Inflation weiter gefördert. Gegen beide hat niemals eine Verhandlung stattfinden können, nicht etwa, weil sie nicht zu erreichen gewesen wären, sondern weil deuffche Regierun- gen sie nicht erreichen wollten. Der des Hochverrats an» geklagte Ehrhardt war der offizielle Berater des bayerischen Generalkommissars v. K a h r. Der Mann, der in München vor dem Beauftragten des Oberreichsanwalts einen Mein- e i d leistete und die Prinzessin Hohenlohe zum Meineid o e r l e i t e t hatte, fand in Bayern mit Duldung und Wissen der bayerischen Regierung und Behörden ein sicheres Unter- kommen und niemand durfte wagen, diesen Mann, trotzdem er sich auf deutschem Boden aufhielt, zu verhaften. Offen- kundigste Verhöhnung des Rechts wurde von der Regierung eines solchen Freistaates unter dem Beifall aller offenen und verkappten Monarchisten und Kappisten geduldet und ge- fördert., Zur gleichen Zeit fitzen in bayerischen Gefängnissen jähre- lang unter den entwürdigendsten Bedingungen Männer, die unterdenlächerlichstenVorwändenzur Befriedi- gung parteipolltischen Hasses zu Gefängnis, zu Festung und Zuchthaus verurteilt worden sind. Zur gleichen Zeit inszeniert der Oberreichsanwall in Leipzig eine Verfolgung gegen Schau- Stimmung. Roch aufdringlicher waren die Spekulationen auf natio- nalistische Gelüste im Publikum. Patriotische Belehrung von der Bühne aus, besonder» in Begleitung von Shimmy-Musik, geht zu Herzen. Dgr. .Rlamfekl Angok."(Metropoltheater.) Tlair« Dux flötet ihre süßen Töne, schmachtend, zart, jungmädchenhaft, wie ein« berühmte, beliebte und ihre Beliebtheit gern demonstrierend« Künstlerin der Arie und de, Liedes; Walter Kirchhofs schmettert jugendliche Heldenlaute heraus, jeder Zoll ein wieder erstarkter Tenor, die K a r s a v i n a treibt die Reize aller, veralleter Tanz- kunst auf die Spitze(auf die Fußspitze sozusagen), Hansen säusell verliebt und mit wirklichem Charme seine kleinen Couplets, Arno schlenkert mit unmöglichen Beinen und kalauert witzig. Das alles aber ist nicht sprühend und leicht und ist nicht Champagner. Di« Musik L e q u o c s enthüll solchen Champagner. L o r i L e u x, die in Bewegung, Blick und Gesang klug und überlegen, dabei natür- lich Operettenlaune erzeugt. Das Ensemble großer Namen macht es eben nicht, und auch die Jntrigantengeschichte aus französischer Revolutionszeit ist nicht mehr recht schmackhaft, selbst in den aktuellen Zeichen nicht. So bleibt ein optischer Eindruck, der aller- dings im Kostümlichen und in den Inszenierungsfinessen außer- ordentlich apart und schwungvoll genannt werden muß. Die künst- lerische Gesamtleistung Friedmann- Frederichs, Regie Emil Buschmann» und die mustkallsche Leitung Arthur Buschmanns verdienen reiches Lob. Di« Hauptnummern wur- den alle wiederholt. K. S. Breuers Beethoven. Die Figur wächst aus dem Stein heraus: in großen, einfachen Formen modelliert, verliert sie sich nicht in naturalistische Details, Breuer will Monumentalität, dieser Beethoven soll der Erdennähe entrückt sein, es fft nicht der Mensch, es ist das Genie In der Hallung eine« Olympiers, schwre lastend auf seinem Thronsessel, in der Stunde göttlicher Eingebung, das Haupt gesenkt, die Augen geschlossen und die Fäuste verkrampft auf der Sessellehne. Aber diese Monumentalität erscheint eher gewollt als gemußt, sie ist so glatt und geleckt wie etwa der Klassizismus eines Begas. Hier reckt sich jemand, der die Form beherrscht, zu monumentaler Größe empor, doch es fehll der elementare Ausdruckswille, der hinter der ruhigen Form stehen muß. gm Grunde könnte dieser Beethoven auch anders modelliert worden sein, doch Breuer folgt der Sehnsucht der Zeit, die Monumentalität oerlangt. Dieser Beelhoven hat nie die Erotca oder die späten Sonaten und Quartette komponiert, er würde vielleicht ein Nachahmer Richard Wagners sein, ein Mensch, der die Pose liebt.— Diese Statue, bis jetzt erst als Modell vor. Händen,� soll nach dem Willen einer Gemeinde von Beethooen-Ver» ehrern in Granit erstehen. Ein musikalischer Tee, der gestern nach. mittag im Garten der alten Kunstgewerbeschule gegeben wurde, unt bei dem Beethovensche Chöre und das Septett Op. 20 zum Dortraa kamen, sollte den Grundstock für die Mittel legen. F. E. Eine Internationale prrsseunloerfikäl soll w Zürich gegründet werden Die VorarbeUcn sind bereits weit vorgcichritlen. Man darf gespannt sein ob und wieweit daS Niveau des JomnaliSmu«, der ja zunächst eine an- geborene, nicht erlernbare Fähigkeit darstellt, durch eure solche akademische AuSbudung gehoben Spieler und Dichter, die die Berwunderung und Ent rüstung der ganzen Welt hervorruft. Gegen tommunistische Arbeiter, die eine Pistole oder einen Revolver versteckt haben, werden Hunderte von Prozessen abgehalten und Strafen verhängt, deren brutale, finnlose Härte offenbar nur den einen Zwed verfolgt, der fommunistischen Bewegung fünftlich Agitationsstoff zu verschaffen. Der Gedanke des gleichen Rechts hat offenbar in politischen Prozessen in Deutschland feinen Boden. Die Auf hebung der Haftbefehle gegen den meineidigen Hochperräter ist nur ein neuer Beweis dafür, daß wir nur formell ein Rechtsstaat sind, daß aber in der deutschen Rechtspflege noch alles zu tun ist, bis der Grundfah jedem Richter in Fleisch und Blut übergegangen ist, daß gleiches Recht für alle gelten muß, auch dann, wenn die Durchführung dieses Grundsatzes zu Konflitten mit der monarchistischen Gesinnung des Richters führt. Die Regierung Luther scheint nach dieser Leistung nicht die Regierung zu sein, die auf diesem Wege zu gehen entschlossen ist. Zum Kampf gegen das Justizministerium. Wiederum eine falsche Behauptung. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst von zuständiger Stelle erfährt, ist die in einzelnen Morgenblättern wiedergegebene Behaup tung, Justizrat Werthauer habe Beziehungen zum Justiz ministerium, insbesondere zu dem Ministerialrat Kuhnt, welche ihm die Nachprüfung der Angaben Breithaupts ermöglichten, unrichtig. Dem Ministerialrat Kuhnt ist Justizrat Werthauer persönlich unbekannt; Ministerialrat Kuhnt hat noch nie mit ihm gesprochen. Der Marsch nach rechts. Schrittmacher Stegerwald. München, 29. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Der ehemalige preußische Ministerpräsident Adam Stegerwald hält sich zur zeit in München auf und wohnt als Gaft bei dem preußischen Ge sandten Dr. Dent. Allgemein wird vermutet, daß Stegerwald als einer der führenden Vertreter des rechten Flügels des Zentrums in München weilt, um mit der Bayerischen Boltspartei, die seit längerer Zeit in irgendeiner Form zum Zentrum zurückmöchte, Fühlung zu nehmen. Deutschnationale Begleitmusik. Hergt und Freytagh- Loringhoven. Die Stärke der freien Gewerkschaften. Mitgliederzahlen. Dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund waren im Jahre 1924 41 3entralver bände angeschlossen, von denen vier sich mit anderen Verbänden verschmolzen haben, während einer fich dem AfA- Bund angeschlossen hat, so daß noch 36 selbstän. bige Berbände beſtehen. Diese Arbeiterverbände zählten Enbe 1924 rund 3975000 Mitglieder, darunter 743 405 weibliche und 126 297 jugendliche. Die Mitglieder verteilen sich auf weit über 1000 Orte in Deutschland. Bestanden doch an 1011 Orten Ortsausschüsse des ADGB., die sich aus einer mehr oder minder großen Reihe von Bahlstellen der einzelnen Ber bände zusammensetzen. Die größte Organisation ist der Verband der Metall arbeiter mit 710 934 Mitgliedern. Ihm folgen die Textil arbeiter mit 326 342 Mitgliedern, die Fabritarbeiter mit arbeiter mit 326 342 Mitgliedern, die Fabritarbeiter mit 325 700, der Baugewertsbund mit 319 376, der Berkehrs. bund mit 258 775, die 5) oIzarbeiter mit 284 742, die Bergarbeiter mit 190 224, die Landarbeiter mit 179 656, die Gemeinde und Staatsarbeiter mit 179546 und die Eisenbahner mit 167 691 Mitgliedern. Ueber 50000 Mitglieder zählten weiter die Bekleidungarbeiter 87 640, bie Schuhmacher 85 372, Bimmerer 80 264, Buchdrucker 71 924, Tabat arbeiter 66 712, Lebensmittel- und Geträntearbeiter 65 235, Buchbinder 53 943, Nahrungs- und Genußmittelarbeiter 52 761 und der Berband der Porzellanarbeiter 50 545 Mitglieder. Die Steinarbeiter und Steinfeger zählten 43 823 Mitglieder, die Leberarbeiter 40 170, die Maschiniften und Heizer 40 046, die Maler 37 701, die Glasarbeiter 36 604, die graphischen Hilfsarbeiter 33 125, bie Sattler, Tapezierer und Portefeuiller 33 341 Mitglieder. Der Verband der Musiker hatte 22 830 Mitglieder und der Verband der Hotel, Restaurant- und Caféangestellten 22 413 Mitglieder. Ueber 10000 Mitglieder hatten noch folgende Berbände: Lithographen 19 252, Hutarbeiter 18 563, Fleischer 12 984 und die Schweizer 11 300. Nur neun Verbände hatten weniger als 10 000 Mitglieder. Die Finanzgebarung. Die Einnahmen der Gewerkschaften betrugen in der Belt von 1891 bis Ende 1924 97 037 600 m., die Ausgaben 69 071 119 Mart. Im Jahre 1924 entfielen von den Ausgaben der Berbände auf Reiseunterstüßung 226 025 M., auf Arbeitslosenunterstützung 3 947 739 M., auf Krantenunterstügung 3 201 262 M., Invaliden Am 22. Juli gab der deutschnationale Fraktionsführer, unterstützung 425 445 m. und auf Sterbegeld 947 152 M., Umzug, Craf Westarp, im Reichstag die Versicherung ab, daß feine Notfall und sonstige Unterstützung erforderten eine Ausgabe von Fraktion verantwortlich am Zustandekommen des Sicher 1198 059 M., der Rechtsschutz eine solche von 398 039 m. Jns heitspattes mitarbeiten werde. Die deutschnationale Partei gefamt 10 344 611 m. an Unterstützungen. Lohntämpfe bei Ar leitung hat in diesen Tagen erklärt, daß die Ausführungen beitseinstellung, Maßregelungen erforderten samt den übrigen des Grafen Westarp als ernst und fachlich gemeint" auf Rosten der Lohnbewegung den Betrag von 2895 986 m. Die gefaßt werden müßten. Das Verantwortungsbewußtsein" Rosten für die Verbandszeitschriften, die den Mitgliedern tostenlos und die Mitarbeit" der Deutschnationalen tamen zum Ausgeliefert werden, betrugen im letzten Jahre 2895 986 M. Für druck in dem Kommentar, den der Abgeordnete Hergt als sonstige Bildungszwecke wurden 897 772 m. ausgegeben. Borsitzender des Auswärtigen Ausschusses mit deutlicher Spize gegen den Kommentar des Auswärtigen Amtes gegeben hat. Wer die beiden Kommentare miteinander ver gleicht, der merkt, daß die Absichten, die hinter ihnen stehen, grundverschieden sind. Der Kommentar des Auswärtigen Amtes will eine günstige Atmosphäre für eine tommende Battkonferenz schaffen. Der Kommentar des Herrn Hergt verfolgt dagegen nicht außenpolitische, sondern innerpolitische Zwecke. Er sollte den deutschnationalen Anhängern im Lande zu verstehen geben: Es ist nichts geschehen, es geschieht nichts, bis zu einer Entscheidung ist noch lange Zeit; ganz im Sinne jener beruhigenden dilatorischen Erklärung, Die die deutschnationale Parteileitung gegenüber ihren Dr ganisationen gegeben hat und von denen fie der Deffentlichkeit indirekt zu verstehen gab, daß sie nicht ernst und nicht fachlich gemeint sei. Die Lohnbewegungen. Bon den Zentralverbänden hatten 34 im legten Jahre in 33 855 Fällen Lohn bewegungen zu führen, die sich auf 858 553 Be triebe mit 18 365 929 beschäftigten Personen erstreckten. An diesen auf Ende September anberaumt. Der Vorschlag bes Ronferenzdatums bleibt Deutschland überlassen. Der wahr fcheinliche Tagungsort ist Lausanne. Falls nicht Intrigen ben günftigen Abschluß der Verhandlungen stören, rechnet man mit Deutschlands Eintritt, der auf einer Sondertagung des Bölterbundes vollzogen werden würde, im November. Der Nat ohne Benesch. Genf, 29. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Da Außenminister Benesch durch Regierungsgeschäfte zurückgehalten ist, wird nicht er die Tschechoslowatet auf der Ratstagung des Bölkerbundes vertreten, sondern der Berner Gesandte Beverta. Dagegen wird Benesch an der Bollversammlung des Böllerbundes teilnehmen. Die Londoner Juristenkonferenz. Unverbindlich. Herr Hergt, der Mann des„ Hier stehe ich, ich tann nicht anders" vom 25. Auguft 1924, besigt gewiß llebung in der Abgabe solcher Erklärungen, die nach Bedarf in zwei oder drei Tagen gebrochen werden. Für die Stellung der Deutschnationalen Partei aber ist es intereffant, daß Herr v. Freytagh Loringhoven, der bisher zu den wütendsten Rämpfern gegen bie Politit des Sicherheitspattes und den Außenminister Stresemann gehörte, jetzt Herrn Hergt fetundiert. In einem Aufsatz in der Deutschen Beitung schlägt er dieselbe Tattit ein, die die deutschnatio nale Parteileitung ihren Organisationen gegenüber befolgt. Er schiebt den Kommentar ergts in ben Bordergrund, obgleich er sich völlig klar ist, daß er feine staatsrechtliche Betäufigen Charakter und dient lediglich dem Austausch deutung befigt. Es flingt wie Ironie, wenn er in diesem Zu sammenhang von dem Kommentar des Auswärtigen Amtes fagt, es handle fich hier nicht um ein diplomatisches Aften stück, sondern um eine Stilübung, die für den deutschen Bürger bestimmt ist. Immerhin gibt er zu, daß er die im Auswärtigen Amt herrschende Stimmung wiedergibt. Was den Kommentar der Regierung anbelangt, ftellt Herr v. Freytagh- Loringhoven also fest, daß er ein Ausdrud des politischen auf den Abschluß eines Sicherheitspattes gerichteten Absichten der Regierung ist. Wie steht es aber mit dem Rom mentar des Herrn Hergt? Ist das nicht lediglich deutschnationale Begleitmufit, die für den deutschnationalen Bürger berechnet ist, so wie feinerzeit das Hier stehe ich, ich kann nicht anders" des Herrn Hergt? Oder will Herr v. Freytagh- Loringhoven behaupten, daß es die Absicht der Deutschnationalen Partei fei, die Politit des Sicherheitspattes zu fabotieren? Deutschland und der Völkerbund. Eine Rede Stresemanns. In einer Begrüßungsansprache an den Bund der Auslands. deutschen führte der Reichsminister Dr. Stresemann unter anderem folgendes aus: In der öffentlichen Meinung Deutschlands ift die Frage des Eintritts Deutschlands in den Böllerbund scharf umstritten. Im Rückblick auf die Geschichte des Bölterbundes ist diese Stepfis ver ständlich. Aber vorwärts schauend müssen wir uns auch fragen, ob wir nicht gerade für deutsche Minderheiten in der Welt und für die Beachtung der internationalen Ber. träge, welche diele Rechte sicherstellen sollen, durch unsere Mit wirtung im Bölterbund besonders wirten fönnen." Deutschlands Eintritt für November erwartet. Genf, 29. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die tommende Bölkerbundstagung wird hauptsächlich Berwaltungsfragen erledigen. Eine Ueberraschung fann nur die Mossulfrage bringen, da die Türken den Bölkerbundsentscheid ablehnen und eine neue Ent Scheldung verlangen, Die Konferenz der Außenminifter ist munmehr London, 29. Auguft.( Reuter.) Die juristischen Sachverständigen werden am Montag im Foreign Office zur Besprechung des Sicher heitspattes zusammenkommen. Die Zusammenkunft hat nach Ansicht der britischen Regierung nur informatorischen und vor. der verschiebenen Ansichten und Vorschläge in bezug auf die Form des abzuschließenden Abkommens. Eine Entscheidung wird nicht getroffen werden. Die Besprechungen werden als Borläufer der später abzuhaltenden Außenministerkonferenz betrachtet. Die tschechische Bodenreform. Ein Mittel zur Tschechisierung Deutschböhmens. Prag, 29. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) In der deutschen Bevölkerung der Tschechoslowakei herrscht tiefe Erbitterung über die vom Staate über den Bäderbetrieb in Marienbad eingefeßte Zwangsverwaltung. In einer Sigung des Vollzugsaus schusses der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei wurde der Erbitterung durch eine Protestkundgebung Ausbruck gegeben, in der es heißt: Bewegungen waren 18192 701 Personen beteiligt, darunter 4594 051 weibliche. In 30 196 Fällen mit 16 226 080 Beteiligten nahmen die Bewegungen einen friedlichen Verlauf, während es in 3659 Fällen zu Streits oder Aussperrungen tam, Die Arbeit stellten 1953 603 Personen ein, darunter 228 215 weiban denen 1966 621 Personen in 41 535 Betrieben beteiligt waren. liche. In 30 846 Fällen diente die Bewegung der Berbesserung ber Arbeitsbedingungen, in 3009 Fällen galt es die Abwehr Don Berschlechterungen. 32 838 Bewegungen 11 645 Fällen unter Mitwirtung der Schlichtungsauswurden durch Bergleichsverhandlungen beendet, in schüsse. In 2045 Fällen wurde für 3 937 195 Personen ein Tarif ab. geflossen, in 2921 Fällen der Tarif für 3 783 482 Personen verlängert oder erneuert. In 1167 Fällen wurden insgesamt 1 220 383 Bersonen, barunter 104 375 weibliche, ausgesperrt, 585 Aus. Sperrungen erfolgten als Maßnahmen gegen Forderungen und 541 zu dem zwed, Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen durchzufeßen. metallarbeiter wurden 735 628 augesperrt, Bergarbeiter 508 216. 15 584 573 m., wovon die Streits und Aussperrungen Die Bewegungen erforderten insgesamt eine Ausgabe von 14044750 m. erforderten, ungerechnet all die persönlichen Opfer bie bie Beteiligten zu bringen hatten. Lohnerhöhungen wurden für 9441 099 männliche Berfonen im Wochendurchschnitt von 3,53 M. erreicht und für 3 909 941 Personen von durchschnittlich 1,81 m. pro Woche. Die Summe der Kleinarbeit. Diese Zahlen aus dem Jahrbuch des ADGB. für 1924 reden eine deutliche Sprache. Wieviele Handzettel, Flugblätter mußten vertrieben werden, wieviele Besprechungen, Sizungen und Verſammlungen wurden abgehalten, um die jezigen Gewerkschaftsmitglieder ihrer Organisation zuzuführen; wieviele Vorträge murden gehalten, Aufklärungsschriften verbreitet, um die Mitglieder zu schulen? Und wieviel ist noch zu tun, um die Unorganifierten, die Indiffferenten, heranzuziehen? Jeder einzelne Wochenbeitrag muß tassiert und notiert werben, wozu eine Menge Untertassierer ihre freie Zeit selbst an Sonntagen zur Verfügung stellen, Haustassierer angestellt werden müssen, um die Beiträge regelmäßig einzuholen. Und wie schwer fällt es oft, fie zu zahlen! Besonders dann, wenn versäumt wird, fie regelmäßig zu zahlen. Wie tönnten Lohntämpfe geführt werden, ohne festgefügte Organisationen, ohne Unterstützung! Und trotz der besten Unterstügung muß die Arbeiterschaft in ihren Kämpfen dennoch schwere persönliche Opfer bringen. Bie aber stände die deutsche Arbeiterschaft heute da ohne ihre Organisationen? Trotzdem für sie noch so sehr vieles zu wünschen übrig bleibt, tann fie auf ihre Verbände, auf ihren Zusammenschluß im ADGB. stolz sein! Nur ihnen dankt sie es, wenn sie nach dem Zusammenbruch der Währung in hartnädigen Rämpfen ihre Lebens. haltung wieder heben fonnte. Nur durch den festen organisato rischen Zusammenschluß innerhalb der freien Gewertschaften wird es möglich sein, die Front der Zollwucherer zu durchbrechen und vorwärts zu marschieren zum endgültigen Sieg! Nachtragsklage gegen Polen. Beim Haager Schiedsgericht. Haag, 29. Auguft. Die deutsche Gesandtschaft hat beim Stän digen Internationalen Gerichtshof eine neue Klage der deutschen Regierung gegen bie polnische Regierung gerichtet. Die deutsche Rlage bezieht fich ähnlich wie die am 15. Mai eingereichte, in der am Dienstag dieser Woche die Borentscheidung des Gerichtshofes erging, daß er zum Urteil zuständig ist, auf bestimmte deutsche ländliche Besigtümer in Bolnisch- Oberschlesien, deren Enteignung die polnische Regierung im Widerspruch zur Genfer deutsch- polnischen Konvention beabsichtigt. Diese deutschen Besitztümer waren in der Klage schrift vom 15. Mai nicht erwähnt und die deutsche Regierung hat daher jetzt beantragt, daß die neugenannten Fälle zu der am 15. Mai eingereichten Liste des deutschen von polnischer Enteignung bedrohten Ländlichen Befigtums hinzugefügt und daß alle diese Fälle zugleich entschieben werden sollen. Der Marokkokrieg. Franzöfifcher Erfolgsbericht. Paris, 29. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Der offizielle Bericht aus Marotto bejagt, daß die im Gebiet der Branes begonnenen Operationen fich planmäßig entwickelt hätten. Es wäre den Franzojen gelungen das Dichebel Amfeft und Dichebel Nihi einzu. fchließen, und damit wäre ihr vorläufiges Ziel er. reicht. Berschiedene Stämme der Branes hätten mitgeteilt, daß fie fich bedingungslos zu unterwerfen bereit seien. Marschall Pétain hat das Obertommando übernommen. Man erhofft nunmehr eine schnelle und endgültige Lösung der Frage des Rifgebietes. Deutsche Arbeitertouristen verunglückt. Auffindung der Leichen. Lauterbrunn, 29. Auguft.( WTB.) Die Leichen der am Mittwoch von bem Bergführer B. Almen auf dem Wege zum Peters grat, etwa eine halbe Stunde oberhalb der Mutthornhütte, aufgefundenen brei Touristen fonnten nunmehr identifiziert werden. s find die brei folgenden Arbeiter aus Leipzig: Richard Paul Müller, Buchbinder, Rüdemann und Ungetüm. Friedrich Weinhausen gestorben. Der frühere demokratische Reichs- und Landtagsabgeordnete Friedrich Weinhausen ist unerwartet nach schwerem Leiden im Alter von 58 Jahren ge= später Generalsekretär der Freifinnigen Bereinigung und dann der storben. Beinhausen war lange Jahre Redakteur der Hilfe", Fortschrittlichen Boltspartei. Im Reichstag vertrat er seit 1912 den Wahlkreis Danzig, auch der Nationalversammlung gehörte er an. In feinen legten Lebensjahren war er Herausgeber des" Demokrati fchen Zeitungsdienstes. Die deutsche Republik verliert in ihm einen aufrechten Demokraten. Die Maßnahmen des staatlichen Bodenamtes sind geeignet, den Kurort Marienbad zu fch a digen und einen bisher blühenden Rurbetrieb der Bernichtung entgegenzuführen. Hierdurch wird aber auch eine große Anzahl von Eristenzen deutscher Ar. beiter und Angestellten schwer bedroht. Die einzige gerechte Lösung der Angelegenheit tann nur darin bestehen, daß ber Kurbetrieb in Marienbad in die Hände der Gemeinde gelegt wird. Er erblickt in dem Vorgehen des Bodenamtes einen neuen Att nationalistischer Bergewaltigung des deutschen Boltes dieses Staates. In gleicher Weise verstößt die Zuweifung der Güter in der Umgebung der Gemeinde an private Kapi. talisten(!) gegen den Wortlaut der Enteignungsgefeße, über welchen fich das Bodenamt auch diesmal hinwegfekt. In den Händen des Amtes ist die Bodenreform zu einem Mittel geworden, um tschechisch- nationalistischen Intereffen zu dienen. Der Beschluß der Partei wurde durch Abgeordnete der Re gierung übermittelt. Der Abordnung wurde erklärt, daß ihrer Anregung, den Kurbetrieb der Gemeinde Marienbad zu übergeben, nicht voll Rechnung getragen werden könne. Es werde aber der Gemeinde Marienbad ein entsprechender Einfluß auf die Bereifenbant, Berlin). Bei landwirtschaftlichen Debatten trat Raulen waltung eingeräumt werden. Am Sonntag finden große Pro teft versammlungen in den deutschen Gebielen des Staates statt. Das tschechisch- sozialdemokratische Provo Lidu" hofft, daß das Bodenamt die gegen die Beschlagnahme erhobenen Proteste durch eine national objettive und gerechte Politit widerlegen werde. Der Zentrumsabgeordnete Kaulen ist im Alter von 74 Jahren auf seinem Out in Lövenich bei Köln gestorben. Kaulen vertrat die Bentrumsfrattion für den Wahlfreis 24( Köln- Aachen) im BreuBischen Landtag und war außerdem Vorsitzender des Aufsichtsrats der Landwirtschaftlichen Zentraldarlehnstaffe für Deutschland( Raiff wiederholt als Agitationsredner im Parlament hervor. Die Streitbewegung in China breitet sich allmählich weiter aus und hat in Shanghai auch auf die taufmännischen Unternehmungen übergegriffen. Ebenso besteht die Gefahr des Streits bei den inefilea Zeitungsbrudereien und in den Kriegsschiffwerften. Gewerkschaftsbewegung Der Konflikt bei der Reichsbahn. 3m Reichsarbeitsministerium fanden am Sonnabend mit den Urbeiterbeifikern des Schiedsgerichts im Eisenbahnerkonflikt Besprechungen statt, in welchen im Anschluß an die Vorkommniffe bei den Schlichtungsverhandlungen vom Donnerstag eine Reihe schlich fungsrechtlicher Fragen erörtert wurde. Im allgemeinen fam es dabei zu einer Berständigung. Wir wir weiter erfahren, nehmen die Tariforganisationen der Eisenbahner am Montag früh Stellung zur Situation und werden dann dem Reichsarbeitsminister ihren Beschluß übermitteln. Epilog zum Bauarbeiterkampf. Die Bauarbeiter einmüfig hinter ihrer Organisation. Die Generalversammlung des Baugewertsbundes nahm am Sonnabend morgen im Gewerkschaftshaus Stellung zu der Berein barung vom 28. Auguft. Silberschmidt berichtete über die Berhandlungen im Reichsarbeitsministerium und die dadurch gefchaffene Situation. Diefer gewaltige Rampf ift nicht zu vergleichen mit den Kämpfen, die in anderen Industrien geführt wurden und geführt merden. Dieser Kampf ist nicht nur ein gewertschaftlicher, fondern ein politischer Rampf gemejen. Es war nicht ein Kampf gegen die Bauunternehmer, sondern gegen die Ber elendungspolitit der Reichsregierung und der Schwerindustrie. Unter diesem Eindrud ftanden auch die Berhandlungen am 15. Auguft. Ein wesentlich anderes Bild dagegen boten ble Ber handlungen am 27. Auguft im Reichsarbeitsministerium. In diesen Verhandlungen erschienen nicht mehr die Syndizi, sondern die unternehmer selbst. Mit Ausnahme der Tiefbauunternehmer, die infolge ihres furzen organisatorischen Zusammenschlusses noch nicht gelernt haben, daß man durch Starrsinn und Eigennuz einen Konflitt nicht beilegen fann, hatten die Unternehmer den Ernst der Lage begriffen. Nach äußerst schwierigen Verhandlungen ist es dann zu dem bekannten Einigungsvorschlag gekommen, durch den der Rampf beigelegt wird. Ungeachtet einiger Nachteile, die das Ergebnis aufweist, ift der Erfolg ein durchschlagender nicht nur für die Organisationen der Bauarbeiter, fonbern für ble gesamte deutsche Arbetterschaft. Die Bau-| Berwaltungsrat ber Deutschen Reichsbahn gegenüber den Elfen. arbeiter haben die Bahnfreigemacht für die Lohnbewegungen bahnern. Die Herren sind nun aus einen Holze geschnitzt und ver anderer Industrien und gezeigt, daß mit einer gut organisierten treten seit Monaten den geradezu unmöglichen Standpunkt, daß Arbeiterschaft als Machtfaktor im Wirtschaftsleben gerechnet werden nur durch die Niedrighaltung der Löhne das deutsche muß. Wenn die Bauarbeiterschaft weiter so geschlossen bleiben wird Wirtschaftsleben wieder aufblühen könne, obwohl heute längst jeder wie in diesem Kampf, so wird es auch gelingen, die nun beginnenden Mensch, der von Wirtschaftsfragen nur eine leise Ahnung hat, weiß, Berhandlungen über Tarifabschlüsse zu einem befriedigenden Er- daß dazu andere Mittel notwendig sind. gebnis zu bringen. Die Berliner Bauarbeiter insbesondere fönnen auf den Ausgang dieses Rampfe ft o 13 sein, da es den ver. einten Kräften der Bauunternehmer, Schwerindustriellen und Regie rung nicht gelungen ist, fie niederzuringen. Nach einer äußerst regen, aber sachlichen Diskussion wurde das Verhalten der Organisationsvertreter ge billigt. In einer einstimmig angenommenen Entschließung erklärt die Versammlung, über das materielle Verhandlungsergebnis nicht befriedigt zu sein, die Arbeit aber am Montag geschlossen wieder auf zunehmen. Sie werden die Organisation weiter ausbauen helfen, damit sie jederzeit in der Lage ist, gegen fie geführte Schläge abzuwehren. Mit einem Hoch auf den Baugewerksbund schloß die Ber Sammlung. Die Lohnpolitik des Reichsfinanzministeriums. Genau fo miserabel wie die Reichsbahngesellschaft bezahlt gegenwärtig das Reich selbst seine Arbeiter. Die vom Reichsfinanzministerium in den letzten Jahren betriebene Lohnpolitit war wiederholt Gegenstand eingehender Kritik auch an dieser Stelle. war wiederholt Gegenstand eingehender Kritif auch an dieser Stelle. Heute aber liegen die Dinge derart, daß es unmöglich so weiter. gehen kann. Vor einigen Tagen ist hier darauf hingewiesen worden, daß die Durchschnittslöhne der deuschen Arbeiterschaft nach einer in der Zeitschrift für Wirtschaft und Statistik gegebenen Veröffentlichung 11 und 13 Pf. pro Stunde höher liegen als die Löhne der Eisenbahner. Die Reichsarbeiter liegen aber im Grundlohn noch um 2 Pf. tiefer als die Eisenbahner. Aber selbst wenn man diese Statistit ganz außer Betracht läßt und dafür andere Beispiele heranzieht, ergibt sich die überaus traurige Tatsache, daß an vielen Stellen Deutschlands die Löhne eines ungelernten Arbeiters zum Teil höher sind als die eines gelernten Hand. werters in den Reichsbetrieben. Ja, es find sogar Fälle vorhanden, wo nachweislich die Reinemachefrauen in Privat- und städtischen Betrieben einen höheren Stundenlohn haben als die ungelernten Arbeiter beim Rejche. Falls im Reichsfinanzministerium bei den Berhandlungen nicht mehr soziales Verständnis vorhanden sein sollte, als bei den vorausgegangenen Verhandlungen bei der Reichsbahn und Reichspoſt, dann dürfte es auf dem Berhandlungswege zu feiner Ber. ständigung kommen. Die Organisationen werden dann zunächst einmal an einer anderen Stelle die ganze Lohnpolitik, die Taufende von Arbeitern langsam zum Verhungern zwingt, einer entsprechenden Kritit unterziehen. Für die Folgen der ganz unmöglichen Lohnpolitif würde dann das Reichsfinanzministerium und mit diesem die Reichsregierung tragen. Steigende Arbeitslosenzahl. In der Zeit vom 1. bis 15. August ist die Zahl der Hauptunterstüßungsempfänger in der Erwerbslosenfürsorge von 197 000 auf 208 000, d. h. um rund 5% Proz. gestiegen. Im einzelnen hat die Zahl der männlichen Hauptunterstützungsempfänger Don 176 000 auf 186 000 zugenommen, die der weiblichen Haupt unterſtügungsempfänger hat sich nicht nennenswert geändert. Die Sahl der Zuschlagsempfänger( unterstüßungsberechtigte Angehörige Don Hauptunterstügungsempfängern) ist von 251 000 auf 265 000 geftiegen. Bei Schuchardt, Rungestraße und Röpenider Straße, traten die Mechaniter nach Ablehnung gestellter Lohnforderungenen in den Etreit, worauf die Firma den gesamten Betrieb schloß. Zuzug ist fernzuhalten. Die Leipziger Tabatarbeiter sind infolge Lohndifferenzen am Sonnabend vormittag in einer ganzen Reihe von Betrieben in den Ausstand getreten. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Bellage.) Berantwortlich für Bolitik: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Chlorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstadt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin GW. 68 Lindenstrake& Sierzu Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Troßdem muß man damit rechnen, daß das Reichsfinanzminifterium bei den am 31. Auguft beginnenden Lohnverhandlungen für Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchbruderet bie Reichsarbeiter genau dieselbe Haltung einnehmen wird, wie der Grosser Wäsche Verkauf Besonders vortellhafte Angebote für ausstattungen und Ergänzungen Am Montag und Dienstag Im 1.Stook: Auslage von fertigen Brautwäsche- Ausstattungen Stubenhandtuch Halbleinen, weiß Drell, Gerstenkorn od. 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Manschett., gewaschen 5.90 Taghemd aus kräftig. 3.25 Hemdentuch........ Nachthemd mit farbigem Besatz.... 4.60 Schlafanzug aus Waschstoff 8.75 mit Aufschlägen und Verschnürung. ****** Wirkwaren 21.00 Unterhemdchen Aus Damas Überschlaglaken mit handgezogen. Hohlsaum 11.50 Laken Haustach 150 260 cm...... 150x220 cm Laken Halbleinen Halb 150 215 cm........ 4.75 5.95 Kissen- Inlett 80.4.20 16.00 0 Deckbett- Inlett| Unterbett- Inlett 230.15.25 205m.. 200 cm.. 115x Federn u. Daunen in nur bewährten Qualitäten Tisch- u. Kauswäsche Stück 0.206Stuck1.05 Tischtücher Halbleinen weiß Linon, mit Hohlsaum und buntgewebten Streifenkanten Stück 0.406 Stück 2.25 weiß Leinenbatist, mit Hohlsaum Stück 0.606 Stück 3.25 Herrentücher weiß Linon mit Kordelkante Stück 0.256 Stick 1.30 weiß Linon m.buntgewbt. Kanten Stück 0.356 Stck 1.75 weiß Reinleinen, gesäumt ck0.906 Stick4.75 Frottierwasdfie Handtuchaus weißem Kräuselstoff, 48X100 cm1.35 Handtuch weißer gezwirnter Kräuseletoff, 53X110cm 2.25 Badelaken weißer gezwirnter 6.90 Kräuselstoff, 125 160 cm........ Badelaken weißer gezwirnter Kräuselstoff, 15011.751508.40 Bettköper- Inlett echt türkisch rot, ausgewaschen 82 Hausmacher Jacquard 130X 1304.45 30 5.45 1606.90 29.90 Servietten dazu passend 6060 Stück 1.00 6 Stück 5.75 Tischtücher Reinleinen vollweiß Damast 180X 180X 18016.90021.90 2727.00 33.75 Servietten dazu passend 55-55 Stück 1.756Stück 10.00 Stubenhandtücher Reinleinen Drell, 48X110 cm Jacquard 48x100 cm Gerstenkorn 48x100 cm Durchschnittopreis.... 1.45 Küchenhandtücher weiß 0.70 Gerstenkorn mit roter Kante 48x100 cm.... Reinleinen weiß Drell mit roter Kante 45 × 110 cm oder Gerstenkorn 48x100 cm1 Durchschnittspreis 1.15 ***** Tischtücher rasengebleicht Reinleinen Jacquard für Damen, gewirkt.. 0.70 Hemdhosen für Damen, fein gewirkt m. weit., kurzen Beinen...... Mittelgr. 2.60 Herren- Beinkleider echt Mako... Mittelgr. 4.90 Herren- Jacken echt 4.65 Mako........ Mittelgr. Herren- Socken Baumwolle, farbig... 0.65 Kinder- Wäsche Knaben- Taghemd Hemdent. m. Matrosenaus Ausschnitt Länge 40 cm 0.95 jo 5 cm länger 0,20 mehr 1307.501610.40 Mädchen- Taghemden aus 160x220 cm.13.75 Servietten dazu passend 60>< 60 Stück 1.25 6 Stück 7.15 Kaffeegedeck weiß halbleinen Jacquard mit gold-, blau- oder lilafarbigen Kanten 130x160 cm mit 6 Servietten... Gedeck 8.80 160 225 em mit 12 Servietten Gedeck 14.90 Kaffeedecke zweiseit. buntfarb. gewebt 125X150 4.95 Wischtücher Reinleinen weiß mit roter Kante oder rot kariert 600.70 100.90 cm 0.55 Graurot kariert 56 56 cm..... Staub- oder Poliertücher gutem Madapolam mit Langette, Länge 40 cm 1.05 Mädchen- Beinkleider aus Madapolam m.Stickerei- 1.15 je 5 cm länger 0,15 mehr Ansatz, Länge cm... je 5 cm länger 0,20 mehr Mädchen- Nachthemden aus Madapolam mit StickereiGarnierung Länge 70 cm.... 2.50 je 10 cm länger 0,25 mehr Backfisch- Hemdhose aus gutem Madapolam mit 3.75 Handhohlsaum. Korsette Büstenhalter aus festem Wäschestoff... 1.25 Strumpfbandgürtel mit I Paar Haltern... 1.75 Durchschn- 0.20stk.1.10 Hüfthalter oben Rolltücher Reinleinen grauweiß gestreift oder mit 2.95 Emblemen 80X195 cm Unterbett- Drell echt türkisch rot, ausgewaschen 62 cm breit 2.25 130 cm breit 3.60 115 cm breit Meter.... Meter..... Gummi m. 1P. Haltern 2.75 Korsett halbhohe Form mit 2 Haltern.. 2.90 Daunendecken bedruckter Perkal, Meter 3.75 Rosenmuster, einfarbig. Satin mit vorzügl. weißen 150-200 cm.... 58.- daunen, 150x200 cm 89. Sonntag, 30. �agnsi 1025 Di« Lebensmittelpreise ziehen fortgesetzt an. Die Verbraucher werden vorsichtig und systematisch daraus vorbereitet, daß mit einer Winterteuerung auf allen Gebieten des Lebensmittelhandels zu rechnen sei. Die neuen Zollgesetze und Verbrauchssteuern geben den Spekulanten die erwünschte Gelegenheit, die auch ihnen aufgebürdeten Lasten auf den Verbraucher abzuwälzen. Mehr denn je ist der Inlandsmarkt auf billige Lebensmittel für die wirtschaftlich Schwachen angewiesen. Der deutsche Fischhandel beklagt mit Recht, daß der Seefisch in Deutschland sich noch immer nicht zu einem Volks- Nahrungsmittel, wie etwa in England oder Holland, aufschwingen will, und daß täglich wegen ungenügender Nachfrage groß« Mengen von Seefischen in die Stockfisch- und Fischmehl- fabriken wandern. Oer üeutjche Seefischfang. Man soll auch nicht die Erträgnisse des deutschen Seefischfanges vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus als unbedeutend hin- stellen. Wenn man z. B. die von deutschen Fahrzeugen in deutschen Fischereihäfen abgesetzten Mengen eines Vierteljahres, etwa der Monate März bis Mai 1925, zusammenstellt, so ergibt sich eine Fangmenge von ö27 450 Zentnern, die einen Erlös von ö 542 109 M. erbrachten, wobei sich ein Durchschnittspreis von zirka 19 Pfennig für das Pfund ergab. Dieser Hinweis auf die immerhin recht statt- lichen Fangergebnisse erscheint deshalb jetzt am Platze, weil in den Fischereihäfen schon wieder das Gemurmel von einem kommenden Streik zu rumoren beginnt, von einem Streik, den man bester al, den letzten organisieren und bi» zur äußersten Konsequenz durch. führen will. Das heißt, ins Volkswirtschaftliche übersetzt, daß in einer Zeit beginnender Lebensmittelknappheit und Lebensverteuerung der immerhin billige und außerordentlich nahrhafte Seefisch für viele Wochen, ja Monate von der Speisenkarte der kleinen Wirtschaft. von dem MittMg-.tisch des kleinen Mannes oerschwinden wird, und daß die engliscye, skandinavische und holländische Ware, durch die Marktlage unerhört verteuert, zu einem Leckerbisten sich wandett. Mit Bestimmtheit ist damit zu rechnen, daß seitens der Fischdampfer. reedereien und des Fischhandels wieder, wie schon beim letzten Streik, der zwölf Wochen andauerte, alle Schuld den.radikalen' Seeleuten in die Schuhe geschoben werden wird. Verfasser dieser Zeilen hatte damals in Altona Gelegenheit, die Treibereien gegen die streikenden Seeleute aus nächster Nähe zu beobachten: er hat jetzt wieder an- läßlich einer Fischdampferreise Leben und Einkommen dieser„Radi- kalen' einer Prüfung unterzogen. Ihr Ergebnis ist erschütternd. � Die kärgliche Entlohnung. Wenn schon der ungenannte„Kapitän eines großen deutschen Dampfers' in der„Hansa', dem Organ.des Schutzverbandes Deutscher Reeder, den Reedereien die Leviten liest und darauf hin- weist,„daß die Bezahlung der Leute bis in die neueste Zeit einfach nicht ausreichte, um sich und ihre Familie zu ernähren', wenn er die Reeder mahnt, nicht darauf bei den Tarifverhandlungen aus- zugchen,„wie billig man durch Dialektik davonzukommen vermag', so läßt allein dies schon einen bedeutsamen Schluß auf die Lage der Seeleute, besonder« ober der im Fstchereigewerbe tätigen, zu. Wie liegen hier die Verhältnisse? Der Matrose an Bord eine» Hochseefischdampfers erhält bei vierundzwanzigstündiger Kündigungsfrist Monatsheuer, freie Kost, einen prozentualen Anteil am Netto- Umsatz und bei der Landung im Heimathasen vom Fang als Ver- hcirateter gewöhnlich 15 Pfund Fisch, als Unoerheirateter 19 Pfund. Das klingt erstaunlich hoch: wie aber sieht dies alles im nüchternen Licht des Tatsächlichen aus? Die Monatsheuer beträgt 84 M.; die Beköstigung ist, die freien Tage an Land abgerechnet, mit 45 M. anzusetzen, vom Nettoumsatz erhält der Matrose ein halbes Prozent. Rechnet man den Jahresumsatz eine« Fischdampjers hoch mit 99 090 Mark.|o ergibt sich für den Matrosen die Jahressumm« von 459 M., o. h. monatlich der Betrag von 37.50 M. Die Summe aller dieser Monatsbeträge muß aber im Jahre um den Satz für einen und einen halben Monat gekürzt werden, während welcher Zeit die Fischdampfer aufliegen und überholt werden. Endlich muß in dieser Berechnung der von den Seeleuten zu tragende verschleiß sehr teurer Berufskleidung angesetzt -Hieven" der Netze bei schwerem Wetter. werden. Ein Matrose oder Steuermann braucht sährstch Zwei Oel- röcke, ein Paar Seestiefel, sechs paar handschnh«. zwei Hosen, drei Kittel, und nur diese Gegenständ«, ohne all das viele Beiwerk, er-' geben die stattliche Summe von 229,50 Hl. im Jahre, d. h. 19,19 M. im Monat. Es ergibt sich demzufolge folgende Zusammenstellung für einen Monat: Klasse Prozenie Kost Heu« Deputat Kleidung Liegezeit Summe Matrose 37,59 45.— 84.— 8,59 19,19 18,49 132,59 Heizer 37,59 45,— 93.— 3,59— 21,99 157,19 1. Steuer« mann 75.— 45,-135,— 3.59 19,19— 239,49 Will man die Swndenentlohnung errechnen, muh man folgendes erwägen: Beim.Dampfen', d. h. auf der Reise zum und von, Fangplatz, arbeitet das gesamte personal an Bord täglich zwölf Stunden. An den Fangtagen wird durchschnittlich alle vier Sttmden „gehievt', d. h. das Netz an Bord gezogen; eine auf 16 Stunden festgelegte Arbeitszeit trifft aber trotzdem nur dann zu, wenn gutes Wetter herrscht, der Fang nicht sonderlich ergiebig ist, keine Netz- schöben eintreten und die Wache von je drei Stunden am Ruder, die drei Matrosen wahrnehmen(so daß je fünf Stunden Wache auf Mann und Tag kommen), nicht miteingerechnet wird. Sonn- und Feiertage gibt e» nicht. Freizeit gibt es durchschnittlich monatlich zwei Tage. Setzt man alle Stunden gleich, ohne Ueberstunden, Nacht- arbeit und Sonntagsarbeit höher zu bewerten, so kommt man zu nachstehendem Ergebnis: Klasse Ges.-Mon.< Tagem.lS Tagem. IS Gelamt- M. für die Stunde Einkommen Arb.-Std. Lrv.-Std. Std.-Anz. genau abgerund. Matrose 132.59 4 24 432 9,897 9,31 Heizer 157,19 28— 336 9,467 0,47 1. Steuer- mann 239,49 4 24 432 9,554 9,55 Wollte man nun die über acht Stunden hinaus geleistete Arbeit als Ueberstunden mit 25 Proz. und die Nochistunden und die Sonntags- arbeit mit 59 Proz. Aufschlag bewerten, so würde sich ein Stunden- lohn für den Matrosen von 26 Pfennigen ergeben. Härteste flrbeit— größte Hefahr! Doch bleiben wir bei dem so viel„günstigeren' Satz von 31 Pfennigen für die Arbeitsstunde. Den Sinn dieser Bezahlung erkennt man erst dann, wenn man sich vergegenwärtigt, daß diese Seeleute von Januar bis Juni einen Monat, von Jnli bis Dezember immer einen halben Monat lang unterwegs sind, in engsten, Raum. wie die von ihnen gefangenen Heringe, untergebracht sind, Proviant zweiter Klasse erhalten, Tag und Rächt, in Wind und Wetter, von Seen überspült, in Island im Winter in ewiger Rächt und bei orkan- artigen Stürmen fischen, daß sie im Monat höchstens zwei freie Tags für ihre Familie erhalten und an einem von ihnen noch zur Reederei fahren müssen, weil der Reeder das ihnen zustehende Geld am Ankunftstage noch nicht von der Bank abgehoben hat. Daß die Reisen, weil die Nordsee immer mehr leergefischt wird, nach Marokko oder dem Weißen Meer ausgedehnt werden, daß damit die Gefahren für die Besagung wachsen, die schon beim jetzigen Island- fayg jährlich im Durchschnitt neun Dampfer verschlingen(in sieben 21] Das unbegreifliche Ich. efchichte einer Jugend. Roman von Tom Kristensen. (Berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von F. T. Bogel.) Aber ich war schon früher gesagt worden und lief aus- gezeichnet. Ich bog in die Straße ein, wo ich wohnte, und spürte, daß meine Verfolger gleichfalls um die Ecke gestürzt kamen; der Abstand mußte kleiner sein, als ich geglaubt hatte. Ich vernahm ganz deutlich das weiche Aufschlagen der Woll- socken und ich konnte hören, wie der eine Junge heftig atmete. Da faßte ich einen sonderbaren Entschluß und lief ein« falsche Treppe hinauf; ich kannte einen Jungen, der dort wohnte. Die Tür fiel hinter mir zu. Dann wurde sie wieder geöffnet und eine Stimme rief: „Warte man bloß!' Ich hatte Angst, daß der Junge nicht zu Hanse war und daß sie mir die Treppe herauf nachlaufen würden. Die Tür unten stand noch offen und ich hörte einige zusammen sprechen. „Zum Donnerwetter, hier wohnt er ja gar nicht.' „Natürlich tut er das.' Dann fiel die Tür zu. Ich legte mich bei einein Fenster auf die Lauer und spähte auf die Straße hinunter. Ja, da waren sie noch. Es stand ein ganzer Haufen drüben auf der anderen Seite und machten die Zehen in den Füßen krumm. Es waren ein paar Milch- jungen und dazwischen ein Schlächterjunge. Sic stierten das Haus auf und ab und in alle Fenster. Einer von ihnen zeigte auf etwas, aber das war ganz oben im vierten Swck. und ich beruhigte mich wieder. Ich lag in einer unbeauemen Stellung, die Beine hochgezogen, wagte aber nicht, mich zu rühren, damit mein Kopf nicht am Fenster sichtbar wurde und sie entdecken würden, daß ich mich noch auf der Treppe befand. Die Jungen blieben eine Weile auf der Straße stehen und bewegten die Köpfe suchend hin und her. Dann beredeten sie sich einen Augenblick zusammen und galoppierten plötzlich tänzelnd, als ob es ihnen Spaß machte, auf Wollsocken zu laufen, die Straße herunter. Gepfeife und Hallo tönte an den Häusern entlang. Das war der Auftakt zu einer Reihe bewegter Tage. Verschiedene Gerüchte begannen unter den Jungen in unserer Straße umherzuschwirren. Karl hatte einen Stein an den Kopf bekommen unten in der Querstraße, und ging mit einer großen Binde über dem einen Auge. Bisweilen zogen Scharen von bewaffneten Jungen die Straße auf und ab. Unter uns gab es keinen Zusammenschluß, und keiner von uns begriff, weshalb die Feindlichkeiten angefangen hatten, bis alle eines Abends entdeckten, daß ich friedlicher kleiner Junge in der Matrosenbluse schuld an dem ganzen drohenden Kriege war. Es war an einem stillen Abend. Der Milchjunge Sophus, der gerade eingesegnet worden war, und Heinrich aus der Eismeierei standen in einer Haustür und neckten sich mit einigen gleichaltrigen Mädchen, die das Haar in einem großen Bogen auf der Stirn trugen und die Angewohnheit hatten, Sophus lange in die Augen zu sehen. Ringsherum standen wir anderen. Wir waren kleiner, aber fühlten uns in einer Gesellschaft, die es unter ihrer Würde hielt zu spielen. Plötzlich tauchten ein paar Jungen aus der Querstraße auf, und zwei von ihnen gingen grade in unseren Kreis herein und kriegten mich zu fassen. „Wir wollen bloß den hier haben!" sagte der eine. Ich sah mich ängstlich nach Hilfe um. Sophus war fo groß, daß er mir gern helfen konnte, fand ich; aber sie wichen alle zur Seite, und es entstand ein leerer Raum um mich und die beiden Jungen. „Das ist ja gar nickst der. den ihr holen sollt,' sagte 5)ein. rich überlegen,„der hat doch wahrhastig nichts getan." Die beiden Jungen ließen mich los und standen einen Augenblick unschlüssig da. Dann licsen sie plötzlich zu ihrer Bande zurück und riefen:„Oswald!" Aber diese Gelegenheit ließ ich mir nicht entgehen. Ich schubste die beiden Mädchen zur Seite und lief die Treppe herauf. „Wo ist er geblieben?" Es war einer der Qusrstraßenjungen, der das fragte. „Er ist nach Haufe gelaufen/' sagte Heinrich. „Dann war er es also doch!'' „Ja. das war er, ich habe ihn deutlich erkannt, sagte eme neue Stimme.„Wo ist er geblieben?" „Er ist da hernntergelaufen," sagte eines der Mädchen, „aber was hat er euch denn getan?" „Er hat hinten bei Fällenden Oswald von einem Zaun runtergeworfen, nicht wahr, Oswald? Und Oswald hat sich ein großes Loch geschlagen, und das muß gerächt werden." „Ja, das muß es, und wir verhauen die ganze Straße, wenn wir ihn nicht kriegen." Da hörten wir plötzlich einen Tumult und Sophus Stimme:„Ihr solltet euch lieber nach Hause zu eurer Mutter scheren und euch trockenlegen lassen." Die Mädchen schrien und liefen auf die Treppe hinauf, und von draußen hörte ich Geheul und kräftiges Klatschen. Ein Körper wurde mit einem harten Bums gegen die Tür geworfen. „Au, mein Auge," heulte einer. Dann ertönte ein Klappern auf dem Pflaster: man hörte mehrere Füße sich entfernen. Weiter unten auf der Straße wurden Schimpfworre ausgestoßen; aber zu meiner großen Freude vernahm ich ein Hohngclächter von Sophus. Ich wagte mich zu den beiden Mädchen herunter, und vorsichtig steckten wir die Köpfe heraus. Sophus und Heinrich, von einer bewundernden Schar um- geben, kamen uns entgegengegangen. „Jetzt laufen sie nach Haufe, um Hilfe zu holen, und dann kommt der Schlosserlehrling und der lange Lulatsch, es ist ja Feierabend." Ich kam ganz auf die Treppe heraus. „Hör mal, Waldemar, stimmt es, daß du einen von ihnen runtergefchmiffen hast?" „Rein, das ist Schwindel," antwortete ich,„das sagen sie bloß so." Die anderen standen und starrten mich an. „Stimmt das?" fragte Scp'nis. Ich nickte. „Das will ich auch m deinem Besten hosten, sagte er böse.„Aber mm geh- ich nach Hause. Ich möchte keine Maulschellen von dem langen Lulatsch kriegen, er ist sechzehn Jahre und ein mächtiges Mensch." Und damit gingen wir alle nach Hause. Den ganzen Abend saß ich oben nn Fenster«nd hörte die Jimoen aus der Querstraße unien brüllen. Wenn sie unter die Laternen kamen, konnte ich sehen daß s lange Stangen trugen, und ich sah auch, daß sich ein paar Erwachsene ohne Kragen in dem Haufen befanden. Keiner von uns Jungen war unten: wir waren nicht stark genug. Den nächsten Tag, als ich in der Schule war, wuchsen sich die Erlebnisse zu phantastischen Berichten aus, die ich allen er-ählte; ich hatte jedoch keine Freude von ihnen, denn Sejr interessierte sich nicht dafür. (Fortsetzung folgt.) Jahren gerigen bort oben febzehn beurthe Danipfer vectores) Bes das muß man fich vergegenwärtigen, muß man möglichst felbft mit angesehen haben, um zu verstehen, daß hier von den Arbeitgebern cine unerhörte Lohnpolitik getrieben wird. Wie strupellos hierbei die Reedereien vorgehen, wie ihnen der Profit über alles geht und die Zufriedenheit, das seelische Gleichgewicht ihrer auf See für fie fämpfenden Leute völlig gleichgültig ist, geht wohl am besten daraus hervor, daß sie jetzt den Fischdampferbesagungen das schamlose Anerbieten gemacht haben, auf die beiden( oft genug ist es nur einer!) freien Tage zu verzichten und dafür 5 M. für den Tag Ent schädigung" zu empfangen! Das heißt: Trennung für immer von der Familie, Galeerenhaft, Stlaventum. Fünf Mart für den freien Tag daheim nach gefahrdrohender Seefahrt! Wem wird es da nicht flar, nicht verständlich, daß es gärt und rumort in den Hirnen und Herzen tausender Seeleute? Wer mag hier noch von verbohrtem „ Radikalismus" reden. Gewiß nicht in bezug auf die Seeleute. * Die Allgemeinheit, die unter diefem ficher tommenden Streit, fagen wir besser: unter dieser Lohnpolitik der Reedereien wird leiden müffen, hat ein Recht darauf, zu erfahren, wie die Dinge in Wirt. lichkeit stehen, und zu verlangen, daß von der Regierung alles Erforderliche getan wird, um zu verhindern, daß fapitalistische Interessen auch auf diesem Wege dem um sein Dasein fämpfenden Stand des Seemanns ein Bein stellen. Beginnt es schon? Daß else gaben mit Borf zu genießen T, Sewielen seine Verbindungen mit einigen Zuhörern aus dem Publikum, mit denen er während der ganzen Gerichtssigung verständnisvolle Blide tauschte. Der Staatsanwalt beantragte 5 Jahre Zuchthaus für Peters, 10 Jahre für Romsch- Meyer, 5 für Nachtigall. Der Angeflagte Romfch- Meyer versuchte in feinem Schlußwort aufs neue, lange wirre Reden über die idealen Motive seiner Taten und über die Methoden der Bekämpfung der bürgerlichen Gesellschaft über die Methoden der Bekämpfung der bürgerlichen Gesellschaft zum besten zu geben. Das Gericht verurteilte Peters für schweren Raub in zwei Fällen zu 5 Jahren Zuchthaus, er hat also im ganzen 15 Jahre Zuchthaus zu verbüßen, den Angeklagten Romsch Mener für schweren Raub in zwei Fällen von der Anflage des Raubüberfalls auf den Konsumverein wurde er freigesprochen zu 6 Jahren Zuchthaus und den Angeklagten Nachtigall zu 5 Jahren Zuchthaus. Alle drei sollen unter Polizeiaufsicht gestellt werden. Neue Brandstiftungen. Dachfiuhlbrände im Nordosten Berlins. Feuerwehr ein. Am Sonnabend abend liefen zwei Alarme bei der Berfiner Die Dachstühle der Wohnhäuser Große Frantfurter Straße 39 und Weberstraße 65 standen in Flammen. Als die 2. und die 5. Rompagnie an der Brandstelle antamen, hatte das Feuer schon eine solche Ausdehnung erlangt, daß die Züge 7 und 17 fofort mit mehreren Schlauchleitungen von Motorsprizen vorgehen mußten. Die Flammen von einem heftigen Binde getrieben und durch den vielen Inhalt der zahlreichen Boden verschläge genährt, gefährdeten die angrenzenden Grundstücke, wes halb ungeachtet der enormen Hize und Stichflammen von allen Seiten angegriffen werden mußte, um die Flammen einzutreisen. Nach zweistündiger Tätigkeit hatte die Wehr den Brand so weit in der Gewalt, daß die erschöpften Mannschaften abgelöst werden fonnten. Diese neuen Züge hatten noch bis in die Nacht hinein zu tun, um alle Gefahr zu beseitigen und die Brandstelle aufzu Dachstuhl aufgebrannt ist, sondern auch die Wohnungen in den räumen. Der Schaden ist wieder recht erheblich, da nicht nur der oberen Geschossen durch eingedrungenes Wasser gelitten haben. Wie fast bei allen anderen Dachstuhlbränden in der lezten Zeit, liegt auch hier planmäßig ausgeführte Brandstiftung vor. Wißt ihr noch, wie das war? Als die Preise letterten, als mir, gehegt von der Unraft eines Daseins zwischen Leben und Tod, vor den Läden standen, wo man für ein Pfund Butter gestern 3 mil. liarden zahlte, heute 6 und morgen...?? Jene Zeit schrecklichster Auflösung, in der Werte über Nacht gleich Kartenhäusern in Nichts zerfielen; wo du abends nicht wußtest, ob du in vierundzwanzig Stunden ein Stück Brot zum nackten Leben hattest? Jene Zeit, die mitleidslos Tausende an fressendem Hunger sterben ließ, während die Hyänen des Schlachtfeldes, in fostbare Pelze gehüllt, ihre erspekulierten Devisen auf dem Rücken eines gemarterten Boltes ver praßten.... Gestern war vor einem Delikateßgeschäft in der Nähe des Potsdamer Ringbahnhofes eine fleine Ansammlung. Ein großer Schinten lag im Schaufenster und über ihm schwebte ein Plakat: Heute und morgen noch 2,95." Kleine Leute standen um das Fenster herum, Arbeiterfrauen, Frauen des Mittelstandes, Rentnerinnen... Manche von diesen, die da vor dem Blakat ftanden, mögen bei der Präsidentenwahl wohl den" Retter" aus allem Ungemach gewählt haben. Sie standen stumm vor der Glasscheibe und sahen auf das Plakat. Noch ahnten sie nicht die ganze Schwere, die aus den dürren Worten zu ihnen sprach. Kein Ruf der Empörung erschütterte das Tempo der Straße, fie tuschelten nur ein wenig und schüttelten bedenklich die Köpfe. Sie ahnen das Gräßliche und wiffen noch nicht, wie sie sich zu ihm stellen sollen. Sie ahnen nur dumpf. Aber etwas frampft ihnen das Herz zu- tungen erwuchsen. Anstatt sich bei den Polizeibehörden zu melden, fammen. Ungewisse Bilder von unbegreiflicher Düfterkeit steigen vor ihnen auf. Und schwer, wie ein Hammerschlag, fällt aus meffent Munde, den die heiße Sorge des Tages umspült, das Wort Hunger. Die Taten einer Verbrecherbande. Räuber aus„ idealen" Motiven. Die Nachkriegs- und Nachrevolutionszeit, die Inflationszeit mit threm fittlichen Niedergang, die Romantit des revolutionären Aben teurertums ſpuft noch immer in den Hirnen verschiedener Wirrtöpfe herum. Eigennützige Hintergründe paaren sich mit idealen Motiven. Einfacher Raub verklärt sich in der Vorstellung der Räuber zu Expropriationen; unter Umständen bedeuten sie nur ein Mäntelchen für gemeine Gesinnung. Das Observaten- Konto." Das Man tönnte glauben, es handele sich um irgend ein Kontobuch eines taufmännischen Unternehmens. In Wirklichkeit heißt aber so nenfürsorge. Es ist gewiffermaßen das Schuldkonto der Aufdas Buch der laufenden Schukaufsicht der Gefange fichtsorgane und zu gleicher Zeit das der Beaufsichtigten. Observaten- Konto stammt noch aus der Zeit, als der frühere Ge fängnisverein auf Grund der Verordnung des Preußischen Minifteriums alle die unter ihre Schußaufsicht nahm, die als Rüdfällige aus Berlin ausgewiesen wurden. Stellten sich diese unter Aufsicht des Gefängnisvereins, so durften sie hier bleiben. Das taten fie fehr gern, umso mehr als für sie dadurch eigentlich feine besondere Berpflich mußten fie diefes im Gefängnisverein tun. Amonatlich einmal fanden sie sich ein. Ihr Erscheinen wurde im Buch notiert und damit war die Sache erledigt. Die neue Gefangenenfürsorgestelle übernahm die Pflichten des früheren Gefängnisvereins. Die Schüßlinge melden fich einmal im Monat manch einer meldet sich nicht, weil er berzogen" ist. Augenblicklich sind es 28 Entlaffene, die unter Schutzaufficht stehen. Allerdings ist es weber Schuß noch Aufsicht, das die Gefangenenfürsorgeftelle mit Ausnahme einiger Fälle, die von urforge hat das Bezirts wohlfahrtsamt zu übernehmen. freiwilligen Helfern bearbeitet werden, ausübt. Die nachgehende Die Schutzaufsicht der entlassenen Gefangenen verlangt aber befondere Erfahrung. Man kann nicht verlangen, daß ein Bezirtsamtsfürsorger, der nicht wenige entlaffene Strafgefangene zu betreuen hat, ihrer Psychologie gerecht wird. So erscheint es notwendig, daß man Am 15. Januar 1925 brangen in die Bertaufsstelle des Be- die Schußaufsicht zentralisiert und der Gefangenenfürsorgeſtelle einen amtenwirtschaftsvereins, Germaniaftr. 46/47 in Lem Fürsorger beigibt, der die Arbeit, die durch die Schüßlinge pelhof drei Männer ein. Dem Ruf hände hoch folgte die erwachsen würde, leicht bewältigen fönnte. Diese Schutzaufsicht würde durch vorgestreckte Revolver verstärkte Aufforderung, fich ruhig zu dann allmählich zu der Institution auswachsen, die allein mit Unterberhalten. Im Nu war die Kaffe mit 270 M. geleert, das flingelnde ftügung freiwilliger Helfer den Aufgaben der Schußaufsicht gewachsen Telephon heruntergeriffen, Schokolade, Zigaretten, Spect, Schinken, wäre. Sie würde bann gleich der Frauenhilfsstelle, die ja auch zen Rognat für die armen Leute in den Rucksack gepackt, der Schlüffel tralisiert ist, mit Erfolg die nachgehende Fürsorge ausüben fönnen, Dan Gaben an fich genommen und mit der Drohung, daß an der natürlich unter der Voraussetzung, daß der engherzige Standpunti Tür Handgranaten befestigt würden, waren die Räuber aus dem der Behörden einmal aufhört und genügende Mittel für die AusLokal verschwunden. Am nächsten Morgen wurde den Angestellten übung der Schußauffsicht zur Verfügung gestellt werden. Durch eine der Verkaufsstelle im Polizeirevier das Polizeiblatt mit der Abrein formalistische Erledigung der Schußaufsicht durch die Gefanbildung eines Mannes mit Namen Peters vorgelegt. Sie erflärten genenfürsorge aber wird die gute Idee nur kompromittiert. einstimmig, daß es der Anführer im Raubüberfall gewesen sei, der immer wieder versucht hatte, eine Art Maste aus Flor, die er um den Hals hatte, nach oben über sein Gesicht zu schieben. Beters war angeflagt, in Stofp einen ganz ähnlichen Raubüberfall begangen zu haben, war aus dem Gefängnis ausgebrochen und wurde fteckbrieflich verfolgt. Am 26. Januar wurde die Verkaufsstelle des Konsumvereins in der Siedlung Lindenhof von drei bewaffneten Räubern heimgesucht. Sie waren um 7 Uhr ein gedrungen und hatten, nach erfolgter Aufforderung hände hoch", ,, es passiert Euch nichts, wir tommen nur die Raffe holen", 67 m. aus der Kaffe und 16 M. aus der Handtasche einer Verkäuferin zufammengerafft. Andere Käufer, denen es gelungen. war, herauszu schlüpfen, schlugen Alarm, die Täter machten fich aus dem Staube. 3mei Monate später, am 18. März brangen gegen 10 Uhr morgens in die Kreisspartaffe Teltow Friedenau drei bewaffnete Männer ein. Auch hier hieß es hände hoch, auch hier raubten die llebeltäter das Geld aus der Kaffe diesmal waren es mehr als 13 000 m.- und gingen ohne etwaige Borsichtsmaßregeln ergriffen zu haben, davon. Sie wurden verfolgt, versuchten fich mit Hilfe ihrer Revolver den Weg zu bahnen. Zwei von ihnen wurden gefaßt: fie waren schwer bewaffnet mit Biftolen, Handgranaten und Munition.. Mls fie mit Fesseln an den Händen den Angeftellten des Konsumvereins und des Wirtschaftsvereins vorgeführt wurden, erfannten von den legteren mehr oder weniger ficher vier Angestellte in dem einen der Vorgeführten, der sich Lorenz nannte, einen der Teilnehmer an den Januarüberfällen Bon den Angestellten des Konfumvereins erkannte ihn nur eine einzige wieder. Lorenz entpuppte sich als Rowich Meyer Bald darauf wurde der Angeflagte Peters verhaftet. In feiner Tasche fand man die Flormaske. Er wurde den Zeugen vorgestellt. Sie erkannten ihn als Teilnehmer an den Raubüberfällen. Hinterher wurde er in Stolp zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Gestern ffanden mun alle drei vor dem Schöffengericht Mitte: Peters unter Antlage an den ersten beiden Neberfällen, Kowich- Mener, an allen drei Ueberfällen und Nachtigall nur am letzten Ueberfall teilge nommen zu haben. Peters und. Rowsch- Meyer bestritten ihre Teilnahme an den erften beiden Ueberfällen. Die Zeugen bestätigten ihre früheren Angaben. Nicht unintereffant waren die Aeußerungen Romsch- Meyers, der bis dahin unbestraft war. Er will in Peterburg im Jahre 1897 geboren fein; behauptet, früh seinen Bater verloren zu haben, ist vierzehnjährig als Schiffsjunge zur See gegangen, hat bis zum Kriege auf russischen und schwedischen Dampfern als Matrose gearbeitet, ist im Jahre 1914 als Reichs. deutscher interniert, im Jahre 1918 in Riga in die deutsche Marine eingezogen worden und hat dann im Jahre 1921, als er, so fagte er wenigstens als aus Rußland gebürtig schwer Arbeit finden fonnte, fich Papiere auf den Namen Lorenz verschafft und unter diesem Namen 3% Jahre bei Krupp gearbeitet. Dann verlor er die Arbeit, schloß sich der KAPD. an, reifte in den verschiedenen Städten herum, lernte die Not und das Elend der Familien der verurteilten Rommunisten tennen und will so auf den Gebanten gekommen sein, durch Expropriationen Geld zu ihrer Unterſtügung heranzuschaffen und gleichzeitig es zu Agtiationszweden für die Bartei zu gebrauchen. In Berlin habe er sich nur vier bis fünf Tage aufgehalten und fei hier mit Nachtigall befannt geworden. Bedenkliche Kinderaussagen. Schwere Unschuldigungen gegen einen Lehrer. Anfang dieses Jahres wurde der 39jährige Lehrer und Organist B. aus krilom bei Werder von der bortigen Gemeindeschule seines Amtes enthoben, weil Gerüchte über ihn im Umlauf waren, daß er fich an mehreren Schülerinnen vergangen habe. Schwere Borwürfe wurden von den Schülerinnen gegen ihn erhoben; fie führten zur Antlage megen Sittlichkeitsverbrechens und tätlicher Be leidigung. Die Verhandlung endete aber vor dem Branden burger Schöffengericht mit einer Freisprechung des Angeflagten. Gegen das Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Berus fung eingelegt und gestern tam diese Sache, die seinerzeit großes Berhandlung. Aufsehen erregte, vor der Potsdamer Straftammer zur 46 Zeugen, ein Oberlandjäger, Landwirte, der Geistliche und die Lehrer, Kinder und nochmals Kinder waren geladen. Man fah alles, mur teinen Kinderpsychologen. Als Hauptbelastungszeuginnen traten zwei 14jährige Schülerinnen auf. Eines der Mädchen, das dem Angeklagten Auge in Auge gegenübergestellt worden war, fagte ihrem Lehrer offen ins Gesicht, daß er sich an ihr vor dem Gottesdienst vergangen habe und zwar in feiner Wohnung, die fich im Schulgebäude befindet. Seine Frau sei damals nach Berlin gefahren. Der Angeklagte soll ihr dafür zwei Mart geschenkt haben. Ein anderes Mädchen habe der Lehrer in der Handarbeitsstunde gebeten, in seine Wohnung zu fommen, denn seine Frau sei nicht zu Hause. Sie will 3 Mart dafür erhalten haben. Auch andere Mabthen brachten ähnliche Anlagen hervor. Andere fleinere Schüle. Morgen gefüßt und gestreichelt habe. Mit Borliebe sei der rinnen befunden, daß der Lehrer sie vor Schulbeginn am frühen Lehrer zu den Mädchen zwischen die Schulbänke gekommen, habe den Arm um sie geschlungen und dabei die Hefte durchgesehen. Auch sonst soll der Angeklagte zärtlich zu den Schülerinnen gewesen sein. B. bestreitet sich fittlich vergangen zu haben und auch, daß seine Bärtlichkeiten irgend etwas mit ferualfinnlichen Entgleisungen zu tun gehabt haben. Er wollte nicht nur ein strenger Erzieher, sondern den Mädchen ein väterlicher Freund sein. Von der Lehrerschaft und dem Geistlichen wird dem Angeklagten das allerbeste Zeugnis ausgestellt. Auch fein Familienleben sei einwandfrei gewefen. Nach gründlicher achtstündiger Verhandlung, die viele Widersprüche in den Aussagen der Kinder hervorbrachte, mußte der Antlagever. treter die Verwerfung der Berufung beantragen. Der Verteidiger beantragte, den Angeklagten nicht nur mangels eines Be weifes, fondern wegen erwiesener Unschuld freizusprechen oder aber die Sache zu vertagen und einen Kinderpsychologen zu laden. Die Straftammer verwarf bie Berufung der Staatsanwaltschaft. Der Borsigende führte aber aus, daß die völlige Unschulb des Angeklagten nicht für erwiefen erachtet wäre. Es sprächen doch einige Momente für die Schuld des Angeklagten. Da man es aber hier mit Kinderaussagen zu tun hätte, reichen diese nicht zu einer Berurteilung aus. Wie fch Sozialdemokrat wurde. Aus den Erinnerungen eines Achtzigjährigen. Beute begeht ein alter Berliner Rämpfer der Sozialdemokratie, August Breger, Scharnweberstr. 64 I, feinen achtzigken Geburtstag. Im folgenden erzählt er uns einige Erinne rungen aus seinem ereignisreichen Leben. " Es war früher nicht leicht, sich ohne weiteres dem religiösen und königlichen Zauber", den die Schulen in die Köpfe der Kinder hämmerten, zu entziehen. Auch ich bin nicht immer Sozialdemokrat gewesen. Noch erinnere ich mich, wie ich mich als 3wanzigjähriger manchmal über die Proleten" luftig machte. Ein Ereignis steht mir noch heute flar vor Augen. Es war an einem Sonntag in den sechziger Jahren, als ich in Stettin einem Zuge von etwa 200 Personen mit Musik und Fahnen begegnete. Biele Neugierige machten ihre Gloffen darüber. Auf meine Frage, was denn diese Menschen wollten, erhielt ich die Antwort, das seien Hafen- und Bauarbeiter, die die Vereinigung der„ Eisenacher" mit den Sozialdemokraten festlich begingen. Der Zug bestand nur aus Arbeitern in ihren Arbeitstitteln; der Lohn war damals so gering, daß die Anschaffung eines Sonntagsanzuges für einen Arbeiter unerschwinglich war. Auch ich lachte damals über diese Enterbten, die sich anmaßten, gegen das mächtige Junfertum und gegen die Bourgeoisie zu kämpfen. Aber bald änderte ich meine Gesinnung. In den siebziger Jahren machte mich ein alter Hamburger Bekannter auf eine sozialdemofratische Versammlung aufmerffam, in der der Kandidat für den Reichstag sprechen sollte. Zuerst weigerte ich mich und erklärte es für Unfug, daß Arbeiter in den Reichstag wollten. Was wußten Arbeiter von Regierungsgeschäften? Schließlich gab ich aber doch dem Drängen meines Freundes nach. Ich ging in die Versammlung, in der der Kandidat sprach. Widerwillig war ich hingegangen, immer wieder dachte ich: was fann der Mensch sagen, was weiß er denn? Aber als ich ihn reden hörte, vollzog sich mit mir eine Wandlung. Ich fonnte es nicht begreifen, daß dieser Mensch mit seiner fließenden Beredsamkeit, mit seinen tiefen Kenntnissen auf fozialem Gebiet tatsächlich ein Arbeiter war. fragte, ob ich Mitglied der Partei werden wollte, erklärte ich mich war begeistert, und als mein Bekannter nach der Versammlung mich fofort bereit. Ich trat dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" bei und abonnierte auf die Freie Presse". Von diesem Tage an las ich nur noch sozialdemokratische Blätter und machte mich immer mehr mit den Ideen und Zielen der Bemegung vertraut. Immer trat ich entschieden für den Sozialismus ein, trotzdem dies Verhalten damals noch gefährlich war, und immer bemokraten" und den„ ahren Jatob" in den Betrieb mit brachte ich verbotene Zeitungen, wie den 3üricher Sozial. und gab sie meinen Kollegen zu lesen. Ich Leider bin ich heute durch meine Krankheit verhindert, aftiv für die Partei tätig zu sein, aber ihr gehört mein Herz in alter Treue an Warnung vor dem Genus ungekochter Milch. Das Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin teilt mit: Die Kreisen, sowie die Beobachtung, daß eine Anzahl von Typhusepide Häufung von Typhuserfrantungen in ländlichen und städtischen mien der letzten Beit durch den Genuß typhusverseuchter Milch ausgelöst wurden, mahnt auch die Berliner Bevölkerung zu besonderer Vorsicht Berlin führt einen großen Teil seiner Milch Don auswärts ein; wenn auch diese Milch nur in pasteurifiertem ( erhiztem) Zustande zur Verteilung gelangt, empfiehlt es sich doch, alle Milch im Haushalt fofort abzutochen, zumal auch auf dem Wege von der Meierei bis zum Verbraucher die Mög lichkeit einer Infektion nicht völlig auszuschließen ist. Durch das Abfochen werden alle schädlichen Keime mit Sicherheit vernichtet. Die Milch ist natürlich nicht die einzige Gefahrenquelle; rohes Obst, das vor Genuß stets gewaschen oder geschält werden lin und andere zum rohen Berzehr bestimmte Nahrungsmittel sind ebenfalls mit Vorsicht zu behandeln. Die schnellsten deutschen Züge. Es ist noch nicht genügend bekannt, daß seit dem Beginn des Sommerfahrplans eine Reihe von Schnellverbindungen besteht, die hinter den schnellsten deutschen Zügen der Borkriegszeit nur noch um ein geringes zurückbleiben. Derartige schnelle Züge verkehren von Röln in 8% Stunden, von Berlin nach Hamburg in Berlin nach München in 10 Stunden, von Bet! in nach 3 Stunden, von Berlin nach Amsterdam in 10 Stunden bezw. Berlin London in 20 Stunden. Die Abfahrzeiten dieser Büge find folgende: Berlin- München ab Anhalter Bahnhof 8,56 nachm., an Köln 12,04 nachts, Berlin- Hamburg ab Lehrter Bahnhof vorm., an München 6,50 nachm., Berlin- Köln ab Friedrichstraße 3,30 8,50 nachm., an Hamburg 12,33 nachts, Berlin- Amsterdam ab Friedrichstraße 12,32 mittags, an Amsterdam 10,26, an London 8,38 morgens. 36 Seltene Trene eines Hundes. Bor etwa 14 Tagen starb in Budowi. b. Mart der Rentier P. aus Berlin, der mit seiner Familie und seinem Hund, einer großen deutschen Dogge, dort in der Sommerfrische weilte. mit dem Hund nach Berlin zurück. Hier angekommen, verweigerte P. wurde in Budow begraben und die Familie begab sich das Tier jede Nahrung und war nach ein paar Tagen plöhlich verschwunden. Alles Suchen nach dem Tier war erfolglos. Gestern besuchte nun Frau P. in Begleitung der Tochter das Grab ihres Mannes, und die Frauen fanden auf den Kirchhof ihren und zusammengetauert und vollständig entkräftigt hinter dem Erdhügel liegend vor. Das treue Tier, das die Trennung Don seinem Herrn nicht überwinden konnte, hatte sich den Weg zum Grabe von Berlin aus gesucht und hatte ihn auch gefunden. Da der Hund sich nicht mehr allein fortbewegen fonnte, blieb nichts anderes übrig, als ihn vergiften zu lassen. Hätte die Treue dieses Tieres nicht verdient, daß man den toten Freund des Menschen neben seinen Herrn bestattet? Wann ist ein Sitzplatz im Eisenbahnwagen belegt? Ueber diese Frage herrscht noch immer eine gewisse Unflarheit. Wiederholt ist schon darauf hingewiesen, daß durch Verstauen von Gepäd über oder unter dem Siz oder seine Belegung mit Drucksachen ein Anspruch auf den Sipplag nicht erworben wird. Als belegt gilt der Blaz nur, wenn Ge päd oder Kleidungsftü de darauf niedergelegt find. Dies gilt auch für die BeLösung einer Blastarte nur auf der Abgangsstation des zuges legung von Plägen in den D- Bügen, bei denen ein Platz durch gesichert werden kann. Wer den Blaß unterwegs vorübergehend verläßt, muß ihn gleichfalls mit Gepäck oder Kleidungsstücken belegen, um ihn sich zu erhalten. Ein entsprechender Hinweis ist auf der Rückseite der Plazkarte aufgedruckt. Privatquartiere zum Reichsbeamtentag. In der vom Partei. vorstand für den 4 und 5. September nach dem Abgeordnetenhaus einberufenen Tagung des Reichsbeamtenbeirats der Partei werden noch einige Privatquartiere benötigt. Barteigenoffen, insbesondere Beamte, die in der Lage sind, einen Genoffen für die Nacht vom 4. zum 5., oder die Nächte vom 3. zum 5. September zu beherbergen, werden gebeten, Mitteilung hierüber an die Beamenzentrale der SPD., Hermann Wäger, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, gelangen zu laffen. Der Sprech- Chor der Boltsbühne e. B. nimmt nach der Sommerpause feine regelmäßigen Uebungen wieder auf. Erste Uebungs stunde, Dienstag, den 1. September, abends 28 Uhr, Aula der Sophienschule, Weinmeisterstraße 16/17. Neuaufnahmen von Mitgliedern tann nur an den ersten beiden lebungsabenden erfolgen 3 In dieser Großer Preise ExtraA.Wertheim Wäsche- Verkauf Leipziger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Garnffur Sfickerei- Ein- und-Aneats Head 2,90 Betnield 3 M Taghemd mit Stickerel 265 and Spitze Damen- Wäsche Taghemden mit Deant Taghemden mit Ser Taghemden mit Sple Taghemden mit Stickerel- Ausst Taghemden Im Stoff gesicht Taghemden mit Stickerel- Ein- n. 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August 1925 schließenden Gewerkschaften mit dem Gesamtgewerbe bzw. vergleichstellung der Wirtschaftspolitit der Gewerkschaften. Mehr als in irgend einem anderen Teil des Buches mußte hier der Berfasser die Gründe für das Versagen der Wirtschaftsdemokratie aus der Geschichte der Bewegung zu verstehen suchen. Wir werden auf das Buch noch eingehend zurückkommen. Aussichten auf eine Einigung waren begreiflicherweise bei den Gewertschaften wenig vorhanden. Dennoch erfolgte in allen materiellen Fragen eine Berständigung, weil die Genossenschaften in Der Schiedsspruch und die Bankangestellten. lekter Stunde von ihren rigorosen Abbauforderungen Abstand nahmen und von den Gewerkschaften Konzessionen gemacht wurden. Der Schiedsspruch, der am Donnerstag im Reichsarbeits- Unter feinen Umständen erflärten sich jedoch die Benossenschaften ministerium gefällt wurde und die jetzt bestehenden Gehalter um bereit, in den Tarif die alten Bestimmungen wieder aufzunehmen, weitere zwei Monate, bis zum 31. Oftober, unverändert be. daß in den Betrieben nur Mitglieder der vertragschließenden Gestehen läßt, hat in den Kreisen der Bantangestellten eine wertschaften beschäftigt werden dürfen, wie auch, daß der mit den helle Entrüstung ausgelöst. Die Stellungnahme des Reichs Zentralen vereinbarte Tarif für alle Verbandsgenossenschaften verarbeitsministeriums, die zwar schon des öfteren mehr als verbindlich gilt. Die Differenzpunkte haben also mit der Leistungswunderlich war, wird jezt als geradezu reaktionär bezeichnet. fähigkeit der Genossenschaften nichts mehr zu tun. Sie fosten ihnen auch teinen Pfennig, sondern ihre Anerkennung würde lediglich das Tarifwert sichern und ausschließen, daß den Unorganisierten oder sogar Gegnern der Gewerkschafts- und Genossenschaftsbewegung die Türen nach den Genossenschaftsbetrieben geöffnet werden. Wie die Genossenschaften das Prinzip vertreten, nur an die Mitglieder Waren zu verkaufen, so müssen auch die Gewerkschaften bedacht sein, daß in den Betrieben der Arbeiter nur Organisierte beschäftigt werden dürfen. Im übrigen besteht eine reichsgerichtliche Entfcheidung, nach der diese seit 1907 bestehende Vertragsbestimmung zu Recht anerkannt und als nicht unsiitlich bezeichnet wurde. Während die Lebensmittel und Bedarfsgegenstände im Preise außerordentlich gestiegen sind und noch weiter seigen werben, be mühen sich die staatlichen Schlichtungsinstanzen mit einer Bähigkeit, die einer besseren Sache wert wäre, die Löhne und Gehälter den verteuerten Lebensverhältnissen nicht anzupassen. Dies ist unbeftreit bar mit der von der Reichsregierung so marttschreierisch angefündigten Preissenfungsattion in Zusammenhang zu bringen, an deren Erfolg die Regierung wohl selbst so wenig glaubt wie die schon so oft genasführten Verbrauchermassen. Auch für die Bantangestellten gilt es noch mehr wie für die Arbeiterschaft, fich einzugliedern in die Reihen der freien Gewerkschaften, denn nur einer gut und frei gewerkschaftlich organisierten Bankangestelltenschaft ist es möglich, solchen Schaubschiedssprüchen die gebührende Antwort entgegenzuhalten. Wenn auch nicht vertannt werden darf, daß die Bantangestellten infolge der schwierigen Geschäftslage und des fortschreitenden Personalabbaus unter einem gewiffen 3wang stehen, muß aber dennoch betont werden, daß bei einem befieren Organisationsverhältnis die Dinge wesentlich anders Lägen. Die Banten behaupten bei jeder Gehaltsforderung, daß sie noch mehr Angestellte abbauen müßten, wenn sie die Gehälter erhöhten. Die nächsten beiden Monate werden den Bantangestellten zeigen, daß, falls es bei dem Schiedsspruch bleiben sollte, der Abbau trozdem nicht aufhören wird. Die Bantangestellten sollten sich an ihren streitenden französischen Berufskollegen ein Beispiel nehmen und die Organisation stärfen, damit auch sie ihre Forde rungen gegebenenfalls durch Kampf durchfeßen tönnen. In den öffentlichen Versammlungen, die in den nächsten Tagen in vielen Orten Deutschlands vom Allgemeinen Verband der deutschen Bantangestellten anläßlich des Schiedsspruchs einberufen werden, wird man sich über die Dinge eingehend unterhalten müſſen. Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften. Bom Zentralverband deutscher Konsumvereine wurden gemäß Bom Zentralverband deutscher Konsumvereine wurben gemäß einem Beschluß des Ulmer Genossenschaftstages dem Berkehrsbund und Deutschen Nahrungs- und Genußmittelarbeiterverband( Denag) die Reichstarife für die Transportarbeiter, Bäder und Badmeister gekündigt. Nach der Begründung feien bie Tarifverträge nicht mehr tragbar. Sie enthalten Lasten, die die Leistungsfähigkeit ber Genossenschaften übersteigen und ihren Wettbewerb vollständig in Frage stellen. Die Genossenschaften forderten eine Arbeitszeitverlängerung Woche und der Lohnweiterzahlung bei Strankheiten von 13 auf von wöchentlich bis zu drei Stunden, Kürzung der Ferien um eine 6 Wochen, Ausschaltung der feit 1907 geltenden Vertragsbeftim mungen, daß in den Genossenschaften nur Mitglieder der vertrag schließenden Gewerkschaften beschäftigt werden dürfen und Außer fraftfegung fämtlicher Tarifpofitionen, wenn von den vertrag Togal gegen Schmerzen Der Merven, Mheima, Dicht, Bschias, Kopfschmerzen, Grippe und Crtaltungstrantbeiten. Tegal Tabletten tillen die Samerzen und feiden die Harnsäure aus. Hervorragend bewährt! Sragen Sie Ihren Arzt. In allen Apoth. erhältlich. 12,6% Lith., 0,46%, Chinin, 74,3%, Acid, acet. salic, ad 100 Amyl. M. Lammfromm& & Vogel Ausstand der Kölner Hafenarbeiter. in den Ausstand getreten, weil sie den vom staatlichen SchlichtungsKöln, 29. Auguft.( Mtb.) Die Kölner Hafenarbeiter sind heute ausschuß Köln für das Kölner Hafengebiet gefällten Schiedsspruch, der eine fechsprozentige Lohnerhöhung porsieht, für unzureichend bezeichneten. Für Montag ist mit dem Gesamtausstand im Transportgewerbe zu rechnen. Verschärfung im franzöfifchen Bankstreik. Paris, 29. Auguft.( Eẞ.) Die Bantangestellten haben gestern abend eine Entschließung angenommen, in der sie an die Solidarität der Arbeitermaffen appellieren, einen Generalftreit zu ihren Gunsten zu organisieren. Diese Entschließung stellt eine neue Phase des konfliktes dar, da vor einiger Zeit die Bankangestellten einen Vorfchlag zugunsten des Generalstreits abgelehnt hatten. Der Gemeinderat von Bille hat eine Unterſtügung von 30 000 Franken für die streifenden Bantangestellteen von Lille genehmigt. Es wurde beschlossen, eine Abordnung zu Painlevé zu entfenden, um ihm vorzuschlagen, die Kammer zu einer außerordentlichen Sizung einzuberufen, die sich mit der Frage der Beilegung des BankIn Nr. 34 der Konsumgenossenschaftlichen Rundschau" wird durch den Borstand des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine erflärt, daß er diese, für jeden Gewerkschaftler selbstverständ liche Forderung nicht bewilligen fönne, weil ihm dazu der Zentral- beamtenstreits befaffen soll. verband teine Bollmacht gegeben habe( er hat sich auch nicht be müht, bei der letzten Tagung in Stettin eine Bollmacht einzu fordern), und deswegen seien die Konsumvereine an die Beschlüffe des Genoffenschaftstages, ihrer eigenen gesetzgebenden Körperschaft, moralisch gebunden. Die Gewertschaften haben nunmehr an die Genossenschaften die Forderung gestellt, daß der alte Tarifvertrag unverändert weiter läuft. Nach dem bisherigen Ergebnis hat sich ein sehr großer Teil der Konsumvereine mit den Gewerkschaften geeinigt und die Bestimmungen, die den Abschluß eines Reichstarifes vereitelten, ohne weiteres anerkannt Wir wollen hoffen, daß auf diesem Wege der höchft überflüffige Konflitt aus der Welt geschafft wird. Som <;}; Lohnbewegung in der Musikinstrumentenindustrie. Eine gut besuchte Funktionärtonferenz der Musikinstrumentenmacher am Sonnabend nachmittag in den Andreasfälen nahm Stellung zu dem Schiedsspruch vom 25. Auguft. Ueber die Berhandlungen berichtete Wilms vom Holzarbeiterverband. Französischer Gewerkschaftskongres. Paris, 29. Auguft.( EP.) Der Kongreß der C. G. T. hat einen Borschlag abgelehnt, daß auch eine Delegation des Arbeiterkomitees gegen den Krieg( eine von den Kommunisten aufgezogene neutrale Organisation) empfangen werden soll. Ueber den Vorschlag der fommunistischen Gewerkschaft, einen gemeinsamen Kongreß abzuhalten, wird die dafür eingefeßte Kommission heute dem Kongreß eine Entschließung vorlegen. Diese wird sich, wie verlautet, ablehnend aussprechen. Der Kongreß hat sodann mit 4027 Stimmen, die 1628 Gewerkschaften vertreten, den Rechenschaftsbericht gutgeheißen. Achtung, Bernhard Jofeph, Ritterstraße! Montag nachmittag 4 Uhr im Goldenen Bahn, Brinzenftr. 23, Versammlung aller SPD.Arbeiter und Angestellten. Wichtige Tagesordnung. Der Fraktionsvorstand. Atung, SPD.- Metallarbeiter( 2. Bezirk, Often). Dienstag nach mittag 5 Uhr bei Rosin, Silbenerstr. 19, wichtige Bersammlung aller Barteigenossen. Sympathisierende tönnen eingeführt werden. Bahlreichen Befuch erwartet Der Fraktionsvorstand. Af, Mitglieder der Gettion MEM., Charlottenburger Waffermerke! MittAm 4. Auguft wurde das bis zum 19. Auguſt gültige Lohnablommen gekündigt und eine Erhöhung des Durchschnittlohnes auf THEILTIT THEFILETITELLERHE 1,15 m. und der übrigen Löhne im gleichen Prozentverhältnis gewoch abend 7 Uhr Saverlands Festfäle, Neue Friedrichstraße Ede Rochstraße, forbert. In den Berhandlungen am 19. Auguft erklärten die Unter- wichtige Ara- Mitgliederversammlung., Tagesordnung: Unſere forderungen an nehmer, daß die Forderungen weit über das tragbare Maß hinaus ben neuen Mantel- und Gehaltstarifvertrag. 2. Berſchiebenes. Reftiofe BeButab. DBB. ZDA. über benen der übrigen Industrie. Ebenso habe die Leuerung nicht nebenafeftfälen, Bandsberger Str. 81, Generalversammlung. Gleichfalls Begingen. Die Löhne in der Klavierindustrie lägen jetzt schon weit teiligung erwarten Deutscher Satarbeiterverband, Berlin. Dienstag abend 6 Uhr in ben den Umfang, wie von den Arbeitern behauptet wird. Ferner sei die richterstattung über die Lohnverhandlungen der Damenhutindustrie in Schandau. Leistungsfähigkeit der Arbeiter gegenüber den Leistungen der Vor- Pünktliches und vollzähliges Erscheinen it notwendig. Der Vorstand. den Arbeitervertretern glatt widerlegt wurden, tam es durch diese triegszeit erheblich zurückgegangen. Trotzdem diese Argumente von tungsausschuß fällte dann am 25. Auguft unter Borsig des Gewerbe Verhandlungen zu keiner Einigung. Der darauf angerufene Schlich rates Körner einen Schiedsspruch, der die Durchschnittslöhne auf 1 M. festseßt und bis zum 31. Oktober gilt. Die Branchenkommission empfiehlt der Funktionärversammlung, das Ergebnis den Beleg haften zu unterbreiten und danach am Mittwoch in einer neuen Funktionärversammlung zu der Frage Stellung zu nehmen. Boese als Vertreter der Ortsverwaltung ermahnt die Ber sammlung, diese Frage im Hinblick auf den am 30. September ab laufenden und gekündigten Tarifvertrag ernst zu erwägen. Nach einer turzen Distuffion beschloß die Bersammlung, erst mit den Be legschaften Rücksprache zu nehmen und am Mittwoch in einer Funktionärversammlung über den Schiedsspruch zu entscheiden. Eine Analyse der Gewerkschaftsbewegung. Unter dem Titel Gewertschaftsbewegung, ihre Soziologie und ihr Kampf erschien soeben im Berlage Nollendorf 1120, 1121, 1122 von Meyer, Halberstadt, eine Analyfe der Gewerkschaftsbewegung aus der Feder des Genossen Dr. Cassau. Das 360 Seiten starte Gewerkschaftsbewegung, sondern sucht, weit über die Darstellung des Tatsächlichen hinausgreifend, die Bewegung in ihren Stärken und Schwächen als einen Teil der Arbeiterbewegung zu ergründen und zu verstehen. Das Buch ist der sehr beachtenswerte Ansatz zu einer Soziologie der Arbeiterbewegung überhaupt. Eine ähnlich wichtige Rolle wie die Soziologie spielt in dem Buch die DarPotsdamer Str. 127 Bert gibt nicht nur eine Schilderung vom Werden und Wirken der Treppenläufer und Teppichstoffe In Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Deutscher Holzarbeiter- Berband, Bodenleger. Bersammlung am Mittwoch abend 7 Uhr, Rungestr. 30. Bericht von der Lohnverhandlung. Bezirksversammlungen bes 8. Dienstag, 1. Geptember. Often: Andreasund Frankreich. Ref.: Kollege Bruno Bache. 2. Verbands- und Bezirksangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Adlershof, Alt- Glienicke. Grünau, Bohns= dorf, Falkenberg, Eichwalde- Smöckwig: Restaurant Lehngut, Adlershof, Sedanstr. 3, Beginn 8 Uhr. 1. Rübezahls Reich im Sommer und Winter. Rafino, Andreasstr. 8, Beninn 7½ Uhr. 1. Streifzlige durch Holland, England Lichtbildervortrag des Kollegen Bredow. 2. Verbands- und Bezirtsangelegenheiten. 3. Berfchiedenes. Oberschöneweide, Niederschöneweide, Johannisthal, Baumschulen weg, Karlshorst: Restaurant Räthel, Niederschöneweide, Brückenftraße 15. Beginn 8 Uhr. 1. Die Bedeutung der sozialen Sygiene für dies Arbeitnehmer; Referent: Herr Stadtrat Dr. Gilberstein. 2. Verbands und Beairtsangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Nordwesten: Nordwest- Kasino, Alt- Moabit 55. Beginn 8 Uhr. 1. Die Wirkung der Roll- und Steuergeset Rurt Smolinsky. 2. Verbands- und Bezirtsangelegenheiten. 3. Berschiedenes. gebung auf die wirtschaftlichen Berhältnisse der Angestellten. Ref.: Kollege Koch& Peeland bringen die größte Auswahl zu billigen Preisen. Herren- Stoffe für Anzüge, Paletots, Ulster, das Beste Im Tragen 10.- 15.- 20.- 25.Damen- Stoffe für Mäntel, Kostüme, Kleider, neue geschmackvolle Farben 8.- 10.- 12.- 16gegenüber Sertraudtenstr 20/21 Potrikirche. Mufitaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Denisch. Musikerverbandes, Berlin O 27, Andreasstr. 21( stönigftabi 4310, 4048). 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Der Bergführer Almen fand auf dem Bege nach dem Petersgrat die Lelchen von drei Bergsteigern, die am Mittwoch von der Tellialp im Loetschental( Kanton Wallis) herübergefommen waren und einem Schneesturm zum Opfer gefallen find. Nach einem aufgefundenen Tagebuch heißt der eine Richard Müller und ist aus Leipzig. Die anderen wurden noch nicht identi fiziert. Die Leichen lagen eine halbe Stunde oberhalb der Mutthornhütte und waren vom Schnee fast ganz zugedeckt. In der Nacht zum Toffchlag an den eigenen Kindern. 29. Auguft erschlug der Schloffer Schmidt in Horsthausen bei Herne seine beiden 10 Jahre, bzm. 10 Monate alten Rinder durch Beilhiebe. Darauf stürzte er sich aus einem im ersten Stock gelegenen Fenster auf die Straße. Er erfitt nur leich tere Verlegungen. Die Ehefrau Schmidt, die während der Tat im Bett gelegen hatte, erlitt einen Nervenzusammenbruch und mußte ebenso wie ihr Mann dem Krankenhaus zugeführt werden. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Wilhelmsaue, Kreisdelegiertenversammlung. Aufstellung ber Randidates au den Bezirks- und Stadtverordnetenwahlen. 11. Kreis Schöneberg. Kreisausschuß für Arbeiterwohlfahrt! Montag 31. August, 8 Uhr, bei Rosenthal, Eberstr. 66, Sigung der Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt. 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe, Sichtenrabe. Dienstag, 1. Gep tember, 7% Uhr, Sigung der Selfer und Helferinnen der Arbeiterwohl fahrt bei Niendorf, Mariendorf, Chauffee Ede Strehligstraße. Bortrag: Die Tätigkeit der Arbeiterwohlfahrt. Ausweise und Lichtbilder mitbringen. 14. Kreis Neukölln. Montag, 31. Auguft, 7 Uhr in Neukölln, Raiser- Friedrich Realgymnasium, Raiser- Friedrich- Str. 210, Bollversammlung der fozialistifchen Elternbeirate. Bortrag des Gen. Dr. Sturm. 2. Berschiedenes. 15. Rrets Ereptom. Montag, 31. Auguft, 7 Uhr, bei Gval, Niederschönewelde, Kreisvorstandsfihung. Abteilungsleiter find eingeladen. 17. Kreis Lichtenberg. Mittwoch, 2. September, 7% Uhr, Kreisvorßlands figung ausnahmsweise im Rathaus, gimmer 36. 18. Kreis Weißensee. Montag, 31. Auguft, 8 Uhr, Fraktionskonferenz bet Gallas. Mittwoch in den Boruffia- Sälen Kreisgeneralversammlung. Morgen, Montag, den 31. Auguft: & t. Die Delegierten werben erfuht, thre Starten zum Kreisverkoeles tag Montag abend 6 Uhr bei Schilling, Dallasstr. 5, abzuholen. 11. bt. Die Bezirksführer treffen fich 8 Uhr bei Berger, Levehom. 21, au einer kurzen Besprechung. 29. bt. 8 Uhr Sihung der Funktionäre und Rreisvertreter bei Burg. 139. Abt. Tegel. 8 Uhr im Jugendbeim Sigung der Funktionäre. Jangfozialisten. Gruppe Südosten: 8 Uhr Jugendbeim Reichenberger Straße ( Fenerwehrwache). Diskussionsabend. Ein Framenveranstaltungen morgen, Montag, den 31. August: der Am Sonntag den 20. September, nachmittags plinitlich 2 Uhr, erfle Borstellung im Staatstheater Charlottenburg Die Jugend Riebesbrama von Mag Halbe. Preis pro Karte 1,20 Mart. Die Dblente der Bildungsausschüsse werden gebeten, sofort die Karten abzuholen. Bier große Veranstaltungen für internationale Boltstänze und Bolkslieder. Für Abonnenten alle vier Veranstaltungen 4, M. Einzeichnungslisten liegen aus in allen Abteilungen; im Bigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25; im Verkehrsbund, Gen. Dltersdorf, Engelufer 24/25; Berband Graphischen Hilfsarbeiter, S., Alte Jakobstr. 5.; Gewerkschaftskommission, Gen. Heßler, Engelufer 24/25; AfA- Bund, Gen. Flatan, Engelufer 24/25; Textilarbeiterverband, Gen. Nitsch, Memeler Str. 8/9; 8entralverband der Angestellten, Gen. Gschbach und Gen. Gottfurcht, Belle- Alliance- Str. 7/10; Bigarrengeschäft Linte, Inselstr. 6; Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2; in allen Vorwärtsspeditionen und im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof IL Letter Termin für Einzeichnungen 15. September. Wintergarfen. Menschenaffe oder affenmensa? Das it bas große Ge heimnis von Tarzan, der fest im Wintergarten als Sensationsnummer auftritt. Es ist nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen bei diefem sich durch aus menschlich geberdenden Affen oder hat hier ein Mensch wirklich nur die Eigenschaften eines gutbreffierten Affen übernommen? Auf jeden Fall spielt Tarzan" seine Rolle glänzend. Ganz besonders poffierlich ist die Befriedigung seiner Rachegelliste an dem Panter im Orchester, der ihn durch seine Kunst störte. Treptow- Sternwarte. Der glim Bb und Mensch im Gebirgsschnee und der farbige Film Balt, Tropenpracht werden am Sonnabend abends 8 Uhr und Sonntag um 4, 6 und 8 Uhr in der Treptowo- Sternwarte ge zeigt. Am Dienstag, den 1. September, abends 8 Uhr, wird die Landung Schiffbrüchiger unter Kannibalen auf Neu- Guinea im Film vorgeführt, am Mittwoch, abends 8 Uhr, der, Film„ Der Kampf mit dem Berge". Am Sonnabend, den 5. September, abends 8 Uhr, und Sonntag, um 4, 6 und 8 Uhr wird der berühmte Schomburgt- Film Mensch und Tier im Urwald* gezeigt. Mit dem großen Fernrohr wird von 2 bis 6 Uhr die Venus oder die Sonne, falls Fleden zu sehen find, beobachtet. Bon 6 bis 71, Uhr wird die Vega in der Leyer und von 7%, bis 11 Uhr der Mond oder der Jupiter gezeigt. Konfumgenossenschafts- Generalversammlungsvertreter. Am Montag, ben Raiser- Wilhelm- Str. 31, eine anßerordentlige Generalber 31. August, abends 6%, Uhr, findet in den Wufiler- Fektsälen, Berlin 02, jammlung der Konsumgenossenschaft statt. Bollzählige Beteiligung und pünktliches Erscheinen jedes Genossenschaftsaufbauvertreters ist erforderlich. Wetter für Berlin und Umgegend: Belttelse antiarend, aber un Beständig und fühl mit einzelnen leichten Strichregen. Frische weftliche inde. Für Deutschland: In der nordöstlichen Hälfte Deutschlands vielfach Regenschauer. Ueberall etwas fühler. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik stad Berlin GB. 68, Lindenstraße 3, ffets a bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Aus Antah der Stadt- und Bezirksverordnetenwahlen findet am Dienstag, den 22. September, abends 7 Uhr, im Deutschen Hof, Ludauer Straße 15, ein außerordentlicher Bezirkstag 15. Streis. 6 The Schule Niederschöneweide, Berliner Str.&, Funktio närinnenkonferenz. 18. t. 7% Uhr bet Muller, Uferfte. 13, foamenabenb. 74. Abt. Rehlendorf. Montag 8 Uhr bei Schnorre, Potsdamer Str. 8, Bot trag der Genoffin Dr. Wygodzinski über die Arbeit der Sozialdemokratie in der Kommune. 138, Abt. Reinidendorf- O. 7% Uhr im Seebod, Refidensstraße. Bortrag der Genoffin Kreffe über: Die Rommunalwahlen. Uebermorgen, Dienstag, den 1. September: 30. B. Schöneberg. The Funktiondrkung bef Gürlich. 101. bt. Ereptow. 7 Uhr Gigung des Bildungsausschusses in der BorwürtsSpedition. Um 8 Uhr gemeinsam nach Baumschulenweg. Jungfozialisten. Gruppe Gilben: 7½ Uhr Juristische Sprechstunde, SfndenStraße 3. Vortrag des Gen. Dr. Engelhardt: Meine Osterfahrt nach Andohrten und ben Atlantischen Inseln. Gäste willkommen. Frauenveranstaltungen fibermorgen, Dienstag, den 1. September: 13. Stres. 7 Uhr bei Niendorf, Mariendorf, Chauffee Cafe Strehlthcaße. Bortrag der Genoffin Ryned: 8wed und Riele der Arbeiterwohlfahrt. 20. Atreis Reinickendorf. 8 Uhr Sigung ber Funktionärinnen in Steiniden borf- Oft, Hauptstr. 46, Rimmer 60. Agitation, Arbeiterwohlfahrt, Rinder fchuk. Jede Abteilung muß vertreten fein. 9. Abb. 7 Uhr bei Hübner, Wilsnader Str. 34. Bortpag ber Genoffin Schmik über: Die kommenden Stadtverordnetenwahlen. 123. Abt. Raulsdorf. 7% Uhr Jugendheim Adolfstr. 26. Bortrag bes Genossen Ruben: Wirtschaftspolitik. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 30. August. Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. L. v. Beethoven: Adagio canta bile( Dr. Artur Böhme, Dr. Sprenger, Heino Siede). 2. A. Böhme: Gottes Allmacht( Elsbeth Koll und Dr. Artur Böhme). 8. Bibelrezitation( Bibelsprecher Johannes Schulzke). 4. Ansprache des Herrn Pastor Henrichs:„ Arbeit der Seemannsmission". 5. R. Leoncavallo: Andante religioso( Dr. Artur Böhme, Dr. Sprenger, Jesus( Elsbeth Koll, am Flügel: Kurt Hennig). 7. H. G. Nägeli: Heino Siede). 6. a) K. Hennig: Wo du hingehst, b) K. Hennig: Der Herr ist mein getreuer Hirt( Das Berliner Solistenquartett). 4 Uhr nachm: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Schriftsteller Ilnitzky: Vom deutschen Weinbau. 5-6.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 7 Uhr abends: Humoristisches Funkallerlei( Georg Bamberger). 7.45 Uhr abends: Dr. Leopold Hirschberg; Die fünf Ständchen Franz Schuberts". Eine Auffassungsstudie 8.30 Uhr abends: Aus Operetten. 1. Jones: Potpourri aus, Geisha ( Kapelle Sommer). 2. a) V. Holländer: Wenn die Rosen blühn, aus Die dumme Liebe", b) W. Goetze: Wenn schöne Frauen Hoheit die Tänzerin"( Charlotte " Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 24. bt. Genoffe Brunotte, Greifswalder Str. 75, ist verstorben. Die Deertigung bat bereits flattgefunden. Jugendveranstaltungen. Jugendchor und Gruppe Weißensee treffen fich heute, Sonntag, vormittag 8 Uhr pünktlich am Botsdamer Bahnhof vor der Freitreppe aur Fahrt nach den Reiherbergen bei Golm. Morgen, Montag, den 31. Auguft: Jugendchors Uebungsabend Montag 7% Uhr, Lindenstr. 3. Schönhauser Allee 140, Lehrlingsheim. Bortvag: Diktatur oder Demokratie?". Baumschulen weg: Ernststr. 16. Mitgliederversammlung. Hermsdorf: Roonstraße. Elternabend. Nordring: Arbeitsgemeinschaft Abraham! Die Teilnehmer am philharmoni fchen Konzert treffen fich am Montag abend bereits um 7 Uhr pünktlich am Eingang der Philharmonie, Bernburger Straße 22a/ 23. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Deutschösterreichische Liebertafel, gegr. 1910, übt jeden Dienstag um 8 Uhr abends im Vereinsheim City- Hotel, Dresdener Str. 52, 1. Gtod. Gäste willtommen. Die Organisation der Tierfreunde Mensch und Hand veranstaltet ant Montag, 31. Auguft, in der Neuen Welt eine Proteftversammlung gegen die Erhöhung der Hundesteuer. Anfang abends 8 Uhr. Pferdeschuh- Bereinigung gegen Mißhandlung und Ausnügung der Pferde. Sigung am Mittwoch, 2. September, 8 Uhr, kleiftftr. 41, Nollendorf- Rafino, Nähe Nollendorfplag. Gäste willkommen. Verein heimattreuer Ostmärker au Berlin E. B. Mittwoch, 2. September, 8 Uhr, im Alten Askanier, Anhaltstr. 11, Bersammlung. Rundgebung gegen bas Optantenelend in Schneidemith!. Bernt Esperanto! Der zweite Rurfus der Arbeiter- Esperanto- Gruppe Bennigsdorf beginnt mitte September und dauert bet wöchentlich 2 Stunden Unterricht bis April 1926. Anmeldungen nehmen bis 10. September entgegen: Ernst Babel, Hennigsdorf, Waldsiedlung 7; Willi Qualig, Hennigsdorf, Neuen dorfstr. 7, und Richard Schögau, Böhow, Dorfstr. 65. Arbeiter- Abstinentenbund, Ortsgruppe Berlin. Montag, 31. Auguft, 7 Uhr, Engelufer 29, Funktionärsizung. Arbeiter- Radio- Klub e. B., Gruppe Friedrichshain. Montag, St. Auguft, 7 Uhr, Warschauer Str. 59 bei Arndt, Bortrag: Doppel- Gitter- Röhre". Gäste willkommen. Sport. Rennen zu Hoppegarten am Sonnabend, den 29. Anguft. 1. Rennen: 1. Petrarca( St. Torte), 2. Einfalt( M. Jenzsch), 8. Melia D. Schmidt). Zoto: 21:10. Blaz: 11, 16, 13:10. Ferner liefen: Blaufelche, Landrat, Granne, Annabell, Galantuomo, Prunustochter. 2. Rennen: 1. Donnerwolle( Staudinger), 2. Fünf Uhr( Schröder), 3. Sigtuna( M. Jentsch). Toto: 132: 10. Blag: 32, 49, 68: 10. Ferner liefen: Donna Cara, Schneefloce, Livonia, Triebkraft, Heideblume, Tuberose, Rutria, Freya IV, Morgensonne, Diana, Baltin. 3. Rennen: 1. Patrizier( D. Müller), 2. Manlius( D. Schmidt), 3. Basalt( B. Wenzel). Toto: 47: 10. Plat: 19, 13, 21: 10. Ferner brenner), 3. Mohn( Barga). Toto: 122: 10. Blat: 24, 85, 17: 10. Hefen: Dnbina, Barde's Bruder, Daubenton, Bellejus. 4. Rennen: 1. Schneewittchen( H. Braun), 2. Silberim( Aschenferner liefen: Dhne Sorge, Balaleika, Balla Balla, Brinzeß Frohsinn, erita, Quilon, Maifahrt, Feuermal, Brandmeister, Trianon, Novara, Mandarine, Venezianerin, Greifteufel, Sapajus, Ponte. 5. Rennen: 1. Sonnenblümchen( Barga), 2. Staffelftab( Haynes), 8. Habicht( M. Jentsch). Toto: 37:10. Blab: 15, 16, 27: 10. Ferner liefen: Idomeneus, Lob und Leben, Hermes, Träumer, Melanie. 6. Rennen: ( mit musikalischen Erläuterungen). 3. Sonnengott( Haynes). Toto: 44: 10. Blab: 16, 13, 13:10. Gerner 1. Lampos( D. Schmidt), 2. Hödur( H. Brown), liefen: Landolo, Eigenfinn, Mohikan, Albania, Senoi, Landeshauptmann, Hartschiner, Barlas, Orpheus, Nettelbed. 1. Glashäger( H. Brown), 2. Stolzenfels( H. Noval). 3. Sojo( Barga). Toto: 120 10. Blat: 38, 19, 29: 10. Ferner liefen: Neptun, Roberta, Arbela, Berta. Doktor, Japs, Hoboe, Calderon, Beleda, Adria, Gilda, Heliade, Sygull, 7. Rennen: Geschäftliche Mitteilungen. Das altrenomierte Teppichhaus J. Brünn, Badescher Markt 4, bringt fich als günstige Einkaufsquelle in empfehlende Erinnerung. Bitte das heutige Inferat zu beachten. wonnig träumen, aus ihre für Groß- Berlin Freyer, Sopran).& Lehár: Ballsirenenwalzer aus Die lustige Freyer, Sopran). 3. Lehár: Ballsirenenwalzer aus„ Die lustige Witwe( Kapelle Sommer). 4. a) Fall: Auftrittslied des Ferdy aus Dollarprinzessin, b) Joh. Strauß: Ach, wie so herrlich zu schau'n, aus Eine Nacht in Venedig( Hans Horsten, Tenor) 5. Zeller: Wie mein Ahnerl, aus„ Der Vogelhändler"( Kapelle Sommer). 6. a) H. Linné: Es wartet das Glück an der Ecke, aus Die schöne Rivalin", b) Kollo: Ich hab's ja gewußt, aus Sterne, die wieder leuchten( Charlotte Freyer). 7. Philipp: Heimatlied, aus Ueber'n großen Teich"( Kapelle Sommer). 8. a) Kálmán: Ach, ich weiß mir ein Mädchen, ein kleines, aus„ Das Hollandweibchen", b) Lehár: Du meiner Seele holder Abgott du, aus Die blaue Mazur"( Hans Horsten). 9. Suppé: Hab' ich nur deine Liebe, aus Boccaccio"( Kapelle Sommer). 10. a) Fall:" Wir tanzen Ringelreihn, aus„ Die Dollarprinzessin", b) O. Straus: Komm her, burd ganz besonders billige Preise einen großen Kundenkreis zu erwerben. du mein reizendes Mäderl, aus„ Ein Walzertraum", c) Lehár: Bist du's, lachendes Glück, aus„ Der Graf von Luxemburg", d) Joh. Strauß: Komm her, Annina, aus Eine Nacht in Venedig( Charlotte Freyer und Hans Horsten). 11. Reinhardt: Walzer aus Süße Mädln( Kapelle Sommer). Am Flügel: Hans Sommer. 10 Uhr abends: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Film mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Wahlen am 25. Ottober. Referent: Stadtverordnetenvorsteher Genosse Haß. 2. Aufstellung der Kandidaten. a) Kreiswahlvorschläge. b) Stadtlifte. c) Stadt ratsliste. Die Delegation zu diesem außerordentlichen Bezirksparteitag erfolgt nach den Bestimmungen des alten Statuts, d. h. die Abteilungen erhalten dieselbe Delegiertenzahl wie zu dem Bezirkstag am 2. Auguft. Mandatsformulare und Gaftfarten werden den Abbeilungen rechtzeitig zugehen. Der Bezirksvorstand. 1. Atreis Mitte. Dienstag, 1. Geptember, 75 Uhr, findet bei schiefing, Aderstr. 1( am Roppenplay), eine Gründungsversammlung für die Freie Turnerschaft" statt. Genoffen, die gewillt find, sich der freien Turnerfchaft" anzufchließen, wollen fich einfinden. 2. Kreis Zirgarten. Mittwoch, 2. September, 7% Ubr, kreisvertreter versammlung im Artushof, Perleberger Straße. 4. Keis Prenzlauer Berg. Dienstag, 1. Geptember, 7 Uhr pinktlich, Roeis vertreterversammlung im Lebigenheim, Bappelallee 15. Tagesordnung: Die Stadt- und Bezirksverordnetenwahlen. Ref.: Gen. Kreuziger. Aufstellung der Randidatenlisten. Goweit die Delegiertenkarten noch nicht ausgeteilt find, werden diefelben dort ausgegeben. 6. Kreis Keenzberg. Montag, 31. August, pinktlich 8 Uhr, Kreisbelegierten versammlung bei Nabe, Fichteftr. 29. Tagesordnung: Aufstellung der Kandidaten zur Stadt- und Bezirksverordnetenwahl. Der Bildungs ausschuß trifft fich Monbag ½ Stunde vor Beginn der Kreisvertreterfonferenz bei Rabe. 7. Kreis Charlottenburg. Dienstag, 1. September, pintlich 18 Uhr, Kreisvertreterversammlung in der Schulaula des Schiller- Realgymnasiums, Schillerstr. 26. Tagesordnung: Die Aufstellung der Kandidaten zur Stadt und Bezirksverordnetenwahl. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde! Der Rurfus fann umständehalber nicht Montag, 31. Auguft, beginnen, sondern Donnerstag, 3. Geptember, 7% Uhr, im Jugendheim, Rosinenste. 4 Wenn Sie der Magen schmerzt, versuchen Sie dies! Wenn Sie an Dyspepfie, schlechter Verdauung, Schmerzen nach der Mahlzeit, Sodbrennen oder irgendwelchen anderen, von Säure oder Gärung der Speisen herrührenden Magenbeschwerden leiden, so gehen Sie zum Apotheker und taufen Sie eine Flasche reine Biferirte Magnesia. Wenn Sie dann wieder Nahrung zu fich nehmen oder Magenschmerzen verspüren, nehmen Sie einen halben Teelöffel voll von diesem Mittel in ein wenig warmen Waffers ein und beobachten Sie, wie schnell alle Schmerzen und Beschwerden verschwinden. Chemifer erklären, daß der fast unausbleibliche Erfolg dieses Mittels dem Umstande zuzuschreiben ist, daß die überschüssige Säure durch Biserirte Magnesia fofort unschädlich gemacht und die Gärung der Nahrung augenblidlich gehemmt und auf diese Weise eine gefunde, natürliche Berdauung gefordert wird. Da dieses einache Mittel unbedingt unschädlich und zugleich billig ist, sollte es von allen, welche Sparfamteit mit der Erhaltung guter Gesundheit zu verbinden wünschen, vorrätig gehalten werden. Biferiete Magnesia wird zu Mt. 2 per Flasche verkauft. dienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 30. August. 11.30-12.50 Uhr mittags: Volkshumor. Mitwirkende: Paul Bendix- Ensemble: Paul Bendix, Elise Bendix, Eugen Milardo, Ossip Empeté. 1. Erinnerungen an Martin Bendix den„ Urkomischen": a) Da kenn'n se Buchholzen schlecht( 1880-90), b) Geliebter Heinrich( humoristischer Brief 1880-90)( Paul Bendix). 2. a) Kinder, seht bloß mal den Zylinder, Couplet von Paul Bendix( 1905), b) Das hab'n sie vergessen, Couplet von Paul Bendix( 1924)( Paul Bendix), e) Im Autoomnibus, Terzett( Paul Bendix, Elise Bendix, Eugen Milardo). 3. a) Erinnerungen aus vergangenen Tagen, b) Demonstrationsmarsch: Es lebe dreimal hoch Familie Klunter!" Text und Musik von Paul Bendix( Eugen Milardo). 4. Die feindlichen Humoristen, humoristisches Duett ( Paul Bendix und Eugen Milardo). 5. Berühmte Bendix- Grammophonplatten: a) Moderne Dienstboten, b) Beim Zahnarzt, e) Vor der Hinrichtung( persönlich gesprochen vom Bendix- Ensemble). 6. Die Zinnsoldaten, Text von Herrn Frey und Paul Bendix ( Bendix- Ensemble). 12 Uhr mittags: Esperantovortrag. 8.30 bis 10 Uhr abends: Uebertragung des Abendprogramms von Berlin. Montag, den 31. August. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.40 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau( Von der Reise zurück"). 5-6.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 7 Uhr abends: Lic. Dr. Beckmann: Liebesarbeit an der gefährdeten Jugend". 7.30 Uhr abends: Ein Gruß der Auslandsdeutschen an die Heimat. 1. Einführende Worte( Admiral v. Truppel). 2. Ansprachen von Führern des Deutschtums in a) Brasilien, b) Spanien, c) Rumänien. 8 Uhr abends: Oberingenieur O. Nairz: FunkPraktikum". 1. Vortrag. Wie verbessere ich meinen Empfang?" 8.30 Uhr abends: Abendunterhaltung. 1. a) Donizetti: Arie der Lucia aus der Oper Lucia di Lammermoor", b) Karl Löwe: Canzonetta( Isa Rilba, Sopran). 2. Rezitation( Erich Nadler). 3. Zoltan Kodaly: Duo für Violine und Cello( Max Rostal und Sela Trau). 4. a) Donizetti: La Zingara( Die Zigeunerin), b) Rich.. Mulder: Staccato- Polka( Isa Rilba). 5. Rezitation( Erich Nadler). 6. Haydn: Duo für Violine und Cello( Max Rostal und Sela Trau). Am Flügel: Bruno Seidler- Winkler. 10 Uhr abends: Dritte Bedienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Biferirte Magnesia hat folgende Zuſammenſegung: Wismutsubkarbonat 4,5, kanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetter25% Magnesium perhydrol 15,0, 2faches tohlensaures Natron 15,0. Wenn Sie Biferirte Magnesia bei Ihrem Apotheker nicht haben können, schreiben Gie an das Generaldepot C. F. 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Von der Reise zurück Dr. Julian Nathanblut. 00000000 DOCENTS0000000000000 0000000 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Zurück BerlinDr. S. Marks, schöneberg, Hauptstrasse 107.[ 1203b getreue Copien von Orient- Teppichen 400 breit und verwandten Gewerbe zu Berlin Bekanntmachung! Auf Grund des§ 18 ber Sagung bzw.§ 180 ber St.-8.-D. werden die Barleistungen der Raffe nach einem Grandlohn bemeffen und die Beiträge für jeden Kalendertag erhoben. Für Festfegung des Grundlohnes werden bie Raffenmitglieder in die vom Raffenvorstand am 29. Juli 1925 befchloffenen und vom Oberversicherungsamt Berlin genehmigten Cohnstufen eingeteilt: Ab Montag, den 31. August 1925, gelten folgende Bohnstufen, Grundlöhne und Beiträge: Stufe Tagesentgelt Grundlohn Beitrag für den Kalendertag bis M. 1,50 wt. 1,20 bunt gemustert *********... per Meter breit la Kokos- Läufer 120m 5.25 100m 4.35 N 2,50 3,50 2,00 " 3,00 90 am rem 3.85 67 on " 2.75 4,50 4,00 " " 5,50 5,00 W " " 6,50 6,00 VII VIII 7,50 7,00 8,50 8,00 IX über 8,50 9,00 ,, HOFFNUNG" Bekleidungs- Industrie G. m. b. H. A Rosenthaler Brunnenstraße 185 Am Rosenthaler Elegante Herrenbekleidung fertig und nach Maß! Beste Ausführung! Gater Sitz! Mäßige Preise! Anzüge zur Jugendweihe in allen Größen und Preislagen Schul- Anzüge in großer Auswahl Sport Anzüge in bester Ausführung Gummi- und Bozener Mäntel, sowie einzelne Hosen Din allen Größen und Preislagen. 3 Onkel Les spricht: Ich wünsche 0,072 W 0,12 0,18 0,24 0,30 " 0,36 0,42 0,48 " " 0,54 Lehrlinge ohne Entgelt werben der ersten Lohnftufe zugeteilt und zahlen 5 Broz. gleich täglich 6 Bf.( Woche 42 Bf.) Beitrag. Die Beiträge zur Erwerbslosenfürsorge werden ebenfalls nach dem Grundlohn berechnet und betragen zurzeit 1 Proz vom Grundlohn. Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen diefelben je zur Hälfte. Die Leistungen nach den neuen Grundlöhnen treten am 31. Auguft in Kraft. Alles Nähere ist aus den allen Arbeit gebern zugesandten Rundschreiben ersichtlich. Abdrucke sind im Raffenlotal erhältlich. Der Vorstand. M. Gutsche, Borsigender. F. Hemann, Schriftführer. Für Sport und Reise! Eine gute Taschenuhr 3.50 Gm. nur. . Wesentlich verb. Werk, sorgfält. gepr., tadellos und genau gehend, jede Uhr mit Garantieschein, mit Scharnier, echtem Goldr., ca 33 st. Werk, 4.50 Goldm. Nr. 6 die gleiche Uhr, ohne Goldr., mit Leuchtzahlen, nur 5.- Goldm. Nr. 16. Klappdeckel- Kavalier- Uhr, eleg. vergoldet oder versilbert 11.50 Goldm. Nr. 10. Echt silberne Herrenuhr, la Schweizer Werk, auf 6 Stein. gehend, Qualitätsuhr 22.80 Goldm. Dieselbe Uhr, Ankerwerk, 15 Steine. Das Beste vom Besten Nr. 7/1. 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Diese Handelsverträge find zollpolitisch folange wertlos, mit einer unerhörten Schuhzolwelle zusammen. Ueberall werden als das Land, das die Meistbegünstigung gewährte, anderen neue Schutzzollmauern gegen die Einfuhr sowohl von Lebensmitteln Ländern in bezug auf einzelne Tarifposten noch teine Zollwie Industrieartifein errichtet. Es waltet überall eine förmliche ermäßigung gewährte. In diesem Fall bleiben trotz der HandelsZollpsychoje. Damit soll der deutsche Hochschutzzoll nicht entschul- verträge die hohen autonomen Zollfäße in Kraft. digt werden. Bäre doch Deutschland angesichts seiner gegenwärtigen Lage berufen gewesen, den durch den Schußzollwahnsinn geblendeten Ländern ein gutes Beispiel zu geben. Daß es dies nicht tat, war die Folge der innerdeutschen Machtverhältnisse, die fich zugunsten der Großagrarier und Großindustrie verschoben haben. Indeffen war die Zollpsychose der umgebenden Staaten geeignet, die deutsche Hochschutzzollpolitik stimmungsmäßig zu unterſtützen. Ist es doch am bequemsten, mit dem Strom zu schwimmen. Die Verschärfung der Schutzölle. Das zollpolitische Bild der meisten europäischen Staaten zeigt Don Tag zu Tag eine Verschärfung der Schutzölle. Dazu tommen noch andere Absperrungsmaßnahmen, von denen man vor kurzem noch gern geglaubt hätte, daß sie als vorübergehende Machkriegserscheinungen bald endgültig verschwinden würden. In diefe Gruppe gehören Einfuhrverbote und andere Erschwerungen des zwischenstaatlichen Verkehrs. Die Einführ soll geregelt, die Ausfuhr gefördert werden, und dieser widersinnige Versuch soll verschiedene Maßnahmen, wie Subventionen, Einfuhrfchine usw. unterstüßen. Durch dieses ganze Arsenal von handelspolitischen Waffen wird der internationale Handel gestört, vor allem aber find die Berbraucher des eigenen Landes die Leidtragenden. Im Schatten der Hochschutzölle gedeihen die Kartelle, deren Zahl fich von Tag zu Tag vermehrt, die Ausplünderung der Verbraucher schreitet überall in größtem Ausmaß fort. Getreidezölle wurden eingeführt in Desterreich, später in der Tschechoslowakei und jüngst in Italien. In den zwei erstge nannten Ländern handelt es sich um gleitende Zölle, die mur bei der Senkung der Weltmarktpreise unter einen bestimmten Stand wirksam werden, während in Italien starre Getreidezölle eingeführt wurden. Die sogenannten Nachfolgeftaaten, d. h. die Staaten, welche an Stelle der alten österreichischen Monarchie getreten find, verfolgten seit ihrem Entstehen eine entschiedene Schußzzollpolitit, trop der unbezweifelbaren Tatsache, daß diese Aus dem Arsenal der früheren Zollkämpfe soll jetzt noch eine Waffe hervorgeholt werden: der Einfuhrschein. Ursprünglich nur im Dienste des Veredelungsverkehrs, soll jezt der Einfuhrschein anderen Zielen dienen: erstens als Ausfuhrprämie, d. h. Export pergütung und zweitens als Mittel, die Preise im Inland um Ausfuhr von Getreide erhält der Exporteur einen Einfuhrschein, den ganzen Bollsag in die Höhe zu schrauben. Bei der d. h. eine Anweisung auf eine bestimmte Summe, die dem Zoll nach der ausgeführten Menge entspricht. Mit dem Einfuhrschein tann man den Importzoll entsprechender Waren bezahlen. Da deshalb eine Nachfrage nach Einfuhrscheinen vorhanden ist, fann man diese scheine steht in Deutschland bevor, sie soll aber bald auch in an der Börse immer verkaufen. Die Einführung solcher EinfuhrFrankreich und Ungarn beschlossen werden. In Ungarn, wo nicht die Rede sein kann, soll der Einfuhrschein zur Bezahlung von von einer Getreideeinfuhr infolge des vorhandenen Ueberschusses Industrieeinfuhr verwendet werden. Der Einfuhrschein zeigt in dieser verzerrten Form den unverhüllen Charafter einer Ans. fuhrvergütung. Die Auslieferung des inländischen Verbrauchers an die Nutznießer der Zölle wird durch den Einfuhrschein vollendet. Aber auch das System der Einfuhrscheine tann auf die Dauer die Verbesserung der Ausfuhrmöglichkeiten nicht sichern, da die anderen Länder zur Berhinderung des Ausfuhrdumpings zu Gegenmaßnahmen zu greifen pflegen. Das ganze hier geschilderte zollpolitische Chaos führt legten Endes zu einem wirtschaftlichen Rrieg aller gegen alle. Die deutsche Regierung und die Rechtsparteien fönnen für sich in Anspruch nehmen, zur Entfachung des allgemeinen Zollfrieges beigetragen zu haben. Werkzeuge und Stahlwaren. 2. H. Sonntag, 30. August 1925 als wichtiges Absatzgebiet verwiesen, das mit der allmählichen Wiederherstellung seiner Wirtschaftskraft zukünftig wieder ein bedeutender Abnehmer werden wird. Im ganzen ist der genannte Fachmann bezüglich der Exportaussichten der deutschen Werkzeugindustrie optimistisch. Es wird zur späteren Rechtfertigung dieses Optimismus nötig sein, daß die Werkzeugindustrie ihre qualiAnteils an der Exportkraft der Industrie durch eine wirklich ausfizierte Arbeiterschaft in richtiger Würdigung ihres großen reichende Lohnhöhe leistungsfähig erhält. Aehnlich steht es bezüglich der Solinger Stahlwarenindustrie, über deren Lage in den Mittellungen der Industrie- und Handelskammer Solingen Dr. Dienstbach berichtet. Der Berichterstatter muß feststellen, daß die Ausfuhrzahlen des ersten Halbjahres 1925 ein ganz erfreuliches Ergebnis" darstellen. Die Ausfuhr von Waren der Position 836 des Zolltarifs( vornehm lich, jedoch nicht ausschließlich Solinger Stahlwaren) erreichte in dieser Zeit eine Menge von 33 920 Doppelzentnern, die einen Wert der gleichen Zeit des Vorjahres beträgt der Menge nach start von 31,5 Millionen Mark ausmachten. Die Steigerung gegenüber 50 Prozent, dem Werte nach sogar mehr als zwei Drittel. Ein günstiges Berhältnis ergibt auch der Bergleich mit den Ausfuhrzahlen des Jahres 1913. Gleichwohl versichert Dr. Dienstbach, daß es der Solinger Industrie nicht gut geht. Auch in Solingen wirken fich eben die Inflationsfünden aus. England ist auch für Stahlwaren der beste Abnehmer; es nimmt in der Gegenwart weit größere Mengen davon auf, als vor dem Kriege. Zweitgrößter Abnehmer ist Britisch- Indien, das allerdings noch nicht wieder soviel fauft wie 1913. Dagegen hat Niederländisch- Indien seine Bezüge erhöht. Dasselbe gilt von Brasilien, während Argentinien noch zurückbleibt. Im ganzen zeigt sich beim Stahlwarenerport die gleiche Erscheinung wie beim Werkzeugerport: zunehmende Bedeutung überseeischer Gebiete und Erschwerungen allenthalben durch hohe Zollmauern. Diese be hindern insbesondere die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten, deren Stahlwarenimport aus Deutschland nur noch wenig mehr als ein Drittel der Menge von 1913 beträgt. industrie im Rahmen des deutschen Außenhandels eine große allgemeine Bedeutung hat, braucht günstige Handelsver. träge, die den internationalen Warenaustausch erleichtern. Auch die Solinger Industrie hat deshalb mit der Annahme des deutschen Bollgesezes eine starte Verschlechterung erfahren. Und wie für die Werkzeugfabrikanten gilt wiederum für die Solinger Unternehmer, daß sie sich die Rute selbst gebunden haben. Die parteipolitische Auch die Solinger Stahlwarenindustrie, die wie die WerkzeugDie deutsche Werkzeugindustrie, die zum größten Lell in und um Remscheid, jedoch auch im Schmalkaldener Bezirt und in Süd- Befangenheit zum Beispiel der Herren der Solinger Industrie- und deutschland ansässig ist, flagt seit vielen Monaten über schlechten Geschäftsgang. Es heißt, daß eine langsame Besserung der Lage feit Jahresanfang inzwischen wieder zum Stillstand gekommen ist, ja einer rüdfäufigen Bewegung Blaz gemacht hat. Nach der Außenhandelsstatistik wurden allerdings im ersten Halbjahr 1925 nicht weniger Werkzeuge ausgeführt als in derselben Zeit 1913 ( 132 000 gegen 130 000 Doppelzentner). Im Inland ist dagegen Handelskammer bei der Wahrnehmung der Solinger Industrie intereffen zeigte sich u. a. darin, daß, als die Kammer nicht umhin bezüglich der Edelstahle zu stören, sie diese Tatsache still für sich tonnte, bie tapitalistische Einheitsfront für den Schußzollgebanten behielt und auf die Unterstützung der Deffentlichkeit für ihren Proteft verzichtete. Die Belange der Solinger Industrie sind bei der Zollvorlage objektiv richtig nur von der Sozialdemokratie wahr. genommen worden, die den Zollwucher ablehnte und für weltwirtReichsbank und Preissenkungsaktion. jungen Staaten wirtschaftlich start aufeinander angewiesen find. Man hätte glauben sollen, daß diese Einsicht doch bald Bahn brechen würde. Statt deffen zeugen die jüngsten Berichte von einer meiteren Berschärfung der Schutzzollpolitik dieser Länder. Der autonome Tarif der Tschechoslowakei enthält seit jeher geradezu prohibitive Zölle auf Eisen und Eisenprodukte, wie auch auf Zucker. Der vor furzem angenommene ungarische 3olltarif ist hochgradig schutzöllnerisch und enthält ungeheure Zölle sowohl auf Lebens mittel wie auf Industrieprodukte vom Rohstoff bis zum Fertigfabritat. Zu ihnen gesellte sich nun jüngst auch Jugoslawien. Der neue jugoslawische 3olltarif errichtet scharfe Schutzzölle für den Schutz der noch in den Kinderschuhen steckenden heimischen Industrie, und auch für landwirtschaftliche Produkte, wie Fett, Mehl, Getreide und Gemüse. In Oesterreich wird eine heftige Propaganda zur Erhöhung der bestehenden Eisenzölle geführt. Dieselbe Propaganda wird übrigens auch in anderen Ländern, wie Schweden, entfaltet, ja es arbeiten mächtige Kreise selbst in Eng. land für die Einführung von Eisen zöllen. Mit ihrem Erfolg Dr. Blumrath in Remscheid in der Kölnischen Zeitung" er Einem ausführlichen Berichte über die Bertzeugausfuhr, den würde die Abtehr Englands vom Freihandel be. siegelt werden. Neben den Hochschutzöllen werden noch stattet, sind einige wesentliche Tatsachen von allgemeiner Bedeustattet, sind einige wesentliche Tatsachen von allgemeiner Bebeuandere Mittel zur Absperrung in Anwendung gebracht. Bolen tung zu entnehmen. Bemerkenswert ist insbesondere die nach hat seinen Bollfrieg gegen Deutschland dazu benutzt, seine Eindrückliche Betomung der Notwendigkeit, durch günstige Handelsverfuhrverbote gegenüber deutschen Waren auch auf die Einfuhr fragsabschlüffe zu befferen Exportmöglichkeiten zu tommen. Die aus anderen Ländern auszudehnen. Das System der Einfuhr- lehr nationalen Werkzeugfabrikanten in Remscheid und Umgebung fentrolle wurde wieder eingerichtet. Bolen beabsichtigt auf diese haben sich mit ihren politischen Willenskundgebungen in dieser Be Weise seine Einfuhr zu drosseln und seine ins Wanten geratene ziehung fehr start ins eigene Fleisch geschnitten. Sind es doch Währung zu unterstützen. Das Einfuhrverbot Frankreichs gegen jüngsten deutschen Sollgefeßes die Möglichkeiten günftiger inter gerade die Männer ihres Bertrauens, die mit der Annahme des die deutsche Rohle ist immer noch in Geltung. der Absatz ſehr ſtart zurückgegangen, well fich die eigentlichen Groß- schaftliche Verkehrsfretheit eintrat. abnehmer bei der Erneuerung und Ergänzung ihrer Bestände größte Zurückhaltung auferlegen. Man wird der Werkzeuginduſtrie nicht gerade zu glauben brauchen, daß sie zu Berlustpreisen vet taufen muß, aber man wird aus der allgemeinen Krise schließen dürfen, daß auch die Werkzeugindustrie an ihren Inflations. jünben leidet, die sie nicht weniger begangen hat, wie sie in anderen Industrien begangen wurden. Handelsverträge und Hochschutzzölle. Nun find aber die Handelsverträge dazu da, um die Härten des Hochschutzzolles zu mildern. Die hohen Bollsäge sollen in den Handelsverträgen herabgesetzt werden. Mit dem Argument der Zölle als Verhandlungswaffe" wollte auch die deutsche Re gierung den deutschen Hochschuzzoll verantworten. Indessen zeigen die Handelsvertragsverhandlungen in einer Anzahl von Ländern, wie Hochschutzölle bzw. der lückenlose Zolltarif", der sich auf Rohstoffe, Halb- und Fertigwaren gleichmäßig erstreckt, das Zustande tammen von Handelsverträgen erschwert. Im Zolltarif wird jeder Interessentengruppe ein ausgiebiger Schutzzoll gewährt, ja es wird ein solcher der Fertigindustrie oft geradezu aufgedrängt, um dieser die Schutzölle für Rohstoffe und Halbfabrikate erträglich zu machen. Stommt es aber zu Handelsvertragsverhandlungen, so muß man Zugeständnisse machen, und erst dann muß man sich dafür entscheiden, welche Interessen man schüßen will. Die Rohstoff- und Halbzeugindustrie hat aber überall das Heft in der Hand. Damit also ein Handelsvertrag zustande tommen fann, muß die Fertig industrie herhalten; der Tarifschutz für diese muß preisgegeben werden. Auch dies ist aber schwer durchzusetzen, wie das Beispiel der österreichischen und ungarischen Handelsvertragsverhandlungen zeigt. So wichtig auch ein Handelsvertrag zwischen diesen start auf einander angewiesenen Staaten wäre, kann dieser aus den erwähnten Gründen nicht zustande kommen. Eine weitere Schwierigkeit besteht bei den Handelsverträgen, die nur die reine Meist begünstigungsklausel enthalten, wie sie besonders England, aber auch Deutschland und andere Länder abzuschließen nationaler Handelsverkehrs- Abmachungen so gründlich wie möglich verbaut haben. Dasselbe gilt bezüglich der deutsch spanischen Beziehungen, auf deren freundliche Gestaltung die Remscheider Industrie mit gutem Recht einen Hauptnachdrud legt, während es gerade die politischen Freunde der Remscheider Fabritanten waren, die in diese Beziehungen fürzlich den schwer heilbaren Riß hineingebracht haben. Vielleicht lernen die Remscheider Unternehmer daraus einmal, daß es nicht gut ist, wenn man aus fanatischem Haß gegen die Arbeiterbewegung ins andere Extrem schlägt. Dr. Blumrath hat die Beränderungen in den Zielen der Bert zeugausfuhr untersucht und dabei festgestellt, daß die europäischen Bezüge durch den fast völligen Ausfall Rußlands start nachgelassen haben, aber immer noch die Hälfte der Gesamtausfuhr beanspruchen. Der bedeutendste europäische Abnehmer ist jetzt England. Es folgen Italien, Holland, Polen, Belgien, die Schweiz und Spanien. Rechnet man Desterreich und die Nachfolge staaten zusammen, so stehen diese an zweiter Stelle. Die Ausfuhr nach den Bereinigten Staaten war in den ersten fünf Monaten dieses Jahres viermal so groß wie in derselben Zeit des Jahres 1913. Blumrath schließt daraus, daß auch nach industriell hochstehenden Ländern ein Werkzeugerport möglich ist, wenn nur das Qualitätsprinzip gewahrt bleibt und der deutsche Fabrikant praktische Neuerungen zu bieten hat. Das Zukunftsland für die Wertzeugausfuhr fieht Blumrath mit Recht in Süd amerita und Asien. Argentinien, Brasilien und Britisch und Niederländisch- Indien nehmen gegenwärtig weit größere Bosten Werkzeuge ab als je zuvor. Schließlich wird auch auf Rußland Auch wer wie mir die ganze Breissenfungsaktion der Regierung Luther äußerst pessimistisch beurteilt, hat mit einer gewiffen Genugtuung tonstatiert, daß an den letzten Beschlüssen der Regierung das Reichsbankdirektorium mitgewirkt hat. Man fonnte daraus die Hoffnung schöpfen, daß die Reichsbant ihren Einfluß nachbrüdlich am wundesten Punkte der ganzen Wirtschaftsmifere, beim Zins- und Provisionswucher der Privatbanken, geltend machen würde. Tatsächlich ist jetzt ein Schritt der Reichsbank erfolgt, über den folgende Mitteilung vorliegt: Im Intereffe einer weiteren Berbilligung der Zins- und Gebührensäge im Banfverfehr und damit einer Berbilligung des Sahlungsverkehrs überhaupt, hat die Reichsbant beschlossen, mit Rüdwirtung vom 1. August 1925 ab die bisher berechneten Giroumfaß und Bauschgebühren fallen zu lassen und die Girofonten wieder völlig gebührenfrei zu führen. Die Mindestguthaben bleiben unverändert. Die Reichsbant hofft, mit ihrem Borgehen, das ihr erhebliche Opfer auferlegt, auch den anderen Banten eine erneute leberprüfung der Konditionen im Sinne einer Berbilligung derselben zu er. möglichen. Eine weitere Erleichterung für die Bankwelt hat die Reichsbant dadurch getroffen, daß sie bisher für Lombarddarlehnsentnahmen die Laufzeit bis höchstens drei Tage festgesetzt hatte, welche nunmehr auf fünf Tage versuchsweise ver längert wird." An dieser Mitteilung ist zunächst interessant, daß die Reichsbant von einer weiteren Berbilligung der Sins- und Gebührensätze im Bantverkehr spricht. Unseres Wissens ist bis heute überhaupt noch feine Verbilligung der Zins- und Provisionssätze erfolgt, soweit sie den eigentlichen Kreditbedarf der Wirtschaft und nicht den der Banten unter sich betrifft. Im Gegenteil, die Banten haben nicht nur gegenüber dem Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, sondern auch in den Verhandlungen des Zentralverbandes des Deutschen Bant- und Banfiergewerbes mit der Regierung erflärt, ihrerseits zum Abbau der Kreditkosten nichts beitragen zu können. Auch fonft ist nicht erfindlich, wie die Gebührenfreiheit der Girokonten und die Laufzeitverlängerung der Lombarddarlehens entnahmen auf fünf Tage eine Berringerung der Kreditlasten der Wirtschaft herbeiführen soll. Im wesentlichen kommen die zweifellos nicht ganz unbedeutenden Entlastungen wieder nur den Banten und den allerersten Werfen zu. Daß die Banten aber durch solche Appetitbrötchen", wie sie von der Reichsbant gereicht werden, zum Abbau ihrer drei und mehrprozentigen Sonderprovisionen gebracht werden könnten, ist ausgeschlossen. Man wird abwarten müssen, was die Reichsbant weiterhin tut. 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Die einst vielumstrittene, bahnbrechend wirkende Tarifgemeinschaft der Deutschen Buchdrucker war in ihrem Auf- und Ausbau zum guten Teil sein Werk. 26 Jahre wirkte Paul Schliebs als Geschäftsführer des Buchdrucker- Tarifamts unermüdlich für die Fortentwicklung des Tarifgedankens unter dem Gesichtspunkte der Gleichberechtigung der Arbeiterschaft. Mittelbar wirkte so seine Lebensarbeit über den Kreis seiner engeren Berufsgenossen hinaus für alle Arbeiter. Er hat ein gutes Stück des Weges zur Entwicklung des neueren Tarif- und Arbeitsrechts ebnen helfen. Die Verdienste Paul Schliebs' werden bei den Deutschen Buchdruckern für immer unvergessen bleiben. Berlin, den 29. August 1925. Der Vorstand des Verbandes der Deutschen Buchdrucker Die Beerdigung findet am Montag, dem 81. d. Mts.. nachm. 2 Uhr, auf dem Friedhof Steglitz, Bergstr., statt. Zalgs Mermit die Verlobung meiner Tochter Margarete Kohlmann mit dem Schlosser Paul Pollack freundlichst an Richard Kohlmann, Karne Str. 9 Am 27. Auguft verschieb plöglich unfer lieber Freund und Rollege, der Maschinenmeister Wilhelm Busch im 58. Lebensjahre. Wahre Kollegialität und famerabfchaftliche Solidarität verbanden uns miteinander und werden sein Andenten in unserm Kreise stets in Ehren halten. Die Maschinenmeister der Buchdruckerei H. S. Hermann& Co. Die Einäscherung findet am Diens tag, b. 1. September, abends 7 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, bie zahlreichen Kranz Spenden bei dem Heimgange meines lieben, guten Mannes Julius Lange fage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, ben Mietern bes Hauses Herrfurthstr. 20, bem 8entral Raucherbund, dem Rauchklub Flott", insbesondere Herrn Dr. Bellner für bie troftreichen Worte am Sarge des Ent fchlafenen, meinen herzlichsten Dant Neukölln, Herrfurthstr. 20. Achtung! Ausschnelden! Pelzwaren aui Teilzahlung Elgene Kürschnerel Pelzmäntel/ Jacken/ Kragen/ Füchse/ Besätze In allen Pelzarten. 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Dr. Strejemann will Dr. Unblutig auch schon deshalb sprechen, weil sein ruffifcher Rollege Radek in einem umfangreichen, kürzlich in der größten ruffifchen Zeitung, der„ Prawda", erschienenen Artikel dem deutschen Bolke den Rat gibt, in der verlängerten Siegesallee ein Denkmal aufzustellen, mit der önschrift: Dem Dr. der Hübneraugenkunft Stresemann- Unblutig." Radek begründet das wie folgt( wir geben den Artikel nur auszugsweise wieder): Jest denkt der Bourgeois, daß die Gefahr der Revolution vorüber fel, mud er wendet sich der Heilung Jeiner Hübneraugen zu. Es gibt kein Land, in dem jedwede Propaganda fo miferabel war, wie in Deutschland. Aber die Propaganda von Rukirol ift geradezu blendend. Das Lob des Rukirols brüllt Jozulagen buchstäblich aus jeder Zeitung dem Lefer entgegen. Hier ist Scherz und Ueberlegung und der Befehl vereint: Befeitige deine Hübneraugen durch Rukirol! Rukirol ist ein ganz einzigartiges Mittel gegen die Hübneraugen. Wer fich des Rukirols bedient, der braucht sich von feinen Hühneraugen weder durch Pinzetten noch durch Meffer zu befreien, er kann Jein Ziel ohne Schmerzen und unblutig erreichen. Es lebe der Dr. Unblutig, beult die Reklame. Der Doktor obne Blut, der die Welt von den Hühneraugen befreit, ohne jemandem Schmerzen zu bereiten. Diese Reklame ift Jo eindringlich, daß ich, der ich zwanzig gute und schlimme Jahre Besitzer von Hübneraugen war, mich der Reklame beugte und unblutig und ohne Schmerzen meine Hübneraugen los murde. Als ich aber den Zustand der Hübneraugenlosigkeit glücklich erreicht batte, verftand ich, daß das Rukirol nicht nur ein feltenes Mittel gegen die Hühneraugen Jei. Ich begriff, daß es ein tiefes Symbol darftellt, ein Symbol, das Deutschland und feinem Minifter des Auswärtigen den Weg wies, fich von den franzöfifchen Hübneraugen im Rheingebiet und den Folgen des schweren Berlailler Vertrages zu befreien. Dr. Guftad Strejemann, Deutschlands Minifter des Aeußeren, gehört zu denjenigen Leuten, die den tiefen Jymbolischen Sinn des Lebens erfaßt baben. Es besteht kein Zweifel, daß die Jdee des Garantiepaktes in Jeiner Seele erwacht it, als er leiner Hübneraugen wegen ein Rukirolbad nahm. Man dachte bisher, man könne 800 000 franzöfifche Bajonette, die auf die Brust Germanias gerichtet sind, mur dadurch in Schach balten, daß man eben fobiele nach der anderen Seite richtet, man könne die franzöfifchen Hühneraugen im Rheingebiet nur mit Hilfe langwieriger und schmerzhafter Operationen entfernen. Als aber Dr. Strefemann die Wunderwirkung des Rukirol Fußbades verspürte, da dachte er: Es hat doch eine Zeit gegeben, wo alle Welt mit dem Küchenmeffer an den Hübnerangen berumpolkte, fich felbft und den Hübnerangen Schmerz bereitend. Und jetzt: Du nimmt 2 Liter beißes Waffer, schüttelt Rukirol- Fußbad binein und merkft lofort, daß alles, was bisher bart an deinen Füßen war, an fängt weich zu werden. Rann man mun nicht aus der Anerkennung der Rechtmäßigkeit des Berlailler Bertrages eine Löfung berftellen und ihr alle Berjteinerungen aus dem deutschen Rörper baden, die durch den Druck des Berfailler Bertrages auf diefem Rörper entstanden find? Sobald das Hühnerauge meich geworden ist, nimmt man dann am anderen Cage ein Stückchen Rukirol- Pflafter, legt es auf das Hübnerauge, und in 24 Stunden, im Höchst falle in 48 Stunden, fällt das Hübnerauge unblutig und fchmerzlos ab. Catfächlich, der Vergleich stimmt! Da nimmt, dachte Dr. Stresemann, ein Stück Papier und schreibst den Garantiepakt darauf, legft ihn auf die erweichten Hübneraugen Germanias und die Franzosen geben aus der Rheinzone beraus. Nach ein paar Jahren, vielleicht noch etwas später, aber immerhin: fie geben. Dr. Strelemann bat es verstanden, diesem Gedanken einen konkreten Charakter zu geben. Und alle Aerzte der internationalen Diplomatie, die fich bis dabin mit der Erzeugung von Giften befast baben, die Deutschland Sal in die Wunden ftreuten, lenkten ihren Blick plöglich auf die Herstellung des Rukirol- Sußbades und des Rukirol Sübneraugen- Pflafters. Wenn das nicht bis jum Herbst gelingt, so wird der Aeryte- Rat des Bölkerbundes fich einer besonderen Seffion versammeln und, fie follen Jeben, Rukirol Jiegt auch hier, weil Rukirol ein 3eichen der Zeit ist. Wer sich aber nicht kukirolen laffen will, der verdient, daß man ihm die Hübneraugen einfach abtritt. Wir wollen nicht unterfuchen, ob der Außenminifter Radek bezüglich der Politik recht bat, denn die Rukirol Sabrik ift kein politifches, fondern ein kaufmännisches Unternehmen, aber was er über Rukirol Jagt, das ftimmt. Es muß ja ftimmen, denn Radek kukirolt felbft Das Rukirol- Hübneraugen- Pflaster, deffen Wirkung er jo anidbaulich befchreibt, koftet vorläufig noch 75 Pfg. die Schachtel und reicht zur Beseitigung von wenigftens 10 Hübneraugen aus. Das Rukirol- Fußbad, deffen gute Dienste Radek ebenfalls lobt, koftet 50 Pfg. Es kräftigt Nerven und Sebnen und ist eine Wohltat für Füße, die durch Ueberanstrengung Ichwer wie Blei geworden find. Es macht deu Gang wieder jugendlich, federnd, frisch und leicht. Der Rukirol- Streupuder verhütet Schmisen, Brennen und Wundlaufen der Füße. Eine Blechdoje, deren Jabalt bei täglichem Gebrauch wochenlang ausreicht, koftet nur 1 Mark. Sußpflege mit Rukirol kommt nicht nur den Füßen, sondern dem ganzen Körper jugute. Am vorteilhafteften kaufen Sie gleich die ganze Rukirol- Rur- Packung, die alle drei Rukirol- Präparate sutbält und mir 2 Mark koftet. Sie sparen dabei alfo 25 Pfg. Verlangen Sie von uns aufklärende Literatur über die Rukirol- Sußpflege. 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Und trotzdem wurde ich oerurteilt. Der Richter, der da» Urteil verkündete: zwei Monate Gefängnis wegen Diebstahl— war»in alter, ehrwürdiger Herr. Er sah wie mein Vater au», als er noch nicht blind war. Trotzdem der Richter hört«, war er taub für mich. Er kannte und hörte nur eins: die Stimme des Gesetzes. Da» Zeugnis des Postmenschen und meine Der- gangenheit: zehn Tage iSefüngnis wegen Hehlerei. Als das Urteil verkündet wurde, fiel meine Mutter schreiend zusammen. Ich hörte die Stimme meines Vaters:.Was sagt er? Ist mein Sohn frei- gesprochen worden?" Wieder drehten sich die großen Eisentüren des Gefängnisse« und schlössen mich ab von der Welt. Aber auch im Gefängnis ist Welt, verkümmerte Welt, Welt der Gefangenen, Verbitterten. Hof- senden und Hoffnungslosen. Dort im Gefängnis freundete stch ein junger Mann an mich an. der wegen Hehlerei saß. Er hieß ßiebe- stahl und stammte aus Hamburg. .Friedrich", sagte er einmal zu mir,.ich war Seefahrer und bin in China und Australien gewesen und kenne die Welt: st« ist ein großer Käfig, in dem die Bestie Mensch stch um das Futter blutig zerreiht. Du bist ja noch ein Bähschaf, mein Lieber, doch auch dir werden Krallen und Zähne wachsen." Damals verstand ich seine Rede noch nicht, ich oerstand nur den Trost der menschlichen Stimm« und schluchzte: �ia. ja. wenn ich erst größer bin. Auch ich will das Meer befahren." .Wann kommst du frei?" fragte Liebestahl. .Heute in sieben Wochen." antwortet« ich. ,3ch komme drei Tage früher und wart« aus dich," sagte Liebe- stahl..Da türmen wir zusammen nach Hamburg." .Und dann fahren wir nach Amerika," sagt« ich. »Oder nach China." sagte der ehemalig« Matrose. Wir sind nicht nach China oder Amerika gefahren, denn als ich endllch frei kam, wurde ich einer Erziehungsanstalt überwiesen. Erst nach zehn Jahren habe ich Liebestahl wieder gesehen. Da fuhr er schon lange nicht mehr zur See. Da befuhr er da» wüst« Schlamme«: der Zelt und wurde von ihm verschlungen. Ich habe mir oft die Frag« gestellt: was wäre aus dir ge- worden, Fritz, wenn dein Vater viel Geld gehabt hätte und wenn deine Mutter nicht den Staub und Schmutz des Gericht» 2? Jahre lang aufwischen mußte? Du hättest Rennfahrer werden können, Fritz, gab ich mir oft zur Antwort, hundert Kilometer in der Stunde, in der die Welt mit sausendem Wind dich umtanzt. In der Zeit, als ich zum zweiten Male im Gefängnis war, stellte ich oft solche Fragen an da» Schicksal.... Der Direktor der Erziehungsanstalt war menschlich und freund- lich zu mir. aber hier gilt doch der alte Spruch aus der Bibel, der ein wenig umgeändert so lautet:.Dein Vater hat dich mit Peitschen gezüchttgt, ich aber will dich mit Skorpionen züchtigen!" Und ich wurde mtt Skorpionen gezüchtigt. Mit den besten Vorsätzen oerließ ich da» Gefängnis. Ich wollte nicht nach Hornburg, ich wollte«in braver Mensch werden, wollt« arbeite» und der Mutter helfe», den Dater unterstützen, die De- schwister Heb haben. In der Anstalt wuchs die Sehnsucht nach meiner Mutter bis in den Himmel. Der Herr Direktor kümmerte sich wenig um die Ordnung in der Anstatt, wir hatten viel Be- wegungsfreiheit. und eines Tages llef ich fort. Am nächsten Tag« schon hatten sie mich wieder eingefangen. Der Direktor blitzte und donnerte mich an. aber es half nichts, von meinem Herzen zum Herzen der Muttor wölbte sich der Regenbogen der Lieb«. Zum zweite» Male entfloh ich der Anstatt. Zum zweiten Male wurde ich gefangen und der Zorn des Direktors war schrecklich. »Ich könnte dir Gehorsam eintnuten," sagte er zum Schluß seiner Rede,»aber das will ich nicht, nein. Du kommst nach Rosen» thal." Ich schrak zusammen, denn Rosenthal war trotz de» schönen Namens die berüchtigste Anstatt im ganzen Lande. Sie hätte Dornenpracht heißen können. Rosenthal war der Sammelpunkt der künstigen Verbrecher, ihre Lehrschule, ihre Brutstätte. Also kam ich nach Rosenthal. Nur ein ganz großer Schrift- steller könnt« ein Sittengemälde von dieser Anstatt entwerfen. Auch er. der vielwissende und Bielerfahrene, würde nur mtt Entsetzen die grausigen Abgründe ausmessen, in denen sich das Leben der Zöglinge abspiette. Zu der Hemmungslosigkeit der Jugend kam noch die Grausamkett des Kindes, die Triebhastigkett aufwachender Erottk. Viele der Kameraden kamen, wie ich. aus dem Gefängnis, waren tätowiert, spielten stch als Männer auf und hatten ihre männ- lichen Liebsten. Zu dem tragischen Gemälde, das einmal ein großer Dichter über diese Anstallen entwerfen wird, will ich nur die schwachen Schatten einzeichnen: viele von den läjährigen Knaben waren in den übelsten Nachtlokalen der verrufensten Stadtgegend aufgegriffen worden. Nein, in Rosenthal blühten keine Rosen. Bei der ersten Gelegenheit entfloh ich. Nach Hause durste ich nicht. Damals bestand ein Gesetz, daß eine Mutter, die ihren ent- stohenen Sohn oerbarg, 6 Monate Gefängnis bekam. Ich habe viele Gesetze hassen gelernt, aber dieses Gesetz war das schmachvollste. Wie kann man gegen das Herz der Mutter die kalte Sträflingszelle setzen? Wie kann man auf Mutterliebe mit Haß antworten? Nun, euch dieses Gesetz ist von den Männern gemacht worden wie alle übrigen Gesetz- Darum sind sie lieblos, herzlos, brutal, tödlich. Einige Zeit trieb ich mich obdachlos in Berlin herum, aber dann wagte ich mich doch nach Haufe und schlief auf dem Boden. Die Mutter nur wußte mein Versteck und brachte Essen. Sie kauerte sich neben mir auf den kalten Boden, streichelte mich, blieb manch- mal die ganze Nacht und ich verlorener Sohn schlief süß in ihrem Schoß« ein. Am Morgen, wenn sie zum Gericht mußte, weckte sie mich mit einem Kuh. Da liefen ihr die Tränen über das Gesicht. Einmal sagte sie: »O, mein Kind, wie soll das enden? Dreimal waren schon die Leute da, um dich zu suchen." „Mutter," wimmerte ich,»oerrat« mich nicht. Sie schlagen mich tot." Der Mensch, der Immer mit dem Gericht zu tun hat. und wenn er nur den Dreck auf dem Fußboden aufwischt, kennt die Gesetze und je mehr er sie kennt, um so schrecklicher erscheinen sie ihm. Was muß meine Muttsr in jenen Tagen, als ich versteckt auf dem Boden des Hauses lag. ausgestanden haben! Sie gehörte ja bei- Eisenbahnerkonflikt. verstehe gar nicht, weshalb öiese Leute für öen Vinter eine Lohnerhöhung fordern, die haben es doch immer ganz sthön warm.� nahe selbst dem Gericht an. war ja auch ein Rädchen in der schreck- lichen Maschine und mußt« sich drehen und bewegen, wenn diese Maschine sich drehte und bewegte. Und als eines Tages eine Mutter vor dem Gericht stand, die ihren aus der Fürsorgeanstatt entflohenen Sohn verborgen hatte und auch verurteitt wurde, da wußte sie nicht aus und ein. lief selbst zur Polizei und ließ mich tu die Anstatt zurückbringen. .Fritz," sagt« sie weinend zum Abschied,»ich bin ruhiger, wenn ich dich in Sicherheit weiß. Denke doch an den Bater. Führe dich gut. Ich will eine Eingabe machen, daß du bald freikommst." „Mutter," sagte ich zum Abschied,„ich komme bald frei." In der Anstatt Rosenthal empfing mich der Direktor und über- gab mich nach kurzem Verhör dem Prügelmeister. Ich mußte meinen Oberkörper entblößen und bekam 25 Schläge. In meinem Leben habe ich viel Prügel bekommen, aber so bluttg zerhauen wie an dem einen Tage war ich noch nie. Zwei Flammen verzehrten mich, die Flamme des Schmerzes und die wildere Flamme des Hasses. Jetzt war ich so weit. Jetzt war auch ich gezeichnet wie ftüher die Männer des Bagno. Am selben Tage lief ich davon und zeigte der Mutter den zerschundenen Rücken, von dem die Haut in Fetzen hing. Die Mutter wimmerte, als hätte man sie geschlagen, und wusch mit ihren Tränen meine Wunden. Mein Weg lag jetzt klar vor mir. Ein letzter Kuß auf den Mund der Mutter, eine letzt« Umarmung, ein letztes Lebewohl(der Vater wurde zum zwölften Male operiert) und ich verließ das Haus. Der Mensch muß leben. Auch ich war ein Mensch, und als ich keine Arbeit bekam, stahl ich. wurde gefaßt, meinen Kameraden ge- lang die Flucht, bald war die Verhandlung, die mich auf vier Mo- nate ins Gefängnis schickte. Ich ging gern ins Gefängnis, viel lieber als nach Rosenthal.... Als ich 20 Jahre alt war, kam ich zum ersten Male ins Zucht- haus. Wenn ich in diesem Bericht hier und dort moralische Er- wägungen angestellt habe, sind diese Betrachtungen von der gewöhn- lichen Bürgermoral himmelwett entfernt. Ich habe sie hinge- schrieben, um den Pädagogen den Unsinn von der Lehre„der Ver- brecherseele" klarzumachen. Auch jetzt will ich nicht moralisieren, sondern nur zitteren und zwar einen Satz aus der Rede des Staats- anwalts, der mich ins Zuchthaus schickte. „Meine Herren Geschworenen," sagte der Staatsanwalt, ein stmger, gut angezogener Herr, �>a die Fürsorgeerziehung nichts ge- Holsen hat, beantrage ich eine Zuchthausstrafe in der Höhe von drei Jahren und wegen ehrloser Gesinnung die Aberkennung der bürger- lichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren." Das Gericht erkannte auf die beantragte Strafe. Ich blieb gleichgültig. Bürgerlich« Ehrenrechte? Was waren meine Ehren- rechte? Zu hungern, zu frieren, zu verrecken, das waren sie. Sie hatten mich ehrlos gemacht, die Herren vom Gericht, ehrlos, wehr- los. Sie hatten ja die Macht und ich war nicht mehr in ihren Zlugen als der Schmutz, den meine Mutter 27 Jahre lang von den Treppen und Zimmerböden der Gerichte aufwusch. Das alte Berliner Zuchthaus nahm mich auf. Zuerst war ich ganz niedergeschlagen. Drei lange Jahre sollte ich meine Mutter und meine Geschwister nicht mehr sehen. Ich dachte an meine Schwester Meta, die krank und schwach im Bette lag, als ich ver- urteitt wurde. Don allen Geschwistern liebte ich Meta am meisten. Endlich kam der erste Brief von zu Hause. Es war ein Trauer. brief. Meine Schwester war gestorben. Als ich ins Zuchthaus kam, wollte mich der blinde Dater ver- stoßen. Die Mutter weinte hilflos, aber Meta besänftigte den Vater und sagte:„Ihr müßt den Fritz behalten. Vater, es ist doch dein Kind." Das hat mir die Mutter nach der Verhandlung erzählt. Und nun war Schwester Meta tot. Ich sah sie im Traum aus dem Sterbelager liegen. Die schönen Haare waren gelöst und flössen wie schwarzes Wasser um das wachsbleiche Gesicht. Der rote Mund war ganz erloschen. Auch die Mutter sah ich mtt tränenüber- strömtem Antlitz. Der Vater stand steif da, den Kopf ein wenig er- hoben, wie die Blinden. Seine Augen rollten wieder wie schwere Kugeln auf und ab. Nach diesem Traum fiel ich in schweres Nervenfieber. Die Un- nihe der letzten Jahre, der Tod der lieben Schwester, mein ver- pfuschtes Leben: all das rüttelte und schüttelte mich. Nachts sah ich Gespenster. Sieben lange Monate lag ich in der Jrrenabtei- lung des Zuchthauses. Der Wahnsinn hatte mich gestreift. Diese Monate waren entsetzlich. Ich sah an den anderen Kameraden, wie tief der Mensch fallen und zerfallen kann, wie er untergeht, zer- bricht, Tier wird und Spott seiner jelbst. Nein, nicht zum Tier. Ein Tier, auch wenn es eingesperrt ist, wird nicht so gequält wie der Mensch im Zuchthaus. Das Tier ist ja kein armer Mensch und braucht keine Angst vor den Gesetzen zu haben und hat keine bürgerlichen Ehrenrechte zu verlieren. Nach den sieben Monaten wurde ich drei weitere Monate be- obachtet. Dann kam ich in die Zelle zurück. Unterdessen machte das alte Zuchthaus Karriere und wurde zum Gefängnis befördert. Mit den anderen Kameraden kam ich nach dem Zuchthaus S. Das war auch so ein Rosenthal, aber für Männer. Dort hat man mich zu Schanden gemartert. In diesem Zuchthause hatte jeder Beamte seine eigenen Erziehungsmethoden und wir waren ihnen hilflos ausgeliefert. Für sie waren wir schlimmer als Raubtiere. Und doch waren wir alle einmal Kinder gewesen und glaubten an das Leben. Der Direktor war ein alter Reservehauptmann, herzlos, brutal, gemein, in einem Satz: der rechte Mann, um die herzlosen Gesetze an uns durchzuführen. Er hat nur mit Fesseln, Zwangsjacken und Arrest regiert. Niemals fiel ein menschliches Wort. Er war wie der Teufel. Sein Gehilfe, fein Teufelsgehilfe, war der Arzt. Er ließt die Gefangenen gleichgültig sterben. Ich weiß schon, er dachte: was soll die Welt mit einem Zuchthäusler anfangen? Am besten ist es schon, der Kerl stirbt. Aber auch der Zuchthäusler ist ein Mensch, im Zuchthaus vielleicht ein doppelt hilfloser Mensch, hat Ellern und Geschwister, Hunger nach Zärtlichkeit und ist, wie nie- mals zuvor, bereit zur Herzenserschütterung. Selbst der ärmst« Hund hungert doch nach einem liebevollen Wort. Wie oft habe ich an dem Sterbelager eines Totkranten ge- sessen und durch Trostworte gutzumachen versucht, was der Arzt durch feine Roheit verdorben hat. Den Todesstoß konnte ich nicht abwenden, aber die letzte Stunde doch ein wenig erleichtern. Wenn jemals die Schuld oder Unschuld von eistem Richter abgewogen werden sollte, ich bin gewiß, die armen Zuchthäusler, die an dem Arzt gestorben sind, werden freigesprochen, ihr Mörder aber wird verurteitt. In S. kam ich auch mit dem ehemaligen Matrosen Liebestahl zusammen. Er hatte nicht mehr die See befahren. Sein Schiff war leck und sank. Di« schwarzen Wasser des Todes gurgelten schon. Ter Arzt kam überhaupt nicht mehr und ließ den Mann einfach verrecken. „Fritz," flüsterte der sterbende Matrose,„mir geht es jetzt viel besser. 2n drei Monaten ist meine Zeit um. Auch du wirst da frei. Diesmal aber türmen wir nach Hamburg und heuern an. Di«„Isabel" ist ein gutes Schiff, läuft zwölf Knoten in der Stunde. Kurs Südwestsüd. In Hongkong legen wir an." Er schwieg einen Augenblick und sah mich mit länzenden Augen an. Dann erhob er sich von dem harten Zuchthausbett und flüsterte: „Kennst du Opium? Ich-werde mit unserem Schiffsarzt sprechen, daß du Opium bekommst." Dann schwieg er wieder erschöpft und fiel auf das harte Lager zurück. Ich glaubte schon, er seil tot. Doch 1 gus legten Mate job er aus einen Tiebertrühmen, redte 1 bie abgemagerte Hand aus und rief Bamb aholt" fiel aufammen, zudte und war hinüber. Ein Mann tot," meldete ich am frühen Morgen, als die Selle aufgeriegelt wurde und der Märter tam. Der ehemalige Matrose Liebestahl wurde im Bettlaten nach der Totenkammer gebracht. Der billige Zuchthaussarg nahm seinen Leib auf. Bier Sträflinge, darunter auch ich, trugen den Toten nach dem fleinen Friedhof im Schatten der Mauer. Hinter uns gingen vier Aufseher mit geladenen Gewehren. Nachte gefchaffen. Die Gewehrtotben, bie in Belbe foult burchzuführen. In der Stadt Betra bogegen, under gang manche Lür geöffnet haben, müffen als Bellenschlüssel dienen. Schwere Schläge muchyten gegen die Zellentüren und bringen den Häftlingen die Freiheit. Keiner wird gefragt, wer er ist, warum er hier unfreiwillige Gastfreundschaft genießt. Alle, die in den Zellen find, werden befreit. Zwei Tage nach dem Sturm auf den Franzl wurde es offenbar, wo die Aufseher waren. Sie hatten, vermutet, daß man sie nicht allzu freundlich be. handeln werde, zu ihrer Rettung folgenden Plan durchgeführt: Alle legten ihre Dienstmüßen, Leibriemen und Seitengewehre Ein Vers fiel mir ein, den ich irgendwo in einer Belle ge- Der Feldwebel sperrte jeden einzelnen in eine Zelle und verschloß ab, fodaß fie fich in nichts von den Militärhäftlingen unterschieden. lefen hatte: .D Sträflingsgrab, Sträffingsgrab, Das teine Tränen näffen, Wie bald bist du, wie bald bist du Berloren und vergessen!" Als sich für mich nach drei Monaten die Türe des Zuchthauses 6. öffnete, tam der Weltkrieg. In diesen vier Jahren gab es über zehn Millionen Gräber, die in den Schlachtfeldern vertamen und die teine Tränen näßten. Sturm auf die Militärarrestanstalt. Das waren aufgeregte Tage im November 1918 in München. Die Kajernen waren schon alle in der Hand der Arbeiter und Soldaten. Da ruft plöglich einer aus der Menge: Auf zum Franzl! Der Franzl", das war die Militärarrestanstatt. Und wie ein Bauffeuer ging's durch die Menge: Sum Franz, zum Franzit Da gab's tein Halten. In breitem Strom, die ganze Straße einnehmend, wälzte sich's zur Leonrodstraße. Der leichte Latten zaun hielt dem Anfturm nicht Stand. Aber die schwere Eichentür Die Menge tobte. Die Gefangenen sollten freigelassen werden! Die Menge tobte. Die Gefangenen sollten freigelassen werden! Die hinten standen, drängten nach vorne. Die in der vordersten Reihe murden gegen die Tür gepreßt. Aufgeregte Rufe schallten über die Köpfe. mar verriegelt. Da ein Schuß! Er tam von drinnen durchs Fenster. Ein einziger, routerfüllter Schrei gellt aus der anbelingenden Menge. Gewehrtolben werden von schwiefigen Fäuften gegen die schwere Tur gefchwungen. Nach wenig Schlägen gibt sie nach. Die Borderften bringen ein. Ein Feldwebel, den Revolver in der Hand, steht hinter der auf gebrochenen Tür. Er wird niedergeschlagen. Beformerere springen herzu, tragen den Berwundeten ins Bachtzimmer. Dann beginnt ein aufgeregtes Suchen nach den Sellenschlüsseln. Sie sind nirgends zu finden. Auch die Aufseher sind verschwunden. An ihnen hatte fo mancher Jeta Mütchen fühlen wollen. Aber nicht ein einziger läßt sich bliden. Die ham fi vazong," meint einer der Suchenden Wie nun die Gefangenen aus den Zellen bringen? Mengenabgabe verbehalte Abb.1 66.2 Mantel mod.Form, neneste fie wieder. Dann waren die Stürmenden gekommen, hatten die Zellen geschlagen und mit den Häftlingen auch die Aufseher befreit. Felig Fechenbach. anderen Berhältnissen, hat diese Art von Straßenbahnen natürlich ganz andere Eristenzbedingungen, zumal die Betriebsmittel so leicht find, daß sie ohne Mühe aus dem Gleis entfernt werden können. Elefantenfriedhöfe. In einer Rontroverse über Elefantenfriedhöfe bejaht der bekannte Afrikaforscher Hans Schomburgt mit Entschiedenheit die von verschiedenen Seiten angezweifelte Existenz dieser geheimnisvollen Sterbestätten der afrikanischen Dickhäuter. Er erzählt, daß er sein Wissen nicht durch Hörensagen, sondern durch den eigenen Augenschein gewonnen habe und glaubt feltsame Tatsache damit, daß fast jedes schwerkranke Tier sich zum sogar behaupten zu können, daß jeder landschaftlich begrenzte Bezirk fozusagen seinen eigenen Elefantenfriedhof habe. Er erklärt diese auf- schen, stets sehr durstig. So zieht sich auch der Elefant, wenn ſein Waffer verziehe, denn tranke Tiere seien, genau wie frante MenInstinkt ihm das herannahende Ende ankündigt, von der Herde zurüd und wandert aus der Steppe oder dem Urwald zu einem Sumpf oder See. Dort bleibt er, am Rande des Wasser stehen, bis der Tod ihn fällt. Wenn der Koloß dann ins Wasser sinft, fallen die Krokodile über den Leichnam her und zerreißen ihn. Das Grund und find bald in Sand oder Sumpf begraben. Nur außerWasser spült die Knochen weg, die schweren Zähne sinten auf den ordentlich selten findet man verendete Elefanten im Wald oder auf freier Steppe und dann handelt es sich zumeist um Tiere, die auf dem Wege zu ihrem Sterbeplatz verendet sind. Schomburgt er zählt von einem Elefantenbullen, den er zufällig beobachten konnte, daß er fünf Tage lang am Rande eines Sumpfes gestanden und sich nicht einen Meter weit vom Plaze gerührt habe. Die Eingeborenen erzählten dem Forscher, daß der Elefant dort hingegangen sei, um zu sterben. Schließlich erlegte Schomburgt ihn und tatsächlich fand es sich fächlich fand es sich entsprechend den Vermutungen der Eingeborenen daß man es mit einem schon vorher schwer mundgeschossenen Elefanten zu tun gehabt hatte. bringt. In Südostafrita, in Beira, befindet sich wohl die interEine Straßenbahn, bei der jeder feinen eigenen Wagen mitbahn besteht nämlich nicht, wie alle anderen der Welt, aus großen effantefte Straßenbahn, die die Welt aufzuweisen hat. Diese Straßen Wagen, in denen jeder Fahrgast für die Beförderung seinen Obolos entrichtet, sondern sie hat überhaupt keine Wagen. Dem Publikum werden vielmehr nur die Schienen zur Verfügung gestellt, und jeder bringt sich seinen eigenen Straßenbahnwagen mit. Natürlich sind das in der Regel teine großen Wagen, sondern nur fleine fahrende Stühle, die von eingeborenen Dienern im Trabe auf den Schienen vorwärts geschoben werden. Der Kaufmann von Beira, der sich von seiner Wohnung in sein Geschäft begeben will, läßt einfach von seinem Diener den Fahrstuhl auf die Straße bringen und auf die Schienen feßen. Der Diener schiebt dann seinen Herrn ins Bureau. Dort vor dem Hause wird der Fahrstuhl aus den Schienen genommen Natürlich entwickelt sich auf dieser eigenartigen Straßenbahn ein sehr und ins Haus getragen. Auf dieselbe Weise erfolgt die Rückfahrt. reger Verkehr, der aber den Borteil hat, sich gleichmäßig und ohne Hindernis abzuwickeln. Eine längere Stauung oder gar ein Busammenstoßen von Bagen ist ausgeschlossen, da für jede Richtung ein Gleis vorhanden ist. Auch für den sonstigen Verkehr dienen die Schienen dieser Straßenbahn. Alle möglichen Fahrzeuge fahren in ununterbrochener Linie hintereinander her. In den verkehrsreichsten Hauptstraßen der Stadt hat man sogar eine Einführung getroffen, die in überraschender Weise den Vorschlägen moderner Verkehrstechnifer entspricht: man hat nämlich den Güterverkehr vom Bersonenverfehr getrennt und für jeden ein Gleis gelegt. Der Güterver tehr mit Betriebsmitteln, die der Bahnverwaltung gehören, geht aufnehmertreise nur ganz bestimmte Sorten. In Frankreich und Engbem einen Gleis vor sich, während auf dem anderen die langsamer fahrenden Privatgefährte verfehren. Es ist interessant, daß diese in Portugiesisch- Südostafrita eingeführte Beförderungsart die gleiche fft, wie sie bei den ersten Eisenbahnen in England in Aussicht genommen war, die man aber damals bald wieder aufgehoben hatte. Man wollte nämlich damals die Eisenbahnen so betreiben, daß die Eisenbahngesellschaft den Schienenweg der Allgemeinheit zur Verfügung stellte und jeder Mann gegen Zahlung einer Gebühr wie auf der Landstraße mit feinen eigenen Betriebsmitteln die Schienenstraße benutzen sollte. Ein solcher Betrieb war natürlich bei einigermaßen lebhaftem Bertehr, besonders bei zunehmender Geschwindigkeit, auf die Dauer GROSSER Kaffeeriecher. Das Kaffeeriechen" war nicht nur zur Zeit des alten Friz eine sehr wichtige Angelegenheit- damals gingen nämlich Steuerbeamte in den Städten und Dörfern umher, um vermittels ihres Riechorgans festzustellen, ob und wo der außerordentlich hoch besteuerte und darum vielfach geschmuggelte Kaffee verborgen sei auch jetzt noch spielt im Kaffeehandel der Kaffeeriecher" eine sehr wichtige Rolle. Nach dem Geruch wird einmal die Qualität der einzelnen Kaffeejorten, dann aber vor allen Dingen die richtige Mischung aus verschiedenen Sorten festgestellt. Eine einzelne Sorte eignet sich in der. Regel nicht als Verkaufsware. Meistens werden vier bis sechs verschiedene Kaffeesorten gemischt, und zwar für bestimmte Abland liebt man vor allen Dingen die Mischung aus naturfaurem Ceylon" mit beftem Breanger, eine Mischung, die wohl überhaupt die denkbar befte Qualität darstellt. Mischungen aus verschiedenen ostindischen Sorten sind vor allen Dingen im Lande des„ Blümchentaffees beliebt. Die Kaffeekenner prüfen den Kaffee sowohl warm als auch falt, und zwar in allgemeinen ohne jegliche Zutat. Manche Prüfer allerdings nehmen ein Stück Zucker in den Mund und Schlürfen den Kaffee hindurch. Aber alle sind sich darüber einig, daß Schlagsahne als Zutat zum Kaffee Barbarei ist, womit ja nun allerdings die große Menge der Kaffeeliebhaberinnen nicht einverstanden sein dürfte. HERBIT- VERKAUF Stoffe, Schachbrettmuster, mit Knopfgarn.( Abb.1) MantelansVelours de laine, 2reihig, seitl.FaltenR 2950 5900 garnitur a.Biberettekragen( Abb.2) 6 Damen- Hausschuhe Kamelhaarart, mit Ledersohle..... Mantel tota wolleneFlanschstotle, Herren- Fasson, mit Gürtel, swetrellig.. schwere Qual, Herrent., 2rethig, m. Samtkrag. VORTEILHAFTE ANGEBOTE 2350 Schottenkleider retne Wolle..... Reinw. Ripskleider in versch. Farb. n. 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Und, das Erfreuliche ist, Die Verrufenen"( Der fünfte Stand) erwiesen sich als ein ausgezeichneter Film. Der Regisseur Gerhard Lamprecht ging mit großem Ernst an die Arbeit, darum schuf er ein Wert, das nicht nur während der Vorführung in seinen Bann zwingt, sondern auch zum Nachdenken anregt. Nach Zilles Erlebnissen wurde von den Menschen erzählt, die durch Armut und Elend, Laster und Alkohol zu dem fünften Stand wurden, den man bekämpft und nicht heilt. Ein Stu dierter, der aus der Strafanstalt kommt, findet trotz unablässigen Suchens feine Arbeit. Bater und Braut verstecken ihn, eine Dirne rettet ihn vor'm gänzlichen Versinken. So kommt er in die Welt der Verrufenen. Alle Zille- Typen leben auf und die bekannten und marfanten Unterschriften seiner Zeichnungen erscheinen als Texte. Man hätte freilich ganz gern gewußt, wie der Studierte zum Mein eid fam. Der Geächtete sagt, er schwur ihn, um vor sich selbst rein dazustehen und wie Bernhard Gögte diese Figur anlegt, glaubt man dem Ausspruch schließlich auch ohne Erläuterung. Genau wie der Aufstieg dieses Menschen nicht einen Augenblick unwahrscheinlich ist. Bernhard Gözke verdient Dank für seine Leistung, ebenso wie Aud Egede Nissen für die Verkörperung der Emma. Das ist die nichts taugende Dirne, die turmhoch über so manchem erbärmlichen, forret ten Durchschnittsmenschen steht. Mady Christians war glaubhaft als Dorurteilslose Frau aus reichem Hause. Das Publikum war ergriffen und beifallsfreudig. c. b. Die Frau mit dem Etwas. ( Marmorhans.) Sie hat wirklich ein Etwas, diese Fraut, entweder einen Bogel oder einen Fimmel, je nachdem man sich ausdrücken will. Sie hat nämlich die ganze Schredenstammer aus dem Panoptikum aufgetauft und figt zwischen den mächsernen Raubmördern und lieft ihre Kriminalromane. Daher ist es auch sehr begreiflich, daß fie, die Tochter eines Juristen, für Hochstapler schwärmt. Sie hätte fogar beinahe einen geheiratet. Doch zum Schluß stellt es sich heraus, der Gegenstand ihrer abenteuerlichen Liebe ist, obwohl er als Menschenaffe durch die Welt zog, laut Testament berechtigt. einen alten Namen zu führen und Millionen zu erben. Alle diese absonderlichen Begebenheiten sind unter Erich Schönfelders Regie bei ganz hervorragenden Einzelleistungen zu recht ansprechenden Bildern zusammengefaßt. Aber das Leyte an Tollheit und Leichtbeschwingtheit fehlt. Danche Szenen waren zu lang, namentlich die Kußszenen, aber Bruno Kastner erschien in ihnen auf der Leinwand. Das erklärt alles. Das Publikum sieht ihn doch gar zu gern, in solchen schönen Szenen und Lee Parry desgleichen. Diese Dar ftellerin wird eigentlich immer besser, und Margarete Kupfer bleibt in ihren Leistungen als heiratstolle reiche Mitme stets gleich gut. Die Photographie stand ganz auf der Höhe und trug das Ihre zum großen Erfolg des Films bei. Elegantes Pack. Zu diesem Film, der in der Alhambra am Kurfürsteniamm seine Uraufführung erlebte, schrieben Adolf Lanz und Heinz Goldberg das Manuskript. Einem fleinen Mädel, das einmal fröhlich ist, wäre diese eine lustige Nacht beinahe zum Verderb ge worden. Ferner sieht man eine reiche Frau, die ihren Mann, indem sie geschickt seine Allüren annimmt und sozusagen auf einen Schelm einundeinenhalben segt, zurückgewinnt. Otto Kantured glänzte mit seiner durch und durch sauberen Photographie, während Ser Regisseur Jaap Speŋer sich als Milieuschilderer allerersten Ranges erweift. Wie er den Barbetrieb veranschaulicht, das Haus in der Tauenzienstraße schildert und die Pension vorführt, ist, trotzdem man in letzter Zeit viel mit Großstadtbildern behelligt wurde, einzigartig. Bon den Mitwirkenden Eugen Klöpfer, R. A. Roberts, Joh. Riemann, Paul Morgan, Mia Pantau, Louis Ralph, Adolfe Engers, Mary Odette, Hanni Weiße, Illa Grüning, Margarete Kupfer, Frieda Richard, Hans Brausewetter und Hermann Picha wurde ein jeder auf den rechten Platz gestellt. Es ist darum tein Wunder, daß ein Film entstand, der besondere Beachtung verdient. Heinrich Zille sendet uns folgende Erflärung: Auf die ersten Ankündigungen des von der National- Film A.-G. unter meiner Mitwirkung hergestellten Films„ Die Verrufenen( Der fünfte Stand)", gehen mir aus dem Publikum dauernd so viel Anfragen zu, daß ich Döllig außerstande bin, diese einzeln zu beantworten. Ich wäre Ihnen deshalb zu Dant verpflichtet, wenn Sie durch Aufnahme diefer Zeilen in Ihr geschätztes Blatt feststellen wollten, daß das Manuskript des Films nicht von mir herrührt. Wohl aber geht die Handlung des Films auf ein tatsächliches Erlebnis aus meiner ersten Schaffenszeit zurück. Im übrigen sucht der Film das in meinen Zeichnungen wiedergegebene Milieu des fünften Standes auf der Leinewand lebendig zu machen." „ Der Wilderer. Zu dem Hochgebirgsfilm„ Der Wilderer", der demnächst von der Ufa- Kulturabteilung herausgebracht wird, haben wir folgende Mitteilungen erhalten: Die Wildaufnahmen zu dem Film beschäftigten 6 Operateure mehr als ein Jahr lang. Die Aufnahmen erstreckten sich auf Hirsch, Bod, Gemsbod, Steinbod, Murmeltiere, Adler und alle kleineren Tiere des Gebirges. Die Operateure waren in den Bayerischen und Schweizer Alpen, in Tirol, in Böhmen, Mähren, der Steyermark und in Rumänien tätig. Halsbrecherische Anstiege auf schmalen Pfaden, über Abgründe und Kamine stellten besondere Anforderungen an die Ausbauer und den Mut der Kurbelmänner. Besonders interessant find die Gems, Murmeltier- und Adleraufnahmen des Operateurs Paul Rrien, die, auf gefährlichen Pfaden in wildestem Hochgebirge vorgenommen, die Liere in völliger Natürlichkeit zeigen. Auch andere Aufnasmen, wie Adler beim Beuteholen, junge Adler im Nest u. a. m. bürsten in ihrer Art einzig dastehen. Der Heilige Berg". Das Manuskript zu dem neuen Großfilm der Ufa- Kulturabteilung:„ Der Heilige Berg" stammt von Dr. Arnold Fand, der auch die Regie führt. Photographie: Atelieraufnahmen Lersti, Freilichtaufnahmen Allgeier. Bauten: Architett Blonder. Wenn einer zum Film will... Der Schauplah Des Kampfes gegen Berlin" ist für kurze Zeit von dem Phoebus- Atelier in der Hafenheide auf den Wittenbergplatz verlegt worden. Dort fletterte Carlo Aldini unter der Aufsicht von May Reichmann an einem Hausgerüft hinauf, gefolgt von dreißig Häschern, die ihn selbstverständlich nicht erreichen konnten. Dabei ereignete fich ein amüsanter Swischenfall. Aus der hunderttöpfigen Menge der Zuschauer stürzte plöglich ein Mensch hervor, der, weil ihm sein Ehrgeiz nicht Ruhe ließ, die Jacke auszug und ebenfalls mit großer Geschwindigkeit die Hausfront emportlomm. Da die Improvisation durchaus nicht mit dem von Kurt J. Braun verfaßten Manuskript in Einklang stand, mußte Giovanni Vitrotti die geschilderte Kletterszene noch einmal drehen. Wie der merkwürdige Störenfried nachher behauptete, wollte er mit allen Mitteln durchsetzen, zum Film zu kommen, und glaubte auf diesem nicht ganz gewöhnlichen Wege die Aufmerksamkeit des Filmregisseurs auf sich zu lenten. Da er Aldini fast um Haaresbreite erreicht hätte, darf man für die Zukunft dieses Wagemutigen noch pieles erhoffen. Nur für diesmal wollte er noch zu hoch hinaus Die Tierwelt im Auge der Zeitlupe." Die Kulturabteilung der Ufa läßt zurzeit unter der Regie von Dr. Ulrich K. T. Schulz, dem Leiter ihrer Biologischen Station, Berlin- Südende, ein Filmwert Die Tierwelt im Auge der Zeitlupe" vorbereiten. Die Aufnahmen zum ersten Teil, der sich mit dem Tierflug, insbesondere dem Vogelflug, befaßt, wurden größtenteils auf der durch ihre große Silbermövenkolonie bekannten Nordseeinsel Langeoog gefurbelt. Bei diesen Aufnahmen wurden soweit uns bekannt mal Teleobjettive bis zu 24 Zentimeter Brennweite für die Zeitlupe zum erstenverwendet. Die„ Sensation" dieses ersten Teils wird eine Falken jagd, mit der Beitlupe gefurbelt, bilden. Für die Zeitlupenaufnahme zeichnet Erich Stöcker, für die Normalaufnahmen Woldemar Sie werßen verantwortlich. dessen Uraufführung demnächst stattfindet, waren die Bauten Erich In dem Sternheim- Film der Ufa,„ Das Fräulein vom Amt Wagner. Die Originalmufit stammt von Otto Ürad. Czerwonsti anvertraut. Die Photographie lettete Friz Arno Kampfspiele der Taubftummenverbände. Im Zusammenhang mit der neuen Bearbeitung des Ufa- Kulturfilms Wege zu Kraft und Schönheit wurden soeben unter Leitung von Dr. N. Kaufmann im Berliner Stadion Aufnahmen von den Kampfspielen des Reichsausschusses der Deutschen Taubstummenverbände für Leibesübungen gemacht. Hunderte von Turnern, die weder sprechen, noch hören tönnen, führten in einer wohlorganisierten Schau ihre bemerkenswerten Leistungen vor. Das filmisch Bedeutsamste war der Aufthat Das Berliner Programm 1) Ouvertüre zu Berlin wie es weint und lacht" v. Conradi 2) Auf der Bühne: Sein Miljöh" Bühnenblider nach Heinrich Zille von Walter Kömme, ausgeführt vom Original Kömme- Ballett", unter Mitwirkung von 97 Clare Waldoff als Gast Der Zille- Film der National Film A.-G. Die Verrufenen ( Der fünfte Stand) Akte nach Erlebnissen von Heinrich Zile Regie: Gerhard Lamprecht Manuskript Hellborn- Körbitz Hauptdarsteller: Aud Egede Nisson, Mady Christians, Bernhard Götzke, Artur Bergen. Vorverkauf ohne Aufschlag täglich mittags 12-2 Uhr Wochentags 7 u. 9 Uhr, Sonntags 5, 7, 9 Uhr Ufa Theater TURMSTRASSE ( Turmstrasse, Ecke Stromstrasse) Verkehrsverbindungen: Direkt vor dem Theater halten die Straßenbahnlinien: 3,4, 11, 12, 13, 14, 19, 21, 44, 45, 56, 113, 119. Autobusfinien: Nr. 11. 28. Stadtbahn: Bahnhof Bellevue SPIELPLAN Ufa- Palast am Zoo Kurfürstendamm Turmstraße Tauentzienpatest Friedrichstraße Kammerlichtsplete Alexanderplatz Weinbergsweg Ufa- Theater Nellendorfplatz Renoviert, WiederEröffnung Anfang Septbr. Dritte Woche: Liebe und Trompetenblasen Wochent, u. 91 Sonnt. 6, 7, 9 Der Zille- Film Die Verrafonon ( der fünfte Stand) Auf der Bühne: Sein Miljöh Clare Waldoll als Gast Wochent. 7 u. 97 Sount, 5, 7, 9 Der Zille- Film Die Verrufenen ( der fünfte Stand). Auf d. Bühne: Senta Soneland als Gast in ihren Berliner Typen Wochent. 7 u. 9/ Sonnt, 5, 7, 9 Die drei Portlermädel Wochent. 7 u. 9 Sonnt, 5, 7, 9 Siegfried. I. Teil: Die Nibelungen. Ab 81. Aug. II. Teil: Kriemhilds Rache, Wechent. 7 u. 9 Sonnt. 5, 7, 9 Potasch und Perlmutter Wochent. 7 n. 9 Sennt. 5, 7, 9, Der blinde Passagier mit Ossi Oswalda Wochent. 7 u. 9 Sonnt. 5, 1, 9 Renoviert. Wieder- Eröffnung Anfang September • Beilage des Vorwärts marsch der Teilnehmer mit Mufit, wobei ein Signalmann mit eser großen Fahne dirigierte. Auch das Riegenturnen und die Massenfreiübungen, die gleichfalls durch optische Signale tommandiert wurden, legen ein Zeugnis von dem Eifer ab, mit dem die deutschen Taubstummen den sportlichen Gedanken aufgegriffen und trotz der. hemmenden förperlichen Mängel in eine erfreuliche Wirklichkeit umgesetzt haben. Bei der Uraufführung des Zille- Films der National- Film A- G. „ Die Verrufenen"( Der fünfte Stand) im Ufa- Theater Turmstraße Oberbürgermeister Dr. Böß, Ministerialdirektor Kalle, Bresse waren u. a. anwesend: Preußischer Minister des Innern Severing, abteilung der Reichsregierung, Polizeipräsident Grcesinsti, Käthe Kollwig. fasser der Berliner Schlager Barte, warte noch ein Weilchen. Das Deuligwochen- Shimmylled. Billi Rollo, der als Ber. ist, hat für die Deulig- Film X.-G. das Deuligwoche- Shimmylied Was eine Frau im Frühling träumt. usw. populär geworden ist, hat für die Deulig- Film A.-G. das Deuligwoche- Shimmylied verfaßt, das im Musikverlag Karl Brüll verlegt wird. Der junge Komponist wird im Film von der Leinewand aus das Orchester selbst dirigieren. deutschen Filmexpedition, die unter der Regie von Adolf Troß zuin verschiedenen bemerkenswerten Artikeln die Leiftungen einer Auf den Spuren der Azteken". Die meritanische Bresse rühmi sammen mit dem Kameramann Eugen Hrich und der Darstellerin Ellen Douglas durchgeführt wird. Besonderes Aufsehen erregte die Besteigung des Irtaccihuatl, des 5300 Meter hohen Nebentraters des Popocatepetl, an der sich die Kornphäen der geologischen Disziplin Merifos beteiligten. Die Schilderung der romantischen Situationen in dieser Bergwildnis, bei der die Expedition in Höhlen nächtigen mußte, verspricht wirkungsvolle Aufnahmen. Der UfaFilm wird noch in dieser Saison unter dem Titel:„ Auf den Spuren der Azteken herauskommen. Der Leutnant von der Garde. In dem Film„ Das alte Berlin", den die Firma Althoff u. Co. soeben fertiggestellt hat, spielt Kari Beckersachs den Oberleutnant der Garde, der sich in die Banfiers. tochter verliebt. Sein Bruder, der Student, wird von Otto Rein wald dargestellt. Die Ufa hat das pieraftige Schauspiel von Ludwig Berger Luffe, Königin von Preußen", das in diesem Herbst in Berlin zur Uraufführung gelangt, zur Verfilmung erworben. Das Manuskrip bearbeitet Thea von Harbou. Dr. Berger führt selbst die Regie. Umbau des Naftonal- Film- Ateliers. Die National- Film A.-G. beginnt in nächster Woche mit dem Umbau ihres Ateliers in der Borussiastraße in Tempelhof. Das Atelier erhält eine Gleichstromanlage und wird in allen Teilen nach den neuesten Erfahrungen der Technik umgestaltet. Ufa- Palast Königstadt. Unter diesem Ramen eröffnet die Ufa demnächst das auf dem Kompler der Brauerei Rönigstadt in der Schönhauser Allee neuerstandene Lichtspielhaus. Das Programm der Borführungen wird in ähnlicher Weise ausgestaltet werden, wie es seit einem Jahre im Ufa- Theater Turmstraße geschieht. Das Abenteuer. Der erste Film, mit dem Imogen Robertson ihre Tätigkeit bei der Phoebus- Film A.-G. aufnehmen wird, betitelt sich„ Das Abenteuer". Das Manuskript wurde nach einem Roman von Emil Echoll von Walter Jonas und Robert Dinesen bearbeitet. Die Regie wird Robert Dinesen führen. Pat und Patachon. Die ersten beiden im Verleih der Filmhaus Brudmann u. Co. A.-G. erscheinenden Pat- und Patachon- Filme gelangen unter den Titeln: Pat und Batachon als Bolizisten und Pat und Patachon im Prater" zu Anfang der nächsten Saison im Primus- Palast, Potsdamer Straße, zur Uraufführung. fi " Der" Faust"-Film der Ufa. Gösta Efman, der befannte schwe dische Darsteller, ist von der Ufa für die Rolle des" Faust" verpflichtet worden. Das Prisma- Kafino im Ufa- Haus am Potsdamer Platz steht vor der Fertigstellung eines durchgreifenden Umbaues und wird Anfang September für den Besuch des Publikums wieder geöffnet sein. Für die ersten Wochen der Wiedereröffnung ist eine geschlossene Borstellung der bekannten Herren Leopoldi- Wiesenthal vorgesehen. Bonaventura Ibanez ist von der Phoebus- Film A.-G. für den Rampf gegen Berlin" verpflichtet worden. Ibanez hat seinerzeit unter der Regie von Henry King bei den Aufnahmen zu der Weißen Schwester" in Italien mitgewirkt. Er verkörpert in diesem berühmten Filmwerk die Rolle des Marquis. Gerhard Dammann als Spielfilm- Regiffeur. Der bekannte Lustspielregisseur Gerhard Dammann hat sich neuerdings der Regie des Spielfilms zugewandt, nachdem er schon vor dem Kriege eine Reihe großer Spielfilme inszeniert hat. Er arbeitet gegenwärtig an den Aufnahmen zu dem National- Film„ Das Fräulein vom Spittelmarkt, der Lebensroman einer Stenotypistin" nach einem Roman von Adolf Sommerfeld. In den Hauptrollen sind Hanni Reinwald, A. E. Rückert, Schröder- Schromm, Frau Pleßner und Oh Tollen beschäftigt. .Die eiserne Braut" auf der Kieler Reede. Die Hochseeaufnahmen zu dem ersten Cifo- Film der National- Film„ Die eiserne Braut"( Regie: Carl Boese) fanden vor Kiel statt. Am frühen Morgen verließ die Truppe an Bord eines Kreuzers den Hafen. Der Kreuzer warf auf hoher See Anfer, um einen Teil der Aufnahmen zu ermöglichen. Daran schlossen sich einzelne Manöver der Schiffsbesagung, so das Aussehen von drei Rettungsbooten und eine Schießübung des Kreuzers. Zum Schluß hielt Otto Gebühr als Kapitän Dietrich Ecard eine Ansprache an die quf dem Borderdec des Kreuzers versammelte Mannschaft. Diesen Aufnahmen schlossen sich weitere Freilichtqufnahmen in einem Fischerdorfe bei Riel an. „ Columbus", Deutschlands größter Amerikadampfer des Norddeutschen Lloyd, wurde von der Deulig- Film A.-G. bei seiner letzten Ausfahrt in Bremerhaven aufgenommen. Die Bilder erscheinen im Rahmen des großen Deulig- Kulturfilms„ Der Bier- Meere- Kanal", dessen Aufnahmen joeben unter der Leitung von Regisseur G. Schu bert beendet worden sind. Die Aufnahmen zu dem Phoebus- Film„ Die vertauschte Brauf" find unter der Regie Karl Wilhelms dieser Lage beendet worden. Das Manuskript des Filmluftspiels stammt vor Richard Arvay vad Norbert Garai. Von den Darstellern sind zu nennen: Diomira Jacobini, Uschi Elleot, Ida Wüst, Vivian Gibson, Bruno Kastner, Baul Heidemann, Harry Halm, Oreste Bilancia, Robert Garrison, Hermann Picha, Siegfried Arno, Julius von Szöreghy, Karl Harbacher und Jonny Cor. Am Kurbelfasten stand Eduard Borsody. Die Bauten errichtete Alfred Junge. Die Aufnahmeleitung lag in den Händen von Willy Zeunert. Eine internationale Besetzung wird der neue Ufa- Film„ Die drei Kuckucksuhren", mit dessen Aufnahmen Lothar Mendes am 1. September beginnt, aufweisen. Nina Banna, die junge Ruffin, Lilian Hall- Davis, die Bekannte englische Darstellerin, die beiden Standinavier Niels After und Eric Barclay und unser Landsmann Albert Steinrüd werden die Träger der Hauptrollen sein. Das Filmmanuskript nach dem gleichnamigen Mühlen- Schulteschen Roman stammt von Robert Liebmann. Bauten: Hans Jacoby, Photographie: F. A. Wagner, Große Allgemeine Seifen- Fach- Messe in den Gesamträumen der Neuen Welt, Berlin, Hasenheide 108-114 Theater, Lichtspiele usw. Yolksbühne 8 Th. am Bülowplatz Uhr Lessing- Th Wiedereröffng. Dienstag, 1. Sept. 7% Uhr: Hamlet Mittwoch, 2. Sept Die neue Revue Regenbogen Uhr Kleines Th 8 Uhr: Fiesko: 8 Staats- Theater Die schöne Opernhaus 7 Uor: Carmen Opernhaus am Königsplatz 8 Uhr; Pawlowa Gastspiele Schauspielhaus 8 Uhr: Per Gynt Melusine Uhr Trianon- Th 8 Letzte Vorstellungen Am Teetisch Eröffnungsvorstellungen dar Heilmer- Bübcen Lessing- Th. 11. Sept. Schiller- Theat. Götz m. Wegener Operettenspielzeit 8 Uhr Annemarie Operette von Jean Gilbert u. Robert Gilbert mit Dora Leffler Nymgau DieSpira- BaseltHeidemann gelmann- Hiller Kuthan- Ledebour Hicines Th. 5. Sept. Besser als Früher m. Maria Orska Trianon- Th. 1. Sept. FrauLohengrin: mit Gisela Werbezirk: BarnowskyBühnen. Eröffnungs- Vorst. SCALA Theater in der & Unr Internat. Königgrätz.Str. Dienst. 1.Sept. 7U. 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Die amerikanischen Wunderkinder NARKOSE" Der Welt größter Besetzungsfilm mit Emil Jannings, Pola Negri, Henny Porten, Asta Nielsen, Li Dagover, Xenia Desni, Lia de Puttl, Liane Heldt, Lilian Gish, André Mattoni, Charley Chaplin, Harald Lloyd, Jackie Coogan, Baby Peggy, Buster Keater und vielen anderen Weltstars. Chinesische Gaukler- Truppe 10 Personen Alpensymphonie Dekorationen und Kostüme von Walter Trier mit denOriginalTiroler Schuhplattlerund Watschentänzern Siegfried Berisch/ Wolfgang v. Schwind/ Lotte Ducque Richard Ludwig Kurt Mühlhard Tänzer und Tänzerinnen des Großen Schauspielhauses, Russischer Chor, Venezianischer Chor, Chöre des Großen Schauspielhauses Preise der Plätze. Parkett M. 5.-, Balkon M. 4.- L Rang M. 3.-, IL Rang M. 1.30, Ill. Rang M. 0.75. Logen und Klubsessel M. 7. bis M. 12.Vorverkauf von 10 Uhr vorm. ununterbrochen Premierenpreise nicht erhöht Premiere: Dienstag, den 1. September, 7% Uhr GROSSES SCHAUSPIELHAUS Thalia- Theater Letzte Vorstellg. 8 Uhr: Uschi Vorzeiger der Anzeige zahlen nur halb.Pr.v.50Pf.an in beld, Theatern Th. in d. Kommandantenstr. Letzte Vorstellungen 8: Vetter a. Dingsda Voranzeige! Residenz- Th. Dienst. 7 öffentlich. Generalprob. Mittwoch 71% U.: Eröffnungs- Vorst. Gr.Varieté- Vorstellg. Jugendfreunde Kaffeeküche ab 3 Uhr geöffnet. Anfang 42 Uhr Jeden Eintritt 50 Pf. Mittwoch: Gr. Kinderfest RIESEN Thalia- Th. Montag 8 Uhr: Neueinstudierg. 8: Annemarie CIRCUS Operettenhaus ONE KRO Schönhauser Allee- Hochbahnh. Danziger Str. Haupteingang Rudolf- Mosse- Str. Telephon: Humboldt 99 Täglich8 Sabes 4 abends Uhr Sonntags Uhr Circus- Spiele am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Der kleine Kuppler Direktion: Karl Roson LUNA PARK Olivaer Lichtspiele Ab 3 Uhr voller Betrieb Feuerwerk ERNA OFFENEY u. BALLETT Montag: Sänger- Konzert DER VERGNUGUNGSPARK DER BERLINER AM LEHRTER BHF 118 Ab 4 Uhr Park- Konzert Feuerwerk ERNA OFFENEY u. BALLETT Abschiedsabend Erna Offeney HEUTE 1/3 Uhr GROSSKAMPFTAG DTSCH. AMATEURBOXMEISTER 8 MEISTERKAEMPFE EINTRITT 1, 2, 3 M. Ab14 Uhr 50Pfg. Das grosse Sonntagsprogramm, Elite- Sänger Kottbuser Str. 6- Tel. Mpl. 160 77 Täglich 8 Uhr die konkurrenzlose Revue: Berlin... da kiekste! Sonntag, 30, 8, Bachm. 3 Uhr: 120 Sensationen 120 Erste Nachmittags- Vorstellung Neu: Circus- Rennbahn ZOO 10-7geöffnet. Indianerdorf Konz.: 2Kapell, Raubtierfütt. 11U.vorm. Vorverkauf kassen ab 16 Uhr vormitt. A. Wertheim, an d. Circus500 exot. Tiere, täglich von Nachm. Kinder b. 12 Jah, halbe Preise! Preise nur Sitzplätze von 1.20 an Trabrennen zu halben Preisen. XXXXXXX LAP Reichshallen- Theater Heute nachm. 3 Uhr: 1. Nachm.- Vorstellung der Stettiner Sänger zu halben Preisen mit vollem Abend- Programm! Abends 8 Uhr: Stettiner Sänger Dönhoff Brett'i: ( Saal und Garten) Familien- Varleté! XXX XX Berliner Konzerthaus ( CLOU) Mauerstraße 82. Ruhleben Die Nachmittags- Konzerte Montag, den 31. August nachmittags 2% Uhr Rennen zu Hoppegarten Sonntag, d. 30. August nachm. 3 Uhr bef vollem Orchester und freiem Eintritt beginnen am Mittwoch, den 2. September 1925, Außerdem jeden Dienstag, Donnerstag u. Sonnabend Gesellschaftsabend* Tanz Sonntag: Doppelkonzert/ Gesellschaftsabend/ Tanz XX xxx Olivaer Platz 7 Ein deutsches Meisterwerk: ,, Schicksal" mit Conrad Veidt und Lucie Doraine sowie die übrige hervorragende Besetzung Film Puhlmannd Banne Berlin, Schönhauser Allee 148 „ Der kleine Steuermann" Dazu die Lustspielschlager: Baby Peggy als Carmen Hain wird beinah ein braver Mann Auf der Bühne: Theater am Telefon: Norden 4557 Hollendorfplatz Casino- Theater Täglich 7 Uhr Lothringer Str. 37. Tägl. 8 Uhr Die hellblanen Die dreiaktig. Posse Der Kühne Schwestern Schwimmer Romant. Operette Von Ed. Kunneke Deutsches Täglich 8 Uhr: Claire Dux als Künstler- Theater Metropol- Theater Fauteuil 47 Mamsell Angot 8 Uhr Lustspiel von Louis Verneuil Berliner Theater 745 Uhr z. 280. Male: Anneliese v. Dessau Ab Sonnab, 5. Sept. Gastspiel Kammersäng Richard Tauber: Eine Nacht in Venedig Operette v. Johann Strauß, musik. Einrichtg. v E.Korngold 8 Uhr: Nur noch heute Rarsavina Kirchhoff etc. METROPOL 8 Uhr Der Internat. August Spielplan Residenz- Th. Zoologisch. Garten und morgen Aquarium Die Koblanks Affen- Sonderschau Vorzeig. d. Anzeige zahlen nur Tierkunstausstellg. halbe Preise Tägl. ab 4 Uhr: Gr. Konzert Wochentags ab Yon 50 PL. an Ab Mittw. tägl. 8 U. in d. Goethe- Bühne, Klosterstraße, mit Original- Ensemble. 7 U. abds. 75 Pf. Guier Schlaf bas beſte Heilmittel. Metallbetten für Groß u Klein, mit oder ohne Zubehör, Stahlmatragen, an Private. Bequeme Beding. Kat. 30 a frei. Eisenmöbelfabrik Suhl( Thür.) Janzen und alles Ungeisla vernichtet mit Brut restlos Ungezieferkerze ATLAS auch wissenschaftlich anerkannt! Zu haben in Drogerien Auslieferungslager für Wiederverkäufer Karl Frick m.b.H. Berlin$ 42 Tel: Dönh. 5013 Brandenburgstr. 58 A. 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